Ht. 24S ♦ 44.?ahrg. Ausgabe ßk Nr. 122 Bezugspreis: WjAtütlich 70 Pfennig, monatNch 2,— Reichsmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Eaar» und Memelgebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4M Reichsmark, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der„Porwürts* mit der illustrierten Tonntagsbeilage»Volk und Zeit" sowie den Beilagen„Unterhaltung und Wissen",„Aus der Filmwelt", „Frauenstimme",„Der Kinder- freund".„Iugend-Vorwürts",„Blick in die Bücherwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich zwei. mal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: J „Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsansgabe berliner VolksblÄtt (iS Pfennig) Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille- zeile 80 Pfennig Reklamczcile 5,— Reichsmark.„Kleine Ar zeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig izulässig zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Wort 12 Pfennig. Ttellengcfuche das erste Wort 15 Pfennig, icdrs weitere Wort 10 Pfennig. Worte Uber 15 Buch. staben zähle» für>wei Motte. Arbeitsmarkt Zeile Sll Pfennig. Familicnanzeigcn für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4lb Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin TW 58, Linden- strahe Z, abgegeben werden. Geöffnet von 8!b Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemohratirchen Partei Deutfchlands Neüaktion und Verlag: S erlin EW. HS, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Sonntag, den 22, Mai 1937 vorwärts-verlag G.m.b.H., Gerlin SW. öS, Linöenstr.Z Poftschecktonto:«erli» 37 KS- Ba»»o-to: Bank der«rbetter.«naestelte» »ad Beamten. Wallftr. SS: Diskouto-Sesellschaft. Depositenkasse Llnvenftr. 3. Oer Parteitag in Kiel. Stetig vorwärts! Dem Parteitag zum Gruft. Von Friedrich Stampfer. Unser Parteitag, der heute abend in Kiel beginnt, darf mit Stolz Rückschau, mit Zuversicht Vorschau halten. Allen Feinden zum Trotz ist die Sozialdemokratie nicht nur die größte Partei geblieben, sondern sie wächst noch und marschiert vorwärts. Keine andere Partei kann sich darin mit ihr vergleichen, alle Versuche, sie aus ihrer besonderen Stellung zu verdrängen, sind gescheitert. Was vor dem Kriege von den Nationalsozialen Naumazins mit vornehmen Mitteln vergeblich versucht wurde, die Sozialdemokratie„ab- zulösen", haben nach dem Kriege Nationalsozialisten Hitler- scher Prägung und Kommunisten mit derberen Mitteln ebenso vergeblich versucht. Die nationalsozialistische Bewegung ist ein Trümmerhaufen. Die Kommunistische Partei arbeitet an ihrer Selbstoernichtung und damit— anders als sie es dachte — an der Wiederherstellung der„Einheitsfront des Proletariats". Die alten bürgerlichen Parteien, zu denen auch die deutschnationale zu rechnen ist, halten noch mit nationalistischen öder religiösen Ideologien breite Massen proletarischer und halbproletarischer Elemente bei, der9 Bewohnern. Brovkline genannt, in der Nachbarschaft von Boston gelegen. Zudem steht diese merkwürdige Stadt in dem Ruf, eine der reichsten der Städte van USA. zu fein. Ursache der Abwesenheit jeden Bioskapes ist eine Balksabftimmung der Braokliner gewesen. Sie fand 1921 statt, nachdem eine Film- Vorführung vorausgegangen war. Eltern, Lohrcr und Geistliche aller Kanfeffianen hatten sa Gelegenheit, sich ein Urteil zu bilden, Sie gaben ihm Ausdruck in ihrem Votum, das mit überwältigender Mehrheit gegen die moderne Teufelskunst ausfiel. Als Grund wurde verkündet, es sei für die Jugend besser, wenn es in Braokline kein Filmtheater gäbe! Seitdem sind sechs Jahre vergangen, ohne daß dies Urteil revidiert worden wäre. wer verteilt den Schiller-Prci»? Der preußische Kultusminister bat die Kommilfion für den staatlichen Schiller-PreiS berufen. Sie besteht aus Ludwig Fulda, Gerhart Hauptmann, Friedrich Kaißlcr, Heinrich Liliensein. Waller nan Molo, JuliuS Petersen und Wilhelm von-Scholz— Dte literarilcke Jugend loird linden, daß die Vorherrschast des Alters in dieser Zusammen- sehung übermäßig betont ist. Die Deutsche Siouotechnische Gesellschalt hält Mittwoch. 7 9, Uhr, Friedrich. GBcvl-Str. 27, eine Sitzung ab. Pias. Bruno Setgert spricht über: .Elektrische Bildübertragung, Fernsehen und Fernkionomatogiaphie". Gäste willkommen! Der verband Deutscher Musik-Kritiker, hat beschlossen, seine dseSjährige Tagung!n Frankturt a. W, im Anschluß an die Fest-Aufführungen der „Internationalen Gesellschaft sllr neue SHufif* zu veranstalten. Genfer Vorbilanz. Der Hauptteil der Konferenzarbeite» beendet. Gens. 21. Mai.(Eigener Drahtkxricht.) Die W e l t w i r t- schoftskonferenz hat am Sonnabendnachmittag den Haupt- teil ihrer Arbeiten abg«1chlossen, indem sie die Berichte und Entschließungen der drei Kommissionen annahm. Entsprechend dem Antrag des Ausgleichsausschusses gab es dabei keine« igen t- liche Beratung mehr. Die drei Bericht« wurden von kurzen Reden der drei Kommissionspräsidenten eingeleitet, worauf ein gutes Dutzend Delegierter ihre allgemein« Befriedigung aussprach oder noch einzelne Wunsche ihrer Länder und Wirtfchafts- gruppen zum Ausdruck brachte oder Erklärungen zu einzelnen Eni- schließungen abgab. Aus diesen sei heworgehoben eine solche von Genossen Zouhaux, der wegen ungenügender Berücksichtigung der wünsch« der sozialistischen Arbeitergrupp« zur Kartelltontrolle sich, zu der betreffenden Entschließung der Stimmabgabe zu e n t- halten erklärte, ferner eine solche des chinesischen Delegierten zur Entschließung über die Gleichbehandlung der Ausländer, wobei er auf die umgekehrten Berhältnisfe in seinem Lande hinwies mit dem Ausdruck der Erwartung, daß hierin bald ein Wandel eintreten wird. Ein paar südamerikanische Delegiert« ließen ein gewisses Be- dauern durchklingen, daß man hier fast nur immer von den nord- amerikanischen oder europäischen Verhältnissen gesprochen habe. Der Nordamerikaner Robinson wiederholte seine in der In- dustriekommission abgegeben« Erklärung, warum er' sich bei der Entschließung über die Kartelle der Stimm« enthalte. Sodann bezeichneten die drei Sowjetdelegierten kinlschuk, Sokolnikosf und Parga mit einfachem Hinweis auf die Reden in der Kommission genau die einzelnen Punkte der Resolutionen, welchen die Sowjetdelegierten zustimmen und welche sie ablehnen. Den Schluß der langen Redcnreihe bildete eine solche des Berichterstatters der Jndustrie'ominission Peyerimhofs(Frankreich), der seine Be- friedgung über das erzielte Ergebnis äußerte und den Aerger dar- über, daß der französische Standpunkt in der Kartellfrage nicht durchdrang, hinter klugen Worten verbarg, daß«ine gewisse inter- nationale Kontroll« wohl möglich sei und in einer späteren Zeit nachfolgen wird. Darauf folgte die Abstimmung einzeln üb« die drei Berichte mit ihren Entschließungen und Empfehlungen, wobei als Gegenstimmen alle dreimal nur die vier Stimmen der Sowjer- delegierten gezählt wurden, während es zum Bericht der Industrie- kommisiion noch vereinzelte Stimmenthaltungen gab. Trotzdem die Konferenz Montag und Dienstag sich noch mit einigen allgemeinen Entschlicßungsanträgen zu beschäftigen haben wird, wird ein« Reihe Delegierter schon am Sonntag abreisen, wes- halb es nicht auffallend ist, daß man bereits heute die Schlußgedan- ken über dos Konserenzergebnis gegenjfitig auszutauschen begann. Dabei darf man objektiv feststellen, �sdaß die Konferenz wohl in den wichtigsten oller Fragen, denjenigen der internationalen Handelspolitik und der Zölle ganz unzweifelhaft eine bedeutende Klärung der Meinungen mit dem Ziel zum Frei- Handel herbeigeführt hat. Allerdings bleibt noch abzuwarten, welche Auswirkungen die Beschlüsse der Konserenz in den eingelnen Ländern hoben werden. Von der kleinen sozialistischen Arbeitergruppe kann man fest- stellen, daß sie in allen Kommissionen sich sehr energisch Geltung verschafft und mit ihrer Arbeit in allen wesent- lichen Fragen Beachtung gesunden hat. Freilich konnte von einem solchen Wirtschaftsparloment, in welchem die kapitalistischen Privat- Unternehmer und die Vertreter der Staatsgewalt die übergroße Mehrheit darstellen, nicht erwartet werden, daß die weitesten Ziele der Arbeitervertreter in der Richtung internationaler Arbeit und Wirtschaftsteilung anerkannt werden. Es lzat sich gezeigt, daß auch auf der Wirtschaftskonsercnz in hartem, sachlichem M e t n u n g s- ka m p f u in den sozialen und wirtschaftlichen Fort- schritt gerungen werden muß. Daraus ergibt sich, daß die Eni- scheidungen über die großen weltwirtschaftlichen Fragen weiterhin in den einzelnen Ländern erkämpft werden müssen. Das Verhält- nis der Arbeitendelegierten zur Sowjet-Delcga- tion von dem offenbar beiderseitigen Wunsche geleitet, vor dem Angesicht des Unternehmertums der ganzen Welt die politischen Mei- nungsverschiedenheiten hintanzustellen und persönliche sreundschastliche Beziehungen zu pflegen. Marx gegen Hörstng. Eine Hilfsaktion des Kabinetts für die Teutsch- nationalen. Reichskanzler Marx hat nach einem Kabinettsbejchlug einen Brief an den preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun gerichtet, der eine Beschwerde über eine Rede des Genossen Hörsing darstellt, die am ver- gangenen Sonntag in Königsberg gehalten wurde. Der Wortlaut des Briefes von Marx an Braun ist nicht be- kannt. Da der preußische Ministerpräsident bereits zum sozialdemokratischen Parteitag nach Kiel gefahren ist, wird der Wortlaut dieses Briefes nicht vor Montag veröffentlicht werden. Die demschnationale Presse behauptet, daß die Reichs- regierung von der preußischen Regierung d i s z i p l i n a r i- sches Ginschreiten gegen den Oberpräsidenten Hörsing verlangt. Nach den Behauptungen der deutschnationalen Presse soll Genosse Hörsing in Königsberg ausgeführt haben: „Wenn ich bedenke, daß die deutschnationalen Minister den Eid auf die Verfassung und auf di« Farben Schworzrotgold ablegten, so habe ich kein Verständnis mehr für die Heiligkeit des Eides, die diese Leute immer predigen." Und weiter foll er gesagt haben: „Der Friedensvertrag muß beseitigt werden, aber nicht durch Reden, wie sie Herr Hcrgt am vorigen Sonntag in Beuthen ge- balten hat. Niemand hält zwar Herrn Hergt für einen großen Kopf, aber er ist Rcichsminister, der näch außen hin immerhin was bedeutet, und da müssen wir es uns verbitten, daß er die deutsche Nation mit seinem duinmen Geschwätz in Derlegenheit und Gefahr bringt." Es ist nicht bekannt, von wem der Reichsregierung diese Stellen aus der Rede des Genossen Horsing in diesem Wort- iaut mitgeteili worden sind. Nach dem Bericht unsere? Königsberger Parteiblattes haben die Ausführungen Hörsings anders gelautet. Zum ersten Punlt: „Während der Stahlhelmtagung, während die schwarzweißrote Fahne zurückverlangt wurde, waren deutschnationole Reichsbeamte zugegen. Und wenn man bedenkt, daß es Leute sind, deren Führer und Minister den Eid auf die Verfassung ge- leistet haben, habe ich kein Verständnis für die Heiligkeit des Eides." Zum zweiten: „Der Friedensvertrag von Versailles hat den Deutschen ein großes Unrecht zugefügt. Wie ich durch den polnischen Korridor gefahren kam, begriff ich erst recht, welches große Unrecht an der deutschen Nation begangen wurde. Dieses Unrecht muß beseitigt werden, aber es wird nicht beseitigt dadurch, daß man Reden hält, wie sie Hergt in Beuthen gehalten hat. Man hält Hergt fa für keinen politischen Kopf, ober er ist Reichsminister des Deutschen Reiches, der draußen etwas bedeutet, und wir müssen es uns verbitten, daß ein Minister mit diesem Geschwätz die deutsche Nation in Gefahr bringt." Auf welchen Text mag wohl das Reichskabinett sich bei seinem Protcstschreiben an die preußische Regierung ge- stützt haben? Wssre es nicht klüger und loyaler gewesen, zu- nächst den Wortlaut festzustellen? Faßt man die Vorgeschichte dieser Aktion der Reichsregierung ins Aug«, so ist es schwer, darüber keine Satire zu schreiben. ' foir'ijrrgt','der Bizetanzlet; Huf m Bpu-tchen cinc- Rede gehalten, die auf die Tonart gestimmt war.„gen Ost- land wollen wir reiten". Diese Rede hat Herrn Stresemann in Verlegenheit gesetzt und die außenpolitischen Interessen Deutschlands gegenüber Polen geschädigt. Im Reichskabinett ist Herr Hergt ob dieser Rede zur Ordnung gerufen worden. Herr Stresemann hat der polnischen Regierung amtlich mitgeteilt, daß diese Rede nicht dem amtlichen Kurs der deutschen Außenpolitik ent- spreche und daß die polnische Regierung ihr kein« über- trieben« Bedeutung beilegen dürfte. Mit an- deren Worten: Diese Rede sei nicht politisch ernst zu nehmen gewesen. Nach diesem Rüffel Stresemanns gegen seinen Ministerkollegen Hergt hat der Sozialdemokrat und politische Gegner des Bürgerblocks H ö r f i n g Kritik an der Rede Hergts geübt, Kritik an dem Parteiführer Hergt, wohlverstanden, nicht an dem Minister. An einer Rede, von der der Außenminister selbst ointlich festgestellt hat, daß es eine parteipolitische Rede, keine Ministerrede gewesen sei. Eine Kritik, die in ihrem sachlichen Inhalt durchaus der Kritik der Reichsregierung an derselben Rede Hergts entspricht. Herr Marx aber, der Reichskanzler, der im Kabinett sachlich die gleiche Kritik an der Rede Hergts geübt hat. be- schwcrt sich bei der Preußenregierung über die gleiche Kritik, die von einem preußischen Beamten ausgesprochen worden ist! Die Ciöesfrage. Es ist kürzlich das Wort geprägt worden, daß eine tiefe innere Unehrlichkeit durch die deutsche Politik gehe. Diese Unehrlichkeit empfindet auch der einfache Mann— er sogar noch stärker als die Taktiker und die Rechner, die auf der Rechten Grundsätze biegen und kneten und dabei allen Sinn für Ehrlichkeit verloren haben. Es find zwei Gegensätze, deren Vereinbarung der ein-, fache Mann vergebens sucht: das Bekenntnis der Deutsch- nationalen zur Monarchie und der Eid deulschnatiönaler Be- amter und Minister auf die republikanische Verfassung. Der Gegensatz hat sich so sinnfällig zugespitzt, daß die mystische Konstruktion der Deutschnationalen daß der Eid dem Staat, nicht der Staatsform gelte, ihn nicht mehr zu verdunkeln vermag. Er ist so stark, daß ihn ein Teil der deutschnationalen Presse offen zugibt. Wir lesen in der ,F r e uz- Z e i tu n g": „Di« aufgestellten Richtlinien enthielten an sich schon mancherlei, das bedenklich an die Imponderabilien der bisher von den Deutsch- nationalen verfolgten Politik zu rühren drohte. Die große Per- l e g e n h e i t, in die die Partei jetzt kommen mußte, war also vor- auszusehen. Der Notbehelf einer Koalition, der bei den jetzigen deutschen Verhältnissen nun einmal nicht zu umgehen ist, muß sich naturgemäß am ungünstigsten auf Parteien aus- wirken, die ein Programm aufweisen, das geboren ist aus der berechtigten Gegnerschaft gegen die jetzige Staatssorm und gegen die ganz« mit der Revolution verbundenen Entwicklung unseres Staates und Volkes. Die Deutschnationale Voltspartei hat nun in dem inneren Gewissenskonflikt zwischen ihrer m o n a r'ch i st i s ch e n Grundauffassung und den Erwägungen der praktischen Politik den letzteren mehr Rechnung tragen zu müssen geglaubt." Diese Sätze bezichen sich zunächst auf die Abstimmung zum Republikschutzgesetz. Sie haben darüber hinaus allge-� meine Bedeutung. Nun wenden wir sie auf den Verfassungs- eid deutschnationaler Beamter und Minister an. Programm der Deutschnationalen: berechtigt« Gegner- schaft gegen die jetzige Staatsform. Der Eid gilt der Staats- form. Hier gibt es nur ein Entweder-Oder, nur eine klare Ent- scheidung. Kein Bcleidigungsparagraph, keine Disziplinar- androhung, keine politische'Hilfsaktion kann verhindern, daß das ganze Volk dies Entweder-Oder sieht und seine Schlüsse' daraus zieht. Wer den Mut zu diesem klaren Entweder-Oder, zum Bekenntnis nicht findet, der wird sich immer der Gefahr aussetzen, daß der einfach« Mann aus dem Volke nach feiner einfachen Auffassung feine Schlüsse zieht. Die„Kreuz-Zeitung" stellt den Gewissenskonflikt zwischen monarchischer Grundauffassung und takti- -fch fr r-R-e(H-n-tm■g 0 t ra-ge-te-i— se-st. Da fr s—fr in-E id Gegen st and taktischer Rcchnungsträgerei fein? Ein Eid ist eine Sache des Gewissens. Der Deutschnationole. der den Eid auf die Republik leistet, trifft darum eine Entscheidung in einem Gewissenskonflikt. Er muß, wenn er nicht die Würde des Eides vor sich selbst und der Oeffentltchkeit herabsetzen will, vor sich selbst entscheiden, daß die monarchische Grundauffassung ihm nicht mehr Sache des G e w i s s e n s i st. Die„Kreuz-Zeitung" hat, ohne es zu wollen, die A l t e r- n a t i v e so gestellt: entweder ist der Verfassungseid der Deutschnationalen Gegenstand taktischer Rechnungsträgerei geworden— oder er schließt die Abkehr von den Gr undon schauungen der Deutsch nationalen in sich. Sie weist das erstere voll'Entrüstung zurück, so sehr, daß sie nach dem Strafrichter ruft. Aber will sie das zweite zugeben?> Würde sie das erstere wählen, so müßten die deutsch- nationalen Minister sie verklagen. Würde sie sich zum zweiten bekennen, so würde sie die Gesinnungslumperei der deutschnationalen Parteipropaganda eingestehen. Hier ist die ganze innere Unehrlichkeit der deutschnatio- nalen politischen Stellung drastisch zusammengefaßt. Erkelenz über seine Hamburger Nebe. Amtlich wird mitgeteilt: Die Pressebericht« über eine Rede, di« der Reichstagsabgeordnete Erkelenz End« April bei einer Reichs. bannerversammlung in Homburg gehalten hat, sind vielfach dahin aufgefaßt worden, daß Abgeordneter Erkelenz gegen Minister des gegenwärtigen Reichskabinetts den Borwurf des Mein- e i d c s erhoben hätte. Hierzu ist amtlich mitzuteilen, daß Abgeordneter Erkelenz dem Reichskanzler«in Schreiben hat. zugehen lassen, in welchem er er- klärt, daß erstens die Wiedergabe seiner Rede in der Press«, nament- sich im.Homburger Fremdenblatt", in ihrer Zufammendröngung ein falsches Bild ergeben habe, und daß nie das Wort Meineid oder ähnliches gefallen sei, zweitens, daß ihm nicht« ferner liege, als persönliche Angriffe zu erheben oder Beleidigungen auszu. sprechen. Nicht mehr kreüitfähig. Badischc Regierung gegen Deutsche Studentenschaft. Nach der preußischen hat jetzt auch die badische Regie- r u n g die Schlußfolgerung aus den— höflich ausgedrückt— Un- korrekthciten des völkischen Vorstandes der Deutschen Stu- d e n t e n s ch a f t bei der Verwaltung der Gesallenengedent- st i f t u n g gezogen. St«, hat die Universitäten Heidelberg und F r e i b u r g, sowie die technische Hochschule Karlsruhe an- gewiesen, ihre Beiträge nicht mehr an die völkische Zentrale in Berlin abzuführen. Abgesehen davon, daß damit dem völkischen Vorstand der Deutschen Studentenschaft von einer weiteren Landes- regierung der Kredit gekündigt wird, der zur Führung der Geschäfte notwendig ist, enthält die Anweisung eine empfindliche Lehre für die Studentenschaften der e i n z e l n« n U n i v e r s i- täten. Auf dem Verordnungswege wird den Stundentenschaften ein Schritt auserlegt, den sie längst von sich aus hätten unternehmen müssen. Die Studentenschaften dürfen es nicht dulden, daß mit den Beiträgen der Studenten eine Mißwirtschast sondergleichen getrieben wird. Das sst eine Pflicht, die sich aus dem Recht der Selbstverwaltung von selbst ergibt. Anstatt diese Pflicht zu erfüllen, stehen die Studentenschasten der Mißwirtschaft ihres völkischen Vor- standes tatenlos gegenüber und überlassen den notwendigen Akt der Säuberung den Regierungen: anstatt durch eine energische Aktion für eine Erneuerung des notorisch unfähigen Vorstandes und damit für die Erhaltung der Einheit der Deutschen Studentenschaft zu sorgen, sehen sie hilflos dem Prozeß des Zerfalls zu. Es wird all- mählich Zeit, daß die Studentenschaften lernen, ihre Aktivität und Entschlußkraft im eigenen Hause anzuwenden, sonst brennt ihnen eines Tages das Dach über dem Kopf weg und von der deutschen Studentenschaft bleibt nichts übrig als ein Name, der seine Beden- tung verloren hat. 7923! Noch immer Kommunistcnprozesse. Verhandlung wurde in dem Kommuni st cnprozeß gegen den Arbeiter Karl Gröhl aus Betllv, det'sich wegen Bdtbe- r citung zu m Hochoerrot und anderer Vergehen vor dem 4. Slraffcnal des Reichsgerichts zu verantworten hatte, am Sonn- abend das Urteil gefällt. Gröhl wird wegen Vergehens noch I5 des Strafgesetzbuches und Vergehen nach Z 7 des Republikschutzgesetzes zu zwei Jahren zwei Monaten Gefängnis und SOV Mark Geldstrafe verurteilt. Ein Jahr der erlittenen Untersuchungshast und die Geldstrafe werden ihm angerechnet. Der Vorsitzende mies in der Urteilsbegründung darauf hin, daß Gröhl in der Zeit von 102S bis 1926 einhervorr.agenderFuiittionürd«rKPD gewesen sei. Auch Hab« er von September 1923 an in der Zeit des gewollten kommunistischen Umsturzes in der militärischen Leitung gesessen. Auch die anderen Vergehen erstreckten sich in diese Zeit. Das Gericht Hobe deshalb auf Gefängnis erkennen müssen. Ein Teil der Strafe gilt durch die Untetsuchungshaft als verbüßt. Englifch-rusiifcher Abbruch unvermeiölich! Doch schwer bclostcndc Dokumente gefunden.— Ehambcrlain ungessalten? Unklare Meldungen der Londoner Presse. London, 21. Mai.(XDXB.) Die Frage, ob die Beziehungen zu Ruhland abgebrochen werden sollen oder nicht, bcschästigl nach wie vor die hiesige Oefsenllichkeil. 3n gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen wird versichert, die Razzia gegen die Areas habe völlig verblüffende Informationen in die tzände der Regierung gebracht. Ver Aufschub einer Erklärung Im Parlament werde teilweise aus die Erwägungen geschoben. die diesen Enthüllungen gewidmet werden müssen. Die Regierung müsse darüber Beschluß fassen, ob es im Interesse der Ration liegen würde, alle erhaltenen Informationen zu veröffentlichen. Es gilt aber für nahezu sicher, daß eine Aktion gegen die beteiligten Personen unternommen werden muh. D« poltlisch« Korrespondent der„Evening Rem»" schreibt, bis- her Hab« im Kabinett noch keine Einstimmigkeit über die Frage des Abbruches geherrscht.„Evening Standard" dagegen sagt: Die Auffassung der Minister, die für einen Bruch sind, ist bestärkt worden durch eine Aenderunginder Haltung SirAuslin Ehamberloins. der jetzt zu der Auffostung gelangt sst. doh ein glatter Bruch nicht nur unvermeidlich, fondern sogar wünschenswert ist. An anderer Stelle schreibt das Blatt. Ehamberloins veränderte hallung fei um so überraschender, ol, die Razzia nichts Schlimmeres enthüllt Hobe als das. was im Foreign Office schon längst bekannt war. Oer Londoner Korrespondent des„Manchester Guardian" schreibt, es vertäute, dah gestern auf einer langen und wichtigen Zusammenkunft de» Reichsvcrteidigungsausschusse» im Unterhaus die Fragen erwogen wurden, die infolge der Arcos-Razzia entstanden sind. Angeblich fei ein Dokument gefunden worden, das für wichtig genug geHallen wurde, um im Ausschuß erörtert zu werden. Untersuchungen über den Börsenkrach. Daß Reichebankprässdent Dr. Schacht Strafantrag gegen jenes Berliner Abendblatt gestellt hat, das ihm den Vorwurf machte, dick am Börsenkrach verdient zu haben, haben wir schon berichtet. Nachdem gegen das Vorstands» Mitglied der Deutschen Bank Selmar Fehr weiter der schwere Vorwurf erhoben worden ist, er habe mit der Absicht der Bereicherung durch ein Baissemanöocr den Börsenkrach bewußt ge- fördert, wobei eine Anzahl von Bankhäusern als Bermittler namentlich genannt wurden, Hot Herr Fehr ein Ehren- gerichtsverfahren gegen sich beantragt und auch der Staatskommissar an der Berliner Börse hat eine Untersuchung gegen eine Anzahl von Börsenbesuchern verlangt, Die Aussperrungen in der MG. Morgen früh Abstimmung über einen Einigung�» Vorschlag. Am Sonnabend mittag fanden Verhandlungen zwischen der Zabrilenoberleiwng und dem DMV. statt. Die Verhandlungen, die sich äußerst schwierig geslalielen. verdichteten sich zu einem Eini» gungsoorschlag. Dieser Vorschlag bringt für die streikenden Werkzeugmacher und Maschinenarbeiter eine Erhöhung ihres Durch- schniltsstundenverdienstes. Dieser Vorschlag wird den Streikenden a m Mo ntag in den Streikversammlungen zur Ab- st i m m u n g unterbreitet. Infolge des Standes der Verhandlungen hat die AEG. davon abgesehen, die Werke der Brunnen- und Acker. straße ebenfalls am Montag stillzulegen und hat zu Montag lediglich die Werke Kolonie- und vrontheimer Straße, Treptow und Rhein straße ausgesperrt, wenn die Streikenden am Montag das Verhondlungsergebnis annehmen werden, dann ist voraussichtlich damit zu rechnen, daß am Dienstag die Aussperrung zurückgettbmmen wird, wird jedoch das verhand- lungsergebnis abgelehnt, dann werden am Dienstag nicht nur die Werke Brunnen- und Ackerstraße, sondern auch Hennigsdorf und Kabelwerk Oberspree ausgesperrt werden. * Die Vertrauensleute der streikenden Werkzeugmacher und Berufskollegen versammeln sich morgen Montag, vormittags 9 Uhr. im Sitzungssaal des Verbandshauses, Linienstraße 83/85. Die streikenden Werkzeugmacher und Berufskollegen versammeln sich Montag, vormittags II Uhr, in Büttners Festsälen, Berlin N., Schwedter Straß- 23. Bericht über die Verhandlungen und Abstimmung. Zutritt haben nur die st reitenden Kollegen. Die ausgesperrten Kollegen nehmen an dieser Versammlung nicht teil. das kapitalistische Wirtschastsfystem. Ein Urteil von anderer Seile. Vor uns liegt folgende. Entschließung: „Das kapitalistische Wirtschastssysteni führt in seiner Tendenz immer wieder zu neuen Krisen und neuer Arbeitslosigkeit und Volksnot. Unlerer Wirtschast ist die Bedarfsdeckung nicht Zweck, sondern nur Mittel zur Erzielung des Pro- fit s. Sie läßt daher die Deckung selbst des notwendigsten Be- darseS nur soweit zu, als sie den Profit in Aussicht stellt. Wo dieser Prosit nicht in Aussicht steht, ist Arbeitslosigkeit die notwendige Folge. Die Arbeitslosigkeit führt aber nicht nur zu materiellem, sondern auch zu große in s i t t l i ch e n E l e n d. Es wird nach Jahren erst deutlicher in die Erscheinung treten, tpie die jahrelange Arbeitslosigkeit degra- dierend und entsittlichend, nanicntlich auf die Arbeiterjugend, gc- wirlt hat."—- Diese Entschließung hat keine Sozialdemokratische Partei oder Gewerkschaftsversammlung gesaßt, sondern der B e z i r k s v e r- band Bochum der katholischen Arbeiter- und Knappschasls- vereine, und zwar aus Vorschlag des Pfarrers Dr. Mantel als Niederschlag eines Referats über ein Rundschreiben der öfter- reichischen Bischöse. Die Entschließung besagt weiter: „Im Würzburger Programm der katholischen Arbeiter- und Knappschaftsvereine wird die„liberal-kapitalistische Wirtschaftsordnung" als„unhaltbar" abgelehnt I und«tne„sittliche und soziale Wirts chaft so rd» nung" gefordert. Es gilt, zu dern gestellten Ziel auch den .Weg aussindig zu machen.' Zum Schluß wird der Vorstand des Gesamtverbandes der latholischm Arbeiter- und Knappenvereinc gebeten, baldigst der Ausarbeitung eines Aktionsprogramms näherzutreten. Die Tagung besaßte sich auch mit dem Schicksal der älteren Industriearbeiter und erneuerte hierzu die bereits auf einer früheren Tagung gefaßte folgende Entschließung: „Von der Rationalisierung in d:r Industrie wird am stärksten der alte Industriearbeiter betroffen. Er sieht sich in erster Linie aus die Straße gesetzt, ohne Aussicht, irgendwie unterzukomnien. hier besteht sür die Gesamtheit die sittliche Pflicht, diese Menschen, die sich im Arbeitsdienste für ihr Volk aufgerieben haben, sür die Tage ihres Alteis sicherzustellen. Dieselbe Pflicht, die gegenüber dem Staats- und Kommunalbeamten aesteht, besteht hier auch grundsätzlich gegenüber dein Arbeiter in Privatbetrieben. Der Delegiertentag fordert die Einführung der Alters- Pension sür olle Arbeiter. Bis zu ihrer gesetzlichen Durch- führung muß die Altersrente der Invalidenversicherung bedeutend erhöht werden." In einer wütere-r Entschließung noch einem Referat über die Sozialisierring wendet sich der Delcgiertentag„an die Zentrums- fraktion des Reichstages mit dein Ersuchen, ihren ganzen Einfluß geltend zu machen, daß bei der bevorstehenden Verordnung über die Erwerbslosen- und Krisensürsorge eine Herab- setzung der Unter st ützungsdauer in einzelnen Be- rufen vermieden wird." Die Unzusriedeuheit mit unserer heutigen Ordnung der Dinge hat also selbst die ungeiverkschastlichen katholischen Arbeiter- und Knappenoereine in einer Weise ersaßt, daß sie ihr deutlichen Aus- druck geben müssen. Sie haben den Weg noch nicht gesunden, leider. Doch wenn sie erst das Ziel vor Augen haben, werden sie schließlich oucy einen Weg finden, der sie mit uns zum gleichen Ziel führt._ Mangelhafter vauarbeiterschutz. wo bleibt der Lauienkonirolleur? Ein schwerer Bauunfoll ereignete sich am Donnerstag, dem 19. Mai. auf der Baustelle Stadtbahn— Lehrter Bohnhos-Ulap— der beinahe einem der Arbeiter, H., das Leben kostete. Aus dieser Baustelle führt die Firma I. B e r g e r die Maurerarbeiten aus. An den einzelnen Bogensundamenten, die etwa bis auf m Meter unter dem Erdreich freigelegt sind, sind die Bogen von Wand zu Wand durch starke Rundhölzer abgesteift und an beiden Enden verkeilt. Diese Rundhölzer ruhen aus Steifen, die in dem Mauer- werk eingelassen sind. An den Fundamenten werden mittelst Preß- luftapparat Stemmarbeiten ausgeführt An einem Ende des Bogens in der ausgehobenen Grube arbeitete H. mit einem solchen Preß- luftapparat, als plötzlich ein Krachen entstand und die Ab- st e i f u n g in s i ch z u s a m in e n b r a ch. H., der an dem Funda- ment beschäftigt war, konnte sich nicht mehr retten. Er mutzte von seinen Mitarbeitern aus den Trümmern herausgeholt werden. In schwerverletztem Zu st an de— außer Gesichts- und Arni- Verletzung hat er wahrscheinlich innere Verletzungen an dem Rück- grat erlitten— wurde er in das städtische Krankenhaus Moabit gebracht. Wen trifft die Schuld an diesem Un- glück? Einwandfrei hat sich dies nicht feststellen lassen, denn selbst die beiden Mitarbeiter können nichts darüber sagen. Die Ursache für diesen Unfall liegt darin: Ueber den Rundhölzern der Absteifung liegt ein Bretterbelag, auf diesem geht, vom Eingang an, ein Schienenstrang, aus dem der Transport der Erdmassen durch große Loren erfolgt. Wäre dieser Schienenstrang nun. wie es Vor- s ch r i f t ist, vom Eingang bis zur gegenüberliegenden Wand ge- führt— das mußte der Schachtmeister doch wissen—, dann hätte, selbst bei Lockerung der Steifen, in der Weise, wie es geschehen, der'schwere Unfall nicht eintreten können. Dxr Schienenstrang reichte aber nicht bis zum Ende, sondern s chzv e b t c etwa V/is Meter von der Wand entfernt frei über der Grube. Ein geradezu sträflicher Leichtsinn. Die Lore, die bis zum Rande mit Sand gefüllt war, dürfte mindestens ein Gewicht o» n 19 Zentnern gehabt haben. Die Versteifung konnte diescan ungeheuren Druck nicht standhallen und brach in sich zusammen. Die schwerbeladene Lore samt Bretterbclag und das Ende des Schienenstranges stürzten in die Tiefe. Ucberhaupt sind die Ab- deckungen bzw. der Belag, auf dem der Schienen- sträng läuft, so liederlich und dazu so ungenügende daß es geradezu wundernehmen muß, daß nicht mehr Unfälle vorgekommen sind. Hat denn der B a u k o n t r o l l e u r diese Miß- stände aus der Baustelle der Firma nicht gesehen? Oder war bisher ü b e r h a u p t n o ch k e i n Bn u k o n t r o ll e u r a u f d e stelle der Firma I. Berger? Dunn wird es Zeit? um Menschenleben! der Bau- Es geht Nachteile der Betriebskrankenkafzen. Gegen die Allgemeinen Ortskrankenkassen ist seit einiger Zeit ür der kapitalistischen Presie eine Offensive eröffnet worden. Dpbei werden den sozialdemokratischen Vorständen und Angestellten die: haarsträubendsten Dinge unterstellt. Der Zweck der Hetze ist, sür die Beseitigung der Selbstverwaltung der Krankenkassen: und zugleich sür die dem Unternehmern angenehmen Betriebskranken- kassen Stimmung zu machen. Was die Arbeiter von Betriebs- krankcnkassen zu erwarten haben, lehrt wieder folgender Fall: Bei der Revision einer Betriebskrankenkasse in Ratingen wurde vom Bersicherungsamt ein Fehlbetrag von 13 999 Mark festgestellt. Die Summe war von der Firma zu Betriebszwecken Verwender worden. Das Versicherungsamt forderte, daß das Geld wieder den Betriebskrankenkasse zugeführt werde, aber die Firma geriet in. Konkurs. Die Versicherten, die die Beiträge ausgebracht haben, sind die Geprellten, denn sie können nun an die bankrotte Firma und ihre Betriebskrankenkasse keine Ansprüche mehr stellen. Die Betriebskrankenkassen sind or�beiterfcind- l i ch c und arbeiterschädigende Einrichtungen. ZdA.'A!itglieder der Aachgruppe Metall. Montag. 2Z. Mai, IV) Uhr, im Nordischen Hof, aroher Saal, Invaliden, strahe 126, Fachgruvpen.Mitglcederversammlung aller Sektionen. Das Arbeits- aeitnotgeiefe. Referent Kollege jjrifc Schröder vom Verbandsvorstand. Stand aller Torirverträge. Bei der Wichtigkeit dieser Tagesordnung erwarten wir bestimmt das Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen. Das Mitgliedsbuch ist am Saaleingang vorzuzeigen. Die Mitglieder aller Seltio bereits um besprcchung. M Gottsurcht. Lange. Frei«d. Heute, Sonntag, Besichtigung der Wochen. cndausstellung durch die Gruppen Gesundbrunnen, Südosten und Baumschulen- weg.— Morgen. Montag, Gruppe Nordring: Ad 6!� Uhr spielen wir out dem Platz an der einsamen Pappel. Ingendgruppe de» ZdA. Morgen, Montag, 7>4 Uhr: Südost-Treptow: Iugendbcim Reichenberger Str. 66. Schwäbischer Abend(Eugen Ernst).— Tempelhof: Jugendheim der Schule Germaniastr.(Fortsetzung folgt.) Vereinheitlichung öes Fürsorgewesens Stellungnahme der sozialdemokratischen Kommunalen Konserenz Die Kommunale Konferenz, die vom Kommunalen Sekretariat des SPD.- Bezirtsverbandes Berlin zusammen mit dem Bezirksausschuß Berlin der A r b e i t e r w o h l s a h rt zur Erörte- rung der Bereinheitlichung des Fürsorgewesens der Stadt Berlin veranstaltet wurde, war von sozialdemokratischen Stadt- und Bezirks- verordneten, Magistrats- und Bezirksamtsmitgliedern und vielen in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossen und Genossinnen besucht. Die Versuche zur Bereinheitlichung sind in Berlin im Gange, darum ist es, wie der Konferenzleiter Genosse K r i l l e einleitend bemerkte, für zweckmäßig gehalten worden, Gelegenheit zur Aussprache hier- über zu geben. Genossin S. W r o n s k y betonte in ihrem lehrreichen Bortrag über die Fürsorgcvercinbeillichung. daß es sich dabei um eine Fraize der Gerechtigkeit gegenüber allen Hilfsbedürftigen handelt. Die Bereinheitlichung ermöglicht eine Planmäßigkeit der Fürsorge mit dem Ziel, dein Hilfsbedürftigen so zu helfen, daß er wirtschaftlich wieder auf eigenen Füßen stehen kann. Die Einheitlichkeit des Für- forgewesens fehlte in dem Gebiet Berlins und seiner Bororte, ober mit dem Zustandekommen der großen Einheilsgemeinde Berlin mußten die Ungleichheiten der Wohlfahrtspflege aufhören. Die Wohlfahrtspflege arbeitete in den Jnnenbezirken nach dem söge- nannten Elberselder System mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, in den Außenbezirken mehr nach dem sogenannten Straßburger System mit beruflich geschultem Beamtenpersonal neben ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Arbeit wurde bei dem System der Innenbezirke dezentralisiert und in vielen kleinen Koni- Missionen geleistet, bei dem System der Außenbezirke aber in wenigen Zentralstellen zusammengefaßt. Die neuen Richt- linien für die Wohlfahrtspflege der Einheitsgemeinde Berlin legten das System der Außenbezirk« zugrunde. Die Befürchtung, daß den amtlichen Fürsorgerinnen oft das rechte Verständnis für die Not der Hilfesuchenden fehlen wird, ist nach den bereits gemachten Ersah- rungen im großen ganzen unzutreffend. Einheitliche Richtlinien sind auch für die Durchführung der Familiensürsorge aufgestellt worden, die den beruflichen Fürsorgerinnen übertragen ist. Alle Hilssbedürf- ugen einer Familie, also Säuglinge und ihre Mütter, Kleinkinder und Schulpflichtige. Jugendliche und Erwachsene, Alte und Gebrcch- liche usw., sollen künftig von einer Fürsorgerin betreut werden, während früher diese ganze Fürsorgearbeit sich auf verschiedene Hel- sende verteilte und zersplitterte. Genossin Wronsky billigte diese Vereinheitlichung, deren Durch- führung in Berlin seit einiger Zeit versucht wird. Sie forderte aber auch eine Organlsierung der Mittelocrwendung, eine den Erfolg der Hilseleistung steigernde Nutzung der verfügbaren Mittel, bei der nicht Gelder durch„Ueberorganisation" zwecklos verbraucht werden. Nur bei Zusammenfassung der Kräfte und Mittel werde in dieser Zeit schwieriger Wirtschaftsoerhältnisse die Wohl- sahrtspflege wirksam zur Linderung der Not beitragen können.(Leb- haster Beifall.) In der D i S k u s s i o n wurde allgemein die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung des Fürsorgewesens der Stadt anerkannt. Ver- schiedene Redner— u. a. Stadtverordneter R o h d e lFriedrichs- Hagen). Stadtrat K i ß n e r(Treptow). Bezirksverordneter Weide (Wedding)— betonten die Notwendigkeit auch einer reichsgesetz- lichenRegelungderganzenFürsorge. Gegen die Eng- Herzigkeit bei Bemessung der Unterstützungssätze wandte sich u. a. Bezirtsverordneter Grün(Kreuzberg). Auch zu der von Genossin Wronsky berührten Frage der„gehobenen Für- sorg« stimmten mehrer« Redner ihr darin bei. daß diese wirksamere Hilfe weiteren Kreisen der Hilfsbedürftigen gewährt werden müsse. Stadtrat Willi Friedländer(Mitte) wies auf die Gefahr hin, daß die Familienfürsorge bei schablonenhafter Arbeit die un- erwünschte Nebenwirkung einer Bureaukratisierung der Fürsorge haben kann. Stadtrat Zachow(Kreuzberg) äußerte die Erwartung, daß auch nach der hier besprochenen Umgestaltung der Fürsorg« die Arbeit der Wohlfahrtskommissionen weiter nützlich und nötig wird. Im Schlußwort hob die Reserentin noch- mals hervor, daß die große Mehrzahl der Fürsorgerinnen von starkem sozialenEmpfinden ersüllt ist und daher die r« ch t e Fürsorgearbeit erwartet werden darf. Aber, wenn auch halb und halb noch notgedrr.nrcn— auch die Aelleren haben die sonntäglicl)«„Landpartie""jetzt zum großen Teil San reformiert. Der Rucksack ist heute viel mehr als vor zwanzig hren im Gebrauch und man steht heute selbst am Sonntag nicht mehr die Unglücksgestalten, die mit dem„guten" schwarzen Anzug und der„Butterblume" die Natur verschandelten. Aber erst die „.?kalursreunde"-Bewegung schuf die Möglichkeil der„Wochenendwanderung" auch für die. denen der„Komfort" bürgerlicher Touristik nicht erschwinglich und denen ein Wandern nach Art der„Wander- vögel" aber nicht mehr möglich war. Die Heime beider Organi- sationen stehen den Mitgliedern jeden Alters zur Verfügung, und während sonst besonders in der Umgegend Berlins für jedes Nacht- lager phantastische Preise gefordett werden(60 Pf. bis 1 M. schon für das Heulager, bis 3 M. für das einfachste Bett!), bieten sie auch dem Proletarier die Möglichkeit, ohne den Zwang des Wirtshauses und ohne diese„Uebernachtungsspesen" das Wochenende auszunutzen. Freilich erfordert auch dieses Wandern eine gewisse Umstellung, die manchem von den„Alten" vielleicht etwas schwer fällt.„Bequemer" :»ar die frühere Bievgartengemütlichkeit schon, freilich— gesünder war sie nicht! Denn der Wert der sonntäglichen Wanderfahrt liegt ja gerade darin, daß wir draußen einen„neuen Menschen" anziehen, einen Menschen, der nicht nur von der Fron im Bureau oder an der Werkstatt, sondern auch von dem Nachäffen und Haschen letzter bürgerlicher Pseudokultur frei ist. Und hier, in dieser Er- tenntnis, liegen starke Wurzeln der„Wochenendbewegung", wenn das auch noch nicht ollen ihren Förderern klar ist und wenn bisher auch die ganze Propaganda fast auf das bürgerliche— besten Endes kleinbürgerliche Ideal des Wochenendes gestellt ist. Wir anderen ober wissen, daß wir von drei Seiten aus den Angriff zur Eroberung des Wochenendes vortragen müssen: von der politischen und von der wirtschaftlichen, letzten Endes aber auch von der kulturellen Seite au», wenn das„Wochenende" wirklich eine Kraftquelle für das Proletariat werden soll. * Beide Organisationen der„Naturfreund", die diesen Gedanken vertreten, haben auf der„W ochenendausstellung" ihre Stände— und es wäre sehr zu wünschen, wenn die Besucher diese neben den anderen Herrlichkeiten nickst allzu flüchtig übersehen würden. Denn für gar zu viele wird auch das bescheidenste „Wochenendhäuschen" ein Märchenschloß bleiben müssen— aber die „Naturfreunde" bieten ihnen die Hand, schon heute das Ziel des „Wochenendes" zu erreichen: sich an diesen IX freien Togen Frische und Kraft für die ganze nächste Arbeitswoche zu holen! Der Zrontbannüberfall von /lltlanüsberg. Ein Jahr Gefängnis für den Rädelsführer. Die blutige Schlägerei zwischen Angehörigen de» Front- ba'nn» und des Reichsbanner» vom 20. Februar vorigen Jahre» in Altlandsberg beschäftigte am Sonnabend bis in die späten Nachmittagsstunden die Große Berufungsstrafkammer de» Land» gericht» III unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Lehmberg. Das Schöffengericht Lichtenberg hatte den Schlosier Franz Langner sen. als Führer der Frontbanngruppen, die aus Lichtenberg und Neukölln den Ausflug nach Altlandsberg gemacht hatten, wegen schweren Landsriedensbruche» in Tateinheit mit R a u f h a n d e l zu einem Jahr Gefängnis oerurteilt. Don den übrigen Angeklagten wurden acht freigesprochen, die anderen er- hielten Gefängnisstrafen von drei bis neun Monaten. Ueber die Vorgänge, die dieser Verurteilung zugrunde lagen, hat da» Schöffengericht folgende Feststellungen gemacht: In der Nähe des Bahnhofs waren die Angeklagten in das Hotel«Friedrichs- lust" in AlUandsberg geraten. Dort feierte ein M ä n n e r ch o r, der zum größten Teil aus Anhängern des Reichs- o a n n« r s besteht, an jenem Sonnabenabend«in Fest. Da» Ein- dringen der Frontbannleute rief eine Beunruhigung der Gäste her- vor, die sich steigerte, als einer vom Frontbann einem der Gäste das Reichsbannerabzeichen aus dem Knopfloch riß. Die Wirtin forderte die Fremden zum Verlassen des Lokals auf. Nun soll Langner sen. mit erhobener Faust gerufen haben, wenn 'sie die Kameraden nicht in Ruh« lasse,»schlage er ihr ein paar in die Schnauze". Als der hinzugekommene Wirt zum Verlassen des Lokales aufforderte, erteilte Langner den Befehl:„Raus, wir gehen!" Das geschah auch, die Angeklagten blieben aber vor der Cingangstür stehen. Eine Zeugin Scholz wollte au» dem Lokal gehen, um nach ihrem Ehemanne zu sehen. An der Eingangstür er- hielt sie mit einem Knüppel einen Schlag über den Kops, so daß sie blutüberströmt zusammenbrach. Ebenso erging es dem Zeugen Iakobowski. Dann wurden von draußen an der Veranda die Scheiben eingeschlagen. Die Tür wurde geöffnet, und die Frontbannleute stellten sich mit dem Revolver in der Hand auf und riefen:„Nun kommt mal raus, ihr Hunde müht alle krepieren." Gleichzeitig feuerte einer der Angeklagten«inen Schuß in den Schankraum ab. Nun holten die als Gäste im Hinter- räum weilenden Reichsbannerleute Tische und Stühle herbei und bauten vor den Fenstern Barrikaden aus. Ein TeU von ihnen de- wafsnete sich auch mit Tisch- und Stuhlbeinen und drang aus die vom Frontbann ein. Auf beiden Seiten entwickelte sich ein« Schießerei, und der Frontbann wurde schließlich zurückgedrängt. Als die Reichsbannerleute schließlich ins Hotel zurückkehrten, fanden sie auf der Straße einen schwerverletzten Mann liegen, der ins Krankenhaus gebracht wurde und dort alsbald verstarb. Es war das der ISjährige Fritz Renz, ein Mitglied des Frontbonns in Neuenhagen, dem der Schädel durch«inen Schlag zertrümmert worden war. Auch verschiedene Leute vom Reichsbanner waren durch Messerstiche und Schüsse verletzt worden. Rechtsanwalt Dr. Sack beschränkte die Berufung der Angeklagten auf dos Strafmaß. Das Gericht bestätigte Im wesentlichen da» Urteil der ersten Instanz, nachdem der Haupträdelssübrer Langner wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit Rauf- Handel zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden war. Auch die Urteile gegen die übrigen Angeklagten blieben im wesent- lichen die gleichen. * vor dem Schnellrichter im Polizeipräsidium am Alexanderplatz sollten sich am Sonnabend Mitglieder des ausgelösten Gaues Berlin. Brandenburg der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei verantworten, die vor«inigen Tagen die Rede de» Pfarrer» Stucke von der Reformgemeinde bei der Versammlung der Käme- radschaft Hansa des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold durch B e- schimpfungen und Tätlichkeiten gestört hatten. Bon der Polizei waren bekanntlich 32 Nationalsozialisten zwangsgestellt worden, von denen neun wieder auf freien Fuß gesetzt worden waren. Die für Sonnabend angesetzte Verhandlung vor dem Schnellrichter mußte auf Montag oertagt werden, da noch einig« Zeugen geladen werden müssen. Die Angeklagten haben sich sämtlich wegen«Störung einer Versammlung" zu verantworten. Kontrolle notwenöig. Wieder Unterschlagung von Wohlsahrtsgelder«! Vom Wohlfahrtsamt des Magistrats wird die Mitteilung des Bezirksamts Mitte verbreitet, daß der Vorsteher der 70. Wohlfahrtskommission, ein Schneider Richard Kaiser, Boyenstr.<1, ihm anvertraute Wohlfahrsgelder von über 1000 Mark unterschlagen hat. Da, Bezirk». amt prüft regelmäßig die Geldbeträge, die als„eiserner Bestand", damit jederzeit Mittel zur raschen Gewährung außerordentlicher Unterstützungen bereit liegen, in den Händen der Wohlfahrts- komissionsvorsteher sind. Der Borsteher Kaiser hatte sich dadurch verdächtig gemacht, daß er sich der Prüfung seines«eisernen Be- stand«?" zu entziehen sucht«, und die danach doch vorgenommene Prüfung ergab dann auch, daß der Verdacht begründet war. Um Veruntreuungen dieser Art auszuschließen, hat Bürgermeister Schneider von Berlin-Mitte dem Wohlfahrtsamt Berlin vor- geschlagen, die Auszahlung einmaliger Unter st ützun- gen ausschließlich durch«in« Dien st st eile de» Bezirksamtes besorgen zu lassen. In Zeitungen rechtsstehender Parteien wird von den Unterschlagungen ungetreuer Wohlsohrtskommffsionsvorfteher immer wieder«ine Darstellung gegeben, die den Irrtum erregen muh, daß es sich um Unter- schlagungen«beim Bezirksamt" handelt und für sie das Bezirksamt verantwortlich ist. Das ist Unsinn. Ein Bezirksamt kann nicht jedem Bürger, der das kommunale Ehrenamt eines Wohlfahrtskommissionsvorstehers hat und die in seiner Woh- n u n g auszuzahlenden Unterstützungsgelder bei sich verwahrt, einen Aufpasser aus den Nacken setzen. Gerade die oben erwähnte ständige Kontrolle und der jetzt vom Bürgermeister Schneider gemachte Vorschlag einer Aenderung des Auszahlungs- verfahren» zeigen, daß man sich bemüht, solchen Unter. schlagungen vorzubeugen. Das bisherige Auszahlungsver. fahren, das in Berlin, wenn wir nicht irren, feit jetzt über 100 Iahren üblich ist, kann wirklich nicht den Bezirksämtern zur Last gelegt werden. „Weiße Scheine" vom Wohnungsamt Krenzberg. Am morgigen Montag beginnt vor dem Erweiterten Schöffen- gericht Mitte unter dem Vorfitz von Landgerichtsdirektor Steinhaus ein auf drei Tage berechneter großer Bestschungsprozeß, der die aufsehenerregenden umfangreichen Schiebungen mit den«weißen Scheinen" beim Wohnungsamt Kreuzberg zum Gegenstand hat. An. geklagt sind der Dezernent des Wohnungsamts Kreuzberg, Ma- gistratsrat Dr. Herbert Hauptmann, wegen wiederholter Be- stechung der Polizeisetretär beim Einwohnermeldeamt, Emil K o s ch, der sich seit dem 20. Dezember in Untersuchungshaft befindet, wegen Bestechung und des Amtsverbrechens, der Falschbeurtundung In gewinnsüchtiger Absicht, ferner als Anstifter bzw. wegen Beihilfe die Wohnungsvermittler Willi S e e b o l d t und Georg Rindfleisch. der Kaufmann Georg Schöps und die Wohnungsvermittlerinnen Gertrud Gebhardt und Martha Curth. Die vorgekommenen Un- regelmäßigkeiten nahmen ihren Anfang nach Erlaß der Magistrats- Verfügung vom Dezember 1024, nach welcher Wohnungen von S und mehr Zimmern an Wohnungsuchende frei vermietet werden durften. Voraussetzung für diesen Freiverkehr war aber, daß der Wohnung- suchende im Besitz einer vom Berlmer Wohnungsamt ausgestellten Ausweiskarte, eines sogenannten„weihen Scheines" war. Für die Gültigkeit dieser Schqine war aber der Nachweis notwendig, daß der Inhaber seit Oktober 1019 im Bezirk des Wohnungsamtes Wohnung gehabt hatte. Diese Voraussetzung traf aber bei den Kunden des Seeboldt in den seltensten Fällen zu. Es mußte daher auf andere Weise Nachhilfe geholt werden. Für die weißen Scheine wurde durchschnittlich der Betraa von öOO bis 600 Mark gezahlt. Di« Anklage wird durch Staotsanwaltschaftsrot Dr. Berliner vertreten. Wir werden über die Verhandlung berichten. folgen öer Zuchtlofigkeit". Das Kasseler Unglück im völtischen Spiegel. Der alldeutsch-oölkischen„Deutschen Zeitung" des Herrn Claß ist bekanntlich Schmutz jeglicher Qualität recht, wenn man ihn nur mit Spitzen gegen die verhaßte Republik garnieren kann. Anstand ist eine Vokabel, die im journalistischen Betriebe des schwnrzweiß- roten Hetzblattes durchaus ungeläusig ist. Das Blatt hat jetzt seinen Höhepunkt erreicht, indem es die schwere Straßenbahn- kataftrophe bei Kassel zu sinnlosen Angrissen gegen den Volksstaat benutzt. Heißt es da bei Erwähnung des elsjähriqen Jungen, der die Bremse lockerte, ganz einfach und anschaulich: „Man steht auch hier wieder vor den furchtbaren Folgen der Zuchtlosigkeit der heutigen Jugend." Das ist kein Scherz, sondern tatsächlich schwarz aus tneik, ae- druckt! es muß schon sehr fchlimm um die Situation der monarchistischen .Laiserverräler" stehen, wenn sie zu derartigen Gehirnverrentungen ihr« Zuflucht nehmen._ Die Bebauung des Bülowplatzes. Der G u t a,d) ter-Ausschuß für den engeren Weit- b« w er b„Bebauung des Bülowplatzes" hat über�ie lediglich von den Architekten Hilbe�seimer und Prof. Po elzig eingereichten Entwürfe beraten. Die gleichfalls aufgeforderten Architekten Oskar Kauffmann und Emll Schaudt haben sich aus Mangel an Zeit an dem Wettbewerb nicht beteiligen können. Der Gutachter-Ausschuß entschied sich dafür, die Entwürfe von Pros Poelzig für die weitere Durcharbeitung der Gestaltung des Bülowplatzes und seiner Umgebung den zuständigen Stellen in erster Linie zu empfehlen. Kinderelend und Kinderhilfe. Wir alle kranken an der Not der Zeit, doch keinen trifft sie wohl so stark, wie die heranwachsende Jugend. Wer kennt sie nicht, die kleinen, dürstigen Gestalten der licht- und luftlosen Berliner Hinterhäuser? Zum Besten von Dr. Neumanns Kinder- haus in der Blumenstraße, das diesen Kindern oft ein Heim war, gab es in der Stadthalle, Klosterstraße, einen Lichtbildervortrag von Dr. Adolf Heil dorn übere das Thema„Berliner Kinder und ihre Art. im Spiegel von Käte Kollwitz und Heinrich Zille". In warmen Worten sprach der Vortragende über das verlorene Recht unserer Jugend auf Freude, Frohsinn und Gesundheit. Er erzählte«rgreisende Kapitel aus dem Leben der armen Geschöpse. die schwach, anfällig gegen allerlei gefahrvolle Strömungen, durch alle Niederungen des Lebens waten müsien. Er schnitt auch das traurige Kapitel jener an, denen ein gnädiger Tod den Leidensweg kürzte. Wenn schon die Worte des Redners starken Eindruck hinter- ließen, so sprachen die Werk« von Käte Kollwitz ihre eigene, tief- mahnende Sprache. Ebenso Zilles prächtige Bilder, deren Humor die tiefst« soziale Anklage zugrunde liegt. Die beiden Künstler stellten eine größere An, zahl ihrer Zeichnungen dem guten Zweck zur Berfügung. Der schöne, eindrucksvolle Abend wird noch lange in den Herzen all derer nachklingen, die gekommen waren, ihr Scherflein zur Linderung des Kinderleides beizutragen. > Selbstbesthäüigungen von Gefangenen. Schreckensbilder aus dem französischen Bagnos. Vor wenigen Tagen wurde in der Presse von einem mehrfach vorbestraften Dieb B.» der neuerdings zu vierjähriger Zuchthaus- strafe verurteilt worden war, mitgeteilt, daß er in Erwartung der Berufungsverhandlung sich die Augen mit einem K o p i e r st i s t beschädigte und dadurch eine Augenentzündung hervorgerufen habe. Er mußte in die Charite übergeführt werden und soll in ßk- fahr sein, das Augenlicht zu verlieren. Seine Selbstbeschädigung har ihm jedoch wenig genützt; das Gericht verwarf seine Berufung. Die Gründe für derartige Selbstb'eschädigungen können ver- schiedener Natur sein. So berichtet z. B. Dr. H e i n d l in seinem bekannten Buche„Der Berufsverbrecher" über Selbstbeschä- digungen und Selbstverstümmelungen in den französischen Bagnos in Neu-Kaledonien. Der Wunsch, sich vom Arbeits- zwange zu befreien oder wenigstens für einige Zeit ins Lazarett zu kommen, war der Grund. Zu welch' grausamen Selbstverstümmelungen die Gefangenen greisen, soll an einigen Beispielen illustriert werden. So schrak ein Sträfling nich. davor zurück, sich das Augenlicht zu nehmen. Ein anderer verfer- tigte aus einem eisernen Tonnenreifen eine scharfe Klinge und ließ sich durch seinen Kameraden die Gliedgelenke des Daumens, Mittel- und Ringfingers abhacken. In dem Camp Burn traten die Selbst- Verstümmelungen epidemisch auf; nachdem ein Gefangener sich ze- blendet hatte, taten vier andere das gleiche. Dann entstand ein« neue Mode: man schnitt sich die Füße oder Hände ob, oder löste die Arme in den Gelenken. Die Methoden, sich S e l b st b es ch ä d i- g u n g e n zuzufügen, sind äußerst zahlreich. Durch Einnehmen ge- ölten Tabaks wird Gelbsucht hervorgerufen, durch Samenkörner des Sandbllchfenbaumes ruhrartige, vermittels in Wasser ausgelöster Seife diarrhöearti�e Durchfälle; ein Stift aus Kupferschwefel unter die Augenlider geführt, ruft Bindehautentzündung hervor. Ein Uni- kum bildete«ine Frau— diesmal keine Gefangene— die 210 Gegen st ände nacheinander verschluckt hatte und bei der trotzdem keine Perforation des Magens eingetreten war. Man braucht aber nicht nach Neu-Kaledonien zu gehen, um der- ortige Beobachtungen zu machen. Auf der Großen Berliner Polizei-Ausstellunx'. konnte man ganze Sammlungen von verschluckten Eisenstücken sehen, und Dr. Bürger, der Arzt im Moa- biier Untersuchungsgefängnis, besitzt über Selbstbeschädigungen von Gefangenen aufschlußreiche Erfahrungen. Auch er hatte einmal Ge- legenheit, einen Gefangenen zu beobachten, der sich vermittels eines Kopierstiftes eine Augenentzündung verursacht hatte. Das Ver- schlucken von Löffel- und Messerstielen, von Nägeln und Drahtstücken ist bei den Insassen des Untersuchungsgefängnisses kein seltenes Vorkommnis. Gewöhnlich wird dem Patienten der Vorschlag gemocht, sich operieren zu lassen; geht er daraus nicht ein, so wird versucht, die Eis«nstücke auf normalem Wege aus dem Körper ausscheiden zu lassen. Es sind größtenteils schwer psychopathische rmd degenerierte Menschen, die aus Trotz, Verärgerung oder Ueber- reizung, durch die Haft verursacht, zu derartigen Selbstbeschädi- gungen greifen. Auch ein übertriebenes Geltungsbedürfnis, der Wunsch, bemitleidet zu werden oder ins Lazarett zu kommen,, spielen dabei ein« gewisse Rolle. Auf derselben Linie, wie diese Selbst- beschädigungen, bewegen sich andere, bei denen die Gefangenen sich irgendein« Flüsßgkeit einspritzen. Schließlich sind auch die Selbst- beschädigungen zu nennen, die als Ausfluß von Depresfionszuftänden oder Wahnideen zu betrachten sind. Der Gefangene fügt sich durch Glassplitter oder Rasierklingen ein« Wunde zu, in der Absicht, wirk- lichen oder vorgetäuschten Selbstmord zu begehen. Nicht selten will er durch diesen vorgetäuschten Selbstmord das Mitleid seiner Richter für sich gewinnen oder die Gemeinschastshoft erzwingen. Die Selbstbeschödiger sind oft sehr hartnäckig; ihre Handlungen sind nicht selten als Symptome beginnender Geisteskrankheit zu werten. Selbstbeschädigungen werden seit jeher in den Gefängnissen praktiziert, und zwar m.-fcer ganzen Welt, und man darf wohl sagen; menschlicher und rationeller die Behandlung der Gefangenen ist. desto weniger Selbstbeschädigungen werden vorkommen. Die ungeheuerlichen Selbstverstümmelungen in den Bagnos, von. denen Dr. Hcindl erzählt, finden zweifellos nicht zuletzt ihre Erklärung in dem krtminal-pädagogisch völlig unhaltbaren System, das dort herrscht._ Die Wanderer und das Wochenende. Es war eui glückhafter Gedanke, die große Gemeinde der mär- tischen Wanderer einmal im Rahmen des Wochenendprogramms in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm zum Wort kommen zu lassen, denn sonst wird ihre Propaganda, die sie für Heimatspflege und Volkskultur treiben, ja nie laut und verliert sich auf den weiten Wanderungen durch die märkischen Wälder. Hier ober sah man sie, diese gesunden, frischen Jungen und Mädels, wie sich ihre Freude und ihr frohes Gebaren gegen den Wust und Jahr- marktstrubel der Stadt erfrischend abhob. Aber wir fühlten auch und erkannten, daß diese Arbeitsgemeinschaft märkischer Wanderer- verbände mit den Verbänden der Jugendherbergen das Zielweisend« bedeuten für die nächste Generation, um die es ja schade wäre, wenn sie sich weiter in die Talmikultur und Versklavung der Städte ein- spannen lassen wollte. Mit Recht lautet die Forderung der Der- Städte in der Mark. Man muß der Wochenendausstellung dankbar sein, daß sie neben anderem auf die Mark Brandenburg das Interesse lenkt. Der Derkehrsverband für die Provinz Bran- denburg E. V.(Sitz Potsdam), der Verkehrsoerband für Ruppin, Havelland, Prignitz E. V.(Sitz Neuruppin) sowie der Verband Märkischer Kur- und Erholungsorte E. V.(Sitz Fürstenwaldc, Spree-Berlin) und der Märkische Verband für Fremdenverkehr und Ansiedlung E. V.(Sitz Lübben— Berlin) zeigen innerhalb ihrer Kojen zusammenfassend und ergänzend ein geschlossenes Bild der in den ihnen angeschlossenen Gebieten zu findenden heimatkund- lichen Sehenswürdigkeiten. So sehen wir innerhalb der Aus- stellung des Verkehrsverbandes für Ruppin, Havelland, Prignitz E. V. Hinweise auf die tausendjährige Vergangenheit des Städtchens Havelberg, auf seine Vorgeschichte(Stücke aus dem Prignitz-Museum), die Darstellung einer mittelalterlichen Schissswerst und andere-. Auch Perleberg zeigt«in aus dem Jahre 1618 stammendes Stadtbild, Fr l e s a ck stellt gleichfalls Gegenstände aus der vorgeschichtlichen Sammlung seines Stadtmuseüms aus, während K y r i tz Abbildungen der Ruine des Franziskaner-Klosters und eines aus dem 17. Jahrhundert stamtnenden Giebelhauses zeigt. Alt- und Neuruppin repräsentieren sich mit schönen Bildern, Altruppin insbesondere mit Abbildungen und Erzeugnissen der Siedlung Gildenhall(Plastiken, Keramiken, Hondwebereien). während Neu- ruppin. gruppiert um eine Büste Fontane-, eines Sohnes der Stadt, auch die berühmten Neuruppiner Bilderbogen zur Schau stellt. Weiter sind vertreten die Ortschaften Kremmen. Witsstock an der Dosse, Zechliner-Hütte, Lindow, Neustadt an der Dosse durch die sicherlich noch vielen Ausstellungsbesuchern unbekannten und doch so. sehenswerten Schönheiten ihrer Landschaften. Bon den Mitgliedern ihrer Verkehrsverbände, die mit eigenen Kojen vertreten sind, feien genannt die Städte K o t t b u s(mit be- sonders schönen Dioramen seiner Parkanlagen), die„Waldstadt" Eberswalde, das wohlbekannte Werder, das Nachbarstädtchen Ketzin und das vielen Wochenendlern vertraute Kloster Lehnin. Gerade sie bieten dem heimatkundlich interessierten Ausstellungs- besucher viel Wertvolle-, Auch Wilsnack, Rheinsberg, Buckow sind mit wirkungsvollen Hinweisen auf ihre herrlichen Naturschönheiten oertreten, desgleichen Strausberg, Woltersdorf und viele andere. Im Aufbau der Spreewaldaus st ellung zeigt Lübbenau wirkungsvolle Dioramen, Modelle von wendischen Gehöften, von Kähnen mit Puppen in Tracht sowie eine wendische Puppenstube, die Spreewaldstadt Lübben zeigt prächtig« Gemälde und Modelle sowie die Spreewaldstube seines Ortemuseums; der Kreis Colau stellt das Modell der Jugendherberge Boblitz; Alt.zauche zeigt hübsche Bilder, von dem hier angrenzenden Erlenhochwald sowie vorgeschichtlich« Fundstücke; Straupitz bringt alte Zinkkrüge, wendische Trachienstücke sowie einen seit 140 Iahren in derselben Famile benutzten Webstuhl, an dem in der Ausstellung die Haus- tochter arbeitet und Handtücher webt. Vetschau hat ein großartiges Modell seiner Kirche herstellen lassen, vcr der elf Puppen in sorg- fältig nachgebildeter Tracht der dortigen Dörfer den farbenreichsten Kirchgang des Spreewaldes darstellen; Burg zeigt in Puppen einen wendischen Brautzug und einen wendischen Taufgang sowie gleich- falls einen Webstuhl in Tätigkeit. Am eindrucksvollsten aber weift die wendisch« Spinnstubengemeinschaft, sieben Mädchen, die im Garten spinnen und wendische Lieder singen, auf das hier noch echte Volkstum. Nebenan hat die Stadt Kottbus einen saalartigen Stand in wirkungsvoller Weise durch prächtige Dioramen, Trachten, Industrieerzeugnisse und gut« Bilder ausgestattet. Auch die Gruppe der Fläming zeigt neben reichem Bilder- Material viel Sehenswertes: Das 4 Meter breite Oelgemäld« sowie die freundlichen Dekorationen mit blühendem Ginster und Heide- kraut in der Koje von Luckenwalde betonen die Eigenart der Land- schast des Fläming, der viel größere Beachtung als bisher verdient. Was die Städte Belzig, Treuenbrietzen, Jüterbog und die Orts- museen von Luckenwalde und Dahme hier zusammentragen, erweckt das Interesse aller Heimatfreunde: Alte örtliche Eigenarten, so die alten Modelle zum Bedrucken von Stoffen, Stücke uralter Fläming- trachten, hundertjährige Klemmeisen zum Backen von dünnem wasfelartigen Zimtkuchen, wertvolle Dokumente, Proben ältester Industrieerzeugnisse und anderes. In ähnlicher Weise hat die Stadt Frankfurt an. der Oder gemeinsam mit den Städtchen der Ostmark wertvolles Bildermaterial und Trachten aus Ziebingen zu einer wirkungsvollen Schau vereinigt und sich auch hier wieder als der berufene und führende Vorort der Oft- und Grenzmark er- wiesen. Bilder von Drossen, Lebus. Königsberg(Neumari). Schwiebus, Züllichau, Müllrose, Soldin. Reppen, Zielenzig, Tschicherzig, Crossen, vom Sternberger Land ein Modell der von der Stadl Frankfurt erbauten Jugendherberge Lagow— welche Fülle neuer Wochenendziele I Eindringlich und wirksam betonen die Städte Werder an der Havel und Guben ihr« beneidens- werte Eigenschaft als wirkliche Gartenstädte. Ganze blühende Gärten sind hier entstanden. Velten zeigt sein hochentwickeltes Kunsthandwerk der Ofenkacheln, zugleich veranschaulicht es auch die Anfänge der Gefäßeerzeugung, durch die Arbeit an der Töpfer- fcheibe. Eigenartig ist der Stand des Eisenmoorbades L u ck a u mit Originalbadezellen. Reich ausgestattet die Koje von Wustierhausen an der. Dosse; Prenzl.au zeigt große Bilder seiner alten Bauten und betont feine Lage am fischreichen Ueckersee durch eine. reizende Plastik. Die alt« Kar- und Residenzstadt Brandenburg a. H. führt in einem großen � Stand den Reichtum ihrer alten Bauten und deren hochentwickelte Backsteinbaukunst vor. anstalter, die besonders hier auf der Wochenendousstellung nicht laut genug erhoben werden kann: Verhütet, daß der Wochen- endgedanke einem spekulativen Unternehmer- tumausgeliefertwirdl Mehr aber noch als solch gedruckte? Wort wirkt« ihr lebendiges Beispiel, das, wie schon ausgeführt, im grellen Gegensatz stand gegen die Stumpfheit und ResignieNheit des übrigen Besucherpublikum». Die Berliner, die die Wandervögel zum erstenmal in ihrem„Miljöh" sahen, im Tanz nach alten Volks- weisen, nach dänischen, nord- und niederdeutschen Motiven, und das mit einer Lust, die jeden Foxtrott aus dem Felde schlägt; die älteren Frauen und Männer, die die schlanken Mädchenkörper des Ver- bandes weiblicher Angestellter bei den gymnastischen Vorführungen bewundern konnten, sie alle mögen unbewußt, fast mit schreckhaftem Gefühl es empfunden Haben, wie in der Jugend eine neue Zeit und ein« neue Hoffnung heranwachst. Sozialüemokraten und Staat. In einer gut besuchten Mitgliederversamlung de? 6 Kreises am 16. Mai sprach der Genosse Stelling vom Parieivorstand über die Stellung der Sozialdemokraten zum Staat. Der Redner schilderte eingangs die große» Auseinander- setzungen unserer alten Führer über die Frage der Staatsbejahung oder Staotsverneinung. Er kam dann auf die Vorgänge zu sprechen, wie der alte Staat sich in der schlimmsten Form als Klassenstaat zeigte. Er sprach von unseren gewaltigen Wahlrechtsdemonstrationen als Gegenmaßnahme. Nach dem Kriege waren unsere Genossen gezwungen, in die Regierung einzutreten, wenn wir nicht dem Ruin entgegengehen wollten. Es hat sich herausgestellt, daß wir der Bevölkerung mehr dienen, wenn wir mit in der Regierung sind, als wenn wir draußen sind. Der Redner wandte sich gegen die Ausführungen des Genossen Löbe, der sich dafür ausgesprochen hatte, daß in den nächsten Jahren Opposition statt Koafition die Parole sein sollte. Der Parteitag müsse demgegenüber eine beweg- lich« Taktik beschließen. In Preußen dürsten wir unsere Position auf keinen Fall ausgeben. In der sachlich geführten Diskussion be- kannten sich fast alle Redner zu den Ausführungen des Redners. Preußen als Rückgrat der Republik aber dürfe von uns nicht auf- gegeben werden. Nur dann könne man Koalitionspolitit nicht ver- treten, wenn unsere Genossen in der Koalition nichts mehr für die Arbeiterklasse erreichen. Im Schlußwort ging der Referent»och einmal kurz auf die Aussprache ein und betonte, daß es falsch sei. zu sagen: Mögen die Reaktionäre ein« Zeitlang regieren, dann werden dem Volk schon die Augen aufgehen. Man dürfe nicht ver- gessen, daß der Schaden, der inzwischen entsteh«, geradezu un- ermeßlich sei. Nachdem der Redner schließlich noch auf die Verhält- nisse in Mecklenburg hingewiesen hatte, schloß er sein« Ausfüh- rungen unter dem großen Beifall der Versammelten. Der freu»tdliche Milchkutschcr. Gs ist Sonntagmorgen und im Berliner Westen. Ein kleiner Junge kommt vom Milchholen und(ragt die gefüllt« Kanne ganz behutsam,— so behutsam, daß er den Bürgerstem verfehlt und in: Stolpern den köstlichen Inhalt vergießt. Der Kleine beginnt ein klägliches Weinen, das auch durch die bedauernden Worte einiger Frauen— die aber an das Nächstliegend«, jede 5 Pfennig zur neuen Füllung der heil gebliebenen Kanne beizusteuern, nicht denken— nicht eingedämmt werden kann. Da kommt ein Milch- fuhrwerk gefahren. Der Kutscher sieht die Bescherung, steigt vom Wagen und fragt gutmütig:„Na Fritze, wieviel war denn drin?"— ..Ein Lite?—" die schluchzende Antwort.„Na weene man nich— jib mal her--." Der Mann füllt die Kanne und reicht sie dem Jungen, über dessen iränemiberjtrömtes Gesicht ein dankbares und glückliches Lächeln zittert._ Bei der Preisverteilung des Schülerwettbewerb» für die lvochenendausstellung erhielt der Schüler Willy D a r g e l von der 31. Weltlichen Gemeinschaftsschule in der Rütliftraßc, Neukölln, den ersten Preis von den gesamten Grcß-Berliner Volksschulen. Wetterbericht der Sfientlicheu wetterdienstltelle für Berlin»od Umgegenb. lNachbr. verb.) Meist wolkig, zeitweise Neigung zu Regenschauern mit leichter Abtühlung Frische West- bis Norweitwinde.— jir veutschtanb. Ucberall tühl mit einzelnen im Süden stärkeren Regenschauern. 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Wenn ein Land aus politischen Gründen die wirtschaftliche Selbstgenügsamkeit(Autarkie) anstrebt — ein Bestreben, dem im übrigen kein Erfolg beschieden sein kann— und dieses Ziel durch Schutzzölle zu erreichen sucht, so muß es sich bewußt sein, daß dies nur auf Kosten des Wohlstandes sowohl des eigenen Landes wie der anderen Länder geschehen kann. Auf dieser Grundlage erheben sich die Forderungen, die in den Reso- lutionen der Weltwirtschaftskonferenz aufgestellt werden. vle JorSerungen See Weltwirtschastskonferenz. Ersten» wird der Zollabbau, die Herabsetzung der Zoll- schranken, energisch gefordert: und zwar sowohl in bezug auf In- dustrte- wie auf Agrarzölle. Auch die Vertreter der Landwirt- schaft sind zu der Einsicht gelangt, daß für die volkswirtschaftlich so wichtig« Intensivierung der Landwirtschast andere Methoden als der Schutzzoll nötig sind, daß aber selbstverständlich auch ein Abbau der Jndustrieschutzzölle«intreten muß, damit die Landwirtschaft ebenfall» aus einen besonderen Schutz verzichtet. In derselben Linie liegt es, wenn die Weltwirtschaftskonserenz auch gegen das überlebte System der Einfuhrverbote, das noch ein Erbe der Kriegs- und Rachkriegsjahre und der Valutazerrüttung ist. ihre Stimme erhoben hat. De» weiteren werden die Ausfuhrzölle auf Rohstoffe, insofern sie nicht ausnahmsweise und in vorüber- gehender Notlage de» Ausfuhrlandes erhoben werden, scharf abge- lehnt— diese Mahnung soll vor allem einer unliebsamen Entwick- lung vorbeugen. Die Resolution enthält zweitens eine scharfe Kritik der so- genannten autonomen Zolltarife, welche sich gegen Länder. mit denen kein» Handelsverträge bestehen, richten, und die als kampflarife kN Kraft gesetzt werden, auch dann, wenn noch keine Vertragsver- Handlungen stattgefunden Häven. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß einfach au» dem Grunde, weil Verhandlungen noch nicht ge- sührt bzw. noch nicht zum Abschluß gelangt sind, die Einfuhr durch gewattige Kampfzölle belastet sein soll. Die hohen autonomen Zoll- tarife werden mit Vorliebe als Waffe bei Handelsvertragsver- Handlungen angewandt, um die Vertragspartner zu Zugeständnissen zu zwingen. Indessen lehrt die Erfahrung, daß die hohen Zölle vielfach mit der heimlichen Absicht festgesetzt werden, sie den Wün- schen mächtiger Interessentengruppen entsprechend möglichst dauernd beizubehalten. Aber selbst wenn dies nicht der Fall ist, kann leicht der Fall eiMreten, daß man aus verschiedenen Gründen aus den hohen Zollsätzen sitzen bleibt. Die sogenannte„kleine Zolltarif- Novelle" Deutschlands von 192S ist ein vielsagendes Beispiel dafür. Das Schlagwort„Schutzzoll als Waffe" darf daher nicht leicht hingenommen werden. Das ist das Dritte. Die Resolution der Weltwirtschaftskonferenz beklagt viertens das Verlassen oder die starke Umgehung der Meistbegünstigung. Diese vermag, solange kein allgemeiner Freihandel besteht, den inter- nationalen Warenaustausch noch am ehesten zu fördern. Es wird daher bedauert, daß das Meistbegünstiaungssystem in vielen Fällen verlosten oder aber umgangen wird. Freilich sollen neben der Meistbegünstigung noch Vereinbarungen für Zölle auf dt« einzelnen Waren(tarifliche Bindungen) gettoffen werden: nur die Verbindung beider Maßnahmen, der Meistbegünstigung u n d der tariflichen Bin- düngen, kann den Warenaustausch erleichtern. Die Vereinheitlichung der Zolltarife der europäischen Länder, die mögllchst« Herabsetzung der Zoll- Positionen und die einheitliche Warenbezeichnung werden weiter al» wichtige Mittel zur Erleichterung de» Warenaustauschs bezeichnet. Zu diesem Punkt muß man hinzufügen, daß die» keineswegs For- derunaen rein technischer Natur sind, welch« nur den Zweck haben, da» Zollverfahren zu' erleichtern. Bielmehr handelt es sich hierbei darum, daß die Vermehrung der Zollpositionen und deren verschiedene Bezeichnung au» dem Geist» des Schutzzoll« erfolgt und zur Erschwerung der Handelsoertragsoerhandlungen, vor allem aber zur Umgehung der Meistbegüisttigungsklausel die Handhabe bieten kann. Durch geschickte» Manövrieren mit den Zoll- Positionen kann man erreichen, daß die einzelnen Länder von dem ihnen vertraglich zugesicherten Miestbegünstigungsrecht in Wirklich- keit keinen Gebrauch machen können. Endlich fordert die Resolutton die Rückkehr zu Handelsverträgen von langer Dauer. Während sie früher in der Regel für zehn Jahre gefchlosten wurden, haben die neuabgsfchlostcnen Handelsverträge nur eine Dauer von ein bis zwei Iahren. Vielfach erstrecken sie sich sogar nur auf einige Monate. Auch hierfür sind nicht technisch« Zweckmähigkeitsgründe ausschlaggebend, sondern der Schutzzollgeist kann sich in kurzfristigen Handelsverträgen viel mehr ausleben als in langfristigen. Die auf der Weltwirtschaftskonserenz angenommenen Reso- lutionen haben für die Regierungen der einzelnen Länder keine bindende Kraft. Sie sind nur Empfehlungen, die man de- folgen oder über welche man zur Tagesordnung übergehen kann. Wird die öffentliche Meinung stark genug sein, um jenen Forderungen Geltung zu verschaffen? Soviel steht fest, daß die gegenwärtige Praxis den in den Resolutionen geforderten Zuständen in allen Punkten radikal entgegengesetzt ist. Die Wirklichkeit gegen Sie Theorie. Für beinahe alle jene Erscheinungen, die in den Resolutionen der Weltwirtschaftskonserenz bekämpft werden, können wir in den Vorgängen der letzten Wochen Beispiele finden. Man hat sich in Genf gegen die K a m p f t a r i f e ausgesprochen, d. h. gegen die autonomen Zolltarife mit überhöhten Zollsätzen. Der Entwurf des neuen französischen Zolltarifs. um den gegenwärtig im französischen Parlament gekämpft wird, ist ein schlagendes Beispiel für einen solchen Kampftarif. Die in ihm enthaltenen Zollsätze betragen in vielen Fällen das Doppelte der gegenwärtig bestehenden, und das Dreifache der Vorkriegssätze, ob- wohl Frankreich bekanntlich bereits vor dem Kriege ein Hochschutzzolfr land war. Man hofft, daß die moralische Rückwirkung der Weltwirtschaftskonferenz zur Ermäßigung der ungeheuren Zollsätze des französischen Tarifentwurfs führen wird. Auch ist die von der Opposition erzwungen« Zusage des Handelsministers, der zufolge bei Handelsvertragsverhandlungen auch unter die Minimalsätze gegangen werden soll, hervorzuheben. Der künftige spanische autonome Zolltarif wird ein Kämpft tarif schlimmster Art werden, ein Doppeltarif mit Minimalzöllen, die unabänderlich sein sollen. Die Entartung des Schutzzollsystems kommt aber in keinem einzigen Zolltarif der Welt fo stark zum Ausdruck, wie im neuen rumänischen, Kampf"-Zolltaris, welcher sämtliche Hindernisse, die dem internationalen Handel in den Weg gelegt werden können, in sich vereinigt. Er beseitigt die Meist- günstigung überhaupt, gibt die Möglichkeit der Unterscheidung zwischen den verschiedenen Ländern nach politischen Gesichtspunkten(rumänisch- italienischer Handelsvertrag!), und durch die Stafselimg der Zollsätze nach der Entbehrlichkeit der Ein- und Ausfuhrwaren macht er erfolg- reiche Handelsvertragsverhandlungen fast unmöglich. Dieser un- geheuerliche Handelsvertrag wurde von der Regierung mit der Be- gründung versehen, daß sich Rumänien in den letzten Iahren«ine eigene Industrie geschaffen habe, bezw. schaffen wolle, die nun Mit diesen Mitteln gefordert werden soll. Neue Schuhzölle wurden in der letzten Zeit eingeführt, und zwar bezeichnender« weise von E n g l and, dem früheren Freihandelsland, da» sich immer mehr vom Wege des Freihandels abwendet. Auf Automobil«, Automobilreifen, und auf billige Porzellanwaren wurden Zölle«in- geführt, die Zölle auf Wein, Tabak und auf Streichhölzer aber wurden erheblich heraufgesetzt, was allerdings die Staatseinnahmen erhöhen soll. Erhöht wurden die indischen Eisenzölle, und e» stehen noch eine Anzahl anderer Zollerhöhungen bevor. In Kanada und Norwegen wird man demnächst über eine Anzahl neuer Sckmtz- zölle zu entscheiden haben. In Kanada sollen Zölle auf Pelze. graphische Produkte und Wollwaren, in Norwegen auf frisches Fleisch. Schuhwaren, Produkte der Textil- und Stahlindustrie eingeführt bezw erhöht werden. Auch unsere deutsche Bürgerbwck- regierung will das Volk mit der Erhöbung. des Zucker- und Kartoffel- zolls und mit der Aushebung der zollfreien GefriSrfleischelnfuhr be- glücken. Selbst die Praxis der Einfuhrverbot« ist noch nicht vergesten(jetzt Australien für nichtenglische Farbstoffe), und Antt» dumpingzölle wurden kürzlich in Deutschland, werden jetzt für Dänemark verlangt. Di« angeführten Beispiele aus der letzten Zeit sind nur einzeln« Glieder in einer langen Kette, die feit Iahren zur Einschnürung de» internationalen Warenaustauschs geschmiedet wird. Damit die Die obiflen Angebote stehen Ihnen ab Monlag cur VertQgang!— Scbrlttl. Bestellungen können nicht berfickslchtlgt werdenl nützlichen Hirregimgen der WeSwirtschaMonferenz iven�fien« zw« Teil in der Handelspolitik der einzelnen Länder Leben gewinnen� müßte ein radikaler Gesinnungswechsel in den Schutz- zolländern— und heute sind faktisch fast stzmtliche Länder schütz- zöllnerisch— eintreten. Dazu ist aber der kräftige Druck der öffentlichen Meinung, die auch in diesem Punkt vornehmlich von den Arbeitnehmern getragen wird, erforderlich. A. H. Internationale /lutomobilausftellung Köln. (Von unserem nach Köln entsandten Mitarbeiter.) Köln, 20. Mai. Die in den Kölner Messehallen eröffnete Auto- Mobilausstellung ist nach 14 Jahren zum erstenmal wieder inter- national. Das Ausland hat die Gelegenheit wahrgenommen, dem deutschen Publikum seine Erzeugnisse vorzuführen, und so entfallen elf Prozent der Aussteller auf das Ausland. Man hat sich bei dieser Ausstellung auf alle Arten von Nutz- fahrzeugen beschränkt. Der Kraftwagen im Dienste der Wirt- schoft ist zu großer Bedeutung gelangt. Seine Anwendungsmöglich- leiten sind sehr vielseitiger Natur. Dies lassen die zahlreichen und recht verschiedenartigen Fahrzeuge, die hier ausgestellt sind, deutlich erkennen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die deutsche Automobil- industrie in der Nachkriegszeit hinter dem Ausland zum Teil erheblich zurückgeblieben ist und ängstlich einem Vergleich mit ausländischen Erzeugnissen aus dem Weg ging. Ge- wiß trifft dieser Umstand in der Hauptsache für Personenwagen und Motorräder zu Die Entwicklung der Nutzfahrzeuge war schon seit Jahren bei uns in Deutschland eine weitaus glücklichere und erfolg- reichere als die der Personenwagen. Ja, einmal äußerte ein Amerikaner, Deutschland möge den Personenwagenbau ganz ein- stellen und sich ausschließlich auf Nutzfahrzeuge verlegen. Ein Blick in die Ausstellung bestätigt die überraschend vielfältige Anwendung von Nutzwagen. Besondere Sorgfalt hat man der Vervollkommnung der Omnibusse angedeihen lassen. Hohe Leistungsfähigkeit bei großer Wirtschaftlichkeit sind die Haupt- sächlichsten Faktoren, die zu berücksichtigen waren. Aber nicht nur für die Beförderung von Personen, sondern auch für alle Arten von Gütern �und Lasten mußten geeignete Fahrzeuge geschaffen werden. Für die einzelnen Verwendungszwecke sind entsprechende Ausbauten notwendig. Angefangen von der offenen Pritsche bis zum geschlossenen Kastenwagen. Jnimer mehr bürgert sich aber auch das Motorfahrzeug zur Beförderung kleiner Lasten ein und wird auch vielfach schon heute von kleineren und mittleren Ge- merbetreibenden bevorzugt. In der Richtung haben wir zunächst die gewissermaßen aus dem Motorrad mit Seitenwagen heraus ent- wickelten kleinen Dreirad fahrzeuge, dann die kleinen Leichtlast- wagen, die im Durchschnitt bis zu 750 Kilogramm Nutzlast befördern können. Als Sonderfahrzeuge sind hier noch die Elektrokarren zu erwähnen, die viel für Zubringerzwecke Verwendung finden. Ein Typ, der in Deutschland verhältnismäßig nur wenig entwickelt worden ist, ist der leicht« 1�-Tonn«n-S chnella st wagen. In dieser Beziehung dürft« immer noch die ausländische, vor allen Dingen di« amerikanische Ksnkurrenz sehr zu spüren sein. Auch die wenigen, zweifellos sehr guten Wagen dieser Art deutschen Ursprungs, die hier vertreten sind, dürften keine wesentliche Aenderung hervorrufen. Groß ist auch die Verwendung des Kraftwagens im kam- inunalen Betrieb. Man sieht hier eine ganze Reihe solcher Fahrzeuge als Müllwagen, Sprengwagen, Kehrmaschinen, kombi- nierte Bauarten u. a. Dazu gesellen sich noch die Feuerwehrfahr- zeuge. Immer mehr in Erscheinung treten auch die Zug- Maschinen, die insofern wirtschaftlicher arbeiten als sie dauernd in Betrieb sein können und lediglich die Anhänger gewechselt zu werden brauchen. Die Preise auf der Ausstellung zeigen, daß man be- müht ist, weitere Senkungen vorzunehmen. Die Fabrtkations- Methoden find hierfür naturgemäß ausschlaggebend. Allerdings muß immer wieder betont werden, daß wir noch über viel zu viel Fabriken verfügen, die sich mit dem Bau von Nutzfahrzeugen befassen. Die Normalisierung und der Bezug fertiger Teile, wie Motor, Achsen. Getriebe u. a., von Spezialfabriken hat wohl Fort- schritte gemacht. Doch ist es unbedingt erforderlich, daß in dieser Richtung noch weit mehr getan wird, wenn die Preise weiter gesenkt werden sollen, was zweifellos in einer Reihe von Fällen erforderlich sein wird. Von ausländischen Erzeugnissen sind aus Amerika, Eng- land. Frankreich, Italien und Belgien ebenfalls recht interessante und beachtenswerte Konstruktionen zur Kölner Ausstellung er- schienen. Von ausländischen Fachkreisen wird anerkannt, daß die deutschen Fabrikate in einer Reihe von Fällen den ausländischen ebenbürtig und in anderen Fällen in konstruktiver Hinsicht sogar überlegen sind. F. vjz. Imme? noch 213 000 Arbeitslose in Serlin. Nach einem Rückgang um 4400 Personen. In der Woche zum 21. Mai hat sich der Berliner Arbeitsmarkt wiederum etwas gebessert. Gegen die Vorwoche, wo von der In- dustrie rtznd 4000 Personen aus dem Arbeitsmarkt herausgenommen wurden/hat sich die zusätzliche Nachfrage nach Arbeitskräften auf 4Z98 Personen erhöht. Es bleiben aber in Groß-Berlin immer noch rund 213 000 Personen beschäftigungslos. Die Besserung, die gegenüber der diesjährigen höchsten Arbeitslosenzisfer eingetreten ist(rund 284 000), beträgt jetzt ziemlich genau 25 Proz. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt zur Lage: Die Besserung auf dem Arbeitsmarkt hat in der Berichtswoche weitere Fortschritte gemacht. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist um rund 44 00, Personen zurück gegangen, so daß die Arbeitslosiakeit zurzeit 212 736 Personen betragt. Auch die Zahl der ErwerMosengnterskützungsempfänger hat eine Abnahme von etwa 4800 Personen erfahren, dagegen weisen die durch die Krisenfürsorge Unterstützten nur einen Rückgang von 500 Personen auf. Von der Besserung der Beschäftigungsoerhältnisse sind hauptsächlich die Metall- iin-d Holzindustrie erfaßt. Hier wurden in erster Linie Fächärheiter. in mittleren Jahren zuungunsten der älteren und derjenigen Kräfte bevorzugt, die erst in letzter Zeit ihre Lehre be- endet habe.r. Im Gastwirtsgewerb« setzt jetzt langsam die Saison ein. so daß hier bereits auch auf dem Wege des zwischcnbezirklichen Ausgleichs beachtenswerte Vernnttlungsresultate erzielt werden tonnten. Das gleiche gilt für die Landwirtschrift und einige Spezial- berufsarten. Es waren 212 736 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- DI�USSTeaUMc? DES JAHRES 1927 IN DEUTSCHE M GARTEN BAU U. SCHLES. GEWE R B E VERANSTALTET! 1 C VON DER STADT L I C NIT725.JUN1 BIS I I�SEIPTEMBER getrag«, gegen 217188 de? Lonvoihe. Darunter befanden sich 138 873(141 541) männlich« und 74 363(75 5S7) weiblich« Personen. Erwerbslosenunter st ützung bezogen 71 735(75 798) männliche und 32 195(32 965) weibliche, insgesamt 103 930 (108 763) Personen. Außerdem wurden noch 32 028(33 016) Per- soncn durch die E r w e r b s l o s e n h i l s e der Stadtgemeinde Berlin und 34 476(35 014) Personen durch die Krisenfürsorge unter- stützt. Bei Notstandsarbeiten wurden 6242(6541) Personen be- schaftigt._ Oer Segen der Konsumvereine. Wir berichteten kürzlich ausführlich über die Erwiderung des Zentralverbandes Deutscher Konsumvereine auf eine Gegendenk- schrist der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels. Aus den Erhebungen der Hamburger„Produktion" sei noch folgendes nach- getragen: Die Untersuchung zeigt, daß die Hamburger„Produktion" gegen- über sieben Geschäften insgesamt um 10,89 M. billiger und gegen drei Geschäfte insgesamt um nur 1,43 M. teurer war, so daß sich ein Saldo von 9,46 M. zugunsten der„Produktion" ergab. Da- bei waren die Qualitäten der„Produktion" erheblich besser. Erste Qualität wurde bei der Genossenschaft„Produktion" 17mal. dagegen beim Privathandel nur 8,1mal festgestellt. Mit derselben Klarheit ergibt sich die größere Billigkeit bei dem Vergleich der Back- waren und"Fleischwaren. Bezogen auf gleiche Preise waren Schwarzbrot um 11,3 Proz., Wittenberger Brot um 5,4 Proz., Rundstücke um 10 Proz., Zwieback um 31,5 Proz., Franzbrote um 40,8 Proz.. und Schnecken um 10 Proz. schwerer als im Privathandel. Die Kundschaft der Konsumvereine hat bei gleichen Geldausgaben und bei mindestens gleicher Qualität also entsprechend mehr Gewicht erhalten. Bei elf Fleischwaren- artikeln ergab sich für die Konsumgenossenschaft„Produktion" ein Preisvorteil von 13 Prozent, wobei die Qualitäten in den meisten Fällen günstiger waren als im Privathandel. Um noch ein übriges zu tun, hat die Hamburger„Produktion" für den. 28. April 1927 eine Lebensmittelteuerungsstatistik für die in der Reichsstatiftik verwendeten Waren aufgestellt. Die da- bei vorgenommenen Einkäufe ergaben im Privathandel einen Preis von 108,19 M., in der„Produktion" dagegen einen Preis von nur 102,84 M. Die Rückvergütungen nicht eingerechnet, ergab sich also eine Verteuerung beim Privathandel um 5,2 Proz. Ebensalls recht interessant ist eine sehr umfangreiche Erhebung des Konsumvereins München-Sendling, also aus einem Gebiet, in dem bekanntlich die Konsumvereine bisher kein leichtes Leben hatten. Es ergab sich hier bei Einkäufen in 142 Lebensmittelhandlungen, daß in 342 Fällen die Privat- preise niedriger, in 572 Fällen gleich, in 1159 Fällen ober höher waren als die Konsumvereinspreise. Auch hier handelt es sich um Nominalvergleiche, wobei die Rückvergütungen nicht in An- satz gebracht sind._ Der Großhandelsindex steigt weiter. Die auf den Stichtag des 18. Mai berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichs- amts hat gegenüber der Vorwoche um 0,4 Proz. auf 137.4 an- gezogen. Von den Hauptgruppen stiegen die A g r a r st o f s e u m 0,8 P r o z. auf 140,0, die Kolonialwaren um 0,1 Proz. auf 127,5, die industriellen Rohstoffe und Halbwaren um OL Proz. aus 131,2 und die industriellen Fertigwaren um 0,4 Proz. auf 144,6. ' Deutsch« Rohskohlerzevgm» tei«piff. ZK« beuksche»ohstaW erzeugung wird für den Monat April vom Derein der deutscheu Eise« und Stahlindustriellen mit 1 288 400 tc> angegeben(März 1927 1 415 694 to, April 1926— 867 968 to.) Die Leistung der deutschen! Walzwerke stellt sich für April auf 1009 143 to(März 1927--- 1 100 728 to, April 1926— 726 362 to.) Der Rückgang erklärt sich! dadurch, daß der März 27 Arbeitstage, der April dagegen nur 24 Arbeitstage hatte. Lrbeitstöglich ist die Leistung in der Rohstahlge» winnung um 1 250 to auf 53 683 to= 2,4 Proz. g e st i e g e n. Legt man den Vergleichszahlen von 1913 den gegenwärtigen Gebiets« umfang des Reichs zugrunde, so ergibt sich eine B es ch ä st i g u.ng weit über 100 Proz. hinaus. Bei den Leistungen der deutschen Walzwerke liegt eine arbeitstägliche Steigerung um 1 280«l auf 42 048 to— 3,1 Proz. vor. i Planwirlschafl für Kunstseide. Di« Ikunstseidemndustvie de« Welt ist seit einiger Zeit in lebendiger Bewegung. In keinem Ge� werbezweig ist di« internationale Organisation so weit vorgeschritten, wie hier. Die Jugend und Beweglichkeit dieser Jndn« strie erzeugen aber auch im Inland eine Art von Zusammenarbeit, die sehr beachtet werden muß. Das ganze Gebiet der Erzeugung und Verteilung kunstseidener Fabrikate, also die Fabriken und der Handel, haben sich zu einer„Arbeitsgemeinschaft deutsch« Kunst« seide" zusammengeschlossen. Der Zweck dieser Organisation ist noch nicht klar. Propagandatätigkeit zur Steigerung des� Kunstseiben- verbrauchs, an die man zunächst denken könnte, gehört n i ch t zu den Zwecken der Arbeitsgemeinschaft. Daraus wird man schließen dürfen, daß die Regulierung des Marktes und zwar ge« meinsam von Erzeugern und Händlern beabsichtigt ist. Bisher bestanden derartige Bindungen zwischen Erzeugung und Hand« meist nur aus dem Gebiet der Schwerindustrie. Di« Oefsentlichkeix wird dieser Entwicklung aus dem Gebiet letzter Konsumartikel mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen müssen. Fortschrille der Siedlung. Der Gedanke, Bauernsöhne« durch Hypothekenbürgschast ihrer Eltern zur Ansiedlung im Osten zu verhelfen, macht Forvschritte. Die Ras säuische Landes» dank in Wiesbaden gewährt zu diesem Zweck an die Jungbauera Darlehen bis zu 4000 Mark, wenn die Eltern oder sonstig« Anverwandte des Siedlers mit Grundbesitz im Regierungsbezirk Wiesbaden hypothekarische Sicherheiten stellen. Der Kredit wind voll ausgezahlt, mit 8 Proz. verzinst und mit 1 Proz. getilgb Man nimmt an. daß durch die Kreis- und Bezirksbehörden noch«ine Ve« billigung der an sich recht hohen Zinsbedingungen erfolgen soll., Die erste Dividende des tinoleumlrusts 15 Prozent. Die Endä 1926 zustande gekommene Großfusion der gesamten deutschen Linn« leumindustrie(mit Ausnahme eines kleinen Wertes in Bedburg), schüttet für 1926 an di« wenigen Großaktionäre der Deutschen Lino« leumwerke A,-G., Berlin, die hohe Dividende von 15 Prozent aus. Der Geschäftsbericht liegt uns noch nicht vor Das Trustkapttol wird auf 30 Millionen Mark erhöht.. I Leistungsfähigkeit deutscher werften. Bei einer Subventioa der rumänischen Regierung für mehrere Handelsschiffe hat die Friedrich K r u p p-G e rm a ni o we rf t mit 1,02 Millionen Dollar; bei weitem das niedrigste Angebot gemacht. Das englischo Angebot lautet auf 1,22, das französische auf 1,25, das hollönMiche auf 1,30 und zwei italienische auf 1,60 bzw. 1,70 Millionen Dollar� Der Austrag dürfte wahrscheinlich an die Kieler Werft fallen. WoclienproKrsiiim des Berliner Rundfunks. Sonntag, 22. Mai: 9: Morgenfeier. 11.30: Uebertragnng der Beethoven-rcicr ans Bonn. 14.30: Die Briefmarken der Türkei. 15: Die Erkrankungen der Honigbiene. 15.30: MärcJieji. 16: Berliner.Humor. 16.30: Kapelle Gebrüder Steiner. 19.30: Vom Rh�ln, seinen Burgen und Sagen. 19.55; Tanz als Pest und Spiel. 20.30: Orchesterkonzert. Ä.30: Tanzmusik.., Montag, 23. Mai: 15.30: Wirtschaftliche Schtilanr der Fran. 1t: Karl t. Linn«. 16.30: Jüngste Dichtung und Musik. 19.05: Unpolitisches aus aller Welt. 19.30: Berliner Bau. kunst der letzten zehn Jahre. 20: Wochenende und Arbeitnehmer. 20.30: Reform unserer Parlamente. Ab 21.20: Uebertragnng aas Brigthon(Engtand) (Konzert). Dienstag, 24. Mai: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Die Stellung der Blinden im Wirtschaftsleben. 16.30: Dr. Becces Kammerorchester. 18.15: Stunde mit Büchern. 18.45: Vergessene Dichter. 19.10: Die Weltwlrtschaftskonferenz in Genf. 19.40; 200 Jahr« Berliner Musikleben. 20.10: Oratorium„Die Schöpfung" von Joseph Haydn. In seinem Vortrag„Volkslied und Ballade" kommt Dr. Maximilian Runze kaum über eine historische Betrachtung hin- aus. Er nennt die Ballade ein Drama in gedrängter Form auf er- zählender Grundlage und mit lyrffchem Einschlag. Zlber er geht nickst aus formale Fragen ein. Ferner erscheint die Behauptung ge- wagt, daß die Ballade zur vollen Wirkung die Musik brauche. Runze weist auf Vertonungen des Edward und des Archibald Douglas durch Löwe hin und erNärt, daß Schiller-Dalladen keinen baladesken Charakter trügen, weil diese Verse bereits ohne Musik wirkten. Zum mindesten ist eine derartige ArgumeMierung über- spitzt und kühn.— Von der Physiologie kommt Dr. Friedrich Luther zur physiologischen Erklärung des Schlafes. Er zieht zwischen beiden Gebieten eine Parallele. Genau wie'der Zusammenhang der nervösen Gebiete gelockert sst, wie Reflexe herab- gesetzt oder ausgeschaftet sind, so sind auch die Traumerlebnisse weder so intensiv noch so zusammenhängend wie in der Wirklichkeit. Schlaf ist subjektiv gesehen Traum. Es gibt keinen traunilosen Schlaf. Die Reize der Außenwelt sind beim Erwachen so stark, daß die Erinne- rung an die Traumerlebnisse ausgelöscht wird. Luther gibt eher den Umriß, die Morphologie des Traumes, als seine physiologische Er- klärung. Vielleicht setzt er sich in einem seiner nächsten Vorträge mit Freuds Traumdeutung auseinander. Wie immer bemüht sich Luther um einen klaren und leicht faßlichen Ausdruck, auch wenn er hier abstraktere Gebiete behandelt, die nicht durch Vergleiche aus dem Alltagsleben veranschaulicht werden können.— Dr. Thurn erklärt in der Entwicklung des deutschen Rundfunk- netzes die Gründe, warum Deutschland viele Sender besitzt. Ursprünglich hatte man die Absicht, nur in Berlin einen Sender für das ganze Deutsche Reich zu errichten, aber man wurde davon durch die Erwägung abgebracht, daß viele deutsche Städte ihr eigenes Gesicht haben und in kulturellen und künstlerischen Fragen anders orientiert sind als Berlin. Ein ökonomisches Mo- ment kommt hinzu: Man wollte auch in anderen Städten den Hörern den billigen Detektorempfang zuteil werden lassen.— Abends ein lustiges Wochenende mit Klaire Waldoff und dem Tenor Hans Schwarz. F. S. Mittwocb. 25. Mal: 13.30: Glockenspiel der Parochialkirche. 15.30: Bekanntschaften. I6J Neueste Entdeckungen über das alte Griechenland. 16.30: Jugendbühne. 17s; Russische Kammermusik. 19.05; Die Rachitis nud ihre Bekämpfung. 19.301 Sokratei. der Erzieher. 20» Der Mensch In der Volkswirtschaft. 20.30: RecfatsJ tragen des Tages. 21: Sendespiel:..Susannens Geheimnis". Intermezzo von Qolisciani. Darnach Scnnespiel:„Dorothea". Operette von Offcnbach. 22.45; Bunte Stunde. Donnerstag, 26. Mal: 9: Morgenfeier. 11.30: Platzmusik. 15: Stätten der Andacht. 16.30: UeberJ tragung ans der Staatsoper:„Cavalleria rusticana". Oper von Mascagnii „Der Bajazzo". Drama von Leoncavallo. Darnach Tanzmusik- Freitag. 27. Mai: 15.30: Mütter und Sohne. 16: Sommerarbeiten im Obstgarten. 16.30; Abenteurergeschfchten. 17: Kapelle Emil Roosz. 18.30: Gedankentose Redeos4 arten. 19.05: Die Ansiedlung der Kriegsbeschädigten. 19.55; Weltanschaumigc« großer Denker. 20.30: Sinfoniekonzert. 22.30: Beim Wein am Rhein. Sonnabend. 28. Mai: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Das deutsche Volkslied. 16.30: Kapelle Gerhard Hotfmann. 18.30: Der Hund in der QroüstadL 19.05; Presse and Strafrechtsforra. 19.30: Künstler und Publikum im Wandel de; Zeiten. 19.55: Schlaf, Traum und Tod vom Standpunkt der Psychologie. 20.30; Lustiges Wochenende. 22.30: Tanzmusik. i Königswusterhausen. Sonntag. 22. Mai: 9: Uebertragnng aas Bert In 1130: Ucbcrtragung aus Bonn. Ab MJOY Uebertragnng ans Berlin.» Montag, 23. Mal: 16: Verkehrserziehung der Jugend. 16.30: Erziehungsberatung. 17: SchacM fnnk. 18: Karl v. Linn6 zum 220. Ocburtstaxe. 18.30: Englisch fflr Anfänger� 18.55: Die maschinellen Buchhaltunssfonnen. 19.20: Aktuelle Frarcn de*; Schweinehaltung unter besonderer BerQcksichtiruns: der Stallfrasen. Ab 20.30� Uebcrtragune aus Berlin. Dienstag« 24. Mai: 16: Wie kann das Elternhaus die häusliche Schularbeit unterstCtzen� 17: Die evangelische Kirche und die Kultur der Gegenwart(D. Dr. DibeUus)� 18: Der Entwurf des Strafvollzugsgcsctzes. 18.30; Spanisch für Anfänger, 18.55: Das deutsche Kunstlied bis Schubert. 19.20. Erinnerungen eines BüchcnJ freundes. Ab 20.10: Uebertragnng ans Berlin. Mittwoch. 25. Mai: 16: Die Behandlung mundartlicher Dichtungen im Unterricht. 16.30: EngQ lisch für fortgeschrittene. 17: Die Malerei der Gegenwart und Ihre QrundJ lagen. 17.30: Das Wiener Singspiel. 18: Einführung in das Verständnis der Werkzeichnung. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Die Aufwertung der alten Lebensversicherungen. 19.20: Die Kultur Europas im Zeitalter der Reformation und Renaissance. Ab 20.15: Uebertragnng aus Leipzig. Ab 22.15: UeberJ tragung aus Berlin. Donnerstag, 26. Mai: Ab 9: Uebertragung aus Berlin. Freitag. 27. Mai; 16: Uebcr Bäder und Badekuren. 16.30: Die Kunst des Sprechens. 17t Indische und westliche Weltanschauung. 18: Meine Wohnlaube: Platzwahl und Material. 18.55: Englisch für fortgeschrittene. 18.25: Der Inhalt des Reichs� haushaltsplans 1927/28. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Acrztc. Ab 20.30� Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 28. Mai: 16: Volkswirtschaftliche Beiträge zum Geschichtsunterricht. 16.30: Volks? künde im Unterricht. 17: Die vermögensrechtlichen Ansprüche der Beamten. 17.30: Die Arbeitszeit Im Arbeiterichen. 18: Technischer Lehrgang für fachJ arbeiter. 18.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 18.55: Indische und westliche Weltanschauung. Ab 20.30: Uebertragung aus Frankfurt a. M. der beste wanrradreifen «m Fnttag. dem 20. Mai, nacht, 1'/, Übt, verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, mein guter Vater und Schwiegervater RemM Goring im 69. Lebensjahre In tiefer Trauer Berta Söring, geb Richter Bernhard Sit ring u Frau Gertrud Die Beerdigung findet am Montag, dem 23. Man nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen St. Io- bannes-Friedhoses Plötzeniee(Nähe Bahnhos Beusselfir.) au» statt. WW! ad, 7 Ahe. DentsilinMIIaMes-llerW Dienstag. 24. Mal, nachm. S Ahr im Semertschaftshans.Engelufei 24/23 (Saal Ij: Branchenversammlung der Mekalldrücker und Polierer Tagesordnung: l. Vortrag Uber:.Da» Arbeitsgerichts- aesetz". 2. Bericht. 3. Branchcnangelegen- hetten. 4. Verschiedenes Alle Kollegen find verpflichtet, pllnktlich gu erscheinen und sllr einen guten Besuch Soroe zu tragen. AWNg! Montag. 23. Mal, abends.. im Jugendsaal des verdandshansM, Llnienitr. 83/35, Portal I, 2 Tr.: am- Versammlung i aller Mechaniker-, Ehirurgiemechanlke» und Optiker-cchrlinge Tagesordnung� l. Entwicklung und Aussichten in unserem Beruf«. 2 Die neue Kostgeidzahlung und Urlaudsgewährnng. Iugendkollegenl flu dieser von der Organisation einberufenen Versammlung muh jeder ericheinen. Die Jngendrammisfian. Streikende Werkzeugmacher und Äeruiskollegen d. AiEO.-Konzern» iditungi uetitouensleate Montag, 23. Mal. oocmillags 9 Uhr. imSitzungosaal des verbandshanses. LiNienstr. 88'85: Versammlung- der verlrauensleute. �eSunctneiif �Kga�rinMurert nalürfuiien(jttf/juefien. BRUNNENVERTRIEBSAKTIENGESELLSCHÄFT VORM. DR. M. LEHMANN n.J. F. HEYL&Go. Bf RUN SW.6U0RCKSTR.59 riLEf.:HASENH{IOE3536-3a _ m__ KuMt'XicJuyti xüvrdi siUe cflfz&Uickt/n ai. IBrvycfts/tu NORDKAPREISEN mit„MONTE SARMlENTO" ukü„MONTE OUVIAn Montag. 23.£ta..tu>cnii((ags 77 Ahr. in vliltuers AestsSlen, Schwedler Slraho 23: »mr- Versammlung oller streikenden Werkzeugmacher und Serusstollegen Tagesordnung: Bericht Uber die Verhandlungen und Abstimmung Zutritt haben nur die streikenden Kollegen. Die ausgesperrten Kollegen nehmen an dieser Ver/ammlung nicht teil. Dienstag. 24. Mai. abends 7 Ahr, im Sitznngsjaal des verbandshanses, Cinicnftc..83,85: Konferenz der weiblichen vcrtrauenspersonen und Betriebsräte. Tagesordnung: 7. Fortseaung des Vortrages der Kall. Gertrud Hanna. Ardeiter-Selretiirin des ADGB über:„Die Sozialgeichgebung und die ,:rau" 2 Verbandsangelcgenheiten und Verschiedenes Da es sich um wichtige Fragen handelt, mull jeder Beiried vertreten lein. Die Funktionarinnen tonnen organisierte Kot ieginnen a s Säue einfuhren. Dienstag, 24. Mal. abends 7 Ahr, im Aerdandshanse, Linieustr. 83-35: sv- Versammlung"•s der Bauklempner und aller in den Jnnungsbetrleben beichäjtigtea Kollegen. Tagesordnung: 7. Bericht Uber die bisherigen Sohn- Verhandlungen mit den Arbeitgebern 2. Diskussion. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Kollege»! Sorgt für zahlreichen Besuch die er Berfammlung. Kein Kollege darf fehlen. Mittwoch, 2». Mai. abends 7 Ahr, im Gewertschaslshans. Sngeluier 24,25 '(gr.Per Saal): Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer Tagesordnung: 7. Bericht Uber dad Ergebnis der Ber» Handlungen Uber den Mantel- und Lohn- tarif. 2 Verbands- und Branchenange- iegenheiten. 3. Bulchiedencs. Mitgliedsbuch ifgiumiert. Da in dieser Versammlung zu de««r- gebni» der Verhandiungen resp. zum Schiedsspruch des k'""" Stellung genomi flerlen Kollegen VOLKSVIOHL-BVHD Allgemeiner Bestattuogs- und Versicherungsverein a. G. Bundesdirektion: Berlin SW 19, Kurstraße 1819 An unsere Mitglieder! D!» gemSß g 14 unserer Satzungen erforderlichen Mitgliederveraamm- lunren als Vorbereitung der diesjährigen Generalversammlung unseres Bandes finden an den hierunter bezeichneten Tagen und dabei angegebenen Lokalen statt. Wir bemerken dabei, daß die von uns getroffenen Wahl- kreiseinteilungen sich nach den Berliner Stadebezirken richten: Sämtliche Versammlungen beginnen um'(,8 Uhr. Wir bitten unsere Mitglieder die fär den einzelne den Termine und Lokale zu notieren und erwarten zahlreiches fär den einzelnen in Frage kommen- siehes Erscheinen. Tagesordnung; 1. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 2. Verschiedenes. Zur Informierung für die sn wählenden Delegierten geben wir hierunter noch die Tagesordnung der sm 27. Juni 1926 stattgefundenen Generalversammlung bekannt und zwar: L Bericht des Vorstandes Über des Geschäftsjahr 1926. 2. Genehmigung der Jahresbilanz und Verwendung des Ueberschusses für das Geschäftsjahr 1928. S. Entlastung des Aufsichtsrates und Torstandes. 4. Wahl fär die satzungsgemäß ausscheidenden Auisichtsratsmitglieder. 6. Eingegangene Anträge. 6. Verschiedenes. Verzelchnli der Versammlungen i 2. Juli bis 16. Juli 18. Juli bis I.August 21. Juli bis 4. August von nur 230-420 KM elnsohllaBMeh«oller Verpflegung werden noch Platzbesiellungen angenommen. Die Spiizbergenfahrt s. August bis 26. August ist bereits ausverkauft. Kostenlose Druckschriften durch die Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrls-Gesellschaft Hamburg 8 und durch die Generalvertretung in Berlin W 8. Unter den Linden 6 (Hotel Bristol), sowie durch die bekannten Reisebureaus. __ mmBBmmmms Achtung I Achtung I i MefalibarleH! Donnerstag, 26. Mal. npcmiliags 10 Ahr, im jiaalban Zrledrichehaln, Um Arledrlchohal» 16-23; SS- Versammlung-W aller vertrauenileule und Betriebsrat»- delegleilen aus den Betrieben des Verbandes der Lei liner Aietallindustrielle:,. Tagesordnung; Seeicht von den Verhandinngen aber den Aahmenoerfrag. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Mit dem VBMI.-Stempel versehenen Legili- mationslarte und de, Mitgliedsbuches einer dem Metallkartell angeschlosienen Organijation._ Branchenversammlung der Drahtarbeiter am Mittwoch, den 28. Mal. abend» 7 Ahr, im Lokal oon XDoUschlOger, Adaldertstrabe 21. Tagesordnung; 1. DI« Situation in der Branche nach dem Streit. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes zahlreiche» Erscheinen wird erwartet Am Dienstag, 24. Mal, abends 7 llhr Auherordentliche verttlulnlsmilllllnkollfnevz dar Aohrlagar und heiser im vor- bandabana Linienstrahe 43-85. Im Jngendhetm- Vortal I. 2 Treppen. >ruch de» SchUchiungsausichufic« genommen wird, sind alle orgoni- ollegen verpfitchlet, zu erscheinen. Mittwach. 26. Mal, nachm. 4'/, Ahr im Dresdener«arten, Dresdenersir. 45: sw- Versammlung aller in der Goldichmledelndustrie beschäjt. Kolleginnen und Kollegen Tagesordnun g: 7. Wie tonnen wir unsere Lebenslage verbessern? 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Da» Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen ist Pflicht. _ Die Ott»BctmaHnng. KUdien- roh emailliert KB UM L MI(Den 42 M. 8« IL -"Mh'.5..! 1,5- Riesenauswahl roher, lackierter, lasierter KOchen, einzelner Kleiderund Kflchenschränke. Himmel LotliriDgeritr.ZZMtiaaKrTor) L C Smith Schreibmaschinen IDie Bureau-Maschine mit Kugellagern. Dezimal-Tabulator eingebaut, ohne Mehrkosten. Kostenlose Vorführung durch Corona Sdireibmasdiinen G. m. b. H. Abt. 0./ Berlin SW SS, Markgraf emtr. 76-77(Dönh. 7373) Altenbrak >. Harz Im schönsten Teile des Bodetales gelegen, Inmitten herrl. 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Badstraße 16 Berliner KJndi-Brauerei, Neukölln, Herrn annstraSe 274/79 Fortuna-Festsäle, Berlin, Strausberger 5 trade 3 Besmer-Säle, Charlottenburg. Kaiser-Friedrlch-Stra»« 87 R. Pietz ed. Treptow, Am Treptower Park« Berlin, den 20. Mni 1927. Feidberg i.H, schönste Sommerfrische Mackjanburga j-t direkt an Wald und waaer. Pralawsrta Pension mit baater Verpflegung Ruderboote•Anteltport• Freibad Oaslhof«uf Llade Besitzer; Adolf Oobat □ R. s.- n\L an von ca. 300 Landparzellen ca. 100 verk. 1 Pa. Gartenboden, 20 Min. v. Bahn. Verkaufer Sonntag, Dienstag und Song- j abend im Restaurant ,Zu den drei Linden*, dtr.am BahnhofFredersdorf. yluLHleBcr, Berlin C. Gonardstr. 3- Wäscherel Kubasch Köpenick, Grünauer Sir. 45, liefert In erstklassiger Ausführung Beftbezflge 30, Laken 25, fadell. gerollfe Leibwäsche 15. Schonendsta Behandlung. Abholung Donnerstag.(M. d. SPD.) Quedlinburg die alte schöne Stadt Kostenlose Auskunft d. 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Die durchaehcnden Fahr- karten nach Amrum, Wyk und Westerland gelten auf der Hinfahrt nur über den Landweg, die Anfchlußkartcn können auf der Hinfahrt und auf der Rück- fahrt entweder über den Landweg oder über den Wasserweg(über Helgoland) benutzt werden. Reisende mit Fahrkarten»ach Wyk und Westerland haben de, Fahrt Über Helgoland«inen Zuschlag von 3 M. an Bord des Dampfers zu zahlen. Ferner werden schon in Berlin nach folgenden Bädern und Kurorten Anschlußkarten ab Hamburg ausgegeben: Nach Cuxhaven, Eutkn, Cckernförde, Kiel, Lübeck, Flensburg, Niendorf(Ostsee), Malcnte Sremsmühlcn, Trave- münde. Nach Bremen Roiddeich am 2. und 5. Juli. Abfahrt Lehrter Bahnhof um 23.99 Uhr. Fahrkarten werden ausgegeben nach Bremen 22,89 M., nach Emden Außenhafen 31,20 28., nach Norddeich 33,60 28. Außerdem werden durchgehende Fahrkarten nach Wilhclmshafcn und nach den ostfriestschcn Inseln: Nach Borkum 47,— M., nach Iuist 44,29 28., nach Langeoog 41,20 28., nach Norderney 40,30 M., nach Spiekeroog 4l,Z9 M. und nach Wangerooge 42 M. ausgegeben. Die Fahrkarten nach Borkum und Norderney gelten auf der Rückfahrt entweder über den Landweg oder über den Seeweg(über Helgoland). Ferner werden in Berlin Anschlußkartcn ab Bremen nach Amrum, Helgoland, Westerland(Sylt) und Wyk(Föhr) ausgegeben. Es werden nur Feriensonderzug-Rücksrchrkarten mit einer Gel- tungsdauer von zwei Monaten, vom Abfahrtstage an gerechnet, ausgegeben. Die Karten berechtigen auf der Hinfahrt nur zu dem Sonderzug, zu dem sie gelöst sind und, sofern Karten über die Zielslation oder eine Unterwegsstation hinaus ausgegeben werden, von dieser ab zu allen Zügen des allgemeinen Verkehrs. Bei Benutzung von zuschlagspflichtigen Zügen ist der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen(ausgenommen hiervon sind die Anschlußzüge von Hamburg und Bremen aus). Aus der Rückfahrt gellen die Sonderzugkarten für alle planmäßigen Eil- und Persanenzüg«. Bei Benutzung von zuschlagspflichtigen Zügen ist in jedem Falle der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. �Inhaber von Buchfahrkarten können bei der Hinfahrt auf der Anschlußstrecke und aus der Rückfahrt jederzeit die Fahrt beliebig oft und beliebig lange innerhalb der Geltungsdauer unterbrechen Inhabern von Ferienfonderzugkarten anderer Art ist bei der Hinfahrt auf der Anschlußstrecke einmalige, bei der Rückfahrt dreimalige Fahrtunterbrechung innerhalb der Geltungsdauer gestattet. Jedem Reisenden wird in diesem Jahr versuchsweise bei Ab- holung der Fahrkarten das Abteil bezeichnet, in dem er im Sonderzuo auf der Hinfahrt Platz zu nehmen hat. Für die Frei- Haltung des Platzes wird eine besondere Gebühr nicht erhoben. Das schriftliche Bestellverfahren für den Bezug der Fahrkarten wird beibehalten. Die Fahrkarten können also in Berlin nur schriftlich durch Ausfüllung der besonders hierfür vor- gesehenen Bestellkarten mit Rückantwort, die bei sämtlichen Berliner Fahrkartenausgaben Ansang nächster Woche kostenlos abgegebe» werden, bestellt werden. Die Vestellkarten sind nur durch die Post an die in den amtlichen Aushängen und im Uebersichtsheft bei jedem Sonderzuge angegebenen Fahrkartenausgabe einzusenden. Bestell- karte und Antwortkarte sind mit Anschrift und Freimarke zu ver- sehen. Die Bestellungen(Bestellkarten) für die im Juni verkehrenden Sonderzüge sind zum 30. Mai, für die im Juli und August verkehrenden Sonderzüge zum 13. Juni einzureichen. Bor d«m 3(1. Mai bzw. 13.. Juni eingehende Bestellungen müssen zur Ver- meidung von Benachteiligungen der richtig bestellenden Reisenden unbeantwortet und unberücksichtigt bleiben. Zur üie tzerbstjugenüweihen werden schon jetzt die Aufnahmen in folgenden Anmeldestellen unter Zahlung der Einschreibegebühr von M Pfennig entgegen» genommen: Berlin: Grohcs Schauspielhau»: I u g c n d s c k r c t a r i a t, FW 68, Lindenslr.Z, 2. Hof 2 Treppen, Zimmer 11, geöffnet von 9— 5 Ubr. Mittwochs und Freitags von 9—7 Ußr. S. Joseph, NW 21, WilbelmShavener Str. 48 (Vorwärls-Spcd), P. Kroll, N 65, Utrechter Str. 21(Restaurantl, 91. Hönisch, N 65, Müller- Ecke Utrcchter Str.(Vorwärls-Sped.). W. Hoffmann, N58, Lychcner Str. 8(Restaurant). H. Obst, N 54, Ackcrstraße 174(Vor- wärts-Sped.), P. Dobrohlaw, N 37, Swinemündcr Str. 11(Restaurant), K. Andcrfsvn, X31, Stialsundei Str. 19, E. Gertb, N 113. Greisenbagener Str. 22(Porwärls-Sped.), H. Fischer, N 20, Bastianstr. 7(Vorwärts-Sped.), P.-Dölz, NO 55, Jmmannelkirchstr. 24(Vorwärts-Sped.), 33. ffiüde, NO 18, Landsberger Allee 45 1, M.©artmann, 0 34, Königsberger Str. 37(Pboto- aejchästl, K. Melle, O 34, Petersburger Platz 4(Vorwärts-Sped), L. Witt- schütz, 0 34, Petersburger Str. 5(Rcskattrant), F. Arndt, O 27, jffi&tus- stratzc 38(Vorwärts-Sved.), F, Petfe, SO 36, Glogaucr Str. 30 vorn IV. V. Bobm. SO 36, Laüsitzer Platz 14/15(Vorwärts-Sped.). P, Lier, PO 26, Naunynstr. 9(Restaurants 38. Gallas, Baums ch u I e u w e g, Schräder- stratze 16 vorn III, E. Mcckelburg, Treptow, Graetzllr. 50(Vorwärts- Sped.), Frau Klawitter, Schönebcrg, Apostcl-PauIuS-Str� 7, R. Petrie, Schöncberg, Ebersstr. 70, Ratbmann, Schöncberg, Betziger Str. 27(Vor- wärts-Sped.). G. Schaudt, Friedenau, Bachestr. 9, Frau Ungerer. WilmerHdors, Hanauer Straße 43(Siedlung). K. Schönwetter, Ltchterfelde-West, Händelplatz 5, F. Hamburg, Steglitz, Schloß- straßc 103/ 38. Skubig, Steglitz, Ringstr. 7, Gartenh. III, G. Felgentreu, Lankwitz. Cbarloltenstr. 34 Eharlottenburg: Schiller-Ihealer: Vorwärts-Spedttio», Cbarlottenburg Sesenbeimer Stratze 1, ptr., Joachimie, Cbarlottenburg, Kaiierdamm 102 fVorwäits-Sped.j, Schulz, Charlottenburg, �Drohsenilr. 12, 1. Gartenh. III. Pusenial, Cbarlottenburg, Augsburger Str. 47, ptr., F. Schmidt, Cbar- lottenburg, Rosinenstr. 4(Laden), Deutscher VerkehrSbund, Charlottenburg. Bayreutbcr Str. 31. Pankow: Lyzeum: Konfumverkaussstellcu in �PaUkow, Wollanlstr. 102, Berliner Str. 47, Kissingcnstratze, und bei Max Schars- u e d t, Pankow-Süd, Spiekermannftraße 30. KonsumverkausS- stellen in Nieder schönhauson, Kaiser-Wilhclm-Sttage 79 und Kaiserwcg 60. Sil mal Lüutde ein mit P&sil geiuaschen untet amtlicher-•Aufsicht—! Vas ge-- u)a scherte Stück wurde au f seine festigkeif untersucht, und es ergab s im Hinblick auf ein so oftmaliges Uiaschen <>in ausserorden/l/c/t günstiges, aebnis für die Schonung des Oeivebes! Oibt es einen besseren beweis für die hochwertige beschaffen* heit eines IPas 'Denken Sie: 511 mal aetvaschen! Das entspricht bei regelmässigem uierwochenf Hohem IDaschen einer Oebrauchsdauer uon mehreren Jahrzehnten! P C JP S i l schcni um£ tüe Witsche in ctussererdeitdiMmm Masse l -Unterhaltung unö ÄAissen Setlage ües vorwärts Nach berühmten Mustern. Der dnMchaat ouale Iirich»vertrhr»mimster koch erschien zur Ab- stimm ung«der da, RepvblUschutzgeseh drei Minuten zu spät. der StationsvorstelM«:„verfluchte Summelei! da fahrt Ihr Aug. wie könne» Sie es wagen,, drei volle Minuten nach flbgangszeit zu erscheinen!" der Schaffner:„Verzeihung, ich habe mir am Herrn Minister ein Seispiel genommen." öeethoven unö öas Liebespaar. Von Wilhelm Schäfer. Obwohl Ludwig van Beethoven in seiner ersten Wiener Zeit noch wenig von der Huldigung erfuhr, die wir ihm dankbar und staunend widmen würden, wenn er noch lebt«, war er von der Be- deutung seiner Kunst doch schon erfüllt und manches wird von der Heftigkeit berichtet, wenn einer ihm darin zuwider war. Besonders, als er selber— noch im Besitz des äußeren Gehörs— in vor» nehmen Häusern abends am Klavier sich hören ließ in freien Fantasien. So war er mehrmals in einem adligen Haus eingeladen, wo ihn die Tochter sehr oerehrte; und weil er wußte, daß sie sein Spiel verstand wie wenige, obwohl sie menschlich zu ihm in schöner Kühle blieb, so dachte er sie eines Tages zu überraschen, indem er vor einer größeren Gesellschaft in ihrem väterlichen Hause unvermutet statt einer freien Fantasie die fertige Sonate Nummer sechzehn spielte. Jenes sonderbare Stück, das mit einer Art von Gelächter auf dem hohen C beginnt und— über eine Oktave gleich einer Treppe in den Zirkus hinunterlaufend— ein kräftiges Spiel der Synkopen vorführt: wie wenn statt der eleganten Dressur der hohen Schule ein tollkühner Reiter auf einmal die Naturtraft eines un- gezähmten Hengstes bändigte, so daß die wilden Seitensprünge, statt die Musik zu stören, ihr eigentlicher und für die Zuschauer un. erhörter Inhalt würden. Nun aber war zum gleichen Abend ein junger Kaufmannssohn geladen, der die Tochter des Hauses im geheimen und— weil sie eine Gräfin, er nur ein Bürger war— ohne Hoffnung verehrt«. Ein trotziger und feiner Mensch, der vor der großen Revolution in Frankreich gewesen war und durch die schlimmsten Greuel in der Hauptstadt ausgehalten hatte. Er war wie alle guten Deutschen jener Zeit angeblasen vom Sturmwind der Menschenrechte und ging mit seiner Gesinnung im Wien der ränkevollen Thugut-Zeiten nicht unbehindert herum. Durch die Bemühungen einer freigesinnten Tante war er zum Abend geladen worden, mit seiner Tracht und Haltung der gezierten Gesellschaft zum Teil eine unangenehme Er- scheinung, so daß er selber verlegen und trotzig wurde, äußerlich noch die eingelernten Redesormen und Verbeugungen mitmachte, durch die Haltung des geschorenen Nackens und den ungehinderten Blick seiner hellbraunen Auge» aber deutlich seine Auflehnung ver- riet, so daß ihn wiederum der Fürst Lichnowski, der als berühmter Gönner des jungen Komponisten auch zugegen war. der gutgesinnten Tante al» das lebendige Sinnbild der Beethooenschen Musik scherz- bast bezeichnen tonnte, die aus den Haydnschen und Mozartschen Formen genau so trotzig wie dieser junge Mann ihr menschliches Gesicht erhöbe. Wenn nun ins schimmernde Kerzenlicht, in das rauschend« Ge> knister der seidenen Gewänder und in die lispelnden Scherze der alten Herren auf einmal, noch einer winkend hergestellten Stille, das trotzig-helle Gelächter der Sonate in die hämmernden Akkorde hinunterlief, um dann mit den gewohnten Läufen der Salonmusik einen wilden Wirbeltayz aufzuführen, dar immer wieder durch die Ouerschläge der Synkopen gebändigt wurde: da verschwand das «mgelernte süße Lächeln der Hingebung an die Musik nacheinander von den Gesichtern. Den jungen Goldschmied aber, der vor Er» reaung zitlerte und bloß wurde, überkam es, wie wenn er selber auf einmal in diese zierlichen Gesellschaitsräume hinein von seinen� trotzigen Gedanken laut zu sprechen begänne. So überraschend war diese Gewalt für ihn, der bis dahin selten Musik gehört und sie als Spielerei fast verachtet hatte, daß er, rückgelehnt an einen Tür- pseiler, mit beiden Händen das lackierte Holz umspannte, und wie der angeschmiedete Prometheus, nur ausgerichtet, unvermutet manchem der Gäste zu der trotzigen Musik«in trotziges Schau- spiel gab. Wi« dann endlich, aufatmend nach den starken Schlägen, das Adagio im Zauberspiel d«r Triller den Drang der Jugend noch einmal wiederholte und auf seiner Melodie nur eine einzige süße Bitte hinzutragen schien, da trat die schöne Tochter des Hauses, gleich überwältigt von der künstlerischen und menschlichen Bewegung dieses Ereignisses, vor aller Augen frei zu dem jungen Menschen hin. So daß sie, an den anderen Pfeiler der Tür gelehnt, nur in gelassener Schönheit aufgerichtet und fast ein wenig demütig der trotzigen Musik zugeneigt, für diejenigen, die im Nebensaal den Tönen lauschten, mit dem Jüngling ein schönes Wächterpaar zu dem Raum darstellten, darin, von den Kerzen grell beleuchtet, Beethoven olle miteinander die Lebensgewalt feiner Kunst trotzig und bc- zwingend fühlen ließ. Wer das Adagio kennt, weiß auch, mit welchem süßen, ver- bastenen Jubel es im Diskant beginnt und wie der aufsteigenden Frage darin der Baß mit der gleichen Figur antwortet, gleich ihm von L zu V ansteigend, nur daß er das unsichere Rankenwerk der Fragen zweimal mit einem longanhaltenden G, gleichsam mit einem niverbrüchlichen Ja beantwortet. Aber wie die beiden Stimmen lich vereinigten, nicht zum Zwiegesang, sondern zur klaren Ein- stimmigkeit, die mit Oktaven in großen Gängen ihren Jubel in jene Wehmut hüllt, darin das höchste Glück aller menschlichen Ver- cinigung stets in Todesnähe geführt wird: da waren die jungen Menschen in der Tür nicht mehr die Sinnbilder der Musik, da war Beethoven mit seinen zuckenden Händen, mit der innigen Gewalt feiner Töne nur noch der Musikant, der, ihren Herzen horchend, das Geheimnis ihrer großen Liebe sang. So daß der wundervolle Ring des Lebens, der in der Kunst behütet liegt, hier einmal ganz geschlossen war, indem er die Wirkung der Musik gleichsam ihrem Ursprung zurückkehrte: aus den Herzen dieser Liebenden in den Spieler, und aus seiner Seele, wie in einem dunklen See geklärt, hell zu ihnen zurückfließend.. St« hatten bis zu dieser Stund« noch kein Wort der Liebe zueinander gesprochen, und sie standen auch jetzt noch mit ab- gewandten Blicken gegeneinander da. doch waren ihre Seelen im süßen Strom von diesen Tönen inniger vereint, als sie es jemals wieder werden konnten. Als darum nach dem stillen Ausklang das freche Rondo«inletzte, darin die Kraft der Synkopen und die süßen Triller des Adagio im Uebermut zum Teufel geworfen und mit Armen und Beinen ein Tanz der Ausgelassenheit begonnen wurde, da faßte den jungen Menschen, der trotz aller genossenen Sicherheit der Lieb« noch die Hindernisse zwischen sich und seiner Geliebten sah. eine heftige Angst, daß im Trubel dieser ausgelassenen Töne alles wieder versinken könnte wie ein erträumtes Luftschloß. Er hielt zwar noch den Pfeiler umfaßt und fester noch als vorher, aber nur. um nicht die Hände nach ihr auszustrecken und schluchzend in Sehnsucht und Erlösung vor ihr hinzusinken. Auch ließ er all« Vorsicht fahren und begann, die Augen fest auf sie gerichtet, mit heißen Flüsterworten aus sie einzusprechen, indessen sich die Klänge. die so stark in ihren Seelen gewesen waren, von ihnen entseriürn wie ein« gleichgültige Tanzmusik. Sie gab ihm keine Antwort, stand nur»och imnier wie von der Seligkeit der Töne im Adagio beschüttet, da, und nahm dir Huldigung und das Geständnis dieser heißen jungmännlichen Seele und die trotzige Kraft darin in einer traunrHaften Erhöhung aller Gefühle hin. So daß, als nach dem langa-r Ärejccndo, wo das tiefe O im Baß wi« der sichere Ernst einer nur äußerlich noch scherzenden Sestle liegen bleibt und nach ejiuigen Oktovengängen immer wieder fast störend in den Tanz hinein ein G gerufen wird als eine letzte, schon fast überflüssige Frage,, die sich dann wieder mit einer Art von Kopsschütteln über das Cfc hinauf ganz in den Uebermut d«s Rondos hineinwirft, um im selben Augenblick zu stocken, gleichsam sich im Tanz der süßen Zlhelodie erinnernd: so daß an dieser Stelle die beiden Liebenden voy: aller Besinnung ver» lassen dastanden, und in die Pausen hineiy zweunal die heißen Flüsterwort« des Jünglings allen vernehmlicht klangen. Keinen so verletzend wie den blassen Spiel er, der beim erst«nmal aufzuckend noch sein« Beherrschung wiederfy nd, btim zwestenmal jedoch, wo mit dem langen Triller im Baß das talle Presto ein- setzen muß— auch wohl aus der Erregung� seiner Musik— mit beiden Fäusten furchtbar in das Klavier hirrstihieb, einen Augenblick kopfschüttelnd wie ein Irrsinniger mit vssenem Mund dasaß, dann aufsprang und mitten in die sesllichen Stäume, in das schöne Kerzenlicht, in die erschrocken« Stille der andev.»n und in die träum» hast oerzerrten Gesichter der beiden laut wnd mit dem fremden Klang seiner rheinischen Stimme wütend hiiz�nschrir:„Für solche Schweine spiele ich nicht!" Niemals, solange die weiß und golden gestrichenen Wände dieses Hauses und die zart geblümten Möbel, dastanden, war ein solches Wort hineingefallen. Nun blieb es wife. ein von der Straße durch die splitternden Scheiben geworfener Syejn daliqgen, bis alles durcheinander rannte, ihn auszuheben. Noch immer standen die beiden Liebenden in ihrer Tür, aus der FillZc ihrer Vereinigung grausam ausgefchreckt und aller Verhüllung dey Musik beraubt, wie nackt inmitten peinlich verlegener und hämischer Gesichter. Aber wenn bisher nur der hitzige Kaerfmannssohn zu der kühlen und schweigsamen Grafentochter gespro.hen hatte, und wenn es nun einen Augenblick lang schien, als tik er wi««in schlecht erzogener Eindringling in der durch ihn so rrinlich gestörten vor- nehmen Gesellschaft dastehen sollte, nun endflich fand auch sie das Menschenwort zu solcher Kunst in ihrem Heix»:". obwohl die Herr- lichen Lippen noch immer geschlossen bliebe», und nur in ihren tiefblauen Augen das Licht von allen Kerzen hm Saal auf einmal funkelte. Erst schien es. als ob sie zürnest� vor den tückischen Musiker hintreten wollte, gleich aber hemmye sie den Schritt und wandte sich, rückblickend und beide Hände Aach ihm hinstreckend, ihrem Partner zu. Der griff sie frei und kiityi: und mährend diejenigen aufsprangen, die noch dagesessen hattest, und all« anderen im Bann dieser seltsamen Handlung regungslos dastanden, gingen die Liebenden, vor aller Augen einfach uad sicher umschlungen, stillen Schrittes aus dem Saal hinaus. Der nächste hinter ihnen war Beethoven., ner düfter und schwei- gend das Hau» verließ, das er nach diese»»: Abend nicht mehr betrat, so oft und eindringlich er auch von viefcrrmögenden Freunden darum gebeten wurde. Als nach einten Wochen heftigen Kampfes die ösfentlich« Verlobung der beide»» preisgegeben wurde, sandte er den ersten Druck der sechsten Sonate mit einer Widmung der jungen Gräfin zu. Sie bewahrte den Drwk als ein sehr teures Heiligtum, doch lehnte sie die Widmung ab in einem Brief, der noch nach seinem Tode bei den Papieren des Meisters gefunden wurde, später aber auf unerklärlichS Weise wloren ging. So ist der Wortlaut uns nicht mehr erhalten, jedoch'der Sinn und Inhalt, der nach den Berichten eine in klaren Worterz gefaßte Meinung ge- wesen ist: daß auch die größte Kunst des Arößten Meisters nur eine Dienerin des Lebens sei, aus dessen ewigen Tiefen ihre Sterne einen Trost herleuchten dürften in einem deymitig g«borgten, nicht im eigenen Licht. Ob dieser Brief ihm auch zum Aergernis geworden ist, hat nie jemand erfahren: doch will man wissen, daß �di« fünf Sonaten, die mit der sechzehnten beginnend, ganz ohne Widmung erschienen sind, während all« früheren seinen Freunden und �Freundinnen nament- lich gewidmet waren, heimlich den Namen jen«r Grafentochter tragen, deren schönste Musik er einmal spielen, durfte. Faultiere als Eltern unö Liebesleute. Faultiere dürften heutzutage eigentlich gar nicht mehr auf der Erde leben sondern gehörten auf einen entfernten Planeten, wo die Zell vom Morgen zum Abend n-cht stiegt, sondern schleicht und kriecht. Niemand könnte in der Einbildungskraft ein Faultier er- sinnen. Laß dir von einen, phantasiebegabte» Freund, der nie ein Faultier gesehen hat, beschreiben, wie er sich dies Tier vorstellt, und feine kühnsten Schilderungen werden weit hinter der Wirtlichkeit zurückbleiben. In Ruhestellung hängt das Faultier des iüdamen- konischen Dschungels, zu einer Kugel zusammengerollt, am Baun, und ist dann von einem Laubbüschel nicht zu unterscheiden. In Be- wegung erreicht es manchmal nicht die Geschwindigkeit des kleinen Uhrzeigers. Betrachtet man die hofsnungslos unzulänglichen Be- wegun�en dieses unförmigen Heudündel?, so wandelt sich schnell erstes staunen m Mitleid, daim in Ungeduld. Schließlich fühlt man beinahe Ekel, wenn man sich vorstellt, daß ein ganzes Leben auf diese Weise hingebracht wird. Gerade da tappt aber das Faultier blind auf uns zu, weil es uns für einen kahlen, emblätterten Baun, hält. Wieder wechseln unser« Empfindungen, diesmal zu reinen, Entzücken, wenn ein Faulticrbaby fein unbeschreiblich ulkiges Ge- sicht von der Mutterbrust hebt, uns zuwendet und den einen Ton, da« hohe, pfeifend« Quietschen, von sich gibt, das bei den Faultieren Gesang, Ruf, Unterhaltung, Wispern, Zank und Hymnus ist. Das Klein« der Mutter wegzunehmen, ist so mühsam, wir eine Klette aus dem Haar zu Nauden: ist es aber einmal losgelöst, dam, hakt es sich zufrieden an unsere Kleider und klettert lengsam herum. Der einzige Widerstand, den eine Faultiermutter gegen die Weg- nahm« ihres Jungen leiftch besteht in dem ren, mechanischen Fest- halten der winzigen Klanen des Kleinen in dem langen mütterliche» Pelz. Der auch in Deutschland durch sein Galapagosbuch bekannt- gewordene amerikanische Forscher William B e e b e hat in den Ur- wäldern Guyas das Leben dieser scttsamen Geschöpfe studiert und erzählt davon in einem ausgezeichneten, in den nächsten Tagen Bei F. A. Brockhaus in Leipzig erscheinenden Buch„Dschungel- leben".(Die Originalausgabe steht aus der Liste der 37 Bücher, die Amerika statt seines Anteils von 40 dem Völkerbundausschuß für wissenschaftliche Zusammenarbeit für das Jahr lS25 geliefert hat.) „Ich habe einmal", so berichtet der Forscher,„ein junges Foultier der Mutter abgenommen und es an einem Ast in anderthalb Meter' Entfernung aufgehängt. Da. es hungrig war, ließ es sofort sein hohles, durchdringendes dünnes Pfeifen hören. Das Faulstier achtet aus keinen anderen Laut, der nur einen halben Ton höher oder tiefer liegt, aber sein schwaches Gehör nt gerade auf diese Ton- schwingung abgestimmt. Die Mutter setzt sich also langsam in der Richtung, aus der der Laut gekommen ist» in Bewegung. Es ist der allerkritsschste Augenblick im Leben des jungen Tieres; trotzdem habe ich verschiedene Male gesehen, wie die Mutter, nur einen halben Meter entfernt, an dem kleinen Kerl vorbeihongelte; ohne nach rechts oder links zu blicken, bummelte sie stumpfsinnig und un- beeinflußbar an den höheren Aesten geradeaus weiter, während ih? Baby einige Zentimeter abseits vergebens nach ihr rief. Ein geraubtes Kind, das in einer Bergfeitung oder in der Großstadtuntcr- well rerborgen gehalten wird, ist nicht hossnungsloser für seine Eltern verloren, als dieses Junge bei hellichtem Toqe in einer Faul- tierläng« Entfernung von seiner Mutter. Ein Flintenschliß. der dicht am Ohr eines Fauttiers abgefeuert wird, macht gewöhnlich nicht den geringsten Eindruck. Weder Blumenduft, nach Säuregeruch, noch Aasgestank erzeugen irgendwelche Reaktion; man kann ein schlafendes Faultier mit aller Macht schütteln, ohne es zu wecken: weder ein wehendes rotes Tuch noch eine Schlott« in nächster Nähe lassen in den stumpfen Augen einen Glanz von Neugier oder Furcht aufleuchten. Hält man es eine erstaunlich lange Zeit unter Wasser, so ist ihm das zwar ungemütlich, aber nicht gefährlich. Wenn man bedenkt, welch fortgesetzter Komps für die meisten Tiere das Leben ist, selbst wenn sie mit den schärfsten Sinnen und den machtoollsten Waffen ausgerüstet sind, so scheint es unglaublich, daß sich ein Faul. tier in dem übervölkerten Tropendschungel behaupten kann. Von der Geburt bis zum Tode klettert es langsam aus großen Bäumen herum, nimmt sich bequem Zctt zum Fressen, oerrichtet dos Liebesaesthäst ohne Erregung und sorgt beinahe mechanisch für seine Jungen. Aus dem festen Boden'erwartet es ein Heer von Feinden, während es auf den höheren Aesten gelegentlich vor allem Riesenschlangen, kletternde Jaguare und, als Schlimmstes, die Krallen der Harpyie zu fürchten hat. Seine Kampfmittel sind ein Witz— ein langsames, harmloses Schnappen und ein schlapper lväftog mit Arm und Klauen, dem jedes Tier ausweichen kann, das nicht'selbst ein Faultier ist. Trotz seiner scheinbaren Hilflos, gkeit. hat das Faultier jedoch eine» Schutz, um de» es viele weit intelli- gentere Tiere beneiden könnten. Kein Igel oder Gürteltier kann sich zu einer so vollkommenen Kugel zusammenrollen wie«in Faul- tier, das in luftiger Höhe an einem schwingenden Zweig hängt und Kopf, Füße und Beine ganz eng nach innen ziebt. Diese Stellung läßt den Betrachter nicht im mindesten an ein lebendiges Tier denken, stellt aber sehr gut ein Termitennest oder ein Büschel welker Blätter vor. Mehr noch: ein Dutzend Faultiere kann in den Bäumen in nächster Nähe hängen, ohne daß die geringste Andeu- tung eines Geruches von ihnen ausginge. Ein Babyfaultier riecht nicht einmal wie ein Baby: das alles ist ein Teil des verbergenden >Zoub«rmantels. Die Stimme, die ohnedies selten erhoben wird, hat«inen merkwürdigen, unanimalischen Charakter, und sie ist dabei so bauchrednerisch, daß sie niemals verrät, woher und von wem sie kommt. Ich habe einmal eine Faultierinsel gefunden— einen großen, durch einen tiefen Graben abgegrenzten Kreis, in dem die ttaultiere auf einigen Stämmchen herumkletterten und fraßen. Haupt- sächlich aber schliefen. Manches, was ich hier aus unmittelbarer Nähe sah, war so seltsam, daß man es nicht für möglich gehalten hätte. Ich beobachtete einmal zwei Liebesszenen, die zu nichts Ernsterem führten, als mich zu amüsieren. In einer tiefliegenden Gabelung schlief ein Weibchen. Es war zu einer vollkommenen Kugel zusammengerollt, deren Inneres ein vier Wochen altes Kind barg. Zwei Meter darüber befand sich ein Männchen, das neun Stunden ohne Unterbrechung geschlafen hatte. Angetrieben von einem Ausbruch von Leidenschaft hatte es sich longsam auseinandergewickelt und war herabgeklettsrt. Bei der schlafenden Schönen angekommen, streckte es eine Klaue aus und berührte versuchsweise ihre Schulter. Noch langsamer grub sie den Kaps und den langen Hals aus und stierte in alle Richtungen, nur nicht in die richtige. Schließlich erblickte sie den Freier und wandte sich ob als ob sie den Anblick nicht ertragen könnte. Wieder be» rührte er ihren baumstarken Nacken, doch nun loderte die ganze flammende Wut der Mutter über die Annäherungsversuche eines Fremden hell auf. Sie machte mit unglaublicher Langsamkeit und Anstrengung einen Arm frei, holte langsam aus und begann mit Arm und Klauen einen Schlag nach vorwärts zu führen. Inzwischen hatte der Kavalier seine Stellung verändert und der Schlag schwang ins Leere, wobei sie beinahe vom Zweig herabgefallen wäre. Der abgeblitzte Liebhaber wandte sich mit lckngsamer Würde ab und kehrte zu seinem Lagerplatz zurück, wo er sofort in tiefen Schlaf oersiel. Sicher haben keine aufregenden Träume seinen Frieden gestört. Bei der zweiten Liebesszene war es dem Freier schon ge> lungen, mit den Klauen das Rückenfell der Dame zu fassen, ehe sie erwachte. Sobald sie die Lage übersah, machte sie sich davon, kletterte bis zum höchsten Zweig, kehrte, da das Männchen ihr ge- folgt war, über den Zudringlichen hinweg, wieder hinunter, und ließ ihn in luftiger Höhe sitzen. Er sah sich eifrig um und streckte, in der Meinung, seine Dulcinea vor sich zu haben, den Arm nach einem— großen grünen Leguan aus, der auf dem Nachbarzweig Ichlief. Eine Stund« lang baumelte er suchend umher, dann gab er es auf, um schlafen zu gehen. Bei solchen und ähnlichen leiden- schastlichen Krisen geben die Tiere keinen Laut von sich, und nicht» erschüttert die eiserne Ruhe ihrer Haltung." Gedanken über öäume. Von Prenkice Vlulford. Glücklich bist du, wenn du Bäume liebst! Zumal wildwachsende, die dort stehen, wohin die große schöpferische Kraft sie stellte, Bäume, die der Pflege des Menschen nicht bedürfen I Denn alle Dinge, die wir wild oder naturhaft nennen, sind dem unendlichen Geiste näher als jene, die der Mensch, indem er sie sich dienstbar machte, störte und verkünstelte. Sie sind dem unendlichen Geiste näher und haben des- halb mehr Kraft aus dem Ursprung, mehr Geist aus dem Ursprung in sich! Hierin liegt der Grund, warum' wir inmitten einer großen ungestörten Natur, im Forst und in den Bergen, eine so unbe- schreibliche Heiterkeit und Freiheit empfinden! Wir atmen dort ein Clement, das Baum, Bogel und Tier und jegliche Offenbarung des unendlichen Geistes um uns herum unauf- hörlich verströmt. Dies ist ein wohltuender Strom, ist mehr als Luft. Dies ist Kraft und Geist, die uns die Stadt nicht geben kann und nicht der wohlgepflegte Garten! Denn dort haben Pflanzen und Bäume zuviel vom Menschengeist in sich, vom Geist, der wähnt, er könne das Weltall verbessern! Denn der Mensch wähnt, diese Welt sei unfertig! Glücklich bist du, wenn dir eine lebendige, zärtliche und ernste Liebe zu wilden Bäumen, Tieren und Vögeln gegeben ist oder wenn du diese erlangen willst! Wenn du Baum und Tier aus dem gleichen Herzen und Geist fließend und geschasfen lveißt wie dich selbst! Wenn du fähig wirst zu glauben, daß sie dir für die Liebe, die du ihnen schenkst, etwas Köstliches zurückzugeben vermögen! Denn siehe, der wilde Baum ist deiner Liebe nicht stumm. Er fühlt sie. Diese Liebe ist nicht Mythos, nicht pure Einbildung! Diese Liebe ist wirkliches Element, wirkliche Kraft, die der Baum aus dich überträgt! Du bist ein Teil und Besitz des unendlichen Geistes— der Baum ist ein anderer Teil und Besitz des unendlichen Geistes. Er hat Leben, Denken, Intelligenz. Du hast mehr Leben, Denken, Intelligenz und wirst immer noch mehr davon haben!(Liebe ist ein Element, das, wenngleich unsichtbar, wirklich ist, wie Luft und Wasser. Liebe ist tätige, lebendige, drängende Kraft. In der größeren Well des Lebens, die uns unsichtbar überall umgibt, flutet sie in Wellen und Strömen, wie die Wellen und Ströme des Weltmeeres.) Du lachst vielleicht bei dem Gedanken an einen Baum, der Gemüt hat, der denkt? Aber der Baum ist vielfach ebenso organi- siert wie du. Sieh, er hat als Blut seinen Saft und dessen Kreislauf dazu. Er hat feine Haut— die Rinde. Er hat als Lungen seine Blätter. Er muß sich nähren und nimmt seine Nahrung aus der Erde, Luft und Sonne. Er vaßt sich den Verhältnissen an. Die Eiche, die an ungeschützten Plätzen wächst, schlägt ihre Wurzesir tiefer in den Boden, um dem Stunn widerstehen zu können. Die Fichten, die dicht nebeneinander stehen, haben nur schwache Wurzeln — sie vertrauen der Zahl, die den Stunn bricht. Die empfindende Pflanze bebt bei der Annäherung der Menschenhand zurück. Viele wilde Pflanzen wollen, gleich den Indianern, unter den Bedingun- gen der Kultur nicht gedeihen. Vernichtet die Wälder: und ihr vernichtet für eine gewisse Zeil das strömende Liebeselement der Bäume! Ersetzt den wilden Baum durch exotische Gewächse und gezogene Varietät: und dieses Element ist verfälscht und seine Kraft geschwächt! Bedeckt die ganze Erde mit Städten und Städtchen, Dörfern und bebauten Feldern: und ihr müßt euch mit dem Surrogat einer lebenspendenden Kraft be- gnügen, die in ihrer echten Frische� und Fülle nur die Wälder schenken! Seht Bäume nur daraufhin an, ob sie als Brenn- und Bauholz wohl geeignet sind: und sie werden euch kein Leben geben, kein Leben und keine Liebe! Wie fühlst du gegen einen Menschen. der dich lediglich als Ding ohne Geist und Sinn betrachtet? So fühlt der Baum gegen dich, wenn er dir nicht mehr ist als Brenn- und Bauholz! Die Bäume schenken unaufhörlich ein Element des Lebens, das wir so nötig haben wie die Luft, die wir atmen. Die Arbeit des Menschen, fertiggestellt, haucht Staub und Ver- fall. In unseren großen Städten atmen wir Staub und wieder Staub. In diesem Weltall ist nichts ohne Bewegung, nichts in absoluter Ruhe. Unsere Häuser von Stein, Ziegel und Mörtel sind immerfort in Bewegung. Langsam und unmerklich reiben sie sich zu unfühlbarem Staub ab. Schau dir den Staub an, der sich an einem einzigen Tage in deiner»Stube anhäuft, auf Sims und Tisch und Kleidung, auch wenn die Fenster nicht geöffnet wurden! Eine riesenhafte, immer bewegliche Kraft ist am Werke, alles, was in ihr Bereich fällt, zu zerstückeln! Laß einen Sonnenstrahl durch einen Spall der Jalousie dringen und sieh die unzähligen Stäubchen. die in ihm fluten. Und nun denk an die Myriaden derer, die zu winzig sind, um als Atoms zu gelten, und die unsichtbar bleiben! All das ist Element zweiter Güte. Körper und Geist nehmen es auf, absorbieren es. Aber die Bäume und alle Dinge der Natur schenken ein Element erster Güte: das Leben in seiner Fülle, das Leben vom Ursprung.(U-bertr-gung von M-r H- 1, c r.) Wie viel Menlcben gibt es? Während man früher über die Zahl der Bewohner der Erde auf recht unsichere Schätzungen angewiesen war, ist es jetzt möglich, genauere Zahlen anzugeben und annähernd zu bestimmen, wie sich, die Bevölkerung der Erde aus die einzelnen Rassen und Völker ver-. teilt. In einer Gesamtübersicht über die Bevölkerung der Er�e,. die von Alois Müller in der Zeitschrist für Geopolitik nach dcn neuesten Zählungsergebnissen gegeben wird, unterscheidet der G:- lehrte achtzehn Bölkergruppen, die er nach der Zahl ihrer Mit- glieder ordnet. An erster Stelle steht die europäisch-amerikanischc Völkergruppe mit 658 Millionen Menschen, dann folgt die ou- asiatische mit 576 Millionen, die indische mit 317 Millionen, darun schließen sich die Neger mit 107 Millionen, die Orientalen itw 100 Millionen und die Malaien mit 67 Millionen. Die Angehörige»? der zwölf übrigen Völkergruppen sind sehr viel weniger zahlreich:: so haben die Indianer 14 Millionen, die Juden 13,2 Millionen, d e- Tungusen 12 Millionen, die Mongolen 3,5 Millionen, die Armenier' 2.9 Millionen. An der Spitze der europäisch-amerikanischcn Völkergruppe, me wieder in zwölf Untergruppen zerfällt, stehen zahlenmäßig d-c Germanen mit 250 Millionen: dann folgen die Romansji mir 207 Millionen und die Slaven mit 165 Millionen. Zu den klenjprcn Untergruppen gehören die Iren mit 12 Millionen, die MadjÄpr mit 10 Millionen, die Georgier mit 6,9 Millionen und die Esch Finnen mit 4,7 Millionen. Der verbreitetste Stamm der Germanen: sind die Angelsachsen mit 133 Millionen: dann kommen die- Deutschen mit 79 Millionen, von denen 60,2 Millionen im Deutschen Reich, 8 Millionen in den Vereinigten Staaten, 6,1 Millionen in Oesterreich, 3,1 Millionen in der Tschechoslowakei, 1 Million in Polen wohnen. Den dritten Platz in der europäisch-amerikanischcn Völkergruppe nehmen die Spanier ein, von denen 22 Millionen: Spanien und 43 Millionest Südamerika bevölkern. Es folgen dw Italiener mit 46 und die Franzosen mit 44 Millionen, von dr.� letzteren leben 35,2 Millionen in Frankreich und 3,25 Millionen in Belgien. Unter den Ostasiaten sind die Chinesen mit 430 Millionen» die weitaus zahlreichsten: die Japaner und Koreaner sind nur mit 80 Millionen beteiligt. Drei Millionen Juden wohnen in Polen» 2.8 Millionen in Sowjet-Rußland, 2 Millionen in den Vereinigten Staaten, 820 000 in Rumänien und 600 000 in Deutschland. Die Vermehrung der Erdbevölkerung hat im letzten Iii Jahrhundert riesige Fortschritt« gemacht. Während man 1800 775 Mil- lionen Menschen als Bewohner der gesamten Erde schätzte, waren es 1900 1564 und 1925 1864 Millionen.. Merkwürdigerweise haben sich unter allen Völkern die Malaien am meisten vermehrt. Ihre Zahl hat sich also mehr als versechsfacht und ihr prozentualer. Anteil an der Gesamtbevölkerung verdreifacht. Die Völkergruppe, die sich danach am meisten vermehrt hat, die europäisch-ameri- konische, ist aus das Dreieinhalbfache angewachsen, nämlich von 185 auf 685 Millionen: ihr prozentualer Anteil an der Gesamt-- beoölkerung hat sich von 23,9 auf 35,3 Proz. erhöht. Dabei ist der Anteil der eigentlichen Europäer, der 1800 noch neun Zehntel betrug, bis 1900 auf drei Viertel und bis 1925 auf zwei Drittel zurückgegangen. Während die eigentlichen Europäer sich in diesen, Zeitabschnitt nicht ganz vervierfachten, haben sich die außereuro- päischen Mitglieder dieser Völkergruppe verzwölfsacht. m m Mm GUTS QUALITÄTEN 2U BEiimniilS opEISEN Smen-Arttkel Damen- ckAeidtma Badewaicke OdssKsrncisn gefütterte Brost, mit 2 Kragen....... yrö'.stin t'.;,,' /.t Oberhemden mit 1 Kragen.. 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Mai 1927 zeigt deutlich die Schwan- kungen der Zahl der Arbeitslosen von ihrem hoch st en Stand 1695.1 mss Die Ai*l>e 1 1 slo s e i t in Deutschland 1926«.1997 In 1000 Personet» i. 1. i. i. i. 1. i. i. 1. 1. i. i. i. i. 1. i. 1. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. 15. .5 F HÄMO JA SONDJ FHAM i i 6 l<» a» von zwei Millionen und S8 Tausend im Februar 1 9 26 bis auf eine Million und 306 Tausend im November 1926, eine erneute Steigerung zunächst auf eine Million 436 Tausend bis zu einer Million 746 Tausend am 1. Januar 1927. Bis zum 1. März erfolgte ein Rückgang um 60 Tausend, der zunächst wieder den Stand von Mitte Dezember erreicht« und dann allmählich die Zahl von 871899 Arbeitslesen am 1. Mai 1 9 2 7 erreichte. Dem Unternehmertum erscheint die Zahl dieser Arbeitslosenreserve, die sich im Laufe des Sommers wohl noch etwas weiter verringert, dattn ober wieder höher gehen wird, als zu gering. m, 166.« 179.5 In 1000 Personen .173., Mann er 166»\l60-» Frauen 159 Die Arteitslosi�keit in Berlin Januar"Mai 1997 99.» Z o.--o...0 93., 99.6 "•6...e. 90., 52.5 ■•O. 79.. •■-6 -I_ I_ L 3. 10. 11.21. 31. 7. 11.21.26.7. 19. 21. 25. 9. 11. 18. 25. 2. 9. Ib. Januar Fetruar Mar 2. April Mai Die Arbeitslosigkeit in Berlin, die Ende Januar ihren höchsten Stand in diesem Jahre mit nahezu 199 999 männlichen Arbeitslosen erreicht hatte, weist seit Ende Februar eine ununter- brochene Abwärtsbewegung bis 138 499 männlichen und 74 499 weiblichen Arbeitslosen Mitte Mai auf. Bemerkenswert ist, daß während die Zahl der männlichen Arbeitslosen im Lause des Januar von 179 699 auf 189 999 stiegt, die der weiblichen von 99 899 auf 93 999 zurückging und auch im Februar eine stärkere Senkung auswies als die der männlichen Arbeitslosen. Bis zum 4. April war die Zahl der weiblichen Ar- beitslosen auf 77 899 gefallen und ging seitdem nur langsam zurück bis auf 74 499. Nach den Berichten des Berliner Landesarbeitsamts über die Zahl der Arbeitsuchenden bei den Arbeitsnachweisen sind gegen- wärtig in Berlin noch 138 373 männliche und 74 363 weibliche, ins- gesamt 212 736 Arbeitslose. Ein Vergleich zwischen der Arbeitslosenzahl im Reiche und der in Berlin ergibt für Berlin einen verhältnismäßig großen Anteil an der gesamten Arbeitslosigkeit. Uns erscheint das cheer der in- dustriellen Reservearmee, zumal in Berlin, in der günstigsten Jahres- zeit noch viel zu hoch. Der Streik der Steindruckereihilfsarbeiter beendet. Am 19. Mai wurde erneut mit der Unternehmerorganisation über die Forderungen des Steindruckereihilfspersonals verhandelt. Nach längeren Beratungen war es möglich, einen neuen Lohn- t 0 r i f abzuschließen, und zwar insofern, daßab6. MaieinZu- s ch l 0 g v 0 n 3 P r 0 z. auf die Tariflöhne erfolgt. Gleichzeitig ist der alte, seit Mai 1926 nicht mehr bestehende Tarifoertragwieder inKraftgesetzt worden, so daß also jetzt die tariflose Zeit für das Steindruckereihilfspersonal beendet ist. Die Versammlung der Streikenden hat beschlosien, Lohn- und Manteltarifvertrag an zu- nehmen, wodurch der Streik beendet ist. An unsere Genossen im Schuhmacherverband! Uns wird geschrieben: Am Mittwoch tagte eine Mitgliederver- sammlung des Zentralverbandes der Schuhmacher. Kollege� e ß l e r, Jugendsekretär im Ortsausschuß Berlin des ADGB, referierte über „Berufsschule und Gewerkschaften". Seit langer Zeit stand somit, abgesehen von Tarifdebatten, endlich wieder einmal«ine praktische Gewerkschaftssrage zur Diskussion. Die Aufmerksamkeit und der Bei- fall der Versammelten sollte die Ortsverwaltung veranlassen, in Zu- kunft häufiger ähnliche Vorträge halten zu lasten. Wenn ein Redner sonst über die Gewerkschaften und die SPD. herzieht, hat er unbeschränkte Redezeit. Die Versammelten hörten ober mit Erstaunen, daß dem Kollegen Hehler nur 39 Minuten für ein solches Referat zur Verfügung standen. Anschließend wurden 4 Kollegen als Beirat für die Berufsschule der Schuhmacher gewählt Ferner wurde am Mittwoch der Kandidat für die am 29. Juni stattfindende Wahl zum Internationalen Kongreß der Schuh- und Lederarbeiter aufgestellt. Die Kommunisten schlugen als ihren Kandidaten den Vorsitzenden Hör tz. vor, der auch mit 136 Stimmen gegen 16 Stimmen, die der Kandidat unserer Genosten erhielt, gewählt wurde. Es wird gut sein, wenn die SPD-Kolleaen bereits in der nächsten Zeit dafür wirken, daß bei der Wahl unsere Anhänger sich der Stimme enthalten. Zum Schluß konnten es sich die Jünger Moskaus nicht verkneifen, mit einer Verleumdung gegen die Freie Gewerkschaftsjugend aufzuwarten, nachdem aber Heßk« nicht mehr anwesend war Den sozialdemokratischen Schuhmacherkollegen Berlins bei dieser Gelegenheit einiges zum Ueberlegen. Von 3699 organisierten Kollegen erscheinen in einer Mitgliederversammlung 169. Gibt es ein besteres Zeichen für dos Versagen der kommunistischen Ortsverwaltung? Die Zeiten, in denen unsere Genossen Mitglieder zweiter Klasse sind, in denen sie von allen Funktionen wenn irgend möglich ferngehalten und in den Verfammlungen angepöbelt und niedergebrüllt werden, wären bald vorbei, wenn ihr regelmäßig erscheinen würd< Die Kommunisten beherrschen die Berliner Zahlstell« solange, wie unsere Genossen sich dos gefallen lasten. Denkt an den Erfolg bei den Sattlern und betelligt euch, soweit es nur möglich ist, a k t i v bei jeder Gelegenheit, um auch die Berliner Zahlstelle der Schuhmacher wieder vorwärts zu treiben._ Mussolinis Charte amerikanisch gesehen. (JGB.) In emem Pressebericht sagt Präsident Green vom Amerikanischen Gewerkschaftsbund über die Charte der Arbeit Musto- linis, daß„die Welt noch nie Zeuge einer größeren Ausschreitung oerrückt gewordener Autokratie r wesen sei. Die Charte bedeutet die völlige Versklavung der r b e i t e r k l a s s e. Es ist die vollständige Zerstörung des Prin- zips und der Praktik des kollektiven VerHandelns. Rur dann kann man von der Freiheit eines Volkes sprechen, wenn es auch die gewerkschaftliche Freiheit genießt!" Der verband der Buchbinder. Ortsverwaltung Berlin, teilt uns mit, daß in'unserem Bericht über die G e n e r a l v e rs a m m- l u n g in der gestrigen Morgenausgabe des„Vorwärts" ein Irr- t u m unterlaufen ist. Die nicht in die Berichtszeit fallende Abwehrv bewegung in der Kartonnagenindustrie ist nicht erledigt durch ein» reichstarifliche Regelung, vielmehr durch einen lokalen Sondertarif gegenüber der reichstariflichen Regelung. Da gerade in der Lohnbewegung der Kartonnagenindustrie die Frag«, ob Reichstarif oder Sonderabkommen für Berlin, die größte Rolle spielte,'ist es notwendig, darauf hinzuweisen. An die Angestellten der Firma INoka-Efii! Trotz des bestimmten Versprechens der Firma, dafür sorgen zu wollen, daß bis zum 15. Mai d. Js. tariflich« Abmachungen getroffen werden, ist von der Firma bis heute nichts geschehen. Die Firma bildet sich ein, bei uns In Deutschland italienische Verhältnisse einführen zu können. Im Betrieb herrschen überhaupt skandalöse Zustände. Für ca. 199 weibliche Arbeitnehmer ist eine einzige Toilette im 6. Stock vorhanden. Da keine Garderobenschränk« vorhanden sind, wurden wiederholt Kleiderläuse in den Kleidern gefunden. Die Arbeitskleider der Serviererinnen werden schon über ein halbes Jahr täglich getragen, ohne erneuert zu werden. Die Handservietten werden gleichzeitig zum Tischabwischen, Reinigen der Aschenbecher und Äbpolieren der Tosten und der Kaffeelöffel benutzt. Die Mehrheit der Arbeitnehmer» schaft erhält keinen Tariflohn. Wenn die Belegschaft nicht auf tarif- liche Löhne, geregelte Arbeitszeit, wöchentlichen Ruhetag, Urlaub, Be- Zahlung der Krankheitstage, Regelung der Kündigung verzichten will, wird es notwendig werden, die Firma Moka-Efti zur An- erkennung des Tarifvertrages zu zwingen. Der Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten beruft deshalb noch- mals alle abtretenden und antretenden Schichten für Mittwoch, den 26. Mai, in der Zeit von 3 bis 6 Uhr nachmittags zu einer Der- sammlung bei Grün dl er, Zimmerstr. 39, auf. Tagesordnung: TarifvertragoderStreik? Die Ortsperwaltung. 9 Tragen Sie nür Sß*»«" Schuhe» Sie erhöhen Ihre Pfingstfreude Für Herren: Braun Boxcalf• Schnür« Piw.j-t. Original Goodyear-WcU... Hellbraun Schnüwchuh �4 yd* neue, breiteckige Form, amerikanische» 4UnL Modell Original Goodyear ged...... Für den Sport: 4 Braun prima Boxcalf Oilg.Goody«ar-Wclf,mU echter Krepp-Rubbmohle Weiu Leinen- TenniMchnh mü Chromnarbeniohle u. ChronirwUchcn- •oblc. Qr. 49-4« 6, SO, 96-415,50, 91-99 Boofstchnh mit weluer angego»- »ener CummUohlc. GrftJte 4946 4,50, 17—95 3,50..................... S*-42 Rindledersandalen durchgcntht prtma AiuKUming. CitttM 49-4« 5, SO, 96-41 4,90, 91—99 4,50........»-90 Grau, beige und braun echt Chcvr. mit passendem tmtt. siiuuwiHuuuuiuuiittiHiuiinuiuuiiiiiiiituiiiiiuiiiitntiiii Für Kinder: Chevr.« Spangen- SChuhe In Beige und Cfr 90 Grau, Gr. 25/26 5,50, 23/24 4,90....... 20-22�� Braun Spangenschuh beiK Po», form. Gröwe99 C*-. 0.9« 8.90, 91-94 8,90, 17-90 Grau Boxcalf« Spangenschuh£2. 90 mit Zlerlochung. Gr. 31 I bis 34 7,50...... 27-30 Natarf arbige Opanken Vit Komitss-Absois Einl endvage« für diele Rubrik find verii» SB vs. Lwdenstrabe 3. parteinachrichten für Groß-Serttn stet» au da» Bezirk-Iekret-riat z. Hos, i Trep. recht».|B richten. 7. firei» Eharlottenbura. Dienstag, U. Mai, 7 Uhr, Sitzung de» engeren jireisvorstandes. Achtung! Um 7>� Uhr Sitzung des erweiterten«reis- . Vorstandes im Zimmer 1 des Rathauses. lt. Are» SchSueberg.griedeuail. Voranzeige: Sonntag, 12. Juni, vormittags 1« Uhr, Vefichtigung des Erotzkrastweris in Rummclsburg. Meldungen find bei den Abteilungsleitern umgehend einzureichen. Nach der Besicht,. MM iten und S« MM ielgelcgcnhi! des Mist, Martin-Luther-S'tr. S9, Besprechung all'er SPD�Arbeiter, gung nossinnen tag.~" siratze 42, parterre. 18. Rwf» Beihevsee.� Montag, A. Mai, �8 Uhr, iei� Galla, wichtig« Sitzung ..[ H.__________»,______ H______ pflege tätigen Genossinnen und Genossen. Wichtige Tagesordnung. Gr. scheinen unbedingt erforderlich. Vortrag:«Soziale Gerichtshilfe." Montag, 28. Mai,»achmittag» 8 Uhr, Fraktionsversammlung aller auf dem«oden der SPD. stehenden Metallarbeiter de, 8. Bezirk, bei Rudolf, Neukölln, Hermann. Ecke«nesebeckstrahe. Parteiau,wei, und Mitgliedsbuch legitimiert. Jeder Betrieb mutz vertreten sein. Dem Unterkassierer der Ii»,»it., Genossen Max Brandt, Wilmersdorf, »av-risch- Str. 30, ist im Betrieb von Siemens, in dem«. beschäftigt ist, seine Brieftasche mit seinem Mitgliedsbuch der SPD., seiner Reichsbanner- Mitgliedskarte und Parteibeitragsmarken im Wirte von 24 M. abhanden gekommen. Morgen, Montag, 23. Mai: 24.»it. Die ifunktionitrfitzung fällt aus. Di« Bezirisstihrer werden ersucht, Mitgliederversammlung durch-•■-* zur Handzettel einzuladen. Dienstag, 24. Mai: lt-?dt. 7V4 Uhr Mitgliederversammlung bei Krüger, Hussiten. Ecke Scherina. siratze. Reuter-Abcnd. Vortragender Wilhelm Techcn. All« Genossinnen und Genossen sowie«Vormärts-Leser und Sympathisierende werden ae. beten, recht zahlreich zu erscheinen. 84.»it. Achtung, KIndcrsreundel Die anberaumte Sitzung fällt umstände- halber aus. 01.»bt. Britz-Buckow. Uhr im Lokal Lindenpark Verfammlun« " t-Gold.—--. J_ i banners Echwarz-Rob Alle Genossinnen und Genossen des Reick nd herzlich eingeladen. Tagesordnung!«Ist das Reichsbanner notwendig?" li>8.»bt. Kiip-nlck. Di« Genossinnen und Genossen«erden gebeten, fich recht zahlreich an der Mieterversammlung in der Dorotheenschule, Freiheit, zu 24.«it. Bit. Donnerstag, 26. Mai(Himmelfahrt), Ausflug nach Tegelort. Tress» Punkt vormittag- 10 Uhr in Tegel, Endhaltesteste der Stratzendahn. Reg« Beteiligung wird erwartet. 87.»it. bestimmt zu erscheinen. Di- Bezirkzstthrcr laden zu dieser Versammlung«in. 40.»bt. Mittwoch, 23. Mai, 7(4 Uhr, Mitgliederversammlung im Lokal Kreuz. beraeck, Krenzberg- Eche Möckernstratze. Vortrag:.Die Arbeit in der Wohlfahrtspflege als Sozialist." Referent Dr. Fritz Schloß. Die Bezirk». ftthrer laden zu dieser Versammlung«in. y»./ Wi»>i/ VW O» VV»|».W l«»„»»»»»»»,. V»ww V» V �. W.» V 4 v> u v.. >ei den Abteilungsleitern umgehend einzureichen. Nach der Besicht:. ._ gemütliches Beisammensein. Di« Genossinnen und Genossen werden gebeten, sich recht zahlreich zu beteiligen. Epielgelcgcnheit und Spiel- " ht fllr Kinder ist vorhanden. Mittwoch, 1ö. Juni, nachmittag- 4 Uhr, iSist, Martin-Luther-Str. 69, Besprechung aller SPD.-Arbeiter,-An- gestellten und-Beamten de» Bezirksamts Schöneberg. Krei, Tempeihof. Dienstag, 24. Mai, 8 Uhr. im Realgymnasium Tempel- Hof, Kaiserin-Augusta-Stratze, äffentliche Bersammlung de, Verbände» fllr Freidenkcrtum und Feuerbestattung. Referent Genosse Sievers. Die Ge- ssinnen und Genossen beteiligen sich restlos an der Berfammlung. Mon- , 28. Mai, 8 Uhr, Fraktionssitzung im Eitzungszimmer Tempelhof, Dorf- Arauenveranstaltungen am Montag. 23. Mai: 2. Kl«i, Tiergarten. Montag, 23. Mai, 7>4 Uhr, in den Sprechallcn, Kirch- stratze 13/14, an der Bärenbrllcke, Vortrag:.Rhathmische Gymnastik als Körperpflege fllr die weibliche Jugend." Rcfcrentin Dr. Käthe Franken. thal. Die SAI. ist besonders eingeladen. 2. und 8.«bt. 7)4 Uhr im Gcwerkschaftshaus, Konferenzzimmer, Fortsetzung des Bortrages:«Seelische Funktionen." Referent Arthur Rachow. 22. Abt. VA Uhr bei R-dzay, Brüsseler Str. 43, Vortrag:«Di- Frau im Eherecht. Referent Landrichter Dr. Seligsohn. 26.«bt. 7)4 Uhr bei Heiles, Prenzlauer Allee 239, Glaßbrenner-Abend. Re- fcrent Genosse Peer-Loth._ 27.«bt. 7)4 Uhr bei Bogdanowitz, Sonnenburger Str. 1, Vortrag:«Die Frau im Eherecht." Refercntin Else Scheibenhuber. 86. Abt. 714 Uhr bei Busch, Tilsitcr Str. 27, Vortrag:„Arbeiterdichter." Re- ferent Wilhelm Techen._ 38.«bt. 7)4 Uhr bei Bartusch, Fricdenstr. 88, Vortrag:..Soizalistisch« De. 82. 42. selligez Beisammensein. Straßenbahn 14 bi» Endstation. bi,)43 Uhr Beste-Alliance-Platz. Viktoriasäule. «it. 7)4 llht bei Höhlke, Dergman'"" �WWMWW gmannstr. 69, Vortra. kämpfung der Ge�chsechtskrankheiten." Referent Wilhelm Miethk«. 48.«it. 7)4 Uhr Vortragender Heinz Barthel. 45.«it. 7)4 Uhr bei' Höhlke, chlechtskre_____. Wolff, Gräfestraße, Vortrag: Treffpunkt .Das Gesetz zur Be- .Gerhart Hauptmann." Reichenberger Str. 104, Vortrag:«Neue >WW Wienzier», Menschen." Referent Gerhard 56.»it. Eharlottenburg. 7)4 Uhr bei Liersch, Kantstr. 62, Vortrag:«Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten." Referentin Margarete Schenkalowsky. Neukölln. 82.«ad 20.«bt. 7)4 Uhr bei Wilk«. R-ut-rstr. 43, Lichtbilder- Vortrag:„Das proletarische Kind." Resercnt Kurt Eisner.— 26. Abt. )48 Uhr bei Lohann, Wipperstr. 18/19, Vortrag:«Die Frau im Eherecht." Referent Genosse Scligmann. 108.»bt. Lberschöveweide. 7)4 Uhr bei Imberg, Wilhelminenhofstr. 84, Vor- trag:„Religion und Polttik. Referent Hann, Kamm. 108.»bt. Köpenick. 7)4 Uhr im Jugendheim Grünauer Straß« Lichtbilder- Vortrag:„Arbeiterwohnung und Leimkultur."______ 140.»bt. Borsigwalde. 7)4 Uhr bei Woitschach. Ernststr. 1, Vortrag:«Sozia. lismus und Etrafrecht." Referent Hans Willige. Frauenveranflaltungen am Dienstag. 24. Mai: 7. Krei» Eharlottenburg. 7)4 Uhr im Gartensaal des Deutschen Kranken- kassenhause», Berliner Str. 137. Max Barthel liest aus eigenen Werken. 1.»it. 7)4 Uhr bei Zschiesing, Ackerstr. I, Vortrag:«Strindoergs Werke." Referent Genosse Peer Loth. 55.»bt. Eharlottenburg. 7)4 Uhr im Krankenkassenhaus, Berliner Str. 187, Max Barthel liest aus eigenen Werken. 68.»bt. Lalensee. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälisch« Str. 42, Vortrag: „Seruclle Aufklärung der Jugend." Referentin Dr. Käthe Frankenthal. 128». Abt.«aulkdorf-Süd. 7)4 Uhr im Lokal Sanssouci Fraucnabend. Gäste find herzlichst eingeladen. Zuugsozialisten. Gruppe Reinickendorf: Montag, 28. Mai, 8 Uhr, im Jugendheim Seebad, idenzstr. 49, Literarischer Abend. Chinesische Dichtungen. Vortragender Genosse Löwi.—»ruvpe Tiergarten: Dienstag, 24. Mai, 8 Uhr, bei Trllmper, Flensburger Str. 3, Diskussionsabend. AinderfreundeMaitag. Der Klnderfreunde-Maitag findet nunmehr oft Donnerstag, 26. Mai (Himmelfahrtstag), auf der Spielwiese im Volkspark Neukölln statt. Beginn um 11 Uhr vormittag«. Der Aufmarsch muß um 10)4 Uhr beendet sein. Etz- geschirr nicht vergessen. Es treffen sich die Kreise wie folgt: Ziergatteu: 8)4 Uhr trllh Endhaltestelle der 113, Bremer Ecke Äirkenstratze. Sedding: 9 Uhr Weddingplatz� Prenzlauer Berg: 8)4 Uhr früh: 1. Danziger Ecke Greifswalder rtt" Badeanstalt. Abt.): 9 Uhr Bahnhof Treptow, am Gllhler- Hof Frankfurter Alle«. -st und Herm,dorf: 9)4 Uhr Chäusseestratze. veitzeasett ' Unter. 82.«bt. Steglitz. Di-N»tag, 24. Rai, von 4-6 Uhr, Spielen im Heia, Albrechtstratzc 47.._ Kreis Pankow Gruppe Niederschänhausen. Montag, den 23., Uetjunasobenb zum 30. Mai, Gemeinschaftsschule, 6— 8 Uhr. Mittwoch, den Spiel auf dem Sportplatz Kaiserwcg, 6—8 Uhr. Eonnabend, den 28., Musit. — Gruppe Pankow. Mittwoch, den 23., Aussprache im Städtischen Jugendheim, Kissingcnstratze, Ecke Eranitzstratze, von 6— 8 Uhr. Sonnabend, den 28., Spiel in der Heide, Treff?4Z Uhr Pankbrllcke Schönhelzer Straße oder 3 Uhr Eandbcrge._.. Wedding. Gruppe Schillerpark Mittwoch, 2Z.. Turnabend an H-Iannter Stelle. Freitags findet kein Gruppenabend statt, dafllr Spielen auf der Wiese im Schillerpark. Trcsspunlt 6 Uhr Edinburger, Ecke Ungarnstraß-. Helfer- sitzunq am 27., 8 Uhr, Schule Putbusser Str. 3. Prenzlauer«erg. Montag, 23., um 7)4 Uhr. im Hort Danziger Straß«. kurze Helferbesprechung des Klnderfrcundc-Maientage» wegen. Krenzberg. Krcishclferfitzung am Montag, 23., 7)4 Uhr, bei Faustmann, Kottbusser Ufer 87, IV. Sterbetafel üer Groß-öerliner partei-Grganifation 9.«bt. Es starb am 20. Mai der Genosse Reinhard D« h r i n g. Di« De- «rdigung findet am Montag, 3 Uhr nachmiltags. Reuer Iohannlsfricdhos, Plötzcnsee, statt. Ehre seinem Andenken. Wir erwarten rege Beteiligung der Genossen..„_ 17. Abt. Nach 43iähriger Mitgliedschaft-erstarb unser Genosse Otto Frank-, Wildenawstr. 6. Einäscherung am Montag, 23. Mai, nachmittags 3)4 Uhr im Krematorium Gcrichtstratze. Wir bitten um recht reg« Beteiligung. 194. Abt. Riederschönewcide. Di- Mutter unseres Borsttzenden L i e d e l ut plötzlich verstorben. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung am Montag, 23. Mai. nachmittags 4)4 Uhr im Krematorium B-umschulcnwcg. Wir bitten um ,-HI. reiche Beteiligung._ Bezirksbildungsausschuß. Die Konseren, aller in der ParteibildungSarbeit tätigen Genossen und Genossinnen findet am Montag, dem 30. Mai, abends Tl, Uhr, im FraNionSiaal der SPD. im Abgeordnetenhaus, Prinz-Albrecht-Stratze. statt. Tagesordnung: Bericht über die Tätigkeit des BildungsauslchusseS; Bericht von der Bezirkskonjerenz der Biidungsauslchüsfe m Kiel; Ausjprache. ES wird um zahlreichen Besuch gebeten. Opernvorstellung Sonnabend, den 4.?uni, in der Städtischen Ober Bismarckstratze. Zur Aussührung kommt.Walküre" von R. Wagner. Karlen zu l,80 M. sind in unserem Bureau zu haben. Die Plätze werden verlost. �_ Arbeiterkullurkarkell Groh-Berlia. Di- Sonnwendjeier findet am Sonnabend, dem IS. Juni. im Bolkspark Neulölln statt. Das Orchester de, Deutschen Mufiter- v-rbandeS konzertiert von 8 Uhr an. bei einbrechender Dunkelheit Auszug der Gruppen, Fackelreigen, Gesang der Chöre des gesamten 9. Bezirks und anderer Cböre des Deutichen Arbeiter-SängerbundeS. Der Sprech-Chor lür Proletarische Feierstunden spricht auS TollerS„Tag des Proletartots", gemeinsamer Gesang. Sonnwendfcuer. Karten zu 30 Pf. find bei allen Partei- und Gewerlschastssunktionären und in den bekannten Bureaus zu haben. Fackeln werden am Platze, Stück zu 30 Ps., abgegeben. Am Sonntag, dem 28. August, findet aus der großen Wiese in Treptow ein V o I l i s e st statt. Hrieftasten öer Redaktion. Mi»»» 14. Russenhilse, Wi-landstr. 11, seien Dienstag von»-7 Uhr. ««I kl» Viele Anhängrerinnen hat das neue, selbsttätige __ Waschmittel □aim in kurzer Zeit schon gewonnen. Bitte tun Sie es der Pflege und Erhaltung Ihrer Wäsche wegen, machen Sie einen Versuch. damit Sie überzeugt sager können:„Ozonirist besser, schneller» schonender. AUEINICE HERSIEd�l�M�BRiKEN VON DnTHOMPSON'S SEIFENPULVER, DÜSSELDORF Velour-Teppiche Mark«?«!«» �24.-�47.-�6S.-�tt5 B O U C 14* L ft U ft V* 390 cm 280 VelOUt'Läufer Marke 90-f"170 67 Prima, Perser Muster cm** cm 0*5 i Divandedtc...»0 X 300 �aso Wollmokett, Penermtuter passende Ttadidtcke, 153X180........ 23.53 (Divandecke... 130X300 �205 Kelimarf mit Franse Tistfcdceke...... 7.75 Rlldrerand..... 3.75 Pecistan«Teppiche �Sö50',�5975|5Sx79,Mfox101. gea. gesdj. 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Mat 1927 Äus öer Aufgaben öer Silöerportage. Don Dr. Herbert Feld. Das Dielgestirn von Wochenschauen, die durch die deutschen Filmtheater laufen, spiegeln treffend die Misere des deutschen Films. Die gleiche Oberflächlichkeit, die gleiche Einfallsarmut, die gleiche engstirnige Tendenz tritt in der heutigen Bildreportage in Erschei- nung, wie sie auch in betrüblicher Weise die Mentalität des deutschen Spielfilms— von wenigen Ausnahmen abgesehen— charakterisiert. Die deutschen Wochenschauen kranken an dem Uebel, daß sie, anstatt interessant, buntfarbig, ausklärend zu sein, langweilig, gestrig und ollzuhäufig abgeschmackt wirken. Spießbürgerlichkeit und Talent- losigkeit macht sich in ihnen in verheerender Weise breit. Aber es nimmt auch nicht wunder, daß die deutsche Wochenschau weite Kreise der Theaterbesucher unzufrieden stimmt, wenn man sich vor Augen hält, wie wenig ihren Unternehmern die Ausgaben der Bild- reportage bewußt geworden sind. Da dreht man Militärparaden, zeigt den Stapellauf eines amerikanischen oder deutschen Kreuzers, läßt keine Dentmalsent- hüllung aus und führt echt« Pariser Moden vor und vergißt, daß die Well sich um ganz andere Ding« kümmert und lenkt sein Augen- merk immer mehr vom eigentlichen Objekt der Berichterstattung ab. Wenn dennoch die Hersteller der deutschen Wochenschauen trotz vieler ablehnender Urteile und heftiger Angriff« seitens der Presse un- beirrt an ihrer schlecht fundierten Organisation festhalten, so mag das nicht zum geringsten auf den Umstand zurückzuführen sein, daß ihnen der Rahmen der Wochenschau am geeignetsten dünkt, ihrer politischen Gesinnung hinter den repartierten Ereignissen Ausdruck zu geben. Mit anderen Worten: die Wochenschauen sollen politisch beeinflussen. Daß sie das auch tun, steht außer Frage, da in den meisten Lichtspieltheatern— auch in der Provinz— Wochenschauen zur Dorführung gelangen. Wir dürfen es unverhohlen aussprechen, Bildreportage geht niemals ohne Tendenz ab, ob ich nun durch die Aufnahme eines Fußballmeetings für den Fußballsport Reklame, durch die Einfügung Schweizer Landschaftsbilder für deren herrliche Natur oder durch das Erscheinen zylindergeschmückter Äriegerverein- ker für deren verschrobene Gesinnung werben will. Tendenz jeden. falls steckt in jedem Bilde, nicht immer muß es eine anstößige sein, aber der reine Genuß mancher wirklich gelungener Aufnahmen wird durch die abstoßende Aufdringlichkeit gar nicht interessierender Ve- gebenheiten gründlich zerstört. Es muß darum die Forderung er- hoben werden, daß alles, was einer parteipolitisch begrenzten Ge- sinnung entspringt, aus den Wochenschauen verschwindet, es muß des weiteren die Forderung erhoben werden, daß sich die unbe- kümmert und so völlig verantwortungslos arbeitenden Bildreporter in Zukunft etwas mehr der Dinge annehmen, die zu sehen das or- beitende Volk verlangt. Warum zeigt man niemals Bilder bedeu- tender Persönlichkeiten, die sich um die Entwicklung und den Fort- schritt wohlverdient gemacht haben? Warum bringt man nicht in jeder Wochenschau Aufnahmen von großen Wisienschaftlern, Kunst- lern und Philantropen? Warum enthält man dem Publikum einen Einblick in die Arbeitsstätte des Wertschaffenden, die Fabrik und die Grube vor? Fürchtet man, daß sich das Publikum der Sorgen des Arbeiters mehr annehmen, daß es der Durchdrückung berechtigter Arbeiterforderungen seine Zustimmung geben könnte? Vielleicht ist es tatsächlich so und nur der Leichtgläubige wird an solchen Er- wägungen vorübergehen können. Man sollte einen praktischen An- schauungsunterricht von den katastrophalen Folgen der Tuberkulose geben, um so das Verständnis zu wecken für die dringliche Forde- rung nach guten und gesunden Wohnungen, man sollt« auch das Wohnungselend demonstrieren, und ich glaube nicht, daß es an grotesken Beispielen mangelt. Eine Fülle von Ausgaben, alle ak- tuell, alle auf das stärkste Interesse abgestimmt, harrt der Findigkeit der Bildreporter. Um es noch einmal knapp zu präzisieren: die Wochenschauen müssen eine soziale Note erhallen, müssen auf die Abstellung so- zialer Mängel wirken und die Nützlichkeit sozialer Einrichtungen demonstrieren. Daß sie das heute nicht tun, weiß jeder aus Er- fahrung. Aber es ist töricht, die durch die Wochenschauen erzielte weitere Derdummung des Volkes tatenlos geschehen zu lassen. Wie wäre es, wenn sich freiheitlich gesonnene Männer und verantwor- tungsbewußte Charaktere zusammenfänden, um die erst« wahre Bildreportage ins Leben zu rufen? Geht die Wurstelei so weiter, so dürft««» bald an der Zeit sein, die Trommeln zu rühren. 9ms Pfarrer Heumanns Heilmittel stets euch vorrätig In den Altetndepots; _ Zlont- Apotheke Berlin N 31, Anklamer Straße 39. Telephon: Amt Humboldt 9000 Adler- Apotheke Berlin- Friedenau, Bheinstraße 16. 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Vor Tausenden von Jahren mag sich das Leben dort und in anderen Nomadenbezirken bereits ganz ähnlich abgespielt haben. Wenn wir den prachtvollen Bildern dieses F la h e r t y- Filmes fosgen, so er- leben wir nicht nur ein Stück Gegenwart, sondern tun auch einen Blick zurück in weite historische Perspektiven. Ein« menschliche Kul- turstufe, die vielleicht eine allgemeine Durchgangsstufe war, wird hier mit größter Anschaulichkeit vorgeführt. Als Einleitung dient die Reiseschilderung von Angora über den Libanon durch Mesopo- tamien nach Persien mit interessanten Episoden. Aber all das ver- blaßt, wenn wir nun zu dem Hirtenvolk kommen, es bei der Arbeit und seinen spärlichen Vergnügungen beobachten und dann den«nd- losen Zug— Männer, Weiber und Kinder mit all ihrer Habe— durch Wüste und Wildnis, durch rauhes Gebirge und über eisbedeckte Höhen mitmachen, bis jenseits der Berg« das ersehnte weite Paradies sich ausbreitet. Von höckister dramatischer Kraft ist der Ueber- gang von Menschen und Tieren, schwimmend und auf Flößen, die auf aufgeblasenen Ziegenfellen ruhen, über eine wilden G«>lrgs- fluß. Schier endlos ist das Gewoge der Tiere und Menschen, die unter Lebensgesahr sich der reißenden Strömung anvertrauen und nach glücklich verbrachter Fahrt dos steile Ufer erklimmen. Die Bil- der sind merkwürdig sauber und klar. Kaum je sind Natur und Menschen in so innigem Kontakt gezeigt worden, wie in diesem Film, der«ine Komeraleistung ersten Ranges ist. Freilich sind die Bilder in voller epischer Breite aufgenommen, manchmal möchte man etwas mehr Abwechselung haben und mehr Einzelheiten au» dem Leben und Treiben der Nomaden«rsahren. Voraus ging der Usa-Film„Acht Maler und ein Mo- d e l l", worin Alwin Steinitz recht lebendig zeigt, wie acht ver- schieden« Maler von Liebermann bis Zille dieselbe Filmschauspielerin auf ihre verschieden« charakteristische Weise zeichnend wiedergeben, v. „der sprechende flffe.� (phoebusPalask.) Mit diesem Film ist ein gewisies Wagnis gelungen, ein ersolg- reid)«s Bühnenwerk wurde zu einem vollgültigen Film. Das Manuskript ist so gehalten, daß selbst ein abgenutztes Rezept noch neue Reize gewährt. Das Publikum wird durch aste Schauer einer Kinoromantik gejagt, die gern gesehene Milieuschilderungen aus dem Zirkusleben bringt und die Geschichte eines mißgestalteten Artisten erzählt, der, als Affe oerkleidet, zu einer schöne» Artistin in Liebe entbrennt. Im Kampf mit einem wirtlichen Assen rettet er die Geliebte, stirbt aber während der Vorstellung an den er- littenen Verletzungen. Es ist also die alte Bajazzo-Tragödie, die sich diesmal nicht unterm Flitterkleid, sondern unterm Asfenpelz abspielt. Der Film entstammt der Fox-Produktion, die ihn Raoul W a l s h' Regie anvertraute. Der Regisseur schuf ein Wert, da» auch nicht einen ernsthaften Schritt vorwärts aufweist, kein Der- sprechen für die Zukunft enthält, aber niemals den Elementargrund- satz außer acht läßt:„Der Film hat seine eigene Welt." So gelingt einem Vollblut-Filmmenschen eine beachtliche Leistung. Jacques L e r n« r s sprechender Asse ist ein Zeugnis für starke Begabung in der Nachahmung echt tierischer Bewegungen. Don A l v a e d o gefiel als fein Dompteur durch vorteilhastes Aussehen und elegantes Auftreten. Die Damen Olive Borden und Mancolm Waite waren die üblichen Filmschönheiten schlanker Linie. Ferner läuft der Tom-Mix-Film„Der Kampf im Puloer- t u r m". Hufeisen und Lasso, sie sind nachgerade für etliche Film- besucher Wahrzeichen der Freiheit geworden. Dieser Film strotzt nur so von Sonderausregungen aller möglichen Arten. Munition wird in Massen verbraucht, ohne Schaden anzurichten. Ferner gibt es in Massen frei gollopierende Pferde in natürlicher Schön- heit, während die schwarze Tony die Hauptroll« spielt in völlig verzerrten Pferdemanieren. Wenn man das Thema schauspielerische Begabung bei Tieren behandeln wollte, könnte man über diese Tony ein ganzes Buch schreiben. Sie ist wirklich ein völlig ver- menschlichter tierischer Darsteller. e. b. „Wettlauf ums Leben." (Ufa, Ariedrichslrajje.) Man denkt angestrengt darüber nach, warum dies« wenig auf- regende Magazinafsäre mit einem derart pathetischen Titel behastet wurde. Allerdings gibt es da einen Handsesten, cholerischen Kapitän, der in dämonisch-olkoholischem Auqenrollen eine würdige Konkurrenz suchen kann. Er setzt mit imponierender Selbstverständlichkeit sein Kind in Alaska aus. Selbstoerständlid) erblüht das Baby unter dem Schutz eines wackeren Matrosen, der den urweltlichen Kapitän beinahe erschlagen hätte, zu einem holden, amerikanischen Girl mit Zuckerbäckchen und teusd) umpanzerter Erotik, die sich gegen einen hübschen, amerikanischen Leutnant austobt. Im letzten Moment, als die zarte Jungfrau ihrem eigentlichen Vater, der ohne innere Motivierung nach Iahren in Alaska aufgetaucht ist, folgen, will, hält sie der Leutnant zurück. Der Vater setzt ein intrigantisches Dämonenlächeln auf. Und das glückliche Ende ist da. Hinzu kommen Episoden aus dem Koldgräberleben. Die Problem« der Mischlingsehe werden zart gestreist, und Schneestürme, Eisberg« und ähnlich notwendige Requisiten anständiger, nördlicher Regionen helfen eine dürre Handlung auspolstern. Leider merkt man den männermordenden Orkanen und Eisbergen an, daß sie nur in den Filmateliers toben, und daß sie keineswegs ein Schiff erschüttern können. Der Film ist nach einem gleichgültigen, amerikanischen Roman gearbeitet worden, und der deutsche Zuschauer kann die Beruhigung mit noch Hause nehmen, daß es in Amerika um die Romanproduktion nicht bester steht als in Europa. Don Regie ist wenig zu merken. George Hill kapriziert sich aus Zerdehnung, läßt die Schauspieler spielen, wie sie gerade Lust haben. Marceline vettage des vorwärts Day ist teilweise neckisch, teilweise von süß lieblichem Tränen- konsum, Norman Kerry sieht wie eine Miniaturausgabe von Manjou aus und gibt allerdings alles Verführerische sehr unglaub» sich. Den schlimmen Kapitän spielt Lyonel Barrymore mit ver- wüstetem Hohnlächeln und mit prachtvollen intriganten Mundfalten. Warum aber importiert Deutschland derartige verunglückte ameri- konische Produkte?_ F. S. „die Königin üer Nacht." (llfa-Theater, Kurfürsken dämm.) Das Kalifornien der Goldgräberzeit. Die eindringenden Pan- tees bringen die eingesessenen spanischen Kolonisten um die wertvollen Bodenschätze. Haß steht zwischen beiden. Aber die Tochter des ver- armten stolzen Spaniers verliebt sich in den blonden Amerikaner, der die ihrem Vater entwendete Mine ausbeutet. Ganz hübsch wer. den die Gegensätze zwischen den beiden Rassen gezeigt. Gut ist auch das wilde Leben in dem damals emporschießenden San Francisco geschildert, wo jede Gewalttat durch die stets alarmbereite Bürger- wehr sofort mit dem Tode bestraft wird. Der Kamps um die Mine und ihre rechtmäßige Erbin, die schöne Spanierin, bildet den In- halt des unsäglich kitschigen Filmes, der eine Wildweft-Romantit ältester Schule auftischt. Der Registeur Paul Bern scheint hier nur für Amerikaner gearbeitet zu haben, und wir fragen mit Schrecken, warum alle diese minderwertigen amerikanischen Filme unsere Thea- ter entvölkern. Trotzdem Pola N e g r i die Hauptrolle spielt, die schöne Spanierin mit dem wilden Blut, die leidenschaftlich tanzt, mitten im Tingeltangelbetrieb ihre Tugend bewahrt, zwei Männer gegeneinander in den Kampf hetzt— mit obligater Schießerei und dem Tod des einen, immer katzengeschmeidig, sprunghast und wild. aber auch nie vom Regisseur gebändigt und in die richtige Bahn geleitet. Der Liebhaber Poucca Troubetzkoy kommt nicht recht zur Geltung neben der Negri. Chamkteristifcher wirkt schon Warner O h l a n d._ r. „fln öer Weser". (Primus- Palast.) „Mündchen aufmachen, freundlich lächeln, Zähne zeigen, um die Anmut der Weser zu beweisen", nach einem derartigen Motto etwa dirigierte Siegsried Philipp! sein« Schauspieler und stellte sie und alles Geschehen in die Gegend um Minden in Westfalen. Sieg- fried Philipp!— er schrieb auch das Manuskript— dachte offenbar, das Filmpublikum hat mit Begeisterung aktelang sein Herz in Heidel- berg verloren, folglich wird es auch widerspruchslos filmkilometer- lang an der Weser sitzen. Um einen Sänger für das Weserlied zu bekommen, wird prompt ein Student erfunden, dessen Liebst« ihn verrät. Daher will er— die Personen müssen sich recht nerven- schwach gebärden, damit der Regisseur in Sentimentalitäten schwelgen kann— Selbstmord begehen. Doch er wird gerettet von einem ebenfalls verschmähten Freund. Schließlich aber bekommt der Student, nachdem er in Amt und Würden hineingeraten ist, sein« Lisa doch, weil deren Gatte sich als Schwindler erweist. Es laufen noch viele Personen durch den Film, teils als Füllsel, teils um für Stemhägcr und westfälischen Schinken Reklame zu machen. Der Film ist ein Rückschritt. Das Bestreben, durch Gesangseinlagen Wirkung zu erzielen, muß ein für allemal als überwundener Stand» punkt gelten. Mit Ausnahme dieser unfilmischen-Untaten war der Film Schablonenarbeit. Leider hatten auch die liebenden männlichen Darsteller Schablonengesichter. Kunst ist konzentriertes Gefühl, be- dauerlicherweis« hatte man hier jedoch das künstterische Können von Grete Reinwald, Frieda Richard, Camilla Spiro, Eduard von Win- terstein, Charles Willy Kaiser usw. einer Gefühlsduselei zunutze gemacht....... e. b. „die?agö nach öer braut." (veba-palast— Altrium.) Von seiner Weltreise nach schönen Bildern hat Georg Ja» c o b y als letztes Uebcrblcibsel diesen Film assortiert. Soweit die Bilder sich mit der Weltreise beschäftigen, find sie gewiß ganz sehenswert. Wer möchte nicht gern mal wieder die großen Pyra- miden, Palmen am Nil oder auch intime Straßenbilder aus Ceylon 5ötinek:?d sehen? Leider ist aber die Handlung, die einem sehr verworrenen Manuskript von Schirokauer folgt, mir ganz äußerlich in diesen Rahmen hineingebaut. Das eine chandelshaus fitzt zufällig in Colombo, und der chandclsfreund, dessen geldgescgnete Tochter die Pleite wieder gutmachen soll, ist zufällig auf einer Tour bei den Pyramiden. Das Motiv einer Geldheirat, das den Stoff für den Film bietet, könnte sicherlich auf mancherlei Art spannend oder iro- nisch ausgewertet werden, aber hier ist es nur der Vorwand für ein kunterbuntes, unmotiviertes Durcheinander, worin die echte Braut durch eine falsche ersetzt und der Bräutigam dadurch in die Falle ge. lockt wird. Da aber die falsche Braut so ausdringlich zu Werke geht, kann man es ihm nicht verdenken, daß er ihr eine andere vorzieht. Selbstverständlich ist es gerade die richtige, und der heroische Verzicht auf das Geld des Schwiegervaters braucht nicht Wirklichkeit zu werden. Die Verwechslungen und ziemlich trottclhafteii� Abenteuer, die eingelegt sind, um dem Film wenigstens etwas Substanz zu geben, sind jenseits aller Kritik. Manchmal hat man den Eindruck, daß noch verschiedenen Manuskripten gearbeitet worden ist. Man findet sich selber nicht mehr zurecht. Georg Alexander weiß auch nicht viel mit seiner zwischen den beiden Bräuten hin und her pendelnden Rolle anzufangen, die von Elga Brink und Morietto Millner auf ebenso angenehme wie oberflächliche Art dargestellt werden. Im Beiprogramm boten Joseph und Maria Plant erheiternde Gaben aus ihrem bekannten Repertoire. r. Sozialistische flrbeiterjugenü Groß-Serliti. heuie, Sonntag. 22. ZNai: Nordost 17: Bcstchtigung des Wcstl>afcns.?»fkpu»kt Izio Uhr Vahichof Prcnzlauer Allee.— Friedenau: Epazicrgonq. Treffpunkt n.ackimittags 2 Uhr Echillerplatz.— Schimebcrg I: Keim Hauvtstr. 15. Elternabend.— Wanufee: Schule Eharlottenstraße. Bunter Abend.— Baumfchulcnioeg: Heim Ernst» strahe 1K. Bunter Abend.— Aobenfchliuhaufcn: Treffpunkt snt Werbung vormittag? 10 llbr Endhaltestelle der St, nachmittag? 1;3 Uhr ebendort.— Reinickendorf-Ost: Fahrt nach Hohenncucndorf. Treffpunkt::7 Uhr Bahnhof Schönholz. Werbcieziri jtrevzbcrg: Das Jugendheim Lindenstraße ist abends geöffnet. Werbebcziri Neukölln: Der Vortrag des Genossen Tornow findet erst am Sdnnabend, 2«. Mai. statt. Werbebezirl Tiergarten: Seimabend 6 Uhr im Jugendheim Lehrter Str. 15/19. Werbcbezirk Schöncberg: Besuch der Wochenendousstcllung. Treffpunkt uach- «tttag» Uhr Bahnhof MKlcbcn. Morgen, Montag, 23. Mai, abends 7'u Uhr: Singkreis und Mullker: Uebuogestunde im Lindeuheim: Beginn 1% Uhr. " iedeuau.-------_-._. Heim.. Hauptstc. 15..Tagcspolitische Fragen.�— Besten l: Heim Hauptstr 15. Friedenau: Heim Offcnbachcr Str. 5-...Entstehung der Erde.-�— Schöne- borg IN: Heim Hauptstr. 15. �Tageopolitischc Fragen."— Westen 1: Heim lölln T; Keim Noqatstr. H. FunkfsonZrsttzung.— Baumschulenwcg: Heim Ernstste. 16..Unser Wandern."— Sohellschonhaufcn: Heim Frcicnwalder Slraäe 56.„Unsere Stellung zur Airchc." W-rbebczirt Tiergarten: Heim Lehrter Str. 18119. Mitgliederversammlung. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Der Dildungsausschuh und der Ausschuß sur Feste und Feiern lagt in der Schule Grcisfcnhagcnrr Str. 58. Vorträge, vereine und Versammlungen� m Zteichsbanner» S chwarz- Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E 14. Sebastianstr. 37IZ8. Hof 2 Tr Sonntag. 22. Mai: Erkner: 1 Uhr Antreten bei Wirsing zum Pro. pagandaausflug.— Montag, 23. Mai: tlreuzberg: 8 Uhr Versammlung der Fnngmannschaft Elldost bei Siedentopf. Muskauer Etr. 35. Funk» tionärc bereits um 7 Uhr. Lichtenberg nebst Untergruppe: Radfahrrrsißung im Bereinshaus Prälaten, Eitelstraße. 8 Uhr. Thema: Fahrt nach Eberswalde. Nadfabrrr anderer Kreise sind eingeladen.— Dirnstag, 24. Rai: Friedrichs- Hain: 6. Sektion Sektionsversammlung bei Heinrich, Lange- Ecke Kr-utstraßc. Neukölln: 4. Kameradschaft 7>4 Uhr Kameradschaftsversammlung im Linden- pari. Ehausseestr. 16/18. Vortrag des Kameraden Ministerialrat Karl Kröncr. Von Kameraden eingeführte Republikaner sind willkommen. Radfahrerabteilung 8 Uhr bei König. Wclcrsir. 53, Ecke Wildenbruchstroße. Wichtige Besprechung. Lichtenberg: Pflichtantreten 7>» Uhr Bhf. Lichtenbcrg-Friedrichsfeldc. Tambour ohne Instrumente, keine Fabne. Näheres wird dort bekanntgegeben.— Wilmcrs- darf: 8>.s. Uhr bei Kraiß, Holsteinische Straße, Fug- und GruppenbespreSfung. - Mittwoch, 25. Mai: Tiergarten: Pflichtfahrt nach Ebcrswalde. 5% Uhr Kleiner Tiergarten oder Magdcbn.rgcr Plag 5?i Uhr. Sonntagsrllcksahrkartc 1,00 M. Frirdrichshain: Kameraden, die an der Autofahrt nach Eberswalde am 25. Mai teilnehmen wollen, mllsscn das Fahracld bis zum 23. Mai beim Kassierer hinterlegt haben. Fahrpreis 1.40 M. Nachmelbungen werden nicht berücksschtigt. 6sh Uhr Antreten mit Musik und Fahnen zur Autofahrt nach Ebcrswalde. Kreuzberg: Kameraden, die nach Eberswaldc fahren, benutzen den Zug nachmittags 5,35 Uhr, Donnerstag frllh 7'j Uhr. „Bauernkrieg. Ursachen� Auswirkung" soziale Bedeutung."— Ehorlottenburg- Rord: Schule Wiebcstraße.«Der kommunistisäfe Zugcndverband."— Reu- Kurzschriftuerein Stolze-Schrcy zn Berli» E. B. sgegr. 1963). llebungen jeden Dienstag und Freitag von 7—>510 Uhr im Königftädtifchen Gvmnostum, NO l. Elifadethstr. 576». und im Bismarck-Lnzeum in Steglitz. Sachfcnwald- straßc 2l. Drei Fortbildungs-. sechs Diktatabtcilungen. französische und eng- tische Diktate. Anfängerunterricht beginnt jederzeit. Auskunft unter König» stadt 8623. Deutscher Arieiter-Tbeaierbnnd. Groß-Bcrli». Tonntag, 22. Mai, bei Schulz, Elifabetdstr. 30, 10 Uhr Generalversammlima des 1. Bezirks. Gäste willkommen. Arbeitcr-Radiebund Berlin, Grnnpe Süden. Sonntag, 22. Mai. im Gruven- lokal Liegnitzer Str. 10 Bastlergusstellnng, verbunden mit technischen Vorträgen. Beginn 10 Ubr vormittags. Eintritt frei. Kinder-Spiel- und Evortfeft. Am?2. Mai veranstaltet die Freie Turner, fchaft Neukölln auf dem Tnrnvlag am Dammweg ein Kindcr-Sviel- und Sport- fest. Da dch ungefäbr 1000 Kinder an der Veranstaltung beteiligen werden, wird dieselbe allen Eltern und deren Kindern emvstiblcn. Abmarsch aller Kinder des Vereins pllnktlich 1 Ubr mit Musik vom Voddinplatz. Arbeitcr-Abstinentenbund, Ortsgruppe. Montag, 714—10 Uhr, Landsberger Straße 82 I, Mitgliederversammlung mit Referat. Madeira und die Kanarischen Inseln sind zu jeder Iabrcszeit eines der beliebtesten Reiseziele lllr Erbolungsreisrn. ober leider läßt die Verdinduna domdin sehr viel zu wünschen übrig. Zn der Jahreszeit, in der man Platz für die Ausreise leicht bekommt, ist es überaus schwierig, wieder von dort kort. zukommen, und wenn man die Vlätze für die Rückreise obne Säfwieriqkeitcn belegen kann, hapert es mit der Platzreservirrung für die Ausreise. Außerdem kostet bte Neberfahrt na« den„GlsickNchen Inseln"«trl»akd, nn» e, ksi wenigen Bevorzugten möglich, diese herrlichen Eilande besuchen zu können« In den kommenden Sommerfericn bietet nun die erste Extrareise zu volkstüm- lichen Preisen mit dem 15 000 Tons großen Doppelschrauben-Schnelldampfer „Polonia" der Baltic America Linie eine ganz vorzügliche Gelegenheit, für billiges Geld eine herrlich- dreiwöchige Reise dortdin zu unternehmen. Die Fahrt beginnt am 4. Juli in Hamburg und führt über die weltberühmten Seebäder Eowes auf der Isle of Wight und Trouville nach Lissabon und dann direkt nach Funchal auf Madeira. Auf der Weiterreise wird sodann Orotava und Santa Cruz auf Teneriffa und Las Palmas auf Gran Canaria besucht. Die Rückreise gebt über Easadlanca in Marokko und Gibraltar nach Algier und dann über Korsika nach Monte Carlo. Die Reise endet am 25. Juli in Genua und ist mit vollständiger vorzüglicher Beköstigung schon für 395 M. auszu- kllhren. Alle näheren Details enthält der Prospeit Nr. 12. drn das Mittel- meer-Reisebureau in Berlin W 8. Kroncnstr. 3, und Hamburg 36, Esplauade 22, an Intercsicntcn kostensrei versendet. Der Seniorches de, Hause» Eords. Herr Kommerzicnrat Arthur Schmidt, feiert am Montag. 23. Mai, seinen 75. Geburtstag. Ein neues Deidenhaus bat sieb in der Leipziger Str. I23a in groß-n Räumen de? ersten Stockwerks aufgctan: die Seidrnhaus Sunnius A.-G. bedeutet einen besonders willkommenen Zuwachs, weil sie sich zum Grundsatz gemacht hat, den heutigen wirtschastlichen Berhältnisien Rechnung tragend, aualitativ gute und schöne Seidenstoffe billig zu verkaufen. Das ist mögli« durch Ersparnis hoher Ladcnmietcn und Schaufensterdeiorationen und durch die ausgezeichneten Be- Ziehungen zu den ersten Seidenwebereien des In- und Auslandes. Sport. Rennen zu Sarlshorst am Sonnabend, dem 21. Mai. 1. Rennen. 1. Laon 1. Wolkenschieber fR. Teischugi, 3. Lucrezia lBiebiz.) Toto: 225:10. Platz: 40, 22, 10:10. Ferner liefen: Alarid, Immer, Turfball. Humor. 2. R e n n e n. 1. Stummer Tcusel(Schnitzer), 2. Niederwald(v. Lorcke), 3. Maral fPiebigh. Toto: 25: 10. 3 R e n n e n. 1. Dorn II(Ocrtel). 2. Laufjunge(Ackermann). 3. Lassen- knabe(Male). Toto: 30:10. Platz: 14, 17, 18:10. Ferner liefen: Lob- redner, Teifi, Luna, Victoria. 4. R e n n e n. 1. Fritz Fromm(Haufcr). 2. Pommer(Wurst). 3. MeniuZ lOertel). Toto: 18:10. Platz: 14, 21:10. Ferner liefen: Raffke, Glockner, Trutzin. 5. e n n e n. 1. Amara Cd. Götz). 2. Herzog id. Borckc), 3. Black Magic( Schnitzer). Toto: 55: 10. Platz: 17, 18. 23: 10. Ferner liefen: Myron. Wette: here, Rache� Mae Adam. Sunnd Bird. 6. Renne n. 1.«ieglinde fBiebig). 2. Qberjäger(Kränzlein). 3. Grille(R. Derfchug). Toto: 4>. 14: 10. Platz: 15, 12, 13: 10. Ferner liefen: Fritjof. Trutzin, Mirabelle. Tnlliul. V.Rennen. 1. Jgnatia(Vinzenz). 2. HuZdenl(Bleuler), 3. Amorette sJackel). Toto: 45 10. Platz: 25. 116, 42: 10. Ferner liefen: Guntbrada. Credo. Tinderella, Arcadinä. LogarildmnZ. Bubi, Treu und Glaudeu, schwälbchen, Toga, Faikonier(Hbl.j, Hofpracht, Sarazener. übergibt man nur dem Na«we>, de» Deutschen Musikerverband-s. Berlin, Kom- mandanlcnstr. 63,64. Dönhoff 3277—73. Sefchäftszeit 9—5, Sonntag, 10— Z Uhr. Auf Wunsch: Dertretcrbesuch. ZtsätZ'fkeater Openntinus ».IMatrU.Repudl. 7: Tannhauser Schauspielhaus 2l/|Uhr; Napoleon 8 u.: Ein besserer Herr Schiller« Theater 8 Uhr: Peer Qynt Charlottenburg Vit Uhr: Der Jatokf von lorotsdiiotzi Abonn.-Turnus II OeDtsdies Theater Norden 10334—37 8 U. Ende 11 U. Der Arzl am Sdielflewes Die Komodie Bismarck 2414. 75 ie 8'/, ll„ Hnäe lOVtir Ver Snob Nachtvorstellung Tägl.ll U., Endel U. Revo;; Was Sie wollen Preise 2, 3, 4 u. 5 M. Kammerspiele Norden 10334—37 8'/, Uhr. Ende 10U. Dydterpoits Ethen In Vorbereitung: Papiermühle Ushsiiil voi Otorg Kaiser IbBff, iNollEBdorlpl. Kurfürst 2091 8 v.. Endigegra 11 ildr Drei arme kleine Bdels Oyntt« TW Walter Kalla Theater des Westens Täglich 8 Uhr: Heinrieh Heines ersie Liebe Hasik: Wilh. Lindinanr. Liditasttis. Sedlit;, Urbar, Hirsi. Sommerpr, 1—8 V. Salterlrarj-Kähnen D(s. Kunstler-Th. SV, Uhr: Adieu Miml Lessing-Theaier 8 U.: Der Patriot Kortnrr. Rirmann naramliy-KilhDer Th. Königerätz. Si. Hasenheide 2110 8 Uhi: Die Sdinlev.Uznadi HomOOienhAnt Norden 6304 8 Uhr Theo madit alles! TRoiia-nieaier Täglich 8 Uhr: Wenn der junge Wein Wühl Nollendorf 7360 8 Uhr Charlie RivclTrio und weitere Variete-- Sensationell i lorrabrnKs o. Srantaji 2 Vorstellungen 3» und 8 Uhr, ix zu ermäßigt. Preisend, ganze Programm Volks buh ne Thatv am Bülovpliti Th. am Sdilffliaoerdamii) 3 Uhr: Tranmsplel Sund 8 Uhr: 8 Uhr:— Ein Sonunernaditstrairai. Jan der Morgen 8 Uhr:—,,, w.-««,-... ERIK CHAREU, BRINGT:• ilfred Braun, Lucie Mannheim a. G. Bendotr, Wesiermeler, Kupfer u. a. Grones Schaaipielhaas Der heutige SONNTAG bietet die beste Gelegenheit zur geruhsamen Besichtigung der größten und schönsten Ausstellung Berlins DAS WOCHENENDE Von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends geöffnet (EinlaS bis 9 Uhr) Ab nachmittags 3 Uhr Ciroßei Mililarkonzert in den TERRASSEN AN FUNKTURN Dirigent: Musikmeister Ahlers Lustspiclhaus 8', Uhr; Hobbys letzte Hackt Vesperniann. Klindtr, Juahfrmui Theater am W. Tor §Koub. Str.6 Tägl.SUhr: EMdsw Grolles Deberadwngs Programm 1 f antra! Theater Täglich 8', Uhr: Die Weife Lustspiel von Carl Sloboda Waltmila- Ttieal Täglich 8'/« Uhr: Die von der Liebe leben! ItgnKlidie Um lelrilt I Vorzeiger zahlt nur halbe Kassenpr Äose-Theater 5 Uhr: (Gartenbühne) I Konzert o. bunter Teil SV» Uhr: Der Vetter aus Dingsda Freier Eintritt für alle Ausstellungsbesucher bis 12 Uhr abends in den SCHNEEPALAST Eintrittspreis M. 1,50, Jugendliche 75 Pf. CASINO-THEATERs utu Pimpeltiuber der Millionen-Erbe zs. Mai: Der Feliltritt einer Frao. Gutschein: Faut. 1 Mk„ Sessel 1,80 Mk. Theater im AdmiraUpalait Tägl. 8'/, Uhr: Wa Ii ner- Theater 8'/» Uhr: Der Luatsplelertols' Aul der Sonnenseife >•••••••••♦•—»o— ZOOLOGISCHER GARTEN Täglich ab GROSSES 4 Uhr nachm. KONZERT S&-|BäSiBlfln.-Orili. Abend: J Dir.: CIkihkds SdiinalstidL AQDARIDH wilh. Kuhnert geöffn. 9— 7 Uhr. Afrlka-Autttollung. »••I Heute die vorletzt« Sonntags-Il3ckin.-Ilcrstellg. nachmittags 3 Uhr die ganze Vorstellung zu halben Preisen. Nur noch Vorstellungen Soimt tuhplel der Pa!tee-Rem, Paris 12 I Jenny Golder, Spadaro und Harry Piicer Letzte Vonlellung Zt. Mai! Komische Oper] Allabendlich SV, Uhr:| die neue gr. Jarnes-Klein-Revuel mit dem Titel Sirene ygrftolcn» 0« Revue 4ti»erbotraen Leidntdiatlis I Ueber 200 Mit«.? 8 Balletts. 1 Vorverksuf a.d. ümlBk. ib I J 0. jinttrtr. 1 DEUTSCHE THEATER- AUSSTELLUNG MAGDEBURG 1927 loubiac�f�9- 40 00 paüo