Nr. 264 ♦ 44. �ahrg. Ausgabe& Nr. 135 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monatNch 8,— Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgediet. Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4,80 R-ichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmarl pro Monat. Der.Vorwärts" mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit" sowie den Beilagen„Unterhaltung und Wissen".„Aus der Filmwelt". .Frauenstimme",»Der Kinder- freund".„Iugend-Vorwärtz",„Biick in die Bücherwelt" und„Kultur- arbeit" erfcheint wochentäglich zwei. inal, Sonntags und Montags einmal. , Telegramm-Adresset j »SazioIOemotcol Berlin" Morgenansgabe Verlinev Volksvl�kt (lO Pfennig) Anzeigenpreise: Di« einspaltige Nonpareille- zeil« 80 Pfennig. Reklamezeile 5.— Reichsmark.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig (zulässig zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erst« Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. 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Nach soeben hier eingelaufener Meldung hat das a m e r i k a- nifche Flugzeug mit Thamberlin und seinem De- glejter infolge propellerbruchs auf sumpfigem Gelände bei kliuge, IS Kilometer von Sottbus ent. fernt. niedergehen müssen, wobei der Apparat tief in den Sumpf einsank. Es ist noch fraglich, ob Ehamberlin wieder auffleigen und feinen Flug nach Berlin noch fortsetzen kann. 13.25 Uhr. Soeben hat ein Flugzeug der Deut- scheu Luft- Hansa mit dem amerikanischen Botschaftsrat P o e l a. Blinisterialdireklor Brandenburg und Direktor ZN i l ch sowie einer Reihe von ZNonkeuren den Tempelhofer Flugplatz mit Fahrtrichtung nach Kottbus ver- lassen, um von dort die amerikanischen Flieger nach Berlin zu holen. Vorbereitungen für üen Flug nach Serlin. Bon zuständiger Stelle wird milgeteilk: Die Aus- wechfelung des bei der Landung in sumpfigem Gelände bv- schädigten Propellers wird mit Hilfe der Deutschen Lufthansa in kurzer Zeil durchgeführt werden können, wann mit dem Eintreffen der Flieger im Berliner Flughafen Tempelhof zu rechnen ist, wird so bald wie möglich bekanntgegeben werden. » Chamberlin trifft heute in Berlin ein. Er hat in glänzendem Flug den Ozean überquert, England. die französische Nordküste, Belgien, Deutschland. In un» unterbrochenem Flug bis in die Nähe von Halle. Not- l a n d u n g bei Bischofrode im Mansfelder Seekrois. Neuer Start— oerflogen, neue Notlandung bei Kottbus, Popellerbruch. Das Pech der letzten 2V0 Kilo- meter hat ihn verhindert, Berlin noch am Pfingstmontag vormittag zu erreichen. Aber was verfchlägts! Eine glänzende Leistung ist vollendet. Die Berliner, die gestern zu hundert- taufenden viele Stunden auf ihn warteten, werden ihn heute oder morgen nicht minder glänzend empfangen! Die Leistung! Zunächst eine sportliche Leistung ersten Ranges. Zwei Tage, achtundoierzig Stunden, ununter- brachen am Steuer, und noch Spannkraft genug, um nach der Notlandung wieder aufzusteigen. Lindberghz spart- liche Leistung, sein Rekord ist übertroffen. Ein technische Leistung: ein Beweis für die Leistung modernen Flugzeugbaus und Motorenbaus, eine Zuver- läsffgkeitsprobe ersten Ranges. Eine Pionierleistung, die in die Zukunft weist, neue Derkehrsmöglichkeiten für die Verbindung der Kontinente aufweist. Das ist nicht nur«ine Sportleistung, so wenig wie der Flug Bl�riots über den Kanal eine bloße Sportleistung war. Vom Flug über den Kanal zum Flug über den Ozean, vom Flugverkehr von heute zum transozeanischen Flug- verkehr von morgen. Aber reden wir von Berlin, vom fiebernden Berlin, von den vielen Hunderttausenden, die vom Sonntag abend bis zum Montag nachmittag auf Chamberlin warteten. Die ganze Nacht hindurch. Ein hin- und herflutendes Meer um- säumte in weitem Umkreis das Tempelhofer Feld, in viele stundenlange Spannung. Es war das Pfingsten des Ozean- fliegers. Berlin mobilisiert, dirigiert durch den Nachrichten- dienst des R u n d f u n k s. Jetzt Zweifel. Enttäuschung, Zurückfluten der Masse. Die Straßen werden leer, die Autoparks verschwinden. Nun neue Nachricht: er kommt, kommt schnell! Neue Massenmobilisation, die Straßen wieder schwarz von Menschen, Konzentration aller verfügbaren Automobile. Hochspannung. Die Spannung der letzten Minuten. Sie sind lang, endlos lang. Noch drei Minuten, noch drei Minuten! Sie werden zu Stunden. Flugzeuge tauchen am Horizonte auf— aber der Erwartete kommt nicht. Und nun die letzte Meldung: Propellerbruch. Der Massenabmorsch beginnt. heute wird Chamberlin in Berlin ankommen. Er wird der populärste Mann in Berlin sein. Die Sympathie, die ihm entgegengebracht wird, ist für das gegenseitige Verständnis der beiden großen Völker wertvoller Gewinn., Die Lanöung in kottbus. Nach der ersten Notlandung verflogen.— Gefährliche Landung. (Von unserem Sonderberichterstatter.) A. S. kottbus, 6. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Di« Stodt Kottbus, die alte Tuchweb«rstadt mit ihren 52 lXX) Einwohnern, ist plötzlich durch die Notlandung der beiden amerikanischen Flieger Chamberlin und Levine in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Die Landung erfolgte unter eigenartigen Umständen. Nachdem die beiden Flieger bei Eisleben infolg« Betriebsstoffmangels eine Notlandung hatten vornehmen müssen, stiegen sie zur Weiterfahrt nach Berlin auf und hielten sich zur Orientierung an die Bahn- strecke halle-Berlin. Da aber offenbar ihr Kartenmaterial nicht aus- reichend war, gerieten sie an den Schienenstrang halle— Kottbus. Bei dem kleinen Oertchen Klinge zeigt« sich e i n Pro- pellerschaden, der dte beiden Flieger zur Landung nötigt«. Als das Flugzeug nach einem Gleitflug landete, stieß es auf den sumpfigen Grund einer Wiese, die noch vor kurzem überschwemmt war. vi« kleinen Landungsräder fuhren sich sofort in dem Snmps fest. das Flugzeug bohrte sich mit der Spitze In den Boden und überschlug sich. Dabei ging der Propeller vollends in Bruch. Das Flugzeug liegt noch an seiner Landungsstelle. Es sieht etwas verwittert aus, zeigt aber keine wesentlichen Spuren von den großen Strapazen, die es bei der Ueberwindung des Ozeans und bei dem schwierigen Flug durch das neblig« Deutschland zu erleiden hatte. Es wurde sofort zugedeckt und unter polizeilichen Schutz genommen. Bon Berlin aus waren sofort nach dem Eintreffen der beiden Flieger in Kottbus zehn Flugzeuge herübergekommen wit Vertretern der Presi«, der Behörden und der amerikanischen Bot- schaft. Für die letztere überbrachte der Botschaftsrat Pool die Grüße. Ferner sind zwei Direktoren der Lufthansa eingetroffen, um die not- wendigen Hilfsmaßnahmen einzuleiten. Außerdem ist ein Vertreter des Auswärtigen Amtes zur Begrüßung der Flieger hier anwesend. Die Vertreter der Stadt Kottbus bereiteten, so gut es in der Eile ging, den Fliegern einen überaus freundlichen Empfang. Der Oberbürgermeister fuhr mit Vertretern der Stadt und Der- tretern des Lustfahrvereins hinaus, um die beiden Flieger in Empfang zu nehmen und nach der Stadt zu bringen, hier hatte sich bereits auf die Kunde hin eine riesige Menschenmenge an. gesammelt, die zwanglos vor den einfahrenden Fliegern Spalier bildete und sich vor dem Hotel staute. Chamberlin selbst ist von der Fahrt offenbar etwas mitgenommen. Dagegen ist sein Mitfahrer Levine noch ungewöhnlich frisch. Erst nachdem sich die Flieger um die Reparatur des Flugzeuges gekümmert hatten und zu diesem Zwecke eigens noch einmal anöden Landungsplatz gefahren waren, begaben sie sich zur Ruhe. Vor dem Hotel Ansorge, wo die Flieger untergebracht sind, stand bis in die späten Abendstunden hinein eine große Menschenmenge, obwohl schon am frühen Abend bekanntgegeben worden war, daß die Flieger sich nicht mehr zeigen würden. Borher waren sie einige Male am Fenster erschienen und hatten der Menge zugerufen, die in leb- hafte Beifallskundgebungen ausbrach. Im übrigen plant die Stadt Kottbus noch eine dauernde Ehrung für die beiden Gäste, die sie heute als«rite Stadt in Deutschland nach dem großen Flug be- Wirten durfte. die Ernennung Ehamberlin» und Lepines zu Ehrenbürgern. Die Stadtverordnetenversammlung wird morgen darüber Beschluß fassen. Nach dem Verlauf der Fahrt läßt sich sagen, daß es den beiden Fliegern gelungen wäre, ohne weiteres Berlin zu erreichen. Dos war auch ihre Absicht, wie ja schon aus dem Telegramm hervorgeht, das die Mutter Chamberlins an ihren Sohn über den Flughafen Tempelhof adressiert hatte. Lediglich die Tatsache des schlechten Wetters und die mangelhafte Orientierung führte zu der Not- landung, die nun den Erfolg gezeitigt hat, daß der klein« Flughafen Kottbus in der internationalen Welt allgenzein genannt werden wird, als der Platz, an dem nach 45stündiger Wcltsahrt Chamberlins Flug endete. Die Flieger bleiben noch den ganzen Dienstag über in Kottbus. Es ist notwendig, dem Flugzeuggcstell andere Räder unterzusetzen, damit sich ein ähnlicher ZwischAifall bei der Landung nicht wieder ereignen kann. Außerdem muß der Propeller ersetzt werden und das hat deshalb feine Schwi�igkciten, weil die deutschen Pv>pellerprofile natürlich nicht allgemein auf die amerika- nischen Maschinen passen. Es soll versucht werden, in Berlin oder einer anderen Flugwerkstätte, den Propeller zu beschaffen, weil wirth über sein Für Befestigung des republikanischen G Hagen, 6. Juni.(MTB.) Anläßlich einer großen Kundgebung des Reichsbanners des westlichen Westfalen hielt Reichskanzler a. D. Dr. Wirth eine Rede, in der er nach Dankesworten für die ihm zuteil gewordene herzliche Begrüßung u. a. ausführte: Wir spaßen nicht. Wir machen ernst. Die Zentrums- portei ist ängstlich, weil ich gegen die Reaktion kämpfe, die im Lande den sozialen Aufbau hindert, daß wir mit den anderen Völkern zum Frieden kommen. Man wirft Hörsing und mir vor, wir wollten eine neue Partei gründen. Wir denken gar nicht daran, weil wir schon viel zu viel Parteien haben. Was wir wollen, ist die Befestigung des republikanischen Gedankens, und es wäre einmal notwendig, daß man neben dem Mitgliedsbuch des Reichsbanners das Mitgliedsbuch �er Ge- werkschaften, aber auch das einer politischen Partei, in der Tasche haben muß. Hörsing halte es für seine höchste Pflicht, den Kampf gegen die Reaktion zu führen. Zu dem deutschnationalen Wunsche, man möchte Wirth vor den Staatsgerichtshof bringen, erklärte der Redner, er möchte gern vor den Staatsgerichtshof kommen, denn dann würde er in aller Oeffentlichkeit den Beweis erbringen, daß die deutsch- nationalen Minister nicht die Republikaner seien, für die sie sich ausgeben. In diesem Zusammenhang betonte Dr. Wirth nach- drücklich, daß man die Worte nicht auf die Goldwage legen dürfe, denn wer immer wägt und wägt, der wag« nichts. Reichsbanner unöCbert-ZeierinNoröhausen Severings Festrede. Bordhausen, y. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Ortsgruppe Nordhausen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold hatte zu politisthes Ziel. dankens.- Keine neue Parteigründung. Pfingsten die Kameraden Groß-Thüringens zu einem Gau- treffen geladen. Am ersten Pfingsttag mittags standen wohl an 5000 Reichsbannerleute in Reih und Glied am Denkmalsplatz, um der Weiherede Earl Severings zu lauschen. Im Jahre 1849— sagte er— hätte der Nordhäuser Magistrat die damals einzige schwarzrotgoldene Fahne Nordhausens beschlagnahmen lasien und sie unter Verschluß genommen. Haute würde das nicht gelingen, das beweise die unübersehbare Mauer der Republika- n e r mit ihren vielen schwarzrotgoldenen Bannern. Das beweise aber auch, daß die Republik nicht mehr, wie die Reaktionäre be- haupteten, ohne Republikaner sei. Eeoering feierte dann Cbert als Politiker und ersten Präsidenten der Republik. Er sei zu früh gestorben, wir wollten aber nicht klagen: wir könnten nur die an- klagen, die ihn langsam mordeten, aber auch das solle heute nicht geschehen, denn langsam steige die Erkenntnis empor, daß Eberls Wert groß und sein Verdienst die Rettung des einigen Deutschlands gewesen sei. Das Denkmal solle deshalb mahnen, immer bereit zu sein, die deutsche Zwietracht, das Hemmnis deutschen Aufstiegs, mitten ins Herz zu treffen. H ö r s i n g-Magdeburg sprach für den Bundesvorstand des Reichsbanners, und Bürgermeister Borchardt übernahm das Denkmal in den Schutz der Stadt. Landrat Dr. A ä r e n s p r u n g- Nordhausen mahnte alle, die Republik mit dem Geist von Weimar zu erfüllen. Vertreter der Sozialdemokratischen und Demotratischen Partei legten Kränze am Denkmal nieder. Ein vieltausend- köpfiger Festzug zeigte dann den Rorbhäusern, daß nicht nur aus dem Geiste der Vergangenheit große Feste erwachsen können, wie die Jahrtausendfeier, sondern die Träger der Zukunft, wuchtige und eindrucksvolle Feiern zustande bringen, voll des neuen Geistes, der die Republik sicher und sozial ausbauen wird. Der§lug€ lieber den Flug des Ozeanfliegers Chamberlins von der amerikanischen Küste bis zu seiner Notlandung in Klinge bei Kottbus liegen folgende Einzelmeldungen vor: Erster Pfingstfeiertag.(Uhrzeiten in Berliner Zeit.) 1S.Z0 Uhr. Funkspruch der„M a u r e t a n i a": Eindecker XX. 367/140 umkreiste Schiff und flog ostwärts weiter. Schiffslage 49 Grad 23 Minuten nördlicher Breite. IS Grad 8 Minuten westlicher Länge. 20.20 Uhr. Funkspruch der.,£r an s sy lv a n i a": Tham- berlin wurde auf S1 Grad 27 Minuten nördlicher Breite und 5 Grad 28 Minuten westlicher Länge auf der Höhe von Cardiff gesichtet. 21,00 Uhr.(TU.) London: Chamberlin an zwei Stellen über Cornwall, dem Südzipfel Englands in direkter Fahrt auf den Kanal gesichtet. 22,15 Uhr.(TU.) London: Chamberlin über Ply- m o u t h. 22,30 Uhr.(TU.) Amsterdam: Nach einer hier vorliegenden Rotterdamer Meldung ist Chamberlin über den Normannischen Inseln, südwestlich Cherbourg, gesichtet worden. 23,00 Uhr.(TU.) � Paris: Chamberlins Flugzeug wurde über der französischen Stadt Eaenan an der Mündung der Orne im Fluge in östlicher Richtung gesichtet. Zweiter Pfingstfeiertag. 24,05 Uhr.(TU.) Paris: Chamberlin hat die französische Hafenstadt Boulogne für Mer in nordöstlicher Richtung über- flogen. 2,25 Uhr.(TU.) Berlin: Auf dem Zentralflughafen T e m p« l h o f ist man seit 2 Uhr ohne jede offiziell« Nachricht über Chamberlins Flug. Dagegen überstürzen sich die Gerüchte. Ganz Kluge wollen sogar wissen, daß Chamberlin direkten Kurs auf Wilna nehmen wird, dem angeblichen Geburtsort Levines. 3,20 Uhr.(TU.) Köln: Der Flieger ist über Krefeld gesichtet worden. 4,00 Uhr.(TU.) Dortmund: Die Flughafenleitung meldet, daß Chamberlin um 4 Uhr den Flughafen Dortmund über- flogen hat. Die Verzögerung gegenüber der an sich ange- nommenen Zeit seines Eintreffens dürft« darauf zurückzuführen fein, daß er über Belgien und Holland infolge sehr ungünstiger Witterungsverhältnisse und sehr tiefhängender Wolkendecke die Orientierung verloren hatte. Chamberlin soll bei dem Ueberfliegen des Flughafens bis auf fünf Meter heruntergegangen fein und den herbeigeeilten Luftpolizeibeamten fragend zugerufen haben:„Nach Berlin?" Darauf fei ihm die Richtung zugewinkt worden, und er habe fein Flugzeug wieder in Richtung Berlin in die Höhe gebracht. Abflug der Begrüßungsflugzeuge von Berlin. 5,25 Uhr.(TU.) Berlin: Sämtliche B eg r ü ß u n g s f l u g- zeuge für Chamberlin starteten zwischen S,0S und 5,20 Uhr. Sie fliegen zur Hälfte mit Passagieren und Pressevertretern dem Ozean- flieger in Richtung Hannover entgegen, während die übrigen Flugzeuge bis zur Ankunft des Amerikaners den Flughafen um- kreisen. Als offizielle Begrüßungsflugzeuge der Lufthansa starteten vier Iunkers-Großmaschinen und ein Dornier-Merkur-Flugzeug. 5,20 Uhr. Es startet die dreimotorige Iunkers-Mafchine V901 mit Berliner Pressevertretern an Bord. Das Flugzeug ist aus- gerüstet mit FI-Gerät mit einer Reichweite von zirka 500 Kilometer. �amberlms. Das Flugzeug wird mit der Flughafenleitung auf Well« 900 in Der» bindung bleiben. Die Maschine fliegt ebenfalls Richtung Hannoverj Ein Teil der Bcgrüßungsflugzeuge««verrichteter' Sache heimgekehrt. 7,30 Uhr.(TU.) Berlin: Bon den acht nach Westen geflogenen Begrüßungsflugzeugen sind drei unverrichteter Sache wieder auf dem Flughafen gelandet, während die anderen den Flieger noch in der Umgebung von Berlin suchen. V 901 hat um 6,50 Uhr bei Plaue beigedreht, da es annahm, daß der Ozeanflieger bereits über Magde- bürg nach Osten geflogen ist. 7.55 Uhr. Vom Flughafen Tempelhof wird mitgeteilt, daß die meisten der zum Empfang aufgestiegenen Flugzeuge wieder gelandet sind. Einige Großflugzeuge und das FL-Flugzeug suchen weiter. Die Stimmung unter dem Publikum ist nach dem langen vergeblichen Warten schon recht unruhig. Nach einer Hamburger Meldung soll dos Flugzeug gegen 5,30 Uhr bei Hannover gesichtet worden fein. Es wird vermutet, daß Chamberlin die Orientierung verloren hat oder irgendwo notlanden muhte. 8.00 Uhr. Auch das FT-Flugzeug hat die Suche aufgegeben. Die Notlandung bei Eislebe«. 0,15 Uhr. Notlandung auf einer Weide bei Bischofsrode bei Helfta. Zehn Minuten später war bereits das ganze Dorf auf dem Ländeplatz versammelt. Die Bewohner brachten Chamberlin auf sein Bitten hin 100 Liter»enzin. Chamberlin äußerte sich, daß er während des ganzen Fluges über den Ozean günstiges Wetter ge» habt habe, dagegen über dem Aermelkanal sehr schlechtes, da dort Sturm und Regen herrschten. Das Flugzeug ist nach Süden ausgebogen, da die WetterverhäUniffe im Nordwesten Deutschlands sehr ungünstig waren. Bei seiner Ankunft war Cham- berlin in sehr guter Derfasiung, so daß er auf die Bemerkungen seines Begleiters Levine, der offenbar über die Notlandung aufgebracht war, heitere Antworten gab. 9,35 Uhr. Statt zum Weiterslug. Chamberlin hinterließ den» Gemeindevorsteher von Helfta 13 Dollar als Bezahlung für da» e» haltene Benzin. Von mehr als 20 Dorfbewohnern und dem Ge- meindevorfteher ließ er sich eine Bescheinigung über die Notlandung ausstellen. Chamberlin nahm dann Kurs Magdeburg— Berlin. Wie man Chamberlin fand. Gegen? Uhr wurde von dem Polizeipräsidium Berlin eint Funkspruch aus Helfta aufgenommen, in- dem mitgeteilt wurde, daß gegen 8 Uhr vormittags ein fremdes Flugzeug not» gelandet ist. Der. Flugzeugführer gibt an, Amenkaner zu fein. 12,43 Uhr. New Jork.(TU.) K e l l o g übersandte an den amerikanischen Botschafter in Berlin folgendes Telegramms „Beglückwünsche Sie zu glänzender Flugausführung New Park-» Berlin. Der Flug sollte ein starker Antrieb sein zum Ausbau der Handelsluftschisfahrt, da hierdurch beide Kontinente infolge der Der» kürzung der Zeit näher zusammen gebrocht werden könnten. 15,34 Uhr. New Zork.(TU.) Der deutsche Botschafter o. Maltzan hat dem amerikanischen Botschafter in Berlin Glück» wünsch« übersandt. Ebenso Frau Leoine und Frau Chamberlin. Notlandung bei Kottbus. Chamberlin und sein Begleiter Leoin« sind kurz nach Mittag zu einer zweiten Rotlandung bei Klinge bei Kottbus ge- zwungen worden. Die zweite Notlandung soll wiederum durch Mangel an Betriebsstoff bedingt gewesen fein. Da» Flugzeug hat beim Niedergehen einen Propellerbruch erlitten. Die Maschine an sich ist jedoch startbereit geblieben. Chamberlin das größte Gewicht darauf legt, in feinem eigenen Flugzeuge nach Berlin zu kommen. Sollte es gelingen, das Flug. zeug morgen bis etwa 4 Uhr nachmittags fahrtbereit zu machen, so könnte Chamberlin zwischen 6 und 7 Uhr in Berlin eintreffen. Die Aufnahme, die die Flieger hier fanden, war sehr herzlich, ebenso muß anerkannt werden, daß die Stadt Kottbus bei der Ueber- mittlung der Nachricht von der Landung der Flieger weitestgehendes Entgegenkommen bewies. heute«kintreffen in Serlin. A. 5. Sottbus. 6. Juni.(Eig. Drahtber.) Es bestätigt sich, daß die Landung des Fliegers in Kuttbus dadurch herb�igefühtt worden ist, daß Chamberlin nicht genügend Kartenmaterial zur Verfügung hatte. Bei seiner Zwischenlandung in Eis- leben, wo er neues Benzin aufgenommen hatte, gelang es nicht, auf fein Verlangen die notwendigen Karten zu beschaffen. Er war infolgedessen aus die Orientierung durch die Bahnstrecke angewiesen und hat die Strecke nach Kottbus gewählt, in der Meinung, daß sie nach Berlin führe. Di« Landung selbst ist nicht infolge eines Maschinen- oder Propellerdefettes notwendig geworden, fondern aus einem anderen Grunde. Der amettlanifche Flieger war infolge des unsichtigen Wetters gezwungen, sehr ficht über dem Erdboden zu fliegen. Da setzte nach feinen Angaben plötzlich ein« Boe ein, die ihn zwang, unver- mutet niederzugehen und dabei, geriet er mit feinem Flugzeug auf die schlammig« Wiese. wie seht bekannt wird, beabsichtigen die amerikanischen Europa. flieger bestimmt, noch im Lause des Dienstag, noch Berlin zu kommen. Sollte es nicht gelingen, inzwischen das Flugzeug startbereit zu machen, so wird es notwendig fein, daß sie ein Flugzeug der Deutschen Lufthansa zur Fahrt noch Berlin verwenden. Große Nacht in Tempelhof. Von Hans Bauer. Auf dem Tempelhofer Feld gab es in der Nacht zum Pfingst- montag ein Allerheiligstes, ein Heiliges und ein' Profanes. Das Allerheiligfte bestand aus dem von roten Lichtern abgegrenzten. Landungsplatz mit seinem geräumigen Davor und Daneben. Zu- tritt nur für Leute mit Polizeiausweis. Das Heilige erstreckte sich von der Postenkette bis zu der großen Plant«, die das Tempelhofer Feld gegen die Berliner Straße abschließt. Zutritt nur für jene eiwa Zehntausend, die zuerst gekommen waren(während dieses Vor- feld übrigens gut feine 150 000 Leute umfaßt und man also nicht so kleinlich hätte zu sein brauchen). Das Gros staute sich draußen auf der Straße. Ich kann mir denken, daß die Herrschaften des Allerheiligsten sich für sehr bevorzugt hielten und daß informidtte Dinge dott von Mund zu Mund gingen. Aber bunter gings doch jenseits davon zu. Zu- nächst im Heiligen! Was war das schon für ein phantastisches Bild, das diese Zehntausend in tiefer Nacht— um 12, um 1, um 2 Uhr— hier Wattenden boten,— gleich als ob es ein genialer Regisseur gestellt hätte. Zstindum Dunkelheit, die ganz selten. �yur von(übrigens sehr matt wirkenden) Scheinwerfern strichweise oder vom überaus, grellen Blitz- licht hgr Photographen auf größere(önsferpungen durchbrochen wird. Aber die Zehntausend denken gar nicht daran, Feierlichkeit zu mimen und.'a. etwas wie den Ernst eines welthistorischen Momentes zu fühlen. Steife Seriösität liegt dem Berliner nicht. Wenn er ge- zwungenermaßen warten muß, dann schimpft er, und wenn er frei- willig wartet, dann amüsiert er sich. Der Berliner Witz macht die Runde. Zunächst einmal entzündet er sich natürlich, in der gut- wütigsten Form, an den Polizeibeamten des Absperrungskommandos, die, rein menschlich gesehen, ja gewiß eine notwendige und im Innersten von jedem anerkannte Pflicht erfüllen, deren emsige Ge- schäftigkeit aber leider im Gegensatz zu der Ereignislosigkeit am Himmel steht. Selbstverständlich haben auch die fliegenden Händler die Situation erfaßt. Salzbrezeln, Nußstangen, heiß« Würstel— oft mit der aktualisierenden Vorsilbe„Tschamberlin" versehen, werden angeboten.„Jibbts dn ooch n Brcetchcn zu den Würsten?" fragt eine Schusterjungengestalt einen Verkäufer.„Jawohl, gewiß", bestätigt dieser.„Na, u» tosten dr Senf wat Extratt?" setzt jener die Befragung fort. Der Würstelmann begreift noch immer nicht und verneint. Der Junge erkundigt sich weiter:„Wie lang und wie dick isn dann sone Wurscht?", und er scheint auf zentimetergetreuer Ant- wort zu bestehen. Unter allgemeiner Heiterkeit zerschlägt sich das Geschäft. Hin und wieder tauchen„Parolen" auf.„Er kommt... er kommt! Er ist 25 Uhr 61 über der Varziner Straße gesehen worden!" Allgemeines Gemecker hängt sich daran. Der regste Trubel herrscht draußen auf der Straße, im Profanen. In den Lokalen erdrücken sich die Menschen. Riesen- betrieb! Kein Gla» Bier, geschweige«in Platz zu haben! Dauernd strömen neue Gruppen herbei. Sie drängen sich auf den Trottoiren. Sie klettern auf die Bäume. Sie ersteigen den aufgeschichteten Bohletworrat eines Neubaus und kleben dort wie die Oelsardinen aneinander. Wie denken sie sich die Sache eigentlich? Der wirkliche Landungsplatz befindet sich einen reichlichen Kilometer von ihnen entfernt. Sie können ihn, noch dazu in der Nacht, von dieser ge- ringen Erhöhung herunter, um kein Haar deutlicher erkennen als von der Straß«— und um«inen AeroplpN fliegen zu sehen, braucht man sich schließlich auch nicht auf leicht erhöhte Positionen zu begeben. Was wollen überhaupt diese 100 000 Menschen auf dem Tempel- Hafer Feld? Einen mutigen Flieger begrüßen? Daran täten sie recht und da» wäre ein schöner Zug. Aber wie die Dinge liegen, ist gar nicht daran zu denken daß ihr Auge auch nur die gröbsten Umrisse des eventuellen Landungsvorganges erspäht oder gar von der Person des Flieger» auch nur das geringste Zipfelchen erwischt. Im günstigsten Falle wird hoch droben in den Lüften ein Flugzeug zu sehen und ein Surren zu hören sein, aber weder das Geräusch noch der sich bietende Anblick wird Charakteristika der Ozeanfahrt aufzuweisen haben. Allmählich dämmert«s im Osten. Autos rasen daher und werfen Extrablätter in die Menge. In denen steht zu lesen, daß Chambettin Boulogne überflogen hat und daß seine Ankunft in Berlin bei normalem Flug in der sechsten Morgenstunde zu erwarten steht. Ich für mein Teilnehme die Nachricht zum Anlaß, nach Hause zu fahren und mich in mein Bett zu legen. Aber ich bin einer von den ganz wenigen„Schlappmachern". Hunderttausend harren weiter. Die Elektrssche führt mich an der menschlichen Oelsardinen- büchse aus den aufgeschichteten Bohlen vorüber. Welche Nachrichten auch immer eintreffen werden: hier wird man weiter lauern und matten und sich durch nichts entmutigen lassen. Es gibt«ine Sportbegeisterung, und diese Enthusiasten sind willens, ihr lebendiges Denkmal zu sein. von Erwartung zu Erwartung. Auf dem Flugplatz in Tempelhof. Schon Sonntag abend um 8 Uhr setzt« der Zustorm zum Flug- Hafen auf dem Tempelhofer Feld ein. Schon liegt Chamberlins Name, Chamberlins Persönlichkeit— bildlich und wörtlich ge- sprachen—„in der Luft". Aber erst gegen Mitternacht erwacht regeres Leben: bis dahin sah man nur etliche Wenige, frühere Flieger oder einige beinahe übereifttge Presseberichterstatter. Vom ersfen Grauen des Pflingstmontags ab aber begehren viele Tausende unter möglichen und unmöglichen Begründungen Einlaß. Aber Berlins Polizeipräsident hat sich fest vorgenommen, dafür Sorge zu tragen, daß sich Szenen nach der Art des Empfanges von Charlie Lindbergh in Paris und London hier nicht wiederholen. Darum wird rigoros, manchmal vielleicht sogar etwas zu rigoros, vor- gegangen, und wer nicht die heiß umstrittene rote Kart« des Polizei- Präsidiums besitzt, darf nicht hinein! „W i r d Chamberlin kommen?", das ist die große Frage? Kurz nach Mitternacht kommt eine erst« wahrhaft alarmierende Nachricht: Wie aus Rotterdam gemeldet wird, hat Chamberlin das europäische Festland erreicht und ist in der Nähe von Cherbourg gesichtet worden. Erregung, Spannung und Hoffnung wachsen. Er wird sicher Berlin erreichen! Aber wann? Man berechnet und kalkuliert: Zwischen 6 und 8 morgens! Man wartet auf neue Meldungen, aber leider funktioniert der Nachrichtendienst des Flughafens keineswegs ausgezeichnet. Nur einmal noch, um 4 Uhr morgens, wird durch Lautsprecher eine einzige Nachricht verkündet, die von stürmischem Beifall begrüßt wird: Ehamberlins Flugzeug hat die deutsche Reichsgrenze passiert und überflog Dortmund.' Und wieder setzen die Berechnungen ein. Langsam wird die Nacht zum Morgen, Nebel und diesiges Weiter verdrängt die Sonne. Aber je mehr die Zeiger der Uhr vorrücken, um so lauter erhebt sich die Frage: Wo bleibt er? Schon sind die offiziellen Vertreter des Reiches, der preußischen Regierung und des Mogistrats Berlin erschienen. Man sieht den preußischen Innenminister, Genossen G r z e s i n s k i. den Staats- sekretär �m Auswärttgen Amt, v. Schubert, den Reichspress«- chef, Genossen Z e ch l i n, den Staatssekretär K e m p n e r, den Kommandanten Berlins, General Severin, und die Chefs der Berliner Polizei. Nach 6 Uhr etwa steigt die Erregung von Viertel- stunde zu Viertelstunde, und die bange Frage erwacht: Ist ihm etwas passiert? Niemand weiß es, die Leitung des Flug- Hafens hüllt sich in eisernes Schweigen. Fünf Flugzeuge sind ausgeschickt, Chamberlin entgegenzufliegen und ihn zu suchen, wenn es nottut. Um 7 Uhr etwa taucht zuerst die besorgte Bemerkung auf: Er ist überfällig! Aber erst nach Stunden, als schon die Hoffnung gesunken ist, oerkündet die Lufthansa die Wahrheit: Notlandung bei Ei-leben wegen Benzinmangel». 9 Uhr 35 Niinuten wieder nach Berlin geslarlett Schon hatte die Schupo die Absperrung aufgehoben, schon war die Mehrzahl der Behördenvertreter im Begriff zu gehen, als jetzt neues Hoffen lebendig wird. Er wird also doch noch kommen, heißt es, und weiter wartet man nach mehr als zwölf Stunden geduldigen Aushaltens! Um 12 Uhr wird mttgeteilt: Botschafter Shurman ist eben eingetroffen! Und erleichtett atmet man auf: Cham» berlinkommtalsobestimmt!' Aber gegen 2 Uhr nachmittags wird die bedauerliche Wahrheit bekannt:; Er hat in Sottbus eine zweite Notlanduug vornehmen müssen! Endgültiger Abbruch! Die Polizei zieht sich zurück, langsam wirtj der Platz geräumt. Und allgemein fft das Bedauern: Den Allan, tischen Ozean hat er geschafft, und jetzt muß er an den letzte» hundert Kilometern scheitern!, Schwerer Dienst für Sie Polizei. Die Berliner Schutzpolizisten haben an den beiden Pfingsttage» außerordentlich schweren Dienst gehabt. Am Sonntag Bereitschaft wegen des Reichstreffens der Roten Frontkämpfer, von Sonntag abend bis Montag mittag Absperrungsdienst am Flugplatz in Tempelhof. Trotz der schweren Belastung der Beamten haben sie sich redlich bemüht, durch Zurückhaltung und Takt Reibungen zu vermeiden. Das Städtische Rettungsamt der Stadt Berlin hatte unter Leitung seines Direktors Dr. Paul Frank gleichfalls alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Es brauchte aber nur wenig in Tätigkeit zu treten. Thamberlins Streckearekorü 7300 Kilometer. New Jork, 6. Zun!.(TU.) Nach einer Meldung de« „Associated Preß" wird Chamberlin» Slreckenrekord auf rund 7300 Silometer geschäht. Washington besrkeSigt. New Zork, 6. Juni.(TU.) In Washington herrschte diS ganze vergangene Nacht über eine groß« Erregung, die sich erst legre, als die Nachricht von der Notlandung Chamberlins in Bischofsrode eintraf. In Washington ist man von dem Ergebnis des Fluges durchaus befriedigt, da Chamberlin den Rekord Lind- berghs gebrochen hat und es ihm außerdem gelungen ist, den ersten Passagierflug mit einem Flugzeug über den Ozean durchzuführen. Die Regierung plant für Chamberlin und Leoinä die gleichen Ehrungen wie für Lindbergh. Die Ankunft»Prafident Coolidge mitgeteilt. 'A. S. kottbus. 6. Juni.(Eig. Drahtber.) Der Oberbürger» meiste? der Stadt Kottbus hat an den Präsidenteit C o o l i d g e ein Telegramm geschickt, in dem er die glückliche Ankunft der amerikanischen Flieger ankündigte und dem amerikanischen Volke zu dem neuen Langstreckenrekord Chamberlins Glück wünschte. Seine Nebeneinnahmen mehr für dänische Minister. Der Vor- schag, daß ein Minister keinen irgendwie Lohn einbringenden oder Tantieme gebenden Erwerb neben seiner Reichstagstättgkeit haben darf, wurde vom dänischen Reichstag mit 72 gegen 69 Stimmen angenommen. Die mecklenburgisch-schwettnische Regierung hat den am 22. Mai gewählten Landtag in Mecklenburg-Schwerin auf den 13. Juni einberufen. Die erste Sitzung wird sich voraussichtlich nur mit der Konstituierung des Parlaments befassen. Scbulkämpfe in Belgien. Kein Beschlutz des sozialistischen Parteitages für und gegen die Unterstützung katholischer Schulen. Brüssel. 6. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag hielten anläßlich des Parteitages von den ausländischen Delegierten unter anderen Ansprachen Adolf Braun-Deutschland. Ellenbogen» Oesterreich sowie Rosenfeld für die russische Sozialdemokratie, desien das bolschewistische Diktaturregiment scharf geißelnd« Rede mit starkem Beifall aufgenommen wurde. Modigliani-Italien er» klärte, Vanderveldes mutige Kammerrede über Mussolini habe die Herzen der italienischen sozialistischen Flüchtlinge ersreut. Schließlich sprach Fritz Adler namens der Internationale. Die Debatte über die S ch u l f r a g e beanspruchte mehr als zwei Tage. Mehrfach nahmen darau teil Unterrichtsminister H u y s- m a n s sowie Bandervelde und de Brouckere. Ueber das Unterrichtsreformprogramm im modernen Sinne kam es leicht zur Einstimmigkeit, aber die Frage der Staatshilfe für die katholischen Schulen offenbarte ein Bild völliger Uneinigkeit. Minister Huysmans vertrat den Standpunkt, daß angesichts der Tatsache, daß ungefähr die Hälfte aller Schulen katholischkirchlich seien, die Etaatshilfe nicht eingestellt werden könne. Die Staats- Hilfe gewähre übrigens dem Staate das wertvolle Recht der Kontrolle, das wirksam ausgeübt werden müßte. � Andere Redner waren für völlig« Abschaffung, andere für E i n s ch r ä n- kung der Staatshilfe an die katholischen Schulen. Einige wollten das Unterrichtsrechr überhaupt nur dem Staate und den Gemeinden gewähren. Manche Delegierte klagten über Unwirksamkeit der Staatskontrolle, andere wollten die Regelung des Schulwesens den lokalen und Prooinz-Kommissionen überlassen, woran die ösfent- lichen Körperschaften und die Eltern vertreten wären. Im all- gemeinen waren die Delegierten aus dem überwiegend antiklerikalen Wallonenland gegen jede weitere Staatshilfe, während die flämischen Delegierten mit Rücksicht auf die zahlreichen zur Arbeiterklasse gehörenden katholischen Arbeiter des Flamenlandes für die Beibehaltung der Staatshilfe eintraten. Die Debatte zeigte die Unmöglichkeit, zu einer einstimmigen Stellungnahme zu gelangen, und schließlich wurde beschlossen, eine von der Resolutionskommission ausgearbeitete Kompromißentschliehung den D i st r i k t v e r b ä n- den als Grundlage zur weiteren Prüfung zu unterbreiten. Nach- dem die Distriktsbeschlüsse vorliegen, soll der Generalrat diese in einer neuen Resolution zusammensassen, über welche dann eine Urabstimmung vorgenommen wird. Albanien und der Völkerbund. Eine Schilderung nach Genf gesandt, aber kein Antrag gestellt. Genf. 6. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der Außenminister von Albanien hat dem Dölkerbundssekretariat telegraphisch eine lange Darstellung von neuen Konflikten mit S ü d s l a w i e n gesandt. Darin wird u. a. festgestellt, baß ein Protestschreiben des südslawischen Geschäftsträgers in Tirana von„vehementer Schärfe* sei und das große Bedauern darüber ausgesprochen, daß die süd- slawische Regierung trotz der größten Anstrengungen der albanischen Regierung, den Awischenfall in freundsäiastlicher Weis« beizulegen, ihr ganzes Legationspersonal abberufen habe. Die Note ent- hält keinerlei Antrag oder Gesuch an da» Völkerbunds- jekretariat. verwässerte Pfingsten. Das war ein Rätselraten am Sonnabend nachmittag: Wie wird das Psingstwetter? Die Ouvertüre war ja wenig erfreulich, es goß in ärgerlicher Beharrlichkeit bis in die Sonnabend-Abendstunden, aber gegen 9 Uhr klärte sich der Himmel auf, und die Optimisten schienen recht zu behalten. Doch am Sonntag zerrannen alle Illu- sionen, wenn es denn auch nicht ganz so schlimm wurde, wie die unentwegten Miesmacher prophezeit hatten. Der erste Pfingsttog brachte einen starken»Zug ins Freie*. Schon in frühester Morgen- stunde pilgerte man hinaus. Die Vorort- und Ringbahnzüge waren überfüllt, die Spree- und Havelseen brachten eine Unzahl Wasser- sportler an die Ausflugsstätten. So machten die Gastwirt«, die sich für reichlichen Pfingstbetrieb, in jeder Beziehung natürlich, ein- gedeckt hatten, recht gute Geschäfte, bis der ü b« r f a ll a r t i g e Platzregen zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags viele zum Plötz- lichen Aufbruch trieb. Den auswärtigen Wirten hat denn auch die Sensation Chamberlin Abbruch getan, denn die Hoffnung, den Flieger zu sehen, veranlaßte Tausende, die Lokale im Stich zu lassen und nach dem Tempelhofer Feld zu pilgern, um dort bann eine— Nacht der Enttäuschungen zu verleben. Der zweite Psingsttag brachte für Berlin das bessere Geschäft, denn die Berliner waren„helle* geworden und standen voll Mißtrauen den Machinationen des Wettergottes gegenüber. Und richtig: In den Nachmittagsstunden begann es schon wieder von oben zu tröpfeln. Am Montagabend waren die Lokale in fast allen Teilen der Stadt überfüllt. Hochbetrieb war am zweiten Fest- tag auf den Bahnhöfen, wo sich vom frühen Abend bis in die Nacht hinein ein schier unendlicher Strom von Heimkehrern in die Stadt voll Leben und Arbeit ergoß._ Der Ueberfal! in der Königgratzer Straße. 1000 Mark Belohnung! Zu dem Uebersall, den maskierte Verbrecher am vergangenen Sonnabend auf das E h e p a a r S ch i f ch k a in der Königgrätzer Straß« 46 verübten, erfahren wir, daß auf die Ergreifung der Täter jetzt eine Belohnung von 1006 Mark ausgesetzt ist. Im Laufe des heutigen Dienstags werden an den Säulen die amtlichen Bekanntmachungen erscheinen. Durch Zeugenvernehmungen ist es gelungen, die Beschreibung der Räuber noch in einigen Punkten zu ergänzen. Beide stehen Im Anfang der zwanziger Jahre und sind von schlanker Gestalt, der eine etwa 1,76 Meter groß, der andere etwas größer. Einer trug einen hellen, der zweite einen dunklen— wahrscheinlich blauen— Anzug. Der Dunkelgekleidete soll langes blondes f)oar gehabt und«ine blau« Segler- mutze getragen haben. Mitteilungen zu ihrer Ermittlung werden im Zimmer 96 des Polizeipräsidiums entgegengenommen. In einem kleinen Hotel... Eine L i c b e s t r o g ö d i e hat sich in einem kleinen Hotel in der Madaiftraße abgespielt. Dort war ein Paar abgestiegen. Der Mann hatte sich als-lOjähriger Bautechniker Paul Geiger au» Berlin und das Mädchen als eine 27 Jahre alte berufslose Herta Dreher aus Lübbcnwalde in das Fremdenbuch eingetragen. Als die Gäste am Psingstsonntag gar nicht zum Vorschein kamen, sah man sich nach ihnen um und fand das Mädchen und den Mann tot in dem Zimmer auf. Beide hatten sich mit Zyankali ver- giftet. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Ob die angebenen Namen die richtigen sind, bedarf noch der Feststellung. Mittelfever in einem Feuerwerkslager. Mit der Bekämpfung eines außerordentlich gefährlichen Feuer» waren die Spandauer Wehren in der Nacht zum Psingtzmontag be- ichästigt. In der Moltkestraß« 8 zu Spandau befindet sich jm Quergebäude das Zapier, und Feuerwertstörxer- l a g e r der Firma M. Gegen%2 Uhr wurden die Hausbewohner I plötzlich durch mehrere Detonationen aus dem Schlaf geschreckt. Als man der Ursache nachging, wurde bei der Firma M. Feuer ent- deckt. Die Feuerwehr rückte auf den Alarm mit mehreren Löschzügen heran. Bei ihrem Eintreffen fand sie das ganze Lager in Flammen. Große Vorräte von Feuerwerkskörpern und Papierballen boten dem Feuer reiche Nahrung. Es mußte aus mehreren Schlauch- leitungen großen Kalibers mehrer« Stunden lang Wasser gegeben werden. Wegen der Explosionsgefahr mußten die Feuerwehlbeamten sehr vorsichtig arbeiten. Als Entstehungsursache wird Selbstentzündung von Feuerwerkskörpern vermutet. Der Rote ßrontkämpfertag. Ruhiger Verlauf. Das dritte Reichstreffen des Roten Front- kämpferbundes, das in Berlin an den beiden Pfingstfeier- tagen stattfand, hat einen ruhigen Verlauf genommen. Der Gesamtaufmarsch des Bundes im S ch i ll e rp a r k vollzog sich im allgemeinen ichne ernstere Zwischenfälle. Der Anmarsch erfolgte Sonntag mittag von drei Plätzen aus, dem Lustgarten, dem Kleinen Tiergarten und dem Rudolf-Mosie-Platz. Der Lustgarten war der Sammelplatz für etwa zwei Drittel der Roten Frontkämpfer, und der weit« Platz war um die Mittagsstunde gut gefüllt. Dom Rudolf-Mosse-Platz marschierte mit Verspätung erst gegen 2 Uhr ein Zug von etwa 29999 Menschen zum Schillerpark. Hier hatten sich die Lichtenberger Gruppen der Kommunistischen Partei, des RFB. und der„Jungfrontler* und die auswärtigen Delegationen aus dem Gau Magdeburg, aus Hesfen-Naffou, Westfalen und dem Ruhrgebiet oereinigt. Im Zug fuhr ein Wagen mit, auf dem als Stahlhelmer verkleidete Rot-Front-Leute die„Eroberung Berlins* durch den Stahlhelm verulkten. Das Aufgebot der Polizei war sehr viel geringer als ani Stahl- h e l m t a g, und man muß anerkennen, daß die RFB.-Lcute sich im ollgemeinen jeder Provokation geflissentlich enthielten. Aber auch die Schupo zeigte sich sehr zurückhaltend. Auf den Anmarschstraßen hatte man das Gefühl, daß so mancher die Rot-Front-Kämpser nur deshalb freundlich begrüßte, um zu zeigen, daß Berlin rot i st und rot bleibt und daß dieses Berlin keineswegs mit den Stahlhelmern, die gleichsam als von der Schupo bewachte Gefangene durch Berlin marschieren mußten, sympathisiert. Auch die V o l k s f« st e, die in allen Berliner Verwaltungsbezirken am Pfingstmontag stattfanden, sind ohne nennenswerte Störungen ver- laufen. Am Montag morgen hatte eine„internationale Konserenz gegen imperialistischen Krieg und Faschismus* in den Sophien- sälen getagt. Reibereien und Zwangsgestcllungcn. Die Straßenzüge und übrigen Veranstaltungen der Roten Front- kämpfer sind dank der Disziplin der Demonstranten und der Zurück- Haltung, der Polizeibeamten überall ruhig verlaufen. In einzelnen Stadtteilen kam es zu Reibereien mit der Schutzpolizei, so daß einige Zwangsgestellungen erfolgen mußten.— So passiert« gestern vor- mittag ein größerer Zug von RFB.-Leuten mit Musik dey Bülow- platz. Der Aufforderung eines Offiziers, die Musik einzustellen, kam die Kapelle erst nach Androhung von. Waffengewalt nach. Beim Einmarsch auf das unbebaute Grundstück Linien- straße 224/22S setzte die Musik plötzlich wieder ein. Als Polizei- beamte zur Feststellung der Verantwortlichen schreiten wollten, drang eine Menge von mehreren tausend Personen von allen Seiten auf die Beamten ein, über die sich ein Hagel von Steinen ergoß. Ein Beamter gab in der Notwehr einen Schreckschuß ab. Schließlich gelang es, den Platz unter Androhung des Polizei- knüvpels zu räumen. Sieben Personen, darunter eine Frau, die auf' die Polizeibeamten mit einer Stahlrute eingedrungen war, wurden festgenommen und der Abteilung I A im Polizeipräsidium zugeführt. Insgesamt erfolgten etwa hundert Zwangsgestellungen wegen Nichtbefolgung polizeilicher Anordnungen und Beleidigung.__ Explofionskatastrophe in Polen. Mehrere Tote und 300 Verletzte. Warschau. 6. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Eine am Sonntazz erfolgte Explosion in dem Ort Witkowice bei Krakau, bei der gegen 2999 Zentner Pulver in die Luft geflogen sind, richtete In dem Städtchen selbst sowie in dein 6 Kilometer ent- fcrnten Krakau ungeheuren Schaden an. Mehrere hundert Häuser wurden von dem Luftdruck teilweise zerstört. In Krakau beläust sich der Schaden allein an zer- platzten Fensterscheiben über 1 Million Zkoty. S99 Personen er- litten durch die Glassplitter schwer« Verletzungen, davon haben gegen 39 lebensgefährliche Wunden davongetragen. Auf der Unglücksstätte sind mehrere Tote geborgen worden. Die Regierung hat für die Opfer der Katastrophe 599 999 Zloty an- gesetzt.'_ Unglücksfall bei einem Reklameflug. Ein Flugzeug in die Zuschauer gestürzt. Während des heutigen Pfingstflugfeftes des Niederrheinischen Vereins für Luftschiffahrt auf dem E s s e n- M ü l h e i m e r Flugplatz ereignete sich ein schweres Unalück. Der Pilot Friedrich Wagner, Düsseldorf, flog in ganz geringer Höh« über die Zuschauer hinweg und warf Reklameschokolade ab. Plötzlich versagte die Zündung und das Flugzeug st ü r z t e in die Meng«. Ein Knabe von zwölf Jahren wurde auf der Stelle getötet, neun Personen wurden mehr oder minder schwer verletzt. Der Pilot selbst erlitt einen Nervenschock. Riesenwaldbrände in Kanada. Wie au» Toronto berichtet wird, brach im Gebiet der R o u y n- Goldfelder in großer Ausdehnung ein Waldbrand aus. Acht Meilen südwestlich von Rouy sind die elektrischen Kraftleitungs- anlagen außer Betrieb gesetzt, und die Telephonverbindung mit zahlreichen Distrikten sind unterbrochen. Die Zurlstische Sprechstunde fällt heute. Dwnstag. den 7. Zuai. aus._ Sport. Rennen zu hoppegarten am ZNoutag. dem S. Zuul. t. S>» a n> u. t. Baba(Barga), 2. Original iZelMisch), 8. AUenburg (9R. Schmidt». Tot«: 18: 10. Pia«: 18, 27, 20: 10. Ferner lieseil: Formosu», tat Lied, vrlandu-,«rndf, Gut- Eilte. Byll, Arcadiue, Liefcrec. 2. R e n n e n. 1. Pelopea(0. Schmidt), 2. Ferrara(Hannes), 8. Ota(Tat. ras). Toto: 27: 10. Platz: 13, 18, 19: 10. sserner liefen: laaoca, Di« Linde, RtSnung, ffiondmana. Legende, Minnelied, Ordensschwester, Wien Eonseroa, Pantomime, Osfenstre, Forelle._ 8. Rennen. 1.«ineta(Böhlle), 2. Ealadin(Saline-), 8. F-nar(«in. «nj). Tot«: SO: id. Platz: 27, 87; 10. Ferner liefen: Mohrenglllit, Fetifa, Neilystag. 4. Rennen. 1. Oderwinter(Tactas), 2. Indigo(Ianrf), 8. fleolus (O. Schmidt). Toto: 19: 10. Platz: 11, 18, 12: 10. Ferner liefen; Graue Theorie, Theoderich. Wachholder, Helios, Maifahrt, Mannestreue. d. R e n n« n. 1. Torero(Hannes), 2. Tullus Hostiliu,(Ianek), 8. Slus- bund(O. Schmidt). Tot«: 1».: 10. Platz: 12, 14: 10. Ferner l-rf«n: Mah Jons, Simanowa, Eandooal. 8. Rennen, l. Audar(Schmidt), 2. Palisander(Darga), 8. Smaragd (Wolfs). Toto: 22:10. Platz: 12, 12, 24:10. Ferner liefen: RottlSnd-r, Ton- kurent, Prinz Eugen, Slalde, Dudelmann, Tartar, Seesturm. 7. R- n n e n, I, A b t e i l u i g. l. Himalana(PBHlle). 2. Ofiri«(Torfe), 8. Bubi(Echi-nfisch). Tot«: 43; 10. Platz: 16, 12, 18: 10. Ferner liefen: Ru. trta, Traunegg, Winnetou, Torquato, Credo.— II. 7l b t e i l u N Hennigsdorf forderte Ende der letzten Mai- myche für ihre Abteilung„Mikanit" beim Arbeitsnachweis Reinicken- darf eine Anzahl Arbeiterinnen an. Als sich diese am Montag früh zwecks Einstellung nach Hennigsdorf in das zuständige Bureau begaben, hatten sie zunächst einmal das Vergnügen, von morgens 8 bis nachmittags 1% Uhr zu warten, ehe sie überhaupt abgefertigt wurden. Die Einstellung von 6 Frauen wurde mit den sonderbarsten Begründungen verweigert. Anstatt nun diesen Frauen auf den Dermittlungsschein des Arbeitsnachweises den Bermerk zu machen, daß ste für die zu leistende Arbeit nicht geeignet sind, schrieb der abfertigende Beamte mit größter Dreistigkeit auf den Schein: „Arbeitsannahme oer weigert"! Alle Vorstellungen hiergegen fruchteten nichts, eine Aenderung des Vermerks wurde abgelehnt. Die Folge davon war, daß den Frauen am nächsten Tage auf dem Arbeitsamt die Sperrung der Unter st ützung angedroht wurde, falls nicht dieser Vermerk entfernt werde. Die Frauen hatten also das Vergnügen, am nächsten Tage nochmals 80 Pf. Fahrgeld zu opfern, die ihnen die hochwohllöbliche Direktion der AEG. selbstverständlich nicht wieder- gab. Erst auf ganz energisches Drängen hin bequemte sich der Ein- stellungsbeamte den Vermerk entsprechend zu ändern. Verantwortlich tür Politik: Virtor Schifs! Wirtschaft:<9. Slingclhösrr; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner; sseuilleton: lt. L. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frist ltarstädt; Anzeigen: Th. Slockc; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag©. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Singer u To., Verlin EW 68, Lindcnstraße 3. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz- Staats- Theater Opernhaus a. P.aU d.Republ. 7 Uhr: Walküre Schauoplplhaus 8 Uhr; Florian Geyer Schiller. Theater 8 Uhr: Musik. StäMi Opei Charlottenburst 8 Uhr Der Jahrmarkt vod JorotsdiiDtzi Abonn.-Tumus I Sanwwiky-äDbnni Th. Könistgratz. St. Hasenheide 2110 8 Uhr: Dit Sdiulo t. HomSdlenltanf Norden 6304 8 Uhr Weiße Fracht Nollendorf 7360 8 Uhr Noni und Horace und weitere S tllr Berlin Attraktionen Hetropoi- Thecl. Täglich 8 Uhr lirkiimmmiii ruaila-nieaier 8 Uhr: Wenn der junge Wein blüht Theater des Westens 8 Uhr; Beinrieh Heines erste Liehe Sornmerpr. 1—8 M. Deutsdies Theater Norden 10334—37 i U. Ende 10'/, U. Der Kexer Kamtnerspiele Norden 10334—37 SV, Uhr. Ende 10U. Papiermühle Ustipiel voo ämrg Kaiser Die Komödie BismarcK 2414, 7516 S'/k Ende Deck 10 Uhr Oer snob Ktnidie na Carl SterDhaim Iheat. a.Holtolorfpl. Kurfürst 2001 8 U., täte gagan 1 1 Uhr Drei arme kleine Mädels Orralte tob Waltar Kalla Tlieater am Kottb. Tnr 9 Kottb. Str. 6 Tägl.8 Uhr; V�EIUscr vH- eeiee Xleue- Programm I Volk s bü h ne ftiesler in BOlowpiat: 8 Uhr— Ei« SommemachtstraQm. Morgen 8 Uhr: Ein Somicroaibtstraam. Th. am SduffliiBerilimm 8 Uhr Jan der Wunderbare > ERIK CHARELL BRINGT:■ Hans Brausawetier, Lade Mannbclm a. G-, Bendo«, Westennder, Kupier u. a. Großes Schauspielhaus CASINO-THEATERs Uhr: tHf Nur noch Iiis Inkl. 12. Der Fehltritt einer Frau. Gutschein: Faut 1 Mk, Sessel 1,50 Mk. Reichshallen-Theater Allabendltdi S Uhr: Stettiner Sänger Dönhoff- Brelt'l t Variete, Konzert, Tanz CIRCUS BUSCH Heilte 2x, ZV- und 8 Uhr: JinBtiiDiDMilei Spiee" Vorher da« �r. Clrcus-Progr. I M Nachm. halbe Preise, h. Klnderbclustlg. Cescbepkreneilg. ■ 1,1 Wii dt: Ststoi ILM■" i Sallaatairg-BitiDin Ols. Künstler-Tb 8'/, Uhr: Aöleu Miml Lcssing-Theater 8'/, Uhr. Klöpfer mit Ensemble ..MOTHhBnfrtacd«" Eugen Ii seinem Theai. Werbetage! Täglich 8V. Uhr: Die von der liebe leben! Jugandliit teion ZoMttl Vorzeiger rahlt Parkett statt 4 Mk. nur 1 Mk., auch an den Feiertagen ta Theater am Zoo 8-/« Uhr: Tumult der Herzen Thtadar Im, Kita Bin. Kau Valdtkird.liaD! Flietir Vonntauf nutaibttdi«. FSr Junendliilia verbete« I Neue Welt< Arnold Idioli nasentietde 108-114 1 Dienstag, den 7. Juni 1927 3. Feiertag Tanz im Freien | Einlaß 3 Uhr Anfang 3 Uhr| Voranzeige: Donnerstag, 9. Juni 1927: 1. Riesen-Brillant-Feuerwerk Rose-Theater 8 Vi Uhr 1 Lustspielhaus SV. Uhr; .Der Aplel* ■ Wospe siman> Eni n.bUlip7 Nur ereß-Berlln Alexanderplatz. Den dritten Feiertag verlebt man auf dem PfinM-VolMa� der Ausstellung DAS WOCHENENDE am Kaiserdamm Eintritt nur 1 Hk. Jugendliche 30 Pf. Hennen n Karlshorst Pfingstdienstag, den 7. Juni nachm. 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