Nr. 2S2 ♦ 44.�ahrg. Musgabe Ä Nr. 144 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich 3,— Reichsmarl Boraus zahlbar. Unter Kreuzband titr Deutschland, Danzig, Saar- und Mcmelgebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4,00 Reichsmark, für das übrige Ausland 5.50 Reichsmark pro Monat. Der„Vorwärts" mit der illustrier» ten Conniagsbeiloge„Volk und Zeit" sowie den Beilagen„Unierhaltung und Wissen",„Aus der ffilmwelt". „Frauenstimme",„Ter Kinder» freund".„Iagend'Vorwärts".„Blick in die Bücherwelt" und„Kultur- arbeit" erscheint wochcntäglich zwei» mal, Sonntags undMontags einmal. Telegramm-Adresse: „Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe ir,*/ Derlinev VolKsblAkt (�10 Pfennis) Anzeigenpreise: Die einspaltige RonporrMe» zeile M Psennig Reklamezrile Reichsmark„Kleine Anzeige»" das fettgedruckte Wort 25 Piennig «zulässig zwei fettgedruckte Worte». jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 75 Pfennig, ledes weitere Wort >0 Pfennig Worte über l5 Buch» staben zahlen tü: zwei Warle. Arbeitsmarkt Zeile 80 Piennig. Familicnanzcigen iür Abonnenten Zeile 40 Pfennig, Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4li Uhr nachmittags im Hauptgcschäit, Berlin SW 88, Linden. strahe 3, abgegeben«erden Geöffnet non SM, Uhr früh bis 5 Uhr nachm. T�entralorgan cler 8o2ialclemoKratifcKen parte» Deutfcblaiids Neöaktion und Verlag: Serlin SW. öS, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292—207. Freitag, den 17. Juni 1937 vorwärts-verlag G.m.b. H., öerlin SW. öS, Lindenstr.Z PoMlbeckkonto: verlia 37 S3<— Bankkonto: Bank der Arbeiter. AnaesteSte» und Beamten. Walls». KS: Diokonto-Gesellschaft. Pen ositen koste Lindcnstr. S. Die Reaktion am Werke. Nene Zollpläne des Bürgerblocks.— Schwerindustrie gegen Achtstundentag. Die Reaktion ist am Werke. Sie hat zwei Kriegs- erklärungen an die Arbeiterschaft erlassen. Die eine ist die Veröffentlichung des Programms des Bürgerblocks für die kommenden Zollverhandlungen im Reichstag, die andere die Kundgebung desVercinsdeutscherEisen- und Stahlindustriellen auf seiner Mitgliederver- sammlung vom IS. Juni in Berlin. Die eine bedroht die Lebenshaltung der Arbeiterschaft durch die Wsicht, die Preise wichtigster Massennahrungsmittel durch Zollerhöhungen in dke Höhe zu schrauben, die anders durch den Willen zum Lohndruck, zur Aufrechterhaltungüberlanger Arbeitszeit, durch Verhinderung der Eingliederung der Arbeitslosen in die Produktion. Höhere Lebensmittelpreise— aber weniger Lohn. Das ist der Inbegriff der sozialen Reaktion. Es ist kaum eine aufreizendere Verhöhnung der Arbeiterschaft denkbar, als sie in den Reden der Männer der Schwer- industrie, des deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Dr. Reichert, des Direktors der Bereinigten Stahlwerke Ernst Poensgen und des Herrn Ernst v. B o r j i g auf der Der- sammlung des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustriellen in Berlin erfolgt ist. Die Arbeiterschaft der Schwerindustrie im westlichen Industriegebiet hat nach dem Ruhrkampf die längere Arbeitszeit auf sich genommen.' Sie hat das Vcr- sprechen der Unternehmer entgegengenommen, das nach der UebecwinduNg der Krise der Achtstundentag wieder eingeführt werden solle. Die Schwerindustrie hat den. großen Rationali- sierungsprozeß durchgeführt, zum Nutzen der Unternehmer auf Kosten der Arbeiter. Nun läuft das Arbeits'eitabkommen in der nordwefttichen Gruppe der Eisen- und Stahlindustrie ab. Die Arbeiterschaft pocht auf ihr Recht. Sie will teil- nehmen an den Früchten der Rationalisierung. Sie will den Achtstundentag. Die Metallarbeitergewerk- schaften aller drei Richtungen haben das Arbeits- zeitabkvmmen gekündigt. Die Untemebmer pfeifen auf ihre feierlichen Bersprechun- gen. Die Reden ihrer Wortführer in Berlin lassen erkennen, mit welchen Absichten sie in die kommenden Verhandlungen hineingehen wollen. Ihr Syndikus, Dr. Reichert, hat in zwei aufreizenden Worten ihre Stellung gezeichnet: „Wie die Lohnhöhe, so wird auch die Arbeitszeitdauer in der Welt im Fluß bleiben. Verkehrt wäre es deshalb, wenn sich Deutschland in einer Zeit unerträglicher Reparationstribute seine Lebensbedingungen innerhalb der Weltwirtschaft verschlechtern würdet Das ist das eine. Die Arbeiterschaft wird mit der Mieder- einführung des Achtstundentages auf eine Zeit vertröstet, in der Demschlond keine Reparationen mehr zahlen wird. Das andere: „Selbstverständlich lassen die technischen Derbesse- rungen keine entsprechenden Ersparnisie erzielen, wenn die Auf- Wendungen für die Löhne und den Zinsendienst steigen. In solchen Fällen werden die Früchte der Rationali- sierung von der Arbeiterschaft fast allein genossen. Nichts davon erhält der Aktionär und Obligationär, nichts der Verbraucher und die Gesamtwirtschaft." Hier ist es offen ausgesprochen: die Rationali- sierung dient dem Profit der Aktionäre und Obligationäre— nicht der Arbeiterschaft, nicht dem Volke. Genießt die Arbeiterschaft die Früchte der Rafcmali- sierung, so bedeutet das Stärkung der Kaufkraft der Verbraucher— denn Arbeiterschaft und Verbraucher sind trotz Reichert ein und dasselbe—, bedeutet Stärkung der Gesamt- Wirtschaft, bedeutet Hilfe und Arbeit für die Arbeitslosen. Für die Herren von der Eisen- und Stahlindustrie aber verliert die Rationalisierung ihren Sinn, wenn ihre Früchte der Arbeiter- schaft zugute kommen. Die Arbeiter sollen ausgeschlossen bleiben von den Vorteilen der Rationalisierung um des Pro- fits der Aktionäre und Obligationäre willen. Dies« Worte des Geschäftsführers des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustriellen sind die schönste Deklaration des Klassenkampfes von oben, die denkbar ist. Sie zeichnen in aller Schärfe die Stellung von Unternehmern und Ar- beitern in der Zeit der kapitalistischen Rationalisierung. Zum Hohn für die Arbeitenden der Hohn für die Arbeits- tosen, Di« Krise der Eisenwirtschaft— so wunde auf dieser Unternehmerversammlung ausgeführt— sei nicht auf Kosten der Arbeiter, sondern auf Kosten der Industrie gegangen. Die Abeitslosen. die Kurzarbeiter, die auf der Straße liegen. existieren für die Herren der Schwerindustrie nicht. Sie sind ausgestrichen. Sie werden mit Genugtuung hören, daß nicht sie. sondern die Herren der Schwerindustrie die wahren Opfer der Krise sind. Keine Lohnerhöhungen, kein Achtstundentag. Also sprach Herr Reichert: „Die wichtigste Frage zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Eisenindustrie ist die alte Achtstundentagforderung. Nach Ansicht der Gewerkschaftsführer ist nunmehr der Zeit- punkt gekommen, an dem die bessere Lage der Eisen schassen- den Industrie die Rückkehr zum Achtstundentag zuläßt. W i e si eilen(ich nun hierzu die Eisen- und Stahlinbu» st r i e l l e n? Der Ucbergang von der Zehnstundenarbeit in der zwölfstündigen Schicht zum Achtstundentag ist eine der wichtigsten Lebens- fragenunsererJndustrie. Die Dreiteilung der Schicht würde die Reueinstellung voy zehnlausenden neuer Arbeiter erfordern, und zwar auch bei Arbeitszeit- Verkürzung zu denselben Lohnbedingucgen, wie sie gegenwärtig für die Doppelschicht bezahlt werden. Die Mehrausgaben an Lohn müßten irgendwie getragen werden, und zwar entweder von den Hüttenwerken selbst, die nach wie vor um die Rentabilität ihrer Werke schwer ringen müssen, oder es müßten die Mehraufwendungen in höheren Eisenpreisen von den Eisenoerbrauchern über- nommen werden, die kaum in besserer Lage als die Eisenindustriellen selbst sein dürsten, vermutlich würde nach Einführung de» Achtstundentage» del der Eisenindustrie von den Gewerkschaslen auch bald für die ganze �isenoerarbcikung mit i¥j bis 1% Millionen Arbeitern gefordert werden!! Deshalb von vornherein die Erklärung, daß das Unter- nehmertmn in der Schwerindustrie die Zeit für die Wieder- einführung des Achtstundentags nicht für gekommen erachte. Hier stoßen Arbeitersvrderung und Unternehmerwill«, Arbeiterinteressen und Profitinteressen, hqrt aufeinander. Der Gegensatz muß ausgetragen werden im Kampfe— gewerkschaftlich und politisch. Dieser Geist der Herren von Ei'en imi Stahl— es ist der Geist des Bürgerblocks, der Geist der sozialen Reaktion. Er hat das Zustandekommen eines wirklichen Arbeitsreiinotgefetzes verhindert. Er wirkt in der gesamten Gesetzgebung des Bürgerblocks— fei es auf dem Gebiet der Sozialpolitik, sei es auf dem Gebiet der Zollpolitik. Schwerindustrie und Großagrarier stehen in einer Front gegen die Arbeiters«chaft. Gegen den Achtstundentag und für höhere Lebensmitelzölle! Das ist das Gesicht des Bürgerblocks. Die neuen Lebensmittelzölle. Mit dem 31. Juli ist die Geltungsdauer zweier Gesetze zollpolitischen Inhalts abgelaufen: dex gesamte Zoll- t a r i f in seiner jetzigen Form, die aus der kleinen Zollnovelle vom 17. August 1825 beruht, und das Provisorium über die Lebensmittelzölle, müssen dann außer Kraft treten. Während die Verlängerung des eigentlichen Tarifs wahrscheinlich ohne Zolländerungen erfolgen wird— lediglich die Automvbil- industrie hat neue Schutzzollwünsche angemeldet—, hat man bisher damit rechnen müssen, daß für nahezu alle Waren- gruppen aus der Liste der provisorisch ermäßigten Zoll- Positionen nach den Wünschen des Reichslandbundes Zoll- erhöhungen beantragt werden würden. Die Regierungsparteien haben sich am Donners- tag in zwei Sitzungen mit der Verlängerung des am 30. Juni ablaufenden Zollgesetzes und der E r h ö h u n g einzelner Positionen dieses Gesetzes befaßt. Der Ausgang der Beratungen wurde offiziell nicht bekannlgegebcn, aber es scheint, daß man sich über die Zollvorschläge geeinigt hat. Diese Einigung trägt nach unseren Informationen alle Merkmale eines Kompromisses, ohne daß die agrarischen Forderungen unbedenklicher find als vorher. Es sollen erhöht werden: Der w e i z e n z o ll von 5,— lU. auf 5, 5 0 IU. sür den Doppel- zcnlner. Der Karlosselzoll von s>,5a IN. aus Ist. sür den Doppcl- zentner. Die F l e i s ch z ä l l e von Zl.— M. aus 32,— M. und 37.30 IN. sür den Doppelzentner- Angesichts des Sturms der Entrüstung, der durch die breiten Volksschichten ging, scheint man immerhin von der Forderung auf Abschaffung des zollfreien Gefrierfleisch- kontingents von 120 000 Tonnen abgehen zu wollen. Jedoch ist über die mitgeteilten Zollerhöhungen hinaus mit einer Erhöhung des Z u ck e r z o l l s zu rechnen. Der Reichsernährungsminister Schiele hat seine bekannten Wünsche, die u. a. auf eine Erhöhung des R o g g e n z o I l s, auf eine Erhöhung der Zölle für die Rohstoffe der Mar- garineproduktion und auf die Abschaffung de? zoll- freien Gefriersleischkontingents hinzielten, im Kabinett nicht durchsetzen können. Ms Gegenleistung hat man den Agrariern die Erhöhung des Weizenzolls um S0 Pf. auf 5,30 M. zugestanden. Damit leistet man sich an- gesichls der gegenwärtigen Eetreideknappheit in Deutschland i ein ganz tolles Sstick: denn es ist selbstverständlich, daß der erhöhte Wcizenzoll, auch wenn er erst im Oktober in Kraft tritt, sjch schon jetzt durch einen gesteigerten Preis auswirkt. Die ganzen Zollpläne der Regierung haben jedenfalls von ihrxr Gefährlichkeit für die Ernährung des deutschen Volkes durch die neuen Vorschläge nichts verloren. Be- sonders bedenklich ist, daß anscheinend der geplante Kartoffel- zoll von einer Mark jetzt als Mindcstvertraaszoll. der durch handelsvcrtragliche Abmachungen nicht unters«chritten werden darf, festgelegt werden soll. Diese„Verewigung" des er- orbitant hohen Zollsatzes würde eine ganz unerträgliche Fest- legung unserer Handelsvertragspolitik bedeuten. Die Sozialdemokratie wird die neuen Zollpläne des Bürgerblocks aufs schärffte bekämpfen. Negativer Msgang in Genf. Briand ist erkrankt und mus; vorzeitig abreisen.- Nichts Konkretes vereinbart. W. S. Gens. 16. Juni.(Eigener Drohtbericht.) Die Be- sprechungen der Locarnomächte sind heute weder in Konferenz» form noch auch in Form von Besprechungen zu Dreien fortgesetzt worden. Briand mußte auf dringenden ärztlichen Rat heule mittag Gens verlassen. Eine Nervenentzündung, die gestern noch ungefährlich schien, ihn aber auch schon gestern zwang, nur mit verbundenem Kopfe Besucher zu empfangen, hat sich auf das linke Auge ausgedehnt, so daß der Arzt die Verantwortung für den weiteren Aufenthalt nicht mehr übernehmen zu können erklärte. So hat S t r e s« m a n n heute morgen Briand nicht mehr aufsuchen können. Infolgedessen hat nur der deutsche und der« n g l i s ch n Minister bei einem gemeinschaftlichen Essen ein« Aussprache gehabt. Don den zwischen Deutschland und der Botschafterkonserenz schwebenden Fragen hat nur die Angelegenheit der Polizei» organisation eine befriedigend« Aufklärung erfahren. Die anderen Mächte hatten sich erkundigt, warum die Durchführung der von der Rcichsregierung zugesicherten gesetzlichen Maßnahmen solange auf sich warten lasse. Stresemann hat auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die au» den komplizierten mnerpoütlschen LerhSltmssen Deutschlands entstehen. E» sei schwierig gewesen, die neunzehn Länder unter einen Hut zu bringen. Durch diese Aufklärung und die Mitteilung, daß die zu- gesagten gesetzlichen Maßnahn«» durchgcsührt würden, Hot sich die Gegenseite als befriedigt erklärt. Im übrigen ist die Lösung der noch ausstehenden Fragen nicht weiter gefördert worden. Dieser negative Ausgang bezieht sich sowohl auf die Frage der Kontrolle wie auf die zu Beginn der Genfer Besprechungen noch stark im Vordergrund stehenden Fragen der Verminderung der Truppenzahl. Hingegen ist die hier van Anfang an als unberechtigt bezeichnete Opposition gegen die Zulassung eines Sitzes In der Mandatskommission an Deutschland schwächer geworden. Der Vökerbundsrat hat in seiner heutigen vertraulichen Nachmittagssitzung beschlossen, der Mandatskommission die Hinzuziehung eines deutschen Mandat» zu empfehlen.< Endgültig wird die Angelegenheit jedoch erst im H e r b st er- ledigt werden. Die Tagung de» Völkerbundsrates geht wegen der plötzlichen Abreise Briand» und der Beendigung der Besprechungen außerhalb de» Rate» voraussichtlich früher als bisher vorgesehen war zu End«. Man nimmt an, daß morgen im Laufe de« Nachmittag» die Ratstagung geschlossen wird. Ueber das Verhältnis der Staaten zur Sowjetunion wird immer wieder hervorgehoben, daß alle Behauptungen aus Bildung einer Einheitsfront aus der f Lust gegriffen sind. Aus besonders gut informierter Quelle können wir oersichern. doh zwar auf das Recht jedes einzelnen Staates hin- gewiesen wurde, sich i n n e r p o l i t i s ch gegen die kommunistischen Umsturzversuche und Propaganda der Tat zu wehren, daß aber von gemeinschaftlichen politischen Aktionen auch nur zur Abwehr der kommunistischen Propaganda nicht die Rede gewesen ist. D r i a n d hat darauf hingewiesen, daß das Verhältnis des französischen Staates zur Sowjetunion nicht von den innerpolitischen Kämpfen gegen die französischen Kommunisten berührt würde. Cham- b e rla i n hat in der Defensive gegen die scharfe Kritik an der eng- lischen Politik darauf hingewiesen, daß der Abbruch der diplo- matischen Beziehungen mit der Sowjetunion einem rein inner- politischen Zweck gedient habe, nämlich der Beseitigung der kommunistischen Propagandazentrale aus England. Di« englische auswärtige Politik wünsche keinerlei ver- schärfung de» Verhältnisses zur Sowjetunion, er wünsche auch, daß «ie bisher der Sowjetunion von englischen Privatfirmen Kredite zur Verfügung gestellt werden. Er habe, wie er sagte, daher auch i n Warschau zur Mäßigung geraten. Andererseits ist natürlich In Moskau von mehreren Mächten darauf hingewiesen worden, daß ein Angriff der Sowjetunion aus Polen selbstoer« ständlich den Völkerbund auf der Seit« seines angegriffenen Mitgliedes finden würde. Dennoch wäre es um des Verhältnisses der europäischen Mächte zur Sowjetunion willen besser gewesen, wenn die gemeinschaft- lichen Besprechungen der Mächte hier«inen weniger for- melken Charakter gehabt hätten. Die Dürftigkeit der aus- gegebenen Mitteilungen und die Heimlichkeit, mit der die Verhand- lungen uycgeben wurden, ist die Ursache für die innerhalb und außer- halb Genfs entstandenen Gerüchte gewesen, die die hier ver- sammelten Staatsmänner durch eine formlosere Art der Be- sprechungen hätten vermeiden können. « Im Anschluß an den Bericht Stiefeimmns über die Weltwirtschaftskon serenz entwickelte sich in der Nachmittags- fißunq eine dreistündige Aussprache, die nichts Wesentliches ergab. Nur Chamberlain wünschte eine Abänderung der Stresemannschen Resolution in dem Sinne, daß die Regieningen, die die Prüfung der Ergebnisse der Wirtschaftstonserenz nicht beendet hätten, nicht auf die Unterstützung aller Empfehlungen festgelegt würden, londern die Freiheit zu etwaigen Reserven behielten. Strefemann stimmte dem zu. und so wurde die Resolution angenommen. De» rumänisch- ungarische Konflikt konnte noch nicht gelöst werden und wurde abermals im Einvernehmen zwischen den beiden streitenden Parteien aus die Septembxrtagung verschoben. PariS ist»icht so pessimistisch. Pari». 16. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Quai dDrsay erklärt man, daß die plötzliche Abreise B r i a n d s von Genf nur auf ärztlichen Rat hin ersolgt sei, da er wegen semer Krankheit— Gürtelrose— und das damit verbundene Fieber unbedingt während einiger Tage dringend der Lettruhe bedürfe. In den Beratungen des Völkerbundes wird Briand durch den zweiten französischen Delegierten Paul Boncvur vertreten werden, dagegen dürfte die Konferenz der Locarnominister durch Briands Abreise ein vorzeitige« Ende erfahren. Der„T e m p 5" schreibt zu den Genfer Beratungen, daß der Wille der Locarnomächte zu einer Politik der Verständigung und Entspannung nicht mehr in Zweifel gezogen werden könne. Dadurch 'ei aber auch gleichzeitig der Beweis erbrocht, daß die Konsolidierung der englifch-französischen Freundschaft in keiner Weise gegen Deutsch- land gerichtet gewesen sei, wie man erst in Berlin angenommen habe. Der Verlaus der Genfer Konferenz beweise ferner, daß tnan die Methoden weiterverfolge, an den in Locarno festgelegten politischen Zielen zusammen zu arbeiten und daß, solange die Locarnomächte einig feien, der Friede in keiner Weise ernstlich bedroht werden könne. Musik im Leben öer Völker. J von der internationalen Uussletlung in Frankfurt a. ZK. Von Heinz Joachim. Die internationale Ausstellung„Mussk im Leben der Völker', deren politischer Unterton bei der Eröfsnungeseier von den Vertretern der europäischen Staaten im Sinn» friedlicher kultureller Zusammen- arbeit aller Nationen bewußt hervorgehoben wurde, hat in Frank- surt am Main eine Durchführung gefunden, die von verontwortungs- voller und lachtundiger Arbeit zeugt. Die zielklare Systematik ihrer Anlage, die den Gedanken einer modernen Ausstellung in stilreiner Wesenllichkeit des inneren, aber auch ds« äußeren Bildes im Rohmen der umgewandelten Messeanlagen beiont, verrät den Geist dieser großen kulturellen Schau. Würdigung freilich des in seltener, gut gewählter Fülle und in künstlerischer Form ausgebreiteten Kultur- gutes, das jedem Empfänglichen wertvolle Zusammenhänge erschließt, erheischt eingehende Sonderdarstellung, hier sei nur die Idee des Werke», soweit sie sich au« äußeren Momenten ergeben will, skizziert. Diese Schau hat weder den Charakter noch den Ehrgeiz eines Museums. Sie ist zwar gleich einem solchen vollkommen in sich geschlossen. Aber sie wurde dazu bestlmmt, unmittelbar lebendig zu werden. St« gliedert sich ein in die Reihe der Deran- staltungen des Frankfurter„Sommers der Musik', die bis zum Ende des August mit zahlreichen Opern« und Konzertaufsüh- rungen das seellsch-sinnliche Bindeglied zwischen Geist und Materie. wie sie in der Ausstellung ihren Niederschlag gefunden, herstellen will. Am Anfang steht die große wissenschaftliche Synthese, die in steter Fühlung mit dem Leben die Einheitlichkeit der Ausstellung schasst. Da» gilt zunächst von der m n si k h! st o r i fch« n Ab- t e i l u n g(Leitung Dr. Kathi Meyer), hier wird für jeden, der die Sprache dieser Dinge hören will, die Geschichte der Nation und des «otendruckes. die Entwicklung einzelner Instrumente, der Wandel musikalischer Formen unmittelbar sinnfällig. In zeitgeschichtlich ein- gerichieten Räumen, die die Epochen vom Mittelalter über Renaissance und Barak zum Rokoko und weiterhin bis zur Romantik veranschaulichen, ersteht der Geist dieser Zeiten und ihrer Musik. Bon den zcttgenSssischen Komponisten befinden sich Handschriften und Bilder in einem breiten und lichten Verbindungsgang, der in die ethnographische Abteilung(Leitung: Prof. T. Gochs) hinüberführt, hier sind die Instrumente der wesentlichsten Völker der Erde vereinigt, die primitivsten Tonwerkzeuge vom Bambus und Kürbis, die Lärm- und Zauberinstrumente der Eingeborenen Afrikas, kiks Gamelang-Orchester der Javaner usw. bis aus die subtilsten Typen. Van besonderer Wick?tiakeft ist e? gerade hier, daß u. n. javamsche und birmanische Musikanten ihre Instruinente und die Musik ihrer Heimat vorführen werden. Auch chinesische Musik, die in schönen Handschriften ausliegt, soll hier erklingen. Außerhalb dieser großen systematische« Zusammensassunge» Wolüemaras' in Newel zensuriert! Unerhörte Provokation des Völkcrbundsrats durch die litauischen Faschisten. Memel, 16. Juni.(TU.) Nachdem in der gestrigen Völker- bundssitzung der litauische Ministerpräsident Woldemaras das Ver- sprechen abgegeben Hot, die Meinelkonvention durchzuführen, wurde heute der genaue worttout seiner Erklärung in den memelländischen Zeitungen vom Zensor gestrichen, so daß in den hiesigen Kreisen die Skepsis gegenüber der weiteren Entwicklung der Dinge wächst. Sowno. 16. Juni.(Ost-Expreß.) Angesichts der in der Memel- frage in Genf erzielten Verständigung erregt ein Artikel der offiziösen„Lietuva" großes Aufsehen, der einen scharfen An- griff gegen die„Privilegien des Memelgebiets" enthält. Das Blatt erklärt, kein von Deutschland abgetrenntes Gebiet habe soviel Sonderrechte wie Memel. Gegenüber Großlitauen habe das Memelgebiet zahlreiche Vergünstigungen: keine Militärpflicht, billiger« Eisenbahntarife usw. Di« Memeler besitzen ihren eigenen Landtag, spielen jedoch überdies auch im politischen Leben Litauens ein« Rolle. Litauen habe demgegenüber in der inneren Politik des Memelgebietes nicht viel zu sagen. Während in Ost-Oberschlesten und Posen die Deutschen„von einer Leamtenstelle nicht einmal träumen dürfen", nehmen sie im Memelgebiet ein« Borrangstellung ein. ch Strefemann müßte heute noch, ehe der Rat auseinander- geht, auf diese unerhörten Tatsachen hinweisen: die Erklärung, die der litauische Ministerpräsident vor dem Rat abgegeben hat, um einem förmlichen Beschluß zu entgehen, wird in Memel zensuriert, während das offiziöse Organ seiner Regierung als Echo auf die Genfer Verständigung die Hetze gegen das Memelland aufs neue schürt. Daß den litauischen Militärdiktatoren der in Genf vereinbart« Zu- stand sehr fatal ist. daß in einem Teil Litauens die Demo- kratie und im übrigen Teil der Faschismus herrschen soll, können wir begreifen. Wenn das den Machthabern in Kowno nicht paßt, dann sollen si« verschwinden. Aber der Völker- bunderct darf sich nicht von diesen Leuten auf der Rase herumtanzen lassen._ der Schätzel-Unfug. Das Organ der Christen gegen die Portoerhöhung. Das Zentrum hat, mit Ausnahme Dr. Wirths, am Mittwoch gegen den sozialdemokratischen Antrag aesttmmt, der den Postminister aufiorderte, die Vorlage auf Porto- erhöhung zurückzuziehen. Gewissermaßen äs Antwort auf dieses Verhalten der Zentnnnspartei veröffentlicht nun„Der Deutsche", das Organ der christlicheni Gewerkschaften, einen Leitartikel unter der kennzeichnenden Ueberschrift„Unfug". Er spricht zwar nicht ausdrücklich von der Abstimmung, sondern nur sachlich von der Vorlage des Herrn Schätzte, aber er zerpflückt diese Vor- läge mit so treffenden volkswirtschaftlichen Gründen, daß jeder „christliche" Abgeordnete, der als Parteimann gegen den so- zialdemokratischon Antrag stimmte, wegen dieser Abstimmung erröten müßte. Er bezeichnete die geplante Tariferhöhung als eine„untragbare Belastung" und weist darauf hin, daß die jetzigen Schwarzmalereien des Postministers im schroffen Widerspruch stehen zu der bisherigen Darstellung Lder die „wirtschaftliche Gesuicktheit" des Poftbetrisbes. Wörtlich heißt es im„.Deutschen": Durch die Gebührenerhöhung werden mindestens 200 Millionen Mark, wahrscheinlich aber erheblich mehr Gelder der Wirtschast, dem Geld- und Kapitalmarkt entzogen und«inseitig einem Riesenunter» nehmen zugeleitet, dessen fiskalische � Verwaltung»- Politik, gestützt auf die Monopolstellung, nicht gerade vertrauen- erweckend Ist und ja in der Oeffenlltchkeit schon oft Anlaß zu heftigen Angriffen gegeben hat.... Wir erleben es täglich, daß da« deutsche Unternehmertum den Konsunkturausschwung zu einer kurzsichtigen ist die Schau in Sondergruppen reich gegliedert. Unter diesen fordert diejenige der ausländischen Staaten sowohl nach Umfang al» auch nach Intensität der Beteiligung die stärkste Be- achtung. Das Ausland hat seinen Ehrgeiz dareingesetzt, mit seinen wertvollsten Beständen charakteristisch vertreten zu sein. Autograph«, Instrumente. Bilder, Reliquien werden so zum getreuen Abbild nationaler Eigenart und der Bedeutung de« Landes, für da» sie zeugen. In klarem, formvollendetem Ausbau präsentiert sich Frankreich. Aus seinem Reichtum, der überall auf die hohe Kultur dieses alten Musitlandes hinweist, seien nm einige frühe Drucke und Handschriften von erlesener Kostbarkeit erwähnt. O est er eich bringt mit den Schätzen seiner klassischen Zeit er- Habenste Werke der Weltliteratur im Original; die T s ch« ch o- s l o w a k e I gibt ein beredtes Bild ihres volthaften Musikanten- tums. Belgien. Ungarn, Polen und eine Reihe anderer Nationen führen ihre sinnvoll behandelte Stimme in diesem Meltkonzert. Bon Italien und Rußland, die noch nicht zugänglich waren, sind aufschlußreich« Sammlungen zu erwarten. Spezlalousstellungen einzelner deutscher Länder und Musikstädte, die Kapitel.Oper in Geschichte und Gegenwart",„Goethe und die Musik", Musik im Post- wesen, Militärmusik u. a. m. bieten dem Kenner mannigfachen Reiz. Die Fülle kann hier nur registriert werden. Die übrigen Erschetnungen kann man unter dem Begriff „Musikleben der Gegenwart" zusammenfassen. Be- sondere Aufmerksamkeit ist der Musik pflege zugewandt worden. Zweckmäßig«ingerichtete Musskräume: Singsäl« für Schulen und Vereine, der Raum der Internationalen Arbeitersänger, der Union u. a., in denen auch«ntwicklungsgeschichtliche Ueberdlicke gegeben werden, ein musikpädagogjscher Raum, in dem moderne musitalisch« Erziehungsprinzipien wie Eitzsche Tonwortmethod» und Tonika-Do- Lehre vorgeführt werden sollen, finden sich hier. Mit dem„Beet- Hoven-Saal" und dem„Bach-Saar, in dem die riesige Walter- Orgel(S2 Register) eingebaut ist, hat die Stadt Frankfurt sich bleibende Ausführungsstätten von vorbildlicher Anlage geschaffen. Die Gegenwart�ebt sodann in den Ständen des modernen internatio- nalen Verlages, des Jnstrumentenbaues. der mechanischen Instru- ment« sowie in den Vorführungen der Gruppe„Fünfzig Jahre Sprechmaschine", in denen das staatl. Lautarchio Berlin die „Stimmen der Menschheit" erschallen läßt; vor allem ober im Rundfunk, der in seiner Bedeutung voll gewürdigt ist. An dieser Stell« öffnen sich die Grenzen. Vergangenheit und Gegenwart weisen über sich selbst hinaus in eine Zukunft, deren Gestalt der Geist dieser Ausstellung entscheidend mitbestimmen mag. Junl-Flor. Die Kurve des Blütenreiibtun-s erreickit in unteren Breiten um die Zest der längsten Tage, um Iobanni, ihren höchsten Punkt, folgt also ausfällig und doch leicht begreijiicherwcijc dein aus- und niedersteigendcm Laufe der Sonne. Ungehemmt durch die Meng« der Niederschläge, die Laub und Kraut zu kaum je gesehener Ueppigteit heranwachsen ließ, hat der Blütenflor nun seinen höhe- Preispolitik ausnutzt und durch Preiserhöhungen herauszuholen vew ist— und wir haben keinen Anlaß, daran zu zweifeln—, sfl' gesamt mehrere hundert Millionen beträgt, gibt der Aufwärts« bewegung der Preise zweifellos neuen Antrieb. Erfahrungs- gemäß wird die Erhöhung derartiger Unkosten abgewälzt, und zwar recht erheblich nach oben abgerundet. Es braucht hier nur an die Vorgänge bei der Biersteuererhöhung erinnert zu werden. Es werden also nicht die von der Post geforderten Summen, sondern viel mehr der Allgemeinheit entzogen werden. Dadurch wird eins Schwächung der Konsumkraft eintreten. Ein derartiges Vorgehe» widerspricht der glücklicherweise während der letzten Wirtschaftskrise weiter vorgedrungenen Erkenntnis, daß die Stärkung der Kaufkraft zur Lösung des Absatzproblems die gleiche Pflege verdient wie die Produttion. Aber man vergißt ja so schnell, wenn man durch Preiserhöhung auf bequeme Weis« de» anderenLasten tragen l'assen kann. Wenn das die Meinung der christlichen Gewerkschaften ist— und wir hoben keinen Anlaß, daran zu zweifeln— so ergibt sich von selbst die Frage, wie die diesen Gewerkschaften angehörigen vder ihnen nahestehenden Abgeordneten des Rechtsblocks gegen die Forderung auf Zurückziehung der Bor» läge stimmen konnten. Sind die Zölle für die Agrarier. die die Preise, nicht nur der Bodenprodukte, weiter hochtreiben werden, den Zentrumsarbeitern soviel wert, daß sie desHall» auch die Postgebührenerhöhung widerspruchslos hinnehmen? Rur Dr. Wirth hat sich, im Gegensatz zur Zentrumsfrak- tion, bei der Wstimmung für den soziÄdemokratischen Antrag entschieden und damit den Ausschlag zu seinen Gunsten ge- geben. Das paßt den DeuffchncstionÄen natürlich nicht in ihre Rechnung. Und prompt meldet sich der deutschnationale Staatsanwalt in der„Deuffchen Tageszeitung", um mit drohend erhobenem Finger dem Zentrum nahezulegen, endlich den unbequemen Dr. Wirth vor die Zentrumstür zu setzen! Einmal bereits hat das Zentrum auf deuffchnationialen Antrag den Versuch eines Scherbengerichts gegen Dr. Wirth gemacht. Will es diesen Versuch noch einmal unternehmen.\ weil der zöllnerische Bundesbruder es verlangt? Für die chrffflichen Arbeiter wäre das sehr lehrreich. Es könnte aus dem Schätzel-Unfug leicht ein— Zentrums» Unfug werden._ Das Ziel: üer Einheitsstaat. Süddeutsche Länderkonferenz der SPD. Heidelberg, 16. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Aus Anregung der hessischen Landesorganisationen der SPD. fand am Donnerstag in Heidelberg eine süddeutsche Länderkonserenz der Sozialdemokratie statt, die sich mit dem Länderproblem in der Richtung der Schaffung des Einheitsstaates beschä- tiate. An der Konserenz nahmen Vertreter von Bayern, Hessen. Württemberg, Baden, der Pfalz und von Hessen-Rassau teil, zum größten Teil Mitglieder der Landtage und de» Reichstages, Partei. sektetäre und Redakteur« der Parteipresse, etwa 50 an der Zahl. Vom Parteioorstand war Hermann Müller anwesend. An«in«inleitendes Referat des Abgeordneten Kaul-Ossen- dach schloß sich eine Aussprache, in der da» Problem eingehend er- örtert wurde. Wenn auch an sich allgemein betont wurde, daß die Frage heute»och nicht spruchreis sei, so wurde doch von allen Rednern sestgestellt» daß die ganz« Entwicklung im Reich in den Ländern auf eine Zentralisation hindränge. sowohl aus wirtschaftlichen wie aus politischen und sinanziellen Notwendigkeiten heraus. Als wünschenswert wurde die Schan'imtz eines Einheitsstaates mit stark dezentralisierter Ver» waltung bezeichnet, wobei allerdings das Problem nur in Ver» bindung mit dem Problem Preußens zu lösen wäre. Ein Beschluß wurde, nicht gefaßt. Der Zweck der Konferenz, die Frage de« Einheitsstaates im Rahmen der Gesamtpartei weiter zu erörtern, die ver- schledenen Aussichten und Auffassungen der süddeutschen Länder. Vertreter kennen zu lernen und einen Gedankenaustausch über die Lösungsmöglichkeiten herbeizuführen, wurde zweifellos erreicht. punkt und feine größte Buntheit erreicht. Sie ist für den, der die rechten Wege geht, schon in unserer sandigen Mark nicht klein. Wer aber einen Extrakt der Flora oller Weltteil« sehen und seine Augen in Farben und Formen schwelgen lassen will, der versäume gerade jetzt den Dahlemer Garten nicht— den Garten und nicht die Gewächshäuser! Man gehe von der Lichterfelder Ehaussee(Haltestelle Autobus 20. Elektrische 77) den hauptwca geradeaus, mit immer wechselnden prächtigen Blumenbeeten zur Rechten, bis zum großen Palmenhaus, dann hinter dem italienischen Garten nach links au? das Geselle des Alpinums und langsam bergauf bergab über die Berganlagen zurück. Di« Zeit der Rosen ist's, der Glycinen, Rhododendren, Deutzien und vieler anderer blühender Büsche. Was in den Alpen zum Teil noch der Schnee deckt, ficht, wie die Alpenrose, in voller Blüte, und im himalaya, aus der Tatra, in den Gebirgen des Balkan» ustv. drängen sich die alpinen Blütenwunder auf engem Räume zusammen. Aus den tieferen Teilen flammen hier und da ganze Felder auf, hunderte von orientalischer Iris von einem nie gesehenen Blau, japanische Primeln, fußlange Aehren der blauen Lupine, mächtige weiße Schirmdolden übcrmannshoher Bärenklau-Stauden, dann wieder große rote Dlütenschüsseln einer orientalischen Mohnart, in denen geschäftige Bienen behaglich rumoren. Wer nich' von der Zunft der Botaniker ist und gern Belehrung sucht, der kann sich einen kauf- lichen Führer erstehen. Wer aber von Nam und Art nicht, wissen. sondern nur den Zauber der Farben und Formen aus sich wirken lassen will, bis er, wenn die Sonne darüber strahlt, ins Träumen gerät und alles um stch cherum vergißt, der tut vielleicht noch besser. Dieser Garten, durch die Folgen des Krieges Jahre hindurch vernachlässigt, hat alles wieder aufgeholt, ist herrlich herangewachsen. Manche Berliner scheinen noch nicht zu wissen, wie stolz sie auf diesen Schatz sein dürfen! Wenn gegen 7 Uhr abends der Mann mit der Klingel zum Aufbruch schellend durch die Anlagen geht. wendet man sich nur zögernd zum Aqpgang. Eine vorgeschlchlllch« höhle als TNuseum. Die al»„Ghar Dalam" bekannte höhle im östlichen Teil von Malta besitzt«in« gewisse Bedeutung in der Vorgeschichtenforschung, denn man hat hier außer Ueberresten der Stein- und Bronzezeit tierische Fossilien gesunden, die daraus hindeuten, daß die Insel ehemals einen Teil der Land- brücke bildete, die Europa mit Afrika oerband. Auch zwei menschlich« Oberzähne wurden entdeckt, die man für Ueberreste de» Reandertal- Menschen erklärt«. Wie aus Malta berichtet wird, werden jetzt neue snstematische Grabungen in der höhle von dem Direktor des Natur- historischen Museums der Insel, Giuseppe Despott, veranstaltet, und es loll über diesem denkwürdigen Fundort ein Museum errichtet werden. Da»„Ghar-Dalam-Museum" wird zwei große hallen«nt» halten, in denen alle in der höhlt gefundenen Gegenstände auf- gestellt sind. Im Innern de» Gebäudes führt ein Schacht in die höhle hinunter, die von den Besuchern durch ein« Treppe betreten werden kann und elektrisch beleuchtet wird. Die Noi'vr.al-Ealeil» crivaib cuS der Aufstellung Johannes Hin r.i ch» I e>! im LlliitUeidauS:„Die lchatscndc Frau in der bildenden Kunst" ein» Folge uon Zeichnungen von Kate Kollwitz. Eln Znfttwt zur Betampsusa der Älalarta wurde in Korn einaewelbt 8»>hm soll««ach ausländische Eludierend« zugelassen werden. poincare rettet seine Regierung Ein gefährlicher Vorstoß mit Mühe abgewehrt. Parts, 16. Zürn.((Eigener Drahkbertchl.) Za der Kammer geriet das Kabinett PoiocprK am Donnerstag nachmittag abermals in große Gefahr. Die Regierung halte einen Kredit in höhe von 29 Millionen Franken zur Entschädigung der Beamten angefordert, die wegen Auflösung von Gerichten in der Provinz ihres Amtes verlustig gegangen sind. Die Auflösung war seinerzeit aus Sparsamkeitsgründen ersolgt. wobei dem Parlament zugesagt war, daß ihm die Bemdnungen über die Sparmaßnahmen der Regierung bald zur Bestätigung vorgelegt werden sollen. Da» ist jedoch bis heule noch nicht geschehen. Der Zufiizmlnister Barlhou verlangte auch jetzt wieder gegen- über einem Vorstoß der Rechten eine Vertagung dieser Frage, und zwar unter Stellung der ver/rauenssrage. Die Situation wäre für die Regierung wahrscheinlich ge- jährlich geworden, wenn nicht ein Beamter in den gerade statt- findenden Kabinettsrat geeilt und Poincare persönlich von der Sachlage unterrichtet hätte. Der Ministerprästdent brach die Beratungen des Kabinetts ab und begab sich mit sämtlichen Mitgliedern der Regierung schleunigstia die Kammer. Durch sein persönliches Eingreifen vermochte er die Rechte zu bestimmen, ihren Antrag zurückzuziehen. Als der Antrag daraufhin von den Sozialisten aufgenommen wurde, lehnte ihn die Kammer mit 327 gegen 200 Stimmen ab._ Nenauüel tritt aus öem parteivorftanü aus. Gegen die Utopie der Einheitsfront. Paris, 1K. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der sozialistische Ab- geordnete R e n a u d e l, dem am Mittwoch der Parteivorstand wegen seiner an der Haltung der Pdrtei bei der Nachwahl im Departement Aube geübten Kritik eine Rüge erteilt hatte, hat am Donnerstag seinen Austritt aus dem. Parteivorst and erklärt. Er begründet sein« Entschließung in einem an den Generalsekretär der Partei ge- richteten Schreiben, in dem erseinenStandpunktinvollem Umfang aufrecht erhält und seinen starken Bedenken gegen die jetzige offizielle Parteipolitik Ausdruck gibt. Der Ge- danke eines Wahlbündnisses von der bürgerlichen Linken über den Sozialismus hinweg bis zu den Kommunisten sei eine Lächerlichkeit. Wenn die sozialistische Partei die nächsten Wahlen etwa zusammen mit den Kommunisten machen wolle, so werde sie alle übrigen republikanischen Elemente von sich stoßen und damit nicht nur die eigene Stoßkraft, sondern die der gesamten republi- konischen Linken aufs verhängnisvoll st e schwächen. Die Hoffnung, daß durch ein Zusammengehen mit den Kommunisten die Spaltung innerhalb der Arbeiterschaft überbrückt und eine geschlossene Einheitsfront zu schaffen sei. s e i e i n e U t o p i e. Die Zukunft der Demokratie liege vielmehr, wie die Erfahrungen in anderen Ländern bestätigten, in der Zusammenfassung aller wahrhaft republikanischen und fortschrittlichen Kräfte, durch die die Unabhängigkeit der ein- zelnen Parteien, ihre Doktrin und Organisation in keiner Weise be- einträchtigt zu werden braucht. Die Parle! müsse sich hülen, heule den gleichen Fehler zu begehen, der zu der Wahlniederlage von 1910 und zu der Spaltung von Tours geführt habe. Renaudel gibt zum Schluß der Ueberzeugung Ausdruck, daß er mit dieser Auffassung innerhalb der Partei keineswegs allein stehe, daß vielmehr zahlreiche feiner Freunde die gleiche" Sorge wie er hegten, daß sie es aber bisher nicht gewagt hätten, damit vor die Oeffentlichkeit zu treten. Er teilt dann noch mit, daß er die ganze Frage vor den Ende des Monats zusammentretenden Nationalrat bringen werde, in der Hoffnung, die Partei vor schweren Fehlern zu bewahren. pleite in Genf. Devkschmt'tionale Regierungspresse gegen itt Autzen- Politik der Regierung. Die Kommentare der deutschnationalen Presse zu den Genfer Ministerbesprechungen, die mit der vorzeitigen Ab- reise Briands wohl endgültig abgeschlossen sind, lassen er- kennen, daß Dr. Stresemann nach semer Rückkehr einen besonders schweren Stand haben wird. Einmütig stellen die Platter der stärksten Regierungspartei die völlige Er» gebnislosigkeit der Genfer Konferenzen für Deutsch- land fest. Die„Deutsche Zeitung" ist diesmal kaum schärfer als die übrigen fchwarzweißroten Zeitungen, wenn sie von einer„Komödie" spricht,„deren Lächerlichkeit nicht überboten werden kann." Ueber das amtilche Kommunique schreibt das alldeutsche Organ: „Wohl selten ist eine amtliche Kundgebung erfolgt, die weniger besagt als diese: mit ihr soll einfach bemäntelt werden, daß bei der ganzen Sache nichts, aber auch rein gar nichts her- ausgekommen ist, und daß die Konseren; f e st s i tz t. Herr Briond reist ab— krankheitshalber— und die übrigen Mitglieder können nun Wasserfahrten, Nachmittagstees und Festessen ver- anstallen." Aber auch die„Deutsche T a g e s z e i t u n g", die sonst in Fragen, die den Bestand der Rechtskoalition und ihre allgemeine Politik berühren, ziemlich vorsichtig ist, zeigt sich diesmal mindestens ebenso entrüstet wie das Organ derer um Freytagh-Loringhoven. Unter der Ueberschrift„Un- würdig" charakterisiert sie das vorgestrige abschließende Kommunique mit den Worten:„Völlig inhaltlose, abge- griffene und läppische Phrasen..." Zum Schluß heißt es im Agrarierblatt: „Dieses Kommunique, mit dem die in Genf versammellen Mi- nister über ihre Arbeit vor ihren Nationen zu quittieren versucht haben, ist unwürdig. Die Locarnophrose zumal klingt bei solcher Gelegenheit und in diesem Zusammenhang geradezu wie ein höh n. Es gibt dafür kein anderes Urteil, und die V e r a n t- wortung trifft alle, die an der Abfassung dieser das Schreib- papier nicht werten Urtuntrr beteiligt sind." Daß die Hugenberg-Presse gan� besonders empört ist. versteht sich von selbst. Denn sie hat ia stets die Außenpolitik Stresemanns bekämpft, und ihre Berichterstatter in Genf haben schon bei früheren Gelegenheiten dem Außenminister vorgeworfen, er komme mit leeren Händen zurück, als dieser Vorwurf noch unverdient war. Jetzt, wo das v ö l l i g negative Ergebnis der Junitagung feststeht, greisen dieselben Bericht- erstatter die Außenpolitik der Reichsregierung um so schärfer an. Der Vertreter des„Lokal-Anzeigers" deutete sogar an, Briands Erkrankung sei nur diplomatischer Natur: „Man hat heute morgen gehofft, Herrn Briand bitten zu können, daß er wenigstens bis zum Abend bleibe. Vielleicht Halle man noch ein freundliches Wort zwischen Tür und A ngel erreichen können, eine ganz kleine Resolution, in der nicht nur der„Locarno-Geift" vorkommt. Herr Driand hat bereits Genf verlassen. Er hatte Erdbeeren gegessen, in- folgedessen Nesselausschlag, fühlt sich krank, böse und ge» sprach, unlustig. Es ist unmöglich, etwas hinzuzufügen." Selbst die in Aussicht stehende Gewährung eines Sitzes in der Mandatskommission an Deutschland vermag den Hu- genberg-Vertreter nicht sanfter zu stimmen: Für Deutschland bedeute ein bloßer Kommissionssitz ohne Kolonicrlmcmdcll „keinen Nutzen, wohl aber eine sehr gefährliche B e l a st u n g". Auch die„Nachtausgabe" konstatiert in ihrer Bal- kenüberfchrift:„Völliger Mißerfolg der Tagung". Der Chefredakteur der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" bestätigt zwar aus eigener Anschauung die Echtheit der Erkrankung Briands, meint aber, sie fei„ihm politisch recht gelegen" gekommen. Darüber hinaus wirft er eine Frage auf, über die in gewissen Berliner polftischen Kreisen seit einiger Zeit gemunkelt wird: Soll man weiter „auf die Karte Briands setzen"? Gibt es nicht„andere Mög- lichkeiten des Weitcrkommens mit Frankreich"? Kurz und bündig:, „Herr P o i n c a r t hat den Schlüssel zur Zukunft Europa» in der Hand". In rechtsstehenden Kreisen spielt man neuerdings tat- fächlich mit dem Gedanken, das stockende deutsch-ftanzösische Verständigun'gsgeschäst ausgerechnet mit Poincar6 wieder in Gang zu oringen. In diesem seltsamen Gedanken werden sie durch französische Pessimisten bestärkt» die gern aus innerpolitischen Gründen Brian!» los werden möchten. Mit der grenzenlosen Naivität, die nun einmal die Deutschnationalen besonders in außenpolftischen Fragen ausg>e zeichnet, schenken sie diesen Einflüsterungen ein williges Ohr. Die Leute merken noch immer nicht— oder sie wollen es nicht merken—. warum die Außenpolitik der Reichs- regisrung seit einem halben Jahre von Mißerfolg zu Miß- erfolg eilt. Selbst Herr Stresemann leugnet noch immer den Zusammenhang zwischen den außenpolitischen Rückschlägen und der deutschen Rechtsschwenkung. Als ob das nur ein zeitlicher Zusammenhang wäre! Uebriaens zeigt sich das dem Außenminister am nächsten stehende Blatt, die„Tägliche Rundschau", geradezu erstaunlich gut informiert. Zu einer Stunde, in der Briand schon im Zuge nach Paris saß, knüpft« es noch hoffnungsvolle Erwartungen an eine Be. sprechung über die Rheinlandfrage, die am Nachmittag zwischen Chambcrlain, Vandervelde und— Briand stall- finden sollte!—• Die Sozialdemokratie kann sich diesmal damit begnügen, festzustellen, daß die gesamte Presse der stärksten Regie- rungspartei von einer völligen Pleite der Senfer Tagung spricht. Sie hat keinen Anlaß, Herrn Stresemann zuliebe diese Pleite zu beschönigen. Sie hat sie vorausgesagt, sie hat seit dem Januar immer wieder aus ihr« Ursachen hingewiesen. Am Zentrum liegt es, dessen Wähler zum guten Teil im b e s e tz t e n Gebiete leben, diese Erkenntnis, die auch in seinsn Reihen, heimlich längst gewonnen hat, ebenfalls öffentlich auszusprechen und die Kon- sequenzen zu ziehen, die sich im na t i o naten Interesse Deutschlands zwangsläufig daraus ergeben. «in seltsames Eingeständnis. Da« VDZ.-Bureau verbreitet au» Gens einen offenbar inspirierten Kommentar, durch den die totale Pleite mit einer geradezu erstaunlichen Offenheit unterstrichen wird. Es heißt näm- lich dartn: ..Außerdem ist freilich auch die gewollte Bedeutung des Texte» bei dem jragiichen Kommunique mißverstanden worden. Die frledenserhattende Wirkung der So- . eaeuo-Polittt war«che auf äot gewisse Fühlungnahme ia bezug auf die Ereignisse in der Welt außerhalb Deutsch. lands als auf die unsere Oeffentlichkeit beschü fügenden und hier- an gemessen kleineren Fragen angewandt." Also nicht einmal die bescheidene Wendung über das Festhalten an der Locorno-Politik soll sich auf die Fragen beziehen— Truppen. Herabsetzung und Räumung—, derentwegen der Vertrag von Locarno eigentlich abgeschlossen wurde! Ach nein, das sind die relativ „Neineren Fragen". Die friedencrhaltende Wirkung der Locarno- Politik bezieht sich in diesem Falle auf— Rußland, China und Albanien Deutschnationall Eine Stirmne aus dem eigenen Lager. Im„Arminius", der Zeitschrift für deutsche Ratio- nalisten, wird dies lieblich« Bild von den bloß Deutsch- nationalen entworfen: Der Westarp leise nach links sich schlich—! Die alle Weise! Was weckt sie mich? So war's schon immer, so bleibt es stets,, denn wir sind dümmer— und der versteht's. Ist ihm auch fransig der Mund vom„Schwur"— was macht der Mann sich die Arbell nur? Hat man von denen sich was erhofft? Solcherlei Szenen kommen noch ost. Geht's ums Paktieren am Lac Lemang—; Erst protestieren, dann mittenmang. Geht's ums Erfüllen, Reparation—: Laß sie nur brüllen, sie tun's dann schon. Geht's um Befreiung, die man bestrast—: Votum:„Ernennung", wir sind versklavt. Wi« ehdem findest du Schmach und Qual— Ein Trost zumindest:„Deutschnational..V Nach der„Berliner Volkszeitung" findet man in d«r „Standarte", der wieder vorn Stcchlhelm-Derlvg herausgegebenen„Kampfschrift sür neuen Nationalismus", ein ganz ähnliches Porträt: „Wir sind natürlich Monarchisten. darüber kann kein Zweifel sein. Auch sind wir patentierte Christen mll Kinderherzchen hold und rein. Wir sind die Wahrer deutscher Treue. wir sind vom alten Schrot und Korn und schicken monatlich aufs neue ein Huldigungstelegramm nach Doorn. Wir haben vier Ministersessel. Das gibt der Republik erst Schwung! Ihr Schutzgesetz ist zwar'ne Fessel. doch sind wir für Verlängerung. Zwar laden wir als Ladenhüter aus Wilhelm neu des Banne» Fluch, doch nur böswillige Gemüter entdecken einen Widerspruch. Monarchisch und republikanisch, ob Schwarz-Rot-Gold. ob Schwarz-Weiß-Rot, Verfassung oder nur ein A— wisch... Wa, heißt denn hier: Holland in Not?? Da» ist uns alles ganz egal? Wir sind sozial! Wir sind feudall Wer's nicht begreift, der kann uns mal— Wir sind so glitschig wi« ein Aal. verflucht noch mal: Wir sind deutschnational t" Das schreibt die nationalistisch« Jugenb, cm» deren Reihen die Deutschnationalen bisher ihre eifrigsten Derb«? bezogen. Sie haben es durch ihr« soacnannte Pofttik jetzt dahin ge- bracht, daß sie auch im eigenen Lager nur noch verspottet und verachtet werden._ Die fälle �üraens und Sombe. Kommunistischc Tcmagagic. Au» der preußischen Landtagsftattion wird un» geschrieben: In der gestrigen Vorwörtsnotiz zu den Verhandlungen de« Rechtsausjchuss« de» Preußischen Landtag» über die zum Jürgens-Prozeß gestellten Anträge der Kommunisten ist in- sofern eine erhebliche Unvollstöndigkeit enthalten, als darin erklärt wird, daß die Anträge„gegen die Antragsteller abgelehnt" seien. In dieser Form des Berichts könnte eine Bestätigung des unwahr- haftigen Berichts der„Roten Fahne" vom Tage zuvor erblickt wer- den, in dem behauptet ist, daß die sozialdemokratischen Ausschuß- Mitglieder mit den bürgerlichen Parteien darüber einig gewesen seien, daß eine Nachprüfung des Verfahrens gegen Jürgens durch die Justizverwaltung nicht stattfinden solle und ein„Antrag auf Ver- tagung zwecks Herbeischasfung der Akten und vollständigen Auskunft- erteilung durch die Regierungsvertreter einmütig(also auch von den Sozialdemokraten) niedergestimmt" sei. Der wahre Sachverhalt ist folgender. Im Juni 1920 hat her Landtag einm von den Sozialdemokraten bei der Borbe- ratung im Ausschuß gestellten Antrag angenommen, samt- liche Verfahren, in denen Jürgens beim Staatsgerichtshof amtlich beteiligt war, nachzuprüfen, inwieweit daraus den Ange- klagten ein Nachteil erwachsen sei und eventuell durch Einleitung von Wiederaufnahmeverfahren oder im Gnadenwege Remedur eintreten zu lassen, auch eine Prüfung vorzunehmen, ob Anlaß zu strafrechtlichem oder disziplinarem Einschreiten gegen Jürgens in früherer Zell gegeben sei. Die Regierungsvertreter er» klärten mm in der Sitzung, daß wegen der noch beim Reichsgericht anhängigen Revision der Frau Jürgens außer den Urteilsgründen die Akten bisher noch nicht für das Justizministerium zu erlangen gewesen seien und daher die ihnen vom Landtag aufgegebene Prüfung noch nicht habe vorgenommen werden können, aber er- folgen werde, sobald das Verfahren rechtskräftig erledigt sei. Unter diesen Umständen war die einzig mögliche Erledigung der gegen Jürgens gerichteten Anträge der Kommunisten, zumal auch die Derhandlungsführung durch Landgerichtsdirektor Bombe logisch und sachlich nur im Zusammenhang mit der Nachprüstnig der dienstlichen und außerdienstlichen Handlungen des Jürgens möglich ist. die Antrag« vorläufig durch die frühere Beschluß- sassung des Landtags für erledigt zu erklären und den Vorbehalt zu machen, nach Abschluß der Prüfung durch die Justizyerwaltung auf die Angelegenheit zurückzukommen. Dieser sozialdemokratische Antrag wurde von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt, woraus dies« Mehrheit auch die kommunistschen Anträge ablehnte. Der Vorsitzende des Ausschusses, Genosse Brückner, gab daraus noch die von keiner Seite bean- standete Auslegung des Mehrheitsbeschlusses, daß durch ihndcr frühere L a nd t a g s b es ch l u ß nicht aufgehoben wer- den solle, vielmehr weiterbe st ehe. Im übrigen ist der kommunistische Bericht wissentlich falsch, weil er nur auf den bei der Beratung anwesenden kom- munisllschen Abg. Ob u ch zurückzuführen ist, infofern behauptet wird. Obuch habe«inen Antrag aus Vertagung gestellt. Wahr ist vielmehr, daß, als Obuch den Antrag auf Vertagung angeblich als allein zweckmäßig bezeichnete, ohne ihn jedoch selbst zu stellen(!), ihm von unserem Genossen Dr. Rosenfeld mll vollem issecht erwidert wurde, diese HaMungsweise beweis« wiederum, wie es den Kom- inuniste» nicht auf Sachlichkeit, sondern lediglich auf Dema» gogi« ankomme._ Ein Todesurteil in Kronstadt. Russischer Kriegsschiffskommandant als englischer Spion? Moskau, 16. Juni.(Meldung der Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Das Militärtribunal in Kronstadt oer. urteilte den ehemaligen Kommandanten eines der ballischen Flotte angehörenden Schiffes, K l e pss l o w. wegen Spionage zu- gunsten England» zum Tode, seine Frau wegen Beihilfe zu drei Jahren Gefängnis. Klepitow versorgt« einen in Finu- land sich aufhaltenden Vertreter des englischen Geheimdienstes mit Geheimberichten über den Zustand der Kriegsstreitlräsle der Sowjet. Union, besonders der Flotte. Er hat seine Spivnagetitttgkctt ei"- gestanden, . Tsthangtsolin Ehef aller Llordtruppen. Wellington Koo als Ministerpräsident zurückgetreten. Peking. 18. Juni.(Reuter.) Tschangtsolin und die anderen Befehlshaber der Nordtruppen veröffentlichten eine Zirkulordepesche, in der sie mitteilten, daß Tschangtsolin den Ober- beseht über sämtliche Streitkräfte zur Bekämpfung der Roten Truppen übernommen habe. Wellington Koo tritt von seinem Posten al» Minister- Präsident und als Minister de« Auswärtigen endgültig zurück. Die �rbeltslofigkelt im Mai. I» den freien Gewerksdinften. Lon der Erhebung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschofts- >uiides für den Monat Mai 1927 wurden 31K9 7I2 Gewerkschasts- Mitglieder, worunter 693 519 weibliche, in dreißig Verbänden erfaßt, das find 65 416 mehr als bei der Erhebung für April. Davon waren 247 247 Mitglieder arbeitslos, wovon 49 334 weibliche, das find 7,1 P r o z. der Mitglieder, gegen 397 776(46 926 weibliche oder 9 Proz. im April). Kurzarbeiter wurden in der Erhebungswoche, der letzten Woche im Mai, außerdem 97 Z2Z, wovon 27 451 weibliche, gezählt, das find 2,8 Proz. gegen 123 296(34 995 weiblich) oder 3,6 Proz. im April. Die den Kurzarbeitern aufgezwungene Arbeits- Verkürzung ging soweit, daß 59 529 eine um ein bis acht Stunden wöchentlich verkürzte Arbeitszeit hatten, während für 23 582 Kurzarbeitern die Arbeitswoche um neun bis 16 Stunden verkürzt war, für weiter« 15 911 Arbeiter um 17 bis 24 Stunden, und für den Rest von 6464 Arbeitern um 2 5 und mehr Stunden. Daß den mit dieser Art Arbeitsoerkürzung bedachten Arbeitern die von den Unternehmern beliebte Verkürzung des Arbeitstages zu weil geht, liegt auf der Hand. Die absolut höchste Arbeitslofenzahl hatte im Mai der Metall- arbeiteroerband mit 63 639(davon 2815 weiblichen) Arbeitslosen, das sind 9,1 Proz. seiner Mitglieder, zu verzeichnen. Ihm folgt der Holzarbeiteroerband mit 33 964(2996 weiblichen) arbeitslosen Mitgliedern oder 12,6 Proz., der Fabrik- qrbeiterverband mit 27 698(7296) oder 7,1 Proz. und dann der Bauarbeiterverband mit 24 466 Arbeits- losen, das sind 7,1 Proz. Der Verkehrsbund zählte 19 799 (1959 weibliche) Arbeitslose, 7,2 Proz., und der Textilarbeiter- verband 11 986(7143), das sind 4,1 Proz. Verhältnismäßig am stärksten war die Zahl der Arbeitslosen bei den H u t a r b e i t e r n mit 18,2 Proz., den Fl e i s ch e r n mit 16 Proz., den Sattlern, Tapezierern und Portefeuillern mit 15 Proz., den Holzarbeitern mit 12,6 Proz., bei den Nahrungs- und Genußmiftelarbeitern mit 12,3, den Dachdeckern mit 12 Proz. und den Tabakarbeitern mit 11 Proz. Am günstigsten standen die Gemeinde- und S t a a t s a r b e i t e r mit 1,3 Proz Arbeitslosen der Mitglieder und die Bergarbeiter mit 1,7 Proz., die insgesamt noch nicht 3999 Arbeitslose hatten. Das Zahlenbild weist zwar die der günstigen Jahreszeit für den A'beitsmarkt entsprechende Besserung auf, die, vom Bergbau abgesehen, insbesondere beim Baugewerbe in die Erscheinung tritt, zeigt ober, daß die Arbeitslosenkrise noch keineswegs völlig be- hoben ist. /Irbei'terfoliüarität gegen Unternehmerpolitik Wie die Lithographen den Lohnabban abwehrten. Als zum Beginn des Jahres 1926 auch im Verband der Litho- grluzhen, Steindrucker und verwandten Berufe die Zahl der A r b e i t s l o s e tf immer größer wurde, versuchten auch die Unter- nehmer dieser Berufe, die Not der Arbeitslosen zu benützen, um einen Generalangriff auf die Löhne der in den Be- trieben tätigen Kollegen zu unternehmen. Aber die Berliner Kollcgenschaft dieser Organisation stellte sich, geschlossen wie ein Mann, schützend vor die Arbeitslosen, um den Plan der Unternehmer zuschanden zu machen. Spontan veranstalteten damals die Kollegen in den Betrieben Sammlungen, für die Arbeitslosen. Di« im Februar tagende Generaloersaminlung der Mitgliedschaft Berlin hat dann eine allgemeine freiwillige Sammlung für die ausgesteuerten Kollegen beschlossen. Nach- dem � die Gefahr nunmehr vorüber, und die Zahl der Arbeitslosen bedeutend zurückgegangen ist, wurde diese Sammlung am 9. Juni dieses Jahres eingestellt. Damit hat eine gewerkschaftliche Aktion ihren Abschluß ge- funden, die in aller Ocsfentlichkeit als«in Ruhmesblatt der Arbeiterschaft bezeichnet werden kann, denn in dieser kurzen Zeit haben, neben ihrem Verbandsbeitrag und ohne Zwang, auf dem Wege der freiwilligen Sammlung, 3909 Berufstätige 290 909 Hl. aufgebracht. Das ist ein Musterbeispiel höchster Solidarität und Opferwillig- keit. Durch diese Sammlung wurden aber nicht nur die aus- gesteuerten Kollegen vor äußerster Not bewahrt, auch die Lohn- höhe der gesamten Berufskollegen wurde gehalten. Durch diese Tat haben die Kollegen dieser Organisation in ihrer Gesamtheit den Beweis der gewerkschaftlichen Reise und Disziplin erbracht, die von der Erkenntnis getragen ist, daß auch die Unter st ügu/igs- einrichtungen als ein gewerkschaft.liches Kampf- mittel zu bewerten find. Diese Opferwilligkeit verdient öffentlich hervorgehoben zu werden. Emil Ungermann gestorben. Am 13. Juni verstarb nach langem Krankenlager an der Prole- tarierkrankheit unser longjähriger Funktionär Emil Ungermann. Er gehörte seit seiner frühesten Jugend dem Metallarbeiterverband an und hat bis zu dem Zqjtpunkt, wo ihm die tückische Krankheit die Kraft nahm, für die Umgestaltung der wirtschaftlichen Verhält- nisse und für die geistige Höhersührung der Arbeiterschaft seine ganze Person in den Dienst der Arbeiterbewegung gestellt. An allen Stellen, wo es galt, für die Interessen der Arbeiter tätig zu sein, hat er in vorderster Linie gekämpft und immer seinen Mann ge- standen. Trotz des großen gewerkschaftlichen Arbeitsgebiets hat er der sozialdemokratischen Partcibewegung den Rest seiner Zeit geopfert. Leider ist er mit seinen 51 Jahren viel zu früh von uns gegangen. Die. Metallarbeiterschaft Berlins hätte von seinem Idealismus noch sehr viel profitieren können. Möge seine Aufopferung für die her- anwachsende Generation immer ein leuchtendes Vorbild fein. Wir, die wir gemeinsam jahrzehntelang Schulter an Schulter mit ihm gekämpft haben, werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.- Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Zur Wahl im ZentralverbanS der Schuhmacher. Am 17. August findet in London der vierte Kongreß der Inter- nationalen Vereinigung der Schuh- und Lederindustrieorbeiter statt. Ueber die Bedeutung dieses Kongresses braucht wohl hier nichts Besonderes gesogt zu werden, weil der internationale Zusammen- schluß und Gedanke Gemeingut der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter geworden ist. Der 6. Bezirk(Berlin) und 7. Bezirk(Dresden) bilden einen Wahlkreis utrd haben einen Delegierten zu wählen. Vorgeschlagen sind fünf Kandidaten. Da die K o m m u n i st e n für Berlin H ö r tz als Kandidaten repräsentieren, haben sich die SPD.- Kollegen des Schuhmacherverbandes entschlossen, ihrem Bezirksleiter Peter Hamacher die Stimme zu geben. Am Montag finden für Berlin die Delegierten- wählen statt und zwar für die F a b r i t a r b e i t e r gleich nach Arbeitsschluß und für die S ch o ß a r b e i t e r abends in den Bezirkslokalen. Die Wahllokale werden mittels Handzettel durch die Funktionäre bekanntgegeben. Unsere Wahlparole lautet: Alle Ssimmen für Peter Hamacher! Beteilige sich jeder an der Wahl und lasse nur diesen einen Namen auf dem Stimmzettel stehen. Die übrigen vier Namen sind zu st reichen. Kommunistischer Schwindel. In der„Roten Fahne" Nr. 138 vom 15. Juni wird unter der Ueberschrift„Reformistische Wahrheiten" durch Abdruck eines Brieses aus Philippsburg in Baden nachzuweisen versucht, daß entgegen unserer Mitteilung im„Vorwärts" vom 2. Juni in Philipps- bürg doch ein Ortsausschuß des A D B G. existiert. Gleich- zeitig wird hämisch betaizl, daß es also richtig sei, daß der sozial- demokratische Vorsitzende dieses Ortsausschusses die Kundgebung des Ortsausschusses des„Roten Frontkämpferbundes" mit einer An- sprach« begrüßt habe, daß nur die ADGB.-Führer sich besser über ihre Ortsausschüsse informieren müßten. Trog dieses Briefes aus Philippsburg und trotz der markt- schreierischen Aufmachung des Artikels der„Roten Fahne" bleibt es dabei: In Philippsburg gibt es keinen Ortsous- schuß des A D B G. Die„Rote Fahne" wurde von einem ihrer Gesinnungsgenossen düpiert, der mit unserem Bundesnamen Miß- brauch treibt, wozu er sich einen Gummistempel„Kartell Philipps- bürg" machen ließ. In Philippsburg besteht gar keine Möglichkeit, einen Ortsausschuß des ADGB. zu errichten, weil äußer dem Tabak- arbeiteroerband keine Organisation eine Ver- woltungsstelle in Philippsburg besitzt. Ortsausschüsse des ADGB. können nur von den am Ort befindlichen verschiedenen Verwalwngs- stellen, nicht aber von Einzelmitgliedern einiger Verbände errichtet werden. Die Ortsausschüsse find verpflichtet, den Bundesvorstand über jede Wahl des Vorstandes Mitteilung zu machen, da der Bundesvorstand das Bestätigungsrecht ausübt. Diese Meldung ist b i s heute noch nicht erfolgt. Alle unsere Ortsausschüsse werden nach ersolgter Meldung und Bestätigung im Adressenoerzeichnis geführt und mit dem Bundesorgan und den laufenden Drucksachen beliefert. Nach Philippsburg wird nichts geliefert, weil kein Ortsausschuß, der unseren Namen führen dürfte, existiert. Der Bczirkssekretär für Württemberg und Baden teilte auf An- frage mit, daß auch dem Bezirksausschuß kein Orts- ausschuß in Philippsburg bekannt sei, weil sich ja die Verwaltungen der Verbände meist in Mannheim befinden. Beiträge für den Bezirk hat Philippsburg auch nie geleistet. Auf Grund der Veröffentlichung der„Roten Fahne" haben wir den angeblichen Vorsitzenden aus Philippsburg durch eingeschriebenen Brief aufgefordert, den Stempel mit dem Bundesnamen sofort zu vernichten, da kein Recht zur Benützung dieses Stempels gegeben ist. Jeden weiteren Mißbrauch unseres Namens werden wir strafrechtlich zu verhindern wissen. Der Vorstand des ADGB. Ernst Schulze. französischer Staatsarbeiterkongresi. Paris, 16. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch be- gann in Paris der Johreskonqreß des Nationaloerbandes der fran- zösifchen Staatsarbeiter. In feiner Begrüßungsansprache wies der Vorsitzende Bebel darauf hin, daß sich der Nationalverband� durch Anschluß einer Reihe Unterorganisationen verstärkt habe. So sei namentlich jetzt der Verband der Arbeiter der Z ü n d h o lz m a n u- f a k t u r e n hinzugetreten. Die moralische und materielle Solidarität des französischen Gewerkschastsbundes mache also ihre Anziehungs- kraft deutlich bemerkbar._ Achtung, Ofensetzer! Infolge technischer Schwierigkeiten kann der neue Tarif nicht, wie vorgesehen, am 15. Juni in Kraft treten. Die gemeinsame Lohnkommission hat beschlossen, daß die neue Vereinbarung über Kochherde trotzdem ab 17. Juni zur Bezahlung kommt. Demgemäß werden die Kacheln in der Wandbetlei dung wie die Wandsimse pro Vt Kochel vom 17. Juni ab mit 15 Pf. berechnet. Die Vertrauensmänner hoben darauf zu achten, daß jeder neu eingestellt« Kollege sich durch Vermittelungsfchein vom Nachweis legitimiert. Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Freie H«werkscha!t»j»gend. Heute, Freitag, Uhr, tagen die Sruppen: Kermannptag(Reulälia 2): Spielen im Voiksparl Hasenheidc.— Schäaewcide: Eruppenhciin Jugendheim Laufener Str. 2,»toter Saal. Frohe» Beisammen- sein.— Wkdding l:(Sruppenhcim Stadtbad Wcdding, Genchtstr. 6.'> 69. Vers und Prosa:„Was uns in der Säckschen Schweiz un Dräsdn kassiert i,."— Ztordriag: Tin gemeinsamer Bummel.— Zeppelinplah sWedding ZI- Gruppen. heim Städtische» Jugendheim Turiner ecke Eecstraßc. Hans Frohsinnman» erzählt uns, wie Laibzich entstand.— Weiheasee: Spielen ab 1« Uhr aus Plab 3 am„Faulen eee',— Sonnenwendseier am 18. Juni: Tressen um Ig� Uhr Untcrgrundbahnhof Kreuzberg. Fahnen, Wimpel, Musikinstrumente mitbringen. Jede Gruppe stellt drei Ordner: dieselben tresfcn sich um VZH Uhr im Volkspark, Eingang Eolßencr Straße. Iugendgruppe de» ZdA. Heute, Freitag, t9'4 Uhr, finden folgende Ver- onstaltungcn statt: Südwest: Jugendheim Belle. Allianee. Str. 7/10. Liederabend. Liederbücher mitbringen.— Spaada«: Jugendheim Lindenuser 1.— Lichten- berg: Gcsangsraum des Realgymnasiums Parkaue.„Ernstes und Heitere» aus unserem Leben."— Rartwcft: Veranstaltung muß aussallen. Die Sparkasie der Dank der Arbeiier, Angestellten und Beamten A.-G„ Berlin, lllallstr. 65. ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9— 3 Uhr und 4— 6 Uhr, Sonnabends von 9— 1 Uhr geöffnet. Verantwortlich filr Politik: Victor Schifs: Wirtschast:®. KlilUgelhöscr; Gewerkschaslsbcwegung: Z. Steiner: Feuilleton: K. K. Döscher; Lokales und Sonfttgcs: Friz Karstadt: Zlnzeigcn: Th. Glocke; sämtlich in Berlin Berlag: Vorwärts-Berlag G. m. d. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Duchdruckcrei und Lerlagsanstall Paul Singer u Co.. Berlin SW 68. Lindrnftraße 3. vier» 2 Berlaaeu und..Unterdaltuna und Wille»-. - übergibt man nur dem Rachwet, de« »>» Bo QS I I» I» fllfrll Bl II Deutschen Musiserverb-Nde,. Berlin. Kom- »Bb lallH lIlIlB I lllIlB' niandanleilstr. 63.61. Dönhoff Z277-7S. «elchäüszeit 9-5, Sonntag» 10-2 Uhr. Ruf Wunsch: Bertreterbesuch. WERTHEIM Leipziger Str. K&nigstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Obst, Gemüse, Fleisch und Fische werden nicht zugesandt Zilroncn- Garungsgdrank Verkauf: Drogen-Abfeilung Ausschank; Erfrischungsraum Einkochgläser„Globus" V, IV, 2 Ltr. V« 1 Ltr. eng 32 34 36 42 48 p/. weit 36 38 40 pl 10 Gummiringe 30». 50m. Einkochapparat m 4os Frisches Fleisch Kalbskamm und Brust. nm,d 86 n. Kalbsnierenbraten...... jw 92 n. Schweinebauch u- Kac*rn' 84 n. Schweinekamm u, Blatt enmd 90p/. Schmorfleisch m.... p/und ho Suppenfleisch........... /w 84p/. Uesen p/d. 75p/. Gehacktes pkl 80p/. Prima Gefrierfleisch Suppenfleisch...........«««/ 48p,. Rinderkamm u. Brust...p/und 55«. Schmorfleisch mH Knothen...«und 60«. Hammelfleisch d"*c Rl'">r"■ 76«. Fische Schellfische..............«»mf#4«. Kabeljau u. Seelachs ÄÄ w 54« Goldbarse ohne Kopf.......... Pfund 18 Pf. Rotzungen...............««,«/ 24 p/ Bratschollen........«und fO«. 24p,. Fischfilet................«-»-, 26p/. Lebende Schleie..... p/und von hSm Räucheraale........ B«nd 42 p» Flundern 4 2 Pf. SprottbOcklingeKpi?65Pf. FettbOcklinge- pkunä 430,. Lachs 1-50 1.S0 Reh-S�asout......... w«««« 28"- Rehblätter....Pfund 1.10 Brathühner ma. 1.20»» Junge Gänse rtaod 120* Suppenhühner pw. 120 u tfConserven Löffele, ,rn*" ml: Speck 70 Pf. 1.30 Lungenhaschee 65 Pf. 1,25 Gulasch......... 1.35 Schweineschnauzen1"1.45 Oelsardinen Kluhdose 50 Pf. D 78 Pf Tafelöl pi 60 Pf. 95 Pf 1.50 KenritOran, 2 Pfund-Eimer Ananas 1.65 Johannisb., Orangen 1.15 Pflaumen 1.10 Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Kirschen 1.45 Schnitt- u. Brech- o°,e bohnen feine. lung-e 65 Pf. Gemüse-Erbsen... 55 Pf. Junge Erbsen»ehr tein 1.32 Pflaumen mii siein..75 Pf. Kaiserkirschen... 1.40 Ananas."vA 90 Pf. 1.55 (SiJeSn IScigtvaren Hartweizen- Makkaroni.__ I Plund-Pakcf 0.75 Hartweizen-Spanhetti. 0- 1 Pfund-Pakel U.iiU Eier-Röhrchen> Pfd.-Pakct 0.90 Eier-Schnitt- u. Faden-Nude'n 1 PiUiid-Peket n gn Eier-Spätzle,-Reis u,-Schleifcben> PM.-p«k. 0.30 Preise für Vi Flasche ohne Glas. Frühjahr slizie auf Wunsch. Frankfurter Apfelwein„Rackles Urquell".... 65«■ 1925 Grünstadter Berg rassiger piaizwcia...... 1.25 1922 Zeltinger»uifiger Müteimosei............ 1.35 1921 Neumagener Engelgrube Wa�8'i'd"ndrn�ueyer 1.65 1924 ROdesheimer Berg rassig, elegant....... 1.95 1921 Neumagener Wispelt Wach,ft,mpÄnM0se1.rt 2.40 1921 Gundersheimer Berg feiner roier Tisdiwein.. 1.40 Allasch u. Halb 4 Halb„�TeÄr n. 1.95 Ä 3.60 Himfceer- u. Erdbeersaft extrafein. � qs � 1.80 Deutscher Weinbrand KrAr.............. 2.90 Feiner Tarragona rot, FaBwein........... uter 1.40 Roter Johannisbeerwein siio. Faswein...... uter 95 Pf Frische Ananas.....*»*«««* 95p».' Salat...... 3 Köpfe 10 Pf Grüne Gurken sick.». 20� Wirsingkohl lunger. Pfd. is Pf. Stachelbeeren unreif- 20 Pf. Neue Kartoffeln Pfund iS Pf. Tomaten-.... Pfund 32«. Junge Kohlrabi Mdi. 13 Pf. Zitronen neue. Dupend 45 Pf. Grüne Bohnen Pfund 2 2 Pf. Bananen kanar.. Pfund 58 Pf- Hann. Mettwurst gekocht, Pfund 1 25 Landleber-u Rotwurst 1. 1 0 Schinkenspeck. Pfund 1.60 Speck'«it. Pfck. 1.10 mager 1.20 Leberwurst feine. Pfund 1.60 Jagdwurst.... Pfund 1.45 Zervelatu. Salami Pfundl.ss Schinkenpolnische Pfdl.45 Nußschinken ca'2�unn� 1.80 Mettwurst 145 imgitrike. iisumaiar ttrate, HorUnUti; Filetwurst.... Pfund 1.59 Dampfwurst... Pfund 1,10 Landmettwurst Pfund i.SQ Mettwurst, Mortadella 1.20 Romadur Aitgsuor......»ach IS»'* Limburger Pfd. 34»>< 42 Pt Schweizer Ä 93Pf. 1.45 Holländer u. Edamer 65Pf. Margarine... Pfund 58 Pf. SteinbuscherVOIXd 95 p'- Tafelbutter... Pfund 1.80 Tilsiter voiifeit... Pfund i.QS Dänische Butter Pfd. i.qq Bosnische Pflaumen-»und 30 p». Gem. Backobst Pumd 42 Pf. Amerlk.RingäpfelPtd 65 Pf. Kalif. Pflaumen Pfund 45 Pf. Kalif. Birnen.Pfund 65 Pf. Bosn.Pflaumen0pfu,*,dn 52 pi. Kalif. Pfirsiche Pfund 84 Pf. Holl. Kakao � � leo Residenz-Borke Karton ca. n Oramm 35 Pf ca. 180 Qr. 65 Pf. Sandgebäck:...... v, Pfund 25 Pf 1 Pfund 95«. Dessert-Brezeln � 38 Pf. Schokoladenkeks p.'J 38 Pf. elgeae 2a'.'ere'.. 229 Gebrannt. Kaffee Haushalt-Misch. Hunu 2.60 Qiobus-Misch.. p und 3.39 Sonder-Mlsch.. Pfund 3« Resldenz-Misch. pm. 4.20 Olympia-Mtsch.«und 3,40 Elite-Mischung Pfund 4.6O Hr. 2S2 ♦ 44. Jahrgang 1. Seilage ües Vorwärts 5reitag, 17. Juni 1427 Dertritu der Berlin» m>!> auswärtigen Press« unternahmen kürzlich auf Einladung des Verkehrsverbandes Westpreufjcn fMarien» werder) eine Reife durch das vom Reich durch die polnische Grenz. führung getrennte Westpreußen. Es ist nicht ganz leicht, in dieses Land zu kommen: ein breiter Streifen fremden Gebietes(der polnische Korridor) durchschneidet den Weg dahin und würzt die Fahrt mit den Annehmlichkeiten, die der Menschengeist erfunden hat, um das Leben der Völker möglichst zu erschweren, als da sind: Paß- und Zollrevisionen. Ein verzwickter Begriff ist dieses Weftpreuhen. Einst eine große Provinz, heute, nach den großen Gebietsabtretungen an Polen, ein knapper Re- gierungsbezirk, angegliedert an die Provinz Ostpreußen. Politische und wirtschaftliche Nöte. Hart an die polnisch« Grenze gekettet, von dem Wirtschaftsgebiet de« großen Weichselstroms wie vom Mutter- lande praktisch getrennt, vom natürlichen Zugang zur Ostsee durch das vorgelagert« Frisch« Haff gehemmt, ist Westpreußen heut« zu einer Art Sackgasse geworden. Für die Wirtschast Westpreußens— Industrie, Handel, Gewerbe— tritt zu der insulören Lage noch die Whängigteit von der Landwirtschast hinzu. Nur in Verbindung mit der Landwirtschaft sind Handwerk, Handel und Industrie hier zu verstehen und zu erklären. Schwere Not muß daher auf der Wirt- schaft Westpreußens lasten, wenn beide Voraussetzungen— Zu- gehörigkeit zum Körper der deutschen Volkswirtschaft und aufnähme- fähige Landwirtschast— fehlenl Früher Ausgangspunkt eines eigenen, selbständigen Wirtschaftslebens, eingegliedert in den zu- sammenhängenden Wirtschastskörper Deutschlands und die Brücke bildend zwischen dem schmalen nach Nordosten gericheteten Eckzipfel und dem breiten Gebiet Deutschlands im Südwesten, ist West- preußen aus einem verkehrsdurchgangslond Endpunkt des Verkehrs geworden. Ein Posten, der sich vergessen fühlt und sein« Nöte auf- zeigen will. Elblng— Kahlberg. Eching, die zweiigrößle Stadl des deutschen Osten». Seine 70 000 Einwohner stellen eine stark« Industriebeoölkerung(Schichauwerst, Automobilwerke Kommck, Zigarrenfabrik L oeser u. Wolfs). Der ländliche Einschlag ist unverkennbar, trotz einer historischen Tradition. die die Stadt auch als See- und Handelsplatz wichtig machen. Wie viel« ander« Städte hier vom Deutschen Orden und Lübecker Bürgern 1237 gegründet, blühte die Seestadt schnell empor und wurde ein wichtiges Glied der Hansa. 1464 last völlig zerstört, geriet sie 1460 für drei Jahrhundert« unter polnische Herrschast. 1680 gründete die „Tastland Company' hier einen englischen Stapelplatz. Seit 1772 nieder deutsch, nahm die Stadt, besonders seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts, einen großartigen Aufstieg, bis es durch die Er- drosfelung Restwest, und Ostpreußens, einen wirtschaftlich schweren Kampf um sein« Existenz zu führen begann. Rohstoftbeschastung und Absatzmdglichkeiten sind ungeheuer erschwert. Di« alten Giebel der nordischen Gotik säumen schmale Straßen und breite Plätze und am Ufer de, Elblngflusses, der den Zugang zum Haff vermittelt, entwickelt sich das Leben einer kleinen Küsten- stadt. Unheimlich, in welchen Quantitäten hier Fische seilgeboten seewärts schwarzweißrot, was aber durchaus nicht der politischen Zusammensetzung der Bevölkerung entspricht. Heserichsee— veutsch�plau. Die Fahrt geht weiter. Bon Clbing südlich ins west- vnd ost- preußische Hinterland. Flaches Land von unendlicher Fruchtbarkeit, von Kanälen durchzogen, seengesprenkelt, erinnert zuweilen an holländische Landschaften, wenn am Horizont nicht die bewaldeten Höhenzüge wären. Aber alles ist winziger und freundlicher. Große Viehherden auf prächtigen Wiesen. Alles blüht und atmet Beschau- lichkeit. Kleine, saubere Dörfer, öfters em großes GeHöst mit modernen Stallungen. Schließlich die Perle dieses Gebietes, der Geserichsee, unendlich langgestreckt mit laubroawbekränzten Ufern. Buchten führen in vergessene dunkle Winkel, wo noch die Reiher auf den Bäumen horsten. In vielfachen Krümmungen See durch die Landschaft, bis an seinem Ende die Türme windet sich der Eylao, auftauchen, der„letzten" Stadt w diesem Winkel des Reiches, und wenige Kilometer von der polnischen Grenz« entfernt. Deutsch- Eytou, ebenfalls alte Ordensstadt, gegründet 1306 durch Sieghard vyn Schwarzburg, am Ausstuß des Eylenzflusses aus dem 34 Kilo- meter langen Becken des Geserichfees, hat zurzeit 12 000 Einwohner. Der Stadt wurde bei der Abstimmung, wie dem größten Teil von Westpreußen, nahegelegt, sich darüber zu entscheiden, ob sie deutsch bleiben oder polnisch werden wolle. Das Ergebnis der Bolksob- stimmung am 11. Juli 1920 war ein gewaltiges: 97 Proz. deutsche und 3 Proz. polnisch« Stimmen! Die Stadt blieb bei Deutschland. Berherend waren aber die Wirtungen der Grenzziehung. Während die Stadt früher 60 bis 70 Kilometer von der russischen Grenze ent- sernt lag, und in den Kreisen Löbau und Strasburg ein weites Hinterland fand, wurde ihr jetzt die Grenze so nahe gerückt, daß die Frau und Kind. Es ist, als ob die ganz« Stadt von Fischen lebt.— Unten die weite und fruchtbare Niederung, die im Wechsel von Berg vnd Tal großartige Landschaftsbilder bietet, geht's nach der alten Herrfchast Eabinen, dem Staat gehörig, und von dort muß der Dampfer über das bewegte gelbschmutzig« Wasser des Hosts nach M»"----------- MMM» __„ietg. dem Elbinger städtischen Seebad. Das liegt fast versunken in einem tiesen Wald von Buchen und Nadelbäumen, dessen Ränder schon in die Dünen übertreten. Auch hier auf der schmalen Land- zunge«in« durchlausende Hügelkette. Viele Fahnen landseits und polnischen Posten nur 6 Kilometer vom Weichbild« der Stadt entfernt stehen. Dank der Tätigkeit der städtischen Körperschaften, in denen die Sozialdemokraten eine wichtige Rolle spielten, war man imstande, doch wieder wirstchastliche Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Es wurde gebaut und nochmals gebaut. Gebaut wurden in erster Linie Wohnungen, so daß die Stadt zurzeit Eigentümerin von etwa 600 eigenen Mietwohnungen ist. Gebaut wurde ein neues großes Krankenhaus mit 120 Betten, das als Seuchenschutz für Ostpreußen gedacht ist. Gebaut wurde eine etwa 1000 Personen fassende Stadt- halle zur Behebung der kulturellen Note, die der Grenzbevölkerung drohten. Neuerdings hat die Stadt, die in einer besonders reizvollen Umgebung an den weiten Seenstächen und zwischen den meilenweiten Wäldern gelegen ist, sich bemüht, mehr wie bisher Fremdenstadt zu werden. Es wurde ein großer Sportplatz und ein neues großes Strandbad, das Platz für Taufende von Badenden bietet, der Be- Nutzung übergeben. Marienweröer— Marienburg. Von Deutsch-Eylau wieder in nordwestlicher Richtung der Weichsel zu. Di« Fahrt führt durch Gebiete, die landschaftlich denen des Vor- tages gleichen, nach der alten Domstadt Marienwerder, heute mit Bororten 20 000 Einwohner, Sitz einiger Behörden mit dem Charakter einer Beamtenstccht. Auch hier natürlich Ät« Erinnerungen an die Erwerbung der Ordensritter und als prächtiges Denkmal der Dom und das Ordensschloß. Es gibt wohl kaum im gesamten Westen etwas Aehnliches, das an Gewalt diese Mauern erreicht. Selbst die Marienburg muß heute in zu starkem Maß« als renoviertes Bauwerk gelten. Der landwirtschaftliche Charakter der Provinz prägt sich be- sonders stark in Marienwerder aus und nur m Verbindung mit der Landwirtschaft sind Handwerk, Handel und Industrie hier zu ver- stehen. Durch die großen Wälder längs der Weichsel hat sich eine reiche Holzschneideindustrie hier entwickelt, die allerdings durch die unglückselig« Grenzführung im Weichselgebiet stark daniederliegt. Auch Marienwerder ist aus einem Mittelpunkt wirtschasklichen Lebens ei» End- und Greuzpunkl geworden, gieichzcitig aber auch ein Boll- werk im Südwesten. Bon hier ist es nur ein kurzes Stück Weg bis zu dm Weichseldämmen bei Surzebrack. In ungeheurer Breite er- streckt sich hier die Weichsel und ein Stück stromab liegen hier die fünf polnisch gewordenen Weichseldörfer, die Veranlassung waren,- daß sich die polnische Grenze bis weit über das rechte Ufer der Weichsel ausdehnte. Die Fahrt hinter dem hcchm Weichseldamm geht> dann zu der Drelländerecke, wo Westpreußen, der Freistaat Danzig und Polen zusammenstoßen, unmittelbar an der Nogatschleuse, ienes j Mündungsarmes der Weichsel, der an Marienburg vorüberführt. Marienburg endlich, altbekannt durch seine Burg, die leider unter dem Renovierungswahn des früheren Kaisers arg gelitten hat, ober immerhin ein prächtiges Denkmal äte deutscher Orden sritterkultur'• darstellt. Auch dje Marienburg ist im 13. Jahrhundert erstariden und war der Haupstitz der Ordensritter, die sich aus Venedig hierher ge- zogen hatten und das Land unter ihre Obhut nahmen. Die Stadt ist heute nicht fo abgeschlossen, wie die vorher geschilderten, sse genießt mehr die Segnungen des FreirSenverkehrs, natürlich zugleich mit seinen Nachteilen, da die wichtigste Linie nach dem Osten über Marienburg führt. Teilweise hat sie sich noch in ihrer alten Art erhalten und als wichtige» Beispiel mag dafür der Marktplatz dienen, der jene charakteristischen.Lauben' vor dm Hausern ausweist, die. man sonst nur in Süddeutschland findet. Danzig. Die Fahrt endet in Danzig. Sie trat damit aus dem west- preußischen in das Gebiet der freien Stadt über, die in ihrer Freiheit leider allzusehr beschränkt ist, mn sich dieses Wortes freum zu können. Allein aus der kurzen Elsenbahnsahr» van Marienburg nach Danzig erfreut sich der Reisende mehrfacher Gepäck- und Paßrevisionen. Die j Die Drücke im Dschungel. Sitten- vnd Stimmungsbild aus dem Znnern Mexikos. 28} Von 8. Traveu. Copyright 1927, by B. Traven, Tarnanlipai(Mexiko). Sleigh sieht über die Tafel hin und sagt dann zu dem Mädchen:„Backen Sie uns noch jedem ein Ei." Das Mädchen geht zu einer Ecke, wo neben dem Bett- gestell ein Korb steht, in dem eine Henne mit schläfrigen Augen sitzt. Ms das Mädchen näher kommt, reiht die Henne die Augen weit auf. Aber das Mädchen läßt sich nicht ein- schüchtern. Mit einem Griff hat sie die Henne gepackt und aus dem Nest gepfeffert. Die Henne läuft gackernd und mit den Flügeln schlagend herum, fliegt auf unsere Tafel, wirft meine Kaffeetass« um, stiegt lärmend wieder herunter und wieder auf dos Nest zu. Das Mädchen hat zwei Eier weg- genommen und die Henne setzt sich beruhigt auf die übrigen zurückgebliebenen Eier. Sie nimmt es nicht sonderlich tragisch, weil sie nicht zählen kann: denn zählen können und sich er- innern können sind die einzigen echten Quellen der Tragik. Nachdem wir gefrühstückt haben, hatten wir es für wünschenswert, zu schlafen. 20. Musik weckt mich auf. Die zwei Musiker, die gestern abend kommen sollten, und die, wenn sie gestern abend ge- kommen wären, jetzt nicht zum Begräbnis hier zu sein brauchten, spielen einen Foxtrott. Sleigh ist schon lang« vor mir aufgewacht und kriecht durch das Gebüsch, weil sich ein Kalb losgerissen hat und er es suchen muß. Ich wasche mich, trinke einen Schluck Kaffee, esse einen Löffel voll schwarzer Bohnen i.n eine Tortilla ge- wickelt und gehe ZU den Garzas. Hier ist jetzt eine große Versammlung. An jedem Baum und an jedem Pfahl ist«in Esel oder ein Maultier oder ein Pferd angebunden, gesattelte und ungesattelte. Frauen in ihren Sonntagskleidern, Männer und eine Herde von nackten und halbnackten Kindern schwirren herum. Es find mehr Feuerwertskörper gebracht worden und es wird in einem fort geknallt. Die Musik, die ja die ganze Nacht hindurch zum Tanze aufgespielt hat, hat schon wieder aufgehört, um die Kräfte für den langen Marsch zu sparen. Ein paar Männer liegen betrunken und schlafend herum, wo sie ebt» hingefallen sind. Niemand stört sie. Wenn ihnen die Sonne, die jetzt mit ihrer ganzen Kraft herunterglüht, zu heiß wird und sie davon aufwachen, kriechen sie zu einem Bamn in den ©chatten. Oft erreichen sie den Schatten nicht, sondern bleiben unterwegs liegen wie ein Klumpen. Ziegen und Schweine laufen zwischen den Leuten umher, Hunde beißen sich oder spielen herum, Hühner zanken sich mit Truthühnern um Würmer und weggeworfene Torttllas, die Esel trompeten und suchen dann wieder mit den Pferden und Maultieren auf dem Erdboden herum, ob noch ein Gras- hälmchen vergessen wurde. Denn gestern war hier alles grün, jetzt aber, seitdem so viele Pferde und Esel hier gestanden haben, ist der Boden wie abrasiert. Obgleich das Tierzeug den herumsitzenden und auf dem Boden hockenden Leuten in eiinemfort zwischen die Beine läuft, die Leute werden nie nervös oder wütend auf die Tiere. Ab und zu ruft mal eine Frau„Perro! Hund!" oder„Muchacho! Jnngel"(Kosename für das Schwein), wenn die Tiere es gar zu arg machen. Manchmal aber fliegt den Tieren doch ein Scheit Holz gegen den Koof, wenn sie mit einem Baft-Täfchchen mit Tortillas, das sie gestohlen haben, ausrücken wollen. Bei einigen Gruppen wird laut geschwatzt und noch lauter gelacht. Gruppen von jungen Burschen singen oder spielen auf der Mundharmonika. Man möchte nicht denken, daß da drinnen in der Hütte ein Leichnam liegt. Wenn es den Leuten plötzlich einfällt, hören sie aus zu lachen oder dämpfen ihr Geschwätz, während sie die singenden und musizierenden Burschen mit einem kurzen Wort zur Ruhe mahnen. Je näher man zur Hütte kommt, je ernster sind die Leute und je leiser reden sie. Bor dem Eingang der Hütte hat man mehrere Decken dachartig ausgespannt, damit die Leute unter diesem Dach im Schatten sitzen können, denn die Hitze lastet wuchtig und schwer. In den Tropen, in der Tierra Caliente, um 1 Uhr mittags, und kein Wölkchen am Himmel und die 11-Uhr-Brise ist heute ausgeblieben. Gerade heute, während sie gestern ein guter Wind war, der bis 5 Uhr anhielt. Ich nehme den Hut ab und gehe in die Hütte. Die Hütte ist gefüllt mit Frauen, die sich mit ihren Pappfächern uner- müdlich und rein mechanisch gleichmäßig Luft zufächeln. Die Kerzen sind ganz zusammengebogen und an jeder Kerze ist man tätig, um sie gerade zu halten. Die Mehrzahl der Kerzen stehen in Konservenbüchsen, die mit Wasser gefüllt sind. Die Wamme guckt nur ein kleines Stückchen aus dem Wasser heraus: sobald die Flamme einen Finger lang zuviel heraus- guckt, biegt sie sich sofort in einen rechten Winkel um, als fei sie aus warmer Butter gemacht. Wenn die Flanune das Wasser erreicht, wird das Wasser wieder ein Stück abgegossen und kommt die Flamme zu tief in die Blechbüchse, wird die Kerze herausgenommen und eine neue hineingesteckt. Die Kerzen liegen alle in einer großen Schüssel mit Wasser, aber das hält sie nur solange in der Form, solange sie im Wasser liegen, werden sie in die Hand genommen, legen sie sich gleich um. Es erfordert die ungeteilte Aufmerksamkeit mehrerer Burschen, um die Kerzen in Ordnung zu halten. Die Garza hat wieder einmal das Tuch vom Gesicht des Kleinen genommen. Sein Gesicht ist nicht mehr zu erkennen. Es stießt bereits wie Brei auseinander. Die kleine Wunde an der Oberlippe, die, als der Kleine aus dem Wasser kam, kaum zu sehen war, hat sich zu einer schwärenden großen Wache erweitert infolge der raschen Verwesung. Beide Lippen sind schon fortgelaufen und das Gebiß liegt offen da wie bei einem Skelett. Auch das Zahnfleisch ist eine breiartige eiter- ähnliche Masse, die seitlich an den Zähnen herunterläuft. Die Nase ist mehr als zur Hälft« fortgefrcssen und von der kleinen Wunde, die am Kopfe war, hat sich eine andere zerfallende Mäche gebildet, die den Schädelknochen freigelegt hat. Unter dem Auge, wo die Beule war, hat der Zerfall auch begonnen und das Auge, seiner Umkleidung beraubt, liegt starr und allein auf der Augenhöhle. Es sst nicht die tropische Hitze allein, die eine so grauenhafte Zerstörung in einer so kurzen Zett anrichten konnte, sondern es sst die Hitze, vereint mit der Ueberfülle des Wassers, das der Körper frn Flusse ausgenommen hatte. Der ganze kleine Körper ist nun in rockorttge Gewänder von rotem, bsauem und grünem Papier gehüllt. Die Ge- wänder sind mit Sternen und Kreuzen, die aus Goldpapier und Silberpapier geschnitten sind, übersät. Das Kunstwerk aus Krimmitschau oder Birmingham ist nicht mehr zu sehen. Papier ist nicht nur geduldig, es kann auch wohltätig sein. Hier ist es sogar erlösend und von den vielen Sünden, die das Papier auf dem Gewissen hat, mögen ihm für diese erlösend« Tat einige oergeben werben,(Fortsetzung folgt.)■ i ehrwürdtg« und pröchttge S�adt. dk die Zeich« av» IkreflWit auch nach dem jahrhundertelangen Niedergang noch nicht verloren hat, ist im Begriff, sich neu einzustellen! diese Neueinstellung dauert allerdings fchon eine Reihe von Jahren und sie wird auch in Jahr- zehnten noch nicht vollendet fein. Die politische Lage, in die man sie gedrängt hat, ist alles andere als dazu angetan, diese Schritte zu erleichtern. Immerhin macht sich neues Leben in einem Maße hier bemerkbar, wie man es vor Jahren noch nicht erwartet hat. Die roten polnischen Briefkästen, um die vor Jahren der Strett ging, sind fast vergessen und völlig unbeachtet. Dagegen macht sich draußen am Hafen an der Weichselmündung, im früheren Seebad Wester- platte, der polnische Munitionshafen dräuend bemerkbar, dem die neuen Schritte des Senats der Stadt Danzig beim Völkerbundsrat in Genf gelten: eine mächtige, vom Weichselufer durch eine rote Mauer abgeschlossene Anlage, riesige Mengen von Munition ent- haltend, die im Explosionsfalle völlig genügen sollen, um den ganzen Hafen Neufahrwasier dem Erdboden gleichzumachen. Der Hafen von Danzig selbst weist heute einen Verkehr auf. wie er ihn in der Vorkriegszeit nie gekannt hat. Die Stadt ist natürlich immer noch in der Lage eines Mannes, der mtt gefesselten Händen arbeiten soll, um leben zu können: aber es scheint, daß diese Fesseln sich schon etwas gelockert haben. * Die Kenntnis der östlichen Landgebiete, die oben geschildert wurden, ist in Deutschland nicht allzusehr verbreitet. Das Reiseziel Westpreußen hat noch wenig Aufnahme gefunden. Es verdient aus all den vielen, oben dargelegten Gründen populärer zu werden. Schwerer flutobusunfall in Schöneberg. 7 Personen schwer. 18 leicht verletzt. Ein«mherordenMch folgenschwerer Verkehrsunfall ereignete sich cs»£*�*5. nachmittag gegen 3% Uhr in Schöneberg. Ein Wagen der Aboag der Linie S. Nr. IA 12 888, ans Steglitz kommend, der mit etwa 40 Personen beseht war, schlug vor dem Hause Hauptstraße 155 um. Von den Znsasien wurden sieben schwer und 18 leicht verleht. Nach Aussagen von Augenzeugen ist das Unglück wie folgt entstanden: Der 22 Jahre alte Radfahrer Alfred Bostelmann, Charlottenburg, Rückertstrahe 8 wohnhaft, fuhr mit seinem Rade von Berlin kommend die Hauptstraße entlang, und zwar statt auf der rechten auf der linken Seite. Der Omnibus Nr. S aus Steg- litz in vorschriftsmäßiger Fahrt kommend, mußte, um den Radfahrer nicht zu überfahren, stark bremsen, wobei der Führer bei dem Straßengefälle der Hauptstraße an dieser Stelle die Gewalt über den Wagen verlor. Der Wagen geriet dadurch ins Schleudern und stürzte um. Der Radfahrer und der Omnibus- führer sind aus dem zuständigen Polizeirevier vernommen worden. Die Feuerwehr war bei dem Unfall zugegen und richtete den Wagen wieder auf. Die' Kriminalpolizei hat die näheren Ermittelungen aufgenommen. Der Wagen wurde schwer beschädigt und mußte ab- geschleppt werden. Die Schwerverletzten wurden nach dem St. Norbert- und Viktoriakrankenhaus gebracht, während die Leicht- verletzten zur Rettungsstelle und von dort mit einem Verband zur Wohnung entlasten wurden. Das Rettungsamt war mtt Wagen zur Stelle. Die Namen der Verletzten sind: Walter Sieberl, Kastanienallee 94(Arm- und Oberfchenkelbruch): Emil Sirolawski, Cadienerstraße'16(Kmescheibenbruch): Emmi Niseke, Eisenacher Straße 67(Knieverstauchung): Eharlotle Dunker, Naunynstraße 48(Wadenverletzung); ArnoÜ» Unger, Geigerftraße 2 (Knieverletzung): Werner Hirsch, Hauptstraße 36(Kopfverletzung): Roland wegner, Schützenstraße S2(Kopfverletzung): Margarete Hirschberg, Granachstraße ö(innere Verletzungen): Elise Zde, Wies- badener Straße 8(innere Verletzungen): Erich wiekling, Grenz- straße 4(Hautabschürfungen), Elise Lange, Maybachplatz 16(Nerven- schock): Wally Glück, Poschstraße 13(innere Verletzungen): Else Schultz, Bäckerstraße 19(innere Verletzungen): Hans Donath, Schloß- straße 39(Nervenschock): Margarete Richter, Kaiserallee 91(Kopf- und Rückenverletzungen): Hans Waner, Schützenstraße 46(Haut- abschürfungen): Herbert Loesdau, Friedenau, Saarstraße 2(Arm- und Fußverletzungen): Wally krause, Buchholtz. Hauptstraße 27 (Nervenschock). Eine Erklärung der Direktion der Aboag. Von der Direktion der Woag wird zu dem Autobusunfall folgender Bericht ausgegeben: Nachmittags 3.19 Uhr passierte ein Kraftomnibus der Linie 5 aus der Fahrt von Steglitz nach dem Stettiner Bahnhof die Haupt- straße in Schöneberg. Hinter der Einmündung der Helmstraße fuhr plötzlich der 22jährige Radfahrer Alfted Bostelmann, Rückertstrahe in Charlottenburg wohnhaft, von der linken Straßenseite quer über die Straßenbahnschienen, trotz der vom Omnibus- fahrer abgegebenen Hupensignale, in die Fahrbahn des Omnibus. Um den Radfahrer nicht zu überfahren, mußte der Omnibusfahrer nach links steuern. Jnfolgedesten wurde der Rad- fahrer nur leicht gestteift und umgeworfen, jedoch geriet der Omnibus selbst auf die linke Straßenseite, neigte sich durch bisher ungeklärte Umstände langsam zur Seite und fiel ganz um. Eine Anzahl Personen wurde mehr oder weniger verletzt. Der Wagen war nicht voll besetzt. Ueber den gesamten Vorgang, insbesondere über die Ursache des Umkippens lkes Autobustes und über die Schuld- ftag«, kann erst die eingeleitete Untersuchung Aufschluß geben. Elektrifizierung öerStaüt- unü Vorortbahn. Die Reichsbahn schafft eine« Ueber-Kreuzberg. Fast unbemerkt von dem großen Getriebe des reichshaupt- städtischen Lebens hat die Reichsbahn in einem Zeitraum von etwa einem halben Jahre umfangreiche bauliche Ver- änderungen auf der Stadtbahn und den Vorort- str e ck e n geschaffen, die ihrer Vollendung nun entgegengehen und in kürzester Zeit bereits dem breiten Publikum eine angenehme und allerdings auch dringend notwendige Erleichterung bringen werden. Zwischen Bahnhof Heerstraße und Charlottenburg werden getrennte Gleise zwischen Fern, und Vorortverkehr gelegt, was die Leistungsfähigkeit der Strecke wesentlich erhöht. Der Bahn- Hof Heerstraße wird zu einem Mittelbahnsteig umgewandell. Zwischen Bahnhof Heerstraße und der Untertunnelung der Avus werden die neuen Spandauer Vorortgleise über die Ferngleise schienenftei übergeführt. Ein neuer Bahnhof wird als Ersatz für die in Fortfall kommend« Statton Eichkamp am Königsweg un- mittelbar an der Avus entstehen. An der Kreuzung der Grüne- walder und Spandauer Vorortgleise mtt den Ringgleisen ist ein neuer Umsteigebahnhof im Bau. Auch ein Zugang zuden Messehallen wird direkt geschaffen. Bei einer gestern erfolgten Führung der Presse tonnte man die umfangreichen und so schnell geförderten Arbeiten in ihren teils fertigen, teils der Voll- endung entgegengehenden Formen besichttgen. Gewalttge Gelände- bewegungen waren notwendig. Einige tausend rührige Hände sind an der Arbeit: ihnen ist diese Arbett in der wirtschaftlich schweren Zeit sehr willkommen. In der kurzen Zeit von Oktober bis jetzt sind von ihnen bereits SS9 999 Kubikmeter Boden bewegt und 16999 Kubikmeter Beton hergestellt. Die Masse überflüssigen Sandbodens wurde zu einem Berge aufgeschüttet, der mit 8 9 m H ö h e künftig der höchste Punkt in Berlin sein wird, da bekanntlich der Kreuz- berg nur 66 rn hoch liegt. Der Umbau bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Die Spandauer Vorortzüge münden in die Gleise der Stadt- bahn ein und können, was in der Tat eine unaufschiebbar« Not- wendigkeit ist, wesentlich vermehrt werden. Außerdem wird dadurch der Verkehr von Spandau, Pichelsberg, Renn- bahn und Heerstraße zum Nord» und Südring, sowie nach 9er Prozeß Staatsanwalt und Vorsitzender ge« Am Schluß einer längeren Beratungspause nahm der Erste Staatsanwalt, Dr. Drechsler, wieder zu den Presieberichten Stellung. Die sozialdemokratische„Bremische Volkszeitung" habe«inen Zeugennamen, nämlich den der Haupt- belastungszeugin Gertrud P., genannt. Er beantragte, den Vertreter dieser Zeitung auszuschließen. Der Be- richterstatter der Volkszeitung wandte ein, daß man sich im Stim- mungsbild mit dieser Zeugin beschäftigt habe, als diese überhaupt noch nicht vernommen war. Rechtsanwalt Hertel teilte dann mit, daß er gegen die Zeugin Frau P., die„Trud«', Anzeige wegen Meineides erstattet habe. Er bat um Vertagung des Prozesses. Der Antrag wird jedoch abgelehnt. Der Vorsitzende erklärte:„In den Presieberichten dürfen die Namen sämllicher Zeugen nicht gebracht werden.* Als der Berichterstatter der Dolkszeitung darauf antwortete, be- antragt« der Staatsanwalt den Ausschluß unseres Genossen wegen Ungebühr, weil er in der Erregung mit der Hand auf denTisch geschlagen habe. Die E r r e g u n g des Journalisten war berechtigt, da der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Wedemeyer. den betreffenden Herrn in einer unverantwortlichen Weise angeschrien hatte. R.-A. Hertel'„Wenn es nicht gestattet wird, daß die Presie den Namen der im Strafantrag genannten Zeugen uennt, muß ich die Verteidigung niederlegen. Diese Zeugin soll zu einer Frau S. gesagt haben, sie wolle Frau kolomak hier gründlich rein- reißen.* Staatsanwalt:„Der Ausdruck„reinreißen* bedeutet nicht, die Eidespflicht verletzen. Die Zeugin hat sicher nur gemeint, sie habe so belastendes Material, daß die Angeklagte allerdings hier reingerissen werden wird.* Die Zeugin P. bestritt, eine solche Aeußerung getan zu haben. Das Gericht beschloß dann, die Mutter der Zeugin P. zu laden, ob sie diese Aeußerung getan habe, sie wolle die Angeklagte reinreißen. Als der Staatsanwalt die Zeugin P noch einmal aufrief und fragte, ob sie ihre Aussage noch erweitern wolle, erklärte sie, sie wolle nur aussagen, wenn die Presie gänzlich ausgeschlossen würde. Das Gericht beschloß auch tatsächlich, für die Dauer der Vernehmung der„Trade" die Oefsentlichkeil gänzlich auszuschließen. Hierauf vernahm das Gericht«ine Frau G.,«ine Nachbarin der Angeklagten, über den Leumund der Kolomaks, die der Lisbeth ein sehr gutes Zeugnis ausstellte. Die Zeugin Fürsorge- s ch w e st e r K. hatte im Austrag des Jugendamtes Ermittelungen angestellt, ob Lisbech im Elternhaus bleiben könne. Die Zeugin hatte den Eindruck, daß die Mutter gar kein Verständnis für die Fehler des Mädchens hatte. Schwester H. aus der Bremer Großen Krankenanstalt wurde über die„Trude* gehört. Die„Trade* fei kein Mensch, der Schuld auf andere abschiebe, sondern sie be- kenne freimütig, wenn sie etwas getan habe. Das Mädchen habe auch ihr erzählt, daß Frau Kolomak das Treiben ihrer Tochter nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert habe. Die folgend« Zeugin F., die im Frühjahr 1924 bei Frau Kolomak als Mieterin wohnte, stellte der Angeklagten ein sehr gutes Zeugnis aus, da sie für ihre Familie gut sorge und ihre Kinder sorgsam erziehe. Frau Koloamk habe sich oft Vorwürfe gemacht, daß sie die Lisbeth mit der„Trade* in einem Bett habe schlafen lasten, da nach der Meinung der Ange- klagten sich Lisbeth auf diese Weise angesteckt habe. Die Zeugin be- Grunewald— Potsdam verbessert. Der Umweg über Char- lottenburg fällt fort. Für die am Nord, und Südring wohnende Bevölkerung wftd eine bequemere Ausflugs- Möglichkeit zum Grunewald geschaffen. In einem anderen Abschnitt des Bauprogramms wurden die Neuanlagen des Reichsbahnausbesserungswertes in Niederschöneweide gezeigt, in dem die neuen elektrischen Wagen ständig nachgesehen und überhoft werden. Naubüberfall in einem Wettbureau. Die Täter unerkannt entkommen. Ein verwegener Raubüberfall wurde gestern nachmittag in der Hauptverkehrszeit auf den Inhaber eines Wettbuveaus in der Charlotten str. 46 verübt. Folgrade Einzelheiten werden hierzu bekannt: In der Charlottenstr. 46 hat der Söjährige Max Krause ein Wettbureau, das vornehmlich in den Vormittags- und späten Nach- Mittagsstunden einen regen Besuch aufweist. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr, als gerade ein Kunde den Laden verlassen hotte, be- traten zwei etwa 29 Jahre alte Leute das Bureau. K. stand hinter seinem Schalter und fragte nach den Wünschen der Eintretenden. Ohne eine Antwort zu geben, zog einer von ihnen plötzlich einen ver- borgen gehaltenen Gummiknüppel hervor und versetzte dem Ahnungslosen mehrere wuchtige Schläge über den Kopf. Die Hiebe waren aber nicht derart heftig geführt, daß der Inhaber des Wett- bureaus die Besinnung verlor. Er konnte vielmehr noch laut um Hilfe rufen, so daß die Burschen, ohne etwas geraubt zu haben, die Flucht ergriffen. Im Straßengetriebe gelang es ihnen, unerkannt zu entkommen, obgleich sofort Schutzpolizei- beamte zur Stelle waren und die Verfolgung aufnahmen. Trotz der sinnlich glutenden Fülle der Schrekerschen Musik, trotz des Suchens nach einer neuen Melodie eignen sich diese Opern nicht für Uebertragungszwecke. Bereits der„Ferne Klang* zeigte dies, und auch der„S ch a tz g r ä b e r*. aus der Staatsoper übertragen, erfährt nur auf der Bühne seine Vollendung, denn er ist vor allem eine große Oper mit pomphaften Aufzügen und Bühnen- bildern, die erst die Musik völlig erklären. Immerhin interessiert die Schrekersche Musik so, daß man über manche Mängel bei der Uebertragung hinwegsehen kann. Die Kapelle Gebrüder Steiner stellt ein sehr gutes Nachmittagskonzert zusammen aus Kompo- sittonen von Wagner, Brahms, Charpentiers und Mozart. Ver- langt das Lohengrinvorspiel einen großen Streichkörper und kommt es daher bei einem Salonorchester kaum zur Wirkung, wie sehr sich auch die kleine Kapelle um Steigerung bemüht, so spielt sie graziös und elegant die Mozartfche„Kleine Nachtmusik*. C. M. K ö h n versucht das Interesse der Hörer auf die heute ver- gessene Berliner Gelegenheitsdichterin Anna Luise K a r s ch zu lenken. Er charakterisiert sie als«in bedeutendes Talent, dessen Entfaltung Zeit und Milieu verhinderten. Aus den leicht geformten Versen und den witzig gereimten Anekdoten, die Köhn vorliest, spricht aber weniger das Talent als das Zeitgebunden«, und man darf nicht vergessen, daß diese Reimereien in einer Epoche ent- standen, da Goethe der Lyrik neue Bahnen wies. Professor Großmann behandelt neue Probleme der chemischen Industrie, die hauptsächlich in der Herstellung von Stickstoff bestehen und in der Verflüssigung der Kohle, für die bisher drei Lösungen gefunden worden sind. Dann weist Großmann auf die große Bedeutung hin, die die Erfindungen der Chemie für die Krankheitsbetämpfung und die Baumaterialkunde gewonnen haben. F. S. in Bremen. tn eine sozialdemokratische Zeitung. richtete dann noch über einen Vorfall, der sich bei Kolomaks ab- gespiett habe. Der Zeuge Z. habe Andeutungen gemaäst, die nach Ansicht der Zeugin darauf hinausliefen, daß die Eheleute Kolomak von dem Honorar für das Buch Schweigegeld an das Ehepaar Z. abgeben sollten. Als die Angeklagte nichts gegeben habe, seien zwei Tage später Schmähartikel in einer Bremer Zeitung erschienen. Bei dieser Vernehmung kam der gesamte hausklatsa'z zum Ausdruck. Auch andere Leumundszeugen schilderten die Kalo- maks als ehrliche ordentliche Leute In der Nachmittogssitzung wurde die Fürsorge- Pflegerin Frau Dr. K. vernommen, die in einem Bericht über die Lebensweife des jungen Wädchens die Ueberführung in die Für- sorge verlangt hat, da die Zeugin den Eindruck hatte, als ob die Mutter die Gewohnheiten ihrer Tochter nicht recht durchschaut oder gemeinsame Sache mtt chr gemacht habe. Auf Befragen des Ge- richts erklärte die Fürsorgepflegerin Frau Dr. K.. sie habe den Bericht gemacht. ohne die Lisbeth jemals gesehen zu haben. Dann wurde der Ehemann Kolomak vernommen, der erklärte, er sei völlig ahnungslos über das gewesen, was Lisbeth getrieben habe. Seine Tochter habe mit einem Herrn H. Verbin- dung gehabt, den seine Frau eingeladen habe. Einmal sei mit seinem Wissen das Mädchen zur Abschiedsfeier des amerikanischen Kapitäns R. gesahren, wo sie zwei Stunden geblieben sei. Er habe seine Tochter vor dem Umcang mit„Trade* wiederHoll gewarnt und habe die Freundin selbst mit Prügeln aus dem Haufe getrieben. Daß die„Trade* eine Prostituierte sei, habe er erst erfahren, als die Polizei sie abgeholt habe. Es sei ferner unrichtig, daß Herren in sein Haus gekommen seien.„Meine Tochter ist tot, Herr Richter, sie kann nichts auf das erwidern, was man heute gegen sie sagt. Soll ich auf mein totes Kind einen Stein- werfen?* rirau P. blieb dagegen bei der Behauptung, sie habe monatelang bei Kolomaks gewöhnt. Die Angeklagte erlitt zum Schluß der Vernehmung der„Trade* einen Nervenzusammenbruch, da die P. erklärte, Lis- beth habe nie die Mutter ins Cafe mitgenommen, da Lisbeth sich der Mutter geschämt habe. Der Zeuge H. trat dieser Behauptung der„Trude* entgegen und bekundete, Lisbeth habe ihn gebeten, doch die Mutter einmal mitzunehmen, und sei glücklich gewesen, als er feine Zustimmung gegeben habe. Die Zeugin oerwickelte sich dann in weitere Widersprüche, als sie sagen sollte, welche Kavaliere sie in das Kolomaksche Haus gebracht habe. Der Erste Staatsanwalt Dr. Drechsler erklärte dann, der Zeuge S. habe eine falsche Aussage gemacht, da er be. hauptet habe, er sei unbestraft. In Wirklichkeit sei S. mit 399 M. wegen Beleidigung eines Rechtsanwalts bestraft, und er müsse sich weiter« Schritte wegen Einleitung eines Meineidsversahrens vor- behalten.(Große Erregung im Saal.)„, � In später Abendstunde fand dann noch im Hause der Eheleute Kolomak ein Lokaltermin statt. Die Wohnung der Eheleute Kolomak liegt in der Kleinen Meinkestraße. Das Häuschen hat im Erdgeschoß eine kleine Wohn- stube und eine außerordentlich eng« Küche. Das� Wohn- z i m m e rch e n macht ebenso wie alle anderen Räume des spitzgiebiligen Häuschens einen außerordentlich ge- pflegten und guten Eindruck. Auf dem Spiegel liegen ausgezeichnete Bücher, Werke von Hauptmann, Sudermann, ferner Schriften englischer und französischer Dichter. Die Gzeanflieger in Hannover. Begeifferker Empfang. Die beiden Flieger Chamberlin und Levine sind gestern um 11,15 Uhr von Franksurt am Main gestartet und gegen 13 Uhr im Flugzeug auf dem Flughafen Hannooer e i n g e- troffen. Zum Empfang der amerikanischen Flieger waren Oberbürgermeister Dr. Menge, Oberpräsident Roste, Vertreter des Magfftrats und des Bürgeroorfteherkollegiums sowie sonstige Spitzen der Behörden und andere prominente Persönlichkeiten auf dem Flugplatz« erschienen. Oberbürgermeister Menge begrüßte die Atlantik-Flieger. Levine dankte herzlich. Oberpräsident N o s k e gab ebenfalls seiner Freude über den Besuch der Flieger Ausdruck. Chamberlin und Levine, die dann auf den Schultern Be- gei sterter zum Auto gebracht wurden, fuhren in Be- gleitung des Oberbürgermeisters Menge und des Oberpräsidenten Noske zu einer feierlichen Begrüßung nach dem Rathause. Der weiterslug nach Bremen. Bremen, 16. Juni.(WTB.) Das Flugzeug der Luft-Hanfa mit Chamberlin und Levine traf, von Hannooer kommend, sieben Minuten vor 18 Uhr über der Stadt Bremen ein und landete, nachdem es eine Zeitlang über der Stadt gekreuzt hatte, pünktlich um 18 Uhr auf dem hiesigen Flugplatz, von einer großen Menschen- menge mit brausendem Jubel e m p fangen. . Als Vertreter des Senats der freien Hansestadt Bremen hieß Senator Dr. Meyer die beiden Flieger herzlichst willkommen. Am Donnerstag abend trifft in Bremerhaven der Dampfer „Berlin* des Norddeutschen Lloyd ein. Die Passagiere, unter denen sich bekanntlich die Gattinnen der Ozeanflieger Chamber- lin und Levine befinden, werden heut« an Land gehen. Elmmberlin und Levine wollen Ihre Gattinnen und deren Begleitung in Bremer. Häven erwarten. Der Abfahrt des Dampfers in New Port haben Taufende beigewohnt. Mit dem gleichen Dampfer trifft eine 299 Personen umfassende amerikanische Reisegesellschaft ein, die eine Rundreise durch Deutschland zu machen beabsichtigt._ Raubmörder Söpke zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht in Prenzlau Hot den Raubmörder Köpke wegen Ermordung de» Eberswalder Bierfahrers Wessel bei Golzow zum Tode verurteilt. Sport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, dem IS. Zunl. I. Rennen. 1. Mariza(Moritz), 2. vlumberg(Häuser), 3. Chanterella (Waller Heuer). Toto: 13: 10. Platz: 10, 12: 10. Ferner lies: Nrnulf. 2. R e n n e n. 1. Rheinland(Leutn. Iah), 2. Rosenkeich(Leutnant v. Jmhoff), 3. PhyCiiS(Leutn v. Götz). Toto: 13: 10. Platz: 13, 3«: 10. Ferner liefen: Traumliese, Halen. 3. R e�n n e n. I. Firn II(Wölfs), 2. Alarid(Schreier), 3. Wolken» schieber(Schwarz). Toto: 09: 10. Platz: 41, 54, 100: 10. Ferner liefen: Danton. Logarithmus, Laon, Formint, Berefina, Lebenswonne, Chane, Rocky Tops, Tibet, Anika. 4. Rennen. 1. Stummer Teufel(Hauser), 2. Herzog(Oertel). 3. Centrisugal(Franste). Toto: 47:10. Platz: 22, 18: 10. Ferner liefen: Mainberg, Zauberflöte, Savohard. 5. R e n n e n. 1. Sunnh Bird(Befitzer), 2. Perimed«(Befitzer). 3. Galopp(v. Borcke). Toto: 21: 10. Platz: 15, 32: 10. Ferner Uesen: Volaca, Harry Whinstone. «.Rennen. 1. Enkel(Staudinger). 2. SanS Atout(Kurzawa), 3. Stammherr(Blume). Toto: 55: 10. Platz: 28, 110, 43: 10. Ferner liefen: Pikflcben, Vineta, Töberitz, Kriegsgewinnler, Kadcwitt, Heliotrop. Diana, Finsteraarhorn, Feljenquelle. Karissima, Volksrache. 7. R e n n e n. 1. Ludwig Thoma(Häuser), 2. Arncrssoort(Kränzlein), 3. Enzian>KukuIieZ). Toto: 26:10. Platz: 13, 13, 16:10. Ferner liefen: Jvano, Mirabelle, Eriu, Nettelbeck, Si-glind-, Tasso II, Filanda. Lasella. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle fit verlln und Umgegend (Nachd. verb.): Ziemlich heiler und trocken, weiterhin Erwärmung bei slld- milichen Winden.— Für venlichlaad: Ueberall bciländlg und warm, im Weste« und Süden Gewitterneigung. Die Mbeiten öes neuen Derlin. Aus dem Bezirk Charlottenbnrg. Der Bezirk Tharlott««burg hat in den letzten Jahren eine eigenartige Entwicklung durchgemacht. Aus dem ehemaligen Außenbezirk ist durch die Eingemeindung ein Jnnenbezirt geworden. Diese Verschiebung der Lage d�s Bezirks zum großen Berlin und die Tatsache, daß Charlottenburg ähnlich wie die Jnnenbezirk« ein Durchgongsbezirt geworden ist. haben die kommunalen Aufgaben des Bezirks geändert und vor allem stark vergrößert. Die Verkehrs- Verhältnisse, die Straßenbeleuchtung und andere Einrichtungen sind durch diese Entwicklung nicht mehr den Anforderungen genügend. Der Bezirk ist Z36Z Hektar groß. Di« Entwickluirgsmöglichfeit kennzeichnet die Ziffer der noch bebaubaren Crundsläche. Von insgesamt 1329 Hektar Bauterrain sind nur 889 bebaut und 1949 Hektar noch bcbaubar. Die Parkanlagen und das Dauerwaldgelände des Bezirks find 433 Hektar groß.> Die Bevölkerung ist von 29 878 im Jahre 1871 auf 345 82 8 gestiegen. Außer den Verkehrs- fragen beschästigen den Bezirk noch eine Reihe großer Probleme, so die endgültige Gliederung des Messegeländes, die Ausschließung der Wohnbezirke am Iungsernheidepark und die Schaffung eines Grüngürtels, der sich von Tegel bis weit in den Bezirk erstrecken soll. Das /lrbeitsamtgebäuöe. Charlottenburg hat nicht, wie vielfach angenommen wird, nur wohlhabende Bevölkerung. Schon vor dem Krieg« war der Prozent- sah der proletarischen Bevölkerung sehr groß. Gerade die kauf- inännischen Berufe leiden stark unter der schlechten Wirtschaftslage. Der Bezirk hat daher am 1. Januar 1927 an 19 896 Personen Unter- stützungen ausbezahlt. Bis zum 1. Juni ist dies« Ziffer aus 5871 zurückgegangen. Der Rückgang der Erwerbslosen beträgt rund 59 Proz., dagegen ist die Anzahl der Krisenfürsorgebezieher um etwa 25 Proz. gestiegen. Von diesen Unterstützten gehören 49 Proz. den kaufmännischen Berufen an. Für den Dienstbetrieb des Charlotten- burger Arbeitsamts ist besonders erschwerend, daß die verschiedenen Dienststellen in sechs Häusern untergebracht sind. Für die Zahlstelle des Arbeilsamts hat der Bezirk vorbildliche Räume in einem früheren Straßenbahnhof geschaffen. Die Räume sind hell, freundlich und praktisch eingerichtet, so daß in einem verhältnismäßig kleinen Raum reibungslos Tausende Erwerbslos« ihre Unterstützung er- halten. Di« Anlag« ist auch hygienisch vorbildlich. Dringend not- wendig wird für den Bezirk die baldige Schaffung eines Arbeitsnach- weisgebäudes, in deni auch die Berufsberatung Platz findet. Der Plan, ein derartiges Gebäude zu errichten, mußte aber fallengelassen werden, weil das in Vorbereitung stehende Arbeitslosengesetz und die damit verbundene Uebernahm« der gesainten Arbeiten auf eine zu bildende Reichsanstalt noch völlig ungeklärt ist. Schulbauten und Meffegelänöe. Am Königin-Luise-Ufer jenseits der Eaprioi- und Schloßbrücke errichtet der Bezirk ein Berufsschulgebäude. Außer einer Knaben- berussschule und einer Betriebsfachschule soll in diesem Gebäude ein« Handelsschule für Mädchen, ein« höhere Handelsschule und eine Mädckftnberufsschule untergebracht werden. Ein Teil dieser Berufs- schulklasien sind heute in alten Wohngebäuden am Wilhelmplatz unter- gebracht. Das neu zu schaffend« Gebäude soll blockförmig mit der offenen Seite zum Wasser und mit großen Spielplätzen auf dem 5)of gebaut werden. Um ein vorbildliches Gebäude zu errichten, hat der Bezirk neben seiner Bauverwaltung führende Architekten, wie Max Taut, Prof. P o e l z i g, Bruno Paul, Geßner, Gebrüder Krüger und Prof. Tessenow, aufgefordert,«inen Bebauungsplan einzureichen. Außer diesem Gelände errichtet der Bezirk eine höhere Mädchenschule in Westend an der Preußenalle« und führt große Erweiterungsbauten des Tuberkulosehauses am Waldhaus Charlottenburg aus. Das Krankenhaus Westend wird durch Anbauten seiner medizinisch-technischen Abteilungen erweitert. Ein Autofuhrparkgebäude ist vor kurzer Zeit in Betrieb genommen worden. Wie wir in unserem Artikel über den Bezirk Spandau bereits mitteilten, muß die Eisenbahnlinie am Bahnhof Witzleben verlegt werden. Das Mehgelände fall eine Erweiterung erfahren. Der Be- zirk, der selbstverständlich die Pläne der Messeleitung nach allen Kräften fördert, wünscht aber, daß die Sportanlagen am alten Exzerzierplatz zunächst erhalten bleiben und nur dann, wenn groß« Ausstellungen veranstaltet werden, sollen diese Plätze zum Messegelände zugenommen werden. vie unleidlichen Verkehrsverhältnisse. Die Verkehrsverbindungen im Bezirk sind recht ungenügend. So fehl vor allem eine Querverbindung durch den Bezirk nach Reinicken- dorf und Tegel. Ein« Belebung der Siedlungstätigteit an der Heer- stroße verspricht sich der Bezirk durch die Schaffung der Straßen- bahnverbindung Linie 75. Zum Iungsernheidepark besteht als einzige Verkehrsverbindung eine Autobuslinie. Es wird unbe- dingt notwendig sein, um den Masiervertehr nach diesem herrlichen Park bewältigen zu können, daß auch noch eine Straßenbahn- Verbindung geschaffen wird. Auch weiter« Anschlüsie nach dem Messegelände sind dringend notwendig. Sehr große Sorge machen dem Bezirk die Verkehrsverhältnisse am Augusts-Viktoria- Platz. Der in diesen Tagen geschaffene Rundverkehr wird etwas dazu beitragen, die unhaltbaren Zustände abzuändern. Da» Problem der Verkehrszusammenballung ist aber damit noch nicht gelöst. Sehr wesentlich ist der Ausbau des llntergrundbahnnehe«. Vor allem ist der Anschluß der Untergrundbahnstrecke über die Uhlandstraße hin. aus zum Kurfürstendamm und Halensee hin nötig. Parkanlagen unü kleingartenweseo. In manchen Kreisen Groß-Berlins besteht die Auffasiung, daß Thorlottenburg kein« neuen Grünanlagen brauche, well die vorhandenen ausreichend sind. Dies« Auffassung ist jedoch nicht richttg, weil die park- und Grünanlagen Tharlottenburg» zu einem großen Teil auch der Erholung der Bürger aus anderen Bezirken dienen. Nicht nur der Lietzenseepart, der wegen seiner Echönhett vielfach von Bürgern der Nachbarbezirke aufgesucht wird, der Botanische Garten auf dem Sachsenplatz bilden Anziehung»- punkte, sondern auch im hohen Maße der Volkspark Jungfernheide, der seit 1929 mit Hilfe von Rotstandsarbeiten neu eingerichtet wurde. In diesem großen Naturpark mit seinen Sondeveinrichtungen— Volksbad, Ruderteich, Plantschwiese, Frei- lichttheater— suchen namentlich die Einwohner der Bezirke Spandau, Siemensstadt, Tiergarten, Wedding und Reinickendorf Erholung. Das gleiche gilt für die Anlagen an der Heerstraße. Auf dem Gebiete de» Kleingarlenwesen» wird die Einrichtung von Dauertleingartea- fledlungen erstrebt. Eine MusterNeingartenanlage soll in diesem Jahr mit Hilfe von Notstandsarbeitern auf dem Sickingenplatz ge- schaffen werden. Weitere Dauerkleingartensiedlungen sind geplant. Als ein großer Mangel wird das Fehlen eines Gemeinde- f r i e d h o f» und eines Urnenhain» empfunden. Besonders die Freidenker klagen darüber, daß es in Charlottenburg an der Möglichkeit fehtt, die Aschcnreste ihrer verstorbenen Angehörigen wunschgemäß unterzubringen. Um diesem Bedürfnis abzuhelfen, plant der Bezirk, einen städtischen Urnenhain anzulegen. • Ein den Bezirk noch Jahre beschäftigendes Problem ist die Be- bauung des Wohngeländes am Iungsernheidepark und in Nord- Westend. Die Siedlungstätigkeit an der Heerstraße hat sich nicht in dem Maße, wie der Dezirk hoffte, entwickelt. Eine große Förderung der Wohnüngsbautätigkeit brachte dem Bezirk die städtisch«„Bau- g e s el l s cha f t Heerstraße', die am Bahnhos Heerstraße und an anderen Stellen neue Bauten in Vorbereitung hat. Durch die Erschließung von Baugelände und die verstärkte Bedeutung des Bezirks als Durchganysbezirk für die Außenbezirke sind die kam- munalpolitischen Aufgaben gewachsen. Verlangt werden muß, daß auch die Zentralstellen den vermehrten Anforderungen eines der- arttgen Bezirks entgegenkommen. ?m dienfte üer volksgesunöheit. Die sportärztliche Beratung der Ambulatorien. Da» letzte Jahrzehnt brachte auch auf dem Gebiet der Gesund- heitspolittk manche bedeutungsvolle Umwandlung. Nicht nur, daß der Einzel, und Privatarzt den Bedürfnisien großer Volksmasien nicht mehr genügte und deshalb zugunsten moderner medizinischer Institute, der mit allen Errungenschaften der heuttgen Wisienschast ausgerüsteten Ambulatorien, in den Hintergrund treten mußte. Auch die Krankheitsbehandlung an sich erfuhr eine tiefgreifende Aenderung. In früheren Jahrzehnten wurden Arzt oder Kranken- Haus erst dann aufgesucht, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen war. Heute dagegen legt man den Hauptwert auf die vorbeugende Tätigkeit, auf Beratung und Aufklärung, die in sehr vielen Fällen verhindern, daß Krankheiten überhaupt entstehen können. Ein gänzlich neues Arbeitsgebiet ist den Ambulatorien durch die starke Zunahme der Sporttreibenden erwachsen. Dies« Zunahme ist einerseits im Interesse der Volksgesundheit außerordentlich erfreulich. Auf der anderen Seite aber bedeutet die sporttiche Tätigkeit, wenn sie in Unkenntnis der körperlichen Veranlagung oder in überttiebenem Maße ausgeführt wird, schwer« gesundheitliche Gefahren. Ihnen mit wirksamen Mitteln zu begegnen, ist der Grundgedanke der neu eingerichteten sportärztlichen Untersuchungen und Beratungsstellen. Emen interessanten Einblick in den Aufgabentreis der beratenden und untersuchenden Sportärzte gibt ein Aufsatz im Jahr- buch der Ambulatorien von Dr. Hede Bergmann. Di« Ver- fasserin betont sehr richtig, daß es vor allem darauf ankomme, die Gefahr des Uebertrainings mit ihren Symptomen rechtzeitig zu er- kennen. Dazu ist aber notwendig, daß die aktiven Sportler, vor allem die Wettkämpfer der einzelnen Sportdisziplinen, unter dauern- der ärztlicher Kontrolle stehen. Jedes Training übt einen gewissen Einfluß auf die körperliche Konstitution aus, der individuell voll- kommen verschieden ist. Was auf den einen Sportler wohlluend und anregend wirft, bedeutet für den anderen unter Umständen eine nie wieder gutzumachende gesundheilliche Schädigung. Besonders wichtig ist deshalb vor allem die Beratung der Jugendlichen, die in die Altersabteilungen mit ihren gesteigerten, oft übertriebenen An- forderungen übertreten. Hier muß der Sportarzt in enger Zu- sammenarbeit mit dem Trainer oder dem sportlichen Leiter auf das gefundheitliche Wohl des Jugendlichen bedacht sein, ohne ihn anderer- seit» durch zu starre Vorschriften von Höchstleistungen zurückzuhalten, eine Tätigkeit, die nicht nur medizinische und sportliche, sondern auch psychologische Kenntnisse erfordert. Das erste Anzeichen des Ueber- trainings ist in der Regel das Sinken des Körpergewichts Die sportärztliche Untersuchung, aus der allein eine wirklich nützliche Be- ratung hervorgehen kann, muß deshalb in erster Linie regelmäßig« Messungen des Körpergewichts anstellen. Dazu kommt die Messung des Ein- und Ausatmungsumfangs der Brust, ferner Untersuchungen der Kreislauforgane durch Röntgenapparat und Elektrvkardiograph, Blutdruckmessung und Urinuntersuchung. Interessant sind die Er» gebnisse der neuesten wissenschafttichen Untersuchungen über die Wirkung der sportlichen Betätigung auf das Herz. Während man früher annahm, daß die durch sportliche Leistungen hervorgerufene, häufig vorkommende Vergrößerung des Herzens schädlich sei, be- trachtet man sie heute als harmlose und ungefährliche Muskelver- größerung, die sich in dem Maß«, als die sportlich« Tätigkeit nach- läßt, wieder zurückbildet. Die Ambulatorien des Verbandes der Krankenkassen, Berlin, haben sich durch die Einrichtung der sportärztlichen Abteilungen ein neues, großes Verdienst erworben. Es ist vor allem zu wünschen, daß die Angehörigen der Arbeitersporwereine weitgehenden Gebrauch von diesen Untersuchungs- und Beratungsstellen machen. Denn gerade der Arbeiter, dessen Körper nur zu oft durch gesundheits- schädlich« Fabrikarbeit, durch Wohnungselend und Nahrungssorgen geschwächt und für Krankheiten besonders empfänglich ist, bedarf einer gründlichen Ueberwachung, damit die kurze Spanne Freizeit, die er dem Sport widmen kann, auch wirklich zu einer Quelle der Erholung für ihn wird._____ Die Zersplitterung im Krankenkassenwesen. Im Berliner Krankenkasienwesen besteht immer noch eine nn- geheure Zersplitterung, sehr zum Nachteil der Versicherten. Daß im Stadtgebiet Berlin über 299 Kranken- lassen ihr Dasein fristen, ist ein so ungesunder Zustand, daß er auf die Dauer einfach unhaltbar ist. In Gewertschastsversamm- lungen beschäftigt man sich vorwiegend mit Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, aber nur insoweit, als es sich um das arbeits- rechtliche Gebiet handelt; mit der Sozialversicherung, be- sonders mit der Krankenkassenorganisation, so gut wie gar nicht. Um begreiflich zu machen, wie notwendig es ist, daß man sich in Gewerkschaftsversammlungen auch mit diesen Fragen beschäftigt, sei einmal dargelegt, wie es in Berlin auf diesem Gebiete aussieht. Im Bereich der Stadt Berlin gibt es 19 Allgemeine Ortskrankenkassen, 11 Berufs-(besondere) Qrts- krankentassen, 199 Betriebskrankenkassen, 54 Innung. skrankenkassen und 18 Ersatzkranken. k a s s e n. Die größte der Allgemeinen Ortskrankenkassen, die AOK. der Stadt Berlin, erstreckt sich aus das Gebiet von AÜ-Berlin, Ver- waltungsbezirke 1—8 und hat 599 999 Mitglieder. Die kleinste liegt im Ortsteil Wannsee des Verwaltungsbezirks Zehlendorf und zählt 2999 Mitglieder. In vier Verwaltungsbezirken, Wilmersdorf, Zehlendorf, Steglitz, Tempelhof, bestehen noch je zwei Allgemeine Ottskrankentassen. Eine Allgemein« Ottskrankenkasi«, die AOK. Berlin-Norden, erstreckt sich sogar teilweis« über a ch t Aerwaliungs- bezirke, und zwar Fttedrichshain. Charlottenburg, Treptow, Köpe- nick, Lichtenberg. Weihense«. Pankow und Reinickendorf. In den Verwaltungsbezirken von Neu-Berlin(7— 29) gibt es nur drei (Spandau, Schöneberg und Neukölln) Krankenkassen, die allein in ihrem Bezirk zuständig sind. Um nun zunächst auf dem Gebiete der Allgemeinen Ottskranten» asien eine Vereinfachung anzustreben und groß«, leistungs- fähige Kassen zu schaffen, bemüht sich der Ortsausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes schon seit Iahren, auf eine Vereinigung gemäß§ 268 der Reichs- Versicherungs-Ordnung hinzuwirken. Dabei ist etwa nicht gedacht, für die Stadt Berlin nur eine Kasse zu bilden, das wäre bei einer Viermillionenstadt wie Berlin aus verschiedenen Gründen nicht zweckmäßig, sondern den Gedanken zu verfolgen, nach wirt. schaftlichen Gesichtspunkten eine Kaisenorganisation auf. zubauen. Gedacht ist vielmehr für das Gebiet von Alt-Berlin 1— 6) eine Kasse, für das Gebiet von Neu-Berlin(7— 29) etwa acht Kassen, die kranzförmig die Kasse von Alt-Bettin umschließen müßten. Das preuhssche Wohlfohrtsministettum steht auf dem Standpunkt, daß das Oberversicherungsamt„auf eine den Bedürfnisssen entsprechende anderweite Abgrenzung der Be- zirke der Allgemeinen O rt s k r a n k e n k a s s e n im Stadtgebiet Berlin in geeigneter Form hinwir- ken soll, kleinliche Aenderungen der Kasjen- bezirke aber grundsätzlich abzulehnen sind.' Ein« „Vereinigung von Allgemeinen Ottskrankenkassen' in dem hier skizzietten Sinne kann durch die Ausschüsse der sich vereinigenden Kassen beschlossen werden. So wie die Dinge augenblicklich liegen, ist nur dieser Weg möglich, um eine Vereinigung, in dem angestreb- ten Sinne herbeizuführen. Auf dem Wege der Gesetzgebung besteht in absehbarer Zeil wohl kein« Aussicht. Wie steht es aber damit in Berlin? Die Versichertenvettreter in den Allgemeinen Ottskrankenkassen Berlins sind bereit, für eine Vereinigung einzutreten. Der Hauptwiderstand liegt bei den A r, beitgebern, die, ohne irgendwelche sachlichen Gründe, einfach von ihrem gesetzlichen Recht Gebrauch machen und als Gegner jeder zweckmäßigen Vereinigung austreten. Eine rühmliche Zlus- Badefreuden- Hatte sie fest durch --- Platten Pattt, Platten� r Papiere Cameras~ \/enn Du zum Baden gehstrt nimm Deine Agio, Camera miff nahm« machen nur di« Arbeitgebemrtreter der AOK. Berlin-Nor. den. Berlin-Schöneberg und Berlin-Mariendorf, die auf dem Boden der Verejni�ungsbestrebungen stehen. Einer Vereinigung der Be- rufskrankenkassen steht das Gesetz hindernd im Wege. Es ist bekannt, daß besondere Ortskrankenkassen bei Inkrafttreten der RVO. nur zugelassen wurden, soweit sie bereits vorhanden waren. Neue können nicht mehr errichtet werden. Es muß aber ausgesprochen werden, daß, solange wir noch Betriebs-, Jnnungs- und Ersatz- krankenkassen haben, auch diese ihr« Existenzberechtigung haben. Unter den Betriebs krankenkassen Berlins haben gut SO Prozent unter 500 Versicherte, sechs Kassen sogar unter 150. Etwa 30 Proz. weisen eine Berstchertenzahl zwischen 500 bis 5000 auf. Die restlichen 10 Proz. verteilen sich auf die Kassen mit über 5000 Versichert«. Nach den gesetzlichen Bestimmungen(§ 274 der RVO) ist die Schließung von Betriebskrankenkassen durch das Ober- versicherungsamt möglich, wenn ihr Mitgliederstand nicht nur vor- übergehend unter 150 sinkt und ihre Leistungen denen der maß- gebenden Krankenkasse nicht gleichwertig sind und nicht binnen drei Monaten gemacht werden. Aus Grund dieser Bestimmungen würde es sicher möglich sein, eine große Zahl von Betriebskrankenkassen auszulösen. Durch die Recht« des Arbeitgebers, den Vorsitzenden selbst zu bestimmen, ill allerdings der Einfluß der Versicherten- Vertreter in den Betriebskrankenkassen fast auf den Nullpunkt herab- gedrückt. Wenn man noch bedenkt, daß der Arbeitgeber bei einer Betriebskrankenkasse über den Krankheitszustand seiner Belegschaft stets aufs genauest« informiert ist und danach vor allem seine Ent- lassungen einrichten kann, dann ergibt sich von selbst für die ge- werkschastlich organisierten Betriebsräte die Pflicht, in Wahrneh- mung berechtigter Interessen der Arbeiterschaft, auf eine Auf» lösung oder Vereinigung ihrer Betriebskranken. kasse mit einer Allgemeinen O r t s kr a n k e n k a ss e hinzuwirken.- Nun zu den Jnnungs krankenkassen. Wie diesen beizu- kommen ist, ist eine Preisfrage, die aber— um es gleich zu sagen— ohne einen Akt der Gesetzgebung nicht gelöst wird. Ein wahrer Segen wäre es, wenn den Innungskrankentassen durch Gesetz ein End« bereitet würde, da die meisten von ihnen doch nur ein Schatten- dasein führen. Damit ist aber nicht zu rechnen. In Berlin werden wir weiter mit über einem Dutzend Jnnungskrantentassen der Bäcker, einem halben Dutzend der Fleischer und Friseure, drei der Tischler usw. zu rechnen haben. Ihre Mitgliederzahlen schwanken zwischen etwa zwei Dutzend der Friseur-Innungskronkenkass« im Ortsteil Britz des Bezirks Neukölln und 14000 der Tischler- Innungskrankenkasse für Alt-Berlin. Jedoch hat die Mehrzahl von den 54 Innungskrantenkassen unter 1000 Versicherte. Auf dem Wege freiwilliger Auflösung oder Bereinigung ist bei der Einstellung der Innungen nichts zu machen. Di« Rechte der Versichertenvertreter sind minimal. Was aber für die Betriebsräte der Betriebe gilt, in denen«ine Betriebs krankenkasse besteht, gilt in noch höherem Maße für die Betriebsräte und gewerkschaftlichen Organisationen dorh wo Jnnungs krankenkassen bestehen. Was nun die Ersatz- krankenkassen anbelangt, so mögen diese in früheren Jahrzehnten gut und nützlich gewesen sein. In den heutigen Rahmen der Krankenversicherung passen sie jedensalls nicht mehr hinein. Sie sind überlebt. Hier liegt es allerdings nur an den Mitgliedern, wenn sie freiwillig den Nachteil gegenüber leistungsfähigen Orts- krankenkassen in Kauf nehmen. Daß wir Ort sk ranken lassen in Ber- lin haben, deren Leistungen über denen der Erjatzkrankenkassen stehen, kann wohl nicht bestritten werden. Inwieweit die Mitglieder in den meisten Ersatzkrankenkassen mitzubestimmen haben, soll hier nicht weiter untersucht werden. Jedensalls bedarf es noch einer gewaltigen gewerkschaftlichen Aufklärungsarbeit, um hier Wandel zu schassen. Soweit nun bekannt geworden ist, wird vom Dersicherungsamt der Stadt Berlin zurzeit eine Prüfung der Leistungsfähikeit aller Berliner Orts-, Betriebs- und Innungskrankenkassen vorgenommen. Hoffen wir, daß das Ergebnis der Prüfung ein solches ist, daß man sich wenigstens einigermaßen in dem Labyrinth der Berliner Krankenkassen zurechtfindet._ K. Siegler. vom Silüungswesen in Herlin. Di« Ausfassung, als ob künstlerische, musikalische und ähnliche Darbietungen nur dem Zwecke dienten, zu unterhalten, ist allmählich überwunden. Vielmehr sind sie Brot für die ermüdeten, zermürbten Nerven der hart arbeitenden großstädtischen Bevölkerung. Mehr und mehr muh es Aufgabe der öffentlichen Verwaltung werden, diesen Dienst an den Bürgern zu übernehmen. Die Deputation für Kunst und Bildung der Stadt Berlin hat die» erkannt und seit der Schaffung der Einheitsgemeinde gute Arbeit auf diesem Gebiete geleistet. Und überall, in der Zentrale und in den Bezirken, waren und sind unsere Genossen die treibend« Kraft. Um mit den vorhandenen, leider nur geringen Mitteln möglichst viel leisten zu können, war eine Zusammenfassung der Arbeit not- wendig und zweckmäßig. So wurde bereits am 24. Mai 1923 eine erste Zusammenkunft des Bezirksdezernenten für Kunst und Volks- bildungsfragen vom Stadtrat Genossen Schneider in Neukölln einberufen, um eine möglichst gleichartige Arbeit in allen Bezirken leisten zu können, lieber den Erfolg dieses Zusammenwirkens be- richtet jetzt di« städtische Kunst- und Bildungsdeputation vom Jahre 1925�26. Danach fanden in den 20 Bezirken insgesamt 562 Ver- an staltungen statt, die von 141 984 Bürgern besucht wurden: di« Zahl der Besucher mit Freikarten betrug 53 549. Die Veranstal- tungen wurden danach von zusammen 195 533 Personen besucht. Mithin war es möglich, über 25 Proz. der Besucher mit Freikarten zu versehen. Diese Freikarten wurden gegeben an Erwerbs- lose, Klein- und Sozialrentner, Minder- bemittelte, an Arbeitsämter, Jugendämter, Jugend- organisationen, an Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene, Berufsschulen, an das Pestalozzi-Fröbel-Haus, an di« F a- m i l i e n f ll r f or g e, die Blindenanstalt, das Lehrerinnen. heim. Das Eintrittsgeld für die zahlenden Besucher betrug 20 Pf. bis 1,50 M. Die Theatervorstellungen in der Städtischen Oper, im Schiller-Theater und die sonstigen Theatervorstellungen waren besucht im ganzen von 43 893 Personen. Di« Aufstellung über die aufgeführten dramatischen Werte und der Opern wie der übrigen musikalischen Darbietungen geben Aufschluß über den Kunstsinn gerade der arbeitenden und minderbemittelten Bevölkerungsschichten. denn für dies« sollte ja in erster Linie gesorgt werden. Es sind die bekanntesten und besten Autoren und Komponisten, denen wir da begegnen. Dasselbe gilt von den sonstigen Veranstaltungen, die außerordentlich vielseitig und von hohem Niveau gewesen sind. Die Bildungsabende behandelten literarische Themen, astrono- mische Fragen oder schöpften aus dem geologischen Wissen ihren Stoff. Sie unterrichteten über moderne Verkehrsmittel, über be- deutende Dichter, Musiker und Denker. Auch Führungen durch Berlin sowie durch unsere Kunstsammlungen fanden statt. Dieser erste Jahresbericht hat insofern eine besondere Bedeutung, als er nunmehr in breite Kwise die Kunde davon tragen soll, wie eindrwg- lich und ernst die Aufgaben verfolgt werden, welche sich die Bezirks- ämter gerade mit diesen ihren Bestrebungen gestellt haben. Mit dem wachsenden Verständnis werden bestimmt auch viele sich wieder der ernsten Kunst und dem Studium auf allen Wissensgebieten zuwenden. Internationaler Gemeindeverband. Nachdem die deutschen kommunalen Spitzenverbände gegen Ende des letzten Jahres der Internationalen Vereini- gung der Gemeinden und Gemeindcverbände bei- getreten sind, hat jetzt die erste Sitzung des Ständigen Bureaus der Internationalen Bereinigung in Brüssel stattgesunden. Dieses Ständige Bureau setzt sich zurzeit außer dem Präsidenten und dem Generatiekretär aus fünf Mitgliedern zusammen, von denen je einer von den kommunalen Spitzenverbänden aus Deutsch- l a n d, England, Frankreich, Spanien und Polen benannt ist. Als Vertreter der deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände nahm der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. Mu- l ert, an der letzten Sitzung teil. Erörtert wurden in erster Linie Organisationsfragen, insbesondere solche der Umarbeitung der Sta- tuten und der engeren Zusammenarbeit zwecks Austauschs der Er- fahrungen. Die Vorarbeiten für die m diesem Sommer stall- sindende Generalversammlung und den im nächsten Jahre nach Sevilla in Aussicht genommenen allgemeinen wissen- schaftlichen internationalen Kongreß, in dem die drei Hauptreferate von einem Deutschen, einem Franzosen und einem Spanier gehalten werden sollen, wurde eingehend erörtert. 3. kreis— Weiching. In der letzten Bezirksverordnetenversammlung gedachte der Vorsteher des verstorbenen Genossen S t r o p h f f, der in oorbild- lichem Eifer im Bezirk Wedding gewirkt hat. Als erster Punkt wurde die Neuwohl eines Schriftführers vorgenommen. Gewählt wurde der Genosse Kreienbrink, der 29 Stimmen erhielt. Seit langer Zeit kämpft Bezirksamt und Bezirksverordnetenversammlung Wed- ding um eine gerechte Verteilung der der Stadt zur Verfügung stehen- den Mittel. Am krassesten treten die Nachteile des bisherigen Ber- teilungsschlüssels bei den Kapiteln Erholungspflege und Tuberkulosenverschickung in die Erscheinung. Der Etats- ansatz für 1927 zeigt z. B. für Tuberkulosenverschickung im Bezirk Friedrichshain mit seinen 326 000 Einwohnern 20 600 M., während der kleine wohlhabende Bezirk Steglitz 18 800 M. erhält. Die Art der Verteilung der Mittel hat zur Folge gehabt, daß beispielsweise im Bezirk Zehlendorf die Unterstützungsempfänger durchschnittlich 32 M. monatlich«rhiellen,'während der Bezirk Wedding nur durchschnittlich 17 M. zahlen konnte. Deswegen fordert der Bezirk Wedding, daß bei der Errechnung des Verteilungs- schlüssels die Zahl der Kleinwohnungen, die Zahl der Almosen- empfänger und der Sozialrentner mit in Betracht gezogen werde. Es wurde folgende, von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Entschließung einstimmig angenommen: Die Be- zirksversammlung ersucht dos Bezirksamt, bei den städtischen Körper- schaften dafür einzutreten, bei Zuteilung der Etatsmittel für soziale Zwecke durch Einführung eines Elendsfaktors den über- wiegend proletarischen Bezirken die Erfüllung ihrer dringenden Auf- gaben zu ermöglichen. Die Errechnung dieses Elendsfakwrs soll nach besonderen, die soziale Strukturiedes Bezirks kenn- zeichnenden Maßstäben, insbesondere durch Berücksichti- gung des Anteils der Kleinwohnungen, ferner des Anteils der Unterstützungsempfänger, Sozialrentner und Erwerbslosen an der Bevölkerung vorgenommen werden. Dementsprechend ist noch Vor- handensein jedes einzelnen dieser Merkmal« bei einem Bezirk ein angemessener prozentualer Zuschlag zu dem betreffenden Haushalts- ansatz für soziale Aufgaben zu fordern. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Arbeitnehmer beim Bezirksamt Charlottenburg. Die kürzlich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefaßten sozialdemokratischen Arbeiter, Angestellten und Beamten des Bezirksamts Charlottenburg hielten am Donners- tag die erste Vollversammlung ob. Der Einladung waren auch die führenden Parteigenossen im Bezirksamt gefolgt. Genosse Stadtrat Herlitz referierie über das Thema:„Das Verhältnis der Bezirk« zur Zentral« innerhalb der Stadt Berlin.' Die umfangreichen Aus- führungen des Referenten führten den Anwesenden ein Bild vor Augen, das die historische Entwickiung der nunmehrigen Stadt Berlin bis zum heutigen Tage zeigte. In kritischer Weise beleuchtete er die Entwicklung und gab die verschiedensten Amegungen zur Ver- besserung, die teils durch die nicht immer richtige Auslegung de» Gesetzes über die' Bildung einer Stadtgemeinde Berlin und anderer- seits durch die Herabwürdigung des Gedankens der Selbstverwaltung bei den Bezirken bedingt werden. Die darausfolgende freie Aus- sprach« bestätigte die Ausführungen des Referenten. Es war fest- zustellen, daß durch die Bildung der Arbeitsgemeinschaft der richtige Weg gefunden ist, der zur Stärkung der Partei und zur besseren Verständigung dieser drei Arbeitnehmergruppen notwendig war. Säaglings- und Slelnklnderfürsorgeftellen de» Bezirk, Treptow. Das Bezirksamt Treptow hat jetzt 5 E ä u glln g s- undKlein- kinderfürsorgeftellen eingerichtet. Diese befinden sich in: Treptow, Bouchästr. 75(Sprechstunden: Montags und Donnerstags von 11— Hl Uhr), Baumschulenweq, Baum- schulen st r. 8 0(Sprechstunden: Mittwochs von H11— 1 Uhr), Niederschöneweide, Grünauer Str. 1a(Sprechstunden: Montags. Mittwochs und Freitags von 2— 3 Uhr), Adlershof. Hackenberg st r. 14(Sprechstunden: Montags und Donnerstags von 2—3 Uhr), Altglienicke, Wilhelm st r. 1(Sprechstunden: Dienstags von 12— 1 Uhr). xtn mitbringen. Treptow: Fest der Republikaner in Baumschulen. !ten zum Festzug 13'j Uhr Baumschulen- Ecke Nöpenickcr Land- »ickendars: Ig Uhr Antreten Sportplatz Reinickendorf-West. Pflicht- Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner.SchwarzRolGold". G e f ch 2 f t s st e I l e: Berlin E 14, Cebastianstr. 37/38, v-f 2 Tr. Prenzlauer»ctg: ffilr Frankfurt a. d. O. Abfahrt So., d. 25., 17,43 Uhr. Nachzllgler Sonntag, d. 28., 7,10 Uhr. Etadtquartier wird noch bekanntgegeben.— Freitag, 17. Juni: Lichterfelde. Lankwitz: Mit- aliederverfammiung pünktlich 20 Uhr.Zur Serichtslaube", Lichterseid«, Ring. strotze«b. Bortrag Dr. Falck:.Der Einheitsstaat." Friedrichsseld«: 20 Uhr bei Schwarz, Eapriviallee 4L, Monatoversammiuna. Mute: 20 Uhr Radfahrer. zug am Bahnhof Treptow. Lichtenberg: Zugsttzuna in den bekannten Lokale». Pankow: 18 Uhr Sportplatz mit Tambourkorps! 20'- Uhr Turnhalle Wollonk. strotze.—«,u»«»end, 18. In»t.«reuzberg: 20 Uhr. Wir empfehlen allen llameraden hie Teilnahme a» der Eonnenwendfeier im Bolkspark Reukiilln. Eintritt 30 Bf. Eingang von bei Goitzener Strotze. Tempclhof: Arbeitedienst Neukölln Schützenhaus. Treptow: Jeder Frantfurt-Fahrer mutz bei Namerad Meckelbura 3,50 M. einzahlen.— Sonata g, 19. Juni. Prenzlauer Berg: 8'? Uhr Bezirksamt, Arbeitsdienst in Lichtenberg. Schippen und für Holz. arbeitrr Handwerkszeug mitbringen. Lrenzberg: Freiwillige Beteiligung am Republikanischen Fest der Kameradschaft Baumfchuienweg in der stönigeheide. Antreten mit Tambourkorp» und Fahnen l« Uhr Bhf. Baumschulenweg. tha»- lottenb»rg: Kameraden melden sich sofort bei ihren Kameradschaftsführern zwecks Entnahme der Festplaketten. Rculölln. Britz: 4. Kameradschaft Sommer. fest im Lindenpark. Ehauffeestr. 18. Anfang 15 Uhr. Die Neuköllner Kamerad. schaften worden um rege Beteiligung gebeten. 9 Uhr Arbeitodienst. Fahnen zum Dekorieren mitbringen.~■---~----------~ weg. Antreten~' strotze. Reioick«_____|_____ WW veranstaltuna. Krotzes Republikanische»'Bol'ksfest auf dem Autzenspielplatz Reinickendors.West. Seideistratze, Iugendhau». Antreten zum Umzug 13� Uhr Sportplatz. Köpenick: 8 Uhr Bhf. Köpenick. Berit».«ofenthol: 12H Uhr Treffen am»erchplatz. Fahrt nach Reinickendorf.West zum Ummarsch. Alles antreten. Köpenick: 9—12 Uhr Sport im Restaurant Wilhelm»hof.— Tharlottenbnrg: Fr., d. 17.. Kameradschaft Rathaus Kameradfchaftsvcrsammlung Wilheimihof. Bortrag.__ Internationaler Arbeitcr.zdobnud. Montag. 20 Uhr, wichtige Mitglieder- Versammlung im Jugendheim Aarckstr. 11 /Bezirksamt). Deutsche«efellschaft sSr technische Phnsii e.«. Sitzung mit der Phvst. kalischen Gesellschaft zu JBerlin ssreltoa, 17. Juni, 19Vj Uhr, im großen Hör» saal« de« Vhasikalifchen Institut» der Universität, Reich, tagsufer 7/8. R. San«, Königsberg r. Pr.: 1. Ueber Magnetismus. 2. Demonstration molekularer Lichtzerstreuuna. Der Dentfche Repnblikaiisch« Reichobnnd, vrtogrnpp, Berlin, veranstaltet Mittwoch, 22. Juni, 20 Uhr, im Demokratischen Klubhaus, Viktoriaftr. 24, «inen Ausfprachrabend. Da, Referat über:„War Bismarck Föderalist?" hält Brioatdozrnt Dr. Wilhelm Mommfen-Döttingen. Interessenten können Ein- trittskarten durch dir Sefchäftsstelle Berlin W 9, Poisdamer Etr. 1Z8/1Z7, beziehen. Berliner Efperantovereinigung. Dienstag, 21. Juni, 20 Uhr, im Restaurant „Zum alten Askanier", Anhältst!, u. Bortrag in Esperanto. Eintritt frei. Siiste willkommen._ Arbeitersport. Am die Berliner ZAeislerschaft. Die Kämpfe um die BerNner Fuhballmcisterschaft nehmen am kommenden Sonntag ihren Fortgang. Im Neuköllner Stadion, am Bahnhof Hermann. strotze, stehen sich Sparta ll(ostbezirk) und Neukölln-Britz fEüdwestbezirk) gegenüber. Wird es den Spartanern gelingrn, auch die Neuköllner zu schlagen? Den stärksten Gegner, Pankow 08. haben sie nun glücklich hinter sich. Die Neuköllner haben ihre Hauptwaffe in der guten Hintermannschaft. Der Sturm tonnte tn fien letzten Spielen nicht immer befriedigen. Gutes Zuspielen ist gewitz immer ein Borteil und führt, richtig angewandt, immer zu einer ge» wissen Ueberlegenhen. Aber auch das Gute kann sehr leicht übertrieben werden: dann tritt gewöhnlich das Gegenteil von dem ein, was beadsschtigt ist. Also Reukölln, etwas weniger Kombination, dafür mehr aufs Tor geschossen, dann werden auch die Erfolge nicht ausbleiben. Das Gegenteil davon ist bei Sparia der Fall Gewitz verficht sich auch diese Mannschaft aus Kombination. Hier wird sie aber nicht als Hauptzweck benutzt, sondern als Mittel zum Zweck. vollkommene Ausgeglichenheit der ganzen Mannschaft vom Sturm bis zur «erteidiguna. Weiin der Torwart auch manchmal nicht so auf der Höhe ist, so versucht er«lese, Mtnu» durch erhöht« Aufmerksamkeit wieder»»»»ugleichen. Der Sturm schießt aus allen Lagen. So wirb der Schlußmann der NÄällnrr harte Arbeit bekommen. Gespannt wird man auf den Ausgang des Spiele» fein. Gewinnt Neukölln, so ist eine Wiederholung der ganzen Runde lehr leicht möglich, da ein Sieg über Pankow 08 wohl schwer sein wird. Bei einem Siege Spartas ist jedoch der Meister ermittelt. Das Spiel beginnt 17 Uhr. Borher findet ein Spiel zweier Schülermannschaften statt.— In Anbklracht der- Wichtigkeit diese» Spiels finden innerhalb Grotz.Dcrlins nur noch zwei Pflicht.' spiele statt. In Wcitzensee, Rennbahn, stehen sich der dortige Turnverein und Minerva-Borngwalde gegenüber. Der Berliner Sportverein 22 und Adlershos treffen sich in Hohenschönhausen, Eommerstratze. Stralau erhält au» Anlaß der Eportwerdewoche in Lichtenberg, Fischerstraße, den Besuch der Amateure.. Touristenoereiu„Die Rtilurfreimde", Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Sonnabend/Sonntag, 18./1S. Juni, Eonnenwendseier auf dem eigenen Grundstück am Ueder-See vei Steinfurth. Mitwirkende: Der jung« Ehor, Reichstagsabgeordneter Franz Künstler(Ansprache), Rezitationen, Bewequngschar der Ortsgruppe. Beginn 24 Uhr. Teilnehmerkarten ZV Bf. auf dem Festplatz. Absahrt der Züge 12,35, 14,05, 16, 17,35, 18,40, 20,20 Uhr ad Stettiner Fernbahnhvs. Zug 17,35 Uhr ab Berlin hat Anschluß an die Kleinbahn nach Echöpfurth.— Abt. Eharlottcnburg: Freitag, 17. Juni, 20 Uhr, im Heim Eprecstr. 30: Dr. Beidler spricht über„Karl Marx."— Abt. Gesund- brunnen: Freitag, 17. Juni, 20 Uhr, im Heim Lortzingstr. 19:„Urberlincv Humor."— Abt. Südost: Freitag, 17. Juni, 20 Uhr, im Heim Reichcnberger Straß« 66: Biologisches.— Abt. Treptow: Freitag, 17. Juni, 20 Uhr, im Heim Elfenftr. 3: Bunter Abend.— Abt. Neukölln(Iugendgrnppe): Frsitaz, 17. Zum, 20 Uhr, im Heim Kopfsir. 55: Diskussionsabend.— Gemischte« Ehor: Freitag, 17. Juni, 20 Uhr, im Altersheim Danziger Str. 62, Baracke 8. Uebungsabend. — Photogemeiuschast: Montag, 20. Juni, 1S>/. Uhr, im Heim Ebertpstr. 12: Urheberrecht und Photographie.— Faltbootabt.: Sonnabend, 18. Juni, zum Ueder-See. Abfahrt 16 Uhr bis Eberswalde. Arbeiler-Radfahrerbund..Solidarität". Touren für Sonntag, 19. Juni: 1. Abt.: 18., 17lh Uhr, Ehorin, Jugend- Herberge. 19., 4>4 Uhr, Ehorin. Start Bülowstr. 55. 5,55 Uhr Sonntags- rllckfahrkarte Stettiner Bahnhof.— Bez. 2: Achtung, Ortsgruppen. Zugrndlelter des 2. Bezirks! Sonnabend, 18. Juni, 19 Uhr, Neukölln, Hermannstr. 164, Iugendleiterkonferenz.— Ortsgr. Reulölln: 18., 18 Uhr, Sonnenwendfeicr Rassenheid«: Start Sertzdergplatz. 19., 6 Uhr, Summier See: Start Hertzberg- platz.— Ortsgr. Britz: 7 Uhr Motzen. Start Chausseestratze(Brücke).— Ortsgr. Schömberg: 6 und 8 Uhr Eaatwinkel, Segel, Wittig, Grab, Guse. Start Stubenrauchstr. 5».— Ortsgr. Adlershos: 5V4 Uhr Tiefensce bei Pneos: 13 Uhr nach Körbiskrug, Feesencr See. Start Dismarckstr. 29.— Ortsgr. Groß-Lichterfeld«: 5 Uhr Teupitz: 13 Uhr am Start Hindenburgdamm— Ortsgr. Eharlottenburg: 6 Uhr Krampnitzsee. Sammelstart Sophie-Charlottc- - Bez. 21, Ortsgr. Stralan-Rummelsburg: 8 Uhr nach Ptcnbcn.— Weißen see: 18 Uhr Start Verein» lokal: Korsokleidung. Ortsgr. Pankow: 12 Uhr Kartellsportfest. Start Kissingenstratze, Jugendheim.— Ortsgr. Tegel: 7 Uhr Gorinsee. Start Schlieperstr. 64.— Oasgr. Reinickendorf: 18., 18 Uhr, zur Eonnenwendfeier am Plötzsee. Start Refidenzstratze Ecke Pankower Allee. Handballspiele der Woche. Freitag spielen: Köpenick I gegen Neukölln 2 I um IllZl Uhr in Köpenick, Marienftratze, und Neukölln 2 II gegen �Fichte 3 III um 19 Uhr in Reukölln, Dammweg. Am 18. Juni spielen Groß-Berlin-Süden auf dem Urbanplatz, um 18 Uhr dir 1. Männer gegen Neukölln 1. Bereinsmannschaft und die 2. Männer gegen Reukölln 2 II um l» Uhr. In Rosenthal, Hauptstraße, spielt Groß. Berlin.Rosenthal, die Jugend gegen Sparta I um 18 Uhr und di« Männer gegen Tegel I um 19 Uhr. Es spielen noch: Männer: Bohnsdorf I gegen Lichtenberg Z I um 18 Uhr in Bohnsdorf» Schulzendorfer Straße. Neukölln 2. Bereinsmannschaft gegen Lichtenberg l I um 19 Uhr auf dem Hertzbergplatz. Treptow ll gegen Fichte 20.4 I um 18% Uhr in Treptow, Neue«rugallee. Kaulsdorf I gegen Sparta II um 19 Uhr in Kaulsdorf, Köpenick«! Straße. Erkner I gegen Neukölln 3. Bereinsmannschaft um 19 Uhr in Erkner, Schützen. alle«, und Lichtenberg Z I Zugend gegen Köpenick I um 19(4 Uhr im Lichten. berger r-~~----»MM mt j.. »V4 Uhr erlin-Rosenthal spielt in der und di« 1. Männer um 10 U> Schönow. Weitere Spiele: Männer: Erkner 1 geg■ Erkner, Schützenallee. Lichtenberg 4 I gegen Klausdorf um 10% Uhr in Friedrichsfelde, Treskowollee. Bellen ll gegen Lichtenberg 3 I um 14 Uhr in Velten, Germendorfer Straß«. Pankow gegen Wittenau um>5 Uhr in Pankow, Pichelswcrder Straße. Biesdorf gegen Köpenick in Biesdorf, Lessing. platz. Fichte-Nord Frauen gegen Schönow um 15 Uhr in Reinickendorf, Schorn. weberstratz». 22. Juni: Drotz-Berlin-Norden 1 I Männer gegen Treptow ll um lSE- Uhr auf dem Platz Schönhauser Aller. 23. Juni: Männer: Lichten. bera Z ll gegen NeuiiMn 2 II um 19 Uhr im Lichtenberger Stadion. Neukölln L Bereinsmannschaft gegen Köpenick I um 10% Uhr auf de« Hertzbergplatz. Am Sonntag weilt der g»s> Sudenburg in Berlin, um gegen ':d, ein Hockey. .... mitteldeutsche Meister Magdeburg. Iloabit die Schläger zu kreuzen. Ob es den Es kann aber auch sehr leicht möglich sein, daß nur«in Unentschieden zustande kommt. Jedenfalls wird Magdevtira alles daransetzen, um so ehrenvoll wie nur möglich zu bestehen. Das Spiel findet statt auf der Olrwipia-Nadrennbabn zwischen 16(4 und 17U. Uhr. Umrzchmt wird dasselbe von Handball und Rad- rennen. Es sei auch aus das zweit« Ausscheidungsspiel der Hockeygruppe Berlin am Mittwoch, 22. Viink, htngrwUlen. Werbeivoche der Arbeikcrsporller. Da» Arbeiter-Sport. und Kulturkartell Eharlottenburg veranstaltet vom 20. bis 24. Juni eine Werbewoche. Folgende Leronstaltungc» sind vorgcfeh.-»: Montag. 20. Juni, Propaganda.Sternlouf der Sportler. Start 19 Uhr: Haller. strajje. Karl-AuMMMK----— M Karl.Platz. Mittwoch, i8. Juni: Am"Lietzensee, Zpielwiese. 19 Uhr Kportllüb Liberias. 20 Uhr Schwimmvorführungen. Lampionreigen. Karl.Auaust.Platz 19 Uhr Sportklub Roter Stern. Donnerstag, 23. Juni: Goslarer Platz 19 Uhr, Karl» August.Platz 20 Uhr. Kinderturnen, Reigenfahren„Solidairtät". Freitag, 24. Juni: Radfahrer» und Sportier-Stafetten durch d» Arbeiterwohnvirrtel von �Eharlottenburg. Start(7 Uhr) und Ziel� Friedrich-Karl-Platz� Berg. Als Auftk ___,______..._________ t. und Kulturkar. �- 24. Juni auf dem städtischen Sportplatz Schönhauser Allee iExerzierplatz) eine We'ebewoch« Prenzlaue« Berg. Als Auftakt zum Turn- und Sportfest ver. anstaltet das Arbeitrr.Spart. stnd Kulturkartell Prenzlauer Beg vom 19. bis Wervewoche. Sonnntag, 19. Juni, auf allen Plätzen Futzball- und Hockcyfpiel«. Montag, 20. Juni. Ausmarsch mit Musik. Trcffvunit 19 Uhr Humannplatz. Weebewoch« Weitzensec. 16. Juni Werbeumzug(Fackelzug). Anschließend Sonnenwendfeier auf dem Rennbabngelände. 19. Juni: 9 Uhr Matinee Stadt- halle: 15 Uhr Sportfest im Stadion. 2V. Juni: Feier Arbeiter-Elternbund, 19(4 Uhr Stadthalle. 21. Juni: 19 Uhr Straßenlauf durch Hohenschönhausen. 22. Juni: 18(4 Uhr Sport und Kultur am Weißensee. Teilnahme am Tschechischen Arbeiter- Sportfest. Der Kartellperband teilt mit: E» genügt, wenn da» Mitgliedsbuch eine» un« angeschlossenen Bereine mit dem Lichtbild de» Inhabers und mit dem Tschechoslowakei kann damit bis zum 31. Juli verlängert werden. Ebenso ist die Fahrpreisermäßigung um 50 Prvz. In der Tschechoslowakei für diese Zeit vorgesehen: 4 Mark von Dodenbach bis Prag hin und zurück. Fahrpreis von Berlin bis Bodenbach beträgt zwei Drittel des Sesamtfahrpreise« und wird nach näherer Information allen Teilnehmern»och schriftlich bekanntgegeben. Wer also mitfahren will, melde sich sofort durch Einsendung von 3.50 M., worin Festbritrag und Rückporto einbegrifsen ist. Die Festabzeichen und Karten werden dann in Bodcnbach gestcmprlt an die Teilnehmer ausgegeben. Der Zug fährt voraussichtlich am 1. Juli, Zeit wird ebenfalls noch bekannt- gemacht. Meldungen bis Montag, 27. Juni, an die Geschäftsstelle des Arbeiter- Sport, und Kulturkartclls der Provinz Brandenburg. Berlin E 25, Landsberger Etratze 82, Hof recht» 1 Tr. links. Telephon: Königstadt 304. Persönliche Sprechzeit von 14 bis 18 Uhr. Alle Spiellcute der Arbeiter-Turnvereine, die es möglich machen können, mitzufahren, sollten diese Gelegenheit benutzen, um für ihre Interessen dort zu wirken. Jeder Spielmann, her mitfährt, nimmt sein Instrument mit._ verschiedenes. ffttfc T«r»ekschaft»»ß-Berli». sireitay, 17. Juni, Uhr, Sitzung der Dezicks-�plelwarte und Mannschaftsfiihrer in der Geschäitsftelle. Teouls. Die Freie Turncrichast edarlottcnburg grllndk't in den nächsten Tagen eine Tennisgruppe. Gespielt wird in der ganzen Woche einschl. Sonn- tags auf den Tennisplätzen des Städtischen Sportplatzes in Westend. Au»- künfte von Walter striiger, Charlottenburg, staiscrin-Auausta-Allee 44 « 1013 e. B. Bootsliaus Oberschöneweide, Spree- strake 4/o. Uebungsabende Dienstags und Freitags ab 5 Uhr. Sitzung Frei- ££& 1". 3unl, 20 Uhr. Besprechung der Teilnahme am Umzug zum Kreisfcst. Mitglieder werden\n allen Abteilungen noch aufgenommen. Ruder- und stanuvereine! Achtung! Neue Adresse des streisfparten- rassierers: Walter Gzumann, Siedlung Britz, stirfchallee 32. Die starten zur Negatta sind, umgehend abzuholen. Ausweis mitbringen! - v®e(?■ ,m. worden, Weddinq und Moabit. Sonnabend, 18. Juni, stellt tkdkr»"ein einige Bundesgenossen zur Propaganda für das streisfeft. Zu- sammenkunft 1« Uhr bei strüger, Putlitzstr. 10. . ��?!'��b»eevereia Groß-Berlin. Sonntag, 19. Juni. 5 Uhr, nach & 5�? am See Preisfahren. 13 Uhr Miersdorfer Mühle bei Äär?°nnen�� Willkomms, �"�nick. Start Waldemarstraßo Ecke Arbeiter.Schützenbuud, Ortsgruppe Berli». Freitag. 17. stuni, 18—20 Uhr, Zeitungsausgabe(Juni) in der Geschäftsstelle Landsberger Str. 82. Die Mai- nummer ist noch von mehreren Abteilungen abzuholen.— Abt. Feiedrichshaia: Quartiere zum streisfest sofort melden. startelldezirk Prenzlauer Berg. Sämtliche dem startell angeschlossenen Der- eine treffen sich Sonnabend 2(�5 Uhr Rudolf Mossc-Etraße zur Teilnahme an der Sonnenwendfrier. erscheinen. Fichte.Sporlplatz in Baumschulenweg zur Verständigung pünktlich mnty tTr. 282 ♦ 44. Jahrgang 2. öeilage öes vorwärts Frettag, 17. �un! 1427 HilanZ öer /lrbeitsbesthassung. Das Fiasko zugestanden.- Bewegliche Zlnpassung an die Konjunktur! Die Uebersicht des Reichsfinanzministeriums über die Gestal- tung der Reichs«innahmen und-ausgaben im Rechnungsjahr 1926 gibt jetzt genaue Zahlen über die Durchführung des Arbeitsbefchoffungspro Gramms, das die Reichs- regierung im Sommer 1926 angekündigt hat!« und das im ganzen zu einem Fiasko geführt hat. An Ausgaben für Zwecke der Arbeits. befchaffung waren bekanntlich vorgesehen: 260 MilZ. M. Kredit für den KleinwohnungSbau dü»» Landwirtschaftliches Siedlungswerk » zur Förderung des Baus von Landarbeiterwohnungen 166„» für die produktive Erwerbslofenfürforge über den ursprünglich vorgesehenen Betrag hinaus 16 r, Wohnungsfürsorgefonds 100,, Darlehenandie Deutsche Reichsbahngesellschaft Zus.sÜS Mill. M. Tatsächlich ausgegeben wurden: !s8 Mill� M. Kredit für den Kleinwohnungsbau 27„, Landwirtschaftliches Siedlungswerk 18,5,, Wohnungsfürsorgefonds 80.„ Darlehen an die Deutsche Reichsbahngesellschaft. Zus. 258,5 Mlll. M. Die Ausgaben blieben also hinter den Versprechungen der Reichsregierung um fast eine Biertelmilliarde zurück. Die Maßnahmen, die man zur Arbeitsbeschaffung treffen wollte, wurden also zu einem großen Teil überhaupt nicht durchgeführt. Das Reichsfinanzministerium erweckt nun den Eindruck, als be» absichtige man ernsthaft, die Versäumnisse des vergangenen Jahres in diesem Jahre nachzuholen. Das scheint ganz gut zu sein: aber es gibt Veranlassung, über das Problem der Arbeitsbeschaffung aus öffentlichen Mitteln, wie es sich in diesem Jahre darsteM, ernsthafte Betrachtungen anzustellen. Eine veränderte Lage. Der deutsche Arbeitsmarkt steht im Zeichen starker Verbesserung. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen ist jetzt wohl auf rund 900 000 zurückgegangen, und die Besserung scheint zunächst noch weitere Fortschritte zu machen. Schon ist die Finanzlage der Er. werbslosenfürsorge so günstig geworden, daß das Reich keine Zuschüsse mehr zu leisten braucht, daß vielmehr bei der jetzigen Beitraoshöhe eine Rücklage für die ungünstigen Wintermonate, die zweifellos wieder eine starke Vermehrung der Erwerbslosigkeit mit sich bringen werden, gebildet werden kann. An manchen Stellen der Winfchaft zeigt sich ein Mangel besonders geschulter Arbeits- kräste, und auf einzelnen Märkten zeigt sich eine ungesunde Steige. rung der Preise. Im ganzen ist die deutsche Konjunkturlag« nicht mehr allzu weit von einem Zustand entsernt, den man als Hoch- t o n j u n k t u r bezeichnen kann. .»«lfjosv''Selbstverständlich fehl« aizch ernste.Zeichen für mögliche »Wkkschfoge nicht; die gespannte Kreditlag« mahnt zweifellos etwas ' zur Vorsicht. Aber im jetzigen Augenblick braucht die deutsche Wirt» schaft keine künstliche Belebung mehr. Die Tatsache, daß die Regierungsstellen in den Zeiten der schwersten Krise die Ar- beitsbeschaffung vernachlässigt haben, diese Tatsache darf nicht dazu führen, daß man jetzt Arbeitsbeschaffung treibt, als sei sie in jedem Zeitpunkt gleich dringlich und zweckmäßig. Was wir jetzt brauchen, das ist die Vorsorge für den Mnker und Zeilen schlechterer Konjunktur. wo die Arbeiterschaft wieder in steigendem Maße von 5hlrz- arbeit und Arbeitslosigkeit betroffen wird. Im gegenwärtigen Augenblick kann es durchaus eine bessere Arbeitsbeschaffungs- Politik sein, in der öffentlichen Auftragsvergebung zurückzuhalten und dafür die Intensität der öffentlichen Betriebsleistung zu steigern und die Tarife zu senken.' Schon bei der Besprechung der vorgeschlagenen Gebühren- erhöhung der Reichspost hoben wir darauf hingewiesen, daß wir sowohl im Interesse der Reichspost selbst wie im Interesse rationeller Arbeitsmarktpolitik eine allzu großzügige Materialbe. schaffung durch die Post im gegenwärtigen Zeitpunkt für schädlich hallen. Inzwischen werden aus der Schwachstromindustrie, die vor allem Aufträge der Reichspost erwartet, Preisvereinbarungen und glänzende Beschäftigung gemeldet. Die Post sollte ihre Aufträge verschieben, bis die Geschäftslage dieser Industrie sich zum Schlechteren neigt. Sie wird dann billiger kaufen können und außerdem im Sinne eines Konjunkturausgleichs wirken. Die Reichsbahn sollte zwar ihre Lokomotw- und Waggonbauauf- träge mit Rücksicht auf die besonders ungünstige Lage der be- treffenden Industriezweige herausgeben. Dagegen könnte sie ihr Oberbauprogramm, d. h. ihr« Schienen-, Weichen-, Schwellen- und sonstigen Käufe für diesen Zweck beschränken. Bei dem Sicher- hellszustand der deutschen Bahnen ist vielleicht keine unbedingte Rot- wendigkeit, das Gesamt Programm der Oberbauerneuerung durch- zuführen. Es ist sicher nützlicher, wenn man in diesem Jahr der guten Beschäftigung der Scbwerindustrie und anziehender Preise auf vielen Gebieten sich mit 3 000 lcm und weniger begnügt, um dafür bei schwierigerer Wirtschaftslage 4 000 lcm billiger erneuern zu können. Aehnliches gilt für fast sämtliche öffentliche Stellen. Der Gesamtumfang der aus öffentlichen Mitteln durchgeführten Bauten beträgt jährlich viele Hundert Millionen. Ihre Verschiebung vermag im Äugenblick das wichtigste Mittel rationeller Arbeitsbeschaffungs- Politik zu sein. Dewußte stakt planloser Arbeitsmarktpolitik. Das Arbeitsbeschaffungsprogramm von 1926 krankt« daran, daß man auf einmal vor der Frage stand, welche Arbeiten man denn in Angriff nehmen könne. In der nächsten Krise des Arbeitsmarktes dürfen die öffentlichen Stellen nicht wieder unvorbereitet nach Augenblicksmaßnahmen und gekünstelten Möglich- leiten der Arbeitsbeschasfung suchen, die sich dann doch nicht ver- wirklichen lassen. Sie müssen schon Heute Vorbereitungen für die Zeit der Not treffen. Damit die Sache einen gelehrten Namen Hab«, möge man sie Arbeitsverschiebung nennen: denn unter diesem Namen sind die Maßnahmen, die jetzt notwendig sind, längst bekannt. Aber man begnüge.sich nicht mit dem Wort, sondern man treibe bewußt« Ardeitsmarktpolllik. Die Verbindung unterstützen- der und produktiver Erwerbslosenfürsorge ist wohl in keinem Lande der Well auf einen so hohen Stand gebracht worden wie in Deutsch- land. Darüber hinaus brauchen wir aber eine Konjunktur- Politik auchder öffentlichen Hand, von der leider heute noch wenig zu merken ist. Die Lage in der Sraunkohleninüustrle. Das Rheinische Braunkohlensyndikat hat ebenso wke der Deutsche Braunkohlen-Industrieverein, in dem die ostelbische Braunkohlenindustrie organisiert ist, seinen Geschäftsbericht für 1926/1927 veröffentlicht. Die Entwicklung, die der rheinische Braun- kohlenbergbau genommen hat, geht aus folgender Tabelle hervor: 1913/14 1924/25 1925/26 1926/27 in Millionen Tonnen Rohbraunkohlenförderung. 21,2 85.7 39,5 41,0 Rohbraunlohlenabfatz... 1.6 9,3 10,0 9,6 Brikettherstellung.... 5,9 8,1 9,0 9,7 Die F ö r d e r z i f f e r ist danach im letzten Jahre, um weitere 3,7 Proz. gestiegen und hat sich gegenüber der Vorkriegszeft na h e- zu verdoppelt. Die Brikettproduktion und der Absatz ist nach bem Bericht gleichfalls wesentlich angewachsen. Die Veröffentlichungen des Deutschen Braunkohlen-Jndustriever- eins in Halle geben für die o st e l b i s ch e n Betriebe einige Anhaltspunkte auch über die Belegschaften und ihre Leistung. Da- nach ist der Förderanteil je Mann und Schicht von 3,93 Tonnen 1925 auf 4,18 Tonnen im Jahre 1926 gestiegen. Im Vergleich zu 1913/1914 hat der F ö r d e r a n t e i l des Mannes im Berichtsjahr eine Steigerung um 13 Proz. erfahren. Dogegen ist der Durchschnittslohn im Lause des letzten Jahres von 5,98 M. im April 1926 auf 6,27 im März 1927, also nur wenig ge- stiegen. Di« nackten Zahlen lassen also die Klagen der Unternehmer über die„untragbaren" Lasten der Lohnerhöhungen in sich selbll zusammenfallen, denn die gesteigerte Leistung der Arbeller hat die Lohnerhöhungen zu einem rechr wesentlichen Teil wettgemacht. öelgisch-franzollscher Wirtschaftskrieg. Gegen die französische Hochschuhzollpolilik. Di« Debatten über die Zolltarifnovelle in der französischen Kammer gaben der belgischen Industrie und dem belgischen Handel Gelegenheit, dos längst akute Problem der belgisch-sranzösischen Wirtschaftsbeziehungen gründlich zu überprüfen. Jetzt haben die belgischen Industrie- und Handelsverbände eine Denkschrift an die belgische Regierung gerichtet und geeignete Maßnahmen zur Unterbrechung der gegenwärtigen Handelsbeziehungen zwischen Belgien und Frankreich verlangt. Daneben beschäftigt man sich in Belgien mit der Prüfung der Frage, den französischen Import nach Belgien einzuschränken. Belgien beklagt sich darüber, daß sein« Industrie von allen öffentlichen Ausschreibungen und Lieferungen nach Frankreich au». geschlossen ist. wogegen die französische Industrie an allen der- ortigen Ausschreibungen Belgiens teilnimmt. Di« belgisch« Industrie ist deshalb an den Staat herangetreten mit dem Ersuchen, die Pro- vinzen und Kommunen anzuweisen, daß nur belgische Firmen, die in Belgien erzeugtes Material oerarbeiten, bei öffentlichen Aus- schreibungen aller Art zugelassen sind. Bekanntlich bezeichnet Frankreich das belgische Absatzgebiet als seinen zwellen„Inlandsmarkt", aber es steht im Begriffe, seine Zölle zu erhöhen und damit die belgische Einftihr nach Frankreich zu erschweren. Im Jahre 1925 führte Frankreich Waren im Werte von 7 601 232 000 Fronken aus: im Jahre 1926 für 9 391 376 000 Franken. Die Ausfuhr stieg also um 1790 144000 Franken. In derselben Zeit ging der belgische Export dagegen um 2 072 514 000 Franken zur u ck. Belgien steht als Ausfuhrland für Frankreich an zweiter Stelle: dagegen kauft Frankreich in Belgien nicht mehr als etwa in Holland, Dieses Mißverhältnis zwischen der französischen Einfuhr nach Belgien und der belgischen Ausfuhr nach Frankreich wurde durch die Annahme der französischen Zolltarisnovelle zu- Ungunsten Belgiens verschoben. Belgien scheint entschlossen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um diesem Zustand ein Ende zu machen: d. h. wir stehen, falls Frank- reich nicht einlenkt, vor einem belgisch-sranzösischen Wirtschaftskrieg. Reue Kohleveredelung»verfahren bei der Grub« Leopold. Der Abschluß der Grube Leopold A,-G,, Käthen, eines der führenden Großunternehmungen im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau, fällt insofern aus dem Rahmen der bisherigen Montan- abschlüsse für 1926, als dos Unternehmen gegenüber einer sechs- prozentigen Dividende im Vorjahr, diefesmal keine Dividende zur Auszahlung bringt. Die Verwaltung begründet dieses Ergebnis damit, daß einmal der verringerte Umsatz und zum anderen die Schwimmsandeinbrüche und Hochwasserschäden sich für die Betriebe ungünstig ausgewirkt hätten. Die Begründung erscheint jedoch sehr schwach, denn der mit 2,48 Millionen Mark ausgewiesene Rohgewinn hält sich fast auf der Höhe des Vor- jahres mit 2,72 Millionen Mark. Auch die Schäden durch Natur- einflüsse, die einen Teil der Belegschaften zeitweise zu unproduktiven Äufräumungsarbeiten zwangen, werden nur auf einig« Hundert- tausend Mark beziffert und können also das Gewinnergebnis nicht entscheidend beeinflußt haben. Der Grund ist vielmehr in der Festlegung bedeutender Summen für Neubauten und Neuerwerbungen zu suchen. Die gesamten Anlagen für Gruben, Brikettfabriken und Schwelereibetriebe, die mit 17,3 Millionen Mark bewertet sind, haben im Laufe des Jahres einen Wertzuwachs von 1,2 Millionen Mark erfahren. Durch die Aufnahme einer lang- fristigen 8-Millionen°Anleihe hat die Finanzlage der Gesellschaft sich sehr flüssig gestaltet, wie aus den Verschiebungen in den lausenden Konten hervorgeht. Während die Bankschulden im Vorjahr noch 3.0 Millionen betrugen, weist die jetzige Bilanz 12 Millionen Bankguthaben aus. Die G e s a m t f ch u l d e n von 4,2 Mil- lionen Mark sind bis auf 1,3 Millionen zurückgezahlt, dagegen haben sich die Forderungen mit 6,7 Millionen mehr als verdoppelt.— In den Kohleveredelungsver. fahren hat die Gesellschaft bedeuende Fortschritte erzielt. Nach- dem im Vorjahre mehrere Monate nur ein Ofen für ein neuartiges Schwelverfahren in Betrieb war, sind nach Ueberwindung der Kinderkrankheiten drei weitere Oefen in Tätigkeit, die große betriebs- technische Erfolqe versprechen. Eine weitere günstige Entwicklung erwartet die Verwaltung von der Ausführung noch schwebender Projekte, die Oelgewinnung aus Braunkohl« betreffen und gemeinschaftlich mit dem AEG.-Konzern bearbeitet werden sollen. Der Abschluß öes Maschinentrusts. Die Umgruppierung im ZNaschineabau. Die Deutsche Maschinenbau A.-G., Duisburg, die im vergangenen Sommer aus den Maschinenbetrieben des Ruhr- montan-Trusts und den Werken der Deutschen Maschinenfabrik A.-G. gebildet wurde, legt jetzt ihren Ab- schluß für das Zwischengeschäftsjahr vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1926 vor. Die B i l a n z ist naturgemäß noch durch die hohen Kosten für die Gründung und die Ankurbelung der vereinten Produktion belastet und läßt daher noch kein abschließendes Urteil zu. Dagegen lassen sich heute bereits auf Grund des produktionstechni- schen und organisatorischen Fundaments, das die Gesellschaft als Konzentrationsbecken des deutschen Maschinenbaus besitzt, weitere Schlüsse für die volkswirtschaftliche Bedeutung dieses horizontal aufgebauten Trusts ziehen. Das Wesentliche an diesem ersten deutschen Maschinentrust ist, daß die von diesem Unternehmen ausgehende Vertrustungsidee innerhalb der Maschinenindustrie, die bisher für derartige Zusammenschlüsse wegen der überaus großen Verschiedenheit ihrer Produktion wenig Verständnis zeigte, weitere Kreise zieht, so daß in absehbarer Zeit mil der Angliederung neuer Unternehmungen zu rechnen ist. Auf diesem Weg« wird auch eine weitgehende Typisierung und Normung von Maschinen und ihren Einzelteilen durchzuführen sein, die bisher von der deutschen Maschinenindustrie in einem für die notwendige Kostensenkung erforderlichen Maße noch nicht erreicht ist. Von den vorhandenen Betrieben hat die Gesellschaft im Laufe des Zwischengeschäftsjahres d i e Teile an die Siemcnsgruppe abge- stoßen, die, wie der Elektromotoren-undGeneratoren- bau, nicht zum engeren Arbeitsgebiet gehören, so daß die Produktion auf den schweren Maschinen- und Kranbau, sowie Bergwerks-, Werst- und Fabrikeinrichtungen konzentriert ist. In der Bilanz wird bei einem Aktienkapital von 38 Millionen für die drei Monate ein R o h- gewinn von 2,9 Millionen ausgewiesen, von dem nach Abzug aller Gründungs- und anderer Unkosten, stmne Abschreibungen in Höhe von 0,42 Millionen Mark ein Reingewinn von rund 54 000 M. verbleibt, der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Di« Anlagewerte haben sich gegenüber der Eröffnungsbilanz wenig verändert und werden mit 38 Millionen ausgewiesen. Den Forderungen in Höhe von 5,7 Millionen Mark stehen rund 20 Millionen Schulden gegenüber, von denen jedoch 10,2 Mil- lionen auf Uebernahme von Lorräten der Gründergesellschaften und 7 Millionen auf Anzahlungen entfallen. Die Vorräte erscheinen in Höhe von 17,9 Millionen Mark und bieten genügend Deckung. Da außerdem durch den Verkauf von Betrieben an Siemens etwa 10 Millionen flüssige Mittel eingekommen sein sollen, hat sich die Finanzlage des Unternehmens so günstig gestaltet, daß sie in der Lage ist, die übernommenen Vorräte in bar zu bezahlen und von der Aufnahme eines langfristigen Kredits absehen kann. Nach dem Be- richt des Vorstands ist der Austragsbestand, der bei Beginn der Tätigkeit etwa 30 Millionen betrug, erheblich angewachsen und gewährleistet bis zum Jahresende eine volle Beschäftigung. Man kann daher dem Abschluß des laufenden Jahres, in dem sich die Leistungsfähigkeit der zusammengefaßten Betriebe zum erstenmal voll auswirken wird, mit Interesse entgegensehen. Wohnungsbau ln Deutschland und England. In D eirts ch» land fehlen nach der Schätzung, des Preußischen statistischen Landes- amte« noch 1 700 000 Wohnungen, wenn man gleichwertige Ver- hälrnisse wie vor dem Kriege schaffen will. Bei einem jährlichen Neubedarf von ungefähr 150 000 Wohnungen wurden 1925 nur 106 500 hergestellt. 1925 erst 179 000 und 1926 waren es 250 000. Das Vauprogramm für 1927 steht weitere 250 000 Wohnungen vor. Wird dieses Tempo nicht wesentlich beschleunigt, dann müssssen wir noch gut 10 Jahre bis zur Ueberwindung der empfindlichsten Woh- nungsnot rechnen. England ist uns durch ein großzügig aufgestelltes und durchgeführtes Bauprogramm ein gutes Stück voraus. Wie„Der deutsche Volks- wirt" berichtet, wurden bei einem Jahresbedarf von 100000 Häusern für Bevölkerungszuwachs und Ersatz alter Wohnungen in den 12 Monaten bis März 1927 nicht weniger als 217 600 fertig- gestellt, wobei noch englischer Wohiisute ein Haus ungesähr gleich einer Wohnung zu setzen ist. Da schon in den beiden vorange- gangenen Iahren der Zuwachs um 37 000 und 73 000 über den not. wendigen Iahresbedarf hinausging, dürfte das Defizit der Kriegs- jähre ausgeglichen sein. Dieses Ergebnis ist zum überwiegenden Teil mit S t a a t s h i lf e erzielt worden. Von den 217 600 Häusern des letzten Jahres sind mit Staatszuschuß 74 100 von Ge- meiden und 79 700 von Privaten gebaut worden. Der Rest von 63 800 stammt ganz aus privaten Mitteln. Das englische Mieter- schutzgesetz, das mit diesem Jahre abläuft, dürfte trotzdem um ein weiteres Jahr verlängert werden. wie gut es der Reichsbahn gehl. Die Deutsch« Reichsbahn ver- öffentlicht jetzt eine Uebersicht über ihre Betriebs- und Geschäfts- ergebnisse im ersten Vierteljahr 19 2 7. Danach ist eine ganz bedeutende Besserung der Geschäftslage festzustellen. Es wurden im Januar 1927 3 215 670 Wagen gestellt(Januar 1926 2 646 207), im Februar 1927 3 245 236(Februar 1926 2 693 696). im März 1927 3 888 334(März 1926 3 153 855). Gegenüber der Gesamteinahme des ersten Vierteljahres 1926 mit 956 736 000 M. ist die des gleichen Abschnittes des Jahres 1927 mit 1 082 625 000 um 125 889 000 M. gestiegen. Die Steigerung beträgt 13,2 Proz. Die Th. Gvldschmidt A.-G. kauft aus. In der Generalversamm- lung der Chemischen Fabrik Th. Goldschmidt A-G. in Essen gab der Vorstand bekannt, daß die Fobrikbetrieb« in Mannheim, Rheinau und Gernsheim zwecks Rationalisierung mit dem Betriebe der Chemischen Fabrik Buckau A.-G. in Ammen- darf zusammengefaßt werden sollen gegen Hingabe von 2 500 000 M. neuen Chemischen Buckau-Aktien. Die richtige Behandlung der Verdaunngsbeschwerden besteht in der Ueberwindung der Ursache des Leiden«— de» Säure- Überschusses— durch den die emvsindliche innere Magenwand angegriffen und schmerzlose, normale Verdauung behindert wird. Es gibt zu dielem Zweck nichts Besseres als die Anwendung von einem halben Teelöffel voll Bsserirte Magnesia, durch welche die Säure unschädlich gemacht wird, die Schmerzen und Beschwerden beseitigt werden, die Entzündung der Gewebe gemildert und der Magen instand gesetzt wird, in schmerzloser, normaler Weise zu funktionieren. Probieren Sie es einmal! Beobachten Sie, wie der Schmerz verschwindet— als ob er weggezaubert wäre! Kaufen Sie noch heute Biserirt« Magnesia von Ihrem Apotheker. Zn jeder Apotheke tu Pulver- und Toblelleuform zu Al. 1.50 uud W. 3.00 di« Flasche. Sommerfest der Rundfunkhörer am 19. Juni 1927 In den GesamtrSumen der„Abtei", Treptow veranstaltet vom Arbeiter- Radio-Bund Berlin Mitwirkende; Das Funkorchester Kapellmetster Otto Kermbseb Alfred Braun, Alfred Beieric CbarloUe Freyer(Bert. Ruodfnnk) Qertrud Eysoldt, Erich Weiner» Ernst Friedrich, Erwin Piscaler Kathl Kühl (wejtar* Antworten stehen noch aus) Rosebery d'Arguto,Gesangsgtffleinsch. $logschu|e und KlndercKor(Insgtt. 3C0 Singer) Das dcntscb-rasslsche Llebbaberorctaester Die T an zk apel le der.�Abtel", T reptow Arbeiter-Sportverein..Fichte", Berlin Tombola mit zahlreichen wertvollen Gewinnen Los 50 Pfennig U. a.i z Rnndflflge Ober Berlin, mehrere Lautsprecher und Radloeineelteile, l AEG-Schreibmaschine, 12 Paar Schuhe usw. CrBffnung V;« Uhr Eintrittspreis 75 Pf. Anfang■/;« Uhr Kartenvarfcauf i ThaatÄrfcassan von Tiata, In nllan 224 Varfcaufs- statlen der Konoumganoasenschatt u. bei den Funktionären d. ARB. Jclzl motz ieder die günstige Gelegenheit der allgemeinen Preisherabsetzung benutzen, um die Große Ausstellung MsWodienenUe am Kaiserdamm zu besuch. Erwachsene zahlen jetzt 1.— Mk.. Jugendl. 50 Pfg. Famiilenkapien für 3 Erwachsene oder 2 Erwacnsene und 2 Jugendl. nur 2,- Mk. Erwerbslose zahlen gegen Vorweis der Stempelkarte 30 Pfennig. Esdarfkeinen Berliner u. keine Berlinerin geben, die diese schöne Schau nicht ftsebcii baben! Erschüttert erhalten wir die Nachricht, daß unser Freund und Kampfgenosse Emil Bnferman» Kabelwerk AEQ, nach langem Leiden im Alter von S1 Jahren verschieden ist Im Dienste der Arbeiterbewegung unermüdlich tätig, war er uns ein Beispiel für selbstlose Aufopferung. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand der SPD.-Fraktlon der AEG-Betrlebe. Die Bestattungsfeierlichkeit findet statt am Sonnabend, dem IS. Juni, naebmitt. Z Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße. Benta qtftaptRe ffratfenjfi«, ffin> I linsaitiüae, iScHrodauzüge, Zacketlan« jzllge.«baoarbintmönlel, tbummmtanteL iCutaoay.Äujüee Zaiücnmäntel, für jtbe oiaut pojiini). Bpeiialitöt: Bauch. anfüge, fpottbilltg. Hafpern, Ävsen- | Ihaltrstraße 4, erste Etage.____* fictlcib uon hocheleganten Eefell» dtofcntbolcrittake 4. (diafisaiiiüsci Norden 6393. von ;cn. Staats-Theater Opernhaus a. Pialz d.Republ. 7'/, Uhr: Cartnco Schauspielhaus 5 Uhr; Florian Geyer Scblllcr. Theater S U.; Ampbltryon WINTERGARTEN 1 ch»Eiidd«uiIch» ttiasten-Lollerie. Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn« gelallen, und zwar je einer aus die Loj« gleicher Nummer in den beiden Ableiiungen l und ll 2. Kiehungetag 16. Juni 1927 3n der Bvnniltagsziehung wurden Gewinne über 120 M. gezogen 2 SUDton« e» 1 00000 w. ZSSI SS 2».»ws. zu Z000 Gnutu»»: J Semtune 80 Gewinn.| 397799 96131 46993 88410 93587 917938 ---- 10269 26263 42936 06004 231332 286456 2877 34 325481.... 7200 74408 744 148972 3.V8v25 ftf ... itolnnt in 600«t. 15796 161299 180263 195384 227737 92 B.winn»«■ 400 OT 8269 15476 37133 54440 76117 83242 96528 98056 111320 126935 132350 140887 151443 163944 171078 180915 184841 1B35S8 167695 217384 219917 227209 227921 234907 241951 248352 280717 285809 294499 204724 298030 301330 317034 335532 342097 342215 216»«»Inn. pt 240 Stl 16713 28032 38376 39623 39«5 42130 48593 50731 51087 62141 57337 58447 61337 62582 62832 63051 63111 67202 67364 69158 69282 69921 69996 72263 74576 78727 60190 ---------- 88586 90248 98575 102084 107223 118189 12> 148 21 270374 334269 84530 88042 90248 98575 102084 107223 118189 120527 122849 128850 134833 136130 136200 137628 141763 143849 143854 148188 160380 184025 169423 1640— 171346 17)735 1 72280 176320 181 195176 183672 106808 200913 20568 230850 232228 234533 238141 2S893' 169150 170720 188474 191595 19.3649 214840 2 1 6776 227842 WWWWWWWWW.MW ZsSZÄ 243019 246936 251115 256169 258063 258586 281319 271 993 272415 278042 230733 285329 233684 mm«!« N"! mm unss isiiis Nil?«!? » MM,»» 100 128742 136116 140724 Ja der Nachmiiiagsziehung wurden Gewinne über 120 M. gezogen 2©«Winne»u 50000 SU. 31 3292 4 Gewinn« zu 5000 SttC. 205950 2?>438 2 G-Iel»»»|« 3000 M. 148726 2 fffwmne zu 2000 M. 307267 8«Xtomne zu 1000 M. 53423 1 64598 343659 347658 8»zw«« zu 800«BL 24398 179771 32046« 280130... 14»rwtnn« ,u 500 m. 64448 9664« 106945 1 34923 220187 248729 337992 10« Seblnn« zu 400 SR. 18 361> 3690 31370 36874 39965 40120 45731 49261 93223 08024 101071 116011 116522 119200 162773 167480 175916 183576 186444 200814 302468 221143 222506 227781 241649 235290 255948 267892 287027 305000 314668 81990-1 326279 334955 33806? W.. 260««Wim. zu 240 M. 215 6001 746« 10271 10674 16473 1( 22227 27672 31590 36628 37061 37215 38356 40042 44U8| 51447 51874 52192 52902 63668 58845 65931 BoßSS 86846 9524698946 100988 103397 103696 104164 104773 116103 116459 121330 126903 128552 131323 134196 1347/2 137440 140236 14461? 144871 ,40708 146779 146999 149470 150559 153300 153949 1 54095 164960 1 59703 166373 166336 168033 171796 172611'72893 173409 174177 174537 177068 183448 187880 190799>95.61 198168 200011 205447 206192 206033 209385 209986 213103 213406 214039 216345 217305 221 27 021241 222463 224238 226660 228422 229022 231436 235632 239075 239437 247420 255,07 256810 257559 281196 207846 270503 27,584 272804 275447 276135 276,50 286147 293357------ 796307 293957 30,434 305318 307070 309718 311417 312926 319731 323613 329734 330335 330750 330931 341153 349467 Charletlenburt 70, Uhr; Tarandof Abonn.-Turnus II WM IHM Norden 10334—37 ' U. Ende 10'/, U Serjtor Katsmerspiele Norden 10334-37 3", Uhr. 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Verschiedenes Bei der Wichttalkii der Tage.ordnmig Zunli 4 der Tagesordnung! wir» dos Er, »einen fämllidur JRUallefler erwartet, Am SoNvabend, dem tSa Iunl. findet im Saaldou Frlrdrichs'qain(am ALnigvtor) bis m Des aoiätinsenBEltetjens öce O r f s o e t ro n Hu n g O erlin Oes t-Tutsdien melaUacUcilccucrbanSc» itait, die glelchzelllg mit einem Zreunüschastsfest Oer Oefnueewaltuna Berlin des TJerbandes der Supserzchmlede verbunden isL !5s wirfen mit; Mannerchor Fichte-Seorgwia Mitglied des Ardeiier- Sänger- Bundes Freie Turnerichaft»roß-Berlln Sprechchor der Freien Setoerfschasls- Jugend Orpheum- Sänger und außerdem delannte stünstier vom«erlioer Barietö> Theater. Bei Eintillt der Dundelheit wird ein lymbaiiiche» Feuetwerl abgebrannt. Die Veranitailung beginnt nachm um 3 Uhr Der Sintriitetrcis beträgt einschl der Steuer iür Ermachiene 50 Pb, liit stinder 10 Ps. Ctirttbslose erhallen gegen Vorzeigung ihrer Erwerdslosen-Slemvelforte und ihres Mitgliedsbuch e3 am Satleneingang für sich und ihre Angehörigen steien Sinltilt Wie erwarten, der Bedeulung des Tages enllprechend, außerordentlich zahlreichen Beiuch. Bei nugilnssigein Welver finden die Vorstellungen im So»! staiL Äiai SMkldslose Bieiflü- driilier unö ßolletcrl Sonnabend, den IS. Zuni. mittags 12 Ahr. im Lofai von Saaler, Oouslher Sirahe 2ä GwerdSlosen Versammlung Zeder etoftbslost stoilige muß beftinmn ees-f -scheinen. Bi« ortav.rmaltnng Holzhäuser häuser- Prospekte ar.tt» asKruarzelten- Nacbw.i«. 293692 313746 VOn2PiarSLn wöchentliche Teilzahlung liefere elegante Herren-Modsn fertig und nach MdB nur eigene Herstellung daher gut und billig unter Garantie für tadellosen Sitz und Verarbeitung Maßschneiderei i. Kurzberg Oranienstraße 160' und Chausseestr. 1 Eingang Elsasser Straße, I. Metalldeiten mit Auflogen 21,— Schfafchais-wngues 22,-. Chaiselongue- decken 6,—. Wandbehänge 3�-. 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Kunstformer und Ziseleure welche auf figürl. Bron/eguQ gut eingearbeiter sind, gesucht. Offerten mit Zeugnisabschriften unt Of. B. 649 befördert Ruitolf Mosae, Düsseldorf« 5reltag 17. Juni 1H27 Unterhaltung unö von zwei pferöen. Eine Erzählung vom sibirischen Flusi Zaik. Von Wsjewolod Iwanow. (Schluß.) Dazu noch ein Unglück: Jegors, junges Weib war ein« Schön- heit. Ihr Gesicht wie Milch, hochgewachsen war sie, konnte mit jedem beliebigen Pferd eher fertig werden, als so mancher Mann. Mitschüs Georgstreuz gefiel ihr gut. vielleicht auch noch so manches anderes an ihm— sie begann, mit ihm zu flüstern. Einmal gab ich ihr mit dem Ofenbesen deshalb einen Schlag, sie aber rollte mit den Augen und sagte:„Du alte Teufelin, sieh lieber besser nach deinem Sohne Jegor. Er bringt noch dem ganzen Kosakenstamm Unglück über den Kopf— ist unter die Volschewiki gegangen." Damals konnten wir die Bolschewiki noch nicht und verwechselten sie mit den Malokanen(Sekte). Die brachten ihren Glauben auch aus Deutsch- land mit. Die demobilisierten Kosaken zogen von einem Ort zum anderen, schrien, man müsse den Offizieren ihr Eigentum wegnehmen, ihre Güter austeilen, die Zeit der Freiheit sei gekommen. Und nun kam eines Tages der Ataman unserer Dörfer und sagt« zu Mitscha: „Sammelt euch, Helden, im Verwaltungsgebäude der Kosakennieder. lassung und in der Stadt treiben sich die Soldaten herum und machen Aufstand, wie Pugatschew. Man muß ihre Rädelsführer einfangen!" Jegor war um diese Zeit in der Stadt. Mitscha heftete alle seine Auszeichnungen an die Brust und ging fort, ohne mich anzu- sehen. Entweder es gelang ihnen damals nicht, oder war es etwas anders— ich weiß es nicht. Mitcha kehrte heim und kroch, mit den Filzstiefeln an den Füßen sogleich ins Bett- Da kommt aber. eine kleine Weile später, das ander« Söhnchen. Und schreit, noch vor der Schwelle:„Mitja Schelesjow, komm von deinem Bett herunter! Ich arretiere dich wegen Aufstands gegen die Volks- rcgiening!� Der andere steigt schweigend vom Bett. Bei unserem Ofen aber liegen stets Holzscheit« zum Trocknen. Mitscha stellte einen Fuß ruf so einen Holzscheit, sprang plötzlich hin, faßte nach dem Holzscheit und schlägt— mein Gott, den eigenen Bruder!— damit über den Kopf, läuft davon. Es war noch ein Glück, daß er eine dreikantige, dicke Kirgisenmütze aus Pelz auf dem Kopf hatte. Er stöhnt«, fiel zu Boden, erhob sich ungefähr nach einer Minute und sagte:„Du kannst vor deiner Strafe nicht davon fliehen! Ich habe all« Rosse hinter Schloß und Riegel versperrt!" Unser« Pferdeställe hatten eiserne Bolzen an den Türen. Ich wollte ihn bei der Hand anfassen, er aber führte meine Hand weg und sagte zärtlich:..Beunruhige dich nicht, Mütterchen, ich werde ein Voikcheld sein und ein Retter des.Sizilismus"(Sozialismus). Und hinter der Tür wurde es ruhig. Als ich ein wenig zu mir kam, ging ich ihm nach. Ich hörte, wie er im Hof schrie:„Wer hat sich erlaubt, ihm den Pferdestall aufzu- schließen, wenn nur ein Schlüssel bei mir ist und der andere bei meiner Frau?" j Er blickte auf seine junge Frau, drehte an seinem Schnurrbart und sagte:„Du hast einen Mörder und Verräter freigelassen! Leb' wohl!" Und besonders, glaube ich, hat er sich darüber geärgert, daß seine F''«» dem Mitja Jegors Serjko gegeben hat. Dieser Argamak war der Beste der Besten. Wie hätte sich mit ihm Igrjenko var- gleichen können, trotzdem Mitscha mit ihm zwei Kreuz« erworben hat! Jegor führt« den zurückgebliebenen Igrjenko aus dem Stall. streichelte ihn am Hals, sattelte ihn ruhig und ritt davon, ohne auf seine Frau zu blicken. Man sagt, daß in jener Nacht in unserer Stadt ein Umsturz stattgefunden hat. Jegors Partei siegte damals. Hinter dem Fluß zogen sich die Kosaken zurück, di« sür die Generäle waren. So viel Leute alz nur möglich, schickte man zu ihrer Verfolgung unter Jegors Kommando ab. Es war im November, ein kalter, schneereicher Monat Im Schnee tonnte man sogleich sehen, wohin die Kosaken geritten waren. Jegor holte sie im Hohlweg ein.„Ergebt euch, sonst lasse ich euch mit Maschinengewehren über den Haufen schießen!" Und die Kosaken zogen blank, ritten Attacke. Jegors Leute kamen ins Wanken. Und die Kosaken mähten darauf los» als wär' es Steppengros. Jegors Augen waren voll Pulverschnee. Er wollt« eben Beseht geben, den Rückzug anzutreten, da er sah, sie könnten di« Generalekosaken nicht besiegen. In diesem Augenblick ab«r wieherte unter ihm das Roh Igrjenko. Und von der gegnerischen Seite antwortete ihm das andere Pferd. Ein Roß hatte das andere erkonnt, Sjerko-Igrjenka. Da warf Jegor seinen Kops zunick und rief laut„Mitja— bist du's?"—„Ich bin's!" antwortete der,„ich!" Und Jegor ritt, mitten durch olle Kosaken, auf seinen Bruder los. „Ach,"— rief er,„Mitja— leb' wohl!" Und er hieb ihm mit dem Säbel direkt über die Augen. Und dann? Die Kosaken erschraken über diese unvergleichliche Missetat und ergaben sich. Und Jegor zog seinen Revolver, näherte sich Sjerko.„Und nun genug." 5)ast mich getragen, host auch meinen Bruder getragen— fahr' wohl!" So sehr man ihm auch zugeredet hat. so sehr er selbst darüber weinte— er hat das Roß dennoch getötet. Seit damals ist mein Herz wie mit Wermuth verwachsen. Die ganze Zeit seither ist Bitterkeit auf ihm und die Tränen wollen nicht versiegen..." (Berechtigte Ueberfetzung Ben 9. Wasserbauer.) Vanöerfabrten im„erlösten" Gebiet. Don S p e c t a t o r. Der Eintritt in die neue Provinz Veuetien— Matrei und Eteinach sind die letzten Oasen deutschösterreichlschen Bodens— voll- zieht sich bereits im Szenenbtld eines Abruzzenlagers. Verwegene Gestalten. Hüterl und Hahnenfeder tief in den Kopf gedrückt, um- schwärmen den«infahrenden Zug und. was nicht truppweise neu- flierla herumlungert, prüft geschäftig Pässe und G. päck und fahndet nach verbotenen Zeitungen. Schwarzhemd und schwarze Krawatte stempeln Herkunlt und Amt, das bei aller Korrektheit in Wart und Gebärde>iir Schau eetvagsne Selbstbewußtsein der Zugehörigkeit zur V, ätwianerormee. Und nun eilt der Zug an Parco— dem «instigen Gcsssensaß— dem rntzückend-n Sterzing, jetzt Vipitano gewinnt, norliei. Der Brenner, di« Eingangspforte in das v«- arößcrte Italien. Hot redselige italienische Kaufleut«, einen von Sizilien nach Brircn verpslanzten Dorfschulmeister und etliche Ossi- zier« der regulärtn Armee in den Zug gesührt. Italienisch klingt es rund herum, von Zeit zu 3«it wechselt mit Zugschaffnern ein Plötz. issen Seilage ües vorwärts Reichspostminister Schätze! in Nöten. Der Reichstag lehnte die Verteuerung des Briefportos von 10 auf 15 Pfennig ob. &/1 hat ihm Slese Marke so gut gefallen... unö nun ist er daran kleben geblieben! lich erscheinender Faschist in der Billettkontrolle ab. Paß und Fahr. karte gewinnen die Bedeutung von Amuletten, man tut gut, sie wie ein Brevier in der Hand zu halten. Das italienische Beamtentum, das Südtirol bis in die entlegen- sten Bergdörfer bereits besetzt hält, ist in den„erlösten" Provinzen selbstherrlich und abwehrend, die Parole von capisco teäesco(nix deutsch verstehn) scheint allgemein Losung zu sein. In Meran, dem Zusammenstrom aller, die den Frühling in seiner kösUichsten Aus- drucksform genießen wollen, verschwindet gegenüber den zahllosen Reichsdeutschen und Oefterreichern die Suprematie des italienischen Idioms, dafür starren aber die Abziehbilder des„Duce" von den Säulen des Theaters und anderen Stützen öfsentlicher Gebäude als markante Symptome der Bildoerehrung hervor. Der internationale Kurort verwischt die Charakteristika einer Zwangsherrschaft, um so schärfer treten sie in der alten Handelsstadt Bozen, dem jetzigen Bolzano, mit seinen Laubengängen und Gäßchen, seinem betrieb- samen Gewühl und seinen unvergänglich schönen Kleinodien in Ge- schichte und Architektur entgegen. Bozen war von jeher der Angriffspunkt der benachbarten, in Trient konsignierten Irrellenta. Ihren Führer Cesare Battisti, dessen Hinrichtung der österreichische Militärstaat vollzog, verewigt auf„höheren Defehl" die einst urdeutsche Stadt, seinen Namen trägt ein Staditeil jenseits der Talfer. Bolzano ist Sitz des italieni- scheu Präsekten und der Nsgierungsgewalt; von hier aus ist die ge- samt« Selbstverwaltung der Gemeinden— in Stadt wie Dorf— ausgehoben und Zwangsbürgermeister sind an ihre Stelle gesetzt war- den. Ein vom Präsekten ernannter Beirat führt die kommunalen Ge- schäfte, die Diktatur des Faschismus kennt kein Sclbstbestimmungs- recht! Dieser Ausnahmezustand umgreift und erstickt jede öfsent- liche Regung. Die Presse erscheint unter Zensur, politische Per- sammlungen sind verboten, jedes freie Wort ist verpönt. Seit neue- ster Zeit propaeiert ein in deutscher Sprache erscheinendes Reptil- blättchcn, die„A l p c n z e i t u n a", die faschistische Politik. Die Unterrichtssprache ist in allen Schulen und Fächern, mit alleinige? Ausnahme des Religionsunterrichts, italienisch. Die Bauernbuben im Grödener-, Stubai- und Pustertal, den Vorgcbieten des beut- scheu Tirols, werden von importierten italienischen Lehrern oer- welscht oder man schickt die einheimischen sür sechs Monate nach dem Herzen Italiens und läßt sie ihre neu erworbenen Sprachkenntnisse daheim verwerten. Bei dem achten Jahrestag des„Marsches auf Rom", der mit bombastischen Maueranschlägen eingeleitet wurde und dem saschisti- een Hurraruf slala endete, zog diese in Schwarzhemden und Warzen Zipfelmützen eingekleidete Jugend in hellen Haufen mit. ehe dem, der gefehlt hätte, und wehe dem Lehrer, der nicht an diesem Tage sein Bekenntnis auf die Straße getragen hätte, das auf der Piazza Vittorio Emanuele— einst hieß er, der das Denkmal Walters von der Vogelweide trägt, Iohannisplatz— seinen Schluß- effekt im saschistischen Treuschwur, der erhobeneu Handfläche, fand. Was in und um den Zug herum fehlte, waren die regulär« Armee sowie die Einwohnerschaft von Bozen. Zwischen der ersteren und der Miliz der Faschisten besteht keinerlei latente Kardiale. Die Armee des Königs sieht in der Trabamenschar des„Duce" einen zusammengewürfelten Prätorianerhaufen, der außeriiem in seiner Soldbevorzugung den hervorstechenden Charakter eines Söldner- Heeres erhält. Diese Truppe umfaßte bisher 80 0iX> Mann, die aus dem Staatssäckel in unkontrollierbaren Budgetposten gespeist wer. den, neuerdings sind weitere 60 000 �hinzugekommen, als Jugend- wehren gedacht und im Ausgabenetat nur vorübergehend eingesetzt. Die Geldgeber waren einst— ganz wie bei uns— die italie- nischen Großindustriellen, der Zweck des Ganzen die Vernichtung der sozialistischen Bewegung und Partei, die gewaltsame Unterdrückung aller so- zialen Ziele. Di« italienische Invasion in das Bozener Tal ist trotz der Durchdringung aller Geschäfts- und Berufskreise mit fremdem Blut— überall tritt die, deutsche gegenüber der italienischen zu- rück— noch lange nicht am Ende. Zu der über 3000 Mann starken Besatzung, bei einer Bevölkerungszahl von 30 000, treten dauernd neue"Verbindungen und Konzerne, vor allem aber auch familiäre Vermischungen zwischen Deutschen und Italienern. Unentwegter Groll ist im Völkerleben unhaltbar,.zumal wenn im Zusammen. leben wirtschaftliche Interessen sich einen müssen. Daher schreitet die Italienisieruug, soweit es im Ausschnitt des Beobachters zutage tritt, rapid iort. Man wird sich mit ihr abfinden, wenn die wirt- schoftlichen Belange des Landes— vor allem Weinbau und Wein- Handel— gewahrt und geschützt' werden, und wann die politische Zwangsherrschost verschwindet. Da diese aber einen integrierenden Bestandteil der Mussolinilchen Diktatur darstellt, steht und fällt sie mit ibrem Träger, dessen Cäsarenwahnsinn in der regulären Armee wie im italienischen Bürgertum, ganz zu schweigen von den ent- rechteten Arbeitermassen, mehr und mehr schärfste, wenn auch be- greiflicherweise latente Verdammung findet. flntike Sportgegner. Wir sind gewohnt, in dem klassischen Altertrim die höchste Blüte- zeit des Sports zu erblicken, und es wird häufig betont, daß Pindar und ander« groß« Dichter die Athleten begeistert verherrlicht hoben. Aber das Lob des Sports war bei den alten Griechen durchaus nicht so einstimmig, wie man wohl annimmt, jondem auch hier haben sich gewichtige PersLnlichkei!«n gegen ein Ucbermaß der Leibesübungen und die Sportmode ausgesprochen. Solche Stimmen finden sich in der reichhaltigen französischen„Anthologie der Sporttexte des Alter- -tums", die der Historiker Marcel Berger herausgegeben hat. Da läßt z. B. E u r i p i d e s in einem Fragment seines Satyrdramas „Autolykos" eine Person sagen:„Da schleudern di« Taugenichtse durch Griechenland: nichts ist schlimmer als das Geschlecht der Athleten. Zunächst erkennen sie keine Gesetze des anständigen Lebens an und wissen sich nicht zu benehmen. Ich verdamme diesen Brauch der Griechen, die Lumpen jeder Sorte, die aus hundert Lüudern kommen, wegen ihrer unnützen Leistungen versammeln und ehren. Wozu ist ein Mensch nütze, der gut gerungen hat oder rasch läuft, der eine Scheibe wirft oder eine Kinnlade auf die beste Weis« zer- schmettert? Welchen Vorteil bringt seine Krone seinem Vaterland? Kämvft man denn bei uns mit Scheiben? Jagt man durch Laufen die Feinde in die Flucht? Niemand kümmert sich um diese Nichtig- kciten, wenn es heißt, mit dem Schwert in der Hand dem Feinde entgegenzutreten." Auch P l a t o führt in seinem Dialog„Loches" den General, nach dem das Buch genannt ist, als einen entschiedenen Gegner des Sports ein, und P l u t a r ch erzählt in seinem Leben des Philopömcn, daß dieser Feldherr von Jugend aus ein« Abneigung gegen den Ringkampf und andere Leibesübungen zeigte. Er hatte nämlich erkannt, daß die Athleten sich durch viel Schlaf und durch übermäßiges Essen kräftig machen, daß sie sich sehr pflegen und ihr Training auf bestimmte Zeit beschränken: deswegen hielt er sie für ungeeignet zum Soldatendienst, da die Krieger ihre Körper ab- Härten und sich deshalb noch Möglichkeit des Schlafens und der Nah- rung enthalten müssen. A r i ft o t e l e s bemerkt in seiner„Politik", daß die Sports- leute leicht frösteln, selbst wenn sie«ine gute Gesundheit besitzen. und daß man Athleten sehr rasch ohne gewichtige Ursachen sterben sieht. Und der Arzt Galen ist erst recht ein grimmer Feind des Sports. Cr verurteilt vom Gefundheitsstandpunkt aus alle Sport- arten, mit Ausnahm« des Ballspiels. Nach seiner Ansicht sind die Athleten unmäßig im Essen und Schlafen, und wenige von ihnen werden alt. Mit Fleisch vollgestopft, dick und aufgedunsen, sind sie häßlich, besonders die Boxer und die Ringkämpfer, deren Züge entstellt sind. Sie können weder der Hitze noch der Kälte wider- stehen. Was ihre Intelligenz anbetrifft, so schweigt man besser davon: Milon von Kroton, der stärkste oller Athleten, war zugleich der dümmste der Menschen.„Die Tätigkeit des Athleten", so schließt Galen,„hat nichts gemein mit den wesentlichen Werken des Lebenz." Wenn hier die Häßlichkeit und Dicke der Athleten betont wird, so muß demgegenüber doch darauf hingewiesen werden, daß die idealsten Gestalten, die die Kunst geschasfen, der Doryphoros des Polyklet. der Diskobol des Myron und viele andere den Typus des griechischen Athleten festhalten. Die Gegner wenden sich aber auch nicht gegen den Sport überhaupt, sondern nur gegen die Auswüchse, die es damals wie heute gab. Wie lange reicht Sie kohle! Bei dem gewaltigen Anwachsen, das die Industrien der ganzen Welt erfahren haben, ist die Frage nicht mehr unberechtigt, wie weit das heute noch wichtigste industrielle Betriebsmittel, di« Kohle, eigentlich reichen wird. Man sagt sich mit einem gewissen Recht, wenn der Kohlenverbrauch sich von Jahr zu Jahr steigert, muß man in absehbarer Zeit mit einer fühlbaren Verminderung des Kohle- Vorkommens rechnen und heute schon Vorkehrungen treffen, um für diesen Fall gerüstet dazustehen. Eine gewisse Streckung haben unsere Kohlenvorräte ja schon durch die Einführung der Oelseuerung erfahren und auch die rveiß« Kohle, die aus den'Wasserkräften ge- wonnene Elektrizität, ist ein wertvoller Ersatz geworden. Aver nichtsdestoweniger hat sich die Wissenschaft ernsthaft damit besaßt, ob es in absehbarer Zeit ein.Kohleproblem in dem Sinne gibt, daß uns die Kohlenvorräte endgültig ausgehen würden. Die Antwort. die uns durch genaue Forschungen auf diese Frage erteilt worden ist, lautet, wenigstens für Deutschland, immerhin tröstlich. Wie aus der Tagung des Vereins Deutscher Chemiker in Essen festgestellt wurde, kann man für Deutschland von einem Kohleproblem in dem eben angeführten Sinne kaum sprechen. Bergassessor Dr. Paul Kuckuck ist zu dem Ergebnis gekommen, daß die deutschen Stein- tohlenvorräte bei einer Iahresförderung von rund 100 Millionen Tonnen noch 2800 Jahre reichen können. Nach seinen Forschungen finden sich a» abbauwürdigen Kohlen im rheinisch-westfälischen Industriebe.zirk bis auf 1000 Meter Teufe rund 28,5 Milliarden Tonnen, gebt man bis zu 1500 Metern, so ergibt sich eine Zahl von rund 76,4 Milliarde» Tonnen abbauwürdiger Kohlen, und stößt man gar bis zum Liegenden des Kohleflöze führenden Gebirges vor, so wird man die Meng« von 283 Milliarden Tonnen Kohle vorfinden. Wie schon angedeutet, legt Kuckuck eine Iahresförderung von rund 100 Millionen Tonnen zugrunde. Dann wurde man bi- 1000 Meter Teuf« etwa 280 Jahre reichen, bis 1500 Meter etwa 750 Jahre und mit der dritten Schicht des Eteinkoblengebirges eliwi 2800 Jahre. Nun wird man allerdings sehr wohl damit rechnen könne», daß sich das jährliche Förderungsergcbuis leicht bis auf das Doppelte, also b's auf 200 Millionen Tonnen steigern lassen wird. Im Jahre 1913 hatten wir doch schon die Zahl von 190.109 000 Tonnen erreicht. Aber selbst dann, wenn die jährliche Förderungsziffer auf 200 Millionen zu stehen käme, würde der deutsche Kohlenvorrat immerhin noch 1400 Jahre ausreichen. r 15. verbanöstag öer Holzarbeiter. Frankfurt a. M., 16. Juni. Dritter Verhandlungstag. Schleicher vom Vorstand führte zur Lohn- und Ver- t r a g s p o l i t i k des Verbandes aus: Das Unternehmertum sucht jedes Uebel in der Wirtschaft durch Arbeitszeitverlängerung und Lohnkürzung zu beheben. Das Organ der Holzindustrie hat eben- falls diesen Gedanken gepredigt. Die Leitung des Arbeitgeber- Verbandes hat jeher zugegeben, daß sie von dem Anfang 1926 be- triebenen Lohnabbau keine Belebung der Wirtschaft erwarte. Trotz- dem waren wir gezwungen, in dieser Zeit eine umfangreiche Ab- wehrbewegung zu führen. Der Beschluß unserer Beiratskonferenz, unter keinen Umständen in einer vertraglichen Abbau der Löhne zu willigen, war für unseren Verband und die gesamte Gewerkschafts- bewegung von weittragender Bedeutung. Wenn Borsig kürzlich sagte, die Lohnhöhe sei abhängig von der Konjunktur, so sei das brutal, aber offen. Stärken wir den Verband so, daß wir dieser Konjunkturpolitik der Unternehmer jederzeit gewachsen sind. D a m m e r vom Vorstand legte eingehend dar, daß die Erfolge in den kleinen Branchen nicht besonders erfolgreich waren. Die Zahl der Organisierten in den kleinen Branchen ist auch nicht be- sonders imponierend. In der Abstimmung ist mit großer Mehrheit die Eni- schließung des Vorstandes und der Beratungs- k o m m i s s i o n angenommen, die die Haltung und die Entscheidungen des Vorstandes, des Beirats und der Städtekonferenzen bei den bisherigen Bewegungen billigt. Der Borstand wird auf- gefordert, neben der Erhöhung der Löhne dem Ausbau der Ferien, besonders auch für Lehrlinge und Jugend- liche, seine besondere Aufmerksamkeit der Verkürzung der Arbeitszeit zu widmen. Eine dringende Forderung ist die baldige und restlose Wiederherstellung des achtstündigen Arbeitstages als Höchstmaß der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit. Eine sehr lange Entschließung Pieck(Berlin) zu diesem Punkt wird mit großer Mehrheit abgelehnt. Zum nächsten Gewerkschaftskongreß berichtet Jahn vom Vor- stand über die Beschlüsse der vom Bundesausschuß eingesetzten Kom- Mission, die zu prüfen hat, inwieweit die heutigen unterschiedlichen Gewerkschaftseinrichtungen in größere Uebereinstimmung gebracht werden können. Der Holzarbeiterverband hat von jeher eine große Einheitlichkeit angestrebt. Der Gewerkschaftskongreß in Leipzig nahm eine Entschließung Tornow an, in der es heißt, daß die unter- schiedlichen beruflichen und wirtschaftlichen Verhältnisse eine voll- kommene Gleichmäßigkeit der Beitrags- und Unterftützungseinrich- tungen zurzeit ausschließen, daß aber eine Angleichung der vor- handenen starken Unterschiede möglich und zweckmäßig sei. Die. Reformoorschläge der Kommission hat der Bundes- ousschuß als Grundsätze aufgestellt. Sie gipfeln sich in folgenden vier Punkten: 1. beim 2. 3. 4. Anrechnung von staatlicher Arbeitslosenunterstützung Bezug von Gemaßregeltenunterstützung': Einheitliches Beitrittsgeld: Einheitliche Beitragsleistung: Einführung der Doppelwertmarke. Nach den Richtlinien ist die volle Gemaßregeltenunter- st ü tz u n g vom ersten Tage an längstens vier Wochen zu ge- währen. Bis zu weiteren neunWochen kann neben den Bezügen aus der staatlichen Erwerbslosenunterstützung die Gemaßregeltenunter- ftützung in der Höhe der statutarischen Arbeitslosenunter- st ü tz u n a gewährt werden, ohne daß die Bezugsdauer auf die Arbeitslosenunterstützung angerechnet wird. Das Beitritts- g e ld beträgt für männliche Mitglieder 1 M., für weibliche und jugendliche 50 Pf. Für Lehrlinge, die Kost und Logis beim Meister, aber keine Entschädigung erhalten, kann der Beitrag ermäßigt wer- den. Als Beitrag ist grundsätzlich mindestens ein Stun- d e n l o h n an die Hauptkassierer der Verbände abzuliefern. Des weiteren hat die Kommission zur Vereinheitlichung der Wartezeiten und der Karenztage Vorschläge gemacht. Dem Vor- schlag, daß nur die Zahl dar geleisteten lvochcnbeilräge für jeden Unter st ützungsanspruch maßgebend sein soll, stimmten 33 Verbände mit über 4 Millionen Mitgliedern zu. Der gleichmäßigen Wartezeit von 26 Wochen bei Streik oder Maß- regelung stimmten 29 Verbände mit 3,3 Millionen Mitgliedern zu, 4 Verbände mit 668 000 Mitgliedern machten Bedenken geltend. Dem Vorschlag, Streik- und Gemaßregeltenunterstützung vom ersten auf die Arbeitsniederlegungen folgenden Tag zu zahlen, stimmten 33 Verbände mit über 4 Millionen Mitgliedern zu. Dieselbe Zu- stimmung erfuhr der Vorschlag, daß mindestens 52 Wochcnbeiträge geleistet sein müssen, bevor Anspruch aus die sozialen Unterstützungen erhoben werden kann. Die Mehrzahl der Verbände mit der Mehrzahl der dem ADGB. angeschlossenen Mitglieder stimmen somit allen Vorschlägen der Kom- Mission zu. Sobald der Reichstag über die Leistungen der Arbeits- losenversicherung entschieden hat, wird die Kommission die Sache in Angriff nehmen. In der Debatte betont L e i p a r t vom ADGB., der nächste Gewerkschaftskongreß in Hamburg werde vom Geiste des Fortschritts beherrscht sein. Zur Frage der Umgestaltung der Organisationsform Erklärt er, der Grundsatz, in jedem Betrieb nur einen Verband, führe zum allgemeinen Arbeiter- verband, der praktisch unmöglich sei. Was das Eindringen in die Wirtschaft betreffe, so verweise er aus die Arbeiter- b a n k, die bei der Anleihe des sächsischen Staates in das Kon- fortium kam und allein in der Lage war, ihren Anteil gezeichnet zu bekommen. Ferner erwähnte er die sozialen Baubetriebe, die große Zahl von Geschäftshäusern, die zahlreichen Druckereien. Verlage und Buchhandlungen unserer Verbände, die Autobetriebsgesellschaften des Verkehrs- bundes, die Bau-und Wohnungsbaugenossenschaften, die Lebens, und Feuerversicherungen der Volksfür- sorge, die B ü r o p a usw. Redner wendet sich auch gegen die Aeuße- rung Piecks, der Klassenkampf sei das Primäre. Er frage Pieck, ob denn der Klassenkampf Selbstzweck sei? Das allgemeine Volkswohl sei das Primäre. Wenn dem Bundesvorstand nachgesagt werde, er beachte keine Neutralität, so stelle er fest, daß die Freunde Piecks Geld aus den Lokalkassen für die KPD. verwendet haben. Das ist wohl erlaubt? Die Gewerk- schaften seien nicht politisch neutral, aber sie sind politisch unabhängig. Der Hamburger Kongreß werde auch zur Ar- beitszeit Stellung nehmen. Auf Grund der Ergebnisse der Ratio- nalisierung ist das mindeste die 44-Stunden-Woche. Alle Welt will jetzt das sogenannte W o ch e n e n d, das wir für gut halten. parteinachrlchten für Hroß-Serlm «ins-ndunze» für diefe Rubrik sind vrrli» SW 68, Liudeuftraße Z, Net» an da« Bezirlijetretariat, 2. Hos, 2 Step, recht», zu richten. Arbeiler-Kuttur-Karlell Graß-Berlin. Sonnabend, den 18. Juni, 20 Uhr, im Volkspark Neukölln: Sonnenwendfeier. Eintrittskarten 30 Pfennig. Die Ordner treffen sich pünktlich um 18� Uhr am Eingang Golßener- Ecke Prinz-August-Straß« von Württembergstraße. • 2. Atel» Tiergarten. Sonnabend, 18. Juni, 1914 Uhr, erweiterte Äteis- vorstandssitzung bei Krüger, Putlitzstr. 10. L Ätei« Prenzlauer Berg. Gemeinsamer Sommcrausflug nach Kaulsdorf. Elld am Conntag, 8. Juli. Unkoftenbeitraa 3U Pf. Alle Bezirlsführcr holen am sireitag, 17. Juni, oder Eonnabenb, 18. Juni, die Programme, die als Teilnehmerkarten gelten, von ihrem Abtcilungskassierer ab. 7. Krei» Tharlottenburg. Das Daldfest findet am Sonntag, 19. Juni, im Bolkspark Iungfernheide lim Naturtheater und auf den Spielwiesen) statt. Mitwirkende: Charlottendurger Liedertafel, Kapelle Eisermann, Tambourkorps des Reichsbanners, Kinderfreunde, Freie Turner. Sozialistische Arbeiterjugend, Freie Schwimmer, Freie Schul» gemeinde Eharlottcnburg und Radfahrerocrein„Solidarität". Vordem findet um 13 Uhr auf dem Karl-Auaust-Platz(Krumme. Ecke Goethe. strage) die Vanncrweihe der 57. Abteilung statt. Darauf gemeinsamer Abmarsch aller Abteilungen zum Waldfcst. Die Genossinnen und Ge. ossen der benachbarten Kreise sind hierzu freundlichst eingeladen. Karten zu 30 Pf. sind bei den Abteilung!-, und Gruppenleiwrn zu haben. 9. Krei, Wilmcr»borf. Heute, Freitag, 17. Juni, W Uhr, bei Andreas, Pfalzburgcr Str. SZ, Ecke Eüntzelstrase. Sitzung der Leamlenwerbcaus- schlisse der Abteilungen. Eämtlick)e Werbeausschußmitglieder sind zur Teil. nähme verpflichtet. Die übrigen Beamtengenosscn sind willkommen. 11. Krei» Echoueberg. Friedenau. Di« Genossinnen und Genossen werden g«. beten, sich zahlreich an dem Filmabend der Sozialistischen Arbeiterjugend beute, Freitag, 17. Juni, 19 u Uhr, in der Aula der El>amisso.Schule, Am Barbarosiaplatz, zu beteillgen. Filme:„Der 1. Mai 1027",„Inter. nationaler Jugendtag Amsterdam". Unkostenbeitrag 40 Pf. 14. Krei» Neukölln. Dampferpartie am Dienstag. 21. Juni, nach Aiegenhals. Abfahrt 8 Uhr von der Wildenbruchdrücke. Tellnehmer. karten zu 1 M., für Kinder Sv Pf., find noch im Parte, bureau Neckar- strasie 3, von 17 bis 10 Uhr zu haben. Jnsbesonder- die Genossinnen sind zur Teilnahme eingeladen. Gäste können mitgebracht werden. Karten nur im Vorverkauf. heule. Freilag. 17. Juni: 21. Abt.«rbeit-rw-hlsahrt: 1014 Uhr pünktlich bei K-o�Utrechter� Str. 21z kurze wichtige Besprechung. Aktenverteilung findet edenfaus statt. Morgen, Sonnabend, 18. Juni: 48. Abt. 1814 Uhr bei Keller. Fllrstcnstr. 1. Vi-rteljahresabrechnunz. Sämt- liche Bezirke müssen unbedingt erscheinen.. � 90. Abt. Neukölln. 17 Uhr Einäscherung unseres verstorbenen Genossen Emil Ungcrmann. Um rege Beteiligung wird gebeten. a„t, Pctershagen. 20 Uhr Monatsversammlung IN der N-rdkol-»i- bei Haas-. Vortrag des Genossen Wilhelm Krüger, M. d. L.�„�cr Parte,tag>» Kiel." Diskussion. Verschiedenes. Anhänger als Gaste willkommen. Sonnlag, IS. Juni: 7. Abt. Ausflug nach Buch. Abfahrt Eteltiner Vorortbahnhof 'S Uhr. Nachzügler um 13 Uhr. Nach Ankunft.n Buch Parkbesichtigung und um 14 ilhr Äaffeekochen IN der Waldschänke. Gaste sind herzlichst c>iigc.Iadcn. nach Wi-sengrund. Saatwinklerdamm. Tresivunkt 12� Uhr Bahnhof Putlitzstraße. Freunde und Snmpathi. sierende mit ihren Familien sind-luacladen. Ebenkalls die Se m.t ihren Fanu.'�& SAI. und Kinderfreunde.— Achtungt Die Summcllm.n i�isin bis Freitag, 17. Juni, unbedingt beim Genossen Hernchcn, Wilsnackcr Straße 40, abgerechnet werden. 51. Abt. Sh-rl-ttenburg. Gemeinsamer Tresfpunkt dÄ Scnossinnen und Genossen mit ihren ftamilien 13 Uhr am Karl-August-Platz zum Abmarsch nach dem Waldfrst in der Iungfernheide.»arten„üd noch beim Ab. teilungslcitcr zu haben. Karten zur Dampferpartie am 3. Juli sind eben. falls noch beim Genossen Hcidrich zu haben. Frauenveranstattungeu. 4. Krei, Prenzlauer Berg. Achtung I Di« Kreisfunltionä�nnen�nferenz findet umständehalber erst am Dienstag, 21. Juni, statt. Näheres tn der Eonntagausgabe. Jungsozialislen. Gruppe Wcdding. Gesundbrunnen: Heute, Freitag, 17. Juni, 19 Ulst, ,ra Jugendheim des Ledigenheims Orthstraße, Laden, Gemelnschaftsabenb. Vor. trag:„Eine Demeinschasiswoche. Erlebnisse und Gedanken, Vortragender. izau:„mixe vy t mc i u i u; u 1 1» wuuj*.~,----.7 Eduard Leroandows?!. Instrumente mitbringen. Erschenit zah.reim. Gruppe Tempclhof-Mariendorf: Treffpunkt zur Sonnenwende Eonnabend, Juni, 19Vw Uhr, am Bahnhof Tempelhof. Sonntag, 19. Juni, Fahrt nach dem Hirten» graben. Treffpunkt 9 Uhr am Attilaplatz. Sozialiftische flrbeiterjugenü Groß-Herlin. Gcsamttrefspnnkt zur Sonnenwende morgen, Sonabcnd, pünktlich 2014 Ilht- Gucisenaustraßc Ecke Kaiser-Friedrich-Platz(Untergrundbahnhos Hasenheide). heule. Freilag. 17. Juni, 1Si4 Uhr: Moabit I: Schule Waldenserstr. 20.„Gemeinschaft in der SAI.'— Nord. oft II; Heim Dauziger Str. 82.„Die Entwicklung der österreichischen Sozial. d-mokratie."— Rasenthalcr Borstadt: Heim Iehdenicker Str. 25.„Die sr->c>l Gewerkschaften."— Wcißensee: Auf der Rennbahn Iugendspiel-Generalprabc. — Fr-nkf-rter Viertel: Heim Rigacr Str. 102/103. Glaßbrenner-Abend.— Stra lauer Viertel: Heim Goßlcrftr. 81. Glaßbrenner-Abend.— K-ttbusscr Tar: Heim Reichenberger Sir. 88.„Maxim Gorki."— Friedenau: Treffpunkt zum Filmabend 1SM ilbr Lauterplatz.— Eharlottrnburg: Heim Rosincnslr. 4.„Eni. stehung des Weltkrieges."— Halcnsee: Sckiule Ioachim-Friedrich-Str. 35/38. „Körperkultur und Scrualfragc."— Britz: Heim Rathaus Chaussecstr. 43. „Unser Wandern."— Köpenick: Heim Grünauer Str. 5.„Fauft-Adend", 1. Teil. — Baumschulenweg: Heim Ernststr. 18.„Unser Sport."— Johannisthal! Rathaus.„Ziele der Arbeiterjuaeiid."— Nicdersiböneweide: Schule Berliner Straße 31.„Körperkultur."— Treptow: Leim Elsenstr. 3.„Di- arbeitend« Iiigeiid im Arbeitsrecht."— Nicdcischöuhaujen: Schule Blankendurgcr Str. 70. „SAI. und Gewerkschaft." Werbedczirk Schöneberg: Aula der Ehamisso.Schule am Barbarossa» platz. Beginn 1420 Mir. Eintritt 40 Pf. Filmabend:„Amsterdam" und„1. Mai". Die Musikinstrumente müssen mitgebracht werden. Morgen, Sonnabend. 18. Juni: Falkplatz: Beteiligung an der Sonnenwcndfeier I» Neuköllner Bollspart Anschließend Fahrt nach Köniaswusterhausen. Treffpunkt 20 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee. Nachzügler Sonntag 7 Uhr Bahnhas Schönhauser Allee. Wcrbcdczirk Prenzlauer Berg: Treffpunkt zur Sonenwcnde für alle Ab- teilungcn 19 Uhr Schönhauser Allee, Danziger Straße. Wcrbcbezirk Schöucberg: Beteiligung an der Sonnenwendfeier im Neu- köllner Volkspark Anschlichend Fahrt nach Werder-Colpinsee. Treffpunkt 2314 Uhr Bahnhof Tempelhos. Kosten 1,20 M. WUfijU&iHiWH' Sülzwurst............ pid. 90Pt Spetkwurst......... Pfund 90Pt. Berliner Meltwursi p«. 1,00 Hausm.- Leberwurst prd. 1.00 Mellwursl u. Br.Art, Plnnd 1,10 Speck teuer.......... Ptupä i,10 jagdwursi.......... Ptunä 1.20 Fleisdiwursf......... pwnd 1,20 Knoblauchswurst Pumd 1.25 Hildesheimer........ Pkaodl.25 Bierwursl.......... Pfand 1,60 Hoiii.Zerv,o, Salami Pfand 1,60 Schinkenspeck..... Pfnndi.eS Maussdiinken..... pinnd f.80 Gemüse Rhabarber p.u-d 9«. (SOln!........ 5 Köpfe 20p f. ftehlrabf..»»nd«i 20?» Etl!lSMMlI°p?u?d'20p.. AiMAMeNp-d 24?. Grüne Gurken ran 25 an- Mhren��and28?.. Tomaten..... Ff.nd 35pt Sbtt Zitronen neu., i-trd. 48?-. Kananvn...PlundSO?, Ananas........ Pfund loo Bruchreis........ Pfand 20pl Tafelreis......... Pfund 24Pf. Valencia-Reis.Pfund 30pf. Bluerose-Reis..Pfund Z6Pf. Eier-SchniltnudelnPW.ckSPf. Eier-FadennudelnpwSOPf. EiermakkaroniBnicbPiAckSPt Weizengriess..Pfand 28pi. Harlgriess...... Pfand 30Pt Backobst k»«»., s-Fr, ph. 48pf. Bosn. Pflaumen Pfund 30pf. Menqenabfiabe vorbehalten Verkauf soweit Vorrat PWCIHIIJS FILiBS€IHI Erdbeer........ Kirsch........... Aprikosen..... fohannisbeer, Orange........_ Pflaumen.............. 1,10 Gem. Marmelade.... 90?:. |45 P Prfma Schweineschinken Pfund 90?f. Pa. Schwelneschulterblatt Pfund 90?t. Prima Schweinebauch..... Pfand 85?t Prima Schw.'Kamm u.Schuft Pfand 1,26 Prima Kassler................ Pfund 1,20 Prima Liesen................ Pfund 70?f. Prima RUckenfett bntfeitigPiand 76?L Pa. Eisbein mit Bpiub., mild gep..Pfd. 54PL Prima Schlnkenbelnefriach, Pfand 30Pf. Pa. Hammeiii. sDleks Hippe) Pfand 98Pf. Prima Hammelkeulen...... Pfund 1,16 Kalbskamm.................. Pfund 84Pf. Kalbsnierenbraten......... Pfand 92Pt Kalbskeulen bis 9 Pfd.,». Blatt, Pfnnd 96Pf. Suppenfleisch............... Pfnnd 84Pt. Schmorfleisch Keale,«. Kiu, Plnnd 1,28 Schabefleisch................. Pfand 1.28 Ochsenbacken.............. Pfand SZpi. Gehacktes.................... Pfnnd sOpl Rinderleber................. Pfand S8Pf. Rindertals................... Pfand 54pl Pökelrippen................ Pfand SSpi. GEFRIERFLEISCH Pa. Ochsen-Schmorfl. o.k., Pfand 94Pt. Pa. Ochsensulasch......... Pfund 70pl Pa. Ochsen Suppenfleisch Pfand 48Pf. Po. Ochsenbrust............ Pfand 58PL Pe-Hammelfielsch, dicke ßfppc.piomf 76Pf. Pa.HammelrUcken......... Pfund 86p'- Pa. Kammelkeulen......... Pfund 86«. Pa. Rinderherzen........... Pfand 44i>|. Pa. Kuheuter................. Pfand 24? f. Pa. Rlnderlunse............ Pfand 30pi. Pa.Schwelneköpfe w. Fettb. Pfund45Pt. Leipziser Str.* Alexanderplafz •iiHiiiniifTiiiinitiiiTTTriiiiiiiiiiiiiiiiiMiMiiiiiitiiiimiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiKiiiiiiiiiiiiiuniiiiiiiitiitiiiN Frankfurter Allee* Andreasstr. ••niiiiutiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiHiMMiiiiiiuiimiiiiiiiuiiiiitfttniiiiiiiiiiiiiKHiiiiniuiniHuiiiiiiiiiiiiuuii« Brunnenstr.* Belle-Alliance-Str. • II II IIIIMIIl||»MIIIIUUtlllllllllllMIIIIIII|IIUIII|l|||l|U||||||||iMlllllllllllllilltlllllilllillUlli IIIIIIIII n MIIIM kottbuserDamm* Chausseestr. «■••■•«•■••"«•»•••••«•••■•••"••■"•»••»•••••HlllllftiiillllMllltlHIIIHIIHMIIUIIUUinillliiUlHUniHiUlHIIltl SZiHUiHMWH' KMuLaaMM>/, Com Karoll.en gescbnltten...... 36pt Gemüseerbsen......«..55pt ]unge Erbsen-—.�...eöpt P[e|ferlinge............ 88pt, Sellerie in sciierben....... 95pt ]ge. Tellower Rübchen 1,15 Erbsen fein, mit K«otten.. 1,25 Gem. Gemüse Mkrfein 1,65 Äpfelmus................. 73Pt Birnen Fmekt.......... 78Pt P|laumen mit stein..>....85pt P|laumen■/, rrncht...... 95pt Reineclauden........... 1,10 Ananas................... 1,60 Romatour....... stück 1 8pi. Emmenlhaler o.Eindc,-«0 6 teilig........-.Schachtel' oPf. Allg. Limburger pfd. 45pf. Holländer...... Pfand 68pl Edamer.......... Pfund 68pf. Holländer yoUfett,Pfd. 98?». Edamer Tomctt..Pfnnd98pf. Tilsiler Tollfett....Pfand 1,05 Chesterkäse.... Pfand 85?«. Tilsiler ohne Rinde, Pfand 80?,. Matjesheringe 10 nene........ Siück I Vpt Me Kartoffeln i K Fiund.............. le�Pf. GeMssl ttttd mm Wolgahähner _...Pfund Suppenhühner« Enten u.fe.CiäRse?fd1 .T5 45 2J Brathühnchen...Pfund 1 Kehlblätter........... Pfund I05 Rehrasout........ Pfand 26p<. SaUn' Margarine Pfund 55, 62pf. Qriebenschmalz Pfd.85Pt Bralenschmalz Pfund 85Pf. Kokosfett l-Pfund-Tilel 55 Pf. Tajelbuller...... Pfand 1,82 Teebuller........ Pfund 1,95 Dan. Tajelbuller pm. 2,00 Slacbelbeerwem.......... Heidelbeerwein........... Jobannlubeerwetn........ Cider, ifliter Apfelwein........ Apfcloatt, nntnneln.elliehelfre! Vi FL 10 FL 95 J00 iilcer 5 Liier gobanntsbeerweiNfrf........ Seidelbeerwein.......... f. 50 Ci0CC süsser Apfelwein...... w W Preise ohne Flanch» VorxugsLnsebotl WEINE VOM FASS ia unseren bekannt guten Qualitäten. Gcfässo bitte mitbringen Boriöorfer Apfelwein al« Bowlen- und 4 30-fOO i 5 Liter# 30 RlielnpfBizer Weisswein Tuehwem. ute« Alier Torrngonü gepflegt, Toll, tot..... Liter I 5 Liter Weltscr Tarragona......•/, Kl. 10 Fl. 1921er LapeUeterle, Bord. � CA 4■ flfl 1922er Nackenli. Frltieni. 1 QU 1 EkUU 1922 er Königsbacher _ Mnhlweg-■ AW Simbeer«, Kirf», und Erdveeriatt 1C0175t600 1U»enr guter tiaaliui, mit BalQnude eingekocht _ l'relee od» I- las. be «FfN___ �____ Vas Ideal der praktischen«pK nertte Mop„«37s imnrttnirrt, mit So»» and StUl............................................ flkocklN 1 Hertie Mopsol 43, 90, 240 sm* 'Kablimtianä�'?? 16?, 'Seelachs�'?'.? is?.. 'StbeNM.P�d20?. 'Golbbarfch Pfand22?f. Mchfilet..Pfand Zo?.. AofZUNgtN Pfand 2Z?r. 'Leb.echleie 112 9iöuMeilnoe.Bti2pt. Flunbern... pinnd 42?L VthellM ger..Pfd 45pt. Eerlluhö ger....Pfd.45?f. Fetlbütklinge m50?r MAlWS.�-'fd.1'° • Nur Lelpxl|«r Str., JlMMdtrpIttx, Frankfurter Allee, Kottbueer Dui«