Nr. 133. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin; Bierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfa. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Haltet den Dieb! Donnerstag, den 11. Juni 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. schätzt worden, und der Steuerfiskus hatte das Nachsehen. ist von frecher Hand entblößt und den Augen der Menge Das ist ein Zeichen von Heißhunger, von kecker Gewinnsucht, schnöde preisgegeben. Es ist ein Stück von ihm. Der Bochumer Steuerprozeß giebt wieder einmal von unbeschreiblichem Geschick, das Glück zu forrigiren, aber Die Arbeiterklasse sieht ihr Urtheil über das Ethos des Gelegenheit festzustellen, weß Geistes unsere Bourgeoisie ist. es ist nur eine Konsequenz der Politik, welche den Besiglosen Bürgerthums doppelt und dreifach bestätigt, und trauernd Wir meinen die nicht in die Skandalgeschichte verwickelte, zehnten läßt, auf daß es den herrschenden Klassen wohlergehe. steht im Winkel die ganze historisch- ethische Schule, die so die unbetheiligte, die sittlich entrüstete Bourgeoisie. Die Mögen die Beträge, welche dem gemeinen Säckel des preußi- viel zu sagen weiß von dem Wahren, Guten, Schönen in Heuchelei des großbürgerlichen Pharisäerthums feiert einen schen Staates, der Stadtgemeinde Bochum entzogen find, der geläuterten Seele des reinen Bourgeois. wahren Herensabbath, die Organe des Deutschfreisinns, des noch so beträchtlich sein, was, so sagen wir, verschlagen Was ist der Geist der Bürgermoral? Das PrivatKonservatismus und des Zentrums einen sich brüderlich zu fie gegenüber den Millionen von Mark, welche durch eigenthum. Was ist die Moral dieser Moral? Die dem kläglichen Lamento über die Schlechtigkeit der Men- die indirekte Besteuerung den Armen und Elenden Jahr Schöpfung des Reichthums. Der Mehrwerth, das ist das schen, und ein geschüttelt und gerüttelt Maß moralischer für Jahr genommen werden? Was bedeuten sie gegenüber A und D, der Anfang und das Ende, das Endziel der Empfindungen kommt heuer auf den offenen Markt. dem unsäglichen Leid, das aus dieser Quelle stetig fließt? Bürgerklasse. Die Ausbeutung des Proletariats ist der Diese Sittlichkeitshausirer kennen ihre Kundschaft, und Die Krautjunker mögen schelten über die verächtlichen Kniffe Hebel, der die ganze verzwickte und verwickelte Maschinerie wenn sie darum den Mund recht voll nehmen und außer der westfälischen Schlotbarone. Aber sie bleiben falt, falt in Bemegung setzt und hält. sich sind über die Vorgänge in Westfalen, so darf dies über biszur Schamlosigkeit bei dem Nothstand, den die Theuerungs- So wird das bürgerliche Gewissen elastisch wie Rauts den wirklichen, handgreiflichen Werth derartiger Kund- preise des Brotkorns über die„ Enterbten" bringen. schuk, es schmiegt sich allen Bedingungen der Plusmacherei gebungen nicht täuschen. Es ist immer die Praxis erfahrener Und ist nicht noch in frischer Erinnerung die Geschichte innig an, und wie sich der Horizont der Profitschnapperei Schelme gewesen, am lautesten zu schreien: Haltet den Dieb! jenes schlesischen Magnaten, der, mit zarterem Gewissen be- erweitert, dehnt sich auch das Gewissen weiter und weiter. Was in Bochum geschehen ist, kann von uns mit der Un- lastet als seine Genossen, gegen die zu geringe Einschätzung Der dünne Schleier, den das geschärfte Auge des Kundigen befangenheit des Beobachters untersucht werden; wir Einspruch erheben wollte und daran verhindert wurde, weil und der Sozialismus hat erkannt nur zu leicht durchhaben nicht nöthig, auch nur einen Augenblick lang ja die Anderen dann auch über die Klinge springen müßten, dringt, ist die Phrase des" legitimen" Geschäfts, des„ anetwas Anderes zu sein, als der Arzt, der mit kühler die sich diese Art Unterschätzung nur zu gern gefallen ließen ständigen" Gewinns. Unser Urtheil über die bürgerliche Sachkunde einer Krankheitserscheinung seine Aufmerksamkeit und ihre Lebensführung darauf zugeschnitten hätten? Hat Gesellschaft aber bleibt dasselbe, trotz der Bochumer Skandalzuwendet. man schon vergessen, wie die Grafen, Fürsten, Herzöge des geschichte. Wenn der gute Bürger richtig steuerte und alle Die Steuerhinterziehungen in Bochum sind nichts Außer- Herrenhauses, die nothleidenden Millionäre des Groß gesetzlichen Verpflichtungen so peinlich erfüllte, wie er es gewöhnliches, sie sind ein alltägliches Vorkommniß. Außer- grundbesitzes, gegen die vier Prozent des neuen Steuer nicht thut, sobald fein Vortheil für ihn dabei herausspringt, gewöhnlich ist nur die öffentliche Feststellung, welche dem gesetz- Entwurfes stürmisch deklamirten und stimmten? er bliebe was er ist, er muß bleiben was er ist, bei Strafe bürgerlichen Bewußtsein fremd ist. Die Thatsache, daß der So daß erst ein sanfter Druck sie zahm machen mußte. der Selbstvernichtung. Die munteren Seitensprünge der Staat jedes Jahr um ungezählte Tausende betrogen wird Wenn alle Fälle der zu niedrigen Einschätzung vor den Einen, der großen Thatsache der kapitalistischen WirthSteuerdefrauder sind nebensächlich verglichen mit der dadurch, daß die potenten Steuerpflichtigen ihre Verbind. Schranken der Gerichte enthüllt werden würden, wie lange schaftsweise. lichkeiten gegenüber dem Gemeinwesen nicht erfüllen, spielte meint man, hätte die preußische Justiz von Memel bis noch jüngst eine bedeutsame Rolle in den preußischen Steuer- Saarbrücken, von Schleswig bis nach Zabrze zu thun, um Der jahrzehntelange Betrug im Schienengeschäft, so wichtig Und die Stempelfälschungen des Bochumer Stahlwerks? debatten. Vergießt jetzt die Ehrbarkeit hetße Thränen über diesen Berg von Prozessen abzutragen? die Greuel in Bochum, so ist das die Rührung eines Parfür das Verkehrswesen, ein Betrug, der unmittelbar gegen terres von Tartuffes. Daß gerade die Blüthe der deutschen Bourgeoisie, die den Hauptkunden des Schienenwerks, gegen den Staat sich Das Stück, das in Essen sich abspielt, ist nur ein rheinisch- westfälische, auf die Armesünderbank gekommen ist, richtet; ein Betrug, der das Leben der Reisenden auf das Einzelfall; die Besitzenden tragiren es überall nach Kräften die getreue Gefolgschaft des Fürsten Bismarck, die Repräs Schwerste gefährdet? Was ist hierauf zu sagen? Wirthund mit Erfolg. Man kann sagen, daß der Prozeß eine und mit Erfolg. Man kann sagen, daß der Prozeß eine fentantin der siebenfach gesiebten Sittlichkeit, die Feudal- schaft, Horatio, Wirthschaft. Die zügellose Profitgier des geschickte Allegorie ist, die das Seelenleben der Kapitalisten- aristokratie der Kohlengruben und Eisenwerke, die mit Ar- Unternehmerthums kennt keine Schranken, wo es sich um klasse versinnbildlicht und das Treiben der oberen Zehn- nehmerthums, das ist der Humor von der Geschichte. Die wartung der Arbeiterklasse, das Elend der Proletarier, beitern nicht verhandelt", die Elite des deutschen Unter den Gewinn handelt. Die leibliche, geistige, sittliche Enttausend abspiegelt. Daß die Bochumer Patrizier die Steuerlast auf das Dialektik der ökonomischen Entwickelung läßt nicht mit sich sie sind die Folgeerschein ung der kapitalistischen WirthschaftsVolk abwälzen, daß sie die Armen für sich nicht blos frohnen, spaßen, sie spaßt aber mit ihren Geschöpfen, den Bourgeois in ordnung. Was ist der bethlehemitische Kindermord gegen sondern auch steuern lassen, ist dies etwas Neues, etwas Westfalen. Sie macht diese treuen Diener des Kapitalis- die Bernichtung der Arbeiterfinder im Interesse des RebUnerhörtes, etwas noch nicht Dagewesenes? Worauf gründet mus zu Märtyrern, die für die Sünden der ganzen bachs? Was der gräuelvollste Krieg gegen den Ruin ver sich das System der indirekten Steuern? Auf Heranziehung Bourgeoisie büßen müssen. Nicht beschimpfen, nicht preis- arbeitenden Klasse im Dienste des Unternehmerthums? Rückder breiten Massen der werkthätigen Schichten zu Gunsten geben, lobpreisen und ehren soll sie der Bourgeois. Aber sichtslos opfert das Großkapital die kleinen, stößt es derer, die etwas haben, auf Belastung der Armen zu Nutz leider, leider: und Frommen der Reichen. Die Lebensmittelzölle wuchten vor allem auf den Schultern des Proletariats, das ProDie thöricht g'nug ihr volles Herz nicht wahrten, Hat man von je gefreuzigt und verbrannt." letariat giebt dem Junker das Schnapssteuergeschenk, die Greift indeß im stillen Kämmerlein, wenn er allein ist Zuckerausfuhrprämien zahlt das Proletariat. Die Herren in mit sich und seinem Geldsack, der Reiche in die geheimniß Bochum haben dank einer wohlwollenden Einschätzungs- vollen Tiefen seines Mannesbusens, so findet er auf dem kommission, dank ihrer einflußreichen Stellung in der Ge- Grunde das, wogegen er sich so sehr zu sträuben scheint, die meindevertretung erfleckliche Profite gemacht, sie sind unter- Anerkennung der Bochumer Dulder. Ein Theil seines Jch Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 81 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. Müller sagte erleichtert, während ihm eine feine Röthe in das hagere Geficht stieg:" Ja, das war dem Ambros sein Groll." Bauern, Handwerker, Kleinhändler in das Proletariat, feine Scheu hält es ab, die Hand nach dem Reste der Volkskraft auszustrecken um der Masse das letzte Mark auszusaugen. Ein Schaeffle spricht es aus: Wer heute Millionär wird, streift mit dem Aermel das Zuchthaus. Der Betrug, der Schwindel, die Waarenfälschung ist eine Wissenschaft geworden, das Verzeichniß der landläufigen„ Sophistikationen" der gewerblichen Erzeugnisse füllt zwei starke Bände. Und blieben immer auf ihn gerichtet. Er bemerkte es nicht, denn er sah zu Boden. Ganz zusammengesunken saß er da. Er war in den letzten Stunden sehr, sehr alt geworden. Der Korporal zwirbelte an seinem Schnurrbart, fah Sie bemerkte es wohl und dennoch regte sich in ihr bald den Müller, bald den Verwundeten an und sann kein Mitleid mit ihm. darüber nach, was er noch fragen sollte. Es fiel ihm nichts ein und so dachte er, daß er dem Herrn Landrichter Be- hat sich fortgemacht," begann er nach einer Weile und hob Wenn der Ambros nur Deinem Rath gefolgt ist und gebenen und ein Theil der Leute folgte seinem Beispiel. Dein Name ist in dem Handel nicht genannt worden, foll's richt erstatten würde. Er entfernte sich mit seinen Unter- die Augen zu ihr auf. Die Landjäger waren da. Aber Andere blieben noch zurück und wollten das traurige Er- auch nicht werden." die größte Aufregung, und der Korporal mußte nachdrücklich für ihre nachbarliche Theilnahme und bat sie, ihn allein zu dacht, daß der Schimpf, den Jerg ihr angethan, in die Die Bestätigung durch Arigaya versetzte die Leute in eigniß mit dem Alten durchsprechen. Aber er dankte ihnen Ruhe gebieten. Der Müller schaute sich langsam um lassen. Da gingen auch sie. und mit festerer Stimme sagte er, mehr zu dem Führer Es war Nacht geworden, als sich der Alte von dem Er sah ihre Aufregung und suchte sie mit der Versicherung der Landjäger sprechend: Schemel am Fußende des Bettes erhob und wieder in die zu beruhigen, daß von ihm Niemand Näheres über den " Ihr wißt ja, wie es geht, wann zwei junge Leut' Wohnstube ging. Hier brannte ein Licht auf dem Tische, Streit erfahren würde. einen heimlichen Span auf einander haben: da hat jedes der sich noch in demselben Zustand befand, wie Afra ihn Sie zuckte zusammen. Daran hatte sie noch nicht geDeffentlichkeit gezerrt werden könnte. Sie wurde noch blässer. Wort doppelte Schneid' und gleich giebt's ein Raufen. Ich zum Abendessen gedeckt hatte. Das Licht mußte lange nicht D, Du bist so gut," stammelte Afra und zu ihm tretend hab' sie nicht auseinander halten können. Es war ein un- geputzt worden sein, denn es hatte eine lange Schnuppe, die fuhr sie fort:" Der Jerg hat in seiner Giftigkeit mehr glücklicher Schlag, den der Ambros mit dem Schemel ge- mit einem glühenden Knopf aus der trüben Flamme ragte. gered't, als er vor Gott verantworten kann. Glaub's mir führt hat. Aber der Jerg hatte ein Messer zu fassen ge- Afra saß neben dem Uhrgehäuse, an das sie den Kopf ge- doch ja! Du sollst alles wissen." Er wollte ihr wehren, friegt." lehnt hatte. Ihr Mann gewahrte sie erst, als er das Licht denn was konnte sie ihm sagen, was er nicht schon er Der Korporal war dadurch nicht befriedigt. Er wollte ergriff, um nach der Zeit zu sehen. Ihre Augen waren mit rathen hatte? wissen, worüber Beide in Streit gerathen wären. Der einer unheimlichen Starrheit auf ihn gerichtet. Er nickte zu ihrem Geständniß traurig mit dem Kopse Müller zögerte mit der Antwort. Vor drei Stunden kann er nicht da sein," fenfzte er, und sagte leise:" Es hat freilich so kommen müssen. Armes Da rief einer von den Anwesenden: Lasset doch den das Licht wegstellend und ließ sich auf der Ofenbank nieder. Weib!" alten Mann in Frieden! Es weiß ja jedes Kind, daß Da traf sein Blick das Messer, welches Jerg entfallen war. es von wegen des Klosterhofs gewesen ist, den der Das Licht spiegelte sich in der Klinge. Jerg da hat erheirathen wollen. Wenn mir Einer mein Erbe hinterrücks wegschnappen wollte, ich verſtünd' auch feinen Spaß." „ Ach, das ist ein großes Unglück für uns Alle," murmelte er, und schob das Messer mit dem Fuße unter die Ofenbank. Da kamen ihr die Thränen. Sie warf sich neben ihm auf die Ofenbank und schluchzte an seiner Schulter. Er ließ sie eine Zeit lang ungestört weinen; dann sagte er mit einem Seufzer:" Ich hab's gut mit Dir gemeint, als ich Dich zu meiner Frau machte, aber der Mensch soll nicht klüger Ein zustimmendes Gemurmel erhob sich und der Afra schwieg, doch ihre großen schwarzen Augen sein wollen als unser Herrgott. Gleich gehört zu Gleich. man wundert sich über die Mogeleien in der Schienen- erzeugung, über nachgemachte Stempel, über Gravieranstalten, die den staatlichen Revisor, den Abnehmer Staat über's Ohr hauen. Das ist auch nur eine Konsequenz des Systems. „Geflickte Schienen," sagt Herr Baare,„lausen eben mit." Und die Eisenbahnunfälle.... Die stehen mit ihrem Verlust an Leben und Gut nicht im Konto der Unter- nehmung. A la guerre, comme ä la guerre. Das ist der Krieg Aller gegen Alle. Wer A sagt, muß auch B sagen, wer den Kapitalismus will, muß auch seine Folge-Erscheinungen mit in den Kauf nehmen. Will man den Profit, muß man auch die Uebel wollen. Da hilft kein Widerstreben. Entrüstet sich deshalb die Bourgeoisie über Bochum, so sei ihr erwidert: Bochum ist überall, wo die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen herrscht, Bochum ist mit einem Worte der Mikrokosmos der bürgerlichen Welt. Wozu also der Lärm? Die Arbeiterklasse läßt sich nicht mehr täuschen durch das gellende Geschrei: Haltet.den Dieb! Mag die Bourgeoisie sich himmelhoch entrüsten. Sie bleibt was sie ist, sie will es bleiben. Wir aber entrüsten uns nicht, wir begreifen den Zusammenhang der Dinge. Das Proletariat geht ruhig seine Bahn, es hat keine Zeit, keine Neigung zu wortreicher Entrüstung. Es hat Wichtigeres zu thnn, es muß und es wird handeln. Jtalifirftjre Rebsvflihk. Berlin, 10. Juni. Die pathetische Absage, welche die„K o n s e r v a- tive Korrespondenz" dem Antisemitismus ertheilt, würde werthvoller sein, wenn sie etwas besser begriindet wäre. Es ärgert das konservative Organ, daß die Anti- semiten sich„als eigene Partei konstituirt" haben. Das sei ein„Nonsens". Nun ja, aber sind nicht auch die Agrarier eine„eigene Partei", und zwar eine mit weit schärfer for- mulirtem Programm als die, wie Hunde und Katzen ein- ander bekämpfenden Antisemiten,— wird ihnen deshalb von den Herrn Konservativen der Stuhl vor die Thür ge- setzt? Und sind die Konservativen etwa mit den Zielen der Antisemiten nicht einverstanden? Die„Konservative Korrespondenz" tadelt zwar die„forcirten Akzente, die scharfen Zuspitzungen"— indeß das richtet sich gegen die Methode und nicht gegen den Inhalt. Gelegentlich der jüngsten Judenhetze auf der Insel Korfu haben wir es erlebt, wie die gesammte konservative Presse Partei für die„Antisemiten" ergriffen hat, und zum Theil, unter Anführung des vornehmsten Parteiorgans, der„Kreuz- Zeitung", den mittelalterlichen Glauben an die sogenannten Ritualmorde— d. h. daß die Juden Christenkinder schlachten, um mit deren Blut religiöse Zeremonien zu er- füllen— wieder zu erwecken sucht, was, wenn es gelänge, die mittelalterlichen Judenmetzeleien auch für Deutschland wieder auf die Tagesordnung setzen würde. Also nicht prinzipielle Gründe sind es, welche die„Absage" er- wirkt haben. Offenbar sind es rein praktische Rück- sichten: die„Konservative Korrespondenz" fürchtet, daß bei Wahlen— z. B. zetzt bei der bevorstehenden Ersatzwahl in Kassel— die„Antisemiten" als„eigene Partei", indem sie„eigene" Kandidaten aufstellen, Spaltung in die konservativen Reihen bringen. Das ist des Pudels Kern. �'nd wenn es gelingt, betreffs der Ausstellung von Kandidaten im/ den„Antisemiten" zu irgend einer Verständigung zu gelangen, überhaupt dieselben von„rollenwidrigen Seitensprüngen" abzupften, so sind sie den Herren Konservativen außer- ordentlich willkommene Bundesgenossen, und mehr als daS: Parteigenossen. Der Umstand, daß die Antisemiten unter sich uneinig sind bis zur zerfahrensten Katzbalgerei, das bildet kein Hindcrniß, denn der„großen konservativen Partei" ergeht es in dieser Beziehung nicht besser. Wenn wir von den Hauptzielen absehen: das Volk politisch niederzuhalten und ökonomisch auszubeuten, jeden Fortschritt zu verhindern und die Raubritterei des Mittel- alters in modernem Gewand wieder einzuführen,— giebt es nicht eine einzige Frage, in welcher die konservative Partei einig ist. Und die demokrätzelnden, sozialdemagogischen Allüren, welche die Herren Antisemiten annehmen, um den Bauernfang besser betreiben zu können, haben durchaus Du bist immer gut zu mir gewesen und hast mich in Ehren gehalten. DaS werd' ich Dir nie vergessen." Sie schlang den Arm um seinen Hals und weinte nur heftiger. „Ja, ja, es ist nicht anders: in der Jugend fordert das Herz sein Recht," sagte er nach einer Weile und machte sich sanft aus Asra's Arm frei.„Es ist das Mühlrad des Lebens und die Liebe treibt es um." Er rieth ihr, sich nieder zu legen, bis der Doktor käme. Aber sie wollte nicht. Wie hätte sie Schlaf finden können? Da sie inne wurde, daß er wieder nach Jerg sehen wollte, hieß sie ihn das Licht mitnehmen. Seitdem sie ihm[ihre Liebe zu Ambros gestanden hatte, fürchtete sie sich nicht mehr vor der Dunkelheit. Der Mond spielte in die Stube herein, und sie dachte wieder an Ambros, mit dem sie in den Kampf um die Freiheit Tyrols hatte ziehen wollen und der nun das Vaterland meiden mußte. Auch ihr Mann dachte an ihn, während er an dem Bette seines Sohnes saß, und seine hagere Gestalt krümmte sich mehr und mehr zusammen. Er merkte nicht, wie das Licht schwelend erlosch, die Morgendämmerung in die Stube kroch und ihr fahles Gesicht Heller und Heller wurde. Es mochte um die dritte Stunde sein, als er durch das Rauschen des Baches, der unter dem Kammerfenster vorübcrfloß, ein Räderknirschen vernahm. Langsam richtete er sich auf und strich mit der Hand über das Gesicht. Es sollte ihm Niemand anmerken, was er gedacht hatte. Afra hatte unter- dessen schon den Doktor an der Hausthür empfangen und er hörte ihn rufen: „Bei'm heiligen Hippokrates, wenn er todt ist, hättet Ihr mich nicht aus dem Bett zu jagen brauchen." Die Natur hatte ihn mit einem Paar kräftigen Lungen ausgestattet und Grobheit gehörte damals und noch lange nachher zum ärzlichcn Handwerk. Zu einem höflichen Arzt wtirde Niemand Vertrauen gehabt haben und am wenigsten der Landmann. Doktor Ostler besaß diese Tugend in großem Maße. Er stand am Anfang der Vierzig, war von ge- drungenem Körperbau und hatte ein Gesicht, das der gute tyroler Wein und der häufige Aufenthalt in der freien Luft braunroth gefärbt hatten. Seine Krankenbesuche auf dem nichts Abschreckendes für die Herren Junker, deren heiße Bemühungen, mit den Sozialdemokraten Bündnisse gegen das liberale Bürgerthum zu schließen, weltkundige That- fachen sind. Kurz, die Herren Antisemiten werden, trotz der Ab- sage, welche die„Konservative Korrespondenz" ihnen soeben er- theilt hat, genau in dem alten Verhältnisse zu der konser- vativen Partei bleiben, die solche geübte, mit allen Hunden gehetzte Hetzdemagogen für ihre lichtscheuen Zwecke vortress licy gebrauchen kann. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß es uns in Privatbriefen verdacht worden ist, die Ehrenschein- A s f a i r e des Herrn Liebermann von Sonnen- b e r g vorgebracht zu haben. Die Briefschreiber— beiläufig Genossen, die den Antisemitismus nicht minder verabscheuen als wir— meinten, es sei vom sozialdemokratischen Stand- punkte aus nicht recht. Jemandem, der ein Opfer der so- zialen Verhältnisse geworden sei, hieraus ein Verbrechen zu machen. Aber das haben wir auch nicht gethan. Daß Herr Liebermann in seiner Jugend Wucherern in die Hände gefallen ist und schließlich, weil er seine„Ehrenscheine" nicht einlösen konnte, aus seiner Karriere geworfen ward— das haben wir ihm nicht als Verbrechen angerechnet— im Gegentheil: an sich mußte das ihm Anspruch auf unser Mitgefühl geben. Aber in anderem Licht erscheint die Sache,, wenn Mr bedenken, daß dieser Mann, der einer nach dem Ehrenkodex einer bestimmten Partei ehrlosen, ihn aus der Gesellschaft ausschließenden Handlung schuldig gewesen ist,— statt diesem[ Ehrenkodex und der Partei dieses Ehreukodexes den Krieg u erklären,— aus dem Standpunkt ieser Partei und ihres Ehrenkodexes verharrt, und seinerseits ebenso schweres, wo nicht schwereres Unrecht, als er selber seinerzeit erlitten hat. Andern, und Tausenden von Andern zuzufügen bestrebt i st. Wenn der, welchem Unrecht widerfahren ist, dadurch zum Kampf um das Recht aufgestachelt wird, so hat er gewiß Anspruch auf unsere vollste und wärmste Sympathie— wenn er aber durch oas der eigenen Person zugefügte Unrecht aufgestachelt wird z u m U n r e ch t g e g e n A n d e r e, so verwirkt er den Anspruch auf unsere Sympathie uno unsere Achtung.— Das Zuckersteuergesetz mit dem Datum vom 31. Mai wird heute vom„Reichs-Anzeiger" publizirt.— Das preustische Abgeordneteuhaus nahm in seiner heutigen(100.) Sitzung den Entwurf eines Ergänzungs- g e s e tz e s betreffend die Vorauslei st ungen zu Wegebauteu in dritter Lesung an.— Es folgte die Bcrathung einer Anzahl von Petitionen. Ueber die Petitionen einer Lehrerwittwe und verschiedener imeritirter Lehrer um Erhöhung ihrer Pension wurde zur Tagesordnung übergegangen. Die Petition verschiedener Strafanstalts- lehrer um Verbesserung ihrer Gehaltsver- h ä l t n i s s e wird der Regierung zur Erwägung über- wiesen. Dasselbe geschieht hinsichtlich verschiedener Petitionen um Zulassung ausländischer Arbeiter zur B eschäftigung in der Landwirthschaft.— Ueber eine Petition, eine Einwohnerzahl von 8000 als zum Bestehen einer Apotheke in den Städten für ausreichend zu erachten und eine Vermehrung der Apotheken in diesem Verhältniß herbeizuführen, wird zur Tagesordnung über- gegangen.— Eine Petition um Z u l a s s u n g weiblicher Personen zur Ausübung des Apotheker- gewerbes wird der Regierung als Material über- wiesen. Noch eine ganze Anzahl Petitionen gelangt zur Berathung, von denen wir als Kuriosum nur noch die Petition des Rabbiners Maybaum erwähnen wollen, welche die Gleichstellung der Rabbiner mit den Geistlichen der privilegirten Kirchen verlangt, über die zur Tages- ordnung übergegangen wird.— Einer nach dem Andern der bismarck'schen Helden kommt zu Fall— der Puttkamer, der Stöcker, der Krüger und so mancher sonstige Biedermann, und jetzt der B a a r e, eine der Hauptsäulen des Systems der Ausraubung Deutschlands zu Gunsten einer winzigen Minorität von„begehrlichen", mit großer Verdannngskraft und langen Fingern ausgestatteten Individuen. In der Nemesis, welche diese Gesellen verfolgt, scheint beiläufig einige Methode zu sein. Und der Schlag, der den Baare getroffen, ist ein sicherlich nicht ganz zufälliger„Stoß ins Lande machte er gewöhnlich zu Pferde und im stunden- weiten Umkreise von Bruneck kannte man den frommen Doktorschimmel und seinen Herrn im flaschengrünen Reit- rock mit blanken Messmgknöpfen und großen Seitcntaschen. Dazu trug er gelbe Lederhoscn und Stulpenstiefel mit schweren Anschnallsporen. Eine am Sattelknopfe hängende Ledertasche enthielt sein„Handwerkszeug". Jetzt trug er die Tasche am Riemen in der Hand und über den Rock hatte er für die Nachtfahrt einen Mantel geworfen. „Also das ist das Unglückswurm?" rief er, an das Bett Jergs geführt.„Donnerwetter, sieht der aus! Jetzt schaffet warmes Wasser. Daran habt Ihr natürlich nicht gedacht, daß man das braucht, um ihm das Blut abzu- waschen. Wie solltet Ihr auch." Afra eilte nach der Küche und er fühlte Jerg den Puls, legte daS Ohr auf sein Herz und betastete den Kopf mit gespreizten Fingern. Dann begann er, ohne sich um den Müller zu kümmern, Schceren, Messer, Heftpflaster, Sonden, Charpie u. s. w. aus seiner Tasche auszupacken und nachdem er alles auf dem Tische ausgebreitet, setzte er sich auf den Schemel am Bette, stemmte, den Oberkörper vorbeugend, beide Hände auf die Knice und sagte:„Schemelbeiue? Mas?" „Ach freilich," seufzte der Müller.„Aber ich bitt' Euch: ist er todt?" „Noch nicht, aber was nicht ist, kann werden," lautete die wenig tröstliche Antwort.„Und jetzt hätten wir Zeit, bis das Wasser warm ist, auf die Nachtfahrt ein Schuäpschen zu nehmen. Aber das sage ich Euch, mit Eurem Gistzeug, dem Enzian bleibt mir vom Leibe." Der Müller holte die gewünschte Herzstärkung und versicherte, ein Stengelgläschen füllend, daß es gutes Kirsch- wasser wäre. „Glaubet Ihr wirklich, daß er sterben muß?" fragte der Alte mit ängstlicher Spannung. „Heiliger Galen," schnob der Doktor, nachdem er das Gläschen geleert hatte,„sterben müssen wir alle einmal, ob an Schemelbeinen oder einer anderen gesegneten Krankheit, darauf kommt doch nichts an." „Es ist mein einziges Kind", sagte Arigaya leise. ferz" des Hauptmanns selber.„Wie der Herr so der necht"— und sage nur, wer„Deine Leute" sind, und ich sage Dir, wer D u bist.— „Ein Ehrenmann in des Wortes vollster und edelster Bedeutung" ist nach der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" Herr Baare. Jetzt wissen wir doch, von welcher Beschaffenheit das Ideal eines Mannes nach dem Herzen des Organs der Kohlen- und Eisenbarone ist. Von der Anschuldigung bezüglich der falschen Stempel wollen wir bis zu erführtem Beweise ganz absehen und uns nur an die eigenen Zeugenaussagen des Herrn Baare im Bochumer Prozeß halten. Der Mann, der von sittlicher Ent- rüstung trieft über die Begehrlichkeit der Arbeiter, der eine Stütze der Gesellschaft sein will, der„staats- erhaltende" Politiker, oer gegen die umstürzlerischen Elemente die ganze Wucht seines Patriotismus iu die Wagschaale legt, der für den„Staat" dem Volke jedes Opfer aufzuerlegen bereit ist, er hinterhält für seine Person diesem selben Staate seine eigenen Steuern. Seine eigenen Ar- beiter schätzt er ab nach den Lohnbüchern und zieht ihnen die Steuerbeträge vom Lohn ab, damit ihre Pfennige nur ja nicht dem Staat und der Gemeinde entgehen, seine eigene werthe Person aber.hält er, der Millionär, möglichst steuer- frei. Und das nennt das Bourgeois-Organ„einen Ehrenmann in des Wortes vollster und edel st er Bedeutung." Schon der alte Horaz kannte diese Ehrenmänner, als er vor 1900 Jahren in seinen Episteln folgende nicht zu frei übersetzte Verse schrieb:„Der Ehrenmann in des Wortes vollster und edelster Bedeutung, auf den man mit Ehrfurcht im Staatsrath und in der Stadt- Versammlung blickt, wenn er laut vor Thron und Altar seine Huldigung dargebracht hat, dann öffnet er noch leise die Lippen, um nicht gehört zu werden, und fleht: Schöne Laverna(Göttin der Gründer und der Spitzbuben), gieb mir zu hintergehen und dabei gerecht und heilig zu scheinen; wirf Nacht auf meine Missethaten und eine Wolke über meine Gaunermiene".— Die„Magdeburger Zeitung" will wissen, daß der Papst mit der Aufnahme seiner E n c tz c l i c a unzufrieden sei, weuigstens was Italien und Frankreich beträfe. Einigen Kardinälen gegenüber habe er sich beklagt, daß die katho- lischen Länder für diese Anregung weit weniger empfänglich seien als die überwiegend protestantischen Bevölkerungen von Deutschland und England. Also mit der Ausnahme der Encyclica in Deutschland, nämlich durch die deutsche Unter- nehmerklasse, wäre er so ziemlich zufrieden. Der gute heilige Vater! Er tritt so herzlich für alle wesentlichen Interessen der Unternehmer ein, und ist, wenn die letzteren ihm danken, gerührt. Und das Unternehmerblatt, die„Magdeburger Zeitung", lobt ihn dann nochmals wegen dieser Rührung. Sollte der französischen Bourgeoisie aber die Encyclica immer noch zu arbeiterfreundlich ein? Oder haben die Katholiken vielleicht besser als die Protestanten die W i d e r s p r ü ch e in der päpstlichen Kund- gebung gemerkt und deshalb nicht sowohl sozialpolitischen, als religiösen Anstoß genommen? Es reimt sich nicht, wenn als Ursache des modernen Elends in der Mitte der Encyclica die Sünde und in ihrem Anfange die kapitalistische Pro- duktionsweise bezeichnet wird. Entweder_ oder! Gwilbig und folglich machtlos gegenüber der soMrpolitischen Gegen- wart— oder modern und dann fort mit der Sünde als Erklärung des Elends, fort mit der Bekämpfung der Sünde I als dem Mittel zur Beseitigung des Elends!— Der Papst und der Peterspfenniy. Der Papst löst in seiner Encyklika die soziale Frage mit den Phrasen der vulgären, spießbürgerlichen nationalökonomischen Weis- heit, denen selbstverständlich ein kirchliches Gewand um- gehängt ist. Sein Peterspfennig macht zugleich kapitalistische Erfahrungen. Wie aus Rom berichtet wird, soll der Leiter der Verwaltung der Peterspfennige diesen um etwa 13 Millionen gekürzt haben, indem er gute Papiere ver- kaufte, um entwerthete römische Bautitel dagegen einzu- tau chen. An anderer Stelle wird diese Nachricht dementirt, freilich in sehr fragwürdiger Weise. Die ganze An- gelegenheit soll sich auf einen Mangel in der Praxis und auf den Rückgang verschiedener Werth- papiere beziehen, die für vom Papst hohen und Vertrauens- � würdigen Personen gewährte Darlehen verpfändet sind. Doktor Ostler sah ihn scharf an, strich sich mit beiden finden das kurze blonde Haar rings um den Kopf in die öhe und murrte:„Wer hängen soll, ersäuft nicht!" Afra brachte eine Schaale mit warmem Wasser, der Doktor schlug seine Nockärmel in die Höhe und begann seine Operationen. Der Müller und seine Frau, die ein- ander bei der Hand gefaßt hatten, schauten ihm in der peinlichsten Spannung zu, kaum daß sie zu athmen wagten. Jerg gab kein Lebenszeichen von sich. Der Doktor murmelte einmal:„Heiliger Aeskulap, das ist ja ein Pracht-Schädelbruch!" und die Entdeckung schien ihm Freude zu machen. Er öffnete den Mund nicht wieder, als bis er die Wunde gereinigt— das Haar ringsum hatte er weg- rasirt— Charpie hineingethan und mit Heftpflaster über- klebt hatte. Afra mußte eine Kompresse in das kalte Wasser des Baches tauchen und er schärfte ihr ein, den Umschlag mindestens alle zehn Minuten zu erneuern. Tie Wunde auf der Stirn hatte er mit stählernen Nadeln zu« ammengcheftet. „Für heute wären wir fertig," sagte er dann und bc- gann seine Instrumente sorgfaltig zu reinigen.„Nehmt ihn ordentlich in Acht und befolgt genau die Vorschriften, die ch Euch geben werde. Einem solchen Bauernschädel kann maii schon etwas zutrauen; aber wie der Schädel, so var auch die Faust, die den Schlag geführt hat. Es steht chlecht mit ihm, verdammt schlecht. Ich gebe keinen Psiffer- ling für sein Leben." „Gottes Wille geschehe," seufzte der Müller mit einem kummervollen Blick und Afra ging mit gesenktem Kopf an-- der Stube..,, „Daran werden wir wohl nichts ändern," brummre Doktor Ostler. Er wusch sich in Jergs Waschgeschirr die Hände und nachdem er seine Instrumente in die Tasche ge packt hatte, sagte er rauh:„Donnerwetter, lasset die Nal« nicht hängen. Mann! Gelingt es uns, den Burschen>vlev zum Bewußtsein zu bringen, stellen wir ihn auch n?ohl w der auf die Beine." (Fortsetzung folgt.) jedenfalls kann an diesen Begebenheiten der Papst auch ew Stuck sozialer Frage studiren, und insbesondere so viel nationalökonomische Weisheit gewinnen, um einzusehen, wie faul Zustände sein müssen, unter denen im Handumdrehen Millionen verloren und gewonnen werden, und daß es nicfr die„Begehrlichkeit" der Arbeiter ist, welche solche wirth schaftliche Verhältnisse verschuldet.— Zur gegenwärtigen Theuerung der nothwendigsten Lebensmittel liefert die Feststellung der Danziger Markt- preise einen sprechenden Beweis. Die„Danziger Zeitung" berichtet darüber: In der letzten Sitzung der städtischen Marktkommission sind die Durchschnittsmarkt- und Ladenpreise für den Monat Mai d. Js. festgestellt worden. Danach kosten je Ivo Kilogramm: Weizen, gut 23,93 M., mittel 22,93 M., gering 21,83 M., Roggen, gut 20,98 M., mittel 20,33 M., gering 19,73 M., Gerste, gut 16 M., mittel 1S,20 M., gering 14,70 M., Hafer, gut 16,91 M., mittel 16,31 M., Erbsen, gelbe zum Kochen 13,23 M., Speisebohnen, weiße 26 M., Linsen 42,30 M., Eft- tartoffeln 7 M., Richtstroh 4,77 M., Krummstroh 3,77 M., Heu 4 M. Ferner je 1 Kilogramm: Rindfleisch von der Keule 1,30 M.. Bauchfleisch 1,20 M-, Schweinefleisch 1,10 M., Kalbfleisch 1,20 M., Hammelfleisch 1,10 M.. geräucherter Speck, hiesiger 1.60 M., Eßbutter 2,20 M.. Welzenmehl Nr. 1 41 Pf.. Roagenmehl Nr. 1 37 Pf., Brotmehl 33 Pf.. Gerstengrütze 38 Pf, Gerstengraupe 42 Pf. Buchweizen- grütze 60 Pf.. Hirse 43 Pf.. Reis, Java, Mittlerer 60 Pf.. Kaffee, Java, mittlerer roh£80 M., Java, gelb, tu gebrannten Bohnen 3.30 M.. Speisesalz 20 Ps.. Schweineschmalz hiesiges 1,60 M.. Eier für 60 Stuck 2,40 Aus einem Vergleich mit den Preisen des Voriahres ergiebt sich zurn Thell eine ganz enorme Sreigerimg der dieszahr, gen Preise An. meisten macht sich dieses bemerkbar bei den Kartoffeln. d,e ,m Vorjahre mit 2 30 M. bezahlt wurden und demnach heute bei- nahe das Dreifache kosten. Roggen wird im Durchschnitt mit 3 30 M Weizen mit 5,20 und Gerste mit 1,30 M. mehr be- zichlt Dieses macht sich in den Preisen für Mehl geltend, von den, Weizenmehl pro Kilogramm um 9 Vf., Roggenmehl um 10 Pf. und Brotmehl um 11 Pf. theurer sind als im Vorjahre. Speisebohnen kosten pro 100 Kilogramm 4 M. mehr, während Erbsen etwas billiger notirt werden und Linsen ihren vor- jährigen Preis behauptet haben. Dasselbe gilt von Butter und Schweineschmalz, dagegen ist der Preis für 60 Eier um 40 Pf. geringer als im Vorjahre. Von den einzelnen Fleischsorten zeigt Rindfleisch dieselben Preise wie im Vorjahre, die an- deren weisen sämmtlich Erhöhungen auf, und zwar pro Kilo- gramm Schweinefleisch um 20 Pf., Kalbfleisch um 3 Pf., Hammelfleisch um 10 Pf. und Speck um 20 Pf.— Aus Niesenkirch erhalten wir eine Korrespondenz, in der es heißt:„Das Jahr ist ein trauriges. Das Winter- getreide ist zur Hälfte umgepflügt und es steht dahin, ob es die Saat zurückgiebt. Wir werden im nächsten Jahre Gerstenbrot essen. Der Roggen kostet schon jetzt 9 M.; was wird er im nächsten Jahre kosten? Das Sommergetreide will auch nicht von der Stelle." Der Schreiber dieses Briefes besitzt 180 Morgen Ackerland, zu deren Bearbeitung er 6 Pferde und 4 Ochsen gebraucht. Er wünscht sehnlich, daß das Getreide billiger wird. Wie wollen dies die Agrarier mit ihren gewöhnlichen Darstellungen reimen?— Zwei neue Gerichtsentscheidungen sind von allge- meinem Interesse. Eine Feststellung der vereinigten Straf- senate des Reichsgerichts geht dahin, daß der§ 193 des R.-Str.-G.(Wahrnehmung berechtigter Interessen), vorbe- haltlich der thatsächlichen Umstände, auch auf die Redakteure Amvendung findet. Und zwar gilt dies sowohl für die nach gemeinem Strafrecht wie für die nach§20, Abs. 2 des Reichs-Preßgesetzcs haftbaren Redakteure. Letzteres war bisher zweifelhaft. Die Entscheidung ist den Zeitungen günstig.— Das Kammergericht hat erkannt, daß die Polizeistunde für das Lokal einer geschlossenen Gesellschaft nicht gilt, und zwar auch dann nicht, wenn ein sonst öffent- liches Gastzimmer einer solchen geschlossenen Gesellschaft zum Aufenthalte dient.— Der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten hat neuerdings an die Regierungen folgende all- gemeine Verfügung erlassen:„Erfahrungsmäßig fehlt es aus zahlreichen Domänen noch an W o h n u n g e n, um die für die Bewirthschaftung derselben un- entbehrlichen Arbeiterfamilien angemessen unter- zubringen, und einen tüchtigen Stamm derselben den Wirthschaften zu erhalten. Auf anderen Domänen sind dergleichen ältere Wohnungen zwar vorhanden, sie sind aber theils so baufällig, daß ein Ersatz für sie alsbald nothwendig werden wird, theils entsprechen sie, da die Ziinmer feucht, niedrig, wenig beleuchtet und häufig mit Ställen unter den. selben Dache befindlich sind, nicht den Anfordernngen, welche an dieselben im allgemeinen Interesse wie mit Rück- sicht auf die Erhaltung der Gesundheit der Bewohner gestellt werden müssen. Um über diese Uebelstände und die Mittel, welche zu ihrer Beseitigung aufzuwenden sein würden, einen Ueberblick zu gewinnen, veranlasse ich die königlichen Regierungen, eine Nachweisung der in ihren Vcrwaltungs- bezirken aus den Domänen erforderlichen, theils noch ganz fehlenden, theils des Umbaues nothwendig bedürfenden Familienwohnungen und der zu den betreffenden Bauten in den fünf Rechnungsjahren 1892/97 eventuell erforderlichen Geldmittel aufzustellen, dabei auch die für diese Wohnungen erforderlichen Stallbauten zu berücksichtigen. Die Kosten der betreffenden Bauten sind ohne weitläufige Berechnungen nach Erfahrungssätzen oder ungefährer Schätzung in Ansatz zu bringen, wobei im Allgemeinen der Neubau von Häusern für je vier Familien in Aussicht zu nehmen ist, da es sich großentheils nicht bewährt hat, mehr Familien in einem Hause unterzubringen. Falls in einzelnen Verwaltungs- bezirken nach den bestehenden Wirthschaftseinrichtnngen während eines Thetlcs des Jahres zu den Feldarbeiten fremde Arbeiter herangezogen werden, für deren Unter- bringung angemessene Räume beschafft werden müssen, so sind die zu veranlassenden Ermittelungen auch darauf aus- »»dehnen, ob und wie weit cm Mangel an geeigneten Arbeiterhäusern vorhanden ist. _ Wie lange mag dieser„erfahrungs.mäßige" Zustand der Arbeiterwohnungen aus den Domänen schon be- stehen, daß jetzt endlich an Vorbereitungen zur Abhilfe ge- dacht wird? O selig, 0 selig, ein Bergmann zu sein l In dieser Tonart preist die„Kölnische Zeitung" das Loos des Berg- Die Gefahren des Bergmannsberufs erscheinen ihr fondttl'ch groß, denn sonst würden sich demselben mcht so viele Arbeiter zuivenden und es lieber vorziehen Kom- v>erz,ey.Mtö oder.Koliponabschneider i« werden. Guten Lohn hat der Bergmann auch, und wenn ihm derselbe nicht genügt, so kann er ihn ja selbst steigern. Die„Kölnische Zeitung" schreibt wörtlich:„Seinen Lohn zu bestimmen hat der Berg mann selber in der Hand, da er im Gedinge(aus deutsch im Akkord, d. h. also aus Stücklohn) arbeitet." Die Fest setzung des Gedinges hänge zwar noch vom Steiger und Obersteiger ab, aber diese verfahren nach Recht und Billig- keit. Das Verlangen nach einem Mindestlohnbetrage fei bei der Bergarbeit nicht zu erfüllen.(Warum nicht?) Schließlich folgt noch das Lob der„innerlichen sinnigen Natur" des Bergmanns, d. h. Niemand hindert ihn stillvergnügt zu sein. "Es ist merkwürdig,wie man gegenwärtig in der Bourgeoispresse auf Schritt und Tritt das Glück des Arbeiterlooses preisen hört, während wir nirgends das Glück eines Millionärs oder eines Großgrundbesitzers finden. Der Arbeiter hat das Paradies auf Erden, der arme Reiche nur die Lasten und Sorgen. Könnte da nicht einmal ein Tausch eintreten?— Die Fremdenhetze in China nimmt eine immer be- droblichere Ausdehnung an. Das„Reuter'sche Bureau" meldet aus Sanghai, ernste Unrnhen hätten in Wuhu bei Kinkiang stattgefunden; die eingeborene Bevölkerung- hätte einen Zollbeamten und einen Missionar ermordet und mehrere "muser in Brand gesteckt. Die Frauen und Kinder der uropäer hätten sich nach Kinkiang gerettet. Einem Tele- gramm des ministeriellen Londoner„Standard" aus Shanghai zufolge haben die Gesandten Frankreichs und der Vereinigten Staaten die Aufforderung an die chinesische Regierung gerichtet, den Vertretern ihrer Staaten einen wirksamen Schutz beizugeben. Die Gesandten hätten zugleich angekündigt, ein ablehnender Bescheid auf ihr Verlangen würde eine feindliche Aktion des französischen Geschwaders und ein Bombardement Nangkings zur Folge haben, wofern die chinesische Regierung sich nicht zur Genugthuung und Schadloshaltung herbeiließe.—, Gegen die Kornzölle. Charlottenburg. Eine Protestversammlung gegen die Korn« zölle fand am Dienstag Abend in Charlottenburg statt. Die Ver- sammlung war von etwa 300 Personen besucht. Genosse Karl Pirch hatte das Referat über das Thema:„Die Kornzölle und die Reichsregierung" übernommen. Eine Diskussion fand nicht statt, trotz Aufforderung des Vorsitzenden meldete sich auch kein Gegner zum Wort. Es wurde sodann die vom Parteivorstand vorgeschlagene Protestresolution einsttmmig angenommen. Kottbus, 10. Juni. Gestern fand hier eine Volksversamm- lung statt. Tagesordnung: Die Getreidezölle und die deutsche Reichsregierung. Die Parteiresolution wurde«instimmig ange- nommen. Bielefeld, 8. Juni. Gegen die Kornzölle fand hier am 6. Juni eine von mehr als 300 Personen, darunter ein Sechstel Frauen, besuchte Volksversammlung statt, welche die vom Parteivorstand in Vorschlag gebrachten Resolution nach einem Vortrag des Redakteurs Groth der hier er- scheinenden„Volksmacht" und nach einer lebhaften Debatte einstimmig annahm. An letzterer betheiligte sich auch ein nationalliberaler Anhänger der Schuhzollpolitik, der Groß- industrielle Fabrikant Wittenstein; derselbe verließ unmittelbar vor der Abstimmung die Versammlung. Von dieser wurde noch beschlossen, den hiesigen Stadtverordneten und dem hiesigen Magistrat Mittheilung von der anaenommenen Resolution zn inachen mit dem Bemerken, daß hoffentlich diese Körperschaften dem Beispiel Berlins und anderer Industriestädte folgend, durch einen jBeschluß die preußische Regierung auffordern ivürden, schleunigst beim Bundesrath und Reichstag den Antrag a»f Auf- Hebung der Kornzölle einzubringen. In Padderbaum bei Bielefeld fand eine von 300 Personen besuchte Volksversammlung statt, in welcher die Resolution ein- stimmig angenommen wurde. Gadderbaum b. Bielefeld, 8. Juni. Am 3. d. M. fand hier eine von über 200 Personen besuchte Volksversammlung statt, welche einstimmig der vom Parteivorstand in Vorschlag gebrachten Resolution gegen die Kornzölle zustimmte. Gadderbaum ist ein Ort von gegen 6000 Einwohnern mit sehr ent- wickelter Eisen- und Textilindustrie. Die Protestversanunlung war auch von etwa 60 Frauen und Mädchen besucht. Biere(Dorf in KreiS Calbe, Aschersleben). Hier fand am Sonntag Nachmittag eine Versammlung unter freiem Himmel statt, in welcher unser Reichstagsabaeordnete Heine über seine Thätigkeit im Reichstage und die Kornzölle sprach. Die Ver- sammlung war von über 800 Personen, meist Fcldarbeitern, Kleinbauern und ihren Frauen besucht. Die Versammlung nahm einstimmig die Resolution der sozialbeinokratischen Partei gegen die Getreidezolle an. Hannover, 9. Juni. Die am Montag Abend im„Ballhofe" stattgehabte Protestversammlung mit der Tagesordnung:„Die kornzölle und die Reichsregierung" war überaus zahlreich be- sucht. Der Referent, Reichstags-Abgeordneter Wurm, begründete die Forderung, daß die Kornzölle fallen müssen, und wies auf Grundlage amtlicher Statistiken nach, wie Wenigen die Kornzölle nützen und wie sie der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung eine unerträgliche Last sind. Die Versammlung nahm die Reso- lution einstimmig an. Großenhain. Am 7. Juni fand hier eine öffentliche Ver- ämmlung statt, die trotz des andauernden Regens von ungefähr 300 Personen besucht war. Reichstags-Abgeordneter Geyer refc- rirte erstens über„die Thätigkeit des Reichstages" und ziveitens über die„Getreidezölle und die Reichsregierung". Mit größter Aufmerksamkeit folgte die Versammlung dem Redner und der allgemeine Beifall am Schlüsse bewies Genosse Geyer, daß die Versammlung mit seinen Ausführungen im vollsten Sinne ein- verstanden war. Die vom Parteivorstand vorgeschlagene Reso- lution wurde mit dem Zusatz e i n st i m m i g angenommen: Speziell verlangt die Versammlung, die sächsische Regierung möge im Bundesrath den Antrag ans Aufhebung der Getreide- zölle stellen. Langwallorödorf, Kreis Waldenburg i. Schles. Am 17.d.M. 'and hier eine zahlreich besuchte Volksversammlung statt, in welcher )ie Resolutionen des Parteivorstandes für Aufhebung der Ge- treidezölle einstimmig Annahme fanden. In unserer armen Gegend, in welcher die Preise aller Lebensmittel sehr hoch und die Löhne erbärmlich niedrig stehen, fühlt man die künstliche Brotvertheuerung am meisten und ist der Druck ein sehr harter. Apolda, 9. Juni. Gestern Abend fand hier eine von über 500 Personen besuchte Versammlung statt, in welcher nach einem Referat des Genossen Karl Schulze aus Erfurt die vom Partei- vorstand vorgeschlagene Resolution gegen die Stimme eines Antt- emiten, der schon in der Diskussion durch seine konfusen Aus- uhrungen die Versammelten erheitert hatte, angenommen wurde. Ferner wurden zwei Resolutionen angenommen, von denen die eine den Gemeiuderath ersucht, die Verbrauchsabgaben hiesiger Stadt, soweit sie aus Lebensmittel erhoben werden, sofort auf- zuHeben, während die andere den Gemeindevorftand und Rath auffordert, sich dem Vorgehen der Berliner Stadtverordneten- Versammlung anzuschließen. Die Versammlung hat hier einen .guten Eindruck oemacht. Königsberg, 7. Juni. Am Freitag, den 3. Jrmi, fand auch hier eine große Volksversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1 Die Getreidezölle und die Nothwendigkeit der Aushebung derselben. 2. Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung und die Sozial- demokratie. Referent war der Reichstags-Abgeordnete Karl S ch u l tz e. Die Versammlung war von ca. 2300 Personen be- sucht und viele Hunderte mußten umkehren, weil der große Saal zu überfüllt war. Bemerken wollen wir nur, daß in unseren Versammlungen keine Tische und Stühle existiren. Nach den sehr beifällig aufgenommenen Vorträgen wurde die bereits im „Vorwärts" angeführte Resolution einstimmig angenommen. Mainz, 8. Juni. Die Volksversammlung, die am 6. d. M. hier stattfand, war sehr stark besucht und nahm nach einem Referat des Genossen Jöst die Resolution einstimmig an. Leipzig, den 9. Juni. Unter ungeheuerem Andrang fand am Montag Abend die erste Versammlung in Leipzig statt, welche Stellung gegen die Getreidezölle nahm. Der„Pantheon"-Saal war überfüllt und mußte geschlossen werden; die Versammlung sowie die große Menschenmenge vor dem„Pantheon" bezeugte, welches Interesse in weiten Volkskreisen für diese in Wahrheit brennende Frage vorhanden ist. Es ist dies sehr natürlich; ist doch die Brotsrage die dem Volke am nächsten liegende. Der Reichstags-Abgeordnete Geyer hielt das Referat. Nachdem die Resolution gegen die Getreidezölle einstimmig an- genommen war, wurde noch folgender Beschluß gefaßt: Die am 8. Juni im Saale deZ„Pantheon" zu Leipzig statt- findende, von ca. 2000 Personen beiderlei Geschlechts besuchte öffentliche Volksversammlung beschließt, an den Magistrat der Stadt Leipzig sowie an das Stadtverordneten-Kollegium das Er- suchen zu stellen, folgende Resolution zu ihrem Beschluß zu er- heben: In Rücksicht auf den hohen Stand der Getreidepreise und die durch dieselben hervorgerufene allgemeine Nothlage ersucht der Magistrat(das Stadtverordneten-Kollegium) die Königl. sächsische Regierung durch ihre Vertreter beim Bundesrath für sofortige Suspension und spätere Aufhebung der Getreidezölle zu wirken. München, 9. Juni. Die Vertreter Münchens im Reichs- tage haben die nachfolgende Zuschrift an den Bundesrath ge- richtet: Eine am 1. d. M. im Saale des„Eldorado"_ dahier stattgehabte große Volksversammlung hat die unterzeichneten Ver- treter der beiden Münchener Reichstags- Wahlkreise einstimmig beauftragt, an die verbündeten Regierungen die dringende Auf- forderung zu richten: Angesichts der aufs höchste gestiegenen Theuerung der unent- behrlichsten Lebensmittel, welche, im Zusammenhang mit den ver- schlechterten Geschäftsverhältnissen und Arbeitserträgen, den breiten Schichten der Bevölkerung immer unerträglicher werdende Lasten und Entbehrungen auferlegt, der von der preußischen Regierung am 1. d. M. im preußischen Abgeordnetenhause abgegebenen Er- klärung nicht zuzustimmen, vielmehr mit thunlichster Besckleu- nigung dahin zu wirken, daß der Reichstag einberufen und vem- selben der Antrag auf Beseitigung der Getreidezölle unterbreitet werde! Die Unterzeichneten theilen und unterstützen dies Verlangen, welches dem Willen und den Interessen der übergroßen Mehrheit ihrer Wahlkreise entspricht. München, den 8. Juni 1891. Die Reichstags-Abgeordneten von München I und II: Birk. V ollmar. Korrespondenzen und Partei« achrichten. Die Ultramontanen haben einen guten Fang gemacht. Der vom Parteivorstande als Schwindler kaltgestellte Paul S e e l m a n n ist glücklich beim alten„Dorfpfarrer" in Freiburg i. B. gelandet, wie aus folgendem Inserat des„Textil- arbeiter" hervorgeht: Herr Paul Seclmann sendet uns eine Postkarte folgen- den Inhalts, nachdem er zuvor einen vier Seiten langen Brief— soll heißen Rechtsertignng— an die Redaktion übermittelte: Freiburg, 23. Mai 1891. Ich möchte Sie darum ersuchen, die Textilarbeiter darauf anfmerksam zu machen, daß sie mir keine Briefe in mein Geschäftslokal schreiben, indem ich in meiner Stellung, die ich jetzt bekleide, f-;- kann. Wenn machen haben, kannt machen, denn ich bekomme jeden Sonntag den„Textil- arbeiter" von Lörrach in die Hände. Mit Gruß Paul Seelmann, Arbeiter in dem Katholischen Arbeiter-Freund zu Freiburg in Baden. NB. Ich bin kein Sozialdemokrat mehr. Wir gratuliren dein„Katholischen Arbeiter-Freund" zu diesem Zuwachs. Von einem gleichwerthigen Jndustrieritter, wie S e e l- mann, wird aus Magdeburg berichtet. Ein gewisser Otto Kosaleck, angeblich Buchbinder und in Grafen- thal in Thüringen gemaßregclt, stellt sich den Genossen als ein Opfer des großen Breslaucr Geheimbundsprozesses vor, gelegentlich oessen er mit drei Monaten bestraft und mit dem da- maligen Hauptangeklagten, Genossen H. Lux, bekannt geworden sein ivill. Alle diese Angaben sind erlogen. Kosaleck ist in den Breslaucr Gebeimbnndsprozeß nicht mit verwickelt gewesen und Genosse Lux kennt den Lumpazius gar nicht. Kosaleck hat durch seine Schwindeleien an einer ganzen Reihe von Orten die Genossen bestimmt, ihn mit kleineren oder größeren Beträgen zu unterstütze». Der Vertrauensmann in Bern bürg hat demselben sogar eine schriftliche Einpfehluiig an die Genossen allerwürts aus- gestellt, welche dem Schwindler mittlerweile allerdings wieder abgenommen ist. Indem wir die Genossen wiederholt vor allen derartigen Schwindlern warnen, möchten wir denselben besonders auch empfehlen, auf Schriftstücke irgend welcher Art, welche von diesen Fechtbrüdern vorgezeigt werden, nichts zn geben. Kein Partei- genösse ist berechtigt, Empfehlungsschreiben, welche nachher als Bettelbriefe benützt werden können, auszustellen. Geschieht cS trotz- dem, so lege man solchen Wischen keinen Werth bei. Ein wirk- licher Genosse verschmäht derartige Brandschatzungen seiner Partei- freunde; außerdem aber gehört er sicher einer Organisation an, von welcher er auf Grund seiner Mitgliedschaft Reiseunterstütznng zu beanspruchen hat. Also, man halte die Augen offen und weise Schwindlern, wie Seelmann und Kosaleck, die Thure. Sojiolo LkelrevNryk. Döbeln, den 9. Juni 1391. Infolge Lohnreduktion befinden sich sämmtliche Klempner der Großfuß'schen Fabrik in Streik. Vor Zuzug wird gewarnt. Alle Arbeiterbssittcr werden um Ab- druck gebeten. Alle Briefe und Sendungen sind zu richten an Otto Sohr, Vahnhofstr. 29. In Mannheim befinden sich, wie uns ein Privattelegramm meldet, sämmtliche Dockarbeiter im Ausstande. Zuzug ist fernzu- Theater. Donnerstag, den 11. Juni. Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Die Anna- Life. Berliner Theater. Der Hüttenbesitzer. Deutsches Cheater. Der Attaché. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Ein dunkles Geheimniß. Wallner- Theater. Der verlorene Sohn. Vorher: Das Modell. Fachverein der Tischler. Neue Welt, Hasenhaide 36. Am Montag, den 15. Juni, findet das Montag, den 22. Juni 1891: XI. Stiftungs- Fest Großes Sommer- Fest des Vereins in der „ Nenen Welt", Hasenhaide, ftatt. des Fachvereins sämmtl. in der Musik- Instrumenten- Industrie beschäftigten Arbeiter. Konzert und Sommernachts- Ball Bellealliance Theater. Tricode Konzert, Festrede, gehalten vom Reichs- im neu erbauten Bal champêtre. Auftr. des gesammten Künstlerpersonals. und Cacolet. Ostend Theater. Berlin unter Wasser. Saison- Theater. Borstellung. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Vorstellung. Große Spezialitätentagsabgeordneten W. Liebknecht. MS Auftreten des gesammten Künstler- Personals, Sommernachts- Ball im Bal champêtre. Gtabliment Buggenhagen Großes Brillant- Feuerwerk. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Großes Monstre- Feuerwerk. Jedes Kind erhält am Eingang der Neuen Welt eine Stocklaterne gratis. Der Fackelzug beginnt bei Anbruch der Dunkelheit. 3 Kinder- Vorstellungen finden statt. Das Konzert beginnt um 4 Uhr. Programm an der Kasse gratis. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 2 Uhr an geöffnet. Entree 30 Pf. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. extra. Freunde und Gönner ladet hierzu freundlichst ein Das Komitee. Billets im Vorverkauf sind zu haben bei den Kollegen Mös, Markus: straße 27, Portal II 3 Tr.; Niendorf, Skalitzerstr. 18, 3 Tr.; Heinrich, Wiener Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Jedes Kind erhält am ftraße 45, 3 Tr.; Seeliger, Wasserthorstr. 18, 1 Tr.; Knabe, Laufiberstr. 48, Sout.; Martin, Gitschinerstr. 66, 2 Tr.; Meyer, Andreasstr. 12; ArndtEingang eine Stocklaterne gratis. Abends Fackelzug. Programms gratis straße 34 im Restaurant bei Grote; Otto Klein, Rottbuser Damm 14.[ 375/3 an der Kontrolle.- Herren, welche am Tang theilnehmen, zahlen 50 Pfennig nady. Billets à 30 Pf. sind auf allen Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren zu haben: Apelt, Sebastianstr. 27/28; Glocke, Laufigerstr. 52, 3 Tr.; Wiedemann, WallKreuzbergstr. 9, Quergebäude 3 Tr.; Schulz, Brizerstr. 42, v. 4 Tr.; Mieke, Adalbertfir. 9, vorn 4 Tr.; Haberland, Reichenbergerstr. 161, v. 2 Tr.; Hoffmann, Straußbergerstr. 36 Hof 4 Tr.; Rambow, Dieffenbachstr. 70, vorn ſtraße 7/8( Arbeitsnachweis der Tischler); Mende, Wienerſtr. 37, v. 2 Tr.; Monien, Maurer. Große öffentliche General- Versammlung der Maurer Berlins und Umgegend Passage- Panopticum. 2. bei mehute; Potengowski, Boffenerstr. 40, Hof part.; Witte, Invaliden Sonntag, d. 14. Juni, im Feen- Palast, Burg- u. St. Wolfgangstr.- Ecke. Unter den Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Indier mit 4 Armen, 4 Beinen. Bartdame. Vitreo ist Coacs, Glas, alte Stiefel etc. etc. Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. Geöffnet von Morgens 10 Uhr. Tages- Ordnung: straße 21, v. 2 Tr.; Lenz, Dieffenbachstr. 67, v. 1 Tr. bei Walther; Recke, Frobenstr. 18, Hof 3 Tr. bei Schirmer; Boian, Wienerstr. 30, v. 4 Tr.; Brose, 1. Die Lohnbrückerei der Bauunternehmer Berlins den heutigen Ver Nixdorf, Berlinerstr. 114, 1 Tr.; A. Schmidt, Grüner Weg 105, Hof Quergeb. hältnissen gegenüber und wie wollen die Maurer ihre Lage verbessern? 2 Tr.; Säusler, Schulstr. 51; Bogasch, Friedenstraße 89, 3 Tr.; Hein( Neu- 2. Distusfion. 3. Gewerkschaftliches. Zur Deckung der Unkosten findet eine Weißenfee), Charlottenstr. 156; Reichert, Fürbringerstr. 25, Hof I. 2 Tr.; Tellersammlung statt. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Bruhns, Wrangelstr. 61; Hegeler, Brizerstr. 40; Grunert, Manteuffelstr. 64, 235/9 Der Vertrauensmann: W. Garbe, Ostbahnhof 15. Oppelnerftr. 16, 3 Tr.; J. Conrad, Bärwaldſtr. 58, Quergeb. 2' Tr.; Hinz, Arbeiter- Bildungs- Schule. 2. Hof 4 Tr.; Koblenzer, Adalbertstr. 96; Franz, Chorinerstr. 18; Klawitter, Bärwaldstr. 8, H. I. 4 Tr.; R. Kuhn, Admiralstr. 37, v. IV b. Sieg; D. Klein, Rottbuser Damm 14; Wilschke, Junterstr. 1; Kerkau, Jahnftr. 8; G. Schulz, dmiralstraße 40; Mews, Mariannenstr. 18, v. 4 Tr.; Georgi, Simonstr. 22, v. 4 Tr.; Zeige, Sorauerstr. 4, v. 1 Tr. Der Vorstand. 314/56 Großes Sommer- Fest, veranstaltet von Mitgliedern der Freitag, den 12. d. M., Abends pünktlich 8½ Uhr: Versammlung = bei Joël, Andreasstraße 21. 99 RaffenErfter Cyklus Vortrag des Herrn G. Ledebour über: kunde und Urgeschichte".( Die Vorträge werden wöchentlich fortgesetzt werden). Das Mitgliedsbuch legitimirt. Gäste zahlen 20 Pfg. Der Vorstand. 103/20 Castan's Panopticum. 3entral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. s. w.( a) Oeffentliche Versammlung etzt: Friedrichstr. 165, Ecke Behrenstrasse. Neu: Hamilton- Theater Originell! Ueberraschend! Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Moabiter Gesellschaftshaus Alt Moabit 80-81. Artistische Leitung Wilhelm Fröbel. Täglich Gr. Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. Großer Erfolg des neu engagirten sensationellen Künstler- Personals. Roloffaler Jubel E zum Besten ihrer Invaliden am Sonnabend, den 13. Juni 1891, im Etablissement Eiskeller", Chausseestrasse Nr. 88, = unter Mitwirkung des Arbeiter- Gesangvereins ,, Nord". Große Spezialitäten- Vorstellung. In beiden Sälen Tanz. DE Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffee- Küche ist von 2 Uhr an geöffnet. Grosse Fackel- Polonaise. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfennig. Billets find in sämmtlichen Zahlstellen, sowie in den mit Plakaten nersehenen Geschäften und Lokalen zu haben. Die Ortsverwaltung. 205/3 Unterstützungsv. der Maurer im Westen Berl. Großer Sommernachts- Ball # der urkomischen Pantomime am Sonnabend, den 13. Junt, im Lokale Königshof, Bülowstr. 37. Die lustigen Schneider. Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Kaffeeküche ist geöffnet. bittet Volksbelustigungen aller Art." Sonntag, Montag, Mittwoch 1 Grosser Ball. B Helmuth Peters. Rheinländischer Tunnel. Concert- Salon u. Restaurant. Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Der Gambrinus- Salon und das Photographische Atelier find neu eingerichtet. Jeder Gast, auch wenn derselbe für nur 10 Pf. verzehrt, 12 Anfang 8 Uhr. Herrenbillet 50 Pfg. Damenbillet 30 Pfg. Um zahlreichen Besuch Freie Vereinigung der Seifenfieder n. Berufsgen. Sonnabend, den 13. Juni, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Hrn. Scheffer, Inselstraße 10: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag( Refe rent wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Diskussion. 3. Entrichtung der Monatsbeiträge, Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Welcher Organisation schließen wir uns an? 5. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich in der Versammwird gratis photographirt! iung zu erscheinen, und die noch fernHöchst scherzhaft. Großer Jubel! Vorzügliches Lagerbier, à Seidel 10 f. H. Schultze( mit'n 3). Evora- Bräu! Fürth. Echt Bayrisch- Bier. Nürnberg. E stehenden Kollegen aufgefordert, der Organisation beizutreten. Gäste sind willkommen. Der Vorstand.[ 262/8 Kiftenmacher! Sonntag, den 14. d. M. findet die Herrenpartie nach Birkenwerder De 30 Flaschen 3 M. In Gebinden von 17 Liter an. 821L] Berlin, Lagerhof 3. Stempel u. Gra- 130/6 Vereinsabzeichen, virung. empf. d. Genoffen G. Kleist, Waldemarstr. 48. Rohtabat A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Plate bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt fidjer brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[ 746) Kinderwagen, statt. Abfahrt vom Stettiner Bahnhof 6 Uhr, legter Zug mit Arbeiterbillet 7 Uhr. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Achtung! Achtung! Lacirer! Herren- Partie nach Johannisthal Sonntag, den 14. Juni, früh 6 Uhr. Treffpunkt bei Tempel, Breslauerstr. 27, für Nachzügler bis 10 Uhr bei Senft leben, Johannisthal. 214/5 Cöpenick. Landpartie des Arbeitervereins nach Rauen. 6½ größtes Lager, billigste Preise Treffpunkt früh 61/2 Uhr Bahnhof von 7 Mark ant[ 702b Cöpenick. Abfahrt 6 Uhr 55 Minuten. Alle Parteigenossen sind eingeladen. Der Vorstand. Oranienstr. 3, im Korbgeschäft. 104/5 Das Komitee. 239/7 L. Förster& O. Delcourt, Klempnerei,( 425 L Wienerstraße Nr. 28, II. Hof. Wir empfehlen uns zur Ausführung aller ins Fach einschlagenden Arbeiten. für Männer und Frauen am Sonnabend, den 13. Juni, Abends 82 Uhr, im Lokale des 1245b Herrn Reichert, Müllerstr. 7. Tagesordnung: 1. Vortrag des Regierungs- Baumeisters a. D. Kehler über: Die Familie und die Sozialdemokratie". 2. Diskussion und Vers fchiedenes. Nach der Versammlung findet ein geselliges Beisammensein verbunden mit Tang statt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Weberei Breitestr. 20 ist wieder ein großer Posten Leinen, Büchen, Bettzenge, Shirting, Dowlas, Hemdentuch, in der Weberei etwas angeschmutßt, sonst ganz fehlerfrei, bedeutend unterm Fabrifpreis. 1 Posten Sommerflanelle, Mtr. 45, früher 75 Pfg. 1 Posten Mousselin de laine, reine Wolle, Meter 65 Pfg. 859L Der Einberufer. Meine Freunde und Parteigenossen bitte ich, für mich bestimmte Buchbinder- Arbeiten nach wie vor bei folgenden Genoffen mit Angabe ger Adressen abzugeben: Wilschte, Junterstraße 1 und Razbachstr. 1; G. Schulz, Cigarren- Geschäft, Rottbuser Play; Schweitzer, Cigarren- Geschäft, Dres denerstraße 53/54( City Passage); Bogasch, Langestr. 70; W. Schweizer, Rirdorf, Hermannstraße( Cigarren- Beschäft); Gnadt, Brunnenstr. 38.[ 815L Const. Janiszewski, Buchbinderei, Rottbuser Damm 99, H. part. Den Parteigenossen empfehle mich zur Anfertigung eleganter HerrenGarderobe. Otto Beckurts, Seydelstr. 25, Hof 3 Tr.[ 1139 b Barbier- Geschäft, elegant eingerichtet, nachweislich gut gehend, ist Umstände halber preiswerth zu verkaufen. Näheres im ZeitungsGeschäft, Wienerstr. 1. 1240 b Berlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berlin SW., Beuthstraße 2. In unserem Verlage erschien soeben: Gewerbe- Ordnung für das Deutsche Reich vom 21. Juni 1869, in der Fassung des Reichsgesetzes vom 1. Juli 1883 und unter Berücksichtigung der durch die Gesetze vom 8. Dezember 1884, 28. April 1886, 6. Juli 1887 und die Novelle von 1891 eingeführten Aenderungen. Mit erläuternden Anmerkungen und ausführlichem Sachregister. 1614 Bogen Taschenformat. Preis elegant kartonnirt 1 Mark. Welche Bedeutung die ,, Gewerbe- Ordnung" für alle Zweige des Erwerbslebens besitzt, ist bekannt. Aus ihr ergiebt sich die Nothwendigkeit der Anschaffung für Jeden, der, sei er selbständiger Gewerbetreibender oder Arbeiter, in die Lage fommt, sich über die gesetzlichen Vorschristen desselben informiren zu müssen. Eine erhöhte Bedeutung hat dieselbe erlangt durch die Novelle von 1891, das sogenannte ,, Arbeiterschutz- Gesetz, dessen Kenntniß unentbehrlich ist. Wir brauchen dabei nur auf die Bestimmungen über die Sonntagsruhe" und den Kontraktbruch" hinzuweisen, die in Zukunft von einschneidender Wirkung sein werden. Unsere Ausgabe der„ Gewerbe- Ordnung" ist dem Bedürfniß der Arbeiter angepaẞt; sie zeichnet sich sowohl durch sorgfältige Bearbeitung, gemeinverständliche Erläuterungen und ein erschöpfendes Sachregister, als auch durch geschmackvolle Ausstattung und billigen Preis vor anderen Ausgaben derfelben vortheilhaft aus. Vereinen und Wiederverkäufern gewähren wir beim Parthiebezug entsprechenden Rabatt. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 133. Der Sozialismus und die Straf- Rechtspflege. I. Donnerstag, den 11. Juni 1891. - 8. Jahrg. die in einer Gemeinschaft lebt, und die Weigerung der Gesell- er heute mit Schlingen betrieben wird, aus der Welt zu schaffen. schaftsmitglieder, die ihnen zugewiesene Arbeit zu verrichten, Vieles ist schon für, vieles wider diese Fangmethode geschrieben fann doch unmöglich ungerügt gelassen werden, sie wird aber worden; alle Worte haben aber das Eine nicht leugnen können, auch Strafen gegen Körperverletzungen, Beleidigungen, Berstö- daß, fängt sich der Krammetsvogel nicht„ regelrecht", er unter rung der öffentlichen Gebäude andere giebt es ja nicht langen martervollen Dualen sein Singvogelleben aushauchen gegen Antastung der weiblichen Geschlechtsehre u. s. iv. festsetzen muß. Und damit ist dann noch die Thatsache verbunden: müssen." Tausende und Abertausende fangen sich nicht regelrecht", Dieses interessante Thema behandelt Rechtsanwalt Ludwig gegen Antaftung der weiblichen Geschlechtsehre u. f. w. festsetzen muß. Fuld in der Gegenwart"( vom 23. Mai d. J.). Darin geht Gewiß Vergehen oder Verbrechen werden nicht mit einem d. h. haben nicht die ihnen gestellte Schlinge um den Hals, soner von dem Satze aus, daß die mit reicher Erfindungskraft und Schlage ausgerottet werden, werden vielleicht nie ganz ver- dern um den Flügel oder Ständer( Bein) und trepiren erst, nachscharfem Denkvermögen ausgestatteten Weltverbesserer seit alten schwinden. Wenigstens hat das bis heute noch weder die Wissen- dem sie stundenlang versucht haben, von ihrer Fessel loszukommen. Zeiten das Verbrechen als Ergebniß der bestehenden Einrichtungen, schaft noch die kühnste Phantasie eines Sozialdemokraten be- Man höre sich einmal solch ein ängstliches Gepiepe und GeSitten und Verhältnisse hingestellt haben. Dies sei z. B. in der hauptet. Das, was von sozialdemokratischer Seite behauptet flatter eines in cine Dohnenschlinge gerathenen Krammetsvogels " Utopie" des Thomas Morus ebenso geschehen, wie in dem worden ist, geht dahin: Vergehen und Verbrechen werden so gut an und man hat genug, reichlich genug von der Geschichte. Dazu » Sonnenstaat" des Campanella und in dem Jtaruslande Cabet's. wie gar nicht mehr vorkommen, d. h. sie werden zu seltenen kommt ja denn noch, daß auch andere nützliche Vögel, für welche die Schlingen gar nicht ausgestellt sind, auf diese Art und Weise In allen diesen Idealstaaten fehle jeder Anlaß zu strafbaren Ausnahmen werden. Handlungen, in jedem gehe es zu wie in dem messianischen Reiche, ums Leben kommen, wir nennen blos Dompfaffen und die allwo Tiger und Leoparden neben Lämmern und Schafen friedlich überaus nüßliche Meise. auf grüner Wiese und saftigen Matten grafen, in ihnen habe also die Straf- Rechtspflege feinen Raum. Der moderne Sozialismus leistet sich nun nach Fuld eben folche Phantastereien. Zuerst sei der Fortfall des Verbrechens im sozialistischen Staate von italienischen Sozialisten betont worden und dann habe Bebel in seinem Buch über" Die Frau" diese Prophezeiung wiederholt. Fuld geht nun von der Annahme aus, die Sozialisirung der Gesellschaft sei eine Thatsache geworden und untersucht darauf in seiner Weise, wie sich die strafrechtlichen Verhältnisse alsdann wohl stellen dürften. Er schreibt: Der Sozialismus sieht in dem Verbrechen lediglich eine pathologische Erscheinung des gegenwärtigen sozialen Lebens, nach ihm entspringt daffelbe aus der Herrschaft des Bürgerthums und Für diese sozialistische Behauptung giebt es nun Beweismaterial in Hülle und Fülle. Dasselbe ist aufgehäuft in unserer Moralstatistik, besonders in dem Theil derselben, welcher Kriminalstatistik genannt wird. Von der Kriminalstatistik spricht der Rechtsanwalt Herr Ludwig Fuld garnicht, und wir behaupten, er ignorirt nicht deshalb die Kriminalstatistik gänzlich, weil er sie nicht kennt, sondern weil er sie zu gut kennt. Weil die Kriminalstatistik für die sozialistische Auffassung spricht, deswegen paßt sie dem Herrn Ludwig Fuld hier, wo er den Schein erregen möchte, daß die Sozialdemokraten phantastische Hansnarren sind, nicht in den Kram. Das werden wir in einem zweiten Artikel beweisen, Lokales. Deshalb fort mit dem ganzen Krammet vogelfang. In jedem Sommer faft werden Klagen lant über Rücksichtslosigkeiten, welche sich Führer von Vergnügungsdampfern ihren Fahrgästen gegenüber zu Schulden kommen lassen. Ueber den ersten Fall dieser Art in diesem Jahre berichtet der Anz. f. d. H." Der Personendampfer Kaiser Friedrich" befand sich am letzten Sonntag auf der Rückfahrt von Potsdam nach Spandau bezw. Berlin und traf mitten auf dem Wannsee mit einem andern Dampfer derselben Linie( Gesellschaft" Stern") zu= sammen. Beide hielten Bord an Bord, und nun forderte der Führer des Kaiser Friedrich" seine Fahrgäste auf, nach dern andern Schiff hinüberzusteigen, mit welchem sie die Fahrt fortsetzen könnten. Jedenfalls wollte er sie nicht weiterfahren und die Beförderung seiner Passagiere dem zweiten Dampfer übers lassen. Heftiger Unwille bemächtigte sich der Fahrgäste; es Eugen Richter brachte lehthin die Nachricht, auch in regnete gerade in Strömen, und soweit in der Kajüte Platz des Kapitals, aus der Anerkennung des Privateigenthums an Elbing sei der sozialdemokratische Parteikassirer durchgebrannt. vorhanden war, hatte man diese aufgesucht. Nun sollte vian den Produktionsmitteln und des Erbrechtes; die Umwälzung Ebenso wie bei Schmidtfranz in Bochum ist das in Elbing den schützenden Aufenthalt verlassen und bei dem Unwetter aller bestehenden Verhältnisse, welche durch die Sozialisirung der er logen. Der als Parteigenosse nicht bekannte Kassirer auf dem Verdeck des andern Schiffes Platz nehmen, denn Gesellschaft bewirkt wird, die Umwälzung, welche die Herr- Münchowder selbst auch nie als Parteigenosse gelten wollte dort waren die Kajüten gleichfalls besetzt. Da der Kapitän seine schaft des Bürgerthums zertrümmert, das Privateigendes Elbinger Arbeiter- Bildungsvereins, der ebenfalls mit der Aufforderung sehr nachdrücklich an das Publikum gerichtet hatte, und Erbrecht abschafft, den Geldverkehr beseitigt, Bartei gar nichts zu thun hat, soll mit der Vereinskasse ab- so leistete eine Anzahl Personen derselben, wenn auch mit großem den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit verschwinden läßt und Arbeit und Genuß in ein angemessenes Verhältniß zu ein- gereist sein. Natürlich wird Eugen Richter diese Lüge so wenig Verdruß, Folge. Allmälig steigerte sich der Widerspruch der und Arbeit und Genuß in ein angemessenes Verhältniß zu einander seht, wird nach Ansicht der sozialistischen Lehre auch die berichtigen, als er die Lüge Schmidtfranz berichtigt oder seinen Insassen aber in hohem Grade; viele protestirten energisch gegen das sonderbare Vorgehen des Kapitäns, und man kam schließlich Entstehungsursache der Verbrechen tilgen; nach der Durchführung erlogenen Schimpfartikel gegen Grillenberger rektifizirt hat. dieser Reformen fehlt es an dem Nährboden, aus welchem die Die Kreuz- Zeitung" empfiehlt Selbsthilfe durch Knüppel zu der Ueberzeugung, daß man nicht nöthig habe, das Schiff, mit welchem die Fahrt angetreten war, ohne triftigen Grand zu Verbrechen hervorgehen und auf dem sie gedeihen können, die oder Säbel bei Beleidigungen. Was soll das Klagen? Mög verlassen, denn ein Unfall war dem Dampfer nicht zugestoßen. fozialisirte Gesellschaft kann also auf den Zurus eines Strafgesetzlicherweise wird der Verklagte zu einer Geldstrafe verurtheilt. verlassen, denn ein Unfall war dem Dampfer nicht zugestoßen. Buches verzichten, da dieses keinen Gegenstand hätte, fie braucht Er zahlt diese, um dem Gefängniß zu entgehen, die Kosten aber Angesichts der Haltung der Fahrgäste nahm der Kapitäit zuletzt von seinem Verlangen Abstand und fuhr mit den noch cen Bord Deshalb auch keine Strafgerichte; für diese Behörden hat sie ebenso find von ihm nicht zu erlangen und der Beleidigte hat sie also befindlichen Personen weiter. Durch den Zwischenfal. waren wenig Verwendung, wie für andere, gleichviel, welches ihr Name zu tragen. Nur Eins wollen wir bemerken, damit nicht ein Ar- aber verschiedene Fahrgäste von ihren Angehörigen getrennt worund Wirkungskreis ist; die Aufsichtsräthe und Verwaltungdirek beiter diesen Rath sich zur Nuße macht, die„ Kreuz- Zeitung" hält den, und Mitglieder einer und derselben Familie trafen gesondert toren, denen die Leitung der sozialisirten Gesellschaft zusteht, diese Selbsthilfe" nur für Offiziere geboten. werden auch die Gerichte insoweit ersetzen, noch als in der nun mir und zu verschiedenen Zeiten in Spandau bezw. Berlin ein. Der Welt der Zukunft für richterliche Thätigkeit überhaupt Der Postverkehr zwischen Berlin und Rigdorf scheint Vorfall hat sehr peinlich berührt und dürfte hoffentlich Veraneine Gelegenheit gegeben ist. In der neuen doch schwieriger zu sein, als Mancher sich vielleicht träumen läßt, lassung werden, daß die Gesellschaft" Stern" ihren Schiffsführern Gesellschaft ist der Gegensatz von Reich und Arm unbekannt, tein der öfter die Gegend auf dem Kottbuser Damm passirt und dort etwas mehr Rücksichtnahme auf die berechtigten Forderungen Mitglied dieser Gesellschaft leidet Noth, jedes erhält, was es mit dem einen Fuß auf Berliner, mit dem anderen Fuß auf ihrer Fahrgäste anempfiehlt. gebraucht, das Geld als Verkehrsmittel ist abgeschafft, es fehlt Nixdorfer Gebiet entlang geht. Die Post braucht, um einen Die Mannschaften der ersten Kompagnie des Kaiser Franzsomit nach Ansicht des Sozialismus bei jedem Menschen an amtlichen Brief von Berlin nach dem dicht bewohntesten Theil Grenadier- Regiments, die vorgeftern vom Blitz getroffen wurden, irgend einem Motive für die Begehung eines Verbrechens. Wie von Rixdorf zu befördern, vier volle Tage. Wir würden bedürfen noch immer ausnahmslos einer gewissen Schonung. Inwäre in dieser Gesellschaft ein Diebstahl denkbar, in welcher ein das auch nicht für möglich halten, wenn uns nicht alle Beweise folge deffen war die ganze Kompagnie von jeder anstrengenMitglied gerade so viel oder gerade so wenig besigt, wie das für diese unbestreitbare Thatsache durch die Abfertigungsstempel den Uebung befreit. Außer den fünf Verletzten befindet sich noch andere, und die finsteren Triebe, die in der menschlichen Brust der Reichspost selbst in dem betreffenden Briefe vor Augen lägen, der Grenadier Peters im Lazareth. Derselbe war bei der Kataverborgen sind, nicht mehr eine That hervorzurufen vermögen, der damit zugleich den Inhalt des folgenden uns zugesandten strophe so schlaff geworden, daß er nicht weiter marschiren konnte. welche die Gesammtheit nicht dulden kann, ohne die Grundlagen Schreibens durchaus bestätigt. Er wird voraussichtlich schon morgen wieder entlassen werden. Auch ihrer Eristenz aufs Spiel zu setzen!" Ein Genosse schreibt uns: das Befinden der Verletzten ist im Allgemeinen befriedigend; man An dieser hübschen Darstellung haben wir vor der Hand Zum 2. Juni, Abends 8 Uhr, hatte ich eine Versammlung hofft, selbst Behrs am Leben erhalten zu können. Von der Gewalt des nichts weiter auszusetzen, als die Aufsichtsräthe und Verwaltungs- aller gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins einberufen; uni sicher zu Blikschlages giebt außer dem Helm des Behrs auch dessen Seitendirektoren, denen nach Fuld die Leitung der sozialistischen gehen, schickte ich die Anmeldung schon am 30. Mai 1891 Mittags Gesellschaft zustehen und auch die richterliche Thätigkeit anheim ab, um auch ja rechtzeitig die Bescheinigung zu erhalten; aber gewehr einen Begriff. Der Blitz ist durch die Messingspitze der Scheide eingedrungen, hat die stählerne Klinge durchbohrt, wobei gegeben werden soll. Dabei ist wieder einmal übersehen, daß die in dieser Hoffnung täuschte ich mich! Ich wartete bis zum das Messing in das Loch eingeschmolzen wurde und ist auf der oberste Gewalt auch in wirthschaftlichen Dingen dem demo- 2. Juni Mittags und bekam keinen Bescheid. Nun begab ich anderen Seite der Scheide wieder ausgetreten. Hauptmann kratischen Charakter der sozialistischen Gesellschaft entsprechend mich zum Polizeipräsidium, und da wurde mir mitgetheilt, daß von Quast hat den Dienst noch nicht wieder übernommen. Seine beim Volfe sein und daß die richterliche Thätigkeit, so weit eine die Bescheinigung bereits am 1. Juli abgeschickt sei. Da Behandlung hat der Regimentsarzt Dr. Münnich übernommen. solche noch nöthig sein wird, erst recht dem altgermanischen, so- ich in Rixdorf wohne und auch keine Zeit zu Borgestern hatte der größte Theil der Mannschaft an Kopfwohl wie dem hellenischen und dem römischen Beispiel gemäß verlieren war, bat ich den betreffenden Beamten, nicht von spezifisch juristisch gebildeten Beamten, sondern in der doch ein Duplikat der Bescheinigung auszustellen, was dieser auch schmerzen zu leiden, die theilweise so heftig auftraten, daß Dr. Hauptsache von Personen, Männern oder Frauen, aus der breiten bereitwilligst that. Aber welches Wunder, am 4. Juni bekam ich Münnich die Anlegung von Eisblasen verordnen mußte. AußerMasse des Voltes geübt werden wird. die Original- Bescheinigung zu der für den 2. Juni einberufenen dem empfinden die Leute auch heute noch ein lähmendes Gefühl Diese auf der bekannten hartnäckigen irrigen Auffassung Versammlung! Ich hätte ja gar nichts dagegen, wenn die Briefe in den Gliedern. fozialdemokratischer Ideen beruhende Schilderung sozialistischer der Reichspost zwischen Berlin und Nixdorf per Luftballon be Elend ums Leben gekommen. Am Montag Nachmittag Zukunftsgestaltungen möchte noch noch hingehen. Fuld be- fördert würden; da tönnte man annehmen, der betreffende Ballon in der fünften Stunde fuhren zwei junge Leute im Alter von 18 streitet aber, daß das von ihm selbst entworfene und wäre vom Winde in eine andere Richtung getragen worden. und 20 Jahren von der Köriger Ziegelei in einem Handkahn von uns als ziemlich zutreffend anerkannte Bild richtig Sätten wir einen großen Schneefall gehabt, wie im verflossenen nach dem im Rummelsburger See belegenen Falkenhorst, um in sei. Es sei mit ihm, meint er verächtlich, ebenso Winter, so könnte man annehmen, der Postwagen sei stecken ge- dem daselbst befindlichen Schilf die Steſter der wilden Enten bestellt, wie mit„ allen übrigen Perspektiven, die zu dem eisernen blieben, aber alle diese Möglichkeiten sind ausgeschlossen. A auszunehmen. Sie banden den Kahn zu diesem Zweck an eines Bestand des sozialistischen Programms gehören". Flüchtige liegt Rixdorf nicht jenseits des Ozeans, sonst würde man an der Floßhölzer an und begaben sich von der Böschung aus auf Ueberlegung genüge schon, um jeden Denkfähigen zu überzeugen, nehmen, das Schiff sei von den Wellen verschlagen. Mir ist es einem überlegten Trittbrett in das Schilf hinein. Kaum hatte daß diese sozialistische Anschauung grundfalsch sei; es sei aller- also nicht erklärlich, wie diese Versäumniß vorkommen konnte; ich aber der eine Mensch das Brett betreten, da brach es zusammen dings richtig, daß die Verbrechen zum Theil ein Ergebniß der bekomme oftmals Briefe und immer sind dieselben pünktlich ein- und der junge Mann versant sofort in dem moraftigen Boden sozialen Verhältnisse seien, aber es sei durchaus unrichtig, wenn gegangen, nur diese Anmeldung nicht! Verzogen aus der an- bis zum Halse. Trotzdem seine Hilferufe sofort von einigen in der Sozialismus die individuellen Ursachen des Verbrechens ver- gegebenen Wohnung bin auch nicht, genug, an einer Erklärung für der Nähe weilenden Flößern gehört wurden, war eine Rettung tenne, da in der individuellen Veranlagung zahlreicher Personen diese seltsame Verzögerung fehlt es mir. doch unmöglich, da der Verunglückte sofort gänzlich im Sumpf die Wurzeln zahlloser Verbrechen liegen, die durch die Um- Soweit der Brief! Wir wollen nun allerdings nicht ver- unterging. Der auf so entfeßliche Weise ums Leben gekommene wälzung der sozialen Verhältnisse nicht im geschweigen, daß nach unserer Ansicht der Bummel bei der Post junge Mann war vor einigen Tagen aus Breslau nach Rummelsringsten berührt werde, gleichviel ob die verbrecherische dadurch verursacht ist, daß die Sendung nach Rixdorf, Jäger- burg gekommen und hielt sich hier bei einer Tante zum Besuch Beranlagung der Individuen auf Vererbung oder atavistische Straße, adressirt war und, nach dem Bestellstempel zu urtheilen, zu auf. Die Leiche ist noch nicht gefunden. Rückbildung zurückgeführt werde. nächst nach Berlin, Jägerstraße, gesandt ist. Solche BummeHaß und Rachgier, Sinnenluft und Mordlust, vandalische leien erhalten aber bei Fällen, wie dem vorliegenden, gerade in Ueber das Befinden der dem Zirkus Carré angehörigen Zerstörungssucht und Rohheit würden auf jeder Entwickelungs- der Ansicht unserer Parteigenossen einen bedenklichen Anstrich; Verletzten erfährt der„ Hannov. Courier" folgendes: Geschäftsſtufe der staatlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse bestehen denn sie erinnern stets an die vielen merkwürdigen Haussuchungen, führer Rabe, Klown Carpini und Jockeyreiter Achille Binella bleiben und verbrecherisch fortwirken. die unter dem Sozialistengesetz stattfanden, sobald der Packet- sind bereits aus dem Stadtkrankenhause entlassen. Die Wunde Es gäbe nun allerdings Bertreter des Sozialismus, welche Briefträger ein Packet abgegeben und die Wohnung verlassen der am Unterschenkel amputirten Tänzerin Fräulein Krüger, sogar eine gewisse Aenderung der menschlichen Natur als Folge hatte. sowie die schwere Kopfverlegung des Kindes Amalie Wolff find der sozialen Umwälzung sich geltend machen lassen, aber zu der in voller Heilung. Bei der Parforcereiterin Fräulein Elise Behauptung, daß alle schlechten Leidenschaften und Triebe dadurch Von sachverständiger Seite wird uns geschrieben: Ein Adams, welche am linken Unterschenkel zwei komplizirte Knochenbeseitigt werden würden, hätten sich doch nur die Zukunfts- hiesiges Blatt, welches seinen Lesern gewohnheitsgemäß allen mög- brüche hat, ist jetzt, nach 17 Tagen, zum ersten Male der Verband propheten verstiegen, die von einem Limonadenmeer und ähnlichen Unsinn auftischt, unternimmt, um die Sauregurkenzeit an- gewechselt. Der Befund war sehr günstig. Die Dame hat außerlichen schönen Dingen zu träumen vermochten. genehm zu kürzen, eine öffentliche Diskussion über den Krammets bem am rechten Unterschenkel einen Knöchelbruch mit starker Die von ihm in dieser Weise begründete Scheidung der in- Bogelfang. Um nun mit unserer Meinung nicht zurückzuhalten, Quetschung der Haut und einen Bruch des Unterkiefers. Dieselbe dividuellen Faktoren des Verbrechens von den sozialen gewährt sei dem Blatte Folgendes eröffnet. hat bisher nie gefiebert und befindet sich den Umständen nach Fuld nun die Grundlage zu folgender Ausführung: Wildschaden-, Waldschutz- und Jagd- Polizeigesetz haben in sehr gut. Bei der Schulreiterin Miß Mary Grothe mit kompli Wir geben zu, daß die Ersetzung des Privateigenthums letzter Zeit lange Debatten hervorgerufen, Hirsche und Hasen, zirtem Bruch des linken Unterschenkels, wobei ein größerer, loser Durch das Gesammteigenthum dieselben in erheblichem Rehe und Fasanen und sonstiges jagdbares Wild haben herhalten Knochensplitter fortgenommen werden mußte, ist jest ebenfalls Maße vermindern würde, vor Allem die strafbaren Hand- müssen, immer aber ist noch nicht klar gestellt. was jagdbares und zum ersten Male der Verband gewechselt und das Glied lungen, welche wir als Vermögensdelikte bezeichnen; wenn nichtjagdbares Wild ist. Einer Schinderei auf dem Gebiete der in günstigem Zustande gefunden. Auch bei dieser Dame ist bisfür den Bedarf aller Gesellschaftsmitglieder von Gesellschafts- Jagd, die auf alle Fälle beseitigt werden muß, ist hier lang tein Fieber eingetreten. Das Befinden der übrigen Verwegen gesorgt ist, so fallen natürlich die durch Noth bei besonders Erwähnung zu thun, und das ist gerade der letzten ist ein durchaus befriedigendes. verursachten Delikte hinweg und wenn Niemand ein Krammets vogelfang. Es ist genug, daß man den Sondervermögen besißt, so kann auch feine Verlegung desselben eigentlichen Krammetsvogel( Turdus pilaris) alljährlich Vor einem Schlafstellendieb wird gewarnt. Derselbe ist verübt werden; ebenso fallen die Verbrechen gegen den Staat zu Millionen wegfängt, nein alle Drosselarten, als Wein-, Sing, von schlanker Figur, trägt einen kleinen Schnurrbart und ist mit fort, da diese Institution in der Zukunftsgesellschaft unbekannt Mistel-, Schwarz, Schild, Ring- Drossel und wie sonst noch alle einem dunkelkarrirten Jacket oder Gehrock bekleidet. Kürzlich ist. Im Uebrigen aber wird diese sozialisirte Gesellschaft ebenso heißen mögen, müssen dran glauben, nur um die Gourmands miethete er bei einer Wittwe eine Schlafstelle und gab an, er sei mit der Ahndung von Verbrechen sich beschäftigen müssen, wie weit und breit zu befriedigen. Die Jagdmethode aber, die bei Schriftseter und täme von außerhalb. Da die Wirthin dies die heutige, sie wird sogar ebensowohl strafbare Handlungen diesen lieblichen Sängern, den Drosseln, angewandt wird, spricht glaubte, schickte sie ihn mit den Anmeldungen zur Polizei. Der gegen die öffentliche Ordnung fennen, wie wir, denn so jeder Menschlichkeit Hohn, ist eine solche Schinderei, daß wir Schwindler brachte zwei ungestempelte Anmeldungen zurück und auf eine gewiffe Ordnung tann sie natürlich ebenso nur mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln immer und immer sagte, die eine wäre dort behalten, die andern beiden würden wenig verzichten, wie jede Bielheit von Menschen, wieder darauf dringen können, den Krammets- Vogelfang, so wie gestempelt werden, wenn er seine flitärpapiere( welche er sich «rst schicken lassen müsse) bringen würde. Auf der Wache ist der Schwindler natürlich garnicht gewesen. Der Gauner wiegte nun die Wittwe in Sicherheit, zahlte auch zwei Mark auf die'Miethe an, um bei der nächsten Gelegenheit Alles zu stehlen, was er erlangen kann. Der von ihm angegebene Namen ist falsch. Au diese Weise hat er am Mittwoch voriger Woche eine arme Wittwe in der Rüdersdorferstraße heimgesucht und einen dunkelbraunen Anzug(kleingewürfelt) und eine Cylinder-Uhr mit grauem Zifferblatt gestohlen. Sollte jemand über den Spitzbuben oder die gestohlenen Sachen Kenntniß erhalten, so wird gebeten, der Polizei Anzeige zu erstatten. Die Photographie des Spitzbuben ist auf dem Präsidium in Augenschein zu nehmen. Heitere» Gesprächsstoff bildet eine Episode aus der letzten Sitzung der Spandauer Stadtverordneten. Wegen Vermehrung der Mitglieder der städtischen Körperschaften, die sich infolge der Zunahme der Bevölkerung als nothwendig herausgestellt hat, müssen mehrere neue Sitze geschaffen werden. Der Magistrat, der aus vierzehn Herren besteht, wünscht nun, daß der Bürger- nicister im Sitzungssaal sich vor ihnen durch einen erhabenen Sitz markire; für das Stadtoberhaupt war daher ein besonderer in seinem Aeußcrn ausgezeichneter Sessel beantragt worden. Ob- wohl letzterer aber nur fünf Mark mehr kosten sollte, als die übrigen Sessel, lehnte die Stadtverordneten-Versammlung diese geringe Mehrausgabe doch mit allen gegen eine Stimme ab. Man meinte, der Bürgermeister brauche nicht höher und weicher zu sitzen, als die übrigen Magistratsmitglieder. Polizeibericht. Am S. b. M. Vormittags fiel auf dem Schlesischen Bahnhose der mit der Ausbesserung des Wellblech- daches der neuen Halle beschäftigte Klempnergeselle Carl Schulz infolge eines Fehltritts von demselben herab und erlitt dabei einen Bruch des Oberschenkels, so daß er nach dem Krankenhause um Friedrichshain gebracht werden mußte.— Gegenüber dem Hause Engcl-Ufer 8 sprang Abends ein Mädchen in den Louisen- slüdtischen Kanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser ge- zogen und nach seiner Wohnung gebracht.— In der Nacht zum K). d. M. stürzte sich ein Mann in einem Anfalle von Vcr- folgungswahn aus dem Fenster der im ersten Stock eines Hauses der Badstraße belegenen Wohnung seines Vaters auf den Bürger- 'irig hinab und erlitt dabei so schwere Verletzungen am Kopfe, icch seine Ucberführung nach der Charitee crsorderlich wurde.— Im Landwchr-Kanal, an der Corncliusbrücke, wurde zu derselben Zeit die bereits stark verweste Leiche eines unbekannte», etwa 30 Aahre alten Mannes angeschwemmt.— Am 9. d. M. fanden drei kleine Brände statt. C ©cvirfifs-Beifuna; t�'mer der gefährlichsten Repräsentaitten des Berliner StrrulchthnmS, ein gewisser Friedrich Germersdorf, stand gestern nebst dem Töpfer Karl Kallenbach vor der zweiten Strafkeunmer des Landgerichts I, um sich wegen schwerer Körper- verletz»> g zu verantworten. Ein dritter Angeklagter. der eben- fallS bei. der Ausschreitung betheiligt gewesen. hat nicht ermittelt werden tonnen. In der Nacht zum 8. November v. I. ging der Tischlerr.reistcr Schreiber, ein schon bejahrter Mann, mit einem Begleiter durch die Münzstraße. In einem Thorwege standen die beidm Angeklagten und der erwähnte Dritte, die von den beiden Ä'orübergehcnden scharf angesehen wurden. Tics erregte den Unwillen der Angeklagten dermaßen, daß sie den beiden Männern nachliefen und mit Schlägen über sie herfielen. Besonders Schreiber wurde arg zugerichtet, er erhielt vier Messerstiche in den Kopf und mit einein Schrauben- schlüssel wurde ihm außerdem noch eine schwere Verletzung zuge» fügt. Daß ber Angeklagte Kaltenbach ein Messer gebraucht hatte, wurde nicht für erwiesen erachtet; gegen ihn beantragte der Staatsanwalt ein Jahr Gcsängniß, gegen den vielfach vor- bestraften GernierLdors dagegen drei Jahre Gefängniß. Ter Gerichtshof war der Ansicht, daß derartige gemeingefährliche Bursche», wie Germersdorf einer sei, nicht hart genug bestraft werden könnte»; gegen ihn wurde auf vier Jahre Ge» s ä n g n i ß erkannt, während Kaltenbach mit sechs Monaten Gefängniß davonkani. Nm fünf Straustfeder» zum Wertste von 7 M. 50 Pf. haudelte es sich in einer Diebstahlsanklage, welche gestern vor der II. Strafkammer des Landgerichts I gegen den Hauptamts- diener Ferdinand Eckebrecht verhandelt wurde. Der Augeklagte war bei der Hauptzoll-Abfcrtigungsstelle angestellt, wo es besonders zu seinen Obliegenheiten gehörte, die Packete an das Publikum herauszugeben. An einem Februartage zeigte der Kaufniann Seligmann an, daß aus einem Packet, das ihm kurz zuvor vom Angeklagten ausgehändigt worden war, fünf Stück Straußfedern fehlten. Dieselben wurden in dem Kasten des Tisches gefunden, an welchem der Angeklagte arbeitete. Es wurde ihm der Vorwurf des Diebstahls gemacht und seinen Vorgesetzten räumte er auch ein, daß er sich die Federn angeeignet habe. Im Verhandlungstermine widerrief der Beschuldigte dies Geständniß, welches ein erzwungenes sein sollte. Seitens seiner Vorgesetzten sei ihm mit der Polizei und dem Zuchthause gedroht worden, seine Ehefrau fei schwer krank gewesen und er habe völlig den Kopf verloren. Das fragliche Packet müsse mangel- hast verschnürt gewesen sein, er habe die Federn auf dem Fußboden gefunden und sie einstweilen in den Tischkasten gelegt, der allen Beamten, die in dem Räume thätig waren, zur Ver,ügung stand. Es war ein großer Zeugenapparat aufgeboten worden, um den Angeklagten zu überführen. Es wurde aller- dings festgestellt, daß der Angeklagte sich seinem Vorgesetzten gegenüber sehr verdächtig benommen habe, aber auch, daß der- selbe die Federn, oberflächlich in Papier gehüllt, vornean in den Tischkasten gelegt hatte, sodaß sie Jedem in die Augen fallen mußten, der den Kasten öffnete. Der Zeuge Seligmann hielt es zwar nicht für wahrscheinlich, aber doch auch nicht für unmöglich. daß die fünf Federn aus dem durch den Transport beschädigten Packet hinausgefallen sein könnten. Ter Staatsanwalt konnte diesen geringen Entlastungsmomenten gegenüber seinen früheren Geständnissen einen Werth nicht beilegen. Er hielt den An- geklagten nicht des Diebstahls, sondern der Unterschlagung im Amte für überführt und beantragte gegen ihn eine Gefängniß- strafe von drei Monaten. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Reiche, plaidirte für Freisprechung. Ter Gerichtshof hielt den Sachverhalt nicht für genügend aufgeklärt, um den Angeklagten für überführt zu erachten und fällte deshalb ein freisprechendes Urtheil. Tie für Gastwirthe interessante Frage, ob nach der heutigen Gesetzgebung dem Ehemann einer wegen schweren Dieb- stahls mit sechs Monaten Gefängniß bestraften Frau die Schank- konzession anvertraut werden könne, beschäftigte nach einander die beiden Instanzen der für Berlin zuständigen Verwaltungsgerichte. Der Schankwirth H. kam für ein Lokal in der V.-Straße um die Erlaubniß zum Betriebe der Schankwirthschaft beim hiesigen Stadtausschusse ein, wurde jedoch von dieser Behörde abschlägig beschieden, weil das königl. Polizeipräsidium mit Rücksicht auf die schwere Vorbestrasung der Ehefrau des Antragstellers Wider- spruch erhob. Namens des H. beantragte hiergegen Rechtsanwalt Leopold Meyer Eröffnung des Verwaltungsstreitverfahrens und erzielte ein obsiegendes Erkenntniß, durch welches dem H. die nachgesuchte Konzession ertheilt wurde.— Gegen dieses Urtheil des Stadtausschusses legte das Polizeipräsidium Berufung ein und führte in derselben aus, daß die Eheleute H. als Leiter eines Echankgeschäfts zu der Befürchtung Slnlaß gäben, daß sie das Echankgewerbe zur För- derung der Hehlerei und des Diebstahls nnßbrauchen werden. Eine Person, welche wegen schweren Diebstahls mit der hohen Strafe von 8 Monaten Gefängniß bestrast worden sei, biete nicht die Gewähr, daß das Echankgewerbe ordnungsmäßig geführt werde. Die Ehefrau des Schankwirths unterstütze ihren Ehemann bei der Bedienung der Gäste, vertrete ihn auch bei Abwesenheit oder Krankheit. Von einer Frau aber, die sich so schwer gegen fremdes Eigenthum vergangen, könne nicht erwartet werden, daß sie das Geschäft ordnungsmäßig mitleiten werde, vielmehr liege die Befürchtung vor. daß das Publikum gegen den mißbräuch- lichen Betrieb des Schankgewerbes nicht hinreichend geschützt sei. Aus diesen Gründen beantragte das Polizeipräsidium die Aufhebung des Urtheils erster Instanz und die Versagung der nachgesuchten Konzession. Der Vertreter des H. führte dagegen Folgendes aus: Die Ehefrau des H. habe die Strafthat vor ihrer Verheirathung verübt; sie habe sich seitdem nichts zu Schulden kommen lassen, obschon sieben Jahre darüber hingegangen sind. Antragsteller selbst sei ein völlig unbescholtener Man», der seine Frau ohne Kenntniß von der Vorstrafe derselben geheirathet habe. Es müsse angenommen werden, daß der Antragsteller seine Frau bisher günstig beeinflußt habe und die Unbescholtenheit seiner Person, sowie glänzende Leumundszeugnisse desselben bieten volle Gewähr für die gute Verwaltung des Schankgeschäfts.— Der Bezirks- ausschuß erkannte in seiner gestrigen Sitzung, daß die Berufung des k. Polizeipräsidiums zu verwerfen und demselben die Kosten beider Instanzen aufzuerlegen seien.— Da ein weiteres Rechts- mittel gegen dieses Urtheil nicht statthaft ist, so ist letzteres rechts- kräftig. Essen, 9. Juni 1891. Die Bochumer Steuereinschäßnngö-Verhältnisse vor Gericht. Achter Tag der Verhandlung. Trotz eines heftigen Unwetters ist der Andrang nach dem Zuhörerraum heute ebenfalls ein ganz enormer. Als Zeuge er- cheint heute wiederum Geheimer Kommerzienrath B a a r e. Der Präsident, Landgerichts-Direklor T h ö n e, eröffnet gegen 9 Uhr Vormittags die Sitzung. Es nimmt sogleich das Wort der Vertreter der Nebenkläger, Justizrath Schultz(Hagen): Die Beschuldigungen, die gegen die Ehre meines Mandanten, des Herrn Geheimen Kommerzienrath Vaare am Freitag erhoben wurden, sind derartig schwere, daß ich mich genöthigl sehe, die Genehmigung des Herrn Präsidenten einzuholen, an den Herrn Staatsanwalt die Bitte richten zu dürfe», uns gefälligst sagen zu wollen, wie weit das Unterfuchungsversahren gegen Herrn Geheimen Rath Baare wegen der angeblichen Stempelfälschung gediehen ist und ob, da die Zeugenvernehmung noch nicht geflossen, es sich vielleicht doch noch ermöglichen lassen würde, die Baare'sche Angelegenheit mit der gegenwärtigen Sache wieder zu verbinden?— Staatsanwalt S a n d in e i e r: Ich bin leider nicht in der Lage, schon heute eine bestimmte Erklärung abzugeben. Es finden bereits seit Sonnabend Nach- mittag vor dem Herrn Untersuchungsrichter in Bochum Zeugenvernehmungen statt, wie weit die Sache gediehen ist, kann ich aber leider nicht sagen. Soviel kann ich aller- dings bereits mittheilen: Die Zeugenvernehmungen bei dem Herrn Untersuchungsrichter in Bochum sind ja noch nicht beendet, allein dieselben haben bisher für Herrn Geh. Kommerzienrath Baare nicht im Geringsten etwas Belastendes ergeben dafür, daß der- elbe von Anfertigung falscher Stempel irgend etwas gewußt hat. Davon ist bis jetzt in keiner Weise etwas erwiesen. Ob nun die Zeugenvernehmung bis Tonnerstag oder Freitag zu Ende kommen wird, so daß es vielleicht möglich sein dürfte, die Baare'sche» Strafanträge mit der gegenwärtigen Sache zu verbinden, kann ich noch nicht sagen. Es wird alsdann in die Verhandlung eingetreten und zu- nächst zur Erörterung der Frage betreffs der Besteuerung des Bochumer Vereins übergegangen.— Bürgermeister Lange bekundet wiederholt: Der Einschätzung des Bochumer Vereins sei der Reingewinn des Vereins, wie er aus der Bilanz ersichtlich, zu Grunde gelegt worden. Als steuerbar sei betrachtet worden die an die Aktionäre vertheilte Dividende und die Ueberweisung an den Reservefonds. Abgerechnet vom Reingewinn wurden die bezahlten Gehälter, Tantiemen, Gratifikationen u. s. w.— Prä- i d e n t: Haben Sie die Bilanz aus ihre Richtigkeit geprüft? — Zeuge: Die Bilanz war so klar, daß eine nähere Prüfung nicht nothwendig erschien. Wäre die Bilanz nicht richtig ge- wesen, dann hätten sich zweifellos die Aktionäre beschwert. Es wurden zu einer Generalversammlung extra Leute aus Berlin eingeladen. Diese trieben aber mit Herrn Geheimen Rath Baare geradezu Abgötterei. Ich mußte nach dem Verhallen der Aktionäre in der Generalversammlung von der Richtigkeit der Bilanz überzeugt sein.— Präsident: Angeklagter Fusangel, behaupten Sie noch, daß die Bilanz des Bochumer Vereins falsch war?— Fusangel: Allerdings behaupte ich das. Es sind ,. B. in die Bilanz nicht mit aufgenommen der Werth der Meiereien, des lebenden Inventars, des Kosthauses, des Kasernen- baues und der Konsumanstalten. Ich wiederhole außerdem, daß das Fuhrwerk des Bochumer Vereins mit einer Mark in die Bilanz eingestellt ist. Es mag ja vom kaufmännischen Stand- pniikte aus ganz richtig sein, in den guten Jahren_ für die chlechten vorzusorgen, allein vom Standpunkte der Besteuerung ist eine solche Bilanz doch nicht als korrekt anzusehen.— Baare: Der Angeklagte thut so, als wenn er unsere Bücher genau geprüft hätte, obwohl er niemals einen Blick in dieselben gethan hat. Bei unserer alljährlich statt- findenden Inventur werden an alle Abtheilungschefs genau detaillirte Schemata ausgegeben, in die alles Material ohne Ausnahme, lächerlicherweise bis zum letzten Lineal, aufgenommen wird. Diese Aufnahmen, die in genauester Weise eingetragen werden, füllen ein dickes, 200 geschriebene Seiten füllendes Heft. Unsere Bilanz ist so klar, daß man z. B. in Berliner Börsenkreisen es kaum verstehen würde, daß hier über dieselbe eine solch' lange Erörterung stattfindet. Das Aktien- gesetz schreibt vor, daß alljährlich Abschreibungen von dem In- vcntar stattfinden müssen. Dieser Vorschrift enlsprechend, hat die Aufnahme des Inventars stattgefunden.— Präs.: Das Hütten- Fuhrwerk ist nun mit 1 M. in die Bilanz gestellt, das ist doch ebenfalls bedeutend mehr werth?— Zeuge: Allerdings, unsere süchse repräsenliren ja schon allein einen Werth von 10000 bis ; 5 000 M. Aber selbst angenommen, das Hütten-Fuhrwerk wäre 20 000 M. werth, dann ist doch zu erwägen, daß das Fuhrwerk nicht das Mindeste einbringt, sondern nur Geld kostet und daß von demselben alljährlich Abschreibungen vorgenommen werden. — Präs.: Sie behaupten also, daß all das Inventar, das der Angeklagte Fusangel in der Bilanz vermißt, in dieselbe Auf- nähme gefunden hatte.— Zeuge: Jawohl.— Auf weiteres Beftagen des Präsidenten bekundet Baare: Tie Tantiemen und Gratifikationen waren vertragsmäßig, sie bilden gewissermaßen einen Theil des Gehaltes für die verschiedenen Beamten und mußten deshalb vom Reingewinn abgezogen werden. Die Ver- waltungsraths-Mitglieder erhalten z. B. kein festes Gehalt, obwohl deren Verantwortung eine ganz enorme ist. Tie Ver- waltungsraths-Mitglieder müssen event. mit ihrem Privatvermögen für etwaige Verluste eintreten. Die Tantiemen an die Ver- waltungsraths-Mitglieder, die einmal zehn Jahre lang nicht gezahlt wurden, seien doch nsilhin nicht steuerpflichtig. Da fünf Gemeinden vom Bochumer Verein Steuern verlangten, so sei es nothwendig gewesen, mit den Gemeinden einen Vertrag dahin zu schließen, daß 00 pCt. an die Sladt Bochum und 40 pCt. an oie anderen vier Gemeinden gezahlt werden.— Sachverständiger. Oberbürger- meister Prentzel(Hagen): Gegen den becichlelen Vertheilungs- modus ist nichts anzuwenden, allein einen Vertrag über die Grundlage der Besteuerung halte ich nicht für zulässig. Die ver- theilten Gratifikattonen. Geschenke-c. halte ich für steuerpflichtig. Ich finde es außerdem für unzulässig, daß die Gratifikationen vom Reingewinn abgezogen werden. Die Abschreibungen vom Inventar halte ich für durchaus korrekt.— Beisitzender, Land- gerjchtsrefth Schneider II; Sie halten auch Gratifikationen für steuerpflichtig, wenn dieselben auf einem bestimmten Vertrage be- ruhen?— Oberbürgermeister Prentzel: Wenn die Gratifikationen vertragsmäßig gezahlt werden, dann sind dieselben meiner Meinung nach nicht steuerpflichtig, allein freiwillig gegebene Gratifikationen sind meiner Meinung nach unter allen Umständen steuerpflichtig. — Präs.: Wie verhält es sich mit der doppelten Buchung der Gehälter?— Baare: Diese doppelte Buchung geschah keines- wegs, um die Steuerbehörde zu hintergehen, sondern wir machten den Versuch, vier Fünftel der Gehälter baar auszuzahlen und ein Fünftel als Pension:c. den Beamten gut zu schreiben. Dieser Versuch wurde jedoch nur ein einziges Jahr gemacht, da sich dabei schließlich Unzuträglichkeiten herausstellten. Ich wieder- hole, wir beobachteten Stillschweigen über die Höhe der Gehälter, lediglich um nicht zwischen den einzelnen Beamten Eifersucht zu erregen. Präs.: Wir wollen nun zu dem Anklagepunkt betreffend die Verletzung des§ 130 des Strafgesetzbuches übergehen. Herr Bürgermeister Lange, haben die inkriminirten Artikel in der Bochumer Bevölkerung Erregung hervorgerufen?— Zeuge: 'Allerdings, die Aufregung war aus Anlaß der inkriminirten Ar« tikel eine große, selbst die Marktweiber schimpften über zu hohe Besteuerung.— Präs.: Kam es zu irgendivelchen Gewaltthätig- leiten?— Zeuge: Nein.— Präs.: Sind Sie oder andere Bürger mit Beschimpfungen belästigt worden?— Zeuge: Nein. Es ist mir bloß, sobald ich Jemanden in einer Armensache ab- weisen mußte, immer zugerufen worden:„Das wird Ihnen Fusangel schon besorgen."— Auf weiteres Befragen bekundet der Zeuge, daß er einen anonymen Drohbrief bekommen habe. Er überreicht denselben dem Vorsitzenden, der den Brief verliest; derselbe enthält die ärgsten Beleidigungen und Bedrohungen gegen den Bürgermeister Lange, den Ober-Bürgermeister Bollmann und den Geh. Rath Vaare.—Baare: Ich bekomme aus Anlaß dieses Prozesses Zuschriften, Schmäh- und Drohbriefe aus allen Gegenden. Ich habe drei Postkarten mit derselben Handschrift erhalten und zwar ist die eine aus Berlin, die zweite aus Köln und die dritte aus Bochum gekommen. Ich werde diese Karten dem Herrn Staatsanwalt mit dem Antrage übergeben, den Brief- schreiber zu ermitteln und event. gegen denselben das Verfahren einzuleiten.— Der Präsident verliest auch diese Karten, die eben- falls die ärgsten Beleidigungen gegen Geh. Rath Baare enthalten. — Fusangel: Ich habe auch einige Drohbriefe bekommen, ich lege jedoch auf dieselben gar keinen Werth.— Staats- anmalt: Ich lege aber Werth darauf und beantrage, daß der Angeklagte Fusangel die an ihn gerichteten Briefe dem Gerichts- hose übergiebt. Es wird sich daraus ergeben, in welcher Weise die Kreise der Bevölkerung durch die Fusangel'schen Artikel gegeneinander aufgereizt worden sind.— Fusangel uberreicht die Briefe dem Gerichtshof, die ebenfalls zur Verlesung gelangen. Dieselben enthalten in gleicher Weise Jnvektiven gegen den An- geklagten Fusangel. Auf Befragen des Präsidenten bekundet Oberbürgermeister B o l l m a n n: Aus Anlaß der inkriminirten Artikel war ich von der Regierung aufgesordert worden, eine höhere Einschätzung bei allen Zensiten vorzuschlagen und wenn dieselbe von der Ein- schätzungskommisfion nicht genehmigt würde, Berufung einzulegen. Ich war deshalb genöthigt, diese höhere Einschätzung vorzunehmen, wozu mir mdeß das Material gefehlt hat.— Präs.: Wurde bei diesem Verfahren auch Herr Geh. Rath Baare berück- 'ichtigt?—Zeuge: Jawohl, Geh. Rath Baare wurde auch dfort von der 17. in die 19. Einkommensteuerstufe eingereiht, es bedeutet das eine Mehreinnahme von 14000 M.— Präs.: Die Einnahme des Geh. Raths Baare wurde aus 39 000 M. geschätzt, während dieselbe thatsächlich 110 000 M. betragen haben soll?— enge: Ich habe bereits bemerkt, daß mir Material nicht zur eite stand.— P ä s.: Herr Geh. Rath Baare, waren denn in den Jahren 1887/88 Ihre Einnahmen erheblich niedriger als 1883?-— Baare: Nein. Allein ich muß bemerke», daß der Angeklagte Fusangel auf der einen Seite meine Einnahmen drei Mal r*" chätzte, auf der anderen Seite unaushörlkch nur- vir tcoMs« Lage des Bochumer Vereins schrieb. Es geht daraus hervor, wie chwer es ist, sich ein richtiges Bild zu»lachen. Während meine Einnahmen, die sich doch wesentlich nach der Geschäftslage richten, auf 333 000 M. jährlich geschätzt wurden, war die„Westsälische Volkszeitung" bemüht, eine Baissesttimmung zu erzeugen und die Welt Glauben zu machen, daß der Bochumer Verein m semen Wirthschaftsverhältnissen wesentlich zurückgegangen sei.— Fus- a n g e l: Was ich in meinen Artikeln behauptet habe, ist ein- getroffen. Da die Bürgerschaft ein wesentliches Interesse an der Lage des Bochumer Vereins hatte, so war ich genöthigt, dieselbe zu beleuchten. Ich schrieb deshalb: Es wäre unverantwortlich, wenn der Bochumer Verein 0 bis 7 pCt. Dividende vertheilen wollte, da das ganze Savonaer Unternehmen so faul sei, daß diese Aktien garnichts und die Obligationen nur 60. allerhöchstens 05 pCt. werth sind. Ich habe das geschrieben im Interesse der Bochumer Bürgerschaft und verwahre mich dagegen, daß ich an irgend ein Börseninteress» dabei gedacht habe. Im übrigen sind ineine damaligen Behauptungen vollständig eingetroffen.— Baare: Wie gut Herr Fusangel über die Lage des Bochumer Vereins unterrichtet war, geht daraus hervor, daß, während er im Monat Juli vergangenen Jahres schrieb: Die Lage des'Bochumer Vereins ist trostlos und eS wäre geradezu unverantwortlich, wenn 0 bis 7 pCt. Dividende verthcsit würden, ich zwei Tage später bereits öffentlich mittheilen konnte, daß der Bochumer Verein 10 pCt. Dividende vertheilte und außerdem 1 920 000 M. für die Savonaer Aktien und 054 000 M. ür andere Zwecke abschrieb.— Fusangel: Ich habe nach den vorliegenden Verhältnissen geurtheilt, und meine Be- hauptungen, daß die Lage des Bochumer Vereins eine schlechte ist, hat sich auch bestätigt. Die Einnahmen des Geheimen Kam- merzicnraths Baare habe ich aus den Durchschnitts- Einnahmen, die derselbe in den letzten drei Jahren gehabt hat, berechnet.— wird alsdann Bankier Schüler(Bochum) als Sachverstän- diger vorgenlfen.— Der Staatsanwalt protestirt gegen die Vernehmung dieses Sachverständigen, da derselbe Mitglied der Einschätzung---Kommission sei. Der Gerichtshof beschließt jedoch nach kurzer Berathung die Vernehmung. Der Präsident fordert nun den Sachverständigen auf. anzugeben, ob die hier über ihre Einschätzung vernommenen Zeugen richtig eingeschätzt sind.— Bankier Schüler: Ich bin in Bochum Bankier und kenne mithin die Vermögenslage so mancher Bürger. Ich würde aber eine arge Verletzung meines Geschäftsgeheimnisses begehen, wollte ich darüber hier öffentlich Aussagen machen. Ich muß daher ersuchen, mich von jeglichem Zeugniß zu entbinden, ich wäre anderenfalls genöthigt, mein Zeugniß zu verweigern.— P r ä s i« d e n t: Was Ihnen geschäftlich anvertraut ist, wollen wir nicht wissen, vielleicht sind Sie aber in der Lage, unS über die rich' tige oder unrichtige Einschätzung der verschiedenen Zensiten, wie dieselbe im Volksmund beurtheilt wird. Mittheilungen zu machen- — Sachver st än diger: Das könnte ich auch nicht thu». ohne mein Gewissen zu belasten. Gerade dasjenige, was aus dem Volksmunde verlautet, ist am wenigsten maßgebend. 3® habe Fälle erlebt. daß Leute für sehr vermögend gehalten n>ur- den, während es sich nach ihrein Tode herausstellte, daß sie»»r Schulden hatten.— Schließlich wird auf allseitigen Verzich' von der weiteren Vernehmung des Sachverständigen Abstand flc' nommen. Es wird alsdann Apotheker Hartmann in den Saal gernftn- Derselbe bezeichnet seine bereits gemachten Aussagen bezüglich seln» Einnahme bezw. Einschätzung als richtig.— Fusangel: rage den Zeugen, ob er nicht noch eine Extra» Einnahme vo � 3200 M. aus dem Wichers'schen Fuhrunternehmen hat?— Zeug«' Ich habe wohl dem Wichers zu diesem Unternehmen Geld g liehen, bin jedoch an dem Unternehmen selbst in keiner We>I° betheiligt.— Der folgende Zeuge ist der Apotheker W e b e n Dieser deponirt: Auf ihn habe ein gegen den Bareaucy' Generotzki gerichteter Artikel der..Westfälischen Volkszeitung den Eindruck gemacht, als würde sich Generotzki bestechen lalsi' Er habe wohl gehört, daß Generotzki an der Börse spek»"™ irgend einer unehrenhaften Handlung halte er ihn aber nicht für Bifttirung angefeßt. Die neunzehn Omnibus- Eigenthümer, welche| Vortrag über„ Die Gelehrtentlasse und die Arbeiter" hielt. Gine fähig. Baare: Ich fühle mich genöthigt, hier zu erklären, ben Verkehr mit zusammen 82 Wagen aufrechterhalten, erklärten, Diskussion über den Vortrag felbft fand nicht statt. Eine Resodaß Herr Generogli, der feit breißig Jaheen Beamter des daß sie sich einer Musterung ihrer Pferde nur in dem Falle lution, Inhalte deren sich die Versammlung mit den Ausfüh Bochumer Vereins ist, einer der ehrlichsten und rechtschaffensten unterwerfen, wenn ihre Konzession für die Dauer von sechs rungen des Referenten vollauf einverstanden erklärte, wurde einMenschen ist, die ich fenne. Polizei- Kommissar Nobse be- Jahren verlängert werde, und richteten in diesem Sinne eine stimmig angenommen; ebenso eine andere, die folgenden Wortfundet, daß er vor Gewaltthätigkeiten auf seiner Hut gewesen Eingabe an den Magistrat. Da aber die Ober- Stadthauptmann- laut hatte:" Die Versammlung für Männer und Frauen ift entsei. Thatsachen vermag Zeuge indeß nicht anzugeben. Armen- schaft die Pferdevisitirung troh dieser Eingabe vornehmen wollte, rüstet über die Vorgänge in Eisleben und drückt ihren Ekel über haus- Verwalter Klosen, der alsdann als Zeuge erscheint, be- ließen sämmtliche Omnibusbefizer ihre Wagen nicht ausfahren. das viehische Benehmen der Bergleute aus, welche sich, Hunden kundet, daß von der Armenhaus- Verwaltung verschiedentlich Der allgemeine Verkehr hat wohl unter diesem Ausstande nicht gleich, auf unsere Genossen hetzen ließen. Sie erwartet und verlangt Lebensmittel unterm Preise verkauft worden seien, daß der sonderlich zu leiden, allein es giebt immerhin Straßenzüge, in von den Behörden die strengste Untersuchung und Bestrafung der Bürgermeister Lange sich im Armenhause Möbel habe anfertigen denen das große Publitum ausschließlich auf die Omnibusse an- Grzedenten und ihrer Auftraggeber. Sie erwartet ferner, daß sid lassen, ohne den üblichen Preis dafür zu zahlen und gewiesen ist. Die Behörde dürfte daher zur schleunigen Ent- die Einwohnerschaft Eislebens, sofern sie einigermaßen Anspruch daß er, Bürgermeister Lange, auf Kosten der Armen- fcheidung gedrängt werden, da die Omnibusbesizer entschlossen darauf mache, gebildet und gefittet zu sein, mit Abschen von verwaltung im Armenhause kostspielige Abendessen veranstaltet sind, nicht nachzugeben. solchen Vorgängen wendet und dieses auch den Knüppelhelden und habe. Bürgermeister Range: Der Beuge habe wegen Paris, 10. Juni. In einer Frühversammlung der Pariser Redner forderten dann noch auf, sämmtliche Lokale, außer Knebell, ihren Hintermännern deutlich zu verstehen giebt."- Verschiedene ungehörigen Verhaltens gegen die Hospitaliten und Nach Omnibusbediensteten wurde nach langer Debatte zwischen dem zu meiden, umsomehr, da dieses das einzige auf dem ganzen lässigkeit im Amte entlassen werden müssen. Die Lebensmittel Syndikat der Angestellten und den Direktoren die eine Einigung Gesundbrunnen ist, welches für unsere Zwecke zu haben wäre. feien zum Marktpreise verkauft worden und zwar, weil sie anderer konstatirende Resolution einstimmig angenommen. Der Ausstand Es kam ein Antrag zu Stande, welcher angenommen wurde. Weise nicht zu verwerthen waren, für die angefertigten Möbel ist damit erloschen. sei der richtige Preis bezahlt worden. Es haben nicht kostspielige Unter Verschiedenem" gingen noch einige Redner des Näheren Abendessen stattgefunden, sondern die Mitglieder der Armenver- Paris, 10. Juni. In einer gestern stattgehabten Versamm- auf die Vorgänge in Gisleben ein. Mit einem freudigen Hoch waltung, die unter seinem Vorsiz stundenlange Sitzungen abge- lung der Barbiergehilfen wurde die Forderung des Neunstunden- auf die internationale völkerbefreiende Sozialdemokratie wurde die halten, haben sich einige Erfrischungen holen laffen, die aller tages aufgestellt. Die Mehrzahl der Meister lehnen die Forderung Versammlung geschlossen. dings der Armenverwaltung auf Rechnung gesetzt wurden. Daß ab; diejenigen, welche dieselbe angenommen haben, nahmen eine irgendwo einmal Atten verschwunden seien, sei unwahr. Lohnverkürzung um einen Franken vor. Präsident: Zeuge Klose, womit wollen Sie beweisen, -w Armen London, 10. Juni. Gestern Abend kam es in einer Verdaß Akten verschwunden seien?- 3euge: Weil ich die betreffenden Atten nicht mehr gesehen haben. Oberbürger- fammlung, welche von einer großen Anzahl von Kutschern und meister Prentzel( Hagen) begutachtet, daß er in dem von dem Schaffnern der Roadcar- Kompagnie sowie den Direktoren der GeBürgermeister Lange beobachteten Verfahren durchaus keine sellschaft besucht war, zu einer Ginigung dahin, daß die AusUngehörigkeit finden könne. Im weiteren bemerkt Oberbürger meister Brenzel auf Befragen des Rechtsanwalt Tewaag, daß ständigen heut die Arbeit wieder aufnehmen. Frrungen bei Steuereinschätzungen überall vorkommen. hausverwalter Metner befundet, daß die Armenhausbewohner Anstaltsanzüge erhielten, weil die ihrigen zu sehr abgerissen waren. Es sei üblich, daß diese Leute unter Aufsicht von Magistratsdienern zu öffentlichen Arbeiten verwendet werden. Bezüglich der Steuereinschätzung wurden noch Bureaudirektor Emonds und Ingenieur Küper( Beamte des Bochumer Vereins) vernommen. Diefelben bekunden, daß sie ihrem EinTommen entsprechend eingeschäßt seien. Der Präsident er flärt hierauf die Beweisaufnahme für geschlossen und vertagt die Verhandlung auf Donnerstag. Arbeiterbewegung. Soziale Mebersicht. Achtung, Steindrucker und Lithographen! Die Liquidations- Kommission des Fachvereins der Steindrucker und Lithographen macht hierdurch bekannt, daß sämmtliche Mitglieder, welche noch Verpflichtungen an den Verein haben, diese bis 1. Juli 1891 mit der Kommission zu regeln, außerdem diejenigen Mit glieder, welche noch mit dem Beitrag im Rückstande sind, selbigen bei folgenden Herren bis spätestens 1. Juli 1891 zu begleichen haben: G. Wizel, Ackerstr. 120; O. Krone, Schinkestr. 1; D. Schüß, Nixdorf, Biethenstr. 154 und im Arbeitsnachweis, Restaurant Kuhlmey, Rosenstr. 23. " " Versammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Steindrucker, Lithographen und Berufsgenossen war zum 9. Juni einberufen worden, um den Bericht der Kommission über den Streit bei der Firma Destreich und Hartmann entgegenzunehmen und um event. die Aufhebung des Streits zu beschließen. Leider war die Versammlung nur sehr schwach besucht, wodurch sich der Einberufer, Herr Rose, genöthigt sah, die Versammelten zu fragen, ob sie Samit einverstanden seien, wenn fein Bureau gewählt und die Versammlung nach einigen Bekanntmachungen in Bezug auf den Streit geschlossen würde. Die Versammelten waren damit ein verstanden. Ebenso damit, daß die bisherige Streiffommission, da nur noch zwei Personen zu unterstützen sind, mit dem heutigen Tage( 9. Juni) den Streik für beendet erklärt. Die zwei Ausständigen werden aus den noch vorhandenen Mitteln von der Kommission unterstützt und die Kollegen verpflichten sich, sie bald in Arbeit zu bringen. Da die Kommission definitiv zur Zeit noch nicht abrechnen fann, wird die Abrechnung nächstens in einer Annonce im Vorwärts" gegeben werden. " " " Im weiteren Verlaufe der Debatte, an der sich noch die Meister Wiltgen, Klimstädt und Rosenzweig, welche sich als zur Sozialdemokratie gehörend bekennen, betheiligen, werden die oben angeführten Mißstände noch des Näheren beleuchtet. Es kommt hierauf die folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: im Abend eine öffentliche Versammlung ab. Die Leitung derselben Die Barbier und Friseurgehilfen hielten am Dienstag wurde, nach Ablehnung eines Antrages, welcher einen anders ge= finnten Kollegen zum Vorsitzenden gewählt wissen wollte, dem Kollegen Steczniewsky übertragen. Beim ersten Punkt der TagesZum Wiener Buchdrucker Streit veröffentlicht das ordnung hielt Herr Stadtv. Klein in Vertretung des Herrn Der Buchbruckerstreik in Wien. Am 6. Juni hat auf Prinzipalsorgan, die Beitschrift für Deutschlands Buchdrucker", Auerbach einen Vortrag über Politische Streifzüge in die ArIntervention und unter dem Vorsitze des Herrn f. f. Gewerbe- einen Artikel, der nachweisen soll, daß es sich bei dem Streit beiterbewegung". Der Referent giebt einen Ueberblick über die Inspektors Michael Kulta eine Besprechung von Delegirten der nicht um einen Lohnkampf handele, den das Koalitionsgesetz ge- Geschichte der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterdas sogenannte freie" Sahlrecht, Prinzipale( Engel, Fromme und Jasper) und Abgesandten der statte, sondern um eine Kraftprobe der Arbeiter gegen die vertretung, kritisirt das gegen die Sozialdemokratie durch das Gehilfen( Chwala, Höger und Schiegl) stattgefunden. Gleich zum intelligenten Bürger", um einen Anfturm des ewig Blinden" den Kampf und die Schöpfer desselben, desselben, sowie die Beginne der Konferenz wollte Herr Jasper festgestellt wissen, daß gegen den Bürger, der ihm des Lichtes Himmelsfackel lieh", um Sozialistengesetz die Gehilfen schon vor mehr als Wochenfrist an den Gewerbe- einen Kampf der brutalen Maffe" gegen den ausgezeichneten Sozialreform". Hiernach geht Redner auf die ländliche ArbeiterInspektor herangetreten wären, um dessen Intervention zur Bei Stand, der durch seinen Fleiß die Steuern für die Allgemein- frage, die Verführung" der Arbeiter, die Religion, das Jnnungslegung des Streits in Anspruch zu nehmen. Der Herr Gewerbes heit leistet, Wohlstand im Lande schafft, dem Unbemittelten Ge- wesen, das Trinkgelder- Unwesen, wie es besonders bei den BarInspektor jedoch konstatirte der Wahrheit gemäß, daß er aus legenheit giebt, zu erwerben, sich an ihm emporzuranten zu bieren herrscht, näher ein und schließt mit einer energischen Aufeigenster Initiative die Vermittlung versucht habe, und zwar gleicher Stellung", gegen den Bürger, den Mittelstand, der seit forderung zur Organisation.( Lebhafter Beifall. Der Vorsitzende theilt hierauf mit, daß der gestern tagende schon viel früher, als zwei Sezer, die, ohne irgend ein Mandat Bestehen der Welt das staatserhaltende, das schaffende Element zu besitzen, ihn ersuchten, dem Streit ein friedliches Ende zu im Staatshaushalte bildete." Wir könnten noch manche andere Provinzialtag der Barbier- Innungen beschlossen habe, in den machen. Gleichzeitig erfuhren die Gehilfenvertreter, daß an dem Phrasenblüthe aus dem Artikel anführen, aber die vorstehenden Geschäften der Barbier- Innungsmeister ein Plakat aufzuhängen, felben Tage, an welchem die beiden oben erwähnten Kollegen sich genügen, um die souveräne Unbekanntschaft des„ intelligenten" dessen Inhalt die Kunden auffordern soll, weder an Gehilfen im Bureau des Herrn Gewerbe- Inspektors einfanden, der Herr Verfassers mit den Elementen nationalökonomischen und noch an Lehrlinge für die Zukunft ein Trinkgeld zu verabfolgen. Gremialvorstand schon vor diesen in der Kanzlei anwesend war geschichtlichen Wissens darzuthun. Der Kapitalist als Lehrer des Eine Aufbefferung des Gehaltes haben die und sich zurückzog, als die Kollegen eintraten. Durch Arbeiters, der Kapitalist, dessen Absicht darauf gerichtet ist, den Herren Innungsmeister zu beschließenvergessen dieses von Herrn Kulta festgestellte Faktum ist die Lügenhaftigkeit Arbeiter aus der proletarischen Klasse in die besitzende emporzu- und damit einen Ersatz für den Fortfall der Trinkgelder für der Behauptung der Desterr.- ungar. Buchdrucker- Zeitung" wonach heben, ist das nicht eine bewunderungswürdige Entdeckung? unnöthig erklärt. Redner, selbst ein scharfer Gegner des die Gehilfen um die Intervention des Gewerbe- Inspektors gebeten Oder ist es vielmehr das Produkt eines kapitalistisch verkümmerten Trinkgelderunwesens, legt flar, daß dasselbe aber ohne Gehaltshätten, wohl vollständig erwiesen.. Was die dreistündigen Hirns, ein Zeugniß für das bornirte Denken eines Menschen, der aufbesserung nicht zu entbehren sei. Weiter sei an jenem ProBerhandlungen anbelangt, so ist aus denfelben zu erwähnen, daß sich im Besiz der Intelligenz" wähnt und vielmehr geistig der vinzialtage beschlossen worden, die Gehilfen von der Verführung" fie resultatlos geblieben sind, nachdem die Prinzipalsvertreter er Stlave des Kapitalismus ist? Was würde der intelligente" Ver- durch sozialdemokratische Agitation" nach besten Kräften fern zu flärten, fie wollen von den Forderungen der Gehilfen nichts faffer aber erst sagen, wenn man seine Geschichtsanfichten kritisch halten. Redner betont hierauf, daß die Veröffentlichung der wissen und sie könnten höchstens sich bemühen, dem Tarif, wie behandelte und ihm zeigte, daß sein Mittelstand beim Anfange Namen der 5 Barbierherren im Vorwärts", die des Sonntags er bis zum 1. Januar 1892 noch in Kraft sein soll, volle An- der Welt" das dümmste Märchen ist, daß es einen Staat" nicht bis 10 Uhr offen haben, völlig gerechtfertigt sei, da erkennung zu verschaffen, denn viele Prinzipale wünschten die feit Bestehen der Welt" giebt und während des allergrößten der in dem Artike: angezogene Beschluß thatsächlich ge= volle Anarchie! Die Gehilfenvertreter, die den Chefs manche Theiles der Menschheitsgeschichte überhaupt nicht gegeben hat? faßt sei. Hierauf giebt Redner noch eine Kritik der Bestre bittere Wahrheit und dem Herrn Jasper, welcher stets seine Tarif Was mag Herr Emil M. Engel, von dem als dem Intelligentesten bungen der Innungen, sowie der sogenannten Attestbücher" und treue so sehr hervorhebt, ins Gesicht sagten, daß gerade er den der Intelligenten der Verfasser die siegreiche Durchführung des fordert zu einer energischen Agitation und Organisation auf. Tarif nicht einhalte, erklärten, daß fie auf der Forderung der neun- Rampfes gegen die unintelligenten Arbeiter erwartet, zu dem ihm( Lebhafter Beifall.) stündigen Arbeitszeit bestehen und nur den Zeitpunkt offen lassen gespendeten intelligenten Lobe sagen? wollen, bis zu welchem der neunstündige Arbeitstag in den Drucke reien Wiens eingeführt werden soll. Herr Fromme machte den Vorschlag, es sei sobald als möglich an eine Revision des Tarifs zu schreiten. Dieser Vorschlag, welcher von der Gehilfenvertretern als diskutirbar bezeichnet wurde, fand keine Gnade vor den zwei anderen Prinzipalsvertretern. Schließlich erklärten die Prinzipale, Die öffentliche Versammlung der Barbier und FriseurSteinmetzen. Am 7. d. Mts. hielt der Fachverein der gehilfen erklärt sich mit den Auführungen des Referenten voll daß sie kein Mandat hätten, weitgehende Beschlüsse zu fassen Steinmetzen feine regelmäßige Monatsversammlung ab, und be- und ganz einverstanden und verpflichtet sich in Anbetracht dessen, und nahmen einen Vorschlag der Gehilfen entgegen, der dahin schloß, sein diesjähriges Sommerfest mit dem ersten Stiftungsfest daß nur eine fefte und einheitliche Organisation geht, daß der neu auszuarbeitende Tarif die neunstündige Arbeits- des Gesangvereins der Steinmetzen Berlins gemeinschaftlich an Stande iſt, die Mißstände in unferem Gewerbe zu zeit zur Grundlage haben müsse und daß derselbe womöglich vom einem noch später zu bestimmenden Tage zu feiern, um jedem beseitigen und ben 6. Juli ab giltig sein soll. Da über diesen Antrag der Gehilfen Kollegen Gelegenheit zu geben, sich daran zu betheiligen. Bunächst gegen zu treten, Mann für Mann dem Verband der Gehilfen Uebergriffen der Prinzipale ent eine Einigkeit nicht zu erzielen war, ging die gemischte Kom- theilt der Vorsitzende der Versammlung mit, daß wir durch den beizutreten und mit allen Kräften dahin zu wirken, daß auch die mission resultatlos auseinander mit der Erklärung, nach Ver- lang anhaltenden Winter und die dadurch verursachte Arbeits- noch fernstehenden Kollegen sich der Organisation anschließen". ständigung der Mandanten über die beiderseitigen Vorschläge, losigkeit, sowie Auszahlung der vielen Frembengeschenke mit einem neuerlich zu einer Berathung zusammen zu treten. Hierauf wird Kollege Th. John als Mitglied der Streikbeträchtlichen Defizit in der Kaffe zu rechnen haben, und schlägt Kontrollkommission gewählt. Die unter Czermat's Vorfis stattgehabte Versammlung vom vor, das Fremdengeschenk zu reduziren, oder den Beitrag ent7. Juni war massenhaft besucht und nahm das von Chwala er sprechend zu erhöhen. Nach längerer Debatte wurden folgende stattete Referat über die gemischte Konferenz entgegen, worauf die Anträge von der Versammlung angenommen: 1. Auch von jedem Haltung der Prinzipale von verschiedenen Rednern scharf Nicht- Innungsgesellen sollen pro Woche 10 Pf. Extrasteuer zur charakterifirt wurde. Es wurde sodann eine Resolution angenommen, Auszahlung des Fremdengeschenks einkafsirt werden, und zwar daß die Attestbücher, welche als Gesindedienstbücher 2. Klasse beIn seinem Schlußwort betont der Referent noch besonders, wonach die Gehilfenschaft die weiteren Ergebnisse der neuerlichen vom Sonnabend, den 13. d. M., ab. Die Sammlungen sind trachtet werden können, dasjenige feien, welches die Barbiere in ( wahrscheinlich am 9. Juni stattfindenden) gemischten Kon playweise vorzunehmen und in der Monatsversammlung an den erster Linie abzuschaffen bestrebt sein müßten. ferenz abwarten wird. Am 10. Juni findet abermals eine freie Saffirer abzuliefern, welcher darüber Quittung leistet. 2. sollen Versammlung der sämmtlichen Buchdruckereis und Schriftgießerei nur diejenigen Kollegen das Frembengeschenk im Betrage von Versammlung der Barbiere hingewiesen, welche den Zweck hat, Es wird zum Schluß noch auf eine demnächst stattfindende Arbeiter Wiens statt. Den auswärtigen Kollegenkreisen wird über 2 m. erhalten, die nachweisen können, daß sie wenigstens auf einen rechtzeitigen Schluß der Geschäfte hinzuwirken. Mit den Verlauf der Konferenz sowohl wie über die Beschlüsse der ein Jahr einer Organisation angehören. Ferner erhalten einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie wird die Versammlung raschestens berichtet werden. Kollegen, welche nur 6 Monat einer Organisation an- Bersammlung gefchloffen. Die Ronfistation eines der letzten Berichte ist wegen des gehören, den Betrag von 1 M. als Fremdengeschenk. Eine AusVergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung erfolgt. nahme ist zu machen mit jungen Kollegen, welche aus der Lehre In der außerordentlichen Mitgliederversammlung Der Ausstand der Arbeiter hat abermals an Ausdehnung tommen, folglich auch keiner Organisation angehören können. der Zentral- Krankenkasse der Tapezirer, Filiale Berlin, am zugenommen, nachdem im Laufe der Woche mehr als 300 Buch- Wir sehen uns zur Annahme des letzten Antrages genöthigt, 2. Juni sprach Herr Dr. Zadek über die Stellung des Arztes zur bruckerei- und Schriftgießerei- Arbeiter die Arbeit eingestellt haben. weil es noch zu viel Kollegen giebt, welche wer weiß wie lange sozialen Frage. As Ausgangspunkt für ſein Thema benutte Wien, 8. Juni 1891. an einem Orte arbeiten, ohne daran zu denken, sich dem Verein der Vortragende vielfach einen von einem Wiesbadener Arzt Mit follegialischem Gruße anzuschließen, bis ihnen eine baldige Entlassung bevorsteht. Dann Dr. Laguer im Verein für öffentliche Gesundheitspflege daselbst Für die Buchdruckergehilfen Wiens: Michael Anfried. Ron- kommen diese Herren in eine Versammlung, laffen sich ein- gehaltenen Vortrag, der in einer verbreiteten ärztlichen Wochenrad Bretschneider. August Chwala. Hans Czermat. Karl schreiben, bezahlen auch 2 Monat Beitrag und ziehen dann, wenn schrift abgedruckt war. Indem der Vortragende mit dem VerHöger. Wilhelm Schiegt. Siegmund sie den Fremdzettel bekommen durch ganz Deutschland und schlagen fasser in der Berechtigung gerade des Arztes übereinstimmte, über Spizkopf. Adolf Wielschte. auf diese Weise den Beitrag doppelt und dreifach wieder heraus, die soziale Frage zu sprechen, da es kaum einen anderen Stand Für die Schiftgießergehilfen Wiens: Franz Günther. Franz denn sie gehören ja nun der Organisation an. Um dem vorzubeugen, gäbe, der besser in der Lage sei, die rein menschlichen Seiten des Kaspar. wurde von der Versammlung dieser Antrag angenommen, und er Lebens, den Einfluß von Mangel und Ueberfluß auf die körperFür die Hilfsarbeiter Wiens: Bertha Czaikowsky. Marie tritt vom 1. Juli ab in Kraft. Wir ersuchen alle Kollegen lichen und geistigen Eigenschaften des Menschen und speziell die Ferdinand. Alois Slapat. hiervon gefälligst Notiz nehmen zu wollen. Ferner wurde be- Lage der arbeitenden Klaffe zu studiren, so tommt er dennoch Wien, I., Bergl. 1. Geldsendungen sind erbeten an Kollegen Hans Gzermat, fchloffen, gegen den Kollegen Tiefert gerichtlich vorzugehen, da andererseits zu dem strikt entgegengesetzten Resultat, daß bei nur Derselbe seinen ihm vom Vorstand ausgestellten Schuldschein, einigermaßen tieferem Studium und vorurtheilslofen Beurtheilung welcher bis zum 1. April lautet, noch nicht eingelöst hat und sich dieser Frage, immer und immer das Resultat sei, daß keine derBudapest, 8. Juni. Heute Morgens ist hier ein Streit der gar nicht sehen läßt. Hierauf wurde eine Anklage gegen den felben heutzutage in der bestehenden Gesellschaft ihre befriedigende Omnibusbesitzer ausgebrochen, und in der ganzen Stadt verkehrt Kollegen Jeschky vorgebracht, der sich die Aeußerung erlaubt hat, Lösung finden könne. Der Vortragende verweilt des Längeren fein einziger Stellwagen. Die Omnibusfrage ist seit Jahren ein die Nisaer Kollegen arbeiten hier an der Sebastiantirche unterm bei den einzelnen Fragen der Eheschließung und Kindererzeugung wunder Punkt in den hiesigen öffentlichen Verkehrsverhältnissen, Berliner Tarif. Diese Aussage stellt sich nach Durchsicht der im Arbeiterstande, der Neuerischen und Wochenbettserkrankungen, und vergeblich sind Polizei und Kommune bemüht, dieselbe einer Lohnbücher als unwahr heraus, und der Mindestlohn beträgt pro der Kindererziehung und Schulhygiene, der Frauenemanzipation günſtigen Lösung entgegenzuführen. Wagen und Pferde befinden Stunde 62 Pf. und darüber. Außerdem wird Geschirr und Schärfe und Arbeiterschutz- Gesetzgebungen. Derfelbe zieht auch die durch fich in feinem guten Zustande, und die Eigenthümer weigern sich, vom Geschäft bezahlt. diese Gesetze veränderte soziale Stellung der Aerzte in Betracht, den bezüglichen Forderungen der Behörden nachzukommen, da bespricht die Frage der freien Arztwahl und Einzelhonorirung gegenüber den firirten Arztstellen und kommt auch hierbei zu dem Resultat, daß nur in der künftigen Gesellschaftsform die Frage entgiltig gelöst werden könne, da sein deal- freie Arztwahl und Adalbert Sedlaczek. ihre Konzession nur eine interimistische ist und bei Entstehung Oeffentliche Versammlung. Am 7. Juni fand in Knebel's eines einheitlichen Omnibus- Unternehmens jeden Augenblick ent Salon, Badstraße, eine zahlreich besuchte Versammlung für zogen werden kann. Für heute Morgen war nun eine Pferde- Männer und Frauen statt, in welcher Herr Dr. Lütgenau einen Prehte, Wulff, Kleber, Schlaps, Blum, Maier und Eckert als Ferner werden die Kollegen Rosenzweig, Sante, ölfe, Mitglieder der Agitationskommission gewählt. feine Einzelhonorirung in der Gegenwart nur annährend| spricht dann noch über die Verfügungen des Amtsvorstehers von hatte, die nach unserer Melodie gesungen wird; so fann es denn gelöst werden könne. Vortragender kommt noch auf die Rekon- Mariendorf. Tannenberg, als Vorsitzender, kritisirt die Zeitungs- auch nicht fehlen, daß über kurz oder lang anstatt der verschiedenen valeszentenhäuser und Anstalten für Zuberkulose zu sprechen spionage nach den Lesern des Vorwärts" und des" Volksblatts" National- Hymnen nur noch der feurige Gesang der Marseillaise und zeigt bei Besprechung der Verbreitung der Lungenschwindsucht in der Hauptwerkstatt Tempelhof, und es betheiligen sich eine ertönt. Der Text ist zwar recht jammervoll, aber das macht durch den Tuberkelbazillus mehrere Reinkulturen des Pilzes, ganze Reihe Redner, darunter E. Hecht- Tempelhof, Lappjuhn nichts; Hauptsache ist, daß der deutsche Arbeiter mit der feurigen welche mit großem Interesse von den Anwesenden betrachtet Lichterfelde und Richter- Mariendorf. Alsdann wurde die Petition Melodie vertraut wird, diese wird ihn schon dazu anregen, werden. Er schließt mit dem Wunsche, daß die Zeit bald kommen an den Reichstag, betreffend die Aufhebung des§ 166 des deut auch den Text unserer Marseillaise kennen zu lernen. Früher möge, in der die Aerzte unbeirrt vom Klassenvorurtheil zu einer schen Strafgesetzbuches bekannt gegeben und der Vorsitzende schloß oder später werden diese Sänger alle in unsere Reihen treten. tiefen objektiven Auffassung der sozialen Frage gelangen. Zum die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale Sozial- Das wird dann einen forretten prächtigen Chor geben, der dritten Punkt der Tagesordnung refapitulirte zunächst Kollege demokratie. vom ersten bis zum letzten Klang seiner Aufgabe gerecht wird Gräffel die vom Hauptvorstande gewünschte Theilung der Filiale und den mächtigen revolutionären Musiksah feurig, markig und und erstattete Namens der Kommission Bericht, welche folgende hinreißend erschallen lassen wird. Resolution beantragte: I. Die Kommission sieht in der Theilung von Berlin in Filialen teine Besserungen für die Kaffe, im Gegentheil würden uns ein großer Theil Mitglieder verlustig gehen infolge lokaler Verhältnisse. Große öffentliche Versammlung fämmtlicher Papier- und gederbranche beschäftigter Arbeiter und arbeiterinnen album, Buchbinderei, Karton-, Leder-, Luruspapier-, fowie Glacee- und Kartonpapter- Arbeiter und Arbeiterinnen) am Montag, den 15. Juni, Abends 8% Uhr, alle Branchen umschließenden Vereins, 2. Distuffton, 3. Statuten- Berathung, in den Bürgerfälen, Dresdenerstr. 96. Tagesordnung: 1. Die Gründung eines 4. Wahl des provisorischen Vorstandes. II. Die Kommission sieht in einer Organisirung der Werkstatt- 8 Delegirten die beste Kraft. III. Die Kommission beschließt außer dem Delegirten in jebem Stadtviertel noch eine Zahlstelle zu errichten. IVa. Die Mitglieder sind zu allen Vierteljahrs- VerfammLangen durch Zirkular einzuladen; zugleich sind alle Maßnahmen refp. Neuerungen der Kasse durch ein ständiges Plakat in den Merkstätten auszuhängen und durch die Delegirten zu ergänzen. IV b. Außerdem wird der Filialvorstand beauftragt, die Vierteljahres- Versammlungen mit einem Vortrage zu begleiten. IV c. Desgleichen wird die Ortsverwaltung beauftragt, bessere Maßnahmen zu treffen zur Ausübung der Krankenfontrolle. An der hieran folgenden Besprechung betheiligten sich namentlich die Kollegen Dahlstein, Zack, Daßler, Grimpe, Müller 2c. Durch Annahme des Antrages auf Schluß der Debatte fam die Ortsverwaltung nicht zum Wort, es wurde jedoch bemängelt, daß dieselbe sich nicht schon früher zum Worte gemeldet hätte, da mehrere Redner schon öfter gesprochen, worauf obige Resolution mit 18 gegen 6 Stimmen angenommen wurde. Berichtigung. In Nr. 131 ist der Bericht der Versamm lung der Wäschebranche enthalten und da steht unter Verschiedenem, daß ich das Amt als Delegirter der Streit- KontrollKommission niedergelegt hätte, da ich geschäftlichen Nachtheil haben könnte. Die Angabe beruht auf einen Frrthum, der Be schluß der letzten Sigung obiger Kommission ging dahin, daß für die Zukunft jede Gewerkschaft nur einen Delegirten entfenden solle, mithin mußte ich mein Amt niederlegen, da bisher die Wäsche branche drei Delegirte in der Kommission hatte. Eine Schädigung in meinem Berufe als Delegirten der Streif- KontrollKommission könnte mich nicht abhalten, die Interessen meiner Kollegert und Kolleginnen auch ferner, vor wie nach, zu vertreten. Ferner wurde mir nicht übertragen, den Antrag betreffs Herrn E. Möhring der Streit Kontroll- Kommission zu unterbreiten, sondern als Leiter der Versammlung halte ich mich dazu für verpflichtet. Gustav Koopmann, Wollinerstr. 69, II. Charlottenburg. In der Volksversammlung, die gegen die Getreideziölle protestirte, theilte Genosse Beyer unter„ Verschiedenern" als Mitglied der dortigen Lokalkommission mit, daß der Saal der Kaiserbrauerei trob erneuter Verhandlungen zu Versammlungen für uns nicht zit haben sei. Auch der Dekonom in der Gambrinusbrauerei, Herr Bachmann, habe, seine Zusage zurückgezogen, angeblich weil er nicht genug von den Arbeitern verdient hätte; derselbe habe sich daher an das Bezirkskommando gewandt, daß dieses die Soldaten wieder bei ihm verkehren lasse. Weiter verwahrt sich Redner gegen die den Lokalkommissions- Mitgliedern von mehreren Seiten gemachten Vorwürfe, daß sie nicht genügend arbeiteten. Hier sollten die Genossen eben selbst mitarbeiten, die Kommissionsmitglieder fönnten doch schwerlich alle Lokale selbst durchgehen und feststellen, wo die Arbeiter presse ausliege und wo dies nicht der Fall sei. Dazu würde ihnen weder ihre Zeit noch ihr geringer Lohn langen. Bedauerlich sei es aber, daß sich immer noch ein großer Theil der Arbeiter gar nicht um die Lokalfrage fümmere, daß sie theils in Lokalen verkehrten, wo den Arbeitern die Säle zu Verfammlungen nicht freiständen, theils aber auch noch in solchen Lokalen verkehrten, in denen die Arbeiterblätter nicht ausliegen. Auf merksam müsse er die Arbeiter aus der Siemens'schen Fabrit darauf machen, daß der Wirth Lamprecht, Engstestraße, sich weigere, die Arbeiterblätter in seinem Lokale auszulegen, daß demungeachtet aber ein großer Theil der Arbeiter aus dieser Fabrit bort verkehrte. Achtung! Genoffen, welche gewillt sind, dem neu gegründeten ArbeiterUhr im„ Butunftsstaat", Kastanien- Allee Nr. 35, bei Scholz einfinden. Gefangverein Freiheitsgruß" beizutreten, mögen sich am Donnerstag Abend Luftige 13( Mitglied des Bundes der geselligen Arbeitervereine). Alte Jatobftr. 30-32: Sommernachtsfest( Konzert, Vorträge und Ball). Wir haben weder Mühe noch kosten gescheut, dieses Fest zu einem wirklichen Arbeiterfest zu gestalten und rechnen diesbezüglich auch auf güttge unterstügung aller Genossen, insbesondere der Bundesangehörigen. Billets, Herren 50 Pf., Damen 30 Pf., find bei Forsberg, Kommandantenstr 48, Hof Sonnabend, den 13. d. M., in Schmiedel's Festfälen nebst prächtigem Garten, rechts 3 r., zu haben. Bonentarif, Verein für Eisenbahn- Reform. Drdentliche Versammlung Kommandantenftr. 77. Tagesordnung: 1. Bericht über die Voltsversammlung vom 24. Mat. 2. Bericht des Herrn Direktors Wiese über die auf dem 18. deutschen Gastwirthstag in Altenburg gefaßte Resolution bezüglich des 3onentarifs. 3. Vortrag des Herrn Rindermann über eine Bonentarifreife in Ungarn. 4. Borschläge über die im Sommer auszuübende Vereinsthätigkeit. 5. Vereinsangelegenheiten. Auch Nichtmitglieder( Damen und Herren) sind willkommen. am Donnerstag, den 11. Junt, Abends 6 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Berliner Gastwirths- Gehilfen. Deffentliche Vereinsversammlung am Freitag, den 12. Juni, Nachts 12 Uhr, im Verkehrslotal, Annenstr. 14. Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn K. Reich Itng über:„ Die moderne bürgerliche Gesellschaft". 2. Diskussion. 3. Vereins angelegenhenheiten. Um recht zahlreiche Betheiligung der Mitglieder, welche auch Gäfte mitzubringen ersucht werden, wird gebeten. Verein Berliner Wohnungsmiether. Allgemeine Mietherversammlung am Donnerstag, den 11. Juni, Abends 8 Uhr, in Nieft's Salon, Weberstr. 17. Vortrag des Redakteurs Horn: Ein einheitlicher Miethsvertrag für Berlin." bet Seefeldt, Grenadierstr. 33. Vortrag des Herrn Dr. Christeller. Gäste Schneider- und Schneiderinnenverband. Versammlung am Montag wiltommen. " " T " Ge Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat: Lübec'scher Zurnverein, Männer Abtheilung, abends 8-10 Uhr, Berliner TurnUm aber unsere Leser selbst urtheilen zu lassen, lassen wir einige Verse der Polizei- Marseillaise folgen. Sie lauten; Wohlauf, wer Recht und Wahrheit achtet, Zu unsrer Fahne steht zu Hauf, Wer nicht von Lügen ganz umnachtet :: Durchschaut bald flar der Dinge Lauf, Die Heter, die an uns sich wagen, Bethören niemals unsere Schaar, Deutschland ist drum nicht in Gefahr, Sie tönnen nur sich selber schlagen. Reicht uns die Bruderhand, Ihr Jünger von Lassall'! :: Mit uns folgt Kaiser Wilhelm nur, Dann geht's auf jeden Fall!:,: Dem Hohenzollernhaus ergeben, Mit Gott fürs deutsche Vaterland, Soll uns in Einigkeit umweben :: Der angestammten Liebe Band:: In Gottesfurcht und Lieb verbunden Steh'n wir auf festem Fundament, Und wer verirrt sich von uns trennt, Der hat noch nie sein Glück gefunden! Reicht uns 2c. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Briefkaffen der Redaktion. Lese- und Diskutirklubs. Donnerstag. Verein, Bolts= Abends und Frauen) bildung"( Männer 9 Uhr, im Restaurant Auf Nachmittags 3 Uhr, in der Große Frankfurterstr. 99 ,,, Frankfurter BierLese- und Diskutirklub ,, Wach Nürnberg, Schönhauser Allee Nr. 28. hallen"." Wahrheit", Markusstraße 31." Heine" in Rixdorf, Ecke Knesebeck und Hermannstraße, Restaurant" Beyler. Gäste will- Köln, 10. Juni. Die Kölnische Volkszeitung" meldet aus tommen. Neue Zeit", 8% Uhr, Boyenstr. 40. Gäste haben Zutritt. Süd- Ost", 8% Uhr bei Zollsdorf, Görligerstr. 58. Gäste, burch Mitglieder in Bezug auf die Beschuldigungen gegen Geh. Rath Baare erEffen: Gegenüber der gestrigen Mittheilung des Staatsanwalts eingeführt, haben Zutritt. Lese- und Diskutirklub Fester Wille", Abends 82 Uhr, bet Schulz, Gartenstr. 70. Gäfte durch Mitglieder eingeführt flärte Fusangel, er halte die Beschuldigung gegen den Bochumer haben Zutritt. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Donnerstag Abends Beweismaterial der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Wegen der erVerein und Baare vollständig aufrecht. Er habe heute weiteres 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder." Seeger'scher Gesangverein", Blumenstraße 46 bet Wendt. Uebungsstunde von 9 bis wähnten Erklärung des Staatsanwalts Sandmeyer in der gestrigen allee 3-4 bet Kruse. 11 Uhr. Gesangverein Einigteit"( Hutmacher), Pappel- Sigung habe er heute Beschwerde beim Oberlandesgericht und Gefangverein ,, Edelweiß", Melchiorstraße 15 bei Stehmann. Gefangverein Echo 2", Alte Schönhauserstraße dem Justizminister erhoben. Nr. 42 bei Reimann. Gesangverein Frühlingsluft", Flottwellstraße 5 bet Bartels. Männerchor St. Urban", Annenstraße 9 bei Proz. Männergesangverein Borar", Admiralstr. 38 bei Bülow. Gesangverein, ornblume", Blumenstr. 54 bei Wuttke. Roubaix, 10. Juni. Durch den Ausstand der Zuchwalker Gesangverein Hand in Hand", Staligerstr. 142 bei Greiser. Gesangverein sind hunderte von Webern zu feiern gezwungen. Dieselben haben rocklein" Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgischestr. 106 bei Gräß. unverzagt" bei Rüfter, Köpenickerstraße 127a.- Gesangverein, Dorf den Maire um seine Vermittelung ersucht. fangverein des Tischlerverbandes" in Stegliz, Restaurant Hildebrand. Arbeiter- Gesangverein ,, Harmonie", Tempelhof, Dorffir. 10 bei Gerth. Gefangverein ,, Weiße Rofe", Reinickendorf, Residenz- und HolländerstraßenEcte bei Garo.- Arbeiter Gesangverein Morgenroth", Rummelsburg, Göthestraße 9 bei Konrath. Gesangverein Brezel schluß" in Sahm's Klubhaus, Annenstrauße Nr. 16. Mufit- und Gesangverein Gefangverein" Firmitas", Adalbertfir. 8 bei Schneider. Sollte Genossen der Aufenthalt des Zigarrenarbeiters Friedu Gesangverein " Amicitia", Adlershof Bismarckstraße bei Albrecht. Kreuzberger Harmonie", Lindenstr. 106, bet Boppe. Gefangverein rich Görmann, zuletzt in Finsterwalde i. 2. beschäftigt, be" Euphonia", Restaurant Weid, köpnickerstr. 68.- Sängerchor der opfer tannt sein, so werden dieselben ersucht, davon Mittheilung an Berlins, Brunnenstr. 38 bet Gnadt. Robert Heyne, Buchbinder, Finsterwalde, Ringstr. 5, tub Rüdwärts", Abends 8% Uhr, im Restaurant Boderte, Ballisaden- gelangen zu lassen. straße 47. Elisabethstr. 57-58, Königstädt. Gymnafium. Ernst Franke, Steinmetz, Schlesischestr. 7, 4 Tr. Wir beTurnverein Ofte n", Lehrstätigen Ihnen gern, daß Sie mit E. Franke, an den sich unsere lings- Abtheilung, Abends 8-10 Uhr, Blumenftr. 63a. genossenschaft, 1. Lehrlings Abtheilung, Abends 8-10% Uhr, im Sessing- geftrige Antwort richtete, nicht identisch sind. Urban, Pav. 9. Aus Ihrem Schreiben ist nicht ersichtlich, Theater, Pantstr. 9-10. ftraße 88.- Offenbacher Sängertrang", Uebungsstunde von 9-11 im Dresdener abgefordert ist. Es ist wohl möglich, daß der geforderte Betrag Männer- Gesangverein„ Crescendo", Abends 9 Uhr, bei Körting, Gneisenau- für welche Arbeit Ihnen das vermeintlich zu hohe Honorar Garten, Dresdenerstr. 45. Gäste willfommen. Verein Bid Bad", Sigung Geselliger Berein,„ Regina". Sigung mit Damen, abends 8% Uhr, in den lich bei einem Anderen gezahlt haben, ist vermuthlich für ein Gemit Damen 9 Uhr in Krösches Gesellschaftshaus, Fichtestraße Nr. 29.- durchaus angemessen war. Der geringere Sah, den Sie schließ= zuisenstädt. Bierhallen, Alte Jakobstraße Nr. 89.- Gesangverein„ Dorf= glödlein" Wilmersdorf, Brandenburgischeftr. 106 bet Gräß. such um Erlaß eines Zahlungsbefehls entrichtet worden. Daraus verein, laue Schleife", Bantow, Schönholzerstr. 11 b. Kuhnert.- Pfropfen folgt aber noch nicht ohne Weiteres, daß es in dem ersten Falle verein wedding", Abends 8 Uhr bei A. Engel, Müller- und Antonstraßen auf eine Uebervortheilung abgesehen war. Vergnügungsverein„ Gaprice", Abends 9 Uhr, Sigung mit Damen im Marienbad", Badstr. 35-36, Saal 1 Tr. Bergnügungsverein Veil= chen", 9% Uhr, Sigung mit Damen bei Lülow, Admiralstraße 38. Gäfte will s uhr, im Gesellschaftshause Oftenb", Rüdersdorferstr. 45.Berein ehemaliger Schüler ber 98. Gemeindeschule, Abends PrivattheaterGesellschaft offnung"," Abends 8% Uhr, im Klubhaus, Ohmgaffe Verein ehemaliger Schüler der 23. GemeindeGäste will tommen. Berein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschule bet Schröder, Stegligerstr. 18, Gäfte wiйtommen.- Tambourverein, Jungferntrans", Weidenweg 12. Briefkaffen der Expedition. Eine Volksversammlung fand am 3. Juni bei Schensch Rauchtlub Desimal- Waage", Abends 9 Uhr bet Infinger, Krautsftraße 48. Rauchflub ernspize", Abends 8% ühr bei A. Böhl, Rüdersin Mariendorf mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die bürger- Dorferstr. 8. Für den Partei- Maifonds gingen ferner folgende Beiträge Rauchflub Collegia", Abends 9 Uhr, in Spengler's Wirths bei uns ein: lichen Parteien und der Arbeiterschuh. 2. Diskussion. 3. Er- haus, Stalizerftr. 41. Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Tempel, gänzungswahlen der Lokalkommissionen von Mariendorf und Breslauerstr. 27. F. P. 48 1,15, Bereits quittirt 1293,40. Jn Summa Tempelhof. 4. Verschiedenes. Da der Referent, Herr W. Werner, Donnerstag. Geselliger Verein Blau Beilchen", 9 Uhr bet förtsch, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. 1294,55. noch nicht erschienen war, wurde Punkt 3 der Tagesordnung zur Stallschreiberstraße Nr. 60. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Expedition Vergnügungsverein Schneeglödchen", Debatte gestellt und nach Berichterstattung seitens Otte- Marien- Abends 9 Uhr, im Restaurant Birt, Straußbergerstr. 3: Sigung mit Damen. Beuthstr. 3. dorf und Leitner- Tempelhof wurden für Mariendorf die Genossen unter Mitwirtung des Gesangvereins Bruderherz." Sonnabend, 20. Juni: Erster Sommernachts- Ball in Treptow bet Ackermann, Privat- Theater- GesellOtte, Haußmann und Pieper, für Tempelhof an Stelle Leitner's fchaft Fidelio", 9% Uhr im Restaurant Gaillard, Prinzenftr. 87.- Musit und Schnella's die Genossen Andrezejewski und August Müller dilettantenverein, nimo" bei Schmidt, Wrangelfir. 141. Vergnügungs gewählt. Während dieser Zeit erschien der Referent und hielt verein Grüne Etch e"( Hallesches Thor) bet Hahn, Nostizstr. 29. laut Beschluß der Versammlung einen Vortrag über die Kornzölle, als der wichtigsten Tagesfrage, wobei die Regierung und der Herr Reichskanzler Caprivi sowie der Er- Reichskanzler nicht besonders gut wegtamen. Reicher Beifall wurde dem Vortra genden zu Theil. An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Luhm- Berlin, Rackau Tempelhof, August Breslau. Eine Arbeitermarseillaise, gedichtet von einem Günther Berlin, Zahlder Lantwig, der Referent und königl. Polizeikommissar ist das Allerneueste. Befagter Kommissar der Vorsitzende. Die vom Parteivorstand vorgeschlagene heißt Göllnik und wohnt in Breslau, hatte also jedenfalls oft Resolution wurde von den ca. 300 anwesenden Personen ein- Gelegenheit, die Wirkung unserer herrlichen Marseillaise zu bestimmig angenommen. Bei Verschiedenes entspann sich nochmals wundern. Gs ließ ihm denn auch keine Ruhe, bis er für die bie Debatte über die Lokalkommission und die Lokalfrage. Werner christlichen und königstreuen Arbeiter eine Marseillaise gedichtet Weitere von anderer Seite gegen die Lokalkommission gemachte Vorwürfe erhielten durch den Genossen Beyer ebenfalls ihre Widerlegung. Ecc. tommen. Gäste willkommen. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozial- hule. Sizung, abends z Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. demokratie erlangte sodann die Versammlung ihren Schluß. 13 " 1 Allen Freunden und Parteigenossen theile ich hierdurch mit, daß ich| Kulmir. 36, Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal part., ein eröffnet habe. Bahlstelle der Zentral- Krankenkasse der Zimmerer. 865L Wir empfehlen unser reichhaltiges Lager von Bierkruken, sowie allen in der Töpferbranche vorkommenden Julius Raumann. Im Tuchgeschäft Artikeln allen Gastwirthen, Freunden, Oranien- Str. 126. I. Genossen und deren Hausfrauen zu dem jetzt stattfindenden öffentlichen Jahrmarkte. 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Von der Landpartie der Tapezirer nach Friedrichshagen, Auktion einer kleinen Pfeife, durch Fehler 7,35. Lese- und Diskutirklub„ Johannes Wedde" 7,50. Resterhandlung! Dem Maurerpolier Gottlob Krüger zu seinem heutigen Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch! 1241 b Rester zu kleinen Anzügen v. 1 M., Den Mitgliedern der Freien Vergroße von 7 M. an bis zum feinsten einigung der Graveure und Giseleure Kammgarn, sowie Reſter zu Regen- zur Nachricht, daß unser Kollege, der mänteln, Umhängen. Kleiderstoffe, Graveur Oehland, Samint, Seide, Spizen, Trifot.[ 822L verstorben ist. Die Beerdigung findet Auf Wunsch Alles zugeschnitten oder am Freitag, Nachm. 5 Uhr, auf dem angefertigt. Zionskirchhof in Neu- Weißenfee statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1246 b Der Vorstand. Karle, Waldemarstr. 66. Hofen, Knabenanzüge, Arbeitssachen Wilh. Pahr, Elisabethkirchstr. 8. Rohtabak Ich erkläre die Frau Pillet, geb. Messerschmidt, Grüner Weg 82, für ehrlich. Frau Messerschmidt, geb. Schmidt, Langeſtr. 49. 114b Jede Uhr 2 empfiehlt Rud. Seiffert, Reichenbergerstr. 171 Bei mir nur 1 Mark zu repariren ( außer Bruch) 1241 b unter Garantie foftet bei mir 1,50 Mk. Kinderwagen. Andreas nr. 23, 5.p. finden lohnende u. dauernde Beschäfti- Ecke Tausigerstraße( tein Saben),( 12426 Uhren, Gold- u. Silberwaaren für das Reinigen jeder Uhr. Meissner, Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Laden). Gen.f.fr. Schlafſt. Andreasſtr. 64, SGILT. C. Wunsch, Danielas. Gen.f.fr.Schlafſt. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieſtr. 27. 8-20, 5-7, Sonnt. 8-10. Schlafft. z. verm. Kürassierstr. 5, Hof III. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. n. d. 38, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 133. April. Unterm nenen Kurs". 29. Duderstadt. Die 3 Bevollmächtigten der Zahlstelle des Unterstützungsvereins der Tabatarbeiter von der Anklage der Uebertretung des Vereinsgesetzes freigesprochen. Offenburg. Redakteur G e cf wegen Beleidigung der fächſtschen Justiz, begangen durch die Frage:" Und solche Justiz soll nicht faul sein?" zu 3 Wochen Gefängniß von dem Schwurgericht verurtheilt. " 30. Nigdorf. Maschinenbauer Krüger vom Schöffengericht wegen Gendarmenbeleidigung 13 Tage Gefängniß. Danzig. Genosse Witzgi wegen Beleidigung vom Schöffengericht 20 M. event. 4 Tage. " Mai. Hemelingen. Die Tertilarbeiter Weil, Becker und Lange je 3 M. Geldstrafe, weil sie Gelder zur Beschickung des Kongresses gesammelt; diese selbst( 14,15 M.) wurden tonfiszirt. 1. Altona. Gustav Stengele, Redakteur von der Norddeutschen Bolts- Zeitung" wegen Beleidigung 14 Tage Gefängniß. " " Leipzig. Der Redakteur des„ Wähler" von der Anklage des Vergehens gegen das Preßgesetz freigesprochen. 6. Bochum. Die Genossen Wunderlich und Böhm wegen Vergehens gegen§ 130 des Str.-G.-B. 6 bezw. 2 Monate Gefängniß.( Wunderlich als Verfasser einer Resolution, die Böhm als Vorsitzender einer Versammlung zur Abstimmung verlesen hatte.) 9. Planen. Genosse Scharschmidt von Mylau auch auch vom Landgericht wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes und Tragens republikanischer" Abzeichen 6 Tage Haft und 30 M. Geldstrafe. 27 " " " Erfurt. Genosse Schulze, Redakteur der„ Thür. Tribüne" wegen Abdruck des Proletarierliedes, 200 Mart Geldstrafe.(§ 130, Aufreizung.) Erfurt. Genosse Weh der aus Sonneberg von der Anflage wegen Verächtlichmachung der christlichen Kirche 2c. freigesprochen. Berlin. Genosse C. Baake, Redakteur des„ Vorwärts" wegen Lehrerbeleidigung 200 M. Geldstrafe. Mannheim. Redakteur F. Thies von der„ Volksstimme" wegen Fabrikantenbeleidigung 35 Mart Geldftrafe ev. 7 Tage Gefängniß. Genosse Kurz von der gleichen Anklage freigesprochen. „ Hamburg. 2 Maurer je 7 Tage Gefängniß, weil sie einen Kollegen Streitbrecher" betitelten, worin eine Beleidigung zu erblicken sei. 10. Nieja. Der Redakteur des„ Volksfreund", Genosse Dieh I, wegen Beleidigung des Redakteurs des Meißener Tageblatts" 50 M. Geldstrafe. " " 1 Erfurt. Der Vorstand des Freidenfervereins vom Schöffengericht 5 M. Geldstrafe wegen groben Unfugs; Ankündigung eines Vortrages über:" Die Segnungen des Unglaubens." 11. Breslau. Der Arbeiter Franz Monert wegen Majestätsbeleidigung 9 Monate Gefängniß. 12. Magdeburg. Maurer Wilh. Schulz zu Staßfurt vom Schwurgericht wegen Landfriedensbruch anläßlich einer Wählerversammlung zu 4 Jahren 3 Monaten Zuchthaus verurtheilt. " " " Lockwitz. Schuhmacher Herm. Körner wegen Anklebens einer geschriebenen Versammlungseinladung an eine Telegraphenstange 6 M. Geldstrafe event. 2 Tage Haft. Ottensen. Redakteur Stengele der Norddeutschen Bolts- Zeitung" wegen Beleidigung vom Landgericht zu 100 M. Geldstrafe. Urtheil des Schöffengerichts lautete auf 10 Tage Gefängniß und 1000 M. Entschädigung. Quedlinburg. Genosse Louis Steinemann aus Quedlinburg wegen Fabrikantenbeleidigung 100 M. event. 20 Tage Gefängniß; in erster Instanz 2 Monate Ge fängniß. Riesa. Redakteur Diehl des Volksfreund" wegen Fabrikanten- Beleidigung 2 Wochen Gefängniß. 13. Berlin. Die Berufungssache des Metalldruckers Wilhelm Damnih von Köpenick wegen Polizeibeleidigung vom Landgericht zur nochmaligen Entscheidung ans Schöffengericht zurückverwiesen, welches ihn in erster Instanz zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt hatte. " 37 Hannover. Former Hobrecht 2 Monate, Former Wiegmann 3 Monate Gefängniß wegen Mißhandlung zweier Streitbrecher in Körting's Fabrik, 3 andre Angeflagte mußten freigesprochen werden; Angreifer waren die Streifbrecher. Langenbielau. Genosse Baginsti wegen Pfarrer beleidigung vom Schöffengericht zu 6 Monaten verurtheilt und sofort verhaftet. 14. Straßburg. Die Genossen Böhle, Picker, Müßiggang, Naumann und Rauger je 40 M. bezw. 4 Tage Haft wegen Vertheilung der„ Elsaß- Lothr. VolksZeitung" ohne Kolportageschein. Staatsanwalts- Antrag gegen Böhle als Anstifter: 2 Monate Gefängniß. 15. Pößneck. Genosse Baul Geige wegen angeblicher Pfarrerbeleidigung 14 Tage Gefängniß; der Amtsanwalt hatte nur 15 M. beantragt. " " Altona. Genosse Albert Fride aus Braunschweig vom Landgericht wegen Beschimpfung des geistlichen Lehramts zu 6 Monaten Gefängniß. = Dresden. Genosse Gradnauer, Redakteur der„ Sächs. Arbeiter- Zeitung" wegen Beleidigung des Meißener Stadt raths 14 Tage Gefängniß, von der Anklage der Beleidigung des Militär Kommandos zu Frankfurt a. d. Oder frei gesprochen. 16. Dortmund. Redakteur Lusbrink aus Gelsenkirchen wegen Beleidigung einer Bechenverwaltung 30 M. Geldstrafe 20. Essen. Sünninghau3, Redakteur der„ BergarbeiterZeitung" von der Anklage der Aufreizung durch Abdruck eines harmlosen Gedichtes freigesprochen. Staatsanwaltsantrag: 6 Monate Gefängniß. Donnerstag, den 11. Juni 1891. Mai. 19 21 " 8. Jahrg. fapitalistischen Dienste stehende Blättchen greift z. B. die 21. Geeftemünde. Gen. Watermann, Redakteur der Eislebener 3tg.", die ja ebenfalls unserer Organisation Nordd. Volksstimme", wegen Beleidigung eines Amts- feindselig gegenübersteht, deshalb an, weil diese die Berichters und des Lehrerstandes 5 Wochen Gefängniß. fanntmachungen der Arbeiterversammlungen u. s. w. in AnHamburg. Die Maurer Woisin und Röhlke wegen zeigenform aufnehme; wenn sie dies nicht thäte, dann würden angeblicher Mißhandlung zweier Streifbrecher vom Land- folche Versammlungen bald unmöglich merden; folglich ist nur gericht, ersterer 20 M. Geldstrafe, event. 4 Tage Gefängniß, die Eislebener Zeitung" an dem Excesse schuld? Es wurde letzterer freigesprochen. den von diesen zwei edlen Freundinnen ausgebreiteten Behaup 22. Aachen. Genosse Möller, Redakteur der Gelsen- tungen, daß reichstreue" Bergarbeiter von Sozialdemokraten tirchener Zeitung" wegen Beleidigung 4 Wochen Gefäng- überfallen und gemißhandelt würden, ganz entschieden widerniß, Genosse Otten, wegen des gleichen Reates 1 Woche sprochen. Es fand hiernach die Wahl zweier Expedienten für Gefängniß. den Volksboten"( 3eiß) statt, weil diese unsere Vereins- Zeitung Dortmund. Genosse Lehmann wegen Beleidigung einen plöglichen Zuwachs von ca. 50-60 bon2 Monate Gefängniß. nenten infolge der letzten Vorkommnisse erhalten hatte. Ferner Chemnių. Der Redakteur der Preffe", Genosse Pä p- wurde noch mitgetheilt, daß bereits zwei Vereinsmitglieder wegen Iow, wegen Beleidigung eines Gemeindevorstandes 14 Tage ihrer Zugehörigkeit zum Arbeiter- Bildungsverein" aus der Arbeit entlassen worden sind. Gefängniß. Vor Beginn der Verhandlungen 23. Bochum. Genosse us brink, Redakteur der Gelsen- hatte einer der schwerverletzten Genossen ein Hoch auf den noch firchener Arb.- 8tg." wegen Polizeibeleidigung 6 Wochen in Untersuchungshaft befindlichen Vorsitzenden des Vereins, Ge Gefängniß. nossen Franke, ausgebracht, in welches die Versammelten begeistert eingestimmt hatten. " " " Chemnik. 24 Genossen, welche in Versammlungen für die Verbreitung von Mai- Marken eintraten, erhielten Strafmandate von 30 und 40 M. 24. Metzen. Kurzwaarenhändler Kühnel 15 M. Geldstrafe, event. 5 Tage Haft, weil er in einer Versammlung troß Verbot der Tellersammlung in demonstrativer Weise" ein Geldstück auf den Vorstandstisch niedergelegt hatte. 25. Langenbielan. Die Genossen Baginsti wegen Vergebens gegen§ 131 Str.-G.-B. 1 Monat, Wiedemann aus Beuthengrund wegen Beleidigung eines Geistlichen drei Wochen Gefängniß, Kühn von der Anklage auf§ 130 und der Aufforderung zum Diebstahl freigesprochen.( Er hatte in einer Rede geäußert: Bei den heutigen schlechten Erwerbsverhältnissen sei es kein Wunder, wenn die Leute schließlich zum Diebstahl greifen.) Und darin erblickte die Staatsanwaltschaft die Aufforderung zum Diebstahl. Bremen. Der Redakteur der„ Bürgerzeitung" wegen Beleidigung 400 M. Geldstrafe. " " " " 26. Berlin. Genosse Buchhändler J. Münz von der Anflage der Polizeibeleidigung freigesprochen. Blankenburg. Genosse H. Mathies aus Elbingerode vom Schöffengericht wegen unerlaubter Schriftenverbreitung 4 Tage Haft. Das Polizeimandat lautete auf 8 Tage Saft. Braunschweig. Genosse A. Büsche I aus Vienenburg wegen Vertheilung des Landboten"( ohne Gewerbeschein) 4 Strasmandate von zusammen 59,60 m. Effen. Genosse Lusbrink, Redakteur der„ Gelsentirchener Arbeiterzeitung" wegen Pfarrerbeleidigung sechs Monate Gefängniß und sofort verhaftet. Stendal. Genosse Denner von Berlin wegen Aufreizung ( in einem Flugblatt) 1 Monat Gefängniß. Leipzig Die Revision des Genossen Flge vom Volksblatt für Halle" gegen das auf 1 Jahr Gefängniß lautende Urtheil der Straffammer zu Halle wurde vom Reichsgericht für begründet erklärt und die Sache zur nochmaligen Verhandlung nach Nordhausen verwiesen. " # " " * Düren, 6. Juni. Vor drei Wochen fand hier eine öffentliche Versammlung statt mit der Tagesordnung: 1. Die Achtstundenbewegung. 2. Gründung eines Arbeiter- Bildungsvereins. Zum ersten Punkt referirte Herr Meist aus Köln. Dem Verein erflärten mehr als hundert Personen beitreten zu wollen. Obwohl der Verein nun noch nicht besteht( es hat noch keine weitere Versammlung stattgefunden), verlangte der Polizeikommissar schon die Mitgliederliste und die( noch gar nicht ausgearbeiteten, geschweige denn angenommenen!) Statuten, drohte auch schon mit Strafe, Reinfallen 2c. Mit welchen Schwierigkeiten wir zu kämpfen haben, ersehen die Leser auch daraus, daß von den vier in Düren erscheinenden Blättern feines unsere Versammlungsanzeige aufnahm. Plakate waren wir in Köln drucken zu lassen genöthigt, sie wurden von uns am Tage an den Mauern angeheftet, Nachts aber von anderen heruntergerissen. Trotzdem war unsere Versammlung von mehr als 500 Personen besucht, besonders auch von Landleuten. Wir können demnach mit dem Anfang zufrieden sein, obwohl die Genossen hier allerlei materielle Nachtheile erfahren. Breslan, 10. Juni. Eine Konfistation der„ Volkswacht" ist wieder einmal bewerkstelltigt worden. Es handelt sich um die Sonntagsnummer 180 und zwar um den durchaus objektiv gehaltenen Artikel„ In eigener Sache." * Delsuit i. V. Am 3. Juni wurde unsere Genossin Frau Louise Rabenstein unter einer Begleitung zu Grabe getragen, wie sie unsere Stadt noch nicht gesehen hat. Es waren schon lange zuvor, ehe der Zug vom Trauerhause abging, 5-6000 Menschen versammelt. Drei Polizeidiener schritten an der Spize des Zuges, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Aus Plauen und Umgebung waren Hunderte von Genossen zur Beerdigung herübergekommen. Dem Wunsche der Verstorbenen entsprechend, erschien fein Geistlicher am Grabe. Ein Leicht sei ihr die Erde" wurde der verstorbenen Genossin von einem Genossen nachgerufen. 27. itetersen. Die Vorstände des Wahlvereins und des Bandmachervereins wegen Vergehens gegen das Vereins- Gelsenkirchen. Am 18. März d. J.( wurde in Dortmund gefey( Nichtanmeldung von auswärts wohnenden Mit- im Geschäftslokale der W. Fr. Pr." zur Feier des Tages eine gliedern bei den einzelnen Ortspolizei- Behörden) vom schwarz- roth- goldene Fahne ausgehängt. Jedoch das Vergnügen Schöffengericht freigesprochen. Die Strafmandate lauteten follte nicht lange währen; es erschien die heilige Hermandad und insgesammt auf 410 und 300 M. verlangte energisch die Entfernung und Auslieferung besagten Elberfeld. Genosse Grimpe 50 Mt. Geldbuße event. staatsgefährlichen Banners, welches, ein Ueberbleibsel vom Allg. 5 Tage Gefängniß wegen Erregung öffentlichen Aerger- Arbeiter- Bildungsverein, während des Ausnahmegesetzes troß aller nisses( durch Abdruck der Zeugenaussagen gegen die be- Bemühungen den Argusaugen der Diener der Ordnung verborgen rü- hnrte Zeugin Frau Wind). geblieben war. Helle Freude leuchtete den Leutchen aus den Mainz. Nähmaschinenhändler Jos. Krämer aus Frank- Augen, konnte man jetzt doch endlich das Ding im Triumph von furt a. M. wegen Aufforderung zum Kontraktbruch vom dannen führen auf Nimmerwiedersehen. Landgericht 14 Tage Gefängniß. " " 28. Sonneberg. Genosse Burkhardt wegen Beleidigung des Reichstags- Abgeordneten Dr. Witte vier Wochen Gefängniß. # 3 " " Jedoch mit des Geschickes Mächten ist kein ew'ger Bund zu flechten. Ob gern oder ungern mußte Genosse Kutzbach den Boden ersteigen, um das Banner abzunehmen; die Polizei wartete am Fuße der zum Boden führenden Treppe Hannover. Zwei Kürschnergehilfen wegen Verrufs- der Dinge, die da kommen sollten, d. h. der Uebergabe. Nach erklärung zu je einer Woche, ein dritter zu drei Wochen Verlauf einer Viertelstunde kam jedoch R. mit leeren Händen. Gefängniß verurtheilt. Das Schicksal hatte es gewollt, daß beim Lösen der Fahne ihm Halberstadt. Genosse Berg, Redakteur der Sonntags- dieselbe entglitten und zum Fenster hinausgefallen war. Ein Zeitung" wegen Vergehens gegen§ 131 des Str.-G.-B., untenstehender Galgenstrick begriff die Situation und machte sich ein Monat Gefängniß. schleunigst mit dem Banner aus dem Staube. Jetzt lange Ge 29. Magdeburg. Die gegen Genossen Schule und fichter, schließlich erholten sich die Polizisten von ihrem Schrecken Laukau wegen verbotener Kollette erlassenen Polizei- und machten auf den Entflieher, als den sie einen im Geschäft mandate in der Höhe von 20 und 40 M. schöffengerichtlich anwesenden Genossen, der verschwunden war, betrachteten, den bestätigt. langen Tag Jagd. Jedoch Haussuchung und Nazzias waren er Magdeburg. Genoffe Beim 3 aus Kalbe vom Zand- folglos. Das forderte Sühne, und so wurde gegen die Genossen gericht 3 Monate Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung Rußbach und Ruth Anklage wegen groben Unfugs erhoben. ( Sitzenbleiben bei einem Hoch auf den Kaiser). Derartiges erregt bei allen patriotischen und fönigs Zeit. Redakteur des„ Volksboten", Hoffmann, wegen treuen Bürgern großes Mergerniß, meinte im heutigen VerLehrerbeleidigung 30 Mark Geldstrafe eventuell 6 Tage handlungstermine ein als Zeuge vernommener Polizeikommissar; naturgemäß mußte dem beleidigten Gefühl der„ Königstreuen" Sühne widerfahren und die Schöffen erachteten daher für Kußbach eine Haftstrafe von 8 Tagen und für Ruth, den Hauptrevolutionär, eine solche von 14 Tagen für angemessen. " Haft. 30. Berlin. Genosse Greifenberg, Rartonarbeiter, wegen Verrufserklärung 8 Tage Gefängniß. Er hatte als Vorfizzender einer Versammlung über eine Resolution abstimmen lassen, in welcher dieser Verstoß gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung erblickt wurde. " " " Berlin. Genosse Lütgenau von der Anklage der Majestätsbeleidigung freigesprochen. Bochum. Bergmann Bauer- Weitmar wegen Aufreizung zum Streit vom Landgericht 6 Wochen Gefängniß. Staatsanwalts- Antrag: 1 Jahr Gefängniß. Mannheim. Genosse Fen wegen Bergehens gegen das Breßgesetz 20 M. Geldstrafe. 31. Dortmund. Bergmann Oberhaus wegen angeblicher Bedrohung vom Schöffengericht 3 Wochen Gefängniß. Borrespondenzen und Parteinachrichten. * wenn * Johanngeorgenstadt, den 8. Juni. In Sachsen findet man manchmal noch bei der Behörde einen gewissen Humor; das sollten auch wir in Johanngeorgenstadt erfahren. Hier hatte sich vor kurzem ein Verein zur Förderung volksthümlicher Wahlen" gebildet und am ersten Pfingstfeiertag fand die erste Versammlung statt, doch der Vortrag über das Alters- und InvalidenVersicherungsgesetz, welcher auf der Tagesordnung stand, wurde untersagt. Am Mittwoch nach Pfingsten begab sich nun der Vorstand des Wahlvereins, Herr Eduard Loetsch, zum Bürgermeister und fragte, weshalb der Vortrag verboten wäre, in den Statuten stände doch, daß der Verein es sich zur Aufgabe mache, seine Mitglieder durch Vorträge über alle Vorkommnisse aufzuflären. Darauf erhielt er zur Antwort: Herr Loetzsch, da bin ich nämlich selber nicht klar darüber. Sie thäten mir einen Gefallen, Sie Beschwerde mich gegen ( Bürgermeister) bei der Amtshauptmannschaft führen thäten. Ich nähme das nicht etwa fibel." Diese Beschwerde ist auch so Eisleben, 7. Juni. Infolge des vor 8 Tagen hier statt- mit der Motivirung des Herrn Bürgermeisters nach der Amtsgehabten Ueberfalles der vom Vorsitzenden des Arbeiter- Bildungs- hauptmannschaft geschickt worden. Der Bürgermeister erklärte 21. Kaffel. Ein Verkäufer von Festfarten für die Arbeiter vereins, Genoffen Franke, einberufenen öffentlichen Volksver- ferner, daß wir die Versammlungen nicht anzumelden brauchten Maiseier ein Strasmandat von 3 M. Die Verfügung fammlung, zu welcher wegen bereits früher vorgekommener( was ja auch gar nicht nothwendig ist, da im Statut steht: stützte sich auf ein Gesetz vom 12. Mai 1851 und auf Grzesse seitens solcher Bergleute, die dem„ Reichstreuen Verein"" Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat findet Abends 8 Uhr eine eines vom Jahre 1789! angehören, bekanntlich diese sowie Bergbeamte ausgeschlossen Bersammlung stait). Am Sonntag, den 7. Juni, fand nun die Dortmund. Bergmann Siegel vom Landgericht wegen waren, hatte die heutige, im Saale des„ Gasthof zum Kronpring" zweite Versammlung statt. Wir waren selber erstaunt, als wir Beleidigung des Geheimraths Leuschner in Eisleben tagende Sitzung des Arbeiter- Bildungsvereins" einen sehr fein überwachendes Auge bemerkten. Die Versammlung hatte 6 Monate Gefängniß. wichtigen Verlauf. Während die nothwendigen Erhebungen und schon 11/2 Stunden gedauert, da traten plößlich die zwei Polizisten Teucheru. Genosse Otto vom Schöffengericht wegen Beugenfeststellungen bezüglich des Erzesses hier am Orte der That der Stadt herein und schlossen die Versammlung. Der Vorstand unerlaubter Rollette 30 M. Geldstrafe. gemacht wurden, ließ sich eine große Zahl neuer Mitglieder ein- machte darauf aufmerksam, daß fie gar fein Eberswalde. Die Genossen Benno Stabernad aus schreiben. Nach dieser, bedeutende Zeit in Anspruch nehmenden Recht hätten. Sie aber sagten, der BürgerBerlin, Salomon, Mißling und Schmidt aus Thätigkeit des Vorstandes wurde über den Eingangs erwähnten meister hätte gesagt, die Versammlung müßte allemal Wriezen von der Anklage der Majestätsbeleidigung frei- Ueberfall Bericht erstattet und die gegnerischerseits ausgebreiteten, 24 Stunden zuvor angemeldet werden. Der Eine fügte noch gesprochen. Dieselben waren bei einem Hoch auf den die Thatsachen auf den Kopf stellenden Behauptungen ins rechte hinzu:" No mir brauchen deshalb nich böß zu sein; also nischt Raiſer ſizen geblieben, das der General a. D. von Oppen Licht gefeht. Ein aus dem„ Bergboten" verlesener Artikel erregte für ungut." Auf die Frage eines Mitgliedes: müssen wir das in der Diskussion plöglich ausgebracht hatte. troß des Ernstes der Sache große Heiterkeit. Dieses lediglich im Lokal nun verlassen? erwiderte der Polizist:„ Ja“. Auf die 21 " " " Dortmund. Bergmann Siedenhaus aus Hombruch wegen Majestätsbeleidigung 3 Monate Gefängniß. weitere Frage: aber es kann uns doch Niemand verwehren, wenn wir hier unser Bier trinken, antwortete er:" No se können au da Sie entfernten sich dann mit den Worten:" No gute Nacht, die Herren! Also nischt für ungut!" Auch hier ist Beschwerde eingereicht. In dieser Woche wird hier eine Volksversammlung mit der Tagesordnung: Die Kornzölle und die Reichsregierung" statt finden. Die Aufregung ist hier sehr groß, denn in Böhmen drüben kosten 6 Pfund Brot 60 Pf. und in Sachsen 6 Pfund 80 Pf. * $ " treten können, weil 1. keine großen Geldmittel vorhanden sind;| Kollege Schonert die Versammlung, machte bekannt, daß de weil 2. feine derartige Ginigkeit mehr unter den Kollegen vor- Referent zwar noch nicht erschienen sei, sein Erscheinen aber gan, handen sei, wie zur Zeit des Streits, und weil 3. die Konjunktur bestimmt zugesagt habe, und machte den Vorschlag, die Versamm im Allgemeinen miserabel sei. Was die Sperren anbetreffe, so lung auf 20 Minuten zu vertagen. Dieser Vorschlag wurde an hätten diese einen moralischen Druck auf die Werkstellen, wo zu genommen und die Vertagung trat ein. Nach Verlauf von zehu den Bedingungen der Gehilfen gearbeitet werde, ausgeübt und Minuten, also Punkt 2 Uhr, erhob sich der überwachende Polizei übten ihn noch aus. Zu dieser Sache sprachen nun ein ganze lieutenant, stülpte seinen Helm auf den Kopf und sagte: Die Menge der Kollegen. Theils sprachen sie sich für die Aufhebung Versammlung ist noch nicht eröffnet, trobem der Sperre aus, theils gegen dieselbe. Auch wurden Meinungen eine Stunde über die angemeldete Beit verdahin laut, daß bei Pfaff zu gelegener Zeit ein Ausstand Vor- flossen ist; eine Eröffnung der Versammlung theile für die Gehilfen gehabt hätte.- Ein Antrag, die Sperre um 3wede der sofortigen Vertagung fann Speyer, 8. Juni. Der zweite pfälzische Arbeitertag ist aufzuheben, wurde abgelehnt und ein anderer Antrag, nach nicht als eigentliche Eröffnung angesehen wer glänzend verlaufen. Schon vor der festgesetzten Zeit- 10 Uhr welchem sich die Anwesenden mit der bisherigen Taktik der Kom- den. Ich schließe deshalb die Versammlung und Vormittags war der Andrang zum Lokal, dem großen Saale mission einverstanden erklären, angenommen. Eine Diskussion fordere die Anwesenden auf, sich ruhig zu ent des Stadthauses, ein so gewaltiger, daß das Lokal von zirka über Abführung gesammelter Gelder an die Generalkommission fernen." Die Versammelten protestirten zwar gegen dieses 800 Parteigenoffen aus der ganzen Pfalz besetzt war. Die Bureaus der Gewerkschaften, bezw. an die Berliner Streit- Kontrollkom- widerrechtliche Verfahren, erreichten jedoch selbstverständlich nichts. wahl ergab als ersten Vorsitzenden Ehrhardt- Ludwigshafen; mission führte zu keinem Beschluß. Beschwerde wird eingereicht. Bevor die Kollegen das Lokal zweiten Vorsitzenden Sturm- Speyer; Kapp- Kaiserslautern und verließen, brachte ein Kollege ein Hoch auf die internationale Streb- Lambrecht als Schriftführer; als Beisitzer Fößer- Franken- Die Militär- und Lieferungsschneider hielten am 6. Juni Sozialdemokratie aus, und als der Beamte auch hierbei einschritt, thal und Edelmann- Neustadt. Die Präsenzliste ergab 27 ver- eine öffentliche Versammlung mit Frauen ab, in welcher Kollege sprach zwar niemand ein Wort, jedoch schwenkten alle Kollegen tretene pfälzische Orte mit 55 Delegirten. Zur Tagesordnung I. Timm( Vertrauensmann der Schneider und Schneiderinnen wie auf Kommando dreimal die Hüte. übergehend erstattete zum 1. Punkt der Verhandlungen Huber für Berlin und der Provinz Brandenburg) einen Vortrag über Die Stellmacher Berlins und Umgegend hielten am Ludwigshafen Bericht über die Thätigkeit des vorderpfälzischen Die Entwicklung der Arbeiterbewegung" hielt, welcher von den Agitationsvereins feit der Konferenz, die im Dezember vorigen Anwesenden mit großem Beifall aufgenommen wurde. Eine 7. d. Mts. eine gutbesuchte Mitglieder- Versammlung des FachJahres zu Lambrecht tagte. Hieran schloß sich der Kassen- Diskussion fand nicht statt und man schritt zum 3. Punkt der vereins ab. Herr Hennig sprach über die Entwickelung und Erbericht, den Genosse Körner- Ludwigshafen erstattete. Sämmt Tagesordnung, Bericht des Delegirten der Berliner Streifziehung der Menschheit durch die Natur. Von einer Diskussion liche Delegirten erkannten die mühevolle Arbeit, die Kontrollkommission. Kollege Kroll referirte über die Thätigkeit wurde Abstand genommen und einer entsprechenden Resolution das Agitationskomitee ausführte, schon in Anbetracht der großen und die Beschlüsse derselben und empfahl am Schluß, den letzten zugestimmt. " 1 Thätigkeit, die letzteres am 3. Mai entfaltete, an welchem Tage Beschluß festzuhalten und für das ganze Schneidergewerk nur Der Antrag, eine Fach- Zeichenschule zu gründen, wurde an es zu 14 Versammlungen Redner entsandte, an und ertheilten einen Delegirten zu entfenden. Alsdann legte er sein Amt als genommen und es erklärte Kollege Leder sich bereit, das Amt dem Komitee einstimmig Decharge. Es folgte nun die Bericht- Delegirter nieder. Dagegen sprach Rollege Schulze, indem er eines Zeichenlehrers anzunehmen. Alle weiteren Schritte betreffs erstattung des zweiten pfälzischen Agitationsfomitee's, das seinen darauf hinwies, daß es sehr schwer sein wird, in Anbetracht der Einrichtung wurden einstweilen dem Kollegen Leder und dem Siz in Kaiserslautern hat, was durch Genosse Clement von dort sehr schlechten Arbeitsverhältnisse in der Schneiderei von jedem Vorstande überlassen. besorgt wurde. Die Debatte gab ein lebhaftes Bild von den Kollegen wöchentlich 5 Pf. für die Streit- Kontrollkommission ein- Sodanu wurde bekannt gemacht, daß auch die nächste FachSchwierigkeiten, die mit der Agitation, besonders auf dem Lande, zukassiren, eine Aufgabe, welche der gewählte Delegirte doch vereins- Versammlung ausnahmsweise wieder auf den ersten verknüpft sind und von dem Eifer, mit der sie betrieben wird. auf fich nehmen müßte. Hierauf erklärte Kollege Kroll Sonntag im nächsten Monat fallen würde. Mehrere Redner Ehrhart- Ludwigshafen referirte sodann zum zweiten und daß dies tein wöchentlicher Beitrag sein soll, sondern es sollen sprachen sich über ein vorliegendes Plakat, unterzeichnet von der dritten Punkt der Tagesordnung- Agitation, Organisation und nur soviel Marten umgesetzt werden, als in unseren Kräften Direktion des Weimann'schen Voltsgartens, aus, auf welchem ein Preffe. Es giebt alsdann Genosse Grillenberger- Nürnberg einige steht, und empfahl nochmals einen Delegirten zu entfenden. erstes Sommerfest des Stellmachergewerks für den 22. d. Mts. praktische Winke sowohl für die Agitation als auch für die Orga- Kollege Timm wies auch darauf hin, daß die Berliner Schneider angekündigt sei, von dem aber der Fachverein der Stellmacher, nisation. Genosse Ehrhart- Ludwigshafen verliest alsdann nach- schon sehr in Anspruch genommen werden durch die Vereine, als die größte Stellmacherverbindung Berlins, keine Ahnung stehende Resolutionen, die einstimmige Annahme fanden: a) Die welchen sie angehören, und durch die öffentliche Agitation, welche habe, und der Vorstand wurde beauftragt, einen hierauf bezüg Agitation zu fördern durch öffentliche Versammlungen, welche fich über ganz Berlin erstreckt, deshalb räth auch er ab, einen lichen Aufruf im Vorwärts" zu erlassen und die Direktion fich nicht zu oft wiederholen sollen; das Hauptgewicht soll auf Delegirten dazu zu wählen, welcher seinen Verpflichtungen, welche dieses Lokals um Aufklärung zu bitten. die sozialistische Erziehung durch Vorträge in den Wahlvereinen er von der Streik- Kontrollkommission zu übernehmen hat, nicht Mit einem lebhaft aufgenommenen Hoch auf den Fachverein gelegt werden. b) Organisation. Die zwei Agitationsvereine der nachkommen kann. Alsdann machte Kollege Roloff die An- der Stellmacher schloß der Vorsitzende die Versammlung. Pfalz find zu einem einzigen zu verschmelzen und diesem zur wesenden noch darauf aufmerksam, recht zahlreich in den VereinsPflicht zu machen, mit ganzer Kraft für die Agitation in der Versammlungen zu erscheinen. Die nächste Versammlung findet ganzen Pfalz einzutreten. Es wird aufs Neue wieder empfohlen, Johannisstraße 20 bei Müller in 14 Tagen statt. allerorts Arbeiter- Wahlvereine zu gründen; wo dies nicht angeht, = Versammlungen. " dem zu : Eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Haus- und unter dem Vorsitz des Kollegen Hermann abgehalten. Nach Geschäftsdiener von Berlin und Umgegend wurde am 4. Juni Der Vorsitzende bemerkte, daß die sozialsich anderen Orten anzuschließen. Es soll die Gewerkschafts- In der letzten Mitgliederversammlung der freien Ver- Eintritt in die Tagesordnung hielt Herr Reichling einen Vortrag bewegung nach jeder Richtung gefördert und insbesondere auch einigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufs- über„ Die Sozialdemokratie und ihre Gegner". Von einer Dis für die Pfalz mit Rücksicht auf unsere eigenartige Industrie mit genossen wurden die Zustände der Bandagen- Fabrik von Hoff- fuffion wurde abgesehen. Sodann erstattete Kollege Wiemer Bericht über die Streikder fachgewerblichen Organisation der Fabrik- und Handarbeiter mann( Juhaber Schöner) vom Vorsitzenden einer eingehenden Kritik unterworfen. begonnen werden. c) Presse. Allerorts sollen die Wahlvereine Derselbe theilte mit, daß die jüngeren Rontroll- Rommission und vertrat die Ansicht, daß die Haus- und die Bürgschaft für die Filialen der„ Voltsstimme" übernehmen Rollegen einen Wochen- Akkordverdienst von 9 bis 15 resp. 16 M. Geschäftsdiener in Zukunft davon Abstand nehmen müßten, einen und Preßkomitees zum Zwecke der weiteren Ausbreitung und haben, während die älteren Kollegen mit 30-45 m. nach Hause Delegirten zu entfenden. In der sich an diesen Bericht an und außerdem noch 5-10 pCt. extra be- schließenden Debatte sprachen die Kollegen Werner, Uthes, Kühle, Kontrolle derselben bilden. Zum vierten Punkt der Tages- kommen. Derselbe führte weiter aus, daß diese Verhältnisse Hermann, Kühnke, Pinzer, Barnewitz, Grauer, Krell, Dobatka und ordnung, Anträge aus der Mitte des Parteitages, beantragten unwürdige feien und die Kollegen sich zu einem energischen andere theils für, theils gegen eine Beschickung der Streif- Kondie Genossen von Ludwigshafen, der sozialdemokratischen Handeln empoeraffen sollten, um diese Berhältnisse zu beseitigen. troll- Kommission. Schließlich gelangte ein Antrag Grauer, einen Reichstags Fraktion einen Antrag, die Verstaatlichung des Getreidehandels betreffend, zit unterbreiten, Ferner wurde mitgetheilt, daß zwischen dem Prinzipal und den Delegirten zu wählen, mit großer Majorität zur Annahme. Ge diese im Parlament fraglichen Antrag einbringe. Derfelbe alteren Kollegen ein Kontrakt besteht, worin folgender bezeich wählt wurde gegen 4 Stimmen Kollege Hermann. nender Passus vorkommt. Diejenigen Arbeiter, welche Prozente Bei dem dritten Punkt der Tagesordnung handelte wurde einstimmig, wie auch der des Genossen Schreiner erhalten, haben feinen anderen davon etwas mitzutheilen, fängt es fich um die Beschickung des Arbeiter Kongresses von Ludwigshafen: Anstellung der Aerzte von Staatswegen, einer der betreffenden Arbeiter in einem anderen hiesigen Engros zu Brüssel. angenommen. As Ort des nächsten pfälzischen Arbeitertages Geschäft an zu arbeiten, so verliert derselbe feine Prozente. Der demokratischen Handlungs- Gehilfen von Berlin den Hauswurde einstimmig Kaiserslautern bestimmt. Ueber die Beschickung Werfführer der betreffenden Fabrik war in der Versammlung an- und Geschäftsdienern den Vorschlag gemacht hätten, fich des internationalen Kongresses zu Brüssel faßte der Parteitag wesend und ergriff wiederholt das Wort zur Vertheidi- gemeinschaftlich mit ihnen durch einen Delegirten vertreten Bayern dortfelbst vertritt, auch die Pfalz gleichzeitig mit ver- gung, war aber nicht im Stande, auch nur ein Jota zu lassen; man könne das ja auch um so leichter ausführen, als zu widerlegen, was angeführt worden war. Handlungsgehilfen und Hausdiener eigentlich zu dem faufmäntreten soll. Nachdem Ludwigshafen als Siz des neuen Agitations- Dem Herren wurde von verschiedenen Seiten aus gründlich heim- nischen Betriebe gehörten. Bei der Besprechung dieser Angelegen Komitees und Kaiserslautern als Ort für den nächstjährigen Parteitag der Pfalz bestimmt war, schloß Ehrhart um halb 2 Uhr geleuchtet. Zum Schluß dieser Angelegenheit wurde den Ar- heit standen sich die Ansichten der Kollegenschaft gegenüber. mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die sozialdemo- beitern bei Hoffmann aufgegeben, in Güte zunächst mit dem Schließlich wurde folgende Resolution angenominen: Die heute versammelten Haus- und Geschäftsdiener schließen tratische Arbeiterpartei die musterhaft verlaufene Versammlung. Arbeitgeber zu verhandeln; sollte dies zu keinem Resultat führen, Nachmittags 3 Uhr fand in demselben Lokale eine riesig besuchte so werden die Kollegen bei ihrem ferneren Vorgehen thatkräftige sich dem Aufruf des sozialdemokratischen Parteivorstandes an und Voltsversammlung statt, in welcher Grillenberger, Dreesbach und Unterstützung erhalten, und schon jetzt liegen Sympathiebezeugungen sind der Meinung, daß es für Berlin genügt, wenn die sechs aus Dr. Nüdt sprachen. aus Wien und anderen Städten vor. Ferner wurde ein Antrag, Wahlkreise vertreten sind. Daher verzichten die Versammelten die wöchentlichen Beiträge von 15 auf 10 Pfg. herabzusetzen, darauf, einen eigenen Delegirten zu entsenden.( Zusatz.) Jedoch nach längerer Debatte abgelehnt. Ein Antrag auf Bewilligung verpflichten sie sich, nach Kräften zu sammeln und zu den den von 20 M. für die Arbeiter Bildungsschule fand einstimmige Wahlvereinen erwachsenden Kosten nach Kräften beizutragen. Annahme. Puntt 4 der Tagesordnung lautete: Rechnungslegung der Der Berichterstatter ber Zum Schluß wurde auf die am 28. Juni stattfindende Breß- und Agitations- Kommission, Dampferparthie nach Potsdam aufmerksam gemacht und die Preßkommission, Rollege Ruhute, bedauerte, die Rechnung noch Eine öffentliche Versammlung der Bildhauer fand am Rollegen ersucht, sich mit ihren Familien recht zahlreich zu be- nicht legen zu können, da es ihm bis jetzt noch nicht gelungen fet, eine einigermaßen genaue Uebersicht herzustellen. 8. Juni im Deigmüller'schen Saale statt. Der erste Punkt der theiligen. Kollege Grauer sprach sein Befremden darüber aus, daß nach Tagesordnung wurde durch einen Vortrag des Genossen Rohrlack über die Gewerbeordnung" erledigt. Der zweite Punkt der Tages eine außerordentliche Generalversammlung ab. Der Verein der Einsetzer( Tischler) hielt am 7. Juni einer nahezu zweijährigen Amtsführung die Preßkommission nicht Beim ersten im Stande sei, Rechnung zu legen, und stellte den Antrag, daß ordnung" Stellung der Bildhauer zur Kündigung", wurde darauf Punkt der Tagesordnung kam es zu lebhaften Auseinander- binnen vier Wochen eine neue Versammlung einzuberufen sei, in mit der Diskussion über den Vortrag verknüpft. Die Meinungen fegungen über den Bericht der Versammlung vom 3. Mai im der die Preßkommission endgiltig Rechnung zu legen habe. Der darüber, ob in Anbetracht der darauf bezüglichen Bestimmungen Vorwärts", und über die Vorgänge, die sich in der Versamin- Antrag wurde angenommen. Zu Revisoren wurden die Kollegen der neuen Gewerbeordnung eine Kündigungsfrist oder keine solche fung vor 14 Tagen abgespielt hatten, infolge deren der Kollege Müller, Kaßler und Keßler gewählt. den im Bildhauergewerbe beschäftigten Personen nüglicher ist, Schmidt sein Amt als Vorsitzender niedergelegt hatte. Es wird gingen auseinander. Einige Redner traten, die für Arbeiter so der Bericht theils angegriffen, theils aber auch für richtig und Kollege Barnewitz. Die Einnahmen betrugen seit dem 25. NoDen Rechnungsbericht der Agitationskommission erstattete miserablen Bestimmungen der Gewerbeordnung, welche sich mit den Vorkommnissen entsprechend erachtet. An der Debatte hier- vember 1890 die Summe von 81,11 M., wogegen 83,45 M. ver der Kündigung beschäftigen oder mit ihr in Zusammenhang über betheiligen sich die Kollegen Schmidt, Schönberg, Niemann, ausgabt wurden, mithin bleibt ein Defizit von 3,34 M. stehen, wie der Kontrattbruchs- Paragraph unter Anderen, dafür Bitters, Schmitz, Krohne und Andere. Es wird mehrfach hervor die ursprünglich aus sieben Mitgliedern bestehende Agitationsins Feld führend, für Aufhebung der Kündigungsfristen in den gehoben, daß es die Versammlung dem Vorsitzenden zu schwer tommission nur noch vier Mitglieder zählte, beantragte Kollege Werkstätten durch Vertrag ein. Andere waren wieder der mache, dieselbe zu leiten, und daß bei einer Unruhe, wie sie bei Graner, die Zahl zu ergänzen. Gegentheiliger Ansicht waren die Meinung, daß man von einer vierzehntägigen Kündigung der letzten Versammlung vorherrschend war, selbst dem dick- Kollegen Werner, Glashagen, Pinzer, Falfenthal. Kollege Grauer doch noch Vortheile habe, im Besonderen bei den Klein- häutigsten Vorsitzenden die Geduld reiße. Zu dem Bericht vom begründete seinen Antrag damit, daß die Agitationskommission meistern, deren es gerade in große Menge gebe. Diese würden, wenn die Gehilfen die hohen Festtage vollzählig am Plage gewesen wären und kritisirt unbedingt weiter bestehen müsse. Kollege Fielik war für Auf3. Mai betont Kollege Schönberg, daß die Einfeßer an diesem aus schwerwiegenden Gründen eingesetzt sei und demgemäß Kündigung fallen ließen, sich ins Fäustchen lachen, da hiermit das Verhalten des Kollegen Niemann, der sein Amt nicht hätte lösung, Kollege Prell für Ergänzung der Kommission. Hierauf ihrem Interesse gedient wäre. Noch andere Redner meinten, mit niederlegen brauchen. Es folgen noch andere persönliche verlas Rollege Barnewitz einen Brief, in welchem sich 3 Kollegen es wäre egal, ob die Bildhauer für die Aufhebung der Kün- Angriffe, die auch zu Weigerungen bei Annahme von Ehren vom Unterstützungsbund der Hausdieuer darüber beschwerten, daß digung im Gewerbe eintreten oder nicht; zum weitaus größten ämtern führen. Theile hätten die Bildhauer gar keine Kündigung, und die, der Vorstand des Zentralvereins zu einer Schiedsgerichts- Sigung welchen Kündigung gewährt sei, würden einen Beschluß, die Auf Die außerordentliche Generalversammlung des Vereins der Ein- Bendir bemerkte, daß er das Schiedsgericht überhaupt nicht aner Folgender Antrag wird vom Kollegen Schönberg gestellt: nicht erschienen sei. Der Vorsitzende des Zentralvereins Kollege hebung der bestehenden Kündigungsfristen auzubahnen, nicht feher erklärt den Bericht vom 3. Mai im Vorwärts" als nicht fannt habe, zudem sei aber die Vorladung an die Betreffenden halten. Ein derartiger Antrag war eingegangen, über ihn fachlich, erkennt ihn überhaupt, da er von Privatpersonen ein- auch zu spät ergangen. Nach diesen Aeußerungen entspann wurde aber nach dem Schlußwort des Referenten zur Tages gesandt ist, nicht an." Dieser Antrag wird angesich eine lebhafte Debatte, in deren Verlauf die Versammelten fo ordnung übergegangen. Herr Meier erstattete nun den Bericht om men. über die Kassenverhältnisse. Danach war am 1. Oktober 1890 unruhig wurden, daß die Versammlung erst auf 5 Minuten ver Hierauf wird Kollege Misch im zweiten Wahlgang zum Vor- tagt und dann geschlossen werden mußte. ein Bestand von 555,23 M. vorhanden. Bis zum 1. Juni 1891 fizenden des Vereins erwählt. wurden an Markenerlös 592,60 M. eingenommen; TellerAls Vorstandsmitglied wird Kollege Perfels und als Mitfammlungen ergaben 77,69 M., ein zurücgezahlter Vorschuß glied des Vergnügungskomitees Kollege Herold, beide per Attla- Vereinigung der Zimmerer Berlins und Umgegend fand Eine außerordentliche Generalversammlung der Freien 5 M. An Extrabeiträgen wurden 15,10 M. geleistet, von mation gewählt. am 8. Juni statt. Zum 1. Punkt der Tagesordnung verlas der Kelch 2 M. zurückgezahlt. Mit Einschluß einiger Pfennige Folgende Resolution wird eingebracht und findet Annahme Hilfskassirer die Abrechnung des Agitationsfonds vom 1. Quartal Diverses betrugen die Einnahmen bis zum 1. Juni 1891 gegen eine Stimme:" In Betreff der Versammlung vom 8. Mai 1891. Es ergab sich eine Ginnahme von 37,50 M., die Aus 1247,21 M.( intl. Bestand vom 1. Oktober 1890). Die Ausgaben erklärt die heutige außerordentliche Generalversammlung des Ver- gaben betrugen 2,25 M., mithin bleibt ein Bestand von 35,25 M. stellen sich folgendermaßen zusammen: Gezahlt find an Unter- eins der Einsetzer( Tischler), daß die Kollegen Hilfert und Schön- Die Abrechnung, sowie der Kassenbestand war von den Revisoren ſtüßungen an 33 Kollegen 335,25 M., an Unterſtügungen an berg voll und ganz auf dem Boden der Solidarität stehen und revidirt und dem Hilfskassirer wurde Entlastung ertheilt. Der Gewerkschaften 365 M., für Vorträge 16,50 M., für Inferate und für die Interessen der Arbeiter stets eingetreten sind." Borsigende bedauerte die geringe Einnahme und forderte die Säulenanschläge 146,40 M., an Trudkosten 73,60 M., für Agitation Nachdem noch zur regen Agitation für den Verein und zu Mitglieder auf, ihren Verpflichtungen besser nachzukommen. Die 20 M., an Prozeßkosten 0,60 M., an Porti's und Diverses zahlreicher Betheiligung an der Landpartie aufgefordert ist, wird wahl des 1. Vorsitzenden wurde auf Antrag des Genossen Päfeler 33,60 m., zur Dedung des Defizits vom Waisest 26,85 M. und die Versammlung geschlossen. bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. Als zweiter an Remunerationen 6,85 M. Nach Abzug dieser Ausgaben bleibt am 1. Juni ein Bestand von 222,56 M. Schriftführer wurde Kamerad Dürre, als Kontrolleur Kamerad Dem Kassirer wurde Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker von einen Decharge ertheilt und dann zur Neuwahl geschritten. Gewählt Berlin und Umgegend hatte auf Montag Nachmittag eine längeren Vortrag über die Gewerbe- Schiedsgerichte, welcher von wurde als Kassirer Herr Roßberg. Da dieser schon Mitglied öffentliche Versammlung einberufen, die jedoch durch das Ein- der Versammlung mit Beifall aufgenommen wurde. Nach Gr Der Kommission ist, mußte ein neues Kommiffionsmitglied gewählt schreiten der Polizei nicht tagen konnte. Zum ersten Punkt der ledigung verschiedener Fragen schloß der Vorsitzende die Ber werden. Hierzu wurde Herr Blasig gewählt. Als Revisor Tagesordnung war ein Vortrag des Herrn Stadtv. Heindorf an- sammlung. wurde dann noch Herr Christen gewählt. Nachdem der vierte gesetzt über das Thema:" Wie haben die Musiker ihre Lage zu Punkt der Tagesordnung: Bericht vom Kongreß", vertagt worden, verbessern?" Jufolge eines Mißverständnisses hatte der Referent erhielt Hr. Seidel das Wort, um die Tattit der Kommission zu geglaubt, die Verfammlung sei erst um 2 Uhr Nachmittags polirechtfertigen. Zunächt rechtfertigte er ihr Verhalten gegenüber einigen zeilich angemeldet, während dieses in Wirklichkeit um 1 Uhr ge= größeren Wertstuben. Man habe dort in feinerlei Aktion ein- schehen war. 10 Minuten vor 2 Uhr eröffnete der Vorsitzende der Bildhauerei eine Verantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Da