Ur. 231. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. h der Post Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. in Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sounund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Eine Jubiläumsfchrift. Staaten". : Donnerstag, den 3. Oktober 1895. gebung zollt, sind weit übertrieben, aber sicher ehrlich gemeint. Präsident Dr. Bödiker ist trotz seines politischen der fich in etwas mit der Idee durchaus zu Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Uebersicht. aber = zu vor Berlin, 2. Oftober. Am 1. Oktober dieses Jahres waren zehn Jahre seit Standpunkts, Die Anklageschrift wurde heute unseren Redakteuren dem Jukrafttreten des Unfallversicherungs- Gesetzes verflossen. eines sozialen Königthums deckt, in weiten Kreisen der Gewissermaßen als Festschrift zu diesem Jubiläum hat der Arbeiterschaft mit Recht hoch geachtet. Wer, wie er, en Pfund und Dierl zugestellt. Während die Sache bisher Präsident des Reichsversicherungs- Amtes, Dr. Bödiker, gegen dem banausischen Beamtenthum, mit aufrichtigem Pfund und Genossen amtlich hieß, hat sie zu unserem ein 352 Seiten umfassendes Buch über„ Die Arbeiter heißem Bemühen einem allerdings unerreichbaren weil Erstaunen plötzlich den Namen Dierl und Genossen dem, den lassen- angenommen. Das Resultat dieser Umtaufung würde sein, versicherung in den europäischen Staaten") utopischen Ideal nachstrebt kampf und den Klassenstaat beseitigen, bas daß unser Kollege Pfund anstatt von der vom Landesgerichtserscheinen lassen. Der Zweck des Buches ist nach des Verfassers und direktor Müseler präsidirten Kammer von der Brause= eigener Angabe, Umschau zu halten, wie die Dinge am Wohl Aller zu fördern und herbeizuführen dies Ziel durch Gerechtigkeit und Billigkeit" wetter Kammer abgeurtheilt werden würde. Schlusse des ersten Dezenniums in den europäischen Staaten fich bislang entwickelt haben. Der Verfasser giebt eine erreichen sucht, wird trotz der Frrthümlichkeit seiner Grund- Wenn man die Urtheile, die diese beiden Kammern in der dankenswerthe, gedrängte Uebersicht über die Rechts- anschauung auf Sympathien auch ihm strikt Entgegen Gummischlauch- Affäre gefällt haben, sich in das Gedächtniß verhältnisse und Bestrebungen auf dem Gebiete der stehender rechnen dürfen. Diese Sympathie fann aber ruft, so wird es klar, welche Bedeutung die Umtaufung hat. Kranken- Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung nicht dazu führen, zu verkennen, daß Dr. Bödiker von Natürlich wird gegen diese Umtaufung und gegen die irrigen Anschauungen über die politische Verbindung beider Sachen protestirt werden. Ein bekannter Deutschland, Desterreich der Schweiz Ungarn, und ökonomische Tragweite Versicherungsgesetz- Rechtsgrundsatz lautet: Kein Deutscher darf seinem gesetzItalien, Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Ans den GesetzesEngland, Schweden, Norwegen, Rußland und Rumänien. gebung erfüllt ist. Dr. Bödiker meint, es bestehe eine lichen Richter entzogen werden. Diese Uebersicht ist ebenso gewissenhaft und übersichtlich ge- Solidarität der Interessen der Unternehmer und der materialien zur Berathung der Straf Prozeßordnung man damit bezweckte, die arbeitet, wie das von demselben Verfasser im Jahre 1884 Arbeiter", ein Kampf zwischen ihnen sei eine nußlose und geht klar hervor, daß man Eines der Angeklagten dem Ermessen der Anklagebehörde herausgegebene Werk die Unfallgesetzgebung der europäischen verderbliche Kraft- und Werthvergendung". auch damit nicht jemand mächtigsten Mittel zur Förderung des sozialen Friedens ist nach entziehen, Gründlich fehl geht aber der Verfasser in der Werth- Ansicht des Verfassers die Arbeiterversicherung auf öffentlich eine Kammer gebracht werden kann, vor die er nicht schätzung der Versicherungsgesetzgebung. Er hält die rechtlicher Grundlage. Verfasser irrt in der Annahme, sich gehört. Einen gesetzlichen Grund zur Verbindung können Arbeiterversicherung für einen integrirenden Theil des stritt widerstreitende Interessen, wie die der Unternehmer wir aus den Bestimmungen der Strafprozeß Ordnung Kulturfortschritts der Menschheit", für ein so segen- und die der Arbeiterklasse könnten solidarische sein; es giebt nicht entnehmen, denn eine Verbindung kann nur dann einbringendes Prinzip von großer Tragweite auf moralischem keinen schärferen Gegensatz als den zwischen den Interessen treten, wenn mehrere Angeklagte dieselbe Handlung begangen der Unternehmer und denjenigen der Arbeiter. Diese That- haben oder ein Angeklagter mehrere Handlungen begeht. Gebiet, wie Elektrizität dem materiellen Gebiete sind." Verfasser ist auch von sache läßt sich durch keinerlei Sentimentalität, Nächstenliebe In diesem Falle aber hat Pfund über die Grundsteinlegung der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Arbeiter- oder Arbeiterversicherung aus der Welt schaffen. Am aller des Kaiser Wilhelm Denkmals, Roland dagegen über die versicherung ihren Lauf ebenso siegreich um die Welt nehmen wenigsten ist aber dazu die deutsche Versicherungsgesetz- Einweihung der Kaiser Wilhelm- Gedächtnißkirche geschrieben. wird wie die Dampftraft und Elektrizität es gethan haben. gebung im stande, deren kolossale Mängel lediglich die Ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Artikeln läßt sich Gewiß würde eine wirkliche Versicherungsgesetzgebung einen Gegenfäße zwischen Unternehmer und Arbeiter diesen absolut nicht konstruiren. Wenn ein Zusammenhang vorschärfen können. Der Ver- läge, so gehörte es sich überdies wohl, daß die Sache nach Fortschritt gegenüber dem bisherigen Recht und vor allem beiden feindlichen Nationen gegenüber der Rechtsprechung, insbesondere in den durch fasser weiß und spricht es auch aus, daß viele Arbeiter Pfund benannt werde, dessen Artikel zuerst erschien, der zuerst Er verhaftet wurde und nach welchem die Sache bisher benannt war. Bufall herbeigeführten Betriebsunfällen darstellen, wenn mit der Versicherungsgesetzgebung unzufrieden sind. auch nur die bescheidenen Forderungen erfüllt wären, anerkennt bei dieser Gelegenheit auch den von hohlen Das Aktenrubrum ist nunmehr ohne Zuthun des Gerichts die die sozialdemokratische Fraktion im Jahre 1881 Sytophanten des Unternehmerthums und von unaufrichtigen durch die Anklagebehörde geändert ganz wie unter den dahin gestellt hatte, daß alle Arbeiter auf alleinige Banausen der Regierungsmaschine so häufig geläugneten Sozialistengesetz und wie beim Gummischlauch- Prozeß. Interessant ist, daß die Staatsanwaltschaft auch in Kosten der Arbeitgeber gegen Betriebsunfälle derart ver- Say:" Die menschliche Unzufriedenheit ist ein vorwärtssichert werden, daß ihnen voller Schadenersatz zufällt. treibendes Element im ökonomischen Leben der Völker". den Artikeln Majestätsbeleidigungen sieht, wo schon Diese gerechte Forderung ist aber nicht erfüllt und wenn Auffallend ist aber, daß der zweifellos außerordentlich alle Beschwerde Justanzen dahin abgeurtheilt haben, den breit klaffenden daß keine Majestätsbeleidigung vorliege. Danach scheint auch noch nicht einmal das bischen Versicherungsgesetz- tenntnißreiche Verfasser selbst den breit Auch der Kollege gebung, das in Deutschland besteht, ohne das fortdauernde Mängel der deutschen Versicherungsgesetzgebung in seinem es die Masse bringen zu sollen. Andrängen der Sozialdemokratie nach Bismarc's eigenem Buch so wenig Beachtung schenkt. Und doch hat gerade er Rautmann vom Volksblatt" für Teltow- Beeskow soll mit Zeugniß zu stande gekommen wäre, so fehlt erst recht jeder in seiner amtlichen Stellung diese Mängel der Gesetzgebung unseren beiden Kollegen zusammen abgeurtheilt werden. Zur Beantwortung der Anklage wird blos eine Frist Anlaß zu dem begeisterten Lobgesang, den Dr. Bödiker ebenso wie die gewaltige Macht des Unternehmerthums auf die deutsche Gesetzgebung anstimmt. Sie ist in vielen recht häufig kennen gelernt. Ist doch die Rechtsprechung von drei Tagen bestimmt. Auch hiergegen ist Beschwerde Punkten hinter anderen Ländern, z. B. der Schweiz, Eng- des Reichs- Versicherungsamts von Jahr zu Jahr, insbesondere eingelegt worden. Meineid? Auläßlich des Essener Meineidsland, ja selbst Frankreich und Belgien rückständig. Die nach Vergrößerung des Amts, der Unternehmerklasse günstiger Lobeserhebungen, die der Verfasser der deutschen Gesetz- geworden und wird doch von Jahr zu Jahr die Erkenntniß prozesses führten wir aus, daß dieselbe Sache, derselbe in der Arbeiterklasse lebendiger, welch' immense Vortheile Vorgang von keinen zwei Menschen in gleicher Weise gesehen ") Die Arbeiterversicherung in den europäischen Staaten. die Versicherungsgesetzgebung den Unternehmern bringt. wird, und daß jeder Mensch jeden Vorgang und jede Sache Wie es mit der Versicherungsgesetzgebung in Wahrheit subjektiv anders sieht als jeder andere Mensch. Im Von Dr. T. Bödifer, Präsident des Reichs- Versicherungsamts. Leipzig, Verlag von Duncker u. Humblot. steht, wollen wir in einem anderen Artikel darlegen. Effener Meineidsprozeß ist dies nicht beachtet worden. Die Skizzen[ Nachdruck verboten. aus dem füdamerikanischen Hinterlande. 55 # " ... " Gut... gut, Caballero, sagte der Portugiese befriedigt, da merkt man doch wenigstens, was man in der Hand hat..." Winterfeld griff unter den Tisch und brachte einen Spaten hervor und eine Pickelart, warf sie über die Schulter und verschwand, ohne zu grüßen. „ Kein Weib mehr auf dem Markt verkauft einen den Wirth heran, um sein Glas Branntwein zu bezahlen, Stengel Maniok dafür, Patron," rief ein langer, wüster und legte eine Banknote hin. Bursch, dem ein fußlanger Dolch hinten im Gürtel saß, Bedauere lebhaft," sagte der Portugiese, sich den alles bankrott, alles.. So nimmt man uns armen Kopf frauelnd.. Euer Gnaden haben wohl gehört, Teufeln die Centavos ab... hi... ein Baron, wer was gesprochen... Wer wollte heute Billete annehmen, wenig stiehlt wo man noch nicht weiß, ob sie überhaupt noch ein Prozent In einer schmutzigen Kneipe, einem engen Lehmloch, vor viel stiehlt... ein Dieb, wer dem eine Stange stand mit einem kleinen schmutzigen Fetzen, Nehmt einem einmal einen Centavo aus der Tasche, werth sind oder zwei... besser nichts verkaufen und alles der einmal weißes Zeug gewesen war und der jetzt an- Patron, und Ihr werdet da fizzen, wo man nicht selbst trinken..." zeigte, daß es an diesem Drt Branntwein gab für alle, die gern hingeht... wenn Ihr aber ein Schwindler Winterfeld suchte in seinen Taschen. Er entdeckte in ihn trinken wollten und zahlen konnten; in einer solchen seid, der Banknoten macht, fahrt Ihr in Buenos irgend einer Ecke noch ein paar paraguaysche Bronzemünzen, Kneipe also auf dem Wege nach San Fernando saß athem- Aires in der Kutsche, und der Präsident zieht seinen Hut elendes Zeug ohne jeden Werth; aber diesmal waren sie los und bleich Herr German Winterfeld. Er steckte heute vor Euch... der Teufel soll mich fressen... nicht mehr mehr werth als sein Papier... nicht in seiner feinen Garderobe; war auch nicht auf seinem so viel wie schwarz unter dem Nagel gelten diese infamen edlen Roß gekommen, sondern zu Fuß wie ein echter Wische," und er warf eine Hand voll zerknitterter BankGringo, der nicht einmal eine Stube bezahlen kann; noten auf den Tisch, geschlossen die Bank... Zwangskurs und er steckte in einem alten leinenen Kittel, leinenen sagen sie, was weiß ich.. Hosen und langen schmutzigen Stiefeln, einen zerdrückten Auch die neue Bant.. Filzhut auf seinem wirren Haar. Er saß an einer Tisch-" Just das nämliche... oder noch viel mehr... ich fante in dem halbdüstern Raum, der nur von einer Talg- war in der Stadt heut, als Nachricht von der Revolution" Hat verdammt weiche Hände noch, der Bursch," sagte terze erhellt war und hatte ein großes Glas mit Brannt- tam in Buenos Aires... schlossen flint ihre Thüren... der lange Sprecher von vorhin, wird es schwer haben mit wein vor sich, aus dem er große Züge that. An dem auf ein paar Tage, sagten sie... natürlich... und der seiner Art... hat wohl auch früher etwas anderes ge= zweiten Tisch, der sich in der Hütte befand, lärmte eine Chef, der Lump war nirgends zu finden... wer weiß, wo trieben auf der andern Seite ein Schreiber oder ein Gesellschaft lumpiger und laufiger Peone aller möglichen der steckt... da seht den Kerl da mit dem Galgengesicht solcher Kerl; der wird es arg spüren an seinen Knochen... Sprachen durcheinander und der Besitzer der Kneipe, ein auf dem Flicken", und er riß eine Banknote mit dem ver noch ein Glas, Patron..." fleiner häßlicher magerer Portugiese, stand mitten unter schwommenen Konterfei Herrn German Winterfeld's aus Winterfeld flog auf seinem Wege hin wie ein Sinnihnen und hörte, was sie schrieen. Ein über das andere dem Haufen auf dem Tisch, wenn ich den erwische... loser. Er wußte faum, wo er war; cs war dunkel Mal schüttelte er seinen Kopf und schlng! seine Hände zu- zum Henker..." und er achtete nicht, wo er hintrat, und wie sammen, halb aus Verwunderung, halb aus Merger. Der Portugiese schüttelte noch immer mit dem Kopfe. er seine Füße, sezte. Vorwärts nur, vorwärts nach dem Also, fie gelten nichts mehr... Jesus und heiligste" Nun, etwas wird noch inimer herausspringen, wenn Arroyo Tacuares... Das war ein Schlag gewesen für Jungfrau und zum Teufel sage ich... ich wollte noch die Bank ausgeschüttet wird... etwas..." ihn heute, wie das lakonische Telegrammi ihm meldete, daß immer wechseln... aber die Alte war immer gescheidter Ja, etwas... daß Ihr nachher für hundert Pesos sein ganzes Haus umgefallen war. Hinein in alle Träume als ich... da haben wir's... Also sie gelten nichts mehr eine Pfeife Tabak herausbekommt... soviel... nicht von oberitalienischen Seen. Ein schauerliches Drunter und Und ich habe an die hundert Pesos hier liegen... mehr und nicht weniger... Banditen... Diebe. Drüber von Gedanken; ein Wirrwar von Empfindungen; alles Papier von der neuen Bant..." Don German Winterfeld winkte von seiner Tischeckel ein Blizen vor seinen Augen... was un... die uns ... • ugen Staatsanwaltschaft und die Geschworenen gingen dort von wie ich das einzelne gemeint habe. Aber es ist mir| fizilischen Proletariat in seiner gegenwärtigen Noth muhen der Ansicht aus: daß von zwei einander widerstreitenden eine große Genugthung, daß die Badische Landpost", deren diese Dinge nichts. Hohn aber ist es, pon einem Lati und beeidigten Bengenaussagen die eine nothwendig Redakteur mit mir in manchen Punkten der politischen und fundiengesetz zu sprechen, das, ohne die Interessen falsch und ein Meineid sein müsse. Diese Ansicht Sache so aufgefaßt hat, wie ich fie allein getroßdem nügen soll. Die Großgrundbesiger füllen ihren sozialen Anschauung weit auseinandergeht, von vornherein die der Großgrundbesitzer zu schädigen, den ländlichen Arbeitern bac die Wissenschaft und die Erfahrung gegen meint haben tann. Denn ich fann versichern fich. Wir wollen ein drastisches Beispiel geben. und berufe mich dafür auf alle meine näheren polis Geldbeutel mit dem, was sie diesen Aermsten der Armen Das Leipziger Tageblatt" vom heutigen Tage hat tischen Freunde, daß ich niemals, trotz der größten ausgepreßt haben. Sollen ihre Interessen durch die sotrotz in seiner 1. Beilage eine historische Stizze über die Frage: Meinungs- Verschiedenheiten in innern und tirchlichen genannten Reformen" nicht verlegt werden, so heißt das Auf welchem Weg verließ Napoleon I. am Fragen, den Abgang des Fürsten gewünscht habe. Immer doch so viel, daß ihre Einnahmen nicht verringert werden 19. Oktober 1813 Leipzig?" Es werden hier drei habe ich geglaubt, daß er wie ein Feldmarschall des Bivil sollen. Dann aber kommt die ganze Sache doch nur darauf verschiedene Aussagen von durchaus glaubwürdigen, keiner dienstes bis an sein Lebensende in seinem Amte bleiben hinaus, daß den Bauern der Mehrwerth ihres Arbeitswürde. Und als er ging, habe ich ihm in meiner KirchenAbsicht, die Unwahrheit zu sagen verdächtigen Au zeugen aufgeführt: die Aussagen eines Postillons, der Zeitung", sehr im Gegensatz zu manchen Blättern der Mittel- produktes nun nach einer neuen Methode abgepreßt wird. parteien, Worte der höchsten Bewunderung gewidmet, ihn Mit der französischen Marineverwaltung ist es Napoleon als Führer begleitete, eines Registrators beim eine gigantische, überlebensgroße Gestalt, einen Staatsmann von nicht besser gestellt als mit der französischen ArmeeverLeipziger Stadtgericht und eines sächsischen Leibchirurgus. Riesengröße genannt, aber hinzugefügt:" In der inneren Politik waltung. Man schreibt darüber: nud all' diese Aussagen, obgleich ganz präzis, wider war er so glücklich nicht; auch das höchste Genie hat die Schranken" Der Berichterstatter des Marinebudgets, der bekannte sprechen einander. Wären diese Aussagen be- seiner Anlage." radikale Abgeordnete Camille Pelletan, hat es für angezeigt schworen worden, so wären, nach der Logik des Essener Ja freilich, wenn der Herr Hofprediger nicht mehr gehalten, eine besondere Enquete über die Verwaltung der Schwurgerichts, mindestens zwei dieser Zeugen mein- sagen kann, wie er das einzelne gemeint hat", da er ja den Marine anzustellen und hat zu diesem Zweck eine Reise nach eidig. Brief selbst vergessen hat, dann ist er nicht mehr ver- dem Kriegshafen des Mittelmeeres unternommen, um gewisse In Osnabrück haben zwei deutsche Männer ihre ihn ab wie eine Schlangenhaut und gleitet von dannen Paris vorenthalten worden sind. Er ist soeben von dieser Reise antwortlich für das, was in dem Briefe steht. Er streift Auskünfte zu erhalten, die ihm, seiner Behauptung zufolge, von den widerspenstigen Bureaus der Marineverwaltung in Herzen ausgeschüttet über die Gefahren der Umsturzmächte dahin, wo die Freunde mit Tugendattesten seiner harren. und find mannhaft eingetreten für die Erhaltung der aus Toulon zurückgekehrt und sofort über die Ergebnisse der idealen Güter unseres Volkes. Diese heldenhaft muthige Professor Brecher, der an ihm einen Mangel an Offen- die er vorbringt, find namentlich zwei bemerkenswerth. Erstens Gleichzeitig fertigt der Herr Hofprediger a. D. den selben interviewt worden. Aus der Fülle der Beschuldigungen, That ist dem Kultusminister Bosse und dem Oberheit und Wahrheitsliebe bemerkt haben will, damit ab, daß nämlich weist er an allerdings recht typischen Beispielen nach, präsidenten v. Bennigsen nachzurühmen. Die Feier nur blinder Haß" es erklären könne, daß Herr Brecher welche Nachtheile und Kosten der gar zu weit getriebene des 300jährigen Bestehens des Rathsgymnasiums gab ihnen feinen Beitrag liefere zu den Anklagen, die eine ehrlose Bureaukratismus in der Marineverwaltung nach sich ziehe, und den Anlaß. Der ewige Staatserrettungskandidat sagte bei Presse" gegen ihn erhebe. Seine( des Professors) Be- ferner das ist ein wirklich ernster Punkt seines Berichte?, dem Festakt in der Schule: Deutschland gehe schweren Kämpfen entgegen. Es feien merkung erinnere an eine Klassenzensur für einen Beranlassung bieten dürfte behauptet er, Quintaner". " Wenn Herr Brecher die obige Erläuterung des Herrn Hofpredigers zu seinem berühmten Brief gelesen, so wird er gewiß sofort seinen Vorwurf zurücknehmen. Das auf zu lebhaften Auseinandersetzungen in der Kammer sich zahlreiche Beispiele stüßend, daß die Buchhaltung in der Marineverwaltung sich in der größten Unordnung befinde, daß eine regelmäßige Rechnungsführung in vielen Unterverwaltungen gar nicht gehalten würde, so daß es unmöglich sei, nachzuforschen, ob die bewilligten Kredite alle für die Zwecke verwandt feien, für die sie bewilligt wurden. Daraus schließt Belletan, daß erhebliche Ersparnisse im Marinebudget durchgeführt werden könnten, und er wird solche in seinem Berichte in großem Maßstabe beantragen." die drängenden Mächte, die in zerstörender Weise sich geltend machen. Es sei zu hoffen, daß die Träger der alten Kultur, das ganze Deutschland, nicht blos die Regierung, sondern auch die ganze bürgerliche besitzende Klasse und ebenso die übrigen kultivirten Länder, daß sie in sich den Entschluß und die Kraft finden werden, diesen Mächten entgegenzutreten, und da ist es Ueber die Interpellation wegen Fuchsmühl im vor allen Dingen nothwendig, daß sie gegenüber dieser drängenden, bayerischen Landtage läuft aus München vom 2. Oktober zerstörenden Partei unter sich einen großen Theil der alten folgende offiziöse Depesche ein: Streitigkeiten auf wirthschaftlichem und politischem Gebiete beAuf die Interpellation Schaedler, betreffend die Vorfälle feitigen. Gelingt ihnen das nicht, dann hat die revolutionäre in Fuchemühl, erwiderte der Minister Freiherr v. Feilisich, Pelletan war lange Jahre der Freund und Mitarbeiter Macht das Recht zu triumphiren." Nur eine Bildung, welche das Urtheil des Landgerichts in Weiden stelle fest, daß der Clemenceau's, von dem er sich nach dem Skandal mit hervorgegangen sei aus einer Bereinigung der humanistischen mit Bezirksamtmann Wall in Tirschenreuth zum Aufgebot der Cornelius Herz trennte. Durch Clemenceau, der hinter der modernen, sei im stande, für die Zukunft den Ansturm der bewaffneten Macht berechtigt war. Wall habe jedoch die in der Marineverwaltung herrschende Lotter- und revolutionären, sozialen Demokratie, der neuen Barbarei, die die die rechtzeitige, telegraphische Anzeige über die Fuchsmühler Vorfälle Korruptionswirthschaft tam, ist Belletan mit diesen Anganze Grundlage unserer Kultur zu zerstören drohe, abzuwehren." an die Staatsbehörde zu erstatten unterlassen, welche daher nicht gelegenheiten vertraut gemacht worden. Er ist ein Mann Vermuthlich werden Sexta wie Prima von diesem in der Lage war, Ministerial- Kommissare zu entfenden. Wortschwall sehr erbaut gewesen sein, da er so ganz sich Militär habe durchweg vorschriftsmäßig gehandelt. von unbestechlichem Charakter und gehört zu den tüchtigsten in dem Gedankenkreise bewegt, der aus den Musterreden Die Regierung bedauere das unglückliche Vorkommniß in Fuchs- Parlamentariern Frankreichs. Unserer Partei steht er nahe des römischen Schönredners Cicero in die Gymnasiasten- mühl, fei jedoch nicht in der Lage, Maßregeln zu bezeichnen, sein Buch über die Verbrechen der Versailler gegen die töpfe hineinfiltrirt wird. Nicht minder schwunghaft ließ welche die Wiederkehr ähnlicher Vorkommnisse endgiltig Kommune hat ihn auch in unseren Parteitreisen bekannt sich Herr Dr. Bosse über die fernere Pflege der idealen ausschlössen. Die Besprechung der Interpellation erfolgt morgen. gemacht. Güter unserer Jugend" aus. Diese Auskunft hätte im voraus von jedem pflichtschulMau müsse Geistes- digen Beamten geschrieben werden können, da sie ganz dem und Gemüthsbildung pflegen, betonte er, und am Schluß seiner Rede that er auch einen bemerkensSchema entspricht. Hoffentlich wird in der Diskussion dem werthen Ausspruch über die Pflege der gesunden Gottes- Minister klar gemacht, wie sich solche Vorkommnisse in der Paris, 2. Ottober. Der Kriegsminister General furcht: es handle sich nicht um Kopfhängerei und Frömmelei, Bukunft verhüten lassen. Zurlinden theilte im Ministerrathe ein Telegramm aus aber darum, starke und muthige Herzen zu erziehen, und das seien Eigenschaften, die sich recht wohl vereinigen ließen mit Regierungsmaxime für die verelendete Bevölkerung Siziliens. Stadt liegen 1300 Europäer und 400 Kabylen. In einem TeleNach der Jnsulte den Hohn ist die Crispi'sche Majunga vom 27. September mit, nach welchem der Gesundheitszustand in Majunga sich gebessert bat. In den Hofpitälern der dem absoluten Streben nach Wahrheit." Als mit brutaler Gewalt die Hungerrevolten in Sizilien gramme vom 29. September wird mitgetheilt, daß die auf niedergeschlagen waren, wurden den armen landlosen Bauern Antananarivo marschirende Kolonne aus ungefähr 5000 Mann Berge versprochen. Die Berge haben gekreist, ein jämmer- mit 2 Batterien besteht und mit Lebensmitteln für 22 Tage ver. liches Mäuschen haben sie geboren. Ueber die Crispi'schen sehen ist. Reformen für Sizilien wird dem„ B. T." aus Rom tele- Paris, 2. Ditober. Ein Brief des Cor= graphirt: respondenten der„ Agence Havas", datirt vom Die Regierung ist endlich mit der Sprache herausgekommen, 13. September aus Majunga, beziffert die Zahl der Todten bei dem welche Maßregeln fie behufs Beseitigung des wirthschaftlichen Expeditionskorps auf ungefähr 2000, unter denen sich 1100 Europäer Nothstandes in Sizilien dem Parlament vorschlagen wird. Dazu befinden. Die Zahl der Kranken, die sich in den Hofpitälern gehören die Errichtung von Zentralmagazinen für aufgehalten haben, fann sich auf 7000 belaufen, von denen der Schwefelprodukte, die Schaffung eines Konsortiums größere Theil im Stande sein dürfte, wieder zu seinem TruppenHerr Stöcker und der Stöcker- Brief. Endlich kommt sämmtlicher Schwefelgruben zum Zweck der theil zu stoßen. ber theure Gottesmann im dritten Waldersee- Artikel auf Gründung einer Gruben Kreditbank, die Anlegung Die offiziellen Angaben sind schon schlimm genug. den Brief zu sprechen, um den er bisher vorsichtig seine von Buchtanstalten für amerikanische Weinreben, die sich Sie werden aber weit in den Schatten gestellt von den Kreise gezogen hat. Und was sagt er? schon auf Sizilien bewährt hat, die Bewässerung und An- jenigen Mittheilungen, die privatim einem sonst der RegieDas absolute Streben nach Wahrheit erfordert allerdings starke und muthige Herzen, aber Herrn Dr. Boffe's Amtswaltung hat Leute mit solchem Streben und Herzen nicht mit besonderer Achtung und Anerkennung behandelt. Wer wider den Stachel der Rechtgläubigkeit und Regierungsunterwürfigkeit löft, ist schlecht angeschrieben. Geistliche PrivatDozenten, freireligiöse Lehrer wiffen ein Lied davon zu fingen das schlecht mit der Osnabrücker Hymne des Kultus. ministers harmonirt. " = " Die Madagaskar- Opfer. Der Werth offizieller Angaben wird trefflich illustrirt durch folgende gleichzeitig aus Paris einlaufenden Depeschen: Was habe ich num in dem Briefe erklärt? Ich habe den legung von Reservebassins für die Wintergewässer rung durchaus freundlichen Bureau zugegangen sind. Man direkten Angriff auf den Fürsten Bismarck widerrathen, und auf den Bergen nach dem Muster des französischen Südens, die kann durch den Vergleich die Zahl ermitteln, mit der man zwar, um den Kaiser nicht zu reizen und nicht zurückzustoßen, Anpflanzung von Waldkulturen, die Beschleunigung des Ab- fünftig offizielle Verlustziffern multipliziren muß, um der überdies, weil ich diese Art des Vorgehens für erfolglos hielt. fchlusses eines Handelsvertrages mit Rußland. Man hat den Satz: Merkt der Kaiser, daß man zwischen der günstig auf die Ausfuhr fizilianischer Produkte einwirken Wahrheit nahe zu kommen. " ihm und B. Zwietracht fäen will, so stößt man ihn zurück" müßte, die Vorlage eines verbesserten(!) Latifundienso aufgefaßt, als hätte ich diese Zwietracht säen und den geseges, welches in seiner neuen Gestalt nicht mehr die Deutsches Reich. Kanzler stürzen wollen. Diese Auffassung ist böswillig. Interessen des Großgrundbesitzes schädigt, den ländlichen ArUeber rechtsungiltige Maßnahmen von Jener Sag fann doch bedeuten, daß vor dem Säen der beitern aber trotzdem helfen wird. Der Arbeitsminister be Oberpräsidenten wird der„ Bolts Zeitung" geschrieben: 3wietracht gewarnt wird. Und das Wort„ Merken" braucht schleunigt die Ausführung der schon bewilligten HafenNeunundneunzig mal war Meister Ohloff in Magdeburg nicht als ein Entdecken von Heimlichkeiten, es fann Gisenbahnbauten." im Sinne von Bemerken" gemeint sein. Alles, was da geplant wird, kann, wenn es wirklich als strafbar erachtet worden, und troydem war er zu unrecht verurtheilt worden. Dem Angeklagten war zur Last gelegt Den Brief überhaupt vergessen hatte, kann zur Ausführung gelangt, in späteren Jahren dem fizilischen worden, sich 99 mal gegen die Verordnung des Ober ich natürlich auch nicht mit Bestimmtheit sagen, Unternehmerthum vielleicht Vortheile einbringen, dem präsidenten der Provinz Sachsen vom 24. März 1881 Da ich ein geheuren Verbindlichkeiten, die er zu decken hatte in Revolution... Bank... Flüchen... Geschrei. Einen Licht des Blizes. Der Donner hatte aufgehört, dumpf zu Gold. und nun das Papier... er, German Winter Mann mit langem Messer in einer rothen Lederscheide hatte grollen, er fam näher und begann zu dröhnen. Der Basalt feld, jetzt auch einen Bankrott machen, wie irgend er gesehen... eine Kerze. Das war alles. voran... Da lag seine dunkle ruhige Masse. Im ein lumpiger Krämer.. zehn Prozent anbieten Er war schon wieder draußen, wo ihm ein plötzlicher nächsten Augenblick klatschen heftige Schläge in dem Die ganze Kette von gerichtlichen Umständlichkeiten, Ver- falter Windzug seinen Hut vom Kopfe riß. Er lief gegen feuchten Riese des Bachgrundes. Der Boden war fiegelung der Wohnung, Durchstöbern von Papieren, die den Wind, rasch, so rasch wie er konnte, und dabei locker. Reine Steine. Er warf bald den Bickel weg Haft im Gefängniß fort... nur fort nur fort... noch lag feuchte seine Brust nicht im geringsten. Sie athmete und arbeitete mit dem Spaten. Ein viereckiger Wall begann der Schatz des Lopez da, die blutigen Goldstücke in dem mit der Regelmäßigkeit einer guten Maschine. Der Wald sich zu bilden, und das Licht des Blizes beleuchtete einen Waldbach... mit ihrer Hilfe... und ohne eigentlich lag vor ihm und wie er in ihn einbog, fiel ein Bliz Menschen innerhalb dieses Walles, der von Minute zu auch nur eine einzige Minute zu überlegen, in einem Zu- vor ihm zur Erde, der den dunkeln Strich des engen Minute tiefer in den Erdboden versant. Jetzt sah man stande von Wahnsinn, ohne Ueberlegung, was er eigent Pfades zwischen den dunkeln Bäumen auf den Bruchtheil ihn noch bis zur Brust, dann sant er bis zum Kopf lich thun wollte, war er vorwärts gelaufen. Er befand einer Sekunde erleuchtete. Er gerieth nicht hinein in die gespensterhafter Anblick- und dann verschwand auch sich in den Arbeiterkleidern, ohne sagen zu können, wie er Büsche, obwohl sein Auge geblendet war von dem hellen dieser. Ein Todtengräber, der ein Grab gräbt. Als eigentlich in die hineingekommen, er hatte einen Spaten in Licht; seine Füße verfolgten schnurstracks den Pfad. Nach man gar nichts mehr von ihm erblickte, nahm sich das der Hand und wußte nicht wie, es konnte sein, daß er ihn ziemlich langer Zeit erscholl aus weiter Ferne ein dumpfer Bild noch wunderbarer aus durch die herauffliegende irgendwo gestohlen hatte; aber er entfann fich dessen nicht Donner. Ein Gewitter war im Anzuge. Da waren die Erde, die wie eine Hand voll Schatten auflog und niederdavon, davon... nur das eine Ziel vor seinen brasilianischen Cedern. Wo er am Tage hätte sorgfältig fant. Wo er am Tage hätte sorgfältig fant. Der Donner fam immer näher, und der Bliz Augen, das Gold des Lopez... er war gestrauchelt und suchen müssen, um sie zu finden, da hatte er sie auf den wurde immer heller, und am Ende war es nur ein fortgefallen, hatte sich wieder auf die Füße gestellt und mecha- ersten Fleck ohne sich zu besinnen; und jetzt ging es hinein laufendes Getöse, wie aus einer Hölle, und das Licht des nisch seine Beine eins vor das andere geftellt; wieder ge- geradeweg durch Dornen und Geftrüpp. Hier schlug ihm Blizes überwand die Dunkelheit gänzlich und lag auf der fallen, seine Knie durchgeschlagen er fühlte keine eine brennende Nessel ins Gesicht; dort riß eine unsichtbare Bachschlucht wie eine große flackernde Flamme, gegen die Müdigkeit, er hörte nichts als das Brausen des Wald- dornige Hand an seinem Rock, um ihn zurückzuhalten; sein alle elektrischen Beleuchtungen der ganzen Welt gar nichts wassers in dem tiefen Bett des Arroyo; er sah nichts Geficht blutete nach ein paar Minuten... nur vorwärts. darstellen. Und es begann zu rieseln in dem Bach, und als ein rothes Meer vor seinen Augen... nur das Der Donner rollte stärker. Die Schlucht mit dem hohen Bam- von den Abhängen, die steil zu den hohen Bachrändern emporGold; darin wühlen, die Goldstücke tasten; zu wiffen, bus lag zu seinen Füßen. Im nächsten Augenblick fuhr er stiegen, troff es, wie wenn das Wasser schwaßte und sich Gedaß sie sein sind. Kurz vor der Kneipe war er zusammen mit der Geschwindigkeit eines rollenden Steins hinunter schichten erzählte. Der Mann, der da unten grub, hörte und fah gefallen. Nicht, daß er eigentlich müde gewesen wäre, in die Tiefe und kam so rasch ans Ziel wie die Erdscholle, allerdings nichts davon. Hätte er nur noch einen Rest seiner wenigstens hatte er nichts davon gespürt. Seine Beine die oben unter seinem Schritt sich abgelöst hatte. Unverlegt; Sinne beseffen, so hätte er seinen Spaten davongeworfen, waren wie von selber gefallen. Sie hatten ihre Arbeit ein- und sein Werkzeug hielt er so feft in seinen Händen, wie und wäre seinem Grabe entflohen, um irgendwo einen Aufgestellt, als sie nicht weiter konnten. Er war gelaufen wie vorher. Nicht ein einzigmal hatte er seine Hände gewechselt, ftieg zu suchen und emporzuklimmen. Wenn der Erdwall ein Pferd im strengen Trab und wer weiß, ob ein solches um es bequemer zu tragen. In der linken hatte er es ge- um ihn zusammenstürzte, lag er unten, begraben wie eine Thier noch mit ihm Echritt gehalten hätte. Als er zum tragen und mit der rechten hatte er sich seinen Weg gegriffen der Kisten mit dem Golde von Lopez. Wenn das Wasser Bewußtsein kam, hörte er kreischende Stimmen in der durch das Gestrüpp. Laufend jetzt in großen Säßen folgte im Bach wuchs, schwemmte es die Grube zu und er mußte Kneipe; und dann war er hinein getaumelt und er dem Wege im Bach, daß das Wasser um ihn herumsprißte. verfinken und erfaufen zu gleicher Zeit. Und wenn der hatte fich ant einem Tisch befunden por einem Bon obenher fielen einige große Tropfen und über dem Regen losbrach, stieg das Wasser in fünf Minuten um großen Glas Branntwein... er hatte etwas getrunken Einschnitt, den der Bach in der dunkeln Blätterwandkulisse zwei Fuß. das garstig geschmeckt hatte. Allerlei Reden gehört... l vor ihm machte, stand fast unausgesetzt das gelbe zuckendel ( Fortsetzung folgt.) werden. 814 zur Wahrung der deutsch- protestantischen Interessen." Wo sind die finsteren Gewalten, gegen die der Bund seinen Phrasenschwall losdonnert? | Frankreich. " Ein Ein Freispruch von MünkerBeleidigung. Diesmal hat sich Genosse Block als verantwortlicher Redadurch vergangen zu haben, daß er seine Kinder 99 Tage sich durch grundsätzliche Bestimmungen dieser Art mit einem nicht nach der Schule schickte. Ohloff lebte nicht großen Theil ihres Bedarfes den Ringen und Kartellen Der in besten Familienverhältnissen und hielt sich zuweilen österreichischen Industrie ausliefern würde. Das erscheint indeß außerhalb Magdeburgs auf. Er bestritt, in Magdeburg einen ein zu großer Optimismus. Die„ Ringe und Kartelle" werden Dortmund, 1. Oktober. Wohnsiz zu haben und beantragte daher seine Freisprechung. schon ihre Sache zu führen wissen. Vor der Straffammer des hiesigen Landgerichts wurde heute Indessen sowohl das Schöffengericht als auch die Straffammer diefelbe Sache verhandelt, welche am 21. August in Bochum zur verurtheilten den Angeklagten. Gegen seine Verurtheilung legte Aburtheilung stand und damals mit Freisprechung des angeklagten er dann Revision beim Rammergericht ein, welches die Cavaignac's Bericht über die französische Kriegs- Redakteurs Kartenberg der Herner Zeitung" endete. Revision für begründet erklärte, die Vorentscheidung ver verwaltung( S. Politische Uebersicht) ist eine sehr fleißige und nichtete und die Sache an die Vorinstanz zurückwies. Das gründliche Arbeit. Das Urtheil ist ein vernichtendes: Die Armee- dakteur des lokalen Theils der„ Rhein- Westf. Arbeiter- 3tg." wegen Kammergericht erklärte die Verordnung des Oberpräsidenten von verwaltung taugt nichts, und wenn man sich im Kriegsfall auf Abdrucks des inkriminirten Artikels der Herner Zeitung" vom Sachsen vom 24. März 1881 für rechts ungiltig. Nach fie soll verlassen können, muß mit fester Hand alles Faule aus- 5. März zu verantworten, in welchem dem Gendarm Münter Ansicht des Kammergerichts besteht weder für Ober- geschnitten werden. Und so ziemlich alles ist faul. In der Ein- vorgeworfen wurde, daß er an einem Abend auf der Bahnhofpräsidenten noch auch für Regierungspräsidenten die Beleitung zu seinem Bericht und hier folgen wir der Frank straße zu Herne zwei handelnde Meggermeister ohne Veranlassung fugniß, polizeiliche Vorschriften über die furter Beitung"- fagt Cavaignac, daß seine Untersuchung über zum Verlassen der Straße aufgefordert und, trotzdem beide sofort Regelung der Schulpflicht und Bestrafung der das Funktioniren der Kriegsverwaltung zu Resultaten geführt Folge geleistet haben, dem Meggermeister Bernicke mit dem Schulverfäumnisse zu erlassen. In Uebereinstimmung babe, die wahrhaft bedenklichen Charakters find". Er geht Säbel über den Rücken geschlagen habe. Die Schwester des mit dieser Entscheidung hat also die Straffammer in Magdeburg dann die Dienstzweige im einzelnen durch und weist nach, daß Mißhandelten habe er, als sie dazwischen treten wollte, mit groben jene Verordnung des Oberpräsidenten vom 24. März 1881 bei bie Armee- Lieferungsverträge, welche die Kriegs- Worten ins Haus gejagt, ebenso einen zusehenden Stuckateur mit Seite zu laffen und zu prüfen, ob der Angeklagte sich nicht verwaltung abschließt, einen beunruhigenden Mangel praktischen Säbelhieben bedroht. Am Schluß heißt es, daß Münter öfter gegen andere gefeßliche Bestimmungen vergangen hat, Geistes" verrathen. Schon in Friedenszeiten sei das bedent des Abends mit ihren Frauen ruhig des Weges gehende Männer welche rechtsgiltig zu erachten seien. Bestehen solche nicht, so lich; noch beunruhigender sei das aber im Hinblick auf ohne Veranlassung angehalten, visitirt und mit groben Schimpfmuß der Angeklagte troß seiner 99 Vergehen freigesprochen die Frage, ob die Kriegsverwaltung ihre Aufgabe im worten, wie Schweinehunde, Lumpenpack traktivt habe. Kriegsfalle erfüllen werde. Die Kriegsverwaltung", fagt Die Beweisaufnahme gab dasselbe Bild wie die Bochumer Religion und Politik. Die Warnung des Pro- Cavaignac, entzieht sich der ihr zufallenden Aufgabe, zu Berhandlung. Es zeigte sich, daß die Metzger lediglich etwas feffors Sohm, daß man Religion und Politit nicht verquicken organisiren und vorauszusehen, indem sie in die Lieferungs- laut gesprochen, daß sie der Aufforderung des Münter feinerlei solle, würde gar vielen Leuten, nicht nur den Christlich- Sozialen Verträge allgemeine Klaufeln von äußerster Strenge hineinfege, Widerstand entgegengesetzt haben, daß Münter dem fortgehenden recht beherzigenswerth und ersprießlich sein. Dann würde man deren Erfüllung für den Lieferanten unmöglich ist. Nachdem sie Bernice, der keinerlei drohende Bewegung gemacht hatte, mit nicht mehr solche bombastischen Verivorrenheiten zu hören be- so das Unmögliche verlangt hat, um ihre Verantwortlichkeit zu dem Säbel über den Rücken geschlagen hat. Daß die Wagen fommen, wie sie ein gegenwärtig in Zwickau tagender firchlicher decken, hält sie dann ganz und gar nicht mehr darauf, daß jene der Megger zu nahe oder auf dem Schienengeleise gestanden und Verein in einer Eingabe an den Kaiser von sich gegeben hat: Klaufeln auch wirklich erfüllt werden. So waltet bei der Aus- er sie habe wegschaffen wollen, befundet nur der Gendarm Finstere Gewalten aus verschiedenen Lagern sind führung der Lieferungen die regellose Willkür, es walten Münter. Gesagt hat er bei seinem Einschreiten nichts von den Der Stuckateur Schnittger ist allerdings nicht es, welche die so schwer errungene Einheit gegenwärtig be: die Zufälle der mannigfaltigsten Toleranzen, es waltet ein ganzes Wagen. drohen; es bedarf einer scharfen Wacht und einer starken Labyrinth unregelmäßiger Komplikationen, in welchem die Privat- von Münter mit Säbelhieben bedroht worden, sondern Hand, um die Gefahren zu beschwören., Jim Grunde tann Interessen leicht ihre Rechnung finden und wo sich der be- hat sich aus Angst vor dem in der Dunkelheit blitzenden nur eine tiefe religiöse Umkehr, nur der Glaube an die Gnade trügerische Geist nach Belieben entfalten fann." Cavaignac be- Säbel davongemacht. Die weiteren Zeugenvernehmungen ergeben, Gottes in Chrifto schützen und stützen. Wir bitten Gott, daß spricht hierauf die Unterschleife bei den Armee- Lieferungen, wie in Bochum, daß Münter öfters Leute, die ruhig über die es Eurer Majestät gelingen möge, alle am wahren Wohle des welche die Kriegs- Verwaltung durch ihre in bureaukratischer Straße gingen oder im Freien standen, angehalten und unter Vaterlandes bauenden Kräfte zu pflegen, alle zerstörenden aber Bornirtheit abgefaßten Lieferungs- Verträge selbst indirekt Anwendung von Schimpfworten, wie Lumpenbande u. f. w. nach niederzuhalten und zu entwaffnen. hervorruft: denn das Privatinteresse der Lieferanten will unter Waffen visitirt hat. Bei den Visitationen will Münter stets inDer evangelische Bund allen Umständen seine Rechnung finden. Cavaignac zitirt als folge furz vorher gefallener Schüsse oder stattgehabten Schlägereien Beispiel eine vor kurzem abgeurtheilte Betrugsaffäre, veranlaßt gewesen sein, die Bisitirten für verdächtig zu halten. welche eine besonders reiche Manigfaltigkeit von Schwindeleien Nicht entsinnen können, will er sich der Affäre in der Wirthschaft aufweist. Folgendes waren die in diesem einzigen Fall verübten Schlenkhof, wo er den Zechenbeamten Didillon und vorher Betrügereien: die Kriegsverwaltung hatte schlechtes Tuch anzu einige andere Leute, worunter den Rektoratsschullehrer Lohmann, nehmen verweigert; der Lieferant hatte es mit einem gefälschten visitirt, letteren auch nachher durch Worte wie:" Dummer Magister, Abnahmestempel versehen, und so war es trotz der Ablehnung Spatzenklöpper", gehänselt hat. Der Rektoratsschullehrer Lohmann, in den Gebrauch der Truppen gekommen. Der Lieferant hatte als Belastungszeuge geladen, stellt die Sache, soweit sie feine die Staatsbeamten bestochen und von ihnen gefälschte Bestellungen Perfon betrifft, als einen von ihm provozirten Scherz hin. Auf erlangt; er hatte die Sachverständigen bestochen und von ihnen die letzten Ausfälle des Gendarm Münter fann er fich erlangt, daß fie unannehmbare Waaren für brauchbar erklärten nicht mehr besinnen. Aehnlich sagen einige weitere in u. s. w. Die Betrügereirn hatten sich auf Uniformtuch, Schuhwerk, der Gesellschaft gewesene Herren aus, denen ähnliches Pferdegeschirr und Kavallerie- Fußbekleidung erstreckt. Gavaignac pafsirt ist. Beuge Didillon, der erst später dazu gekommen, fonstatirt ferner, baß diese und andere Unterschleife zur Minde- hat Münter indeß zu seiner Handlungsweise keinen Anlaß gerung der Armeevorräthe geführt haben. Was z. B. das Schuh- geben und er hat dieselbe nicht als Scherz, sondern als Beleiwerk betrifft, so wurde im Jahre 1898 festgestellt, daß etwa digung empfunden. Mehrfach wird bei diesen Vernehmungen der fünfte Theil desselben im Werthe von acht festgestellt, daß Münter 10-12 Tage vor dem Termin bei den Millionen unbrauchbar sei. Aehnliche Mantos wurden Beugen gewesen ist und sie gefragt hat, was sie von der Sache bei den Pferdegeschirren entdeckt. Cavaignac spricht weiterhin wüßten. Ferner wird noch durch weitere Zeugen erhärtet, daß aus, daß diese betrügerischen Lieferungen nur erklärbar Münter mehrere Male bei dem Zeugen Bredenbröcker gewesen ist, werden durch eine Nachlässigteit seitens der ihn zu veranlassen suchte, den Metzgermeister Bernicke wegen anDer Staatsanwalt Tauchert meinte nach dem Bericht Aufsicht 3 behörden, die weit über das zulässige geblich begangenen Kartoffeldiebstahls anzuzeigen und dabei ge= über die Verhandlung, daß vielleicht der Kaiser Maß hinausgeht". Der Berichterstatter theilt mit, sagt hat, Bredenbröker müsse wieder zum Militär( B. war wegen in seiner Rede, wo er die Sozialdemo. daß angestellte Untersuchungen nicht nur die Schwierig Krankheit entlassen), wenn er( M.) an das Regiment schreibe. traten als vaterlandslose Rotte bezeichnete, teiten ergeben haben, welche mit der Uebernahme der ungeheueren Münter weiß sich dessen nicht mehr zu entfinnen, will aber nicht die nicht werth sei, den Namen Deutsche Quantität von Militäreffekten in naturgemäßer Weise verbunden direkt bestreiten, daß es passirt ist. zu tragen, etwas weit gegangen fei, aber sind, sondern daß sie auch überall einen Mangel an den wundern könne man sich darüber nicht. elementarsten Vorsichtsmaßregeln" aufgedeckt haben. Cavaignac Der Vertheidiger, Herr Dr. Held, hielt eine geradezu flagt ferner den Geist der Kameraderie an, welcher zu einem überglänzende Rebe, in welcher die staatsanwaltschaftlichen Argu- mäßigen Wohlwollen führt, das selbst die Mißbräuche zu ver mente gründlich zerstört wurden. Die Geschworenen verneinten becken sucht. So blieb der Offizier und Magazins- Direktor, welcher beide an sie gerichteten Schuldfragen, worauf, wie uns schon eine in der oben erwähnten großen Betrugsaffäre der haupt Privatdepesche gestern meldete, Freisprechung erfolgte. Die fächliche Mitschuldige des Lieferanten war, auch nach Ent Beschlagnahme beider Nummern wurde auf- deckung seiner Durchstechereien noch eine zeitlang an der Spize gehoben und die Kosten der Staatstaffe über seines Magazins, fonnte so seine Untergebenen terroriſiren und bürdet. Wegen desselben Artikels sind eine Anzahl weiterer sie zu einem energischen Widerstande gegen Kontrolle und Justiz sozialdemokratischer Blätter beschlagnahmt und die Redakteure in gruppiren. Bei diesem Werke wurde er noch von seinen VorHaft genommen worden. Wie wird es diesen gehen? gefeßten ermuthigt und unterstützt. Auf der andern Seite wurde derjenige Offizier, der dem betrügerischen Magazins- Direktor Stuttgart, 1. Oftober.( Eig. Bericht.) Reichstagswiderstanden hatte und der ihn zu denunziren, versuchte, vom Ersazwahlen. Die Nachricht, daß der seitherige Abgeordnete General- Intendanten, welcher der höchste Chef dieses Dienst Pflüger sein Mandat für den 12. Wahlkreis wegen Krankheit zweiges ist, mit Arrest bestraft und zur Dienstentlassung vor niederlegen werde, hat sich nun doch bewahrheitet. Vorgestern versammelten sich die Anhänger und Vertrauensleute der Bolts- geschlagen! Cavaignac faßt das allgemeine Ergebniß seiner Unter partei in Roth am See, um über die Ausstellung eines neuen fuchungen in folgenden Worten zusammen:" Ein System der Kandidaten zu berathen und wurde Kupferschmied Augst als Nachlässigkeit, des Gehen assens beherrscht solcher vorgeschlagen. Der Wahlkreis ist der Volkspartei sicher, die Kriegsverwaltung. Man schließt die Augen gegenüber niffe überschritten. Bezüglich des zweiten Theils sei das nicht fie erzielte 1893 8754 Stimmen, die Nationalliberalen 3826, das allem, was unbequem ist, man überläßt den Betrügereien und Bentrum 3336. Die Sozialdemokraten erzielten in diesem vor. Mißbräuchen den Platz, den sie zu gewinnen verstanden haben. wiegend ländlichen Wahlkreis 1893 237 Stimmen, während 1890 Ja man fann nicht blos vom Gehen- Lassen sprechen. Es geht feine sozialdemokratische Stimme dort abgegeben wurde. aus allem ein passiver Widerstand hervor, manchmal sogar eine Obwohl der feitherige Abgeordnete für den 7. württ. attive Opposition gegen jeden Versuch der Besserung und UnterReichstags Wahlkreis, Freiherr von Gültlingen, brückung der Mißstände. Das ist recht gut so, und das Leben schon Ende Juli zum Landgerichtsdirektor befördert wurde und wird gewiß dadurch erleichtert. Aber dann dürfen wir auch nicht daher sein Mandat erledigt ist, ist bis heute noch naiv genug sein, und darüber zu verwundern, wenn wir an dem nicht der Termin für eine Nachwahl festgesetzt. Entgegen früheren Tage, wo diese Organismen, die wir haben zu schaden lommen Mittheilungen, daß Herr v. Gültlingen eine Wiederwahl nicht lassen, die Prüfung der Ereignisse bestehen sollen, mit einem mehr annehme, treten jest ganz bestimmte Gerüchte auf, daß der Male entdecken, daß sie selbst zur Erfüllung der einfachsten Auffelbe nun doch wieder als Randidat auftritt. Der Herr Land- gaben unfähig sind. Mit Hilfe der alltäglichen Routine können gerichtsdirektor" hat also, trotzdem seine neue Stelle wegen Gebiese Organismen ihre Existenz noch weiter fristen; sobald man schäftsüberhäufung frisch geschaffen werden mußte, noch sie aber einmal ernsthaft auf die Probe stellt, werden sie zuso viel Zeit, um einige Monate im Jahre als unparteiischer" sammenbrechen." Richter in Berlin zu fungiren. Von der hauptsächlich in betracht tommenden Volkspartei wurde bis jetzt noch fein Kandidat aufgestellt, wahrscheinlich wird der frühere Kandidat, Bauunternehmer I eß, aufgestellt werden. Von seiten der SozialdemoTratie wurde Genosse P. Beng nominirt. - Majestätsbeleidigungs- Prozeß. Gegen den Genossen Dehme, Redakteur der Fränkischen Tagespost" und Fürther Bürger Zeitung", fand am 1. Oktober vor dem Nürn berger Schwurgericht Berhandlung wegen zweier sachlich zusammen hängender Vergehen der Majestätsbeleidigung statt. Am 4. Sep: tember er. wurde die Nr. 206 der beiden Blätter wegen eines Artikels über die Sedanfeier und die Kaiserrede beschlag nahmt und gegen Dehme Anklage wegen Majestäts: : beleidigung erhoben. Jm Berhör erklärt Dehme, daß er als Sozialdemokrat sich durch die Kaiserrede beleidigt und zu einer Abwehr berechtigt fühlte. Auch nahm er den § 193 des Reichs- Strafgesetzbuches, Wahrung berechtigter Inter effen, für sich in Anspruch. Eine Beleidigung des Kaisers könne er in dem inkriminirten Artikel nicht erblicken und habe ihm eine solche auch ferngelegen. 9 Desterreich. werden. 1 Italien. Der Staatsanwalt hielt den Beweis der Wahrheit nicht erbracht, der Artikel übertreibe. So sei der Stucateur nicht von Münter mit Säbelhieben bedroht worden. Doch von dem ersten Theil abgesehen, der zweite Theil des Artikels, soweit er von Visitationen handele, sei nicht erwiesen. Münter habe stets Veranlassung zu den Bisitationen gehabt. Er beantragt 50 m. Geldstrafe, eventuell 10 Tage Gefängniß. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Rohn fordert Freisprechung, der Beweis der Wahrheit sei im großen und ganzen völlig erbracht, über Nebensächlichkeiten müsse das Gericht hinwegsehen. Münter habe seine Befugnisse überschritten, das sei der Gedanke des Artikels und das sei völlig erwiesen. Der Angeklagte schließt sich dem an; er habe den Artikel aus einem Blatte entnommen, das sicher eher die Verfehlungen der Beamten zu entschuldigen als zu vergrößern geneigt sei und habe sich vorher eingehend von der Wahrheit des Behaupteten überzeugt. Das Gericht spricht den Angeklagten frei, weil bezüglich des ersten Theils des Artikels( Meggeraffäre) der Beweis der Wahrheit erbracht sei. Münter habe dabei unzweifelhaft seine Befug ganz der Fall, Münter möge wohl stets Grund zu den Bisitationen zu haben geglaubt haben, indeß habe der Angeklagte im guten Glauben und in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, auch gehe aus der Form des Artikels, die mit Borbedacht gewählt er scheine, nicht die Absicht der Beleidigung hervor. Wir sind mit diesem Ausgang des Prozesses zufrieden. Was wird aber jetzt mit Herrn Münter geschehen? Wird er auch jetzt noch" Sicherheits" beamter bleiben? Wird man jetzt das Dísziplinarverfahren gegen ihn einleiten? Partei- Nachrichten. U Eine Parteikonferenz für den Wahlkreis Dort. mund Hoerde fand am letzten Sonntag statt. Dieselbe sprach dem bisherigen Kreis Vertrauensmann Genossen Fickermann den Dank für seine bisherige Amtsführung aus und wählte den Genoffen Rehfe zu seinem Nachfolger. Als Delegirter um Breslauer Parteitag wurde Genosse Blod, als Grsaßmann Genosse Lehmann gewählt. Be schlossen wurde u. a., den Breslauer Parteitag zu ersuchen, den Entwurf des Agrarprogramms in seiner jezigen Fassung abzulehnen. arbeiten betraut. Nom, 2. Oktober. Heute, als am Jahrestage der Volks. abstimmung von 1870, unterzeichnete der König, der vormittags in Rom wieder eintraf, ein Defret, welches heute Abend im Bolletino militare" erscheinen wird. Durch dasselbe wird für Uebertretung des militärischen Aushebung 3Das neue Rabinet hat sein Amt angetreten. Am gefeßes den Angehörigen jener Klassen, Angehörigen jener Klaffen, welche am Tage vor seinem Amtsantritte hielt der Ministerpräsident Graf 31. Dezember 1897 von der Verpflichtung zum Militärdienst frei Zum Vertrauensmann für Jüterbogk ist der Genosse Badeni in Krakau vor der Kurie der Großgrundbesißer seinen fein werden, volle Amnestie ertheilt. Von den sich im Aus- August Adam, Maurer, Grünstraße 11a, gewählt worden. Landtagswählern eine Rede, die wohl als Programmrede zu lande aufhaltenden und noch zum Heeresdienste Verpflichteten Die Darmstädter Parteigenoffen haben beschlossen, an betrachten ist. Er betoute in derselben, daß er auch als wird denjenigen Amnestie gewährt, welche die gefeß den Stadtverordnetenwahlen theilzunehmen. Nach Feststellung Ministerpräsident in erster Linie sich als polnischer Adeliger liche Altersgrenze noch nicht überschritten haben fühlen werde, daß er die unerhörten Wahlbeeinflussungen in und zur Erfüllung ihrer Dienstpflicht nach Italien zurückkehren des Programms wurde eine Kommission mit den nöthigen VorGalizien für vollkommen gefeßlich halte. Er versprach Strenge Also wieder nur eine halbe Maßregel! Polizeiliches, Gerichtliches ze. gegen den als Agitationsmittel versuchten Terrorismus. Nun, nach den Worten müssen wohl die Thaten kommen. Die, welche Die rothe Fahne entfaltet. Der Magdeburger Badeni bekämpfen will, werden ihn nicht zu Siegen kommen Arbeiter R. hatte sich am vorvergangenen Sonntag in einem laffen.Garten der Wilhelmstadt mit Weib und Kind vergnügt. Gemüthlich wurde der Heimweg angetreten. Am hinteren Ende des von der Frau geschobenen Kinderwagens war eine kleine Fahne angebracht, die anfangs zusammengerollt, später aber vom Winde und der Bewegung entfaltet worden war. Die Farbe dieses Kinderspielzeuges war roth. Nichts ahnend schob die Frau ihren Wagen ruhig fort, während ihr Mann mit einem Befannten etwas abseits ging. Plötzlich sah er, wie seine Frau von einem Schußmann angehalten und zur Wache fiftirt wurde. Schnell entschloffen trat er hinzu und nun wurde er statt seiner Frau zur Wache fiftirt. Jezt ist den beiden ein Strafmandat auf je 30 Mart lautend, zugestellt worden, weil sie auf offener Straße eine rothe Fahne entfaltet haben. Gerichtliche Entscheidung ist beantragt, und so wird das Kinderspielzeug als corpus delicti d. Rußland. - Petersburg, 2. Oftober. Die Regierung hat in - Schutzölle für die österreichische Inmit österreichische In- Zuganst, Gouvernement Jekaterinenburg, eine Batronenfabrit dustrie. Auf Anregung des Zentralverbandes der Industriellen mit einer jährlichen Produktionsfähigkeit von 100 mill. Patronen Desterreichs soll im Herbst v. 3. ein österreichischer für ein Kleinkalibriges Gewehr eröffnet. In der Fabrit find Industriellent ag abgehalten werden, um die Interessen 1000 Arbeiter beschäftigt, der Betrieb ist ein elektrodynamischer. Und man sage nun noch nach Lesung dieser Depesche, daß der österreichischen Industrie nach gewissen Richtungen hin schärfer hervortreten zu lassen, namentlich in betreff Erneuerung die russische Regierung nichts für die Kultur thue! des Zoll und Handelsbündnisses mit Ungarn. Auf diesem Industriellentag soll u. a. auch beantragt werden, daß alle für öffentliche Zwecke erforderlichen industriellen und gewerblichen Schiffbruch. Nach einer Depesche aus Havannah ist Gegenstände im Inlande beschafft werden. Angeblich hat man der spanische Kreuzer" Christobal Colon" beim Kap San Antonio dabei hauptsächlich nur den Schutz des Schiffbaues gegen die auswährend eines Eturmes auf den Colorados Riffen gescheitert. ländische Konkurrenz im Auge. In Wirklichkeit scheint man aber Das Schiff war seit dem Morgen verlassen. Die Mannschaft ist an neue schutzöllnerische Maßregeln im Verordnungswege zu gerettet und ist am 1. Oktober in Mantua( Kuba) angekommen. in den Gerichtssaal wandern. Denken. Der Hamburger Correspondent" spricht die Ver muthung aus, die Regierung werde darauf nicht eingehen, da sie Kuba. # -V - Die ungarische Parteileitung freigesprochen. Am 80. Geptember hat die neuerliche Verhandlung gegen die 14 angeklagten Sozialisten stattgefunden, welche wegen einer in Fu derttausenden von Exemplaren verbreiteten Flugschrift, in der die Regierung in der heftigsten Weise angegriffen wurde, zu sechs Monaten Kerkers verurtheilt worden waren. Bei der jetzigen Verhandlung trat der öffentliche Ankläger bei dreien der Angeklagten von der Anklage zurück. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete bei weiteren dreien auf nichtschuldig, bei den übrigen acht Angeklagten wohl auf schuldig, doch ergab sich in dem letzteren Verdikte ein Widerspruch, indem darin die Autorschaft der Angeklagten an dem Flugblatte verneint wurde. Die Geschworenen wurden deshalb zur neuerlichen Berathung zurückgeschickt und diese endete mit der Freisprechung Firma hat einen größeren Auftrag auf neue Tournister für die behalten könne. Nun wurde die Angeklagte von Haß und Rach18 M. Minimallohn befinden und die Herren Meister nicht das| Braut an. vie Angeklagte wurde darüber sehr erregt und geringste Entgegenkommen zeigten, mußten wir die Sperre über die Erregung wuchs, als sie ihren ehemaligen Liebhaber eines Sie machte ihm heftige diese Werkstätten verhängen. Um nun unseren Kampf siegreich Tages auf der Straße begegnete. darüber, daß fie halb verhungere und durchzuführen, richten wir an sämmtliche Kollegen sowie die ge- Vorwürfe allein das für Kind Sorgen müsse, sammte Arbeiterschaft die Bitte, den Zuzug von Schmieden nach ganz während Leipzig für diesen Winter strengstens fernzuhalten. Zuschriften er luftig lebe und sich seinen Verpflichtungen entziehe. Sie erhielt und Anfragen sind an den Vertrauensmann der Schmiede, als einzige Antwort die höhnische Bemerkung:" Ach was, ich H. Schrader, Leipzig, Münzgasse Nr. 6, zu richten. Alle arbeiter werde Dir meine Braut vorstellen!" Da packte die Angeklagte freundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. die Verzweiflung und sie wurde vollends niedergedrückt, als sie bei ihrer Nachhausekunft die Nachricht vorfand, daß sie das Kind haben die Sattler die Arbeit eingestellt. Genannte In der Lederfabrik des Herrn Hammersbach zu Roisdorf von der Pflegemuiter abholen solle, da lettere dieses nicht mehr sämmtlicher Angeklagten. Soziale Ueberlicht. Sterbefälle männlicher, mit der Herstellung bezw. dem Vertriebe alkoholischer Getränke berufsmäßig beschäftigter Personen in Preußen. Seit geraumer Zeit wurden im preußischen statistischen Bureau aus den von den Standesämtern eingehenden Sterbefarten diejenigen ausgesondert, nach denen der Verstorbene mit der Herstellung bezw. dem Vertriebe alkoholischer Getränke berufsmäßig beschäftigt gewesen war. Aus den Jahren 1884 bis 1893 waren 28 995 Sterbefarten dieser Art eingegangen, welche nunmehr bearbeitet worden sind. Wir stellen hier nach der„ Statistischen Korrefpendenz" die absoluten Zahlen der an Altersschwäche, Schlagfluß, Säuferwahnsinn, durch Selbstmord oder infolge von Verunglückung in den Jahren 1884 bis 1893 in Preußen gestorbenen, in den vorbezeichneten Gewerbebetrieben berufsthätigen Personen zusammen: an an an In den Jahren 1884 bis 1893 sind gestorben: durch infolge Berufsthätigkeit. Alters Schlag- Säufer Selbst- Ver schwäche fluß wahnsinn mord unglück. Brauerei: selbständige Besitzer Verivalter, Meister Brauer, Arbeiter 228 204 38 22 38 20 28 60 90 Brennerei: selbständige Besitzer 25 32 Verwalter, Meister 10 17 Brenner, Arbeiter. 44 24 Wein und Bierhandel: Weinhändler Weinagent.,-Küper Bierhändl.,-Verleg. Bieragent.,-Fahrer, Abzieher Kellermftr.,-Arbeit. Gast und = Schantwirthschaft: Gastwirthe. 15 18812 T1151 154 561 11 32 17 6 55 58 123 11 4 8 84 798 134 24141 203 10 1 11 1371 1610 258 405 257 Schankwirthe 246 211 50 96 58 Aufsichts- u. Wirthschaftspersonal 21 2 22 23 Kellner. 59 15 159 96 . Köche 14 8 6 Gasthofdiener, Hausknechte 1 464 8 Sterbefälle an Schlagfluß tommen häufiger als solche an Altersschwäche und verhältnißmäßig sehr oft bei Brauerei- bezw. Brennereibefizern, Gaft- und Schankwirthen, namentlich aber bei Kellnern vor. Rein Weinhändler, Kellermeister, Koch oder Hausfuecht und nur ein Weinagent ist an Säuferwahnsinn gestorben, ebenso nur ein Brauereibefizer, aber fünf Brennereibefizer, viele Brauer und Kellner, sowie eine außerordentlich große Bahl von Gaft und Schantwirthen. Brauer, Kellner, Gast- und Schantwirthe sind auch ganz hervorragend an den Selbstmorden betheiligt, ebenso an den Verunglückungen mit tödtlichem Ausgange, von denen jedoch auch Brenner vielfach betroffen worden sind. Das in Gast- und Schankwirthschaften beschäftigte Aufsichts- und Wirthschaftspersonal weist, da es nicht zahlreich ist, ebenfalls verhältnißmäßig viele Todesfälle durch Schlagfluß, Selbstmord oder Verunglückung auf. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Organisation tragen. Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden preußische Infanterie erhalten. Die Sattler erhalten für die Anfertigung pro Tornister 6 Mart, verlangen aber 7 Mark. Da diese Forderung nicht bewilligt wurde, erfolgte Niederlegung der Arbeit. sucht erfüllt. Sie faufte sich eine fleine Menge Oleum, lauerte dem Ungetreuen in der Andreasstraße auf und als er our Hausthür heraustrat, sprigte sie aus der Flasche in ihrer Hand das Oleum nach dem Vernichter ihrer Ehre und ihres Glückes aus. Es ist in erster Reihe nur der Anzug verbrannt Die organisirten Müller von Rosenheim( Bayern) und Emmerich hat nur verhältnißmäßig geringe Brandwunden beschloffen, im Laufe dieser Woche ihre Forderungen, u. a. Ein- davon getragen. Das Schöffengericht glaubte der bedauernsführung der Sonntagsruhe, zwölfftündige Arbeitszeit, Ueber- werthen Angeklagten mildernde Umstände versagen zu müssen stundenregelung, freies Roalitionsrecht u. s. w, den Mühlen- und verurtheilte sie zu 6 Monaten Gefängniß. In der Sollten die Forderungen von den Berufungsinstanz legte Rechtsanwalt Dr. Mendel dem Gerichtsbesitzern zu unterbreiten. Herren Meistern nicht afzeptirt werden, so soll Anfang nächster hofe nahe, daß eine solche Verzweiflungsthat einer um alle ihre 28oche in den Streit eingetreten werden und ist deshalb der Hoffnungen Betrogenen die volle Milde des Richters beanspruchen fönne, ja daß ein milder liegender Fall sich kaum denken lasse. Buzug nach dort bis auf weiteres fernzuhalten. Der Gerichtshof war derselben Meinung und sehte deshalb die Strofe auf 14 Tage Gefängniß herab. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Der Petroleumstreik" der Schreiner in Elber feld ist siegreich gewesen. Nur 7 Kollegen stehen noch aus, da ihr Meister, Herr Kann, bei gegenwärtiger Geschäftslage das Betroleum nicht bezahlen zu können behauptet. Leider arbeiten einige Gesellen bei dem Herrn weiter. B 401 Glasarbeiter Streit Maastricht.( Eig. Ber.) In Maastricht( Holland) ist unter den Glasarbeitern des Häuses P. Regout u. Co. wegen fortdauernder Lohnverminderung ein allgemeiner Ausstand ausgebrochen. Seit Jahren ist fast kein Monat vorbeigegangen, ohne daß diesen Arbeitern ihre Löhne nicht herabgesetzt wurden, bis jetzt endlich diese, abgesehen von den katholischen Arbeitern, sich zum Ausstand gedrungen saben. Die Streifenden bitten die deutsche Arbeiterpresse, diese Nachricht zu verbreiten und die deutschen Glasarbeiter vor Zuzug nach Maastricht zu warnen! Unser Partei- Organ Der Volkstribuun" in Maastricht ruft die Genossen zur Unterstüßung für diese Ausstehenden auf, welche in dieser erzkatholischen Gegend so muthig den Kampf gewagt haben. Etwaige Beiträge sind zu richten an das Bureau des Voltstribuun" in Maastricht. im " Gerichts- Beitung. vorbestraft. Der Unschuldig verurtheilt? Im Herbst vergangenen Jahres ftand in Liegniß vor der Strafkammer ein junger Malergehilfe, Adolf Zehrer, beschuldigt der Majestätsbeleidigung. Er sollte in der Wohnung feiner ehemaligen Geliebten, einer unverehelichten Der Kaffenbericht der Gewerkschaftskommiffion Defter: Martha Gerlach in Haynan, vor dem Bilde des Kaisers be schimpfende Aeußerungen gegen diefen gerichtet haben. reiche weist für den Monat August dieses Jahres eine Einnahme Denunziantin war genannte Martha Gerlach und bestätigt von 921 fl. 24 fr. auf, wozu das Saldo vom Monat Juli in der wurde deren Aussage durch die Mutter der Gerlach. Beide Söhe von 834 fl. 34 fr. hinzukommt. Die Ausgaben belaufen Frauen genossen in Haynau eines sehr üblen Rufes, die Martha fich in Summa auf 769 fl. 26 fr. Hiervon entfallen für Agi- Frauen Gerlach war auch schon wegen gewerbsmäßiger Untation und Organisation 265 fl. 12 fr., für das Korrespondenzzucht, Diebstahl und Körperverlegung Organ 124 fl. 94 fr., für Korrespondenzen 13 fl. 15 fr., für die Beschuldigte erklärte die Denunziation für einen Racheaft Kronlands- Vertrauensmänner 124 fl., Gehälter 142 fl., Bins der Gerlach, die ihn hasse, weil er, nachdem ihm 50 fl. 1. f. w. Der Kassenbestand Ende August beträgt 986 fl. 32 Kr. An Streifgeldern wurden laut separater Abrechnung im Mittheilung von deren Borleben geworden, das Verhältniß aufMonat August vereinnahmt in Summa 306 fl. 68 fr., ausgegeben gehoben und die Herausgabe einer ihr geschenkten Uhr gefordert 459 fl. 89 fr. Das Saldo des Streiffonds betrug Ende August habe. In der That schien auch die Behörde, welche die Vor372 fl. 32½ fr. Der Gesammt- Kassenbestand der Gewerkschafts- untersuchung leitete, der Sache wenig Werth beizulegen, denn man ließ den jungen, noch militärpflichtigen Mann zunächst untommission betrug am 31. August 1358 fl. 64 fr. gehindert von Haynau abreisen und nach einander in mehreren anderen Orten Schlesiens Aufenthalt und Arbeit nehmen. Zehrer hat sich dabei immer ordnungsgemäß bei der Polizei an- und abgemeldet. Dann aber wurde Zehrer, der wohl im Bewußtsein seiner Unschuld und aus jugendlicher Sorglosigkeit gar nichts weiter zu seiner Entlastung gethan hatte, plöglich irgendwo in Schlesien verhaftet, nach Liegnih transportirt und hier lediglich auf grund der Aussagen jener be= rüchtigten Frauenspersonen wegen MajestätsBeleidigung zu der furchtbaren Strafe von 4 Jahren Gefängniß verurtheilt! Der Unglückliche verbüßt seit ungefähr einem Jahre diese Strafe im Berichtsgefängniß von Liegniß. Die Denunziantin, die sich mittlerweile mii einem Sattler Golfa verehelichte, tam bald nach der Verurtheilung Zehrer in einer anderen Sache mit sammt ihrer Mutter wegen wissentlich falscher Anschuldigung auf die Anklagebank und beide Weiber wurden denn auch git mehrmonatlicher Gefängnisstrafe verurtheilt. Jm Bunzlauer, Gefängniß ist nunmehr vor kurzem die Golfa gestorben, hat aber, wie dem„ Niederschlesischen Wegen Beleidigung des Gemeinde- Vorstandes zu Courier" berichtet wird, noch vor ihrem Tode das Geständniß Brik hatte fich der Arbeiter Andreas Heßner aus Brig vor abgelegt, daß sie in dem Strafverfahren wegen Majestätsbeleidem Rigdorfer Schöffengericht zu verantworten. Der Angeklagte digung gegen ihren früheren Liebhaber, den Malergehilfen Zehrer hatte im Sommer vorigen Jahres in Britz und Umgegend keine einen Meineid geschworen habe, um den Behrer zu verderben. Arbeit bekommen können und war daher nach Außerhalb ge- Die angebliche Majestätsbeleidigung sei von ihr und ihrer Mutter gangen, wo er auch Beschäftigung fand. Die Familie des Heßner vollständig erfunden gewesen. Wie es heißt, soll nunmehr das gerieth aber inzwischen in Noth und mußte Unterkunft Wiederaufnahmeverfahren eingeleitet sein, um den unglücklichen Brizer Gemeinde- Armenhaus suchen. Nachdem der jungen Mann, der im Gefängniß den schwersten seelischen Leiden Gemeindevorstand den Aufenthalt Heßner's ermittelt, wurde unterworfen war, der Freiheit wiederzugeben. letterer wiederholt aufgefordert, für seine Familie zu forgen. Reßner hatte hierzu auch den besten Willen, konnte jedoch wegen seines geringen Verdienstes nur wenig Geld an seine Frau schicken. Da er billiger zu leben hoffte, Aenn feine Familie bei ihm sei, schickte er derfelben Depeschen und lehte Nachrichten. wuguft vorigen Jahres das Reisegeld und war natürlich Hamburg, 2. Oktober.( W. T. B.) Die Bark„ Europa", um höchsten Grade aufgebracht, als die Frau ihm mit der hiesigen Rhederei Peter Siemoen u. Co." gehörig, ist zwischen theilte, daß sie keine Lust habe, Briß zu verlassen. Der Angeklagte bem 59. Grad südl. Breite und 75. Grad westl. Länge verbrannt. schrieb seiner Frau nun einen Brief, in welchem er derselben Die Ladrng, in Kohlen bestehend, war nach San Francisco bes mittheilte, daß er kein Geld mehr schicken werde, und wenn Achtung, Metallarbeiter und Tischler! Wie gestern an Aachen, 2. Oktober.( B. H.) Meineidsprozeß gegen dieser Stelle bekannt gegeben wurde, hat die Telephonapparat der Gemeindevorstand von ihm noch etwas wolle, solle sie dem stimmt. Die Mannschaft ist in Concepcion gelandet. Fabrik von Welles, Engel- Ufer la, ihre sämmtlichen Arbeiter selben sagen, er könne ihm den Buckel' runter rutschen. Dieser den Alexianerbruder Heinrich. Nach dem VerweisungsBrief kam in die Hände des Gemeindevorstehers, welcher daraufhin und Arbeiterinnen ausgesperrt. Der Kommission, welche Strafantrag wegen Beleidigung stellte. Der Angeklagte führte beschluß der Strafkammer ist nur in einem Falle betreffend die am Mittwoch zweimal vorstellig wurde, erklärte Direktor 3 wietusch, daß sich die Fabrikleitung von ihren Arbeitern aus, daß der Brief ja nur für seine Frau bestimmt gewesen und Aeußerung gegen Mellage, Forbes sei so krank, daß er niemand durchaus teine Borschriften über die Höhe der zu zahlenden Löhne Umstandes erkannte der Gerichtshof auf das niedrigste Strafmaß Bikar Rheindorf und dessen Haushälterin hatte die Straftammer heute, dies gesagt zu haben. Wegen der Aeußerungen gegen den durchaus teine Vorschriften über die Höhe der zu zahlenden Löhne in der Erregung geschrieben sei. Unter Berücksichtigung dieses sprechen könne, Anklage erhoben. Der Angeklagte bestreitet auch machen lasse. Wer die Arbeit unter den bisherigen Verhältnissen drei Mark Geldbuße, doch gab der Vorsitzende dem die Verfolgung nicht Der die Verfolgung nicht ausgesprochen. wieder aufnehmen will, habe das bis Freitag mitzutheilen, da er Angeklagten den wohlgemeinten Rath, seine Gedanken künftighin bemerkt, erst im Laufe der Verhandlungen erklären zu können, ob er diese Anklage aufrecht erhalte. Das Zeugenverhör brachte Die zirka 90 Arbeiter und 60 Arbeiterinnen haben sich nicht zu Papier zn bringen. daraufhin entschieden, die von ihnen aufgestellten sehr minimalen Den widersprechenden Gutachten der Schreibjach bis heute nichts Wesentliches. Dortmund, 2. Oktober.( W. T. B.) Heute Vormittag Forderungen durch einen Streit zu erzwingen. Von einigen Ver- verständigen hatte die Wittwe Auguste Vogel, geb. Nomiz, tretern des Vorstandes des Berliner Metallarbeiter- Verbandes es zu verdanken, daß sie gestern von der neunten Straftammer 11 Uhr fand bei der Einfahrt eines Güterzuges in den Rangier wurde ihnen thatkräftige Unterſtügung in Aussicht gestellt. des Landgerichts I von der Anklage der wiederholten Urfunden- bahnhof infolge der an einer Weiche vorgenommenen Reparatur Ein Bremser wurde leicht verletzt. Nächsten Sonntag findet eine öffentliche Versammlung aller im fälschung freigesprochen wurde. Die Angeklagte war Besitzerin eine Entgleisung statt. Telephon- und Telegraphenbau beschäftigten Personen statt. 3eit eines Hauses, welches durch Kauf in den Besitz des Gerichts- 11 Wagen sind zum theil stark beschädigt, doch ist keine nennens und Lokal werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Die bieners Rudolf überging. Ende März gingen fast allen Wiethern werthe Betriebsstörung durch den Unfall verursacht. Streifenden haben sich täglich in der Zeit von 9-12 Uhr vor des Hauses Schreiben zu, welche der Unterschrift nach von dem Brüssel, 2. Oktober.( W. T. B.) Der hier versammelte mittags im Lokal von Wilte, Andreasstr. 26, zu melden. Wirthe Rudolf herrührten. Den Adressaten wurde darin Völkerrechts- Kongreß nahm heute nach längerer Debatte daß es dem Wirthe sehr lieb fein mit einigen Modifikationen den Entwurf für eine Regelung der Zur Lohnbewegung der Puter ist zu berichten, daß auf mitgetheilt, fie fobald als möglich fündigen würden, Souveränitätsrechte der Uferstaaten auf die Küstengewässer an, allen Bauten, wo die Kollegen energisch an die Bauunternehmer würde, wenn er dulde teine in deren Gebiet, vom Kriegsfalle abgesehen, durch den Entwurf ausSozialdemokraten resp. Meisterschaft mit ihrer Forderungen herangetreten find, die denn felben auch bewilligt wurden. So haben auch die mit Kapital einem Hause. Falls feine Kündigung erfolge, werde eine gedehnt wird. Der Entwurf regelt gleichzeitig die Rechte der arbeitenden Puzmeister Langnick, Bau Stargarderstraße, Kauf- Miethssteigerung von 30 M. erfolgen. Voller Empörung wandten Neutralen. mann Köppe, Bau Kreuzbergstraße und Scharf, Ban Teltower- sich die Miether an den Wirth, der ihnen nur die Versicherung straße, dem Andringen der Kollegen nicht widerstehen tönnen ertheilen fonnte, daß er von den Briefen nichts wisse. Es müsse und die gestellten Forderungen bewilligt, letterer mit dem ihm ein Feind den schlechten Streich gespielt haben. Der VerUnterschiede, daß er den Junenpußern bei einem Alfordpreis dacht lenkte sich auf die Angeklagte, weil sie sich mit Rudolf von 18 Pfennig pro Quadratmeter jeden Sonnabend so viel zahlt wegen des Hauses überworfen hatte. Sie bestritt mit Ent wie dieselben bis Freitag jeder Woche Puh gefertigt haben. schiedenheit, daß sie die Briefschreiberin gewesen sei und der GeSoweit der Kommission bekannt, haben auf folgenden Bauten die richtshof war somit auf die Gutachten der Echreib- Each Kollegen noch nicht den Muth gefunden, vorzugehen: Pariser- verständigen angewiesen. Der eine erklärte, die Angeklagte sei straße bei Rechenberg, Pestalozzistraße bei Fröhlich, Stralauer die Schreiberin, der andere behauptete, sie sei es nicht. So Chauffee bei Nachtigall, Friedrichsfelde bei Gesch, Dunckerstraße entschied sich denn der Gerichtshof für ein freisprechendes bei Hartwig. In der Uhlandstraße haben die Fassadenpußer die Urtheil. Athen, 2. Oktober.( B. H.) Vor einigen Tagen haben Arbeit eingestellt; im Innern wird weiter gearbeitet und der Ein Ehrloser. Eine recht traurige Geschichte war es, die abermals Erdrutschungen im Kanal von Korinth Lohn erst nach Fertigstellung der Arbeit ausgezahlt. In der Es Azpodienstraße( Osten) bei Knopp haben die Junenpuzer die gestern das Kollegium der 6. Straflammer des Landgerichts I. stattgefunden. G3 fönnen deshalb größere Echiffe den Kanal Arbeit eingestellt, außen wird weiter gearbeitet. Die Faffaden- sichtlich rührte. Die auf der Anklagebank sigende Plätterin Luise nicht passiven. Goldbach hat einen bösen Liebesroman durchgemacht. Der London, 2. Oktober.( W. T. B.) Reuter's Bureau" erputer haben für die letzten 14 Tage nur 4,50 M. pro Tag er: Kutscher Paul Emmerich, der gestern als Belastungszeuge gegen fährt aus Beting: Die chinesische Regierung theilte dem englischen halten. sie auftrat, hat früher gute Zage bei ihr verlebt. Während Gesandten das kaiserliche Defret über die Degradirung des Vizekönigs Kollegen! Ihr seht hieraus, daß es nur an Euch liegt, feiner Militärzeit hatte er das Mädchen kennen gelernt und war von S'Tſchwan am Sonntag, den 29. September, mit. Das englische wenn unsere allseitig anerkannte gerechte Forderung nicht strikte bann ein näheres Verhältniß mit ihr eingegangen. Die An Ultimatum war Tags zuvor überreicht worden und hat daher Wachet auf! Erkennet endlich, wo Euer Platz als zielbewußte geklagte glaubte, daß er sie später heirathen werde und sprang ohne Zweifel dazu beigetragen, die gewünschte Wirkung zu er Arbeiter in der allgemeinen Arbeiterbewegung ist und erscheint ihm fehr häufig mit ihrer Börse hilfreich zur Seite. Sie nahm es zielen. London, 2. Oktober.( W. Z. B.) Außer den bereits geMann für Mann in der am Montag, den 7. Oftober, statt- auch nicht weiter tragisch, als sie einem Kinde das Leben schenkte, findenden öffentlichen Versammlung der Pußer Berlins und der au dessen Vaterschaft sich Emmerich gerichtlich bekannte. Sie gab meldeten find noch zahlreiche andere Schiffbrüche während Umgegend, welche in der Freitagsnummer dieser Woche noch das Kind zu einer Pflegemutter und arbeitete fröhlichen Muthes des letzten Siurmes im Hermel Kanal und mehrere an verUmgegend, welche in der Freitagsnummer dieser Woche noch täglich etwas emfiger, um die Pflegekosten bezahlen zu können. schiedenen Punkten der Westküste vorgekommen. Im ganzen find näher bekannt gegeben wird. Die Kommission. Da tam Emmerich vom Militär frei und von diesem Augenblick 19 Dampfer und große Segelfchiffe, fowie 27 fleinere Schiffe Schmiede! Kollegen, da wir uns in Leipzig seit längerer an begann er ein lockeres Leben, bekümmerte fich weder um die verloren gegangen, wobei 13 Personen ertranten. An die Küsten Zeit mit 24 Werkstätten im Rampf um den Zehnstundentag und Angeklagte, noch um das Kind und schaffte sich eine andere von Devonshire und Somerset find viele Schiffstrümmer getrieben, Verantwortlicher Redakteur: Frik Kunert, Echöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. dann auf 4 Wochen verreise." Staatsanwalt Madrid, 2. Oftober. Marschall Martinez Campos hat das Ersuchen der autonomistischen Partei, mehrere gefangene einflußreiche Persönlichkeiten St. Jago's frei zu lassen, abgeschlagen. Die Gefangenen, welche start kompromittirt sind, wurden nach Ceuta transportirt. Rom, 2. Ottober.( B. H.)„ Don Chisciotte" bringt ein Schreiben Gavallotti's, in welchem derselbe ankündigt, daß er nächstens den Kampf gegen Crispi wieder aufnehmen werde; er werde fein Mittel schenen, das Volt aus seiner Erstarrung aufzurütteln, damit es über den Phrasenhelden Crispi zu Gericht size. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 281. Donnerstag, den 3. Oktober 1895. 12. Jahrg. privaten Stiftungen nicht zu trennen sind. Da bestimmt einer, wahrhaft glänzenden Lohne von 2,50 M. pro Tag angestellt Der Meineidsprozek daß die zu Unterstützenden in einem gewissen Stadt- oder sind. Bemerkenswerth ist außerdem, daß die Tagarbeiter, denen Armenkommissions- Bezirk wohnen sollen, ein anderer, daß sie die Kehrseite der Sedanbegeisterung in dieser Weise gezeigt gegen die Alexianerbrüder. diesen oder jenen Beruf haben sollen, ein dritter knüpft an seine wurde, sämmtlich alte Soldaten und Veteranen sind. eines die Bedingung Aus Aachen erhalten wir vom 2. Ottober folgenden Bericht: Spende einer bestimmten Alters, Herkunft u. f. w., Schuhgerüste für Dachdecker. Die Dachdecker- Innung ein vierter Die Verhandlungen des Mellage- Prozesses dürsten noch allges bestimmten Konfession, mein erinnerlich sein. Der Strafprozeß, der vom 30. Mai bis wieder schreibt besondere Zwecke vor( z. B. Deckung wünschte die Abänderung der Polizeiverordnung vom 14. Sep8. Juni dieses Jahres vor der ersten Straffammer des Land- der Miethsschulden) u. f. w. tember 1855 betreffend die Sicherung der Schieferdecker und Neben der Forderung der gerichtes Aachen geführt wurde, endete bekanntlich mit der tosten Bedürftigkeit, Würdigkeit, Unbescholtenheit, Bravheit findet sich Klempner. Dem Obermeister, Herrn Keller, ist darauf der Belosen Freisprechung der drei wegen Beleidigung angeklagten gelegentlich auch die der Frömmigkeit. Es ist klar, daß solche scheid geworden, daß das Polizeipräsidium nach eingehender PrüMänner: Gastwirth Mellage, Buchhändler Warnak, Verleger Beschränkungen dazu führen müssen, daß an der einen Stelle fung der Angelegenheit eine Abänderung der vorgedachten der von Mellage geschriebenen Broschüre, und Max Scharne, Arme vergeblich bitten und an einer anderen trotz allen Suchens Polizeiverordnung zur Zeit nicht für geboten erachtet, vielmehr Redakteur des„ Iserloher Kreisanzeigers", der mehrere Artikel niemand gefunden wird, der den geforderten Bedingungen glaubt, den angestrebten Zweck einer Sicherung der Schieferdecker gegen die frommen Brüder aufgenommen hatte. entspricht. Wir erinnern daran, daß in dem aus privaten Mitteln und Klempner durch die Aufnahme einer Bestimmung folgenden In dieser Verhandlung trat auch die frühere Haushälterin begründeten„ France'schen Waisenhause" nach der Bestimmung Inhalts in die Bauscheine erreichen zu können: Während der des Pfarrers Rheindorf, Fräulein Fiesel, als Zengin auf und des Stifters mindestens" 12 evangelische arme Kinder aus dem Ausführung der Dach- und Schieferdecker- sowie der Klempnerarbeiten müssen unterhalb der Dachgefimfe und bekundete u. a.: Sie habe einmal den Pfarrer Rheindorf in 28. Polizeirevier verpflegt und erzogen werden sollen, daß aber nicht tiefer als 1 Meter unter denselben Gerüste von Mariaberg besucht. Bei dieser Gelegenheit habe der damalige seit Jahren nur eine ganz geringe Zahl der Stellen besetzt ist mindestens 1 Meter Breite angebracht werden, welche in ihrer Subrettor Bruder Heinrich zu ihr gesagt: ( seit dem 1. April 1. April 1893 nur noch zwei), weil es, Wenn sich Rheindorf mit den Brüdern gut hält, dann wird wie jedes Jahr in dem Berichte der städtischen Waisen ganzen Länge mit Brettern dicht zu belegen und an der Außener sehr bald wieder eine Anstellung erhalten. Hier in Maria- verwaltung gefagt wird, nicht gelingen will, geeignete Be- feite mit einer mindestens 60 Zentimeter starken Bretterbrüstung berg haben weder die Aerzte noch der Generalvitar etwas zu werber zu finden. Genau dieselben Zustände herrschen bei vielen zu versehen sind. Anderweitige nach dem Urtheile des Polizeisagen, sondern lediglich die Brüder. Diese sind flüger als die Stipendien für Studirende. Arme, aber strebsame" Schüler präsidiums zum Schutze der Dachdeckerarbeiten genügende VorDöftersch". Wer einmal hier ist, kommt gegen den Willen der erfüllen daher, wenn sonst alle Bedingungen eines von ihnen tehrungen werden nur ausnahmsweise zugelassen und ist in Brüder nicht mehr heraus. Wer es hier gut haben will, muß begehrten Stipendiums auf sie passen, manchmal bereitwillig auch diesem Falle die besondere baupolizeiliche Genehmigung unter Vorlage entsprechender Zeichnungen nachzuweisen. Diese Vorsich die Brüder zu Freunden halten. Hier werden alle zahm noch die, sich einem bestimmten, aber ihrer Neigung und ihren schrift findet Anwendung nur bei Neubauten und größeren Regemacht; wer aus dieser Anstalt herauskommt, ist zahm." Ein- Fähigkeiten vielleicht gar nicht entsprechenden Studium zu paraturen und auch dann nur bei Gebäuden von mehr als mal, so bekundete Fräulein Fiesel, sagte Bruder Heinrich: widmen. Besonders die mit Stipendien überreich gefeguete 6 Metern Höhe, deren Dachflächen auf die Länge von 5 Metern Der Arzt hat einem Kranken andere Speisen verschrieben. Theologie wird aus diesem Grunde armen Schelmen vielfach mehr als 1 Meter aufsteigen. Dementsprechend wird neuerdings Das ist Quatscherei. Wer hier ist, muß das essen, was hier von wohlmeinenden" Gönnern empfohlen. Bei den von der gefocht wird. Wir Brüder sind flüger als die ,, Döftersch". Stadtgemeinde verwalteten Fonds fällt auch vielfach die feitens des Polizeipräsidiums bereits verfahren, " ſchlät öm sich, dat macht äwwer fin Krankhet". Auch diesen Borgang soll Bruder Heinrich in dem Mellageprozeß unter seinem Eide bestritten haben. Klosterbruder Frenäus, der ebenfalls in der Verhandlung Sographische Aufschneidereien. Der Vorwärts" hat berei wiederholt Gelegenheit genommen, auf den geringen meth, den die Erlernung der Stenographie für den Arbeiter im ewöhnlichen schafft, hinzuweisen. B zwar Denn Dieses Vorkommniß soll jedoch der einige Tage später als Beuge geringe Höhe der Gelder auf. Was soll man dazu sagen, 119 103 Berliner find verloren gegangen und man erschienene Bruder Heinrich entschieden in Abrede gestellt haben. wenn Stiftungen mit einem jährlichen Zinsenbetrage von darf gespannt darauf sein, wo und wie die Armen wieder aufAls am 30. Mai 1894 Mellage und Genossen in Mariaberg waren, 21, von 17,50, von 10,50, ja von 3,50 Mark besonders gefunden werden. Das ist das Ergebniß der Berufszählung vom soll Polizeikommissar Lohe zu dem Bruder Heinrich gesagt haben: verwaltet werden müssen! Auch dadurch wird ohne Zweifel 14. Juni 1895. Seit der letzten Volkszählung am 1. Dezember " Führen Sie uns den Alexander Forbes vor, wir möchten den viel unnütze Arbeit verursacht und ein Verwaltungsapparat 1890 hatte das städtische Statistische Bureau die Bevölkerung Herrn gern fennen lernen." Darauf soll Bruder Heinrich ge- nöthig gemacht, der ein anderweitig besser zu verwendendes Geld Berlins auf grund der Geburten, der Sterbefälle, des Zuganges antwortet haben:" Här, nee dat möcht Ehr net dhun, nee foftet. In dem Kampfe gegen Noth und Elend wäre selbst bei und des Fortzuges fortgeschrieben. Danach war am 15. Juni nee, de Här Forbes es su frant une su schwach, o Jott nee, dat vernünftigen, eine einheitliche Verwendung der Mittel ermög- 1895, also einen Tag nach der Zählung die Bevölkerung Berlins jet net, wat wöllt Ghr denn mit dem Här Forbes, dat es ja lichenden Bestimmungen nicht viel auszurichten; aber die Eitel auf 1734 185 Personen berechnet worden. Bei der Berufszählung ne Kaplan us Echottland". Auf die Frage Mellage's: 3ft feit und Gedankenlosigkeit vieler Stifter trägt dazu bei, den am 14. Juni aber wurden nur 1615 082 Personen in Berlin an der Herr denn noch immer irrig?" foll Bruder Heinrich ge- Erfolg volles auf ein Minimum herabzudrücken. wesend gefunden. Wo sind die übrigen geblieben? Es ist allerdings antwortet haben:" O gewiß dat, da es sehr bös un tobsüchtig un richtig, daß sich im Sommer eine große Anzahl von Berlinern auf Bergnügungs- und Geschäftsreisen befindet. Indessen hatten am 14. Juni in Berlin die großen Schulferien noch nicht begonnen, und 119 103 Berliner begeben sich dank unserer sozialen Vergegen Mellage und Genossen als Zeuge erschienen war, soll be Lehrer der Stenographie an den Berliner Arbeiter Bildungs- darauf sein, wie die am 1 Dezember d. 3. boltgehende Vor und liegt ein von einem Herrn Dr. Viereck- angeblich hältnisse auch im Sommer nicht auf Reisen. Man darf gespannt fundet haben: Er habe einmal den Forbes, da dieser, als er allgemeine Volkszählung für Berlin ausfällt. Diese Volkszählung noch nicht für irrsinnig erklärt war, ohne Begleitung eines Schulen- an die Arbeiter- Gewerkschaftsblätter versandter Artikel, fällt wieder auf denselben Tag wie im Jahre 1890, und Verwelcher voraussichtlich von einigen Blättern abgedruckt werden Bruders nicht ausgehen durfte, nach der Wirthschaft Neu- Linzen- dürfte und der sich mit dem„ Nußen der Stenographie für den gleiche sind stets nur für denselben Kalendertag ganz zutreffend. häuschen begleitet. Dort habe Forbes der Tochter der Wirthin Wenn alsdann die Bevölkerung Berlins nicht wesentlich den Arm um den Nacken oder die Taille gelegt, er fei jedoch den unrichtigsten Echlüssen. Die Ausführungen sind aber immer hinter dem Durchschnitt des preußischen Staates zurück. Arbeiter" beschäftigt. Terfelbe gelangt. bezüglich dessen zu höher ausfällt, so bleibt Berlin im Wachsthum jetzt von dem Mädchen zurückgestoßen worden. Dieser Vorgang wurde aber von verschiedenen Zengen als unwahr bezeichnet. Aus diesem hin aceignet, bei dem mit der Stenographie nicht näher Bekannten in der Zeit vom 1. Dezember 1890 bis 14. Juni 1895 ist nach Anlaß wurden gleich nach Beendigung des Mellage: Prozesses die den Schein der Wahrheit zu erwecken. Sowohl die Beben beiden Zählungen die Bevölkerung Berlins nur gewachsen Klosterbrüder Heinrich und Frenäus wegen Verdachts des wiffent: hauptung:„ Auch bei geringer handlicher Gewandtheit und lichen Meineids verhaftet. Diese haben sich nun heute, dieses Ver- weniger Uebung befähigt die Stenographie den Kenner bald, on 1 578 794 auf 1615 082. Allerdings wächst die Bevölkerung brechens angeklagt, vor Eingangs bezeichnetem Gerichtshofe zu verant- orträgen und dergl. wenigstens soweit nachzufolgen, daß jetzt weniger in Berlin als in den Vororten. Die Nordlandsfahrt der Köpenicker Frösche. Hundert worten. Bruder Heinrich, der mit seinem bürgerlichen Namen Joseph das Gehörte zum weitaus größten Theile wörtlich aufSchopen heißt und früher Schneider war, ist am 16. Dezember fommener erfaßt und häuslich repetirt, also für den zugefallen, Jsland mit ihrem Geschlechte zu bevölkern. Gewisse genommen und alsc der Inhalt gehörter Reden voll Fröschen von Köpenick bei Berlin ist die kulturhistorische Aufgabe 1835 zu Aften in Holland geboren. Bruder Jrenäus, der mit Geist besser nukbar gemacht werden seinem bürgerlichen Namen Engelbert Müller heißt und früher die Zukunftsmusik, die in dem betr. Artikel dem Arbeiter Seen, sind im Sommer so von Fliegen und Mücken heimgesucht, fann" als auch Gegenden der Insel, besonders die Nachbarschaft der großen Fabritarbeiter war, ist am 25. September 1860 zu Haus Kannen bei Münster geboren. Beide Angeklagte sind selbstverständlich schon viele Arbeiter eine so gute Fertigkeit in der Stenographie wasser) bei den Feldarbeiten durch Gesichtsmasten und Handgemacht wird, wenn er die Stenographie erlernt, daß daß sich beispielsweise die Bewohner am See Myvatn( Mückenfatholischer Ronfession. Unter den geladenen Zeugen be finden sich der Vorsitzende in dem Mellage- Prozeß, Land- erlangten, daß sie auf grund derselben in eine höhere Lebensschuhe gegen die schmerzhaften Stiche schützen schüßen müssen. gerichtsrath Dahmen, zwei Beisitzende bei jenem Prozeß: Land aufgerüdt feien und die ungesunde Werkstatt mit gefunderen ein Schutz gegen diese Plage sind, befißt, nahmen der ftellung, als Bureaubeamte, Komtoristen, Privatsekretäre 2c. hin- Da Jsland feinerlei Kriechthiere oder Amphibien, die gerichtsrath Rüfter und Gerichtsassessor Dr. Schülgen, Ehlers, der diesen Sommer der Protokollführer im Mellage- Prozeß, Landgerichts- Sekretär Wirkungsräumen vertauschen konnten", spekuliren lediglich Kopenhagener Arzt Dr. Bayer, der General- Oberer des Alerianer- Ordens, Hermann auf den 28 is sensdrang und die Taschen der Arzum Studium des Aussatzes nach Jsland ging, sowie Bank, der Rektor des Klosters Mariaberg, Gerhard Paulus beiter, wie sich überhaupt der ganze Artikel als eine ganz sein deutscher Begleiter eine Anzahl Frösche mit, Ehlers hatte Overbeck, ferner Kaplan Forbes, Heinrich Mellage, Pfarrer Rhein- gewöhnliche Geschäftsreklame für eine ganz bestimmte Person mit großer Mühe 40 Frösche bei Charlottenlund in der Nähe erweist, zu deren unentgeltliche Verbreitung die Gutmüthig Ropenhagens eingefangen, der deutsche Arzt führte 100 Frösche dorf, mehrere Brüder aus dem Kloster Mariaberg 1. s. w. Die Bertheidigung führen: der Vertheidiger Buschoff's in feit der Redakteure von Arbeiterblättern zu benutzen versucht von Köpenick bei Berlin mit. Während die dänischen Frösche dem Xantener Knabenmord- Prozeß, Rechtsanwalt Gammersbach wird. Der Artikel endet mit der Aufforderung an die Arbeiter: gleich in der ersten Nacht nach der Abreise von Kopenhagen bis ( Köln) und der Vertreter der Nebenkläger in dem Mellage- Prozeß," Erlernt darum alle die Stenographie und zwar alle ein System auf zwei trepirten, hatten die Köpenicker Frösche die lange SeeLehrmittel gegen Zahlung von 3 M. sind reise ausgezeichnet überstanden. Sie wurden in der Nähe Es sind für die Verhandlungen drei Tage in Aussicht ge. 3 haben bei u. f. w." Um in der Stenographie auch nur zu Reykjaviks nördlich von der warmen Quelle ausgesetzt, worauf Es sind für die Verhandlungen drei Tage in Aussicht ge einigermaßen günstigen Erfolgen zu gelangen, ist eine fie unter fröhlichem Gequake im Moor verschwanden. Dort genauere Kenntniß der deutschen Sprache, so werden sie hoffentlich noch lange quaten von dem Lande, in dem wie nicht ganz geringe Kenntnisse in fremden das Gethier vor dem Menschen das unschäzbare Recht voraus Sprachen, auch eine fortlaufende Uebung von täglich hat, seine Meinung frei und ungestraft äußern zu dürfen. einigen Stunden erforderlich. Obendrein erlangen von den die Die Privatwohlthätigkeit wird von gewisser Seite gepriese Stenographie Erlernenden auch denen, welche täglich mit der Oeffentliche Thierquälereien. Für die ersten Tage des als das Auheilmittel, das alles Elend zu beseitigen und alle sozialen geder zu thun haben nicht der dritte Theil die Fertigkeit, beginnenden Monats wird gelegentlich einer hier stattfindenden Schäden von Grund aus zu furiren vermag. Die feit 1894 in Vorträge wörtlich aufzunehmen, um so weniger werden Arbeiter, Hunde- Ausstellung wiederum eine Reihe jener Thierkämpfe anBerlin bestehende städtische Stiftungsdeputation welche tagsüber schwere physische Arbeit zu verrichten haben und gekündigt, bei denen Hunde auf lebende Füchse und Dachse gescheint jedoch nicht ganz dieser Meinung zu sein. In ihrem eben die überdies der unbedingt nothwendigen Borkenntnisse sowie auch heßt werden. Im Anfang d. J. ist es den Bemühungen der ausgegebenen Bericht über das erste Jahr ihrer Thätigkeit meistens der zur Uebung erforderlichen Zeit ermangeln, bei der Thierschutzvereine gelungen, hier und da im Reiche, auch in ( 1894/95) wird zwar gesagt, die große Zahl der zu wohlthätigen Stenographie in die Lage fommen, nur noch einmal so schnell Berlin, wenigstens Erschwerungen dieses immer mehr in die Zwecken errichteten, unter städtische Verwaltung gestellten zu schreiben, wie dies ein geübter Echreiber mit der gewöhnlichen Mode kommenden Preisschliefen" herbeizuführen. Allerdings Stiftungen und Fonds lege beredtes Beugniß davon ab, in wie Schrift vermag. begnügte sich die Polizei in den meisten Fällen, den Ausreichem Maße von hochherziger Seite der Noth der Armen geschluß der Deffentlichkeit und die Ueberwachung dieser dacht worden" sei. Aber es wird gleichzeitig zugestanden: und eitte heranbildet. In der bürgerlichen Bresse lesen wir: feiten zu verfügen. Die jenem unmenschlichen SportWie man sich zum Kämpfer für Ordnung, Religion nach dem Urtheil von Fachleuten völlig zwedlofen Grausam nach So ansehnlich an sich aber auch die zur Unterstützung Auf den höheren Lehranstalten herrscht seit einigen Jahren der denn weiter ist es nichts- huldigenden Kreise pflegen es so Hilfsbedürftiger dargebotenen Mittel erscheinen, erscheinen, so sind Mißbrauch, daß die nach dem Abiturienteneɣamen und der Abfie doch nur zu einem kleinen(!) Theile hinreichend, Unterstützungsbeträge verkleinern müssen, um eine größere Bahl 60 Gäste eingeladen, Freunde, Verbindungsstudenten, frühere Schliefen- Berichte freilich strafen diese Behauptungen Lügen. dem bestehenden Bedürfnisse zu genügen." Man habe daher die schlußprüfung stattfindenden Festlichkeiten und Abschiedskommerse darzustellen, als handle es sich für die kämpfenden Thiere nur um eine ganz ungehörige Ausdehnung finden. Es werden oft 50 bis ganz harmlose, ihre Rauflust befriedigende Balgereien. Schon die in den Jagd- und Hundesport- Zeitungen veröffentlichten auch bei den laufenden Unterstützungen sehr oft auf 6, 5 und Mitschüler und Gymnasiasten der obersten Klassen. Dein ent- Wir lassen den einem Lokalblatte entnommenen Bericht eines sprechend sind die Kosten dieser festlichen Gelage zu einer für 4 M., ja auf 3 und 2 M. pro Monat herabgegangen, zum theil viele Familien höchst lästigen Höhe angewachsen, während es Augenzeugen der vor kurzer Zeit in Düsseldorf abgehaltenen fogar bei Stiftungen mit ansehnlichen Kapitalien, aus denen ihr als Ehrenpunkt angesehen wird, sich ihnen nicht zu ent- Enden offener Kanal in den Boden gebaut worden; ein Bursche Preisschliefen folgen: In Hufeisenform war ein an beiden mehrere tausend Mart Zinsen pro Jahr zur Verfügung standen. ziehen. Die Folge ist, daß bei den Gastwirthen oft nicht Daß die Wohlthätigkeitspflege aus privaten Mitteln nicht aus unerhebliche Echulden gemacht werden; die jungen Leute brachte einen Fuchs, der zwischen Hals und Kopf an einer Zange reicht, wird auch bei Besprechung des Planes einer Zentral- haben bereits kneipſchulden, ehe ſie immatrikulirt find. So hochgehoben war; schon diese thierquälerische Art des Trans Meldestelle, die den Mißbrauch der Vereine durch Nichtbedürftige hat fürzlich, wie die Bossische Zeitung" mittheilt, ein Restau- Mündung des Kanals gelegt; jetzt wurde der Hund in die Röhre portes mußte Abscheu wachrufen. Der Fuchs wurde in die verhüten soll, gefagt. Der Mißbrauch müsse schon deshalb be- rateur die Hilfe eines hiesigen Gymnasialdirektors in Anspruch tämpft werden, weil die Zahl der wahrhaft Bedürftigen überaus groß sei und sich stetig mehre". Wie groß die Zahl nehmen wollen, um die Adressen der jetzt in alle Welt zerstreuten gejagt, der Fuchs suchte sein Leben durch Abwehren und Beißen der Hilfsbedürftigen ist, dafür wird ein Beispiel angeführt. Aus ehemaligen Abiturienten der Anstalt zu erfahren, die bei ihrem o theuer wie möglich zu erkaufen; der Eigenthümer des Hundes Abschiedskommerse über 100 M. Schulden bei ihm zurückgelassen hetzte denselben, um des Preises willen, immer wieder von eine öffentliche Aufforderung zur Bewerbung um eine Unter- haben. stüßung aus der Therese Leßmann- Stiftung, wobei etwa zwanzig Sophien- Gymnasiums, Professor Dieliz, an die Angehörigen der Aus diesem Grunde hat der Direktor des hiesigen neuem an; die Gabel wurde aus dem Kanal gezogen und es begann ein erbitterter Kampf zwischen beiden. Unterstützungen zu vertheilen waren, seien einmal über 3000 Ge- Schüler dieser Anstalt die Mittheilung gerichtet, daß diese über- atten sich Hund und Fuchs nicht derart ineinander fuche eingegangen, und bei anderen derartigen Gelegenheiten feien triebene Ausdehnung der Abschiedskommerse von dem gesammten und der Kanal deshalb aufgebrochen werden mußte, um die gebissen, daß sie weder vor= noch rückwärts konnten, 800-1000 Besuche eine nicht mehr auffallende Erscheinung" Lehrerkollegium entschieden gemißbilligt wird, daß die Eltern um wüthenden Thiere zu trennen, so trieb der Hund den Fuchs am Ta die Bearbeitung aller dieser Gesuche viel unnütze Mühe und ihre Mitwirkung zur Unterdrückung dieser Unfitte gebeten werden anderen Ende des Kanals hinaus und der Fuchs lief in die Kosten verursacht, so hält die Deputation die Bestimmung mancher und den noch auf der Schule befindlichen Gymnasiasten die Theil Manege, gefolgt von dem Hunde, so lange umber, bis der Bursche Stifter, öffentlich zur Bewerbung aufzufordern, für unpraktisch. Die Deputation scheint mit diesen, der Stadtgemeinde von pri- nahme bei Strafe der Entlassung verboten wird. Das ist unrecht ihn mit der Zange aufgekniffen hatte. Zwischen die Zwangseisen mancher Beziehung üble Erfahrungen gemacht zu haben. Sie verwirft linge schneidig werden, wenn sie nicht frühzeitig ihr bischen Hirn der aufgeregte Hund her. Oft hatten sich Hund und Fuchs vaten Wohlthätern zur Verfügung gestellten Fonds überhaupt in vom Gymnasialdirektor. Wie sollen die jungen Bourgeoisspröß gequetscht, lag der Fuchs alsdann wehrlos, und über ihn fiel Rechtsanwalt Oster( Aachen). nommen. Lokales. in das Roller'sche " " Völlerei verpulvern dürfen? auch die Sitte, gewisse Tage( Geburts, Todestage u. f. w.) zur derart ineinander verbissen, daß sie nur mit Stäben und durch Vertheilung vorzuschreiben, was die richtige Verwendung der Der Sedantag ist, wie nachträglich berichtet wird, den bei Aufgießen von Wasser getrennt werden konnten. So dauerte das Gelder gleichfalls erschwere. Bei einem Blick in die Liste der den drei Abtheilungen des hiesigen tgl. Leihamts beschäftigten Schauspiel vor Frauen und Kindern von morgens 9 Uhr bis Stiftungen flößt man übrigens noch auf allerlei andere Verkehrt- Tagarbeitern gleichfalls nicht bezahlt worden. Es fällt das nachmittags 4 Uhr; immer wieder wurden neue Hunde in den heiten, die aber von dem System der Wohlthätigkeitspflege aus umfomehr ins Gewicht, weil die davon Betroffenen bei dem Bau gelassen und halbtodte Füchse durch andere ersetzt. Wir " baben Leute gehört, welche den abgesperrten Raum mit dem s soll ein ärztliches Gutachten eingeholt und dann die Verunglückte niederzutrampeln, und wenn man dann die Vertreter und Träger Ausruf verließen: Wie entsetzlich!" selbst über den Unfall eingehend vernommen werden. Wie es dieser Kultur zu Hunderten in einem Raum beieinandersieht, wie sie sich in infamer Bildungsheuchelei heute vor den Klassikern verneigen Ob die Behörde auch hier den grausamen Unfug unbean- scheint, wird das Mädchen mit dem Leben davonkommen. standet geschehen lassen wird? und morgen in ehrlichem Entzücken vor irgend einem ungeschlachten Seitdem der Arbeiter Woldeck am Maybachufer erstochen Wert der Nadauliteratur. Soll man da nicht auflachen? Ich Wozu der Sedanpatriotismus gut ist. In der„ Volks- worden, finden allabendlich dort und auf den Kölnischen Wiesen habe nie viel vom Kunstgeschmack Neu- Berlins gehalten. Was Zeitung" lesen wir:„ Wenn man patriotische Schriften verlegt, polizeiliche Streifzüge statt, bei welchen zahlreiche obdachlose die Geibel und andere 1870 fangen und prophezeiten, hat sich tann man sich zuweilen recht bös verrechnen. Das mußte zu Personen, auch Dirnen und Zuhälter, festgenommen werden. feinem Leidwesen, wie uns geschrieben wird, kürzlich der Verleger Gestern Morgen war das ganze Rixdorfer Amtsgefängniß mit längst als Eitelkeit der Gitelkeiten erwiesen. Die BlüthenDer Schriften eines bekannten Hofpredigers erfahren, dessen solchen Personen angefüllt, die nach erfolgter Vernehmung theils träume der nationalistischen Ringer von der Kulturverfeinerung Feder regelmäßig bei allgemeineren Jubiläumsfeiern eine Fest wieder entlassen, theils als Landstreicher Dem Gericht überwiesen gingen nicht in Erfüllung; auch nicht in Berlin. Wo man aber der Geistesarmuth in so nackten Formen begegnet, wie z. B. am schrift zur Welt bringt. Besagter Verleger glaubte die Sache wurden. Wie die Rixdorfer 8tg." berichtet, soll der bei einer Dienstag im Berliner Theater, da wird man doch noch verdutzt. besonders geschickt anzufassen, indem er nach seiner Angabe an etwa folchen Streife von der Berliner Kriminalpolizei verhaftete mit einer Analyse der beiden Akte, die ich gesehen habe, 44 000 Schulen je ein Exemplar eines auf oben geschilderte Weise zu" Arbeiter" Friedrich Müller zugegeben haben, den Woldeck will ich die Leser dieses Blattes nicht weiter behelligen. In der stande gekominenen Sedanbüchleins versandte und in einem An- erstochen zu haben. Die Obduktion der Leiche des W. hat am grobsträhnigen Weise der Kolportageromane wird ein junger schreiben gute Bathschläge beifügte, wie die Lehrer es anzufangen Dienstag Nachmittag stattgefunden, wobei als Todesursache ein Graf vorgeführt, dessen Nichtswürdigkeiten zum Himmel ſtinten. hätten, um möglichst viel Exemplare der verlangten Schrift ab- Stich ins Herz, der die innere Verblutung herbeigeführt, fest- Gegen ihn ist Franz Moor ein kreuzbraver Bursche. Der Graf zusehen. Einer dieser Rathschläge lief sogar darauf hinaus, die gestellt wurde. sucht nun in wilder Hast den Sohn eines Gutsnachbars in Lehrer möchten sich bei ärmeren Kindern mit Theilzahlungen Wieder ausgegraben worden ist in der Nacht zum Holsteinschen, einen Jüngling ohne Makel und Fehl, zu verderben. von fünf Pfennigen pro Woche begnügen. Etwa 1000 Schulen gingen richtig auf das patriotische Geschäft ein, eine fernere An- Dienstag die Leiche des Formers Mosolf, der um die Mitte des Da Der Pfennigreiter" als Schauspiel bezeichnet wird, so ist zahl übersandte den Preis des unverlangt erhaltenen Buches, einige vorigen Monats auf dem Emmaus- Friedhofe in Rixdorf- Brig wohl anzunehmen, daß zum Schluß der Gute über den Bösen Lehrer schickten es unfrankirt mit Angabe des Absenders zurück beerdigt worden war. Die Ausgrabung steht indessen nicht mit triumphiren wird. und mußten Strafporto zahlen, weil die Verlagshandlung die An- irgend einer Strafthat in Verbindung, sondern ist lediglich eine nahme mit der Begründung:„ Absender unbekannt!" ver- Privatsache. Frau Mosolf ist nämlich bei der Unfallversicherung weigert hatte, die meisten aber gaben die Antwort, die in solchen um eine Rente eingekommen, weil ihr Mann in Ausübung seines Abgeordneter Stadthagen hat wegen der in der VerhandFällen die einzig richtige ift: fie ließen die Zusendung un- Berufes den Tod gefunden habe. Die Versicherung hat sich nun beantwortet. Und was that der Herr Verleger nun? Er ver- zur Ermittelung der Todesursache an das Polizeipräsidium geng wider ihn am 18. September vom Staatsanwalt und vom schickte ein Rundschreiben, in welchem unter anderem der Satz wendet und dessen Abtheilung Il hat die Leiche ausgrabe Vorsitzenden gebrauchten, von uns im Gerichtsreferat wiedervorkommt: Dieses außergewöhnliche Angebot erfolgte in der lassen, um durch ihre Deffnung feststellen zu lassen, worangegebenen Redewendungen die Beleidigungsflage gegen StaatsAnnahme, daß, wenn auch nicht alle, so doch der größte Theil Mann gestorben ist. Von einer gerichtsärztlichen Deffnung ist anwalt Dr. Eger und Landgerichts- Direktor Leonhardt eingeleitet. nicht die Rede. Charakteristisch für die Berichterstattung in der bürgerlichen Presse der Herren Lehrer genügend patriotischen Sinn besitze, um nach Prüfung des empfangenen Probebuches mit Freuden die Ein Zwist mit ihrem Bräutigam hat die 20jährige Ar- ist es, daß deren Referat über jene Gerid, tsverhandlung die jetzt zum Gegenstand der Beleidigungsklagen gemachten Aeußerungen gebotene Gelegenheit wahrzunehmen, ihren Kindern bei Ge- beiterin Agnes B., die aus Potsdam stammt und hier bei ihrer nicht wiedergegeben und auch sonst den Gesammtfachverhalt entlegenheit der Sedan Schulfeier eine auf die großen Gedenktage Mutter in der Fürstenbergerstr. 10 wohnt, veranlaßt, Sift zu bezugnehmende Festschrift überreichen zu können." Und ferner: nehmen. Man fand das Mädchen Mittwoch Morgen um 7 Uhr be- stellt gebracht hat. Bu meiner eigenen Beschämung muß ich Ihnen nun mit- wußtlos auf und brachte es mit einem Wagen in ein Krankentheilen, daß mein in die patriotische Gesinnung der Herren haus. Hier ist es wenige Stunden nach der Einlieferung geLehrer gesettes Vertrauen gründlich getäuscht wurde". Dann storben. folgt eine erneute Mahnung, für den Vertrieb des Büchleins zu sorgen. Also dazu sind die unpatriotischen" Lehrer noch Vermißt wird seit dem 24. September der 27 Jahre alte immer gut genug! Hoffentlich aber werden sie in Zukunft wissen, Bautischler Carl Krüger. Da vermuthet wird, daß ihm ein was sie von einem derartigen Geschäfts- Patriotismus zu halten in dieser Beit etwas von ihm gehört haben, ersucht, seinen Unglück zugestoßen ist, so werden Kollegen oder Bekannte, welche haben und ihm überhaupt keine Vorspanndienste mehr leisten. -Was sagt der Herr Hofprediger Rogge zu der Art, wie sein Bruder, den Tischler August Krüger, Prinzenstraße 80, IV, 3u Verleger Herr Ed. Thiele in Dresden den Patriotismus der Lehrer benachrichtigen. herabsetzt, weil sie den buchhändlerischen Spekulationen dieses Herrn nicht nach Wunsch Vorschub leisten? 1 00 So schlimm wie die Volts- Zeitung" die Sache darzustellen sucht, ist sie nach bürgerlichen Begriffen ja gar nicht. Der patriotische Verleger des patriotischen Hofpredigers hat, wie hunderte anderer Geschäftsleute, den nationalen Festtag" benußt, wozu er gerade gut war, nämlich zum Geschäfte machen. Wieviele pfiffige Patrioten gäbe es überhaupt, die für den St. Sedan schwärmen würden, wenn er nicht ihren Privatinteressen in der einen oder andern Weise zu gute gekommen wäre? Der Kaufmann v. B., der sich Montag Abend auf dem Flur seines Hauses eine Revolverfugel in die Schläfe jagte, ist im Krankenhause seinen Verletzungen erlegen, ohne das Bewußt sein wiedererlangt zu haben. Der Dr. med. 3., der Gift genommen hat, lebt noch. Um fich das Leben zu nehmen, begab sich am Montag Nachmittag um 3 Uhr der 30 jährige verheirathete Schneidermeister Tylinski aus der Feilnerstraße 1 in die Gastwirthschaft von H. in der Möckernstraße und nahm sich ein Zimmer. Als der Gaft sich bis 8 Uhr abends nicht wieder hatte blicken lassen, Mit der Auszahlung der Einquartierungsgelder scheint tam dem Wirthe die Sache unheimlich vor. Er ging in das es in ziemlich gemessenem Schritt zu gehen. Im Potsdamer Bimmer hinauf, um nachzusehen und fand Tylinski an einem Biertel haben bekanntlich zur Zeit des heiligen Sedan Soldaten Stricke an der Thür hängend todt auf. Auf einen Zettel, hatte in Quartier gelegen, selbstverständlich auch bei Leuten, die wenig zu T. geschrieben, daß eheliche Verhältnisse ihn in den Tod getrieben verschenken und vor allemt nichts zu kreditiren haben. Dennoch, hätten. so schrieb uns ein Leser vor einigen Tagen, habe ich die EinAus dem Fenster gestürzt ist am Dienstag Nachmittag um quartierungs- Billets, als ich mich, nachdem mehr denn drei 5 Uhr das zweijährige Pflegeföhnchen der Schneidermeister Wochen verflossen waren, an das Magistratsbureau, Spandauerstraße 17, wandte, nicht bezahlt bekommen; man fagte mir ein- Albrecht'schen Eheleute aus der Alten Jakobstraße. Das Kind fach, ich solle nur warten, bis der Steuererheber mir das Geld fiel, als die Pflegeeltern es während der Vorbereitungen zum ins Haus brächte. Hoffentlich verhalten sich hinfort auch Staat Umzuge unbeaufsichtigt laffen mußten, aus dem Bodenfenster und Kommune den Einwohnern gegenüber so lange geduldig, auf den Hof hinab und starb auf der Stelle an einem Schädel bruche. bis es diesen paßt, den Behörden die Steuergroschen ins Haus zu bringen. Von der Möbelfuhre abgestürzt ist während seines Vom Dirigenten der ersten städtischen Fortbildungs- zuges der Arbeiter Bärmann, der am Dienstag Abend seine Be schule wird uns geschrieben: Die erste städtische Fortbildungs- hausung von der Soldiner nach der Wollantstraße verlegen schule für Jünglinge und Männer in der Wasserthorstraße 31 wollte. B. hatte dazu einen mit Verdeck versehenen Möbelwagen hat für das am 9. Oktober beginnende Winterhalbjahr auch einen gemiethet und, als die Wirthschaft aufgeladen, ließ sich B. einen Kursus in Gesezeskunde in ihr Lehrprogramm aufge- Stuhl auf das Verdeck bringen und nahm dann auf dem luftigen nommen. Anmeldungen für alle Fächer fönnen täglich in der Sitze Play. In der Nähe der neuen Wohnung jedoch fiel der Beit von 7 bis 9 Uhr abends im Schulgebäude eine Treppe Stuhl um und B. stürzte kopfüber auf das Straßenpflaster. Der erfolgen. Arbeiter erlitt dabei so schwere Verlegungen, daß er, nachdem ihm auf der Sanitätswache in der Pantstraße die erste Hilfe zu theil geworden, mittels Krankenwagens nach dem Lazarus Krankenhause überführt werden mußte. Zur Kunstgewerbe- Museum werden in diesem Vierteljahr Im Kunstgewerbe- Museum werden in diesem Vierteljahr drei Byllen von je 10 Vorlesungen, zu denen der Zutritt jedem unentgeltlich freisteht, abgehalten werden und zwar stets in der Beit von 81/ 2-91/ 2 Uhr abends. Es spricht Dr. Alfred Gotthold Meyer über deutsches Stulturleben des Mittelalters in seiner Be ziehung zu den dekorativen Künsten( Montags, Beginn 7. d. M.) Regierungs- Baumeister Richard Borrmann über die Kunst des Bauschreiners( Dienstags, Beginn 8. d. M.) Dr. Richard Graul über die Kunst des 18. Jahrhunderts( Freitags, Beginn 11. d. M.). Adolph Meuzel soll, wie einige Blätter mittheilen, aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstages zum Ehrenbürger von Berlin ernannt werden. Witterungsübersicht vom 2. Oftober 1895. Stationen. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Wetter |( 5° C. 4° R.) Gerichts- Beitung. Einen auffallenden Beschluß fakte gestern die Straf kammer des Landgerichts Berlin 1. Es wurde eine Sache wider den Genossen, Abgeordneten Stadthagen aufgerufen. Es handelte sich um zwei Artikel in einer Beilage des Vorwärts" vom Oktober 1894, die Stadthagen verantwort lich gezeichnet hatte. Dieselben beziehen sich auf die Art von Arretirung in Weißensee. Durch die Artikel soll Stadthagen Behandlungen Arretirter auf Polizeiwachen und auf eine bas Polizeipräsidium und einen Gendarmen beleidigt haben. Ursprünglich waren aus den beiden in derselben Nummer enthaltenen Notizen zwei Anklagen eingeleitet und die Verbindung beider trotz wiederholter Beschwerden des Beschuldigten abgelehnt. Erft die Ferien- Straffammer hatte den wiederholten Anträgen Stadthagen's, die Etraffachen, die beide ein und dieselbe unter Antlage stehende Handlung betrafen, zusammenzuziehen, stattgegeben. Der zur Verhandlung auf den 9. September anberaumte Termin wurde jedoch aufgehoben. Eine Ladung zu einem neuen Termin hatte weder Stadthagen noch sein Vertheidiger, wie uns mitgetheilt wird, erhalten. Demgemäß war auch keiner von ihnen zum gestrigen Termin erschienen. Daraufhin beantragte der Staatsanwalt die Verhaftung Stadthagen's wegen Fluchtverdachts, da er annahm, Stadthagen sei ordnungsmäßig geladen. Der Gerichtshof beschloß, den Termin zu ver tagen, neuen Termin auf den 9. Oktober anzuberaumen und Stadthagen zu diesem vorführen zu lassen. Gegen diese Anordnung hat Stadthagen, dem durch einen Zuhörer die Mita theilung über diesen Beschluß gemacht wurde, Beschwerde ein gelegt. Es wird sich wohl bald herausstellen, durch welche Zufälle der Stadthagen noch sein Vertheidiger Kenntniß vom Tern erhalten hatten. " Gerichtsaffessor Pigulla. Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Beleidigung, Körperverlegung 2c. hatten sich gestern der Gerichtsassessor Pigulla und die unverehelichte Anna Stubbe vor der dritten Straffammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Der Sachverhalt, bei dem es sich um ein sehr böses Abenteuer auf der Polizeiwache handelt, wird von der Anklage wie folgt dargestellt: In der Nacht zum 7. Juli, gegen 4 Uhr morgens ging der Gerichtsaus einer Gesellschaft von Rechtsanwälten, assessor P., Philologen 2c. kommend, mit der angetrunkenen zweiten Angeklagten Arm in Arm die Alexandrinenstraße entlang. An der Strengung mit der Dranienstraße wurde er von dem Bäckerjungen Schiwinski mit einem Handwagen angefahren und da er glaubte, daß dies absichtlich geschehen sei, so stellte er den Jungen zur Rede und gab ihm schließlich auch einen Schlag nach dem Kopf. Er wurde darauf von einem aus dem nahegelegenen Polizeibericht. Am 30. v. M. vormittags gerieth in der Polizeibureau heraustretenden Schuhmann aufgefordert, ihm nach Hochstraße ein vierjähriger Knabe unter die Räder eines Geschäfts- der Wache zu folgen und nun soll sich der Angeklagte in wagens und erlitt anscheinend schwere innere Verlegungen. gröblichfter, unbegreiflicher Weise bei ommen haben. Auf der In der Prenzlauerstraße gerieth mittags ein Kutscher beim Ab- Polizeiwache soll er zunächst sich geweigert haben, feinen Namen laden eines schweren Fasses mit dem Arm unter dasselbe und zu nennen, er soll ferner gesagt haben, er sei ein hoher Beamter", wurde schwer verletzt. Abends sprang eine Frau aus einem ein Vorgesetzter" der Schußleute, die doch nur Knechte" feien. Fenster ihrer im vierten Stock eines Hauses am Kottbufer Ufer Schließlich soll der Schuhmann Hartmann versucht haben, ihn in belegenen Wohnung auf den Bürgersteig hinab und fand bald die Sistirzelle zu bugfiren, dabei soll er sich mit Händen und darauf den Tod. An der Ecke der Parochial- und Klofter- Füßen widersezt und der Schuhmann Hartmann unter straße wurde ein Arbeiter durch einen Rollwagen überfahren Beihilfe mehrerer anderer Schuhleute ihm Fesseln angelegt haben. und an der Brust sowie innerlich schwer verletzt. Auf dem Bevor dies aber gelang, soll er dem Schuhmann Hartmann mit Die Berliner Lesehallen theilen uns mit, daß sie der Flur eines Hauses in der Bergmannstraße versuchte ein Mann der geballten Faust heftig aufs Nasenbein geschlagen haben. stetig wachsenden Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung Rechnung fich zu erschießen und verlegte sich schwer am Kopfe. Jm Der Angeklagte Pigulla bestreitet die Richtigkeit dieser Be tragen durch Errichtung einer besonderen übersichtlich geordneten Laufe des Tages fanden vier unbedeutende Brände stait. schuldigungen. Er sei von dem Jungen vorfäßlich angefahren Abtheilung die gesammte Gewerkschaftspresse Laut Partei- Verund durch eine schnoddrige Redensart zu dem nicht sehr zeichniß umfassend. heftigen Schlage gereizt worden. Er sei absolut nicht an. getrunken, höchstens ermüdet gewesen. Sofort, nachdem der Junge, der dem Polizeibureau die Milch liefere, sich entfernt, fei ein Schußmann an ihn herangetreten und habe ihn, ohne zu fragen, was eigentlich passirt sei, nach der Polizeiwache fiftirt. Dort habe er, weil ihn der ganze Borfall sehr genirte, allerdings verweigert, feinen Namen zu nennen und möglicherweise habe er dabei Redewendungen, wie„ Vorgesetzter" 2c. gebraucht. Da habe der Schußmann Hartmann gesagt Macht doch mit dem Kerl teine Umstände!" und habe ihm gleich ins Gesicht geschlagen, worauf auch er die Hand gegen den Beamten erhoben habe. Man habe ihn darauf bauchlings auf den Fußboden gedrückt und seine Hände gefesselt, er habe um Hilfe gerufen und darauf fei die Stubbe ängstlich heraufgekommen, um zu sehen, was los sei. Darauf habe er gesagt:" Das ist ja hier eine Behandlung wie von Knechten." Man habe ihn zwei Stunden in der Jsolirzelle gehalten und erst um 7 Uhr morgens habe man ihn herausgelassen. Er habe vorher wiederholt gebeten, ihn in Freiheit zu lassen, aber die Antwort erhalten: Sie werden wir schon noch tirre triegen, Sie werden noch nicht entlassen!" Als er dann entlassen werden sollte, habe er den Beamten bemerkt, daß er den Borfall der " Post" und der„ Staatsbürger Zeitung" mittheilen werde, worauf man ihm erwidert habe: Ach was, wir schwören!" Er habe dann warten wollen, bis der Reviervorstand käme, aber als der Lieutenant Römer fam, war schon ein Schuhmann bei ihm gewesen. Auf Befragen des Vorsitzenden mußte Berliner Theater. Nur zwei Atte von den vieren, aus der Angeklagte zugeben, daß er sich schließlich überhaupt nicht denen das neue Schauspiel„ Der Pfennigreiter" von C. v. Waldbeschwert habe. Auf den Ausdruck der Verwunderung des Zedtwit und Sawersky besteht, vermochte der Schreiber Präsidenten, daß ein Mann in der Stellung des Angeklagten Der Betriebsunfall der Arbeiterin Johanna Dykiert, der dieser Zeilen am Dienstag im Berliner Theater mit anzuhören. sich solche Behandlung ohne Beschwerdeführung am 25. v. M. im Monopol Hotel auf dem Wäscheboden durch Es bleibt immer eine seelische Folter, auf der einen Seite gefallen läßt, versichert der Angeklagte, daß er mit eine Transmissionswelle mit dem Haar die Kopfhaut abgerissen brutalste künstlerische Verwilderung zu sehen und auf der anderen mehreren Bekannten Rücksprache genommen und den Rath erDas halten habe, nichts weiter aus der Sache zu wurde, beschäftigt jetzt auch die Kriminalpolizei. Es handelt sich eine blöde Menge, die dieser Verwilderung zujauchzt. Das halten habe, nichts weiter es machen, da er fünf oder sechs Schuleute um die Untersuchung der Schuldfrage. Soviel steht bereits fest, also ist ein gut bürgerliches Familientheater, wie Direktor Die in Prasch Programm dachte. gegen seinem sich habe. daß die Welle, die das hochgeschlagene Haar der Berunglückten sich Angeklagte Stubbe, bearbeiten die faßte, mit einem Schutzblech nicht versehen war. Das Fehlen Mit groben, plumpen Fäusten Autoren ein sittenpolizeilich mehrfach vorbestraftes Mädchen, dieser Sicherheitsvorrichtung ist sowohl von der Polizei, als auch ihr Publikum und dies Publikum merkt nicht, daß es geprügelt dauert den ganzen Vorfall und macht zu ihrer Entschuldigung von ter Berufsgenossenschaft hervorgehoben worden. Ob es zu wird. Wenn man sich die alten Phrasen vorhält von den sozia- geltend, daß sie start angetrunken gewesen sei. Als der Aneiner Strafanzeige kommen wird, steht noch dahin. Zunächst I listischen Hunnen, die sich rüsten, die geheiligte bürgerliche Kultur| getlagte Pigulla auf die Wache gebracht worden, habe sie draußen Die englische Gasgesellschaft hat sich auf die vielfachen Beschwerden der Bürgerschaft in den von ihr versorgten Vororten wegen der Verweigerung einer Herabsehung des Stoch- und Heizgas- Preises auf den für Berlin zugebilligten Sah jetzt endlich dazu verstanden, auch den Vorortbewohnern entgegenzukommen. Und zwar hat sie den Gemeindevorständen der betheiligten Vororte bereits Bertragsentwürfe zugehen lassen, in denen der Preis für alles nicht zu Beleuchtungszwecken verwendete Gas wie in Swinemünde Berlin auf 10 Pf. pro Kubikmeter herabgesetzt wird, wenn die Hamburg Berlin Gemeinden auf diesen Theil der ihnen von dem Gasertrag zuStehenden Rente verzichten. Im Falle der Annahme dieser Bedingung soll der Vertrag dann binnen furzem in traft treten. Wiesbaden München Wien. • Windstärke 190-01- NON( Stala 1-12) E nach Celsius 758 756 DSD . 758 Nebel Nebel wolfenlos 12 12 11 758 Still 762 © 20 wolfenlos wolfig 13 15 761 760 Still SW 2 766 752 G NW 736 WNW 6 halb bedeckt Nebel woltig halb bedeckt bedeckt 11 8 12 8 8. Die Unduldsamkeit eines Hauswirthes ist die mittel Haparanda. bare Ursache eines schweren Unfalles geworden, der Betersburg am Montag einem Kinde zustieß. Der Eigenthümer des Cort. Hauses Hochstraße Nr. 32 erlaubt nicht, daß die Kinder Aberdin der Thür des Paris. vor feiner Miether auf dem Hofe oder Grundstücks auf dem Bürgersteige spielen. Die Kleinen werden. so oft fie fich dort spielend und lärmend tummeln, weggewiesen. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 3. Oftober 1895. So geschah es auch am Montag Vormittag um 1012 Uhr. Unter Ziemlich trübes, am Tage kühleres Wetter mit Regenfällen der furchtsam davon eilenden Kinderschaar befand sich auch der und frischen westlichen Winden. 4 Jahre alte Sohn Walther der in dem bezeichneten Hause wohBerliner Wetterbureau. nenden Vergolder Zorn'schen Eheleute. Der kleine Knabe founte seinen Spielgenossen über den Straßendamm hinweg nicht schnell genug folgen, um einem herankommenden zweispännigen GeSchäftswagen auszuweichen. Er wurde von dem Gefährt gefaßt und überfahren, erlitt eine Quetschung des Halfes und der Wirbelsäule und wurde so schwer verletzt, daß ihn die Mutter in ein Krankenhaus bringen mußte. Kunst und Wissenschaft. " " " be= Streit. 1 Eintracht I, gewartet und sei erst hineingestürzt, als sie laute Hilferufe gebracht, deren Aussagen indeffen zum theil gegenstandslos waren, Augustin. Gesangverein Junge Eiche, Sandstr. 1 bei W. Gleise. Gesangv. Oberon, hörte. Sie habe den Angeklagten gefesselt auf dem Bauche zum theil mit den Aussagen der übrigen Zeugen sich deckten. Der Alpenröslein, Bergstraße 60 bei Silgenfeld. Oranienstr. 121 bei Dsw. Grauer. Alpenrose, Forsterstr. 22 b. Tilgner. liegend vorgefunden. Richtig sei es, daß sie selbst sich zuerst Angeklagte Pigulla bat in furzen Worten um seine Freisprechung, Edelweiß III, Wollinerstr. 62. Morgenroth I, Rummelsburg, Türr-. einen falschen Namen zugelegt und sich als Frau des Angeklagten noch einmal betheuernd, daß er sich unschuldig fühle. schmidtstr. 33 bet Fechner. Gesangverein Widerhall, Naunynftr. 86 bet bezeichnet habe. Sie wisse nichts davon, daß sie die Beamten Gefangverein Morgengrauen, Neue Friedrichstr.44 bei Röllig. Der Gerichtshof hielt die Angeklagten für überführt. Mit Gesangverein Syra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bei maschesti. Knechte" genannt habe. bezug auf den Angeklagten Pigulla führte der Vorsitzende, Land- Gesangverein Vorwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39, BisDie Beweisaufnahme beginnt mit der Vernehmung des gerichtsrath Röseler, folgendes aus: Das Verhalten desselben marcshöhe“. Arbeiter- Gesangverein Spandau in Spandau, bei Radtte, Glasarbeiter, Köpenick, Rosenstr. 101 bei Troppens. 14 jährigen Laufburschen Przybilski, welcher folgende Aussage auf der Straße sei ein solches gewesen, wie man es von einem Neumeisterfir. Fe Gefangverein Gesangverein Feldblume, Lübbenerstr. 30 bet Meyer. macht: Ich fuhr mit meinem Handkarren in der Frühe des gebildeten Menschen nicht erwarten solle. Wegen der Mißhand- Sängerlust, Werder a. S., Kugelweg. Edelweiß III, Wollinerstr. 62, 7. Juli durch die Alexandrinenstraße, als der Angeklagte und feine lung und Beleidigung des Hausdieners könne aber eine Bestrafung Restaurant. Männerchor Süd- Ost, Köpenickerstr. 191 bei Foge. Begleiterin den Damm überschreiten wollten. Ich hielt mit meinem nicht erfolgen, weil der Strafantrag von einem erst Summerscher Gesangverein", Langeftr. 65 bet Dwezared. Männer- Gefangverein Süd- West, Chamisso- Play 4 bei N. Ihloff. Karren still, damit sie vorüberfonnten, nachdem der Angeklagte mir 14 jährigen Menschen gestellt sein. Insoweit müsse das Verfahren Freiheitstiänge III, Luckenwalde, Jüterbogtstraße bei W. Hize. zugerufen hatte: Du hältst still, bis wir vorbei sind!" Der also eingestellt werden. Es bleiben somit die Vergehen des orbeerzweig, Swinemünderſtr. 36 bet Sübner. Angeklagte blieb aber vor meinem Wagen stehen. Ich wartete Widerstandes gegen die Staatsgewalt und der Beamtenbeleidigung Nieder- Schönweide, Grünauerstraße bei Stretter. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. eine Weile, worauf ich sagte: So gehen Sie doch, ich habe übrig. Der Gerichtshof habe keinen Zweifel an der Schuld des alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: P. Gent, teine Zeit, hier länger zu stehen. Darauf fagte der Angeklagte: Angeklagten gehabt und den Schuhleuten vollen Glauben ge- Dresdenerfir. 107/108, 1. Stfl. IV. Donnerstag: Rauchtlub BrüderlichGeselliger Klub der alten Was willst Du L. junge? Gleichzeitig gab er mir eine schenkt. Von einem Manne, der selbst berufen sei, das Richter: teit, Bucklerstr. 49 bei Schuhmacher. Dhrfeige, daß mir der Kopf brummte. Ich rief nach einem amt auszuüben, könne ein strafbareres Verhalten kaum gedacht Schuhmann und ebenso einige Leute, welche die Mißhandlung werden. Es seien dem Angeklagten mildernde Umstände nicht gesehen hatten. Es kam ein Schuhmann, der den Angeklagten bewilligt worden, denn wenn man dies im vorliegenden Falle fragte, ob er einen Grund gehabt habe, mich zu schlagen. thun wolle, wie könnte man dann einem Manne aus dem Der Angeklagte erwiderte: Das geht Sie gar nichts unteren Stande in einem ähnlichen Falle solche versagen? Der Der Schutzmann verlangte jegt, daß er mit Angeflagte sei zu einer Gefängnißstrafe von vier zur Wache gehen solle. Ich mußte auch mit zur Wache. Hier Monaten und drei Wochen, die Mitangeklagte Stubbe, sollte er seinen Vornamen angeben. Er nannte sieben bis acht die ihres Standes und Bildungsgrades wegen milder anzusehen sei, Namen. Da kam ein Schuhmann aus der Nebenstube hervor mit einer Woche Gefängniß und drei Tagen Haft und sagte, wir sollten uns doch nicht zum Narren halten lassen zu bestrafen. und forderte den Angeklagten auf, ordentlich seinen Namen zu sagen. Das habe ich nicht nöthig," erwiderte der Angeklagte, ich bin ein hoher Beamter, ich bin Euer Vorgefehter, Ihr seid Knechte!" Er steckte sich dann eine an." " 1 sie in die Ecke. Versammlungen. Moabiter, Emdenerstraße bei Schirmer. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Gesangverein & pra, abends 9 Uhr im Restaurant Johannisftr. 20.- 11 197 lebungsstunde Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 1hr Uebungsstunde bei Brüning, Rosenthalerstr. 11-12. Gesangverein Jugendfreuden, Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstraße 57. Bfropfenverein Wedding, abends 8% Uhr Sigung beim Restaurateur Bergnügungsverein Alpengrün, abends von Wolff, Gerichtstr. 44. 9-11 Uhr mit Damen bei Voltmann, Beuffelstraße 32. Geselliger Verein Frobsinn bei Geite, Swinemünderstr. 20, abends 9 Uhr, Sizung mit Damen. Tambourverein Froh- Frei, Uebungsstunde Montags und Geselliger Verein Hertha Donnerstags e Uhr bet Rausch, Hussienſtr. 9. abends 9 Uhr Sigung bei Rudo, Lübbenerstr. 27. Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Münsberg, Louisenufer 52. Rauchklub Kernspige, Abends 9 Uhr, bet 2. Böhl, Rüdersdorferstraße 8. Rauchklub Pfeifendeckel, Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Langestr. 24. Rauchtlub Felfenfest bei H. Schmidt, Köpenickerstr. 171. Statklub Grand Schwarz, abends von 9 bis 11 Uhr bet E. Stein, Verein Stenographenschule, 8-11 Uhr: unentgeltlicher UnterArends'scher Stenographen Verein Christburgerstr. 46. Der Verein deutscher Schuhmacher, Filiale I, hielt am 23. d. M. seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab, in der Genosse Hoffmann einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über Glaube und Vernunft" hielt. Unter Bereinsangelegen heiten" forderte der Kassirer die Vertrauensmänner in den Fabriken richt und uebungsstunde für Schüler und Gin Apollobune", Genbelfir. 30. abends» uhr, unterricht und nebung in der ganz vereinfachten Arends'schen Stenographie. Sigarette an, der Schuhmann nahm sie ihm aber weg und warf Angeklagter( zum Zeugen): Wie kamen Sie dazu, den gen): Strafantrag zu stellen? Präf.: Sie haben keine Frage an den Zeugen zu richten. Zeuge, sind Sie von anderen Perfonen auf, die Mitgliedsbücher mehr zu kontrolliren, damit sie regel- Lothringerstraße 105.- Bithertlub Heimathstlänge 1895. Neue Hochbeeinflußt worden, den Strafantrag zu stellen? 3euge: Ich wurde nach einigen Tagen zum Polizeilieutenant Römer gerufen, der mich fragte, ob ich gegen den Angeflagten Strafantrag stellen wolle. Als ich bejahte, hat der Lieutenant mir den Strafantrag diktirt. mäßig abgestempelt werden können. Zum Schluß wurde noch bekannt gemacht, daß am 26. Oftober ein Vereinigungstränzchen bei Miest, Weberstr. 17, stattfindet.sta Bitherflub Gleichheit, Uebungsstunden abends 9 Uhr bei Neumann, straße 49( Wedding). Geselliger Arbeiterverein Hoffnung bei Gittler, Bergnügungs- und Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage abends 8 Uhr. Touristentlub Freie Brüder, abends 9 Uhr bet Roll, Adalbertstr. 21. Ruderverein Vorwärts, abends 9 Uhr in den Oranienhallen, Oranienstraße 51. Stattlub Sanfter Heinrich b. H. Brandt, ReichenbergerStattlub Süb, abends 8% Uhr, im Lokal von Paul Müller, Stattlub Grand Schwarz, abends von 9-11 Uhr bei Stattlub Grün Wenzel bei Schmidt, ! Metalldrücker. In der am 25. September stattgefundenen ftraße 122. Gräfestr. 31. Branchenversammlung aller in den Lampen-, Metall- und Bronce. Stein, Christburgerstraße 46. fabriken sowie Metallbrückereien beschäftigten Arbeiter in Sans- Dalldorferstr. 31. Le Cercle de Conversation Française se rassemble tout Ics fouci, Rottbuserstr. 4a, referirte der Genosse A. Hoffmann über die kapitalistische Sintfluth. Redner weist darauf hin, daß nur jeudis soir à 9 h. dans son local„ Zum Patzenhofer", Leipzigerstr. 136. durch fortgesetzte Agitation für die Organisation bessere Zustände zu schaffen sind, und fordert von allen Anwesenden, welche noch nicht dem Verband angehören, daß sie demselben beitreten. Zum der Vermischtes. Ter folgende Zeuge, Droschkenfutscher Klöwig, giebt eine Darstellung von der Straßenszene, die sich im wesentlichen mit der des Vorzeugen deckt. Der Angeklagte und seine Begleiterin hätten sich höchst auffällig benommen. los start angetrunken gewesen. Der er ſei zweifelDer Junge habe aus freien Stücken respektvoll gewartet, um das Paar vorübergehen zu lassen, es sei entschieden unwahr, daß eine der beiden Personen von dem Karren berührt worden sei. Der Angeklagte zweiten Punkt: Wie stellen wir uns zu der Ueberstundenarbeit? Der Schriftsteller Harbert Harberts in Hamburg hat habe dem Burschen eine heftige Ohrfeige gegeben, fand eine rege Diskussion statt, in welcher theilweise für und fich in der Nacht zum Dienstag erschossen, wie es heißt wegen ohne daß eine Veranlassung dazu vorgelegen. Er gegen gesprochen wurde. Ein Antrag, in nächster Zeit eine Nahrungssorgen. Er hatte sein 49. Lebensjahr noch nicht habe dann, als der Schuhmann zugegen war, noch zweite Bersammlung mit derselben Tagesordnung einzuberufen, vollendet. einmal zum Schlagen ausgeholt, sich aber wohl eines anderen wurde angenommen. besonnen, als er die drohende Haltung des Publikums wahr An der britischen Küste tobten in der Mittwoch Nacht nahm. Das Verhalten des Angeklagten sei nicht das eines In der Versammlung der Einfeger( Tischler), welche am und am darauffolgenden Tage heftige Stürme. Im Bristoler gebildeten Mannes gewesen, dagegen habe der Schutzmann eine Montag bei Röllig tagte, gab der 1. Punkt der Tagesordnung: Ranal erfolgten zwei Schiffbrüche, bei denen 6 Personen er Berichterstattung außerordentliche Langmuth an den Tag gelegt und wenn der Angeklagte nur dessen gütlichem Bureden gefolgt wäre, so Rommission, Gelegenheit au lebhafter Diskussion. Gegen gefahren. würde die Geschichte schwerlich ein gerichtliches Nachspiel gehabt den Delegirten Misch, der der Versammlung unter nichtigen Gründen ferngeblieben war, wurden Klagen erhoben, daß er sein haben. Von den Vorgängen auf der Wache weiß der Zeuge Mandat nur sehr mangelhaft ausgeübt und die Abrechnung der melden vom Mittwoch; Die Poſt aus Japan brachte heute Der Schuhmann Haack bekundet, daß, als er von dem gesammelten Beträge bisher unterlassen habe. Sein Stellvertreter Bäckerjungen herbeigeholt worden war, er dem Angeklagten Ge- in der Gewerkschafts- Kommission ist seiner Pflicht auch nicht in legenheit habe geben wollen, sich ruhig zu entfernen. Erft als dem Maße, wie man erwartete, nachgekommen. Die Versamm diefer zum zweiten Male nach dem Jungen schlug, habe er auf lung wählte darauf einen neuen Delegirten zur GewerkschaftsE3 entwickelte sich dann die Frage nach seinem Namen sechs bis acht Vornamen hinter- Kommission und einen Stellvertreter. einander hergesagt, sich aber fortgesetzt geweigert, feinen Watersnamen noch eine Debatte über die Frage, ob die sogenannte Lichtund seinen Stand zu nennen. Er habe nur immer wieder gesagt, er fommission, welche darauf zu achten hat, daß in den Wintersei hoher Beamter" und" Vorgesetzter der Schutzleute", dann monaten nur bei Tageslicht gearbeitet wird, wieder in Funktion hochintereffante Voltsversammlung, die von wenigstens 400 Per habe er sich eine Bigarette angezündet und den Schuyleuten treten soll. Man nahm von der Einsetzung einer Kommission auch solche angeboten. Die Beamten hätten ihm die brennende schließlich Abstand und verpflichtete jeden einzelnen Kollegen, Bigarette aus dem Mund genommen, darauf seien beleidigende dafür zu ftreben, daß keine Arbeit bei künstlichem Licht herRebensarten seitens des Angeklagten gefolgt und es habe sich gestellt wird. nichts. " Die Cholera in Japan. Die„ Central News of Germany" offizielle Mittheilungen betreffs der Ausdehnung, welche die Cholera dort angenommen hat. Danach sind in der mit dem 14. September endenden Woche 620 neue Cholerafälle vorgekommen, wovon 425 mit tödtlichem Ausgange. Von den bisher verzeichneten 42 073 Cholera- Erkrankungen haben 28 078 mit dem Tode der Betroffenen geendet. Wie Pfarrer Meyer den Darwin vernichtet. Gine fonen besucht war, tagte am 22. v. M. abends in Wilst er. 13 punkt 8 Uhr die Bersammlung eröffnet wurde, war der Saal so gedrängt voll, daß niemand mehr hinein konnte. Der Pfarrer Meyer- Wilster hatte sich nämlich erboten, einen Vortrag entrüftet sich derselbe die Nothwendigkeit ergeben, ihn in die Sistirzelle zu bringen Pankow. Der Arbeiterverein für Pankow und Umgegend über die Darwin'sche Theorie zu halten und da hatten es sich die und zu feffeln. Er habe dabei sich widersetzt, um sich zu beißen verhielt am 28. September in Thieme's Lindengarten zu Nieder- Genoffen nicht nehmen lassen wollen, Benge der kritischen Verfucht und den Schuhmann Hartmann einen Fauftschlag auf die Nase Schönhausen eine Versammlung ab. Da der Referent nicht er- nichtung des großen Forschers zu sein. Mancher freilich wußte, gegeben, so daß das Blut hervorgeschossen sei. Die übrigen zur fchienen war, wurde der erste Punkt von der Tagesordnung ab- daß es mit der kritischen Vernichtung so ein eigen Ding sein Vernehmung kommenden Schußlente, namentlich der Schuhmann gesetzt. Der Vorsitzende wies darauf hin, wie durch das Nicht- würde, da als Korreferent zu der Versammlung der Genoffe ReHartmann, bestätigen in jeder Beziehung die Darstellung erscheinen des Referenten der Verein schwer geschädigt werde, dakteur Ströbel aus Kiel bestellt worden war. Man hatte ihres Kollegen, wonach sich der Angeklagte so sonderbar be- man könne sich deshalb gar nicht wundern, wenn der Besuch der freilich dem Herrn Pfarrer keine Mittheilung davon nommen habe, daß die Beamten zu der Meinung gekommen seien, Versammlungen immer schwächer würde. Unter Vereins- gemacht, und das war, so sehr er leide an Größenwahnsinn. Er habe wiederholt Ihr Knechte!" mittheilungen besprach Genosse Krause die Verlegung der Lese- nachher auch stellte, sehr gut fo. Herr Pfarrer Meyer glaubte und:„ Ich bin der Herr und Ihr die Knechte!" gerufen, auch wieder- Abende, die jetzt jeden Freitag nach dem 1. und 15. eines jeden sich nämlich ganz außer Gefahr und stellte daher Behauptungen holt gedroht, es ihnen zu besorgen. So habe er namentlich Monats in Störr's Lokal, Mühlenstraße zu Bankow, stattfinden. auf, die zu vertheidigen er sich nachher außer stande sah und die feine, des Zeugen, Nummer von der Schulter abgelesen und da Die Versammlung beschloß dann noch auf Antrag des Genossen er im anderen Falle vorsichtig unterlassen haben würde. Herrn er darin zwei Sieben gefunden, habe er zu ihm gesagt:" Mann, Hoffmann, am Sonntag, den 6. Oktober cr., einen Ausflug nach Meyer's Vorlesung dauerte 3/4 Stunden. Derselbe war nicht ich bedauere Sie. Wie kann man aber auch eine solche Un- Woltersdorf bei Mühlenbeck zu unternehmen. Treffpunkt ganz ohne Fleiß zusammengestellt, doch war er von vornherein glücksnummer tragen! Sie werden diese wohl bald ab- morgens 8 Uhr in Thieme's Lokal, Lindenstr. 25 zu Nieder- in seiner ganzen Struktur deshalb hinfällig, weil der Herr legen müssen!" Er habe darauf dem Angeklagten geantwortet: Schönhausen. Diejenigen, welche per Kremser diese Partie mit- Pfarrer von der Darwin'schen Theorie annahm, was ihm in den Sie könnten höchstens sich selbst bedauern, nicht aber mich!" machen wollen, mögen sich bis Freitag, den 4. d. M., beim Ge- Kram paßte, und widerlegte", was sich mit seinem theologischen Der Standpunkte nicht vereinbaren laffen wollte. Eeine ganzen Angeklagte habe weiter allerlei unlogische Redens noffen Hirschmeier, Florastraße, oder beim Genossen Hoffmann, Einwendungen gegen die Darwin'sche Descendenztheorie liefen arten gemacht und geäußert: Wenn ich schwöre, Raiser Friedrichstr. 15, melden. Die Genossen werden ersucht, schließlich darauf hinaus, daß dieselbe mit dem chriftlichen dann gilt es soviel als sech 3 von Euch!" sich recht zahlreich zu betheiligen. Er habe, nachdem er endlich seinen Namen genannt, Arbeiter- Bildungsschule. Während der Ferien vom 1. bis intl. 15. Ot: Dogma im Widerspruch stände und deshalb unrichtig sein feine Entlassung gebeten,„ da er feinen Amts tober fällt der Unterricht in beiden Schulen aus. Die Bibliotheken und Lese- müßte. Schließlich wies er noch auf den göttlichen Funken" geschäften in Moabit nachgehen müsse" und als man ihm dann zimmer sind jedoch allabendlich von 7%-10% Uhr geöffnet. Dieselben befinden hin, der in der Brust eines jeden Menschen lebe und der es die Feffeln abnahm und er die Striemen an den Händen be- fich Waldemarstr. 14 und Müllerstr. 179a. Zentralverband deutscher Konditoren, Pfefferküchler u. verw. Bez zur Gewißheit machen müsse, daß die" Affentheorie" ein Frrmertte, gemeint: er tönne mit solchen Händen unmöglich den rufsgen.( Cofalverein Berlin.) Jeden Donnerstag nach dem 1. unb 15 im wahn sei. Wer sich seines Menschenthums und der GöttlichVorsitz im Schöffengericht führen. Die offenbar angetrunkene Monat: Versammlung im Restaurant Wernau, Rosenthalerstr. 67. teit seiner Seele" so wenig bewußt sei, daß er die Darwin'sche Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Theorie vertrete, der verdiene das tiefste Mitleid. Natürlich ist zweite Angeklagte habe die Schuyleute gleichfalls wiederholt Knechte" Benifchlands( Zweigverein Berlin). Donnerstag, den 8. Ottober, abends damit der Gedankengang des Vortrages des Herrn Pfarrers nur genannt, zuerst behauptet, daß sie die Ehefrau des Angeklagten sei, dann io uhr, bet Röllig, Neue Friedrich fir. 44: General- Versammlung. einen falschen Namen genannt und nach längerer Zeit erst zur abends 9 Uhr, bet Wilte, Andreasfir. 26: General- Versammlung mit Neu- gegnung des Genossen Ströbel selbst in dürren Worten die Arbeiter- Radfahrerverein Berlin. Donnerstag, den 3. Oftober, ganz kurz angedeutet. Herr Pfarrer Meyer gab nach der EntNennung des richtigen Namens sich verstanden. Der Angewahl des Vorstandes. flagte P. bleibt dem gegenüber dabei, daß er auf der Polizei- Berliner Kranken- Unterstübungs- und Begräbnißverein für mitleiderweckende Erklärung ab, daß er nicht im stande sei, die wache von vornherein aufs schimpflichste behandelt worden sei Frauen und Mädchen. Heute, abends 9 Uhr: Vorstandsstzung bei ihm durch Ströbel zu theil gewordene Widerlegung feinerseits Matschte, Andreasstr. 18. Neue Mitglieder werden jederzeit in folgenden noch einmal zu widerlegen, daß er sich gezwungen sehe, be= und eine Beschwerde nur unterlassen habe, weil er eben den Babistellen, sowie bei den Vorstandsmitgliedern aufgenommen: Frau Eiden der Schuhleute gegentiber doch nichts ausgerichtet hätte. tolle, S., Oranienftr. 126, 2 Tr.; Frau Berger, NO., Waßmannstraße dingungslos die Waffen zu strecken. Ja, ja, es ist so ein eigen Er giebt die Nummern derjenigen Schuhleute an, die außer den Nr. 36, 2 Fr. Frau Waschau, N., Gichendorffitr. 2, 3 Tr.; Frau Ding, der Kampf mit geistigen Waffen, das dürfte auch noch vernommenen in jener Nacht noch auf der Polizeiwache gewesen, und gebauer, S., Dresdenerstr. 18, Hof 2 Tr.; Frau Heinrich, SW, manch anderem geistigen und geistlichen Kämpen klar werden. Gitschinerstr. 2, Keller; Frl. Schlichting, N., Prinz Eugenstr. 1, 4 Tr.; bittet, diese vorzuladen und zu diesem Zweck den Termin zu vertagen. Frau Niede, SO, Wrangelfir. 72, 2. Tr.; Frl. Schulz N., BrunnenPapierverbrauch der Welt. Nach dem„ New- York Staatsanwalt Kleine verkannte nicht, daß der Ausgang der Ber- raße 172, 3 Tr.; Frau Sachse, O., Koppenftr. 57 Seller D.& ife: Herald" giebt es auf der ganzen Erde 3985 Papierfabriken mit handlung für den Angeklagten von außerordentlicher Tragweite Borsigender, N., Bantfiraße 21, 4 Tr.; E. Gerlach, Kassirer, SO., Ma einer Gesammterzeugung von 7904 Millionen Buch im Jahre. sei, er fämpfe geradezu um seine Existenz. Dies könne ihn, den sefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, abends 8% Uhr, Die Hälfte alles dieses Papieres verbrauchten die Buchdruckereien; Staatsanwalt, aber natürlich nicht veranlassen, dem An- bei Schröder, Wiesenfir. 39. Neue Beit, abends 8% Uhr, Boyenfir. 40, bei 600 Millionen Buch entfallen auf Zeitungen. Wenn man die geflagten gegenüber eine andere Stellung einzunehmen, als Ecke. einzelnen Länder betrachtet, so verbraucht das meiste Papier der ihm die Pflicht gebiete. Er habe nun durchaus feine Ber- Sozialistischer Lese- und Distuttrtlub, abends 8½ Uhr, Engländer, nämlich 111/2 Millionen Buch im Jahresdurchschnitt. anlassung, an der Glaubwürdigkeit der Zeugen zu zweifeln und Nach ihm kommt der Amerikaner mit 104, der Deutsche mit müsse demnach beide Angeschuldigten im weitesten Um 8 Millionen, der Franzose mit 71/2 Millionen Buch. In Desterfange der Antlage für überführt ansehen. Die Beweis: reich und Italien ſtellt fich die Durchschnittsziffer auf aufnahme habe ein geradezu vernichtendes Ergebniß gehabt. Der 31/2 Millionen Buch, und zum Schluß kommen der Mexikaner Fall sei mit betreff auf den Angeklagten Pigulla um so schwerer zu mit 2 Millionen, der Spanier mit 1/2 Millionen und der Russe beurtheilen, da derfelbe zu den gebildeten Kreisen gehöre, eine höhere mit 13/8 Millionen Buch. gesellschaftliche Stellung einnehme und dem Juristenstande angehöre. Er beantrage gegen ihn wegen des Widerstandes gegen die Staatsgewalt und der Beamtenbeleidigung eine Gesammt ftrafe von 300 m.*), gegen die Mitangeklagte Stubbe wegen der Beamtenbeleidigung 30, wegen der Angabe des falschen Namens 10 M. Geldstrafe. Der Angeklagte P. blieb dabei, daß seine Dar stellung des Sachverhalts der Wahrheit entspreche. Es müßten noch mehr Schußleute dem Auftritte auf der Wache beigewohnt Der Gerichtshof haben und er beantrage, auch diese zu laden. beschloß, diesem Antrage stattzugeben und die Verhandlung so lange zu vertagen, bis die sofort herbeizurufenden Schuhleute erschienen seien. Es wurden noch zwei Schuhleute zur Stelle Mit diesem überraschend milden Antrage vergleiche man die Anträge der Staatsanwälte gegen politische Verbrecher". Red. d. Vorw." riannen- Ufer 5, Hof part. Gieshoit. Süd- Ost, bet Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Klub der Freunde bei Gnabt, Puttbuserstraße 32. Reichenbergerstr. 157, Sigung. August Geib, abends 9 Uhr im Restaurant Zubeil. Lese- und Di stutirtlub Reimer. Sigung jeden Donnerstag, abends 8 Uhr, bet Seibel, Gerichtsstr. 19. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Donnerstags: Kollegia, bet Böcker, Naunynſtr. 78. Korea, Borndorferstr. 17 bei Hoffmann. Mehr Licht, weißensee, Elsaßftr. 16 bet Straßburger. ahrer Jatob, Simeonftr. 28 bei Flick. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Berfigender Ad. Neumann, Basewalkersir. 3. Alle Aenderungen im Bereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffeljtr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis 11 uhr: uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesango. FreundKönnen die Fische hören? Diese Frage scheint im ersten fchaft I, Brunnenstr. 143 bei Fischer.- Borwärts II, Schönhauser Allee 28 Moment seltsam, da ja mannigfache Erzählungen über das Gehör Frühlingsluft, Bülowstraße 59 bet Werner. bet stelle. Brezel der Fische verbreitet sind; so sollen sie z. B. beim Ertönen einer Dorfglödlein, Glocke oder auf die Stimme ihres Herrn zur Fütterung herbeifluß, Drantenstr. 121 bei Oswald Grauer. Deutsch- Wilmersdorf, Berlinerstraße Nr. 40 bei Klingenberg. Baget nicht, Steglitz, Schloßftr. 66a, Sur Börse. Borar, Manteuffelstr. 9 bei eilen und dergleichen mehr, aber wissenschaftlich ist die Frage Nowac.-armonie I, Tempelhof, Dorfftr. 18 b. Gerth.- Steinfeger noch niemals untersucht worden, obgleich es doch eigentlich Kreuzberger feltfam genug wäre, wenn Thiere, welche keine Töne erzeugen, verein, Stoppenfir. 47 bet Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner Vor wenigen Wochen hat Kürschner, Weinstr. 11 bei Feindt.- Arbeiter: Gefangverein Oranien. Dr. Kreidl in Wien die Frage experimentell geprüft, angeregt Ackerstr. 123 bet Martens. Dft und durch die Thatsache, daß dem sog. Gehörorgan der Fische die burger Borstadt, Westpreußischer Männer Gesangverein, Blumenstraße 82 Arbeiter Gefangverein Morgenroth IV, bet Reich. Schnecke fehlt, d. i. derjenige Theil desselben, durch welchen bei Köpenick, bet Schulz, Schönlin derstraße 9. Arion II, Artonaplag i uns und anderen Thieren das Hören vermittelt wird. Butunft III, Welten i. d. M., Wilhelmstv. 19 im Hotel bei Schermann. 2. Grunow. Liedes Echo, Reichenbergerfir. 118 bei Stöppen.- Treu und eft, Lebuferfir. 6 bei Nemig.- Gerstenähre( Brauer), Blumenftr. 38 bet Wiedemann. Arbeiter Gesangverein Bineta, Kastanien- Allee 11 bei Sänger chor, Ruftanien Allee Mr. 28 bet Fiebiger. Harmonie, Echönleinstr. 6 bet kraag. Flöter'scher Gesang= ein entwickeltes Gehör hätten. E stellte länger als ein halbes Jahr sorgfältige Unterfuchungen mit Goldfischen an und fand dabei, daß sie gegen Gr schütterungen, selbst gegen sehr leises Pochen an ihrem Behälter, fich sehr empfindlich zeigten, indem sie schnell hin- und her- wie wir also dann nicht sagen, wir hören die Stimmgabel, I auf Rente. Heirathet sie, so erhält sie den dreifachen schwammen, daß sie dagegen gegen Töne, die in der Luft und sondern wir fühlen ihre Vibrationen( Schwingungen), so wenig Betrag der Jahresrente als Abfindung.- K. H. 66. 1. Der im Wasser erregt wurden, ganz unempfindlich blieben; die letzteren tönnen wir also auch von den Fischen sagen, daß sie hören. wurden erregt, indem man Metallstäbe von verschiedener Länge ins Wasser tauchte und mit einem Biolinbogen anstrich. Dabei war es sehr interessant, zu sehen, wie die Fische bei leiſem Betupfen der Stäbe mit dem Finger oder Dem Violinbogen unruhig hin- und herschossen, bei Austreichen mit dem Bogen aber vollkommen ruhig blieben. Nur in besonders aufgeregtem Zustande, nämlich mit Strychnin vergiftet, empfanden sie auch einen lauten Knall( Pistolenschuß), bei welchem starte Erschütterungen der Luft erzeugt wurden. Nunmehr wurde das Verhalten der Thiere untersucht, nachdem ihnen das Gehör- Organ herausgeschnitten war. Es zeigte sich, wie aus der Analogie mit anderen Thieren von vornherein vermuthet wurde, daß es als Gleichgewichtsorgan gedient hatte, indem die Thiere beständig von einer Seite auf die andere, sowie auf den Rücken fielen; dagegen war ihr Verhalten gegen Töne vollkommen ungeändert: selbst leise Erschütterungen empfanden sie sofort und in aufgeregtein Zustande von Tönen solche, die mit heftigen Lufterschütterungen verbunden sind( lauter Knall). Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder An frage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Buchhandlung übermittelt. 2. Nein. H. E. Ist richtig. " E. H. Nein: unter welchen Voraussetzungen allein die Rückerstattung von Klebebeiträgen erfolgen fann, ist z. B. unter ,, Soziale Rechtspflege" in Nr. 228 des Vorwärts" vom 29. September ausführlich dargelegt. Franz. 1. Wenden Sie sich an Ihre Gewerkschaft. 2. Ja. 3. Ja. 4. Nein. C. S. 100. pflichtet, ist aber berechtigt, die Kosten von der Gemeinde, in der Nixdorf ist zur vorläufigen Unterbringung der Kranken ver Sie Ihren Unterstüßungswohnsiz haben, erstattet zu verlangen. Wenden Sie sich mit einer Beschwerde an den Landrath und den Kreisausschuß. Briefkasten der Expedition. Mittwoch, Freitag und Sonnabend abends von 7-8 Uhr statt. Die juristische Sprechstunde findet am Montag Zwei Streitende. In Hamburg existirt ein Krematorium. F. Prüß wird ersucht, seine Adresse dem Kassirer der Vergolber, S. Späth, Berlin NW., Wilsnackerstr. 39, mitzutheilen. Die Sammelliste 1084 der Vergolder ist verloren gegangen, sie ist Annenstr. 16 im Streitbureau abzugeben. H. G., Moabit. Ja. Für die Familien der im Essener Meineidsprozek - 1895. Ihre erste Anfrage ist bereits unter dem 26. September mit Nein beantwortet. Die Verurtheilten gingen bei uns ferner ein: - N. W. 108. Die zweite Frage ist mit Ja zu beantworten. Verbreitung von Bekanntmachungen, Plakaten und Ausrufen Abrechnung von sechs Vereinen durch A. Strubel 13,-. auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen oder taufe vom falten Norden 2,20. Verein G. B., gesammelt durch Es hat somit das Gehörorgan der Fische, wenigstens bei der anderen öffentlichen Drten( die Rechtsprechung rechnet P. B. 3,-. Unbekannt 0,50. Von den Görlitzer Genossen 80, untersuchten Art, mit ihrem Empfinden von Tönen garnichts zu auch Restaurationen hierzu), ist nach dem altpreußischen Preß- Puzer- Kolonne Potsdam, Königstraße 5,-. Potsdam, Liste 5 thun; sie empfinden vielmehr Erschütterungen, die von Tönen gefeß von polizeilicher Erlaubniß abhängig. Da Flugblätter durch Meister 2,80. Geburtstagsfeier einer rothen Gesellschaft ausgehen können und sich im Wasser fortpflanzen, wahrscheinlich leicht als Aufrufe und dergleichen betrachtet werden können, 4,20. Rurgan 1,50. 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Moabit) durch einen besonders entwickelten Hautfinn, also durch das Ge- geht die alte Regel dahin: Flugblätter nicht an öffent. 700,- Von einem verrotteten Juristen in 2. 100,-. fühl. Wie wir also, wenn wir z. B. die Bewegungen einer lichen Orten zu verbreiten. Summa 914,15 M. Bereits quittirt 10434,33 m; in Summa K. M., Wörtherstraße. Ja. Stimmgabel nicht mit dem Ohre wahrnehmen, wohl aber mit 100 2. Wenn die Wittwe des Unfallrentners Mutter eines 11 348,48. dem Gefühl des Fingers oder der Lippen bei leisem Berühren, außerehelichen Kindes wird, verliert sie keineswegs ihren Anspruch Budapest. Abonnement geht bis 19 November. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 3. Ottober. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Falstaff. Schauspielhaus. Mirandolina. Deutsches Theater. Der Wider spenstigen Zähmung. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Lessing Theater. Gräfin Frizzi. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Reise nach dem Mars. Neues Theater. Claudia. Cavalleria rusticana. Schiller- Theater. Die Maler. Residenz- Theater. Der Rabenvater. Borher: Aber die Ehe! Adolph Ernst- Theater. Parade bummler. Central- Theater. Eine tolle Nacht.. Alexanderplah- Theater. Ein Kind Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas a. G. Urania an Nowawes 0,70. Eine kleine Anzahl Rother 1,25. Rothe KindSozialdemokratischer Wahlverein Anstalt für volksthümliche für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Naturkunde. Novität! Bum 30. Male: Novität! Am Landes- Ausstellungspark Eine tolle Nacht. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Wilh. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. In Szene gefeht v. Dir. Richard Schultz. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Zum 29. Male: Eine tolle Nacht. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Gastspiel des Frl. Georgine Sobjeska vom fgl. National- Theater zu Agram. Nur zwei Aufführungen: Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich von Schiller. der Liebe. Vorher: Wahn und Regie: Mar Sam st. Wahnsinn, oder: Sie ist wahnsinnig. Maria Stuart: Frl. G. Sobjesta a. G. National- Theater. Maria Stuart. Morgen: Die Räuber. Theater Unter den Linden. Die ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Ganz neues SpezialitätenProgramm. Wer ist der Vater? Posse von Anno. Musik von Grimm. Regie: E. Stempel. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Entree 10 Pf., 30 Pf. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Direktion: R. Winkler. " Nur noch kurze Zeit! American- Theater. Bulgarien in Alexanderplatz- Theater Circus Jansly- Leo. Berlin. Die Millionenerbin von Nixdorf. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Alexanderstr. 40. Direktion: Max Samst. Um 7½ Uhr: Pikante Novität! Pikante Novität! Friedrich Karl- Ufer. Donnerstag, den 3. Oktober, abends 8 Uhr: General- Versammlung am Donnerstag, 3. Oktober, abends 8½ Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Diskussion. 3. Vortrag des Genossen Herzfeld über Kommunales". 4. Diskussion. " 238/6 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 3. Oktober, abends 81/2 Uhr: General- Versammlung im Alten Schükenhaus, Linienstraße 5. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und des Kassirers. 2. Neuwahl des Gesammt 245/4 vorstandes und der Revisoren. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Achtung! IV. Wahlkreis. Louis Keller's Festsäle, Stoppenstraße 29. Sonntag, 6. Oktober: 6. Stiftungs- Fest des fozialdemokratischen AgitationsKlubs für den Offen Berlins bestehend aus Vokal und Instrumental- Konzert, Theater und turnerischen Aufführungen Schiller- Theater. Ein Kind Ein Kind der Liebe. Gr.Extra- Vorstellung. unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins„ Liedesfreiheit", Mitglied des ( Wallner- Theater.) Donnerstag: 3um 1. Male: Die Maler. Freitag: Die Mater. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater 25/26. Chaufferstr. 25/26. Vorletzte Woche des Gastspiels der Liliputaner. Jeden Abend 71/2 Uhr: Die Reise nach dem Mars. Sonnabend, 5. Oktober, nachm. 3 Uhr: Grosse Kinder- Vorstellung. Zum 2. Male: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Sonntag, den 6. Oktober, nachm. 3 Uhr: Die Reise nach dem Mars. Kinder nachmittags halbe Preise. Adolph Ernst- Theater. Bum 31. Male: Paradebummler. Besetzung der Hauptrollen: Anna Bäckers, Josefine Dora, Jda Schlüter, Adolph Ernst, Julius Eyben, Hugo Haßkerl, Richard Jürgas, Guido Zielscher, Karl Weiß, Georg Worlißsch. Anfang 7/2 Uhr. Rein Aufgeld. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sittenbild in 4 Aften v. Max Halpern. Zum Schluß: Wahn und Wahnsinn oder Sie ist wahnsinnig. Schauspiel in 2 Akten von Melesville. Bearbeitet von W. Lembert. Regie: Mar Samst. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaiser- Panorama ( Passage). Hochinteressant! Nord- Ostsee- Kanal. à Reise 20 Pf. Kinder 10 Pf. Vereinsbillets ermäßigte Preise. Der größte Tip!! war's, das Mannweib zu engagiren. Mlle. Mary Arniotis Das schöne Modell 1 Weib gegen 7 Männer jeden Abend 9½ Uhr. Kaufmann's Variété Theater Königstrasse, Kolonnaden. Ferner 18 Capacitäten. Konzerthaus Sanssouci Passage- Panopticum. Kottbuserstr. 4a. Jeden Donnerstag und Sonntag Soiree der altbeliebten Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 Bf. bei Kessler, Kottbuser Thor. Grossartiges Programm! Freitag: Victoria- Brauerei. 42 Mädchen vou andern Ende der Welt ( Samoa). Sens. Programm. Ringkampf: Pohl- R. Zillinsky, Besitzer der Meisterschaftsmedaille von Berlin. Morgen: Vorstellung. Fren- Palast Burg- n. Wolfgangßr.- Edie. Direktion: Winkler u. Fröbel. Zum 1. Male in Berlin. Die tollkühnen Kometen der Luft Stephan u. Olivier fliegendes Trapez. Paradebummler Berliner Volkstypen dargestellt v. Wilh. Fröbel, sowie die mit unbeschreiblich. Erfolg aufgenomm. 18 neuen Glanznummern. Anfang: Wochentags 7/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. MöbelAusverkauf wegen Umzuges zu außergewöhnlich billigen Preisen. V " Arbeiter- Sänger- Bundes, sowie des Turnvereins ,, Fichte". Die Musik wird ausgeführt von den Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker". Nach dem Konzert: Grosser Tanz. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Aufang 4 Uhr. Eröffnung 3 Uhr. Entree 25 Pf. Offene Kaffe. Am Montag, den 30. September, verfchied nach einfährigem Krankenlager unser Kollege 5486 Hermann Boehm. Die Beerdigung findet am Freitag, den 4. Oftober, abends 5 Uhr, auf dem neuen JerufalemerKirchhof in Briz statt. Die Kollegen der ,, National- Zeitung". Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend zur Nachricht, daß das Mitglied 257/5 Ludwig Zahl an den Folgen eines Unglücksfalls am Sonntag, den 29. September, gestorben it. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. Oktober, nachmitt. 4 Uhr, vom Trauerhause Rügenerstr. 11 aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Studateure! Zahn- Klinik 8646 Preise event. Theilzahl. Frau Olga Jacobson, Jnvalidenstr. 145. 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Heute ist sie die stärkste Partei des Kreises. Aus den Segerkreisen wurde allgemein der Wunsch geäußert, Die Sozialdemokratie hat ferner feine Gelegenheit versäumt, die Angelegenheit so lange auf sich beruhen zu lassen, bis über die ihre Size in den Landtagen der Einzelstaaten zu vermehren. Die selbe ein Beschluß der Generalversammlung des Deutschen Buch- Sozialdemokratie hat in dem sächsischen Landtag 14, in dem bayeridruckerverbandes vorliege. Der Verbandstag der Buchdrucker, fchen 14, dem württembergischen 2, dem badischen 3, dem Die Kunde von der jähen Unterbrechung des„ neuen Kurses", der vom 17. Juni ds. Js. ab in Breslau tagte, erklärte sich mit hessischen 3, dem altenburgischen 4, und dem weimarischen, dem von dem Sturze Caprivi's und Eulenburg's, traf am Vorabend allen gegen 3 Stimmen gegen die Abschaffung der Akkordarbeit. gothaischen, dem meiningischen, dem reußischen j. 2. und schwarzdes Schlusses des Parteitags in Frankfurt ein. Wie wenig unsere Der Beschluß lautet:" In der Einführung des gewissen Geldes burgischen Landtag je ein Mandat inne. Partei von derartigen Wandlungen berührt wird, spiegelte sich vermag die Generalversammlung eine Förderung der Gehilfen- Umfangreiche Vorbereitungen für die im Herbst stattfinden. in der Thatsache ab, daß des Vorgangs auf dem Parteitag mit interessen erst dann zu erblicken, wenn die für diesen Entlohnungs- den Ergänzungswahlen haben die Genossen in Sachsen und feinem Wort Erwähnung geschah. Erst in seinem Schlußwort modus nothwendigen Voraussetzungen vorhanden sind. Bei der Baden getroffen. fand Genosse Singer Gelegenheit, unter der einmüthigen be- jeht üblichen Gepflogenheit, das gewisse Geld immer mehr auf Die Betheiligung der Genossen an den Gemeindewahlen geisternden Zustimmung der Delegirten zu betonen: Wir das Minimum herabzudrücken, bei möglichst hohen Leistungen, wird immer stärker. In fast allen deutschen Staaten sind die fürchten auch nicht den allerneuesten Kurs, wir stehen ihm gebes Lohnes wie die Beschränkung der persönlichen Freiheit herbei- ragendsten jedoch im Königreich Sachsen. Obgleich dort wie in würde diese Entlohnungsweise zur Zeit nur das Herabsinken Genossen in die Gemeindevertretungen eingedrungen. Am hervor Die erste Episode des Thatendranges des neuesten Kurses führen." den meisten anderen Staaten das Gemeindewahlrecht auf die uns gegenüber, die Umsturzvorlage, hat jammervoll Schiffbruch Nach Ansicht des Vorstandes bleibt die Beseitigung der Wahrung der Klassenvorrechte der bürgerlichen Gesellschaft zugelitten. Das Steuer versagte, weil jede Interessengruppe der Akkordarbeit erstrebenswerthes Ziel. Jedoch ist derselbe nach geschnitten ist. alten Gesellschaft Steuermann spielen wollte, eine Gruppe die bak die Beseitigung der Altordarbeit im Buchbruckergewerbe identische Begriffe, das geht namentlich aus der Betreibung der reiflicher Erwägung aller einschlägigen Momente der Meinung, Sozialdemokratie und Arbeiterklasse werden immer mehr andere im Verdacht des Freibeuterthums hatte. Nach einiger Zeit politischer Windstille ertönten abermals die im jezigen Entwickelungsstadium der wirthschaftlichen Verhält- Wahlen zu den Gewerbegerichten unzweideutig hervor. Außer Unfenrufe nach einem gegen uns gerichteten Ausnahmegefeß. nisse der Gesammtheit der Arbeiter keine nennenswerthen Wor- drei uns bekannt gewordenen Ausnahmen haben allenthalben in Auch dieses läßt uns talt. Was auch in Zukunft noch für theile, einem großen Bruchtheil der Buchdrucker aber erhebliche der Klasse der Arbeiter die Kandidaten der klassenbewußten Pläne zur Lahmlegung unserer Propaganda ausgeheckt werden Nachtheile bringt. Arbeiterschaft den Sieg davongetragen; in mehreren Fällen auch mögen, die Partei wird jeden gegen sie geführten Streich zu interessen damit am besten dienen zu sollen, die Ausführung des liche Beisitzer Genossen. In Offenburg erhielt z. B. die sozialAus diesen Erwägungen glaubte der Vorstand den Arbeiter in der Klasse der Unternehmer. In Frankfurt a. M. find sämmtFrankfurter Beschlusses vorläufig auf sich beruhen zu lassen, um demokratische Liste 264 von 270 abgegebenen Stimmen, in Pforz dem Parteitag Gelegenheit zu geben, sich nochmals über die beim 1648 gegen 160 Stimmen. Das glänzendste Resultat Sache zu äußern. erzielte Chemniz. Troß der gewaltigsten Anstrengungen brachten In einer Reihe von Parteiorten waren feit geraumer Zeit es die Gegner nur auf 99 Stimmen, denen 3679 sozialdemokratische Differenzen der Genossen unter einander vorhanden, zu deren Stimmen gegenüber standen. Als ein schwerer taktischer Fehler Beilegung mehrmals die Mitwirkung des Vorstandes beansprucht muß es aber bezeichnet werden, wenn Genossen, durch vorauswurde. Erfreulicherweise wurde allenthalben das gute Ein- gegangene Siege in Sicherheit gewiegt, in Lauheit verfallen, weil vernehmen wieder hergestellt. Allerorten arbeiten die Genossen der Sieg nicht streitig sei. So siegte z. B. am 16. Dezember v. J. einmüthig in geschlossener Phalang. in Remscheid zwar die sozialdemokratische Liste mit 632 Stimmen, An der felfenfesten Ueberzeugung, Träger und Vollzieher doch waren die Stimmen um mehr als die Hälfte im Vergleich der Wahl vor einer großen Kulturmission zu sein, und dem damit verbundenen zu drei Jahren zurückgegangen, und Pflichtbewußtsein der Genossen zerschellen alle Machinationen obgleich die Wahl an einem Sonntag stattfand. Der fakultative Charakter des unserer Gegner. Gesetzes über die Errichtung der Gewerbegerichte von den Arbeitern schwer empfunden. Häufig kommt es vor, daß Orte mit zahlreicher industrieeller Bevölkerung sich vergeblich um die Errichtung eines Gewerbegerichts bemühen. Wir nennen z. B. Meißen und Luckenwalde. In dem für Meißen ergangenen ablehnenden Außerordentlichen Schwierigkeiten begegnet die Agitation für Bescheid der Amtshauptmannschaft heißt es sehr charakteristisch: die Arbeiterinnenbewegung. Die Einheitlichkeit der Bewegung Im übrigen ist dem Wunsche der Genossen in bezug auf Durch Beibehaltung der seitherigen Einrichtungen würden verwurde zerstört durch die Auflösung der in Berlin domizilirenden Zuwendung von Rednern seitens des Vorstandes in weitgehendem fchiedene mit der Einrichtung eines Gewerbegerichts verbundene Agitationskommission seitens der Polizeibehörde am 19. Fe- Maße entsprochen worden. Wie in den voraufgegangenen Nachtheile vermieden". Und als solche wurden bezeichnet:" Anbruar d. J.; durch Erkenntniß vom 31. Mai d. J. erhielt die Jahren sind auch im verflossenen Sommer größere Agitationstouren reiz zum unnüßen, ja frivolen Prozessiren, Ausbeutung der Beipolizeiliche Anordnung gerichtliche Sanktion. Auch anderweit, so von dem Vorstand zur Ausführung gebracht. Daß nicht alle sigerwahlen zu politischen Zwecken und Aufwendung nicht geringer in Altona und Nürnberg, verfielen Frauen- Bildungsvereine der Wünsche, die die Genossen hegten, befriedigt werden konnten, fällt often durch die Gemeinden". Ob sich die betreffende sächsische Auflösung, indem der politische Charakter derselben als erwiesen dem Vorstand nicht zur Laft. Die Genossen müssen sich mit dem Behörde klar geworden ist, was für ein Urtheil sie mit dem Erlaß erachtet wurde. Nach dem Fall der Umsturzvorlage verfällt in Gedanken vertrant machen, daß Unmögliches nicht geleistet werden über ein Reichsgesetz fällte? Bayern jede Versammlung der Auflösung, an der Frauen theil- kann und daß die Kräfte einzelner nicht hinreichen, die AnDas Verhalten der Behörden in den angezogenen Fällen ist zunehmen beabsichtigen. Doch Druck erzeugt Gegendruck. Wir forderungen zu befriedigen, die an sie gestellt werden. Mußte die beste Beackerung des Bodens, auf dem die Sozialdemokratie fönnen mit Genugthuung feststellen, daß gerade in diesem Jahre hier und da eine ablehnende Antwort ertheilt werden, so lagen gedeiht. eine so rege Agitation unter den Arbeiterinnen in allen Theilen stets triftige Gründe vor. Deutschlands entfaltet wurde, wie taum zuvor. Mit dem Wachsthum und der Ausbreitung der Partei fällt Nach Schluß des Frankfurter Parteitages trat die neugewählte Parteileitung sofort zu ihrer konstituirenden Sihung zusammen. Die in derselben gefaßten, auf die formale Geschäftsführung Bezug habenden Beschlüsse sind den Genossen in Nummer 256 des„ Vorwärts" vom 2. November v. J. zur Kenntniß gebracht. Ehe das Jahr 1894 zur Rüfte ging, hat die Partei noch zwei größere Rämpfe beendigt. Am 2. November wurde von den Dresdener Genossen der Boykott gegen die Waldschlößchen- Brauerei aufgehoben. Nach halbjährigem, zähe und energisch seitens der Genossen geführten Kampf, tapitulirte die Brauerei fast bedingungslos. In Berlin gelangte die Arbeiterschaft nach achtmonatlichem opferreichen Kampf zu einem ehrenvollen Vergleich in Sachen des Bierboykotts. Den Herren vom Berliner Bierring dürfte nicht danach gelüften, zum zweiten Male der Arbeiterschaft den Fehdehandschuh hinzuwerfen. Der Förderung der Agitation unter den Arbeiterinnen hat auch der Borstand seine Aufmerksamkeit gewidmet. Ein Flug blatt, in dem die sozialpolitische Gleichberechtigung der Frau mit dem Mann gefordert und die Eroberung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts als das Mittel zur Erreichung Des Zwedes bezeichnet wird, hat in einer Auflage von 180 000 Exemplaren Verbreitung gefunden. Agitation. Eine rege Agitation wurde nach dem Schluß des Frankfurter Parteitages von den heimkehrenden Delegirten entfaltet. Die Genossen von Frankfurt und dessen Umgebung hatten die Tagung des Parteitages nach Möglichkeit ausgenußt, Delegirte zu Referaten heranzuziehen. wendung. wird die Ausführung der Agitation in ihren Einzelnheiten immer tagsbeschlusse entsprechend, den gleichen Charakter wie im Die Feier des 1. Mai trug in diesem Jahre, dem Parteimehr den Provinzial- und Kreis Agitationskomitees zu. Ihnen vorigen Jahre. Die würdigste Form der Feier, das Ruhenist die lobende Anerkennung nicht zu versagen, daß sie sich ihrer laffen der Arbeit, tam in stärkerem Maße wie früher zur AnAufgabe mit Eifer und Hingebung gewidmet haben. Ueberall haben im Anschluß an den Parteitag Kreiskonferenzen, Provinzial- und Landesparteitage stattgefunden. Hauptaufgabe Berbrüderung, den Weltfrieden und die Klassenforderungen Die Demonstration am 1. Mai für die internationale derselben war, sowohl die mündliche Agitation zu unterhalten, Die von dem Frankfurter Parteitag, gewählte Agrar- wie auch der Presse eine weitere Verbreitung zu schaffen. Der Arbeiter sichert dem 1. Mai die Bedeutung als Feiertag des Klassenbewußten Proletariats aller Länder. tommission konstituirte sich am 10. Februar in Berlin. Als Er- Im großen und ganzen ist beides den Genossen gelungen. Wo gebniß der Berathungen derselben liegen die vom Vorstand am die eigene Kraft der Genossen nicht ausreichte und das berechtigte einen dauernden Platz in den Herzen der deutschen Arbeiter Gleich der Feier des 1. Mai hat sich die Feier des 18. März 16. Juli d. J. in Nummer 163 des„ Vorwärts" bekanntgegebenen Bedürfniß vorlag, hat der Vorstand nach Kräften Beihilfe erobert. Erweiterungen des Programms dem Parteitag zur Berathung geleistet. und Beschlußfassung vor. Doch muß auch ein Uebelstand erwähnt werden, der sich durch Defter wird von den Genossen über mangelhaften Ver- die Thätigkeit der Kreis- und Provinzialkomitees herausgebildet Der Bestand der Parteipresse ist im abgelaufenen Berichtssammlungsbesuch geklagt. Die Klagen würden verstummen, bat. Bahlreiche Partei Orte haben die Verbindung mit dem jahr fast unverändert geblieben. Neu hinzugekommen ist das seit ivenn die Arbeiter den Versammlungen die gleiche Wichtigkeit Vorstand vernachlässigt. Absatz 2 des§ 4 und§ 5 des Dr dem i. November v. J. von den Genossen in Harburg herausbeilegen wollten, die denselben von der Regierung beigelegt ganisationsstatuts existirt für eine große Anzahl Partei- Orte nicht. gegebene Boltsblatt", das 6 Mal wöchentlich erscheint, und das wird. So wurde in einem von dem Regierungspräsidenten in Diefe Nichtbeachtung kann unter Umständen zu großen Unzus in gleicher Erscheinungsform seit dem 1. April d. J. herausPotsdam am 22. Dezember v. J. erlassenen Rundschreiben den träglichkeiten führen. Ungeachtet dieses Umstandes. ist bei der gegebene Lüneburger Volksblatt". Im übrigen ist sowohl bei Landräthen die peinlichste Ueberwachung und Berichterstattung Ausdehnung der Partei und der außerordentlichen Rührigkeit den politischen wie bei den gewerkschaftlichen Blättern nur eine fiber die gegen die Umsturzvorlage arrangirten Protestversamm der Genossen die Korrespondenz mit dem Vorstand. konstant ge- unwesentliche Aenderung in der Erscheinungsweise zu verzeichnen. lungen empfohlen. Es ist anzunehmen, daß gleiche Verfügungen blieben. Die folgende vergleichende Tabelle giebt ziffernmäßigen Aufin allen Regierungsbezirken erlassen wurden. schluß über den Stand der Parteipresse: Es erschienen: Die frühere Praxis, unsere Parteiorganisation zu einem Verein umzustempeln, ist in Sachsen bereits in Aufnahme getommen. So in Chemniß, Zwickau und neuerdings in Limbach. Schaden ist damit der Partei nicht zugefügt worden. Es geht auch so. In der Zeit vom 1. Ottober 1894 bis zum 31. August d. J. gingen bei dem Vorstand ein: 4361 Briefe und Karten. Zum Versandt kamen in dem gleichen Zeitraum 4109 Briefe und Karten, worin die Zirkulare, Kreuzbandsendungen und Packete nicht mit einbegriffen sind. Im allgemeinen hatte die Agitation unter dem Druck des geschäftlichen Niedergangs und der damit in Verbindung stehenden Arbeitslosigkeit zu leiden. Eine weitere Verfügung des sächsischen Ministeriums des Innern und des Kultus geht dahin, die Kinder von den Festen Die Ver firchlicher oder politischer Parteien fern zu halten. Die Führung schwarzer Listen ist vielfach konstante Praxis ordnung ist zwar im allgemeinen Rahmen gehalten und trägt der Unternehmerverbände geworden. Auch sonst ist von der den Anstrich des gemeinen Rechts, in der Praxis charakterisirt| Unternehmerklasse und von den Behörden alles Mögliche auf= sie sich jedoch als eine Ausnahmebestimmung schlimmster Art, geboten worden, die Agitation unserer Genoffen lahmzulegen. In da nur allein die von den Genoffen ausgehenden Veranstaltungen Berücksichtigung aller diefer Umstände verdient der Agitationsgetroffen werden. eifer und die Opferfreudigkeit der Genossen, die alle Hindernisse überwinden, die vollste Anerkennung. $ Alen " * a) Politische Blätter: 12 1891 1892 1893 1894 1895 wöchentlich 6 Mal 27 32 32 37 39 3 23 20 25 20 20 " " 2 7 6 7 9 8 " 1 10 12 11 8 9 " alle 14 Tage 1 1 " 68 70 73 74 76 b) Gewerkschaftsblätter: 1891 1892 1893 1894 1895 wöchentlich 3 Mal 1 1 2 1 " " 1 24 28 27 27 " monatlich 3 alle 14 Tage 3 3 2 2 " 22 20 19 19 18 monatlich 1 4 3 4 5 " 54 56 55 53 53 18215 Um das Bild der Parteipreffe vollständig zu zeichnen, fei noch auf die bei J. H. W. Dietz in Stuttgart erscheinende wissen schaftliche Revue, die Neue Zei" verwiesen. " Als Wigblätter erscheinen dr Wahre Jacob" in Stuttgart und der Süddeutsche Postillon" in München. Ferner wird die Neue Welt" einer Reihe von Parteiblättern als Unterhaltungs- Beilage beigelegt. Eine Anzahl Beschlüsse des Frankfurter Parteitages wurden dem Vorstand zur Ausführung bezw. Erwägung überwiesen. Wurde auch der Einzelne hier oder dort durch behördliche Der Beschluß, den darum ansuchenden Vertrauensleuten den oder private Maßregelung schwer geschädigt, so hat dieselbe fast Vorwärts" gratis auf Kosten der Parteikaffe zu liefern, ist vom niemals den beabsichtigten Zweck erreicht. Im Gegentheil! 1. Januar d. J. ab zur Ausführung gelangt. Mit der Aus- Viele der Agitation bis dahin fern Gestandene wurden der führung des bezüglichen Beschlusses sind viele Unzuträglichkeiten Agitation durch die über sie verhängte Maßregelung zugeführt. verknüpft. Die Parteileitung ist deshalb der einmüthigen Ansicht, Jeder gemaßregelte Genosse wurde Agitator. Da, wo die eigene daß die Aufhebung des angezogenen Beschlusses den Interessen Straft nicht ausreichte, sich der Knute der wirthschaftlichen der Partei entspricht. Ein diesbezüglicher Antrag ist von den Abhängigkeit zu entziehen, trat die Partei helfend ein. Kontrolleuren gestellt. Maßregelungen zum Trotz ist der Vormarsch der Sozialdemokratie Neugründungen von Parteigeschäften haben zu unter- ein unaushaltsamer. bleiben", so beschloß der Frankfurter Parteitag, was jedoch nicht Wahlen zu den verschiedensten Körperschaften boten reichlich verhinderte, daß der Vorstand in die Zwangslage fam, Genossen Gelegenheit, die Agitation zu fördern. Im Laufe des Jahres den diesbezüglichen Beschluß in Erinnerung bringen zu müssen. fanden zahlreiche Nachwahlen zum Reichstag statt. So in OsterDie Herausgabe eines elsaß lothringischen Partei- Organs burg- Stendal, Bernburg, Lyk- Oletzo, Eschwege- Schmalkalden, scheiterte an den eigenartigen, ausnahmegefeßlichen Einrichtungen Eisenach, Hofgeismar- Rinteln, Lennep Mettmann, Weimar- Für den im Parteiverlag erscheinenden, Neue Welt- Kalender" der Reichslande. Desgleichen die Herausgabe eines in französi- Apolda, Dresden- Land, Erstein- Molsheim, Geislingen- Heiden- fommt für die Ausgabe 1896 der reduzirte Preis von 40 Pf. zur scher Sprache erscheinenden Wochenblattes für Lothringen. heim, Köln- Stadt, Aschaffenburg, Kolberg- Röslin und Waldeck. Anwendung, der hoffentlich auf die Steigerung der Auflage von Dagegen ist das gewünschte Korrespondenzbureau in Mülhausen Wir verloren Lennep- Mettmann und eroberten Dresden- Land. Mit Einfluß sein wird. eingerichtet, über dessen Kostenpunkt an anderer Stelle be- dem letzteren gelangten wir in einem Kreis zum Sieg, der längst richtet wird. schon für uns reif war, und bisher nur durch die gewaltthätige Die Agitation unter den Seeleuten hat durch die Heraus- Agitation der vereinigten Gegner uns vorenthalten wurde. Der gabe der Broschüre„ Seemanns Leben und Leiden" wesentliche Verlust das eben erst eroberten Wahlfreifes Lennep- Mettmann ist Förderung erfahren. hauptsächlich dem Umstande geschuldet, daß insbesondere bei der Neben und mit der allgemeinen Agitation wandten die Ge- engeren Wahl die Gegner fich insgesammt vereinigten und mit noffen der Bekämpfung der Tabat- Fabrikatsteuer ihre volle Kraft einem bisher nicht gekannten Hochdruck arbeiteten. Dem gegen zu. Der steigende Unwille des Volkes, hervorgerufen durch die über ist die Mehrung der sozialdemokratischen Stimmen bei der ftetige Beunruhigung einer umfangreichen Industrie, fegte den ver- Nachwahl um nahezu 2000 gegen die Wahl von 1893 ein hoch haßten Gesehentivurf hinweg. anzuschlagender Erfolg zu nennen. Bezüglich des Beschlusses„ Die Abschaffung der Affordarbeit in denjenigen Druckereien, in denen Parteiblätter hergestellt werden", Aehnliche Erscheinungen boten die Wahlen in Erstein- Mols: heim, in Bernburg, in Weimar- Apolda und Eschwege- Schmal Neben dem allgemeinen Parteikalender bürgern sich immer mehr die billigen Landes- und Provinzialkalender ein, die ihre Aufgabe nach fräften erfüllen, so in Schleswig- Holstein, der Mark Brandenburg, in Württemberg und der Rheinpfalz. Die angefügte Abrechnung unseres Zentralorgaus„ Vorwärts", die das Geschäftsjahr vom 1. Juli 1894 bis einschließlich den 30. Juni d. J. umfaßt, weist einen Ueberschuß von 55 536 45 M. nach. Derselbe hat gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung von 8031,96 M. erfahren. Die gesteigerten Er trägnisse des„ Vorwärts" entfallen sowohl auf den vermehrten von Abonnentenstand, als n 3eiauf die Einnahmen aus dem Inseraten- Die Buchhandlung des Vorwärts" kann auf ihren Ab- vier Auflagen von je 10 000 Exemplaren; von Rautsty wesen, ein greifbarer Beweis der Wechselwirkung der Zunahme schluß für das verflossene Geschäftsjahr vom 1. Juli 1894 bis Schoenlant; Grundsäße und Forderungen der Sozialdemo des politischen und wirthschaftlichen Einflusses unserer Partei- 30. Juni 1895- mit Befriedigung zurückblicken. Sowohl Jahres- fratie wurden 10 000 Gremplare neu abgesetzt; von Siebknecht: entwickelung. umfaß wie Geschäftsgewinn und Bermögensstand haben sich ge- Wissen ist Macht 17 000 Exemplare, vom Parteiprogramm Seit dem 2. September ist ein weiteres erfreuliches Steigen hoben. Im Vorjahre betrug der Jahresumsat 136 389,02., 20 000 Exemplare, vom Organisationsstatut 12 000 der Auflage des Vorwärts" zu verzeichnen. Inwieweit mit im abgelaufenen war er gestiegen auf 148 444,01 M. Auch der Exemplare. Desgleichen wurden Neuauflagen nöthig diefer Thatsache der bekannt gewordene und von der gesinnungs- ag er best and hielt sich durch Neuzugänge auf ziemlich Dieggen: Zukunft der Sozialdemokratie, Lafargue; Rapitüchtigen Presse" so viel kommentirte Aufruf an das gesammte gleicher Höhe, obgleich wir bei der diesjährigen Inventur zum talismus und Kommunismus, Braun: Die Kartelle, Fischer: Boll" in Verbindung zu bringen ist, wollen wir dahingestellt ersten Mal auf die vorhandenen Waarenbestände eine Abschrift Ostende von London, Krause: Entwicklung der Geschichtsauffassung laffen. von 10 pŒt.= 3275,78 m. vornahmen; er betrug am 30. Juni und Müller: Preußische Volksschulzustände. Die zu der Sprach der vorjährige ,, Vorwärts"-Bericht von einer gewaltigen 29 490. gegen 30 763 M., das Vermögen der Buchhandlung Gewerbe- Ordnung von dem Bundesrath erlassenen verschiedenen Steigerung des Ausgabepostens für Gerichtskosten und Strafen, war am Schlusse des Geschäftsjahres gestiegen auf 52 723,70 M. Ausführungsbestimmungen, u. a. über die Ausnahmen von der so können wir von einer Wendung zum Besseren nicht berichten. gegen 48 247,93 M. Demnach beziffert sich der Reingewinn des Sonntagsruhe veranlaßten eine neue und vermehrte Auch in diesem Jahre verschlang der Justizfistus 5630,60 m. Geschäfts auf 18 448,72. gegen 9274,93 m. des Vorjahres. Ausgabe der unserer billigen Gesetzessammlung einverleibten Soweit die Berliner Genossen durch ihr dazu berufenes Aus diesem Geschäftsgewinn wurden bis 30. Juni an die Partei Gewerbe- Ordnung, ebenso mußte von dem GewerbeOrgan, die Preßkommission, Wünsche anzubringen und Aus- taffe 14 000 m.( gegen 6000 m. im Vorjahre) abgeführt, doch gerichts- Gesetze eine neue Auflage hergestellt werden. stellungen an dem lokalen und Inseratentheil zu machen hatten, tonnten bereits auf das neue Jahr seither abermals 9000 M. der Auch dem so oft geäußerten Wunsche der Parteigenossen, ift nach beiden Richtungen hin von der Expedition und Re- Parteitasse überwiesen werden. für die Proletarier Jugend ein Buch zu schaffen, das daktion im Einverständniß mit dem Vorstand entsprochen worden. Die zu diefem Behufe nothwendigen Konferenzen der Brtheiligten fanden am ersten Mittwoch jeden Monats statt. Der Abonnentenstand des Sozialdemokrat" beträgt zur Beit 4300 gegen 5700 am Schlusse des vorjährigen Berichtsjahres. Im letzten Berichtsjahre erforderte das Blatt einen Zuschuß aus der Parteikasse in Höhe von 14 144,20 M., worin freilich 4081,74 m. für Gerichts-, Haft- und Stellvertretungskosten der Redaktion einbegriffen sind. Bei dem derzeitigen Abonnentenstand würde das Blatt pro Quartal eine Ginnahme von 4200 M. aufweisen, dem eine Ausgabe von 6700 m. gegenübersteht. Somit wäre ein Zuschuß von 2500 M. pro Quartal erforderlich, der sich aber nothwendigerweise um den Betrag erhöhen muß, der sich aus dem Ausfall nicht einbringlicher Abonnementsbeträge und etwaiger Prozeß- und Stellvertretungskosten ergeben wird. Die Außenstände betrugen am Schluß des 2. Quartals d. I. rund 3300 m. Davon entfallen auf das I. Quartal 1894 82,90 M., das II. 276,35 M., das III. 254, M., das IV. 124,10 M., auf das I. Quartal 1895 439,05 M. und das II. 2123,92 m. Der Vorstand hielt es für seine Pflicht, am Schluß des Jahres 1894 die ihren Zahlungsverpflichtungen lässig nach tommenden Filial- Expedienten des Sozialdemokrat" durch unsere Vertrauensleute zu mahnen; der Erfolg entsprach nicht den gehegten Erwartungen. zu arbeiten. Dem regen Leben der Partei entsprach auch die Thätigkeit neben dem Bildungsbedürfnisse auch unserer Welt= Ander Buchhandlung. Der im Vorjahre zur Lieferungsausgabe ge- schauung entspreche, hat die Buchhandlung zu erfüllen sich brachte Leipziger Hochverraths- Prozeß wurde zu bestrebt. Auf den diesjährigen Weihnachtsmarkt wird sie in Ende geführt und in der Höhe von 8000 Gremplaren abgesetzt. vornehmer Ausstattung ein von Frau Emma Adler in Das drohende Umsturzgesetz und die daraus bedingte politische Wien herausgegebenes Buch der Jugend bringen und absehen, den Verlag durch Inangriffnahme größerer literarischer Unsicherheit der nächsten Zukunft ließen die Buchhandlung davon hofft bei den Genossen damit allseitige Zustimmung zu finden. Pläne auf längere Zeit hinaus zu binden. Doch vernachlässigte der früheren Geschäftsjahre, so zeigt sich, daß die Buchhandlung Vergleicht man also das Ergebniß dieses Jahres mit denen fie deshalb keineswegs ihre Aufgabe: durch Herausgabe billiger seit ihrer Gründung sich von Jahr zu Jahr günstiger entwickelt und zeitgemäßer Schriften an der Verbreitung unserer Ideen in hat. Am 1. November 1890 trat sie ins Leben mit einem den Massen und an deren Vertiefung in den Reihen der Genossen Broschürenbestande im Werthe von 2522,07 Mart. Ohne von der Partei finanziellen Zuschuß erfordert zu haben, verfügt Im Laufe des Jahres sind neu erschienen: Bebel: sie heute über einen Vermögensbestand von 52 723,70 M. und Das allgemeine Stimmrecht( 20 000 Exemplare), Mary: Die war außerdem noch in der Lage, im Laufe dieser Jahre aus Klassentämpfe in Frankreich( 3000 Exemplare), Reßler: Die ihren Geschäftsüberschüssen 20 000 M. an die Parteikasse abBiele der Sozialdemokratie( 20 000 Exemplare), Mehring: zuführen. Auch ihrer propagandistischen Aufgabe wurde sie geGustav Adolf( 32 000 Gremplare), G. D. Schmidt: Die Arrecht. Tausende und abertausende beitslosigkeit( 10 000 Gremplare). Von den Heften der Um- Broschüren wurden auf Anweisung des Parteivorstandes zur von Flugblättern und sturz- Debatte im Reichstag find 173 000 Hefte ins Gratisvertheilung den Genossen zur Verfügung gestellt, ebenso Land gegangen, worüber die Väter dieser blamablen Vorschläge erhielten zahlreiche Vereine, deren Mittel beschränkt waren und taum sonderlich erfreut sein dürften. Die vom Verlage im letzten die mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, kleinere Jahre ins Leben gerufene Sammlung sozialistischer Theaterstücke und größere Büchersendungen zur Gründung und Vergrößerung wurde um einen neuen Schwank vermehrt: Scavola: Der ihrer Bibliotheken, um den in der Agitation thätigen Genossen entlarvte Spitel. die Waffe der Bildung reichen zu können. anlassung der Berliner Staatsanwaltschaft am 26. April ein Von der Maifestzeitung wurde bekanntlich auf VerTheil der Auflage tonfiszirt; mußte fie auch bereits am 2. Mai wieder freigegeben werden, so bedeutete sie für die Buchhandlung im Augenblicke doch eine finanzielle Schädigung, die frage in ihr Gegentheil verwandelt wurde. allerdings feitens der Genossen durch vermehrte Nach Das Archiv hat im verflossenen Jahre eine wesentliche Bereicherung erfahren, indem eine Anzahl der im letzten Jahre erschienenen sozialpolitischen Schriften angeschafft und auch sonst vorhandene Lücken ausgefüllt wurden. Auf das Ausland entfielen 780 Abonnenten, die sich wie folgt vertheilten: Nord- Amerika 300, Süd- Amerika 20, England In bezug auf die Parteitags- Prototo Ile wurde auf 135, Schweiz 125, Frankreich 90, Desterreich- Ungarn 45, Rumänien dem Frankfurter Parteitag der Wunsch nach Verbilligung aus- Kaffenbericht. Da der diesjährige Parteitag, nicht wie in 30, Holland 5, Portugal 10, Belgien 10, Afrita, Italien, Ruß- gesprochen. Sollte dieser Wunsch erfüllt werden, ohne daß durch den letzten Jahren üblich, in der zweiten Hälfte des Oktober, sondern land, Schweden und Norwegen, Ost- und Niederländisch- Indien Kürzung des Umfanges die ausführliche Wiedergabe der Ver- bereits im Anfang des gleichen Monats zusammentritt, mußte der je 2 Abonnenten. handlung beeinträchtigt wurde, dann mußte der Verlag zu Abschluß der Kaffenbücher mit dem Monat August erfolgen. Der Ungeachtet aller Bemühungen der Redaktion, der Expedition einer Aenderung des Formates schreiten ein Uebelstand, vorliegende Kaffenbericht wie der gesammte Vorstandsbericht überund des Parteivorstandes ist die erhoffte Steigerung des Abonne- dem dadurch wieder abgeholfen werden kann, daß alle fünftigen haupt umfaßt daher, was bei Vergleichen mit den Einnahmen und ments nicht eingetreten. Im Gegentheil, dasselbe ist von Quartal Protokolle in gleichem Format erscheinen. Neben dem regen Ausgaben des Vorjahres zu berücksichtigen ist, nur einen Zeitraum zu Quartal zurückgegangen. Demgemäß sind die Zuschüsse, relativ von 11 Monaten. Aus diesem Umstande erklärt sich auch die gemessen, gestiegen. Eine Besserung ist nicht abzusehen. gegen das Vorjahr eingetretene Minder- Einnahme der Allgemeinen Einnahmen in Höhe von 14 314,48 m., der eine Minder- Ausgabe in Höhe von 18 249,81 m. gegenübersteht. Die Gesammt- EinNeben diesen Neuausgaben, die seit 1. Juli abermals nahme, nach Abzug der zurückgezahlten Darlehen, ist gegen das um mehrere Broschüren vermehrt sind, schritt die Buch- Vorjahr um 5429,43 M. gestiegen, und konnten die infolge der handlung zu einer Reihe von Neuauflagen früher er- Wahlagitation im Jahre 1893 der Referve entnommenen Gelder schienener Parteischriften: Mary Engels: Das fommu- nunmehr wieder vollständig abgestoßen werden. nistische Manifest erlebte innerhalb Jahresfrist 3 Auflagen von je In einzelnen vertheilten sich die Einnahmen und Ausgaben 2000 Exemplaren; Bracke: Nieder mit den Sozialdemokraten wie folgt: Unter so bewandten Umständen muß die Schaffensfreudigkeit jeder Redaktion erlahmen. Die Gesammtparteileitung erachtet es deshalb im Interesse der Partei liegend, dem Parteitag den Antrag zu unterbreiten: Das Erscheinen des„ Sozialdemokrat" mit dem 31. Dezember 1895 einzustellen. Inferaten- Einnahme Jult- Ottober Januar AprilSeptember Dezember 1894 1894 März 1895 Junt 1895 Interesse, das den Verhandlungen dieses Parteitags seitens der Genoffen entgegengebracht wurde, ist wohl auch diese Verbilligung die Ursache, daß von dem Protokoll mehrere Auflagen bis zur Gesammthöhe von 40 000 Exemplaren abgesetzt wurden. Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Parteikasse A. Gingänge. Abonnementsgelder durch • die Expedition Abonnementsgelder durch bie Poft Gewinn a. d. Broschürenverk. durch d.Expedition 95829 85 94282 30 93925 40 93541 40 Gesammt- Einnahme Mt. 1125434 55 132210| 15| 128605| 60| 135417 60 B. Ausgänge. Diverse Unkosten: ( Porto für Kreuzbänder, Ge bühren für Ueberweisungen, Porto u. Depeschen der Rebattion, Telephon, Steuern, Beleuchtung, Heizung, Laufbursche d.Sebaftion, Schreibutenfilten, Geschäftsbücher u. Formulare, Flugblätter 2c.) Beitungs- Abonnement 493 90 Berichterstatter Honorar 6739 75 7108 50 5023 05 6594 10 Januar. 640 40 690 30 750 40 Februar März 10046 25 11133 50 11320 60 11211 30 April Mai vom 1. Oktober 1894 bis 31. August 1895. A. Einnahmen. Von den gesammten Einnahmen entfielen auf: 11] 111 8 7825 80 8469 50 9992 05 21779 40 28182 35 24688 15 9272 60 32608 60 1276 Im Monat: Insgesammt Allgemeine Einnahmen Darlehns Ronto Binfen Ueberschuß bes Borwärts" Ueberschuß ber Borwärts" Buchhandlung Mt. IT Pf. Mt. $ 1. Mr. Pf. Mr. Pf. Mr. Pf. Mr. Diverse Pf. Mr. Pf. 1894 Ottober. November Dezember • 18384 4994 13701 66 4587 186 86 4764 8327 20 86 41 13796 80 T 200 2000 3374 25 || III [ 1] 3688 15 5915 40 296 60 304 35 3809 80 320 80 4966 55 300 85 1895 Feuilleton Redaktion und angestellte. Mitarbeiter 28737 10 8535 86 33465 24 27015 96 Depeschen u. Parlaments13769 02 berichte. Neue Welt 450 20 3105 10 6818 10 6733 80 Gehälter der Expedition 2254 2330 Miethe. Gerichtstoften u. Strafen 1012 50 Redaktionsbibliothek. Druckrechnung Gewinn. . 1110 30 1080 30 Juni. 6763 50 6687 60 Juli 2397 2597 101250 1012 50 1125 403 60 730 85 1926 2570 15 92 70 65 55 47 10 438 80 79195 50 83217 15 82496 75 77108/35 7917 10 44059 60 August 46900 247450 30 70 14464 55 6385 86 33886 49 10676 36 7361 84 6917 10 10830 60 38749 50 77 146401 3800 2200 400 78 1145 85 1400 150 1000 4000 3594 30 15775 85 7597 . Gesammt- Ausgabe t. 111637| 75| 122145 60 117561| 85 114786 25 13796 80 10064 55 11043 75 20631 35 wie oben unter A t. 1125434| 55| 132210| 15| 128605| 60| 135417| 60 Berlin, den 18. September 1895. Revidirt und für richtig befunden. 85 5000 8000 17000 247 450,70 Mt. Hierzu Bestand vom 1. Oktober 1894 2 463,03 Mr. 249 913,73 Mt. B. Ausgaben. | 75||| 25 一 25 10064 I 11043 20631 55536 5 一一 75- 5 一 45 55 4000 5007 3 120 5139 111121988 40 80 38 Von den genannten Ausgaben entfielen auf: H. Metfter. G. Meist. Aug. Raden. Karl Dertel. H. Koenen. W. Klees. Theodor Mehner. Im Monat: Ins gesammt UnterProzeßund Augemeine Die Abrechnung unseres Zentral Wochenblattes ,, Der Sozialdemokrat" pro Juli 1894 bis 30. Juni 1895 stellt sich wie folgt: Juli- Sept. Oft.- Dez. Jan.- März April- Juni 1894 1894 1895 1895 A. Eingänge: Abonnementsgelder Parteizuschuß B. Ausgänge: Druckrechnung. Redaktion 1894 Oftober November. Dezember tosten Mt. Pf. Mt. PT. Mr. 93f. 16488 80 363 702 20 15354 81 591 50 2232 42 20350 09 1865 Reichstags: Agrarftüßungen Gefängniß Agitation Agitation toften WahlKommission Gehälter Darlehns und Berwaltungs- Konto Ausgaben PreßUnter- Archiv ftügungen Ver mischte Aus gaben 1434 37 Mt. Pf. Mt. Pf Mt. 4612 85 2279 20 5240 2444 57 2783 80 609 4000 TIE Pf. Mr. Pf. Mt. Pf. 1747 65 999 30 1302 92 mt. Pf. Mt. Pf. Mr. Pf. Mt. Pf. 1300-5) 3300-6) 50 5425 45 58 45 538 70 814 8300 5 111 • . 4708 42 5889 11 4914 07 3746 35 3604 70 2367 35 3962 45 4209 70 Gesammt- Einnahme Mt. 18313| 12| 8256 46| 8877| 42] 7956 05 Januar 1895 13171 60 155 577 05 2433 95 Februar 1567 93 März 3175 95 2898 20 2493 40 2475 65 April 1650 60 2125 40 3150 80 2550 30 mai. 654 86 665 40 693 04 695 50 Juni 833 18 1150 70 617 36 uli. Auguft • Expedition Mitarbeiter Diverse Unkosten: Bureau- Utensilien, Miethe, Beleuchtung, Bibliothek und Zeitungs- Abonnement Porto: Bersand der Zeitungen, sowie Ror respondenz der Redak tion und Expedition Gerichts- und Haftkosten 268 51 279 62 238 25 353 15 995 27 957 58 868 73 836 93 497 08 282 50 427 15 Gesammt- Ausgabe Mt. 18313| 12| 8256 46| 8877| 42 7956| 05 Ausgabe für Kapitalanlage Rassenbestand am 31. August 1895 180 354,29 Mt. 62 857,30 Mt. Berlin, den 17. September 1895. 6 702,14 Mt. 249 913,73 Mt. Revidirt und für richtig befunden. Die Kontroleure: H. Meister. C. Meist. Aug. Kaden. Carl Oertel. 7818 25 520 28293 73 1365 17800 75 1210 17096 89 1684 12901 90 410 15 20149 05 1584 50 11428 42 1400 236 50 390 840 21745 1325 65 6544 55 585 192 60 2938 85 6117 80 1636 05 2743 85 1500 1802 05 2816 40 5100 2824 20 885 700 810 3100 4060 11 326 60 6500 466 30 85 3380 10 886 4048 21 480 1845 20 961 55 1182 08 1243 50 926 76 799 65 1227 25 1136 20 1255 50 920 50 180354 29 11148 151) 15085 192) 31892 66 20772-24260-3) 2813| 75| 18612 21) 158501500 7) 400 8) 300 5000-9) 4800 1300-10) 5662 45 4465 23 300011) 2430 5362 20 3292 80 701 9112) 48244 18 941 99 2667 35 93 05 100 11 64 44 634 16 734 16 IISIIS H. Koenen. W. Klees. Theodor Mehner, Bemerkungen zu Einnahmen; Die Zahl der Orte bezw. Wahlkreise, welche Gelder an die Partcikasse abgeliefert haben, ist gegen das Vorjahr um 6S ge- stiege», doch sind eine Reihe der namhaftesten Parteiorte entweder gar nicht oder nur mit sehr geringen Beiträgen vertreten. Erläuterungen zu B. Ausgaben: ') Unterstützungen wurden nur gezahlt an Genossen oder Angehörige von Genossen, die wegen ihrer Parteithätigkeit gemäß- regelt oder sonstwie geschädigt wurden. 2) Obgleich, wie bereits an anderer Stelle bemerkt, der Kassen- bericht sich mir auf einen Zeitraum von 11 Monaten erstreckt. sind doch die Ausgaben für Prozeß, und Gefängnißkosten um 4108,76 M. höher als im Vorjahre. Ein Beweis dafür, daß Behörden und Gerichte der Partei„von Rechts wegen" das Leben möglichst sauer gemacht haben. � Die Reichstagskosten weisen gegen das Vorjahr eine nicht unerhebliche Steigerung von SS17,S0 M. auf. Dieselbe wurde verursacht durch den Umstand, daß in der letzten Session die Fraktion wegen Berathung der Umsturzvorlage u. s. w. längere Zeit vollzählig am Platze sein mußte. *) Unter dieser Rubrik befinden sich die Ausgaben für Ge- hälter, Miethe, Heizungs- und Belcuchtungskosten der Bureau- und Archivräume, die Telephon-, Telegramm- und Porto- gebühren, die Druckkosten für Zirkulare u. s. w.. die Zeit- und Reise-Entschädigungen für die Revisionen der Kasse und für die Konferenzen der Parteivertrctung. �jVon diesem Betrage erhielten die Berliner Genossen zur Unter- stützung der durch den Bier-Boykott gemaßregelten Arbeiter 1000 M. 6) Den Bielefelder Genossen, denen bereits im Jahre 1893 zur Errichtung und inneren Einrichtung eines Hauses ein Dar- lehen von 5000 M. gegeben wurde, mußte im Berichtsjahr abermals ein Darlehen von 3000 M. gewährt werden, um Arbeiten, die mit dem Hausbau in Zusammenhang standen, aus- zuführen. Von diesen Darlehen sind nach Schluß des Berichtes 500 M. zurückgezahlt worden. 7) Von diesem Betrage wurden 1000 M. einem alten be- währten Genossen zur Schaffuno''"w Existenz und 000 M. einem Bnchdruckereibesitzer und Hera..-geber einer Parteizeitung geliehen. und 10) Von diesen beiden Summen erhielt ebenfalls ein in vorübergehende geschäftliche Verlegenheiten gerathener Buch- drnckerei-Besitzer und Verleger einer Partcizeitung 1200 M., S00 M. erhielten die Berliner Genossen. 9) Diese Summe wurde gestellt als Kaution für den Redakteur einer Parteizeitung. ») Auch dieser Betrag wurde als Kaution gestellt. Derselbe ist bereits nach einem Monat in die Varteikasse zurückgeflossen. 12) Diese Summe wurde gezahlt für Bücher, die für das Archiv erworben wurden. 0. Ausgaben für die Parteipresse, im Einzelnen nachgewiesen. „Augsburger Volkszeitung"....... M. 225,— „Apoldaer Freie Presse".........„ 1142,—') „Bielefelder Volksmacht"........„ 300,— „Breslauer Volksmacht".......... 5000,— „Elsäß-Lothring. Volkszeitung" und„Volkesreund"„ 3335,682) „Königsberger Volkstribüne"........ 500,— „Mainzer Volkszeitung".......... 2326,55 „Reite Wurzener Zeitung"......... 770,75 „Niederrheinische Volkstribüne"......„ 300,— „Rheinische Zeitung".......... 11500,—«) „Saalselder Volksblalt'.........„ 300,— „Sozialdemokrat"............ 14144,20 „Volksblalt für Teltow"......... 1200,— „Zeitzer Volksbote".......,..„ 2200,— M. 43244,18 Bemerk ungenzuv. Ausgaben für die Parteipresse. i) Als die seinerzeit entgegen den Rathschlägeu des Partei- Vorstandes gegründete„A. Fr. Pr." ihr Erscheinen einstellen mußte, waren noch eine Reihe Verbindlichkeiten vorhanden, für die einige Apoldaer Genossen persönlich hafteten. Die letzteren machten nun im Laufe des Sommers dem Parteivorstand die Miltheilung, daß ihnen die Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen nur unter den größten Opfern möglich sei, und sah sich der Partei- vorstand daher genöthigt, nachdem er sich von der Richtigkeit der gegebenen Darstellung überzeugt hatte, helfend einzugreifen. 2) Für die„Elf. Lothr. Volks-Ztg." ist nur noch eine ältere Forderung in Höhe von 35,68 M. bezahlt worden. Der übrige Betrag kommt auf die elsaß-Iothringische Ausgabe des„Volks- freundes". 2) Der Zuschuß, den die„Rheinische Ztg." erforderte, ist zwar, was die Gesammtsumme anbelangt, immer noch hoch, doch ist eine Besserung insofern eingetreten, als die in diesem Jahre von Quartal zu Quartal geleisteten Zuschüsse wesentlich niedriger waren, als die des Voriahres. Die„Rheinische Ztg." hat seit ihrem Bestehen erhalten 5000 M., 5000 M., 3000 M, 3000 M., 3000 M, 2500 M. Nach Mittheilungen des Verlages der „Rheinischen Ztg." ist gegründete Aussicht vorhanden, daß im kommenden Jahr das Defizit sich weiter verringern wird. Die außerordentliche Rührigkeit und Bethätigung der Genoffen in Ausübung der Agitation, der Betreibung der Wahlen, der Verbreitung der Flugblätter, sowie der Führung des wirthschafl- lichen Kampfes brachte die Genossen wiederHoll in Konflikt mit den Strafgesetzen. Seit dem Umsturz der Umsturzvorlage weht ein scharfer Wind. Die Anklagen mehren sich und die Strafen werden drakonischer. Die Rechtsprechung wird von einem Geiste getragen, der dem Rechtsbewußtsein des Volkes immer fremder wird, sich mit demselben in immer größeren Widerspruch setzt. Die findigen Interpretationen bezüglich des„groben Unfugs" und des „dolus eventualis" zeigen, welcher Ausdehnungsfähigkeit unsere Rechtsprechung fähig ist. Die folgende Strafliste, die auf 11 Monate sich erstreckt, weist auch 18i/- Jahr Zuchthausstrafe auf, die gegen Schröder und Genossen in dem Essener Meineidsprozeß erkannt ist. Die bürgerliche Gesellschaft ächtet die Zuchthaussträflinge, erklärt sie für ehrlos. In den Augen unserer Genossen und dem rechtlich denkenden Theile des Volkes sind sie es nicht. Die klassenbewußte Arbeiterschaft fühlt sich in dem Verdikt der Essener Geschworenen mitgetroffen, anders wäre die opfer- freudige Solidarität nicht zu erklären, die sich in so glänzender Weise in der Unterstützung der Angehörigen der Essener Ver- urtheilten bethätigt. Die sonstigen erkannten Freiheitsstrafen haben die des Vor- jahres weil überholt.— Es erfolgten Verurtheilungen im: Monat Oktober... November.. Dezember.. Januar... Februar... März..... April..... Mai..... Juni..... Juli..... August...■ Zusammen Zuchthaus- Gefängnißstrasen strafen Jahre Monate Jahre Monats!Wochen Tags 13 4 6 4 4 13 7 2 3 8 3 4 8 2 10 6 6 5 9 8 9 6 5 18 64 10 2 2 4 2 3 3 3 3 3 4 3 Geldbuße Marl 5228 3355 2530 2643 3618 3686 3443 2372 2613 3151 1476 Die Gesammtsumme der Geldstrafen bleibt hinter der deS Vorjahres zurück. Gerügt muß werden, daß die Genossen noch vielfach durch Berufungen und Revisionen in Fällen, wo die Erfolglosigl sogar für den Laien auf der Hand liegt, das Konto der Gerichts- kosten unnützerweise vergrößern. Dies ist, was wir den Genossen zu berichten haben. Ueberall Kampf, überall Opfer! Freudig bringen die Genossen die Opfer, denn Kampf ist allerdings das Lebenselement der Sozialdemokratie. Vorwärts zu neuem Kampf! Vorwärts zu neuem Sieg! Berlin, im September 1835. Der Parteivorstand. 1)j34120 VuZstMe Greuel. ich theilten wir mit, wie die Regierungs-Russen gegen i Hausen, wie die Polen in russischen Gefängnissen miß- elt, gefoltert, langsam gemordet werden. Heute bringen wir einen Bericht über russische Greuel nderer Art, die jenen an Bestialität nichts nachgeben: Die europäische Presse macht oft viel Aufhebens von den türkischen Greueln in Armenien und anderen türkischen Ländern; als Schützer der Unterdrückten pflegt man dabei den russischen Kaiser auszuspielen. Es wäre aber nicht unangebracht, wenn die europäische Presse ihr Augenmerk mehr lenken würde auf die Greuel, welche die russische Regierung im eigenen Lande verübt. Die Greuellhalen der russischen Patrioten, deren Opfer die polnischen Katholiken waren, dürften wohl noch im Gedächtnisse aller sein. Nachdem Nikolaus den Helden dieser Gewaltthaten, den Gouverneur von Kowno Klinge»' berg mit einem hohen Ordenszeichen ausgezeichnet hat, muß es an Nachahmung solcher Heldenthaten seitens strebsamer Beamten natürlich nicht fehlen. Und thatsächlich kommt nach den katholischen Polen in West-Rußland die Reihe an eine bäuerliche Sekte in Transkaukasien. Die Anhänger der Sekte der Duchoboren wurden in den 40er Jahren aus Süd-Rußland zwangsweise auf die Achalkalaker Ebene in Transkaukasien übergesiedelt. Die Duchoboren erkennen keine kirchliche Zeremonien an und sammeln sich in gewöhnlichen Häusern zu gemeinsamem Gebet. Die Ehe gilt bei ihnen als geschlossen, wenn der Bräutigam und die Braut in Gegenwart aller Hochzeitsgäste die Frage, ob sie eine Ehe eingehen wollen, bejahen. Tie Scheidung der Ehe ist auch nicht umständlich und einer der Scheidungsgründe ist, daß einer der Gatten nicht arbeitsam ist. Das Evangelium kennen die Duchoboren sehr gut, aber schreiben und lesen können sehr wenige von ihnen; sie wollen es auch nicht lernen, denn nach ihrer Ansicht lenkt das Schreiben und Lesen vom Arbeiten ab. Dank ihrer Arbeitsamkeit haben sie es ver- standen, in der rauhen ungastfreundlichen Gegend, in welche sie kamen, zu einer gewissen Wohlhabenheit zu gelangen. Da der Ackerbau in dieser Gegend unmöglich ist, wurde ihre Hauptbeschäftigung die Viehzucht und das Fuhrhandwerk. Sie haben es so weit gebracht, daß bei ihnen aus eine Wirthschafl im Durchschnitt 9 Pferde, 15 Stück Sornvieh und 83 Stück Kleinvieh kommen. Geistige etränke waren in den acht Dörfern, welche die 8000 Duchoboren bis zur letzten Zeit bewohnten, nicht bekannt und der Staatskasse waren sie keinen Pfennig an Sleuerrückständen schuldig. Außer der Arbeitsamkeit zeichnen sich die Duchoboren durch ihren Wohlthätigkeitssinn aus. Aus Anregung ihrer geistigen Leiterin, der Frau Lnkerja Kalmykow(welche aber kein geistliches Amt bekleidete, denn solche Aemter haben die Duchoboren nicht), wurde eine Anstalt gegründet, in welcher Waisen und Arbeits- unfähige untergebracht wurde». Jede Duchoborenfamilie mußte einen Beitrag bezahlen für diese Anstalt, welche schließlich an Vieh und Feldern ein Kapital besaß, dessen Werth 50 000 M. überstieg. Auch sonst wurde jedem, welcher in Roth gerieth, von seinen Glaubensgenossen Unterstützung zu theil und Bettler gab es bei den Duchoboren nicht. Da aber die Wirthschafl der Duchoboren individualistisch betrieben wurde, kam es bei ihnen doch zu bedeutenden Unter- schieden in der Wohlhabenheit und es traten Leute auf, welche nach Vermehrung des Reichthums um jeden Preis und sei es auch aus Kosten der armen Glaubensgenossen strebten Es kam zu einem Klassenkampfe innerhalb der Ducho- borengemeinde. So z. B. setzten die Dochoboren, welche den alten Prinzipien treu geblieben waren, im Dorfe Bogdanowka einen Beschluß durch, wonach es einer jeden Familie verboten ist, mehr als 5 Stück Hornvieh und 12 Stück Kleinvieh zu besitzen, doch wurde das Verbot nicht lange aiifrecht erhalten. Und nach dem im Dezember des Jahres 1886 erfolgten Tode der Frau Kalmykow gelang es deren Erben, mit Hilfe der Behörden trotz des energischen Widerspruches der Duchoboren, alles Eigenthum der Anstalt für die Arbeitsunsähigen in ihren persönlichen Besitz überzuführen. . Den Beschluß der Behörden, das gesellschaftliche Eigenthum den Erben der Kalmykow zuzuerkennen, beantworteten die Duchoboren mit dem Beschluß, fortan die Steuerentrichtung und die Erfüllung der Militärpflicht jzu veriveigern. Ihre Glaubenslehre haben sie unter dem Einfluß dieses Konfliktes mit den Behörden mit dem Lehrsatz ergänzt, außer Gott gebe es keine Gewalt, welche Gehorsam beanspruchen dürfe. Zu diesem passiven Widerstande den Ansprüchen der Behörden gegenüber wurden sie angespornt von ihrem neuen geistigen Leiter Werigin, welcher selbst nach dem weiten Nord-Rußland verbannt von dort seinen Glaubensgenossen Weisungen gab. Am 13. Juni d. I. brachten die Duchoboren mit ihren Frauen und Kindern alle ihre Waffen aufs Feld und nach- dem sie sie mit Stroh umlegt und mit Petroleum begossen hatten, zündeten sie den Haufen an. Die Waffen brannten die ganze Nacht und die Duchoboren saugen ringsum Psalmen. Den 29. Juni rückte der Gouverneur von Tiflis, Fürst Scherscha- widse, in vas Dorf Orlowka und verlangte, daß die Duchoboren zu ihm käme». Diese befanden sich zu jener Zeit bei dem gemein- samen Gebet im Felde versammelt und gaben die Antwort, sie könnten erst nach Beendigung des Gebetes kommen. Der un- geduldige Gouverneur befahl den berittenen Kosaken, einen Angriff gegen die Betenden zu machen. Als diese die im Galopp heranreiteuden Kosaken sahen, stellten die Männer rasch die Frauen in die Milte und bildeten, einander die Hände reichend, um sie herum einen Kreis. Die Kosaken sprengten den Haufen gewaltsam; nach dem„Sieg" wurden viele Verwundete und vier Tobte davongetragen und die anderen dem Gouverneur vor- geführt. Dieser ließ 3 Reservisten hervortreten und nachdem sie seine Frage, ob sie in der Zukunft ihrer Militärpflicht ge> nügen wollen, verneinten, befahl er den Soldaten, sie auf die Erde zu legen und unbarmherzig zu prügeln. 60 Re- servisten traten darauf hervor und legten dem Gouverneur ihre Militärbillets vor die Füße. Auch diese Bittsteller ließ der Gouverneur durchprügeln. Nach Vollendung dieser Heldenthat fuhr er zurück nach Tiflis und der Bezirksvorsteher, welcher in Orlowka als sein Vertreter znrückblieb, ließ das unbarmherzige Prügeln der Duchoboren sechs weitere Tage fortsetzen. Während die Männer geprügelt wurden, drangen die Kosaken in ihre Wohnungen ein und schändeten die schutzlosen Frauen und Mädchen. Nachdem die barbarische Exekution vollendet ward, mußten von den 800 Duchoborenhöfen die Angehörigen von 415 Höfen, welche sich den Forderungen der Behörden nicht fügen wollten (mit Frauen und Kindern waren es über 4000 Personen) in drei Tagen all ihr Hab und Gut sammeln, um zwangsweise nach den Bezirken Jurist, Duschetsk und Signachsk übergeführt zu werden. Diese Verfügung führte zum vollständigen materiellen Ruin der übersiedelnden Familien. Pferde, welche 120 bis 130 M. kosten, mußten sie in der Eile für 16 bis 20 M. verkaufen, das Hornvieh verkauften sie zu 3 bis 10 M. das Stück. Die Häuser und Scheunen, die Schafe und das Federvieh blieben unverkauft liegen. In der neuen Gegend, in welcher die Duchoboren an- gekommen sind, sind sie in verschiedenen Dörfern zerstreut zu 2 bis 3 Familien auf das Dorf ohne Land für Anbau und selbst für eine Wohnung. Ihren Unter- halt verdienen sie sich jetzt als Lohnarbeiter und müssen, bis sie sich Häuser bauen können, mit Frau und Kind in Zelten aus dem Felde kampiren. Nahrungsmangel und Kälte verursachen viele Erkrankungen namentlich unter den Kindern. Doch ertragen die unglücklichen Duchoboren ihr Ge- schick mit Geduld und beharren bei ihrem passiven Widerstand gegenüber den Behörden. Es wird aber auch einmal die Zeit komme«, wo die russische Regierung auf einen aktiven Widerstand stoßen wird und zwar wird ihr dieser Widerstand geleistet werden, wenn das gesammte Volk unter die Leitung des stäbtischen Proletariats gelangt, welches sich jetzt schon zu organisiren beginnt, um womöglich bald den traurigen Verhältnissen in Rußland ein Ende zu bereiten. Soziale Meberllchl. Vereinfachung bei Renten« ntveisnugen. Von den Be» rufsgenossenschaften und Jnvaliditäts-Versicherungsanstalten darf mit Zustimmung des Reichs-Versicherungsamtes neuerdings ein vereinfachtes Verfahren bei Ausfertigung von Zahlungs- anweisuugen an Rentenempfänger angewendet werden. Bisher wurde in den Anweisungen der Zuname des Berechtigten mit s ä m m t l i ch e n Vornamen angegeben, was in den meisten Fällen eine überflüssige Vorsicht bedeutet. Der Empfänger wie die Post- behörde wurde belästigt, da letztere auf eine mit der Anweisung übereinstimmende Quittung bestehen muß. Jetzt genügt der Ruf- name neben dem Familiennamen, sobald Verwechselnngen nicht zu befürchten sind. Freilich müssen die die Rentenanträge zuerst behandelnden Behörden den Rufnamen besonders kenntlich machen. Nach zehnjährigem Bestehen sozialer Gesetzgebung kommt man auf diese einfache Idee! Aber so hängt noch unendlich viel unnöthiger Ballast an der Handhabung des Unfall- wie des Jnvaliditäts- und Altersversicherungs-Gesetzes. Einfluß der Trunkenheit auf die Unfaflgefahr(!?). Eine Vereinigung von Arbeitnehmern aus dem Speditions- und Kellerei-Gewerbe hat bei der zugehörigen Beruftsgenoffenschast unlängst den Antrag gestellt, sie möge dahin wirken, daß ihnen beim Ueberbringen von Maaren u. s. w. anstatt der jetzt üblichen Getränke baare Trinkgelder verabreicht werden. Die- jenigen Berufsgenossenschaften, welche hiervon Kenntniß erhalten haben, erblicken in diesem Antrage natürlich einen„Erfolg". Sie glauben, nun sei der Arbeiter selbst zu der Erkeuntniß ge- kommen, daß seine Trunksucht(!) unendlich viele Unfälle verursacht, also die Berufsgenoffenschasten belaste, und schreien nach Verschärfung der Unfallverhütungs- Vorschriften. Das fehlt auch gerade noch, den Arbeitern vorzuschreiben, was und wieviel sie bei ihrer schweren Arbeit ge- uießen dürfen! Thatsächlich haben die Antragsteller doch ledig- lich eine Erhöhung ihrerBezüge erstrebl, von der richtigen Ansicht ausgehend, daß die gespendeten Getränke, welche sie aus gewissen Rücksichten oft nicht zurückweisen können, ihnen nicht nur nichts einbringen, sondern meistens auch garnicht will- kommen sind. Wir haben noch nie daran gezweifelt, daß auch unter den Unternehmern gewaltige Trinker vor dem Herrn vorhanden sind und so mancher Unfall, vielleicht mancher Betriebs Unfall eines selb st versicherten Unternehmers auf Rechnung einer fidelen Weinkneiperei zu setzen ist. Jeder kehre vor der eigenen Thür! Da bezüglich der Trinkgeldfrage in anderen Geiverbszweigen ähnliche Verhältnisse vorherrschen, so möchten wir immerhin darauf aufmerksam machen, daß der- a r t i g e A n t r ä g e, an die Adresse der Berufsgenossenschaften gerichtet, zwecklos sind. Es giebt andere Mittel, zum Ziel zu komnien. Die Berufsgenossenschaften sind gesetzlich weder ver- pflichtet noch berechtigt, in der beregten Beziehung einen Druck auf die Unternehmer auszuüben. Wer sich aber darauf verläßt, daß sie unter der Hand für eine Lohnerhöhung beziehungsweise Mehreinnahme der' Arbeitnehmer sich verwenden werden, der ist verlassen genug. Bedeutet doch jede Lohnerhöhung im Unglücks- falle die Zahlung einer erhöhten Rente! Die Steigerung der Kohleitpreis« am 1. August ist zum Vortheil der Grubenbesitzer ausgeschlagen, denn die Herren haben in einer vorige Woche in Zwickau stattgefundenen Konferenz be- schloffen, für das hiesige und das Oelsnitz- Lugauer Revier von jetzt ab wieder eine Preiserhöhung bis 6 M. pro Doppel- wagen eintreten zu lassen. Aus den Werken werden noch viel Ueberschichten verfahren, von Aufbesserung des Gedinges oder Erhöhung des Cchichtlohnes hört man jedoch nichts. Die Belastung der Konsumenten erfolgt einzig zum Vortheil der Werksbesitzer und höheren Beamten. Lehrlings- und Arbeiterschntz-Gefetz im Kanton Frei- bürg(Schweiz). Auch in diesem katholischen Kanton, aus dem sonst selten die Kunde von einer sozialpolitischen Aktion dringt, soll ein Arbeiterschutz-Gesetz erlassen werden. Der vorliegende Entwurf bestimmt, daß ein schriftlicher Lehrvertrag abzuschließen und in drei Exemplaren auszufertigen sei, wovon jeder Kontrahent eins erhält, während das dritte der Aufsichtsbehörde zu übergeben ist. Der Meister soll den Lehrling überwachen, ihm die erforderliche Zeit für den Besuch der Fortbildungsschule gewähren und ihn stufenweise und vollständig in allen Berufsarbeiten unterweisen. Der Meister darf seine Autorität nicht mißbrauchen, weder durch schlechte Behandlung, noch durch hauptsächliche Verwendung des Lehrlings nur zu Haushaltungsarbeiten oder zu Arbeiten, welche entweder über seine Kräfte gehen oder Gefahren bergen, mit denen der Beruf nichts zu thun hat. Die tägliche Arbeitszeit wird aus 10 Stunden normirt und muß in die Tageszeit von 5 Uhr morgens bis 9 Uhr abends verlegt werde». Die Beaufsichtigung der Lehrlinge durch die Aufsichtsbehörde faßt in sich: striktes Festhalten an den aufgestellten Bestimmungen, den Vesuch bei den Lehrlingen während der Arbeit und die Kontrolle über ihre Fortschritte. Die Ortsbehörde kann einem Meister den Lehrling wegnehmen, falls erstem- keine genügende Kenntniß im Beruf, oder Hang zur Trunksucht l it, ebenso wenn der Lehrling infolge seltener Anwesenheit des Lehrherrn in der Werkstatt sich ff�ber überlassen und seine Berufslehre und Zukunft dadurch gesähr ist; dem Meister steht in solchen Fällen das Rekursrecht zu. Dck Lehrling hat eine Lehrlingsprüfung durchzumachen, um zu zeigen, ob er die nöthigen theoretischen und praktischen Kenntnisse zur Ausübung des Berufes hat, welchem er sich widmen will. Zum Schutze der Arbeiter werden die Bestimmungen de? Fabrikgesetzes betreffend die Arbeitszeit, Sonntagsruhe und sanitarische Beschaffenheit der Arbeitsränme aus alle dem Fabrik- gesetz nicht unterstellten Geschäfte übertragen. Die Strafe für Uebertretungen beträgt im Maximum 200 Fr. oder 10 Tage Gefängniß. Die Bestimmungen zum Schutze der Lehrlinge sind wesentlich übereinstimmend mit denen des Lebrlingsschutz-Gesetzes des Kantons Neuenbürg, welcher allein bis jetzt ein solches Gesetz besitzt und nun einen Genossen im Kanton Freiburg erhallen wird. Derartige Materien, wie z. B. auch der gesetzliche Schuy der Arbeiterinnen, sollten freilich auf eidgenössisd,em Boden geregelt werden. Die Vorschriften würden dann einheitliche und giltige für alle Kantone sein. Bis dies aber geschieht, ist das Vorgehen der einzelnen Kantone begrüßungswerth. Belle- Alliance- Theater Belle- Alliance- Strasse No. 7/8. Sonntag, den 6. Oktober 1895, nachmittags 3 Uhr. Auf vielfaches Verlangen zum 5. Mal: 228/17. Die größte Sünde. Wolfgang Behring... Eduard Possansky als Gast( Central- Theater). Sonntag, den 13. Oktober cr., nachmittags 2½ Uhr. Zum ersten Male: Ein Volksfeind. Schauspiel in 5 Atten von Otto Ernst. Achtung! Im Verlage der Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auer& Co. in Hamburg ist soeben erschienen: Der Neue Welt- Kalender für 1896. Bwanzigfter Jahrgang. 1 Inhalt: Kreislauf des Jahres. Achtung! Brauerei Friedrichshain( früher Lips) Vor dem Königsthor. Vor dem Königsthor. Sonnabend, den 5. Oktober 1895: Großes Vokal- Konzert ausgeführt von den Männerchören Nordwacht, Olympia u. Norddeutsche Schleife und den gemischten Chören Kalendarium. Poftwefen 2c.- GmigkeitsKalender. Trächtigkeits- u. Brüte- Kalender. Sterbefälle im Deutschen Reiche im Jahre 1892.- Deutsche Auswanderer 1889-94. Rückblick. Messen und Märkte. Jm Ein Märtyrer. Erzählung von Robert Schweichel( mit Illustrationen). Banern und arme Leute zur Zeit der deutschen Reformation. Von Manfred Wittich. Ewigkeit. Gedicht von Ludwig Lessen. Ein Bild aus dem Lon= doner Flüchtlingsleben. Von W. Liebknecht. Freya I, Freundestreue, Glockenrein u. Alpenveilchen heus.iefenberhältniffe. Von G. Falten. ( M. d. Arb.-S.-B.) ca. 200 Personen. Dirigent: R. Blobel. Unter Mitwirkung einer 25 Mann starten Rapelle der Freien Vereinigung der Bivil- Berufsmusiker. 53 Zur Aufführung gelangt: Columbus" von Jul. Becker. Große melodramatische Dichtung für Chor, Orchester und Deklamation. ( Deklamation ausgeführt von Julius Türk.) Ferner Gefänge für Männer, Frauen- und gem. Chöre. Anfang 81/2 Uhr. Nach dem Konzert: BALL. Entree 30 Pf. Billets find bei Göppner, Cigarrengeschäft, Fennstr. 1a; Restaurant Wernau, Rosenthalerstr. 57; Buste( früher Seefeldt), Grenadierstr. 33; Rasche, Cigarrengeschäft, Reichenbergerstr. 160, und in allen mit Blakaten belegten Geschäften und an der Kasse zu haben. Bauhandwerker- Krankenkasse 65/13 für Berlin und Umgegend( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 118). Den Mitgliedern unserer Rasse zur allgemeinen Kenntniß, daß wir unferm Statut auf Beranlassung der Behörde einen fleinen formellen Nachfab anzufügen haben. Gleichzeitig haben wir binnen 14 Tagen den Nachweis zu führen, daß sämmtliche Mitglieder im Besitze dieses Nachsatzes find. Wir fordern unsere Mitglieder daher auf, sich denselben innerhalb dieser Frift zu verschaffen. Mitglieder, welche die Gelegenheit beim Entrichten der Beiträge nicht wahrnehmen können oder wollen, sind im Interesse der Kasse verpflichtet, sich trotzdem innerhalb der angegebenen Zeit den Nachsatz entweder im Raffenlokal, Gipsstraße 16, oder in den bekannt gemachten Zahlstellen ver abfolgen zu lassen. 261/3 Der Vorstand. J. A.: Heinrich Metzke, Vorsitzender... Nach beendeter Inventur gelangen grosse Vorräthe meiner Teppiche!! Gardinen!! Portieren!! Steppdecken!! Leinenwaaren!! Fertigen Wäsche!! zu aussergewöhnlich billigen Preisen zum Ausverkauf Am Stadtbahnhf. Börse. J. Brünn, H Hackescher Ecke Neue Markt 4. 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Offerten mit Angabe der bisherigen Thätigkeit und Gehaltsansprüche sind zu richten an Gut. Noske, Brandenburg a. H., Blumenstr. 8. 4576* Verantwortlicher Redakteur: Frizz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.