.306» 44.�ah?g. sgabel � Nr. 156 Bezugspreis: hentlich 70 Pfennig, monatlich Reichsmairt vorans zahlbar. er Krenzlwnd iiir Dcutfchlano. zig, Laar, and Memelgediet, erreich, Lntauen, Luxemburg R-ichsma-l. für das übrige land S�ll R eichsmark pro Monat. „Sormärt-t" mit der illustrier» Sonntagsdeiilage �äoil und Zeit" c den Beilagen.Unterhaltung Wissen".„IAuz der Filmmelt", luenstimme's..Der stindcr» nd"..IugeStd-Vorwärts",.Blick die Bücher weit" und.Kultur. it" erscheint mochentäglich zwei. �Sonntags pnd Montags einmal. Telegrc�mm.Adreste: .Sogialdern ofrat Berlin" Morgenausgabe Rerliner Volksblatt (lö D Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille» zeil« 80 Pfennig, Retlamezeile S.— Reichsmark,.Kleine Anzeigen" das lettgedruckte Wort 2b Pfennig lzalässig zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 12 Pfennig, Stellengesuche das erste Wort lb Pfennig, sedes weitere Wort 10 Pfennig, Worte über lb Buch- staben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile bO Pfennig. sfamilienanzcigen für Abonnenten Zeile<0 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis i\i Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SWK8, Linden. straße 3, abgegeben werden, Geöffnet von LVa Uhr früh bis b Uhr nachm. ' X�ntralorgan der Sozialdemokratsfcben parte» Deutfchlands aktion und Verlag: Serlin EW. 68, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff ÄSÄ— 297. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., Serlin EW. 68, Linüenstr.Z Postscheckkonto! Berlin 37 b3«— BaaNonto: Pank der Arbeiter, Angeftelten »nd Beamten. Walftr.«Z: Diskonto-Tesellschast, Denolitentasse Lindenstr. 3. Res den Jürgen- nichts öen Sparern! Die Rechtsparteien bringen das Sperrgesetz zu Fall und verweigern den Sparern das Recht! b Im Reichslag haben die Parteien des Rechtsblocks gestern i„Cxfolg� erzielt, der ihnen noch lange sehr starke Kopf- erzen bereiten wird. Deutschnationale, Volkspartei, erifchc Volkspartei, Wirtschaftsparteiler in trautem Ver- mit dejn Völkischen aller Grade haben das Gesetz zu gebrach�, das die gerichtliche Austragung der lstenabfindungsprozesse noch auf einige Zeit en solltsf. Obwohl 1 das Ze n t r u m entsprechend seiner früheren ing f ü. r die Verlängerung stimmte, bestand das Reichs- lett, arr dessen Spitze der Zentrumsführer Marx' steht, einer Ablehnung. ObwoM 233 Stimmen für die Verlängerung und nur ' gegen sie abgegeben wurden, gilt das Gesetz als gefallen, Zem es einmal früher in seinem Wortlaut als„ver- ngsän�ernd" bezeichnet worden ist und jetzt nicht die ssungssindernde Zweidrittelmehrheit erreicht ist. Deutsch>nationale Großgrundbesitzer, volkspartei- ?nd u st risin leres senten und die Mittel- idsri-ttor der Wirtschaftspartei sind zwar kein« rheit im Reichstag, aber sie können durch ihre Minder- den�„Zf ü rst e n" und den„Standesherren" die Bahn n für die weitere Ausbeutung des Dokksoermögens auf ssd verlailbter Rechtstitel und unvergilbter republikani- iRichteirsprüch«. Sie haben von dieser Möglichkeit vollen Gebrauch ge- *. Sie� haben tatsächlich die deutschen Länder trotz ihrer fren hstotlaae gezwungen, weiter„Iudenzins" und '!tgeld" an die Erben irgendwelcher vermoderter Standes- ' �n zu jentrichten und den abgehalfterten, weil mehr als 'lüssigen Fürstenfamilien weiterhin aus den Steuer- !hen d�z Volkes reiche Zuwendungen zu machen. Srotzd em Genosse R o s c n f e l d noch einmal sehr ein- stich all die Gründe darlegie, die gerode jetzt die Ver- jerung des Sperrgesetzss unumgänglich machten, trotz- der Hemokrat v. R i ch t h o f e n in gleicher Weise für Interessen der Republik und ihrer Gliedstaaten, gegen die ichen und standcsherrlichen Blutzinswünsche sprach, nten die Mittelständler mit den Funker- und Großindu- ! lenpai teien das Gesetz nieder. Den Richtern der Repu- bleibt nur wenig zu tun übrig., In de r gleichen Sitzung des Reichstags wurde aber über die Abänderung der Aufwertungs- e tz e b eraten. Im Ausschuß ist ein klägliches Kompromiß Kürgei Glöckner zustande gekommen, das der einstige Auf- > ungsa postel chergt jetzt als Reichsjustizminister mit der eigenan Fähigkeit,„auch anders" zu können, verteidigte. der ,'sentrumsabgeordnete Gu�rard hatte den undank- n Aujstrag, für die Regierungsparteien die Zustim- n g zu« dem vorgelegten Gesetz zu versichern, das durch verschwindend geringfügige Besserung für einzelne rergrupp-n die Ablehnung jeder durchgreifenden !csserung�.,u verhüllen sucht. Die Doppelzüngigkeit der Deutschnatio- e n, die m dieser Regierung nicht nur zahlenmäßig md sind, und die sieuchelei des Büraerblocks in seiner mtheit Hat- Genosse K e i l in einer großen und eindrucks- n Rede angeprangert. Das Zusamünentreffen der Bereicherung der Fürsten und idesherrcn mit der Rechtsverweigerung für die verarm- ind betrogenen Sparer ist keineswegs ein Zufall. Es bricht nur d�er Gesamtpolitik der jetzigen Regierungs- koalition. Und es soll den beteiligten Parteien bei den Wahlen nicht vet-gessen werden. l» �* * Der Reichst a g beschäsliote sich gestern zunächst mit dem An- trag de.«Sozialdcrtiafrattn und Demokraten, das Sperrgesetz über die Sliifindungsprozess.? der früheren Fürstenhäuser zu ver- längern. lieber die der Abstimmung vorausgehende Debatte, in der Genosse Rostnseld den Standpunkt der sozialdemokratischen Fraktion nertrat, berichten wir in der Beilage, Ehe die Hauptabstimmung vorgenommen wurde, wandte sich das Haus der Beratung des Gesetz- «ntwurfs über die Verzinsung ausaewerteter Hnpolheken und ihre Umwandlung in Grundfchulden in Verbindung mit 25 Anträgen, die sich mit der Verbesserung der Aufwerwngsgcsehe befassen. Reichsjustizminister hergl gibt dazu ein« Erklärung ab, in der cs heißt, daß der Rechtsausschuß in seinen sehr eingehenden Beratungen über die Regierungsvorlage hinaus- gegangen und sehr wertvolle Derbesserungen für die Gläubiger b«- schlössen Hab«. Dia Aeichsregierung sei damit eiuoer- st a n d e n, daß damit die Grenze des Tragbaren er- reicht sei. Die Regierung hält es für eine Lebensnotwendigkeil des deutschen Volkes, daß nach Annahme dieser Verbesserungen des geltenden Rechts die Aufwertnngssragc nunmehr endgültig aus der ösfentlichen Diskussion ausscheidet. Abg v. Guerard(Z.) erklärt für die Regierungsparteien, wonach sich diese in den Ausschußverhandlungen bestrebt hätten, die seit In- krasttreten der Aufwertungsgcsctze entstandenen Härten zu beseitigen. Die nochmalige grundsätzliche Revidierung der Auswertung hätte yennieden werden müssen, weil dadurch die Grundlogen der Wirt- schast und der Währung erschüttert worden wären. Man habe sich deshalb darauf beschränken müssen, dem Gesetzentwurf der Regierung mit geringen Acndcrungcn zuzustimmen. Es seien einige Erleichterungen für die Hypothekcnglänbigcr geschaffen war- den. Weitergehende Anträge, die zur erneuten Ausrollung der Aufwertungsstoge führen würden, lehnen die Regie- rungsparteien ab. Sie begrüßen es aber, daß jetzt eine stärkere Aufwertung der Guthaben bei den Sparkassen ermöglicht werde, und daß auch eine Besserstellung der bedürftigen Altbesitzcr erreicht worden sei. Die Regierungsparteien werden sich auch künftig bemühen, entstehende Härten zu mildern. Abg. Zörissen(Wirtsch, Vg.) gibt gleichfalls eine Erklärung ab, worin bedauert wird, daß jetzt nicht mehr erreicht worden sei. Einen Volksentscheid über die Auswertung halte er für u n z u- lässig. Fbg. Keil(Soz.) Diese' Debatte stellt einen weiteren, vielleicht den letzten Haupt- okt der großen Tragödie dar, deren Hintergrund die� furchtbare Ju- slationskatastrophe bildet und deren Opfer viele Hunderttausende deutscher Volksgenossen geworden sind. Der kleine Gesetzenlwurs, der heute zur Beratung steht, spielt dabei eine unbedeutende Rolle. Er soll nicht dazu dienen, das große Unrecht gutzumachen oder auch nur ernstlich zu nnldern, das von den Mehrheilspartcicn des Je'""----------- i—t-u bilden, spürt 1925 ihre feierlichen Wahlvers prechungcn ge- brachen hat, tein Bedürfnis. Die Vorlage geht von der Auf- fassung aus, daß an den Grundzügen der Auswertungsgesetzgebunz nicht gerüttelt werden dürfe. Derselbe deutsch nationale Führer, der zur Zeit der schrankenlosen deulschnationalen Oppo- sition die weitergehenden Hofsmingen bei den Gläubigern und Sparern geweckt hotte, nämlich Herr Hergt, ist jetzt dazu berufen. das Aufwertungswerk von 192.5, das soviel berechtigte Empörung hervorgerufen hat. zu verteidigen. Mit größtem Eiser hat sich Herr Hergt als Rcichsjustizministcr immer wieder schützend vor die« 10er oucy nur enistucy zu muoern, oas von oen �leyryeiispancien >es Jahres 1925, die auch heute wieder die Regierungsmehrheil bilden, den Gläubigern und Sparen: zugefügt worden ist. Dozu spürt im besonderen die führende Regierungspartei, die' Sprös Iiugzeug in Frankreich gesichtet Aber Paris seit Stunden ohne Nachricht. Paris, t. Juli. 12.15 nachts.(Eigener Draht- bericht.) Seit über zwei Stunden ist man ohne Nach» richt von Byrd. Tic letzte AReldung seit St. P r i e u c lautet, daß man glaubt, das Flugzeug über Ncn- nes» der Hauptstadt der Bretagne, gehört zu haben. Nun liegt Renncs etwa 5W Kilometer südöstlich von St. Brieuc, also erheblich südlicher als die bis dahin eingeschlagene Route Brest— Paris, so daß man den Eindruck hat, daß die amerikanischen Piloten sich infolge dcS sehr schlechten regnerischen Wetters, das heute abend über ganz Frankreich herrscht, verflogen haben. Würden sie den KurS St. Brieuc— Paris weiter fortsetzen, dann würden sie nicht Paris erreichen, sondern nach dem Zentrum Frankreichs gelangen. Am Flugplatz Le Bourgct. wo eine große Mcn- schenmengc, darunter mehrere Minister, seit 20.90 Uhr trotz des strömenden Regens ausharrt, hat man feit 22.00 Uhr kernerlei Nachricht mehr erhalten, und man ist etwas nervös geworden. Auch vom Funkapparat der„America" hat man seit mehreren Stunden keine Zeiche» mehr erhalten. Vorausgesetzt, daß B Y r d seinen KurS berichtigt, so wird er frühestens um 1 Uhr nachts in Paris eintreffen— falls Paris überhaupt sein wirkliches Ziel ist, waS keineswegs feststeht. Paris. 3t>. Juni.(MTB.) Die„America" hat um 21.19 Uhr Saint Brieuc in der Bretagne überflogen. Paris, 30. Juni.(EP.) Byrds Flugzeug hat um 20.32 Uhr B r e st in etwa 600 Meter Höhe passiert. Der§lug über den GZean. Am Donncrstogmorgen 2.22 Uhr sing der D a m p s c r �D o r i c" bei 49 Grad 26 Ulm. nördlicher Breite und 44 Grad 10 Ulin. westlicher Länge einen Funkspruch aus, daß die„America" 50 Meilen von diesem Punkt entfernt war. Der Dampfer.Verlin". 4S Grad 15 Min. nördlicher Breite und 25 Grad l5 Min. westlicher Länge meldete dos Flugzeug um 9.20 Uhr. Das Motoreageräusch sei deutlich veruehm» bar gewesen. Belfast teilt um 12.30 Uhr mit. daß der Radioposten Valentia stets deutlicher werdende Signale des Flugzeugs aussauge. Man berechnete an dieser Stelle, daß Byrd eine mittlere Slundengeschwindigteit von 175 Kilometern hoben müsse.— Räch einer beim Ro r d- deutschen Lloyd in Bremen am Donnerslagvormlttag eingegangenen Radiomeldung wurden an Bord des Lloyddampsers.Berlin" vormittag 8.20 Uhr aus 48 Grad 15 Min. nördlich und 25 Grad 15 Min. westlich Radiosignale des Byrdschen Flugzeuges.America" deutlich gehört. Mit Hilfe des Funkpcilers wurde s r st- gestellt, daß das Flugzeug sich nördlich vom Dampfer.Bei im" in einer Entfernung von 50 Seemeilen befand, und zwar aus 49 Grad nördlich und 25 Grad westlich. So folgten sich Stunde um Stunde die Rachrichlen. Um 1 5 ll H r befand sich Byrd aus dem 5 0. Grad nördlicher Breite und dem t>. Grad n> e st l i ch e r Länge, also über dem Südwcstzipsel Englands. Am 19.05 Uhr fing die Radio st ation von Ouessant einen Funkspruch Byrds aus, der besagte: Mir werden spätestens in einer Stunde das Land zu Gesicht bekommen. An Bord ist alles wohl. Um 19.55 Uhr hatte die.America" die Insel südlich von Brest mit östlichem Kurs überflogen und war demnach noch clwn 500 Kilometer von Paris entfernt. Veiterfiug bis Wien! Wien.(TU.) Die österreichische Luftverkehrsgesellschaft Hot aus Rewpork ein Kabeltelegramm erhalten, wonach Byrd aus jeden Fall bis Wien stiegen will. Sollte ihm der Benzmvorral aus der Fahrt zu gering werden, so werde er zu kurzem Aus- enthalt in Paris niedergehen, um seinen Letriebsstoss zu er- ganzen und dann sofort weiterzusltege». Die österreichische Luftverkehrsgesellschaft hat ans dem Flugfeld Aspern alle Vorbereitungen zum Empfang Byrds gelrossen. Nückfiug nach Amerika l Rew Jork, 30. Juni.(WTB.) Der technische Sachverständige der Wright-Gesellschaft, Kinkade, erklärte: Byrd beabsichtige, von Paris nach Amerika zurückzufliegen. Unmittelbar vor seiner Abfahrt mit dem Dampfer„President Rooscoelt" erklärte Kinkade, Byrd habe kurz vor seinem Abflug gesagt:„Gehen Sie an Bord der„President Roosevelt" und suchen Sie mich in Paris auf. Ich wünsche, daß Sie das Flugzeug für die Rückfahrt nach Amerika instand setzen." Chamberlia in Paris. Paris, 30. Juni.(WTB.) Chamberlln und Leoln« sind heute nachmittag von Basel kommend kurz nach 16 Uhr aus dem Flugplatz Le Bourget gelandet. bereicherten£ chulbner gestellt und im Ausschuh im Namen des geheiligten Biirgerblocks verkündet, an den Grundlagen des Auf- wertin, gsgeseges dürfe nicht gerüttelt werden. Die Regierungsaoriagc beschränkt sich im wesentlichen aus zwei Punkte. Erstens die Bestinnmng eines festen Zeitpunktes für den Beginn der Verzinsung der aufgewerteten Hypothek, zweitens die Er- teilung der Befugnis an den Gläubiger, die Umwandlung der auf- gewetteten Hypothek in eine Grundschuld zu beantragen. Durch die erste Vorschrift soll oerhütet werden, dah dem Gläubiger aus der Verzögerung der Wiedereintragung der Hypothek ein Schaden, bestehend im verspäteten Beginn der Zinszahlung» erwächst. Aber gerade deshalb, weil man den Gläubiger gegen einen solchen Schaden schützen muh, ist nicht ein- zusehen, warum der Zeitpunkt des Verzinsungsbeginns auf den 1. Juli 1926 festgesetzt werden soll. Don Rechts wegen mühte die Verzinsung de» geretteten kleinen Restes der Forderung im 3uli 1925 beginnen, wo das Aas- werlungsgeseh in Kraft getreten ist. Im Ausschuh war in der ersten Lesung der feste Zinsbeginn von einer durch Unterstützung einiger Mitglieder der Regierungsparteien gebildeten Linksmehrheit auf den 1. Ja- nuar 1926 vorverlegt worden. In der zweiten Lesung wurden diese Mitglieder zurückgepfiffen und nunmehr der 1. April 1926 eingefügt. Mir beantragen, den veschluh der ersten Ausschuh- beratung wiederherzustellen. Lehnt die Mehrheit unseren Antrag ab, so tut sie es zum Schutze der großen Jnflationsgewinnler, auch der Neureichen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Der zweite Punkt der Vorlage will verhindern, dah der Schuldner mit der zu seinen Gunsten im Aufwertungsgesetz vor- gesehenen Härteklausel noch Mißbrauch auf Kosten des Gläubigers treibt. Damit sind die Vorteile aufgezählt, die dem Gläubiger gewährt werden. Was sie sonst noch enthält, berühtt unwesentliche formal- juristsiche Streit- und Vereinfachungsverfahren. Aber auch die wenigen kleineren Erweiterungen, die der Ausschuß vorschlägt, muhten den Regierungsparteien im zähen Kampfe abgerungen werden. Dg im Rechlsauvschuh mit der Beratung der Regierungsvorlage die Beratung der zahlreichen Anträge zu den Auswertung»- | gesehen verbunden wurde, richteten sich noch einmal erwartungsvoll die Blicke der Gläubiger und Sparer aus diese Verhandlungen. Und wieder sind sie bitter enttäuscht worden. Sehr gering sind die Aussichten, daß im Plenum mehr erreicht wird. Das kann uns ober nicht abhalten, auch hier unsere Verbesferungs- vorschlüge zu vertreten. Nachdem im Juni 1925 von der Deutsch- nationalen Partei den verarmten Gläubigern und Sparern unter Bruch ihrer Versprechungen nur einige Brosamen geboten und auch der Reichspräsident seinen Namen unter die Auswertungsgesetzc gesetzt hatte, war es begreiflich, daß sich der betrogenen Sparer große Empörung bemächtigte. Sie wollten von dem ihnen in der Reichsverfassung gewährten Rechr, selbst, einen Volksentscheid herbeizuführen, Gebrauch machen. Das K a- binett Luther suchte die Aufwertungsfragen dem Volkseick- scheid zu entziehen. Und im August vorigen Jahres beschloh die Regierung, ohne die gesetzliche Grundlage erst zu schaffen, die Ab- Weisung des Volksbegehrens des Sparerbundes. Unter den Blättern, die diesen Beschluß als unvereinbar mit der Reichsverfassung be- zeichnet hatten, befanden sich auch deutschnationale Zei- t u n g e n. Im Ausschuh, wo die Frage zur Erörterung kam, hätte man allerdings keinen Laut aus deutfchnaUonalem Munde. Wenn nun aber die"Deutschnationalen den enteigneten Sparern den Weg zur Volksbefragung oersperren, so hätte man doch von ihnen erwarten müssen, dah sie wenig st ens im Weg« der ordent- lichen Gesetzgebung die Verbesserungen am Aufwertungs- recht vornehmen würden, die vom Standpunkt des Rechts und der Humanität geboten, die vom wittschaftlichen und jursstischen Stand- punkt aus möglich sind. Aber diese Verbesserungen sind unter Führung des Herrn Reichssustizminifters hergt abgelehnt worden. 3ch kann ein solches Verfahren nicht anders als brutal bezeichnen.(Sehr richtig! bei den Soz.) In der Frage der Anleiheablüfimg ist jede Aenderung des jetzigen widersinnigen Systems abgelehnt worden. Die beantragte Erhö- hung der B e d ü r ft i g k ei ts gren ze für Gewährung der Bor- zugsrente auf 1000 Mark ist ein ungenügendes Zugeständnis an den sozialdemokratischen Antrag, der 12 000 M. verlangte. Das gleichc gilt von der Zusage des Reichsfinanzministers, das Anleihe- oltbesitzcr, die in nicht schuldhafter Weise die Anmeldung ihres Be- Die Möwenfthlacht. Von Peter Polter. �" Rechts und links der Landstrahe zogen sich breite Wassergräben hin. Dann kamen weitgedehnte Moorwiesen, die von Rinderherden und weidenden Pferden belebt waren. Hier und da blinkte ein kleiner See. Die Nähe des Meeres machte sich durch Schwärme von Möwen bemerkbar, die über das Moottand hinwegstttchen. lieber einem grünen Wiesenstück flattette eine dichte weihe Wolke dieser Vögel. In haftigen Flügen kreisten sie durcheinander, indem sie kreischend« Schreie ausstießen. Uni» jeden Augenblick stießen einzelne von ihnen zur Erde nieder, hackten mit den Schnäbeln nach irgend etwas, das ihren Zorn zu erregen schien, um sich gleich wieder flüchtig zu erheben. Ein kleines graugelbes Etwas bewegte sich im Grase, schlug mck den.Flügeln und wehrte sich oer, zweifelt gegen die, maushör- lichen Angttffe der herabstohenden Räuber. Es war eine Wildente— anscheinend matt und kremk— auf die es die Möwen abgesehen hatten. Sie war nicht mehr imstande sich zu erheben und kroch nur noch mühsam auf dem Boden dahin, während die Möwen wie eine windgepauste Wolke über ihr schwebten und immer wieder mit erbarmungslosen Schnabelhieben über sie herfielen. Ich sprang vom Rad«, um zu beobachten, wie dos grausame Schauspiel enden würde. Kaum hundett Meter entfernt spielte der ungleiche Kamps sich ab, und nur der breite Wassergraben verhin- dette mich, der gepeinigten Kreatur beizufpringen. Die weidenden Kühe und Pferde kümmerten sich nicht im gettngsten um die Tra- gödie, die sich in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft vollendete. Sckirei auf Schrei, Stoß auf Stoh, Hieb aus Hieb! Zu fünszig gegen eine! Die schwirrende Unglückswolke wich und wankte nicht. Nach zehn Minuten war der Kampf beendet. Unter dem gel- lenden Geschrei der Möwen erhob die Wildente sich mck letzter Kraft noch einmal einige Meter hoch in die Luft, taumelte in kraftlosem Fluge noch eine kurze Strecke dahin und fiel dann wieder zu Boden. — Und wie ein wehendes Leichentuch senkte sich die Möwenschar auf ihr Opfer herab, um ihm den Rest zu geben. ... Schon wollte ich wieder auf das Rad steigen,»m meinen Weg fortzusetzen, als ein neues Ereignis eintrat und mich wieder auf die Stelle bannte. Mit heiserem Gekreisch erhob sich der Möwenschwarm von neuem. Es schien ein Zwist zwischen ihnen ausgebrochen zu sein, dessen Ursache nicht sogleich ersichtlich war. Vielleicht war die Beute zu klein für so viele Jäger, vielleicht auch mochte keine der anderen den Fetzen hlutwarmen Fleisches gönnen, den sie aus dem Kadaver hcransaerissen hacke. In weiten Kreisen ausschwärmend stoben sie auseinander. Gleich daraus aber � wie auf ein Kommando— stürzten sie plötzlich auf- sitzes versäumt haben, nachträglich noch zur Amneldir.'g o t s zum 31. August d. I. zugelassen werden sollen. Auf dem Gebiete der Hypothekenaufwertung hat die Regierungsmehrheit nach langen Kämpfen in einem einzigen Punkte eine matettelle Verbesse- rung zugestanden, bei der Aufwettung der persönlichen Forderung bei'Hypotheken, die im Jahre 1921 ausgenommen worden sind. Es wird sich noch zeigen, daß auch das nur Flickwcrk ist, mit dem neue Hätten verbunden sind. Wagt in diesem hause jemand zu bestreiten, daß das Auf- wertungsgesetz sich im verlaus der zwei 3ahre seiner Durch- sührung noch als viel grausamer erwiesen hat, als man bei seiner Verabschiedung annehmen konnte? hat sich weiter nicht erwiesen, daß die enlschuldeten Schichten viel leistungsfähiger sind, als man damals annahm? 3si es nicht ein Gebot der Gerechtigkeit, au» diesen Tatsachen die Schlußsolgerungen zu zieheu und wenigstens im Rahmen des Möglichen Besserungen vorzonehmeu? Wir Sozialdemokraten wissen sehr wohl, daß heute 4% Jahre noch Schaffuniz der stabilen Währung, zwei Jahre noch Schaffung der Aufwettuiigsgesetze, auf deren Grundlage sich neue Rechtsver- Hältnisse gebildet haben, eine völlige Neugestaltung des Aufwertungs- rechts so gut wie unmöglich ist. Aber das darf uns nicht blind machen gegen die Tatsache, daß in unzähligen Fällen eine er- hebliche Milderung des von den Gläubigern begangenen Unrechts möglich ist, ohne daß schädliche Folgen für das witt- schaftliche Leben daraus entstehen. Zu vielen Zehntausenden zählen die Fälle, in denen der bereichette Schuldner dem verarmten Gläu- biger helfen könnte. Das geschieht nicht, er beruft sich auf seinen Schein, d. h. auf das Gesetz. Aber auch da, wo wirtschaftliche Unternehmungen von der Aufwettung getroffen werden, sind weit- gehende Verbesserungen ohne jede Gefahr möglich. Eine kleine Verminderung der Gewinnspanne in diesen Unternehmungen würde oft ausreichen, um die alten Gläubiger aus ihrer Not zu befreien. Die Anträge, die wir dazu gestellt haben, berücksichtigen die wittschaftlichen Verhältnisse des Schuldners, vor allem die Lebensfähigkeit wirtschaftlicher Betriebe, sie holten sich in beschei- denen Grenzen und greifen nicht in die neuen Rechtsverhältnisse ein. Sie oermeiden jede Aenderung im Grundbuch und verursachen nur geringe Verwaltungsarbeit, die sowieso geleistet werden muß. Auf vier Hauptgebiete beziehen ssch unsere Anträge. Wir wollen erstens für die Hypothekenauftoettung ganz all- gemein eine elastische Klausel zugunsten des Gläu- b i g e r s eingefllhtt wissen, wie sie zugunsten des Schuldners im Gesetz schon enthalten ist. Die Möglichkeit der Höherauf- wertung, also über 25 P r o z., soll sich auf die persönliche Forderung beschränken. Auch diese erhöhte Aufwettung der per- sönlichen Forderung soll nur stattfinden, wenn es mit Rücksicht auf die wittschastliche Lage beider Vertragsteile zur Abwendung einer groben Unbilligkeit unabwendbar erscheint. Trotzdem dieser Antrag ursprünglich von der Würtlembergi- schen Regierung eingebracht worden ist. hat man ihn im Ausschuh abgelehnt. Die Württembergische Regierung hat dort zugunsten ihres Antrages nicht ein Wort gesagt, und sich im Gegenteil dem Appell der Reichsregierung angeschlossen, wonach sie unter allen Umständen die Ablehnung des Antrages er- mattete. Auch der Abg. S i l l« r hat dagegen gestimmt, trotzdem er sich unter- schriftlich verpflichtet hatte, im Reichstag für eine Auswertung nach Treu und Glauben auf Grund des Bestschen Entwurfs einzutreten. Herr Treoiranus, der eine gleiche Unterschrift in seinem westfälischen Wahlkreis gegeben hat, war den Aufwertungsver- Handlungen ferngeblieben. Vielleicht wird der württembergi- sche Staatspräsident, der ja diesem Hause angehött, nun selbst Gelegenheit nehmen, seinen Vorschlag hier zu vettreten. Ein zweiter Punkt unserer Anträge betrifft die Höherauf- wettung der persönlichen Forderung von hypothekarisch gesichetten Restkausgeldern. Drittens wollen wir, daß das schwere Unrecht, das mit der begrenzten Rückwirkung verbunden ist, gemildett wird. Wir beantragen, daß auch Rückzahlungen, die vor dem 15. Juni 1922 erfolgt sind, nachträglich geprüft werden, ob der zurückgezahlte Betrag wenigstens einen Mindestteil der Goldmark- fordcrungen ausmacht. Die Aufwettung soll erfolgen, wenn die Versagung für den Gläubiger eine unbillige Hätte bedeuten würde. Auch hier soll sich die Aufwettung aus die persönliche Forderung beschränken. Endlich verlangen wir eine Aenderung der Vorschriften, wonach die Banken von jeder Aus- wertung befreit sind. Neben der selbswerständlichen Aufwertung der bei den Banken gemachten Sparguthaben und der Einlagen bei priväten Sparkassen beantragen wir die Einbeziehung einander los, sich gegenfeckig mck wütenden Schnabelhieben bear- beitend. Ein rasender Kampf erhob sich in der Lust. Ein Kampf aller gegen alle, um einer Beute willen, dir sie nicht mehr beachteten. Das Sausen der Flügel, ihre gierigen Raubschreie tönten weithin. Federn stäubten herab. Einzeln« der Kämpfer lösten sich aus dem Wirbel, um sich sofott wieder hineinzustürzen. Jetzt taumelte ein weißer Bogel aus der kreischenden Wolke heraus und stttch schleppenden Fluges von dannen. Jetzt em zweiter, «in dritter! Das waren die Schwächeren, die Blessierten, die dem Tumult nicht gewachsen waren und das Weite suchten. Das Toben der anderen aber ging unter höllischem Kreischen weiter. E» war eine wcchnsimnge Bogelschlacht, deren Ursache völlig vergessen schien. Ein blindes Morden, um des Mordens willen,— aus Futterneid, aus Haß, aus irgendwelchen wilden, dumpfen Urtriebe», durch die sie aufeinander gehetzt wurden.-.. Die weidenden Tiere ringsum starrte« verständnislos nach der Möwenfchlacht hoch oben in der Lust hinauf. Auch ich selbst stand wie oerftött vor dem erbarmungslosen Wüten dieser Vögel. Wie lange der Kampf gedauert hat, weih ich nicht mehr. Immer mehr geschlagene Kämpfer strichen ab. Immer kleiner wurde die Rotte kreischender Mörder. Endlich blieben nur noch zwei der Stärksten übrig, die sich nun ungestött über die bereits halb zerrissene Wildente hermachten.... Mir fiel das erbitterte Wort Friedrich Hebbels ein:„Alles Leben ist Raub!" Cr hat versäumt, es folgerichtig zu er- gänzen:„Aller Raub gebiert Haß!" Und in Raub und Haß wird das Leben sich fottsetzen, solange es nicht gelungen ist, diese finsteren Uttnstinkte zu unterdrücken.... vprös Gzeanflltg. Byrds Ozeauflug unterscheidet sich wesentlich von den bisher ausgeführten, denn es ist der erste Flug, der mit den Sicherheits- Vorrichtungen unternommen wird, die auf einer Flugzeugfahrt überhaupt möglich sind. Der Ozeanflug Byrds wird dadurch gleich- sam die Grundlage für alle künftigen Passagierflüge über den Ozean werden. Sowohl Lindbergh als auch Chamberlin hoben bei ihren Ozeanflügen mehr den ipor. lichen Charakter gewahrt und von Maßnahmen der Sicherheit im großen und ganzen abg?sel)«n. Es war klar, dah derartige Ozeanflüge für die Entwicklung des normalen Ozeanverkehrs keine Bedeutung haben. Der Flug Byrds ist tatsächkich der erste, bei dem tatsächlich alle Grundlagen geschaffen sind, die für den Ozeanflug in Betracht kommen. In erster Reihe ist zu erwähnen, dah sein Flugzeug ein dreimotoriger Apparat ist. der schon dadurch die Gewähr gibt, dah beim Versagen eines Motors der Flug trotzdem nicht gefährde, ist. Das wrsenllichste ist aber die Ausstattune, des Flugzeuges mit den ausgezeichnetsten Rundfunk- apparaten. Bei ISO Watt Energie besitzt der Hauprfunksender«ine Reichweite von 400 bis 600 englischen Meilen bei Tage: bei Nacht ist die Reichweite bekanntlich bedeutend größer. Außerdem aber hat der Apparat die Möglichkeck, das bekannte SQ5-Zeichen regelmäßig iangjristlgcr Bankguthaben. Für die völlige Befreiung lteradc der Banken von jeder Auswertung fehlt es im Bolke an jeiem Verständnis.(Sehr richtig b. d. Soz.) Unsere Anträge sind mit der größten Sorgfalt adgesnht. Wenn sie dennoch abgelehnt werden, so kann ich dos nur so erklären, daß den Regierungsparteien, besonders den Dcutschnalionalen an dem vertrauen der ehemals wohlhabenden Millelschichlen nicht mehr viel gelegen ist. seitdem diese Schichten verarmt sind. Wir dürfen doch nicht übersehen, daß die Lage der Gläubiger sich in dem Maße verschlechtert, in dem das Preisniveau steigt. Ein Minimum von gutem Willen und Gerechtigkeitsgefühl müßte dazu führen, diesen armen Volksgenossen sorrnsst wie nur irgend möglich zu helfen. Die kümmerliche iss e r b e s s e. rung der Kleinrentnerfürsorge, die vor-einigen Mo- naten vorgenommen wurde, Hot sich als ein Schlag ins Wasser erwiesen. Jetzt will Herr Hergt nicht an den Grund- zügen rütteln lassen. wenn es sich aber um die Fürsten handelt, dann kcnnk Herr hergt und seine Partei in der Freigebigkeit auf kosten des verarmten] volles keine Grenzen, wenn erlauchte Standcsherren oer- moderte Scheine aus vergangenen 3ohrhund«rten 1 cvorsuchen und Aufwcttungsforderungen dafür geltend mocher. dann verteidigt Herr hergt ihre Ansprüche. Wenn ober ein armer alter Greis, eine hungernde arme Wilwe die Schei.c vo-rzeigi. die man ihr im Kriege für ihr gutes Geld.b.',itzcgeben hat. dann sagt man ihnen, daß sie bestenfalls an?lchlci dam m zurückbekommen und dah sie auch daraus nah 3ahre oder I stchrzehnte warten müss«,. Seien wir uns dessen bewußt, daß vir an eini-m ent» scheidenden Wendepunkt stehen. H e utt e ist es noch möglich, die schlimmsten Ungerechtigkeiten zu besei tiaen. I n einigen Iahren wird es nicht mehr möglich sein, je weiter die Zeit und die Bildung neuer wirtschaftlicher und rechtlicher Verhältnisse fortschreiten. Wer den Gläubigern noch helfen will, der muß es jetzt tun. Auch dezhalb, weil die Opfer der Enteignung immer zahlreicher ins Grab sinken. Un- endlich viele von ihnen haben bereits ihrem Leben sr-stwillig ein Ende gemacht. Noch ist es Zeit, einen Teil dieses U>, rechts, das an den kleinen Gläubigern und Sparern begangen worden ist, gutzumachen. Wer dazu nicht die Hand bitttt, der l>!ot ein ungeheures Maß. nicht nur politischer, sondern auch rein menschlicher veraniworlung auf sich. Politisch wird er von den vZählern zur Rechenschaft gezogen werden. Die menschliche Veraniworlung wird er zeitlebens zu tragen haben.(Lebhafter Beifall b. d Soz.) Darauf wird die Beratung abgebrochen. Schlußabstimmung über üas Sperrgesetz. Es folgt die dritte Lesung des Sperrgefetzes für die Fürstenabfindungsprozesse. 3a der Schlußabstimmung, die namentlich ist. werden 233 Stimmen(Sozialdemokraten, Zentrum. Demokraten, Kommunisten. Wirtschaftspartei und Bayerischer Vauerr.stund) für, 167 Stimmen(Deutschnalionale, Deutsche Volkspartei, Völkische. Rakionalsozialislen und Deutsch- Hannoveraner) gegen da-z Gtt-H c'j. gegeben. Zwei Abgeordnete enthalten sich der Stimme. Reichskanzler Dr. Marx und Reichsorbeitsminister Dr. Braun» btt.'illgen sich überhaupt nicht an der Abstimmung. Präsident Löbe. Von den im Attikel 76 vorgeschriebenen Be« dingungen für die Annahme von Gesetzen mit verfassungsmäßiger Mehrheit ist nur die erste erfüllt: Es sind mehr als Zwei drittel der Abgeordneten anwesend gewesen. Von diesen haben aher nicht Zweidrittel, nämlich 267 für die Gesetzesoottog« gestimmr. (Bravo rechts, Pfuirufe links). Das Gesetz ist mit einfacher, nicht aber mit verfassungsmäßiger Mehrheit angenommen. Z)a nun in der Einleitung des Entwurfs selber steht„nachdem zur Vermeidung von Zweifeln festgestellt ist, daß die Erfordernisse verfassunvs- ändernder Gesetzgebung erfüllt sind", so ist das Gesetz ob- gelehnt. Das Haus oertagt die Weiterberatung der Auswertung soorlagen auf Freitag 14 Uhr: außerdem kleine Borlagen. Eckstuß noch 17 Uhr._ Chamber lain hat am Donnerstag in Begleitung seiner Frau auf der Rückreise von der Schweiz Paris passiett. Entgegen den Erwattungen hat er keinerlei Besprechungen mit Atta nd gehc-ib:. Er hat sich nur eine Stunde in der Pariser englischen Botschaft aus- gehalten und ist sofott nach London weckergereist. zu geben, damit im Falle eines Unglücks die Schiffe, die fach in der Nähe des Flugwcges befinden, schnell zu Hilfe herbeieile: i könn-m. Dadurch ist für die Sicherheit der Fluggäste alles getan, was n ach dem heutigen Stande der Funkeinrichtungen getan werden kann. Außerdem ist dos Flugzeug von Byrd durch seinen Bau in lie- sonderer Weise für den Ozeanflueverkehr geeignet. Der Bercni. lasser dieses Fluges ist der bekannte Warenhausoesiger W-anemaker, einer der größten Kauft««« Ametttas. Er hat ftir diesen Flug bereits die Summe von 1 Million Matt bereitgestellt, sn daß es mit seiner Hilfe möglich gervesen ist. den Flug in jeder ZZeziehung so auszurüsten, daß er eine neue Erweiterung der Ozeanflüge wird. Man darf sich aber auch trotz aller dieser Sicherheitsoorr ichtungen nicht darüber täuschen, daß das Flugzeug Byrds nicht das Ideal eines Passagierflugzeuges für den Ozeanoettehr sst. AU e Sicher- heitsmaßnahmen für den Flug sind zwar in sachlicher! Weise getroffen worden, aber immer noch handelt es sich um den al ten Flug- zeuptyp, der von Wind und Wetter abhängig ist. Byrd- hat mit sämtlichen Wetterstationen Europas und Amerikas Verbindung an- geknüpft, um die günstigste Wetterlage für seinen Flug festzustellen. Schon diese Tatsache allein ist bezeichnend dafür, daß das Flugzeug Byrds noch zu sehr von den Launen der Witterurig abhängig ist. als das es geeignet wäre, einen regelmäßigen, ununterbrochenen und sicheren Berkehr über den Ozean zu gsn-ahrleisten Nur das Flugzeug wird tatsächlich für den Ozeanflug in Betrac!,! kommen, das ohne Rücksicht auf die augenblickliche Wetterlage fat». pla �'.äßig Flüge durchzuführen in der Lage ist. Es wird sich also um ein Flugzeug handeln, das durch seine Bauatt den Angriffen der At. lantikstürme nicht so schnell erliegt, wie die jetzt benutzten Flug- zeugtypen. Man darf sich nicht im unklaren darüber sein, daß auch der Byrdsche Flug im höheren Sinne ein Sportflug ft, wenn auch allerdings das Flugzeug Vorkehrungen aufweist, die es für einen Ozeanverkehr geeigneter machen, als es die Flugzeus, e seiner beiden Vorgänger waren. Der Flug Byrds ist eine weitere Etappe auf dem Wege des Ozeanpassagierverkehrs, aber noch nicht fein Beginn. 3mm«rmann- Ehrung in Magdeburg. Am Gebuttshaufe Immermanns in der Großen Klosterstraße zu Magdeburg soll im Herbst«ine Gedenktafel angebracht werden, die der Bettiner Bild- Hauer Zschokke, der auch der Enkel eines Magdeburger I ächters ist, geschaffen hat. Di« Tafel, die von der Stadt und dem Verein z-i" Förderung der Deutschen Theaterausstellung gesftftk't ist, unrck einst. weilen in der Knnsthalle der Ausstellung gezeigt und am 3. Jn'i der Oeffentlichkeit mit einer Feier übergeben, bei der Jalius Bab die Gedenkrede halten wird. An die Magdeburger Schüler werden gleichzeitig 200 Exemplare von Jmmermanns„Oberhof" verteilt. Der Vau de, veukfchen hyglene-vluleam, la vresdea,»er durch die Streichung de» vorgesehenen RelchszuschnffcS von 1 Million Matt in tzfrage aellelll war. dürste jefct doch al» pesichert aelten können. Da» Reich'- inneiinilnlftciium bat aus anderiveitig versiiqbaren Mitteln einen'.Ne»,ai von oöNiXio Mark bercitgeilellt. und man hofft, daß der ersvideilichc Rrt vom Sächsischen Landtage bewilligt werden wird. La, hygieae-ZnMwt In Land, Heeg. Die GrunditeinIegunZ tür den Reubau des Preußischen Hvgiene-JnslilutS. das bei Kriegsende von Posen nach Landsberg verlegt werden mußt« und sieden Jahre hindurch m völlig unzulänglichen Baracken untergebracht war, fand Dienstag statt. Reichsrat unö 11. Mguft. Ein Vorstoß Preuhens. Die Reichsregierung wird sich äutzeru miisseu. In der gestrigen öffentlichen Sitzung des Reichsrates er- eignete sich ein politischer interessanter Vorstoß der preußischen Regierungsoertreter in der Frage des Nationalfeiertages. Schon in der Ausschuß- sitzung am Vormittag hatte Ministerialdirektor Dr. B a d t beantragt, der Reichsrat möge der Reichsregierung anempfehlen, die Erklärung des 11. August zum Nationalfeiertag zu befürworten. Obwohl offenkundig die große Mehrheit des Rcichsrats diesen Antrag billigt, konnte die Reichsregierung sich nicht entschließen, in der Plenarsitzung des Neichsrats am Nachmittag dazu Stellung zu nehmen. Reichsminister v. Keudell, der im Auftrage der Deutschnationalen Obstruktion gegen den Ver- fassungstag treibt, glänzte am Nachmittag durch Adwefen- heit und ließ sich durch seinen Staatssekretär Z w e i g e r t vertreten. Nun gab am Schluß der Sitzung Staatssekretär Weiß- mann folgende Erklärung ab: „Die Reichsregierung hat dem Reichsrat den Initiativan- krag eines Gesetzes über den Verfassungstag als Nationalfeiertag unter Bezugnahme auf Z 50 der gemeinsamen Geschäftsordnung der Reichsministerien zugeleitet. Der zuständige Ausschuh hat am Donnerstag früh darüber eingehend beraten: auf Wunsch ist jedoch von einer Verhandlung in der Donnerswg-Vollsitzung zunächst noch abgesehen worden. Ich bitte daher, schon heute zu be- schließen, daß diese Angelegenheit aus die Tagesordnung der voll- sitznng der nächsten Woche geseht wird. Ich gehe dabei davon aus, daß nach der gründlichen und eingehenden Beratung vom Vormittag eine nochmalige Ausschußberatung nicht mehr er. forderlich sein wird: andernfalls bitte ich. diese schon jetzt an- zuberaumen." Der Vertreter der reaktionären Regierung T h ü r i n> g e n s bestand jedoch auf nochmalige Ausschußberatung. Der Vertreter des Freistaates Bremen fragte die Reichsregie- rung, wie sie sich zu dieser Frage stelle. Eine Antwort erfolgte nicht, aber Staatssekretär Zweigert stellte immerhin fest, daß es der Wunschder Mehrheit des Reichsrats fei, daß der Initiativantrag noch in der n ä ch st e n Woche im Plenum des Reichsrates be- sprachen werde, und daß vorher eine nochmalige Ausschuß- beratung erfolgen würde. Nun hat die Reichsregierwng bis zum nächsten Donners- tag die Gelegenheit, sich über ihre Haltung in dieser Frage schlüssig zu werden. Die Hoffnung Keudells, dieser Stellung- nähme durch Verschleppung des Antrages im Reichstogsaus- schuß auszuweichen, ist durch die Gegenaktion Preußens vereitelt: jetzt muß das Rcichskabinett Farbe bekennen. Der Wille der überwiegenden Mehrheit der Länder im Reichsrat steht fest. Er deckt sich offenkundig mit dem Willen der Mehrheit im Reichstag. Wird das Reichs- kabinett, dessen Zentrumsmitglieder und, wie versichert wird, sogar besten volksparteiliche Mitglieder innerlich für die Er- Hebung des 11. August zum Nationalfeiertag sind, es wagen, mit Rücksicht auf die Deutschnationalen die Reichsratsmehr- heit vor den Kopf zu stoßen? Soziale Mietergesetzgebung. Sozialdemokratischer Antrag im Reichstag. Nach der Verlängerung der Mieterschutzgesetze bis zum 31. Dezember 1927 wird der Reichstag wahrscheinlich d i e Abänderungsgesetze der Reichsregierung erst im Spätjahr erledigen. Bei dieser Gelegenheit wird dann auch die Entscheidung über die Antröge der Wirt- fchaftspartei fallen, deren Ziel in einer weitgehenden Locke- rung des Mieterschutzes besteht. Von der S o z i a l d e m o k r a t i e ist im Reichstage der Antrag gestellt worden, die Reichsregicrung möge baldigst einen Gesetzentwurf über ein soziales Miet- und Wohn recht vorlegen. Der Wortlaut dieses Antrages be- ruht auf einer Verständigung mit den Gewerkschaften, deren Jntereste an einer Besserung des Wohn- und Mietrechts außerordentlich groß ist. Der Antrag geht davon aus. daß die Reichsvcrfastung jedem Deutschen den Anspruch auf eine gesunde Wohnung gibt. Wenn das Reich diesem Grundsatz Geltung verschaffen will, muß es reichsgesetzliche Grundlagen schaffen, die den Staatsbürger gegen will- kürliche Einengung seines Wohnrechts, vor willkürlichen Kün- digungen schützen und ihm seine Wohnung zu angemessenen Mietsbedingungen sichern muß. Daher müssen die öffent- lichen Körperschaften das Recht zur Unterbringung Wohnung- suchender in leerstehenden Wohnungen erhalten. Vor allen Dingen aber müssen sie den Neubau von Kleinwoh- n u n g e n so fördern, daß in absehbarer Zeit der Mangel an Wohnungen beseitigt wird. Den Mängeln der bestehenden Wohnungen soll durch Wohnungsaufsicht und Woh- nungspflege begegnet werden. In diesen Anregungen der Sozialdemokratie ist der Gedanke enthalten, daß die freie kapitalistische Wirtschaft nicht imstande ist, den Wohnungsmangel und die Wohnungsmängel zu überwinden. Das ist nur durch Gemeinwirtjchaft möglich. In dieser Auffassung liegt der Gegensatz zu der Stellung- nähme sämtlicher bürgerlicher Parteien. Die freie Wirtschast mit dem Profit einzelner Kapitalisten ist ihnen ein Ideal, dem sie trotz seiner großen Nachteile für die Masse der Mieter uich die gesamte Volkswirtschaft anhängen. Gelingt es jedoch, die Mieter und ihre Organisationen in Bewegung zu bringen, dann werden sich manche der sozialen Anregungen der So- zialdemokratie durchsetzen lassen, auch wenn das Profitinter- esse und der politische Wille des Bürgertums sich dagegen auf- bäumt._ Der Reichstag beim Rechnungshof. Erste Parlamcntskontrollc seit seiner Einrichtung vor 200 Jahren. Durch seinen sozialdemokratischen Antrag hatte der Ausschuß für Prüfung der Haushaltsrechnungen des Reiches dem Rechnungs- Hof in Potsdam zu erkennen gegeben, daß er einmal an Ort und Stelle den Gesamtbetrieb und die Organisation des Rechnungs- Hofes kennenlernen wolle. Gestern, Donnerstag, fand dieser Besuch des Rechnungsaus- tchusies des Reichstages beim Rechnungshof in Potsdam statt. Bei Eröffnung der Sitzung erklärte der Präsident des Rechnungs- Hofes, der Staatsminister a. D. Sä misch, daß dieser Besuch große Bedeutung habe. Es sei das erstemal seit Bestehen dieser heute auf eine 2Mj ährig c Tradition zurückblickenden Behörde, daß der zu- ständige Ausschuß des Reichstags ihm einen Besuch abstatte. Er erblicke darin eine Tatfache der Entwicklung, die vom absolu- tistischen Staat zum parlamentarischen Staat ge- führt habe. Nach der Begrüßung wurde dem Rechnungsausschuß in einer ganzen Reihe von instruttioen Spezialoorträgen die Organi- sation und die Arbeit des Rechnungshofes der höchsten Kontroll- behörde des Reiches zur Darstellung gebracht. Heute, Freitag, wird der Rechnungsausschuß seine eingehende Erörterung der Aufgaben des Rechnungshofes in einer Sondersitzung weiterführen. In dieser Sitzung des Rcchnungsaus- tchuffes werden eine ganze Reihe grundsätzlicher Fragen der Haus- haltsgsbarung zur Erörterung stehen. Preußen zu üen Follerhöhungen. Ablehnung der Kartoffel- und Zuckerzollerhöhnng. Das preußische Staotsministerium Hot in seiner letzten Sitzung die Reichsratsvorlage über die Zolländerungen erörtert. Wie von unterrichteter Seite gemeldet wird, lehnt die preußische Staats- regierung die Erhöhung des Kartoffelzolls von Z 9 P f. auf 1 M. ab, im Hinblick darauf, daß die Kartoffelpreis-z auskömmllch sind und bisher die Kartoffeleinfuhr noch nicht einmal 1 Proz. des Verbrauchs ausmacht. Ebenso spricht sich die Regierung gegen eine Erhöhung des Zuckerzolls von LZ«Dt. auf 15 M. je Doppelzentner aus, während sie den Vorschlag, die Zuckersteuer zu senken, befürwortet. Die Zuckerpreise scheinen ihr eine Erhöhung nicht zu rechtfertigen, umgekehrt wird eine Senkung der Zuckerpreise den im Inland vor- handenen bedeutenden Zuckervorräten Aufnahme aus dem Markt schaffen. Vermehrter Zuckerverbrauch wird dem Rübenanbau mehr zugute kommen als etwa ein erhöhter Zoll. Anders steht es bei dem Schweinefleischzoll. Hier war zu be- denken, daß der gegenwärtige Zoll sich bei weitem unter dem Satz der Borkriegszett bewegt. Die Schweinemast ist für die große Masse, namentlich der kleinbürgerlichen Landwirtschaft, von ent- scheidender Bedeutung. Die Erzeugerpreise sind unter Berück- stchtigung der Geldentwertung unbefriedigend. Unzureichende Schweinepreise beeinträchtigen die Aufzucht. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft ist nur bei ausreichenden Erzeugerpreisen in der Lage, den Inlandsbedarf im wesentlichen zu decken. Stabile aus- reichende Schweinepreise sind nach jahrelanger Erfahrung die Vor- bedingung für«in gleichmäßiges und preiswertes Marktangebot. Sie liegen darum in, gemeinsamen Jnteresie von Verbrauchern, Händlern und Erzeugern. Mit Rücksicht hierauf stimmt Preußen im Reichsrat der Erhöhung des Schwemefleifchzolles von 21 M. auf 32 M. zu. Die Verlängerung der bisherigen Zollgesetzgebung wird von Preußen angenommen. Bulgarien bedauert... Bekanntlich wurde seinerzeit Genasse Dr. KurtRosenfeld in Sofia festgenommen und aus Bul- garien ausgewiesen. Er hatte sich deshalb beschwerdeführend an das Auswärtige Amt gewendet und wegen der Behandlung, die ihm in Sofia zuteil geworden war, Genugtuung verlangt. Daraufhin hat das Auswärtige Amt dem Genossen Rosenfeld'kürzlich mitgetellt. daß der bulgarische Gesandte im Auswärtigen Amt vor- gesprochen und geäußert hat, daß er den Borfall bedauere. Da- mit hat die bulgarische Regierung anerkannt, daß kein Grund vorlag, Genosse» Rosenfeld in Bulgarien zu behelligen. Ein Welthilsswerk gegen Naturkolastrophen soll durch eine Staatenkonferenz organisiert werden. Sie beginnt am 4. Juli in Gens. Vorsitzender ist Külz. 50 Staaten meldeten ihre Der- lrewngol on,________ Kunügebung für Wirth. Das Berliner Zentrum für den Republikaner. Eine zahlreich besuchte Bersammlung der Delegierten der B e r- liner Zentrumspartei hörte am Mittwoch einen Bortrag Dr. W i r t h s und nahm nach längerer lebhafter Debatte mit allen gegen eine Stimme folgende Resolution an: „Die am 29. Juni in den„Kammersälen" zahlreich versammelten Delegierten und Vertrauensleute des Provinzialverbandes Berlin der Deutschen Zentrumspartei sprechen Herrn Reichskanzler a. D. Dr. Wirth ihr uneingeschränktes Vertrauen aus. Sie bitten Herrn Dr. Wirth, sein mutiges Wirken für den sozialen deutschen Volksstaat unbeirrt fortsetzen zu wollen. Die Berliner Zentrumsfreunde versprechen, Herrn Dr. Wirth in seinem Komps für die soziale Republik auch in der Zukunft tat- kräftig zu unterstützen." Hier zeigt sich wieder, daß ein mutiger Mann auch gegen eine so starke Tradition wie die des Zentrums sich durchsetzen kann, wenn er nur sich selber treu bleibt. Selbst die deutschvationalen Block- brüder können daran nichts ändern. heute LanStagsschluß. Svmmcrscriett, aber vorher Arensdorf-Jnterpellation. Die Ausschüsse tagen weiter. Der Acltcstenrat des Landtages beriet am Donnerstag über die heutige Tagesordnung, da der Landtag heuteindieFerien gehen will. Die Sitzung soll um 19 Uhr beginnen. Als Haupt- gegenständ stehen die Interpellationen wegen der V o r k o m m- nisse in Arensdorf usw. und die der Rechten gegen den Rot- frontbund sowie der Kommunisten wegen Auflösung der kommu- nistischen Ortsgruppe in Dortmund auf der Tagesordnung. Eine eingehende Erörterung ergab sich über die Frage der Bert ei- lung der Aufsichtsratssitze in der neuen Elektro- g e s e l l s ch a f t. Es sind zunächst zehn Sitze in Aussicht genommen, von denen drei auf die Sozialdemokraten, je zwei auf die Deutsch- nationalen und das Zentrum und je ein Sitz auf die Deutsche Volks- parte! und Kommunisten und die Demokraten entfallen. Die«Wirt- fchaftspartei oerlangte gleichfalls einen Sitz. Es wurde angeregt, noch zwei neue Sitze zu bestimmen, von denen der elfte sodann auf die Deutschnattonalen und der zwölfte auf die Wirtschaftspartei ent- fallen würde. Die Entscheidung hierüber wurde der Sitzung des Hauptausfchusies am 12. Juli überlassen, in der das Statut für die Aktiengesellschaft zur Beratung steht. Beschlossen wurde ferner, daß der Niersausschuß am 29. bis 22. Juli eine Reise vornehmen soll zur Besichtigung der Wupper. * Zum Schluß der gestrigen Sitzung nahm der Landtag nach Entgegennahme eines Berichtes des Ausschusses für Beamtenfragen durch"den Abg. Kasper(Komm.) einen'Ausschuhantrag an, nach dem der preußische Finanzminister ermächtigt wird, den preußischen Beamten Gehallsausbesierungen in gleicher höhe und zu demselben Zeitpunkt zu gewähren, on dem die Reichsbeamten aufgebessert werden. Damit war die Tagesordnung erledigt. Ein Geschäftsordnungsanttag des Abg. Kasper(Komm.), den Mißbilligungsantrag der Kommunisten gegen den Finanzminister wegen der noch nicht gezahlten Weihnachtsbeihilfe an die staatlichen Forstarbeiter aus die Tagesordnung vom Freitag zu setzen, wurde abgelehnt. Hierauf vertagte sich das Haus auf Freitag vormittag 19 Uhr. Tagesordnung: Interpellation der Sozialdemokraten wegen des Mordes von Arensdors. Der Innenminister und der Justizminister haben sich berest erklärt, dieselbe zu beant- warten. Das neue Sachsenkabinett. : Gruppenheim Städtisches Jugendheim Turiner Ecke Eeestrahe. Heimbesprcchung, Liederabend.— Steffen»um Falteuberger Fest: Sonntag, A. Juli, Gruppen Elldosten, Elldwesten. ReukMn, Hermann- plag st Uhr am Görlister Bahnhof. Gruppe Tempclhos: I Uhr Bahnhof Tempelhos. Getocrlsch-ftsmitgliedcr des Betwaltnp.gzbczirk» Treptow. Ter Dolkschor Slldosten, Mitglied des'Arbeiter. Sängerbundes, veranstaltet am Sonntag. Z. Juli, ein Volksfest in der Wuhlheide. Da der Volischor sich der Arbeiter- schaft stets zur Verfügung stellt, ersuchen wir die Gewerkschaften unseres Be. zirks. die Veranstaltung zu unterstllsten. Gewerlschastsnaterlommilsio» de» Bezirk» Treptow. Verantwortlich wr Politik: Lietor Schiff; Wirtschaft:®. Klingelhöscr; Dewerkschastsbewegung: Z. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowsli; Lokales und Sonstiges: Frist ttarstödt: Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Verlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeref und Berlagsansialt Paul Sing-r u Co. Berlin SW 68. Lindeustraße 3. Hierzu i Beilagen und„Unterhaltung»nd Wissen�. fl lidergibt man nur dem Nachmeis de, Deutschen Musikerverbande». Berlin, stom- mandanlenftr. 6ZM Dönhoff 3277—78. veschäftszeit 9—5, Sonntag, 10—2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreterbefuch. WERTHEIN Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz SSw-SW«' Zitronen- Gärungsgelr&nk Verkaufe Drogen-Abteilung Atuschank: Erfrischungsraum u.Restaur.leipzig. Str. ESnkochgtäser„Globus" »/« 1 Ltr. V, 1'/, 2 Ltr. eng 32 34 36 n. weit 36 38 40 42 48p<. tO Gummiringe 30». 50 m. Einkochapparat 4?, Obst, Gemüse, Fleisch und Fische werden nicht zugesandt Frisches Fleisch Kalbskamm und Brust. ptu*d 80*. Kalbsnlerenbraten......««nd 85*. Hammelvorderftelsch n- 90*. Schweinebauch 80*. Schweinekamm u. Blatt Pfund 85*. Kaßler, Speer<#. Kamm*™4 Iis Schmorfleisch m- Knothtn... Ptmd los Liesen*d. 70*. Gehacktes*d. 75*. Prima Ochsenfleisch gefreren Suppenfleisch...........*™d 48*. Rinderkamm u. Brust...*™d 55*. Schmorfleisch mU Knodien... Pfand 58*. Fische Seelachs ohne Kopf, gerne Hsdie, Pfund 14*. Kabeljau ohne Kopf, gerne Ktthe, Pfund IS*. Schellfische..............*™d 18*. Fischfilet von Kebelfeu........*und 28*. Zander gefroren......»»»»»»» Pfund 48*. Lebende Schleie........ los Lebende Aale............ /w Iso Geflügel u. Wild Suppenhühner sri«**und liOmn Enten /rlxh geuhlerhM......... Pfund 1 2S en JUn€je Huhner frisch gesdtlerhM, sm«* 140 en Wildschwein............. nund 95%, ßConserren Schnitt- u. Brech- vi Dose bohnen feine, fung« 65 Pf. Gemüse-Erbsen... 55 ff Zunge Erbsen sebriein 1.32 Gem. Gemüse mMeilei» 1.20 Spinat I dick eingekocht 48 P'- Ital. Tomatenmark. 8 kleine Dosen 45 Pf- Pflaumen, Apfelmus 75Pt Konfitüren! Ananas 1.65 Johannisb., Erdbeeren, Himbeeren, {SrutA- 'Ji Dose n* Williams Christ 44/% Birnen halbe Frucht l.iv Ananas Hawaii, 8 Scheiben 1. 50 Gulasch......... 1.35 Löffelerbsen"" mit Speck 70 Pf- 1.30 Grab Meat ErM»'�"�2.10 Gelsardinen....>/. Klubdose 63 Pf. D. 78Pt. 2 Pfund-Eimer Orangen 1.15 Pflaumen 1.10 Aprikosen, Kirschen 1.45 Pfund 2C Pf. (/0e{n Italienische Mohrrüben i»»s° 3 Bud Salat...... 3 Köpfe Kohlrabi.... Mandel Grüne Gurken sjdc. v. Einlegegurken Pfund Neue Kartoffeln lSn5 Tomaten«»»—<* 7»»'. 10 Pf. Junge Schoten Pfund 16 Pk. Pfefferlinge... Pfund 33 Pt Süße Kirschen Pfund 20 Pf. Aprikosen....Pfund 32 Pf. Zitronen Dahcnd 40 Pf 50 Pt Bananen lamaika, Pfund 42 Pf- 10 Pf. 15 Pf. 15™ 15 Pf. 16 Pf. Weizengrieß..Pfund 28 ff Gem. Backobst Pfund 42 Pf. Haferflocken..Pfund 28p«. Kalif. Birnen..Pfund 66 Pf. Hartgrieß....Pfund 32 Pf. Kalif. Pfirsiche Pfund 36 Pf. Landleber-». Dampfwurst nd. 1 10 Leberwurst f-we. Pfand 1.60 Schinkenspeck. Pfund 1.60 Zervelat u, Salami holsteinische« Pfund l.OO läittstnfe Bosorihaler Strafte. Norüx�ad: Blut- u. Leberwurst Hallcsche, Pfund* ü Pi- Speckwurst.. Pfund 90 Pf. Mettwurst welche. Pfund 1.20 Speck fett. Pfd. 1.05 mager 1.15 Mortadella... Pfund 1.40 Mettwurst A�TÄd 1.40 Jagdwurst.... Pfund 1.45 SchinkenpolnischePfd 1.45 FiletWUrSt.... Pfund 1.50 Landmettwurst Pfund 1.50 Bierwurst.... Pfund 1,60 Preise für Vi Flasche ohne Qlas, 1925 Edesheimer Schloß guter TisAwein...... 1.25 1925 LiebfraumÜCh(blaue KapaeU»edllch, ansprechend 1,55 1325 Niersteiner Gomtal stahiig, kruntg....... 1.90 1921 Chat Gallais Mödoc eleganter Bordeaux.... 2 M Feiner Borsdorfer Apfelwein vom Fa#..... uter 53 Pf. Tarragona Spezial Rot aus, vom Faß...... uter 1.35 Feiner Himbesr- u. Kirschsaft v>fl 90 ff vifl 1.60 fSsACMder« pf-ercurerte tQHHer neturreine Orfg.-/fbtüUung. m. Korkbrend erster Weingüter der Mosel t Neumagener Leyenberg son.-natDr.Ronde. kemif.sumg 1.55 Dhroner Hofberger Priester Seminar miw, von 1.65 Neumagener Rosengärtchen Qy,nnaslusmpr7;ig.r Pikant 2.25 Canzemcr Unterberg Priester Seminar, pikanter Saarwein 2.45 Zeltinger Sonnenuhr Berres Jr. Erben, würzig, bestechend 2.75 Romadur»«gsuer...... stock IL P5. ümburger Pfd. 30«i 38 Pt Schweizer � 95Pt Hf- 1.40 Holländer n. Edamer 65«. Margarine pm. 52« 58?«. Rinde Tafelbutter... Pfund 1,S0 Dänische Butter p«. 1.83 TilsiterÄ'1.05°hn"d«78Pt Stelnbuscher 95 Pt_ Matjes- Heringe«u-t 10 Schellfische 42Pf. Sprotten.-,..Plund 65Pf. Rotbarse getl>uch„ Pkd. 42 Pf. Seeaal gerlucherf, Pfd. 90 Pf. Fettbücklinge. Pfund S4f>k. Räucheraale Bnnd42. 65 Pf. Holl. Kakao. Pfund l ev Messina-Drops'/« Pwnd igpt Eisbonbons'f» Pwnd igpf. Residenz-Borke Karton ca. 78 Oramra 35 Pf-««• ISO Gr. 65 Pf. Sandgebäckp1� 25Pf. � 95?' Dessert-Brezeln �33 Pf. Gebrannt. Kaffee Kof muA. 2 20 Haushalt-Misch. Pfund 2.60 Globus-Misch.• Piund 3.80 Sonder-Misch..piund 3 m Residenz-Misch. pm. 4.20 Olympia-Misch. Pfund 3.40 Elite-Mischung Pfund 4.60 SAIISÖN-AUSYEßKAUF Außerordentlich billige Warenposten. Bedeutende Preisherabsetzungen iÄ-S; Heute beginnt unser fit. 306 ♦ 4». Jahrgang 7. Seilage öes Vorwärts Irektag, 1. Juli 1927 «s Hroßfeuer in Serlin Drei Stockwerke ausgebrannt. Em großes Schadenfeuer kam gefleru abend kurz nach 8 Uhr In der Aarbengroßhandlung von Karl Kraulham- m e r?k a ch f. In der Rofenlhaler Sir. 55 zum Ausbruch. Das Jener griff mil rasender Schnelligkell auf das zweite und dritte Stockwerk über. Ein großes Aeuerwehraufgebot bekämpfte den Brand in stundenlanger angestrengter Arbeit. Folgendes wird hier- zu noch bekannt. Auf dem Grundstück Rosenthaler Str. 55, das sich bis zur G o r m a n n st r a ß e durchzieht, hat die Lack- und Farben- firma Karl Krauthammer im Erdgeschoß und in der ersten und zweiten Etage ihre Verkaufs- und Logerräume. Gestern abend gegen �8 Uhr verließen die letzten Angestellten die Räume. Eine gute halbe Stunde später, etwa gegen ViQ Uhr, bemerkten Vorübergehende in den im Erdgeschoß gelegenen Verkaufsräumen einen starken Feuerschein. Nur Sekunden später stand der etwa'20— 25 Meter lange Raum in hellen Flammen. Unter großem Krach zerbarsten die großen Fensterscheiben. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert, die auf 4. Alarm,„Groß- feuer", nacheinander unter Leitung des Baurates Steiner mit 9 Löschzügen und mehreren Rettungswagen an der Brandstätte er- schien. Die Flammen schlugen bis zum Dachfirst an der chaus- front empor und griffen auf das zweite Stockwerk über. Das Feuer fand an großen Farben-, Lack- und Spiritusvorräten über- aus reiche Nahrung und wütete eine Zeitlang mit ungeheurer Ge- walt. Es mußte das Schlimmste für das ganze Haus, auf dessen anderer Seite sich mehrere Konfektionsfirmen befinden, befürchtet werden. Baurat Steiner ließ deshalb von der Rosenthaler und Gormannstraße über mechanische, Haken- und Steck- l e i t e r n aus insgesamt 3 L- und 7 C-Schlauchleitungen lange Zeit Wasser geben. Die gegen den Brandherd vordringenden Feuerwehrbeamten mußten außerordentlich vorsichtig zu Werke gehen, da fortwährend kleinere Eplosionen erfolgten. Große Gefahr bestand für im Keller lagernde Benzinvorräte, doch wurden dies« durch starkes Wasscrgeben geschützt. Immerhin konnte nicht ver- hütet werden, daß die Flammen auch noch auf dos dritte Stockwerk übergriffen und die Räume einer Textil- firma zum Teil vernichteten. Erst kurz nach)410 Uhr war die Gefahr einer noch größeren Ausdehnung des Feuers beseitigt. Die ausgebrannten Räume boten«inen trostlosen Anblick. Nichts war von den Flammen verschont geblieben. Der umsichtigen Leitung und dem tatkräftigen Eingreifen der Feuerwehren ist es wohl zum größten Teil zu verdanken, daß der Brand keinen lata- strophalen Ausgang nahm. Der Waren- und Gebäudeschaden er- reicht eine bedeutende Höhe. Die Entstehungsursache ist nach ungeklärt, doch wird Brandstiftung vermutet.— Die Zugangsstraßen waren von einer dichten Menschenmenge um- lagert! ein starkes Schupoaufgebot hielt die Ordnung aufrecht.— Die Wehren waren bis in die frütjen Morgenstunden hinein mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. die Steglitzer Tragödie. Kranz schwer belastet. Di« Nachforschungen zur Aufklärung der S ch ül e r t ra g ö d i e in Steglitz stellten Widersprüche in den Aussagen des Primaners Kranz klar. Es ist erwiesen, daß Scheller nicht im Besitz einer Schußwaffe war, daß er die Pistole vielmehr von Kranz erhalten hat. Ver- schiedene Zeugen haben die Pistole in den Händen des Kranz g e- f e h e n. Auch sonst hat sich Neues ergeben. Nachdem die beiden jungen Leute in die Schellersche Wohnung gekommen waren, blieb Kranz eine Weile in der Küche allein, weil Scheller Zigaretten ein- kaufen ging. Ein Schulkamerad, der zufällig vorüberging wurde von Kranz hineingeführt. Auch er hat bei Kranz d i e W a f f e gesehen. Später, als die Tochter Hildegard vor das Haus ging, um Stephan hineinzulassen, fand sie eine Freundin ebenfalls wartend dastehen. Auch diefes junge Mädchen kam mit hinein und blieb ein Weilchen. Da sie die Freundschaft zwischen Hildegard Scheller und. Stephan nicht erfreute, kam sie am Morgen zeitig wieder. Sie stand aus dem Flur, während Günther Scheller und Kranz dos Schlafzimmer betraten. Kranz schloß von innendieTürab,um dem Mädchen den Eintritt zu verwehren. Nachdem die Schüsse gefallen waren, trat Kranz heraus und sagt«, �„Es sind noch d r e j Patronen drin". Das Mädchen lief eiligst davon. Dadurch, daß Hildegard Scheller Kranz die Waffe entwinden konnte, wurde weiteres Unheil verhütet. Kranz war auf Stephan, so nimmt man an, eisersüchtig und tonnte di* Veranlagung seines Freundes Günther. Er nutzte ihn als Werkzeug aus, um Rache zu üben._ Die prügelnde Tante. Auf Grund der Ermittlungen der Kriminalpolizei gegen den Zigarrenhändler Land und sein« Ehefrau aus der Reichen- berger Straße wegen schwerer Mißhandlung ihrer 16- jährigen Nichte hat jetzt der Untersuchungsrichter gegen das Ehepaar Haftbefehl erlasfen. Die Gatten sind g e st ä n d i g, und zwar ist Frau Land als die eigentliche Täterin anzusprechen. Nach ihren Bekundungen hat sie dem Mädchen besohlen, sich völlig zu e n t- kleiden und sie mit einer Hundepeitsche mißhandelt. Der Mann war bei diesen Ausschreitungen zugegen, will aber nicht gewagt haben, seiner Frau entgegenzutreten, aus Furcht, er würde von ihr felbst mit der Peitsche attackiert werden. Frau Land hat weiter zugegeben, daß sie ihrer Nichte mehrmals eine Kanne Wasser überdenKopf geschüttet und sie am Sonntag ein- gesperrt hat. Im Winter mußte sie öfters ohne Decke schlafen. Als Erklärung für ihr Verhalten gibt Frau Land an, daß sie vor einem Jahr an einer Kopsgrippe gelitten habe und seitdem überreizt sei. Das Ehepaar ist nach dem Untersuchungsgefängnis Moabit überführt, während die Nichte, die geistig zurück- geblieben scheint, von Verwandten auf dem Lande unter- gebracht ist. vor üem Prozeß Sottcher. Zwei Morde, mehr als zehn Ueberfälle. . Heute beginnt die Schwurgerichtsverhan'olung vor dem Land- gericht III unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Bombe gegen Karl Böttcher. Zwei Kapitalverbrechen: der Raub- und Lustmord an der Gräfin Lambsdorff und der Lustmord an der zehn- jährigen Schülerin Senta Eckert sowie neun Raubüberfälle auf Frauen sowie ein? Reihe von Vergewaltigungen werden diesem 27?ahre alten Massenverbrecher zur Last gelegt. Die Umgebung von Berlin wurde durch die Raubllber- fälle aus allein st ehende Frauen lange Zeit beunruhigt, bis es der Schilderung einer Krankenpflegerin zu danken war, daß man des Unholdes habhaft wurde. Damit hatte man auch den lange ge- suchten Raubmörder gefaßt, der mit zynischer Offenheit seine Straftaten eingestand. Seit Anfang 1926 war Böttcher ohne Arbeit und führte ein Räuberlcbcn. Von einem Gebüsch aus stürzte er sich mit einem Revolver auf daherkommende Frauen. Verfolger schreckt« er durch Schüsse zurück. In dieser Weise überfiel er am 7. Mai 1926 in den Nachmittagsstunden auf dem sogcnanten„Brandweg" von Straus- bcrg die Gräfin Lambsdorff, die er niederschoß. Die Leiche schleppte er nach der Beraubung, um sie zu vergewaltigen, ins W�ldesdickicht. Am 9. Juni 1925 hat er sich aus einem Kornfeld Herbus auf die zehnjährige Schülerin Senta Eckert gestürzt. Um das Kind am Schreien zu verhindern, hat er ihm sofort die Kehle zugedrückt. Das erwürgte Opfer wurde ins Kornfeld geschleppt. Böttcher ist frühzeitig verwahrlost. Als er mit 13 Jahren in die Fürsorgeerziehung sollte, befand er sich schon im Virchow-Krankenhaus, wo er an einer ansteckenden Krankheit, der Folge frühreifer Ausschweisungen, daniederlag. Wegen zahlreicher Diebstähle ist er vorbestraft. Schon mit 19 Jahren ist er wegen unerlaubten Wasfenbesitzes bestrast. Einen wesentlichen Teil der Verhandlung wird die Begutachtung des G e i st e s- zu st an des Böttchers einnehmen. Die Gerichtsärzte, die den An- geklagten in der Voruntersuchung beobachteten, kamen zu dem Er- gebnis, daß Böttcher zwar hochgradig degeneriert, aber für seine Straftaten voll verantwortlich zu inachen ist. Böttcher sucht die Bluttaten so darzustellen, als ob es sich nicht um U e b e r- l« g u n g handelt. Er bestreitet die Absicht der Tötung. Egon Straßer belastet seinen Vater. Der Harburger Mordprozest. War schon der Verlauf des zweiten Verhandlungstages im H a r- burger Doppelmordprozeß für Strasser nicht besonders günstig, so muß der gestrige Tag als schwer b e l a st e n d ba- zeichnet werden. Am Mittwoch hatte einer seiner Schwäger erzählt, wie der An- geklagte die Antwort schuldig geblieben war, als man ihm auf den Kopf zugesagt hatte, er müsse seine Frau ermordet haben. Gestern trat der vierzehnjährige Sohn Strassers Egon als Zeug« vor den Gerichtstisch und machte Aussagen, die, sofern sie der Wahrheit ent- sprechen sollten, für den Vater vernichtend sind. Sie müssen aber natürlich als Kinderaussagen gewertet werden. Wäh- rend der Vernehmung des Knaben mußten sowohl der Angeklagte als auch die übrigen Verwandten den Saal verlassen; der Zeuge sollte völlig unbefangen seine Aussage machen. Die Abführung des Vaters erfolgte auch deshalb, weil bei ihm ein on Egon gerichteter Zettel gefunden morden war, in dem es u. a. hieß, die ganze Welt würde in dem Jungen einen verrüier sehen, wenn er gegen feinen Vater aussagte. Strasser erklärte, daß der Zettel einen angefangenen Brief vorstelle, der vom Untersuchungsrichter bean- standet worden und in seiner Tasche liegen geblieben war. Der Knabe schilderte nun ausführlich seine Wahrnehmungen an dem ver- hängnisvollen Morgen, als er plötzlich durch einen Schuß aus dem Halbschlafe gerissen wurde. Er sprang sofort aus dem Bett und sah den Vater in der zu einem Viertel geöffneten Tür stehen mit dem Gesicht zur Kammer. Es schien ihm, als sei der Vater im Begriff, die Tür weiter zu öffne». In der Kammer sah er aber seinen Bruder Kurt liegen, der ihm zuries:„Egon.denDokto r." Während er sich nun schnell anzog, soll der Vater zu ihm gesagt haben:„Du brauchst nichts davon zu sagen, daß ich schon in de" Kammer war." Nun kommt aber das Eigenartige dieser Aussage. Auf Befragen des Vorsitzenden gibt der Junge zu, daß ihm dieser Satz erst später eingefallen sei, als er schon bei seinen Der- wandten wohnte. Seine Cousine sei eines Tages mit ihm allein ge- wesen und habe ihm dabei gesagt:„Du brauchst mcht zu sagen, daß ich hier war." Da sei ihm plötzlich eingefallen, daß der Vater an dem Morgen zu ihm den gleichen Satz gesprochen habe. Darauf habe er aus freien Stücken dem Kriminalkommissar in Harburg die Worte des Vaters schriftlich mitgeteilt. Noch eine andere geradezu einzigartige Eigentümlichkeit weist die Aussage des Knaben auf. Er erzählt, daß er schon an dem verhäng- nisvollen Morgen, wie er sich ankleidete und zum Arzt tief, das Empfinden gehabt habe, als sei das alles schon einmal gewesen, als habe er schon davon geträumt. Dem Zeugen will ferner das Weinen des Vaters nach dem Vorsall eigentümlich erschienen sein. Am Nachmittag soll der Vater ihm gesagt haben:„Die Beamten werden mir Vorwürfe machen, daß ich die Waffe habe herumliegen lassen..." Es wird nicht leicht sein, den Eindruck dieser Aussage abzu- schwächen. Serlins englische Anleihe. 70 Millionen Reichsmark. Die Beratungsstelle für A u s l a n d s k r e d i t e hat sich am Mittwoch, dem 29. Zuni, mit der englischen Anleihe der Stadt Berlin beschäftigt und diese Anleih« mit Rücksicht aus die notwendige allgemeine Einschränkung von Auslandsanleihen nur in höhe von 3'A Millionen Pfund, bzw. 70 Millionen Mark, gutgeheißen. 3n dieser höhe wird nunmehr die Auslegung der Anleihe Ansang nächster Woche in London erfolgen. Gute Verbindung zum Scharmüheifee. Zum Schannützelsee führt eine gute Zugverbindung zum Bororttarif, die Ausflügler an den Sonntagen von Berlin aus schon früh an den Schar- m ü tz e l s e e bringt. Nach Fürstenwalde fährt über die Stadt- bahnsernglcise Sonntags ein Vorortzug von Charlottcnburg ab 7.22, ab Friedrichstraße 7.40, ab Schlesischer Bahnhof 7.54 Uhr, der in Fürstenwalde 8.59 ankommt und sofort Anschluß(ab Fürstenwalde 9.06, an Saarow Kurhaus 9.33 Uhr) hat. Zu stark für dies Leben. O] Von Iwan heilbut. Fünftes Kapitel. Außer dem Kontenführer Grahl war noch dem„Geiger" gekündigt worden, der erst kürzlich über den Lehrlingsgrad hinaus, in die Stellung eines Kommis geklettert war. Während aber der Kündigung Grahls ein Bemerken, das auf Ueberzähligkeit hinwies, als Begründung zugefügt war, ent- behrte das Schreiben, welches der„Geiger" erhalten hatte, einer entsprechenden Angabe ganz und gar Der„Geiger empörte sich auch durchaus nicht dagegen Er hatte in einem seiner Cas�s, wo er abends spielte, ein Mädchen kennen ge- lernt, mit welchem er ohnehin schon einig« Male über den Tag spazieren gegangen war, obgleich diese Tage weder als Fest- noch als Sonntage auf dem bürgerlichen Kalender standen. Das Geigenfpiel konnte ihn über dem Abgrund vollkommenen Geldmangels halten. Dazu hatte der„Geiger einen Vater, der ebenso jovial war wie er. Der Vater hatte d'e Mittel, sich jedes Vergnügen zu leisten. Aus Gewissens- zwang wollte er, was er sich selber gönnte, seinem Sohn nicht versagen. Seine Freund« neckten den„Geiger" mit einem unter den Angestellten beliebten Spruch. Einer rief: „Du wirst Kommis—" worauf der Chorus einfiel: „Aber nich bi mi!" Wenn sie in der Garderobe in der Nähe des Fensters standen und„durch die Nase rauchen" probierten, � neckten sie ihn. Er psisf den Rauch weg und sagte:„Egal!" Die innere Bersassung des anderen Gekündigten war anders. Der anfängliche Sturz der Empfindungen hatte die Dentkraft gelähmt. Und als er am Abend niemanden in der gleichwohl erleuchteten Wohnstube fand, aber Anna mit ihrem felbstvernichtenden Lächeln im Bett— nun nicht mehr glühend von innerlicher Erregung und Präparation für die Stunde am Richtertisch, sondern weiß bis in die schweigenden Lippen — da sah der Alte nur noch die Kurve des Untergangs, er fühlte die Hand eines Schicksals, der zu entrinnen vergeblich wäre. Diese Familie war ihr verfallen. Ich weiß nicht warum, sagte Erahl. ich weiß nur: es ist so- Er konnte sich keine Rettung mehr denken. Er wünschte einen beschleunigten Schluß. Er hoffte wirtlich im Schlaf dies Ende zu finden. Indem er, beinahe stumpf von Leiden, in sein Bett, neben der verbissenen schweigenden Anna, hineinstieg, wanderten seine Gedanken zu Hermann und Gertrud, die nur die Hälfte des Schicksals kannten— nur das Teil, das ihre Mutter betroffen hatte. Ich wünsche euch eine andere Seele, als ich sie besitze, sagte er wie zum Nachtgebet. Mehr Kraft, mehr Härte des Herzens, Kinder.... Er fand keinen Anfang für eine Frage, welche die Be- stätigung dessen verlangte, was er schon wußte. Er fühlte, daß mit gebrochenem Schweigen, der Schmerz, der dieser Frau wie ein eisiger Block die Tränen versperrte, sich lösen mußte. Bon den Gedanken aufs neue bewegt, verbreitete sich innerlich eine Erleuchtung— als ob hier Schuld und Verfehlung keinerlei Rolle spielten. Und all das wäre das Schicksal, wie ein Jeder das Seine gesondert empfängt. Die Erkenntnis, daß seine vom Leben gefurchte Seele es war, die ihn die Niederlage des heutigen Tages und endlich dxn Untergang leiden ließ— dies Gefühl erfüllte ihn, ohne dtzß er nach einer Begründung fragte, gleichwie ein Glück Er war stolz, sein Schicksal, je schwerer, je lieber, zu tragen. Da sagte er:„Anna!" Der Glauben, der in ihm zu Herrchen begann, mochte ihn mächtig, die Wirklichkeit in dem heiteren Lichte der Unschuld zu sehen und er meinte diese Gabe des Sehens teilen zu können, mit wem er es wünschte. Anna aber sagte nicht mehr als ein Wort, in dem sich eine Lippe rührte, sonst nichts:„Gefängnis." „Habe darum keinen Gram. Ueberwinde das mit dem Stolz deines Herzens, wie ich." Er blickte sie an. Sie hob die blasse Hand von der Decke und drehte den Docht der kleinen Lampe so tief, daß sie verlöschte. Er nahm ihre Hand, sie entzog sie ihm nicht. Aber sie weinte auch nicht und sie sprach kein Wort. Auch er wußte nichts mehr zu sagen. Die Helligkeit in ihm war plötzlich erloschen. Er ließ ihre Hand los und bohrte den Kopf in die Kissen. * Gertruds Stimme weckte den Vater am folgenden Morgen. Er lag einige Minuten mit offenen Augen, ohne daß eine Erinnerung an die Dinge von gestern kam. Das Bett neben ihm war leer. Er hob sich erschreckt auf den Ellenbogen— in einer Sekunde standen die Tatsachen um ihn herum. Verwundert, wie das Gedächtnis an den verhäng- nisvollsten Tag seines Lebens, um so viel später in ihm. erwachen konnte, als er selbst— und grübelnd, ob nicht die Fähigkeit, zu vergessen, was zu vergessen von Nutzen sei, ein zu erkämpfendes Können des Innern wäre... so stand er auf, sah in den grauen, rieselnden Morgen, durch leckenden Regen, und kleidete sich langsam an. Eine Schwermut, körperlich, schien ihn zu lähmen. Mit seinem Sohne ging er ein Stück des Weges. Er hatte sich von dem Anblick der leidenden Frau mit Gewalt getrennt. Hermann unterrichtete ihn mit leiser, von sachlichem Ausdruck beherrschter Stimme, von den Ereignissen des ver- gangenen Tages. Frau Anna Grahl war zu einer Gefängnis- strafe von dreiundeinhalb Monaten verurteilt worden. Sie war nicht einmal dazu gekommen, die wohlvorbeveitete Ber- teidigung, alle die in schlaflosen Nächten eingeschärften und oft wiederholten Wendungen, am Richtertisch vorzutragen. Der Vorsitzende hatte ihr inneres Bekenntnis, zu dem sie nicht aufgefordert war, mit einem herrischen Ausbruch der Ueber- legenheit, die sich offenbar mit besonderer Anerkennung respektiert sehen wollte, unterdrückt, und die Angeklagte in die einzige Haltung gedrängt, die ihr in ihren eigenen Augen nun noch gemäß war: in stolzen, schweigenden Trotz. So hat sie also den Kampf ausgegeben, und ließ es gehen, ohne hinzuhören— schloß Hermann mit einem flüchtigen Seiten- blick.„Ich biege hier ab. Guten Morgen, Vater." Grahl hatte die Kündigung sorglich verschwiegen. Sein Wunsch war, die bedrückten Herzen der Seinen durch die Form, die er selber hielt, zu erleichtern. Nichtsdestoweniger waren in ihm der leidensbereite Wille, die stolze Demut unter das Schicksal, die am vorigen Llbend in eigenartiger Kraft aus der Schwäche erstanden waren— verstummt und vergessen. Aber das gleiche Gefühl für die Pflicht, das ihn am Kontorpult beherrschte, war in der Sorge um seine Familie wieder erwacht: es lenkte seine Entschlüsse in völliger Un- bekümmerlheit um die geschehenen Verstöße, mit welchen ein Vorgesetzter die Führung des Angestellten belasten konnte. Er berief auf den selbigen Abend die Ausschußversamm- lung ein. Die Ausschußmitglieder bestanden aus sechs Ber- tretern des Personals, von denen Grahl der älteste war. Sie trafen am Abend in einer Restauration, die..Himmelspforte" genannt, zusammen. Grahl forderte auf, seiner Entlassung den Ausschußwillen entgegenzusetzen, da er, als Mitglied des Ausschusses, in einem Verhältnis zur Firma stände, das bei erloschenem Mandat erst zu lösen wäre, nicht früher. (Fortsetzung solgt.) J Das Jubiläum öer Patente. Patent? Was heißt das eigentlich? Das Wort ist wieder einmal lateinischen Ursprungs, geht auf ein Zeitwort zurück, das„offenbar fein",„offen liegen� bedeutet und bezog sich früher auf eine Urkunde, durch die eine Staatshandlung des Landesherren einer Behörde zur öffentlichen Kenntnis gebracht wurde. Daher das Wort Offiziers- patent. In neuer Zeit gewann es die Bedeutung eines Schutz- scheines für eine Urkunde über eine Erfindung, durch die dem Er- finder ein Monopol erteilt wurde, ein alleiniges Recht auf Aus- Nutzung. Ein Patcntgefetz soll Ordnung bringen in die tausendfachen gegeneinander stehenden Interessen der Erfinder. Wie weit Eng- land uns in allen Dingen technischen und rechtlichen Fortschrittes voraus war, geht daraus hervor, daß fein ältestes Patentgefetz aus dem Jahre 1623 stammt, das preußische aus dem Jahre 1815, das reichsdeutfche aber erst aus dem Jahr« 1877. Es wurde 1891 durch das Gebrauchsmusterschutzgesetz und 1894 durch das Warenzeichengefetz ergänzt. Patente werden für Erfindun- gen erteilt, die eine gewerbliche Verwertung gestatten. Die Er- teilung der Patente auf Grund des Gesetzes, die Verhandlung und Entscheidung über Nichtigkeitsklagen und über Anträge auf Zurück- nähme von Patenten liegt dem Patentamt ob, das somit eine rechtsprechende Behörde, ein Gericht ist. Es untersteht in der Tat dem Reichsgericht und mit ihm dem Reichsjustizministerium. Am 1. Juli 1877 trat das deutsche Patentgesetz vom 25. Mai 1877 in Kraft. Mit diesem Tag begann die Arbeit des Patent- amtes, das somit am 1. I u l i 19 2 7 auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken kann. Bestimmt nicht alle Berliner kennen den gewaltig sich dehnenden Bau in der Gitschiner Straße, der das Amt birgt, und dem, wie leider so vielen bedeutsamen öffentlichen Bauten Berlins, durch die ungünstige Lage, die noch durch die Hochbahn verschlimmert wird, eine repräsentable Wir« kung versogt ist. Aber ein jeder, der mit der Hochbahn an dieser Riesenfront vorüberrauscht, wird erstaunt über die Ausdehnung des Hauses sein, das denn auch nicht weniger als 6009 Meter Korridore hat und jetzt etwa 1000 Beamte beherbergt. Mit jener be- änqftigenden Eintönigkeit, die den Laien bedrückt, reiht sich in den endlosen Gängen Bureau an Vuremi. Aber es gibt in diesem, ernster Arbeit und schweren Kämpfen gewidmeten Haus doch einen Raum. der überrascht. Das ist die große, im Erdgeschoß gelegene und dem Publikum jederzeit zugängliche Präsenzbibliothek nebst Lesesaal. Man ist erstaunt, beim Betreten dieses Saales so viele Frauen vertreten zu sehen. Das sind die Angestellten der Patent- anwälte, die die Patentschriften durchsehen und Auszüge und Pausen herstellen. Durch eine sich im Hintergrund öffnende Tür strömt un> vermutet gleichmäßig tickender Lärm in. den Saal. Ein Maschinen- faal? Jawohl, aber ein Schrcibmafchinensaal. 50 Maschinen st e h e n da und 50 Mädchen lassen die gelenkigen Finger über die Tasten tanzen. Auch hier wieder Angestellte der Patentanwälte, denen das Patentamt entgegenkommend diesen Raum eingeräumt hat. Dann ist noch eine Bücherei von einem Ausmaß und einem Um- fang, die größte Hochachtung abnötigt: 80000 Bände Bücher und 90000BändeZe'tschriften. In einem Halbgeschoß an einem Gang von unabsehbarer Länge mit vielen Seitengassen die Schränke, die sechsein« halbe Million Patent- schritten bergen. Wenn jemand verurteilt würde, dies« sämtlichen 6X Millionen Patentschriften eine nach der andern aus ihren Fächern zu nehmen, anzusehen, durchzublättern und wieder hineinzulegen, so brauchte er, für jede Schrift nur 15 Sekunden und den Arbeitstag zu 8 Stunden gerechnet, nahezu 10 Jahre, um diese Arbeit zu be- wältigen. Wie ist nun der Gang einer Patentanmeldung in diesem ge- waltigen Organismus? Stichtag für die Prüfung ist der Tag des Eingangs. Jeder Eingang erhält zwei Stempel, einen Datums- st e m p e l und einen durch das ganze Jahr lausenden Nummern- stempel. Der Tag der Anmeldung ist deshalb für den Erfinder so sehr wichtig, weil das Patent vom Tage der Anmeldung an läuft, selbst wenn es viel später, etwa 2 Jahre danach erteilt wird. Die Laufzeit beträgt überhaupt nur 18 Jahre(früher 15 Jahre). Nach der Numerierung geht der Eingang weiter zur Klassenauszeichnung. Hier also beginnt der Strom sich zu teilen. Elektrotechnik, Mühlenbau, Häuserbau, Spiel- zeug, landwirtschaftliche Maschinen, Fahrräder, Grammophone, Photographie, Automaten, Jahrmarktsattraktionen, usw. usw. Viele Apparate und Modelle werden, um das zu erwähnen, in natura ein- gereicht, und auf dem riesigen Boden des Amt»-s dehnt sich ein richtiges Warenhaus. Nach der Klasseneintellung geht der Eingang zur Kasse, wo die ersten Gebühren errechnet werden und dann zur P r ü s st e l l e. wo er durch die Anwaltsabtcilung geprüft wird. Dann wird er bekannt gemacht und ausgelegt, damit jeder, der Interesse daran hat, das Projekt prüfen kann und«nt. Einspruch er- heben kann. Auf diese Weise sind von 1877 bis 1926 1 33 9 00 0 Anmeldungen beim Patentamteingegangen. Davon wurden aber nur 495 208 ausgelegt und 439 687 überhaupt erteilt. Im Durchschnitt wurden also injedemIahrrund8800Patente erteilt. Im Jahr hat das Patentamt durch seine Tätigkeit 13 400 000 Mark eingenommen, 6 800 000 ausgegeben und somit über 6V2 Millionen Mark lleberschuß an die Reichskass« abgeliefert. Das Amt ist also eine außerordentlich werbende Reichseinrichtung. Den Dank scheint das Reich vermissen zu lassen, denn die Einstufung der Beamten läßt manches zu wünschen übrig. Bon den beim Amt ein- getragenen Patentanwälten, befinden sich 170— 180 in Berlin. In der Umgebung des Amtes, an den Häusern in der Gitschiner Straße, wimmelt es von Schildern der Patentanwälte. Wenn es der Press« kürzlich möglich war, einen Blick in die sonst niemand zugänglichen Räume zu tun, so ist das besonders dem Präsidenten des Amtes 0. S p e ch t zu danken, während Direk- tor W i« p r e ch t es sich angelegen sein ließ, die verschiedenen Ge- schästsvorgänge zu erklären. Und jeder Tag bringt diesem Amt und seinen Beamten einen Berg Arbeiten, der erledigt werden muß, ein« Lesstung, die größte Hochachtung beansprucht. herrenlose Sienen. ' Die Berliner Feuerwehr hatte während des gestrigen Tages ungewohnte Arbeit zu leisten. Etwa achtzehnmal wurden in den verschiedensten Stadtteilen die Feuermelder gezogen, weil sich in der Nähe große Bienenschwärme an Baltonen, Häuserfronten, Bäumen und sogar an Kraftfahrzeugen nieder- gelassen hatten und eine Gesahr für die Umgebung bildeten. � Das plötzlich eingetretene warme Wetter hat das Schwärmen der Bienep ganz besonders begünstigt, und so manches Bienenvolk, das im alten.�Henn" keinen Platz mehr zu haben glaubte, entging der Aufmerksamkeit des Imkers und trat eine kleine Wanderschaft an. Es war nicht mmer leicht, die Schwärme, die sich oft an den unerreichbarsten Gegenständen niederließen, zu fangen. Mit einem Fangkasten und Feger bewaffnet, gingen die Feuerwehr- beamten jedesmal gegen die sonst so nützlichen Sechssüßler los. Wenn sie sich aber zu stürmisch zeigten, wurde ihnen ein kalter Wasserstrahl verabfolgt, woraus sie völlig„klamm" den Weg in die bercitgehaltene Kiste antreten muhten. Da sich die Besitzer der eingefanzenen Schwärme in den wenigsten Fällen ermitteln lassen, werden sie der Obhut von Imkern der Umgegend zur Verfügung gestellt.__ Nowawes-Nenbabelsberq. Im Preußischen Landtag haben die Regierungsparteien — Sozialdemokraten, Zentrum und Demokraten— einen gemeinsamen Urantrag eingebracht, der das Staatsministerium be- auftragen will, dem Landtag alsbald einen Gesetzentwurf vor- zulegen, der die Landgemeinde Neubabelsberg und die Stadtggemeinde Nowawes zu einem leistungsfähigen Gemeinwesen vereinigt. Fortschrittliche Hausbesitzer. Die Vereinigung der freien Hausbesitzer Groß- Berlins, die dem Verband der Freien Hausbesitzer Deutschlands angeschlossen ist, hat in Berlin eine eigene Geschäftsstelle ins Leben gerufen. Stadtrat H. Müller- Altenburg hielt ein Referat, dem sich eine Aussprache anschloß. Allseitig kam das Be- dauern zum Ausdruck, daß durch die meisten Grundbesitzervereine vorwiegend die Interessen der D c u t s ch n a t io n a l e n'und der Wirtschastspärtei vertreten werden, der Parteien also, die zwar die Interessen der Terrain- und Boderwucherer, aber nicht die des soliden Hausbesitzes vertreten. Die Hausbesitzer müssen Wert legen auf eine Politik, die besonders durch Senkung der Lebens- mittelzölle die Lebenshaltung verbilligt, die Werktarife niedrig hält.�den Realkredit erleichtert und den Baustoffwucher bekämpft. Sollen die Interessen des soliden Hausbesitzes gewahrt werden, muß die Wohnungspolitik unter Anerkennung der repu- blikanischen Reichsverfassung, namentlich auf der Grundlage des Art. 155 der Verfassung, geführt werden! Dies zeigt, daß auch in den Berliner fortschrittlichen Hausbesitzerkreisen das Be- streben waltet, ihre Interessen loszulösen von der schädlichen Rechts- Politik. Geschäftsführender Vorstand ist Stadtrat a. D. Fuß, N. 39, Müllerstrahe 159s. Die Rechtsauskunftsstelle hat Rechtsanwalt und Notar Dr. T i ch a u e r, Berlin-Charlottenburg II, Kantftr. 137, übernommen. Ein Unhold in Neukölln. Ein Unhold treibt im Südosten und namentlich in Neukölln sein Unwesen: Bom Fahrrade aus oerletzt er Kinder und junge Mädchen durch Stiche und wird immer noch vergeblich gesucht. Erst jetzt hat er wieder am Weigand-Ufer ein 16jähriges Mädchen mit einem spitzen Werkzeug, anscheinend einem Schusterpfriem, durch die Kleider in den Oberschenkel gestochen. Dieses Mädchen tonnte chn endlich genau beschreiben. Es ist ein kräftiger mittelgroßer Mann, Ende der dreißiger Jahre, der einen graubraunen Sportanzug, Ledergamaschen und eine Schiebermütze trug. Mitteilungen gehen an Zimmer 50 des Polizeiamts Neukölln. Max Liebermann Ehrenbürger von Berlin. Die Stadtverordnetenversammlung hat gestern in geheimer Sitzung beschlossen, den Maler Professor Max Liebermann zu seinem 80. Geburtstag zum Ehrenbürger von Berlin zu ernennen. Georg Müller-Haas nennt seine Vortragsreihe„Roman- tische Figuren der Weltgeschichte" und beginnt sie mit dem Ritler 0 Eon. der sich weder für Mann- noch für Weibsein entscheiden konnte. Dieser Hermaphrodit, der zur Zeit Friedrichs II. lebte, ist sicherlich für den Sexualpsychologen ein interessanter Fall, aber man braucht ihn nicht notwendig mit der Weltgeschichte in Zusammen- hang zu bringen. Hoffentlich erfüllen die nächsten Vorträge, was der Gesamttitel verheißt.— Wando v. P ö l l n i tz liest ihre Novelle „R 0 b e s p i e r r e". Sie schadet sich durch das Tremolo der Rüh- rung, mit dem sie vorträgt und bringt dadurch in ihre Novelle ein weichlich-süßliches Element hinein, das diese ursprünglich gar nicht hat. Aber man sollte historische Persönlichkeiten, die sich wie Robes- vierre durch die Größe ihres Formats auszeichnen, nicht für Epi- laden mißbrauchen. Das Ganze ist im Grunde eine Spekulation auf den bekannten Namen.— Im Orchesterkonzert am Abend, das wiederum aus der Stadthalle in Magdeburg übertragen wird und das Weber, Tschaikowski und Mendelssohn bringt, spricht Alfred Braun recht trocken und mit starkem Stimmenauswand Grillparzers Berse aus Mendelssohns Musik zum Sommernachtstraum. Daran schließt sich die Ouvertüre unter Seidler-Winklers Leitung. Sehr zart und leicht nimmt Seidler-Winkler diese graziösen Themen. Grete Stückgold singt die Agathen-Arie aus dem„Freischütz" und Gounods Iuwelenarie mit silberner, glockenrein klingender Stimme. Wieder ein ausgezeichnetes Konzert. Besser und reichhaltiger jedenfalls, als wenn es aus Berlin gesandt wird.' F. S. Noch Iahrkartea zu Leriea-SonSerzügep. Die Reichsbahndirektion Berlin teilt am Nachmittag de« 30. Juni mit, daß zu einigen Feriensonderzügen nach der Ost- und Nordsee zurzeit noch Karten erhältlich sind. Und zwar zu den Zügen nach Swinemünde am 5. Juli(ab Bahnhof Charlottenburg 9,50), nach Swinemünde am 7. Juli(ab Stettiner Bahnhof 9,50), nach Soßnitz am 5. Juli, nach Kolberg am 6. Juli, nach Warnemünde am 5. Juli, nach Hamburg am 5. Juli(Nachtzug) und nach Bremen-Norddeich am 6. Juli. «- In den großen(serlen führt das K a b i n e n s ch i f f„B a l- dur" drei große Fernfahrten aus, und zwar vom 5. Juli bis 11. Juli ab Grünau, über Frankfurt a. d. O., Lebus, Küstrin, Hohensaaten, durch den Hohenzollernkanal, zurück bis Spandau.— Bom 12. bis 16. Juli nach Stettin und zurück. Vom 25. bis 30. Juli ab Grünau, nach Brandenburg, Plauer Kanal, Elbe abwärts über Tangermünde bis Havclort, dann, die Havel aufwärts bis Spandau zurück.— Am 2. und 3. Juli fährt der„Baldur" nach Phöben und am 16. Juli nach Malz. Der 23. und 30. Juli und der 6. und 13. Zluguft sind bereits besetzt und ausverkauft. Auf dem Güterbahnhof verunglückt. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr ereignete sich auf dem Anhalter Güterbahnhof ein schwerer Unfall. Beim Ueberschreiten der Gleise an einer Weiche kam der 21jährige Arbeiter Otto Sch. au« der Kolonnen st raße in Schöneberg zu Fall. In demselben Aueien- blick wurde die Weiche automatisch gestellt, fo daß beide Füße des Sch. eingequetscht wurden. Bahnbeamte befreiten den Schwerverletzten aus seiner qualvollen Lage und benachrichtigten das Städtische Rettungsamt, das für seine Ueberführung in das Krankenhaus sorgte. Die Verletzungen sind leider so schwer, daß wahrscheinlich beide Beine amputiert werden müssen. Das Falkenberger Volksfest. In F a l k e n b e r g bei Grünau, im Bolksmunde auch.Kolonie Tuschkasten" genannt, findet am kommenden Sonntag, dem 3. Juli, das olljähr- liche Volksfest statt. Die zahlreichen alljährlich wiederkehrenden Freunde und Anhänger werden diesmal ganz besonders überrascht sein über das, was die lustigen Falkenberger ersonnen haben. Der Festzug. der um 2 Uhr nachmittags vom Gutshof aufbricht, steht im Zeichen des„W 0 ch e n e n d". Niemand braucht wegen des Wetters besorgt zu sein. Der Wochenendzauber wird bei Regen und Sonnenschein vonstatten gehen. Auf dem malerisch schönen Festplatz kann jung und alt im bunten Gewimmel nach Herzenslust fröhlich sein. Am Abend erstrahlt die Siedlung in bengalischer Beleuchtung. Mit einem Freudenfeuer auf dem nahen Höhen- gelände findet das Fest seinen Abschluß. Massenerkranktmgen durch Hackfleisch. Innsbruck, 30. Juni.(WTB.) Von den an der Straßenstrecke Innsbruck-Hall mit Kabellegen beschäftigten 260 Arbeitern sind gestern nach dem Mittagessen aus der Gemeinschaftsküche, das aus gehacktem Fleisch bestaitd, nahezu sämtliche Arbeiter an Er- brechen und Durchfall erkrankt. Diele von ihnen sanken bewußt- I 0 s nieder. Es mußten insgesamt 44 Arbeiter in das Spital gebracht werden. Viele Arbeiter befinden sich in Privatpflege. Heute früh bat sich der Zustand der Kranken gebessert. Die Untersuchung ist im Gange. Die gesund gebliebenen Arbeiter veranstalteten gegen den Rtenageleiter Demonstrationen. Das Erdbeben in der Krim. Das Erdbeben in der Krim stellt sich nach den nunmehr vor- liegenden Nachrichten als weitaus schwerer, als bisher angenommen wurde. An der ganzen Südküste der Halbinsel sind gefährliche Erdrutsche zu verzeichnen. In zahlreichen Badeorten verur- sachte das Erdbeben Zerstörungen. Bei S e w a st o�p 0 l entstanden große Erdrisse, die zu zahlreichen Hauseinstürzen führten. Der Be- völkerung bemächtigte sich in der ganzen Krim �eine große Panik, Auch in der Ukraine waren starke Erdstöße zu spüren. Sport. Rennen zu Ruhleben am Donnerstag, dem Zll. Zuni. 1. R e n n e n. 1. Elvarsett«(Zchleusener). 2. Gondel(Allen). 3. Hennh Tord(®iube). Toto: 252: 10. Platz: 51, 32. 31: 10. Ferner liefen: Malteser. Beate, Hella Timoko. H-ideblume, Clementine. Harfemnädchea, Steinnelke, Minni Halle, Flaggcnlied. 2. N- n n e n. 1. Baron SUoester fA. Finn). 2. Terrazzo(Weis). 3. Cotta kSchl-uf-ner). Toto: 23: 10. Platz: 17, 24. 24: 10. Ferner liefen: Denkmünze, Nolula, Else B. I, Kurgast, Wildlatze, Herostrat, Jeanette. Gerhard. 3. ZI e n n e n. 1. Almansor(Ch. Mills), 2. Nimmersatt(A. Finn). 3. Britton lTreuherzi. Toto: lS:t0. Matz: 14, 12, 24:10 Ferner liefen: Tomdechant, Alpenseuer. Adresse, Satan, Neidbammel. 4. Rennen. 1. AthoZ(P. Finn), 2. Katzbach(I. Mills), 8. Alpen- geier sJautz jun.). Toto: 28; 10. Platz: 14, 17, 14: 10. Ferner liefen: Fregoli, Pechsackel, Keriigan jun., Paula Bingen, Prinzeß Fortuna, Flamingo. Manfred. Shelty, �. 5. R e n n e n. 1. Großmogul(Jauß jun.), 2. Turiddu(Lautenberger), 3. Karo Bube(P, Finn). Toto: 25: 10. Platz: 15, 24. 15: 10. Ferner liejen: Potsdam, Isegrim. Niederländer, Cilento, Jram, Eitelfried, Dina Watts, Lebemann, Schwarzwaldmädel. Malinö, Lampe, Fredegundis. 6. Rennen. 1. Coriolanus iRatimer), 2. Natter(A. Finn). 3. Kluck (Huld). Toto: 14:10, Platz: 13. 25, 47: 10. Ferner liefen: Fels, Harry V, Aberglaube, Barmaid, Stapellauf. 7. Rennen. 1. Modern(Brandt), 2. Weinbrand(Besitzer), 3. Erisa (Besitzer), Toto: gl: 10. Platz: 26, 37, 15: 10. Ferner Uesen: Einsicht. Holitcm. Langemann. Meistersanger, Edelsteins Soh», Vilar, Mantua, Petronella 91., Good Boy. Dante, Benedict, O'Captain Leerberg. 8. R e n n c n. 1. Korhpdäe(Lemzer), 2. Modedame(Knöpnadel jun.). 3. Mistral(Begall). Toto: 25: 10. Platz: 15, 17, 21; 10. Ferner Uesen: Doorn, Ketbslern. Weitkamp. Gerolstelner. Jung Ouastell, Lachmuskel. Kroschel, Baron Meum, Frank, Meisterstück, Friedrichsdor, Erich S., Effi, Monostatos. g. R e n n e». 1. Eckstein(Eh. Mills), 2. Möglich(Bahr),?. Brilon Prinz(Freund). Toto: 18:10. Platz: 15,47, 109:10. Ferner Uesen: Goudsler jun., Eosimo, Rotläppchen, Katharina, Regenbogen, Mirabelii I, Kürassier, JohannlSjeuec, Venus. Wetterbericht der öffenlllchen wellerdievstsselle für Berlin und Ilmgegend sNachd. verb.): Wolkig bis heiter. Vereinzelt Gewitterneigung.— Zür Deutschland: Ueberall beständig und warm. In West- und MUteldeutschland strichweise Gewitter. WÄSlfT S<3 u St CIN/ Cin Posten _ Daunendecken, XksehSnubuntmtttattm. \ m. uni. R litten, mitlaDgi/- \nenfüttung, fSOxeoo, vor*"' iBUefl- Fertigres Oöerbett, Ubereateen, wäsenasto/fwit£StZCf Hchtseum verziert,—• guter Linon, re/cn JtfJiCf bestickt, iSOxSSO.-• graurot Jn�ett mit grauen Federn, £m Posten fertige Bett-Jnteue. Ober betten. Unterbetten, und Kissen, rot oder rot rosa gestreift, teiFsmt Naht oder kleinen s-D feMer'1 kerab- 'Q gesetzt. Ein Posten BettBaken, Reig Beinen und ttoBb- Beinen, zum TeiB etwas f Beckig oder mä //Beinen Webe- jcfäbf f eh Bern. jQ/henab- X) gesetzt. Sin Posten Kissenbezüt bironttrOemist, Outi bwibrttunrtiÖiM darunter RewBe/nen, 68Pfg. ��Pfg. Wiimersdsrfer Str. nBismörcK .5� Fi n Posten Matratzen angestaubt, ganz besonders bieeiqt Die Staüt Herlin kaust üas Süügelänüe. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung, der letzten vor den Sommerferien, wurde mit einer beträchtlichen Reihe Reste aufgeräumt. Auch die Magistratsoorlage über den Ankauf des Schöneberger Südgeländes, deren sofortige zweite Be- ratung und Erledigung in der vorigen Sitzung von den Deutsch- nationalen durch obstruierenden Widerspruch verhindert worden war, konnte gestern verabschiedet werden. Die Deutschnationalen schimpften darüber, daß in dieser Angelegenheit der Magistrat den Bürgermeister von Schöneberg samt dem Bezirksamt einfach beiseite geschoben habe. Die Abstimmung ergab eine starke Mehrheit für den Ankauf, der soinit beschlossen ist. « Zu Beginn der Sitzung wurde eine Anfrage der sozialdemo- k r a t i s ch e n Fraktion folgenden Wortlautes verlesen: Illach einer den Schulen zugegangenen Verfügung beobstchkigt das Prooinzialichulkollegiam eine Massenkundgebung von Kindern zu hlndenburgs SO. Geburtstag. Was ist der Schulverwaltung darüber bekannt und wie stellt sie sich zu dieser geplanten Massenansammlung von Schulkindern?" Die Anfrage wird geschäftsordnungsmäßig behandelt werden, d. h. der Magistrat wird sich erst nach den Ferien dazu äußern. Bei der zweiten Beratung der Vorlage betreffend den Ankauf des Südgeländes in Schöneberg nannte Stadtv. Lüdecke(Dnat.) das Projekt das unge- heuerlichste, was sich der Magistrat bisher geleistet habe. Der Ma- gistrat habe es noch nicht einmal für nötig gehalten, mitzuteilen, was überhaupt mit diesem Riesengelände geschehen soll, und so sind den Vermutungen und Redereien Tür und Tor geöffnet. Der Ankauf und die Verwaltung solcher Riesengrundstückskomplexe koste naturgemäß Riesensummen, die Berlins Etat schwer belasten müssen. Eine solche Finanzgebarung ist«in Unglück für Berlin, rief voller Emphase Herr Lüdecke zum Schluß aus. Stadt- rat Busch verteidigte di? Vorlage des Magistrate Die Mehrheit der Versammlung schloß sich aber der deutschnationalen Argumentation nicht an, sondern stimmte in namentlicher Abstimmung der Vor- läge zu. Die Fraktion der Deutschen Voltspartei hatte einen Antrag ein- gebracht, nach dem den städtischen Beamten und Ange- st e l l t e n auf die kommende Gehaltsaufbesserung dieselben Vor- schlisse gezahlt werden sollen, wie sie den Reichsbeamten in Aussicht stehen. Die Bercturg und die Abstimmung wurde zunächst bis zur Erledigung der übrigen Tagesordnung zurückgestellt und schließlich bis nach den Ferien vertagt. Die Vorwürfe gegen die Tiefbauverwaltung. daß sie beim Schnellbahnbou nicht genügende Vorsicht geübt habe und dadurch die Schädigung vieler anliegenden Geschäftsleute verursacht habe, ist von einem Ausschuß untersucht worden, der nach eingehender Beratung zu dem Ergebnis kam, daß der Tiefbauverwclltung keine Schuld beizumessen ist. Avgelchm wurden die Anträge aus � der Mitte und der Rechten des Hauses, die den, Magistrat'empfahlen, die Geschäftsleute bei der Zahlung von städtifch.'n Steuern mit Stundungen, Steuernachlässen und Steuerniederschlagungen weitgehend zu berücksichtigen. Da- gegen wurde einer Ausschußentschließung zugestimmt, nach der die städtische Verwaltung ersucht wird, bei dem Bau der Untergrund- bahnen größtmöglichste Vorsicht zu üben, um Schädigun- gen zu verhüten. Nach einem Antrage unserer Fraktion, dem sich sämtliche Frak- tionen des Hauses angeschlossen hatten, wurde nach dem Vorschlage des Ausschusses beschlossen, die bei der Straßenbahn wegen dauernder Arbeitsunfähigkeit im Jahre 1923 pensionierten Arbeiter und Handwerker bei ihrem Ruhegeld auf die- selbe Stufe zu stellen wie die städtischen Arbeiter. Von den Deutschnationalen war ein Antrag gekommen, der den beim Stahl- hclmtag angeblich lleberfallenen und Geschädigten eine Entschädi- gung zusprechen wallte— natürlich aus dem sonst nach der Meinung der Antragsteller so stark in Anspruch genommenen Stadtsäckel. Das lehnte die Versammlung selbstverständlich gegen die Stimmen der Rechtsparteien ab. Eine ganze Reih« von Vorlagen und Anträgen wurde ohne Debatte erledigt oder den zuständigen Ausschüssen über- wiesen. ?tos den Bezirken. 7. Bezirk— Charlottenburg. Die Bezirksversammlung vom 22. Juni hatte endlich genügend „Stoff"— seit dem 4. Mai hatte es daran gefehlt. Verhältnismäßig schnell wurden einige Vorlagen erledigt, die oft geäußerten Wünschen Rechnung tragen: so wurde die Herrichtung eines Spielplatzes auf dem Stuttgarter Platz beschlossen, so die Anlage einer unterirdischen Bedürfnisanstalt dicht am Untergrundbahnhos Kaiserdamm und die Errichtung eines Scyulspielplatzes in der Quedlinburger Straße, Eck« Habsburger Ufer. Die Forderung, wieder 5000 Mk. für den Vaterländischen Frauenverein und sllr die Erholungsstätte Eichkamp zu bewilligen, ging an einen Ausschuß, der nach den Ferien berichten wird. Es bedarf hier einmal gründlicher Kontrolle der Geschäftsführung und der Me- thoden der Kinderauslese. Einen breiten Raum nahm die Erörterung der Derkehrsoerhältnisse und der Derkehrsgefahren ein. Fest zugesagt ist eine neue Querverbindung durch die Grolman- straß«, sobald dort die Bauarbeiten beendet sind. Die Linie S3 fährt morgens 1Z4 Stunden früher, und zwar ab Zoo statt ab Sophie-Charlotte-Platz: Einsatzzüge an schönen Tagen und an Sonntagen sind vorgesehen. Di« Linie 75 verkehrt ständig mit Anhänger: von mittag bis 9 Uhr abends wird 7>4-Minutenbetrieb eingerichtet. Die Linie 5 fährt abends 1 Stunde länger. Die Linie 6iE fährt Sonntag- bei schönem Wetter ab Beusselstraße. Das sind einige der wichtigsten Verbesserungen. Um ständig mit der Zentral« in Fühlung zu bleiben, wurde ein siebenköpsiger Aus- schuß eingesetzt. Diesem wurden auch unsere Anträge wegen einer Verlegung der Straßenbahnhaltestelle am Knie und wegen der erschreckend wachsenden Zahl der Verkehrsunfälle überwiesen. Rasch wurden zwei weitere Vorlagen wegen einmaliger Ausgaben und wegen der Säuglings- und Kleinkinderfürsorge- stelle V nebst Krippe(Kaiserin-Augusta-Allee 96/97) erledigt. Und dann kam es zum zweiten ausführlichen Disput über eine befremdende Maßregel des Bezirksamts: von dort aus war m i t Ztägiger Frist etwa 39 Charlottenburger Zei- tungshändlern gekündigt worden und aufgegeben, ihren Zeitungsstand wegzuräumen. Von unserer Seite log ein Dring- lichkeitsantrag zugunsten der Händler vor, die KPD. hatte eine Anfrage gestellt. Die Genossen Czarlinski, Gebert und Mickler brachten scharf unseren Standpunkt zum Ausdruck, nachdem Stadt- rat Dr. Zimmermann durch aufreizende Art der Berichterstattung die Situation des Bezirksamts verschlechtert hatte. Die Rechte des Hauses wollte zunächst ihrem Vertrauensmann helfen, mußte die Absicht aber schließlich aufgeben. So kam es zu einem ein- mütigen Antrag der Bezirksoersammlung zugunsten der Händler. g. Dezirk— Wilmersdorf. Im Mittelpunkt der Erörterungen der Bezirksvcrsammlung am 22. Juni stand die Frage der Errichtung von 500 Woh- nungeu für Minderbemittelte. Nach einer vom Bezirksami vorgelegten Uebersicht sind in Wilmersdorf 15699 Woh- nungsfuchende vorhanden, und im vorigen Jahr« mußten Kleinwohnungssuchende unseres Ortsbezirks, deren Exi- stenz wirtschaftlich und familiär hier wurzelt, nach Britz einge- wiesen werden. Daher verlangen unsere Genossen in klarer Erkennt- nis der dringenden Wohnungsnot die Hergabe eines städtischen Vau- grundstiicks am Straßenrande des ehemaligen Gasanstaltsgeländes im Verkaufswege, um im Rahmen der gemeinnützigen Wohnungs- fürsorge endlich Kleinwohnungen für die minderbemittelte Bevölke- s�ung zu schaffen. Die entsprechende Vorlage des Bezirksamts wurde in letzter Stunde aus„formalen Gründen zurückgezogen. Als unsere Fraktion durch einen neuerlichen Antrag den Versuch machte, die Angelegenheit aus dieser voraussichtlich letzten Bezirks- Versammlung vor den zweimonatigen Ferien zur Behandlung zu bringen, um noch im Sommer 1927 mit der Erstellung des so bren- nend notwendigen Wohnraumes zu beginnen, widersprach der deutsch. nationale Oberverwaltungsgerichlsrat Lorenz der Dringlichkeit. Es wurde der lendenlahme Hinweis gebraucht, man könne kein städti- sches Gelände verkaufen(auch nicht zu gemeinnützigen Z w e ck e n für den so dringend notwendigen Kleinwohnung-bau?), da in absehbarer Zeit am Hohenzollerndamm durch den zu erwar- tenden Bevölkerungszuwachs ein-- Schulneubau notwendig werde, für den das Gelände reserviert bleiben müßte. Ein volks- parteilicher Studienrat war auch der Ansicht, daß ein Schulbau— der vielleicht in zehn Jahren dort in Frage kommt— wichtiger sei als die Befriedigung der brennendsten Nöte, näm- lich der Beschaffung von Wohnraum. Genosse Lüdemann geißelte das Vorgehen der Rechtsparteien in sachlichen, treffenden und scharfen Worten. Er wies darauf hin, daß die wahren Gründe der Herrschaften d i e seien, daß sie im„feudalen" Westen hübsch unter sich bleiben möchten und die proletarische Bevölkerung sonstwo sich ein Unterkommen suchen könnte. Die Zeiten sind aber vorbei, wo die Grundstücksspekulation 5)and in Hand mit dem Besitzbürgertum hierorts protzige Wohnpaläste mit 19- und 14-Zimmerwohnungen errichten konnte, und die schaffenden Schichten der Wilmersdorser Bevölkerung werden sich das Recht, in ihrem Wohnbezirk auch eine Wohnung zu haben, von den Rechtsparteien nicht mehr nehmen lassen: sie werden aber bei diesem Kampfe wieder einmal ihre wahren „Freunde", deren Rolle bei der Austragung der Angelegenheit wahr. lich nicht beneidenswert ist, erkennen! Die Versammlung stimmte dann dem Antrag unserer Fraktion auf Ausgestaltung des Dauer- waldgeländes am Grunewaldsee zu einem Volkspark zu. Nach der Zusage des Bezirksamts sollen die Arbeiten möglichst noch in diesem Jahre als Notstandsarbeiten begonnen werden. 16. Bezirk— Köpenick. Zwei kommunistische Anträge und 19 Punkte aus der Tages- ordnung wies die letzte vor den Ferien vorgesehene Bezirks- verordnetensitzung am 22. Juni aus. Außer Wahlen für Verwaltungskörperschasten waren es besonders Vorlagen des Be- zirksamts, die ein besonderes Interesse erregten. In erster Linie rief die Verwertung des städtischen Grundstücks an den Grünauer Straße (Müllerecke), die die Bebauung mit 65 Wohnungen, Anlage eines Stichkanols zur Unterbringung von Wassersportvereinen und zur Allgemeinbenutzung der Bevölkerung vorsieht, die bürger- lichen Vertreter als Wahrnehmer ihrer Eigeninteressen auf den Plan. Genosse Tolksdorf erwiderte mit schneidigen Gegen- argumenten. Auch die Bereitstellung eines städtischen Grundstücks am Bahnhof Spindlersfeld zum Zwecke der Mülloerladung für den 15. und 16 Bezirk erweckte bei den„Wirtschaftlichen" Wider- spruch, der ebenfalls von dem Bezirsamt und von unseren Frak- tionsrednern zurückgewiesen wurde, so daß beiden Vorlagen mit Mehrheit z u g e st i m m t wurde. An besonderen Vorlagen seien noch das Projekt für den Neubau der Dorotheenjchule(Lyzeum), der Erwerb eines Geländes für den Bau einer Volksschule im Ortsteil Wolfsgarten, desgleichen für den Neubau der Zentralschul« in Rahnsdörf-Wilhelmshagen- Hessenwinkel hervorgehoben. Besonders durch die Realisierung des Grundwerks für den letzt- genannten Zweck kann der seit Jahren zur Entscheidung stehende Schulneubau endlich in Angriff genommen werden. Die in Frage kommenden Baugelände werden der Stadt vertragsgemäß ohne Entschädigung für die bestimmten Zwecke übereignet. Für Herrichtung der für städtische Derwaltungszwecke dienenden Gebäude Friedrichstrotze 29 und 88 in Friedrichshagen wird die angeforderte Summe von 19 899 Mk. debattelos bewilligt. Nach etwa 3stündiger Dauer fand diese letzte Sitzung vor den Ferien, die die Monats Juli— August umfassen, ihr Ende. Ig. Bezirk— Pankow. Die am 1. Juni stottgefundene Bezirksversammlung hatte eine 19 Purste enthaltende Tagesordnung zu erledigen. Auf eine An- frage teilt das Bezirksamt mit, daß die Uebernahm« des Schlosses Niederschönhousen bis jetzt nicht ersolgt ist, da die geforderte Schwammbeseitigung noch nicht vorgenommen worden ist. Nach erfolgter Reparatur soll die Frage erneut geprüft werden. Es werden dann die Ferien für Juli und August fest- gelegt. Ein deutschnationaler Antrag, der für die Niederschön- hausener Sanitätskolonne einen Zuschuß von 1899 M. verlangt. wird, da der Verein eine Kontrolle seines Geschäftsgebarens ver- weigert, von uns abgelehnt, aber mit allen bürgerlichen Stimmen angenommen. Die KPD. hatte mehrere Anträge für Uebernahme städtischer Arbeiten in eigene Regie gestellt, die sämtlich der Ablehnung verfielen. Bei dem von uns gestellten An- trage, der den dringenden Ausbau der Heinersdorfer Volksschule verlangt, wird von unserem Redner die Not- wendigkeit des Ausbaues dargelegt: der zur Verfügung stehende Raum sei so beschränkt, daß für die kleinen Kinder der Zur weiteren Bequemlichkeit für meine verehrte Kundschaft eröffne ich heute Colt busser OdmiXl 4(nahe CoUbusser Brücke) einen neuen Carisch-Laden Bitte probieren Sie dort meinen beliebten und bekannten Carisch-Kaffce. 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Ohne Aussprache fand dann noch ein Antrag von unserer Seite, der eine bessere Zugfolge auf der Stettiner Bahn bei der Eiscnbahndirektion verlangt, Annahme. Am 2 2. Juni fand«ine neue Sitzung statt. Unter Geschäftlichen Mitteilungen ging eine ganze Flut von Antworten des Bezirksamtes auf An- fragen seitens der Versammlung nieder, die zum Teil vox sechs Monaten gestellt waren. Der Bürgermeister mußte auf unsere Kritik zugeben, daß hierbei das Bezirksamt gefehlt habe und ver- sprach Abhilfe. Es wurde bekanntgegeben, daß für den Sport- platz Buch die von uns beantragten SlXKZ M. auch vom Bezirks- amt bewilligt worden feien. Einen weiten Raum der Verhandlung nahm nunmehr die Beratung der Vorlage für die einmaligen Aus- gaben für das Rechnungsjahr 1928 in Anspruch. Allen Parteien konnte unser Redner vorhalten, daß in den Deputationssitzungen von keiner Seite Anträge gestellt seien und hier im-Plenum von allen bürgerlichen Parteien im edlen Wettstreit mit den Kommu, nisten unzählige Wünsche und Anträge gestellt werden. Die Nach- Weisung schließt insgesamt mit 8 669 979 M. ab, darunter befinden sich auch die Mittel für den Rathausbau in Pankow, ein Verwaltungsgebäude in Ni«derschönhauscn, ein Feuerwehrdepot in Karow, Einrichtungen für das Gesund- heitshaus und für Schulen, Turngeräte, serner einmalige Aus- gaben für Kinderhorte, Krippen usw. Weiter sind für den dringen- den Krankenhausbau und für den notwendigen Bau der Desinfektionsanstalt die Mittel eingesetzt.und auch für den Bau eines Hallenschwimmbades. Die Vorlage wurde in der Schlußberatung gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. VreihlgjSbrige» tzarleijubilSa n. Am l. Juli ist Ecnosse Gustav G a ss e n nicht nur Mitglied der Partei, sondern er ist auch immer Funktionär gewesen. Heute noch wirkt er in der ZeitnngSkommijsion und der Frauenbewegung als einer der ersten Genossen. Er war Mitbegründer der Genosscnschattsbewegung und lange Gewerk'chastsangestellter. Genosse Gassen ist jetzt 61 Jabre alt, hat also jrllh de» Weg zur Arbeiterbewegung gesunden, und er blieb ihr treu. Genosse Hermana Sllling und Frau, Karlsborst, Hentigstr. LS, feierten gestern das Fest der Goldenen Hochzeit. Zahlreiche Glückwünsche wurden dem Jubeivaar zuteil. Auch die 1L1. Abteilung(Karlshorst) wartete mit Glückwünschen aus. Genosse Paul Hildebrand begebt am 3. Juli leinen 79. Geburtstag. Genosse Hildebrand ist seit Jahrzehnten in der Partei bis zur jetzigen Stunde a t t i o tätig. Selbst bei den AuSmärschen und Propagandasahrten des Reichsbanners ist der Veteran noch zu sindcn. Fünfundzwanzigjähriges Eeschästsjubiläum Die Firma Otto Koppen, Juwelier, Berlin NO. 18, Große Franksurter Straße ISö, Staatliche Lotterie- Einnahme. feiert am I. Juli ihr sünsundzwanzigjäbriges Geschästsjubiläum. Das Geschäst ist I88ö von Gcoig Grimbaum gegründet und befindet sich seit dem 1. Juli 1S0L in den Händen von Herrn Köppcn. Sozialistische slrbeiterjugenü Groß-Serlm. heims Linv?nstr. 3. Achtung! Samtliche Iugendaenossen, die über Fahnen und Transparente verfügen, werden aufgefordert, sich heute WA Uhr auf dem Hofe des„Bor» wärts".Gebäudes, Lindenstr. 3, zu einer Filmaufnahme einzufinden. Ableilungsmitgliedcrvsrsammiungen heute, Freitag, 19V- Uhr: Moabit II: Heim Lehrter Str. 18/19.— Nordost I: Heim Landsberger Straße 50, part.— Nordost N: Heim Danziger Str. 02, Baracke 3, rechtes Limmer.— Rosenthaler Vorstadt: Heim Fehdenicker Str. 25- Senefelder» Viertel: Schule Tanziger Str. 23, Fimmer.~ Geißenfee: Heim Parkftr. 30.— Frankfurter Viertel: Heim Nigacr Str. 103— Gtralaucr Viertel: Heim Eoßlerstr. 01.— Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 18, Zimmer 2. Kottbufscr Tor: Heim Rcichenberger Str. 06— Köpenickcr Viertel: Schule Wrangelstr 128.— Schöncbcrfl I: Heim Hauptstr. 15.— Britz: Rathaus, Chausfecftr. 48.— Köpenick: Heim Grünauer Str. 5.— Baumschulcnwea: Heim Ernststr. 10.— Johannisthal: Rathaus, t Riedersrböneweide: Schule Berliner Straße 31.— Treptow: Heim Elsenstr. 3.— Riederschönhausen: Schule Blanken» durgcr Str. 70 lZeichensaal).— Pankow.Rord: Heim Görschstr. 14. Falkplatz: Funktionärsitzung beim Genossen Krummnow, Gleimstr. 61.— Reinickendorf-West: Heim Seidelstr. 1.„Die Stellung der Sozialdemokratischen Partei vor und während des Kricaes."— Andreasplatz: Heim Am Ostbahn- Hof 17.„Bub und Mädel."— Renkölln IV: Heim Rogatstr. 53. Uebungsabend zum Eommerfcst am 10. Juli. 4- Lichtenberg-Mitte und-West: Morgen, Sonnabend, Nachtfahrt zur Schwärze. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Nachzügler Sonntag 0'� Uhr. Neukölln IV: Margen, Sonnabend, Nachtfahrt: Königswusterhausen. Treff- punkt 18�» Uhr Bahnhof Neukölln. Arbeitsgemeinschaft Großmann: Wochenendfahrt Königswusterhausen— Ziest- see. Treffpunkt morgen, Sonnabend, 10 und 20 Uhr, Görlitzer Bahnhof. Sonn» tagsfahrcr �7 Uhr ebenda. Gesamtkosten 1 M. /irbeitersport. Internationale Regatta der Arbeiter-Ruder- und kanuvereiue. Am Sonntag, dem 3. Juli, 13]A Uhr, findet in Grünau vor den Tribünen des Berliner Regattavereins di« diesjährige Regatta der Arbeiter-Ruder- und Kanu-Vereine des 1. Kreises statt. Erstmalig wird man in Berlin und überhaupt in Deutschland russische Ruderer am Start sehen. Zu den beiden Hauptrennen, den Seniorriemenoierer und den Seniorachter, haben außer den Berliner Vereinen auch Rußland und Breslau je ein« Mannschaft ge- meldet. Die Breslauer Sportgenossen, die im vergangenen Jahre gute Erfolge erzielt haben und auch in diesem Jahre in bester Ver- fassung antreten, werden alles daran setzen, auch diese beiden Rennen zu gewinnen. Eins der interessantesten Rennen ist von jeher der Leichte Vierer gewesen, und auch in diesem Jahre wird es ein äußerst scharfes Rennen werden. Hier starten außer den Berliner Vereinen noch Mannschaften aus Breslau, Würzen und Leipzig. Die Wurzsner Genossen haben gerade zu diesem Rennen stets gute Mannschaften gemeldet. Die Leipziger, Stettiner und Fürstenwalder Mannschaften starten erstmalig in Berlin. Es werden 18 Rennen gefahren, darunter fünfKanurennen. Auch hierzu hat eine Dresdener Mannschaft ihre Meldung abgegeben. Durch die Beteiligung auswärtiger Mannschaften ist die Regatta, die in diesem Jahre stärker denn sonst beschickt wird, für die Berliner Vereine natürlich von erhöhter Bedeutung. Eröffnet wird die Re- gatta mit einem Stilrudern der Frauen und der Jugendabteilungen der Berliner Vereine. Nicht weniger als 119 Boote werden in diesem Jahre starten, ein Erfolg, auf den die Arbeiterruderbewegung stolz sein kann. Die Arbeiterschaft Verlins ist am Sonntag in Grünau herzlich will- kommen._ Wer wird Berliner Fußballmeister? Am lommcnden Sonntag steigt das Endspiel um die Berliner Meister» schaft. Die Sicgesausstchtcn für Neukölln sind allerdings nicht sehr groß. Ver- lorc» doch die Pankoiiier nur durch einen unglücklichen Zufall im Spiel gegen Sparta. Der gleiche Zufall vcrhals die Neuköllner zu einem Sieg Uder Sparta. Seltsamerweise verfugten die Neuköllner in diesem Spiel über die bessere Mannschaft. Wenn auch von einer technischen Ueberlegenheit nicht gesprochen werden kann, so verfehlte doch das schnelle Spiel der Etllrmer nicht seinen Zweck. Die Mannschaft spielte vollkommen ausacglichen. Pankows Mannschast vcrfllgt Uber einen Überaus eifrigen und schuhstaieren Sturm. Die Verteidigung leidet unter große Unruhe, die der Mannschaft schon sehr oft schwer zu schaffen machte. Das Spiel findet auf dem Adler-IZ-Kvortplatz in der Chriftiauia» straßc statt. Beqiiin 17 Uhr.— In der Unnaststraße, am Bahnhof Stralau- Rummclsbura- beginnt das 8. Fußballturnicr des Svorwereins Stralau. Siebenmal blieb der Beranstalter Sieger. Das letzte Turnier gewann Hertha 22 nach sckiwer errunaenen Kämpfe» aegen Britannia-Lichtcnberq. Beide Endspielgegner fedlcn in dielem Jahr. Dafllr sind aber andere spielstarke Mannschaften beteiligt. So stehe» sich i» der Vorrunde 1415 Uhr Amateur« und Eintracht 25 gegenüber. Das zweite Spiel bepinnt um 1417 Uhr, das dritte um Mi) Uhr. Die Gegner lauten hier: Zehlendorfer Ballfpielklud gegen Trevtower Ballfpielklud und Berlin XII aegen Lichtenberg X. Am Mittwoch folgt dann der vierte Kampf um 1419 Uhr Stralau gegen Rllftig-Vorwärts. In Leipzig Länderspiel Deutschland gegen Rußlandi Zum ersten Male findet am Sonnabend ein offizielles Länderspiel der beiderseitigen repräsentativen Mannschaften statt. Aus über 190 ovo fsußdall- spielern mußten die Besten herausgesucht werden, um den Russen ein- spiel- starte Mannschaft entaeaenzuseden. Aus den Spielen gegen Belgien, Oester» reich und gegen die Rußland.Mannschaft wurden die Lehren gezogen und die geeignetsten Genossen aufgestellt. Die Mannschaft setzt sich aus folgenden Spieler» zusammen: Trendinaer (Nllrndcrg-West) Dorn Krahmer (Nürnderg-West)(Stötteritz) Boaen Naumann Theuser tVfK-Leipzig)(Lindenau, Leipzig) lLelpzig-Eutritzsch) Griibner Aschenbrenner Schmidt Krause Dehne (West 03)(Gern-Miinchen)(Stötteritz)(Stötteritz)(Burg-Magdcbg) Handballspiele der Woche. Freitag, I. Juli, spielt ffichte-Nord l. Männer gegen Groß-Berlin-Weh. ding 1. Männer um 19 Uhr in Reinickendorf, Scharnweberstraße. Am 2. Zu?: spielen Männer: Fichte 2 1 gegen Niederschöneweide um 19 Uhr in Baum- schulenweg. Fichte 20.V I gegen Alt-Glienicke I um 19 Uhr in Myriendorf, an der Rennbahn. Frauen: Neukölln 1 l gegen Groß-Verlin-Wedding l um 16 Uhr in Reukölln, Hcrtzbergplatz. Schönow 1 gegen Fichte 3 II um 19 Uhr in Zepernick. Groß-Berlin-Süden. Jugend spielt mit der 2. Mannschaft um 18 Uhr gegen Fichtc-Rord II und mit der 1. Mannschaft um 19*4 Uhr auf dem Urbanplatz. Am 3. Juli finden folgende Spiele statt: Nowawes spielt in der verlängerten Priefterstraße mit der Jugend um 11 Uhr gegen Fichte-Nord l, mit den Frauen um 15 Uhr gegen Ficbte 3 I, mit den 1. Männern gegen Tegel I um 10 Uhr. Weitere Spiele sind: Männer: Klausdorf I gegen Kauls» darf um 10 Uhr in Klausdorf, Kupferhammer 1 gegen Groß-Berlin-Wedding II um 16 Uhr in Kl'pierhammcr, Pankow I gegen Lichtenberg 2 I um 13 Uhr in Pankow, am Bahnhof Heinersdorf. Fichte-Nord 1 Frauen gegen Groß. Berlin-�oienthal um 15 Uhr in Reinickendorf, Scharnweberstraße. Groy- Berlin-Süden 1. Jugend gegen Treptow I um 13 Uhr auf dem Urbanplatz. Am 7. Juli spielen die Männermannschaften Lichtenberg 4 I gegen Treptow kl um 19 Uhr in Friedrickisfelde. Treskowallee, und Neukölln 2 II gegen Neu- kölln 1 I um 18�2 Uhr in Neukölln, Dammweg. Die Turnerschaft Luckenwalde veranstaltet am 2. Juli ein Handballturnier. Folgende Spiele finden statt: Fugend: 19 Uhr Köpenick 1 gegen Fichte 20R. Köpenick II gegen Luckenwalde II, Erkner I gegen Luckenwalde l. Um 19 Uhr Lichtenberg- Frauen aegen Luckenwalde. Männer: Köpenick gegen Spandau, Fichte 20B qegen Luckenwalde. 19,40 Uhr Lichtenberg gegen Erkner. Fichte 13 fährt am Sonntag. 3. Fnli. nach Leipzig, um in der Vorrunde zur Raffballmeistcrschaft gegen den Mitteldeutschen Verbandsmeister Leipzig- Schlei'ßia anzutreten.~« v Anläßlich des Brager Bu-desfestes spielen deutsche Raffball-, Faustball- und Handballmannschasten. In Sandball werden Ländermannschaften gestellt von Deutschland. Oesterreich. Polen und Belgien. Sie erm'tteln den Teftmeistcr. Die Sp'elstärke der Polen, und Belgien-Ländermannschaft bat sich in den letzten Jahren gewaltig verbessert. Die Spielstärke der österreichischen Landes» männschaft ist von jeher bekannt. Wir können technisch hochstehende Spiele in Handball erwarten._ Touristenverein„Die Ziaturfreunde", Zentrale Wien. Juli, Uhr. Freitag, l. Juli, 20 Uhr, im Altersheim Danziger Str.«2.— Photogemein. sckaftV Montag, 4 Juli, 1420 Uhr, im Heim Ebcrtnstr. 12�— Bezirk Schöne- berg.Friedcaa»: Freitag, 1. Juli, Bolkstanzabcnd in der Turnhalle der Chamissofchule am Barbarassaplatz in Schöneberg. Sonntag, Z. Juli: Alle Mit- t lieber beteiligen sich an dem Falkenberaer Bolksfest(14 Ilde Bahnhof Grünau). lloutag, 4. Juli: Im Jugendheim Schoneberg, Hauptstraße, Diskussionsabend: „Feste und Feiern._ Arbeiter-Radfahrerbund„Solidarität". Touren für Sonntag, 3. Juli: Bez. 2, vrtsgr. Neukölln, Abt. Rotorfahrelt 7 Uhr Scharmlltzclsee. Start Herrfurths!! 27. Motorfahrer als Gäste will» kommen.— Orisgr. Groß-Lichterfelde: 7 Uhr Bicsenthal, 13 Uhr Pichelswcrdei. Start Hindenburgdamm 75.~""" f| I � Start Rugeplatz.— Ortsgi. Bäumst''~' Pausin. Buckow Brücke.— Ortsgr. Schönedcrg: 7 Uhr Sttenttziee,«Ute u, Pagarge. oiacr Stubcnrauchstr. 5a.— Ortsgr. Adler« hos: 6 und 12 Uhr Sttcnitzsee. Start Bismarckstr. 29.— Bez. 21, Ortsgr.�Weißensec: 6 Start �Ber. liner~■.-- Start Hindenburgdamm 75.— vrtsgr. Steglitz: 5 Uhr Teufelssee bei Seddin. Start Rugeplatz.— Ortsgr. Treptow-Baumscholenweg: 6 Uhr Möllensee. Start Baumschulcnweg.— Ortsgr. Eharlottenburg: 5 Uhr Beetzsce über Spandau, 1914 Uhr, �bei Zimmermann, Friedrichsfelde, Walderseestr. 78.— Ortsgr. R-iuick-ndorf: KU'""-'----------------'----— Ortsgr. Rcuköllu: 2. Abt. Bahnhol Hermannstraße. Schachwellkämpfe in Adlershof. Am Sonntag, 3. Juli, ueranstaltet der Arbciter-Schachoerein AHlershof bei Verschiedenes. Achtung, Altersturuer und-sportler 1. Kreis! Sonnabend, 2. Juli, ab 17 Uhr, Cchwimmabend bei den„Freien Schwimmern Neuköllns', Sieversufer. Fahrgelegenheit: Linien 15, 47, 147 bis Britz. Iahnstraße. Nach dem Echwim. rnen kurze Besprechung: anschließend gemütliches Betfammenfetn. Etntrrtt frei. Ausweis: Bundesmitgliedsbuch. Arbeitcr-Radfahrervereiu Sroß.Bcrlin. Sonnta> nach oß-Berliu. Sonntag, 3. Juli..... Glindower Alpen, Restaurant Hesse. 13 Uhr Beelitzhof, Restaurant WUhelms. höhe. Motorfahrc? 5 Uhr Echarmützelfee. Start Waldemarstraße Ecke Mari» annenplatz. Gäste willkommen.-m. Achtung, Techniker! Freitag, 1. Juli, 191», Uhr, Sitzung ullsr Techniker der am Rcichsaroeitersportag beteiligten Organisationen in der Geschastsstelle des Kartcllverbandes, Landsberger Str. 82.... Wasserfportvereiu Recomaata. Sitzung 1. Juli, 2014 Uhr, der Hoffmann, Wismarplatz 2. Sonntag, 3. Juli, Grünauer Regatta.„... Gehsportveranstaltungen. Die Gehsportler treten bei den nächsten Ardeiter- sportvcranstaltungen in stärkster Beteiligung auf den Kampfplan. Sonntag, 3. Juli, beim Bereinskampf Sparta auf dem Sportplatz Friedrichshain 7500» Meter-Vorgabegehen für Männer und 3000 Meter für Jugend.. Meldungen bis zum Slart zulässig. Sonntag, 10. Juli, 50v0.M-t-r.»ehcn beim Sporttest des Mt«. Bernau. Meldungen an Emil Hartmann, Bernau bei Berlin Wein- bergstr. 45. 31. Juli 5000.Meter.Echen in Brandenburg a. d. H. 14. August 5000 Meter für Männer und Zvoo Meter für Jugend beim Sportfest Elche-Tegel. Der Arbeitcr-Tur». und Sportverein Paukow e. V. feiert Eonniag, 3. Juli, fein 21. Stiftungsfest als Sportfest auf dem Vereinsfportplat am«ahnhof Vankow-Heinersdorf. Beginn der Vorkämpfe 9 Uhr, 1214 Uhr Fcstzug, 2 Uhr Massenfreiüdunqen, Hauptkämpfe sowie Eondervorsllhrungen der Kinder, und Iungmädchenabteilung., anschließend Handball- und Fußballsptele. Bleie aus- wältige Vereine haben ihre Beteiliauno zugesagt. Berliner Arbriter-Sch-chllud,«dt. Schill-rpark, spielt Dienstags von 20 bis 23 t—.._ der 5. und 19., Vortrag----------._ Am 26. Simultanspiel. Gäste willkommen..... Jugenda»ssck>uß. Dienstag, 5. Juli, veranstaltet der Kreisiugendausschuß einen Vartragsabcnd für di- Iugendleiter de» Kreises, der Vereine und der Bezirke in der Geschäftsstelle Landsberger Str. 82, 20 Uhr. Thema:„Wege und Ziele in der Jugendbewegung." Referent Hermann Leupold. Der H-Uptwert wird auf Aussprache und Austausch der Erfahrungen gelegt. 714>Kiloi-ictcr.Vorgab«gehen am 3. Juli, 15 Uhr, auf dem Sportplatz Fried- richshain anläßlich der Vcrcinsmchrkämpfe Fichte-Wcst, Fichtc-Südost. Schönow und Sparta. Meldungen dazu bis 2. Juli an Erwin Ianetzki, O34, Gubener Straße 23. Schwimmfcst iu Lichterfelde. Sonntag, 3. Juli, findet IM Aegir-Bad tn Lichterfelde-Süd das Sommerschwimmfcst des Freien Sportvereins Berlin XU statt. Da sich nedcn einigen Berliner Vereinen auch mehrere Provinzvcreine an den Wettkämpfen beteiligen, dllrfte sich die Abwicklung des Programms recht interessant gestalten. Abmarsch des Festzuges um 13 Uhr vom Rugeplatz in Steglitz. Beginn des Schwimmens um 15 Uhr. Berolina-Kamplabend. Freitag. 1. Juli, veranstaltet der SE. Berolina- Neukölln in der Turnhalle Thomasstraße. Neukölln, einen Kampfabend IM �-----— M»"—-■—-nitcr Kämpfer von den bekanntesten ':.Wedding, Allzeit bereit u. a. 59-64-70-90- JOO Pf USW. Bequeme Wochen- und Monatsraten Mifa-Fabrikverkaufstellen: Berlin NW 7, Schiffbauerdarnrn l, Leiter: Erich Aberger.» Berlin-Neukölln, Friedelstr. 27, Leiter: Erich Abergcr. Berlin O 34, Petersburger Straße 8, Leiter; Carl Dahn,» Bln.-Charlottenburg, Tau- roggener Straße 12, Leiter: Paul Chartet• Bin Kaiserin- Augusta- Allee 44, Leiter: Paul Charlet. Schloßstraße 18, Leiter: M. Solle.» Berlin SW 61, Belle-Alliance-Str. 6, Leiter: Filiale Berlin.» Berlin SW 68, Alexandrinenstraße 15, Leiter: M. Thamrne.» Bln.-Schöneberg, Barbarotsastraße 42, Leiter: F. Tybus. Spandau, Potsdamer Straße 1 a. Leiter: Herbert Schröter» Potsdam Berliner Straße I, Leiter: Erich Hübner. q&U QuaJßrfäff'M/adaUTtad dih&Ut- cS- Katalog auf Wunsch gratis Charlottenburg, Bln.- Pankow, Rund um Breslau, 250 km JA| JIga Sicoef mit 30 Min. Vorsprung: Kroll auf sTtW 20.6. 1927 IS ES In Berlin; Frledrichstr. 61/ teipzifler Str. 77(öönhoößlatzl/ Potsdamer Stc. 55 /. Tunnstr. SS/ Große Frankfurter Str. 102/ Brunnenstr. 194 Nr. 306 ♦ 44. Iahrgaög 2. Heilage öes vorwärts Irettag,?. Juli 1927 verjchwenöuug in der Inöujkrie. Ztt viel Muster und Typen.- Was Amerika geleistet hat. Die Bewegung großen Stils zur Standardisierung der Waren (zahlenmLßig« Beschränkung der Typen und Muster) hat fich in den Vereinigten Staaten von Amerika erst in den letzten Jahren aus- gebreitet. Bor dem Krieg« wurde diese Frage von jedem einzelnen Industriellen selbständig behandelt. Als F o r d den Typus seines Kraftwagen» ausarbettet«, dachte er am wenigsten daran, seinen Konkurrenten hierin ein Borbtld zu schassen. Dielmehr strebte er. jede Einzelheit seine» Krastwogen, durch entsprechende Patent« zu schützen und ihre Nachahmung unmöglich zu machen. Eine ähnliche Politik wurde auch von anderen Fabrikanten versvlgt: jeder standar- Visierte, aber nur für sich selbst— wo» übrigen» dem Geist de» her- kömmlichen Kapitalismus vollständig entspricht. vi« amerikauilchea Einrichtungen. In der Kriegs�eit wurde bei dem Ministerium der Kriegsindustrie der Vereinigten Staaten eine Sparsamkeitsabteilung geschaffen, die die Verschwendung von Nohstofsen und Arbeitskraft bekämpfen sollt». Diese Abteilung hat sich u. a. mit der Mannigfaltigkeit der Muster und Größen einzelner Waren besaßt, die die Unkosten der Produzenten sowie die der Großhändler und Detaillist«n erhöhte und die Waren verteuerte. Es ist ihr gelungen, dieser Mannlgsaltlgkett Schranken zu setzen, aber nach Kriegsend« wurde die erzielte Vereinfachung durch den freien Wettbewerb wieder zerstört. Bald wurde«» aber auch den Kapitalisten.klar, daß ein« Beschränkung ibre» Kampfe» um den Markt mittels Vermehrung der Muster für sie selbst ebenso wie für die gesamte Wirtschast von Bor- teil wäre. Im Jahre 192i wurde bei dem Handelsministerium ein Bureau für die Vereinfachung der Produktion ein- gerichtet, das die Verschiedenheit«» m der Größe und in anderen Eigenschaften einzelner Warengattungen vermindern soll. Wie um- fassend diese Ausgab« ist, kann man au» dem Gutachten der Handel». kammer der Union«rs»hen, die festgestellt hat, daß in den meisten Industriezweigen etwa v-ier Fünftel der Produktion auf ein Fünftel der Muster entsollen und die übrigen vier Fünftel der Muster nur ein Fünftel der Produktion ausmachen. Soweit diese» richtta ist, erscheint e« mSglich, die Produktion aus die gangbarsten Muster und Sort«« zu beschränken und dadurch eine ganz beträchtliche Verbilligung der Waren zu erzielen. Zu diesem Zweck beruft das Bur«au die Fabritanten sowie dl« Händler zu gemeinsamen Beratungen, führt spezielle Enqueten durch und treibt eine energische Propaganda für entsprechende Derein- barungen der Interessenten. Aus den iährlichen Berichten des Ministerium», wo die Ergebnisse der erzielten Vereinbarungen ver- ösfentlicht werden, ist ersichtlich, wie groß die Aussichten der unter» nommenen Arbeit sind. Ueberrasthend große Erfolge. Wir lassen einige Beispiele folgen. In der e i s e n» u n d st a h l- verarbeitenden Industrie wurde folgende Verminderung der Muster erreicht: tzahl der Muster Warenaaituna vor der nach der Standardisierung Standardisierung Leisten...... 125 24 81 Feilen....... 1861 496 63 Drahtnetze..... 552 69 86 Drahtnetzpackungrn,. 9072 188 94 Serien-Kochkessel.... 130 18 90 Wasserkessel..... 120 14 88 Stahlfäsier.....«6 24 64 G-schmied. Instrumente 665 851 47 Pflugbolze».... 1600 840 44 Stahlbalke««»«» 40 11 78 Slahlbogen..... 1 819 263 86 Roch auffallender ist die Beschränkung der Musterzahl bei SpatenundSchöpflSffel: vorder Standardisierung wurden sie in 4460 verschiedenen Arten heraeitellt, die Prüfuno hat aber vezeigt, daß 4076Arten überslüsstg sind, und daß die Kollektion ausZ84Muster«ingeschrankt werden kann! Vor der Standardisierung wurden in d»n Vereinigten Staaten Krankenhausbetten von ZZ verschiedenen Längen, von ?«erinqenmg in Proz. 34 Breiten, von 44 Höhen hergestellt. Nunmehr wird nur eine Länge, nur eine Breite, nur eine Höhe aus den Markt gebracht. Aehnliche Vereinfachung«» wurden in der Erzeugung der Bau- Materialien erreicht, was für das Baugewerbe von ungeheurer Bedeutung ist. Warengattung v o t � � �"n"ch b« �u�rot"8 Standardisierung Standardisierung � � Pflasterbacksteine.... 66 4 94 Bekleidungsbackstein, weich 37 1 97 38 1 98 44 1 98 36 19 47 98 48 61 115 24 80 14 3 79 Bekleidungsbackstein, hart Gewöhnliche Backsteine. Bauziegel...... Schieferziegel..... Zementgußbauteile,.. Lehmbacksteine..... Die Zahl der Muster von Steingutgeschirr für Gast- Häuser wurde von 700 auf 160, für Kaffeehäuser von 668 aus 177, für Krankenhäuser und Speisewagen je von 700 auf 113 herab- gesetzt. M«ssingwaschtische wurden früher in 1114 Mo- bellen hergestellt, nunmehr kommen die Amerikaner mit 72 Modellen au«. Am auffallendsten ist aber die in der Produttion von Zahn» rädern erreichte Vereinfachung, die eine Vereinfachung des ge- samten Maschinenbaues bedeutet: Zahnräder wurden früher in 713 200 verschiedenen Mustern hergestellt, man hat ihre Zahl auf 233 800 beschränkt, 439 400 Muster haben sich als überflüssig er- wiesen. Dieses ist aber nur der Ansang! Es liegt auf der Hand, daß dl«. selbe Methode auch auf anderen Gebieten weite Anwendung finden kann, nämlich in dem BeNeidungsaewerbe, in der Textil- und Leder- industrie, in dem Möbelgewerb« usw. Die Folge davon würde eine größere Mechanisierung der Produktion, eine weitere Verbllligung der Waren und ihre weitere Verbreitung in den Dolksmassen sein. Die große Rücksiändigkeik Europas. Wie ist es aber zu erklären, daß das alte Europa von diesem Verfahren nur geringen Gebrauch macht? Man hat w Europa die Glühlampen und wenige andere Waren mit großem Erfolg standardisiert: aber dabei ist die ganz« Bewv«gung stecken- geblieben. Die verarmt« Alte Welt zeigt bei dem Aufbau ihrer Musterkollektion eine Verschwendung, die in krassem Gegensatz zu der vernünftigen Sparsamkeit der Amerikaner steht. Diese Verschwendnug läßt sich nicht durch die ideellen Wünsch« der europäischen Verbraucher erklären. Sie hängt vielmehr damit zusammen, daß die Standardisierung nur dann auf Erfolg rechnen kann, wenn sie den g a n z e n M a r k t umfaßt. Dies« Voraussetzung ist für die Vereinigten Staaten gegeben: sie produzieren vorwiegend für den eigenen inneren Markt, und die 3 bis 10 Prozent jeder Ware, vi« für die Ausfuhr bestimmt sind, können sie auch dann absetzen, wenn sie dem verwöhnten Geschmack des Auslandes nicht völlig Rechnung tragen. Sc« können dabei die Billigkeit der stan- darbiflerten Waren als Wettbewerbswaffe benutzen. Gang anders ist aber die Lage eines Industrielandes in Europa, wo einzelne Industriezweige bis zu 30 Proz. ihrer Erzeugnisse ausführen, ihre Waren über die ganze West zerstreuen und auf jedem Markt mit dem Wettbewerb eines Dutzends anderer europäischer Industrieländer rechnen müssen. Was kann für die deutsche oder die britische Industrie die Stan- dardisierung der Gegenstände des«inheimischen Verbrauche» bringen, wenn st« für die Ausfuhr die ganze Verschiedenheit der Muster beibehalten muß? Sie kann aber ihr« Musterkollektion nicht abbauen, et sei denn auf Grund von Vereinbarungen mit anderen Ländern. D»e Standardisterung ist also für die europäischen In- dulstrieländer. eine Frage der europäischen VerstSadiguvg. Dieses hat die Genfer Weltwirtschaftskonferenz eingesehen. In ihren Beschlüssen über die Rationalisierung Ist mit größtem Nachdruck die Notwendigkeit der Standardisierung der Waren, der Halbstoffe, der Ersatzteile usw. anerkannt, wobei betont wird, daß das Problem nur auf Grund internationaler Verständi- gung gelöst werden kann. Diese Resolution der Konferenz, zusammen mit ihrer Stellungnahme gegen den Protektionismus, gehört zu dem wichtigsten, was sie geleistet hat. Wl. W. tzamburg-Oremer Werstkämpfe. Neue» Schicksal der Hamburger Bulkan-Werke. Ende der Reiherstieg-Werst. Don einem guten Senner der Verhältnisse wird uns geschrieben: Noch in den letzten Tagen aufgetauchten Börsengerüchten hat sich die zu Anfang des Jahres vollzogen« Zusammenlegung der Weser A. E.-Bremen, der Joh. C. Tecklenborg A. G.-Wesermünd« und der Hambureger Abteilung der Bultan-Werk« unter der gemein- samen Firma Deutsch« Schiff- und Maschinenbau A. S.. als unrentabel erwiesen, soweit die Beteiligung des Hamburger Vulkan in Betracht kommt. Wie erinnerlich sein wird, waren die Bestrebungen der von dem Bankier Schroeder in Bremen geleiteten Gruppe seiner Zeit u. a. darauf gerichtet, auch die Deutsch« W e r f t B. A. H a m d u r g für den Bremer Ring zu gewinnen. Di« damals aufgenommenest Verhandlungen wurden jedoch endgültig abgenbrochen, als die Fusion Reiherftieg-Wetzel und Freytag ,ft. a. A., mit der Tollerort-Abteilung der Deutschen Werft A. G. zustande gekommen war. Mit dieser Fusion wurde der Bremer Gruppe von den Ham- burger Werstkreisen ein zum mindesten gleichwertiger Werft-Block entgegen gestellt, denn schon vor der Uebernahme des Tollerort- betriebe? seitens der Reiherstieg-Wetzel und Freytag Kommandit- gesellschaft war dt« letzg«nannte Firma durch die gemeinsam eröffnete Reiherstieg-Dockbetriebsgesellschaft auch mit der Firma Blohm und Boß sallerding, für die Oeffentlichkeit nicht erkennbar) ver- Kunden, womit sich hernach folgendes Bild ergab: Auf der einen Seite die Bremer Grupp« mit der Weser A. G.. Joh. C. Tecklen- borg und Hamburger-Vulkan, auf der anderen Seite die drei unter- einander verbundenen Werften Blohm und Daß, Retherstieg- Deutsch« Werst A. G. und Diutsche Werst A. G. Wenn die eingangs "rwähMen Gerüchte sich bewahrheiten sollten, so hat bereits tsie kurze Zeit des Bestehen« beider Gruppe» den Beweis erbracht, daß die Hamburger Gemeinschaft dl« stärkere ge- bliebe» ist. Die Frage ist nur, ob und wie sich die Hamburger Dulkanwerke am praktischsten verwerten lassen werden. Es ist ziemlich uu- wahrscheinlich, daß die Firma Blohm und Doß, die nach wi« vor nach außen hin in„iplenäiä isolation' bleiben will, sich doch noch entschließen wird, die Anlagen de« Vulkan einfach aufzukaufen. Daran aber, daß sie sich an«iner gemeinsamen Verwertung zu- sammen Mit den Bremer Betrieben beteiligen wird, ist sicher nicht zu denken. Etwa» ander» siegt die Sache bei der Deutschen Werst A. G.» hinter der als Großaktionär« die A. E. G., die Gutehoffnungshütte und schließlich noch die Hapag stehen, die sowohl was Einfluß als auch Kapitalmacht betrifft, zweifellos m der Lag« wären, entweder den Kauf vorzunehmen oder aber auch sich an der Ausnutzung der Anlagen irgendwie anders zu beteiligen. Die Zukunft wird lehren, wie sich die Dinge gestalten. Ein Kapitel für sich bildet die Gestaltung de»«erhältnisse, der Reiher st ieg-Deutsche Werst A. G. zur Deutschen Werft A. G. in Hamvurg. Seiner Zell, bei dem im Februar d. I. voll- zogenen Zusammenschluß beider Wersten, lag die Sache so, daß nicht — wie vielfach angenommen wurde— die Deutsch« Werst A. G. die Reihersti«g-W«tzel und Freytag, K. a. A., in sich aufnahm, sondern daß gerade umgekehrt die letztgenannke Firma als auf- nehmende Gefellschaft mit dem Tollerortbetrieb— d. h. dem Reparaturbetrieb der Deutschen Werft— unter der Firma Reiher- stieg-Deutsche Werft A. G. fusioniert wurde. Diese Firma bildete neben der weiterbestehenden Deutschen Werst A. G., die nunmehr ausschließlich Schiffsneubau auf ihrem Wert Fintemvärder betrieb, «in« durchaus selbständige Gründung. Die Interessengemeinschaft beider Firmen wurde lediglich dadurch zum Ausdruck gebracht, daß die beiden Direktor«» d«r Deutschen Werst A. G., neben ihrem Amt als solche, gleichzeitig auch zu Vorstandsmitgliedern der Reiherftieg- Deutsche Werft A. G. in Ergänzung des bisherigen, weiter amtieren- den Borstandes der früheren Reiherstieg-Wetzel und Freytag K. a. A. ernannt wurden. Hierin soll jetzt eine grundlegende Aenderung zugunsten der Deutschen Werft ein- treten. Die gegenüber dem Interessentenkreis der alten Firma Reiherstieg-Wetzel und Freytag um ein Geringes stärkere Aktionär- gruppe der Deutschen Werst beabsichtigt, die Aufhebung der jetzigen Firma Reiher st ieg-Deutsche Werst A. G. durchzuführen und den gesamten(Reparatur-) Betrieb der Reiher- stieg-Deutfch« Werft A. G. aus dem Kl. Grasbrook und Steinwärder mit dem Neubaubetrieb der Deutschen Werst A. G. in ihre eig«ne Firma Deutsche Werft 21. G. auszunehmen. Di« Entscheidung darüber steht der nächsten Generaloersammlung zu. Wenn die erforderliche Mehrheit für einen solchen Entschluß erreicht wird, wäre damit die vor mehr als 200 Jahren gegründete, insbesondere in der Nachkriegszeit unausgesetzt schwer bedrängte R ei h er st i eg w er f t endgültig aus der Liste der deutschen Seeschiffswerftbetriebe gestrichen. Das würde einen weiteren Schritt auf dem Wege der, Konzern bildung, der Rationalisierung und der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die seit Jahren in immerwährender Ungewißheit, wie auf einem Pulverfaß lebenden Arbeiter und An- gestellten der alten Werke auf dem Hamburger Kl. Grasbrook und Steinwärder bedeuten. Es würde aber darüber hinaus beweisen, daß auch in dem Geschäftsgebaren der Industrieherren u n t e r s i ch der größere Geldbeutel die allein ausschlag- gebende Roll« spielt, und daß es dem stärkeren Teil absolut nicht darauf ankommt, mit seinen eigenen Kollegen anders zu verfahren, als es den Arbeitnehmern gegenüber geschieht, d. h. mit rücksichts- loser Brutalität alle Wünsch« der schwächeren Partei zu überhören und, wenn sich diese Wünsch« zu Forderungen verdichten, sie kalt- lächelnd in den Wind zu schlagen. Rückgang öes Güterverkehrs. In der Woche zum 18. Juni ist die arbeitstägliche Güterwagen- gestellung der Reichsbahn erheblich zurückgegangen. Ei« sank von 149 300 aus 144 100. Tabellarische Ueverficht seit April.(In 1000 Stück) 8. 10. 17. 24. 1. 8. 15. 22. 29. 5. 12. Woche 4.— 9. 4.— 16. 4.— 23. 4.— 80. 5.- 7. 5.-14. 5.-21. 5.-28. 5.- 4. 6.-11. 6.-18. wöchentlich 1927 858,2 725.6 722,0 892.6 890,0 901,8 903,7 792,3 907,0 746,6 864,6 1926 594.5 734,2 709,4 741,8 656,2 756,2 630.7 721,7 762,7 763,8 pro 1927 143,0 145,1 144,4 148,8 143,3 150,3 150,6 158,5 151,2 149,3 144,1 Irdrttotag 1926 113.9 122,4 121,4 118,2 128,6 131,2 126,0 126,1 120,3 127,1 127,8 Seit der dritten Maiwoche ist damit, wie die Tabelle zeigt, der Güterverkehr der Reichsbahn im Rückgang begriffen. Für die Kon- junttur wird man daraus noch keine zu weitgehenden Schlüsse ziehen dürfen, und zwar um so weniger, als mit dem Monat Juni der Güterverkehr der Reichsbahn regelmäßig absinkt. Die n ä ch st e n Wochen müssen aber schon deutsich erkennen lassen, ob es sich bei diesen Rückgängen auch um BerSnderungen in der allgemeinen Kon- juuktur handelt._ Der Leben»halluagsiadex im Juni. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuch- tung, Bekleidung und sonstiger Bedarf) belauft sich nach den Fest- stellungen des statistischen Reichsamts für Durchschnitt des Monats Juni auf 147,7 gegen 146,5 im Vormonat. Sie ist sonach um 9,8 Proz. gestiegen. Die Steigerung ist im wesentlichen auf ein« Erhöhung der Ernährungsausgaben zurückzu- führen, die bis auf Milch und Milcherzeugnisic eine aufwärts ge- richtete Tendenz aufwiesen. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen(1913/1914— 100): für Ernährung 152,8, für Wohnung 115,1, für Heizung und Beleuchtung 140,4, für Bekleidung 155,4, für den„sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 183,3. Nachlassen der Sonstmktur? In der Generalversammlung der Wolfs Netter u. Iacobi K.A.G.-Berlin meldet« die Verwaltung eine' recht gute Beschäftigung der Werke. Jedoch seien die ersten Anzeichen einer nachlassenden Koniunk- tur bereits festzustellen. Die Reichskredil-2l.-G. erhöht ihr Kapital. Die voll im Besitz der„Viag", d. h. des Reiches, befindliche Reichskreditgesellschast wird zur Anpassung an die erweiterten Geschäfte ihr bisheriges Kapital von 30 Millionen Mark auf 40 Millionen erhöhen. Die 10 Millionen jungen Aktien, die bereit» für 1927 dwidendenberechtigt find, werden zum Kurse von 130 Prozent abgegeben und voll von der Viag übernommen, so daß das Reich nach wie vor der alleinige Besitzer des Aktienkapitals bleibt. wo bleibt die Ausklärung? Wir haben kürzlich über das merk- würdige Vorgehen der Märkischen Elektrizitätswerke A.- G. berichtet, die die Uebernahme neuer Aktien durch Kreise und Städte davon abhängig machte, daß das Wegenutzungsrecht für die Eloktrizitäts- und Gaswirffchaft auf 24 bzw. 40 Jahre den märkischen Elektrizitätswerken übertragen wird. Die Stadt Frank- furt a. O. hat den entsprechenden Beschluß gerichtttch angefoch- t« n, wobei die endgültige Entscheidung noch aussteht. Jetzt siegt von der S t ad t Guben ein Beschluß auf Aktienübernahme vor, wobei die u. E. ungesetzlichen Bedingungen akzeptiert werden. Die märkischen Elektrizitätswerke haben die von uns sofort geforderte Aufklärung über ihr Vorgehen noch nicht gegeben. Es wird dazu höchste Zeit, wie es uns überhaupt zweiselhast erscheint, ob der Abschluß von Verträgen aus der Grundlage der angefochtenen Be- schlüfse vor der Entscheidung über die Gesetzlichkeit d?r Beschlüsse erfolgen darf. versechssachle Reingewinne bei winlershall. Die Geioertschast Wintershall weist mrt dem vorjährigen Vortrag von 0,92 Millionen einen gegenüber dem Vorjahr von 2,76 auf 8,16 Millionen ge- stiegenen Rohgewinn aus. Es bleibt daraus ein Reingewinn von 3,73 gegen 0,92 Millionen im Vorjahr, at-so der mchr als sechs- fache Betrag. Dabei stich Zins- und Anleihetosten von 0,63 auf 2,29 Millionen, Abschreibungne von 0,27 auf 0,36 Millionen erhöht, während auf der anderen Seite die Geschäftsunkosten und Abgaben von 0,96 auf 0,68 Millionen gesunken sind. Di« Kuxe der Gc- werkjchaft Mntershall sind im Besitz der K a l i i n d u st r i e A.- G., der Hauptgesellschaft des Wintershallkonzerns, die auf über 120 Mil- lionen Kapital 12 Proz. Dividende verteilt. Die Gewerkschaft Wintershall verteilt die ihr bei der Kalnndustrie A.-G. zugeteilte Dividende aber nicht wieder, sondern schätzt sie auf. Der ganze Reingewinn von 8,73 Millionen wird vorgetragen. -- ck&ttKM&f m Für die Reise Chlorodont-Zahnpaste die herrlich erfrischend schmeckende Pfetfermlnz-Zahnpasie. Tube 60 PL und L— Mark. Chlorodont-Mundwasser mit gleichem köstlichem Pfefiermlnz-Aroma. Reise-Spritzflasche 1.25 Mark. 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Je nach Qualität and Art 62,■. 54,—, 35�— Diverse einzelne Cuts und Westen. 18,— SOHunermairtel and Paletots Diverse Mäntel aus Diagonal-Fisch- grät- und anderen Stoffen 36,—, 30,—, alpinster- und Raglans ans Stoffen jeglicher Art In modernen Mustern. gutem Sitz and guter Verarbeitung, Maßersatz 83p-, 68p-. 63p-. 54,—. 48p—. 42,— Paletots ans Covercoat-, Cheviot- and Marengoetoffen In vielen guten bis zu den besten Qualitäten 73p-. 63p-, 54.-, 50p-. 45.—. 38.— Wlnlennänfel und Paletots Mäntel and Ulster in Ragianform aus haltbaren Stoffen, guter Sitz 53p-, 40p-, 33,—. 24p- Mäntel in glatter and Schwedenform, Ersatz für Maß in guten bis zu den besten Qualitäten, neueste Muster 90.—. 78p-, 70p—» 63,— Paletots mit Samtkragen aus schwarzen und raarengo Eskimo- und Cheviotstoffen. Je nach Qualität u. Art, 81p-, 63,—. 57p-. 50p-. 45.—, 39p- SporfonzOdc Joppenanzug aus gemustertem Buck- skin mit langer Hose..... 9,50 Anzüge aus Homespun- und Gabardinestoffen mit Breeches. 24.—» 21.50 Touristenanzug ans grauem und grünem Loden mit Breeches oder langer Hose 45,■>, 37,—» 32p—, 37p-. 24p—. 3tM Waschkordanzüge in verschiedenen Farben mit Breeches..... 26�0 Manchester-Sportanzüge mit Breo» ches oder langer Hose, dliverss Formen und Farben 38p-, 31p-, 27p— Sportanzüge, dreiteilig, mit kurzer oder langer Hose in verschiedenen Stoffarten 58p-. 49p-, 40.—, 33,—. 27.— Vierteilige Sportanzüge mit kurzer und langer Hose ans modernen, nach englischer Art gemusterten Stoffen 92p-, 86,—. 73p-, 64p-, 55p—, 46. i', 36, Herren• Windjacken, verschieden# Farben und Formen 26p-, 22p-, 20p-, 17p-. 13p-. 10p- 6.50. 4,90 Damen- Windjacken in feschen Formen 24p-, 21p-, 18.—, 14,50. 10.50, 8.75 Motorradkombinationen 38,—, 22«—» 17,— Motorradüberanzag für Herren 30p-, 27p-, 32 A0 Motorscbutzanzug für Damen in verschiedenen Farben. 32p-. 29p-, 26L0 foppen, Ulcwken, Milalrikbe Sommer-Lodenjoppen in Sportform von 7.75. in glatter Form von 6.75 an Winterjoppen, zweireihig, warm gefüttert, von....... 12,75 an Litewken aas blauem Cheviot, mit Serge gefüttert, von 20p—, ungefüttert von........ KL— an Rnderjacketts aas blauem Cheviot. gefüttert....... 33p-, 29.50 HaUsioppen aas Flausch- und anderen Stoffen mit Schnur und Ornamenten oder StoHbesatz. von.... 13.50 an Schlafröcke mit Verscfanfirung und Quasten von 28p- an Damenmünfel Solide Covercoat- nnd Shetlandmäntei 15»—. i ap. 6p— Sommermäntel, Schattenrips, Je nach Qualität.»• 38p—, 33,—■ 27p—, 13p— Schwarze kanstseidene Mäntel mit Rüschenbesatz 29p-» 36p-, 22p-. 16,— Imprägnierte Mäntel, kariert nnd gestreift. fesche Formen 33p-, 37.—. 24p-. 18p— »eüemnSnlel Gummimäntel Köperoberstoff für Damen 13410. für Herren von 10,50 en Doubelstoffe von 39,—, Covercoat von 21p-, Homespun von.. 13,50 an Damengummimäntel. Kunstseide. kariert and einfarbig..... 19,50 Damenhüte aus denselben Stoffen, fesche moderne Formen.... 4.75 Gabardinemäntel. Baumwolle, imprägniert, von...... 18p— an Wollgabardinemäntel imprägniert, Schlüpferform, von..... 60p- an Lodenmäntel für Damen nnd Herren aus imprägniertem Stricbloden in allen gangbaren Fassons 43p—, 38p—, 30,—, 34,» 18,—, f 5p— Leichte Sommeiklefdiiiig Waschjoppen, in glatter nnd Sportform, glatt von...... 3£0 an Lüstersakkos, schwarz, blau, grau und gestreift, schwarz von.. 5.75 an Xhakianzüge, Sportform, mit langer Hose, Größe 38/43...... 5,50 Tnssoranzüge, imit., dreiftiilf, bastfarbig und gestreift 33p-. 30p-, 37p—, 24,— Tnssonakkoa, imit. Bastseide von 6p- an Waschanzüge. Jackett- and Sportform, hell nod dunkel gestreift, gemustert. Sportform von... 13p- an Faim-Beach-Anzuge nach amerikanischer Art, modernste und praktischste Sommerkleidung, von 34p- an Strandanzüge aus weißen und gestreiften Woll-Tennissfoffen.. 58p- Arbeitswesfen aus Zwirn-, Pilot- nnd Manschesterstoffen, je nach Qualität nnd Art, von...... 3.10 aa Wasch westen In vielen schönen Mustern, von....... 3p— aa Phantasiewesten in mittleren und dunklen Farben in reicher Muster» auswahl, je nach Qualität 10.—, 8,-. 6�0. 8p-, 4- Stoffwesten, ans Resten gearh» von 3.75 aa nerrenhosen Gestreifte Hosen, ans Satin, kämm» garnartigen und anderen Stoffen 9,60, 8p—. 6,90. 5.50. 430 335 Cut-Hosen, aus guten, bis zn den besten Fabrikaten, in schönen modernen Streifenmustern 22p—, 18,—, 16p—. 1330, 12p—, 10,75 Breeches, aus Homespun, Cord. Cheviot und anderen Stoffen In reicher Auswahl, Preise nach Qual. u. Art 1630, 18.—, 1330. 1030. 8,50, 6,90. 530 Hosen aus Anzugstoffen jeglicher Art 12p—, 8,50. 6r— Manschester-Hosen. Breeches von 8.50 an lange Hose von...... 6,90 an Dreli-Hose, reinleinen, original Militär- hose........... 3.60 Schwarze Hosen, aus Trikot, Cheviot, Tuch und Kammgarnstoffen, Preis nach Qualität und Art. von.. 8,90 aa Weiße Segler-Hosen, ans weißem Satin und Köper, von.... 4.90 an Tennis-Hosen, weiß, grau, mode und gestreift, Preis nach Qualität und Art, gestreift, von 1130 an HnaDen- lEisa ßorscbenkieianng Wasch-Anzüge, ein großer Posten einzelner Anzüge in verschiedenen Formen........ 335. 2,50 Kleier Anzflge aus gestreiftem Kadettstoff, für 3 Jahre, von.... 430 an Sport-Anzüge ans dunkelgemnsterten Waschstoffen. Oröß« 7 u. 8, von 430 an Matrosen-Anzüge mit Ueberkragen aus blauen und farbigen Cheviot» Stoffen.. 15,—. 11,—, 9.50, 730 6,75 Norfolk-Anzüge aus mittelfarbigem karierten Cheviot, für 3 Jahre. T»— Original Kieler Anzüge aus blauem Molton und Cheviot. Preis nach Qualität und Größe, von... 730 an Sport-Anzüge. Größe 7 bis 12, aas modern gemusterten Stoffen jeglicher Art, Preis nach Qualität und Größe 27.—, 24p-, 21.—. 18,—. 15,—, 1230 Jackett-Anzüge mit langer Hose, Größe 9— 12, bedeutend herabgesetzt. von....... 1330 an Knaben-Pyjacks ans blauem Molton m. Aermelstickerei, für 3 Jahre, v. 5,— an Knaben-Onrami- u. Lodenmäntel, v. 1030 an Knaben-Hosen ans Buckskin nnd Waschstoäfen, Sport-, Knie- und Leibchenhosen, Satin, von... 1,45 an Windjacken von 5,75 an JOngiingshleMniig Jackett-Anzüge ans dunklen und hellen Stoffen Jn modernen Mustern, Größe 38— 43, Preis Dach Qualität 45p—. 40.— 36p-. 33p-. 27.— 31,—, Einsegnungs-Anzüge ans blauem Kammgarn und Cheviot. Preis nach Qualität und Art 54p—, 48p—, 43,»», 36p—, 33p—, 27p-, Sport-Anzüge in neuester Fasson aus nach englischer Art gemusterten baltbaren Stoffen 36,—. 33p-. 30,—. 27p-. 24p-, Ulster und Raglans In Sommer» and Winterstoffen, Preise bedeutend herabgesetzt, von..... 21. 17p 31, 118p- 210p Pelzbekleldnnn für Domen nnd Herren Sportpelze, moderne Stoffbezüge, verschiedene Pelzfütternngen und Pelzkragen• 235p—, 185p—, 135,— Gehpelze, Sealeiektrfkstückenfutter. Rollschalkragen........ Autopelze, elegante Stoffbezüge, verschiedenartige Pelzfutter n. Kragen 325p-, 290p-, Pelzjoppen nnd pelzgefütterte Windjacken..... 105,—. 89p-, 69p— Pelzwesten mit Fuchsfütterung... 48,— mit Kaninfütterung...... 36.— Damenpelzjacken. 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Degmann(Z.) berichtet, beantragt die Annahme des Gesetzentwurfs. �bg. vr. Rosenfelü lSoz.j erinnert daran, daß man auch früher daran geglaubt habe, die früheren Fürsten würden sich ini Interesse des deutschen Volkes zu einer Verständigung bereitfinden. Diese Erwartungen sind aber immer wieder enttäuscht worden. Die Regierungen der Länder sind daran nicht schuld, denn die in Betracht kommenden Länder stehen wahrlich nicht im Geruch, fürstenfeindlich zu sein. Der ehemalige Fürst von Koburg, dem ungeheure Werte zu- gesprochen worden sind, hat bisher noch nicht einen Pfennig Einkommensteuer an das Land Thüringen abgeführt. Nun behaupten die Deutschnationalen und ihr Minister Hergt, daß das Sperrgesetz eine Rechtsverweigerung darstelle. Wie ver- trägt es sich mit dieser Behauptung, daß eine andere Regierungs- parte!, das Zentrum, für die Werläncerung des Sperrgcsetzes ist, daß das gleiche der deutschnationale Finanzminister von Thü- ringen verlangt, daß die Deutschnationalen selbst einmal für dos Sperrgesetz gestimmt haben? Nicht das Sperrgesetz, sondern die Ablehnung der Verlängerung würde eine Rechtsoerweigerung sein. Das Vertrauen, das wir nach der Meinung der Regierung jetzt zu den Fürsten haben sollen, haben diese nach ihrem bisherigen Ver- halten nicht verdient. Mit dem angeblichen Angebot der Fürsten soll auf den Reichstag eine Pression ausgeübt werden, damit er auf seine verfasiungsmäßigen Rechte verzichte. Im Rechtsaus» fchuß Hot eine Regierung der Länder nach der anderen die Ver- längerung des Sperrgesctzes gefordert, sie ist unbedingt notwendig, damit das Volk nicht'noch größeren Schaden erleidet. Jehl werden ja auch noch die Ansprüche der deposfldlerken Fürsten und Standesherren gellend gemacht, als ob es überhaupt keine Revolution gegeben habe. In Preußen allein machen diese An- spräche 2 Millionen Mark aus. wir lehnen sie ganz entschieden ab und gerade nach den bisherigen Erfahrungen mit den Ge- richten verlangen wir, daß durch die Verlängerung des Sperr. gefetzcs ein Schuh aufgerichtet wird gegenüber diesen unberech- tigten Forderungen. Wurden doch sogar noch Renten dafür verlangt, daß von ehemali- gen Fürsten deutsche Landeskinder nach Amerika verkauft worden sind. Eine Gräfin verlangt ein« standesherrliche Rente, die erst von dem Handelshause Rothschild u. Söhne in Frankfurt a. Main gekauft worden ist. Es werden weiter gefordert Abfindungen für Blutgelder, Judengelder, Brauthafer, alles Dinge, die in'unserer Zeit geradezu lächerlich wirken. Wir müssen endlich ein Gesetz schaffen, das einen Strich durch diese Rech- nun gen macht, bis dahin muß das Sperrgesetz verlängert werden. Wir bestreiten es entschieden, daß dos Sperrgesetz verfassungsändernde Wirkung habe, dieses Gesetz kann mit einfacher Mehrheit verabschiedet werden. Wir wünschen, daß nicht noch die letzte Barriere fällt, die das Volk vor den Ansprüchen seiner früheren Fürsten schützt. In einer Zeit, wo angeblich kein Geld für eine besser« Versorgung der Kriegs- opfer, Sozialrentner und Erwerbslosen vorhanden ist, darf das Volk nicht noch weiter ausgeplündert werden. Daher fordern wir die Verlängerung des Sperrgesetzes.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Reugebauer(Komm.) weist darauf hin, daß die An- spräche der Fürsten mit den Iahren immer weiter ge. wachsen seien. Durch die jetzige Stellungnahme der Regierung sollen die Länder gezwungen werden, die Ansprüche der Fürsten anzuerkennen. Anderthalb Jahre sei Zeit gewesen, um diese Frage zu regeln. Die Sozialdemokraten seien schuld daran, daß 1918 die Fürsten nicht enteignet worden sind.(Abg. Müller- Franken (Soz.): Sie haben ja damals der Vaterlandspartei ange- hört!) Dies« Frage werde nur im Klasienkampf gelöst werden. Abg. v. Richthofen(Dem.) führt aus, daß die Verlängerung des Sperrgesetzes gerade dann notwendig sei, wenn, wie die Re- gierung behaupte, aussichtsreiche Verhandlungen mit den früheren Fürsten bevorständen. Von einer Rechtsverweigerung könne doch in diesem Falle nicht gesprochen werden. Die Vertreter der in Retracht kommenden Länder haben im Rechtsausschuß ausdrücklich erklärt, daß sie aus die verläuge. rung des Sperrgesetzes den größten Werl legen. Geschieht das jetzt nicht, so gehen die früheren Fürsten an die ordentlichen Gerichte und nach den früheren Ersahrungen misten wir ja, wie dort entschieden werden wird. Auch Preußen müssen wir die Möglichkeit geben, sich durch Gesetz mit demehemaligen Standesherrn endgültig auseinanderzu- setzen. Wenn die Länder den Wunsch nach einer Verlängerung des Sperrgesestes haben, so könne die Erklärung der Fürsten gar nicht ins Gewicht fallen. Abg. Kube(Nat.-Soz.) gibt eine Erklärung ab, daß seine Gruppe gegen die Verlängerung des Sperrgesetzes stimmen werde. Eine Volksbewegung in dieser Frage könne nicht angefacht werden, auch wenn eine Seeschlang« an die Wand gemalt würde.(Ironische Heiter- teit.) Die anderen Parteien der Regierungskoalition fallen aus Angst vor dem Zentrum und Herrn Dr. Wirth immer um. Artikel 1 des Gesetzentwurfs wird daraus in erster Lesung in einfacher Abstimmung mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten, Kommunisten und Zentrum angenommen, ebenso der Rest der Vorlage. Die S ch l u ß a b st i m m u n g, für die Sozialdemokraten und Demokraten namentliche Abstimmung beantragten, fand, wie wir im Hauptblatt berichteten, am Ende der Sitzung statt. Die Lanögemeinöen foröern. Ete f&hten sich hinter den Großstädte« znrückgefctzt. Ein B f andenburgi scher Landgemeindetag, einberufen vom Provinzialoerband Brandenburg des Berbandes der preußischen Landgemeinden, trat am Mittwoch in Berlin zusammen. Verwaltungsreform und Finanzausgleich waren die Hauptpunkte der Verhandlungen, in denen die Forderungen der Landgemeinden zu diesen Fragen vorgebracht wurden. Der Vor- sitzende, Landrat a. D. von Arnim-Ragow, begrüßte die an der Tagung teilnehmenden Vertreter von Behörden und Verbänden, vor allem den Reichsinnenminister v. K e u d e l l, aus dessen Kommen er schloß, daß der Verband der Landgemeinden sich endlich durchgesetzt habe und jetzt ebenso wie die Verbände der Städte gewürdigt werde. In seiner Antwort gab der Minister den Landgemeinden die übliche Zusiche- rung des Wohlwollens, die aber in diesem Fall gewiß nicht nur eine leere Phrase bedeutet. Oberoerwallungsgerichtsrot a. D. Landtagsabg. v. E y n e r n sprach über Verwaltungsreform unddenEntwurfder Landgemeindeordnung. Er forderte Ausbau der Selbst- Verwaltung in den Landgemeinden, wandte sich gegen ein an- gebliches Uebermaß von Eingemeindungen und äußerte seine Befrie- digung darüber, daß dem kommunalen Betrieb wirtschaftlicher Unter- nehmen wenigstens in den Landgemeinden enge Grenzen gezogen sind. Den Landgemeinden enipfahl er,„manchmal doch mehr m i t der Faust auf den Tisch zu schlagen", damit man merkt, „von welcher Bedeutung sie für das deutsche Vaterland sind". Nach einem Vortrag des Ministerialrats Wittelshöfer vom preußischen Wohlsahrtsministerium über Erwerbslosen- sürsorge und öffentliche Fürsorge auf dem Lande folgte der Hauptvortrag des Landrats a. D. Dr. G e r e k e über Finanzausgleich, Reichsrahmengesetz und Schul- fragen vom Standpunkt der Landgemeinden. Mit ihm und seinen städtefeindlichen Ausführungen kam-erst die richtige Stimmung m die verjammelten Landgemeindeuertreter hinein. Der Redner erklärte unter lebhaftem Beifall, im preußischen Fi- nanzministerium komme man den Wünschen der Großstädte zu sehr entgegen. Bei dem Finanzausgleich seien die Landgemeinden benachteiligt, nicht die Großstädte und gar Berlin, das für Grundstückskäufe und allerlei Projekte viel Geld übrig habe. Auf Kosten der Landgemeinden leben einzelne große Städte„verhältnismäßig üppig", meint er. Sollen bei der endgültigen Regelung des Finanzausgleichs wieder die großen Städte bevorzugt werden, dann will man den Boneil der Landgemeinden nachdrücklicher wahren. Eine den Ge- meinden zu bewilligende Wiedergewährung des Rechts von Zu- schlügen zur Einkommensteuer könnte ihnen nichts nützen, denn in Landgemeinden sei ja sie Einkommensteuer nur gering. In ähnlicher Weise klagte der Redner über die Schullasten. Die Auswen- düngen für die Schule seien die drückendste der den Gemeinden auf- gepackten Zwangsleistungen, deren Gesamtbetrag schon 75 bis 89 Proz. des ganzen Haushalts sei. Von der V e r w a l- tungsreform forderte er, daß die Selbstverwaltung der Land- gemeinden nicht eingeengt, sondern erweitert werde. Eine Besprechung der Porträge war nicht vorgesehen. Nahezu einstimmig wurden mehrere Entschließungen angenommen. Zum Finanzausgleich und zum Rahmengesetz wird darin anerkannt, daß nn Reichssinanzausgleich die Wünsche der Landgemeinden größtenteils berücksichtigt worden sind. Dagegen sei die preußische Neuregelung den größeren Gemeinden, besonders den Großstädten, zu weit entgegengekommen. Die Bestimmung, daß die Länder bei der Verteilung der Reichssteueranteile besonders die leistungs- schwachen Gemeinden zu berücksichtigen haben, sei in Preußen nicht genügend beachtet worden. Das Reichsrahmengesetz zur Rege- lung der Realsteuern wird begrüßt. Aber die„Belange" der Land- gemeinden sollen durch wirksame Beteiligung chrer Vertreter bei der Steuerveranlagung gesichert werden. Zur Ver- waltungsreform wird gefordert, die Selbstverwaltung auf dem Lande auszubauen. Der dem Landtag vorliegende Entwurf einer neuen Landgemeindeordnung wird verworfen, weil er die Selbstverwaltung noch mehr einengt und den Landgemeinden die Gleichstellung mit den Städten vorenthält. Die Bestimmungen über das Eingemein- dungsrecht seien unzureichend, hier müsse man ein Sondergesetz fordern. Zur«Schulreform wird betont, daß die versprochene Nen- regelung der Volksschullastenaufbringung beschleunigt werden müsse. Sie könne nur unter stärkerer Heranziehung der Staatssinanzen erfolgen. Die Tagung hat wieder gezeigt, welche Kluft noch immer Stadt und Land voneinander trennt. Die Wortführer der Landgemeinden sind bemüht, diese Kluft noch zu vertiefen. Was sagen die Berliner dazu, daß beim preußischen Finanzausgleich nicht die Großstädte, sondern die Landgemeinden benachteiligt seien? Mit Staunen hört man Sinnlosigkeiten, wie die, daß dank diesem Finanz- ausgleich die Großstädte auf Kosten der Landgemeinden„Verhältnis- mäßig üppig" leben. Aber je st ä dt e f e i n dl i ch e r einer redet, desto sicherer ist er des Beifalls auf einem Brandenburgischen Landgemeindetag. Mus öer Partei. Bei der Arbeit für die Partei gestorben. Unser Parteigenosse, der Stadtverordnete Wolke aus B u n z l a u, der am Mittwoch der Tagung des Reichsstädtebundes in Görlitz beiwohnte und nachmittags nach Bunzlau"zurückgekehrt war, ist am Donnerstag früh auf der Fahrt nach Görlitz, wo er an dem zweiten Verhandlungtag teil- nehmen wollte, auf dem Bahnhof in Kohlfurt einem Herzschlag erlegen.' kinscvdmig-u für diese RabrU sind Scrlin SW 68, Lindeastraße 3, parteinachrichten für Groß-Seelm stet»«n da» Bezirlsselretariat. 2. Hos, 3 Trev. rechts, ,u richte». Von den Prokokollen der Verhandlungen des Parteitages in kiel sind vom Bezirksvorstand eine größere Anzahl broschierter Exemplare beschafft worden. Sie werden an die Funktionäre und Mitglieder des Bezirksverbandes Berlin unter Vorlegung des Mitgliedsbuches gegen sofortige Bezahlung im Zimmer 19 des Sekrs- tariats zum Preise von l,Z0 TU. abgegeben. Die Abteilungsleiter werden gebeten, Bestellungen auf das Protokoll in den Abteilungen zu sammeln. I. A.: Alex Pagets. 4- 7.«reis aharlotteaburg. Die Eenossinncn und Genossen, die(ich an der Sammlung des Arbeiter.Samariterbundcs beteiligen, treffen sich Sonn» abend, 2. Juli,»an 17 bis 2g Uhr, und Sonntag, 3. Juli, 2g Uhr, im Jugendbeim Zlosinenstr. 4. Mitgliedsbuch legitimiert. 18. Nrei» Weisienfee. Sämtliche arbeitslosen Parteigenossen werden gebeten, Eonnabend, 2. Juli, von g Uhr ab, nach dem Schloß Weißci-see nur'Aus- fchmllckung für unser Tolksfcst zu kam nassen treffen sich nachmittags ebenda. 19. Abt. Alle Genossinnen und Genossen treffen fchmllckung für unser Tolksfcst zu kommen. Die in Arbeit stehenden Sc. ebenda. . Genossen treffen sich \2% Uhr, am Bahnhof Gesundbrunnen, Eingang Badstraße, Borvlaß. mit Sonntag, 3. Juli, Banner zur Teilnahme an der Demonstration und am Parteiscst in Weißensec. Abfahrt zur Prenzlauer Allee pünktlich 13 Uhr. Frauenveransialtungen: E. Ärei» ssricdrichshain. Heute, Freitag, 1. Juli, 20 Uhr, bei Rosin, Gubener Etr. 19, kurze wichtige Besprechung mit den Abteilungsleiterinnen für Agitation und Ausgabe der Dampferkarten. Alle Abteilungen vertreten! Jungsozialisten. Gruppe Mitte: Heute, ff: vom Parteitag. Referent A! brunueu: 20 Uhr im Jugendheim Örthsti Leben und sein Werk." Vortragender Robert Äeller."igsh" Uhr Bericht von der Gruppenkonferenz ebenda. Arbeitsgemeinschaft der siinderfreunde: Sreis ReukSllu: Die Teilnehmer an der probe in Birkenwerder Eonnabend, 2. Friedrich-Straße. 70 Pf. mitbringen rupv e: Di zubringen. 5trci» Eharlotteuburg: Alle Kinder, die nicht mit nach Kiel fahren, treffen sich Sonnabend- 2. Juli, 13 Uhr, auf unserem Spielplatz Westend. Badezeug mitbringen! Der Saisonausverkauf beginnt. Was das für die Hausfrauen bedeutet, kann nur der beurteilen, der einmal gesehen hat, wie sie in Scharen an diesen fahren. Der große Saisonausverkauf ..._ Wcrtheim bietet in fast allen Ab- teilungen neben einer großen Auswahl in Konfektion, Hüten, Wäsche und sonstigen Bekleidungsartikeln auch eine Fülle aller mäglichen Bedarfsartikel, Ausverkaufstagen von Geschäft zu Geschäft ziehen, wie sie prüfen und wählen, '""eßlich reich beladen heimwärts zu fahren � vier Geschäften der Firma A. r~ n neben einer großen Auswahl igen Bekleidungsortikeln auch eine F �..._________ wie ste mehr oder weniger der Saison unterworfen sind. Die Käufer in den Geschäfte» der Firma A. Wertheim haben ferner die Garantie. 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Qder:„Zurück zur Leibeigenschaft!" Vor einiger Zeit hat der Reichstag das sehr bedeutsame Arbeits- gerichlsgeseg verab-schiedet, dos widitige neue Einrichtungen für das soziale Recht schuf. Damals hat die Rechte einen verbissenen Kampf dafür geführt, daß schon in der untersten Stufe die Eingliederung der Arbeitsgerichte in die ordentlichen Gerichte erfolgen solle. Es ist gelungen, dies abzuwenden. Was aber bezweckte man mit dieser Forderung? Nichts anderes, als in das moderne soziale Recht auf dem Umweg über die Rechtsprechung wieder den allen reaktiv- nären Geist des Herren- und Knechttums einzuführen. Ein interessanter Fall, der vor kurzem vor der arbeilsgerichl- lichen Kommer des Schlichtungsausschusses Hechingen gegen die Schuhfabrik Wilhelm Keller in Visingen oerhandelt und entschieden wurde, beleuchtet besonders kraß diesen mittelalterlichen Geist des größten Teils unfetct deutschen Richter. Die genannte Firma hatte in ihrer Fabrik um die Osterzeit einen Anschlag anheften lasten, in dem sie ihre Belegschaft aufforderte, ihre zu Ostern schulentlassenen Kinder der Fabrik ihres Arbeitgebers zuzuführen. Ist schon dies« Aufforderung die Ausübung eines unzulässigen Druckes des Arbeit- gebers, so ist sein weiteres Vorgehen ganz im Stil des Herrn gegen- iiber seinen Leibeigenen. Denn als ein Arbeiter, der bereits sechzehn 5whre in der betreffeirden Fabrik tätig war. sich dazu entschloß, seine Tochter nicht in die Schuhsabtik zu schicken, sondern, dem Willen des jungen Mädchens gerecht werdend, dieses in die am gleichen Ort befindliche Trikotfabrik gehen ließ, wurde er sofort entlassen. Et hat sich dagegen gewehrt. Ging zum Schlichtungsausschuß in Hechingen. Zwar mußte aus Grund des bestebenden Rechts das Urteil dabin ergehen, daß die Kündigung als zu Unrecht erfolgt sei und die Wiedereinstellung oder die Auszahlung einer Entschädigung von 300 Mk. erfolgen müsse. Aber der Herr Amtsgerichtsrat Heese in Hechingen, wenn er auch nicht in der Lag« war, zugunsten der Leibeigenschast zu entscheiden, konnte sich's dennoch nicht versagen, seine"mittelalterliche Gesinnung in der Begründung des Urteils niederzulegen. Darin sagt er: „Gegen den Anschlag des Fabrikanten liegen weder rechtliche noch sittliche Bedenken vor. Wenn auch die Richtbefolgung der Auf- forderung nicht mit der Kündigung habe beantwortet werden dürfen, so sei doch das Gericht davon ausgegangen,„daß vorliegend der Standpunkt der Beklagten lder Firma! 2. Red.) einer gewissen moralischen Berechtigung nicht entbehrt. Unstreitig hat die Beklagte in der Verganaenheit aus anerkennenswerter Rücksicht auf den Klä- ger und seine Familie diesem nicht gekündigt: sie durste daher nicht zu unrecht erwarten, daß der Kläger gegebenen- falls Treue um Treue vergelten würde. Wenn diefernun ausvon dem Gerichtnicht als stichhaltig erachteten Gründen entgegen dem Verhalten anderer Arbeitnehmer seine Tochter nicht dem Betriebe der Beklagten zuführte, so liegt hierin zweifelsohne ein Verstoß gegen das auch für das Arbeitsverhältnis unbedingt wünschenswerte und erforderliche Treueverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.* Das„Treue"verhLltnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitern soll noch den Ansichten dieses Richters der Republik demnach soweit führen, daß die Dankbarkeit dafür, daß der Arbeiter während scch.zehn Jahren Mehrwert für den Unternehmer sd)uf, auch die Kinder und Kindeskinder wieder für den Profit des Unternehmers und seiner Erben ihre Arbeitskraft hergeben. Der so aufgefaßten „deutschen Treue" widerspricht es demnach, wenn die Eltern ihr Kind den Berus ergreisen lassen, zu dem es Neigung hat oder in dem es ein besseres Arbeitseinkommen und eine bessere Zukunft hätte. Zuerst kommt das Interesse des Arbeitgebers! Zwar gibt man dem modernen Leibeigenen noch nicht einmal die Sicherheit seines mittelalterlichen Ahnen— kann er doch jeden Tag von seinem Arbeitgeber samt seinen Kindern entlassen, was häufig auch be- deuten kann, von der Scholle vertrieben zu werden— welcher deutsche Richter würde einem Fabrikanten daraus einen Vorwurf machen? Nach der Denkweise solchen„republikanischen" Richtertums sollte der Proletarier von heute die Abhängigkeit des nüttelalter- lichen Leibeigenen verbinden mit der Existenzunsicherheit des modernen Fabrikproletariats. Der Geist solcher Rechtsprechung steht in schroffstem Gegensatz zu unserem neuen Arbeitsrecht. Und darum sragen wir: Sollen dieser Richter und seine Gesinnungsgenossen in die neuen Arbeitsgerichte übernommen werden? Das Elend der argentinischen Bevölkerung. Während in Argentinien riesige Reichtümer der Groß- grundbesitzer und der Jndustneunternehmer entstehen, lebt das Proletariat, das zum größten Teil aus Eingewanderten besteht, unter großer Rot und Entbehrungen. Di« schon immer schlechte Lebenshaltung der Massen wird von Jahr zu Jahr schlechter. Dem argentinischen Berichterstatter des eng- tischen„Economist" zufolge ist der Kopsverbrauch der wichtigsten Lebens- und Genußmittel seit dem Krieg sebr erheblich gesunken. 1916 war die Kopfquote des Brotverbrauches jährlich 160 Kilo, sie siel auf 156 Kilo im Jahre 1925. Der Zuckerverbrauch sank von 26 Kilo 1916 aus 22 Kilo 1925. Der Verbrauch von Fleisch, früher das wichtigste Nahrungsmittel des argentinischen Arbeiters— Argentinien ist bekanntlich einer der größten Fleisch- Produzenten— sank von 156 Kilo 1911 auf 80 Kilo 19 2 5. Steigerungen irgendwelcher anderen Lebensmittel, die den Ausfall wettmachen könnten, haben sich nicht ergeben. Es kann nicht wundernehmen, wenn unter solchen Umständen die für die Entwicklung der Produktivkräfte unentbehrliche Einwanderung nach Argentinien ins Stocken geraten ist. Durch das Herr- schende Großgrundbesitz- und Schutzzollsystem wird die Lebenshaltung derart tief gehalten, daß an eins Ein- Wanderung aus Ländern mit einigermaßen hoher Lebenshaltung nicht zu denken ist._ ..vom Besen, Werden und dem sozialen Wirken des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutsdstands" betitelt sich eine Werbeschrift, die der Hauvtvorstand soeben herausgegeben hat. Diese 67 Seiten umfassende Broschüre wendet sich vornehmlich an die Funktionär« des Fabrikarbeiteroerbandes und soll ihnen ein Rüstzeug sein in der Agitation für den Verband und gegen die Angriffe derer, die ihre Beitragsscheu mit der angeblichen Nutzlosigkeit des gewerkschaft- lichen Zusammenschlusses„begründen". Die Schrift umreißt in großen Zügen die wirtschastlichen, sozialen und kulturellen Aufgaben des Verbandes, gibt einen kurzen, aber prägnanten Ueberblick über seine Entstehung und Entwicklung, seine sozialen Leistungen, die von ihm durchgesetzten Lohnerhöhungen in den Vor- und Nachkriegs- jähren und im Frühjahr dieses Jahres. Sie registriert weiter die sozial- und tarispolitischen Erfolge der Organisation, die Aufwen- düngen für Lohnbewegunoen und Unterstützungen an die Mitglieder und andere bedeutsame Dinge. Die leichtfaßlich« Art, in der die Schrift obqefaßt ist, und das übersichtlich geordnete Material bieten eine Gewähr dafür, daß sie den Lesern gute Anregungen gibt, wirk- sam für den Verband zu agitieren. Vorträge, vereine unö Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". Geschäftsstelle? Berlin S 14, Eebaftianstr. 37/33. Hof 2 Tr. Freitag, 1. Juli? Wilmersdorf: 20 Uhr Kameradschaftsabend der Aameradschaft West(Halensee, Grunewald, Schmargendorf) bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Weißensce: 20 Uhr Antreten und Uebungs» abend sämtlicher Spielleute„Grüner Baum". Köpenick? Sportplatz 19— 22 Uhr. Tiergarten? Kameradschaft Ärminius Versammlung bei Schmidt, Wiclefstr. 17. — Sonnabend, 2. Juli: Weißcnsee: 19l{> Uhr Dicnsteinteilung für Sonntag, d. 3., „Grüner Baum". Erscheinen Pflicht. Tiergarten: 13?,-. Uhr Bhf. Pellevue �ur Trauerfeier nach Erkner. Nachzügler in Erkner. Kreuzberg? Tie Kameraden beteiligen sich vollzählig an der Trauerfeier in Erkner. Treffpunkt 11 Vi Uhr Vhf. Erkner. Die erweiterte Kreisvorstandssttzung findet nachher statt. Ehar. lottenbnrg: 17 � Uhr steht der Kreis gm Bhf. Erkner zur Beerdigung des Kameraden Tietz. Bflichtveranstaltung. Wilmersdorf: Abfahrt 16.03 Uhr Bhf. �oo nach Erkner, mit Musik und Fahnen. Steglitz: Antreten sämtlicher Käme. raden zur Fahrt nack Erkner. Kameraden, ihr seid dem toten Kameraden das Antreten bis zum letzten Mann schuldig. Neukövn.Britz: 17� Uhr Antreten mit Fahnen und Cpielmannszug Bhf. Erkner zur Beerdigung unseres ermorde» t-n Kameraden. 1. und o. Kameradschaft(Iungman ns chaft) Pflichtantreten 16 Uhr Neuterplatz. Nachzügler Bhf. Erkner 17� Ubr. Treptow.(Kreis): 17 Uhr Abfahrt Karlshorst nach Erkner, mit Tambourkorps. Köpenick: An- treten 17 Uhr zur Beerdigung des Kameraden Tietz nach Erkner. Pankow: 13'4 Uhr Bornholmer Strafte Ecke Schönhauser Allee Antreten mit Tambour. korps und Fabnen zum Werbeumzug. Nachricht''ndienst ladet ein. Teltow: Versammlung Waldschlößchen, Kam. Mener, 20 Uhr. Wedding: Kameraden, die nach Erkner fabren, ISU Uhr bei Müller.— Sonntag, 3. Juli: Tiergarten: Kameradschaft Hansa Teilnahme an der Fahnenweihe in Pankow. Antreten 12Vi Uhr Kleiner Tiergarten am Denkmal. Kahlreiche Teilnahme erwünscht. Wedding: 12 V, Uhr Antreten bei Müller. Teilnahme an der Fahnenweihe in Pankow. Kreuzberg: Pflichtantreten zur Fahnenweibe in Pankow, mit Tam» bourkoros und Fahn-n. 13lf Uhr Bornholmer Strafte Ecke Schönhauser Allee. Ebarlottenburg: 12 Ubr Abfahrt nach Pankow. Pslichtveranftaltung. Tempel. hos: Antreten 12'/. Uhr Bbf. Temvelhos zur Fahrt nach Pankow Treptow: 13 Uhr nach Pankow ab Bhs. Treptow. Nordrinq bis Schönhauser Allee. An» treten 13V4 Ubr Bornbo�mer strafte Ecke Schönhauser Allee. Wc�ftensee: An» treten mit Fahnen in Bunde«kfeidung. Spielleute Pflichtdienst. Nach 13 Uhr .Grüner Baum". Betr. SPD..Fest. Pankow: 13 Ubr Antreten Pankow, Mühlen. Ecke Berliner Straße zum Umzug und Fahnenweihe. Sämtliche Käme» raden. 15 Uhr Marktplatz Pankow NepnMikanifcher Tag und Fahnenweihe. Nedner Ministerpräsident a D. S�ll'ng. Ab 16 Ubr Bllrgervark und Konzert» Haus Lindener. Gräfte Festveranstaltung, turnerische Vorführungen. Gesanas» darbietung und Spezial'tät''nvorstcll"na. Festplakeffen 50 Pf. Reinickendorf: 13�/' Uhr Antreten Nesidenzstr. 1. Schützenbaus. Bernau: 12,36 Uhr Abfahrt nach Pankow. Riederboruim.Nord: 10� Uhr Kreigsitzuna bei Meeß, Pankow, Berliner Strafte Ecke Linde"nromenad''. Phf. Pankow-Schönhausen. Erscheinen jedes Pereins notw''ndig. WUt» prsdors? 12 Uhr Antreten bei Funk, Holsteinische Strafte, zur Teilnahme in Pankow. Abfahrt vünktlich 12V. Uhr mit Straßen. bahnlinie 57.— Tempelhos: Arbeitsdienst am So..'d. 2., fällt a"s. Dafür An- treten Ubr Hafen Temv�lhof. Autofahrt nach Erkner zur Beerdigung des Kameraden Tietz. Aktive und passive Kameraden müssen antreten. * Traverfeier in Erkner. Sonnabend, 2. Juli, 13 Uhr, findet in Erkner die Tranerfeier für d�n erschossenen Kamerad-n Karl Tietz ans dem Schulvlatz in Erkner statt. Es ist Ehrenpflicht aller Mitglieder des Reichsbanners Schwarz. Bot-Gold. dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Antreten spätestens 17�. Uhr am Bahnhof Erkner._ Verband Volksgefnndheit. Vom 2. zum 3. Juli findet auf dem Gelände der Gruppen freier Menschen am Motzener See unsere Sonnenwendfeier statt. Ab. fahrt der Kflge vom Görlitzer Bahnhof um 15.11, 17,11, 18.41 und 18,15 Uhr. Die drei erstgenannten Züge haben in KLnigswusterbausen Anschluß nach Motzen, der letztgenannte fährt nur nach Groß-Besten. Treffpunkt zum jeweiligen Zuae eine Stunde vorher am Bahnhof. Auf Plakatträger achten! Die Gnmnastik. teilnehme? treffen sich Freitag V,20 Uhr Bahnhof Putlitzstraße. Uebung für die Sonnenwende aus der Vogelwiese. Rostsches Mandolmenorchester 1919. Freitag 20 Uhr Krossener Str. 14, Restaurant Schlentke. Berliner Esperantovereinigung. Dienstag, 5. Juli. 20 Uhr, Zusammenkunft im Eafa Iostv, Pot«damer Plötz. Konversation in Esperanto. Volkstanzkreis Prenzlauer Berg. An unseren Uebungsabenden können noch Jugendliche teilnehmen. Uebungstaa regelmäßig jed�n Freitag von 20—22 Uhr in der Turnhalle Esmarchstr. 18, nahe der Hufclandftraße. Thorner Heimatbund. Sonntag. 3. Juli, Ausflug nach Wirtshaus Pfauen. infel bei Potsdam. Treffpunkt für Wanderlustige 10 Uhr, für die übrigen Teilnehmer 14 Ubr Bahnhof Wannfee. Verband der Reichsdeutschen ous Rußland e. D. Am 3. Juli Massenk, md» gebung in den Festsälen„Reue Welt", Hafenheide 104/114. Beginn 10 Uhr, Einlaß 9 Uhr. SAISON Soweit Vorrat! " Restlose Räumung um jeden Preis! iiniiiMiiirtniiiiiimiintiiiniuiiiiiiimiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiuiiiiiHiniiiiiiiiiiiiiiiiimnuHiiiiiriiiiniiiiiiiiitiiimiinMimiiniiHiiiiiiiiitiiiHiiiimiiinminiiiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiir.iiinmiiiiiiuua iiiiiiiiiiiinniiiinmiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiuiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininuHiiiiiriiiiiiiiiiiiiiitiiimiiniimiiiiiiiHiiiiiiiiitiiiHimmiiinminiiiiiiiiiiiii ca. 10 000 Stock aussortierte Damen- und Kinder- Konfektion. Hsasklelder�Ä müsse]., Frotti, Jetzt?.»,?»» Schmelzer Voiroone bedruckt, ca. 112 cm breit, Jetzt Mir. 1.45, 95 75 Pf. 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Es war einmal ein steinreicher alter Mann, der nicht mehr wußte, was er mit sejnem vielen Geld anfangen solle; all« Freuden der Welt hatte er schon genosien und es gab nichts Neues ni«hr für ihn. Er langweilte sich. Da kam ihm plötzlich eine herrliche Idee, die er sofort im ganzen Lande verkünden ließ. Und all« Menschen, welche die Nachricht vernahmen, eilten vor das prächtig« Schloß des Alten. Dieser hotte in seinem Keller ungeheure Mengen von Geldstücken aufstapeln lassen und jeder, der im Laufe von drei Minuten in den Keller hinabsteigen und wieder heraufkommen konnte, durste alles Gold, das er in den drei Minuten erraffte, für sich behalten. Doch jene, die nach drei Minuten nicht wieder oben waren, mußten das eroberte Gold wieder hergeben. Di« Menge strömte herbei und mit Freudengeheul unterzog sie sich der Probe. Einer nach dem anderen stürzt« sich in den Keller und zitternd vor Gier und halb gelähmt vor Angst, die kostbaren Minuten zu versäumen, wühlten sie im Gold, stopften sich die Taschen voll. schleppten und schwitzten und sogar den Mund füllten sie sich mit Münzen. Und währenddesien verging die Zeit, und oben angekommen, mußten sie das schwer erkämpfte Gold wieder hergeben, denn die drei Minuten waren vorüber. Viele wurden wahnsinnig oder starben vor Aufregung. Und der Alte stand vor der Kellertür, mit der Uhr in der Hand und bog sich vor Lachen über den gut gelungenen Witz... Die Geschichte geht nicht weiter, und man weiß nicht, ob die enttäuschte Menge nicht schließlich das Schloß stürmte und den Alten erschlug. Ein Ereignis, das sich vor einigen Wochen in Transvaal zu- trug, erinnert sehr an jene Geschichte vom reichen Alten, sowohl durch die Tatsachen selbst, als auch durch die Grausamkeit und Unmoral des ganzen Vorganges. Tage- und-wochenlang lebte Grasfontein-Fann im Distrikt Lichtenburg im Transvaal in Angst und Aufregung, und Hunderte und Tausende Menschen strömten herbei. Die drahtlos« Telegraphi« hatte die Neuigkeit über die ganze Erde verbreitet, daß man neue Diamantenfelder entdeckt habe, und die Sitte im Transvaal will es, daß diese Diamantenfelder auf ganz besondere Art aufgeteilt werden: Man veranstaltet ein großes Wettlaufen, und die zuerst an- kommen, denen gehört die Parzelle, die sie als Erst« betreten. 25 000 Konkurrenten sollten am 25. Februar ihr Glück versuchen. Doch die Zwischenfälle, die sich an jenem Tag�zutrugen und es ver- hinderten, daß das Zeichen zum Starten gegeben werden konnte. beweisen uns, wie grausam diese Art der Verteilung der Diamantenfelder ist, wie unmoralisch und nur dazu angetan, die niedrigsten In- stinkte im Menschen zu erwecken. 25 000 waren es, aus aller Herren Länder gekommen! Man hatte ja die Neuigkeit schon drei Monate vorher über die ganze Erde verkündet. Und so kamen sie, die Tausende, von den Küsten Afrikas, von Südamerika, von Europa und von Asien. Man sah sogar Chinesen: ja vereinzelte Frauen wagten auch den Lauf. Enterbte, die ein letztesmal ihr Gllick nersuchen wollten, waren über Meer« gezogen und hatten„chr Letztes ausgegeben, um den verlockenden Ausruf zu folgen. Eltern, Frau und Kind hatten viele verlassen: ander« verkauften Haus und Hof in der Hoffnung auf einen sicheren Reichtum. Doch zwischen den 25 000 gab es auch professionelle Läuscr, welche von den Gesellschaften und Trusts, die die Diamantenfelder im Transvaal ausbeuten, angeworben worden waren. Natürlich mußten diese Läufer allen anderen zuvorkommen und nahmen im Namen der Gesellschaft, die sie vertraten, von den ergiebigsten Teilen der Diamantenfelder Besitz. Am 25. Februar früh morgens drängten sich die 25 000 Kon- kurrenten auf dem Startplatz. Zwanzigmal glaubte die halb wahn- sinnige Menge das Signal zum Start gehört zu haben, das noch gar nicht gegeben worden war. Mit aus den Höhlen tretenden Augen, Haß und Gier in den verzerrten Zügen, so standen diese Menschen da. Zwanzigmal mußten die Polizisten diese Masse von Tollge- wordenen zurückdrängen. Und endlich geschah, was zu erwarten war. Die Meng« ließ sich nicht mehr zügeln, durchbrach die Reihe der Polizisten und begann zu lausen... zu laufen, dem Reichtum entgegen. Der Diamontenrausch hatte sie ergriffen. Militär mußte eingreifen, und die Meng« wurde verfolgt und mit Mühe und Not zurückgedrängt. Der nächste Start sollte am 4. März stattfinden. Militär und Wache wurde aufgeboten. Diesmal konnte man die Meng« bis zum Signal zum Starten bändigen. Aber einmal losgelassen, gab e« kein Halten mehr. Die entsetzlichsten Szenen spielten sich ob. Die Schwächeren unter den Läufern konnten bald nicht mehr weiter. fielen hin und die anderen stürmten über sie hinweg: zertreten und verstümmelt las man sie nach dem Wettlauf zusammen. Viele wurden wahnsinnig und begannen zu toben: manche starben an Herzschwäche: es gab welche, die sich töteten, als sie sahen, daß sie niemals das Ziel erreichen würden. Auf den Diamantenfeldern selbst begann aber erst das wahre Schlachten. Jeder wollte den anderen von seinem Platz verdrängen, wüstes Handgemenge entspann sich, Messerstich«, Revoloerschüsse, manche erwürgten ihren Gegner einfach mit den Händen. Es gab Verwundete, Tote und Verrückte... Während dieser Zeit bewegt« sich ein langsamer Zug von allen möglichen Händlern, hauptsächlich solchen, die Getränke sellboten, den Diamantenfeldern zu. Langsam errichteten sie ihre Bertaufsbuden und begannen bedächtig Eßwaren, Alkohol und andere Gegenstände aus- zupacken. Zweifellos machten diese Händler das beste Geschäft bei der Sache, diese kleinen Händler und die großen Diomantentrusts, für welche die Berussläufer die schon im Voraus bestimmten Diamanten- selber im Besitz genommen hatten. Im zwanzigsten Jahrhundert, in unserer zivilisierten Welt wohnen wir einem derartigen Schauspiel bei! Die Kriegslust ist ewig wach im Menschen. Der erste öeutsthe ttatursthutzpark. Das hätte sich das klein«, einsame Heidedörflein auch nicht träumen lassen, daß sein Name noch durch die Zeitungen gehen würde bis in weite Fernen hin. Wie ein verzaubertes Dornröschen lag es vormals in weltabgeschiedener Heidestille. Nur ein paar ruhige Heidewanderer suchten es auf und schwiegen dann draußen in der Welt von dem Schatz, den si« gefunden, damit nicht zuoiele » u_________ S. v__ Cf?_ I S)ffxOf«III? X< /« so ver �agösthem. ,'Tag, möcht'nen �agüstheln!� rfuf hohe oüer auf nieSere »Nee, auf Nepublikaner— mit§ 51 1# „Sehenswürdigkeit" ein. Schließlich erstieg das Heidedörflein den Gipfel des Ruhmes, indem es Mittelpunkt des ersten reichsdeutsch en Naturschutzparks wurde. Uebrigens ist an sich ja nichts dagegen zu sagen, wenn solch ein einzig schönes Fleckchen Erde einer möglichst großen Allgemeinheit erschlossen wird. Wenn nur die radau- und biersrohen Touristen nicht wären! Die fallen einem tatsächlich auf die Nerven. Also man gehe möglichst nicht Sonntags dahin und vor allem nicht an einem Blütensonntag im August. Im übrigen aber gibt es in diesem weitem Gelände genug stille Plätzchen, wo man einsam oder zweisam den ganzen Zauber der Heide auf sich wirken lassen kann. Die drei Glanzpunkte von Wilsede sind der Berg, der Toten- grund und der Steingrund. Der Berg ist freilich nur 17l Meter hoch, aber da er inmitten eines flachen und leicht gewellten Gc- lärwes liegt, so beherrscht er die weite Umgebung. Die Aussicht ist hervorragend. Neuerdings ist eine in Sandstein eingemauerte Tasel dort angebracht, die in übersichtlichen Linien die Umgebung zeigt bis nach Hamburg, Hannooer, Bremen, ja sogar zum Brocken hin, den man„bei sehr gutem Wetter mit Fernglas" sehen soll. Mir ist dies Glück noch nie widerfahren. Ist mir auch ziemlich einerlei. Denn dos wundervolle und ohne Ucbertrcibung einzigartig« ist eben die ollernächste Ilingebung. Der wunderliebliche. und lwch wieder so seit- sam ernste Charakter der Heide, die weither blinkenden Sanddiinen von Ehrhorn, die grün« Oase der Wummequellen, die dunkelgrünen Wacholder inmitten der weiten Heidefelder, dazwischen die den Berg umlagernden Findlinge und dann die Eichenbäumc der Wilseder Höfe, das alles vereinigt sich zu einem solch eigenartigen Bilde, daß etwas Aehnliches nicht leicht zu finden sein wird.— Einen ganz anderen Charakter hat der Tolcngrund. Seinen Namen ver- dankt er dem Glauben unserer Vorjahren, daß Tote nicht denselben Weg gehen sollten wie Lebende.' Deshalb brachte man die Toten von Wilsede statt auf dem Fahrwege auf diesem Pfade durch den Grund nach dem Friedhos in Rispingen. Der Totengrund ist ein Halbkreis-' förmiger Bergkefsel, der zieinlich schross abfällt. Dort an einem sonnigen Sommertag im Schatten eines breiten Wacholders in der braunen Heide liegen und dann dies stimmungs- und farbenprächtige Bild auf sich wirken lassen, gehört zu dem schönsten, was ich erlebte!— Unmittelbar daran schließt sich der S t e i n g r u n d, der seinen Namen von den dort zahlreich lagernden großen und kleinen Findlingen hat, den ehrwürdigen Zeugen der Eiszeit. Aber noch schöner als die Stein« ist die prächtige Wacholderwildnis, die in ihrer wildromantischen Ursprünglichkeit ein Naturdenknial ersten Ranges ist.— Einer der höchsten Findlinge der Heide lagert oberhalb des Steingrundes auf der Höhe. Er ist über der Erde 7,70 Meter im Umfang und hat 2,20 Meter Höhe. Das ist aber nur etwa«in Drittel seiner alten Größe. Das übrige wurde nach dem großen Brande Hamburgs dorthin verkauft.— Als letzte Besonderheit Wilsedes darf das Heidemuseum genannt werden, das die Kultur der Heideleute etwa um lSOO zeigt. Ein getreues Abbild vom Leben und Wohnen der Altvordern, das"uns anmutet wie ein freund- sicher Gruß aus der Vorzeit Tagen. Jedenfalls verdient das kleine Wilsede vollauf den Ruhmeskranz, den begeisterte Heidefreunde ihm flochten. Und es wird ihn auch behalten._ A. Brüggcmann. Ein Jubiläum des Kaffeebaus. In Brasilien hat man vor kurzem mit großen Festlichkeiten den 20 0. Geburtstag des heimischen Kaffcebaues gefeiert, und man hatte ollen Grund dazu, denn Brasilien ist heute das größte Kaffee bauende Land: der größte Teil der Bevölkerung lebt vom Kaffeehandel, und die Ausfuhr beträgt gegen 60 Proz. des ganzen Ausfuhrhandels der brasilianischen Republik. Nachdem die Holländer den Kaffee 1720 in Surinam und die Franzosen 1723 in Cayenne eingeführt hatten, brachte in> Sommer 1727 der Major Francisco de Mello Palhete von Cayenne 5 Kaffeebäumchen und an die tausend reise Beeren nach Para in Nordbrasilien, und dort entstanden die ersten Plantagen, von denen schon im Frühjahr 1732 sieben Kilo Kaffee nach Lissabon geschickt wurden. Der erste große Pflanzer hieß Raymundo Aloaro dos Santos Prado und aus den von chm gezoge- nen Kaffeepflanzen sind die riesigen Kafseeplantagen im Staate Sao Paulo entstanden, wie auch nach ihm der Hafenort Santos genannt ist, der heute den Mittelpunkt der Kaffeeaussuhr bildet. Erst seit 1K30 etwa hat Brasilien sich unter den Kaffee bauenden Ländern einen ersten Platz erobert und allmählich alle anderen überflügelt. Im Jahre 1850 betrug die ganze Welterzeugnng an Kaffee weniger als 5000 Säcke(1 Sack gleich 60 Kilogramm). Davon brachte Bra- silien schon mehr als die Hälfte hervor. Ein halbes Jahrhundert später war die Wellerzeugung auf über 17 Millionen Säcke gestiegen, von denen Brasilien 13 Millionen beisteuerte. Während die anderen Kaftee bauenden Länder ihre Erzeugung nur um 70 Proz. gesteigert hatten, war die Brasiliens um mehr als 500 Proz. gestiegen. Von den 20 Millionen Säcken Kaffee, die die Welt 1025 lieferte, kommen allein auf den Staat Sao Paulo 0 Millionen Säcke. Es gibt Pflanzer in dieser Provinz, die 13 Millionen Kaffeebäume ihr Eigen nennen und bei guten Ernten 12 000 Tonnen hervorbringen. Aber diese Riesenmengen genügen nicht für den Kasfeebedarf der Welt. der beständig im Steigen bcgrissen ist. In den Jahren 1900 bis 1010 betnig der jährliche Wcltverbrauch an Kajsee mehr als 16 M''- lioncn Säcke und ist von 1021 bis 1025 auf jährlich 20 Millionen Säcke gestiegen. Die Kaffeeoorräte sind durch diesen übergroßen Bedarf beträchtlich zusammengeschmolzen. Die neue Kaffceernte für 1927 wird für Sao Paulo aus etwa SVa Millionen Säcke geschätzt. Dazu kommen noch 4 Millionen Säcke aus den anderen Kaftee bauenden Staaten Brasiliens, und der Kafteebau der übrigen Welt wird im Höchstfall 6% Millionen Säcke betragen. Dies« 10 Millionen Säcke Kaffee genügen nicht mehr der Nachfrage: die wenigen Vor- räte dürsten bald verschwunden sein, und so ist mit einem Kaffee- Mangel für die nächste Zeit z» rechnen. Ilm diesen Schwierig- leiten zu begegnen, um den Kafteebau, den Kafsechandel und die Kasfeeoerteilung auf eine möglichst praktische Grundlage zu stellen, hat die Regierung von Sao Paulo im Jahre 1025 das K oj f e e- i n st i t u t ins Leben gerufen. Hier werden die sinanzielleu Fragen geregelt, um den Pflanzern die nötige» Kapitalien zur Verfügung zu stellen und die Kaffeepreise zu kontrollieren. Wisjeiftchastliche Versuchsstätten sind dazu geschaffen, um die Qualitäten der verschiedenen Kassecarten zu verbessern und den Anbau»och nutzbringender zu gc- stalten. Außerdem wird hier die Propaganda für den brasilianischen Kaffee geleitet, eine genaue Stalistit geführt usw. 100 Zahre Aluminium. Ein Jahrhundert ist vergangen, seit deit große Chemiker Friedrich Wähler das Aluminium entdeckte und darüber im 0. Band von„Poggendorjjs Annale» der Physik und Chemie" eingehende Mitteilungen veröfsentlichtc. An«ine praktische Verwertung des Metalls war damals nicht zu denken, denn das Kilogramm Aluminium kostete, nach dem Wöhlerschen Verfahren hergestellt, noch im Jahre 1852 5000 Franken. Aber Dr. Loefer weist in der„Umschau" daraus hin, daß die Auffindung des Aluminiums ein gutes Beispiel dafür ist. wie die Forschung sich nicht van prak- tische» Rücksichten beeinflussen lassen darf. Viele Jahr.zehnte ver- strichen, bevor dieses„Silber aus Ton" feine große wirtschaftliche Bedeutung erreichte. Nachdem es St. Claire-Deville 1854 als kom- Pakte Masse hergestellt hatte, glaubte Napoleon III., in diesem leichten und sichcre» Metall ein Mittel für die bessere Ausrüstung seiner Truppen zu finden: er wollte Saraus Schutzpanzer für feine Kavallerie, ja sogar Gewehre und Säbel herstellen lassen. Es gelang, die Herstellung sehr zu verbilligen. Das Kilo kostete 1856 300 Mark und 1880 50 Mark. Aber zur Verwertung für Massenartikel war es immer noch viel zu teuer. Bereits 1854 hatte Bunsen den Weg gewiesen, der das Alumirnum zum Siege führen sollte, indem er es durch Elektrolyse darstellte. Doch erst in den neunziger Jahren war man soweit, das Aluminium allgemein zu verwerten. Der Preis sank bis auf 1,62 Mark im Jahre 1012. Das Aluminium, das dem Eisen an Härte nicht nachsteht, ist diesem Metall dadurch überlegen, daß es sich an der Luft mit einem zusammenhängenden Oxydhäutchen überzieht und das darunterliegende Metall gegen den Einfluß der Atmosphäre schützt. Infolgedessen hat es ausgedehnte Vorwendung für die Apparate der chemischen Industrie, des Braugewerbes, für' Kochtöpfe usw. gefunden. Auch die elektrotechnische Industrie ver- wertet das Aluminium in großem Ilmfang. Während die Zink-, Zinn- und Kupferlager allmählich ihrer Erschöpfung entgegen gehen, steht das Aluminium in unbegrenzter Meng« zur Verfügung, denn dieses Metall macht in Form seiner Verbindungen gegen 7 Proz. der Erdrinde aus. Daher dürfte das Zeitalter der Schwcrinetalle bald durch das der Leichtmetalle ersetzt weiden, und wir dürfen in dem jetzt hundertjährigen Aluminium das Metall der Zukunft jehen. Flugzeuge im Dienste der Medizin. Vielleicht eines der wich- tigsten Tätigkeitsgebiete des Flugzeugwesens wird in. Zukunft die Verwendung der Flieger im Dienste der Medizin sein. Das betrifft besonders solche Gebiete, wo noch keine ausgedehnten Eisenbahn- netze oder Straßen sllr Automobilverkehr bestehen, die eine Mög- lichkeit bieten, zum Beispiel in verseuchten Gegenden rasch ärztliche Hilfe, Medikamente usw. heranzubringen. Mit großem Erfolg ar- beite» in dieser Beziehung schon Sanitätsslugzeuge in a f r i k a. n i s ch c n Ländern in der Türkei, in Persien, in Britisch. Indien, in Siam, in China und in de» Gebieten der S o w j e t- staaten. Wiederholt wurden in jenen Ländern auf diese Weise Epidemien, darunter Cholera, Pest und Typhus mit Erfolg bekämpft. Von welch' großem Wert das Flugzeug in solchen Fällen ist, zeigte sich noch kürzlich bei der Ueberschwemmungskata- strophc im Mississippitale, wo man große Mengen von Serum gegen Typhus und überall zahlreiche Aerzte, Pjlegcpersonal usw. rechtzeitig auf dem Fluowege heranführen konnte. Die britische Luftverwaltung hat jetzt u. a. auch einen regelmäßigen Luftpost- dienst zwischen Europa und Ostafrika eingerichtet. Dieser Dienst hat sich übrigens in verschiedenen Fällen auch als Sanitätsdienst bewährt. Kranken, die ohne ärztliche Hilfe weit weg in Dschungeln lagen, wurden Aerzte zugeführt, und so konnten wiederholt Menschenleben gerettet werden. Die modernen Sanitätsflug- zeuge sind übrigens ähnlich wie Sanitätsautos mit Betten zum Transport von Kranken eingerichtet. In dieser Be- Ziehung sind deutsche Flugzeug« heute führend. So dient, das Flug- zeug nicht nur in steigendem Maße dem Post-, Paket- und Per- sonenverkehr, sondern es ist auch«ine segensreiche Einrichtung, um überall auf der Erde den Menschen rasch medizinische Hilfe ge- währen zu können. Fri$ch@s Fleisch (jemliseuncE Obst Möhren..................... sBand 20Pf. ßedieschen.................. Pfund 5pi. Schlansengurken. Stack von 18 Pf. an Scholen..................... Pfund 18Pt. Tomaten................... Pmnd 14p(. Pfeffcrünge................ Pwnd 32pi. Kirschen.................... Pfund 22Pf. Zitronen neue............. Dutzend 40Pf. Pfirsiche................... Pfund 28Pf. Bananen.................... Pfund 4SPr. Ananas.....................Pfund 1,00 Fische Cabllau O.K., im Ganzen.... Pfund 16 Pf. Seelachs o.k., im Ganzen, Pfund 16Pf Schellfisch................. Pfund 16 Pf. Fischfilet................... Pfund 25Pf. Lebende Hechte...Pfund von 1,15 an Lebende Schleie...Pfund von 1,13 an Kätjcherwaren Räucherherlnge.......... stuck 12Pt. Schellfisch geräuchert...... Pfund 35Ft. Seelachs geräuchert........ Pfund 45Pt. Makrelen................... Pfund 48Pt. Fettb'Jckllnse............. Pfund 55Pf. Sseaal.................... Pfund 80 Pf. Leigzifierstr.« Aieiau&Brtiiaiz» frauäiarierAuee• Aüareassir.» önmaensir.» üeue-Moiice-slr.» noiiouser Damm» Chaasseestr. Bruchreis........ Pfund 20pt. Tafelreis......... pmnd 24Pf. Valenciareis...ptnnd30pf. Eier-Schniflnudelnpw.45pf. Eier-Fadennudeln Pw.SOpf. Eierbruchmakk. Pfd. 45pt. Eierhörnchen..PfundSOpt. Weizengriess..Pfuna 28pf, Harfgriess...... Pfund 30pf. Backobst 5-Fnicht,Pfd.45pf. Fleisch, frische Wurst und Fische sind während der Sommermonate vom Versand ausgeschlossen. 185 Wurstwaren ffc&ffr Sülzwurst...... Pfund 90pt. Fleischwurst...pmndl.OO Berlin. Mettwurst ptd. 1,00 Hausm.- Leberw. Pfd.95pt. Mettwurst n. Br. Art, Pfd. 1,10 Speck fetter...... Pmnd 1 ,05 Speck magerer, o.E, Pfund 1,20 Jagdwurst...... pmnd 1,10 Knoblauchswurst Pfd. 1 ,20 Hildesheimer..pmnd 1,25 ff. Leberwurst pmnd 1,40 hoiit.Cerv. o. SalamiPM. 1.65 Schinkenspeck..pmnd 1 ,60 Mausschinken..pmnd 1,80 MW» 15 Stück Eimer ca. 2 Pfd. Inhalt Erdbeer............... 1,45 Kirschen............. 1,45 Aprikosen............ 1,45 Johannisbeer......... 1,15 Orangen.............. 1,15 Pflaumen.............. 1,10 Zwetschen........... 95Pf. Wiid und Gefiiigei Suppenhühner 1'° Junge Gänse.................. pmnd I20 RehbläSter........................ pmnd I2 Rehrasout..................... pmnd 35p.. WiStischweinblatt... pmnd 95 pf. Romatour...... stock 16 p. Allg.Stang.-Käse Pfd.40Pi Harzerkäse i-Pfd.-Kist.48pf Holländer...... pmnd68pi Edamer.......... pmnd 68p, Steinbuschervoiit..Pfd. 90p. Illsiter voUlett..... Pfund95Pf Edamer voiimtt..pmna98pi Holländer Toiifett,Ptd.98pi. Emmenihalero.E., Pfd. 1,50 Kaffee- 2'? Jieiic............ �16� Keue MaiiesbevWse........ stock 10p.. Saiin' Margarine Ptund 55. 66p. Bratenschmalz Pfund 85?.. Oriebensdimalz Pfd. 85?.. Kokosfett i-Pfund-Pafei 55?'. Molkereibutter pmna t,48 leebutter........ Pmnd 1,88 Dän. Tafelbutler pm. 1,98 Pa. Pa. Pa Pa Pa Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa, Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Pa. Berliner Schlachthausware Schweineschinken...Pfund 92Pt. . Schw.-Schuiterblatt..Pmnd 88pi. . Schw.-Kamm u. Schuft Pmnd 1,14 , Schweinebauch o. Beil. Ptd. 82pi Schweine-Kotelett....Pfund 1,28 , Kassler Kamm u. Rollen..Pfd. 1.12 . Liesen und Rückenfett Pfd. 74Pt. Eisbein m Spltzb. mild gep�Fld.48Pi. Suppenfleisch......... Pmnd 78? Schmorflelschu.Keal.o.Kn.Pfd. 1,24 Schabefleisch.......... Pfund 1,24 Cäehacktes............. Piund 76? Ochsenbacken O.K...Pmnd 52pi. Hammelflelsch,dick.Ei[!p.,i>f(i. 94Pr Hammelkeulen u.-HUcken pm. 1,10 Kalbs-Kamm.......... Pmnd 82p Kalbsnierenbraten...Pfund 93? Kalbskeulen bis 9 Pfd., Pfund 95?: Kalbsblatt............. pmnd 95Pi Gefrierfleisch Ochsen-Schmorfleisch ox.pi 94? Ochsengulasch o.Ku., pmnd 6S?> Ochsen-Suppenfleisch Pid. 48? Ochsenbrust.......... Pmna 58? Hammelfleisch dick« Rippe, Pfond 76? Hammel-Rücken..... pmnd 85?. Hammel-Keulen..... Pmnd 93?' Rinder-Herzen....... Pfund 42 Pf. Rinder-Lungen....... Pfund 28?'. Kuheuter.............. Ptund 22pt. Schweinenieren......Pmnd 85?-. Schweineköpfe m.Fattbaeke.Pfd. 42P1 IB Ausserdem: RssIteMsmTaleHfMO «so«a AioFi Am Ausser- W 50 gewöhnlich I bliiigl Fl.AlOFl ODDiePreise verstehen sich einschl. Flasche Grosser Saison-Ausverkauf Aussergewöbnlkbes bietet unser hsutiges Inserat_ Oanksagtmg. Für die unzähligen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Bernhard Rose sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank, insonderheit aber Herrn Pfarrer Beck für die trostreichen Worte auf dem Friedhofe; desgl. unseren aller- innigsten Dank an die Herren Schmidt-Hawkins, Kallnberg. Major Zauck und Dr. Zickel für die erhebenden Gedenkreden am Sarge des Verstorbenen. Emma Rote und Söhne Deutscher Metallarheiter-VeM Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, büß unfet Kollege, der Former Karl Horn am 29. Juni am Herzschlag gestorben Ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Manlug, dem 4 Juli, nachmittags 3'/4 Uhr, von der Lüchenhalle des Zeniralsried- Haies in FriedrlchSleide ans stall. Rege Beteiligung ermarlef Die Ocfsoccroalfung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Helmgange meines lieben Mannes, unseres guten Vaters. Bruders, Schwiegervaters und Großvaters sagen wir allen, insdelvndere den Rednern, herzlichen Dank. Im Namen der Hinlerbliedenem Elizabeth Steinbrenner geb. Palz. Bln-Reukülln Weichs-Istr. 8. Für die herzliche Teilnahme am Grade meines lieben Mannes, unseres Ireuivr. genden Baiers sagen wir allen Verwandten. Befannlen und Kollegen, insbesondere dem Herrn Dr. GHrlstiam für seine Irost» reichen Wort« und unseren Mildewvhnern den herzlichsten Dank. Ww. Martha Vräudlm nebst Kinder. WIltettMMül-WSül! Sonntag, den 3. Juli, norm. 9'/, Ahr im Slhangssaal de» verbandshäuses cinlenskr. SZ SS Gruppen Versammlung für alle in den Sinaillietörahl-Jabtilcn de.chastlglen cackdrahlzicher. Fein- drahlzleher uno Drahljiehermnen soivie Spulerinnen. Tagesordnung: 1. Wie regeln wir unsere lUnstigen Lohn» und Arbeits. dedingungenV 2 Branchenangeiegenheilen. In Andelrachl der Wichligen Tages- ordnung ist es Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, in der Versammlung z» ericheine». Sonntag, den Z. Zn«, norm. 9V, Ahr. im Parterresaal des Aerbandshousen. cinieastr.«Z/SS Gruppenversammlung der Walzwerk-Branche solle in den elelirlschku Laboratorien. priisseldcr, lelephon-, Zerokabeispulen- kosten n.Spulengarniluren. wicklerinnen. «abellegerinnea aus Zusilerplatten so- wie olle in den Fabriken für seine isolierte Dröhle, Bleikabel-. Telephon- kadel- und Fernsprechkabel. Fabriken beschäsligken Kolleginnen n. Kollegen). Tagesordnung: I. Wie regeln wir unsere kllnlllgen Lohn- und Arbeits- bedingungen? 2.Branchenangesegenhetten In! Anbetracht der wichtigen Tage». ordnung ist es Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen. tle Orlsoemaltong. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie sllr die schönen Biumenspenben anläßlich der Bei- setzung meines so oiötziich dahin- gerafften lieben Sohnes Karl Hitse sage ich hierdurch allen Berwondien, Freunden und Bekannien, ferner der Direktion, dem Berriebsrui und insbesondere der Aollegenschuft der Hochbahngesellschuft lür ihr Erscheinen mit Banner und Musik an der Bahre de, Verblichenen meinen herzlichsten Dank. Frau 8nnM Nitre Berlin SW 68. Simeonsir. 3. III Iis Freitag, den I.Juli nachmittags 3 Uhr Berliner Ulk-Trio Neukölln. W Lahnstr. 74/75 1 Henkel s- Scheuer~Pult>jer Ut> handlicher Sitcuf lasche/ Los nur Pf. Marienburger AuSomotbil- PfeTde. Lotterie Ziehung am S. Juli H70000 »1 5 OOO »»lOOOO �5 OOO fiMriefe mit 10 l...» sort. aus verschied. Tausend, tew"« 5. Porto und Gewinnliste 30 Pf. emplelilen und»erjenden auch unter Nidioalune H.C. Kröger A.G. Berlin W8, Friedrichstr.192/193 sowie alle durch Plakate * Verkäufe Leiterwagen. 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