Mr. 232. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Streuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Wor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Karl Marx " über das Kleinbauernthum ( Aus dem dritten Band des Kapital") Karl Mary giebt am Schluß seiner Erörterungen über die Grundrente im sechsten Abschnitt des britten Bandes seines theoretischen Hauptwerts eine ökonomische Charakteristik des„ Parzelleneigenthums". Es ist nur ein Anhang, eine kurz hingeworfene Stizze. Vieles ist blos angedeutet, offenbar in der Absicht, es später zu erweitern und auszuarbeiten. Und doch, wie ift, eine faum mit einigen Strichen angedeutete Zeichnung eines genialen Meisters, enthält es in präziser und tief erfassender Form alles, was bis jetzt für und wider den bäuerlichen Betrieb gesagt worden ist und noch viel darüber hinaus. Es erläutert, obwohl uns vollkommen, obwohl ein Bruchstück, besser die Sachlage, als es sonst jemand gethan hat. es Freitag, den 4. Oktober 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Uebersicht. ihrer Arbeit und ihres Kapitals besteht, so wird der regulirende Marktpreis des Produkts nur unter außerordentlichen Umständen seinen Werth erreichen."[ D. h. der Berlin, 3. Oktober. Mann verkauft gewöhnlich sein Produkt unter dem Werth.] Die Revision im Effener Meineidsprozeß ab Als Schranke der Exploitation[ der Ausnutzung des Bodens] gelehnt! Der Mechanismus unserer Rechtspflege hat sein für den Parcellenbauer erscheint einerseits nicht der Durchschnittsprofit des Kapitals, soweit er kleiner Kapitalist ist; noch anderer: Wert vollendet. Aus Leipzig geht uns folgendes Privatist. Als absolute Schranke für ihn als fleinen Kapitalisten erfeits die Nothwendigkeit einer Rente, soweit er Grundeigenthümer telegramm zu: Vor dem 3. Straffenat des Reichsgerichts fand die Verscheint nichts als der Arbeitslohn, den er sich selbst zahlt, handlung über die von Schröder und Genossen eingelegte nach Abzug der eigentlichen Kosten. So lange der Preis des Revision statt. Die Revisionsschrift rügte prozessuale VerProdukts ihm diesen deckt, wird er sein Land bebauen, und dies stöße durch Beschränkung der Wertheidigung, daß durch die oft bis herab zu einem physischen Minimum des Arbeitslohns.... Damit der Parcellenbauer sein Land bebaue oder Land zum Be- Enthebung des Rechtsanwalts Niemeyer als Vertheidiger bauen kaufe, ist es also nicht, wie in der normalen kapita- die Angeklagten eine zeitlang ohne Vertheidigung geblieben seien; iftischen Produktionsweise, nöthig, daß der Marktpreis des ferner die unzulässige Verlesung des nicht rechtskräftigen StrafBodenprodukts hoch genug steige, um ihm den Durchschnittsprofit abzuwerfen, und noch weniger einen in der Form der Rente urtheils gegen Markgraf wegen des Artikels der„ Berg- und fixirten Ueberschuß über diesen Durchschnittsprofit. Es ist also Hüttenarbeiter Zeitung"; dann die Nichthinzuziehung des Vernicht nöthig, daß der Marktpreis steige, sei es zum Werth, sei es theidigers bei kommissarischer Vernehmung eines Zeugen und daß zum Produktionspreis feines Produkts. Es ist dies eine der Münter mehrere Mal nach dem Eide ohne Berufung auf den Ursachen, warum der Getreidepreis in Ländern vorherrschenden felben ausgesagt habe.- Rechtsanwalt Niemeyer aus Essen Barcelleneigenthums niedriger steht als in den Ländern in den Ländern Diese Charakteristik soll hier wiedergegeben werden. fapitalistischer Produktionsweise. Ein Theil der Mehrarbeit der vertrat die Revision. Er beantragte Aufhebung des Urtheils und Zum Zwecke einer besseren Uebersicht haben wir das Bauern, die unter den ungünstigsten Bedingungen arbeiten, Verweisung an ein anderes Schwurgericht. Reichsanwalt Schu ganze, das ja aus dem allgemeinen Zusammenhang des Regelung der Produktionspreise oder in die Werthbildung wird der Gesellschaft umsonst geschenkt und geht nicht in die mann beantragt die Verwerfung der Revision, da keiner der Buches herausgerissen werden mußte, in drei Abschnitte überhaupt ein. Dieser niedrigere Preis ist also ein vorgeführten Gründe zu beachten sei. Die Revision wird zerlegt, deren Ueberschriften ebenfalls von uns herrühren. Resultat der Armuth der Producenten und verworfen. Sonst war es, außer mehreren Auslassungen, nur an einer feineswegs der Produktivität ihrer Arbeit." Nach Eintreffen des ausführlichen Berichts wird uns Stelle nothwendig, eine längere Auseinandersetzung kurz[ Das die bekannte Konkurrenzfähigkeit" des Bauern, auf die eine Würdigung dieses abschließenden Aktes der Rechtzusammenzufassen. Wenige von uns gemachte Andeutungen man sich so oft berufen hat.] sind in solche[] gesezt. Der gesperrte Druck rührt von Diese Form des freien Parcelleneigenthums selbstwirth- sprechung in Sachen Schröder und Genossen möglich sein. uns her. Orthographie und Interpunktion sind nach dem schaftender Bauern als herrschende normale Form bildet einer- Jezt können wir nur unseren unglücklichen Genossen, die wir Originaldruck des„ Kapital". seits die ökonomische Grundlage der Gesellschaft in den besten als Opfer einer Kette von Irrthümern der Rechtsprechung Zeiten des klassischen Alterthums, andererseits finden wir sie bei ansehen, bei dem Antritt ihrer Zuchthausstrafe unsere volle Allgemeine Charakteristik. den modernen Völkern als eine der Formen vor, die aus der Auflösung Achtung und Theilnahme aussprechen. Wir wissen uns Der Bauer ist hier zugleich freier Eigenthümer feines des feudalen Grundeigenthums hervorgehen. So die Yeomanry in eins in diesem Gefühl mit allen unseren Genossen in Bodens, der als sein Hauptproduktions- Instrument erscheint, als England, der Bauernstand in Schweden, die französischen und Deutschland und über die ganze Welt und hoffen, daß das das unentbehrliche Beschäftigungsfeld für seine Arbeit und sein westdeutschen Bauern. Von den Kolonien sprechen wir nicht, Bewußtsein dieser Theilnahme für sie selbst und ihre Kapital da der unabhängige Bauer sich hier unter anderen BeDiese Form des Grundeigenthums setzt voraus, daß, wie dingungen entwickelt."[ Das Letztere speziell von denjenigen Familien unseren schwergeprüften Freunden ein Trost sein in den früheren älteren Formen desselben, die ländliche Bevölke- zu beachten, die am liebsten in ihren Kritiken den deutschen wird in den Leiden, denen sie entgegengehen. rung ein großes numerisches Uebergewicht über die städtische be- Bauer durch den amerikanischen Farmer ersetzen!] sigt, daß also, wenn auch sonst kapitalistische Produktionsweise Bauern ist offenbar die normalste Form des Grund= Genoffe Illge, Redakteur der ,, Leipziger Volks„ Das freie Gigenthum des selbstwirthschaftendenzeitung", wegen Majestätsbeleidigung zu 5 Monaten herrscht, sie relativ nur wenig entwickelt ist, und daher auch in eigenthums für den kleinen Betrieb; d. h. für Gefängniß verurtheilt! den anderen Produktionszweigen die Konzentration der Kapitale sich in engen Echranken bewegt, Rapitalzersplitte- eine Produktionsweise, worin der Besitz des Bodens eine Be rung vorwiegt. Der Natur der Sache nach muß hier ein dingung für das Eigenthum des Arbeiters an dem Produkt seiner Leipzig zu: überwiegender Theil des ländlichen Produkts als unmittelbares eigenen Arbeit ist, und worin, er mag freier Eigenthümer oder Auläßlich der Bemerkung des Kaisers beim Festessen über Subsistenzmittel von seinen Produzenten, den Bauern, selbst verUntersaffe sein, de der Ackerbauer stets seine Subsistenzmittel die„ Rotte von Menschen, die nicht werth, den Namen Deutscher zehrt werden, und nur der Ueberschuß darüber als Waare in sich selbst, unabhängig, als vereinzelter Arbeiter mit feiner zu tragen" brachte die Leipziger Boltszeitung" den Handel mit den Städten eingehen." Familie zu produciren hat. Das Eigenthum am Boden in ihrer Nummer 204 vom 3. September einen 31 Zeilen Grundrente wirft auch der bäuerliche Grundbesitz ab, weil ist zur vollständigen Entwickelung dieser Beumfassenden Artikel, in dem außer einer Stelle des Trinkspruches Diesen die Grundrente eben der Unterschied ist zwischen den Produktions- triebsweise ebenso nöthig, wie das Eigenthum einige redaktionelle Bemerkungen enthalten waren. Artifel druckte die, Fränkische Tagespost" ab und knüpfte noch einige toften auf befferem und auf schlechterem Boden, diese aber auch am Instrument zur freien Gutwidelung de im bäuerlichen Betrieb verschieden sind. handwerksmäßigen Betriebs.[ Danach ist der Bemerkungen daran. Wegen dieses Artikels wurde die Fränkische Da aber die Landwirthschaft hier großen Theils als Acker- Werth der Versuche zu beurtheilen, den Kleinbetrieb zu Tagespost" tonfiszirt und einige Tage später am 10. September bau für die unmittelbare Subsistenz, und der Boden als ein für behalten unter Abschaffung des Privateigenthus.] die Redaktion der Leipziger Volkszeitung" mit einer Hausdie Mehrzahl der Bevölkerung unentbehrliches Beschäftigungsfeld suchung beehrt. Von der Nummer 204 wurden 28 Exemplare beschlagnahmt und der verantwortliche Redakteur Genosse " Skizzen[ Nachdruck verboten. aus dem füdamerikanischen Hinterlande. 56 Ueber die Verhandlung geht uns folgender Bericht aus " " Linie hin und her; und da wir keine Gespenstergeschichten liche Mühe verursachte. Er sah dann starr vor sich hin und erzählen, sondern etwas Wahrhaftiges und Vorgefallenes, versuchte irgend etwas zu denken, ohne einen Gedanken zu können wir gleich sagen, daß diese Linie nichts weiter vor finden; nicht der lächerlichste und einfachste Gedanke fiel ihm stellte, als zwei aneinander geknüpfte lange starke rinds- sein; auch hörte er nichts, keinen Ton weiter als ein eigenlederne Lassos, wie sie die Gauchos in Südamerika hinten thümliches Summen, das aber nicht von außen, sondern aus Er dachte an nichts; auch nicht daran, daß er in an ihren Sätteln tragen. An diesem Lasso klettert eine seinen eigenen Ohren zu kommen schien. Also hörte er doch der nächsten Sekunde begraben bei seinen Schäßen liegen behende Gestalt herab wie ein großer Affe; den Lasso in etwas, wenn man es recht nehmen will. Und er sah auch fonnte, ohne ein einziges Pfund unter seinen Fingern ge- der Hand läuft sie die paar Schritte nach der Grube, etwas, aber nur Licht im allgemeinen. Er sah wieder gerade habt zu haben. Er war auf ihm jest.. Ja ein dumpfer verschwindet darin ebenso wenig gespenstisch, obwohl es so aus mit eigenthümlich gläsernen Augen und dann erkannte metallener Ton drang aus dem Erdloch, und ein Aufschrei aussah, als wenn sie in der Unterwelt versinkt. Zum Beweise er ein Paar Hände und eine Bettdecke, auf der diese lagen, des Mannes, ein Gemisch von Freude und Erschöpfung; daß dieses nicht der Fall war, kommt die Gestalt wieder in wie ein ruhiges friedliches altes Ehepaar zur Morgenstunde. und zugleich zog über ihm her das Unwetter mit aller nur die Höhe nach einer Zeit, die ungefähr eine halbe Sekunde Zu der Bettdecke fand sich auch ganz allmälig ein denkbaren Macht. Der Wind pfiff heulend in den Bäumen betragen haben mochte, aber nicht allein; denn an ihr hing Bett hinzu und zu dem Bett ein Raum, in dem dieses und schüttelte ihre Wipfel, Bliz folgte auf Blizz in einem Lichte, schlaff wie ein Todter der bewußtlose Goldsucher. Diese stand. Anfänglich konnte er diesen Raum nicht begrenzen dessen Farbe man nicht beschreiben kann; ein Getöse, als wenn beiden Gestalten scheinen wieder sehr gespensterhaft in die und er erschien ihm wie die Verkörperung der Unendlichder ganze Erdball eine riesige Baute wäre, auf der ein Unsinniger Höhe zu steigen, just als wenn sie die Luftschifffahrt ohne teit; aber nach einer Beile erschienen vor ihm ein paar wie besessen herumhämmerte und statt Tropfen fielen jetzt Ballon erfunden hätten; aber in der That klettert die Ge- Wände, die den unendlichen Raum abschlossen zu einem Eimer. Von den Abhängen auf beiden Seiten goß das ftalt, die aussah wie ein großer Affe, mit der Geschicklichkeit wirklichen Zimmer mit einem Fenster, vor dem sich irgend Waffer jetzt in stetigem Fall; der Bach wuchs, wuchs wie eines solchen Thieres an dem Lasso in die Höhe, weil etwas Grünes befand. Als dieses Grün ihn näher rajend und trieb unten Geröll, oben schmutzigen Schaum mit fie auf einem anderen Wege überhaupt gar nicht mehr nach anzog, wurde es gelb und roth und blau und sich, ein Fuß hoch, zwei... drei Der Wall des oben gekommen wäre des reißenden Wassers wegen, mit ihr es schien ihm, als wenn das ganze Zimmer mit Vierecks wurde rasch kleiner. Wenn dem Goldsucher sein Herr German Winterfeld, von dem wir vorläufig noch seinen Wänden, dem Bett, der Decke und seine Finger Leben keinen Heller werth war, sollte er nur noch nicht wissen, ob er lebte oder todt war. Als die beiden in diesem Farbenspiel zu einem unbestimmiten tanzenden ein paar Minuten da unten bleiben. Und jetzt Gestalten oben über der Felswand verschwinden, verschüttet Ding verschwamm, das ihn ganz unwillkürlich dazu zwang, mußte er den Schatz haben; jetzt die Hand in die das Wasser mit einem kleinen Geräusch, als wenn jemand seine Augenlieder wieder zu schließen. Er konnte nicht oberste Riste stecken, um eine Faust voll hervor zu das Schlucken hat, die Grube, die Herr German Winter sagen, wann und wie er sie wieder zum zweiten Male langen. Ja er langte wirklich hinein und stieß einen feld eben geöffnet hatte, und man sieht nichts weiter, als öffnete; aber hierbei konnte er genau feststellen, daß das gellenden unnatürlichen Ton aus, der so stark war, daß er den dunklen Spiegel des Wassers, das sich an dem Basalt eben erwähnte Baar Hände ihm selber angehörte und daß den Donner überhallte. Dann ein Gepolter, ungeheuer rasch und rund um ihn bricht. es entseglich mager war und daß die dürren Finger lange geführte Schläge mit der Art, ein Trampeln, ein Schreien, Als Herr Winterfeld, der natürlich nicht gestorben war, weiße Nägel trugen. Daß es wirklich seine Hände waren, das Wuth anzeigt, Narrheit, Tobsucht, Berzweiflung, alles wieder zu sich kam und das spürte, was man Bewußtsein merkte er daraus, daß sie sich regten, wenn er den Wunsch in demselben Ton. In diesem Augenblick fällt etwas nennt, wußte er vorläufig weder wo er sich eigentlich be- dazu verspürte. Und er verspürte ihn mehrere Male hinterwie eine lange schwarze schattenhafte Linie herunter an der fand, noch viel weniger, was eigentlich mit ihm vorgegangen einander und es machte ihm ein ungeheures Vergnügen zu Felswand, die hinauf führt an den Bachrand zu Häupten war. Er schlug seine Augen auf und die erste Empfindung, sehen, wie sich die Finger in ihren Gelenken bewegten. Und Herrn German Winterfeld's, vom Sturm bewegt peitscht diese die er hatte, war die, daß diese Bewegung ihm außergewöhn- I wenn er sah, mußte er Augen haben; und wenn er Augen Richard JIlge verhaftet. Am 13. September, abends 6 Uhr, wurde Julge gegen Stellung von Raution Er hatte sich am Die Braunschweiger Erbfolgefrage ist richtig aufs müssen. Auf die Frage des Berichterstatters, ob er das Gespräch 10 000 Mart die Tagesordnung gesetzt. Es wird in der Presse das Für in der Nowoje Wremja" veröffentlichen dürfe, entgegnete der aus der Untersuchungshaft entlassen. Gegen und das Wider diskutirt- gesetzliche und politische Bapst:" Indem ich mit Ihnen Sprach, wünschte ich, mit allen Juge wurde gleich feinem Nürnberger Kollegen Anklage Argumente werden ins Feld geführt. Wer in derartigen Ihren Landsleuten zu ſprechen." Wo das Interview war, welches am 17. September statt3. Oktober vor der 3. Straftammer des Landgerichts Leipzig zu Dingen Bescheid weiß, der weiß auch, daß es dabei nicht verantworten. Am 1. Oktober ist der verantwortliche Redakteur der auf das Gewicht der Gründe ankommt, sondern auf das gefunden haben soll- ob am 17. alten oder neuen Stils, " Fränkischen Tagespost Genosse Deh me wegen dieses Artikels Gewicht, das heißt die Macht derer, welche mit den das ist nicht gesagt. vom Schwurgericht von der Anklage der Majestätsbeleidigung„ Gründen" manipuliren. Und im vorliegenden Falle läßt Die Aeußerungen, die dem Papste in den Mund ge freigesprochen worden. Illge wurde von R.-A. Otto Frey- Das Ergebniß und der Inhalt der ganzen Diskussion sich in legt sind, können sehr wohl von ihm herrühren. Aehnliche tag, Leipzig, die Anklage durch Staatsanw. Dr. Lange vertreten. die Worte zusammenfassen: hat er schon gethan. Von Interesse sind nur die Bes Die Verhandlung war öffentlich. Nach Verlesung des Artikels ann eftirt werden. Braunschweig soll hat er schon gethan. merkungen über den Militarismus. Es wäre blos zu erklärte Ilge, daß er nicht selbst der Verfasser sei, aber den Artikel in der Korrektur kennen gelernt, eingehend geprüft und Wir haben keine Veranlassung, uns in der Sache wünschen, daß der Papst seinen Worten entsprechend handelte. teine Majestätsbeleidigung gefunden habe. Staatsanwalt Dr. Lange irgendwie zu erwärmen, oder gar zu erhitzen. Wir wollen Warum übt er auf seine folgsamen Getreuen beantragt, da Jülge nur die Bürgerschule besucht und Schriftseter nur feststellen, daß abermals in drastischer Weise bekundet keinen Einfluß aus? Warum hindert er z. B. nicht die gelernt und er nach seinem ganzen Bildungsgrade gar nicht wird, wie wenig Werth heutzutage das Gottesgnadenthum durch und durch katholisch- rechtgläubige Regierung von befähigt ist, politische Vorgänge zu beurtheilen, er somit nur in den Augen derjenigen hat, die es salbungsvoll im Belgien, sich Hals über Kopf in den Militarismus Sigredakteur ſei, auf Gefängnißstrafe zu erkennen, und Munde führen und gegen die sogenannten Umsturzparteien bei der Strafausmessung zu berücksichtigen, daß die Be- zu verfechten behaupten. Unser Schade ist es nicht, wenn leidigung eine gröbliche und zu einer Beit geschehen sei, die angeblichen Grundlagen des Thrones und Altars von wo das entwickelte patriotische Gefühl zum Ausdruck geben Thron- und Altarwächtern und Stügen selbst unter mußte. Es war während der Verhandlung festgestellt worden, graben und revolutionären Nützlichkeitsrücksichten geopfert daß Illge seit sechs Jahren als Redakteur thätig ist. Rechts werden. anwalt Freitag plädirte für Freisprechung und wies darauf Bruder Heinrich freigesprochen! Aus Aachen, hin, daß die Kritik der Nede eine sehr ruhige gewefen 3. Ottober, erhalten wir folgende Depesche: und der Redakteur der der Fränkischen Tagespost" wegen desselben Artikels freigesprochen worden ist. Das Gericht verurtheilte Ilge zu fünf Monaten Gefängniß. In dem Artikel hat das Gericht aus seinem Zusammenhange die Beleidigung gefunden. Aus der Fassung der Artikels habe man angenommen, daß der Verfasser beabsichtigt hat, den Raiser zu beleidigen. Die Thüringer Tribüne" soll wohl zu Tode konfiszirt werden. In den letzten vier Wochen wurden neun Nummern unseres Bruderorgans tonfiszirt. Die von den Gegnern erhoffte Wirkung wird aber nicht eintreten, da der Abonnentenstand des waderen Blattes gerade in der Epoche der Konfiskation sich sehr start gehoben hat. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe befindet sich auf einer Rundreise an den deutschen Höfen. Gestern hat er mit dem Prinzregenten und den Ministern konferirt. Heute hat er sich nach Stuttgart begeben. Was dabei für das Volk herauskommt, müssen wir abwarten. in später Nachmittagsstunde das Urtheil gefällt. Bruder Heinrich Im Prozeß gegen den Alexianerbruder Heinrich wurde heute wurde freigesprochen.( Siehe Gerichtsberichte.) Bruder Heinrich freigesprochen, Schröder und Genossen ins Zuchthaus! Das ist der Lauf der Welt! Hammerstein's Jerfahrten. Aus einer uns als zuverlässig bekannten Quelle erfahren wir, daß Herr von Hammerstein sich schon vor einiger Zeit in Havre auf einem Salondampfer der Rompagnie Transatlantique nach Amerika eingeschifft hat. Man nimmt nun an, daß er sich dort nach Washington gewandt habe, woselbst ein Verwandter von ihm( Herr Legationsrath v. Kettler) im Reichsdienste thätig ist. Herr v. Kettler wird über diesen Besuch sicherlich wenig erbaut sein. " zu stürzen. Bater noch immer schlecht unterrichtet. Wenn er glaubt, In bezug auf den Sozialismus ist der Heilige der Katholizismus habe durch Besserung der ökonomischen lage den Sozialismus schon viel Waffer abgegraben, so ist er entweder von seinen Berathern arg getäuscht worden oder er hat sich selbst arg getäuscht. Einige gestern Nachmittag in Galata( einer Vorstadt von am At- Meidan und die in bedeutend Die armenischen Unruhen in Konstantinopel sind ernsteren Charakters noch, als es anfangs erschien, und können ernste Folgen haben. Leider ist es, da die Interessen der türkischen Regierung und der widersprechenden der europäischen Mächte dabei hineinspielen, nicht möglich, den einlaufenden Berichten völlig zu trauen. Die Straßenkundgebung foll, wie von türkischer Seite berichtet wird, schon von langer Sand vorbereitet gewesen sein; ihr 3weck soll gewesen sein, die Mächte zur Intervention zu gunsten der Armenier zu zwingen. Wahrscheinlich wäre aber die Demonstration ganz friedlich verlaufen, wenn die Polizei nicht brutal dazwischengefahren wäre. Ihr 3weck soll blos die Ueberreichung einer Bittschrift an den Großvezier( Reichstanzler) gewesen sein. Sie ist von den ärmeren Armeniern ausgegangen, die Reichen hatten sich bemüht, sie zu und zwar diesmal von einem Russen, einem Berichterstatter Ronstantinopel) vorgenommene Verhaftungen von Armeniern Der Papst hat sich wieder einmal interviewen lassen- verhindern. Der„ Nowoje Wremja". Mit diesem Herrn unterhielt sich nahmen wieder einen blutigen Verlauf. Viele Geschäfte in Stambul der Heilige Vater zunächst über die katholische Doktorfrage, bleiben geschlossen. Montag Nacht wurde ein armenischer der Vereinigung aller christlichen Kirchen und äußerte sich Bureaudiener der orientalischen Bahn, ungeachtet der Verwendung Ein freisinniger Ober- Bürgermeister als Bürger- dann, nach dem Berichte des Interviewers, wie folgt: seines türkischen Hausherrn, unter Drohung durch Kriegs- Trompeter. Herrn Ober- Bürgermeister Dr. BaumDie Geistlichkeit muß national sein. Sie Polizei gezwungen, sein Wohnhaus zu verlassen. Heute Vorbach in Danzig scheint sein Durchfall im fünften Berliner wissen vielleicht, welche Fortschritte die katholische Kirche in mittag wurden alle armenischen Briefträger der orientalischen Reichstags- Wahlkreis so sehr in die Glieder gefahren zu Einfluß, und dies ohne Zuthum des päpstlichen Stubles. wie in der Nähe der Pforte am 30. September, sollen England macht. Selbst in den Vereinigten Staaten erhält sie Bahn verhaftet. Aehnliche Szenen und Fälle von Todtschlägen, sein, daß ihm in der Besorgniß vor dem Wachsthum der Das ist das natürliche, die Wahrheit muß fiegen. Was die am gleichen Tage Nachmittags Sozialdemokratie alle staatsmännische Besonnenheit abbanden orientalische und römische Kirche betrifft, so waren diese bis der Nähe der Sophien- Moschee stattgefunden haben. Für gekommen ist. Bei der äußerst passenden Gelegenheit, als zur Trennung von einem Geist beseelt. Selbst vom sozialen die Aufreizung der türkischen Bevölkerung am 1. Oktober in Langfuhr, einer Vorstadt von Danzig, die Standpunkt erschienen die Resultate der Vereinigung groß. bei diesen Gewaltthätigkeiten und für die 3. und 4. Eskadron des 1. Leib- Husaren- Regi- Gegenwärtig haben wir keinen wahren Frieden. Alles festgestellten Einzelfälle inforretten Vorgehens ments ihre neue Garnison bezogen, hielt zu Ehren des stüßt sich auf die Bajonnete, daher befinden sich alle Staaten im ber Gendarmen und der Polizei wird Hauffein Einzugs Herr Dr. Baumbach eine Begrüßungsansprache an Zustande bewaffneter Lager. Die Ideen, Kunst, Wissenschaft und Effendi, der Ablatus des Polizeiministers, den Kommandeur des Regiments, in der er, nach der Handwerk können sich nicht entwickeln. Unter den heutigen verantwortlich gemacht. ökonomischen Verhältnissen fann der menschliche Geist kaum zur In der Vorstadt Kassim- Pascha am Goldenen Horn haben Danziger Zeitung", Herrn Rickert's Organ, sagte: vollen Geltung gelangen. Welch' großartige Erscheinung aber zahlreiche Verhaftungen, die während der Nacht vorgenommen " Mögen wir uns in der Folgezeit, Dank den friedlichen wäre es, wenn eine Aera des wirklichen Friedens an- wurden und von denen viele wieder einen blutigen Bestrebungen unseres erhabenen Kaisers, noch lange des Segens bräche, wenn die Geschüße, die Gewehre bei Ausgang nahmen, eine große Panik hervorgerufen. Die des Friedens erfreuen, oder mögen uns ernste schwere Beiten Seite geworfen und internationale Fragen Bevölkerung flüchtet in großer Bahl in die Kirchen; die und Konflikte mit anderen Nationen beschieden sein, mögen sich durch freie Berathung der europäischen Aufregung ist im Steigen begriffen, insbesondere unter der die inneren Verhältnisse in Deutschland und Preußen Herrscher und des Papstes entschieden würden." armenischen Bevölkerung, welche die allerdings nicht nachfriedlich fortentwickeln, oder mögen uns schwere Ueber die Polen äußerte sich der Papst: Ich habe immer zuweisende Behauptung aufstellt, daß die Türken bei den Waffeninnere Kämpfe bevorstehen, wir werden treu zu Kaiser und wieder allen Polen gesagt: Trennt die religiöse Seite händlern auffällig große Käufe machen. Reich stehen und gleichviel, ob wir des Königs Rock oder von der Politit, laßt von dieser! Die historischen Offiziös wird der Verlust der Türken auf 7 Offiziere und das schlichte kleid des Bürgers tragen, wir Danziger find Geschicke waren derart, daß ihr die Selbständigkeit verloren 45 Mann an Todten und Verwundeten angegeben; auf armenischer und bleiben gut kaiserlich!" habt und einer Macht euch unterordnen müßt. Ihr müßt Seite ist er bedeutend höher. Londoner Blätter geben die Zahl Herr Dr. Baumbach im schlichten Kleide des Bürgers ihr gehorchen, anders kann ich auf eure Beziehungen zu der Getödteten verschieden an. Ihre Angaben schwanken zwischen malt also die Möglichkeit an die Wand, daß nicht auf Rußland nicht mein Augenmerk fenten. Auch in meiner 30 und 200. Die Vertreter der fremden Mächte haben der Pforte friedliche Weise, also doch durch den Bürgerkrieg unsere Enzyklika an die Polen sprach ich daffelbe aus." Hin zur Mäßigung gerathen. Man scheint in diplomatischen Kreisen inneren Streitfragen ihre Lösung finden. Ueber die Ge- fichtlich der Sozialisten äußerte sich Leo XIII.:" Die Beffe den Ausbruch des muselmännischen Fanatismus gegen die Christen schmackswidrigkeit, als Bürgermeister eine solche Ansprache rung der ökonomischen Bedingungen, die größere Thätigkeit der zu fürchten, wodurch die Gefahr eines großen Krieges heraufan Soldaten zu halten, wollen wir mit diesem freisinnigen verändern. Schon jetzt ist eine Besserung bemerkbar, wo die fein, er entzieht sich dem Anblicke der Menschen und hat den Der Sultan soll in großer Angst Kirche wird den Sozialismus verschwinden machen oder doch beschworen werden könnte. Bürger" uns nicht weiter auseinandersehen. Uns ist diese Stirche in dieser Beziehung viel that. Ueberhaupt wird die Kirche, Empfang fremder Fürstlichkeiten verweigert. Er ist bekanntlich Ansprache ein Symbol dafür, wie das Bürgerthum, jeder die Geister erleuchtend, für die moralische Entwicklung der Massen erblich belastet. Sein Bruder Mahmud leidet seit Jahren an eigenen Würde vergessend, Miene macht, sich unter den orgend, dazu beitragen, daß jede anti- soziale Erscheinung, wie unheilbarem Wahnsinn. Das einzige, was der Sultan verfügte, Schutz der Bajonnette zu flüchten. Die Sozialdemokratie und der Nihilismus von selbst verschwinden war die Entschung des Großveziers. " Die nationalökonomischen Ferienkurse Kreise abspenstig. Das fonnte so nicht weiter gehen, wenn nicht der in langen Jahren mühsam angehäufte Ruf der Profefforen zum Teufel gehen sollte. So machten sie sich denn in ihrem Verein für Sozialpolitik daran, einen Ferienkursus mit 14 Vortragszyklen einzurichten und hierzu Beamte fungiren die berühmtesten Roryphäen profefforal- nationalökono gebildete(!) Frauen als Theilnehmer einzuladen. Als Vortragende und Geh. Hofrath Brentano, die Profefforen Knapp, Neumann, Sering u. f. w., als radikalere wurden Bucher und Philippovich, als Köder für die Chriftlich- Sozialen Wagner hinzugezogen, während der Privatdozent Oldenberg zum Vernichter der Sozialdemokratie engagirt wurde. hatte, die sehen und Finger, die sich rühren konnten so mußte er nothwendigerweise da fein und leben. Dieser ange Vernunftschluß kostete ihm aber ziemlich geraume Zeit Nachdenkens und ein mehrmaliges Schließen der Augen. Zum dritten Male sah er schon sehr klar; denn er erdes Vereins für Sozialpolitik. kannte deutlich das Eisengitter an dem Fenster und be- mit der Tendenz, die Schäße, welche die universitäre Wissenschaft In unseren Nachbarländern sehen wir überall eine Bewegung merkte, daß hinter demselben große lichtgrüne Bananen zu tage gefördert hat, den weitesten Kreisen zugänglich zu machen. mischer Wissenschaft in Deutschland Geh. Hofrath von Mias blätter hin und herschwankten, wie ein wehender Schleier, Die London- Society for the Extension of University Taching fowsti, Geh. Regierungsrath Conrad, Staatsrath Schmoller, und zuletzt entdeckte er sogar ein kleines Kolibrinest in der fonnte auf ihrer Jahresversammlung von Ende 1894 mit Stolz oberen Fensterecke, und sein Auge war so stark geworden, darauf hinweisen, daß sie 42 Serien vom 152 Kursen im Jahre 1893/94 daß es die zwei dünnen Zwirnsfäden sah, an abgehalten habe, die sich auf acht Monate erstreckten und von denen das Nest hing, und darin saß das Kolibrimeibchen, 15 665 Zuhörern besucht wurden. Beim Volke der Denker und das ihn selber aufmerksam zu betrachten schien. Denn Dichter dagegen spann sich die Wissenschaft völlig in die Hör als Herr German Winterfeld unausgesetzt starr nach dem faffung ein vollkommen für sich abgeschlossenes Dasein, ohne daß wenden und vor der Wissenschaft wenigstens alle Stände gleich fäle der Universitäten ein und führte in ihrer zünftigen Ber- Statt sich nun wie in anderen Ländern an alle Kreise zu Kleinen Nest hinsah, fühlte sich das fleine Bögelchen augen- fie von weiteren Kreisen irgendwie erheblich beachtet worden sein zu lassen, richtete man die Einladung nur an die nach scheinlich belästigt, erhob sich mit einem eigenthümlich wäre. Bildung und Besitz maßgebenden Kreise und suchte auch durch cholerischen Brummen von seiner Niststätte, zitterte einen Der Sozialismus ruht auf festen wissenschaftlichen Grund- den hohen Eintrittspreis von 25 Mart den unteren Klassen die Augenblick vor dem Fenster hin und her und schoß dann lagen. Sein Vordringen ist daher mit der Verbreitung der Früchte aus dem Garten der Wissenschaft vorzuenthalten. Bieldurch das Gitter davon wie ein glühender Funken, der vom modernen Wissenschaft identisch. Wollten also die Arbeiter den leicht in der ganz richtigen Erkenntniß, daß diese Früchte denn Ambos stiebt. Alles, was Herr German so sah, war leicht Sozialismus propagiren, so mußten sie gleichzeitig und in der doch etwas gar zu trocken gerathen möchten und daher den Argenug zu begreifen für einen andern Menschen; für ihn richtigen Erkenntniß, daß Wissen Macht sei, für die Verbreitung beitern, die an saftigere, nahrhaftere Roft gewöhnt sind, nicht war es aber nur sehr schwer und sehr langsam mög- echter Wissenschaft thätig sein. Auch erkannten sie bald, daß in munden würden. ihrem schweren Kampfe gegen den Kapitalismus und den Damit soll feineswegs die Bedeutung dieser Kurse für die lich, und nachdem er den dünnen Faden, an dem Polizeistaat die Wissenschaft eine ihrer schärfften Waffen fei. oberen Klassen herabgesetzt werden. Es ist gewiß, auch von das Nestchen hing, eine Zeit lang betrachtet hatte, aber diese Waffe fanden sie nicht in den Universitäten; unserem ganz andersartigen Standpunkt aus, nur zu begrüßen, war er so ermüdet und das glitzernde Gefieder ihr Arsenal hatten andere Männer eingerichtet. So wenn den Herren Fabrikanten, Regierungsassessoren, Staufleuten zc. des Vogels brannte ihm so in das Auge, wie wenn ein entstanden in Deutschland vornehmlich in Beziehung auf zum ersten Mal in ihrem Leben gesagt wird, wie unbillig es sei, es einwirklicher Funke in dasselbe gefallen wäre; und er schloß Nationalökonomie sozusagen zwei wissenschaftliche Heerlager: auf fach als selbstverständlich anzusehen, wenn ein Kaufmann bei günstiger es ermüdet für eine lange Zeit. Als er wieder erwachte, der einen Seite die Wissenschaft der Universitäten im Dienst und Konjunktur seine Waaren theurer verkauft, dagegen mit sittlicher sagte er zu sich, daß er wohl geschlafen haben mußte; und Auftrag des Staates und der herrschenden Klassen in theoretischen Entrüstung über die Unverschämtheit der Arbeiter zu schelten, eine Frau, die im selben Augenblicke an sein Bett trat feine Rügeleien oder historischem Schutt ihre hohe Aufgabe findend, die sich erfrechen, bei günstiger Konjunktur für ihre einzige alte braune Dienerin, sagte ihm mit einer wohlklingenden und auf der anderen Seite die Wissenschaft der Arbeiter in der Waare, ihre Arbeitskraft, einen höheren Preis zu fordern; Berührung mit dem praktischen Leben gezeugt und fortwährend oder wenn ausgeführt wird, wie int̃onsequent es fei, gedämpften Stimme dasselbe. Die Frau war eine In in thatkräftigem Kampf bethätigt und erprobt. bei finkender Konjunktur dem Arbeiter zuzumuthen, sich einen dianerin, aber sie sprach ein sehr reines und gut betontes Als nun vor einigen Jahren die Ghriftlich- Sozialen auf den Lohnabzug gefallen zu lassen, bei steigender Konjunktur aber Spanisch. Plan traten, mußten sie die Erfahrung machen, daß die Pastoren über den Zohnerhöhung heischenden Arbeiter außer sich zu gerathen. So tam allmälig Herr Winterfeld immer mehr zu sich. und ihre sonstigen Führer in spe in himmlischen Dingen zwar Wer bei diesen oder ähnlichen Auseinandersetzungen die Er musterte mit Interesse jeden Gegenstand in dem ganzen gut beschlagen waren, in ökonomischen weltlichen Sachen da- erstaunten Gesichter der Hörer durchmustert hat, der muß diesen Zimmer von dem Mückennet, das über seinem Bette hing, fünftige Führer heranbilden, so mußten sie ihnen wenigstens sich aber auch gerade hieran, wie breit die Kluft ist, die in recht unwissend waren. Wollten sie sich also zu Kursen einen beträchtlichen Werth zuerkennen. Andererseits zeigt bis zu dem Schranke aus Bedernholz, der in der gegen das A- B- C der Volkswirthschaft beibringen, und zu diesem unserem Bolle gähnt zwischen herrschenden und beherrschten überliegenden Ecke stand. Sein Kopf brauchte noch immer Zwecke entstanden die evangelisch- sozialen Kurse. Jegt wurde Klassen. Gewerkschaft, Streit, Boykott, Organisation und dereine unverhältnißmäßig lange Zeit, bis er jedes einzelne die Lage für die Universitätswissenschaft pretär. Die Arbeiter gleichen Begriffe, die jedes Profetarierkind schon mit der MutterDing begriff und erfaßte; jedoch schließlich kam er immer standen ihr gleichgiltig, ja feindlich gegenüber. Jest traten nun milch einfaugt, müffen dem Verständniß der oberen Klassen erst bahinter. Am Ende auch dahinter, daß er lange Zeit die Chriftlich- Sozialen auf, denen sich die entschieden sozial: mühsam und auch nur schüchtern näher gebracht werden. trant gewesen sei, schwer frank, nach seinen mageren Fingern reformerisch gefärbten jüngeren Universitätslehrer( nur Adolf Ein großer Theil der Vorträge bringt, wie ja leicht erklärzu urtheilen, und daß er jetzt in der Genesung be- Wagner gehört der älteren Generation an, nahm aber auch lich, nur seichte Oberflächlichkeiten und Allgemeinheiten, wie griffen sei. schon vorher als Schüler und Verehrer von Robbertus eine Sonder- der Miastowski'sche, der nur auf Reklame für die Kolonisation im stellung unter den Professoren ein) anschlossen, und machten der Often Deutschlands hinausläuft. Ob die begrifflichen Auseinander( Fortsetzung folgt.) altererbten Universitätswissenschaft auch noch die gebildeten llegungen von Neumann auch nur der Hälfte der Hörer verständ gegen- tünftige Münster i. Weftf., 3. Oktober. Gestern und heute Nacht fanden hier Voltsansammlungen vor dem Rathhause und dem Regierungsgebäude statt wegen einer Polizeiverordnung, wonach sämmtliche Wirthschaften um 11 Uhr Nachts schließen müssen. Ausschreitungen sind bisher nicht vorgekommen, dagegen zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Weshalb denn die Verhaftungen? Damit ist der Widerstand der Geistlichkeit gegen die Zivil ehe und die staatlichen Zivilstandsämter in ein neues Stadium getreten. Da aber die Bischöfe den Frieden mit der Regierung haben wollen, dürfte dieser Fall sich kaum noch wiederholen. Italien. feine Wo bleibt Deutsches Reich. verständigte Stuhlrichteramt verfügte, daß die Matrikel- allein gestellt, sondern es haben ihn 45 Mitglieder nöthigenfalls unter - Die Viehdurchfuhr durch den Nord- Ostsee- führer Anwendung von Gewalt der tonservativen Fraktion unterschrieben zu Einige Geistliche, und Ranal ist unter folgenden Bedingungen geftattet: Thierische wieder in das Amt eingeführt werden. gunsten desselben ist eine große ist eine große Bewegung den Provinzialsynoden entstanden. Ich will Abfallstoffe dürfen während der Fahrt nicht entfernt, insbesondere welche der Aufreizung der Bevölkerung beschuldigt werden, sollen in nicht in das Kanalwasser geworfen werden. Die mit der War- verhaftet und das gesetzliche Verfahren gegen dieselben eingeleitet Beseitigung des summus episcopus, ich will aber auch nicht, daß ein Kultusminister zwischen dent tung oder Verpflegung der Thiere beschäftigten Personen dürfen worden sein. während der Fahrt das Land nicht betreten. Ein Angestellter önige als Oberbischof und der Kirche steht. Ich muß jedes Schiff während der Fahrt durch den Kanal auf Kosten will das Regiment des Königs loslösen von den des Schiffers begleiten. Fesseln, denen es jetzt unterliegt. Wenn der Oberfirchenrath oder die Generalfynode dem Oberbischof ein Gesetz vorlegt, so ist er nicht in der Lage, dasselbe zu vollziehen, es muß erst den Weg über das Abgeordnetenhaus machen, das doch aus Befennern verschiedener Konfessionen zusammengesetzt ist. Mein Antrag will die evangelische Kirche mit ihrem summus episcopus loslösen von dem interfonfessionellen Landtag. da der Vorwurf, daß ich gegen die Macht unseres Kaisers, Königs und Herrn in der evangelischen Kirche auftreten will? Dem weiteren Vorwurf, daß ich als Chefredakteur der KreuzBeitung" nicht in der Lage sei, frei und unabhängig aufzu treten, halte ich das Gegentheil entgegen und betone, daß ich stets für meine Ueberzeugung eintrete; ich fann darin von niemand gehindert werden und glaube schon oft bewiesen zu haben, wie frei und unabhängig ich meine Ansicht vers trete. Dem weiteren Vorwurf, daß ich nicht mehr im Kreise wohne, halte ich entgegen, daß ich doch 20 Jahre in der Gegend mein Verhalten bei der Abstimmung über das Volksschullastengewohnt habe und die hiesigen Verhältnisse wohl kenne. gesetz betrifft, so habe ich in legterem eine Verfaffungsänderung gesehen und fann nicht, wenn ich gegen ein Gesez gestimmt habe, zum vierten Male für das wenn ich zweis oder dreimal selbe stimmen. Der Abgeordnete hat einen Eid geleistet und ist in seinem Gewissen gebunden. Ich weise auf meine christlich konservativen Anschauungen hin, die ich stets vertreten Wahlrecht mit " Afrika. werde. . Partei- Nachrichten. " Was In dem Berichte des Parteivorstandes, den wir in der letzten Nummer veröffentlichten, hat sich ein bedauerlicher Druckfebler eingeschlichen, der von den meisten unserer Leser zwar fofort bemerkt worden sein dürfte, den wir aber doch hier forri giren wollen. Es heißt nämlich, daß unsere Fraktion im bayrischen Landtage 14 Mitglieder zählt. Es soll natürlich fünf Mitglieder heißen. Nom, 3. Oftober. Mehrere Blätter behaupten, die von Crispi geplante teise nach Sizilien sei aufgeschoben worden und zwar auf Antrag des Präfekten von Palermo, welcher dem Ministerpräsidenten einen Bericht zugesandt hat, in welcher er von der Reise abräth, da er für die Folgen nicht einstehen könne. Zugleich soll der Präfekt den Minister gebeten Kiel, 2. Oktober.( Eig. Bericht.) Doppelte Straf: baben, ihn seines Postens zu entheben, welcher wegen der Dollstreckung für Majestäts- Beleidigungs- Agitation Sünder! Auf der faiserlichen Werft zu Riel erhielt ein Ar- Agitation immer schwieriger werde. beiter nach annähernd 15jähriger Beschäftigung seine Entlassung, weil, wie ihm sein Meister nach langem Zögern mittheilte, die Kampf in Madagaskar. Der Frankfurter 3tg." Werft von der Staatsanwaltschaft die Mittheilung empfangen wird aus Paris gemeldet, daß die mit dem neuen Madagaskar hatte, daß er wegen Majestätsbeleidigung mit 2 Monaten Ge- Kourier eingetroffenen Korrespondenzen von dem Kampfe bei fängniß bestraft sei. Trotzdem die Strafe noch nicht rechtskräftig Andriba berichten. Der Korrespondent des„ Temp3" meldet, ift und die Anklage die Folge eines niedrigen denunziatorischen die Hovas seien von den Engländern Graves und Henning beRachealtes war, wurde dennoch über den Unglücklichen die fehligt, welche femmtlich Schüsse richteten. Die Hovas erwiderten Sungerstrafe verhängt, da er infolge seines Alters auf feiner längere Beit das Artilleriefeuer; erst Melenit- Granaten, welche bere Musteranſtalt und wohl schwer auch nur wo anders wieder große Verheerungen in ihren Reihen anrichteten, zwangen sie zur Arbeit finden kann. Dieser doppelten Strafvollstreckung steht das Flucht Verhalten der Alters- und Invaliditätsversicherung im schroffsten Gegensatz gegenüber. Bei ihr finden eine große Anzahl Personen Beschäftigung, die im Leben Schiffbruch gelitten, und Für Bismarck Gefängniß ja Buchthausstrafen verbüßt haben. Meistens find es chemalige Beamte, denen hier der Weg zur menschlichen und Herr v. Hammerstein. Gesellschaft von neuem geebnet wird, da sie nach guter Führung Ich bekenne mich wie früher als Mitbegründer des den Schreiberposten mit einer pensionsberechtigten Beamtestelle die ihm nahe gestanden, erinnern sich seiner nicht mehr. Auch anders liegt als beim Reichstage. Bei den Wahlen zum Herr v. Hammerstein ist unbequem geworden. Gar viele, artells, meine aber, daß die Sache beim Landtage doch vertauschen tönnen. Können auch wir vom rein menschlichen die früheren nahen Beziehungen des Fürsten Bismarck zu dem Landtage hat kein Grund vorgelegen, ein Kartell zu schließen. Standpunkt die Praxis der Alters- und Invaliditätsver cherung ehemaligen Chefredakteur der Kreuz- Zeitung" werden von Der Bruch des Kartells ist von den Nationalliberalen nur gutheißen, so findet das Vorgehen der anderen Mueranſtalt dienstbereiten Federn in den„ Hamburger Nachrichten" und anderen ausgegangen, sie sind vom Kartellwege abgeschwenkt. Ich verdie schärfste Verurtheilung. Jedenfalls öffnen die beiden sich Bismarck- Blättern in Abrede gestellt. Da fällt uns nun aus unserer stehe das ganze Gerede von einem Kartell bei den Landtags diametral gegenüberstehenden Vorgänge manchem noch an die Fürsorge unseres Staates glaubenden Arbeiter die Augen und Hammerstein- Mappe ein Beweisstück in die Hände, aus dem wahlen nicht. Man macht mir immer den Vorwurf, daß ich erleichtern ihm den Nebertritt zur Sozialdemokratie. hervorgeht, wie über jene Beziehungen und seine ganze das Kartell gebrochen habe. Das ist die unwahrheit, die politische Stellung sich Herr v. Hammerstein selbst in Gegenwart Nationalliberalen haben es gethan und das An= München, 1. Oftober. Die sozialdemokratische der Abgeordneten v. Bandemer- Selesen, v. Below- erbieten der Konservativen zurückgewiesen Landtagsfraktion brachte folgenden Antrag ein:" Die Saleste, v. Braunschweig- Wollin, v. d. MarKammer der Abgeordneten wolle beschließen: Es sei an die wig- Mundi chow u. a. ausgesprochen habe. Staatsregierung das Ersuchen zu richten, dieselbe wolle bald- Sollten sich jedoch die konservativen Herren, gleich Herrn möglichst, jedenfalls aber noch während der gegenwärtigen Dr. Kropatschet, zwar eines sehr guten Gedächtnisses erLegislaturperiode, dem Landtag den Entwurf eines neuen freuen, sich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern" tönnen, Landtags- Wahlgesetzes zur Berathung und Beschlußfassung wo und wann sie diesen oder einen ähnlichen" Vorunterbreiten. Für diesen Entwurf sollen die nachfolgenden Grund- trag ihres ehemaligen Generalgewaltigen mit brausendem fäße maßgebend sein: Allgemeines, gleiches, direktes Bravo" entgegengenommen haben, so wollen wir, hilfreich geheimer Abstimmung aller voll wie immer, gleich bemerken, daß das" Bravo" in dem hinter jährigen bayerischen Staatsangehörigen. Ge- pommerschen Städtchen Stolp, im Jahre 1888 ertönte und zwar währleistung unbedingter Wahlfreiheit, Schutz des Wahl- am 5. November, abends 9 Uhr 30 Minuten. geheimnisses durch Abgabe der Stimmzettel in amtlichen Herr v. Hammerstein aber sprach: Wahlumschlägen. Vornahme der Abstimmungen an Meine Kandidatur ist zum theil aus sehr persönlichen An die Parteigenossen der Provinz Brandenburg! Sonntagen oder Landesfeiertagen. Wahl der Abgeordneten Momenten angefochten. Es ist nöthig auf diese Angriffe näher Nachdem die Neuwahlen der Mitglieder der Agitations. nach Proportional Sy ste m." Desgleichen wurde die einzugehen. Seit 12 Jahren vertrete ich diesen Wahlkreis.*) Als Interpellation betr. Massenerfrankungen in den Kasernen in ich vor 12 Jahren zum ersten Male vor meine Wähler hintrat und Kommission stattgefunden und dieselben damit für 1895/96 die Passau, Ulm 2c. bereits eingereicht. meine Grundfäße entwickelte, waren es durchaus dieselben, wie heute. Verpflichtung übernommen haben, die Agitation in der Provinz Kein Wort, das ich damals gesagt, werde ich heute zurücknehmen. Ich nach jeder Richtung hin zu fördern, bringen wir den Genossen war damals der ganz entschiedenen Meinung, daß es hohe Zeit sei, Brüffel, 3. Oktober. Der Völkerrechts Rongreß endlich für diesproduktiven Stände einzutreten, daß das Handwerk zur Kenntniß, daß alle Briefe und Sendungen( Bestellungen auf nahm einstimmig einen Antrag an, welcher eine inter schwer barniederlag, daß es Zeit sei, eine wirthschaftspolitik zu vers Agitationsmaterial, Gesuche um Referenten 2c.) an Earl nationale Uebereinkunft als die einzige zweckmäßige langen, die zu einer Aenderung führte. Ich hatte die Ansicht, daß Dimmick, Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55, zu richten sind; alle Löfung der Streitfälle in Sachen der Schiffszusammen der Kulturkampf, der damals noch in hellen Flammen Gelder wolle man adressiren an Otto Antrid, Berlin W. stöße bezeichnet. Sodann nahm der Kongreß mit 18 gegen loderte, beendigt und Mittel gefunden werden müßten, den 2. Stimmen einen Antrag an, welcher sich dafür ausspricht, daß tonfessionellen Frieben wieder herzustellen. Man hat mir damals Steinmetzfir. 60. Um den Verkehr, insbesondere auf schriftlichem die Gesetzgebung in allen Staaten die Bestimmung annehmen wie heute den Vorwurf gemacht: ich stehe im Gegensatz zur Staats: Wege, mit den Genoffen in der Provinz ungestört pflegen zu können, sollte, durch die dem Richter gestattet wird, im Falle eines Ver: regierung. Was haben diefe Angriffe für eine Berechtigung? ersuchen wir, uns jeden Wechsel der Vertrauenspersonen bezw. fchuldens die Bezahlung des von den follidirten Schiffen er Damals hatten sie eine fachliche Berechtigung. Damals herrschte jede Wohnungsveränderung derselben sofort mitzutheilen. Auch littenen Gesammtschadens im Verhältniß zur Schwere des beber Liberalismus noch unbeschränkt in unseren Parla- ersuchen wir die Genossen, ihr Augenmerk darauf zu richten, daß gangenen Verschuldens den Betheiligten aufzuerlegen.menten, damals war das Manchesterthum noch die Summe aller politischen Weisheit. Gamphausen verkündete als die Summe uns neue Adressen vertrauenswürdiger Personen hauptsächlich Budapest, 3. Oftober. 3um Rampfe gegen die täme, feine Zinsen zu verlieren. der Finanzpolitik den Grundsaß, daß es nur darauf an aus denjenigen Orten überwiesen werden, mit welchen wir Bivilehe. Der Magyar Hirlap" meldet: In den Ort aus: Der Staat sei nicht im stande, die Dummen zu schützen. Delbrück sprach den Sah bis jetzt in Verkehr zu treten nicht in der Lage waren. schaften Traste n'a und Turdossin drangen die Einwohner Diefer Auffassung trat ich allerdings diametral entgegen. Der Mit sozialdemokratischem Gruß in das Amtslokal des Matrikelführers, zerrissen die Bücher und Staat hat gerade die Pflicht, die Schwachen gegen das vertrieben den Matrikelführer. Das dem Vorgange Manchesterthum zu schützen; er hat die Aufgabe, Mittel zu finden, um den kleinen Ständen aufzuhelfen lich sind, möchten wir bezweifeln, mehr Zweck hätte es entschieden, Als Eugen Richter die Steuer- und Wirthschaftsreformer, 3. wenn er die Steuern mehr von ihrer materiellen Seite her betrachten zu denen auch ich gehörte, Bauernfänger" nannte, da war wollte. Andere Vorträge erheben sich dagegen auf ein beträchtlich im ganzen Abgeordnetenhause nur einer, Herr von Below: höheres Niveau, wie der äußerst anziehende Vortrag von Philippo. Sa leste, der diesem schmachvollen Angriff entgegentrat. Damals An die Parteigenossen von Deutsch Wilmersdorf, wich über die neuere deutsche Handelspolitik oder Knapp's flare war keine Stimmung dafür, daß es eine Ehre sei, die nothleidende Halensee und Rheingau! Parteigenoffen! Troh wiederholter und mundgerechte Darstellung des deutschen Münzwesens. Daß Landwirthschaft zu schützen. Herr Richter war in der Lage, Aufforderung fehlen noch immer ein großer Theil von Unterdie Dozenten natürlich weit entfernt find, irgendwie Herrn von Below gegenüber zu revoziren. Ich bin schriften in den Petitionslisten, welche die Errichtung eines ausgesprochen arbeiterfreundlich zu sein, versteht fich damals nach Berlin gereift, um Richter zu Gewerbegerichtes für die obengenannten Orte befürworten sollen; bei ihrer Staatsstellung von selbst; doch mögen immerhin ein wingen, den Vorwurf zurückzunehmen, und er speziell sind es halensee und Rheingau, welche noch viel paar Beispiele angeführt sein. Herr Geheimrath Conrad aus hat das denn auch in einer Erklärung gethan. Halle erklärte mit feierlicher Miene schon am ersten Tage, er müsse in seinem Vortrag über Bevölkerungswesen Dinge be= Als man mich 1876 wählte, machte man mir auch den sprechen, die man in der guten Gesellschaft nicht berühre, er Vorwurf, ich stehe gegen Bismard. Als meine Wähler warne daher die Damen, wieder zu ihm zu kommen. Und was mich 1881 in den Reichstag schickten, da berief mich der gebar der freißende Berg am nächsten Tage? Der Herr Geheim Reichskanzler telegraphisch nach Vargin und berath machte feine Zuhörer grufeln von den hohen Zahlen unehelicher prach sich dort mit mir zwei Tage lang; er beglück Geburten in Deutschland und setzte auseinander, wieviel fittlicher wünschte mich zu meiner Wahl und hieß mich willkommen Frankreich als Deutschland sei, weil dort viel weniger uneheliche als Mitglied des Reichstages, weil weil id der beste Kinder geboren würden. Dabei hat der Herr Geheimrath ganz Vermittler zwischen den Konservativen und dem Zentrum vergessen. die Ursachen des geringeren Kindersegens in Frankreich fei. Wir besprachen weiter die Organisation der fittlich zu bewerthen. Dann wurde der schärfste Malthusianismus konservativen Partei und wie dem Kulturkampf ein verzapft und mit allerliebsten Geschichten begründet, so mit dem Ende zu machen sei. Ich führe das nur an, Uhlandstr. 68. Beispiel von einem Schmied, der 18 Kinder hatte u. s. m.; es um zu zeigen, daß man andere Wege gehen kann und doch auf wurde ferner konstatirt, wenn die oberen Klassen so wenig dem richtigen Wege ist.. Belgien. Desterreich- Ungarn. " -" Die Agitations Rommission für die Provinz Brandenburg. .: Carl Dimmick, Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Die in der Provinz erscheinenden Partei- Organe werden um gefl. Abdruck vorstehender Notiz gebeten. zu wünschen übrig lassen. Genoffen, wir richten nun an Euch die dringende Mahnung, die Sache keineswegs unbeachtet au lassen, denn nur eine möglichst starte Betheiligung vermag unserm Wunsche genügende Geltung zu verschaffen. Darum nochmals, versäume niemand, sich in die Listen einzuzeichnen. Dieselben liegen aus für Halensee und Rheingau bei R. Wünsche, Westfälischestr. 44; für Wilmersdorf bei W. Tepper, Uhland- und Günzelstraßen- Ecke; H. Klingenberg, Berliner straße 40, und A. Stabinsky, Badenschestr. 18. Alles Material, welches bezug auf obige Angelegenheit hat, nehmen die Kommissionsmitglieder Grehß, Berlinerstr. 105; Witte, Uhlandstr. 68, und Kübler, Sigmaringenstr. 32, entgegen. J. M.: Nerre, Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Einstimmig freigesprochen wurde von den Brünner Geschworenen Genoffe Krapfa, Redakteur des czechischen Parteiblattes Rovnost"( Gleichheit). Er war ans geklagt, in seinem Blatte das Verbrechen gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung begangen zu haben. Weitere derartige Verhandlungen sind für den 3., 4. und 5. Oktober anberaumt. Die Bremer Parteigenoffen beschlossen, in diesem Jahre Kinder zeugten, so läge das nicht, wie die Sozialisten behaupteten, Weiter trete ich dem mir auch jetzt wieder gemachten Vor- von einer Beschickung des Parteitages Abstand zu nehmen. an Marasmus oder Impotenz, sondern an ihrer großen Klugheit, wurf entgegen, daß ich im Gegensatz zur Regierung stehe. We r Parteifinanzen. Im Wahlkreise Bochum wurden für die Vorsicht und Tüchtigkeit. Sie könnten mit Leichtigkeit viel ist denn die Regierung? Sind es die Minister, Beschickung des Kölner Parteitages 134,60 M., für die des Kinder zeugen, aber sie wollten es nicht. Die Arbeiter dagegen oder der Reichskanzler? Bei uns wird die Regierung Frankfurter Parteitages 286,50 M. gesammelt. Der Ueberschuß dürften nicht mehr soviel Kinder friegen, das sei ganz un durch Se. Majestät den Kaiser geführt, und Kaiser dieser Sammlung betrug nach Abrechnung der Delegationstoften leidlich; also ganz dieselbe brutale Melodie, die schon vor Wilhelm hat bisher bewiesen, daß er ein febr 154,35 M. Der Kreis- Vertrauensmann nahm im Jahre 1894/95 100 Jahren der mit 7 Kindern gesegnete Pfaffe Malthus pfiff. persönliches Regiment beabsichtige. Ich bin weit ent 241,65 M. ein und verausgabte 180,55 M. Der Kassenbestand Für die Armen ist kein Kuvert aufgelegt auf der reichbesetzten fernt, den Kaiser in die Debatte zu ziehen. betrug am Ende des Geschäftsjahres 61,10 M. Tafel des Lebens; sie mögen sich von dannen trollen. Wenn aber jemand der Meinung sein sollte, es sei der Wunsch Daß Hofrath Brentano, der ja professionell vom Sozialisten des Raisers, den rechten Flügel der konservativen Parteitödten lebt, fich die Gelegenheit nicht entgehen läßt, Karl überhaupt giebt es keinen rechten Flügel, aber man braucht Marg zu vernichten, ist so natürlich, daß man sich wundern einmal diesen Ausdruck aus dem Parlament verschwinden zu müßte, wenn es anders wäre. Da soll Karl Marx zwischen sehen, der befindet sich in einem großen Frrthum.. Miethe und Rauf der Arbeitskraft bisweilig nicht haben unterscheiden wollen, denn den Unterschied habe er wohl gekannt, aber er habe gesehen, daß es anders ein agitatorisch sehr schön zu verwerthendes Schlagwort abgäbe und so habe er hier falsches Spiel getrieben. Auch wird die Ausbeutung auf sehr feine Weise hinweg- Herr v. d. Often Jannewiß hat erklärt, daß er unter estamotirt. Der Mehrwerth, welchen der Unternehmer in die feinen Umständen ein Mandat annimmt. Tasche steckt, ist nämlich nicht ein dem Arbeiter entzogener Theil Mein firchenpolitischer Antrag vom Jahre 1886, betreffend des Lohnes, sondern der Entgelt für die Organisation die größere Selbständigkeit der evangelischen Kirche, soll LandesDes Betriebes, dafür, daß die Arbeiter angestellt verrätherei sein und dahin führen, der evangelischen Kirche eine werden u. s. w. Der Arbeiter hat also mit seinem hierarchische Gestalt zu geben u. f.w. Solche Absichten habe ich nicht. Lohne zufrieden zu sein, er hat nicht mehr zu beanspruchen. Der fatholischen Kirche sind ihre Rechte und ihre Freiheit Schritt Der Aktionär dagegen, welcher das Bergwerk, dessen Attien er für Schritt zurückgewährt worden und ich will, daß der evangelischen besitzt, noch nie gesehen hat, erhält den Unternehmergewinn mit ein gleiches geschehe. Ich habe den Antrag doch auch nicht vollem Recht. Doch bei Herrn Brentano versteht sich dergleichen von selbst.*) Der Landtags- Wahlkreis Stolp- auenburg- Bütow Neber die Dozenten, die in der nächsten Woche vorzutragen war lange Jahre von den drei Abgeordneten v. Bandemer, haben, werden wir noch berichten. v. Below und v. Hammerstein vertreten. Was die Waldersee Versammlung betrifft, so ist dabei hervorzuheben, daß der Kaiser, damals noch Prinz, und feine erlauchte Gemahlin Gegenstand der schmachvollsten und schamlosesten Verdächtigungen gewesen sei.. . Genosse Goldstein, der Redakteur des„ Sächsischen Voltsblattes", wurde am 2. Oftober wegen Uebertretung der Amtshauptmannschafts Verordnung vom 3. September 1894, Boykott von Geschäftsleuten betr., in Verbindung mit§ 360, 11 des Reichs Strafgesetzbuches( grober Unfug) vom Zwickauer Schöffengericht zu 100 Mart Geldstrafe event. 10 Tagen Haft verurtheilt. Der Schankwirth Arzberger in Planit hatte dem dort bestehenden Ortsverein fein Lotal gekündigt, dies wurde im Sächf., Volksblatt" durch eine Annonce bekannt gemacht, welche mit dem Saße schloß: Arbeiter, richtet Euch danach! Darauf wurde obiges Vergehen begründet. Grober Unfug. Ein neuer Angriff auf die wenigen Rechte, welche den Arbeitern zur Erzielung befferer Lohn- und Arbeitsbedingungen gewährleistet sind, soll durch den groben Un" s Weitere Beschränkung des VersammIungsrechts in Sachsen. Ein Gemeinderath Döhlen's berief eine Parteiversammlung ein. Bom Einberufer wurde die Beibringung einer Legitimation, daß er in Döhlen wohne und die bürgerlichen Ehrenrechte besige, verlangt. Dabei hat der Genosse schon y Versammlungen angemeldet und ist zugleich Mitglied des Gemeinderaths in Döhlen, was er gar nicht sein kann, wenn er nicht die zur Einberufung einer Versammlung erforderlichen Eigenschaften hat. Gin netter Polizeikommissär. Wegen eines Sittlichkeitsverbrechens(§ 182 des Strafgesetzbuchs) wurde vom Schwurgericht Tübingen der Polizeikommissär Kauffmann der Kreisstadt Reutlingen( Württ.) zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Soziale Ueberlicht. Gewerkschaftliches. Organisation tragen. 9 W Weiter ist es Pflicht jedes Kollegen, alles Material, welches auf die Firma Rosenfeld u. Komp. bezug hat, sofort der Wertstatt Kontrollkommission zu unterbreiten. Dieselbe tagt jeden Dienstag, 82 Uhr abends, bei Zubeil, Lindenstr. 106. J. A.: Nerre. = Barbiere. Die Zahlstelle für den Bezirk S. und S.O. des Verbandes der Barbiere und Friseure befindet sich beim Kollegen Paul Liere, S., Gräfestr. 37. Sprechstunden täglich von 8 bis 8 Uhr. Barbiere. Der Raubzug von den sich um uns in väterlicher Fürsorge" abmühenden Innungshelden auf die uns gesetz lich gewährleistete Sonntagsruhe wird jetzt, laut Beschluß des Innungskongresses, seinen Anfang nehmen. Wir fordern alle Kollegen auf, an die von ihren Arbeitgebern das Ersuchen gestellt wird, Sonntags länger als bis 2 Uhr zu arbeiten, dies unverzüglich unterzeichnetem mitzutheilen. Sämmtliche Kollegen werden aufgefordert, Unterzeichnetem diejenigen Geschäfte nam haft zu machen, die nach 2 Uhr Sonntags geöffnet sind. Franz Starofson, Prinzen- Allee 5/6. " Nachdem die Angeklagten noch sämmtlich ihre Unschuld betheuert, bezw. um eine milde Strafe gebeten haben, zieht sich der Gerichtshof um 33/4 Uhr zur Berathung zurück. fugsparagraphen inszenirt werden. Die Notiz, daß Zuzug nach verschiedenen Orten für Töpfer fernzuhalten ist, und daß Mitfängniß und 2 Jahre Ghrverlust, gegen Baer, Polensky und Klemmstein je 9 Monate Gefängniß und je 1 Jahr glieder des Verbandes, wenn sie an den Orten Arbeit nehmen, Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Ehrverlust, gegen Gauernad 2 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre aus dem Verband ausgeschlossen werden, soll geeignet sein, andere Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden Ehrverlust, gegen Hensel, Dartsch, Knorr, Röthig, unbestimmte Gewerbetreibende in Unruhe zu versetzen, und den Gewerbebetrieb einer Anzahl von Arbeitgebern zu beeinträchtigen. Lehmann und Lewin je 1 Jahr Zuchthaus und 2 Jahre Achtung, Metallarbeiter und Tischler! In der Telephon- Ghrverlust. Von den Vertheidigern nimmt zunächst RechtsDie Androhung des Verbandausschusses soll ferner geeignet Bauanstalt von Welles, Engel Ufer 1a, streiten fämmtliche anwalt Dr. Ivers das Wort, um nachzuweisen, daß hier sein, diejenigen unbestimmten Arbeitnehmer", welche in den Arbeiter und Arbeiterinnen infolge von Lohndifferenzen. Zuzug feinesfalls von einer Hehlerei die Rede sein könne, sondern ein boykottirten Orten Arbeit nehmen, zu belästigen und zu beun- ist fernzuhalten. Der Vorstand des Verbandes aller in der ganz offenes, legales Geschäft vorliege. Die Thatsache ruhigen. Wegen dieses Vergehens erhielt Kollege Babiel in Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. stehe fest, daß in Berlin fort fort und fort Fastagen zu seiner Eigenschaft als verantwortlicher Redakteur des Töpfer" einen Strafbefehl in Höhe von 100 M. event. 20 Tagen Haft. An die Parquetbodenleger von Berlin und der Um. Spottpreisen erworben werden können, wahrscheinlich infolge gegend! Kollegen! Wie Ihr wohl alle wißt, ist in der öffent- der mindestens nicht großen Ordnung, die bei den Sollte in der That diese Rechtsanschauung durchdringen, so lichen Parquetbodenleger Versammlung vom 18. Juli beschlossen Brauereien herrsche. Die Brauereien werden ihre Kontrollwürde das im§ 152 der Gewerbe Ordnung gewährleistete worden, über die Firma Rosenfeld u. Komp., tgl. Hoflieferanten, maßregeln selbst zu treffen haben, der Staatsanwalt habe ihre Roalitionsrecht der Arbeiter illusorisch gemacht werden. Gegen die Sperre zu verhängen. diesbezüglichen Geschäfte nicht zu führen, die Brauereien müßten diesen Strafbefehl ist selbstverständlich gerichtliche Entscheidung beantragt. Außer einigen Herren, welche entgegen ihrer gegebenen Unter- fich schon die Mühe geben, dahin zu gelangen, was andere schrift, sich mit ihren Kollegen nicht solidarisch erklärten, hat Firmen in anderen Branchen schon längst erreicht haben. Was Wie Majestäts- Beleidigungs- Prozesse fich bis jetzt nur ein Bodenleger gefunden, welcher den traurigen speziell den Angell. Röthig betrifft, so habe schon vor zwei entstehen. Die„ Schleswig- Holst. Volts- Zeitung" schreibt zur Muth besessen hat, bei der Firma Arbeit zu nehmen und dadurch Jahren der Staatsanwalt in einem Bescheide ausgeführt, daß Geschichte der Verurtheilung des Genossen Bauer zu 6 Monaten seinen Leidensgefährten in den Rücken zu fallen. Kollegen, es die sorgfältigsten Ermittelungen und Beobachtungen nicht er. wegen Majestätsbeleidigung: gilt nun, weiter Gure Solidarität zu bethätigen und zu geben haben, daß der Geschäftsbetrieb Röthig's auf Hehlerei beruhe. Der Pantoffelfabrikant Rig, bei dem Bauer in Arbeit ge- zeigen, daß wir dem Kapitalisten sammt Ihren Helfershelfern Rechtsanwalt Sachs führt aus, daß sein Klient Lewin der standen, wurde verdächtigt, den Genossen Bauer denunzirt zu haben. zu begegnen wissen; gebe sich kein Kollege her, bei Rosenfeld Hehlerei nicht nur nicht überführt worden sei, sondern auch nicht Rix sollte sich dahin geäußert haben, daß, wenn Bauer die Ar- u. Komp. um Arbeit anzufragen oder gar in Arbeit zu treten, einmal ein genügender Verdacht vorliege. Er habe erwartet, daß beit bei ihm verließe, er ihn wegen Majestätsbeleidigung anzeigen fondern laßt die Herren, welche andere Intereffen zu verfolgen der Staatsanwalt selbst die Freisprechung beantragen werde. Man wolle. Bei der damaligen Verhandlung befundete Rix aber unter scheinen als ihr, in aller Freude das Privilegium genießen, für könnte vielleicht wünschen, daß die jetzt in den Kreiſen von Brauern, Eid, daß er der Denunziant nicht sei. Genosse Bauer hat nun eine gesperrte Firma zu arbeiten. Auch diese Bodenleger werden Destillateuren 2c. übliche Methode, Fässer zu kaufen, einer auf grund der Aussage des Drechslers Nagel, welche auch bei ihre Handlungsweise noch bereuen. anderen Form Play machen und eine größere Vorsicht eintreten einem Rechtsanwalt in Altona zu Protokoll gegeben wurde, Anmöge, da aber diese Methode von anerkannt makellosen Leuten zeige gegen Rig wegen Meineid bei der Staatsanwaltschaft geganz offen gehandhabt werde, so könne man den Angeklagten macht, und haben bereits mehrere Bernehmungen in dieser Sache feinen Strick daraus drehen. Er bitte, den Angeklagten Lewin stattgefunden. Wir werden über den Verlauf der Sache noch nicht nur freizusprechen, sondern auch im Erkenntniß auszudrücken, später berichten. daß seine Unschuld erwiesen sei. Rechtsanwalt Dr. Schwindt findet es unbegreiflich, daß man überhaupt nur annehmen könne, daß ein Mann von der Vergangenheit und der Lebenslage des Angeklagten Lehmann, ein Mann, der vor den Gerichtsferien auf der Bank der Geschworenen gesessen, sich eines Verbrechens schuldig machen könne, welches mit Zuchthaus bedroht sei. In diesen Verhandlungen sei unendlich viel von außen her und von den Zeugen hineingetragen worden, wobei vielleicht Nachklänge des Bierboykotts, Konkurrenz- und Geschäftsneid und andere schöner Dinge eine Hauptrolle spielen. Der Angeklagte Lehmann sei durchaus unschuldig, denn bei dem Erwerb der Fässer seien ihm teinerlei Umstände nahe getreten, aus denen er annehmen konnte, daß sie aus einer verbrecherischen Handlung herrührten. Der Vertheidiger schloß seine längeren Ausführungen mit den Ausdrücken der Erwartung, daß der Vorsitzende des Gerichtshofes bei der Urtheilsverkündigung besonders betonen werde, daß Eine Frankfurter Steinmetzen- Versammlung verhängte die Schuld des Angeklagten Lehmann nicht nur nicht erwiesen Bur Theilnahme an den Unfalluntersuchungen nach über das Syenitwerk Schöneberg, welches die mit den Arbeitern sei, sondern daß thatsächlich seine völlige Unschuld erwiesen sei. §45 des Unfall- Bersicherungsgesetzes hat die zentral getroffenen Vereinbarungen über den Lohn nicht halten wollte. R.-A. Pincus plädirte gleichfalls für Freisprechung seines, Kranken- und Sterbetasse der Tischler und es war Taglohn vereinbart und schließlich sollte Affordarbeit sowie die übrigen Vertheidiger für Freisprechung ihrer anderer gewerblicher Arbeiter in Hamburg, eingeführt werden. Drei Arbeiter, und gerade die, welche die Klienten beziehungsweise für Serabſegung des beantragten Strafmaßes. Abmachungen mit der Firma getroffen hatten, wurden gekündigt, Rechtsanwalt Hugo Sachs weist noch aus der welche von etwa 700 auch in Berlin 8 örtliche Verwaltungs- weil sie sich weigerten einen diesbezüglichen Revers zu unterFachzeitung für Brauer" nach, daß die Zahl der Brauereien im stellen hat, nicht weniger als 430 Bevollmächtigte und dem entsprechend 860 Ersatzmänner gewählt. Wenn man bedenkt, daß schreiben. Die Versammlung erblickte darin eine Maßregelung Deutschen Reiche sich um etwa 3000 innerhalb der letzten zehn Jahre vermindert hat. Daraus lasse sich ein Schluß auf die die Anzeigen über die Gewählten an die unteren Aufsichts- und verhängte die Sperre über das Werk. Menge gebrauchter Fässer ziehen, welche in den Verkehr gelangt behörden zu erfolgen haben, diese aber je nach Töpfer. Zuzug ist fernzuhalten nach München, Geschäft seien. den einzelnen Ländern des lieben deutschen Vater von Hausleiter, für Wertstubenarbeiter wegen Maßregelung nach landes recht verschieden bezeichnet werden, wie: Landraths Hamburg, Tilsit, Königsberg i. Pr. und Zürich( Schweiz) wegen amt, Bezirksamt, Oberamt, Amtshauptmannschaft, Polizei- Lohnkampf und nach Seen b. Winterthur, Geschäft von A. Peter. direktion, Bürgermeister, Magistrat 2c., so kann man er In Bukarest ist nur die Firma Beege gesperrt., Um 6 Uhr verkündete Landgerichts- Direktor Denso das messen, welch' umfangreiche Arbeit dem Kassenorgan dadurch verursacht ist. Aber, wie wir es gewöhnt sind, überwinden unsere Arbeiter beschlossen am Sonntag in einer großen Versammlung, und einjährigem Ehrverlust, Polensky zu drei Monaten, Ende des Kopenhagener Gießarbeiterstreiks. Die Urtheil. Der Angeklagte Kessel wurde zu einem Jahre einem Monat, Bär zu neun Monaten Gefängniß Senoffen auch solche Schwierigkeiten selbst dann, wenn sie noch größer find. Freilich wird derartige Arbeit in einfacher, nicht auf die von dem Fabrikantenverein gemachten Vorschläge einzu und einjährigem Ehrverlust, Polensky zu drei Monaten, einzu- Rlemmstein ebenfalls zu drei Monaten Gefängniß verin moderner umständlicher bureaukratischer Weise ausgeführt. gehen. Die Arbeiter werden in Zukunft ca. 18 Kronen erhalten, was nach der Erklärung des Fabrikantenvereins bedeuter: mehr urtheilt. In betreff der der Hehlerei Angeklagten sei deren Schutz der Bauarbeiter. Aus Mainz wird uns ge: als 171/2 Kronen, und zwar werden diesen Lohn alle Gieß Schuldfrage einer eingehenden Grörterung unterzogen worden. schrieben: In einer öffentlichen Bauarbeiter Versammlung wurde beschlossen, die städtische Verwaltung um Erlaß arbeiter erhalten. Die Arbeiter werden in Zukunft also 29 bis an der Schuld des Angeklagten Gauernac tonnte kein Zweifel eines Ortsstatuts mit Vorschriften zum Schuße der auf Bauten 30 Dere per Stunde verdienen, während sie vor dem Streit etwa obwalten, er sei wegen gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu einem 27 Dere erhielten, inkl. der Ueberstunden, während diese hinfort Jahr Monaten sechs Zuchthaus und den beschäftigten Arbeiter anzugehen und ernannte eine aus den ver- mit 25 pet. Ausschlag auf den regulären Stundentarif bezahlt üblichen Nebenstrafen verurtheilt worden. Dagegen sei schiedenen Branchen des Baugewerbes bestehende Kommission, des Angeklagten Hensel nicht für ge welche die Eingabe auszuarbeiten hat. Einen gleichen Beschluß werden sollen. Daß die Fabrikanten nicht alle Arbeiter wieder die Schuld erwiesen angesehen und derselbe deshalb frei. forderte eine Bauarbeiter- Bersammlung, welche in Worm 3 in annehmen wollen und etwa 70 vorläufig zurückgewiesen werden, nügend ber Heyl- Stadt stattgefunden hat. Der Angeklagte Dartsch habe dem bildet noch einen Beschwerdepunkt, der hoffentlich auch noch bei gesprochen worden. Gegen das Schwigsystem. Eine am 30. September in gelegt werden kann. Jedenfalls wird die Arbeit nicht früher die Verhandlung habe seine Schuld bestätigt. Er sei zu einem Kriminalkommiffar Kühne gegenüber ein Geständniß abgelegt und Mainz abgehaltene Schneiderversammlung sprach sich entschieden aufgenommen, als bis auch diese Frage entschieden ist. Jahre Zuchthaus, Ehrverluft und Polizei Aufsicht vers gegen das Schwizsystem und gegen die Errichtung von Betriebsurtheilt worden. Knorr habe freigesprochen werden müssen, werkstätten aus. aber nur, weil ein Nachweis seiner Schuld in nicht genügender Die Erhaltung des Bauernstandes macht den bürgerlichen Weise zu erbringen gewesen. Der Angeklagte Röthig habe Nationalökonomen arge Ropfschmerzen. So schlägt z. B. der freigesprochen werden müffen, weil ihm nicht nachLandgerichts Präsident Dr. v. Lang in Rottweil( Württem Die Verhandlungen in dem großen Fafdiebstahl gewiesen worden sei, daß er Kenntniß von dem unlauteren berg) zur Erhaltung des Bauernstandes bezw. des Erbrechts in Beozeß wurden gestern vor der 3. Strafkammer des Land- Erwerb der Fässer gehabt. Der Angeklagte Lehmann sei bäuerlichen Anwesen vor, es möge die Lebensversicherung gerichts I fortgesetzt. Seitens der Vertheidigung wurden noch zunächst von der Anklage der Unterschlag ing freigesprochen worden. event. in betracht gezogen werden und wenn nöthig, durch einen einige Beweisanträge gestellt. Auf Befragen des Rechtsanwalts& laffe sich schwer ein triftiger Grund finden, weshalb der wohlthätigen Zwang resp. durch gesetzliche Verpflichtung zur Dr. Ivers bestätigt der Brauereibesizer Kinh, daß er im Jahre Angeklagte sich an den Fässern bereichern sollte. Ju betreff der sicherung dem Untergang der Kleinbauern entgegengetreten werden. 1891 über 1000 Fässer direkt von der Schultheiß- Brauerei zum Hehlerei sei der Gerichtshof allerdings auch zu einer Freisprechung Judustrie und Arbeitskräfte in Nordamerika. us Preise von durchschnittlich 50 Pf. pro Faß gefauft habe. Der gelangt, aber er sei außer stande gewesen, dem Angeklagten Chicago schreibt man dem Hamb. Gorr.":" Sehr häuf wird Angeklagte Lewin führt einen Zeugen vor, aus dessen Bekundung Lehmann die gewünschte Ehrenerklärung zu geben. Die Frei in letzter Zeit bei den Eisen- und Stahlfabrikanten die Klage laut, er beweisen will, daß in dem Falle, wenn ihm ein unbekannter sprechung sei erfolgt, weil ein hinreichender Beweis nicht erdaß großer Mangel an geschickten Arbeitern herrsche, der ich jetzt Faßhändler Fässer zum Kaufe anbot, diefem aufgegeben wurde, bracht sei. Günstiger liege die Sache mit bezug auf den letzten gelegentlich des Wiederauflebens jener Industriezweige doppelt einen befriedigenden Nachweis des ehrlichen Erwerbes zu Angeklagten Lewin, obgleich auch ihm die gewünschte Ehrenfühlbar mache. Es scheine, als ob der Fortschritt zu bringen. Eine zur Stelle gebrachte halbe Tonne soll zur Be- erklärung nicht ertheilt werden könne. Es habe seine einfache schnell für die herkömmlichen Methoden, nach lastung des Angeki. Lehmann dienen. Wie der Brauereibesitzer Freisprechung erfolgen müssen mangels hinreichenden Beweises. welchen die Arbeiter ausgebildet werden, sei, Otto Müller behauptet, stammt dieses noch ganz neue Faв und die Anforderungen sind derartig gestiegen, aus der Schloßbrauerei in Fürstenwalde. Der Zeuge Müller hat daß ihnen die vorhandenen Kräfte nicht mehr gewachsen sind. dieses Faß gerade als Probe auf das Erempel benutt, welcher Die größten Etablissements, die ihrer Stellung nach mit zahl- Unfug in Berlin mit den Fässern getrieben wird. Er meint, daß Depelchen und lehte Nachrichten. reichen technischen und praktischen Beamten ausgerüstet sein fleinere Brauereien bei diesen fortgesetzten großen Verlusten an sollten, suchen fortgesezt nach Männern von Fähigkeiten mit Fässern überhaupt kaum noch bestehen können. Das hier in praktischen und wissenschaftlichen Kenntnissen. Es giebt Frage stehende Faß zeigt noch den oberflächlich beseitigten Brand Eaum einen Eisenbahnpräsidenten, welcher das Eisenbahn der Schloßbrauerei und dann den Brand Brauerei Lehmann". fach wirklich studirt hat, und wenn sich trotzdem die Der Angeklagte Lehmann erflärt, daß er von der Herkunft und Industrien theilweise großartig entwickelt haben, so ist den Wandlungen dieses Faffes gar nichts wisse und die neue das meistens den unwissenden Ausländern" zu verdanken oder Signirung nicht angeordnet habe. Unter Berufung auf Beugen beauch der Nothwendigkeit, welche die Mutter aller Erfindungen schuldigt der Angeklagte gerade den Zeugen Müller, daß dieser Ver- Gent, 3. Oftober.( W. T. B.) Der Ausstand der Baumist. Auch hatten es die amerikanischen Industriellen nicht nöthig, suche darüber angeordnet habe, ob und wie man die Firmen- woll- Arbeiter ist beendet. Die von den Arbeitgebern zu ge= sehr genau zu rechnen und mit ihren Mitteln Haus zu halten, bezeichnungen aus den Bierfäffern herausbringen könne. An- währende Lohnerhöhung wird von einem Schiedsgerichte festgesetzt denn sie waren durch ungeheuerliche 3ölle gegen den geklagter Lehmann bemüht sich ferner, den bezüglich der Unter- werden. Die Metallfabriken sind noch geschlossen. Mitbewerb des Auslandes geschützt. Auch hatten nicht sie selbst, schlagung an den Fässern der Hofer Brauerei auf ihn gewälzten Sofia, 3. Oktober.( B. S.). Seitens der türkischen Regiesondern die Käufer für die mannigfachen Fehler der amerikanischen Verdacht zu entkräften. Einige Belastungszeugen hatten befundet, rung werden in Makedonien große militärische Vorbereitungen Industrie- Erzeugnisse zu büßen, denn man redete dem Bolke vor, die daß Herr Lehmann gesagt habe: Die Fässer bleiben hier, die getroffen. Aus Afien werden fortwährend Infanterieregimenter Fabrikanten müßten nur deshalb so fabelhafte Preise für ihre Erzeug- brauchen wir! Der Angeklagte erläutert dies jetzt dahin, daß requirirt. nisse fordern, weil sie höhere Löhne als jedes andere Land zahlten. Die Fässer nicht den richtigen Inhalt gehabt hätten und er des London, 3. Oktober.( B. S.) Die gegenwärtigen Vorgänge Was in vielen amerikanischen Fabriken verwüstet und verhalb die Fäffer zurückbehalten habe, um seine Ersatzansprüche in Konstantinopel werden in der hiesigen Presse lebhaft besprochen; loren wurde, hätte allein genügt, europäische Unternehmer reich geltend zu machen. Die Beweisaufnahme wird hierauf geschlossen. allgemein hält man die Lage daselbst für sehr ernst.„ Standard" zu machen. Staatsanwalt Fiedler: Der Prozeß habe weit über ist der Ueberzeugung, daß die Armenier die Sympathien Europas Die Krisis des Jahres 1893 und die, wenn auch nur mäßige, die Brauerkreise hinaus berechtigtes Aufsehen erregt, durch die von ihnen in Szene gesetzten Ausschreitungen verscherzt Herabsetzung einiger Zölle haben sehr dazu beigetragen, die denn man hat mit Staunen gesehen, daß hier in Berlin haben und behauptet, daß die Lösung der armenischen Frage amerikanischen Industriellen ihre Irrthümer einsehen zu lassen. alljährlich soviel Bierfässer abhanden kommen, daß es sich jetzt schwieriger denn je sei. Die Times" betonen, nur durch Sie kommen zur Erkenntniß, daß die sinnreichen und verwickelten in der That um eine Lebensfrage der fleineren Brauereien rasche Annahme der Vorschläge der Mächte könne der Sultan Maschinen nicht mehr von beliebigen Händen bedient werden handelt. Die Brauereien werden sich gegen derartige Unredlich eine Wiederholung solcher Vorgänge verhindern. Daily News" können, sondern daß dazu auch Kenntniß und Erfahrung nöthig feiten selbst schützen müssen und es wird ihre Sache sein, zu er- schreiben, die Türken dürften nicht länger mehr christliche Rassen find. Sie tadeln sich aber nicht selbst für den fühlbaren Mangel wägen, wie dies am besten geschehen kann. Wie auch dieser beherrschen. Die Absichten der Armenier seien durchaus friedlich an zuständigen Kräften, sondern schieben die Schuld auf die Prozeß ausfallen möge, einen Vortheil wird diese Verhandlung gewesen. großen Gewerkvereine, welche, wie sie behaupten, die Gleich- immerhin in Zukunft für die Brauereien haben: sie werden die- Konstantinopel, 3. Oftober.( B. S.) Die Aufregung in macherei betreiben und die Ausbildung von Lehrlingen ver- jenigen, welche Fäffer, die Stempel Berliner Brauereien tragen, der türkischen Bevölkerung nimmt immer mehr zu. Die Lage wird hindern. Jedenfalls aber sind die Gewerfantaufen wollen, zur allergrößten Vorsicht mahnen. Der Staats- von Tag zu Tag ernster. Die Softas predigen auf den Straßen vereine nicht verantwortlich dafür, daß gerade anwalt hält außer den theils zugestandenen, theils erwiesenen den heiligen Krieg gegen die Fremden. Die Polizei geht gegen die in den Eisen- und Stahlfabriken die geschulten Fällen des Diebstahls und der Unterschlagung auch die Fälle Armenier ziemlich rücksichtslos vor; sie werden in jeder Weise Arbeiter nach und nach durch schlecht bezahlte der gewerbs und gewohnheitsmäßigen Hehlerei für erwiesen. gemaßregelt. So oft daher Verhaftungen vorgenommen wurden, Slovaken und Italiener erseht worden sind. Er unterscheidet die Gruppen der kleinen und die der großen ist es auch zu blutigen Zusammenstößen gekommen, bei denen es Daß die großen Arbeiterverbände von ihrer ursprünglichen Ein- Hehler und ist der Meinung, daß die unendlich große Zahl Todte und Verwundete gab. Besonders in Galata ist die Berichtung, nur vollständig ausgebildete Handwerker als Mitglieder der Fäffer, die spottbilligen Preise, das Frisiren der Fässer deut- völkerung ungemein erregt. Heute sind die Vertreter sämmtlicher aufzunehmen, abgekommen sind, das ist vorwiegend auf die Jagd lich zeigen, daß es sich hier um einen unehrlichen Erwerb handle. Großmächte zusammengetreten, um über die Situation zu be der Unternehmer nach möglichst billigen Händen zurückzuführen. Der Staatsanivalt beantragte gegen Kessel 11/2 Jahre Gerathen. D Gerichts- Beitung. " 6 Koburg, 3. Oktober.( W. T. B.) Es wird angenommen, daß die in Neustadt stattgefundenen vielfachen Brände auf Brandstiftung beruhen. Nachdem gestern eine Person unter diesem Verdachte verhaftet worden war, wurde heute eine zweite Person verhaftet, in deren brennendem Haus man planmäßige Vorbereitungen zur Brandstiftung gefunden hatte. " # Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 232. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 3. Ottober, nachmittags 5 Uhr. Unter den in geheimer Sigung zu verhandelnden Gegen ständen befindet sich auch ein Antrag Spinola auf Verleihung des Ehrenbürgerrechts an den Maler Professor Adolf Menzel. Freitag, den 4. Oktober 1895. der sozialdemokratischen Bewegung angeschlossen und war bis an sein Lebensende, ohne je agitatorisch hervorzutreten, wozu er sich nicht veranlagt fühlte, doch stets und durch Propaganda in privaten Kreisen mit seinen Mitteln nach Kräften für die sozialdemokratische Sache eingetreten. Ehre seinem Andenken! 12. Jahrg. Schuleute bei diesem Vorfall, daß jedermann im Baterlande, der noch für sich die Bezeichnung patriotisch, religiös, ehrlich, gesittet, edel, gut, ordnungsliebend oder auch nur feinfühlig in Anspruch nehme, von einem unsäglichen Schmerze erfüllt sein würde, wenn er Zeuge dieser 15 Minuten am Friedrichshain gewesen wäre." Brausewetter in Preßsachen. Die Kunst des StaatsDie harten Strafen, die Brausewetter über die an anwalts hat es, wie wir gestern mittheilen konnten, fertig ge- geklagten Redakteure am Schluß der Verhandlung aussprach, bracht, daß unsere immer noch wegen des berühmten Flucht lassen die Annahme zu, daß die Wucht derartiger EntlastungsAuf der Tagesordnung steht zunächst die Wahl eines verdachts in Untersuchungshaft sizenden Kollegen Pfund, aussagen auf die bereits zu Beginn der Verhandlung zum AusBürger deputirten in die Gewerbe deputation. In Dierl und Rautmann zum theil den Richtern, vor die sie druck gebrachte Anschauung dieses Richters von der Schuld Vorschlag sind gebracht Buchdruckereibefizer Otto Dreyer, gehören, entzogen und vor die Kammer Brausewetter der angeklagten Redakteure wenig oder gar nicht wirkte. Brüderstr. 4, Fabrikbefizer Weigert, Anklamerstr. 38 und Druckerei gebracht werden sollen. Gestern bereits erinnerten wir an die Wir haben kein Anzeichen dafür, daß diese Anschauungen besitzer May Bading, Beuthstraße 2. Ferner sind zu wählen verschiedenartige Behandlung, welche zwei Richter den An- turze Zeit später durch die Behandlung erschüttert worden je ein Mitglied in den Wahlprüfungsausschuß( gemeldet Stadtvv. geklagten im Gummischlauchprozeß haben zu theil sind, die der Kollege des Herrn Brausewetter, LandgerichtsMichelet und Ladewig), in die Deputation für Gesundheitspflege werden lassen. Zur Bekräftigung der Meinung, die wir von der direktor Röseler, der gleichen Materie zu theil werden ließ. ( gemeldet Stadtv. Weiß), in die Deputation für die Kranken- Kammer Brausewetter hierbei hegten, fühlen wir uns ver- Der Anarchist Pawlowicz, der am 29. Mai vor. Js. anstalten( gemeldet Stadtvv. Frenzel, Giese, Dr. Neumann, pflichtet, aus der reichhaltigen Fundgrube, zu welcher vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I stand, hatte Dr. Ruge, Wallach, Dr. Zadek) und in das Kuratorium des der von dem bekannten Vorsitzenden der bekannten zweiten Straf- fich in einer öffentlichen Versammlung über die Vorgänge Nikolaus Bürger- Hospitals( gemeldet Stadtvv. Gemeinhardt, fammer geführte Prozeß für uns geworden, einige besonders am Friedrichshain mit einer Schärfe geäußert, an die Mehner und Wallach). markante Aussprüche hervorzuholen. Möge die Oeffentlich auch nicht entfernt die abgemessene Kritik heranreicht. Die Wahl des Stadtv. Weiß in die Gesundheitspflege- teit an der Hand der angeführten Zitate die Frage entscheiden, mit der die angeklagten Redakteure sich begnügt hatten. Herr Deputation wird durch Atklamation vollzogen. Das Resultat der ob es einem vorgeblichen Preßsünder und namentlich einem Röseler, der den Angeklagten zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilte, übrigen Wahlen war bis zum Schlusse der öffentlichen Sizung Brausewetter das Vertrauen zu hegen, daß dieser denn bei der Gummischlauch Praxis nicht die Gefahr übrigen Wahlen war bis zum Schlusse der öffentlichen Sigung Sozialdemokraten möglich ist, zu dem Richter fühlte sich in der Gerichtsverhandlung veranlaßt, zu fragen, ob noch nicht festgestellt. Gegen die Vorlage wegen Verlegung der soge: Mann ohne Voreingenommenheit an seinen Anklage- vorliege, daß ein Krakehl, der vermieden werden soll, sich ver= nannten Kirchhofstraße in der Hasenhaide er fall herantreten wird. hebt Stadtv. Esmann entschiedenen Widerspruch. Sei es schon höchst merkwürdig, daß die Stadt ihr Eigenthumsrecht an dem bestehenden Wege aufgeben, der Militärfiskus dagegen das feinige an dem von ihm als Erfaz anzulegenden Wege behalten solle, so müsse man die Verlegung ganz unbedingt schon aus dem Grunde ablehnen, weil der Pionierübungsplatz, eine stete Gefahr für die Anwohner, nicht etwa beseitigt, sondern gerade auf das von der Kirchhofstraße durchschnittene Terrain verlegt werden solle. Um diese Gefahr und überhaupt die durch diese Verhältnisse geschaffene unwürdige und unhaltbare Situation der Bewohner jenes Stadttheils nach Möglichkeit zurückzudrängen, müsse die Stadtvertretung gegen: das an sie gestellte Ansinnen zurückweisen. Jedenfalls empfehle sich Ausschußberathung. Dem letzteren Antrag entsprechend beschließt die Versammlung. Die Erfahwahl zum brandenburgischen Kommunallandtag an stelle der verstorbenen Mitglieder Stadtvv. Selle und Gerth wird am 31. Oktober stattfinden. Im Mai und Juni d. J. haben bekanntlich 3 Stadträthe im Auftrage des Magistrats auf städtische Kosten eine Informationsreise zur Besichtigung von Verkehrseinrichtungen in anderen Städten unternommen. Im Anschluß an den von ihnen erstatteten Bericht hat die„ Gemischte Deputation zur Berathung über die zur Zeit innerhalb der städtischen Verwaltung schwebenden Fragen des Verkehrswesens" beschlossen, bei den Gemeindebehörden die Bewilligung eines Kredit 3 von zunächst 50 000 M. zu beantragen, um mit den geeignet er scheinenden Betriebssystemen Versuche stellen zu können. a 11= Es soll durch diese Versuche an Ort und Stelle erprobt werden, ob und welche Straßenbahn- Systeme den allgemeinen Bestrebungen nach Verkehrsverbesserungen gerecht werden und speziell dazu geeignet sind, den Pferdebahnbetrieb zu ersetzen. In betracht kommen 1. das System mit oberirdischer Zuführung des elektrischen Stromes, 2. das Dresdener Klette'sche System, 3. das verbesserte Attumulatorensystem, 4. das Gasmotorwagen- System, 5. das System Serpollet. Ziemlich zu Beginn der Verhandlung des GummischlauchProzesses in der zehnten Morgenstunde des 8. Mai 1894, als noch ein einziger Beuge ein Bild von den Eine brücken gegeben hatte, die er von der That am Friedrichshain empfangen, da wußte Herr Brausewetter zum Erstaunen der Angeklagten und ihrer Vertheidiger bereits festzustellen, daß die ganze Sache( von der Presse) aufgebauscht, und daß aus Nichts ein großer Elephant ge macht sei". ebenfalls ziemlich zu Beginn der Verhandlung die Worte entUnd dem Angeklagten Reßler warf dieser Vorsitzende 11 " Wenn Sie aus dem Vorwärts" schöpfen, so ist das die trübste Quelle!" Zu dem Angeklagten 3 a cha u vom, Sozialdemokrat" sprach Brausewetter: " W mehre, wenn das Publikum glaube, sich die Angriffe von Zivilpersonen nicht gefallen lassen zu brauchen. Auch wurde in dem von Herrn Röseler gesprochenen Urtheil konstatirt, daß der Gerichtshof sich auf die Seite der Entlastungszeugen gestellt habe. Wir sind der Anschauung, daß die hier geschilderten Thatsachen den drei Angeklagten Pfund, Diert und Raute mann ein volles Recht geben, Herrn Brausewetter und die von ihm präsidirte Kammer als befangen abzulehnen. Wir sind begierig, ob sich eine Stimme in der Deffentlichkeit moralischen Muth hätte. erheben wird, die eine gegentheilige Ansicht auszusprechen den Von der Heiligkeit der bürgerlichen Ehe spricht der Inseratentheil der Bourgeoisblätter ganze Bände. In dem Berliner Lokalanzeiger" Nr. 459 finden wir wieder folgende an muthige Anzeige: Heirath. Junge Damen( respektabler Eltern), welche über 15 000 m. und höher verfügen und heirathen wollen, finden diskrete Aufnahme im Pensionat bei Kiel, wo viele Difiziere, Beamte( Marine) verkehren. Monatliche Pension 130 M. Anfragen( folgt Chiffre). Man bewundere gebührend, wie ungenirt die Kuppelei sich Sie werden doch zugeben, daß die ganze Tendenz Ihres Blattes blos auf Hegerei gerichtet ist. Sie wollen doch nicht den Arbeitslosen helfen, sondern blos gegen die Besitzenden aufheben. Sie haben kein Interesse daran, den Leuten Arbeit zu verschaffen, das ist auch nicht der Zweck dieser Versammlungen, dazu findet sich kein Mensch ein, wie Arbeit der gute Rathschläge giebt, zu erlangen wäre, sondern Sie wollen durch Ihre Zeitung Religionsunterricht auf jeden Fall. In der Pache'schen blos aureizen, daß die Leute weiter un- Beitschrift„ Der Rektor"( Nr. 14) schildert ein hiesiger Rettor zufrieden gemacht werden." feinen Tageslauf" in einem längeren Artifel und dabei erzählt er auch folgendes schier unglaubliche Ereigniß: brach ihn Brausewetter mit den Worten: A13 Bachau diese Unterstellung zurückweisen wollte, unter " Das ist so notorisch, daß es keines Beweises bedarf!" breit macht. " 1 Ein Kind kommt zu ihm, um ihn unter Ueberreichung eines ärztlichen Attestes um einen Urlaub von vier Wochen zu bitten. Dieses Attest lautete aber buchstäblich also:„ Ich be Von der Polizei stand bei Brauseretter von vornherein scheinige hiermit der Schülerin Gr., daß sie wegen allgemeiner fest, daß sie gezwungen gewesen sei, die Besucher der Arbeits- Strofulose und Anschwellung der Schleimhäute einer vier losen- Versammlung am Friedrichshain auseinander au ben. wöchigen Dispensation vom Schulunterricht " In solche Versammlungen mischt sich em Theil der Be- bedarf, da sie zum Zwecke der Besserung ihres Zustandes völkerung durchgängig der schlimmsten Sote as einige Beit auf dem Lande leben soll und in den sind diese Leute von 16-20 Jahren, deren Robseite vir großen Ferien wegen ihres Religions Unter jeden Tag auf der Straße sehen; die Leute kon menicht in, richts nicht Berlin verlassen darf. Berlin, 10. Mai 1895. um Reden zu hören, sondern um an dem Stand, der Dr. R." Auf die Frage, weshalb es denn in den großen Ferien gemacht wird, theilzunehmen." nicht verreisen dürfe, erklärt das Kind, der betreffende Geistliche B Die Existenz der agents provocateurs im versei jetzt verreist und habe befohlen, daß seine Schüler und preußten Deutschland war für Herrn Brausewetter" blos eine Schülerinnen in den Hundstagen zum Konfirmanden Unterricht kommen sollten, eine Angabe, die der herbeiEinbildung gewisser Beitungen." " Da das erste System schon bei der elektrischen Bahn GesundDie Thatsachen, daß Spigel Horsch vom Polizeirath gerufene Vater lediglich bestätigte, wie er auch bei der brunnen Pankow zur Anschauung gelangt, das erste in Verbindung mit dem zweiten bei der der Firma Siemens u. Halske für Rumpf in Frankfurt a. M. im Jahre 1880 mit 20 M. wöchent- Meinung verharrte, sein Kind dürfe keine Konfirmandenstunde die Ausstellung tonzessionirten Linie Behrenstraße- Treptow und ich honorirt wurde und Säuren zu Attentaten besorgte; versäumen und müsse darum vor den Ferien verreisen und dadurch bei den beiden der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft daß die Spitzel Schröder und Haupt nach der Bekundung dem Schulunterricht vier Wochen lang fernbleiben. Der Rektor vom Zoologischen Garten bezw. Dönhoffplatz nach der Aus- des schweizerischen Polizeihauptmanns Fischer 1886 begleitet seine Erzählung mit den zutreffenden Bemerkungen: Wenn stellung tonzessionirten Linien, so werden sich die anzustellenden mit 250 resp. 200 Mark monatlich von der Berliner das Kind während der Hundstage verreist, so verliert es Dynamit bei fich 8 Konfirmandenstunden; wenn es jetzt aufs Land geht, Versuche, für welche die Große Berliner Pferdebahn geeignete Polizei bezahlt wurden und Strecken zur Verfügung stellen soll, zunächst auf die lehtaufge- bargen, sowie den Druck der anarchistischen Freiheit" so verfäumt es dagegen 128 Unterrichtsstunden mit führten drei Systeme beschränken. Die Haftpflicht für Betriebs führten drei Systeme beschränken. Die Haftpflicht für Betriebs- besorgten, daß der Polizeibeamte Ihring- Mahlow unter Einschluß von 16 Religionsstunden, letztere freilich unfälle soll den betr. Unternehmern( Akkumulatoren- Fabrik, A.-G. Berliner Arbeitern entsprechend wühlte, alle diese und ähnliche nicht vom Geistlichen ertheilt. Schätzt man den Schulunterricht in Hagen, Deutsche Gasbahn- Gesellschaft in Dessau, Serpollet in Thatsachen waren Brausewetter anscheinend un so gering, daß eine Konfirmandenstunde 16 Schulstunden aufin Hagen, Deutsche Gasbahn- Gesellschaft in Dessau, Serpollet in bekannt. Wovon er aber von vornherein überzeugt schien, wiegt? Ist eine so geringe Werthschäßung der Schule und ihrer Baris bezw. dem Inhaber des Serpollet- Patents Brandeis daselbst das war die Unschuld der Polizei an der Affäre am Arbeit am Ende des 19. Jahrhunderts noch denkbar? Aber da obliegen. Friedrichshain und die Schuld der Angeklagten. Die Vorlage gelangt ohne Diskussion zur Annahme. stehts ja schwarz auf weiß: das Kind bedarf jetzt einer vierUm für die Ausstellung 1896 einen neuen 3ufahrts= Diefe Meinung, sowie die Meinung, daß fast nur Gewöchigen Dispensation, da es in den großen Ferien wegen seines weg zum Treptower Park zu schaffen, ist seinerzeit die findel die Arbeitslosen- Versammlung besucht habe, wurde auch Religionsunterrichts nicht Berlin verlassen darf." Anlegung einer fahrbaren, zugleich zur Aufnahme der elettrischen später bei Herrn Brausewetter durch keine noch so gravirende Beugen Bahn Behrenstraße- Treptow bestimmten Verbindungsstraße aussage erschüttert. Brausewetter fragte einen Belastungszeugen: zwischen dem Lohinühlenweg und dem Schlesischen Busch längs der dortigen Anilinfabrik neben der Treptower Brücke beschlossen worden. Zur Herstellung dieser Anlage find 586 Quadratmeter der Böschungsfläche des oberen Freiarchengrabens zu erwerben. Der Fiskus will in die Abtretung gegen Zahlung von 20 M. für den Quadratmeter willigen und der Magistrat sucht dafür die Zustimmung der Versammlung nach. Auf Antrag der Stadtvv. Rose now und Wohlgemuth wird die Vorlage einem Ausschuß überwiesen, der sofort durch den Vorstand gewählt wird und dem auch der Stadtv. Bruns augehört. Schluß 64 Uhr. Ju später Stunde erfahren wir noch das summarische Wahlrefultat: In die Gewerbebeputation ist Druckereibesitzer Dreyer gewählt, in den Wahlprüfungs- Ausschuß Michelet, in das Kuratorium für Das Nikolaus Bürgerhospital Wallach; für die Krankenanstalten- Deputation muß Stichwahl zwischen Giese und Ruge stattfinden. → Der Antrag Spinola wegen Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Adolf Menzel ist ohne jeden Widerspruch einstimmig angenommen worden. Lokales. Um einem unter den Parteigenossen laut gewordenen Wunsche nachzukommen, werden die Versammlungsanzeigen im Inseratentheil fortan unter eine bestimmte Rubrik gebracht werden. Wir hoffen so die Ankündigungen dieser Art überfichtlicher als bisher gestalten zu können. Anzeigen, welche für diese Rubrik in der Nummer des folgenden Tages bestimmt sind, müssen jedoch spätestens nachmittags 4 Uhr in unserer Expedition eingereicht sein. Unser Genoffe Morih Voas ist gestorben. Gestern Abend 6 Uhr wurde er in seiner Wohnung plöglich vom Herzschlage gerührt und starb ohne längeren Zodestampf. Er war in Schwerin a. d. Warthe 1841 geboren, seit 1861 als Raufmann in Berlin ansässig, hat sich schon zu Lassalle's Zeiten -0 Traurig genug, daß es Eltern giebt, die sich eine derartige Ueberhebung ruhig gefallen lassen. " " Die erhitte Phantasie derer, die diese Das ist noch ein Stück Poesie des Landlebens. Ein Artikel schreiben, spricht immer von aus in Werder erscheinendes Blättchen, der General- Anzeiger" gehungerten Leuten, welchen man die Sorge um giebt das folgende Stück„ Poesie" zum besten: Arbeit auf dem Gesicht ansehen konnte. War es nicht vielmehr der Schnaps, den man ihnen ansah? Waren es ausgehungerte oder wohlgenährte Leute? War es nicht wieder diese Horde von jungen rohen Patronen, die die Straßen unsicher machen?" Die große Kartoffelernte steht bevor, und auf allen Dörfern der Umgegend werden jetzt Kartoffelbuddler verlangt. Es ist das für ärmere Leute ein ganz hübscher Nebenverdienst, da sie vierzehn Tage bis drei Wochen damit beschäftigt sind. Namentlich wird die männliche und weibliche Schuljugend zu dieser leichten Feldarbeit herangezogen, und gerade für sie ist es eine angenehme Zeit der Erholung, die sie in freier Natur zubringen können. Sind sie doch während dieser Zeit vom Schulbesuch und den häuslichen Schul= Als die Versammlung förmlich aufgelöst wurde, erhob arbeiten befreit. Ist aber das Tageswert auf dem freien sich die Menge mit einer Ruhe, die, ich muß es wiederholen, Felde beendet und lagern sich des Abends Schatten über Flur einen geradezu peinlichen Eindruck auf jeden Unbefangenen und Wald, dann flammen rings die Kartoffelfeuer auf, machen mußte. Ich habe mich nachher reiflich und oft gefragt, die das von der unentbehrlichen Feldfrucht abgeriffene Kraut zu ob die Annahmen und Vermuthungen in den Zeitungen, daß vernichten bestimmt sind. Das ist noch ein Stück Poesie irgend ein Vorhaben geplant gewesen sei, des Landlebens. Diese Meinung wurde auch nicht besonders berührt, nachdem neben ähnlich lautenden Aussagen vieler anderer Zeugen Oberst lieutenant von Egidy unter seinem Eide folgendes beträftigt hatte: ob die in dem Verhalten der Versammelten irgend wie zum Ein nettes Stück Poesie, das da zum Heil der Agrarier auf Ausdruck gekommen wären. Ich habe nie mit jemandem Rosten der so wie so schon jämmerlichen Schulbildung der Kinder mündlich mich über die Sache unterhalten. Ich habe diese getrieben wird! Frage aufs bestimmteste verneinen müssen. Ich bin nicht mit dem Argwohn hingegangen, daß etwas Beson- als Ueberraschung ein polizeiliches Strafmandat wegen falscher Der vollzogene Umzug bringt den Miethern gar vielfach beres geplant sei; aber auch während der Versammlung habe ich Anmeldung. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Hausausgehalten und während der ganzen Zeit nichts bemerkt, was wirth nur die eingezogenen Miether und die direkten Familienmich darauf hätte schließen lassen, daß irgend etwas geplant mitglieder anzumelden hat. Die Anmeldung der Dienstboten, gewesen sei, daß diese Ruhe, mit der sich die Versammlung im Hause schlafender Gehilfen und Lehrlinge hat der betreffende erhob, hinter sich etwas hatte, was etwas anderes gewesen wäre. Ich habe dann mich von der Menge hinaustragen Familienvorstand zu bewirken und zwar muß dazu für jede einlassen, ich ging eher etwas langsamer als die Menge abfluthete, Die von außerhalb zugezogenen Personen, zelne Person ein eigenes Anmeldungsformular benutzt werden. bei Familien der und da habe ich ebenso wenig etwas bemerkt, Haushaltungsvorstand müffen die Anmeldungen auf das was zu einem Einschreiten irgendwie hätte Polizeibureau persönlich abgeben. Veranlassung geben können, auch nicht bemerft, daß in dem Augenblicke, als ich herausfam, eingeschritten worden wäre. Ich war ganz überrascht, als ich ein Drittel dieses bergab gehenden Weges zurückgelegt hatte und da dieses Eingreifen und Herauskommen der Kolonne sah", und „ daß die feindselige Erregung der deutschen Soldaten in Frankreich nicht so groß gewesen, wie die der Das Weberelend. Die Lohnverhältnisse der Rigdorfer Weber haben sich in den letzten Jahren fortgesetzt derart verschlechtert, daß sich jetzt selbst die dortige Weber- Innung mit den= felben eingehend beschäftigt. In der letzten Jnnungsversammlung wurde der durch eine Kommission verstärkte Vorstand beauftragt, mit den Fabrikanten behufs Verbesserung der Arbeitslöhne in Verbindung zu treten und über das Ergebniß der Verhandlungen demnächst in einer öffentlichen Weber- Versammlung Bericht zu erstatten. Von zahlreichen Unglücksfällen auf dem Bauterrain der 1896er Berliner Gewerbe- Ausstellung giebt wieder der für Monat September erstattete Bericht der dort befindlichen Sanitätswache Kunde. Die Hilfe der Wache wurde bei 74 Unglücksfällen und drei Erkrankungsfällen in Anspruch genommen. Es fanden sechs schwere Verlegungen statt, davon zwei durch Absturz. gewandelt. mand sprechen. der Heimstraße 16 schwer verletzt. Der Knabe wollte auf der theidiger wahrheitsgetreue Antworten zu geben. Präs.: Nun Friedrichsbrücke den Straßendamm überschreiten, als er von sollen Sie, als Mellage mit dem Polizeikommissar Lohe und einem Omnibus gefaßt, zu Boden gerissen und überfahren wurde. bem Hotelier Obfe am 30. Mai 1894 nach Mariaberg tam, Ein Schutzmann brachte den Verunglückten mit einer Droschke in um den Forbes zu sprechen, sich geweigert haben, diesen vorein Krankenhaus. führen zu laffen, mit der Bemerkung: Forbes ist so frant und am Dienstag der 22jährige Bauernsohn Paul Schulze ertrunken. Das habe ich nicht gesagt. Zu einer Pfütze ist im Dorf Schöneiche bei Friedrichshagen fo schwach, er ist tobsüchtig und schlägt um sich, den fann nieAngeklagter: Das ist nicht wahr, Der Bruder Rektor Overbeck Er wurde an jenem Morgen gegen 5 Uhr in dem kleinen Gefagte mir: Menn Mellage in Begleitung eines Polizeibeamten wäffer, das sich hinter dem elterlichen Gehöft hinzieht, todt auf- tommen sollte, um den Forbes zu sprechen, so solle ich ihn sofort gefunden. Der Kopf des Unglücklichen war von dem Wasser be- vorführen lassen. Bruder Overbeck war nämlich an diesem Tage Selbstmord oder Gewaltthat gänzlich ausgeschlossen, so ist nur Der Angeklagte erzählt nun ausführlich das Gespräch, das er heckt, der Körper lag am Lande. Da nach dem Leichenbefunde sehr beschäftigt, er fonnte deshalb die Herren nicht empfangen. anzunehmen, daß der junge Mann am Montag Abend nach dem am 30. Mai 1894 mit Mellage und Genossen geführt hat. Bfühl hinausgegangen, um sich in dem Wassergraben, wie er Bräf.: Mellage hat die Unterredung, die er und Polizeifommiffar dies öfters zu thun pflegte, die Hände zu waschen; hierbei muß ohe mit Ihnen gehabt hat, anscheinend wörtlich in seiner er verunglückt sein. Broschüre wiedergegeben. Haben Sie die Broschüre ge= sehr im des Königsplages von der Frieben allee bis zur Alsenstraße, oft gelesen, es ist das fehr bedauerlich. Heiterkeit in Gesperrt ist für Fuhrwerk und Reiter der nordöstliche Theil lesen?- Angeklagter: Ich habe die Broschüre fowie die Wienerstraße von der Wendenstraße bis zur Grünauer- Buhörerraum.) Präs.: Ich fordere das Publikum dringend Straße einschließlich des Kreuzdammes. Das polnische Element bildet einen bedeutenden Prozent. sah der hauptstädtischen Bevölkerung. G3 erscheint seit bent 1. Oktober hier ein Tageblati in polnischer Sprache die Wochenschrift„ Gazeta Polska" ist in eine Tageszeitung um Ein Student der Medizin aus Berlin wurde in der Nacht zum Mittwoch in Potsdam als Einbrecher festgenommen. Der Schuhmann Berkefeld bemerkte einen Menschen, vom Berliner Thor herkommend, der unter seinem Kaisermantel in auffälliger Meife etwas zu verbergen bemüht war. Da nun in der letzten Zeit in Potsdam viel gestohlen wurde, schöpfte er Verdacht und machte sich an die Verfolgung des Mannes, der seine Schritte auf, sich jeder Beifalls- und Mißfallsbezeugung zu enthalten, ich beschleunigte und schließlich in eine Seitenstraße rannte. In wäre andernfalls genöthigt, den Zuhörerraum räumen zu lassen. Polizeibericht. Am 2. d. M. morgens wurde auf der Nun Angeklagter, wenn Sie die Broschüre mehrfach gelesen Gemeinschaft mit dem Wachtmeister Vogler gelang es, den Treppe eines Hauses in der Vortstraße ein Soldat todt auf: baben, dann werden Sie wissen, daß Mellage schreibt: Sie Fliehenden in eine Sackgaffe zu treiben und festzunehmen. gefunden. Er ist anscheinend von der Treppe gefallen und hat hätten in rheinischer Mundart gesagt: Forbes ist so frank und Es stellte sich heraus, daß der Mann einen werthvollen Teppich fich das Genic gebrochen. Eine Fabrifarbeiterin versuchte in so schwach, ist tobsüchtig und schlägt um sich, den fann niemand und verschiedene andere Sachen, die er in der Wohnung des der Wohnung ihrer Mutter, in der Fürstenbergerstraße, fich zu sprechen? Angell.: Gine solche Aeußerung habe ich nicht Lieutenants im Regiment der Gardes du Corps, Grafen von der vergiften. Nach Anwendung von Gegenmitteln wurde sie nach gethan.- Präs.: Bei Ihrer Vernehmung in dem Prozeß Schulenburg, gestohlen, bei sich trug. Er hatte die Wohnung, ber Charitee gebracht. Mittags erlitt in der Spandauerstraße Mellage haben Sie diese Aeußerung auch eiblich in Abrebe deren Inhaber verreist ist, mit einem Nachschlüssel geöffnet, nach ein Schlächtergeselle bei einer Schlägerei eine schwere Verlegung gestellt? Angell.: Ja. Berth.: Ich ersuche, den Angeklagten zu Geld und Werthsachen gesucht, aber diese nicht gefunden, weil am Fuße. In der Nacht zum 3. d. m. versuchte eine Frau Der Graf von der Schulenburg, gewarnt durch einen Diebstahl, in ihrer Wohnung, in der Müllerstraße, fich su erhängen. Sie fragen, ob er bei seiner Vernehmung in dem Prozeß auch in so der vor einiger Zeit bei ihm begangen worden war, dieselben wurde jedoch noch rechtzeitig abgeschnitten. Ein Kellner ausführlicher Weise die Unterredung mit Mellage und Genossen vor feiner Abreise aus dem Hause gebracht hatte. Man ver- wurde in seiner Wohnung, in der Schönholzerstraße, erhängt erzählt hat, oder ob nur einzelne Fragen an ihn gerichtet worden muthet, daß der jetzt festgenommene Dieb auch damals der Thäter vorgefunden. Jin Laufe des Tages fanden drei unbedeutende gerichtet. Es wird hierauf zur Zeugenvernehmung geschritten. find? Angell.: Es wurden nur einzelne Fragen an mich gewesen ist und noch verschiedene andere Diebstähle in Berlin Brände statt. und anderwärts ausgeführt hat. Die Feststellung der Person des Diebes ergab das überraschende Resultat, daß derselbe der bisher unbestrafte, in Berlin im siebenten Semester studirende Mediziner St., aus Pommern gebürtig, ist. Derselbe ist ein Krüppel, ihm fehlt der rechte Arm, der durch einen künstlichen ersetzt worden ist. Er will aus Geldverlegenheit den Diebstahl Stationen. begangen haben. Witterungsübersicht vom 3. Oktober 1895. Die Wasserbau Juspektion zu Küftrin giebt bekannt: Behufs Ausrüstung des Durchfahrtsjoches der Frankfurter Oder brücke wird Anfang der nächsten Woche wegen des mangelnden Swinemünde Fahrwaffers in den anderen Jochen eine theilweise Sperrung Berlin Hamburg des Schiffsverkehres für beladene Fahrzeuge auf einige Tage Wiesbaden erforderlich. Die Sperrung wird sich auf die Zeit von 10 Uhr vormittags bis abends erstrecken, wogegen die Zeit von Tages: Wien. München anbruch bis 10 Uhr vormittags für die Schifffahrt verfügbar bleibt. Barometers stand in mm, d. Meeressp. 8 reduzirt auf Windrichtung Windstärke MSM 753 752 755 SW SW 757 760 Q 755 Haparanda. 754 759 GGD 746 742 SW 760 SA • ( 1-1) 45225421682 Wetter Temperatur ( 5°.= 4° R.) E nach Celsius wolfig 10 woltig 10 bedeckt 11 heiter 10 Regen bedeckt 16 bedeckt 9 Nebel 10 halb bedeckt 15 wolkig wolkig 558 Ein neuer Schwindel, der fast immer gelingt, ist in den Petersburg Letzten Tagen vielfach im Südosten ausgeführt worden. Der Sort Schwindler ist ein Mann in mittleren Jahren, und seine Opfer Aberdin find vielfach die neueingesegneten Knaben, bei welchen er Taschen- Paris. uhren entdeckt. Der Schwindler tritt an solche Knaben heran und zeigt ihnen eine Rechnung über Tischlerarbeiten in Höhe Wetter- Prognose für Freitag, den 4. Oktober 1895. von 30-35 M. vor, die er angeblich in einem benachbarten Zeitweise beiteres, vielfach wolliges, am Tage etwas Hause einkaffiren soll. Da er aber mit dem betr. Hausverwalter wärmeres Wetter mit Regenfällen und starken südwestlichen arg verfeindet ist, will er das Haus nicht betreten und bittet Winden. Berliner Wetterbureau. daher sein Opfer, an seiner Stelle die Rechnung zu tafsiren. Erhalte er Geld, so bekomme der Knabe 3 M., anderenfalls 1 M. Telegraphisch wird gemeldet: Nach Vernehmung des Zeugen Rheindorf und dessen Haushälterin theilte der Vorsitzende heute mit, daß nun die Vernehmung der Zeugen erfolgen werde, die über die Glaubwürdigkeit dieser beiden letzteren aussagen sollten. Diese Aussagen enthielten die bedenklichsten Enthüllungen aus dem Leben der beiden. Bei den Aussagen einiger Zeugen wurde die Deffentlichkeit auf eine halbe Stunde ausgeschlossen, Die Verhandlung wird heute fortgefeßt. Nach Wiedereröffnung der Sigung wird mit der Ver nehmung der Zeugin Fiesel fortgefahren. Diese bekundet noch auf Befragen des Präsidenten: Sie glaube gehört zu haben, Bruder Heinrich hat in dem Mellage- Prozeß gesagt:„ Ich werde doch auf die guten Döktersch nicht so etwas sagen!" Provision; damit er aber nicht mit dem Gelde durchgehe, müsse Der Meineidsprozek gegen die trant, als er vertragen fonnte. Sobald Rheindorf betrunken war, ist der Koup gelungen. Alexianerbrüder. Verth.: Wann Verth. R.-A. Gammersbach: Ist es richtig, daß der Herr Vorsitzende in dem Mellage- Prozeß sehr aufgeregt war, weil Bruder Heinrich ausweichende Antworten gegeben hat? Zeugin: Das ist richtig, der Herr Borsigende sagte in sehr heftiger Weise zu dem Bruder Heinrich: Geben Sie eine bestimmte Antwort, fagen Sie ja oder nein. Auf weiteres Befragen des Präsidenten bekundet die Zeugin ferner: Sie sei drei Jahre Haushälterin bei Rheindorf gewesen. Sie tannte den Pfarrer Rheindorf schon von früher, denn sie sei von der Mutter des Rheindorf als Pflegekind angenommen worden. Sie sei, nachdem fie von Rheindorf fortgegangen, noch mehrfach mit demselben zusammengekommen. Dieser habe sie vollständig unterhalten, ihr Geld gegeben u. f. w. Sie gebe zu, daß Rheindorf bisweilen mehr er ihm bis zur Rückkehr die Uhr zum Pfande lassen. In den meisten Fällen wußte er nicht, was er that, so daß sie ihn stets bedauert habe. - bisher etwa 30 Wenn die Knaben den angeblichen Empfänger der Rechnung in Verth. R.-A. Oster: Ist es richtig, daß man dem Rektor Neu Aachen, 2. Oktober. 1. Tag der Verhandlung. Gegen mann nicht mehr gestatten wollte, den Rheindorf in Mariaberg dem angegebenen Hause nicht fanden und daher zurückkamen, 9%, Uhr vormittags wurde Bruder Heinrich in schwarzer Kloster- zu besuchen, weil befürchtet wurde, daß ihm Kognak mitgebracht war der„ Herr Kassirer" mit der Uhr auf Nimmerwiedersehen tracht auf die Anklagebank geführt. Es ist das ein kleiner glatt werde?- Zeugin: Das weiß ich nicht. Berth. Haben Sie verschwunden. Bis jetzt ist es leider noch nicht gelungen, des rafirter, hagerer Mann mit etwas verwelttem Gesicht. Gegen dem Herrn Mellage erzählt, daß den Rheindorf seine Amtsfrechen Schwindlers habhaft zu werden. 10 Uhr vormittags eröffnet der Präsident, Landgerichtsrath genossen nicht besuchen dürften? Beugin: Das ist mög Eine recht bezeichnende Geschichte aus der Militär- Stinghoff, die Sigung. Nach Verlesung des Anklage- lich. Verth. Heute früh haben Sie gesagt, Bruder Beschlusses nimmt das bureaukratie wird von hiesigen Blättern gemeldet: Der Gefreite Rechtsanwalt Gammersbach: Nach dem Eröffnungsbeschluß das nicht so. Beugin: Das ist richtig, Bruder Heinrich fagte Wort ber Vertheidiger Herr Heinrich habe bemerkt, der Bruder Rektor meine Link vom Leibgarde- Husarenregiment, welcher auf dem Rückmarsch vom Raiſermanöver in dem Dorfe Schönwalde aus gekränktem ist das Verfahren gegen den Angeklagten bezüglich der Aussage mir aber: Es soll überhaupt niemand mehr den Rheindorf Ehrgeiz Selbstmord beging, ist in Abwesenheit der Truppen von der Fiesel und des Pfarrers Rheindorf eingestellt worden, da besuchen, der Generalvitar wolle es nicht haben. den Bauern ohne Sang und Klang begraben worden. Acht Tage einmal den Aussagen der erwähnten Zeugen wenig Glauben bei- Wodurch sind Sie zu Rheindorf gekommen?- Bengin: darauf traf in dem Dorfe ein Schreiben bes Regimentskommandos gemessen worden sei, und da andererseits der Angeklagte in Durch die Schwester des Rheindorf. Präs.: von der alten Frau Rheindorf an Rindesstatt ein, das die Uniform des Todten einfordert. Die Bauern haben gutem Glauben seine Aussage gemacht haben dürfte. Trotzdem sind Sie den Verstorbenen aber in seiner Soldatenkleidung beerdigt. sind seitens der Staatsanwaltschaft bezüglich dieses Punttes angenommen worden?- Zeugin: Im Jahre 1890. eine Reihe von Zeugen geladen worden. Dies hat die Ver- Präs.: Dann kann man das nicht mehr gut an Kindes. Dem Sänferwahnsinn ist ein unglückliches Mädchen, die theidigung veranlaßt, den Gegenbeweis zu führen. Ich richte statt nennen. Aus welchem Grunde wurden Sie wohl 25jährige Kellnerin Marie R. aus der Staligerstr. 115, verfallen. Deshalb an den Herrn Staatsanwalt die Frage: Ob er von der a'ten Frau Rheindorf an Kindesstatt angenommen? Das Mädchen hat wahrscheinlich in den Animirkneipen, in denen trotz des Eröffnungsbeschlusses die Anklage bezüglich dieses Beugin: Weil ich sie gepflegt hatte. Verth. Rechtsanwalt es bediente, auf Betreiben der Wirthe zu viel trinken müssen und Punktes aufrecht erhält. Staatsanwalt: Ich kann in diesem Oster: Hat Rheindorf Sie und Ihre Familie mit hohen Geldwurde schließlich so krant, daß es geboten war, es in ein Kranken- Stadium der Verhandlung noch keine Erklärung über die Frage summen unterstützt?- Beugin: Jawohl. Auf Befragen des haus zu bringen. Derartige Folgen der Animirkneipen werden geben. Der Eröffnungsbeschluß ist etwas unklar gehalten, die Bertheidigers Rechtsanwalt Gammersbach giebt die Beugin an: moralisch wieder wett gemacht durch den Patriotismus, der sich Staatsanwaltschaft kann sich demselben nicht anschließen. Verth.: das von ihr an die Staatsanwaltschaft zu Aachen eingereichte Schrifte in ihnen durchweg kundgiebt. Die Vertheidigung wird infolge dieser Erklärung den Gegen- stück habe Kaufmann Hildebrandt in Iserlohn mit unterschrieben. Ein Entführungsskandal. Unter recht sonderbaren Um beweis aufrecht erhalten. Es beginnt alsdann die Ver- Diesen Hildebrandt habe Rheindorf durch fie( die Zeugin) ständen hat das vor etwa 14 Tage erfolgte Verschwinden der nehmung des Angeklagten. Dieser bemerkt auf Befragen des und ihren Bruder kennen gelernt. Gs sei dies derselbe Rauf20 jährigen Anna Gehrice, deren Eltern in der Oranienburgerstraße Präsidenten: Er sei seit 32 Jahren Alexianerbruder und seit mann Hildebrandt, der den Rheindorf mit Mellage bekannt gewohnen, feine Aufklärung gefunden. Das junge geistig ein wenig etwa 9 Jahren im Allegianerkloster Mariaberg. In den macht habe. beschränkte Mädchen ist von einem Bekannten ihren Angehörigen letzten 5 Jahren habe er das Amt eines Subrektors in Maria- Der folgende Zeuge ist der Pfarrer Rheindorf. Dieser entführt und in einer im Norden der Stadt belegenen Wohnung berg bekleidet. Seine Hauptaufgabe war: die Kranten zu vermag sich auf Einzelheiten nicht mehr genau z er. eingemiethet worden. Der 22 jährige Sohn des Don Juans war inspiziren; fie in die Kirche zu führen, vorzubeten u. s. w. innern. Präs.: Es tommt uns hauptsächlich darauf an, jedoch auf seinen Vater eifersüchtig und machte den Eltern seiner Präs.: Haben Sie ein schlechtes Gedächtniß? Angefl.: Nein, ob Sie sich auf ein Gespräch erinnern, das Bruder Heinrich Stiefmutter in spe von dem Aufenthalte ihrer Tochter Mit- es fommt aber vor, daß ich Einzelheiten vergesse. Präs. Es mit Ihnen und der Fiefel geführt hat. Danach soll theilung. Als diese ihr Kind zurückholen wollten, fam es zwischen wird. behauptet, daß Sie sich eines sehr guten Gedächtnisses er- Bruder Heinrich gesagt haben: Wer einmal in unseren Händen ihnen und ihrem Schwiegersohn" zu so heftigen Szenen, daß die freuen? Angefl.: Im allgemeinen habe ich ein gutes Ge- ist, da hat niemand mehr etwas zu sagen. Hier hat weder der alten Leute von dem Entführer ihrer Tochter wegen Haus- dächtniß. Präs. In Mariaberg ist der Pfarrer Rheindorf Generalvikar noch die Döttersch etwas zu sagen, wir Brüder friedensbruch" angezeigt wurden. Und so wird dies Familien- als freiwilliger Pensionär gewesen. Er wurde mehrere Male find flüger als die Döftersch. Wer hier in Mariaberg ist, der Joyll vor Gericht enden. von seiner Haushälterin, dem Frl. Fiesel, besucht. Mit dieser wird zahm gemacht, wer hier herauskommt, der ist zahm. Vor den Augen feiner Schwester ertrant am Dienstag follen Sie eine Unterredung gehabt und gefagt haben: Wenn Beuge: Diese Unterredung schwebt mir so vor, es ist aber schon so Mittag der achtjährige Knabe Otto Nichtenhain, der Sohn einer ich Rheindorf mit den Brüdern gut verhält, dann wird er schon lange her, daß ich mich auf alle Ginzelheiten nicht mehrerinnern fann. Drechslerwittwe vom Engelufer 9. Der Knabe spielte mit seiner den Brüdern nicht gut steht, der kommt hier so bald nicht noch ganz bestimmt erinnern. Diese Aeußerung ist bei mir bald wieder eine Anstellung bekommen. Wer sich aber mit Dagegen kann ich mich auf die Bemerkung des Zahmumachens Schwester und anderen Kindern auf dem Grundstück Köpnicker- mehr heraus, denn hier haben weder die„ Döktersch" haften geblieben, weil ich über dieselbe ganz frappirt war. straße 48 und fiel dabei in die Spree. Obwohl auf das Hilfe- noch der Generalvikar etwas zu sagen, sondern nur wir Brüder, Nun, Bruder Heinrich, Sie hören, was der Herr Kaplan fagt. geschrei der Kinder hin alsbald Versuche angestellt wurden, den Berunglückten zu retten, so gelang es doch erst abends um 7 Uhr, denn wir sind flüger, als die" Dokterfch". Wer in Mariaberg- Bruder Heinrich, ich fann nur wiederholen, daß ich ihn als Leiche dem Wasser zu entziehen. ist, der wird zahm gemacht, wer hier herauskommt, der ist zahm. das nicht gesagt habe. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Haben Sie das gesagt? Angell.: Das kann ich nicht gesagt Oster stellt aus seinem stenographischen Bericht fest, daß Die Arbeiterin Johanna Tykiert, von deren Unfall haben.- Präs. Wollen Sie fagen, Sie können es nicht gefagt Rheindorf in dem Mellage Prozeß von dem" Bahmmachen" mehrfach berichtet worden ist, ist soweit wieder hergestellt, daß haben, oder: Sie haben es bestimmt nicht gesagt? Angell.: Ich nichts gesagt habe.- Rheindorf: Ich bin doch der Meinung, sie demnächst wird vernommen werden können. Was die Schuld- habe bestimmt eine solche Aeußerung nicht gethan. Präj. daß ich in dem Mellage- Prozeß dasselbe bekundet habe. Präs.: frage betrifft, so steht es noch dahin, ob die Verunglückte gegen Dem Rheindorf soll von den Aerzten andere Kost verschrieben Ist Ihnen erinnerlich, was Bruder Heinrich bezüglich dieses Gedie Hotelverwaltung wegen fahrlässiger Körperverlegung Straf worden sein. Sie sollen jedoch zu der Fiesel gesagt haben:" Das sprächs im Mellage- Prozeß bekundet hat? Rheindorf: Soweit antrag stellen wird. Die Folgen der Verlegung wird das ist Quatscherei, was die Dötterich sagen, wer hier ist, muß das essen, ich mich erinnere, hat Bruder Heinrich alles verneint. Mädchen sein Leben lang zu tragen haben. Die genauere ärzt- was hier gekocht wird, wir Brüder sind flüger, als die Döfterfch." Beuge befundet im weiteren auf Befragen: Er habe nur liche Untersuchung hat ergeben, daß die Verunglückte jedenfalls Angel.: Das habe ich bestimmt nicht gesagt. Bräs.: Sie berauschende Getränke zum Zwecke der Betäubung zu sich lange Zeit im Krankenhause wird verbleiben müssen, damit die wurden nun am 4. Juni in dem Prozeß Mellage als Zeuge genommen, sobald er Schmerzen hatte. Auf Befragen des außerordentlich große Wundfläche geschlossen werden kann. Es vernommen. Dort sollen Sie unter Ihrem Eide bestritten haben, Berth. R.-A. Gammersbach bekundet der Zeuge: Gr sei im ist nämlich mit dem Zopfe der größte Theil der Kopfhaut, von diefe Aeußerungen gethan zu haben. Angekl.: Das weiß ich Januar 1894 aus Mariaberg" herausgekommen. Er sei auf der Scheitelhöhe bis in den Nacken hinab, weggerissen worden. nicht mehr genau, der Herr Rechtsanwalt Niemeyer hat diese Frage Befehl seiner bischöflichen Behörde nach Mariaberg ge Da es ausgeschlossen erscheint, die Kopfhaut durch eine gleich an mich gerichtet, ich habe darauf geantwortet:" Das kann ich nicht tommen, sei, da er sich einen eintägigen Urlaub vom artige, Haare tragende, zu ersetzen, so wird das Mädchen Beit gefagt haben." Als mich darauf der Präsident fragte, ob ich mit Erzbischof erwirkt hatte, zunächst nach Köln und alsfeines Lebens des Haarschmuckes entbehren müssen. Bestimmtheit behaupten fönne, derartige Aeußerungen nicht gethan dann nach Jferlohn gegangen. Dort sei er durch die Verhängnisvolle Folgen hatte eine Balgerei zwischen zu haben, antwortete ich: ich behaupte mit Bestimmtheit, der Fiefel mit einem Kaufmann Hildebrandt bekannt geworden. zwei Lehrlingen eines Tuchwaarengeschäftes in der Alexander- artige Aeußerungen nicht gethan zu haben. Präs.: Sie scheinen Letterer habe ihn niit Mellage bekannt gemacht. zwei Lehrlingen eines Tuchwaarengeschäftes in der Alexander einen Unterschied zu machen zwischen dem Präsidenten und dem und Hildebrand feien auf seine Beranlassung nach Köln gefahren, ftraße. Die 15 refp. 16jährigen Knaben hatten, fals sie sich für Bertheidiger. Sind Sie denn der Meinung, die Beantwortung um feinetwegen bei der bischöflichen Behörde vorstellig zu furze Zeit im Lagerraum allein befanden, einen Ringkampf der Fragen, die der Wertheidiger stellt, stehen nicht unter dem werden. Verth. R.-A. Gammersbach: Haben Sie Herrn entrirt, wobei der eine der Burschen, der 16jährige Winkler, ausglitt und mit dem Kopf gegen die Kante eines Ladentisches fiel. sollen einmal gesagt haben: Der Advokat kann fragen was foften bezahlt. Angekl ,: Dieser Ansicht bin ich nicht. Präs. Sie Mellage dafür honorirt? Zenge: Ich habe ihm die ReiseDer junge Mensch erlitt dabei eine Verlegung des rechten Auges, Verth. Sie sollen ihm 80 Mart gegeben er will; wie weit er dazu berechtigt ist, weiß ich nicht. haben. die leider den Werlust der Sehkraft zur Folge haben dürfte. Zeuge: Soviel war es jedenfalls nicht. Verth.: Ich habe nur dem Präsidenten die richtige Antwort zu geben. Wissen Sie noch, wie viel Sie Herrn Mellage gegeben haben? Durch leberfahren wurde am Donnerstag Nachmittag Angefl.: Ich bin der Meinung, daß der Präsident das Ganze 3enge: Das weiß ich nicht mehr, 80 Mart waren es aber um 1 Uhr der 13jährige Sohn Albert des Schuhmachers J. aus vertritt, aber ich weiß, daß ich verpflichtet bin, auch dem Ver- jedenfalls nicht. Gide? " " = Der Mellage Eine Reihe anderer Zeugen wissen über Rheindorf und die Fiesel nur übles zu befunden. So Weber Dantler( Biesbach): am Hirscheleit wurde zu zwei Jahren Gefängniß ver- und einzunähen, die Scheuerleder am Rumpf aufzunähen, urtheilt, wovon 3 Monate durch die erlittene Untersuchungshaft den Rumpf zu überspannen und Scheuerleder die für verbüßt erachtet wurden. zweite Naht zu nähen, das Kissen mit Vorderstich am Rumpf zu Wegen fortgesetter herzloser Mißhandlung ihres drei nähen; weiter ist der inwendige Beutel und die Klappe mit Strippe und Schnellkappe zu besehen und einzunähen, danach jährigen Stiefsohnes verurtheilte das Schöffengericht zu Rixdorf das Belztheil am Steeg einzunähen und den Steeg einzunähen, Die verebelichte Maurer Bertha Auguste Bolde geb. Den Kasten einzustemmen, die( 3) Kreuzer mit Schnellkappe und ein zu 1 Monat Gefängniß. Der mitangeklagte Ehemann Strippen zu besetzen und einzunähen und die Schlingschlaufe einWeber Dantler( Biesbach): Sowohl Rheindorf als auch die Fiesel haben über alle möglichen Leute geklatscht. So haben sie einmal auf eine Anna Pohl gefagt: Die hat ihre rothe Nase auch nicht von nichts.( Seiterkeit im Zuhörerraum.) Er habe den Rheindorf einmal an einem Dfter: morgen auf der Straße vollständig betrunken gesehen, trozdem habe er sich auf der Straße noch Bier gekauft. Am Oster- wurde freigesprochen. zunähen. 3. Für Patronentaschen ist ohne Nieten 1,10 M. zu montag habe fich Rheindorf zwei Liter Korn bringen lassen Die Denunziationswuth mancher Leute zeitigt wunder zahlen. Sämmtliches Riemenzeug hierzu muß getappt, gelocht mit dem Bemerken, der sei für einen armen Kranken. liche Blüthen, wie nachstehender Fall beweist. Vor dem Rig- und geschwarzt sein; außerdem müssen die Tragstrippen und ( Heiterkeit im Zuhörerraum.) Eines Tages habe Rhein- dorfer Schöffengericht hatte sich der Steinfegerlehrling Hugo Schlaufen aufgenietet sein. 4. Für Leibriemen ist 10 Bf. zu zahlen. dorf zu ihm gesagt: Ich habe meinen Haushalt abgeschafft, Bernhardt wegen Unterschlagung zu verantworten. Im Juli 5. Für Leibriemen- Schloß 5 Pf. 5. Für Säbeltaschen 10 Pf. 7. Für wiffen Sie nicht eine Stellung für die Fiesel? Als ich dieses Jahres befand sich der Angeklagte bei dem Steinfegmeister 1 paar Kochgeschirrriemen 10 Pf. 8. Für Mantelriemen 10 Pf. letzteres verneinte, sagte Rheindorf: Wenn ich in der Trunken- Hartwig in Berlin in der Lehre und hatte zum Ausmessen 9. Für 1 paar Hilfsriemen 10 Pf. 10. Für 1 paar Tragheit einmal zuviel reden sollte, dann geben Sie mir nur eins der Arbeiten vom Lehrmeister einen alten Zollstock, der neu etwa riemen 30 Pf. 11. Das Riemenzeug von Nr. 4-11 ist aufauf den Mund. Ich antwortete: Das werde ich nicht thun, da 25 Pf. toftet, geliehen erhalten. Bald darauf wurde Bernhardt geputzt, gelocht, Kanten abgesteppt u. f. w. zur Arbeit zu liefern. habe ich vor einem gefalbten Priester doch zu viel Hochachtung. von seinen Eltern zu einem anderen Lehrherrn gebracht, hatte 12. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 10 Stunden. Ueberstunden Rheindorf erwiderte: Ich bin wohl auf dem Hinterkopf gefalbt, aber vergessen, den Zollstock zurück zu geben und wurde dürfen nicht gemacht werden. 13. Dieser Arbeitsvertrag ist mit nicht aber auf dem Vorderkopf.( Heiterkeit im Zuhörerraum.) daher von Hartwig mittels Postkarte daran daran gemahnt. den Fabrikanten schriftlich abzuschließen und verpflichten sich dieSowohl dieser Zeuge als auch dessen Ehefrau betunden: Der Da Bernhardt jedoch die Wohnung des Hartwig nicht selben, sämmtliche, in diesem Vertrage enthaltenen Forderungen Verkehr zwischen Rheindorf und der Fiesel sei ihnen als sehr fannte, dieselbe auch auf der Postkarte nicht angegeben war, so bis zur Beendigung der gegenwärtigen deutschen Militärarbeit vertraulich vorgekommen. Rektor Neumann( Aachen): Die Fiesel fuchte die Mutter des Lehrlings den Hartwig wiederholt auf der habe ihm einmal gesagt: Rheindorf dürfe Besuche seiner Arbeitsstelle, wo ihr Sohn gearbeitet hatte, konnte ihn jedoch Confratres in Mariaberg nicht mehr empfangen, da man be- nie treffen und daher den Zollstock auch nicht abliefern. Hartwig fürchte, daß diese Schnaps einschmuggeln. Dies babe selbst hatte aber nichts Giligeres zu thun, als seinen ehemaligen Zehr verständlich die Geistlichen furchtbar geärgert, in welcher Folge ling wegen Unterschlagung zu denunziren. Der Gerichtshof diese den Rheindorf in Mariaberg nicht mehr besucht haben. sprach den Angeklagten selbstverständlich frei, wobei der Vorfigende das Verfahren des Hartwig einer scharfen Kritit unterzog. Nachdem eine zeitlang zwecks Feststellung des Verhältnisses des Rheindorf zu der Fiesel die Deffentlichkeit ausgeschlossen worden, und zwei Klosterschwestern gleichfalls noch allerhand schlimme Einzelheiten über die genannten Zeugen vorgebracht haben, wird die Verhandlung auf Donnerstag Vormittag 91/2 Uhr vertagt. Ueber den Verlauf des Prozesses erhalten wir folgendes Telegramm aus Aachen: Auf Antrag des Staatsanwalts und der Vertheidiger verneinten die Geschworenen die Schuldfrage. Bruder Heinrich wurde infolgedessen freigesprochen und sofort in Freiheit gefeßt. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt. während Gerichts- Beitung. Vom Schwurgericht Darmstadt wurde in dem Prozeß gegen die Gräfin Waldeck die Schuldfrage auf wissentlichen meineid und die Hilfsfrage, ob sie sich bei der Aussage der Wahrheit eine strafrechtliche Verfolgung zuziehen konnte, bejaht. Das Urtheil lautete auf neun Monate Gefängniß. innezuhalten. Die Versammlung ersucht die Fabrikanten, bis spätestens den 7. b. M. der Lohnkommission Mittheilung über ihre Stellung hierzu zugehen zu laffen. Die Versammlung erklärt ausdrücklich, daß die Lohnfommission ihre Vertretung gegenüber den Fabrikanten ist. Sollten die Fabrikanten die Lohnkommission nicht anerkennen wollen, oder nicht gewillt sein, die in dieser Resolution festgelegten Forderungen zu bewilligen, respektive mit der Lohnkommission betreffs Festsetzung der Preise bis zu oben festgesetztem Termin zu unterhandeln, so find sämmtliche Militäreffekten- Arbeiter verpflichtet, die Arbeit einzustellen." " un Die sich hieran anschließende recht rege Debatte drehte sich " Railway Spine" nennen die Engländer eine gewisse ausschließlich um den Schlußtheil der Resolution, zu welchem nervöse Krankheit, deren Erscheinungen sich vorzugsweise bei vom Kollegen Maurer ein anderer Schlußpassus formulirt war. Die Versammlung lehnte letzteren ab und stellte sich auf den Lokomotivführern und anderen Angestellten im Eisenbahndienste Boden der vorliegenden Resolution der Vertrauensleute der zeigen sollen. Sie sollen auch den Lokomotivführer Wittig, Berliner Sattler. Der zweite Verhandlungspunkt mußte unerledigt der wegen Körperverlegung vor der 9. Strafkammer stand, ins bleiben, weil der Kollege Saffenbach noch nicht von seiner InUnglück gebracht haben. Wittig hatte eines Tages einen Bug formationsreise nach der Rheingegend zurückgekehrt war, um über die auf den Anhalter Bahnhof zu leiten, er hatte auch das Vorsignal und das Haltefignal wahrgenommen, fuhr aber trotzdem über den dortigen Verhältnisse zu diesem Punkte Bericht zu erstatten. Die Haltepunkt hinaus und mit einer Lokomotive zusammen, von Versammlung stimmte einstweilen einer von Maurer vorgeschlagenen welcher infolge des Anpralles ein Arbeiter herabstürzte. Dieser Sympathie- Erklärung gegenüber den Elberfeld- Barmer Kollegen Das Schwurgericht des Landgerichts II verhandelte hat sich eine sehr langsam heilende Sehnenzerrung am Knie zu- 8. Die Innungspetition an die Kriegsministerien, die eine an sämmtliche Kriegsministerien, gereichte Petition gestern gegen den 82 jährigen Strumpfwirter Karl Gringer, gen. Der Angeklagte entschuldigte fein Verhalten wie folgt: Er Gegenpetition gegen die feinerzeit von den Sattlern einwelcher der Nothzucht mit tödtlichem Erfolge und babe allerdings das Haltefignal wahrgenommen, es sei aber plötz- Beseitigung der hausindustriellen Herstellung der Militärdes Diebstahls im wiederholten Rückfalle beschuldigt ist. Im gelaufen und er habe darüber einen solchen Schreck bekommen, der Versammlung hervor, die in folgender Resolution zum einlich unmittelbar vor seiner Maschine ein Mensch über die Schienen lieferungen ist, rief eine ganz besondere Entrüstung Hause Sedanstr. 33 in Weißensee hatte die Schneiderin Amalie Tegtmeier im zweiten Stock eine kleine Wohnung inne, die sie daß er vollständig unfähig geworden sei, logisch zu denken und der Versammlung hervor, die in folgender Resolution zum einmit zwei Schlafburschen, dem Angeklagten und dem Lackirer etwas zu thun. Der Eisenbahnarzt Dr. Jung gab zu, daß der stimmigen Ausdruck gebracht wurde: Die Versammlung spricht ihre vollste Entrüstung aus über seinen Kaffee haben. Er klopfte gegen die Thür seiner Wirthin, aber, daß dabei eine die Strafe ausschließende Krankheit vorliege. Gie nimmt an, daß die Kriegsministerien den kulturfeindlichen seinen Kaffee haben. Er klopfte gegen die Thür seiner Wirthin, Bustand gebracht werden konnte, wie er ihn beschrieben, bestritt die Gegenpetition der Berliner Innung in Sachen unserer Petition Dubran theilte. Am Morgen des 10. April wollte der letztere nervöse Angeklagte durch einen plötzlichen Affekt in einen solchen ohne daß ihm geöffnet wurde. Da die Tegtmeier sich auch aber, daß dabei eine die Strafe ausschließende Krankheit vorliege. an die Kriegsministerien um Beseitigung der Hausindustrie. des vorhergegangenen Tages nicht hatte blicken Rechtsanwalt Dr. Löwy behauptete, daß hier Railway- Spine Sie nimmt an, daß die Kriegsministerien den kulturfeindlichen lassen, schöpfte man Verdacht, daß ein Verbrechen be- vorliege und beantragte, den Termin zu vertagen und die Herren Bestrebungen der Berliner Jnnung nicht Folge geben, dagegen gangen worden sei, die Hauswirthin und mehrere Nachbarn Prof. Dr. Mendel und Dr. Leppmann als Sachverständige die Wünsche der Sattlergehilfen Deutschlands zur Durchführung bringen werden." brangen durch ein nur angelehntes Fenster in die Schlafftube der vorzuladen. Der Gerichtshof entsprach diesem Antrage. Tegtmeier und fanden dieselbe auf dem Fußboden als Leiche liegen. Sie war mittels einer Schürze erdrosselt worden. Ihre Kleider befanden sich in einem Zustande, der darauf schließen Der Streik der Vergolder, dessen Vorgeschichte und bis ließ, daß vor ihrem Tode noch ein anderes Verbrechen an ihr be- heriger Verlauf unseren Lesern bekannt ist, beschäftigte gestern gangen worden war. Der Thäter fonnte nur der Angeklagte das Gewerbegericht in seiner Eigenschaft als Einigungsamt. Gringer sein, der sich seit dem Morgen des vorhergegangenen Tages Den Vorsitz führte wieder Magistrats- Assessor von Schulz. Nach Firma. in der Wohnung nicht hatte blicken lassen. Er hatte in der Stube 41/ 2stündiger Verhandlung wurde folgender Spruch gefällt: feiner Wirthin mehrere Behälter erbrochen und verschiedene" Die Forderung der Arbeitnehmer nach einem Minimallohn von Gegenstände daraus mitgenommen. Die Tegtmeier hatte immer 21. wird für unbegründet erklärt. Der Hauptgrund dafür Furcht vor dem unheimlichen, arbeitsscheuen Gesellen gehabt, ist, daß im allgemeinen die Festsetzung eines Minimallohnes der Sozialdemokrat, Zentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Bartet welcher bereits vielfach, zuletzt mit sieben Jahren Buchthaus vor- gegen die Natur des Arbeitsvertrages verstößt. Der Arbeitsbestraft war. Gringer hatte sich stets in Geldverlegenheit befunden vertrag soll Gegenstand freier Uebereinstimmung sein. Die Festund war von der Tegtmeier wiederholt gemahnt worden. Am fetzung des Minimallohnes würde einen unzulässigen Zwang für 11. April, morgens gegen 6 Uhr, wurde in der Köpnicker Forst, die Arbeitgeber bedeuten. Dazu kommt, daß die Arbeitgeber nahe am Bahnhof Spindlersfeld, ein Mann gefunden, der zwei dadurch schwer geschädigt würden und der Konkurrenz gegenüber Schußwunden, eine in der rechten Schläfe, eine in der linken geschwächt. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Arbeitgeber bei Brustweite aufwies. Er wurde nach dem Köpnicker Kranken- der Einführung eines Minimallohnes sich gerade der schwachen, hause gebracht, wo er fich anfangs als einen Drechsler franken und sonst wenig leistungsfähigen Arbeiter zu entledigen Eckstein ausgab, dann aber bekannte, daß suchen würden." Auf Befragen erklären die Vertreter der Strumpfwirker Gringer sei. Seine Wunden waren nicht lebens- Fabrikanten, daß diese geneigt wären, wegen eventueller Aufgefährlich. Er behauptete bei seiner polizeilichen Vernehmung, besserung einzelner Akkordsätze mit ihren eigenen Arbeitern daß er mit der Tegtmeier eine Liebschaft gehabt habe. Am zu 9. April habe er Zärtlichkeiten versucht, sei aber zurückgewiesen u verhandeln, aber nie mit der Streitkommission. der er Soziale Rechtspflege. Versammlungen. worden. Aus Wuth hierüber und aus Aerger, daß sie Begleichung seiner Schuld verlangte, habe er ihr die Kleider zerriffen. Die Wuth habe ihm schließlich jede Herrschaft über sich Die Thätigkeit der Stadtverordneten im rothen geraubt, er habe sein Opfer erwürgt und sei davongegangen. Am Abende habe er sich in Berlin bewegt, sei bis zum Schluß ause beleuchtete Dr. 3 adek in einer öffentlichen Versammin einer Konzerthalle gewesen und habe dann ein Nacht- Café in der Nähe des Oranienburger Thors besucht. Dann sei er nach der Köpnicker Forst gegangen und habe den Selbstmordverfuch begangen. Zur Verhandlung waren 16 Zeugen geladen. Der An geklagte, ein verkommen aussehender Mensch, ist von seiner Verwundung geheilt, er fann aber nur leise sprechen, fodaß er während seiner Vernehmung vor den Richtertisch treten muß. Nach Berlesung des Anklagebeschlusses wird die Deffentlichkeit ausgeschlossen, so daß wir uns darauf beschränken müssen, das Urtheil wiederzugeben. Als Kandidat Zum Schluffe wurde über noch einige Gewerkschaftsfragen diskutirt, die zum theil noch eingehender Recherche bedürfen. Buchbinder. Die Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei G. Regenhardt verwahrt sich in einem an uns gerichteten Schreiben gegen die in dem Berichte über die Buchbinderversammlung in Nr. 228 erhobenen Anschuldigungen gegen ihre Eingelaufene Druckschriften. Das Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 3). Die Nr. 40 hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Dr. Ed. David im Kampfe für das Agrarprogramm. ( Schluß.) Die Arbeiterversicherung in den europäischen Ländern. neueste Goldfieber. Die Befreiung des dänischen Bauernstandes. Parteinachrichten. Todtenliste. Bericht des Parteivorstandes. Versicherung und Sozialdemokratie. Bur Lage der preußischen Kanzleigehilfen. Wie man uns behandelt. Literarisches. von der Wiener Wochenschrift Die Zeit" ist soeben das 52. Heft erschienen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Das Ende der Sittlich= Bon Antiquus. Das Cardiffer Arbeiter: teitsheuchelei in der Politit. parlament. Bon H. Minos. Der Herr der Kammer. Won Theodor Herzl. Bur Aus dem Goethe- Archiv. Von Professor Erich Schmidt. Die deutsche mufitalischen Erziehung. Bon Dr. Heinrich Schenker. Malerei auf der venetianischen Ausstellung. Won Vittorio Pica.- Romeo. Die Woche. Von Hermann Bahr. Revue der Revuen. Bücher. Meine Flitterwochen. Von Ola Hansson. Inhalts- Berzeichniß zu Band III und IV. Von der Nenen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Die B' Berlag) ist soeben das 1. Heft des 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Der Fall Hammerstein. Fr. Engels' leßte Arbeit: Ergänzung und Nachtrag zum dritten Buch des Kapital". Der bevorstehende Parteitag zu Breslau. Von A. Bebel. Heine an Mary. Arbeiterschutz und Bauern= schutz. Von Karl Kautsky. Die Gemeindewahlen in Wien. Von Dr. 2. Ellenbogen. Notizen: Heizung mittels Literarische Rundschau. Elektrizität. Der Einfluß des Volumens eines Körpers auf die Schäßung feines Gewichts. Gold- und Silberproduktion in den Bereinigten Staaten. Feuilleton: Kindesrecht. Von Elise Langer. Von der Gleichheit, Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen( Stutt gart, J. H. W. Diez' Verlag) ist uns soeben die Nr. 20 des 5. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Bum Breslauer Parteitag, Im Zeichen der Köllerei. Das Proletariat vergißt seine Todten nicht. Die Lage der Berliner Trikottaillen und Won Blousenarbeiterinnen. Eine Agitationstour mit Hindernissen. Einen der Thätigkeit der weiblichen Fabrikinspektoren in England. Beitrag zur Charakteristik der Lohnsflaverei. So lang' ich lebe und drüber hinaus( Gedicht). Von Ada Negri. Feuilleton: Die schöne ArLiteraturgeschichtliche Stizze von Manfred Wittich. beiterinnen- Bewegung. Kleine Nachrichten. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Beitungsliste für 1895 unter Nr. 2756) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inferatenpreis die zweigespaltene Betitzeile 20 Pf. Soziale Pravis, Zentralblatt für Sozialpolitik" enthält in ihrer neuesten Nummer 51 folgenden leitenden Auffaz: Neisebrief aus dem Aus Gouvernement Charkoff. Von Prof. Dr. G. v. Schulze- Gaeverniz. dem Notizentheil heben wir hervor: Adlige und Bürgerliche unter den preußischen Verwaltungsbeamten. Die Geschäftsführung im Stuttgarter Arbeitsamt. Von Gewerberichter Dr. G. Hartenstein. SteuervertheilungsGesez für London. Statistik der Handweber in Schlesien. Von Dr. Lohn- und ArM. Kriele. Lage der Spizenflöppler im Erzgebirge. beite verhältnisse der Stadt Apolda. Zunahme der industriellen Unfälle in Deutschland. Sentrali Arbeitsordnung der Bierbrauer in Bern. fation der Gewerkschaften in Australien. Verband deutscher Post- und Telegraphen- Assistenten. Fabrikinspektion in Schwarzburg- Rudolstadt. Seminar für Versicherungswissenschaft in Göttingen. ArmenpflegeReformen im Auslande. Verein zur Unterstützung durch Arbeit in Bern. Neue Revue". Die Wochenschrift für Politit, Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben Neue Revue" veröffentlicht in Heft Nr. 39( VI. Jahrg.) vom 25. September 1895 folger e Auffäge: lung vom 2. Oktober, die berufen war, die Ausstellung eines Kandidaten für den 17. Bezirk vorzunehmen. Die Diskussion, welche sich dem interessanten Vortrage anschloß, war von kurzer Dauer. Kaufmann Meyer pflichtete dem Referenten bezüglich seiner Ausführungen über die mangelnde Fürsorge der städtischen Verwaltung für die Schulkinder vollkommen bei. Genosse Börner bezeichnete es als einen erheblichen Mißstand, daß in nichtöffentlichen Sizungen über das Geld der Steuerzahler verfügt wird. An der Debatte betheiligten sich außerdem die Genossen Wagner, Tschernig und Lindemann. der Sozialdemokratie für den 17. Bezirk wurde sodann Genoffe Seilerin. Das Wahlkomitee ist aus folgenden Börner proklamirt. Der Angeklagte war im vollen Umfange geständig, sodaß Genossen zusammengesett: Wartenberg, Herford, Ladewich, die Beweisaufnahme sich auf die Vernehmung einiger Zeugen Karraus, Est, Mahle, Schölzel, Schröder, Otto, Gernai und beschränken konnte. Nachdem die Geschworenen sämmtliche Sippel. Schuldfragen belaht, beantragte der Staatsanwalt wegen des schwersten Verbrechens Iebenslängliche und außerdem Eine große öffentliche Sattler- Versammlung, die am wegen schweren Diebstahls zehnjährige Buchthaus- 2. Ottober in Cohn's großem Saal in der Beuthstraße stattfand, beschäftigte sich mit der Frage: Gehen wir betreffs der deuts strafe. Das Urtheil lautete auf lebenslängliche Zuchthausstrafe und fchen Militärarbeit vor, und verlangen wir die Elberfünf Jahre Zuchthaus. felder Preise? Hierzu schickte Kollege Porsch eine Klarstellung voran, in welcher er feststellte, daß die Berliner Kautionsschwindeleien in bedeutendem Umfange führten Fabrikanten 2 bis 3 Mart mehr für die Arbeit erhalten, die Elberfeld- Barmer Fabrikanten, nichtsdestoweniger gestern den Restaurateur Otto Hirscheleit vor die siebente wie Straffammer des Landgerichts 1. Der Angeklagte besaß bis zum aber bezahlen sie den hiesigen Arbeitern bis zu 50 pct. April d. J. eine Restauration in Schöneberg. Er gab es dann weniger, wie die Kollegen in Elberfeld und Barmen bekommen. des schlechten Geschäftsganges wegen auf und richtete ein neues Die Vertrauensleute der Berliner Sattler haben festgestellt, daß Geschäft im Hause 3immerstr. 30 in Berlin ein. Eigene Mittel für dieselbe Arbeit, wofür in Elberfeld und Barmen 7 M. gebesaß er nicht, die Einrichtung für das neue Geschäft wurde ihm zahlt wird, die hiesige Firma Loh 4,48 M., Firma Dotti 4,61 M., von einer Brauerei geliefert. Um nun das Geld zum Ankaufe Firma Wunderlich 4,77 M., Firma Schulz Nachfolger 4,26 M., der übrigen Einrichtungsgegenstände und der Waaren zu Firma Elfan 4,20 m. zahlt. Die Differenz bei Patronenbeschaffen, griff griff Hirscheleit zum Betruge. Innerhalb taschen zwischen dortigen und hiesigen Löhnen beträgt 5 bis furzer Zeit engagirte er eine ganze Anzahl Personen, 16 Pf. Daß die Elberfeld- Barmer Fabrikanten die richtige denen er Rautionen in Höhe von 3-500 Mark abnahm. Konsequenz hieraus als Unternehmer zu ziehen nicht unterSie sollten die verschiedensten Stellungen bekleiden, der Angeklagte lassen würden, war vorauszusehen; sie machen Miene, die nahm einen Buchhalter, einen Kassirer und zwei Büffetiers an. Preise zu reduziren. Eine weitere Konsequenz wäre, daß die Dem einen verschrieb er als Sicherheit die der Brauerei gehörige Arbeiten den Berliner Fabrikanten zu gunsten der billigeren Einrichtung. Sämmtliche Personen sind um ihre Ersparnisse ge- Auftragempfänger außerhalb entzogen würden. In anbetracht& tommen. Als von allen Seiten Anzeigen gegen den Angeklagten dieser Berhältnisse sind die Vertrauensmänner in gestriger Sigung einliefen, wurde er verhaftet, bevor sein neues Restaurant nach gewissenhafter Berathung sich dahin schlüssig geworden, der eröffnet worden war. Der Kommissionär Friedrich Fuchs gegenwärtigen Bersammlung folgende Resolution zu unterbreiten: gebrannt. wurde durch das Treiben des Angeklagten in Mitleidenschaft Die heutige Versammlung beauftragt die Lohnkommission der gezogen, er follte sich in zwei Fällen der Beihilfe zum Berliner Sattler, an die Militäreffekten- Fabrikanten mit folgenden Betruge dadurch schuldig gemacht haben, daß er dem Angeklagten Forderungen betreffend die deutsche Militärarbeit heranzutreten: Hirscheleit zwei Stellensuchende zuschickte. Gegen Fuchs ergab 1. So lange die gegenwärtige deutsche Militärarbeit dauert, die Verhandlung so wenig Belastendes, daß sein Vertheidiger, ist die Theilarbeit abzuschaffen. Die Tornister, Batronentaschen Mittwoch, Freitag und Sonnabend abends von 7-8 Uhr statt. Rechtsanwalt Haase, ausführte, daß die Anklage gegen Fuchs u. s. w. sind nach der Art und Weise anzufertigen, wie in folKiel. S. Kotosty, Steinmetzstr. 48, Berlin W. gar nicht erst hätte erhoben werden müssen, er beantragte nicht genden Forderungen festgesetzt ist. 2. Für deutsche Tornister sind nur die Freisprechung desselben, sondern auch, die Kosten der 7 Mart zu zahlen; hierfür hat der Arbeiter folgendes Rothe R. Bedroht ist das Halten von Glücksspielen auf Vertheidigung der Staatstaffe aufzulegen. Der Gerichtshof anzufertigen( den Raften erhält er mit dem Epannriemen einem öffentlichen Ort mit Haftstrafe, das gewerbsmäßige Glückserkannte nach diesen Anträgen. bespannt): den Lederfloh einzunähen, Kissen anzufertigen spiel mit Gefängniß bis zu 2 Jahren und 6000 M. Geldstrafe " F. A. Bacciocco: Frans en und Elsässer.- J. Ofner: Benfur im Strafverfahren. 2. Heritier Michael Batunin und seine Schriften. M Solina: teine H. Schmidtunz; Dichtung und Neuropathie. Dokumente. Theater. Miniaturbilder aus der Zeit. Vermischtes. Aus Paris wird berichtet: Durch den Zusammenstoß weier Büge in dem Bahnhofe von Longpré les Corps Saints bei Amiens wurden 20 Personen verlegt, davon 7 schwer. In Floh, Kreis Schmalkalden, sind fünfzig Häuser abBriefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag Briefkasten der Expedition. Eine Howie Ehrverlust, das Gestatten eines Glücksspiels durch den enthalt dauernd unbekannt, so liegt die Sache so, als ob er verInhaber eines öffentlichen Versammlungsorts und das Verheim- storben wäre. Der Betreffende soll also dem Standesbeamten lichen solcher Spiele mit Geldstrafe bis 1500 M. Glücksspiele sind alle möglichst schnell nachweisen, daß seine Mutter verstorben und Für die Familien der im Essener Meineidsprozek folche, bei denen nach Ansicht des Gerichts Gewinn und Verlust sein Vater sich an einem dauernd unbekannten Orte aufhält. Verurtheilten gingen ferner ein: allein oder doch in der Hauptsache vom Zufall abhängen. Daß A. 18. Eine Blumenbinderin in einer Handelsgärtnerei ist als E. M. bei einer doppelten Gefellenfeier 1,30 M. das gewerbsmäßige Glücksspiel seitens eines Einzelstaats nicht gewerbliche Arbeiterin zu erachten; ihr steht mangels anderer Rigdorfer Plätterin 1,50. R. W. in B. 5,-. Klassenjuſtiz, als gewerbsmäßiges Glücksspiel" im obigen Sinne zu erbrede 14tägige Kündigungsfrist zu. Die Kündigung kann jeden Personal Buchdruckerei Mamroth 5,50. Amerikanische Auktion achten ist, folgt aus Reichsgesehen nicht, wird aber in Tag unter Einhaltung der 14tägigen Kündigungsfrist ausge- von der Defaturanstalt Lindenstraße 78 6,50... 10 10,-. Landesgesehen und von der Rechtsprechung angenommen. sprochen werden.- B. S. 100. Falls sie Erben sind: Ja. Rothes Reibeisen 3,20. Rothe, Weddingstr. 8 1,65. Bierüberschuß Brizerstr. 8. Der noch nicht 25jährige Sohn bedarf der Sprechen Sie gelegentlich in der Sprechstunde vor. M. Nein. von den Steinmetzen, Platz Wimmel 15,-. Löbau in Sachsen Einwilligung des Baters zur Eheschließung. Ist der Vater und die Goebel. Verlangen Sie die ordnungsmäßige Herstellung der 14,20. Rothe Marie 2,05. Mutter verstorben, so ist für den Großjährigen die Einwilligung Wohnung unter Androhung eventueller Geltendmachung Ihres Summa 65,90 M. Bereits quittirt 11 348,48 M.; in Summa nicht mehr erforderlich. Ist der Vater verschollen oder sein Auf- Rechts auf Schadensersaß und auf Rücktritt vom Vertrag.-11 414,38 M. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung des Theater. Freitag, den 4. Oktober. Opernhaus.( Kroll's Theater.) 1. Symphonie Abend der königl. Rapelle. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. Die Mütter. 25/26. Chauffeestr. 25/26. Vorletzte Woche Gastspiels der Liliputaner. Jeden Abend 71/2 Uhr: Die Reise nach dem Mars. Sonnabend, 5. Oktober, nachm. 3 Uhr: Grosse Kinder- Vorstellung. Zum 2. Male: Schneewittchen und die sieben Bwerge. Sonntag, den 6. Oftober, nachm. Berliner Theater. Der Pfennig: Mars.- Kinder nachmittags halbe reiter. Lesing Theater. Gêne. Madame SansFriedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Reise nach dem Mars. Neues Theater. Francillon. Schiller- Theater. Die Maler. Residenz- Theater. Der Rabenvater. Vorher: Aber die Ehe! Adolph Ernst- Theater. Paradebummler. Central- Theater. Eine tolle Nacht.) Alexanderplatz- Theater. Ein Kind der Liebe. Vorher: Wahn und Wahnsinn, oder: Sie ist wahnsinnig. National- Theater. Die Räuber. Theater Unter den Linden. Die Chansonnette. Burschenliebe. American Theater. Bulgarien in Berlin. Die Millionenerbin von Rixdorf. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Borstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Freitag: Die Maler. Sonnabend: Diyab der Narr. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Nur 2 Aufführungen: Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Gastspiel des Herrn Oskar Krüger vom Hoftheater zu Braunschweig. Die Räuber. Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich von Schiller. Regie: Mar Samst. Karl Moor Herr Oskar Krüger a. G. Morgen: Dieselbe Borstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 32. Male: Paradebummler. Besetzung der Hauptrollen: Anna Bäckers, Josefine Dora, Ida Schlüter, Adolph Ernst, Julius Eyben, Hugo Haßkerl, Richard Jürgas, Guido Zielscher, Karl Weiß, Georg Worlitsch. Anfang 71/2 Uhr. Rein Aufgeld. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas a. G. Novität! Bum 31. Male: Novität! Eine tolle Nacht. 3 Uhr: Die Reise nach dem Preise. Feen- Palaft Burg- u. Wolfgangsr.- Ecke. Direktion: Winkler u. Fröbel. Zum 1. Male in Berlin. Die tollkühnen Kometen der Luft Stephan u. Olivier liegendes Trapez. Paradebummler Berliner Volkstypen dargestellt v. Wilh. Fröbel, sowie die mit unbeschreiblich. Erfolg aufgenomm. 18 neuen Glanznummern. Anfang: Wochentags 72 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Der größte Tip!! war's, das Mannweib zu engagiren. Mlle. Mary Arniotis Das schöne Modell 1 Weib gegen 7 Männer jeden Abend 9½ Uhr. Kaufmann's Variété Theater Königstrasse, Kolonnaden. Ferner 18 Capacitäten. Passage- Panopticum. 42 Mädchen andern Ende der Welt ( Samoa). Voranzeige. Circus Renz. Bur Aufführung der„ Loreley" am 7. Dezember im Prater, werden noch einige tüchtige 1. Tenöre und 2. Bässe gesucht. Bei meiner diesmaligen Wiederkehr Uebungsstunde Sonntag, den 6. Oktober, ist es mir eine ganz besondere Ehren- nachmittags von 2-4 Uhr, BelforterStraße 15. 65/16 pflicht, dem hochgeehrten Publikum der Haupt- und Residenzstadt Berlin meinen Zur Mittheilung, daß ich BeusselDank und die traditionelle Anhänglichfeit meines Hauses zu bethätigen, da straße 88 ein Bigarrengeschäft er es im Laufe dieser Saison fünfzig öffnet habe und bitte um gütigen ZuJahre werden, daß der Circus Renz, spruch. Paul Drucker, Bigarrennt. Berlins getragen, seine Vorstellungen von der Gunft und dem Wohlwollen Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. hier giebt. Daß nun diese freundliche wöchentl. I M., wird abgeholt. BahnZuneigung, deren sich in erster Reihe ziehen, Bahnreinigen, Nervtödten u mein feliger Vater siebenundvierzig sonst Guckel, Laufizer Plaz 2. Elsasser Jahre hindurch zu erfreuen hatte, in traße 12. den letzten Jahren in gleichem Maße auch auf mich übertragen wurde, zwingt Achtung! Der treue Genosse Moritz Boas ist am 3. Oktober, abends 7 Uhr, am Herzschlag plöhlich verschieden. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Oktober, von der Leichenhalle des Israelitischen Kirchhofes in Weißensee aus um 12 Uhr statt. Achtung! 560b Achtung! Genossen vom Wedding u. d. Oranienburg. Vorstadt! Laut Beschluß der Volksversammlung vom 29. Dezember, sowie Beschluß der Zeitungs- Kommission, Nr. 2 des Vereinszimmer, auch zur Zahlstelle," Vorwärts", lokaler Theil 1. Spalte, mich zu noch größerer Dankesäußerung. zu vergeben Marfiliusstr. 11, Nähe der empfehle ich mich zur pünktlichen Liefe Da ich diese nun nicht in einfache Blumenstraße. H. Scheip. 32482* rung des Vorwärts", sowie sämmtWorte leiden will, habe ich keine W. Pahr, Opfer gescheut, sie durch die hat zu Arbeitsanzüge Brunzufr. 112. bekräftigen, indem ich außer der baulichen Verschönerung des Circus durch Anlage eines tomfortablen Foyers und Festsaales auch die bedeutendsten Repräsentanten aller circensischen Künste, die nur heranzuziehen möglich waren, in meine Gesellschaft eingereiht habe, um damit eine fortlaufende Reihe abwechselungsreicher und künstlerisch gediegener Vorstellungen zu schaffen. Ich gebe mich nunmehr der schmeichelhaften Hoffnung hin, mir mit dieser Form des Dantes auch das fernere Wohlwollen des hochgeehrten Publikums erringen und bewahren zu können und empfehle mich mit vorzüglichster Hochachtung ergebenst Franz Renz, Direktor, licher Parteiliteratur. 33802 Karl Weiße, Zeitungsspedition, Triftstr. 46a. Kaufen Sie nicht anderwärts, bevor Sie sich nicht überzeugt haben, dass bei mir die ,, billigste Bezugsquelle für Hüte ist, und nur streng reelle Waare bei reichhaltigster Auswahl geführt wird: Herrenhüte steif und weich. do. in ff. Haarfilz do. in Loden Kinderhüte. Confirmandenhüte Cylinderhüte " à 2, à 5, à 1,25 1,50 1,75 à 1,-1,25 à 1,50 2,50 3,- 3,50 5,50 6,- 7, 2, 2,50 3, 1,75 2,- 2,60 1,50 2,- 2,50 6,- 7,50 9,- 11, im Fabrikkomtoir bei Oscar Arnold am Oranienplatz Dresdenerstr. 116( kein Laden). Kontrollmarken- Hüte zu sehr billigen Preisen. Königl. Preuß. Kommissionsrath. R. F. Mittelstädt, Berlin N., Brunnenstr. 152. Nur noch kurze Zeit! Cireus Jansly- Leo. Friedrich Karl- Ufer. Freitag, den 4. Oktober, abends 8 Uhr: Humoristische Vorstellung. Wer lachen will muss heute kommen! Ringkampf: Pohl- Fritz Eidinger, gen. der stärkste Schlosser Berlins, Präsident des Kraft- u, AthletenKlubs ,, Birke". Morgen: Vorstellung. Ed. Wiersing's Rixdorf Restaurant, Garten und Ball- Salon. Knesebeckstr. 77. Hermannstr. 87. Jeden Sonntag im Garten: Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu renovirten Saale von 4 Uhr ab: Großer öffentlicher Ball. 2 verdeckte Kegelbahnen. Kaffeeküche stets geöffnet. Meine Lokalitäten stehen den Vereinen zu Versammlungen, Festlichkeiten und bei Leichenzügen zur Verfügung. Fritz Wilke, [ 3307L* Andreasstr. 26, ( nahe Schles. Bahnhof) empfiehlt sein Restaurant, REMittelstädts ist aus passenden Kräutern abdestillirt be fördert vorzüglich die Ver daung und regt besonders den Appetitan. Original Lowenfferst In Fl. Mk. 0,60. 1,10.& 1,80 Im Ausschank und in Flaschen überall zu haben. Kaiser Wilhelmstraße 18 M, R. Buske( seefeld) 2. Ging. Grenadierstraße 33. Grosse u. kl. Säle, mehrere Vereinszimmer, Kegelbahnen, Billard.[ 33212* Mehlwürmer, Schock 10 Pf. KürassierDie Beleidigung gegen Franz Donath straße 20, II. nehme ich hiermit zurück. 553b L. Nitzsche, Friedrichsbergerstr. 3. fowie Zaat für 200 Berfonen, Möbel- Kauigelegenheit. 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Getaufte Möbel fönnen 3 Monate toftenfrei auf meinem Aufbewahrungsspeicher lagern, werden durch auch nach außerhalb. 555b Marmorschleifer Rehlaff, Bettfedern Spezialgeschäft, eigene Gefpanne transportirt und aufgestellt per sofort gesucht Greifswalderstr. 37, Brückenstraße 6( Jannowitbrücke). Haeger. Berantwortlicher Redakteur: Fris Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 232. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der Reichstags- Fraktion. Freitag, den 4. Oktober 1895. 12. Jahrg. verlangen oder sich über die verletzte Würde des Reichstags" Alle diese Zwischenfälle zeigten die Gegenfäße zwischen zu entrüften. In namentlicher Abstimmung wurde mit 168 gegen unseren Anschauungen und denen der herrschenden Klasse; bei der 58 Stimmen beschlossen, die Genehmigung zur ftrafrechtlichen Berathung der Gefeßentwürfe und Anträge tamen dieselben noch Verfolgung Liebknecht's nicht zu ertheilen; dagegen wurde eine schärfer zum Ausdruck. 4 nationalliberale Resolution angenommen, die Dis Die Berathungen begannen mit der Diskussion des Reichss ziplinargewalt des Reichstags und des Präsidenten gegen die haushalts- Etats für 1895/96. Derfelbe wies zwar gegen Mitglieder während der Ausübung ihres Berufs in angemeffener 1894/95 eine Minderforderung von 53 Millionen Mark Der Klaffengegenfah zwischen Besitzenden und Besiglosen, der Weise zu verstärken. Die Geschäftsordnungs- Kommission lehnte auf, die aber nicht durch Verminderung der fortdauernden durch die kapitalistische Produktionsweise erzeugt und unablässig alle Vorschläge auf Verschärfung der Präsidialbefugnisse ab und Ausgaben verursacht wurde diese wiesen im Gegentheil eine gefteigert wird, führt auch im deutschen Reichstag zu stets berichtete dementsprechend an den Reichstag. Bei der Berathung Steigerung von 23 Millionen Mart auf-, sondern dadurch, schärferen Konflitten. Die besitzende herrschende Klasse will die im Plenum beantragten nun Zentrum, Nationalliberale, Frei- daß an einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Befihlosen politisch rechtlos machen, um gefügige Arbeiter zu fonservative und Konservative, die Disziplinargewalt Etats 84 Millionen Mart weniger angesetzt waren, da die Ratenerhalten, die mit dem niedrigsten Lohn wie der höchsten Steuer- des Präsidenten dahin zu erweitern, daß er, falls ein zahlung für Erbauung des Reichstags- Gebäudes und Nordostseebelastung zufrieden sein müssen, und besonders die einfluß- Mitglied die Ordnung gröblich verletzt, dieses von der Sigung Kanals wie für Vermehrung der Artillerie und Ausbau der reichsten der Besitzenden, Großgrundbesitzer und Großausschließen kann. Der Präsident v. Levezow erklärte, daß er Festungen und der strategischen Bahnlinie nach Saargemünd industrielle, waren abermals bemüht, die Gesetzgebung zu sein Amt niederlegen würde, wenn der Antrag teine Annahme wegfielen. Der Etat wurde, nachdem 14 Millionen Mark von gunsten der profiterhaltenden Kreise auszubeuten. Abermals! fände. Der Antrag wurde angenommen und damit wieder der Regierungsforderung gestrichen waren, mit 1 233 547 979 M. ein Stück Volksrecht die Redefreiheit im Reichstage Der erste Beutezug begann 1878 und damit er ungestört durch- Reaktion preisgegeben. Eine strafrechtliche Verfolgung 84,3 Millionen Mark ordentliche einmalige und der festgestellt, Lavon 1106 Millionen Mart fortdauernde, geführt werden könne, benüßten Bismarck und die Kapitaliſten Liebknecht's nach Schluß der Session, wie sie von fonfer: 46,4 millionen Mark außerordentliche einmalige Klaffe die Attentate der Nicht- Sozialdemokraten Hödel und Nobiling, um die sozialdemokratische Partei und damit die vativen und nationalliberalen Blättern verlangt wurde, erfolgte Ausgaben. Dazu tam noch der Haushaltsetat für die Arbeiterbewegung zu fnebeln. Zwar gelang ihnen letzteres nicht, aber nicht; die Regierung hatte an den im Laufe der Session Schuhgebiete mit 8989 140 m., davon 5,8 Millionen Mark für die oftafrikanischen, 1,7 Millionen Mark für die südwests aber Schutzölle und Liebesgaben brachte jedes neue Jahr. erlittenen Niederlagen vorläufig genug. 1,2 Millionen Ein weiter Zwischenfall trat ein, als wir den afrikanischen, Hatten die ordentlichen Einnahmen aus Zöllen, Verbrauchs- Antrag stellten, das Strafverfahren gegen einen unferer 265 000 Mart für Togo. Ferner tamen hinzu: a) ein I. Na ch Mark für Kamerun und steuern und Reichsstempel- Abgaben im Jahre 1878/79 nur 242 Millionen Mark betragen, so sind fie 1895/96 auf Fraktionsgenossen während der Sessionsdauer einzustellen. Diesem trag zum Reichs- Haushaltsetat mit 1,7 Mill. Mark 682 Millionen Mark gestiegen; im ganzen sind in diesen Antrage, dem sonst von allen Parteien ohne jede Debatte bei zur Deckung der Unkosten für die Feierlichkeiten bei Eröffnung 18 Jahren 8552 Millionen Mart Einnahmen jeder politischen Anklage Folge gegeben wurde, widersprachen des Nordostsee- Kanals; die Ausgaben werden durch entsprechende gewesen, während dieselben, wenn die Steuern und Zölle diesmal die Konservativen, weil es sich um eine Majestäts- Erhöhung der Matrikularbeiträge gedect; b) ein II. Nachtrag auf der Höhe von 1878 geblieben wären, entsprechend der Be- beleidigung handle. Der freikonservative Herr von Stumm zum Reichs- Haushaltsetat mit 4 Millionen Mark für völkerungszunahme etwa 5150 Millionen Mark betragen Zuschüsse der Verwaltung des Reichsheeres und Besoldung der hätten. Dabei stieg die Schulden last von 102 Millionen Beamten des Nordostsee- Kanals; c) ein Nachtrag zum Mart Reichsanleihen( und 208 Millionen Mark un Etat der Schußgebiete mit 70 000 m. Insgesammt sind verzinsliche Schahzanweisungen und Kaffenscheine) am 31. März 1878 demnach gefordert worden: auf 1916 Millionen Mart Reichsanleihen( und für den Reichs Haushaltsetat 1239 250 441. 170 Millionen Mark Schazanweisungen und Reichstassenscheine) für die Schuhgebiete. 9 059 140" am 31. März 1894 und die jährlich zu zahlenden Zinsen für die Reichsschuld von 2,9 millionen Mart( 1878) auf 73,7 millionen Mart( 1895). • . benützte die Gelegenheit, um zu bedauern, daß wir im Reichstage als eine gleichberechtigte politische Partei behandelt würden; außerhalb desselben seien wir das selbstverständlich für ihn nicht. Vorspiel hatte aber geoffenbart, wie unsere Gegner gar nicht den Der Antrag der Konservativen wurde abgelehnt, das Augenblick erwarten tonnten, wo sie uns außerhalb des bestehenden Rechts brächten. Schriftführerwahl. Unsere Frattion hatte beschlossen, Dies zeigte sich auch noch in derselben Sigung bei der Summa 1 248 309 581 M. diesmal von dem ihr zustehenden Rechte Gebrauch zu machen, Unsere Fraktion hat, getreu ihren alten Grundsäßen, dem Auch in der vergangenen Session wollten Reich und GroßLapitalisten der arbeitenden Bevölkerung neue Steuerlaften auf- und ein Fraktionsmitglied zum Schriftführer vorzuschlagen. Es herrschenden System, insbesondere dem Militarismus jegliche erlegen, und um unsere Opposition mundtodt zu machen, ihr war bisher im Reichstage üblich, die 8 Schriftführer je nach der Mittel zu verweigern und keinem Etat zuzustimmen, dessen Eingefeßmäßiges Vordringen in den Parlamenten des Reichs wie Stärke der Fraktionen zu wählen; von 323 Wählenden erhielt nahmen hauptsächlich auf indirekten Steuern beruhen, welche der Bundesstaaten zu verhindern, wühlte und hetzte die kapita- jedoch das von uns vorgeschlagene Fraktionsmitglied nur die ärmere Bevölkerung am allerschwersten belasten, teinen listische Presse nach dem Attentat des Anarchisten Caserio in 63 Stimmen, weil die Frattion auf private Anfrage hatte er- Mann und keinen Groschen bewilligt. flären lassen, ihr Vertreter werde sich nicht an der Frankreich, um neue Ausnahmegesetze gegen uns, die wir die Wie sich die Reichsausgaben vertheilen, zeigt folgende Schärfsten Gegner des Anarchismus und der" Propaganda der hösischen Repräsentation betheiligen, zu der auch weder VerThat" find, zu erreichen. Anscheinend nicht vergeblich! Zwar faffung noch Geschäftsordnung verpflichten. Aus diesem Grunde Uebersicht: Stürzte Graf Caprivi durch die Intriguen der Junker, deren verzichteten wir auch auf die zweite Bizepräsidenten= patriotische Gefühle er auf das tiefste durch die Handelsverträge Am 23. März 1895 ersuchte der Präsident von Levehow den Stelle, als das bisherige Reichstags- Präsidium umstürzte. getränkt hatte 1,50 M. Bollerniedrigung für den Doppelzentner Roggen!, aber sein Nachfolger, Fürst Hohenlohe, der aus dem Reichstag um die Ermächtigung, zum bevorstehenden achtzigLande der Diktatur tam, übernahm gern seine Hinterlassenschaft: ften Geburtstag Bismarc's diesem den Geburtstagsdie Umsturzvorlage. Als der deutsche Kaiser am 6. September Glückwunsch des Reichstags ausdrücken zu dürfen". Unsere 1894 in Königsberg dem Adel zugerufen hatte:" Auf Fraktion gab folgende Erklärung ab: zum Rampfe für Religion, für Sitte und Ordnung gegen die Parteien des Umsturzes!" erklärten die Junker anfänglich, besonders in der Kreuz- Zeitung", in welcher der jetzt abgewelfte Epheu Wilhelm von Hammerstein den Eichenstamm des preußischen Königthums" schmückte und schütte, daß sie nur für entsprechende Bezahlung durch agrarische Zuwendungen diesem Rufe Folge leisten könnten, doch bald übernahmen sie gemeinsam mit den Großindustriellen( Freifonservativen und Nationalliberaten) die Führung im Kampfe gegen uns. " Die Eröffnung des Reichstags, die am 23. Ot tober auf den 14. November 1894 festgesetzt war, wurde durch den Sturz Caprivi's verzögert; eine neue Verordnung des Kaisers mit der Gegenzeichnung des Fürsten Hohenlohe berief das Parlament auf den 5. Dezember. Die Thronrede verkündete als vornehmste Aufgabe des Staates, die schwächeren Klaffen der Gesellschaft zu schüßen" und illustrirte diesen Vorsatz durch den Wunsch nach einer„ Ergänzung des gemeinen Rechts zum Schuß der Staatsordnung" und die Erschließung neuer Steuerquellen". " Der Kampf gegen uns begann mit einer Reihe von 3wischenfällen, welche scharf und klar die ganze Situation tennzeichneten. Die Schlußsteinlegung zum neuen Geschäftshause des Reichstags hatte am 5. Dezember unter militärischem Prunk statt: gefunden, die Reichstags- Abgeordneten waren dabei durch einen Strick von den Mitgliedern des Hofes getrennt. Selbstverständlich hatte sich unsere Frattion an dieser militärisch- dynastischen Feier nicht betheiligt, und sie wollte auch, wie stets, dem Beginn der ersten Sigung im neuen Hause am 6. Dezember fernbleiben, da diese der Präsident mit einem Hoch auf den Kaiser zu eröffnen pflegt. Durch Zufall waren jedoch einige unserer Abgeordneten im Sitzungsjaal, ehe das Hurrahrufen vorüber war und blieben während desselben sizen. Nun tonnten unsere Gegner ihrem angeblichen Patriotismus, d. h. ihrem Haß gegen die Vertreter der klassenbewußten Arbeiter Luft machen. Der Präsident v. Levehow erklärte, daß das Sigenbleiben ,, nicht der Sitte deutscher Männer, nicht der Gewohnheit des Hauses entspräche und die Gefühle der Mitglieder beleidige; er bedauere, daß er fein Mittel habe, um ein derartiges Verfahren zu rügen". Die von unserer Seite erfolgte energische Gegenertlärung fteigerte die angeblich patriotische Entrüftung. Daß der Gewissens= awang, der gegen uns ausgeübt wird, wenn wir beim Kaiserhoch aufstehen sollen, moralisch verwerflich ist, darauf nehmen unfere für Religion und Sitte" tämpfenden Gegner feine Rücksicht. Schon in der nächsten Sigung( 11. Dezember) wurde von der Staatsanwaltschaft beim königl. Landgericht I Berlin die strafrechtliche Verfolgung des ReichstagsAbgeordneten Liebknecht wegen Majestätsbeleidigung beantragt. Der Antrag wurde der Geschäftsordnungs- Kommission überwiesen; die überwiegende Mehrheit derselben ertheilte die Genehmigung zu dieser Strafverfolgung nicht, weil sie der Ansicht war, daß das Sigenbleiben als eine Aeußerung in Ausübung des Berufs" auf grund des Artikel 30 der Reichsverfassung straflos bleiben müssel; die Immunität des Hauses sei zu wahren, die Disziplin gegenüber den Mitgliedern dem Reichstage zu überlassen". Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe erklärte demgegenüber, daß die Hilfe der Gerichte in Anspruch genommen werden müsse. Uniere Redner geißelten die Heuchelei, mit der gerade von fonservativer und nationalliberaler Seite die Königstreue als Deckmantel für selbstsüchtige Zwecke benützt werde, während 3. B. die Köln. 3tg." noch 1893 eingestand:" Wir müssen es als das größte Verdienst des Fürsten Bismarck ansehen, daß er, der große Staatsmann, uns Idealrepublikaner zu Vernunftmonarchisten gemacht hat." Uebrigens sei es durchaus nicht das erste Mal, daß die Opposition sich bei einem Hoch auf den König oder Kaiser nicht erhebe; im preußischen Abgeordnetenhause hätten bürgerliche Oppofitionelle wie Ultramontane in dieser Weise demonstrirt, in Reichstage in früheren Jahren wiederholt sozialdemokratische Abgeordnete, ohne daß es je der Regierung eingefallen wäre, strafrechtliche, Verfolgung zu " " " Die durch den Fürsten Bismarck zum ausschließlichen Vortheil der besitzenden Klasse verfolgte Zoll- und Steuerpolitik hat schwere Schädigungen über das deutsche Bolt gebracht und in ihren unheilvollen Wirkungen der Arbeiterklasse die noth wendigsten Lebensmittel vertheuert. Fürst Bismarck hat stets nur die Politik der Sonderinteressen und der nationalen und internationalen Gegensätzlichkeit betrieben; er hat seine Gegner, insbesondere die sozialdemokratische Partei, bis zur Aechtung mit Ausnahmegesetzen verfolgt und vergewaltigt. Er besitzt daher keinen Anspruch auf den Dank und die Anerkennung des gerade von ihm so oft mit Hohn behandelten Reichstags. Als Vertreter der stärksten politischen Partei Deutschlands lehnen wir den Vorschlag des Herrn Präsidenten ab." patriotischen Entrüstungslärm, der um fo lächerlicher war, als Die Rechte machte während und nach dieser Erklärung einen damals und mehr noch jetzt bekannt war, wie gerade die um Stöcker und Hammerstein am Sturze Bismarck's gearbeitet hatten. 1. Bundesrath. II. Reichstag . III. Reichskanzler u. Reichstanzlei IV. Auswärtiges Amt V. Reichsamt des Innern. VI. Verwaltung des Reichsheeres. VII. Berwaltung der kaiserl. Marine . Außer ordentlicher Ordentlicher Etat. Etat. Ausgaben. Aus= gaben. Fortlaufende Einmalige einmalige. M. 907. M. 650 990 153 780 10 556 487 6 848 240 29 725 645 5 313 860 1565 174 472 212 385 44 139 984 34 167 892 55 261 498 20 553 350 5 864 500 2 085 366 541 339 378 909 990 195 800 346 900 4 781 000 73 967 300 170 000 . 735 503 ラ VIII. Reichs- Justizverwalt. IX Reichsschaamt X. Reichs Eisenbahnamt XI Reichsschuld XII. Rechnungshof XIII. Allgem. Pensionsfonds XIV Reichs- Invalidenfonds. Polen und Welfen erklärten sich gegen den Wunsch des Präsi Auch Zentrum, freisinnige und süddeutsche Volkspartei, XV. Dienstaltersstufen Bu benten, dessen Antrag mit 163 gegen 146 Stimmen abgelehnt XVI. Poft- u. Telegr. Berwurde. Darauf legte Präsident v. Levehow das Präsidium nieder, der nationalliberale Vizepräsident folgte ihm. Der Vizepräsident Freiherr v. Buol- Berenberg, Mitglied des Zentrums, führte die Geschäfte weiter; er wurde aber nur mit 183 Stimmen zum Präsidenten gewählt; 105 Gegner von der Rechten gaben weiße Bettel ab. Vizepräsidenten wurden noch ein Zentrumsabgeord neter und ein Freisinniger. 23 März ein Entrüstungs- Zelegramm an Bismarc Da der Kaiser über den Beschluß des Reichstages vom sendete, brachte unsere Fraktion einen Antrag ein, den wir mit Fortlassung des eine Kritik jener Kundgebung enthaltenen Sages nachstehend folgen lassen. Antrag. Der Reichstag wolle beschließen: " Mit bezug auf das Telegramm des Kaisers an den Fürsten Bismarck vom 23. d. M., in welchem über einen Beschluß des Reichstags die tiefste Entrüftung" ausgesprochen und behauptet wird, daß der Reichstag in velistem Gegensatz zu den Gefühlen aller deutschen Fürsten und ihrer Völker steht", zu erklären: Die angeführte Meinungsäußerung des Kaisers ist nach ben begleitenden Umständen ein politischer Att. Eine öffentliche Zensur legaler Beschlüsse des Reichstages schuß. waltung. 55 034 754 26 393 714 49 950 9.025 095 1 106 084 257 86 787 618 46 378 566 Summa: 1 239 250 441. Die Einnahmen des Reiches wurden im Etat und den Nachtragsetats für 1895/96 wie folgt veranschlagt: Zölle und Verbrauchssteuern. 627 008 420 M. Reichsstempelabgaben 54 629 000 29 778 903" •. Poft und Telegraphenverwaltung Reichsdruckerei Eisenbahnverwaltung Bankwesen • Verschiedene Verwaltungseinnahmen Aus dem Reichs- Invalidenfonds Zinsen aus belegten Reichsgeldern Veräußerung ehemalig. Festungsterrains Ueberschüsse aus früheren Jahren Matrilularbeiträge . Außerordentl. Deckungsmittel( Anleihen) 1 474 154 " " 23 178 000" 7 182 100" 11 950 497" 26 393 714" 10 000" 800 039 " 14 476 980 " 896 000 067" 46 378 566" Summa 1239 250441 M. Zu den vorstehenden Summen ist zu bemerken: Wie bei Erörterung der Finanzreform näher auseinandergesetzt ist, entsprechen die Matritularbeiträge den aus den Ein nahmen der Zölle und Verbrauchssteuern an die Bundesstaaten Die verfassungsmäßige Unverantwortlichkeit des Reichsgezahlten Ueberweisungen, welche unter den fortlaufenden oberhaupts, sowie die seitherige Gepflogenheit des Reichs Ausgaben des Reichsschaamtes in Anrechnung getages, die Person des Kaisers nicht der Kritik zu unterziehen, bracht sind. Soweit die Matrikularbeiträge durch die Neber. haben zur Voraussetzung, daß das Reichsoberhaupt seinen Einweisungen ausgeglichen werden nach diesem Etatanschlag find fluß auf die Reichsangelegenheiten ausschließlich durch den letztere um 22 Millionen Mar niedriger als erstere ftellen verantwortlichen Reichskanzler ausübt. die Matrikularbeiträge teine wirkliche, sondern nur eine Die Vertretung der Gefühle und Bestrebungen des deutschenrechnerische Einnahme dar, da ihnen eine entsprechende Ausgabe Volkes ist Aufgabe des Reichstages, der niemandem verim Ausgaben- Etat gegenübersteht, und zwar im Etat für 1895/96 antwortlich ist als dem Volte. 373,8 Millionen Mark Ueberweisungen gegenüber 396 Millionen Hierauf erhielt die Fraktion folgendes Präsidial- Mart Matrifularbeiträgen. Von letteren sind also nur schreiben: 22,2 Millionen Mark wirklich neue Einnahmen, so daß diese Der angefchloffene Antrag steht in feiner Beziehung zu im Ganzen nicht 1239,25 Millionen Mark betragen, sondern nur irgend einem Titel der Ausgabe und Einnahme des Reichs- 865,5 Millionen Mark. tags auf das Etatsjahr 1895/96 und müßte schon aus diesem Von diesen kommen 682 Millionen Mark aus Zöllen, Grunde zurückgewiesen werden. Die in demselben angezogene telegraphische Mittheilung Sr. Majestät des deutschen Kaisers an den Fürsten v. Bismarck ist von dem Herrn Reichskanzler nicht kontrafignirt und unter liegt deshalb als eine in die Außenwelt getretene Kundgebung Sr. Majestät des Kaisers feineswegs der Beschlußfassung des Reichstages. Es wird deshalb abgelehnt, den Antrag dem Reichstage zu unterbreiten. Der Präsident des Reichstages. gez. R. Frhr. v. Buol." Verbrauchssteuern und Reichsstempelabgaben, das heißt: Bier Fünftel der Einnahmen werden durch indirekte Be steuerung aufgebracht und fallen infolge dessen am schwersten der ärmeren Bevölkerung zur Last; eine Arbeiterfamilie wird mit 8-10 pct. ihres Einkommens durch die indirekten Steuern getroffen, eine Familie des Mittelstands mit 5-6 pCt., die reichfte Schicht mit 1-3 pt. Die Reich seinnahmen an 3öllen und Ver. brauchssteuern für 1895/96 wurden im einzelnen wie folgt veranschlagt: Bölle Zabatsteuer Zuckersteuer Salzsteuer Branntweinsteuer: a) Maischbottich und Branntweinmaterialfteuer. b) Verbrauchs Abgabe und Zuschlag zu der felben Braufteuer und Uebergangsabgabe an Bier Aversa für Zölle und Ver brauchssteuern • 348 572 000 M. 11 331 000 80 000 000 " " 43 657 000 9 " • 18 820 000 群 98 957 000 • 25 603 000 68 420 " " Summa 627 003 420. " " Der Reichstag wolle beschließen, die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen die Erziehung der Jugend zur Wehrhaftigkeit und die Umwandlung der jebigen Heeresorganisation in eine MilizWehrordnung angebahnt wird." standalösen Bustand aufmerksam, daß die Kellner in den Restau- 1 seien; im nächsten Jahre werden dem Reichstage neue besonders Nachdem noch rationsräumen des Reichstages keinen Lohn erhalten, sondern Vorschläge gemacht werden. auf die Trinkgelder der Abgeordneten angewiesen sind, obwohl die Nationalliberalen die Unfall Berufsgenossenschaften der Wirth keine Bacht zahlt und Heizung, Licht, Einrichtung und den Opfermuth der Unternehmer hochgepriesen hatten, wurde und Reinigung der Räume auf Reichstoften geliefert werden. auf Antrag des Zentrums unsere Resolution ab Beiden Uebelständen ist übrigens bis jetzt noch nicht abgelehnt und nur das Ersuchen ausgesprochen, die Vorlage der geholfen. in Aussicht gestellten Novelle zur Abänderung des Invaliditäts. Beim Etat für den Reichskanzler fragte unser Mit- und Altersversicherungs- Gesezes" möglichst zu beschleunigen. glied der Kommission für Arbeiterstatistik an, ob denn Beim Marine- Etat geißelte ein Fraktionsredner, daß auf die Reichsregierung nicht endlich, entsprechend dem dritten den kaiserlichen Werften, anstatt die Arbeitszeit zu verkürzen, Absatz des§120e der Gewerbe- Ordnung, der seit 1. April 1892 500-600 Arbeiter im Frühjahr entlassen wurden. Gegen die geltendes Recht ist, die übermäßige, gesundheitschädigende Dauer geforderten 7 Millionen Mark erster Rate für den Bau neuer der täglichen Arbeitszeit in den Bäckereien und Kondi- Kreuzer stimmten wir wie gegen den gesammten Marine- Etat. toreien einschränken will. Die Kommission für Arbeiter- Bum Militär- Etat hatte unsere Fraktion folgende Re. statistit hat die grauenvollen Zustände im Bäckereigewerbe flar- folution eingebracht: gelegt und empfohlen, die Arbeitszeit auf 12 Stunden einzu schränken, mindestens 8 stündige Ruhe und 16 stündige Durch die Tabatsteuer wird jedes Kilogramm inlän Sonntagsruhe zu gewähren, und für die Lehrlinge verlangt, dischen Tabaks mit 44 Pf. belastet, jedes Kilogramm 3ucker daß sie im ersten Jahre 2 Stunden, im zweiten 1 Stunde mit 18 Pf., jedes Kilograinm Salz mit 12 f., jeder Liter weniger als die Gesellen arbeiten. Minister v. Bötticher 100 grädiger Spiritus mit 85 Pf., mithin jeder Liter wies den Verdacht unseres Redners, die Arbeiten der Branntwein mit ca. 28 Pf.( bis 1887 mur 5 Pf.!), jeder Kommission würden in den Papierkorb wandern, mit Entrüftung Liter Bier im norddeutschen Brausteuergebiet mit 0,8 Pf. zurück; der§ 120e der Gewerbe- Ordnung sei nicht begraben, die Die 3ölle hatten nach Begründung des Reichs 1871 eine Entscheidung werde demnächst getroffen. Thätsächlich ist jedoch Brutto Einnahme von 95,8 miII. m. ergeben, durch- bis jetzt von seiten des Bundesraths teine Bestimmung zum schnittlich auf den Kopf der Bevölkerung 2 W. 45 Pf., 1894 Schutz der Bäckerei- Arbeiter getroffen worden, vielmehr offiziös ergaben fie 364,4 mill. M. und 7 M. 13 Pf. auf den gegenüber dem Ansturm der in ihrem Ausbeutungsrecht BeRopf!-1893/94 lieferten die größten 3olleinnahmen schränkung fürchtenden Meister erklärt worden, sie sollten sich bedie Einfuhr von Getreide( nebst Hülsenfrüchten und Malz) ruhigen, es werde ihnen nichts geschehen. mit 99,6 Mill. M.( 3 M. 50 Pf. pro Hektoliter Roggen und Der Etat des Auswärtigen Amts in Verbindung mit Weizen, 2 M. 80 Pf. pro Seftoliter Hafer und Malz, 2 M. pro dem des Haushalts der Schutzgebiete veranlaßte unsere Hektoliter Gerste und Hülsenfrüchte); die Einfuhr von Pe- Fraktion wieder in energischer Weise gegen die Vergeudung von troleum brachte 54 Mill. M.( 6 Pf. pro Liter), die von Kaffee Staatsgeldern Front zu machen, die durch die von Bismarck ein49 Mill. M.( 40 Pf. pro Kilogramm), von ab at 44,5 mill. Mart( 85 Pf. pro Kilogramm), Wein 15,5 Mill. M., Schmalz 7,9 mil..( 10 Pf. pro Kilogramm), Heringe, gefalzen, 4 Mill. M.( je nach der Größe 1/ 2-1 Pf. das Stück), Reis 4 Mill. M.( 4 Pf. pro Kilogramm), Gewürze 3,7 Mill. M. ( 50 Pf. pro Kilogramm), hee 2,8 Mia. M.( 100 Pf. pro Kilogramm), Eier 2 Mill. M.( 8 Pf. pro Kilogramm zirka 20 Stück), Rafe 1,6 Mill. M.( 20 Pf. pro Kilogramm), Butter 1,2 Mill. M.( 20 Pf. pro Kilogramm). : Jahr Mann Laufende Ausgaben Armee Marine Pension Summa Einmalige Summa der Ausgaben Der Unser Fraktionsredner hatte die Berechtigung unseres Antrages durch Hinweis auf das Milisheer der Schweiz bewiesen und dargelegt, daß erst durch ein Milizheer ein wirkliches Volk in Waffen entstehe, das sich aber auch nie zu einem Angriffs= triege, nie gegen das Bolt gebrauchen lassen werde, und Soldatenmißhandlungen unmöglich mache. größte Theil aller Mißhandlungen entsteht durch die Ungeschicklichkeit der Leute in bezug auf die einfachsten Körperübungen, die jedem geläufig sind, der von Jugend auf das Turnen gelernt hat." Unser zweiter Fraktionsredner wies auf die in unserer Parteipresse zuerst in die Oeffentlichkeit gebrachten Grlaffe non 1878, 1879 und 1890 hin, die sich gegen die Beschäftigung gebrockte Kolonialpolitik jedes Jahr in steigendem Maße ver- fozialdemokratischer Arbeiter in Militärwert ursacht wird. Der Lurus überseeischer Abenteuer, der Millionen tätten richten; damit werde nur Erbitterung und Heuchelei erverschlingt, zu einer Zeit, wo das Volk durch Steuern aller Art zeugt, die Gesinnung der Arbeiter aber nicht geändert. Die schon für den europäischen Militarismus erdrückt wird, kommt Militärverwaltung habe aber sogar, wie ein Vertrag von 1894 nur einigen Großrhedern und Großkaufleuten zu gute, nicht der zeige, von Lieferanten verlangt, daß diese feine sozialGesammtheit, zumal unsere Kolonien, an und für sich faft werth- demokratischen Arbeiter beschäftigen oder dieselben sofort entlos, durch eine ungeschickte, und, wie im Falle Leift, Wehlau, die laffen sollen. Gingeborenen brutalisirende Verwaltung nicht vorwärts, sondern Der Kriegsminister erklärte, die Lieferanten ber rückwärts sich entwickeln. Selbstverständlich lehnten wir jede Militärarbeiten können Arbeiter einstellen, welche sie wollen"; Die Steigerung der Bölle steht mit der des Mt. Geldbewilligung auch für den Haushalt der Schuh- an dem Erlaß, der sich gegen die Beschäftigung sozialdemokra litarismus in engem Zusammenhange. Seit Begründung gebiete und einen späteren Nachtragsetat ab. tischer Arbeiter in Militärwerkstätten richtet, müsse er festhalten des Reichs veranlaßte das Wachsthum der Friedens= Beim Etat des Reichsamts des Innern kritisirten wir, und sogar in Erwägung nehmen, ob es nicht nothwendig ist, Erlaß noch andere präsenzstärte folgende Steigerung der Ausgaben so wie in jedem Jahre, die Berichte der deutschen Gein diesen Arbeiter= ( in Millionen Mark): werbe- Inspektoren und die in der Produktion herrschen- tategorien( Bureau- Arbeiter) mit einzubeziehen". Die von den, zu immer weiterer Verelendung der Arbeiter führenden unsern Rednern gebührend beleuchteten Duelle in der Armee Zustände. Die Verbindung der der Kesselrevision mit der suchte er zu vertheidigen. Das Vorgehen gegen verschiedene Fabritinspektion, wie sie nach schlechtem sächsischem Bei unserer Parteigenoffen in der Armee( Wendtlandt, Dr. Hirsch spiel seit 1898 in Preußen eingeführt wurde, lähmt die feld) fand er in den militärischen Einrichtungen begründet, und ohnehin nicht genügende Leistungsfähigkeit der Aufsichtsbeamten auch die anderen Parteien hatten nichts dagegen einzuwenden. und bringt es dahin, daß diefelben noch weniger Betriebe Gine große Anzahl von Soldatenmißhandlungen, die revidiren können als sonst, sodaß das bischen Arbeitsschutz, das von unserm Redner wie in jedem Jahre gerügt wurden, veranlaßten durch die Gewerbe- Ordnung versprochen wurde, auf dem Papier unsere abermalige Forderung, daß die seit 25 Jahren vom Reichstage stehen bleibt. Dabei müssen die Arbeiter, die dem Fabrik verlangte Militär- Strafprozeßordnung endlich vorinspektor Mittheilungen machen, Entlassung aus der Fabrik gelegt werde. Auch die massenhafte Verwendung von Soldaten fürchten, und wenn ein Fabrikinspektor sich, wie es allein zweck bei Ernte- Arbeiten wurde gerügt; der Kriegsminister mußte zumäßig ist, mit den Gewerkschaften und Fachvereinen in Ver- geben, daß allein in Preußen an 3331 Landwirthe 12 054 Mann bindung setzt, treten ihm die Unternehmer feindselig entgegen. auf durchschnittlich je 7 Tage abgegeben wurden. Abhilfe wurde Wir forderten: Vermehrung der Zahl der nicht versprochen. Seit 18. Januar 1872 bis zum 1. April 1896( die letzten Inf pettoren, Entlastung derselben von der Beim Etat des Reichsjuftizamts wurde wie im vorher. Jahre nach den Voranschlägen der Etats berechnet) betrugen Steffelrevision, Anstellung weiblicher Fabrit gehenden Jahre das Vorgehen sächsischer Justizbehörden gegen Gesammtausgaben für Heer, Flotte und inspektoren, Hinzuziehung von Arbeitern und über unserer Partei gekennzeichnet. Damals erklärte der StaatsPensionen zusammen 13 967 Mill. M. und zwar Arbeiterinnen zum Inspektorat, Ausdehnung sekretär Nieberding, daß die Verbreitung von Wahlzetteln Laufende Ausgaben für die Armee 8597, Marine 759, desselben und des Arbeiterschuhes auf und Druckschriften deshalb noch nicht unzulässig ist, weil der Pensionen 1821, zusammen 10 677 Mill. M., und ein- Flößerei und Schifferet, Handwerk und Vertheiler sie offensichtlich trägt, oder daß er sie jedermann, malige Ausgaben 3290 Mill. M. Hausindustrie, Einführung der Arbeits- ohne Rücksicht auf politische oder religiöse Anschauung anbietet. Dazu kommt noch die Verzinsung der Reichsämter und Arbeitstammern, wie sie unser Ge- 14 Tage nach dieser Erklärung hat das Schöffengericht zu schuld, welche feit 1876/77 bis 1895/96 an 566,5 mill. M. fetzentwurf von 1890 vorschlage. Die Unzulänglichkeit mancher Chemuig und später das Landesgericht und Ober- Landesgericht gekostet hat und zum größeren Theil für Zwecke des Militarismus Berichte wurde eingehend nachgewiesen und Abhilfe verlangt. folche Flugblattvertheiler wegen groben Unfugs verurtheilt. Der Die Regierung gab teine Antwort; an eine Ausdehnung des Staatssekretär des Reichsjuftizamts erwiderte auf unsere BeArbeiterschutzes und der Gewerbe- Inspektion denkt sie ja nicht. schwerden nichts und die Praxis des groben Unfugs" greift Beim Etat der Behörden für die Unter- immer weiter um sich. suchung von See Unfällen tam der Untergang der Beim Etat der Reichsschuld forderten wir, daß die Glbe, bei dem hunderte von Menschen zu Grunde gingen, aber- 450 Millionen mit 4 pet. und die 778 Millionen Mart mit mals zur Sprache, nachdem bereits einige Tage vorher eine fonfer- 31/2 pet. verzinsten Reichsschulden in Anleihen umgewandelt vative, offenbar mit der Regierung verabredete Inter- würden, welche entsprechend dem allgemein gesunkenen Binsfuß pellation, betreffend die Verhütung des Bernur 3 pet. Zinsen zu zahlen haben, wodurch eine Zinsersparniß iuste 3 von Menschenleben bei Seegefahr, der von 8 Millionen Mark entstehe. Auch die Einzelstaaten fönnten Regierung Gelegenheit gegeben hatte, in das Loblied des Ab- dann die 4 prozentigen Anleihen fonvertiren, was bei Preußen, geordneten und Rheders Jebsen auf die deutsche Schiffschederei Bayern, Baden, Württemberg und Hessen, die zusammen 5583 einzustimmen, die ohne die Belästigungen und Schitanen", welche Millionen Mark 4 prozentige Schuldverschreibungen ausgegeben ihr eine Reichsaufsicht schaffen würde, ihre volle Schuldigkeit thue. haben, bei Konvertirung auf 3 pr gentige eine jährliche ErWir verlangten Reichskontrolle des Schiffs baues sparniß von 55 Millionen Mart ergeben würde. Dem wider und Schutz der Seeleute durch eine Seemanns- Ordsprachen der Abgeordnete Rintelen( Bentrum) im Interesse der nung, wie wir eine solche schon 1892/93 vollständig vorgelegt Kirchen und Stiftungen, deren Einkommen durch die Konvertirung hatten. Der Minister erklärte, daß eine Revision der Seemanns- verringert werde, und der konservative Abgeordnete von Frege ordnung durch die Regierungen berathen werde. vom agrarischen Standpunkte aus; der Staatssekretär des ReichsZum Etat des Reichs- Versicherungsamtes hatte unsere schabamts erflärte, Deutschland werde noch öfter borgen, wie es Fraktion die Resolution gestellt: schon so oft gethan, und, wenn es seine Anleihen tonvertire, feine Geldgeber mehr finden. PRESER 144288 1872 859 000 250 12 47 309 1875 401 659 819 1881 427 274 344 1887 468 419 1890 486 983 400 1893 570 877 450 18 49 27 49 359 39 52 41 63 48 68 558 386 198 584 420 65 485 450 182 632 504 350 854 566 227 793 244 die verwendet wurde. Diese Ziffern beweisen, daß unsere Fraktion im Interesse des Volkes handelte, wenn sie, wie es von je geschah, den ge= sammten Gtat ablehnte. An den einzelnen Forderungen deffelben übte die Frattion wie in den Vorjahren eingehende und scharfe Kritik und vertrat die Forderungen der besiglosen Klasse. Daß es uns in diesem Reichstage nicht möglich ist, Beschlüsse zu deren gunsten zu erwirken, ergiebt fich schon allein aus dem Ziffernverhältniß der Parteien. Von den 897 Sigen des Reichstages eroberten wir 1893 44, erhielten durch Nachwahlen 1894/95 zwei neue Sige und verloren einen, so daß wir mit 45 Mandaten eine leicht zu überstimmende Miorität bilden, da, sobald es sich um ernstliche Reformen zu gunsten der besiglosen Klasse handelt, alle anderen Parteien stets gegen uns stimmen, bis auf wenige Ausnahmen, wo sie, um ihre Gegner in Verlegenheit zu bringen, fid, aus Zweckmäßigkeitsgründen zu uns schlagen. Wir standen baher wechselnden Parteigruppirungen gegenüber, die aber start genug waren, um unser Anträge niederzustimmen: zu widerlegen vermochten sie unsere Kritit nicht. Bei der ersten Lesung des Etats erklärte der Reichsfanzler Fürst Hohenlohe, daß er kein Programm entwickeln werde, da ein Systemwechsel nicht eingetreten fei. Und unter dem Beifall der Unternehmerparteien fennzeichnete er es als eine Aufgabe des neuesten Kurses, den Arbeiterschutz- Gesetzen eine Ergänzung zu geben, bei welcher der Gesichtspunkt der Schonung der Konkurrenzfähigkeit unserer Industrie im eigenen Interesse der Arbeiter nicht außer acht gelassen werden darf". Den§ 157 des Gesetzes betr. die Invaliditäts- und Altersversicherung dahin abzuändern, daß jeder Versicherte, Beim Etat des Reichs- Eisenbahnamts brachte ein Redner der das 70. Lebensjahr vollendet hat, einen Rechtsanspruch der Fraktion u. a. die überlange Arbeitszeit und ungenügende auf Altersrente erhält, und die§§ 9 Abs. 3 und 156 dahin Bezahlung der Unterbeamten zur Sprache, worauf der Präsident abgeändert werden, daß diejenigen Versicherten, die infolge des Reichs- Eisenbahnamts erfärte, daß er seit mehreren Jahren ihres geistigen oder förperlichen Zustandes nicht mehr im stande in diefer Beziehung keine einzige Beschwerde bekommen habe, sind, sich in ihrem Berufe die Hälfte ihres bisherigen, folglich alles befriedigend sei, eine Schlußfolgerung, die außer nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre zu berechnenden Acht läßt, daß die Furcht vor Entlassung oder Zurückseßung im leider nicht ohne Jahres Arbeitsverdienstes zu erwerben, Invalidenrente er- Avancement die Beamten wie die Arbeiter halten." Grund am Borbringen von Beschwerden hindert. Unser Etatsredner nagelte fest, daß die Sozialreform, die 1890 mit so großem Pomp angekündigt wurde, nach den wenigen Unfer Redner wies nach, wie die Verwaltungstoften Beim Post- Etat geißelte unser Redner das System der ungenügenden Gesetzen, die sie zeitigte, völlig eingefroren ist, ja, sehr hohe feien, dagegen die Zahl der Invalidenrentner sozialen Politit in der Postverwaltung, das jest wie früher wie die Durchlöcherung der Sonntagsruhe beweist, wurde sie bereits weit hinter dem Voranschlag zurückbleibe und daher die seine Ersparnisse auf Kosten der Tagelöhner und Subalternrückwärts revidirt. In ihrem eigenen Interesse fordern die Ar- Zahl der Rentenempfänger im Sinne unserer Anträge beamten mache, so z. B. die Zahl der geringer bezahlten beiter Ausdehnung des gesetzlichen Schutzes, nur im vermehrt werden müsse. Ein anderer Fraktionsredner wies auf Assistenten gegenüber den etatsmäßigen Stellen nicht in genügender Intereffe des Unternehmerthums werde er ihnen verweigert. Und das schleppende Verfahren vor den Schiedsgerichten der Berufs Weise vermindere, so daß ein Drittel der Unterbeamten und zwei um die Arbeiter am Ausdruck ihrer Unzufriedenheit zu ver- genossenschaften und deren für die Arbeiter ungünstige Ent- Fünftel der Landbriefträger nicht etatmäßig angestellt find. Poſthindern, soll ihnen ein Knebel in den Mund gestopft werden. scheidungen hin und fragte, wo denn die vom Minister feit hilfsboten müssen erklären, daß, falls sie vor Erlangung einer Es ist eine unehrliche Praxis, daß man den Sozialismus mit 1890 ausdrücklich versprochene Neugestaltung des Unfall- gesicherten Lebensstellung heirathen und infolge dessen in Noth dem Anarchismus zusammenwirft, die sich in der Zaftit wie im versicherungsgesetzes bliebe; noch im vergangenen Jahre habe gerathen, fie auf Silfe aus der Post- Unterstügungskaffe ver Biel grade entgegengesetzt sind. Unserm zweiten Fraktions- der Minister uns veranlaßt, die von uns gestellten Anträge zichten werden; dabei komunt der Posthilfsbote in gesicherte", rebner, der die Angriffe der Gegner auf diese Rede widerlegen zurückzuziehen, und jetzt biele man uns anstatt des versprochenen d. h. unkündbare Stellung erst nach 24jähriger Dienstzeit. Auch wollte, schnitt die Majorität das Wort ab, indem sie die Dis- Arbeiterschutzes den Arbeitertrug. In eingehender Weise zeigte die hohen Binsen, welche die Post- Spar- und Vorschußvereine Tussion schloß. ein anderer Fraktionsredner an einer Fülle von Beispielen, wie nehmen, die lange, für die Briefträger oft 13-14stündige das In den vielen und langen Kommissionsberathun die Schiedsgerichte oft die einseitigsten Intereffen der Arbeitszeit, das Strafgelderunwesen, der Mangel an Pensionsgen des Etats suchten die Vertreter unserer Fraktion nach Berufsgenossenschaften wahrnehmen und 49 pet. aller berechtigung für Postillone und die ungenügende Besoldung aller Möglichkeit Abhilfe der obwaltenden Mißstände zu schaffen; bei Aussprüche der Schiedsgerichte vom Reichs- Versicherungsamt unteren Beamtenstufen wurde unter Beibringung unwiderleg= der zweiten und dritten Lesung des Etats im zu gunsten der Arbeiter umgeändert werden mußten. Wir lichen Materials gerigt. Ferner forderten wir, daß für Hilfs= Blenum nahm ein großer Theil der Fraktion daran theil. Hier verlangen Ausdehnung der Unfallversicherung leistungen bei der Post, besonders zu Weihnachten und NeuVerschmelzung ist ja die oft einzige Möglich feit gegeben, an den dem Reich auf Handwerk, der jahr, nicht Soldaten, sondern stellenlose Zivilpersonen zugezogen unterstehenden Verwaltungen, dem Militarismus und dem Besteue- ganzen Arbeiter Versicherung für Krankheit, würden; die Poftverwaltung gab aber keine zusagende Antwort. und Alter in eine einzige entra Das fapitalistische Wirthschaftssystem ist in Privat- wie in rungssystem eine gebührend scharfe Kritik zu üben, und so die Invalidität einzige Stätte, an der im Deutschen Reiche noch eine gewiffe lifirte Versicherung, mit gerechter Vertheilung der Steuern, Staatsbetrieben nur auf die Erzeugung von Prosit, von Mehrs Redefreiheit herrscht, zur Gerichtsstätte zu machen, wo die Extrazuschlägen für besondere Gefahrenklassen, und Handhabung werth, bedacht und läßt sich nur nothgedrungen darin stören, arbeitende und befitlose Klasse ihr Urtheil spricht über die Opfer, durch ein selbständiges Reichsarbeitsamt unter Hinzu- wenn die politisch- soziale Macht der Arbeiter dazu zwingt. Auch die Staat und Gesellschaft ihr auferlegen. Die sozialdemokratische ziehung der Versicherten zur Berwaltung. Noch von zwei die Post angestellten werden nur dann bessere Zustände Bartei hat sich dabei mit gleicher Fürsorge aller Schichten anderen Rednern unferer Fraktion wurden bei diesem für die erringen, wenn die Sozialdemokratie mächtig genug geworden ist, ber besiglosen Klasse angenommen, ohne Rücksicht darauf, ob Arbeiterschaft so wichtigen Punkte berechtigte Beschwerden vor- um für die gesammte Arbeiterklasse Fortschritte zu erkämpfen. biese sich bereits der Sozialdemokratie angeschlossen haben oder gebracht: Verweigerungen der Renten und Unterschlagungen, die von Daß aber unsere offene und scharfe Kritit schon jest nicht einshr noch gleichgiltig gegenüberstehen, oder sie, wie es bei vielen Arbeit ge bern an Krantenkaffengeldern verübt werden. Minister flußlos ist, zeigten verschiedene Maßnahmen, die auf Anregung Kategorien der Subalternbeamten noch der Fall ist, aufs v. Bötticher wehrte sich lebhaft gegen den weit verbreiteten derselben gerade bei der Postverwaltung getroffen wurden. Und heftigste bekämpfen. Wir buhlen nicht um Stimmen, sondern Irrthum, als ob die Gesetzgebung auf dem Gebiet der Arbeiter- wenn nun endlich nach jahrelangem Andrängen der Reichstag wollen das Recht. versicherung ins Stagniren gerathen sei", erklärte, daß dieselbe beschlossen hat, das Dienstalterstufen system bei den Beim Etat des Reichstage trat unser Fraktionsredner sehr verbesserungsbedürftig ist, gab aber zu, daß die Entwürfe, Postbeamten einzuführen, so ist das mit in erster Linie dem jahres dafür ein, daß die Hilfskanzleidiener des Reichstages fürzere die von der Regierung gemacht wurden, wegen der laut langen Ansturm unserer Fraktion zu verdanken. Beim Etat der Zölle Arbeitszeit( anstatt der oft 14-15stündigen), beffere Bezahlung, gewordenen Bedenken, besonders gegen die Ausdehnung und Verbrauch 3= Seantengelder und Pension erhielten. Gerner machte er auf den der Unfallversicherung auf das das Handwerk, zurückgezogen abgaben beantragte die Fraktion, das Bransteuergesetz dahin abzuändern, daß bei der Bierbereitung nur Waffer, Malz, Ididatur an. Der Wahlausschuß wurde gebildet aus den Genossen Brauerefarbeiter. In Nr. 226 des Vorwärts" befindet Hopfen und Hefe( nicht wie jetzt auch Surrogate) verwendet Hübner, Lindemann, Puhiger, Drescher, sich unter dem Vermerk Brauerei- Arbeiter ein Bericht des Herrn werden dürfen; dieser Antrag wurde fast einstimmig an- Bissauer, Gläsetamp und Rebentisch. Direktor Arendt vom Münchener Brauhause, in welchem derselbe genommen, von der Regierung aber keine bindende Zusage meine Person und Geschäft in Erwähnung bringt. In der Vergemacht. Der Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins sammlung vom 22. September cr. bei Keller habe ich folgende Den von der Regierung vorgelegten Nachtragsetat von und Umgegend hielt am 22. September seine regelmäßige Mit- Worte gebraucht: daß Herr Arendt beim Beginn des Boykotts 1,7 Mill. M. zur Deckung der Unkosten für die Eröffnungsgliederversammlung ab, die sehr gut besucht war. Vom Kollegen erklärte: feier des Nord- Ostsee- Kanals lehnten wir ab, da wir uns P. Karnab wurde gerügt, daß Kollege Kuhn vielfach Nicht- Gein früherer Faßlieferant dürfe ihm nicht mehr auf den mitglieder beschäftige. Kollege Kuhn erklärte hiergegen, daß sich nicht für berechtigt halten, militärisch- dynastische Prunkfeste auf dies nicht umgehen lasse, da man auf wenige Stunden Vereins of tommen, weil er ihm seine Arbeit zur Zeit verweigerte. Kosten der Herr Arendt wird sich wohlweislich noch erinnern können, mitglieder nicht bekommen könnte. Es wurde hierauf beschlossen, daß er zu der Kommission der Berliner Böttcher gesagt hat, sie im Oktober eine öffentliche Versammlung, wenn irgend möglich möge ihm nur Fäffer besorgen; infolge dessen haben sich zwei im Frankfurter Viertel, stattfinden zu lassen. Kollege Peltz machte bestehende und zwei neue Wertstellen zu dieser auf verschiedene Streits aufmerksam und stellte den Antrag, den eingerichtet und haben den vollen Tarif bezahlt. Nach AufVergoldern und Lohgerbern eine Unterstützung zu gewähren. Der Antrag wurde aber von der Versammlung abgelehnt. In das bebung des Boykotts hat Herr Arendt diefen vier Werkstellen, Bergnügungskomitee zum Maskenball wurden gewählt P. Karnab, waren meine Worte und meine eigene Person habe ich nicht froß seines gegebenen Ehrenworts den Rücken gekehrt; das K. Bielgezogen, E. Niebeschüß, Görner und Lemke, erwähnt. % den an die Reichstags- Mitglieder gerichteten Einladungen, sich an dem Fest zu betheiligen, feinen Gebrauch. Ebenso stimmten wir gegen das Anleihegeseh, durch das Die am 31. März 1894 1 915 714 500 m. betragende Reich 3 schuld um 43 997 692 m. vermehrt werden sollte, um einmalige Ausgaben für die Verwaltung des Reichsheeres, der Marine und der Reichs: Eisenbahnen zu decken und den Gtat ins Gleichgewicht zu bringen. ( Schluß folgt.) Versammlungen. Arbeit Eine imposante Schneider: und Näherinnen- Versamm Die Neußerung in betreff des naffen Holzes werde ich Herrn ng, zu welcher die Arbeiter und Arbeiterinnen aller Branchen Arendt hier wiederlegen, denn das von mir verarbeitete Holz geladen und auch zahlreich erschienen waren, fand am 1. Oktober war allerdings nicht ganz trocken, aber immerhin noch zum soin Keller's Festsälen statt. Bei Eröffnung war der große Steller- fortigen Gebrauch der Fässer verwendbar. Der frühere Faßsche Saal dicht besetzt und immer noch strömten neue Massen lieferant des Herrn Arendt bezog nämlich sein Holz von derselben Kollegen Timm, der in einem einstündigen Vortrage die Behinzu. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden, Stelle wie ich und dieses war dann mit einem Mal gut? worunter sich zahlreiche Frauen befanden, dem Referat des Binzens Müller, Raiserstr. 43. deutung der Forderungen nach Betriebswerkstätten, nach 30 ommunal Wahlbezirk( Stadtbezirke 202-209) awecks Auf: e Kommunalwähler Versammlung, welche für den fung eines Kandidaten am Sonntag bei Buste tagte, nahm Köpenick. In der am Mittwoch, den 25. September cr., Ob des spärlichen Besuches doch einen interessanten Verlauf, festen Lohntarifen und auch nach allwöchentlichen Lohn- abends 8 Uhr, im Kaiserhof abgehaltenen öffentlichen Voltsindem ein großer Theil der Anwesenden aus Anhängern anderer auszahlungen klarlegte, wobei er das sich diesen Forderungen versammlung referirte zur vollsten Zufriedenheit der Versamm als der sozialdemokratischen Parteirichtungen bestanden, deren entgegenstellende Verhalten der sogenannten selbständigen Schneider- lung der Reichstags- Abgeordnete Genosse Fritz Zubeil über die Wortführer auch des öfteren in die Debatte eingriffen. Den meister kurzer Hand streiste. Die zustimmenden Aeußerungen, allgemeine Lage". Unter Verschiedenem kritisirten die Genossen einleitenden Vortrag hielt Stadtverordneter ernau, die während des Vortrages dann und wann die musterhafte Niete, Hoffmann und Woit in scharfer Weise das Vorgehen der welcher einige Mißstände in der städtischen Berwaltung Ruhe unterbrachen, legten Zeugniß davon ab, daß die Arbeiter Köpenicker Stadtväter in Sachen der Sedanfeier. Hierauf wurden besprach. Der Vortragende berührte zunächst die Ein gemeindungsfrage, welche durch das erfolgreiche Bemühen des und ernstlich gewillt sind, Abstellung der beispiellos schlechten und Arbeiterinnen dieser Industrie endlich ihre Lage begriffen, einige örtliche Angelegenheiten erledigt. Stadtverordneten- Vorstehers Dr. Langerhans bedauerlicher Lage aller Kollegen und Kolleginnen zu erringen. Es weife in die Länge gezogen werde. Die Sozialdemokratie stehe durch brauste denn auch nach beendetem Vortrage zustimmender und Frauen tagte am 28. September bei Wöllſtein in Adlershof. Adlershof. Eine öffentliche Parteiversammlung für Männer der Eingemeindungsfrage sympathisch gegenüber. Die Vororte Beifall den weiten Raum. Nachdem die Versammlung einem welche sich mit der Agitation für die Arbeiterpresse beschäftigte. feien mit Berlin bereits so eng verwachsen, daß die jetzt be- Antrage, eine furze Pause eintreten zu lassen, sugestimmt hatte, Genosse Schöpflin hielt unter großem Beifall einen Vortrag über stehende Trennung derselben von Berlin ein ganz unhaltbarer um den sich zahlreich zum Anschluß an den deutschen Schneider die Arbeiterpreffe im Kampfe gegen die fapitalistische Gesellschaft. Zustand sei. Redner erinnerte nur an die Nahrungsmittel- und Schneiderinnen- Verband meldenden Kolleginnen und Kollegen Redner zeigte unter Nachweis von früherem und in der letzten Kontrolle, an das Feuerlöschwesen, an die Gas und dazu Zeit zu geben, trat man in die Diskussion ein. 3erndia, Beit aufgefammeltem Material die Korruption der heutigen Wasserversorgung an die Kanalisation u. f. w. u. f. w., Bwischenmeister, früher Herrenschneider, versucht, den Referenten, bürgerlichen Beitungen. Es sei nothwendig, daß die Arbeiter alles Dinge, bie durch die Eingemeindung und eine die über das heut zu behandelnde Thema sprechen, jede Sach- alle Kräfte zusammenschaaren und beffer wie bisher dafür zentrale Verwaltung sich weit beffer beffer regeln und ftalten ließen, als dies jetzt möglich sei. Was den Freifinn wenige Zwischenmeister gegen Errichtung von Betriebswerkstellen mehr in weitere Kreise und Gesellschaftsschichten bringt. An der ge fenntniß streitig zu machen; er ist der Meinung, daß sich nur sorgen, daß die Arbeiterpresse sowie die Arbeiterliteratur immer abhalte, energisch die Lösung der Gingemeindungsfrage zu be- sträuben würden, daß es dagegen die Arbeiterinnen selbst seien, Diskussion betheiligten sich die Genossen Schimansty, Gebrüder treiben, sei die blaffe Furcht vor dem Verlufte der kommunalen bie fich nach seiner Meinung dadurch degradirt" fühlen, Bildebrandt und Menzel. Macht, vor dem Durchbruche und der Vernichtung des jeßt all- müßten, daß sie künftig in Betriebswerkstellen oder richtiger ge Unter Verschiebenem gab der Vertrauensmann Michels den mächtigen Fortschrittsringes, der sich nicht entblöde, in der fagt in Fabriten arbeiten sollten, im Gegensatze zu ihrer gegen- Kaffenbericht über die Parteispedition für Juni, Juli und August: Stadtverordneten Versammlung die verhaßten Vertreter wärtigen freien" Arbeitszeit. Den gegenwärtigen Zustand der Die Einnahmen waren 741 M. 30 Pf., die Ausgaben 685 M. der Sozialdemokratie mit den kleinlichsten Mitteln zu verschiedenen Lohnzahlungen legt er den Arbeiterinnen allein zur 91 Pf., sodaß ein Ueberschuß von 55 M. 39 Pf. verbleibt. Die bekämpfen und durch Handhabung und Verböserung der Last; er erklärt, daß durch den Druck der Arbeiterinnen hier- Abonnentenzahl beträgt für den Vorwärts" ca. 170 und für das Geschäftsordnungs- Bestimmungen diefelben mundtodt zu machen gegen, die Konfektions- Geschäftsinhaber zur einheitlichen Lohn- Boltsblatt" 30, vom„ Wahren Jatob" wurden 389 Stück verkauft. bestrebt set. Rebner beleuchtete in furzen Zügen im weiteren auszahlung gezwungen würden und die Zwischenmeister den Im Namen der Kommission für die Zeitungsspedition beſtätigte Verlaufe seines Vortrages den frähwinkligen Standpunkt, welchen nicht zu unterschäßenden Vortheil hätten, nicht, wie das häufig Kollege Schulz die Angaben des Vertrauensmannes und wurde die freifinnige Majorität den seitens der sozialdemokratischen der Fall ist, drei Tage, oft noch darüber, mit dem Geldholen zu demselben einstimmig Decharge ertheilt. Da zu der Versammlung Stadtverordneten gestellten, das Gemeinwohl im Auge habenden versäumen, sondern diese Angelegenheit an einem Tage erledigen ote Wertheifung eines Flugblattes mit einer Aufforderung auf Anträgen gegenüber einnehme und griff aus der Menge dieser tönnten. Frau Lu stellt sich auf den Standpunkt des Referenten und die Arbeiterzeitungen zu abonniren vorausgegangen war, wurden nur den Antrag auf die Errichtung eines kommunalen Arbeits- liefert nebenbei noch eine föstliche Illustration zur Frage, wer die Kollegen ersucht, Sonntag früh 8 Uhr beim Gastwirth Solde= nachweises heraus. Der Referent war der Meinung, daß die Stadt die Kosten der sozialen Gesetzgebung trägt und wer die meisten scheck( Hackelbergstraße) zu erscheinen, um die Bestellzettel wieder verordneten in Zukunft vor weittragende Aufgaben gestellt würden Bortheile daraus zieht, durch Darlegung eines bestimmten Falles. einzufammeln. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie wurde und daß den Wählern des 80. Kommunal- Wahlbezirkes daran Bolkmann, Geschäftsleiter der in der Jerufalemerstraße die Bersammlung geschlossen. gelegen fein müsse, einen Mann in das Stadtverordneten- domizilirenden Genossenschaft der Damenschneidermeister erKollegium als ihren Vertreter zu entfenden, der diesen an ihn regt, tros seiner Anerkennung der ruhigen Haltung der Lese- und Diskutirklub Aufklärung" jest jeden Freitag, a bends herantretenden Aufgaben gewachsen und auch gewillt sei, ja es Versammelten durch Darlegung seiner eigenartigen Aus- 8% ubr bet Ferger, Sebastianstr. 72. fogar als seine Pflicht betrachte, mit dazu beizutragen, daß die führungen wiederholt den Unwillen der Versammlung. Stadtverwaltung, in vernünftigere Bahnen gelenkt werde, als Den wahren Werth seiner anscheinenden Objektivität jedoch diejenigen find, in denen der Stadtkarren von dem Deutsch bekundete er durch eine hämische Bemerkung über Referenten Freifinn" jetzt nach dem Motto: Nach uns die Sintfluth" ge- entschädigung. Zimm nahm im Anschluß hieran und unter Zuschoben werde. Die Schuldenlaft der Stadt Berlin habe das nette Sümmchen von 280 Millionen bereits erheblich immung der Versammlung Gelegenheit, den unbestimmten Andeuüberschritten. Bald tonne sich die Stadt in puncto Schulden ungen des Vorrebners die Fassung zu geben, daß derselbe jedenfalls mit dem Staate messen! Die unabweisbare Gingemeindung Grempel aufstellen wollte, vielleicht Herrn Ahlwardt, der im mache weitere Anleihen nothwendig. Troß alledem verschließe selben Eaal erst fürzlich mit der ganzen Tellersammlung ver- ad. Neumann, Pafewalterſtraße 3. Alle Alenderungen im Vereinsdie Stadtverwaltung sich hartnäckig große Einnahmequellen und schwand. Zur Sache selbst hielt er dem allerdings begreiflichen tatender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelfir. 49, D. 2 Tr. Freitag, überlasse die Ausbeutung denselben privaten Attiengesellschaften, Sträuben der Zwischenmeister gegen Betriebswerkstellen das in uebungsflunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Collegia, weshalb von Berlin als von der Nährmutter von Aktiengesell- der Entwickelung begriffene Kontraktorensystem entgegen, dem über allee 28, bet Stelle. Adalbertfir. 21 bei Roll. Raiser'scher Männerchor, Schönhauser Arbeiter Gesangverein Nord, Usedomstr. 33 bei schaften gesprochen werde. Redner verwies auf die Pierde- kurz oder lang das Zwischenmeistersystem naturnothwendig erliegen böter 28 uchbinder: Männerchor, Golzmarttir. 3 bet Deter. bahnen, Elektrizitätswerte, Asphaltwerke und andere mehr, deren gegen der die Regie müffe. Nachdem er auch den verschiedenen Wenn und Aber des Herrn Gesangver. Maig lödden I, Lindowerfir. 26 b. Sachs. Gemüthlichkeit, Stadt sich oft persönliche materielle Intereffen geltend machen. Bernbla kurz begegnet war, gelangte folgende Resolution debattelos Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Gohn's Restaurant( großer Saal). Ein heiteres Stücklein aus der jetzt in der Stadtverwaltung zur Abstimmung: Die Versammlung erkennt mit dem Referenten Beuthfir. 20. bei Hübner. Gefangverein Rheingold, Gollnowstr. 40 bei Miegel. beliebten Wirthschaftsweise theilte Redner in folgendem mit: an, daß es die höchste Zeit ist, die traurigen Lohn- und Arbeits Gefangverein Melodia, Rirdorf, Bergfir. 142 bet Schimtäfe. Brandenburger MännerDer Preis für das Quadratmeter Asphalt welches ja in verhältnisse in der Schneiderei, namentlich in der Konfektion, auf Naunynftraße 86 bet grib Bubett. Mengerts Voltsgarten, zubeffern. Da die fünftige Zeit als günftig zu betrachten ist, ist Gefangverein in Brandenburg a. 5. Zukunft die bevorzugte Pflasterungsart für Berlin sein soll Frete Siebertafel, Große Frankfurterstraße 74 es Pflicht der Kollegen und Kolleginnen, sich der Organisation, Bergstraße. sei in anderen Städten Deutschlands 9-13 M., in Berlin jedoch dem Werbande deutscher Schneider und Schneiderinnen, anzu- ftefeednger, Schmargendorf, Warnemünderſtraße bei M. Schulze. bet Nordwacht, Chauffeeftr. 72 Meißner. würden 15 M. gezahlt. Ja dieselbe Gesellschaft, welche in Weißenburger= Sängertreis( Weißensee), schließen, um als geschlossenes, einiges Ganze in einen eventuellen Arbeiter Gefangverein Charlottenburg das Quadratmeter Asphalt für 18 m. lege, Lohnfampf eintreten zu können. und Sedanstraßen- Ede bet Brennert. Loreley, GrünUm einen solchen in ftraße verlange und erhalte in Berlin 15 M., weil hier ein Asphalt der Konfektion erfolgreich durchzuführen, ist es Bustige Sänger, Potsdam, Branthalerstraße 4 bet Hämmerling. vor allen teber'fcher Männer denburger Kommunikation 16 bet Glaser. ring bestehe, welcher die Stadt in Händen habe und Berlin ein Dingen nöthig, daß sämmtliche maßgebenden Konfektionsorte& or, Rosenthalerstr. 67 bei Wernau. Geselligkeit, Hennigsdorf, fach boykottiren würde, wenn ihm nicht der Preis gezahlt werde, den gemeinsam vorgehen. Als Hauptforderung in dem Lohnkampf Böhmert's Gafibus, Drante, Weißensee, Königschauffee 41 bei er verlange. Es sei nun zwar beschlossen worden, dieBoßstraße für 13 M. find von den Unternehmern Errichtung von Betriebswerkstätten Berlebergerstraße 28 Gefangverein Vereinte Gangesbrüber, Moabit, bei Hermerschmidt. Sängerverein Gorgen= asphaltiren zu laffen, und habe man diese Arbeit einem Konkurrenz- und feste Lohntarife zu verlangen, um vorerst eine Regelung der frei, admiralstraße 18 C Märkischer Hof. Gangesfreund, unternehmen übertragen, welches eine andere Komposition ver Arbeitszeit und der Löhne herbeizuführen. • Gesangverein Wacht auf I, Wörther Die Versammlung Dragonerfir. 82 bei Kamlowsty. arbeite, doch würden sehr bald wie anzunehmen sei die firaße 19 bei Schmidt. Gefangverein Stralauer Siebertafel, beauftragt die Agitationskommission, in allen Stadttheilen Mummelsburg, Bring Albertstraße bei Geitat. Gefangverein Treu und aristokratischen Nasen der Voßstraßen- Bewohner die Stadt- Berlins Bersammlungen und Werkstattdelegirten- Sigungen ein- Ginigtett, Rirborf, Pring Handjeryſtraße Nr. verwaltung veranlaffen, zu ihrer alten Liebe zurückzukehren. zuberufen, um Berathungen und Besprechungen in diesem Sinne Gefangverein Froof in Mummelsburg, arbete, te onttraße, bet Würden alle diese Unternehmungen in städtische Regie über- herbeizuführen." Einstimmig stellte sich die Versammlung auf den Mertens.- Gefangverein ber metallarbeiter( D), Blumenftr. 46. nommen, so würden sich die Ausgaben bedeutend vermindern, Boden der Resolution, nicht eine Stimme der tausende der Rosenthaler Vorstadt, Bernauerstr. 47. Froh Hoffnung die Einnahmen bedeutend vermehren. Die Finanzwirthschaft Anwesenden erhob sich dagegen. Die Rednerliste wies noch eine( Berlin W der Stadt erscheine auch sonst in in bedenklichem Lichte. ganze Reihe von Rednern und Rednerinnen auf, doch die VerWährend man Millionen zur Verfügung habe für Zwecke, sammlung hielt die Situation für genügend geklärt und gab die feineswegs der Zustimmung der Mehrheit der Be- ihre Zustimmung zum Antrage auf Schluß der Diskussion. Nach völkerung sich erfreuen dürften, sei für dringend nothwendige Entgegennahme der Mittheilung der am Mittwoch in Moabit Zwecke kein Geld vorhanden. Redner folgerte aus allem die stattfindenden Verbandsversammlung und der am Donnerstag, Nothwendigkeit, die sozialdemokratische Fraktion im rothen Hause den 3. Oftober, bei Augustin, Kastanien- Allee 11, stattfindenden zu verstärken und forderte zum Schlusse seiner Ausführungen auf, Werkstattdelegieten- Sigung, verließen die Versammelten mit eine energische Agitation im 30. Kommunal- Wahlbezirke zu ent- einem begeisterten Hoch auf die Schneiderbewegung das Lokal. falten, um den jetzigen Vertreter, den freisinnigen Glasermeister Alt, durch eine frische Kraft zu ersehen.( Beifall.) Uebernahme in " 1 " Vergnügungsverein Einigkeit". Freitag, ben 4. Oftober, abends 9 Uhr, Restaurant Thiffen, Bionsfirchplay 1. Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen. Freitag, den Arbeiter- Bildungsschule. Während der Ferien vom 1. bis intl. 15. Ofsimmer find jedoch allabendlich von 7%-10% Uhr geöffnet. Diefelben befinden Lese- und Diskutirklub ,, Westen". Jeden Freitag, abends 8% Uhr, Borsigender Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. 4. Ottober, abends 8 Uhr, bet izel, Ackerfstr. 145: Generalversammlung. tober fällt der Unterricht in beiden Schulen aus. Die Bibliotheken und Seſe= fich Waldemarftr. 14 und Müllerstr. 179a. bet Hermann rangerbund Be Neue Friedrichstraße 44, bei Röllig. Breuer. Frenfe. 1 Typographia, Gesangverein Gefangverein Lorbeerzweig, Swinemünderstraße 35 - Iris 58 bet Reden. Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 74 Grunewaldstraße 110 bei Keßner. Brüderschaft, Freiheitsglocken, Wörther Alte Jakobfir. 87-88 bet Samprecht. straße bet Buchholz. Rosalta, Blumenstr. 46 bei Tomatscheck. Syrene, Rofenthalerstr. 57 bet Julius Bernau. Eintracht III, Eberswalde. Freienwalderfir. bei Weber. Fortschritt, Melchiorftr. 15 ale zuschriften find zu senden an P. Gent, Dresdenerstr. 107-108, 1. Gtfl. IV. Freitag: Stattlub Kairo, abends& Uhr bei Fr. Bothe, Miftaurateur, bet Stehmann. Bund der gefelligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. Bitterstr. 53. Mufitverein Hoffnung, Große Frankfurterstr. 138 Gold. Lotterietlub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein Gefang Wedding, Abends 8 Uhr, bet Schäfer, Steue Hochstraße 49. Schuhmacher. Die befannten Zustände in der Fabrik von verein Silarta, abends 8% Uhr, Gigung Blumenstr. 46 bet Tomafcheck. Karthaus'fcher Gefangverein. Uebungsstunde: abends 9 Uhr Nachdem die Genossen Wels und Schulz zur Tages. Rofenthal u. Groß beschäftigten am 2. d. M. wieder einbei Wiedemann, Blumenstr. 38, 8ttberklub Alpengruß"( Direktion ordnung gesprochen hatten, nahm Herr Jacoby das Wort, um mal eine öffentliche Schuhmacher- Bersammlung und zwar infolge. Wolferty), bet 6. Gomoll, Waldemarfir. 38, abends 9 Uhr. Private Ver= zu versichern, daß er mit vielem des Gehörten übereinstimme. der Maßregelung von 5 Arbeitern, welche erfolgt ist, weil Herr Theaterverein Grescendo, 9 Uhr, bei Schulz, Buibuferstr. 35. Auch er hielt es für nothwendig, den Ring der Pflaumenweichen" Rosenthal es nicht duldet, daß die bei ihm beschäftigten Arbeiter gnügungsverein bus netba, abends 8 Uhr, bei Bubeil, Lindenstr. 106. Musitverein Hoffnung( D) abends von 9-11 Uhr. Uebungsstunde zu durchbrechen und einen Mann mit steifem Rückgrat" in die außerhalb der Fabrit eine Zusammenkunft abhalten, um einen Große Frankfurterstraße 183 b Gold. Tambourverein Fret weg. Bitherflub Waldrose, Stadtverordneten- Bersammlung zu entsenden, doch war er der Vertrauensmann zu wählen. Zu diesem Zwecke war in der uebungsfiunde bei W. Raddaz, Elsasserstr. 11. Verein Grüne Meinung, daß dies nicht durchaus ein Sozialdemokrat zu sein Fabrit ein Einladungszettel herumgegangen, von welchem schreck- abends s uhr, Manteuffelfir. 86, Parterre Restaurant. Tanne, abends 9 Uhr, bei Kaiser, Martusfiraße 8.- Bergnügungsverein brauche. Sein Verlangen ging vielmehr nach einem Demokraten. Lichen Ereignisse Herr Rosenthal Kenntniß erhalten hatte. Herr 3m Brand, Sigung abends 9 Uhr bei Feind, Weinstr. 11. Gesang In diesem Falle, so versicherte Redner, würde der entsprechende Rosenthal ließ darauf seine Arbeiter ins Komptoir tommen, wo- verein der Bauanfchläger Berlins, abends 9 Uhr bei J. Wernau, Bitherklub Frohsinn, abends 8% Uhr bei Reich, Kandidat bei der Wahl die Stimmen der Konservativen selbst er jedem einzelnen unter Androhung der Entlassung erklärte, Rosenthalerftr. 57. und Antisemiten auf sich vereinigen, was bei einem daß er unter keinen Umständen eine Konferenz dulde. Dieses Blumenstr. 32. Gäste willkommen. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Freitag: Apfel: Rauchklub Südost, WienerSozialdemokraten nicht der Fall sein würde. Im übrigen Auftreten des Herrn Rosenthal veranlaßte begreiflicherweise brütbe, Sochfädterstr. 30 bei Graminsky. machte Herr Jacoby eine starke lokalinteressirte Opposition und Differenzen mit einzelnen Arbeitern, welche die Entlassung von firaße 63, bei Feiste. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. forberte Gerechtigkeit auch für die Gegend des„ Scheunenviertels". fünf Arbeitern zur weiteren Folge hatten. Die Konferenz hat geden Dienstag und Freitag, abends von 8-10 thr: 2. Männerabtheilung 4. Männerabtheilung Stephanstraße 3.5. Männer Herr Mehnert gerirte sich als ftrifter Gegner des Referenten nun zwar trotz des ergangenen Verbotes stattgefunden, war aber taligerstraße 55-56. 1. Lehrlingsabtheilung Friedenstr. 37. und deffen Parteirichtung, machte einen unglücklichen Versuch, nur schwach besucht. Der am Montag gen ählte provisorische abtheilung Ackerstr. 67. 3. Lehrlingsabtheilung Boechstraße 27.- Damenabtheilung Mariannen: die Stadtverwaltung zu rechtfertigen, mußte jedoch schließlich Vertrauensmann ist mittlerweile auch hinausgeflogen. Ufer 1a. Turnverein Gesundbrunnen. Die erste Männerder Indifferentismus Abtheilung turnt beute Abend Don 8%-10% Uhr in ber Turn= ebenfalls das Zugeständniß der Uebereinstimmung mit vielem, was die Diktatur des Herrn Rosenthal und Kraft- und Artisten= Sozialdemokraten wollen, machen, bekam aber bei dem Gedanken an der Arbeiter wurden in der Debatte aufs schärffte fritifirt. balle des Leffing- Gymnaftums, Pantstr. 9-10.die Wahl eines Sozialdemokraten doch das„ Gruseln". Auf den prin- Die Versammlung beschloß, die 6 Gemaßregelten zu unterstützen, Kraft.Turnverein Hoffnung, abends von 9-11 Uhr zipiellen Unterschied hinzuweisen, der zwischen den Sozialdemokraten nahm aber von irgend welchen Maßregeln gegen die Fabrik Stattlub Ganitt, abends 9 Uhr, bei Trittelwis, Faltensteinstr. 7. und anderen Parteianhängern trotz der vielfachen Berührungs- Abstand. Es wurde folgende Refolution gefaßt:„ Die Versamm Tanzlehrer- Berein Solidarität, im Restaur. Grauer, Orantenstr. 121. punkte und Uebereinstimmungen bestehe, blieb den Genoffen lung hat von den traurigen Verhältnissen in der Fabrik von English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Rogge, Teuffert und Wernau vorbehalten. Das Re- Rosenthal u. Groß Kenntniß genominen. Sie ist über die Muthfultat der gepflogenen Auseinandersehungen war, daß gegen nur lofigkeit der dort beschäftigten Arbeiter tief entrüftet und spricht eine Stimme Genosse Millarg als Kandidat für den 30. Kom- ihr tiefstes Bedauern darüber aus, daß dieselben Herrn Rosenthal munal Wahlbezirk proflamirt wurde. Derselbe nahm die Kan nicht in der ihm gebührenden Weife entgegengetreten find." Die Waldemarstr. 42. tub Berolina. Jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, bet Nowat, Manteuffelstraße 9. uebungsstunde und Sizung. Guests are welcome. Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Club Unele Sam. 9 o'clock p. m. Münzstr. 17. Washington's birth day celebration. Guests welcome. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 6. Oktober 1895, abends 6 Uhr, bei Zubeil, Lindenstraße 106: Versammlung. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse: Krieg dem Kriege. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Entree 10 Pfg. E 238/7 Greichzeitig die Mittheilung, daß in den Wintermonaten an jedem Sonntag in demselben Lokal derartige Versammlungen stattfinden. Da für lehrreiche Vorträge bestens vorgesorgt ist, wird um rege Betheiligung ersucht. Zimmerer. Sonntag, den 6. Oktober, vorm. 10% Uhr, Annenstr. 16: Dersammlung der Verbandes der Zimmerer Deutschlands nud verw. Berufsgen. Zahlstelle Berlin. Die Mitglieder der Allgemeinen Orts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen Meyer'iche Staffe früher werden hierdurch zu der am Sonntag, den 6. Oktober, vormittags 10 Uhr, in Keller's Festfälen, Roppenstr. 28, stattfindenden öffentlichen eingeladen. Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Dreizehner Kommission über ihre Bemühungen zur Wieder. Einführung der freien Arztwahl. 2. Freie oder beschränkte Arztwahl. Referent: Dr. Heymann. 3. Distuffiou. 4. Stellungnahme zu den bevorstehenden Delegirtenwahlen. Wenn die Mitglieder nicht gewillt sind, sich wie im vorigen Jahre, abermals übers Ohr hauen zu lassen, dann ist es ihre Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. 555/6 Im Auftrag der Kommission: Fr. Anna Jäger, Hermannstr. 35. Steinarbeiter Berlins Serbandd. Sattler u. Zapezirer und Umgegend. Sonntag, den 6. Oktober, vorm. punkt 10 Uhr: Grosse Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung und Wahl des Vertrauensmanns und der Revisoren. Tagesordnung: 1. Welche Schlüsse ziehen wir aus der am 2. Wie stellen wir uns zur Auflösung der 10 Pf.- Kasse. 3. Der Steinbild172/8 15. September stattgefundenen öffentlichen Zimmerer- Versammlung? 2. Diskussion. bauer- Streit und die gemaßregelten Steinmetzen. Die Plagvertreter und Vertrauensleute werden ersucht, die statistischen 3. Gewerkschaftliches. 254/10 Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Neue Mitglieder Fragebogen einzusammeln und in der Versammlung abzugeben. Der Vorstand. werden aufgenommen. 172/8 Der Vertrauensmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verein der Schäftebranche. Zahlstelle Berlin. Branche der Parquetbodenleger. Versammlung am Sonntag, den 6. Oktober 1895, vormittags 10 Uhr, bei Schöning, Stallschreiberstraße 29. Zagesordnung: Welche Stellung nehmen wir bei den uns bevorstehenden Lohnreduzirungen ein? Es ist dringend Pflicht der Kollegen zu erscheinen. 77/19 Die Ortsverwaltung. Metallarbeiter und Tischler! Sonntag, den 6. Oktober, vormittags 10 Uhr, in Cohn's Festfälen( großer Saal), Beuthstr. 20: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: = Der Streit der gesammten Arbeiter und Arbeiterinnen der Telephonbauanstalt von Welles, Engelufer 1a. Zahlreiches Erscheinen nothwendig. 115/18 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N. Anflamerstr. 44. Verein der Einsetzer( Tischler) Berlins und Umgegend. Ordentliche General- Versammlung am Sonntag, 6. Oktober, vorm. 11 Uhr, bei Herrn Röllig, Nene Friedrichstr. 44. Tages Ordnung: 1. Kaffen- und Revisionsbericht. 2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. 3. Berichterstattung der Arbeitsvereins- Kommission. 4. Verschiedenes. 5. Frage faften. Es wird gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. 95/5 Verband der Bauarbeiter u. Berufsgen. Deutschl. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 6. Oktober cr., vormittags 10%/ 2 Uhr, bei H. Brüder, Waldemarstr. 75: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Das Unfallversicherungs- Gesetz und die Anwendung der Unfallverhütungs Vorschriften in der Praxis. Referent: Genosse A. Dähne. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 3. Quartal 1895. 4. Verbandsangelegenheiten. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet.-3ahlreiches Erscheinen 32/5 Die Ortsverwaltung. wünscht Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. General- Versammlung am Sonntag, 6. Oktober, vorm. 10% Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: 1. Wahl eines 2. Kassirers. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Fortsegung der Statutenberathung. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 33/7 Der Vorstand. Zentralverband deutscher Maurer Bahlstelle Berlin I.( Puter). Mitglieder- Versammlung am Sonntag, 7.Oktober, vorm. 111hr, in Kohn's Festsälen, Beuthstr. 20. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zu unserer Lohnbewegung. 2. Zarifrevision. 3. Wahl eines Hilfskafsirers für Moabit und die Zustände in der Zahlstelle bei Trill. 4. Wichtige Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet J. A. Der Bevollmächtigte. 134/5 Achtung! Puter. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Putzer Berlins und Umgegend am Montag, den 7. Oktober, abends 6 Uhr, im Lonisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Zages Ordnung: 1. Situationsbericht. 3. Vorlage des revidirten Tarifs und Beschlußfassung über denselben. 3. Besprechung über weitere Maßnahmen in unserer Lohnbewegung. 181/16 Um zahlreiches und pünkliches Erscheinen aller Kollegen bittet Die Kommission. ( Filiale Norden). Versammlung Sonnabend, den 5. Oktober, abends 81/2 Uhr, bei Meier, Müllerstraße 7. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über Berufskrankheiten". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. " Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Ortsverwaltung. 157/2 Metallarbeiter und Tischler! Sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Telephon- Bauanstalt von Sonnabend, den 5. Oktober, abends 9 Uhr, Versammlung. Welles, Engelufer 7a, haben wegen bei Wernan, Rosenthalerstraße 57: T- D.: 1. Vortrag des Gen. Sassenbach über: Das Freimaurerthum. Lohndifferenzen die Arbeit eingestellt. 173/7 Buzug ist fernzuhalten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. NB. Die Billets zu dem am 23. November stattfindenden Kränzchen werden ausgegeben. Achtung! Stralau. Achtung! Sonntag, den 6. Oftober 1895, nachmittags 1 Uhr: 111/5 Der Vorstand des Verbandes aller in der MetallJudustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und 1mgegend. Große öffentliche Volksversammlung Samariter- Kursus im Lokale des Herrn Schröder( Alte Taverne). Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Die Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Volksschule". Referent: Genosse Georg Wagner. 2. Diskussion. 3. Bericht Die Vertrauensperson. der Lokalkommiſſion. 4. Berschiedenes.- Um zahlreiches Grscheinen ersucht 222/15 Landsberger Allee 40-41. Elysium Landsberger Allee 40-41. Sonnabend, den 5. Oktober 1895: Zehntes Stiftungsfest der für Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 7. Oftober, abends 81%, Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuth straße 20, 1: Eröffnung des Winterkursus. Vortrag des Herrn Dr. Christeller über den Körperbau des Menschen. Aufnahme neuer Mitglieder. Ausgabe der Bibliothek. Jeder Arbeiter und jede Arbeiterin hat einmaligen freien Zutritt, ohne irgend welche Verpflich tungen. Diese Lehr- und Uebungstags abends statt. Vereinigung aller in der Schmiederei beschäftigten Personen, stunden finden alle 14 Tage des Monarrangirt von den Mitgliedern der Filiale Berlin Ost, unter gütiger Mitwirkung der Arbeiter- Gefangvereine: der Kupferschmiede, Ihn'scher Humor, Berliner Kürschner und Liedes Echo( fämmtlich Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes) unter Leitung des Dirigenten Herrn E. Beutner. Festrede, gehalten vom Stadtverordneten G. Tempel. Während der Kaffecpaufe: Humoristische Vorträge. Anfang 8 Uhr. Billets: Herren 50, Damen 25 Pf. Arbeitslose Mitglieder erhalten freien Eintritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Billets sind bei allen Vorstandsmitgliedern sowie in allen mit Plafaten belegten Geschäften zu haben. 176/3 NB. Dem Unterzeichneten sind beim legten Ausflug am Sonntag, den 22. September, nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr, von Station Landsberger Allee bis zur Straße nach Wilhelmsberg folgende Bücher und Karten verloren gegangen: 1 Notizbuch aus rothem Leder, 1 Mitgliedsbuch, 1 Prüfungstarte des Lehrkursus, 1 Karte ArbeiterSanitätstommission u. s. w. Abzugeben 155/1 in obiger Versammlung. J. A.: Gustav Dietrich, Schöneberg, Bahnstraße Nr. 43. Echt Stonsdorfer Likör, Möbel- Gelegenheitskauf à Liter 1,20 m., 5 Liter 5,50 M., 10 Liter 10 M. Echten alten Nordhäuser, à Liter 1,- M., 5 Liter 4,50 M. Ingber, Getreidekümmel, Wachholder, à 2. 1 M., 5 2. 4,50 M. Himbeer-, Kirsch, Johannisbeer- Saft, vorzüglich, Liter 1,20 M. Medicin. Úngarwein, befte Qualität, Literflasche 2,10 M. empfehlen und senden einzelne Flaschen frei Haus Berlin Eugen Neumann& Co., 3104L* 6 a Bellealliance- Platz 6 a. 81 Neue Friedrichstrasse 81. 29 Genthinerstr. 29. Potsdam, Waisenstr. 27. 8 Oranienstr. 8. HansaKaffee Röstung nach Patent 71373. Bestes Röstverfahren der Welt. 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