flbendausgabe Nr. 313 ❖ 44. Jahrgang flusgabe B Nr. 154 Bejuasbebineun«« und«nufstnmiU fmb in bet Morgknau-aab« angeaebea Rebaffion: SRI. 68. Liod-astrohe 3 Jctnfptedjet- VSnhoff 292- 291 Xel.-Sibteffe: SojialOemotral Betlia Devlinev VolksvlÄkk (lO Pfennig) Dienstag 5. Juli 1�27 ««rlag und«InjeisenabteUuan Geschäfts, ett SU bis 5 Uhr Verleger: vorwärts. Verlag GmbH. Berlin STD 68. Cinbcnflcab* 8 Zernsprecher> VSahoss 292— 292 �entralorgan cler 8o2ialclemoKrati scken Partei Veuttcklancis Zentrum unö Verfassungstag. Verschleppungsabsichten des Bürgerblocks. Der sozialdemokratische Antrag, der den 11. August zum gesetzlichen Nationalfeiertag erklären will, macht den gegenwärtigen Regierungsparteien nicht geringes Kopfzer- brechen. Das Zentrum hat zwar früher den gleichen An- trag gestellt, aber heute hat sein rechter Flügel augenschein- lich so großen Einfluß gewonnen, daß man drauf und dran ist, durch W i n k e l z ü g e den Antrag zu Fall zu bringen, ihn aber auf jeden Fall für dieses Jahr unwirk- s a m zu machen. Ueber die Haltung der beiden anderen Regierungs- Parteien, der deutschnationalen und der Volkspartei, spottet das Zentrumsblatt„Germania" mit grimmem Humor: �„Die Deutschnationalen lehnen den Gedanken eines Derfassungstages überhaupt ab. Sie beweisen damit, daß ihre Stellung zur versassunz trotz Richtlinien und Teilhaberschaft an einer republikanischen Regierung mehr den Charakter äußerlicher korrektheil als den innerer Wärme trägt. Die Deutsche Volkspartei will den Verfassungstag nur dann mit gesetzlicher Kraft ausstatten, wenn gleichzeitig aus der 18. Januar zum Feiertag erhoben wird. Der Gedanke, den Gründungstag des Kaiserreichs zum Feiertag zu erheben, ist vortrefflich. Er hat nur den einen Fehler, daß er SO Jahr« zu spät. Das Kaiserreich hat seinen Gründungstag niemals amtlich gefeiert. Es ist eine etwas eigenartige Zumutung, der Republik jetzt diese Aufgabe zuzu- weisen, die das Kaiserreich zu erledigen nicht für nötig hielt." Ueber die Haltung der Zentrumsfraktion weiß die„Germania" mitzuteilen, daß zwar grundsätzlich Uebereinstimmung über die Notwendigkeit bestehe, den V e r- f a s s u n g s t a g zum gesetzlichen Feiertag zu machen, daß aber die landwirtschaftlichen Kreise Einspruch da- gegen erheben, daß ein Wochentag der Erntearbeit ent- zogen würde, und daß man deshalb damit umgehe, einen Sonnrag vor oder nach dem 11. August als Derfassungstag zu bestimmen. Die„Germania" selbst versichert als ihre eigene Meinung zwar, daß sie unbedingt dem 11. August den Vorzug gebe, weil der Versassungsgedanke im Sonntags- trubel untergehe. Indessen hält die Zentrumsfraktion daran fest, den Verfafsungsanstrag nur in Verbindung mit ihrem eigenen Antrag zu unterstützen, der die christlichen Feiertage reichsgesetzlich schützen und ver- ewigen will. Die„Germania" versichert übrigens im Hinblick auf den Verfassungstag. daß sie„von Zwangsmaßnahmen in Dingen, die Gesinnungen und Meinungen berühren", nichts halte. Aber daß durch die reichsgesetzliche Festlegung einer ganzen Reihe katholischer und evangelischer Feiertage auch die Gesinnung und Meinung der nichtchristlichen Be- völkerung durch Zwangsmaßnahmen berührt werden, ist ihr offenbar entgangen. Die Frage des Verfassungstages hckt mit der der christlichen Feiertage sachlich gar nichts zu tun. Ihre Zusammenkoppelung kann nur dem Zwecke dienen, einer klaren Entscheidung ausweichen zu können. Dem gleichen Zweck dient auch der ganz undiskutable Vorschlag, statt des 11. August irgendeinen Sonntag als Verfassungs- ersatz zu bestimmen. a Im Rechtsausschuß des Reichstags gab es heute einen Kampf um den Verfaffungstag. Der Ausschuß hatte als dringende Aufgaben bezeichnet, das Gesetz über die Prüfung der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen, das Gesetz über die Regelung der Standesherrenangelegenheiten und die gesetzliche Regelung der Feiertage. Vorsitzender kahl wünchte zunächst die Beratung des Gesetzes über die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen. Genosse Dr. Rosenseld widersprach und beantragte, zunächst die Frage des Verfassungsfeiertages zu behandeln. Er wies daraus hin, daß der Reichstag sich lächerlich machen würde, wenn er unmittelbar vor dem 11. August in die Ferien ginge, ohne vorher die Frage der gesetzlichen Festlegung dieses Tages als Feier- tag zur Entscheidung zu bringen. Abg. Barth von den Deutschnationalen widersprach dem Vor- schlag des Genossen Rosenfeld. Er schloß sich dem Vorschlag des Vorsitzenden Kahl an. Abg. Schulte führte aus, daß die Z e n t r u m s p a r t e i als Vcrfasfungspartei sich zum Verfassungstage bekenne. Auch andere Staaten hätten Nationalfeiertage. Es sei eines modernen Staates mit junger verfassungsrechtlicher Gestalt nur würdig, den Verfassungstag zu feiern. Diese Frage müsse jetzt geregelt werden. Abg. Stöcker hielt für wichtiger die Frage der Standesherren. Der sozialdemokratische Antrag, zunächst den Bersassungsseler- lag zu behandeln, wurde mit den zwölf Stimmen der Sozialdemo- traten, Demokralen und des Zentrums gegen die elf Stimmen der Deutschnationalen und Volkspartei angenommen. Die Kommunisten enthielten sich. Es wurde darauf in die sachliche Beratung eingetreten. die Segrünöung ües Antrags. Zur Begründung des gemeinsamen Antrages der Sozialdemo- traten und eDmokraten auf Anereknnung des 11. August als Feier- tages führte Genosse David aus: Am 2t). April 1323 bean- tragt« die Reichsregierung unter Oeser den Entwurf eines Gesetzes über Feiertage und Gedenktage, durch den der 11. August als Ver- faffungstag zum Nationalfeiertag erklärt werden sollte. Diesen An- trag der damaligen Regierung nimmt unser jetziger Antrag wieder auf. Der 11. August muß überall als Volksfeiertag gefeiert werden. Auch in Bayern, wo man noch immer davon nichts wissen will. Die Deutschnationalen haben sich jetzt auf den Boden der Verfassung gestellt, wenn es ihnen mit dieser Verfassung ehr- lich ist, müssen sie für unseren Antrag eintreten. Durch die Fest- legung eines solchen Feiertages würde die Zusammenge- hörigkeit des ganzen Volkes zum Ausdruck kommen. Auch die Franzosen, Engländer, Amerikaner legen ihren Volksfeiertagen das größte Gewicht bei. Wenn das Zentrum neuerdings beantrage, den versasjungslog am Sonntag nach dem 11. August zu seiern. so laufe dies aus eine Sabotierung des ganzen Verfassungsseierlages hinaus, denn der Sonntag sei ohnehin Feier- tag. Wie wolle man Schulfeiern am Sonntage veranstalten. Der Verfassungstag habe als Volksfeiertag nur einen Sinn, wenn er immer an einem bestimmten Tag gefeiert werde, ohne Rücksicht darauf, ob es Sonntag sei. Das Zentrum habe doch früher den 11. August zum Feiertag machen wollen. Es solle sich überlegen, ob der Weg der Weg der Sabotage des Verfassungs- tages der richtige fei. veutschnationaler Sabotageversuch mißglückt. Nunmehr machten die Deutschnationalen einen neuen Vorstoß zwecks Verschleppung der Beratung. Sie wiesen darauf hin, daß die Ausschußberatungen nicht genügend vorbereitet seien, daß die Regierung erst noch Material beibringen müsso über die Regelung der Versassungstnge in den verschiedenen Ländern Deutsch- lande und im Auslande. Abg. Schulte vom Zentrum meinte, zwar in der Begründung den Deutschnationalen nicht in allen Punkten folgen zu können. Wenn aber eine große Partei, mit der seine Freunde in der Koalition seien, den geschäftsordnungsniäßig begründeten Wunsch auf Vertagung aussprächen, so könnten seine Freunde diesem Wunsche nicht entgegenstehen. Genosse Rosenseld trat den neuen Verschleppungsversuchen ent- gegen. Er führte aus, daß vorhin bereits Dr. David gegen das Zentrum den Vorwurf der Sabotage erhoben habe, diesen Vorwurf müsse er jetzt in bezug auf die geschästsordnungs- mäßige Behandlung der Sache wiederholen. Denn wenn das Zentrum jetzt sich nicht gegen den Vertagungswunsch der Deutschnationalen erklärt, so laufe sein Verhalten in der Wirkung auf eine Sabotage der Verhandlung hinaus. Abg. Pfleger(Bayer. Vp.) und Abg. wunderlich(Dnat.) traten für Vertagung ein. Abg. Schulte vom Zentrum wies die Vorwürfe des Genossen Rosenfeld zurück, indem er behauptete, daß das Zentrum jeden Ge- danken der Verwgjserung des Verfassungstages ablehne und auch seinerseits den Verfaffungstag wünsche. Der deutschnationale Antrag aus Aussehung der Verhandlungen und Beibringen weiteren RIaterials wurde mit den elf Stimmen der Sozialdemokraten. Demokraten uud des Abg. kahl gegen Deutsch- nationale und Volkspartei(zehn Stimmen) bei Stimmenthaltung des Zentrums und der Kommunisten abgelehnt. Die Stellungnahme öer Parteien. Abg. Brodauf begründete alsdann für die demokratisch« Fraktion den Antrag auf Festlegung des 11. August als Feiertag. Der Verfaffungstag fei in letzter Zeit sogar durch den Reichs- Präsidenten v. Hindenburg anerkannt worden. Dieser Tag werde mehr und mehr zu einem Volksfciertag und müsse endlich gesetzlich festgelegt werden. Das Zentrum sollte zu seiner früheren Stellung zurückkehren und sich für den sozialdemokratisch- demokratischen Antrag erklären. Abg. Bell wandte sich gegen den von Abg. David dem Zentrum gemachten Vorwurf der Sabotierung. Solche Absichten bestände» beim Zentrum nicht. Cr persönlich sei für die Anerkennung des 11. August als Feiertag. Man müsse aber Verständnis haben für diejenigen.die nicht wollten, daß ein neuer Feiertag mitten in die Ernte fiele, die verhüten wollten, daß der Verfassungstag nur in den Städten gefeiert werde und die deshalb den Vorschlag gemacht hätten, den Sonntag nach dem 11. August zum Verfassungsfeieetag zu erheben. Die Kreöitsähigkeit Serlins. Die Auslandsanleihe in 5 Minuten dreimal überzeichnet! Die neue Auslandsanleihe der Stadt Berlin ist, wie wir durch eigenen Drahtbericht erfahren, heute morgen um 3,30 Uhr in London zur Zeichnung aufgelegt worden. Die Zeichnung wurde 9,35 Ahr bereits wieder geschlossen, da die Anleihe innerhalb dieser fünf Minuten bereits dreimal über- zeichnet war. Dieser Erfolg beweist einmal, wie richtig die Finanzdepulalion beraten war. als sie dem Schröder-Rothschild-Kon- zern den Zuschlag erteilte. Sodann aber zeigt sich auch hier wieder. daß keine deutschnationalen Brandreden über Geldverschwendung und userlose projektmacherei das vertrauen in die gesunde Finanzwirtschost Berlins auch nur im geringsten zu erschüttern vermocht haben. Daß vielmehr die durch die Sozialdemokratie im Rathaus in Angriss genommene großzügige verkehrspolitik den Kredit der Stadt noch ganz besonders g e s e st t g t hat. Es Ist nur zu bedauern, daß die Beratungsstelle sür Auslandsanleihen bei dieser Sachlage von den geplanten 100 Millionen 30 Millionen gestrichen hat, die in erster Linie der Straßenbahn bei ihren diesjährigen Erneueruvgs- und Erweiterungsarbeiten fehlen werden. Es bleibt abzuwarten, ob die nun notwendige neue An- leihe zu ähnlich günstigen Bedingungen und mit ähnlichem Erfolge abzuschließen sein wird. Englischer Militärattache in öerlin! Die ganze Einrichtung ist überflüssig. Der„Lokal-Anzeiger" veröffentlicht einen überraschenden Bericht aus London. In der nächsten Woche treffe dort ein Prinz Hohenlohe als Militärattaches Ungarns ein. Ungarn, Bulgarien, Oesterreich und Deutschland hätten sich ge- einigt, dorthin wieder Militärattache6s an ihre diplomatischen Vertretungen anzugliedern. England und Italien seien bereits einverstanden, nur Frankreich lehne es ab, Militärattaches der besiegten Staaten zuzulassen. Der Versailler Vertrag(Art. 174 Absatz 1) bestimmt: Deutschland verpflichtet sich,„nach keinemLande irgend- eine M i s s i o n des Landheeres, der Seemacht oder der Luft- streitkräste zu beglaubigen oder zu entsenden oder sie dahin abreisen zu lassen". Man hat diese Bestimmung bisher dahin ausgelegt, daß keine Militärattaches den deutschen diplomati- schen Vertretungen beigegeben werden dürften. So haben auch die„Allierten"(neben den Kontrolloffizieren) Armee- und Marineoffiziere ihren Botschaften und Gesandschaften in Berlin nicht beigegeben. Der Gedanke, den Versailler Vertrag einmal daraufhin an- zusehen« ob das wirklich drinsteht, was man auf allen Seiten bisher angenommen hat,, ist nicht in Berlin entstanden. In London ist die Entdeckung gemacht worden, daß Artikel 173 etwas anderes sage, als man bisher meinte. Dort wird er- klärt, dieser Artikel sei nur dahin aufzufassen, daß Deutsch- land keine Militärmission in andere Länder senden dürfe, um dort militärische Instruktionen zu er- teilen. Der Vertrag erlaube die Beglaubigung von einzelnen deutschen Militär- und Marineattach6s. Er verbiete nur, daß Deutschland wie früher und wie später andere Groß- mächte Missionen in andere Länder entsende, so wie preußische Offiziere nach Japan, Argentinien und der Türkei (Liman-Sanders) gegangen sind. Der Wortlaut des Vertrages stitymt mit dieser Auslegung u. E. überein. Die zwischen London und Paris jetzt entstandene Meinungsverschiedenheit stammt offensichtlich daher, daß Frankreich den Vertrag ausdehnend auslegt und die Militärattaches mit in das Verbot der Militärmissionen einbegreifen will, während England j e tz t mit einem Male die zutreffendere engere Aus- legung entdeckt hat und ihr entsprechend deutsche Militär- und Marineattach6s zulassen will, um selber solche nach Berlin senden zu können. England hat den Wunsch, die normalen Vorkriegsbe- Ziehungen auch zwischen den Militärs wiederherzustellen. Hinter seiner Initiative steht der Gedanke, daß es diplomatisch gegen die Sowjetunion um so stärker dasteht, je mehr die Be- Ziehungen mit den anderen Mächten ausgebaut werden. Die deutsche Außenpolitik sollte keinerlei Interesse daran zeigen, auf die englischen Wünsche einzugehen. Allerdings ist iu bezweifeln, daß die Interessen der auswärtigen Politik ich gegenüber den Gegenkräften durchsetzen. Das Reichs- wehnninisterium hat natürlich persönliches und sachliches Interesse daran, von den„Fortschritten der anderen Armeen" Kenntnis zu erhalten. Und die Deutschnationalen werden einen Prestigeerfolg brauchen, um die sonstigen Versager ihrer Außenpolitik vor ihren Wählern zu verdecken. Uns scheint, daß die ganze Einrichtung der Militär- und Marine- attachc-s zum Abbau reif ist. Es darf keine Militärdiplomatie neben der verantwortlichen Politik der Auswärtigen Aemter mehr geben. Gegenseitige Kontrolle der Rüstungen ist nötig. Aber sie darf nicht im geheimen betrieben werden, sondern ist eine öffentliche Angelegenheit des Völkerbundes.. * Von zuständiger Stelle wird betont, daß die Frage des Aus- tausches der Militär- und Marineattachös seit längerer Z'eit sich im Stadium der Erwägungen befinde und voraussichtlich sobald nicht zum Abjchluß gebracht werden würde. Genosse David erwiderte, daß er ebenso wie Dr. Rosenfeld nur gesagt habe, daß die Wirkung des Verhaltens des Zentrums einer Sabotage des 11. August als Feiertag sei. Auch wenn dieser Feier- tag in die Erntezeit falle, sei es selbstverständlich, daß dringende Ar- beiten ausgeführt werden. Es bleibe dann immer noch der Abend. an dem einheitlich in Stadt und Land der Feiertag gefeiert werden könne. Ein wirklicher nationaler Festtag sei doch überhaupt nur im Sommer denkbar, wo das Volt sich im Freien oersammeln könne. Es sei ein bedauerlicher Rückschlag, wenn eine Partei wie das Zentrum, das früher den 11. August als Feiertag habe festlegen wollen, jetzt den Sonntag zum Feiertag zu erheben wünsche. Ver- sassungsändernd fei der fozialdemokratisch-demokratische Antrag keineswegs. Der Zentrumsantrag bedeute geradezu«in B e- gräbnis alles dessen, was sich jetzt schon als Volksfeiertag und als offizieller Feiertag durchgesetzt habe. Wolle man auch noch einen Volkstrauertag einführen, dann nehme man dazu den Tag der Flucht Wilhelms II. nach Holland. Der größte Teil des Volkes würde dann allerdings diesen Tag nicht als Trauertag, sondern als Freudentag feiern. vie Neichsregierung schweigt— Sapern protestiert. Genosse Landsberg richtete die Frage an den Vertreter des Reichsministers des Innern, welchen Verlaus die R e i ch s r a t s v e r* Handlungen über den 11. August bisher genommen hätten. Staatssekretär Zweigert lehnte eine Antwort ab, indem er sich dahinter verschanzte, daß die Beratungen der Reichsratsausschüsse o e r t r a u l i ch seien. Genosse Landsberg richtete alsdann die Frage an die L ä n d e r- Vertreter nach ihrer Stellungnahme. Gesandter o. preger erklärt darauf für die bayerische R e- gierung, daß diese den demokratisch-sozialdemokratischen Antrag für verfassungsändernd halte, da die Reichsverfassung eine ausdrückliche Bestimmung über die Zuständigkeit der Reichs- gssetzgebung zur Einsetzung von Feiertagen nicht enthalte. Außerdem habe die Reichsregierung 1922 erklärt, neue Zuständigkeiten des Reiches nicht schaffen zu wollen und ohne Not nicht ohne Zustimmung des Reichstages bereits vorhandene Zuständigkeiten nicht ausschöpfen zu wollen. Auf dieses Versprechen stütze sich die bayerische Regie- rung bei ihrem Widerspruch gegen die Festsetzung des 11. August als Feiertag. Abg. Kahl äußert Bedenken, ob man überhaupt durch Gesetz einen Nationalfeiertag schaffen könne. Auch in der Frage der Ver- fassungsänderung habe er Bedenken. Er wolle aber per- sönlich alle diese Bedenken zurück st eljen und für den demokratisch-sozialdemokratischen Antrag stimmen, unter der einen Bedingung, daß auch der 18. Januar, der Tag der Eini- gung des deutschen Volkes, in Erinnerung an die Reichegründung am 18. Januar 1871 wenigstens als Erinnerungstag anerkannt werde. Greußen begrüßt Sie Initative. Regierungsrat Ivahmann begrüßte namens der preußischen Re- gierung den sozialdemokratisch-demokratischen Antrag. Die preußi- sche Regierung habe sich schon immer auf das wärmste für die An- erkennung des 11. August eingesetzt. Sie habe auch immer für eine würdige Feier durch Beflaggung öffentlicher Gebäude und durch Veranstaltung von Feiern gesorgt. Einige preußische Städte hätten es sich aber trotz Weisung der Regierung nichi versagen können, die Anordnung der Beflaggung nicht auszuführen. Im Potsdamer Falle sei das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes immer noch nicht bekannt geworden. Wenn sich dieses Gericht an sein« frühere Rechtsprechung halte, dann müsse es allerdings die An- ordnung der Beflaagung durch die preußische Regierung als berech- tigt anerkennen. In dem demokratisch-sozialdemokratischen Antrage sehe die preußische Regierung keineVerfassungsänderung. Sie würde die Annahme dieses Antrages nur begrüßen. Die weiteren Beratungen wurden alsdann aus Donnerstag vertagt. Am den Warschauer Bürgermeister. Trotz sechsmaliger Wieder- holung ist es der Warschauer Stadtverordnetenversammlung nicht gelungen, einen Stadtpräsidenten fBürgermeister) zu wählen. Man rechnet mit der Möglichkeit der Einsetzung eines Regierungskommissars. Jugenö im Ruhrgebiet. Bon M. H o l t e i. Als Fritz, 14 Jahre alt, in die große Armee des schaffenden Volkes eingereiht wurde, kam er zu den Husaren, den Pannas- Husaren. Kennt ihr diese Waffengattung in dem großen Heer der Arbeiter? Richtiggehende Husaren, mit braunen, krebsrot ver- brannten Gesichtern und brennenden, ja eiternden Augen? Pannashufaren nennt man bei uns die Jungen aus den Brikett- fabriken. Jungen von 14 bis 18 Jahren bilden fast ausschließlich die Belegschaft einer Brikettfabrik. Im Keller an den Pechbrechern und Kohlenmühlen, in der Halle am Becherwerk an den gigantischen Pressen, im Waggon an der Rutsche, allüberall schaffen Jungen. Alle weinen und verwünschen die Sonne. Hier herrscht Rationalismus in höchster Vollendung. Kein Ford oder Taylor fände hier etwas zu tadeln oder zu bessern. Unbarmherzig genau wirst die große Presse jede Sekunde dampfende Briketts in die Rutsche. Jmnier, nimmer... immer, iinmer— genau so unendlich gleichmäßig peinigend wie die Uhr in der Hölle. Dann reisen die Briketts über eine kurze Kcttenbahn und fallen dann drei Meter tief in eine im Laufe der Jahre ganz blank gewordene Rutschbahn. Immer abwechselnd: zwei für den Fritz, die nächste Sekünde zwei für den Kameraden. Wenn nach SO Minuten der zwanzigste Waggon oollgepackt ist, sind 19 Tonnen durch Fritzens Hände gegangen, die anderen durch die seines Kameraden. Fritz und sein Kamerad sind das Ende der Maschin«. Sie müssen genau so nüt wie die Riemen und Kolben, wie die Räder und Rädchen. Wer nicht zu- faßt, dem schlagen die herabsausenden Briketts blaue Flecken. Wer nicht will, hat schon. Tückisch und grausam ist die Maschine, aber ihre ermüdend«, Geist und Gemüt tötende Schnelligkeit und Gleich- Mäßigkeit ist noch nicht die größte Pein. Daran gewöhnten sich Fritz und seine Kameraden, dem paßten sie sich an. Unfehlbar wurden sie im Aufsangen der Briketts, beim Verstauen in die Waggons. Nein, die größte Qual bereitet das zum Veredeln der Kohle gebräuch- liche Pech. In dichten Wolken wirbelt es umher, frißt sich in die Haut der Jungen und schleicht sich mKer der mangelhasten Schutzbrille herein in die Augen. Die beginnen zu jucken und zu brennen und schließlich unaufhaltsam zu tränen. Morgens früh, wenn tiefes Dunkel über der weiten Erde liegt, ist es barmherzig kühl um Gesicht und Augen. Auch in der ersten Stunde der Arbeit, wenn die fahle Dämmerung über den Zechenplatz kriecht und der kühle Morgenwind Regenschauer, Schnee oder wenigstens nur scharfe Luft um die Köpfe der Jungen weht, geht es noch. Wenn aber dann, von allen Ge- schöpfen freudig begrüßt, die Sonn« aussteigt, alles erweckt, erfrischt und belebt, ihre Lichtströme auf die Erde sendet und auch zu uns ihre goldenen Strahlen schickt, dann beginnt ihre Pein. Die Wmgen beginnen zu brennen wie von Nadeln durchstochen, als würden sie mit Brennesseln gegeißelt. Der schützende, ekelhafte Ton wird durch die munter riefelnden Tränen aufgelöst und fortgeschwemmt, wie sie lügen. Nach dem Mord die Hetze. Die deutschnationale Kckrespondenz„Vipro"(Hugenberg), die die Provinzpresse mit Material versorgt, beschäftigt sich in einer Wochenübersicht mit der Ermordung des Reichsbanner- Mitgliedes Tietze durch den Stahlhelmer Schmelzer. Es heißt da: Auch auf anderen Gebieten leistet die Linkspresse bewunderungs- werte Verdrehungskunststücke. Die Gegend um Berlin herum wird durch die sonntäglichen Reichsbanner- und Rot-Front-Bestiche immer unsicherer. Da auf einmal konnte man in der Linkspresse Berlins in fetten Ueberfchriften lesen:„Planmäßiger Mord an Reichsbanner- leuten"—„Faschistische Mörderzentrale im Kreise Lebus"—„Der Stahlhelm bildet Mördertrupps aus" und dergl.— Was war geschehen?— Wieder einmal hatten Reichsbannerautos die Gegend durchfahren. Am Wegrande in Arensdorf(kreis Lebus) faß ein Kriegsbeschädigter(kopsschuh). Sofort fielen die Reichsbannerleute über ihn her— vielleicht, weil er ein Stohlhelmab zeichen trug,— schlugen und schunden ihn: mit einem Stockhieb wurde sein Rasen- bein zerschmettert. Den Mann packte ein Wutanfall. Er raste nach Hause, erbrach den Gewehrschrank seines Vaters und schoß blind- lings auf die Reichsbannerleute«in. Ein Mann fand hierbei den Tod. Gewiß ist dieser Tod bedauerlich— wo aber liegt nun wirk- lich die Schuld? Noch in derselben Nacht entsandte der Justiz- minister einen Staatsanwalt und zwölf Kriminalbeamte in das kleine Arcnsdorf. Wir erinnern uns daran, daß vor einigen Wochen in Rathenow 17 Stahlhelmleute schwer verletzt wurden. Es ist uns aber nicht bekannt geworden, daß deshalb auch nur ein Kriminal- beamter nach Rathenow entsandt worden wäre.— So dient der amtliche Apparat letzten Endes der politischen Agitation. Er sollte lieber dafür sorgen, daß die sonntäglichen Beunruhigungsfahrten unterbleiben. Die Bluttat von Arensdorf ist in so frischer Erinnerung. als daß es nötig wäre, die Darstellung der Korrespondenz richtigzustellen. Sie ist ein Beispiel unter vielen für die skrupellose Art deutschnationaler Journalistik. In diesen Kreisen macht man sich kein Gewissen daraus, zu Straf- tätigkeiten aufzuhetzen und sich schützend vor Mörder zu stellen. Der Geist der Meuchelmörder Rathenaus und Erz- b e r g e r s ist auch heute noch unter ihnen lebendig. Wenn in der Korrespondenz der Anschein zu erwecken oersucht wird, als dienten die Maßnahmen, die zur straf- rechtlichen Verfolgung der Mordtat ergriffen wur- den, lediglich der politischen Agitation, so paßt das zwar in den Rahmen der frechen deutschnationalen Hetzer und ist dementsprechend zu werten, der Iustizminister wird sich aber trotzdem zu überlegen haben, ob es derartige Be- leidigungcn der richterlichen Organe tatenlos hinnehmen kann. Den Anstiftern, denn das sind Hetzorgane vom Schlage des„Vipro", muß einmal klargemacht werden, daß der Staat nicht nur dann zur Stelle ist, wenn ein Vertreter zum Schieß- prügel greift,_ «Afa�müüe geworden. Herr von Staust trennt sich von Hugenberg. Herr von Stauß, der frühere Finanzier der„Ufa" und Direktor der Deutschen Bank, hat sich endlich entschlossen, der„Ufa" Dalet zu sägen. Er hat den heute von Herrn Hugenberg präsidierten Aufsichtsrat der„Universum Film A.-G." gebeten, ihn von seiner Stellung als Vorstandsmitglied ein st weilen zu entbinden. Der äußerliche Anlaß sind Nachwirkungen eines Autounfalls, die trotz sorgfältigster Behandlung noch nicht behoben und deren Beseitigung noch Monate erfordern soll. Der innere Grund dürfte die berechtigte Furcht sein, daß sich mit H u g e n- berg kaum«ine homogene Ufa-Regierung bilden lassen wird, wenn die Homogenität nicht durch die Finanzen der Deutschen Bant hergestellt wird. Davon aber dürfte die Deutsche Bank heute genug haben. Nach Hause geht Fritz mit einem nassen Taschentuch über den ge- quälten Augen. Straßenbahn, Autos, Häuser— das Leben auf den Straßen kümmert ihn nicht. Bogenlampen, Schaufenster und Licht- reklamen reizen die Tränen, machen ihn verzweifelt, wütend. Zu Hause verhängt die Mutter das grelle Gaslicht.. Fritz ißt. Ohne Säumen, ohne Unterhaltung geht er dann ins Bett. Endlich Stille. Ein dunkles Zimmer, ein kühles Kissen. Ungehemmt fließen Fritzens Tränen. Weinen, immer weinen— das erleichtert das qualvolle Brennen. Im Schlaf muß dann Fritz die Schicht noch einmal machen, ganz genau. Waggon für Waggon. Und jeden Morgen geht er aus dem Haus, mit ihm die Käme- raden— jeden Morgen denselben Weg zur Zeche. Das lange braune Zechenhemd ist so rauh und hären wie das Büßerkleid des heiligen Aloysius. Wenn Fritz am Schacht und an der Lesebank vorbei ist und an der großen Freitreppe steht, dann dehnt sich unter ihm der große Zechenplatz: rechts das Kesselhaus mit den vielen, geöffneten Feuerrachen, die Fördermaschine mit dein langen, zutn Herzen der Erde hinabgehenden Seil. Und auf der anderen Seite liegt so ungeheuer schivarz und klotzig die Brikettfabrik. Die ganze Maschinerie ist schon in Bewe- gung. Leerlauf. Die mächtigen Schwungräder schlagen dröhnend an- einander. Schwere, dumpfe Töne entringen sich dabei, zittern über die blanken Gleise und fluten in vollen Akkorden über den Platz wie feierliches Glockengeläut. Da denkt Fritz an eine Glocke, von der er einmal gelesen hatte, die auf dem Grunde eines Sees lag, um die eine tote Frau schwamm, mit knöchernen Fingern an die Glocke klopfend. Just solche Tön« mögen da ausgestiegen sein. Und statt der grausig hageren Frau steht Fritz einen jungen Arbeiter— sich selbst oder einen seiner Kameraden. Der liegt zwischen Riemen und Rad. Die Räder sausen. Der Riemen trägt den Jüng- ling von Rad zu Rad, von Tag zu Tag— immer, nimmer... Dann ertönt die Sirene, und Fritz geht wie ein alter Mann die Treppe hinunter. Eine neue Rechtschreibungsreform! Trotz der feit 1991 geltenden neuen deutschen Rechtschreibung, die sich aus die Beschlüsse der„Orthographischen Konserenz" vom Juni 1991 gründete, gibt es noch genug Zweifelsfälle. Bereits ein Jahr nach der. Einführung der neuen Rechtschreibung haben die Ver- treter der Buchdruckervereine Deutschlands. Oesterreichs und der Schweiz 1992 in Konstanz festgestellt, daß„die neue Rechtschreibung für die Buchdrucker große Schwierigkeiten schaffe, indem sie ,n zahl- reichen Fällen zwei Schreibungen als gleichberechtigt zur Verfügung stelle". Dadurch schien die Gefdhr herausbeschworen zu werden, daß die einzelnen Druckereien wieder zu dem Mittel der Jhausortho- graphie" greifen würden. Wiederum ein Jahr später beseitigte die Herausgabe des„amtlichen Wörterverzeichnisses für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch in den preußischen Kanzleien" diese Gefahr, Sollte es zunächst nur für die Kanzleien verbindlich fein, I yankau spricht Im Namen Chinas. Ein Gesandter der Pekingregiernng erklärt für die Hankauregicrung. Genf. 5. 2uli.(Eigener vrahlbericht.) Zum erstenmal hat der anerkannte Vertreter Chinas, also ein von der Peking- Regierung ernannter Gesandter, im Ramen der hankan- Regierung eine amtliche Erklärung abgegeben. Das in Genf weilende chinesische Ratsmitglied er- klärte der Presse: Gegenüber den Gerüchten, daß die Genfer Drei- mächlekonferenz sich mit Ehina beschästigt, stellt die nationale Regierung sest, daß Ehina keinen Beschluß einer Konserenz anerkennen würde, an der es nicht teilnimmt. Eine britische Truppe zieht aus Ehina ab. Tie Rückkehr der indischen Brigade. London. 5. Juli.(WTB.) Der politische Korrespondent der „Daily Mail" erfährt, imß die Regierung Weisung erteilt hat, sofort die Brigade britischer Truppen, die aus Indien noch China entsandt worden war, zurückzuziehen. Die Truppen werden nach ihren indischen Standquartieren zurückkehren, sobald Transport- Gelegenheit verfügbar ist. Diese Verminderung der britischen Streitmacht ist möglich, weil andere in China interessierte auswärtige Mächte in zunehmendem Maße dem britischen Beispiel gefolgt sind und Streitkräfte nach China entsandt haben. Besonders gilt dies von den Vereinigten Staaten. Die britische Regierung wünscht eine Ueberfüllung der befetzten Städte während der heißen Jahreszeit zu vermeiden und die britischen Militärbehörden sind der Ansicht, daß die aus England entsandten Truppen für alle Fälle ausreichen. Konsiantinopel wird umgetauft. Es soll„Kcmali" nach Kemal Pascha heisten. Paris, S. 3uli.(Eigener Drahtbericht.) Aus Kouftautinopel wird gemeldet, daß die türkische Regierung zu Ehren des Besuches Rluftapha kemal Paschas besthlossen hat, den Ramen der Stadt Konstantinopel in kemali umzuwandeln. Ein Gefehentwurs wird sofort dem Parlament zugehen._ Zuaü von fiegppten bei Georg von Engtand. Austausch„freundlicher Gefühle" oder Berhandlungen über ei» Bündnis? London, ö. Juli.(EP.) Im Mittelpunkt des politischen Interesses in London steht der Besuch des Königs Fuad von Aegypten. Die Londoner Blätter widmen ihm freundliche Begrü- Hungen. In politischer Hinsicht zeigt sich jedoch eine gewisse R e- s e r v e. Die„Times" weist daraus hin. daß zwischen insormato- rischen Besprechungen und tatsächlichen Verhandlungen ein großer Unterschied besteht. Die britische Regierung würde zweifellos die Gelegenheit wahrnehmen, um die freundlichen Gefühle Englands gegenüber dem ägyptischen Souverän und dem ägyptischen Volke zum Ausdruck zu bringen. Dies sei alles, was im gegenwärtigen Augenblick von Wichtigkeit sei. Auffälliger- weise beschäftigt sich die„Times" auch mit den inneren Pro- blemen Aegyptens. Die„Weftminftcr Gazette" dagegen nennt als Gegenstand der Besprechungen: Abschluß eines dauernden Bündnisses zwischen England und Aegypten. Zrankreichs neues tzeer. Mehr als eine halbe Million Mann unter Waffen. Paris, 4. Juli.(EP.) Aus dem Bericht über den Hseresgcsetz- entwurs ergibt sich: Die Präsenzstärke der französischen Armee soll S39 999 Mann betragen. Der Bericht behauptet, die Sowjetarmee zähle 669 999, die italienische Armee 435 999 Mann. so wurde es bald auch für sämtliche anderen Behörden und im April 1997 auch für die preußischen Schulen maßgebend. Dennoch lebt jetzt der Kampf um eine weitere Verbesserung der Orthographie abermals auf. Diesmal geht die Anregung dazu vor» der Schweiz aus, wo sich im Jahre 1929 der„Bund für ver- ein fachte Rechtschreibung" gegründet hat. Er ist dauernd bestrebt, sich mit maßgebenden gleichgesinnten Kreisen in Deutschland und Oesterreich in Verbindung zu setzen, will aber nicht allzu radikal, sondern nur schrittweise vorgehen. In erster Linie strebt man einer durchgehenden Kleinschreibung der Hauptwörter mit Ausnahme der Satzanfäng« und der Eigennamen zu. Es wird dabei darauf auf- merksam gemacht, daß seit Jakob Grimm fast alle Werke wissen- schaftlichen Inhalts der deutschen Philologie in dieser Weise ge- schrieben sind, daß ferner eingehende Untersuchungen erwiesen haben, daß die Hälfte aller Schreibfehler aus der Großschreibung der Haupt- Wörter entspringt. Endlich betont man nicht ganz mit Unrecht, welche Danaidenarbeit in der Schule dadurch erspart werden könnte. Die frühesten mittelalterlichen Handschriften zeigen durchweg Kleinschreibung aller Wörter, und eist mit der dekorativen Aus- arbeitung farbiger Anfangsbuchstaben trat die Großschreibung ein- zelner Worte in Erscheinung. Fand man die neuen Großbuchstaben zunächst nur selten und ausschließlich am Ansang von Kapiteln oder Abschnitten, so zeigten sie sich bald am Satzbeginn, dann auch am Zeilenanfang und schließlich mitten im Satz. Was die übrigen Elemente der Rechtschreibung betrifft, so kann auch bei ihnen ur- sprünglich von einer systematischen oder logischen Entwicklung nicht die Rede sein, denn die Festlegung des Schriftbildes der Worte ging durchweg nach den verschiedensten etymologischen, landschafts- gebundenen,'bedeutungsunterscheidenden und rein persönlichen Ge- sichtspunkten vor sich und hatte noch kaum bestimmte Formen ge- fanden, als sie im übertriebenen Schwulst der Barockzeit wieder vollständig ins Regellose ausartete. Erst in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts begann der Dramatiker Kohlroh(um 1639) mit der Beschränkung der Groß- schreibung der Worte auf die Substantive. Gottsched und Klopstock kämpften weiter um die Beseitigung der Regellosigkeiten und seither ist eigentlich der Kampf um die Rechtschreibung nie wieder ganz zur Ruhe gekommen. Lluch von der neuen schweizerischen Aktion um die Weiterführung der Rechtschrcibungsreform wird man sich selbst bei günstigem Ergebnis keine endgültige Lösung des Problems versprechen, dürfen, da immer noch allzu tiefe, fest eingewurzelte Voreingenommenheitön für alt« Schreibmoden existieren. verbot deutscher Jilme in polen. DaS polnische Innenministerium bat beschlossen, keine Gcnebmigung für die össentliche Sluffübrnng von Filmen zu erteilen, die von den deutschen Filmgesellschasten.Eito-Film" und.Nalional- Film" beraeilellt werden. Zur Begründung wird angcsührt, datz die ge- nanntenhrigen Saisonausvertaus Die Firma hat von ihren riesigen Lagerbeständen unter anderem große Posten ganz moderne Luxuo» und Slraßenschuhe in a»ter Qualität rücksichtslos heradgeleßt Eine Anzahl Beispiele zeigt das heutige Inserat, auf das wir ganz besonders hinweisen möchten Sechzehn Nationen in Prag. Einige Resultate der Prager Olympiade. ?. Kt. Prag. 5. Juli.(Eigener Bericht.) Die Beteiligung des Auslandes an der Olympiade ist im Bergleich zu srüheren ähnlichen Veranstaltungen einzig dastehend. Im ganze» sind 1b Nationen vertrete». Diese imposante Beteiligung verleiht der Olympiade eine große internationale Bedeutung. Deutschland ist durch zwei Ver- bände oertreten: den A r b eiic rturn- und- s p o rt b u n d und den Arbeiterathlet? inT u n d. Diese beiden Organisationen haben sast 3 0 0 0 Teilnehmer(Frauen und Männer) entsandt. Außerdem sind eine große Anzahl Einzelvertreter anwesend. Auch O e st e r r e i ch hat zahlreiche Vertreter geschickt. Aus?l m e r i k a sind der Tschechischamerikanische Arbeitersokol und die Tschechisch- amerikanischen DTJ. gekommen, aus England eine Mannjchast. von Radfahrern sowie heroorraijende Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung. Belgien ist durch eine Mustermannschast von Turnern und Wettkämpfern vertreten, Finnland durch vier ausgezeichnete Athleten, Frankreich durch eine leichtathletische Mannschaft und außerdem durch hervorragende Vertreter der französischen sozialisti- schen Bewegung. Aus Holland ist ein Vertreter des sozialistischen Parteiorgans„fH Boll" eingetroffen, aus Jugoslawien eine Delegation de- slowenischen Arbeiterturnvcreins, aus Lettland außer der schon erwähnten Expedition der Motorradfahrer eine Mannschaft von Leichtathletc», Pfadsindern und«Junge Pionyrc". Rumänien hat eine Fußballmannsäzast entsandt, die Schweiz Leichtathleten, Ungarn 19 Wettkämpser(Frauen und Männer) zu den leichtathletischen Wettspielen. Aus Polen find 5 Leichtathleten und eine Radfahrcrmannschaft des polnischen und des deutschen Posencr Verbandes eingetroffen. Ferner ist vertreten der ukrainijche -Sic". Wettschwimmen. Der erste Schwimmabend im Rahmen der Olympiade fand Sonntag abend um Vi 9 Uhr in der Schwimmhalle der Krankenkassen- anstatt in P ra g statt und dauerte bis shl Uhr nachts. An Kämpfen wurden nur Zwischenläufe ausgetragen. Es waren Schwimmer und Schwimmerinnen aus Deutschland, Oesterreich, DTJC. und des Aussiger Verbandes am Start erschienen. Diese Zwischen- läuse brachten zeitweilig schöne Kämpfe. Nach Abschluß des Schwim- mens fanden Wasserbnllspiele statt. Als erste Gegner standen sich Tschechoslowakei(DTJ.) und Oesterreich gegenüber. Die O e st e r- reicher siegte» infolge ihrer besseren Technik und dem rascheren Start aus dem Ball mit 9: 6(5: 5). Das zweite Spiel trug eine Mannschaft des Aussiger Verbandes mit jener von Deutschland aus. Deutschland gewann überlegen mit 14: 0(7: 0). Als Einlage während der Schwimmkämpfe führten 16 Schwimmerinnen des Wiener Arbeiterschwimmvereins einen Reigen auf, der sehr viel Zlnklang fand. Entscheidungstümpfe fanden Montag abend ihre Fortsetzung, außerdem finden Wasserballspicle statt. Die Ergebnisse der leichtathletischen Äettkämpse. 1. no-Metcr-Laus mit Hindernissen. Männer, am Start t>. z. M ä b I. waldsen) gegen Settene ...»WW...______ MMW». gegen : 3. Iautersdorf(Sachsen) gegen Mostergrab 5:4.— Faustball: Sottmanns» arstn gegen Brand 60: 7». Roßbach gegen Brand 61: öS. Tllrmitz gegen Oschatz(Sachse st) 42; 48. «Heran an öle Massen!" Tie Kommunisten suchen Hilfstruppen. Jie„Rote Fahne" veröffentlicht einen Brief der Bezirksleitung r KPD. an den Ortsausschuß Berlin des 2IDGB., in dem dieser �um sofortigen gemeinsamen Handeln" gegen die Zollvorlage der Reichsregierung aufgefordert wird. Wie der Ortsausschuß des ADGB.. wie die Gewerkschaften im allgemeinen zur Zollvorlage.stehen, ist bekannt. Der Ortsausschuh Berlin des ADGB. hat diese Zollpolitik sehr kräftig gekennzeichnet, indem er sie eine„räuberische und ausbeuterische Zoll- und Steuer- Politik" nannte. Um gegen diese Zollpolitik Protest zu erheben, hat weder der Ortsausschuh des ADGB. noch der Bundesvorstand dar- auf gewartet, von der KPD. ausgefordert zu werden, gegen diese Zollvorlage Stellung zu nehmen. Die Zoll- und Steuerpolitik der Reichsregierung ist geeignet, auch den christlichen und jenen sogenannten nationalen Arbeitern, die bislang den Rechtsparteien nachliefen, die Augen zu öffnen über den wahren Charakter der Rechtsregierung. Infolge der Zoll- und Steuerpolitik der Reichsregierung ist eine unerhörte Preis- st e i g e r u n g der Lebenshaltungskosten, besonders aber der für die großen Massen ausschlaggebenden Ernährungskosten ein- getreten. Das ist den Agrariern noch nicht genug. Die beispiellosen Kar- tosfelpreise sollen noch weiter in die Höhe getrieben werden. Gegen diese Aushungerungspolitik der breiten Massen haben die Gewerk- schaften den schärfsten Protest erhoben.' Sie werden dafür sorgen, daß die Arbeiterschaft in Stadt und Land erfährt, wer schuld hat an der Verteuerung der Lebenshaltungskosten und wer diese Teuerung noch weiter zu treiben sucht. Sie werden in allen öffentlichen Körperschaften durch ihre Vertreter, die in den sozial- demokratischen Fraktionen sitzen, mit aller Schärfe und unter Aus- Nutzung aller taktischen Mittel gegen diese räuberische Politik zu Felde ziehen. Sie werden außerhalb der Parlamente nichts unver- sucht lassen, um die Arbeiterschaft aufzuklären und in Bewegung zu bringen. Die KPD. will diese Aktion der Gewerkschaften für sich aus- nutzen. Die KPD. befindet sich in einem hoffnungslosen Niedergang. Das zeigt nicht nur der Mitgliederschwund, der Zerfall ihrer parlamentarischen Vertretung, das zeigen auch alle Wahlen, die in den letzten Monaten stattgefunden haben. Die KPD. sucht nun verzweifelt diesen Niedergang aufzuhalten. Sie will unbedingt„heran an die Massen" kommen. Aber wie? Ganz einfach. Man fordert die so verlästerte Gewerkschaftsbureau- kratie auf, mit den in schweren Kümmernissen sich befindenden Bdnzen der KPD. gemeinsame Sache zu machen. Es ist ungefähr die Idee eines Bankerotteurs, Rothschild ein Kompagniegeschäft an- zutragen. Dabei kommt aber noch hinzu, daß dieselbe KPD. n der Blüte- zeit der Inflation, als es auch ihre Blütezeit war, alles versucht hat, um die Gewerkschaften zu sprengen. Sie hat eigene Organisationen aufgezogen, in der Hoffnung, daß diese die freien Gewerkschaften verdrängen würden. Die KPD. hat auch mit diesem Versuch Bankerott gemacht. Es hat noch keinen Streik ge- geben, es ist von den Gewerkschaften noch keine Aktion geführt worden, ohne daß die KPD. mit den Mitteln der gemeinsten De- magogie und der imfamsten Verleumdung den Gewerkschaften in den Rücken gefallen wäre. Und ausgerechnet diese bankerotten Feinde der Gewerkschaftsbewegung verlangen jetzt von den Gewerkschaften, däß diese ihnen wieder auf die Beine helfen sollen! Diese Zumutung setzt soviel Dummheit bei den Gewerkschaften voraus, daß sie gerade- zu beleidigend ist.-■■■■■ v'r Hemetnöe- und Staatsarbeiter 1926* Der Geschäftsbericht des Verbandes der Gemeinde- und Staats- arbeiter für 1ö26 zeigt, daß sich diese Organisation trotz der all- gemeinen Wirtschaftskrise nicht nur gehalten, sondern beachtliche Fort- schritte gemacht hat. Während die Organisation zu Beginn des Be- richisjahres in 859 Filialen 200 692 Mitglieder zählt, waren es am Schlüsse des Jahres in 856 Filialen 208 679 Mitglieder. Die Der- Minderung der Filialen erklärt sich daraus, daß einige aus Zweck- Mäßigkeitsgründen zusammengelegt wurden. Bon den 302 460 Beschäftigten innerhalb des Organisations- bereiches gehörten dem Verbände der Gemeinde- und Staatsarbeiter rund 69 Proz. an. Das ist ein ausgezeichnetes Organisationsver- hältnis. In dem Bericht wird unterschieden zwischen„buchmäßigen" und„zahlenden" Mitgliedern, d. h. zwischen den t a t s ä ch- lichen Mitgliedern und den im Jahresdurchschnitt voll g e- l e i st e t e n B e i t r ä g e n. Die Bezeichnung„zahlende" Mitglieder könnte daher sehr leicht den Eindruck erwecken, es handle sich bei den „buchmäßigen" Mitgliedern nur um Papiersoldaten, was aber keines- falls zutrifft. Trotzdem die öffentlich-rechtlichen Betriebe und Derwaltungcn infolge ihrer Eigenart nicht so den Konjunkturschwankungen unter- liegen wie die Privatindustrie, waren immerhin zu Beginn des Jahres 4136 und am Schlusst' 4903= 2,36 Proz. der Mitglieder als Erwerbslose gezählt. Bemerkenswert ist, daß die Arbeitslosen- kurve während des ganzen Jahres mit der in der Privatindustrie fast gleich lief. Die Kurzarbeit bewegte sich in mäßigen Grenzen. Die Zahl der Kurzorbeiter ging von 595 zu Anfang des Jahres in verschiedenen Intervallen auf 211 am Schlüsse des 3. Quartals herab und stieg dann wieder auf 574 am Jahresschluß. Di« T a r i f st a t i st i k weist am Schlüsse des Berichtsjahres 357 Tarifverträge aus mit 342 407 Beschäftigten in 8693 Betrieben gegenüber 318 Verträgen für 322 488 Beschäftigte in 8257 Betrieben zu Beginn des Jahres. An erster Stelle steht der R e i ch s m a n t e l- t a r i f v e r t r a g für die Gemeindearbeiter, durch den die Arbeits- Verhältnisse von 177 250 Gemeindearbeitern geregelt sind. Die schwere wirtschaftliche Depression hat auch den Gemeinde- und Staatsarbeiterverband gehindert, Lohnbewe- g u n g e n in gleichem Maße wie in den Vorjahren einzuleiten. Er mußte sich hauptsächlich auf die Verteidigung beschränken, bei der es ihm aber gelungen ist, sämtliche Angriffe sowohl auf die Löhne wie auch auf die Arbeitszeit und die sozialen Er- rungenschasten abzuwehren. Darüber hinaus wurden noch 58 Lohnbewegungen in 4434 Betrieben mit 165 167 Beschäftigten ge- führt, die, alle mit teilweisem Erfolg beendet, eine durchschnittliche Lohnerhöhung von einer Mark pro Kopf brachten. Sehr günstig war auch die finanzielle Entwicklung des Verbandes. Einer Gesamteinnahme von 6,5 Millionen Mark stand eine Ausgabe von 4,9 Millionen Mark gegenüber, so daß die M e h r- einnähme rund IL Millionen Mark betrug. Der Verband hatte am Schlüsse des Berichtsjahres, ungerechnet die Immobilien, ein Gesamtvermögen von 4 309 222 Mark, so daß pro Mitglied ein Vermögen von 21,82 Mark vorhanden ist. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Verband der Ge- meinde- und Staatsarbeiter sich im Vorjahre nicht nur glänzend be- hauptet, sondern rüstig vorwärts entwickelt hat. Ter„beleidigte" Betriebsleiter. Ein Arbeiter der Oelgasfabrik der Firma P i n t s ch A.- G., der wegen seiner Entlassung beim Gewcrbegericht klagte, wurde mit der Klag« abgewiesen, weil durch Zeugenaussage folgen- des sestgestelll worden ist: Der Kläger, ein Familienvater mit 26 M. Wochenlohn, war in Geldverlegenheit geraten und ersuchte den Betriebsleiter um D o r s ch u ß. Das Ersuchen wurde abgelehnt. Da, bracht« de» Kläger, der versichert«, seine Notlage sei so groß gewesen, daß er mit seiner Familie trockenes Brot habe essen müssen, so in Erregung, daß er zu dem Betriebsleiter sagte: „Daß mir der Vorschuß verweigert wird, das liegt nur an Ihnen. Das ist ein« Gemeinheit, pfui, schämen Sie sich! Sie mühten dauernd trockenes Brot essen, damit Sie wissen, wie einem Manne in meiner Lage zumute ist." DasGcricht unter dem Vorsitz des Obermagistratsrats Schal* Horn hält diese Aeuherung für eine grob« Beleidigung» welche die Entlassung nach§ 123 der Gewerbeordnung begründet, und nimmt an, daß der Kläger durch die Worte:„Pfui, schämen Sie sich!" die Absicht, den Betriebsleiter persönlich zu tressen, be- kündet Hab«. Dies« Auffassung des Gerichts trägt den tatsächlichen Verhält- Nissen nicht Rechnung. Der Kläger hat ohne Zweifel in Wahr- n e h m u n g berechtigter Interessen gehandelt. Seine Worte können also nur dann als Beleidigung angesehen werden, wenn aas der Form und den Umständen die Absicht der Beleidi- gung zu erkennen ist. Das Gericht erblickt dies« Absicht m den Worten:„Das ist eine Gemeinheit, psui, schämen Sie sich!" Hierin aber irrt das Gericht. Der Kläger hielt in seiner Not- läge die Verweigerung des Vorschusses für eibe jo harte Maß- nähme, daß er glaubte, sie als ein« Gemeinheit bezeichnen zu können. Das ist eine abfällige Beurteilung einer Handlung, aber keine Beleidigung einer Person. Wenn der Kläger dem, den er für diese Handlung für verantwort- lich hält, sagt, er solle sich schämen, so kann doch darin nicht die Absicht der Beleidigung erblickt werden, um so weniger, als der Kläger— was der Vorsitzende im Laus« der Verhandlung selbst sagte— den Eindruck eines ruhigen und besonne- nen Mannes macht. Wäre der Kläger wegen Beleidigung des Betriebsleiters vor den Strafrichter gefordert worden, so hätte er unter Berufung auf Z 193 StGB, freigesprochen werden müssen. Dem Gewerbegericht aber erscheint dieselbe Aeuherung so schwerwiegend, daß sie mit Entlassung bestraft werden darf, was unter den heutigen Verhältnissen wachen- oder gar monatelange Arbeitslosigkeit bedeutet. Das ist ein« Auffassung, die den Forderungen der Gerechtigkeit nicht entspricht. Wir möchten noch daraus hinweisen, daß§ 123 der Gewerbeordnung unter den Gründen zur sristlosen Entlassung„Tätlich- leiten oder grob« Beleidigungen" anführt. Der Umstand, daß grobe Beleidigungen in einem Atemzuge mit Tätlichkeiten genannt werden, läßt daraus schließen, daß der Gesetzgeber an etwas anderes als an Verletzungen des„guten Tones" gedacht hat. In Arbeiterkreisen herrscht— man mag es bedauern, aber es ist nun einmal so, und es erklärt sich aus den Verhältnissen— ein anderer T o n als in bürgerlichen Kreisen. Die Jugendbläller des Zentralverbandes der Angestellten. Die Juli-Ausgabe der.Lugendblätter" enthält eine Reihe sehr inter- essanter und wissenswerter Abhandlungen. An erster Stelle wird über die Psingstjugendtresfen berichtet. Einige Bilder unterstreichen die Berichte. Sodann folgt der Schluß des in der Juni-Äusgabe begonnen Aussatzes„Stellungnahme zum Entwurf eines Berufs. ausbildungsgesetzes". Der Kursus„Wechsel- und Scheckkunde" wird fortgesetzt. Berichte von Wanderfahrten, der Besichtigung der Berliner Wochenendausstellung, Werbeabenden und sonstigen Ver- anstaltungen der Jugendgruppen des ZdA. beschließen die inhaltsreiche Juli-Ausgabe. Jedem kaufmännischen Lehrling und jugend- lichen Angestellten kann empfohlen werden, die ,Lugendblätt«r de» Zentraloerbandes der Angestellten" zu beziehen. Aufgehobene Sperre. Die Differenzen mit dem Inhaber des Lokals Spandauer Bock. Herrn Wiedehöft(rechte Seite) Westend, sind beigelegt. Die Sperre wird hiermit aufgehoben. Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Case-Angestellten, Zweigverein Groß-Berlin. Verantwortlich fitr Politik: Victor Schis?: Wirtschaft:«. Kllngclhöser: Wcwerkschastsbewcguna: I. Stelaer; Fcuilieto»: Dr. Zahn Schikowoti; Lokales und Eonstigco: Fritz Narftädt; Anzeiacn: Zh. Slo droile Rundfahrt über Potsdam, Werder, Paretz, Nedlitz. Qanze Fahrt M. 2,50 An jedem Dienstag und Freitag n. Porsthaus Tempil», Holländer Mühle(Banmgarten-Brücke) Glindower Alpen. Ab Berlin Weidendammer Brücke 8J0, Fennbr. 9.00 Beusselbr. 9.20, Spandau Lindenuter 11.00. Hin u.zur.M.2,—, An jedem Dienstag nach Wcrbelllnsee, an jedem Donnerstag nach Neuruppln. Ab Berlin Fennbrücke 6.30, Beusselbr. 6.45, Spandau Lindenufer 7.00, Tegelort Bismarck- Straße 7.45, Hohenneuendorf 8.40. Borgsdorf 9.10, Bahnhof Lehnitz 9.30(ab Bahnhof Lehnitz nur nach WerbeHinsee an jedem Dienstag). Hin und zurück M. 3,—. An jed. Dienstag und Donnerstag! GroBe Rundfahrt ab Spandau über Potsdam, Werder, Paretz, Nedlitz. Qanze Fahrt M. 2,50. An led. Mittw. u. Prelt. n. Brandenburg a. d. H. Ab Spandau Lindenuf. 9.00. Hin u. zur.M.2,50. �efmielg, v. Damplem verccli. ErMen u dillizit»» Prtim.— IL Stsclltlhilttn a, Scbolklassen b. Iiüntig. i. Tnngfibrtii Fihrprtisenniliggiig cfnelsc.— wÄLC/area,— j | c/cÄ/a/*—* i I jZunnier,} | und billig. cJ?t mdn Wer probt, der lobtl Vorzügliche Ntfur- Sutter 1.40 und 1.60 pro Pfund. 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