flc. Z22» 4». �ahry. Musgabe � Nc. 1S4 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich S,— Reichsmark vorauz zahlbar. Anter Kreuzband iiir Deutfchlano. Danzig, Saar- and Memelgebiet. Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, iiir das übrige Äusland SL0 Reichsmark rrg Pionat. Oer„Dorwiirts" mit der illustrier. An Sonntagsbeilage„Volk und Zeit" sowie den Beilagen„Unterhaltung und Wilsen",„Äus der ffilmwelt", „Frauenstimme", �Der Sinder. freund".„Iugend-Vorwärts",„Blick in die Vüchcrwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochcntaglich zwei» Mal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Abresse: ,s «Soziaidemokrat Berlin- Sonntagsausgabe Derliner Volksblakt (�15 Pfennig) ainztigcnpvci�:; Die einspaltig« Nonpareille» »eile 80 Pfennig, Rctlamczeile 5.— Reichsmark.„Sleinc Anzeigen" das fettgedruckte Wort 2S Pfcnerig lzulitsiig zwei fettgedruckte Wdrte», jedes> weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort lS Pfennig. ledcs weitere Wort 10 Pfennig, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeil« 00 Pfennig. Familienanzcigen für Abonnenten geile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4l4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SWS«, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von Lsh Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratlfcben partel Deutfchlanda Neüaktion und Verlag: Serlin EW. HS, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Sonntag, den 10, Juli 1927 vorroarts-verlag H.m.b.H», Herlin EW. öS, Lindenstr.Z Postscheckkonto: Berlin 31 531— BaaNont«: Bant der Arbeiter, Angestellte, »ad Beamten,«allste.«:«iskonto.Selellschaft. D-nostt-nkass- Linden str. 3. unöerte von Gpfem im Erzgebirge! Verwüstungen von ungeheuren Ausmaßen.- Das Unwetter wütet weiter. Die verheerende W e t t e r k a t a st r o p h e, die über die sächsische Schweiz und das Erzgebirge hereingebrochen ist, stellt sich als eine der furchtbarsten dar, die in Deutschland je erlebt wurden. Ueber hundert Tote sind bisher schon ge- borgen worden, man rechnet aber damit, daß unter den Trümmern der eingestürzten und fortgespülten Häuser noch weitere hundert Opfer des Wütens der Elemente verborgen sind. Wir haben einen Sonderberichterstatter in die Gegend entsandt, die von dem Unheil betroffen wurde. Er gibt uns in später Abendstunde diesen Bericht: k'. 5>. Dresden, g. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Gleich bei Elsterwerda, eine Stunde hinter Berlin, setzt das Un» weiter ein. Schon von Berlin an ist der Himmel bedrohlich schwor,;. Und dann bricht es aus. Wie wahnsinnig peitscht der Regen auf die Wagen des Schnellzuges. In wenigen Augenblicken sind Gänge und Abteile des Berlin-Wiener Mittagzuges trotz geschlossener Fenster überschwemmt. Unaufhörlich zucken Blitze, die kleinen Bäum- chen am Bahndamm beugen sich bis zur Erde, harmlose Tümpel ver- wandeln sich in wilde Bäche, die die Absicht haben, den Bahndamm zu überschwemmen. Der Zug vermindert seine Geschwindigkeit, mit Verspätung trifft er in Dresden ein. Hier findet man nur mit Schwierigkeiten und für Geld und gute Worte einen Chauffeur, der es wogt, die Fahrt von Dresden nach dem Gebiet der Katastrophe zu unternehmen. Die Straßen Dresdens sind plötzlich Ozeane geworden. Das Auto bahnt sich einen Weg durch die Wassermassen wie ein Torpedobootzerstörer. Hinter Dresden werden die Straßen besser, aber jeder kleine Zufluß der Elbe führt wilde, ungebändigte Wasser mit sich. Man ahnt hier bereits die Katastrophe, allerdings nur in verschwommenen Umrissen. Pirna gleicht einem Morast, und dabei ist dos wasier bereits zurückgegangen. Am Morgen stand es über einen Meter hoch. Zäune und Bäume sind umgerissen worden, die Chaussee hat gefähr. liche Löcher. Man weiß nicht, was an der Unglücksstelle talsächlich droht. Die ganze Gegend sieht aus. als ob hier ein erbitterter Krieg staltgefunden hat. Rur gegen Presseausweis darf mau passieren. Und dabei droht der Himmel mit neuen Wolkenbrüchen. In Rottwerndorf stockt entschieden jeder Verkehr. Alle Wege sind hier polizeilich gesperrt. Auch Presseausweise nützen nichts mehr. Hundertjährige Baumriesen sperren den Weg. Sie sind von der Wucht des Wassers wie Streichhölzer zerknickt. Die Chaussee ist ein undurchwotbarer Sumpf. Auf lebensgefährlichen Umwegen gelangt man noch Bad Berggießhübel. der Uhrenstadt Glashütte und dem Hauptort des Unglücks Gottleuba. Gleich am Eingang von Berggießhübel begegnet man Autos mit dem Zeichen des Roten Kreuzes. Vor diesem idyllisch ge- legenen Flecken steht«ine Postenkette von Pionieren. Nur mit Presseausweis darf man passieren. Unentwegt verkehren Autos und Ochsenfuhrwerke, die Möbel und andere häusliche Requi- fiten aufgeladen haben. Man sieht Plüschgarnituren aus längst ver- gangener Zeit. Keine Spur von Straße ist jedoch in diesem Ort zu erkennen. Alles, was darauf Anrecht erheben könnte, ist mit Geröll und entwurzelten Baumstämmen überschwemmt. Man tastet sich ganz vorsichtig weiter. Die sonst ebene Straße weist Hügel und Berge auf. Scharfkantige Steine versperren den Weg, an dessen Seite nun harm- los braune, lehmige Wellen brausen, nichts weiter als ein kleines Th�aterwässerchen. Und dieses kindliche, schmutzige Wasier hat das Unglück angerichtet, das Hunderte ums Leben brachte. War es tatsächlich diese harmlose Gottleuba? fragt man entfetzt. Und da sieht man auch schon die gewaltigen Ausmaße der Katastrophe. Ein altes Giebelhaus, das sicherlich bereits über hundert Jahre gestanden haben mag, wahrscheinlich noch länger, ist i n d e r M i t t: entzweigerissen worden. Dos Doch hängt hilflos und zer- fetzt über einem leeren Raum, auf dem Pioniere Aufräumungs- arbeit oerrichten. Ein altertümlicher, wurmstichiger Sessel hält sich mühsam in der Schwebe. Der Pionieroffizier erklärt, es seien bis jetzt Z4 Leichen aus dieser Stadt geborgen, aber wehr ol» 80 Menschen sind als Verluste gemeldet. Wo ist der Rest? Der Fluß hat sie erbarmungslos hinausgespüst. Bielleicht sind diese vermißten Menschen irgendwo im Erzgebirge und wissen nicht einmal etwas von der Katastrophe, die ihre An- verwandten betroffen hat. Vielleicht aber werden sie weit hinaus- gespült, um später als unbekannte Tot« irgendwo angetrieben zu werden. An einem Haus kann man noch die Aufschrift„Sächsischer Hos* entziffern. Vor dem Unglück war es ein modernes Restaurant und Hotel. Jetzt ist es eine Ruine. Weiter nach oben sieht man wieder angeschwemmte Baumstämme und Giebelhäuser, die heute nichts wester als ein sinnloser Steinhaufen sind. In einer Ecke, die der Fluß schneidet, soll eine Apotheke gestanden haben. Hat sie dort wirklich gestanden? Ein Pionier versichert es wenig- stens. Jetzt sieht man nur einen Steinhaufen, aber es wird versichert, daß sich der Apotheker mit seiner Familie hat retten können. Sonst ist jede Spur eines anständigen Hauses verweht. Ein Haufen wirrer Steine zeugt von verschwundener Herrlichkeit und die herausgerisienen meterlangen und fett genährten Wurzeln uralter Bäume bilden ein Stilleben daneben. Harmlos fluten die Wasier des Zerstörers dahin. Man klettert über die Steine, die grausam die Schuhsohlen durchbohren, die wütend stechen. Aber man wagt im Grund« keinen Schritt zu tun. Denn man weiß nicht, wie viele Menschen unter diesen Trümmern liegen. Man erschauert bei jedem Schritt und ist glücklich, daß man endlich zu seinem Auto zurückkehren kann. Schließlich findet man auch seinen Chauffeur wieder. Nun will man hinüber durch die Quertäler des Elbsandsteingebirges nach Glashütte. Das kleine, brave Auto tutet sich den Weg entlang. Nein, der Motor kann seine ganze Geschwindigkeit nicht entfalten. Denn immer wieder trifft man Sanitäter, die in verdeckten Wagen traueroolle Last transportieren. Immer wieder trifft man Ochsen- fuhrwerke, auf denen alle, abgerissene Betigestelle, durchnäßte Betten und zerstörte Möbel aufgeladen sind. Aber kurz vor dem Ziel, nachdem man lebensgefährliche Straßen passiert hat, in denen das Wasier noch immer fußhoch steht, trist ein Pionieroffizier dem Auto entgegen. Nein, hier gibt es kein Weiterfahren. All« Straßen sind unpassierbar. Selbst Fuß- gängerwege und Automobilchausseen. Auch die Eisenbahn kann nicht verkehren. Wie viele Tote niögen hier unter den Trümmern der Häuser und Bäume liegen? Bis jetzt hat man im ganzen Katasirophengebiet ungefähr 100 gefunden. Aber niemand kennt die genaue Zahl. Vor den kleinen Häusern mit ihren gedrückten Stuben stehen weinende Frauen, die ihren Ernährer suchen, und kleine Kinder, die sich den Finger in den Mund stopfen und nichts von dem Unglück wissen, das sie betroffen hat. Man kehrt zurück über idyllische, nihige Waldwege. Das Häm- mcrn des Motors stört den Frieden der Natur. Nur ein paar Wasserlachen zeugen von dem, was hier geschehen ist. Dresden bescheint die Abendsonne, harmlos und friedlich. Die Menschen gehen ihren Geschäften nach, gehen ins Kino, in die Oper oder in Konzerte. Und niemand kehrt sich mehr um die Opfer, die irgend- wo unter Trümmern ruhen..., königstein(Sachs. Schweiz), 9. Juli.(Cig. Drahlberichl.) Das über das östliche Erzgebirge, dos Goltlcuba-, Gleising- und Müglitztal niedergegangene schwere Unwetter hat zu einer beispiellosen Katastrophe für diese Gebirgstäler geführt. Die Städte Gottleuba. Glashütte, Launslcin. Gleising hoben schweren Schaden erlitten, desgleichen die an den Flüssen liegenden Ar bei» tcrwohnsihgemeinden. In Heidenau ist der neu errichtete Sportplatz vernichtet. Alle Brücken und wasserdurchlösse sind ver» sperrt. Das gesamte Gebiet ist ohne jede Nachrichten- Möglichkeit, da diü Telephon» und Telegraphenleitungen vernichtet sind. Biete Fremde und Einwohner sind ertrunken. Die Zahl der Toten dürfte über 100 erreichen. Viele Häuser sind weggerissen, große Mengen Bieh sind ertrunken. Es besteht die Gefahr der Hungersnot in den betroffenen Gebieten, well jede Verkehrsmöglichkeit unterbunden ist. Die Reichswehr, die Polizei. Technische Nothilfe und das Reichsbanner sind zur h i l s e l e i st u n g eingesetzt. Die Staalsregierung ho« vorläufig 100 000 M. sofort flüssig gemacht, zur Linderung der äußersten Not. Der Schaden beträgt viele Millionen und läßt sich zur Stunde noch nicht übersehen, weil es absolut unmöglich ist. das Gebiet zu durchstreifen. flutobusse als Eisenbahnerfotz. Dresden, 9. Juli.(WTB.) Im Einvernehmen mit der Reichs- bahndirektion Dresden ist von der staatlichen Kraftwagenverwaltung Sachsens ein regelmäßiger Personenverkehr von Dresden über Dippoldiswalde nach Glashütte und von Pirna über Zehista nach Berggießhübel als Ersatz für die fehlenden Eisenbahnverbindungen heute eingerichtet worden. Ebenso ist wegen Einrichtung von Güter- linien als Ersatz für die Eisenbahngüteroerbindung bereit« das Erforderliche mit der Reichsbahndirektion vorbereitet worden. Die staatliche Kraftwagenverwaltung hat heute die Technische Nothilf« mit Autobusse»«ich dem Umvettergebiet befördert. Glashütte, 9. Juli.(Til.) Die Landespolizei hat das Katastrophengebiet in drei Abschniste eingeteilt. Aus den Abschnitt von Berggießhübel entfallen 40 Tote, aus den Abschnitt von Dohna 5 Tote und den von Glashütte 10 Tote. Der Verkehr noch Lauenstein ist völlig abgeschnitten, so daß sich noch nicht cnd- gültig feststellen läßt, wieviel Opfer die Katastrophe gefordert hat. In Glashütte selbst.zeitigte das gestrige Unwetter furchtbare Verheerungen. Die auf dem Bahnhos stehende Lokomotive des noch in letzter Stunde ausgehaltenen Zuges nach Altenburg ist nur da- durch von den heranstürzenden Wassermassen nicht mitgerissen war- den, daß sich um sie ein dichtes Gestrüpp von Gesträuch und Baum- stammen ansammelte. Er st heute morgen konnte der L o k o- m o t i v s ü h re r von seinem eingeschlossenen Stand heruntergeholt werden, ebenso hatten noch mehrere Passagiere in den umgestürzten Eisenbahnwagen die Nacht zubringen müssen. Die Eingeschlossenen konnten in der Nacht nicht geborgen werden, da das Bahnhofspcr- soiial vor dem Unwetter in den oberen Stockwerken der Bahnhofs- gebäude Zuflucht gesucht hatte. In den Bahnhofsräumen herrscht ein entsetzliches Chaos. Ueber den wüst durcheinandergeworfenen Tischen, Schränken und Stühlen liegt der S ch l n m m bis über einen halben Meter hoch. Auf den Bahn- dämmen hat das Wasser die Schienen ihres Untergrundes beraubt, so daß sie teilweise gleichsam in der Lust hängen. Laterncnpfähle und starke Bäume liegen wie Streichhölzer zerknickt da. Kohlen- und Tonröhrenlager hat die Gewalt des Wasiers auseinandcrgcrisien und weitab sortgeschwemmt. Und überoll liegt Schlamm, der die Straßen teilweise über einen Meter hoch bedeckt. Die Kommandantur Dresden hat drei Hilfskommandos der Reichswehr in Stärke von 230 Mann in das Katastrophengebiet entsandt, die allein in Berggießhübel 20 Tote geborgen haben. Es muß schnell geholfen werden. Die sozialdemokratischen Rcichstagsabgcord� n e t e n des Wahlkreises Ostsachsen haben anläßlich der U n- wetterkatastrophe im Bezirk Pirna durch folgendes Tele- gramm an die Rcichsregierung ihrer Anteilnahme Ausdruck verliehen: Sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete des Wahlkreises Ostsachsen halten s ch n e l l st e R e i ch s h i l f e für die Opfer der Unwetterkatastrophe im Bezirk Pirna für dringend geboten. Fleißner, Sender, Schirmer, Schmidt, Krätzig, Stegmann. In einem Telegramm an die Amtshauptmannschaft Pirna sprechen die gleichen Abgeordneten den Opfern und Geschädigten sowie dem Bezirksverband Pirna tiefstes Beileid über die furcht- bare Unwetterkatastrophe aus. Sie halten schnell sie Hilfe durch Land und Reich für dringend erforderlich und erklären, daß sie die Reichsregierung auf eingetretenen Rofftand hingewiesen haben. Schwere Unwetterschäöen in Nordböhmen. Prag, 9. Juli.(Eigener Drahtbericht.) � Auch die böhmische Seite des Erzgebirges von T e p l i h bis V o de n b a ch wurde gestern und heute von schweren Un- w e l l e r n heimgesucht. Im E u l a u l a l von vodenbach ging gestern gegen Abend ein Wolkenbruch nieder, der selbst die Katastrophe von l897 an Ausdehnung überlrisst. Bon 4 Uhr nachmittags an bis in die späten Abendstunden löste ein Blitz den anderen ab. Der angeschwollene Eulaubach riß in Königs- wald einige Häuser weg. Zn Vodenbach selbst wurde ein Ortsleil so rasch unter Wasser gesetzt, daß die Hausbewohner in die höher gelegenen Stockwerke flüchten muhten, von wo sie dann von der Feuerwehr in mühseliger Arbeil gerettet wurden. Zwei Brücken über den Eulanbach wurden weggerissen. Das Wasser führte D a ch st ü ck c. Firmenlafeln. Möbel und selbst ganze Baumstämme aus dem wald mit sich, heule nach- mittag ging über dem Eulautol einzweiterschwererwolken- bruch nieder, der die Verwüstungen von gestern noch vermehrte, Auch die Bäche, die bei Aussig und Töplitz vom Erzgebirgskamm herunterkommen, schwollen durch das Gewitter riesig an und ver- ursachlen großen Schaden. von den Ortschasten aus dem Abhang des Erzgebirges ist namentlich die alte Bergstadt Graupen hart mitge- aommen worden. Der Bach hat überall die Straßen ausgerissen und sich ein neues tiefes Bett geschaffen. Große Geröllmasien bc- decken die Straßen. Zn K a r b i h bei Aussig kam es heute gegen Mittag zu großen Ueberschwemmungen, so daß ein Teil de» Orte» unter Wasser steht. Einzelne Schächte sind erf offen. An einer Stelle wurde der S Meter breite Eisen- bahndamm weggerifsen, so daß die Geleise tu 20 Meter Weite tn der Lust hängen. Der Eisenbahnverkehr ist vollständig gestört. Schluß mit Krach. Die Zollvorlage angenommen.— Die Katastrophe in Dachsen und die Kommunisten.— Der Angriff auf die Sonntagsruhe der Bäcker abgefchlagcn. Der Reichstag ist gestern gegen 4 Uhr nachmittag in die Ferien gegangen. Seine letzte Sitzung stand im Zeichen der Gewitterschwüle und der Nervosität. Stürmische Szenen spielten sich ab, die Verhandlungen mußten wegen Tumults unterbrochen werden.... Doch beginnen wir mit dem Anfang. Das politisch bedeutsamste Ereignis des Tages war zweifellos die Annahme der Z o l l o o r l a g e n. Sie war keine Ueberrafchung mehr, auch die ausgezeichnete Rede des Genossen Dr. Hertz konnte natürlich an dem schon fest- stehenden Ergebnis nichts mehr ändern. Mehl, Kartoffeln, Schweinefleisch und Zucker sind mit höheren Zöllen belegt, die gleichzeitige Senkung der Zuckersteuer wird infolgedessen auch nicht den Verbrauchern, sondern den Zuckerprodu�enten als Liebesgabe zugute kommen. Die Tendenz zur Steigerung aller Kosten der Lebenshaltung— man denke auch an die Mietpreiserhöhung am 1. Oktober— erhält damit einen neuen Antrieb. Dieses für die breiten Massen des Volkes so ungünstige Ergebnis ist eine unmittelbare Auswirkung der Bürger- b l o ck p o l i> i k. Auch die Arbeitervertreter bei den bürger- lichen Parteien halfen, da sie durch interparteiliche Vorhand- lungen und Fraktionsdisziplin gebunden waren, dabei mit. Nur ei» Zentrumsabgeordneter stimmte mit der Opposition — Dr. Josef W i r t h, der einzige, der sich durch seine mutige Haltung von vornherein seine Freiheit gegenüber dem Bürgerblock gewahrt hatte. Als die Annahme der Zolloorlagen verkündet wurde, gab es bei den Deutschnationalen lebhaften Beifall. Begreif- licher Weise. Sie haben nun nicht umsonst für das Kriegs- gerätegesetz gestimmt. Die deutschnationalen Prinzipien werden billiger, dafür werden die Kartoffeln teurer. In demselben Verhältnis, in dem die Deutschnationale Partei moralisch sinkt, steigen die Lebensmittelpreise. Und die Löhne? Neue große Aufgaben entstehen für die Gewerkschaften. Mögen die Arbeiter ihnen die Kraft geben, die sie zu ihren Ersiillung brauchen. * Ehe man zum letzten wichtigen Punkt der Tagesordnung, der Abänderung der Bäckereiverordnung, kam, war ein An- trog fast sämtlicher Parteien— auch der Sozialdemokraten— eingelaufen, der die Reichsregierung ermächtigt, die Not im Katastrophengebiet des Erzgebirges durch materielle Mittel zu lindern. Da nun ereignete sich un- begreiflicherweise der Skandal. Statt dem Antrag, wie es doch selbstverständliche Menschenpflicht war, debattelos zuzustimmen, begannen d i e Kommunisten zu krakeelen. Sie hatten nicht das Zehntel der Entrüstung bei der Verabschiedung der Zollvorlage auf- gebracht, wie jetzt auf einmal, wo es sich doch darum handelte, Notleidenden zu Hilfe zu kommen. Ihr Verholten schien in der Tat nur durch die große Hitze zu erklären zu sein, denn ihm fehlte jeder Sinn und Verstand. Hörte man sie doch u..«..-behaupten, die zu bewilligenden Mittel würden nur den — Großgrundbesitzern zugute kommen. Daß die betroffene Gegend em reines- Proletariertand ist,.in dem man„Groß- grundstesitzer" vergeblich mit der Laterne suchen würde, schienen sie nicht zu wissen. In der Debatte, die sie erzwangen, sprach Hoernle. Seine Rede steigerte sich von Beschimpfung zu Beschimpfung und von Ordnungsruf zu Ordnungsruf bis zur Bezeichnung der nichtkommunistischen Abgeordneten als„Berufsverbrecher". Der Präsident, Genosse Löbe, entzog ihm nun das Wort. Hoernle aber tobte auf der Tribüne weiter— bis der Präsident die«Sitzung aufhob. »/innchen von Tharau.." von Salamoa Dembihee. In jener Zeit, als ich von Stadt zu Stadt fuhr, eine Tasche vokk Geld, ein Herz voller Träume und soviel Naivität, als em vierund- zwandzigjöhriger lebensfreudiger junger Mann mit Temperament nur habe» kann— in jener Zeit also habe ich mich ernst in einer schmalen Gasse irgendeiner fremden Weltstadt verirrt. Es war eine helle, sternlose, trockene Winternacht, der Dollmond schien auf verwahrloste, vierstöckige Häuser, in deren dunklen Tor- winkeln sich Liebespaare heimlich herzten und küßten, hier und dort klgngen verlorene Schritte durch die späte Nacht, ein Tor wurde auf- und zugeschlossen... Plötzlich hörte ich das Tuten einer AutoHupe, der Wogen hielt vor einer hellerleuchteten Tür. Ich ging näher, sah eine Bar mit Kabarett und, meine Abneigung gegen diese Großstadt- vergüngungen überwindend, entschloß ich mich, einzutreten. In dem Qualm und Rauch, dem Geschwätz und Gequiessch der geschminkten und gefärbten Mädchen, der Jazzmusik, dem Durchein- anderlaufen der Kellner fiel mir ein vielleicht achtzehnjähriges Kind auf, von eigenartiger Schönheit, blond, mit unschuldigen, großen, etwas traurigblickenden Augen. Vor ihr stand ein noch unberührtes, volles Glas, widerwillig sah sie es an. Neben ihr saß ein fleiner, dicker Fünfziger mit einem runden, roten Gesicht, kahlköpfig. Die kleinen, hellen Augen tasteten geil schmunzelnd die Körperformen feiner Nachbarin ab, wie etwa ein hungriger Mensch ein gut zuberei- tetes Schnitzel betrachtet. Er sprach auf sie ein, lachte mit offenem Mund, daß eine Reihe von Goldplomben leuchteten. Die übrigen Zähne waren schwarz wie die Nacht... Ich möchte nicht meine damaligen Gefühle beim Anblick dieses ungleiche» Paares analysieren. Ich möchte nur berichten, daß ich in kurzer Zeit am gleichen Tisch saß mnd mich auf den wildesten Kamps mit diesem Kerl vorbereitete, dem ich das herrliche Geschöpf fortzunehmen beschloß, und zu meiner angenehmen Ueberrafchung erkannte ich in ihren Augen, daß sie nicht nur einverstanden damit war, foudc�i mir meine Absicht, die sie deullich empfand, Millionen- Mal dankte. Ein geistiger Kamps kam nicht m Frage, aber dieser Spießer fürchtete einen körperlichen, und nur die Ahnung dessen versetzt« ihn in solche Nervosität, daß er sich zunächst beim Kellner über meine Zudringlichkeit gegen seine Dame beschwerte, und als das nicht half, murmelte er etwas von„Polizei". Aber auch das oersehlt« seinen Eindruck auf mich, und er erhob sich zitternd, bezahlte und ver- schwand:. » Sie hieß Aennchen und ich mußte an das Volkslied denken: „Aennchen von Tharau.. das ebenso schlank und blond gewesen lein muß und die gleichen wundervoll edlen Züge und verträumten Augen gehabt hat. Noch einer halben Stunde konnte Genosse Löbe in einer neu eröffneten Sitzung mitteilen, daß er Hoernle für diefen Tag ausgeschlossen habe und daß der Ausgeschlossene bereits das Haus widerstandslos verlassen hätte. Die Kommunisten waren nämlich allmählich zur Besinnung gekommen. Sie sahen ein, daß sie etwas getan hatten, was ihnen die Sym- pathie auch des letzten Arbeiters entfremden mußte, und so brachten sie nun, um die Situation noch einigermaßen zu retten, einen K o n k u r r e n z a n t r a g zu dem Antrag der anderen Parteien ein. Sie ließen diesen Antrag durch den — nach der Flucht Rosenbergs— einzigen Mann in ihren Reihen begründen, der im Haufe noch Achtung und Sympathie besitzt, nämlich durch den Abg. Putz. Natürlich wurde ihr Konkurrenzantrag abgelehnt und der ursprüngliche Antrag angenommen. * Nun konnte das Haus an feine letzte wichtige Aufgabe herangehen, an die Bäckereiverordnung. Und hier ereignete sich etwas Erfreuliches. Zwar gelang es nicht, das ganze sozialreaktionäre Gesetz zu Fall zu bringen, doch wurde das Kernstück aus ihm herausgeschossen. Die Sozialdemokraten beantragten namentliche Abstim- mung nicht nur in der Schlußabstimmung, sondern auch über jenen Absatz, der die S o n n ta g s a r b e i t m einem nur zum Schein begrenzten Umfang wieder einführen will. Wie richtig sie damit operiert hatten, zeigte das Ergebnis. Denn mit 210 gegen 190 Stimmen wurde die Durchbrechung der Sonntagsruhe abgelehnt. Bei einem Teil der Bürgerblockabgeordneten— es mochte sich um etwa 70 oder mehr handeln, unter Ihnen der Reichskanzler Marx und der Arbeitsminister Brauns— waren die sozialen und religiösen Bedenken gegen die Sonntagsarbeit so stark, daß sie sich bei der Abstimmung von den anderen trennten. Zahl- reich beim Zentrum, und da und dort sogar auch weiter rechts sah man rote Rein-Karten aufleuchten. Das bis zum letzten Augenblick ungewisse Ergebnis wurde bei seiner Verkünimng von den Sozialdemokraten mit stürmischem Beifall auf- genommen. Die Herren Bäckermeister liefen aber drüben mit geschwollenen Stirnadern und geballten Fäusten herum und überhäuften die Parteien, die sie so bitter enttäuscht hatten, mit wütenden Vorwürfen. Ausführlicheres über die Bedeutung der gefaßten Be- schlösse wird im gewerkschaftlichen Teil dieses Blattes dargelegt. Es ist aber auch notwendig, ein Wort über d i.e Demo- traten zu sagen. Die Demokraten stimmten bei der ent- scheidenden Abstimmung gespalten, zum Teil für die Durchbrechung der Sonntagsruhe, zum Teil gegen sie. Sozialpolitik: unzuverlässig. Führung: nicht vor- handen. * Die letzte Sitzung des Reichstags vor den Ferien hat sehr mannigfaltige Bilder und schreiende Kontraste gebracht, und doch rundet sich das Ganze, recht besehen, zu einem ganz klaren Gesamtbild. Wo die Arbeitervertreter, die sozial empfindenden Elemente der bürgerlichen Mitte aus dem Pferch des Bürgerblocks ausbrechen und sich mit den Sozial- demokraten zu gemeinsamem Tun vereinigen, da gelingt es einigermaßen, die sozialen Rechte der Arbeiter zu schützen. Wo sie aber in den Pferch eingesperrt, bleiben und zusammen mit den rechtsgerichteten Vertretern des Großbesitzss stimmen müssen, da wirken sich, ihre Beschlüsse— wie bei den Zollvor- lagen— gegen die Arbeiter und Berbraucher aus. Die Sozialdemokratie erscheint dabei in allen Fällen als die Sachwalterin der breiten schaffenden Volksmassen. Wo sie in der Minderheit bleibt, wirken sich die Beschlüsse für die Massen zum Unheil aus, wo sie für ihre Anträge eine Mehrheit gejvinnt, bedeutet das für die Arbeiter wenn nicht unmittelbaren Gewinn dann doch wenig- stens— wie im Falle der Sonntagsruhe in den Bäckereien— die Abwehr eines drohenden Schadens. Ich erfuhr, daß sie von ihren Eltern davongelaufen sei, um einer aufgezwungenen Ehe zu entfliehen, und daß sie heut« zum zweitenmal„allein" ausgeht und mir dankbar ist, daß ich sie von diesem jämmerlichen Kolonilawarenhändler befreit habe. Ja, und sie ist einverstanden, das erstemal in ihrem Leben einverstanden, mir nicht nur Gesellschaft zu leisten, sondern diese Nacht gemeinsam mit mir olle Widerwärtigkeiten, alle Enttäuschungen, den ganzen Schmerz und die Niedertracht des Lebens zu vergessen... Oh, sie hat sich gefreut und gelacht, als ich ihr unsere Zukunft ausmalte, sie machte die Augen zu und sah unser Schloß, einsam am Meer, sie sah jene großen Zimmer mit den vielen Büchern, das gedämpfte Licht und die weichen Teppiche, auf denen wir lägen und uns die heiligsten Geheimnisse zuflüsterten... Sie sah auch den Herbst, da wir chre Eltern zu uns«inladen werden, die uns die Abende verschönen sollen, wie wir ihnen vorlesen, erzählen und von unserer großen, ewigen Liebe sprechen werden und sie uns dann versichern, daß sie aui so viel Glück nicht vorbereitet waren... * Ich erzähle diese Geschichte zu Ende, trotzdem sich dagegen etwas in mir sträubt, es mein erstes großes Erlebnis in dieser Welt war, und vielleicht sst das Ende dieser Geschichte auch ein Grund, daß sich so vieles in mir wandelte. Jawohl... Denn in dieser Nacht, da Aennchen von Tharau meine tiefste Zärtlichkeit entgegengenommen hat, die Versicherung der aufrichtig- sten Gefühle, in dieser für mich so schicksalsschweren Nacht hat sie leider nicht vergessen, nicht nur meine Ideale, sondern auch mein materielles Eigentum mitzunehmen, und ich stand verlassen in dieser Stadt ohne Ideale und ohne einen Pfennig Geld, welch letzteres mir in diesem Moment sogar noch wichtiger schien, denn mir blieb nicht einmal so viel, die Hotelrechnung zu begleichen. Ich fühlte mich plötzlich um zwanzig Jahre älter, die harte Schule des Lebens hatte mich in Zucht genommen, und zum erstenmal begann ich über die Merkwürdigkeiten dieser Welr noch- zudenken.* Ja, seit dieser Zeit kann ich das Lied von„Aennchen von Tharau" nicht mehr spielen und singen hören, seit dieser Zeit seh? ich in jeder Frau ein Aennchen, und ich glaube sogar, daß erst seit diesem Erlebnis mein Herz so schwer geworden itt und so voller Hoffnungslosigkeit... �uli-Zlor. Die Ferienzeit ist auch die Zeit der blühenden Bobndämme. ilngebandigte Gärten sind es, die ständig wechselnd sich wie«in Filmband vor den Augen des Reisenden abrollen und ihn allmäh- lich aus der Flora seiner Heimat in die seines Zieles hinüberleiten. Aus Bestandteilen eigener und fremder Länder haben sie sich selbst mit Hunderten von Arten besiedelt, und im Fluge entfalten sie eine >?vlge eigenwillig gesprenkelter Farbenilecke, Bald überspinnen Tausend«! von weißen Windenblüten die Böschung, bald stehen blau« Salbei u.ch Natterkops, rote Nelken und gelbe Habichtskräuter Im Herbst wird der im Dezember 1924 gewShtte Reichs-' tag in das letzte Jahr seiner Arbeit eintreten. Nach diesen Sommerferien beginnt also ein politisches Kampf- jähr er st er Ordnung. Arbeiterschutzgefetz. Schulgesetz. Strafgesetz sind schon jetzt als wichtige Kampfobjekte sichtbar. Auch die politischen Sommerferien können unter diesen Umständen nichts anderes sein als eine Borbereitungszeit für die bevorstehenden großen Kämpfe. Diese Kämpfe haben nichts zu tun mit den sinnlosen Spektakeln, wie sie die Kommunisten von Zeit zu Zeit ver- anstalten. Sie werden geführt werden von der Sozial- d e m o t r a t i e. Sie müssen im nächsten Jahr abgeschlossen werden mit einem weithin leuchtenden sozialdemokratischen Sieg und mit der Zertrümmerung des Bürger- b l o ck s. Grenzlanöhilfe. Politische Verteilung der Beihilfe.— Skandalöse Bevorzugung Bayerns. Nach endlosem Hin und Her— die Regierungsparteien konnten wieder einmal untereinander nicht handelseinig werden— wurde in der Sonnabendsitzung des Ausschusses sür den Reichshaushatt, also unmittelbar vor Toresschluß, noch einmal über die Verteilung der im Haushalt des Reichsinnenministeriums für die wirtschaftlich und kulturell bedrängten Grenzgebiete vorgesehenen 25 Millionen Mark verhandelt. Lange hinter den Kulissen aus- gefochtene Kämpfe hatten zu folgendem Verteilungsoorschlag der Reichsregierung geführt: Von den 2Z Millionen wurden 1» Millio- nen abgezweigt, und von diesen Ii) Millionen für Bayern 4. für Sachsen 2%, für Baden 3% Millionen vorgesehen. Von den sür Preußen verbleibenden 15 Millionen sollen entfallen: auf Ost- preußen SV*, auf Oberschlesien 2!4, aus Niederschlesien VA, auf die Grenzmark 2%, Frankfurt a. d. O. iVa Millionen, Köslin 800 000 M, Schleswig-Holstein 3K Millionen. Zu diesem Verteilungsschlüssel wurde namens der Regierungs- Parteien die folgende Resolution eingebracht und durch Dr. v. Guärard(Zentrum) begründet: „Der Ausschuß für den Reichshaushall stimmt der von der Reichsregierung vorgeschlagenen Verteilung der im Haushall des Reichsministeriums des Innern ausgeworfenen Mittel für wirt- schaftlich oder kulturell bedrängte Grenzgebiete zu. Es stellt in- dessen fest, daß bei dieser Verteilung der Westen, wo gleich- artige Verhältnisse vorliegen, nicht berücksichtigt ist. Er oerlangt deshalb von der Reichsregierung, daß im Nach- tragsetat oder im Haushalt 1S28 entsprechende Mittel auch für den Westen zur Verfügung gestellt werden." Gegen diese Resolution und ihre Begründung wendete sich Genosse Taubadel, weil dann für die bedrängten Gebiete des Ostens nur noch wenig übrigbleiben werde. Er erinnert daran, daß im vorig en Jahre durch die Bewilligung von 41 Millionen Mark endlich damit begonnen wurde, auch für den Osten etwas zu tun. Dieses Jahr hat man nicht nur den Gesamtbetrag für die Grenzgebiete von 41 Millionen Mark auf 25 Millionen Mark reduziert, sondern aus politischen Gründen noch 10 Millionen Mark davon abgetrennt. Es bleiben also nach Abzug der für Schleswig-Holstein vorgesehenen 3'A Millionen für den eigentlichen Osten nur 11� Millionen Mark übrig. Redner bemerkt, es lasse sich ln keiner Weise rechlserttgen. daß man z. B. Bayern mehr gibi als Ostpreußen. Dem Westen ist die ganzen Jahre hindurch geholfen worden, soweit das die deutschen Finanzverhältnisse zuließen. Wenn man so verfahre wie die Re- gierungsparteien, dann dürfe man nicht davon reden, daß man dem Osten wirksame Hilfe bringen wolle. Den Regierungsparteien werde es schwer fallen, ihre Politik gegenüber der Bevölkerung ün Osten zu vertreten. ' � Abgeordneter Barsschak(Dem.) trat den Darlegungen de-i.Ga, nässen Taübädel bei und erklärte, wenn die Regierungsparteien wirklich den Osten nicht zugunsten des Westens schädigen wollen, dürften sie kein Bedenken tragen, den folgenden Zusatz ihrer Rc° solution anzufügen: „ohne daß die Erfüllung der Aufgaben für die östlichen Grenz- gebiete dadurch benachteiligt wird." Die Abstimmung ergab die Ablehnung dieses Zusatz- antrages sowie die Annahme der mitgeteilten Resolutton und erbrachte damit den schlüssigen Beweis, daß die Befürchtungen des Genossen Taubadel voll gerechtfertigt sind. in Haufen beieinander, dicke purpurne Distelköpfe nicken dazwischen, die gelben und weißen Rispen des Steinklees streben aufwärts, dann wieder«in bunter Fleck, dem auch der Kenner erstaunt aber vergeblich nachschaut— was mag das wohl gewesen sein? Heber allem aber herrscht seit vielen Jahren der Fremdling aus Nordamc- rita, die Nachtkerze! In die Pflanzenwelt dieser Dämme gresit der Mensch so gut wie gar nicht ein, aber über ihre Zusammensetzung sind wir nur oberflächlich unterrichtet, denn nur den Ziegen des Bahnwärters, nicht aber auch dem Forscher ist das Botanisieren hier erlaubt. Während die Stadt sich in die Landschaft auflöst, erkennt man gern, wie der Mensch auch im engsten Bereich grauester Technik der Flora noch«in Plätzchen gönnt: Riesenbehälter der Gasanstalten, umwallt von blühendem Hollunder. Schwarze Riesen im Holler- busch. Hoch ragt das Korn und sehnt sich nach Sonne und Wärme. Von seinen in heißen Mittelmeerländern noch� wild lebenden Stammeltern hat es die Fähigkeit geerbt, im Sonnenbrand zu reifen, während die Halm« vergilben. Im Spalier dieser gelben Halme sieht man immer seltener die bunten Unkräuter, die die Reinigung des Saatgutes auf die Raine verdrängt. Auf den Rainen stehen große Doldenpslanzen von Meterhöhe, die kleinen weißen Blüten zu großen weißen Schirmen vereint, die nach Honig duften. Aus diesen Tummelplätzen heimischen Insekten- lebens herrscht im Sonnenschein ein Leben ganz eigener Art— es sieht aus, als wenn das ganze Kleingetier zu Markte zöge, um Honig einzuhandeln. In die winzigen Blüten tauchen noch wm» zigcre Blumenkäferchcn, schlanke, gelbe Bockkäfer mit langen Fühl- hörnern stelzen über die Dolden und machen Bekanntschaften, da zwischen schmausen Zweiflügler, die wie Bienen und im Zickzack bin- und herschießende Schwebefliegen, die wie Wespen aussehen, Allerhand Schmetterlinge vervollständigen die ebenso gemischte, wie unter sich friedfertige Gesellschaft, die uns kaum beachtet, denn sie ist d-s süßen Weines voll. Auf der Wiese nebenan sollen Gras und Kräuter unter Sichel und Sense. Aus den Achseln der stehengebliebenen Stümpfe setzt sofort neues Wachstum ein. Bar dem Graben aber, der die Wiese durchzieht, macht der Mäher halt. Hier wuchert in größter Ueppig- ke!t eine andere Flora, Froschlöffel, Pfeilkraut, Wafferminze, da? sind nur wenige Namen aus einer großen Schar, und auch sie hat ihre alles beherrschende Gcsiatt, die weiße Seerose, Sie steht in voller Blüte, Im runden Glashause zu Dahlem aber reift aucb ihre große Schwester vom Amazonenstrom, die Victsm regia, ihrer Blüte entgegen,_ Rip. pyrih i. Pommern verbietet dos Ankleben von Plakaten des „Wahren Zakob"! Die Palizeiverwaltung von Pyritz i. Pommern oerlangte, entgegen sonstiger lokaler Gepflogenheit, für das An- kleben von Plakaten des„Wahren Jakob" eine Hinterlegungs- summe und verbot, als das verweigert wurde, das 2lnkleb«n der Plakate überhaupt. Die Pyritzer Polizei scheint noch im milhelmi- nischen Zeitalter zu leben. Erstausiübrungen der wache. IHUlmoch ZeMraltb,:„Menschenjagd" Vonnerst. Th i. d Kloslerftr,:.Geständnis'. Sonnabend Zeffingth .SSrael". Weiert Üen 71. August! VeeoeLnet Preutze«.— U»d die Rcichsregiervng? Wie der Ilmtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat das preußische Staatsministerium beschlossen, zur Feier des Verfassung� toges am 11. A u g u st 1927 folgende Anordnungen zu treffen: 1. Sämtliche staatlichen Dienstgebäude sowie die Gebäude der Selbstverwaltungstörper haben am 1 1. August in den Reichs- und Landesfarben zu flaggen. Soweit staatliche Behörden nicht staatseigene Gebäude ganz oder teilweise innehaben, ist auch für deren angemessene Be- slaggung zu sorgen. Wenn einzelne Gemeinden(Gemeindeverbände) im Besitz von besonderen Flaggen lz- in den Stadt- oder Pro- vinzsorben) sind, können diese neben den Reichs- und Landes- färben gezeigt werden. Diejenigen Schulen, die am Berfasiungstage wegen der Ferien geschloffen sind, haben auch an dem Tage zu flaggen, an dem die Bersasiungsfeier in der Schule veranstaltet wird. 2. An ollen Orten, die Sitz eines Oberpräsidenten, eines Re- gierungspräsidenten, eines staatlichen Polizeioerwalters oder eines Landrats find, haben die Behördenleiter sich mit den dort vertretenen anderen Landes- und Reichsbehörden sowie mit den Spitzen der Kommunalbehörden unverzüglich ins Benehmen zu sehen, um die Veranstaltung möglichst gemeinsamer Feiern vorzubereiten und Vereinbarungen über deren würdige äußere Gestaltung herbeizuführen. In kreisfreien Städten ist die Leitung der Feiern auf Wunsch dem Magistrat oder Bürgermeister(Oberbürgermeister) unter Beteiligung des Landrots bzw. des staatlichen Polizeioerwal- ters zu überlassen, der in der Stadt seinen Sitz hat. 3. Wegen der Gestaltung der Feiern im einzelnen(Ansprachen. musikalische oder sonstige Darbietungen) wird den Behörden weit- gehende Handlungsfreiheit gelassen, da die Verschiedenheit der ört- lichen Verhältnisse eine einheitliche Regelung ausschließt. 4. Zu den Feiern sind Vertreter aller Kreise der Bevölkerung hinzuzuziehen. Zur Teilnahme sind außer den Reichs-, Landes- und Kommunalbehörden die Religionsgesellschaften. die Industrie-, Handel»-. Handwerk», und Landwirtschaftskammern. Innungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, Beamten, und Angestelltenorganisationen besonders einzuladen. 5. Sämtliche Staatsbeamte sowie die Vertretungen der Selbswerwaltungskörper sind durch die Vorstände der Behörden zu den Festakten einzuladen. Es wird von den Staats- beamten erwartet, daß sie sich an den Festakten beteiligen. Für den Dienst am Berfasiungstage gelten die Vorschriften über den Sonntagsdienst. Soweit diese Re- geltung in einzelnen Verwaltungszweigen zu Schwierigkeiten führen sollte, bleibt es den betreffenden Fachministern vorbehalten, die erforderlichen Sonderbestiuunungen zu treffe». das Zentrum entjchulüigt sich. Zur halwng des Zentrums in der Frage des Nationalfeiertages am 11. August wird st>lgeode Kentrumsoffiziöse Erklärung verbreitet: .Wir bedauer» e» aufrichtig, daß es für diesmal wieder nicht möglich war. die Frage des Nationalfeiertages oder. wie wir vom Zentrum mit besonderer Betonung auf die Zweck- bestimmung dieses Tages für richtiger hielten, eines Ber. safsungstage», zu regeln. Nachdem es in der Tat un- möglich� war., eine Mehrheit des Reichstags für die feierliche Be- gehurtg des IL August zu gewinnen, war der Zentrumsantrag das einzige Mittel, um wenigstens ein Stück des Weges vorwärts zu kommen. Auch der Zentrumsantrag war von Anfang an als eine Uebergangsregelung gedacht, bis es kraft der Parteiverhält- nisie im Reichstag möglich gewesen wäre, wirklich den 11. August als nationalen Erinnerung»- und Besinnungstag, wie das Zentrum es wünscht, feierlich zu begehen. Gescheitert ist nun die ganze Angelegenheit dadurch, daß es die Sozialdemokraten und De- mokraten nicht über sich brachten, die vom Zentrum gleichzeitig gewünschte gesetzliche Sicherstellung der kirchlichen Feiertage mit vorzunehmen. Das Zentrum tonnte aber schon traft seiner grund- sätzlichen Einstellung auf die Trennung dieser beiden Fragen nicht eingehen, umso weniger, als keinerlei Aus- sichte» und erst recht nicht die geringste Gewähr dafür gegeben wurde, daß nach etwaiger Erledigung der Frage des National- feiertages auch der Schutz der kirchlichen Feiertage zu feinem Ziecht gekommen wäre/ Also ein« regelrecht« Entschuldigung vor den Wählern und der Oeffentlichkeit und infofern das Zeichen eines schlechten Gewisiens. 3n der Tat, die ausweichende Haltung des Zentrums in dieser Frag« muß jedem aufrechten Republikaner unverständlich bleiben, wie es weite Kreise nicht gerade für geschmackvoll hasten werden, daß die Frage der kirchlichen Feiertage durch das Zentrum zu einer Art Handelsobjekt gemacht worden ist. ,die Zenfter oufl" Severins im Miinchcner Biirgerbräu. ■tünchen, g.' Juli.(Eigener Drahtbericht.) Im überfüllten historischen Münchener Bürgerbräuteller sprach am Sonnabend- abend Genosse S e o e r i n g, von Tausenden stürmisch begrüßt, über die Aufgaben und den Zweck des Reichsbanners. Anknüpfend an ein Wort des begrüßenden Borsitzenden, der von der„muffioen Lust* sprach, die in Bayern zurzeit wieder einmal herrsch«, erklärte Seoering, daß der Beobachter von, Norden erkenne, daß die Luft seit dem 8. November 1923 doch wesentlich gesünder geworden ist. München habe Fenster und wenn wirklich die Luft zu mufsig sei, dann gäbe es nur ein Wort: Die Fenster auf! In dein nächsten Jahre sei Gelegenheit gegeben, es zu tun. Seoering gab dann einen geschichtlichen Rückblick auf die Verhästnisse, die zur Gründung des Reichsbanners geführt haben und wandte sich dann der außenpolitischen Bedeutung des Reichs- v a n n e r s zu, die darin besteht, daß eine Korrektur in der Welt- auffasiung eingetreten sei. Wir vertreten im Reichsbanner nicht etwa die einseitige pazifistische Richtung. Ich bin Friedensfreund. Ich möchte unter keinen Umständen wiederum eine Weltkatastrophe wie 1914. Krieg dem Kriege, der von Leuten kommt, wie sie die nationalistischen und chauviliistischen Hetzer hüben und drüben sind. Rüsten wir, so appellierte Seoering am Schluß, daß die Republi- kaner mehr Leute in den nächsten Reichstag schicken. Das nächste Jahr wird ein G r o ß k a m p f j o h r sein. Rüsten Sie auch, daß in Bayern die Fenster aufgemacht werden. Wenn in dieser Stunde der ernste Wille in die Reihen der bayerischen Reichs- Kannerkameraden dringt, dann wird der 8. November 1923 immer wieder ein« trüb« und lächerliche und läppische Episode sein. Nehmen Sie diesen Willen mit nach Haus, dann habe ich die feste lleberzeugung, daß wir die Fahnen weiß-blau in Bayern gut auffrischen und schwarz-rot-gold tnt Reich weiter aufrechterhalten. Stürmischer nicht endenwollender Beifall bedankt« den Redner. Der Abend ist ohn« merkliche Störung verlaufen. Nur hier und da versuchten Polizisten auf Grund des bayerischen Uniform- verböte» Reichsbannerbameradeu autzujchlÄbe«. Skandal in Hapern. Deutschnational-Völkifches Keffeltreibe« gegen Pestalozzi!.- Widerrechtliche Verwendung geheimer Prozeßakten. München. 9.. Juli.(Eigener Drahtberich.) Widerliche Skandal« und geradezu unerhörter Mißbrauch der parlamentarischen Immunität spielte sich in den letzten drei Tagen im bayerischen Landtag ob. Der Nürnberger Antisemit und nationalsozialistische Abgeordnete Streicher, der sich durch seine zahllosen verleumderischen Beleidigungsprvzesie der letzten Jahre einen berüchtigten Namen gemacht hat, erhob an Hand von Polizei- und Gefängnisakten, die er sich widerrechtlich ver- schafft hatte, gegen den Abg. Graf v. Pestalozza von der Bayeri- schen volkspartei, Rechtsanwalt in Nürnberg, Anschuldigungen, die sich aus das Privatleben des Grafen bezogen und den Zweck haben, Pestalozza in seinem öffentlichen und privaten Leben umnöglich zu machen. Der Ausgang dieses persönlichen Prozesses, dem sexuelle Dinge zugrunde liegen und der gegenwärtig in zweiter Instanz bei Gericht anhängig ist, hat nur nebensächliches Interesse. Bon großer politischer Bedeutung aber wird er durch folgende Zusammenhäng«: Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion des bayerischen Landtages wurde vor nunmehr drei Iahren sofort nach dem Zu- sammentritt des neu gewählten Landtages«in Parlamentär!. scher Untersuchungsausschuß eingesetzt, der die wichtige Aufgabe Hot, m das Dunkel des geplanten Hochverrats hinein- zuleuchten, der im Jahre 1923 bis zum hitlerputsch in Bayern mit Hilfe höchster Regierungsstellen gegen das Reich getrieben wurde. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Verschleierung der Vorgänge und Zusammenhänge jener hochverräterischen Hand- lungen, die nach Ausspruch des gegenwärtigen. Ministerpräsidenten Bayern zur Unordnungszelle ersten Ranges und dem Gespött der Well gemacht haben, auf Rechnung der hohen Polizei und Jnstizbureaukrati« zu setzen ist, deren ganzer Apparat in Händen der Deutsch nationalen ist. Infolgedessen wurde von oben herab jede obsektto« Aufklärung der Zusammenhänge ver. hindert, was in der Iustizkatastraphe des Hitlerprozesses aller Welt offenbar geworden ist. In gleicher Richtung lag mm natürlich auch die Sabotage der Tätigkeit des UMersuchungsausschusie», der bis zum heutigen Tag seine Aufgabe noch nicht durchführen konnte. Seine beiden Bericht. erstatter. ein Sozialdemokrat und der Graf von Pestalozza. hoben unter den größten Schwierigkeiten die äußerst umfangreichen Ge> richtsakten durchgearbeitet. Das Studium wurde ihnen namentlich auch dadurch erschwert, daß das Justizministerium angeblich zur Durchführung des bayerischen Amnestiegesetzes vom Jahr« 1925 diese Akten ungewöhnlich lange Zeit für sich in Anspruch nahm. Nunmehr aber ist der Zusammentritt des Aus- schusses endgüllig für die zweite hälft« des Septem. b« r in Aussicht genommen und die Interessenten müssen van dem hineinleuchten in das Dunkel ihrer Konspirationszirkel dos Schlimmste befürchten, nicht zuletzt auch von der Objektivität des Berichterstatters Graf von Pestalozza, der aus seiner rücksichtslosen Verurteilung der hochverräterischen bayerischen Politik des Jahres 1923 niemals ein hehl gemacht hat. Die Verbannung Pestalozza s aus dem Parlament noch vor Zusammentritt des Untersuchungs- ausfchusies nniß ihnen also außerordentlich willkommen sein. In- zwischen hat sich einwandstei herausgestellt, daß der Rational- sozialfft Streicher mindestens einen Teil seiner Gerichtsaktcn gegen Pestalozza unmittelbar von einem deutschnatio- nalen Abgeordneten erhalten hat, dem sie wiederum von einem völkischen Abgeordneten, der hoher Gerichts- beamter ist, bekannt gemacht worden sind. Eine Untersuchung, die eingeleitet werden soll, dürste zweifellos weiteres Materiol da. für erbringen, daß dieser ungeheuerliche Mißbrauch von geheimen Prozeßakten unter dem Schutz der Abgeordnetenimmunität in erster Linie auf deutschnationale Hilfe zurückzuführen ist. Unter diesen Umständen ist damit zu rechnen, daß sich der Ver- nichwngskampf gegen den Grafen Pestalozza zu einer Staats- aktion in Bayern auswachfen wird, die Im Zusammenhang mit den Arbeiten des Untersuchungsausschusses geeignet ist, endlich Licht in die Zusammenhänge jener ungeheuerlichen staatspolitischcn Verbrechen zu bringen, die unter nationaler Flagge in Bayern der Kahr-KnillinA- Epoche gegen das Reich begangen worden find. Die Zestungsfrage endgültig geregelt. Die Zerstörungen offiziell bestätigt. Amtlich wird gemeldet: Die VesichNguvgsreise des GeueraNeutnanl» v. P a wel s z, an der aus seine Einladung der srauzöfische Kommandant Durand und der belgische Major p u l i n x teilnahmen, hat am 8. Zust 192? ihr Ende gefunden. Durch gemeinsames Protokoll wurde festgestellt, daß die Pariser Vereinbarung zwischen Generalleutnant v. Pawels, und dem Alliierten Militör-Ausschuß von Versailles vom ZL Zanuar 1927 über die Zerstörung von Unterständen an der deuffcheu Ostgreuze vollständig durchgeführt ist. Selgien und die Reichswehr. Die Behauptungen des KricgstninisterS. Brüssel. 9. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Die Anfrage des deutschen Gesandten denn Außenminister Bandervelde wegen der Reichswehrrede des Kriegsministers Broqueville wird von der nationalistischen Hetzpresse als unverschämt bezeichnet. Gegen diese Hetze wendet sich der sozialistische ,.P e u pl e* und sagt, daß der deutsche Schritt nichts Ungehöriges, sondern ganz natürlich sei. höchstens müsse man sich wundern, daß er erst jetzt nach der Senats- rede Broquevilles erfolge, während Berlin Broqueoilles erheblich schärfere und präzisere Anschuldigungen in einer kurzen Rede vom 15. Februar stillschweigend hingehest ließ. Damals behauptete Broqueville kategorisch, die Reichswehr entlasse jährlich statt der zu- gelassenen S Prvz. volle 2S Proz. ihrer Mannschaft und erneuere sich so alle vier Jahre statt der vorgeschriebenen 20. Diese Behauptung wiederholte Broqueville im Senat nicht, sondern be- gnügte sich mit wesentlich unbestimmteren Anschuldigungen. ,£e Peuple' fragt, ob etwa neuere Informationen ihm etwas mehr Borsicht aufzwängen. Innnerhin blieben die Anschuldigungen sehr ernst, und er fordere Aufklärung. Niemand oerlange vom Kriegsminister, daß er geheime Informationsquellen nenne, aber es genüge nicht, Anschuldigungen zu formulieren, man müsse sie auch beweisen können. Wenn Deutschland Vertragspflichten verletzt habe, sei es unerklärlich, daß man nicht schon längst die im Friedens- vertrag gebotenen Abhilfemittel angewendet habe. Zur Sache selbst ist zu bemerken, daß Bandervelde bei diesem diplomatischen Zwischenfall eigentlich nur als unbeteiligter Vermittler fungiert und dem deutschen Gesandten einfach die Antwort Broquevilles übermittelt hat, ohne selbst Stellung dazu zu nehmen. Der Zwischenfall dürste noch ein Na chspi el in der Kam- mer haben, wo man mit dem Kriegsminister vielleicht deutlicher sprechen wird. Uebrigens steht Broqueville nicht im Ruf, es mit der strikten Wahrhett allzu streng zu nehmen, und darum pflegen Er- klärungen von ihm gewöhnlich nicht besonders tragisch genommen zu werden. Seine Stellung in dieser Angelegenheit ist im Parlament nicht sehr stark, sofern sie nicht durch gereizte deutsche Kommenrare gestärkt wird. De Brouckhrcs Abrüstungsrede. Brüssel. 9. Juli.(Eigener Drahtbericht.) De Brouckercs Senatsrede über internationale Abrüstung trägt ihm ebenso un- erwartetes wie unwillkommenes Lob des Partinax vom„Echo de Paris* ein. Partinax steut sich insbesondere darüber, daß de Brouckere nochgewiesen habe, daß Deuffchland seine militärischen Verpflichtungen nicht erfüllt habe. De Brouckere ersucht uns, dazu folgendes zu bemerken: Selbfwerftändlich habe ich n i cht s dergleichen gesagt. Pertinax verwechselt mich offenbar mit de Broque- v i l l e. Kriegsminister Broqueville stelle bestimmte Behauptungen auf und sagte, weshalb er seine Quellen nicht nennen könne. Selbst- redend habe der Kriegsminister unseren Genossen de Brouckere nicht in sein Vertrauen gezogen, folglich ist ihm von seinen Quellen nichts bekannt. Ich— so betont Genosse de Brouckere— führte aus, je allgemeiner die Abrüstung, um so wirksamer werde sie sein; Belgien hat besonderes Interesse, in der Abrüstung eine Friedensgarantie zu suchen, und darum muß es mit gutem Beifpiel ooran- gehen und die Dienstzeit wieder auf sechs Monate reduzieren. Zusammenstoß in Wien. Zwischen„Frontkämpfern" und Sozialdemokraten. Wien. 9. Juli.(TU.) Frontkämpfer, die von einem Leichenbe- gängnis heimkehrten, und Sozialdemokraten bombardierten sich heute nachmittag mit Steinen. Die Wache gab Schreckschüsst ab und sah sich schließlich gezwungen, von der blanken Wisse Gebrauch zu machen. Zehn Personen sind, zum Teil schwer, verletzt worden. Mehrere Personen wurden verhafter. Die Wahlreform marschiert. Trotz Obstruktionsmanöver— Artikel 1 angenommen. Pari». 9. Iull(Eigener Drahtbericht.) Die Kammer hat am Sonnabend vormittag endlich den ersten wichtigsten Artikel des Gc- sehe» über die UZahlresorm, der die Listenwahl abschafft und unter Einführung der Srelswahl zur Eiuzelwahl zurückkehrt. mit ZZS gegen 120 Stimmen angenommen. Die Obstruktionsmanöver der Rechten dauerten unentwegt an. und die ganze vormittagssihung wurde wieder mit der Ablehnung zum Teil phantastischer Abänderungsanträge der Reaktion vertrödelt, die alle Hebel in Bewegung fehle, um die Beratung zu verschleppen. So lagen Anträge vor. die den Wählern gestalten wollten, durch Fernsprecher oder Funkspruch ab- z« st i m m e n.(!!). Alle diese Manöver scheiterten aber wi«. bisher an der Einheitsfront der Linksparteien. In der llachmiitagssitzuag ging die Sammer zur Diskussion des Artikels 2 über, der die neue wahlkrciseinleilung festlegt und die Zahl der Abgeordneten auf 011 erhöht. Paris. 9. Juli.(EP.) In der Nachmittagssitzung wurde trotz des Widerspruches des Innenministers Sarraut, der ober die Ver- trauensfrage nicht stellte, mit 240 gegen 210 Stimmen ein Antrag abgelehnt, der die Ausländer für die Festsetzung der Abgeord- netenzahl mitgezählt wissen wollte. Mit S30 gegen 37 Stimmen wurde ein kommunistischer Antrag abgelehnt, daß die Aus- länder stimm- und wahlberechtigt sein sollen. Die Rechte gegen das Ministerium Poinear�. Paris, 9. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Die Kammer befaßt sich am Sonnabend und Montag noch mit der W a h l r e f o r in. Dienstag und Mittwoch wird sie das Gesetz über die Heeres- r e s o r m und mehrere andere Vorlagen oerabschieden, die ihr von der Regierung noch in den letzten Tagen zugeleitet worden sind, besonders die Kreditvorlage über die Erhöhung der Beamten- gehälter und die Pensionen der Kriegsgeschädigten. Die To- gung wird am 13. Juli abends geschlossen, llnter diesen Umständen wird die Kammer aller Wahrscheinlichkeit nach keine Zeit mehr finden, vor dem 14. Juli die Interpellation des früheren Unter- staatssekretärs Reibet über die allgemeine Politik der Re- gierung anzuschneiden. Poincarö wird ohne Zweifel, die Vertagung dieser Interpellation bis nach den Ferien verlangen. Angesichts der Haltung der Rechtsparteien der Regierung gegenüber in den letzten Tagen wird Poincarä gezwungen sein, auch bei der Diskussion über die Erhöhung der Beamtengehälter die Vertrauensfrage zu stellen. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die Rechtsparteien diese Gelegenheit bereits wahrnehmen' werden, um besonders in der Frage der Erhöhung der Beamtengehälter mit der Linken zu sti m- m e n, da in diesem Falle auch die Linke eine Erhöhung der Beamten- gehätter gegen die Regierungsauffassung vertritt. In einem großen Teil der Sonnabend-Morgenblätter wird aber die Ansicht vertreten, daß aller Voraussicht nach die Rechtsparteien nicht den Mut haben werden, kurz vor den Ferien eine Ministerkrise zu provozieren und aller Voraussicht nach infolge eines zu erwartenden persönlichen Eingreifens Poincares die Regierung über diese Klippe noch hinaus- kommen wird. Auslieferung verhindert! Ein Erfolg des sozialdemokratischen Protestes. Paris. 9. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Die französisch« Regie- rung hat am Sonnabend die drei spanischen Anarchisten Ascaso. Durutt und Jooer in Freiheit gesetzt. Sie sollten bekanntlich an die argentinische Regierung ausgeliefert werden, aber angesichts der„materiellen Schwierigkeiten*, die diese Aus- lieferung mit sich brachte, hat die argentinisch« Regierung plätzlich auf die Auslieferung verzichtet. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist dieser plötzliche Verzicht jedoch eher ans den Druck der offen t- lichen Meinung in Frankreich zurückzuführen, die seit Mo- naten in Wort und Schrift gegen die Auslieferung protestierte und den drei Anarchisten das Recht zusprach, als politische Flüchtlinge den Schutz Frankreichs zu genieß/ Der rumänische wahltcrror hat, soweit sich letzt schon ubersehen läßt, 328 Abgeordnete der Regierungspartei, 46 der nationalen Bauernpartei und 13 der natumalen Minderheiten ergeben. Beseitigung öer Säckereiverorönung. Sozialpolitik des Biirgerblocks. Die scharfe Kritik, der der Gesetzentwurf zur Abänderung der Verordnung über die Arbeitszeit in den Bäckereien und Ktfrcdito- reien vom 23. Dezember 1918 bei den Gewerkschaften begegnete, bat doch auch den Bürgerblock schließlich st u tz i g gemacht. Man wagte nicht, es wirklich auf die von den Bäckerzünftlern ge- forderte Unverschämtheit gegenüber der Arbeiterschaft ankommen zu lassen. Vor der drohenden Sprache der Arbeiterschaft und vor allem vor dem Proteststurm der Bäckerei- und Konditoreiarbeiter im ganzen Reich schreckte der Bürgerblock zurück. Die Verschlechterung des bisherigen Zustandes liegt nach den endgültigen Beschlüssen des Reichstages jetzt vor allem im Ar- tikel 1,§ 1 Absatz 1. Dieser Absatz bestimmt:„In den gewerblichen Bäckereien und Konditoreien darf die regelmäßige Arbeitszeit der Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge und sonstigen Arbeiter ausschließlich der Pausen 8 Stunden nicht überschreiten. Jedoch kann der an einzelnen Werktagen für den Betrieb oder eine Betriebsabteilung eintretende Ausfall von Arbeitsstunden noch Anhörung der gesetzlichen Betriebsvertretung durch Mehrarbeit an den übrigen Werktagen der gleichen oder der folgenden Woche aus- geglichen werden." Dos bedeutet, daß vor allem in den kleinen Betrieben— und diese sind bei den Bäckereien und Konditoreien bekanntlich sehr zahlreich— der Arbeikszcitüberschreitung Tür und Tor geöffnet ist. Der Meister wird einfach Ende der Woche erklären, es sei bisher nicht voll gearbeitet worden, also könne am Freitag und Sonnabend 12 Stunden und mehr gearbeitet werden.„Anhörung" der gesetzlichen Betriobsvertretung ist bekanntlich noch lange n i ch t'E i n- vernehmen. 3" dem Absatz 1 wird nun nach den endgültigen Beschlüsien noch ein neuer Absatz hinzugefügt, wonach durch Tarif- v e r t r a g oder, sofern ein solcher nicht besteht, durch den Reichs- arbeitsminister nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer eine vom§ 1 Absatz'lab- weichende Regelung getroffen werden kann. Die Arbeitszeil darf einschließlich der Arbeitsbereitschastszeiten insgesamt 54 Stunden wöchentlich nicht überschreiten. Für die über die in Absatz 1 fest- gesetzte Arbeitszeit hinausgehenden Arbeitsstunden ist eine an- gemessene Vergütung gemäß Z 6a der Verordnung über die Arbeitszeit vom 14. April 1927 zu zahlen Ursprünglich hatte man 60 Stunden Arbeitszeit pro Woche vorgesehen, im sozialpolitischen Ausschuß kürzte man auf 56 und zuletzt im Plenum auf 54 Stunden. Die Forderung auf angemessene Vergütung der Ueberstunden ist, genau betrachtet, ebenfalls nur eine schöne Geste, denn je kleiner der Betrieb, desto fauler die Ueberstundenbezohlungt Bei den Bäcke- reien und Konditoreien aber gibt es— wir wiederholen es— sehr viel Kleinbetriebe. Wer es wagt, angemessene Vergütung zu for- dern, hat zu gewärtigen, daß er fliegt. Die geplante Sonntags- und Fe st tagsarbeit wagte auch der Bürgerblock nicht zu sanktionieren. In dem Augenblick, wo die sozialdemokratische Fraktion namentliche Abstimmung beantragt hatte, war das Schicksal der Ziffer 5 des Artikels 1, nach dem an Sonn- und Festtagen während eines ununterbrochenen Zeitraumes von zwei Stunden die Herstellung leichtverderblicher Konditorwaren erlaubt sein sollte, besiegelt. Ziffer 5 wurde mit 210 gegen 196 Stimmen verworfen. Gar manchem vom Bürger- block befiel ein Grausen, als er infolge der beantragten namentlichen Abstimmung Gefahr lief, sich selbst vor aller Welt als isonntags- schänder anzuprangern. Kritik und Taktik der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion haben also zuwege gebracht, daß dem Ungeheuer der Habsucht— nichts anderes ist der Gesetzentwurf der Bäckerei- und Konditoreiunternehmer— einige der s ch l i m m st e n Krallen und Zähne weggeschlagen wurden. Das muß für die Arbeiterschaft nun erst recht ein Ansporn sein, bis zum Beginn der Kämpfe um das Arbeitsschutzgesetz dafür zu sorgen, daß im neuen Reichstag� die Verschlechterung der Bäckereiverordnung mit Stumpf und Stil wiederausgerottet wird. Die Arbeiterschaft und die öffentliche Meinung wird dieses Geschäft des Bügerblocks, diese Verquickung von �Zollwucher und Beseitigung des Arbeiter- schutzes nicht vergeffen. Sie wird den Bürgerblöcklern bei den nächsten Reichstagswahlen die richtige Quittung geben. verhanölungen in öer Klavierinöustrie. Noch keine Entspannung. Das von beiden Parteien der Berliner klavierindusirie vereinbarte Schiedsgericht nahm am Donnerstag seine umfangreichen Arbeiter aus. Die 11 n t e r n e h.m e r wiederholten auch an dieser Stelle ihre Forderungen aus ITCehrarbeit über 48 Stunden. Abbau der früheren Ferieatage und Beseitigung der bisherigen Lohnberechnung. Neben diesen haupksorde- rungen der Unternehmer brachten diese noch andere wünsch« zum Ausdruck. Die Unternehmer hatten scheinbar an alles gedacht: nur die Lohnangebote hatten sie vergessen. Trotzdem das Schiedsgericht etwa 6 Stunden tagte, konnte in keinem der strittigen Fragen eine Einigung erzielt werden, der Vorsitzende. Gewerberat Körner, sah sich schließlich gezwungen, die Sitzung auszuheben. Er machte den Beisitzern den Vorschlag, daß er als Vorsitzender des Schiedsgerichts nunmehr von sich aus einen schriftlichen Vorschlag ausarbeiten würde, den er den Parteien vorlegen wird. Am Montag sollen dann die beiderseitigen Kommissionen nochmals unter seinem Vorsitz zusammentreten. um den letzten Versuch einer Verständigung zu unternehmen. Da diese Besprechungen wahrscheinlich sehr lange dauern werden, kann die beschließende Versammlung der Klavierarbeiter nicht um 5l4 Uhr. sondern erst um 6>- Uhr beginnen. Schiedsspruch für die pfälzischen Textilarbeiter. Geringe Lohnerhöhung. Ludwigshafen, 9. Juli. lMtb.) Di« pfälzischen Textilarbeiter sind bekanntlich zum großen Teil seit einigen Tagen wegen Lohn- differenzen in den Streik getreten. Sie verlangten eine Erhöhung des Ecklohnes von 58 auf 79 Pfennig, was die Arbeitgeber jedoch einmütig ablehnten. Der heute � vormittag gefällte Schiedsspruch lautet folgendermaßen: Mit Wirkung vom 7. Juli 1927 wird der E ck l o h n in der pfälzischen Textilindustrie von 58 auf 62 Pfennig und vom 1. Oktober 1927 ob auf 63 Pfennig erhöht. Der Facharbeiterzuschlag erfährt eine Er- böhung von Ist auf 15 Proz. Die Lohnregelung gilt bis zum 31. März 1928. Die Anträge zur Abänderung des Manteltarif- Vertrages betrafen in der Hauptsache die Neuregelung der Be- stimmungen über die Bezahlung der Mehrarbeit und der lleberzeitarbeit. Der bisherige Satz wird von 2st auf 2 5 Proz. erhöht. Berantwortlich für Politik: Virtor Schiff; Wirtschaft:es� goli/JBtelf.indan-«w tnschonpn tun fen Mustern,'Jggr& 19 threnfarä/gm/t \m.mto/l&jn/tJ9J)9anen- W Jw' \fu/lung, 150*200, tiafMaunen. VJSLjB*» Steppdecke, Kissenbezug. Satin doppetsei- ayi mit Languetien-""ig /? tiamtZeafiiNM-jK�tLM-pV Verzierung, ff rJllw.i50JMSBS$JSS• J®L• Pben-Dowtas, ßetteafeen, cc 150cmt>rsit. stsr/ffäcfiger wascnestoff. '200 cm fang, /vifkfmenfef/ftro in derlaek/en/gg *.T.6is' Eih Posten fertige Bett-Jneette. . Oberästten und ff/ssfrs rot oder rot rosa„ •-gestreift, teiisrnt Hantoder Memen ______ Ä nfe�S MO/b'eraS-i Fpottisri iri/ifrlirj*s&vffe� handt WZMDUWMMi Das gestrige Unwetter in Serlin. Zahlreiche Wasserschäden. Die Schwüle der letzten Tage fand in den gestrigen Vormittags- stunden noch eine erhebliche Steigerung. Gewitter lag geradezu in der Luft. Kurz vor 2 Uhr ging denn auch der erst« Wolkenbruch im Gebiet der Stadt nieder. Dann trat eine längere Pause ein, bis sich gegen 6 Uhr die Schleusen des Himmels wieder öffneten. Ein lang andauerndes Gewitter mit zahlreichen elektrischen Eni- ladungen und wolkenbruchartigen Niederschlägen hielt stundenlang über Berlin an. Kurze Zeit danach liefen auch schon bei der Feuer- wehr in allen Stadtteilen und Vororten die ersten Hilferufe ein. Die himmlischen Wasserfluten, die von den Abflußrohren nicht auf. genommen werden konnten, stauten sich und überfluteten die Bürger- steige und drangen in die Kellerräume. Während der Norden und Osten Berlins von dem Unwetter weniger in Mitleidenschaft gezogen wurden, ging über den Westen, Südwesten ein Wolkenbruch nieder, wie man ihn seit langer Zeit nicht mehr erlebt hatte. In der Dahlmann st raße 28 in Charlottenburg, am Kurfürsten dam in 17 und 234 hatten die Wassermassen mehrere Keller überflutet, so daß die Feuerwehr helfend eingreifen mußte. AehnUche Alarme kamen aus Südcnde, Neukölln, Schmargendorf, Nikolassee, Lichterfelde, T e m p e l h o f usw. Eine wahre Sintflut erlebten die Bewohner von Zchlendorf-Mitte. An der tiefliegenden Bahnunterführung in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs stauten sich ungeheure Wassermengen, die eine Tiefe von 1,50 bis 2 Metern erreichten, an. Den zahlreichen aus Berlin heimkehrenden Zehlendorfer Einwohnern war es unmöglich, den Bahnsteig zu verlassen. Die Feuerwehr errichtete einige Not- brücken, so daß der Fußgängerverkehr an der gefährdeten Stelle wieder ausgenommen werden konnte. Besonders Unglück hatten einige Automobilisten, die mit ihrem Wagen im Wasser stecken geblieben waren. Das Wasser, das von Minute zu Minute stieg, brachte die Insassen in ernste Lebensgefahr, doch erschien die Feuer- wehr rechtzeitig und griff helfend ein. In der M a ch n o w e r Straß« zu Lichterfelde brachten die Wassermassen eine Brücke, die über einen Kanalisationsgraben führte, zum Ein- stürz. An der Ecke Berg, und Kirchhofstraße zu Neukölln platzte ein großes Abflußrohr. Einem S t u r z b a ch gleich ergossen sich die Wassermengen in den Schacht der dort im Bau befindlichen Untergrundbahn. Die starken Absteisungen wurden derart unterspült, daß ein großer Teil des Fahrdammes ein- stürzte und einen Goskandelaber mit in die Tiefe riß. Eine Arbeitskolonne der Kanalisation und Beamte der Feuer- wehr nahmen umfangreiche Absteifungen vor. Die Kirchhofstraße mußte gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Die Seen und Flußläufe in der Umgebung Berlins waren in An- betracht des unbeständigen und böigen Wetters von Wassersportlern reckst schwach befahren. Mehrere Regatten, die auf der Hovel und dem Tegeler See ausgefahren� werden sollten, mußten a b g e s a gt werden.— Auf dem großen Müggelsee kenterte in den Nachmittagsstunden eine Segeljalle. Die Insassen stürzten in Wasser, konnten jedoch von dem Feuerlöschboot III gerettet werden. Das Boot wurde geborgen und in Schlepp genommen. Auf der Rückfahrt, kurz vor Rahnsdorf, mußte eine weitere Jolle eingeschleppt werden, die infolge einer Böe gekentert war, deren Injassen sich aber gerettet hatten. Alorü unü Selbstmorö. Die Frau hinterrücks erschossen. Eine Ehetragödie spielte sich gestern in dem Hause Saal- selber Straße 12 zu Wilmersdorf ab. Der 44jährige Kaufmann Viktor W. verletzte seine 22iährige Frau M a rg a- ret« durch einen Schuß in den Hinterkopf tödlich und tötete sich selbst durch einen Schuß in die Schläfe. Zu der Tat wird noch folgendes bekannt: W. war mit seiner um 22 Jahre jüngeren Frau erst kurze Zeit verheiratet. Die Ehe gestaltete sich aber wenig glücklich, und so verließ eines Tages Frau W. ihren Mann und zog nach der Saalfelder Straße 12 in Wilmersdorfs Gestern suchte W. seine Frau auf und erhielt auch Einlaß. An Stelle der geplanten Aussprache kam es jedoch zu einem heftigen Streit. Als sich Frau W. nur für einen Augenblick umwandte, zog ihr Mann eine verborgen gehaltene Mehrladepistole hervor und gab einen Schuß ab, der die Ahnungslose in den Hinterkopf traf und sie sofort tötete. Darauf richtete er die Waffe gegen sich. Hausbewohner waren durch die Schüsse aufmerksam geworden. Sie riefen sofort die zuständige Re- vierwache und die Feuerwehr herbei. Die Leichen wurden polizeilich beschlagnahmt. Um 75 Pfennig! Eine Hausverwaltung die es„genau nimmt". „In Geldangelegenheiten hört die Gemüilichkeit auf," war schon immer einer der wichtigsten Grundsätze echter Berliner Hauswirte. Noch schlimmer als sie treiben es jetzt Ausländer, die währertd der Inflation in Berlin so viele Häuser für ein Spottgeld an /ich brachten. Sie sitzen irgendwo in Polen, Holland, Spanien, Griechen- land usw., kennen meist weder die Mieter noch die Häuser, über- tragen die Verwallung in Berlin einem Rechtsanwalt oder einer Häuserverwaltungsgesellschaft und verlangen, daß die Mieten pünkt- lich in ihr« Taschen fließen. Klappt es mit der Mietezahlung nicht nach Wunsch, dann weiß die Hausverwaltung, was ihr Auftraggeber erwarbst und was sie nach dem Buchstaben des Gesetzes zu tun hat. Eine in Neukölln im Haus« Böhmische Str. 47 woh- nende Mieterin hat es jetzt erlebt, daß für den in Spanien lebenden Hauseigentümer chr noch 75 Pf. abgefordert Der»priiiz". Zur Verhandlung gegen Domela. Am Momag erscheint Domela in Köln vor seinen Richtern. Di« Thüringer Herrschaften, die er so vortrefflich hat aufsitzen lassen, haben wohl nichts dagegen, daß die Abrechnung mit ihm wo anders vorgenommen wird. Sie wollen ihre Blamage veraessen haben, je schneller, je bester! Verziehen haben sie ihm bestimmt nicht! Domela läßt unterdes seine Memoiren erscheinen, in denen er seine „prinzlichen" Abenteuer und die adligen Herrschaften, die ihm zu diesen verholfen, verewigt. Man hätte ihm wahrlich eine hübsche Abschlagssumme zahlen sollen, damit er seine Autobiographie unter den Tisch sollen lasse. Also Domela erscheint am Montag vor einem Kölner Schössen- gericht. Das ist sehr geschickt gemacht. In Köln hatte er eigentlich nichts Besonderes ausgefresten. Soviel Solidarität wird man aber dort besitzen, um bei dieser Gelegenheit nicht die peinlichen Heidel- berger. Gothaer und Erfurter Geschehnisse in ganzer Ausführlichkeir zu behandeln. Deshalb seien sie an dieser Stelle freundlichst in Er- innerung gebracht. Harry Domela ist im Jahre 19Z4 in B a u s k e in Kurland geboren. Sein Vater war Legatiansrat in Petersburg: seine Mutter eine von Kayserling. Bei Kriegsausbruch kam er nach Riga in ein Flüchtling-heim, kehrte später nach Bauske zurück, trat fünfzehnjährig der Landwebr bei, schloß sich dann dem Frei» korps von Brandes an und kämpfte mit diesem gegen Boljchewisten und hinterher auch gegen Letten, die um die Selbständigkeit ihres Heimatlandes rangen. In Deutschland trat er während des Kapp- Butschos dem Baltikumtrupp bei und beteiligte sich bald darauf, kaum 17 Jahre alt, als Reichswehrsoldat an der Niederwerfung des Arbeiterausstandes im Ruhrgebiet. Dann begann für ihn eine schwere Zeit: er vagabondierte, beging Diebstähle, wurde dreimal bestrast, kam vollkommen herunter und landete schließlich mit glänzenden Hosenböden in Frankfurt a. M. Hier reiste in ihm der genial« Ge- danke, einen kurländischen Prinzen zu mimen. Er ging nach Heidel- berg, stellt« sich den Saxo-Borussen als Prinz von Liven vor, wurde mit„Durchlaucht" angeredet, prellte seine adligen Saufkumpane und brannte nach Erfurt durch, als seine prinzliche Herkunft in Geruch der Jllegimität geriet. In Erfurt fingiert er in einem der besten Botels ein Gespräch mit dem Potsdamer Hof seines„prinzlichen Bruders" Louis Ferdinand und wird im nächsten Augenblick Mittel- punkt höfischer Huldigungen. Der Besitzer des Hotels, in dem er abgestiegen war, bringt ihn auf sein Schloß Kreuzburg. Hier wird er von der zahlreich erschienenen Hosgescllschast feierlichst he- grüßt, darunter vom früheres Mini si erpräsidenten Bassewitz, den Frei Herrn von Wangenheim, von Blücher und von Krosigk. Der Kommandeur der Gothaer Schutzpolizei erbittet die Ehre, vorgestellt zu werden. Auf der Jagd, die der Freiherr von Krosigk dem hohen Gaste zu Ehren veranstaltet, wird ein Trinkspruch auf die Hohen- zollernprinzen ausgebracht. Major von Seeberg geleitet den „Prinzen" ins Hotel. Der Oberbürgermeister von Gotha fragt Ihn in einer Audienz, ob er ihn„Königliche" oder„Kaiserliche Hoheit" anreden soll.„Bitte, einfach Prinz", entgegnete der bescheidene Domela. In Dessau nahm er an einer Galavorstellung teil.„Das paßt ja herrlich." sagt ihm hier der Theaterintendant,„heut- abend geben wir den alten Destauer, in dem auch Ihr Ahne, der Alte Fritz, aus- tritt." Am Abend blickt alles auf die Hofloge. Die Ankündigung daß Baron von Berg eintreffen soll, bricht den Zauber. Domela pumpt den Hoteldirektor H o r n l e i n an und macht sich auf die Reise. Vorher bittet er noch den Garnisonältesten der Reichswehr, Freiherrn von Grothe, der ihn in Gala- uniform empfängt, und denKommandeurdesReichswehr» regiments in Weimar, auf die Preste einzuwirken, daß sie über seinen Aufenthalt in Thüringen Stillschweigen bewahrten. Aber auch in Köln, wohin er sich nun begibt, fühlt«r sich nicht mehr sicher. Er wird bereits steckbrieflich verfolgt: die Zeitungen bringe« Abbildungen von ihm. Er geht nach Koblenz, tritt hier der Fremden- legion bei und wird auf dem Bahnhof verhaftet. In seiner Tasche findet man Briefe, in denen er mit„Königliche Hoheit" angeredet wird. Dies in knappen Sätzen das Glück und das Ende des falschen Hohenzollernprinzen. Nach Berbüßung der Strafe, die ihm wohl nicht erspart bleibt, wird er ein gemachter Mann sein. Wird Domela den Weg in ein geordnetes Leben zurückfinden oder wird ihm die kurze Höhenzollernherrlichkeit so zu Kops gestiegen sein, daß er sei« Leben als Hochstapler beenden muß? Ein Siebzigfähriger. Unser Parteigenoste Max Faber. Stephanstraße 11, begeht in geistiger und körperlicher Frische am Montag, dem 11. Juli, seinen 70. Geburtstag. Seit dem 20. Dezember 1891 ist er Mitglied unserer Partei und seit dem 1. Dezember 1888 gewerkschaftlich organisiert. Als Funktionär der Partei und der Gewerkschaft hat er schon unter dem Sozialistengesetz für seine Klassengenossen gewirkt. Hermann Krestins 60. Geburtstag. Heute vollendet der nicht nur in seinem engeren Wirkungskreis im Tiergartenbezirk bekannte Genosse Hermann Kressin sein sechzigstes Lebens- jähr. Er ist einer jener„knorrigen" Genossen, die unverdrossen ihre Kraft in den Dienst der Bewegung gestellt und die trotz mancher Wechselfälle immer von freudigem Pflichtbewußtsein erfüllt ihren Mann in der Partei und in der Gewerkschaft gestanden haben. Hermann Kresstn ist seit 33 Jahren Mitglied der Partei und von 1902 ab, also jetzt 25 Jahre, ihr Funktionär. Er kann des- halb zugleich mit seinem Geburtstag sein silbernes Funk- tionärjubiläum feinern. Zurzeit bekleidet er den Posten des Leiters der 13. Abteilung im zweiten Kreis« und ist seit einer Reihe von Iahren als Buchdrucker im»Borwärts" beschäftigt. Die ihn kennen, beglückwünschen ihn. Vetierberlchl der SffenINchen weklerdlevststell« sür AerNn and Umgegend lNachdr. mb.> Ve� KSltniSmätzig kübl, meill stäi ker bewölkt, noch einzeln« Regeissälle slrichwcije«Ncwitter.— I6r Deutschland: Auch in der lüdöstlichen Hülste de» Reiche» kühler, vlclsach Gewitter, sonst weiterhin ziemlich kühl, noch einzelne Regensülle. wurden, die sie bei den Metezahlungen zu wenig gezahlt haben sollt«. Dieser Fehlbetrag war durch Portokürzungen bei der Mieteeinsendung entstanden, und die mit der Ber- waltung des Hauses betraute Häuserverwaltungsgesellschaft forderte Nachzahlung. Da diese nicht erfolgte, wurde das Gericht in Bewe- gung gesetzt, und es kam dann ein vom Amtsgericht Neukölln ver- fügter Zahlungsbefehl. Zu zahlen waren jetzt nicht nur 75 Pf.„rückständige Miete"(wie es im Zahlungsbcichl heißt), son- dern n o ch 2,7 S M. K o st e n, im ganzen also 3,50 M. Der Hauseigentümer in Spanien und seine Helfer in Berlin können sich auf das Gesetz berufen— und die Mieterin, eine Witwe, mutz den jetzt fast aus das Fünffache gesteigerten Betrog zahlen, wenn sie Schkim- meres verhüten will. Wir empfehlen das hier mitgeteilte Vorkommnis allen Mietern zur Beachtung. So„genau" nehmen es Hauseigentümer oder ihre Bertreter, wenn es sich um Groschen und Pfennige bei ihrem Mieteanspruch handelt! Der Mann in Spanien, dessen Mielean- spvuch statt 75 Pf. jetzt 3,50 M. Ausgabe für die Mieterin erfordert, wird den Beifall auch der meisten in Berlin ansässigen Hauseigentümer finden. Nehmen aber alle Hauseigentümer es ebenso„genau" bei den Leistungen, auf die ihre Mieter einen An- spruch haben? Wer die Mietkasernen der Arbeiterviertel Berlins kennt, wird sich diese Frage selber beantworten können. Großfeuer in potsöam. Vermutlich durch Blitzschlag. Die Potsdamer Feuerwehr wurde gestern abend gegen �9 Uhr nach dem Brauhausberg gerufen, wo vermutlich infolge Blitzschlages im Dachstuhl des Reichsarchivs der früheren Kriegsschule Feuer entstanden war. Das Feuer griff mit rasender Schnelligkeit um sich. Der starke Wind erschwerte die Löscharbeiten außerordentlich. Bon der Potsdamer Feuerwehr war der Alarm„G r o ß f e u e r" ge- ceben worden, worauf noch 3 Wehren aus der Umgebung an die Brandstätte eilten. Bei Redaktionsschluß dauern die Löscharbeiten noch an. Ein Blitzstrahl schlug in das Karbidlager der Eisen- bahnhauptwerk statten Potsdam in der Alten Königstraße ein. Zahlreiche gefüllte Trommeln explodierten unter weit hörbarer Detonation. In wenigen Minuten stand das ganze Lager i n Flammen, Die Wehren waren über zwei volle Stunden mit den Löscharbeiten, die sich wegen der Gasentwicklung sehr schwierig gestalteten, beschäftigt. Der Schaden ist erheblich. Fernheizung auch für Privathauser. Das Städte-Fernheizwerk Charlottenburg, das dem Elektrizitäts- werk am Spreebord angegliedert ist, baut von Jahr zu Jahr seinen Betrieb weiter aus. Unter Bauleitung der BEW. wird augenblick- lich dos Heiznetz wesen tl ich erweitert. Bis jetzt war nur die Gegend bis zur Städtischen Oper für Fernheizung ein- gerichtet, in diesem Jahr ist man dazu übergegangen, die Röhren bis in die Gegend vom Knie zu legen. Nach dem Ringsystem führt ein Strang durch die Berliner Straße, der andere durch die Bismarck- straße, beide treffen sich an der Neuen Grolmanstrahe, ein Abzweig geht durch die Grolmanstraße, Schillerstraße in die Hardenberg- straße hinein. In allen Straßen, durch die Röhren gelegt werden, können die Häuser mit Zentralheizung nunmehr ohne weiteres an- geschlossen werden, während bisher zum größten Teil nur öffentliche Gebäude geheizt wurden. Auch in Steglitz, wo dem Elektrizitäts- werk im vorigen Jahre ein Fernheizwerk angegliedert wurde, sind augenblicklich große Bauarbeiten im Gonge, um das RLhrennctz zu erweitern. Die Arbeiten werden so gefördert, daß hier sowohl wie in Eharlottenburg am 1. Oktober der Betrieb ausgenommen werden kann. Aktenschieber Oertel verhaftet. Der berüchtigte Aktenschieber und Hochstapler Oertel konnte heute gegen 22 Uhr von dem Bankdetektio Martin Knopf in einem Luxushotel in Köln verhaftet werden. Nach einer aufregen- den Jagd, die bis in einen entfernten Vorort führte, wurde Oertel überwältigt und der Polizei übergeben. Ein großer Teil der Uebertragungen des Berliner Senders ging infolge elektrischer Luftstörungen verloren. Ueber den wichtigen Bor- trag von Magistratsrat Dr. jur. WaltherKrotoschiner:„Der Rechtsanspruch des Arbeitnehmers auf Gewährung von Urlaub" läßt sich daher nichts sagen. LeoMortoffys Ausführungen über:„Die Entwicklung des Arbeitersports" wurden von Witterungsstörungen ebenfalls beeinträchtigt. Der Bortragende legte ausführlich die Ge- schichte des Arbeitersports dar. Wie allen proletarischen Bewegun- gen, wurde es auch dem Arbeitersport jahrzehntelang hindurch von den Gesetzen so schwer wie möglich gemacht, sich zu cntsalten. Trotz- dem steht der Arbeitersport heute als mächtiger Faktor der Arbeiter- bewegung da, der dem Proletarier für den geistigen Kamps auch körperliche Kräfte geben will. Der Vortragende wies darauf hin, wie wickziig es sei, das Sireben nach Rekordleistungen auf allen Gebieten des Arbeitersports in sinnvollen Grenzen zu hatten, damit er nicht seiner Hauptausgabe, einer gleichmäßigen Ertüchtigung des ganzen Körpers, zum Hindernis werde. Tolstois künsUerische und menschliche Bedeutung behandelte Dr. Herbert Rosenfeld in der Fortsetzung seiner Vortragsfolge:„Geschichte der russischen Lite- ratur".— An Stelle der verregneten Lunapark-Ucbertragung hörten die Funkteilnehmer am Abend Darbietungen dss Hamburger Senders. Zuerst ein Bruchstück des Sendespiels.Brüderlein sein", dann Tanzmusik, den ersten Sommernachtsball der„Rorag". Tes. | Um öen berliner Einheitstarif. Zur Berkehrspolitik der Reichsbahn. Di« Reichsbahn hat durch Verösfentlichung«» in der Presse mit- teilen lassen, dasy sie vom 1. September ab eine Reihe wesentlicher Tarifveränderungen im Gebiet ihres Stadt- und Vorortverkehrs durchführen will. Schon feit langem wird in den Berichten der Reichsbahn und auch in den Berichten der Reparationsagentcn darauf hingewiesen, daß der Vorortverkehr der Reichsbahn unter der starken Konkurrenz der Berliner städtischen Verkehrsunter- aehmungen zu leiden habe. In diesen Berichten wird gewöhnlich der Verkehr der Stadt- und Vorortbahn im Jahre 1923 dem Verkehr in den Jahren 1g2ö und 1926 gegenübergestellt. Es ist richtig, daß diese Vergleichszahlen einen katastrophalen Rückgang des Verkehrs auf den reichseigenen Stadt» und Schnellbahnen erkennen lassen. Dieser Vergleich ist ober trotzdem unberechtigt. Der verkehr aus den Vorortbahnen im Zahre 1923 war eine typische, überall und nicht nur in verlin zu beobachtende reine Znflalionserjchcinung. Die lleberfüllungen der Vorortbahnen haben damals zu den größten Verkchrskatastrophen und Unglücksfällen geführt. Die Ueberfüllung war dadurch zu erklären, daß die Reichsbahn in der Inflationszeit ihren Tarif nur ganz allmählich den Veränderungen des Geldwertes anpaßte. Während die städtischen Verkehrsunternehmungen auf Zuschüsse nicht rechnen konnten, war die Reichsbahn damals noch in der Lag-, mit chilfe der Notenpresse arbeiten zu können. Die Abwanderung von den städtischen Verkehrsunternehmungen zur Reichsbahn war infolgedessen eine ganz abnorme. An dem Tage, an dem die In- flation aufhörte, und man zu normalen wirtschaftlichen Verhältnissen zurückkehrte, oerschwand dies« Erscheinung in ganz kurzer Zeit, wiederum nicht nur in Berlin, sondern überall im Reichs, wo die Reichsbahn in einer Art Konkurrenz mit lokalen Vcrkehrsuntcr- nehmungen steht. Inzwischen hat sich der Verkehr wieder in den Zahlenverhältnissen abgespielt, die vor dem Kriege üblich waren. Die Reichsbahn hat den Prozentsatz des Groß-Berliner Verkehrs de- dient, der der Größe und dem Einfluß ihrps Verkehrsnetzes un- gefähr entspricht. Allerdings blieb ihr Anteil im Groß-Berliner Verkehr etwas zurück, weil die Einrichtungen der Stadt-, Ring- und Vorortbahn vollkommen veraltet sind. Mit öer Staüt oder gegen sie! Als die Stadt im Frühjahr d. I. ihr« neue Berkehrspolitik einleitet«, die den Ausbau des Berliner Verkehrsnetzes ermöglichen soll, Hot die Reichsbahn eine Beteiligung an diesem großzügigen Plan, wenn auch nicht ausdrücklich, so doch tatsächlich zunächst abgelehnt. Die Reichsbahn hoffte durch eine Nichtbeteikigung am Einheitstarif einen starken Rückfluß des Berliner Lokalverkehrs auf ihr Netz zu erreichen. Diese Hoffnung hat sich als irrig herausgestellt. Selbst- verständlich ist, wie auch von der Stadt erwartet wurde, eine geringe Abwanderung eingetreten. Diese Abwanderung ist aber Verhältnis- mäßig bedeutungslos geblieben, und die Tendenz ist schon wieder eine rückläufige. Die Reichsbahn macht mit ihrer Erweiterung der 1S»Pf.-Nahzone bis ungefähr an die Grenze des Groß-Berliner Weichbildes noch einmal einen Versuch, auf dem Wege des Kon- kurrenzkampfes ihr utopisches Ziel zu erreichen, wieder wie im Jahre 1923 den Löwenanteil des Berliner Verkehrs zu bedienen. Dieses Ziel wird sie aber nie erreichen. Unter den heutigen Wirt- schaftsoerhöltnissen spielt die Differenz im Fahrpreis zwar immer noch eine Rolle, aber nicht mehr«ine so große, daß diese Differenz die Nachteile ausgleichen könnte, die in dem unzureichenden Vsr- kehrsnetz begründet sind. Die Berliner städtischen Verkehrsunter- nehmungett haben vom Standpunkt des Publikums aus, ganz ab- gesehen von den ständigen Verbesserungen ihrer Betriebsmittel, den Vorteil, daß ihr Netz viel weitmaschiger ist. Der Fahrgast kann mit Hilfe der Umslcigeberechtigung, zumal wenn diese in Kürze noch auf den Omnibus ausgedehnt fein wird, viel mehr Punkte des Groß- Berliner verkehrsgcbielcs erreichen als mit Hilf« der Reichsbahn, deren Liniennetz ein- für allemal festgesetzt ist. Es kommt hinzu, daß das Liniennetz der städtischen Verkehrsmittel ununterbrochen erweitert wird. Sowohl die Straßenbahn als auch die Schnellbahn bauen jetzt Jahr für Jahr neue Linien bzw. eröffnen neue Bahn- hole. Dadurch wird ihr Verkehrsnetz vom Standpunkte des Fahr- gastes aus immer wertvoller. Der Fahrgast bezahlt deswegen lieber die Preisdifferenz, wenn er dafür die unbequemen Zu- und Abgänge oermeiden kann. Es kommt ferner hinzu, daß die Reichsbahn auf die Dauer sich der Forderung auf Erweiterung ihres eigenen Linien- netzes gar nicht wird entziehen können. Es wird sich sehr bald her- ausstellen, daß nach Durchführung der Elektrisierung der Stddt-, Ring- und Vorortbahn der Betrieb an den beiden Kopfbahn- Höfen Potsdamer Bahnhof und Stetliner Vahvhof nicht aufrecht zu erhalten ist, wenn nicht die seit langem geforderte Nordsüd-ver- bindung beider vahnhöse durchgeführt wird. Auch dafür wird die Reichsbahn gewaltige Summen aufbringen müssen. Es ist eine voll- kommene Jllusion.jmzunehmen, daß dieser Ausbau des Verkehrs- netzes, der vom Standpunkt des Publikums aus das wichtigste Problem bei der Lösung der Berliner Verkehrsfragen ist, ausge- halten werden könnte oder dürfte. Die Reichsbahn wird selber wissen, ob sie dieses Ziel durch eine Art Tarifkonkurrenzkamps schneller erreicht. Wenn sie, wie die städtischen Verkehrsunternehmungen, ohne Zuschuß aus anderen Quellen arbeitet, wird sie dazu nicht in der Lage sein. Es kann die Frage aufgeworfen werden, ob es nicht richtiger wäre, wenn die Reichsbahn sich entschließen würde, an die Lösung dieser Ausgaben mil den städlischen vertehrsunler- nehmungen gemeinsam heranzugehen, damit dies« Fragen, was technisch möglich wäre, in S— 10 Jahren gelöst sind. Die Eni- wicklung der Berliner Verkehrsuntcrnehmungen wird sehr bald zeigen, daß auch dieser neue Versuch, einer zwangsläufigen Eni- wicklung auszuweichen, sich als abwegig herausstellen wird. Die Zunahme des Verkehrs bei den Vorortbahnen wird sich auch nach dieser Tarisermäßigung in bescheidenen Grenzen hallen. Die einzige Folge könnte nur sein, daß das Tempo des Ausbaues der anderen Verkehrsunternehmungen verlangsamt werden würde. Das aber wäre zweifellos das Allergefährlichste und müßte unter allen Umständen vermieden werden. * Im übrigen sollen die Verhandlungen zwischen der Reichsbahn und den städtischen Verkehrsunternehmungen auf Einführung eines Umsteigetarifs noch keineswegs abgebrochen sein. Man rechnet viel- mehr damit, daß noch im Laufe dieses Jahres auch hier ein Umsteigefahrschein wird eingeführt werden können, der dann allerdings wohl nur auf einer anderen Preiagrundlage Zustandekommen könnte. Jedenfalls sollte von allen Beteiligten der Reichsbahn wie der städtischen Gesellschaften nur das eine Ziel im Auge behalten werden, nicht nur das vorhandene Verkehrsnetz zu bedienen, sondern dieses Verkehrsnetz zu erweitern und zu verbessern. Um die Seele des Arbeiters. Pflichtvorlesungen an den technischen Hochschule«. Während der Etatberatungen faßte der Preußische Landtag einen Beschluß, in dem das Staatsministerium ersucht wurde, dafür Sorge zu tragen, daß an den technischen Hochschulen Vorlesun- gen über Arbeiter, und Angestelltenfragen als P fli cht f a ch.eingerichtet werden. Der preußische Kultusminister Dr. Becker hat daraufhin an die technischen Hochschulen einen Erlaß gerichtet, dem der Amtliche Preußische Pressedienst sol- gendes entnimmt: „Die Beschäftigung mit diesen Fragen ist ohne Zweifel für den künftigen Ingenieur von allergrößter Wichtigkeit. Denn das tiefere Wissen um die menschliche Seite der technischen Produktionsprozesse gehört für jeden In- genieur zu den unerläßlichen Erfordernissen seiner Berussaus- bildung. Es erscheint daher notwendig, die Kenntnisse und Ersah- rungen, die der Student während der praktischen Arbeitszeit auf diesem Gebiet zu gewinnen in der Lage ist, durch systematischen Unterricht im Rahmen der pflichtmäßigen wirtschaftswissenschajt- lichen Ausbildung zu vertiefen und zu ergänzen." Kultusminister Dr. Becker wünscht einen Bericht darüber, in welcher Weise im Rahmen des allgemeinen Wirtschaftswissenschaft- lichen Unterrichts und durch besondere Vorlesungen und Uebungen dieser Notwendigkeit an den technischen Hochschulen Rechnung getragen wird und bittet, nötigenfalls um eine weitere Ausgestaltung dieses Unterrichts besorgt zu sein. Er erwarte von jedem Studenten, daß er die ihm gebotenen Unterrichtsmöglich- leiten über Arbeiter- und Angestelltenfragen sich zunutze mache. Auch bei den Prüfungen in dem wirtschoftswisienschaftlichen Pflichtfach sollen die Arbeiter- und Angestelltenfragen regelmäßig berücksichtigt werden. An sich ist es sehr begrüßenswert, daß sich unsere künftigen Hochschulingenieure mit diesen Fragen eingehend beschäftigen sollen. Das Gebiet, um das es sich hier handelt, ist in der Praxis schwie- riger als das Berechnen technischer Konstruktionen. Hier gibt es, trotz aller Versuche, keine endgültigen Normen. Hier tritt dem In- genieur da» Leben in seiner unendlichen Vielgestaltigkeit entgegen. Bedauerlich wäre es, wenn diese Vorlesungen zu einer rein mecha- 13- e5n?!,u.£'e''un!' �'�ra9e kommeirden Probleme führten. Das Wichligste ist, daß der Ingenieur sich von vorn herein nicht al» Vorgefetzter, sondern als Mitarbeiter im Betriebe sühll, und daß seine Führerschaft sich auf sein« menschlichen Eigenschaften und seine technischen Kenntnisse gleichzeitig stützt. Die praktische Arbeits- zeit während des«tudiums ist leider viel zu kurz, als daß der junge Student das Seelenleben der Arbeiter tatsächlich begreisen könnte. Wenn die Vorlesungen dazu beitrügen, seinen Blick zu weilen und die Fähigkeit des Cinfühlens in diese Dinge zu steigern, dann würden sie shren Zweck erfüllen. Letzten Endes kommt es auch auf die Persönlichkeiten an, die diese Lorlesungen halten werden.>.,]> Neues Leben im öezirk Zrieöricbshain. Im Interesse der Bevölkerung. Im„Vorwärts wurden mehrfach die geradezu unhaltbaren verwalwngstechnifchen Verhältnisse im Bezirk Frsedrichshain be. handelt. Als besonders großer Nachteil wird es empfunden, daß die einzelnen Verwaltungsstellen so weit auseinander» liegen, daß sich dadurch nicht nur für d?n eigentlichen Dienstbetrieb, sondern auch vor allem für die Bevölkerung zahlreiche Un- zuträglichkeiten ergeben. Zwar hat dos Bezirksamt sich feit Jahren bemüht, diesem Zustand abzuhelfen. Auch die S P D.- F r a k t i o n hat oft genug in den Bezirksversammlungen auf bief« Mißstände hingewiesen. Allen Bemühungen zum Trotz hat der Magistrat bis- her den Bau eines besonderen Verwaltungsgebäudes, durch das ja auch die bisher vom Bezirksamt für Verwaltungszwecke benutzten Wohnräume frei würden, abgelehnt. Jetzt endlich ist es den Bemühungen des Bezirksamtes gelungen, ein früheres Industriegebäude an der Brommy brücke, Eck« Mühlen st raße, so umzubauen, daß es für die behörd- lichen Zwecke Verwendung finden kann. Die zusammengehörigen Verwaltungszweige: Jugendamt, Wohlfahrtsamt und Kriegsbeschädigtenfürsorgc haben hier ein vorzügliches Unterkommen gefunden. Ihnen dürfte sich in Zukunft das G e- fundheitsamt� zugesellen. Damit wären die Verwaltungs- zweige, die die soziale Fürsorge zu bearbeiten haben, endlich oer- einigt. Die Bevölkerung wird die tatkräftige Arbeit unsere� Ge- nassen, der dieser Erfolg zu verdanken ist, zu würdigen wissen. Nicht minder große Klagen wurden wegen der unhaltbaren Zu- stände im Arbeitsamt geführt. Das Amt war in«inigen Baracken am Stralauer Platz untergebracht. Der hier zur Verfügung stehende Raum war völlig ungenügend. Nunmehr haben die in Frage kommenden Instanzen für den Bau eines neue» großen Gebäudes, wie des Arbeitsamtes, die notwendigen Mittel bewilligt. Das neue Gebäude wird sechs Stockwerke haben und an der Stelle der alten Baracken am Stralauer Platz errichtet werden. Man hofft, den Neubau bereits im Mai des nächsten Jahres beziehen zu können. Die bisher benutzten Barocken werden im Ostteil des Stralauer Platzes zunächst wieder aufgebaut werden. Zu diesem Ausweg muß das Bezirksamt kommen, da für brauchbare Crfatzräume schier ungeheuerliche Preise verlangt wurden. Durch den Aufbau der Baracken in dtr Nähe ihres frühe- ren Standortes ist eine erhebliche Verminderung der Unkosten ein- getreten. Der Plytz wird felbsloerftändlich nach Fertigstellung des großen Neubaues wieder als Erholungsstätte für die Bevölkerung eingerichtet werden. Die Baracken sind mit großer Umsicht so an- gelegt worden, daß auch in der Zeit des Provisoriums der größte Teil des Platzes mit feinen Grünflächen und Ruhebänken der Be> völkerung erhalten bleibt. Auch der Baumbestand wird in keiner Hinsicht beschädigt werden. Durch alle diese anerkennenswerten Maßnahmen wird sich die Verwaltungsarbeit im Bezirk und der Verkehr der Bevölkerung mit dem Bezirksamt wesentlich einfacher und reibungsloser gestallen. Die tvassernot in der Alahlsdorfer Siedlung Ein liebenswürdiger Grundbesitzer. Die in Mahlsdorf bei Berlin entstandene Siedlung.Lichtenz berger Gartenheim" ist durch Wassernot ernsthaft ge- s ä h r d e t. Die Einwohner der Siedlung haben schon seit Wochen an die zuständigen Stellen von dem gefahrdrohenden Zustande der Siedlung berichtet. Sie haben bei einzelnen Behörden die not- wendig« rasche Hilfe erreicht. An der zu langsamen Erledigung der notwendigen Formalitäten bei anderen Behörden ist bisher immer wieder die endgültige Ver- forgung der Siedlung mit Wasser gescheitert. Die Siedler sind feit Wochen bemüht, die säumigen Behördenstellen an ihre Pflicht zu mahnen. Es scheint, als ob die Hilfe nicht eher erreicht werden kann, bis die Oeffentlichkeit über diese Dinge aufgeklärt wird. Ueber die Zustände in der Siedlung wird uns berichtet: Im östlichen Teil« Groß-Verlins, im Ortsteil Mahlsdorf, in der Siedlung.Lichtenberger Gartenheim" besteht trotz der Höhenlage infolge der eigenartigen Bodenverhältnisse Wassernot. Wenn nicht baldige Abhilfe geschaffen wird, sind die durch die Genossenschaft mit Hilf« öffentlicher Mittel errichteten Kleinhäuser gefährdet. Be» reits vor Jahresfrist sind von der Genossenschaft Antröge an das Bezirksamt Lichtenberg gerichtet worden. Es wurden auch bestimmte Vorschläge gemacht, um die bestehen- den unhaltbaren Verhältnisse zu beseitigen. Als im Dezember vorigen Jahres auf die dringendsten Bitten der Genossenschaft die Verhältnisse durch Bezirksamtsmit- glieder in Augenschein genommen wurden, versprach man sofortige Abhilfe. Seit dieser Zeit find sechs Monate vergangen, und noch immer harren die beteiligten Siedler auf Abhilfe. Fast scheint es hier, als wenn ünlercsfen eines Grundbesitzers und die Erhaltung von etwa drei Zentner Feldfrüchten bei den beteiligten Regierungsstellen höher ständen als Leben und Gesundheit von etwa 100 Familien und deren Wohnungen. Fordert doch der be. treffende Grundbesitzer für die Durchführung eines Entwäfferungs- rohres durch fein Privatgeländ« nicht mehr als 2000 M. für die ersten zwei Jahre der Venutzuiig, unbeschadet seiner weitergehenden Ansprüche. Wenn auch zugegeben werden soll, daß das beteiligte Bezirksamt Lichtenberg alles getan hat, um diesen furcht- baren Mißstand zu beseitigen, so scheint es uns doch, als wenn man bei den übrigen beteiligten Stellen, Landcskulturamt und Bezirks- ausfchuß Groß-Berlin, nie etwas von einer Waffernot gehört hätte oder ober, daß man deren furchtbaren Folgen für Leben und Gesundheit der betroffenen Bevölkerung vom grünen Tisch aus nicht kennt. Wir fragen: Sollte es nicht möalich fein, auf Grund der bestehenden Gefetze einen Grundeigentümer von halb brachem Ackerland kurzerhand zu zwingen, Vorslut einzuräumen. Die Siedler waren im letzten Winter fast der Verzweiflung nahe, hatten sich, da das Wasser sämtliche Keller überflulelc und damit auch die Straßen unpassterbap machte, einen Wasserablaus geschaffen. Jetzt aber ist die Tatsache zu verzeichnen, daß sie, infolge der Verschlcppungs- taktik des Eigentümers und seiner Vertreter, auf Veranlassung der letzteren mit einem Strafmandat voa ISO Mark bedroht sind, wenn sie nicht innerhalb weniger Tage den Wasserablauf beseitigen. Der diesjährig« Sommer hat bereit» seinen Höhepunkt überschritten. In wenigen Wochen ist mit Witterungsumschlag zu rechnen, so daß damit alle Hoffnungen der Siedler auf Abhilfe zunichte werden. Es ist also höchste Zeit, die unhaltbaren Zustände zu beseitigen, bevor es zu größeren Schäden an der Gesundheit der Siedler kommt. Der Ktttisker-Prozesi vor dem Ende. Im Kutisker-Prozeß vor der Berufungsinstanz wmrde am gsstri» gen Sonnabend noch fast zweimonatiger Verhandlung die Beweis- aufnähme geschloffen. Da die Berufung nur von der Verteidigung eingelegt war, kamen zuerst die Anwälte der Angeklagten zu Wort. Für Iwan Kutisker betonte Rechtsanwalt Dr. Nübell, daß der zweite Prozeß die frühere Auffassung, als ob Kutisker ohne einen Pfennig Geld nach Deutschland gekommen sei, als irrig erwiesen habe, da Kutisker schon früher große Effekten- und Warengeschäfte mit der Darlehnskasse Ost, der Altleder-Verwcrtungsstelle, sowie der Reichstreuhandgesellschaft getätigt habe. Hinsichtlich der Geschäfts- beziehungen zur Staatsbank fei für unerlaubte Verbindun- gen politischer Zlrt oder gar für Bestcchungsmanöver kein Beweis erbracht. Vielmehr habe sich die Staatsbank auf das Geschäft mit dem Hanauer Lager deshalb eingelassen, weil sie auf Kutisker? Fähigkeit, diese Heeresbcstände günstig zu verkaufen, ver- traute. Wenn dieser fowobl an den großen Wert wie an die Ver- wertungsmögl'chkcit des Lagers geglaubt habe, so hätte er demnach der Staatsbank nichts Falsches vorgespiegelt, und so entfalle in diesem Hauptpunkt der Anklage der Vorwurf des Betrugs. Justizrat Wert- a u e r erklärte, daß auch in der Vorlage des Status der S!eß> ant gegenüber der Stoatsl-ank kein Betrug zu e.'blicken fei, weil die letztere ans diesen Status übeihaupt kein Gewicht gelegt habe. Für Alexander Kutisker wies Rechtsanwalt Dr. P i n d a r dar- auf hin, daß der Sohn nur nach den Weisungen seines Vaters han- delte, den er stets für einen wohlhabenden jOTamt gehalten habe. Am Montag wird der Vertreter der Anklage, Staatsanwaltsschaftsrat Dr. Ziegel, auf die Ausführungen der Anwälte erwidern. Da» Urteil ist für Dienstag oder Mittwoch zu erwarten. vezlcksbildungeausichuh Gloß-verNn. Der FerienkursiiZ findet in der Zeit vvm Montag, dem 28. August, bis Sonnabend, dem 3. Sevteniber, in OberNetzmühie bei Freienwalde a. d. O. statt. Gen. Dr. Karl Schröder unterrichtet über„Die geistigen und sozialen Strömungen des 19. und 20. Jabrhimderts". Dt« Unkosten betragen einschließlich Fahrgeld, Unterkunft und Verpflegung 30,50 M. Anmeldungen erbitten wir niög» lichst Haid an unser Bureau, SW 68, Lindenslr. 3, 2. Hos, 2 Tr. rechts, Zimmer 8/9.— Die Bibliothcl ist wöbrend der Monate Juli nur DonuerS. tags uon';a6— 1/,8 geöffnet.— Einlaßkarten für den Besuch der Treptower S'-rnwarlc sind zum Vorzugspreise von 60 Pj. m unserem Bureau zu lab»._ Eine Ehetragikomödie. Der eingeschüchterte Richter. kottowitz. 9. Juli.(WTBJ Wie ans Tornow(Galizien) ge- meldet wird, kam es vor dem dortigen Bezirksgericht zu einem der Komik nicht entbehrenden Borsall. Vor den Schranken des Ge- richts erschien das C h e p ä a r L a z a r f k l,»m zu der Scheidung?- klage der Ehefrau Ka.roline Lazarski vernommen zu werden. Während der Verhandlung zog plötzlich der Ehemann einen Revolver, bedrohte damit' die Anwesenden und zwang den Richter, der Klägerin eine eidesstattliche Erklärung abzunehmen, daß sie die Klage zurückziehe. Der eingeschüchterte Richter beugte sich dem Zwang. Als die Parteien den Verhandlungssaal verlassen hattqn, verständigte man die Polizei. Dieser gelang es bald, Lazarski zu verhaften und in das Gefängnis einzuliefern. Bei der Untersuchung stellte sich zur allgemeinen Heiterkeit heraus, daß der Revolver ungeladen war. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Emaille- u. Aluminium' Kochgeschirr mit Glas, Porzellan, Wirtschalts- Artikel �»�IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII........ Illllllllillll" ill!!li!lliiiiiii!ii!li!i!iiiill!ii!!ll!!!!!!li!!i!!!ll>lli!ili!illl!l!>!lili!!l!lli!l!lll!ill!»llii!l!!!l!ll"™ IIiilliiiili!ill!IIl!!!l!>Il!!li!l!i!ll!Iiiili!!I!!ii!l!i!iiillI!!!ii!lil!lliWii!i!i!!!!li!!i!!>!iWIiiiiiii!!!iii!li!>!lW���� liülülllüUiUülilüiiliMüllüiUUiiMililWilll dffelß tPorxellan mit Fehlern Speiseteller.Dach 32 pr.««? 38 pt Dessertteller.......... 24 Pf. 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Wie vom Amtlichen Preußischen Pressedienst mitgeteilt wird, find zwischen dem preußischen Staat, der Preußischen Staatsbank und der Deutschen Girozentral«(Zentralbant der Sparkassen und Kommunalbanken) wichtige Vereinbarungen getroffen worden. Diese zielen aus die Durchführung der seit über einem Jahr durch vielfache Verhandlungen angestrebten Arbeitsgemeinschaft der zentralen öffentlichen Kreditbanken ab. Die Tätigkeit der Staatsbank und der Girozentrale wirb zunächst auf gemeinsame Arbeitsgebiete, insbesondere auf dem Ge- biete des Staats- und Kommunalkredits, abgegrenzt. Für die Vermittlung und Begebung von Anleihen(Konsortial- und Emissions- geschäft) ist eine wechselseitige Unterstützung festgelegt worden, wie sie praktisch in den letzten Iahren schon ausgeübt wurde. Im Verkehr mit den provinziellen Girozentralen, den Kommunal- danken und Sparkassen soll das Interesse der deutschen Girozentrale besondere Berücksichtigung finden. Für das Geldgeschäft am Berliner Geldmarkt erfolgt eine enge Fühlungnahme, die der Staatsbank(bei der Verwendung flüssiger Mittel) den Vorrang läßt. Das ist der wesentliche Inhalt der Arbeitsteilung, die jetzt programmäßig zwischen den beiden für das ganze Reich be- deutenden Zentralstellen festgelegt ist. Zu der programmäßigen tritt eine finanzielle Bin- dung und gegenseitige Kontrolle. Der preußische Staat erwirbt.Ill Millionen Anteile der Deutschen Girozentrale, deren Rechte durch die Delegation des Staats- bankprästdenten in den Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Girovcrbandes und in den Aufsichtsrat der Deutschen Girozentrale ausgeübt werden. Auf der anderen Seite erfolgt die Berufung des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in den Ausschuß der Preußischen Staatsbank. Die zwischen der Preußischen Staatsbank und der Deutschen Girozentrale getroffenen Vereinbarungen haben erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung. Mit der Abgrenzung der Arbeitsgebiete wird zunächst aus der bisher von der Deutschen Girozentrale verfolgten Verschmelzung von Landesbanten mit pro- oinziellen Girozentralen die Konsequenz gezogen. Wenn sich der Preußische Staat finanziell an der Girozentrale beteiligt, wird damit auch das Interesse Preußens an den Landesbanken gewahrt. Außer- dem ist die Bahn frei, die bisherig« Politik der Girozentrale auf diesem Gebiete noch weiter auszubauen. Darüber hinaus wird die Stellung der Sparkassen auf dem Kapitalmarkt durch die Vereinigung der Konsortialinterefien mit der Preußischen Staats- dank gestärkt. Für den Geldmarkt tritt eine Rationalisierung ein in dem Sinne, daß die flüssigen Mittel des preußischen Staates, der Kommunen und der Sparkasienzentralbank zu einheitticher Wirkung zusammengefaßt werden. Gegenüber der privaten Bank- weit wird der Aktionsradius der öffentlichen Kreditwirtschaft er- weitert. Es werden die Voraussetzungen verbessert, unter denen sich die Verhältnisse auf dem Geldmarkt regeln, die bisher im wesent- liehen einseitig von den privaten Banken bestimmt worden sind. Es ist bedauerlich, daß die mit der Preußischen Zentral- genossenschaftstass« nach unserem Wissen ebenfalls ge- pflogenen Verhandlungen scheinbar noch zu keinem Resultat ge- führt haben. Auch hier liegen vielfache Berührungspunkte vor, die Vereinbarungen übet Zusammenarbeit zweckmäßig machen würden. Vieüer 47S0 Erwerbslose weniger in verlin. Aber immer noch ISS 400 Arbeitsuchende. Die Besserungpouf zdem Arbeitsmarkt schreitet fort. In der Berichtswoche ist vre'Zahl der Arbeitsuchenden um rund 4700 Personen zurückgegangen, so daß sie zurzeit 188 3SS Personen beträgt. Gute Aufnahmefähigkeit verzeichnet weiterhin die Landwirtschaft und vornehmlich die Me t a l l i n d u st r i e. Auch im Baugewerbe hat sich das Tempo des Aufstiegs etwas erhöht, was insbesondere auf die Inangriffnahme größerer Aufträge zu- riickzufllhren sein dürfte. Die seit einigen Monaten hervorgetretene leichte Belebung für kaufmännische und Bureauangestellt« hat trotz immer noch anhaltender Bewerbungszugänge Fortschritte, aller- dings nur in mäßigen Grenzen, gemacht. Stenographiekundig« Kräfte können besonders gut untergebracht werden. Auch in der Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art wirkt sich die allgemeine Auf- wärtsbewegung besonders bei weiblichen und jugendlichen Kräften allmählich aus. Der große Bedarf der Seebäder und der sonstigen Saisonbadeorte macht sich bereits durch einen Mangel an be- stimmten Facharbeitskräften im Gastwirtsgewerbe, insbesondere weiblichen, bemerkbar. Andererseits wird der Arbeitsmarkt jedoch u. a. durch das Nachlassen der Beschäftigungsoer- hältnisse im Bekleidungsgewerbe und im Spinn- stoffgewerbe belastet. Es waren 188 3SS Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getragen gegen 193 984 der Vorwoche. Darunter befanden sich 123 816(126 7SS) männliche und 64 539(66 329) weibliche Per- sonen. Erwerbslosenunter st ützung bezogen 68122 (69 749) männliche und 29 142(29 635) weiblich«, insgesamt 87 264 (89 284) Personen. Außerdem wurden noch 28 769(29 266) Per- sonen durch die Erwerbslosenhilfe der Stadtgemeinde Berlin und 31 265(32 214) Personen durch die K r i s e n f ü r- sorge unterstützt. Bei Notstandsarbeiten wurden 4662(6110) Personen beschäftigt. Ausion großer Berliner Bauflrmen. In der Berliner Bau- Industrie erfolgt eine wichtige Fusion. Die I n d u st r i e- B a u- A.- G.. Berlin, die durch große industrielle Bauten insbesondere in Schlesien und Mitteldeutschland zu ihrer heutigen Bedeutung gekommen ist und rund anderthalb tausend Arbeiter und Angestellte beschäftigt, wird die bekannte Baufirma Held& F r a u ck e A.- G. mit sich verschmelzen, die in den letzten Jahren etwa ebensoviel Angestellte und Arbeiter beschäftigte. Die Jndustrie-Bau-A.-G. hatte schon seit längerer Zeit ein großes Aktienpaket von Held&. Francke erworben. Sie wird aber ihr Kapital trotzdem auf 8 M i l l i o- nen Mark erhöhen, um nach dem Erwerb der noch in an- deren Händen befindlichen Aktien über neue Betriebsmittel zu verfügen. Beide Gesellschaften sind sehr gut beschäftigt. Bei der Jndustrie-Bau-A,-G. sollen für rund 17 Millionen Mark Bau- auftrüge vorliegen, darunter Erweiterungsarbeiten für das Leuna- werk, die Preußag und Schultheiß-Patzenhofer. Bei der Held und Francke A.-G. liegen für längere Zeit Aufträge im Werte von 8— 9 Millionen Mark vor. Die Held& Francke A.-G. verfügte bis- her über ein Kapital von 4,2 Millionen Mark. Der Zustrom von Auslandsanleihen. In den nächsten Wochen wird ein erheblicher Zustrom von Ausländsanleihen nach Deutsch- land erfolgen. Außer den schon abgeschlossenen Anleihen des Frei- staates Sachsen über 15 Millionen Mark und der Stadt Berlin über 70 Millionen Mark wird der Gegenwert der 3l)-Millionen- Dollar-Anleihe der Rentenbank-Kreditanstalt auf den deutschen Geld- markt fliehen. Darüber hinaus werden für l a n d w i r t s ch a f t- liche Zwecke 39 Millionen Mark Pfandbriefe von der Preu- hischen Zentralbodenkredit A.-G., 29 Millionen Mark von der Baye- rischen Hypotheken- und Wechselbank im Ausland begeben. Ebenso hat der Reichsrat die Wohnungsbauanleihe von 199 Mill. M. genehmigt, die bekanntlich mit 69 Millionen Mark auf die Hypothe- kenbanken entfallen wird. Mit diesen Auslandsanleihen werden mehrere hundert Millionen Mark Auslandsdeoisen nach Deutschland kommen. Es wird also auch für die R e i ch s b a n k die Zeit gekom- men sein, ihr leeres Devisenportefeuille wieder zu füllen. Der Umsatz der Konsumvereine fast 1 Milliarde. Im Jahre 1926 hat der Zentralverband deutscher Konsumvereine 811 Millionen und der Reichsverband deutscher Konsumver- eine 145 Millionen umgesetzt. Beide Verbände zusammen erzielten also einen Umsatz von 966 Millionen Mark, wobei insbesondere die riesige Ueberlegenheit des Zentralverbandes auffällt. Für das laufende Jahr wird mit Sicherheit ein Umsatz von weit über 1 Milliarde für beide Verbände zu erwarten sein, eine bisher nie erreichte Ziffer, die zeigt, wie die Masse der Konsument«« den Segen der Konsumvereine einschätzt. partemachrkchten «itisettdiroge» für bicfc Rubrik sind Berlin SW 68. Lindenftrnße 3, für Groß-Serlin llet» an da» Bezirrrfekretartat. 3. Hof, 2 Step, recht», ,u richten. 3. Kreil Sedding. fichtigunl Konrads! L Interessierte Genossen und Genossinnen sind eingeladen. Rrti». Parteigenossen, Kreidenlerl Die Wahlen zur Unterbezirksleitnng im«. Kreis finden am Freitag, IS. Juli, lg Uhr, im Eaalbau Friedrichs» Hain statt. Der Vorstand ersucht alle Genossen und sympathisierende Freidenker, bestimmt in der Versammlung zu erscheinen. Um rege Pro- paganda durch die Abteilungsleilungen sowie durch die Vertrauensleute wird ersucht. 7. Krei» Eharlottenbvrger. Straße 62, zu haben. t, Krei» Wilmersdorf. Montag, II. Juli, 20 Uhr, bei Kroihs, Holsteinisch« Straße SO, Sitzung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern und dem Obmann des Bildungsansschusses. Sonntag, U. Krei» SchSneberg-Friedenau. Voranzeige! veranstalten die Sozialistisch« Arbeiter, ugend, Kinderfreui freunde. Zentrale Wien, de- 11. Kreise» auf der -in Fest. Eintritt SO Pf. Für Ssi..... Vorso IT. Juli, 15H Uhr, reund« und Natur. ist Die Geno! rsorge getroffen. cbeten, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. .....|fi den Lah''' »M. ....,.. Karte» bei den Ab- teilungskassierern und auf den Zahlabenden. 12. Krei, Steglitz-Lankwitz-Lichterfeld«. Montag, 11. Juli, H Uhr, Fraktion». sitzung im Rathaus Steglitz. Hierzu der erweitert« Kreisvorstand. ttuiuli« 17. Krei, Lichtenberg. Unsere Funklwnärkonferenz am Montag, 11. Juli, fällt aus. 26. Krei» Reinickendorf. Montag, II. Juli, 19 Uhr, im kleinen Sitzungssaal de» Rathauses Wittenau, Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes. Alorgeu. Montag. IL Juli. 4. Abt. wich Uhr bei Brande», Ltralauer Str. 10, wichtig« 5. Abt. 20 Uhr bei Perschke, Georgenkirchstraße, wichtige Erscheinen sämtlicher Funktionär ist Pflicht. 8. Abt. ISfch Uhr bei Rlckert, Steinmetzstraßc, Funkttonärverfammlung. 14. Abt. 20 Uhr bei Lauritzen, Putbusser Stt. 11, Funktionärsitzung. 18. Abt. UV, Uhr bei Galle, Ewinemllnder Str. 102, Sitzung sämtNchrr Funktionäre. 17. Abt. ISli. Uhr bei 18. Abt. 19% Uhr bei 19. Abt. 19% Uhr bei ag. 21. Abt. 28. Abt. 24. Abt. 2«. Abt. 27. Abt. 19% Uhr bei Wohsmann," Gkeimstr. 10, Funktionärsitzung. 36. Abt. 19% Uhr bei Busch, Tilsiter Str. 27, Funktionärsitzung. Erschetnrn aller Funktionäre dringend notwendig. 38. Abt. 20 Uhr bei Bartusch, Fricdenstt. 88, wichttge Funktionärsitzung. 41. Abt. 20 Uhr bei Lipfert, Mariendorfer Etr. 6, Sitzung sämtlicher Funk. twnäre. 48. Abt. 19siL Uhr bei Mendler, Dieffenbachstr. 54, Funktionärsitzung. Jeder Bezirk muß unbedingt vertreten sein. 44. Abt. 19 Uhr bei Ewald, Skalitzer Str. 128, ffunktionärsttzung. 45. Abt. 19% Uhr bei Penski, Ratibor-, Ecke Wiener Sttatze, Sitzung silmt. licher Funktionäre. Tagesordnung! Die beoorstehenden Winterarbeiten." Dringende Abteilungsangelegenheiten. 47. Alt. 20 Uhr bei Baatz, Raunynstt. 45, wichtig« Funktionärsitzung. 74. Abt. gehlenvorf. 20 Uhr bei Mickley, Potsdamer Str. 25, Funktionärsitzung. 86. Abt. Mariendorf. 20 Uhr bei Niendorf, Chausseesir. 19, wichtige tionärsitzung. 91. Abt. Ne-isll». 19% Uhr bei Köster, Karlsgartenstr. 4, wichtige Funktionär. sitzung. Niemand darf fehlen. 124. Abt. Mahlsdorf. 20 Uhr bei Breidau, Lokal„Nordstern', wichtige Funk. tionärsitzung. Erscheinen unbedingt erforderlich. Dienstag. 12. Infi. 9. Abt. 19% Uhr bei Hühner, Wilsnacker Str. St, außerordentliche Ftzocke tionärsitzung. Niemand darf fehlen. 18. Abt. 19% Uhr Mitgliederversammlung bei Krüger, Husfitew., Eck« find! 22. Abt. 20 Uhr bei Radzah ttonäre. t8% Ub> !, Brüss elcr Str. 48, Sitzung sämtlicher Funk» mus'usid Landwirtschaft." Referent August Riemann. 137. Abt. Reinickendors'Wcst. 20 Uhr im Volkshaus, Scharuweberstr. 114, Funktionärsitzung. Erscheinen dringend erforderlich. Mittwoch. 13. Juli. 72. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr bei Schäfer, Augustastr. 31, Zahlabend. Bor. trag:„Der Wohlsahrtsbeamte und fein Publikum." Referent wird noch 9». 99 _____. fin! 1. Bezirk: Nicmfch, Lindenpark, Ehausseestr. 19. " 3., 5., 6. Bezirk: Bahr, Werderstr. 87. :k«n Zahlabend« statt. und 4. Bezirk: Kopp» cherstr. 87. 7. Bezirk, In allen Zusammen- low. Rudower Etr. 60....... Großsiedlung: Köhler, Buschkrug, Rudower Str. 50. kllnstcn wichtige Tagesordnung. 108. Abt. Köpenick. 19% Uhr Mitgliederversammlung im Stadttheater. Film- Vorführungen:„Die Maiseier in Wien."„Der Parteitag in Kiel." Um das Erscheinen aller Mitglieder wird gebeten. Gäste können eingeführt werden. Die Unterbezirkstllhrer werden dringend gebeten, einzuladen. 124. Abt. Mahlsdorf. 20 Uhr bei Anders, Bahnhofstt. 37, Mitgll-derversamm. lung. Vortrag:„Die Revolution in China." Referent Franz Waluga. Die Bezirlsfllhrer werden gebeten, zu dieser Versammlung bestimmt ein. zuladen. 131. Abt. Straße Bortrau____________________...— H--------.„.. 138. Abt. Rcinickendorf.Ost. 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. bis 6. Dezirk: Uhlig, Residenzstt. 158, Ecke Schönholzer Weg. 7. bis 10. Be. zirk: Etcinbach, Schillerpromenade 46. 11. bis 14. Bezirk: Spindler, Hansa-, Ecke Eccstraße. 15., 16. Bezirk: N-umann. Provinzstraße, Eck- Pankower Alle«. 17. bis 21. Bezirk: Brückner, Provinz-, Eck- Früblingsttaße. Dr« Bezirksführer werden ersucht, für die Zahlabcnde die Lilferdlng-Broschür« von den Speditionen Wahle und Bamberg bestimmt abzuholen. Arauenveran stattungen. 1. Kreis Mitte. Montag. wichtige Konferenz Empfangnahme der vertreten sein. 3. Krei» Treffpunkt bis Gabelung. 18. Krei» Tcmpelhof Tre'..... trefl 17. Krei 16 Uhr 88.«dt. Straße ;u ikuu_, Wedding. Mittwoch, 27. Juli, Frauenausflug nach Heiilgensee. mkt: Tegel, Gabelung, S— 10 Uhr. Straßenbahnen: 27, 28, 128 .�belung. Gäste herzlichst willkommen., Iis Tempelhof. Dienstag, 12. Juli, Ausflug nach Machnowet Schleuse. ffen 10% Uhr Friedrich-Karl-, Ecke Berliner Sttatze. Nachzügler 'fen uns in Westedts Bierklause. 15% Uhr«affeekochen i» Lichtenberg. Karten zur Dampferfahrt am 5. August adhole«»» ; bei der Genossin Scheibenhuber, Reue Bahnhofstr. 1._ Die Dampferfahrlarten sind bei der Genossi» Schöufeldt, 79, zu haben. Bracke» Arauenveraastaltungen. Montag. 11. IM. 39. Abt. 14% Uhr Dampferfahrt nach den Mllagesb eigen. Treffen püickä. lich 18% Uhr an der Dampserhaltestelle Hall-sche, Tor. Preis für die Hin. und Rückfahrt 1 M., Kinder 60 Pf. Gäste herzlichst willkommen. 82. Abt. Steglitz. Ausflug nach Bahnbude 4, gehlendorf. Bort Kaff««» " 13% Uhr Bahnhof Steglitz. Gäste willk-mmen. kochen. Tretfen»m 13% Uhr Bahnhof Steglitz. Gäste willkommen. Abt. 123a Kaul-dorf-Süd. Di« Genossinnen ttefsen sich 14 Uhr Ulmen», Ecke Eeebadstraße, zum Konsum-Kafseekochen nach Grünau. AraueaveranfiaKuagea, Dienstag. 12. IM 20. Abt. 19% Uhr im Lokal Wende, Koloniestr. 147, b-triNge» sich all« Genossinnen bestimmt an der Feier de» 36."" Genosfi» Hofstetten. Ansprache: Adolph" sammensein. Der Frauenabend fällt dafi 94. Abt. Neukölln. Ausflug nach Grünau. Treffpunkt pünktlich 8 Ahr Bahnhof Hermannstraße. Zraaeaveranftaltmigen, Donnerstag. 14. IM 108. Abt. Johannisthal. Ausflug nach Zeuthen. Treffpunkt 8 Ahr am garten. Gäste sind willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kindersveunde Groft-Derltn. Di« jkreife werden gebeten, die ZZ. Nr/8 abzuhob stsstelle. itng, 15 plen. A Es Dien«. h»ehr tag, 12. Juli, von 18—19 Uhr in der Geschü, geltmarken umgesetzt werden. Abrechnung Freitag, 15. Juli. Berlin-Mitte: Montag, 11. Juli, 19% Uhr, im Statt.__ Straße 50, Gruppenleitcrlitzung. Alle anderen Helfer trrffen sich um 18% Uhr Seestraße(Endhaltestelle der Linien 35 und 99> zum Baden im Freibad Plötzen. see. Achtung! Für die Nächte vom 14. zum 15. und 15. zu» 18. Juli mü wir etwa 40 Kinder aus Schlesien unterbringen. Parteigenossen, die ia Lag« sind, ein Kind aufzunehmen, bitte» wir Nochncht au Amand»» Priedel, R. 20, Stetttner Str. 22» zu geben. Jungsoztalifte«. Gruppe Reinickendorf-Ost: Montag, IL ZuN, 20.» Seebad, Ressdenzstraße, Bunter Abend. Vorher, 19% Uhr, Gruppe Tiergarten: Dienstag, 12. Juli, 80 Uhr, burger Ettaße 3, Diskufsionsabeno. «et» Trümper, Sterbetafel üer Groß-Serliner Partei-Grganisatlo« � 23. Abu Die Beerdigung unsere, Denossen Bruno Meist»»», Cttm straße 17, findet am Montag, IL Juli, 15 Uhr, auf dem Kaulsdorfer Gemeinde. friedhof statt. 29. Abt. Donnerstag, 7. Juli, verstarb nach schwerem Leide» unser« lieb« nossin Mari« Rofentreter, Hagenauer Stt. 7, im Alter von Iahren. Wir werden ihr ein ehrende, Andenken bewahren. Beerdigung Montag, 11. Juli, 16 Uhr, auf dem Friedhos der Freireligiösen Gemeinde, ppclallee. Wir erwarten rege Beteiligung. Genossin 78' am Pappclallee. Wir erwarten rege Beteiligung. 3L Abt. Di« Genossin Z e h m S, die bei der Eisenbahnkatastropd« bei am Dienstagabend 8 Uhr im Krema» Genossinnen und Genossen werden ge. 38. Abt. D r a ch 17 Uhr,..______. bann er vor dem Krematorium Derichtstraße. *"~rau unsere» Genossen Hermann Rottopf, Ire ihrem Andenken. Einäscherung Mon. „... Krematorium Wilmersdorf. Wir erwarten rege Beteiligung. 88. Abt. Haleuse«. Unser Genosse Ott» Hochsdorf, Karlsruher Ettaße 27, ist nach vollendetem 73. Lebensjahre nach kurzem Leiden sanft ent. schlafen. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Dienstag, 12. Juli, 17% Uhr, (m Krematorium Wilmersdorf. Um rege Beteiligung bittet der Vorstand. 56. Abt. Eharlottenburg. Di« Fear Holtzendorffstr. 13, ist verstorben. Ehre tag, 11. Juli, 17 Uhr, im Krematoriu XÖMeW von SABA frisch aus der Fabrik! Isilirc-vl&U itu/t eua- g&dvLQ-e* mxn, faddäiifmS' �d�ck&WaAJi.�AAch OfTAs/tÄn gscoy�M,(Autopanh wwJkyiaUß. tätlich mit fadlrtikfriAchji'L Wa/tz T/mekm.r&tÄ ÖlauxJm-CAiaaltÄW/ da&u/tch/ QUALITÄT « Wie schade! tüaschen Sic doch hiinjtig tnit* Suma! Warten Sie nicht, bis Ihnen dünne Stellen in der Wäsche verraten, dass Sie in der Wahl des Waschmittels fehlgegriffen haben! 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Die stattliche Ringerschar, die sich allabendlich dem zahlreichen Publikum vorstellt, läßt auch die Farben Schwarz-Rot- Gold zu ihrem Recht kommen. Es ist sehr erfreulich, daß auch hier die Farben der Republik gezeigt werden. Romanoff-Rußland und Tornow.Finnland rangrn Freitagabend al» erste» Paar, kamen aber, wie zu erwarten war, zu keinem Resultat. Seizien ersten Sieg Holle fich der Berliner Moebus fider Schoppe-Hannover, es gelang ihm, dielen schweren Gegner schon nach 6 Minuten durch Armzug zu befiegcn. Pietro-Scholz. Berlin und Turofs.Rußland trennten fich nach 26 Minuten ohne ein Resultat. Im flotten, abwechslungsreichen Entscheidunaskampf Grüne- Ivald-Dorlninnd und Willing.Berlin konnte ersterer nach 44 Minuten da» Treffen zu feinen Gunsten entscheiden. Die Fusammenstellung de» heutigen Kampf abends paart mader enegegtich- nete Kämpfer._ Rennen zu Strausberg am Sonnabend, dem U. Jolt � 1 Rennen. 1. Rache(gdjoetttnq), 2. Karisfima f Klose), 8. Trruherz (PitrowSki). Toto: 25: 19. Platz: 14, 14. 24: iO. Keruer liefe»: Lori, Diana. Fellenquelle, Borgo. 2. Renne n. 1. Enzian(KukulieS), 2. Rltckfahrt(Lewlckl), 8. Magier sTerfchug). Toto: 22:10. Platz: 13, 13, 15:10. Ferner Uesen: Sieglilld«, tzlrnuls, Lauf, Regina II. 3. Renne n 1. Octava lHuguenin), 8. vrfiZ(Wenzel), 8. Die Irene (Elflerni. Toto:«7: 10. Platz: 25, 48, 1»: 10. Ferner liesem Sorge, Goinvino. Proklamation, GlückSquelle, Mohn, Ocker, Steinzeit. 4. R e n n e n. I. Creme be Menthe(MSmary, 2. Eintracht U(Hanfer), S. Karola(Luder). Toto: 33: 10. Platz: 14,19,22:10. Ferner liese«: Orator, Baccarat. Ancilla, Menelaos, Edith, Mataja. Lhasa, Martin, Carloman. b. R e n n e n. 1. Halca(Böhlle), 2. Lichtelse(Narr), 8. Clothilde AlbeiS). Toto: 42: 10. Platz: 15, IS, 24: 10. Ferner Uesen: Cherrh Brondp. Traunegg, Streitsrage, Hcckenktrauch, Lukrezia, Gelduls, Base. S. R e n n e n. 1. Ouednau(Derschng). 2. Wunderbär(Woly). 3. Pommer lHojjmann). Toto: 112: 10. Platz: 25, 22, 19 t lü. Ferner liefen: Zauberflötr, LelkeS, Mundschenk, Kih me quick, Udin«. 7. R e n n e n. 1. Narrenzeit(Häuser), 2. Lauru«(Lewicky, 8. Amorette (Biimark). Toto: 55:10. Platz: 19. 47, 14: 10. Ferner liese»: Nitornrll F ranzia, Black Velvet, Korea, FanlaSkch Lotte, Friemersheim, Echlanmeier, Rakete, Farren. Kaffee Hag verdankt seinen guten Ruf nur seiner hervorragenden Qualität und seiner Bekomm lichkeit. Wer diesen coffei'nfreien Bohnenkaffee einmal probiert, ist von seinem feinen Seschmacke hochbefriedigt und bleibt dabei. Das Paket kostet R.M.1,90 Beleuchtungskörper und Jeden elektrischen Gebrauchsartikel bekommen Sie am billigsten bei bequemer Teilzahlung in unseren Ausstellungsräumen, Elsässer Straße 78 ■ Elektrische Anlagen während der Sommennonate■ einfache Brennstelle 10.— M. bei sauberster Ausführung. Berliner Elektriker-Genossenschaft EG.m.D.n. EUa»»er Str. 86-8S/ Atexantferstr. 39-40/ Wilmersdorf, Landtaansstr. 4 Konflikt in üer Zilminüuflrie. Am Mittwoch ist in den Filmateliers der Efa und den Film- werken in Staaken ein Streik ausgebrochen, der an Ausdehnung immer mehr zunimmt. Gestern haben sich die Arbeiter der Phöbus- Filen-A.-G. in Weißensee und des Ufa-Ateliers in Neubobelsberg' sowie die Belegschaften der Trianon-Filmgesellschait und der Grüne- mald-Ateliers dem Ausstand angeschlossen. Der Streik ist van � den im Filmkartell zusammengeschlassensn Gewerkschaften nichts sanktioniert worden, da sie an einen Tarifvertrag gebunden sind, der im Mai abgeschlossen wurde und bis 1. Dezember noch läuft. Die Arbeiter sind wegen der Ablehnung«iner Forderung aus Erhöhung der Löhne in den Streik gstreten. So oerlangten zum Beispiel die Facharbeiter«ine Erhöhung ihrer Siundenlöhne von 1.22 M. ans 1,50 M. Es scheint uns, daß die Filinindustriellen den Konflikt durch ein verständiges Entgcgenkainmcn hätten ver- meiden können, zumal die Filmindustrie iii der Lage ist. den„Film- Haren" Tngtshonqrare bis zu 2990 Mark zu zahlen.'Auch ist es il'lgn iinbsnomn4ni während der Vertragsdauer höhere als dic Foriilöbne zu zahlen, da diese au-drucklich alz Mindest- löhne sestgeseat sind. Wenn dic Filinindustriellen für die Notlage ihre,- Avbrijer cimas N'ebr Verständnis zeigen würden, dürfte der Konflikt bald beigelegt fein.. Ein schönes Heim soll drei Voraussetzuneen haben: Schönheit, imbedingte Preis Würdigkeit und Qualität. Die Möbel der bekannten„Driha"- Möbelhäuser haben diese Voraussetzungen. Bitte sdireiben oder besuchen Sie unsere Ausstellungsräume: Berlin N, Elsasser Str. 57 (Oranienburger Tor) und Brunnenstrafie 33 (n. Invalidenstrafie). 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Heidnisch ist das Leben geworden, jeder kennt den Korper des anderen, und jeder erlaubt dem anderen, soviel davon zu entbloßen, wie er will. Was ist dabei? Nickte. Die Unantastbarkeit des Nächsten zieht sich auf ein Letztes zurück und dieses bleibt unantastbar. In der Stadt glaubst du vielleicht vom Weib des Nächsten schon etwas zu wissen, wenn der Wind dir erlaubt, die Rundung des Knies zu erhaschen— hier siehst du alles, was rund ist, und weißt, die Unantastbarkeit richtet sich nach Verjagen oder Gewähren. Nur der innere Entschluß gilt, und das ziem* sich für menschliche Menschen. Braun sind alle, wie dunkle Zigarren, die Phase des roten Krebses ist längst überwunden. Manchmal taucht ein Neuling auf, der Brand entzündet sich auf seinem kahlen Scheitel. Als ob ihm die Indianer die Kopfhaut abgezogen hätten, sieht er aus, dann bräunt sich auch die Wunde der Glatze. Hat einer durchgearbeitete Muskeln, so wandelt er herrlich wie Bronze, in antiker Jünglingsschule gegossen. Seht, wie er abspringt, bei den Booten auftaucht, eines nimint und hinausfährt, wo er sich im Kiel ausstrecken wird, der Sonne zum Fraß, der goldzähnigen Kan- nibalin. Wahrscheinlich, daß ihr dies am Meer lest und die Nase rümpft, wenn ihr hört, daß das Wasterloch am Bodensce liegt. Ihr wißt nicht, daß ihr im Süden eures Landes auch ein Meer habt. Ebbe und Flut besitzt es nicht, aber besitzt die Ostsee sie? Eine Ostsee, an der man die Lichter der schwedischen Küste blinken sähe, ist das schwäbische Meer. Wie alle Meere trennt es Länder, ihrer drei stoßen an d'esem zusammen. Mit der Weite des Meeres vereint es das Geschlossene. Die Un- Endlichkeit des Meeres ist mir schön, wenn man nicht dumm am Rand steht, wenn man sie sechs Tage aus Schiffen durchpflügen kann. Drei Länder gürten den See. Sie gürten ihn doppelt: auf der Borregion der Hügel liegen nachts die Perlenschnüre der Lichter, dahinter dehnen sich von den Ehurfirsten bis zur Seesaplana die gekrönten Häupter in Erhabenheit. Mit dem Silberstift gezeichnet sind jene, diese sind dos Werk der plastischen Hand; der Schnee in den Nordmulden blinkt wie Salz, Rückstand der Verdampfung. An manchen Abenden nach Regen sind die Schne�berge verhängt, kher die Hügel davor dunkelblau mit Grün durchstochen. Sie wachsen auf, wie Ränder eines Kontinents, wo die große Einfahrt in die Bucht ist; Glocken läuten in Städten, die man nicht sieht, als seien sie Blneta unter dem Wasser. Wunderbarer als jede andere Gotteskulisse stehn über Seen Schneeberge. Götter selber sind die hohen Berge. Heid«, der ich bin, lieb« ich den sichtbaren Gott. Aus seinen Eingeweiden stürzt sich der Rhein in das Ssemeer, er flammt wie ein gewölbter Silbernsbel und Wucht weit in das Becken ein, in dem er sich vom Gebirgs- schlämm reinigt. Glatt wie Oel kann der See sein, grün wie Glas, rat wie Wein mit krönendem Schaum. Das ist die gute Stunde für Segeln. Die Möoen lieben das brüderliche Weiß und fliegen ihm voraus, schräg liegen die Flügel des Fahrzeugs und der Tiere, Piraten sind beide. Wie der Piratentraum des Knaben ist der Anblick einer segelnden Pacht, aus Hintergrund gleitet sie in Vordergrund. So scharf ist ihr Bug, daß sie einen Aal durchschneidet, ich sah es erst heute. der Nachtwächter. Von Hermann Lobbes. „Brüderchen, geliebtes,"' sagte Wlastmil Gerostimow. der Nacht- Wächter, zum Bauern Luta Lukaschewitsch,„meine Tante Alexandra Nikolajewna ist krank, sehr krank. Vielleicht lebt sie nicht mehr lange. Und doch möchte ich sie ihrer Hinterlassenschaft wegen gern noch einmal sprechen. Halte du deshalb Dienst für mich. Gott wird es dir lohnen, und auch ich werde mich für deine Freundlichkeit gern erkenntlich zeigen, wenn die Erbschaft erst mein ist. Zunächst nimm dieses als Vorschuß. Er ist wirklich gut, er brennt!" „Gott sei deiner Tante gnädig," antwortete der Bauer, die Schnapsflosche, die Laterne und den Schafspelz in Empfang neh- mend.„Mach dich nur gleich auf die Fahrt, doch trachte, daß du morgen wieder da bist. Die Nacht wird schön sein. Es hat ge- froren und ist windstill. Einen Augenblick, ich geh« nur meinem Weibe lagen, daß ich heute der Nachtwächter bin. Gott befohlen!" Der Bauer verschwand in seiner Hütte, und der Nachtwächter setzte sich in seine Troika. Ein Schnalzer, und die beiden Klepper warsen sich ins Geschirr. » Die Luft war still und kalt, im Westen starb nämlich das Licht. Noch einnial flammte es rot am Horizont auf, dann hüllte Dämmerung die weit« Fläche des Landes in ihren Schleier. In den Pelz gehüllt, mit Stock und Laterne versehen, stampfte der Bauer Lukaschewitsch durch die Stille der Nacht. Bald nach Einbruch der Dunkelheit war er aus seiner Hütte getreten, hatte sich nach allen Seiten umgesehen, als prüfte er, ob die Natur in Ordnung wäre, und tat dann einen kräftigen Schluck aus der Flasche des Nachtwächters. So gekräftigt begann er seine Runde. „Es ist ein neuer Schnaps," dachte er,„den ich nach nicht kenne. Armer Gerastimow, vielleicht sst deine Tante schon tot. Das sollte mir leid tun. Nicht etwa, weil ich fürchte, du würdest dein Ver- sprechen mir gegenüber nichtjjalten, wenn du wider Erwarten der Erbschaft verlustig gingest, sondern deinetwegen, Brüderchen, nur deinetwegen hoffe ich, daß du die Kranke noch lebend antreffen mögest. Denn zum Vergnügen macht man bei der Kälte gewiß keine Nachlreifen. Wenn sie ober doch tot ist, weiß sie mehr als wir, da wir das Sterben nach nicht kennen. Wir sehen wohl, wie unsere Brüder und dic Tage sterben, aber wie es ist, wenn uns selber der Tod holt, das wissen wir nicht.— Ich habe übrigens beinahe ver- gesien. wie der Schnaps schmeckt." Kurze Luka Lukaschewitsch holte die Flasche hervor und nahm zur inneren Kräftigung und Erwärmung abermals einen kräftigen Schluck. „Vielleicht hat sich Wlastmil Gerostimow überhaupt unnütz ge- sorgt, und seine Tante wird wieder gesund. Oder er ist gar nicht zu ihr geiahren. Morgen wird man es wissen." Unter solchen Gedanken war Luka Lukaschewitsch an das Ende dss Dorfes gelangt. Das schwarze flitterbesctzte Himmelstuch wurde durch kein Wölkchen verjchleiert. Hoch zog über dem Fichtenhügel die große blasse Silbcrschcibe des Mondes ihre einsame Bahn. Längst hatten die Dorfbewohner sich zur Ruhe begeben. „Wie wäre es," überlegt« der Wächter,„wenn ich mir das nächt- liche Dorf einmal vom Hügel aus ansehen würde? Es sind ja nur ein paar Schritte dahin, und ich würde gleich wieder zurück sein. Nie- mnnd wird es erfahren, daß ich meinen Posten einen Augenblick ver- lassen habe. Was soll auch schon in dleseni schlafenden Dorf ge- schehen?" Er führte den Entschluß aus, ohne dabei des Schnapses zu ver- gesfen, der ihm wohlig in der Kehle brannte. Er war in der Tat sehr gut, der Schnaps „Es ist eigentlich doch ganz schön aus der Welt. Meine Füße bewegen sich wie von selbst. Mir ist warm. Die Erde strömt einen prächtigen würzigen Geruch aus. Der Mond leuchtet, man brauckst keine Laterne. Wirtlich, es ist nicht nötig, sich zu fürchten. Käme setzt ein Mann, ich gäbe ihm einen Kopeken oder zwei und einen Schluck aus der Flasche. Wir würden zusammen auf und nieder gehen und uns Geschichten erzählen." »Die Erstelgung des Hügels gab Deranlassung, der ungewohnten Strapazen wegen sich mehrfach des Schnapses zu bedienen. Oben angelangt, zog Luka Lukaschewüsch die Flasche zu besonders ergiebiger Labung. Dann setzte er sich am Abhang nieder und ließ seine Blicke über die Landschaft schweifen. Zu seinen Füßen schlief, samt in eine flache Mulde eingebettet. das Dorf. Deutlich zeichneien sich die einzelnen Gehöfte vom dunkleren Untergrund ab. Ein Bnchtetn kroch in taufend Windungen ♦ Der dcuijchnationale Raubritter fand, daß es sich ohne Rüstung bequem klettern laste, weshalb er sich ihrer eulledigle. durch die Eaenc. H�ll silbern ivarf es das Licht des Mondes zurück, ehe es sich in die Dunkeiheit des Waldes verlor, der wie eine phan- tastische Mauer das Dorf von allen Seiten umschloß. „Wme es Sommer," nrhm Luka Lukaschewitsch seine unter- bxochenen Gedankengänge wieder auf,„wäre es Somnier, würden die Frösche singen, so aber hört man nur die Köter im Dorf. O, ich weiß, welche Hunde es find, und morgen gebe ich diesen elenden Bestien einen Flißtriti. Sonst ist es wunderschön hier. Ich habe noch gar nicht gewußt, wie schön unser Dorf ist. Nur, man kann mit nie- numdem spreche»—«s ist nicht gut, wenn man allein ist. Wenn jetzt ei» Mädchen vorüber käme, ein schönes Mädchen, dann hätte man willkommene Abwechslung— es ist kaum erträglich, daran zu denken, und wenn ich mir ausmale— besser. Ich gehe schon, auch könnte im Dorf etwas geschehen." Luka lZukaschewitsch trat den Rückweg an. Ein schwarzer Bogel verließ lautlos das Gehege und nahm die Richtung gegen das Dorf. Sein schwerer Flügelschlag war van Zeit zu Zeit das einzige Ge» rausch. Der Mond leuchtete dem Bauern gerade ins Gesicht. „Der Lehrer Sergej Utjanow hat einmal gesagt, auf dem Monde je! auch ein Tag. Dafür hat man ihn eingesperrt. Geschah ihm schon recht, daß man ihn Sinter die eisernen Gardinen setzte. Weshalb hatte er sich auch In Dinge zu mischen, die ihn nichts angingen. Aber auch deshalb geschah ihm recht, weil er die Kinder schlug aus reiner Lust am Schlagen. Geriet er in Wut, dann hatte fein Gesicht die Farbe einer Kalkwand und war ganz durchsichlig wie-- der Mond ist auch blaß, ebenso blaß wie der Lehrer wurde, und so blaß wie die Haut ein«». Frau— Sonja ist allein. Ob sie wohl schlafen wird, meine liebe Sonja?— Es il! mich zu dumm, nicht einmal>des Rachis hat man Ruhe. Zum Teiisel, ich bin doch teilt Nachtwächter' Ich will nach Haue!— Ist das der Weg, den ich vorhin gegangen bin? Unsinn, es wird schon der rechte sein, es gibt ja nur den einen, der ins Dorf führt. Aber mir scheint, es ist überhaupt kem Weg, wo ich gehe, aber wir worden m sehen, wie ich schneller ins Dorf komme. ja oder ja, nur dort fem.—— Oho,«s wird lustig, dort— steigt— Ein kommunistischer Deesuch, au, hundertjährigen Knochen Partcijuppe zu kochen, mißglückte loial. Herr v. Seudell übte sich in Versassung»treae. ver Srenzer.Hamburg' fand Zuflucht in einem sicheren Hafen. »tn jtBeffS'r Mond auf. Das muß ich nwrgsn im Wirtshaus zum besten geben." In diesem Augenblick entfiel Lukascheavitsch die Schnapsflasche. noch der er mit zitternden Händen getastet hatte. Er schaute der davonrollenden Flasche kopfschüttelnd nach und wandte dann seinen Blick wieder den, Monde ,zu. um zu sehen, ob eigentlich die seltsame Erscheinung noch immer andauerte. Merkwürdig, die beiden Monde waren noch immer de. Aber je länger Lukaschewitsch aus sie hin- starrte, um so seltsamer kam es ihm vor. daß der eine Mond mit mattem Glanz, wie es nun mal zur Gewohnheit des Mondes gehört. auf ihn herniederschimmerte, während der andere rotglühend am Himmel stand. Was Lukaschewitsch für einen zweiten Mond gehalten hatte, war kein Mond, sondern Feuer. Als er in seiner Benommen- heit dessen gewahr wurde, fing er an zu laufen. Der Pelz hinderte ihn am schnellen Vorwärtskommen, er warf ihn weg. Stock und Laterne flogen nach. Plötzlich fühlte der Bauer keinen Boden mehr unter den Füßen. Er hatte auf den dünnen Belag einer Holzgrube getreten, der ihn natürlich nicht zu tragen vermochte. .�Heiliger Archangel," ächzte der Gefallene,„mein Bein, mein Bein. Sicher ist es gebrochen. Verfluchter Geraftimow, gerade heute mußte deine elende Tante krepieren, wo das ganze Dorf in Flammen stehr. Lieber Gett, steck mich in die Hölle, nur hilf mir aus der Grube! Vielleicht brennt gerade mein Haus, und meine Sonja ver- brennt darin.—" Laut gellte des Bauern Hilferuf über das Feld. Niemand hörte, alle Dorfbewohner hatten wohl genug mit sich und dem Brande zu tun, als daß sie der fernen Stimme Beachtung geschenkt hätten. End- lich gelang es dem Bauern, sich aus der Grube herauszuarbeiten. Wimmernd versuchte er einige Schritte, aber wie ein lebloser ftlumpen fiel er wieder zur Erde. Seine fuselduftenden Lippen lallten stockend:„Es brennt im Dorf. Mein schönes Haus brennt— sicher, es ist mein Haus, das da brennt.— alles verbrennt. Kein Nachtwächter ist da. Ich bin ja kein Nachtwächter, ich kann nichts dafür, daß ich kein Nachtwächter bin— Sonja, wo ist Sonja— Hilfe! Rettet Sonja!" Angst und kalte Luft beschleunigten den Prozeß des Nüchtern- Werdens, so daß'Buka Lukaschewitsch auf allen Vieren dem Dorfe zukriechen konnte. Unendlich weit kam ihm dieser Weg vor, den er vorhin in wenigen Minuten zurückgelegt hatte; mehrmals mußt« er ausruhen, weil ein Schwächeanfall ihn zu übermannen drohte. Das verletzte Lein schmerzte ihn unerträglich, doch die Angst um sein Weib be- wirkte, daß er sich unter Anspannung aller Willenskräfte immer wieder zusammenriß. Doch noch immer war sein Kopf nicht fähig, irgendeinen klaren Gedanken zu fassen. Währenddessen durchzitterte sein gequältes Herz die vage Hoff- nung, daß er sich ohne Grund so sehr gesorgt hätte und daß nicht sein Haus, sondern irgendein anderes dort in Flammen stände. Noch eine kleine Weile, und er würde aus dieser entsetzlichen Ungewißheit erlöst sein, die ihm inimer unerträglicher wurde. Aber es war doch das Haus des Lukaschewitsch, und als dieser endlich schmutzbedeckt und in Schweiß gebadet im Dorf anlangte, hatte das Fe�cr bereits ganze Arbeit getan. Es war nicht viel zu holen- Stroh, ein paar Erntevorräte, kümmerlicher Hausrat und die morschen wumiftichigen Balken. Die Kunde vom Verlust seines gesamten Habes und Gutes erschütterte den Bauern, wiewohl er solche Nachricht ahnend voraus- gesehen hatte, so stark, daß er, ohne seines oerstauchten Fußes zu achten und plötzlick) völlig ernüchtert, der Unglücksstätte zueilte. Am Brandplatze angelangt, blieb ihm nur ein» noch übrig: Sonja zu suchen. Bei Verwandten oder Freunden konnte sie nicht gut sein. Denn die standen alle da und starrten ihn bekümmert und dumm an. Niemand sprach ein Wort. Kein Zweifel, Eonsa hatte in den Flammen ein qualvolles Ende gefunden. „Brüder, helft mir, die rauchenden Balken wegräumen," bat Luta Lukaschewitsch die Umstehenden. Die Brüder taten es. Sie hatten nicht viel Mühe, die Gesuchte zu finden. Ruhig starrte Lukaschewitsch auf den verkohlten Leichnam. Sein Gesicht zeigte nicht den geringsten Ausdruck irgendwelcher Erregung. Da trat der Teufel in Gestalt eines Bruders zum Bauern und sprach:„Brüderchen, bemerkst du nichts? Schau dich um, dort liegt ein zweiter Leichnam." Und der Bauer sah auf den zweiten Toten, der zur Hälfte noch in glimmenden Sparren steckte. Er sah lange und mit verwunderten Augen auf den Leichnam seines Freundes Wlastmil Geraftimow, der doch diese Nacht bei seiner Tante weilen wollte, und murmelte dann, sein« Lippen zu einem eigentümlichen Lächeln verziehend: „Ich wußte doch, daß ich nicht der Nachtwächter sei." flnfjc. Von Trude<5. Schul). Ich lernte Antje in der Straßenbahn kennen. Es war ein schrecklich heißer Sommertag und die Bahn war mit Passagieren vollgestopft. Zwischen ihnen stand Antje, ein etwa dreijähriger Blondkopf, und hatte die blauen Augen ängstlich aufgerissen. Doch sonst äußerte sie durch keinen Laut und keine Miene etwas von dem Unbehagen, das sie in diesem Wald von Beinen offensichtlich empfand. Aber das zierliche Ding sah gar zu gefährdet in dieser Mass« Mensch aus. Ich rückte entschlossen ein wenig näher an meine dicke und merklich schwitzende Nachbarin heran, so daß ein schmaler freier Platz aus der Bank entstand. Antje zögerte einen Augenblick, als ich ihn ihr anbot. Aber dann bedankte sie sich mit der vollendeten Wohlerzogenhcit einer jungen Dame, strich ihr blaues Röckchen glatt, das gut drei Finger breit vor den Knien aufhörte, und setzte sich mit einem kleinen, erlösten Aufschnaufen. Ihre Nachbarin zur linken versuchte sofort, ein Gespräch mit ihr zu beginnen. „Ist denn das Tleinchen noch nicht müde? Möchte das Tindchen schon baba baba machen?" Antje entzog sich dem läppischen, mit erheblichem Stimmaufwand hervorgebrachten Geplapper und sah mit unbetonter Absichtlichkeit aus dem Fenster. Aber ihre Nachbarin ließ nicht nach. „Ei gucke doch, ei gucke doch, ein Tut-Tut! und zwei weiße Hottehüh!" Da wandte sich Antje, wieder ganz junge Dame, zu mir und machte mir sachlich und dabei unendlich liebenswürdig die Mit- teilung:„Gestern habe ich den Musikhund mit ins Bett genommen." Ich begriff, daß die Anrede eine Auszeichnung für mich be- deutete, daß das Thema aber ganz willkürlich gewählt war, nur um das Gespräch mit mir gegen die unerwünschten Antnüpfungsversuch« der Nachbarin zur Linken ausspielen zu können. Doch ehe ich noch zu einer Antwort kam, hatte diese sich bereits wieder des Stoffes bemächtigt:„Musikhund! Haha, Mustthundl Was ist denn ein Musikhundelchen für ein Hundelchen?" Antje ließ die Frage unbeantwortet und drehte den Kopf mit einem kurzen Ruck zur Seite, streifte aber die Mutter, die inzwischen ihr gegenüber Platz gesunden hatte, mit einem etwas beunruhigten Blick ob dieser offensichtlichen Ungezogenheit. Aber da wiederholte die hartnäckige Dame ihre Frage. Ei« nochmals zu überhören hätte allzusehr gegen die Gesetze des Anstandes verstoßen. Antje ließ sich also zu der Erklärung herbei:„Musikhund ist ein Hund, der Musik macht." Die sachliche Antwort des Kindes löste be! der Fragen»«in durchaus unverständiges Gelächter aus. Antjes natürliche Gesittung ließ diese geschwätzige Kindischkeit immer unangenehmer hervor treten. Die Kleine schien diese Gattung Mensch noch nicht kennengelernt zu haben. Trotzdem sie damit einen neuen Antnüpfungsversuch herausbeschwor, wandte sie sich schließlich herum, guckte mit schief- gestelltem Kopf zu der Lachenden empor und äußerte mit staunender und ein wenig mitleidiger Ueberzeugung:„Du bist aber dumm." Und dabei sah sie gar nicht zur Mutter hin. Denn sie stellte nur eine Tatsache fest, die allen klar geworden sein mußte, und der Gedanke, daß man ihr das als Ungezogenheit auslegen könnt«, kam ihr gar nicht. Die Dame jedoch sagte böse:„Naseweises Ding." Und dann interessierte sie sich nicht mehr für Antje. Die aber faß neben mir, blond und blau, und schaute mit stillen, freundlichen Augen in das Gedränge des Wagens. Nur als sie ausstieg, streckte sie mir die Hand entgegen, so, als hätte sie meine stumme Bewunderung gespürt, die ich ihrem Verfahren, mit un- angenehmen Menschen fertig zu werden, entgegengebracht hatte. Ihren Namen habe ich nicht erfahren. Ich nannte sie in Ge- danken Antje, da sie mich an ein« blitzblanke holländische Porzellan- puppe erinnerte, die, nah und unerreichbar, in dem Glasschrank meiner Großmutter lächelte.______ das Hakenkreuz-Rinövieh. Bon einem Hokenfreuztund im Kulimagen berichteten die deutschnationalen„Dresdner Nachrichten". Karten. stein liegt in Sachsen in der greishauptmannschast Zwickau. In Hartenstein kam eine Kuh Ganz plötzlich zum Verrecken. Man rief den Tierarzt schnell herzu, Die Ursach' aufzudecken. Und als, zu prüfen den Befund, Den Magen er zerschnitten, Fand er ein Häujlein Nägel und Ein Hakenkreuz inmitten. Der Doktor sprach:„Sehr intreflant!" Und reinigte sein Messer. „Die Sorte Rindvieh wird benannt Echt deutsche Eisenfresser. Gar leicht erkennt sie schon ein Kind. Weil manchmal sie im Magen, Doch stets im Hirn vernagelt sind Und Hakenkreuz« tragen. Dem roten Tuche sind sie feind, Wie das gesamte Hornvieh, Doch auch mit Schwarz und Gold vereint, Bringt es in wilden Zorn sie.— Obschon sehr feig, ist das Getier Nicht etwa ungefährlich! Es fordert seine Mordbegier Ein Dutzend Opfer jährlich." So schilderte mit kurzem Wort Der Arzt die ganze Gattung. Dann sprach er:„Schafft den Leichnam fort Zu schleuniger Bestattung."——— Der Schinder fuhr zur Abendzeit Die tote 5kuh von dannen. Dahinter schritten als Geleit Stahlhelm- und Werwolfmannen. Sie warfen stramm die Beine vor, Wie sonst bloß bei Paraden, Und traurig sangen sie wb Chdr: „Ich hatt' einen Kameraden!", Petar Michel, i ' 94 Jahre alt wurde einer unserer ständigen Verbraucher Wollen Sie siefa Ihre Gesundheit erhalten? Wollen Sie einen erquickenden Nacfattdüat haben? Wollen Sie Ihren Ma�en, dem Sie ott mehr zumuten, alt er vertragen kann, entlasten; mfissen Sie für eine geregelte Verdauung sorgen. Deshalb nehmen Sie morgens und abends unter „Origihal-Bullrich-Salz" 1 Dose hostet ca. 1 PfeanW Ori�inal-Dallrich'Salz hinter! selbst bei dauerndem Gcbranche in keiner Weise irgendwelche schädlichen Folgen, worauf wir besonders hinweisen möchten Aus unserer Anerkennungsmappe Meine Mutter Htt Ober 20 Jahre an sehr starken Magenschmerzen und Verdauungsstörungen. Viele Mittel wendete sie an, alle halfen nur vorübergehend. Von ihrem M.Lebensjahre an nahm sie Buürich-Salz. und eine sehr schnelle und wunderbare Wirkung trat ein. Es leistete ihr vorzügliche Dienste bis zu ihrem im 95. Lebensjahr erfolgten Tode. Hochachtungsvoll Otto DoberL Berlin N 4, den 24. Juni 1927. 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Personali st en (die Anhänger des letzten Präsidenten Hypolito I r i g o y e n) und Antipersonalisten(die Gegner dieses ersten Führers der Radikalen Partei, der auch sie mit dem gegen- wärtigen Präsidenten Dr. A l v e a r angehören), bekämpfen sich öffentlich auf das heftigste. Es ist das der Wettlauf um die staatliche Futterkrippe. Die politischen Freunde, Wahl- macher, Jndustrieritter, Finanzgenies und nicht zuletzt die weitverzweigten Verwandtschaften der führenden politischen Persönlichkeiten in der ganzen Republik, schließlich auch der große Anhang der„R i n d v i e h a r i st o k r a t i e" und der Latifundienbesitzer in jenen Kreisen, die sich von dem Präsi- deuten- und Regierungswechsel materielle Vorteile erhoffen, wollen für die nächsten sechs Jahre versorgt werden. Von diesem Hintergrund einer Präsidentenwahl in Argentinien er- fährt das Ausland nichts, er ist aber den Kreisen der Diplo- matie, der Hochfinanz, der Schwerindustrie und des Groß- Handels genau bekannt. So kommt es, daß die jeweilige Präsidentenwahl mehr im Auslande entschieden wird als in der Republik selbst. Maßgebend ist dabei die Aufstellung der sogenannten Präsidentschaftsformel, das heißt, wer Präsident und wer Vizepräsident werden soll. Der Vizepräsident ist des- halb von Wichtigkeit, weil er automatisch an die Stelle des Präsidenten tritt, sobald dieser aus irgendwelchen Gründen sein Amt verläßt. Es muß dann die Sicherheit vorhanden fein, daß die bei der Präsidentenwahl vereinbarte Politik un- verändert sechs Jahre lang fortgesetzt wird. Die große Frage der kommenden Präsidentenwahl ist nun: Welche Ziele wird die neue Präsidentschaft in den Jahren 1928 bis 1934 zu erreichen haben? Die Hauptaufgabe des gegenwärtigen Präsidenten Dr. Alvear ist gewesen, das oft bis zur Feindschaft ausgeartete Mißtrauen der Welt- mächte gegen die von dem vorgehenden Präsidenten Hypülito Jrigonen während der Weltkriegsjahre 1916/18 und dann bis zum Jahre 1922 befolgten Politik zu beseitigen, das heißt, das Vertrauen der„Siegerstaaten" dem gegen ihren Willen neutral gebliebenen Argentinien zurückzugewinnen. Dieses Ziel hat Dr. Alvear erreicht, vielleicht sogar besser, als es den Interessen Argentiniens zuträglich ist. Das ist aber auch der Hauptgrund des Gegensatzes zwischen Personalisten und Antipersonalisten, die beide auf den Grundsätzen der Radikalen Partei fußen. Die Radikalen der Richtung Jrigoyen wollen zwar ebenfalls das Vertrauen der Welt- mächte, allein nicht um einen Preis, der die Unabhängigkeit und das freie Entschlußrecht der Nation in irgendeiner Form beeinträchtigen könnte. Präsident Alvear hat hier die Grenzen nicht genau eingehalten, sondern mit seiner Anleihe- Politik einen Weg beschritten, der zu einer starken Be- schränkung der süd- und mittelamerikanischen Politik Ar- gentiniens geführt hat. Das ist in den letzten Jahren scharf in die Erscheinung getreten, am schärfsten jedoch auf dem 5. Panamerikanischen Kongreß in Santiago de Chile, der ganz unter dem WillenWashingtons stand und schließlich auch mit der Jnaugurierung der Politik des„bewaffneten Friedens in Süd- amerika" sehr gegen den Willen des argentinischen Volkes endete. Dadurch sind die Beziehungen zu den Nachbarstaaten, vor allem zu B r a f i l i e n, nicht besser geworden. Man kann sogar behaupten, daß sie sich verschlechtert haben. Brasilien strebt eine Art Hegemonie über die südamerikanischen Länder an und wird dabei von Washington aus, von dessen Willen es sehr stark abhängig ist, kräftig unterstützt. Die Aussichten, dieses Ziel jemals zu erreichen, müssen aber immer geringer werden, je stärker der Rückhalt wird, den Argentinien als stärkerer Rivale Brasiliens in der interamerikanischen Politik bei den europäischen Großmächten gewinnt. Diese sind in erster Linie Frankreich, dann England, handelspolitisch Deutschland, und seit neuerer Zeit auch Italien und Spanien, deren Diktaturen unserer herrschenden Oligarchie gewaltig imponieren. Die Vereinigten Staaten von Amerika, die in den ersten vier Regierungsjahren Dr. Aloears diesen Mächten gegenüber dank der Anleihepolitik Aloears stark im Vorteil waren, sind seither immer weiter in den Hintergrund gedrängt worden. Während der Ferien- und Reisezeit |g3 kann der„Vorwärts" auf jede Dauer allerorts bezogen werden. Touristen und Wenderer fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. i Sommerfrischier I lassen sich den„Vorwärts" bei einer Aufenthaltszeit unter 14 Tagen per Kreuzband nachsenden. Das Porto beträgt wochentags 6 Pf., Sonntags 10 Pf.(pro Woche 45 Pf.). Bei längerem Aufenthalt ist der „Vorwärts" durch Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage die Postbestellgebühren von 72 Pf. pro Monat Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des„Vorwärts", Berlin SW 68 Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen Laubenkolonisten wird der„Vorwärts" täglich zweimal durch Boten zugestellt Genaue Bezeichnung der Laube ist jedoch erforderlich. \/n r\A/9 rfe-V/ a»*1 o Berlin SW 68, Lindenstraße 3 VLirWcSri�-Venag Fernsprecher:Dönhotf 292-2Ö7 1 Ausschlaggebend waren dabei die klar in die Erscheinung ge- tretenen imperialistischen Bestrebungen auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent durch die sogenannte „Jnteroentionspolitik zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Fortschrittes" in den Jsthmusstaaten Panama, Costa Rica, Nikaragua, Honduras und Guatemala mit der ebenso gegen Mexiko wie gegen die südamerikanischen Republiken Ko- lumbien, Venezuela und Ecuador gerichteten Spitze. Diesen Verlust wieder auszugleichen, zugleich aber den Einfluß Washingtons noch tiefer nach dem Süden auszudehnen, ist eine der Hauptaufgaben der Washingtoner Südamerikapolitik. Nordamerika kommt dabei zustatten, daß es sich durch seine Haltung in dem Streite um die unter chilenischer Souveränität stehenden Gebietsteile Tacna und Arica zugunsten der Re- publiken Peru und Bolivien bis an die Grenzen Chiles und Argentiniens vorgeschoben hat, denn Peru und Bolivien machen bereits offen die Washingtoner Politik mit. Anderer- seits ist die auswärtige Politik des chilenischen Diktators Oberst Jbönez geeignet, unter bestimmten Zugeständnissen Washingtons dessen südamerikanische Politik wirksam zu fördern. Diese Sachlage gibt Argentinien eine Stellung im süd- amerikanischen Staatenqebilde, wie sie schwieriger kaum sein kann, denn esjst von Staaten umgeben, die offen oder ins- geheim dem Sturmwogen des nordamerikanischen Jmperia- lismus vorgespannt sind. Aufgabe des kommenden Präsi- deuten Argentiniens wird also sein, Argentinien vor schweren internationalen Verwicklungen zu bewahren, denn sie könnten die uneingeschränkte Souveränität des Landes ernstlich ge- fährden. Die internationale Bedeutung der argentinischen Präsidentenwahl wird dadurch ebenso verständlich, wie die Frage, wer Präsident werden soll, inhaltsschwer. Vorläufig haben wir, trog des erbitterten Kampfes zwischen Per- sonalisten und Antipersonalisten, nur eine Präsidentschafts- formet, und zwar die der Antipersonalisten: Dr. Meto- Dr. Gallo, denn der Führer der Personalisten, Hypölito Jrigoyen, hat sich noch immer nicht entschlossen, offen als Präsidentschaftskandidat aufzutreten. Die großen Kämpfe hinter den Kulissen sind eben noch nicht abgeschlossen, das heißt, die Einigung der in zwei Lager gespaltenen radikalen Regie- rungspartei auf ein bestimmtes außenpolitisches Programm ist noch in Schwebe. Deshalb wird der Kampf der feindlichen radikalen Brüder für und gegen Jrigoyen in aller Oeffent- lichkeit mit wachsender Erbitterung weitergeführt. Erst bis dieser parteipolitische Kampf ausgetragen sein wird und die Sonderbestrebungen der Oligarchie garantiert sein werden, wird man weitere Schlüsse auf die künftige Entwicklung Ar- gentiniens ziehen können. Sozialistische firbeiterjugenü Groß-Serlin« Heute. Sonntag. 10. Juli. S!c!»!ckrnborf.Wcsf! Heim Eeibclstr. 1. Bunter Abend. Werbebezirl Reulölln: Waldfest in der Kön.igsheide(Ferienspielplatz),(be. Am Martcrpfahl der Eion.r". Beginn Hcrtzbcrgplatz. Eintritt 20 Pf. Sie sang, Spielen, Wettlämpse, Juaendspiel: 15 Uhr. Gemeinsamer Abmarsch ISsh Uhr% Ordner treffen sich um 8 Uhr Hertzbergplatz. Morgen. Montag. 11. Juli. 19%' Uhr. D« Siitgltti» übt pünktlich 19% Uhr int Lindenheim. Sahenschunhausen: Heim ssreienwalder Str. 5—8.„Augtist-Bebel-Abend".— Friedenau: Heim Offenbacher Str. 5. Mitgliederpersammlung.— Schön«. bera III: Heim Hauptstr. 15.„Bursche und Mädel in der Jugendbewegung." — Westen I: Helm Hauptstr. 15.„Unser Parteitag in Stiel."— Paulow»Süd: He.m stissingenstr. 48.„Jugend und Gewerkschaft."— Schönhauser Vorstadt: llüe Genossen, die bei den„Maschinenstürmern" mitgewirkt haben, treffen sich Reuköllu V: Heim Nogatstr. 53. beim Genoffen Lautcnbach, -—ji■/ fit- cti ui»s„.viu| it fiutii um 19% llhr in der Greifenhagener Str. 58. Besprechung der Ferienfahrt. Anmeldungen Marefchstr. 12. Briefkasten der Redaktion. Zwei Wettende. Nach den vom 1. Januar 1914 ab geltenden gesetzlichen Be- stimmungen tritt ein Perlust der Staatsanaehärigkeit durch Aufenthalt im Aus- lande nicht ein. Nur wer die ausländische Staatsangehörigkeit erwirbt, ver- liert die Einspruck rigkeit seines Heimatlandes.— H.$. III. Legen Sie iinspruch ein.— I. 0, 19. Wenden Sie sich an ein Srogengeschäjt.— St.®. 40. 1. Set D erlrag ist rechtsunwirksam. Fordern Sie vi« Fir.ma zu- nächst zur Rückzahlung des Geldes auf. Sollte das abgelehnt werden, so mühen Sie Klage erheben. 2. Wenn die Firma in Charlottenburg eine gewerbliche >��»��W��MWWW>WW»»»»»»«>erstJH er dies nicht, so dürfen Sie die 4 Proz. nicht in Abzug bringen. 2. Sie Repara- turen muß der Hauswirt auf seine Kosten ausführen lassen. Um ihrer Kundschaft auch während der Reisezeit Gelegenheit zu geben, ihre Kleidungsstücke und Wäsche zuh> Reinigen und Waschen sdiitellsteus zurückzuhalten, hat die altbekannte Firma W. Spindler Aktiengesellschaft, Spiudlers- seid, einen Seebäder. Elldienst eingerichtet, der die angegebenen Partien inner. halb 5 Tagen ohne Preisaufschlag einschließlich Transportzeit zurückliefert. Sie sich in Swinemünde befindet, schickt in die Bäder Ahlbeck, ... W Bansin, Herlnasdors, Kuserow und Zinnowitz täglich ein Auto, das sämtliche dort bis 12 Uhr ausgegebenen Sachen am gleichen Tage in das Werk schickt. 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Mnlack, Bln., Kwinglistr. ZS, v. Rürkengratverkrümmnng mit Lähmunaserscheinungen, Magen» u. Darmkatarrh geheilt. S. Fr. M. BeiueE, Bln.. Auguststr. 21. v. Muskelentzündung u. Kerzschwäche geheilt. 1. Fr. I. Sanisch, Bln.. Lübecker Str. 13. Blinddarmfistel, geheilt. 8. Fr. Kerman«, Bln.-Gchöneberg,.Feurigste. 13, Blinddarmfistel, geheilt, fl. Fr. A. Seide- körn, Bln.. Gosslerstr. 34, Gelenkrheumatismus, Rückenschmerzen u. Neue- asthenie, geheilt. 10. Frau Martha Kaja, Eharl., Pestalozzistr. 21,». Gebärmutter- u. Eierstockentzündung geheilt. II. Frau Brettschaeiber, Berlin, Kopenhagener Str. 71. Bon Leberleiden u. Gallengries geheilt. 12. Fr. A. Babiel, Berlin, Muskauer Str. 13. Bon Herzleiden u. Denen. entzündung in beiden Beinen geheilt. 13. H. 0. Unger, Kaufmann. Bln., Wichertstr. 41, Magen., Leber- u. Nierenleiden, geheilt. 14. Fr. E. Baselin, Bln.. Pslugsir. 3, Magengeschwüre u. Blutarmut, geheilt. 13. Frl. Liehow, Bln., Kolberger Str. 28/20. Gelenkrheumatismus, geheilt. IS. Fr. Wm. Fritschler. Bln., Marienburger Str. 48. Darmgeschwulst geheilt. 17. H. Willi Beiz, Neuenhagen, Gartenstr. 21. Leberanschwellung, Magen, und verzbeschwerben geheilt. 18. Fr. A. Rohrmoser, Berlin, Breslauer Str. 1: Herzerweiterung, Kerzneurose, allg. Nervenschwäche, geheilt. 19. Fr. Bartsch, Bln.-Söven ick, Rosenstr. 2. schwere Blutvergiftung u. Kandvereite- rung, geheilt. 20. K. S. Lehme. Schlächtermeister. Bln.. Thaerstr. 40, Herz. u. Magenleiden, Leber- u. Milzanschwellung, geheilt. 21. ffr. A. Kirchner, Bln., DolZiger Str. 24. Magen.. Leber- u. Gallensteinleiden, Gelbsucht, ge. heilt. 22. Serta Fabel, Lübbenau-Epreewald. tuberkulöser Knochenfrass, Kniegelenksentzündung, geheilt. 28. H Röhr, Ritterantsbesther. Ernstwalde, Krs. Kgrvowen, Ostve., schwere Blutvergiftung u, Geschwüre, geheilt. 24. H. 0. Leopold. Bln,»Friedengu. Kgiserallee 123, eitrige Lungenkistel. gebeilt, S. E. Michaeli». Gastwirt. BIn..Tharlottenburg. Wallstr. 87. 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Den Freund ernsthafter Völkerverständigung packt stets im vor- aus das Grauen, wenn ein neuer Orientsilm oder auch nur ein Film mit orientalischem Titel angekündigt wird. Das Grauen ist diesmal nicht vollauf berechtigt, denn„Die Gefangene des Schelks" ist nicht so schlimm, wie der Titel erfahrungsgemäß mutmaßen läßt. Der Film könnte sogar gegen die Kolonialpolitik reden, wenn man im Manuskript etwas weiter gedacht hätte und sich nicht an die Publikumsschicht wenden würde, die es als höchste Weltordnung betrachtet, daß Gewalt vor Recht geht. So wird nur von einer Verkommenheit der Oberschicht berichtet, um das Einzelschicksal, nicht aber das Schicksal einer unterdrückten Masse interessant zu gestalten. Die Fürstin Torini in Rom, das Oberhaupt des alten Geschlechts der Torini, ist ein Hausdrache, der über das übliche Maß hinaus- gewachsen ist. Durch ihren Einfluß wurde ihr Günstling Gouverneur der neuen italienischen Kolonie Tripolis. Er soll und will Vittoria, die früh verwaiste Enkelin der alten Fürstin, heiraten. Vittoria jedoch will ihn nicht, zumal der Zukünftige ein Verhältnis mit ihrer Zofe hat. So heiratet die junge Fürstin den Freund ihres Vaters. einen Obersten der Kolonialarmee, der an seinem Hochzeitstage von dem Gouverneur nach Tripolis beordert wird� Als der Jungvcr- mählte seine Frau nachkommen läßt, wird er an deren Ankunfts- tage in die Wüste geschickt, und als er gegen kriegerische Araber Verstärkungen gebraucht, verweigert der Gouverneur sie ihm Da muß die Festung aufgegeben werden, der Oberst wandert durch die Wüste, überrascht den Gouverneur bei einer Liebesaffäre, und als dieser ihm abermals die Truppen verweigert, erwürgt er ihn Vittoria und der Freund des Obersten, die inzwischen ein Paar wurden, da man den Obersten für tot hielt, kommen gerade zu der Zeit, als der Oberst nach ausführlicher Berichterstattung an die italienische Regierung sich erschießt. So wird das„glückliche Ende' erzwungen. Nils Chrisander führte unter der künstlerischen Ober- leitung von Cecil B. de Millers die Regie bei diesem Film. Er brieb durch und durch Film und wurde nie Kientopp. Er brachte langausgespielte Liebesszenen als besänftigende Momente d a l s Puppengesicht in Schönheit erstrahlen zu lassen und ihm in dramatischen Momenten Bedeutung abzugewinnen. In der männ- lichen Hauptrolle war der gern gesehene Victor V a r c o n n i beschäftigt. Die O p e l- W o ch e n s ch a u hat sich, was Deutschland an- betrifft, republikanisch eingestellt. e. b. -Slaaz unü Elenü öer ssurtifaaea.� (Emelka- Palast.) Ein Balzac-Romon, der verfilmt wird, verdient auch in dieser Form immer Aufmerksamkeit und Interesse. Um so mehr, wenn Baut W e g e n e r dabei Gelegenheit findet, sein« große mimische Kunst aufs neue zu zeigen. Man hat oersucht, dos Thema in die Jetztzeit zu verlegen und ihm doch die großen Spannungsreize, die besonders den Sträfling Colli« umwittern, zu erhalten. Dabei sind freilich einige Schnitzer unterlaufen, die man leicht hätte vermeiden können. Es gibt schon seit langem kein Bagno mehr in Frankreich, und die Brandmarkung der Bagnosträflinge ist bereits feit dem Jahre 1832 aufgehoben. Auch glaubt man nicht, daß ein so unternehmen- der Mann wie Colli« heute keine besseren Methoden finden würde, um gesellschaftlich zu steigen, als die Verbindung mit einer armen adligen Familie und die Ausbeutung einer großen Kokotte. Man hätte resoluter in der Modernisierung zu Merke gehen oder aber dem Film das Kostüm der Vergangenheit lassen sollen. Die Regie Manfred N o o s setzt mit einer Autoroserei und einem Autounfall sehr charakteristisch ein, ist im Detail oft ergiebig, ober vermag doch die bedenkliche Leere der Handlung nicht immer zu überbrücken. Bälle, Gescllschaftsszenen. die Ueberraschung der Kokotte im Bade, da» Liebesidyll in der einsamen Villa, das„Hochzeits"sest des Ban- kiers Rucingen bezeichnen die Höhepunkt« seiner Regierführung: die ganz großen Moment« werden nicht erreicht. Auch Paul Wege- n e r, der schon einmal einen Galeerensträfling gespielt hat, ist als Collin trotz der Prägnanz des Mienenspiels nicht immer voll ousge- nutzt: er hat den gefährlichen Versuch wiederholt, sich einen Chinesen Nie« Sön Ling zu gesellen, dessen Ausdrucksspiel dos Wegeners unterstreicht, überbietet und so um so heller ins Licht treten läßt. Di« sentimentale Seite des Films bestreiten Werner F u e t t e r e r, der schöne junge Mann, und Andre« La Fayett«. Die große Kokotte, die sich in den Tempel der reinen Liebe versetzen möchte, kommt sehr hübsch, sehr blond, aber auch sehr zurückhaltend heraus. Man hätte hier entschieden stärkere Effekte gewünscht. Ein« beson- dere Rote gibt Kurt G e r r o n seinem Bankier Rucingen: eine eigentümliche Mischung von Sinnlichkeit und Melancholie, die mehr als komisches Interesie«inflößt. Voran ging ein ziemlich überflüssiger Film über Spiel, Sport und Tanz. D. »Rund um die Ehe". Dos Filmrepertoiretheater hat diesen Sommer durchgesetzt. Besonders die Ufa hat eine Reihe ihrer erfolgreichen Filme aufs neue ins Treffen gesührt und ibr neue Freunde gewonnen. In der Tat: ist es nicht viel genußvoller, einen gut bewährten Film ein zweitesmal zu sehen als diese zweisel- haste Produktion, die man uns für den Sommer aufspart? Zu dem: viele Filmbesucher haben es versäumt, erstkassige Filme in der Saison, in der sie herauskamen, zu sehen und sind nun sroh, nachträglich noch die Bekanntschast nnt ihnen machen jzu können. So wird uns jetzt im„M o z a r t s a a l" einer der reizendsten Lubitsch-Filme„Rund um die Ehe" geboten. Heiter, leicht beschwingt, graziös— ei» echtes Sommerspiel. Eine Ehe, die kaum wahr war, geht in die Brüche, die andere befestigt sich. Durch die Kontrastierung der beiden Paare, durch das de. wegte Hin und Her wird ein bezwingender Rhythmus geschaffen, der wie«in Wiener Walzer— die Handlung spielt in Wien— wirkt. Der Film ist eine Perle diskreter Kammerspiel- kunst. Die besten Darsteller haben mit Lust und Freude sich ein- gesetzt: Monte B l u e(der schüchtern«, brave Ehemann), Florence V i d o r(die treue Gottin, ganz Mozartisch). A. M e n j o u und Marie P r e o o st, das ehelösende Paar. Atmosphäre und Dar- stellung schaffen«ine wundervolle Gesamtstimmung. r. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 10. Juli; 6.30: FrOhkonzert. 9: Morgenfeier. 11.30: Unterhaltungsmusik. 13.30: Das Huhn aJs Wirtschaftsfaktor. 14.30: Johann Scheffler(Angelus Silesius). 15.30: Märchen. 16; Kapelle Gerhard Hoffmann. 17.30: Fußball-Länderspiel Deutschland— Rußland(Hamburg). 19,30: Von Berlin zu den Baleaxen. 20: Wilde Bestien als Aerzte. 20.30; Grotesker Ulk. 21: Märsche(Berliner Fan- faren-Bläscr-Chor). 22.30; Tanzmusik. Montag, 11. Juli: 15�0; Soziale Schulung der Frau. 16; Technische Wochenplaudcrei. 17: Novellen von Federn. 17.30: Dr. Becce's Kammer-Orchester. 19.30; Meister der klassischen Kunst. 19.55: Der Weg zur Zufriedenheit. 20.30: Erich Wcincrt. 21: Kammermusik. Dienstag, 12. Juli: 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Acgyptische Polizei. 16.30; Sind wir Deutsche gesünder geworden? 17:„Der iungf Kreis." 18; Salon- auartett Hans Raue. 18.40; Stunde mit Büchern. 19.05: Der Dichter auf der Kurpromenade. 19.35; Die Ereignisse in China. 20.10; Sendespicle:„Die Straßensängerin", Operette von Leo Fall, Mittwoch, 13. Juli: 13.30: Glockenspiel der Parochialkirche. 15.30; Der Sommer als Freund und Feind der Hausfrau. 16: Unsere Nerven in gesunden und kranken Tagen. 17: Zweites Kinderfest. 18.40; Die Esperanto-Weltkongresse, 19.05: Deutscher Wein. 19.30; Die neue Verglcichsordnung. 20; Hollywood, das Filmland. 20.30: Alte Musik. 22.30; Unterhaltungsmusik« Donnerstag, 14. Juli: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Das Handballspiel. 16.30: Wissenschaftliche Auizaben der Reichsmarine. 17; Witze und wie sie entstehen. 17.30; Neuzeitliche Hausmusik. 13.45: Kalieerzeuzung in Haushalt und Kleingewerbe. 19.10: Wcltanschauudaen zroßer Denker. 19.40: Braucht Deutschland eine Postsparkasse? 30.10: Ziel und Zweck der Hindenburgspende. 30.30: Ludwig. Fulda- Abend. 33.30: Tanzmusik. Freitag, 15. Juli: 15.30: Frauen von heute— in vielen Ländern, 16; Fleisch-' und Käse. flieien. 16.30: Kommen wir zu einem neuen Baustil? 17; Francois Villon. 17.30: Kapelle Emil Roösz. 13.40: Die Sportschau des Monats. 19.05: Rundschau für Blumen- und Qarlenfreunde. 19.30: Das neue Weltbild. 19.55: Ueber Fels und Firn. 20.30: Orchesterkoazert. 22.30: Volkstänze und Lieder, Sonnabend, 16. Juli; 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Wie man Menschen zaubert, 16.30: Medizinisch-hygienische Plauderei. 17: Dr. Becee's Kammer-Orchester. I 18.40: Leibesübungen lür Berufstätige. 19.05: Spanisch. 19.30: Der geophysikalische Aufbau des Crdlnnern. 19.55: Die russische Lfterainr nm die Wende des 19. Jahrhunderts. 20.30: Die Nacht von Berlin. 22.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 10. Juli: Ab 6.30; Ucbertragong ans Berlin. Montag, 11. Juli: 16: Individuum und Gemeinschaft im Geschichtsunterricht. 16.30; Erziehungsberatung. 17; Schachfunk. 18: Weltpolitische Stunde. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Handelsrechtliche Fragen für das Kleingewerbe. 19.20; Reisefunk. Ab 20: Ucbertragung aus Frankfurt a. M. Dienstag, 12. Juli: 16; Musikerziehung. 17; Leben und Taten der deutschen Südamerikaforscher. 18: Die deutsche Konsulargerichtsbarkeit 18.30; Spanisch für Anfänger. 18.55; Dichterstundc. 19.20: Briefe von Sören Kierkegaard. Ab 20.10; Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 13. Juli: 16: Kultur und Sprache im neuen England. 16.30; Leben und Taten der deutschen Südamerikaforscher. 17.30: Vom Singspiel zur Operette. 18: Technischer Lehrgang für. Facharbeiter: Technische Physik. 18.30; Englisch für Anfänger. 18.55: Die deutsche Maschinenindustrie. 19.20: Max Liebermann. Ab 20.30; Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 14. Juli: 16; Individuum und Gemeinschaft im Geschichtsunterricht 16.30: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 17; Dichterstunde; Wilhelm Schäfer. 17.30: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55; Das deutsche Kunstlied: Schubert. 19.20: Schädliche Schmetterlinge. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 15. Juli: 16; Immunität und Disposition bei ansteckenden Krankheiten. 16.30: Der Geist der Physik und die Ziele des physikalischen Unterrichts. 17; Die Symbole der Regionen. 17.30: Die Entstehung des Lebens und die Ursache des Todes. 18: Pioniere der Funktechnik. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Aus der Geschichte nnd Praxis des Parlamentarismus. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 16. Juli: 16: Enslisch lür Fortsescbrittene. 16.30: Aus dem Kultusministerium. 17: Der Dienst des Beraten am Publikum. 17.30: Der Arbeiter und der Werkstudent. 18: Technischer Lehrzun, für Facharbeiter: Technische Physik. 18.30: Die Bedeutung der Zähne. 18.55: Deutscher Volkshumor im Lied. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. 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Tieiz, Neue Welt, sowie Gesellschaft der Funk- freunde, Am Weidendamm la. Sonntag, den 10. Juli nachmittags 3 Uhr Ohne Anzahlung EanDpönedenSa'i" VÄriV« qm. 0,80—1,00 M., monatlich 20,— Abzahl. oettaaff 0eln. gsnoroftra&c 38, bei S erlach. Quedlinburg die alte schöne Stadt Kostenlos© Auskunft d. Verkehrsamt Genossen find. frdl. Aufnahme b. Sturm. Allrode I.Harz Von der Reise zurück Dr. EricSi Levy Facharzt für Haut* und Harnleiden _ Augsburger Straße 38. Von der Reise zurUck San.-Rat Dr. med. Bakofen Er wollte sparen, Ot doch es war ein gründlicher 1 Reinfall. Wer ein billiges Fahrrad kauft, wird bald beobachten, daß er seiner Maschine nicht viel zumuten darf. Bald fehlt es an den Speichen. und das Rad bekommt den„Achter", so daß es nicht mehr fahrbar ist. Es ist deshalb richtiger, für ein NSU ein paar Mark mehr zu zahlen. Dann weiß man, was man hat. Jedenfalls ist man gut versorgt und hat doch billig gekauft. 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Geburtstag« hie 9 1 herzlichsten GlitckwSnfche. 4S [ Zenlralverband der Sleinarbeiterg Zahlstelle Berlin.� »»»»»»»»»»»»<, i ® Zentralverban JJ Deutschlands, Am Mittwoch abend verschied plötzlich und unerwartet mein lieber guter Vater «arl Maraalm In tiefer Trauer Cbsi'IoN« Marzahn Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 12. Juli 1927, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium Serichtstratze statt. Am 8. Juli, nachmittag» 3V, Uhr, verschied nach langem Leiden unser langjähriger Genosse Albert Lohse Sfalitzer Str. 10, im 62. Lebens ahre. Ein ehrendes Gedenken bewahren ihm die Genolsen der 44. Abteilung. Die Einäscherung findet am Diens- tag, dem 12 In IL nachm. 5 Uhr. im Rremalorium Baumschulenweg, Ales- holzslr 221, statt. richtige ßnwenduno ____ sichwrvoUen Sriolo! flebmenjie Tienko zuna Shweicben Serie Das sparsame Waschen." Bild jZ. Nach langem, in Geduld ertragenem Leiden verschied meine liebe, gute Frau, unsere gute Schwester und Tome] Marie Rosentreter i im 78. Lebensjahre. Die» zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme tiesbetritbt an im Namen der Sinterbliebenen Wllh. Rosentreter. Berlin, Hagenauer Str. 7, b. 8. Juli Die Beerdigung findet am Montag,! dem lt. Juli, nachm. 4 Uhr. von der Halle de» Friedholes derFreireligiösen Gemeinde. Papoeiallee 16, aus stall I Pfennig erhältlich. Die Trauerseier sür mein« liebe Frau| Hedwig Zehms geb. Henke welche bei dem Eisenbahnunglück im 1 Harz auf so Iragische Welse ihren Tod gesunden hat findet am Dienstag, dem 11. Juli 1927, abends 8 Uhr, Im] Krematorium Derichtstraße statt. Der trauernde Gatte Otts Zehms, Bornholmer Straße 14