Nr. 334 ♦ 44. Ja�tg. Musgabe Ä Nr. 170 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig, monaNich S,— Zieichsmark voraus zahlbar. Anter Kreuzband ittr Deutfchlano, ?anzig. Saar- und Mcmelgcbiet, 'lZcsterreich. Litauen, Luxemburg «,ü0 Reichsmart, fitr das Übrige Ausland ö.SO Rcichsmarl praMdnal. Der �Vorwärts" mit der illustrier. irn Sonntagsbeilage.Volk und Zeit" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen".„Aus der Filmwclt". �.Frauenstimme",»Der Kinder. freund".„Iugend-Vorwürts".„Blick in die Bllcherwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochcntaglich zwri. mal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: „SoziolSemotrat TZurlin" Sonntagsausgabe Nevlinev VolksUlakt (iL pksnniz� Anzcigcnprcijc: Die einspaltige Ronparcille. zeile M Psennig Rrklamezö.Ie d.— Reichsmarl.„Kleine An, eigen" das fettgedruckte Wort 2b Psennig lzulassig zwei fettgedruckte Worlcl. jedes weiter« Wort 12 Ptcmiig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte Uber IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarlt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 10 Psennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis Iii, Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. straheZ, abgegeben werden. Geöffnet von 8Vf. Uhr früh bis b Uhr nachm. Tentralorgan cier öozialcUmokratircbcn partd Dcutfcblands Redaktion und Verlag: Serlin SW. 68, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Sonntag, den 17. Juli 1927 Vorwo'rts-Verlag G.m.b.H., Serlin SW. 68, Lindenftr.Z Postsche«NouLo: Berlin 37 53«— Bankkonto: Bank der Arbeiter. AngesteVten und Beamten. Wallstr. 65: Diskonto-Gesellschast, Depofttcnkaffe Lindenstr. 3. Neue Wien. Kommunisten schießen in Arbeitervorstädte»» gegen die Polizei.— Der Schutz- buud zurückgezogen.— Fortdauer des Verkehrsstreiks.- Sozialdeinokratischer Ausruf gegen die Kommunisten. Die gestrige Demonstration vor dem Parlament, die zu so furchtbaren Folgen führte, war nicht von den Kommunisten inszeniert: zum mindesten gibt es keine Beroeise dafür, daß das der Fall gewesen iväre. Sie entsprang spontan der ungeheuren Erregung der Arbeiter über die Freisprechung der Schattendorfer Mörder. Als sie schon im Gange war, taten die Kommunisten alles, um sie in ihrem Sinne auszunutzen. Daraus und aus dem unbeherrschten Vorgehen einiger Kommandanten der Polizei entstanden die Zusammen. ftötze und blutigen kämpfe. Aach den Rachrichten, über die die Sozialdemokratische Partei verfügt, sind bisher etwa 60 Tote und 600 verwundete zu zählen, doch mögen diese Angaben nicht vollständig sein. Dem versuch der Partei, die Bewegung in ruhigere Bahnen zu leiten, warfen sich die Kommunisten im Laufe des heutigen Tages mit aller Macht entgegen. Trotz ihrer bekannten zahlenmäßigen Schrväche gelang es ihnen, unter Ausnutzung der ungeheuren Erregung, auf Teile der Arbeiterschaft Einfluß zu gewinnen. Das war besonders in den Arbeiterbezirken Favoriten, hernals und O k l a k r i n g der Fall, wo ein Dachschützenkrieg gegen die Polizei unternommen wurde. Ein Aufruf der Partei und der Gewerkschaften(den wir an anderer Stelle wörtlich wiedergegeben) nimmt gegen dieses kommunistische Treiben in schärfster Weise Stellung. Unser Redaktionsmiiglied Genosse Richard Bernstein hat gestern mittag im Flugzeug die Reise nach Wien ange- treten, um sich an Ort und Stelle über die Entwicklung der Dinge zu unterrichten. Bei normalem Gang der Dinge mußte er zwischen 6 und 7 Uhr nachmittags in Wien eintreffen, doch lagen bis zum Schluß des Blattes Nachrichten von ihm nicht vor. Dagegen gelang es der Redaktion des„B o r w ä r t s" zwischen'8 und 9 Uhr abends sich auf andere Weise mit der Partei und den Gewerkschaften Wiens in Verbindung zu setzen. Das uns nun vorliegende authentische Nachrichtenmaterial gibt ein klares Bild der Wiener Vorgänge, soweit unter so verworrenen Verhältnissen von einem klaren Bild über- Haupt geredet werden kann. Manches, was sich am Freitag ereignete, liegt noch im Dunkeln. Sicher ist nur so viel, daß die Demonstration vor dem Parlament und erst recht die Ausschreitungen, die sich im Zusammenhang mit ihr ereigne- ten, von der Partei nicht gewollt waren. Zweifellos haben, wenn nicht bei der Entstehung der Demonstration, so doch während ihres Verlaufs dunkleElemente die Hand mit im Spiele�gehabt. Dabei mag ihnen ihr Werk durch Aus- schreitungen einiger Teile der Polizei wesent- lich erleichtert worden sein. Der Landeshauptmann von Niederösterreich. Genosse S e i tz, hat offenbar auf dem Standpunkt gestanden, daß eher einiger Sachschaden ertragen werden müsse, als daß Menschenleben vernichtet werden dürften. Die Regie- rung hat aber einen anderen Standpunkt vertreten und ihn, angesichts der unklaren Kompctenzverhältnisse, beim Polizei- Präsidenten durchgesetzt. Das Schlimmste war zweisellos, daß die Polizei, die am Vormittag schon zurückgezogen war, wieder-urückkehrt-, um aus Karabinern in die Menge zu feuern. In den Verhandlungen des Freitagnochmittag legte die Parteileitung der R e g i e r u n g S e i p e l den Gedanken des Rücktritts nahe. Sie forderte eine Reinigung der Polizei von Elementen, die sich ihrer Aufgabe nicht gewachsen gezeigt hatten. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt. Nachdem Partei und Gewerkschafisn die Parole zum G e- neral streik ausgegeben und die schon eingeleiteten Ver- Handlungen weiter fortgesetzt hatten, durfte man die Hoffnung ? fegen, daß die Krise aus dem Weg zu einer Lösung oelangt ei. Dieser Hoffnung hatten wir in unserer gestrigen Abend- ausgäbe Ausdruck gegeben. Sie ist vernichtet worden durch das wahrhaft verdrecherijche Treibeu der Sommus frieden in Sicht! I Wien, 12 Uhr nachts.(Eigener Drahlbericht.) In den Verhandlungen zwischen dem Bundeskanzler Seipel und den Genossen Seih und Bauer ist eine bcdeuwngs- volle Vereinbarung zustande gekommen. Am Sonntag wird von dem Republikanischen Schuhbund eine Gemeindcschuhwachc gebildet, die von der Polizei Waffen erhält und an ihrer Stelle den Dienst versieht. Aufrufe des Bürgermeisters Seih und der Partei fordern die Bevölkerung auf, den Dienst der neuen Schuhwache nach Kräften zu erleichtern. Eine große Vcrtrauensmännerversammlung wird am Sonntag. 4 Uhr nachmittags, über»veilere Maßnahmen beschließen. Zur Stunde ist alles ruhig. (Siehe auch 3. Seite.) nisten, die der Partei und den Gewerkschaften im gefährlich- sten Augenblick in den Rücken fielen. Während Partei und Gewerkschaften vor Straßenan- sammlungen, dia�u neuem Blutvergießen führen konnten, warnten und ihre Stärke in dem unblutigen Mittel des Ge- neralstreiks suchten, riefen die Kommunisten zum b e w a s s- Ineten Aufstand auf. Bei der wahnsinnigen Erregung, die in den Arbeitermassen herrscht, ist es ihnen gelungen, einigen Anhang zu finden. Die Kommunisten brachten bei den letzten Wahlen, bei denen die Sozialdemokratie in Wien die überwältigende Mehrheit errang, in der Millionenstadt ganze 11 000 Stimmen auf. Aus diesen Wählern mögen sich in erster Linie die Scharen rekrutieren, die gestern in Favoriten, Hernals und Oltakring gegen den Republikanischen Schutzbund und gegen die Polizei kämpften. Wenige tausendc bewaffnete Leute genügen ja schon in solchen Zeiten— nicht den Sieg zu erringen, wohl aber dazu, die ganze Lage in der Unheil- vollsten Weise zu verwirren. Die Sozialdemokratische Partei und die Gewerkschaften hatten zum Protest gegen den Freispruch der Schattendorfer Mörder aufgerufen. Sie hatten dann gegen die liebergriffe der Polizei den Generalstreik proklamiert. Ihre Front war ganz und gar gegen die Reaktion gerichtet, ihr Be- streben. Uneinigkeit in den Arbeitermassen zu vermeiden, war klar ersichtlich. An nichts dachten sie in jenen kritischen Stun- den weniger als daran, sich mit dem kleinen Häuflein der rabiaten Kommunisten auseinanderzusetzen. Die K o m m ii n i st e n haben jedoch diese Auseinander- setzung erzwungen. Obwohl die Wiener Arbeiter bei den letzten Wahlen ganz klar ausgesprochen hatten, daß sie in der Sozialdemokratie und in niemand anderem ihre Führerin erblickten, haben sie versucht, im trüben zu fischen und die Leitung der Bewegung an sich zu reißen. Was es für Oester- reich und— das können wir hinzufügen— für die Arbeiterbewegung ganz Europas bedeuten würde, wenn ihnen das gelänge, wird in dem Aufruf der Partei und der Gewerkschaften klar genug ausgeführt. Von allen Verbrechen, die die Kommunisten an der euro- päischen Arbeiterbewegung begangen haben, ist das von Wien vielleicht das schlimmste. Daß sie in dem unsinnigen Kamps, den sie unternommen haben, unterliegen müssen, steht von vornherein fest. Spitzt sich die Kampfsituation weiter zu, dann bleibt nur die Frage, wer von beiden Sieger bleiben wird, der innere oder der äußere Faschismus, der österreichische oder der ungarische und der italienische. vi« QäcKste Ausgabe des„Vorwärts" mit den neuesten Wiener Nachrichten erscheint am Montag morgen. Oesterreich ringt in Krämpfen, die Aasgeier des Foschis- mus rüsten zum Mahl. Die österreichische Sozialdemokratie und die Gewerk- schaften wollen die österreichische Republik retten. Als Gegner steht die österreichische Reaktion vor ihnen, die Komniu- nistenparte! fällt ihnen zugleich in den Rücken. Mag es unter den österreichischen Kommunisten vielleicht ein paar phan- tastische Narren geben, die glauben, mit ihrem Wahnsinn der Sache der Arbeiter zu dienen— wir können doch nicht an- nehmen, daß dieses winzige Häuflein imstande ist, entscheidend unheilvollen Einfluß zu üben, wenn es nicht irgendwie hinten- herum von der Reaktion gefördert wird. Besoldet oder un- besoldet bleiben die österreichischen Kommunisten doch die besten Vorkämpfer des Faschismus. Deutschlands Arbeiter schauen heute nach Oesterreich. Sie sind in ihrer erdrückenden Mehrheit mit ihrem Herzen bei der österreichischen Bruderpartei. Sie, die im letzten Wahlkamps so glänzend gesiegt hat und deren Sieg wir als den unseren bejubelten, ist in diesen Sturmtagen auf eine noch viel schwerere Probe gestellt. Wir vertrauen ihrer Klugheit und ihrer Stärke. Wir vertrauen der Geschult- heit und Disziplin der österreichischen Arbeiter. Sie werden dieser Krise Herr werden, die schon über ganz Europa ihre Schatten zu werfen beginnt. Kommunistenaufstanü. Blutige Kämpfe mit der Polizei.— Tic Kommunisten greifen das Lokal der Kindcrsrcundc an. Wien, 1k. Juli, g Uhr abends.(Eigener Drahtbcrichl.) Heute vormittag wurde voni Bczirkspolizeikommissariat Hernals die Mel- dung verbreitet, daß die Kommunisten sich bewaffnet haben und im Begriff stehen, das Polizcihaus zu stürmen. Es kam darauf eine Vereinbarung zwischen der Polizei und der Sozialdemokratischen Partei zustande, wonach der Republikanische Schutzbund den Sicherheitsdienst in den Straßen der bedrohten Bezirksteilc über- nehmen sollte. Die Kommunistenkrawalle verstärkten sich. Mit Rücksicht auf diese bedrohliche Situation, und weil es auch vielfach Verwundete auf feiten des Republikanischen Schutzbundes gab, trat wieder die Polizei in Funktion. Der Ansturm auf das Polizeikommissariat in der Rofensteingasse wurde mit Waffengewalt abgeschlagen, wobei wieder zwei Tote und sechs Verwundete.zu beklagen waren. Die Kommunisten halten sich mit Säiußwafsen und lvurs- geschossen ausgerüstet und bombardierten die Polizeitruppen. Ein größerer kommunistischer Trupp, der von einem stadtbekannten Kommunisten geführt wurde, zeichnete sich hierbei besonders aus. Es muß dazu bemerkt werden, daß einzelne kommunistische Führer zu bewafsnetcm Widerstand aufsordcrlen, während die Sazialdcmo- kratische Partei die Parole ausgegeben hat, daß die Bevölkerung in den Häusern bleiben soll. Ein Ansturm der Kommunisten auf das Lokal der K i n d er f r c u n d e(!) wurde durch Eingreifen des Schutzbundes abgeschlagen. Es kam zu einem Handgemenge, wobei das eiserne Gitter gesprengt wnrdc und Angehörige des Rcpublika- nischen Schutzbundes von d.'N Kommunisten mit Gewehren bedroht und verletzt wurden.— Heule nachmittag trat neuerdings der ästerrcichischc P a r t e i v o r st a n d' mit der Ecwerkschafts- kommission zusammen und beschlaß die Ausrechlerhaltung des Generalstreiks der Verkehrsbetriebe, d. h. der Eisenbahn, der Post, des Telegraphen- und Telephon- verkehre. Es fanden mit der Regierung Verhandlungen statt, um in Zukunft explosive Ausschreitungen einzelner Pollzcikomman- danten. wie sie am Freitag vorgekommen waren, zu verhindern. Die Wiener Bevölkerung steht unter dem Eindruck der furchtbaren Ereignisse auf dem Standpunkt, daß die Regierung zurück» zutreten hat, da sie der Lage nicht Herr wird. Nach einer Meldung der Landesregierung des Burgenlandes aus Eisenstadt joll die uivga�ijche Regierung|&.a{ Agz t a i l l o n e kriegsmäßig ausgerüsteter Truppen in Oedenburg kon- zentriert haben. Nach anderen Meldungen sollen auch irreguläre ungarische Truppen zum Einmarsch bereit stehen. Die Familie Tscharman, die Familie der Schattendorfer Mörder, ist nach Ungarn geflüchtet, da ihre Sicherheit im Burgenlande mit Rüchsicht auf die allgemeine Volksstimmung nicht gewährleistet schien. vie Partei über Sie polizei-provokation. tr Wien. 16. 3uli.((Eigener Drahkbericht.f Sonnabend morgen Ist ein Mitteilungsblatt der Sozial- demokratischen Partei erschienen. Das Milleilungsblall enthält eine Darstellung der Vorgänge vom Freitag. Die Darstellung weist mit aller Schärse daraus hin, daß die Provokation durch die Polizei zu dem großen Unglück geführt habe. Troh gegenteiliger Versprechungen des Polizeipräsidenten Schober seien die polizeiatlacken um das Parlament und um den Justizpalast eingeleitet und mit verschärfter Wut fortgesetzt worden. Die Polizeireiter seien völlig besinnungslos in die ältesten monarchistischen Räumungsmethoden versallen, obgleich der Kommandeur der Polizeitruppen sich zunächst bereiterklärt häjte, abzuziehen. Die Polizei habe völlig den Kops verloren. Späterhin haben sie nicht Ordnung schassen wollen, sondern Rache üben. Zuletzt aber haben sie, mit Gewehren bewassnet, in förmlichen Treibjagden aus friedliche Urbeiter, aus im Ordnungsdienst stehende Schuhbundabteilungen und selbst aus Sanitätsmannschasten des Schuhbundes ungeheures Unglück angerichtet. Oer erste Aufruf See Parteileitung. Zn dem Ausruf der Parteileitung und der Gewerkschaflskom- Mission von Sonnabend morgen heißt es: „Ströme von Blut sind gestern in Wien geflossen. Jlic- m a l s hat unstre Stadt ähnliches erlebt. Zn den stürmischsten Kämpfen bei den blutigen Teuerungsdemonstrationen während der ganzen großen Revolution von lglS/lSlS ist in Wien nicht soviel Blut geflossen, wie gestern. Die Freisprechung der Arbeitermörder von Schattendors hat furchtbare Erregung hervorgerufen. Die wilde Auflehnung des beleidigten Rechtsgefühls der Arbeiter hat sich in der Riederlegung der Arbeiz in vielen Be- trieben und durch stürmische Demonstrationen aus der Ringstraße geäußert. Aber diese Demonstraiionen hätten, wie viele frühere Demonstrationen der wiener Arbeiter, ruhig und würdig verlausen können, hätten nicht die kommandierenden Polizei- organe zuerst durch eine sinnlose Reiterallacke. später durch Verhaftung von einzelnen Personen aus der Meng« zu blutigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Wachleuten geführt. Der Schutzbund hat, obwohl er infolge des Vorgehens der Demonstranten erst spät und nicht- in hinreichender Stärke zur Stelle sein konnte, die ungeheuerlich st en Anstrengungen ge- macht, dieses Unglück zu verhüten und das Blutvergießen zu ver- hindern, sowie der Feuerwehr den Zugang zu den brennenden Ge- bähden zu ermöglichen. Es wäre ihm dies unzweifelhaft gelungen, wenn ihn nicht das Verhalten der pollzeiorgane, die nicht Ordnungdienst versehen, sondern Rache geübt haben, gehindert hätte. wir können allerdings nicht bestreiten, daß sich in die große Weng? der Demonstranten auch einige hundert undisziplinierte E l e me n t e gemengt'chSlxen.''habtü�'wie�doch-er- leben Müssen, daß undisziplinierte, teichlserkige Burschen ver unter schwerer Arbeil mit �hintansetzulig des Lebens beiinesenen Opfer- Willigkeit des Schutzbundes Widerstand entgegen- gesetzt haben, wir wollen nicht leugnen, daß diese paar hundert Burschen Vergehen begangen haben, die nicht zweckdienliche Kampfmittel der Arbeiter bilden. Aber die Schuld von zwei, oder dreihundert disziplinlosen Burschen durste nicht an der gesamten Arbeiterschaft gerächt werden. Die wiener Arbeiterschaft und die ganze österreichische Arbeiter- schasl mit ihr können es nicht, und werden es nicht dulden, daß die wiener Arbeiter aus der Straße wie „Wien lacht.. Bon Paul Gutmann. Dar drei Tagen war ich in einer Gesellschaft, wo jemand in der Unterhaltung die Frage aufwarf, wie es denn zurzeit in Wien aussähe. Ein eleganter junger Mann, jener winzigen Klasse ange- hörend, die sich keine Sorgen zu machen braucht, sagte: ,Ln Wien ist das Leben so schön wie je. Wien lacht." Keiner wunderte sich! denn alle waren überzeugt, daß dieses Sonntagskind unter den deutschen Städten trotz der vorhergegangenen Schicksalsschläge nichts anderes tun könne, als fesch und luftig zu sein und zu lachen. Mit Entrüstung wird derselbe junge Mann ein oder zwei Tage später aus der Zeitung entnommen haben, daß es in Wien einige unver- schämte Elemente gibt, die den anderen das Lachen zu versalzen suchen und eine beträchtliche Störung der allgemeinen Zufriedenheit hervorgerufen habe». Das lachende Wien ist eins der genialsten Trugbilder, das die herrschende Klasse eines Landes errichtet hat. Der Durchschnitts- fremde, der nach Wien kommt, lernt eine Stadt kennen, die an Pracht, Eleganz. Vornehmheit nicht ihresgleichen zu haben scheint. Er ahnt nicht, daß ihm eine Art Potemkinsches Dorf gezeigt wird, die sogenannte innere Stadt, der erste Bezirk, nämlich alles das, was sich um die Burg, den Kaisersitz, gruppiert hatte. Hier empfing der Monarch den reichen Adel, der in der Nähe seine Paläste hatte, hier stehen Parlament, die Hoftheater und Ministerien, hier locken aus den schönsten Auslagen die erlesensten Gegenstände zum Kauf. hier sind die Stätten des Genusses und Vergnügens. Früher, vor den Zeiten des Foxtrotts und Shimmys, da man noch nicht in Valencia oder Honolulu das gelobte Land erblickte, ertönte allabend- lich aus Schenken und vom Brettl herab in mehr oder minder musikalischen Klängen das Loblied Wiens und der Wiener, so daß man glauben konnte, in den Gefilden der Seligen zu sein.„Es gibt nur a Kaiserstadt",„Vindobona, gute Mutter, sieh dir deine Kinder an",„Das ist mein Wien" bis zum trunkenen Jubelschrei des Ur- Wieners:„Berkaust's mein Gewand, ich bin im Himmel!" So sah Wien für den ahnungslosen Fremden aus, so lebt es in den Bor- stellungen der Völker. Backhendel und Heuriger, die„Grinzinger" und die herzigen Wiener Modeln, der lustige Fiaker und das treu- herzige Volk, Walzer und Gstrampfter, der fesche Komiker mit dem ewig vergnügten Grinsen, das sind so die Requisiten einer Legende, wonach man sich in Wien wie im Schlaraffenland befindet, dem zwar der leidige Krieg vieles geraubt hat, wo es aber noch immer nach der Devise des alten Couplets hergeht:„Lustig und fesch, a bisserl resch.,. das ist die Stadt, wo meine Wiege stand," Wehe aber, wenn der Freindlinz sich neugierig aus den 'paradiesischen Gefilden des ersten Bezirks nach den äußeren, rings- herum liegenden Stadtteilen, den sogenannten„enteren Grund". begibt. Hier reiht sich in trostlos öden engen Straßen Mietskaserne an Mietskaserne, deren verfallenen Fafladen man den Jammer ihrer »««chu-x anmertt,� g« jtoq; J&ürjägtnt.«nie Ky Hasen abgeschossen werden! Alle Schuldigen an diesem durch nichts zn rechtfertigenden Blutvergießen von der Regierung bis zu dem letzten Polizeiorgan, das sich vergangen hat, müssen zur Verantwortung gezogen werden! wir werden jedoch den Kampf gegen diese Provokation mit allen Mitteln führen, die rechtmäßig und der Arbeiter- schast würdig sind. Es ist Blut genug geflossen, wir wollen nicht, daß nach weiter Blut vergossen wird. Die Mehrheit der Arbeiterschaft lebt im wirtschaftlichen Kamps. Das wichtigste Kampfmittel der Arbeiterschas» ist die Stillegungder Verkehrsbetriebe. Dieses Kampsmittel werden wir zunächst anwenden, daher haben wir folgende Parole beschlossen: l. Die Eisenbahn-, Post-, Telephon- und Telegraphenanstalten stellen in ganz Oesterreich die Arbeit ein und nehmen sie erst aus weitere Anweisung wieder auf. Lebensmittelzüge sind zu führen. Die übrige Arbeiter- und Angestelllenschast stellt in Wien heute. Sonnabend, zum Zeichen des Protestes gegen das gestrige Blut- vergießen die Arbeit ein. Dieser Proteststreik dauert jedoch zunächst nur einen Tag. dann geht der Verkehrsstreik weiter. Die übrige Arbeiter- und Angestelltenschost bleibt vorläufig in Reserve. Sie nimmt nach Beendigung des 24stündigen Proteststreiks die Arbeit wieder aus. von dem Proteststreik sind ausgenommen die Arbeiter und Angestellten aller Spitäler, der Wasserleitungen, Brotfabriken und Bäckereien, Gas- und Elektrizitätswerke. Die Straßenbahn nimmt an dem Proteststreik teil. 2. Zn allen wiener Bezirken hat der Schutzverband permanenten Dienst. Alle anderen Genossen und Genossinnen haben während des Proteststreiks weder auf die Ringstraße zu ziehen noch in den Bezirken Demonstrationen zu veranstalten, die neues Blutvergießen hervorrufen könnten. Ein zweiter Aufruf üer Partei. Wien, 16. Juli, 8 Uhr abends.(Eig. Drahtber.) In einem mittags herausgegebenen zweiten Mitteilungs- blatt erlassen Partei und Gewerkschaften folgenden Aufruf: Die Parole des Parteivorstandes und der Gewerkschaflskom- Missionen haben ihre Wirkung getan. Der Eisenbahnverkehr ist seit Mitternacht in ganz Oesterreich e i n g e st e l l t. Der Post-, Telegraphen- und Telephon st reik ist in ganz Oesterreich durchgeführt. Der Proteststreik der Wiener Arbeiterschaft wird mit Kraft und Würde durchgeführt. Der Schutzbund ist in ganz Oesterreich in Bereitschaft. Wir fordern Euch, Genossen und Ge- nossinnen, auf, auch weiterhin volle Disziplin zu wahren und Euch durch keinerlei Provokationen von unseren Parolen abbringen zu lassen: 1. Eisenbahn-, Po st-, Telegraphen- und Tele- p h o n st r e i k bis auf weitere Weisung. Z>. Heute eintägiger Proteststreik in Wien, dann nehmen die übrigen Arbeiter und Angestellten die Arbeit wieder auf, während Eisenbahn-, Post-, Telegraphen- und Telephonbedienstete weiter- streiken. 3. Permanenzdienst des Schutzbundes in ganz Oesterreich. 4, Keine Slrahendemonstralion,(eine Strafjenansammlungen, Vermeidung oller Zulammenstöße. die zu weiterem Blutvergießen führen könnten, wir werden Genugtuung für den blutigen Tag erlangen. wenn wir diszipliniert zu kämpfen verstehen. Laßt Cfnch von den Kommunisten nicht irreführen! Die Kommunisten agitieren für die sofortige Bewaffnung der Arbeiterschaft. Demgegenüber haben wir folgendes zu erklären: Die Bewaffnung der Arbeiterschaft im gegenwärtigen Augenblick— das hätte unmittelbar den Bürgerkrieg, den bewaffneten Kampf zwischen der Arbeiterklasie und den mili- törischen Formationen des Staates zur Folge. Der Bürgerkrieg keinem Berliner Vorort anzutreffen ist, legen Zeugnis ab von der Armut der Bewohner. Kein Baum, kein Blumenschmuck, nichts, was zur Verschönerung des Daseins beitragen könnte. Das ist nur für die Reichen, die in dem schmalen Gürtel um«>ie Innenstadt oder an den bevorzugten Bergabhängen wohnen. In Favoriten, in Hernals, Ottakring, und wie jene vom werktätigen Volk bewohnten Stadtteile heißen, empfängt den Wanderer das Bild einer so hoffnungslosen Oede, daß er die Flucht ergreist und seinen Traum vom lachenden Wien in der Innenstadt weiterzuträumen sich anschickt. Jene großartigen Versuche, dem Volk würdige Wohnstätten zu be- reiten, die von der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung unter« nommen wurden, jene monumentalen Wohnstätten für das Volk, verdrängen mühsam das beklemmende Gesamtbild einer Stadt, wo der Reiche in Pracht und Luxus lebt, der Arme in übermäßiger Be- schränkung haust.„Das ist mein Wien, mein liebes Wien," dieses und ähnliche Schmeichellieder galten niemal» für jene» elende, ver- kümmerte Volk, von dessen schäbigem Aeußern sich der viel bester gekleidete Berliner Arbeiter keine Vorstellung gemacht hat. Das lachende Wien ist dies verlogene Iahrmarktsschild einer Gesellschaft, die auf einem Vulkan tanzt und jeden Ausbruch dieses siedenden Kraters als eine unerlaubte Störung betrachtet, einer Gesellschaft, die aus vier Kriegsjahren und aus einem in der Geschichte nie er- lebten Zusammenbruch nur das eine gelernt hat, daß es bester ist, sich zu amüsieren als gerecht zu sein. Während aber mit der Legende des lachenden Wiens eine kleine Gesellschaftsschicht sich und die Welt weiter betrog, wuchs ein neues Volt heran, das am Lachen teilhaben wollte, nicht an jenem Lachen, das zur Grimaste geworden war, sondern an dem gesunden, sröh- lichen Lachen, dem heiteren Sinn, der aus den Strömen und Bergen der Heimat kommt. Dieses Volt ist noch jung, aber es wächst und gedeiht, und wenn es in seiner täppischen Kraft mitunter ausbäumt und auch über die Stränge schlägt, so wird der heitere Himmel seines Landes auch diese Kraft in Harmonie umgestalten. Hemier über die Magdeburger Theaterausflellung. Der große sranzösijche Schauspieler, Regisseur und Theater- direttor Firmin Gemier. der den Gedanken des„Welttheaters" so leidenschaftlich vertritt, verössentlicht in der„Comedia" einen Hym- nus aus die Magdeburger Theaterausstellung.„Ihr, die ihr vom Theater und für das Theater lebt," beginnt er,„ihr müßt euch nach Magdeburg begeben, um die Deutsche Theaterausstelluna zu besuchen. Mögt ihr Dramatiker sein, Schauspieler, Regisseur, Maschinist, Deka- rateur, kurz: irgendwie Theatertechniker, so wird diese Reise für euch von größtem Nutzen sein, denn nur in Magdeburg war es mir vergönnt, die erste wirklich vollständige Ausstellung zu sehen, die sich mit den Künsten und dem Gewerbe des Theaters und der Musik beschäftigt." Gemier schildert dann die ganze großartige Anlage, den histori- schen Teil, bei dem er besonder» die Berücksichtigung der fremden Einslüste auf das deutsche Theater hervorhebt, und verweilt des längeren bei dem Kongreß über Theaterbeleuchtung und Theater- Mischt nerie, an dem er teilgenommen Heck, �chniker, unter den« würde bedeuten: 1. neue furchtbare Blntopfer,?. die furcht< barsten wirtschaftlichen Katastrophen der Hungersnot und Ver» großerung der Arbeitslosigkeit, 3. die Preisgabe der Arbeiterschaft! in den agrarischen Ländern, in denen wir schwach sind, an den dort viel stärker bewaffneten Faschismus, 4. die schwerste Gefahr süri den Bestand der Republik. wir wollen nicht erleben, was die Arbeiterschaft in Italien und und Ungarn erlebt hat. Wir wollen darnm alle Anstrengungen machen, den Bürgerkrieg zu vermeiden. Deshalb wollen wir Zusammenstöße mit den bewaffneten For--- mationen des Staates oerhüten. Deshalb wollen wir nicht mit Mordwaffen kämpfen, sondern mit der unblutigen, aber weit wirk- sameren und sichereren Waffe, der Stillegung des Verkehrs. Wir bitten darum alle Genossen und Genossinnen, die kommunisti« schen Provokateure zurückzuweisen und sich streng an die Parolen der Partei und der Gewerkschaften zu halten. Der parteivorstand der Deutschösterreichischen Sozialdemotratte. Die Gewerkschastskommission Oeslerreichs. Ein weiterer Aufruf warnt die Bevölkerung nochmals vor Provokateuren, die durch Verbreitung von allerhand � Gerüchten neue Unruhe erzeugen wollen. � Oer Schutzbund beherrscht die Sahnen. m ü n ch e n. l6. Zu».(WTB.) Die„Bayerische Slaatszeitung� verössentlicht einen Drahlbericht aus Schärding(an der bayerisch- österreichischen Grenze), in dem es n. a. heißt: Die gegenwärtige Situation in Oesterreich ist so, daß die Regierung Seipel dem Ansturm der Sozialdemokraten machtlos gegenübersteht. Sämtliche wichtigen Stellen in Wien find von den Aufständischen beseht. ver Regierung steht weder ein Telephon noch eine Radiostelle zur Verfügung. Zn Salzburg, Linz. Susstein und anderen Städten außerhalb Tirols haben die im Streik stehenden sozialdemokrattschen Eisenbahner teilweise mit Zuzug aus Wien dir Bahnhöfe beseht. Zn Lin, sind im Extrazug Schuhbündler eingetroffen, um die Macht zu übernehmen. Auch die..Münchener Reuesten Rachrichten" er- fahren von zuständiger österreichischer Stelle, daß die Bahnhöfe bis Linz und Innsbruck von Republikanischen Schuhbündlern in Uniform beseht sind, und daß alle össenllichen verkehrsstellen in Wien gleichfalls in der Hand des Schuhbundes sind, der auch die tele. phonischen Verbindungen beherrscht. die Tiroler Landesregierung droht den Streikenden. Znnsbruck, 16. Juli.(WTB.) Die Tiroler Landesregierung hat an die Bevölkerung Tirols einen Aufruf gerichtet, der überall an» geschlagen wird und in welchem es u. a. heißt: Die Landesregierung. welche sich in Permanenz erklärt hat, ruft"«ie ganze Bevölkerung auUj keiner Streikparole Folge zu leisten, um dadurch der Bevölkerung die Schrecknisse des Bürgerkrieges und die damit ver« bundene Gefahr einer Intervention des Auslandes zw ersparen. Gerade in der Zeit des größten Fremdenverkehrs ist es ein unverantwortliches Verbrechen, durch Streikmaßnahmen die letzts■ und beste Einnahmequelle der Bevölkerung zu gefährden. Dcit' Arbeitswilligen in allen Betrieben und Unternehmungen sichert die Landesregierung weitgehenden Schutz mit allen ihre»! Machtmitteln zu. Tcmonstrnti»«Sstvei<«t ln be« Provinzftädton. Mtimhen, 16 Jnks.(WTB.) Die dem Süddeutschen- Kor»j respondeüzbureau zugehenden privaten Meldungen bestätigen, das; in Wien und im übrigen Oesterreich vollkommene Ruhe herrscht. In Graz, so besagen die Meldungen weiter, ist zun, Protest gegen das Urteil im Schattendorser Prozeß in allen Be, trieben die Arbeit niedergelegt worden. Eine große Menschen» menge hat Demonstrationen veranstaltet, ohne daß es dabei zul ernstlichen Zwischenfällen gekommen ist. Demonstrationen der Ar- beiterschaft werden auch aus Bruck und Linz gemeldet: auch hier haben sich keine Zwischenfälle ereignet. sich hervorragende Gelehrte befanden." schreibt� er,„haben uns auf der Bersuchsbühne die legten Fortschritte vorgeführt, die die Apparals der Beleuchtung und Maschinerie einer großen Bereinfochung em« gegenführen: diese Fortschritte, die jetzt vollendet sind uyd deren Ergebnisse man uns zeigte, waren eine unbedingte Notwendigkeit für das Theater. Es handelt sich jetzt nicht mehr darum, Drehbühne und Schnürboden mit neuen Ausstattungen und Versatzstücken aus« zufüllen. sondern das Ziel geht dahin, die Inszenierung zu oerein- lachen, die Zwischenakte aus ein Mindestmaß zu beschränken� den Szenenwechsel immer schneller durchzuführen und absolute Stille während des Spiels zu erzielen. Ich begrüße alle diese Verbesse- rungen, weil ich die Ausstattung auf der Bühne für eine Angelegen- heit zweiten Ranges Halle. Die eigentliche Ausstattung muß in deir bescheidensten Grenzen bleiben. Dem Beleuchter fällt die Haupt» aufgäbe zu, und er ist es, der eine neue Technik schaffen muß...*, Das große Ziel aller dieser neuen Errungenschaften ist es, dis Einbildungskraft des eigenwilligsten Dichters zu befriedigen, dis Phantasie eines Shakespeare oder Musset, dem Text zu dienen und nicht dem Ehrgeiz oder der Eitelkeit des Regisseurs." Diese hohe Aufgabe wird nach Gemiers Urteil von den deutsche» Fachleuten erfüllt, und deshalb werden alle Bühnenleute in Magde-« bürg einen gewaltigen Eindruck von dem Adel und der Bedeutung ihres Berufes gewinnen.„Das Beispiel, das uns diese kleine Stadt Magdeburg gibt, ist großartig," schließt Gemier.„Indem sie die Deutsche Theaterausstellung schuf, die in ihrer Gesamtheit die Ver« wirklichung aller gegenwärtigen Fortschritte unserer Technik enthält» hat sie sich um das Welttheater wohl verdient gemacht." Zahn Schikowski— 60 Zahre. Wer hier die frischen, von leben« digster Anteilnahme und stärkstem Resormeifer zeugenden Tanz- kritiken von I. S. verfolgt, der wird nicht sobald glauben, daß ein nunmehr Sechzigjähriger sie schreibt. Innerlich und äußerlich ist ee freilich so jung geblieben, daß er auch dies Jubiläum nicht zu sürchlen braucht: der Unfug des Aelterwerdens hat ihm noch nichts anhaben können. I. S. ist mit der Parteipresse seit seiner Leipziger. Stu- dentenzeit, da er für die„Leipziger Volkszeitung" mit Steiger und Merian das Muster eines modernen Feuilletons schuf, innig ver» Kunden. Nach seiner Uebersiedlung nach Berlin war er als Kunst» und Theaterkrititer immer in engster Fühlung mit dem Kunst» leben. In der Volksbühne wirkte er lange Zeit im künstlerischen Aus« schuß und neuerdings im Vorstand mit. Seine Humore ließ er im „Wahren Jacob" sprudeln. Wie er zuvor zu den Vorkämpsern des Naturalismus gehört hatte, focht er später mit gleicher Forsche für die neue expressionistische Kunst. Als John Schikowski nach dem Tode Franz Diederichs in unsere Feuilletonredaktion eintrat, schien er manchem Bedächtigen nicht etwa zu alt, fondern zu jung zu sein. Wir wünschen ihm, daß er noch lange mit diesem Verdachte behaftet bleibe, daß er sortsahre, die Jugend und alles Junge zu fordern und mit der Reife des Kenners allein Neuen zu seinem Recht verhelfe. „Zscael",«in älteres Schauspiel des Franzosen Henry Bern- stein, erzielte gestern im L e s s i n g t h e a l e r einen starken, äußeren Erfolg. Mit Schwung knallt der Autor den Antisemitismus guj die Bühne, überzuckert das Problem mit Liebesromanttk und er* weist sich nach kurzer Zeit als ein französischer Sudermann. So, viel Papier ist schon lange nicht mehr geredet worden. Und doch gelingt es Hermann V a l l e n t i n, die toten Worte mtt seinetz Zum frieden in Wien! Aufrufe des Bürgermeisters und der Partei. � In Salzburg verkshren die deutschen Züge bis in den Bahnhof, in dem selbst die Schalter geschlossen und die Zugänge zu den Hallen durch Schutzbündler gesperrt sind. Groher Andrang herrscht zu den Zügen nach Bayern. Der Luftverkehr im Gang. Die Deutsche Lufthansa teilt mit: Der regelmäßige Luftverkehr zwischen Wien und den deutschen Flughäsen hat gestern zwar V e r- zögerungen, aber keine Unterbrechung erlitten Die Flugzeuge der deutschen Lufthansa konnten mit mehrstündiger Verspätung auf dem Wiener Flughafen Aspern sowohl nach München wie nach Berlin starten. Nach Mitteilungen der öfter- reichischen Luftverkehrsgesellschaft glaubt diese, am Montag den flug- planmäßigen Berkchr wieder aufnehmen zu können. tzorthp-Ungarns Maßnahmen. � Stimmungsmache wegen des Burgcnlandes. Budapest, l6. 3ul>.(WTB.) Staatssekretär im Ministerium des Innern Sztranyavszky erklärte Zeitungsberichtersiattern. daß er dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Bah über die aus Anlaß der Vorgänge in Wien getrosfenen Maßnahmen Bericht erstattete. Er faßte den Inhalt dieser Mahnahmen in die folgenden Mortc zusammen: Wir sind aus der Hut. Ein gewissen- haster Hausvater hat, wenn das Haus des Bachbarn brennt, dafür zu sorgen, daß nicht auch sein Dach Feuer sängt. Das tun wir in der h o s s n u n g. daß der Bachbar alles ausbieten wird, um ein Umsichgreisen des Feuers zu verhindern. Seit gestern vormittag überschreiten unausgesetzt Flüchtlinge aus dem Burgenland die ungarische Grenze, um sich aus ungarischem Boden in Sicherheit zu bringen. Ungarische Sanken lösen österreichisches Geld nicht ein Budapest. IS. Juli.(MTB.)(Ungarisches Telcgraphen-Korre. spondenz-Bureau.) Wie die Blätter melden, haben einzelne Budapester Geldinstitute heute früh die E i n l ö s u ng der ö st e r r e i ch i- s ch e n Valuta und die Auszahlungen e i n g e st e l l t. Im Lause des Vormittags erhielten sie aber von der ungarischen National- dank die Mitteilung, daß diese die auf österreichischer Währung lautenden Gelder und Auszahlungen übernehme. Infolge- dessen erleidet der Devisenverkehr in der österreichischen Relation keine Unterbrechung. Kein italienisches Ultimatum über den Brenner- Verkehr. Rom, IS. Juli.(WTB.) Zu der Jnnsbrucker Meldung der „Frankfurter Zeitung", das italienische Militärkommando am Bren- ner habe mitgeteilt, Italien werde seine Transitzüg« über den Brenner nach Deutschland unter militärischer Bedeckung selb st führen, wenn der Bahnverkehr bis Sonnabend abend nicht aufgenommen fei, erklärt die„Agencia Stefan!", daß sich aus den eingeholten Auskünften bisher über diese Meldung nichts ergeben habe. Voltspartei unü Schulgesetz. Die Nationalliberalen melden ihre Vorbehalte. Der offiziöse Pressedienst der Deutschen Polkspartei, die „Pationalliberale Korrespondenz", erklärt, daß die Deutsche Volkspartei bei dex.Keratung des S ch u l g e s e tz e s im Ausschuß nicht koalitionsmaßip gebunden sei. Rcichstagsabge- ördneter Dr. R u n k e l, der Führer der Volksparlei im Kulturausschuß des Reichstages, versichert- zwar, alle Regie- rungsporteien hätten ohne Ausnahme den Wunsch, das Reichsschulgesetz zu verabschieden, fährt dann aber fort: „Ob allerdings inder nunmehr vorliegenden Form, ist f e h r s r a g l i ch, da eine Reihe berechtigter oolksparteilicher For- derungen gar nicht oder doch nur ganz unvollkommen Ausdruck ge- fmrden haben! Im Ausschuß werden diese weiter erhoben wer- deu und dort auch sicherlich mehr Verständnis finden, da ohne die Deutsche Volkspartei ein Schulgesetz nicht zu- stände kommen kann. Auf eine Koalitionsverbin- düng auf anliegendem Entwurf kann sich die Deutsche Bolkspartei nicht einlassen, sie muß sich ihre Stellungnahme zu ollen strittigen Problemen bei den Ausschußbcratungen vorbehalten, wie es ihre Vertreter bei den Vorverhandlungen getan und ihre Minister bei den Schlußberatungen im Kabinett auch zu Protokoll gegeben haben." Es wird dem Zentrum schwer werden, den Preis für seine Zustimmung zum Bürgerblock zu erhalten! Deutschnationale und Deutsche Volkspartei werden den Entwurf sehr eifrig und gründlich beraten— vielleicht zu eifrig für das Zentrum. Ist das Schulgesetz erst einmal angenommen, so sind die Geschäfte des Bürgerblocks auf Gegenseitigkeit ziemlich restlos abge- wickelt, und es besteht dann kein dringendes Interesse des Zentrums am Bürgerblock mehr. Es könnte dann von seiner „Freiheit und Unabhängigkeit" nach allen Seiten hin n e i n t.— Die erste Eventualfrage auf das Verbrechen der schweren körperlichen Beschädigung wurde für alle drei Angeklagten mitKIaundKNein beantwortet, also gleichfalls verneint(weil zu einem Schuldspruch iniudestens 8 Ja»ot- wendig sind). Die zweite Eventualfrage auf vergehen gegen die körperliche Sichcrycit wurde für Joses Tscharmann und Georg Pinler mit 7 Ja und S Bein beankworket; also verneint. Für Hieronymus Tscharmann wurde diese Frage mit 7 Nein und S Ja ebenfalls verneint. Auf Grund dieses Verdikts oerkündete der Vorsitzende den F r e i s p r u ch oller Angeklagten. Sie wurden kurz darauf auf freien Fuß gesetzt. Es scheint demnach ein erbittertes Ringen innerhalb der Jury stattgefunden zu hoben, was durchaus erklärlich ist. wenn man bedenkt, daß mindesten» die Hälfte der Geschworenen dem A r- beiter stände angehörten. Da« ergibt jüh schon am» der Sstw- Vlutopser fallen. Es muß verhütet werden, daß über unsere SCodl eine furchtbare wirtschaftliche Katastrophe hereinbricht, daß der Bc- stand der Republik in Gefahr gerät. Unser Bürgermeister, unser Genosse S e i tz, hat sich entschlossen, zunächst für die Dauer der Gesahren, eine bewaffnete Gemeinde- s ch u tz w a ch e aufzustellen, die dazu beitragen soll, den fluchwürdigen Schießereien ein Ende zu machen, die Ordnung und Sicherheit in unseren Straßen wieder herzustellen. Der Republikanische Schuhbund Hot verläßliche Männer aus seinen Reihen ausgesuchl, die sich zum Dienst in der Gemeindeschutzwache zu melden haben. Die Gemeindeschutz- wache wird das Sicherheit?- und Ordnungsorgan der von der Ar- beiterklaffe verwalteten Gemeinde sein, sie wird unserem Bürgermeister unterstellt sein, sie wird aus Arbeitern und Auge- stellten, aus Mitgliedern des Republikanischen Schutzbundes zu- sammengesetzt sein. Die Ausgabe der Gemeindeschutzwache wird es sein, Zusammenstöße und Gewaltakte, die zu neuem Blutvergießen führen könnten, nach Kräften zu verhüten und dadurch unserem Wien die Sicherheit und Ordnung wiederzugeben, die es dringend braucht, um vor den schwersten Gefahren bewahrt zu sein. Der Parteivorstand und die Gewerkschaftskommission haben beschlossen: Es ist die proletarische Pflicht aller Besonnenen, die in die neue Gemeindcschutzwache eintreten, allen Weisungen des Bürgermeisters und der von ihm berufenen Kommandanten zu folgen, strengste Disziplin zu halten und allen leichtfertigen, disziplinlosen und verbrecherischen Elementen. deren Gehoben immer neues Blutvergießen herbeiführt, mit Festig- keit und Entschiedenheit entgegenzutreten. Von der gesamten Ar- beiterschaft oerlangen wir, daß sie die Gemeindeschutzwache als das Organ unseres roten Wien, als den Beschützer proletarischer Frei- heit, Disziplin und Ordnung ansehen, daß sie die Gemeindeschutz- wache unterstützen und jeder Weisung der Gemeindeschutzwache un- bedingt Folge leisten.- Wer sich dieser proletarischen Wehr gewaltsam widersetzt, ist ein D i szi p li n b r e ch c r, als ein Gelber, als«in Feind der Arbeiterschaft zu betrachten und zu behandeln. Gelingt es proleta- rischen Kreisen, Disziplin, Ruhe und Ordnung im roten Wien wieder- herzustellen, dann wird die durch die Ereignisse der letzten Tage gefährdete Macht st«llung der Arbeiterklasse in unserer Stadt von Arbeitern selbst beschützt gegen alle Gefahren g e st ö r k t und gesichert sein. Die Kämpfe in tzernals. Wien, 16. Juli 12 Uhr nachts.(Eigener Drahtbericht.) Die Kämpfe in hernals waren noch heftiger, als nach den ersten Meldungen anzunehmen war. Bei einem Versuch jugend- licher Kommunisten, die Polizeiwache in der Rosensteingasse zu stürmen, gab es 6 Tole. davon ein Schußbündler, zwei Polizisten. zwei Demonstranten und eine Frau, die am Fenster stynd und von einer verirrten Kugel getötet wurde. Dies war der weitaus schlimmste Zwischenfall des Nachmittags.. Zusammenstöße in anderen Bezirken verliefen wesentlich unblutiger. t Fritz Adler in Wien. Wien, 16. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Der Sekretär der Sozia- listischen Arbeiterinternationale» Gen. Dr. Fritz Adler, ist heute nachmittag aus Zürich im Flugzeug hier angekommen. mengleichheit bei der zweiten Frage. Daß die Hauptfrage mit Dreiviertelmehrheit verneint wurde, ist insofern zu erklären, als ihre Bejahung die Strafe der lebenslänglichen Einkerkerung zur Folg« gehabt hätte, was vielleicht sogar republikanisch gesinnten Geschworenen zu hart erschienen sein mag. Die Verneinung dieser Hauptsrage hätte gewiß nicht genügt, um den Volkszorn zu entfachen. Dagegen mußte schon die Verneinung der zweiten Frage mit Stimmengleichhcil helle Entrüstung hervorrufen. Ganz skandalös aber ist es, daß die Zweidrittelinehrheil nicht bei der z w e i t e n Even- t u a l s r a g e erreicht wurde. Mit Recht schreibt darüber die „Wiener Arbeiter-Zeitung" vorn 15. Juli: „lind sie(die angeklagten„Frontkämpfer") sollen sich im un- klaren darüber befunden haben, daß sie damit für die Menschen, auf die sie mit ihren Gewehren gezielt und geschossen haben, ein« Gefahr für die körperliche Sicherheit dieser Menschen herbeiführen? lind selbst diese Frage ist von einem Teil der Geschworenen verneint worden, von so vielen Geschworncn verneint worden, daß die Freisprechung erfolgen mußte! Nach Ansicht dieser Geschworenen bedeutet es also gor nichts, auf Menschen zu schießen: dos ist, wenn die Schießenden Frontkämpfer sind, wohl ein erlaubtes Jagdvergnügen! Mit Schaudern muh man seststcllen, daß eine Ve r s ch i e b u n g um ein« Stimme genügt hätte, um die furchtbare Tro- gödie zu vermeiden, die der gänzliche Freispruch der drei An- geklagten entfesselt hat! hätten die verneinenden Geschworenen ge- ahnt, welches Unheil sie durch ihr aufreizendes Botum anstisteten, sicher würde mindestens einer vvn ihnen anders gestimmt haben. Damit hätte er mehr als IM Menschen am Leben erhalten, die in den späteren Straßenkämpfen gefallen sind, und eine politische und wirt- schaftliche Krise verhütet, deren Rückwirkungen einstweilen noch nicht abzusehen sind. Die fünf Neinsager sind»m die Verantwortung niib» zu beneiden, die sie auf sich geladen haben! Getrenntes vorgehen gegen pilsuüfki. Die Einberufung des Sejm kann erst später gefordert werden. Warschau, 16. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Da der Sejm- Klub der Polnischen Sozialistischen Partei und der Nationale Bolls- verband den Antrag auf sofortige Einberufung des Parlo- ments getrennt gestellt hoben, konnte sür keinen dieser Ali- träge die erforderliche Unterschriftenzahl(«in Drittel sämtlicher Ab- geordneten) aufgebracht werden. Die Nationaldemokratea unterzeichneten aus demagogischen Gründen den Antrag der Sozia- listen nicht, während die Sozialisten ihr« Unterschrift für den nationaldcmokratischen Antrag, der die Einberufung der parlamen- tarischen Session hauptsächlich für die Erledigung der minder- h e i t sf c i n d l> ch e» Wahlreform verlangt, nicht hergeben konnten. Die Sejm-Parteien sind daher übereingekommen, von einer sofortigen parlamentarischen Aktion abzusehen und erst An- fang August«ine Beratung über gerneinsame Schritte gegen- übet der Regierung abzuhalten, Der organisaterißhe /lufbau öes IGD. Ein Vorschlai, der österreichischen Gewerkschaften. D?r Vorsitzende der österreichischen Gcwerkschaftskommisston, Genosse ch u e b e r, macht zum Internationalen Gewertschastskon greß eine Reihe bemerkenswerter Vorschläge. Zahlreiche der Bestimmungen der Statuten des JGB. werden dem Entwurf chuebers zufolge lediglich dahin abgeändert, dost den Internationalen Berusssekretariaten(IBS.) out paritätischer Grundlage die gleichen Rechte und auch die gleichen Pflichten auferlegt weroen sollen, wie den �andeszentralen. Der JGB. soll sich in Zukunft aus den gewerkschaftlichen Landeszentralen und den IBS. zusammensetzen. Wie aus sedem Lande nur eine Landeszcntral« aufgenommen werden kann, so soll auch für jede Jndustriegruppe nur ein IBS. zugelassen werden. Der Ausschutz soll außer den Mitgliedern des Vorstandes aus einer gleichen Zahl(das heißt je 2) Vertretern der Landeszentrale und der IBS. bestehen, wie sich auch der Kongreß aus Vertretern der Landeszentrale und der IBS..zusammensetzen soll. Gleiche Rechte sollen auch gelten für die Art der Wohl der Vertreter, die Zustellung von Protokollen, die Stimmenzahl usw. Sogar der jährliche Beitrag beträgt nach dem Entwurf Huebcrs für Landeszentralen und IBS. je sechs holländische Gulden für 10)0 Mitglieder. Diese Bestimmung kommentiert chueber wie folgt: „Die vollkommene Einbeziehung der IBS. in den JGB. würde den Vorstand des Bundes aber auch von einer schweren finanziellen Sorge befreien, die den Bund seit seinem Bestand verfolgt. Es würde eine allgemeine Beruhigung eintreten, wenn zu den Er- fordernissen des Bundes in Zukunft auch die IBS. in gleichem Maße wie die Landeszentralen beisteuern. Statt t? Millionen wie bisher könnten sodann 28 Millionen Beitragende in Rech- nung gesetzt werden, ein Ilmstand, der gerode für die Landeszen- trolen von allergrößter Bedeutung wäre. Neben den �Bestimmungen, die eine automatische Gleichberech- tignng der IBS. mit den Landeszentralen bringen würden, ent- hält jedoch der Entwurf Hueber noch Absätze, die nicht nur in der Einbeziehung der IBS., sondern an sich Neuerungen bringen. So wird auf die Zusammenarbeit mit der Soziali st ischcn 'Arbeiter-Jntcr national« ein größeres Gewicht gelegt. Ueber die Ziele des JGB. heißt es in dem entsprechenden Abschnitt, daß die„Durchführung von Aktionen von gemeinsamem gewerk- schaftlichem Interesse, wenn erforderlich in engster Verbindung mit der Sozialistischen Arbeiter-Jnternationale" und die„Verbindung mit der Sozialistischen Arbester-Jnternationale durch gegenseitige Delegation in die Vorstandssitzungen" gestärkt werden soll/ Endlich wird die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen angeregt, „soweit der Klasjenkampjcharakter gewahrt wird"(Entwurf Brown sagt,„soweit es im Interesse der Gewerkschaftsbewegung zweck- mätzig erscheint"). Als ganz neu führt der Entwurf Hueber einen Abschnitt über die Gründung eines Internationalen Solidarität s- f o n d s ein, zu dem die Landeszentralen und die IBS. einen vom Kongreß zu bestimmenden Betrag beitragen sollen, wobei die ein- gezahlten Beträge Eigentum der Einleger bleiben. Jede ein- legende Organisation besitzt das Recht, bei großen Streiks, die bereits dos eigene Vermögen erschöpft haben, und dessentwegen finanzielle Schwierigkeiten eingetreten sind, die ge- samten von ihr eingezahlten Beträge als z in senfreics Dar- l c h e n zu beanspruchen. Bei Streiks, die vom Bunde anerkannt und als unterftützungsberechtigt erklärt wurden, haben die Unter- stützung anfordernden Organisationen das Rech«, den doppelten Be- trag der von ihnen eingezahlten Summen als zinsensreies Darlehen zu fordern. Bei weitergehenden Ansuchen um Darlehen kann vom Vorstand im Einvernehmen mit dem Ausschuß im schriftlichen Wege die Zustimmung der Einleger eingeholl werden, jedoch be> darf die weitere Bewilligung eines zinfenjreien Darlehens der Zu- stimmung einer Zweidrittelmehrheit der Einleger. Die Zinsener- trägmsse des Internationalen Solidaritätsfonds stehen dem Vorstand und Ausschuß zur endgülligen Verfügung. Drei Viertel der Erträgnisse dürfen nur Verwendung finden, um durch langan- dauernde Lohnbewegungen geschwächte Berufssekretariate oder um Landeszentralen, die durch schwere Kämpfe um das Koalitionsrccht in Rot geraten sind, zu unterstützen. Wir Haben zu diesen Vorschlägen, soweit es sich um einen größeren Einfluß handelt, der den IBS. einzuräumen wäre, sowie zur Schaffung eines besonderen Solidaritätsfonds bereits kurz Stellung genommen. Neue Argumente enthalten die Vor schlüge nicht. Etwas anderes ist es, wenn Genosse Hueber wünscht, daß der Zusammenarbeit mit der SAI. mehr Bedeutung beizu legen ist. Ohne daß man sich hier aus Einzelheiten festzulegen braucht, kann man wohl feststellen, daß eine rege Zusammenarbeit, die sich nicht in Abhaltung gemeinsanier Sitzungen erschöpfen soll, nur erwünscht sein kann. J.-S.-J. Schiedsspruch für Köln. 52-Stundcnwoche.— ÄE Proz. Ueberstundenzuschlag. Köln, 16. Juli.(E)TB.) Zur Beilegung der Slreitigkeilen in der Kölner Metallindustrie wurde heute von dem vom Reichs- orbelteminisier bestellten Sondcrschlichler, Oberregierungsrat Dr. Elaßen. folgender Schiedsspruch gefällt: Die regelmäßige wöchenk- liche Arbeitszeit beträgt 48 Stunden. Aus den Sonnabend dürfen nicht mehr als 7 Stunden entfallen. An den Tagen vor den hohen Festen beträgt die Arbeitszeit 6 Stunden. Die Arbeitgeber können nach Anhörung der gesetzlichen Delriebsvertretung eine Verlängerung der Arbeitszeit, und zwar bis zu 52 Stunden in der Woche anordnen. Darüber hinaus können Uebersiunden nur mit Zustimmung der Velriebsvertretung vereinbart werden. Für die Arbcitergruppen, für die im wesentlichen Umfange Arbeilsbereitschast in Frage kommt, können besondere verein. barungen über die Arbeitszeit im Betriebe getroffen werden. Von der 4S. bis einschließlich zur 52. Mehrarbeitsstundc werden 20 Proz. Zuschlag gezahlt. Die Akkorde bleiben unverändert. Die Lohnfachorbeiter erhalten nach Ablauf von vier Wochen den bisherigen Ge- samtverdiensi von 54 Arbeitsstunden, sosern die Akkordarbeiter ihren bisherigen Gesamtverdisnst von 54 Stunden erhalten. Die Abmachungen gelten bis zum 1. Februar 1928 und sind von da ab mit Monatsfrist kündbar. tzollänöische Arbeitslosenversicherung. Der Niederländische Reichsdienst der Arbeits» oscnversicherung hat kürzlich eine Statistik herausgegeben, wonach vom 1. Juli 1017 bis 31. Dezember 1925 etwa 22,1 Mil- lionen Gulden an Arbeitslosenunterstützung allein aus Verbands- lassen in Niederland ausgezahlt wurden. Zlußerdem zahlten die Kassen der Organisationen verschiedenster Richtung an ihre Arbeits- losenkassen in dem gleichen Zeitraum Zuschüsse in chöhe von 922 990 Gulden, wovon 645 999 Gulden an die betreffenden Kassen wieder zurückerstattet wurden. Etwa 23 Millionen Gulden haben also die niederländischen organisierten Arbeiter in achteinhalb Jahren auf- gebracht, um ihren arbeitslosen Kameraden zu helfen, da diese 23 Millionen ausschließlich durch die Mitglieder der Arbeitslosen-- fassen aus Beiträgen erzielt wurden. Dieser Betrag hätte jedoch nicht ausgereicht, um alles Elend' zu lindern, wenn nicht noch das Reich aus eigenen Mitteln in den gleichen achteinhalb Jahren einen Zuschuß von 29,3 Millionen Gulden und die Gemeinden einen Zuschuß von 15,2 Millionen Gulden gegeben hätten. Der Gesamtbetrog der gezahlten Unter- stützung beläust sich also aus 66,6 Millionen Gulden. Zum Ver- ständnis dieser Zahlen muß man sich vergegenwärtigen, daß die: heutige niederländische Arbeitslosenversicherung vom den Gewerkschaften selb st getragen wird und daß die: vorgenannten Zuschüsse den Arbeitslosenkassen der Gewerkschaften gewährt werden, damit diese zu einer leidlichen Unterstützung ohne zu hohe Belastung des einzelnen zahlenden Mitglieds in der Lage sind. Dieses freiwillige Versicherungssystem auf Gnind der Zugehörigkeit zu einer Organisation hat jedoch, worauf unsere niederländischen Genossen schon mehrfach hingewiesen haben, auch seine großen Nachteile. Von etwa 2 Millionen Arbeitern in den Niederlanden, wie sie nach den Ausweisen der Jnvaliditätsversiche- rung vorhanden sind, werden nur 27 5 999 in Verbänden mit Arbeitslosenkassen organisierte Arbeiter davon erfaßt, so daß diese Versicherung nur etwa einem Siebentel der niederlän- dischen Arbeiterschaft zugute kommt. Für die Gewerkschaften ist außerdem sehr viel Arbeit damit verbunden, da die Mit» gliederziffe-'N aus wirtschaftlichen und sonstigen Gründen in Zeiten: einer Krise außerordentlich schwanken. Im Jahre 1925 traten aus den Verbänden mit Arbeitslosenkassen 55 799 Mitglieder aus und 57 699 Mitglieder neu hinzu. Die damit verbundene ungeheure Vermalt u ngsarbeit bleibt zwar den staatlichen und gemeind- lichen Organen erspart, liegt aber nicht immer im Interesse der zahlenden ständigen Mitglieder. Zudem bleibt ein großer Teil der nicht organisierten Er- werbslosen dabei ausschließlich aus Ar menunterstütz ung angewiesen, die natürlich weit kärglicher als die Verbands- Unterstützung ausfällt. Zlllerdings kennen auch die Verbandskassen eine äußerste Grenze, über die hinaus sie keine Arbeitslosenunter- stützung mehr gewähren, aber sie ist immerhin so bemessen, daß in vielen Fällen die anderweitige Unterbringung des Erwerbslosen in- zwischen geglückt ist. Die niederländische Regierung erschbpst ihre heutige Arbeit an diesem Problem unter dem professoralen Arbeitsminister S l o t e- maker de Bruine mit„gründlichen Studien", die sich noch über Jahre hinziehen können, wenn nicht die S o z i a l d e m o k r a- tische Arbeiterpartei mit aller Energie auf eine gründliche Reform der ganzen sozialen Gesetzgebung hindrängen würde. Ueberstundenregelung in üer Leöerwareninöustrie. Zur Neuregelung der Ueber st undenbezahlung fand sür das Gebiet des sogenannten Bundestarifs der Leder waren- sabrikanten(Sitz Berlin) und dem Deutschen Sattler-, Tapezierer- und Porteseuillerverband(Haupworstand) eine Besprechung statt. Es kam zu einer Vereinbarung, wonach jede Ueberstund« mit einem Ausschlag von 25 Proz. zu vergüten ist. Die Rege- lung umfaßt Groß-Berlin, Regierungsbezirk Potsdam, die beiden Mecklenburg, Anhalt, Provinz Pommern, Provinz Sachsen mit Aus- nähme des Regierungsbezirkes Erfurt und das Stadtgebiet München. Im Anschluß daran fand eine Beratung über die Abwehr der sich Häusenden Zuchthausarbeiten in der Lederwaren. brauche statt, die eine immer größer werdende Schmu tz konkur- r e n z darstellen. Verantwortlich kllr Politik: Victor Schift: Wirtschaft:».«liagelhlser: Steiner: Feuilleton: Dr. John Schikowoki: Lotale» und Verlagoanstalt Paul Hierzu 3 Beilagen.„Unterhaltung»ad wisse»"-„Au» der Fiturwelt" AUSWC )Som TISCH- HAUS- UJl» FROTTIER WÄSCHE Einzelne Tischtücher 130x 160, halblein, jacqu. Q OPT Ermäßigter Preis O, HO Einreine Teedecken Damast, weiß m. farbigen Kanten oder glattfarbig Ermäßi�to Preise 90 90 130 130 1.95 3.90 uo /»er 110 WZ.95 Stubenbandtucb Gerstenk., ErmSfl. I-rel» Reinl.'t i r Halb). 48/100 jl 48/100 KQcbenbandtucb Gerstenk., Ermlifi. Preis Reinl. A 1 K Halbl. 48/110 j., 10 48/100 Bettlaken-Kupon Halbl. m. verstärkt. AAiti 1 50 cm breit, 225 cm Ermäßigter P IER WÄSCHE KLE1PER-. SEIDEN- UKB WASCHSTOFFE Kräuseist.-Handtufh Sportstoffe Bastseide K r e p p irnn 1 n" StöS mit �»»t-eide. kariert reine Seide, schSne Streif., /*rk gemustert, vorzflgt. Qual., mit färb. Kanten 50x100■ I Irl and strickariig gewebt 1 B R k? an Ktntt 4 60_ 5 SO � IM P schöne Streifen u. Karosil ErmaBigter Preis X.I7?J Statt big 2.25 If. 1 0 80 cm Statt 4.W—-O.OÜ!■« W Statt Ws 0.95 V.Oil Kräuselstoff- Laken ggSa Kammgarnstoffe Mantelseide Zephir Ermäfliflrte Preise für Mäntel und Kostüme, � u/iS? Mustlr ca"öC�cm O W � relche Streifenauswahl f. /v lanCT aparte Muster u. Farben k|e'ne �"stcr, ca. 90 cm V Hemd.. Blusen u. Kleider i|££ U2 � Orj-TS feaS i30cm statt bis S—Ä. Od statt 8.90-5.90' statt bis 1.10 V.OD I�r Üttl er s t o M Sommerschotten Cr�pe de Chine Satin weiß-bunt kariert ra_ Reine Wolle, � gute Qualität, buntfarbig bedruckt, kräftige Qual. /V__ *50 cm b r e 1 t V QPt aparte Pastellfarbcn-f 4 pr bedruckt, calOOcmbreil Fv«r schüfzen und Kleider fl I QP» E rm äflig ter Preis in. t/O ca. 100cm Statt bis 5.50 1.4:0 statt 7.80-9.80 eF.SV statt bl» 1.45 V. Sei 1.45 �0.85 lendavö ik., Ermaß 1.15 r»0.75 pan Mitte»W weiß-bunt kariert ra i lang JfbQK 150cm breit>�Q--\ reis".»/?! ErmäOigter Prois Isot»e?V BETTWÄSCHE DAMEWASCHE Deckbettbezug 130 x 200, starkfäd. Linon � CT/l Ermäßigter Preis tf.OU Kissenbezug 80x80, starkfädig. Linon D Ermäßigter Preis X.O'f Laken 146x225 cm, Daulas Ermäßigter Preis 4.80 T a g h e m d Trägerform, m. Stickerei- � Einsatz oder-Ansatz| ß pf Ermäßigter Preis 1..00 Nachthemd m. Stick.- Eins. od.-Ans. wD J JT Ermäßigter Preis M.firO Hemdhose mit Stickerei- Ansatz'i /*f- Ermäßigter Preis X.00 0.50 0.55 0.95 I) 4 M EIVKI, EI 911X0 HNP HÜTE Jumperblusen bedruclae Waschstoffc statt bis 1.76 m p rein». Crftpe de Chine, m. Säumchen garniert statt bis 19.50 1.25 12.50 Kleider bedruckt bmwl. Musselin statt bis 18.00 6.50 statt bis 48.00 1 3.70 Mäntel rcinwoll. Stoffe oder. schwarze Kunstseide Damenhut garniert, Filz oder Stroh"i t)(T statt bis 7.75 X.�0 Stroh-Capeline statt biVs.SO 3.70 moderne I> E C K E IV HERREXWÄSCHE HEKRENKLEIDDIVG SS STRUMPF-, WIRK- P1VP STRICKWAREN üaunendeckeu 2-seitig, bunt Perkai, N„ nahtdicht, 150x206 /jltS AA Ermäßigter Prei» Tt«/.vi)' bunt Satin, uni Satin| Ruckseite, nahtdicht, 150/200 ErmäS. Preis_ Reisedecken wollgem. Bandeinfssg.__ 1 Seite kar., 130x170| II Oft Ermäßigter Preis JL XftUtß i 79.50 Oberhemd gestr. od. gemust. Perkai,£% w gefütt. Faltbrust, Krag.,-C V Hl Klappm. Erm äß. P reis tß N achthemd färb. Bes., Oeishaform od..... m. Krag., langgeschnitten l|l| Ermäßigter Prot» im»U" Sportkragen/v weißer RipspikeeiB tyfm ErmäßiKter Preis VeÄlvF Lüster-Sakko schwarz oder marineblau, mit Aermelfutter statt bis 8.50 Windjacke imprägniert Nessel"l J| statt bis 13.25 1 V.IIU Sakko-Anzüge einzelne Stücke statt bis 80.— Ülako-Batist�v Keim. Taschentücher /-v echt a gyptischil �A Serie II ik-a Serie 1 W d � Ermäßigter PrelsFr.f vf 2.Wah|W.oU 2. Wahl V.'itcl Lu xusschuhe für Damen, hellfarbig 1 /%_ statt bis 29.00 M. Tt.OU iv u >lau, m «5.40 i 10.90 M 48.00 M 14.50 Hl Damenstrümpfe Leidenflor, farbig'! Oft Ermäßigter Preis JL.OO Remberg Waschk'seide O PJCT Ermäßigter Preis U,lO Herrensocken Baumwolle, einfarbig£* fi Ermäßigter Preis".Oll Herren-Netzjacken M i t t e 1 g r ö ß e■| OfT Ermäßigter Preis".Otl Herren-Beinkleider. e i nfa rbi g, Mittelgröße l AA Ermäßigter Preis JL.t/" Schlupf beinkleider Wr Damen, K'selde kurze' Form Ermäßigt. Preis 1.25 Dame n-Pullover Kunstseide, gestrickt r! l? Ermäßigter Preis tg.< Bettjacke (.Dam., Reinw., Handarb. TJ O/b Ermäßigter Preis d.t/U Zipfel-Mützen � für Damen, feine Wolle, fl I fi A bunte Ringel Enn. Preis Sonnenschirm« Bademäntel� bedr, Kreton od. K'seide /n_ Qi| eemusterter Frottlcrstoff ä statt 5.90— 10.50 Tl. t/l/ Ermttßigter Preis Trikot- „ G ol d f 1 s (Stg. 0.15) Badeanzug �„ sch", Gr. 42.■ l Fi Ermaß. Preis A.Xtl 13 C2 S P A hl D A U E S SILAS EIL B Ü hl D E T ISIS Nr. 334 ♦ 44. Jahrgang 1* Heilage öes vorwärts Sonntag, 17. Juli 1927 Ir pcuzfl�� �0 »Draht und Kether" hatte die Polizei die Abteilung in der Großen Polizei-Ausstellung überschrieben, in der sie ihr« nach. richtentechnischen Hilfsmittel zeigte.»Draht und Lether' sind die Wege, auf denen die Menschheit mit Blitzesschnelle ihre Gedanken übermittelt. Herr sein über den Raum— nirgends wird da» so voll- kommen erreicht, wie in der modernen Nachrichtentechnik. Und auch hierin zeigt die junge neue Polizei hervorragende». Es gibt wohl keinen Weg auf Draht und Lether, den die Polizei nicht in ihre Dienste gestellt hat. Sie hat begriffen, daß die Leistungsfähigkeit ihrer Nachrichtenmittel immer an der Spitze marschieren muß. daß sie denen überlegen sein müssen, die den Elementen zur Derfügunz stehen, die sie bekämpft. So bot ja dieser Teil dem Fachmann eine fast lückenlose Uebersicht der modernsten Nachrichtenmittel aller Art, und der Laie stand staunend vor diesen Dunderapparaten und lernt« an den anschaulichen Modellen einmal die Bedeutung diese» wich. tigen Hllfsmittel» für die Polizei begreifen und ferner vor allen Dingen die Weg«, die ihn am raschesten mit der Polizei verbinden. Denn die Nachrichtentechnik ist nicht nur ein Hilfsmittel im internen Dienst der Polizei, sondern auch der gegeben« Derbindungsweg zwischen dem Publikum und Polizei. das Polizeifunkwesen. In allen Städten, in denen sich eine Regierung oder staatliche Polizeiverwaltung befindet, gibt e» Pollzei-Auakstellen. deren Der. kehrsmittelpunkt die Hauplfunkstelle Berlin ist. Die Hauptsunkstelle ist nach den neuesten Gesichtspunkten eingerichtet. Ihre Betriebs- zentrale befindet sich im Polizeipräsidium. Maschinengeber und Schreibempsänger ermöglichen eine hohe Leistungsfähigkeit. Auch der Bildtelegraphle hat die Polizei besonderes Interesse zugewandt. In der Betriebszentrole finden wir die einfacheren Apparat« System Lorenz-Korn und auf einem besonderen Stand gegenüber die Bildtelegraphen System Telesonken-llarolus. Mittel» Ouorz. resonaloren sorgt die Polizei für Konstanthaltung ihrer Wellen. Ein Peilgerät vervollständigt da» Bild und weist auf die Ausgaben der Polizei, die Ueberwachung des Funkverkehrs hin. Die Sendestatioa siegt in«Mershof. Ein Modell zeigt die Antennenonlog«. An zwei IGÖ-Meier-Masten hängt eine T. Antenne, die von einem S-Kw.- Maschinensender gespeist wird. Die Empfangsanlage in Lichlerfelde ist mit hochwertigem Empfangsgerät ausgerüstet, die es ermöglicht, die an sich mit geringer Energie arbeitenden Polizei.Funkstellen außerhalb Berlin» mit Rahmenantenne so lautstark zu empfangen, daß noch eine Tonselektion Verwendung finden kann, die zum störungsfreien Arbeiten de» Schreibempfänger» erforderlich ist. Gegenüber diesen Einrichtungen der Hauptsunkstelle muten die der Leitfunkstelle und Funkstellen, die In besonderen Kojen dargestellt sind, sehr einfach an. Di« Leitfunkstellen sind mit einem ÄXl-Watt. Röhrengerät und die Funkstellen mit einem 2S-Watt-Röhrengerät — System C. Lorenz■— ausgerüstet. Das Vrohtvetz. Da» Posizei�unknetz dient in der Hauptsach« Berlin— dem Fernverkehr der Polizei, während innerhalb einer Polizeiverwaltung eigene Telegraphen- und Fernsprechanlagen Der- wendung finden. Die Fernsprechanlagen der Polizei stehen im Zeichen der Automatik. E» scheint, al» ob auch aus diesem Gebiete der Nachrichtentechnik die Polizei allen anderen vorangeht. Di« staatliche Polizeiverwallung Berlin hat ihr umfangreiche» Fernsprechnetz(System Telephon, und Telegraphenbau G. m. b. H» Frank- furt a. M.) fast vollständig ouiomaiisiert, aber auch in anderen Städten befinden sich schon automatische Fernsprechanlagen. Die Polizei hat sich nicht für ein einheitliche» System entschieden, fand man ja doch auch auf der Ausstellung fast olle bekannten Firmen vertreten, die sich mit der Automatik beschäftigen. Die staatlich« Polizeiverwaltung Berlin hat ferner ihr mustergültig ausgebildetes Morse- und Ferndruckernetz. Was nun aber die Verbindung zwischen Polizei und Publikum betrifft, so stellen da die Polizei-Melde- anlagen ein« Einrichtung her, die im Publikum bisher noch viel zu wenig Beachtung gefunden hat. die allerding» auch verhältnismäßig neu ist. Die Versuchsstelle für da» technisch« Zlachrichlenwesen der Polizei zeigt« ja. daß die Polizei weiter gewillt ist, allen Neuerungen aus dem Gebiet der Nachrichtentechnik ihr größte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Di« Versuchsstelle war mit allen Apparaten ausgerüstet, um Neuerscheinungen auf dem Gebiet« der Nachrichtentechnik für ihr« Berwendungsgeeignecheit bei der Polizei zu überprüfen und Versuche in kleinerem Maßstab« selbst durchzuführen. Ein derartiges Aach. richten netz kann nur von in joder Beziehung gut ausgebildetem Personal bedient und verwaltet werden. Der Heranbildung diese» Per.onals dient die Nachrichkenschule Berlin. Der rechte Nach. richtenbeamt« muß schon über sehr vielseitig« technische Kenntnisse verfügen, um allen seinen Aufgaben gerecht werden zu können. Di« Worte, die der pr«ußisch« Minister de» Innern vor bald einem Jahr gesprochen hat.»wir wollen gar nicht fertig sein, wir wollen stet» weiter arbeit«�' gelten auch hierl Ein rabiater Angeklagter. Der»»Korvettenkapitän a. D.* Durch wüste Ausschreitungen eine» Angeklagten wurde gestern die Stille der Gerichtsferien im Alten Kriminal» gerichtsgebäude in Alt-Moabit unterbrochen. Die Szene spielte sich in einem Saal« des Erweiterten Schöffengerichts Mitte ab. Hier hatte sich der. bereits zwölfmal wegen Betruges, Diebstahl» und Unterschlagung angeklagte Agent und angeblich ehemalig« Deck- osfizier W.a l t e r Rausch zu oerantworten. Der Angeklagte be- � nahm sich von Anbeginn der Verhandlung an höchst frech, so daß ihm' Amtsgerichtsrat B u r k e r t mehrmals ein bescheidenere» Benehmen anraten mußte. Die erste Ordnungsstrafe erhielt Rausch, als er einem Zeugen grobe Schimpfwort« entgegenschleudcrte. Da- für erhielt er drei Tage Ordnungsstrafe. Rausch hatte, nachdem er im November 1326 nach Derbüßung einer längeren Strafe freigelassen war, unter falschem Nomen und unter der Bezeichnung»K o ro e t t e wk a p i t ä n o. D.' junge Mädchen anzulocken oersucht, um H e i ra t»' ch w i n d e l« i« n zu verüben. Es war ihm auch gelungen, eine junge Dame au» gutem Hause, die Schwägerin eine» Berliner Stadtverordneten, zu«he- li chem. Zum Glück sür die»junge Frau' ist die Eh«, da sie unter falschem Namen abgeschlosien ist, r e ch t» u n g ü l t i g. Rausch liebt« es, den»Bornehmen' zu spielen und sich aus Kredit elegante Kleider und Wäsche zu bestellen. Eine besondere Neigung halte er für ein Schlemmerleben. Zahlreiche Weinlokale hatte er dadurch ge- schädigt, daß er sich die teuersten Weine und die feinsten Speisen vor- letzen ließ, ohne einen Pfennig Geld in der Tasche zu haben. Der jchwersirviegend« Betrugifall war die gemeine Schädigung einer jährigen Rentenempfänger! n. Die arme Frau wolste 1 ihre letzten Lebensjahre dadurch verbessern, daß sie einige älter« esitzgegenstände zu Geld machte. Zufällig erfuhr der Angeklagte, daß die Greisin 430 Mark besitze. Durch seine Ueberredungskunst veranlaßt« er die Frau, ihm ihr Kapital zu einer»günstigen Anlage' zu übergeben. Das Geld hat der Angeklagte in wenigen Tagen verpraßt. Für diesen- Fall allein, in dem er in gemeiner Weise eine arme Frau um ihr Letztes gebracht hat. diktierte da» Schöffen» gericht dem Sauner 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus zu. Ins. gesamt erhielt er für seine Betrügereien 2 Jahr 3 Monate Zuchthaus, 5„ Jahre Ehrverlust und weitere 100 Mark Geldstrafe. Als Rausch abgeführt wurde, drehte er sich mitten im Gerichts- saal um und rief dem Gerichtshof zu:»Ihr Sch...kerle, ihr Strolche!' Amtsgerichtsrat Burkcrt lieh den Angeklagten noch- mals vorführen, und da» Gericht gab ihm für diese» ungebührliche Betragen eine weiter« Ordnung» st tafe von 3 Tagen. Der Angeklagt« lieh sich aber nicht zurückschrecken. Auf dem Wege zur Die SilberslHroärme 6j Vo» fXezr BeaG lR-chdruck verb»tm SUtoritUcte Ueferfcfeus am» b*m Enzllschrrn e« IrnNa Während er noch in solche Betrachtungen vertieft war, sehr feine Familie—" Die Damer verbeugte sich höflich. Emerson aber unterbrach Fräser barsch und sagte mit einem drohenden Blick:„Er heißt gar nicht French, sondern Fräser, und ist«in ganz unzuverlässiger Halunke, den ich den Händen der Polizei, die ihm auf den Fersen war.«ntrisien habe.' „Das ist ein Irrtum. Der Bogt, der hinter mir Herstes, war einer meiner besten Freunde, der mir nur einige Papiere aushändigen wollte, erklärte Fräser frech und unangefochten. Boyd Emerson zuckte die Achseln:„Schöne Papiere— ein Haftbefehl.' � Die Dame amüsierte sich über die merkwürdige Wendung, die die Borstellung genommen hatte und verhindert« weitere Auseinandersetzungen, indem sie sagte:„French oder Fräser, » Sie sind mir in beiden Fällen willkommen. � Im übrigen wurd? ich gar keinen Wert darauf legen, daß Sie ein Freund des Vogtes in Nome sind: ich kenne ihn nämlich persönlich.' „Er ist auch nicht gerade mein Busenfreund,' sagte Fräser hastig,.av'ir grüßen uns nur auf der Straße.' „Ja, ja. ich oerstehe!' Die Dome lächelte gut gelaunt und fuhr dann fort:„Ich hätte mich Ihnen gleich vorstellen fasten. ich bin Cherry Malotte.'. Alle-- begann Fräser, schloß darauf aber die L'ppen und warf der Dame einen verständnisvollen Blick zu. Emerson sab, dost ihre Augen sich begegneten und meint«, daß , das Lächeln der Frau unnatürlich wurde und ihre Gesichts- färbe sich veränderte. Während Fräser einige Worte des Ver- ständnisses murmeste. wandte sie sich an Emerson und fragte: „Sie sind wohl auf dem Wege zu den Vereinigten Staaten? Wir haben die Absicht, den Postdampfer in Katmai zu erreichen. Ich hatte Fräser der Gesellschaft wegen mit mir genommen- es ist schmierig, in einem fremden Land allein zu reisen. Cr ist allerdings ziemlich ermüdend, manchmal aber kann er auch amüsant sein�".„ „Das ist wahr,' fiel Fräser«in. der sich hier jetzt voll. kommen zu Hause zu fühlen schien,„ich habe ein schlechtes 4m Personengedächtnis'— er warf ihrer Wirtin«inen schlauen Blick zu—„aber ich bin außerordentlich amüsant.' Die Dame wies ihnen jetzt ihre Zimmer an und zog sich zurück, indem sie sagte, daß sie sie bald zum Mittagessen rufen lassen werde. Als sie fort war, spitzte Fräser die Lippen zu einem laut- losen Pfeifen und bemerkte:„Alle Wetter— das muß ich sagen!' „Weißt du. wer sie ist?' fragte Emerson eifrig. „Du hast ja gehört, daß sie Cherry: Malotte heißt. Sie ist sicher eine vornehme Dame." Emerson bemerkte denselben Ausdruck auf Fräsers Ge» sicht wie vorhin, als die Dame sich vorstellte. „Aber wer ist sie und wie kommt sie in diese Umgebung? Was macht sie hier allein?' „Frage sie lieber selbst,' sagt« Fräser, und schweigend reinigten sie sich nach den Strapazen der Reise, so gut sie«s vermochten. Bald kam das Indianermädchen und führte sie durch den langen Gang in das andere Haus. Wie groß aber war ihr Erstaunen, als sie sich aus der primitiven Umgebung des äußersten Grenzlandes plötzlich mitten in die Zibilisation hin- einversetzt fanden. Sie standen in einem wunderhübschen kleinen Eßzimmer, und in der Mitte prangte— o Wunder aller Wunder— ein eleganter Eßtisch wie ein tiefer, blanker Mahagonisee. auf dessen Oberfläche zarte Spitzendecken, strahlendes Silber und funkelndes Kristall schwammen. Kerzen spiegelten sich in der blanken Holzfläche, das Service war aus feinem Porzellan in blau und gold, und die schön geschliffenen Gläser, die bei jedem Kuvert aufgereiht standen, ließen ahnen, welche behaglichen Stunden ihrer warteten. Die Männer waren so überwältigt von diesem unerwarteten Anblick, daß sie für die übrigen Gegenstände im Zimmer gar keinen Blick mehr hatten, nur fühlten sie weiche Teppiche unter den Füßen und sahen, daß die Wände mit einer angenehmen und wohl- tuenden Farbe gestrichen waren. Wenn man lange in unzivilisierten Gegenden gelebt hat. meint man, allen Sinn für eine elegante, schöne und künstle» rische Umgebung verloren zu haben. Wenn man viele Jahre «in Vagabundenleben geführt hat, fühlt man Verachtung für alle feinen, weichlichen, überflüssigen Dinge, an denen man vielleicht einmal gehangen, bis man plötzlich entdeckt, daß man sich dennoch unbewußt in der Tiefe der Seele danach gesehnt hat. Die Berührung von reinem, kühlem Leinen er» scheint einem dann wie die Liebkosung einer vergesienen Frau, und der Klang von Silber und Kristall ist wie Märchenglocken, die der Seele Erinnerungen an vergangene Zeiten entlocken. Und so standen die beiden Männer, die von dem Lebez, in Wind und Wetter und am Lagerfeuer abgehärtet und ge- bräunt, und gewöhnt waren, ihre Mahlzeiten als«ine lang- weillge, wenn auch notwendige Formalität zu betrachten, fprachlv« und verlegen da und bereiteten durch ihre Ber- wirrung der schönen, blonden Frau«in köstkiche» Vergnügen. ,T>as ist ja wunderbar.' murmelte Emerson, iydem er sich plötzlich seiner groben Kleidung, seiner P«lzstief«l und harten, spröden Hände erinnerte.„Ich fürchte, wir passen schlecht in solche Umgebung.' „Das schadet gar nichts/ sagte die Frau,„ich bin ent- zückt, daß Sie mir Gesellschaft leisten wollen, denn«s ist recht einsam, wenn man hier Monat nach Monat allein lebt.' „Donnerwetter, da» ist ein großartiger Wigwam,' be- merkt« Fräser, indem er sich mit unverhohlener Bewunderung umblickte.«Wie haben Sie sich das hier in der Wildnis schaffen können?' „Ich habe meine Sachen aus Rom« mitgebracht-' „Nome!' rief Emerson hastig. «Sa.' „Seltsam, daß wir uns niemals in Nome begegnet sind.' „Ich habe mich dort nur kurze Zeit aufgehalten.' Ihm war. al»»b in den Augen der Frau ein« 5ieraus- forderung lag, doch war er dessen nicht ganz sicher. Sie bat sie Platz zu nehmen und gab dem Indianermädchen, das laut- los hereingekommen war. einen Bescheid. Es war die merk- würdigste Mahlzeit, die Boyd Emerson jemals eingenommen hatte. In dem vergessenen Winkel eines unbekannten Landes, hinter Baltenwänden, wurde ihnen eine tadellose Mahlzeit serviert, und am Tischende saß«ine schöne, elegante Frau, die interessant über mancherlei zu reden verstand. Wieder verlor er sich in Betrachtungen. Wer war sie? Was wollte sie hier ausrichten— und warum war sie allein? Lange aber ging er diesen Fragen nicht nach, er trug zuviel an eigenen Sorgen, um sich mit den Angelegenheiten anderer Menschen zu beschäftigen, und je mehr Verfeinerung und Luxus Cr- innerungen an sein früheres Leben in ihm wachriefen, desto verschlossener und schweigsamer wurde er. Fräser dagegen, der vom Wein glühte, redete darauf los und erzählte alle möq- lichen Geschichten, die ebenso unwahrscheinlich waren, als sie zu seiner eigenen Verherrlichung dienten, und legte vollständig Beschlag aus ihre Wirtin. (Fortsetzung folgt.) Gefängniszelle drehte er sich nochmals um und rief dem Gerichtshof zu:.Und wen» es mich l5 Zahre Zuchthaus tostet, ihr lumpige vogogc kommt doch noch dran. Das soll eine lustige Himmelfahrt werden, wenn ich heraus bin!" Erneut ordnete der Vorsitzende an, dah der Angeklagte auf die Anklagebank zurückgeführt werde. Jetzt setzte sich Rausch heftig zur Wehr. Er schlug um sich, und es entwickelte sich zwischen ihm und drei Justizwachtmeistern und einem Gesängnisbcamtcn ein erbitterter Kamps, bei dem auch Aensterscheiben zertrümmert wurden. Schließlich gelang es den Beamten, den Verbrecher zu überwältigen. Als die Beamten dann ihre Gummiknüppel herbeigeholt hatten und die Anklagebank umstanden, gab Rausch endlich Ruhe. Nach kurzer Beratung beschloß das Gericht, eine weitere Ordnungsstrafe über Rausch nicht zu verhängen, sondern den Vorgang in das Gerichtsprotokoll auszunehmen. Unter den drohenden Gummiknüppeln der Justiz- Wachtmeister ließ sich Rausch jetzt ruhig abführen. Oer OWüent soll für üie Kirche zahlen! Immer wieder unberechtigte Kirchensteuerveranlagungen. Der im„Vorwärts" oft besprochene Skandal, daß Veranlagun- gen zur Zahlung von Kirchen st euern auch Leuten zugehen, die längst nicht mehr zur Kirche gehören, dauert fort. Ein Parteigenosse, der zusammen mit seiner Frau schon vor 19 Jahren seinen Austritt aus der evangelischen Kirche in vorge- schriebener Form bei dem zuständigen Amtsgericht zu Protokoll gegeben hat, ist jetzt mit einer Kirchensteuerveranlagung für 1927 überrascht worden. Steuern sordert man aber von ihm nicht für die evangelische Kirch«, zu der er wenigstens früher einmal gehört hat, sondern— für die katholische Kirche, die ihn niemals zu ihren Anhängern und Mitgliedern hat zählen dürfen. Dasselbe Schicksal ist seiner Tochter widerfahren, die vor acht Jahren aus der evangelischen Kirche in vorgeschriebener Form aus- getreten ist. Auch von ihr verlangt man sür die katholische Kirche, zu der sie niemals gehört hat. jetzt, plötzlich Zablung von Steuern iür 1927. Unser Genosse versichert uns, daß bei den zu Be- steuerungszwecken ausgesührten Personenstnndsaufnahmen der letzten Jahre er stets für alle drei Personen seiner Familie in den Listen die Konfessionslosigteit vermerkt hat. Das hat aber ihn und seine Angehörigen nicht davor bewahrt, noch jetzt mit diesen un- vererbtigten Steuerforderungcn belästigt zu werden. Was soll man gegen ii der solchen irrtümlichen Kirchen st euer Veranlagungen tun? Soll man sie ein- fach in den Papierkorb werfen, ohne darauf zu antworten? Die Kirche und das ihr dienende Finanzamt verlangen, daß etwaige Einsprüche gegen die Veranlagung binnen vier Wochen ein- gereicht werden, in dem vorliegenden Fall bei dem Gesamtnerband der katholischen Kirchengemeinden Groß-Berlins. Die zur Begrün- dung des Einspruches dienenden Tatsachen hat der noch mit einer .Kirchensteuerveranlagung belästigte Dissident selber beizubringen— so steht's in dem Veranlagungslchreiben, das ihm zugegangen ist. Nach dem Gesetz, durch das die Kirche in ihren Steuerangelegen- Helten nicht wie jede andere Organisation auf eigene Eintreidungs- einrichtungen verwiesen, sondern vom Staat bevorrechtet und unterstützt wird, müssen Beweise für die Richtver- pflichtung zur Kirchen st euerzahlung von dem noch mit einer Veranlagung belästigten Dissi- denten beigebracht werden. Die Kirche genießt das an- genehme und bequeme Vorrecht, daß sie nicht nötig hat, den Nachweis der Berechtigung einer für sie ergangenen Kirchensteuer- Veranlagung zu führen. Für die Kirche braucht nur gefordert zu werden, und man darf dann in Ruhe abwarten, ob«in Einspruch kommt und Beweise beigebracht werden. Sogar das Vorrecht ist der Kirch« gesetzlich zugebilligt, daß durch den Einspruch die„Ver- pflicktunq zur Z a h I u n g" der geforderten Kirchensteuer nicht aufgeholten wird. Auch wer seit 20 Jahren keiner Kirche mehr angehört, muß die unberechtigte Zahlungsaufforderung zu- nächst mal gelten lassen und zahlen, selbst wenn er das Geld dazu borgen müßte. Läßt er die Sache laufen, wie sie will, und kümmert er sich um keine Zahlungsaussorderung, dann kann di« vorläufige Begleichung der angeblichen Steuerschuld sogar durch Psäii- d u n a erzwungen werden. Dieser skandalöse Zustand wird nicht eher ein l�nde nehmen, als bis durch Gesetz festgelegt wird, daß die Kirche selber, wie jeder Verein, die Beiträge ihrer Mitglieder ein- zutreiben hat.____ Die gelüsegnenöe Zigeunerin. Eine fast unglaubliche Vertrauensseligkeit. Obwohl immer wieder vor den Schwindeleien der Z i g e u n e- rinnen gewarnt ist, finden ihre Schwindeleien unbegreiflicherweise stets neue Opfer. Das Wahrsogen und chandliniendeuten scheint aus der Mode ge- kommen zu sein. Di? Zigeunerweiber handeln jetzt mit Schnür- senkeln, für die sie eher Absatz zu finden hoffen. Erst gestern machte eine Zigeunerin in der E l i s a b e t h st r a ß e die ansehnliche Beute von 5 0 0 M. Mit ihrem Hausierkasten klopfte sie an die Kllchentür einer Wohnung, in der die Hausfrau allein anwesend war. Als ein Kauf abgelehnt wurde, spiegelte die schlaue Be- trügerin einen Ohnmachtsanfall vor und bat mit„er- löschender Stimme" um ein G l a s W a s s e r. Die Hausfrau wandte sich zur Wasserleitung, und diesen Augenblick benutzte die Zigeunerin� um schnell in di« Küche einzutreten, die Tür zu schließen und sich auf etilen Stuhl zu setzen. Unter vielen Dankesworten trank sie dos Wasser und versicherte dann, daß sie sich schon„viel besser" fühle. Sie wolle sich nun auch„erkenntlich" zeigen und den Segen des Himmels auf die freundliche Frau und vor allem aus deren Geld herabslehen.. Zu diesem Zweck ließ sie sich ein Gel d- stück geben. Mit dem Groschen, den die Hausfrau hervorzog, war sie aber nicht zufrieden und meinte, der„Segen" sür so kleines Geld sei nicht wirksam genug. Die Frau besitze sicher mehr. Die Bemerkung war einSchußinsSchwarze. Tatsächlich holte die Hausfrau ihre Ersparnisse in Höhe von 500 M. herbei und. übergab sie der Zigeunerin. Diese wickelte das Geldpäckchen in ein Taschenluch, murmelte unverständliche Worte und wies dann die Frau an. den„Segen" eine Stunde wirken zu lassen. Nach Ablauf dieser Zeit dürfe sie das Päckchen össnen. Getreulich wartete die Hegen die Hesthlechtskrantheiten! Zu den Matznahmen für die Durchführung des neuen Reichsgefetzes. Das Reichsgesetz zur Bekämpfung der Ge- s ch l e ch t s k r a n k h e i t e n tritt am 1. Oktober b I. in Kraft. Die preußischen Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz sind noch nicht erlassen. Nach Lage der Dinge und angesichts der zahlreichen Mißhelliekeiten, die sich bei dem Widerstreit der Mei- nungen ergeben,, ist sogar damit zu rechnen, daß die preußischen Ausführungsbestimmungen erst sehr spät, womög- lich„kurz vor Toresschluß" erscheinen werden. Um ja notrr-endiger ist es, daß eine Viermillionenstadt wie Beklin, in der bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten ganz besondere Schwierig- leiten zu überwinden sind, sich bereits vor Erscheinen der preußischen Ausführungsbestimmungen mit den eHorderlichen Vorbereitungen sür die Durchführung des Gesetzes beschäftigt. Wie wir hören, steht auch das HauptgesundheitOiml mit den Gcsundheitsverwaltungen der Bezirke bereits in einem regen Meinungsaustausch, um jetzt die notwendigen Vorarbeiten zu leisten. Die vorbereitenden Maßnahmen, die die Berliner Kommunal- Verwaltung sich anschickt, demnächst von sich aus zu trejfen, um- fassen erstens die Beratung geschlechtskranker oder einer Ge- schlcchtskrankhcit verdächtiger Personen. Dann gilt es aber auch insbesondere die Vorbereitungen dafür zu schassen, daß die k o st c n- lose Ausfertigung der„Gesundheitszeugniss e", die der weitaus größte Teil der bisherigen Prostituierten aus Grund des neuen Gesetzes künftig beizubringen haben wird, erfolgen kann. Hierzu ist eine umfassende Organisation notwendig. Als dos Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten verabschiedet wurde, be- trug die Zahl der eingeschriebenen Prostituierten in Berlin etwa elfwusend. In der Zwischenzeit hat die Polizei zahlreiche Prosti- tuierte„abgebaut". Taufende von Prostituierten unterliegen aber auch jetzt noch der polizeilichen Kontrolle rmd werden ihr bis zum Inkrafttreten des Gesetzes unterliegen. Diese Frauen und zahlreiche andere der geheimen Prostitution huldigenden Frauen werden die genannten Gesundheitszeugnisse beizubringen haben. Es wäre nun vollkommen abwegig, eine neue, schier riesenhaft« zentrale Dienststelle zu schassen. Ein befriedigendes Resultat der Arbeit in der Geschlechtskran kensürsorge läßt sich nur dann erzielen, wenn, wie dies ja auch in Berlin— freilich in kleinerem Umfange— bisher der Fall war, dieser wichtige Zweig der Gesund- heitssürsorge, in gleicher Weise wie alle anderen gesundheitssür- sorgerischen Ausgabengebicte, in die gesundheitliche Fürsorgearbeit in den Bezirken eingegliedert ist. Es wäre aber auch gänzlich verfehlt, die bisherigen Prostituierten aus der allgemeinen Fürsorge heraus. zunehmen und für sie womöglich eine besondere große Stätte der sürsoraerischen Betreuung und Behandlung zu schaffen. Es würde dem Sinne des Gesetzes durchaus widersprechen, auf diese Weise die Ausnah nie st«llung der Prostituierten zu verewigen, und es kann gar nicht dringend genug, davor gewarnt werden, eine neue Prostituiertenzentrale zu schaffen. Auch die Er- fahrungen mit der Berliner Obdachlose nsürsorge sind Warnungsstgnale. Es rächt sich bitter, ja, es führt geradezu zu unhaltbaren Zuständen, wenn man große Gruppen mehr oder weniger asozialer Menschen bei der fürjorgerischen Erfassung zu- samnienballt und so die psychologischen Voraussetzungen sür ein Mißlingen der sürsorgerischen Arbeit schafft. Notwendig ist es im Gegenteil, ebenso wie dies dank dem energischen Austreten der so- zialdemokratischen Stadtoerordnetensraktion auf dem Gebiete des Okdachlosenwesens bereits geschehen ist, so auch aus dem Gebiete der Prostituiertensürsorge nach dem Grundsatz der Z e r g l i e d c» rung der sürsorgerischen Zlrbeit zu handeln. Man wird daher gut tun, die aus dem neuen Reichsgesetz sich ergebenden Ausgaben in Berlin in der Weise zu lösen, daß i n jedem Verwaltungsbezirk ein« D l e n st ft e l l�e, in be- sonders großen Bezirken mit einer oder zwei„Filialen" errichtet wird. Es sind Bestrebungen vorhanden, die darauf hinauslausen, das bisher in engstem Zusammenhange mit der Sittenpolizei be- triebene Ambulatorium sür die Behandlung geschlechtskranker Prostituiertsr, unter neuem Firmenschild und anderswo unter- gebracht, künstlich am Leben zu erhalten. Einem solchen Bestreben muß auf das entschiedenste Wider st and geleistet werden. Sollten die preußischen Ausführungsbestimmungen gegebenenlalls erst außerordentlich spät erscheinen, so wird man vielleicht daran zu denken haben, dieses Ambulatorium während einer kurzen Uebergangszeit von höchstens drei Monaten noch bestehen zu lasien. Dann aber muß ihm das Lebenslicht ausgeblasen wer- den. Man muß dafür sorgen, daß der Geist der alten Sittenpolizei, der in diesem Ambulatorium und bei allen seinen Funktionären heimisch war und noch heut« heimisch ist, endgültig ausge- löscht wird, und daß man auf dem Wege der Dezentralisierung der gesundheitlichen Prostituiertensürsorge künftig wirksamere und dem Geiste des Gesetzes entsprechende Arbeit verrichtet. Bei den erwähnten Verhandlungen zwischen Stadt, Kranken. kassen und Landesversicherungsanstalt wird auch darauf großer Wert zu legen sein, daß Beratung und Behandlung sich möglichst in den- selben oDer in eng benachbarten Räumlichkeiten voll- ziehen. Es wäre' durchaus abwegig, wenn man hier aus dem Grunde, iveil für Beratung und Behandlung verschiedene Kosten- träger in Frage kommen, eine gewissermaßen künstliche räumliche Trennung der Erledigung dieser aus dem Gesetz sich ergebenden, eng miteinander im'Zusammenhang stehenden Aufgaben herbeiführen und dadurch für die zu betreuend« Bevölkerung w e s e n t- liche Schwierigkeiten schaffen würde. Man sieht aber auch hieraus, wie notwendig es ist, nicht nur aus dem Gebiete der Ge- schlechtskrankheitensürsorge. sondern aus dem gesamten Ge- biete der Gelundheitssürsorge zu der Bildung von Arbeitspemeinschaften aller aus bem Gebiete des Gesundheitswesens tätigen Kräfte zu kommen, eine Angelegenheit, die aller Voraussicht nach schon binnen verhältnismäßig kurzer Zeit für die Entwicklung des Groß-Berliner Gesundheitswesens von geradezu aus, Ich lag geben der Bedeutung sein dürfte. Vertrauensselige, bis die Stunde verstrichen war, und stellte dann sest, daß statt ihrer ersparten Scheine nur wertlose Schnitzel in dem Taschentuch lagen. Mit einem geschickten Taschenspielertrick hatte die Zigeunerin das Geld verschwinden lassen, ohne daß die Frau das geringste gemerkt hatte. Die Gaunerin war natürlich ü b e r a l l e B e r g e> als der Schwindel ans Licht kam. Sie unter- scheidet sich insofern von anderen Zigeunerinnen, als sie die färben- freudige Tracht, die diese Weiber sonst tragen, abgelegt und sich schlicht g e k l e i d e,t hat. Es kann nicht dringend genug gewarnt werden, den Weibern Zutritt zu den Wohn- oder Küchenräumen zu gestatten, da sie es stets nur auf Diebereien und Schwindel abgesehen hoben. Festnahme eines Budenräubcrs. Den Einbruch in Aufenthaltsräume und Baubuden der Eisenbahnvcrwaltung betrieb als Spezialität ein Dieb, der endlich erwischt werden konnte, als er auf dem Lehrter Güterbahnhof nach Gelegenheit ausspähte. Der Festgenom- mene, ein 27 Jahre alter Emil H., plünderte in den Unterkunfts- Häuschen und Baubuden an den Strecken, in denen die Arbeiter ihre Kleidungs st ücke und andere Sachen aufzubewahren pflegten, alles aus, was ihm in die Hände siel. Nichts war ihm zu gering, was er nicht deS' Mitnehm-ens für wert gehalten hätte. Daß er mitunter recht erhebliche Beträge in die Hände bekam, beweist der Umstand, daß man bei dem Ertappten bare 300 M. vorfand, die er sicher bei Diebstählen dieser Art erbeutet hat. Außerdem aber stahl er aus den Rock- und Manteltaschen die Papiere der Eigentümer, wahrscheinlich, um damit Schwindeleien zu verüben. Jetzt fand man bei ihm z,. B. Papiere aus den Namen „August v. S I y p- R e k o w s k i" und„Rangierer Willy Stein- b a u s". Wo er sie gestohlen hat, ließ sich noch nicht feststellen. Der Dieb ist wegen der gleichen Straftaten bereits früher zu 1% Jahren Gefängnis verurteilt worden, mußte aber wegen Krankheit einer Pflegeanstalt zugewiesen werden. Hier entwich er und nahm leine alte Spezialität sofort wieder auf. Mitteilungen zur weiteren Auf- klärung nimmt die Dienstelle C. 8 im Polizeipräsidium entgegen. Wenn die Wohnung ohne Aufsicht ist. Die Sommerreise einer Familie in der Mülle rstr. 182 nutzten Wohnungseinbrecher aus, um sich ein kostenloies Quartier zu verschaffen. Die Wohnung liegt im vierten Stock, so daß andere Hausbewohner kaum daran oorüberkommen. Als nun gestern morgen der P o st b o t e einige Briesschasten in den Türschlig schieben wollte, öffnete sich zu seinem Erstaunen die Tür, die sonst fest geschlossen gewesen war. Der Beamte ging hinein und sah alsbald, daß hier Einbrecher gehaust hatten. Rasch benachrichtigte er die Kriminalpolizei, und diese stellte sest, daß di» ungebetenen„Logiergäste" gründlich aufgeräumt hatten. Alles, was sie. an Silberzeug, Kristall, Wäsche und Kleidungsstücken fanden, hatten sie zusammengepackt und mitgenommen. Zurückgelassen hatten sie nur wenige ältere Anzüge und Kleider. Aus dem Tisch lagen noch mehrere fertig gepackte Pakete, die später abgeholt werden sollten, lim sich dann zu erfrischen. hatten die Einbrecher den Hahn der Wasserleitung und der Bode- wanne geöffnet und Flaschen mit Schnaps und Bier zum Kühlen unter den Wasserstrahl gelegt. Auch an den Speisevorräten war zu merken, daß die Verbrecher, wahrscheinlich drei Mann, sich schon mehrere Tage in der Wohnung gütlich getan hatten. Der Wert des gestohlenen Gutes wird aus etwa 3 0 000 Mark geschätzt. Mit- teilungen an die Dienststelle B. 2 im Polizeipräsidium. Raffinierte Fleifchdiebftähle. Umfangreiche Fleischdiebstähle, die seit längerer Zeit bei der Firma„Presto" in der Berliner Str. 38 verübt wurden,- fanden ihre Aufklärung. Die Diebe, ein 21 Jahre alter Otto Koczmarek, der früher bei der Firma angestellt war, und ein 25 Jahre alter Rudolf I n t r a u wurden festgenommen. Kaczmarek. hatte durch Bermittlung des Jntrau eine Stepperin namens N e u m a n n kennengelernt, die in dein Hause, in dem sich die Lagerräume befinden, wohnte. Als Kaczmarek und Jntrau arbeitslos geworden waren, beschlossen sie, von der Wohnung der Neumann aus in die Lagerräume einzudringen und zu stehlen. Als die Diebstähle be- merkt wurden, ließ der Inhaber vor die Fenster schwer« Eisen- g i t t e r anbringen. Das war ober für die Diebe kein Hinder- n i s. Mit einer seinen Stahlsäge durchschnitten sie die Gitter und setzten sie nach jedem Beutezug wieder ein, so daß der neue Weg lange Zeit u n b e in e r»t blieb. Bei der großen Menge der Fleisch� waren, die aufgestapelt waren, siel es auch zuerst nicht- weiter auf, wenn einige Stangen mit Speckseiten fehlten. Als die Einbrecher ober zu dreist räub-rten, setzte man die�K r i m i n a l p o l i z e i in Kenntnis und diese ermittelte die beiden Schuldigen. Kaczmarek und Jntrau geben die Diebstähle zu. Gesundbrunnen— Neukölln Ende 1928. Wie wir bereits gestern mitteilten, wird beutender Abschnitt Bahnhos Boddinstraße, Neukölln. Hermannstraße— Schänleinstraße der im Bau begriffenen Untergrundbahn Gesundbrunnen— Neukölln dem Verkehr übergeben. Die Erweiterung des Be- triebes wird in kurzen Zwischenräumen in der Weise erfolgen, daß die Bahn Ende dieses Jahres bis zum Kottbusser Tor in Betrieb genommen werden kann, im Januar 1928 bis zur Neanderstraße an der Jannowitzbrücke und bis Ende 1928 voll- ständig bis Gesundbrunnen ausgebaut sein wird. Die Linienführung der Bahn hat mehrfach Aenderungen erfahren. Her- vorzuheben sind die Einbeziehung des Moritzplatzes, die Heran- schiebung der Bahn an die Untergrundbahnanlagen auf dem Alexanderplatz und im Zusammenhang damit die Berlegung der Spreekreu.zung an die Jannowitzbrücke. Die gesamte Bahnstrecke wird vom Norden nach Süden folgende Stationen umfassen: Ehristianiastraße, Pankestraße, Gesundbrunnen. Voltastraße, Ber- nauer Straße. Rosenthalerplatz, Weinmeisterstraße, Alexanderplatz, Jannowitzbrücke, Neanderstraße, Moritzplatz, Kottbusser Tor, Schön- leinstraße. Hermannplatz und Boddinstraße in der Hermannstraße und Ringbahnhof Hermannstraße. Die gesamte Strecke wird eine Länge von rund 13 Kilometern aufweisen. Jnwiewit sie •fSA''- I Mtngensögsi? IS. wrbehs/tm edern Gustav 1 Monopotdaunen- Oberbett tcni turkiscn rot cdsr(tfi , go/d fra/se jrrfett. intUn- . threnfaroig._ . Seltenes Angebot! i Posten 'Qhepbettbezüge x aus gursm kräftigem ■ Hemdentuch, tont JP/m SS Kaogfen. leOxZOO.�Sxr m Daunendecken, Is frmösisctierBiu- mnpenrsttn schonen Hunten Mustern, mit prima Daunen, 75 SM ÜberBcü&en. Qzo guter Wäschestoff. nut Hoiitsaum rertürt, 150x250. 1 Posten Stichereikissenbezüge �23 60x80, dä&f o\ i Posten Frottierhandtücher und Bade Faken bedeutend im Preise ermessigt.' Wirneredo�erStt ff i— echt cnines,(gett. gesoA) \Oie ideefl Bettfüftung. Pfund späterhin nach Norhen und Süden oerlänciert wird, steht noch dahin. Drei Ueberpanpsbahnhöfe, Alexanderplatz. Kott- b u s s e r Tor und chermannplatz werden die neue Linie mit den vorhandenen Schnellbahnnetzen verbinden und an vier Bahn- Häsen wird sich die Möglichkeit zum Uebcrgang aus die wtadt- und Ringbahn bieten._ Betrügereien eines Juweliers. 9 Firmen geschädigt.— Der«cniorchef flüchtig. Wegen Kreditschwindels, Betruges und Urkundenfälschung wurden ein 21 Jahre alter Juwelier Erich Straczewski aus der Friedrichstraße 52, seine Mutter, Frau Hedwig Straczewski, sein Geschäftsführer Harry Rothschild und der Bücherrevisor S o b o t k i von der Berliner Kriminalpolizei oerhaftet. Der Seniorches des Unternehmens, der 45 Jahre alte Juwelier Bruno Straczewski, ist flüchtig und wird noch gesucht.— Zu diesen Vorgängen erfahren wir folgende Einzelheiten: Die Familie Straczewü betrieb im vergangenen Jahre in der Wallstr. 17/18 ein E n g r o's g e s ch ä s t s ü r G o l d w a r e n und Juwelen und zugleich in der Jerusalemer Str. 3g unter der Firma „G o l d b a z a r" einen Detailhandel. Im April 1927 gab man die Räume in der Wollstraße auf und bezog größere in dein Hause Friedrichstr. 52 im 3. Stock. Die Firma tätigte umfangreiche Ein- laufe:.sie gab eine geringe Anzahl in bar und für den Rest der Kaufsumme Wechsel. Besonders der Seniorchef verstand es ausgezeichnet, die Lieferanten zu„nehmen". Als die Gläubiger statt der Liebenswürdigkeiten Geld sehen wollten, es aber nicht erlangen konnten, machten sie bei der Kriminalpolizei Anzeige. Eine Kontrolle des Betriebes ergab soviele belastende Momente, daß die oben Ge- nannten festgenommen wurden. Dabei machte man die überraschende Entdeckung, daß Erich Straczewski ganze 21 Jahre zählte, während er bei der Polizei sein Alter auf 3g Jahre angegeben hatte. Als die Untersuchung ergab, daß auch Wechsel mit gefälschten Unterschriften in Umlauf gesetzt worden waren, wurden am Tage darauf, also am Donnerstag, Frau Straczewski und der Bücherrevisor Sobotki in Haft genommen. Dem Zugriff der Behörde entzogen hat sich der Seniorchef, der seit einigen Tagen aus seiner Wohnung in der Friedrichstr. 52 verschwunden ist. Mit ihm verschwunden ist sein Prioatauto, ein viersitziger, weiß lackierter Wagen mit roten Rädern. Man nimmt an, daß er sich noch in Berlin aufhält. Wie hoch der Gesamtschaden ist, den die Lieferanten erlitten haben, läßt sich heute noch nicht überblicken. Die Schuldsummen schwanken zwischen 2000 und 18 000 M. Bisher haben sich neun geschädigte Firmen gemeldet. Um die Gehälter für die An- gestellten zu sichern, wird der Betrieb von ihnen unter Aufsicht der Kriminalpolizei weitergeführt. Ausbau der Tierärztlichen Hochschule. Die Institute der Tierärztlichen Hochschule in der Philippstraße sollen eine bedeutende Erweiterung erfahren. Nachdem bereits auf dem umfangreichen Grundstück eine neue chirurgische Klinik erstanden ist, wird nunmehr dort eine Sektionshalle erbaut, in die das pathologische Institut der Hochschule verlegt wird. Die neue Halle dürste im nächsten Sommer fertig sein. Die Baukosten betragen mehrere hunderttau- send Mark. Außerdem soll auf demselben Gelände mit dem Neubau einer»Tierärztlichen Klinik für Geburtshilfe" als- bald begonnen werden. Das Projekt ist soeben von der preußischen Bau- und Finanzdirektion dem zuständigen Ministerium eingereicht worden.. Skelettfund beim Potsdamer Landgericht. Bei Kobelbauarbeiten in der Kaiser-Wilhelm-Straße in Pots- dam fanden Arbeiter gestern nachmittag in der Nähe des Landgerichts ein Skelett. Es handelt sich um die Gebeine eines Mannes mit sehr guten Zähnen. Da die Chaussee schon sehr alt ist, kann das Skelett aus napoleonischer Zeit stammen. Bis zur Stunde steht allerdings nicht mit Bestimmtheit{est, wie alt das Skelett fein kann. Sammelt für Sachsen? Nach Mitteilung der sächsischen Regierung an die Reichs- gefchäftsstelle der Deutschen R ot h i l fe in Berlin W. 8, Wilhelmstraße 62, sind besonders Wäsche, Möbel, Handwerkszeug und haltbare Lebensmittel für die Opfer der Unwetter- katastrophe im Erzgebirge erwünscht. Es wird ge- beten, derartige Spenden unmittelbar an das S ä ch s f s ch e Arbeits- und Wohlfahrtsmini st erium, Dresden- N. 6, Düppelstraße 1. zu senden. Bor allem aber fehlen Geldmittel, um die betroffenen Familien zu unterstützen und ihnen zum Neuausbau ihrer Existenz zu verhelfen. Es sei besonders daraus hingewiesen, daß hie gespendeten Beträge nicht dazu dienen, die öffentlichen Körperschaften zu entlasten, z. B. Straßen und Eisenbahnen wiederherzustellen, sondern lediglich zur Linderung der Not der so hart betroffenen Bewohner der Unglücksorte Verwendung finden. Postscheckkonto Berlin 160 00 0. Geldspenden nehmen außer den bereits bekanntgegebenen Banken auch die Mitteldeutschs Creditbank, die Berliner Handelsgesellschaft und die Preußische Zentralgenossenschastskasse mit den ihr angeschlossenen genossenschaft- lichen Kassen entgegen._ Roheitsakt. Als ein Privatkraftwagen am Sonnabend mittag gegen 12 Uhr den Hof des Geschäftshauses Poststraße 4/5 verlassen wollte, wurde er pflichtgemäß von dem Portier des Hauses, einem 65 Jahre alten Kriegsinvaliden, angehalten und der Insasse nach dem Passierschein gefragt. Der Gefragte rief:„Wir hoben keinen Passierschein" und dann zum Chauffeur:„Fahren Sie weiter". Als nun der Portier auf das Trittbrett des Wagens sprang, erhielt er von einem der Insassen rücksichtslos einen derartigen Stoß vor die Brust, daß er vom Wagen stürzte und sich eine Gehirnerschütte- rung zuzog, die ihn für längere Zeit ans Bett fesseln wird. Die Rücksichtslosigkeit des Täters"wird nicht ungeahndet bleiben. Unsere Genossin Mathilde v. Hofstetten, die am 12. Juli ihr achtzig st es Lebensjahr vollendet hat, bittet uns um Bs- kanntgabe folgender Danksagung:„Allen Genossinnen und Ge- nossen. die anläßlich meines achtzigsten Geburtstages meiner so herz- lich gedacht haben, sage ich meinen wärmsten Dank. Mathilde v. Hof- stetten." Bezirksbildungsausschuß Groß-Berlin. Der Ferienkürsus findet in der Zeit vom Montag, dem 28. August, bis Sonnabend, dem 3. September, in Oberkietzmühle bei Freienwalde o. d O. statt. Genosse Dr. Karl Schröder unterrichtet über„D i e geistigen und sozialen Strömungen des 19. und 2 0. Jahrhundert s". Die Unkosten betragen einschließlich Fahr- geld, Unterkunft und Verpflegung 30,50 M. Anmeldungen erbitten wir möglichst bald an unser Bureau. SW. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr. rechts, Zimmer 8/9.— Die Bibliothek ist während des Monats Juli nur Donnerstags von H6 bis �>8 Uhr geöffnet.— Einlaßkarten für den Besuch der Treptower Sternwarte sind zum Borzugspreise von 60 Pf. in unserem Bureau zu haben. Der Film des Kieler Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands„Die Kieler r o 1 e Wache" läuft bis Dienstag der kommenden Woche in den„U h u- L i ch t s p i e l e n", Neue Schönhauser Straße 12. Der Besuch dieses Films lohnt sich um so mehr, als als Hauptfilm der Film der französischen Revolution „Danton" und als Kulturfilme„Kannibalen" läuft. Allen Genossen und Gesinnungsfreunden sei daher der Besuch empfohlen. Der Reichsverband der kleingartenvereine Deutschlands hält am 30. und 31. Juli seinen fünften Reichs-Kleingörtnertag im Palmengarten in Frankfurt am Main ab.' Diese Tagung soll allen Behörden die kulturelle, volksgesundhcitliche und städtebau- liche Bedeutung des Kleingartenwesens vor Augen führen. Zu diesem Zweck wird neben einer Reihe von Vorträgen hervorragender Per- sönlichkeiten auch eine Ausstellung von Bild- und Planmaterial über die Entwicklung des Kleingartenwesens veranstaltet werden. Die Gutachten im flubele-prozeß. Widerspruchsvolle Ansichten. Im Aubele-Prozeß äußerte sich über die Verhältnisse im Ost- bahnhos Professor Dr. Halter von der Technischen Hochschule in München. Der Bahnhof entspreche zwar nicht mehr den modernen Anforderungen, aber Zusammenstöße seien ausgeschlossen, wenn die Sicherungseinrichtungen funktto- nieren, die Signale beachtet und die Bremsvorrichtungen der Züge richtig bedient würden. Eine Reihe weiterer Zeugen, in der Haupt- fache Lokomotivführer, äußerten sich dann noch über Unregel- Mäßigkeiten in der.Signalgebung, was den Vor- sitzenden zu der Feststellung veranlaßte, daß derartige Fälle das Lokomotivpersonal unsicher machen müßten. Von den weiteren Sachverständige/ngutachten ist das des Loko- motivführers a. D. N i e m a n n besonders interessant, da er vor ollem über Unregelmäßigkeiten im Signalwesen be- richtet, ein Gebiet, auf dem er als Schriftführer des ehe- maligen Deutschen Lokomotivführeroereins große Erfahrung besitzt. Riemann legte am Sonnabend ein Verzeichnis vor. das aus den letzten zwei Zahren im ganzen Reich nicht weniger als 40 Fälle registriert, in denen zwei Züge in ein- und dieselbe Blockstrecke eingefahren find. Anschließend daran gab er seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß von einer absoluten Zuverlässigkeit im Signalwesen nicht gesprochen werden könne. Reichsoberbahnrat H e n n s ch gab sein Gutachten dahin ab, daß im Blockwerk alles in Ordnung war. Oberingenieur L a u b e r untersuchte die Möglichkeit, ob die beiden fraglichen Signale aufFreieFahrt gestanden hätten. Nach eingehenden technischen Erklärungen und Demonstrationen an den Modellen kam er zu dem Schluß, es gäbe für ihn keine andere Mög- lichkeit, als daß Aubele das Signal überfahren habe. Man lönne aber die Vermutung nicht von der Hand weisen, daß Aubele, nachdem er das Signal übersehen hatte, beim Weiterfahren durch die Einfahrtssignale des Ostbahnhofs getäuscht worden sei. Selbst bei tüchtigsten Führern könne die Aufmerksamkeit einmal für 10 bis 20 Sekunden erlahmen. Die Frage, ob die Täuschungsmög- lichkeit z. B. durch Ueberstrahlung des roten Lichtes durch ein gelbes vorliegen könne, verneinte der Sachverständige Die Berhandlung wird Montag fortgesetzt. AI. Deutscher Krankenkassentag. Ueber IV Millionen Versicherte im Hauptverband. Der 31. Deutsche Krankenkassentag, die ordentliche Jahres- Versammlung des H a u p t v e r b a n de s deutscher Krankenkassen e. V., Berlin-Charlottenburg, findet vom 24. bis 26. Juli in Königsberg i. Pr. statt. Die Tagesordnung sieht u. a. Vorträge über die J�nternationale Ar- beitskonferenz von Dr. Stein, Referent des Internationalen Arbeitsamtes in Genf, über Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitssllr- sorge von Direktor Dr. Schwäeres und Chefarzt Dr. Pryll, Berlin, vor. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten Dr. Röschmann wird über das G e-s e tz z u r Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten sprechen. Ferner sind vorgesehen Vorträge über sozialhygienische Volksbeleh- rung, Säuglingsfürsorge und Mitwirkung der Krankenkassen bei der Bekämpfung der Berufskrankheiten. Der Hauptverband deutscher Krankenkassen umfaßt weit über 10 Mil- l i o n e n Versicherte und ist damit die stärkste Krankenkassen- organisation Deutschlands und der ganzen Welt. Ueber die Hälfte der Krankenversicherten in Deutschland sind in ihm vereinigt. Unwetter ringsum! Auch die beiden schlesischen Provinzen sind jetzt von schweren Unwettern heimgesucht, deren Auswirkungen sich bi» zur Stunde noch nicht übersehen lassen. Besonders schwer häuften sich die Unwetter in der Liegniher Gegend. 3n Reuburg schlug der Blitz in eine Menschengruppe, die mit Kartosselhacken beschäftigt war. Die Frau des Kutschers Linke wurde auf der Stelle getötet. Ueber Breslau ging gestern früh zwischen 7 und 8 Uhr ein schweres Gewitter mit Ihstündigem wolkenbruchartigen Regen nieder, der abermals neue Ueberschwemmungen verursachte. Namentlich die tiefer gelegenen Unterführungen unter der Stadtbahn sind durch die angestauten Wassermassen unpassierbar ge- worden, so daß der Verkehr von den Vorstädten nach der Stadt teil- weise abgeschnitten ist. Ein schweres Unwetter mit wolkenbruchartigem Regen ging auch an der d e u t s ch- h o l l ä n d i f ch e n Grenze zwischen Cleve und Nijmegen nieder. Der mit Hagel oermischte Regen richtete schwere Verwüstungen an. Aus dem Wege von Zyfflich nach Wyler sind fünfMetcr tiefeRinnen entstanden. Ungeheure Wasser- massen wälzten sich von den Höhen dem Wyler Meer zu. Die tief- liegenden Weiden sind überschwemmt. Die Straße Cleve— Nijmegen ist unpassierbar. In den holländischen Ortschaften Beck und Erlekum bei Nijmwegen schlug der Blitz in zwei Höfe, die beide niederbrannten. Weiter wird über neue Unwetter in Nicdersachscn berichtet, die mst Gewittern und wolkenbruchartigem Regen in den Gegenden um den Harz, im Leinetal, in Slldhannover und in der Lüneburger Heide niedergingen. Erneut wurden große Schäden an der Ernte angerichm. Blitzschläge haben z a h l r e i ch e F eue r s b r ünst e im Gefolge gehabt. Besonders Hein gesucht wurde der Solling, wo durch die Wassermassen mehrere Brücken weggerissen wurden. Bei Neu- Haus hat Hagel die Ernte vernichtet. Wie üer Zlieger Säumer endete. Bereits in unserer Sonnahend-Morgenausgabe konnten wir den Tod des kühnen Fliegers Bäumer melden, der mit seinem Apparat in den O e r e s u n d bei Kopenhagen stürzte. Jetzt werden nähere Einzelheiten über Bäumers letzten Flug bekannt. Der Flieger wollte nach einer Aeußerung zu einem Freund eintn Höhen rekord aufstellen. In 5000 Metern Höhe brach er jedoch den Flug ab, machte alsdann R o l l i n g s und ging anschließend ins Trudeln über. In 3000 Metern Höhe kam die Maschine wieder in die hori- zontale Lage, flog dann weiter bis zu einem abermaligeix Trudeln das Bäumer nach seiner vorherigen Aussage und Ankündigung über 1000 Meter erstrecken wollte. Die Maschine kam dann nicht mehrins Gleichgewicht, trotzdem in 800 Metern Höhe mehr- mals etwa eine Sekunde lang Vollgas gegeben wurde. Bäumsr stürzte mit dem Kampfeinsitzer in den Sund und konnte erst in den ersten Morgenstunden mit der Maschine zusammen geborgen wer- den. Die Leiche, die abgeschnallt und verstümmelt vorgefunden wurde, wurde in einem Raum der Rohrbachbaracke in Kopenhagen aufgebahrt. Ueber die Ursache können nachträglich nur Ver- mutungen ausgesprochen werden. Wahrscheinlich hat Bäumer i.n- fps g e der etwa 3 5 m a Ii gen U w d r e h u n g des Flugzeugs die Nerven verloren und, um die Maschine wieder in die horizontale Lage zu bringen, nicht genügend Vollgas gegeben. Darauf läßt der mehrmalige Versuch in etwa 300 Metern Höhe, der allerdings viel zu kurz war, schließen. Eröffnung der Bäckerei-Fachausstellung. In Gegenwart des preußischen Wohlfahrtsministers und eines Vertreters des Reichs- ernährungsministcrs wurde die Große Deutsche Bäckerei-' fachausstellung, ein Unternehmen des Germnnia-Zentxalvsr- bandes Deutscher Bäckerinnungen, durch Oberbürgermeister Bracht, Essen, eröffnet. Die Ausstellung ist die größte ihrer Art in ganz Eüropo. In acht großen Hallen sind alle Gewerbe und Industriekreise vertreten, die sich mit der Volksernährung, soweit sie Beziehungen zur Bäckerei haben, vertreten. Die Ausstellung, die vom 16. bis 3l! Juli dauert, kann als glänzend gelungen bezeichnet werden. weihe des Ralursreundehaufes königstein. Im Rahmen eines Gautresfens der Naturfreunde des Gaues Sachsen wurde das neue Naturfreundeheim in Königstein in der Sächsischen Schweiz ein- geweiht. Ueber 3000 Naturfreunde, darunter viele Gäste aus der benachbarten Tschechoslowakei, hatten sieh dazu eingefunden. Gauleiter Hans Frank gedachte in seiner Begrüßungsansprache der T o d e s- opfer der Unwetterkatastrophe im benachbarten Erz- gebirge. Die Weiherede hielt Steinbexger, München. Der Vertreter der sächsischen Regierung überbrachte eine Spende von 1000 Mark. Schlesisches Raturschuhgebiet. Durch ministerielle Verfügung ist das im schlesischen Kreise Schönau an der Katzbach gelegene Rittergut Maiwaldau einschließlich der im Kreise Löwenberg gelegenen sogenannten„Löwenberger Schweiz" zum Naturschutzgebiet erklärt worden. y//////////////////////////////////////////////////////����� Spangenschuhe, weiss— Leinen................. so lange Vorrat H a I b s c brniin and schwarz echt Boxcali und Che- vreau........ Gr. 35—37 Spangenschuhe für Kinder, farbig, echt Che- vreau........ Gr. 18— IQ Seglerschuhe mit angegossener Gummis j(de, Gr. 36—42.............. so lange Vorrat Span gensebuhej imitiert Schlange, auch grau gestreift, sowie prima weiss Leinen mit 1 und 2 Spangen...... Damens?lcfcl echtChevr. u. Boxcalf echt rahmeng. Spangenschuhe f. Kinder_ braun Rindbox 31-34 so lange Vorrat Spangenschuhe braun Spez. Chevreau, auch in prima Lackleder Tennisschuhc. mit extra starker Crepcgummisohle Spangenschuhe braun Imi-- Uerte» Krokodilleder......... lauge Vorrat Spangen- u. Zugschuho blond und ff ran, echt Chevreau in hochfeinen W � v$T Ausführungen, mit Louis XV. und amerikanisch. Absatzen Rest paare in entzückenden Ausführungen............ go lange Vorrat Spangen: braun Boxcalf, der beliebte Trotteurschuh, auch echt Chevreau, In den neuesten kar den........... Spangenschuhe, grau Kalbleder, ferner hochwertige Linzelpaare................ so lange Vorrat s ln der letzten Woche unseres Saison- Ausverkaufs haben wir weitere| erhebliche Preiserm&ssigungen vorgenommen, Herren- Halb schuhe echt Boxrind, echt rahmengenftht.......... Spangenschuhe, echt Chevreau, fclnfarblg, auch In prima Lackleder, Troll eurschuhc, braun Boxcalf, in eleganten Ausführungen.............. so lange Vorrat Versand nach aiisseriialb unier Nachnahmt oder gegen Voreinsendung des Bttragei He»*- and Einzelpaare spottbiUig!| A1teafg.A Schubhmia gj�fiisnlJra&ragss J WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstr, Rosenthaler Str. Moritzplatz Soweit Verrat In dieser Woche EXTRA-PREISE IMMMIIIIUWWW>WWWWi>>llI!W!iWiIIM B iIiilliaiUlllUllillllllllUlillilllllllllllUUlllllllllllllUllUllli Porzellan- Kaifeegeschirr„Jlse" Kaffeekannen 255bi»425 Teekannen.. 2ss di,4is Zuckerdosen Iis bis 190 Milchtöpfe 85 Pt bia 135 TaSSen>/,stJirk65 dünn 85 Pf. Teller 19 cm.. 60�. Glas Preßglasservice„Meintraube'' Kompottschalen geschweift rund 3 Ob* 2 45 SOS 2 60 Teller 15 cm Durchmesser 3 5 Pf. Teller N cm Durchmesser 226 Vasen.... 68pf.dis l36 Lutterg locke I75 Weiß Porzellan mit FeMem Dessertteller.....22pl Kaffeekannen 5OS130 Terrinen.w/ 2 96 3 75 Teekannen... 70pf. 105 Kartoffelnapf...... 190 Milchtöpfe.. 10 � 60 Pf, Saucieren... SSbS I20 Zuckerdose____.-lOpt PlattenEÄ�sTr 70!-, 190 Butterglocken 60, 70pt Lalatieren.. 5 5 bb 9 5 T asse :♦• «. 15 pt Teller weiß Porzellan mit Fehlern, flach 26 w. Mrf28pt.] POrZ ellailf Feston m, breit. Goldrand u, Linie Speiseteller tiefodflach 58 pt Terrinen"?� 725 ws Qso Dessertteller 40 Pt Kompotteller 30 Pf. Kartoffelnäpfe"iä, 825« Kartoffelnäpfe 0Sn 435 an Saucieren.. l75bjs 2 85 Salatieren2595pf.bb 825 Platten ovai... von 95pf.« Platten rund, tief oder Lacb 235 Steingut Schusseln bUSatr7Stück 175 Küchengarnitur StS 7 75 Zwiebel- 65 pl Schmalz- od. Buttordo«« 5 5 pl Salzmeste farbi«.t, 85 pl Aschschale ÄJl 22pl Wurstkasten rr...t los Waschgarnitur 2 95 Küchenetagere d-/.. Steingutkist, weiß, blaue Schrift I/ Hartsteingut mit kleinen Fehlem Speiseteller S"1 18 Pt Speiseteller ÄS 25pi. Wasserkrüge™ 120.« Waschbecken von elfenbein von 195 an. Kaffeeservice p«»«»»» 4*« s«« ät* Tafelservice oenonaa�A.. n 9 Teile,»Ur 6 Personan S" t.12Per». Q/O J 2, Teile, für 6 Personen 13'* 5 MSPers. VI M 27 cm. mit yl K Henkel, dekor. T" O PL Tasse coSLd 28 pt Obstschale Äe�eÄ 45 pl Obstteller b?JÄdS&. 45 pl Kuchenteller WasserbecheriO o, I Bierbecher| Kompotteller dünn, glatt B ww| leicht geschliffen B ÄB 5*T» J Sonne, gepreßt ARBEITER. SPORTLER! SOEBEN ERSCHEINT: Dr. Julian Mareuse Die Hygiene des Arbeitersports Aus dem Inhalt: Einführung— Was ist Gesundheit?— Im Pulaschlag des Lebens— Woiu Muskeln?— Mensch und Sport— Was erreichen wir durch den Sport?— Methodik und Hygiene der Leibesübungen— Schlufiwort Kartoniert 2,75 Mark Zu beziehen durch Jede Volksbuchhandlung oder direkt vom Verlag J. M. W. Dletz Nachf., Berlin SW 68, UndenstraBa 3. \Ae?cft GM-, f> nur Wi wochH. MßM �Teihi.. /(un verbindL SHERLGCK-GES.mb /i 54*Hackeich&- hiorki 2-J 3 Und dann die — Lebensgefahr! Viele Radfahrer, die auf billigen Maschinen sitzen, sind sich der großen Gefahr oft gar nicht bewußt.— Glauben Sie denn, daß ein billiges Fahrrad das gleich gute Material haben kann, wie die Marke NSU?—/—? Unmöglich!— Der Preis regelt sich nach der Beschaffenheit sämtlicher Einzelteile. '— Wenn während der Fahrt das Lenkrad bricht, muß man Glück haben mit einem billigen Rad. Lassen Sie sich nicht täuschen. Kaufen Sie das gute Rad, kaufen Sie NSU. Es ist das Beste, was Sie tun können. _ NSU Greif zu! aN S U" Vereinigte Fahrzeugwerke A.-G., Neckarsulm mN S U" Versandlager Berlin SW61, Belle-Alliance-Str. 92 300 Landparzcllcn ganz neu erschlossen, von 60 Pf. und M. f.— pro Om an, direkt am Bahnhof Ahrensfelde II verkauf tüglieh im Bahnhofsrestaurant Büttner. Noch ca. 200 Landparzcllcn ca. 20 Min. v. Bhf. Fredersdorf, Q m v. 40 Pf. an. Verk. Sonnt, Dienst u. sonnabends i.Restaur.„Zu den drei Linden" Bieter, Berlin C. 25, Gontardstr. S. Genossen'ind-,rdlAufnahnv,b' i Sturm, Allrode I.Harz MOBEli auf TeilzaMun� bis 18 Monate Schlaf«, Speise, n. Herren. I Zimmer.NuBbaum- 1. Eintel- mühet sowie KQchea, welfl und lasiert in guter Onall- tätsware zu enorm billigen Preisen im Möbelhaus Suchlich KottbQSserDamm77 Straßenbahn; 27, 28, 29, 36, 47, 48, 98, 128, 132, 143, 1,8. tn"'." C*-''' LumHerjasKs und Pullooer M. hoch wer f..«leg. Ware, 1, neuen Fnrb., letzt aar Ä V O SfficR-Jumper-Klßlder 19- an« gutem Material, feine Farben, letzt war ©adlet koniasfr. zarzc i.StocK Ein grober Poiten wetterfester J. M-M Harieitei Oorai-M 1 II- voriOgllAer Qualllit oodi w groben Wellen... letzt nur JtL G Ein nngebeuer groier Posten wundervoller farbiger Voile-Kleider mit Spitzen- und Falten-Garnlerung. auch In groben Welten aar §: Ein ungewöhnlidh großer Posten selten schöner, eleganter reinseidener mit langen Ärmeln. In wundervollen Druckmustern. in großen Weiten............... Jetzt nur 39-— t,V. w vrtt.l itvai£*v/»i.a o O V., 1 v», auivz.w, V,.,- v.» Grene de üiiiiie-Eleider 2t Ein enormer Posten hocheleganter 4yf Kb Velvet-Mämtel#i|- bester Qualität. In mod. Macharten, ganz auf Futter, jetzt nur WMM# Ein großer Posten außergewOhlich schöner karlcfler Meiel Freskostoffen, ganz auf reinseidenem Füller.. aus den so beilebten reinwollenen .. Jetzt nur 2t Oer Siemm \Sgmi�smkim�\ ist der klare Beweis jür die unschlagbare PreisafBrhigM meiner fingehete! Nur eine Firma, deren LeisiungsfäJilgkeU auf höchster Stufe siehi.kann Derartiges bieten/ flso hemmen Sie zur Sibiaßmoihef €s lohnt siih! Etwas Außergewöhnliches! Ein Posten selten schöne? ßamass�-Nänlel Schwarza Kunstseide, glatt und modern gemustert(esdw. Gatte Formen............ Jetzt nur 29.—, 15.— 12 Ungcwühnlidi reichhaltig Ut mein Lager ta A Seiden PifisdiinänlelR 411' bezter Qualität Audi In groben Wellen...... jetzt nur q Ein ungeheuer grober Pesten selten sehOner Imprägnierter Niste! W Berreoslosea Einheitspreis.... In großen Wellen.. ..-.Jetzt . Jetzt nur 29.», 25: Ein Riesen posten� flotter, streng moderner aus feinen Wollstoffen Kostüme in neuen Farben. Jadcc auf Futter Jetzt aar auf reinseidenem Futter............. 25.— 15 Beginnt t. 7. Nr. 354 ♦ 44. Jahrgang 2.' Oeilage Ses vorwärts Sonntag, 17. Juli 1927 Textiltonjunktur und Inlanösmartt. Weltwirtschaftliche Umschau. In keiii«m Industriezweige Deutschlands ist der Wirt- schastsausschwung so deutlich, wie in der Textilindustrie. Hier herrsch! seit Monaten eine ausgesprochene Hochkonjunktur. Vergleicht , man die Ziffern der Arbeitslosen und Kurzarbeiter in der Textil- industrie vor einem Jahr und heute, so kann nion die ganze Tragweite des Umschwungs ermessen. Im Mai vorigen Jahres waren vom deutschen Textilarbeiterverband 19,9 Proz. Mitglieder voll- arbeitslos und 50,9 Proz. Kurzarbeiter. Dollbeschästigt waren nur 29,2 Proz. Im Mai dieses Jahres waren 4,1 Proz. arbeitslos und 2,9 Proz. Kurzarbeiter, d. h. 93 Proz. vollbeschastigt. Viele Betriebe der Baumwollindustrie sind bis zum nächsten Frühjahr ausverkauft. In den Baumwollspinnereien liefen im Mai 97 Proz. der vor- handenen Spindeln, in der Baumwollweberei 91 Proz. der vor- handenen Webstühle. Ebenso günstig gestaltete sich die Lage der Wollindustrie, ja sogar in der Leinenindustrie, die seit Iahren von der schärfsten Krise ergrisfen war, wurde der Höchststand der Jahre 1924/26 annähernd erreicht. Die Konjunkturbelebung hat eine ein- zige Ursache: die gesteigerte Aufnahme- und Kaussähigkeit des I n- l a n d s bei steigender Einfuhr und trotz höherer Roh- und Halbstoff- preise. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit und die im Laufe des Jahres erfolgten Lohnsteigsrungen waren es, welche den Bedarf an Bekleidungsartikeln in dieser Weise gesteigert haben. Die Lage in den Vereinigten Staaten. Die Konjunkturbelebung in Deutschland vollzieht sich in ähnlicher Weise wie in den Vereinigten Staaten. Auch dort war noch bis vor einigen Iahren die Textilindustrie von einer scharfen Krise betroffen. Während die übrigen Industriezweige die große Krise von 1921 ver- hältnismäßig rasch überwunden haben, dauerte die Textilkrise noch rüehrere Jahre an. Während des Krieges und in den Nachkriogs- jDhren wurde die Textilindustrie der Vereinigten«Staaten gewaltig ausgedehnt. In de» Südstaaten entstand eine große moderne Baum- Wollindustrie, die die alte Industrie der Nordstaaten niederzu- konkurrieren suchte. Andauernde Arbeitskämpse haben den Fortgang der Produktion gestört. Erst seitdem die Textilindustrie aus Grund von crhöhtenLöhnen ihren Frieden mit den Arbeitern machte und das allyemeiire Lohnniveau in den Vereinigten Staaten stieg, ist der Mehrverbrauch in die gesteigerte Leistungsfähigkeit der Bc- triebe hineingewachsen. Der Baumwolloerbrauch der Vereinigten Staaten ist in den letzten zwei Jahren gewaltig gestiegen. Die amerikanischen Bauinwollfabrilen verbrauchten in den ersten neun Monaten des laufenden Erntejahres bereits 5,3 Millionen Ballen, auf ein Ja hr� gerechnet 6,6 Millionen Ballen. Die Rekordernte der Vereinigten Staaten betrug 17,9 Millionen Ballen, d. h. es wird gegenwärtig mehr als ein Drittel der Baumwollernte in den Vereinigten Staaten selbst verbraucht. Das ist ein Grund dafür, weshalb sich trotz der reichen Ernte die Baumwollpreise in letzter Zeit erheblich erhöht haben. Der gesteigerte Baumwollverbrauch der Vereinigten Staaten war ein viel wichtigerer Faktor der Rohstoff- Verteuerung als die Ucberschwemmung im Mississippigebiet. wenn der Inlandsmarkt versagt, was meist eine Folge falscher Zoll- und Lohnpolitik ist,«endet sich der Unternehmer mit allen Mitteln, besonders durch verschärftes Dumping auf Kosten der inländischen Verbraucher, der Aussuhr zu, was freilich nur eine weitere Verschlechterung des inländischen Ab- satzes zur Folge hat. So ist die Stärkung des inneren Marktes für alle Textilindustrien eine Lebensfrage. Lediglich England, dessen Baumwollindustrie beinahe neun Zehntel der Webereigesamt- Produktion nach den überseeischen Ländern ausführt, macht hier eine Ausnahme. Das Schicksal der englischen Textilindustrie hängt nicht in erster Linie von der Kaufkraft des inländischen Marktes, sondern wesentlich von der Aufnahmefähigkeit der überseeischen Länder ab. In den letzten Monaten hat die englische Baumwoll- industrie nach einigen Monaten guter Beschäftigung wieder einen starken Rückschlag erfahren, was mit Vorgängen im Fernen Osten, in China, Japan und Indien in Verbindung steht. Neben England gibt es eine Anzahl von Ländern mit stark entwickelten Industrien. wo ebenfalls eine scharfe Tc x t i l k r i s e vorhanden ist� und zwar bei gesteigerter Ausfuhr; allein aus den, Grund«, weil der Inlandsmarkt nicht aufnahr.iefähig ist. Diese Länder mit einer großen Textilkrise bei steigender Ausfuhr sind die T s ch e ch o- slowakei, Italien, Frankreich, Indien und Bra- silien. Die Gründl« für die schlechten Geschäfte im Inland sind in diesen Ländern verschieden. In Frankreich und Italien ist er eine Folge der Währungsstabilisierung, die dis Löhne tief hält und die Kosten hoch. Die geschwächte Kaufkraft der großen Massen ist der letzte Grund. Am krassesten tritt dies in der Tschechoslowakei in Erscheinung. In diesem Lande ging die Rohmaterial einfuhr, auf Garnwert umgerechnet, im ersten Viertel dieses Jahres gegen- über der gleichen Periode des Vorjahres um 8 Proz. zurück. Die Garn ausfuhr stieg dagegen um 11 Proz., der Garnverbrauch im Lande sank demnach uia 19 Proz. Die Nettoaussuhr von Baum- wollwaren stieg in dieser Periode um 5 Proz., während der Waren- verbrauch im Inland um 24 Proz. absank. Die weiterverarbeitende Industrie dürfte um 20 Proz. schlechter beschäftigt gewesen sein als Anfang 1926 und auch Ansang 1925. Der bekannte Sachverständige Dr. Karl U h l i g zeichnet das Gesamtbild der tschechoslowakischen Textilkrise folgendermaßen: Der Landesverbrauch der Tschecho- slowakei ist, trotzdem er je Kops auch in normalen Zeiten geringer war als in Westeuropa— von Amerika gar nicht zu reden—, immer noch in einer tiefen Krisendepression, die sich nur langsam bejsert. Die Erhöhung der Ausfuhr ist der Konjunktur in Deutschland und Westeuropa zu verdanken; der Jnlandsabsatz ist aber katastrophal schwach und erholt sich sehr langsam." Für Italien stellt die letzte Veröffentlichung des deutschen Instituts für Konjunkturforschung fest, daß nur während weniger Mo- nate schärfster Krise im Jahre 1921 die Zahl der Arbeitslosen"dort größer war als heute. Sie betrug 1923: 23 510, 1924: 15 338, 1925: 11040, 1)26: 13 089. 1927(Ende>zedruarj aber 47 361. Ferner heißt es über die Bauniwollindustrle, daß ihre Lage sich weiter verschärst habe; der Inlandsmarkt nehme fast keine Ware auf, der Absatz nach dem Ausland ist ebenfalls zurückgegangen. Nun zeigt aber die italienische Aussuhrstatistik für das erste Quartal 1927 eine Zunahme der Ausfuhr um 8,4 Pro;., nach Abzug der Lebens- mittelausfuhr um 2,6 Proz. Demnach dürfte auch die Textilausfuhr nicht zurückgegangen sein. Bekanntlich hat man in Italien nach der Erhöhung des Lirawertes mit Lohnherabsetzungen ange- fangen.(5s wurden die Löhne um 10 Proz. und noch mehr herabgesetzt, sowohl in der Textilindustrie wie in anderen Industriezweigen und in der Landwirtschast. Die Lebenshaltungskosten bzw. die Preise im Kleinhandel gingen aber nur ganz langsam zurück. Da die Löhne schon vorher außerordentlich tief standen, ist die Kaufkraft der Arbeiter für Bekleidungeartikel gegenwärtig gleich Null; denn ihr geringes Lohneinkommcn wird für Ernährung und Mieten voll in Anspruch genommen. Weniger scharf haben sich die Zustände in Frankreich zugespitzt, wo gelegentlich der Werterhöhung des Franken die Lohn- Herabsetzungen nicht in dieser drastischen Form vorgenommen wurden. Trotzbein ist auch in Frankreich die Lage ähnlich wie i» Italien. Obwohl die Textilausfuhr im laufenden Jahr erheblich, wenn auch zu sehr herabgesetzten Preisen, gestiegen ist, herrscht in Frankreich infolge des schlechten inländischen Absatzes durchweg Kurzarbeit bis 12 Stunden in der Woche, ja viele Betriebe wurden still- gelegt. Nach einer jüngsten Veröffentlichung des General- Verbandes der französischen Baumwollindustrie ist der Absatzrückgang vor allem daraus zurückzuführen, daß die Berbrauchermosscn sich während der letzten Periode der Geldent- Wertung reichlich mit Bcklcidungsartikeln versorgt haben, und auch die Kauflcute große Lager aufhäuften, die zuerst geleert werden müssen. Eine Begründung, die— wenigstens was den ersten Teil betrifft— nicht genügend einleuchtet. Die indische Textilkrise ist zwar z.T. auf die japanische Konkurrenz mit ihren noch längeren Arbeitszeiten und der Nachtarbeit der Frauen zurückzuführen. Trotz- dem wird als Hauptursache für die Krise der indischen Baumwoll- spinnereien und-Webereien der Rückgang des inländischen Absatzes bezeichnet. Von den 300 Millionen Einwohnern Indiens sind kaum ein Zehntel Stadtbewohner, während die übrigen von der Reis-, Getreide-, Jute-, Baumwoll- und Tee-Ernte abhängig sind. Die Löhne der städtischen Industrie sind aber außerordentlich niedrig.(Diese Begründung der indischen Absatzkrise finden wir u. a. auch im Sonderheft des„Manchester Guardian Commercial" vom 30. Juni über die Textilindustrie der Welt.) Bekanntlich hat die indische Regierung die von der Zollkommission beantragte weitere Erhöhung der Textilzölsle, die bereits 11 Proz. des Warenwertes betragen, abgelehnt,— nicht zum mindesten im Interesse der englischen Baumwollindustric. In Brasilien kann die inländische Textilindustrie trotz enormer Schutzzölle ihre Leistungs- fähigkeit nicht ausnutzen. Im Staate Sao Paolo allein gibt es 208 Textilfabriken mit 37 666 Arbeitern. Di« Produktion von Baum- Wollstoffen ging von 486 Millionen Meter im Jahr 1923 auf 230 Millionen 1924 und 206 Millionen Meter 1925 zurück. Die all- gemeine Wirtschaftskrise Brasiliens, hervorgerufen durch die Krise aus dem Kafseemarkt, Hot die Kauskrast der Bevölkerung, vor allem der Industriearbeiter, deren es im Staate Sao Paolo allein 203 736 gibt, sür die Ausnahme der inländischen Textilwaren stark vermindert. Die überragende Bedeutung des IulandsmarNes wird so in der ganzen Welt gerade für die Textilkonjunktur cha- rakteristisch. Leider wird die geradezu entscheidende Bedeutung des inländischen Absatzgebietes, d. h. die inländische Kaufkrast, selbst fiir die ausgesprochensten Exportwaren, gegenüber der Aussuhr immer noch unterschätzt. Dabei leidet die Textilindustrie ganz besonders unter der Kaufunfähigkeit des Inlands, weil sie nicht, wie etwa die monopolistisch organisierte Eisenindustrie� auch in Zeiten guter Kon- junktur bei der Dumpingausfuhr noch ihre Rechnung findet. Muß die Textilindustrie schleudern, dann verliert sie im Inland u n d im Ausland. Dabei besteht nicht einmal der geringe Trost, daß etwa die Verbraucher der Einfuhrländer zu billiger Bekleidung kommen, weil auch dort in den meisten Fällen Schutzzölle sich der billigeren Versorgung in den Weg stellen. Zl. H. ?iiis Herrn petsthecks Reich. Die„Harmlosigkeit" der Kohlenpreiserhöhungsanträge. Auf der Generalversammlung der Braunkohlenwerke Borna A.-G., Borna bei Leipzig, bezeichnete der Vorstand den augenblicklichen Stand bei der Gesellschaft als recht befriedigend. Die weitere Entwicklung hänge aber von der Genehmigung der Preiserhöhungsanträge durch den Reichskohlenrat ab. da die Neuordnung des Reichsknappschaftsgesetzes unerträgliche und noch nicht übersehbore Belastungen sür den gesamten Bergbau mit sich gebracht habe. Die Braunkohlenindustrie hege daher die bestimmte Hoffnung, daß ihrem Slntrag stattgegeben werde. Herr E r n st P e t s ch c ck fühlte sich daraushin bemüßigt, die angebliche Harm- lvsigkeit der Preiserhöhungen zu errechnen. Er muhte aber seine Erklärung, die erhöhten Preise träfen nur den Hausbrand im unmittelbaren Absatzgebiet und belasteten die Konsumenten mit nur 40 Pf. pro Monat, vom Vorstand selbst dahin berichtigen lasten, daß natürlich auch die verbrauchende Industrie von der Preis- crhöhung betrossen wird. Der ostelbischc und mitteldeutsche Braunkohlenbergbau hat auf der heutigen Preisbasis mithohenGewinnen arbeiten können. Das beweisen die steigenden Dividenden. Auch die Braunkohlen- werke Borna A.-G. konnten ihre sünfprozentigen Dividenden aus den beiden Vorjahren auf 6 P ro z. für das Berichtsjahr erhöhen. Außerdem sind die Rationalisierungsarbeiten zum größten Teil durchgeführt und wirken sich in erhöhter Produktivität pro Mann und cchicht und fallenden G e- stehungskastcn aus. Eine Erhöhung der Preise dürfte also unter solchen Umständen gar nicht in Frage kommen, denn sonst hätte die anderthalbjährige Rationalisierung, die der Arbeiterschaft die größten Opfer zugemutet hat, volkswirtschaftlich ihren Sinn ver- leren. öerlins �irbeitsmarkt weiter gebessert. Aber immer noch 185 000 Erwerbslose! Die seit einiger Zeit in der Gesamtheit eingetretene Steige- rung des Beschäftigungsgrades auf dem Arbeitsmarkt hat in der Berichtswoche angehalten. Die Abnahme der Arbeit- suchenden betrug rund 3000 Personen, so daß gegenwärtig immer noch ein Stand von 185 365 Erwerbslosen vorhanden ist. Die Entlastung des Arbeitsmarktcs entfällt im wesentlichen aus Anjorde- rungen der Landwirtschast, des Baugewerbes, daneben— wenn auch in vermindertem Grade— für die Metallindustrie und das Speditionsgcwerbe. Die Einstellungen im Baugewerbe und in der Metallindustrie führten gleichsalls zur Entlastung des Ar- beitsmarktes ungelernter Kräfte. Die zahlenmäßige Abnahme wäre noch größer, wenn nicht vornehmlich aus dem Nahrungsmittelge- werbe und dem Bekleidungsgewerbe sowie aus den Angestellten- berufen ein erheblicher Zugang in Betrocht käme. Bemerkenswert ist ferner, daß die Zahl der Stellensuchenden in den k ü n st- lerischen Berufen verhältnismäßig hoch ist. Sie beträgt in den Gruppen der Kinoangestellten, Artisten und Musiker etwa 3500 Personen. Es waren 185365 Personen bei den Arbeitsnach- weisen eingetrogen gegen 188 355 der Vorwoche. Darunter de- fanden sich 121 964(123 816 männliche und 63 401(64 539) weibliche Personen. Erwerbslosenunter st ützuwg bezogen 57 196 (58 122) männliche und 28 862(29 142) weibliche, insgesamt 86 058' (87 264) Personen. Außerdem wurden noch 28 208(28 759) Personen durch die E r w c r b s l o s e n h i l f e der Stadtgenieindc Berlin und 30 366(31265) Personen durch die Krisenfürsorge unterstützt. Bei Notstandsarbeitän wurden 4590(4552) Personen beschäftigt. Oberfaule Berichterstattung. Es ist nichts Neues, daß in den Auslastungen der Industrie- Verwaltungen eine überaus reaktlonärc sozialpolitische ?lufsassung zu Wort kommt. Eine besondere Leistung aus diesem Gebiet vollbringt die Jnteressengemeinschast der Maschinen- bau- und Motorenfabriken Humboldt u. Deutz. Diese stellt in einem Kommunique sest, daß das am 30. Juni abgelaufene Ge- schäftsjahr einen Verlust bringen wird. Wer hat nun Schuld daran? Natürlich„die Verkürzung der Arbeitszeit und die An- spräche der Arbeitnehmer!" Dabei muß die Verwaltung selbst erklären, daß lediglich In der Majchincnbauanstalt H u m- hol dt die Verluste entstanden sind. Bei Deutz, in der Motoren- Werkstatt, haben die kürzere Arbeitszeit und die Ansprüche der Ar- beitnehmer nichts geschadet. Warum? Die Verwaltung sagt auch das. Die Motorenjabrik Deutz hat früher mit der a t i o n a. lisierung begonnen, ist also bereits aus moderne Produk- tion eingerichtet. Humboldt arbeitet aber noch so rückständig, daß dieses Werk selbst bei dem günstigen Austragseingang und bei einer Leistung von 80 bis 90 Proz. der Produktionsfähigkeit noch ein Defizit Hot. Daran sollen die Arbeiter Schuld sein, die man erst kürzlich ausgesperrt Hot und denen man die sozialen Ansprüche nicht erfüllen will, weil nach dem eigenen Eingeständnis die Bc.- triebsleitung versagt hat. Ein wenig mehr Objektivität sollte man doch von den verantwortlichen Lettern so großer Unternehmungen erwarten. Die Eigenproduktion der Genossenschasten. Die Erkenntnis der Notwendigkeit, die Wirtschast gesellschaftlich zu organisieren und an die Stelle des Einzelunternehmers die gesellschafttiche�Organisation zu stellen, bricht sich immer mehr und mehr Bahn. Der Wirtschaft- liche Absolutismus der Trusts und der Kartell« kann nur bekämpft werden, indem man ihnen andere Formen der wirtschaftlichen Organisation entgegenstellt. Das ist die neue und wcltbedeutende Stellung, die die Genostenschgften einzunehmen haben. Das können sie vor allem durch die Vermehrung ihrer Eigenproduktion und die ständige Aufklärung der breiten Massen des Volkes über die Not- mendigkcit, sich gegen die neuen kapitalistischen Mächte Wirtschaft- lich zusammenzuschließen, wie sie es bereits politisch und gewerkschaftlich getan haben. Dadurch wird die öffentliche Meinung zur ständigen Kontrolle der Kartelle erzogen, und diese werden in ihren absolutistischen Methoden beschränkt. Die Entwicklung der Eigen- Produktion macht in den meisten Ländern sehr gute Fort- schritte, die gewiß in den nächsten Jahren, je mehr die Krieg?-> Wirtschaft und ihre Fblgen überwunden werden, in noch raschcrem Tempo erfolgen werden. In Schweden wurde gerade jetzt, nachdem der erfolgreiche Kampf gegen das Mühlenkarte» beendet wurde, ein neuer Beweis in dieser Beziehung geliefert. Die schwedische Großeinkanssgesellschaft Hot eine G u m m i s ch u h s a b r i k gekauft. um das Preismonopol der schwedischen Gummischuhsabriken zu brechen. Zur. gleichen Zeit hat die englische Groheinkaufsgesell- schaft ein großes Bergwerk erstanden, nicht um ein Monopol zn brechen, sondern um' die Versorgung mit Brennstofsen für ihre Mitglieder selbst zu monopolisieren und dadurch von den englischen Bergwerksbesitzern unabhängig zu werden. Es wurden mehr als 100 000 Psund(rund 2 Millionen Mark) investiert, eine Summe, die die Großeinkaufsges�lschost noch niemals in einem Unternehmen investiert hat; ober die Gesellschaft empfindet die Notwendigkeit, ihre Äohlenversorgung aus den allgemeinen Schwierigkeiten zu lösen, die dem englischen Bergbau kaum mehr dauernd erspart werden können. Günstige Entwicklung der Inlandskonjunktur. Dem soeben er- scknenenen Monatsbericht der Diskonto-Gesellschaft entnehmen wir folgende Betrachtung: Ein Ueberblick über die wirtschaftliche Gesamt- entwicklung der letzten Wochen läßt erkennen, daß die deutsche Inlands konjunktur an Intensität noch nicht verloren Hot. Am deutlichsten kommt dies in dem weiteren A n st« i g e n des Eisen- und Stahlverbrouchs, in der überaus günstigen Veschäftigungsloge typischer Kons um Industrien und im ganzen in der Gestaltung des industriellen Arbeits- Marktes zum Ausdruck. Neben einer verstärkten Kauskraft der unteren Volksschichten bat die Verringerung der Arbeitslosigkeit «in« weitere erfreuliche Wirkung auch in Gestalt vermiifderter staai- licher Ausgaben für den Fllrforgeaufwand. Mit besonderem Nachdruck wird auf die Kohlenpreiserhöhungs-Anträge hin die Notwendigkeit eines stabilen Preisniveaus unterstrichen. Die Preisent- Wicklung ist für den gegenwärtigen, so gut wie ganz aus das Inland beschränkten Konjunkturausstieg von ausschlaggebender Be- deutung. Da Preiserhöhungen bei der gegebenen Exvortsituaiion nicht auf den Weltmarkt abgewälzt werden können, müßten sie in panz unverminderter Schwere den Binnenmarkt treisen. Es ist wohl nicht übertrieben, zu bcbaupien, daß der bisherige Fortgang der Konjunktur nur auf im wcjentlickien st a b i l e m Preisniveau möglich war, und daß umgekehrt sprunghafte Preissteigerungen sehr bald die K o n j n n t t u r k u r v e um- biegen würden. Der Index der industriellen Fertigwaren ist im Lause der letzten drei Monate von 142,0 auf 146,4 gc stiegen. Im einzelnen ist diese Aufwärtsbewegung wiederum lediglich durch die Untergruppe der Konsumgüter verursacht, während die Pro- d u k t i o li s m i t t e l p r e i s e bisher unverändert geblieben sind. Aus dieser Preiseniwicklung wird man zwei Folgerungen ziehen dürfen: einmal die, daß die Konjunkturentwicklung sich im all- gemeinen von ungesunden Uebersteigerungen s r e i g e h a l te n hat, andererseits aber die, daß sie lediglich von der Ausweitung des Inlandkonsums getragen wurde und weiterhin getragen wird. Die deutsche Reichsbahn im Zuni. Der Güterverkehr der Deut- scheu Reichsbahn-Gesellschaft hielt sich im Juni fast aus der Höhe des Vormonats. Der geringe Rückgang ist auf die Feier- tage des Monats zurückzuführen. Arbeitstäglich wurden 148372 Wagen gestellt, das sind gegenüber dem Pormonat 3225 weniger. Die Gesawtwagengestellung blieb mit 3 700 303 uni 80 884 gegen Mai zurück. Die Betriebsleistungen im Güter- verkehr haben sich gegenüber dem Vormonat nur wenig geändert. gegen Juni 1926 aber um 10 Proz. zugenommen. Die Be- triebsleistungen im Personenverkehr waren recht hoch infolge der Psingstseiertagc und des beginnenden Sammerrcifeverkehrs. Dex Ausslugsverkehr war dagegen wegen des ungünstigen Wettet's schwach. An Ferien-Sondcrzügen sind 9288 Züge mehr gefahren als vorgesehen. Die Betriebsergebnisse zeigten im Mai folgendes Bild: Die Einnahmen betrugen 412,1 Millionen M., davon 111,2 aus dem Personen- und Gepäckoerkehr, 270V aus dem Güterverkehr und 30,1 Millionen Mark aus sonstigen Einnahmen. Für Betrieb und Unterhaltung wurden 256,3 Millionen Mark verausgabt(persönliche Ausgaben 164,1, sächliche Ausgaben 92,2), für Erneuerung der Reichseisenbahnanlaaen 87,4 Millionen Mark. Der Dienst der Reparationsschuldverschreibungen erforderte 45,2 Millionen Mark. Für werbende Anlagen wurden 35,7 Millionen Mark aufgewendet. Das Personal erfuhr eine Erhöhung um rusö 14 000 auf 715 927 Köpfe. An die ClGS Uber Swinemünde-Zoppot- Rülau nach und von OSTPREUSSEN und DANZIG mit den Motorschnellschiffen„Hansestadt Danzig" und„Preußen" FAHRPLÄNE und NÄHERE AUSKUNFT durch den Norddeutschen Lloyd, Abteilung Seebäderdienst, Bremen, die Stettiner HB Dampfschiffs-Gesellschaft J. F. Braeunlich, G. m. b. H., Stettin, die Vertretungen sowie Reisebüros u. Eisenbahnfahrkartenausgaben : Theater, Udilsptete usw.. Volksbühne rtiHt« in niowplati Täglich 8 Uhr: Za ebener Erde and erster Stock UMMIIlM Norden 10334—37 SU Ende lOVj U. Oer Zlexer Die Komödie Bismarck 24I4/7S16 ft'/fc Ende nid 10 Uhr Der keusche Lebemann 5ommerpr-3— 10 M Tsnetzter TMtl 1EN Uc� G ühfr W k6i SsJtKnborq-t&tiQfs Ol». Künstler- Tk 87« Uhr; nute, wer war zoent da? lestlng-Tbeater 8>/, Uhr: Israel th-KSnlgerät» Zl. Hasenheide 2110 8 Uhr: DiiSdtulBT.IIzsad) SomMlennaiis Norden 6304 8 Uhr Weiße Fracht Tkut. l Nillnbripliti Kurfürst 3001 Nur noch wenige Vorstellungen. Der stflrmlicfee Lxchertslg Fußhalfhönlö Lusisplelhaus »I, Uhu, Die Frau von 40 Jahren nana-Tneaf er Täglich 8 Uhr Wenn der jnnge _™ blw vamäiia• Tbeai Täglich 8>/. Uhr: DerfröhllGhe Weinberg Lustspiel in 3 Akten v. Karl Zuckmaytr Parkett statt 4 MK. tägl. auch Sonntags ■nr M PL Base-Theater Gartenbohne 8 Uhr; Konatrt und Bunter Teil 8 Uhr; DM InsttDeWUw« 8>/, Uhr Jaier werden mau tun wer Tbuter m IM. w J> Kattb. Str.» Tägl. 8 Uhr: ®SKllE Ktuas v|Appogr»inm Komische Oper SV, Uhr 87« Uhr. Berlins einzigste Revue: Slrcn� verboten!!! Du Inn lkt nrtalnn Umtgsdatal Ueber IOC Mitwirk./ S Ballett«. »or»»rt»uf 1. 1. Dintntini ib 10 nr imtwbr Reichshallen•Thealer Gastspiel Mw llona-Sängei . Völlig neue« Programm! Anfang 8 Uhr. Dönhoff. BrettM: Variett, Konzert, Tanz Saal und Garten. Großer Eckladen aittonbrtplajinabe, an 3 Straßntfrenten gelegen, trotjugl. geeignet füt ttnfä, Hacke» peter, Restaur., sowie alle anb. Geschäft»- zwecke, sofort zu vermieten. Ral>. V. vumi, Frledrlehstr. 113 b. Sei Norden«102/08. IMWIlifIMM-MÄ Sicnslag. 19. Juli, abend» T Ahe, im Jugrnbfaal btn veebuubahansa» ClalcnffT. 03.08,"' Portal I, 2 Treppen Konferenz"WU der«zibllchettvertrattenopersonen und vetrirbsräte. Tagesordnung: t. Bortrag übet den Brdeitsnachwei» und Uber die Erwerb»- Berbandsangelsgenheitrn lasensllesa und Bersch Da e» sich um wichtige Fragen Hände«. mutz seder Betrieb vertreten sein.— Die Funktion drinnen tonnen oeganisierte Kalleginnen als Gäste einführen. iw BflUflnlöjlöget«w Cienslag, 19. Juli, nbrubs T Ahe, im Batbanbahaaf«, Clnlcnflr. 03/00 Branchenversammlung der VauauschlSger Taaesordnung! t. Derdanb». und Branchenangelegenheiten. Z. Diskussian 8. Berjchiedene». E» Ist Pflicht eine» jeden Kollegen, die Bersammiung zu besuchen. tftF" Auch müssen in dieser Set» fammlung restlos die Billett» zur Datttpfrr- Partie abgerechnet werden. Ol« Oee»ocemaltuug. . Küchen< Eröffnung des 2. Geschäfts! Gr. Frankfurter Str. 40 (am Strausberger Platz) am Dienstag, d. 19. Juli Riesenauswahl modern. KOchen v. 70—750 M. in 180 Mustern. Himmel liistttdill: Mliwi Sttiit 11 (Sehönti. Tor) T,l; Nöfden Metallbellen iom Scillafclialselonpsid.- Fabrikpreise Ratenzahlung /2AHr Berlin, Pappelallee 12 IllHll Pankow, Schmldtstr l frei Jeder Bahnntation. ffeg«n 'MQ�f/crtaisraien i.-0rdi. ! ZOOLOGISCHER GARTEN Täglich ab_ 4 Uhr nachm. KONZERT Oisnetag- Donneretsg- "«mo: iDit.:[Iibiis SAmlitidi. IQ0AB1DM Wilh. Kuhnert geöffn. 9— 7 Uhr. AIHka-*ra«t»naii|. Besncbt d. Sonderscban d. Zoo TrlpoUs in Berlin Direkter Eingang: Stadtbabo Zoologiscb. Gartca >••••••••••••• WINTERGARTEN Yvette Girad mit dem Karikatareo- Ballett und die 11 Jnll-Novitäten 11 | Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet| ZU Sonntag, den 17. Jnli nachmittags 3 Uhr WER BILLIG GUXBEQUEH ______ UND SCHNELL nach S&clamer reisen will, wühü die beliebten»Cape-Dampfer und Einheitsmolorsdiiffe HI. Kl.»Monte Olivia»,»Monte Sarmientoe,»Monte Cervanfet* der HAMBURG-SUDAMERIKANISCHEN DANPFSCHIFFFAHRTS-GESELLSCHAFT Aailü«/(c mnJ Fshrltrlf für all* Xlttttn durch die Hamburg-Sfidamerikenische Dampfschiflahrts- Gesellschaft, Hamburg 8, und durch die Generalvertretung in Berlin W 8, Unter"den Linden 6(Hotel Bristol), sowie durch die bekannten Reisebureaus. jfi&eSeC-föceßei. iloriizptahz OraniensfcSO verkauf nur tm rakrt»j«bSu»« ffl I« IM TW Pi isr H Jl*tr&ryu*f Jfhetdr AißurdS Jrefa JUM forieär fte/rrdv. Jf/üifjfffMre, auti im 6 MjßStoutroten. Garantie- Thhrrädcr mit Tnilauf und Henifuno in«den Preislagen von "S9l50o 3m Uatalog finden Sie Täliahtungsröders-"— � JRustr h!ataloq kostenlos JFAHßAGfiMM Alexandrinenstrasse So Berlin SW68/W TeilzaMungsräder überaJIhin fraettund verpackunosfrei Das grosse Los bedeutet für Sie ein schönes Heim, denn gute und gediegene Möbel verbreiten Behaglichkeit und Lebensfreude. Wenn Sie unter C. 36 an die Expeditiön dieses Blattes eine Karte schreiben, erfahren Sie die Anschrift eines bekannten Berliner Möbelhauses, daß Ihnen Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer und Küchen, sowie Einzelmöbel zu einer langfristigen Zahlweise verkauft. Auf Wunsch haben Sie in Kürze alle Möbel ohne AnzahbinO! We WWW f nnbiuiriüHon ClnhsnOctg lUUüJJÜl jclitll bei tthcansfclh« gm. 0B0— 1,00 TO., monatlich 20,— Abzahl oarfanff Q sin, BOHowstratz» 38, Ost GstHaOtz 1 7 Suchen 7 7 Sic eigene» Heim an Waid u.Wasser, so erwerben Sie(gm ab M Pf.) eine Parrelle in herrlich gelegener Gartenstadt: schleuse. H. Harriers NW.7, Friedrichsir, 103 Merkur 1102 :rurn oic zqm av w n.; eme : in herrlich gelegener itadt Spreenhagen bei Pang- e, Vorort- u. Autobusrerk. ZarOcheckahrt Dr. Adolf Glaser Kottbutter Damm 8. Dutsdier MetalWtef-MiaiiH Verwaltungsstelle Bertin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dotz unser Kollege, dee Maschinenardelter iLftur Wentel am 13. Zu« grftorben ist. Shct seinem«ndentenl Die Beerdigung findet am Dienstag. den IS Zu«, nachm. 18 Udr, von der Leichenhalle de» Neuen Zodanne«- Kirchhofe» in Pldtzensee au» statt. Siege Beteiligung erwartet Die Ott.ocnoalta.g. Danksagung. Hllr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meiner lieben »noergetzlichen Frau Leiiise Rothkopl sage ich allen Beteiligten, inobeiondere de» Rednern Herrn Kahl vom Bolke-Feuer- dellaltungs-Birein und den Genossen von der 38. AM.»er GP?, meinen derUichn, Danf. gm Namen der Kinlerbliedenen t». Nolhkaos. State Harten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher leil- nahtne and die so äberaa» zahlreichen Blomenspecden beim Heimgang unseres teuren Entschlafenen Wilhelm Fintel sagen wir allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herz- liohsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen WW. Sophie FllÜeL Rch. HSnnlng. Bln.-Schöneberg, den 18. Juli 1927. SlumeuzMiiev jeder Art liefert p r ei»wert Panl eollets, vorm. Merl ärrtr MarianacnsiraBe 3, Ecke Naunynftratze Zml MoritipL108 08 jesomlers wirksam»Ins die KLEINEN ANZEIGEN im „Vorwlrt»" und trotsdem nvmion Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme dei der Beerdigung meine» lieben Manne«, unsere, guten Bater» WMm Stolzmann sowie für die reichen Blumenspenden sagen wir allen Genossinnen und Genossen der 1«. Abt.. Freunden und Bekannten unseren herzlichsten DanE Frau Anna Stolzmann und Kinder. -jarfe � müssen7hren Stvffivechszl rcjtttitgrct«! Durch mangelnden oder unvollkommenen Stoffwechsel häufen sich im Körper gefährliche Schlackenstoffe an, die mr Vermeidung von schweren Schädigungen durch natürliche Mittel beseitigt werden müssen. Hierzu eignen sich am besten die Calciumsalze und andere lebenswichtige Mineralsalze, wie sie das Hnbertnsbader QuelUalz, dieses Datürllche Catclrnnsalz, in geeignetster Form enthält Durch den Gebrauch dieses Salzes werden die für den Stoffwechsel wichtigen Organe, wie Niere, Blase und Darm gekräftigt nnd eine Gesundung des Qesamtorganismus erreicht Also kaufen Sie noch heute Gaberfusbculet Isalz Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Originalpackung 3.— Mark. Gegen Wanzen glbl t* nur ein Wittel, durch welche» nicht ein« em Leben bleib!. ZieicheEeWaaz«». flald geeist und IMel lebe Wanze und zerflSrt die Brufnester reflle». Wirkung verheermtd. Bichl stechend, überall an- wrnddar. Man nehme nur Original. staichen und verweigere vachahmungea W 0.83. W t.Z0, M 2.40.>/. List. M llllleindersteller Vstv Reichel. Berlin SO NisendadnSr. 4. In Drvgh. erhall, aber echt u. wirksam nur mst der derllhmlen Merke Tod und Teufel «st Ml ranltn im DiensN! Aber Priem«« ift nicht verboten. GS ist kein Ersatz für da» Rauchen, sondern e» ist Keffer, gesünder, billiger, vber «chter Hanewack« mutz es sein! Er ist au» besten. ou»erlesen«n Kentuckyblättern nach dem hun- dertjährigen Rezepte der Firma G. Ä. Honewacker in Rordhouse« bergestellt. Vferttit Sie Ifttt:.5>a»ewacker*! —— Zucker. Gallensfeine, Magen. Darm, Leber, Nieren, Blasern leiden, Gichf u. Katarrhen Bade u HausKucachpiffen durcli kurdireistion ßsdfieuenalir ( Rheinland.) Die ainzigen alkalischen Tbermen peutschlanils (rein natürliche Füllung) 2urVorKur einer TrinK-u.Beil«l«ur>o Neuen» ihr oder als Hauskur ohne Bgrufssforunq. HiupFNiederlage:"' arunnanvortriebs-A.-G. Tel.: Hasenheide 8538-38 Sonntag 17. Juli im lus öer �ilm-AAelt Settage ües vorwärts Die Zilme öer Woche. »der Kapitän von Singapore.' (llfa-Valast am Zoo.) Dieses ist ein« echt amerikanische Mischung, besonders im Sommer zu genießen: exotische Romantik paart sich mit einer himbeersarbenen Sentimentalität. Ganz von ferne hat Kipling Pate zu dem Film gestanden. In Singapore ist ein merkwürdiges Etablissement zur Erheiterung und Ausbeutung der Matrosen. Aus- gewachsen« Mitglieder von Kolpartageromanen patromsieren es, an der Spitze Io«, ein Kerl mit einer Visage, vor der jeder aus 30 Meter Entfernung ausreißt. Einäugig, wüst, mit verzerrten Zügen, ewig lauernd: daneben«in stets besoffener„Admiral" und ein intriganter Japaner, der sich in die bei dieser Rasse vorgeschriebene Undurch- dringlichkeit hüllt. Reben diesem Saloon werden merkwürdige Schiffahrten vorgeführt, die offenbar dem Schmuggel und sonstigen E.rwerbszwecken dienen. Dann aber werden wir plötzlich in eine andere Welt versetzt: ein reizendes, unschuldiges junges Mädchen unterhält einen Laden, in dem diese ausgemachten Galgen- Physiognomien einzukehren pflegen. Joe, um Einkäufe zu machen für eine angebliche Tochter(in Wahrheit ist dieses Mädchen seine Tochter). Für dieses Mädchen will er sich unter Einwirkung seines Druders, eines Geistlichen, zu einem besseren Leben bekehren, und auch der„Admiral" braucht nur in den Laden zu kommen, um ein anderer Mensch zu werden. Rosemarie und der Admiral verlieben sich auf den ersten Blick, und gleich ist die Hochzeit parat. Aber Joe gönnt seinem Kumpan seine Tochter nicht und entführt ihn mitten aus der Kirche. Jetzt treten die bei den Angelsachsen beliebten Rauf- szenen in Erscheinung. Der Japaner gegen Joe und nachher der befreit« Admiral gleichfalls gegen Joe. Irgendwie kommt Joe zu Tode, nicht ohne vorher nun doch seinen Segen zu der Verbindung gegeben zu haben. Zum Schluß sieht man dos Schiff mit dem fungen Paar in See stechen. Der Regisseur Browning hat offenbar für ein Publikum geschaffen, das wir bei uns nicht mehr haben oder nicht mehr zu haben wünschen. Lon C h a n e y gibt den Joe m maskenhafter Starre, die nur gelegentlich aufgehellt wird, wenn es sich um sein« Tochter handelt. Diese wird von Lais Woran mit der ganzen Süße eines amerikanischen Girls verkörpert. � D.. duftige Woche. (Mozart Saal.) ' In die lustigen Wochen geht der Zuschauer mit ganz bestimmten Wonmssetzungen. Er weiß, dort sehe ich derartige» llnsinn. daß ich Unbedingt lachen muß, und wenn ich das Lichtspieltheater verlasse, e:un. dann weiß ich kaum mehr, worüber ich eigentlich gelacht habe. Bleibend« Werte enthalten diese Lustspiele nicht. Diesmal läßt man fünf Lustigkeiten auf das Publikum los. Davon erwiesen sich.Jim und Jeff als Detektive' als zu amerikanisch. Solche Ware soll man jenseits des groß«» Teiches �lassen..D o s Liebe s r e n n e n', das im Studentenmilieu spielt, ckan» auch nicht recht befriedigen. Der Film nimmt sich überhaupt der Nudenten in etwas höchst. eigenartiger Weife an. Der deutsche sFilm zeigt unentwegt di« saufende, randalierende Studentenschast lIind der amerikanische die sporttreibende, die von Schurkennaturen 'ffur(o wimmelt. Beides wirkt auf die Dauer nicht lustig, sondern Lächerlich. Hingegen ist ein glänzend gelungener Zeicheirfilm i.O» w a l d und die Straßenbahn'. Das Ufa-Programm verschweigt den Namen des Zeichners, der eine vorzügliche Beob- achtungsgab«, eine nahezu tollkühne Phantasie und eine aus- gesprochene Begabung für die Karikatur hat. Oswald ist ein Kar- »uckel, man wird sich freuen, wenn man ihm noch des öfteren be- gegnen sollte.»Bu st er und Brownie beim Wintersport' ijzaigen mal wieder das gern gesehene Trio Iunae, Mädel und Hund. .Dieser Brownie hat nicht nur das natürliche Schauspielertalent des Hundes, er ist nicht nur erstklasiig dressiert, Brownie weiß, daß er ffchauspielert. In.Sonny undderHausputz" sieht man den taflerLebsten kleinen Lausbuben Sonny, über den alle sich herzlich Seuen. Freiisch werden manche Eltcrnpaarc bei Sonnys Helden- ite» erleichtert aufatmen dank der Feststellung:„So schlimm ist Sprößling ja nun doch noch nicht.' e. b. »Sanatorium zur Liebe." (Gloria-Palast.) Laura lo Plante hat«in reizendes Lärvchen, Laura la Blaut« hat ein Lächeln, dos nian mit Reckst als sonnig bezeichnen kann. Außerdem versteht sie es, Gesichter zu schneiden, die der Range sowohl wie der Dame von Welt recht gut stehen. Und um dieses Können ist«in Filmmanuskript geschrieben, das von einer Arztbraut erzählt, die aus unbegründeter Eisersucht am Hochzeitstage auf und davonläuft. Später kommt dann die Reue und die Zurückeroberung des Bräutigams mit allen Schikanen. Wesley R u g g l c s war der Regisseur. Seine vornehmste Aufgabe bestand darin, Laura la Planie zur Geltung zu bringen. Sie schreit und brüllt, strampelt und trampelt, lächelt und lacht, kokettiert und schmollt durch den ganzen Film. Mit einein Wort, sie ist das hysterische Weibchen, das im stummen Film sich ganz allerliebst ausnimmt und das in der Wirk- lichkeit unausstehlich ist. Der deutsche Bearbeiter hatte den löblichen Borsag, lustig zu sein. Er ging aber nicht in der richtigen Einstellung an dieses Filmwerkchen, das, trotz einiger echt amerikanischer Grotesk- cinsälle. völlig naiv ist. Er hätte einen harmlosen Text schreiben müssen, bemühte sich aber um Kalauer. So wird die leichtbeschwingte Spieljoige unterbrochen, und es kommt viel Verkrampftes in diesem Film, der mit seinem Titel auch nicht das geringste zu tun hat. e. b. „Die Zwillingsschwester.' Die gute Idee, die vielleicht zunächst nur ein Notbehelf war, in der Sommerjeit Reprisen zu geben und da- mit die Gelegenheit, gute, alte(was heißt alt? Zwei Jahre sind beim Film schon ein Alter!) Filme überhaupt oder auss neue kennenzulernen, greift immer weiter um sich. Wir hoffen, ihr auch im Winter zii begegnen und damit nach und nach zu einem Repertoiretheater de» Films zu gelangen. Es tut uns dringend not und ist sozusagen eine Ehrensache für den Film, der sich sonst selbst degradiert, wenn er nicht dahin gelangt. War nicht Fuldas Lustspiel, nach dem dieser Film gearbeitet ist, aus dem Theiter auch ein Repertoirestück? Der Film ist in seiner Art nicht schlechter. Hans Kräly hat die Vorlage sehr unterhaltlich bearbeitet. Der eheliche Streit und die ehelich« Ber- söhnung, die auf dem Umwege über die Zwillingsschwester vor sich geht, sind reizvoll ausgesponnen. Die beiden Schwestern— die zu- nächst hausbackene und die Tänzerin— werden natürlich von der- selben Darstellerin gespielt, und Constanze T a l m a d g e zieht sich mit Laune und Anmut aus der Affäre. Ebenso ist Roman C o l m a n fein und vornehm. Das heitere, leichte Stück, das auf witzige Weise eine scheinbar gesprungene Ehe wieder einrenkt, ist eine ausge- zeichnete Sommerunterhaltung des C a p i t o l s. r. Wochenprograrnm des Berliner Rundfunks. Sonntag, den 17. Juli: ♦.30; FrOhkomert. 9: Moreenfeler. 11.30: Pletimusllc.«.30: Memoiren und ihre Bederrtunj. 15: Die«eolonirche Kartieruns von Gütern. 13.30: Märchen. 17: Kapelle Gerhard Hoffnrann. 20.30: Fröhliche UnterhaUung. 22.30: Tanzmusik. Montag, den 18. Juli: 15.30; Staatsbürgerliche Erziehung dar Frau. 16: Neue Ergebnisse der Etnährungsforbchung in ihrer Beziehung auf die moderne Küche. 17:..Mein Freund Toto", Biogriphic eines Schimpansen von Cherry Kearton. 17.30: Kapelle Emil Roosz. IS.40: Technische Wochenplauderei. 19.05: Schachstunde. 19.30; Die Kunst der Kationen. 20: Vom deutschen Memellandc. 20.30: Orchester-Konzert. Dienstag, den 19. Juli: 12.30: Die Viertelstunde iür den Landwirt. 16: Antiker und moderner Geist. 16.30: Unpolitisches aus aller Welt. 17:„Marias Lied" von Otto Buchmann, 17.30: Kapelle Gebrüder Steiner. IS.tO: Stunde mit Büchern. 19.05: Der Arbeiter im chemischen Betriebe. 19.30: Gefahren des Straßenverkehrs. 19.56: Die Ereignisse in China. 20.30; Fontane. 21: Konzert. Mittwoch, den 20. Juli: 13.30; Glockenspiel der Parochialkirche. 15.30: Moderne Erziehungsfragen. 16: Die ärztliche Untersuchung mit Hille elektrischer Belenchtung. 17: Drittes Kinderfest. 18.50: Die geschichtliche Entwicklung der Seehandlung. 19.20: Rechtsfragen des Tages. 19.50: Bilder von einer Mittelmeerfahrt. 20.20: Max Liebermann. 20.45; Kammermusik. 22.30: Unterhaltungsmusik. Donnerstag, den 21. Juli: 12.30- Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Reisebilder aus Transkaukasten.!6.30i Romantische Figuren dy Weltgeschichte. 17: Die �Tückc Man begann mit der Frage der Leibesübungcie für B e r u f s t ä t i a e. Es sprach Dr. Robert Werner S ch u l t e, Dozent an der Humboldt-Hockischule und der Deuijdicn Hochschule für Leibesübungen. Der Vortragende wies darauf hin, daß mau durch Einschaltung von Leibesübungen in die Arbeitszeit der Angestellten graßer Betriebe die Geiamlerkrankungsziffcr wesentlich herabgedrückt habe. Er betonte, welch ein Gewinn damit auch für den einzelnen Menschen aus sinnvoll betriebenen Leibesübungen erwachse. Weshalb er aber nicht im Zusammenhang damit die besonderen Vorteile der Betriebssportvereine pries, war nicht flau,; ersichtlich. Schließlich leisten alle großen Sportvereine auf ihren Arbeitsgebiete» dasselbe, aber die Angestellten stehen in den sreien Vereinen nicht, wie meist in denen der Betriebe, unter sozialer Abhängigkeit.— Ernst R i e m a n n- G e o r g i behandelte das interessante Kapitel der Muskengeheiinniss« beim Theater und Film. In der Tat dürfte» wenig Mensche», die über die gelungene Maske eines Schauspielers erstaunt sind, ahnen, welche Riesenarbeit dazu nötig war, und dies besonders beim Film. Hier muß Tag für Tag bis aus alle Einzelheiten genau dieselbe Maske für den«chaujpieler hergestellt werden.— lieber den„Geophysikalischen Aus- bau desErdinuer n", über den es erst seit einigen Jahrzehnten nähere Kenntnis gibt, hielt Professor Dr. A n g e n h e i st e r einen Vortrag.— Am Nachmittag musizierte Dr. B c s c e s Kammer- o r ch e st e r.— Das Abeirdprogramm gab eine Uebcrtragung aus dem Lunapark. Tes. des Objekts aus„Aucb Einer" von Viseber. 17.30: Sonaten. 18.40: Wie entsteht ein sprechender Film. 19.05: Die Erwerbsarbeit der Frau— ein Daner. zustand, keine Episode. 19.30: Wahlsystem und Wahlrecht. 19.55; Lösungen der in den vorangegangenen Vorträgen gestellten Denksportaufgaben. 20.30; Aus vergangenen Tagen Berlins. 22.30: Tanzmusik. Freitag, den 22. Juli: 16 30: Francn von heute— in vielen Ländern. 16; Eine Bcsteirunfi: des Fujiyama. 16.30; Ausbreitung und Ergebnisse der deutschen Jugendbewegung. 17; Dr. Becccs Kammer-Orchester. 18.40; Die Krankheiten der Obstbäume und Ihre Bekämpfung. 19.05: Die Einwanderung in Chile. 19.30: Weltanschauungen großer Denker. 19.55: Aus der Geschichte der Völkcrbund- bewegung. 20.30; Orchcster-Konrct. 22.30; Am Meer. Sonnabend, den 23. Juli: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Die Insel Helgoland in Geschichte und Recht. 16.30: Kommen wir zu einem neuen Baustil? 17: Kapelle Gerhard Hoffmann. 18.40: Spanisch. 19.05: Der Dichter auf der Kurpromenade. 19.30; Fünfmal quer durch den australischen Kontinent. 19.55: Geschichte der russischen Literatur. 20.30: Sendespiele„Bettinas Verlobcng", Lustspiel von Leo Lenz. 22.30; Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, den 17. Juli: Ab 6.30: Ucbcrtrzgung ans Berliti. Montag, den 18. Juli: 16: Eugen Dilhring. 16.30; Erziehungsberatung. 17. Schachfunk. IS: Schlesiens Deutschtum. 18.30: Englisch für Anfänget. 18.55: Handelsrechtliche Fragen für das Kleingewerbe. 19.20; Reisefunk. Ab 20.30; Uebertragung aus Berlin, Dienstag, den 19. Juli: 16: Durchführung des Arbeitsunterrichts in der Berufsschule. 17: Die Symbole der Religionen. 17.30. Die Entstehung des Lebens und die Ursache des Todes. 19; Juristenfunk. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Johann Sirauß schreibt Briefe. 19.20: Arbeiterdichtung. Ab 20.30; Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, den 20. Juli: 16; Kultur und Sprache im neuen England. 16.30: Das erwachende Süd- airikt. 17.30: Vom bingspiel zur Operette. I8r Technischer Lehrgang für Facharbeiter-„Technische Physik*. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55; Aktuelle Fragen des Handwerks. 19.20; Max Liebermann. Ah 20.30: Uebertragung ahs Hamburg. Donnerstag, den 21. Juli: 16: Durchführung des Arbeitsunterrichts in der Berufsschule. 16.30: Aus dem Zeniralinstitr.t für Erziehung und Unterricht. 17; Dichterstunde.'17.30: Ucbertragiyig aus Berlin. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Das deutsche Kunstlied; Schubert. 19.20: In welchem Reifezustand soll der Landwirt seine Früchte ernten? Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, den 22. Juli: 16: Mode und Gesundheit. 16 30: Der Geist der Physik und die Ziele des physikalischen Unterrichts. 17; Einführung in die Klimakunde. 18: Pioniere der Funktechnik. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Aus der Geschichte und Praxis des Parlamentarismus. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Acrzte, Ab 20 30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, den 23. Juli: 16: Englisch für Fortgeschrittene. 16.30: Aus der pädagogischen Zeit- schriftcnliteralur. 17: Die wichtigsten Neuerungen des Dienststrafrechts der Reichsbeamten. 17.30; Die wirtschaftliche Umwelt des Arbeiters. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter:..Technische Physik". 18.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 18 55: Niederdeutsche Gegenwart und Vergangenheit. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. darunter Leinenschuhe, Boots- u. Tennisschuhe, Tourenstiefel, Sandalen, Reiseschuhe, Badeschuhe u. Modellpaare aus eigener Fabrik fast verschenktl «SÄ. Besinn 1. 3 Uli in allSn Abteilunqey» Preise teilweise bis zur Hälfte herabgesetzt Besinn 1.3 Uli ZWU PMM 90 KVe�S'«so I»so VadeMM Tücher....... 95 ...< —» Badelaken i60cro«|» AA5l_ Äß. |!Sen io Zuwpe?Z«�-1 Ba— �........=-- Vodernefo�---- guter Gammi......- .WM V* gUTC» Born4*11" ÄüwG Hemden� tuctt, w He Wisetn Hachthenw�r �■sttcwerel�--#*�5 n�mdhosfr* KrvdceA ?s tvümM sÄ�-95. ZtrüM»«.. «r»»>»«»- f. Oitoee. Bemberg. 95 StrOm?*�« Socken SB' 95 'pf. gutes Bernde01- WaLchKoSSe» Seide««ii»»- Zephir für Blusen u. Oberhemden, Meter Krepplin gute Qualitäi, sparte Muster, Meter i Voile ca. 100 cm breit, moderne Druckmuster....... Meter' l&rOCh� Kunstseide mit� Baumwolle, Pasiellfarben, Meterl IPl. FPf. 'Pf. 'Pf. AMwMn. mit iFalten� u. Perlmutterknöplen garn. 'Pf. �ieidevKoiSe Schotten1»?- QS diverse Stellungen......... Meter MM' Pf. Wolimusseiine �65 eeböne Druckmuster.......... Meter H ßeinw. Schotten I95 ca.l00cm breit, aparteSte:lung.lMeter B 3 Kleicler-,"d,Ät!,e' �90 ca. 13U cm br. vorseb. Stoflaxten, Mtr. Rohseide ajss bedruckt, viele mod. Murte,. Meter«-M, ÄSottenS85 Cr4pe�»j_" �HK«5äs4" �L-As-s« Whchtücher �«<» 0% Küchen- tück von■ aa Handtücher-5« Mraxp:Ä3@P1 ?ü?utitsw£� sc?£ e». 125/125, früher bis 6,50, jetzt ca. 125/155, früher bis 7>75iJetrtf MeKe« Abschnitte— Glas, VoezeAan, LVirischaftSaetttei enorm Vitiis! imm Str.* Alexanderplatz* Frankfurter Allee* Belle-Alliance-Str.* Brunnenstr.* KottUuser Damm» Wilmersdorf er Sir.* Andreasstr.* cnausseestr. Mn&NZEIGEN Morl 12 PL Futtgedruita Wort 25 Pf. (zulässig 2 fettgedrudets Wort«).— Stellangesuche das 1. Wort(fettgednuktj 15 Pf., jedas weitere Worl 10 Pf. Worte mit raeör als 15 Buchstaben zählen tür zwei Worte. Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind.müsseo bis spätestens AVa Uhr nachmittags in der Haopt-Eipedition des Vorwärts, LindenstraBe Z. abgegeben werden. Dieselbe istwochentagsvon morgens B'/zUhr bis nachm. 5 Uhr unnnterbrochen geBffnet. 'Verkäufe Baugrundstück verkauft Brallow, Echö. neriinde 47.> Hau-zelie 41,—. Eportzclie 22,—. PaSdeivoole, Persenninge, üreibcrsegei, EporiznbcHor. Preisliste gratis,«ai- weil, Ewinenillnderstraße W.- Paddclbool, Zwrisister, Gabun, zwei. einHaid Quadratmctlr Beseglung, neu Udcrholt, umständehalber bistig. Talke, HobrechtstraKc S. Beachtenswert! Deuitches Tcvvichhäns Emil Leievre feit 1SS2 nur Oranien- ftraste 155. Keinerlei Beziehungen zur Kirina gleichen Namens Poisdamer» strafte« Türk'ovp.Nähmaschinen gcgctT Z-Marft Wochenratcu. Wiostk, Brunnen strafte 185, zwischen Nosenihalcrplat, und Invali. denstrage. Norden 118. Thomas. Masch inen, LoibriNl 15 Mark Anzahlung, 3 Mark" Sochenraie. Kinderwagen, dunkelblau, sechsfache Riemensederung, lila ausgeschlagen, nee» kauft Aistau, Treptow, Grähsirafte 81, Saudwagen, Leiterwagen, Kasten agner. Kope. Kein Laden, wagen preiswert. Georg Dagner, Küpe. nickcrstraße nur 71, Hof~' daher billigere Preise. Leiterwagen. Schubtarren, Einzelrädei. Achsen, sscdern. Ernsc», Sicheln. Fa. brik Drcodcnerstrabe 55 Moriapiah 12 738.» Bctrleidurigssliicke, Wasche usw Wenig getragene Frockanziig«. Emo- kinganzllgc. Eebrockanzllge. Iackettan. guge, Gadardincmänicl, Gummimäntel, Cutawan-Anzllge Taillenmäntel, illr sede Figur paisend, Spezialität: Baud> anzstge. ipollbillig Halper». Aosc». thalerstraftc 4, erste Etage.' Getragene Serrengarderobe. Sveziall. iäl Bauchliguren, fpoftbillig. Rast, Gor- mannstraft! 25/28. sftcher Mulackstrafte.> Verleih von hocheleganten Gesell- schaftsanzllgen. Rofenthalcrstraft« 4, Norden 8853.' Bettenverkauf! Neue 9,751 15,—! Prachtvolle 22,5(1! 27,50! Bettwäsche! Steppdecken! Tiilldccken! Inletts! Alles spottbillig! Keine Lombardwarc! Leih» Haus. Brunnenstraß« 47__* Steppdecken 13,—, Daunendecken 39,— an. Ausarbeiten alter Decken. Step». deckenfabrik Gndler, Landsbergerstr. 75, Fabrikgebäude__• Billige Bäsch«. Weil etwas angestaubt, Saison-Lager-Räumung bis zu halben f reisen. Bitte Überzeugen: Sie staunen! cckbettbeziige 2,95, Kissenbezüge 0,95, Laken 1,75, fertige Inlette 7,50, Hand» tllcher 0,45, Frottierhandtücher 0,75, Damenhemden 0,95, Tischwäsche, Kllnst. lerdecken, Daunendecken, enorm herab- gesetzt. Wäschefabrik Bettwäsche Bahr, Gräfesirafte 89, Brunnrnstraße 10, Ro. senthalerstrafte 49, Spandau, Poisdamer» strafte 20, Möbel zehn. Spezialgeschäft. Gute Mäbel für billiges Geld! Wir verkaufen zu bekannt billigen Preisen: Speisezimmer, schwer Eiche, innen Ma- hagoni, rund vorgebaut, mit schwerem Bitrinenaussaft, aparte Kredenz, graßcr Auszngtisch, 8 NindlederstUHIe, lomplctl gebeizt, 495,—, Desgleichen schwerere Ausführung, 2 Meter breit, reich ge- schnitzt, apartes Modell, 895,—. Schlal- zimmcr, echt Eiche, elegante Ausfüh. rnng, komplett 595,—. Desgleichen schwerere Aussllhrung in Eiche, Birke, Kirschbaum 895,—, 875,—, 975,—. Herren. zimmer, schwere Bibliothek, Diplomat 1,80 breit, komplett 595,—. Große Aus. wähl. Speise,, Herren-, Schlafzimmer, «Uchenciiirichtungen und Einzelmöbei, Trotz niedrigster Preise bequeme Iah. Teilzahlung, kulant. Möbel-Misch._' Teilz-dluu», billig, Mädel-Milch.__' Teilzahlung. reell. Mäbel. Misch, Gräfte Frantfurterslraft« 45t48.' Polfterkeller Krautstraftr 2, Lichtenberg. Oderstrafte 24, Gabriel-Mar-Strofte 4. Riesenlager bildschöner Ebailelongues. Kafienruhebetten. Auflegematratzen, Sofas, Feldbetten. Metallbettcn. Wochen- zabluna._ Möbelkredit bis 20 Monatsraten. Schlafzimmer, Speisezimmer, Einzel. mäbel, Küchen, Metallbettcn. Mäbel» haus Luisenstadt. Köpcnickcrstraße 77/78, Ecke Brückeiistraße.____• Metallbette» mit Auflagen 21,—, Echlafchaisclongues 22,—. Chaiselongue. decken 8,— Wandbehänge 3,—. Pa- tentmairatzen 9,—. Polsterauflagen, Wochenadzahwng 8,—. Göhr, Pappel- alle« 12: Pankow. Echmidtstraße 1,' Moebel-Boebel, Moritzplatz. Bertauf im tabrikgcdäude. Niedrigste Preise. Eichene chlaszimmer 495, Speisezimmer, mo» dcrncs Büfett, große Anrichte, 855 Stanbuhrr» 95, Lcderstühie 18. Schreib. tische 95. Bücherschränke 54—80. Runde Tische 45. Besichtigung erbeten,* Aussallend billige Preise nur Möbed Haus Gottlieb, Rügenerstraße 13. Haupt. gcschäft Möbelmagozin Invaliden straße nur 131. Haltestelle direkt Stettiner Bahnhos,- straße, nur erste Etage, Augusistraß« 4? /47a, Rosenthaler Tor, Fricdrichstr. 7, am Halleschen Tor. Möbelsachhau», beste und billigst« Bezugsquelle für Qualitätsmöbel, Stän. big« Aüsstelluug 120 Kimmercinrichiun. gen und Einzelmöbel im Fabrikgebäude in 5 Stockwerken. Günstige Iahlungs» weife, Mobelfachhaus Schumann, Iionskirchftraße 30, Ecke Templiner. straße,» Reu erössnet. Schlafzimmer, 180 breit, mit vollen Türen, echtem Marmor und ! Spiegel, komplett 455 Mark, Herren. zimmer mir Lcöermvbcln komplett 285.—, Eßzimmer, echt Eiche. 285.—, Anrichte. küchen, lackiert, mit Linoleum, nur 90—. Möbelmagozin, Invalidcnstr. 131, Haltestelle Stettiner Bahnhos,' Ren erössnet. Neue Nußbaum-Piano» Band-Ankleideschränke, 150 breit, mit ssacette.Spiegel, extra Wäscheabteilung. 128,—. Neue fournierte Ankleidcschränke, 150 breit, mit Spiegel, 105,—. Reue englische Bettstellen mit Patentboden. dreiteilige Auflagen, komplett 55.—, Ehaiselonaues 15,—, Rachitische mit Marmorplatte l5,—. Apotheken 12.—. SLnIrnbUkett 75.—. Diplomaten 85,—. Plüschsofa 48,—. Umbauten 45,—, Rielcnauswahl in Einzelmöbeln, R«. naisfancemöbeln, kompletten Einrichtun. gen, Möbelmagazin. Invalidenstr. 13l. Saltestelle Stcttiner Bahnhof,' Ren eröffnet. Kleiderschrank l»,—, Vertiko 15.— Waschtoilctte mit Mar. mar 15,—. Nußbanm-Schreibtisch 25.—, Küchen 24,—, Möbelmaaazin. Inva. lidcnstraße 181. Haliestell« Stettiner Bahnhof,» Teilzahluua. Komplette Fimmer, Ein» «elmöbel billig. Wenger, Marnlius» straße 8 fAleranberplatzl.. Große Frank- kurderftrafte fechsund fünfzig.» ZS-fundsiebzia Speisezimmer, Stand- Uhren, Gobelmsosas, Herabgesetzte Preise. Iahlungserleichterung. Kamcr- ling, Kastanienallee 5S.» Belle-Allianee. Möbelhaus, Friedrich. strafte 248, nur Etage. Seltenes An- cbot, ein großer Posten gediegener Zimmereinrichtungen zu fabelhaft bil. ligcn Preisen, 11.»,: elegantes Speise- zimmer, Büfett 1,80 brctt mit großer Mahagoni-Kristallvitrine, herrlich- Im tarstenarbeit nur 895,—. Chippendalr Speisezimmer. Künstlerentwurf, Büfett 2,10 breit, 450,—: dasselbe Zimmcr mit 2,50 breitem Büfett 875.—. Herren. zimmer von 295,— an. Darunter ein schweres Herrenzimmer mit Bibliothek, 2,10 breit, nur 850,—, Schlafzimmer in sauberster Verarbeitung, Eiche und Mahagoni, von 490,— an. Trotz des billigen Angebotes bcgueme Zahlungs» erleichterung. Langjährige Garantie.» Musiki itstrufnente Liakpiano», überaus preiswert. Piano- fabrik Link. Brunnrnstraße 85,_' Rietpiaao». teilweise Kausanrechnuna Teilzadiuna. Bahrt, Hauptstraße 1. Eck« Grunewald strafte. Piano,. Flügel, neu und gebraucht grofte Auswobl. lanaiöhriae Garantie, 50,— monatlich, verkauft Augenblick, Käniggrätzerstrafte 81.___* Gute, billige, gebrauchte Pianos, Auch Wochenraten, Monatsraten, Herer, Prinzcnstraße 9v, Moritzplatznähe._* In Privathand zum Spottpreis per. kaufe umzugswegen mein Konzertpiano, 8 Monate alt, und Herrenzimmer, Grü- nauerstraßc 1, vorn II rechts, gegenüber Görlitzcr Bahnhof. Besichtigung Sonn. tag bis 8 Uhr abends. Fahrräder Drei Mark Wochcnrate, 15 Mark An- zahwng, für ein erstklassiqcs Marken- rad. Fahrradhau» Zentrum, Linien strafte neunzehn.' 2,50 wöchentliche Teilzahlung, Erst. klassige Fahrräder, Fayrradhaus Eich. Ehaussecstraße 91._______• Faherädee. Rennmaschinen, Halb. renner. Touren- und Bczetträdcr, erst, klassig. Niedrige Anzahlung, kleinste Raten. Niederlage der Baltia-Fahrra». werke, Drcsdenerstraße III: R. Prenz. lauerallee 88. KaufgezucKe! Klaviere kauft sofort von privat Hascnhelde 5307_____• Zahngebisse. Tildersacken, Zinn. Blei Quecksilber Goldichmelze Ehristionat Kövenickersirafte 89(Adalb�riNraßei' Zahaaeiisse, Edelmetallbruch, Queck- silbcr, Zinn, Blei, Silberschmelze Ehristionat, Köpenick er straft« 20a fMau- teusfelftraße).» Unterricht Berlitz School. Fremde Sprachen. Leip- zigerstrafte 110, Tauentzicnstraße l9u, Einzel- und girkclunterricht. Eintritt jederzeit._* Privatzirkcl. Einzelunterricht, Kurz. schrift, Mafchineschreiden, Buchführung, Bücherrevisor Aulich. Seydelstraße l, Svittelmarkt._'______ Technisch« Privatschulc Dr. Werner, Regicrungs-Baumeistcr, Berlin, Ncan- dcrstroße 3. Maschinenbau, Elcktrotech- nik, Hochbau, Abendlchrgänge, Tages- lehrgäiige.______' Zuschneidekurse. Private Zuschneide. schule Heinrich Maurer, am Dahnhos Alexanderplatz, Eingang Königsgraben, Herren, und Damenschneidcrei, Wäsche, Putzkurse, Modezeichnen, Beruf und Hausbedarf, Schnittzeichnen, Maßneh. men. Zuschneiden, Nähkurse, Tages-, Abendstunden. Zahlungserleichtcrung, Fernsprecher Königsstadt 839.__r Autokursc, erstklassige Ausbildung Lehrfilm, mäßige Preise, Fahrmcistcr Walter Cohst, Tcmpelhos, Berliner» strafte 59. Vermietungen Tauschgesuch. Liebenwalderstraßc, zwei Zimmer, Küche und Rebengelaft, gegen gleiche Wohnung nahe Heerstraße, An. geböte unter A. 88 an die Expedition dieses Blattes. Mielgesucke} Möbliertes Zimmcr zum 15. August sucht junger Kriegsbeschädigter in sich«. rcr Stellung. Gefällige Angebote unter B. 38 an den Berlag, Lindenstraße, Emssnm 10 000 Rcksamezctlcl 3,—. Buchdrücke. rei Schmitz Romintenerstraße 20._• Saalbau Alpcndorf, Invalidenstr, 83, Lehrter Bahnhos, Jeden Mittwoch, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Großer Ball. Treffpiinkt der Stroh. witwer._ Erstklassige Stimmungskapelle. De» Parteigenosse» für ihren Ferien. ausenthalt empfiehlt im schönen roman- tisch gelegenen Isergebirge seine Frem- dcnzimmer zu mäßigen Penssonspreisen, Gustav Beider, Logicrhaus Felsenquelle, Grenzdorf Nr, 84. Kreis Laudan sSchir. sie nl bei Bad Sdiwarzbach. Fernsprecher Amt Flinsberg Rr, Sil.» Detektiuburea» Staschel, Chaussee. straße 77. Fernsprecher Norden 7888. Beobachtungen, Ermittelungen. Aus- künfte- olletorts.» Wäscherei Knbasch, Köpenick, Drllnaiicr- straße 45, liefert in crsttlassiger Aus. führung Bettbezüge 80, Laken 25, lade!. los gerollte Leibwäsche 15. Schonendste Behandlung. Abholung Donnerstag. lM. SPD.» Wäsche nach Gewicht. Halbtrocken zu» rück per Pfund nur 20 Pfg., trocken zurück nur 25 Pfg, Dampfwäscherei „Merkur", Frankfurter Allee 807. An» dreas 2820._____* Bcrtrauensoolle Auskunft, Unter» fuchunq färztlichi. Frau Erdmann, Köpe- nickerstraße 151. rechter Bordcraufgang, 1 Treppe. Nähe Schlesischcr. Görlitzcr Bahnbof.' Geldue'rkehr Belcihuag aller Werte, auch Näh- Maschinen, Pfänderverkauf. Pfandleihe Lange, Mvritzplaft, Aschingerhaus,' Ardeitzimarkt Kontobuchbinder, erste Kraft, auf Extraanfertigungen. Wusterhausener. straft« 14.____________ Kontvrboie, nicht über 15 Jahre, so» fort gesucht von Baientin, Röhren, u. Eisen-G. m, b. H., SW 61, Großdceren. straft, 71.___________________ Sortiereriancn und Arbeiterinnen für Altpapier. Großhandlung sofort gesucht. Cohn, Heidestraße 20/21. kütoeMiIliigs verl. Bau- u. Kunst- sch'osscrei Alex Hennan G m.b.H.« N 20, Panksir. 29. Tüchtiger Maurerpolier in mittleren Jahren, umsichtig und energisch, evt per sofort gesucht. Stütze], T....."" Potsdam; Kastanienallee 5. ——. Organisation sucht——— ipersetteSkevvWW und l junge Staft für Die ßBJeöiöoa Bewerberinnen, die schon in Organi- sationen tätig waren, erhalten den Vorzug. Angebote mit Zeuanisabschriften unter O. an die Eryedmon des«Borwäns-. Kontoristin für Schreibmaschine und leichtere Buchhal- wngsarbeiten, per sofort gesucht. Osserten 12 71« an AI», Berlin S. 85. L__ Nr. 334 ♦ 44. Jahrgang 3. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 17. Juli 1927 Die Verluste öer Volkswirtschaft. • Durch Arbeitskämpfe und Arbeitslosigkeit. Früher meinten die Generalanzeiger, die Unternehmer und alle alten und jungen Tanten, die Arbeiter seien.zu faul zum Arbeiten', deswegen streikten sie gern. Auch neuerdings wagen sich bei größeren Arbeitstämpfen wieder sogenannte Berechnungen in reaktionären Zeitungen und Argumente in Unternehmerreden hervor, die nachzuweisen bemüht sind, daß jene sozialen Auseinandersetzungen nicht nur der Wirtschaft, sondern im besonderen den Kämpfenden mehr Verluste einbrächten als Nutzen, und daß im besonderen durch Streiks der Gesamtwirtschaft der größte Schaden zugefügt werde. Was sagen demgegenüber die Tatsachen? Nachfolgend stellen wir an Hand der Zusammenstellungen des Instituts für Konjunkturforschung einmal gegenüber. was in Deutschland seit 1925 durch A rb e i t s k ä m p f e und was durch Arbeitslosigkeit an Arbeitsstunden verloren gegangen ist. Schon diese ersten Zahlen unserer Untersuchung zeigen, daß die Arbeitslosigkeit, die nicht zuletzt durch salsche Wirtschaftsführung— Rationalisierung ohne Kauskroftvermehrung— erzeugt wird, der Volkswirtschaft ganz andere Kräfte entzieht als die Arbeitstämpse. An Arbeitsstunden gingen verloren: durch Arbeitslosigkeit durch und Kurzarbett ArbeitSkSmpfe in Millionen Arbeitsstunden 1925...... 1 633 136 1926...... 5 778 10 1027(1. Vierteljahr) 1 297 2 Rechnen wir nun die verlorenen Arbeitsstunden in Tag« und in verlorenes Arbeitseinkommen um.(Der Tag ist zu acht Stunden, der Tagelohn mit 5,50 M. berechnet.) Es gingen ver- loren: Millionen Arbeitstage 1925 1926 1927(l.Ouart.) durch Arbeitslosigkeit 204 721 162 , ArbeitSkSmpfe. 17 1,26 0,25 Millionen Mark Arbeitseinkommen durch Arbeitslosigkeit 1 122 3 965 891 , LrbeitSkämpfe. 93,5 6,91 1,37 Die vorstehenden Zahlen sind völlig eindeutig. Sie zeigen, daß der entscheidende Schaden, der unserer Wirtschaft zugefügt wird, durch die Arbeitslosigkeit erzeugt wird. Unsere Unternehmer vergrößern ständig den Produttionsapparat, wollen aber denen, die ihre Waren kaufen sollen, möglichst wenig Lohn und Gehalt geben; damit schassen sie immer wieder Arbeitslose! Ausreichende, kaufkräftige Löhne find die Voraussetzung zur Vermeidung der riesigen volkswirtschaftlichen Verluste, die daraus entstehen, daß die Arbeitslosen kein Arbeitseinkommen Haben. Werden solche Verluste durch die Einsicht der Unternehmer vermieden, dann bleibt der Wirtschaft auch jener kleine Verlust erspart, der aus Arbeitskämpfen entsteht. Aber wer will heute aus die gemein, wirtschaftliche Einsicht her Unternehmer bauen? Kurt ch einkg. Die Arbeitslosigkeit in üen Gewerkschaften. Wetterer Rückgang hn Juni. Bei der Erhebung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes über die Arbeitslosigkeit in den freien Gewerk, scha ften im Jmn 1927 wurden in 30 Verbänden 3 516 806 (3 469 712) Mitglieder, darunter 603 226(605 510) weibliche ersaht. Di- eingeklammerten Zahlen sind die zum Vergleich angeführten des Monat, Mai. Von diesen erfaßten Mitgliedern waren 186 OOS (206 913) männliche und 40 001(40 334) weibliche, also Insgesamt 226 010(247 247) arbeitslos. da» sind 6.4(7.1) Proz. de? Mitglieder. Verkürzt arbeiteten in der letzten Arbeitswoche des Monats Juni 64 421(69 872) männ- Ii che und 27 323(27 451) weibliche Mitglieder, insgesamt also 91744(97 323) oder 2.6(2.8) Vroz. der Gewerkschastsmitglieder, und zwar eine bis 8 Stunden 45 993(50 529) Arbeiter, 9 b i» 1 6 S t u n d e n 20 635(23 582). 17 bis 24 Stunden 14 234(15 911). 25 und mehr Stunden 6545(6464). Rein zahlenmäßig hatte der Metallarbeiter. verband die meisten Erwerbslosen, und zwar 55 747. darunter 2530 weibliche. Ihm folgen der Holzarbeiter. verband mit 30101, wovon 2001 weibliche sind, der Fabrik- arbeiterverband mit 24 747, darunter 6634 weiblichen, der Verkehrsbund mit 20 592 einschließlich 1120 weiblichen, der Baugewerksbund mit 18 712, der Textilarbeiter- verband mit 10 369, darunter 6458 weiblichen usw. Im Verhältnis zur Mitgliederzahl dagegen steht der Hutarbeiterverband immer noch mit 25.1 Proz. Erwerbslosen an erster St«ll«. Ihm folgen der F l« i s ch» r o« r b a n d und der Verband der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller mit je 15,1 Proz., der Verband der Gärtner mit 13,1 Proz., der Verband der NaHrungs- und Genuhmittelarbeiter mit 11,6 Proz., der h o l z a r b e i t e r v e r b a n d mit 11 Proz. usw. Absolut wie auch verhältnismäßig am günstigsten standen die Stein- arbeiter mit 1,9 Proz. erwerbsloser Mitglieder und Gemeinde- und Stoatsarbeiter und die Bergarbeiter mit je 1,4 Proz. da. In diesen drei Organisationen waren von 382 615 von der Erhebung erfaßten Mitgliedern nur 5490 arbeitslos. Dieses an sich nüchterne Zahlenbild läßt erkennen, daß die Arbeitslosigkeit noch sehr groß ist und an die Verbände weiterhin starke Anforderungen stellt. Dies trifft besonders für den Hutarbeiterverband zu. Aber auch im Baugewerbe, wo in normalen Zeiten sonst um diese Jahreszeit Hochkonjunktur herrscht, kann bei 18 712 Erwerbslosen nicht von einer guten Beschäftigungslage ge- sprachen werden. Es kann somit wohl von einem weiteren Ab- flauen der Arbeitslosenkrise gesprochen werden, doch sind die Arbeits- losenzohlen noch beachtlich hoch. Um Sie»Geheimklausel* üer �rbeitsminister Was ist ihr Inhalt? London, 15. Juki.(Eigener Drahtbericht.) Zu der soeben wieder im englischen Unterhaus berührten sogenannten„Geheim- klausel des Londoner Abkommens" der A r b e i t s m i n i st e r er- fahren wir von maßgebender Seit«, die Arbeitsminister, die seiner- zeit die Londoner Vereinbarung zum Washingtoner Achtstundentag- abkommen beschlossen haben, seien übereingekommen, Listen über die kontinuierlichen Betrieb« z. B. in der Eisen-, Glas-, Chemi«-Jndustri«, vor allem über die Regelung der Schichten und der Arbeitszeit beim Schichtwechs«l, auszustellen und auszutauschen. Dos sei geschehen, weil England Klar- heit darüber verlangt habe, wie in den kontinuierlichen Betrieben der einzelnen, für die Londoner Vereinbarung in Betracht kommen- den Ländern die Dinge praktisch liegen. Das Einvernehmen über die Aufstellung dieser Listen sei deshalb nicht in das Londoner Ab» kommen aufgenommen worden, weil es sich bei den Vereinbarungen ja nur um die Auslegung des Washingtoner Ab- k o m m e n s gelzandelt habe. Im übrigen stellten diese Listen, wie ja auch Albert Thomas in Genf selbst b&oni habe, nichts dar, was die Ratifizierung aufzuhalten geeignet wäre.(?) In der R a t i f i z i e r u n g s f r a g e ist schließlich das Wa- shingtoner und nicht das Londoner Abkommen das Wesent- liche. Das Washingtoner Abkommen soll ratifiziert werden und nicht die Vereinbarungen. Nicht umsonst Hot das International« Arbeitsamt es abgelehnt, die Londoner Vereinbarungen zu ratisi- zieren: es hat sie nur zur Kenntnis genommen. Mit den Londoner Besprechungen wollten sich die Mächte gegenseitig davor sichern, daß nicht hinterher die eine Wacht die andere beim chaager Gerichts- Hof wegen Nichtdurchführung des Washingtoner Abkommens verklagt. Wie hsch sinö Sie Lohne unS Gehälter! Eine Erhebung des Skalistischen Reichsamts. (TU.) In der nächsten Nummer des„Reichsgesetzblattes' wird die Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über die Lohnstatistik vom 27. Juli 1922(RGBl. I E. 656) veröffentlicht werden. Nach der Verordnung sind im Jahre 1927 Erhebungen über die Lohn- und Gehaltsverhältn j ss e der Arbeiter und An- gestellten in ausgewählten Gewerben, Hrten. Betrieben, Arbeiter- und Angestelltengruppen zu veranstalten. Beginn und Umfang der Erhebungen, die in den folgenden Jahren fortgesetzt werden können, bestimmt der Reichswirtschastsminister im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister: bei Erhebungen im Bergbau ist die Zu- stimmung des Reichsrats erforderlich. Die Durchführung und Aufarbeitung der Erhebungen ist dem Statistischen Reichsamt übertragen. Der Umfang der in die Er- Hebungspapiere aufzunehmenden Fragen ist in der Perordnung u m- grenzt. Zur Ausfüllung und fristgemäßen Rücksendung der Er- Hebungspapiere ist der B e t r i e b s l e i t e r oder der für ihn bestellte Bertreter verpflichtet. Bei Listenerhebungen hat der Betriebs- r a t(Betriebsobmann), bei Erhebungen durch Einzelkarten der einzelne Arbeitnehmer, durch Unterschrift zu bestätigen. daß er gegen die Eintragungen keine Einwendungen zu erheben hat. Ueber die durch die Erhebungen gewonnene Kenntnis der Per- hältnisis der einzelnen Personen und Betriebe ist Still- schweigen zu beobachten. Die Erhebungen dürfen nur zu statistischen Arbeiten benutzt werden. Bei Zuwidcrhand«. lungen gegen die Verordnung sind Geldstrafen vorgesehen. Auch in den Betrieben der niederrheinischen Seiden» Webereien wird, wie man uns aus Barmen mitteilt, bereits seit Mitte Juni nur acht Stunden pro Tag gearbeitet. E» kommen dabei run>d 4500 Arbeiter in Frage. Iranzösilch-belgisther �rbeitsvertragsentwurf. Einwanderer sollen nicht minderen Rechts sein. Paris, 16. Juli.(Eigener Drahibericht.) Im Namen der Kam- merkommission für auswärtige Angelegenheiten hat kurz vor Schluß der Kommersession der Abgeordnete Bovler-Lapierre einen Bericht über den zwischen Frankreich und Belgien in Aussicht ge- nommenen Zlrbeitsvertrag vorgelegt. Der Bericht stützt sich fast ausschließlich auf die Bestimmungen des Genfer Paktes und des Friedensvertrages und entspricht im großen ganzen dem bereit» im Jahre 1919 zwischen Italien und Frankreich abgeschlossenen Per- trag. Im Gegensatz zu diesem ist aber in dem französisch-belgischen Entwurf keinerlei Gegenseitigkeit bei der Altersversicherung und keine Unterstützung außer der Arbeitslosenunterstützung vorgesehen. Die eingewanderten Arbeiter sollen bei gleicher Arbeit. den gleichen Lohn wie die einheimischen erhalten. Die Regie- rung des Einwanderungslandes verpflichtet sich, darüber zu wachen, daß die Eingewanderten auch bei den Unterstützungen die- selbe Behandlung geniehen. Di« Arbeiter und Unter- nehmer der Länder, heißt es in dem Entwurf weiter, die an Ar- beitskonflikten interessiert sind, können in diesem Falle Mitglie- der der Schiedsgerichte sein, denen solche Konflikte vor- gelegt werden. Hier wird durch den Entwurf die französische Ar- beitsgesetzgebung stark abgeändert. Denn bisher müssen die Dels- gierten in Schiedsgerichten über Arbeitskonflikte stets Franzosen sein. Die Kammerkommission für auswärtige Angelegen- heilen hat dem Parlament die A n n a h m e des Gesetzentwurfs empfohlen. � Setriebswleüeraufnohme stillgelegter Ciselgruben. Eine Frage der Verkehrsverbesserung. Euskirchen, 16. Juli.(Mtb.) In der letzten Zeit machen sich in verschiedenen Eifelgegenden Bestrebungen geltend, früher still- gelegte Bergwerke und Gruben wieder in Betrieb zu nehmen. Gerade durch die ständig sortschreitende Erschließung von bisher vernachlässigten Landstrichen durch moderne Verkehrs- mittel gewinnt diese Frage ein« besondere Bedeutung. So wartet eine große Interessengemeinschaft auf Verwirklichung des in Aussicht stehenden Bahnbaues A d e n a u- K e l b e r g, um die 1922 still- gelegte große Schwerspatgrube„Rosalie" unweit des Nürburgringe» wieder in Betrieb zu setzen. Eine Berliner Bergbausirma in Ver- bindung mit dem jetzigen Besitzer hält bei der Möglichkeit des Ab- transports der Produkte eine Rentabilität der Grube für gegeben. Bei Verwirklichung des Projektes würden zahlreiche Arbeiter der umliegenden Orte lohnenden Verdienst finden. Albert Thomas fährt nach den baltischen Randstaaten. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, wird, wie aus Riga gemeldet wird, demnächst zur Prüfung der Arbeitsschutzverhältnisse in Reval und Riga ein- treffen. Thomas befindet sich zurzeit auf einer Reise durch die dem Internationalen Arbeitsamt angeschlossenen Staaten. Die Sparkasse der Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A.-cS„ Berlin, lvallstr. 65 ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und 4— 6 Uhr, Sonnabends von 9—1 Uhr geöffnet. Ein Erfolg guter Organisation. Dresden. 15. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Was eine gute Organisation vermag, dos haben in diesen Tagen die T e x t i l- arbeiter im Talheirner Bezirk(Erzgebirge) in ihrem Kampf um die Regelung der Arbeitszeit gezeigt- Die Arbeitszeit- frage ist in Sachsen noch immer strittig. Infolge der Verbohrtheit der Textilsyndizi in Chemnitz ist bis jetzt noch keine Einigung zu- stände gekommen. In Talheim arbeiten daher die Textilarbeiter, gestützt aus das Arbeitszeitnotgesetz, seit dem 1. Juli nur acht Stunden pro Tag. Die Textilarbeiter im Talheimer Bezirk sind sehr gut organisiert. Die Textilindustriellen werden von Tag zu Tag kleinlauter. Deutscher Baugewcrl»bu»d. Baugewcrlschast Berlin. Äkkordmaurer! Am Mittwoch. 20. Juli, 17 Uhr, findet im Saal 1 de» Gewerkschafishause, eine Der Vereinsvorstand. Sattler-, Tapezierer- und PortefeuMeruerband. Donnerstag, Zl. Juli. 19 Uhr, im Sewerlschaftohaus, Engelmer 24/25, Gcncraloerfammlung. Vortrag und lSeschliftshcricht, Zutritt nur gegen Bcrbandsausweis. Jugendgruppe des an mWWWWWMWWWIWWWWWWWWWWWWWWWWWW heim Schule Danziaer Str. 23. Liederabend.- Bezirk Tempelhos! IugenAieim der Schule Dcrmaniastr. 4/0. Unterhaltung! Singen und Spiele.— Ao 19 Uhr Spielen auf dem Epielpla» im Fricdrichehllin, Eingang Elbinger Strahe. Rasenfpiele, Volkstänze, Ballspiele. Frei» Eewerkschaftsjugend Eroh. Berlin. Heute sind folgende Beranstal» lungen: Gruppe Moabit: Ferlcnfahrt zum WcrbcMnsec.— strcis vbersprec: Krcistrcffahrt am Fraucnlee.— Madchcnlursus: Die Woäienendkurse für unsere Mädchen finden am 0. und 7. sowie am 20. und 21. August In ssalkendcrg statt. Teilnehmermeldungen mllssen bis zum 22. Juli in der Zentrale abgegeben werden.~ Voranzeige: Am Sonntag, 24. Juli, sind wieder öffentliche Lamm, lungen des Arbeiter. Samariterbundes. Alle Jugendlichen Uber 18 Jahre helfen. Treffen morgens 7 Uhr in folgenden Lokalen! Miitei Lokal von weriche, Manteuffelstr. 87, Abt. 1 Mar Brun»«!, Stralauer Allee 47. Tier. garten: Lokal von Lausch, Bredow» Ecke Wiclesstrasje: H. Etardatti, Zwingli» stcaße 39. Wcdding: Lokal von Bellin, Schulstr. 12: E. Erundmann. Schul- straße 77. Prenzlauer Berg- Lokal von Mielk«, Lnchener Str. 2,3; Ig. Sicdner. Vappclallee 30. FriodrichkhaiU! Lokal von Bartusch, ssrledenstr. 88: M. Hoch'. Gohlerstr. 27. Areuzbcrg: Lokal van Buhr, BlUcherstr. 38: W. Sagsmann, Simconstr. 3. Charlottenbnrg: Jugendbciin.Slosinenstrahe: S. Schonemann, Waitzstr. 23. Schönebcro: Lokal von Äpsentbal, Ebersstr. 00; R, Grllning, Göbenstr. 16. SiealiJ: Lokal von Schmidt, Lichterfelde, Sioonstr. 39: A. Eichel. kraut, Lichterfeldc-W.,»arstenstr. 3. Tempelhof: Lokal von Lindisch, Marien. darf, Rönigstr, 44; O. Weiß, Mariendors, Chaussecstr. 289, Sleukilln: Lokal von Wille, Donau- Ecke Beuterstraßc,- A. tzischer, Herfurthstr. 3. Treptow: Lokal von Mruhn, Grätzstr. 29: R. Hudewenz, Ratidorstr. 1. Lichtenberg: Lokal von Nothorf, Rigacr Str. 93; Treiber, Landsberger Alle, 47. Weißeusce! Lokal von Stärke, Ebarlottenburger Ecke Taffolirabe: Libowsii. Wilhelmstr. 20. Pankow: Lokal von Ehyla, Berliner Str. U8: O. Mohs, Schulzcstr. 14. Herw«. borf: Turnhalle Roonstraße; M. Schallamach, Albrechtstr. 10. 94 Jahre alt wurde einer unserer ständigen Verbraucher Wollen Sie sich Ihre Gesundheil erhalten? Wollen St« einen erquickenden Nachtsdüaf haben? Wolle« Sie Ihren Magen, dem Sie oll mehr zamuien, als er vertragen kann, entlasten; müssen Sie für eine geregelte Verdauung sorgen. Deshalb nehmen Sie morgens nnd abends unser »OriginahBuiBric�-Saiz" 1 Dose kostei ca. 1 Pfennig OrUinsJ.BaIMA-Ssl> hinlerlS�t iclbtt bei d.ucrndem Gcbra-jchc in«einer Welse irgeottweldie schädlichen Folgen, woraut wir besonders hinweisen mAdslen Aus unserer Anerkennungsmappe Mein» Mutter litt über 20 Jahr« an sehr starken Magenschmerren und Verdauungsstörungen, Viele Mittel wendete sie an, alle halfen nur vorübergehend. Von Ihrem 60. Lebensjahre an nahm sie Bullrich-SaU. und eine sehr schnelle und wunderbare Wirkung trat ein. Es leistete ihr vorzügliche Dienste bisiu ihrpm im 95. Lebensjahr erfolgten Tode. Hochachtungsvoll Otto Dohert Berlin N 4, den 24. Juni 1927- AU erfrUdtendes und durststillendes Getränk wird Original- Bullrich-Salj in der ganzen Well wegen seiner Bekömmlichkeit gesdiStst und bringt gleichzeitig die Verdauung In geregelte Bahnen. Einen halben Teelöttet voll Bullridi-Salz schütte man In ein Glas Zuckerwesser(Fruchtsaft nach Belieben) unter Zusatz von ein wenig Easig1 oder Zitronensaft.— Oer Verbrauch von vielen Millionen Dosen beweist am besten, wie sehr unser Original-Bullrich-Salz geschä'zt wird.— 100 Jahre unübertroffen, 100 gr. 0.30, 150 gr. 0.60, 500 gr. 1.10 Für die Reise Tabletten, BledisMtel 1.50. Röhre 0.25 iWMfert Sur die tzerbstjugenöweihen muffen die Anmeldungen umgehend in folgenden Aufnahmestellen unter Zahlung der Eiuschreibegebiihr von 50 Pfennig vorgenommen werden: Berlin: Sroßc» Schauspielhnu»: Iugendsekretariat. SW 08, ■Sinbcnftt. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 11, geöffnet von 9 bis 17 Uhr, Mitt. wochs und Freitags von 9 bis 19 Uhr. S. Joseph, NW 21, Wilhclmshavcner Etrahe<8 fVorwarts-Eped.), P. Kroll, N kö, Utrcchtcr Str. 21 fReftaurant), A. Hönisch, N 65, Müller» Ecke Utrechter Etraße tVorwarts-Sped.), W. Hoff» mann, N 58, Lychcner Str. 8 lRcstaurant), H. Obst, N 54, Ackerstr. 174e die Ersatzleute treffen sich Montag, 18. Juli, 29 Uhr pünktlich, bei Krüger, Puliltzstr. 19. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist Erscheinen unbedingt erforderlich. 6. Kreis Kreuzbcrg. Achtung. Grnossinnen und Kenosscn! Das Palksfrst in Tcmpclhos findet nicht, wir irrtümlich angegeben, Sonntag, 17., fonderik Sonntag, 24. Juli, statt/ Wir bitte» um rege Beteiligung.— Die Ge. »offen werden auf den heutigen Ausflug der Frauen nach Spandau auf- inerklam gemacht. Nachzügler treffen sich im Lokal. 7. Kreis Charlotienbnrg. Bildungsausschuß: Sonntag, 24. Juli,>9 Uhr, Führung durch den Botanischen Warten in Dahlem. Teilnehmerkarten hei den Mitgliedern des Bildungsausschufles und beim Genossen Aulfeld, Krumme'Str. 62. Abfahrt 9 Uhr Wilheimplatz, Autobus 29. 11. Kreis SWöncbcrg.Fricdciiau. Sonntag, 17. Juli, 15)4 Uhr, veranstalten die Sazialistilche Arbeiterjugend, die Kindersreunde und die Natursreundi lZentraic Wien) des II. Kreises im Etadtpark ein Fest. Eintritt 39 Pf. Für S'tzgelcaenhcit und alkoholfreie» Ausschank ist Vor. sorge getroffen. Di-- Kenossinnen und Genossen werde» gebeten,(ich recht zahlreich zu beteiligen. 13.»reis Tempelhof. Die Eintrittskarten zum Volksfest im Birkenwälbchen oin Sonntag, 24. Juli, stnd zu haben bei den Mitgliedern des Bildungs. ausschuffes. den Brzirisfllhrern und allen Funktionären der Partei sowie in t-n Nerkaufsstellen des Konsums. Eintrittskarte 59 Pf. Erwerbslose und Kinder in Begleitung der Eltern haben freien Eintritt. Der Umzug beginnt um 14 Uhr am Bahnhof Tempelhof. Wir erwarten zahlreichc Beteiligung. c�UTLO� GARTENBAU U.SCH LESISCHE flirrt jjgifcj GEWFRRE AUSSTELLUNG-JUNI- SEPT. heute. Sonntag. 17, Jull: 9. Abt. Parteitagsprotokolle sind zum Preise von IM M. beim Genossen Otto Herrichen. Wtlsnacker Etr. 49, ab Zitontag, 18. Juli, zu haben. 74. Abt. Zehlcndorf. Reuanmeldungcn für die Partei im Lokal Micklei), Potsdamer Str. 25. Morgen, Montag. 18. Juli: 70. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr bei Kraiß, Holsteinische Str. 60, Abteilungs- vorstandssitzung mit allen Funktionären und Straßenführern. Niemand darf fehlen. 77. Abt. Schöneberg. 20 Uhr Vorstandssitzung Apoftel-Paulus-Str. 5 IV. Dienstag. 19. Zuli: 45. Abt. Treffpunkt 14 Uhr Wiener Ecke Glogaucr Straß« zum Kaffcekochen. Kuchenkarten zu 29 Pf. sind im Lokal zu haben. Mittwoch. 20. Juli: 49. Abt. Schwerhörig». 194-6 Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim Lindenstr. 8, 2. Hof 3 Tr. Vortrag:„Politische Tagesfraaen. Referent Eduard Zachert, M. d. L. Alle Mitglieder sowie„Borwarts'.Sieser und Wäste' werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Jrauenveranstaltungen. 3. Krei» Wedding. Mittwoch, 27, Juli, Frauenausflug nach Heiligensee. Treffpunkt Tegel, Gabelung, 9—19 Uhr. Straßenbahn 27, 28, 128 bis Gabelung. Wäste herzlich willkommen. 9. Kreis Wilmersdorf. Alle Genossinnen beteiligen sich am Donnerstag, 21. Juli, am Kaffcekochen im Restaurant Waldpark. Ab 15 Uhr Konzert. Treffpunkt>4 Uhr am Badnhof Schmargendorf. Gemeinsamer Abmarsch 14� Uhr, Die nicht abgeholten Karten zur Dampferpartie werden da- selbst noch verteilt, Arauenveranstaltungen am Montag, 18. Juli: 29. Abt. Ausflug der Frauen nach Nieberfchönhaufen, Lokal Schüßler. Treff» pnntt 15 Uhr bei Schüßler. Freunde und Gönner stnd herzlichst ein. geladen. 57. Abt. Charlottenbura. Die Genossinnen treffen sich Bahnhof Jungfern. Heide, Eingang Bolkspark, 15 Uhr, Kaffeekochen, Anschließend Spiele. 97. Abt. Neukölln. Die Genossinnen treffen sich 1446 Uhr Leine- Ecke Oder» straße zum Kaffeckochen im Volkspark, 119. Abt. Lichtenberg. I9>6 Ubr bei Mepe, Möllcndorf. Ecke Rittergutstraßc. Vortrag des Genossen Bernhard Krüger. Arauenveranstaltungen am Dienstag. 19. Juli: 23. Abt. Kaffeekoche» im Lokal Wicfengrund. Treffpunkt 14 Uhr See. Ecke Amrumcr Straße, Die 22, Abteilung ist herzlichst eingeladen, 32. Abt. 29 Uhr bei Eromphardt, Paul-Singer'Str. 49, wichtige Tagcsord» nung. Gäste willkommen. 46. Abt. An dem Treffen mit Kaffcekochen der Konfumgenosscnschaft im Alten Eicrhöusche» in Trcptdw beteiligen sich olle Genossinnen restlos. Treffpunkt 15 Uhr Falkenstein. Ecke Echlesische Straße. III. Abt. Bohnsdorf. 1946 Uhr im Lokal Heimann, Waltersdorfer Str. 199, Frauenabend, Rezitationen»sw. Wir erwarten recht zahlreichen Besuch. Gäste sind herzlichst willkommen. Jrauenveranstaltungen am Mittwoch, 20. Juli: 20. Abt. Ausflug nach Schulzendorf. Treffpunkt 9 Ubr im zweiten Lokal. 24. Abt. Ausflug nach Freibad Rahnsdorf. Treffpunkt 9 Uhr unter dem Stadtbahnbogen Bahnhof Alexanderplatz. Recht rege Beteiligung wird erwartet. 79. Abt. Schöneberg. Ausflug mit dem Motorboot. Abfahrt 9 Uhr vom Halleschen Tor nach Grünheide-Buchhorst. Gäste herzlichst willkommen. * 102. Abt. Baumschulen weg. Mittwoch, 27. Juli, Ausflug der Frauen nach Wendenschloß. Treffen und Abfahrt mit bestelltem Straßenbahnwagen 9�4 Uhr am Bahnhof Baumschulenweg. 13 Uhr Kaffeekochen im Lokal Waldesruh. Kaffeekochcn für Genossinnen frei. Fahrgeld(40 Pf.) bis spätestens 18. Juli bei der Genossin Klein, Baumfchulenstr. 95, zu ent» richten. Jungsozialisten. Dienstag, 19. Juli: Gruppe Lichtenberg: Der Gruppenabend fällt aus. Dafür vollzählige Bc. teiliauiia an der Gesamtveranstaltuna in der Bellc-Alliance-Straßc, Es spricht Profi Nölting,— Gruppe Tiergarten: 29 Uhr bei Trümper, Flensburger Straße 3, Diskussionsabend. Alle Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Achtung, Jungsozialisien! Dienstag. 19. Juli, findet die Gejamtveranstaltunq im roten Saal des ?dA., Belle-Alliaucc-Str. 7/49, um I9>/- Uhr statt. Prof. Erich Röltinq spricht über:„Gegenwartsproblem de» Kapitalismus." Achtung! Sitzung des Ar. bciteansfchusse» um Itzfs llhr ebenda. Vorträge, vereine unö Versammlungen. « Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold-. Geschäftsstelle: Berlin S 14. Sebastianstr. 37/38, Hof 2 Tr, Montag. 18. Juli: Nenkölln-Britz: 3, Kameradschaft 29 Uhr Käme. radschaitsversammlung bei Balcwski, Boddinstr, 57, Erscheinen aller Kameraden Pflicht. 2, Kameradschaft 29 Uhr Zugvcrfammlung bei Thormähle», Hertzbergstr, 22. Vortrag Kamerad Georg Kruse:„Gewerkschaften und Reichs- banncr, 1. Kameradschaft Fuqversammlung bei Wille, Reutcrstr. 57, 5. Ka- meradschafi Iungmannfchaft 18 Uhr Svortadend in der Lessiiiastraße, a» der Schule, Alle Lcipzig.Fahrer müssen sich an diesem Abend melden, 1. Käme- radschaft 4, Fug 29 Ubr Fugvcrsammlung bei König. Wescrftr, 58. Vortrag Kamerad Otto Bach:„Deutschland und der Völkerbund." Adlcrshos: Sport» abend für alle aktiven Kameraden. Treffpunkt in Bannerkleidung 19 Uhr Vis- warck» Ecke Waldstraße.— Dienstag. 19. Zuli: Wilmersdorf: 20 V. Uhr Kame- radfchaftsabend im kleinen Saal des Viklariaqartens. Vortrag des Kameraden Nvwack vom Gauvorstand:„Unsere Presse und ihr Ausbau," Meldung zur Verfassungsfeier in Leipzig bis dahin bei den Kameradfchaftsführern, Neukölln- Britz: 1. Kameradschaft Radsahrabteilung: Versammlung aller Radfahrer bei König, Wcfcrstr, 58.— Mittwoch, 29. Zuli: Prenzlauer Berg: Heinrich Wurr bei Baronlki, Pasteurstr, 6, Wörthcr Platz bei Treuer, Kastanienallcc 23. Fricdrichshain: Kameradschaft Warschau lg', Uhr Sitzung bei Schmidt,„Zur kleinen Hütte", Kopernikusstr, 23. Wcißensce: Ab 18 Uhr Turnen aller Jung- Kameraden und Sportler Stadion„Fauler See".— Fricbrichshain: Echutzspart- obteilung jeden Montag im Jugendheim Litauer Str. 18 zwanglose Zusammen. künftc. Orchesterverciu Tosen. Wichtige Probe am Dienstag 2946 Uhr Kopen. Hagener Str. 26. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht, Arbeiter-Samariterkolonne Berlin e. V. Geschäftsstelle: R 4, Echröberstr, 9, Brieftasche mit Papieren auf den Namen Edmund Bennewitz lautend, ist verlorengegangen. Finder wird gebeten, gegen Erstattung der Fahrgeld- Unkosten an obige Adresse abzuliefern, Armbinde Nr, 552 und Ausweis nebst Mitgliedsbuch werden hiermit für ungültig erklärt. Detlerbcrichl der öffenklichen wellerdienflslelle für Berlin und Umgegend (Nachdr, verb.) Wolkig und ziemlich warm, vereinzelt Gewitter bei schwachen nördlichen Winden,— Für Deulfchlond: Wollig mit verbreileten Ge- wittern, Temperaturen im allgemeinen nicht wesentlich verändert. Sozialistische firbeiterjugenü Grost-öerlin. heuie. Sonnlag. 17. Juli: Werbcbezirk Osten: Werbevcranstaltung in Hohenschönhausen. Treffpunkt 1316 Uhr Ringbahnhof Landsdcrgcr Allee. Fahnen und Sportgeräte stub mitzubringen. Abt. Hohenschönhausen: Treffpunkt zur Wcrbekundgebung um 15 Uhr Ber- liner Straße Ecke Wcißcnseer Weg. 16 Uhr Echlußkundgebung im Oberseepark. Fahnen, Transparente und Instrumente mitbringen. Fahrtverbindung Linie 66. Iugendgenosscii, deteilgt euch recht zahlreich. Wcrbebezirk Schöneberg! Alle Genossen treffen sich 15 Uhr auf dem Winter. fsldtplatz, Fahnen und Musikinstrumente mitbringen. Gemeinsamer Abmarsch zum Volksfest auf der Stadtparkwiefc. Nachzügler um 4616 Uhr daselbst. Morgen, Montag, 18. Jati: Singkreis: 19?� Uhr im Jugendheim Lindenstr. Z. Hohenschönhausen: Jugendheim Freienwalder Str.� 5/6. Vortrag:„Der Befreiungskampf in China."— Schöneberg III: Hauptstr. 15. Vortrag:„Wie stehen wir zur Freikörperkultur?"— Westen I: Hauptstr. 15(Harzgauzimmer). Vortraa:„Die jetzige Lage in Sowjetrußland."— Sharlotten barg. Nord: Olbersstraße. Vortrag:„Jugend, Gemeinschaft, Familie." Sport. Auf der Rült-Arena. Endlich war der R ü t t- A r e n a gutes Wetter und damit auch ein vorzüglicher Besuch befchieden. Im Mittelpunkt des Jnt-oreffes stand der Zweikampf Oßmella— M i ch a r d. Den ersten Lauf holte sich O ß n> e 1 t a. um im zweiten knapp gegen M i ch a r d zu unterliegen. Der nunmehr nötig gewordene Ent- scheidungslauf brachte einen neuen Sieg O st m e 1 l a s. Somit gewann der Kölner den Zweikampf. Im R u n d e n- Z e i t f a h re n war jedoch der Franzose nicht zu sch lagen. Er fuhr die Runde mit genau 15 Sek. Ostmella brauchte'ho Sek. mehr. Beyrode und Rütt fuhren die Zeit von lö'/i» Sek. Im Her- ausforderungskampf Dewolf— T o n a n i dominierte D c w o l f. Er holie sich sämtliche vier Läufe(ein Flieger- rennen über 1009 Meter, ein Runden-Zeitfahren— Dewolf IS'hoSet., Tonani 16'/ lo Sek.—, ein Verfolgungsrennen und schließlich noch ein Malfahren über 10 Runden). Einen Sturz tat der Däne Jensen im 10-Kilometer-Einzelsahren, das Longardt in 12 Min. öl'/m Sek. vor Kühl gewann. Eine Runde zurück folgten Ehmer, Peyrode und Kuhn. Wie wir hören, befindet sich Jensen auf dem Wege der Besserung. Der„Graste Sommer-Preis" vereinigte am Start die Steher Parisot, Miguel, T Hollembeck und D e d e r i ch s. Die drei Läuse gingen insgesamt über 50 Kilometer. Im Gesamtergebnis belegte Parisot den Sieger- plag mit 49,020 Kilometer vor Dederichs 49,550 Kilometer, Miguel 49,340 Kilometer und Thollembeck 49,140 Kilometer. Die A m a- teure bestritten ein Vorgabesahren über 10 Runden, das sich Rabenhold(Göttingen) mit 185 Meter Vorgabe holte und die„Deutsche M e i l e", die Schulz(Tornado-Charlottenburg) mit 9 P. in 10 Min.'ho Sek. gewann. Länderwettstreil im Metropol-variet6. Das interessante Ringer-Turnier wurde am Freitag mit drei guten Kämpfen jorlgejctzt: zwei ikämpse gingen bis zur Entjcheidimg, die beiden schwersten Willing- Berlin und N e st r ö m- Estland mußten sich nach ihrem ersten Treffen ohne ein Rejultat trennen, um an einem späteren Termin nochmals ihr Können zu messen. Der Ostpreuße N a b e r mußte nach tapferem Kamps vor dem Westsalen Grunewald durch Doppel- armzug aus dem Stand die Waffen strecken. Ringzeit: 44 Minuten. T u r o s s. Rußland gelang es. einen weiteren Erfolg zu buchen. Den Thüringer Opitz konnte er nach gleichwertigem Ringen in der 57. Minute durch schnellen Hüstjchwunz erledigen. Briefkasten öer Redaktion. F. Holzmarktstraß«. Es kommt nur die allgemein« Wohlfahrtspflege in Betracht.— A. S. i. S. Bis zum November 1923.— 8. 9. Nein. Sie baden teinc Ansprüche mehr gegen die Sparlasse.— Kr. 25. 1. Bei Spar. kassenguthaben wird der Nennbetrag als Gotdmartbetrag allen Einzahlungen zugrunde gelegt, die vor dem 1. Januar 1918 erfolgt sind. 2. Wenden Sie sich wieder an die Bank.— E, K. 14. 1. Ja. 2, Dem Rechtsanwalt steht die Vrozeßgcbühr zu, die nach dem Wert des Streitgegenstandes zu derechneu ist. Der Wert des Streitgegenstandes ist vom Gericht festzusetzen.— A. 19. Der Erbteil des überlebende» Ehegatten beträgt ein Viertel, während den Kindern drei Viertel zustehen,— Unfall, Kommen Sie in unsere Juristische Sprech. stunde,— H. 60. Sie waren zur Zahlung nicht verpflichtet. Versuchen Sie den Abzug. Sollte Widerspruch erhoben werden, so müssen Sie die Gesellschaft verklagen,— E. W. t. In der Angelegenheit können Sie nichts mehr unter- nehmen. Vor Vollendung des 65, Lebensjahres darf die Witwenrente nur be- willigt werden, wenn die Witwe infolge von Krankheit oder anderer Gebrechen dauernd invalide ist. Schluß bei B-cr Sahu A.-G. In dieser Woche cnbet der diesfährige bei. spiellos billige Saifonausverfauf der Baer Sohn A,»D„ Chausseeftr. 29/39, eigene Klcidrrwkrle, Für den Schluß sind ganz besonders preiswerte Posten bereitgestellt worden. Sommcrmäntcl, Sakko- und Sportanzüge, Lederkleidung für Auto» und Motorradsport, wollene Westen, Trikotagen, Wäsche, Jünglings- und Knabenklcidung neben vielen anderen Sachen lagern in der Erwartung, bald den Besitzwechfcl zu erfahren, Vcfondere Aufmerksamkeit wird jetzt der erweiterten Mnßabteilung zugewendet. Modernste Stoffe werden unter Leitung anerkannter Fachleute in künstlerisch vollendeter Form zu mäßigen Preisen nach Maß verarbeitet. Der meterweise Etassvcrkauf wird, der niedrige» Preise wegen, besonderer Beachtung empfohlen. Rur noch rine Woche dauert der Saisonausverkauf bei der bekannten Schuhwarcnfirma Stiller, Weil die Firma Stiller neuen Platz schaffen will für die Herbst- und Winterartikcl, hat sie sich entschlossen, weitere große Posten ihre, Riesenwarenlagers noch mit in den Ausverkauf hineinzunehmen. Um auch die Rkstbeständc der bisherigen Ausverkaufsartikel restlos zu räumen, sind auf einen großen Teil dieser Artikel noch weiter« erhebliche Preisermäßi- gungen vorgenommen worden. Infolgedessen ist die Auswahl»ach wie vor außcrordentlicb groß, so daß jeder, der es bisher verabsäumt hat, noch De, legcnheit hat, ganz außergewöhnlich billig einzukaufe». Ganz besonders vorteil, Haft sind auch die Angibpte von Rest- und Einzelpaaren sowie von aussortierten Modellen, teilweise der allerneuesten Mode, übergibt___ Deutschen Musikerverbande,. Berlin"«-!»: mandantenftr. 63/84. Dönhoff 3277—78, Geschäftszeit 9—5, Sonntags 10—2 Uhr, Auf Wunsch- Prrtreterbesuch. < Ii dieser Rede sehlus eueres iiisoi-isueriils Ein Posten Herren- JackettanzSge 22.— Ein Posten Herren-Sonimermäntel ,,,,,,.21.— Ein Posten Herren-Wintermäntel. 24.— Ein Posten Herren-Sportanzüge mit Breeches... 21.— Ein Posten Manchester-Sportanzüge für Herren.. 22.50 Ein Posten vierteilige Sportanzüge mit Breeches und langer Hose.............. 26.— Ein Posten Herren-Windjacken..»»,»,» 4.50 Ein Posten Gummimäntel für Herren...»«. 9. TS Ein Posten Lodenmäntel für Damen und Herren. 13.50 Ein Posten Gabardine-Mäntel für Herren.... II.— Ein Posten Ledersportjacken braun 69.—» schwarz 49.— Ein Posten Sportpelze,»»,»»«» 95.— Ein Posten Herren-Gehpelze.US.— Ein Posten Damenpelzjacken 49.— Ein Posten Damenpelzmäntel 92.— Ein Posten Damenmäntel Gr. 38/42 0— Ein Posten gestreifte Herrenhosen t••*••• 2.95 Ein Posten Herrenbreecbes,, 4.90 Ein Posten Herren-Sommerbosen, grau Cheviot.. 1 0.50 Ein Posten Herren-Wascbwesten....... 1.50 Ein Posten Jackettanzüge f. junge Herren, Gr. 38/43 IT.— Ein Posten Einsegnungsauzüge.21.— Ein Posten Knaben-Stoflanzüge Gr. 1/6 6.25 Ein Posten Knaben-Waschanzüge, leicht angestaubt 2.50 Reinwollene Stolle, 70 cm breit, elfenbeinfarbig, prima Qualität, mit kleinen Fehlern... Meter 1.10 Erottler-Stoffe, ca. 100 cm breit... Meter 0.40 Anzugstoffe, 140 cm breit..... Meter 2.60 1.50 Herren-Oberhemden m. Klappmansch, u. 2 Kragen 1.90 Selbstbinder, reine Seide, mod. Muster..... 0.85 Strlckwesten für Herren n. Damen.... Stück 5.90 Strickjacken für Damen, reich mit imit. Pelz garniert Stück 8.90 6.50 Damen-Pullover-Kostüme, schöne Farben.... 6.T5 Original-Künstlerdecken, Indanthren, m. kl. Druck- fe]ilern, 85 X 85 om........... 110 Küchentücber, Halbleinen, vorzügl. Qualität, mit' kl. Fehlern............ Stück 0.45 0.35 Handtücher, hervorr. Qual. m. kl. Fehlern Stück 0.70 0.60 Laken-Nossel, 140 etn breit, gute Qualität. Meter 0.95 |in allen«meiiunoen sinn aueii nie Preise lür üessere tüiamaien iüiii iiirmasaiiiafiisüna ganz leflemeaii neranasseizi LL M MLM& AHAI A K4. CBiaus»eestra0e 29-3® JBSJy CSP �4� Hill i>9. Vüä KJnMer&rundlscafian: BaBonlaoi !ä Unterhaltung unö Missen jzi.. Kurze Wochenchronik. postminister Schätzet will uns den Briefkasten höher hängen. Auf die österreichische Justiz fiel ein breiler Schallen. Cin Zigeunerstück. Von Max Bernordi. Sie sahen das Unwetter den Himmel heraufziehen. Schoben mit aller Kraft an dem Karren, den Schimmele, das brave Grau- tierchen, alleine nur mühsam vorwärtsbrachte. Lockele und Naftali waren vor dem heranbrausenden Sturmwind unter das schützende Plachendach zu Rocco, dem kleinen blaubesrackten Affen, geflüchtet. Der Zigeuner hieb auf den Esel ein. Seine Alte und der fünfjährige Bub zerrten an den Karrenrödern. � Als die ersten schweren Regentropfen niederklatschten. hatten sie gerade das Gehöft erreicht. Da ließ der Großbauer feine Hunde los. „Diebsgesindel— fort aus meinem Hof! Hussoh— pack an!" Und ehe die erschrockene Zigeunerfamilie es hatte hindern können, war ein Hofköter auf den Wagen gesprungen und hatte unter dem entsetzten Geschrei der beiden Kinder, Lockele und Nastali, dem Affen Rocco dos Genick zerbissen. Da war der Zigeuner auf den Bauern losgefahren. Ungeachtet der Hunde, die ihm in die Waden fuhren. Hatte ihm sein Messer in den Bauch gerannt. Dann waren sie fort. So schnell hatten sie noch nie den Karren weitergebracht. Das Gewitter war bald hinter die Berge verzogen. Von der Landstraße waren sie rasch abgezweigt. Querfeldein den Bergen zu. Wenn es ihnen gelang, über den Berg zu kommen, waren sie geborgen. Da drüben winkte die Grenze. Die Grenze der Urheimat — das weite, freie Ungarn. Aber die Tschechen waren schlechte Zigeunerfveunde und harte Richter. Aber immer schwieriger gestaltete sich der Aufstieg, alle Kräfte brauchte es. Und die waren erschöpft. Quälender Hunger stellte sich ein. Es gab keine Maisfelder, Zuckerrüben- und Kartoffeläcker mehr, die ihre Gaben niemals dem hungrig Vorüberziehenden vorenthalten konnten. Es war eine unwirtliche Gegend mit steinigem Boden. Weit und breit kein Gehöft. Nur das Schimmele, das Grautierchen, konnte sich an Delikatessen gütlich tun. Disteln und Nesseln wucherten ihm ins Maul. Und als sie mit letzter Kraft die Höhe erreicht hotten, da traf den Zigeuner der härteste Schlag. Jenseits im Tal, da sperrten Pickelhauben die Straße. Zelt« und eine Feldküche standen an der Chaussee. Gendarmen sprengten auf schnittigen Gäulen zwischendurch. Sollt« das ganze Aufgebot chm gelten? Er zerkaute einen wilden Fluch. Zurück konnte er nimmer. Vorwärts auch nicht. Er mußte Lager halten. Und verhungern? Oder sich freiwillig den Häschern stellen?— So kamen die verdammten Tage und Nächte. Tagsüber mit hungrigem Magen schlafen und nachts auf Stehlen ausgehen. Aber die Bauernhöfe waren meilenweit, und Hunde schlugen schon von ferne an. Lockele nagte an Wacholderwurzeln. Der Bub spähte nach Vögeln und Kleingetier, die er mit Steinen erobern wollte. Nur die Alte saß in Tränen vor dem Plachenwagen und rang die Hände. „Wenn du heute wieder nichts bringst— 1" '„Wenn, wenn— kann ich zaubern?" „Das Naftali wird uns eingehen." Sie sprach e» nux so obenhin. Der Zigeuner schielte verstohlen nach dem Wagen. Dort log das Naftali in fiebrigem Schlaf. „Himmelhöllteufel—." Er mußte Milch und Brot schaffen. Und einen saftigen Braten. „Vatter— Fleischele," sagte plötzlich ganz laut das Nastali im Schlaf. „A Fleischele, a Fleischele!" nahm Lockele es schreiend auf und riß sich die erdigen Wurzeln aus dem Mund. „Schlafen. Kinder!" befahl der Zigeuner und versuchte mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber es gelang ihm nicht. Natürlich nicht. Das Hirn zermarterte er sich, woher er schnell„a Fleischele" nehmen sollte. Wenn der Rocco noch unter ihnen wäre— jetzt hätie er ihn vielleicht umgebracht. Er wälzte sich hin und her. Sollte er sich stellen? Hinuntergehen zu den Gendarmen? Sein Naftali konnten sie doch nicht verhungern lassen, auch wenn sie ihn in Ketten abführten. Aber vielleicht zogen sie doch noch ab... Die Alte erhob sich, Wasser am nahen Quell zu holen. „Laß mich!" Der Zigeuner langte nach dem Eimer. Er mußte etwas tun, konnte das Grübeln nicht mehr ertragen. An der Quelle stand Schimmele. Es wackelte freudig mit den Ohren. Heiß durchfuhr es den Zigeuner. Da war Fleischele! Aber das Schimmel«— nein— daran war nicht zu denken. Und Schimmele ging es so gut auf dem steinigen Hochland— keine Prügel, viel Leckerbissen. Er tätschelte den feisten Rücken des Tieres. Da war Fleischet«! Sinnend kehrte er mit dem vollen Wasiereimer zurück. „Jetzt fehlt nur noch Fleisch und Suppenkraut!" höhnte die Alt«. „Kannst auch ohne Suppenkraut anrichten," entgegnete der Zi- geuner launig. Er trat an die Wagenplache. Da lag Nastali mit Tollkirschaugen wach und erkannte ihn nicht. „Nastali!" schmeichelte er. Das Kind schreckte zusammen und weinte. Zum Quell schritt er zurück. „Schimmele," lockte er. Schimmele rieb sich an seinem Arm. Der Zigeuner ließ sich nieder. Das Eselchen stand fragend vor ihm. Er machte eine Hand- bewegung. Da knickte Schimmele in die Knie und rollte sich zu seinem Herrn. Alle V'ere hoch gegen den blauen Himmel gereckt, geblähte Nüstern— wie von übermütigem Lachen. Wenn der lange, hagere Mensch neben ihm auch oft roh auf sein altes Fell einhieb— wenn sie Rast hielten, waren sie immer gute Freunde. Schimmele versuchte zu wiehern. — Schimmele, nicht den Herrn oerraten. Aber komm näher. Schimmele, muß dich was bitten." Und da das Tier nicht näherrückte, umschlang der Zigeuner den Efelsleib. Blickte lächelnd in die fragend oerwunderten, starren Esclsaugen. »..Schimmele— wir haben Hunger, großen Hunger. Aber wir werden es schon übertauchen, bis wir uns über die Gren.ze schleichen können. Aber«ine wird's nicht aushalten, Naftali ist schon krank. Naftali braucht a Fleischele. ein gutes Fleischele."/ Des Zigeuners Hand glitt über den Rücken des Tieres. „Schau, du hast soviel Fleischele, da— da— gibst mir ein bissel, ja. Schimmele?" Der Esel wieherte kläglich., z Ueber einem schnell entfachten Feuer brodelte in kupfernem Ge- schirr ein Stückchen Fleisch. Nicht viel größer als ein« kräftige Männerhand. Aber den Duft sogen fünf hungrig« Menschen ein, als würde ihnen ein ganzes Kalb gebraten. „Ein Stückl arg frisches Fleisch," murrte die Alt«, während sie mit der Gabel in den Kochtops stocherte. Der Zigeuner antwortete nicht. Er hatte schon genug gelogen: So weit war eb gelaufen— bis zu einem großen Bauernhof. Dem hatte er Besuch abgestattet. Aber die Bäuerin hatte ihn aus dem Kellerfenster schlüpfen sehen und Lärm geschlagen. Zwölf Knechte, hatten ihn verfolgt. Da war ihm in seinem Lauf die Bürde hinder- lich, und er hatte das ganze Fleisch, das viele Fleisch, in einen Busch wersen müsien. Nur für das Naftali hatte er noch rasch ein Schnißel abreißen können. Aber morgen srüh wollte er schon das übrig« holen. Alte und Kinder besprachen die Aussicht auf den morgigen, fetten Tag, begnügten sich mit dem Duft des Stückchen Fleisches und der Lust, Naftali essen zu sehen. „Vatter— l" „Was?" „Die Schandarmen reiten fort!" Der Zigeuner spähte mit Luxblicken ins Tal. „Haft Teufelsaugen. Bub." Die Chaussee hinab zog ein Trupp Pioniere mit Pickel und Schaufel. Zwei Offiziere zu Pferd trabten voran. „Alte— die Grenz' wird frei. Morgen srüh geht's— südwärts!" Er trat an den Wagen. „Rastatt— hat's geschmeckt?" Naftali lachte. „Pack zusammen, Alte, in aller Herrgottsfrüh wird gezogen." „Meine sieben Zwetschgen sind gleich beisammen, fange du deinen Esel ein!" „Schimmele wird schon kommen. Lockele, ruf das Schimmele, lock ihn her zu uns." Lockele grinste, stieß einen grellen Schrei aus. Hielt die kleinen Hände an den Mund: „Schimmele!" „Er kommt nicht," sagte die Alt«. „Er kommt schon," trotzte der ZigeujNer. Und er hatte recht. Da kam das Schimmele vom Quell herüber. Ganz langsam, mit gesenktem Schädel und hängenden, traurigen Ohren. Es hinkt« sichtlich. „Was hat er denn?" „Er hat sich zerfallen," sagte der Zigeuner.„Auf einem kantigen Stein— aber nur Fleischwunden. Das wächst nach, wächst sich zu. Gelt— Schimmele? Hast ja soviel dickes Fleischele--" „Hast ihn ja schon verbunden?!" „Ja— früher— beim Wasierholen. Habe ich dir es nicht er- zählt? Dann habe ich es vergessen." Er steckte sich seine kurze Pfeife an. „So— jetzt warten wir noch bis es dunkelt, und dann hinunter den Berg—* „Ich Hab' gedacht morgen früh—?" „Eh— das Schimmele hatte ich vergesien. Wir brauchen mehr Zeit. Am Morgen müssen wir schon über die Grenze sejn. Der Bub wird das Schimmele führen, ober schön vorsichtig, hörst, vor den Karren spann ich mich. Das Lockele kann mit aufsitzen." Naftali jauchzte unter der Plache, Der Zigeuner blickte in den glutenden Abendsonnenschein. Ein„ keckes Leuchten ging über sein Gesicht. Jetzt hatte er es wieder ein- mal geschafst. Alle. Auch das Rastatt. Aber beinahe hätte der alte Esel dem armen Affen ins Himmelreich nachfolgen müssen— aber aiur beinahe. Schimmele war ein kluges, tapferes, braves Grau- tierchen. Der Zigeuner lachte und setzte seine Pfeife wieder in Brand.— Bis die letzte Uniform und der letzte Pferdeschwanz sich am Chausseehorizont verloren hatten, blickten sie ins Tal. Dann schob sich der Zigeuner gemächlich vor den Karren und langsam, ganz lang- som, gleich dem hinkenden Esel, ging es bergabwärts, der winkenden Freiheit zu...' Der Schlamm von Berlin. Es ist aber nicht die Rede vom mo- ralischen Schlamm, sondern vom wirklichen materiellem Schlamm, gewonnen aus den Abwässern der Rieselfelder im Süden Berlins, bei Waßmansdorf. Die Abwässer fließen zunächst durch einen Rechen, wo sie mechanisch gereinigt werden, dann kommen sie durch«ine Anzahl sogenannter Emscherbrunnen, die je 12 Meter tief sind und zur Ablagerung des Schlammes dienen. An dieser Stelle des Be- triebes werden täglich 52 Tonnen Schlamm gewonnen, der nach ge- höriger Trocknung abgestochen werden kann. Daneben entstehen täglich etwa 6000 Kubikmeter Faulraumgas, mit dem man in nächster Zeit die Motoren des Pumpwerks heizen wird. Durch diese modernen Bestrebungen wird die Abwässerwirtschaft zu einem Ueberschuß- betrieb. Welch ein Weg— so kann man nachdenklicherweise sagen— von der alten indischen Vorschrift, die da strengstens verbietet, daß der Mensch seinen Kot beachte— bis'zu der Zeit, da der Europäer Dünger in Ernte, Unrat in Dünger, Dünger in Brot,' Gestank in Kraft verwandelt! Allgermanische vbslresle. Ein großer fruhgermanischer Friedhof ist in der Nähe von vberflacht im württembergijchen Amt Tuttlingen aufgedeckt worden. In den mehr als 50 bisher geöffneten Gräbern, in denen alemannische Männer. Frauen und Kinder ihre letzte Ruhe- stätte gesunden hatten, wurden auch Reste von Früchten geborgen, über deren Untersuchung Karl Bertsch in den Berichten der Deutschen Botanischen Gesellschaft nähere Mitteilung macht. Die wichtigste Frage, um die es sich hier handelt, ist die, ob die unter den Resten gefundenen Kirschsteine von Wild- oder Kulturkirschen stammen. Daß die Kerne nicht der Sauer- oder Weichselkirsche gehörten, zeigt das Fehlen der scharf vortretenden Rllckenlinie an den gefundenen Steinen. Da die wilden Formen der Vogelkirsche sich von den Kul- turformen durch eine geringere Länge der Kirschsteine unterscheiden, so gab dies einen Anhaltspunkt für die Bestimmung der gefundenen Kerne. Die Kerne aus den Gräbern haben die Länge der Steine der Kulturkirsche, messen etwa 9,5 Millimeter. Dadurch ist also eine soviel erörterte Streitsrage endlich gelöst und bewiesen, daß den Germanen die Kirsche als Kulturbaum bereits bekannt war. Die Reste aus den Gräbern zeugen auch davon, daß die Alemannen von Oberflächt Aepfel, Birnen, Nüsse und Pflaumen züchteten. Von den Obstarten, die noch heute auf kleinbäuerlichen Besitz gepflanzt wer- den, fehlt nur die Zwetschge. Die ferne, wie sie wirklich war. Von 2. O. P l a ß m o n n. Di« Schuldigen an den scheußlichen politischen Morden, die kürzlich erst teilweise gerichtlich ausgeklärt worden sind, haben ihre Verbrechen mit einem historischen Begriff verunziert, der ihnen viel- leicht so etwas wie eins historische Weihe gsben sollte. Sie nannten sich die„Feme", worunter man sich gemeiniglich— ganz unhistorisch — eine An„Schwarzer Hand" oder eine in dumpfen Gewölben hausende Geheimgesellschaft nach Art der süditalienischen Catnorra vorzustellen pflegt. Die Mordtaten solcherweise als„Fememorde" zu bezeichnen, ist streng genommen genau so ein Unsinn, wie das Wort Feme für eine Verschwörerclique überhaupt, es ist außerdem historisch geradezu ein Widersinn. Das historische Femegericht hatte keine Morde zu begehen, sondern solche zu sühnen: e» ist nie eine Gemeinschaft von mordlüsternen Spitzeln gewesen, sondern ein ordentliches Gericht. Und vor alleni I�nte es keineswegs dazu, im Dienste einer skrupellosen Minderheit die Mehrheit des Volkes zu yergewaltizen, sondern di? wehrlosen Volksgenossen in rcchilosen Zeiten gegen die Ueberg�ifse der wenigen Gewaltigen zu schützen. Es war eine im Kerne durchaus demokratische Einrichtung, die aus den Zeiten der germanischen Urdemokratie sich bis in das feudale Mittelalter hinübergerettet hatte. Der Kern der Femegerichte lag in den altsächsischen Gau- gerichten, in denen ursprünglich die Volkemehrhcit der freien Bauern über bürgerliche und kriminelle Streitfälle zu Gericht sah. Als solche waren die Gerichte von jeher reichsunmittelbar: sie unter- standen direkt dem Gerichtsbanne des ursprünglich gewählten Königs. Sie empfingen die Gerichtsbarkeit vom Könige und sprachen in seinem Namen auch über Grasen und Ritter Recht. Bei der steigenden Ver- «inzelung der freien Leute verlor ihre Wirksamkeit zwar an Breit«, doch behielten sie ihr Ansehen als letzte Instanz in den Fällen, in denen die fürstlichen Gerichte versagten. In diesen Fällen erstreckte sich ihre Kompetenz über das ganze Reich, obgleich ein Frei- g e r i ch t. wie man es als Gericht der freien Leute nannte, seinen Sitz in Westfalen haben mußte. Daß das altgermanische Volks- gericht gerade in diesem Lande erholten blieb, liegt wohl daran, daß die bäuerliche Urdemokratie hier überhaupt ihre festesten Wurzeln hatte, wie das teilweise heute noch zu erkennen ist. Später führte der Herzog von Sachsen an Stelle des Königs den Vorsitz über die freien Gerichte. An dessen Stelle trat, als Westfalen durch den Sturz Heinrich» des Löwen von Sachsen abgetrennt war, der Erzbischos von Köln. Das besagte jedoch nicht viel, denn die Gerichte schalteten mit großer Unabhängigkeit. Der Kaiser wurde bei der Krönung in Aachen meist als„Wissendes" in den Schöfsenbund aufgenommen. Die Schössen des Freigerichtes mußten freie Landsossen oder Bürger in Westfalen sein: sie teilten sich in Freischössen, Beisitzer und Voll- strecker des Urteils. All diese waren seit den Urzeiten für gewöhnlich freie Bauern, denen der Freigraf alz Gerichtsherr vorstand. In späteren Zelten führten auch die städtischen Ratsberren als Nach- fahren jener alten Freien das Fretgericht über die Umgegend. Ihre Ansprüche waren nicht gering: als älteste Rechtsinstitutton des heiligen Reiches beanspruchten sie in weltlichen Dingen ein Ent- scheidungsrecht sogar gegen Kaiser und Papst. Ihre erste große Zeit erlebten die freien Gericht« nach dem Sturze der Staufen, als in Deutschland bei fast gänzlicher Recht- losigkeit sast nur noch das Faustrecht herrschte. Da ist jahrzehntelang dax alt« Volksgericht tatsächlich säst der einzigste Rechtsschutz für weite Gebiete gewesen. Die Gericht« hielten ihre Sitzungen keineswegs in dunklen Verliehen— oder gar tn Kaschemmen und Spelunken, wie unsere modernen Fenxbrüder—, sondern„bat rechter Tages- zeit und schei«'.ender Sonne" unter freiem Himmel, meist unter der altheiligen Linde. Ein solches„Freiding" war eine durchaus normale öffentliche Gerichtsverhandlung. Bei bürgerlichen Rechts- streitigteilen ist dies Verfahren immer beibehalten worden. Erst später kam b«i außergewöhnlichen Kriminalsällen auch das nicht- öffentliche Verfahren auf. Das lag zum wesentlichen auch daran. daß di« Frerschöfsen immer mehr in die Minderheit gerieten«md sich natürlich keinem offenen Angriff der gewalttättgen, häufig adligen Angeklagten aussetzen konnten. Darum wurde auch die Organisation allmählich geheim: die„Wissend«»" bildeten«inen großen geheimen Schöffenbund und mußten einen Eid schworen,„die heilig« Feme halten zu helfen und zu verhehlen vor Weib und Kind, vor Vater und Mutter, vor Schwester und Bruder, vor Feuer und Wind, vor allem, was die Sonne bescheint, der Regen benetzt, vor allem zwischen Himmel und Erde". Das war eine im Mittelalter nicht ungewöhn- liche Eidesformel, so romantisch sie uns heute klingen mag. Es stand aber eine tatsachliche Macht dahinter, denn von jedem Freistuhl des ganzen Reiche» konnte man an die obersten Freistühle in Dortmund und Arnsberg appellieren. Damals bestand also neben dem kaiser- lichen Hofgericht eine Art Reichsgericht demokratischer Herkunft: und zu manchen Zeiten hatte dieses fast größere tatsächliche Macht als jenes. Das ist ein durchaus anderes Bild, als man sich heut« von einer Femebrüderschaft zu machen pflegt. Die Kaiser haben die Bedeutung dieser Gerichte, als sie noch nicht entartet waren, als natürliches Gegengewicht gegen den sürstlichen Partikularismus erkannt und sie meist schonend behandelt, häufig auch direkt ge- fördert. Uebrigens war auch die Urteilsvollstreckung durchaus öffentlich und normal. Wer nach dreimaliger ordentlicher Ladung in regelrechtem Verfahren durch Zeugen und Eideshelfer des Todes schuldig befunden wurde, ward von den zur Vollstreckung bestimmten Wissenden, wo man ihn traf, bei hellichtem Tage an einen Baum aufgeknüpft, oder bei offenem Widerstande erschlagen. Also nichts von heimlichem Mord auf mehr oder weniger scheußliche Art und Weise. Der Leichnam wurde durch das Zeichen der Feme S. S. G. G.(Stock. Stein. Gras. Grein) als gerichtet bezeichnet. Ihre bedeutendste Rolle spielten die westfälischen freien Gerichte aber erst, als sie in den großen Landfriedensbünden zu obersten Schiedsgerichten in Völkerbundssachen wurden, wie wir heute sagen würden. In der Tot hatten nämlich diese Landfriodensbünde mit den Zielen und Einrichtungen des heutigen Völkerbundes soviel ge- meinsam, daß es sich schon lohnt, die Rolle der Femegerichte darin naher zu beleuchten. Kaiser Karl der vierte, der ein scharfes Auge für alles Lebendige besaß, der auch den verderblichen Fehden bei aufblühendem Wirtschaftsleben Einhalt tun mußte, erkannte die Be- deutung des westfälischen Freigerichtes und bestätigte seine alten Privilegien, denen er noch neue hinzufügte. Damit begann die zweite große Zeit des alten Volksgerichtes Von äußerster Wichttgkeit war nun natün.ch die'Frage, wer über«inen Landfrixdensbruch zu richten und in dringenden Fällen schnellstens entscheidend oder strafend einzugreisen hatte. Dazu war die Landfriedcnsversammlung mit ihrem schwerfälligen Apparat und den Interessengegensätzen natürlich ebenso wen.g in der Lage, wie heute die Völkerbundsversammlung. In der Feme fand man hier die berufenste und natürlichste Einrichtung mit Unabhängigkeic, über- legenen Rechtsbefugnissen und schneller Vollzugsgewalr. Als solche wurde sie denn auch vom Bunde und vom Kaiser durchaus an- erkannt. Der Bund und mit ihm die Feme erhoben sich durch tat- kräftige Förderung des Friedens bald zu gewaltigem Ansehen. Im Jahre 1374 schlössen die Landstände einen neuen Bund. Be- zeichnend ist dabei, daß an erster Stelle der Kontrahenten, Grafen und Bischöfe, die vier Hauptstädte Münster, Dortmund, Soest, Osna- brück stehen, die auch im Freischöffenbunde eine große Rolle spielten. Di, Satzung enthielt genaue Bestimmungen über das Verfahren gegen Friedensbrecher. Solch«, meist räuberisch« Ritter, wurden denn auch alsbald so empfindlich bestrast, daß sie sich zu einer Art Gegenbund zusammentaten, der in seinem Charakter unserer heutigen„Feme" vielleicht mehr entsprach. Die Landfriedensbünde, di« sj�h schnell über das ganze Reich ausbreiteten, gaben auch dem Schieds- und Strafgericht der Feme seine weiteste Ausdehnung und den obersten Freistühlen im Herzen von Westfalen ihre überragende Bedeutung. 1383 versammelten sich sämtliche Landfriedcnsstände zu einer großen Bundestagung in Soest, um alte Satzungen zu bekräftigen und neue zu beschließen. Da wurden Ackerleute, Reisend» und Jäger als heilig und unver- kepch in den JBchutz des Bundes genommen. Auch Münze nn» Geldwesen wurde der Aufsicht der Landsriedensrichter unterstellt, die häufig Wissende de» Schoffenbundes waren. Die heimlichen Gegenkräfte, die von der alten Gewaltspolitik lebten, bohrten zwar heimlich gegen den lästigen Friedensbund und erreichten 1387 sogar sein« formale Aushebung durch Kaiser Wenzel. Doch stand der Bund schon nach wenigen Jahren größer und imponierender�wieder auf. Der Primas von Mainz und zahllose Fürsten und Städte aus allen Gauen Deutschlands traten ihm bei: man führte regelmäßige Bundestagungen ein, auf denen über laufende Angelegenheiten beraten wurde. Die Friedensrichter, be- sonders die Freischöffen, fällten Urteile in politischen Streitigkeiten. Freie Bauern saßen also kraft altgermanischen Rechtes nicht selten über Angelegenheiten von Fürsten und Grafen zu Gericht. Neben diesen erscheinen auch die Bürger aus den Städten als gleich- berechtigt den feudalen Gewalten. Da alles seine Zeit hat, so sind auch die freien Gerichte später entartet, da sie sich in fernliegende Dinge mischten und bei fort- schreitender Verminderung der altfreien Leute immer mehr isoliert wurden. Nur in Westfalen hielten sie sich noch jahrhundertelang in alter Kraft, und später noch in einem Schattendasein: am längsten wohl in Soest, der Hauptstadt der Engern, auch als diese schon längst unter preußischer Herrschaft stand. In ihren letzten Resten haben sie bis ins 19. Jahrhundert gedauert. So reichten die letzten Reste altgermanischer Urdemokratie bis an die Wurzeln der modernen Republik. Die alte Fem« sieht also m der Geschichte durchaus anders aus, als sie sich heute in den von falscher Romantik und dunklem Ver- brechertum verdorbenen Köpfen politischer Banditen wiederspiegelt. Daß man solche historischen Begrifse in Deutschland zur Be- mäntelung gemeiner Verbrechen mißbrauchen kann, liegt allerdings an unserer jammervollen Geschichtsbildung, die zwar alle branden- burgischen Kurfürsten mit Jahreszahlen und Erwerbungen des Ein- pauken» für würdig hält, von den Wurzeln unseres eigenen Bolls- Kims aber keine Aynuna hat. Obstgenuß. Obst ist Nahrung«- und Genußmittel. Seine Frucht- säuren und Duftstofs» bringen unseren Geschmacksnerven angenehme Reize, erfrischen und wirken durststillend. Seine Nährstoffe geben Kraft und liefern wertvolles Baumaterial für den Organismus. Die Früchte enthalten ja nicht nur Eiweiß, Fett und Zucker, sondern auch die wichtigsten Nährsalze für unser Blut und Gehirn, für unsere Knochen und Lumgen. Ragnor Berg, einer der bedeutendsten Ernährungsphysiologen, stellte darum auch den Satz auf:„Eine ge- sunde Ernährung de» Menschen ist aus die Dauer ohne Obstgenuß unmöglich." Leider ist die Sitte, die Früchte zu vergären und aus ihnen „Weine" herzustellen, in den letzten Iahren in viele Familien ge- drungen. Bei dieser Gärung gehen Fruchtzucker, Nährsalze und Vitamine fast vollständig verloren: es entsteht ein alkoholisches Ge- tränk, das vielen nicht bekommt. Erfreulicherweise sind jedoch die Verfahren, die die Bereitung von uuvergorenen Fruchtsäften und süßem Most gestatten, nunmehr erheblich verbessert und vereinfacht worden, so� daß sie auch im Haushalt angewendet werden können. Insbesondere sollten Obstbaugi-nassenschaften und Wmzervereine ihre Mitglieder mit diesen Methoden der gärungslosen Früchteverwertung vertraut inachen. Sie würden sich dadurch neue Adsatzmöglichkeiteu erschließen und der Volksgesundheit einen Dienst erweisen. Für die große Masse gibt es in dieser Jahreszeit nur eine Parole: frisches Obst genießen! Die reife Frucht enthält neben de» Nährstoffen und Nährsalzen noch die Vitamine, jene Substanzen. die für das Gedeihen des Körpers unentbehrlich sind und einen Schutz gewähren gegen die Rachitis, gegen Blutkrankhetten und andere gefährliche Leiden. Von diesen Gaben der Natur können Kinder um» Erwachsene gar nicht genug essen. Wenn nur das Geld reichte! « farffee Hag erfüllt nicht nur aHc neuzeitlichen hygienischen Anforderuncien, weil er coffeihfrei ist, sondern er ist auch in der Qualität von keinem Kaffee der Welt zu übertreffen. Es gibt keinen besseren Bohnenkaffee als Kaffee Hag. Das Paket kostet ß.M.1, QO MW iCe ffe&crtgsit L FONTO«!»-! Ralsemänt«! \Aueh fiirfiärkße FiüUt�ly iS�Lövß.- 7flaKtxn,str. 3?«fc-'-i Tra/tk/q/tw Sie HS z. 5. m. Straflach» gegen den Hchl-ffee Wilhelm Schalst, in Haft, geb. l«. 3. M in Sellin, megen ISliickespiel». der Saften des Verfahren» wegen unbe. fuäter Veranstaltung eine» bffentlicher GliWsstneU und zugleich gewerbsmaßi gen ewe Slitckefpiels pp. Schafft zu S uaten Sefilnniu», ferner ein jeder zu 300 M. Geldstrafe, ersatzweise weiteren 30 Tagen Sesitngni» oerurteilt. Da- beschlagnahmte Selb wird eingl Je 3 Wochen btr erkannten Freiheit»- strafe gelte» durch di» Untersuchung». Haft verbüßt. Die Angeklagten sind nach verbilhter Straf« der Lande,p»liz«i. behörd« zu llberweiscn. Die V�rurtef- luna der Angeklagten ist auf ihre itosten durch einmalige EinrUckung im„V v wärt»" zu oeröffentlichen. II, Di« erste grohe Strafkammer de» Landgericht- in Frankfurt, a. d. Oder und der Anqeriagb und zwar die Berufung der Staat». anwaltschaft auf Kosten der Staatskasse, die Berufung der Angeklagten auf ihre MM Bon den eeiannten Strafen durch Svften�WWWWWWWWM >0. Schafft t weiter« Machen lnterfuchung-hqft verbüßt. III. Der Strafsenat de» Kammer, ericht» in Berlin hat am J. Juni 1927 ltr Recht erkannt! Die Reoissonen werden zurückgewiesen. Da» Urteil ist vossstreckbar. »rnnkfuet«. d. v.. den 7. April 1927. Der vbeistaat-anwalt. 2. Z. 9/J7. Straflach« gegen den Kaufmann Felix Philipp, In Hast, ge». am». tl.«0 in Filehne, Palen, wegen»lückpspicl». I. Da, Schöffengericht in Fürftenwald« bat am 2. Februar 1927 für Recht er. kannt: Die Angeklagten werden unter Auserlegung der Kosten de» Verfahren» wegen unbefugter Veranstaltung eine» öffentlichen Glücksspiel» und zugleich ge, weiteren 30 Tagen Gefängnis ver. urteilt. Da» beschlagnahmte Geld wird eingezogen. 3e 3 Wochen der erkannten Freiheitsstrafe gelten durch die Unter, suchungsbaft al» perbttftt. Die Ange. klagten sind nach verbützier Sleake der Landespolizeidehörde zu überweisen. Die Verurteilung der Angeklagten ist aus ihre Kosten durch einmalig«ing im„V o r w ä r t»" zu perösfentlichen. II. Die I, Grosse Strafkammer de- ssandgerlcht» zu Frankfurt a, d Oder bat am 7. Mär, 1927 lür Recht erkannt: Die Berukungen der Staatsanwaltschaft und de« Angeklagten weedon verworfen, und zwar die Berufung der Staat», anwaltschaft auf Kasten der Staatskasse, die Berufung der Angeklggten auf ibre Kosten. Bon den erkannten Strafen hat tsthilivv eine weltkre Wocke pp. durch die Untersuchungshaft vorbllßt. III. D-r Strafsenat de» Kammer, aerlcht» Berlin hat am l. Juni 1927 für Recht erkannt: Die Revisionen werden zurückgewiesen. Da» Urteil ist vvssstreckbar. Franlsvrt a. d. v., den 7. April 1927. ____ Der vbrrftaatennwalt.. B e I eu chtun g skö rper und jaden elektrischen Gebrauchsartikel bekommen Sie am billigsten bei bequemer Teiizahlung in unseren Ausstellungsräumen, Elsässer Straße 78 ■ Elektrische Anlagen während der Sommermonate a einfache Brennstelle 10.— M. bei sauberster Ausführung. Berliner Elektriker-Genossenschaft r.L.m.k.v. EUäMer Str. 80-83/ Alexnndgrttr. 89*40/ Wilmersdorf, LondhaiiMtr. 4