Nr. A42 4 44.?ahrg. Ausgabe A Nr. 175 Bezugspreis: WSchentlich 70 Pfennig, mongilich E,— Reichsmarl voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Dan, ig, Saar, und Memelgebiet. Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4-öO Reichsmark, für das übrige Ausland SL0 Zicichsmarl pro Monat. Der„Vormarts* mit der illustrier. ten Sonntagsbeilage»Volk und Zeit' sonne den Beilagen.Unterhaltung und Wissen'..Au, der ffilmwelt". Frauenstimme',»Der Kinder. freund".„Iugend-Vormärts"..Blick in die Büchcrwelt' und Kultur. arbeit" erscheint wochentaglich zwei. mal, Sonntags und Montags einmal. Telegromm.Adresse: .Soztoidemotrat verlia- orgenansgabe Derlinev VolKsvlatt (10 pksnnig) Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille- «eile S0 Pfennig. Reklamezeile Reichsmart.»Kletae Anzeigen" da, lettgedruckte Wort 2S Pfennig (zulässig zwei fettgedruckte Worte!» jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buch- staben zählen für zwei Worte. 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Die neuerliche scharfe Stellungnahme des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Ukraine gegen die vom früheren Volksbildungskommissar S ch u m s k y j repräsen- tierte Gruppe von Parteimitgliedern ist eine neue Komps- Handlung im Feldzug gegen die ukrainisch-nationalen„Ab- irrungen", die sich nicht etwa bloß unter den Mitläufern der Neoolution, sondern auch innerhalb der kommunistischen Parteireihen selbst bemerkbar machen. Daß hinter diesem Kampf Moskau steht, ergibt sich schon aus der Struktur der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Sind doch die sogenannten nationalen kommunistischen Parteien: die ukrainische, die weißrussische usw., nach dem Parteistatut den L.landes-(Provinz-)Organisat>.onen der Gesamtpartei der Sowjetunion gleichgestellt und somit dem Moskauer Zentral- komitec der Kommunistischen Partei der Union unter st ellt. ?>as staatliche Leben des„Sowjetbund" genannten Länder- komplexes hat eben ein doppeltes Gesicht: föderalistisch in dem Rechtsoufbau der staatlichen Institutionen, n n i- t a r i s ch in dem Ausbau der diese Institutionen beherrschen- den Partei. Mit dürren Worten hat das der Berichterstatter des 14. Parteikongresses ausgesprochen:„Im Gegensatz zur Dezentralisation in den Staatseinrichtungen der Sowjetunion bleibt unsere Partei eine zentralisierte, von oben bis unten einheitliche Partei." Nun ist zwar der Ruf nach der Schaffung einer selb- ständigen, nur der Komintern unterstellten„Ukrainischen Kommunistischen, Partei" an Stelle der jetzigen, von der Moskauer Parteileitung abhängigen„Kommunistischen Partei der Ukraine", ein Ruf, der in den ersten Iahren der Revo- lution in der Ukraine erschallte, gegenwärtig nur noch eine historische Erinnerung. Aber die damaligen Losungen und Stimmungen der„Ukapiften", die neben einer Emanzipation der ukrainischen Partei auch eine größere Bcrselb- stand i gung des ukrainischen Sowjetstaates(u. a. auf militärischem und wirtschastspolitischem Gebiet) forderten, wirken in dem Bewußtsein eines nicht unbeträchtlichen Teiles der ukrainischen Kommunisten noch immer nach. An Aus- einandersetzungen der Parteimehrheit mit dieser nationalen Opposition hat es in der letzten Zeit nicht gefehlt. So weit sie dem Auge der Oeffentlichkeit zugänglich waren, spielten sich die Kämpfe auf einem Gebiet ob, das dem Zugriff der Diktatur doch entrückt l>u sein scbien: auf dem der L i t e r a t u r und K u n st. Zwei Jahre lang währte in der Sowjetukraine die sogenannte„literarische Diskussion", von einer k o m m u- n! st i s ch e n Schriftstcllergrupve in Gang gebracht durch die Losunaen:„Los von Moskau" und„Orientierung ans Euro? a". Die Diskussion hatte, wie der Charkower „Kommunist" ausdrücklich feststellte, trotz ihre? künstlerischen Ursprungs auf rein politisches Gebiet über- gegriffen: in einem Maße, daß das genannte vortei- amtliche Blatt die Behauptung aufstellen durfte, es wäre die Atmosphäre einer nat loyalen Einheitsfront ge- schaffen, die von den dem„Chauvinismus" verfallenen ukrainischen Komtmlnisten bis ,zu den— ukrainischen Nationalfaschisten in Ostgalizien und bürgerlichen Emigranten reiche. Ein? politische Ideengemeinschaft, der selbst der Lemberger Nationalistenführer Dontzow seinen Segen erteilt hatte! Kein Wunder, daß die Bekämpfung der nalionalkommuni- st'schcn Ketzer von der Parteileitung als eine �aupt- und Staatsaktion betrieben wurde. Die Parteileitung hat denn auch den Sieg davongetragen: es kam die übliche Reue- erklärung der Befehdeten fChwilowyj und Genossen), wie solche aus sonstigen Opvositionskämpfen in der Kommuni- st!sck>sn Partei bekannt sind: eine Reueerklärung, die den Schuldigen die Absetzung von den von ihnen bekleideten Redaktionsposten nicht erspart hat. Der damalige Volks- bildungskommissar, der eingangs erwähnte Schumskyj, der sich erlaubt hatte, in der von ihm geleiteten Zeitschrift „Tlcherwonyj Schlach" die literarische„Westorientierung" zu unterstützen, mußte diese Kühnheit im März d. I. mit dem Verlust seines Sitzes im Rate der Volkskommissare bezahlen. Die„Diskussion" schien geschlossen. Daß die Wellen sich jedoch noch nicht gelegt haben, zeigt die Tatsache, daß das Politbureau der Kommunistischen Bartei der Ukraine sich im Mai bemüßigt sah,„die Politik der Partei in der Frage der ukrainischen schönen Literatur" nochmals in einer besonderen Resolution festzulegen und die Gruppe EHwilowyjs als Schrittmacherin eines antiproletarischen ukrainischen Rationalismus erneut zu verurteilen. Kaum sechs Wochen später ist jetzt ein abermaliges Abrücken von den „Nationeiisien" in den eigenen Reihen vor der Sowjet- öffentlichteit demonstriert worden in der besonders feierlichen Form einer zu Händen des Vollzugsausschusses der Komintern abgegebenen Erklärung. Die rasche Aufeinanderfolge de? parteiamtlichen Dekla- raSonen und Repressivmaßnahmen zeugt davon, daß die Otto Sraun gegen Keuöell. Moralische Niederlage des Reichsinnenministers.— Herr von Kendell weicht ans. Der unmotivierte Angriff des Reichsinnenmin isters v. K e u d e l l gegen den preußischen Reichsratsvertreter Dr. B a d t ist gestern in der Vollsitzung des Reichsrats durch den preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun scharf zurückgewiesen worden. Otto Braun hat in längerer Erklärung die Unrichtig- keiten und inneren Widersprüche der Keudellschen Erklärung schonungslos aufgezeigt. Er hat den preußischen Reichsrats- Vertreter gedeckt und erklärt, daß dessen sachliche Darlegimgen objektiv und in allen Punkten zutreffend gewesen seien. Er hat daran die bestimmte Erwar- t u n g geknüpft, daß Herr v. K e u d e l l seine Borwürfe des Bruchs der Vertraulichkeit und der Irreführung zurücknehmen werde. Herr v. K e u d e l l ober hat sich gedreht und gewunden. Er hat sich hinter die Geschäftsordnung verschanzt, er hatte „k e i n e B e r a n l a s s u n g" und hat am späten Abend durch das Wolff-Bureau eine gewundene Erklärung erlassen, er sei „zurzeit nicht i'n der Lage.. Seine Gesinnung?- freunde im Reichsinnenministerium haben ihm noch keine neue Erklärung in die Hand gedrückt. Herr v. K e u d e l l mußte zur höheren Ehre der Bürger- blockpolitik und seiner Partei im Reichsrat eine Attacke gegen Preußen reiten. Seine Behauptungen liegen ihm zerrissen und zerschlisien vor den Füßen. Aber er darf nicht mit dem Wort eines aufrechten Mannes feinen Irrtum bekennen, da- mit die Deutschnationalen im Lande nicht toben. Lieber nimmt er eine Brüskierung des preußischen Ministerpräsidenten, eine Trübung der Beziehungen zwischen dem Reich und Preußen in Kauf. Der Reichsinnenminister hat ein Stück schlechter Parteiagitation geleistet, und er beharrt dabei, ob- wohl ihm kein Zweifel daran geblieben sein kann, daß seine Vorwürfe haltlos waren. Die Erklärung Gtto örauns. Vor Eintritt in die Tagesordnung der gestrigen Vollsitzung de- R e i ch s r a t s gab der preußische Ministerpräsident, Genosi« Dr. Braun, folgende Erklärung ab: „Der Herr Reichsminister des Innern hat am Schlüsse der letzten Vollsitzung des Reichsrots außerhalb der Tagesordnung lcharie Angriffe gegen den preußischen Reichsratsbevollmächtigten, Ministerialdirektor Dr. B a d t, gerichtet, dem«r B r u ch d e r D e r- traulichkeit der Sitzungen der Reichsratsausschüsse und Irreführung der Oeffentlichkeit durch Verschweigen einer Tatsache vorwarf. Diese Vorwürfe bezogen sich auf Erklärungen, die Mimsterial« direktor Dr. Bodt in einer Sitzung des Rechtspflegeausschusses des Reichstages vom 8. dieses Monats abgegeben hat. Ich muß zunächst in aller fform Verwahrung dagegen ein- legen, daß In einer össentlichen Reicharalssitzung Beschwerden und Angrisse gegen einen Vertreter der preußisdzen Slaots- regierung vorgetragen werden, ohne daß zuvor der preußischen Staalsregierung vlilteilung gemacht und dadurch Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben wird. Dieses Verfahren widerspricht ollen bisherigen Gepslogenheiten. Es kommt hinzu, daß zwischen der in Rede stehenden Reichstogsaus- schußsitzung und der Vollsitzung des Reichsrats nahezu eine Woche lag. Das Vorgehen des Herrn Reichsministers des Innern b e- dauere ich um so mehr, als eine Fühlungnahme mit mir ihn voraussichtlich sofort davon überzeugt haben würde, daß samt- liche gegen den Vertreter der preußischen Staotsregierung erhobenen Vorwürfe auf irrigen Voraussetzungen beruhen und daher jeder Berechtigung entbehren. Zu den Vorwürfen selbst stelle ich folgendes fest: keuöell gegen keuöell. 1. Von einem Bruch der Vertraulichkeit der Sitzun- gen der Reichsrotsausschüsse kann keine Rede sein. Auch bei Zujvmndelegung der amtlichen Auszeichnungen, die im Reichsmini- sterium des Innern über die Ausführungen des Ministerialdirektors Dr. Badt gemacht worden sind, entbehrt dieser Vorwurf jeder Unter- läge. Im übrigen hat der Herr Reichs minist er des Innern nach dem amtlichen Protokoll der Sitzung des Reichstags- ausschusses in seiner Erwiderung auf die Ausführungen des Mini- sterialdirektors Dr. Vadt selbst zweimal betont, der Ver- tretcr der preußischen Regierung habe keine Mitteilung van dem GSng der vertraulichen Beratung im Reichsratsausschnß machen könne». Er bat also am 8. Juli im Reichstage ans- drücklich das korrekte Verhalten des preußischen Vertreters ancr- könnt, um eine Woche später im Rcichsrat wegen des gleichen Vor- salls schwere Angriffe zu erheben. 'Endlich ist mit allein Nachdruck darauf hinzuweisen, daß. selbst wenn der Vertreter Preußens dem Reichstagsausschuß Mitteilun- gen über die Stellungnahme Preußens im Reichsratsausschnß ge- macht hätte, ein Bruch der Vertraulichkeit nicht in Frage tomnien konnte. Das Recht der Länder, gemäß Artikel 33 der Reichsverfassw�i, den Standpunkt ihrer Regierungen dem Reichs- tag darzulegen, kann durch die Geschäftsordnung des Reichsrats zum mindesten dann nicht eingeschränkt werden, wenn inzwischen, wie im vorliegenden Fall, eine Vollsitzung des Reichsrats stattge- fundcn hat. Der Vorwurf entbehrt also in jeder Hinsicht auch nur des Scheines einer Berechtigung. vie Tatsache» sprechen gegen KeuöeU. 2. Im gleichen Umfange ist der Vorwurf unberechtigt. Ministe- rioldirektor Dr. Badt habe durch Verschweigen einer Tatsache die Oeffentlichkeit irregeführt. Ministerialdirektor Dr. Badt soll die Tatsache verschwiegen haben,„daß die zuständigen Ausschüsse des Reichsrats bereits am 30. Juni die Angelegenheit beraten haben, also eine Woche vor dem Abschluß im Plenum". Ich stelle hierzu fest: 1. Unmittelbar, bevor Ministerialdirektor Dr. Badt im Rechts- ausschuß des Reichstags das Wort ergriff, hotte der Herr Reichs- minister des Innern v. Keudell selbst zur Beantwortung der Frage des Abgeordneten Dr. Rosenfeld das Wort ergriffen. Er hat dabei nach dem Bericht des„Nachrichtenbureaus des Vereins Deut- scher Zeiwngsverleger" wörtlich folgendes an-geführt:„Vor S lagen ist die Angelegenheil auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt worden. Vis dahin haben sich die Ausschüsse des Reichsrals damit beschäftigt." Er hat also selbst am 8. Juli die Tatsache er- wähnt, die er am 14. Juli als„oerschwiegen" bezeichnet hat. (Fortsetzung auf der nächsten Seite.) G ä r u n g in den kommunistischen Kreisen der Ukraine fort- dauert und der Gegensatz zwischen dem Ukrainertum und Russentum an Schärfe zunimmt. Die amtliche Formulierung des nationolpolitischen Programms: Förderung der ukrainischen Kultur nicht als Selb st zweck, sondern als Mittel zum sozialistischen Aus- bau, der die führende Stellung des städtischen Proletariats im ukrainischen Bauenrmeer sicherstellen soll,— genügt auch den dem Kommunismus verschriebenen Ukrainern nicht. Praktisch geht es indes vor allem um das Tempo der feit mehreren Iahren betriebenen sprachlichen Ukraini- sierung des staatlichen und öffentlichen Lebens: der Oppo- sition ist es zu langsam, die Parteimehrheit warnt aber vor Ueberstürzung, da die Partei sich auf das städtische Proletariat stützen müsse, und dieses gehöre in der Ukraine in seiner Mehrheit der Abstammung und jedenfalls der Sprache nach zum russischen Volkstum. Die nationale Opposition wittert aber Verrat an dem ukrainischen Kultur- gedonken und bezichtigt die Parteimehrheit eines groß- russischen Chauvinismus. Eine wesentliche Rückenstärkung bedeutet für die National- kommunisten die Haltung der ukrainischen Kommu- nisten jenseits der Sowjetgrenze, die in der Kommu- vlstischen Partei der W e st u k r a i n e(Ostgalizien) organisiert sind. Die Führer dieser letzteren haben sich mit der Gruppe Schumskyj, die in der Sowjetukraine bereits mit der ominösen Bezeichnung„Fraktion" belegt wird, solidarisiert, und trotz aller„freundschaftlichen Vorstellungen" der Charkower Parteileitung war eine Desavouierung der nationalistischen Richtung von dem Zentralkomitee der westukrainischen Partei nicht zu ereichen. Um diese Quelle eines nationalen Radi- kalismus zu stopfen, hat man daher in Charkow kürzlich den Beschluß gefaßt, die westukrainische Schwestcrpartei v o r d a s Forum der Komintern zu zitieren. Die in der Partei herrschende Richtung scheint.jedoch der nationalen Opposition immerhin nach Möglichkeit entgegen- kommen zu wollen, mindestens phraseologisch. Schon klingt aus der ukrainischen Sowjetpresse so etwas wie Töne eines ukrainischen Patriotismus heraus, wobei insonderheit die Bemühungen der Charkower Regierung um eine Festigung der Rechtsstellung der Ukrainischen Sowjetrepublik innerhalb der Union, um eine Erweiterung ihres Territorialbestandes und ihrer Budgetrcchte, sowie die kraftvolle Vertretung der ukrainischen Wirtschaftsinteressen vor den Bundesinstanzen und dergleichen mehr hervorgehoben werden. Bei der gegen- wärtigen internationalen Konstellation ist es auch nicht ohne Interesse, daß eine erhöhte Anteilnahme an dem Los der bei Polen verbliebenen westukrainischen Gebiete angekündigt wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die jüngsten gesetzgeberischen Maßnahmen auf die nationalpolitische Entwicklung in der Sawjewkraine auswirken werden, insbesondere, ob die au!/ dem neuenSprachendekretsich anscheinend»rgebende Verstärkung der Ukrainisierungspolitik durchgeführt werden kann. Ebenso, ob und inwieweit eine Intensivierung der nationalukrainischen Bewegung von der soeben beschlossenen Verwaltungsreform ausgehen wird, die der Bauernschaft, dem Grundstock des ukrainischen Volkes, eins erhöhte Betätigungs- Möglichkeit in den lokalen Sowjets eröffnet. Jedenfalls liegt viel Zündstoff in der nationalukrainischen Bewegung, um so mehr, als sie auch in den Reihen der regierenden Kcrni- mumstijcheu Parter Wurzel gefaßt hat. 2. In der öffentlichen Reich-ratssitzung„vor 8 Ter keine B e r a n- l a s s u n g, in diesem Stadium der Angelegenheit und an o l c> e r Stelle meinen neulichen Erklärungen ein Wort hinzu- zufügen,-' 0 .. I"/ Antrag des bayerischen Gesandten o. P reg er wird auch die Erklärung des preußischen Ministerpräsidenten dem Geschäfts- ordniingsausschuß überwiesen. Der Rcichsrat erledigte darauf die Tagesordnung. keuöell ist zurzeit nicht in öer Lage.. Amtlich wird mitgeteilt: Di« von dem Herrn Minist erpräfi- denten Brau n heute im Rcichsrat abgegebene Erklärung besaßt sich mit einer Angelegenheit, welche auf Beschluß des Reichsrats zurzeit von dem zuständigen Ausschuß des Reichsrats geprüft wird. Mit Rücksicht auf dieses schwebende Verfahren, welches die Ange- legenheit nach der tatsächlichen und rechtlichen Seite klären soll, sieht sich der R e i ch s m i n i st e r des Jnnern, wie er bereits in der heutigen Sitzung des Reichsrats erklärt hat, zurzeit nicht in der Lage, dem Herrn preußischen Ministerpräsidenten auf dem von ihn, bcschrittenen Wege zu folgen und seinerseits zu dem dein Reichsratsausschuß vorliegenden Material in der Oefsentlichkeit Stellung zu nehmen. Das Kinö als König. Von Hans Willige. In der inneren ijölfte des Prenzlauer Bergs, da wo Linien- straße und Prenzlauer Allee einander schneiden, wohnt ein für sein Alter recht gut entwickelter Junge. Er ist zurzeit noch nicht ganz sechs Jahre, kann aber schon Zahlen lesen, schreibt ein tadelloses i und u und kann Tiere und Männer mit allem Zubehör zeichnen. Kurz und gut: er hat ernste Aussichten, in der Schule nicht allzuviel geprügelt zu werden. Außer diesen Schultugenden besitzt et noch einige andere— sagen wir mal rein menschliche— Eigenschaften, die ihn ebenfalls über das Niveau seiner Altersgenossen erheben. Er bohrt z. B. nicht mehr in der Nase herum, er liebt das Waffer, läßt sich gern die Nägel schneiden. Eine Reihe von Lebenserfahrun- gen haben ihn auch dazu gebracht, mst Hunden und großen Schul- lungen nicht mehr anzubändeln. Nach jeder Hinsicht würden auch Sie sich über den Buben freuen, der nebenbei bemerkt August Gottlieb Hartmann heißt und viertes Kind eines vierzigjährigen Elektramechaniters ist. Mein Herr, nun stellen Sie sich vor, ich würde mich erkühnen und besagten August Gattlieb Hartmann allen Ernstes für geeignet halten� in 30 Jahren zum Reichspräsidenten gewählt zu werden. Ich bitte Sie, Ihre Antwort zu sparen. Uebriqens kann ich es Ihnen vom Gesicht ablesen, wofür Sie mich halten. Bemühen Sie die Rettungsstelle nicht! Ich befinde mich zurzeit ganz wohl und munter und hoste, daß in absehbarer Zeit darin keine Aenderung eintritt. Um den letzten Rest Ihrer freundlichen Besorgnis zu beheben, will ich Ihnen versichern, daß es sich bei meinen Betrachtungen auch gar nicht um den guten August Gattlieb, sondern um seinen etwas jüngeren Altersgenossen mit dem ehrenwerten Namen Michael Hohenzollern-Sigmaringen, Sohn des zurzeit arbeitslosen Earol Hohenzollern, wohnhaft in Bukarest, handelt. Dieser Michael, über dessen besondere Begabungen mir ebenso- wenig bekannt ist, wie über die irgend eines x-beliebigen Acht- kleppcrs, ist nun König und damit unantastbares Staatsober- Haupt eines Volkes von 17 Millionen Menschen geworden. Ja, noch mehr: die gesamt« Armee ist durch heiligen Eid zu unverbrüchlicher Treue gegen diesen Jungen oerpflichtet worden. ' Ich sehe, daß Sie überlegen lächeln. Aber schauen Sie: ich bin ein Mensch, der an kompliziertes Denken wenig gewöhnt ist. Meine Mutter erzog uns nach dem Grundsatz, was dem einen recht, das ist dem andern billig. Erst lachen Sie, wie ich die Idee äußere, den kleinen Hartmann zum Reichspräsidenten erküren zu wollen, und nun lachen Sie wieder, wenn ich es für ebenso verrückt holte, den noch kleineren Michael zum König zu bestimmen. Daß Michael nun gerR>e der aufgeweckteste und gescheiteste aller zwei Millionen rumänischer Buben und Burschen sei, wollen Sie doch nicht behaupten. Ebensowenig will auch ich alles Vorurteil gegen olle Träger des Namens Hohenzollern zurückstellen. Die Der- wandschast mit de» uns„näher stehenden"■ Hohenzollern geht übrigens auf einige Jahrhunderte zurück. Man schick«— so ist meine ganz despektierliche Austastung— den guten und hoffentlich gesunden und munteren Knaben erst mal schön brav zur Schule, lasse ihn lesen und schreiben, rechnen und die Sürgerbiockregierung bedauert..« Hörsings Aufruf über Wien. Amtlich wird folgende Erklärung �verbreitet: Der Vorsitzende des Reichsbanners„Schwarz-Rot-Gold", Ober- Präsident H ö r s i n g, hat in diesen Tagen einen Aufruf ver- öffentlicht, der sich mit den letzten Ereignissen in Wien befaßt. Der Ausruf enthält scharfe und beleidigende Angriffe gegen österreichische Behörden und gegen die österreichische R e- g i e r u ng selbst. Die Neichsregierung sieht sich veranlaßt, ihrem lebhasten Bedauern über diesen Ausruf Ausdruck zu geben. der geeignet ist, die herzlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich zu trüben. Die Bürgerblockregierung sollte ihr„Bedauern" sparen. Sie brauchte nur die Bericht« der Hugenbcrg-Blätter mit den wüstesten und verlogensten Berichten über den Republika- nischen Schutzbund nachzulesen und sie hätte allen Grund, dort ihr Bedauern über die Berhetzung der Völker aus- zusprechen. In Hörsings Aufruf kommt in Wirklichkeit kein „scharfer und beleidigender Angriff" gegen die österreichtsche Regierung vor. Es sei denn, daß man das Werturteil über die„Hilflosigkeit der Regierung" schon als„scharf und beleidigend" ansehen will. Das wäre aber ein so deutlich ge s u ch t e r Anlaß, dem Reichsbanner und seinem Führer etwas am Zeugs zu flicken, daß man sich darüber wundern muß. daß das Rcichsbannermiiglied Marx dazu seinen Namen hergibt! Auch österreichische Behörden sind in dem Ausruf nicht gekränkt. Wenn von der Polizei gesagt wird, sie habe„un- geeignete Maßnahmen" getroffen, so wissen wir nicht, wieweit die Regierung daran etnms zu bedauern hat. Oder hält sie die Polizeiat'lacken für durchaus„geeignete Maßnahmen", selbst wenn dabei mehr als hundert Todesopfer zu beklagen find?__ Wirtschafteminister gegen postminister. CTurtius gegen PortocrhShnngen. Das„Berliner Tageblatt" schreibt: Die Plön« des Reichspostmiiiisteriums stehen in einem so offenbaren Gegensatz zu der vom Reichswirtschaftsministerium verfolgten Preis- Politik, daß man an eine Uebereinstimmung beider Ministerien un- möglich glauben kann. Man darf annehmen, daß der Reichs- w i r t s ch a f t s m i n i st e r Dr. E u r t i u s im Rahmen seiner gesamten Preispolitik gegen die Pläne des Reichspostministers Schätzet Stellung g enommen hat. Diese bedeutsame Tat- fache stellt ein vollkommen neues Moment dar. Zunächst sei die Frage gestattet: Hat das Reichspostministerium dem Arbeitsausschuß des Derwaltungsrates die Stellungnahme des Reichswirtschafts Ministers mitgeteilt oder verschwiegen? Gedenkt dos Reichspostministerium, wenn es bisher von diesem immerhin wichtigen Umstand keine Mitteilung gemacht hat, seine Schweigetaktik beizubehalten oder wird es heute wenigstens die volle Wahrheit mitteilen? Sofortige Klärung tut not. Unbedingt muß durchgesetzt werden, daß der Verwaltungsrat vor seiner endgültigen Entscheidung weiß, wie sich das Reichswirt- schaftsministerium zu den neuen Verkehrssteuern stellt, die der Reichspastminister gegen den Willen des Reichstags jetzt dem Volke ausbürden will. Ueberstürzung in diesem Augenblicke wäre unverantwortlich. Darum muß zunächst verlangt werden, daß der Verwaltungsrat das Reichswirtschafksministerinm»m eine sornielle Darlegung und Begründung seines ablehnenden Standpunktes ersticht und gleich- zeitig die Debatte über die Gebührenerhöhung vertagt, bis der Ge- schäftsbericht der Rcichspost für das letzte Geschäftsjahr geprüft ist, besten günstige Ergebnisse eine ausgezeichnete Basis für die weiteren Verhandlungen sein werden. Ferdinands Beisetzung stt ans Sonntag verschoben worden. An der europäischen Börse hat die Ungewißheit über die politische Ent- Wicklung in Rumänien einen»eichten Sturz der rirmömschen Währung bewirkt. Die Führer der Opposition sind zu einer beson- deren Sitzung zusammengetreten. singen lernen, dann soll er gen, noch ein paar Sprachen pauken, und wenn er das Zeug daM hat, eine Universität besuchen. Dann wollen wir weiter sehen, wozu er befähigt ist: Richter, Mechaniker, Telephonist oder Straßenbahnschasfner. Und wenn er in seinem Be- ruf Tüchtiges leistet, sich daneben auch am öffentlichen Leben be- teiligt und dabei Geschick und Klugheit zeigt, so soll man ihn ins Parlament schicken. Sollte er auch hier Ueberragendes können, dann mag er als Ministerkandidat in Frage kommen und so weiter. Aber ihn jetzt, da über seine geistig« Zukunft noch nichts be- kannt ist, schon zum künftigen Herrscher aller Donauromanen zu bestimmen, das kommt einem Lotteriespiel verdammt ähnlich. Und mit dem Glück eines großen Volkes sollte man eigentlich keine Lotterie spielen. Es könnte nur zu leicht ein Unglück auch für andere Völker daraus entstehen. Meinen Sie nicht auch? Ein Kathe-Kollwitz-Such. Anläßlich des 60. Geburtstags van Käthe Kallwitz fft von Louise D i e h l ein schönes, volkstümliches Buch„Ein Ruf ertönt" über die Künstlerin erschienen*). In dem Vorwort sagt die Verfasserin:„Dies Büchlein macht nicht den Anspruch, Kollwig-Kunst erschöpfend wietterzugeben, opfert den zestlichen Aufbau dem gedant- lichen. Nicht von einem Kunftyistoriter noch für Kunsthistoriker ist es geschrieben. Auf der anderen Seite, dem Borwort gegenüber, steht der Widmungssatz:„Den arbeitenden Frauen von heute und morgen!" Diese Widmung ist zu«ng gegriffen. Es hätte kurz und klar heißen müssen:„Den Menschen". Ihnen allen gilt das Wert der Kollwitz. Und man darf wohl glauben, daß Lauffe Diehl, die sich um Kollwig-Ausstellungen, die bis nach Amerika reichten, verdient machte, allen Menschen auch dieses gigantische Werk der sechzig- jährigen Künstlerin nahebringen möchte. Das Buch gibt auf knapp einem halben Hundert Seiten 3b Wiedergaben von Radierungen, Halzschnitten, Steindrucken und Zeichnungen mit sparsam bemessenem Text. Es scheint in der Tat fast unmöglich, viel über Käthe Kollwitz' Persönlichkeit zu sagen. Am klarsten und deutlichsten sprechen ihre Werke van ihr. Louise Diehl ist darüber keinen Augenblick im Zweifel. Sie beschränkt sich auf knappest« biographische Notizen und verzichtet auf jede anekdotenhafte Kolportage aus dem Leben der Künstlerin, aus der innersten Er- kenntnis heraus, daß solche Schönfärberei und Verniedlichung von dem Begriff„Käthe Kollwitz" weit ab bleiben müßte. Rur einmal wird ein Detail berichtet, aber nur, weil es charakteristisch ist für die Umwelt, aus der die Kunst der Kollwitz herauswuchs. Im Jahre 1006 weigerte sich die letzt« deutsche Kaiserin, eine Heimarbeiter- Ausstellung zu eröffnen, ehe ein von der Kollwitz«ntworjenes Plakat entfernt sei. Das Plakat stellte«ine müde und gebeugte Frau dar, die die Hand zur Stirn führt. Wir alle kennen das künstlerische Schaffen von Käthe Kollwitz. Wir alle lieben es. Uns olle ergreift es. Aber so stark, so klar wie in dieser Zusammenstellung, mag es zu manchem zum eritsn Male spreche». Denn hier sind die einzelnen Werke, die ein sattes Bürger. tum lange Zeit als spontan« Ausbrüche einer mitleidigen und mit- *5 Furche-Kunstverlag; Preis 2BS 5Jt |.f die verfaffungsfeiern in Preußen. Anordnungen für die Schule«. Der preußische Unterrichtsminister hat für die Feier des Ber» fassungstages am 11. August folgende Anordnungen getroffen- In den dem Unterrichtsministerium unterstellten Schulen ist anr Verfassungstage schulfrei. An diesem Tage sind Schulserern zu veranstalten, bei denen die geschichtliche Bedeutung des Verfassungstages gewürdigt wird. Der Minister läßt den einzelnen Schulen voll« Freiheit bei der Ausgestaltung der Derfassungsfeier im einzelnen,' spricht aber die Erwartung aus, daß alles getan wird, um den inneren Gehalt und den ä u ß e r e n R a h m e n der Schulseiern würdig zu gestalten und die hervorragende Bedeutung des Verfassungstages den Schülern nahezubringen. Es wird der Bedeutuitg der Feier Ansprechen, wenn sie nicht, wie vereinzelt geschehen, mit einem Schulausflug verbunden wird, und wenn zu der Feier die Schule als Ganzes sich vereinigt. Wo der 11. August in die Schulferien fällt, fft bei Be- ginn der Ferien oder bei Wiederbeginn des Unterrichts eine Ver- fassungsseier zu veranstalten und an diesem Tage schulfrei zu geben. Wegen des Flaggens an diesem Tag- verweist der Minister auf die Bestimmung des Staatsminffterialerlafses, wonach sämtliche staatlichen Dienstgebäud« sowie die Gebäude aller ösfent- lichen Schulen am 11. August in den Reichs- und Landes. färben zu beflaggen sind. �rensöorf. Der Geisteszustand des Mörders wird geprüft. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst von zuständiger Seue erfährt, hat die Strafkammer in Frankfurt a. d. O. durch Beschluß vom 20. d. M. aus Antrag des zuständigen Kreisarztes gemäß§ 81 der Strafprazeßordnung angeordnet, daß der Angeschuldigte Schmelzer(Sohn) zur Vorbereitung eines Gutachtens über seinen Geisteszustand in«ine öffentliche Irrenanstalt gebracht und dort beobaihtet werde. Was die Dauer der Beobachtung anlangt, so darf sie nach der Bestimmung des Gesetzes sechs Wachen nicht übcrfchreiten. Da der Tod eines weiteren bei dem Zusammenstoß in Arensdorf verletzten Reichsbannerangehörigen für die Beurteilung des Sachverhalts van Bedeutung ist, wird der Untersuchungsrichter in Frankfurt a. d. O. im Rahmen der von ihm geführten Borunter- suchung alsbald die Leichenöffnung des zweiten Verstorbenen be- antragen. H- Da Schmelzer seit seiner Derhaftung den gefftig Minder. wertigen spielt und sich dabei auf«in arztliches Attest beruft, blieb dem zuständigen Gericht nichts anderes übrig, als dem Antrage des Kreisarztes schnell stattzugeben. Das lag auch im Interesse einer schnellen Prozeßführung: denn im Verlauf der Verhandlungen hätten sich die Verteidiger des Mörders zu dessen Entschuldigung immer wieder auf dessen angebliche Unzurechnungsfähigkeit berufen, so daß schließlich dem Gericht nichts anderes übrig geblieben wäre, als die Verhandlungen zu unterbrechen und die Behauptungen der Verteidiger nachprüfen zu lassen. Das kommt jetzt nicht mehr>n Frage, sa daß der Prozeß nach der Untersuchung im Irrenhaus ohne Unterbrechung durchgeführt werden kann. Von In- teresse ist immerhin, wo und von wem Schmelzer beobachtet wird. Das fft für den Ausgang der Untersuchung von wesentlicher Bedeutung. Gberhaus und �ntiftreikgefetz. Die zweite Lesung beendet. condon. 21. Juli.(WTB.) Das Oberhaus hat die De- stimmungen des Gesetzentwurfes betreffend die Trade Union» angenommen und wird sie am Montag in dritter Lesung be- raten. Der Gesetzentwurf wird sodann zur Prüsung d-r vom Ober- hau» eingefügten Slbänderungen an das Unterhaus zunick- gehen. leidenden Künstlerseele ausdeuten wollte, klar und eindeutig er- kcnnbar als ein ehernes, konsequentes Bekenntnis zu den Leidenden, Elenden, Besitzlosen. Der Weg der Künstlerin ist. wie Louise Diehl betont, ohne Sentimentalität. Ihre Anklage wirkt nicht durch Pathos, sondrrn durch eine furchtbare Bewußtheit. Aus diesen Bildern und den harten, überharten Selbstportrats wird der Mensch Käthe Kovwig sichtbar, diese Frau, die als Künstlerin durchaus kühl und nüchtern über die Auswahl ihrer Modelle sprechen kann. Doch diese Scheu, Gesühlsmomente in Worte zu kleiden, hat ihre Werke geschaffen. Hier findet ihre seelische Berschlossenheit das Lenlil, durch das ihr tiefes Empfinden ausströmt. Auch die Schauspieler wollen am siebeuten Tag ruhent In Pari» wird zurzeit wieder die Frage eines Ruhetages für die Schauspieler lebhaft erörtert. Es ist nicht das erstemal, daß man sich mit dem Problem beschäftigt, wie den Schauspielen» einmal in der Woche ein Ruhetag gesichert werden kann. Es wird vor- geschlagen, Wandertruppen zusammenzustellen, die einmal in der Woche das ständige Ensemble in den verschiedenen Poriser Theatern ablösen sollen. Es fft für jede Gruppe von sechs Theatern eine Gesellschaft gedacht, die an einem Tag an Stelle der festengagierten Schauspieler spielt. Der Lorschlag oerdient vor allem Beachtung, weil er den beschäftigungslosen Schauspielern, deren Zahl in Frank- reich nicht kleiner ist als in anderen Ländern, die Aussicht auf eine Arbeitsgelegenheit eröffnet. Kleisi-ktzedächinisseier am 18. Oktober. Die deutsche Jugend wird, so heißt es in einem Erlaß des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Balksbildung, mit dem ganzen deutsche» Volke des 18. Oktober gedenken, an dem Heinrich von Kleist vor 150 Iahren geboren worden ist. Wie der Amtliche Preußische Presse- dienst mitteilt, bestimmt der Minister, daß an allen preußischen Schulen in würdiger Weise dieses Tages gedacht werde. Der Mi- nister ermächtigt die einzelnen Schulen, die Gedächtnisfeier selb- ständig zu gestalten und gegebenenialls den Unterricht an dies ein Tage zu kürzen. Russlsch-deulsche» Urheberrecht. Wie der russische Kultusminister Lunatscharfki Moskauer Blättern mitteilt«, sind die Verhandlungen Rußlands mit Deutschland und Italien über neu« Urheberschutz- Verträge dem Abschluß nahe. Während bisher.zwischen Rußland und Deutschland gar kein Schutz bestand, soll jetzt das Honorar zwischen Verfasser und Uebersetzer geteilt werden, das Recht zur Uebcrsetzung aber an keine Erlaubnis des Urhebers gebunden fein. Aulätzllch de» 80. Giburtitaoe» von Max Qebermann hat da? Staat- lich« Kupferltlibkabmett eine AnZslellung der graphischen Arbeiten de» Meister« eröffnet. Eine Opere'I« von RTaecagni. Pietro Mascagni hat eine abendfüllende Operelte, deren Text von»ivei Wiener Librettistcn stammt, vertont, die in ver tömnicnde» Zp'cizcit ziizlcich in Berlin, Siüiic! und Mailand-,ur Uraufführung iominen lall. IZultanlötigkei» in Palästina. In Sacka östlich vom Toten Meer in der Kihe der heißen Luellen bat ein erloschener Krater begonnen, Rauchivolte» anszuftoßen. Der Rauch ist von den Höhen der Umgebung Jerusalem«, da« heißt ans eure Kuffermmg van 86 Meilen Dchtdar. f.... Sne freche Iälfchung. Die..Deutiche Tageszeitung" und das österreichische Parteiprograuim. � Die„Deutsche Tageszeitung" beschuldigt die österreichische Svzialdeinokratis, daß sie den Bürgerkrieg wolle. Sie „beweist" die Beschuldigung mit folgenden Sätzen: „Die von dem Führer der österreichischen Sozialdemokraten Otto Bauer verfaßten und von den Funktionären einstimmig und rviderspruchslos angenommenen Sinzer Parteibeschlüsse fordern ausdrücklich, daß, wenn das Proletariat nicht mit v e r- fassungsmähigen Mitteln die Macht in die Hände be- komme, es sich mit Gewaltmitteln des Staates zu bemächtigen habe. Das ist die Proklamation des sozialistischen Faschismus." Diese Sätze verdrehen Wortlaut und Inhalt des Linzer Programms in ihr Gegenteil. Das Linzer Programm stellt fest, daß die österreichische Sozialdemokratie im Kampf um die Staatsmacht den Weg derDemokratie gehen wolle. Die entscheidenden Stellen des Linzer Programms lauten: „In der demokratischen Republik beruht die politische Herrschast der Bourgeoisie nicht mehr auf politischen Privilegien, sondern darauf, daß sie mittels ihrer wirtschastlichen Macht, mittels der Macht der Tradition, mittels der Presse, der Schule und der Kirche die Mehrheit des Volkes unter ihren geistigen Einfluß zu erhalten oermag. Gelingt es der Sozialdemokratischen Arbeiter- parte! diesen Einfluß zu überwinden, die manuellen und geistigen Arbeiter in Stadt und Land zu vereinigen, und der Arbeiterklasse die ihr nahestehenden Schichten der Klcmbauernschaft, des kleinen Bürgertums, der Intelligenz als Dundesgenossen zu gewinnen, so gewinnt die Sozialdemokratische Arbeiterpartei die Mehrheit des Volkes. Sie erobert durch' die Entscheidung des allgemeinen Wahlrechts die Staatsmacht. So werden in der demokratischen Republik die Klassenkämpfe zwischen der Bourgeoisie und der Arbeiterklasse im Ringen der beiden Klassen um die Seelen der Volksmehrheit entschieden. Die Bourgeoisie wird nicht freiwillig ihre Machtstellen räumen. Findet sie sich mit der ihr von der Arbeiterklasse aufgezwungenen demokratischen Republik ab, solange sie die Republik zu beherrschen vermag, so wird sie versucht sein, die demokratische Re- publik zu stürzen, eine monarchistische oder faschistische Diktatur auszurichten, sobald das a l l g e- meine Wahlrecht die Staatsmacht der Arbeiterklasse zu über- antworten droht oder schon überantwortet haben wird. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei muß daher die Arbeiter- Nasse in ständiger organisierter geistiger und physischer Bereit- schaft zur Verteidigung der Republik erhalten, die engste Geistesgemeinschast zwischen der Arbeiterklasse und den Col- daten des Bundesheeres pflegen, sie ebenso wie die anderen bewaff- neten Korps des Staates zur Treue zur Republik erziehen und dadurch der Arbeiterklasse die Möglichkeit erhalten, mit den Mit- teln der Demokratie die Klassenherrschaft der Bourgeoisie zu brechen. Wenn es aber trotz aller dieser Anstrengungen der Sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei einer Gegenrevolution der Bourgeoisie gelänge, die Demokratie zu sprengen, d an n könnte die Arbeiterklasse die Staatsmacht nur noch im Bürgerkrieg erobern." Die österreichische Sozialdemokratie will ebenso wie die deutsche Sozialdemokratie die Staatsmacht erobern, i m Ringen um die Seelen der Volksmehrheit— nicht mit Gewaltmitteln. Sie wird sich aber— so wie es die deutsche Sozialdemokratie im Kapp-Putsch getan hat— dem Bruch der Verfassung, dem faschistischen Staatsstreich, mit Gewalt entgegensetzen— für die Ver- fajfung und im Namen der Verfassung. Die freche Fälschung der„Deutschen Tageszeitung" soll verdecken, daß die österreichischen Faschisten, die Front- kämpfer und Heimwehrleute, auf den Tag rüsten, an dem die österreichische Sozialdemokratie die wenigen noch fehlenden Mandate an der Parlamentsmehrheit erobert haben wird. Die österreichische Sozialdemokratie blickt nach den letzten Wahlen siegessicher in die Zukunft. Sie rechnet mit Man- daten— aber wer die Presse vom Schlage der„Deutschen Tageszeitung", des„Lokal-Anzeigers" und ähnlicher Organe oerfolgt, der weiß, daß ihre Gegner mit Gewehren und Maschinengewehren rechnen. Die Mandate sind verfassungsmäßig— will die„Deutsche Tageszeitung" das gleiche von den Maschinengewehren der „Heimwehr" behaupten?__ tzinöenburg soll nach Lonöon kommen? Konservativer Versuchsballon für gegenseitige Staatsbesuche. London. 2t. Juli.(Eig. Drahtber.) Die konservarive Zeitschrift „0 u t,l o o k" macht in ihrer neuesten Nummer nach einem ein- gehenden Hinweis aus die Schnelligkeit der Annäherung zwischen England und den ehemaligen feindlichen Staaten den Vorschlag, die britische Regierung möge den Präsidenten des Deut. scheu Reichs Hindenburg zu einem Staatsbesuch nach London einladen. dem später ein Besuch des englischen Königs und der Köniein in Berlin folgen sollte. Die Zeitschrist stellt fest. daß ein solcher Austausch von Freundlichkeiten mehr als hundett Besprechungen zwischen Stresemann und Chamberlain zur lieber- brückung der durch den Krieg gesckzaffenen Kluft beitragen würde. Das Schauspiel, den Präsidenten Hindenburg mit Admiral V e a t t y (dem kommandierenden Admiral der britischen Hochseeflotte wäh- rend des Krieges) gemeinsam durch die Straßen Londons fahren zu sehen, würde dazu dienen, alle Spuren von Feindseligkeit, die eventuell noch in versteckten Winkeln vorhanden sein mögen, zu be- seitigen. In parlamentarischen Kreisen, mit denen der Vertreter des .Soz. Pressedienst" diese Anregung der konservativen Zeit- schrift, die als ein Versuchsballon zu betrachten ist, be- sprachen hat, wird darauf hingewiesen, daß bei der Durchführung eines gegenseitigen Besuchs Demonstrationen nicht aus- geschlossen wären._ Hegen Sowjetrußlonü foliüorisch. Staudardott im Kampfe gegen das Sowjetpetroleum. London. 21. Juli.(WTB.) Die Petroleumgesellschaft Shell Transport Trading veröffentlicht eine lange Mitteilung, in der es heißt, daß sie sich hinsichtlich des Boykotts von Sowjet- Petroleum der Auiiojsting ihrer Rivalen von der Standard Oil Company von New Jerjey angeschlossen habe. Sie fordert das Publikum auf, seine Unterstützung zu gewähren, um die auf die Zerstörung des Handels und die Verschlechterung der Lebensbedin- glmgeo gerichtete Sowjetkampagne zum Scheitern zu bringe«, � Gememöeratssitzung in Wien. Trauerknndgebung für die Gefallenen.— Bürgermeifter Scitz hält die Trauerrede. r. bn. Wien, 21. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Der Andrang zur heutigen Gemeinderatssitzung war sehr groß. Vor den Rathauseingängen in der Lichtenfelsgasse, gegen- über der ausgebrannten Polizeiwachstube, standen dicht« Menschen- gruppen. Eingelassen wurden jedoch nur die zur Teilnahme be- rechtigten Gemeindesunktionäre, die Pressevertreter und die Inhaber von Galeriekarten. Die Sitzung war sehr stark besucht. Bürgermeister Genosse S e i tz, der nach der Erkrankung in- folge der tagelangen Ueberanstrengung noch angegriffen aussieht, eröffnete die Sitzung mit einer Trauerrede, die die ganz« Der- sammlung stehend anhörte. Er gedachte des namenlosen Unglücks, das die Stadt Wien betroffen hat und der gestrigen Bestattung der ersten S7 Todesopfer. Er fügte hinzu, daß wohl noch ebenso- viele Tote der Beisetzung harren. Er erklärte, daß die Behandlung und Klärung der Schuldsrage wohl einem späteren Zeitpunkt vor- behalten bleiben müsse. Am Schlüsse betonte er, daß Wien immer eine Stadt der Kultur, der Freiheit und des Friedens gewesen ist und es auch weiter bleiben werde. Er stellte die Zustimmung des Gemeinderats hierzu fest, daß die heutige Sitzung mrr dem Ge- dächtnis der Opfer dienen solle und beraumte die nächste Sitzung — zum Ersatz der am letzten Freitag ausgefallenen— auf morgen nachmittag 5 Uhr an. In einer Biertelstunde war die Tvauersitzunxi ohne Zwischenfall beendet. Die Beisetzung der vier getöteten Polizisten auf dem Zentralfriedhof war frei zugänglich. Der Bundespräsident, die Bundesregierung, zahlreiche Staatsbeamte und mehrere hundert Kameraden der Getöteten waren anwesend, ebenso als Bertretr der Stadt Wien, die gleichfalls einen Kranz geschickt hatte, der Magistratsdirektor und amtsführendc Stadtrat Genosse Karl Richter. Reden wurden nicht gehalten. Lediglich der katholische Geistliche sprach einige Worte. Di« Bestattung erfolgte nicht von dem Riesen- katafalk aus wie gestern, sondern von der Friedhofskirche. Unter den Zuschauern, dil aus den anliegenden Stadtteilen herbeigekom- nkn waren, sah man nicht wenige mit dem Parteiabzeichen der Sozialdemokratie, der roten Nelke aus schwarzem Gnmde. Der Mißerfolg eines Aufrufs der gemäßigten christlichen Ge- werkschaften an ihre Mitglieder zur geschlossenen Teilnahme an diesem Begräbnis beweist sowohl die längst noch nicht bezwungene Empörung in den Massen wie die Bedeutungslosigkeit der nichtsozialistischen Berufsorganisationen. Auch die Arbeiterkammer für Wien und Nieder. ö st e r r« i ch hielt heute eine Sitzung ab, in der der Präsident Ge- nasse Domes der stirchtbaren Ereignisse gedachte und erklärte, die Arbeiterschaft werde, gestützt auf die Macht ihrer Organisationen, dafür Sorge tragen, daß sich derartige Ereignisse nicht wiederholen. Die Arbeiterkammer beschloß, 10 000 Schillinge für die Opfer auszu- iverse» und erhob die Forderung an die Bundesregierung, abge- sehen von der gerichtlichen Behandlung der einzelnen Fäll«, eine strenge Untersuchung unter Führung des Parlaments einzuleiten, insbesondere auch über das Vorgehen der Polizei und die von ihr verwandten Geschosse. Dazu ist zu sagen, daß mir selbst neben furchtbaren Totschlägern, die Polizisten abgenömmen worden' sind,.zahlreiche Gewehrpatronen vorgelegt wrlrden, die in den Straßen an den'beiden Tagen Massen- Haft gesunden wurden, weil sie offenbar bei dem schnellen Laden zu Boden gefallen waren. Reben normalen Stahlmantelgefchossen sind darunter, wie bereits gemeldet, Uebungspatronen mit herausragendem Bleikern, die wegen ihrer Erplosions- fähigkeit zur Feststellung der Schießwirkung bei der Ausbildung im Schießen verwendet wurden, ober auch sogenannte S ch u l m u n i- t i o n von einer Nürnberger Fabrik, die überhaupt nur aus Blei besteht und in Menschenkörpern Vergiftungen herbeiführen muh. Bei der Verwendung solcher Patronen ist es wohl nur zu begreiflich, daß man bei den meisten durch Schüsse in den Leib Verletzten mit dem Tode rechnen muß. Die Arbeiterkammer protestiert auch gegen die offizielle Be- gründiing der Diskonterhöhung von 6 auf 7 Proz. mit den iinruhen. Demgegenüber stellt die Arbeiterkammer fest, daß sich �e Nationalbank bereits im vorigen Monat mit einer wlchen Erhöhung befaßt hat, die damals schon als eine n o t w e n- dige Folge der Diskonterhöhung der deutschen Reichsbank bezeichnet wurde. Rur ist man damals eben noch nicht zu einer Entschließung gekommen. vie Vorgänge in Tirol. r. bn. Wien, 21. Juli.(Eigener Vrahtbericht.) Die Tiroler Sozialdemokratische Landes Parteivertretung hat durch ihre Mitglieder Erhebungen in den Südtiroler Eisenbahnstationen über die Vorgänge während des technischen Streiks anstellen lassen. Das Ergebnis ist: In Wörgl wurde festgestellt, daß nur Militär auf dem Bahnhof sich aufhielt. Die Heimatwehr hielt sich im Hintergrund, weil es in Wörgl zuviel handfest« Eisen- bahner gibt. Bei der Heimatwehr waren fast durchweg Leute, die im Weltkrieg enthoben waren, Schieber, Schleichhändler und Kriegs- gewinnler. Irgendein Spießbürger spendete den Soldaten dafür, daß sie auf dem Bahnhof heruinstehen mutzten, einen Kranz und ein junger Geistlicher segnete ihn ein, worauf man diesen Kranz um ein Helden- denkmal hing. Die Technisch« Nothilfe kam in Wörgl nicht zur An- wendung. Die Eisenbahner haben keinen Schritt zur Arbeit gemacht, ehe nicht das Militär abgezogen war, trotzdem der Kommandant, ein nionarchistischer Oberstleutnant, abzuziehen sich weigerte. Die große Mehrzahl der Bauern in der Umgegend von Wörgl wollte vom Dienst bei den Heimatwehren.nichts wissen. Nur einige Desperados, ein paar Trunkenbolde und einige Halbnarren kamen aus ihren Dörfern. Bauern aus der Heimat des christlich-sozialen Landwirtschaftsministers Thaler kehrten am Eingang des Jnntales um und gingen in ihr Heimafstal zurück als sie sahen, daß die Behaup- tung, Wörgl brenne und die Eisenbahner plün- derten, erlogen war..... In K u f st e i n sind Realschüler und andere Düvgerssöhne mit schweren Rucksäcken Sonntagnacht beobachtet worden. Bcrmutltch schleppten sie Munition au« dem Gebäude der Bezirks- hauptmannschast(Landratsamt). Jedenfalls sah man die jungen Burschen einige Stunden später bewaffnet. In der Bezirkshaupt- Mannschaft waren 60 Gewehre oersteckt. Zurzeit des Kahr- Putsch«? in München wurden die schon länger im Kufsteiner Bezirk lagernden 2000 Gewehre um weitere 1000 oermehrt. In Kufftein sind lOMaschinengewehrederHeimatwehr vorhanden. Der ganze Borgaug der Benachrichtigung de» Aufgebots der Heimat- wehren, das Belügen der Bauern über die Urjache der Bewegung der österreichische» Arbeiter und die Haltung der Heimatmehrler zeigt, auch nach Erledigung des Streits und der Bahnhojsbesetzungen, welche ungeheure Gefahr für. da» Leben einzelner Menschen dort bestanden hat, In K i tz b ü h e l zogen ebenfalls um Mitternacht Heimaiwehren auf, rückten aber noch vor Abbruch des Streiks von selbst ab. da sie von der Kitzbüheler Einwohnerschaft nur ausgelacht wurden. Auch auf anderen Bahnhöfen find viel« Leute der Heimatmehren, als sie erkannten, wie man sie beschwindelt hatte über die Arbeiter, mißmutig heimgekehrt. So war es in Kufstein der Fall und manche von ihnen haben erklärt, daß sie nie mehr bereit sein würden, gegen die Arbeiter zu marschieren. Jugendliche Heimat- wehrler, Schüler usw. wurden betrunken gemacht, das Bier floß in Strömen. Im Rausch haben sie dann in der Rocht einen Sturmangriff auf den Bahnhof in Kufstein unternehmen wollen, aber der Vezirkshauptmannsstellvertreter hielt die Betrunkenen zurück. Die Technische Nothilse hat in Kufstein völlig verfagi. Piecks Verhaftung. Nuter Anklage der„Störung der öffentlichen Ruhe". r. bn. Wien, 21. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschlands. Land- tageabgeordnetsr Pieck, ist hier verhaftet worden, weil «r nicht im Besitz eines Paffes war. Er ist angeblich auf feine Karte als preußischer Landtagsabgeordneter hergekommen. Die tschechoslowakischen Behörden haben ihn durchgelassen und ihm dos Durchreisevisum erteilt. Auch die österreichischen Grenzkontrollen haben ihn eingelassen, weil ja seine Karte immerhin ihn als Reicks- deutsckzen ausweist. Aber wenn auch in Oesterreich kein Reichs- deutscher ein Visum braucht, so muß er doch einen Paß haben. Wegen dieser Verletzung der Paßvorschriften ist Pieck au» Deutschö st erreich ausgewiesen worden, ober noch kann er die Heimreise nicht antreten, denn er ist unter der Beschnkvigung des Verbrechens der Störung der öffentlichen- Ruhe dem Landesgericht in Wien eingeliefert worden. Dieses Verbrechen ist mit hohen Freiheitsstrafen bedroht. Im Kriege sind wegen dieses Delikts zahlreiche österreichisch« Staatsbürger, allerdings meistens Nichtdeutsche, deshalb mit hohen Strafen belegt worden. Der Wiener Kommunist K o p l e i k, der gestern die Leichenfeier durch eine Agi- tationsrede störte, wurde zur Polizei vorgeladen, wo man bei ihm belastende Schriften gefunden haben will. Er ist in poli- zeilichem Gewahrsam, und der Untersuchungsrichter wird darüber entscheiden, wo er bleiben soll. . M a i eingelegt worden war. Unterdessen ging der Streik zu Ende, und es mußte nun die Frage geklärt werden, wer die Kosten des Verfahrens tragen soll. Das Homburger Oberlandes- gericht hat nun durch Urteil vom 20. Juli entschieden, daß die klagenden Firmen die kosten zu trogen hoben. Das G c r i ch t hat also in der S a ch e dem D c u t s ch e n Textilarbeitcrverband recht gegeben. Der Prozeß enthüllt geraoezu unerträgliche Mängel in der Behandlung von Arbeitsstreitsachcn durch die Gerichte. Kein Wunder, wenn der Vorsitzende des Oberlondesgerichtsjenats erklärte, diß die ordentlichen Gerichte für die Entscheidung eines solchen Prozesses absolut nicht geeignet seien, und daß solche Prozesse künstig durch die Arbeitsgerichte besser erledigt werden könnten. Der Verlauf des Streitfalles ist geradezu ein Schulbeispiel für die Notwendigkeit der Arbeits- geeichte. Der Streik stand unter dem Druck der einstweiligen Verfügung. Dieser Druck bedeutet eine schwere Schädigung der Arbeitnehmerpartei, deren Aktionsfreiheit sehr beeinträchtigt worden ist. Die Justizbehörden mußten sich dieses Umstandes bewußt sein und eben deswegen hätten sie Schlag aus Schlag ihre Entscheidungen treffen müssen. Statt dessen sehen wir, daß die durch die Anträge der Arbeitnehmer notwendig gewordenen Entscheidungen immer"sehr lange auf sich warten ließen, während den Wünschen der Arbeitgeber prompt Rechnung getragen wurde. Das sind ganz unmögliche Zustände: denn man muß berücksichtigen» daß bei dem Kampf für und gegen die einstweilige Verfügung die Lebensintercssen kaufender streikender Arbeitnehmer auf dem Spiel standen. Für die A r b e i t g e b e r ist die Justiz diensteifrig und entgegenkommend, nicht so für die Arbeitnehmer. So hat das Land- gericht in Potsdam ohne Anhörung des Deutschen Textilarbeiterverbandes auf Antrag der Ersten deutschen Feinjutegarnspinncrei in Brandenburg die von der Firma gewünschte einstweilige Verfügung gegen Unterstützung fristlos e n t- l a s s e n e r o t'b e i t s l o s e r Leute erlassen. Fordern die Ge- werkschaften einmal«ine einstweilige Verfügung, dann zeigen die Gerichte die kalte Schulter. So wurde der Antrag des Deut- fchen Textilarbeiterverbandcs auf eine einstweilige Verfügung gegen einen dem Norddeutschen Wollkonzern ange- schlossenen Petrieb in Langensalza, der sich weigerte, einem verbindlich erklärten Schiedsspruch Rechnung zu tragen, die Maß- regelungen zurückzunehmen usw., abgelehnt. Angesichts solcher Vorgänge muß sich der Arbeiterschaft unwillkürlich der Gedanke auf- drängen, daß die Justiz im Arbeiterkampf mit zweierlei Maß mißt. Gegen Klajsenjuftiz! Entschließung der Funktionäre der ACG.-Turbine. Vom Betriebsrot der AEG.-Turbinenfobrik erhielten wir die folgende am Mittwoch, anläßlich der Beerdigung der Wiener Opfer, gefaßte Entschließung: „Die freigewerkschoftlichen Funktionäre der AEG. Turbinen- fabrik erheben schärfsten Protest gegen die immer offener auftretende Klassenjustiz, die Arbeiter in örder frei spricht und die Klassenkämpfcr des Proletariats in brutalster Weise verurteilt. Sie sprechen den Wiener Arbeitern vollste Sympathie aus und. geloben schärfsten Kampf zu führen gegen die Bllrgerblockregierung und den Faschismus, der genau wie in Wien in feiger hinterhältiger Weife Arbeiter mordet. Die Funktionäre fordern von den politischen Arbeiterparteien und dem ADGB., daß sie alle Mittel anwenden, um für die Zukunft dcrarlige Aorkommnisse unmöglich zu machen." Streik in See Eisenkonstruktion! heute Urabstimmung in den Betrieben. Nachdem die Bronchenversommlung der Eisenkonstruktians- orbeiter am Dienstag beschlossen hatte,' in den. Firmen, die nicht zu den letzten Verhandlungen beim VVMJ. erschienen sind und bisher auch keine Zugeständnisse gemacht hatten, die ausgestellte Forderung von IS Pfennig Lohn- und Akkordprciserhöhung durch die Betriebs- rate zu unterbreiten, würde am Mittwoch und Donnerstag belriebs- weife verhandelt. Während sich ein Teil der Firmen dem vor dem VBiPJ. gsmachten Angebot der drei größten Firmen S t c f j e n s u n d N ö l l e, Drucke müller und Gossen anschloß, das auf eine 6- b l s 7- pro z entige Lohn und Akkordprciserhöhung hin- auslief, blieb ein Teil der Firmen noch hinter diesem Angebot zurück Die eigentliche Forderung nuf eine Zulage n y n IS Pfennig wurde von allen Firmen als völlig un- diskutabel abgelebnt. Mit diesem Angebot beschäftigten sich gestern abend zunächst die BcrtrauensleütederEisen- k o n st r u k l i o n s a r b c i t e r, die es als völlig ungenügend ein- stimmig ablehnten und der Branchenversammlung ebenfalls die Ablehnung empfahlen. In der anschließend an die Funktionär- konferenz tagenden und überfüllten Branchenversammlung sprachen sich alle Redner für die Ablehnung dieses minimalen Zugeständnisses aus. Nach eingehender Diskussion beschloß die Versammlung ein- stimmig, das Angebot der Unternehmer abzulehnen und am Freitag während der Mittagspause in den Betrieben eine Streikabstimmung durchzuführen. An der U r a b- st i m m u n g beteiligen sich sämtliche Lohnorbeiter der früheren Lohnklassen I bis III und sämtliche Akkordarbeiter, auch die der früheren Lohnklassen IV und V. Es besteht kein Zweifel mehr» daß die Urabstimmung eine übergroße Mehrheit für den Streik ergeben wird und am Sonnabend früh in allen Berliner Eisenkonstruktians- betrieben die Arbeit ruhen wird. Zur flrbeitszeitverorünung für Hütten- und Walzwerke D i e f ch w e r i n d u ft r i e l l c Presse bringt im Anschluß an die Bekanntgabe der Verordnung des Reichsarbeitsministers über die Neuregelung der Arbeitszeit in den Hütten und Walz- werken lange Jeremiader« über die finanzielle Auswirkung der Arbeitszeitverkürzung. Dazu' bemerkt dteZlF r a n k f» ff e i Z e! i u ng":„Die Eisen- indnftric hat zu einer Zeit, in der sie schwer uni� die Wiederherstellung ihrer Rentabilität ringen mußte und die Stabilisierungs- krise durch eine gründliche Rationalisierungsaktio» zu überwinden suchte, mit Recht gefordert, daß man ihr eine Atempause oer- gönnen möge, ehe ihr neue Belastungen aufgebürdet würden. Diese Forderung ist in weite st em Umfange erfüllt worden und die Arbeiterschaft hat dafür schwere Opfer gebracht, die nor allem in der aus der Umstellung erfolgenden Freisetzung von Arbeitskrästen, ober eben auch gerade in der f r e i- williger, Annahme einer längeren Arbeitszeit bestanden. In der Zwischenzeit hat sich die Lage der Eisenindustrie derart gebessert, daß man sie seit erheblicher Zeit als be- kriedigend bezeichnen kann. Die Produktionskapazität ist zum> Beispiel bei einem Unternehmen wie den Vereinigten Stahlwerken in einem außerordentlich hohen Maße ausgenützt. Die Verordnung des Reichswirtschaftsministers hat nun für den Uebergong zum Achtstundentag noch eine Fri st von annähernd einem halben Jahr zugebilligt, und es besteht kein Anzeichen dafür. daß sich die Lage der Eisenindustrie in dieser Zeit schlechter gestalten werde als sie in den letzten Monaten war. Es ist anzn nehmen, daß der Uebergang zum Dreischichtensystem' die Werke zu einer weiteren Beschleunigung der Modernisierung: ihrer Anlagen zwingt, und dieser Zwang kann nur begrüßt werden."' Die zu erwartenden Winkelzüge der Herren von Stahl und Eisen, das Inkrafttreten der Berordnung noch über den 1. Januar 1928 hinauszuschieben, wozu ihnen die Verordnung höchst über- flüssigerweise eine Brücke baut, dürften durch diese Feststellung etwas erschwert werden._ Entlohnung der Ueberarbeit im Sankgewerbe. Im Reichsarbeitsministerium wurde gestern ein für die Tarif- Parteien im Bankgewerbe verbindlicher Spruch über die- Entlohnung der Ueberarbeit dahin verkündet, daß eine überdurch. schnittliche Entlohnung der Ueberarbeit erst von der S2. Arbeitsstunde ab einzusetzen habe, daß dagegen von der 4 9. bis zur 51. Arbeits st unde in der Woche lediglich pro Stunde ein Entgelt von 25 Proz. des normalen Stundenlohnes einzutreten habe. Der Bankangestelltenverband zog kurz vor der Entscheidung seinen Antrag zurück, die Frage durch das Arbeitsministerium ent- scheiden zu lassen und erklärte, daß er durch Inanspruchnahme der Arbeitsgerichte die Streitfrage klären wolle. Demgegenüber bean- fragte aber nunmehr der Reichsoerband der Bankleitungen, der Arbeitsminister solle den bestehenden Konflikt entscheiden. Daraufhin wurde dann die obenerwähnte Entscheidung getroffen. Gescheiterte SchlichtungSveLhandlungen. Die Dortwunder Schlichtungsverhandlungen über die von den Arbeitnehmern gekündigten Arbeitszeit- und Lohnoerträge der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke Rhein- londs und Westfalens haben sich zerschlagen. Die Gewerkschaften forderten Achtstundentag und Lohner- höhung von 12 Pfennig pro Stunde für alle Ortsklassen ein- schließlich des Lohnausgleichs für die Arbeitszeiwerkürzung. Obwohl die Gewerkschaften ihre Forderungen mit der unleugbaren Tatsache, daß die Werke gut rentabel arbeiten, begründen konnten, lehnten die Arbeitgeber jede Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung schroff a b. Die Berhandlungen werden kommenden Dienstag in Dortmund fortgeführt. Achtung. Jsuarbeiter! Die Baustelle R e i ch s st r. 95— 99 der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft, Rabitzfirma Neufseri (Holzmann), ist für Koksaschenputzer wegen Richieinhaltung des Tarifvertrogs gesperrt. Bougewerksbund, Fachgruppe Stuck- und Gipsbau. Frei« Sewerllchastsjsgend Sraß.Berli». Leute, Freiing, 19Vi Uhr, tagen die Gruppen! Ler-uannplatz: Kruppcnheim Jugendheim Eondcrstr. U, Getc fodrechtftraße. Lustiger Abend.— Tchimeweide: Eruppenheim Jugendheim aufener Str. 2 iAoter Saal). Heiterer Abend.— Wcdding I: Gruppcnheim Stadtbad Wedding, Gcrichtstr. KS/M. Vortrag:„Der organisatorische Ausbau de? Deutschen Reiche?.�— Rardrinq: Gruppenheim Jugendheim Gbersmasder Strohe Ti, Zimmer 12. Bartrag:„Das knmmunistischc Manifest.�— Zeppelin- plah(' dd:ng 3): Gruppenhcim Stiidtische? Jugendheim Turiner Ecke Sc». slrahc.. ortrag:„Wochenendbewegimg."— Sharlottenburg: Spielen im Grüne» waid. Treffen am Bahnhof Wihlebcn sAuogang stantstrahe) um 19 Uhr. Zugcndgruppe de» ZdA. Heut«, Freitag, 19% Uhr: Bezirk Lichtend««: Gesangsraum des Realgymnasiums, Varlaue 12. Bartragc:„Bud und Mädel" fSchulge-Frenhel).— Bezirk Südwest: Jugendheim Belle. Alliance�tr. TtlO: Wir üben Bolkstanze.— Bezirk Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. Vortrag: „Aus dem Lehen August Bebels"(Alfred«lug). Verantwortlich fstr Politik: Victor Schiff! Wirtschaft: O. Slingelhäser: Eewcrkschoftsbeweguna: Fr. Edkoru: Feuilleton: Dr. Iah» Schikowoti: Lokales und Sonstiges: Feig Sarstadt: Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärls-Verlag S. m. b H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Einger u Co. Berlin EW KS. Lindcnstraß« 3. Lierzu Z Beilaacn und..Unterhaltung und Willen'. � wann ffi„» � vdergibt man nur de« R-chwew de, i fiSBlairS'lSlIll Deutschen Muflkeroerbande-,«erlin. Sam- I ge Ii» 1 1&j}||B/ niandanlrnstr. 63; 51. Dönhoff 3277— Ti Geschäftszeit»-S. Sonntags 10-3 Uhr. ——v!— T Auf Wunsch: Dertreterbesuch. WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Pta€k-« Pcrnrn. Teewurst pw- 175 Landleberwurst riund 1.10 Schinkenspeck. ftund i.eo Zervelat u. SalamiHd. 1.65 Nußschinken ca! 1.80 Etnltstrctc, Icsemuier Stute, Xcrstipisit Po m m. L u n g wu rst Pid.7 5 Pf. Leberwurst feine. Pfund 1.35 Mortadella... Pfund 1.35 Dampfwurst... piund 1.10 Speck feil, Pfd. 1.10 mager 1.20 Jagdwurst....Pfund 1.45 Mettwurst' 1.45 Püetwurst.... Pfund 1.45 SchinkenpolnlschePfd.1.45 Csmembert Limburger...Pfund 23 Pf. Edamer u. Holländer 64Pt Stein buscher vopfund 75 Pf. Edamer vollfetf, Pfund 90 Pf. Tilsiter volI,«»imd 90 Pt 1.10 Stangenkäse 9 5 Pf. ▼ollfeit Schadxie! Esruchreis........... pvund 20". Schnitt-Nudeln piund 40Pf Kartoffelmehl. Pfund 32Pt Eier-Makkaroni Bruch 45 Pl. Weizengrieß.. Pfund 26 Pf. ßConsefeen Schnitt- u. Brech- 1/1 Dos« bohnen feine, junge 60 Pf. Junge Erbsen.... 68 Pf- Junge Erbsen sehr icin 1.32 Piefferlinge exh-aQuai. 9 5 Pf. Apfelmus........ 70 Pf. Pinnen WilliBn,s Christ... Dirnen halbe Bruchl 1.10 Kaiserkirsch.en.... 1.30 KcnfKQrcn, 2 PCuRtf.Eimer Ananas 1.65 Johannisb., Orangen 1.15 Pflaumen 1.10 Erdbeeren, Himbeeren, Aprikosen, Kirschen 1.45 Aprikosen-Konfitfire» pfund-Bimer 3.25 '« Dose Ananas Hawaii, 6 Scheiben 1.50 Senfgurken 6 Doled' 3.10 Gewürzgurken® ose' 3.20 Bienenhonig am-,,-n 1 Piund- Glos l.fc" Glas fc.fcU Oelsardinen 38, 50, 7 3 Pf Grab M8atHün,m�r 2.10 Zitroncn- Gärungsgdrank Verkauf: Drogen-Ableilung Ausschank; Erfrischungsraum u. Restour. Leipzig. Sir '/« Ei nfcochg läser„Globus" _%___ 1 Ltr._ V,'/« 1__ IV, 36 p/. 6 Portionen �3 P'« Holländer voiifett, Pfd. 95 pc Schweizer bayr.. Pfund 1.45 Emmenthaler.. Pfund 1.75 Margarine...Pfund 53pi. Tafelbutter.•. Pfund 1.75 Dänische Butter Pfd. 1.88 Moritzplatz Obst, Gemüse, Reisch und Fische werden nicht zugesandt. Frisches Fleisch Kalbskemm u. Brust...Pfand 70"• Kelbsnierenbraien....Pfand 7Sp*. Kalbskeule a.«eleiu... Pfand 90 PL Hammelvorderfleisdi..Pfand SOfl Schweinebauch»U Beilage. Pfand@2 kf. Schweinekamm Rücken u. 01*11. ptd. 90«• Liesen Pfand EZ pf Gehacktes 70«• Schmorfleisch mit Knodien.. Pfand 1 05 Querrippe........... Pfund 70 m- Kaller ln Rollen» ohne Knodien, Pfand Prima Ochsenfieiscb gefroren Suppenfleisch........ Pfand 49 pl Kamm u. Brust...... Pfand 55 k- Schmorfleisch mit Knodien. Pfand 50 K- eng 32 34 36 p/. weit 36 38 49 10 Gummiringe 30°. 69 PC 42 2 Ltr. 43 PL iunse Gänse Enten£hlachtth Pfund 1.25 an Rehblätter...- Pfund 1.20 frUch gcschlachlet ftund Neue Kartoffeln Weißkohl funger, Pfund 6 PL Möhren gewaschen, Pfund 6 Pf. Blumenkohl Koptvon 10 Pf an Grüne Gurken s». v lOPf-»» Junge Scholen Pwnd 12 Pf. Pfefferlinge...Pfund igp/. Rotkohl Junger..Pfund IgPf. . 5 Pfund 43 pk Stachelbeeren. p/und 20 Pf. Johannisbeeren pw. 24pl Eß- u. Kochäpfel pm. 30 pl Ital. Pflaumen.Pfund 35 Pf. Bananen..... Pfund 45 pl Zitronen.... Du»end 45 pl Ananas frische..Piund 9 5 PL Holl. Kakao I Pfuuck Iso Messina-Drops«/.Pfund 13 Pf. Eisbonbons"« Pfund igpf. Vollmilchschokolade m. ganzen HaselnBssen, 100 Or�Tafel 33 Pf. Sandgebäck...........".Pfund 25pl i Pfund 95 Pf. Borken-Schokolade Karion ca. 75 Or. 35 Pf ca. 1» Gr. 65 PL eigene RS. teref 2 2� Gebrannt. Kaffee Haushalt-Misch, Pfund 2.60 Globus-Misch.. Piund 3.30 Sonder-Misch,.Piund 3>, Residenz-Misoh. Pfst. 4.20 DI>mpia-Misoh. Pfund 3.49 Elite-Mischung Pfund 4.6O 90Pf. I10 BrathOhnergena�us?1.35.n Rehragout••■ Pfund 35 pl Kabeljau Schellfisch Seelachs cwMf-' t«?', Pili- 12 Pf. Lebende Aale pw-v 95 Pf an Filet vom Kabeljau, Piund 25 PL Leb. Schleie Piund v. 1.15 in Schellfische aeräuchen.. Pfund 25 Pf. Seelachs geräuch., Pfd. 42 Pf Seeaal abgezogen, Pld. 75 p/. FettbQckllnge. Pfund 54 Pf Aale ger,Pfd. 2.40»und 58pl Preise füt Vi flesche ohne Glos. p-n-K.wuoii* Johannisbeer,(weif) u. roy. Stachelreiner rruentwem beer- u. Ideldelbeerwein Erdbeerweln feines fruchlaroma.............. 1922 Edenkobener lieblicher Tisch- n. 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Tausend« von Bäumen und Sträuchern. hunderttausende von Blumen wer- den hier gezogen. Was der Mensch dem Boden durch Verständnis. volle Behandlung abgewinnen kann, zeigt recht deutlich dle Plauzen- kultur in der Mark Brandenburg mit ihrem Sumpf- und Sand- boden. Noch zur Zeit des Großen Kurfürsten lag hier der Garten- bau gänzlich darnieder. Der Mangel an Obstbäumen und Nützungs- holz war so groß, daß der alt« Fritz ein Edikt erließ, wonach die Bauern verpflichtet wurden, bei ihrer Hochzeit eine Anzahl Bäume anzupflanzen und für deren Wachstum zu sorgen. Die größte europäische Saumschule. Der Dreißigjährige Krieg hatte alles vernichtet. Pflanzen und Sämereien mußten au» dem Ausland bezogen wer- den. Erst die hier zugezogenen französischen Emi- grauten, unter denen sich 28 Gärtnerfamilien befanden, brachtenas ist kaum anzunehmen," lachte Emerson,„denn wenn Marsh auch in Kalvik eine bedeutende Rolle spielt, in den Vereinigten Staaten ist er keine so hervorragende Person- lichkeit, daß man ihn unbedingt begegnen muß." Noch aber schien das Mädchen nicht überzeugt zu sein. und sie fuhr ängstlich fort:„Vielleicht ihr ihn docy treffen." „Vielleicht. Und was dann?" „Ihr meinen Nämen nennen?" „Nein, nein." „Wenn ich ihn seh, werde ich ihn von dir grüßen." sagte Fräser, um sie zu necken. Chakawanas Wangen erbleichten unter der braunen Haut und sie rief heftig:„Nein, nein! Willis Marsh böser, böser Mann. Ihr nicht sprechen von Chakawana, armen Slleutmädchenl" Ihre Angst war so echt, daß sie sie zu beruhigen ver- suchten, und als sie ihre Mahlzeit beendigt hatten, erhoben sie sich und verließen oüs Zimmer. Als sie draußen waren, sagte Fräser:„Dieser Fabrikbesitzer scheint den Wilden ja einen furchtbaren Schrecken eingejagt zu haben, er ist wohl der reine Sklavenaufseher." Da hörten sie den Laut vieler Schellen, dann einen scharfen Befehl von Constantin«, und im nächsten Augenblick hielt der Schlitten mit dem Hundegespann vor der Tür, und Cherry sprang heraus. Ihre Wangen waren von der Kälte gerötet, und ihre Augen blitzten, sie war wie die Verkörperung des Tages, strahlend und völler Leben. „Guten Morgen, meine Herren!" rief sie, indem sie ihre weiße Pelzkapuze abnahm, die ihre blitzenden Augen und Zähne eingerahmt hatte.„Ist es nicht ein herrlicher Morgen! Wenn Sie fühlen wollen, wie Ihr Blut braust und Ihre Lungen arbeiten, dann lassen Sie sich ein Stück von Constan- tine spazieren fahren. Wir haben einen Weg von fünfviertel Meilen ist siebzehn Minuten zurückgalegt." „Und wie geht es dem Mafernvaiienlen?" fragte Fräser. „Danke, es geht ihm gut, ich habe ihn gleich mitgebracht!" Das Indianermädchen war zum Schlitten gegangen und drückte ein Bündel fest gegen ihre Brust. .Halt!" rief Fräser und zog sich erschrocken zurück,„ich habe die Masern noch nicht gehabt." Chakawana aber beugte sich mütterlich über das Kind, während Cherry ihre Gäste bcruhtigte. „Ist es ein Indianerkind?" fragte Emerson neugierig, indem er aus die helle 5)aut des Kleinen aufmerksam wurde. Das Mädchen blickte m:t träncngefülltcn, trotzigen AugeN zu ihm auf und antwortete hastig:„Ja, Aleulbabyl" „Er unser kleiner Bruder." sagte Constantine, der hin- zugetreten war mit tiefer Stimme. Cherry sagte dem Mädchen einen Bescheid, das sich daraus ins Haus begab. 4. Später am Tage sagte Emerson Zu Cherly:„Während der Sommerzeit ist in Kalvik wohl sehr viel los?" „Ja. die Schiffe kommen im Mai an, und der Lachs beginnt im Iuil zu wandern. Wenn die Schwärme erst ein- getroffen sind, schläft kein Mensch mehr." Sie hatte ihm zugesehen, wie er ganz verloren ins Feuer starrte, und seine Verstimmtheit hatte sie weich gemacht und ihr weibliches Mitgefühl geweckt. Sie hatte sich bemüht, ihn zu zerstreuen und aus seiner Schwermut herauszureißen. Mit ihrem gesunden Optimismus und Ueberfluß an Jugend- kraft bedauerte sie dös Mißgeschick, das ihn offenbar zu einem verfchiosienen, verbitterten Menschen gemacht hatte» „Das muß interessasit sein," bemerkte er gleichgültige „Mehr als das, es ist inspirierend. Die Geschichte des Lachses ist an sich ein episches Gedicht. Sie wissen wchl, dag der Lachs nur vier Jahre lebt, und wenn er sterben soll, kehrt er immer zu der Stelle zurück, wo er geboren ist. Man sagt, daß er während der vier Jahre irgendwohin oerschwindet, niemand weiß, wo; wie bei einem Signal aber taucht er wieder aus den geheimnisvollen Tiefen des Meeres aus, wenn feine Stunde geschlagen hat. Und wenn er ersk einnial das Masser geschmeckt hat, wo er geboren ist, rüht er �eine Nahrung mehr an, es treibt ihn beständig vorwärts, bis er wie ein Wrack auf den Brutplatz geschwemmt wird. Wenn in der trockenen Jahreszeit Landbänke oder Hindernisse ihm den Weg versperren, versucht er sie zu überspringen. Er ignoriert vielleicht Hunderte von Flüssen, bis er schließlich das Wasser des Flusses schmeckt, in dem er geboren wurde. Und dann verändert sich feine ganze Natur, ja sogar sein Aussehen, er wird ganz dünn und sein Kopf nimmt die Form eines Raubvogels an. Wenn er dem Gebot der Natur gehorcht und gelaicht hat, stirbt er." „Ich hatte keine Ahnung, daß der Lachs solch interessante Geschichte bat," sagte Boyd,„Sie geben sa eine ganz drania- tische Schclverung. „Weil mich die Sache interessiert. Diese Fischplätze sind interessanter als irgendetwas in der Welt. Sie müßten nur einmal so eitren Fischschwarm mitansehen. Die einsamen Flüsse hier werden plötzlich überfüllt, die Fische kommen in großen silbernen Schwärmen, die vorwärts, vorwärts streben, Tod und Untergong entgegen. Sie kommen Mit der Heftig- kelt eines SvniMerstnrmes, wie ein ungsheures, blitzendes Heer. Sie drängen vorwärts, eifrig, unwiderstehlich, aus ein bestimmtes Ziel zu. Aber man tonn diese lingeheüren Silber- schwärme nicht beschreiben. Natürlich sind sie ganz wehrlos, werden von fast allem Lebenden gejagt. Vögel sammeln sich zu Millionen, vlerfüßige Tiere kommen von den Bergen her- ab, die Apachen des Meeres jagen sie in dichten Scharen, und sogar der Mensch kommt von fernen Küsten, um sich seinen Anteil zu sichern. Die Berge beben unter dem Lärm der Maschinen, die zischenden Dämpfe und Seufzer der Schmelz- tiegel wirken wie das Stöhnen eines Riesen, der zu viel gegessen Hot. Auf dem Fluß wimmelt es von ganzen Flotten von Fischerbooten, die bei Tagesgrauen ausziehen, sich wie ein ungeheurer Schwärm von weißen Möven niederlassen, und erst bei Dunkelwerden heimkehrest. Keiner denkt mehr an Zeit Ustd Schlaf." �Fortsetzung solgt.) mZnmschen Betrieb' tn der Reichspost gehört. 9ht«, einem Se» schäftsmanne würde es niemals einfallen, einem Kunden so albern« Briefumschläge zu übersenden, die bei dem Inhalt des Schreibens geradezu als eine Verhohnepipelung des Adressaten wirken. Sollte wider Erwarten die famose PortoerHöHunq Herrn S ch a e tz l e die Einnahmen der Postverwaltung in genügendem Ilmfange oermehren, so wird der Herr Minister vielleicht dafür Sorge tragen, daß derartige Verulkungen seiner Abnehmer' aus- hören. Generalprobe zum Meineiö. Ein Rattenschwanz von Anklagen. Aus dem Meineidsprozeß gegen die Hausbesitzerin Berta Ohlerich, die im April d. Js. vom Schwurgericht III bereits wegen Anstiftung eines Bäckermeisters Ahr aus Weißenfee zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust ver- urteilt worden ist, hat- sich ein M a s s e n m e i n e i d s o e r- fahren gegen die Entlastungszeugen und -zeuginnen der Frau Ohlerich und gegen diese selbst ein weiteres Strafverfahren wegen Anstiftung von acht Zeugen zum Meineide entwickelt. Mit Frau Ohlerich wurde damals im Gerichtssaal ein: Frau Helene M i t t e n d o r f, ihre! Hauptentlastungszeugin, durch Staats- anwaltschaftsrat Dr. L e s f e r unter dem dringenden Verdachte des Meineides verhaftet. Beide Frauen haben damals ihre Unschuld beteuert. In der Gefängnisz:lle ist aber Frau Mittendorf von Reue erfaßt worden und hat ihren Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Mendel, ein offenes Geständnis abgelegt, das sie dann auch vor dem Untersuchungsrichter wiederholte. Durch dieses Geständnis ist ein Rattenkönig von Meineidsoerfahren in Fluß gekommen. Eine ganze Reihe von Zeugen hatte in dem Prozeß gegen Frau Ohlerich genau dasselbe beschworen, wie Frau Mitten- darf. Acht Zeugen und Zeuginnen wollten mit eigenen Augen ge- sehen haben, daß Ahr die Möbel der Frau Ohlerich aus deren Wohnung weggeholt habe, was er in einem Zivilprozeß, den Frau Ohlerich mit ihrem geschiedenen Ehemanne führte, beschworen hatte. Ahr hat aber nachher selbst gestanden, daß er niemals in der Wohnung gewesen ist und auch von den Möbeln nichts gewußt hat. Den falschen Eid hat er aus einer Gefälligkeit für Frau Ohlerich geleistet. Das Bemerkenswerte ist an allen diesen Mein- erden, daß sie ohne jeden persönlichen Vorteil geleistet worden sind, und daß die sämtlichen falschen Zeugen den U e b« r- redungskünsten dieser gefährlichen Frau unterlegen sind. Unter den acht jetzt des Meineides beschuldigten Personen befindet sich«ine ganze Familie, ein altes Ehepaar und dessen 2öjährige Tochter. Mutter und Tochter haben jetzt auch un- umwunden den Meineid eingestanden. Es hat sich neuerdings herausgestellt, daß Frau Ohlerich sämtliche von ihr als Entlastungs- zeugen aufgebotenen Personen am Nachmittag vor ihrem Termin vor dem Schwurgericht bei sich in ihrer Wohnung ver- sammelt hatte, und daß sie mit ihnen bei Kaffee und Kuchen alle Einzelheiten der Aussagen vor Gericht eingeübt und gegeneinander abgestellt hat. Zu dieser„Generalprobe zum Meineid' waren auch zwei Möbeltransporteure„geladen", die vor Gericht b«- sonders glaubwürdig erscheinen sollten, weil sie anscheinend ganz unbeteiligt waren und keinerlei Beziehungen zu Frau Ohlerich hatten. Die Voruntersuchung wird gegenwärtig vom Landgerichtsrat Vauck beim Landgericht I geführt. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Mendel hat der Untersuchungsrichter die Angeschuldigte Mittendorf aus der Hast entlasten, da durch ihr Geständnis' jede Ver- dunkelungsgefahr beseitigt worden ist. Frau Ohlerich wird sich im kommenden Herbst zusammen mit ihren sämtlichen Opfern wegen Anstiftung zum Meineide ra weiteren acht Fällen vor dem Schwur- gericht des Landgerichts I zu verantworten hoben. Weil er sich mit der Stiefmutter gezankt hatte... War es ein Sittlichkeitsverbrechen oder war es Heins? Das ist die Fragel Das„Malheur" passierte einem jungvermählten Bäcker- gesellen. Nun steht er da vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte mit Augen, die feucht sind vor innerer Erregung. Er hatte an dem ver- hängnisvollen Morgen trotz des schönen Sonntagswetters und semer Flitterwochenstimmung mit seiner Stiefmutter Zank gehabt. Des- halb lief er mit zerrissenem Hemd, ohne Kragen aus dem Hause, stürzte ein paar Glas„tröstenden" Bieres und einige Gläschen Kognak hinunter und befand sich auf dem Heimwege, als... Ja, als... Ein Iljähriges Mädelchen soll sich da über feinen durchaus nicht sonntäglichen Zustand lustig gemacht haben. Als die Kleine sich habe aus dem Staube machen wollen, sei er ihr in den Flur eines Hauses nachgelaufen und habe sie hier mit gehobener Hand und mit den Worten„Was sagst du" zur Rede gestellt. Die Elf- jährige habe aber vor Angst geschrien... Der Restaurateur, dessen Lokal einen Ausgang zum Flur hat, hörte aber das Schreien des Kindes, kam hinzugelaufen, sah den liederlich gekleideten Menschen dem Mädchen nachstellen und glaubte etwas wahrzunehmen, was ihn veranlaßte, sofort den Schutzmann zu holen und den jungen Menschen wegen unzüchtiger Handlungen an der Kleinen festnehmen zu lassen. Der junge Mann bestritt, überhaupt nur an irgend etwas Unzüchtiges gedacht zu haben. Er sei dem Mädchen nur nachgelaufen, woil es sich über ihn lustig gemacht habe. Der brave Restanratur mußte zugeben, daß seine Beobachtung doch nicht ganz stimmen dürfte, da sowohl der Verfolger wie die Verfolgt« sich in ständiger Bewegung befunden haben. Auch die Worte„Was sagst du" waren wirklich gefallen. Die Mutter des Kindes bestätigte aber, daß die Kleine tatsächlich in das Haus zu Bekannten wollte. Ihr Töchter- lein war nicht erschienen, weil es sich augenblicklich auf einer Ferien- fahrt befindet. Der Staatsanwalt bat um Vertagung. Auch der Bäckergeselle bat darum. Obwohl der Ausgang der Sache nicht mehr zweifelhaft erschien, vertagt« das Gericht die Verhandlung. Fabrikfeuer in Weißenfee. Im Kesselhaus einer Gummityarenfabrik in der Belforter Straße IS zu W ei ßen se e brach gestern abend gegen 9i7 Uhr Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit aus- breitete und auf den D a ch st u h l übergriff. Die Feuerwehr erschien unter Leitung des Baurats Steiner mit mehreren �iöfch- Zügen an der Brandstätte. Beim Erscheinen der Wehren stand ein Teil des Kesselhauses bereits in hellen Flammen. Wegen der Gefährlichkeit des Feuers ließ Baurat Steiner au» drei Schlauchleitungen größten Kalibers Wasser geben. Erst gegen 8 Uhr waren die Löscharbeiten beendet. Die Auf- räumungsarbeiten dauerten längere Zeit. Di« Entstehungsursache konnte noch nicht festgestellt werden. Gestern abend um 7 Uhr wurde die Feuerwehr nach der G e- r i ch t st r a ß e 12/13 gerufen, wo in einer Tischlerei Feuer ausgebrochen war, das größeren Umfang anzunehmen droht«. Durch das schnelle Erscheinen und tatkräftige Eingreifen der Wehr gelang es den Brandherd zu lokalisieren. Nach ziemlich einstündiger Tätigkeit konnten die Wehren wieder abrücken. Zn der neuen Nummer der„Arbeiterwohlfahrt" Heft 14/27 vom 15. Juli 1927 behandelt im Leitartikel Genossin GertrudHanna den Entwurf eines Berufsausbildungsgesetzes. Genosse Ludwig Prell er schreibt über die Frage:„Ist Wohlfahrtspflege produk- tionsfördernd?" Genossin Luis« Schroeder behandelt die neue Echwangerenschutzgesetzgebung. Die Nummer bringt außerdem ausführliche Berichte über'wichtige Wohlfahrtstagungen der letzten Zeit. So schildert Genosse Dr. F l a t o w die Tagung der Gesellschaft für soziale Reform, Genosse Dr. Rodewald die Tuberkulose- Tagung in Bad Salzbrunn und Genosse Lederer die Sächsische Landeswohlfahrtstagung vom 13. und 14. Juni 1927, die das Problem der modernen Fürsorgeerziebung behandelt hat. In dem Heft wird außerdem eine Darstellung der Uebergangsregelung der preußischen Sittenipolizei gegeben. es knallte! Eine politifch-unpolitifche Angelegenheit. Am 4. April saßen in einem Lokal in der Stromstraße vier brav« Kommunisten. Obgleich sie arbeitslos waren, hatten sie an diesem Tage bereits tüchtig dem Alkohol zugesprochen. Mitten in ihrer feuchtfröhlichen Stimmung hörten sie plötzlich, wie es drei- mal knallte. Auto oder Revolver? Da muß man dabei sein! Am Eingang zum Rummel stießen sie auf einen Schupowachtmeister, der pflichtgemäß auf das dreimalige Knallen herbeigeeilt war. Außer den Kommunisten hatten sich auch noch andere Neu- gierige eingefunden.„Warum stellen Sie den Tatbestand nicht fest", herrschte einer der Kommunisten den Wachtmeister an.„Wenn Kommunisten schießen, stellen Sie gleich den Tatbestand fest. Wenn Sie ihn nicht feststellen, stellen wir ihn fest." In Wirklichkeit war da gar kein„Tatbestand" festzustellen. Das dreifache Knallen rührte von einem Auto her. Für die Menge war aber die Angelegenheit ein gefundenes Fressen. Der Schupowachtmeister forderte zum Aus- einandergehen auf. Der Alkohol reizte aber die Kommunisten zum „Widerstand gegen die Staatsgewalt", obgleich die„Explosion" wirk- lich nichts Politisches an sich hatte. Besonders einer von den vieren, der mehrfach Vorbestrafte S. drang auf den Schupowachtmeister ein und gefiel sich in den üblichen ungezogenen Redensarten. Der Polizeibeomte versuchte ihn zu fassen, S. riß sich los. Der Wacht- meifter sah, daß er gegen die Menge, die sich gegen ihn feindlich benahm, machtlos war. Er begab sich zum andern Eingang des Rummels. Die Menge folgte ihm. Ein zweiter Wachtmeister er- schien auf der Bildsläche. Ihm übergab der erste Wachtmeister den S., zwang ihn in den Rummel hinein und schloß hinter ihm die Tür. Die übrigen drei Kommunisten belegten nun den Wacht- meifter mit Schimpfworten und hetzten die Menge gegen ihn auf. G. drang auf den Polizeibeamten ein in der Absicht, die Tür zu öffnen und seinen Freund zu befreien. Als der Wachtmeister s i ch nicht anders helfe» zu können glaubte, versetzt« er dem G.«inen Schlag mit dem Gummiknüppel und traf unglücklicherweise den Kopf. G. fiel nieder. Nun mischte sich der Vater des G. ein. „Strolche, Lumpen, wenn ihr meinen Sohn anfaßt, schlage ich euch tot." In diesem Ton ging es weiter, bis schließlich noch ein dritter Polizeibeamter hinzukam. Nun wurde G. ins Krankenhaus und S. ins Polizeirevier gebracht. Gestern hatten sich S.. G. junior und senior, und außer diesen Dreien noch F. und der anscheinend un- beteiligte B. wegen Landfriedenbruchs zu verantworten. Der Staatsanwalt ließ jedoch diese Anklage fallen und beantragte gegen alle wegen nicht Folgeleisten der Aufforderung der Polizei und außerdem gegen S. wegen Widerstands zehn Monate Gefäng- nis, gegen G. junior wegen versuchter Gefanaenenbefreiung sechs Monate Gefängnis, gegen G. senior zwei Wochen drei Tage, gegen P. zwei Wochen und gegen B. 59 Mark Geldstrafe. Das Urteil lautete gegen den ersten fünf Monate Gefängnis, gegen G. Sohn und Vater zwei Monate, zwei Wochen bzw. 199 Mark, gegen P.«inen Monat Gefängnis. B. wurde sreige- sprachen. Das waren die„Explosionen" des Autos wahrhaftig nicht wert. Das„Zillengespenft". Durch geheimnisvolle Diebstähle wurden seit einiger Zeit die Kahnschiffer, die mit ihren Zillen zwischen dem Kaiser-Friedrich- Museum und der Jannowitzbrücke ankerten, stark beunruhigt. Sie entdeckten morgens wiederholt, daß zur Nachtzeit ein Dieb da- gewesen sein mußte, der mitunter erhebliche Summen erbeutet hatte. Niemand aber hatte den Geheimnisvollen kommen oder gehen sehen. Gestern endlich wurde das„Zillengespenst" erwischt. Ein Kahnschiffer am Köllnischen Ufer erwachte nachts durch ein Geräusch in seiner Kajüte, sah, daß ein fremder Mann«ingedrungen war, nahm ihn fest und übergab ihn der Polizei. Diese stellte den Er- tappten fest als einen 34 Jahre alten M a x P o l l a k, der früher selbst auf Spreekähnen gefahren ist. So erklärte es sich nun auch, daß er in der Dunkelheit niemals über umherliegende Taue oder Stangen gestolpert war, wie wohl ein Unkundiger getan hätte. Der Festgenommene hat z. B. in einigen Fällen Summen von 129, 199 und 79 M. erbeutet, und so ein sorgloses Leben führen können. Nach feiner Angabe will er am 16. Juli zu Fuß aus Stetttn nach Berlin gekommen fein, wahrscheinlich ist er aber schon früher hier gewesen. Zwei Kahndiebstähle gibt er zu, man oermutet aber, daß auch die anderen auf sein Konto kommen. Als man ihm vorhielt, daß doch keiner der Schlafenden je aufgewacht fei und daß er wohl ein Betäubungsmittel gebraucht habe, wies er das weit von sich und erklärte, die Arbeit in der frischen Luft mache die Schiffer wohl so müde, daß sie wie Murmelttere schliefen und nichts hörten. Der Ertappt« wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Psychotechnik und Geschicklichkeitsspiel. Auf Einladung von Professor M o e d e fand vor kurzem im Institut für Industrielle Psychotechnik eine Vorlesung nebst Vor- führung zur Psychotechnik des Glücks- und Geschicklichkeitsspieles statt, zu der Vertreter des Ministeriums des Innern, der Gerichte sowie der Polizei aus Berlin und von außerhalb erschienen waren. Der zuständige Interessentenverband hatte den Syndikus entsandt. Rechtsanwalt Dr. Jaffa, Berlin, gab einen Ueberblick über die Entwicklung der Gutachtertätigkeit bei Glücks- und Geschicklichkeit»- spielen. Professor Moede entwickelte die Gesichtspunkte der Messung, nach denen man nicht nur den Anteil der technischen Ein- richtungsstücke an dem Spielerfolg, sondern auch den Anteil des Menschen positiv und exatt messen kann. Es sei Sache der Gerichte zu entscheiden, bei welcher Größe des Einflusses des Menschen über die günstigsten Aufallswerte hinaus eine Spieleinrichtung als Ge- An musikalsschen Darbietungen brachte der Tag einen schönen Sonotennachmittag, den Mauritz van den Berg(Violine) und E. Weiß(Klavier) mit Werken von Mozart und Psitzner bestritten. Am Abend wurde unter dem Titel„Aus vergangenen Tagen Berlins" Musik von Paul Linke und Viktor Holländer geboten, die Artur G u t t m a n n, Opernsinphoniker und der Kammerfänger Arthur Kistenmacher ausführten.— Für den Vortrag des Abschnitts, von der„Tücke des Objekts" aus Friedrich Theodor Vifchers unsterblichem Werk„Auch Einer" verdient Meinhard M a u r Dank.— Unter den Vorträgen sind di« auffchluß- reichen Zlusführnngen Viktor Schiffs über„Wahlsystem und Wahlrecht" zu nennen. In diesem ersten Vortrag wurde das Mehr- heitssystem und die Verhältniswahl behandelt. Der Vortragende betonte, daß viele Menschen ihr Wahlrecht ausüben, ohne sich eine rechte Borstellung von dem Ablauf des Wahlvorganges zu machen. Die Funkhörer wurden nicht nur über das deutsche System der Ver- hältniswahl unterrichtet, sondern auch über die Wahlsysteme in Frankreich und England.— Frieda Licht vom Zentraloerband der Angestellten sprach über das Thema„Die Erwerbsarbeit der Frau — ein Dauerzustand, keine Episode." Die Bortragende wies darauf hin, daß der Mann den Konkurrenzkampf mit der Frau nicht mehr zu fürchten brauche, wenn überall im gewerkschaftlichen Zusammen- schluh beider Geschlechter der Kampf um das Recht auf Arbeit und angemessene Bezahlung geführt werde.— Anschauliche Reis.'bilder aus Kaukasien", allerdings nur vom Land, nicht auch von den Leuten, bot Dr. K. E. S. Schmidt.— Georg Müller-Hahn behandelte in seiner Vortragsreihe„Romantische Figuren der Welt- geschichte" den Lebenslauf Friedrichs von der Trenck, der von Friedrich II., vermutlich dafür, daß er die jüngste Schwester des Königs liebte, sein Leben lang mit grausamster Rache verfolgt wurde. Tes. 1 schickrichkritsrinrichiung zu getten hob«. Er schlug eine R o r m u u g [der Fabrikation vor, um nur solche Einrichtungen herzu- stellen und in Handel zu bringen, die den berechtigten A,.,vrderuiigen der Gerichte nach den gesetzlichen Verfügungen im Sinne von Geschick- lichkeitsspielen genügen. Sind einmal die Meßzifsern bestimmt, so macht es keine Schwierigkeiten, durch Normung Apparate zu berech- nen und herzustellen, bei denen die Schwankungen des Spielergeb- nisses im Verhältnis zu den Voraussagen und Vorausberechnungen gering sind und praktisch vernachlässigt werden können, sofern der durchschnittliche Spieler als Grundlage der Messung berücksichtigt worden sei und sofern ausreichende Versuchsziffern allen Normen- Vorschriften zugrunde gelegt wurden. Das neue berliner Funkhaus. Am Kaiserdamm. Die Berliner Funkstunde plant, ihre Räume in der Potsdamer Straße aufzugeben und in einem neuen eigenen, besonders für ihre Zwecke erbauten Hause, neue Senderäume zu beziehen. Um eine nahe Gemeinschaft zwischen der Verwaltung des deutschen Rund- funks und der Berliner Funkstunde herbeizuführen, beabsichtigt auch das Reichspostministerium, die behördlichen und technischen Ver- walttingsstellen, die sich mit dem Rundfunkbetrieb beschäftigen, der Vereinfachung halber mtt in das neue Berliner Funkhaus zu ver- legen. Obwohl ein fester Plan noch nicht vorliegt, wird das neue Funkhaus aller Wahrscheinlichkeit noch am Reichstanzlerplatz er- stehen, wo di« Stadt Berlin kurz vor den Etadtoerordnetenferien ein großes Eckgrundstück erworben hat. Wenn auch das Projekt augenblicklich zurückgestellt worden ist, bis im Herbst dieses Jahres der Generalbebauungsplan für die weiter« Ausgestattung des Berliner Messegeländes, das ganz erheblich erwettert und mit direktem Gleisanschluß versehen werden soll, ausgearbeitet worden ist, so ist doch mit Bestimmtheit damit zu rechnen, daß das neue Funkhaus am Reichskanzlerplatz oder an anderer günstig gelegener Stelle des Messegeländes seinen Platz finden wird, schon mit Rück- ficht darauf, daß dort auch di« Funkhalle, das ständige Ausftellungs- heim der deutschen Funkindustrie, gelegen ist. Das Messegelände das voraussichtlich nach den Plänen von Magistratsbaurat Dr. Heiligenthal ausgebaut werden wird, wird übrigens auch die höchste Erhebung Berlins aufweisen, da infolge der Ausschachtungs- arbeiten für die neuen Gleisanlagen der elektrifizierten Stadtbahn ein neuer Berg erstanden ist, der den Kreuzberg, Berlin» bis- herigen Höhepunkt, noch um mehrere Meter überragen wird. Am Sonnabend wieder Wochenendzüge. Am kommenden Sonnabend verkehren wieder die beiden regel- mäßigen Wochenendzüge der Reichsbahndirektion Berlin an die Ostsee und in den Harz. Die Absahrtzeit des Ostseezuges ist dieselbe geblieben. Der Zug noch dem Harz fährt dagegen diesen Sonnabend vom Potsdamer Bahnhof bereits um 15.19 Uhr (3.19 nachm.) ab. Die Züge führen die 2. bis 4. Wagenklasse. Die Fahrpreisermäßigung beträgt 33K Proz. Die Fahrkarten werden bei den Fahrkartenausgaben Potsdamer bzw. Stettiner Bahnhof und folgenden Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus verkauft: Potsdamer Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraße, Kaufhaus des Westens. Reifebureau Unter den Linden 57/58, und zwar von heut« ab. Die Fahrpläne und Fahrpreise enthalten die auf samt- lichen Bahnhöfen aushängenden Bekanntmachungen. wegen Beschimpfung der Reichsfarben wurde der deutsch- nationale Pezirksverordnete Hatzki aus dem Bezirk Zehlendorf vom Schöffengericht Lichterfelde zu 1400 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Amtsanwall hatte einen Monat Gefängnis beantragt. ver MSunerchor Zriedrichshaio veranstaltet am Sonnabend, dem SS.» einen Heiteren Abend im Gärten der Königsbank, Gr. Frankfurter Str. 117. Die Genossen find mit ihren Familie» herzlichst eingeladen. Eintritt pro Person einschliesslich Tanz 0,50 Mark. Chinesische Seeräuber. Ueberfall auf einen norwegische« Dampfer. Hongkong. 21. Juli.(MTV.) Der norwegische Dampfer„S o l- viken", der am 19. dieses Monats Hongkong mtt dem Ziele Saigon verlassen hatte, wurde gestern von Seeräubern, die sich unter di« Passagiere von Hongkong gemischt hatten, überfallen. Sie überrumpelten die Offiziere und verwundeten den Ka- pitän Rickard Gentoft schwer. Der zweite Offizier Johnson rang mit zwei Seeräubern, wurde jedoch überwättigt und erschossen. Der Führer der Bande, der fließend englisch sprach, gab dem ersten Offizier den Befehl, nach der Biosbucht zu steuern, wobei er drohte, alle weißen Offiziere zu töten, wenn feinen Anweisungen nicht Folge geleistet würde. Als der Dampfer gestern abend in der Biasbucht anlangte, legten zwei Schaluppen längs des Schifies an und übernahmen zwei Kästen mit Gold- darren im Wert« von 29 999 Dollar und das Passagiergepäck. Den eingeborenen Schisssagenten, sechs chinesische Passagiere und einen Knaben führten sie mit sich fort. Darauf ergriffen die Seeräuber mit Hilfe von zwei Schiffsbooten die Flucht. Bei ihrem Fortgang erklärten sie: Ihr könnt den ande- ren sagen, daß si« uns ihre Flugzeuge schicken, aber sie werden uns nicht finden._ D-r stürzende Turm. Buer i. Wests., 21. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag- nachmittag gegen 4 Uhr ereignete sich auf der Zeche„Ewald Fortsetzung" bei der von der Firma A. Diehl-Esfen über- nommenen Errichtung eines 3999 Tonnen fassenden Kokskohlen- turmes ein schweres Bauunglück. Ein Arbeiter wurde getötet, fünf wurden verletzt. Wahrscheinlich befindet sich ein weiterer Arbeiter unter den Trümmern. Das Unglück erfolgte dadurch, daß ein etwa 6 Meter hoher Betonpfeiler, mtt dessen Herstellung man gerade beschäftigt war, nach innen um- stürzte und die aus der Bühne befindlichen Arbeiter mit in die Tiefe riß._ Um 1,60 Mark. Das Schwurgericht Stuttgart verurteilte den Monteur Johann Schlllher aus München wegen Ermor- d u n g der 26 Jahre alten Hausangestellten Berte L o ch m a n n aus Stuttgan zum Tode. Schuller war mehrfach wegen Einbruch- diebstahls vorbestraft. Im September 1926 war er durch das Fenster in die Kammer des Mädchens eingedrungen. Um es zu berauben, versetzte er der Schlafenden mit einem Beil zehn wuchtige Hiebe, die den Tod herbeiführten. In den Schränken, die er durchwühlte, fand er dann lediglich 1,69 Mark. Skraßenbahnunglück in Lima. In Lima(Peru) ereignete sich ein schweres Straßenbahnunglück, bei dem zehn Personen ge- tötet und 80 zum Teil schwer verletzt wurden. < J Die Arbeiten öes neuen Herlin. Aus dem Bezirk Tempelhof. Der Bezirk T e m p e l h o f ist in der Entwicklung durch seine eigenartige Lage stark gehemmt. Eisenbahnlinien, die nur wenige Unterführungen haben, schneiden ihn von zwei Seiten von den be- nachbarten Stadtteilen ab. Der Bezirk Tempelhos ist ein gemischter Bezirk. Der alte Stadtteil Tempelhof hat reine Großstadtstrukwr, während in den Teilen des Bezirks, die erst durch die Eingemeindung zu Tempelhof gekommen sind, der ländliche Charakter vorwiegt. Die verschiedenartige Struktur des Bezirks wird durch die nach- stehenden Zahlen klar erkennbar. � Industrieanlagen und Siedlungen. Tempelhof ist bei der Schaffung von Groß-Berlin mit den Ge- meinden Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade und dem westlichen B u ck o w zu einem Verwaltungsbezirk vereinigt. Bei der Volkszählung im Juni 1925 hatte Tempelhof insgesamt 98 399 Einwohner. Der Bezirk umsaßt ein Gebiet von 4932 Hektar Land. Davon sind 558 Hektar bebaut und 1664 noch bebaubar. lieber 769 Hektar Land sind heute noch reines Ackerland. Tempelhof hat gute Wohnviertel, in die eine Anzahl ausgezeichneter Parkanlagen mit eingeschlossen sind. Im Gebiet der beiden Ufer des Teltowkanals sind ausgedehnte Industrieanlagen ent- standen, die die Möglichkeit des Materialtronsportes auf dem Wasser- wege ausnutzen wollten. Neben den Firmen Lorenz und Sarotti sind dort große Industrieniederlassungen der Firmen Steffens u. Nolle, Druckcmüllcr, Stock und Daimler und in letzter Zeit die An- läge von Ullstein entstanden. Die Tausende von Arbeitern, die in diesen Werken arbeiten, wohnen größtenteils nicht in Tempelhof. Sie müssen teilweise von der Arbeitsstätte bis zu ihren Wohnungen weite Strecken auf den wirklich unzureichenden Verkehrs- Mitteln, wie der Straßenbahn, fahren. Um diese künstliche Arbeits- Zeitverlängerung zu beseitigen, hat sich der Bezirk seit Jahren bemüht, die Verlängerung der Untergrundbahn nach Tempel- hos und bis zum Teltowkanal durchzusetzen. AlHer diesen verkehrs- technischen Aufgaben hat der Bezirk durch die Bebauung des Tempel- hoser Feldes mit Kleinsiedlungen und dem Verkehrsflughafen weitere große Ausgaben zugeteill erhallen. Nathaus. Krankenhaus und Badeanstalt fehlen. Die Abgeschlossenheit des Bezirks macht es den Bewohner« des Bezirks zur Unmöglichkeit, die sanitären Einrichtungen der Nachbarbezirke zu benutzen. Schon durch die hohen Fahrgeld- imkoften, die nicht zu ersparen sind, werden die Bewohner ge- Münzen, sich mit den im Bezirk bestehenden Einrichtungen zu be- anüzen. 3m ganzen Bezirk besteht keine Volksbadeanstalt. Seiy Alanaenbad zur Verabreichung medizinischer Lader, auch kein Brausebad ist im Bezirk vorhanden. Die Bevölkerung ist auf die keineswegs ausreichenden privaten Anstalten angewiesen. Auch an Möglichkeiten, die Kranken innerhalb des Bezirks schnell unter- bringen zu können, mangelt es. Im ganzen Süden Berlins fehlt dringend ein Krankenhaus. Es ist zu hoffen, daß bei den nächsten Projekten, die der Berliner Magistrat verabschiedet, auch an den Bezirk Tempelhof gedacht wird. Das Beispiel Zehlendorss beweist. daß mit geringen Beträgen wenigstens einigermaßen Abhilfe gs- schasfen werden kann. Aehnlich wie in Zehlendorf sind auch in Tempelhof die Verwaltungsstellen in mehr als einem Dutzend Häusern untergebracht. Die räumliche Entfernung der einzelnen Dienststellen erschwert nicht nur den Verwaltungsapporat, sondern bringt auch dem Publikum erhebliche Unannehmlichkeiten. Im Interesse des Publikums ist es wichtig, daß auch für den Bau eches Verwaltungsgebäudes die notwendigen Mittel bereitgestellt werden. Der Bezirk hat in der Berliner Straße ein eigenes Grundstück, das für den Bau eines Verwaltungsgebäudes schon darum sehr geeignet ist, weil es einmal an der Hauptverkehrsstraße des Bezirks liegt und auch von allen Seiten des Bezirks leicht erreichbar ist. Auf einem vorhandenen Waldgelände will der Bezirk eine T a g e s h e i l- st ä t t e für tuberkulös gefährdete Kinder errichten. Im alten Stadt- teil Tempelhof besitzt der Bezirk einige schöne Anlagen. In den übrigen Teilen fehlen, mit Ausnahme von Lichtenrade, das kleinere Waldflächen hat, derartige Anlagen. Der Volkspark in Mariendorf wird'weiter ausgebaut. Leider werden dafür nur spärliche Mittel bewilligt. Doch ist auch hier zu hoffen, daß es den Berliner Zentral- stellen bald gelingt, in etwas schnellerem Turnus die Mittel für die weitere Ausgestaltung bewilligen zu können, damit die Bevölkerung im südlichen Teil des Bezirks bald eine Erholungsanlage erhält. Ein besonderes Jnteresie hat Tempelhof dem Kleingartenwesen zuge- wandt. In Tempelhof befinden sich großzügig angelegte Klein- gärten. Die Wohnhausbautätigkeit hat nach der Inflationszeit sehr gut eingesetzt, namentlich auf dem Tempelhofer Feld sind große Bauvorhaben ausgeführt worden. In diesem Jahr Hot leider die Bautätigkeit erheblich nachgelasien. Der Bezirk ist schon darum be- müht, den Wohnungsbau mit allen Kräften zu fördern, um den Familien, die auf dein Tempelhofer Feld immer noch in Baracken wohnen, ein würdiges Heim verschaffen zu können. Die Veekehrsverhältnifse. Die Verkchrsverbindungen entsprechen schon lange nicht mehr den Bedürfnisien. Seit Iahren bemüht sich der Bezirk um die Heraussührung einer Autobuslinie. Auch die Zugfolge auf der Dresdener Bahn, der einzigen Verkehrsverbindung nach Lichtenrade, ist völlig ungenügend. Um für den auf dem Tempelhofer Felde gelegenen Flughafen schnelle Verkehrsverbindungen heranzuführen, verlängert die Stadt Berlin die Untergrundbahn vom Bahn- Hof Kreuzberg nach dem Ringbahnhof Tempelhof. Wäre der Bau der Untergrundbahn bis an den Teltowkanal erfolgt, so hätte man außer der schnellen Verbindung nach dem Flughasen auch endlich eine ausreichende Verbindung nach den Industrieanlagen geschaffen. Der Weiterbau der Untergrundbahn bis zum Bahnhof Tempelhof bringt für den Bezirk nur geringe Vorteile. Die Untergrundbahn hätte schon aus Rentabilitötsgründen die Verlängerung der Bahn vornehmen müssen bis zur Stelle, wo tatsächlich Hunderttausende von Arbeitern, die im Norden Berlins wohnen und mit der Untergrund- bahn fahren könnten, eine schnelle Verkehrsmöglichkeit wünschen. Im nächsten Jahre wird endlich eine sehr notwendige Ausfallstraße durch Unterführung der Eisenbahn in der Manteuffelstraße ge- schaffen. Ein großes Verkehrshindernis für den Wagenoerkehr ist der Eisenbahnübergang im Zuge der Grohbeerensiraße in Marieu- dors. Der Bezirk hat für den Ausbau der Unterführung größere Mittel angefordert. Zur Verhinderung von Unglücksfällen ist der Umbau der Unterführung notwendig. Das Industrieviertel in Tempelhof wünscht dringend die Errichtung einer neuen Eisen- bahnstation zwischen Neukölln und Tempelhof. Bei dem Aus- bau der Berliner Straße soll jetzt endlich ein alter Wunsch der Lichtenrader Bevölkerung verwirklicht werden: der Anschluß Lichten- radcs an das Strahenbahnnetz. Zwischen dem Bahnhos Papestraße und Südende wird auch ein neuer Bahnhof errichtet. Es müssen aber noch Mittel bewilligt werden, um die notwendigen Zufahrts- straßen zu diesem Bahnhof zu bauen. » Ein großes Projekt für den Bezirk Tempelhof ist die weitere Gestaltung des Tempelhofer Feldes. Es ist dringend zu wünschen. daß nach Fertigstellung der Untergrundbahn das Gebiet um den Flughafen in Erholungs- und Grünanlagen umgewandelt wird. Die Anfahrtstraße für den Flughafen wird jetzt sertiggebaut. Von der Berliner Straße wird eine Straßenbahnlinie am Flughafen vor- bei nach Neukölln geführt. Ze!tscheine! Eine unzeitgemäße Einrichtung. Von Lesern unseres Blattes gehen uns wiederholt Anfragen und Beschwerden zu, daß sie beim Aufschlagen eines kleinen Lbger- zeltes an den Ufern unserer märkischen Gewässer von Forst- und Polizcibeamten nach einem Z e l t s ch e i n gefragt werden. Er- fahrene Wassersportler wissen ja darüber Bescheid und können manch' Lied davon singen. Nicht jedoch jene Sportler, die sich keinem Verein angeschlossen haben und nun ahnungslos ihr Zeit ausschlagen, um gegen die Unbilden der Witterung einigermaßen geschützt zu sein. So erging es auch einem Sportler, der an einem der letzten Sonntage mit seiner Familie in der Nähe des Kaiser-Wilhelm- Turms an der Havel ein kleines Zelt aufgeschlagen hatte. Zwei berittene Polizeibeamte, die man wirklich für bessere Zwecke oer- wenden sollte, fragten nach dem Zeltschein, und da unser Freund leine Ahnung von der Verordnung hatte und' daher auch keinen Zeltschein besaß, wurde er in barschem Tone aufgefordert, das Zelt innerhalb einer halben Stunde abzubrechen. Die Verordnung, wonach es zum Aufschlagen eines Zeltes einer Genehmigung l�darf, besteht schon seit etwa 29 Iahren. Die Genehmigung wird von den zuständigen L-berförstereien für ein Jahr erteilt und lostet 2 Mark. Warum die glorreiche wilhelminische Zeit eine solche Verordnung herausbrachte, ist ihr Geheimnis. Genau wie man damals beim Aufkommen des Freibadcwesens eine Gefahr für die Sittlichkeit erblickte, hielten Mucker und Spießer auch das Auf- schlagen von Zelten lind gar das Wohnen und Uebernachten darin für etwas Unmoralisches und eine öfsentliche Gefahr. Es hagelte nur so von Strafbeschlen. Wer nicht im Besitze eines Zellscheines war, erhielt ein Strafmandat. Später begründete man diese V«r- ordnung mit den vielen Waldbränden, und tatsächlich sind ja auch damals große Ungehörigkeiten vorgekommen. Eine Zeit long wurden diese Zeltschcine nicht einmal an Privatpersonen abgegeben, sondern nur an Vereine, die sie auf den Namen ihrer Mitglieder ausstellen ließen. Warum man aber heute, im Zeitalter des Wochenendes und des Sports diese Verordnung noch nicht aufgehoben hat. bleibt uns ein Rätsel. Es ist höchste Zeit, daß sie verschwindet. �. Vi? zur Aufhebung der Verordnung, die hoffentlich recht bald stattfindest find Zelrsclieine zu beantragen für die Staatsforstcn inner- halb der Provinz Brandenburg entweder be.i der Obersorstere! P o t s d a m in P o t s d a in und für die Forste« der Stadt Berlin entweder bei der Ooerförsterei Oberspkee in Berlin- Friedrichshagcn oder bei der Oberförster«! Tegel in Saat rointel. Die Gebühren betragen 2 Mark, die Scheine gelten für die ganze Provinz Brandenburg und' können schriftlich unter Beifügung der Gebühren und eines Freiumschlages beantragt werden. Serlins modernstes Krankenhaus. Eine neue staatliche Frauenklinik. Der erste Abschnitt des großen Planes, die gesamte Spree- front zwischen der Weidendammer Brücke und der Monbijoubrücke einl)«illich mit modernen medizinischen Instituten zu bebauen, geht dieser Tage seiner Verwirklichung mit dem Bau der neuen staatlichen Universitätsfrauenklinik in der Ar- tillerieftraße entgegen. Der Neubau beginnst sobald die jetzt schweben- den unmittelbar vor dem Abschluß stehenden Verhandlungen über die provisorische Verlegung der alten Frauenklinik beendet sind, Die neue Klinik wird auf dem Gelände der allen Frauenklinik er» stehen. Das alle Gebäude«nrd bis auf einen Teil niederge- rissen. Nach dem ursprünglichen Plan sollte da» alte Gebäude aufgestockt und renoviert werden, jedoch zeigten sich in dem ver- alteten Bau schon gefährliche Risse, die aus baupolizeilichen Gründen eine Erhaltung des alten Gebäudes verboten. Gegen- über dem bisherigen Pavillonsystem der bisherigen Frauenklinik wird der Neubau, der unter der Leitung des Baurats Wolfs steht, im Stile eines großen sllnsstöckigen Blockbaues erstehen: nur an der schmalen Ziegelstraße wird er um ein Stockwerk verringert. Die Baukosten belaufen sich einschließlich Inneneinrichtung auf 5 bis 6 Millionen Mark. Die bebaute Fläche hat eine Ausdehnung von 76,599 ebrn. Der Haupteingang zu der gesamten Klinik, die unter der Leitung des Geh. Med.-Rat. Prof. Dr. S t o e ck e l steht, wird in die Ziegelstraße verlegt. Die Klinik erhält vier Stationen, und zwar eine gynäkologische,«ine geburtshilfliche, eine septische und eine konservativ« Station. An der Spitze einer jeden Station steht ein Oberarzt. Jede Station erhält wiederum einen �eigenen Operationssaal, ein eigenes Treppenhaus und eigen« wirtschast- liche Stationeeinrichtungen. Jede Etation kann also von der an- deren abgeschtossen werden, ohne daß dadurch der Betrieb gestört wird. Es sind 219 Betten vorgesehen, die Personalstärke wird ein- schließlich Aerzte und Schwester« 159 betragen, für deren Unter- kunft in dem neuen Gebäude Sorge getragen ist. D a s P f l e g e- personal wirh erheblich vermehrt.— Di« neue Klinik erhält eine ausgedehnte neue Röntgenanlag«, sowie überhaupt alle maschinellen Einrichtungen nach den neuesten Erfahrungen und Ge- sichtspunkten. Die Heizung wird ebenfalls nach den modernsten Gesichtspunkten installiert werden. Im Obergeschoß, an der Spree- front, wird eine groß« offene Lieoeholle unter freiem Himmel für Rekonvaleszenten erbaut, die jedoch so angeordnet wiro, daß sie von außen nicht sichtbar ist. Der Hörsaal kommt in den bestehenden Kopfbau, der völlig umgebaut wird. Der Blockbau enthält einen Jnnenhof: gegenüber der bestehenden Jda-Simon-Stistung wird ein symetrischer Bau erstehen, mit der neuen Spreefront des Reu- baues als Abschlußfront. Auch die Poliklinik wird im Neubau untergebracht. Der Schloßpark von Köpenick. Die Verwaltung des Deutschen Heims hat den wiederhotten Bitten des BezaUamts nachgegeben und sich bereit erklärt, den Schloßpark versuchsweise an bestimmten Tagen zugänglich zu machen. Es ist folgendes vereinbart worden: Der Park des Schlosses in Köpenick wird an vier Wochen- tagen, und zwar Montags, Dienstags, Donnerstags und Freitags von früh 9 bis 7 Uhr abends bzw. in den Wintermonaten bis zum Eintritt der Dunkelheit geöffnet fein. Die Freigabe des Parks beschränkt sich ausschließlich aus Spaziergänge innerhalb der Parkwege. Betreten der Rasenflächen, Lagern oder Spielen auf den freien Plätzen, Benutzung der Anlegebrücken und der Badegelegenheit ist nicht gestattet. Die an den Ufern der Insel aufgestellten Bänke können zum Ausruhen benutzt werden, dagegen stehen die an den Tischplötzen aufgestellten Parkmöbel des Heims dem Publikum nicht zur Verfügung. Der Zutritt zum Park kann nur über die Brücke erfolgen. Das Anlegen mit Booten an den Ufern oder der Bootsbrücke ist untersagt. Kindern wird der Zu- tritt nur in Begleitung von Erwachsenen gestattet. Auch das Mit- führen von Hunden ist untersagt. Den Anordnungen der Beamten des Heims oder des städtischen Parku>ächters ist Folge zu leisten. Di« Heimverwaltung behält sich das Recht vor, Störenfriede aus- zuweisen. Der Sport, und Badebettieb der Heimjugend darj durch die Oeffnung des Parks nicht gehindert werden. Die Oeffnung des Parks ist vom Bezirksamt erbeten worden. um allen, die in der Stille der Schönheit des Schloßparks Erholung! suchen, diese Gelegenheit zu verschaffen. Die mit dem Bezirksamt getroffene Vereinbarung ist vom Montag, dem 18. Juli, ab in Kraft getreten. Es wird vom Verhalten des Publikums abhängig sein, ob der Verwaltungsrat die erteilte Erlaubnis dauernd aufrecht- erhalten kann. �_ 2. Dezirk— Tiergarten. Die Bezirksoersammtung hielt am 13. Juli eine Feriensitzung ab. Von dem Widerspruch, den die Dnatl. in der vorigen Sitzung an-> gemeldet hatten, verlautete nichts mehr. Sie gaben eine Erklärung ab, die ungefähr daraus hinausging, daß sie aus sachlichen Gründen zwar gegen diese Sitzung seien, aber aus sachlichen Gründen sie doch Sattfinden lassen wollten. Für diese iuteressante Begründung hatte Heine Fraktion Interesse, und es erfolgte der Bericht des Haushalts- ausschusses, der inzwischen getagt und sich mit den Anmeldungen der einmaligen Ausgaben zum Etat 1928 beschäftigt hatte. Der Ausschuß hatte verschiedene Abänderungen und Ergänzungen zu der Bezirks- amtsvorlage beschlossen. Insbesondere hatte er Summe« eingesetzt für den Neubau eines Hallenschwimmbades und den Ausbau der Abteilung für medizinische Bäder in der Badeanstalt T u r m st r a ß e, serner für den Bau eines Rentnerheimes und den Neubau eines Röntgeninstitutes im Krankenhaus Moabit. Die von unserer Fraktion eingebrachten Anträge auf Bewilligung von 299 999 M. für Sport- und Spielplätze und 199 999 M. zur Errichtung von Bedürsnisanstalten für Frauen wurden vom Ausschuß ebensalls angenommen. Der von uns in der letzten Sitzung ein- gebrachte Antrag,' 259 999 M. für Reparaturen in Schulen anzu- fordern, war ebenfalls dtm Ausschusse überwiesen und wurde von ihm zum Beschluß erhoben. In der Aussprache betonte Genosse P ä r s ch nochmals, daß dit Feriensitzung nur notwendig war, weil das Bezirksamt es unterlassen hatte, pflichtgemäß die Deputationen und die Versammlung recht- zeitig von den Vorlagen zu unterrichten. Er erklärte, daß wir in Zukunft ein anderes Arbeiten von dem Bezirksamt verlangen und uns andernfalls unsere Maßnahmen vorbehallen. Den Beschlüssen des Ausschusses wurde einstimmig zugestimmt. Angenommen wurde ferner ein von uns eingebrachter Dringlich- keitsantrag auf Errichtung von mehr Sitzgelegenheiten im Garten des Krankenhauses Moabit._ 19. Bezirk— Pankow. In Rr. 318(vom 8. Juli 1927) des „Vorwärid" hatten wir in der Stadtbeilage im Bericht über die im 19. Bezirk(Pankow) stattgefundcne Bezirksoersammlung folgend« Mitteilung gebracht:„Aus Vorbehaltsmitteln werden für die Her. ftellung der Rudelsburger Straße in Karow 19 999 M. bewilligt, ebenso für die Erholungsstätte Schönholz 2596 M.i nur die Kam- munisten stimmten dagegen, weil ihrer Meinung nach hierfür die Verwendung von Vorbchaltsmitteln ungesetzlich sei!"� Die KPD.- Fraktion ersucht uns mitzuteilen, daß sie ebenfalls für die Ve» willigung der Mittel gestimmt habe. Nach der ab- gegebenen Erklärung der KPD.-Fraktion hatte sie nur zum Ausdruck gebracht, daß zu dem erwähnten Zweck« Vorbehaltsmittel nicht ver- wendet werden dürsten, daß sie aber trotzdem zustimme, da die Aus- gaben im Interesse der Bevölkerung lägen. Volksfest im 13. kreis. Am Sonntag, dem 24. Juli 1927, ver- anstaltet der Bezirk Tempelhof der SPD. im herrlichen Naturpark des Etablissements..Birkenwäldchen" Tempelhof, Manteuffei- straße 11/12 ein großes Volksfest. Das Fest wird eingeleitet durch einen Umzug, der unter Dorantrttt des Tambourkorps des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold um 14 Uhr am Bahnhof Tempelhof beginnt. Die Genosien der angrenzenden Kreise, die am Feste teil- nehmen und mit ihren Bannern sich am Zuge beteiligen, werden dort empfangen und zum Festlokal geleitet werden. Dort wird von 15 Uhr ab das Berliner Konzert-Orchester unter Leitung seines Kapellmeisters Deutschmann ein gewähltes Musikprogramm zu Gehör bringen, und die Arbeiter-Chöre im 13. Kreis werden Chor- gesänge ernster und heiterer Natur darbieten. Die Festansprache hält Polizeioberst a. D. Genosse Dr. H. S ch ü tz i n g e r. Im weiteren Verlaus des Pkogramms wird die„Freie Turner- schaft Groß- Berlin" neuzeitliche Gymnastik und rhythmische Tänze vorführen. Eintrittskarten ä 59 Pf. sind im Vorverkauf zu haben in den Konsumvcrkausstellen und bei allen Funktionären der Partei. Lannerweihc in Köpenick. Am Sonntag, dem 24. Juli, findet die Weihe des von den Genossinnen der 198. Abteilung gestisteten Banners statt. Um 1 Uhr sammeln sich die Teilnehmer am Bahn- Hof Köpenick und marschieren iu geschlossenem Zug« nach dem Markt- platz, woselbst die Weihe durch die Genossin I u ch a c z erfolgt. Bon hier aus bewegt sich der Festzug nach dem eigentlichen Fcstlokal, dem an der Dahme und Langen See herrlich gelegenen Restaurant „Wendenschloh". Hier spielt sich unter Mitwirkung des Musik- Vereins„Echo", des Tambourkorps des„Reichsbanners", des Männer- und Gem. Ehors� des Turn- und Sportvereins„Eiche" und 'der Arbeiterjugend die eigentliche Feier ab. Alle benachbarten Kreise und Abteilungen sind eingeladen. Die Volksbücherei Grüna» bleibt über den ursprünglich vor- gesehenen Termin(19. August 1927) hinaus bis 1. September 19 2 7 zwecks Umarbeitung der Bücherei geschlossen. OKSnosol verhütet Ka'arrho und Entzündungen. ♦t GARBATY r!r.z»i»»».?ahrga»g 2* ÖCö 1�0PtOClf(0 Jcdlag, 22. Jaü 1927 wirtsthast im neuen Lettland. Das Ende der Fendalität und die Agrarreform.- Industrielle Aufbauprobleme. Die junge Republik Lettland am Baltischen Meer über- trifft zwar an Umfang Belgien und die Niederlande zusammen. Es erscheint aber auf den ersten Blick mit seiner geringen Be- völkerungszahl von nur II Millionen— das find 27 Bewohner pro Quadratkilometer gegenüber 128 in Deutschland— al- ein Land von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung. Es ist jedoch durch seine geographische Lage ein wichtiges Durchgangsland nach dem Osten, und seine modern ausgebaute Hafenstadt Riga, die Peter der Große das„Eckfenster Europas" nannte, ist ein natür- licher und bedeutsamer Umschlags- und Stapelplatz für den Güterverkehr nach den russisch-asiatischen Wirtschaftsgebieten. Riga wuchs zu einer Handels- und Industriestadt ersten Ranges empor. Der Krieg ließ das Land völlig verarmen, und durch Zerstörung der Industrie wurden allein in Riga 100 000 Arbeiter ihrer Existenz beraubt. Unmittelbar nach der Unabhängig- keitserklärung Lettlands wurde unter dem Druck der ungestümen Forderungen der Kleinbauern und Landarbeiter nach Ackerland die Durchführung einer umfastenden Agrarreform die dringendste Aufgabe der jungen Regierung. Die Vernichtung des Großgrundbesitzes. Die radikale Durchführung der Agrarreform läßt sich nur unter Berücksichtigung der Jahrhunderte alten sozialen und natio- nalen Gegensätze zwischen Balten- und Lettentum verstehen. Bis zur Umwälzung 1S18 wies die Agrarverfasiung in den balti- schen Provinzen die typisch östlich-feudäle Form auf. Etwa 1300 Familien des baltischen Großgrundbesitzes besaßen über 3 Millionen Hektar oder 48,12 Proz. des gesamten Landes, wäbrend der Bauer nur 33 Proz. in den Händen hatte, und wertvolle Kräfte der Land- beoölkerung sich zur Auswanderung gezwungen sahen. In dem Rufe nach einer sofortigen radikalen Aenderung der bestehenden Agrarverfasiung fanden sich 1319 die bürgerlichen Parteien Lettlands auf derselben Plattform mit den Sozialisten zu- sammen. Der gesamte Großgrundbesitz wurde rmter Belastung kleiner Restgüter entschädigungslos enteignet. Aus dem so gewonnenen Siaaislandfonds wurde die Ansiedlung der Landlosen und die Landzuteilung an die Kleinbauern vorgenommen. Das lettländische Parlament hatte sich zur entschädigungslosen Enteignung entschlossen, weil es einmal dos Recht zur Enteignung aus dem bist arischen Raub am lettischen Bauern herleitete, und zum anderen keine Verantwortung dafür übernehmen wollte, durch Aus- zahlung hoher Abfindungssummen an die während der Revolution vielfach ins Ausland geflüchteten Gutsbesitzer eine A n t i- L e t t- l a n d- Propaganda zu finanzieren und mit dem Gelde der arbeiten- den Masten der Gegenrevolution auf die Beine zu helfen. Die bisher geleistete Reformarbeit ist groß. Bon den schon bestehenden 140 000 Bauernwirtschaften erhielten über 60000 Zwergbetriebe Gutsland zugeteilt, so daß heute nur noch 1 Proz. aller Bauernwirtschaften unter 5 Hektar Land besitzen, während über öS 000 neu« Wirt- schaften entstanden. Von den jetzt vorhandenen rund 200 000 Bauern- wirtschaften in Lettland sind 82 Proz. Mittelbetriebe bis zu 2 2 Hektar, der Rest entfällt auf Großbauern, die die Agrar- resorm in ihrem Besitz gelösten hat, und die dem starken Mittel- besitz gegenüber auch keine maßgebende Rolle in der Wirtschost spielen. Um einem Wiederaufleben des Großgrundbesitz«, und jeglichem Eindringen agrarkapitalistischer Tendenzen von vornherein einen Riegel vorzuschieben, hat das Gesetz als Höch st grenze für Neuerwerbungen 27 Hektar fest- gesetzt, und Besitzer mehrerer Wirtschaften sind gezwungen, das über diese Höchstgrenze gehende Land binnen drei Jahren zu liguidieken. Mit dieser Maßnahme, die von den Sozialdemokraten maßgebend gefördert wurde, verhindert der lettisch« Staat von vornherein eine Entwicklung, wie sie sich in der Tschechoslowakei abzeichnet, nämlich die �Verschmelzung der auf ihren Restgütern gebliebenen Feu- d a l e n mit einem kapitalistisch orientierten Großbauerntum zu einer Kapitalmacht. Dank der Tätigkeit der Staotsagrar- b a n k und der guten Organisation der lettischen Genossen- schaften ist es auch weder dem privaten Handels- noch Leih- kapital gelungen, in der Bauernschaft Einfluß zu gewinnen. Der bäuerliche Bedarf wird vielfach durch Konsumgenossenschaften befrie- digt, und auch im Export haben sich die Produktivgenostenschaften gegenüber dem Privathandel derart durchgesetzt, daß unter anderem die Molkerei genossenschaften etwa 75 Proz. des gesamten letli- schen Buttererportes von 30 Millionen Mark im Jahre 1326 selbst ausführten. Diese Agrarreform ist die Grundlage de, neuen letti- schen Staates geworden. Sie hat die außerordentlich kritische Lage der lettischen Großindustrie nach dem Kriege viel weniger fühlbar gemacht. Die lettische Industrie war durch den Krieg restlos vernichtet, ihr Maschinenpark von den Russen abmontiert worden. Unter russischer Herrschaft auf künst- licher Basis entstanden, fand besonders die Großindustrie Rigas in dem weiten russischen Hinterland bequeme Absatzmärkte, und in einem geradezu amerikanisch anmutenden Entwicklung?- tempo steigerte sie bei modernster Betriebsführung ihre Belegschaften bis 1914 auf annähernd 100 000 Mann. Die von Grund auf umge- staltete wirtschaftliche Situation Lettlands in der Nach- kriegszeit zwang der Regierung den Entschluß auf, von den großen Kosten des Wiederaufbaues der Großindustrie abzusehen und sich auf die traditionelle Exportindustrie der Holz- und Flachs- bearbeitung sowie eine mittlere T e x t i l industrie zur Deckung des Landesbedarfs zu beschränken. Die Rückführung des ü b e r s ch ü s s i- gen Industrieproletariats auf das Land sollte durch die Agrarreform ermöglicht werden. Daß dieser Entschluß richtig war, hat die Entwicklung gezeigt. Die oft prophezeite„Oeffnung des russischen Marktes", des einzig in Frage kommenden Absatz- gebietes für eine lettisch« Großindustrie, ist ausgeblieben, und, auf den Bedarf des dünn bevölkerten kleinen Landes angewiesen, wäre die wieder aufgebaute Industrie einem dauernden Siechtum mit allen seinen schweren sozialen Folgen anheimgefallen. So trägt Lettland heute den Charakter eines ausgesprochenen Agrar st aates und bietet bei seiner starken Ausfuhr von landwirtschaftlichen Er- zeugnisten und seinem Bedarf an speziellen industriellen Fertig- waren ein« gute Grundlage für eine gesunde handelspolikik. Sie hat naturgemäß eine starke Richtung nach Deutschland, dos Agrarprodukte kauft und Fertigware» liefert. In den ersten Jahren der Nachkriegszeit lag die lettische Ausfuhr durch eigene und fremde Währungsstörungen stark danieder, seit 1321 zeigt sie aber eine steigende Entwicklung von 31 Millionen auf 145 Millionen Mark im Jahre 1925, während sich die Einfuhr von 75 Millionen Mark im Jahre 1321 auf 225 Millionen Mark im Jahre 1925 erhöhte. In der Einfuhr hält Deutschland, das 42 Proz. des lett- ländischen Imports deckt, vor allen anderen Staaten die Spitze, während der Hauptkäufer der lettischen Ausfuhr— speziell für Holz und Flachs— England tst. Doch während Deutsch» laird noch 1922 nur 12,3 Proz. der lettischen Ausftihr kaufte, nahm es 1925 schon 25 Proz. auf, ein Zeichen, daß die Handelsbeziehun- gen beider Länder sich immer enger verflechten. Die letzten noch aus der Kriegszeit berrührenden politischen Differenzen aus den gegenseitigen Entschädigungsforderungen, die zu ernsten Störungen des deutfch-lettischen Handels zu führen drohten, wurden durch Verzichtleistung beider Parteien beseitigt. Damit war auch der Weg für den Abschluß eines Handels- vertrage? freigegeben, der die Bedingungen des künftigen deistsch-let tischen Handelsverkehrs auf der Grundloge der gegen- seitigen Meistbegünstigung regelt. Im politischen Kampf um die zukünftige Gestaltung der lettischen Wirtschaftspolitik stehen sich zwei ziemlich gleichstarke politische Gruppen gegenüber, die Sozialdemokratie und der Bauern- b u n d. Während letzterer dem Land mehr den Charakter eines konservativen Agrarstaates bewahren will, zielt die Politik der So- zialdemokrati« auf wirtschaftliche Erschließung des Landes durch Bau von Kraftwerken(Dünastramschnellen), Kanalbauten und > die Erweiterung des Eisenbahnnetzes hin. R— e. Ein üeutsch-japanischer Wirtschaftsvertrag. Der Chemietrust macht Staatsgeschäftc, Hilfsstcllung der Regierung. In diesen Tagen wurde mit Japan ein Wirtfchafts- und Handelsvertrag abgeschlossen, der Deutschland in seinem Wirtschafts- verkehr mit Japan allen anderen Staaten gleichstellt und, wie der Vorkriegsoertrag von 1911, ein wirtschaftsfreundliches Verhältnis mit Japan endgültig sichert. Das ist erfreulich, und zwar um so mehr, als diesem allgemeinen Handelsvertrag bald noch«in be- sonderer Zolltarifvertrag folgen soll, der für den Slustausch der Produkte zwischen beiden Ländern über die jetzige Meistbegünstigung hinaus noch besondere Vorteile bringt. Aber auch hier muh auf Vorgänge hingewiesen werden, die die Oeffentlichkeit um so stärker beunruhigen müs- s e n. als sie sich immer häufiger wiederholen. Wir haben erst gestern an die Reichsregierung die Frage gestellt, ob in den privaten Verhandlungen zwischen deutschen und polnischen Wirtschafts- Vertretern zur Herbeiführung eines Handelsvertrages mit Polen ein neues System zu erblicken ist, in welchem der Staat die Initiative dem Privatkapital überläßt. Bei den vorjährigen deutsch- französischen Verhandlungen haben Vereinbarungen zwischen der deutschen und französischen Schwerindustrie unter der Anerkennung der Regierungen große Teile der Abkommen selbständig ge- regelt. In dem deutsch-japanischen Handelsvertrag begegnen wir einer ähnlichen Erscheinung. Um sein« neue Farbenindustrie zu schützen, hatte Japan ein Lizenzsystem eingeführt, das zwar gegen- über sämtlichen Staaten galt, insbesondere aber die deutsche Farben- industrie, d. h. den deutschen Chemietrust traf. Unter ausdrücklicher Mitwirkung der deutschen Botschaft in Tokio, also mit Hilfe des Staates, wurde aber zwischen der japanischen Regierung und der I. G. Farbenindustrie ein Abkommen geschlossen, das die deutsche Farbenemsuhr in einem bestimmten Umfange zuließ. Auf der anderen Seite scheint die deutsche Regierung auf Japan einen Druck ausgeübt zu haben, und zwar durch einen hohen Zoll- fatz aus Sojabohnenöl, um die Wünsche der I. G. Farbenindustrie durchzusetzen. Sie ermäßigte diesen Zoll von 7,50 Mark erst dann auf ein Drittel, als die Wünsche des deutschen Chemietnists erfüllt waren. Es ist' an sich schon merkwürdig, daß die Regierung einem E i n z e l u n t« r n e h m e n. wie der I. G. Farbenindustrie, offiziell ihr« Hilfe leiht, um private Sonderinteressen durchzusetzen. Das öffentliche Interesse brauchte das aber noch nicht zu berühren, weil es Sache der übrigen Privatwirtschaft wäre, gegen diese Sonder- dienst« Stellung zu nehmen. Aber beachtet werden muß, daß hier ein neuer Fall vorliegt. woHoheitsrechtedesStaatesvon Privatkapitalisten ausgeübt werden und die Reichs- regierung sich offenbar damit abfindet. Da mit dem deutfch�japani- schen Handelsvertrag auch das Chemieabkommen als Bestandteil des Vertrages in Kraft tritt, liegt wieder ein Akt der„G e s e tz g e b u n g unter der Hand" vor, bei der die Staatsexekutive mitwirkt. Wenn dem Gesetz auch nachträglich dadurch Genüge geschieht, daß der Reichstag seine Zustimmung zu den Verträgen gibt, so muß die Frage diskutiert werden, ob es in der Demokratie zulässig ist, daß Prioatinteressenten gleichberechtigt neben die Regierung treten. Diese Klärung ist notwendig, weil hier dann, wenn dieses Verfahren zur Gewohnheit wird, eine Aushöhlung der Demokratie durch h o ch k a p i t a l i sti sch e Mächte erfolgt, die jede Verfassung illusorisch macht. VirtjchastUches aas Gestereeich. Wie aus Wien gemeldet wird, hat die Oesterreichische National- dank ihren Diskontsatz von 6 auf 7 Proz. erhöht. Ebenso wurde der Zinssatz für das Darlehensgeschäft in Wertpapieren um 1 Proz. heraufgefetzt. Diese Maßnahme ergibt sich aus der allge- meinen Kredittage Oesterreichs und entspricht dem Vorgehen der Deutschen Reichsbank. Jedenfalls hat sie nichts mit den letzten poli- tischen Vorgängen zu tun. Eine recht erfreuliche Mitteilung ist die aus Wien gemeldete Errichtung einer Girozentrale der österreichischen Ge- nossenschaften. Nach der Liquidation der Wiener Zentralbank hatten diese ihre zentrale Ausgleichsbank verloren. Das Aktienkapstol ist auf 5 Millionen Schilling festgesetzt, wovon nach einer Meldung der„Vossischen Zeitung" 3 Millionen in der Hand der P r e u ß i- schen Zentralge nosscnschaftskosse sich befinden, während 2 Millionen Schilling von der Ocstcrreichischen Bodcnkrcdit- anstolt eingezahlt werden. Die Beteiligung der Preußenkasse an der Schaffung dieser genossenschaftlichen Zentralbank ist eine ganz besonders erfreuliche Tatsache. Sie beweist nicht nur die aktive Solidarität zwischen den deutschen und österreichischen landwirtschaftlichen und gewerblichen Genossenschaften und das Verständnis für die not- wendige Zusammenarbeit, sondern ist auch vnlkswirrfchastlich für das Deutsche Reich und Oesterreich von hoher Bedeutung. Es wird mit Sicherhett sich daraus eine Zusammenarbeit für die Verwendung der disponiblen Genossenschaftsgelder in beiden Ländern ergeben, die nicht nur die Leistungsfähigkeit der genossenschaftlichen Kredit- oroanisation stärkt, sondern auch die Kosten für die Finonzicrunz im ganzen senkt. Partemachrichten ffSgk für Groß-Serlm einfabungcs sür dies« StuJril siud fllgjfjfl stet» für Frieden und Sozialismus. Die Genossinnen und Genossen werden ersucht, sich diesen Abend ausschließlich für die Demonstration freizuhalten. _ Der Bezirksvorstand. 2. Stti, Tiergarten. Eonnabend. 23. Juli, 20 Uhr, bei fltiiaet, Patichstraße 10, erweiterte Äreisvorstandsschung. Pünktliches Erscherneu un- bedingt erforderlich.— Achtung, Kreiswitgliederl Sonntag, 24. �ul>, findet der letzte Sammeltag für den Arbeiter-Samariterbund statt. Die Mitglieder werden gebeten, sich zur Sammlung zahlreich zur Berfllgunz zu stellen. Ausgabe der Sammelbüchsen und Ausweise 1 Uhr bei Laus«. Bredow. Ecke Wielefstraße.— Jede Abteilung hat laut Beschluß emeir Genossen sür Sonntag, 24. Juli, nach Zossen zu delegieren. Aosaort 11 Uhr Potsdamer Aingbahnhos. Meldungen bis Eonnabend beim Ge» Nossen Bauer, Stephanstr. 22. 3. Kreis Wedding. Heute, Freitag, 22. Juli, 19 Uhr, Sitzung des erweiter- len Kreisoorstandes an bekannter Stelle.— Arbeiterwohlsahrt: Sonntag. 24. Juli, findet nochmals eine Sammlung für den Arbeiter. Eamarlterbuna statt. Die Abteilungsleiter und»leiterinnen werden gebeten, sofort Helfer sür die Sammlung zu werben und diese zu neranlassen, sich zur Abholung des Materials, Sonntag 7 Uhr im Lokal Sellin, Echulstr. 12, oder der Grundmann, Echulstr. 77, einzufinden. Die Adressen der sich zur Der- fllgung stellenden Helfer sind der Äreisleiterin bekanntzugeben. 5. Arei» Friedrichshain. Achtung, Abteilungsleiter und Bezirksfllhrert An der Parteinotiz über die Fahrt nach Erkner muß es in der Rubrik „Fahrpreis für Kinder von 4—>0 Jahren" heißen: Der Preis beträgt für Sin- und Rückfahrt 0,60 M. und nicht 0,30 M. 6. Kreis Kreuzberg. Heute. Freitag, 22. Juli, pünktlich 19 Uhr, wichtig« Besprechung mit sämtlichen Abteilungsleitern bei Krüger, Grimmstr. 1. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten sein. 9. Krei« Wilmersdorf. Siehe untere Abteilungen 67 bis 73. 11. Kreis Schöuebcrg-Friedcnau. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, sich am Sonntag, 24. Auli, am Kreissest in Tempelhos recht zahl- reich zu beteiligen. Banner sind mitzubringen. Wir verweisen auf dl« Bekanntmachung des 13. Kreises Tempelhot. heute. Freitag. 22. Juli. I. Abt. Karten sür die Dampferfahrt am s. August nach Woltersdorser Schleuse sind am Eonnadend, 23. Juli, von 16 bis 19 Uhr beim Ab. teijungskaffierer Herrichen, Wilsnacker Str. 40 IV(Erwachsene 1 M.. Kinder 40 Pf.) zu haben. Ebenso sind noch Protokolle von Kiel zum Preise von 1,30 M. zu haben. 17. Abt. Eintrittskarten zum Eommerfest am Sonnabend, 23. Juli, sind noch bei den Bezirksführer» zu haben. Um rege Beteiligung wird gebeten. 21. Abt. Eintrittskarten zum Eomniersest der 17., 21., 22. und 28. Abteilung am Sonnabend. 23. Juli, in den Gesamtränmen der Hochschulbrauerei, Amrumer Straße, sind beim Genossen Kroll, Utvechter Str. 2l> erhältlich. Die Parteitagsprotokolle können sofort abgeholt werden. 38. Abt. Pünktlich 19(4 Uhr Sitzung aller Funktionäre bei Bartusch, Frieden- straße 88. Jeder Bezirk muß unbedingt vertreten sein. 136. Abt. Tegel. Die Billetts zur Dampferfahrt nach der Woltersdorser Schleuse am 5. August sind bei der Genossin Schröder, Echlieperstr. 19,'20, vorn parterre, abzuholen. Sonntag, 24. Juli. 13. Abt. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, sich an der Samm. lung für den Arbeiter-Samariterbund z» beteiligen. Die Helfer treffen sich bei Lausch, Bredow. Ecke Wielesstraße. 7 Uhr. Parteitagsprotokolle sind beim Genossen Hermann Aresssn zum Preise von 1,30 M. abzuholen. 28. Abt. Die Genossinnen und Genossen, die an der Sammlung für den Arbeiter-Samariterbund teilnehmen wollen, treffen sich bei Mielke, Lychener Straße 2/3, 7 Uhr. 35. Abt. Abteilungsausfliig noch Sadowa, Lokal Sanssouei. Tresspunkt � 10 Uhr am Ausgang, des.Bahnhofs Sadowa. Für Unterhaltung, insbe- sondere der Kinder, ist gesorgt. Rege Betetligung wird crwarttt. 41. Abt. Dtc Fahrt nach Zossen fällt aus. Bannerweihe ist verschobeti. Ge- nosstnnen und Genossen, die sich als Helfer sür die Sammlung der Arbeitcr-Samariter betätigen wolle», treffe» sich 7 Uhr bei Buhr, Blücher. straße 38. 68. Abt. Eharlottenburg. 10 Uhr Führung durch den Botanischen Garten. Teilnehmerkarten zu 30 Pf. sind im Konsum Bayreuther Str. 26 zu haben. Treffpunkt am Eingang des Gartens. 67. bi» 73. Abt. Wilmersdarf-Schmaraendors. Alle Genossinnen und Genossen werden dringend aufgefordert, den Arbeiter-Samariterbund an seinem Sammeltag zu unterstützen. Ausweise und Sammelbüchsen sind am Sonn» abend, 23. Juli, von 17 Ubr ab, und am Sanntag von 8 Uhr ab bei Funk, Holsteinische Straße 17, erhältlich. Schöncberg. 78. Abt. Wir ersuchen die Genossinnen und Genossen, sich recht zahlreich sür die Sammeltätigkeit des Arbeiter-Samariterbundes zur Vre- sllgung zu stellen. Ausgabe der Büchsen erfolgt Eonnabend, 23. Juli. 20 Uhr, und Sonntag, 24. Juli, 7 Uhr, bei Rosenthal, Ebersstr. 66.— 79. Abt. Am Sonntag findet nochmals eine Sammlung für den Arbeiter- Samariterbund statt. Wir ersuchen unsere Genossinnen und Genossen, sich hierzu zur Verfügung zu stellen. Zur weiteren Information treffen sich die Mitglieder Sonnabend, 23. Juli, 20 Uhr, und Eonnwg, 7 Uhr, bei Aolcnthal, Ebersstr. 66. 93. Abt. Neukölln. Treffpunkt zur Agitationsfahrt nach Storkow tst früh 4,20 Uhr an der Haltestelle der Straßenbahn Richardstraße Ecke Richard- platz. Rege Beteiligung wird erwartet. 162. Abt. Baumschulenweg. Gemäß Beschluß de» Vorstandes und der Funk. tionäre beteiligt sich die Abteilung mit Danner gemeinsam an der Ver- anstaltung in Köpenick. Treffpunkt 12>4 Uhr am Bahnhof Baumschulen. weg. Die Genossinnen werd-n gebeten, das Mittagessen rechtzeitig auf den Tisch zu bringen. Die Bezirfesührer laden restlos ein. 168. Abt. Köpenick. Alle Funktionäre werden ersucht, die Eintrittskarten zur Bannerweihe spätestens am Sonntag im Wendenschloß abzurechnen, da sonst für diese Karten Steuer entrichtet werden muß. 121. Abt. Karlshorsü Motarbootfahrt nach Hohenbinde, Lokal Schweitzer. Ab- fahrt 8 Uhr von der Treskowbrücke, Oberschöneweide. Wir bitte« um zahl- reiche Beteiligung. Karten am Zeitungskiosk Derndt und beim Aossierer Dloth. 124a. Abt. Mahlsdorf-Süd. Wir beteiligen uns geschlossen an der Banner. weihe der 108. Abteilung Köpenick. Treffpunkt 12;; Uhr mit Bonner Haltestelle Hubertus. Jungsoziallsien. Gruppe Mitte: Heute, Freitag, 20 Uhr, in der Schule Gipsstr. 23a Bor. trag:„Das Arbeitsgertchtzgefetz." Leitung Willi Liljeberg.— Gruppe Süden: 20 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Ausspracheabend. Zlrbeiksgemeinschafk der kinderfreunde. Groß.Berlia: Ab 18 Uhr Zeiwngs- und Materialausgabe. Sterbetafel der Groß-Oerliner Partei-Grganisation 11. Abt. Montag. 18. Juli, verstarb nach schwerem Leiden unsere lang, jäbrige Genossin Emma M e w i», Turmstr. 49. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Einäscherung heute, Freitag, 22. Juli,?0i« Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 80. Abt. Schöneberg. In der Rocht vom 19. zum 20 Juli verschied unser langsähriger Bezirkskassierer Genosse Anton Z i« l> n s k i an den Folgen eines Badeunfalls. Die Abteilung verliert in dem Berstorbenen einen ihrer besten Parteigenossen. Ehre feinem Andenken. Die Einäscherung wird noch de- kanntgegeben._ Sozialiftische �rbeitersugenü S?oft-6erlin. Die Antiiriegskuudgebnug findet om Montag. 1. August, statt. Der Tag ist freizuhalten. Näheres folgt auf der V.-Kouferenz. Borsitzendenkonserenz morgen, Sonnabend, pünktlich 18 Uhr, im Linden. heim. Vortrag des Genossen Walter Maschke über„Die Neuregelung der Berufsausbildung." Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein gutritt. heule, Freitag. 22. Juli. 19� Uhr. Moabit N: Heim Lehrter Str. 18/19.«Der Faschismus."— Norbap T: Heim Landsberger Str. 30..Reformaliv» und Protestantismus in ihren ge» f-lnchtlichen Au»wirtungen."— Nordost II: Heim Donziger Str. 62.«Die arbeitende Jugend und die Republik."— Weißensee: Heim Portstr. 35.„So- zialiswue., Bolschewismus, Anorchismus."— Audreasplatz: Gnmnassum Koppen, straße 76.„Tagespolitische Rachrichten."— Stralauer Viertel: Heim Goßler, straße 61.„Faschismus— Sozialismus."— Warschauer Viertel: Heim Litauer Straße 18.„Bub und Mädel, I. Teil.— Kottbusser Tor: Heim Reichenbcrger Straße 66. Zehn-Minuten-Referate.— Köpenicker Viertel: Schule Wranael. straße 128. Heitere Literatur.— Schöneberg i: Heim Hauptstr. 13.„Die SAI. als Kampf, und Bildungsoraanisation."— Eharlattenburg: Heim Rosinen. straße 4. Lichtbilderabend:„Wir."— Britz: Heim Ehausseestr. 48.„Jugend- sssiutz und Iugendrecht."— Adlershos: Heim Roonstr. 16„Entstehung de» Handwerks." Pankow-Nord: Heim Görschstr. 14.„Schule und Kirche." Werdebezirk Kreuzberg: Heim Lindenstr. 3. Vorstandssitzung. Berichts» bogen und Fragebogen sind mitzubringen. Werbebezirl Teltowkanal: Vorstandssitzunn im Heim Steglitz, Albrechtstr. 47. Alle Gruppen müssen unbedingt vertreten sein. Werbedezirk Neukölln: Heim Steinmetzstr. 114. Enge Werbebezlrksvorstands- sitzung. Für das am kommenden Sonntoa vom Jugendamt veranstalte:« Krnderfeft stellt jede Gruppe 10 Helfer. Treffpunkt iöl4 Uhr Dolksxark, Tennisplätze. MbeiterspseL. ,Voliöarität" auf dct Rätt'flzcna. Bezirksfesk im Spandauer Bock. S-nntaz. 2i. Juli, 16 Uhr» findet die Werbeveranftaliunz der 5. Älb. tiiluns für den Sport der Arbcirer.Zienninhrer statt. Als Komprbahn ist die Ällti-Arena in der Hasenheide ausersehcn; ein gut zusammengestelltes Programm mied die Besucher und Anhänger der Arbeiter. Badiahrer zufriedenstellen. Die iKrnnfahrer der 8. Abteilung haben am kommende» Sonntag auf der Ziiltt» Arena gegen sehr gute Fahrer und Mannschaften aus Kottdus, Guben, Forst und Chemnitz ihre Leistungen zu beweisen. Das Programm sieht unter anderem yiAf f;.1�,«»..m, �«»it«, i«vt K Ä»* et T rtff« r» fsoe» Of»rafT rt ffp. ndr: Fliegerrennen für Jugend- und Hauptklasse, Punktefahren der Altersklasic, Omnium-Match, Vorgabefahren und als Echlutz ein gwel.Stunden.Mannschafts. fahren nach Eechstageart. Einheitspreis auf allen Plätzen 1 M., Vorverkauf 86' Pf., Kinder'und Erwerbslose an der siafsc Zg' Ps. Vorverkaufskarten i Fnhrradhaus„Frisck-Auf", Moabit, Beusselstr. 19; Lokal Marx, Oldenburger l 1 1 ur- uus,.vkwuwit./ l___ eolratzc 10; Lokal Thielemann, Waldenserstr. 19; Sporthaus.Nordwest", Strom- strafte 36, sowie bei allen Funktionären der Abteilung. Da noch einige Ouartiere für auswärtige Sportsgenossen fehlen, wird die Bitte an die Arbeiter- fchaft gerichtet. Ouarticrmeldungen an A. Beeker, Berlin NW 21, Bredowstr. Eeitenfl. 4 Tr., zu richten. am Sonntag die besten Mannschaften des Bezirks ihre Leistungen im Kunst- und Retgensahren den Besuchern vorführen. Die beliebte Kunstfahrertruppe Schliebner ist ebenfalls verpflichtet worden. Fahrend am 6 Meter hohen Reck werden 4 Fahrer zusammen ihr Können dem Publikum darbieten. Ebenfalls der Sportklub Liberias, Eharlottenburg, wirkt mit erstklassigen Kräften mit. (brosics Eartenkonzert, ausgeführt von der Turnerkapelle der Freien Turnerschaft Neukölln, wird für die nötige Unterhaltung sorgen. Sämtliche Radfahrer des 2. Bezirk» treten im Sportdreß zum Korso durch Charlottenburg um 1314 Uhr _______ reß zum__________...m___________ in Charlottenburg, Galvani- Ecke Guerickestraße, an. Abmarsch pünktlich 1« Uhr; an der Spitze des Zuges die Turncrkavelle und mehrer« Tambourkorps. Einlaß in den Garten 14 Uhr. Eintritt 40 Pf., Kinder 1» Pf. tEtocklaterne). Dresden— Berlin. Der kommende Sonntag bringt die viert« Begegnung der beiderseitigen Städtemannschaften Dresdenz und Berlin«. Der erste Kampf in Dresden endete „_____ cn mutzte Berlin» Mannschaft die Ri reise antreten. In diesem Jahre wird Berlins Vertretung jedenfalls nicht in dem Maße versagen wie vor zwei Jahren. Di« Mannschaft, die in derselben Aufstellung spielt wie gegen Leipzig, wird sicherlich alles daran setzen, um den ersten Kreis würdig zu vertreten. Die illtannschaft Hot nur in der Läuferreihe «in« kleine Aenderung erfahren. Die Aufstellung ist die folgende: Dretzti (Marienfelde) Kube. Nückel» (Adler 98)(Treptow) Pommerchil Baruth Kuchenbecker (Adler 98)'(Brandenburg)(Adler 98) Wehlack Lindenau Sirohwig Trotschinsky Bergmann (All-Slienicke)(Adler 98)(Lichtenderg III)(Adler HS)(Alemannia) > schon öfteren für der Läuferreihe sind alle drei Spieler ein gutes Ganzes. Der Sturm ist die Hauptwaffe im Berliner Gebilde. Die beiden Außen sind schnelle Sprinter, verfügen dazu über einen gewaltigen Schlag. Sauptsächlich ist der Linksaußen, der schon gegen Leipzig durch seine scharfen Flanken brcnzliche Situationen vor dem Tor der Leipziger schuf. Die Führung de« Angriff» liegt in den Sande» des Halblinken, der in seinem finesscnreichen Spiel der seinem rechten Nebenmann ein« gute Unterstützung erhält. Halbrecht» ist ein schneller Durch- reißcr. Alle drei verfügen dazu über einen gesunden Torschuß. Sicherlich kann mau mit einem guten Erfolg der Berliner Mannschaft rechnen. Friedrichshage! Ernst- Ecke C, Berliner Fußballspiele am Sonnlag. Das Hauvtercigni» in Berlin ist das Endspiel im Etralau-Turnicr. Aus dem Sportplatz in der Knnaststraßc, am Bahnhof-Stralau-Nummeloburg, stehen sich Berlin XII und der Beranstaitcr Stralau gegenüber. Die Sleglitzcr haocn rn ihren Spielen gegen Lichtenberg I(L: 4) und gegen Eintracht<4: 2) be- wiesen, dag sie auch im Endspiel ein ernstes Wort mitreden werden. Die Stralauer müssen deshalb voll aus stch herausgehen, wolle» sie in diesem Jahre wieder Siegcr�bleiben. Beginn des Spiel» 18 Uhr. Vorher spielen die Alt- von Stralau und gegen Adler 12. Borwärt, gegen WWW�WWWWWW! in Borsigwalde, Neue Eonradstraße. Lichtenberg II gegen Elstbal im Lichtcuberger Eta- di-on. Pankow 98 gegen Amateure in Pankow, Pieil- Ecke Lindeustra' Hertha 22 gegen Lichtenberg I in Lichtenberg, Oberweg. Am Sonnabend sint noch folgende Spiele statt: Nordiska gegen Union a»; dem Ererzierplatz, Schi hauser Allee. Adler 12 gegen Lichtenberg I in der Ehristianiastraße. Branoen. bürg 92i gegen Berliner Sportverein 22 in Lichtenberg. Eltelstraße. Aeißensce wlina in Wcißensee, Rennbahn. Nordiska gegen Bi» zur Pause »»W»»WW>>WW>WW_.............__ rßcn den ersten Treffer. Kurz vor Schluß gelingt dann Halbrecht» der zweite Erfolg. Die Pankawer hatten wohl dl« gleichen Te'......... die sichersten Chancen nicht verwerten. der blendend abfiel. W»»WWW>WW>WWWWW>>»WWW>hH»idi gen in Hennigsdorf. Minerva gegen Merkur in lsthal im nkow, Pfeil- gegen Lernlina in Wcißensee, Nennbahn. Vfl HUI, I U D W4*4l#l... w w ower hatten wohl dl« gleichen Torgelegen bciten, doch' konnte dcr''Sturm Hauptsächlich war es der Rechtsaußen, Handballspiele. Sonnabend, 23. Juli, spielen: Männer: Fichte-Nord I gegen Groß-BerNn- Rosenthal um 19 Uhr lN Reinickendorf, Scharnweberstraße. Fichte I I gegen Rowawe» I um 19 Uhr auf dem Urbanplatz. Köpenick I gegen Niederschöne- weide I um 19 Uhr in Köpenick, Marienstraße. Neukölln 1 II gegen Nieder. schöveweid« II um 39 Uhr in Neukölln, Innstraße. Neukölln 1 M gegen Spandau M um 19 Uhr in Neukölln, Hertzbcrgplatz, und Neukölln 1 I. Frauen gegen Spandau I um 29 Uhr auf demselben Platz. Jugend: Fichte 3 I gegen Nawawes I um 18 Uhr auf dem Urbanplatz. Fichte-Süd I gegen Süden I um wi irf.»;« x*...4. 0.�,4«.,,'��. o I ▼ Jugend: Fichte 3 I gegen ■________»..-Süd I gegen Süden l um 29 Uhr in Mariendorf, an der Renndahn. Llchtenderg 2 1 gegen Treptow l um 18>,ä Uhr im Ltchtenbcrgcr Stadion und Fichte-Slld I gegen Ficht« 22 I n 38 Uhr auf dem Fichteplatz Baumschulenweg.— Sonntag, 24. Juli: Alt- lienicke hat Erkner als Gast! die Iugcndmannschafteu spielen um 36 Uhr und e Biännermannschasten um 37 Uhr. Fichte 29k spielt mit der Jugend um Maricnd um 38 Uhr aus dem Glienicke biß Bläu»WWW 19 Uhr gegen Tegel und den Männern gegen Brandenburg 2 3 in Daricndorf, an der Rennbahn. Kaulsdorf I Männer gegen Groß-Berlin-Rorden 1 I um N�Uhr�in Kaulsdorf und Lichtenberg 2J Frauen gegen Tegel I um 1ö Uhr in - B' w Aeeif" ltzoach- lanner W»»»■■■■bim Uhr in Haheufchönhausen, Sommerstraße.— Donnerstag. 28. Juli, spielen: Männer: R-ukölln I I gegen Tegel I um l»lh Uhr in Neukölln, Hertzbergplatz. Wittenau gegen Fichte-Nord I um 39'b Uhr in Wittenau, und Fichte 29 Frauen gegen Groß-Berlin-Süden l um WÄ Uhr in Mariendorf. Aebeitee-Spart- und Kulturkartell. 3. Bezirk Aedding: Montag, 23. Juli, H29 Uhr, Kartellsitzung bei H. Schulz, Schwedcnstr. 15. Ausgabe der Plakate und Billetts für den Rast.— 5. Bezirk Friedr'.chshai»: Sämtliche Organisa- tionen, die sich an unserer von Montag, 8., bis Freitag, 13. August, in den Camcniussälen, Mcmeler Str. 67, stattflndenden Sport- und Kulturausstellung -Klaus«. '— Jeff m1~—~y~ �.»»inö ü----». s"■/- O----- r 4»j•» V«re>»»tau:ps« dor Leichtathletikfparte gelangen am Sonntag, 24. Juli. zur Austragung. Es sind im Hinblick auf die Bundesmeifterschaften äußerst interessante Kämpfe zu erwarten. Die besten Leichtathleten des 1. Kreises geben stch hier ein Stelldichein. Es ist jedem Interessenten der Leichtathletik nur zu empfehlen, am Sonntag diec Kämpse zu besuchen. Beginn der Kämpfe um 14 Uhr. Fahrverbindung mit der Eisenbahn bis Eichbornstraß-. Straßen- bahnen 26, 27, 28, 41, 41E und 128 bi» Eichbornstraße, am Sportplatz. Ein- trittspreise von 89 Ps. an abwärts. Arbeiter, besucht eure Veranstaltungen! Arbeitcr-Nadsahrervund.Solidarität". Touren für Sonniag, 24. Juli: Bez. 2: Bezirksfeft„Spandaucr Berg".— Oetsgr. Neukölln; Start 12 Uhr Hertzbergplatz.— Steglitz: Bezirksfeft. Start 12 Uhr Rugeplatz.— Adlershos: 6 Uhr znm Bezirksfeft. Start Bismarckstr. 29.— Treptow-Baumschnlenweg: Bezirkssest. Start 11 Uhr Bahnhof Baumschnlenweg, im Uhr Bahnhof Treptow.— Schöaeberq: Bezirksfest. Start>3 Uhr Stubenrauchstr. da. Grab Senior Paßarge.— Sharlattenbnrg: Bezirksfeft, Korso. Blumenstrauß, Musik. Start 13 Uhr Galvanislr. 13.- Bez. 23, Ortsgr. Oberschöneweide: Zecsener See. Start 6 Uhr Bercinsiokal.— Weißensee: Buckow, Märkische Schweiz. Start 4 Uhr Berliner Allre 236.- Stralau-Rilmmeisbueg: 23.. 18 Uhr, und 24., 6 Uhr, Prennen. Stare Tllrrschmidtstr. 49.— Pankow: 23.. 18 Uhr, Freien. walde. Start Klssingciiftraßc. Jugendheim.— Reinickendorf: Lchnitzice. Start 6 Uhr R-sidenzstraße Ecke Paukower Allee.— 3. Bez., 3. Abt.: 5 und 32 Ubr Klienicker See. Start Bülowstr. 33.— 3. Abt.: 5 Uhr Motzener See. 33 Uhr Tour am Start Lausitzer Platz.— 4. Abt.! 23., 36',? Uhr, Lochen. 24.. 39 Uhr, Lehnitzsee. Start Weberwecsc.— 3. Abt.: 2.3., 37 und 29 Uhr, Kallinchen. 24.. 3 Uhr, Kallinchen. 12 Ubr Tour am Start Landsberger Platz.— 6. Abt.: 6 und 12 Uhr Mübieubecker See. Start Schönhauser Allee 161.— 7, Abt: 23., 18'-; Uhr. Teupitz. 24., 32 Uhr. Scdbiusce. Start Kaiviiiestr. 141.— 8. Abt.: 16 Uhr ftiütt-Arena soroße radsportliche Beravstastung).— 9. Abt.: 23., 1914 Uhr. Saatwintel Ifltalienische Nacht). 24.. 1.3 Uhr, Gelellschaitssahrt. Start Schulsir. 11t.— 39. Abt.: 23.. 18 Uhr,' Dudrow. 24., 4 Uhr, Dubrow. Start Eomeniusplatz.— 31. Abt.: 28., 19 Uhr, Enmter See iLompiontour). Start Blochplatz.— 32. Abt.(Matorfabrcr): 6 Uhr Dubrow. Start Lausitzer Platz.— Achtung. Renusabrer! Dienstag. 26. Juli, l9'4 Uhr, Beriammlung in Berlin. Michaelkirchstr. 29», hes Prasser. Da wichtige Fragen betreffs bc� Rast im Stadion lomie der nächst-:'. Renneu uiw auf der Tagesordnung siehrn. so müssen alle Rennsahrcr»nd Wettkahriansschnsimttglicder' zur Stesie sein. Die acbeitsiosen Rennfahrer haben!hr.- Arbelts!os»nkoniro>lrart« mitzu- brinoen. G-rossen. ö'e S-si-e0srich:rri''Aflle leisirn n-ob-n. sind ringesad'n. Fee-e?st'w?n-vir- NeuiiiI« E. V. Sonntag. 24. Juli. 13 Uhr. im Bercins- fvwnierbod in 2'r'ti. Sieversnier. am Osthaien, internes Sommerschwimmsest. Arbe-ier.Notzlobrerpeeein Geoß-Iveefjn. Conntvo. 24. Kuli. 3 Issir. Lehnitz- In bei Oranienburg. 33 Uhr Birkenwcrder. Restaurant Japan. Moivr'ahrer Sonnabend. 23. Juli, 21 Uhr, Seebad Rangsdorf bei gössen. Start Waideinar. ftraßi Ecke Mariannenplatz. Sonntag, SU Juli, Echnitzeljogd. ioneistenverei»„Die Nakurfrrunde'. Ortsgruppe Berlin, Zentrale Wie». Charlotten buegi ffreirag. 22. Juli. 29 Uhr, Heim Svreestr. 39. Rarlrag: .Arbeiterscltkultur"(A. Lauf. Fahrt für Sanntag.— Südost: Freitag. 22. Juli. 29 Uhr. Äeim Reichenberaer Str. 66. Lustiger Abend.— Gesundbrunnen: Freitag, 22. Juli, Abendspaizcrgang. Treffpunkt 7?19 Uhr Badstraße Ecke Prinzenallee.— Treptow: Freitag, 22. Juli, 29 Uhr, Heim Elsenstraß«. Wochen. «ndunterhaltung.— Lichtenrade: Freitag. 22. Juli, 29 Uhr, bei Lentz, Kaiser- Wilhelm-Str. 7Z.— Neukölln sIugcndgruppe): Freitag. 22. Iuli.lg Uhr, H-lM Kovfitt. 33.— Gemischter Chor: Freitag, 22 Juli, 29 Uhr, Altersheim Danziger Straße 62, Baracke 3. Ucbunasstunde.— Photogemeinschaft: Montag, 23. Juli, 1914 Uhr, Heim Ebertvstr. 12. Äkt-Photographie. Der Arbeiter-Sportvereiu und der Arbeiter-Turnverein Adlershos begeht am Sonnabend, 39. Juli, seinen diesjährigen Etraßenlauf Oner durch Adlers- Hof. Gelaufen werden: 19X239,Meter.Stafette, 2399.Meter.Einzellaus für Män. ner, 899 Meter der Jugend. Der Laus ist offen für alle Brudervereinc. Da er als Anfang der Werbewoche gilt und im Ort die bürgerliche sowie die Werksportbewcgung eine ziemlich starke Ist, so bitten wir um rege Beteiligung der Bundesvereine. Meldeschluß bis Dienstag, 26. Juli, an Erich Schmidt, Adlersbof, Bismarckstr. 33.... Freie Turnerfchaft Schmargendorf. All- Zuschriften jetzt an Richard Kassuhn, Berlin W 39, Heilbronner Str. 3. SC. B-rolina, Neukölln. Leichtothletikabteil»»«: Trainingsab-nde jeden Mittwoch und Freitag ab 38 Uhr auf dem Iubiläumsspvrtplatz Neukölln, Grenzallee._ Sport. Micharü Meger-Weltmeister. Heute Vorläufe zur Steher-Weltmeiskerfchast. Frankreich hat sich am Mittwoch den Weltmeister- t i t e l der Berufsfahrer geholt. Die deutschen Vertreter Fr ick«, Oßmella und Schräge oermochten überhaupt nichts auszurichten. Nur Willi Lorenz hielt sich, mußte stch jedoch dem Verteidiger der Weltmeisterschaft, dem Holländer Moeskops, beugen. Für die Entscheidung kamen nunmehr Michard, Kaufmann, Faucheux und M o c s k o p s in Betracht. Faucheux und Moeskops hatten um den dritten und vierten Platz zu kämpfen, während ini eigentlichen Eni- scheidungslau f Michard aui Kaufmann stieß. Im glänzenden, lebhaft akklamierten Endspurt eroberte der Franzose Michard die Weltmeisterschaft knapp gegen den Schweizer Kaufmann. Moeskops wurde in seinem Lauf von Faucheux auf den vierten Platz verwiesen. Geschmückt mit dem Weltmeisterschaftstrikot und Blumen umfuhr darauf Michard von ungefähr 20 000 Menschen begrüßt, das Rund der Köln-Müngers- dorfer Bahn.— Vormittags fand noch das Rosenradball- spiel um die Meisterschaft von Deutschland statt. Als Sieger ging die Erfurter Turnerschaft hervor. Und jetzt empfängt Elberfeld! In der elften Bor- Mittagsstunde wird heute der Sonderzug, der den UCI.-Kongreß, die Fahrer und sonstigen Teilnehmer bringt, in Elberfeld eintreffen. Die Stadt wird den Gästen«inen Empfang bereiten. Vor dem Rathaus« werden dann— wie in Köln— die Flaggen der in der U. C. I. vereinigten Staaten gehißt. In den Abendstunden gehen auf der Elberselder Bahn bei elektrischer Beleuchtung die Vorläufe zur Weltmeisterschaft der Steher über 100 Kilometer vor sich.('Zwölf Fohrer werden hier antreten, a ch t von ihnen bestreiten am Sonntag den entscheidenden Endlauf. Die Vorläufe haben folgende Einteilung erfahren: 1. Vorlauf: Sawall, Deutschland, P a r i s o t, Frankreich, L ä u p p i, Schweiz, L e d d y, Holland, L i n a r t, Belgien und Bai), Italien. 2. Vorlauf: K r e w c r, Deutschland, Brünier, Frankreich, Paul Guter, Schweiz. T o r r i c e l l i, Italien, Bander st uyft, Belgien und>s n o c k, Holland. Heule mieder«in Vret-Slvadev-Rennen auf der Ziütl-Areua. Das internationale Dret-Stunden- Rennen, das heul« abend 7,45 Uhr auf der R ü t t- A r e n a beginnt und zum Slndenken an die Siegor deZ 6. Berliner Sechstagerennens(tstlJ) den Namen C l a r t- Hill-Preis erhalten hat, wird von iolgendcn 31 Mannschaften bestritten: van Nek— Peyrode, Roels— Mae«, Tonani— Knappe, Kroll—Miethe, Lorenz—.Ebn: er. Koch— Kroü'mann. Behrendt— Longardt. Kühl— Seite, HäuSIer— Maszynsti, K olles— Blänl, K. Krüger— Petermann. Rennen zu Grunewald am vonncrslag, dem 21. Juli. I. Rennen. 1. Luftpost iMenzl, 2. V'olclta(Surft), 3. Greisteuiel (Dörichug). Toto: 31: 10. Platz: 15. Isi, 26:10. Ferner tiefen: Qui�s nie quiek, Filanda, Fuchsie, Aavari, Zllbana, VaiuS, Karistuna, Ttppel, Diana. 2. R c n n« n. 1. Das Lied(Hauier). 2. Enttäuschung(Bismarck, 3. Fraiizta iMoritz). Toto: LS: 10. Platz: 13. 18, 22: 10. Ferner liejen: Fadiienwacht, Black Velvet, Galadin, Aarren. Florida, Kezireb, Sonue. 3. Rennen. 1. Königsadler! Besitzer), 2. Möros(Leutn. ÄImm), Z. Erzhallunke(v. Borcke). Toto: 51: 10. Platz: 16. 34, 21: 10. Ferner liejen: Hanna, Per Dark. Rheinland, Fiank Garcon. 4. R e n n c n. 1. König Lear(Haujer), 2. Final(Aranzke), 3. Fritz tromm(Maschen). Toto: 22: 10. Platz: 17, 37: 10. Ferner li-sen: orn II. Oclavio. S. R e n n e n. I. Nallorka(O. Schmidt), 2. Normanne(Grabich), 3. Majeita(Sajdit). Toto: 18: 10. Platz: 12, 13: 10. Ferner liejen: Vigor, Zlsjuan, Heclor. 6. R e n n e n. 1. Ozema(Leutn. Llah). 2 Sommerssor(Leutn. v. Götz). 3. Antin(Besitzer). Toto: 25: 10. Pia,: 12, 16. 17: 10. Ferner liejen: Domherr, Hetiade, Mero. 7. R e n n e n. 1. Gelduls(Janek), 2. Sanktion(Kreuz). 3. Menes (Hahnes). Toto: SS: 10. Platz: 17, 38, 20: 10. Ferner Uesen: Aale, Die Königin, Kadewitt, Morgenslern, Hermes, �ck hoo, Triauon, Atamund, Herbert.___ Vorträge, vereine unü Versammlungen Reichsbanner»Schwarz-Rot-Gold". Eeschättsstelle: Berlin S 14. Sebastianftr. 37,38. Hos! Tr. Sonnabend. 23. Juli: Wassersportabteiwng: Aug Faltboot 16', Uja Treffen Bhf. Königswusterhauscn. Sharlotienburg: Protest, nm Werbeveranstaltung in Siemensstadt. Abmarsch 19 Uhr Schlo�vrucke. Weg. Pflicytveranstaltuna.— Sonntag. 24, Inli: Kriedrichshain: 7 Ubr A. treten �üstriner Platz mit Musik und Fahnen. Abfahrt nach KöntgswustSP- Hausen. Fahrpreis 1 M. Pflichtveranstaltung. 5treuzberg: Uhr Antreten mit Tambourkorvs und Fahnen am Görl. Bnf. zur PfNchtfahrt nach Konigr- Wusterhausen. Kameraden, welche gewillt sind, im Anschluß an Lmpzig eine achnagic'e Fußtour zu machen, melden sich umgehend beim Kameraden �omn. son. Tempelhof: Leipzig-Fahrer melden sich Jjis j)ente(Sonntag) ocun�Mamc» m fahrer Hohenzollernplatz. Königswusterhausen. 13? Uhr PsUchtantreten Bhf. Sönigswusterhausen mit Spielmannszug und Fahnen, o. Kameradschaft �uny. Mannschaft: 7 Uhr Ringbahnhof. Fahrt nach Königswusterhausen. Leipzig- Fahrer Ä M 1------ WWWW------' Via. ur »in- und 14 Uhr Treffpunkt zur Fa.,..—,--- Die Kameradschaft oeteiliat sich geschlosien an der Veranstaltung in K6m� Wusterhausen. Treptow(Kreis): Die Verfassungsfeier findet am Augu,t in Treptow im Alten Eierhciuschen statt. Karten(kill Pf.) ab Mlttwoc.i. ~~ hei �robebilder von der Dampferfahrt«Bestellung bis 23. IuU) bean Kamerad n zasowfki. Riederschöneweide. Grünauer Str. 8. Leipzig. Fahr er melden sich sofort bei den Kameradschaftsführern.— Montag, 25. Zu!:: Reukolln-Br tz: 5. Kameradschaft Iungmannschaft ab 18 Uhr Lportabend Lessingstraße. Ortoverein Berlin im Verband Voltsgesundheit. Ingendgruppc Osten: Freitag. A. Juli. 19� Uhr. tsiosilerstr. 61 Dlskufsionsabend:„Demokratle oder Diktatur?"— Ingendgruppc Cüden: Freitag, 22. Juli, IS'.2 Uhr, Neukölln. Schierkestr. 44, Fritz-Reuter-Abend. öriefkasten öer Redaktion. W. B. Maßgebend ist der Mietvertrag. Ben» dieser nichts Gegenteiliges enthält, so ist dl« Miete stets in der jedesmaligen Wohnung des Bermicters zu zahlen bzw. ihm auf Soften des Mieters zu übermitteln.— H. 199. Wenden wie sich an die Wobnungsfllrsorgegesellschaft sBersin, Stadthaus).— Zh. Iah. Ott«. Arbeiter-Anglerbund, Berlin SO 33. Taborstr. S. wetlerdericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin und Umgegend sNachdr vetb) Meist stark bewölkt. Ztrichweisc Rezensälle. Tcmperalurcn ein w«nig döber.— Für veutichland: In der illdwcstltchen Häljle vcrbrei- tele Regenjalle. Sonst überall meist trocken. Im Süden wollig bis heiter. Temperaturen nehmen etwa» zu. UÄojk&y. jewia, w&ue. J&HSttißGeUA- odUk* Man VocM pro Person t sierken Eßlöffel voll Knorr Haferflocken'/«Stunde in Milch oder Wasser und seiet oder zuckert!e nach Geschmack. Das Gericht wird durch etwas braune Butter verfeinert „Knor ritsch" das Rohkost-FrOhstUck. Für jede Person werden sbende 2-3 gehiufta Eßlöffel Knorr- Haferfloeken, 1 schwacher Eßlöffel Zucker mit 3 Eßlöffel Milch zueammengerOhrt, damit das Ganze über Nacht ziehen kann. Am anderen Morgen reibt man 1 Apfel samt der Sehala und dem Oehlusa hinein, gibt den Saft einer viertel Zitrone und nach Belieben 1-2 Kaffeelöffel geriebene Haselnüsse, Mandeln oder beides hinzu. Der Apfel kenn auch durch Apfelsinen, Erdbseren, Himbeeren, Kirschen usw., je nach Jahreszeit, ersetzt, bezw. ergänzt werden. ouSeA, wuA,'mAd' aaiaiinaiiin imiiij,!,,_m.Li_JLiL, Wenig getragene, teils auf Seid« g-- arbeitet«, erstklassige Jackcttanzllge. Frack- anzüge, Smokingonzllgs, Gehrockanzllae, Gabardine-Paletats. Bauchanzüge, tür jede Figur passend, außerdem hoch- eleganie neue Garderobe, von erstklassl» gen Schneidern gearbeitet, zu staunend billigen Preisen im Leihbau» Lowicki, Prinzenstraße 195. eine Treppe. Keine Lombardware.' Getragene Kerrenoarderobe. Svezioli- tät Bauchsigurcn. spottbillig. Naß, Gor- mannstrake 2dG6. krübe- Mulackltrasie," Steppdecken 13,—, Daunendecken 39,— an. Ausarbeiten alter Decken. Stepz. deckenfabrik Endler. Landsberaerstr. 75. Fabrikgebäude(Alexanderplaß)." Möbel Patentmatraßen„Primissima". Mc. tallbetten, Auflegematratzen, Chaise. longues. Walter, Etargarderstraßc acht- »rtzn. Spezialgeschäft. �___• Mobelkredit bis 20 Monatsraten. 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Andreas Speiser stand auf und sah mit verdrossenem, stumpfem Blick durch den Raum: berußtes Gebälk an der niedrigen Decke, schmutzige, stellenweise vom Bewurf bis auf die Ziegel freie Wände, zwei lleine vergitterte Fensterluken, an denen die zerbrochenen Scheiben teilweise mit Pappendeckel verklebt waren und ein Fuß- bodcn, aus dem, wie überall, eine gleichmäßige Schicht von Schmutz, Staub und Spinnenweben lag. Das armselige Eisenbett, mit wackeligen Füßen, ein zerknüllter Strohsack und zwei ausgefranste alte Soldatenmäntel, die als Decken dienten. Ein alter baufälliger Kachelofen,«in dreibciniger Stuhl und eine umgekehrte Kiste, die die Funktionen des Tisches ausüben mußte. An der Wand ein be- rußtes Christusbild und nahe der vergitterten Fensterluk« ein großer, leerer, verbogener Bogelkäfig. Sonst noch auf der Kiste, am Boden, aus dem Kachelofen, wertloses Gerumpel, Geschirr und Fetzen. Das war die Welt, in der Andreas Speiser schon fast sechzig Jahre seines Lebens verbracht hatte. Dieses Leben dankte er einer armen, beschränkten Frau und einem Trinker, der als Kutscher des Ziegelwerkes eines Tages angetrunken unter die Räder seines eigenen Fuhrwerks kam und tödlich verunglückte. Des Andreas Mutter durfte dann— und dies war eine besondere Begünstigung des Zicgeleibesttzers— in diesem eben beschriebenen Räume, der zur Ziegelei gehörte, das Gnadenbrot verzehren. Sie tat es schlecht und recht, hielt Andreas sauber, was nicht so einfach war, und schützt« ihn so lange vor der Roheit der Dorf- leutc, die den armen Schwachsinnigen verspotteten, bis er halbwegs erwachsen war. Dann starb sie. So still und ohne Klage und Laut, daß Andreas, als er keinen Morgenkaffee erhielt und die Mutter schlafend wähnte, hinging und sie wecken wollte. Und wie er sie so starr und reglos sah und zum ersten Mal« in seinem Leben k«ine Antwort aus den Ruf:„Mutter" bekam, da stieg eine würgende Angst in ihm auf. Es trieb ihn hinunter ins Dorf zu den Menschen. Heulend stand er vor dem Bürgermeister, dann jammernd im Zimmer, wo seine Mutler lag und sah zu, wie fremd« Menschen sie wegtrugen und in einen ungehobelten Sarg legten. Man schleppte ihn in die Kirche, die voll Leute war und er mußte ruhig stehen, den Hut in der Hand. Dann sah er am Friedhof eine tiefe Grube, in die man den Sarg versenkte, und wie dann die Erde langsam das Loch deckte. Run war er allein in der Kammer und niemand brachte ihm .Kaffee und keine Hand streichelte ihn mehr. Täglich ging er früh- morgens zur Arbeit in den Ziegeloscn und tat jede, auch die müh- seligste und schmutzigste Arbeits Er lächelte am Morgen, er lächelte am Abend, bei Sonnenschein und Unwetter, bei stillem Müßigsitzen und bei schwerer Arbeit. Er ah, was man ihm gab, und ging, wohin man ihn schickte, und grüßte jeden, der des Weges vorbei kam. Unter seinen Händen waren neue Wege entstanden, ein blühender Garten hervorgezaubert worden, der die Ziegelei an der windge- schützten Stelle fiankierte. Im Sommer duftete es dort von Rosen, Nelken und Levkojen, die er gepflanzt halte. Auch die Bäume er- freuten sich seiner eifrigen Pflege. Er kannte keinen Maßstab für die Zeit und merkte nicht, daß er unter der Last des Schaffens und der Jahre sich immer tiefer zur Erde neigte, die keine Lust für ihn hatte, keine Freude und auch keinen Schmerz. Sie trug ihn nun schon fast sechzig Jahre und hatte ihm den Sinn für Vogelfang, Blumenblühen und Waldesrauschen versagt. Untertags arbeitete er im Ziegelofen und abends ging er in seine Kammer. Dort blieb er allein, bis ihn das frühe Aveglöcklein wieder zur Arbeit rief. So ging es Tag uni Tag, Jahr um Jahr, bis eines Abends, als er auf dem Heimweg war, ein anderer Ver- lassener und Heimatloser seinen Weg kreuzte:«in herrenloser, schwarzweiß gefleckter Hund, der ihn beschnupperte, ihn umsprang, sich an ihm rieb und ihn dann heimgeleitete. Dort schnitt Andreas Brocken von seinem Vesperbrot herab und gab sie den, Schicksals- genossen. Dann legte er die Kiste um, füllte sie mit Lumpen und machte dem neuen Hausgenossen ein Lag«r zurecht. Und vom nächsten Tag an trank er in der Ziegelei seinen Kaffee bitter, weil er seinem Freund den Zucker heimbrachte. Und so manche Nacht fuhr er aus dem Schlafe auf, weil ihn das laute Gebell des Hundes weckte. Er brummt« und schrie mit dem Tier, aber am Morgen gab er dem Hund niit der gleichen Sorgsalt wie immer das Futter und brachte ihm wieder den Zucker mit. Oft begleitete ihn das Tier zur Arbeit, hielt sich stets in seiner Nähe und leckte ihm die-Hände. So waren wieder Jahre hingegangen bis zu diesem Morgen. Andreas stand aus, als er in den schweren Schaflstiescln steckte, und sah nach der Kiste hinüber. Dann ging er schwerfällig auf sie zu und neigte sich mühsam nieder. Zwei zitternde, schwielige, harte Hände nahmen behutsam die Fetzen auseinander und zwei tränende, entzündete Augen sahen mit verzweifelter Angst nach dem Hund. Der lag reglos, wie schon einige Tage, hatte unberührt neben sich Futter und Zucker und sah mit einem demütigen Blick voll Liebe und Treue aus, als Andreas ihn lockte und rief. Der schüttelte langsam den Kopf, tat einen tiefen Seufzer und ging üb«r den verschneiten Hügel den täglichen Weg an die Arbeit. Alle Leute waren heute freundlich mit ihm, sie dankten ihm herzlich und überall sah er, wie si« kleine Tannenbäumchen nach Hause irrigen. In der Ziegelei mußte er einen Tannenbaum w ein Stand- kreuz fügen und als er im Hof hantierte, sah er. wie die Hausfrau sich über ihr Kind neigte und es auf die Stirne küßte. Da kam langsam eine Erinnerung von weither in sein Be- wußtsein, und er dachte schmerzhaft nach; dann lachte er vor sich hin: „Menre Mutter hat mich auch geküßt. Wie lange ist das her!" Er sann lange, lange mühsam nach und dachte nun eigensinnig und ununterbrochen an den kleinen Hund. Nichts brachte ihn von dem Gedanken ab. auch nicht das Festessen, das er in der Küche von der Hausfrau erhielt, und war so von dem Gedanken an das kranke Tier in Anspruch genommen, daß er selbst auch nicht essen wollte. Man nötigte ihm, weil nian meinte, er sei krank, ein wenig Schnaps aus und ließ ihn dann heimgehen. Als er mühsam und tief gebeugt auf den kleinen Hügel ankam und die Hütte im Ungewissen Ab-ndlicht vor ihm lag und sich schwach vom sohlen Himmel abhob, trat er säst weinend in seine finstere Stäb«. Seiiage öes vorwärts Er rieb mit den klammen, ungeschickten Händen ein Streichholz an,«ntzündete die kleine Lampe und trug sie zum Lager des Hundes. Und als der sich nicht regen wollte auf seinen Anruf, hob er ihm den Kopf. Da fühlte er einen starren, kalten Körper in seiner Hand und nun begriff er, so schnell, wie er niemals begriffen hatte. Und wieder stand er, der fast Siebzigjährige, starr vor Schrecken in der Stube, ganz wie er als junger Bursche vor seiner toten Mutter ge- standen hatte. Dann taute langsam der Eisblock in rinnend« Tränen auf. Das Dorf lag in schwarzem Dunkel, aus dem kl«ine helle Lichter schimmerten und zitterten, und durch den leichten weißen Flocken- wirbel schwebten langsam die feierlichen gemessenen tiefen Töne der König Michael. Der GeSanke einer starkenMonarchte hat in Rumänien seine Verwirklichung gefunöen! großen Glocke. Da trat aus der verfallenen Hütte ein weinender Greis. Der trug in der einen Hand den toten Hund und in der anderen den Spaten. So schritt er schwer und mühselig dem nahen Forst zu. Dort, den mit einem Flor verhängten Himmel über und Waldes- rauschen um sich, trieb er das Eisen mit harter Plage in den Grund und schaufelte ein Grab. In das legte er den Hund, strich ihm zärtlich das Fell zurecht und schaufelte dann die Grube zu. Den Spaten lieh er liegen. Dann ging er zu einem knorrigen Baum, warf den Strick, den er dem Hund vom Hals losgebunden hatte, um einen Ast und knüpfte ihn dort fest. Bei seiner Arbeit störte ihn plötzlich ein kleiner, schwarzer Gegenstand, der sich auf dem weißen Schnee hin- und hcrbcwegte. Er hielt inne, kroch näher heran und erkannte im Schneelicht einen jungen Kolkraben, der sich im Gestrüpp ver- fangen hatte. „Armes Bieh," sagte er, machte ihn frei und merkte, daß er verletzt sein müsse und nicht fliegen könne. Er sah dem mühsamen Herumhllpfcn eine Weile zu, dann begann er zu locken, nahm das Iker in feine Hand und legte es sorgsam in seinen Hut, den er bei der Krämpe hielt und zusammenschloß. Dann ging er in der Winternachl heim. Die Lampe stand blakend im Zimmer. Er drehte den Docht höher, stieg aus eine Kiste, setzte den Bogel in den leeren Käfig, gab etwas Brot und einen Napf Wasser hinein, holte dann vom Lager des Hundes den übriggebliebenen Zucker und steckte ihn zwischen die verrosteten Stäbe. Dann blies er die Lampe aus, kroch auf sein Lager und schlief ein. Als der Bogel im Käfig sich rührte und mit den Schnabel gegen die Stangen schlug, daß es klirrte, da begann Andreas, tief athmend mit dem Tier zu schimpfen und zu brummen und aus dem schlafenden Gesicht des armen Narren lag«in glückliches, seliges Leuchten. Naöame Dutitre. Heute vor hundert Jahren ist sie gestorben, die putzige Ma- danie Dntitre, die bei ihr«,» Lebzeiten«ine stadtbekannte Per- lönlichkeit Berlins mar, so recht, was man damals ein„Original" nannte. Auf dem Fnedhof der französischen Gemeinde an der Chausjeestraßc liegt sie, nicht weit von des berühmten Schauspielers Devrient schlichter Ruhestätte, begraben. Denn auch sie entstammte einer Emigrantensamilic. Aber mit Spreewasser gelaust, wurde sie zu einer Vertreterin der beredten Berliner selbstbewußten Weib- lichkeit, und dies zu einer Ze't, als im allgemeinen noch die Frau schwica in der Gemeinde. Sie durste es wagen, ihrem volkstllm- liehen Humor allzeit die Zügel schießen zu lassen, denn si« hatte es verstanden, mit ihrer appetitlichen Rundlichkeit und ihrem kecken Schnäuzchen den schwerreichen, schon ein wenig angejahrten Herrn Dutitre zu erobern und zu— beherrschen. Sie war es, die in ihrer durchaus glücklichen Ehe alsbald die Hosen anzog und an- behielt. Und Monsieur Dutitre, dem sie ein ebenso züchtiges wie tüchtiges Ehcgespons war, hat, verliebt und belustigt zugleich sie als Sachwabenn seines Reichtums schalten und— reden lassen bis an sein seliges Ende. Da sollte er freilich ihre urwüchsige Derbheit noch einmal in aller Frische zu kosten bekommen. Denn als er auf dem Sterbebette noch einmal nach ihr ver- langte, vielleicht, um ihr zu danken für all dl« zärtliche Grobheit, die sie auf seinen kohlen Scheit«! gehäuft, da war sie bereits in d«r Küche beschäftigt, die Berge von Streußelkuchen zu backen, die zur Bewirtung der voraussichtlich zahlreichen Trauergemeinde nach feiner Beerdigung nötig waren. So steckte sie, die Aermel geschäftig auf- gekrempelt, nur eben den Kopf ins Sterbezimmer, um ihrem Gatten zum letztenmal die Leviten zu lesen:„Aber Dutitre, du kannst dir doch denken, det ick alle Hände voll Hab!" Nach seinem Tode hat sie dann oft ganz Berlin, das ihre Redensarten eifrig von Mund zu Mund weitergab, häufig ver- gröberte und neue hinzudichtete, ebenso drastisch durch unerwartete Kernsprüche verblüfft. So wurde sie schon bei Lebzeiten zur legendären Figur, ähnlich der Wiener Frau Pollack und der inslations- zeitlichen Frau Raffke. Aber den Parvenu-Ehrgeiz der letzleren, es den Altbesitzenden an„Bildung" gleich zu tun, hatte sie gewiß nicht, wenngleich sie von ihrer Gesellschafterin, die sie sich standesgemäß hiell, auch keinen Widerspruch duldete. So kam es, daß diese, als sie mit ihrer Gebieterin einst durch den Tiergarten fuhr, und als der Wind eine der drei Marabufedern entführte, die Madame Dutitres neuen Hut schmückten, auf der Herrin Frage, ob da nicht eine Taube vorbeigeflogen, nur ans Bejahen gervöhnt, antwortete:„Jawohl, Madame Dutitre!" Als dann auch die zweite teure Feder davon- flog und Madame Dutitre fragte, ob da nicht„en Sticksken Papier" vorübergeweht bejahte sie diese Frage ebenfalls. Erst als sich auch die letzte Feder auf die Luftreise begab, rief Madame erregt: .�herrjeses, war des nich eener von meine Marampuffs?" Und nun erst entgegnete die Gesellschafterin bescheiden:.Jawohl Madam, das war der dritte!" War diesmal auch die witzig« alte Dame die Abgeführte, so hat sie dafür oft„hohe Herrschaften" ausgespottet. Der Reichtum ihres Mann«? hatte ihr die Hvfkreife geöffnet, wo sie, ihrer Bürgcrwürde stolz bewußt, ganz ungeniert den oft ärmlich gestellten aber ebenso hochnäsigen Hofdamen zuweilen sehr deutliche Lehren erteilte. Als sie einst davon sprach, sie sei„den janzen Dag geloofen", und ein Fräulein von Sowieso ihr sagte, daß es„gegangen" hieße, antwortet« sie frisch und munter:„Sol Na, ick will Ihnen mal wat sagen. Ick bin geloofen und hob'n reichen Dutttren jetriegt. Und Sie sind jejangcn und jejangen und sind'ne olle Jungfer j e w o r d e n!"— Ihre echt berlinische Ungeniertheit machte auch nicht vor dem Könige halt. Als dieser einst„Unter den Linden" ihren besten Hos- knix nicht beachtete, faßte sie ihn schlankweg am Aermel und meckerte: „Na, wat is'n det Majestätchen? Man nich so stolz! Steiern nehmen kann er, aber die Dutitren jrießen, is wohl nich?" H a h a k a. Englische Arbeiter über Richarü Wagner Bon Kcrrn Siegfried Wagner in BanrenU, erhielten wir das folgende, anliißlich eines Londoner klonierts an ihn gerichtete Schreiben eines frommen englischen Bergarbeiters: Lieber Harr! Ich schreibe Ihnen diese Zeilen in der Hoffnung, daß«ie Zeit haben, sie zu lesen und um Ihnen zu Donnerstag oiel Glück, zu wünschen, und daß Si« den Werken Ihres lieben Vaters gerecht werden niögen, am Abend des Nationalkonzcrts. Ich darf wohl erzählen, lieber Herr, daß ich nur ein armer Arbeiter bin(ein Bergarbeiter) und Musiker, und daß es keinen unter uns Musikern gibt, der nicht die Werke Ihres Baters liebte. Ich hatte das Glück, im Jahre 1913 in Deutschland zu reisen mit einem englischen Berg- orbeiter-Blechorchcster saus Castlcsord, Porkshire) und es war mir veine Freude, das Haus in Biebrich zu sehen, wo der Meister die „Meistersinger" schrieb, und am Drachenfels denselben Boden zu be- treten, wo er, wie uns erzählt wurde, so manche Anregung zu seinen Werken empfing. Es freut Sic vielleicht, zu hören, daß während des Winters in verschiedenen Dörfern uirscreS' Kohlendistrikts Weit« blasen für Blechinstrumente abgehalten werden, und ich bin stolz darauf, erzählen zu können, daß ich für mein Orchester ein Quartetl mis dem„Fliegenden Holländer" orrongiert habe. Wir haben bei 19 Wettblasen itzinal damit gewonnen. Ich bin auch stolz, sagen zu können, daß wir niemals etwas von den Werken Ihres lieben Vaters für Solo oder Orchester gespielt haben, ohne den erste» Preis dovonzutragen. Alle britischen Bläser lieben Ihres Daters Werke, denn er oerstand die Blasinstrumente so gm zu behandeln. Wollte Gott, er lebte heute noch»nd könnte ein großes Werk ausschließlich für Blech komponieren. Mit großem Kummer las ich vor einiger Zelt, daß Ihre liebe Mutter infolge des Krieges in sinanzielle Nöte geraten ist, und obwohl ich arm bin, hätte ich, wenn ihre Adresse mir bekannt gewesen wäre, gern etwas sür sie geopfert im Gedenken an ihren großen Gatten. Es war mir auch eine Freude zu erfahren, daß nach jemand am Leben ist, der ihm teuer war und der gerade so alt Ist wie ich. Wäre er am Leben, so würde ich gern 10 Jahre opfern, um nur 5 Minuten mit ihm zusammen sein zu können, so groß ist meine Ehrfurcht vor ihm. Wöhrend der Messe bete ich sür seine Seele und hoffe nach diesem Leben ihm zu begegnen und auch all Ihren anderen großen Geistern, die von Gott dazu erwählt worden sind, uns auf Erden schon eine,, Vorgeschmack der Seligkeit zu geben. Das ist es, was die Musik Ihres lieben Baters immer bewirkt. Ich besitze drei Bücher über sein Leben und lese sie sehr gern und fühle all die Prüfungen, die er zu bestehen hatte, mit. aber unser Heiland mußte auch viel leiden und so alle Großen. Nun, mein Herr, ich wünsche Ihnen alles Gute, daß Sie die Herzen der englischen Nation rühren und Ihr lieber Bater im Himmel sich über seine irdischen Taten freuen möge. Es gibt nichts auf Erden, was ich mehr schätzen würde, als ein paar Zeilen van Ihrer Hand, van Ihnen, seinem Sahn. Wenn Sic ein paar Mi- nuten Zeit haben, vergessen Sie nicht einen armen englischen Berg- mann, der eine solch« Liebe für Ihren Bater und seine Werke hegi. Ich bin kein Unerfahrener in der Musik, denn ichchlfab« zweimal hintereinander den 4. Preis bei dem Wettbewerb des britischen Reiches gewannen und bin Komponist von zwei vielgespielten Märschen. Da ich aber durch mein Instrument allein mir meinen Lebensunterhalt nicht verdienen kann, bin ich daraus angewiesen, in den Bergwerken zu arbeiten, um für mich und meine sieben- köpfiae Familie den Lebensunterhalt zu erwerben. Ich hätte schrecklich gern das Konzert am Donnerstag gehört, ich habe aber Dienst. Sie werden mich vielleicht für unbescheiden halten, Herr. ich hoffe ober nicht, denn es geschieht nur aus Liebe zu Ihrem Vater, daß ich Ihnen schreibe. Ihr aufrichtig ergebener Jahn Pickersgall Eine intelligente Ziege. Außer bei den Affen ist der Gebrauch van„Werkzeugen" bei den Säugetieren etwas außerordentlich Seltenes. Daß aber gelegentlich doch einoal ein einzelnes Individuum gewissermaßen überragende Intelligenz besitzt, zeigt eine van Prof. Lakowitz bei Danzig beobachtete Ziege. Er berichtet soeben im„Biologischen Zentralblalt" über dieses interessante Tier, das auf einer Wiese angepflockt war und der Nahrungssuche nach- ging Die Ziege wurde offenbar schwer durch Insekten belästigt: denn sie scheuerte alle mit dem Horn erreichbaren Stellen ihres Rückens. Dach dies schien nicht zu genügen, weil nicht alle Insekten mit den Hörnern verjagt werden konnten Plötzlich ergriff die Ziege mit dem Maul einen der auf der Wiese herumliegenden Aeste eines nahen Baumes. Sie hob den etwa einen halben Meter langen Stock auf, bog den Kopf etwas zur Seite und scheuerte nun mit dem Stack voller Behagen und wohl mit gutem Erfolg alle sonst mit den Hörnern nichi erreichbare Teile des Rückens. Hier �iegt also ein Fall bewußten Werkzeugsgebrauchs vor, der um so wichtiger ist, da er durch den Namen de» Beobachters gut verbürgt ist. ■n Leipziger Str./ Alexanderplatz/ Verkauf«oveKTorrtt— Mengenabgtbe TorbehaKei Frisches Fleisch UUNMlsttUIMIttHIIMIMIUUMIttlNNMUMIMttUttMttlUUNUttUM Berliner ScWacliUiansware 1 Pa. Schwelneschlnken...Pfund»«Pf. Pa. Schweinebauch*• Beil, pw. 88Pf | Pa. Schweinekamm- Beiu, Pfund 1,28 I Pa. Kassler Rollen o. Kn— Pfund 1,12 Pa. Liesen.................. Pfand l*pt- Pa. RUelcenfettbratierti50.Schwarfa.Pfd. /8Pf. Pa. Eisbein m.spiiib.,niiidgemPtd.48Pf. Pa. Kalbskamm........... Pfund 84pt. | Pa. Kalbsnierenbraten... Pfund»OFt Pa. Kalbskeulen b.9P!d.«.-Bi»tt,Pfd.98Pt. I Pa. Suppenfleisch......... Pfund 76pi. Pa. SchniOrflelSChB.KeaI.,o.Kg., Pfd. 1,28 Pa. Schabefleisch.......... Pfund 1,28 Pa. Gehacktes............. Pfund 75Pf. Pa. Ochsenbacken........ Pfund 52Pf. Pa. HammeIfleIsch,diok.Eipp.,PM.90Pt. [ Pa. ausgelassener Tals..Pfund SSPf. 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Kruschen-Salz ist ein® wissenschaftlich«, aal Grund langjähriger, vielseitiger Beobacbtungea des menschliche.u Organismus erfolgte Zusammen* Stellung derjenigen wirksamen, mineralischen, auch alkalihaltigen, chemisch reinen Salz®, dia dem Körper für Blutbeschaffenheit, Stoffwechselvorgang und allgemein® Gesundheit von förderndem Nutzen sind. Kruschen-Salz wirkt der durch häufig unzweckmäßige Ernährung leicht ent- •tehendeo Alkali verar mang des Blutes entgegen� rb®11 tfrtfalz in AwUicXw u:ä Diogcdtt iL St— pte Cjib far i üsmU wirrii hwA.