Nr. 354 ♦ 44.?ahra. Musgabe A Nr. 1S1 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Plcnnig. monatlich 8,— Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband Ilir Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgedict. Oesterreich, Litauen, Luxemburg 4,30 Reichsmark, für das übrige Ausland 3,30 Reichsmarl pro Monat. Der„Vorwärts" mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit" sowie den Beilagen„Unterhaltung und Wissen".„Aus der ffilmwelt". „Frauenstimme".„Der Kinder. sreund".„Iugend-Vorwärts".„Blick in die Bucherwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochcntäglich zwei- hial, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: „Sozialdcmotral verlin- Morgenansgabe Derlinev Volksvleett (lO Pfennig) Anzeigenpreise: Sie ejnlvalttge Nonpareille- geile 80 Mennig. Retlamezelle d.— Reichsmart.„Kleine Anzeigen" das iettgevruckte Wort 23 Mennig izulästift zwei ietigedrnckte Worte). jedes weitere Wort IS Mennig. Elcllengesuche das erste Wort 15 Piennig, sedes weitere Wort t0 Piennig. Worte über 13 Buch. staben zahlen iür ,wei Worte. Arbeitsmartt Zeile 80 Viennig. Familienanzeigen iür Abonnenten Zeile 40 Mennig. Anzeigen iür die nächste Nummer müsse» bis 416 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin EW 88, Linden. strahe Z, abgegeben werden Geöffnet von SMi Uhr irüh bis 3 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen parte» Deutfchlands Reüaktion und Verlag: ö erlin EW. öS, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 29�—297. Englanö unö öie Rhemlanöräumung. Ausweichende Erklärungen im Unterhaus. London, 28. Juli.(Unterhaus.) In Erwiderung einer Anfrage sagte Locker Lampson.er höre, daß die Botfchafterkonserenz den Bericht der militärischen Sachverstandigen über die Schleifung der Befestigungen an Deutschlands Ost grenze, der von völlig befriedigendem Charakter fei, gebilligt habe. Er wolle aber den Fragesteller daran erinnern, dost das Abkommen mit der deutschen Regierung, welches zur Zurückziehung der alliierten Militärkontrollkommission am 31. Januar führte, nicht nur die Schleifung dieser Be- festigungen, sondern auch gewisse andere Punkte in der Abrüstung Deutschlands umjaßte, bezüglich derer die Anforderungen noch nicht völlig befriedigt worden sei. Bevor diese An- forderungcn nicht befriedigt seien, könne nicht gesagt werden, daß die vom Friedensvertrag ins Auge gesaßte Abrüstung o o l l st ä n° dig sei. Was die Funktionen des Bölkerbundes in dieser Sache betreffe, so gehe die Verantwortlichkeil sür die Aufsicht über die ständige Beobachtung derjenigen Abrüstungsklauseln des Versailler Vertrages, die vollkommen durchgesührt worden seien, an den Völkerbund über aus Grund seiner Rechte unter Artikel 213 des Versailler Bertrages über die Zurückziehung der Kontrollkommission am 31. Januar. Was den Schluß der Anfrage betreffe, so sei die Besetzung des Rheinlandes unter Artikel 428 des Versailler Vertrages eine Garantie für die Ausführung dieses Vertrages, und die Räu- mung dieses Gebietes sei auf Grund der Artikel 429 und 431 des Lcr- träges abhängig gemacht von Deutschlands Erfüllung seiner Ver- tragsvsrpstichtgngen ,m oll gemeinen und nicht nur derer, die sich auf die Abrüstung' beziehen. Debatte über Rußland und Ilottenabrüstung. London, 28. Juli. Im Unterhaus begann heute die außenpolitische Debatte. � Der Arbeiterparteiler Trevelyan— der seinerzeit sein Amt als Unter- staatssekretär niederlegte, weil England in den Weltkrieg eintrat— betonte, daß es keinen Zweck habe, in Abwesenheit der englischen Delegation weiter über Gens zu diskutieren, und sagte, daß die Regierung in der Außenpolitik einen falschen Weg eingeschlagen habe. In den zurzeit schwebenden Berhandlungen mit den Ver- «inigten Staaten sei die Voraussetzung, daß zu irgendeinem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit eines englifch-amerikani- schen Krieges bestehe, und daß infolgedessen keines der beiden englischsprechendcn Länder dem anderen Lande auch nur den gering- sten Vorsprung an Flottcnstärke gestatten könne. Der Außenminister habe zwar erklärt, daß ein Krieg zwischen England und Amerika un- möglich sei. Die englischen Vertreter in Gens hätten aber unter dem Eindruck gehandelt, daß ein solcher Krieg möglich sei. Der amerika- nische Botschafter choughton habe versucht, diese Diskussion der Kriegsmöglichkeit durch den Vorschlag aus der Welt zu schaffen, wonach beide Länder sich verpflichten sollten, daß eine Kriegs- erklärung erst nach einer Dolksabstimmung ergehen dürfte. Die Welt, so erklärte Trcvelyan, verlangt nach einer Kon- ferenz zwischen Houghton, Briand und Lord Cecil, drei Männern, die ehrlich an den Frieden glaubten, nicht nach Kon- ferenzcn von Admiralcn, deren Pflicht es sei, unter der Voraus- setzung von Kriegsgefahren zu handeln. Trevelyan führte noch in bezug auf China aus. daß die Ereignisse den seineszeit von der Arbeiterpartei ausgedrückten Bc- fürchtungen recht gegeben hätten. Der englische Handel in China sei um 20 Proz. zurückgegangen, der amerika- nische dagegen um 8 Proz. gestiegen. Der Abbruch der diplo- matischen Beziehungen zu Sowjet-Rußland sei so ungeschickt wie nur möglich gewesen. Dadurch sei in Europa eine Stimmung der Ver- d ä ch t i g u n g und Beunruhigung geschaffen worden und man habe überall zu Recht oder zu Unrecht den Eindruck gehabt, England versuche das übrige Europa zu einem Kreuzzuge gegen den Bolschewismus zu bewegen. Außenminister Chamberlain führte aus. die britische Politik gegenüber China Hobe sich seit den Regierungserklärungen vom vergangenen Dezember und Februar nicht geändert. Die Regierung halte fest an der Politik der Bereit- schast, über neue Verträge, die der veränderten Lage Chi- n a s angepaßt find, zu verhandeln, sobald man sich einer chinesischen Regierung gegenübersehc, die ihren Verpslichtungen nachzukommen in der Lage sei. Chamberlain bestritt dl« von Trevelyan erwähnte Be> hauptung der„Humanitö", daß der britische Botschafter in Paris mit Vertretern der Ukraine, eine Intrige gegen, die Sowjet- regierupg pngezettelt habe und bezeichnete das französisch« Blatt' vis nicht' vertrauenswürdig. Chamberlain sagte:.„Ich habe keine Sympathie mit den Zielen der Sowjetregierung und verachte, ihre innen- und außenpoliiischen Methoden. Aber ich weiß, daß es kein besseres Mittel gibt, diese Regierung zu stärken und dos russische Volk hinter ihr zu versammeln, als irgend etwas zu tun, was den Anschein erwecken würde, die nationale Einheit des russischen Volkes zu bedrohen. Vielleicht sind diese ständigen Gerüchte, daß Großbritannien eine aggressive Aktion erwägt, nicht ohne Zu- sommenhang mit der Tatsache, daß derartige Gerüchte es der Sowjetregierung leichter machen. bei ihrem Volk Verzeihung für ihre Tyrannei zu erhalten.'" Chamberlain sagte später aus Befragen, die Tür sei durchaus nicht gegen eine Wiederaufnahm« der diplomatischen Beziehungen geschlossen. Aber wenn ein Schritt in dieser Richtung ersolgen würde, würden Bedingungen gestellt werden, die es sicher machen würden, daß«ine neu« Sowjetvertretung sich den üblichen diplomatischen und internationalen Bräuchen anpasse. Zur Abrüstungskonferenz sagte Chamberlain, er brauche nicht ausdrücklich zu sagen, daß er den Abscheu vor dem bloßen Ge- danken an die Möglichkeit eines Krieges mit den Bereinigten Staaten teil«. Er versicherte, daß die Abordnung in Gens bestimmten Auftrag habe, die Flottenabrllstung zu fördern. Zentrum und Reichsbanner. Eine Enttäuschung für die Reaktion. In der Besprechung der dem Reichsbanner angehörenden führenden Persönlichkeiten des Zentrums, die am Donnerstag nachmittag in Berlin stattfand, wurde das Bedauern darüber ausgesprochen, daß Reichskanzler Marx sich zum Ausscheiden veranlaßt gesehen hat. Einmütig wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß sich sür die übrigen Mitglieder des Reichsbanners nicht die Folgerung ergebe, gleichsalls auszutreten. Ebenso einmütig wurde allerdings auch die Erwartung aus- gesprochen, daß künstig polittsche Entgleisungen von der Art des Schutzbundaufrufes unterbleiben und weiterhin Sicherungen für strikteste Ueberparteilichkeit und außenpolitische Neutralität des Reichsbanners geschaffen werden. Die Konserenz bedauerte, daß die endgültige Stellungnahme des Bundesvorstandes zu der von Zentrumsmitgliedern des Reichsbanners an, Sonntag in Magdeburg abgegebenen Erklärung noch nicht vorliege und behielt sich ihr ab- schließendes Urteil über die Vorgänge der letzten Zeit ebenfalls noch vor. «- Der Ausgang der Zentrumsbesprechungen zerstört die Hoffnungen der Deutschnationalen auf eine'Sprengung des Reichsbanners vollständig. Die Notwendigkeit der Ueberpartei- lichkeit wird von niemand bestritten. Bundespräsident Hörsing wird wahrscheinlich bei der nächsten Gelegenheit von sich aus bestimmte Vorschläge machen, wie den Wünschen aller Parteien im Reichsbanner für die Zukunft am besten Rechnung getragen werden kann und soll. Die parteipolitische Meinungsfrecheit muß davon natürlich völlig u n b e- rührt bleiben. Die Knechtung Süütirols. Deutsche Wirte müssen Fronvogtbilder anschaffen. Bozen, 28. Juli. Der faschistische Prooinzverband richtete an die Inhaber einiger Hotels in Südtirol eine Zuschrift, in der an die Pflicht erinnert wird, in den Lokalen und Gaststätten die Bilder des Königs und der Königin sowie Mussolinis anzubringen. Für die Durchsührung dieser Anordnung wird ein Ter m i n von vierzehn Tagen bestimmt. In dieser Zwangsverordnung heißt es, daß die Nichtbefolgung als Widerstand gegen die vorgesetzte B e- Hörde betrachtet werden müsse. Hiernach sind die faschistischen Bandenkommandos schon offizielle Behörden. Soweit ist es in Italien gekommen. polnischer Absolutismus. Sozialistischer Protest. Warschau. 28. Juli. Im„Robotnik", dem Zcntralorgan der polnischen Sozialisten, wird gegen Pilsudskis Politik des aufgeklärten Absolutismus scharf polemisiert:„Wir sprechen niemandem den guten Willen ab, aber wir stellen sest, daß der aufgeklärte Absolutismus eine K a t a- st r o p h c ist. Ihr wollt mit dem dünnen Papier der Phrasen den Abgrund überbrücke». Die MjiHe ist hoffnungslos. Ihr geht einem verlorenen Spiel entgegen. Der polnische Sozialismus darf es nicht zusammen mit Euch verlieren, denn diesen Verlust würde nicht nur die Demokratte, sondern Polen s e l b st zu tragen haben. Wir haben lange gewartet, über das Maß geduldig. Der aufgeklärt« Absolutismus wird den modernen Staat niemals erhalten können, und wenn wir uns jetzt nicht aufrichten, so stürzen wir in die Tiefe", vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin EW. b8, Lindenstr.Z PoM»e<«>>nt»i Berti» 87 38«— BanN»»«»! Baut der Arbeiter, Angestellten und Veamten. Wallftr.«5: Binlnoto-Eelelllchost. SenoRtcntofie iindcastr. 3. Musgaben der Republik. Was das flache Land von der deutschen Republik erwartet. Bon Staatssekretär Krüger- Lüneburg. Der soeben zum Stoatssckrctär im Preußischen Land- wirtschaftsministerium ernannte bisherige Regierungspräsi- dcnt in Lüneburg, Genosse Krüger, veröffentlicht in der neuesten Ausgabe der von Dr. Wirth herausgegebenen Zeitschrift„Deutsche Republik" den nachstehenden Aufsatz. Wir bringen ihn unseren Lesern zur Kenntnis, weil er gewisser maßen die Richtlinien widerspiegelt, nach denen der neue Staatssekretär zu arbeiten gedenkt. Red. d.„Vorwärts". Die Weimarer Verfassung soll noch ihren monumentalen Eingangsworten der Neuordnung des Reiches in Freiheit und Gerechtigkeit dienen und den gesellschaft- lichen Fortschritt fördern. Dazu genügt nicht die formale Gleichheit der Staatsbürger vor dem Gesetz und ihre politische Gleichberechtigung.. Denn politische Rechte werden entwertet, wenn wirtschaftliche Abhängigkeit den einzelnen verhindert, von seinen Rechten nach seiner Ueberzeugung Ge brauch zu machen. Deshalb stellt ja auch die Verfassung in dem zweiten Hauptteil, der von den Grundrechten und Grund- pflichten der Deutschen handelt, eine Reihe von Normen aus, welche jedem Staatsbürger neben der politischen auch die wirtschaftliche und kulturelle Freiheit sichern sollen. Soll die Verfassung im Volke lebendig erhalten bleiben und wirken, wie es ihre Väter ersehnt haben, so müssen gerade die Grund- sätze dieses zweiten Teiles nicht nur in der Gesetzgebung des Reiches und der Länder, sondern auch in der Verwaltung, die täglich dem einzelnen� Staatsbürger fühlbar ist, durch- gesetzt werden. Hier harrt der Republik eine große Aufgabe— besonders dort, wo sich fern von den' Brennpunkten des politischen Lebens noch Verhältnisse erhalten haben, die Jahrzehnte oher aar Jahrhunderte lang bestanden haben— auf d e m Lande. Hier ist noch viel— in manchen Gegenden alles zu tun. Und es ist bedeutsam, daß die Verfassung in dem be- kannten Bodenreform-Artikel 155, den Naumann und Da- maschke zusammen formuliert haben, das für das Land so wichtige Bodenproblem programmatisch behandelt. Der Wortlaut dieses Artikels ist oft zitiert. Er lautet in seinem wichtigsten Abschnitt: „Die Berteilung und Nutzung des Bodens wird von Stacus wegen in einer Weise überwacht, die Mißbrauch verhütet und dem Ziele zustrebt, jedem Deutschen eine gesunde Watz- n u n g und allen deutschen Familien, besonders den kinderreichen, eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Wirtschafts- Heimstätte zu sicher». Kriegsteilnehmer sind bei dem zu schassen- den Heimstöttenrecht besonders zu berücksichtigen." Darin liegt eine bedeutsame Wendung gegenüber der Zeit vor dem Kriege— damit wird anerkannt, daß der Staat die Bodenverteilung nicht allein dem privaten Gewinn- und Machtstreben überlassen darf, sondern selbst einen Ausgleich zum Besten des Volksganzen durchsetzen muß. Zwei Aufgaben hat die deutsche Republik vor allem an- zupacken, wenn sie das Volk wieder fest mit dem Grund und Boden verbinden will— zwei Aufgaben, mit deren Bewältigung sie zwar begonnen hat, deren endgültige Lösung aber noch bei weitem nicht erreicht worden ist: nämlich die Durch- führung der ländlichen Siedlung und der Pacht- schütz. Durch die ländliche Siedlung sollen auf dem Lande neue Stellen für Bauern, Landarbeiter und ländliche 5zandmerker geschaffen werden. Das ist aus den verschiedensten Gründen notwendig. Einmal aus Gründen der Bevölkerungspolitik. Wir haben in Deutschland, vor allem aus den Gebieten des Großgrundbesitzes, in der Zeit der industriellen Entwicklung eine unverhältnismäßig starke Abwanderung vom Lande gehabt, so daß viele Kreise heute weniger Ein- wohner haben als im Jahre 1870. Es gilt daher, die lünd- liche Bevölkerung wieder zu verdichten und die fremden Wanderarbeiter überflüssig zu inachen, die der Großgrundbesitz in das Land geholt hat.'Aber auch wiri- schaftspolitische Gründe sprechen dafür. Die Erfahrungen der ganzen Welt zeigen, daß die kleineren und mittleren Betriebe den Großbetrieben in ihren Leistungen mindestens ebenbürtig sind, wenn die Großbetriebe nicht durch die staatliche Wirt- schafts- und Zollpolitik einseitig begünstigt werden. Eine Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung isr in Deutsch- land vor allem notwendig auf dem Gebiete der Vieh- und Milchwirtschaft. Das ist aber gerade die Domäne der kleinen und mittleren Betriebe. Diese Verdichtung der landwirtschasr- lichen Bevölkerung und die Steigerung der landwirtschasi- lichen Erzeugung wird den inneren Markt stärken und so unserer schwerrmgenden Industrie einen Teil des Absi�.eo sichern, den sie heute vergebens im Auslande suchen muß. Und wenn es gelingt, die Abwanderung vom Lande einzudämmen, wird der Zustrom zu den Städten entlastet. Aus- schlaggebend aber müssen in der deutschen Republik, die nicht materielle Interessen allein fördern, sondern dem Wohl aller Volksgenossen dienen will, die sozialpolitrfchen Erwägungen sein. Wie Gering, der Dater des Reichssiedlungsgesetzes, an- geführt hat, haben wir eine soziale Verfassung auf dem Lande aufzurichten, die dem Freiheitsideal unserer Bevölkerung entspricht. Und das läßt sich nur erreichen, wenn möglichst viele Familien einen Anteil am Grund und Boden erhalten, der ihnen allein Selbständigkeit und Schutz gegen Bevor- mundung und Uebergriffe des Großgnindeigentümers bieten kann. Neue Siedlungen können einmal in Verbindung mit der Kultivierung von Moor- und Oedländereien angelegt werden, besonders im Westen Deutschlands, wo z. B. in den Pro- vinzen Hannooer und Schleswig-Holstein noch außerordentlich große Moor- und Heide flächen kultiviert werden können, deren Nutznießer sich heute teilweise immer noch der Kultivierung widersetzen. Zweitens können aber neue Stellen angelegt werden, wenn ein Teil der großen extensiv bewirtschafteten Güter aufgeteilt wird. Das ist ein dringendes Erfordernis in den östlichen Provinzen Preußens und in Mecklenburg, wo die Großbetriebe über 100 Hektar bei der Berufs- und Betriebszühlung von 1907 f a st die Hälfte des Bodens einnahmen: nämlich durch- schnittlich 44 Proz.(in Pommern 58,5 Proz., in Mecklenburg 60 Proz., im Regierungsbezirk Stralsund 7� Proz.). Wenn hier, wie das Reichssiedlungsgesetz es vorsieht, etwa ein Drittel der großen Güter, die keineswegs alle Musterbetriebe dar- stellen, in Bauerndörfer umgewandelt werden, und wenn auf dem Rest der Großbetriebe wenigstens den Landarbeitern, die heute in den Werkwohnungen der Gutseigentümer hausen müsien, eine Heimstätte errichtet wird, die sie vom Arbeit- geber unabhängig macht, dann wird damit nur e i n U n r e ch t g es ü h n t, das der Großgrundbesitz im Laufe der Jahr- hunderte begangen hat. Denn bei der deutschen Besiedlung vom 12. Jahrhundert an sind zunächst im Osten fast überall deutsche Bauerndörfer angelegt, die eingestreuten Rittergüter waren nicht übermäßig groß, ihre Inhaber hatten keine Rechte gegenüber den deutschen Bauern. Erst nach sahrhundertelangem Ringen der adeligen Ritter und der Landesfürsten gegen die Bauern haben diese ihr freies Eigen- äum und ihre persönliche Freiheit verloren. Die öffentliche Gewalt, die ihre Unterdrücker selbst ausübten, zwang sie, Frondienste auf den sich neubildenden Rittergütern zu leisten. Auch die Stein-Hardenbergsche Bauernbefreiung hat den alten Zustand nicht wiederhergestellt. Vielmehr wurden unter dem -Einfluß des Adels die grundlegenden Gesetze Steins so zugunsten des Großgrundbesitzes durchgeführt, daß Tausende und aber Tausende von Bauern gerade infolge der Durch- führung der Agrarreform ihre Stelle verloren, daß über eine Million Morgen Bauernland zum Gutsland geichlagen wurde und so ein völlig proletarisierter Stand der •Lavdarbeiter entstand. Von dieser Entwicklung pflegen unsere deutschen Geschichtsbücher nur wenig zu melden. Die Oeffentlichkeit weiß kaum etwas von dieser Tragödie, die sich hier auf deutschem Boden abgespielt hat, und deren Folgen noch heute die wirt- fchaftliche und soziale Struktur des deutschen Volkes ent- scheidend beeinflussen. Um so mehr hat die deutsche R e- publik Anlaß, in diesem Sinne die Führung zu übernehmen und dafür zu sorgen, daß in dem entvölkerten Osten Hundert- tausende von neuen Bauernstellen und Landarbeiterheim- statten geschaffen werden. Diese Aufgabe ist nicht minder wichtig wie die Regelung der industriellen Arbeitsverhältnisse. Sie ist gewiß schwierig zu lösen. Aber den Kreisen, die sie Zösen, wird das deutsche Volk danken. Nahezu dieselbe Bedeutung wie der Siedlungsgesetzgebung kommt der Pachtschutzfrage zu. Besonders im Westen des Reiches, in Westfalen, im Rheinland, in Hessen und in Süddeutschland sind große Grundherrschaften vorhanden, die ihren Grundbesitz durch Verpachtung im kleinen als bäuer- liche Wirtschaften- und als Parzellenbetriebe nutzen. Die gesamte Existenz der Pächter ist so vom Verpächter abhängig. Allein in Westfalen sind z. B. mehr als 70 000 Pächter auf nur 95 Großgrundbesitzer angewiesen. Die Verpflichtungen, Kinderfest auf dem Hofe. Bon Walter Guife. Es gab eine Zeit, da hatte der Berliner Hof seine eigene Ro- mantik: da spielten dle Kinder im Schatten eines großen Nuß- bawnes oder tanzten zu den Klangen eines alten Leierkastens. Das ist nun schon lange her. Nur in den Romanen Erdmann Oräsers, Felix Philipps und anderer Erzähler des Berlins von da- mals grüßt noch die Beschaulichkeit eines gemütvolleren Lebens auch in unsere lärmende, keifende und rasend« Zeit hinein. Während wir Aelteren uns ergeben in das Unvermeidliche fügen. entfaltet die Sonnensehnsucht unserer Kinder irnnier wieder ihre Schwingen und erhebt sich machtvoll aus den Niederungen trüber Alltäglichkeit. Und ,so hoben Jungen und Mädchen den düsteren Hof eines Mietshauses in ein Paradies der Lebensfreude verwandelt, auf daß der Traum ihrer lichtfrohen Seelen Wirklichkeit werde. Da hängen sie noch in luftiger Höhe, die bunten Fähnchen und Lampions, auf langen Schnüren kreuz und quer über den Hof ge- spannt. Und an jedem einzelnen Wimpelchen hängt so ein kleiner unschuldiger Wunsch eines fröhlich.'n ftinderherzens. lieber Nacht ging Regen nieder: der hat die bunte Herrlichkeit Unbarmherzig initgenommen. Nun flattern die Wimpel müde und welk, und ihre Farben find bleich geworden. Aber die Kinder grüßen sie dennoch mit hellen Augen: denn die Vergänglichkeit alles Irdischen kann ihnen den mutigen Glauben an die ewige Freude nicht nehmen. Wie war es doch: Mit einem Kaffeeschmaus an blumcn- gefchmückier Tafel halte es begonnen. Da saßen sie in bunter Reihe, die unruhigen Geister, und ließen sich mit Kuchen und Naschereien fiittern. Und die hebe Sonne lachte freundlich herab auf die zappelige Gesellschaft, denn sie wollte auch von sich aus das sonnen- möglichste zur Verschönerung des Festes beitragen. Dann kamen die lustigen Vorführungen auf schnellgezimmerter Bühne an die Reihe. Das wurde ein Spaß. Keck und drollig gaben die jungen Schauspieler, was sie aus ihrer kleinen Rolle zu mache» wußten. Sie fanden kein Ende in ihren« Programm. Sie hatten ja auch ein großes Publikum, denn alle waren gekommen, alle, dle noch ein Herz haben, um wie Kinder fühlen und mit ihnen jauchzen 55» können. Da war kein Fenster, aus dem nicht neugierig frohe Gesichter blickten, die mit Begeisterung dem Spiel auf der Bühne folgten. Bonbonregen und mancherlei andere Lustigkeiten waren willkommene Abwechslung in der bunten Feier... Endlich begann es zu dämmern. Und nachdem man die Lichter in den farbenfrohen Lampions entzündet und ein langer Fackelzug der Kinder mit Musik und jauchzend'm Gesang die Runde gemacht hatte, wurde da? Bild des sonst so trostlosen Berliner Hofes ungeahnt warm und malerisch. Augenblicklich schien die graue Wirklichkeit in eine schön« Märchenwelt verwandelt, in der die Menschen alle zu einer großen liebenden Familie werden, die diese Abhängigkeit den Pächtern auferlegt, sind manchmal nicht minder drückend wie diejenigen, unter denen der oft- preußische Inste in seiner Werkwohnung seufzt. Vor dem Kriege waren für diese Rechtsverhältnisse lediglich die Vor- schriften des Bürgerlichen Gesetzbuches maßgebend, die Ver- Pächter und. Pächter formell völlig gleichstellten, aber dem un- geheuren sozialen und wirtschaftlichen Uebergewicht der Ver- Pächter in keiner Weise Rechnung trugen. Erst das Pacht- schutzgesetz der deutschen Republik vom 9. Juni 1920 hat hier Abhilfe gebracht. Seitdem sind Pachteinigungsämter er- richtet, die paritätisch besetzt sind, und den Pächtern Schug gegen willkürliche Kündigungen und ungerechtfertigte Pacht- steigerungen gewähren sollen. Die Pachtschutzordnung war zunächst nur auf zwei Jahre erlassen. Sie ist mehrfach verlängert worden— erst kürzlich für weitere zwei Jahre bis zum 30. September 1929. Sie hat außerordentlich segensreich gewirkt, die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Pächter geschützt und gefestigt und in ihnen ein gesundes Selbstvertrauen erweckt, das der Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte nur außerordentlich förderlich fein kann. Aber die bisherige Gesetzgebung genügt nicht. Sie kann wirklichen Segen nur leisten, wenn der Pachtschutz zu einer dauernden Einrichtung gemacht wird, wenn die Be- stimmungen der Pachtschutzordnung in die des bürgerlichen Rechts hineingearbeitet werden, und wenn die sozialen Grund- gedanken der Pachtschutzordnung Bestandteile des bürgerlichen Rechts werden. Tausende von kleinen Pächtern sehen heute mit Bangen dem 30. September 1929 entgegen, an dem nach der bisherigen Gesetzgebung der Pachtschutz aufhören soll, und wünschen sehnsüchtig die Anwendung der zeitlich begrenzten Pachtschutzordnung in ein dauerndes Pachtschutzrecht. Die deutsche Republik darf ihre Hoffnungen nicht enttäuschen. Hemmungen öer Diplomatie. Stockung in den deutsch-französischcn Verhandlungen. Es muß berechtigte Unruhe erregen, daß die deutsch-fran- zösischen Handelsvertragsverhandlungen nach den wiederholten Ankündigungen eines unmittelbar bevorstehenden Ab- schlusses sich noch immer in die Länge ziehen. Zwar ist es verstand- lich, wenn bei einem solchen Vertragswerk die Neuformulierung von etwa 400 bis 500 Zolltarifpositionen Schwierigkeiten macht. Andererseits aber ist der Inhalt der Verhandlungen bei den Par- te-en seit langem bekannt und so ausgiebig besprochen worden, daß jetzt nach dem Scheitern der sranzöstschen Zolltarifnovelle, eine Be- schleunigung des Verfahrens erwartet werden konnte. Nun wird bekannt, daß Frankreich sich sträubt, Deutschland die Gleich- berechtigung für die Ernennung von Konsulen besonders in Elsaß- Lothringen zu geben, außerdem macht sich in Frankreich ein starkes Streben bemerkbar, dey deutschen Waren die Gleichbehandlung bei ihrer Einsuhr nach Französisch-Marokko zu verweigern. Wir haben volles Verständnis dafür, wenn die deutsche De- legation bei der Vorbereitung des neuen Abkommens möglichst weitgehend diejenigen Fragen regeln will, die dann die Basis eines endgültigen Handelsvertrages bilden sollen. In einem solchen end- gültigen Vertrag wird Deutschland die vollständige Gleichberechtigung mit anderen Ländern in Frankreich und seinen Kolonien ebenso fordern müssen. Vorläufig jedoch handelt es sich nur um eine Uebergangsregelung. Es ist dringend zu wünschen, daß m dem verfahrenen handelspolitischen Verhältnis mit Frankreich bald eine Entspannung eintritt. Die deutsche Industrie ist jedenfalls. in ihrem Export nach dem Westen heute außerordentlich benach- teillgt und kann bei dem jetzigen zollkriegsartigen Zustand nur unter den größten Schwierigkeiten Waren nach Frankreich ausführen. Unter diesen Umständen wäre es verfehlt, wenn man die Nebenfragen, die im endgültigen Handelsvertrag geregelt fein müssen, bereits beim provisorischen Abkommen unter allen Um- ständen gelöst sehen will. Das Interesse an dem deutschen Export nach Marokko ist viel zu gering, als daß man daran ein Handels- Provisorium mit Frankreich scheitern lassen könnte. Die Arbeiter- schaft muh oerlangen, daß zunächst eimnal mit dem großen Markt „Zreitt Cuch öes Lebens...* Martin Usteri, der liebenswürdige Schweizer Dialektdichter und Idylliker, dessen 100. Todestag auf den 20. Juli fällt, hat sich— wie so mancher längst vergessene Poet— mit einem einzigen Gedicht im Munde des deutschen Volkes erhalten. Es ist das gemütvolle Lied „Freut euch des Lebens, solang' noch das Lämpchen glüht", dos auch in unseren Tagen des Jazz doch immer noch in deutschen Gauen von Wanderern und in fröhlicher Gesellschaft gesungen wird. Das Ge- dicht, das zuerst 1793 cm„Reuen Schweizer Museum" an versteckter Stelle erschien, erlangte dann bald seine Volkstümlichkeit, als es 179S der weit verbreitete Göttinger Musenalmanach aufnahm: hi«r findei sich auch schon die einprägsame und innige Melodie von Nägeli, nach der das Lied noch heute gesungen wird. Wenn diese anspruchslosen Verse einen so starken und dauernden Widerhall in deutschen Herzen fanden, so liegt dies an jener Verbindung einer gefühlsseligen Weh. mut mit natürlicher Herzensheiterkeit. Außerdem aber kommt hier auch die Weltanschauung der Aufklärung zum Ausdruck mit ihren Idealen der Redlichkeit, Treue und Freundschaft, mit dem Glauben an die Güte des Menschen und dem Aufblick in ein besseres Vater- land. Usteri, der als großer Verehrer der deutschen Dichtung auf seiner Reise durch Deutschland 1783/84 Klopstock, Claudius und Goethe besuchte, ist in seinem Dichten ein Nachfahr jener Idyllendichtung, die Voß begründete und die ihren Höhepunkt in Goethes „Hermann und Dorothea" fand. Daß er für sein« Schöpfungen den Züricher Dialekt wählte, verdankte«r dem Muster Hebels, der mit feinen alemannischen Idyllen vorangegangen war. Die kleinen Genrebilder, die Usteri in„De Herr Heiri" und„De Vikari" entwarf. schildern mit scharfer Realistik dos Leben der Kleinstadt, und über dem gemütlichen Humor schwebt auch ein wenig Satire und Witz. So hat er z. B. in dem Pfarrhausidyll vom Vikar in der Gestalt der Frau Hauptmann jene unechte Verhimmlung des Schweizer Wesens parodiert, die in Claurens berüchtigter„Mimili" am bekanntesten wurde. Usteri, der in der Dialektdichtung stets fein« Stellung be- haupten wird, hat auch sonst in seinen Gedichten manch neue Pfad« eingeschlagen. So ist er einer der ersten, der das Hochgebirge verherrlicht.> Dr. F. S. Der hurra-Tod. Wer kennt nicht die Beschreibungen und Bilder der Kriegspropaganda! Untergehendes Kriegsschiff, die Mannschaft stramm aus Deck angetreten, ohne mit den Wimpern zu zucken, wohlausgerüstet in geleckter, fleckenloser Paradeuniform, den sichtbaren Tod vor Augen, schwarzweißrotes Flaggenlied, dreimaliges Hipp hurra auf den Allerhöchsten Kriegsherrn und dann mit Achtung. stillgestanden! ab in die Tiefe. Kitschmaler pflegen das mit geleckten Farben für das liebe nationale Publikum in Hunderten von Darian- ten darzustekken. Das ist die Legende, das Propagandamärchen. Die Wirklichkeit: Der englische Marinetaucher Miller hat seine Erinnerungen veröffentlicht. Er hat 60 von den Engländern versenkte deutsche Unterseeboote während des Krieges auf dem Meeresgrund aufgesucht, um nach den Geheimpapieren zu forschen. Er schobert einen Fall ausführlich: „Die Maschinenteile waren durch die Granate zerstön worden. aber das Boot sank, fast noch unbeschädigt, es drang kein Wasser des europäischen Frankreichs dfesenig« Derttndung hergestellt wird, die den Export dorthin lohnend macht. Es wäre äußerst zu bedauern, wenn eine falsche Rücksicht auf das diplomatische Prestige diese zunächst erreichbare Bereinigung der deutsch-sranzösischen Handelspolitik verhindern würde. bricht sich Sahn nur üas, was gutl* Sine Ausrüstungs-Preisliftc. Es besteh- da. natürlich in Bayern, eine Firma I. P. in Sulzbach-Oberpsalz, Kaufhaus für Ausrüstungen. Die Aus- rüstungs-Preislifte, zugleich„Engrosliste zum Katalog, 1927", wird mit diesen klassischen Versen eingeleitet: Es bricht sich Bahn, nur das was gut: Beim Einkauf mußt Du daran denken: Vor Billigkeit fei auf der Hut, Es. kann Dir niemand etwas schenken! Der Mann hat recht! Was er bietet, ist nicht zu verschenken! Da sind, ganz kameradschaftlich nach der Rangordnung,„W äffen- röcke aus Mannschaftstuch, besserem Mannschastswch und la Offi- zierstuch, Knöpfe nach Wunsch, Stahlhelm, Iungdo, Werwolf oder ganz glalt". Vollkommen glatt! Dann gibt's in hitleria- nischer Rechtschreibung„Brecheshosen",„elegante Form" für Mannschaften, und„schneidige Form" für Offiziere. Weiter darf man Tornister aus Segeltuch oder Kalbjell beziehen. Es soll eben jedem unbenommen sein, auf das angeborene Ochsen- fell noch-in Stück junges Kalbfell zu schnallen! Dann Koch- g eschirre,„faßt ungebraucht" und„wie Alluminium!" O, du armes, deutschvölkisches Deutsch! Auch für Beilpicken und Jnsan- teriespaten ist gesorgt, und Mützen sind da,„laut Vorschrift mit Schild. Riemen usw." Ja.«s geht nichts über die Vorschriji! Seitengewehre werben ibeiterhin annonciert, und Uebungswurl- körper„wie Handgranaten(neue Erfindung)." Dazu ist tunlichst zu singen:„Siegreich wall'n wir Frankreich schlagen! Mit Bilderchen dabei, erhält man ein Angebot auf„Bierzipsel in Schwarzweißrot-Coleur"(wahrscheinlich für Mannschasten) und Weinzipfel(wahrscheinlich für die Herren Offiziere). Was aber ist die„beste Werbereklame"? Was„bestelle jeder zumJScr- teilen an Freunde"? Die— es sieht aus wie«in richtiger Fahr- schein!— die„Freifahrtkarte nach Jerusalem, gültig ab jeder deur- schen Station, nicht übertragbar, hin und nicht wieder zurück'." Das ist witzig, das ärgert die Juden! Und kommt dazu noch der „große Verkaufsschlager, das Aufsehen erregende Buch: Der z w e! t e W e l t t r i e g 1 92 7—1 9 3 3, Stück 20 Pfennig", dann ist die Sache komplett. Also auf in den zweiten Weltkrieg, Stück 20 Pfennig, mit „Breche-Hosen".„Alluminiumbüchsen".„Uebungswurfkörpern". Bierzipseln und Freifahrtkarten nach Jerusalem! Die Sache wird schon schief geh'n! Hello! Die tapferen Hohenzollern. Weit davon ist nnt vorm Schuß! Der verstorbene Ferdinand von Rumänien war, wie man weih, ein Bruder des von uns einige Male nicht eben rühmlichst erwähnten Fürsten Wilhelm von Hohenzollern-Siq- ni a r i n g e n. Es mußte einige Verwunderung erregen, daß Seine Hoheit der Beisetzung Seines Bukarester Bruders nicht beiwohnten! Zlllerhöchstdei selbe hätten aber gute Gründe. Aus Sigmaringen wird nämlich gemeldet: „Infolge der ungünstigen Verhältnisse in Ru» m ä>i i e n hat sich Fürst Wilhelm von Hohenzollern entschlossen, von der Teilnahme an den Beisetzungsseierlichkeilen seines Bruders abzusehen." Wie sagt doch der alte ehrliche Falstaff?„Der bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht, und mittels dieses besseren Teils habe ich mein Leben gerertet. Wetter, ich fürchte mich vor dem Schießpulver..." Nichts geht über den Heldenmut dieser erhabenen Fürstenfamilie. die„lieber 22 Armeekorps auf der Strecke lassen, als einen Fußbreit deutschen Bodens opfern" wollte, dabei aber das eigene hohe Haus vergaß. in das Innere, jedoch vermochte das Boot nicht mehr noch oben zu steigen. Der Vorrat an frischer Luft brauchte sich ganz langsam auf und die 50 Offiziere und Mannschasten waren, nachdem sie sich im Wassergrab gesaugen sahen, von einer Panik ergrissen worden. Viele waren von den anderen getötet worden, andere hatten Selbst- mord begangen. Die Szene war ein Platz des Schreckens. Einige hatten noch Briefe in die Heimat geschrieben und das Papier und die Umschläge schwammen nun in dem engen Raum umher. Einen Teil davon tonnte ich noch erlangen und die wurden dann nach Deutschland gesandt und wahrscheinlich auch den Angehörigen über« mittelt. Niemals werde ich den Ausdruck des«schreckens auf diesen Gesichtern vergessen und die verstümmelten Köpfe derer, die sich im letzten Augenblick eine Kugel durch den Kopf gejagt hatten. Schwäime von Fischen machten sich über die Leichname, Hyänen und Geier der Tiessee." Der grausige Schrecken des Todes, die furchtbare Wirklichkeit des Krieges gegen die schwarzweißrot lackierte Propagandalüge! Des internationale Lustsahrtausstellung in Bertin 10ZS. Nach langwierigen Verhandlungen mit den maßgebenden Regierung?- stellen der Stadt LeAin steht nunmehr fest, daß die schon lange au- gekündigte„Internattonale Luftsahrtausstellung Berlin 1928" (IIa 1928) im kommenden Frühjahr veranstaltet wird. Die Aus- stellung wird vom Reichsoerband der Deutschen Luftfahrtindustrie unter Mitwirkung des Slusftellungs-, Messe- und Fremdenverkehrs- amts der Stadt Berlin in den früher dem Reichsverband der Auto- mobilindustrie gehörenden Ausstellungshallen in Charlottenburg ani Kaiferdamm in der Zeit vom 23. März bis 11. April nächsten Jahres abgehalten. Im einzelnen ist beabsichtigt, die ganzen Ausstellungsobjekte in fünf große Gruppen zu unterteilen, von denen die erste Gruppe: Luftfahrzeugindustrie natürlich den breitesten Rahmen einnehmen wird. Eine zweite große Gruppe umfaßt die sämtlichen Gebiete des Luftverkehrs im In- und Ausland. Die dritte Gruppe veranschaulicht die Ausbildung des Flugzeugführers zum Sport- und Verkehrsflieger und bringt dessen Ausrüstung und Be- kleidung zur Darstellung. Eine vierte Gruppe umsaßt sämtliche Gebiete der Lustfahrtwissenschaft und-literatur. kunstvandalismu» auf Bestellung. In Duisburg wurde die im Tonhallengarten aufgestellte„Kniende" des aus Duisburg stam- Menden bekannten Bildhauers Lehmbruck in der Nacht zu Donners- tag von sechs Männern so zerstört, daß nur ein Bein stehen blieb. Die Figur ist in der Mitte durchgebrochen. Die Täter entkämen. In der Presse war schon seit längerer Zeit gegen die ja auch in Berlin von Ausstellungen her bekannte Figur gehetzt worden. Schülerinnen hatten neulich gegen sie demonstriert, auch hatte man ihr Kleider angezogen. Dabei ist die Nacktheit der Statue alles ander« denn aufreizend. Die Schuldsrage beantwortet eine vor einigen Tagen im klerikalen„Echo vom Niederrhein" veröffentlichte Zuschrift, in der es heißt, man könnte den Wunsch haben, es mäch- »en ein paar handfeste Buben gegen gute Bezahlung ein paar Monate Geiängnis riskieren und die„Kniende" enthaupten und entbeinen. Es wäre die radikalste Erledigung des Kunstnimmels. Die Stadl Duisburg Hai 2000 Mark Belohnung auf die Namhajlmachung der Täter und ihrer geistjgen Urheber ausgejelzl. WW_ W S■ W»» W>»_> richtet sich die Kundgebung der Soxialdemokratie WM Pi Ad 78 87 AT*! AR am MontaS sdend 7 Uhr auf dem Wittenbergplatz. BCJJIf BUB» S HG�wd I Erscheint in Massen zur Kundgebung! Alse für notleidende Beamte. Die wirtschaftliche Lage der unteren Gruppen.— Tic Aufgabe der Vorgesetzten.— Verstärkung des außerplanmäßigen Unterstützungsfonds. Der Amtliche Preußische Pressedienst gibt folgenden Erlaß des preußischen Finanzmini st ers bekannt: Die gegenwärtige schwierige wirtschaftlich« Lage der Beamten läßt es gerechtfertigt erscheinen, die Anträge auf Gewährung von Unterstützungen in der nächsten Zeit mit besonderem Wohl- wollen zu behandeln. Insbesondere werden Gesuche der ver- heirateten Beamten der unteren Gruppen zu berück- sichtigen sein. Angesichts der großen Notlage wird es aber auch Aufgabe der Vorgesetzten sein, ihrerseits die wirtschaftliche Lage ihrer Beamten von Amts wegen zu prüfen und gegebenenfalls von sich aus das Weitere zu veranlassen, und Zwar auch in solchen Fällen, wo nach Kenntnis des Vorgesetzten in einer Notlage befind- liche Beamte aus irgendwelchen Gründen es unterlassen, einen Antrag aus Gewährung einer Unterstützung zu stellen. Einem Vorgehen des Reiches er-tsprechend, erklärt sich der Minister daher aus Grund des Artikels 67 Absatz 2 der Verfassung damit einverstanden, daß die im Haushallsplan für das Rechnungs- jähr 1927 bei den einzelnen Verwaltungen vorgesehenen Mittel für Unterstützungen an Beamte für das Rechnungsjahr 1927 im Bedarfs-, falle bis zu 50 Proz. ihres Betrage- außerplanmäßig verstärkt werden. Der Erlaß ist sinngemäß auch auf die unter dem preußischen Angestelltentarif stehenden Angestellten anzuwenden. Die im Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1927 für die Unterstützung an Angestellte in Frage kommenden Fonds können im Bedarfsfalle ein« außerplanmäßige Verstärkung bis zu 25 Proz. erfahren. tzimmelsbach in Konkurs. Ucber Prozessen der finanzielle Atem ausfleflangen. Kein Ruhmesblatt für die Staatsverwaltungen. Die Existenz der in den letzten Jahren so viel umstrittenen Firma Gebr. Himmelsbach A.-G., Freiburg, ist beendet. Sie hat, nachdem am 28. Juli die über sie verhängte Geschästsaufsicht zu Ende gegangen wäre und sie keine Aussicht mehr für die finanzielle Weiterführung der Betriebe' sah, den Konkurs der schon lange mit starker Einschränkung arbeitenden Werke angemeldet. Damit werden über Vorgänge zunächst die Akten geschlossen, bei denen der zusammengebrochene Holzkonzern moralisch im Recht war. Er hatte nach dem Ruhrkrieg französische Austräge durchgeführt, die sicher auch von anderen deutschen Firmen aus- geführt worden wären und die sich nur durch den Zeitpunkt von Verträgen mit Franzosen unterschieden, die von Stinnes und an- deren hundertfach ausgeführt wurden. Da die Forstbureaukratie der Länder daraufhin aber die Geschäfte mit der Firma sperrte, und ein saktischer und moralischer Boykott ihre Bewegungsfähigkeit zerstörte, wurde die Existenzfähigkeit der Gesellschaft von Grund ai�s bedroht.- Nach der Derhängung der Geschästsaufsicht hing alles von dem Ausgang der Prozesse ob, die die Firma mit den einzelnen deutschen Ländern führte. Diese Prozesse hätten noch jahtelang dauern können. So lange hielt es die Firma unmöglich aus, um so mehr, als die verklagten Länder, mit formeller Berechtigung -weifellos, die endgültige Durchführung der Prozesse nicht nach dem Vorschlag der Firma Himmelsboch abkürzen wollt«. Auch das vom Reiche befiirwortete Schiedsgericht unter dem Vorsitz des Reichs- gerichtspräsidenten war von den Ländern mit dem Hinweis auf die schwebenden Prozesse abgelehnt worden. In der Geschichte der deutschen Verwaltung wird der Fall Himmelsbach nicht so leicht ausgelöscht werden können. Er wird kaum als Ruhmesblatt für die Resiortkünste der Länder ver- zeichnet werden. Sicher hätte die strenge Ausscheidung aller politischen und die Beschränkung auf die geschäft- l i ch c n Momente des Streitfalles zu anderen Ergebnissen führen lönnen, als diesen. Die Prozesse werden jedenfalls weitergeführt werden. Häverns Finanzausgleich. Folge für München: 2,3 Millionen Mark Defizit. München, 28. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag hat sich der München er Stadtrat, der ähnliche Mchrheitsoerhältnisse wie der bayerische Landtag aufweist, . mit der durch das neu« bayerische Jinanzausgleichsgesetz geschaffenen Lage befaßt. Der Fiitanzreserent stellt« unter Zustimmung aller Parteien des Hauses fest, daß das Gesetz für die Stadt München eine schwere Enttäuschung brachte. Der ganze Ausgleich sei fast ausschließlich aus die Schultern der Großstädte gelegt und der Glaube an die von der bayerischen Regierung immer so sehr betonte Notgemeinschaft zwischen Ländern und Gemeinden sei st a r k erschüttert worden. Durch die Kürzung des An- teiles der Gemeinden an der Einkommen- und Körperschaftssteuer zugunsten der Bezirke und Kreis« wird der Stadtgemeinde München für das laufende Rechnungsjahr eine Einnahmeminderung von rund 809 000 Mark entstehen, durch die Zlenderung des Umsatzfteu.'rverteilungsschlüsscls eine solche von rund 1 550 000 M.> so daß sich haushaltsmäßig«in laufendes Defizit von 2350000 Mark ergibt. Außerdem erleidet die Stadt durch Be- schränkung der ihr zustehenden Nachzahlung an Emkommcn- und Körperschaftssteuer einen einmaligen Ausfall von rund 3H Millionen Mark. Für Nürnberg beträgt die Einnohmeverminderung im lan- senden Etatsjahr rund 1� Millionen Mark, wozu ein weiterer ein- maliger Ausfall von 1,7 Millionen Mark kommt. Dabei sind sich alle größeren Städte durchaus bewußt, daß ez kaum möglich sein wird, von den in dem Gesetz vorgesehenen Einnahmemöglichkeiten überhaupt Gebrauch zu machen. Keichslagsabgeordneter Otto Landsberg. der von dem preußischen Innenminister als Nachfolger Hörsings für dos Ober- Präsidium der Provinz Sachsen in Aussicht genommen war, Hot drin- gend gebeten, von seiner Kandidatur Abstand zu nehmen. Der preußische Innenminister wird jetzt an eine Reihe anderer Persönlichkeiten herantreten, und sobald der geeignete Kandidat gefunden ist, dem für die Provinz Sachsen zuständigen Pro- vinzialausscbuß einen entsprechenden Vorschlag mochcn. Als Anns- Nachfolger Hörsings kommt natürlich nur ein Sozialdemo- trat in Frage. Herichtigung. Eine neue Lesart der letzten Hcrgt-Redc. Wir haben in unserer Donnerstag-Abendausgabe auf die sonderbare Wendung in der Rede hingewiesen, die der Vizekanzler H e r g t bei dem Empfang der schwedischen Journalisten gehal- ten hat: „In der Innenpolitik zeige sich unter der Präsident- schaft Hindenburgs und unter der jetzigen Regierung das Bestreben, für die großen Aufgaben der Zeit in f r i« d- lichem Ausgleich der Gegensätze praktische Lösungen zu finden." Hierzu wird uns von einem guten Kenner der Verhältnisse in der gegenwärtigen Regierungskoalition versichert, daß Hergt mit diesen Worten keineswegs beabsichtigte, die Präsidentschait Hindenburgs gegen die Präsidentschaft Eberts oder des jetzigen Bürgerblockskabinetts gegen die früheren Reichsregierungen auszu- spielen: er habe lediglich gemeint, daß man bestrebt sei, die schweren Gegensätze innerhalb der Regierungs- p a r t« i e n auszugleichen. Es muß zugegeben werden, daß diese Lesart einige Wahrschein- lichkeit für sich hat, da die Beilegung der Konflikte innerhalb der Rechtskoalition in der Tat eine der wichtigsten Aufgaben ist, denen der Reichspräsident und die Reichsregierung ihre Zeit zuwenden müsien. Deutfch-belgische Polemik. Eine scharfe Erklärung der belgischen Regierung. Die belgische Telegraphenagentur veröffentlicht eine in scharfem Ton gehaltene offiziöse Erklärung gegen die letzte deutsche amtliche Mitteilung, wonach Deutschland die Debatte über die Rede Broque- villes nicht weiter fortsetzen wolle. Auch die belgische Regierung er- klärt jetzt, daß sie diese Erörterung, die ohnehin nutzlos geworden sei, nicht weiterspinnen wolle. Die belgische Regierung fügt aber trotzdem hinzu, daß die deutsche Regierung„ohne Grund und nach Locarno* die Veröffentlichung von Anklagen erlaubt habe, deren Hinfälligkeit offenbar sei. Die deutsche Veröffentlichung der Fest- stellungen des Untersuchungsansschusses über die Kriegsvorgänge in Belgien richte sich ßegen hundertmal wiederholte Wahrheiten. Die deutsche Regierung begreife nicht, daß ähnliche Veröffent- lichungen die öffentliche Meinung in Belgien in starkem Maße un- günstig beeinflußten._ Das Schattendorfer Zehlurteil. Auch die Ehristlichsozialen lehnen es ab. Di« reaktionäre Presse in Deutschland hat sich mit d:m Schottendorfer Urteil, dem äußeren Anlaß der blutigen Ereignisse in Wien, sofort-solidarisch erklärt, weil für sie die Frei- sprechung von Arbeitermördern etwas so Selb st ver stand- l i ch e s ist, daß nur„rote Hetzer" Kritik daran üben tönntm. Die Wiener Zeitungen vom 27. Juli, die ausführliche Sitzungsbericht« über die Debatte im Nationalrat enthalten, sind inzwischen ein- getroffen. Aus ihnen geht hervor, daß der ch r i st l i ch- s o z i a l e Hauptredner K u n s ch a k, der unmittelbar nach Otto Bauer sprach, ausdrücklich erklärt hat, daß auch er den Wohrspruch der Geschworenen im S ch a t t e n d o r s e r Prozeß für ein Fehlurteil halte. Danach scheint man in ganz Deuts�öster- reich einig dann zu sein, daß dieser verhängnisvolle Frerspruch skandalös war. Nur die reichsdeutschen Reaktionäre stellen sich schützend vor diesen Justizskandal, weil sie wohl darin einen Präze- denzfall für die Freisprechung der Arensdorfer Mörder er- blicken möcht.m. i Starte Gppojition in Rußland. Oberkommunist Jaroslawskr gibts öffentlich zu. Moskau, 27. Juli. In den letzten Tagen ist die„Prawda" gegen die Opposition geradezu mit einem Trommelfeuer von Artikeln vorgegangen. Nun- mehr scheint eine Kampfpause einzutreten, denn die heutige Polemik des Hauptkämpfcrs der Parteimehrheit Jaroslawsti trägt den Vermerk„Schlußartitel". In diesem Artikel, der nicht weniger als 2 4 F e u i l l e t o n s p a l t e n(!) umfaßt, sagt Jaros- lawski über den Zweck der ganzen Polemik: Es sei notwendig ge- wesen, die Gefahren darzulegen, die aus der Tätigkeit der Opposition sich ergeben. Es wäre kurzsichtig und unklug, sich darüber zu täuschen, daß der Kampf gegen die Opposition unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen besonders schwierig sei.„Die Imperialisten ziehen ihre Schlüsse aus unserer inner- parteilichen Lage und sie schätzen sie von ihrem Standpunkt aus ganz richtig ein. Wenn es in unserer Partei Gruppen gibt, die bereit sind die Grundlagen unserer Partei zu erschüttern, welche die. Partei aufwühlen, in der Partei Fraktionen, Gruppen und Flügel aller Art bilden, die ihre Tätigkeit sogar in die Masse der Parteilosen übertragen, die eine Veröffentlichung ihrer parteifeindlichen Platformen vor der ganzen Welt fordern und sogar außerhalb der Grenzen der Sowjetunion ihre Reden und Dokumente in Blättern abdrucken, die der Komintern feindlich sind — dann kann man wohl einen Uebersall auf die Sowjetunion wagen. So kalkulieren die Imperialisten, aber zum Glück sind diese Oppositionsgruppen ja nur ganz klein und haben in der Partei keine Bedeutung. Gefährlich sind sie aber außerhalb der Partei, soweit sie antiproletarische und antikommunistische Elemente um sich sammeln können" Iarowslawski kündigt absolute Un- Nachgiebigkeit des Zentralkomitees gegen die Opposition an. Es werde weder„ideelle Kompromisse" noch„prinzipielle Zugeständ- nisse" noch„Kombinationen" mit diesen oder jenen Oppositions- führern geben. Der abgelehnte Rochermere. Protestkundgebungen der Slowaken. Prchburg, 28. Juli(Eigenbericht). Die feudale Intrige Budapest— London gegen die Zugehörig- keit der Slowakei zur tschechoslowakischen Republik begegnet bet den slowakischen Parteien selbst starker Ablehnung. Man hat die rück- sichtslose Madjarisienmg in jener Zeit, wo Ungarn über die Slowakei herrschte, noch längst nicht so vergessen, daß man von den Budapestern und ihren Londoner Schutzherren eine Förderung er- warten würde. In der ungarischen Zeit gab es keine slowakischen Schulen, heute haben die Madjaren in der Slowakei 800 Volks- schulklassssen und auch höhere Schulen. So veranstalten sämtliche slowakischen Parteien in den nächsten Tagen große Volksversamm- lungen gegen die horthy-madjarisch-britisch-konseroative Loslösungs- Propaganda. Kulturkampffchwindler in Mexiko. . Präfident Eallcs rottet sie aus. Mexiko City, 28. Juli.(Eigenbericht.) Die religiös« Auseinandersetzung hat einige nicht voraus- zusehende Folgen gehabt, die zurzeit das Tagesgespräch der Haupt- stadt bilden. Eine Bande von Betrügern ist auf den Gedanken gekommen, aus dem religiösen Zwist materielle Vorteile heraus- zuholen. Sie hat sich in diesem Sinne schon seit längerer Zeit bc- tätigt. Diese Betrüger nahmen als angebliche Regierungsinspcktoren in den Häusern bekannter Katholiken Haussuchungen vor, beschlagnahmten religiöse Gegenstände und ließen dann durchblicken, daß bei Zahlung einer größeren Summe die Angelegenheit unter- drückt würde. In den meisten Fällen lzaben sie mit dieser Praxis Erfolg gehabt. Leider sind die Erpressungen erst jetzt zur Kcmit- nis der Behörde gelangt. Das dürfte in erster Linie darauf zurück- zuführen sein, daß die Opfer ernsthast glaubten, es mit Regierungs. inspektoren zu 4»n zu haben und deshalb eine Anzeige nicht er- statteten. Auch einige hohe Beamte, darunter sogar der Chef der M i l i t ä r'p o l i z c i., sind in diese Affäre verwickelt. Als die Betrügereien aufgedeckt wurden, hat sich Präsident Calles sofort die Leitung der Untersuchung vorbehalten. Seine erste Maßnahme bestand in der Auslösung der Militär- polizeitruppe. Auf seine Anordnung wurden der Chef der Truppe sowie die anderen in die Affäre verwickelten Personen sofort verhaftet. Sie dürften bald Gelegenheit haben, in der mexikanischen Strafkolonie Isias Marias über ihre B c- trügcreicn nachzudenken. f�ochwaßerkatastrophe in Indien. Ungeheure Schäden. Bombay, 28. Juli.(MTV.) Im Gebiet von Gujarak richteten lleberschwemmungen ungeheuren Schaden an und forderten zahlreiche Opfer. In Ahmodabad wurden etwa 1000 häufer zerstört und in der Vorstadt Chemapuro, die geräumt werden mußte, wurden drei Personen getötet und zehn verletzt. Der Staat Voroda ist völlig abgeschnitten. In Dholka sind hunderte von Häusern durch Dcichbrüche zerstört worden. Dos erwartete Dementi. Unsere Mitteilung über den tschechischen Plan, Deutschösterreich eine Zollunion vorzuschlagen, wird in Prag amtlich dementiert. Nichtsdestoweniger �war unsere Mitteilung richtig. Das Dementi erlaubt nyr den Schluß, daß dieser Plan nunmehr aufgegeben ist. Die Lehrer gegen Entschließung des Dl Die Führer des Deutschen Lehrervereins haben am Donnerstag in einer Sitzung in Berlin zu dem Entwurf des Reichsschulgesetzes der Bürger- blockregierung Stellung genommen und folgende Erklärung beschlossen: „Der Hauptausschuß des Deutschen Lehrervereins, in dem über 150 000 deutsche Volksschullehrer und-lchrerinnen zusommenge- schlössen sind, erhebt nach sorgfältiger Prüfung und eingehender B«- ratung hiermit schärfsten Einspruch gegen den neuen Entwurf eines Gesetzes zur Ausführung der Artikel 146 Abs. 2 und 149 Reichs- Verfassung und erklärt: Dieser Reichsschulgesetzentwurf darf nicht Gesetz werden: er steht in unversöhnlichem Gegensah zur Reichsversosfung! 1. Der Entwurf nimmt der Gemeinschaftsschule die ihr ver- fassungsgcmäß zugesicherte Stellung als Regelschule und macht sie zu einer Antragsschule. Er schafft eine neue Art der Bekenntnisschulc und Weltanschauungsschule, die als Schule der Kirchen und Welt- anschauungen ihren staatlichen Charakter fast vollständig verlieren müssen. 2. Der Entwurf zerstört von Grund aus die Schulhoheit des Staates. Er nimmt die Entscheidung über die Errichtung der Schulen dem Staate und der Gesamtheit der Staatsbürger aus der Hand und überträgt sie nicht den Erziehungsberechtigten, sondern den Bekenntnis- und Weltanschauungsgruppen. 3. Der neue Entwurf zerschlägt dadurch und durch Niederlegung . der in der Verfassung vorgesehenen Schranke des geordneten Schul- das KeuöeUgefetz. utschen Lehrervereins. betriebes die leistungsfähige, voll ausgebaute Volksschule in zahl- lose klcme und leistungsschwache Schulen. Er vermehrt die Kosten, setzt die Leistung herab, hemmt jeden Schulsortschritt und jede Schul- cntwicklung und gefährdet dadurch die Bildungshöhe des heranwachsenden Geschlechts. 4. Der Entwurf gefährdet dix berufliche Sicherheit und die staatsbürgerlichen Rechte der Lehrenden/ Er schafft eine dreifache Ueberwachung der Lehrer im Religionsunterricht. 5. Der Entwurf nimmt der Schutzbestimmung des Artikels 174 für Länder, in denen eine nach Bekenntnissen nicht getrennte Schule gesetzlich besteht, ihre grundrechtlich-direktive Bedeutung und macht sie zu einer bloßen Uebergangsbeftimmung. Ein Reichsschulgesetz muß eine wort- und sinngemäße Ausführung der Reichsverfassung sein. Der vor- liegende Reichsschulgesetzcntwurf darf daher nicht Gesetz werden. Der Deutsche Lehrerverein ruft auf zum Schutz der deutschen Volksschulen, der Schulhoheit des Staates und der Einheit deutscher Bildung." Der Deutsche Lehreroerein, die größte Organisation der deutschen Lehrerschaft, erteilt vom Standpunkt des Pädagogen dem reaktionären Schulgesetzentwurf der Bürgerblockregierung die schärfste Absage. Er steht damit in völliger Uebercin- stimmung mit allen freiheitlichen Kreisen unseres Voltes, die verhindern wollen, daß die deutsche Volksschule auf die � e i t vor dreihundert Jahren zurückgeschraubt wird. Streiterfolg öer Eisenkonftruktionsarbeiter. 8 bis 10 Pf. Lohnerhöhung pro Stunde. Auf Anweisung der Streikleitung wurden am Mittwoch in den einzelnen Betrieben von den Betriebsräten erneut die V c r h a n d- l u n g e n aufgenommen. Die Firmen erklärten sich schliesilich bereit, die Löhne und Akkordpreise so zu erhöhen, daß eine Zu- läge von 8 bis lOPf. pro Stunde herauskommt. Ueber dieses Angebot ist gestern in den Betrieben abgestimmt worden. Die A b- st i m m u n g hat keine Mehrheit für die Fortsetzung des Streikes er- geben, so daß heute in allen Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen wird. Der Erfolg, den die Eisenkonstruktionsarbeiter in ihrem fünftägigen Streik erzielt haben, ist in erster Linie auf ihre Eni- jchlossenheit zurückzuführen. Es kann aber nicht daran gezweifelt werden, daß die Forderung auf eine generelle Zulage von l5 Pf. restlos durchgesetzt worden wäre, wenn die Eisenkonstruktions- nrbeiter noch besser organisiert gewesen wären. Immerhin ist der Erfolg um so höher zu bewerten, als sich der Streik nickst gegen die einzelnen Eisenkonstruktionsfirmen richtete, sondern gegen den Verband Berliner Metallindustrieller. Es gilt nun für die Berliner Eisenkonstruktionsarbeiter, das in orga- nisatonscher Hinsicht bisher Versäumte nachzuholen und die der Orga- nisation noch Fernstehenden für diese zu gewinnen, damit der Erfolg noch weiter ausgebaut werden kann. Verhängnisvoll könnte es werden, wenn die Eisenkonstruktionsarbeiter nun auf ihren Lor- beeren untätig ausruhen würden. Es gilt, für kommende Kämpfezu rüsten, die geführt werden müssen, um das Lebensniveau noch weiter zu heben. �rbeitszeitnotgefetz und Verkehrsgewerbe. Juristische Spitzfindigkeiten. Die Unternehmer des Verkehrsgewerbes haben durch einen ihnen nahestehenden Juristen entdecken lassen, daß das Arbeits- eitnotgesetz auf das Berkehrsgewerbe keine Anwendung indet und somit die hier beschäftigten Arbeiter und Angestellten auch keinen Anspruch aus Bezahlung der Mehrarbeit nach Z 6a des Arbeitszeitnotgesetzes haben. In Ipaltenlangen Untersuchungen gibt der sattsam bekannte Dr. Franz Goerrig-Siegburg diese Weis- beit in Nr. 17 der Unternehmcrzeitschrist„Speditions- und Schiff- fahrtszeirung" zum Besten. Dieser Vorgang ist wieder einmal ein Schulbeispiel dafür, wie bestimmte Juristen versuchen, den Sinn von sozial- politischen Schutzgesetzen in das Gegenteil umzukehren. Durch den gesetzlichen Anspruch auf eine höhere Bezahlung der Mehrarbeit soll auf die Unternehmer ein Z w a n g ausgeübt werden, die Mehrarbeit auf ein Mindestmaß zu beschränken. Bei der Durchführung dieser gesetzlichen Bestimmung.— es handelt sich um den berühmten Z 6a des Arbeitszeitnotgesetzes—, haben sich bereits die erstaunlichsten Dinge ereignet. Immerhin versuchÄi die Unternehmer des Verkehrsgewerbes den Vogel dadurch abzuschießen, indem sie behaupten, für sie gelte das Arbeitszeitnotgesetz über- Haupt nicht. Bei der Einführung des Achtstundentages durch die Volks- beauftragten wurde in den Dcmobilmachungsverord- n ir n g e n vorgesehen, daß für die im Verkehrsgewerbe c r f o r d e r- l i ch e n allgemeinen Ausnahmen entsprechende Vereinbarungen ge- troficn werden können. Damit sollte keineswegs der Acht- ftundentag ausgehoben werden, sondern nur die Möglich- keit gegeben werden, da, wo es zwingend erforderlich war, eine andere Arbeitszeit verleiluvg vorzunehmen. Lagen solche Notwendigkeiten nicht vor, durfte selbst das nicht geichehen. Diesen Äusnahmecharakter hat der jetzige Präsident der� Reichsarbcits- Verwaltung, Dr. Friedrich Syru p, schon in seinem ersten Arbeits- zeitkon'inentar über die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten hervorgehoben. Es sollten vornehmlich die Schwierigkeiten in der Demobilmachungszeit berücksichtigt werden. Seit dem Inkrafttreten der Arbeitszeitverordnung vom 21. De- zember 1923 besteht überhaupt keine Möglichkeit mehr, mit diesen alten Oemobilmachungsoorschristen die Arbeitszeit für das Verkehrs- gewerbe zu regeln. Dies gilt insbesondere auch für die An- ge st eilten des Speditionsgewerbes, deren Streit vor dam Schlichter in Berlin zur Entscheidung steht. Es ist eine un- bestreitbare Tatsache, daß noch niemals für diese Angestellten die Arbeitszeitregelung auf Grund jener Demobilmachungsvorfchrift er- folgte. Soweit die Tarifverträge für die Angestellten im Speditions- gewerbe in der Dauer der Arbeitszeit Abweichungen vom Z 1 der Arbeitszeitverordnung vom 21. Dezember 1923 zulassen, geschieht das aus Grund des tj 5 jener Arbeitszeitverordnung Damit ist aber auch klar erwiesen, daß der gesetzliche Anspruch auf höhere Bezahlung der Mehrarbeit gemäß§ 6a des Arbeitszeitnotgesetzes b e st e h t. Dieser Auffassung ist nicht nur der Reichsarbeitsmini st er, wie das aus einem schreiben vom 16. Juli an den Rcichsarbeitgeberverband deutscher Gemeinden und Kommunalverbände hervorgeht! in Düsseldorf. München, Hamburg, Dresden, Frankfurt a. M. und anderen Plätzen ist dieser A n- s p r u ch auch bereits anerkannt worden. Es erscheint uns deshalb selbstverständlich, daß auch die Berliner Unternehmer mit ihrer Argumentation vor dem Schlichter Schissbruch erleiden. verweigerte Leistungszulage. Arbeitsgerichlsurteil zugunsten der Melallkransporkarbeiler. Ein in den Deutschen Kabelwerken beschäftigter Hilfsarbeiter erhielt zu seinem tariflichen Stundenlohn von 66 Pf. eine Lei- st u n g s z u 1 a g e von 2 Pf., also einen Stundenlohn von insgesamt 66 Pf. Derartige Zulagen stützen sich nicht auf eine Tarisbestim- mung, werden aber öfter gewährt an Arbeiter, deren Leistungen über dem Durchschnitt liegen. Als im April d. I. der Tariflohn von 66 auf 71 Pf. er- höht wurde, zahlte die Firma dem betreffenden Arbeiter nur diesen Lohnsatz, während er selbst Anspruch erhob auf einen Stunden- lohn von 73 Pf. Er sagte sich, wenn der Tariflohn um S Pf. erhöht sei, müsse er zu seinem bisherigen Lohn von 68 Pf. eine Zu- läge von 5 Pf. erhalten. Die Firma meinte dagegen, mehr als den Tariflohn zu zahlen fei sie nicht verpflichtet. Durch eine Klage beim Arbeitsgericht forderte der Arbeiter die Nachzahlung von 2 Ps. pro Stunde ab 4. April und die Fest- stellung, daß ihm für die f e r n e re Zeit ein Stundenlohn von 73 Pf. zustehe.— Durch Vernehmung des Geschäftsführers des VBMJ., Rechtsanwalt Oppenheimer, und des Genossen U r i ch vom Deutschen Metallarbeiterverband wurde festgestellt, daß die Anrechnung von Leistungszulagen auf Erhöhungen der Tarif- löhne bei den letzten Tarifverhandlungen zwischen den Parteivcr- tretern besprochen wurde mit dem Ergebnis, daß die Vertretung des VBMJ. den Vertretern des DMV. die Zusicherung gab, der VBMJ. werde seine Mitglieder nicht anweisen, Leistungszulagen auf die Lohnerhöhung anzurechnen. Wo trotzdem eine Anrechnung erfolgen sollte, werde der VBMJ. vermittelnd eingreisen, ausgenommen in den Fällen, wo besondere Vereinbarungen bestehen oder die Lei- stungen der betreffenden Arbeiter nachgelassen haben. Im vorliegenden Falle hat der VBMJ., obgleich ihm die An- gelegenheit vom Metallarbeitervcrband unterbreitet wurde, nicht vermittelnd eingegrissen.- Die F i r ni a wurde dem Antrag des Klägers entsprechend verurteilt mit der Begründung, es handle sich um eine dem Kläger wegen seiner persönlichen Verhältnisse gewährte Zulage von 5 P f. zum Tariflohn. Da sich die persönlichen Verhält- nisse und die Leistungsfähigkeit des Klägers nicht geändert haben, so dürfe ihm die Zulage nicht entzogen werden. Zum internationalen Gewerkschaftskongreß. Kritik an der Hallung der Arbeitergruppe in Genf. Bei der Erörterung des Problems der Koalitions- f r e i h e i t aui dem Pariser Gewerkschaftskongreß wird auch die Haltung der Arbeitnehmergruvpe auf der Genfer Internati o- nalen Arbeitskonferenz eine Rolle spielen. Ihre Haltung mar, wie Hermann Müller, Lichtenberg, vom ADGB. in dem soeben erschienenen Juliheft der„Arbeit" darlegt, ialsch. Mit der Ablehnung des Fragebogens über die Koalitions- freiheit habe die Arbeitriehmergnippe in Genf den Kampf um ein Ucbereinkommen abgebrochen, ehe er Eigentlich begonnen hatte. Das sei ein Miß kr a u c ns v o t u m gegen Genf. Die Arbeitergruppe bewege sich in Genf auf der mittleren Linie, weil auch sie Werk darauf zu legen habe, daß die igzialpolitisch zurückgebliebenen Staaten nachkommen. Die Arbeiter solcher Staaten hätten es viel leichter, auf die Ratifizierung hinzuwirken, wenn es sich bei den Ucbereinkommen um Mindestforderungen handele. Keiner der in Genf tätigen Vertreter fortgeschrittener Länder werde die Bc- schlüsse mit der Begründung ablehnen, daß er damit nicht noch Hause kommen dürfe, weil dort die Verhältnisse besser seien, und er mit seiner Zustimmung der Reaktion nur die Türe aufmache. Wenn man so argumentiere, dann komme in Genf überhaupt nichts mehr zustande. Tatsächlich sei ober deshalb der Fragebogen für die Koalitionsfreiheit nicht zustande gekommen. Gewiß handele es sich bei der Koalitionsfreiheit um eine politische Frage. Sie sei, wie so viele andere, abhängig ron der Wirtschaft- lichen Entwicklung, von der damit geschaffenen Arbeiterklasse und deren Kraft. Aber was ändere das daran, daß die Arbeiter der fortgeschrittenen denen der zurückgebliebenen Länder auch in dieser Frage zu Hilfe kommen konnten?„Will denn die Arbeiter- bewegung nicht ungeheuer Kroßes erreichen? Ist es dann nicht kleinlich, wenn sie sich nicht zutraut, mit der Polizei uird der Klassenjustiz fertig zu werden? Ja, das sind politische Fragen, aber es gilt eben, den politischen Einfluß der Arbeiter zu verstärken, damit schlagen wir jeder Reaktion d'e Türe vor der Nase zu und bestimmen selbst, was unter öffentlicher Ordnung zu oerstehen ist." „Alles in allem: Die Haltung der Arbeitergruppe in Gens war falsch Weil es sich um eine große Frage handelt, ist die Kritik am Platze und zugleick> auch die Frage, wie sich solche Fehler vermeiden lassen. Die Antwort ist: Bessere Vor- b e r e i t u n g der Konserenz innerhalb der Arbeitergruppe und nicht so häufiger Wechsel der Vertreter in Gens! Jeder Neuling steht zunächst hilflos vor dem fremden Apparat, und er vergißt astzu leicht, daß es sich hei den Beschlüssen der Arbeitskonferenzen immer um Mindestforderungen handelt." NeufeftsttzungöerErwerbslosen-ilnterftützungsüauer Berlin. 28. Juli. lWTD) Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den letzten Monaten hat das Reichsarbeitsministerium veranlaßt, die Bestim- mungen über die Bemessung der Höchstdauer in der Erwerbslosen- sürsorge nachzuprüfen. Hierbei hat sich ergeben, daß der Arbeits- markt sich für den Bergbau und das Reinigung?- gewerbe so günstig entwickelt hat. daß die Höchstdauer auf das regelmäßige Maß von 26 Wochen zurückgeführt werden mußte. Der Reichsarbeitsminister hat sich hierbei oorbe- halten, für einzelne Berufsorten und Bezirke, die von einer langfristigen Arbeitslosigkeit besonders hart betroffen werden, eine längere Bezugsdauer zuzulassen. Andererseits hat sich der Arbeitsmarkt für die Gärtnerei in letzter Zeit erheblich ver- schlechtert. Auch in einigen örtlich begrenzten Berufsarten des Spinn st offgewerbes sind die Beschäftigungsmöglichkeiten un- günstig. Dieser Entwicklung ist dadurch Rechnung getragen, daß die Bezugsdauer insoweit wieder aus 39 Wochen ver- l ä n g e r t worden ist. Wie bisher, kann in allen Fällen zur Ver- meidung von Härten die örtliche Stelle die Fürsorge um 13 Wochen verlängern.____ Oer verbanüstag der enylischen Sergarbeiter. Er fordert den Siebenstundentag. London, 28. Juli.(Eigenbericht.) Der Nerbandstag der Bergarbeiter in Southport beschloß am Donnerstag einstimmig, alle Machtmittel des Verbandes einzu- setzen, um eine Beseitigung des von der Regierung eingeführten Ach tstundenarbeitsgesctzcs für den Bergbau durchzu- setzen. In der Diskussion kam allgemein die Auffassung zum Aus- druck, daß eine Rückkehr zum Sieben st undentag das einzige Mittel zur Verhinderung der bedrohlich anwachsenden Arbeitslosigkeit im Bergbau sei. Im gegenwärtigen Zeitpunkt gebe es mehr als 19 6 0 0 0 unbeschäftigte Bergarbeiter und ihre Zahl vermehre sich wöchentlich um 6000 bis 7000. Die Verlängerung der Arbeitszeit bedeute eine Vermehrung der jährlichen Unfallziffern im britischen Bergbau um nicht weniger als 25 000. Freie Seweellch-stejxgead Sroß.Berli». Heute 19% Uhr tagen die Gruppen: Hermannplatz: Gruppeuhcim Jugendheim Sandcrstr. II. Ecke Hobrechtstraße. Vortrag:„Der Lehrling in Handwerk und Industrie."— Schilneweide: Gruppen. heim Jugendheim Lautener SU. 2 tZioter Saal). Vortrag:„Sportbewegung und proletarische Jugend."—, Webding: Gruppenheim Stadtbab Wedding, Ge- richtstr. 65 ßg. Hoscmann reizt unsere Lachmuoleln.- Rorbrjno: Gruppenheim Jugendheim Eberswalder Str. lst, 3>lnmer lZ. Vortrag:„Das Äntigewerk. schastsgeseß in England."— geppclinplatz: Gruppenheim Städtische» Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Vortrog:„Jugend und Militarismus."— Weißensee und Ehaelottenburg: Außenspiclc. Zugendgruppe de» ZdS. Heute 19% Uhr sind folgende Veranstaltungen: Bezirk Lichtenberg: Gesangsraum des Ziealaumnasiums Parkau« 12. Vorträge: „Vub und Mädel" sEchulßc.Frenßel).— Bezirk Südwest: Zugendheim Belle- Alliance-Str. 7/10. Vortrag:„Das Wochenende" iHeinz Mann). Verantwortlich kür Politik: Biet»» Schiff: Wirtschaft:«.«lingelhöser: Gewerkschaftsbewegung: v. Schindler: Feuilleton: Dr. John Schilowski, Lokales und Sonstiges: Friß Sarstädt: Anzeigen: Th. Stock«: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G m. b H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u Co. Berlin SW 6«. Lindenstraß« Z. Hier,» Z Beilagen und„Uuterbaltuua und willen". WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Zitronen- Gärungsgelränlt Verkauf: Drogen-Abteilung Ausschank: Erfrischungsraum u. Restour. Leipzig. Str. Einkochgläser„Globus" 1 Ltr. V, '/« '/<_________ eng 32 34 36 n. weit 36 38 40 10 Gummiringe 30 a. 50m. 2 Ltr. _ 42 48 M. Frisches Fleisch Schweinebauch 80 pl Schweinekamm n.Bu«, m. vis. wd. 86"■ Kalbskamm u. Brust...Pfand 76pc Kalbsniercnbraten... Pfand 85 pc Hammelvorderfleisch..Pfand 90 pc Schmorfleisch n»u Knochen.. Pfand 1 05 Querrippe........... p#an 1.20 Schinkenplockwurst.••"and 175 Landleberwurst fw«! l.io SchinkenpolnischePfd.1.45 Dampfwurst-•• Piund 1.10 Schinkenspeck. Pfund 1.6O Speck feit, pid. 1.10 mager 1.20 Zervelat u. Salami ptd. 1.65 Hildesheimer.. Pfund 1.30 Nußschinken ca'�nd Mortadella.... Pfund 1.30 Milgitrstc,»mrint«T Jlrtta, Mntnillli: Jagdwurst»- Pfund 1.45 Speckwurst.. Pfuack 90 Pf Mettwurst��SS 1.45 ßerl. Mettwurst Pfond 1.20 Feiner Fruchtwein achc'- 1925 Edesheimer Schloß rassiger Tischwein.... 1922 Zeltinger pikanter Tladmiosel............ 1923 Niersteiner kernig, slitstg.............. 1925 Liebfraumilch(blaue Kapsel) bestechend, lieblich. 1923 Serriger Hindenburglay ��' ,p�.°»r"e.n 1920 Forster Schnepfenflug Fruchtschaumwein*>"«»*»« zar�tuer und Fljsch. Himbeersaft mit Kirsch gedunkelt Fl. 90 Pf'"PI. 8 Sorten(Wein u. Spirituosen oem 58 Pf. 9 5 Pf. 1.25 1.35 1.35 1.55 1.80 . 2M 1.30 1.55 7«/? Filetwurst , Plundt45. Leberwurst feine, Pfund 1,35 Schellfische geräuchert.. Pfund 26 Pf Seelachs gersudi„ Pfd. 45Pf. Fettbücklinge. Pfund 54 Pl. Aalex|S;'ijL20-n ound 43 Pf._ Seeaal gcr.abgeaog�pid. 80pl Gemüse u. Obst Neue Kartoffeln... 5"and 40"- Weißkohl"d. 4" Wirsingkohl 7" Möhren gewaaefaen......... Pfund 5 Pf. Blumenkohl, Gurken stedc von 1 0» Schoten Pfd. 1 2 Rotkohl"d. 12" Pfcfferlinge......... Pfund 18". Grüne Bohnen uett««.. p.'und 24" Pflaumen UalienUctie...... Pfand 28 Pf. Efjblmen UalienUcfae...... Pfund 36 Pf. Musapfel«roh«........ Pfund 30 Pf. Pfirsiche italtenle...... Pfund 32 Pf. Zitronen otz. 45 Bananen Pfd. 45" Saure Kirschen....... Pfund 45" Kabeljau« Seela«hsÄ.Ä. 12-'. Makrelen... Pfund i2Pf. Goldbarse\.. Schellfische/ p,und 1 4 pf. Rotzungen....piund 14 Pf. Filet Kabellau, Piund 24 Pf. Aale u. Schleie �envd 1.10an Camembert"ä,... 6 pomonen 58 pr. Romadur....siuck igpf. Emmenthaler�� 64Pf. Limburger... Pfund 28 Pf. Steinbuscher' 68Pf. StangenkäseAiig.pfd. 35Pf....... voiir Edamer..... Pfund 60 Pf. Edamep. T'>S'tsr m 88 Pf. Holländer....Pfund 60 Pf. Margarine...Pfund 58Pf. Goudakäse...Pfund 60 Pf. Tafelbutter... Pfund 1.75 Tilsiter ofm« Rind«. Pia. 64 pi. Dänische Butter Pfd. 1.SS «..« 7.�, 1. Seilage ües vorwärts Jeeitag, 29. �uU 1927 Srieselang i Zwei schöne Dakdgebsete erstrecken sich im Nordwesten Berlins, nördlich der Hamburger Bahn, der Brieselang und der Krämer. Vom Lehrter Bahnhof fahren wir mit dem Vorortzug über Spandau nach Finkenkrug. In halbstündiger Wanderung kommen wir vom Bahnhof durch Wald und an neuerstandenen Siedlungen vor- über zum Alten Finkenkrug. Die Vorgeschichte des Finken- ksugs geht bis auf die Zeit der Quitzows zurück. Als diese Raub- ritter auf einem ihrer Züge durch das Osthavelland waren, wurden sie von einem heftigen Gewitter überrascht. Sie suchten Schutz in einer Teerhütte, die an der Landstrahe lag, an der Stelle des späteren Finkenkrugs. Vor wenigen Jahrzehnten ließ sich noch der Standort einer Teerhütte durch die Ueberreste verkohlter Steine im Erdreich genau feststellen. Der Gasthof wurde 1777 errichtet. Nach Erbauung der Berlin— Hamburger Eisenbahn wurde der Finkenkrug ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner, fo dah bereits 1852 Sonntags ein Sonderzug.zu ermäßigten Fahrpreisen von Berlin nach Finkenkrug verkehrte. Den ersten Anstoß zum Besuch dieser Gegend gaben die Entomologen(Kerbtierforscher), die hier ein ausgiebiges Verbreitungsgebiet für allerlei Getier aus ihrem Fach fanden und auch heute noch finden. Die gefürchtete Mücken- plage, die im Sommer den Besuch des Finkenkrugs fast verleiden könnte(daher auch die Bezeichnung„Mückenkrug*), ist zur jetzigen Jahreszeit noch nicht so stark zu befürchten. Besonders schön zeigt sich der Finkenkrug zur Zell der Kastanienblüt«. Die prächtigen alten Bäume beschatten dann wie mit Kerzen besteckt das Haus. Srieselang. Beim Finkenkrug beginnt das ausgedehnte Gebiet des B r i e s«» lang, das sich nach Nordwesten erstreckt. Jnselartig ragt es aus dem havelländischen Luch auf. Sein Name geht auf die Wenden- zeit zurück und deutet auf die Birk« hin, gleich wie bei der Briese, die bei Birkenwerder in die Havel mündet. Als das Havelländische Luch entwässert und urbar gemacht wurde(1718 bis 1783), be» schränkte man das Waldgebiet zugunsten von Wiesen- und Acker- gewinnung wesentlich. Vordem konnte das Luch nur wenig genutzt werden. Das Heu. das man an günstigen Stellen gewann, konnte nur im Winter, wenn der Moorboden gefroren war, geborgen werde». Trieb man Vieh hinein, um es zu weiden, so kam es häufig vor, daß die Tiere in den weichen Boden«insanken und nur mit vieler Mühe gerettet werden konnten. An Wild und Raub- ÄLe Silbers Gwarrue j6] Vo»£KejE Beach otttet« Stator! Jteri« ICctocfefeaas an« bmn Engllschr« von InSa Sicppti Emersons Gesicht drückte äußerste Bestimmtheit aus. „Was aber veranlaßt Sie eigentlich zu dieser plötzlichen Sinnesänderung?" Eine schwache Röte stieg in ihre Wangen.„Vor einigen Tagen waren Sie ein Fremder für mich und jetzt sind Sie mir ein Freund geworden," antwortete sie tapfer.„Sym- pafhie für einen Menschen kann sich schnell entwickeln, be- sonders wenn keine konventionellen Formen unseren Gefühlen Schranken setzen. Sie sind mir zu lieb geworden, als daß ick) Sie Gefahren aussetzen möchte. Sie sind zu werwoll als Mensch, um in die Hände dieser Halunken zu fallen. Ich bitte Sie, überlegen Sie meine Worte." „Hören Sie mich an," sagte Emerson. �Ich kam mit einem bestimmten Zweck in dieses Land und ich hatte drei Jahre Zeit. Ich gebrauchte Geld! Man sagt, daß es Männer gibt, die nicht der Beute, sondern der Jagd wegen jagen, nicht des Vorteils, sondern der Stimulation des Kampfes wegen. Ich aber gebrauchte Go l d und es kümmert« mich wenig, auf welche Weife ich es gewann, wenn ich es nur auf ehrliche Weise erlangte. Nicht das Vergnügen an der Arbeit oder an dem Verdienst reizte mich, ich wollte Gold. Und so kam ich in dieses Land, weil ich glaubte, daß die Möglichkeiten hier größer feien als anderswo. Ich wäre ebenso gern in die Sahara oder nach Tibet gereist, wenn sich dort Möglichkeiten geboten hätten. Ich verzichtete auf Vorteile, die mir Geburt und Umgang brachten, ich handelte schnell, denn ich hatte nur drei Jahre Frist, und wollte und muht« siegen. Ich begann also, und keine Gefahr war mir zu groß, keine Anstrengung zu schwer. Ich legte alle Kräfte in meine Arbeit, bis Körper und Seele ruhelose Maschinen wurden. Werkzeuge zu? Erreichung meines Zieles. Ich wurde un- empfindlich gegen physische Leiden, ich vergaß alles in der Welt außer meiner Idee. Ein Fluch aber ruhte auf mir, ein Fluch. Anfangs nahm ich es philosophisch, das Pech aber folgte mir. stand mit mir auf und ging mit mir zu Bett, zur Be- lustiguna anderer, zur Verzweiflung für mich selbst. Die Frist wurde kürzer und kürzer, der letzte Tag näherte sich. Um Ihnen zu zeigen wie das Glück mit mir Ball spielte, lnö Krämer. zeug war kein Mangel. Dazu hielten sich unzählige Scharen Sumpf- und Wasservögel hier auf. Wir wandern vom Alten Finkenkrug einige Schritte nordwestlich am Rande von Wald und Luch, dann genau westlich auf dem Falkenhagener Luchweg durch den Brieselang. Nach einiger Zeit folgen wir einem der nach Nordwest verlaufenden Gestellwege(n oder o), die uns zur Försterei Brieselang bringen. Hier zieht der Nieder-Neuen- dorser Kanal oder Havelländische Hauptgraben vorüber, in dem sich die Wasser� des Havelländischen Luchs sammeln und abgeleitet werden. Wir überschreiten die Brücke und wandern auf dem Nord- ufer des Kanals etwa 500 Meter westlich. Hier erhebt sich aus den Wiesen ein« etwa 4 Morgen große Fläche, die bis zu 6 Metern ansteigt. Es ist eine inselartige natürliche Erhöhung, der aber besonders auf der östlichen Seite durch Menschenhand nachgeholfen wurde. Dieses Gelände wird als Burgwall angesehen, der die Bezeichmmg„Bussenwalde* führt. Die hier gefundenen Ueberreste, besonders Gefäßscherben, zeugen von einer sehr langen vorgeschichtlichen Besiedlung, von der germanischen Zeit durch die ganze wendische Zeit bis in das Mittelalter hinein. Zum Krämer. Wir gehen zur Brücke zurück und folgen nun dem Weg. der genau nordwärts durch die Blütenheide führt. Nach dem Verlassen des Waldes kommen wir auf der Chaussee, einem ur- sprünglichen alten Damm, durch die Rohrwiefen nach Perwenitz. Wir haben das Havelländische Luch verlassen und b*> finden uns jetzt auf dem Glien. Perwenitz wird zuerst in einer Urkunde von 1302 erwähnt, in der die Grenzen der Stadtheide von Nauen festgestellt wurden. Der Glien(aus dem Wendsschen gleich Lehm, Ton) sst eme eiszeitliche Erhebung, die im Süden vom Berliner Urstromtal, in dem das Havelluch siegt, im Norden vom Eberswalder Urstromtal mtt dem Rhinluch, im Osten vom Durch- bruchstal der Havel und im Westen von der Hochfläche des Ländchens Belli» begrenzt wird. In der Hauptfache trägt der Glien fruchtbaren Ackerboden:«in großer Teil wird von Wald, darunter auch dem Krämer, eingenommen. Am Ostrand, bei Velten, wird der Ton des Glien abgebaut und für Ofenkacheln und andere Töpferwaren verwandt. Vom Nordend? von Prewenitz wandern wir zuerst Mich, dann nordöstlich und haben bald das Wald- gebiet des Krämer erreicht. Der Wald besteht vorwiegend aus Kiefern, jedoch stnd auch weite Eichenbestände vorhanden. Dem Geschiebemergel der Eiszest sind zahlreiche Dünen aufgesetzt, wo- durch eine anmutige Hügellcmdschast entstanden ist. Die Dünen sind ein Gebilde der Nacheisz«it. Sie wurden vom Wind zu- famnrengeweht, als der Pflanzenwuchs von dem vom Eis« ver- lassenen Lande noch nicht Besitz ergriffen hatte. Als Kämme von meist bogenförmiger Gestalt ziehen sich die Dünen, die jetzt durch den Pflanzen nnichs langst fest geworden sind, durch den Wald. Der Dünensand fft ein recht nährstoffarmer Boden; unter ihm liegt jedoch der nährstoffreichere Geschiebemergel der Hochfläche, in de» die tiefwurzelnden Eichen hinabreichen. Rur fo ist es zu erklären, daß diese nicht ganz anspruchslose Bomnart überhaupt hier ge- deihen kann. Der Weg geht manchmal im Bogen nm die Dünen- kämme herum. Wir kommen zu einer breiten Straße, die schnür- gerade durch den Wald führt, zur alten Hamburger Po st- straße. Früher, ehe die Chaussee angelegt war, die über Nauen führt, ging die Straße nach Hamburg hier hindurch. Wir folgen ihr nach rechts und haben bald das Forst haus Ziegenkrug erreicht. Ein weitausladender II eberbau beschirmt den Eingang. Hier fuhren einst die Postkutschen vor; die Reifenden benutzten die Pause, die der Pserdewechsel verursachte, um einen Imbiß zn nehmen, oder um die steisgewordenen Gelenk« zu bewege». Oest- lich vom Ziegenkrug steht ein alter Meilenstein am Wege, ein Steinobelisk, wie er häusig an den großen PoWrahen in be- stimmten Entfernungen errichtet wurde. « Bald biegen wir halblinks ab von der alten Poststraße. Wir kommen durch mähigen Kiefernwald zum Forsthaus Wans- dorf. Der Wald wird besser, häufig säumen schimmernde Birten will ich Ihnen erzählen, daß ich in Dawsen ein« Mine fand, die jeden anderen Besitzer reich gemacht hätte. Da aber geschah, was in diesen Gegenden noch nie vorgekommen war — sie lief trocken. Ich versuchte mein Glück wieder und wieder; schließlich fand ich eine andere Mine, aber nur, damit das kanadische Gesetz mich ihrer beraubte. Schließlich gab ich das Goldgraben auf und begann andere Dinge. Da entstand ein Brand in der Nacht, und als ich erwachte, sah ich meine Möglichkeit. Geld zu verdienen, in Flammen aufgehen. Schließlich betrachteten andere Unternehmer mich als ein böses Omen und gingen im Bogen um mich herum, denn Goldgräber sind ebenso abergläubisch wie Seeleute. Niemand hat so viele Ehancen gehabt wie ich und niemand hat so oft zusehen m äffen, wie diese Chancen zunichte wurden. Drei Jahre sind sine lang« Zeit, schließlich aber war die Frist um, und ich sah meinen Traum von Göll» und Glück zerrinnen. Dennoch kämpfte ich weiter, bis ich eines Tages den Glauben an mich selbst verlor. Da gab ich alles auf, denn ich sah em, daß ich in diesem Lande nichts erreichen konnte und begab mich auf den Weg nach Haus«— nach Hause!" Emerson lächelte bitter.„Dieses Wort bedeutet nichts mehr für mich. Wie ein Mensch kehre ich zurück, dem alles mißglückt ist, elender als damals, als ich auszog und noch alle Möglichkeiten vor mir hatte. Drei Jahre lang bin ich Phan- tomen nachgejagt und ich werde fortfahren, ihnen nachzu- jagen, ich kann nicht anders, denn irgendeine Stimme sagt mir, daß ich schließlich doch noch dem bösen Schicksal, das über mir brütet, entgehen und siegen werde." Cherry hatte aufmerksam zugehört, sie war tief gerührt über den Unterton von Verzweiflung und Kummer, der durch die Erzählung des jungen Mannes klang. Gleichzeitig aber spürte sie durch seinen bitteren Pessimismus die Zähig- keit, womit er einen Vorsatz durchführen konnte. Sie brannte vor Neugierde zu erfahren, was die Triebfeder zu seiner Handlungsweise sei— konnte es etwas anderes sein als eine Frone? Schließlich sagte sie:„Sie erwähnten vorhin, daß es zu spät sei, daß die Frist abgelaufen ist?" „Vielleicht," antwortete er und starrte ms Weite,„kann ich noch etwas Aufschub bekomtnen." Dann wandte er sich an sie und sagte in einem ruhigen, geschäftsmäßigen Ton: „Ich kann jetzt nicht mehr zu»ick, nachdem Sie mich in Be- wegung gesetzt und mir noch eine Chance gegeben haben. Darum brechen wir morgen aus und gehen über den Katmaipaß, de« Weg ein. Besonders zur Maienzeit bringen sie reizvolle Ab- wechflung in das ernst stimmend« Bild des märkischen Kiesern- waldes. Heiter leuchtet es von den weihen Stämmen und den von zartem, jungem Grün umwobenen Kronen. Besonders schön zeigt sich der von Birken umstandene kleine Kreuzpfuhl bald hinter Forst- haus Wansdorf, links vom Weg«. Der Weg führt zum Waldrand und dann durch Felder nach Marwitz. Links sehen wir den Kirchturm von Eichstädt, während rechts am Gesichtskreis die großen Behälter der Gasanstalt bei Tegel aufragen. Das große Dorf Marwitz blickt auf ein hohes Alter zurück: in einer Urkunde von 1350 wird es bereits genannt. Wir wandern durch das mit breiter Aue versehene Dorf hindurch und kommen nach Velten, da« durch seine Kachel- und Tonroarenindustrie weltberühmt ge- worden ist. Auch dieses Dorf ist alt, reichen feine Urkunden doch bis 1355 zurück. 1828 entstand die erste Töpsereianlage, und damit begann die Umwandlung des Bauerndorfes in einen Industrieort. Don Bellen bringt uns der Borortzug zum Stettin«? Bahnhof zurück. Weglänge der Wanderung etwa 25 Kilometer. Hilfe für öen Spreewalö in Aussicht. Reise des Oberprasidenten in das Hochwassergebiet. Frankfurt a. d. 0„ 28. IuK. Zur Besichtigung der Hochwassers chöden im Spree- wald hatte sich der Oberprässdent der Provinz Brandenburg, Dr. Mai er, in Begleitung des Bizeprästdenten v. Hahnke und des Sachbearbeiters Oberregierungsrat Steinbeck am Mittwoch nach- mittag im Flugzeug nach Kottens begeben. Er befichttgte vom Flugzeug aus, das einen besonders guten U eberblick über das Ueberfchweiiiinungsgebiet gestattete, die betroffenen Ortschaften und Gemarkungen. Noch der Landung in Kottbus begab sich der Ober- Präsident m Begleitung des Regierungspräsidenten von Frankfurt und des Landrates des Kreises Kottbus im Kraftwagen nach P e i tz, um die dorttgen Unwetterfchädsn in Augenschein zu nehmen. Zur Durchführung schneller Hilfeleistung überwies der Oberpräsident aus dem von der Staotsregierung bereitgestellten Kredit 135 00 0 Mark an den Regierungspräsidenten in Frankfurt a. d. O., der diese Mittel sofort auf die Landkreise des Spreewaldgebietes ver» teill hat. Di« eingetretenen Hochwasserschäden werden Veranlassung geben, die großen M elior at i o ns pr o j e kte für den; Epreewald, insbesondere den Stanbeckenbau bei 6. Den ganzen nächsten Tag waren die Männer emsig mit den Vorbereitungen zur Reise beschäftigt. Bali war außer sich vor Begeisterung, Emerson kochte vor Ungeduld, nur Fräser ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und blieb den ganzen Tag im Bett liegen, weil, wie er sagte, dies für lange Zeit sein letztes gutes Bett sein würde. Hinter Cherrys ruhigem, heiterem Aeußeren verbarg sich ein ängstliches und verzagtes Herz: wenn diele Männer fort waren, würde sie wieder allein sein, ohne Freunde, m der Einsamkeit begraben, ihrer Furcht und den Intrigen ihrer Feinde preisgegeben. Sie betrachtete Emerson, und obgleich sie euz warmes, kameradschaftliches Gefühl für ihn hegte, war dennoch Trotz und Aufruhr in ihrem Gemüt. Warum hatte er solch warmes Interesse in ihrer Seele wachgerufen, und warum hatte sie sich von chrem Interesse hinreißen lassen? Warum mußte dieser junge Mann, der so rücksichtslos von seinen eigenen Angelegenheiten m Anspruch genommen war, und sie ganz davon ausschloß, ihr Angst und Unruhe bereiten?, Warum gestattete sie ihm. daß er störend in ihr ruhiges, geordnetes Dasein eingriff? „Wie gefällt«r Jhnm?" hatte sie Bali gefragt. „Er ist einer von meinen Leuten." antwortete Valt,„et? ist verzweifelt und will kämpfen. So einen gebrauche ich, einen Menschen, der vor nichts zurückschreckt, wenn die Zeit gekommen ist." Er biß die Zähne zusammen und seine Augen glühten vor Haß über das Unrecht, das ihm zugefügt worden war und das in seiner Brust nagte.„Was er nicht von dem Geschäft versteht, das verstehe ich, zusammen werden wir Erfolg haben. Nur mit seinen vielen Fragen macht er einen ganz verrückt. Mir summt und surrt es im Kopfe, er aber scheint sich alles zu merken." An dem fanatischen Eifer, womit Valt sich für den kam- Menden Kamps rüstete, erkannte Cherry, daß die Abrechnung furchtbar werden würde, und ihre Angst und Reue darüber, daß sie Emerson tn die Sache verwickelt hatte, wuchs in ihrem Herzen. Abends ließ Emerson seine Kameraden allein bei der Arbeit und suchte Cherry in ihrer Wohnstube aus. Wieder brachte die Musik sie einander näher, seine Zurückhaltung schwand, er war ein angenehmer und gebildeter Gesellschafter, dessen munteres Wesen Gefühle in der jungen Frau weckten, die chr Gleichgewicht zu stören dvohten. Der Gedanke an den Abschied stimmte ihn weich und machte auch sie biebens- würdig und unwiderstehlich. In seinem Uebermut versuchte er ihr scherzend zu gefallen, und sie ging auf seine Stimmung ein. wie der Bogel, der dem Lockruf des Männchens folgt, (Fortsetzung folgt.) T schelln, sowie da» C i n d e i chu n g» p r o j« k t bei Burg und die Umflutungskanäl« im Landtag nach Möglichkeit zu beschleunigen._ wie Gesthäste gemacht werüen. „Wenigstens habe ich einmal gut gelebt." Mit dem Ausammenbruch der„Derupol" hatte sich gestern da» erweiterte Schöffengericht Schöneberg zu beschäftigen. Die Derupol lDeutsch-Russi sch-Polnisch) ist im Jahre 1923 gegründet worden. Au ihren Gründern gehörte Iwan K u t i» k e r, und die Derupol war auch eine Zeitlang Besitzerin des Hanauer Lagers. Das Grün- dungskapital betrug 190 090 Papiermark— 131 Goldmark. Im Jahre 1924 wurde der Aktienmantel von dem Kauf- mann Leon Goldschmidt zusammen mit einigen weiteren inzwischen flüchtig gewordenen Personen für 250 Mark erworben. Es wurde aber sofort eine falsche Bilanz aufgestellt, als ob 10 000 Mark bar eingezahlt worden seien. Die Geschäftstätigkeit Gold- schmidts erstreckt« sich darauf, Waren jeder Art auf Kredit zu er- langen. Innerhalb von drei Monaten kauft er alles Mögliche auf, vom Bindfaden bis zu Spitzen und Drehbänken. Beim Zusammenbruch bestand eine Schuldenlast von 110 000 M., und der Konkurs konnte mangels Masse nicht eröffnet werden. Die Warenkredite verschaffte sich Goldschmidt mit Hilfe einer Reihe von betrügerischen Mahnahmen. Er stand in Verbindung mit dem Kaufmann Emil Heyne, der dem Vorstand der inzwischen ver- krachten Allgemeinen Berkehrs-Bank angehörte. Der Direktor dieser Verkehrsbank war ein inzwischen ebenfalls geflüchteter gerichts- notorischer Wechselschieber. Heyne stellte der Derupol die glänzend- sten Referenzen aus, außerdem aber lieh sich der Direktor der Derupol Vertreter von bekannten Auskunfteien in Haus kommen, bewirtete sie mit Zigarren und Wein und gab ihnen auch nachher noch ein Kistchen Zigarren mit. Während man im Bureau zechte, wurde im Nebenzimmer eine vorzügliche Auskunft über die Ge- schäftsumsätze und Gewinne der Derupol diktiert, die die Aussrager mitbekamen. Nach den Sachverständigen macht das Zigarren- konto den Hauptposten in dem Geschäftsunkosten- k o n t o aus. Die auf diese Weise erschwindelten Waren wurden sofort und ungeöffnet weiterverschoben. Einer der Hauptabnehmer war die Lagerpostzentrale, deren Leiter wiederum Heyne war. Heyne, einer der Mitangeklagten, ist in eine Reihe von Straf- verfahren, die noch in Moabit schweben, mitverwickelt. Er hat von sich vor einiger Zeit einmal dadurch redengemacht, daß er sich, be- kleidet nur mit einer Badehose, als Gepäckdieb in einer Kiste ein- geschlossen von Berlin nach Dresden als Gepäckstück aufnehmen ließ. Mitangeklagt war auch der Kaufmann Paul N i e t d o r f, der schon mit mehrjährigem Zuchthaus bestraft ist. Dieser war Bücherrevisor der Derupol und hat die falschen Bilanzen gezogen. Ein vierter Angeklagter, der auch schon vorbestrafte Freiherr Eberhard von D u n g e r n, ist geflüchtet. Als die Sache zusammenbrach, machte Goldschmidt, der sich fälschlich als Offizier ausgegeben hatte, die zynische Bemerkung:�„W enigstens habe ich einmal gut a e l e b t." Er hatte mit seinen Freundinnen im Geschästslokal der Derupol ständig grohe Gelage und Feste gefeiert. Den beiden Mit- angeklagten Nietdorf und Heyne tonnte ein Verschulden nicht nachgewiesen werden, und sie wurden mangels Beweises frei- gesprochen. Goldschmidt erhielt wegen Betruges und betrüge- rischen Bankrotts 1H Jahre Gefängnis und längeren Ehr- verlust. Klägliche Kommnniftenknndstcbimg. Die Internationale Arbeiterhilfe Groß-Berlin veranstaltete gestern abend eine Kundgebung für den aus Oesterreich zurück- gekehrten Abg. Pieck und für die von der Internationalen Arbeiter- Hilfe nach Berlin geholten Kinder der Wiener Opfer. Selbst der Name dessen, der sich durch seine Verhaftung in Oesterreich wohl als«in Stückchen Märtyrer fühlt, zog nicht mehr. Der Besuch war mehr als kläglich. Da die Kommunisten das selbst«in- sahen, zogen sie von der Spielwiese im Friedrichshain nach dem Steuerhaus am Bahnhof Landsberger Allee. Dort wurde dann mit Ach und Krach der halbe Garten besetzt. Pieck sprach als erster. In seinen Ausführungen schob er die Schuld des Zusammenbruchs in Wien auf die Sozialdemokratie. Als Vertreter der Wiener Arbeiterschaft sprach ein Arbeiter Maresch, der fast dieselben Aus- führungen wie Pieck machte und vor allem seine Freude darüber ausdrückte, daß der Justizpalast in Flammen ausgegangen ist. Die berühmte„Vertrauensfalle". Die Gaunerbande, die mit der berüchtigten.Vertrauens- falle" arbeitet und in verschiedenen Großstädten mit Erfolg aus- trat, hat neuerdings wieder reiche Beut« gemacht. Wie immer, handelt es sich um zwei Schwindler, einen betagten, der den glücklichen Erben spielt, und einen jüngeren, der Hand in Hand mit ihm arbeitet und das Opfer in Sicherheit wiegt. Durch die alte Erzählung von der großen Erbschaft und der Spende für die bedürftige Heimatsgemeinde verstanden die Gauner es jetzt, einem japanischen Studenten, der sich auf der Durchreife in Berlin aufhielt, 500 englische Pfund abzuschwindeln. Der ältere Mann trat diesmal als„Farmer aus A u st r a l i e n" auf. Er war etwa 60 Jahre alt, 1,70 Meter groß und hager und hatte ergrautes Haar mit Glatze und lückenhafte Zähne. Sein jüngerer Helfershelfer ist etwa 40 Jahre alt, 1,66 Meter groß und trug einen blauen Anzug. Wer über die Betrüger Mitteilungen machen kann, wird ersucht, sich bei der Dienststelle 0. 5 im P o l i- zeipräsidium zu melden. ISS� Neubau des Neichskanzlerpalais. Im nächsten Frühjahr wird in Berlin mit dem Erweiterung?- bau der Reichskanzlei begonnen werden. Der Neubau wird auf dem ehemaligen Borsiggelände errichtet, auf dem jetzt noch ein Varackenbau steht. Die Reichsbauverwaltung hat be- schloffen, Professor Siedler bei der Aufstellung des endgültigen Entwurss und zur künstlerischen Oberleitung bei der Ausführung heranzuziehen. Mit der Ausstellung des endgülttgen Entwurfs ist man beschäftigt. Zurzeit läßt die Reichsbauverwaltung umfang- reiche Siedlungsbauten in Berlin und im ganzen Reich, vornehmlich Beamtenwohnungen, ausführen. Die Nadfahrerstreife als Lebensretter. Einer Abteilung der Radfahrerstreife der Kriminalpolizei siel gestern morgen gegen 3 Uhr Unter den Linden ein Mann auf, der planlos auf und ab ging, dann wieder stehen blieb und sich von neuem in Bewegung fetzte. Die Beamten nahmen den völlig Verstörten mit nach der Wache des 1. Reviers, wo er als ein 58 Jahre alter Schlosser Max P. aus Moabit er- kannt wurde, der schon seit längerer Zeit arbeitslos ist. Bei ihm fand man«ine Tüte mit giftigen Pilzen. P. erklärte, daß er die Pilze im Tiergarten habe effen wollen, um sich auf diese Weis« das Leben zu nehmen. Zu seiner eigenen Sicherheit wurde der Mann in Schutzhaft behalten. Unter des Maske eines Arztes treibt neuerdings in Neukölln ein Schmutzfink sein Unwesen. Bei einer werdenden Mutter in der Bismarckstraße erschien ein Mann in mittleren Iahren, der sich als Dr. Fromm vom Wohlfahrtsanit vorstellt« und erklärte, Das Abendkonzert brachte Walzer, von der Kapelle Kermbach ausgeführt. Leider war das Programm ohne allen Ehrgeiz zu- sammengestellt. Man bot ausnahmslos bewährtes, aber leider auch oft, allzu oft Gehörtes. Strauß'„Frühlingsstimmen",„Geschichten aus dem Wiener Wald", Rosas„Ueber den Wellen", Lanner, Fetras, Weber— nicht die mindeste Bemühung war aufgewandt worden, irgendeine erfreuliche Seltenheit auf dem gewiß ergiebigen Gebiet der Walzerkompositionen herauszufinden. Das Konzertorchester unter Leitung von Otto Kermbach musizierte flott, auch Alexandrine Alexandrowa bewährte sich wieder stimmlich, wenn ihr auch die Gounodsche Tonwelt näher lag als die Wiener des Johann Strauß. — Ein fesselnder Vortrag über„W under des Schalls" hielt Ingenieur Otto Kappelmeyer, der die Funkhörer darüber belehrt«, daß das Ohr ein viel empfindlicheres. Instrument ist als das Auge. Der Vortragende behandelte die wesentlichsten Gebiete der Wissen- schaft und Technik, auf denen man sich diese Tatsache für Messungen verschiedener Art zunutze macht. Dr. Max Linde, Generalsekretär des Verbandes für den fernen Osten, sprach anläßlich der Unter- Zeichnung des deutsch-jopanischen Handelsvertrages über„Deutschland und Japan". Er legte die wirtschaftliche Entwicklung Japans der letzten Jahrzehnte dar und zeigte ihre Beziehung zur Welt, besonders zu Deutschland. Tes. die Frau untersuchen zu muffen, da er wegen der Beihilfe Bericht erstatten müsse. Nach anfänglichem Zögern willigte die Frau i» die Untersuchung ein, mußte ober später erfahren, daß sie einem gemeinen Schwindler in die Hände gefallen war. Der unsaubere Patron ist etwa 40 Jahre alt und beleibt und trug«in« Hornbrille. Mitteilungen über seine Person und sein Auftauchen an die Kriminal» polizei in Neukölln._ Verkehrsunfälle und Zusammenstöße. Im Laufe der gestrigen Nachmittags- und Abendstunden er» eigneten sich eine große Zahl von schweren Verkehrsunfälle« und Zusammenstößen. So wurde vor dem Hause Schloßstraß« 2N zu Steglitz die vierzehnjährrge Schülerin Gerda L. aus dec Aimmermannstrahe 35 zu Steglitz von einem Motorradfahrer über-' fahren und schwer verletzt. Die Verunglückte fand im Schöneberger Krankenhaus Ausnahme.— In der Bergstraße zu Neukölln wurde der 53jährig« Händler Gustav G. aus der Schönstedtstrahe 14 von der Straßenbahn überfahren. G. wurde in das Buckower Krankenhaus übergeführt, wo ein Schulterblattbruch und schwere Beinquetschungen festgestellt wurden.— In der G a r t e n st r a ß e stieß ein leerer Autobus der Linie 5 mit einem Pferdegespann mit großer Wucht zusammen. Ein achtjähriger Schüler Bernhard B. aus der Gartenstrahe, der in diesem Äugenblick die Unfallstelle passierte, geriet zwischen beide Wagen und wurde erheblich verletzt. Der Knabe mußte zur nächsten Rettungsstelle gebracht werden, wo> ihm Notverbände angelegt wurden.— Abends gegen%8 Uhn ereignet« sich an der Ecke Thielalle« und Brünn«r Straße zu Dahlem ein schwerer Zusammenstoß zwischen einem Prioatautv' und einem Motorradfahrer. Das Motorrad wurde völlig zer-' trümmert und der zwanzigjährige Fahrer Franz K. aus der Karl- straße zu Lichterseld« lebensgefährlich verletzt. Er fand im Kreiskrankenhaus Lichterfelde Aufnahme. Bei Dachdeckerarbeiten im Hause Roonstraße 1— 2 in L i ch t« r f e l de verlor der 54jährige Dachdeckermeister Emil K n u t h a-us der Berliner Straße 104 zu Wilmersdorf plötzlich den Halt und stürzte in die Tiefe. In bewußtlosem Zustande wurde K. in das Vinzens-Krankenhaus übergeführt, wo er kurz nach der Einlieferung an den Folgen ferner schweren Verletzungen starb. Die schwedischen Journalisten in Verlin. Die schwedischen Journalisten besichtigten am Donnerstag einige Fabrikbetrieb« de» Siemenswerkes in Siemensstadt und weilten am Nachmittag im Kreise von Mitgliedern der hiesigen schwedischen Kolonie. Ein Bierabend, gegeben von der Preffeabteilung der Reichsregierung. bildeten den Abschluß des dritten Besuchstages. Die sozialisti- schen Genossen statteten am Nachmittag dem Vorwärts- betrieb und der Redaktion einen Besuch ab: sie besich- tigten auch die Einrichtungen des Reichsausschusse» für so- zialistische Bildungsarbeit. Unsere schwedischen G»> nassen sprachen ihre Anerkennung und Befriedigung über das Ge- sehene aus. Der Sonderzug nach Warnemünde. Der Sonntagssonderzug, den die Reichsbahndirektion Berlin am kommenden Sonntag nach Warnemünde verkehren läßt, fährt bestimmt. Diese billige Fahrt bietet übrigens auch Gelegenheit zu einem Ausflug zu er. mäßigten Preisen mit dem neuen Fährschiff„Schwerin" nach G j« d s e r in Dänemark. Fahrkarten sind bei den bekannt« Verkaufsstellen auf den Bahnhöfen und in den Reise- b u r e a u s noch zu haben. Achtung, Kinobesucherl In den.Monopol"- Lichtspielen, PeterS- burger Straße 20, wird von Freitag bis Sonntag dieser Woche täglich die .VoltSwochenschau' zur Vorführung gebracht. Man sieht außer aktuellen Ausnahmen aus aller Welt Bilder vom Arbeiterwasser» s p o rt, Aufnahme» von ReichSbannerveranftaltunge», ita. die Beerdigung des erschaffenen ReichSbannermanneS in Erkner. Besonder» bemerkenswert find die Aulnahmen, die die Berliner Kranken» k a s s e n in ihrer FürsorgetStigteit an Arbeiterkindern zeigen. SU Haupt- film läuft der Grotzfilm.Die Weber» nach den» bekannten von Gerhart Hauptmann. Enorm billige Ausnahmepreise in allen Abteilunnen Herren-Socken besonders haltbare Qualität, sehr strapa- zierfähig-, schwarz.... Ausnahmepreis Glanz flor-Socken hochelegant und äußerst dauerhaft, sehr solide Qualität, schwarz Ausnahmepreis Reinwoll. Herren-Socken haltbar und gut verstärkt, schwarz und farbig....... Ausnahmepreis Reinwoll. Herren-Socken in aparten Melangen, erstklassige Qualität Ausnahmepreis Seidenflor- Strümpfe pa. Qualitäten, sehr haltbar u. gut verstärkt, unscheinbare Webfehler, schwarz und farbig Ausnahmepreis Strapazier- Strümpfe schwere Qualität mit haltbar. Verstärkungen, unverwüstlich, schwarz.. Ausnahmepreis Reinw. Damen-Strümpfe erstklassige Qualität mit kleinen Fehlstellen, schwarz und tat big... 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Bis jetzt zählt man 12 Schwerverletzte und ein« ganze Anzahl Leichtoer- letzter. Unter den erfteren befindet sich der Zugführer. Die Namen der Verwundeten sind nur zum Teil bekannt. Es handelt sich meistens um Engländer, in zweiter Linie um Franzosen. Ein Motorlastzug in die Zschopau gestürzt. Zschopau, 28. Juli.(WTB.) Am frühen Mittwochnachmittag stürzte auf der Fahrt von Zschopau noch Scharfenstcin in der Nähe von Wilischthal ein M o t o r l a st z u g einer Zschopauer Transportsirma von der Straßenhöhe herab in den angeschwollenen Zschopaufluß. Der aus einem Motorwagen und einem mit Lebensmitteln aller Art beladenen Lastwagen bestehende Zug wollte auf der dort etwas schmalen Straße, die auf hoher Ufermauer am Fluß d a h i n f ü h r t, einem Heuwaacn ausweichen. Hierbei geriet die Zugmaschine zu weit an den Straßenrand, durchschlug das Ge- ländcr und stürzte, sich überschlagend und den Anhängswagen mit sich reißend, aus nahezu 10 Meter Höhe herab in die Zschopau. Während der Motorsührer sich durch Abspringen rettete, wurde der Beifahrer mit schweren Verletzungen aus dem Fluh geborgen. Der Motorwagen liegt unter Wasser und muß gehoben werden. Die transportierten Lebensmittel(Brot, Kaffee usw.), die für die Kons umvereinsverkauss st ekle in Scharfen- st e i n und Floßplatz-Warmbad bestimmt waren, konnten nur zum Teil aus dem Wasser geborgen werden. Sitzung des Vorstandes der Micterintcrnationale. Varls. 28. Juli.(WTB.) Heute tritt der Borstand des Internationalen Mieterbundes, dem Vertreter Deutschlands, der Schweiz, Oesterreichs, Frankreichs und Schwedens angehören, zu einer Sitzung zusammen, in der die Stellung der Mieter-Jnternationale zur B a u p o l i t i t sowie die allgemein« Lage der Mieter erörtert werden sollen. Lirbestragödie in Zoppot. Danzig. 28. Juli.(TU.) Im Hotel Bristol in Zoppot erschoß der 25jährige Student Zysfeld aus Warschau die gleichalterige, gleich- falls aus Warschau stammende Studentin Fayerstejn und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. Die Studentin war sofort tot, während Zysfeld schwer verletzt wurde. Als Motiv der Tat ist unglücklich« Liebe anzusehen. Ein amerikanischer Viermaster in flammen. Rendsburg. 28. Juli.(WTB.) Der amerikanische Bicrmaftschoner„Peter W i l st e r- mann", der mit L a t t e n h o l z beladen ist. ist heute nach- mittag auf der Fahrt von Finnland im Nordostseekanal bei Rendsburg in Brand geraten. In kurzer Zeit stand die ge- gesamte Decklast in Flammen. Die Bergungsdampfer„Löwe",„Her- kules" und„Titan", die mit Löschvorrichtungen ausgerüstet sind, sind«on Brunsbüttel zur Hiljeieistung abgegangen. Eine Löschung des Brandes vom Lande aus- ist unmöglich. Der Schoner, der nicht versichert sein soll, kann als völlig verloren angesehen werden. Wellerbericht der üffentllchea Wellerdienslpclle für? erlin und Umgegend ( Nachdr. nerb.) Bewölkl. jciliretfc elmn« aufhcitcnib bei leichterer Tempcralur- c: uiedrigung, malüge bis irische Westwinde, slrichweisc Gewitlerneiquiig.— Für venlschland: ktm Süden und Osten wollig bis heiler, warm und trocken sonst wechselnd dewölkt mit lolalen Gewittern und geringer Abkühlung. Arbeitersport. Handballspiele der Woche. Um Freitag, 29. Juli, spielen in Cpandau, Fallenhagener Chaussee, Span. dau 1. Männer gegen Groß-Verlin-Weddiny I um tgzä Uhr und 3. Männer gegen Fichte 3 IV um 19-� Uhr. In»cinickendors. Echarnweb-rstr-g-, spielen Fichte-Äord 1. Frauen gegen Zleulölln 2 I und Groß-Bcrlin-Wcdding 1. Jugend 'legen Fichte 3 I um\9\i Uhr. Schünow 1. Männer gegen Fichte 3 I um >9 Uhr in Zepernick. Fichte 22 I. Jugend gegen Fichte 8 I in Sohenfchön» bnuscn, Eommerstrabe, um 19sä Uhr. Sonnabend, 39. Juli, spielen in Neu- Ulln, Hertzbergplah, NenkiMn 1 I. Männer gegen fllausbotf I um 19 Uhr und I. Jugend gegen flüpenick II um 20 Uhr. Es spielen noch die Männermann- stl-aslen Kaulsdort I gegen Lichtenberg 2 I um 19 Uhr in Kaulsdorf! Bahn». dors I gegen Fichte 20A I um 19 Uhr in Bohnsdorf, Schulzcndorser Str. 3S! NiederschSncweidc N gegen Fichte-Süd T um 19� Uhr in Niederfchüneweide, Berliner Straße«Basanstalt)! Fichte 20B I gegen Lichtenberg 1 l um 19 Uhr in Lichtenrade, und Droß-Berlin-Südcn I gegen Fichte 7 I um 18 Uhr in der Urbanstraße. Sonntag, 31. Juli, iahren Ficht« 3 1 und Fichte 22 i zu einem Werbcspiel nach Trebbin. Luckenwalde besucht Brandenburg 1. Abt. Erkner empfängt um lä Uhr Echmaracnborf: Freie Schwimmer Eharlottenburg 1. Män- ncr spielt um 19 Uhr gegen Biesdorj in Biesdorf, Leifingplaß, und die 2. Män- ner gegen Lichtenberg S I um 19 Uhr in Friedrichsfelde, Treskowalle«. Man, tag, 1. August, spielt Neukölln 1 I gegen Lichtenberg 2 I um 19 Uhr in Neukölln, Aerßbergplaß. Mittwoch, 3. August, spielen Fichte 22 I. Männer gegen Lichien. bcra 2> um 19 Uhr in Hohenschönhausen, Commerstraße, und ffickstc-Nord 1. Jugend gegen Fichte 7> i,m Ig Uhr in Reinickendors, Scharnweberstraße. Donnerstag, 4. Aiiaust, spielt Neukölln 2. Abt. I gegen Eraß-Berlin-Wedding I i m 19 Uhr in Neukölln 2 I._ 15 Jahre Arbeiier- Sporlkarlell Neukölln! Das Neuköllner Bezirkskartill kann in diesem Jahre ans ein läjähriges Bestehen zurückblicken und mit Freude feststellen, daß es sich im Laufe der Feit gut entwickelt hat. Es war eines der ersten Bezirkskartellc, die gegründet wurden, als in Berlin der Kartcllgcdanke in die Tat umgesetzt wurde. Allen Schikanen der Borkriegszelt wußten die Ernosscn standzuhalten. Heute hat der Kartellgcdankc alle Neiiköllner Vereine erfaßt, und darum ist auch eine frucht. bringende Arbeit in de» einzelnen Vereinen festzustellen. Doch»och befinden sich Teile der Arbeiterschaft in Wcrksport- oder bürgerlichen Eportoerbändc»! die Werdcwochc, die vom 39. Juli bis 9 August stattfindet, soll mit dazu beitragen, auch dem letzten Arbeiter in diesen Organisationen klarzumache», daß er Berrot an seiner Klasse übt, wenn er noch länger in diesen Sport- verbänden bleibt. Am Sonnabend, 39. Juli, 13-Iahr-Fe!er im Orphenm, Hascnheide. Anfang 19 Uhr. Eintritt 39 Pf., Kinder 19 Pf. Tourisienverein„Die Nalursreunde". Zenirale Wien. «bt. Cha-lott-nbnrg: Freitag. 29. Juli, 20 Uhr, Spreestr. 39.„Historischer Materialismus/— Abt. Südost! Freitag, 29. Juli, 20 Uhr, Reichcnberger Straße 99.„Alt-Berlin."— Abt. tscsnndbrunnc»! Freitag, 29. Juli, 20 Uhr, Lorßingstr. 19.„Der Tanz im Leben der Völker."— Abi. Treptow: Freitag, 29. Juli, 20 Uhr, Elsenstr. 3../Warum Partei und Gewerkschaft?"— Abt. Lichtenrade: Freitag, 29. Juli, 20 Uhr, bei Lentz, Kaiser-Wilhelm-Str. 73.— Abt. Reuköln sIugendgruppc): Freitag, 29. Juli. 19 Uhr, Kopfstr. 55. Gemischter Chor: Freitag, 29. Juli, 20 Uhr, Altersheim Danziqcr Str. 92. Uebungsstunde.— Photogemeinschaft: Montag, 1. August, WAt Uhr, Eberin. straße 12. Bastelabend. Russische Fußball. Ländermannschaft in Berlin. Wieder stehen die Anhänger des Fußballsports vor einem großen Ereignis: Die russische Ländermannschaft, die mit so großem Erfolg in Deutschland gastiert hat, spielt am Eonabcnd, 18 Uhr, in der CKristianiastraße auf dem „Adler-12"-Sportplatz gegen Berlins Städtemannschaft. Was die Russen zu leisten imstande sind, beweisen die teilweise sehr hohen Resultate, die sie gegen Kreis- und Bczirksmannschaftcn im letzten Monat erzielt haben. So wurde die deutsche Ländcrmannschast in Leipzig mit 8: 2, in Hamburg mit 4: 1 geschlagen. Der 11. kreis verlor in Bremen 8: 2, der Bundesmeister Dresdener Sportverein in Dresden 3: 0, Chemnitz' Städtemannschaft 3: 0, Vaden-Pfalz in Mannheim 12: 2 und der 9. kreis in Barmen b: 1. Das sind nicht nur Fahlen und Nesultatr, sondern Beweise des bohen Könnens der russischen Sportler. Wir als Berliner kennen die Spielstärke der Russen, wir wissen, was wir von ihrer Kunst zu erwarten haben. Wenn die Kreis-Fußballeitnilg trotzdem das Wagnis übernommen hat, diese Mannschaft zu einem Spiel gegen die Berliner Städte» niannlchaft einzuladen, so ist es nur zu begrüßen. Haben doch Berlins Reprä. fentativen in den Spielen gegen Leipzig, Halle und Dresden bewiesen, daß der 1. kreis mit an der Spitze de- Arbeiter-Fußballbcwegung steht. Die Berliner Mannschaft ist die gleiche, die gegen Leipzig und Dresden gespielt hat, nur ist der Torwart ausgewechselt. Ob zu ihren Gunsten, ist sehr fraglich. Auf jeden Fall wird der Sturm der Russen der Berliner Hintermannschaft sehr viel Arbeit machen. Die Aufstellung ist folgende: Berlin: Seelinger sAlemannia) Wehlack Lindenau (Alt-GlUnicke)(Adler 08) Breitenfeld (Tegel) Kilbe Nückel» sAdier 08)(Treptow) Baruth (Brandenburg) Etrobwig (Lichtenderg N) Kuchenbecker (Adler OS) Trotschinsky Bergmann (Adler 08)(Alemannia) GoMn (Moskau) Rußland: Butofow Jsakow iLeningrad)(Moskau) Primakow Welin (Charkow),(Tula) Jechow (Leningrad) Echakowski Etarokin (Moskau) Fomin (Charkow) Lapchin (Moskau) Lokolow (Moskau) Am Mittwoch spielten die Russen in Dresden gegen eine Wiener Städte. Mannschaft. Die Wiener schickten die stärkste Mannschaft. Nach wechselvollem Spiel mußten die Russen die erste Niederlage mit 1: 3 einstecken. Zlrbetter-Radfahrerbund„Solidarität". Gausternfahrten am 31. Juli. Bez. 1: Motorfahrer der Abt. 12 nach Fllrstenwaldc.. Ketschendorf. Start 7 Ahr Frankfurter Allee Ecke Warschauer Straße. Sämtliche Motorradsahrer des Gaues 9 lefscn sich in Ketschendorf bei Fürstenwalde, Lokal Fcsthallc. Bortrag über Mo�irsahrerrnteresse».— Bez. 2 nach Seddin. Ortsgr. Echönebcrg: Seddin! Start 7 Uhr. Abt. Motoriahrcr: 3 Uhr nach Ketschendorf: Start Etllbenrauchstr. Sa.— Ortsgr. Reuiölln: bei Zimmermann. 31., 7 Uhr, Start Walderseestr. 78, bei Zimmermann.— Ortsgr. Pankow: Zebdcnick. Start S Uhr Jugendheim kissingenstraße.— Ortsgr. Oberfchöneweibe: Zehdenick über Bernau— Liebenwalde. Start 9 Uhr Bcreinslokal.— Ortsgr. Ttrolau-Rummelsburg: 30., 19 Uhr, nach Zehdenick. Start Türrschmidtstr. 40.— Ortsgr. Weißensee: Zehdenick/ Start 4 Uhr Bcr- liner Allee 2S9.— 1. Bezirk: Alle Abteilungen beteiligen sich Sonntag, 31. Juli, an der Eaustcrnfohrt nach dem Großen Ecddiner See(Michendorf). Start S Uhr an den bekannten Stellen. Sammelstart 9(� Uhr in Michendorf bei Weber. Für Motoriahrcr ist das Ziel Fllrstenwalde(Bolksgarten).— Achtung, Rennsahrerl Gelegi-ntlich der Gausternfahrt am Sonntag, 31. Juli, für den 1., 2. und 21. Bezirk müssen alle Rennfahrer und Wcttfahrausschußmltglieder am Sonntag früh 9>A Uhr in Michendorf, Potsdamer Straße. Lokal Weber (linke Eeitef, zur Stelle sein. Der Sammelstart befindet sich für die Rennfahrer des 1. Bezirks in W-nnsee vor dem Lokal Reichsadler früh 5% Uhr. DI- Rennen de» ARB.„Solidarität", die, wie wir berichteten, am letzten Sonntag zum größten Teil ein Opfer de» Regen» wurden, gelangten am Montag auf der Rütt-Arcna zur Abwicklung. Ein australische» Beriolguna»- rennen wurde von einer konlbinicrtcn Kottbus-Bcrliner Mannschast gegen die Berliner Mannschait nach hartem Kampf gewonnen. Da« H-uptsahr-n der A-Klassc, zu dem die Porläuse»och am Sonntag ausgefahren werden konnten. holte sich R. Patzack von der 10. Abteilung. Ein Zwei-Stunden-Mannschafts» rennen bildete den Schluß der Montagveranstaltung. Je zwei Fahrer bildeten eine Mannschaft, welche sich nach Belieben ablösen konnte. Alle IS Minuten erfolgte eine Wertung, die dem Erste» S, dem Zweiten 3, dem Dritten 2 und dem Vierten einen Punkt brachte. Die letzte Wertung brachte doppelte Punkt«. Das Rennen, in dem mehrere Ucbcrrundungen erfolgten, nahm einen sehr interessanten Verlauf. Sieger wurde die Kottbusser Mannschaft mit 3S Punkten. — Ergebnisse: Malfahren der Jugend. S Runden: 1. H. Zuck, 1. Abt., 2:87; 2. Herrmann, 8. Abt.: 3. Belling, Kottbus. 20-Runden-P»nktcsahrrn der Altersklasse: l. Annen, 8. Abt., 17 Punkte in 8,22 Mi»! 2. Eichler. 9. Abt.; 3. Miistroph, 8. Abt. Hauptfahren A-KIasse: 1. Batzack, 1. Abt.! 2. Eichberg, 8. Abt.! 3. Mellack, Kottbus. Australisches Verfolgungsrennen: Kombinierte Mannschaft Kottdus-Berlin siegte über kombinierte Berliner Mannschaft, Zwei- Etunden-Mannsckiastorcnnen: Sieger Kottbus mit 3S Punkten; durchsahren wurden 75 Kilometer. Tennis. Einweihung bcr die Einweihung der Die ATV. hat zugesagt,,._ für den Arbciter-Tennissport. Die in der Dentschland-Mannschaft vertretenen Spieler bei dem erst kürzlich abgehaltenen Internationalen Tennisturnier werden an diesem Sonntag nochmal» ihr Können unter Beweis stellen. Die Tennisplätze, die nach den neuesten technischen Erfahrungen hergerichtet stnd, sind Eigentum der Freien Turnerschast Charlottcnburg. Gespielt wird an allen Tagen der Woche, und die Turnerschaft hat sich somit eine vorbildliche Anlage geschaffen, die sicherlich dazu beitragen wird, den Arbeiter-Tennissport besonder« im Westen weiter auszudehnen. Nach der Einwe'hung findet noch ein gesellige» Beisammensein statt. Die Plätze liegen auf dem Städtischen Spielplatz West- end, hinter dem Krankenhaus Westend. Beginn der Spiele IS Uhr. Auskunft über die Abteilung erteilt Walter Krllger, Charlottenburg, Kaiferin-Augusta- Allee 44 Verschiedenes. Freie Turncrichait Lichtenberg-Friedrichsselde. Sonntag, 11. September, veranstaltet die Sportabteilung ein bunoesoffencs Sportfest. Die Beranstaltung soll im Lichtcnbergcr Stad-on abgewickelt werden. Die Ausschreibung wird in Kürze bekanntgegeben. Anfragen an G. Kcrth, Lichtenberg. Hcrzbergstr. 149. Arbeitcr-Eporttartell krenzbera. Sonnabend, 39. Juli, 29 Uhr, im Lokal Reinke, Grünauer Str. 17, Kartellversammlung. Materialausgabc. Technische Kominission anschließend Sitzung. Die Arbcitcrradfahrcr„Solidarität" melden am gleichen Abend die Kuriere(Abt. 1, 2 und 3). Bis Freitag, 29. Juli, muß sämtliches Ausstellungsmaterial im Gesundheitshaus sein. Alle Bereine müssen ihre Tischbanncr am selben Tage abliefern. Sportkartcll Pankow. Die Bercinc beteiligen sich am Sportfest in Buch, Sonntag, 31. Juli. Treffpunkt 12,29 Uhr Bahnhof Pankow-Schönhausen. ASC. Voran dort schon Sonnabend 18 Uhr zur Badepartie nach dem Gorinsee und dann Beteiligung am Sportfest. Montag, 1. August, 19>4> Uhr, Dele- gicrtcnversaminlung im Jugendheim Kissingenstraße. Arbcitcr-Sportkartcll Steglitz. Werbcwochc vom 31. Juli bi« 8. August. Sonntag, 31. Juli, 15 Uhr, Sportplatz Steglitz, Ningstraße. Fußball- und Handballspiele. Forluna-Llchterfcldc, Wackcr-Lankwitz und Berlin 12. Mittwoch, 3. August, 19 Uhr, auf dem Zcntral-Spiel- und Sportplatz(Uebungs. selb 3) Lichterfcldc, Berliner Ecke Kramcrstraße, Fußballspiele. Im anliegenden Kanolteil Wasscrballspiele: bei eintretender Dunkelheit Lampionreigcn. Sonn- abend, 9, August, Umzug durch den Bezirk. Radfahrer: Sammelstelle Dllppel» markt um 18(4 Uhr. Aufführungen RugepIatz.Steglitz. Kranoldplatz-Lichter» selbe, Rathai, s-Lantwitz. Fackelzug sämtlich-r Kartellmitglieder nach Steglitz. Auflösnng Düppelmarkt. Wandcr-Paddlcr Havel e. B. Bootsbaus Hciligenfee, Dorfstr. 29, Sonn» abend, 39. Juli, Italienische RnSit im Lokal von Mudrach, Heiligcnsee, Freibad Tivoli. Anfang 29 Uhr. Eintritt 1 M. Arbeiter-R-dfahrervereia Groß-Berlia. Sonntag, 31. Juli, 8 Uhr. Schnitzel» fagd Mahlsdorf-Slld, Lokal Kickemal. Start Waldcmarstraße Ecke Mariannen- platz. Geste willkommen. Arbeitcrsportler Eharlottenburg. Dienstag, 2. August, Autopropagandafahrt durch Charlottcnburg, Sämtliche Sportler und Sportlerinnen in Sportkleidung. Abfahrt vom Llltzow 29 Uhr, Umkleiden im Fichteheim am Llltzow. Rot« Fahnen mitbringen.„Solidarität" erscheint geschlossen mit Rädern. Auch die Schwimmer müssen erscheinen. Freitag, S. August, gnmnastische Vorfllhrunaeu Karl-August. und Friedrich-Karl-Platz, Abmarsch 19(4 Uhr vom Llltzow. Um- kleiden Fichteheim und Birnbaum. Sportkartcll Ober-, Riedcrschöneweidc und Johannisthal. Da» Ortskartell eröffnet seine Wcrbcsportvcranstaltung Sonntag, 31. Juli, 13 Uhr, durch die Freien Sportler Obersprcc. Treffpunkt der Sportler auf dem Sportplatz Frischen. Ecke Kottmaicrstraße, Obcrschöncweide, von dort Stafcttenlauf durch den Ort. 14 Uhr Abmarsch von der Tabbertstraße»ach dem Platz, dort leicht- und schweratbletische Wcttkämvfe, Unkostenbeitrag 2S Pf. Mittwoch, 3. August, 18 Uhr, in Oberschöneweide, Wuhshcide, an der Planschwicsc, Fußball-, Turtz- und Sportspiele. Dienstag, Dienstag, 9, August, 18'/, Uhr, in Nied'erschöne- weide, Flutstraße, Stafcttenlaus, Barre, itiirnen und Iw-Jitsn-Vorführungen. Freitag. 12. August, 18 Uhr, in Johannisthal, Stcrnplatz: Stafettenlaus, Schach-, Ring-, Jni-Jiisu-Känipse und Freiübungen der Männer and Frauen. Sonntag, 14. August, findet der Abschluß der Wcrbeveranstaltung auf dem Städtischen Sportplatz neben dem Sprcercstaurant Sabowa statt. Fahrverbindima: Linien 95, 87, 187.' Antreten sämtlicher Sportler'IZI4 Uhr aus dem Marktplatz Ober- schönewcid«. Unkostenbeitrag 20 Pf. Sportkartcll Schäncbcrg-Friedenau. Srvrtwerbewoche vom l.— S. August. Montag 18 Uhr: Friedenai'-Erortplab, Offcnbachcr Ecke Laubacher Straße, sportliche Vorfübrnnaen und Handballspiel. Dienstag 29 Uhr: Schöncberg, Restaurant Groß, Sedanstr. 17, Simultanspiele der Arbeiter-Schachspieler. Mittwoch 18 Uhr: Schöncberg, Dominieus-Sportplatz, Sachsendamm Eck« Priestcr» weg, Abcndsportfest und Fußballspiele. Freitag: Demonstration und Auf» fllhrungcn von 21—22 Uhr auf der Stadtparkwiese sämtlicher Sportverein« wie Radfahrer, Schwerathleten, Turner, Sportler, Wanderer. Kreistrcffen der Jugendlichen de» Arbeiter-Tur». und Sportbnnde». Sonn. abend, 30. Juli, auf dem Gelände des Fallenhagener Freibades. Ab 20 Uhr Sammeln am See. Lampionreigen auf dem See. Gesang, Berliner Bollschor, anschließend Rezitation, Sprechchor. Abbrennen des Feuer». Ansprache de» Genossen ssllrl vom Bundesjugendausschuß. Sonntag, 3l. Juli: Morgen. gnmnastik auk den Marktplätzen und am See. Sondervorfllhrungen der Beretn«. Abmarsch nach Spandau: dort Schlußfcier und Heimfahrt. Ausschreibung zum Abendsportsest am 3. August. Dominieus-Sportplatz, offen für alle Kartellvereinc: 100 Meter Frauen, 200 Meter Jugend und Männer, 300 Meter Männer, 1500 Meter Jugend, Weitsprung, Diskus, Kugrl- stoßen für Frauen: Diskus, Weitsprung für Jugend: Stabhochsprung, Speer, Kugel- stoßen für Männer. Stafetten: Frauen viermal 100 Meter, Jugend Schweden, zehnmal 290 Meter, Männer viermal 100 Meter, zehnmal 200 Meter. Mel- düngen bis eine Stimde vor Beginn der Veranstaltung<17 Uhr). Großer SchaSwettkamps in Erkner. 31. Juli, 19 Uhr, im Gesellschaftsbau, Werbcspiel der Spielgemcinschatt Osten mit dem Werbcbezirk Osten an etwa 89 Brettern. Gäste herzlich willkommen. leSnenscIwike bEQuesn, kühl u. angenehm für den Fuss, praktisch für hessse Tage 195 Weit» Lelnen- Scbnür»chuh Blockabs»:!, Gr. 34-57 £el£e Leinen- q«: Spantfentchuh LouU XV.-Abs, Gr."6-41 Ä» Weit» Leinen» Spanfgentcbnb»--<» Louis XV.-Abj., Gr.,«-42 sÄ3 v 0 Uhr wichtig« Funktionärkonferenz bei stlindt, am Friedensplatz. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Frei« ttreuzberg. Gruppe Südwest: 11>4 Uhr Dorck» Ecke Belle-Alliane«. .--~' itzti Strotze. Abfahrt 12,47 Uhr Gdrlitzer Bahnhof Treffen»ur D»brow.Fahrt....________.. lffernbahn). Nächster Gruppennachmittag Montag, 8. August, 17 Uhr, Sport- platz jtatzbachstratze. Sterbetafel der Groß-öerliner Partes-Grganlsation 8g. Abt.«enkölln. Am Dienstag, 1». Juli, ist unser« Genossin Antonie W a l l n e r verstorben. Die Einäscherung hat am Sonnabend, 23. Juli, im Krematorium. Baumschulenweg stattgefunden. Wir werden der Verstorbenen ein ehrende» Andenken bewahren. 88.«bt. Schäneberg. Sonnabend, 30. Juli, 17% Uhr, findet die Beisetzung der Urne unseres verstorbenen Genossen g i- 1, n f k i auf dem Friedhof „Blanke Hölle" statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Sozkaliftifche ftrbekterfugenö Groß-Serlkn. Anli-Kriegs-Kuudgebung. »Gegen Sri« und Kriegsgefahr, für Frieden und Sozialismus." Montag, 1. August, 1» Uhr, auf dem Äittenbergplatz. Treffpunkt sämtlicher Srnppe» IS', 2 Uhr Hochbahnhof Bülowftratze. * Da» Werdematerial{Plakate und Flugblätter) mutz sofort abgeholt werde». Heute, Freitag. 19% Uhr: »Unsere Stellung zum heutigen beim Genossen Krummnow, Gleun- & iege."— Nordost Iis Heim WW W Danziger W W.. MW Senckelder-Biertel: Schule Danziger Sir. 23.»Parteitag und Parteiprogramm." — Andreasplatz: Heim Koppenstr. 76.»Bub und Mädel."— Franksnrte« Biertel: Heim Rigaer Str. 103.»Ehina."— Warschauer Biertel: Heim Litauer Str. 18..Verfassungssragcn."— Friedrichshai»: Heim Diestelmeqer- Strasse. Arbeitsgemeinschaft:„Wie lommt die Jugend zu ihrem Recht?"— Eharlottenburg: Heim Rostnenstr. 4. Fehn-Minuten-Referate.— Britz: Rat. Haus, Ghausseestr. 48.„Sexuelle Fragen."— Adlcrshos: Heim Roonstr. 16. Dichlerabend.— Köpenick: Heim Grünauer Str. 5. Funktionärversommluna.— Baumschuleuweg: Heim Ernstste. 16.„Unsere Spielabcnde."— Riederschl»«- weide: Schule Berliner Str. 31.»Körperkultur."— Treptow: Heim Elsen. stratze 3. Humoristischer Abend.— Fricdrichsselde: Seim Schlotz. Ecke Berliner Strasse. Bunter Abend.— Lichtenberg-Riite,»Ne-- Str. 50. losser »Di- deutschen Befreiungs- Etr. 62.„Der Sternenhimmel."— aue 10. llebungsabcnd für die Wcrbeveranstaltung. Alle Mitglieder milsse» erscheinen. Das Spielen in der Lllckstrasse fällt aus.— Riederschlnhaus»»: Schule Blankenburger Str. 70.»Bub und Mädel." atze. 10. berg-Ritte,-Nord und-West: Heim —~ steder Vorträge, vereine unü Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Rok-Gosd". Geschäftsstelle: BerNn S 14. Sebastianstr. 37/38. Hok I Tr. M. aste l SSS wefend fein. Friedrichsfelde Versammlung. Leipzig.Fahrer bis. MW>____ MMMMM allec 42, Fahrgeld(8 M.) abführen. Pankow: Ab 18 Uhr fämllich« Sportler, auch Handballspieler, Andrcas-Hofer-Platz. Leipzig.Fahrer melden(ich und �hlen bis 3G IuIi bei ihren Kameradfchaftsführern ganze Fahrt 8 Mk., August bei Kamerad Wegener, Caprivl. _.------ ch �-- hlen bis 30. Juli bei ihren Kameradfchaftsführern ganze Fahrt 8 Mk., Halde 4�0 M.— Sonnabend, 30. Juli: Lichtenberg nebst Untergruppen: t8>4 Uhr Antreten in der Rathausstraße zur Beteiligung an dem Werbe, ummarfch in Weitzenfee. Nachzügler 10 Uhr Weitzenfeer Weg Ecke Landsberger Chaussee. Fahnen und Spielmannszug sind zur Stelle. Weitzenfee: 18 Uhr 21 l»» 4 p �»»»»». x»IT!•« n 8•.»» W'? 1...„».»»» 2H.»». /C mXX■~1' 1" Antreten mit Musik und Fahnen in BundesklcGung»Grüner Baum", Berliner Allee 204. Pflichtveranstaltung. Astes antreten. Teltow: 20 Uhr„Weisser Schwan" Versammlung. Vortrag. Schöneiche: 20 Uhr im Restaurant Linden. Hof Mvnotsversammlung. Lelpzlg.Fahrer Fahrgelb unbedrngt mitbrwge» {8 R.). ll. a. llebergabe einer gahnenschleife durch die Frauen. Säfte will. kommen. Erscheinen aller Pflicht. Röutacntal: 20>4 Uhr Fackelzug ab Bahn» hos Zepernick. Paukow: 20 Uhr im Türkischen Zelt, Breite Str. 14, sämtliche Mitglieder zur Fahnennagclung. Nachrichtendienst labet ein. Bomufchulen. weg: 10>4 Uhr wichtige Mitgliederversammlung bei Borgmann. Leipzig» Fahrer müssen unbedingt anwesend sein. Ober-, Riederschäueweide, Johannis» ih»l: 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Schöps, Grünauer Strasse. Gruppen. führer eine Stunde früher, daselbst Leipzig.Fahrer Meldung und Zahlung l8 M.), letzter Termin.— Sonntag, 31. Juli: Lichtenberg: 16 Uhr Antreten am Bahnhof Mahlsdors zur Flugblattverbreitung zwecks Gründung einer Orts. grnpp« in Mahlsdorf�süd. Bundeskleidung~'~ Räntg-ntal! 13 Uhr Abmarsch vom B> Wanderung ab Strausberg. Treffen Badezeug!— veddiug: Die Kameraden„. 7. August zum Lolkssest tätig lein wollen, svfort zu Müller, Uferstr. 12, juc Rücksprache zu schicken. Di« Blockführer holen sosart Programme von Müller. -»»eukMu.Britz: 2. Kameradschaft: Alle Leipzig.Fahrer haben sich ti» 1. August bei Kamerad BrSunig, Berliner Str. 21, zu melden und das Fahrgeld van 8 M. zu hinterlegen. Arbeitslose zahlen 2 M.— Achtung, Sportplatz Fried. richsfeldel Die am Sportplatz beteiligten Ortsvereine haben bis 13. August folgende Abend« für den Arbeitsdienst auf dem Sportplatz freizuhalten: Treptow Dienstag abend, Prenzlauer Berg Mittwoch abend, Lichtenberg Donnerstag abend, Friedrichshain Freitag abend, Mitte Sonnabend abend. Wichtige Sanveranstaltungen heben die Festlegungen für den betr. Tag auf. Diese Notiz erscheint nur einmal!_ imer von Berlin und de» Vororte». Sonn» t vor dem Görlitzer Bahnhos. Gemeinsamer _______,... Spielwiese Treptow zur»Rie-wieder.Krieg". Kunbgebüng. Friedensfreunde, Kriegsgegner und AntiMilitaristen sind freund lichft eingeladen »illkommen. »»stich«, Maudolinen.Orchester 1818. Freitag,«. IuN, 20 Uhr, Restaurant Schentk«, Eroffener Str. 14.„.. Betzieto-Geneealoersammluag im Fmideukeroerbaud. Laut Beschlutz der Bs. zirksleitung(Gauoerwaltung) Gross. Berlin findet die Bezirks-Eeneralverfamm. lung Sonnabend, 27. August, 17 Ilhr, im Berliner Klubhau», Ohmstr. 2, statt. __________. rortbezt: unter Vorlegung des Mitgliedsbuches und der neuen Funktionärkarte; c) fämt. lich« Mitglieder des Vorstandes, Aufstchts- und Beirate». Aebeiiei-Maudolinistenbunb, Bezirk»rotz-B-rliu. Bundeszeiwng»Freier Zupfer" Nr. 7 ist abzuholen in der Gaugeschäftsstelle Iagowstr. 15, von 1844 Uhr ab. nigh n von w 01 1 Unerrzichi" & Kämpf en am di�xilmz {Der o/rosseriWotmen VieL Siolzflieqf c/erSceqes wxxgea CDer'Xonigin olutrdis�iel! Ck Ä�pÜT- ÜZrmai' Der heste TabaK der neuen Ernte QUDO ]uergens Alexanderplatz i Wo speist man i 8bi D.bUliü? Nur 0roB-B«rlin Alcxaaderplatz. ► N lOPfi BJQO ttolttnngs-.Eab*« a.RekUmemirken liegen Nacluhmang gesetzt, gesch. fertigt seit 45 Jahr. als Spezialität Conrad Mfllier • Schkeuditz zur Niete W50, Ansbachers tr.1 Wer probt, der tobt I Ttgllch frischeOras- Bntter t.kO und IM pro Pfand. 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Juli 1927 Das Schicksal der Roggenschuldner. Die Rolle der Roggenrentenbank.— Ein düsteres Kapitel groszagrarischer Politik. Die deutschen Landwirte, nicht nur östlich der Elbe, hat dos Schicksal dadurch geschlagen, daß sie sich in Verkennung ihrer wahren volkswirtschaftlichen Stellung vielfach durch reaktionäre und großkapitalistische Gruppen führen und vertreten lassen. Unzählige Male hatten wir schon Anlaß darauf hinzuweisen, daß das zum Schaden der Landwirte und auch der Landwirtschaft ist. Ein neuer Anlaß zu solcher Feststellung ist die Klage der jüngst zu einem Reichsverband vereinigten Roggenrentenschuldner, daß sie unter der Zins- und Tilgungslast der durch die Roggen- rentenbank(jetzt„Landwirtschaftliche Pfandbriefbank A.-G.") oer- mittelten Roggenhypotheten zugrunde gerichtet werden. Die deutschnationalen Führer der Landwirtschaft sind gegenüber diesen Klagen entweder kurz getreten oder haben Krokodilstränen vergossen. Geschehen ist bisher praktisch nichts! Daß nichts ge- fchah, wurde dadurch erleichtert, daß die F i n a n z p r e s s e gegenüber dem anfangs gewünschten vorläufigen Moratorium auf die Ge- fahren für den Kapitalmarkt hingewiesen hat, wenn Treu und Glauben für Realkreditoerträge wiederum erschüttert würden. Es machte auch den Eindruck, als ob die Lage der Roggenrenten- schuidner, unter denen sich auch zahlreiche Kleinlandwirte und Siedler befinden, eigentlich nicht so schwierig sei. Wir haben uns deshalb bemüht, die Hintergründe der Klagen aufzu- klären. Dabei ergaben sich Tatbestände, die man angesichts der entscheidenden Beteiligung eines unter staatlicher Aufficht stehenden Bankinstituts nicht anders als skandalös bezeichnen kann. Die Praxis der Roggenrentenbank. Während der Inflation und nachher haben Landwirte wertbeständiges Geld gesucht, für das sie Hypotheken aus ihre Güter eintragen ließen. Dieses Geld wurde auf Roggenrenten- b riefe besorgt, die die im August 1922 gegründete Roggenrenten- dank zur Verfügung stellte. Der Vorgang war so, daß der Kredit- nehmer so und soviel Tausend Zentner Roggen gegen hypothekarische Eintragung der Roggenrentenschuld und jährlich 5 Proz. Zinsen schuldig wurde. Das Geschäft sieht äußerlich ganz ndrmal, anständig und vorteilhaft aus. Was aber steckte dahinter? Dazu muß man die statutenmäßige Praxis kennen, die von der Roggenrentenbank angewandt wurde, und die Tücken, die in der Verschuldung durch„Roggen" stecken. Die Roggcnrentenbank lieh sich nämlich bezahlen: sür die Besorgung der Roggenhypothek 5— 19 Proz. Provision, die von der Summe der Roggenrentenbriefe sofort ab- gezogen wurden, für die Umwandlung der Briefe in bares Geld 1l> Prozent, für die Ablösung der Schuld(Ablösungsprovision) 10 Prozent. Allein Kapitalunkosten entstanden also sür den Kreditnehmer von 25 bis 30K Proz., die den Rohgewinn der Roggenrenten- dank darstellten. Die Prozente berechnen sich noch dem Kurs, die der Roggenrentenbrief bei der Gc-währung des Darlehens und bei der Ablösung hott«. Damit nicht genug. Die jährlich zu zahlenden Zinsen von 5 Proz. gingen nicht etwa auf den tatsächlich aus» gezahlten Geldbetrag oder als Schuld seinerzeit berechneten Wert der Roggenrentenbriefe, sondern nach dem Preis des Roggens. Schuldig wurde man Roggen, in Roggen waren auch die Zinsen zu zahlen: es war«in Musterexempel für die Wirkung der H elf f er ich'f ch e n Roggen mark. Als die Golümart einge- führt wurde, ging dos ruhig so weiter, als die Roggenpreise ge- waltig anstiegen, erst recht. Aber das Belastende dabei ist dies: der Kreditnehmer war und blieb Roggen schuldig, mußte auch Zinsen nach dem Roggenpreis zahlen— die Roggenrentenbonk jedoch, die die Roggenrentenbriefe zum Teil in ihrem Geldschrank behielt, wurde für die Geldvermittlung— vielfach— nur Mark schuldig, zahlte nur Zinsen in Mark und konnte noch auf den Kursgewinn der Roggenrentenbriefe hoffen, der auch tatsächlich eintrat. Ein praktisches Beispiel. Wir haben nun berechnet, wie das Geschäft für den wirklich bedauernswerten Kreditnehmer aussieht, der dos Unglück hatte, bei steigenden Roggeirpreiscn auf seiner Schuld sitzen zu bleiben, Zinsen zahlen und eventuell die Schuld tilgen mußte. Es möge jemand eine Hypothek von 10 000 Zentner Roggcnrentcnbriescn aufgenommen haben, als deren Kurs bei 3,50 M. stand, wie es für die Hauptmasse der Roggenschuldner den Tatsachen entspricht. Er wurde schuldig: nominell 10 000 Zenlner a 3,50 M= 3 5 0 00 Mark, 8 Proz. Provision(im Durchschnitt) und 10 Proz. sür Geldbeschafsung abgezogen— 6300 M. Er erhielt ausgezahlt 2 8 7 00 M. Die 6300 M.— 18 Proz. waren die erste Rate des Rohgewinns der Roggenrentenbank, von der diese nur im Verhält- ms geringe Kosten zu decken hatte. Will der Kreditnehmer seine Schuld rilgen, so muß er Roggen- rentenbriese liefern. Für 10 000 Zentner müßte er bei dem Kurs der letzten Zeit(ohne Kosten sür die Beschaffung) etwa 80 000 M. zahlen. Bei der Tilgung werden aber regelmäßig noch 10 Proz. mehr Roggenrentenbriefe verlangt. Der Aufwand erhöht sich also auf 88 000 M. 28 700 M. wurden ihm ausgezahlt, 88 000 M. muß er zurückzahlen! Die Differenz sind Provisionen und Kursgewinne derjenigen, die die Roggenrentenbriefe in ihrem Tresor behalten haben: das ist für große Summen die Roggenrenten- dank selbst. Zwischen Kreditaufnahme und Ablösung aber werden 5 Proz. Zinsen gezahlt. Rechnen wir für 1926/1927 einen niedrigen liloggenpreis von 220 M. pro Tonne oder 11 M. pro Zentner. 5 Proz. von 10 000 Zentnern sind als Zinsen zu zahlen, das sind von 110 000 M. für das«ine Jahr 5500 M. Dazu kommt ein Verwaltungskostenbeitrag von � Proz.= 550 M. Zusammen 6050 M.— oder auf die dem Kreditnehmer seinerzeit tatsächlich ausgezahlte Summe von 28 700 M. nicht weniger als 21.1 pro;, lausende Zinsen! Ein geradezu ungeheuerlicher Zinssatz. Absolut ruinös! Es kann kein Zweifel sein: der Landwirt, der solche Schulden aufnimmt und nicht bald ablösen kann, geht vor die Hunde. Wer aber Hypotheken vermittelt und die Roggenrentcn- briefe in der Hand hat. wird schwer reich. Beweis dafür sind auch die Jahresabschlüsse der Roggenrentenbank. Für 1925, das noch wegen niedriger Preise ein ungünstiges Jahr war, wurden wieder 10 Proz. Dividende verteilt. Darüber hinaus waren die Gewinne so g r o ß, daß ans die eigenen Roggen- rentenbriese 626 000 M. abgeschrieben, 426 000 M. extra in den Reservefonds gesteckt und Wertpapiere und Beteiligungen von (niedrig bewerteten) 2,18 Millionen Mark ausgewiesen wurden, bei einem Aktienkapital von ganzen 7 Millionen Mark. Die Zahlen machen jeden weiteren Kommentar überflüssig. Aber wir wollen einige Feststellungen machen und einige Fragen stellen. Nach den Eintragungen beim Amtsgericht Berlin-Mitte ge- hörten u. a. dem Aufsichtsrat bis zum 1. März 1927 an: Geheimer Justizrat Hermann Dietrich, Deutschnationaler und ehemaliger Leiter der Raiffeisenbank, Exzellenz n. D o m b o i s, ehemaliger Präsident der Preußischen Staatsbank, Finanzra» Dr. Alfred hugen. berg. Reichsminister Dr. Walter v. Keudell, Geh. Finanzrat Hermann Kißler von der Rentenbankkreditanstalt, ferner die hugenberg-Freunde Bankier Friedrich Sworth aus Posen, Hof- kammerral a. D. Hermann Paschke und Landesökonomicrat Dr. Leo Wegener, Bad Kreuth. Von diesen sind, als die Berliner Groß- danken die Roggenrentenbank unter ihren Einfluß brachten und diese in die Landwirffchaftliche Pfandbriesbank A.-G. umgewandelt wurde, die Herren Hugcnberg, v. Keudell, Swarth und Dr. Wegner ausgeschieden. Unter der enffcheidcnden Führung von Deutsch- nationalen, die als Auffichtsräte ihre T-antiemc noch in Raggenrentenbriefen ausgehändigt erhielten, wurde diese wahrhaft die Landwirtschaft zerstörende Politik durchgeführt. Welches Geschrei wäre angestimmt worden, wenn Angehörige der Linksparteien diesem, noch staatlich beaufsichtigten Wucher, ihre Hilfe geliehen hätten. Das ist noch nicht alles! Der vierköpfige Vorstand der Roggenrentenbank, rein deutschnational und hugen- bergisch, wurde für seine Arbeit noch ganz besonders belohnt. Wir haben keinen Anlaß, an der uns zugegangenen Mitteilung zu zweifeln, daß nämlich die vier Herren des Vorstandes über 300 000 217. Tantieme auf ein Brett ausgezahlt erhielten. Was sagen die deutschen Land- wirte, was sagt die Oeffentlichkeit zu diesem Geschäftsgebaren einer Bank, deren Opfer zahlreiche, jetzt wirklich notleidende Bauern und Siedler geworden sind? Die Frage, was gegenüber den Klagen der Roggenhypothekcn- schuldner geschehen soll, ist noch offen- Etwas muß geschehen! Aber die Oeffentlichkeit muß sich wehren, daß hier wieder Reich oder Staat bluten sollen. Wer die Roggenrenten- briefe hatte, hat sich an der Krcditnot der Hypothckenschuldner in einer für stabile Währungsverhältnisse ungerechtfertigten Weise be- reichert. Die tatsäcblichen Prooisions- und Zinslasten waren die Quelle für ungerechtfertigt hohe Einnahmen. Hier ist jn allererster Linie zuzufassen. Deutsche Hochkonjunktur für Kunsiseiöe. Jy Millionen neues Napital bei Gkanzstoff und Bcm- berg.— Nlofeiftc bicsrhcnkc für Aktionäre. Vor wenigen Monaten schien es nach, als ob es mit dem fast erschreckend raschen Ausschwung der Welt knnstseidenindustric wegen eingetretener Ueberproduktion bäld ein Ende haben würde. In der Tal hat die Industrie einiger Länder auch Absatzschwierig- leiten: so vor ollem die italienische. Die deutsche Kunstseiden- industrie aber scheint ungehemmt von der außerordentlichen Kon- junktur des Inlandes zu profitieren und ihre Anlagen weiter auszudehnen. Allerdings Hot sich gerade der deutsche Glanzstrfskonzern in der letzten Zeit durch Erwerb von Ausländsbeteiligungen stark ausgedehnt und braucht auch aus diesem Grunde Geld. Jn den letzten Tagen hoben die Berliner Börsenkurse der Elberfeldcr Glanzstofsabriken und der I. P. Remberg A.-G. mit 760 bzw. 600 Proz. wieder«ine phantastische Höhe erreicht. Die nie dagewesene Konjunktur wird also auch von der Börse ent- sprechend für die Gesellschaften bewertet. Jetzt haben die beiden mit- einander verbundenen Gesellschaften, ohne daß davon vorher etwas bekannt wurde, plötzlich ihr Kapital sehr stark erhöht. Nachdem die Glanzstoffwerke erst im Frühjahr v. I. um 12 Millionen, die Benibcrg-Gesellschoit Zlnfang 1925 un, 4 Millionen erhöht hatte, wird das Glonzstoffkapital jetzt von 42 aus 60 Mitlionc» und das Bcniberg-Kapital von 16 aus 28 Millionen Mark erweitert. Jn beiden Fällen wird der größere Teil der Kapitalerhöhung für V e r- wertungszwecke den Verwaltungen reserviert und nur ein kleinerer Teil den Aktionären zum Bezüge angeboten. Um die Zustimmung der Aktionäre zu erleichtern, erhalten sie die n e u e n Aktien fast geschenkt: die Glanzstoss-Aktionäre zu weniger als einem Sechstel des jetzigen Börsenkurses, die Bemberg-Aktionäre zu rund einem Fünftel. Die Aktionäre zahlen in beiden Fällen nur 120 Proz., während die Kurse bei 600 und 760 stehen. Man kann sagen, daß in diesen mächtigen Kurs» g e s ch c n k e n eine zusätzliche Dividende für die Aktionäre steckt, so daß diese zu den bisherigen 15 bzw. 8 Proz. Dividende entsprechend« Zuschläge erhalten Die niedrigen Bezugsrechte find aber auch ein Beweis, wie ungeheuerlich die Kunstseidenindustrie heute verdient und daß die totsächlichen Gewinne bei weitem durch die Dividende nicht erschöpft werden. Die günstigen Bezugs- rechte besagen, daß die Gesellschaften entweder Gewinne früherer Jahre noch träglich oder Gewinne späterer Jahre im voraus ausschütten und dennoch die in kurzer Zeit so beträchtlich erHöhlen Aktienkapitale mit ihrer hohen bisherigen Dividende zu oersehen hoffen. Solche Gewinne sind angesichts der Monopolstellung der führenden deutschen Glanzstosfwcrkc zwar für die Kapitalbildung günstig, sür die Gesamtwirtschaft aber sind sie in hohem Maße schädlich. Um das Ausmaß der Uebergewinn« könnten die Kunst- seideprodukte im Inland billiger verkauft, und die Kauskrast des Inlands für andere Waren könnte entsprechend gesteigert werden. Die Oeffentlichkeit wird deshalb zu überlegen haben, ob und wie die Marktbeherrschung durch die Kunstseidenindustrie, die noch durch die internationalen Vereinbarungen verstärkt wird, im gesamtwirtschaftlichen Interesse nutzbar gemacht werden kann. Zum mindesten sollten die Zölle aus K u n st s e i d e zu den ersten gehören, die bei den Verhandlungen des Reichswirtfchaftsrates über den von der Reichsregicrung vorgeschlagenen Zolladbau ins Auge zu fassen sind. Die vrei-Männer-tzerrschast im Kalifpnöikat Vom Kalisyndikat grundsätzlich beschlossen. Vor etwa 14 Togen haben wir von den für die Zukunft der deutschen Kaliindustrie außerordentlich wichtigen Veränderungen in der Leitung des Aussichtsrats im Deutschen Kalisyndikat berichtet. An Stelle des verstoibenen bisherigen Präsidenten Kempner sollen drei gleichberechtigte Vorsitzende des Aussichtsrats treten, und zwar bezeichnenderweise die führenden Männer der drei großen Kali- konzerne. Die Satzungen sollen dahin geändert werden, daß in aller Zukunft ein dreigliedriges Präsidium des Aufsichtsrats bestehen soll, wobei neu ist, daß die Wahlen nicht mehr durch die Geseilschafterversammlung. wie bisher, sondern durch den Aufsichtsrat selbst erfolgen sollen. In der gestrigen Versammlung d:r Gesellschafter des Deutschen Kalisyndikats hat diese entsprechend den Borschlägen des Aufsichts- rots die Satzungsänderung beschlossen. Damit ist das Präsidium aus Dr. Gerhard Körte vom Burbach-Konzern, Generaldirektor R o st e r g vom Wintershall-Konzern und Generaldirektor Dr. Z i r t- l e r vom Salzdethfurt-Aschersleben-Westeregeln-Konzern gesichert. Da das Kalisyndikat dies nicht ausdrücklich mitteilt, ist zu schließen, daß die Satzungsänderungen nicht ein st immig beschlossen worden sind, da bekanntlich der preußische Staat ein vier- köpsigcs Präsidium verlangt hatte. Dagegen wurde ein- stimmig beschlossen, dem R e i ch s t a l i r a t für die von ihm vor- zunehmende Wahl als Vorsitzenden den Generaldirektor Dr. Zirkler vorzuschlagen. Der Ruhrmontantruft. Seine Leistungsfähigkeit und Gewinne. Jn den, Prospekt, den die Vereinigten Stahlwerke A.-G. zur Auflegung ihre 30-Millionsn-Dollar-Anleihe veröffentlicht hat, sind noch einige Zahlen enthalten, die zur Beurteilung des Trusts fest- gehalten werden müssen. Die Leistungsfähigkeit samt- licher Werke wird auf 37 Millionen Tonnen Kohle, 9,2 Millio- nen Tonnen Koks, 9,5 Millionen Tonnen Roheisen, 8 Millionen Tonnen Rohsrahl und 7,1 Millionen Tonnen Walzwcrksabrikate bezjssert, Di« Leistungsjahigkeit für die Erzeugung nahtloser Rohre wird als die größte der Welt bezeichnet. Die von uns kürz- lich mitgeteilte Zahl der beschäftigten Arbeiter und An- ge st eilten ist mit 198 000 etwas höher angegeben. Jn den ersten 12 Monaten seit dem Bestehen der Vereinigten Stahlwerke, also von April 1926 bis Ende Marz 1927, wurde nach dem Prospekt ein Reingewinnvon rund 128,5 Millionen Mark erzielt. In diesem Reingewinn sollen allerdings noch die Zinsen und die Steuern mitenthalten sein, wogegen die Abschrei- bungcn abgezogen sind. Daß sämtliche Zinsen und Steuern noch drinstccken, ist aber unwahrscheinlich. Der Reingewinn aus fcn, Monaten Oktober 1926 bis Marz 1927 wird auf 10,63 Millionen Dollar oder 45,9 Millionen Mark beziffert. Gegenüber der Bilanz. vom 30. September 1926 sind erhebliche Aenderungen zu verzeichnen. D?r Wert sämtlicher Anlagen wrrd jetzt mit rund 1184 Millionen gegenüber 1136 Mil- lionen im September beziffert. Der Llbschreibungsfonds ist mit 55,7 gegen 26,1 Millionen mehr als verdoppelt. Auf der anderen Seite find die Sonderrückstellungen ober van 98,6 ouf rund 61 Millionen Marl verringert. Sehr stark sind die Betci- lignngen gewachsen: aus rund 295 gegen rund 200 Millionen am 30. September. Rund 53 Millionen Marl sind als Vorschüsse an die beherrschten Gejellschasten verzeichnet. Dazu treten rund für 42 Millionen Mark Wertpapiere. Die laufenden Schulden werden mit rund 193 Millionen Mark ausgewiesen, gcgcniiber 118,3 Millionen Mark im September. Die Bankschulden müssen außerordentlich hoch gewesen sein: sie betrage» jetzt noch 17 Mil- lionen Mark, nachdem rund 117,7 Millionen schon abgezogen wurden als ans dem Erlös der neuen Anleihe bezahlt. Der größte Teil der von den Vereinigten Stahlwerken beabsichtigten Neubauten dürite also schon in Angriff genommen und zunächst durch Bankschulden finanziert gewesen sein, bevor die Anleihe in den Vereinigten Staaten aufgelegt wurde. Dafür sind die langfristigen Zlnleihe- schulden von rund 427 aus 685 Millionen gestiegen. In dieser Steigerung ist die neue 30-Millionen-Dollar-Anleihe enthalten, serner aber auch ein Betrag van 98,2 Millionen Verpflichtungen an die Gründergesellschaiten, in denen der Gegenwert der aus das Per- langen der?lmerikaner a u f g c l ö st e>, 1 25 M i l l i o n e n G e n u ß- scheine zu erblicken ist. Diese Verpflichtungen an die Gründer gejellschasten sollen in den Jahren 1931 bis 1935 getilgt werden. Da bis dahin auch Zinsen zu zahlen sind, entstehen dem Trust aus dieser Tilgung sehr hohe und drückende Ausgaben, und es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die Trustleitung deshalb noch stärker als bisher die allgemeine Wirtschafts- und Sozialpolitik Deutschlands zugunsten der Schwerindustrie und gegen die Arbeiterschaft zu beeinflussen suchen wird. kommt es zu einem internationalen Roheifenkarlell? Europa hat bisher nur ein R o h st a h l kartell. Pariser Verhandlungen haben am 21. Juli zwischen Belgien. Frankreich und Luxemburg zu einer neuen Verständigung sür Roheisen geführt, wobei es sich um die vertragliche Regelung der Belieferung des belgisch- luxemburgischen Marktes handelt. Eine Produktionsregelung ist in Aussicht genommen, und es wird für wahrscheinlich gehalten, daß beim Ausbau dieser Gußeisenentente auch Deutschland in sie ausgenommen wird. MWkev GoIö' WKW. ZranzojWer Gewerksthastskongreß. UebcrwältigcndeS BckcnntiliS zu Amsterdam. Varls, 28� Juli.(Eigenbericht.) Die Debatte über die k o m rn u n i st i s ch« n E i n h e i t s- manover auf dem lS. Kongreh des sranzöfllchen Gewerkschasts- bundes hotten nach einer Dauer von zweieinhalb Tagen am Donners- tag. ihren Abschluß gefunden. Vor der entscheidenden A b- ft i m m u n g legte I o u h a u x in einer drei Stunden dauernden Rede noch einmal seine revolutionäre Propagandatätigkeit vor den, Kriege, seine aufbauende Resormarbeit nach dem Kriege, seine Mit- arbeit im Internationalen Arbeitsamt und bei den Verhandlungen im Völkerbund dar. Niemals seit den Ereignissen, die die franzö- fische Gew«rks.cha'lseinheit zerstört haben, sind die neuen p o s i> tioen Ausfassungen des sranzösischen Gcwerk- b u n d e z klarer formuliert worden: „Grundlegende Veränderungen hoben sich vollzogen: wir können nicht mehr lediglich das sein, was wir vor dein Kriege waren und sein werden. Unsere Verantwortlichkeiten sind gestiegen im selben Maß, in dem unser Einfluß gewachsen ist. ohne individuell zu wachsen. Für dos, was wir vor dem Kriege sagten und taten, müssen wir den Mut haben, heute ein neues Gesicht und einen neuen Willen zu haben! Mit Gewalt wird nichts zu erreichen sein, dieser Erkenntnis müssen wir uns beugen, und ohne eine Reform zu überjchäßen, müssen wir alles daran ssßen, soviel Reformen zu erringen, als es immer nur möglich ist. Wenn die Erkenntnis auf dieicm Gebiet nicht immer so leicht, wie wir es wünschten, so haben wir die Pflicht, den Massen zu sagen, daß sie oft in erster Linie die Schuld daran tragen, infolge der Gleichgültigkeit, die sie zeigen. Für uns als Führer kann es notwendiger werden, un. populär zu sein, aber richtig zu handeln, als populär zu sein und falsch zu handeln! Den Massen sagen, daß sie allmächtig seien, wäre eine Lüge!" Der st ü r m i s ch e V e i s a l l, den diese Worte Jouhaux's fanden, zeigte, welch tief« Wandlung die französische Gewerkschasts- bewegung durchgemacht hat. Von der alten anarcho-syndikalistischen Phraseologie ist nichts mehr übrig geblieben. Trotzdem trug die ganze Debatte noch wichtige Spuren der ehemaligen sranzösischen syndikalistischen Ideologie. Das zeigte sich, sobald von den Be- Ziehungen zu den politischen Parteien gesprochen wurde. Immerhin ist die Erkenntnis, daß ohne Zusammenarbeit mit der politischen Organisation der Arbeiterklasse, mit der sozio- listischen Partei, die Erfolge, die sich die französische Gewerkschasts- bewegung als unniittelbarcs Ziel setzt, nicht durchgeführt werden können, doch tief in die gewerkschaftlich organisierten Massen, die dereinst der Partei direkt feindlich gegenüberstanden, eingedrungen. Da die Ereignisse des letzten Jahrzehnts die Gewerkschaften und die Partei auf ein und dieselbe Verteidigungslinie dem bolschewistischen Kommunismus gegenüber gedrängt hatten, ist eine neue Atmosphäre entstanden, in der sich die Partei und die Gewerkschaften leichter zu gemeinsamer Aktion finden. Es bleibt in dieser Hinsicht trotzdem noch sehr vieles unklar und un- sicher. Die Ablehnung der kommunistischen Einheit?- Manöver und die Annahme des Vorstandsberichtes erfolgte mit 4857 Stimmen gegen 188 Stimmen. Diese Abstimmung zeigt, daß die M o s k a u e r V« r I u ch e, die wiederaufgebaute EGT., die mehr als 6Z0k>l)g Mitglieder zählt, während die CGTU. aus un- gefähr 30Ü 000.zurückgegangen ist, unter den organisatorischen und taktischen Einflüh der 3. Internationale zu bringen, glänzend miß- glückt sind. Schwere Entscheiüung. Die Ikachverhandlungen für die Sckfwerindusirie wieder vertagl. Di« Nachverhandlungen über den Schiedsspruch für die n o r d- westliche Gruppe der Metallindustrie— die am Donnerstag im Reichsarbeitsministerium unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Sitzler gssührt wurden— konnten nach nicht abgeschlossen werden: sie werden am Freitag in Düsseldorf weitergeführt. Mit Wohlbehagen hat die„Kölnische Zeitung" die vorzeitig be- kanntgegebene Kampfunlust der christlichen Metallarbeiter heroorge- hoben. Das Blatt schreibt, daß die Versammlung der Christen— und das sei das wichtigst« Ergebnis der Aertraucnsmännerkonfcrenz de» christlichen Metallarbeiterverbondes— einen wirtschaftlichen Kampf zurückgestellt' Hobe, weit die Zahl der Unorganisierten zu groß sei.„Da nicht nur die Zahl der Unviganisierten im In- dustriebezirk sehr groß ist, sondern der christliche Metallarbeiterver- band im Jndustriebezirk eine bedeutend« Rolle spielt, dürste", lo versichert die„Kölnische Zeitung",„auch der so-ialistisch« Deutsche Metallarbeiterverband einen Kamps kaum wagen. Trotz der unnötigen Aufdeckung der Karten der christlichen Gewerkschaften sieht die„Frankfurter Zeitung" die G e- fahreines Arbcitskampfcs: denn im letzten Zeitabkommcn sei festgesetzt worden, daß die heute noch gellende Arbeitszeit so lange in Kraft bleibe, bis eine neue bindende Regelung erfolge. Ohne Verbindlichkeitserklärung gelte daher die alte Arbeitszeit ob 1. August und somit bleibe der Schiedsspruch illusorisch. Wenn die Mehrzahl der betroffenen Arbeiterschaft voraussichtlich trotzdem auf Verkürzung der Arbeitszeit bestehen würde, könnte es gegebenensalls zu Streitigkeiten kommen. DaS deutsch-Polnifchc Handelsabkommen in Kraft. Der Reichsarbeitsministor ha) zur Ausführurig des deutsch» polnischen Abkommens über Erwerbslosen- und Kriscnsürsorge an- geordnet, daß polnischen Staatsangehörigen im Deutschen Reich vom 1 8. I u l i an die Erwcrbslosensllrsorg« und die Krisen- fürsorge unter den gleichen Voraussetzungen und im gleichen Um- sänge zu gewähren ist wie deutschen Reichsongehörigen. Die Leistungen der Arbeitslosenoerficherung und der staatlichen Notstandsbils«, die den Deutschen in Polen gewährt werden, sind nach der Darstellung des Reichsarbsitsministers denen der deutschen Erwerbslosenfürsorge und Krisenfürsorge gleichwertig, die Gegenseitigkeit sei daher als verbürgt anzusehen. Diese An- ordnungen gelten nicht für landwirtschaftliche Wände?» arbeite? polnischer Staatsangehörigkeit. Diese find von der Bsitragspslicht zur Erroerbslosenstirsoro« befreit: sie können die Leistungen der deutschen Erwerbslosenfürsorge nicht erhalten. Die Wanderarbeiter haben bekanntlich, wenn sie ihre Arbeit verlieren, auch keine Ausentholtsberechtigung mehr. Die Unter- stützung kommt daher für sie nicht in Frage. Neue künö'gungen von Saacbergarbeltern. Enklassung der Znvalideu und fmegsbeschäd'.jjken. Saarbrücken, 28. Juli.(Mtb.) Die französisch« Saargrubenverwaltung hat in den letzten Tagen zahlreiche Kündigungen vorgenommen, von denen in erster Linie Kranke sowie Unfall- und Kriegsbeschädigte betro-fsen werden. Auf den Einspruch der Bergarbciterorgani- s o t i o n e n gegen dieses unsoziale Vorgehen erklärte General- direktor Desline, die Verwaltung sei zu Belegschastsoerminderungm gezwungen, da die Säargruben durch die Konkurreziz erdrückt würden. Weitere Entlassungen seien notwendig. S Bruiiiiensir:i9I/ FraiiKfurier-Allee 350/ Kolilmser Damm 103 /Chlbg S charr cn sir 5 AM ROSENTALER PI AT2/ V■ i i,...'>,'n.,/■'■■>/ ECKE"Wl LMERX DORFERITR. # Ihr Bruch+> wird immer größer, wenn Sie rin fchlcchtgKcndcs und liistiges Fedcrbruchband oder Gummiband lragen. Turcd laiche Bänder verschlimmert sich da« Leiden und tonn zur Todesursache werden. IE» enlsteht Bruchemilcmmung, die operjeri werde» wuß nnd den Tod zur Folge dabe» lann.) Desdaid siegt e« in Ihrem Interesse, sich meine äußerst bequeme. Unverwüstliche Epezial-Bandage onscriigen zu lassen. Durch Tag und Nacht Tragen meiner Bandagen haben sich nachweislich Bruchleidende selbst geheilt. Wertmstr. A. B schreibt u.a.:„mein schwerer Leistenbruch ist gehellt. Ich bin „ 1»»..*** CÄ � u________ w_ i n_fcf i j-___ rti»____/ i«/ I r___ v__ i.. i wieder in meinem SS. Levenssahrc ein ganzer und gistälichcr Mensch!" Landwirt Fr. St. schreibt u. a:„Ich sehe mich gcnöliat. Ihnen nach 2 Jahren Dank auszusprechen.. wurde ich gan, besreit van meinem Leiden.' Bandagen von Mk. Ist,— an. FUr Bruch- und Borfulleidende kastcnln, zu svrechen in: Berlin NW 7, Friedrichstraße Si, 1. Elage. icden Montag van 10— b, Sonnlag» von ll— 2 Uhr. K. Büssing, Spezial-Bandagist ■_ Köln, Bonner Straße 249. � Pfennig pro Tel et KOSTET DEP BESTE FERIENKAMERAD DAS MUSIKINSTRUMENT «S UU TRAURINGE » Preisliste gratis. I Ring; Dukatengold 1900 ffest.) rum Reklamepreis von.... Mk. 18.— 1 Gediegen und modern.... Mk. 22,—| Schwere Ausführung..... Mk. 28. 1 Ring(SS5 gest.) Gediegen und modern.... Mk. 12__ l Schwere Ausführung..... Mk. 15.— Skarat. Ringe v. Mk. 4 bis p. Stück.| Gravieren gra is zum Mitnehmen. Hermann Wiese, Berlin Stlodig c«. 3000 fugenlose Trauringe am Lager. 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Von Kurt Offenburg. Mein Neffe Philipp ist ein hossnungsvollsr junger Mann. Er hat eiren wachen Geist. Allzuwoch— wie(eine arme Mutter mir mrmel wieder klagt, di« dem Sturm und Drang ferner Taten- luft keinc-wegs gewachsen ist. Bis neulich(n-ur mit allerlei Hemmung e, hat er sich in der Schule durchgesetzt) war er nur der Schrecken Amtlicher Obstbäume, Katzen und Lutomobilgarogen in der Nachlnrschaft. Seit kurzem aber hat er mit dem Vlick des Feldherrn �n ausdehnungsfähigeres Betätigungsfeld für feine Unter- nehmungen entdeckt. Unser Philipp liest! Seine Mutter, die es nicht lasfn kann, in ihrem einzigen Jungen etwas Ueberragendes, eine Kreuzurg zwischen Goethe und Napoleon zu wittern, und die sich niemal- daran gewöhnen kann, daß er nur ein Lausbub ist (und bleibe wird), teilte mir dies Ereignis neulich unter tiefen Hoffnungssafzern mit. Aber— aber, auch Philipp; neuer Hang zur Lektüre hat sich als gefährlch erwiesen. Mein Reffe liest— Detettio- g e s ch i ch t/« Uhr, Ende 10'/, Uli Grün Sommerpr. 3—10 M. Lustspielbaus Heute 7"/. Uhr Premlere Caie Electrlk Silhnbirg-Bötinw Oll. KQnstler-Th. 8'/. Uhr: Bitte, wer war snersl da 7 Morgen 1*1, Uhr; Premiere „Du wirst midb heiraten" Lessing-Theater 8»/, Uhr Israel Walhalla- Theai Täglich 8'/. Uhr; Der fröhliche Weinberg Lustspiel in 3 Akten ▼. Karl Zuckmayer Parkett statt 4 Mk. tägl.auch Sonntags ■aar M PL Theater an Kottb. Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr: iEMöoer Heues - Programm. Hose-Theater Gartenbühne 5-, Uhr: Konzert und Bunter Teil 8 Uhr Die Instide Wllsve Bmioesky-Bälimii branertinktleii Baue Bing rh.KSniggrätt. St. Hasenheide 2110 8 Uhr: Dia Sdiütev.öznadi Homödlennous Norden 6304 Utzti luffahruDgen! 8 Uhr Weiße Fracht Planetarium am Zoo Vnligg. Jndiinitlulir Stnlt Noll. 1578 Der Sternenhimmel auf der Reise«on Berlin nach dem Aequator Vorführungen; f'/fc 6, 7'/� 9 Uhr. Eintritt I M. Rinttr tat. 15 Jahm 0.501. Komische Oper 8-/. Uhr 8'/. Uhr Berlins einzigste Revue; | Streng vcrbolcmnl Dln finue d/r verbotenen Uidcnsduften I Ueber 200 Mit wirk./ 8 Balleilt.| Vorrerkaufe. d. Hentertesse ab 10 Uhr nannte WINTERGARTEN Die letzten Tage des erfolgreichen JulUSpielplans. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet| Reichshallen-Theater Bis Sonntag» 31* 7.: Die belieblen Dresdner Viktoria-Singer Ab 1. August: StettinerSänger Anfang 8 Uhr. Dönhoff. Bretl'l: (Saal und Garten) 18 VarietO, Konzert, fenz MORGEN SONNABEND Inferieren bringt ERFOLG 1 Beginn der Winterspielzeit 1. August Vorrerkaul tägL an d«r Theatar- 0—6(Nollendorl 7360), K. d. W, Tietz, A. Werthoim, Inralidend&nk, ferner bei allen bekannten Hotels n. Billettbüros. rV inriEßiö Horn mit HOOT GIBSON Ieina Eplsoda aus dam latztan I groBsn er»l>n«lt»Kampfd.lndl«nn«r| Reglet Edward Sedgwick Univarsal-Film dar Ufa Wochentags[2|9,B| Sonntags(2 fSFI Ufa-Tiieaterflozartsaal •<$>■ ' 0 f> .11»j Was bedeutet Lebenskraft für Giftstoffen nnd der« schädlicher den Menschen? Energie, ständige Bereitschaft für großes Können und hervorragende Leistungen, Lust und Liebe zur Arbeit und Freude und Zufriedenheit in den Mußestunden nach der Arbeit I Darin stecken die Begriffe i Lebenskraft und Lebenskunst. Jeder Mensch möchte mit obigen Glücksgütem ausgestattet sein. Dazu ist die wich- tigsteVorbedingung zu erfüllen: Erhalte Deine körperlicheGe- sundheit, sorge dafür, daß Dein inneres System in guter, normaler Verfassung ist und regulär arbeitet. Eine tägliche kleine Dosis Kruschen-Salz frühmorgens erhält den Organismus frisch und gesund, beugt Ablagerungen von Wirkung vor, kurz, einflußt die Gesundheit fördernc Kfuo fen Sa 2 Was ist Knseheo-S P Kruscben-Sali ist aln« wiasocbaftHeha, tof Grund langjähriger, vielseitigerieobachtooge» des menschlichen Organismus«rfot« Zusammenstellung derjenigen wirksamenpiineralischenj auch alkalihaltigen, chemisch r«ia Salze, die dem Körper für Blutbeschaffenhe Stofiwecbsal- Vorgang und allgemeine Gesundh von förderndem Nutzen sind. Kruschen-Salz xkt der durch häufig unzweckmäßige Srnlhru leicht entstehend«» Alkaliverarmnnf dea fites entg egen� )b Apotheken und Drogerien U, 8,— pro GUt, fet 8 Knete enentekee 5 i- Die Arbeiten öes neuen Herlin. Das a»tgebaute Schöneberg. Der Bezirk Schöneberg gehört zu den Außenbezirken. Seinem ganzen Wesen nach aber muß er zu den Jnnenbezirken gerechnet werden. Di« Entwicklung des Bezirks ist in vielem vergleichbar mit der des Bezirks Charlottenburg. Hier wie dort hat die Er- schließung des Westens von Berlin die Struktur der Bezirk« ver- ändert. Durch die Entwicklung der Bezirke vom Außenbezirk zum Durchgangsbezirk sind auch die kommunalpolitischen Ausgaben wesentlich verändert. Wenn inan von den sechs Jnnenbezirken ab- ficht, so ist Schöneberg der einzige Bezirk, dessen Entwicklung als abgeschlossen gelten kann. Einschneidend sür diese Entwicklung war die Gründerzeit und die Bodenspekulationsperiode um 1890. Damals war Schöneberg den Baulöwen ausgeliefert, die das„klassische Zeitalter der Baukunst" schufen, dessen höchste„Leistung" es war, auf möglichst wenig Quadratmeter Kaum recht viele Wohnungen unterzubringen. Di« erschreckendsten Bilder der Seitenflügel und Hinterhausbauperiod« stehen heute noch in öchöneberg und werde» bewohnt. Eine Auflockerung der Stadt, eine Durchsetzung mit Grünanlagen, ist jetzt nur unter den größte» Schwierigkeiten und Eeldopser» möglich. Bon 1100 Hektar Grundsläche sind insgesamt noch 858 Hektar zu bebauen. Nur die sechs Jnnenbezirte Berlins und Schöneberg weisen ein« Bevölkerungsdichte von über 200 Bewohnern pro Hektar Gesamtsläche aus. Badeanstalt und Turnhallen fehlen. Obwohl Schöneberg vor dem Kriege mit zu den reichsten Städten um verlin zählte, leidet der Bezirk heute noch an der ver. kehrten Gcmeindepolltlt der Vorkriegszeit. Aehnlich wie in Wtl- Meesdorf, habe» auch hier die Stadtväter von Schöneberg nicht an die ärmere Bevölkerung gedacht. Noch heute muß sich ein Bezirk von zirka 230 000 Einwohnern mit einer„Badeanstalt", die Zwöls Wannen„groß" ist, behels-n. Der Bezirk hat jetzt dem Magistrat Pläne für die Errichtung eines HaUcnschwimmbodes eingereicht. Stimmt der Magistrat, was zu erhoffen ist, den Plänen zu und be- willigt die Mittel, so wird der Bau, der aus dem Südgelände er- richtet werden soll, noch in diesem Jahre begonnen. Mit Schul. bauten ist der Bezirk reichlich versehen. Insolge der Eiusührung der täglichen Turnstunde und des Schwimmunterrichts genügen die vorhandenen Sportplätze und Turnhallen nicht mehr. Neue spiel- und Sportplätze find heute nicht mehr in großem Maßstabe zu beschassen. Der Bezirk hat jetzt begonnen, den vominicusplah um- und auszugestalten und dabei Spielflächen einzubauen. Die zen- tralen Stellen der Schulverwaltung haben die Notwendigkeit, neue Turnhallen im Bezirk zu errichten, anerkannt. Au« Mangel an ge» eignetem Gelände ist der Bezirk dazu übergegangen, die bestehenden Turnhoven ausznstocken. Nach Plänen des Prof. Heinrich Lassen wurde die städtische Turnhall« in der Nubensstraße aus. gestockt und das Vach für.?rellus»turnea eingerichtet. Durch An. bauten wurden Bäume sür Turnlehrer, Geräte, Kleiderablagen und Woschgelegenheiten geschaffen. Toiletten wurden in«inern besan- deren Nauru untergebracht, der durch eine verdeckte Halle mit der Turnballc verbunden ist. Für den Fußbodenbelag wurde in der unteren Turnhalle Stabsußboden aus Roibuche, in der oberen Turnhalle Korklinoleum auf Estrich aus Kieselgur und Zement verwendet. Der Fußboden der Freilnsttnrnhalle besteht ans amerikanischem Kicsernholz. Don acht beantragten Turnhollen wurde eine für die Siedlung Lindenhof bewilligt. Auf dem Südgelände wird noch in diesem Jahr mit dem Vau der Aontaneschule begonnen. Ein Klcinrentner-Schwesternheim. Im Bezirk ist die Zahl der Kleinrentner außerordentlich groß. Die Mietzuschüsse, die an Kleinrentner mit teilweise sehr großen Wohnungen zu zahlen sind, erreichen eine außergewöhnliche Höh«. Zur Verminderung der Kosten will der Bezirk«in Kleinrentner. heim errichten, in dem Wohnungen von einem Zimmer bis zwei Zimmern an Kleinrentner zu einem mäßigen Mietzins abgegeben werden sollen. Diese« Heim soll ebenfalls auf dem Slldgelände, in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses, entstehen, dem es später einmal als Dieiistgebäude sür Aerzte angegliedert wird. Das Kronkenhaus in«chöneberg mußte durch Ausstockeu der Kranken- Pavillons vergrößert werden. Doch bleibt dies« Lösung nur ein Notbehelf. Ferner�ist der Bau eines Schwesterheims dringend notwendig. An Fürsorgeeinnchtungen plant der Bezirk die Schaffung von�Kinderhorlen. Eine für olle Bezirke beachtliche Auf- gäbe hat sich Schöneberg noch gestellt: Es will den Ansang machen mit der Echasfung von Wohnungen sür Lehrling«. Dies« Wohnun- gen sollen de» elternlosen Lehrlingen und den aus irgendwelchen Gründen nicht im Elternhaus wohnenden Lehrlingen Unterkunft geben. Dort sollen die Lehrlinge unter pädagogischer Leitung zu Familien zusammengeschlossen werden. Die ErhoUmgsstätteri in Wyk auf Fähr und die Lungenheilslällcn Sternbera konnte der Bezirk in den letzten Jahren erweitern. In Wyk auf Föhr wurden im letzten Jahre Uberraschende Heilcrgebnisse bei knochenkranken Kindern erzielt. Das Hauptgcsundheltsamt des Bezirks ist in seiner ganze» Anlage vorbildlich. Sämtliche Fürjorgcstellen sind im Rat- Haus untergebracht, io daß die FllrsorgedienststeUen zu jeder Zeit aus dem schnellsten Wege mit den anderen Dienststellen in Vcrbin- dung treten könne». Schon seit 1911 hat Schöneberg das Haupt- amtliche Schularztsyftem eingeführt und ein Teil der guten An- lagen im Hauvtgesundheitsamt sind auch den langjährigen Er- sahrungen auf diesem Gebiete zu verdanken. Berbreiterung der Ausfallstraßen. Schöneberg ist Durchgangsbezirk. Die Entwicklung des Westens hat die Aussallsstraßen von Berlin nach dem Westen durch einen ausgedehnten Bertehr überlastet. Eine Reihe Umbauten und Aer- breiterunpe» mußten daher durchgeführt werden, um wenigstens einige verkehrstechnische Erleichterungen zu schassen. So wurde die Hauptverbindungsstrahe durch den Bezirk nach den westlichen Por- orten, die Hauptstraße, zum Teil verbreitert und als Straße erster Ordnung umgebaut. Die Umbauarbeiten find äußerst schwierig, weil die Straßen in Schöneberg mit Zu. und Ableitungsrohren überlastet sind Die Stadl Berlin hat noch in diesem Jahre ei» Druckrohr nach den Wassern-erten Eharlottenburg gelegt, daß in einer Tiefe von 14 Metern ruht. Eine Berkehrssorge hat der Be- zirk noch mit dem Rundverkehr am Rollendorsplah. Der volle Rundverkehr aller Dcrkehrsmittef wird zur Berminderung der Gc- sahrcnpunkte die beste Lösung sein. 9 Di« einzige� Entwicklungsmöglichkeit des Pezirk, besteht im Ausbau des Südge lande». Di« Sladt Berlin hat nach dem Scheitern der Berhandlungen mit den Amerikanern das Süd- pelönde gekauft. Im Bezirk bestehen Plane, da» Südgelände zum großen Teil in Parkanlogen zu verwandeln. Aehnlich wie der im Entstehen begriffene Boltspark Tempelhoser Feld sollen dort aus einem Teil Spiel- und Tummelplätze, Erholungsanlagen und Sport- plötze aufgebaut werden. Auch ein offene» Schwimm» b a s s i�n ist vorgesehen. Das Siidgelände ist die einzige Oase des ganzen Schöneberger Bezirks. Dort, besteht noch die Möglichkeit, den Bezirk etwas aufzulockern und der Bevölkerung in leicht er- rcichbarer Näh« Erholungsanlagen zu schassen. Durch derartige Anlagen und durch sanitäre Einrichtungen muß heute die Stadt- Vertretung gutzumachen versuchen, was in vergangenen Jahren persäumt wurde. Nach Mitte oüer nach West? Verkehrsfragen im äußeren Weste«. Der Ausbau de» Berliner Schnellverkehr» nach dem Süden, dem Norden und dem Osten macht erfreuliche Fort- schritte. Nicht so erfreullch entwickeln sich die Dinge i m Westen. Z e h l e n d o r s mit seiner ganz außerordentlich stark wachsenden Bevölkerung hat zum Beispiel noch nicht einmal Straßenbahnverbindung. Di« Strahenbahnoerbindung über Lichterselde-Ost nach dem industriereichen Te l t o w ist geradezu jammervoll und ganz unzureichend. Noch immer geht auch dl« Borortverbindung nicht über Lichterselde-Ost hinaus. Teltow, Thyrow und Trebbin, von Berlin wirtschaftlich abhängig, haben nur Fernverkehr. Zehlendors hol. um die Ver. bindung mit dem Westen herzustellen, Autobusverkchr zum Unter- grunddohnhof Tielplag bekommen. Unbegreiflich bleibt es, warum man de» Benutzern, des Autobus nicht endlich die Berechtigung oibt, mit ihren Fahrkarten in dl« Untergrundbahn überzusteigen. Jetzt kostet eine solche Fahrt. Autobus mw Untergrundbahn, inner- halb Berlins 40 Pf. Man ist also weit e n t f e r» t v o m Einheitstarif. Einen seinen Griff hat die ABOAG. mit der Einrickstung der Linie 20 gemacht, die Zehlendorf über Lichter- selde, Steglitz und Friedenau mit dem Berliner Westen verbindet. Die Wagen fahren fast immer in Zehlendors voll besetzt ab. Es müßte aber auf dieser Linie im Sommer auch ein Verkehr zum Freibad Wannsee stattfinden. Die Wannsecbahn ge- nügt nicht mehr, sie jährt zu langsam. Besonders gespannt ist man jetzt im 10. Bezirk, wie sich die Weiterführung der Unlergrundbckhn über den Tiel- platz gestalten wird.' Die Alt-Zehlendorfer sind natürlich dafür, daß die Bahn In das Herz des Ortes, nach Zehlendorf-Mitte, geführt wird. Di- aus Zehlendors-West, Nikolassee und Schlachten- see haben ein Interesse daran, daß die Bahn am Rand des Grüne- wald» abbiegt und nach dem Westen geht. Zu diesen Interessenten gesellen sich die Bewohner der neuen Gchagsiedlung, die bei voller Besiedlung etwa 2000 Personen sein werden. Die Führung der Trace nach Zehlendors-Mitte ist aber deswegen so sehr wichtig, weil damit die Möglichkeit gegeben wäre, sie i n d e r Richtung Teltow zu verlängern und weil dann die Tausend» von Arbeitern und Angestellten des recht umfangreichen Toltower Iitduftricgebiets endlich Fahrgelegenheit haben. Heute müssen sie nahezu eine halbe Stunde bis Zehlendors laufen. Die Linie nach Zehlendors-Mitte ist also entwicklungsfähig, die nach West müßte wahrscheinlich in West endigen, weil dl« dünne Be- siedlung lgrohe Billengärten, reiche Besitzer mit eigenen Autos)«ine Wirtschaftlichkeit der Bahn sowieso in Frage stellt. Biellcjcht aber kommt man wieder zu dem berühmten Kompro- nnß und man läßt die Bahn sich zweigen: der ein« Strang geht nach West, der andere nach Mitte. Das wäre noch nicht einmal dos schlechteste. Ein doppeltes Beispiel hat man dasür in der Abzweigung der Untergrundbahn nach dem Wilhclmsplag in Eharlottenburg und nach der Uhlai�stratze. Das Wohnungsamt Friedrichshain teilt init: Da. hier noch außerordentlich dringliche Arbeiten im Interesse der Bevölkerung zu erledigen sind, u. o. die Zählung der Wohnungsuchenden im Bezirk, MUß da» Bureau in der M a r k» s st r. 40 noch v»eilerhin bis zum 13. August s Ü r d e n P n b> i k U in s v e r k c h r g e s ch l o Is c n bleiben. Die Bevölkerung wird gebeten, auf dies« Zwangslage Rück- ficht zu nehmen. Die Sevölkerungsüichte Serlins. Eine interessante Statistik. In den„Berliner Wirtschastsberichten" wird durch«ine Reihe von Schaubildern die Wohndichte in den Bezirken und das Verhältnis von bebauter Fläche und Siedlungsland usw. von 1925 dar- gestellt. Die graphischen Darstellungen sind von Dr. Büchner, dem Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Berlin, mit erläutern- dem Texte verschen: ihre Ergebnisse sind nach mehr als einer Rich- tung hin von Wichtigkeit.?lls bebaute Flächen gelten die Gebäude- flächen einschließlich der Hofräume und der Housgärten. Das noch vorhandene Siedlungsland besteht aus Wiese»,'Acker und Gartenland, Exerzierplätzen»nd Brachland. Das Ricselland. Dauerwald und sonstiger ZLald ist dabei Herausgelasse», weil diese Flächen praktisch sür Bebauung nicht in Frage kommen. Außerdem scheiden ans die dauernd der Bebauung entzogenen Gebietsteile: Rasenplätze, Park- anlagen, Wasserflächen, Eisenbahnanlagen, Friedhöfe usw. Diese Begrisssseststellungen«»"ausgeschickt, ergibt sich für Berlin' dos folgende Bild: Die Bebauung ist mullrlich im Kern der Stadt am dichtesten.� Im Verwaltungsbezirk Mitte sind 83 Proz. der vorhandenen Flächen bebaut, und es stehen zur weiteren Bebauung nur noch 13 Proz. zur Verfügung, der Rest sind Straßen usw. Nicht. viel günstiger liegen die Dinge im Bezirk Tiergarten und K r c u z b erg. Nur die Bezirke W c d d> n g»nd Prenzlauer Berg verfügen noch in größerem Ausmaße über freie Bauflächen,\ der elftere über 25,5 Proz., der zweite über 28,2 Proz. feiner Gc--j, samtfläche. Größere Erweiterungsmöglichkeiten haben im allgemeineir' die Außenbezirke. So hat Spandau erst 1l Proz. seiner Gesamt-. fläche bebaut, 45,9 Proz. sind noch frei. Günstig steht auch Steglitz: und Zehlendors. Die entsprechenden Zahlen sind hier 29,9 Proz. bzw. 50,5 Proz. und 14,8 Proz. bzw. 40,1 Pro,;. Autzerordenllich günstig liegen die Dinge in Neukölln mit 11,7 Proz. bebanteir Flächen, denen 75,9 Proz. bebammgsfähiges Gelände gegenübersteht. Dieser Bezirk hat also noch das Sechseinhalbsach: seiner 1925 bebaut'. gewesenen Fläche zur Verslignng. Ebenso kann Weißen see vier- mal, Pankow und Reinickendors snst das Siebenfache der jetzigen Fläche bebaue». Dagegen steht von den'Außenbezirken'. Köpenick mit 5,8 Proz. bebautem und 22,7 Proz. Siedlungsland wohl ani ungünstigsten da, wie oben bemerkt, die großen Waldgebiete glücklicherweise sür die Bebauung nicht in Frage kommen. In zwei anderen Schaubildern werden die Beziehungen zwischen. Bevölkerung und der Gesamtfläche, d. h. die Dichte der Besiedlung der einzelnen Gebietsteile nach dem Stande vom 16. Juni 1925 gezeigt. Einzelne Gebietsteile sind so gering„bevölkert", daß sie- schon Vergleiche mit den entlegensten Gegenden Deutschlands aus� halten. So kommt in den Waldgebieten des Potsdamer Forstes, des Köpenicker und des Grünau-Dahme-Forstes auf je 154 bzw. 41 bzw. 20 Hektar durchschnittlich eine Person. In dem 1235 Hektar großen Gebietsteil Potsdamer Forst wohnen nur 8 Personen. Es folgen rein ländliche bzw. Waldgebiete� von denen nicht weniger als 15 eine Dichte von weniger als einer' Person auf den Hektar der Gesamtsläche ausweisen. Weiter gibt es'. 2.3 Ortsteile, in denen auf 1 Hektar Gemarkung nur l bis 5 Personen kommen: insgesamt l>ab«n 59 Ortsteile eine durchschnittliche Bevölte- nmgedichte von 1—100 Personen. Zu den restlichen 13 Ortsteilen mit einer Siedlungsdichte von 101 und mehr Personen je Hektar gehören die iiinf ehemaligen Stadtgemeinden Eharlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Neukölln und Lichtenberg. Unter diesen weist Neukölln mit 232 die größte Dichtigkeitsziffer auf, es folgen Schöneberg mit 194, Wiln,eredors mit 184, Eharlottenburg mit 148' und Lichtenberg mit 118 Personen auf einen Hektar. Die ehemalige Stadt Spandau hat entsprechend ihrem so sehr viel geringeren Be- bauungsstande nur eine Ziffer von 21 Personen auf den Hektar der Gesamtfläche aufzuweisen. In den Zllt-Berlmer Derwaltungsbezirkeir liegen die Ziffern zwischen 21 l sTiergarten) und 384(Fricdrichshaln).-s Der völlig ausgebaute Verwaltungsbezirk Mitte bleibt infolge der j hier besonders starke» Verdrängung der Wohnbevölkerung durch ge»- lchäftliche und gewerbliche Anlagen(Cily-Bildung) mit einer Besied- lungsdicht« von 285 noch unter dem Durchschnitt von Alt-Berlin, der. sich auf 297 beläust. Im Durchschnitt für die ganze Stadt beträgt die Siedlungsdichte 45,9 Personen aus einen Hektar der Gesamtfläche.) Die vorliegende Darstellung zeigt, daß innerhalb der Gemarkung 3 von Groß. Berlin Raum genügend vorhanden ist, um für dic Hundert- 1 tausende von Wohnungssuchenden Wohnräume zu beschafsen. j Ein Luft- und Sonnenbad für rachitische Kinder. Im Bezirk F r i e d r i ch s h a i n ist ein Lust- und Sonnenbad für rachitische Kinder geschaffen worden. Die Untersuchungen der Säuglinge und Kleinkinder hallen in besonders starkem Maße im Bezirk Friedrichshain Zl n l a g e n zur Rachitis ergeben. Bis zu 80 Proz. der vorgestellten Kinder waren danach der Gefahr rachitischer Erkrankungen miegesetzt. Und auch die Mehrzahl der Krüppelerkrantungen bei Kindern konnten aus rachitische Erschei- nungen zurückgeführt werden. Der Plan des Bezirksamtes, ein große» Luft- undSonnenbad für diese Kinder an der Lasker- straße zu errichten, konnte erst jetzt v o l l e n d et werden. Bor allem in sinanzjellcr Hinsicht wqren unerhört« Schwierigkeiten zu über- winden. Nunmehr wird das Bad am 1. August sür die in Frage kommenden Kinder erössnet werden. Bon diesem Tage ob wird diese Tageskur st ätl« täglich geössnet sein, damit die gesundheitlichen Schäden, denen Kleinkinder in diesen Proletarier- vierteln so leicht ausgesetzt sind, schnell aemildcrl oder gar aus- gemerzt werden. Aerztliches und pädagogisches Pflegepersonal steht genügend zur Verfügung, um die Kinder beim Ausenthalt in der Sonn« aus grünen Rasenflächen oder beim Ausenthalt in den Spiel- zimmern zu betreuen. Sämtliche Zimmer sind aufs freundlichste ausgestattet und wirken außerordentlich sarbensrcudig. Vorläufig können dort etwa 80 Kinder täglichen Aufenthalt finden. Den SALAMANDER DER INBEGRIFF VON GÖTE UND PRE15WÖRD1QKEIT. (FIkrn wird dadurch am Tage die Sorge für die Kinder abgenommen, da sie sich in bester Hut befinden und ihnen zugleich jede Mag- lichkeir zur völligen Gesundung erössnet wird. Der Bezirksverwaltung darf man besondere Anerkennung für das bisher in dieser Form einzige Werk in Berlin zollen. verkehrsschmerzen in Staaken. Man bewirbt sich um die Versuchsanstalt. Anläßlich einer Besichtigung der in dem Luftschissbau Zeppelin in Staaken untergebrachten Werkstätten der L u s t h a n s a durch die Mitglieder der städtischen Körperschasten äußerte Direktor Mehner eine Reihe von Wünschen in bezug auf die Ausgestaltung der Flugplaßanlagen und der Wege und Straßen dorthin. Die zu den umfangreichen Industrieanlagen führenden Straßen und Wege sind in einem so schlechten Zustande, daß der Verkehr auf ihnen immer schwieriger wird. Besonders bei schweren Lasttrairs- Porten, die täglich zu'Hunderten passieren, kommen sehr oft Achsen- bräche vor, so daß die Wagen liegen bleiben und starke Verzöge- rängen bei dem An- und Äbtransporl der Materialien und der Flugzeuge eintreten. Notwendig ist, daß die Straßen ausgebaut und neu gepflastert werden. Ebenfalls unzureichend sind die Personen beförderungsmittel nach Staaken. Hier wird gefordert eine Verlängerung der jetzt in Pichelsdors endenden Straßenbahn und ein Ausbau der Eisen- bahn sowie des Omnibusverkehrs. Notwendig ist auch eine Heraus- nähme Staakens aus dem Zonentarif der Reichsbahn, so daß sich der Fahrpreis ermäßigen ließe. Gefordert wurde weiter ein Anschluß des Dorfes Staaken und der Industrieanlagen an die Kanalisation der wtadt Berlin. Nach den Mitteilungen des Redners ist Staaken immer noch der nur meisten benutzte Flugplatz Deutschlands. Seit seinem Bestellen »tnd etwa UätiOO Landungen und Abslüge erfolgt, davon f)70lsg im Jahre 1926. Im Lause der Zeit hat sich aber herausgestellt, daß der Flughasenbetrieb ohne Unterstützung der öffentlichen Hand nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Sa will beispielsweise die Verkchrsfliegerschulc den glänzenden Angeboten anderer Städte folgen und von Staaken fortziehen. Mit besonderer Wärme setzte sich Direktor Wehner für die Verlegung der V o g s u ch s a n- st a l l für L u s t f a h r t in A d l c r s h o s ldie der Magistrat nach Vntz verlegen will) nach Staaken ein. In Staaken wären alle Vorbedingungen für die Versuchsanstalt gegeben, in Britz müßten sie erst gesrbaffen werden. Bezirksbürgermeister Stritter- Spandau unterstützte auf das lebhafteste die Wünsche Direktor Wehners. Schulschwimmen im Sezirk 5r>eürichshain. Berlin hat in den letzten drei Jahren auch die Körperpflege in den Schulen gefördert. Vor allem wurde dabei Baden und Schwimmen berücksichtigt. Schon im Jahre 1923 wurde im Bezirk Friedrichshain der Plan erwcgen, vom Gesundheitsamt aus Schwimmkurse für Schulkinder einzurichten. Die Inflation verhinderte diese Pläne. Aber schon 1924 wurden sie auf Anordnung des Bezirksbürgermeisters. Genossen M i e l i tz, wieder ausgenommen. Am 29. Oktober begann der Unterricht im Stadtbad Friedrichshain. Man hat im Bezirk Friedrichshain entgegen der Regelung in anderen Bezirken für jede Halle zwei besondere Schwimmlehrer angestellt, die für jede einzelne Klasse zehn Unterrichtsstunden erteilen. Der Klassenlehrer begleitet die Kinder und beaufsichtigt sie. So kann das Gesundheitsamt nach der ein- gehenden Untersuchung durch den Schularzt auch die Verantwortung für den Verlauf des Unterrichts in jeder Hinsicht übernehmen. Der Unterricht wird in folgender Weise erteilt: Zuerst Trockenübungen für Brustschwimmen, richtiges Ein- und Ausatmen; dann Abseisen und Abbrausen und Uebungen im Nichtschwimmerbassin, Uebungen an den Angeln, Schwimmen mit großen und später kleinen Kork- gürteln und schließlich Frei- und Dauerschwimmen. Bei den Uebungen ist immer nur eine Klasse im Wasser. So ist dos Bassin nicht überfüllt und die Uebersichl geht nicht verloren. Man hat hier gerade durch die Anstellung der Schwimmlehrer resp. -lehrerinnen die besten Erfahrungen sammeln können. Ein Lehrer, der sich nur dieser Aufgabe widmen kann, ist viel mehr besähigt zur Erteilung dieses Sonderunterrichtes. Im Laufe der drei Jahre sind 393 Schwimmklassen mit 11 162 Kindern unterrichtet worden. Davon sind nur 332 Kinder als Nichtschwimmer entlassen, während 1181 als Rettungsschwimmer ausgebildet werden konnten. Zur Weiterbildung hat jedes Kind die Möglichkeit, sich in der Zeit von 2 bis 6 Uhr nach- mittags frei in den Hallen zu betätigen. Der proletarischen Jugend ist durch diese Arbeit ein großer Dienst erwiesen. /lbenösprechstunöen in üer Schwangerenfürsorge. Um den Frauen die Mutterschaft zu erleichtern, sind B e r a- tungs- und A u skunfts stellen für schwangere Frauen und Mädchen eingerichtet,„Schwangerensürsorgc" genannt. Dort erhalten Frauen und Mädchen unentgeltlich ärztliche Beratung und jede Auskunft(Kasscnangelegcnheitcn, Rechtsfragen usw.). Wirtschaftliche Hilfe kann ihnen dort ebenfalls zuteX werden. Die Frauen werden belehrt, an wen sie sich in den einzelnen Fällen zu wenden hoben, Anträge werden für sie geschrieben. Es wird ihnen in diesen Stellen alles für sie Wissenswert« genau gesagt, alle Wege werden ihnen geebnet, damit sie ohne.Zeitverlust zu ihrem Recht kommen und Hilfe finden. Arznei- und Stärk ungs- mittel werden teils oerschrieben, teils sofort ausgehändigt. Damit die berufstätigen Frauen, die tagsüber beschäftigt sind, sich ohne Zlrbeitsaussall beraten lassen können, sind neuerdings in den Ambu- latorien extra Abendsprech stunden eingerichtet. Auf diese Sprechstunden möchten wir ganz besonders hinweisen, denn die berufstätigen Frauen sind vielfach nach jeder Richtung hin äußerst hilssbedürstig. Diese Zlbendsprcchstunden, die ebenfalls von Aerztinnen abgehalten werden, finden statt in den Ambulatorien Alexanderstraße 39/49, 1. Hof, 2. Aufgang. 2 Tr., Donnerstags von 6 bis 7 Uhr, Große Frankfurter Straße 137 Freitags von 6— 7 Uhr, Oranienstraße 6 Dienstags von 6 bis 7 Uhr, Schöneberg, Grunewaldstrahe 39 Freitags von 5— 6 Uhr. Viele Frauen wünschen nicht, daß die Arbeitsstelle von ihrer Schwangerschaft Kenntnis erhält. Es ist selbstverständlich, daß die Slrtwitsstellcn weder Nachricht noch Auskunft über den Besuch der Beratungsstelle erhalten. Die Iugcndherbcrnc in Nowawcs. Der Mangel an geeigneter Unterkunft für die wandernde Jugend hat auch die junge«tadt N� w a w e s im vergangenen Jahre bewogen, neben den städtischen Sport- und wpielplätzcn und unweit des Parkes Babelsbcrg eine Jugendherberge zu er- richten. Sie wird nach den Richtlinien des Verbandes für Deutsche Jugendherbergen verwaltet und öffnet allen Wanderern die Pforten, die sich durch Blcibenausweis, Mitgliedskarte oder Führerschein ausweisen. Die Jugendherberge besteht aus zwei größeren Tagesräumen, drei Schlasräumen, Küche und Nebengelaß und kann insgesamt 39 Gäste beherbergen. Hinter der Jugendherberge befinden sich in einem besonderen Gebäude die Toiletten und die Waschgelegenhcik. Vom Vorbau der Jugendherberge genießt man eine schöne Slussicht über die Sportplätze mit ihren gärtnerischen Anlagen. Vom Bahnhof Nowawes ist die Jugendherberge bequem in 5 Minuten zu erreichen, auch der Bahnhos Neubabelsberg ist nicht sehr abgelegen. Im Vorjahre hatte die Jugendherberge zu- sammen 1188 Ucbernachtungcn zu verzeichnen, obwohl ihr Bestehen noch*wenig bekannt war. Dank der günstigen Lage der Herberge und ihrer freundlichen und gesunden Räume kann in diesem Jahre mit einem größeren Zuspruch wohl gerechnet werden. Als beliebte Ausflugsorte, die von der Jugendherberge in kürzeren und längeren Tagestouren erreicht werden können, seien erwähnt: Park Babels- berg mit Schloß, Flatowturm und Fernblick auf die Havel und Potsdam, Griebnitzsee-Ufer, Moorlake, Psaucninsel, Neuer Garten mit Marmorpalais, Sanssouci, Königswald am Jungfernsee usw. Die Stadt Nowawes mit überwiegender Jndustriebeoölkerung hat sich die Förderung der Jugendpflege nach dem Kriege besonders an- gelegen sein lassen und mehrere Sport- und Spielplätze angelegt. Eine Erfrlschungshalle auf den städtischen Sportplätzen in der Nähe der Jugendherberge geht ihrer Vollendung entgegen. Mit ihr ist auch ein alkoholfreier Ausschank verbunden. Beurlaubungen. Bürgermeister S ch o l tz ist vorn 1. bist 27. August 1927 beurlaubt. Seine Vertretung übernehmen: i i« Taub st u m m e li- und B l i n d e n w e s e n: Frau«tadtrat: K a u s l e r; in sonstigen Wohlfahrtsangclegenheiterr und im Vorsitz der Deputation: Frau Stadtrat W e y l: im Vorsitz der Finanz- und Steuerdcputation für die Dauer der'Abwesenheit des Stadtkämmerers Dr. Lange und in allen übrigen Angelegenheiten Stadtrat Wege.— Stadtmedizinalrat P r o f. Dr. o. D r i g a l s t i ist vom 39. Juli bis 2: September 1927 beurlaubt. Die Vertretung ist wie solgt geregelt:�Jn dem Vorsitz des Stadtamts für Leibesübungen Stadtrot B c- necke bis zum 8. August 1927, Stadtrat A h r e n s vom 7?. bis zum 13. August 1927, Stadtschulrat Nydahl ab 13. August 1927: in dem Vorsitz der Deputation für das Gesundheits- w e s e n: Stadtrat A h r c n s bis zum 13. August 1927, Stadtrat Dr. T r c i t e l ab 13. August 1927. Ihren 80.»eburt-tag beqeht am 1. August in geistiger Frische die Wibwe Auguste Nutluk, N, Schulstr. 95 M«kaiser.Wlhelm. und Augusta-Etlsl). Das Geburtstagskind führte über 35 Jahre lang die Ioirrnal-Zeitungs-�pc�tion und das Annoneenbureau im Hause Treskowstr. 39 am Wörthcr Platz und A m weiten Kreisen durch ihre nie ermüdende Arbeitskraft bekannt geworden. Möge ihr noch ein langer gesunder Lebensabend beschi�dcn sein. Sport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag. 28. Zuli. 1. Rennen t. Lurgbrobl(Männchen), 2. Camistus(Wosff), 3. Lebensmut sKukulieS). Toto: 16:19. Platz: 15, 56: 19. Ferner tiefen: Examen, Feuerschein. T Rennen. 1. Morgcnpracht fLeutn. v. Jmhost, 2. Maron lBcsitzer), 3. Per Dar! lLentn. v. Horn). Toto: 222: 19. Platz: 32, 28. 27: 19. Ferricr liefen: Jöarma, Trompeter. Aniator. Märchen, Mainbcrg, WeUerdcre. 3. R c n n c n. I. Oeins de JMenthe(BiSmark), 2. Lufitania(Rosen- kränz), 3. Ancilla(Moritz), Toto: 18:19. Platz: 13, 21, 17: 19. Ferner liefen: Turmalin. Mulallc. Kara-Damc, Seelensrieden. 4. Rennen. 1. Nettclbcck(Oeries), 2, Pommer(Kukulies). 3, Salca (Moritz). Toto: 58; 19. Platz: 21, 24, 17: 19. Ferner tiefen: Macslofo, Hochslapier, Parnatz, Ger old, Octavio, Tüchtig, Erzhalunle. 5. Renne n. 1. Niederwald(Ackermann). 2. Traumlicse(Lüder), 3. Mhlord II(Mate). Toto: 68:19. Platz: 18. 21, 29: 19. Ferner liefen: Abcndwind, Killcwit, Otavi, Provussor. Siri, Fechterin. Palette. 6. Rennen. 1. Aeleda(Dcrjchug), 2. Sigtuna(KululicS), 3. Lob- redncr(Ackermann). Toto: 64: 19. Platz: 29. 29, 24: 19. Ferner liefen: Rubel, Ondina, Aufklärung, Vezna, Brigant, Vicloria, Coeur d'Alrnee, Grand Mousjeux. 7. Rennen. 1. Ebristinchen(Schnitzer), 2. Malatefta(Leutn. v. Metzsch), 3. Tbeolril(Besitzer). Toto: 55:19. Platz: 16, 14. 18:19. Ferner Uesen: Rücksicht, Slafselslab, Scdan, Tannkönig. Rennfahrer Mühlhoss-Kreseld seinen Verletzungen erlegen! Wir berichteten vor einigen Tagen von dem Sturz des bekannten Rennfahrers Mühlhoff- Krefeld auf der O st e n d e r Bahn. Mühlhoff ist jetzt seinen Verletzungen erlegen. Der Fahrer, der auch in Berlin kein Unbekannter war, stand im 23. Lebensjahr und vermochte so manchen Erfolg für sich zu buchen. Der Nachwuchs des deutschen Rennsahrsports verliert mit dem Tode Mühlhoffs eine gute Kraft. Auch Persya-verschelden beim 4 SIunden-Renaen aus der Rült Arena. Wie wir erfahren, werden am kommenden sonntag die bekannten Belgier Persyn-Berschelden als Mannschaft aus der R ü t t- A r e n a slarten. Fest steht bis jetzt, datz auch der zähe T o n a n i und der kleine siinie E b m c r mit von der Partie sein werden. AlleS in allem genommen. dürfte Walter Rütt am Sonntag ein glänzendes international besetztes Feld am AMaus erscheinen lassen. .Der Sommer der Mnfil" zeigt Electrola auf hohem künstlerischen Niveau. Iuli.Rcucrschcinungen aus Puccinis Oper.Turandot", gesungen von der viel- versprechenden italienischen Primadonna Rosina Torri, und Arien aus„Trau. badour", gesungen von Luise Willcr, sind interessant genug, um alle Musik. freunde zum Besuch der Elcclroia Sesellschast m. b. H., Berlin W 8, Leipziger Straße 2Z, zu veranlassen, 22 � Ä übergibt man nur dem Nachlvrt, de» BlOlfllB nlllffrllflal Deutschen Muflkerveebandes. Berlin,«am. 31 Sir-nandant-iistr. 63,64. Dönhoff 3277-78. v-schältsze-t 9-5, Sonntag« 10-3 Uhtz. Auf Wunsch: B-rtrelerbesuch. Leipziger Str./ Aiexanderpiaa/ Frar-Itkurier Allee Vorkau! soweit Vorrat— Mengonabgade»oriehalten j— Mg jisfhe. Muätsrwmn o.K..im gz.. Pfand 1 2pi. O.K.. Im ganzen, Ptd. 1 2 PI. *Ro&bars............. Pfand 1 4p i. �ScIaellSssch...... Pfund 13pl *£lotzungen........ pmnd 13«. �KaMiaufiiet..... Pfund 23«. "ZjSWfiSsiP gelroren..... Plnnd 42«. Sdl8lS£aSC3lgcrauchert.,Pfd. 39pt. Seelachs geräuchert.. Pfand 42 PI. Rc2ha2*S geräuchert. Pfund 42«. ' Leirzl-ter-Strasse- Alexaadeiplatx 1 Franklur.er Allee KottbnsserDamm FsttbiicHWe-"»SS-l. SlMeNWNer m°h---cid., m. ,. 1.lOan dllststC ÖÖRjC____ Plund von 85 PI. an I iiungt EfilbN....... Pfund von 1,25an Mlbrugout.............. pfnd 40«. ! NMlatter................ r-uud 1.25 Mbickwttnblatt........ pnwd 95« ca. 5-Pid, Eimer Konf HUre ca.2-Pld.-Elmer Ananas..1,65 Aprikosen.. 1,35 Kirsch..... 1,i!0 Erdbeer..... 1,45 Pflaumenmus................... 1,05 — 1. i SiMip Camemberl voiii.,stck 1 3pi. Allg.Stang.-Käsepid.35pi. Holländer 20°,» PiundhJpt. Steinbuschervoiif,«->.68«. Limburger voUfett,ptd.75pi. Edamer voiiiett. PfnnaSSp:. Holländer voutett, pm.90pi. Margarine.....«and 55« Tajelmargarine PM-piSSpt. Rinderjelt i-ptd.- Paket 55?-. Molkereibuller Pmnd 1,60 Feebuller........ Pmnd 1,88 Dän.Ta|elbuller«und 1,98 Weizengriess..Pfund 26«. Hartgriess......«und 29« llal. Reis......... Pfnnd28«. Palna-Reis...... Piund34Pf. Eier-Bandnudeln«-1.45« Gebr. Gerste... Pfand 23«. Perlkaffee...... Pfand 2,45 dslte-Alliancc-Str./ Orunnensir./ Ko'.tbuser Damm/ Andreasstr. Fleisch und Fische sind während der Sommermonate vom Versand aosgeschlossea smmwfrtsshes Fleisch Borliner Schlachthausware Pa. Sehweineschulterblatt.......«and«ön Pa. 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