Nr. 358, 44. Jahra. Ausgabe Afr. 183 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlich B, Reichsmart poraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der illuftrier. ten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit" fowie den Beilagen Unterhaltung und Wissen". Aus der Filmwelt", " Frauenstimme".„ Der Rinder. freund". Jugend- Borwärts"," Blid in die Bücherwelt" und Kultur arbeit" erscheint wochentäglich zwei mal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. geile 80 Pfennig. Reklamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zulässig awet fettgebrudte Worte), fedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfté Mort 15 Pfennig, tebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 40 Pfennig. Anzeigen für die näch ft e Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Nie wieder! Warum wir am Montag demonstrieren. Mit Straßendemonftrationen, diesem einbrudsvollsten friedlichen Mittel der Arbeiterklasse, ihren Willen außerhalb des Parlaments zu befunden, soll man sparsam umgehen. Die Kommunisten, die jede Errungenschaft der demokratischen Republik gleichzeitig verneinen und mißbrauchen, haben sich nach Kräften bemüht, die Waffe der Straßenfundgebungen stumpf zu machen. Mit ihren Demonstrationen unter freiem Himmel ist ihnen das glänzend gelungen. Wenn fie jegt relativ feltener als früher ihre Anhänger auf die Straße rufen, so nicht aus der späten Erkenntnis heraus, daß man mit Massenaufmärschen haushalten muß, sondern auf Grund ihrer Erfahrung, daß sie heute zu schwach sind, um allein wirkliche Massenaufmärsche der Berliner Arbeiterschaft zu veranstalten. Die Sozialdemokratte ruft ihre Scharen mur selten zusammen, eben weil sie nicht will, daß dieses durch die Revolution errungene verfassungmäßige Recht in den Augen derer, auf die folche Rundgebungen wirfen sollen, entwertet werde. Ihre Straßenumzüge sollen nichts Alltägliches, sondern etwas Außergewöhnliches sein. Sie demonstriert nicht oft, dann aber richtig! Sonntag, den 31. Juli 1927 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschecktonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeitez, Angeftelten und Beamten, Ballte. 65: Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Das dritte Jahr Dawes- Plan. Die Aufteilung der Daweslast- das Problem der deutschen Steuerpolitik. Demnächst schließt das dritte Jahr der deutschen Zahlungen| 290 Millionen zu erbringen, und aus dem Reichshaushalt werden auf Grund des Sachverständigenplanes. Es ist notwendig, sich in 1250 Millionen Mart entnommen. Die„ normale" Jahresleistung, diesem Zusammenhange wieder einmal flarzumachen, was bisher an die mit dem 1. September 1928 beginnt, beträgt also 2,5 GoldmilliarWiedergutmachung geleistet wurde und was für Lasten für die den Mart. nächsten Jahre in Aussicht stehen. Das wichtigste ist, daß der Generalagent für Reparationszahlungen in seinem Halbjahresbericht, der kürzlich erschien, wieder unterstrich, daß die Im ersten Planjahre 1924/25 erhielt Deutschland eine Auslandsanleihe im Betrage von 800 Millionen Mart. Dieses Geld wurde zur Wiedergutmachung verwendet, die fehlenden 200 millionen Mart aus der Jahreslaft von einer Milliarde tamen aus der Verzinsung der deutschen Reichsbahnschuldverschreibungen. Im zweiten Planjahre 1925/26 wurden an Berzinsung der deutschen Reichsbahnschuldverschreibung 595 Millionen Mart gewonnen, aus der Verzinsung der deutschen IndustrieschuldverSchreibung weitere 125 Millionen Mark, aus der Beförderungssteuer 250 Millionen, und aus sonstigen Reichseinnahmen 250 Millionen. Das war zusammen eine Leistung von 1,220 Milliarden Goldmart. Im dritten Planjahre 1926/27, das mit dem 1. September 1926 begann und mit dem 31. August 1927 aufhört, follten 1,2 Milliarden Goldmark geleistet werden. Es mußten aber 1,5 Milliarden gezahlt werden! M Aufteilung der Caffen eine innerdeutsche Angelegenheit sei. Alle Steuerpolitit der nächsten Jahre wird für uns deswegen zugleich eine Frage nach der Aufteilung der Dawes Last sein, es ist zu entscheiden, wessen Schultern die Dawes- Laft vorwiegend zu tragen haben werden. sehen wollte, daß heute der größere Teil der Wiedergutmachung schon Es hieße sich einer Selbsttäuschung hingeben, wenn man nicht sehen wollte, daß heute der größere Teil der Wiedergutmachung schon auf den Schultern der breiten Massen liegt. Der sich rasch vergrößernde Anteil des Reichshaushaltes an den Wiedergutmachungssummen wird diesen Uebelstand noch vergrößern, wenn es nicht gelingt, eine andere Steuerpolitik durchzusetzen. Die Optimisten meinen, daß die Wiedergutmachungsfrage schon deswegen sehr bald in ein anderes Fahrwasser kommen werde, weil Die Mehrzahlung von 300 Mart als Ergänzungsbeitrag sich die Un möglichkeit sicher herausstelle, alljährlich so un aus dem Reichshaushalt entstand daraus, daß infolge der finnlojen Steuerpolitit des deutschnationalen Reichsfinanzministers v. Schlieben aus den Maffensteuern wesentlich höhere Beträge eintamen, als der Dawes- Plan vorsah. Mit dem zum 1. September 1927 beginnenden vierten Planjahr steigt die Dawes- Laft auf 1,750 Goldmilliarden! Mit dem 1. September 1928 beginnen die sogenannten" Nor= maljahre" unserer Wiedergutmachungslaft. Die Eisenbahn foll dann alljährlich 660 Millionen Mark Zinsen leisten, die Industrieschuldverschreibungen 300 Millionen, die Beförderungssteuer hat Zu den wenigen Rundgebungen, die die Sozialdemokratie aus Tradition veranstaltet, gehört, neben dem internationalen Festtag der Arbeiterschaft am 1. Mai, die Antikriegsdemonstration am 1. Auguft. An der Wende der beiden Hochsommermonate jährt sich auch die Wende des Schickfals pieler hundert Millionen Menschen: Die tragischen Stunden von Ende Juli und Anfang August 1914 haben mehr als zehn Millionen Männern allein auf den Schlachtfeldern das Leben gefoftet, abgesehen von den mindestens ebenso zahlreichen Millionen Menschen ohne Unterschied des Geschlechts und des Alters, die mehr oder minder direkt unter den Folgen des Krieges, zum Teil noch lange nach dem Waffenstillstand, oft unter grauenhaften physischen Qualen, porzeitig sterben mußten. Weitere Millionen sind verwundet morden, zum Teil legen sie durch ihre oft entsetzlichen Berstümmelungen heute noch Zeugnis ab von dem ,, Stahlbad", bas gewiffenlose Menschen geradezu herbeigesehnt haben. Und die moralischen Leiden der anderen, die Aengste der Angehörigen, der herzzerreißende Abschied von Urlaubern, die zum Teil nie viederkehrten, die Tränen der Hinterbliebenen, die Erniedrigung frei empfindender Menschen unter der Fuchtel des ,, eigenen" oder des fremden Offiziers und Feldwebels, die Unterdrückung ganzer Völker oder Boltsteile während des Krieges und zum Teil heute noch durch Ottupationsbehörden, Belagerungszustand, Berneinung des Selbstbestimmungs- Wie sehr das nötig ist, trog Locarno, Bölkerbund und rechts, das alles zählt auch mit, das alles darf nicht verdeutschnationalen Lippenbekenntnissen zu friedensfreundlichen gessen werden: denn das alles ist der Krieg, das bringt der Krieg mit sich. Und weil eben nur allzu viele Menschen dazu neigen, ihre Leiden zu vergessen oder gar neue Leiden durch neue Kriege herbeiführen zu wollen, deshalb rufen wir Sozialdemokraten die Arbeiterschaft auf, stets am 1. August und so auch in diesem Jahre, aus Hunderttausenden von Rehlen ein entschlossenes Nie wieder!" denen zuzurufen, die so töricht oder verbrecherisch sind, mit dem Gedanken neuer Kriege zu spielen. Unsere Antitriegsdemonstration am Montag nachmittag soll zugleich Erinnerung, Gelöbnis und Bar nung sein. Sie ist mit voller Absicht nach dem West en Berlins verlegt worden. Für die Mehrheit der Berliner Arbeiter, die im Norden, Often und Südosten der Riesenstadt wohnen, ist ein Zusammentreffen am Lustgarten sicherlich bequemer. Aber die Partei weiß, daß die Massen gerade in diesem Falle ihre Bequemlichkeit opfern und gern den weiteren Weg nach dem Wittenbergplaz antreten werden. Denn hier gilt es, die Macht des Proletariats dort zu entfalten und seinen Friedenswillen dort zu befunden, wo es am nötigsten ist: in den Vierteln der Reichen und Bornehmen", wo noch immer die schwarzweißroten Fahnen der reaktionären Parteien allzu zahlreich wehen, wenn es bei Bahlen gilt, Farbe zu bekennen. Hier wchnen noch allzu viele Menschen, die trotz der Kriegserfahrungen dem monarchistischen Gedanken huldigen und die Propaganda für den Frieden als vaterlandslos" oder landesverräterisch beschimpfen. Dort tobte sich in den Augufttagen von 1914 der feine" und zugleich so unendlich blöde Mob aus, der die Kriegserklärung Japans an Rußland" bejubelte, der das ehemalige Prinzeß- Cafe" in Trümmer schlug, weil angeblich ein ruffischer Kapellmeister die 3arenhymne hatte fpielen laffen, und der auf jene 3weifler mit Fäusten einschlug, die fich am 5. Auguft darüber wunderten, daß Belfort schon gefallen fei. Der feine und blöde Mob von damals lebt dort heute noch, lebt sogar recht gut, denn ihm trägt der Krieg mehr Gewinn als Schmerzen ein. Er läßt sich friderizianische Märsche mit Bauten und Posaunen vorspielen, strömt in Scharen zu den Kinos, in denen titschige Militärfilme vorgeführt werden, wählt Westarp, Laverrenz, den Pfarrer Koch und Reinhold Bulle und kauft Hugenbergs ,, Nachtausgabe". falten und durch unsere Massen beweisen, daß wir nicht Dort wollen wir demonstrieren, die roten Fahnen entvergessen. * Richtlinien", das lehrt ein Blick in die Presse der letzten Tage: Orchies ist Trumpf, spaltenlang Orchies. Die„ Ehre Deutschlands" wird wieder einmal gerettet. Gibt es etwas Ganz wie Anno dazumal. Die deutschnationale Preffe Sinnloseres als diese Kriegsgreuelpolemit im Jahre 1927? schwelgt. Der Spießer entrüftet sich über die Bestien von Orchies. Er glaubt dabei ein Höchstmaß an Objektivität aufzubringen, wenn er die Frage offen läßt, ob es Frank tireure waren oder Turkos, die diese Scheußlichkeiten begangen haben. Aber den Krieg selbst wird der Spießer nicht verdammen. Die Lektüre der spaltenlangen Dokumente erweckt in ihm weniger Gefühle der Abscheu gegen den Krieg als Gefühle der Rache an dem Erbfeind". Daß es auch in Deutschland Turfos" gibt, weiße, arische ,, Turtos", scheint er nicht zu wissen: die Lühower, die elf unschuldige Per la cher Familienväter erschossen, die Marburger Studenten, die bei Me chterstedt siebzehn mehrlose Arbeiter ,, auf der Flucht" nacheinander niederknallten, die Werwölfe, die in Arensdorf auf friedliche Reichsbannerleute mit Jagdflinten schießen und zwei von ihnen morden, das sind keine Turtos", das ist vielmehr die„ Elite der Nation". geheuerlich große Summen ohne Gegenleistung aus einem Lande in andere Länder zu übertragen. Wir sind der Auffassung, daß jene Annahme auf einer Selbsttäuschung beruht. Diese ist doppelt gefährlich, weil sie zur stillschweigenden Duldung der derzeitigen ungerechten Art der Lastenverteilung innerhalb Deutschlands zu führen geeignet ist. So zeigen die Tatsachen, daß wir vor sehr ernsten Aufgaben der Jahre 1927 und 1928 stehen. Das internationale Kapital weiß seinen Wag. Es gilt durch Zusammenfassung der Boltsmacht bei den nächstjährigen Wahlen eine geschlossene Front für die innerdeutsche Aufteilung der Reparationsleistungen zu gewinnen. Man möchte meinen, der Kampf für den Frieden märe, besonders nach den grausamen Erlebnissen von 1914 bis 1918, etwas Selbstverständliches, Leichtes und Ungefährliches. Aber in der kapitalistischen Gesellschaft ist es umgekehrt: Neunleichter, die blutrünstigen Urinstinkte des Menschen anzuzehn Jahrhunderte nach der Bergpredigt ist es unendlich stacheln, ihn für den Gedanken des Bölfermordens zu begeistern, als das Ideal des Völkerfriedens zu propagieren. Jeder Feigling, jeder Drückeberger von gestern und morgen darf zum Kriege hetzen, aber zur aktiven Friedensliebe gehört Mut. Nicht gering ist die Zahl der Märtyrer des Friedens, die ihren Kampf für das Glück der Völker mit ihrer Freiheit oder sogar mit ihrem Leben bezahlen mußten. europäischen Völker, auch der Tag, an dem im Jahre 1914 Heute jährt sich, zugleich mit der Schicksalswende der einer der tapfersten und genialsten Apostel des Bölkerfriedens zum Märtyrer unserer Sache wurde: Heute vor 13 Jahren wurde Jean Jaurès ermordet. Mit Dankbarkeit und Stolz gedenken wir, besonders am heutigen Tage und in inniger Gemeinschaft mit unseren französischen Genossen und der gesamten sozialistischen Internationale, dieses Borkämpfers der deutsch- französischen Verständigung. Er war das erste Opfer jenes Weltkrieges, den er bis zuletzt vergebens zu verhindern versucht hatte. Noch am Borabend des Attentates rief er in seinem letzten Artikel im Zentralorgan der französischen Sozialisten den friegstreibenden Staatsmännern ganz Europas und nicht zuletzt dem damaligen Präsidenten Poincaré die Worte zu: Allez- vous en, et que Dieu vous pardonne!" Macht, daß ihr verschwindet, und daß Gott euch verzeihen möge!" Sie blieben aber und er fiel, und Millionen mußten ihm in den Tod folgen. " Jene Hugenberg- Leser, die die Veröffentlichung der Das Ziel, für das er gekämpft, die deutsch- französische Greueldokumente über Drchies als nationale Tat preisen, Berständigung und der europäische Frieden, es mag zwar es sind dieselben, die die Greuellügen Hugenbergs über die durch Locarno und Bölferbund näher gerückt sein. Aber die Ermordung und Verstümmelung von 15 Wiener Polizisten mit Mächte des Krieges in der Gestalt reaktionärer Regierungen Behagen genossen haben und die es am liebsten gesehen und durch die Schuld allzu vergeßlicher Boltsteile in den hätten, wenn man in Wien nicht 100, sondern 1000 oder noch Hauptländern Europas sind wieder am Ruder. Ihnen gilt mehr Arbeiter erschossen hätte. Sie träumen von ähnlichen unser Kampf, ihnen gilt unser Massenaufmarsch am Montag: Blutbädern im Bürgertrieg, um sodann unbehindert die Antikriegsdemonstration im Westen Berlins ist auch ein ein neues Stahlbad" zu genießen, einen neuen Welt- Auftatt zu den Wahlen des nächsten Jahres. Denn frieg zu erleben. Geht es auch nicht so schnell und gefahrlos gegen Frankreich, so soll wenigstens Bolen die Ueberlegenheit des Germanentums zu spüren bekommen. Stresemann als Bizetangler die deutsche Politik leitet und Exzellenz" Hergt, der in Abwesenheit von Marg und sie ist auch danach, wie die Orchies- Orgie zeigt, hat ja vor nicht allzu langer Zeit die Barole ausgegeben( und sodann auf polnisches Verlangen fläglich widerrufen müssen): Gen Often wollen wir reiten!" Deshalb wollen wir am Montag im Westen Berlins demonstrieren. bei diesen Wahlen in Deutschland, Frantreich und England wird sich die Zukunft Europas entscheiden. rufen der Bürgerblodregierung zu: M a cht, daß ihr verDie Massen des arbeitenden Boltes marschieren auf und ich windet, denn uns ist Locarno, uns ist der Völker bund, uns ist der Bölkerfrieden, uns ist das Glück der Menschheit nicht Lippenbetenntnis, sondern Herzenssache, nicht der Bormand zur Schiebung" un lauterer innerpolitischer Geschäfte, sondern das Ziel einer befferen Weltanschauuna! Sabotage des Verfassungstags. Muß man schwarz- rot- gold flaggen? In der Nachtausgabe des Hugenbergschen, a g" setzt ein pensionierter Geheimrat Pfundtner der Mitwelt auseinander, daß keine Gemeinde verpflichtet ist, am Verfassungstag die Reichsfarben zu hissen. Anlaß zu diesem Aufsatz ist die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts, das auf Klage der ostpreußischen Stadt Hohenstein tatsächlich so entschieden hat- ähnlich übrigens auch im Falle Potsdam. Diese mehr als eigenartige Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts hat die preußische Regierung und die republikanischen Barfeien bewogen, den Antrag auf die reichsgesehliche Festlegung des Berfassungstages zu stellen. Dank den deutschnationalen Quertreibereien ist diese Forderung unerfüllt geJeder Verwaltungsbeamte fennt diese Zusammenhänge. Es hätte der Belehrung des famojen Geheimrats und Benfionsempfängers der Republik nicht bedürft, sie befanntzumachen. blieben. Daher ist der Zweck des Artikels auch nicht als Bekenntnis einer schönen Seele aufzufaffen, die ihre Weisheit in wohl geformten juristischen Darlegungen loswerden will. An der Stelle, wo der Artikel steht, an der Art, wie er aufgemacht ist, bedeutet er nichts anderes als eine öffentliche Aufforderung zur Sabotage des Verfassungstages, zur Nichtachtung behördlicher Anordnungen-furz: zur republit feindlichen Propaganda. vorgebildete Beamte, der unter Einsatz seiner ganzen Persönlich feit in jahrzehntelanger harter Berufsarbeit den Weg zu höheren Stellen zurückgelegt hat, mit Recht erwarten darf, daß ihm die guten Pläge im Staatsdienst nicht von Leuten weggeholt werden, die niemals das verantwortungsvolle Amt des Letters eines Landesamts ausfüllen könnten. Man darf, wenn je das Zentrum in diefer Angelegenheit die württembergische Staatsregierung angehen sollte, wohl erwarten, daß die Regierung mit Einschluß der dem Zentrum angehörenden Mitglieder sich ihrer ernsten Pflicht bewußt sein wird, dem Reichspräsidenten nur eine voll= mertige, nur die beste Kraft zur Ernennung vorzuschlagen. Es wird ihr dies um so leichter werden, wenn Berlin, wie man hört, den Wunsch ausgedrückt hat, daß kein Parlamen= tarier vorgeschlagen werden foll." In diesem Artikel wird also von neuem zum Sturm gegen die Ernennung„ politischer" Beamter aufgerufen. Man fann gespannt fein, wie fich die Regierung Bazille jetzt entscheiben wird. ihren Freund Andre unmöglich wegen dieses Angriffes einfach Ihre eine Hälfte wird von zwei Zentrumsmännern gebildet, die fallen lassen können, ihre andere Hälfte von zwei Deutschnationalen, bie erst vor furzem auf bringenden Wunsch ihrer Partei den früheren Theologen und Barlamentarier Dr. Beiswanger aum Oberregierungsrat im Staatsministerium ernannt haben, obwohi er für diefes Amt auch nicht die vorschriftsmäßige Vorbildung mit brachte. Reichsgericht. Zwei Nationalsozialisten haben Glüd. Leipzig, 30. Juli.( Eigenbericht.) Daher ist es auch kein Zufall, wenn gerade die deutsch Der Ferienjenat des Reichsgerichts beschäftigte fich nationale Presse sich dieser Angelegenheit annimmt. Die am Sonnabend mit der Haftbeschwerde des früheren Polizeiwachtdertschnationale Koalitionspartei des Herrn meisters Arno Wunderlich aus Plauen i. V., der auf Antrag des Reichstanzlers Marg verschreibt sich dem aur Dispofition Oberreichsanwalts wegen och verrats und Republitschutzgesetz gestellten Geheimat, um ihrer republikanischen Heze die fach verbrechens vor einigen Monaten verhaftet worden war. Das Ge juristische" Staffage zu geben. Was sagt Marg, der ja als Kanzler der Deutschen Re- richt lehnte die Haftbeschwerde ab, da Fluchtverdacht und Verdunkelungsgefahr vorlag. publit beren Farben zu schüßen hat, zu solcher Heze? Wird er, der am Verfassungstag selbst als Festredner auftritt, die Treiber zur Ordnung rufen, die bewußt den Konflitt zwischen den Republikanern und der Reichsregierung fchüren? Biele Antworten find möglich. Wir wagen nicht, zu ver muten, welche davon Marg wählt. Aber es wäre schon zwed mäßig, wenn die Reichsregierung noch vor dem Berfaffungsbag wenigstens eine Antwort fände. Jutterneid". 17 Gin offenes Wort einer volksparteilichen Zeitung. Stuttgart, 30. Juli.( Eigenbericht.) Auf Grund des neuen Gesetzes über die Berreichlichung des öffentlichen Arbeitsvermittlungswesens sollen demnächst die leiten den Beamten der Landesarbeitsvermittlungsstellen ernannt werden. Bie aus einer Veröffentlichung im Schwäbischen Merfur", dem Stuttgarter Organ der Deutschen Boltpartei, hervorgeht, hat die württembergische Zentrumspartei die Absicht, beim Staats minifterium zu beantragen, daß dem Reich für diesen Posten in Württemberg der Reichs- und Landtagsabgeordnete ndre vor. geschlagen wird, der früher Arbeiterjekretär war und zurzeit Regierungsrat beim Landesgewerbeamt, einer Abteilung bes Wirr schaftsministeriums, ist. In dem Artifel des„ Merkur", der dies mitteilt, wird darüber ausgeführt: Es wäre ein neuer Schlag ins Gesicht der höheren Beamten des Landes, venit einem Mann ohne wissenschaft liche Borbildung, dazu durch politliche Tätigkeit und Doppelmandat an der wirklichen Wahrnehmung des neuen Amtes wie an der feines jezigen dauernd verhindert, nur auf Grund feiner politischen Einstellung ein Boften in den Schoß fallen follte, ber dem Bernehmen nach mit Bräfidialgehalt ausgestattet wird und deshalb für die höheren Beamten die bünn gefäte Zahl der Spizenstellen wenigstens um eine vermehren würbe. Gutter neid?! Jawohl, auch ein berechtigter Futterneid spielt hier eine Rolle, vollberechtigt deshalb, weil der ordnungsmäßig und unter großen materiellen Opfern für seinen Beruf Kriegsausbruch. Bon Hans Bauer. Wer von allen, die sie bewußt erlebt haben, könnte jemals wieber die schwülen Augufttage bes Kriegsausbruchs vergeffen! Diefe Tage einer Weltwende, diefe Tagé, von denen spätere Geschlechter einmal den für sie Berbindlichen Begriff der Neuzeit datieren werden. Blanches Mal ftelle ich mir vor, baß ein Streis von Menschen heutiger Gelftesverfassung und heutiger Erfahrung noch einmal zurüdverjeßt würde in jene Tage. Was würden sie denten, und wie würden sie sich verhalten? Ele würden benten: Ein Traumland, ein Fabelland, ein Berrücktenend, und verhalten würden fie fich ruhig, denn fie dürften feinen Ehrgeiz hegen, in Stücke geriffen zu werden. Auch die Hauftbeschwerde des Kaufmanns Karl Jansen aus Hamburg, der sich wegen Landesverrats schon längere Zeit in haft befindet, wurde vom Ferienfenat des Reichsgerichts wegen angeblichen Fluchtverdachts abgelehnt. Der nationalsozialistische Bürgermeister Friedrich Heß und der Gruppenleiter der nationalsozialistischen Partei, Bürger, waren vom Schwurgericht in Frankenthal wegen Beleidigung eines republitanischen Richters zu je 300 mt. Geldstrafe ver urteilt worden. Beide hatten wegen eines Urteils gegen angeblich jüdische Kaufleute den Richter in den beiden völkischen Zeitungen Feuerschmiede" und Eisenhammer" aufs schwerste verleumdet, ihn Der Berleitung zum Meineid bezichtigt und Rechtsbeugung vorge legten sie Revision gegen das Urteil ein. Der Ferienfenat des worfen. Obwohl sie nur geringe Strafen erhalten hatten, Reichsgerichts hob das Urteil der Borinstanz megen materieller und fachlicher Rügen auf und verwies es zur noch maligen Verhandlung an die Borinstanz. Hörfings Nachfolger. Landtagsabg. Prof. Waentig- Halle ausersehen. Wie wir zuverlässig hören, ist, nachdem Genosse Landsberg endgültig auf eine Kandidatur verzichtet hat, vom preußischen Mi nisterium des Innern der Landtagsabgeordnete Prof. Waentig aus Hatte als Nachfolger Hörfings im Magdeburger Oberpräfibium in Vorschlag gebracht worben. Wenn das Kabinett bem Borschlag zustimmt, woran taum zu zweifeln fein bürfte, fo wird bas Ginvernehmen mit dem Provinzialausschuß nachgesucht werden. Genoffe Heinrich Waentig ist 57 Jahre alt. Er stammt aus 3widau und ist als Nationalökonom jeit 1895 an preußischen Unipersitäten tätig. Seit dem Herbst 1904 wirft er als ordentlicher 1919 als Sozialdemokrat in die Berfassunggebende Landesversamm Professor der Nationalökonomie an der Universität Halle. Er wurde lung und bei den folgenden Wahlen auch in den Preußischen Landtag gewählt. S Zoologischer Antisemitismus. Geschmacklosigkeiten eines deutschen Professors. Weimar, 30. Juli.( Eigenbericht.) Zu den parteipolitisch am meisten exponierten Professoren der ja durchaus nicht unpolitischen Universität Jena gehört der 300loge Plate, der Nachfolger Ernst Haeckels. Plate hat sich in den deutscheöltischen Monaisheften seinerzeit als dealisten, freidenkenden Christen, Deutschvölkischen und Antisemiten" bezeichnet. Im Jenaer Bhyleiischen Museum, das heute Plate untersteht, hat Militarismus er einen Schrank eingerichtet, dessen Inhalt den in der Tierwelt bartun soll. Dazu hat er Tintenfische, Kugelfische, Heuschrecken, Krebse, Wildschweinschädel, Stachelschweine und Kreuzottern zusammengestellt. Für eins der verflossenen Semester hat Blate die folgende Borlesung angekündigt: Allgemeine Zoologie auf dem Lehrstuhl find Legion. So bezeichnete Herr Blate die und Entwicklungslehre einschließlich der politischen Folgen." Seine antisemitischen Aeußerungen auf dem Lehrstuhl find Legion. So bezeichnete Herr Plate die die Homosexualität häufiger usw. Diese Behauptungen haben ſchon Juden als Träger der seruellen Unmoral, bei den Juden sei oft die thüringische Deffentlichkeit beschäftigt. Stück, das beweift, wie auch das Ratheder nicht vor den geistigen In den letzten Tagen aber leistete sich dieser Gelehrte" ein Ausschreitungen des Radauantisemitismus sicher ist. Herr Plate sprach über Vererbung von Eigenschaften und beliebte die Misch= ehen zwischen Juden und Nichtjuden als Beispiel zu nehmen. Aus einer Gemeinschaft zwischen Arier und einer Jübin entsprossen Kinder, bei denen das arische Element, durchaus überwiege.( Welch Glück!) Aber bei den Kindestindern, da- wörtlich: sehen Sie wieder den fleinen Cohn!" " schen Beifall bei den Hörern Plates, und das Trampeln der be= Diese Kabinettsleistung deutscher Wissenschaft" erregte stürmifanntlich von vielen Studenten zum Applaus benutzten Schuhsohlen wollte fein Ende nehmen. Mit wem soll man mehr Mitleid haben, mit dem Professor, der die Wissenschaft" durch solche aus dem Wig der Gosse ent dadurch geistig gesättigt fühlen? nommenen Schlager" profaniert oder mit den Studenten, die sich Antisemitische Gemeinheit. Grabschändungen in Köln- Lindenthal. Köln, 30. Juli. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag find auf dem jüdischen Friedhof in Lindenthal 71 Grabbentmäler von Grabschändern beschädigt und umgeworfen worden. Ein großer Teil der Denkmäler wird nicht wieder aufgerichtet werden fönnen. Die Polizei hat die Ermittelungen nach den Tätern werden fönnen. Die Polizei hat die Ermittelungen nach den Tätern aufgenommen. Der Saarbahnschuh. Kaum aufgestellt und schon llebergriffe. Saarbrüden, 30. Juli( Mtb.) Die Angehörigen bes Saarbahnschuhes; die sich bereits furz nach ihrem Einzug lebergriffe zufchulden tommen ließen. indem einige von ihnen mit Gewalt in das von der Bevölkerung gerade benutzte städtische Bad eindrangen, jdjeinen noch nicht begriffen zu haben, daß fie laut den Bestimmungen des Bolterbundes aur unbedingten Bürüdhaltung und möglichsten Un lichtbar ma chung in der Deffentlichtelt verpflichtet stub. Durch die Gaarpreffe werden jest drei wettere Fälle bekannt, bet benen belgifce Offiziere des Bahnschußes einen Bolizei be. amfen in einer verfehrsreichen Straße zum Gruß aufforderten und sich das Recht herausnahmen, die Polizeibeamten zur Angabe ihrer Ramen aufzufordern. Altentalsgerüchte aus Rumänien flab meist berdächtig. Sie Bratianu follte angefallen und fein Bandhaus nach Dokumentien wurden am Sonnabend foçar durch den Rundfunt verbreitet. durchsucht worden jein. All das wird von Bularest demen. tiert. als Kirmesfchmauß, und was zum Weltgericht wurde, begann als| Gewöhnlich aber empfaht er bem Stranten bringenb für einige Wochen Speftatel. das Sanatorium aufzusuchen. Die beiden Frauen machten mit ihrem Der Geist cont 1914: das war der Narrenvorspruch zur Tragödie Schwindel ein glänzendes Gefchäft, bas teiner Reklame bedurfte. Europas. Er soll uns erhalten bleiben als Anschauungsmaterial Eines Tages aber hatte fich ein mistrauischer Journalist als angeb tiefften moralischen Abstiegs, deffen seelische Abscheulichkeiten äuchlicher Patient eingestellt, der den Betrug ans Licht brachte. nervenſtarten kommenden Generationen jeglichen Krieg von vorn hinein verekein mögen. n Eine Schredensnacht in den Alpen. Eins der gefährlichsten Alpendramen, die sich in den letzten Jahren abgespielt haben, ereignete sich fürzlich bei einer Befteigung des Bierte Caboz", eines überaus schwierigen Felsgipfels in den Alpen oberhalb des Rhonetats. Ein holländischer Beaniter des Völkerbundes, Dr. de Bordes, unternahm mit einem bekannten Führer von Gryon, Francois Kohly, den Aufstieg. Die Spize selbst ist so steil und bietet so wenig flimming glitt der Führer aus und stürzte in einen 900 Fuß tiefen festen Halt, daß sie barfuß bezwungen werden muß. Bei dieser Gre Spalt herab. Hätte er ben angefeilten Alpinisten mit herunterges riffen, dann war das Schicksal der beiben befiegelt. Aber de Bordes ließ fich nicht mit herunterziehen, sondern hielt den Führer in der Schwebe und zog ihn dann langsam auf einen sicheren Play herauf, obwohl er sich an dem Seil mit feiner schweren Last die Hände bis auf die Knochen durchschnitt. Der Führer hatte ein Bein gebrochen und war bewußtlos; in diesem Zustand legte ihn der Holländer auf letzten die ganze Nacht, eine wahre Schreckensnacht, bis die beiden den schmalen Grat an dem tiefen Abgrund und blieb bei dem Beram nächsten Morgen von einer Touristengesellschaft gefunden wurden. Es wurde dann noch am selben Tage eine Hilfsexpedition aus. gerüftet, die den noch immer bewußtlosen Führer aus seiner gefährlichen Lage rettete. Die beiden hatten 27 Stunden buchstäblich über dem Abgrund gehangen. Du wirst mich heiraten!" jo lautet ber Gdhout bes energifchen, au tollen Ränken aufgelegten lieben Mäbels im Deutschen Künstlertheater". Ohr Geliebter was fann er schon anderes schweren Sched abipeisen. In feiner Abwesenheit überfällt fie das fein als ein Herzog will fich verheiraten und es daher mit einem Schloß seiner Eltern und verdreht da sämtlichen männlichen Bes wohnern die Köpfe. Marim, ihr früherer Geliebter, will aber durch aus die liebestofle, fleine Wanda nicht heiraten, weil sie nicht ,, eben birtlg" ist. So' was gibt's also immer noch. Wie fie es fertig bringt, doch zu ihrem Ziel zu fommen, das fell nicht verraten werden. Der Autor des Echtoants, Louis Berneuil, arbeitet mit ältesten Mitteln. Das Stüd tönnte seinem Inhalt nach fast von Blumenthal fällen, bas Gange ist mit so loderer Hand hingepinselt und mit jo und Kadelburg feln, aber es überfugelt fich in überraschenden Gin luftigen Situationen gefpici, daß man die leichte Sommerunterhaltung iſt ſo gern über sich ergehen läßt, besonders ba die Regie ein flottes Temps anschlägt und Carola Toelle, die fefche Wanda, bör Munterfeit übersprudelt. Wenn fie fich zuerst als frootische Printzeffin ausgibt, fo glaubt man the Ste angeftammte Bornehniheit aufs Wort; wenn fie ihren Marim in die Enge treibt, dann ist sie wieder das fose Glitt In allen Szenen aber legt sie eine Springlebenbigfelt an den Tag, in Danzig ein Begrüßungsabend statt. Am Tage wurden bereits der daß ihr die Herzen aufliegen. Ihr Partner, Johannes Riefiedene Gachibungen abgehalten. it a wurde die Esperanto- Sommermann, macht es umgekehrt: er ist die Blofiertheit in eigener Beruniverlität eröinct Bofitat Behrendt von Reichsvoſtministerium ſprach fon. Auf das anspruchslose Lustspiel hat der Regiffeur. Bru viel Mühe verwendet, eine Reihe famoser Darsteller( Abolf Engers, Eugen Burg, Grit Haid und der jugendfrische Franz Lederer) fonnten sich für den Bombenapplaus bedanken. Dgt. über die technischen Stundlagen und den Wert des Esperanto und Bankier mittags jand der 6. internationale Esperanto- Blindentongres statt. Dr. Bolgt aus Stuttgart über vereinbeitlichung der Babrungen. Nach Es ist längst Generalabfolution erteilt, und es geht nicht mehr ant, jedem einzelnen jebe einzelne Geschmaciofigteit, Gemeinheit, Gesinnungsroheit nachzutragen, die er, immerhin unter den vers wirrenden Eindrücken einer noch nie erlebten Situation, fich zu fchulden kommen ließ, aber das erübrigt noch nicht die Charakteri fierung dieses Geistes bort 1914 als eines jämmerlichen, mordiüfternen Instinktwütens, als eines sittlichen Berfallens, als einer Hans wurstiade. Das war damals eine einzige fritiflose, tindische Hurralaune, die sich durch die Straßen wälzte, die in jeder Dame mit leidtem Flaum einen verkleideten Spion jah( der sich in diesem Falle aber doch wenigstens rafiert haben würbe!), die den Eigennamen Engländer als vaterländsfeindlich empfand und von den Schau- chen, das zwei Jahre mit ihm in Freuden und illegitim gelebt hat. 3ur Eröffnung bes 19. internationalen Esperanto- Songreffes fand Freitag fensterscheiben abtrakte, bie den Fromage de brie auf der Speisetarte in„ Schuttentäje" eindeutschte. Das war keine Baterlandsliebe, die überschäumte, das war ein hemmungsloser Blutrausch, das war eine ausgeregte Krafeelerei, die einen gigantischen Jahrmarktsrummet lesließ. Belanglofer Reintram ber ersten Kampftage, die Vers jenfung eines feindlichen Nutters, der Abschuß eines Flugzeugs, Dinge, die meist noch nicht einmal auf Wahrhelt beruhten, in jedem Falle aber absolute Belanglosigkeiten im Wechselspiel der militärischen Operationen darstellten, löften rauschende Begeisterungsstürme aus. Reiner von den Schreiern machte sich im geringsten Gebanten bar über, welche Einflüsse folche Kampfergebnisse auf die Gesamtsituationen haben könnten. Hauptsache, daß ein neuer Anlaß zum Johlen und Saufen gegeben war. Gtelhaft, wie das Mysterium des Sterbens aller Erhabenheit beralibi wurde, wie vertiertes Triumphgeheut sich an die Nachricht von Spionenerschießungen und Schiffsversentungen heftete.„ Das große Erwachen" stand in den Zeitungen zu lesen, aber was allein in jenen schlimmen. Tagen erwacht war, das waren bie animalijdjen Mordgeiäste tjerer Raubtiervergangenheit. Es jehlte der Ernst, es fehlte die Nachdenklichkeit, es fehlte die Verant wortungsbeschwertheit. Man gab fidh einem Taumel hin und schlürfte ihn genießerijh hinunter, Deutschland felerte den Striegsausbruch Rezepte aus dem Jenfeits. In London fand dieser Tage ein Prozeß gegen zwei Kurpfuscherinnen statt. Die Einzelheiten, bie im Laufe der Verhandlung zur Sprache famen, löften im Gerichtsfaat allgemeine Seiterkeit aus. Angeklagt waren zwei Frauen namens Menschenkategorie, die nicht alle wird, verbunden hatten. Sie unters Harben und Hilton, die sich zu gemeinsamer Aushujung jener hielten zu diesem Zweck in London ein flinisches Ambulatorium. dem in einem Borort ein elegantes Sandtorium angegliedert war. Die beiden findigen Saywindlerinnen hatten sich auch eines großen Bus spruchs zu erfreuen. Sie betrieben ihre Braris unter dem wohl. bekannten Namen des Arztes Dr. Beale, der allerdings bereits seit mehreren Jahren nicht mehr unter den Lebenden weilt. Aber ge. rabe der Lote bet ihnen ein treffliches Aushängeschild. Die Palienten, die sich im Sprechzimmer vorstellten, wurden durch Vermittlung des Geistes des toten Dottors behandelt" Die beiden Frauen mirtien dabei als Medien, die den Toten zur ärztlichen Konsultation Airierten. Er folgte auch gehorsam und diftierte den Medien Rezepte. Robert de Flets, der franzöfifche Schriftsteller und Bäbnendichter, der gleichzeitig literarischer Direitor des Figaro" und seit 1921 Mitglied der Akademie war, it Sonnabend in Bittel( Frankreich) int Alter von 53 Jabren geflorben. Flers, dessen oberflächliche, aber gut gemachte Quit viele auch bei uns gespielt werden, wat der Typus des arrivierten Lleraten, det der Belt nichts mehr zu sagen, sondern nur bestimmte Gesellschafts. schichten zu unterhelfen hatte. Eine Kropftonferenz findet vom 21. B15 26. August in Bern flaft. Auch teiligent ſich bäfält.. Betjiebene auswärtige Gelehrte, biz fich ber Stopffotichung widmen, bes Eme rettssper in Condén Durch ein besonderes Gesch, das foeben bom engiilchen linternus arigenominen wutbe, lit bér geitung der Lonboiler Albert Hall die Möglichkeit gegeben worden, fünftig Opernaufführungen zu volkstümlichen Preisen zu veranstaltet, woran es bisher in London fehlte. Alls erste Borstellung iji Aimsfi- Sorjaton's Mozart und Salieri" mit Galjapin geplant. Das Mostaute hebräische Theater Habima, baš int vergangenen Winter in mehrereit deutschen Städten gastierte, wird nicht mehr nach Moskau zu rüdlebren. Mit dem größten Teil der Mitglieder ist der Direttor Cemen in New Hoef gebleven und hat dort ein Gebräisches dramatisches Studio gegründet Die Toten öes Elf Tote, viernn Die Berlvstiiste d«s Republikanischen Schutzbunds? aus Wiens Schrccksnstagsn, dem 15. und 16. Juli, steht jetzt fest. Nicht im Kampf gegen einen monarchistifcken Putschversuch oder gegen einen Faschistsnübersall sind diese Opfer gefallen, nicht in dem Kampf, für den allein der Schutzbund in der Zeit des Aufkommens solcher Gefahren und nicht zuletzt angeregt durch die Gewalttätigkeiten der reichsdeutschsn Reaktion, entstanden ist— im Ordnungs- und Sanitätsdienst wurden sie von Pokizeikugeln, vielleicht vereinzelt auch von verzweifelter Gezenwehr gegen die Polizei getroffen. Auch sind manche Schutzbundgenossen als Demonstranten gegen das Schatten» dorfer Urteil mit ihrem Betrieb mit auf die Ringstraße ge- zogen, wo sie ahnungslos von Polizeireitern attackiert wurden, woraus dann alles weitere aufgeflammt ist. So wenig die Kundgebung von der Organisation veranstaltet war, so wenig war der Schutzbund zur Begleitung und Sicherung aufgeboten worden. Dies geschah vielmehr erst, als bereits Blut floß. Vom Eintreffen in den Autos auf dem Ring, von dem Augenblick seines Auftretens, setzte der Schutzbund seine ganze Kraft ein, um zunächst die im brennenden Justtzpalast eingeschlossenen Iustubeamten und sene Polizisten zu retten, die herausge» schössen und dadurch erst den Sturm aus den Palast veranlaßt hatten. Der Feuerwehr den Weg durch die rasende Menge zu den brennenden Häusern der Justiz, der reaktionärsten Zeitungen und der Polizeiwachstube beim Rathaus zu bahnen, die Toten wegzuschaffen, die Verwundeten durch die Sanitäts» ordner bergen und verbinden zu lassen oder der Rsttungsge- sellschaft und den sonstigen Ambulanzen zu übergeben, das war die Aktion des Sckmtzbundes am IS. und am 16. Juli. Törichteste Ueberhebung der Staatsgewalt hatte den Massenprotest gegen die Freisprechung wilder ArbÄterhasser Schuhbunöes. breitzig Verletzte. hindern wollen, die im Burgenland die SchatzWndl«? bo- schössen, einen von ihnen und ein zuschauendes Kind getötet hatten. Aus diesem Urteil und dem Unterdrückungsversuch gegen den unorganisierten Volksprotest ist die Flamme hoch» geschossen, die elf opferbereite Genossen verzehrt, vierunddreißig andere mehr oder weniger schwer beschädigt, insze- samt bisher sechsund achtzig Menschenleben vernichtet hat. während noch viele Hunderte in den Spitälern leiden. Und andere Hunderte werden in den Gesängnissen verhört, die Strafjustiz soll noch Nachfeier halten. Bundeskanzler Seipel, hoher christlicher Priester, hat mit Erfolg an seine National» ratsmehrheit appelliert, den Sozialdemokraten mir ja nicht zu folgen und nichts zu tun, was nach Milde aussieht.... Russischer Vrotcstschritt in Wien. Riga, 30. Juli. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat die Sowjetreglcrung ihre Gesandtschaft in Wien ongewiesen,«inen Protest wegen der Erklärungen des Vizekanzlers Hartleb(Landbund) über die Beteiligung russischer Beamter an Darbe- reitungen zu den Wiener Ereignissen einzulegen. Die Sowjet- regierung bestreitet energisch, daß Angestellt« der russischen Handels» vertretunH in Verlin nach Wien gefahren seien, um die Unruhen vorzubereiten. Prof. L e n g y e l von der Sowsethandelsmission Berlin und sein Sekretär sind tatsächlich am 14. Jusi nach Wien gekommen, aber die Stadt Wien stellt össentkich fest, daß die Neise verabredet war, um die Verhandlungen über die Aussallgarantt« für Nußlandlieferungen fortzusetzen, die die Stadt Wien der Wiener Industrie gewähren will, um die Arbeitslosigkeit zu verringern! Reichsbanner unö Zentrum. Von Wilhelm Sollmann. Die vereinten Rückwärtser von den Deutschnatümalen bis tief in die Reihen des Zentrums werfen uns immer wieder vor, die Sozialdemokratie wolle das Reichsbamrer Schwarz» Rot-Go!d zu einer sozialistischen Parteitrupp« machen. Die häufige Wiederholung dieses Vorwurfs beweist, daß sich seine Freunde eine Wirkung aus diejenigen ver- sprechen, deren sozial-repubsikamsche Verbindung mit Sozial- Demokraten ihnen besonders unangenehm ist: auf die Reichs- bannerkamsraden aus dem Zentrum. Politisch ist also jene Behauptung?u begreifen, logisch betrachtet ist sie sinnlos. Wenn die Sozialdemokratie das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold unter ihr Parteiregiment bringen wollte, konnte sie das auf Grund ihrer überwästigen- den Mehrheit im Reichsbanner jeden Tag tun. Aber warum sollte sie es? Das Reichsbanner hat nur Zweck und Aufgabe als überparteiliche Orgoni- s a t i o n de? Tatrepublikaner aus allen Berfasfungsparteien. Die rein sozialistische politische Arbeit kann von der Sozial- demokratie allein geleistet werden. Sie braucht um der Wind- socken, der Mützen und der Aufmärsche wegen keine besonderen Kampstruvps. Für die sozialistischen Ziele ist unser« Partei die Kampftruppe in allem. Der Svzioldeinokrat findet in ihr volles Gsnsitze. Wir dürfen annehmen, daß die Reichsbannerkamcraden aus dem Zentrum Lasselbe Empfinden auch gegenüber ihrer Partei haben werden. Wenn wir irotzdem uns immer wieder finden, so darf das als Beweis dafür gelten, daß unbeschadet großer kultureller und sonstiger Gegensätze das Bewußtsein gemeinsam zu lösender politischer, sozialer, ökonomischer nächster Aufgaben vorbanden ist. Diese Erkenntnis drängt nach politischer Arbeitsgemein- tchaft auf längere Sicht. Die Erkenntnis ist immerhin so stark und stützt sich auf so feste Tatsachen, daß selbst heftige parlamentarische Gegensätze, ja das Abschwenken einer der Partner in eine Regierungsgemeinschast mit der Rechten das Reichs- banner nicht sprengen konnten. Indes dürfen ernste Schmie- rigkeiten nicht geleugnet werden, die sich gerade durch schwere innerpolitische Spannungen dieses und des kommenden Jahres zu einer Reichsbannerkrisis verschärfen können. Wer die überparteiliche Organisation erhalten will, muß sich ganz darüber im klaren sein, daß die Reichsbanner- kameraden au» demZentruminihrerPartei große Anfechtungen zu ertragen haben. Für diese christlichen Proletarier, diese Arbeitersekretäre und Re- dakteure, die mit uns unter schwarzrotgoldenen Fahnen durch die Straßen katholischer Städte und Dörfer marschieren, wäre es persönlich sicher eine Erleichterung und materiell manchmal gewiß ein Dorieil, wenn sie mit uns und dem Reichsbanner brächen. Die repubsikanische Kampforganifation ist nun ein- mal in der Zentrumspartei nicht beliebt, wird es dort niemals werden- Ein Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold mit nicht nur starkem Republikanischen, fondern auch sehr entschiedenem sozialen Wollen kann niemals die Liebe der im Zentrum übermächtigen mitteiständleriscken, großbäuerlichen, händlerischen imd industriellen Schichten finden. Deren republikanische Gesinnung ist, um da» Wort eines unserer kmhosischen Freunde zu gebrauchen,«och in keinem Sturme er probt, undderen Aastassung xm sozialer Demokratie bewegt, sich bestarnalls in den engen Grenzen mangelhofter parlamentarischer Kompromisse zu sozial» politischen Gesetzen. Im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold tonnen immer nur Kameraden aus dem Zentrum, kann aber nie„das Z«N' t ru m" vertreten fern. Dazu ist der Abstand zwischen der Zertrums-Rechten, auch der Zentrums-Mitt« und uns viel zu groß. Um fo wichtiger sollte uns die Brück« zwischen uns und den sozial?« Republikanern im Zentrum fein. Hier sind starke Klammern, dte dem zielklaren und entschlosienen Willen der Rechten, die Zentrumpartei aus lange Zeit in einen Kampf» block gegen die Sozialdemokratie zu zwingen, kräftigen Wider- stand entgegensetzen können. Diese Klammern haben sich trotz allem schon bewährt. Gegenüber diesem wichtigen volitzschen Erproben verschwindet der agitatorische Einwand, die linken Zenilumßlel;te seien im Reichsbanner, um das Abwandern der christlichen Arbeiter zu der Sozialdemokratie ZU verhindern. Volk-spartei und rechte Zentrumoleute behaupten ebenso fest, die Verbindung der chrtstltchen Proletarier mit soztoltstischen Reichsbannetleuteu sei Vorfrucht des Sozialismus und werde es dem Zentrum in entscheidender Stunde unmöglich machen, sein? Arbeiter von der Soziasdemolratie loszulösent Eine kluge Führung des Reichsbanners wird auf die Schwierigkeiten der Käweraden alls d?m Zentrum in ihrök Partei und— was Protestanten zu oergelsen geneigt sind und nicht leicht begreifen--�in ihrer Kirch« weitgehend Rücksicht zu nehmen haben. Das ist gewiß auch des Reichsbanners Wille. Aber der Weg von Magdeburg nach München- Gladbach ist weit. Zwischen Sachsen und dem linken Rieder- rhein sind Entfernungen, zu deren Ueberwindung auch das schnellste Flugzeugtempo nicht ausreicht. Die kleinen Vorhuten der Rcichsbannertämeraden aus dem Zentrum zwischen Trier und Eleve können nur aushalten, wenn sie sich im Rücken ganz fest gedeckt Missen. Man wird ein» engere Verbindung Mischen ihnen und der obersten Leitung des Reichsbdnnek? zu schaffen haben. Die Reichsbännermitglisder aus dem Zentrum wehren sich geoen.die Angriffs aus der Zentrumspartei tapfer mit dem Hinweis, daß im Rheinland und Westfalen das Zentrum be- deutenden Einfluß im Reichsbanner haben könnte, wenn die Zentrumsleute massenhaft eintreten würden. Das eben wird aber nicht geschehen, weil das Zentrum sich nicht«inseitig dauernd nach links binden will, es hei Gesah? der Sprengung zurzeit muh. gar nicht kann. Rur eine Minderheit wird die KameräLschaft mit sozialen Republikanern wollen und wagen. Dürfen wir diese Mindörheit, weil Nicht das ganze Zentrum hinter ihr steht, abstoßen? Dürfen wir sie öeraNtwortlich machen für die Zentrumspolitik schlechthin? 2)ie mutigen Kameraden aus dem Zentrum, die entgegen dem Willen ihrer Parteimebrheit, MißtraMch beäugt von den kirchlichen Behörden, gemieden, jg vedychtet von stockreaktio- nSksu Elementen in München örtstchen Keutrumsoraani- srttione«. dem Restbsbännek Schwarz-Roi-Gs-ld anhskgsn, sind unsere? treuen Kamerodichost wert. Die Genossen im Reichsbanner mttzzen das ssbl bÄenksn. die in den protestantischen Landesteilen am meisten. Dos Reichsbanner ist noch nicht am Ends sekvar politischen Auf- gaben. Ob sie gelingen, hängt nicht.zuletzt von dem Ver- ständnis der großen sozialdemokratischen Mehrheit für di-e Minderheil der Kameraden aus dem Zentrum ab. von öer Zentralbank Üer Großagrarier» Die Begünstigung der Grostgrundbesitzer. Der zwei Jahre zurückliegend« Kampf um die Schaffung«ine» landwirtschastlichenn Zentralkreditinstituts, der Rentenbank-Kredit« anstalt, ist noch nicht vergess«n. Bereit» damals standen nicht nur wir der Gründung eines unter ganz ausgesprochen großagrarischer Herrschast stehenden Kreditinstitut» Sutzerst skeptisch gegenüber, sondern auch weite Kreise der Wirtschaft traten gegen diese Gründung auf. Auf da» Drängen der Groblandwirtschaft, insbesondere des L a n d b u n d« s, der hier seinen Machtbestrebtingen auch finanzielle Auswirtungen zu schasien hofft«, wurde dl« landwirtschaftliche Zentralbank schließlich doch errichtet. Es ist nun außerordentlich inter- essant, jetzt, nach zwei Iahren, ihr« Leistungen zu betrachten. Hierzu bot eine Sa ch oe rst ä n di g« n o« r ne h m un g de» En- queteausschusse« über den landwirtschastlichet» Realkredü Gelegenheit. von Anfang an konzentrierten sich dl« Verhandlungen fast aus- schließlich auf dt« Tätigkeit der Nentenbant-Kredikan» ftalt, deren Vertreter Geheimrat Klblex gegenüber der fast allgemein ablehnenden Haltung der anderen SachvttstSndlgen keinen leichten Stand hatte. Wo« hat dies« Bank, die nicht nur Wirtschaft» lichen, sondern auch politischen Forderungen der Großagrarier ihre Gründung oerdankt, bisher für die Land� und Doltdwirtjcheft g«- keistet? Ihre Aufagb« besteht in der Förderung de« Agrar- kredits. Hierzu stehen ihr zwei Weg« off««: Entweder Inan- spruchnahm« de» Lnlandmarktte oder llkufnahme ausländischer An- leihen. Auf«ine Bestätigung auf dem Inlandmarkt, der Domäne der Realkreditinstitut«, mußt» die Nentcnbank-Kreditanftast ange- sichts des Widerstandes der Realkredstinftitute bisher verzichten. Zort« Andeutungen von Sehelmrat Kißler, daß dl« Rentenbank- Kreditanstalt solche Pläne zwar zurzeit nicht Hab«, aber in Zu» tuntt doch vielleicht wieder hervorholen werde, riefen einen allgemeinen Sturm der Entrüstung hervor. E» ist auch absolut nicht einzusehen, daß hier eine Ausgabe der Nentenbonk-Kreditanftalt liegt, denn neue Kksdltquellen kann sie im Inland nicht erschließen. Bleibt also di« Ausnahm« von Ausländsanleihen. Zweifellos war« hier die Möglichkeit vorhanden gewesen, durch Ausnahm« günstiger Ausiondsonlelhen den InlÜndischen Eeldnwrkt zu erleichtern und di« Übern, Sßigen Provisionen und Zinsen d«? deutschen Kreditinstitut« zu drücken. Unbestreitbar habin die zwei Ausländsanleihen der Rentenbant-Kredltanstalt etwas in dieser Aichtung gewirkt, denn wegen ihres öfsenttichen Gharakier« waren die Bedingungen der bisher aufgenommenen zwei Auslands. anleihe» damals günstig. Di« Vssientlichkeit und besonders di« mit der Grundschuld zugunsten der Nentenbank und Nentenbank-Ktedit- anstatt allgemein belastete Landwirtschast könnt« aber wohl billiger- weise eine gorecht, Verteilung dieser Kredit« auf alle Betriebsgrößen oerlangen. Toistichlich«ehielten jedoch von den 10S Millionen Mark der ersten LmeritaaNleihe SS Darlehenenehmcr Kredll« über SSSM M... 27 vtillion-n 128 von 100 000—200 000»i.,. 19 48 Proz. der GefamlaiilechV iH Millionen Vohezu die Hälfte dieser Anleihe wurde also«in einig« Dutzend Latifundienbesitzer gegeben! Ganz ähnlich war der Verteilungsschlüssel bei der Gold- d i e k o n t anleihe. von der SS Millionen 24 Proz. I« Setragen von über 100 006 Mark oergeben wurden. Wenn auch die Reltenvank-Krediianstast ihre Gelder nicht selbst verteilt, sondern sie anderen Instituten zur Derteilung gibt. so wäre es nicht mehr als ihr- Pflicht und Schuldigkeit gewesen. die Verteilung bis zum letzten Kreditnehmer zu kontrollieren. Da» geschah nicht. Sowohl Rentenbant-Kredilanstatt als auch die nachgeordneten Kredltinstiütt« ließen e« zu, daß durch dos tifsent- lich« Ansehen einer Zentralbank im Zins verbilligte Kredit«— prat. tisch handelt es sich um solch« einer kleinen bevorzugten Clique von Großaarariern zugute kamen. Das läßt recht traurige Schlüsse aus da» Zusammenarbeiten von Landbund, ReNteNbank-Krediianstalt, Landschaften, Hypothekenbanken und anderen landwirtschositichen Kreditinstituten zu. Ss tritt hier wieder einmal ganz klär zutage, mt die„Führer der Landwirt- schaft' unter Förderung der landwiHschafklichen Pesduftlo« ver- stehen: Subvention des Groß-»nd Latifundien- besitzet- aus Kk-sten de? bötterlichen Wtrlschaft. linse? Wssirauet, gegeii diäf« londwirischost.iche Zemralbäick war als» voll berechtigt. In diesen �-Igen gelangt ive s. Lttslskch.-mnleche in Höhe von ISS MNlisse« Mark, auf die schon ÄnkrsgS in Höhe böft 240 Mi!» Könen Mark vorliegen, zur Verteilung. Es wird eine wichtige Stuf- ab« der bäuerlichen Organisationen und auch der Vehörden sein. lesmal und In Zukunft streng darüber zu wachen, daß di, Gelder der Rentenbant-Kreditanstatt nicht wieder wenigen Ostsunkern, srni- dern der großen Mass« kredimsdürstiger Säuern zufliehen. die di« Hauptlast der Rentenbankbelastung tragen. Frankreichs Protest in Moskau. Der„Temps" warnt die Sowjetregiernng. Paris, 30. Juli.(Eigenbericht.) Im Anschluß an den neuen Protest des französischen Bot- schoster« in Moskau bei der Sowjetregierung gegen Förderung kommunistischer Propaganda im französischen Heer erklärt der «Temps�, daß fett acht Iahren die Moskauer Politik eng mit der revolutionären Aktion der dritten International« verbunden sei und die Atmosphäre Europas vergifte. Weil es Maskau bis heut« nicht gelungen sei. die Anarchie in die anderen Länder zu tragen, dürfe man aber nicht glauben, daß es darauf verzichtet habe. Es sei drin- gend notwendig, die Sowjet endlich einmal klar vor die Verant- wortuug zu stellen und sie aufzufordern, zwischen bolschewistischer Propaganda oder normalen Beziehungen zu den zivilisierten Län- dorn zu wählen. Es könne sich nicht darum handeln,«ine«uro« päische Koalition gegen di« Sowjetrepublik zu- sommenzubringen oder den Krieg zu erklären, wenn auch die So- wjeis diese angeblich« Kriegsgefahr lllgnerischerweise zu mnerpoli- tifchen Manövern migbrauchen, aber die Sowjets hätten bisher alle Warnungen ieeeltzfertig in den Wind gsscbtogen. Man werde bald feststellen können, ob auch der jüngste Protest in Moskau einen negativen Erfolg Huben werde und ob die Sowjetführer einsehen. daß die Ispli»rnng Rußlands notwendigerweil« ihren eigenen Zusammenbruch mtt sich ziehen würde» * Sicherlich haben die jüngste» Auflehnungen von Rekru. t e n in Fnmkreich, die man auf bolschewistische Agitation zurückführt, die Stimmung gegen Moskau stark beeinflußt. Gstoberfchlestfche Skandale. Schulraub»nd VersanrritlungStercor. Kallowih, 30. Juki.(W?Bi> Der Magistrat hat einen Beschluß gefaßt, nach dem in di« unterst« Klasse der deutschen Knabenmittelschul« und der deutschen Mädchenmlttelschuls nur je 50 Schüler bzw. Schülerinnen auf- genommen werden, wahrend tatsächlich je ISO Anmeldungen vor- liegen. Al» erste der politischen Parteien, die in den Wahlkampf ein» treten, hielt die polnische sozialistische Partei m Ostober- schlesien ein« Reihe von Volksversammlungen ab. Fast alle diese Versammlungen wurden durch den linken F lü g« l der polnischen Sozialisten unter Führung einiger and dem Klub der polnischen Soziallsten ausgeschiedenen Abgeordneten gesprengt. Bemerkens- wer» ist, daß der polnische sozialistische Abg. Dinisztiewieez in einzelnen Versammlungen sehr scharf gegen da» Deutschtum vor- fling, während ein W a r s ch a u er Abgeordneter der polnischen vztalistlschen Partei die Taktik der Regierung in der schärfsten Form verurteilte. In der bedeutendsten Versammlung, die am Freitag in K ön t g S h üt t e abgehallen wurde, kam«» zu tumultuorischen Zwischenfällen, so daß die Versammlung vorzestig abgebrochen werden mußte. Mit Hochrufen auf die Sowjet- r e p u b l i k gingen di« Teilnehmer unter dem Druck de» außer- ordentlich starten Polizeiaufgebot» auseinander. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Sombenanstblag in Luxemburg. Auf eine italienische Niederlassung. cuxembnrg, 30. Juli.(EP.) In dem Gebäude der„Opöra Bononielli", einem i t a l i« n i» schen religiösen Wohltätigkeitstnstitut in Esch an der Alzette, wurde eine Bombe gesunden, deren Zündschnur noch rechtzeitig g e l ö s ch werden konnte. Die Ladung der Bombe war so stark, daß sie zur Zerstörung eines ganzen Straßenoiertel» ausgereicht hoben würde. 1925 ist schon einmal ein Anschlag auf dieses Ge- bände verübt worden, damals wurde dar Sekretär durch Revolver- schüjse getötet. Smetona Ueber-Muffolin!. Das Parlament soll wohnnngSIoS werden. Dem Blatt der Voltssozialisten in Kowno..Lietuva« Zinio«* zufolge, soll das Sejmgebäude öem BllSungsmimsterium ubeex-ck>e» werde», um dort«in staatliches Gymnasium unterzn» bringen. Dies Blatt versieht dies« Meldung mit der Ueberschrift .Liquidation", da nicht gemeldet wird, wohin der Sejm verlegt werden soll. Clömenceau scheint sich wieder vollständig erHoll zu haben: er nahm in Louo?ciennes an der Hochzeitsfeier seines Enkels teil. Elemenceau machte eine« rüstigen Eindruck und kehrte im Auto nach Parte zurück. Wohlfahrtsschwindel der Unternehmer. Saupttarifamt verwiesen. Nach der Auffaffung des Fesselung der Arbeiter an den Betrieb. = Das gleiche Unternehmertum, das für den Abbau der Sozialversicherung schwärmt, fapriziert fich zugleich in allerhand Versicherungserperimenten, mit welchen die Arbeit nehmer an das Unternehmen gefesselt werden sollen. Man begnügt fich nicht mehr mit der Gründung von Fabritgesangvereinen, Fabrifsportvereinen, Fabrikwohnungen und dergleichen, sondern trägt sich jetzt auch mit Plänen über Betriebspensions fassen, Fabrikunterstützungstafsen, Fabriksparkassen usw. Dem Schuhmacherverband ist der Plan zur Gründung einer so genannten Pensionsspartasse zugeflogen. Nach diesem Plan will man jeden Arbeiter pro Woche mit einem Lohnabzug vom Bruttolohn in Höhe von 2 Proz. für manchen Arbeiter mehr als eine Mark pro Woche! beglücken. In bestimmten Abständen soll ein Sachverständiger prüfen, wann einmal auf den Abzügen eine Pensionstasse aufgebaut werden kann. Das Unternehmertum weiß nur zu gut, wie sehr dem Arbeiter heutzutage, in der Zeit der Amerifanisierung und Rationalisierung, vor dem Alter graut. Die Sorge ums Alter möchte man gerne berugen, um die Arbeiterschaft durch neue Wohlfahrtsstlaveret an den Betrieb zu feffeln. Mit den Lohnabzügen fann der Unternehmer einstweilen einmal schön nach Gutdünten arbeiten; jedenfalls steckt die Zinsen der Unternehmer in die Tasche. Auf der Basis einer Fabrit tann niemals eine lebensfähige Altersunterstützung aufgebaut werden; dafür ist die Fabrikbasts viel zu flein. Im Versicherungswesen fann der Kreis der Personen nie weit genug gezogen werden. Die in verschiedenen Verbänden der freten Gewertschaften zurzeit erörterten Bläne zur Schaffung eines besseren Schuzes im Alter und bei Invalidität zeigen, wie schwierig der Aufbau einer Versicherung ist. Dabei verfügen die freien Gewerkschaften über große Erfahrungen auf diesem Gebiet; denn die deutsche Arbeiterschaft hat bereits, lange bevor der Staat sich entschloß, Versicherungen einzuführen, die Krantenversicherung und die Arbeitslosenunterstügung praktisch organisiert. Der Schuß des Arbeiters im Alter fann nur auf den Wegen, auf denen die freien Gewerkschaften zurzeit neue Bionierarbeit leisten, vorbereitet werden. Was die Unternehmer gutgläubigen Arbeitern vorgaufeln, ist nichts anderes als der alte Wohlfahrtsschwindel in neuer Verkleidung. Man will den Arbeiter mit Hilfe seiner fauer verdienten Groschen an das Werk binden, damit er, je älter, desto weniger wagt, es einmal hart auf hart antommen zu lassen, weil mit dem Hinauswurf unvermeidlich finanzielle Schädigungen verbunden sind. ,, Es ist freier und gleichberechtigter Männer", so schrich vor furzem ein Einsender in der Deutschen Bergmerts zeitung", mit dem sich die Schriftleitung solidarisch erklärte, ,, unmürdig, wenn der dienstlich Unterstellte in so diskreten Angelegenheiten, wie Leiden und Krankheit, in einer gewissen Abhängigkeit und Kontrolle des dienstlichen Vorgesetzten steht".„ Die Aufhebung der Kassen wäre eine wahre Wohltat für die arbeitende Menschheit. Die Gesamtbeiträge zahle mn den Arbeit nehmern als Lohn aus!" Also erhöhte Löhne statt sozialer Beiträge und zu gleicher Zeit Kürzung des Lohns zur Aufpäppelung eines neuen Wohlfahrtsschwindels!? Die ungeduldigen Bauunternehmer. Sie fordern schnellstens Arbeitszeitverhandlungen. Die Antwort des Reichsarbeitsministeriums an die Unternehmer des Baugewerbes, die mit ihrer Forderung, eine Schlichtungskammer bilden zu lassen, um einen Schiedsspruch über die strittige Arbeitszeit im Bauge metbe herbeizuführen, zum zweiten Male beim Minister vorstellig geworden sind, hat die Ungeduldigen von neuem an das Der Streik in der Filmindustrie. Reichsarbeitsministeriums sollen erst alle Verhandlungsmöglichkeiten beim Haupttarifamt ausgeschöpft werden. Zunächst müsse das Haupttarifamt entscheiden, ob die Voraussetzungen für Verhandschaftsbundes ersucht uns, folgendes mitzuteilen: lungen über die Arbeitszeit vorliegen. Der Ortsausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen GewertDie Arbeiter stehen auf dem Standpunkt, daß die Arbeitszeit erst nach der gesetzlichen Regelung, d. h. nach der Schaffung des neuen Arbeitsschutzgesetzes tariflich geordnet werden soll. Die Unternehmer versteifen sich jedoch darauf, daß schon die Arbeitszeitnotverordnung die endgültige gefeßliche Regelung der Arbeitszeit darstelle. Die Taktik der Unternehmer ist sehr durchsichtig. Sie wollen gar teine ernsthafte Klärung des Sachverhaltes durch das Haupttarifamt. Sie werden deshalb alles tun, damit die ihnen empfohlenen Verhandlungen vor dem Haupttarifamt, menn fie sich dazu bequemen, zu feinem Resultar führen, um so vielleicht für ein Eingreifen des Schlichters die Bahn freimachen zu können. Wenn sie sich nur nicht täuschen! Auch den Unternehmern des Baugewerbes sollte schließlich klar sein, daß eine Arbeitszeitnotverordnung feine endgültige gesegliche Regelung der Arbeitszeit darstellen kann. Berlin gegen Potsdam. Die letzte einstweilige Verfügung aufgehoben. Das Landgericht I Berlin hat in der Berhandlung am Sonnabend die einstweilige Verfügung aufgehoben, die die Jutespinnerei in Brandenburg beim Amtsgericht Botsdam gegen den Deutschen Tertilarbeiterverband erwirkt hatte. Diese Verfügung untersagte der Organisation, den entlassenen Arbeiterinnen irgendwelche Unterstügungen zu gewähren. Damit ist auch die letzte noch bestehende einstweilige Verfügung dieser Art beseitigt. Nach Leipzig folgte Hamburg und nunmehr Berlin Die Lertilunternehmer haben jedenfalls nicht viel Freude an ihrem neuesten Kampfmittel gegen die Textilarbeiterschaft gehabt. Es ist nunmehr auch zu mittel gegen die Textilarbeiterschaft gehabt. Es ist nunmehr auch zu erwarten, daß die Unternehmer mit ihren Klagen auf Schadenersas usw. ebenso Schiffbruch erleiden werden. Den Amtsgerichten jedoch sollten die Urteile der Berufungsinstanzen endlich Anlaß geben, von dem Unfug der einst weiligen Berfügungen bei Arbeitstämpfen abzulaffen. Angestellte der Berliner Speditionsbetriebe! er= In der Morgenausgabe des Borwärts" vom 29. Juli ist bereits ein Artikel Arbeitszeitnotgesetz im Verkehrsgewerbe" schienen, der die besonderen Schwierigkeiten schildert, auch in den Speditionsbetrieben auf Grund des Arbeitszeitnotgesezes eine Neuregelung der Ueberstundenbezahlung herbeizuführen. Der von uns angerufene Schlichter für den Bezirk Groß- Berlin hat nunmehr entsprechend unserem Antrage folgende Entscheidung gefällt: „ Der Zuschlag für eine über die Grenzen des§ 1 Satz 2 und 3 der Verordnung über die Arbeitszeit in der Fassung vom 14. April 1927 hinausgehende Arbeitszeit wird mit Wirkung ab 1. Juli 1927 auf 25 Prozent eines Zweihundertstels des Monatsgehaltes festgesetzt. Ausgenommen von der Zuschlagvergütung sind die etwaigen Fälle einer Ueberschreitung der vorstehend bezeichneten Arbeitszeit wegen Arbeitsbereit-= fchaft. Ausgenommen bleibt auch eine Mehrarbeit, die etwa auf Grund des§ 4 der Arbeitszeitverordnung geleistet wird." Bei der besonderen Bedeutung dieser Angelegenheit werden die Mitglieder des 3dA. durch Rundschreiben oder Bersammlung noch eingehend unterrichtet werden. Die vom Arbeitgeberverband beim Arbeitsgericht anhängig gemachte Klage schwebt noch. Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Groß- Berlin. Bon einer sogenannten Zentral- Streifleitung eines partiellen Streits in der Filmindustrie werden zurzeit zur Unterstützung der Streifenden Sammellisten in Umlauf gefeßt. Wir weisen darauf hin, daß es sich hier um einen wilden Streit handelt, der einen Berstoß gegen einen bestehenden Tarifvertrag bedeutet und die zuständigen Gewerkschaften diesen Streit nicht fanttio= niert haben. Konflikt in der Krefelder Seidenindustrie. Krefeld, 30. Juli.( WTB.) In vier Betrieben der Krefelder Seidenindustrie hatten am 28. Juli die Schererinnen, Winderinnen, Spulerinnen ihr Arbeitsverhältnis gelöst. Da ohne diese Arbeitergruppen der Betrieb nicht aufrechterhalten werden kann,(?) wurde auch die übrige Arbeiterschaft gefündigt. Betroffen sind 3 100 Arbeiter. Versuche zum Abschluß eines neuen Vertrages sind eingeleitet. Französischer Gewerkschaftskongreß. Wiederwahl der Leitung. Paris, 30. Juli.( Eigenbericht.) Das Nationalfomitee des französischen Gewerkschaftsbundes hat in seiner Sonnabendigung Jouhaug als Generalsekretär und das ganze bisherige Bureau wiedergewählt. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wegen Tarifbruch und Nichtbenutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises sind folgende Betriebe Dom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten für dessen Mitglieder gesperrt: Berlin: 3um Heidereiter", Hasenheide, Ede Kamphausenstraße. Treptow- Oberschöneweide: Raiserbad Garten", Inh.: Jauernic. Knappe früher 3enner, Inh.: Dr. Körner. Sonnenwende, Inh.: Nischick. Blumengarten. Inh.: Körtig. Tegel. Konradishöher Terrassen", Inh.: Reinhold. Restaurant Bald. hütte Tegel", Inh.: Kurtius. Pankow- Niederschönhausen: ,, Straud wiese", Inh.: Lubosch.- Ertner: Bürger garten. WoltersGrünheide: Restaurant Matschte. dorfer Schleuse: Restaurant" Kranichsberg", Inhaber: Günther. Restaurant 3um LiebesqueÍ 1", Inhaber: Sträbel. Wilhelmsbad". Achtung, Bauarbeiter! Die Fragebogen find unverzüglich dem Bureau zu übersenden. Wo ein Fragebogen noch nicht ausgefüllt ist, muß das bis spätestens Dienstag, den, 2. August geschehen und der Fragebogen bis Mittwoch, den 3. August früh dem Bureau übermittelt werden. Deutscher Bangewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Der Bereinsvorstand. 2. Auguft 19% Uhr, stattfindenden Bezirksversammlungen in Edmanns Fest- i Bentralverband der Angestellten, Werbebesist Charlottenburg. Für die am faal, Berlin- Charlottenburg, Scharrenstr. 34( unweit Wilhelmplag), ist der bekannte Pazifist Herr Pfarrer August Bleier als Referent gewonnen worden. Tagesordnung: Krieg dem Kriege! Jugendgruppe des 8d. Morgen, Montag, 19% Uhr find folgende Beranstaltungen: Bezirk Südost- Treptow: Jugendheim Reichenberger Str. 66, Gruppenbesprechung. Bezirk Norden: Jugendheim Schule Danziger Str. 23, Heimbesprechung. Bezirk Tempelhof: Jugendheim Schule Germaniaftr. 4/5, Leseabend. Ab 19 Uhr Spielen auf dem Spielplag im Friedrichshain, Ein. gang Elbinger Straße. Rasenspiele, Boltstänze, Ballspiele. Freie Gewerkschaftsjugend Groß- Berlin. Heute find folgende Beran ftaltungen: Teilnehmer am Schmökerspiel: Treffen um 8 Uhr, Bahnhof Spindlersfeld, zur Probe im Müggelheim. Gruppenleiter: Die Rarten aum Sommerfest müssen bis Freitag, den 5. August, abgerechnet werden. Berantwortlich für Bolitik: Bictor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: D. Schindler; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin, Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co., Berlin G 68, Lindenstraße 3. Sierzu 4 Beilagen, Unterhaltung und Biffen", Aus der Film- Belt NJSRAEL TEXTIL VERKAUF KLEIDER- UND SEIDENSTOFFE Waschk'seide aparte Jacquardmuster und Karos Reinw. Composé aparte Karos und uni, ca. 100 cm breit Bastseid € 1.65 0.60 Bastseide $ 1.35 reine Seide 80 cm breit Reinwoll. Mohär schwarz, kleine Muster, ca. 100 cm breit Kammgarnstoffe f. Kostümeu.Mäntel, hochwertig. reinwoll. Qualität, ca. 130 cm 1.95 3.90 WASCHSTOFFE Kreppu.Zephir 10 Keider und Blusen Voll- Voile bedruckt, vorzügl. 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Kt. 46x100 Reinlein., 48 × 100 0.95 2.45 1.30 0.60 Gouz Informe www Dorthilfaft Ein Posten: DamenHüte Filzhut garniert 2.90 ZUM SCHULBEGINN Schulkleid aus Waschstoffen, Länge 60-80 cm Mädchenkleid mod. Waschk'seide, Länge 60-80 cm Schulanzug f. Knab., Sport- od. Schlupfblusenform 3.30 4.40 }}}} /////////////////// Taghemd für Mädchen, mit Stickerei- Ansatz u. Hohls., Lg. 55 cm Beinkleid für Mädchen, mit Stickerei- Ansatz u. Hohls., Lg. 30 cm Gr.4-6 9.50. Gr.1-3.00 Hemdhose Sportanzug f.Knab., Homespun oder gem. Cheviot, geiütt. Gr. 7 für9 Jahre ( Steigerg. 1.-) 14.75 Schulanzug für Knaben. gestr. Waschst., Blusenoder Jackenform, bis Größe 10 Regenschirm braun m. farb, Bord. od. schwarz, Topform, 12teil. 3.50 4.90 für Mädchen, mit Stickerei- Ansatz u. Hohls., Lg. 55 cm Taghemd 1. Knab., Hemdentuch m.Ausschn. u. kurz.Ärm. Lg.40cm Söckchen f. Kind., m. Jacqu.Wollrand, Gr. 2-6 1.20 1.15 2.10 0.80 0.65 Kupeekoffer mit Vulkanfiber- Ecken Länge 70 und 75 cm DAMENKLEIDUNG DAMENWÄSCHE Jumper weiß Voll- Voile, mit Motive 2.25 Morgenrock 2.90 bedruckter Musselin Kleider besonders günstig, gem. Wollkrepp oder Waschs. Mäntel in großer Auswahl reinw. Rips, vorz. Qual. 9.75 29.Taghemd mit Stickerel- Einsatz oder-Ansatz Nachthemd mit Stickerei- Einsatz oder-Ansatz 1.65 2.45 Hemdhose 2.10 m. Stickerei- Ansatz Bademantel gem. Frottierst.( f. Herr. 11.25) für Damen 8.75 WIRK- UND STRICKWAREN Strickhöschen für Kinder, weiß Größe 2 bis Schlupfbeinkleid für Damen, farbig, mit Jacquard- Ringeln 0.95 1.65 Damen- Strümpfe 1.95 Seidenflor, gärnig, mit Maschenfang Herren socken Baumwolle mit tamb. Längsstreifen, farbig Trikot- Hemden für Herren, weiß, mit Pikee- Einsätzen 0.80 1.75 Strickjacken 17.75 f. Damen, besatz, weiß od, farb. HERRENWÄSCHE HERRENSTOFFE Oberhemd gestr. od.gemust. Perkal, mit Krag. und Klappm. Oberhemd Perkal, gefütt. Faltenbr., mit Krag. und Klappm. 2.75 3.90 Stehumlegekragen 50 3.60 0.50 mod. Form., Mako 4 fach Tennis- Flanelle grau, weiß oder mode, breit Mtr. 140 cm Melton- Cheviot marine, schwarz oder marengo, 142 cm br. Kammgarn verschled. Muster in helleren Farben Mtr. 6.90 11.00 13.60 ir tollermässigung u.direkten Orient- Einkauf Perser Teppiche u- Brücken besonders preisvert BERLIN C2 SPANDAUER STRASSE KÖNIGSTRASSE GEGRÜNDET . 1815 Nr. 35$ ♦ 44.Fahrgaag 7. Seilage ües vorwärts Sonntag, 31. Juli 1427 Das große Museum öer Natur. Unerbittlich hat der Mensch in die ursprünglichen, natürlichen Verhältnisse eingegriffen und sie verändert. Er hat Wälder ver- nichtet, Seen verschwinden lassen, Flüssen einen anderen Lauf ge- geben, Berg« versetzt und die ungeheuren Schätze aus dem Erd- inneren herausgegraben. Aus der durch verschiedene Entwicklungs- stufen gebildeten Erdoberfläche hat er da, wo das Land dicht be- siedelt ist, eine„Kultursteppe' geschossen und nur wenig von dem unverfälschten Bild der Natur übrig gelassen. Die Bestrebungen, dieses Wenige zu erhalten, haben die Noturschutzbestrebungen ins Leben gerufen. Vie Natursthotzbewegung. Die-Naturschutzbeivegung erstreckte sich zunächst tiuf die Erhaltung gewisser Tierarten, die, durch die Kultur bedrängt, dem Unter- gang gewe ht oder zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen waren. wenn sie es nicht verstanden, sich den neuen Verhältnissen anzupassen. So war besonders durch die Anlage der tünstlichen Fischzucht mit ihrem ausgedehnten Teichbetriebe der in tropischer Farbenpracht schimmernde Eisvogel schwer bedrängt, und das Dasein des Fischreihers, der in den Kronen hoher Bäume seine Nistkolonien baut, in Frage gestellt. Ein lehrreiches Beispiel, wie auch Säugetier« unter der Verfolgung des Menschen und der Einwirkung der Kultur leiden, ist der Biber, dessen früher ausgedehntes Berbreitungsgebiet auf unseren Flußläufen«ingeschränkt ist aus ein kleines Gebiet der Elbe, wo ihm der Staat unbedingten Schutz gewährt. Kaum sollte man es für möglich halten, daß auch das Dasein von Tieren, die im Verborgenen leben, wie Schlangen und dergleichen, seiner völligen Vernichtung, teils auch durch den Unverstand der Menschen, ent- gegen geht. Selbst Insekten, der die Blüten umgaukelnde Schmetterling und der summende Käfer, die schwirrende Libelle und der muntere Grashüpfer sind in ihrem Dasein gefährdet. Nicht besser wie den Tieren geht es den Pflanzen. Zllllleidlo» werden die Blumen der Wiese und des Walde» gepflückt. Gedankenlos werden sie sortgeworfen, weil sie welk geworden oder ihr Mitnehmen zu unbequem ist. Weidenkätzchen— ein besonderes Kapitel! Wi: oft kann ma« es sehen, wie fast jedes Mädchen, dos von' einem Schul- ausflug heimkehrt, mit einem nicht gerade bescheidenen Bündel von Weidenkätzchen den Vorortbahnhof verläßt, anscheinend ohne von dem begleitenden Lehrer auf diesen unerlaubten Raub an der Natur, der noch dazu strafbar ist, hingewiesen zu sein. Aber nicht nur unter den Mädchen finden wir solche Sünder, auch unsere lieben Jungen sind an der Vernichtung manchen Lebens in der Natur schuldig. Bei ihnen ist es die in nicht geordnete Bahnen gelenkte Sammelwut, der Vogeleier, unzählig« Schmetterlinge und noch größere Mengen von Käfern zum Opfer fallen. Um allen diesen und noch anderen Uebelständcn, deren Auswirkung nicht unterschätzt werden darf und denen auch durch Belehrung nicht beizukommen war, wirksam ju be- gegnen, muhte die Staatsgewalt eingreifen. Das ist auf Drängen der NaturfchuAvereine auch geschehen durch Schaffung der staalllchen Stellen für Nalurdenkmalpslege in Preußen und in anderen Län- dern. Sie sind den zuständigen Mbiisterisn unterstellt. Die preußische Stelle untersteht dem Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. Der staatlichen Stelle eines Landes unterstehen die Stellen für Ilalur- denkmalpflege der einzelnen Provinzen, so in Preußen die Prooin- zialstellen in Ostpreußen, Brandenburg, Berlin usw. Diese Behörden haben die Aufgabe, charakteristische Landfonnen, Denkmäler der Erdgeschichle. Standorte seltener Tiere und Pflanzen zu ermitteln, zu inventarisieren und zu beobachten. Zu ihren Obliegenheiten ge- hört es, Anregungen z�ir Aufklärung und Werbung für den Natur- schutzgedanken durch Vorträge vor den Erziehern der Jugend, den Lehrern, der Schuljugend, den Wandervereinen usw. zu geben. Mit Erfolg bedient sich die staatliche Stelle des Rundfunks und der Tageszeitungen, um weite Kreise' von ihrem Bestehen und ihrer Tätigkeit in Kenntnis zu setzen und sie für ihre Bestrebungen und ihr Wirken zu interessieren. Wirksame Unterstützung findet sie bei den Vereinen, welche dasselbe Ziel verfolgen. Naturschutzgebiete. Aber nicht nur vie Erhaltung gefährdeter Titte und Pflanzen liegt der Landesstell« ob. Sie hat noch weit größere und schwie- rigere Aufgaben zu lösen, die Schaffung von Naturschutzgebieten. Während unter Naturdenkmälern nach den amtlichen Bestimmungen „besonders charakteristische Gebilde der heimatlichen Natur zu ver- stehen sind, vornehmlich solche, welche sich noch an ihrer Ursprung- lichen Stätte befinden, seien es Teile der Landschaft oder Gestaltungen des Erdbodens oder Reste der Pflanzen- und Tierwelt', so sind unter Naturschutzgebieten mehr oder minder große Strecken Landes zu ver- stehen, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben und in diesem Zustande durch den Schutz des Staates erhalten werden. Neben dieser wichtigen Ausgabe liegt ihr auch der Schuh der Land- schast gegen vttschandelung ob. zu deren Bekämpfung das preu- ßische Gesetz gegen die Verunstaltung von Ortschasten und land- schostlich hervorragenden Gegenden eine Handhabe bietet. Hier ist es besonders die Bekämpfung der mehr oder minder geschmacklosen Reklame. Bilder und Tafeln, durch die viele an sich schon nicht sehr reizvolle Eisenbahnftköcken verschandelt sind. In den unter Natur- schütz gestellien Gebieten ist Tieren und Pflanzen völlig unbeein- flußte Entwicklung gewährt, ähnlich wie es in den großen Natur- schutzparken Nordamerikas der Fall ist. Natürlich mit dem Unter- schied, daß die bei uns unter Naturschutz gestellten Gebiete jenen an Ausdehnung weit nachstehen. Das größte und ält�te Naturschuh- gebiet Deutschlands ist das in der Lüneburger Heide. In neuerer Zeit sind auch Gebiete unweit Berlins und auch innerhalb des Stadtbereiches unter Naturschutz gestellt. Auch seitens der Stadt Verlin wird größter Wert auf die Erhaltung landschaftlich hervor- ragender Gegenden gelegt. Schon 1915 erwarb der damalige Ver- band Groß-Berlin den Dauerwold an den Grenzen des damaligen Stadtgebietes im Umfange von 10 000 Hektar. Dabei blieben auch hygienische Rücksichten Nicht unbeachtet,«o wurde auch von dem im jetzigen Stadtgebiete gelegenen Schloßpark In Groß-Lichterselde der Rest eines Auenwaldes im Umfange von drei Hektar geschützt, desgleichen die Krumme Laake bei Rahnsdorf, die Grunewaldmoore am Barsch- und Pechsee, am Riemeistersee und zwischen Grunewald und hundekehle. In der näheren Umgebung Verlins ist die Psauen- insel bei Potsdam, das Plagesenn mit dem Plagesee bei Ehorin und das Moossenn in der Oberförsterei Potsdam staatlich geschützt. Das Golmer Luch wurde vom Volksbund Naturschug und Bund für Vogel- schütz angekauft. Um kreise Angermünde liegt das Moorschuhgebiet Pöhendiebel; bei Freienwalde ein Waldschutzgcbiet,. in dem uralte Eichen, Buchen usw. wachsen. Außer diesen Naturschutzgebieten sind in Berlin und Umgebung eine Anzahl von Naturdenkmälern ge- schützt, so erst kürzlich durch eine Verordnung des Polizeipräsidenten die Heilandsweide in Marienselde,«in 209 Jahre alter Weidenbaum. Dieser von der Legende umwobene Baum ist 20 Meter hoch und hat einen Umfang von ü'A Meter. Ferner genießen durch Verordnungen des Polizeipräsidenten ein« Anzahl von Pflanzen- und Tierarten innerhalb Berlins Naturschutz. Unter anderem ist die an Bächen und Tümpeln lebende Ringelnatter geschützt, eine Sch'mge, die an den beiden gelben halbmondförmigen Flecken an den Kopsseiten gut kenntlich ist und sich ebenso gut auf dem Lande wi« im Wasser fort- bewegt. Auch verschiedene Schmetterlingsarten dürfen nicht ge- fangen werden und find als Naturdenkmäler zu betrachten. Das trifft vor allem für den schönen Schwalbenschwanz und den seltenen Apollosalttt zu. * Di« Pfleg« des Naturschutzes muß jedem am Herzen liegen. Jeder känn das seine dazu beitragen, schon dadurch, daß«r es ver- meidet, durch unbedachtes Fortwerfen von Butterbrotpapieren, Flaschen und Konservenbüchsen den Wald oder den Wiesenrand zu verunreinigen. Äie Silbers �rvarrue ISs Von Brach lN°chdruck v«rb«tm SUtiitflec*« ams htm v»v Qnlia SU>pptl „Was ist Cos?' fragt« Emersoir barsch. „Es sieht nach Sturm aus,' antwortete Bast, indem er bedenklich den Kopf schüttelte. Der Eingeborene sprach und gestikulierte erregt, und während sie noch standen, fühlten sie plötzlich, wie eisiger Wind ihr Gesicht streifte. Als sie aufblickten, sahen sie, daß die Luft dick wie Xauch war. und zu ihren Füßen begannen weiche, leichte Schneewolken sich träge zu bewegen. Kfeine Säulen von Schneerauch tanzten über die Bergkämm« und verschwanden ebenso hastig, wie sie gekommen waren. Plötzlich merkten sie, daß die Temperatur kälter wurde, und bevor sie sich noch darüber klar geworden waren, was alle dies« Zeichen bedeuteten, war der Sturm schon über ihnen, fegte über die Schneefelder und heulte mit zunehmender Heftigkeit durch die Löcher zwischen den Felsklippen. Die unsichtbare, furchtbare Hand des kalten Nordens hatte die Fukien losgelassen, die Luft war von ihrem häßlichen Geschrei erfüllt. Es war, als ob die gemarterten Seelen der Ber» bannten durch die Schattentäler der Unterwelt kreischten. Der Sturm kam von hinten, hob die Haare aus dem Fell der Hunde und überschüttete sie mit Schneepuder. Er peitschte sie mit scharfen Eissplittern, bis sie sich weigerten, ihm Wider- stand zu leisten und sich im Schutze der Schlitten mit hängen- den Lhren niederlegten. Im Lauf« einer Minute waren die verschwitzten Gesichter der Männer getrocknet und ihre dampfenden Kleider so steif wie Rüstungen, während ihr Blut langsamer durch die Adern rollte. Fräser brüllte etwas, Emerson aber, der ihn in all dem Lärm nicht verstehen tonnte, lief auf die Hunde zu. löste ihr Zaumseua. während Bali und der Eingeborene die Schlitten abzuladen begannen. Die Zipfel ihrer„Parka' flatterten im Winde wie die Segel eines Bootes und die Riemen ihrer Mützen peitschten ihnen das Gesicht. Als sie den letzten Knoten gelöst hatten, riß ihnen der Orkan einen Zipfel des. Persennings aus ihren steifen Fingern, ergriff eine Decke, die dem Eingeborenen gehörte, und entführte sie. Der Mann griff danach� aber sie flog, als ob sie Flügel hatte, faltete sich auseinander und sank auf das Schneefeld herab, um im nächsten Augenblick wieder von einem Wirbelsturni erfaßt zu werden und wie eine riesige Fledermaus über die Höhen zu stiegen, von dem verzweifelten Geschrei des Besitzers begleitet. Alles, was lose auf dem Schlitten gelegen hatten wurde wie Späne weggefegt— Pfannen, Kaffeekannen, Schüsseln und Eßkörbe wurden durcheinander gewirbelt und rollten und hüpften über das Schneefeld, bis sie am nächsten Klippenrand verschwanden. Die Männer aber waren viel zu verstört, um des Ver- lustes zu achten. Es war nicht möglich, das Gesicht in die Richtung zu drehen, woher der Wind kam, sein beißende? Atem war brennender als die Flammen eines offenen Feuers. Den ganzen Morgen war die Luft still gewesen, ein Temperaturwechsel auf einem Meer aber hatte die Lust- Verhältnisse aus dem Gleichgewicht gebracht, und jetzt rasten die losgelassenen Stürme über Meer und Land. Die Umrisse der umliegenden Höhen veränderten sich, das ganze Land bekam eine andere Physiognomie. Das Sehfeld des Auges wurde kürzer, und auf Grund der schnellen Ver- änderung der Luftverhältnisse merkwürdig verzerrt. Obgleich der Schnee vorläufig nur vom Boden ausgewirbelt wurde, wußten die Männer, daß sie sich bald durch dichte Wolken von Schnee vorwänskämpfen müßten, die jede Spur, jedes Kenn- zeichnen auslöschten und deren Berührung wie ein Regen von glühenden Funken sein würde. Balt trat dicht an Emerson heran und brüllte ihm ins Ohr:„Was wollen wir machen, uns in Schlafsäcke rollen oder irgendwo in Sicherheit bringen?" „Wie weit ist'es bis zum nächsten Wald?' „Drei oder vier Meilen.' „Wir wollen versuchen, ihn zu erreichen! Wir haben nicht mehr viel Proviant und der Sturm kann vielleicht Tage dauern.' . Es war unmöglich, sich mehr Kleidungsstücke von ihrem Vorrat aus dem Schlitten zu holen. Sie mußten iky: Gepäck preisgeben, sich von dem Sturm treiben lassen und avs den Ortssinn des Eingeborenen vertrauen. Die Hunde�waren schon halb eingeschneit und wollten sich nicht mehr rühren. Die Männer mußten eng aneinandergedrängt gehen. Alz sie sich emen Steinwurf vom Schlitten entfernt hatten, war ihnen jeder Rückweg abgeschnitten, und obgleich sie den Wind im Rücken hatten, war es ungeheuer schwer, vorwärts zu kommen: sis mußten über Klüfte und Abhänge, wo der Sturm den Schnee weggefegt hatte, so daß die harte Eiskruste bloß lag und so glatt war, daß sie nur auf Händen und Füßen kriechen konnten. Sie waren ganz gefühllos, geblendet, halb erstickt von der Wut des Orkans, ihre Gesichter waren steif, ihre Lungen wie Eis. Bisweilen brachen sie zusänunen, der Wind aber zwang sie immer wieder vorwärts. Einmal kamen sie zu einem Höhenzug, dessen Gipfel wie ein steiler Dachrücken geformt war: dort mußten sie sich niedersetzen und Fuß für Fuß vorwärtsschieben, bis ihre Kleider und Hand- schuhe durchgeschlissen waren. Sie aber fühlten es nicht, und es gab keine Zeit zum Rasten, keine Möglichkeit einer Linde- rung. Nicht lange und Blutspuren bezeichneten den Weg, den sie zurückgelegt hatten. Alle vier Männer waren das Leben im Norden gewohnt und kannten die Gefahr, in der sie sich befanden; ihre Leiden waren ungeheuer, nicht am wenigsten der furchtbare Durst, der sie quälte. Von der physischen Ausdauer der Eingeborenen ist viel geschrieben worden. Meistens aber kann der Indianer sich nicht mit seinem weißen Bruder messen, Mangel an seelischer Kraft, schlechte Lebensverhältnisse und mangelhafte Er- nährung machen ihn wenige/ widerstandsfähig; darum war es nicht überraschend, daß der Aleut mit der Zeit immer schwächer wurde. Er mußte häufig rasten und bedurfte der Unterstützung, um wieder in Gang zu kommen. Häufig stürzte er und konnte unr mit großer Mühe wieder aufstehfn: die anderen abek waren abhängig von seiner Wegkenntnis und konnten die Führung nicht übernehmen. Als die Dunkel- heit hereinbrach, taumelten sie noch immer vorwärts und unterstützten den Indianer, so gut es ging. Schließlich aber war er nicht mehr imstande, sie zu führen, und Balt, der den Weg schon früher gemacht hatte, nahm seinen Platz ein, während die beiden anderen den armen Burschen auf Kosten ihrer eigenen Kräfte mitschleppten. Einmal bat er sie, sie möchten ihn zurücklassen, und Bast sah, daß Fräse? dazu bereit war; Emerson aber wollte nichts davon hören. „Er wird es doch nicht durchhalten,' meinte der Fischer. „Er ist ja schon halb tot,' fügte Fräser hinzu,„und wir haben noch zweiundeinehalbe Meile vor uns, bevor wir den Wald erreichen.' „Ich habe ihn überredet, uns zu begleiten,' sagte Emer- son bestimmt,„ich lasse ihn nicht im Stich.' (Fortsetzung folgt.) Schwedens Journalisten beim Nagistrat. Die schweren Sorgen Berlins. Die schwedischen Journalisten waren gestern Gäste der Stadt Berlin. Sie wurden von Bürgermeister S ch o l tz, in Vertretung des Oberbürgermeisters, im Restaurant des Funk- turms herzlich als die Vertreter einer befreundeten Nation, mit denen die Deutschen durch Abstammung und Geisteskultur verwandt und durch zahlreich« andere Beziehungen verbunden sind, be- grüßt.» Nach einer Erläuterung der Bedeutung des Ausstellungsgeländes sagte Bürgermeister Scholtz, die schwedischen Gäste sollten bei ihrer publizistischen Tätigkeit aus dem, was sie hier sähen, keine latschen Schlüsse ziehen. Man höre häufig von Besuchern Berlins, daß es scheinbar überall glänzend gehe, daß Anlagen und Straßen gepflegt seien, die Einrichtungen, insbesondere die städtischen Anstalten, sich in gutem Zustande befinden. Das wäre das Ergebnis einer oberflächlichen Beurteilung. Man könne nun daraus den einen Schluß ziehen, daß Berlin bestrebt sei, sein Haus sauber und in Ordnung zu halten. Einem lieben Besuch würde zu häufig nur„die gute Stube' gezeigt, der Einblick in die Arbeits- und die Nebenräume unterbliebe und ein falsches Urteil käme zustande. Als Belag für die zwangsweise zurückgdrängt« Tätigkeit führte der Bürgermeister für das W o h- nungswesen folgende Zahlen an: Itach der Zählung Mille Mai gäbe es in Berlin 120 000 wohnungsuchend« Familien, von denen 90 000 ohne eigene Wohnung seien und 30 000, deren wohnungs- bedarf anerkannt sei. Zu diesem Fehlbedarf von 120 000 Wohnungen käme noch vorsichtiger Schätzung ein jährlicher Bedarf vom weiteren 30 000 aus neuen Eheschließungen und als Ersatz für Verfallwohnungen. Dem augenblicklichen Bedarf von 120 000 Wohnungen ständen nur etwa 20 000, die fiir 1927 finanziert werden könnten, gegenüber. Der Kapitalbeda# für den jetzigen Fehlbedarf der Wohnungen betrage Isb Milliarden Mark. Daneben käme ein jährlicher Kapitalbedarf für den laufenden Fehl- betrag von 30 000 Wohnungsuchenden von 400 Millionen in Frage. Die Unterstützungslast der Stadt sei ungeheuer groß. So seien im Zanuar 1927 von den 4 200 000 Einwohnern rund 050 000 oder 10,29 Broz. der Bevölkerung unlerskühl worden. Der jetzige sommerliche Rückgang auf 550 000 Unterstützte gleich 13,75 Proz. sei ich. wesentlichen nur zurückzuführen auf den sommerlichen Rückgang der Erwerbslosenunterstützungsempfänger. Die Schwierigkeiten der Stadt, den notwendigen Bedürfnissen Rechnung zu tragen, lägen auf dem finanziellen Gebiet, und wie knapp es da sei, ergäbe sich am besten daraus, daß nach Fertigstellung des Haushalts der Magistrat sich gezwungen gesehen habe. Bauten im Betrage von 35 Millionen einstweilen noch zurückzustellen. Wenn die schwedischen Gäste das ehrliche Streben Deutschlands und Berlins, auf dem Gebiete friedlicher Entwicklung vorwärtszu- kommen, und die Erkenntnis dieser Tatsachen durch ihre Tätig. keit fördern könnten, so wären sie des aufrichtigen Dankes der Stadt Berlin gewiß. Chefredakteur H e l l q u i st vom„A f t o n b l a d e t'. Stockholm. Mnfte namens der schwedischen Journalisten für den freundlichen Empfang in der Reichshauptstadt und gab der Ueberzeugunq Aus- druck, daß Deutschland infolge des Arbeitswillens seiner Bevölke- rung wieder den ihm gebührenden Platz an der Sonne er- ringen möge.— Am Nachmitag traten die Vertreter der schwedischen Presse ihre Weiterreise nach Hannover an. wo!st Rosemarie? Eine raffinierte Kindesentfiihrung. Mit der Wiedcrauffindung eines entführten Kindes be- schattigen sich Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft. Im März 1920 wurde das damals 7 Jahre alte TSchterchen Rosemark- des Kaufmanns Dr. Hermann I l l i g in der Paulsborne r Straße von der Großmutter und zwei Tanten aus der vaterlichen Wohnung entführt. Die drei Frauen, bei denen nach dem Kinde geforscht wurde, oerschwiegen seinen Aufenthalt hartnackig, gaben aber zu, es entführt zu haben. Der Vater, der alle Hebel in Bewegung setzte, um sein Töchterchen zurückzu- bekommen, wandte sich an die Staatsanwaltschaft, und die Eni- fuhrerinnen wurden in Untersuchungshaft gesetzt. Aber auch dies konnte sie n i ch t veranlassen, über den Aufenthalt des Mädchens etwas mitzuteilen, auch dann nicht, als eine der Tanten zu einer Geldstrafe von 500 Mark verurteilt wurde. Die Kriminalpolizei ermittelte nach langen Bemühungen, daß Rosemarie von den Frauen zunächst im Ursulinerinnenkloster bei Erfurt untergebracht war. Von dort hatte man das Mädchen nach Bad Sulza gebracht und dann nach Berta bei Weimar. Hier ist es bis zum Mai 1927 gewesen, ist jetzt aber wieder ver- s ch w u n d e n. Die Frauen haben das Kind stets unter falschem Namen gemeldet, meist als„Inge S ch m i d t'. Nach seinem Ver- schwinden aus Berka ist die Spur noch nicht>wieder- g e f und e n. Die Frauen behaupten, von der verstorbenen Frau Dr. Jllig den mündlichen Auftrag erhalten zu haben, sich des Kindes anzunehmen. Es liegt aber kein Grund vor, es aus dem väterlichen Haufe, in dem es gut aufgehoben war, zu entfernen.� Man vermutet, daß es in einem Kinderpensionat oder in einem Badeort untergebracht ist. Mitteilungen erWtt«* Kriminalkommissar Busdorf im Poli- zeipräsidium. Alle Nachrichten werden vertraulich behandelt. Die Eheberatungsstelle des Verwaltungsbezirks Wedding be- findet sich im Schulgebäude Wattstraße 1«. Die Sprechstunde am Mittwoch von 12 bis 1 Uhr wird von einer Aerztin, die Sprechstunde am Freitag von 5 bis 0 Uhr von einem Arzt abge- halten. Di« Beratung ist unentgeltlich. Sie erstreckt sich aus alle Fragen des Ehe» und Geschlechtslebens, slxvcchl für Unverheiratete von morgen ab neue Postgebühren! Strafporto erst von Mitte August ab. Vom großen Stephan und vom dicken Pod bis selbst zum Fridericus-Stingl hat die R e i ch s p o st v e r wa l t u n g immer das Prinzip verfochten, die Gebühren möglichst billig zu gestalten. Herr Schätz«!, der Reichspostminister des Kabinetts Hergt-Marx, hat mit diesem Schlendrian aufgeräumt, und morgen, am Montag, dem 1. August, treten die neuen Postgebühren, eines der lieblichsten Geschenk«, das uns der Bürgerblock neben Lebensmittel- zöllen und Arbeitsrechtsverschlechterungen beschert hat, in Kraft. Die wichtigsten Neuerungen sind: x Briese im Ortsverkehr bis 20 Gramm 8 Pf., über 20 bis 250 Gramm 15 Pf., über 250 bis 500 Gramm 20 Pf.; im Fern- verkehr bis 20 Gramm 15 Pf., über 20 bis 250 Gramm 30 Pf., über 250 bis 500 Gramm 40 Pf.; Bostkorlen Im Ortsverkehr 5 Pf.. im Fernverkehr 8 Pf.; die Wortgebühr für gewöhnliche Inlandstelearamme im Ortsverkehr wird 8 Pf., im Fern- verkehr 15 Pf. betragen. Ueber die näheren Einzelheiten, die Gebühren für Drucksachen, Geschäftspapiere, Päckchen, Wert- sendungen, Postbnweisungen, Eilbriefe urtd Postschecks, berichteten wir am vergangenen Sonntag. Die neuen Paket- und Zeitungsgebühren treten erst am 1. Oktober in Kraft. Herr Schätze! hat bereit» am 28. Juli an sämtlich« Postanstalten sogenannte Amtsblätter für den internen Dienstgebrauch der Beamtenschaft herausgeben lasien, auf denen die neuen Gebühren verzeichnet sind. Die T a ri f ü b e rf i ch te n, die in den Räumen der Postämter für das Publikum hangen, stehen vor ihrer Fertig- stellung und werden Ansang dieser Woche, also wahrscheinlich morgen oder übermorgen, zum Aushang gelangen. Auch diesmal wird es, wie bei allen derartigen Verkehrsneuerungen, eine Weile währen, bis sich das Publikum an die neuen Gebühren gewöhnt hat. Selbst Herr Schätzet hat Einsehen genug gehabt, deshalb an- zuordnen, daß bei falschen Frankierungen bi» Mitte August kein sogenanntes Strafporto, sondern nur das fehlend« Porto erhoben werden soll. Ob Herr Schätze! mit seinem unsozialen und wiitschaftsfeind- lichen Plan, die Reichspostkasje auf Kosten des Publikums zu füllen. freilich Glück haben wird, ist zweifelhaft. Schon heute ist der Kampf gegen diese schwere Belastunng der Steuerzahler aller� Be- völkerungsschichten in vollem Gange. Zahlreiche groß« Wirt- schaftsorganisationen nahmen miteinander Fühlung, um sich durch möglichst weitgehende Selbsthilfe, wie sie bereits der Reichsverband des Groß- und Ueberseehondels beschloß, gegen die Folgen dieser unvernünftigen Tariferhöhung zu schützen. Auch in Bankkreisen schweben hierüber Erörterungen. Ebenso wird sich der einzelne Staatsbürger überlegen, ob nicht der Brief oder die Postkarte, die er zu schreiben gedachte, entbehr- l i ch ist. Es bleibt also abzuwarten, ob Herr Schätzet mit seiner ver- hängnisvollen Thesaurierungspolitik, die er dem verflossenen deutsch- nationalen Reichsfinanzminister von Schlieben abgeguckt zu haben scheint, durchkommen wird. wie für Verheiratet«. Auf Wunsch werden Heiratszeugnisse aus- gestellt. Jedem Ratsuchenden ist strengste Verschwiegenheit zuge- sichert. Schriftlich« Auskunft erteilt das Gefunicheitsamt Wedding, Berlin N. 65, Ehrifttaniastraße 73. Achtet auf öle InftanüfetzuUgsgelüer! Eine ernste Pflicht der Mieter. Die Mieter haben vom 1. bis 10. August 1927 wiederum die Verpflichtung, sich um die Verwendung des Teiles der Miete zu kümmern, der für die Instandsetzungsarbeiten bestimmt ist. Es sind dies zurzeit 17 Proz. monatlich Bei dem immer weiter fortschreitenden Verfall der Häuser liegt es im öffentlichen Interesse, wenn die Mieter diese ihnen nach§ 0 des Reichsmietengesetzes zustehende Kontrolle gewissenhaft ausführen. Dies geschieht, indem man schriftlich den Vermieter auf- fordert, Zeit und Ort zu bestimmen, wo man die Abrechnung und die Belege für das Halbjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 1926 einsehen kann. Dieses Recht ist im Klagewege erzwingbar. Di« Verweigerung der Nachweisung der Abrechnung und Belege kann dazu führen, daß das Wohnungsamt der Mietervertretung diese Gelder zur s e l b st ä n d i g e n Verwendung überweist. Das Recht steht in erster Reihe der Mietervertretung selbst zu, sonst aber auch jedem einzelnen Mieter. Die Wahl einer Mieterver- tretung ist nicht nur deshalb dringend geboten, fondern auch weil, insbesondere bei den zahlreichen Häusern, die im Besitz von Aus- ländern sind, die öffentliche Sicherheit durch den Verfall der Häuser stark gefährdet ist. Die» Mieter selbst haben schuld daran, wenn infolge ihrer Nachlässigkeit in der Wahrnehmung chrn Rechte täglich schwere Unfälle durch Herabstürzen von«tuck und dergleichen in Berlin geschehen. Außerdem dient die restlose Ver- wendung der Instandsetzungsgelder auch dazu, in der jetzigen Zeit Arbeit zu verschaffen. So kann jeder Mieter zu seinem be- scheidenen Teil sich selbst nützlich machen. Besteht noch keine Mieter- Vertretung, so braucht nur ein einzelner Mieter«ine Sitzung anzusetzen und von dieser sämtliche Mieter im Hause zu benach- richtigen. Die Miekeroertretung gilt als ordnungsmäßig gewählt, wenn sie die Mehrzahl der Stimmen der Mieter auf sich ver- einigt. Hierbei sind die Untermieter stimmberechtigt, wenn der Hauptmieter n i ch t in der Wohnung wohnt. Ueber die Wahl ist ein Protokoll aufzunehmen und von den Wählern zu unterzeichnen. Die Wahl ist dem Vermieter mitzuteilen. Am besten wird mit dieser Mitteilung gleich die obige Aufforderung verbunden, über die Verwendung der Jnstandsetzungsgelder Rechnung vorzulegen. Mieterl Nehmt euer Schicksal selbst in die Handl Nutzt die Rechte, die ihr habt, im allgemeinen Interesse aus! Bei Schwierigkeiten wendet euch an euren Abteilungs- Mieter- o b m a n n oder an eines der Mitglieder de« M i e: e r a u s- schusse» der SPD.(Rüben, Köthener Straße 17, Kurfürst 8374, Paul Lange, Uckermünder Straße 13, G ü l d« m e i st e r, Griebenowstraße 14, Mos i, Earmen-Sylva-Straße 60, Meißner, Sedanstraße 67, R o s z a k, Wartenburgstraße 7, Gründet, Fichtestraße 34.) Sie stehen euch bei Schwierigkelten jederzeit zurSeite.__ Folgen der Wohnungsnot. In furchtbare Familienverhältnisse leuchtete eine Verhandlung vor dem Schöffengericht Lichtenberg hinein, die bewies, wie die Wohnungsnot Menschen, die unter normalen Verhältnissen wah#cheinlich ehrbar und anständig geblieben wären, zu Sittlichkeitsvergehen geradezu oerführt. In Kaltberge bewohnt eine aus mehreren Köpfen bestehende Familie ein kleines Heim, das aus Stube und Küche besteht, so daß die ganze Familie nur einen Raum zum Uebernachten hat. In einem Bett schlief der 17 Jahre alte Sohn mit seiner um vier Jahre jüngeren Schwester, dadurch geschah es, daß der junge Mann sich wiederholt an dem Mädchen verging. Nicht genug damit, verging sich wach der Vater an seinem Kinde, das er ebenfalls in schwerster Weise miß- brauchte. Als die Sache herauskam, wurden Vater und Sohn ver- haftet und das Mädchen in Fürsorgeerziehung gebracht. Während das Verfahren gegen den Vater noch nicht abgeschlossen ist, hatte sich der Sohn in der Person des jetzt 19 Jahre allen H. wegen Blut- schände vor dem Schöffengericht Lichtenberg zu verantworten, das chn zu 4 Monaten Gefängnis verurteille. Soll das etwa Sport sein? Vom 4. bis 7. August 1927 finden, wie eine hiesige Korrespon- denz mitteill, in D ö b e r i tz und im Poststadium in Moabit die Austragungen der Meisterschaften de» Reichs- Heeres und der Reichsmarine statt. Am 4. und 5 August werden in Döberitz die ZNeisterschaslen im Schießen mit Gewehren. Bistolen und Maschinengewehren in Reihen, mit Geschützen im Brohensahren und im Patrouillen- krastradsahrea aus- getragen. Die militärische Stelle, die für die Herausgabe dieser Mitteilung verantworllich ist, scheint merkwürdige Begriffe vom Sport zu haben, wenn sie Maschinengewehr- und Ko- nonenschießen als Sport bezeichnen läßt. Denn mit Maschinengewehren und Kanonen wird im Enistfalle bekanntlich nicht nach Spatzen geschossen. Im übrigen sind eine Anzahl tat- sächlicher.sportlicher Veranstaltungen wie Wellpaddeln, Tennis- Meisterschaft, Meisterschaften in Leichtathletik und Schwimmen. Springen über Pferde und Achthundertmeterstaffel vorgesehen. Am Sonntag, den 7. August, wird der Reichspräsident von Hindenburg erwartet. Vernichtung von 4« Kleingartenkolonieu. In Treptow, an der Krugallee und der alten Köpenicker Land« stroße,. liegt eines der ältesten und schönsten Klein» gärtengebiete Groß-Berlins. Etwa 2000 Kleingärt- n e-r haben, unter Aufwand großer Mühe und Unkosten, hier aus Schuttabladeplätzen und schlechtestem Sandboden blühende, wohl- gepflegte Gärten hervorgezaubert. Jetzt nun sollen diese Klein- gärten den bisherigen Pächtern genommen werden und das Ge- lände an eine Baufirma zur Errichtung von drei- bis vierstöckigen Häusern verkaust werden. Und das, trotzdem der Bauplan nur zwei- bis dreistöckige Bauten zu- läßt. Zu diesem Plan nahmen die Kleingärtner Treptows kürzlich in einer Gruppenoorständekonserenz Stellung. Der Stadtverordnete Krautspaul erläuterte den Bauplan. Seinen Ausführungen wurde von allen Diskussionsrednern zugestimmt. Der Bezirksver- ordnetenvorsteher Genosse Strieder(Treptow) verteidigte den Bauplan der Stadt. Die Versammelten waren nicht damit ein- verstanden und erklärten, es fei in Berlin selbst und seinen Vor- orten soviel baureifes Land vorhanden, daß die geforderten Woh- nungen, ohne einen Kleingärtner von feiner Parzelle werfen zu müssen, gebaut werden können. Die Dereine/ die 2 6 00 Klein- g ä r t n e r vertreten, nahmen einstimmig eine entsprechende Ent- schließung an. Der Schütze von Kömgswusterhausen verhastet. Aufsehen erregte in der Nacht vom 1. zum 2. d. M. eine Schießerei in Königswu st erHausen. Mehrere Diebstähle veranlaßten zwei Wächter, sich nachts auf die Lauer zu legen. Kurz nach 2 Uhr sahen sie zwei Männer, die sich an die Hausmauern drückten und bemüht waren, im Schatten zu bleiben. Als einer der Wächter ihnen den Weg vertrat, eröffneten sie sofort das Feuer und trafen ihn am Ohr. Sein Kamerad erhielt einen Querschläger in den Oberschenkel. Die Verbrecher flüchteten. Der eine Verbrecher, der von einem Schuß eines Wächters g e- troffen war, wurde jetzt in Berlin in einer Priootklinik /iL Uetenwi�dßfi�p- Ä® ICPT federn- -Sin WilrnersdorferStn HÄ« s2!ljepBismQrcK'�s Kinder- MetadB-BettsießSe. mitl 17. C&uhehettr 'luafederwatratie. aneSeusabküfipSar. wäßfackiert. To xm, mit buntem Bezug, gut gepoistert, 33i Montag: Massenkundgebung! ermittelt. Es ist ein schon befannter Einbrecher, ein Johann Kieber. Bei einer Durchsuchung seiner Behausung wurde eine Pa. Gegen Krieg u. Kriegsgefahr Die gemeinnügige Baugenossenschaft Freie Scholle" bei Tegel begeht am Sonntag, dem 31. Juli, ihr diesjähriges Bolts- und Kinderfest. Für Frieden und Sozialismus Bie aljährlich ist auch diesmal für Beluiftigungen aller Art gesorgt. Das rabetlum Bistole mit Munition gefunden, undur Für Frieden und Sozialismus Bergleichung mit den Königswusterhaufener Patronenhülsen ergab fich, daß die Schüsse aus seiner Waffe abgegeben waren. Kieber hat eingeräumt, daß seine Verlegung aus dem Zusammenstoß mit den Wächtern in Königswusterhausen stammt. Seinen Begleiter will er nicht fennen. Kieber stand auch im Verdacht, im Mai bei einem Ehepaar A. in Neu- Ruppin einen Einbruch verübt zu haben Dort maren zwei Männer in das Schlafzimmer eingestiegen und hatten die Leute gezwungen, ihre Ersparnisse herauszugeben. Jezt wurde Kieber dem Ehepaar gegenübergestellt. Sie glauben ihn miederzuerkennen. Kieber selbst kann für die Zeit fein ein= wandfreies Alibi beibringen. Wer über ihn Mitteilungen machen kann, wird ersucht, sich bei Kriminalkommissar Pippo im Zimmer 195 des Polizeipräsidiums zu melden. Drei Schwerverlette bei einem Autounfall. Ein schwerer Autounfall, bei dem drei Personen schwere Berlegungen davontrugen, ereignete fich gestern nachmittag gegen 5 Uhr an der Ecke Hohenschönhausener Straße und Weißenseer Weg. Der Führer einer mit zwei Fahrgästen besetzten Kraftbroschte wollte einem aus entgegengesetzter Richtung tommenden Auto aus weichen. In diesem Augenblick kreuzte ein Rad fahrer die Fahrbahn. Um ihn nicht zu überfahren, riß der Chauffeur das Steuer scharf herum. Infolge der Geschwindigkeit verlor er aber die Herrschaft über die Steuerung und prallte mit großer Wucht gegen einen Straßenbahnmast. Das Auto wurde schwer beschädigt; wie durch ein Wunder kam der Führer mit ganz geringfügigen Berlegungen davon. Die beiden Insassen dagegen, der Kaufmann F. Wolf aus der Wühlichstraße 28 zu Lichtenberg und dessen 49jährige Ehefrau, zogen sich schwere Verlegungen zu. Auch der Radfahrer, Willi M. aus der Köpenicker Straße 163, wurde erheblich verlegt. Alle drei mußten durch das Städtische Rettungsamt in das Auguste Vittoriatrantenhaus zu Lichtenberg übergeführt werden. Was ging am schwarzen Freitag" vor? = Sammelplätze: 1. Kleiner Tiergarten: Abmarsch 18 Uhr. 2. Dennewitzplatz: Abmarsch 18% Uhr. 3. Fontanepromenade: Abmarsch 18 Uhr. 4. Stuttgarter Plah, Charlottenburg: Abmarsch 18½ Uhr. 5. Fehrbelliner Platz. Wilmersdorf: Abmarsch 18 Uhr. 6. Rudolf- Wilde- Plah, Schöneberg: Abmarsch 18% Uhr. 7. Sozialistische Arbeiter- Jugend: Hochbahnhof Bülowftraße, Abmarsch: 18 Uhr. Marschstraßen: Bom kleinen Tiergarten: Strom, Leffing, Klopstod, Berliner Straße, Gartenufer, Fasanen-, Ließenburger, Ranke, Augsburger, Ansbacher, Tauenzienstraße, Wittenbergplag. Bom Dennewitzplatz: Bülow, Kleiststraße, Wittenbergplatz. Von der Fontanepromenade: Fontanepromenade, Gneisenau-, Yord, Bülow, Kleiststraße, Bittenbergplay. Bom Stuttgarter Platz: Kaiser- Friedrich, Kant, Grolman, Uhland, Liegenburger, Rante, Augsburger, Bayreuther Straße, Wittenbergplatz. Bom Fehrbelliner Platz: Hohenzollerndamm, Regensburger, Neue Ansbacher, Ansbacher Straße, Wittenbergplay. Bom Rudolf- Wilde- Platz: Straße, Bayerischer Platz, Aschaffenburger Straße, Prager Play, Rudolf- Wilde- Play, Salzburger Prager Straße, Nürnberger Blaz, Nürnberger, Augsburger, Ansbacher Straße, Wittenbergplay. play. Sozialistische Arbeiterjugend vom Hochbahnhof Bülowstraße: Bülow, Kleist, Augsburger, Bayreuther Straße, WittenbergAnsprachen halten die Genossen Reinbold Mannheim, Otto Meier, Hermann Harnisch, Hermann Lempert, Cart Litte, Ludwig Diederich. Die Züge benußen zum Rückmarsch unter Musikbegleitung dieselben Straßenzüge wie beim Hinmarsch und lösen sich dann auf den Sammelplätzen auf. Fahnen und Banner mitbringen! Der Börsentra ch vom 13. Mai, dem sogenannten schwarzen Freitag, beschäftigte gestern das Erweiterte Schöffengericht mitte. Wegen eines Artikels in der Welt am Abend" mit der Ueberschrift: Das Geheimnis des schwarzen Freitags" und der Unterüberschrift: Auch Dr. Schacht foll bid verdient haben" hatte Reichsbankpräsident Dr. Schacht Strafantrag gegen den verantwortlichen Redakteur Alfred Hurtig gestellt. Der Angeklagte erklärte, daß der Untertitel ohne sein Wissen vom Umbruchredakteur hinzugesetzt worden sei. Der Verteidiger des Angeklagten, Reichstagsabgeordneter Paul Levi, verlangte die Heranziehung der Ehrengerichtsaften des Börsenvorstandes im Falle des Bankdirektors Selmar Fehr. Außerdem beantragte er neben Direktor Fehr den Inhaber der Banffirma Robert Kahn, das Börsenvorstandsmitglied Paul Bergmann fowie den Bantier Lichtenhain von der Firma Königsberger u. Lichtenhain und den Bantier Lesser von der Firma Lesser, Nathan u. Co. zu laden. Es müsse Beweis über die Beziehungen Stadt Gark a. d. D. vor dem Bankrott? pon Dr. Schacht zu den Leuten, die am 13. Mai durch BörsenSpekulationen erhebliche Summen Derdient haben, erhoben werden. Auf eine Frage des Vorsitzenden erklärte der Rechtsbeistand von Dr. Schacht, Rechtsanwalt Dr. Regel, daß der Nebenfläger fich lediglich daß er am schwarzen Freitag hur den Vorwurf verlegt fühle, verdient habe. Nach längerer Beratung verkündete Amtsgerichtsrat Burkert als Ge richtsbeschluß, daß die Sache zu vertagen sei und daß zu dem neuen Termin die beantragten Beweise erhoben werden sollen. Die neue Verhandlung wird voraussichtlich erst nach den Gerichtsferien stattfinden. auf einen markierten Feind geübt. Dazu gab der Führer folgende Erläuterung: Bei einem Ueberfall auf die Schwarz rotgoldenen zunächst Fuß sehen, dann an die Kehle springen, hinwerfen und mit Fäusten bearbeiten." Nach solchem Ausspruch ist es nicht zuviel, wenn wir sagen: Stahlhelmer sind wie auf Republifaner dressierte Mordhunde. Wettgehen der Stahlhelmführer. Nach dem Berliner Stahlhelmtag haben es einige Berliner Geschäftsleute, die wohl Angst vor einem Terror des Stahlhelms hatten, für nötig befunden, in ihre Schaufenster Karten mit Anfichten von dem Aufmarsch der Stahlhelmer zu hängen. Hier und da und dort sieht man sie noch. Wenn man Bilder vom Reichs banner zu sehen bekommt, dann sind es fast immer die gewal= tigen Massen der Aufmarschierten. Vom Stahl= helm sieht man in der Hauptfache Aufnahmen der Führer, und zwar des Herrn Selbte und des Herrn Düsterberg. Man sieht sie immer nebeneinander, wie sie schreiten und wie sie die Beine werfen, und plöglich wird einem klar, daß die beiden einen Matsch im Bettgehen ausfechten. Bisher hat man immer geglaubt, daß Seldte der Führer ist. Auf den Bildern bekommt man einen anderen Eindrud. Man sieht Seldtes trampfhafte Bemühungen, an der Spige zu bleiben, aber der objektive Berichterstatter darf nicht verschweigen, daß Düsterberg ihm fast immer por: aus ist, mal um 20 Zentimeter, mal um einen halben Meter, mal um eine Najenlänge. Aber immer Düfterberg oorweg und Seldte ihm zur Seite, voll stiller Wut bemüht, an die Spig zu tommen, was ihm nur selten noch gelingt. Wie wird dieser Sport, menn er einmal zum Endspurt wird, enden? Man möchte heute schon jagen: Armer Geldte! * Ein lehrreicher Stahlhelmausspruch ist fürzlich in Stettin gefallen. Die Stahlhelmer von Stettin hielten in einer Knabenschule Uebungen und Ererzierabende ab. Es wurde u. a. ein Sturmangriff Fest beginnt um 2 Uhr nachmittags mit einem Umzug sämtlicher Teilnehmer. Fahrverbindung bis Tegel, Hauptstraße. Straßenbahnlinien 25, 27, 28, 128 und 41, oder Bahnhof Waidmannsluft. Von dort zirka 15 Min. Fußweg. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G 14. Sebastianftr. 87/38. of 2 St. Montag, 1. Auguft: Charlottenburg: 18% Uhr steht der Ortsverein auf dem Wittenbergplag ohne Fahnen und Mufit. Pflichtveranstaltung. Ablershof: Sportabend für alle attiven Kameraden. Treffpunkt in Bannerkleidung um 19 Uhr auf dem Plaz gegenüber bem MTB.- Plag in der Birkenallee. Dienstag, 2. August: Mitte: 1. und 6. Kameradschaft 20 Uhr Kameradschaftsversammlung Gartenstr. 6. 5. Kameradschaft Menerbeerstr. 7. Kameraden, welche fich an einem Marsch nach Leipzig beteiligen wollen, melden sich schriftlich beim Kameraden Wölfel, Bonenstr. 14. Prenzlauer Berg: 19 Uhr Bersammlung aller im Bezirksamt Brenzlauer Berg einschl. Arbeitsamt beschäftigten Kameraden im Altersheim Danziger Str. 62. Teil nahme der Rameradschaftsführer erwünscht. Kreuzberg: Mitgliederversamm Jungen um 20 Uhr: Abt. 4 im Restaurant Sur Linde", Hallesches Ufer 14. Abt. 5 bei Gründler, Bimmerftr. 30; Bortrag Kamerad Bezirksvorsteher Rönke. Abt. 7 bei Guder, Sebastianstr. 1. Abt. 8 bei Fuhlbrügge, Noftiaftr. 29; Vor. Bidibalb- Aleris- Str. 5. Charlottenburg: Kamerabschaftsversammlung der Rametrag Kamerad Perls. Jungmannschaft 1: Leipzig- Fahrer zahlen bei Seehalt, radschaft Rathaus im Wilhelmshof um 20 Uhr. Tempelhof: Ramerabschaft Mariendorf 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Maaß, Mariendorf, Chauffee. Straße 27. Neukölln- Brig: Radfahrerabteilung 20 Uhr Bersammlung bei König, Beferftr. 58, Ede Wildenbruchstraße. Bankow, Kameradschaft Kazow: 20 Uhr bei Pansegrau, Buchholz, Bahnhofstraße, Bersammlung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. Borsigwalbe: 20 Uhr im Lotal Boitscha, Vereinsheim. Leipzig- Fahrer 8 M. Fahrgeld mitbringen. Bollzähliges Erscheinen erwünscht. Hennigsdorf: Monatsversammlung 20 Uhr Ernststr. 1, Kamerabschaftsversammlung. Leipzig- Fahrer Fahrgeld mitbringen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk 12 Rorbweft. Dienstag, 2. Auguft, 20 Uhr, Bezirksversammlung Bandelſtr. 35. Referent Kamerad Griebel. Internationales Antikriegsmuseum. ,, Wie verhindert das Proletariat den tommenden Krieg?" Ueber dieses Thema spricht Rudolf Fischer am Dienstag, dem 2. August, 20 Uhr, im Antikriegsmuseum, Parochialstr. 29. Sport. Länderwettstreit im Metropol- Varieté. Huthanen befiegt auch Pietro Scholz. Vor einer zahlreichen Sportgemeinde traf am Freitag der Finne. Suthanen auf einen alten Rivalen. Bietro Scholz, der sich. biefem großen Ringer gut anbajte, zwang den Gegner zur Entfaltung vollendeten könnens und fand dafür ein sehr dankbares Publikum. Scholz, Jeines ganzen könnens. Huthanen zog die sämtlichen Register feines deffen glänzende Verteidigung stets in einen Gegenangriff berläuft, gebot den Finnen, etwas mehr auf der Hut zu sein. Aus dem großen Vorrat an Ausreißern und Hebelgriffen wählte der Finne in der 31. Minute einen Armbebel und rig damit seinen Gegner zu Boden, und eine halbe Minute später hatte ein Nadenhebel das Schidjal Pietro Scholz entschieden. Die Be mühungen des schweren Willing, dem starten Technifer Tornom mit fortgefeßten Angriffen beizukommen, schlug dieser, ehe eine erfolgreiche Ausführung möglich war, überlegen ab. Aus einen Doppelnelian dent er leicht sprengte riß er den schweren Berliner mit Doppelaimfallgriff zu Boden. Am heutigen Schlußtag trifft Qutbanen auf feinen hervor ragenden Landsmann Tornom zum Stampf um den ersten Plaz. 1 * Gartz, 30. Juli.( TU.) Durch den Einsturz der Oderbrüde ist die Stadt Garh in eine troftlofe finanzielle Lage geraten, die durch die Zahlungseinstellung der Erbauerin der Brücke, der Allgemeinen Bauftreit für die Mittelgewichtstlaffe erlegte ber Franzole Chevalier im Bei dem im Schumann- Theater zu Frankfurt a. beendeten Bettol A. G. Berlin, nur vermehrt worden ist. Die Gesellschaft hatte Stichtampf um den zweiten Platz ben Europameister eley Berlin nach sich geweigert, der Stadt fostenlosen Ersatz für die eingestürzte Oder- technic hervorragendem Kampf in der 57. Minute burch Untergriff pon brücke zu leisten. Die Stadt allein ist nicht imftande, für den drin- born. Damit permies er den Europameister leh auf den genden Neubau auch nur die geringsten Mittel bereitzustellen. Das dritten Blat, den ersten hatte sich der Franzose Cziruchin bereits Hochwasser des Jahres 1926 hat der etwa 3600 Einwohner zählenden gesichert. Stadt einen Schaden von 600 000 Marf zugefügt. Nur der achte Teil des Gesamtschadens wurde durch Bereitstellung öffentlicher Mittel ausgeglichen. Garz besitzt keine Industrie und lebte bisher mur von der Verpachtung des Wiesengeländes. Bisher haben die Bemühungen der Stadt bei allen in Frage kommenden staatlichen Behörden zu feinem Erfolge geführt. Tödliche Unfälle in Bergbetrieben. Ein tödlich verlaufener Betriebsunfall ereignete sich auf dem Braunkohlenbergwert Babina in Luginiz bei Muskau in der Laufiz. Dort war ein Tiefbauschacht in Brand geraten und der 25jährige Ingenieur Wilhelm Meyer war zur Erfun. dung der Brandurfache an den Brandherd gefahren. Durch Einatmen giftiger Gafe fand der Beamte dabei den Tod.- Auf dem Abraumbetriebe der Gemertschaft Quolsdorf geriet der Baggerführer Paul Diener mit den Armen in das GeEr konnte sich nicht mehr befreien und triebe der Maschine. wurde erdrückt. Der Tod trat auf der Stelle ein. Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, dem 30. Juli. 1. Rennen. 1. Donna Laura( Williams), 2. Stegeszug( D. Schmidt), 3. Boldalma( Varga). Toto: 50:10. Blaz: 13, 11, 16: 10. Ferner liefen: Prinzeß Ronald, City, Der Kohinoor, Prätendent, Waldrada. 2. Rennen. 1. Dtis( D. Schmidt), 2. Wanderlust( Barga), 3. Mousme ( Behmisch). Toto: 39: 10. Blaz: 16, 27, 72 10. Ferner liefen: Alicia, Bastrana, Aditja, Santolina, Tanit, Fallenfeder, Cäsarea, Parade, Gebelaune, Sturmbraut. 3. Rennen. 1. Rosanera( D. Schmidt), 2. Bompejus( Haynes), 3. Morgenstern( Müller). Toto: 46:10. Blaz: 16, 17, 39: 10. Ferner liefen: Florestan, Bortia, Fundin, Storm Cloud, Engadin, La Piave, Triebfiaft. 4. Rennen. 1. Parsifal( Ludwig), 2. Driginal( Barga), 3. La Margna ( Williams). Toto: 90:10. Play: 21, 12, 37:10. Ferner liesen: Reichstag, Semper idem, Gilbertage, Mansbach, Trianon. 1. Eisenianzler( Tarras), 2. Lampos( D. Schmidt). 5. Rennen. Toto: 82:10. 8wei liefen. 6. Rennen. 1. Beriander( D. Schmidt), 2. Eldon( Williams), 3. Melfart( Binzenz). Toto: 48:10. Blaz: 17, 51, 18:10. Ferner liefen: Irländer, Intimus, Brellstein, Clausewig, Lorbeerkranz, Geselle, Heluan Hadrian, Ingraban, Teutros, Lupus, Dietmar. 7. Rennen. 1. Dsiris( Huguenin), 2. Sea Lord( Grabsch), 3. Andovera ( Jaekel). Toto: 48: 10. Blak: 14, 13, 17:10. Ferner liefen: Aase, Stron prinz, Miffion, Karl Ferdinand. Montag nächster Boche täglich die Bolts wochenschau zur Bor In den Monopol- Cichtspielen, Petersburger Straße 20, wird noch bis führung gebracht. Man sieht außer aktuellen Aufnahmen aus aller Welt Bilder bom Arbeiterwassersport, Aufnahmen bon Neichsbannerberanstaltungen, u. a. die Beerdigung des ers schossenen Reichsbannermannes Tiek in Erfner. Besonders bemerkenswert find die Aufnahmen, die die Berliner Krantenfasse in ihrer Fürsorgetätigkeit Weber" nach dem bekannten Drama von Gerhart Hauptmann. An- neigung. an Arbeiterkindern zeigen. Als Hauptfilm läuft der Großfilm, Die fang: Wochentags: 7 und 9 Uhr. Sonntags: 5, 7 und 9 Uhr. Das macht die Liebe ..und die Sorgfalt... und eines arbeitsreichen Menschenalters Erfahrung ,, die wir in reichem Maße der MASSARY- Zigarette widmen. Deshalb ist sie jetzt wieder in aller Munde. Wir möchten nicht zu viel sagen, doch eines steht fest: wer eine gute, leichte, süßaromatische Zigarette nicht nur gedankenlos raucht, sondern zu genießen versteht, dem werden die NASSARY- Marken viel Freude machen. Urteilen Sie selbst! Massary Delft Massary- Ritter 5 GOLD- u TURKISMUNDST& GOLD- u SEIDEN MUNDSE Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Biemlich beiter und sehr warm. Steine stärkere GewitterFür Deutschland: Ueberall warm bei schwachen Süd- und Südostwinden. Nur vereinzelt Gewitterneigung. x Masary Diplomats GOLD- u. SEIDEN MUNDST 1 lem WERTHEIM LEIPZIGER- STR( VERSAND- ABT) KÖNIGSTR ROSENTHALER- STR noM MORITZ- PLATZ Billige Serien- Woche 90 PF 1 Mtr. Waschkunstseide 1 Mtr. Frotté gestreift und- kariert 1 Mfr. Jacquard( Kunstselde) 3,05 Mtr. Wäschestickerei Kinderkleidus hunt bedruckiem 5 Wischtücher Waschstoff, Lg.45-55 2 Küchenhandtücher 3 gestickt. Batist- Tücher 3 Linon- Tücher Gingang Kinderschürze Größe 40, 45, 50 Jumperschürze Gingang Etam.- Scheibenschleier viele 1 Mtr. Möbelkattun Muster Kragen Crêpe de Chine mit Spachtelspite Crêpe de Chine Bubikragen mit Spipe u. Schleife Garnitur Crêpe de Chine, Kragen u. Mansch., Fälich abgenäht m. bezog. 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Hauskleid Indanthren, 2 Pfund Reis 1 Pfund Nudeln 1 Pfund Salz im Beutel 5 Pfd.Mehl Auszugmeh) 1 Pfund Grieß 1 Paket Pudding 1 Pfund Kaffee 2 Pfund Zucker -Ansab leinen mit Faltenrock Halbstore Etamin, mit Pilet- antikGarnitur Etamine, bunt, Stellig, Fuß und Spite Querbehang mit Fransen Größe 70/115 cm prima Jacquard, mit 4 und Griff Besuchstasche Leder, Spiegel Besteck- Artikel Hohlsilber und 6 Gläser Likörsatz Tablett, Karaffe 6 Tassen bunt elfenbein Waschbecken 88 em Durchm Mülleimer weiß, mit Deckel Brotkasten lackiert Einkaufskorb hell od. dunkel lackiert u, bemalt mit Stein „ Erge- Detektor geschlossen Bleikristallkörbchen 11 Dejeuner Steffig bunt 12 Dessertteller Handmalerel Wasserkessel farbig, 24 em, Ovale Wanneem, graa Hocker aus Weldenkorbgeflecht 6 versilbert. Kaffeelöffel Roßhaarbesen Kopfhörer leicht u. lautstark Reise- Manicure Rolle, 8 tellig Suppenschöpfer versilbert Bleikristall- Römer farbig Waschtopf m. Einsatz u. Deckel Toiletteeimer weln, mit verzinkt, ohne Ring Rohrbilgel Vernickelt. Likörservice Wäscheleine od. Servierbrett Handtuchständer wel lackiert fertig gestickt mit und ohne Schloß Ripskissen mit Kapokimmung Schreibmappe mit Kunstseide Gold- Armband Hüftgürtel Hallern, welk u. rosa Pullover für Damen, Prinzeßrock für Damen, Kunstseide gestreift für Herren. reine Wolle Schilfmatte oval uud eckig Filzstreifenhut einfarbig, bunte Sportstrümpfe Band- Garnitur Servierkleid schwarz Zanella, m. weißer Schürze Strick- Westen reine Wolle farbig Kinderkleid Waschsamt u. Waschstoffe, Länge 45-55 cm Weste Crêpe de Chine, reich in Falten gelegt, Handhohls., 60 cm Damenschirm farbig. Halbsd., 1 Pfund Schmalz 1 Romadour 1 Pfund Schmalz 1 Paket Margarine 1 Limburger Käse 2 Pfund Margarine 1 Pfund Schmalz 1, Pfund Butter Topform Handschuhe 1ür leder, Manschette Damen, Glacé Oberhemd kariert. Batisteinsat Oberhemd Klappmanschetten farbig bedr. 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Nach den Sünden der Jnflationsjahre, die in der deutschen Automobilindustrie noch viel verhängnisvoller waren als sonstwo und den guten Ruf der deutschen Automobilindustrie untergruben, mußte diese von neuem aufgebaut werden. Es dauerte lange, bis sie sich zu Zusammenschlüssen und zur Serienerzeugung bereitfand. Durch die Cinsührung der Meßarbeit wurden schließlich die Produktionskosten weiter gesenkt. Mr die deutsche Lastkraftwagen- industrie konnte ein Fachmann kürzlich im„Deutschen Volkswirt" feststellen:„Da sich die bedeutendsten deutschen Fabriken m den letzten Jahren auf fließende Fabrikation umstellen tonnten, so wirkten sich die niedrigeren Arbeitslöhne dahin aus, daß die deutsche Lastkraftwagenindustrie ambilligsteninderganzen Welt produziert." Bei den Personenwagen ist die deutsche Automodllindustrie bis vor kurzem noch falsche Wege gegangen, weil sie sich in ihrem Fabrikationsprogramm auf s p o r t l i ch e Leistungen einstellte und mit der Serienfabrikation leichterer Typen für vier bis fünf Personen, die dem Bedarf größerer Schichten entgegen- kommt, erst seit kurzer Zeit begonnen hat. So kann man annehmen, daß die deutsch« Produktion den in starkem Tempo steigenden In- landsbedarf(der Bestand an Personenwagen im Deutschen Reich war in runden Ziffern 1S2S: 100 000, 1924: 132 000, 1925: 173 000, 1926; 201 000, Juli 1927: 272 000) in kurzer Zeit zu decken vermag, und auch die noch in ihren Anfängen steckende Automobilausfuhr — 1926 wurden nur 1267 Personenwagen von Deutschland, vor- wiegend nach Osteuropa, ausgeführt— gesteigert werden kann. Di« Voraussetzung dafür sind niedrige Preise. Die Zollgesetzgebung, welche für Automobile einen von Jahr zu Jahr sich vermindernden „Erziehungszoll"«inführte, hat hier vielleicht gewisie Wirkungen gehabt: weil ste die Industrie zur Kostensenkung zwang. In der- selben Richtung wirkte die Tatsache, daß ausländische Auto- Mobilunternehmungen eigen« Betriebe in Deutschland auf- stellten, um die Verschiedenheit der Zollsätze für fertige Automobile und für Automobilteile auszunützen.(Ford, die General Motors Co. und Chrysler.) Diese Konkurrenz hat zu einer weiteren Preis- fenkung von 20 bis 25 Proz. geführt. Gefährlich ist es. daß jetzt wieder Erhöhung der Zölle für Automobil teile und die Er- fchwerung der ausländischen Konkurrenz auf steuerlichem Wege ge- fordert werden. Dies zeigen uns die Erfahrungen am französischen Beispiel. Di« jahrelange Entwertung des französischen Franken hat in der französischen Autoindustrie ähnliche Mißstand« herbeigeführt wie die Inflation in Deutschland, nur in weniger großem Umfang. Neue Fabriken sind neben den großen Konzernen wie Pilze«aus dem Boden geschossen. Der Automolibedars Frankreichs ist mm jeher wesentlich größer als der Deutschlands. Der Bestand an Personenkraftwagen war dort 1926 450 000 Stück, a n Last- kraftwagen 250 000. An erst«? Stelle standen in der Produktion die Citroen- Werke mit jährlich 70 000 Wagen, ihnen folgen die Renault- Werke mit 45 000. Die Produktion konnte bis 1927 glatt abgesetzt werden, sowohl im Inland, weit auch Frankreüh die „Flucht in die Sachwerte" kannte, wie selbstverständlich nach dem Ausland, wo die niedrigen französischen Produktionskosten leicht Absatz verschafften. So hat die französische Automobilindustri«»noch 1926 54 600 Personenwagen ausgeführt und kam in der W est- automobilausfuhr sofort nach den Vereinigten Staaten. Die amerikanischen Automobilkonzerne haben in Frankreich schon früher als in Deutschland, um den hohen Zoll zu überspringen und Transportkosten zu sparen, große Eigenbetriebe errichter, zur und Transportkosten zu svaren, große Eigenbetriebe erruyter, zur Erzeugung oder zur Montag«. Die Ford-Betriebe In Geneoillier« erzeugen jährlich 25 000 Wagen! Die Gene rast M o t o r s C o. konnte mit ihren zwar teueren, aber besseren Wagen auch in Frankreich Ford den Rang ablaufen. StH es dem Franken besser und besser glag, ging es der Autoproduktion schlechter und schlechter. Die gestiegenen Produktionskosten haben die Ausfuhr lahm- gelegt: weil Geld seltener wurde, kauft das Inland weniger. So mußt« auch hier gründlich umgestellt werden. Eine Anzahl von Le- trieben, darunter der Großbettieb De Dion-Bouton. ging pleite. Die CitroSn-Wert« verloren ihre Selbständigkeit an die Banken. Die Rationalisierung bei den Cittoen-Werken wird nun unter dem Einfluß der Banken durchgeführt werden. Die Renault- SBkrte wurden ebenfalls mit Hilf« einer Großbank saniert. Umso schwieriger wurde die Lage der übrigen Automobil- werke, seitdem die Bank von Frankreich(die französische Reichsbank) feit Februar di« Automobil tredite eingeschränkt hat. Sie hat sich aus den Standpunkt gestellt, daß die Krisen der französischen Automobilindustrie nur durch Zusammenschlüsse, sowie Typen- und Serienerzeugung überwunden werden kann. D. h. in Frankreich wird die Rationalisierung der Autoindustrie ebenso erzwungen wie in Deutschland, nur mit einem anderen Mittel (Kreditdrosselung). In der Tat haben sich kürzlich eine Anzahl mittlerer Automobilfabriken, Ehenard und Walcker, Delahaye, Unic und einige Zubchörsabrlken, zur Durchführung«ine» gemeinsamen Fabrikationsprogramms durch Verteilung der verschiedenen Zweige und Typen auf die einzelnen Werke vereinigt. Wer die rechtzeitige Umstellung versäumte, wird voraussichtlich von den Großwerken, auch von der General Motors Co.(arbeitet mit„Peugeot"), und der dahinterstehenden amerikanischen Finanzgroßmacht Morgan aufgefressen. Uebrigens sind auch die französischen Citroen- und Renoultwerke mit einigen Bettieben in England. Spanien und Deutschland eingedrungen. Im vergangenen Jahr verkaufte die englische Cittoen-Fabrit allein 18 000 Automobile, während das jche Großwert von Renault sich gegenwärtig im Bau befindet. Der seit 1925 in England eingesührte Auiomobilzoll sollte hier durch die französischen Gründungen übersprungen werden. Ein Zeichen, wie dumm und nutzlos Schutzzölle in der Regel find. Der Kampf um neue Märkte ist um so erbitterter, als die Aufnahmefähigkeit des Inlands für Automobile zurückgeht. Daß Kanada eine fast ebenso große Automobil ausfuhr hat wie Frankreich(1926: 53 600 Wagen, nur 1000 weniger als Frankreich), bedeutet ein interessantes Kapitel in diesem Kampf. Die kanadischen Automobilfabriken befinden sich nämlich zu 100 Prozent in amerikanischnn Besitz. Die britischen Automobile genießen innerhalb des britischen Imperiums Bor« z u g s z ö l l e, und weil Kanada ein britisches Dominium i st, gründeten di« amerikanischen Automobilkonzerne ihre Fabriken eben in Kanada. Ihr Hauptziel war dabei Australien, das einer der besten Auwkäufer heute ist. Als Gegenmaßnahme haben sich kürzlich fünf führende englische Automobilfabriken zum gemein- samen Vorgehen aus dem australischen Markt zusommengeschloss«« und in Melbourne eine Lertriebsgesellschaft gegründet. Bezeichnend ist es im übrigen, daß die indische Automobileinsuhr zu 37 Proz. aus Kanada, zu 32 Proz. aus den Vereinigten Staaten und nur zu 19 Proz. aus England bestritten wird, d. h. es entfallen 69 Proz. aus das amerikanische Kapital. Die englische Auto industrie ist zwar außerordentlich ent- wickelt und beherrscht besonders seit Einführung der McKenna-Zölle 1925 den inneren Markt. Der Bestand der Personenkraft- wagen in England war 1926 668 000, je ein Wagen auf 45 Per- sonen.(In den Vereinigten Staaten kommt ein Wagen auf je 5 Personen, in Kanada ein Wagen auf 12 Personen, in Australien auf 19,5, in Frankreich auf 21,3, in Deutschland aus 247,9, in Italien auf 366,2 Personen.) Die englische Pro- duktion betrug 1926 160 000 Stück und wurde seit 1923 mehr als verdoppelt. Indessen werden nur verhältnismäßig geringe Mengen, 1926 nur 4500 Stück, ausgeführt. Kampf der Gigaakeu: Ford und General Motors. Der aufregende Konturrenzkamps zwischen Ford '........ i ö' ....«h.... der Vereinigten Staaten� besttitt und 1926 auf 36,6 Proz., im April >p.»..» und General Motors ist hier schon öfters besprochen worden. Dem "iord, der 1925 noi' Niedergang von 46 Proz. der Gesamtproduktion 1927 aber auf 24,35 Proz. absank, steht der glänzende Ausstieg der General Motors Co. von 20,1 Proz. 1926 auf 28,4 Proz. 1926 und 39,35 Proz. im April 1927 gegenüber. Ueber den Fordwagen macht Amerika Witze. Der berühmte billige Ford ist der Arme- leutewagen. Der Vorteil der General Motors Co. sst die Herstellung von mittleren Qualitäten. Ford wird jetzt nach vergeblichen Ver- suchen zur Kräftigung seiner Position einen neuen Typ in den Verkehr bringen: nach jüngsten Mitteilungen einen leichten Vier- Aylinderwagen von 35 PL. mit 60 Meilen Geschwindigkett und einer Anzahl von Neuerungen, zu einem wesentlich höheren Preis als den alten Ford, nämlich etwa 1000 Dollar. Hinter dieser Umstellung verbirgt sich die Fratze, die bereits seit Jahren die amerikanische Oesfentlichkeit beschäftigt: ob der Automobilmarkt in den Vereinigten Staaten ge- sättigt ist? Für einen Industriezweig, der im vergangenen Jahr 414 Millionen Wagen im Wert von mehr als 3 MIlli- arden Dollar(!) herstellte und der mit den Zubehörfabriken nicht weniger als 3 Millionen Arbeiter beschäftigte. wahrlich eine lebenswichtige Frage. Die Optimisten rechnen noch mit Ausdehnung des Jnlandsabsatzes; sie können auf die steigende Lermögensblldung hinweisen und außerdem aus den Um- stand, daß im Jahre 1926 etwa die Hälfte der amerikanischen Autoproduktion al» Ersatz für alte Automobile gebaut wurde. Aber auch den Opttmisten erscheint die Steigerung der Aus- fuhr als Notwendigkeit. Wie die Produktion sinkt, wächst tat- sächlich die Ausfuhr. Sie betrug 1926 ö Proz., im März 1926 9,7 Proz., im ersten Vierteljahr 1927 10,8 Proz., d. i. wahrschein- lich mehr als die gesamte europäische Produktion. Eine weitere Steigerung der Ausfuhr könnte zwar den internationalen Konkurrenzkampf noch oerschärfen, das amerikanische Absatzproblem wird aber dadurch nicht gelöst. Die hier so oft geschilderten hohen amerikanischen Löhne frnd allein zur Lösung der Krise ebenfalls nicht geeignet. aiinncherlei wird nämlich dabei vielfach übersehen. Löhne, die die Anschaffung eines Automobils ermöglichen, erhalten nur wenige aSl?rufszweige. und zwar ausschließlich Facharbeiter. Di- Löhne der ungelernten amerikanischen Arbeiter reichen jüngsten statisti- schen Erhebungen zufolge gerade zum Leben. Die Löhne und Ge- hälter im Süden der Vereinigten Staaten sind aber derart niedrig, daß dort, wie in Deutschland, die Anschaffung eine» Automobils für die Arbeiter ein Traum ist. Daß in den Vereinigten Staaten der Wagen des wirklich kleinen Mannes vom Markt oerdrängt wird, ist jedenfalls ein Zeichen dafür, daß man nur auf di« Kauftraft der schon gehobenen Schichten rechnet. A. H. Weitere Btffttung auf Sem firbeitsmarkt. In Berlin 4400 Erwerbslose weniger. Der Arbeitsmartt hat mit rund 4400 Personen eine wettere Saikung der Arbeitslosigkeit erfahren. Bei einem Vergleich mit dem höchsten Stand d«r Arbeitslosigkeit in der letzten Periode End« Januar dieses Jahres ergibt sich, daß der Arbeits- markt gegenwärtig gegen di« damalige Krisi» mit etwa 284 600 Per- sonen ein« wesentlich günstige Veränderung zeigt. Mit d«r Zahl von rund 175 000 Erwerbslosen im Bereiche des Landes- arbätsaintes Berlin ist zurzeit der Stand gegenüber früheren Zeit- abschnitte» dennoch nicht erveicht. Hierzu bedürft« es mindestens noch einer weiteren umfangreichen Entlastung. Die Entlastung in der Berichtswoche erfolgt wiederum i« steigendem Maße auf Konto de» Bekleidung» gewerbes. Hier de. trug allein di« Senkung der Zahl der weiblichen Personen rund 2000. Auch die Metallindustrie war mit etwa 600 Personen, vorwiegend Spezialfachkräften, hieran beteiligt. Diese Zahl ist je- doch, wenn die Anzahl der recht guten Einstellungen ungelernter männ- sicher und weiblicher Kräfte Berücksichtigung findet, eine bedeutend höher«. Trotz günstiger Arbeitsmarktlage In der Landwirtschast und verschiedener Berufe innerhalb des Baugewerbes tritt hier eine zahlenmäßige Senkung der Erwerbslosigkeit wenig in Erscheinung. da im Baufach und in der Landwirtschaft ohnehin schon ein Mangel Bei dieser teil- loser, besonders der Angestellten, immer noch sehr s ch w i e r i g ist. Es waren 175 211 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein« getragen gegen 179 655 der Borwoche. Darunter befanden sich 117 238(118 822) männliche und 57 973(60 833) weibliche Personen. Erwerbslosenunter st ützuna bezogen 53 541(55 334) männliche und 26 916(28 376) weibliche, insgesamt 80 457(83 710) Personen. Außerdem wurden noch 27 295(27 753) Personen durch die Erwerbslosenhilf« der Stadtgemeinde Berlin und 28 496 (29 576) Personen durch die Krisenfürsorge unterstützt. Bei Rotstandsarbeiten wurden 4625(4666) Personen beschäftigt. Die Sanken in üer Hochkonjunktur. Nene Zweimonatsausweise. Die Zweimonatsbilanzen der Bonken vom 30. Juni find Aus» druck zweier wichtiger E nt wi ck el u'n'g s l i ni en, die sich im deutschen Wirtschaftsleben kreuzten. Zunächst zeigen sie den Erfolg der Beschränkung der Börsenkredite, diedi? Banken unter dem Druck des Reichsbankpräsidenten Mitte Mai vornahmen. Die„Reports und Lombards" gegen börsengängige Wertpapiere sind in den zwei Monater» vom 30. April bis 30. Juni bei den Berliner Großbanken von 856,6 Millionen Mark auf 587 Millionen Mark, das heißt um über 30 Pro,, zurückgegangen. Etwa im gleichen Umfange erfolgte«in Zlbbau dieser Kredit« auch bei den anderen Kreditbanken. Ein kleiner Teil der Mittel, die früher der Versorgung der Spekulation dienten, ist frei- lich inzwischen teils in Wertpapieren, teils in Konfortialgeichäften festgelegt worden. Dabei handelt es sich karum, daß die allgemeine Streckung des Börsenverkehrs und der Aufnahmefähigkeit des Kapitalmarkts teils die Banken gezwungen Hai, Effekten zu Stützung?- zwecken aufzunehmen, teils es ihnen unmöglich gemacht hat, Effekten aus Kapitalserhähungen usw. abzufetzen. Zweitens sind die Veränderungen der Zweimonatsbilanzen charakteristisch, die sich aus dem wetteren Anziehen der indu- striellen Konjunktur ergaben haben. Die gewährter» Kredite auf laufend« Rechnung stiegen zwar nur um insgesamt 71 Millionen bei den Großbanken(gegen 225 Millionen Mark in den Bilanzen vom 30. April gegenüber denen vom 28. Februar) und um rund 190 Millionen Mark bei sämtlichen pvivaieri Kreditbanken(gegen 274 Millionen Mark). Mähred aber die u n- gedeckten Kredite bei sämtlichen privaten Kreditbanken in der? vorangegangenen Zweimonarsperiode(28. Februar bis 30. April) nur um 85 Millionen Mark stiegen, nahmen sie in» Berichtszeitraum(30. April bis 30. Juni) um rund 90 Millionen Mark zu. Da die relativ tzeringere Zunahme bei den gedeckten Debitoren ihren Grund darin haben dürsten, daß auch hier durch Wertpapiere gedeckte Kredite, die bisher der Börsenspekulation dienten, zum Abbau gelangten, ist anzunehmen, daß sich die Geo' Währung von Bankkrediten an Handel und Jndustris weiter ausgedehnt hat. Vor allem aber hat dies« Kund- schast ihre Bankguthaben verkleinert. Zum erstenmal seit der Wiederaufnahme der Beröfsentlichung von Zweimonatsbilanzen, die vor 2� Jahren erfolgten, weisen dig Einlagen bei den berichtenden Banken«inen Rückgang auf. Einlagen und Gläubiger in lausender Rechnung nahmen bei den Berliner Großbanken um insgesamt 75 Millionen Mark, bei sämi, lichen privaten Kreditbanken um insgesamt 68 Millionen Mark ab. Roch stärker verminderten sich freilich die Guthaben, die di« Banken und Bankfinnen beieinander unterhalten, nämlich um 103 Millionen Mark bei den Berliner Großbanken und uin rund 116 Millionen Mark bei allen privaten Kreditbanken: mit dieser Bewegung setzt sich ein« Tendenz fort, die schon im Berichts, Zeitraum März bis April zu beobachten war.' Auch sie ist darauf zurückzuführen, daß die Pflege des Kredits von Handel und Industrie größere Mittel beansprucht als In den vorangehenden Monaten untf daß daher bisher flüssige Wittel jetzt im eigentlichen Kreditgeschäft Anlage finden. Diese Abnahme der den Banken zur Ausleihung zur Ver, fügung stehenden Mittel ist ein bedenkliches Zeichen,«venii man beachtet, daß gleichzeitig die Reichsbank ihr« Kreditgewährung m ungewöhnlich großem Umfange ausgedehnt hat. Steigenüe Lebenshaltungskosten. Di« Reichsindexzifier für die Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, helzung, Veleuchlung, Bekleidung und„Sonstiger De- durs") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs- am«» für den Durchschnitt des Monats Zull auf 150,0 gegen 147,7, im Vormonat. Sie ist sonach um 1.6 Proz. gestiegen. Die Steigerung ist Im wesentlichen auf ein« Erhöhung der Ausgaben für Kartoffeln zurückzuführen. Die Anfang Juli besonders gestiegenen Preise für Kartoffeln, unter denen auch solche neuer Ernte berücksichtigt wurden, sind in der zweiten Monaishälst« ebenso wie die Gemüsepreise wieder zurückgegangen. Gleichzeitig haben die Ausgaben für Heizstoffe infolge teilweisen Fortsalls der Sommerpreise für Kohle leicht angezogen. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen bettagen(1913/14 gleich 100): für Ernährung 156.8, für Wohnung 115,1, für Heizung und Beleuchtung 141,6, für Bekleidung 156,4, für den „smtstigen Bedarf" einschließlich Berkehr 163,5. 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Zweimal in der Woche wird die Ankunft der Brotfrau, die von der nächsten kleinen Stadt die Backware in die entlegenen kleinen Dörfer fährt, zu einem festlichen Ereignis für die Bewohner. Aus den Häusern drängen fich mit blinzeinden, erwartungsvollen Augen die Frauen; ein Junge hat sich mit seinen bloßen, braunen Beinen auf ein Rad geschwungen und steckt den diden Kopf hinter die Plane. Nun, Frau Hummel, haben Sie mir etwas Hübsches mitgebracht?" Da schießt schnell wie eine Eidechse das verschmißte Gesicht einer alten Frau aus dem Leinendach hervor. " Ja, Peitschenbrot, du Lümmel!" Sie schwingt die Peitsche. Dabei lacht sie aus all ihren Runzeln. Ihre hellen Auge gligern und laufen über vor Lachen wie zwei Wassertropfen. Ihr längliches Gesicht, von Wind und Sonne braun gebacken, mit den freundlichen Kerben der vielen kleinen Salten, sieht selber aus wie ein Brot, das Zufriedenheit in das Haus bringt. Sie bückt sich und öffnet den Sad. Ein Duft von füßem, weißen Backwert quillt heraus, und es steigt den Frauen und Kindern in die Nase wie Kuchen und Erinnerung an die letzte Konfirmation. ,, Wieviel Semmeln, Frau Stehr?" fragt sie eine junge Frau, Die wie ein zerzaustes Huhn mit ihrem fleinen Kopf und schweren Leib angelaufen kommt. Plötzlich friechen unter ihrer Schürze wie unter dem Gefieder zwei Meine Kinder hervor; sie hat Mühe, die Hände frei zu bekommen. 3wölf Semmeln, nein, lieber zehn," jagt fie leise und zunzelt die Stirn. Frau Hummel wirft die Brötchen wie goldgelbe Bälle in den Norb. Nehmen Sie lieber zwölf. Das Zukünftige will auch Weißbrot miteffen." „ Ach ja," feufzt die junge Frau, balb ist es wieder so weit, und gerade zur Heuernte." Frau Hummel wiegt den Kopf hin und her. Da heuen Sie diesmal im Bett. Ja, Kinder sind eine Ware, die nicht immer bestellt ist, und die Mutter ift eine Raufmannsfrau, fie hat gute und schlechte Sorten. Da hat die Minna vom nächsten Dorf, die erst vor zwei Jahren fonfirmiert ist, sich auch einen fleinen Jungen aus der Stadt mitgebracht." Die Augen der Frauen werden rund vor Neugier. Die magere Frau des Schmieds ſtößt ihren dünnen. Hais nach vorn, als pidte fie jedes Wort von der Erde auf. So ein Leichtsinn!" Frau Hummel wirft ihr heftig ein großes Brot in den Korb, ihr Gesicht hat sich beim Büden gerötet. Ihr gebt mir gewiß etwas Kinderwäsche für das Mädel mit. Sie sagte, sie hat mit der Hoch zeit gewartet, um das Brautkleid zu sparen. Jezt tönnen sie sich gleich Windeln zur Hochzeit schenken lassen." 悦 图 GEWINNE KRIEGS 100 000,0 MARK Bertreten Land, verbrannt, vergast... Vier Reiter sind hindurchgerast. Sie haben jeden Halm gefnicht, Sie haben jedes Glück erstickt. Das Lachen schallt flatschend auf die Dorfstraße. Am lautesten Was dem Vernichter Mord entfam, lachen die beiden Töchter des Gastwirts, deren weiße Schürzen sich Syane Kriegsgewinnler nahm. Den Körper fraß die Brotration, wie fleine Segel bauschen. Wir tommen albe zur Hochzeit", ruft die Nelteste, Auguste, und zupft ihr haar in die Stirn, bas fie heute wieder nach einer Modenzeitung in einer sonderbar wilden Beife frifiert hat. Sie bildet sich ein, daß jeder städtische Sommer. Das Gut die Nachhut: Inflation. gast, der bei ihnen eintehrt, in fie verliebt ist, und hat den ver zweifelten Ehrgeiz, einem der feinen Herren das Eheneb über den Kopf zu werfen. Frau Hummel starrt fie an. Bieber Gott, Augufte," fagt fie, ,, du siehst ja aus wie ein Igel. Du verscheuchst ja deinen Malermeister." Augufte schüttett verächtlich die Hoare. Ach der! Mag er wegbleiben. Er ist so plump." Inzwischen hat sich ihre Schwefter Lene so tief über den Sad gebückt, als fuche sie eine Ueberraschung darin. Haben Sie feinen Brief für mich?" fragt fie angftvoll. Frau Hummel schüttelt den Kopf und flopft das Mädchen auf ten nachten Arm. Das nächste Mal bringe ich dir bestimmt einen Brief von ihm, schön süß mit Zuder bestreut. Ich sorge dafür." Dann beugt sie sich vor mit gespitztem Munde und holt Atem, um die letzte Neuigkeit in die gespannten Gesichter zu blasen. Der Meubau des Kaufmanns im Nachbardorf stände immer noch ohne Dach, wie eine Vogelscheuche, weil ihm das Geld ausgegangen wäre, fertigzubauen. Ber setzte diesem halben Hause und diesem un glücklichen Menschen den Kopf auf? Er würde sein Geld in ein gutes Nest legen, wo es Junge heďte. „ Eine solche Hypothet," schreit Frau Hummel wie bei einer Tuftion, liegt nicht immer auf der Straße oder so bequem auf dem Dach." Einige Frauen laufen in die Häuser zurück, um ihre Männer zu holen, andere drängen sich um den Wagen, fragen und schreien durcheinander. Ueber dem Getümmel aber steht Frau Hummel, aufgereckt wie das Schicksal selbst, das aus seinem Sad Glück und Berfall, Freude und Kummer ausschüttet. Sie schließt Geschäfte ab, sie bringt Heiraten zustande, sie ist der Bote der Liebenden, der Bittsteller für die Armut, sie verfündet Geburt und Tod. Seit preiundzwanzig Jahren, seitdem sie dieselben Wege von Dorf zu Dorf fährt, bringt sie mit dem frischen Brot das ganze Leben mit. Dann sind die Semmein verteilt, der Sad ist leer. Frau Summel schnalzt mit der Zunge, und der Wagen fährt weiter. Der Schimmel feucht den fleinen Hügel hinauf. Von der Anhöhe steht Frau Hummel noch einmal auf das Dorf hinunter, auf die kleinen Häuser mit ihren roten und schwarzen Müzen, die sie so genau fennt, wie ein Schulmeister seine Kinder. Frau Hummel nicht herunter, sie nicht sich selber zu, sie ist heute mit sich zufrieden. Nur so seltsam müde fühlt sie sich wie noch nie, ihr Körper ist schlaff wie der leere Brotbeutel, und ihre von Gicht geschwollenen Finger fchmerzen. Während der Wagen durch den Wald fährt, schließt sie die Augen, ihr Kopf nicht weiter wie im Traum. Auch mit cefchloffenen Augen tennt sie den Weg ebenso gut wie ihr altes Pferd. ezt spürt sie an dem bitteren Geruch, daß sie an der jungen Tannenschonung vorüberfährt. Nun schlägt wieder der Buchenwald von beiden Seiten zusammen mit seinem leisen Fächeln und Surren. löglich jagt die Luft mit einem fühlen freien Wind on ihr vorhei; da ist schon die große Lichtung, und wieder kriecht der Wagen in dichten Wald hinein, daß die Zweige ihr in das Gesicht schlagen. Hier riecht es nach Bilzen; foll sie aussteigen und für ihre Tochter ein Gericht zufammenfuchen? Frau Hummel drückt die Augen fester zu, wie im Krampf. Allen Menschen fann sie helfen, für alle Schicksal spielen; nur ihre eigene Tochter, die von einem trunksüchtigen Mann mißhandelt wird, fann sie nicht befreien. Daß sie in ihrem Alter mit schmerzen den, gichtigen Gliedern bei jedem Wetter noch auf dem Rutschbod fizt, geschieht nur um dieser Tochter und ihrer Kinder willen, der sie heimlich das Geld zuträgt, während der Mann den Lohn in Wirtshäusern vertrinkt. Frau Hummel reißt heftig die Zügel zurück, um das Pferd zum Stehen zu bringen. Da schlägt eine. unsichtbare entsetzliche Faust gegen ihre Brust, die Zügel entfallen ihr, sie will Atem holen; aber über ihren Kopf ist ein Sack gestülpt, ein schwarzer, finsterer Sad, daß fie glaubt, zu erstiden. Ist es vielleicht ihr eigener Brotfack, über den fie sich zu tief gebeugt hat und der fie nicht wieder freiläßt? Wieviel Semmeln?" will sie schreien und fann feinen Laut hervorbringen. Mit beiden Händen versucht fie ihren Kopf wie ein schweres Brot aus dem Sack herauszuholen, ihre Fäuste schlagen in der Luft umher, dann fällt sie zusammen, Dom Schlage getroffen. Das Pferd geht ruhig weiter. In den Buchen wogt ein helles Rauschen und Bögel rühren die Luft mit zarten, quirlenden Tönen auf. Ein Wagen fährt durch den Wald, und oben futschiert eine Tote. Ihr Kopf schaufelt leise hin und her, als nickte sie sich immer noch zu, zufrieden mit ihrem Leben. Hunger. Ein russischer Kinderwildling über sich felbft. Ich wurde in einer nicht sehr begüterten Familie geboren. Sehr früh schon verlor ich meine Mutter. Ich war noch keine sieben Jahre und fannte bereits die Zärtlichkeit der Mutter nicht mehr. Der Bater wandte mir wenig Aufmerksamkeit zu, und ich wuchs bis zum Anfang der Revolution ohne Aufsicht auf. Im Jahre 1917 starb mein Vater, und da befand ich mich plötzlich auf der Straße, ohne arbeiten zu können, und es begann für mich ein Leben voll der Schrecken des Bruderkrieges. Hunger und Kälte hetzten mich von Ort zu Ort. Im Jahre 1919 trat ich in eine Buckerfabrit ein, arbeitete dort zwei Monate, dann wurde die Fabrik stillgelegt. Ich fuhr nach Sibirien, und da in Sibirien ereilte mich der Hunger. Ich tam spät in der Nacht in Omst an und legte mich im Bahnhof schlafen. Die Nacht war entsetzlich falt, und ich konnte nicht einschlafen. Am Morgen stellte sich bei mir derartiger Appetit ein, daß ich in die Stadt ging, doch gestehe ich, daß ich gar kein Geld hatte und meine Hoffnung auf gute Menschen sette. Als ich aber in die Stadt hineinfam, erschrak ich: die Menschen, die ich traf, waren so abgezehrt, daß mir unheimlich zumute wurde. NFLATION Sie haben Jahr um Jahr gehaust, Sie sind erst kaum hinweggebrauft. Nur schüchtern grünt die junge Saat. Und wieder neue Freveltat? Mein Volk, erkenne die Gefahr, Erwehre Dich der Würgerschar. Ein Zauberwort, Du bist gefeit: Freiheit, Friede, Menschlichkeit! Aber ich gang trotzdem weiter, und zum ersten Male in meinem Leben schien es mir, als sei ich ganz allein auf der Welt. Die Menschen erschienen mir böse und abscheulich, sie alle eilten auf den Markt, um sich möglichst schnell anzustellen. Und an diesem Tage blieb ich hungrig. In der Nacht aber war mir, als liefe ein Rater durch alle meine Därme. Am Morgen wurde ich frank. Liebe Genossen, möge Gott euch nie so trant sein laffen! Man brachte mich ins 1. Sibirische Lazarett. Und in diesem verfluchten Lazarett mun lag ich zwei Monate. Diese zwei Monate werde ich sicher mein ganzes Leben lang nicht vergessen. In diesem Lazarett waren wir etwa neunzig. Aber, o Gott, man gab uns nur zweimal am Tage zu effen, und zwar das erste mal, das heißt am Morgen, ein Biertelpfund Beutelbrot. Wenn ihr nicht wißt, was Beutelbrot ist, so will ich es euch erklären. Es ist ein Brot, das weder dem Weißbrot noch dem Schwarzbrot ähnlich ist, es ist einfach eine mittlere Mehlart. Und um vier Uhr gab man uns fünf Löffel Suppe ohne Kartoffeln, Graupen und Gemüse, nur mit einem Stückchen Fleisch darin. Liebe Genossen, es lohnt sich nicht, diese zwei Monate zu beschreiben: die Tage waren alle gleich, bis auf einen, an dem ich mich, wie man so sagt, bis zum Umfallen vollfraß. Das war an einem Sonntag. Ich ging in die Küche und ftahl etwa sechs Pfund Brot und ein Stüd Sped. Ich gestehe, daß ich damals nicht überlegt und daß mein Verstand nur mit einem einzigen Gedanken beschäftigt war: mo nehme ich ein Stück Brot her? Und da, eines schönen Tages, an das Datum erinnere ich mich nicht mehr, wurde ich aus dem Lazarett entlassen. Man gab mir drei Pfund Brot und vierzig Solotnit( rund 170 Gramm) Zuder, und ich fuhr nach Samara, in der Hoffnung, dort meine Berwandten zu finden. Ich will die Fahrt nach Samara nicht beschreiben: es ist, glaube ich, euch allen bekannt, wie man auf Wagenpuffern reift. Nur einmal verhaftete man mich auf der Station Kirillino, wo man mich nach Abfahrt des Zuges wieder laufen ließ. Beim nächsten Zug troch in unter den Wagen in einen Raften und gelangte so bequem nach Samara. In Samara fand ich die Verwandten nicht, und ich fuhr nach Charkow. Ich aß nur jeden zweiten Tag oder überhaupt nicht. Aus Chartow fuhr ich nach Boltama, wo ich mich zum ersten Male satt aß. Mein Bauch wurde so aufgetrieben, daß ich fast gestorben wäre, und am gleichen Abend bekam ich Durchfall. Man brachte mich in eine Cholerabarade, wo mich eine leichte Cholera befiel. Ich magerte entfeßlich ab und konnte nicht gehen. Nach der Krankheit stellte sich bei mir der furchtbare Appetit eines hungrigen Wolfes ein. Aber ich starb nicht, obwohl ich den Tod herbeiwünschte. ( Ueberfekt von Hans Ruoff, Aus einem tiralich in Sowietrußland jen Buch: Was Kinderwildfinge über fich felbft erzählen. " Fouchifol. Bon Hermann Schüßinger. Fouchifol ist ein simples Dorf zwischen St. Dié und dem Col de St. Marie. Es liegt heute genau so verschlafen zwischen den Feldern wie vor dreizehn Jahren, als unfere Infanteriespige an seine Gartenzäune stieß. Die Bauern arbeiten in den Scheunen und die Frauen sammeln Obst in den Gärten, als ob es da oben auf dem Plateau", das Fouchifol beherrscht", nie etwas anderes zu tun gegeben hätte wie Arbeiten, Essen, Feierabend und Schlafenszeit. Für uns von der 30. Division ist dieses Plateau von Fouchifol vier Wochen lang eine Hölle gewefen. Emile Zola schilbert in feinem Kriegsroman Le debacle" bas Plateau" von Illy bei Sedan als den Inbegriff aller Scheußlichkeit. Sicherlich fennt jeder alte Muschkote ein derartiges Plateau", auf dem er einige Lage oder Wochen lang seine Berzweiflung tonlos zum Himmet schrie; für uns ist diese Hochebene um das Dorf Fouchifal mit ihren tahlen Aeckern und flachen Mulden, den borstigen Tannenschonungen und zerrupften Heden das schrecklichste Erlebnis des Krieges geworden, das uns beim intensiven Erinnern heute noch den Magen hebt. " Das Plateau von Fouchifol stant nämlich, als die Division acht Tage lang auf seinem Budel lag, wie die Best! Warum das wiffen wir erst heute, nach dem Erscheinen des Generalstabswerks. Die ersten Schlachten bei Mühlhausen, am Donon, an der Breusch und an der Saar find flott vor und zurücklaufende Bewegungsschlachten" gewesen. Die Artillerie schoß sich ein, die Infanterie griff an, der Stärkere fraß sich vor, der Schwächere gab nach. Im Nu war das eigentliche Schlachtfeld" " überrannt und den Dred, ber hinter uns lag, diese Mischung aus leeren Konservenbüchsen, Brandgeruch, Leichenfäule und Menschentot. bereinigte im Schnellzugstempo die Etappenfommandantur und die Sanitätstompagnie. Hier aber, auf dem Schreckensacker von Fouchifol, ftauchte" fich zum erstenmal die Front. Während wir uns in die dreimal ver fluchten Aecker von Fouchifol verbissen, nicht vorwärtstamen, ganz tolle Berlufte erlitten und hinter uns fich die Extremente, die jede Truppe ausscheidet, häuften, stand" die militärische Operation. Der Umfaffungsflügel wurde an der Marne und an der Aisne geschlagen und rollte zum Meer, mährend der Sübflügel der deutschen Front von einer fopflosen Führung unentwegt an den Feind gejagt wurde, ohne daß er vorwärts fommen konnte ohne jeden strategischen Grundgedanken, chne operatives Ziel. Bir famen also nicht vor und nicht zurüd. Bum ,, Stellungsfrieg" mit seinem wohlgeregelten Verpflegungs- und Sanitätssystem maren wir noch nicht reif und so häufte sich vor uns, hinter uns und um uns der Dred! Die Dörfer fangen im Artilleriekampf Feuer, brennen lichterloh und drücken beißenbe Rauchschwaden zu uns, in unsere Schüßen löcher herab. Die Batterien, die vom jenseitigen Meurtheufer über höht find, verlieren den Großteil ihrer Gespanne und an jebem Straßen? reus liegen ein Dugend Pferdeleichen. Die verpesten die Luft. Die Infanterie ist nicht gewohnt, im Bewegungstampf Latrinen anzulegen und setzt die Erkremente in die Gärten und Felder herein. Der Kampf geht hin und her. Jeben Tag liegt eine gestürmie Schüßenlinie", d. h. eine Schwarmlinie von Toten vor und hinter Fouchifol, notdürftig eingebubbelt, im Ader. Die Artillerie reißt sie wieder raus. Man schaufelt fie wieder ein. Zum Schluß, nach vier Bochen Kampf, liegt eine undurchdringime Wolfe von Pulvergeruch, Pferdemist. Leichenfäule und Abort gestan! über dem Plateau, und die bayerischen Reservisten beginnen zu fluchen: ,, Macht mit uns, was ihr wollt nur nehmt uns weg man hem Dorf! Das stintt, wie die Best!" Dazu foftet uns die deckungslose Ebene nahezu das ganze Bataillon. Es waren teine Gardisten", die hier fochten, feine jungen, aftioen Soldaten, sondern Landwehrleute und Reservisten, und die Offiziere waren Schulmeister und fleine Beamte und Jowett fie„ Akademifer" waren, vom Utademischen Gesangverein". TEG " | Bir aktiven Landsknechte wußten nicht, was es bedeutete, wenn der feudale Korpsftudent als Kavallerieoberleutnant beim Stab der Division oder der Brigade die Reserveleutnants der Infanterie mit dem Knotenstod in der Hand und dem Tornister am Rücken hochmütig betrachtete, und eine Stimmgabel marfierte Schnedderengteng Akademischer Gesangverein!" Wir wußten, daß sie meist arme Teufel, Kleinbürgerföhne waren, die mit Mühe und Not ihren Einjährigen" berappen fonnten und dann aus Sparsamkeit ihre„ llebung bei uns machten, bei der Infanterie. Tollkühne Burschen waren sie, diese akademischen Reservisten", die da mit uns fochten. Bei Benifoffe, dem gottverfluchten Dorf, das die Alpenjäger nicht um die Welt räumen wollten, in dem Bestacer vor Feuchifol ist die Mehrzahl von ihnen gefallen. Als die Nacht, nach der wir vor Verzweiflung schrien, vom Himmel fiel, lagen so ziemlich alle Reserveoffiziere der drei dort vorn eingesetzten Kampagnien wie Blöcke zwischen ihren toten Reservisten, und ein junger Vize, der letzte Offiziersafpirant", rannte heulend über den stinkigen Acker und schrie in einem fort:„ Der ganze Gefangverein der ganze Gesangverein!" Seit dieser Nacht bedachten wir den Pestacker von Fouchifol mit einem grimmigen Haß und stöhnten ganz offen zum Major und zum Oberst hinauf: Nur weg von hier! Raus aus dem Acker von Fouchifol!" Wochen hat es noch gedauert, Berge von Kot, Abfall und Mist haben sich noch um uns gehäuft. Als wir dann am Ende unserer Kraft waren, fam der Befehl: Räumung der Stellung. Rückmarsch auf die Vogesenpässe nach Saales! Mechanisch zogen wir unsere Kompagnien zusammen, trieben befehlsgemäß das Bieh aus den Ställen und setzten uns bei Einbruch der Morgendämerung in Marsch. Zu allem Elend, zu aller Irgendwo!( Von der Marne und der Aisne wußten wir nichts.) Lobesnot tam nun noch das Bewußtsein: Wir sind geschlagen! Alles war umsonst! ,, Kehrt marsch!" So auf unsere alten Gräben. Ein Tambour der Sechsten schlägt auf Die Kompagnien entfalten. Der Franzose feuert unentwegt feiner verregneten und verbeulten Trommel furze Wirbel. marschieren wir voll Elend und Traurigkeit, heimzu, Richtung die Bogefen," über den Beftacker von Fouchifol. Jn Bergkönigs Eispalast. Ein Besuch in der Rieseneishöhle des Dachsteins. Bon Dr. Hedwig Fischmann. In den lezten Jahren ward das Zauberreich ber Dachsteinhöhlen erschlossen, in das jetzt alljährlich Tausende Talmenschen emporpilgern, um ein großes, heiliges Erlebnis mit sich hinabzutragen. Aus allen Teilen der Welt strömen sie zu diesem einzig artigen unterirdischen Seugen ewig fchaffender Naturgewalten. Und menn erft der eifrig erwogene Plan einer Seifschwebebahn, die den Besucher schnell und mühelos vom Ufer des Hallstätter Sees zu dem in das höhlentor hineinlugenden, dem Dachsteinmassiv zugehörigen Däumal emportragen foll, Ereignis geworden sein wird, dann ade, bu große Gebirgseinsamkeit, dann wird der alte Bergfönig auch in dem legten feiner noch unerforschten Eislabyrinthe nicht mehr Ficher sein. Einstweilen heißt es freilich noch auf recht müffeligem Bfade zu den beiden hochgelegenen Dachsteinhöhlen, der in 1450 Meter Höhe fich öffnenden Rieseneishöhle und der unfernen gewaltigen Mammuthöhle hinantlimmen. Doch welch bilder reicher Weg führt aus dem lieblichen, im Wiesental der Traun eingebettet träumenden Dörfchen Obertraun empor durch eine machtvoll ernste Gebirgsszenerie, bis das finster drohende Höhlentor erreicht ist und noch einmal ein voller, die Mühen reich lohnender Blid zwischen den Bergwänden auf den 1000 Meter tiefer liegenden, filbern schimmernden Hallstätter See alle Schönheit dieses leuchtenden Bildes in fich trintt, ehe die Nacht der Unterwelt uns aufnimmt. Heute, da in die den Befuchern zugänglichen Tette der Höhten überall gebahnte Wege und ins Gestein und Eis gehauene Treppen führen, besteht die ganze Ausrüstung der Expedition aus Karbidlampen, die der Führer jedem Dritten der hintereinander schreitenden Kolonne zuteilt. Vor allem aber gilt es, fich wohl gegen die Kälte des Höhlenreiches zu verwahren; liegt doch die Durchschnittstemperatur im Innern der Rieseneishöhle, der einzigen eigentlichen Eishöhle, in der die Eisbildung auch im Sommer andauert, bei-1 Grad, während in der Mammut und der tiefer gelegenen Koppenbrüllerhöhle die Eiswunder während der warmen Monate zum größten Teil wegschmelzen. Aber auch in der Rieseneishöhle sind die Formationen einem beständigen Werden und Vergehen, einem Aufbau und Abschmelzen unterworfen, und dieses Wachsen und Wandeln der Formen gehört mit zu den interessantesten und reizvollsten Erscheinungen dieser Wunderwelt. Eis aus der Diluvialvergletscherung hat sich nach den neueren Forschungen nur in ganz unbedeutenden Mengen in den Höhlen erhalten. Der beständige Neuaufbau ist außer durch die günstige Höhenlage der Rieseneishöhle durch die besondere Richtung und Lagerung ihrer Haupträume bedingt. Es sind dies nämlich Sackhöhlen mit einem nach Norden liegenden Eingang und einer nach abwärts sich sentenden Längsachse. Im Gegensatz zu ihnen fann es in den in gleicher Höhe gelegenen, aber horizontal oder nach aufwärts dem Berginnern zustrebenden Höhlen nie zu einer Eisbildung tommen; denn nur in dem nach abwärts gerichteten Höhlenfad fann in der talten Jahreszeit die talte Luft in die Tiefe dringen, wo sie sich über dem Boden sammelt, diesen sowie die Wände bedeutend abkühlt und eine mittlere Jahrestemperatur dieser Räume bewirkt, die unter dem Jahresmittel der Außenluft liegt. Ein eisiger Wind, gleichsam ein letzter Abwehrversuch des Berggeistes gegen die Eindringlinge, empfängt uns bei dem Eintritt in ins ungewisse Dunkel. Doch kaum daß sich der Blick ein bißchen an das unterirdische Reich. Mit leisem Grauen taftet man vorwärts die vom huschenden, matten Lichtstrahl der Lampen, vom aufflammenden und erlöschenden Magnesiumlicht des Führers phantastisch reich mit atembeftemmendem Bauber gefangen. Hier wächst eine aufgehellte Finsternis gewöhnt hat, nimmt uns das Wundermärchen Riesensäule, mit funkelnden Diamanten befät, gegen das Dach der Höhle, sich im schattenhaften Dunkel der Wölbung verlierend; dort hängen reihenweise mächtige Eiszapfen, schimmernden Dolchen ähnlich, vom Gewölbe herab und züden gegen den unwillkommenen Gast die Schärfe ihrer aufleuchtenden Spigen. Geheimnisvoll gähnend öffnet sich plöglich zur Rechten ein unheimlicher, 30 Meter tiefer Eisabgrund, aus dessen Schlunde, sekundenlang durch hinabsinkende Leuchtrafeten erhellt, gespenstische Gebilde emporzuwachsen scheinen. Im Weiterschreiten weitet sich nun die Höhle, ein hochgewölbter Eisdom, der Tristandom, umfängt uns, und aus dem in schimmernden Bogen gleichfam schwingenden und fingenden Boden baut sich zinnengetrönt, türmchenüberragt der Monte Cristallo, eine der formenreichsten Eistegelgruppen, auf. Und weiter geht es von Wunder zu Bunder. Doch nun, da wir hinabsteigen auf vereisten steilen Stufen in noch größere Tiefen, scheint auf einmal jedem weiteren Bordringen gebieterisch Halt geboten: in weißen schimmernden Falten, wie in gleitender Bewegung zu dem Bersuch des Zurückschiebens verlockend, finft ein Eisvorhang von dem Gewölbe zum Boden herab. Nur eine schmale, dreiedförmig fich öffnende Spalte gewährt fargen Einlaß in die dahinter befindliche Kapelle". Und wie die Falten des Borhangs herabzurieseln scheinen von der geheimnisvoll im Dunkel verschattenden Wölbung, fo streben hier und in der einzigartigen Großen Kapelle" die mächtigen aneinander gereihten Säulen einer Riefenorgel, wie fie feine Kirche von Menschenhand ihr eigen nennt, fehnend empor in die Höhe. Beit- und weltentrückt, im Banne dieser unwirklichen Wirklichkeit, glaubt man die Säulen schwingen und tönen zu hören unter dem Anhauch jener Urgewalten, bie hier feit Ewigkeiten, aufbauend und zerstörend wie im mutwilligen Spiele, gigantische Werke schufen. 19 . Schwer nur finden wir uns zurüd aus jener Zauberwelt, als wir hinaustreten durch das dunkle Lor an das Licht des Tages. Maß und Wertung aller Dinge scheint verwandelt. Ob Wolleob feidewas es auch sei....... #od at Ender oxenstunde Hemdentuche, Lakenstolie, Bardhent, Handtuchstotle. Resie, naustache u. and. 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Juli: 6.30: Frühkonzert. 9: Morgenfeier. 11.30: Unterhaltungsmusik. 15: Landwirtschaftlicher Vortrag. 15.30: Märchen. 17: Orchesterkonzert. 19.05: Städtebilder, eine Reise durch die europäischen Hauptstädte. 19.55: Festspiele im alten Delphi. 20.30; Ein heiterer Sonntagabend, 22.30: Tanzmusik. Montag, 1. August: 15.30: Die Frau und die Farben. 17: Novellen. 17.30: Kapelle Gerhard Hoffmann. 19.05: Der Sternenhimmel im Monat August. 19.30: Wie lege ich eine Insektensammlung an? 20: Die Kunst der Nationen. 20.30: Was gehört zu einer Reise? 21: Aus der Zeit des Rokoko( Konzert). Dienstag, 2. August: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16.30: Kurmusik aus Swinemünde. 19.05: Stunde mit Büchern. 19.30: Elternhaus und Schule. 19.55: Was kann der Deutsche vom Amerikaner lernen? 20.30: Orchesterkonzert. Mittwoch, 3. August: 13.45: Glockenspiel der Parochialkirche. 15.30: Süße Speisen auf mancherlei -Weisen. 16.30: Strahlenbehandlung und Geschwülste. 17: Letztes Kinderfest. 19.05: Hinter den Kulissen der Kulissenwelt. 19.30: Rechstfragen des Tages. 20: Die Königsgräber von Theben. 20.30: Was unsere Mütter und Väter tanzten 21: Arkadij Awertschenko( Rezitation). 21.30:... Und was ihre Kinder tanzen. 22.30: Wanderlust( Liedervorträge). Donnerstag, 4. August: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16.30: Auslandstätigkeit unserer Reichsmarine. 17: Die Vergessenen( Vortrag und Rezitationen). 17.30: Franz Schubert( Konzert). 19.05: Moderne Wärmewirtschaft in Bäckereien. 19.30: Vom Tauschverkehr der Naturvölker zum modernen bargeldlosen Verkehr. 20; Bilder aus Uruguay. 20.30: Hans Alfred Kihn( Vorträge). 21.15! ,, Erlkönigs Tochter", Ballade nach dänischen Volkssagen, Musik von Niels W. Gade. 22.30: Tanzmusik. Freitag, 5. August: 15.30: Die Jungmädchenverbände in Amerika. 17: Kapelle Emil Roósz. 19.05: Laẞt eure Obstbäume nicht hungern. 19.30: Leibesübungen und LandDonnerstag, 4. August: 16: Psychologie und Pädagogik der Leibesübungen. 16.30: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 17: Von den Formengesetzen der Musik. 17.30: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Das deutsche Kunstlied: ,, Robert Schumann". 19.20: Was bringt der Reichshaushaltplan des Reichsernährungsministeriums der Landwirtschaft. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 5. August: 16: Die Schattenseiten der Sommerzeit. 16.30: Studentische Wirtschaftsarbeit an den Hochschulen. 17: Was die Landstraße erzählt. 17.30: TanzinselInseltänze auf Fehmarn an der Ostsee. 18: Der Kampf gegen Rost und andere Anfressungen. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Zwiegespräch zur Einführung in die Philosophie. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 6. August: 16: Englisch für Fortgeschrittene. 16.30: Das Neueste aus der Zeitschriftenliteratur. 17: Ein Gang durch den Reichshaushalt. 17.30: Interessante Arbeiter- Biographien. 18; Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Physik und Chemie". 18.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 18.55: Was die Landstraße erzählt. 19.20: Reisefunk. Ab 20-15: Uebertragung aus Leipzig. Ab 21.15: Uebertragung aus Berlin. Funkwinkel, schule. 19.55: Das neue Reichsvereinsgesetz. 20.30: Sinfoniekonzert. 22.30 Auch der Sprache sei für fünftige Werte dieser Art schärfere Prägung Konzert des Mandolinenklubs ,, Napoli 1906". Sonnabend, 6. August: 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Kurmusik aus Heringsdorf. 19.05: Spaniseh. 19.30: Das romantische Jugoslawien. 19.55: Sozialpolitische Umschau. 20.30: Heiteres von Egon Erwin Kisch. 21.15: Gartenkonzert. 22.30: Tanzmusik, 191911 usen. Königswusterhausen. Sonntag, 31. Juli: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. Montag, 1. August: ebal e Tolnas 16: Psychologie und Pädagogik der Leibesübungen. 17: Schachfunk. 18: Das Deutschtum in Peru. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Der Dienst am Kunden. 19.20: Die deutsche Ballade von Gottfried Aug. Bürger bis Böries von Münchhausen. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 2. August: 16: Die Bedeutung der Landkartel in Schule und Leben. 16.30: Erziehungsberatung. 17: Das Wesen des Lichtes. 18: Die Neuerungen im Aufwertungsrecht. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Ueber die Entwicklung der musikalisehen Hauskomödien. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 3. August: 16: Deutsche Grammatik in Berliner Schulen. 16.30: Das Wesen des Lichtes. 17.30: Frank Thieß." 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter: ,, Physik und Chemie". 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Die Steuereinnahmen jetzt und vor dem Kriege. 19.20: Die Technik des modernen Staates. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Das Hörbild Nacht von Berlin" mat in mancher Beziehung noch recht unvollkommen. Gewiß war schon deutlich erfennbar zu spüren, daß nur mit starker Durcharbeitung der naturalistischen Geräusche wirksame afuftische Gestaltung zum Hörbild möglich ist. gewünscht. Von den Vorträgen des Tages interessierten die Ausführungen Victor Schiffs, der im zweiten Teil seines Vortrages Wahlsystem und Wahlrecht" über Fragen des Wahlrechts" sprach. Der Vortragende wies darauf hin, daß Deutschland sowohl das am weitesten fortgeschrittene Wahlsystem als auch das weitestgehende Wahlrecht hat. Beide Geschlechter können mit vollendetem zwanzigsten Lebensjahr das aktive Wahlrecht ausüben, das passive erhalten sie allerdings erst mit dem vollendeten 25. Lebensjahr. Hierin unterscheidet sich Deutschland von England, wo der Mann bereits mit 21 Jahren aftives und passives Wahlrecht erhält. Dagegen stehen sich in England die Frauen ungünstiger, die zurzeit erst mit 30 Jahren wahl mündig werden. Bictor Schiff gab auch über das Wahlrecht in den anderen hauptsächlichen europäischen Staaten einen Ueberblick Hier nimmt die Tschechoslowafei gine Sonderstellung ein, denn in ihr ist das Wahlrecht mit der Wahlpflicht verknüpft, und auf Nichtbeteiligung an der Wahl steht Strafe. Professor Ostar Wappenschmied setzte seine Ausführungen über„ Der Aufbau der Werte Mozarts" fort. Es wurde bereits früher an dieser Stelle betont, daß musiktechnische Erläuterungen möglichst unmittelbar am Klavier gehalten werden und alle Bezeichnungen immer wieder musikalisch illustriert werden müssen, wenn die Funkhörer von den Ausführungen wirklich Gewinn haben sollen. Leider versäumte Professor Wappenschmied in dieser Beziehung noch manches und entwertete damit etwas seinen aufschlußreichen Vortrag. Tes. Anfi- Kriegs- Kundgebung. Gegen Krieg und Kriegsgefahr, für Frieben und Sozialismus." Montag, 1. August, 19 Uhr, auf dem Wittenbergplag. Treffpunkt sämtlicher, Gruppen 18 Uhr Hochbahnhof Bülowstraße. * Singireis: Die Uebungsstunde fällt am Montag, 1. Auguft, aus und findet dafür am Dienstag, 2. August, 19% Uhr, in dem Gesangsfaal Schule Kochstraße statt. Treffpunkte der Abteilungen für die Anti- Kriegs- Rundgebung: Rorben: 17% Uhr Schule. Rosenthaler Borstadt: 15% Uhr Rosenthaler Plag, Normaluhr. Genossen, die nicht zum Treffpunkt tommen tönnen fahren bis Hochbahnhof Bülowstraße. Lichtenberg- Mitte und Weft: 18 Uhr Feuermelder auf dem Boghagener Plaz. Nachzügler 19 Uhr Hochbahnhof Billowstraße. Friedenau: 18 Uhr Kaiser- Eiche( Abfahrt). Jugendgenoffinnen und Jugendgenoffen, feid zur Stelle! Fahnen und Wimpel sind von allen Gruppen mitzubringen. Arbeitersport. Fußball Rußland- Berlin. Rußland schlägt Berlin 6: 2( Ecken 2: 8). Rußland Berlin, so lautete die Parole der ungefähr 10 000 3ufchauer, die am gestrigen Abend den Adler 12BIaz umfäumten. Wohl selten haben die Anhänger des Fußballspiels derartigen Sport zu sehen bekommen. Was die Ruffen an Spieltechnik und Ballbehandlung zeigten, ist in Berlin bisher kaum gesehen worden. Wenn das Resultat nicht höher ausgefallen ist, so lag das in der Hauptsache an der sehr guten Arbeit der Berliner Verteidigung und in der zweiten Spielzeit an dem ausgewechselten Torwart. Berlin drückte nach der Bause sehr stark. Der Torwart der Russen, der übrigens der beste leistungen. So kam es, daß Berlin troy Ueberlegenheit mit 6: 2 Mann aus dem ganzen Spielfeld war, vollbrachte wahre Glanzperlor. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Südoften. Zur Demonftation der Partei am Montag treten fämtliche Mitglieder in Sportkleidung an. Alte Herren lange weiße Hose. Treffpunkt pünktlich 17% Uhr, Urbanplay, Barade. ANB. Solidarität. Achtung, Rennfahrer! Das Training für alle zum Reichsarbeitersporttag gemeldeten Rennfahrer beginnt Montag, 1. August. Die Genossen, welche noch teine Trainingstarten oder Eintrittstarten erhalten haben, müssen diese sofort beim Genossen Meinert, Berlin EO 16, Brüdenstr. 5b, rechter Geitenflügel 4 Tr., abholen. Für die Trainingswoche steht die Ka. bine 7 zur Verfügung. Berliner Arbeiter- Schachtlub, Werbebezirk West. Sonntag, 31. Juli, Propa ganda piel des Werbebezirks Weft gegen die Spielgemeinschaft West in Nauen, Behrens Biochallen, Berliner Straße. Beginn 15 Uhr. Treffpunkt 13 Uhr Lehrter Bahnhof. Abfahrt 18,35 Uhr. Spiele mitbringen. Montag, 1. August, 20 Uhr: Werbebezirkssigung für Obiente und Spielleiter im Jägerheim( Abt. Weftend), Sophie- Charlotte- Ede Potsdamer Straße. Spielplan für August mitbringen. Abler 08 gegen Magdeburger B.- Club. Die Bankower haben wiederum eine äußerst spielstarte Mannschaft nach hier verpflichtet. Die Magdeburger sind in ihrem Bezirk an führender Stelle. Da beide Vereine mit ihrer stärksten Mannschaft zum Kampf antreten, tann man gewiß fein, guten Fußballsport zu sehen zu bekommen. Gespielt wird am heutigen Sonntag in Bankow, Andreas. Hofer- Plaz, Mühlen- bzw. Tiroler Straße. Beginn 5 Uhr. Unter dem Protettorat der Herren Adolf Ruß und Alfred Altmann, Inhaber der Firma B. Feder, Möbel- und Warenttebithaus, Berlin N 54, Brunnenstr. 1, wurde am 22. Juli 1927 von der Angestellten schaft eine Sportvereinigung gegründet. Es ist gelungen, dem jungen Berein, der heute bereits über 200 Mitglieder zählt, die Sportanlagen des Berliner Poststadions als Trainingsplag zu sichern. Dem Beispiel vieler anderer großer Handelshäuser folgend, gewährt die Geschäftsleitung ihrem Perfonal burch Diensterleichterungen reichlich Gelegenheit zu sportlicher Betätigung. uenox nob Billige Ullimeangebote Für den Strand/ Für den Sport Für die Reise/ Für das Gebirge Tennisschuhe/ Seglerschuhe/ TourenLeinenschuhe stiefel Sandalen Gebirgsstiefel Haferlschuhe 90 16% Braun SportrindTourenstiefel echte Zwischensohle, wasserdichtes Futter, Staublasche 2 do 95 Beige LeinenSpangenschuh Louis XV.- Absatz Gr. 36-41 Braun Herren- Schnürschuh In den verschiedenst. Schaftausführungen u. Kombinationen, mit teinterbig. Nubukoder imit. Krokoleder, Orig. Good.- Welt oder Good. gedopp..... 16,50, 14,50 Ia Fettrind- Tourenstiefel für Damen, weiss gedopp.. wasserdichtes Futter, Staublasche.... 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Man ftelle fich por: er gibt einen Abgeordneten, der im Parlament seine Jungfernrede hält, ausgerechnet gegen die Laster der Großstadt, die sich für ihn in dem Nachtlokal„ Der Himmel auf Erden" verkörpern. Und nun muß der Unglücksmann eben dieses Lokal von einem Schwanfbruder gerade an dem Tag erben, da er seine Heirat feiert. Und in dem Testament steht, daß er nachts von 10 bis 3 Uhr in seinem Lotal die Geschäfte zu leiten hat. Man fann sich vorstellen, welche Un summen von Verlegenheiten sich daraus ergeben und wie hübsch die Kontraste aufeinanderprallen. Am Vormittag haben alle mög. lichen Sittlichkeitsvereine dem Herrn Abgeordneten zu seiner epoche machenden Rede gratuliert( nachher haben natürlich auch die Negerfapelle und die Girls seines Hauses sich ihm vorgestellt) und am gleichen Abend begegnet er schon einigen Präsidenten befagter Bereine in seinem Lokal, die erschienen sind, um Anstoß zu nehmen. Selbstverständlich fommt sein schon in der Brautnacht verlassenes Frauchen bald dahinter, wo der Herr Gemahl des Nachts sich aufhält; sie hetzt den Schwiegervater auf ihn, und der verfolgte Abgeordnete vermag fich nur zu retten, indem er sich als Dame verfleidet und den Schwiegervaber an der Nase herumführt. Auf dem Höhepunkt erscheint rechtzeitig der Rechtsanwalt, um mitzuteilen, daß das Lokal verkauft ist, und so schwimmt alles in Butter. Rein. hold Schünzel vermag seine derben Humore und feine Verschmitt. heiten in diesem Film gut an den Mann zu bringen, besonders als nerfleidete Dame iſt er prima. Reizend ist Charlotte Ander als jung verheiratete Frau, die alle Sensationen dieses Zustandes aufs beste widerspiegelt. Auch die Nebenfiguren sind ausgezeichnet be. setzt. Man fann sich wirklich auslachen: Morgan, Szafal, Adele Sandrock und die Plefsom geben reichlich Gelegenheit dazu. Die Regie führt manchmal schäbig, aber immer wirksam, Alfred Shirotauer. Boran ging ein Staremitsch Film, der ein Infektendrama zwischen Spinnen und Grashüpfern vorführt. Die Technif ist, mie immer, bewundernsmert, menn auch die allzu weitgehende Bermenschlichung der Tiere ihres eigenen Wesens entfremdet. D. „ Regine, die Tragödie einer Frau." ( Ufa- Palast am 300.) Lee Barry fannte man bisher eigentlich nur als schön ange. zogene Frcu. Darum durfte man berechtigte Zweifel hegen, ob gerade fie als Schauspielerin der wunderbaren Gestaltungsfraft eines Gottfried Keller gerecht werden konnte. Aber sie wuchs mit ihrer Aufgabe, diesmal ist Lee Barry nicht nur elegant, sie ist im Spiel rührend und noch viel mehr als das, sie ist wahr. Und so murde diese Tragödie einer Frau zur Tragödie der Magd. Sie wird nieder. gezogen von den Ihren, von dem verlumpten Bater, von der Bestie von Bruder, und sie wird zur Strecke gebracht von der guten Gesellschaft, die es ihr nie und nimmer verzeihen fann, daß der reiche, viel umschwärmte Mann sie heiratete. Und das gute Filmende ist diesmal fein Bersacken in die üble Sentimentalität, sondern eine Befreiung. Harry Liedtke war als Frant Thomas für Lee Barry ein glänzen. der Partner. Endlich durfte auch er einmal spielen, gab man ihm eine Rolle, die Inhalt hat. Sie war ihm ein willkommener Anlaß zu feinster Gestaltungstunft. Man hatte es ja beinahe vergessen, daß Harry Liedtte mehr tann, als nur fesch sein. Vivian Gibson war als Doris Ricarda mal wieder ganz und gar der mondäne Typ, intrigant, bedenlos verdorben, nur erfüllt von der Sucht, das liebe Ich in auffallender Weise zur Geltung zu bringen. Erich aschned, der Regisseur, hatte den festen Willen zur guten Leiftung. Er war geschmackvoll und verfiel nie in hohlen Brunt, er arbeitete mit starten Spannungsmomenten und verschmähte dabei in erfreulicher Weise die Sensation, er zwang das Publikum in die Etimmungen der Hauptatteure hinein. So schuf er einen mahren Film, groß angelegt, fein ausgemalt bis ins fleinste. Ein Wert, dessen Erfolg die deutsche Filmindustrie veranlassen sollte, endlich den Trennungsstrich zwischen Film und Kintopp zu ziehen.-g. „ Die schönsten Beine von Berlin." ( U. T., Kurfürstendamm.) Die Revue ist immer noch die große Mode. Da will und fann ber Film nicht fehlen und muß ihr auch seine Reverenz erweisen. Willy Wolff, der als Regiffeur auf Tempo hält, und Robert Liebmann greifen mitten ins Revueleben hinein. Sie zeigen uns die Haller- Revue vor und hinter den Kulissen und lassen noch einmal den Rhythmus der Tillergirls Triumphe feiern, und ver segen uns mitten in eine Revueaufführung. Die Handlung tonzentriert sich um den Star, eine spanische Tänzerin, die Ellen Richter darstellt. Charmant im Aussehen, temperamentvoll in ihren Bewegungen und immer so hübsch an der Oberfläche, wie es sich für einen Repuestar paßt, der irgendwo aus Ungarn stammt und Ruhm und Geld als Hauptzielpunkte des Lebens ansieht. Sehr nett ist die Intrige ausgesponnen: ein reiches Dicerchen verliebt sich in sie und sie läßt sich auf den Handel ein, obwohl ihr Herz einem Kunstschüßen gehören sollte, der sie im Krieg als Wirts tochter in Ungarn fennengelernt und ihr ewige Liebe geschworen hat. Aber die Familie des Dicerchen, die uns in föstlichen Eremplaren vorgestellt wird, nimmt Anstoß an dem Tingeltangelmädchen, das jeden Abend auf der Bühne die Buren verliert, mie fich der Chef der Familie so hübsch ausdrückt. Der Star muß da. her zunächst den ungarischen Baron heiraten, in einer Scheinehe, damit sie zu einem Titel tommt. Es wird ein Chefcheidungsgrund fonstruiert, damit sie mieder von der Ehe frei wird, aber siehe da, der Baron und jezige Kunstschüße ist inzwischen wieder zu seinem Bermögen gelangt, und Liebe und Geld ist natürlich besser als bloß Geld. Ellen Richter entwickelt in der Czardasszene eine ganz respettable Tanzfunft und bringt auch sonst alle Qualitäten eines Repuestars mit. 3hr Bartner ift Bruno Ka ft ner, der den Ungarn zurückhaltend und vornehm durchführt. Ausgezeichnet sind bie Chargen belegt, vor allem freut man sich über ein luftiges Intermezzo von Frieda Richard. Eine Berliner Revuerange pon hoher Echtheit fteuert Dina Gralla bei. „ Der Todesritt von Little Big Horn." ( Mozart- Saal) D. Auch die Amerikaner haben ihre Geschichte, und auch das ameri fanische Bublifun liebt es offenbar, Militärfilme zu sehen. Aber was diesen amerikanischen historischen Film von ähnlichen deutschen unterscheidet, ist die obsolute Rücksichtslosigkeit, mit der hier Schwächen und Berbrechen enthüllt merden. Man schreibt das Jahr 1869. Die große Bazificbahn, die vom Often bis zum Westen den amerikanischen Kontinent durchkreuzt, ist vollendet. In Massen strömen die Siedler gen Westen, die große Auseinandersegung mit den Indianern segt ein. Die Regierung weist ihnen Sondergebiete an, aber die Habgier beutelüfterner Spekulanten, die im Bunde mit einflußreichen Parlamentariern in Washington vorgehen, entreißt ihnen wieder dies Land und verkauft es, an Weiße. Unruhen und Aufstände sind an der Tagesordnung. In einer dieser Affären wird das berühmte fiebente Reiterregiment am Little Big Horn in eine Falle gelockt und restlos niedergemacht. In diesen Szenen offenbart der Regiffeur Sedgewid großes Talent zur Massenregie. Es gibt imposante Bilder von dem Aufbruch des Regiments, von seinem Zug durch weites wüftes Gelände, und dann setzt dieser plöglich aus brechende Ortan des Massenüberfalls ein, und es entwickeln sich Einzeltampffzenen non startem Gepräge. Mit dieser historischen Handlung ist eine Liebesgeschichte gefoppelt, die zwischen einem Depeschenreiter des Wilden Westens und der Tochter eines indianerfreundlichen Senators sich abspielt. Wie die Niederlage der Weißen durch den abscheulichen Verrat eines der Ihren herbeigeführt wird, der damit seine Geschäfte unterstügen will, so spielen auch in der Liebesgeschichte Intrigen und starte Kontraste ihre Rolle. Der Liebhaber und Held, den Hoot Gibson als einen tollkühnen Reiter, aber wenig ausdrucksfähigen Liebhaber darstellt, opfert fich für den Bruder seiner Geliebten, den eine Intrige der indianerfeindlichen Partei umspinnt. Aber er wird rehabilitiert, und das gute Ende perspricht ihm den verdienten Lohn: die Braut. Der Film interessiert stark durch die Szenen aus dem Indianerleben, die in ihren Zelten, Beratungen und Kriegstänzen vorgeführt werden. Daneben fommt auch die Natur zu ihrem Recht, das Brärieleben von einst mit den unermeßlichen Büffelherden und reichen Wildbeständen wird aufs neue hervorgezaubert. „ Die Lindenwirtin am Rhein." ( Capitol) T. Es foll freimütig zugestanden werden, der Mut zum Neuen wird nicht immer durch einen Rassenerfolg belohnt. Im Gegenteil, den bringt für gewöhnlich das schon einmal Dagewesene. Nicht stürmende Neuerer, sondern brave Wiederkäuer sind die Heroen des Durch schnittszuschauers. Aber trotz alledem braucht man nicht so bodenlos in verlogener Sentimentalität zu versinken, wie es diese Lindenwirtin am Rhein tut. Es wird mal wieder das deutsche Studenten tum gezeigt, das weiter nichts als Suff, Liebelei und Hauerei fennt. Diese einseitigen Schilderungen werden auf die Dauer bald gemein gefährlich, denn es muß sich doch tatsächlich der Gedanke festiegen, Baß es in ganz Deutschland auch nicht einen einzigen arbeitenden SCHIEL Beilage des Vorwärts Studenten mehr gibt. Und dieses Filmmanuskript( es schrieb treuteutsch und rheinselig Herr Emanuel Alfieri) ist besonders„ neckisch". Es fpetuliert im soundsovielten Jahre der deutschen Republik auf die sich schneuzende Rührseligkeit des deutschen Spießers, weshalb die holde Prinzessin ihren angebeteten Studenten nicht bekommt. Natürlich haben Ihre Hoheit sich dem Studenten g'schamig als Kind des Voltes genähert. Doch, sie friegen sich nicht, die Standesunterfchiede sind unüberbrückbar, troz menschlicher Anwandlungen des durchlauchtigsten Herrn Papas, die er durch Knickebeinstellungen ins Filmische übersetzt. Um diese Tragödie sinngemäß zu schildern, werden alle Sauflieder illustriert. Doch damit noch nicht genug, muß, bevor die Studenten im Duell sich ein paar Renommier= schrammen in die Gefichter hauen, auch noch das Lied„ Der Gott der Eisen wachsen ließ herhalten. Der Regisseur Rolf Randolf wollte nicht die geringste persönliche Note in den Film hineinbrin gen, dennoch hätte die Darstellerin der Prinzessin Inge, Maria Solvey, nicht so unpersönlich bleiben dürfen. Mit diesem Film eröffnete die Phoebus- Film- A.- G. die Saison. Hoffen wir trotzdem, daß ihre Filmzukunft nicht so düster wie der Anfang iſt. „ Der Polizeispiel von Chicago". ( Schauburg.) c. b. Der amerikanische Kriminaltommissar, nach dessen Angaben dieses Filmmanuskript gearbeitet wurde, ist offenbar vom Gruseln befallen worden, was ihm die Möglichkeit nahm, die Vorgänge flar zu erzählen. Dem Leser sei die Wiedergabe der Hintertreppengeschichte erspart, er fönnte sonst einen gewissenhaften Berichterstatter für schaurige Träume der Nacht verantwortlich machen. Der Film ist bitterernft gemeint, aber das deutsche Publikum nimmt ihm gegenüber den richtigen Standpunkt ein, es betrachtet ihn als Allotria. Und so geht in diese Sorte von Filmen nur der Zuschauer, der sich schon von vornherein freut auf die Gänsehaut, die Herz- und Atembeschwerden und das leichte Bibbern in den Gliedern, das ihn infolge der unheimlichen Situationen auf der Leinwand überkommt. Spencer Bennet ist in seiner Filmregie um 20 Jahre zurück. Walter Miller spielte einen dieser dauerhaften amerikanischen Polizisten, welche die Verbrecher zur Strecke bringen und das Mädel erringen, das sie lieben. Allene Ray genügte nicht immer den Anforderungen, die man an eine amerikanische Filmschönheit stellen fann. Burr Mc Intosh jedoch spielte den halbirren Verbrecher so, daß man sich der durch das Gesetz festgelegten Meter freute, die zwischen Leinwand und Bublikum liegen, weil sonst die Zuschauer womöglich verschluckt worden wären. e. b. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Hauptgruppe VII Achtung! Untergruppen 21 und 22. Dienstag, den 2. Auguff, 19 Uhr, im Verbandshause, Linienftr. 83/85 Gruppen versammlung Tagesordnung: 1 Vortrag des Kollegen Koch Il über: Das Arbeits. gerichtsgefez". 2. Distusfion 3 Neuwahl der Gruppenleitung. 4. Verschiedeness Pünktliches Erscheinen wird erwartet. Achtung! Gijentonitruttion Achtung! Dienstag, den 2. August, von 16 bis 19 Uhr, im Parterresaal, Schalter 2, des Verbandshauses, Linienftr. 83/85: Auszahlung der Streifs unterstützung. Für Schichtarbeiter in der Zeit von 9 bis 11 Uhr. Jeder Kollege muß persönlich erscheinen. Die Ortsverwaltung. Darf das sein? MÖBEL Der Waschtag darf Sie nicht so anstrengen, dass Sie am Abend vor Müdigkeit umsinken. Brechen Sie mit veralteten Methoden; führen Sie das einfache, Zeit und Kräfte sparende Suma Waschverfahren ein. Suma gibt Ihnen ohne viel Mühe und ohne hartes Reiben und Bürsten schneeweisse Wäsche. Seine wunderbare Waschwirkung verdankt Suma neben seinem fast doppelten Seifengehalt der besonderen Eigenschaft, beim Kochen Millionen kleiner Seifenbläschen zu erzeugen, welche die Gewebe in lebendigem Strom durchdringen und allen Schmutz behutsam lösen. Auf diese Art schont Suma Ihre Kräfte und Ihre Wäsche. SUMA Sa116 Preis pro Paket 50 Pfg. ,, Sunlicht" Mannheim SUMA SUMA wäscht weisser und schonender auf Teilzahlung bis 18 Monate Schlafe, Speise- u. Herren. Zimmer, Nußbaum- u.Einzelmöbel sowie Küchen, weiß und lasiert in guter Qualitätsware zu enorm billigen Preisen im Möbelhaus Suchlich Kottbusser Damm 77 Straßenbahn: 27, 28, 29, 36, 47, 48, 98, 128, 132, 143, 148. 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Montag 18% Uhr pünktlich Treffen zur Demonstration Rudolf- Wilde- Piaz, Schöneberger Stathaus. Reftlose Beteiligung erbeten. Dienstag, 2. August, Frattionsßigung Dorfstr. 42, Bimmer 2, pünktlich 20 Uhr. Tempelhof Marienborf- Marienfelbe- Lichtenrade: Sonnabend, 13. Auguft, ab 16 Uhr, Verfaffungsfeier der Partei in Kellers Festsälen, Mariendorf, Chauffeftr. 305. Konzert, Chorgefang, sportliche und turnerische Dachiefungen, Bariteteprogramm mit Künstlern aus der Scala und dem Wintergarten Rarten bet allen Funktionären und in den Konsumverkaufstellen. 16. Reis Ripenid. Treffpunkt zur Antikriegsbemonstration am Montag auf dem Wittenbergplaz pünktlich 18 Uhr mit den Genossen des 15. Kreises am Bahnhof Bellevue. Von dort aus Abmarsch mit Musik. Nachzügler, die den Zug nicht mehr erreichen, wollen fich direkt nach dem Wittenbergplag begeben. Sämtliche Abteilungen werden ersucht, für zahlreiche Beteiligung au forgen. Abfahrt vom Bahnhof Köpenick 17,32 Uhr und vom Bahnhof Friedrichshagen 17,24 Uhr. 17. Kreis Richtenberg. Gammelplag für die Demonstration am Montag plintlich 18% Uhr Dennewisplay( nahe Bahnhof Bülowstraße). Banner und Fahnen mitbringen. Die Borstandssigung am Mittwoch, 3. August, fällt aus. 18. Areis Weißenfee. Die Parteigenossen des Kreises fammeln sich unter unserem Banner am Montag 18 Uhr zur Rundgebung am Dennewit play. Fahrverbindung Straßenbahn bis Alexanderplag. Von dort mit Untergrundbahn bis Bülowstraße. Erscheinen jedes Genoffen wird erwartet. Morgen, Montag, 1. August: 32. b. 18 Uhr pünktlich bei ber Abteilungsfahne vor dem Hause Steinmeg. ftraße 12. Sahrt bis hochbahnhof Bülowstraße. Die Funktionäre legen bie tote Armbinde an, um als Ordner zu fungieren. 34. Abt. 17% Uhr Dennewißplag. Fahrt bis Bülowstraße. Pflicht. Erscheinen 35. Abt. 18 Uhr Dennewigplay. Alle Funktionäre, insbesondere die Bezirks führer, werben um regfte Propaganda für die Kundgebung ersucht. 37. Abt. Pünktlich 18 Uhr Dennewißplag. Fahnen mitbringen. 38. Abt. Pünktlich 18 Uhr Dennewißplag. Die bestellten Ordner find be reits um 17 Uhr dorf. 39. Abt. 17 Uhr mit Banner Fontanepromenade, Ede Freiligrathstraße. 43. Abt. 17% Uhr Fontanepromenade. Die Ordner müssen pünktlich da sein. 44. bt. 17% Uhr Fontanepromenade. 45. Wbt. Die Genoffinnen und Genossen beteiligen fich an ber Demonstration. Fahnen sind vom Abteilungsleiter abzuholen. 46. Abt. 17 Uhr Walentin, Görliger Str. 72. Um 18 Uhr von der Fontane promenabe nach dem Wittenbergplag. 48. bt. 18 Uhr Fontanepromenade. Charlottenburg. 53. Abteilung. Gemeinsamer Abmarsch 17% Uhr, Suttenstr. 26.- 50. Abt. Treffpunkt 18 Uhr beim Genossen Liersch, Kant. straße 62. Transparente usw. werden von hieraus mitgenommen. 57. bis 73. bt. Giche Kreisnachrichten. 72. Abt. Wilmersdorf. 18 Uhr Fehrbelliner Blag. Näheres Rreisnachrichten. Zur Berfaffungsfeier am 7. Auguft im Vittoriagarten( Breis 50 Bf.) find noch Karten zu haben bei Fröhlich, Auguftaftr. 29. Dafelbft auch Bestellungen auf die Parteitagsprotokolle. 74. Abt. Rehlendorf. 17% Uhr Haltestelle der Omnibuslinie 20. NachzugTer 18 Uhr Fehrbelliner Blah. 78. Abt. Schöneberg. Antreten pünktlich 18% Uhr Rathaus Rudolf- Wilde. Blag. Restlose Beteiligung wirb erwartet, Abteilungsbanner mitbringen. 85. Abt. Tempelhof. 18 Uhr Rudolf- Wilde- Platz Schöneberger Rathaus. Die Bezirksführer werben gebeten, einzuladen, 101. Abt. Treptow. 18 Uhr Bouche Ede Gräßstraße. Es wirb pünktlich abBezirksführer laben 103. Oberschönewribe. 18 Uhr Bahnhof Bellevue. ein, Teilnehmerliste wird geführt, 104. Abt. Rieberschönewelbe. 18 Uhr Bahnhof Bellevue. Abfahrt vom Bahnhof Niederschöneweibe 17,09 Uhr. 106. Abt. Johannisthal. 17 Uhr Abfahrt vom Bahnhof Nieberschöneweide bis Bellevue. 117. Abt. Lichtenberg. 18 Uhr Dennewitplay. 120. Abt. Friedrichsfelbe. 16% Uhr Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde. 123. Abt. Raulsdorf. Treffpunkt ist der Sammelpuntt bes 17. Rreises. bt. Mahlsdorf. Treffpunkt und Abmarsch 18% Uhr vom Dennewitplah, Bülowstraße. Anschluß an den 17. Kreis. Bollzählig beteiligen. 124. Treffpunkte der Abteilungen zu der Anfitriegsdemonftrafion auf 128./130. Abt. Pantow. 18 Uhr Bahnhof Nordring. Nachzügler 18% Uhr auf dem Wittenbergplak. 3. Abt. 17% Uhr Rleiner Tiergarten( Turmstraße, Badeanstalt). Alle Parteigenossen find zur Teilnahme verpflichtet. 4. Abt. 17% Uhr Kleiner Tiergarten, Turmstraße, Badeanstalt. Reftlose Beteiligung erwilnscht. 5. Abt. 17 Uhr an der Babeanstalt Turmstraße, am Rieinen Tiergarten. 8. bt. Die Mitglieder marschieren 18 Uhr vom Dennewißplag zur Kund gebung nach dem Wittenbergplag. Beachtet endgültigen Aufmarschplan im Borwärts". 9. Abt. 17% Uhr Kleiner Tiergarten. Alle Genoffinnen und Genossen müssen anwesend fein. 10. bt. 17% Uhr Turm- Ede Effener Straße. 14. bt. 18 Uhr Moabit, Turm- Ede Stromstraße. 17. st. 17% Uhr Tegeler Ede Lynarstraße. Nachzügler Kleiner Tiergarten. 21. Abt. 18 Uhr Kleiner Tiergarten. Rege Beteiligung erforderlich. 24. Abt. 18 Uhr Dennewisplay, nahe Hochbahnhof Bülowstraße. Abteilungsbanner und Fahnen mitbringen. 27, Abt. 18 Uhr Hochbahnhof Norbring, Eingang Kopenhagener Straße. Nachzugler 18 Uhr Dennewißplas( Hochbahnhof Bülowstraße). 29. bt. 184 Uhr Dennewigplag. Dienstag 19% Uhr Funktionärftigung bei Burg, Prenzlauer Allee 189, 31 Abt. 18 Uhr Hochbahnhof Norbring. Mufifaufträge übergibt man nur bem Nachweis bes Deutschen Mufiterverbandes, Berlin, Rom mandantenstr. 63/64. Dönhoff 3277-78. Geschäftszeit 9-5, Sonntags 10-2 Uhr Auf Wunsch: Bertreterbefuch. dem Dennewigplas 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 18 Uhr Moabit, Turm. Ede Stromstraße. 137. Abt. Reinidendorf- Beft. 17 Uhr Boltshaus Scharnweberstr. 114. Nach zügler Kleiner Tiergarten Moabit um 18 Uhr, 139. Abt. Tegel. Saltestelle der Straßenbahn( Schloßplat). Abfahrt pünktlich 17 Uhr. Bahlreiche Beteiligung erforderlich. 140. Abt. Borsigwalbe. 18 Uhr Kleiner Tiergarten( Moabit). Abfahrt vom Borsigwerk 17 Uhr. Uebermorgen, Dienstag, 2. Auguft: 43. Abt. Die Genoffinnen und Genoffen, welche Mitglieder des Bereins der Freidenker find, werden aufgefordert, fich restlos an der Bersammlung im Gewerkschaftshaus zu beteiligen. Anfang pünktlich 19 Uhr. 51. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr Sigung aller Funktionäre bel Lehmann, Königsweg. 80. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Gürlich Funktionärsisung. 108. Abt. Röpenid. 19% Uhr Borstandssigung mit Bezirksführern. Frauenveranstaltungen. 2. Kreis Tiergarten. Das Kaffeekochen am 3. Auguft fällt aus. Die Dampfer fahrkarten müffen bis Dienstag abgerechnet fein. Es find noch Ratten bei A. Jordan, Lübecker Str. 43, für den 5. Auguft zu haben. 21. Abt. Dienstag, 2. August, bei Kroll 19% Uhr Vortrag Die Sozial versicherung". Referent Helmut Lehmann. 25. Abt. Dienstag, 2. Auguft, Ausflug der Frauen nach Friedrichshagen, Rübezahl. Fahrpreis 30 Bf. Raffectochen. Spiel int Walbe. Ueber raschungen. Treffpunkt 9 Uhr Werneuchener Ede Elbinger Straße. 94 Uhr Bahnhof Landsberger Allee. Nachzügler gehen vom Bahnhof Friedrichs hagen nach dem Müggeltunnel. 50 Minuten bis Restaurant Rubezahl ober Sonntag, 31. Juli 1927 Straßenbahn 187 bis Friedrichshagen, Genoffenschaftsbrauerei. Gäfte find herzlichst eingeladen. 37. Abt. Die Genoffinnen werben ersucht, fich am Montag an der Demonstration reftios au beteiligen. Treffpunkt 18 Uhr Dennewigplag hinter dent Abteilungsbanner. 39. Abt. Dienstag, 2. Auguft, nicht Montag, findet die Fahrt nach Neger dorf statt. Besuch bei Genoffin Sage. Treffpunkt Stadtbahnsteig Warschauer Brüde um 13 Uhr. Abfahrt mit dem ersten Ertner- Zug nach 18% Uhr bis Station Rahnsdorf, durch den Wald zum Freibad in der Nähe Negerdorf Haus Nr. 119. Jede Genoffin Kaffee, Berpflegung und Badejeug mitbringen. 74. Abt. Zehlendorf. Montag, 1. Auguft, fällt der Ausflug wegen der De monftration aus. Freitag, 5. August, Abfahrt zur Dampferfahrt ab Behlendorf- Mitte 7% Uhr 94. Abt. Neukölln. Mittwoch, 3. Auguft Ausflug nach Schmetterlingshorst bei Grünau. Babezeug mitbringen. Treffpunkt 48 Uhr Bahnhof Hermannftraße. Nachzügler 12 Uhr Schmetterlingshorst. 104. Abt. Ricberschönweibe. Dienstag, 2. August, Frauenausflug nach wenden. Schloß. Abfahrt 18 Uhr mit der Straßenbahn, Haltestelle Brüdenstraße, Ede Berliner Straße. Jungsozialisten. Gruppe Schöneberg: Freitag, 5. August, veranstaltet bie Gruppe Schöneberg eine Jaures Matteotti- Gebentfeier im Jugendheim Hauptstr. 15. Gäfte will tommen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Mitte: Die Selfersigung am Montag, 8. Auguft, fällt aus. Wir beteiligen uns an der Antikriegstundgebung. Kreis Pantow: Dienstag, 2. August, 18 Uhr, bei Marie Muds, Niederschönhausen, Lindenstr. 35a, Gigung der Selfer und Ausschußmitglieder. Mittwoch, 3. August, Motorbootfahrt nach Alt- Buch horft. Abfahrt etwa 19 Uhr ab Wallstraße. 932 15. Abt. Sonntag, 7. Auguft. Die Genofsinnen und Genossen beteiligen sich an bem Republikanischen Voltsfest des Reichsbanners, Gruppe Webbing, im Schillerpart. Abmarsch 13% Uhr Binetaplay. 37. Abt. Diejenigen Genoffen und Genoffinnen, welche fich an dem am 21. Auguft ftattfindenden Ausflug nach Ertner beteiligen wollen, werben ersucht, sich bei ihren Bezirksführern oder beim Genoffen Gröginger, Seidenfelbftr. 16, Quergebäude 4 Tr., bis zum 6. August zu melden. Spätere Meldungen werden nicht berücksichtigt. Der Abteilungsvorstand. 86. Abt. Mariendorf. Karten zur Dampferfahrt am Freitag, 5. Auguft, find noch zu haben bei der Genoffin M. Rother, Mariendorf, Strefisstraße 18. Arcona Räder Kaufen Sie kein Fahrrad bevor Sie das Arcona- Rad mit Biastfedergabel and das Arcona- Ballonrad gesehen haben. 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Robert Meyer Marianenstraße 3, Ede launynstraße Simt Rorikpl.103 03 STOLWERCK Nach kurzem, schwerem Leiden verstarb am 28. Juli 1927 unser Meister, Herr Emil Hett der Leiter unserer Buchbinderei und Kartonabteilung. Wir verlieren mit ihm einen tüchtigen, zuverlässigen Mitarbeiter, der uns in mehr als vierzigjähriger Tätigkeit in unserem Betriebe eine wertvolle Kraft war. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Ah Freitag, dem 29. Juli, morgens 614 Uhr, entfchlief nach schwerem Leitn meine liebe Frau, unsere gute Muer, Schwägerin und Tante Louise Kanter geb. Heinrichs furzach Bollendung ihres 63. Lebensjahrs. Im Namen der trauernben Hinterbliebenen Hermann Kanter. Sielung Birkenstein, den 29. Juli. Einscherung am Dienstag, dem 2 Auuft, nadimittags 2 Uhr, im Premiorium Baumschulenweg. Berliner Velvetfabrik M. Mengers & Söhne Aktiengesellschaft. Am Freitag, dem 29. Juli, verschied nach turzem schwerem Leiden mein lieber Mann und guter Bater Valentin Punicki im 8. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Emma Punicki und Sohn Bruno. Die Trauerfeier findet am Dienstag, bem 2. Auguft, nachm. 5 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Metallbetten Stahlmatratzen, Kinderbetten günstig an Priv Kat. 650 ir. Eisenmöbelfabrik Suhli.Thür Danksagung Für die pielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranz Spenden bet bez Einäscherung meines lieben Mannes und unseres Baters Hermann Loreck fagen wir allen, die daran tellgenommen haben, sowie den Rednern fülr thre troftreichen Worte aufrichtigen Dant Berta Loreck und Kinder. Garantie. Fahrräder mit Freilauf und Bereifung in allen Preislagen von Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines geliebten Mannes, unjeres treuforgenbenBaters. sagen wir allen Beteiligten, insbesondere ben beiben Rebnern für thre troftreichen Worte am Sarge des Entschlafenen unseren aufrichtigen Dant. Elise Zielinski und Kinder Bln.- Friedenau, Beter- Bischer- Str. 13. 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