Nr. 236. Erscheint täglich außer Montags Breis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 1hr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Codifizirung des Tendenz- Prozelles. = L Mittwoch, den 9. Oktober 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. die Entrüftung der Zuhörer hervorrust und in etwas rapider| Charakter gewinnt aber der gleiche Ausdruck, wenn er gebraucht Entfernung des Redenden vom Schauplatz die genügende Sühne wird, um durch Angriffe auf die gesammte Transsubstanzion finden würde, die selbe Rede, die, als energischer Ausdruck des Lehre und deren gottesdienstliche Konsequenzen die christliche wissenschaftlichen oder des Glaubenseijers am entsprechenden Religion überhaupt herabzuwürdigen, den religiösen Sinn seiner Zur Vorbereitung einer fünftigen Umsturzvorlage" Orte gebraucht, kaum eine Rüge verdient, kann an anderen Hörer oder Leser zu untergraben. Allerdings trifft auch hierauf§ 166 ergreift ein Mitglied unseres höchsten Gerichtshofes, Herr Orten und in anderem Munde zum vergiftenden Schlagwort St.-G.-B. zu, wenn die Aeußerung, wie in dem gebrauchten Reichsgerichtsrath Melchior Stenglein, in der Zukunft" äußerlich das Gefährliche und das Ungefährliche unterscheiden ist voll berechtigt, wenn man findet, daß unter Umständen schon werden. Wie kann man dafür objektive Merkmale finden, die Beispiele, als beschimpfend bezeichnet werden kann; allein man das Wort. Zeitgemäß ist die Aufgabe sicherlich, die er sich laffen? Das Gefährliche ist die Tendenz, der die Worte das Erforderniß der Befchimpfung eine zu enge Schranke ziehe gestellt. Seit Wochen mühen sich die obrigkeitlich anerkannten dienen und die entsprechend gewählte Gelegenheit, und daß die Strafandrohung von Gefängniß bis zu drei Jahren, Patrioten aller Parteischattirungen ab, ein brauchbares fie auszusprechen. Deshalb lege man die Unterscheidung also von einem Tage an, zumal bei den milden Gewohn neues Zwing Uri für den Sozialismus zusammen- in die subjektive Seite der Handlung. Täglich heiten unserer Richter beider Strafzumessung(!) zuzimmern. Jämmerliche Kartenhäuschen sind bisher hat der Strafrichter die Absicht des Thäters festzustellen und feinen genügenden Schuß für die religiösen Grundlagen des ha bei nur zustande gekommen, die jeder Hauch demnach das entsprechende Strafgesetz zu finden oder die Staates bilde. Eine Umsturzvorlage neuen Datums tönnte also der Kritik umpustete. Da ist es nur zu loben, daß Gefeße überhaupt unangewendet zu lassen. Ist der Straf- wohl in der Lage sein, die Strafbestimmung des§ 266 St.-G.-B. ein erfahrener Mann, ein gewiegter Jurist, seine gesetzes- richter nicht mehr fähig, die inneren Vorgänge des Thäters zu dahin umzugestalten: fundige Hand ans Wert legt, um einen Bau zu begründen,& fann natürlich nicht Aufgabe einer Erörterung, wie dieser, ergründen, so ist er überhaupt unfähig, seines Amtes zu walten. der den schutzbedürftigen Institutionen der Religion und sein, den Entwurf eines Umfturzgesetzes aufzustellen. Ein der Monarchie, des Eigenthums und der Ehe, wie es die wirklichen Vorkommnissen entnommenes- Beispiel möge aber felige Umsturzvorlage bezweckte, Sicherheit vor den Mächten das Gesagte erläutern. des Umfturzes gewährt. Der Baustein, den Herr Melchior Stenglein herbeigeschleppt hat, ist seines Zweckes würdig. Justitia fundamentum regnorum Gerechtigkeit ist die Grundlage der Reiche. Herrn Stenglein's Baustein der Gerechtigkeit wird dem antisozialistischen Zwing Uri im Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte als geeigneter Grund- und Eckstein dienen. Es ziemt sich, ihn auch jetzt schon, wo er noch im rohen, unbehauenen Zustande vor uns liegt, sorgfältig in Augenschein zu nehmen. " Wer öffentlich eine der christlichen Kirchen oder ihre Einrichtungen oder Gebräuche, um den religiösen Sinn anderer zu untergraben oder zu vernichten, beschimpft oder herabwürdigt, wird zc." Herr Stenglein erörtert darauf, daß ein Pastor eine des Gesetzes auf eine fonfeffionelle Polemit oder auf eine wiffen. Man wird nicht zu besorgen haben, daß eine solche Fassung verspottende Aeußerung über ein Prozessionsbild gethan schaftliche Kritik Anwendung finde, man kann daneben die Behabe, eine Aeußerung, die mir vorsichtiger Weise hier nicht ftimmung des§ 266 Str.-G.-B. für geringere Fälle fortbestehen wiedergeben; denn was einem Reichsgerichtsrath in der laffen, wenn auch eine gewisse Verbesserung wünschenswerth Zukunft" erlaubt ist, könnte, wenn sein eigener angenehmer erscheint; man schafft endlich damit gemeines Recht im landPlan in Erfüllung geht, uns als Gotteslästerung an- läufigen Sinne und trifft doch nur das, was die Umsturzvorlage gerechnet werden. treffen wollte. Die Ausdehnung des einen Beispiels auf alle jene Grundlagen der heutigen menschlichen Gesellschaft, die des billigen will, ergiebt sich von selbst, ohne daß eine breitere AusSchutzes bedürfen und denen der Gesetzgeber diesen Schutz zu= einandersetzung erforderlich erscheint." Herr Stenglein meint nun, sofern diese Aeußerung nur innerhalb einer rein tonfessionellen, hier protestantischen, Gemeinschaft als Mittel der Auseinandersehung mit einer anderen, hier katholischen, Glaubensgemeinschaft angewandt Es lohnt sich der Anregung des Herrn Stenglein zu worden sei, könne man sie wohl als geschmackswidrig ver- folgen und das Schema des Rettungs Paragraphen auf werfen, aber sie verfiele nicht dem Strafgesetz. einige andere Einrichtungen der heutigen Gesellschaftsordnung zu übertragen, z. B. die Monarchie. Dann würde Dann fährt er fort: er lauten: Wer öffentlich die Monarchie oder ihre Einrichtungen oder Gebräuche, um den monarchischen Sinn anderer zu untergraben oder zu vernichten, beschimpft oder herabwürdigt, wird 2c. Herr Stenglein fehrt sich zunächst mit ernster Würde dagegen, daß so mauches reichstreue Gemüth unnöthigen Anstoß an dem Schlagwort Ausnahmegesetz" genommen habe; wendet ein, daß die Sozialdemokratie sich in einen Kriegs- Anders liegen die Verhältnisse, wenn derartige Ausdrücke zustand gegen die bürgerliche Gesellschaft gesetzt habe, der öffentlich in Echrift oder Wort gebraucht würden, also nicht beAusnahmegesetze gegen sie vollkommen rechtfertige; fommt schränkt auf tirchliche Zwecke und auf das Gehör gleich denkender dann aber doch mit der Offenbarung heraus, daß er den Glaubensgenossen; denn jeder ist den religiösen Gefühlen anderer Stein der Weisen gefunden hat, mit dem man alles vermag, Str.-G.-B. angewendet werden( Wer öffentlich die Einrichtungen Achtung schuldig. Hierauf könnte ohne Rechtsirrthum§ 266 was man von einem Ausnahmegesetz nur verlangen kann, oder Gebräuche einer der christlichen Kirchen beschimpft...); denn Und wie wir uns nun die möglichen Folgen der Ander sich aber doch in den festen Bau unserer ordentlichen man fann in jenem Ausdrucke sehr wohl eine Beschimpfung er- wendung dieses Paragraphen auf unser öffentliches Leben Gefeße einfügen lasse. Doch seine Entdeckung müssen wir blicken. Die Schwäche jener Gesezesstelle beruht darauf, vergegenwärtigen, da leuchtet es uns ein: Was Herr ihn mit seinen eigenen Worten einführen lassen: daß auch§ 266 zu wenig Rücksicht auf die subjettive Stenglein durch den weitläufigen Apparat der ReichsgesetzMerkwürdiger Weise hat man bis jetzt die Unterscheidungs- Seite nimmt, und darauf, daß der Begriff der Deffentlich gebung erst ins Leben rufen will, die Verwendung der mertmale( für ftrafrechtliche Begriffe) stets nur auf objektivem teit auch auf den öffentlichen Gottesdienst paßt. Auf dem Boden Tendenz eines Angeklagten als ausschlaggebendes Moment Boden zu finden gesucht, während man doch subjektive Bestrebungen des geltenden Rechtes ist also das Verlangen einigermaßen Tendenz eines Angeklagten als ausschlaggebendes Moment treffen wollte und das Harmlose und Unverfängliche oder doch gerechtfertigt, Geifiliche zu strafen, die innerhalb der konsessionellen bei der Aburtheilung, das haben bahnbrechende Genies der minder Gefährliche sich nur subjektiv von dem Gefährlichen unter Schranken Glaubensfäße anderer Konfessionen oder Einrichtungen Praxis unlängst in unser Rechtsleben eingebürgert. scheidet. Die selbe Rede, die im Munde eines Betrunkenen anderer Kirchen mit einer gewissen Energie, die sich als Be: Der Staatsanwalt in Effen hat den Verdacht im Wirthshaus unschädlich verhallen wird oder höchstens schimpfung bezeichnen läßt, angreifen. Noch einen anderen des Meineids bei Schröder und Genossen mit deren [ Machbruck verboten. aus dem füdamerikanischen Skizzen Hinterlande. 60 sah ich einen Mann vor mir, einen Europäer, der bis zu hältnißmäßig kurzer Zeit, dank der sorgsamen Pflege den Hüften im Wasser stand, nicht weit von einem flachen des Doktors, wurde ich wieder hergestellt, und wir haben Ufer, und der eben damit beschäftigt war, mich mit vieler denn noch die ganze Zeit im Chaco verbracht, bis der Mühe aus dem moraftigen Wasser und den Wasserpflanzen Krieg zu Ende war, und die Brasilianer den Lopez in Cerro herauszuziehen, in denen er mich gefunden hatte. Später Corá erschossen hatten. habe ich dann von ihm gehört, daß er mich, meinen Ich will Ihnen jetzt gleich das nähere über den Doktor Der allererste, der fiel, war der kleine Sargento an Arm fest um ein Stück Holz geklammert, längs des Wilson anschließen, damit Sie verstehen, wie er nach dem meiner Seite, der eine Kugel gerade in die Stirn erhielt, Ufers treiben sah und daß er daraus schloß, daß ich noch Chaco kam. Wilson war ein englischer Arzt, den der alte daß er, ohne einen Laut von sich zu geben, niederstürzte. Leben besitzen müßte. Das Stück Holz, das im Fluß ge Lopez aus England hatte kommen lassen, damit er im Ich hatte gerade noch so viel Zeit, das zu sehen, als ich trieben, mußte ich instinktiv erfaßt haben, und der Strom paraguayischen Heere seine Dienste leiste. Wie er mir später selber einen furchtbaren Schlag empfand, ein Feuer vor hatte mich mit ihm entlang getrieben und am anderen vertraute, hatte er in seinem Vaterlande trübe Erfahrungen meinen Augen aufzucken sah, und dann war es aus. Das Ufer, dem Ufer des Chaco, abgesetzt. Das war die gemacht mit einer Frau, die er geliebt und die ihn hinterGeheimniß des Lopez war gesichert. Aber wie Sie erste Gelegenheit, daß ich ich den den Dr. James Wilson her betrogen hatte, und so hatte er das Angebot von Lopez sehen, lebe ich noch, und deshalb kam ich wirklich zu Gesicht bekommen, einen Mann, der mich später angenommen, da er sich vornahm, nie wieder nach Europa nach einiger Zeit zu mir. Die Kugel, die mich getroffen würdigte, sein Freund zu zu werden, dem ich mein zurückzukehren. Er war das einzige Kind eines wenig behatte, war nicht tödtlich gewesen; obwohl sie mir in die Leben verdanke und von dem ich alles gelernt mittelten Mannes gewesen, seine Eltern waren gestorben; Brust gedrungen war, nur einen Finger breit vom Herzen, habe, was ich weiß und kann. Ich muß sagen, daß dieses kurz, es fesselte ihn garnichts mehr an England, und so wie Sie noch heute sehen können an der alten Narbe. Als der einzige Europäer gewesen ist, den ich achten gekonnt war ihm sein Entschluß leicht geworden und er ist ich also wieder zur Besinnung kam, entdeckte ich, daß man habe in jeder nur denkbaren Hinsicht, und ich habe mich ihm trotz des Krieges nicht untreu geworden. Meines mich auf eine Ochsenhaut geworfen hatte und davon schleiste, stets bemüht, mich nach meinen Kräften ihm gegenüber Wissens hat er auch niemals Lust gespürt, zurückebenso wie die übrigen. Ich lag auf meinem Gesicht auf dankbar zu zeigen auf jede Art und wie es nur immer zugehen oder auch nur vorübergehend sein Vaterder Haut und vor mir ging ein Soldat, der dieselbe an möglich war. land wiederzusehen. Mit Lopez überwarf er sich einem Riemen hinter sich her schleifte. Selbsterhaltungstrieb Dieser Mann also zog mich aufs Land, erquickte mich bald; denn er war ein edler und reiner Charakter und hat ein jeder; also ich auch, und der meldete sich auch in mit etwas Branntwein, den er bei sich führte, und schleppte paßte nicht zu den Dingen, für die man ihn benutzen wollte. der Lage, in der ich mich befand, und obwohl meine mich dann auf seinem Rücken eine Strecke weit in Als Lopez ihm eines Tages nahelegte, eine Person mit Gift Sinne schwach genug waren in dem Zustande. Ich den Chaco hinein, bis er einen Busch fand, in dem aus dem Wege zu räumen, kündigte er ihm den Dienst, hielt meine Augen geschlessen wie ein Todter und man er mich niederlegte und mich ermahnte, mich vorläufig ruhig und Lopez hatte dieses Mal nicht den Muth, ihm hielt mich dafür, gab sich auch nicht mehr die Mühe, zu verhalten. Die Hilfe, die er mir geleistet hatte, war deswegen nach dem Leben zu trachten. Er ist dann viel genau nachzusehen. In der Zeit machte man nicht viel nicht ungefährlich für ihn gewesen; denn die Kugeln der im ganzen Lande umhergestreift, suchte Pflanzen und Federlesens. Man schleifte mich und die Kadaver der paraguayischen Batterien sowohl, wie die der brasilianischen Thiere, behandelte Kranke und erwarb sich so den übrigen eine lange Strecke durch Gebüsch, über Steine Kriegsschiffe konnten uns bequem erreichen. Jedoch schien Lebensunterhalt. Als dann der Krieg unter Francisco wohl eine ganze Stunde lang. Endlich machte man an man uns nicht zu bemerken, wenigstens tamen wir ganz Solano ausbrach, hielt er es doch für gerathener, sich bei einem steilen Abhang Halt. Unter uns rauschte der Rio unangefochten davon. Der Doktor Wilson ging dann in Zeiten zu sichern; denn er ahnte es, daß Lopez bei uns Paraguay. Je zwei Soldaten faßten nun ein Fell an, ein das Junere des Chaco hinein, nachdem er versprochen günstigem Ausgange seines Unternehmens seinem Haß gegen Schwung und unten lag man. Im nächsten Augenblick hatte, gegen Abend wiederzukommen. Das that er die Fremden freien Lauf lassen würde, und so begab er flog auch ich hinunter; ich fühlte die Kälte des Wassers denn auch, und mit ihm kami ein Duhend sich rechtzeitig genug geheim nach dem Chaco zu einem und die Erschütterung meines Körpers, als ich platt auf Indianer, die mich auf ein großes Fell legten und mich Indianerstamme, den er von früher her kannte, und das Wasser auffiel; der rasche Strom nahm mich davon darauf mehrere Meilen landeinwärts schafften, wo sie einen der ihn willig bei sich aufnahm. Bei einer Streiferei und mir vergingen von neuem die Sinne. Hätte mich Toldo hatten, und wo der Doktor Wilson unter ihnen traf er so ganz zufällig auf mich und rettete mir dabei ein Krokodil gefaßt, so wäre ich bei lebte. Hier gelang es ihm, mir die Kugel herauszuziehen, das Leben. Nach dem Kriege siedelten wir dann wieder auf lebendigem Leibe gefressen geworden, wie die Leiber meiner die durch die ganze Brust gegangen war und die die andere Seite des Flusses über. Wir waren inzwischen Gefährten. Als ich sodann zum andern Male zu mir fam, er unter der Rückenhaut herausschnitt. Nach ver unzertrennlich geworden, da er eine große Zuneigung zu politischen Anschauungen begründet, und das bürgerliche Das preußische Staatsministerium trat heute müssen wir für lettere die Grundlage aufsuchen, auf der allein Schwurgericht wie das rechtsgelehrte Richter- Kollegium Mittag 2 Uhr unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten, eine gesunde Ordnung der gemeinsamen Bedürfnisse des Volkes haben diese Rechtsauffassung durch den Wahrspruch und die Fürsten zu Hohenlohe- Schillingsfürst zu einer Sigung zu- möglich ist, den nationalen Rechtsstaat." Strafzumessung fanttionirt. In Berlin aber haben im sammen. Der Deutschen Tageszeitung" wird hierüber ge- das seitdem nicht die Redaktion gewechselt hatte, folgenderAm 19. Februar 1893 äußerte sich das gleiche Blatt, Prozeß gegen unseren Kollegen Dierl das Kammergericht als schrieben: " " und Beschwerde Instanz und die Brausewetter Kammer des Wie von zuverlässiger Seite verlautet, soll in dieser Sigung maßen bei der Besprechung der Rede Caprivi's gegen die Landgerichts bei der Urtheilsfindung sich erklärtermaßen durch die Frage zur Entscheidung kommen, ob das fernere Vorgehen Agrarier: die politische Tendenz des Vorwärts" leiten lassen. Dieri gegen die Sozialdemokratie auf legislativem oder lediglich auf die Berhältnisse stärker sind als die Regierung, und auch Fürst Es ist also sicherlich richtig, daß in allen diesen Beziehungen wurde wegen Majeftätsbeleidigung zu 6 Monaten Gefängniß ftrengerem administrativem Wege erfolgen soll." Bismarck, wenn er noch am Ruder stände, würde diese Verhält verurtheilt, weil wegen seiner und des Blattes politischer Die Redaktion selbst fügt dieser Information hinzu: Tendenz ihm zuzutrauen sei, daß er trotz der Milderung in der Sitzung des Staatsministeriums zu Beschlüssen über den Weg Wir haben jedoch Grund zu der Annahme, daß es in dieser nisse nicht ändern, welche ja alle nur Wahrzeichen sind auf dem Wege teine zum Sozialismus eher Ruhe Wiedergabe eines Majestätsbeleidigungs- Prozesses selbst eine einer schärferen Bekämpfung der Ausschreitungen der Sozial- geben werden, als bis in irgend einer Weise die Majestätsbeleidigung begehen wollte. Die bürgerliche Preffe demokratie nicht kommen wird. Es liegt außerdem ziemlich individuelle Wirthschaftsform durch die genossenschaftliche Berlins hat ja die Güte gehabt, durch ausführliche Wieder- nahe, daß man geneigt sein könnte, erst den Ausgang ber ver- ersetzt wird... aber so gewiß die Noth der Landwirthe am gabe eben dieses Prozesses Diert mitsammt dem Ausdruck, schiedenen Prozesse, die gegen sozialdemokratische Hedakteure letzten Ende nur durch eine Aenderung unseres Systems beseitigt dessen Wiedergabe unserm Kollegen Dierl in dem von ihm schweben, abzuwarten, ehe man über Maßnahmen zu Aenderungen werden kann, so gewiß ist ihre jezige Agitation, ihnen selber unbewußt, nur der Kehrbesen einer neuen und hoffentlich besseren veröffentlichten Prozeßbericht 6 Monate Gefängniß einge- des geltenden Rechts beschließt." bracht hat, den Beweis zu liefern, daß sie wegen ihrer Sie schließt ihre Betrachtung mit dem bei ihr stereotypen Beit." Und am 12. April 1893 hieß es im gleichen Blatte einwandsfreien Tendenz eine Strafverfolgung nicht zu scheuen braucht. Wünschenswerth aber wäre es, daß das Staatsministerium in einem Leitartikel über reines Deutschthum: heute schon darüber schlüssig würde, welche wirthschaftlichen So ist die Sozialdemokratie vor unseren Augen zu einem Reformen die Regierung im kommenden Winter in Angriff Riefen auferwachfen, und ein besonders lehrreiches Beispiel von nehmen will." der dämonischen Kraft eines neu heraufkommenden KulturMit diesen wirthschaftlichen Reformen sind natürlich gedankens wird es immer sein, wie wir übrigen Deutschen uns Maßregeln wie der Antrag Kaniz und beileibe nicht fozial- äußerlich und in unserem Bewußtsein zu der Sozialdemokratie gestellt haben. politische Maßnahmen gemeint. Für sich fordern die Agrarier Man darf behaupten, daß. unter den gebildeten Deutschen weitgehendste Staatshilfe, für die Arbeiter, die nach Besserung heute nur wenige noch den Gedanken einer Reform unseres Erihrer Lage streben, wünschen sie Maulkorbgeseze und Gewerbslebens vom Individuellen ins Genossenschaftliche, das heißt Sostaliftische ganz verwerfen... Nach brauchbaren Waffen suchen wir, nach blanken, nicht verrosteten, mit denen wir uns unsere Heimath zurückerobern, nach einem Schiffe, das uns hinübertragen könnte, und beides finden heute Millionen gebildeter Deutschen in den Verheißungen des Sozialismus... Somit nimmt die bürgerliche Preffe die gegen die Sozialdemokratie geführten Tendenzprozesse bereits als etwas Selbstverständliches hin. Gaße: " In einem Auffage des Herausgebers der„ Täglichen Rundschau", Dr. Lange Deutsche Schulreform" findet sich gegen den Schluß folgende Stelle: " Mit diesem Hinweis auf die Praxis wollen wir indeß Teineswegs Herrn Melchior Stenglein den Ruhm schmälern, mit dem Weitblick des Staatsretters die Codifizirung des Tendenzprozesses angebahut zu haben, die den genialen Griff des Einzelnen zum unverbrüchlichen System erhebt. fängnisfe. Diese Codifizirung in dem geplanten Umsturgesetz erAus dem Tone, den die offiziöse Presse in den nächsten öffnet uns obendrein herrliche Perspektiven auf eine Ver- Tagen anschlagen wird, wird man schließen können, welchen vollkommnung unserer Rechtspflege, von der wir jetzt nur Kommentar ein wohlweises Staatsministerium zum Appell eine schwache Ahnung haben. Wohlweislich hat Herr des Kaisers an die Garden zu schreiben beabsichtigt. Stenglein auch die Bräuche der schutzbedürftigen Staatsund Gesellschaftseinrichtungen mit in seinen Rettungs- Die Geistlichkeit in der Schule. Der Oberkirchenrath Baragraphen hineingezogen. Wird also tünftig ein Sozial- hatte sich der überflüssigen Besorgniß hingegeben, daß die Die Verachtung der Arbeit haben die Amerikaner von sich demokrat die Bräuche der Monarchie in China, Hawaii oder Unterrichtsverwaltung ihm den bisherigen Einfluß auf die Dahomeh verunglimpfen, so rechtfertigt seine republikanische Schule nehmen wolle. Daraufhin hat der Kultusminister gethan, aber das Geld haben sie zu ihrem obersten Gößen gedieser schamlose Herrscher schwingt seine Tendenz die Annahme, daß er auf solche Weise die Monarchie Dr. Bosse zur Beruhigung der Geistlichkeit ein Schreiben macht, Geißel so hartherzig über den Amerikanern, daß sie überhaupt oder im allgemeinen untergraben will: fort mit an den Oberfirchenrath ergehen lassen, in dem es heißt: ihm auf Monate oder Jahre nach Plößensee! " Dem Ortsgeistlichen soll bei Fortfall der Orts- Schulaufsicht Weder Amerika noch Europa haben bis jetzt den Gedanken der wirklichen Befreiung faft mehr als wir bedürfen. Ober die den Geistlichen zugedachte besondere Mitwirkung bei wir brauchen ja gar nicht so weit zu Ausübung der Schulaufsicht gewährleistet werden. Dem Geift- der fulturellen Erlösung verwirklicht; er schwebt noch als Berschweifen- redet er despektirlich über den Fackeltanz, diesen lichen ist hiernach die Gelegenheit geboten, sich als sachverstän- heißung über beiden und wird erfüllt werden, wenn die Völker, ehrwürdigen Brauch der preußischen Monarchie, so muß er biges Mitglied der Schuldeputation vorzugsweise mit Fragen von äußerster Noth bezwungen, aus den Tiefen ihres ſittlichen bestraft werden, wenn nicht alles, was dem Patrioten des inneren Schulbetriebes amtlich zu befassen, insonderheit Bewußtseins den Entschluß erzeugen, die national geordnete Arbeit als Spenderin alles Adels auf den Thron zu heben und herzen theuer ist, dem Umsturz verfallen soll. Und mit denjenigen, welche sich auf die religiöse Erziehung und Unternun erst das Eigenthum und die Bräuche der Eigen- weisung in der Schule beziehen. Der Minister vermeint, daß zugleich die Ketten ihres jetzt noch herrschenden Beinigers, des thümer! Uns fehlt Raum und Zeit, um die daraus biernach bei eingehender Erwägung ein Anlaß zur Beunruhigung wucherischen Kapitalismus, ihr zu Füßen zu legen." Man sieht, daß der teutscheste der Teutschthümler seinen resultirenden Möglichkeiten strafrechtlicher Verfolgung aus den größten Werth darauf legt, gerade hiermit Mantel ebenso nach dem Winde zu richten versteht, wie ein in kirchlichen Streifen nicht vorliegen kann, wie er andererseits zumalen, bei denen Herrn v. Stumm und Kommerzienrath auch der Schulverwaltung die wirksamte Silfe ganz gewöhnlicher Stöckerling. Baare das Herz im Leibe lachen muß. der Geistlichen bei Handhabung der Schul aufsicht gesichert zu haben." Doch mag Herr Stenglein nun sein Ziel der Codifizirung des Tendenzprozesses erreichen oder nicht auch wir glauben an den Spruch: Justitia fundamentum regnorum, oder um ben Gedanken in etwas anderer Form auszudrücken: Gin Reich, das nicht auf Gerechtigkeit sich auferbaut, verdient zu grunde zu gehen und wird zu grunde gehen! Politische Uebersicht. Berlin, 8. Oftober. Nun hat die liebe Seele des Oberkirchenraths doch hoffentlich Ruh. Zur Charakteristik der gesinnungstüchtigen Preffe. n ihrer Nummer vom 2. d. Mts. entrüstete fich die national antisemitische Tägliche Rundschau" über die Jungen unter den Christlich- Sozialen. Sie schrieb damals: Da mit dem Namen der Christlich- Sozialen" früher ausschließlich eine Gruppe der konservativen Partei bezeichnet wurde und von der positiv gesinnten Geistlichkeit früher mit gutem Grunde angenommen wurde, daß sie politisch auf fonfervativem Boden stand, so ist es begreiflich, daß die Angriffe aus einem sonst Die Ausweifung des Dr. Ellenbogen aus verbündeten Lager den Konservativen schwere Sorgen bereiten, und Breslau hat auf dem Parteitage die gebührende Wür- man tann es ihnen nicht gerade verdenken, daß sie mit ausgedigung sofort gefunden. Was die Polizeibehörden eigentlich sprochener Gereiztheit die falschen Freunde von sich abzuschütteln bezwecken mit derartigen Maßregelungen auswärtiger Gäste bemüht find. Wir sehen, wie wir schon öfter betont haben, in auf unseren Kongressen, tönnen wir nicht ermessen; was dem christlichen Sozialismus der Herren Göhre und Naumann sie erreichen, entspricht jedenfalls nicht ihrer Absicht. Sie nur die durch die moderne soziale Entwickelung schärfer ausgeprägte Kehrseite der Verquickung des Christenthums mit der erreichen damit nur, das Bewußtsein der Interessen- Bolitit. Auch wir erkennen in diesen Bestrebungen eine Eingemeinschaft der Proletarier aller Länder gegenüber den feitigkeit, die schließlich im Lager der Sozialdemokratie enden bestehenden Staatsgewalten zu kräftigen. muß und zur Verneinung unserer Staatsordnung führt. Darum Kunft und Wissenschaft. Auch ein Beitrag zur Diskussion über die Emser Büschchen erzählt in seinem Buche Unser Reichskanzler"( Band I, G. 422 2c.) folgende gerade jezt Depesche. von 1866 und 1870/71: sehr interessante Reminiscenz zur Vorgeschichte der Kriege " Noch genaueres bin ich in der Lage zu berichten, beiläufig nach einem Gespräche, das ich am 28. Januar 1888 hatte. Mein Gewährsmann erzählte: Kurz bevor die ersten Schüsse fielen( es muß nach dem obigen etwa 14 Tage vor Ausbruch des Krieges gewesen sein), schickte Bismarck einen Sachsen, den damals in Berlin lebenden Bruder des österreichischen Generals v. Gablenz, nach Wien zum Kaiser mit Vorschlägen zum Frieden auf grund des Dualismus und gemeinschaftlicher Wendung gegen Frankreich. Er ließ ihm vorstellen, wir hätten 6 bis 700 000 Mann auf den Beinen, sie auch eine Menge Leute. Da sollten wir uns lieber vertragen und eine Schwenkung, eine große Frontveränderung vornehmen, nach Westen, beide aufammen, wir im Norden, sie im Süden gegen Frankreich, und das Elsaß wiedernehmen, StraßFrankreich wäre jetzt schwach gegen uns. burg zur Bundesfestung machen. Es würde kein gerechter Grund zum Kriege mit den Franzosen vorhanden sein, aber wir fönnten uns damit entschuldigen, daß es auch kein gerechtes Verfahren gewesen sei, als Frankreich uns das Elsaß und mitten im Frieden Straßburg genommen hätte.. Nun denn, Gablenz tam mit seinem Auftrage vor den Kaiser, welcher der Sache nicht ungeneigt schien, aber erst den Minister des Auswärtigen hören zu müssen erklärte, Mensdorff. Der war nicht für solche Gedanken geschaffen, aber der Sache auch nicht gerade entgegen; er müsse mit den anderen Ministern reden. Die waren aber für den Krieg gegen uns. Der Finanzminister sagte- er dachte, sie würden uns schlagen-: erst müsse er 500 Millionen Kriegskontribution haben von uns, oder eine gute Gelegenheit, den Staatsbankrott zu erklären. Der Kriegsminister war mit Bismarck's Gedanken eigentlich nicht unzufrieden; erst müsse aber gerauft werden, meinte er, dann könnten wir uns mit einander vertragen und zusammen gegen die Franzosen losgehen..." mir gefaßt hatte, obwohl er im ganzen ziemlich menschenscheu und verschlossen war, ganz besonders Europäern gegenüber. Aber mich sonderbarerweise wollte er immer bei sich Das Schiller- Theater hat am Sonntag wieder mit den haben, und ich verehrte ihn wie einen Vater. Das Dichter- und Tondichter- Abenden begonnen, die im vorigen Jahre Geheimniß, das ich mit mir herumtrug, und das von der Direktion eingeführt worden sind. Wie damals, so ist mir bei einem Haare das Leben gekostet hatte, habe auch in der neuen Saison der Bürgersaal des Rathhauses zu ich ihm übrigens erst später anvertraut, als ich diesen Zwecken bereitwilligst von der Stadtverwaltung bergegeben meine Mutter wiedergefunden hatte, und sah so, daß seine worden und wie bislang, so scheint auch das Publikum, welches die Freundschaft ganz ohne Interesse war. Er hat sich auch Dichterabende besucht, den Beranstaltern treu bleiben zu wollen. gar nicht viel aus dem Golde gemacht, als er schließlich Da ist denn nun ein kleiner Irrthum, der auch von den Ver Savon hörte und blieb ruhig und gelassen wie früher; wozu Die Dichterabende sind bislang nicht zum wesentlichen denen zu anstaltern der Vorträge getheilt zu werden scheint, zu berichtigen. manch anderer wohl nicht im stande gewesen wäre meiner gute gekommen, Die vorher feine Gelegenheit hatten, Meinung nach. Meine Mutter war übrigens gefund an unsere Geiftesheroen fennen zu lernen. Soweit wir beKörper aus der Kordillere zurückgekommen; wenn auch ab- obachten konnten, besteht die Zuhörerschaft der Sonntagsgemagert wie ein Skelett; aber ihr Geist war unter den vorlesungen zum wettaus größten Theile aus jüngeren schrecklichen Ereignissen, die sie gesehen und durchgemacht und älteren Leuten, welche den Kaufmannsstand zu ver hatte, umnachtet geworden. Sie Sie blieb bei uns treten scheinen; fehr zahlreich nehmen auch Damen an den bis an ihren Tod, der sie erst nach einer Reihe von Jahren Abenden theil. Nun mag ja richtig sein, daß auch diese Zuhörer Die Krawalle in Münster wegen frühzeitiger erlöfte. Daß wir die Hebung des Schatzes beabsichtigten, aber immerhin kann bisher wenig von Schiller und Goethe gewußt haben, von ihnen nicht angeführt werden, Schließung der Schankwirthschaften nehmen immer größeren war natürlich und auch verzeihlich genug. Wer sollte der daß fie überhaupt feine Gelegenheit finden tonnten, Umfang an. Einer uns aus Münster zugehenden PrivatHerr dieses blutigen Geldes sein! Ich für meine Person aus dem Born der deutschen Dichtung zu schöpfen. Es liegt mittheilung entnehmen wir, daß berittene Gendarmen und bin nie geldgierig gewesen, der Doktor Wilson ebenso- uns fern, aus diesem Publikum der Direktion irgend welchen Schutzleute mit der Waffe eingehauen haben und daß auch wenig. Trotzdem hielt ich für am besten, das Gold in Vorwurf zu machen, aber konstatirt werden muß es doch, daß schon Schüsse gefallen sind. Ein Telegramm des offiziösen den Händen von Wilson zu lassen; er hat auch viel Gutes die Arbeiterschaft sich bis heute nur au einem recht geringen Wolff'schen Bureaus bringt gleichzeitig folgende klassische gethan damit an Leuten, die nie wußten, wem sie überraschende Theil an den Dichterabenden betheiligt hat. Woran liegt das? Mittheilung: Hilfe in bösen Lagen zu verdanken hatten. Wären andere man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die Münster i. W., 8. Oktober. In der letzten Nacht war Urfache nicht in den Beranstaltern an sich, sondern Leute an die Regierung gekommen, als die Diebe, die sich vielmehr in einem Mißtrauen zu suchen ist, welches der Arbeiter die Polizei durch Gendarmerie verstärkt worden. Die Beamten mußten mit der blanken Waffe vorgehen, wobei einzelne Verdarin seit dem Kriege ablösen, so hätten wir es unwider von alters her benen entgegenbringt, die ihm von oben herab mußten mit der blanken Waffe vorgehen, wobei einzelne Berruflich der Republik zur Verfügung gestellt; aber das sollte mehr oder weniger echtes geistiges Manna reichen möchten, ohne mundungen vorkamen. Die besseren Glemente ziehen nicht geschehen. Das faule Blut der Spanier sputt einmal daß fie auf seine sozialen Nöthe eingingen. Das hat sich schon sich von den Ausschreitungen zurü d. in der Mischlingsrasse, der alles feil ist, und es wäre Narr in den sechziger Jahren der Wissenschaftlichkeit gegenüber gezeigt, die Wirthschaften zu früh für den Nachtschoppen gesperrt Die besseren Elemente haben also anfangs, als ihnen heit gewesen, die Taschen irgend eines Lumpen zu die damals fortschrittliche Profefforen dem Bolt mit aller Gefüllen; denn dem Vaterlande wäre sicher fein Centavo malt einpumpen wollten, und das tritt auch heute noch zu Tage. wurden, tapfer mit trawallt und lassen jetzt die schlechteren zu gute gekommen, wenn wir den Schatz ihnen über Der Arbeiter tommt sich gedrückt vor, wenn Dottoren und die gemeinsam eingebrodte Suppe auslöffeln. Das ist die geben hätten. Go blieb das Geld denn bei uns. eine Brodenauslese aus unserer Literatur zu bieten; da sett er Künstler sich herbeilaffen, ihm für wenige Nickel auch einmal richtige Revolution der Stammitischphilister. Den Kamp zu kaufen war damals eine Kleinigkeit, niemand sich schon lieber allein in sein Zimmer und lieft den Zwanzig- Die Verschärfung der irischen Homerule- Bewegung taufte damals in der Weise, wie in den letzten Jahren die pfennigs- Reklam. Und je mehr der sozialdemokratische, geschulte ist das natürliche Ergebniß des homerule feindlichen ReEpekulanten; und so erstand denn Wilson auf seinen Arbeiter selber seine eigenen Feste mit seinesgleichen entsprechend gierungswechsels in England. In Amerika wurde der Namen den Cerro Desgracias. Erst bei dem Tode der gestalten lernt, je zweckloser, fürchten wir, werden für ihn Beweis gegeben. Irland selbst folgt nach. In Dublin Mutter entdeckte ich dann den alten Titel, den sie die gerade die Vorträge des Schiller Theaters und ähnlicher Unter- wurde am Montag eine Versammlung der Parnelliten ganzen Jahre auf ihrer Bruft umbergetragen hatte, ohne nehmungen werden. Die Sünden, welche die herrschende Klasse, abgehalten. John Redmond führte den Vorsig und erdaß jemand eine Ahnung davon gehabt hatte. Um teine die wahren Vertreter der Bildung leider insgemein eingeſchloſſen, flärte Frland bestände auf Homerule" und würde Weitläufigkeiten zu schaffen, trat ich noch einmal formell als an dem arbeitenden Volke begangen hat und heute noch begeht, mit bloßen Besserungsmaßregeln wirken auch auf die zurück, die aus ehrlichem Herzen von oben nicht zufrieden sein. Erbe alle Rechte, die ich an dem Kamp hatte, an den her dem Proletariat die Hand reichen möchten. Man besinnt Wenn ein Krieg in Europa ausbrechen sollte, würden Doktor Wilson ab. Den Schatz haben wir dann all- fich sehr, bevor man einschlägt. die Irländer unter den Klängen der Marseillaise", nicht mälig gehoben, und der größte Theil desselben liegt heute auf der englischen Bank zu London. Die leeren Kisten haben zug weiter. Aus Görlig wird gemeldet: Der Magistrat inhibirte queen" marschiren. Die Versammlung nahm Resolutionen Gegen Gerhart Hauptmann's ,, Weber" geht der Feld. unter denen des englischen Loyalitätsliedes„ God save the wir ins selbe Loch gethan, wo wir ihn gefunden haben und die Aufführung von Gerhart Hauptmann's Die Weber" am zu gunsten von Homerule und zu gunsten einer Amnestie Sie sind ja auf sie gestoßen." hiefigen Stadt Theater, weil„ Streit und Unfrieden in der Bürger- der politischen Gefangenen an. ( Fortsetzung folgt.) schaft" befürchtet werde. " Die englische Regierung und ihre unionistische An " hängerschaft stellt sich, als wünschte sie die Homerule- hinterliftigen Verdächtigungen, wie sie sich dieser Tage die stämpfen, find nun schon die meisten Politiker überdrüssig. In Bewegung. Sie wird schon' merken, welche Unannehmlich- Badische Landeszeitung" leistete, Pflicht jedes Parteigenossen ist, diesen unerquicklichen Verhältnissen hat niemand mehr Lust, ein teiten ihr erwachsen, wenn sie die Irländer denjenigen ben Zweck dieser Verdächtigungen, nämlich die Störung unserer Mandat zu übernehmen, weder bei uns, noch bei Ihnen." Elementen in die Arme treibt, die auf die Losreißung Jr Sagte boch selbst die kapitalistische Frankfurter Zeitung" in einer dem Berliner Oberbürgermeister in den Mund legt, von diesem Fr- Wahlbewegung durch um so größere Ginnfüthigkeit zu vereiteln. Falls das Zeug, welches das jüdisch kapitalistische Blatt lands von Großbritannien hinarbeiten. Besprechung der bekannten Erklärung der Badischen Landes- wirklich gesprochen sein sollte, so hätte Herr Zelle damit glänzend Zum Fall Hammerstein. Man schreibt uns: Urkomisch zeitung", die Sozialdemokraten müßten kein Ghrgefühl haben, den Beweis geliefert, daß auch er ein Großer der Politik iſt, nehmen sich die Anstrengungen aus, welche die Berliner Kriminal. wenn fie unter solchen Umständen nicht alles aufbieten würden, dem nicht dringend genug angerathen werden kann, lieber heute polizei des Herrn Bückler nachträglich macht, um den um Dreesbach durch die Wahl eine Genugthuung zu bereiten. als morgen ,, die Flinte ins Korn zu werfen". Aufenthalt des Herrn von Hammerstein zu erfahren. Jetzt, Die Badische Landeszeitung" hat inzwischen der Staats- Noch eine Preßstimme in der Umtaufungsfache. Die wo er über alle Berge ift, fest, wo er einige Milliarden Rubit anwaltschaft das Material" übergeben, daß sie für ihre Be-„ Berliner Zeitung" schreibt: Glückt der Versuch der Staatsmeter Salzwasser zwischen sich und seinen Verfolgern weiß, jezt schuldigung, Dreesbach habe Betrug verübt, in Händen haben anwaltschaft, auch Herrn Pfund dem Urtheil der Brausewettererst forscht man eifrig nach seinem Verbleib. Warum faßte man will. Dazu hat Dreesbach das nationalliberale Blatt felbst auf- schen Rammer zu unterwerfen, so ist der Rechtsgrundsaß, daß denn nicht gleich zu, als die ersten Enthüllungen über seine fordern lassen. Unser Mannheimer Bruder organ schrieb darüber fein Deutscher seinem ordentlichen Richter entzogen werden darf, Heldenthaten in die Oeffentlichkeit gelangten? Wenn es( die Badische Landeszeitung") das Material" in eine inhaltslose Phrase. Auch dem Staatsanwalt, als Organ In der Frage der Hammerstein- Briefe ist die„ Germania" Bänden hat, so fordern wir das Ehrenblatt auf, fofort feine der Rechtspflege, sollte man meinen, tann es nur erwünscht sein, Beweise dem Staatsanwalt zu überliefern, Herr Staatsanwalt die eifrigste Bertheidigerin der durch unsere Veröffentlichungen Geiler aber, der doch sonst recht flint ist, wenn es sich um seine Sache vor demjenigen Richter zu führen, von dem er die so schwer geschädigten Moral ihrer feindlichen Brüder. Heute sozialistische Verbrecher handelt, fordern wir auf, sofort die unbefangenfte Beurtheilung derselben erwarten kann. Dem Sollte es nicht etwa der„ Berein zur Abwehr des aufungsprozeß vorgenommen hat, ist es offenbar nicht Antisemitismus" sein, der per fas et nefas" die Brausewetter dem Justizminister von Schelling zu einem recht daß das temperamentvolle Auftreten des Herrn Hammerstein- Briefe an fich gebracht hat, um einige davon an die sozialdemokratische Firma Singer- Bamlefenswerthen Zirkularerlaß an die Gerichtspräsidenten Anlaß berger und Kompagnie abzusehen, damit der Vorwärts" Todtenliste der Partei. Jn Gera ist der wohlbewährte gegeben hat und daß nach dem Gummischlauchprozeß sehr anals Hahnemann" vorangehe, während andere Briefe in den Parteigenosse Karl Eduard Werner aus dem Leben ge- gesehene Juristen, wir nennen nur den verstorbenen ReichsgerichtsKreisen zur gelegentlichen Verwendung" bereit gehalten schieden. Bahlreich gaben ihm die Genoffen und Freunde das rath Bähr, die Geschäftsführung des Herrn Brausewetter einer werden, welche als Aussage auf einem zuvor beackerten Boden lette Geleit. Die städtischen Körperschaften hatten Werner als recht empfindlichen Kritik unterzogen haben. Wir können nur dienen sollen?" langjährigem Gemeinderaths- Mitgliede einen großen mit den den Wunsch aussprechen, daß die gegen den VerkoppelungsWir konstatiren, daß unser Material mit dem in der städtischen Farben geschmückten Lorbeerkranz geftiftet, der von versuch eingelegte Beschwerde Erfolg hat. Das Vertrauen in die Nation" erwähnten, sowohl was die Herkunft, als die Art des einem Rathsdiener dem Zuge vorangetragen wurde.-In Rechtspflege, welches in letzter Zeit manchem Stoß ausgesetzt Erwerbs anlangt, nicht das allermindeste zu thun hat. Es ist Würzburg starb der wackere Parteigenosse Josef& cert, war, könnte dadurch nur gewinnen, und daran haben gerade ferner selbstverständlich, daß wir ebensowenig wie sonst, auch in Ausschußmitglied der dortigen Ortsverwaltung des deutschen Holz- diejenigen das größte Intereffe, welche sich zu Vorfämpfern im diesem Falle nicht das allermindeste mit dem Verein zur Abwehr arbeiter- Verbandes. Streite für die göttliche Weltordnung berufen fühlen." des Antisemitismus oder einer ähnlichen Organisation oder mit Personen gleicher Richtung gemein haben. schreibt das fromme Blatt: * ** Deutsches Reich. Bundesrath. In der ersten Sißung, zu welcher das Plenum des Bundesraths nach der Sommerpause am Donnerstag wieder zusammentritt, werden der Tagesordnung zufolge unter dem Borfiz des Staatsministers von Boetticher meist Borlagen formaler Natur und Verwaltungsfachen, wie die Bildung der Ausschüsse, Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsarbeit u. dgl. zur Erledigung kommen. An Vorlagen sind dem Bundesrath außer dem Entwurf des Bürgerlichen Gesetzbuchs und dem Amt lichen Waarenverzeichniß eine große Zahl von Petitionen auge Nachwahlen zum Reichstage. Die württem bergische Regierung hat die Reichstags Nachwahlen im 7. und 12. württembergischen Wahlkreise auf den 12. November an beraumt. gangen, in der es heißt: 0 " beiden Redakteure der Landeszeitung" vernehmen zu lassen und gegen Dreesbach Klage wegen Betrugs einzuleiten. Mehr können wir nicht thun, um die Unschuld Dreesbach's konstatiren zu lassen. Also bitte, Herr Staatsanwalt!" Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Herrn, welcher an der Pfund'schen Sache Den Um= bekannt, bis Sozialpolitik der Waisenräthe. Aus einer Sigung der Wegen eines Artikels über den bekannten Antrag Kanit Berliner Gemeinde Waisenräthe bringen bürgerliche Blätter war, wie der Vorwärts" feinerzeit schon mittheilte der Redat einige Mittheilungen, die auch die Arbeiterschaft zum theil interteur der Breslauer Volts wacht", Genosse Neukirch, effiren dürften. Danach hat sich zunächst der Herr Stadtschulrath der Beleidigung des preußischen Staatsministeriums angeflagt. Bertram als ein höllisch forscher Mann gezeigt, der an der Der vom Reichskanzler Hohenlohe gestellte Strafantrag, war aber Art, wie im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte die ver nicht von allen Mitgliedern des Ministeriums unterschrieben, wahrlofte Jugend ge straft wird, tros allem immer noch seine weshalb die am 3. September abgehaltene erste Verhandlung helle Freude zu haben scheint. Während nämlich alle übrigen vom Landgericht vertagt wurde, damit die fehlenden Unter- Redner für Hinausschiebung ber der Strafmündigkeit schriften herbeigeschafft würden. Es scheint sich nun zum vollendeten 14. Lebensjahr eintraten, sprach sich einzig feiner der betreffenden Minister geweigert zu haben, die Herr Bertram für Beibehaltung der gegenwärtigen Altersgrenze Hand dazu zu bieten, daß die ohnehin schwer verfolgte Arbeiter aus. Ob sie nicht früh genug dem Verbrecherthum entpreffe abermals mit einem Prozeß beglückt wurde, denn in der gegenreifen, die armen Kinder, die dank der Herrlichkeit aveiten Verhandlung des Breslauer Landgerichts, die am 8. Oftober unserer Gesellschaftsordnung vom geordneten vor sich ging, wurde der Strafantrag des Reichskanzlers Hohen- Familienleben gekannt haben und schon in der Kindheit elend verlohe für genügend erachtet und der Redakteur Neukirch wegen wahrloft worden sind? Oder glaubt Herr Bertram noch an Beleidigung des preußischen Staatsministeriums zu 300 M. Geld das abgestandene Märchen, daß im Gegensatz zu erwachsenen strafe verurtheilt. Sündern Kinder im Gefängniß gebessert werden können? Weiter wurde in längerer Besprechung die Frage erörtert, wie weit den Waisenräthen bei der Wahl des Berufs ihrer Pflegebefohlenen eine ausschlaggebende Entscheidung zuzugestehen fei. Beitung", daß es unbedingt nothwendig fei, auf die PflegeMan wies darauf hin, so heißt es in einem Bericht der Nat.. befohlenen schon im letzten Halbjahr der Schulzeit einzuwirken, damit sie in der Frage des fünftigen Berufs Klarheit gewinnen. Es heiße, einen Bunft der sozialen& rage lösen, wenn die Kinder in Lehrverhältnisse gebracht würden, die für sie geeignet seien. Gewerkschaftliches. Die von der Nürnberger Straffammer verurtheilten -Protest des deutschen Handwerkerbundes Mitglieder des aufgelösten Frauen und Mädchen- Bildungsvereins Der allgemeine deutsche Handwerkerbund hat eine Proteft Er- baben Revision beim Reichsgericht angemeldet. flärung wegen der Abhaltung der Handwerkerkonferenz an das tag geplant gewesene Versammlung des Wahlvereins, weil das Verboten wurde in Augsburg die zum vorigen SonnReichsamt des Innern, das preußische Handelsministerium und bayerische Juwel von Vereinsgeseh vorschreibt, daß auf der Unan den Zentralausschuß vereinigter Innungsverbände gerichtet, meldung unter dem Namen des Einberufers auch der Name des " Der hervorstechendste Zug der Zusammensetzung der Kon Wirthes prangt, bei dem die Versammlung abgehalten wird. Das ferenz war der, daß von ihr durch den Zentralausschuß eine war unterlassen worden. jede Vertretung des süddeutschen Handwerkerstandes und zwar, Abgeordneten Herbert fühlt sich die Stettiner StaatsDurch eine Kritik ihres Vorgehens gegen den Reichstagswie wir anzunehmen leider nur zu sehr berechtigt sind, mit Absicht fern gehalten worden ist. Da die Be: anwaltschaft beleidigt. Sie hat gegen den Redakteur des Bolts rathungsgegenstände das ganze deutsche Handwerk berühren und boten", Genossen Ohr, als Thater und auch gegen Herbert rathungsgegenstände das ganze deutsche Handwerk berühren und Strafantrag gestellt, weil dieser der That mitverdächtig sei. unendlich schwer machen, sich durchs Leben zu schlagen. Bum interessiren, ist die Gewerbegesetzgebung doch Reichssache und Süddeutschland doch auch für den Berliner Zentralausschuß als zum Reiche gehörig gelten muß, so erblicken wir in dieser tendenziösen Zurücksetzung der Handwerkerbunde, ganz besonders aber des süddeutschen Handwerkerstandes eine traffe Berlegung der im Vorwärts" und ersuchen die Kollegen, auf allen Bauten Achtung, Töpfer! Wir verweisen auf die heutige Annonce Gleichberechtigung. Der allgemeine deutsche Handwerkerbund, dafür zu sorgen, daß in der am Freitag, abends 6 Uhr, Gipsdie Zentrale der freien deutschen Handwerkerbewegung, protestirt straße 16 stattfindenden Vertrauensmänner Sigung daher ganz entschieden dagegen, daß vielleicht die Ergebnisse der Verhandlungen in fraglicher Konferenz als der Ausdruck und die Willensmeinung des gesammten deutschen Handwerkerstandes zu ständigerseits betrachtet würden. Sollen die Wünsche der deutschen Handwerker und ihre Anschauungen über die Organisationspläne der Regierungen zu unverfälschter Kenntniß gelangen, so erübrigt nichts anderes, als wie im Jahre 1891 so auch jetzt wieder eine Konferenz zu berufen und ihr eine unbeschränkte Aeußerung über aus Handwerksmeistern der einzelnen Bundesstaaten gebildete die beabsichtigten gefeggeberischen Maßnahmen einzuräumen." Die Einigkeit unter den Innungsgöpfen ist sonst auf dem besten Wege in die Brüche zu gehen. Italien. Rom, 8. Oftober. Der Kriegsminifter hat auf dem Schießplay von Tordi Quinto einer Uebung mit dem Gewehr von 1891 beigewohnt. Auf eine Entfernung von 100 bis 500 Meter wurden stählerne Platten von großer Widerstandskraft in Stärke von 20 Millimetern durchfchossen.Türkei. Die Kirchen find immer noch mit Flüchtlingen angefüllt, welche offenbar diese Asyle nicht vor dem Eintritt voller Bes ruhigung zu verlassen wagen. Либа. Das wäre auch dann noch nicht der Gipfel sozialpolitischer Weisheit, wenn es keine Maffen- Arbeitslosigkeit und keine Sungerlöhne gäbe, die es selbst dem fleißigsten und geschicktesten Ürbeiter Schluß wurde in der Sigung darüber Klage geführt, daß für die aus den Krankenhäusern entlassenen Säuglinge bis zu 80 M. Pflegegeld gezahlt werden müßten. Denken die Herren Waisenopferwillige Pflege? räthe vielleicht, daß eine solche Summe zu hoch ist für eine dürftigen" Eltern für ihre Kinder beansprucht werden, worauf Unentgeltliche Lehrmittel tönnen bekanntlich von„ betreten ist, damit wir in der Lage sind, der nächsten öffent fonders hinweisen. Diesbezügliche Wünsche sind an den Rektor jeder Bau durch einen Vertrauensmann ver- wir gelegentlich des Beginns eines neuen Schul- Halbjahrs be lichen Bersammlungen mit Material aufwarten zu tönnen. zu richten und dürfen nicht ohne weiteres zurückgewiesen werden, wählt sein, so erwarten wir, daß sich ein Kollege auf dem zuletzt nicht einmal gang verbraucht wurden! Sollte auf einzelnen Bauten tein Vertrauensmann ge zumal die zu diesem Zweck im Stadthaushalt ausgefeßten Mittel übernimmt und in der Sigung Bericht erstattet, wie die Ber Bau finden wird, der freiwillig für diesen Abend die Vertretung Lehutarif bezahlt wird oder nicht. Gugen Bortowsti, hältnisse auf seinem Bau liegen, gleich viel ob dort nach dem Vertrauensmann der Töpfer Berlins und Umgegend. diesem Fache soll fürzlich in der 196. Gemeindeschule vom Schulmeindeschulen im Norden der Stadt, nämlich in der 19., 29., 56. Ein handwirthschaftlicher Unterricht wird in vier Geund 196. Gemeindeschule ertheilt. Eine öffentliche Prüfung in inspektor Zwick in Anwesenheit eines Provinzial- Schulraths und An die Töpfer und Berufsgenossen Berlins nnd Um eines Pastors abgehalten worden sein. In der Küche, die in einem gegend! Kollegen! Wie Euch bekannt ist, befinden sich mehrere Klassenzimmer hergerichtet und mit allem nöthigen Material Gewerkschaften in Lohnkampf. Unsere Pflicht ist es mun, die ausgestattet ist, wurde von den Kindern eine Suppe mit tämpfenden Brüder fräftig zu unterstüßen. Wir erinnern die Fleisch und ein Gemüse gekocht. In der angeschlossenen Kollegen an unferen letzten Streit, wo die Genossen gegen uns eben- theoretischen Prüfung, so heißt es in einem Bericht weiter, war falls ihre Schuldigkeit gethan haben. Wir erwarten von unseren besonders bemerkenswerth die klare Erfassung der naturwissen Berufsgenossen, daß sie voll ihrer Pflicht genügen. Gleichzeitig schaftlichen Vorgänge in Küche und Hauswirthschaft, ein beerfuchen wir die Kollegen, die noch restirenden Beiträge fobald fonderes Verdienst des Schöpfers dieses Unterrichtes, des städtischen als möglich zu begleichen. Der Vorstand des Vereins zur Regelung Schulinspektors Dr. Zwick. Der Hauswirthschaftliche Unterricht, der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. der allmälig auf alle Mädchenschulen ausgedehnt werden soll, J. 3. A.: Nich. Topf, Gipsstr. 16. Tokales. wäre gewiß von Bedeutung, wenn nicht die bekannte Gefahr bestünde, daß die Kochkunst während der Jahre, die das Mädchen nach seiner Schulentlaffung in der Fabrik zubringen muß, vollständig wieder verschwitzt würde. Konftantinopel, 7. Oftober. Auf die von den Botschaftern geftern an die Pforte gerichtete, von uns unter Depeschen mit. getheilte gemeinsame Berbalnote erhielten dieselben von letterer die Zusicherung, daß die Herbeiführung einer baldigen Beruhigung mit ernsten Mitteln angestrebt werden wird. Zur Verstärkung der Polizei, welche sich in wiederholten Unser Oberbürgermeister Herr Belle foll bei einem Das Alexanderplatz Theater soll, wie uns der künftige Fällen als zu schwach erwies, um Ausschreitungen der Bevölle. Interview, daß er dieser Tage bei seinem Besuch in Wien Direktor, Herr Eckhoff, schreibt, drei Tage hindurch gründlich rung zu verhindern, werden seit zwei Tagen Truppenabtheilungen auszuhalten hatte, gar merkwürdiges Zeug zusammengeredet gereinigt und dann am 19. Ottober mit einer Bariser Operette herangezogen. haben. Das erste dortige Korruptionsblatt, die Neue Freie neu eröffnet werden. Möge das Scheuerfest weder die Direktion Presse", hat einen Berichterstatter auf ihn abgeschickt, und dieser noch das Publikum verschnupfen. hat zunächst herausbekommen, daß Herr Zelle eine„ wegen seines Krähwinkel in Berlins Umgebung. In Luckenwalde Freisinns und seiner reichen politischen Begabung in allen Biele unschuldig verurtheilte armenische Passanten werden politischen und gesellschaftlichen Kreisen Berlins und ganz Deutsch hat sich der Abendpost" zufolge der Hausbesigerverein mit Zweijekt entlaffen; beinahe alle beklagen fich über Mißhand- lands hochangesehene Bersönlichkeit" ist. Der Freifinn des Herrn Ober- drittelmehrheit gegen Einrichtung des Vorortsverkehrs nach bort fungen, welche fie bei ihrer Arretirung oder in Arrest erlitten Bürgermeisters muß sich in dem Interview aber verschiedentlich ausgesprochen, da die Befürchtung, nahe liege, daß bei Berhätten. Es ist festgestellt, baß Softa's und Böbel in verschiedenen gar tomisch bekundet haben. Einige Beispiele: Der deutsche Gintäufe machen werden. Man sieht an diesem Beschluß, was billigung der Eisenbahnfahrpreise die Luckenwalder in Berlin ihre armenischen Vierteln Raub begangen haben. Staiser hat, wir Herr Zelle dem Reporter erzählte, das Reichs Londoner Blättern zufolge ist die Bahl der in Konstantinopel tagsgebäude den Gipfel der Geschmacklosigkeit genannt. Ich von einer Stadtverwaltung unter Umständen zu erwarten ist, in getödteten Armenier auf 150 festgestellt worden. Bestehe, ich mußte dem Staifer Recht geben und nicht dem Archt der das Hausagrarierthum die erste Geige spielt. tetten". Das heißt noch Mannesmuth und selbständige Meinung. Ein merkwürdiges Stück Bureaukratismus wird tagDie Wiener Bauten sind nach Herrn Zelle im Gegensatz zu denen täglich im Moabiter Justizpalast an der Gerichtskaffe geübt. Die der deutschen Reichshauptstadt stolz und leicht"; dafür habe als Zeugen in den verschiedenen Straffachen vorgeladenen PolizeiBerlin aber einen Vorzug, der Wien fehle, nämlich ein beamten haben selbstverständlich gleich anderen ein Recht, die stark entwickeltes Nachtleben". Das ist denn doch wenigstens Auslagen, welche ihnen die Reise nach Moabit verursacht, von ein passender Ersatz für den Mangel an schönen Monumental: der Gerichtskaffe einzufordern. Insgemein werden von den bauten. Weiter schwang fich Herr Belle zu einer langen Aus Schuhleuten natürlich die Pferdebahngelder erhoben. Dabei wird einandersetzung über den Antisemitismus auf und über die Ur nun von jedem Beamten in jedem Falle eine eidesstattliche Verfachen, welche zu den Erfolgen geführt haben, die er in Wien erficherung darüber eingeholt, daß er die 10 oder 20 Pfennig, die rungen. Die oberbürgermeisterlichen Darlegungen in der er für die Rückfahrt verlangt, auch wirklich zu diesem Zweck und N. Fr. Pr." zeugen von einer Oberflächlichkeit, wie sie selbst von zu feinem anderen verwendet. Uns dünkt, daß eine solche einem freisinnigen Lichte denn doch in Rücksicht auf den deutschen Formalität sich schlecht mit dem Vertrauen zusammenreimt, das Bei der Gemeinderaths- Wahl in dem zum Hamburgischen Namen wenigstens im Auslande nicht zur Schau getragen werden man sonst gerade in der Strafjustiz den Worten von PolizeiStaate gehörenden Dorfe Geesthacht wurde der Parteigenoffe vom Bezirkshauptmann Friebeis geführten Regiments; jener Herrist sollte. Der Siebefchwall flang aus in eine Verherrlichung des beamten schenkt. Heinrich Biehl fast einstimmig zum Vertreter der Klasse ben Bienern bekanntlich von der Regierung aufoftroyirt werden, ist vom Polizeipräsidium die Mittheilung zugegangen, daß gegen Der Großen Berliner Pferdeeisenbahn Gesellschaft der Nichtgrundbesitzer gewählt. als dieser die Wahl des Antisemiten Lueger nicht paßte. So die Führung der elektrischen Linie Dönhofsplay- AusstellungsAus Mannheim berichtet die Volksstimme", daß der wird es auch bei uns fominen, wenn die Sozialdemokraten part" durch die Lindenstraße, anstatt durch die Jerufalemer- und dortige, nach Angabe der Volksstimme" nur noch aus etwa Standale provoziren." Ueber die Bedeutung dieser gefcheidten Kochstraße, Bedenken nicht vorlägen, jedoch müsse auch für die 17 Mitgliedern bestehende, für Dr. Rüdt eintretende sozial- Redewendung giebt vielleicht Herr Belle einmal in Berlin nähere Lindenstraße die unterirdische Zuleitung hergerichtet werden. Die demokratische" Verein" Vorwärts" 6000 Eremplare eines von Auskunft. Der Schlußsah der Zelle'schen Ausführungen lautet von der Gesellschaft erbetene, vom Magistrat bereits genehmigte Nationalliberalen bezahlten Flugblattes verbreiten ließ, nach der Neuen Freien Breffe": Abfahrtsstelle in der Kommandantenstraße, nahe der Leipziger worin er den Landtags- Kandidaten Dreesba ch heftig angreift Die Großen der Politik aber werfen die Flinte ins Korn, ftraße fönne dagegen nicht zugelaffen werden, da der öffentliche und Wahlenthaltung proklamirt. Diefes Berfahren der weil sie des Kampfes müde sind. Einen ähnlichen Streit, wie Fahrdamm des Dönhoffplages für die. Intereffen des DroschtenRüdtianer ist um so schmachvoller, als es angesichts der von Sie mit den Antisemiten, haben wir mit den Sozialdemokraten; und Omnibusverkehrs freigehalten werden müsse. Die Haltestelle nationalliberaler Seite gegen Dreesbach ausgestreuten feigen und nur sind die letteren schwächer an Zahl. Gegen die Schreier zu sei vielmehr in der Kraufenstraße einzurichten. Havana, 8. Oktober.( Central News of Germany.) Eine starte Insurgentenmacht hat die Stadt Santa Clara beseyt, ohne auf Widerstand zu stoßen. Besatzung und Bevölkerung schlossen sich nach kurzem Parlamentiren den Rebellen an. Der spanische Kreuzer Infante Isabel ist bei Bahia Honda, einem Hafen an der Nordküste der Insel, sechzig Meilen westfüd: westlich von Havana, gescheitert. Partei- Nachrichten. " " " 品 Die Gemeinde Rigdorf wird demnächst sämmtliche Erenlaternen mit Gasglühlicht Brennern nach Auer'schem Syfrem versehen lassen. Auch das Maybach- Ufer, das jetzt noch gänzlich unbeleuchtet ist und daher von allerhand lichtScheuen Personen init Borliebe aufgesucht wird, wird demnächst Laternen erhalten. Der Fernsprechverkehr von Berlin über Hamburg nach Stopenhagen ist gestern eröffnet worden. Die Gebühr für ein Gefpräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt 3 M. Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Schluß aus der 1. Beilage.) so lange Zeit, nachdem Karl Mary gegen Proudhon geschrieben hat, in unserer Zeit noch von einem Naturalzins die Rede sein kann. " Zum Schlusse noch einige Worte über die praktische Stellung, die wir im politischen Leben einnehmen würden, wenn wir den Entwurf annehmen, wenn wir auch alle die gekennzeichneten Agrarierforderungen annehmen. Der Bauer Ich komme nun zu dem zweiten Theil:„ Erhaltung und Ver- kommt doch nicht zu uns, wenn wir ihm nicht alle möglichen mehrung des öffentlichen Grundeigenthums". Ich brauche wohl Wenn und Aber" laffen, auch nicht einen Bauer werden sie aus nicht erst zu betonen, daß die Vermehrung des Gemeindelandes den Krallen der Agrarier holen, wenn wir den Entwurf und Im Museum für Völkerkunde fand, wie die N. A. 3." Gemeindeland an, das vielleicht irgendwo in Posen an einen wir einige Forderungen annehmen, dann giebt es keinen Halt mit der Sozialdemokratie nichts zu thun hat. Was geht uns das noch alles mögliche billigen, was die Bauern haben wollen. Wenn berichtet, eine phonographische Vorführung fremder Gesänge statt. Gutsbesitzer verpachtet wird? Alle europäischen Sozialisten, mehr. Den Enfang haben wir noch in den Händen, das Ende nicht Prof. Dr. Boas hatte während seiner Studien unter den namentlich die ausgezeichneten Theoretiker in Rußland, find Gegner mehr. Außerdem in welche Gesellschaft würden wir durch die Indianern von Alaska und Nordwest- Amerika auch mit Hilfe des Gemeindelandes. Sie alle sehen ein, daß statt der alten Klein Annahme des Entwurfes gerathen!? Jeder Antisemit, der das eines Phonographen die Gefänge der verschiedenen Geheim- bauern zunächst ein ländliches Proletariat geschafft werden muß. Gemeindeeigenthum vermehrt wissen will, der für die Verstaatbünde, besonders der Hameßen, aufgenommen. Diese Phono- Sie sind für Auflösung des Gemeindelandes, weil sie die Dinge so lichung seiner Schulden thätig ist, flopft uns, wenn er zu uns gramme follten nun einem größeren Kreise von Männern ansehen, wie sie thatsächlich sind und erst die richtige Vorbedingung fommt, auf die Schulter und wir müssen ihm wieder auf der Wissenschaft vorgeführt werden, um darzuthun, wie schaffen wollen. Freilich muß man dann länger warten, aber die Schulter flopfen. das thut in diesem Falle nichts. = Vermischtes. weit der Phonograph im stande wäre, Wir wollen aber doch nicht Elemente zum Studium fremder Sprachen beizutragen, ein Versuch, den früher heranziehen, von denen wir gar nicht wissen können, wie sie bei uns Dr. Zintgraff mit wenig Erfolg für Westafrika gemacht hatte. Schwarzwald habe ich vorher gesprochen. In der Schweiz haben gehen, allein, als schnell mit den Antisemiten und Bauernführern. Was haben wir denn eigentlich für Allmenden? Vom wirken werden. Wir wollen lieber Schritt für Schritt vorwärts Der Direktor des Museums, Prof. Bastian, hatte für die Vor- wir von den Alpen abgesehen Weidewirthschaft. Dort bestehen Es ist jetzt noch ein Segen für uns, daß diefe Leute ihre eigenen führungen des Prof. Boas eine Anzahl bekannter Ethnologen solche kleinen Feßchen Land, daß wohl niemand glauben wird, Wege gehen. Besonders die jüngeren Genossen warne ich vor und Anthropologen eingeladen. Herr Spieß von der Urania" wir hätten ein Interesse an der Aufrechterhaltung dieser der allzu nahen Nachbarschaft dieser Leute, wollen sie nicht den hatte sich und seinen Apparat für die Wiedergabe der Phono- Zustände. Im Durchschnitt tann dort ein Arbeiter mit seinem Teufel durch Beelzebub auszutreiben versuchen. Wir wollen gramme zur Verfügung gestellt. Prof. Boas erläuterte die ein: Acker gerade seinen Hausbedarf an Kartoffeln decken. zelnen Gefänge und las die Uebersetzungen vor. Diese teine Charlatanerie, wir wollen nicht mit Wundermitteln kuriren. führungen bewiesen aufs neue, daß mit der Festhaltung fremder Baden kommt nach einer Statistit von 1854 so wenig auf den mehr Gewissenhaftigkeit haben sollen. Ich habe die VerDie Vor- Frage hat also dort heute schon gar keine Bedeutung mehr. In Diejenigen Leute, die an der Spige gehen könnten, hätten Sprachen auf rein mechanischem Wege wenig zu machen ist, da Bewohner, daß damit nicht ein einziger seinen Familienbedarf öffentlichung verlangt, um den Leuten zu zeigen, was für Quackder Phonograph kaum die Vokale erkennbar wiedergiebt, becken fann. In Württemberg haben nach einer Statistit von 1890 falbereien in das Programm tommen sollten. Wenn die Genossen die Konsonanten aber, namentlich die Bischlaute, denen die Sprachen der sogenannten Wilden so reich meinden einen Allmendenbesitz von 1-10 Morgen, 315 einen haben, dann müssen ihnen eben die Arbeiter die Wege weisen. an 1629 Gemeinden überhaupt Allmenden: von diesen haben 567 Ge- nach der langen Diskussion ihr Unrecht noch nicht eingesehen Für die Wieder gabe des Tonfalles aber, sowie des Rhythmus und ber solchen von 11-30 Morgen, der sich noch auf die einzelnen und darum bitte ich Sie: Lehnen Sie den ganzen Entfremdartigen Melodien eignet er sich ganz ausgezeichnet. Die urtheilen die Leute, die uns etwas nahe stehen und die Dinge wollen Familien vertheilt, also von gar keiner Bedentung ist. Und wie wurf ab. Die Partei verliert an ihm nichts. Wir Melodien der Indianer weisen großen Reichthum an Tönen auf; kennen darüber? Sie sagen, dadurch, daß wir von Gemeinde wegen müssen ihm erklären, daß freilich den Kleinbauer heranziehen, aber wir sie sind meist sehr einfach, der Vortrag der Lieder aber steigert den Leuten kleine Neckerchen zuweisen, thun wir dasselbe, als wenn Besitzender, sondern nur er feine Zukunft hat als die Wirkung zu einer dramatischen. Dies veranlaßt Herrn Boas, wir den Arbeitern als gute Herren kleine Aecker geben. Wir fesseln unserer Fahne kämpft. als Besizloser, wenn er unter der Europa demnächst wieder zu neuen Reifen nach Nordwest sie an die Scholle. Vielfach verfährt man auch so, daß man die Schwanze aufzäumen und nicht einreiten wie Uhland's Abt, Wir wollen das Pferd nicht beim Amerifa verlassen wird, auf dem begonnenen Wege fort Almende nicht gleich vertheilt, sondern erst nach 10 oder verkehrt, mit dem Schwanze in der Hand.( Lebhaftes Bravo zuschreiten. So wird der Phonograph ihn auch auf seiner neuen 20 Jahren, und daß sich der Antheil je nach Reise begleiten. daß sich der Antheil je nach der und Händeklatschen.) Der Bau einer neuen Haltestelle der Stadtbahn am feindliche Charakter der Allmenden ganz deutlich hervor. wurf der Agrarfommission in allen Theilen abzulehnen. 2. Eine Länge der Zeit vermehrt. Ja, da tritt doch der arbeiter- Auer beantragt: 1. Der Parteitag wolle beschließen: den EntSavignyplatz soll, der" Post" zufolge, das Eisenbahn- Ministerium Eine Autorität für uns, der Fabrikinspektor Wörishoffer gesteht Kommiffion zu wählen, in der möglichst alle Provinzen ver zur Erwägung der Frage veranlaßt haben, ob nicht der Mindest ein, daß die Amendenregulirung, wie sie in Baden vor sich treten find, insbesondere die östlichen; die Kommission hat die preis auf 6 Stationen auszudehnen sei. geht, dazu dient, die Leute zu feffeln, und er hält es für ein Aufgabe, durch ihre Mitglieder in allen Landestheilen Revolutionsliteratur. Die Buchhandlung von Hermann Glück, daß die Allmenden immer mehr zurückgehen. Dieser ent- Erhebungen Lazarus( Friedrichstr. 66) versendet soeben ihren antiquarischen schiedene Arbeiterfreund aus den bürgerlichen Kreisen ist arbeiter anzustellen, das gewonnene Material zu sichten, zu über die wirthschaftliche Lage der LandAnzeiger Nr. 3, in dem eine Reihe sehr werthvoller Schriften der Meinung, daß dadurch nur eine aus dem Jahre 1848 und über die Revolution zum Kaufe an herbeigeführt wird. Aehnlicher Ansicht ist Bücher bezüglich agitation zu schaffen. Lohndrückerei veröffentlichen und für die Genossen eine Richtschnur der Langeboten werden. des Kantons Glarus. Man bekommt dadurch einen Singer schlägt vor, die oben angeführten Anträge und Gesperrt werden behufs Umpflasterung die Petristraße, Stamm seßhafter Arbeiter. Man braucht keine fremden Arbeiter Absatz 2 des 9. Antrages( der Parteigenossen in Rostheim): Gertraudtenstraße und die Forsterstraße, von der Reichenberger heranzuziehen und schließt die Möglichkeit einer Konkurrenz aus;" Der Agrarprogramm- Entwurf ist an einen Ausschuß zu verstraße bis zum Kottbuser Ufer. ähnlich wie man früher in England den Arbeitern Zuschüsse ausweisen, der Material zu sammeln und von Zeit zu Zeit veröffentDer Chef der politischen Polizei in Berlin, Polizeirath Armenfaffen gewährte, und damit den Zweck der Lohnbrückerei lichen hat; und Antrag 110: Der Parteivorstand möge den v. Mauderode, ist nach der Deutschen Tageszeitung" so schwer verfolgte, so bewirkt man auch durch die Allmende nichts anderes, Referenten, welche zur Landagitation verwendet werden, gean Leberkrebs erkrankt, daß die Aerzte seinen Zustand als hoffnungs- als daß man den Fabrikanten das schenkt, was sie sonst mehr an nügende Mittel zur Verfügung stellen, daß dieselben in der Lage hoffnungs- Lohn zahlen müßten. Verlangen Sie etwa, daß wir als sozial sind, sich einige Tage ouf dem Lande aufzuhalten, um die Unlos bezeichnen. Birkus Renz trifft am Donnerstag Morgen hier ein. Die demokratische Partei dafür eintreten? Die Allmende wird sichten und Wünsche der Landbevölkerung aus eigener Anerste Vorstellung wird am Sonnabend Abend in dem renovirten heute gerade von bürgerlichen Agrarpolitikern, wie z. B. Freiherrn schauung kennen zu lernen", mit dem Antrag Auer zusammen Zirkus stattfinden. von der Goltz verlangt und gerade deshalb sollten wir uns zehn zu behandeln. Ferner theilt Singer mit, daß noch verschiedene Die Blutthat am Maybach- Ufer, welcher der Arbeiter" mal überlegen, ob wir eine solche Forderung auch stellen dürfen, Begrüßungsschreiben eingetroffen find. Wolded zum Opfer fiel, soll sich doch nicht zufällig abgespielt denn unsere Gegner verstehen ihre Interessen am besten zu Schluß 634 Uhr. haben, sondern längst geplant gewesen sein. Wie nämlich jetzt wahren. Auch in den Schriften des Vereins für Sozialpolitik mitgetheilt wird, hat Woldeck bereits im vorigen Jahre ver- heißt es, man solle das Gemeindeland nicht zu hoch verpachten, schiedenen Personen gegenüber geäußert, daß Friedrich um die Arbeiter seßhaft zu machen. Die Vermehrung der Müller ihm nach dem Leben trachte und ihm gedroht habe, Allmenden ist also keine sozialistische Forderung, sondern eine Aus Weinsberg wird telegraphirt: Die Bohrungen auf ihn niederzustechen, wo er ihn treffe. Bestärkt wird diese Mit Forderung der agrarischen Interessenten und Großindustriellen. theilung durch den Umstand, daß Müller sich im Untersuchungs- Grundschulden? Wer die agrarische Literatur seit 20 Jahren mächtige Salzschicht ist angebohrt worden. In dem Weinberge Wie steht es nun mit der Forderung der Verstaatlichung der Salz bei dem Dorfe Erlenbach sind erfolgreich gewesen; eine gefängniß entleibt hat, obwohl er behauptet hatte, nur in der und die agrarischen Programme tennt, der wird wissen, daß diese bes Dorfes Schwabbach im hiesigen Oberamte ist ein ReblausNothwehr gehandelt zu haben. Bur Hilfeleistung bei einem gewaltigen Schadenfeuer wurde tischen, im Zentrumsprogramme enthalten oder angedeutet ist, diefe fämpfung sind sofort getroffen worden. Forderung heute faft in allen Bauernprogrammen, in antisemi- heerd entdeckt worden; die entsprechenden Maßregeln zur BeMontag Nachmittag gegen 5 Uhr die Berliner Feuerwehr nach Forderung ist uralt. Immer wenn man die Bauern gewinnen Schöneberg gerufen, woselbst auf dem mächtigen Grundstück Neue wollte, machte man ihnen ein solches Versprechen. So zum Bei- Ota ist bei dem Dorfe Ozern ein Floß untergegangen. Dabei Aus Moskau wird vom Dienstag berichtet: Auf dem Fluffe Winterfeldstr. 51 ein Dachstuhlbrand ausgebrochen war. Bei dem spiel im Jahre 1848 seitens der bürgerlichen Revolutionäre. Die sollen ungefähr hundert Personen ertrunken sein. Eintreffen der Berliner Löschzüge stand bereits das ganze Dach Forderung ist wörtlich im antisemitischen Programm Lieberin Flammen; auch hatte das Feuer zwei Seitenflügel ergriffen. mann v. Sonnenberg's enthalten, v. Kardorff ist in seinem Die Berliner Wehr griff mit zwei Dampfspritzen und fünf Rohren Wahlkreise damit herumgezogen, furz, fie tönnen nehmen, so energisch ein, daß jede weitere Ausdehnung des Elementes wen sie wollen: Alle Agrarier haben diese Forderung gestellt Briefkasten der Expedition. gehindert und der Brand nach zweistündigem Kampfe so weit und da wäre es doch ein Wunder, wenn nicht auch in unserer Für die Familien der im Effener Meineidsprozek gedämpft war, daß die weiteren Ablöschungsarbeiten der Schöne Partei einzelne darauf verfallen wären.( Heiterkeit.) Aber Berurtheilten gingen ferner ein: berger Feuerwehr überlassen werden konnten. Der Dachstuhl des unsere Gegner find radikaler und weitfichtiger gewesen. Wir beim Genoffen Bergmann mit einigen Ausnahmen 2,25. Auftion Einsetzer Berlins und Umgegend 10,-. Geburtstagsfeier Vorderhauses ist total abgebrannt. erreichen damit gar nichts, denn Herabsehung des Zinssußes Aus einer eigenartigen Ursache soll sich vor einigen heißt für den fleinen Bauer nichts anderes, als daß einer saftigen Birne, Schiffbauer- Damm, 5,-. Bei der NeuTagen ein 84jähriger Greis das Leben genommen haben. Es er glaubt, seinem Stückchen Land noch mehr bieten zu wahl im Gesangverein" Hilaritas" 6,-. Ueberschuß von wird berichtet: Der frühere Schiffer und Segeltuchmacher tönnen und sich von neuem in Schulden stürzt. Ja, Geburtstagsfeier durch Rect 2,-. Von einer ver= Heinrich Ebert aus Eilenstädt ernährte sich zuletzt in Berlin als der Erbtheilung wird sogar die Verschuldung noch eine höhere rotteten Geburtstagsfeier, Landsberger Allee 44, 5,-. Erlös Invalide durch Drehorgel- Spielen. Schließlich ging auch das und der Bauer ist dann wieder da, wo er vorher gewesen ist. einer amerikanischen Auktion einer Zigarette bei Teichert, nicht mehr, da der alte Mann an den Augen zu leiden begann( Sehr richtig.) Das erkennen unsere Gegner, aber wir wollen es Adalbertstr. 15, 4,20. Ges. bei der Junggesellenfeier der Werkund am Sehvermögen einbüßte. Nun übernahm die 60jährige Frau nicht wahr haben, wir wollen die einfache Konsequenz nicht ziehen. statt R. K., Alexandrinenstr. 25, 4,60. Behr Werkstatt, Grenadierdes Invaliden die Arbeit ihres Mannes. Am 1. Oftober war das Ehe- Wir wollen den Bauern Honig um den Mund schmieren, ohne straße 48, 4,- Ges. in der Eisenmöbe Fabrik von Seifert paar von der Frankfurter Allee nach dem Weidenweg gezogen. Da ihm nüßen zu können. Wir bleiben eben auf halbem Wege 6,50. Rothe Kellerwürmer 2,05. Von der Unschuld der Verdie im Erdgeschoß des Seitengebäudes gelegene nene Wohnung fiehen, und wir bewirken dadurch, daß die Gegner uns mit un urtheilten überzeugt, Genossen von Eichstädt- Robert 5,40. noch verschiedener Ausbesserungen bedurfte, so mußte es vor- feren eigenen Waffen schlagen können. Wenn unsere Gegner die Giebt es noch Gerechtigkeit 1,-. Amerikanische Auktion läufig eine Wohnung im 1. Stock beziehen. Als der Alte hier Verstaatlichung der Grundschulden verlangen, so haben wir keinen von 2 Tauben bei Döhring, Thurmstraße 72, 5,10. einzog, bemerkte er zu seiner Frau: Mutter, das Loch ist zu Grund, diese Forderung zu unterstützen, Max und Moritz 3, unfere denn Die rothe Gesellschaft aus der dufter, hier werde ich nicht lange leben." Vor einigen Tagen Gegner wollen die Berstaatlichung auf Kosten der Arbeiter Kronleuchter- Fabrit von W. Frike, Brandenburgstr. 75, 1. Rate war nun Frau Ebert genöthigt, einen Arzt aufzusuchen. Als sie( Sehr richtig!), und dann haben wir nicht mehr die Gegner in der 10,45. Von der schwarzen Schaar, Ritterstr. 71, 1,55. Ges. bei von diesem Gange zurückkehrte, war es ihr unmöglich, Hand, sondern die Gegner uns. Sie werden vielleicht ver: einer Geburtstagsfeier in der Reichenbergerstraße von einer rothen die Stubenthür zu öffnen. Endlich konnte sie sie soweit wundert sein, daß ich darauf gedrungen habe, den füddeutschen Gesellschaft 4,15. Reinickendorfer Rothe, Gasthof zur Tonne 1,-. zurückschieben, daß sie durch den Spalt in die Stube Entwurf zu veröffentlichen. Ueberschuß Ich habe das nicht gethan, Vom Stammtisch Falkensteinstr. 15 M. D. 1,25. hineinsehen konnte. Da sah sie denn, daß ihr Mann um die Süddeutschen zu kränken, sondern nur, weil doppelter Junggesellenfeier Ritterstr. 90 2,75. Mittwochs- leesich in knieender Stellung an einer Thürangel erhängt hatte. dadurch am allerdeutlichsten hervortrat, blatt bei Zubeil 3,-. Von einer verrotteten Hochzeit, ReichenEin kleiner Hund, den der Alte Jahre lang befeffen hatte, lag Unkenntniß und mit welchem Mangel an Gewissenhaftigkeit bergerstraße, 2,-. Ges. von den überzeugten Proletariern der zu Füßen der Leiche. Die Frau wollte die Wohnung sofort heute Forderungen in der Partei aufgestellt werden konnten, und Berliner Velvetfabrik 31,45. wieder verlassen, weil sich außer ihrem Manne in ihr schon vier wie auch selbst gute alte und erfahrene Parteigenossen auf solche Rothe Geburtstagsgäste 4,-. Verein Fortuna Rigdorf 3,-. Bersonen erhängt haben. Auch sie selbst hat in den wenigen Charlatanerie eingehen konnten. Als ich den süddeutschen Entwurf Fidele Rothe d. freien Gemeinde in Rixdorf 3,50. A. A. 1,-. Tagen nach dem Tode ihres Mannes schon zweimal einen Selbst. fah, da schien es mir, als ob ich diesen Entwurf schon einmalirgendwo Kolonie Brrr bei Stramin durch Starke 1,10. J. M. und A. M. mordverfuch gemacht, der aber jedesmal durch bekannte Personen, gefehen hätte, und ob er schon einmal in einem großen Staate 1,50. Waldmann 10,-..., Adlershof 0,50. Sängerverein die ihr beim Umzuge geholfen hatten und zufällig zur Stelle als Gefeß vorgelegen hatte, als ob er von einer ganz reaktionären" Sorgenfrei", amerit. Auktion, 2. Rate 21,56. Gef. auf einer Ge Regierung vor 2 Jahren veröffentlicht worden wäre. Der süd. burtstagsfeier, forgingstr. 1,55. J. G.11,-.. B. 3, p. 2. 1,-. Wenn man alt wird. Den Tod im Wasser suchte am deutsche Ausschuß hat also in seiner Unkenntniß und geringen Die Vaterlandslosen aus Rudow b. B. 2,30. Ges. von Gust. Engel 2,-. Ueberschuß vom Geburtstag Görligerstr. 50 2,20. Montag Mittag eine bejahrte Frau an der Sandkrugbrücke. Sie Gewissenhaftigkeit einen Entwurf eingebracht, der jeden Augenstürzte sich dort in den Spandauer Schifffahrtskanal und hätte blick in einem der größten Reiche schon hätte Gesetz sein können. Beier, Rummelsburg, 2, Rother Handlungsgehilfe 1,-. ihr Ziel auch erreicht, wenn der Vorgang nicht von in der Nähe Ich habe mir deshalb den alten österreichischen Gesetz Amerit. Auktion eines Kürbis, J. D., 3, Summa 198,91 M. Bereits quittirt 11 980,30 M.; in Summa anfernden Schiffern bemerkt worden wäre. Die Schiffer machten entwurf, betreffend die Errichtung von Berufsgenossenschaften fich sofort an die Rettung und es gelang ihnen schließlich auch, der Landwirthe aus dem Jahre 1893 vorgenommen, dessen die Lebensmüde aus dem Waffer herauszuziehen. Die etwa Urheber der erzreaktionäre Graf v. Falkenhayn ist( Heiterkeit), 60 Jahre alte Frau war aber bereits so start mitgenommen, daß der Minister, der die Verantwortung trägt für all das, Depeschen und lehte Nachrichten. fie in dem Krankenhause, in das man sie brachte, noch immer was den österreichischen Bergarbeitern in den letzten bewußtlos daliegt. Sie hat daher auch über ihre Persönlichkeit Jahren geschehen ist, der Mann, dessen Hände von dem Blute noch keine Auskunft geben tönnen. der erschossenen Bergleute befleckt sind. Nur den Naturalzins hat Emilie Berg, welche von der Kammer Brausewetter wegen minister protestirt.( Seiterkeit.) Es ist ein Glück, daß diefer Herr er in seinem Entwurf nicht gefordert, denn dagegen hat der FinanzBlutschande, die ihr Vater, der frühere Pferdebahnschaffner Berg, nicht preußischer Minister ist, denn sonst hätten wir für seinen mit ihr getrieben haben soll, zu 9 Monaten Gefängniß ver: Entwurf slimmen und mit Hurrah einfchwenken müffen.( Heiterkeit.) urtheilt wurde, ist, wenn man der Mittheilung eines Bericht. Ja, wenn die Dinge so weit geben, daß die Leute, die hier erstatters trauen darf, entlassen worden. Derselbe berichtet: an der Partei herumdoktern wollen( Heiterkeit), so wenig Alexander Kussai geflüchtet. Am Sonntag wurde ihr ohne jegliche Begründung die Ent- an laffung mitgetheilt, obwohl sie noch 5 Monate zu verbüßen hatte. Uebersicht und so wenig wenig Gewissenhaftigkeit haben, daß London, 8. Oftober.( B. H.) Nach Blätterm eldungen aus " tamen, vereitelt wurde. Gestern Vormittag stattete sie dem Kriminalgerichte einen Besuch ab, um etwas näheres über die unerwartete Freiheit zu erfahren." Angefchwemmt und gelandet wurde am Montag bei der Zugbrücke in Charlottenburg die Leiche eines unbekannten Mannes, zu dessen Feststellung es an bestimmten Anhaltspunkten fehlt. Der Mann mag etwa 25 Jahre alt gewesen sein. Einbrecher Erpel ist in Moabit eingeliefert worden. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Echöneberg- Berlin. fie bei mit welcher Bonn, 8. Oktober.( B. H.) Gestern Abend wurde zwischen Sieglar und Kriegsdorf ein Mädchen von einem verheiratheten und wurde infolge dessen von dem Wüstling lebensgefährlich Manne unfittlich angegriffen. Das Mädchen leistete Widerstand durch Messerstiche verletzt. Der Thäter wurde verhaftet. Summe von 5000 m. ist der 39jährige Universitätsschreiber Budapest, 8. Oktober.( B. H.) Nach Unterschlagung einer ruhigen Blutes. solche Dinge zu Papier bringen, Odessa hätten die russischen Truppen an der armenischen Grenze dann halte ich es für meine Pflicht, der Katze die Befehl erhalten, ihre Maßnahmen so zu treffen, daß fie gegebenens Schellen umzuhängen und die Partei zu fragen, ob solche Leute falls in Türkisch- Armenien die Ordnung wiederher stellen können. beanspruchen dürfen, in diesen Fragen an der Spitze zu Newyork, 8. Oktober.( B. H.) Kurz nach beendeter Vormarschiren. Nein, Leute, die so wenig Ahnung von der Sache stellung brannte das Politean- Theater in Montevideo nieder. haben, muß man bloßstellen.( Sehr richtig!) Ich habe in den Die sämmtlichen Effekten eines Zirkus, der in dem Theater Vor15 Jahren, wo ich in der Partei bin, derartiges noch nicht erstellungen gab, wurden vernichtet. Menschenleben sind nicht zulebt. Man sollte es wahrhaftig nicht für möglich halten, daß beklagen. Für den Inferatentheil rerantwortlich: Th. Glede in Berlin. Zinck und Verlag vor Max Wading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 236. Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Breslau, den 8. Oktober 1895. 3 weiter Berhandlungstag. Vormittags- Sigung. Der Vorsitzende Segit eröffnet die Sigung um 91/4 Uhr. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Antrick namens der Mandats- Prüfungskommission, das Mandat von Dr. Rüdt infolge seines Ausschlusses aus der Partei für erloschen zu erklären. Mittwoch, den 9. Oktober 1895. 12. Jahrg. 92. Die Genoffinnen Gerndt- Berlin und 3ettin diese Anträge haben Laiengerichte, die aus allen Kreisen der BeStuttgart: völkerung zusammenzusetzen sind, zu entscheiden. 1. Die Reichstags- Fraktion wird beauftragt, bei den bevor- 3. In die Gewerbe- Ordnung ist eine Bestimmung aufzu stehenden Berathungen über den Entwurf eines bürger- nehmen, durch welche außer Zweifel gesetzt wird, daß weder der lichen Gesetzbuchs mit aller Energie die Initiative zu ergreifen Landesgesetzgebung, noch irgend einem Beamten das Recht zusteht, für die Beseitigung aller gefeßlichen Bestimmungen, welche das Schankgewerbe durch Berbote zu beschränfen, zu einer be die Frau dem Manne gegenüber betheiligen. stimmten Zeit auszuschänken oder öffentliche Luftbarkeiten zu Berichterstatter Wurm: Ich kann mich zur Ergänzung des Befehgebung( Kranken-, Unfall-, Alters- und Invaliditäts- Reichstagsfraktion ist zu beauftragen, baldigst einen Antrag auf 96. Vom Genossen Rohrlad Berlin: Die Reichstags Fraktion hat, wenn möglich, noch in der bevorstehenden Session des Reichstags folgende Fassung für den§ 139 b der Gewerbe- Ordnung zu beantragen: 99. Genoffe Doppler in Mülhausen i. E.: Die Abänderung des sog. Krankenversicherungs- Gesezes einzureichen, da in dem jetzt geltenden eine Reihe von Paragraphen enthalten find, welche eine wirkliche Versicherung gegen Krankheit vollständig unmöglich machen. Reichstags- Fraktion wird beauftragt, einen Gesezentwurf ein 100. Genoffe Wohlers in Hamburg Gilbed: Die zubringen, in welchem die gänzliche Aufhebung aller freien Hilfs kassen, sowie der Fabrik- Krantentassen verlangt wird. sämmtlich die genügende Unterstützung von 20 Stimmen. Ebenso Diese Anträge erhalten mit Ausnahme des Antrages 88 wird der folgende, verspätet eingegangene Antrag der Genossen des Kreises Teltow- Beeskow- Storfow genügend unterstützt: Um das verschiedene Verhalten der sozialdemokratischen Abgeordneten bei den Schlußabstimmungen über die Gesammtbudgets in Zukunft zu vermeiden, empfehlen die Genossen des Kreises Teltow- Beeskow- Storckom dem Parteitage, die sozialdemokratifchen Reichstags- und Landtags- Abgeordneten sowie die Ges meindevertreter zu veranlassen, sich bei Schlußabstimmungen über die Annahme oder Verwerfung des Gesammtbudgets der Abstimmung zu enthalten, sofern sie nicht sämmtliche Posten ver2. Bei den bevorstehenden Berathungen über den Entwurf dulden. eines bürgerlichen Gesetzbuchs mit aller Energie einzutreten für Die Rechte der unverheiratheten Frauen als Mütter, sowie für Zusammentritt des Reichstags einen Gesetzentwurf einzubringen, 4. Die Reichstags Fraktion wird beauftragt, sofort nach die Rechte ihrer Kinder. durch welchen der Artikel 4, Punkt 16 der Reichsverfassung, nach 93. Parteigenossen des 14. hannoverschenkreises: Die Maßgabe des Punkt 4 des Parteiprogramms zur Durchführung Reichstags- Fraktion hat darauf hinzuwirken, daß die Kranken-, gelangt. Alters- und Invaliden- Versicherung auf die Heimarbeiter ausDer Antrag wird ohne Debatte angenommen. 98. Parteigenoffen in Halle: Der Breslauer Parteitag gedehnt wird. Die Versammlung tritt sodann in die Tagesordnung, deren wolle beschließen, daß die Fraktion im Reichstage diejenige Stelle 94. Parteigenoffen in Mannheim: Die sozialdemo- im Präsidium einnimmt, auf welche sie geschäftsordnungsmäßig ersten Punkt die Berichterstattung über die parlamentarische tratische Reichstagsfraktion zu beauftragen, in der nächsten Anspruch zu erheben hat. Thätigkeit bildet. In Verbindung damit stehen die Anträge 88 Session einen Antrag auf Vereinheitlichung der ganzen Sozialbis 100 und 106 zur Debutte. versicherung) einzubringen. Ihnen gedruckt vorliegenden Berichtes auf wenige Worte 95. Die Parteigenossen des Kreises Teltow beschränken. Die große Frage, die immer wiederkehren wird, Beeskow Stortow = sowie die Genossen Genossen in so lange wir noch die Minorität bilden, die Frage, ob der Schweidnig: Die Reichstagsfraktion hat zu veranlassen, daß Kapitalismus alle Mittel in Bewegung sehen darf, um sich die Karenzzeit bei der Altersversicherung von 70 auf 60 Jahre das arbeitende Volt politisch und wirthschaftlich dienstbar zu herabgesetzt und über die Alters- und Invalidenversicherung all machen, spielte auch in der letzten Seffion eine Hauptrolle. jährlich eine Statistit veröffentlicht wird. Die Fraktion hat Auch der große Kampf gegen die Umsturzvorlage war nur eine einen Antrag einzubringen, in welchem gefordert wird, daß die Wiederholung der Vorkommnisse von 1878, eine Wiederholung, Arbeiter und Handwerker ihre Lohn- und Forderungen über des Beutezuges, den damals der Kapitalismus auf Kosten der gelieferte Arbeiten auch bei den Grundstück- und Hypothekenarbeitenden Klassen unternommen hatte. Damals nahm man besitzern geltend machen können. die Attentate Hödel's und Nobiling's zum Vorwand, um es den Arbeitern unmöglich zu machen, für eine Besserung ihrer Lage einzutreten, jezt mußte das Attentat Caferios den Vorwand liefern, um dieselben Zwecke zu verfolgen. Denn mit der Niederdrückung der Arbeiterbewegung ist es heute im Deutschen§ 139 b. Die Bestimmungen der§§ 134-139 b finden auf Reiche möglich, alles freie Denken zu fnebeln. Früher hat alle Fabrik, gewerblichen und hausindustriellen Anlagen Andie Bourgeoisie für die Freiheit gekämpft; fie giebt jest wendung. Die Aufsicht über die Ausführung der Bestimmungen alle Freiheiten hin, wenn man ihr die einzige Freiheit der§§ 105-120 e, 126-128, 134-139 a ist besonderen Gewerbeder Ausbeutung überläßt. Jetzt ist es die Sozialdemokratie Aufsichtsbeamten zu übertragen, welche für eine zweijährige allein, die die Fahne der Freiheit aufrecht erhält. Die Gehässig Amisdauer je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern werfen." feit der Gegner zeigte sich in einigen Zwischenfällen, als wir durch direkte und geheime Wahl ernannt werden. Wieder- Antrag 89 findet keine Begründung; ebensowenig die Anz. B. den Antrag stellten, daß einer von uns, gegen den wahl ist zulässig. Der dritte Theil dieser Beamten träge 90 und 91. ein Strafverfahren schwebte, während der Dauer der Seffion muß weiblichen Geschlechts sein. Geschlechts sein. Die Zahl der Gewerbe- Antrag 92 wird von Frau 3 ettin Stuttgart begründet: seine Rechte als Abgeordneter vod ausüben dürfe; es handelte Aufsichtsbeamten wird alle zwei Jahre Reichstag Wie in politischer, so wird auch in privatrechtlicher Beziehung sich um Herbert. Hier versuchten die Konservativen zum ersten festgesetzt, doch muß dieselbe mindestens so hoch sein, daß jeder die Frau als unmündig betrachtet. Die bürgerlichen Frauen Male, unserem Genossen, der noch gar nicht verurtheilt war und Betrieb dreimal im Jahre besichtigt werden kann. Die Besol- haben keine Erklärung hierfür, wohl aber die Sozialisten, die auch später gar nicht verurtheilt wurde, seine Rechte zu nehmen. dung der Beamten geschieht aus Reichsmitteln. Kesselrevisionen auf dem Boden der materialistischen Geschichtsauffassung Besonders Freiherr von Stumm, der klassischste Vertreter dürfen den Beamten nicht übertragen werden. Die Gewerbe- stehen. Sie betrachten die Rechtsbestimmungen des Großkapitalismus, war der Rücksichtsloseste. Er sagte ja: Aufsichtsbeamten sind verpflichtet, jede Gesezwidrigkeit zur An- als etwas Abstrakttes, das als Geist über den Wassern schwebt. nicht Von einem Kampf mit geistigen Waffen mit Ihnen kann keine zeige zu bringen. Sie sind ferner verpflichtet, die gelegentlich der Millionen von Frauen sind heute nicht mehr abhängig von der Rede sein", und er machte den wißigen Vorschlag zu folgendem Revision amtlich zu ihrer Kenntniß fommenden Geschäfts- und Familie und vom Manne, rechtlich sind sie aber dennoch abs Gesetz:§1. Den Sozialdemokraten und Anarchisten wird das Betriebsverhältnisse und Einrichtungen, welche den gesetzlichen hängig. Das ist ein Anachronismus, der von dem Entwurfe Wahlrecht entzogen.§ 2. Die Agitatoren werden ausgewiesen Vorschriften nicht unterliegen, geheim zu halten. eines neuen bürgerlichen Gesehentwurfes nicht beseitigt ist. Zwei oder internirt. Auch der Kriegsminister zeigte sich als gewaltiger Jahrzehnte lang hat die Kommission an dem Entwurfe Gegner, er meinte zwar, daß er es für eine angenehme Pflicht halte, gearbeitet, aber es hieße Trauben von den Dornen und den Kampf gegen uns der Polizei und der Feuerwehr zu überlassen, Feigen von den Disteln ernten wollen, wenn man von ihr eine aber er gab doch deutlich zu verstehen, wie der Militarismus freiheitliche und fortschrittliche Regelung des Rechtswesens im gegen den Sozialismus in einem schneidenden Gegensage steht. verpreußten Deutschland erwartete. Jm verpreußten DeutschEs zeigt sich immermehr, daß Engels recht gehabt hat mit den land, das heißt in einem fapitalistischen Staate, der durch Worten: An unserem gesetzlichen Vorgehen soll das Treiben der Militarismus und Bureaukratie verbösert ist. Auch das neue Gegner zu schanden werden." bürgerliche Gesetzbuch trägt den veränderten wirthschaftlichen Bei unseren Anträgen wurden wir nicht durch Gründe, Verhältnissen feine Rechnung. Die Eheschließung, die Ehesondern durch die Macht der Majorität besiegt. Durch die Einscheidung, die Stellung der Frau im Güterrecht, die rechtliche bringung der Umsturzvorlage sind wir verhindert worden, Die auf grund der vorstehenden Bestimmungen auszuführen- Stellung der Mutter zu ihren Kindern, alle die Bestimmungen Initiativanträge zu stellen. Im Kampfe gegen uns find alle den amtlichen Revisionen müssen die Arbeitgeber zu jeder Zeit, darüber find zugeschnitten nach dem Grundsaße: Und er Gegner unter einander einig; auch der Freifinn scheidet sich namentlich auch in der Nacht, während des Betriebes, gestatten. foll dein Herr Herr sein!( Heiterkeit.) Das darf nicht jedesmal fraß von uns, wenn es sich darum handelt, den großen Es ist den Gewerbe Aufsichtsbeamten verboten, eine vor- gesetzlich festgelegt werden, das verträgt sich nicht mit Massen Rechte zu gewähren. Es handelte sich um die Einrich zunehmende Revision den Gewerbetreibenden vorher anzuzeigen. unseren wirthschaftlichen Zuständen, denen hunderttung von Volksvertretungen in den Bundesstaaten; da konnten Die Gewerbe- Aufsichtsbeamten haben alle zwei Jahre eine tausende von Frauen ihr eigenes Brot essen. Was die Ausfich die Freifinnigen nicht dazu aufschwingen, für die Wahl einer Statistik über die Zahl der Anlagen und der darin beschäftigten dehnung der Frauenarbeit betrifft, so will ich nur an die eine Volksvertretung in Mecklenburg das allgemeine, gleiche, direkte Arbeiter, sowie über Geschlecht und Alter derselben und deren Thatsache erinnern, die ich den Berichten der Fabrikinspektoren und geheime Wahlrecht zu verlangen. Der Vertreter des Frei- Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufzunehmen. Arbeiter und Arbeit- für 1893 entnehme. Hiernach hat sich die Zahl der finns persönlich wäre wohl dafür zu haben gewesen, nicht aber geber sind verpflichtet, alle zu diesem Zweck erforderlichen An- in der Großindustrie beschäftigten Frauen um 40 187 feine medlenburgischen Kollegen. Wir haben damals für den gaben zu machen. Dasselbe gilt von denjenigen statistischen vermehrt. Tausende und tausende von Frauen sind in der Antrag Pachnide gestimmt und das ist uns von unseren Mittheilungen, welche auf grund besonderer Verfügungen des Hausindustrie, im Kleingewerbe, im Handel thätig. Die mecklenburgischen Genossen arg verübelt worden. Es geschah Bundesraths, des Reichstags oder der Verwaltungsbehörden ver- Loslösung der Frau von der Familie vollzieht sich in immer aus taktischen Gründen, daß wir für einen Antrag langt werden. größerem Umfange und deshalb muß die Frau auch in privatrechtlicher Beziehung von der Vormundschaft des Mannes los gelöst werden. Eine Reihe von Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches, die sich auf die Stellung der Frau im Güterrecht beziehen, sind für die Proletarierin praktisch von geringer Be deutung, weil sie nichts besitzt. " Die Zuständigkeit der Gewerbe- Aufsichtsbeamten erstreckt sich auf alle für den jeweilig zu revidirenden Betrieb geltenden Beftimmungen der obengenannten Paragraphen der Gewerbe- Ordnung. Alle von den Beamten auf grund solcher Bestimmungen getroffenen Anordnungen müssen von den Betheiligten ausgeführt werden und tönnen die Gewerbe- Aufsichtsbeamten zur Hilfeleistung die ordent lichen Polizeibehörden heranziehen. Die erwähnten Beamten haben Jahresberichte über ihre amtliche Thätigkeit zu erstatten, welche dem Bundesrath und dem Reichstag unverkürzt vorzulegen find. -stimmten, in dem das allgemeine Wahlrecht nicht Alle in den§§ 105 c, d, e, f, und 138a, 139, 139a vor verlangt wird. Wir wissen, was wir vom Freifinn zu erwarten gesehenen Ausnahmebestimmungen sind nur nach Begutachtung haben. Gerade in Breslau zeigt sich der Freifinn in seiner und unter Zustimmung derjenigen Gewerbe Aufsichtsbeamten ganzen Größe, hier haben die Stadtverordneten seit Jahren den zulässig, in deren Bezirk die Anlage sich befindet, für welche die Arbeitern das Recht verweigert, am Stadtregiment theilzunehmen. Ausnahme nachgesucht ist. Breslau ist ferner durch die Schuld derselben Freisinnigen eine Die Abfäße 2 bis 5 des§ 154 treten als hiernach über- Allerdings, auf seiten des Proletariats ist die Gefahr für die der wenigen Städte in Deutschland, die noch die Schlacht und flüssig außer fraft. Frau nicht so groß, daß der Mann ihr Hunderte und Tausende Mahlsteuer hat. 97. Parteigenoffen in Niederbarnim und Brandens verhammersteinern kann( Beifall und Heiterkeit), bei dem Alle vom vorigen Parteitag beschlossenen Anträge fonnten burg: Der Reichstags- Fraktion aufzugeben, einen Antrag auf Proletariat besteht eine andere Gefahr, die Gefahr, daß das wir nicht zur Verhandlung bringen, wir haben es gethan, so Abänderung des§ 7 des Reichstags- Wahlgefeßes im Reichstage Elend den Mann dem Schnapsteufel überliefert, und darunter weit es möglich war. Die Hauptsache bleibt ja für uns immer, einzubringen, dahingehend, daß Reichstbgs- Wählern, wie Schiffern, hat die Frau zu leiden. Deshalb müssen wir auch die Meinung der Gegner zu provoziren, und das geschieht am Schnittern, Flößern, Haufirern, Handelsleuten, Ziegeleiarbeitern, bei der rechtlichen Regelung der Besitzverhältnisse für besten da, wo wir Redefreiheit haben, bei der Etatsberathung. Bauarbeitern u. s. w., die durch Erwerbsverhältnisse verhindert die Proletarierfrau eintreten. Dazu tommt, daß daß in Wir wissen genau, daß die Reichstags- Tribüne die Stätte ist, find, ihr Wahlrecht an ihren Wohnorten auszuüben, gestattet ist, Deutschland die Bourgeoisie sehr schnell verkommen ist und von der aus unsere Ansichten ins Band dringen, in die Gegenden, an demjenigen Orte zu wählen, an welchem sie sich zur Zeit der sich allen Fragen des Fortschritts gegenüber als reaktionäre wo die Massen noch indifferent sind. Wahl befinden resp. in Arbeit stehen. Den Vertretern der Macht erweist. Die Gleichberechtigung der Geschlechter Echließlich muß ich noch erwähnen, daß unser Fraktions- sozialdemokratischen Partei wird im Interesse der Landagitation ist nicht eine Spezifisch fozialdemokratische Forderung, mitglied, der einzige Vertreter der Bergarbeiter im Reichstage, im empfohlen, auf dem Parteitag dafür zu stimmen, daß die Fraktion fondern nur eine Konsequenz des bürgerlichen LiberalisInteresse dieser Arbeiter eine scharfe Kritik an der Ausführung ersucht werde, bei geeigneter Gelegenheit im Reichstage Gefeßes- mus, der sich aus Furcht vor dem tlaffenbewußten der kaiserlichen Erlasse vom Jahre 1890 geübt hat, eine vorschläge etwa folgenden Inhalts einzubringen: Proletariat in Deutschland besonders reaktionär gegenüber der Kritit, deren Wiedergabe die deutsche Redefreiheit verbietet. 1. Gesetz, betreffend die Aufhebung der Ausnahmegeseze fogenannten Frauenfrage verhält. Während in anderen Ländern Die Uebereinstimmung zwischen Wählern und Fraktion hat sich gegen ländliche Arbeiter und gegen das Gesinde.§ 1. Sämmt Vertreter der verschiedensten Parteien für die Gleichberechtigung in den Versammlungen gezeigt, in denen wir den Wählern Rechen- liche landesgefeßlichen Sonderbestimmungen über das Rechts- der Geschlechter eintreten, ist diefe von unserer feigen Bourgeoisie schaft über unsere Thätigkeit ablegten. Ebenso in den praktischen verhältniß ländlicher Arbeiter, der Schiffer und des Gesindes zu nicht gelöste Aufgabe ebenfalls dem Proletariat zugefallen. Anregungen, die in Gestalt von Anträgen aus der Mitte der ihren Arbeitgebern werden aufgehoben. Insbesondere werden Dazu werden wir schon aus eigenem Interesse getrieben, denn Parteigenossen vorliegen und die parlamentarische Thätigkeit der hiermit die sogenannten Gesinde- Ordnungen, sowie Gefeße und die Gleichstellung der Frau auf privatrechtlichem Gebiete ist der Partei betreffen. Sie zeigen uns, auf welchem Wege wir weiter Verordnungen, welche Strafbestimmungen wegen Ungehorsam und erste Schritt zur Gleichstellung auf öffentlichem Gebiete. Sind schreiten müssen zum Heile der Partei.( Bravo!) Widerspenstigkeit der ländlichen Arbeiter, der Schiffer oder des erst die Fesseln in dieser Beziehung gelöst, so ist die politische Zur Debatte werden die folgenden Anträge gestellt: Gefindes betreffen, oder das Koalitionsrecht ländlicher Arbeiter, Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts nur noch eine Frage 88. Parteigenoffen des Kreises Lyd Oletto der Schiffer oder des Gesindes beschränkten, oder die der Zeit. Dann wird die Frau widerstandsfähiger sein im Kampfe Johannisburg: Die Reichstagsfraktion zu beauftragen, Buführung oder Zurückführung des Arbeiters zum Arbeitgeber gegen kapitalistische Raubgier, die Kampffähigkeit der Arbeiterin einen Antrag folgenden Inhalts im Reichstag einzubringen: gestatten, aufgehoben.§ 2. Die Verträge zwischen ländlichen wird erhöht, und die Eigenschaften, die sie hunderte von Das Halten von Ammen ist, da sterilisirte Kuhmilch ein voll- Arbeitern, Schiffern oder dem Gesinde und ihren Arbeitgebern Jahren hindurch widerstandslos gemacht haben, werden vers ständiger und billigerer Ersatz von Ammenmilch ist, von Staats find Gegenstand freier Vereinbarung und unterliegen lediglich fümmern. wegen zu verbieten und nur dann zu gestatten, wenn ärztliches den allgemeinen Vorschriften über Dienstverträge( Verträge über Was den zweiten Antrag betrifft, so kommt auch in der Physikatsattest für die Nothwendigkeit dazu vorliegt und wenn Handlungen, Lohnverträge, Arbeitsverträge).§ 3. Streitigkeiten Stellung der unehelichen Kinder sehr deutlich der Charakter der die Amme ihr Kind bereits verloren hat. zwischen den vorgenannten Arbeiterkategorien und deren Arbeit- Klassengesetzgebung zum Ausdruck. In der Bestimmung, daß alles Arbeiter. 89. Parteigenossen in Pirmasens: Die Reichstags- gebern sind durch aus öffentlichen Wahlen hervorgegangene nach den Vermögensverhältnissen der Mutter und nicht nach denen des Fraktion hat im Reichstag einen Antrag einzubringen auf Gerichte unentgeltlich zu entscheiden. Die Gerichte haben Baters zugeschnitten ist, haben wir eine Begünstigung der reichen obligatorische Einführung der Gewerbegerichte und deren Aus- zu zwei Dritteln aus Arbeitern und zu einem Drittel Wüstlinge, die gelegentlich geruhen, zum Volte herunterzuſteigen, dehnung in der Zuständigkeit auf Dienstboten und ländliche aus Arbeitgebern zu bestehen.§ 4. Dieselben Gerichte wenn das Volk rothe Wangen, hübsche Augen hat und schön getreffen zu Beginn des Jahres ortsstatutarische Be- wachsen ist.( Sehr gut!) Darunter leiden wieder am meisten 90. Die Parteigenossen in Aachen: Die Reichstags- stimmungen über die höchste Länge der täglichen Arbeitszeit die Töchter des Proletariats, nicht etwa, weil sie die GeFraktion ist verpflichtet, jedes Jahr im Reichstage den Antrag und über die Sonntagsruhe der vorgedachten Arbeiterkategorien. liebten der Männer geworden sind, sondern weil sie sich dem zu erneuern auf gesetzliche Einführung des Achtstundentages und 2. Beamte und Mitglieder der bewaffneten Macht, welche Unterdrücker und Verführer haben preisgeben müssen. Wie viel. eines Minimallohnes. Verwaltungsorganen unterstellt sind, sind für ihre Handlungen Elend entsteht aus diesen Verhältnissen! Man braucht nur an 91. Die Parteigenossen des Kreises Teltow Bees- und Unterlassungen strafrechtlich und zivilrechtlich, ohne Rücksicht die vielen Kindesmorde zu denken, die sich dadurch erklären, daß tow Stortom: Die Reichstags- Fraktion hat im Reichstage darauf, ob ihnen ein Verschulden zur Last fällt, verantwortlich. die Mutter aus übergroßer Zärtlichkeit dem Kinde lieber das einen Antrag einzubringen, in dem der gesetzliche achtstündige Anträge auf Bestrafung von Beamten und Mitgliedern der be- Lebenslicht ausbläst, als daß sie es der Armuth überliefert, oder Arbeitstag und die Erklärung des 1. Mai als gefeßlichen Feiertag waffneten Macht 2c. oder Verurtheilung zur Schadenersatzleistung aber daß die Mutter aus Furcht vor der Schmach, als Gefallene gefordert wird. können von jedem gestellt werden, der sich geschädigt fühlt. Ueber dazustehen, ihr Kind tödtet, Denken Sie ferner an die hohe M 0 Sterblichkeit der außerehelichen Kinder, an die Engelmacherei und so weiter! Wie sehr unter diesen Zuständen gerade die Proletarierfrau leidet. zeigt unter anderen die Thatsache, daß oft die sogenannten gefallenen Dienstumdche». an denen meist der Herr oder der Sohn des Hauses das zns xrhnas noctis verübt hat, in das Lumpen- Prole' lariat gestürzt und der Prostitution übetliefert werde» Wenn es nun selbstverständlich ist, daß die sozio ldcmokratische Reichstags-Fraklion bei der Berathnng des bürgerlichen Gesetz- buches in dem Sinne unserer Anträge eintritt, so ist es doch ein Unterschied, ob sie dies aus eigener Initiative thut oder infolge des ausdrücklichen Willens der stärksten Partei des deutschen Reiches. Nehmen Sie also, schon um der Reichstags-Fraktion den nöthigen Nachdruck zu verleihen, beide Anträge an!(Leb� hafter Beifall.) Antrag 93 wird nicht genügend unterstützt. Zur Begründung deS Antrages 94 spricht Keil- Mannheim: Es ist ein starker Fehler in unserer Sozialgesetzgebung, daß sich die Arbeiter die Einrichtungen selbst schaffen muffen, die sie schützen sollen, und daß sie selbst deren Kosten tragen. Die Bielsälligkeit der Einrichtungen in dieser Beziehung erzeugt mir Verwirrung; selbst der Jurist kennt sich in den vielerlei Bestimmungen nicht mehr aus. Hoffentlich erlangen wir wenigstens einen Theil dessen,>vas wir verlangen; er wird auch der Agitation dienen. Thomas- Rixdorf spricht zur Begründung des An- träges 9ö: Die Rixdorfer Genossen ziehen den zweiten Theil dieses Antrages zurück; es handelt sich also nur um die Herafr setzung der Karenzzeit von 7V aus 69 Jahre. Die Berechtigung dieses Antrages ist klar; in Staatsbetrieben werden Arbeiter über 49 Jahre nicht eingestellt, der private Unternehmer will von alten Arbeitern überhaupt nichts wissen. Uebrigens er reichen ja nur die wenigste» Arbeiter ein Alter von 79 Jahren. R o h r l a ck- Berlin begründet in längerer Rede de» An- trag 96 und erwartet vom Referat des Genossen Timm eine treff- liche Illustration der Dinge, die Anlaß dazu gegeben haben, die im Antrag 96 stehenden Zusätze zur Gewerbe- Ordnung auszu stellen. Stadthagen- Berlin begründet Antrag 97. Antrag 98 wird von Thiele- Halle begründet. Wenn der Antrag angenommen wird, braucht sich Genosse Singer noch lange keine Eskarpins anmesse» zu lassen.(Heiterkeit.) Antrag 99 wird nicht begründet. Antrag 190 begründet M a r t i k k e- Hamburg. In Hamburg beschäftigt kein Unternehmer einen Arbeiter, für den er das Orts- Krankenkaffengebd bezahlen muß. Mancher Arbeiter, der arbeitslos war, hat das letzte versetzen müssen, um das Eintrittsgeld in eine freie Hilsskasse au' zubringen. Um diesem Mißstand abzuhelfen und die Unternehmer— besonders die Hamburger— zu zwingen, an den Kosten der Versicherung theilzunehmcn, ist der Antrag von dem Genossen Wohlers in Hamburg eingebracht worden. Es ist zu überlegen, ob man ihm folgen soll, da er hauptsächlich nur durch die Hamburger Zustände veranlaßt ist. Antrag 196 begründet G e h r- Bremerhaven: Die von uns verlangte Statistik wird am besten die schwere Ueberarbeit zeigen, der die Seelente in ihrem anstrengenden Berus ausgesetzt sind. Vom Reichsaml des Innern wird bekanntlich em Handbuch für die deutsche Handelsmarine herausgegeben. Trotz seines amt lichen Charakters sind die Angaben des Buches unrichtig. Schiffe, die 6ö Mann Besatzung haben sollten, haben faktisch nur LS, Schiffe mit angeblich 197 Mann haben nur 71, Schiffe mit an- geblich 115— nur 77 Mann Besatzung gehabt. Dabei reicht die vorgeschriebene Besatzung, die die Schiffe haben sollte», kaum hin, um die Arbeiten ordnungsmäßig zu verrichten. Da ist die Folge, daß es bei Unglücksfällen an Händen, vor allen an geübten Händen fehlt, um das Leben von Hunderten zu schützen. Wir brauchen dringend eine Siatislik über die thalsächliche Besatzung der Schiffe. Die Ausbeutung der deutschen Seeleute ist genau so groß, wenn nicht noch größer, wie in andern Ländern. Infolge der Ueberarbeit, der schlechten Kost und der schlechten Behandlung rücken zahlreiche deutsche Seeleute in New-Iork ans. Um die leeren Stellen zu besetzen, werden Leute in Amerika angemustert, die keine Ahnung von der Seefahrt haben und der Arbeit, die zum theil in einer Temperatur von 56 bis 69 Grad Celsius verrichtet werden muß, nicht gewachsen sind. Wenn sie nicht arbeiten können, sind grausame Mißhandlungen ihr Loos. so daß sie den Tod in den Wellen suchen. Wenn der Arzt des Schiffes gewissenhaft sein und die Leute krank schreiben ivollte, würde er seine Stellung sofort verlieren. Auch die Heizer und Kohlenzieher betheiligen sich an den Mißhandlungen, weil sie ja die Arbeit des schwach werdenden Mannes mit verrichten müssen. Die Frage der Behandlung der Seeleute muß im Reichstage immer und immer wieder an- geschnitten werden. Wir hofften, daß schon in der vorigen Session die von den Bremerhavener und Hamburger Seeleuten in Verbindung mit der Fraktion ausgearbeitete Seemanns- vrdnung zur Verhandlung gelangen würde. So gut wie der Bergmann muß auch der Seemann besonders geschützt werden. Zur Geschäftsordnung begründet Timm- Berlin seinen Antrag, zunächst den Bericht über die parlamentarische Thätigkeit zu erledigen und sodann die ein- gegangenen Anträge der Reihe nach zu diskutiren. Der Antrag wird ohne weitere Debatte angenommen. Es findet also zunächst die Besprechung des Berichts über die parlamentarische Thätigkeit statt. G r o t h-Rostock: Der Antrag Auer in> Reichstage, daß in jedem deutschen Staate eine Volksvertretung bestehe» sollte, die aus gleichen direkten Wahlen hervorgegangen ist, wurde seinerzeit zusammen mit dem Antrag Pachnicke debattirt, daß in jedem deutschen Staate eine aus Wahlen hervorgegangene Vertretung bestehen sollte. Wir Meklenburger waren infolge einer Erklärung des Abg. Pachnicke sehr beunruhigt; derselbe erklärte, die sozial- demokratische Fraktion würde für feinen Antrag stimmen, er vergaß aber, hinznzusügen, daß dies nur in der dritten Lesung geschehen würde. Hätte er dies ge- sagt, so wäre eine Beunruhigung nicht entstanden. Wir sagten uns, es kann doch gar nicht unsere Aufgabe sein, die Liberalen zu unterstützen, damit sie dann gemeinsam mit den Junkern ihre Jntereffen gegen uns vertreten. Wir müssen doch den Liberalen begreiflich niachen, daß sie nimmermehr einen Antheil an der Regierung Mecklenburgs erhallen werden, wenn sie nicht mit uns dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahl- recht zuni Siege verhelfen. In der Rostocker Versammlung, in der Pachnicke sprach, sollte in einer Resolution die Zu- ftimmung zur liberalen Volksvertretnngs.Bewcgung zum Aus- druck gebracht werden. Da stellten wir den Unterantrag, in dem die Anerkennung des allgemeinen, gleichen Wahlrechtes ausgesprochen war. Pachnicke persönlich war damit einverstanden, aber seine liberalen Freunde ließen ihn im Stich; nur wenige von ihnen unterstützten unseren Unterantrag. Man will eben das preußische Dreiklassenwahlsystcm. Dazu aber den Liberalen zu verhelfen, 'haben wir nicht de» mindesten Anlaß. Wenn uns daher die Liberalen keine Konzessionen machen, dann werden die Liberalen in Mecklenburg auch nie in den Sattel kommen. Frau Lutz- Berlin: Die Ausführungen des Genossen Wurm bezogen sich nur auf die männlichen Proletarier, aber auch wir weiblichen Genossen werden nicht anders behandelt. Hiermit schließt die Debatte. In seinem Schlußworte giebt Wurm der Freude darüber Ausdruck, da6 die Thätigkeit her Fraktion nicht bemängelt ist, und verspricht im Sinne der .hier vorgebrachten Wünsche fernerhin im Reichstage zu wirken. Redner begründet ferner einen Antrag, den gedruckten Bericht über die parlamentarische Thätigkeit spätestens4 Wochen nach Schluß jeder Session zu veröffentlichen. Technisch sei dies leicht durch- sührbar, der praktische Werth liege auf der Hand. Unsere Partei- organe sind ja bemüht, gute Parlamentsberichte zu bringen und dadurch agitatorisch zu wirken. Noch mehr wird das durch An- nähme meines Antrages der Fall sein. Der einzige Grund da gegen ist der Umstand, daß wir die endgiltigen Ziffern des Etats nicht vor Milte September bringen können. Aber hier läßt sich vielleicht ein Ausweg finden. Wir müssen den Bericht agitatorisch verwerthen, denn aus Liebe wird dem Volke nichts geschenkt; dem arbeitenden Volke wird. nur sein Recht zu theil, wenn man es fürchtet, und man fürchtet es, wenn es klassenbewußt und organisirt ist. Helfen Sie uns auf dem betretenen Wege weiter zu wandeln!(Beifall.) Der Antrag Wurm wird ohne Debatte angenommen. Der oben mitgetheilte Antrag 118 der Genossen aus Beeskow wird zur Debatte gestellt. Zur Begründung dieses Antrages spricht Görke- Charlottenburg: Es ist bedauerlich, daß überhaupt ein solcher Antrag gestellt werden niußte; der Antragsteller ist davon ausgegangen, daß der Partetag als höchste Instanz sich darüber aussprechen soll, wie die Fraktionsgenosse» bei Gesanww abstinnnungen über die Budgets sich verhalte» sollen. Nicht in letzter Linie richtet sich der Antrag gegen die Gemeindeverlreter, die oft in dieser Beziehung grobe Fehler machen. Denn nicht selten wählen die Genossen als Gemeindevertreter Leute, die Hausbesitzer sind, weil das sehr häufig zu ihrer Wahl erforderlich ist, die aber ost sich gegen die Prinzipien vergehe». Gegen de» Antrag spricht Bebel: Ich bitte Sie, diesen Antrag abzulehnen, er ist unannehmbar. Er muthel der Partei etivas zu, was gegen die gegenwärtige Taktik einen Rückschritt bedeutet. Weder in Genieindevertretungen, noch in Landtagsvertretungen ist es vorgekommen, daß die Vertreter unserer Partei gegen sämmtliche Budgelposten gestimmt haben. Wenn die Genossen als Vertreter sich bei der Schlußabstimmung über das Budgets enthalten, dann erkläre» sie sich für unfähig, ein Urtheil abzugeben. Wir im Reichstage haben bisher immer gegen das Budget gestimmt und damit unserer Stellung gegen den gegenwärtigen Staat Ausdruck gegebe». Jetzt uns der Abstimmung zu enthalten, ist unmöglich. Wie ich zu der Sache stehe, wissen Sie aus den vorjährigen Frankfurter Verhandlungen. Hier liegt ein unmöglicher Antrag vor, besonders angesichts der Thatsache, daß diejenigen, die damals in die Debatte verflochten waren, durch ihre Landtags- Thätigkeit am Erscheinen verhiiidert sind. Ich bitte Sie daher, den Antrag abzulehnen. Der Antrag 118 wird einstimmig abgelehnt.(Große Heiterkeit.) Zu einer Mittheilung erhält Singer das Wort: Die hiesige Polizeibehörde hat dem Genossen Ellenbogen von Wien die Ehre erwiese», ihn als„lästigen Ausländer" zu betrachten. (Pfuirufe.) Er ist ausgewiesen worden und zwar, wie mir mitgetheilt wird, mit der Begründung, daß er die inter- nationale Sozialdemokratie hat hochleben lassen und daß er angeblich keine Legitimationspapiere hat.(Heiterkeit.) Genosse Ellenbogen hat mich beauftragt, dem Parteitage seine Abschiedsgrüße zu überbringen. Wir unsererseits können der Breslauer Polizeibehörde nicht verwehren, sich in den Augen der Welt zu diskrcditiren.(Sehr richtig!) Wir können nur einen Protest dagegen erheben, daß die Verhandlungen dieses Parteitages durch die Ausweisung eines Genossen gestört sind. Wir wissen, daß die österreichischen Genossen auch ohne die Anwesenheit ihres Vertreters im Geiste bei uns weilen. Die internationale Sozialdemokratie kann durch Polizei- maßregeln nicht beseitigt werden.(Lebhafter Beifall). Indem ich dem Parteitage Kenntniß von dieser Thatsache gebe, bin ich sicher, daß der Parteitag sich dem Sinne inemer Ausführungen anschließt und mit mir dem scheidenden Genossen unsere Grüße an die österreichische Partei übermittelt und ihn ersucht, den öfter- reichischcn Genosse» die Versicherung zu gebe», daß wir wie stets Schuller an Schulter nnt ihnen In dem internationalen Kampfe für die Befreiung des Proletariats»ach wie vor stehen werde».(Leb- haster Beifall und Händeklatschen.) Zur Geschäftsordnung beschwert sich Kiesel. Berlin darüber, daß der Vorsitzende zu dem An- trage der Genossen aus Beeskow betr. Abstimmung über die Budgets nur einem Redner dafür und einem Redner dagegen das Wort ertheilt hat. Vorsitzender E e g i tz: Ich habe den Antrag als Geschäfts- ordnungs-Antrag ausgefaßt. Uebrigens hat ja der Parteitag durch die einstimmige Ablehnung bewiesen, welche Wichtigkeit er diesem Antrage beilegt. Die Anträge 89 bis 199 und 196 werden einzeln zur Debatte gestellt. Frau R o h r l a ck- Berlin: Die Bestimmungen des bürger- lichen Gesetzbuches sind von großer Bedeutung für die Proletarierin. Darauf hat Frau Zetkin mit großem Nachdruck aufmerksam ge- macht. Ich will nur noch aus«ins hinweisen. Nach deni Entwürfe sollen die Alimente für uneheliche Kinder nach der sozialen Stellung der Frau bezahlt werden und nicht nach dem Vermöge» des Mannes, der sich an ihr vergangen hat Ebenso sind die uneheliche» Kinder in den Bestimmungen über das Erbrecht benachlheiligt. Ich halte es für angebracht, daß die Genoffen Versammlungen für die Ar- beiterinnen veranstalten, sobald das bürgerliche Gesetzbuch das Parlament beschäftigt, damit sie über die Wichtigkeit des Gegen- standes aufgeklärt werden. Antrag 39 wird angenommen. Zu Antrag 99 spricht Bebel. Er beantragt, daß im An- trag 99 die Forderung des Minimallohnes vom übrigen Antrage getrennt wird. Er beantragt serner, bei jedem Antrage zugleich darüber abzustimmen, ob er der Reichstags-Fraktion überwiesen werden soll oder nicht. Ter Theil des Antrages 99. der die Forderung eines Minimal- ohnes enthält, wird abgelehnt; im übrigen wird der Antrag 99 angenommen und der Reichstags-Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen. Zu Antrag 91 spricht Görke: Da wir Gegner des Antrages waren und kein gebundene? Mandat haben, können wir aus jede Diskussion verzichten und ihn ablehnen. Auf Antrag Bebel's wird der Antrag durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Antrag 92 wird der Fraktion«instimmig zur Berücksichtigung überwiesen. Zu Antrag 93 bemerkt Frau Lutz, daß bei Annahme dieses Antrages die sreien Hilfskassen nicht genügend berücksichtigt werden. Stadthagen: Für die Heimarbeiter, die nur für einen einzigen Arbeitgeber arbeiten, ist vom Reichs- Versicherungsamt und vom Ober-VerwaltungSgericht für ganz Deutschland entschieden worden, daß sie der Krankenversicherung unterliegen. Gegen die Annahme des vorliegenden Antrages habe ich nichts, er sagt ja wesentlich dasselbe, was die Fraktion stets gewollt hat. Antrag 93 wird der Fraktion zur Berücksichtigung über- wiesen.j Zu Antrag 94 spricht Frohme: Der' Antrag will die Vereinheitlichung der Versicherung. Auf diesem Standpunkt hat die Fraktion immer gestanden. Wenn es nicht schärfer geschah, als es geschehen ist, so lag es an den Umständen. Inzwischen hat sich die Erkenntniß von der Nothwendigkeit der Vereinheil- lichung in Regierungskreisen und bei den anderen Parteien Bahn gebrochen. Auch wir werden entschieden dafür eintreten. Dabei wird auch die Frage der Fortexistenz der Freien Hilfskassen aus- gerollt werden müssen. Ich stehe nicht an zu erklären, daß die Freien Hilfskassen eine Anomalie sind, die auf die Dauer nicht aufrecht erhalten werden kann. Wir wissen, was die Freien Hilfskassen uns gewesen sind und was sie uns unter gegebenen Umständen noch sein können, das darf unS aber in unserm Urtheil nicht berühren. Jedenfalls ist die Frage brennend und kann nicht übergangen werden. Keil- Mannheim stellt folgendes Amendement:„Die Kosten der Bersichernng sind aufzubringen durch eine stufenweise steigende Einkommens-, Vermögens- und Erbschaftssteuer aller Staatsangehöriger." �, Stadthagen: Ich bitte das Amendement abzulehnen, da ich nicht willens bin, der Uuternehmerklasse das zu schenken. was sie sich theilweise schon geraubt hat. Die Kosten seines Ve- triebes hat der Unternehmer selbst zu tragen. Wenn ihm eine Maschine zerbricht, so muß er den Schaden tragen, und ebenso hat er auch den Schaden zu tragen, der ihm durch die gekürzte Arbeitskraft einer menschlichen Maschine erwächst. Wir sollten nicht die Hand dazu bieten, daß der Unternehmer die Kosten auf die Arbeiter abwälzt. G r n n w a l d- Hamburg: Im Interesse der Arbeiter ist eine größere Einheitlichkeit in der sozialen Gesetzgebung dringend zu wünschen. Andererseits liegt dann aller- dings die Gefahr nahe, daß der Arbeiter durch die Vereinheitlichung nichts erzielt, daß dann im Gegentheil noch ein größerer Bnreaukratismus obwaltet. Wenn der Antrag der Fraktion überwiesen wird, so muß auch ausgesprochen werden, daß die arbeiterfeindlichen Bestiminungen ausgemerzt werden. Gegen das Amendement werde ich stimmen, den Antrag selbst nehme ich an. Daniit schließt die Debatte. Das Amendement wird abgelehnt, Antrag 94 wird der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen. Zu Antrag 95 bemerkt Molkenbuhr. daß die größte Schwäche der'Alters- und Jnvaliditätsversicherung darin liegt, daß eine Altersrente so gut wie gar nicht erreicht werden kann; das übersieht der Antrag und deshalb ist er noch recht mangel- Haft. Wurm bemerkt, daß die im Antrag 95 geforderte Statistik schon längst eingerichtet ist und deshalb nicht noch gefordert werden kann. Der Passus von der Statistik wird zurückgezogen. Frau Lutz beantragt, die Forderung nach der Erhöhung der Rente in den Antrag 95 aufzunehme». Terbach nimmt den 2. Theil des Antrages 95 wieder auf und behandelt in längeren Älussührungen die Schäden, die durch den modernen Bauschwindel in großen Städten, besonders in Berlin, durch das Strohmännersystem u.s.w. die Arbeiter»nd Handwerker erleiden. Auf diese beziehe sich im besondern dieser 2. Theil des Antrages 95. G r ü» w a l d- Hamburg: Der Antrag 95 ist nicht weit genug; auf dem vorigen Parteitage ist ein viel umfassenderer und besserer Antrag als dieser angenommen worden. Stadthagen: Es ist irrthümlich, daß wir dem Bau- schwindel durch die Durchsetzung der in Antrag 95 ent- hallenen Forderung entgegentreten könnten. Der hier ein- geschlagene Weg ist nicht gangbar. Durch die Gewerbegerichte haben wir eine ganze Anzahl Bauschwindler fassen können, und doch blüht der Bauschwindel nach wie vor. Dr. A r o n s- Berlin beantragt, den zweiten Theil des An- träges 95 durch die Worte zu ersetzen:„Bei dem Kauf eines bebauten Grundstückes sind die beim Bau betheiligt gewesenen Lieferanten, Handwerker und Arbeiter sür die bis dato ge- lieferten Materialien und geleistete Arbeit in baar zu bezahlen. Die genannten Forderungen haben den Vorrang vor jeder Hypothek." Börner- Berlin hält den Antrag sür überflüssig, da bereits auf dem vorjährigen Parteitage ein Antrag gleichen Inhalts angenommen ist. Infolge dessen ziehen Dr. Arons und Thierbach ihre Anträge zurück. Damit ist Antrag 95 erledigt. tu Antrag 96 bemerkt t o l t e n- Hamburg, daß die Form eine schlechte sei. wenn man sich auch mit dem Inhalt einverstanden erklären kann. Er beantragt deshalb, die Reichstags-Fraktion zu beauftragen, eine dem Sinne des Antrages Rohrlack gerecht werdende Reorgani- salion der Gewerbeaujsicht zu beantragen. R o h r l a ck beantragt, internem Antrage vor das Wort „folgende" das Wort„etwa" zu setzen. Q u a r ck- Nassau: Der Antrag Rohrlack ist gut gemeint, aber er leidet daran, daß zu viel in ihm enthalten ist. Ueber- weisen Sie ihn der Fraktion einfach zur Berücksichtigung! Die Wichtigkeit der Fabrikinspektion wird ja auch von den herrschenden Klaffen immer mehr anerkannt. Daniit schließ! die Debatte. Der Antrag Stollen wird der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen, wodurch der Antrag Rohrlack hinfällig wird. Antrag 97 begründet F ö r st e r- Hamburg mit dem Hin- weis, daß dadurch einer großen Anzahl Männern das Wahlrecht gesichert werde, das sie heute nicht haben. Antrag 97 wird der Fraktion zur Berücksichtigung über- wiesen. Im Antrag 9g ist das Wort„einnimmt" durch„beansprucht" ersetzt worden. Wurm erklärt sich gegen den Antrag 98. Mit der An- nähme dieses Antrages kommen wir keinen Schritt weiter. Als wir Genosse Fischer zum Schristsührer vorschlugen, slimncken ganze 16 Abgeordnete anderer Parteien dafür. Ob wir solche Demonstrationen wie die damalige wiederholen sollen, muß frag- lich sein; wir würden uns nur wieder voi». neuem bescheinigen lassen, daß wir mit den anderen Parteien nun einmal nichts gemein haben. Der Antrag erledigt sich durch Uebergang zur Tages« ordnung. Antrag 99 wird der Fraktion zur Berücksichtigung über- wiesen. Zu Antrag 199 spricht Schneider- Berlin: Unsere heutige Krankenversicherung ist so mangelhaft, daß, wenn wir den An- trag annehmen, und dann infolge davon die freien Hilfskassen von der Bildfläche verschwinden, ein Theil der' Genossen noch weiter ins Elend kommt. Die 13 Wochen lang gezahlten Unterstützungen sind so dürftig, daß eine Familie davon unmög- lich leben kann. Der Arbeiter fällt mit 13 Wochen der Armen- pflege anheim und verliert seine bürgerlichen Ehrenrechte. Lassen Sie die freien Hilsskassen bestehen, die jetzt nur dazu dienen, den Arbeitern einen Zuschuß zu gewähren. Der Antrag wird erledigt durch Uebergang zur Tages- ordnung. Zu Antrag 196 bemerkt G e h r- Bremerhaven, daß er nicht der Fraktion zur Beachtung überwiesen werden, sondern daß die Fraktion geradezu beauftragt werden soll, sich dieses Antrages anzunehmen. Nach einer Erniahnung, die I ö st- Heidelberg an die Fraktion richtet und tadelt, daß sie sich zu wenig um die Seeleute ge- küminert habe, weist Stadthagen? diese Angriffe zurück. Seit Jahren hat sich die Fraktion mit dieser Sache beschäftigt. Erst in der letzten Session haben wir über die Binnenschissfahrt viel unterhandelt, im Gesetzentwürfe manche Verbesserungen angebracht. Auch serner werden wir uns der Seeleute annehmen. Nachdem auch Metzger- Hamburg sich den Ausführungen Stadthagen's angeschlossen hat, bemerkt S ch w a r tz-Lübeck, daß gerade er es gewesen ist, der für die Seeleule thätig gewesen ist und daß die gehörten Vorwürfe unbegründet sind. Molkenbuhr: Durch Annahme des Antrages wird noch keine Revision der Seemanns-Ordnung geschaffen, es wird nur eine Statistik verlangt, die übersichtlicher ist als die jetzige. Das was hier verlangt wird, ist aber durch die Statistik sehr schwer auszudrücken. Der Antrag in seinem jetzigen Wortlaut hat keinen praktischen Werth. G e h r: Der praktische Werth des Antrages liegt darin. daß statistisch die mangelhaste Besatzung der Schiffe nach- gewiesen werden soll, daniit endlich Abhilfe geschaffen wird. Nach weiteren kurzen Bemerkungen von Wurm, Metzger, ehr, Molkenbuhr und I ö st schließt die Debatte. Der Antrag 196 wird der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen. Inzwischen ist ein weiterer Antrag Rimmel Hamburg| tonimiffion empfohlenen neuen Einleitungsworte sind einfach zu cingegangen: streichen. Die Fraktion zu beauftragen, im Reichstage dahingehend zu 25. Parteigenoffen des 16. sächsischen Reich 3 tags. wirken, daß alle in Gärtnereien beschäftigten Personen der Ge- Wahlkreises: Den Agrarprogramm Entwurf abzulehnen werbe- Ordnung und mithin auch dem Gewerbegericht unterstellt die Agrarkommission bleibt mit der Maßgabe fortbestehen, daß fie weitere Untersuchungen der landwirthschaftlichen Verhältnisse vorzunehmen und neue Vorschläge auszuarbeiten hat. werden." Nach kurzer Begründung durch den Antragsteller wird der Antrag Kimmel der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen. Punkt 3 der Tagesordnung ist damit erledigt. Es sind eine Reihe von Telegrammen und Zuschriften eingegangen, die vom Vorsitzenden zur Kenntniß der Versammlung gebracht werden. Schluß der Vormittags- Sitzung 1 Uhr. " Nachmittags Sigung. ( Privat- Depeschen des Vorwärts".) Ginger eröffnet die Sigung um 34 Uhr. Namens der Mandats- Prüfungskommission theilt Antric Berlin mit, daß Göbel- Mainz gestern in öffentlicher Versamm lung einstimmig zum Delegirten gewählt worden ist. Sein Mandat ist demnach giltig. Gleichzeitig bittet die Mandatsprüfungs tommission, daß im Protokoll vermerkt werde: In Zukunft sind die Delegirten nicht mehr in Vereinen, sondern in öffentlichen Versammlungen zu wählen. $ Kloß Stuttgart: Der eben gemachte Vorschlag dürfte für die weitesten Kreise zutreffen, nicht aber für Württemberg. Unsere Wahlen finden nur in geschlossenen Versammlungen von den= jenigen, die als Mitglieder der Partei bekannt sind und ihre Schuldigkeit der Partei gegenüber gethan haben, ftatt. Wenn wir in öffentlicher Versammlung wählen, fo laufen wir Gefahr, daß sich Personen daran betheiligen, die wir nicht als Parteigenossen anerkennen können. Ich kann mich deshalb nicht für den Antrag der Mandatsprüfungs- Kommission erklären. Auer: Es handelt sich hier um einen allgemeinen deutschen, nicht um einen württembergischen Parteitag. Und da wäre es doch angebracht, daß die Württemberger fich nach den Verhältniffen im übrigen Deutschland richten. Was die Genossen im übrigen Deutschland können, müssen die Schwaben doch auch fertig bekommen.( Heiterkeit.) Wenn wir nicht sehr aufpassen, so tann uns wieder passiren, was uns schon paffirt ist: daß nämlich die Partei als Verein erklärt wird. Wir wollen nichts thun, wodurch wir Material für die Auflösung bieten. Das aber würde der Fall sein, wenn wir den Vorschlag von Kloß befolgen. David Gießen: In unserem Organisationsstatut steht nicht, daß die Delegirten in öffentlicher Versammlung gewählt werden müssen. Sind unsere hessischen Kreistonferenzen öffent liche Versammlungen oder nicht? Der Begriff„ Verein" muß von uns definirt werden. Nach einem Schlußwort Antrick's wird der Vorschlag der Mandatsprüfungskommission, daß Delegirte nicht in Vereinsversammlungen gewählt werden dürfen, angenommen. Das Mandat Göbels wird für giltig erklärt. 26. Parteigenossen in 2e chhausen: Die Agrarkommission wird beauftragt, unter Beiziehung von energischen Gegnern des vorliegenden Entwurfs, das gesammelte Material genauer zu prüfen und zu sichten, momöglich noch weiteres zu sammeln, da mit bis zum nächsten Parteitage ein für unsere Partei näy licher und für alle Genossen annehmbarer Entwurf geschaffen wird. 27. Parteigenoffen in Danzig: Unter Verwerfung des Agrarprogramms wird die Agrarfommiffion mit der Abfaffung eines Leitfadens betraut über die zweckmäßigste Art der Landagitation. 28. Parteigenoffen des Oberbarnimer Kreises: Die Vorschläge der Agrarfommission find als eine Verschleierung des sozialdemokratischen Prinzips abzulehnen. 29. Parteigenossen in Lübeck: Die Agrarkommission bestehen zu lassen mit. dem Auftrag, alles statistische Material in bezug auf die Agrarfrage zu sammeln und in Form von Broschüren herauszugeben. 30. Parteigenossen in Leipzig: 1. Die von der Agrarfommission dem Programm eingefügten Säße werden abgelehnt. Ebenfalls der Programmentwurf der Agrarkommission. Für den Fall der Ablehnung: 2. Die Forderung der Schlichtung von Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältniß durch obligatorische Gewerbegerichte für Handlungsgehilfen wird aufrecht erhalten. Die erste Separatsihung hielt der süddeutsche Ausschuß am 21. und 22. Mai in Mainz unter Hinzuziehung von noch fcd.s Genossen, denen sämmtliche Materialien zugeftellt waren. In zweitägiger Verhandlung wurde der süddeutsche Programmentwurf angenommen und ein Fragebogen zur Erforschung der sozialen Verhältnisse typischer Landgemeinden formulirt. 800 ausgegebenen Fragebogen wurden bis August d. J. 250 aus ebensoviel Landgemeinden beantwortet. Ueber das Ergebniß der selben wird Genoffe David berichten. Von etwa Der mitteldeutsche Ausschuß erließ im Februar Aufrufe in den benachbarten Parteiblättern mit der Bitte, Materialien über ländliche Verhältnisse einzuschicken. Es liefen einige Briefe und ländliche Arbeitsverträge ein. Am 12. Mai trat der mittel: deutsche Ausschuß zu einer Sigung in Gotha zusammen, zu der sich noch 8 Sachverständige einfanden. Die Vornahme einer Enquete wurde abgelehnt, dagegen ein Programmentwurf eine gehend berathen und in der Ihnen bekannten Weise formulirt. Der norddeutsche Ausschuß konstituirte sich am 25. April und hielt am 19. Mai in Berlin eine Sigung unter Zuziehung von drei Sachverständigen aus Ostpreußen ab und formulirte Vorschläge zur Ergänzung des Programms. wurs Die drei Entwürfe wurden allen Mitgliedern der Kommission zugeschickt. Am 27. und 28. Juni hielt die Kommission ihre zweite Plenarsizung in Berlin ab. Bollmar und Geck waren am Erscheinen verhindert. Es wurde in der Debatte jede einzelne ersten Tage Forderung eingehend begründet. Am ben die fünf ersten Punkte des Programm- Entwurfs der Gefammikommission bis auf einen, gegen den Schoenlank stimmte, angenommen. Es waren dies die Punkte 2, 3, 4, 5, im Antrag 3, sowie die Einschaltung zum Schulivesen im Erfurter Programm. Bei dieser Abstimmung fehlten nur Vollmar und Geck. Am zweiten Tage bei der Gesammtabstimmung, bei der freilich Schipper fehlte, erfolgte die Annahme einstimmig. Mit Bollmar wurde eine Verständigung durch eine persönliche Besprechung versucht und gefunden, sodaß der Parteivorstand am 16. Juli den Entwurf der Gesammtkommission zusammen mit der Einladung zum jeßigen Parteitage veröffentlichen könnte. Im September erfolgte die Veröffentlichung der drei Vorentwürfe, die Vollmar schon im 103. Parteigenoffen des 5. Berliner Wahlkreises: Juli gewünscht hatte. Es war nämlich zu fürchten, daß die Die Parteiversammlung erklärt sich mit der Thätigkeit der frühere Veröffentlichung die eben gewonnene Ginigung Provinzialfonferenz der Provinz Brandenburg einverstanden mit auf den Gesammtentwurf gefährden würde. Unsere leßte Sigung Ausnahme ihrer Stellung zum Agrarprogramm, wie sie in der haben wir dann am vergangenen Saniftage hier in Breslau gehabt Stadthagen'schen Resolution ihren Ausdruck findet. Die Partei- und unsere Anträge nunmehr so abgeändert und formulirt wie fie genoffen des fünften Kreises wünschen vielmehr das Weiter- Ihnen vorliegen.*) Diese Darstellung unseres Arbeitens widerlegt bestehen der Agrarkommission zum Studium der ländlichen Ber- doch genügend die Aeußerungen über die„ Geheim- und Wichtighältnisse und erwarten von dem Parteitage Stellungnahme in thuerei" und über die Eile etwas fertig zu bringen. diesem Sinne. 31. Parteigen offen in Karlsruhe: Der vorgelegte Entwurf des Agrarprogramms ist abzulehnen. Die Agrarfommission bleibt bestehen, um den Genossen geeignetes Material zur Landagitation zur Verfügung zu stellen. Das bisher gesammelte Material foll im Druck erscheinen. Auf Vorschlag Singer's wird die Beschränkung der Rede zeit für die Verhandlung dieses Punktes außer fraft gesetzt. Das Wort erhält auf Anregung Moffenbuhr's in der Diskussion abwechselnd ein Redner dafür und ein Redner dagegen. Bunächst soll eine Generaldebatte stattfinden. Es wurde bei der Debatte über den AgrarprogrammEntwurf die Frage Revolution oder Reform aufgeworfen. Wir sind von denselben Absichten geleitet worden, wie unsere schärfften Kritiker. Sollte also wirklich eine Verständigung unmöglich sein? Auf diese Frage giebt es nur ein Ja. Wenn wir manches unterBerichterstatter der Agrarkommission Dr. Quarck: Werthe stützen, was der jetzige Staat auch unterstüßt, so thun wir Zu einer Mittheilung vor der Tagesordnung erhält namens Genossinnen und Genossen! Das Interesse an der Frage nach baffelbe auf gewerblichem Gebiete ja auch alle Tage. Es kommt nur des Lokalkomitees das Wort Bruhn 3. Er theilt mit, daß aus der besten Landagitation ist in der Partei ein außerordentlich auf die Absicht und das klare Gudziel an, das wir im Auge beder Mitte der Delegirten der Wunsch hervorgegangen ist, die hohes. Wir in der Agrarkommission find natürlich nicht so halten müssen. Die Sozialdemokratie vertritt hierbei die Gräber unserer hier begrabenen Genossen zu besuchen. Das Komitee blind, daß wir nicht auch den Dolch im Gewande führen, den jenige Kulturpolitik, die für das Wohl aller gilt. schlägt vor: Morgen die Vormittagssigung bis um 2 Uhr Nach- mancher bei diesem Vorwärtsdrängen schon meuchlerisch hat nicht des Bauernfanges wegen haben wir die Unterdrückten auf mittag auszudehnen und nach dem Mittagessen einen Spazier- blizen laffen. Aber Agrarier wie wir nun einmal sind, ist es dem Lande zu unterstüßen, aber wir tönnen nicht ruhig zusehen, gang in zwanglosen Gruppen zu den Gräbern unserer Todten zu für uns in der Kommission doch schon eine rechte Genugthuung, wie fie in jeder Hinsicht vergewaltigt werden. Wir werden dabei veranstalten. zu sehen, daß wir im Eifer für die Sache einig gehen. Und nicht so utopistisch sein, den Fortschritt des Großkapitals auf dem Timm ist der Ansicht, daß man morgen Nachmittag die das gehört sich auch so für die deutsche Sozialdemo- Lande fünstlich aufhalten zu wollen, aber wir brauchen burch Arbeit nicht aussehen könne, da wir noch zu viel zu erledigen fratie. Sehen Sie doch nur, mit welcher Aengstlich- unsere Unthätigkeit auch nicht mitzuhelfen, daß sich das ländliche haben. feit sich unsere geschworenen Feinde, die echten Agrarier, um Großkapital eine Unsumme von Extravortheilen verschafft. Es wird beschlossen, morgen die Nachmittagssigung aus- das Landprogramm seit seiner Veröffentlichung herumbrücken. In seinem legten Aufsatz über die Agrarfrage ftellt fallen zu lassen und den vom Lokalkomitee angeregten Spazier- Nur der deutsche Landwirthschaftsrath, die Spize aller unfer größter Tattifer, Engels, die Frage: Was ist denn unsere gang zu veranstalten. echten Agrarierorganisationen Deutschlands hat in seiner Situng Stellung zur Kleinbauernschaft? Wie stellen wir uns schon heute Singer theilt mit: An den Genossen, der das Arrangement vom 8. März d. J. sehr ernsthaft unserer Agrarkommission ge- zu ihr? Und in seiner Antwort stellt sich Engels unzweifelhaft des für morgen Abend in Aussicht gestellten Kommerfes zu Ehren dacht und ausgesprochen, daß er nunmehr in eine vielseitige auf die Stufe des Gedankens, aus welchem unser Agrarder Delegirten in der Hand hatte, ist von der Polizei ein Bescheid und gründliche Prüfung der Landarbeiterfrage eintreten müsse. programm- Entwurf entsprungen ist. Die Agrarkommission ist ergangen, daß die Abhaltung des Kommerses genehmigt ist. In Gs stimmt also nicht, daß sich die Kapitaliften mit Ar und Halm gern bereit, der berechtigten Kritik der Parteigenossen diesem Bescheide ist aber ferner betont worden, daß das Absingen über unsere Thätigkeit im Gruft freuten, weil wir ihnen in die Rechnung zu tragen. Als berechtigt haben wir vor allem die des Liedes„ Das höchste Gut", der Vortrag des Prologgedichtes Hände arbeiteten, wie manche Genoffen behaupten. Nein, unseren Einwände gegen die Verbindung unserer neuen Vorschläge mit Seid gegrüßt, Ihr frohen Freunde" u. a. zu unterlassen find. Gegnern wurde unheimlich zu Muthe. Noch nie sind soviel An- dem Erfurter Programm anerkannt. Wir haben deshalb ( Heiterkeit.) Als ich das hörte, da hatte ich das Gefühl, als ob läufe bei allen bürgerlichen Parteien für den fleinen Mann auf alles, was sich nicht zwanglos zu den schon bestehenden Punkten wir uns in Vorderfibirien befinden.( Heiterkeit.) Ich mache den dem Lande gemacht worden, als seit unserem Frankfurter Partei- des Erfurter Programms hinzufügen läßt, herausgenommen und Vorschlag, daß wir unter dem Dank an die Breslauer Genoffen tage. Und weiter: Wenn uns auch die politische Reaktion abgeändert, der Kritik folgend. Beim Arbeiterschuß haben für die gehabte Mühe und für ihre gute Absicht, uns einen gerade in der legten Zeit immer eifriger droht wir haben wir sehr gern auch einige Vorschläge der Parteikritit beachtet. frohen Abend zu bereiten, infolge dieses Schreibens der Polizei eine Kleine Probe davon ja erst heute erlebt auch daran Vom Landarbeiterschuß fpreche ich deshalb so wenig, weil nicht auf den Kommers verzichten. Wir wollen unsere Feste nicht in trägt unser neuerliches Hinüberbringen auf das Gebiet der geringste Streit darüber ist, daß der Landproletarier mindestens Anwesenheit der Polizei feiern und uns von ihr nicht be- der ländlichen Machthaber sein gutgemessen Theil. Was unseren ebenso eifrig und träftig von uns zu schützen ist gegen seine Ausvormunden lassen.( Sehr richtig!) Gegnern ein Gegenstand des Schreckens, bei uns im eigenen beuter, als der städtische Proletarier. Die Zusammenstellung der Lager war es Gegenstand lebhaftester und ungenirtester Kritit. Agitationsforderungen für sie war der weniger schwierige Theil Ein Glück, daß wir unserer fünfzehn in die Agrarfommission ge- der Arbeit. Viel schwieriger war die Festsetzung von allgemeinen Zur Verhandlung steht Punkt 4: Die Borschläge der wählt wurden. Die gesammte Rückenfläche, die wir fünfzehn Landforderungen im Interesse der Landeskultur. Die Verbindung Agrarkommission zu dem Parteiprogram m. den kritischen Hieben unserer Genoffen bieten konnten, war eine mit dem Erfurter Programm nahmen wir zuerst vor, um den Verhandelt werden dabei die Anträge: fehr ansehnlich breite, wenn sich auch einige schmale und ein Genoffen zu zeigen, daß wir hohen Werth auf die Benutzung des 18. Parteigenossen des Kreises Niederbarnim: Das nicht gerade fehr standhafter unter uns befanden. Wir haben Erfurter Programms bei der Landagitation legen. Agrarprogramm in allen seinen Punkten abzulehnen, die aber im ganzen recht gut zusammengehalten, viel von den AnThätigkeit des Agrarausschusses für beendigt und die in Grant fechtungen erklärt sich aus der Neuheit der Sache. Noch niemals furt a. M. gefaßte Agrarresolution( Nr. 118, S. 184/185 des Pro- batten wir eine besondere Kommission eingesetzt, die während tokolls) für erledigt zu erklären. eines ganzen Jahres neben den bekannten Organen unserer Partei 19. Parteigenoffen des Kreises Zeltow Beestownach eigenem Plane zu arbeiten beauftragt war. Stortow, in Pirmasens, Aachen, Halle, Rinteln Sachlich war die Aufgabe der Agrarkommission äußerst und der Kreise Prenzlau Angermünde und Branden- schwierig, und doch blieb die Kommmission ein schlecht beburg: Der Entwurf des Agrarprogramms ist in allen seinen handeltes Adoptivfind für die Genossen. Die Berliner November Theilen abzulehnen. Es wird beschlossen, auf den Kommers zu verzichten. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. # Bereits Vollmar und Schoenlant haben in ihren Referaten für den Frankfurter Parteitag werthvolles Material zur thatsächlichen Orientirung über die Geschichte und jezige Lage der sozialen Verhältnisse auf dem Lande beigebracht. Wäre dies während der Agrardebatten der letzten Monate von manchem der lautesten Rufer im Streit im stillen Rämmerlein studirt worden, so ständen wir uns jetzt schon in unseren Ansichten über die Landagitation näher. Die Entstehung und die soziale Gliederung der deutschen lands und Dezember- Versammlungen, in denen so wie anderswo uns wirthschaftlichen Bevölkerung, sowie ihre Eigenthümlichkeiten find eine Art Schwindsuchtsbazillus einzuimpfen versucht wurde, dort statistisch anschaulich geschildert. Nur nach zwei Richtangen will zeigten das. Andererseits erweckte der erste Schritt von der ich die Darstellung ergänzen; viele von uns wissen noch nicht genau, Theorie zur Praxis allzu lebhafte Hoffnungen. Bedenken Sie was sie unter einem Kleinbauern zu verstehen haben und dann das, wenn Sie uns fritisiren. Viel zu viel Uebles ist uns nach- ist in der bisherigen Debatte ganz unerörtert geblieben, wie sich 21. Parteigenoffen der beiden Münchener Kreise: Den gesagt worden. Bekanntlich hat sich die Kommission am 10. und die herrschende Agrar politit eigentlich zum Kleinbauern Agrarprogramm- Entwurf an einen Agrarausschuß zurück zu ver- 11. Februar dieses Jahres in drei Unterausschüsse getheilt. stellt. Nach der letzten deutschen Berufszählung von 1882 entweisen mit dem Auftrage, die thatfächlichsten ländlichen Ver- Grundfäßliche Meinungsverschiedenheiten über die Methode fallen auf den Beruf der Landwirthschaft, Forstwirthschaft, hältnisse der sorgfältigsten Prüfung zu unterziehen, die Genossen und das Ziel unserer Arbeiten haben nie bestanden. Thierzucht und Fischerei einschließlich der dienenden und Familienin angemessenen Zwischenräumen über ihre Thätigkeit auf dem Nie list eine Minorität von den anderen majorisirt angehörigen 19,2 Millionen Röpfe oder 42,5 pCt. der Bevölkerung. Laufenden zu halten und das Ergebniß ihrer Arbeiten dem worden. Wir haben Wir haben stets die Mittellinie gesucht, Von den 5,2 Millionen Betrieben aber mit 81,8 Millionen Hektar nächstfolgenden Parteitag zu unterbreiten. und kein Mitglied hat ein Opfer des Intellekts bringen müffen, Land, auf die sich jene Personen vertheilen, waren bekanntlich 20. Parteigenossen des Kreises Prenzlau Anger münde: Es wird eine Kommission eingesetzt, die mit der Aufgabe zu betrauen ist, statistisches Material zu sammeln, das für die Landagitation verwandt werden kann. 22. Parteigenoffen in Brandenburg: Die Hauptaufgabe um die Einigkeit zu wahren. Jedes Mitglied durfte nach seinem 3 Millionen oder 58 pGt. unter 2 Heftar, ferner nicht ganz der Agrarkommission soll darin bestehen, Untersuchungen der land- beften Wiffen und Willen arbeiten. Wer allerdings feine Meinung 1 Million oder 18,6 pt. 2 bis 5 Hektar groß. Wir haben von wirthschaftlichen Verhältnisse in ihrer großen Berschiedenheit vor- für sich behielt, fonnte nicht widerlegt werden. Wir sollten aber 5,2 Millionen landwirthschaftlicher Betriebe überhaupt zirka zunehmen. Ein statistisches Material, mit den nöthigen Er- doch auch nicht Obstruktion treiben. Ich schicke dies voraus, 4 Millionen oder 96 pet. echt fleinbäuerliche Besitzungen. läuterungen versehen, den Genossen als Leitfaden für die Agitation weil in der legten Zeit in Parteiblättern falsche Darstellungen Nun entfällt auf diese Betriebe allerdings mur 16 pt. der in die Hand zu geben. davon gegeben worden sind, parteiische Darstellungen. landwirthschaftlich benutzten Fläche, aber wir haben es doch in 23. Parteigenoffen in Mannheim: Den Agrarausschuß Im einzelnen führten die Berhandlungen vom 10. u. 11. Februar der Politit mit den Menschen und ihren sozialen Verhältnissen 31 beauftragen, die ländlichen Verhältnisse noch eingehender zu nach einer Generaldiskussion zur Festsetzung der beiden Aufgaben: zu thun. Etwa drei Viertel der landwirthschaftlich beschäftigten untersuchen und das Ergebniß seiner Thätigkeit durch rechtzeitige 1. Sammlung des bereits vorhandenen, eventuell neuen Materials, Menschen sind kleinbäuerliche oder direkt für Lohn arbeitende Veröffentlichung in der Presse der Gesammtpartei zu unter: 2. Entwurf von Ergänzungsvorschlägen zum Programm. Daß Landproletarier. Dieser Kleinbauer kommt nicht nur als füddeutsche Merkbreiten, so daß es die Grundlage für die Agrarberathungen auf eine Generaldiskussion statifand, wurde im Vorwärts" vom dem nachstjährigen Parteitag bildet und es den Einzel- Organis 12. Februar fundgegeben. Es tonnte also keins der Kommissionswürdigkeit vor, er ist eine auch in Norddeutschland für den fationen ermöglicht, ihre Delegirten mit genauer Instruktion zu mitglieder davon überrascht sein", daß die Unterausschüsse nach Agrarpolitiker nicht ganz unbekannte Erscheinung. In beiden jedem einzelnen Punkte zu versehen. den Beschlüssen der ersten Sigung Ergänzungsvorschläge zum Mecklenburg find ca. 80 pet. aller Betriebe nur bis 2 Heftar groß, 24. Parteigenoffen des Kreises Hanau Gelnhausen Brogramm ausarbeiteten. Bebel, Liebknecht, Moltenbuhr, in Rheinland und Westfalen ca. 70 pCt., in der Proving Sachsen Drb: Die Agrarkommission ist zu beauftragen, unsere Schippel und Schoenlank bildeten den Unterausschuß für 66 pCt., in Pommern 65 pGt., in Brandenburg 63 pCt., in WestSchulze Hug, Kazenstein, und preußen 60 pCt. Steht nun dieser recht zahlreich vorhandene Prinzipien nebst den aus denselben sich ergebenden Fordes Norddeutschland. Bock, ben für Mitteldeutschland. rungen zu den Tagesfragen in Beziehung auf die landwirthschaft: ich Baßler, Birk, David, Kleinbauer uns so nahe, daß wir als proletarische Partei auf ihn Wir glaubten einwirken fönnen? Der deutsche Kleinbauer ist fein einheitlicher lichen Verhältnisse in einer besonderen Broschüre ausführlich zu Geck und Vollmar den für Süddeutschland. sondern auch fachlich ab- Typus. Hier in Oberschlesien haben Sie den verkommenen erläutern. Hierzu sind die von der Agrarfommission zu den damit nicht nur geographisch der erdrückt wird Forderungen 7, 10, 11, 16 und 17, sowie zu den speziellen zutheilen. Der norddeutsche Ausschuß hatte Ditelbien als Gegend oder doch verkommenden Kleinbauer, dem Latifundienbefizer. Etwas höher noch steht Arbeiterforderungen gemachten Vorschläge zu verarbeiten. Die mit vorwiegendem Großgrundbesitz zu bearbeiten; der mittel- von der in Sachsen, Thüringen, Borschläge aber, welche sich auf das öffentliche Eigenthum, den deutsche Sachsen, Thüringen, Oldenburg, Braunschweig, West- der mitteldeutsche Kleinbauer, Seine Wirthschaft Staatskredit und die Verstaatlichung der Grundschulden be- falen, Hannover mit mittelbäuerlichem Besiz; der süddeutsche auch in Nordwest= Deutschland ſigt. ziehen, find gänzlich zu ändern und fo zu gestalten, daß durch wurde namentlich auf das Studium des zersplitterten Kleingrund- ist noch sauber, aber es fehlt ihm an Geld und Geschäftsgewandt= dieselben ein Mißverständniß nicht möglich ist, sowohl befizes hingewiesen. Die Verbindung zwischen den Unteraus- heit. Dann folgt der süddeutsche Kleinbauer als Viehzüchter darüber, daß durch solche Mittel den Kleinbauern ihr Besiz schüssen sollte ich als Sekretär der Kommission aufrecht erhalten. auf die Dauer nicht erhalten werden kann, als auch darüber, Ich habe in dieser Frage über 100 Schriftstücke versandt, eine daß diese Forderungen nur in einem wirklich demokratisch regierten Bibliothek landwirthschaftlicher Litteratur zusammengestellt und Lande dem Volfe zum Nußen gereichen. Die von der Agrar. den Mitgliedern auf Wunsch die Literaturbehelfe übersandt. Die umfangreiche Vorlage kommt uns knapp bevor das Wir müssen deshalb die Blatt in die Presse gehen soll, zu. Veröffentlichung bis zur nächsten Nummer verschieben. = " das rer nis Sichter von Sandelsgewächsen eder als Weinbauer.[ Zwecken verwendet werden, die wir für die friedliche Landes- I das schien Quard wichtig zu sein, daß die sgner viel über die Er ist geffener als der mitteldeutsche Kleinbauer, hat höhere fultur festlegen. Deshalb sind ja die jetzigen Machthaber meist vorliegende Angelegenheit geschrieben hatten, so der deutsche Lebensansprüche und trägt den Kopf höher. Sollten wir nun so schwer für wirkliche Kulturaufgaben zu haben, weil sie fürchten, Landwirthschaftsrath u. a. Die angeführten Beispiele solcher den noch höher stehenden Bauer ganz proletarisiren lassen, daß daß ihnen etwas entgeht, wodurch sie ihre Gewaltmittel stärken Aeußerungen aber bezogen sich auf das, was vor der Verer von selbst zu uns kommt? Das geschieht aber nicht. Uni- fönnten. öffentlichung des Entwurfes geschehen war. Daß die Gegner gekehrt gerade der geweckte Bauer, der noch nicht ganz ver- Ich komme nun zu der Frage, wie unsere Landeskultur- den Programmentwurf wirklich fritisirt hätten, ist mir nicht clendete, wäre am ehesten für uns zu haben, hätten wir nicht Vorschläge beschaffen sein müssen, um als sozialistisch zu gelten. bekannt. Die Gegner haben aber auch von dem Programm nichts bisher selbst dazu geholfen, ihm das Zutrauen zu uns als Kultur- Bei der Vorberathung des Erfurter Programms verlangte Kautsky, zu fürchten. Das ganze Agrarprogramm ist weiter nichts als partei beinahe künstlich zu nehmen. Wir bethätigen uns in allen daß die Sozialdemokratie nichts unterstüße, was im Gegensatz zu eine Uebernahme von Forderungen aus anderen Programmen, städtischen und geiverblichen Fragen als die Partei des Fort- den Interessen des Proletariats als Klasse steht. Er fügte so zum theil aus den schlechtesten agrarischen und antisemitischen schritts, aber für den Fortschritt auf dem Lande haben wir hinzu, daß als revolutionäre Klasse in der heutigen Gesellschaft Programmen. Ist es richtig, wenn man sagt, daß die Gegner der feine Richtschnur. Und doch warten unserer auch auf dem Lande die Arbeiterklaffe die einzige ist, deren Intereffen überall zusammen- Entwürfe ausnahmslos Genossen waren, die die Bedeutung der tausend Schmerzen der Kleinen und Unterdrückten. fallen mit denen des Fortschrittes der Gesellschaft. Es läßt sich Agrarfrage unterschätzten? Kautsky hat am frühesten schrifts Auf dem Lande macht der große Besitz alles und ver- leicht nachweisen, daß die meisten unserer Agrarvorschläge stellerisch die Sache bearbeitet, freilich ehemals in einem Sinne, hindert alles. Das ganze Arbeiterrecht auf dem Lande ist mit in der Richtung des Fortschritts der Gesellschaft liegen, daß seine damaligen Ansichten denen Quarct's nahe Gejinte Ordnungen, polizeilichem Rückkehrzwang und ähn- alle in der Richtung des proletarischen Interesses liegen. Auch standen. Die energischsten Zurückweisungen des Entwurfs von Leuten, die in der Landagitation lichem auf das brutale Unternehmer Interesse des Großbauern die Schlußfäße der bekannten beiden Artikel von Bebel im Vor- tamen und Großgrundbesizers zugeschnitten, während der Kleinbauer wärts", die unsere Absichten bei Abfaffung des Agrarprogramms meiste geleistet geleistet haben. Ich selber bin auch Agrarier nicht das geringste Interesse an der Erhaltung dieser Feudal- vorzüglich erläutern und die von jedem Mitglied der Agrar- gewesen. Ich bin aus einer fleinen Beamtenfamilie hervorrechte hat. Der Bodenkredit, die landwirthschaftliche Versicherung, fommission unterschrieben werden, stimmen mit der Forderung gegangen und habe studirt zu einer Zeit, als die erste große die Feld- und Thierpolizei, alles ist zu gunsten der Großen von Kautsky überein. Wir sind also von ganz denselben Gedanken Agrarbewegung hervortrat, ich bin ein Schüler von Rodbertus. organisirt, und die Unsummen von Verbitterung, die sich aus ausgegangen, wir zogen auch zahlreiche Genossen zu unseren Ar- Wir hatten damals eine glänzende agrarische Schriftstellerei. diesen Verhältnissen bei den Bauern naturgemäß ergeben, sollten beiten herbei und hielten ihnen auch nicht einen Buchstaben von dem Lorenz v. Stein, Schäffle, Brentano, Ruhland u. a. arbeiteten Da begann wir nicht ausnußen für das Hineintragen sozialistischer Ge- geheim, was uns vorlag. Und gerade die Süddeutschen, die am damals an dieser Frage, jezt ist das anders. danken, womit wir gleichzeitig große Rulturzwecke fördern können? meisten gehaftet haben sollen, haben in der zweiten Hälfte unferer die erste Lebensmittelfrisis, die große Furcht, daß es aus sein Auf diese Frage erwidere ich folgendes: die Fülle von Arbeiten wegen Vollmar's Erkrankung gerade umgekehrt eine würde mit der Bauernschaft. Wir waren damals noch Halbsozialisten, revolutionärer Kraft und Gesinnung, welche so zahlreiche Re Verlangsamung und Hinausschiebung der Beschlußfassung ge- es ging gegen das Kapital, die Kritik war glänzend. Später folutionen der Genossen zum Agrarprogramm bekunden, ist auch wünscht. habe auch ich die Frage schriftstellerisch bearbeitet. von uns mit Genugthuung begrüßt worden. Unsere Daseinsberechtigung als sozialdemokratische Partei steht und fällt damit, ob wir unerschütterlich wie bisher daran festhalten. Die wirthschaftliche Entwickelung drängt von selbst zur Abschaffung des Privateigenthums an jeder Art ausbeutenden Kapitals; das Fortschreiten der Kultur tann nur verbürgt werden dadurch, daß wir jene Entwickelung unterstützen, daß wir auf die Schaffung einer neuen Wirthschaftsordnung mit hinarbeiten helfen, welche teine tapitalistische Ausbeutung mehr fennt, weil die Besitzer der Produktionsmittel und die mit denselben arbeitenden dieselben geworden sind: Das freie Volt. Darin sind wir alle einig. " Quard verlangt, daß man mit der Kommission ein menschliches Rühren haben solle. Ich möchte lieber ein menschliches Rühren damit haben, daß sich so viele gute alte Parteigenossen mit den im Entwurf enthaltenen Quacksalbereien befaßt haben. Die z. B. aus Rechthaberei gestellten Forderungen sind durch nichts zu vertheidigen. Wenn wir als die Arbeiterpartei diese Forderungen annehmen, dann verstärken wir nur die Position der Gegner. Wenn wir den Entwurf darauf ansehen, was die Gegner dazu sagen werden, werden wir sehen, daß wir die in dem Entwurfe liegenden Tendenzen nie vertreten fönnen. Nach dieser Erledigung der Aeußerlichkeiten kommen wir zur Agrarfrage in Verbindung mit unseren Vorschlägen. Wir hatten eine Generaldiskussion und eine Spezialdiskussion. In der letzteren hatte ich eine eingehende Begründung für jeden Punkt zu geben. Jetzt will ich Ihnen die Gesammtanschauung darlegen, von der wir ausgegangen sind. Ich glaube, Ihrer Auffassung und auch der des grimmigsten Kritikers, des Genossen Kautsky, zu genügen, wenn ich zunächst Klarheit schaffe über die Grundsäße in unserer Partei über die Landfrage. Da ist uns nun als Hauptfrage die folgende entgegengeworfen worden: Revolution oder Reform? Hätten wir unsere Vorschläge als gesondertes Landprogramm Die unbeschränkte Aufrechterhaltung des Wald- und WeideAber der Weg zu diesem schönen Ziele ist schwierig, er führt vorgelegt, als Grundlage für eine Parteibroschüre, für unsere rechts ist das erste. Mancher Bauer freilich lebt mit von diesen mitten durch das Elend der heutigen Wirthschaft, auf ihrem Thätigkeit auf dem Lande, so wäre ein guter Theil der grund- Rechten. Er holt Laub und Streu, der Staat oder die Gemeinde Boden müssen wir dem Endziel vorarbeiten, wir tönnen sie nicht säglichen Einwendungen nicht gemacht worden, die in den Debatten liefert ihm Brenn- und Bauholz. Freilich: auf der einen Seite überspringen. Und darin liegt das Zwiespältige jeder Art auftauchten. Formulirt müssen solche Forderungen für die praktische haben wir da den armen Kleinbauer, auf der anderen den reichen unserer Thätigkeit, nicht blos der landagitatorischen: daß wir Thätigkeit unserer Partei auf dem Lande werden, wenn wir nicht Staat, und doch ist es vielleicht sehr falsch, hier dem Kleinen ein riesenhaftes Kulturziel deutlich sichtbar vor unsern Augen auch die nationale und internationale Einheit der Bewegung gegen den Großen beizustehen. Weshalb wollen wir die Beihaben, eine Umwälzung der Eigenthumsbegriffe ficher kommen gefährden wollen. Redner verweist auf das französische Agrar- behaltung der Wald- und Weiderechte? Im Interesse der Bauern? Hat sehen und vorbereiten, dabei aber mit den überlieferten bestehen- programm, auf das belgische, italienische und dänische. doch auch der große Grundherr auf bäuerlichem Boden solche Rechte; den Verhältnissen rechnen und uns an diesen fortwährend reiben Nach der Auffassung der Gegner unserer Vorschläge auch der Grundherr treibt seine Schafe und Kühe auf die Weide. müssen. Die Frage steht also nicht so, Revolution oder gäbe es beinahe in der ganzen internationalen Sozialdemokratie Wie stellen wir uns da? Hat sich die Kommission darum die Weiderechte der GrundReform, Umwälzung oder Verbesserung der bestehenden keine Prinzipientreue mehr, ausgenommen natürlich bei unseren gekümmert, ob nicht auch Berhältnisse, sondern Umwälzung und Reform, Revolution und deutschen Agrarmanchestergenossen. Mit dem Radikalismus in herren beseitigt sind? Hat sie das nicht gethan, dann Verbesserung der bestehenden Verhältnisse, aber nur diejenige Worten allein ist nichts gethan. Noch mehr in zahlreichen stehen wir vor der Forderung: bis in alle Ewigkeit müssen die Verbesserung, welche die spätere Umwälzung vorbereitet, fie nicht etwa Flugblättern, die die deutschen Genossen seit Jahren in noch bestehenden Weiderechte der Grundherren und Bauern bevertagt oder hemmt, wir formen fortwährend an der wirthschaft- ländlichen Bezirken für die Wahlen verbreitet haben, werden ähnliche stehen. Aber der Waldbesitzer, der Staat, hat ein großes lichen Entwicklung mit, wie wir auch an der politischen Forderungen wie jetzt von uns aufgestellt. Redner erinnert an Interesse daran, daß der Wald nicht verwüstet wird. Der Staat arbeiten. Es giebt unter den bestehenden Verhältnissen eine hessische Parteibroschüre, an die badischen, bayrischen und muß oft als Brennholz Holz schlagen lassen, daß weit besser und zweierlei revolutionäre Thätigkeit für uns: δας Re- württembergischen Landtags- Programme der Sozialdemokratie. nüßlicher als Bauholz verwandt würde, weil die Bauern nun volutioniren der Köpfe und das Revolutioniren der Auch zahlreiche norddeutsche und preußische Genossen sind uns einmal das Recht haben, Brennholz zu holen. Aehnlich Dinge, d. h. die allmälige Beeinflussung und Umformung der mit gutem Beispiel vorangegangen; aus dem sächsischen Land- liegt es mit dem Harzscharren. Hat jemand einen Vortheil davon, wirthschaftlichen und politischen Einrichtungen durch unsere tage hoffe hoffe ich in der Debatte einige recht artige daß die Bauern die Bäume ausreißen, wenn sie auch ein Recht Theilnahme an der praktischen Politit. Daß wir uns jetzt Proben sozialistischer Agrarpolitik vorzulegen. Die Noth dazu haben? Mit der modernen Forstwirthschaft verträgt sich darüber streiten, ob dasselbe auch für die Landwirthschaft wendigkeit, pofitive Agrarpolitik zu treiben, hat sich aber das Harzscharren durchaus nicht. Ferner die Laubstreu; freilich aber zu thun sei, hängt unter anderem mit gewissen Eindrücken, des längst praktisch durchgebohrt. Das ist aber wieder ein Beweis fönnen die Bauern ohne sie nicht mehr bestehen, ist auch ganze Augenblics zusammen, unter denen wir jetzt stehen. Die Für dafür, daß wir eine allgemeine Richtschnur brauchen. Unser es Thatsache, daß z. B. in Tirol durch sorge für die Landwirthschaft ist im preußisch deutschen Junker- Thun und Lassen soll ein bewußtes sein. Wir müssen unsere Wälder die Aufrechterhaltung dieses Rechtes zu gegangen find. Alte Rechte find schädliche staat heute lediglich ein demagogisches Schlagwort der reaktionären Genossen in den Landtagen und Gemeindevertretungen gewisse grunde Parteien geworden, hinter dem sich die krasseste Jntereffenpolitif Anhaltspunkte für ihre agrarpolitische Thätigkeit bieten. Die Institutionen geworden. Sollen wir sie da erhalten? Ferner, der herrschenden Großgrundbesizerklasse versteckt. Aus dieser Einheitlichkeit unserer Partei verlangt gebieterisch die Feft wir haben z. B. im Spessart ungemessene Rechte der Bauern ge politischen Konftellation hat die ganze Agrarpolitit, auch diejenige legung agrarpolitischer Grundlinien. Grade wir wollen Steg- habt. Nun sind die Gemeinden gewachsen; damit werden die im Sinne der Kulturentwicklung, einen so üblen Geruch ab- müllereien" in den fleineren Vertretungsförpern vermieden wissen; Wald- und Weiderechte immer schädlicher für das Bestehen der bekommen, daß sich heute ein anständiger Mensch beinahe die Gegner eines einheitlichen Agrarprogramms aber öffnen ihnen Wälder, werden also fulturwidrig. Im Interesse der Wälder wir dagegen auftreten. Aber Die Aufrechts schämt, Agrarpolitiker zu heißen. Demgegenüber haben wir Thür und Thor. Der Agrarkommission liegt nichts ferner als müssen Sozialdemokraten nun die hohe und bedeutsame geschichtliche Rechtshaberei oder Enttäuschtsein fiber die Aufnahme Ihrer Bor erhaltung diefer alten Rechte ist nicht ein Rückschritt überhaupt, Aufgabe, eine von lautern und weitsichtigen Kulturabsichten schläge. Wir sind sicher mit Ihnen darin völlig einig! Ein sondern liegt auch nicht einmal im Interesse der Bauern selbst. geleitete Agrarpolitit wieder zu Ehren zu bringen. Um die Landprogramm, das gegen den Willen auch nur einer Wenn z. B. der Bauer statt seines früheren hölzernen Stalles Mitte dieses Jahrhunderts, als Thaer, Liebig u. a. wirkten, gab erheblichen Minderbeit der Partei durchgesetzt würde, einen steinernen haben will, so nüßt ihm das Waldrecht nichts es noch eine Beit, wo Agrarier und Reaktionäre, Landeskultur hätte gar keinen Werth für unsere Sache. Wer aber nicht hinzu- mehr. Holz bekommt er nur zu Schindeldächern, hölzernen Geund junkerliche Interessenwirthschaft und Wahltaktit noch nicht lernen will, stößt diejenigen, welche lernen wollen, von sich ab räthen und Dielen. Er hat also, wenn er besser als vorher zwei Worte für denselben Begriff waren. An diese und gefährdet die Einigkeit. Wir sind überzeugt, so gut wie wir bauen will, ein Interesse an der Ablösung dieser Rechte. Ueberlieferung haben wir wieder anzuknüpfen. Es wäre hierher gekommen sind, um zu lernen, werden auch Sie sich Die als Ablösung gezahlten Rapitalien sind gar nicht traurig um den Sozialismus Weltanschauung und unseren Gründen, wo sie sich als gut erweisen, nicht verschließen. unbedeutend, sie ermöglichen es ihm, auf eine höhere Betriebsvon Den Menschen in politischer Richtung bestellt, wenn er nicht auch auf dem Gebiete Seit Jahrtausenden wird den stufe zu kommen, während das Festhalten an den Wald- und des Landbaues und der Ackerbau- Politit sich schöpferisch und ältesten Schriften die Erde als Urquelle menschlichen Weiderechten einen Rückschritt bedeutet. Wir können den Bauern Kulturfördernd bethätigte, und für den bloß die Frage entscheidend Glücks bezeichnet. Möge sich diese Urkraft der Mutter Erde nicht alles geben; sie verlangen am Ende Sonne, Mond und wäre; ob wir auf dem Lande augenblickliche Wahlerfolge erzielen auch an unserer Partei bewähren, wie an jenem sagenhaften Sterne. Bollmar selbst hat in der vorigen Session des bayeoder nicht. Wir arbeiten doch nicht um die Gewinnung von Riesen, der so oft neue Kraft gewann, als er den Boden berührte. rischen Landtages erklärt, daß die tulturwidrige Aufrechts ein paar hunderttausend Stimmen mit allen Mitteln wie die Das ist unser aller Wunsch. Durch unsere Arbeiten in der erhaltung der Wald- und Weiderechte falsch sei und daß die Junker, sondern um die Zukunft der Menschheit, die doch Agrarfrage und für die Landagitation soll unsere Partei nicht Ablösung dieser Rechte oft nüßlich sein fann.( Hört, hört!) auch ein bischen von der Zukunft der Landwirthschaft abhängt. matter und unentschiedener, sondern immer mehr fampffähig Der Werth de Waldstreu ist vielfach nur eingebildet, nicht Das Das haben zum Beispiel jene Genossen eines in der Umgegend und revolutionär im besten Sinne des Wortes gemacht werden. immer berechtigt im Interesse der Landwirthschaft. von Berlin liegenden Wahlkreises vergessen bei folgender sonder( Beifall.) Juteresse der Forst- und Landwirthschaft ist ein höheres, als das baren Agrar- Enquete: Sie zählten in bestimmten Ortschaften die Folgende Resolution wurde eingereicht: Der Parteitag wolle der einzelnen Bauern. Also auch Vollmar war davon überzeugt, Stimmen, auf die wir seitens der Landleute rechnen konnten, und beschließen: Der von der Agrarkommission vorgelegte Entwurf und die bayerischen Bauern haben selbst die Forderungen fallen daneben diejenigen der Beamten, Handwerker, Arbeiter, und da eines Agrarprogramms ist zu verwerfen, denn dies Programm lassen, weil sie fulturwidrig sind. Daß Wald und Weidedie letzteren in der Mehrheit waren, sagten sie, wir brauchen tein stellt der der Bauernschaft Heute die Hebung ihrer Lage, also rechte eingehen, ist eine historische Nothwendigkeit. Agrarprogramın( Heiterkeit). Ich meine zwar nicht wie Vollmar, die Stärkung ihres Privateigenthum in Aussicht und trägt liegen sie vielfach nur noch im Juteresse der großen und reichen daß wir die Industrie- Arbeiter bereits vollkommen gewonnen dadurch bei zur Neubelebung ihres Eigenthums: Fanatismus. Bauern, während die fleinen mit ihrem Felde auch die tätten, aber ich kann auch nicht in den Ruf einstimmen: bleiben Es erklärt das Interesse der Landeskultur in der heutigen Ge- dazu gehörigen Rechte verloren haben. So hat auch die in wir hübsch in den städtischen Versammlungssälen! Noch eins sellschaftsordnung für ein Intereffe des Proletariats, und doch der Gemeinde hervorgetretene Differenzirung die alten gleichen tommt hinzu: Es handelt sich um denjenigen Zweig der Volks- ist das Interesse der Landeskultur ebenso wie das Interesse der Rechte zu ungleichen gemacht. Sollen wir denn aber für die wirthschaft, der entscheidend bei der Beantwortung der Magenfrage Industrie unter der Herrschaft des Privateigenthums an den reichen Bauern kämpfen, für die Privilegien einiger? Wir haben mitspricht. Es fann uns als Sozialisten durchaus nicht Produktionsmitteln ein Interesse der Besitzer der Produktions- freilich für die armen Leute immer ein warmes Herz, aber es gleichgiltig sein, ob die Produktion vonl Brot in mittel, der Ausbeuter des Proletariats. Ferner weist der Entwurf wäre engherzig, wollten wir hier für sie eintreten, die ge zurückgebliebenen Betriebsformen geschieht oder nicht. des Agrarprogramms dem Ausbeutestaat neue Machtmittel zu meinen und gewichtigeren Interessen aber außer Acht lassen. Hierher gehören diejenigen unserer Forderungen, die Staatsmittel und erschwert dadurch den Klaffenkampf des Proletariats; und Das Interesse der Forst- und Landwirthschaft ist ein höheres für Gemeinden oder Verbände zur Bodenverbesserung, Wasser- endlich stellt dieser Entwurf dem kapitalistischen Staat Auf- als das der einzelnen Bauern. Auch Vollmar war davon überfultur u. bgl. verlangen. Dagegen wurde uns vorgeworfen, wir gaben, die nur ein Staatswesen ersprießlich zur Durchführung zeugt und die bayerischen Bauern haben selbst die Forderungen verlangten Mittel aus dem allgemeinen Säckel zur Erhöhung bringen tann, in dem das Proletariat die politische Macht fallen lassen, weil sie zu fulturwidrig sind. Daß Wald- und Weides des Grundwerthes. Ja, wer Landeskultur treibt, der giebt erobert hat. Der Parteitag erkennt an, daß die Landwirthschaft rechte eingehen, ist eine historische Nothwendigkeit. Heute liegen fie Mittel für die Erhöhung des Grundwerthes, ebenso wie der ihre eigenthümlichen, von denen der Industrie verschiedenen, Ge- vielfach nur noch im Interesse der großen und reichen Bauern, jenige, welcher Mittel zu Eisenbahnen, Kanälen und ähnlichem seze hat, die zu studiren und zu beachten sind, wenn die Sozial- während die kleinen mit ihrem Felde auch die dazu gehörigen bewilligt. Läßt sich aber das unter den bestehenden Verhält- demokratie auf dem flachen Land eine gedeihliche Wirksamkeit Rechte verloren haben. So hat auch die in der Gemeinde niffen überhaupt vermeiden? Müßten wir uns denn nicht von entfalten soll. Er beauftragt daher den Parteivorstand, er möge hervorgetretene Differenzirung die alten gleichen Rechte zu ungleichen jeder Art positiver Arbeit unter dem Regime des Kapitalismus unter Berücksichtigung der bereits von der Agrarkommission gemacht. Sollen wir dann aber, für die Rechte der reichen Bauern zurückziehen? In Wirklichkeit verlangen wir auch vom gegebenen Anregungen eine Anzahl geeigneter Personen mit der fämpfen, für die Privilegien einiger weniger? Wir haben freilich heutigen Staate, ein warmes Herz, aber es er Kulturaufgaben daß erfüllen soll. Aufgabe betrauen, das über die deutschen Agrarverhältnisse für die armen Leute immer Wir halten beständig dem Militärstaat vor, wieviel er vorhandene Material einem gründlichen Studium zu unterziehen wäre engherzig wollten wir hier für sie eintreten und dabei die für unproduktive Zwecke zum Fenster hinauswirft und und die Ergebnisse dieses Studiums in einer Reihe von Abhand- gemeinen und wichtigeren Interessen aber außer acht lassen. was er für produttive thun sollte. Unsere Abgeordneten haben lungen zu veröffentlichen, als„ Eammlung agrarpolitischer Schriften Darüber, daß die kleinen Leute oft Grund haben, auf Ablösung Der Partei zu bringen, fann gar fein Zweifel bestehen. Da fie zu oft ge= im Reichstage wiederholt davon gesprochen, daß die Auf der sozialdemokratischen Partei Deutschlands". wirthschaftung der Moore, der Haidestrecken u. s. w. durch Staats- vorstand erhält Bollmacht, die nöthigen Geldaufwendungen zu prellt wurden, ersinnen sie ein Mittel, die Prellereien zu verhindern, mittel eine Aufgabe des heutigen Staates sei, wenn er Kultur machen, um den mit den erwähnten Arbeiten betrauten Genossen und ich will gern darauf eingehen. Wohin das führt, wenn die Bevölkerung zunimmt, aber die Weiden gleich bleiben, das sehen statt bleiben wolle. In Uebereinstimmung damit sagt Engels, daß die Erfüllung ihrer Arbeit zu ermöglichen. die materiellen Opfer, die in diesem Sinne im Interesse der Bauern Karl Kautsky, Klara Zetkin, Arons, Fischer- Dresden, Wekker- Sie z. B. aus einer auf Veranlassung der badischen Regierung aus öffentlichen Mitteln zu bringen find, eine vortreffliche An- Dresden, Schippel, Fischer- Berlin, Pfannkuch, Eichhorn- Dresden, veröffentlichten Enquete über die Zustände im Schwarzwald. find heut die Wälder dort vollständig deLage seien. Daß wir solche Mittel nur für die Landwirthschaft Koelle- Hamburg, Ludwig Kimmel Hamburg 3, Gerlach- Wanz- Danach so daß die Bauern darauf dringen, daß die verlangen, erklärt sich daraus, daß wir es zunächst nur mit leben, Simon- Deppe, Michels, Hans Block- Dortmund, Otto Hue, vaſtirt, so daß einem Landprogramm zu thun haben. Unsere Thätigkeit auf Rieger- Köln, Singer, Auer, Gerisch, Haug, May König, Karl Aufrechterhaltung der Weiderechte 2c. beschränkt wird. Bei solcher Sachlage sollte man doch nicht mit beiden Beinen leichtsinnig in anderen Gebieten wird nicht gehemmt, sondern angespornt, wenn Kloß, Stadthagen. Es folgt die Wahl der Neunerkommission. 210 Stimmzettel die Forderung springen und unbeschränkte Aufrechterhaltung der wir jetzt für die Landeskultur im Interesse der Sache eintreten und bestehenden Rechte verlangen, denn diese Rechte find Mißbräuche; @taatsmittel bewilligt haben wollen für das, was bis jetzt sind abgegeben worden, davon sind 2 ungiltig, 13 zersplittert. Gewählt find: Kloß Herbert, Dahlen, Buchwald, Fülle, sagen wir aber nicht unbeschränkte", sondern etwa möglichst vielfach zurückgestellt ist, weil es nicht gleich in greifbaren unbeschränkte Aufrechterhaltung oder dergleichen, so sagen wir Summen in die Taschen der Großgrundbesitzer fließt, weil es Förster, Antrick, Koehnen, Rauch. damit nichts Bestimmtes und erreichen so gut wie nichts. Vorlagen sind, welche die Gesellschaft zu gunsten der besseren technischen und sozialen Entwickelung des Landwirthschaftsbetriebes machen soll, dann fd wir doch nicht reaktionär, sondern tulturfördernd und revolutionär. = Die Neunerfommission konstituirt sich. Als 2. Berichterstatter zuni Agrarprogramm- Entwurf spricht Schippel: Werthe Parteigenoffen! Sie werden mir selbst zugestehen, daß Quarc's Referat zum theil recht persönlicher Natur und Wir verhindern, daß diejenigen Mittel zu kulturfeindlichen speziell gegen mich gerichtet war. Doch lassen wir das. Gerade ( Schluß im Hauptblatt.) Verantwortlicher Redakteur: Frizz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 236. Der lekte franzöfifche Gewerklihaftskongrek. Paris, 5. Oktober. = Der vorige Woche in Limoges stattgehabte 2an be 3 Gewertschaftsfongreß, der in so mancher Beziehung zur Kritik herausfordert, nahm im wesentlichen folgenden Ber zur Kritik herausfordert, nahm im wesentlichen folgenden Ber. lauf: In der Frage der Alters- und Invalidenverforgung sprach sich der Kongreß einstimmig dahin aus, daß der Staat allen Arbeitern und Angestellten beider Geschlechter, die ein Alter von 50 Jahren erreicht oder eine 25jährige Dienst: zeit hinter sich haben, sowie allen Arbeitern, die infolge von Ge brechlichkeiten arbeitsunfähig werden, eine Pension auszufolgen habe; daß diese Pension stets nach den Minimal- Existenzkosten zu berechnen sei und daß, welch' fistalischer Modus hierfür auch zur Anwendung gelange, dem Arbeiter zur Konstituirung der Pension keine Lohnabzüge gemacht werden sollen. finden. 22 Mittwoch, den 9. Oktober 1895. 12. Jahrg. die Einführung des Achtſtundentages, die Erweiterung der gewerb etwa 18 Milliarden geschäßt und zwar für das ländliche Grund" lichen Schiedsgerichte, die Beseitigung der Placirungsbureaus, die eigenthum allein auf etwa 10 vom Hundert des Verkaufswerthes, Ernennung von Arbeiter- Gewerbe- Inspektoren, das Verbot der was im Vergleiche zu preußisch deutschen Verhältnissen ein sehr Unteratforde und die Ausführung der kommunalen, departe günstiges Ergebniß wäre. Die immerhin nicht zu bestreitende mentalen und Staatsarbeiten in eigener Regie, hat der Rongreß Bunahme der Verschuldung wird auch für Frankreich der Hauptu. a. verlangt, daß das Stimm- und Wahlrecht zu den Gewerbe- fache nach durch Inanspruchnahme von Befigkredit" bei ein werde und daß die Gefängnißarbeit, um deren Konkurrenz hint- Rapitalien in den Grund und Boden, sondern umgekehrt durch Schiedsgerichten auf alle Arbeiter beider Geschlechter ausgedehnt tretendem Befihwechsel, also nicht durch Einverleibung von anzuhalten, nach den Lohntarifen der freien Arbeiter bezahlt Fortgabe von Grundrenten in Kapitalform erklärt. werde, was entschieden besser, gerechter und humaner ist, als die Beseitigung der Gefängnißarbeit zu verlangen. In die Exekutiofommission, die mit der Durchführung der Kongreßbeschlüsse betraut ist, sind die Pariser Delegirten Radel, Keufer, Darenne, Lhermitte, Besombes, Deville, Pergan, Martin, Majot, Riom und Girard gewählt worden. Der nächste Kongreß findet in Tours( Departement IndreLoire) statt. Soziale Mebersicht. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Drganisationen, vor allem solche über Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. An die Holzarbeiter Organisationen aller Länder! Der auf dem Internationalen Holzarbeiter- Kongreß in Zürich 1893 eingesetzte Internationale Sekretär wird gemäß dem ihm ertheilten Auftrage Erhebungen über die Holzarbeiter- Organis = Im In der Agrarfrage wurde beschlossen: 1. eine lebhafte Propaganda für die Errichtung von landwirthschaftlichen Gewerkschaften zu entfalten; 2. für die Errichtung von landwirthschaftlichen Schiedsgerichten( Prud'hommes agricoles) einzutreten; 3. die Ein Kongreß der Gewerbegerichtsbeisitzer Deutsch- sationen und die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Holzarbeiter Organisirung eines am Vorabend des nächsten allgemeinen Ge- lands ist von Kassel aus angeregt. In einer gemeinschaft aller Länder veranstalten, um ein übersichtliches Bild der Bewerkschaftskongresses abzuhaltenden landwirthschaftlichen Kongreffes lichen Sigung des Gewerkschaftskartelle, der Beisiger des Ge- wegung geben zu können. Gleichzeitig wird eine Anfrage, den anzubahnen und zu diesem Behuse den Arbeiter- Nationalrath zu werbegerichts und sämmtlicher Vorstände der Gewerkschaften nächsten Internationalen Holzarbeiter- Rongreß betreffend, an beauftragen, die Mittel zu studiren, diese Organisirung zu wege Raffels befchloß man, den Ausschuß des Gewerbegerichtsbeisiger alle Holzarbeiter- Organisationen gerichtet werden. Die für diesen zu bringen; 4. die Kleinpächter anzueifern, ihre fleinen Güter zu Verbandes um die baldige Einberufung eines solchen Kongresses Swed nöthigen Fragebogen werden in den nächsten Tagen ver vereinigen, um sie rationell bewirthschaften zu können; 5. es den zu ersuchen. Zweck des Kongresses ist vor allem, Stellung zu Fragebogen nicht erhalten sollten, sich sofort an den Interfandt. Wir ersuchen alle Holzarbeiter- Organisationen, die diese landwirthschaftlichen Gewerkschaften zu überlassen, sich so zu nehmen gegen die Einführung von Berufungsinstanzen bei den Ge- Fragebogen nicht erhalten sollten, sich sofort an den Interorganisiren, wie sie es für ihre Intereffen am zuträglichsten werbegerichten. Die Kaffeler Parteigenossen ersuchen nun die nationalen Sekretär der Holzarbeiter Karl Kloß, Stutt Gewerkschaftstartelle und Gewerbegerichtsbeisiger anderer Städte, gart( Deutschland), Böblingerstr. 127, zu wenden und unter Den Hauptpunkt der Diskussion bildete die Organi den Ausschuß des Gewerbegerichtsbeisiger- Verbandes gleichfalls genauer Angabe ihrer Adresse die Bogen zu reklamiren. Gleichzeitig bitten wir die Internationalen sationsfrage. Es wurde diesbezüglich beschlossen, zwischen um die baldige Einberufung des Kongresses zu ersuchen. Gewerkschafts- Setretäre, alle Holzarbeiter- Drganiden verschiedenen Gewerkschaften und Berufsgruppen der Arbeiter und Angestellten beider Geschlechter eine einheitliche Organisation Gewerbegerichts vorliegen. So entschied der Regierung verpflichten, ihre Adresse dem Internationalen Sekretär der Holz,, Kein Bedürfniß" soll in Guben zur Schaffung eines fationen ihres Landes auf diesen Aufruf hinzuweisen und sie zu zu schaffen, die den Namen führt: Confédération générale präsident in Frankfurt a. D. auf die Eingabe unferes Gubener arbeiter anzugeben. Die Generaltommission der du travail"( Allgemeiner Arbeitsbund) und zum ausschließlichen Vertrauensmannes. Selbstverständlich wird dieser Entscheid Gewerkschaften Deutschlands. 3weck hat, auf wirthschaftlichem Gebiete alle um ihre Emanzipation fämpfenden Arbeiter zu vereinigen. Alle die trauensmann ein Echreiben vom Gubener Magistrat, worin ihm scheidt in Rettwig a. d. Ruhr sind ausgesperrt angefochten. Gerade zu gelegener Zeit bekam der Ver- Achtung, Textilarbeiter! Die Weber der Firma. Thau. Gewerkschaften, Gewerkschaftsverbände und Arbeitsbörsen, die als Vertreter eines Arbeiters mitgetheilt wurde, daß dieser seine sich dem Bunde anschließen, dürfen keiner politischen Partei an- Lohnforderung nicht beim Magistrat stellen könne, sondern worden, weil sie sich weigerten, ohne Lohnerhöhung eine Stunde als Vertreter eines Arbeiters mitgetheilt wurde, daß dieser seine scheidt in Rettwig a. d. Ruhr sind ausgesperrt gehören, da es ausdrücklich heißt, daß die den Allgemeinen mangels eines Gewerbegerichts im Wege des Zivil- länger als die gewöhnliche Arbeitszeit zu arbeiten. Die Forde Arbeitsbund bildenden Elemente sich von jeder poli: tischen Schule fernzuhalten haben( Les éléments prozesses beim Amtsgericht geltend machen müsse. Was als rung der Arbeiter war sehr bescheiden, denn sie betrug pro Tag und Arbeiter nur insgesammt 15 Pf. Der Unternehmer hatte es constituant la confédération générale du travail se tiendront angel empfunden wird, dafür ist unzweifelhaft ein Bedürfniß bei der Aussperrung hauptsächlich auf die organisirten Arbeiter en dehors de toute école politique). Das Verlangen Cal- vorhanden. vignac's, daß dieser Beschluß keine rückwirkende Kraft haben, die Arbeiter von Pontius zu Bilatus laufen, um ein Gewerbe- hielten. Die Nichtorganisirten erklärten sich aber mit den Organi Auch in der industriellen sächsischen Stadt Pirna müssen abgesehen, indem diese schriftlich ihre Entlaffung zugestellt er beziehungsweise nicht für diejenigen Gewerkschaften gelten soll, gericht zu bekommen. Jetzt steht ihnen nur noch der Weg zum ganzen find 60 Personen im Ausstande. Zuzug ist fernzuhalten. firten solidarisch und legten ebenfalls die Arbeit nieder. die sich bereits einer politischen Partei angeschlossen haben, wurde Ministerium offen. In allen übrigen Instanzen ist ihr nur zu Geldsendungen sind zu richten an Georg Wriebt in Kettwig zurückgewiefen. Als Grund wurde angeführt, daß der Anschluß an eine politische Partei nur zu Spaltungen führe, was aber den Ron- berechtigtes Verlangen unerfüllt geblieben. greß später nicht hinderte, den Bankapfel des Generalstreiks wieder Forst, Frankfurt a. D., Fraustadt, Schroda, Neutomischt, Gewerbegerichte find im Jahre 1894 errichtet worden in a. d. Ruhr, Kirchfeldstr. 14. Alle Arbeiterblätter werden um Abbruck gebeten. aufzunehmen, der bereits auf dem Nanter Gewerkschafskongreffe Schmiegel, Friedland i. Schl., Beuthen D.-S., Oschersleben, zu einer Spaltung geführt hat. An der Spiße des Arbeits- Halberstadt, Wandsbek, Peine, Knesebeck, Wittingen, Burgstein Schaller u. Seyferth in Glauchau i. S.( Fabrik für Buchbinder, Luguspapier Arbeiter! Bei der Firma bundes steht ein aus den Delegirten der verschiedenen anfurt, gehörigen Organisationen zu bildender Nationalrath, dessen Siz furt, Rheine, Bielefeld, Iserlohn, Schwelm( mit 6 Kammern) und Gratulationsfarten) find Differenzen ausgebrochen. Die Ursachen gehörigen Organisationen zu bildender Nationalrath, dessen Siß Gaffel. Berggewerbegerichte traten im Jahre 1894 neu in Funktion liegen sowohl in der Behandlung, die den Arbeitern zu theil alljährlich vom Kongreß zu bestimmen ist. Als Beitrag hat jede dem Bunde angehörige Organisation an den Nationalrath in Beuthen D.-S.( mit 8 Kammern), Saarbrücken( mit wird, als auch in dem Bestreben der Besitzer, die Löhne auf den allmonatlich zu entrichten: Bei einer Mitgliederzahl von 200 und 4 Kammern), Aachen( mit 2 Kammern), Waldenburg( mit Stand der in der Glauchauer Textilindustrie gezahlten herab2 Kanimern), Dortmund( mit 16 Rammern). zudrücken. Die ersten Kräfte mit Einschluß der Wertführer darunter 1 Frt., von 201-500: 2 Frts., von 501--1000: 3 Frts., von 1001-2000: 4 Frts., von 2001-3000: 5 Frts., Ein städtisches Arbeitsnachweisbureau, das Arbeits- haben deshalb bereits die Kündigung eingereicht. Im Auftrag 5001-6000: 8 Frts., von 6001-7000: 9 Frts., von 7001 und boten und Lehrlinge vermittelt, ist in Calw in Württemberg von gelegenheit für gewerbliche Arbeiter aller Art, sowie für Dienst der Firma ist ein Herr Kunert in Berlin anwesend, um Ersay anzuwerben. Es ist namentlich auf Schnittmacher, darüber: 10 Fris. Die Beitragsleistung steht demnach in einem ins Leben getreten. Leider ist die Organisation insofern verfehlt, reffer und Präger abgesehen. Wir warnen alle kollegen, Engagement nach Glauchau anzuumgekehrten Berhältniß zur Mitgliederzahl. Je mehr Mitglieder als die Arbeiter an der Verwaltung nicht theilnehmen können. Sollegen, Engagement nach Glauchau anzus eine Organisation zählt und je größer ihre Einnahmen demnach Alles besorgt die Gemeindeverwaltung selbst und zwar durch die Wohnung) theurer, als in Berlin, die Söhne weit niedriger. nehmen. Die Lebensbedürfnisse sind( mit Ausnahme der find, desto weniger hat sie verhältnißmäßig an den Nationalrath Ortsbehörde für die Arbeiterversicherung". Die Verbandsmitgliedschaft Berlin. zu entrichten. So zahlt nach obiger Bestimmung eine Organisation von 5-6000 Mitgliedern nur 4 mal so viel als eine Organi Die Aufhebung des Volksschulgeldes haben in Württemfation von 2-500 Mitgliedern, obgleich sie 12 mal größer ist, berg auch die städtischen Kollegien Ellwangens beund eine Organisation, wie z. B. die der Eisenbahnarbeiter, schlossen. die ca. 75 000 Mitglieder zählt, den gleichen Betrag, wie eine Organisation von nur etwas über 7000 Mitgliedern, b. i. 10 Frks. pro Monat, obgleich ihre Mitgliederzahl eine 10 mal größere ist und sie bei einem Beitrag von nur 1 Centimes pro Mitglied und pro Jahr allein schon 621/2 Frks. monatlich zu zahlen hätte. Der Antrag, einen einheitlichen Beitrag von 1 Centime pro Mit glied und Monat einzuheben, wurde zurückgewiesen, weil sonst die großen Organisationen zu erhebliche Beiträge zu leisten hätten. Und darum ein Steuermodus, der den je fleineren Organisationen eine verhältnißmäßig desto größere Steuer auferlegt, darum eine Progreffivsteuer nach hinten! von 3001-4000: 6 Frts., von 4001-5000: 7 Frts., " $ Parquetbodenleger Berlins, Achtung! Den Kollegen zur Kenntniß, daß jeden Dienstag Abend 8/2 Uhr bei Zubeil, Lindenstr. 106, eine Sigung der Werkstatt Kontroll= tommission stattfindet. Wir ersuchen die Kollegen, sämmtliches Material, das auf unsere Branche Bezug hat, dort vor zulegen. Weiter ersuchen wir die arbeitslosen Kollegen, den Arbeitsnachweis, Annenstr. 39, rege zu benutzen. in Brieg haben 17 Sattler die Arbeit niedergelegt. Die Lohn. In der Militäreffekten- Fabrik von Karl Schneider kommission ersucht um Vermeidung des Zuzugs. Die Einwohnerzahl des Königreichs Sachsen betrug nach dem vorläufigen Ergebniß der Berufszählung am 14. Juni 3 750 761, was gegen das Ergebniß der Volkszählung vom 1. Dezember 1890 eine Vermehrung um 248 077 Personen bedeutet. Die drei größten Städte Sachsens hatten Einwohner: Leipzig 385 308, Dresden 322 953, Chemnitz 157 717. In Stadt gemeinden wohnten 1813 051( 1890: 1 684 048), in Landgemeinden 1937 710( 1890: 1818 636). Unter den 3106 Landgemeinden Sachsens hatten 2074 bis 500, 551 bis 1000, 212 bis In Harburg sind zwischen den Bäckergesellen und 1500, 94 bis 2000, 135 bis 5000, 40 je über 5000 Einwohner. der Innung ernste Differenzen ausgebrochen, weil die Innung Das Großherzogthum Baden hatte nach dem vorläufigen das bisher von den Gesellen geleitete Sprechwesen an sich reißen Es handelte sich sodann darum, zu wiffen, ob zu den Auf Ergebniß der Berufszählung am 14. Juni eine ortsanwesende will. Die Harburger Bäckergesellen ersuchen deshalb um Vergaben des Nationalrathes auch die Organisirung des Generalstreits gehören soll, und da entspann sich, ähnlich Bolkszählung im Jahre 1890. 138 Gemeinden hatten mehr als Bevölkerung von 1713 844 Personen, 55 977 mehr als bei der meidung des Zuzugs. wie auf dem vorjährigen Nanter Gewerkschaftskongreß, eine leb: 2000 Einwohner. Die Bevölkerung des platten Landes hat ab-, troh achtwöchiger Dauer des Streits noch keine Neigung zur Im Leipziger Steinseherstreit zeigen die Unternehmer hafte Debatte für und wider den Generalstreik. Aber welch' die der Städte zugenommen. Alle größeren Orte mit mehr als Unterhandlung mit den Streifenden, was daraus zu erklären ist, heftige Gegner der Generalftreit auch gefunden- darunter mehrere Delegirte bedeutender Gewerkschaftsverbände- und wie 4000 Einwohnern nahmen zu, verhältnißmäßig am stärksten die daß sich Leipziger wie auswärtige Steinfeger als Streitbrecher mit 4000-10 000 Einwohnern. Den fünf größten Städten gebrauchen ließen und so die Unternehmer in den Stand sehten, die sehr diese auch betonten, daß sie gekommen seien, um ein Werk Badens kam der Zug vom Land zur Stadt jedoch nicht zu gute. bringendsten Arbeiten zu erledigen. Ueber 130 Streifende haben der Einigung zu verrichten, der Generalstreit aber nur die Zwietracht säe und einen großen Theil der Gewerkschaften vom Bei- Der Arbeiter Bildungsverein Vorwärts in Presburg auswärts Arbeit gefunden. Ein neuerer Versuch des Vorsitzenden des Steinfeger- Verbandes, A. Knoll, den Obermeister der Junung tritt zum Arbeitsbund fernhalten würde diejenigen, die in feiert am 12. Oftober sein 26. Gründungsfest. zu bestimmen, mit einer neugewählten Streitkommission zu unter dem Generalftreit die Revolution der verschränkten Arme" Staatlicher Arbeitsnachweis in der Schweiz. Die handeln, scheiterte troh mündlich gegebenen Versprechens des feierten, von der das Proletariat allein alles Heil zu erwarten Genfer Regierung hat auf Veranlassung der Sozialdemokraten Obermeisters Kummig. Im brieflichen Bescheid erklärte Kummig, habe, hatten dennoch die Oberhand. Ob sie aber Ursache haben, im Kantonsrathe eine Vorlage ausgearbeitet, wonach eine die Innung wolle mit den in Arbeit Gebliebenen unters darauf stolz zu sein, ist eine andere Frage. Denn ein GeneralArbeiterkammer" errichtet werden soll, die auch als handeln. Die Streifenden beschlossen hierauf, im Streit zu ver streit, für den selbst nicht einmal alle organisirten Arbeiter eintreten, gegen deffen Anwendung sich selbst ein großer Arbeitsnachweis Bureau benutzt werden kann. Der bleiben. So schnell der Stadtrath bei der Hand war, den Unterein großer Berwaltungsrath wird gemeinschaftlich von den Arbeitern und nehmern die Baufrist zu verlängern, so langsam ist er Theil der Gewerkschaften erhebt, ist von vornherein ein Unternehmern gebildet, indem jede Partei elf Vertreter wählt, bei den Streikenden. Eine Petition mit 3548 Unterschriften, die eitles Beginnen. Und wie wenig eine Einheit in dieser Frage auf dem Kongreß erzielt wurde, zeigt das Votum. wozu noch der Stadtrath vier Mitglieder ernennt. Für die Ein- zu gunsten der Streikenden an Stadtrath und Stadtverordneten Es hatten sich nämlich 86 Stimmen für den Generalstreit aus- richtung werden 3000 Fr., für die Verwaltung ein Jahreskredit gefandt war, harrt seit über 14 Tagen der Erledigung; die Eingesprochen, während sich 36 dagegen erklärt und 10 der Abstim von 7000 r. verlagt. Der Große Rath( Landtag) wird die führung der Regie- Arbeit wurde abgelehnt. Von anderer Seite wird uns über den Streit noch geschrieben: mung enthalten haben. Dazu kommt aber noch, daß der National. Vorlage in seiner nächsten Sigung behandeln. verband der französischen Gewerkschaften, der sich bereits auf Ueber die Verschuldung des Grundbefizes in Frank. Troß der nicht unbeträchtlichen Zahl Streitbrecher genügt die dem vorjährigen Gewerkschaftskongreß einstimmig gegen den reich schreibt die vom töniglichen statistischen Bureau in Berlin Bahl der Arbeitenden bei weitem nicht, um alle vorhandenen Generalsfreit erklärt hat, auf diesem Kongreß er hatte seinen verlegte Statistische Korrespondenz": Die umfangreiche und Arbeiten fertig zu stellen. Am besten wird dies bewiesen durch eigenen erst jüngst in Troyes abgehalten nicht vertreten war. schwierige Arbeit einer Ermittlung der Gesammtverschuldung des die frampfhaften Bemühungen der Unternehmer, unter allerhand Weiter hat der Kongreß ein Gemeinde- Minimum Grundbesitzes ist in Frankreich zweimal, nämlich in den Jahren Die Position der Streifenden hat sich neuerdings noch dadurch erdichteten Vorspiegelungen fremde Arbeitskräfte heranzuziehen. programm votirt, das bei den Gemeinderathswahlen von 1840 und 1877 vorgenommen worden; seit 1877 läßt sich die 1896 zur Geltung gelangen soll, und daran anschließend ein weitere Hypothekenbewegung nur an der Hand der Ergebnisse gebeffert, daß noch mehrere neue Straßen in Angriff genommen worden sind. Ein weiterer günstiger Umstand ist, daß nenn Minimumprogramm, das für die Kammerwahlen des impôt d'enregistrement" annähernd verfolgen. Es ist bestimmt ist, doch bleiben beide Programme, von denen ersteres danach die buchmäßige Verschuldung des städtischen und Behntel der Streikenden in auswärtiger Arbeit untergebracht zehn, letzteres neun Punkte zählt, zum theil hinter die dies- ländlichen Grundbesitzes zusammen 1840-77 von 12/2 auf sind. Wenn daher die Steinfeger und Berufsgenossen und in bezüglichen Programme der Arbeiterpartei zurück, zum theil 19,28 Milliarden Franken gestiegen, wozu noch 832 Millionen des weiterer Linie die gesammte Arbeiterschaft namentlich des Baugewerbes es sich mehr als bisher angelegen sein lassen, den Zu Tassen fie an Klarheit viel zu wünschen übrig. Frei- Crédit foncier hinzufamen. Es waren indessen 5,74 Millarden gewerbes es sich mehr als bisher angelegen fein lassen, den Zulich wollte der Kongreß nur wirthschaftliche Forderungen buchmäßige Schulden bereits abgezahlt und nur ungelöscht verblieben, ug von Steinfegern nach Leipzig fernzuhalten, so ist ein Sieg aufstellen; aber was soll es z. B. bedeuten, wenn er in seinem sodaß die wirkliche Realverschuldung sich auf 14,4 Milliarden be- der Arbeiterschaft gewiß. Namentlich kommt der Zuzug aus dem Gemeindeprogramm-Punkt 5- verlangt: Bollständige zifferte. In Preußen haben einzelne Probe- Erhebungen bisher ge- Rönigreich und der Provinz Sachsen, Anhalt und Thüringen. Reform der Wohlthätigkeits- Bureaus( Réforme complèt des zeigt, daß der Antheil der abgezahlten, aber nicht gelöschten Real- Das Bestreben der organisirten Buchdruckergehilfen bureaux de bienfaisance)", b. h. der öffentlichen Armen- Unter- schulden höchstens zwei Neuntel betrug und in vielen Fällen fast Desterreichs, einen einheitlichen Lohntarif zu schaffen, dürfte stützung? Eine Reform verlangen, ohne zu sagen, worin sie be- gleich Null war. Der viel größere Antheil dieser Schulden in vor seiner Erfüllung stehen. Die im Juni zusammengetretene stehen soll, ist eine leere Redensart, die auch dadurch nicht Frankreich wird in unserer Quelle nicht erklärt; vermuthlich Konferenz von Vertretern der organisirten Gehilfenschaft und der an Inhalt gewinnt, wenn man ihr das Wort„ vollständig" hängt er mit der Inskriptionsverjährung des code civil zu- organisirten Unternehmer hatte ein Komitee niedergesetzt, das den vorsetzt. fammen, welche viele Löschungen überflüssig macht. Der Stand Entwurf eines Lohntarifs ausarbeiten sollte. Dieser Entwurf Außer der neuerlichen Bekräftigung der bereits auf den der französischen Grundbefth- Verschuldung zu Ende des Jahres liegt jetzt vor. Es sind darin folgende 6 Klaffen eines Lohnvorhergegangenen Kongressen angenommenen Anträge, betreffend 1893 wird nach Abzug der bereits abgezahlten Schulden auf minimums vorgesehen: I. Klaffe: Czernowitz( Lohnminimun 9 fl.); " " 3fr. Masse• Rlaaensurt, Lambach. Salzburg. Zara(Lobnminimum . Innsbruck. Linz(Lohnminimum 11 fl.): IV. Klasse: Brünn(Lohnminimum 11 fl. so kr.); V. Klasse: Graz. Trieft(Lohnminimum 12 fl.); VI. Klasse: Lemberg. Prag, Wien(Lohnminimum 13 fl.) Der Satzpreis für Berechnende rvurde im allgemeinen je nach Schriftgröße um 1 bis 3 Kreuzer erhöht. Der Entwurf wird nun einer in diesem Monat zu- sammentretenden Konferenz von Delegirten der Buchdrucker- gehilfen und Buchdruckereibesitzer ganz Oesterreichs zur Beschluß- fassung vorgelegt. Leider enthält der Entwurf die neunstündige Arbeitszeit noch nicht. Die Wiener Buchdruckergehilfen haben deshalb rhre Delegirten beauftragt, auf der Konferenz ent- schieden für den Neunstundentag und dafür einzutreten, daß das Minimum für Wien auf 13.50 Gulden erhöht wird. Der Porzellanarbeiter« Verband für Böhme« hat in den letzthin abgehaltenen Konferenzen seiner Ortsgruppen be- schloffen, die Forderung der Einführung des N e u n st u n d e n- t a g e s unablässig zu vertreten; zunächst aber dort, wo die in vielen Porzellansabriken übliche zehnstündige Arbeitszeit noch nicht «ingeführt ist, diese zu verlangen. Zu diesen Beschlüssen hat die Konferenzen besonders der Umstand bewogen, daß die Porzellan-Jndustri» eine der gesundheitsschädlichsten ist. Bei den Wiener Tchmiedemeistern ist der schäbige Brauch eingerissen, Gehilfen zu maßregeln, die eine Funktion im genossen- schaftlichen Gehilfenausschuß annahmen. Der Schmiedemeister E r n st, Wien VI, Windmühlgasfe 4, hat kürzlich den Obmann des Gehilfenausschusses entlasse», weshalb über fern Geschäft die Sperre verhängt ist. Da dieser Unternehmer jetzt Arbeitskräfte in Deutschland anwerben will, werden in der„Arbeitcr-Zeitung" die deutschen Schmiede vor ihm gewarnt. Zuzug von Stockdrechslern nach Wie« ist wegen eines dort ausgebrochenen Streiks aufs strengste zu vermeiden. An dem Streik sind 300 Arbeiter betheiligt. �Xn der Glockengießerei von Franz Walser in Buda« pest hat das ganze Personal die Arbeit wegen Lohndifferenzen eingestellt. Das Lohnkomitee ersucht die Fachgenossen, unter keiner Bedingung in dieser Fabrik Arbeit anzunehmen. Beim Streik i« Carmanx wurden von den für die Aus- ständigen gesammelten Geldern bisher 50 000 Fr. vertheilt; in diesen Tage» kommen weitere 25 000 Fr. zur Bertheilung. Da die französische Postverwaltung Schwierigkeiten bei der Aus- händigung der für die Ausständigen in Carmaux bestimmten Gelder macht, so theilen wir mit, daß alle Sendungen an Mxmsiöur Forest, Paris, 142 Eue Montmartre, Administration de„La Petite Edpublique' zu richten sind. Die ausständigen Glasarbeiter hielten am Sonnabend eine gut besuchte Versammlung ab, die mit einem Protest gegen das Vorgehen des Präfekten und der Polizei endete. Sie beschlossen, jeder Herausforderung und Einschüchterung die vollkommenste Ruhe entgegen zu setzen und den Streik fortzuführen. Der Glasfabriksdirektor Resseguier klagt gegen den Deputirten Janrös und gegen zwei Arbeiterblätter auf 100 000 Franken Schadensersatz wegen„Ausstandsagitation". Der Mann ist sonach ein Mustertypus kapitalistischer Unver- schämtheit, denn seine Handlungsweise ist Ursache des Streiks, nicht eine angebliche Agitation, und nun will er sich die durch seine Schuld entstandenen geschäftlichen Verluste von den Ver- theidigern der von ihm mißhandelten Arbeiter bezahlen lassen. Daß ihm das Gericht den Gefallen thnn wird, tst wohl ausgeschlossen. Soziale Nechlspflege. In einer der letzten Sitzungen des Getverbegerichts zu Schöneberg wurden in ein und derselben Streitsache zwei ganz entgegengesetzte Urtheile gefällt, welche wohl werth sind, der Oefientlichkeit übergeben zu werden. 1. Es klagten die Putzer M. und Cch. wider den Maurer- meister Lehmann und den Kolonnensührer H. wegen rückständigen Akkordlohn von 123,35 M. resp. IIS M. Herr L. glaubte, den Putzern die Loggias, ivelche sie mitgeputzt halte», abziehen zu können, was aber dem vorgelegten Kontrakt direkt widersprach. Nun stellte sich durch das Gerichtsprolokoll heraus, daß die Kläger im Sühnetermin angeblich die Klage gegen L. zurück- gezogen hatten, was sie jedoch energisch bestritten. M. sagt sogar aus, daß der damalige Vorsitzende ihm mit Einstecken gedroht hätte, wenn er die Klage gegen L. nicht zurückziehe. Es wurde nun, da laut dieses eigen- thümlichen Protokolls, gejjcn L. keine Klage schwebte, der Kolonnenführer H. verurlheckt, die genannten Summen zu zahlen, trotzdem derselbe selbst nichts erhalten hat, sondern selbst noch ein« Forderung zu stellen hat(derselbe befindet sich noch bei L. in Arbeit). Trotz des Protestes der Arbeitnehmerbeisitzer, daß H. selbst nur Mitarbeiter sei, wurde entschieden, wie oben an- geführt/ Nun das Gegenstück in derselben Sache. Es klagt der Putzer St. wider L. und H., Objekt 129,49 M.. Kläger hatte seine Klage später als die obengenannten eingereicht; er bekundete, daß sämmtliche Putzer, sogar der K o l o n n e n fü h r e r H., beim Antritt der Arbeit beim Vertreter des Herrn L. hätten unter- schreiben müssen, daß Kündigung nicht stattfindet, sowie ferner, daß der Vertreter Krankenkassenbücher und Jnvalidenkarten in Enipsang nahm. Hier waren sich nun der Vorsitzende sowie die Arbeitgeberbeisitzer ganz klar, daß Herr L. der Arbeitgeber war. Er wurde verurtheilt, während die Klage gegen H., der bei ad 1 verurtheilt wurde, abgewiesen wurde. Aus die Frage unserer Beisitzer, wie sich ein solcher Widerspruch zusammenreime, zuckten die Herren die Achseln. ReichS-BersichernngSamt. Zur Beobachtung seines Zustandes war der Ardeiter Müller von der sächsischen Bau- gewerks-Berufsgenossenschaft einem medizinischen Institut in Jena uberwiesen worden; er hatte dasselbe jedoch bald wieder eigen- ' mächtig verlassen. Die Genoffenschaft hielt sich nunmehr be- rechtigt, Müller jede Rente zu versagen. Vom Rekursgericht wurde indessen M. eine Rente zugesprochen, die nach Lage des Falles auf 15 pCt. bemessen wurde. Der Senatsvorsitzende führte begründend aus, die Entziehung der Rente infolge des Verlassens der Anstalt sei hier deshalb nicht berechtigt, weil sich der Kläger nicht zum Zwecke der Heilung darin befunden, sondern nur zu dein der Beobachtung. Der Bauarbeiter Viereck wurde in allen Instanzen mit einem Rentenanspruch zurückgewiesen, den er damit be- gründet hatte, daß er gelegentlich der Ausführung eines Aus- träges seines Arbeitgebers gefallen sei und sich dabei verletzt habe. Berufsgenossenschaft, Schiedsgericht und Reichs-Ver- sicherungsamt nahmen übereinstimmend an, der böse Fall sei lediglich eine Folge des krankhaften Zustandes des mit Epilepsie behafteten Mannes gewesen, und zwar sei er herbeigeführt worden durch einen seiner gewöhnlichen Krampfanfälle. Der Vorsitzende, Geheimer Regierungsrath Sarrazin, bemerkte in der Publikation der Entscheidung des Rekursgerichts, daß der Unfall des Klägers zwar sehr bedauerlich sei, aber nicht als W e t r i e b s unfall angesehen werden könne und nach dem Gesetz deshalb auch nicht entschädigt werden brauche. y Gevichls Rettung. ' Herr Oberlehrer Dr. Heutig will einen Masscnprozeß veranstalten. Der Herr schreibt uns:„Die verehrliche Redaktion ersuche ich auf Grund von ß II des Preßgesetzes um Aufnahme folgender Berichtigung: Die am Sonnabend, den 5. d. Mts., in Ihrer Zeitung gebrachte Nachricht über neue gegen mich durch die Staatsanwaltschaft vcranlaßte Vernehmungen, wie solche durch Denunziation wegen Wuchers im März d. I. veranlaßt waren, ist durchaus falsch. Es handelt sich vielmehr um die am Freitag erfolgte Vernehmung des Redakteurs Perl behufs Ernnttelung in einer Beleidigungssache. Gegen den Urheber der Notiz vom Sonnabend und die Redaktionen der Zeitungen, welche dieselbe brachten, werde ich Strafantrag stellen, da ich gegen derartige immer erneute Beunruhigungen mich schützen muß." Na, also!i Der Polizeistaat. Gestern hatte sich eine Nbtheilima des hiesigen Schöffengerichts wiederum mit der Frage zu beschäftigen, ob in einem bestimmten Falle Polizeibeamte über ihre Macht- befugniffe hinausgegangen seien oder nicht. Wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt war der Händler Berg angeklagt. Die Frau des Angeklagten, die in einem Kellerlokal ei» Kohlen- gcschäft betreibt, hatte die polizeiliche Anweisung erhalten, die von ihr benutzten Petroleumlampen durch Oellampen zu ersetzen. Sie war dieser Anweisung nicht nachgekommen. Das Polizei- Präsidium wies den Polizeilieutenant v. Herford an, mit Hilfe einiger Schutzleute die Petroleumlampen event. gewaltsam zu ent- fernen und der Polizeilieutenant erschien zu diesem Zweck auch in Begleitung dreier Schutzleute in dem Kohlenkeller. Dort machte ihnen der anwesende Angeklagte einige Schwierigkeiten und als er infolge dessen auf Befehl des Polizeilieutenanls vorübergehend sistirt werden sollte, widersetzte er sich. Sein Vertheidiger be- hauptete gestern, daß die Freisprechung des Angeklagten erfolgen müsse, da sich die Polizeibeamten nicht in der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes befunden hätten. Für den An- geklagten sei es unerfindlich, aus welcher Rechtsgrundlage von seiner Frau verlangt werde, in ihrem Keller anstatt des Petroleums Oel zu brennen. Er habe bei zahlreichen Geschäftsleuten der- selben Branche Umfrage gehalten und nirgendwo ein gleiches Gebot bezw. Verbot vorgefunden. Aber auch bei der Sistirung hätten die Beamten ihre Befugnisse überschritten, denn es habe kein Fall vorgelegen, der nach§ 112 der Strafprozeßordnung eine Verhaftung oder vorläufige Festnahme rechtfertigte. Es habe event. nur ein Vergehen in Frage gestanden und Name und Wohnung des Angeklagten sei den Beamten bekannt gewesen. Der Gerichtshof war dagegen der Meinung, daß sich die Polizei- beamten in der berechtigten Ausübung ihres Amtes befunden haben. Sie hatten den Auftrag, die Petroleumlampen zu ent- fernen und wenn sich bei Erfüllung dieses Auftrages ihnen der Angeklagte in den Weg stellte, seien sie berechtigt gewesen, ihn so lange festzuhalten, bis sie ihre Mission erfüllt hatten.— Der Angeklagte wurde zu 50 M. Geldstrase verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 14 Tage Gefängniß beantragt. Sechs schwere Verbrecher wurden gestern der dritten Strafkammer des Landgerichts I. vorgeführt. Es waren dies der Weber August M arg gras, der Tapezirer Hermann K ü h n l e i n,>der HandelSniann Franz Köhler, der Handels- mann Hugo Schwerin, der Arbeiter August Kehret und der Arbeiter Wilhelm F e ch n e r. Sämmtliche Angeklagte sind, theils mehr, theils weniger vorbestraft, insgesammt haben sie gegen 100 Jahre Zuchthaus verbüßt. Im Juli wurde der üSjährige Angeklagte Marggraf, eine ehrwürdige Erscheinung mit weißem Bart und Haupthaar, bei einem Einbruchsdiebstahl ertappt. Bei seiner polizeilichen Vernehmung wurde er darüber verhört, ob er nicht von anderen Diebstählen wisse, deren Thäter noch nicht ent- deckt waren und der alte Sünder, der wußte, daß ihm ohnehin eine lange Zuchthausstrafe in Aussicht stand, wußte von ver- schiedenen Diebstählen zu berichten, die zur Verhaftung seiner Mit- angeklagten führte». Er selbst habe die Angeklagten Kuhnstein, Köhler und Schwerin auf die Gelegenheit zu einem Diebstahl hingewiesen, die sich biete, wenn der in der Barnimstraße wohn- haste Schlächtermeister Schneider am 30. Juni mit seiner ganzen Familie eine Landpartie unternehmen würde. Thatsächlich wurde an dem genannten Tage auch bei Schneider eingebrochen, wobei den DiebcnGoldsachen und Uhren imWerthevon400M. in dieHändesielen. Die Angeklagten Kehrel und Fechner bekannten sich zu anderen Dieb- stählen, die sie auf eigene Hand begangen. Die drei von Marz- gras Beschuldigten legten sich aufs Leugnen und merkwürdiger- weise widerrief Marggraf im Termine seine frühere Bezichtigung. Er sei zwar ein schwerer Verbrecher, aber das Gefühl, drei andere zu Unrecht beschuldigt zu haben, wolle er doch nicht mit ins Zuchthaus nehmen. Der Vertheidiger des An- geklagten Schwerin, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, hatte einen umfangreichen Alibibeweis angetreten und erzielte auch, daß die Angeklagten Kühnlein, Köhler und Schwerin freigesprochen wurden, obgleich der Staatsanwalt gegen dieselben Zuchthausstrafen von beziehungsweise sechs, vier und vier Jahren beantragt hatte. Marggraf wurde zu fünf Jahren Zuchthaus, Kehrel zu 2>/s Jahren Zuchthaus verurtheilt, während der am wenigsten belastete Angeklagte Fechner mit acht Monaten Gefängniß davonkam. Ei« lärnicuder Auftritt in dem bekannten Hotel„Prinz Wilhelm" hat eine Anklage wegen gemeinschaftlicher Körperver- letzung gegeben, die gestern gegen die Besitzer des Hotels, Brüder Wilhelm und Heinrich Fromme, vor dem Schöffengericht ver- handelt wurde. Der Oberkellner Grimm halle eines Tages durch unpassendes Benehmen verschiedene Gäste des Hotels zu Beschwerden veranlaßt und der Angeklagte Wilhelm Fromme nabm daher die Gelegenheit wahr, den Kellner gegen 11 Uhr abends dringend zum Verlassen des Hotels aufzufordern. Er erhielt darauf unpassende Ant- worten. Dieser rief seinen Mitangeklagten Bruder zu seiner Hilfe herbei und Beide begnügten sich nun nicht bannt, den renitenten Kellner gewaltsam zur Thür hinaus zu befördern, sondern sie schleppten ihn auch auf den Hof und schlugen ihn dort dermaßen, daß seine Kleidungsstücke zerfetzt wurden und er nicht unerhebliche Verletzungen davon trug. Der Staatsanwalt hielt das Vergehen der beiden Angeklagten für ein besonders gröbliches und beantragte, mildernde Umstände zu versagen und Wilh. F. zu 3 Monaten. Heinrich F. zu 2 Monaten Gefängniß zu vcrurtheilcn. Grimm verlangte als Nebenkläger noch eine Buße von 300 M. Der Gerichtshof war mit dem Rechtsanwalt Silberfiein der Ansicht, daß die Angeklagten durch den Kellner auf's höchste gereizt worden seien und verurtheilte deshalb Wilhelm F. nur zu 150 M., Heinrich F. zu 100 M. Geldstrase. — Die Buße wurde auf 200 M. bemessen. Der Schneidergeselle Richard Kransel stand gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I, um sich wegen Körper- Verletzung mit tödtlichem Erfolge zu verantworten. Der erst 20 Jahre alte Angeklagte, der bis dahin in dem Stufe eines ruhigen, fleißigen Arbeiters stand, ging in der Stacht zum 8. Juli, nachdem er in reichlichem Maße Bier ge- »offen, die Chausseestraße entlang und traf dort auf eine 40 Jahre alte Frauensperson, die dem jungen Manne in sein Haus folgte. Dort kam es zwischen beiden zum Streit und dieser erregte den Angeklagten dermaßen, daß er zum Mcffer griff und damit im Dunkeln auf die Frauensperson los- stach. Die letztere wurde morgens gegen 4 Uhr von einem Schutzmann des vierten Reviers, in hilflosem Zustande vor dem betreffenden Hause liegend, vorgefunden. Ter Beamte schaffte sie mittels Droschke in ein Kranken- haus und hier wurde festgestellt, daß sie einen tiefen Stich in die linke Brustseite erhalten hatte, an dessen Folgen fie wenige Tage darauf verstarb. Die Verhandlung gegen den bisher völlig unbescholtenen Angeklagten fand unter Aus- schluß der Oeffentlichkeit statt. Die Geschworenen bejahten die Schuldsrage, billigten aber dem Angeklagten mildernde Umstände zu. Das Urtheil lautete dem gemäß auf zwei Jahre Ge- ä n g n i ß unter Anrechnung von zwei Monate» auf die Untersuchungshaft. Einen««erwarteten N«Sgang hatte eine Privatklage, die zestern gegen einen Kaufmann Richter vor der S. Straf- Cammer verhandelt wurde. Kläger war ein Kaufmann Herz- b e r g, der eines Nachts in der Linkstraße Gegenstand höhnischer Bemerkungen seitens deZ Angeklagten und zweier ihn begleitenden Studenten geworden war. Bei dem darob entstehenden Wortivechsel hatte sich Richter soweit vergessen, dem Kläger mit seinem Stocke den Hut vom Kopfe zu schlagen. Am nächsten Tage hatte er sein Unrecht eingesehen und dem Beleidigten nicht nur zugestanden, daß er sich unpassend benommen, sondern sich auch bereit erklärt, dem Geschlagenen einen neuen Hut zu kaufen. Diese nächtliche Straßenszene hatte znr Folge, daß gegen die beiden Studenten ein Strafmandat von je 5 M., gegen Richter ein solches von 20 M. wegen groben Unfugs erlassen wurde. H. strengte seiner- seits die Privatklage gegen die drei jungen Leute an. Tie Verhandlung vor dem Schöffengerichte endete damit, daß die Studenten freigesprochen wurden, gegen Richter aber auf Ein- ftellung des Verfahrens erkannt wurde, weil nach Ansicht des Schöffengerichts res judicata vorlag. Diese Anschauung vertrat Rechtsanwalt Dr. Hertwig auch bei der gestrigen Verhandlung in der Berufungsinstanz, in welcher es sich nur noch um den Angeklagten Richter handelte. Der Vorsitzende machte vergeblich Versuche, einen Vergleich zu stände zu bringen; dieser scheiterte an der Kostenfrage. Es mußte deshalb in der Sache selbst er- kannt werden. Zur Bestürzung des Angeklagten lautete das Urtheil ans eine Woche Gefängniß. Der Gerichtshof war nicht der Meinung, daß durch das Strafmandat eine Ver- folgung wegen Beleidigung ausgeschlossen sei. Andererseits stellte sich der Gerichtshof auf den Standpunkt, daß friedlich ihres Weges ziehende Bürger gegen solche nächtlichen Rüpeleien nach- drücklich zu schützen seien. Ein reicher Ganner ist einmal beim Kragen gepackt worden. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus St. Johuun a. d. Saar: In der Prozeßsache gegen die reichen Weinhändler Kaul, Vater und Sohn, i» Saarbrücken wegen Betruges zum Nachtheile von Lotteriespielern, die auf Nevisionsantrag des Staatsanwalts vom Reichsgericht an die Strafkammer in Saar- brücken zurückgewiesen worden war, wurde gegen den ersteren aus zwei, gegen den letzteren auf sechs Monate Gefängniß er- kannt und die Geldstrafe von 1300 auf 2000 M. erhöht. Wegen thätlicher Beleidignug, die er an seinem Gesellen Friedrich Marienfeld verübt, ist der Tischlermeister Hoffmaun dieser Tage vom Schöffengericht zu fünf Tagen Gefängniß ver- urtheilt worden. Nnschnldig verurtheilt. Der Volksschullehrer Heinrich Neuhoff aus Soest, der seit längeren Jahren an der evangelischen Volksschule in Dortmund angestellt war, wurde im vorigen Winter bei der Staatsanwaltschaft deuunzirt, daß er sich eines Sittlich- keitsvergehens mit einem Schulmädchen schuldig gemacht habe. Es erfolgte seine Verhaftung und am 25. Mai d. I. wurde er trotz seiner Unschuldsbetheuerungen von der Strafkammer zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil die Zeugenaussagen belastend für ihn waren. Schon damals glaubten die dem Verurtheilte» nahestehenden Kreise nicht an seine Schuld, weshalb an das Oberlandesgericht in Hamm appellirl wurde. Am Freitag wurde nun der Verurtheilte infolge einer.telegraphischen Benachrichtigung der Staatsanwaltschaft zu Dortmund auf grund eines Beschlusses des Strafsenats des Oberlandesgerichts in Hamm aus der Straf- hast entlassen. Es hat sich demnach eine Reihe von Anzeichen gefunden, die überzeugend für die Unschuld des Angeklagten sprechen. In Rotterdam fanden am Sonnabend vor dem Gerichts« hose die Plaidoyers über die„Elbe"-„Crathie"-Katastrophe statt. Der Advokat van Raalte, Vertreter des„Norddeutschen Lloyd", stellte als sicher hin. daß aus der„Elbe" alles, auf der„Crathie" dagegen weder Befehlsführung noch Wachtdienst in Ordnung ge« wese» sei. Van Raalte widerlegte die Vertheidigung der An- geklagten und führte aus, es sei wohl erwiesen, daß die„Erathie" die„Elbe" angerannt habe; er wies an der Hand der Zeugenaussagen nach, daß die Darstellung der Katastrophe durch die Angeklagte ungenau gewesen sei; die Schuld falle demnach aus die„Crathie"zuruck. Wenn die letztere ausgewichen wäre, hätte die Kollision nicht staltgefunden; die„Elbe" that ihre Schuldigkeit, indem sie ihren Kurs nicht änderte. Der Vertreter der„Crathie", Advokat Reepmaker, hielt in der Replik die Ansicht aufrecht, daß es nicht erwiesen sei, daß die„Crathie" die„Elbe" angerannt habe; auch wenn es der Fall wäre, sei noch nicht erwiesen, daß die„Crathie" die Schuld treffe; und selbst wenn die„Crathie" schuld habe, sei die„Elbe" auch schuldig, weil auf derselben der Wachtdienst in gleichem Maße unzureichend gewesen sei. Die Klägerin sei demnach mit ihrer Klage abzuweisen. Die Beschlagnahme der „Crathie" sei unberechtigt gewesen und die„Elbe" verpflichtet. die„Crathie" zu entschädigen. Der Gerichtshof setzte die Urtheilsverkündigung auf den 6. November fest. Vevfoltnmlungen. Der Streik in der Telephonapparate-Fabrik von WellcS, Engelufer 1 a, heschästigte am 6. Okiober eine stark besuchte Ver- sammlung aller im Telephon- und Telegraphenbau beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Den einleite»} en Bericht gab der Arbeitsvermittler des Berliner Metalkvrbeiter- Verbandes P ä tz o l d; er führte aus: Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Telephonapparate- Fabrik von Melles, Engelufer 1 a, hatten in letzter Zeit unter fortwährender Lohndrückereien zu leiden. Eine aus der Mitte der dort Beschäftigten gewählte Kommission wurde am Sonnabend, den 28. Sept. beim Chef der Firma vorstellig, um demselben ihre Wünsche bezüglich der Herstellung der alten Preise zu unterbreiten. Die Kommission erhielt eine theilweise Zusage mit dem Bemerken, daß der definitive Bescheid hierüber am Montag Abend gegeben würde. Am Montag voriger Woche Nach- mittag 5 Uhr wurde die Kommission gerufen und derselben er« öffnet, daß die Firma nicht in der Lage sei, die gestellten Forde- rungen zu erfüllen. Gleichzeitig wurde am schwarzen Brett, nachdem bereits der größte Theil der dort Beschäftigten die Werk- stätten verlassen hatte, eine Bekanntmachung folgenden Inhalts angeschlagen: � „Es herrscht in letzter Zeit verschiedentlich« Unzufriedenheit unter den Angestellten, soweit uns zu Ohren gekommen ist. Wir find nicht in der Lage, die vom Komitee gestellten Forderungen zu bewilligen. Tie Werkstätten bleiben zur Klärung der Sachlage vorläufig bis Mittwoch früh geschlossen. Die mit den bisherigen Berhältniffen Zufriedenen können am Mittwoch früh die Arbeit wieder aufnehmen. Für die Unzufriedenen liegt am Sonnabend, den 5. Oktober, nachmittags, der Lohn bereit." Hierdurch waren für Dienstag zirka 90 männliche und 30 weibliche Arbeiter ausgesperrt. Am Mittwoch hat nieniand die Arbeit aufgenommen. Der Vorstand des Berliner Metall- arbeiter-Verbandes nahm sofort die Regelung der Angelegenheit in die Hand. Zweimal wurde eine Kommission bei dem Direktor Z w i e l u s ch vorstellig und verlangte Ausbesserung der Akkordlöhne in Höhe der in letzter Zeit erfolgten Abzüge, bezw. für männ- liche gelernte Arbeiter einen Stundenlohn von 45 Pfg., für weibliche Arbeiter einen solchen von 20Pf. bei S stündigerArbeitszeit. Weiter wurde Regelung des bisherigen Strafgeldersystems und Rcchenschast über Verwendung der nicht unbeträchtlichen Strafgelder, feruer eine Reinigung der Klosets und Abschaffung der Ueber- stundenarbeit, oder, wenn solche durchaus nothwendig, eine Mehr- bezahlung von 25 pCt. für dieselben und endlich: die Wieder- einstellung aller Ausgesperrten gefordert. Während der Direktor am Mittwoch früh fast alle Forderungen zugestand, war er am Nachmittag, bis zu welcher Zeit er sich die Sache reiflich überlegen wollte— jedenfalls infolge eines Telegramms seines (englischen) Ccfs— sehr kurz und erklärte:„daß sich die Fabrikleitung von ihren(!?) Arbeitern in keiner Weise Vorschriften machen lasse. Wer die Arbeit unter den bisherigen Verhältnissen— also bei den reduzirte» Löhnen— wieder aufnehmen wolle, habe des bis Freitag zu thun, da er 75 zusetzen. der Organisationen, erst ern von der zweiten Woche ab schluß der letzten öffentlichen Versammlung bezüglich des Ausdann auf vier Wochen verreise. Die dringlichen Arbeiten werbe I mann ber belgischen Metallarbeiter von dem Streit in Renntniß flin über bürgerlich tapitalistische Boltsbeglückung Sprach. Der er eventuell in Antwerpen herstellen lassen". Die Arbeiter und gefeht habe; er hofft, daß die Arbeiter der Antwerpener Filiale Vortrag wurde mit großem Intereffe aufgenommen. In der Arbeiterinnen hatten sich mit Ausnahme einer älteren Frau der Firma Welles sich mit ihren Berliner Arbeitsbrüdern Diskussion äußerten sich mehrere Kollegen im Sinne des Refedaraufhin entschieden, sich nicht wie Schulkinder behandeln zu solidarisch erklären werden.( Bravo.) Schwarz erklärte die renten. Beim Punkt Vereinsangelegenheiten wurde beschlossen, laffen, sondern die von ihnen aufgestellten, sehr minimalen For- fortgesetzten Abzüge des Ingenieurs Hanfon aus dessen Zu- am 11. Januar einen Maskenball abzuhalten. derungen durch einen Streit zu erzwingen. Da einige Arbeiter gehörigkeit zu den Vegetariern; jedenfalls will der Herr dadurch auf Wiedereinstellung verzichteten und sich andere Arbeit gesucht die Arbeiter der Firma Welles zu Proselyten für seine Lebens- 1. Dktober eine zahlreich besuchte Bolksversammlung. Genosse In Charlottenburg( Lokal Bismarckshöhe") tagte am baben Kindern so bleiben nur 71 männliche Arbeiter mit weise gewinnen, denn bei Stundenlöhnen von 15 Pf. für Georg Wagner Berlin besprach in einem sehr beifällig ent und 53 Arbeiterinnen mit 6 Kindern Arbeiterinnen ist eine Fleischkost kaum denkbar. Auch das Verzu unterstützen. Wie Näther mittheilte, ist der Geist der halten der Meister Greulich und Martin wurde in bemokratie". An der Diskussion betheiligte sich Otto Görte gegen genommenen Vortrage„ die neueſte Haz gegen die SozialStreifenden ein guter; sie sind fest entschlossen, ihre Forderungen die Debatte gezogen und schließlich dem Antrage Näther's: im Sinne des Referenten. Hierauf erfolgte ein Bericht der durchzusetzen. Die Firma scheine auch schon willens zu sein, den Streit als berechtigt flein beizugeben. Einige Streitbrecher, die sich meldeten, wurden einhellig zugestimmt. Entgegen anzuerkennen, Lohntommission. Schlender führte aus, daß der Bedem bisherigen Brauch nicht sofort eingestellt, sondern auf Montag, den 7. d. M., vertröftet. Jedenfalls glaubte der Direktor, der nun seine vier Unterstüßung zu zahlen, wird in anbetracht der schlecht fituirten werden könne, da inzwischen an Stelle des alten Dekonomen ein schantes der„ Gambrinus- Brauerei" nicht mehr aufrecht erhalten wöchentliche Reise doch noch aufgeschoben hat, daß sich viele am Arbeiterinnen in diesem Falle eine Ausnahme gemacht. Wie de neuer getreten ist. Da derselbe die von der Lokalkommission geSonnabend ihren Lohn holen würden und daß es bei dieser mann leitete aber auch bieraus für die Ausständigen die Verstellten Bedingungen betreffs der Hergabe der Säle zu VersammGelegenheit ihm und den Meistern gelingen würde, die Streifen- pflichtung ab, unter allen Umständen bis zum Gelingen des lungen erfülle, beantragte er namens der Kommission die Aufden umzustimmen. Das ist jedoch nicht geschehen, die Streifenden Streits der Fabrit fernzubleiben. haben ihren Lohn stehen lassen, da am Dienstag bereits die Mäther' 3, worin er in ferniger Weise zum Anschluß an die Debatte wurde der Antrag zum Beschluß erhoben. Gine Nach einem Schlußworte hebung der Sperre über jenes Lokal. Nach längerer erste Streitunterſtüßung, welche für die erste Woche der Organisation ermahnte, ging die imposante Versammlung längere Diskussion zeitigte der Fall Siegerist". Derselbe Berliner Metallarbeiter- Verband leistet, zur Auszahlung gelangt mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung aus sollte sich ein Bergehen gegen den Bierboykott haben zu schulden und zwar in einer Höhe, die den Löhnen in der Fabrit nicht viel einander. nachsteht: Die Arbeiter erhalten 12 M., die Arbeiterinnen 9 M. tommen lassen, ihm wurde bekanntlich dieserhalb im vorigen und für jedes Kind 1 M. extra. Es werden hierzu wöchentlich besuchte öffentliche Bußerversammlung tagte am 7. Ottober im in letzter Stunde wieder aberkannt. Genosse Sie gerist hatte Lohnbewegung der Puher. Eine von 5-600 Personen Jahre das bereits übertragene Mandat für den Parteitag noch 1410 M. benöthigt, deshalb ersuchte Nather, um den Kriegsfonds nicht zu sehr zu schwächen, die Sammlungen eifrig fort- Louisenstädtischen Konzerthaus in der Alten Jakobstraße, um nachträglich eine gründliche Untersuchung der gegen ihn ervon der Fünferkommission neu ausgearbeiteten Cohn- hobenen Beschuldigung verlangt.- Gine sieben glieberige Nach einem energischen Appell, nicht immer erst in den Tagen tarif zu verhandeln. Zunächst gab Kollege Neumann den Kommission hatte dieselbe in die Hand genommen und nunmehr der Noth sich der Organisation zu erinnern, sondern allezeit zu 104 Bauten kontrollirt, bei denen 648 Außen- und 615 Innen- vom„ Hörensagen" wußten und diese nicht auf eigener 28ahrSituationsbericht. Im ganzen wurden von der Kommission festgestellt, daß die damaligen Ankläger die Anschuldigungen nur! agitiren und zu organisiren, brachte Redner zum Schluß den pußer, also zusammen 1258 Mann, beschäftigt waren. Siervon nehmung beruhten. Demzufolge wurde Sieger ift wieder in Antrag ein: Den Streit in jeder Beziehung Den Streit in jeder Beziehung erhielten 481 Außen- und 295 Innen, insgesammt 776 Buzzer alle als berechtigt anzuerkennen und moralische feine Rechte als unbescholtener Parteigenoffe einWeiter fam die eine Angelegenheit, den wie finanzielle Unterstützung den Streifenden zu geloben. Schon 7 Mart Tagesverdienst bezahlt. Weitere 255 Mann( 127 gefeßt. des Wiedemann, Vertrauensmann der Holzarbeiter, glaubte die Außen- und 128 Junenpuher) erreichten diesen Lohn infolge der früheren Inhaber des Lokals Bismarckshöhe", Herrn betrifft, Erklärung abgeben zu dürfen, daß die Tischler ihre zwölf in gegenwärtigen Bewegung. Nach Aufmaß arbeiten gegenwärtig Krause, zur Sprache. Die Angelegenheit feine Erledigung im Wahlverein finden. Mitleidenschaft gezogene Kollegen felbft unterstützen und auch für im ganzen 121 Innenputzer. Unter 7 Mart Lohn arbeiten zur wird die übrigen ihr möglichstes thun würden. Allerdings sei es be- 3eit 29 Außen- und 77 Innenpußer, alfo zusammen 106 Mann. Schlusse der Versammlung forderte Scharnberg sum lesen dauerlich, daß von den 12 Tischlern nur 3 dem Holzarbeiter auf einer Reihe von Bauten ist eine Preiserhöhung von 11/2 bis der Arbeiter- Beitungen auf und verwies auf die am Ort Verbande angehören. Schwarz stellte eine dem„ Lotal- 2. Pfennige pro Quadratmeter erreicht worden. Im Anschluß bestehende Partei- Spedition, welche sämmtliche Arbeiter- Literatur Anzeiger" jebenfalls aus dem Fabrikkomtoir zugegangene Notiz hieran wurde der sorgfältig durchgearbeitete Lohntarif- beschaffe. über die Durchschnittshöhe der ausbezahlten Löhne als grobe Entwurf, von dem jedem der Anwesenden ein Erem- Arbeiter- Bildungsschule. Während der Ferien vom 1. bis intl. 15. OtUnwahrheit hin. Wenn 40-60 Mart hin und wieder zur plar eingehändigt worden war, Punkt für Punkt tober fällt der Unterricht in beiden Schulen aus. Die Bibliotheken und LeseAuszahlung gelangten, so geschah das nur bei einigen sehr besprochen. Nach längerer Diskussion wurde der Tarifentwurf, simmer find jedoch allabenblich von 7%-10% Uhr geöffnet. Diefelben befinden Mußk- Dilettanten- Verein knatsch". Mittwoch, den 9. Dftober, mit vorausgegangenen bedeutend niederen Abschlagszahlungen. Kommission erhielt den Auftrag, ihn sofort drucken zu lassen 9 Uhr, im Restaurant Roland, Elsasserstraße 26: Gizung mit Damen, tüchtigen Arbeitern nach Beendigung eines größeren Affordes an dem man nur einige unwesentliche, meist redaktionelle Aender fich Waldemarstr. 14 und Müllerstr. 179a. rungen vorgenommen hatte, fast einstimmig bestätigt und die abends 9 uhr, bet Steffens, Kolbergerstr. 2: Vereinsabend. Vergnügungs- Verein Italia". Mittwoch, den 9. Oktober, abends Mäther fonstatirte fonstatirte, daß der unparteiische" LokalAnzeiger" eine diesbezügliche Richtigstellung Der Notiz und den Unternehmern sofort zuzusenden, wobei diese um Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, von ihm nicht aufgenommen habe.( Burufe.) Bericht schnellen Bescheid ersucht werden sollen. Wo eine ab ben 9. Ottober, abends 8 Uhr, Versammlung der Schleswig- Holsteiner mit Frauen im Kommandanten- Garten, Kommandantenstr. 10/11. Vortrag des erstatter Hirschfeld, den Mäther bei einer zurechtweisung weisende oder unklare oder keine Antwort erfolgt, hat die berrn Dr. Sternberg über„ Impfungen" mit Bezugnahme auf Pasteur'sche, der bürgerlichen Reporter ansah, glaubte hieraus Ver Kommission mit den Unternehmern zu unterhandeln. Das Koch'sche und Diphtheritis- Impfungen nach Professor Bebring. Auf anlaffung nehmen zu müssen, sich reinzuwaschen; seine übrigen Resultat ihrer Thätigkeit hat fie in einer dazu einzuberufenden name neuer Mitglieder. Kollegen indeß und besonders einen bezichtete er der Fälschung autheilen; diese Versammlung soll über 14 Tage stattfinden; den öffentlichen Versammlung zwecks weiterer Beschlußfassung mitber Versammlungsberichte.- Troß wiederholter Aufforderung Tag der Abhaltung hat die Kommiſſion feftzufeßen. Zum Schluß ir bit Briefkasten der Redaktion. und dem Komtoirpersonal niemand das Wort zur Erwiderung die die bisherigen Errungenschaften nur festzuhalten, neue zu erund Zusicherung vollſter Redefreiheit nahm von den Meistern wurde die Nothwendigkeit der Organisation hervorgehoben, durch wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Betett eben so eine Jahr) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. der Diskussionsredner, welche noch eine Reihe von Uebelständen Die Lifte 160 der streikenden Lohgerber ist verloren geaufdeckten. KI üc sicherte auf grund eines Telegramms vom gangen. Man wolle die Liste anhalten und sie im GewerkschaftsVorstand Des deutschen Metallarbeiter- Verbandes den Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Bureau, Annenftr. 16, abliefern. Streifenden auch Die materielle Unterstützung durch Berlins und Umgegend bielt am 3. Oftober bei Buske, M. Kastner, Berlin. Für den Druck bestimmte Manuletteren zu. Näther gab bekannt, daß er den Vertrauens: Grenadierstraße 83, eine Versammlung ab, wo Genosse Schöpf- stripte dürfen nur auf einer Seite des Papiers geschrieben sein. ! Für denJuhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 9. Oktober. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Lohengrin. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. Die Mütter. Berliner Theater. Göz von Ber lichingen. Leffing- Theater. Gräfin Frizi. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nachmittags: Schneewittchen und die fieben Zwerge. Abends: Die Reise nach dem Mars. Neues Theater. Mascagni- Abend. Silvano. Schiller- Theater. Diyab, der Narr. Residenz- Theater. Der Rabenvater. Vorher: Aber die Che! Adolph Ernst- Theater. Parade bummler, Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplatz- Theater. Ein Kind der Liebe. Vorher: Wahn und Wahnsinn, oder: Sie ist wahnfinnig. National Theater. Othello, der Mohr von Venedig. Theater Unter den Linden. Die Chansonnette. Burschenliebe. American Theater. Bulgarien in Berlin. Die Millionenerbin von Rixdorf. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. reichen sind. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas a. G. Novität! Bum 36. Male: Novität! Eine tolle Nacht. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 5 Bildern von Wilh. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. In Szene gesett v. Dir. Richard Schultz. Anfang 71/2 Uhr. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Circus Renz. Morgen: Bum 87. Male: Gine tolle Boranzeige. Nacht. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend er Gastspiel des Herrn Oskar Krüger mäßigten Preisen. vom Hoftheater zu Braunschweig. Leyte Aufführung: I Othello, der Mohr von Venedig. Trauerspiel in 5 Atten von William Shakespeare. Regie: Mar Sam ft. Morgen: Wilhelm Tell. Friedrich Wilhelmstädt. Theater 25/26. Chaufferstr. 25/26. Heute: Zwei Vorstellungen der Liliputaner. Nachmittags 3 Uhr: Hiermit beehre ich mich ganz er gebenft anzuzeigen, daß ich am DonnersAm 3900 Passage- Panopticum. Achtung! Achtung Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. 42 Mädchen Uom andern Ende der Welt ( Samoa). Kaiser- Panorama ( Passage). Letzte Woche: II, Cycl. Rieler tag, ben 9. Oktober 1895, mittelst Sonderzuges mit meiner Gesellschaft Feste, Kanal, Hamburg. Eine Reise nur von Hamburg hier eintreffen und meine 20 Pf. Abonnem. u. Vereins- Billets. diesmalige Saison am 12. Oktober, abends 7 1hr, Castan's Panopticum. mit einer Elite- Vorstellung eröffnen werde. Das Programm derselben weist die ersten Koryphäen der modernen Reitkunst, unübertroffenen Pferdedressur 1. f. iv., sowie ein weiteres KünstlerKontingent allerersten Ranges und der verschiedensten Fächer auf. Besonders zu beachten sind die Schulreiter: Mr. James Filles, Mons. G. Gaberel, Herr Ritter von Renroff; die Schulreiterinnen: Miss Rita del Erido, Mlle. Dudley, Fran Robert Renz, Fri. Wally Renz( mit neuen Schulpferden), und Miss Blanche Cooke( mit drei SchulApollo Theater. Spezialitäten- Bor. Extra- Kinder- Vorstellung. pferden). Die renommirte Künfilerftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch: Diyab, der Narr. Donnerstag: Das Glas Wafer. Adolph Ernst- Theater. Zum 37. Male: Paradebummler. Besetzung der Hauptrollen: Anna Bäckers, Josefine Dora, Jda Schlüter, Adolph Ernst, Julius Eyben, Hugo Haßkerl, Richard Jürgas, Guido Zielscher, Karl Weiß, Georg Worlißsch. Anfang 71/2 Uhr. Kein Aufgeld. Morgen: Dieselbe Borstellung. Walhalla- Theater. Dranienftr. 52, Morigpl, neb. Wertheim. Alfred Bender. Posse, Operette, Spezialitäten. Gin Parvenu. Weibl. Maifäfer. Anfang 7 Uhr. Sonntags 62 Uhr. Entree 30 Pf. CASE = Zum vorletzten Male: Schneewittchen und die heben Zwerge. Kinder nachmittags halbe Preise. Abends 71/2 Uhr: Parterre- Gymnastiker- Troupe de Kock; die berühmten Komiker Mr. Gobert Belling, Angelo u. Vitalo 2c. 2c. Indem ich um ferneres geneigtes Wohlwollen bitte, verharre ich mit Die Reise nach dem Mars. hochachtungsvollster Ergebenheit Montag, den 14. Oftober: Abschiedsvorstellung. Fern- Valaft Burg- n. Wolfgangstr.- Ecke. Enormer Erfolg! Einzig dastehend! Noch nie dagewesen! Stephan& Olivier die tollkühnen Luftturner. Packend komisch! Alles schlagend Lachsalven! 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Die Vertrauenspersonen. Arbeiter- Bildungsschule General- Versammlung am Mittwoch, 9. Oktober, abends 8 1hr, bei Brüning, Rosenthalerstr. 12. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht der Revisoren und Neuwahl derselben. Rixdorf. Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Sonntag, den 13. Oktober, in den Viktoria- Sälen: Erter Theater- Abend. Ensemble- Gatspiel Berliner Schauspieler. Bur Aufführung gelangt: Ein Volksfeind. Spiel in 5 36ägen Einlak 6 Uhr. dri Billets 50 Pf. Nach der Vorstellung: Ball. Leitung J. Türk. Schauspiel Aufzügen von Henrik Ibsen. Anfang präzise 7 Uhr. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Kinder haben keinen Zutritt. Billets sind in allen Geschäften wo Platate ausliegen zu haben. Meine Wohnung befindet sich seit 1. Oktober: Ertstr. 10 II. Orts- Krankenkasse d. Klempner. 4/12 Am Donnerstag, den 17. Oft. d. J., GOD abends 8 Uhr, findet bei Bergner, Annenstr. 16, eine 3. Wie fann die Schule am besten ihren Zweck erfüllen? Referent Heinrich Schulz. Kontrolle der Mitgliedsbücher. Der Vorstand. Achtung! Töpfer. Achtung! Vertrauensmänner- Sihung am Freitag, den 11. Oktober, abends 6 1hr, Gipsstr. 16. Hierzu sind alle diejenigen Kollegen geladen, welche auf den einzelnen Bauten als Vertrauensmann gewählt oder bestimmt sind. 193/5 Siehe in hentiger Nummer des ,, Vorwärts" unter Gewerkschaftliches. Der Vertrauensmann der Töpfer Berlins und Umgegend. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Versammlung der großjährigen Mitglieder unserer Kasse statt. Tagesordnung: Ergänzungswahl von 13 Vertretern der Arbeitnehmer für 1895. Das Quittungsbuch legitimirt. Der Vorstand. 646b Infolge von Lohndifferenzen haben F. Hoppe. Belle- Alliance- Theater Belle- Alliance- Strasse No. 7/8. Sonntag, den 13. Oftober 1895, nachmittags 2½ Uhr: Bum ersten Male: Der Volksfeind. Schauspiel in 5 Aufzügen von Henrik ybsen. Mitwirkende: Dr. Stockmann Julius Türk; Johanna Clara Margot; Petra- Marie Mosler; Bürgermeister Wilhelm Ruff; Thomsen- Wilh. Peterson; Haustadt- Rudolf 228/19 Eintrittskarten à 60 Pf. sind in den bekannten Geschäften zu haben. Die Verloosung beginnt um 12 Uhr. Metallarbeiter und Tischler! Bod; Billing wig Schubert. sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Welles, Engel- Ufer la, die Arbeit eingestellt. Zuzug ist fernzuhalten. Der Vorstand 111b Künstl. Zähne meral og eingesetzt, feſtſißend. Reparaturen fofort. Weniger des Verbandes aller in der MetallBerlins und Umgegend. Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 13. | lagen, Induftrie beschäftigten Arbeiter Möbel- Gelegenheitskauf Unfallsachen, Putzger, Stegligerfir.65 Ladeneinrichtung. 32832* Romptoir, Material, Butter, Vorfost-, Restauration. Treitel, Michaelbrücke 1, an der Holzmarktstraße. Donnerstag, 10. Oktober, abends 8 Uhr, bei Herrn Gold, Neue rhein. Zeitung, Hrsg. von gaben, follen sofort ca. 200 neue ganze Wohnungs. brücke 1, an der Holzmarktstraße. Gr. Frankfurterstr. 133: 176/20 Vertrauensmänner- Versammlung für den Osten. Tages Ordnung: Lohn- und Arbeitsverhältnisse der verschiedenen Werkstellen. Hierzu werden die Verbandskollegen der folgenden Werkstätten aufgefordert, einen Vertrauensmann zu entfenden: Halang, Fruchtstraße 59; Krumbeck, Fruchtstr. 29; Detert, Fruchtstr. 32; Krause, Weberstr. 3; Sirocha, Ballifadenftr. 77; Völkel, Rönigsbergerstr. 30; Groschkus, Gollnowstr. 19, Saal 1, 2, 3 und 6. R. Engmann, Lichtenbergerstr. 5, 3 Tr. Achtung! Achtung! Tohgerber, Lederzurichter u. Berufsgen. Große öffentliche Versammlung aller in der Lederbrauche beschäft. Arbeiter als Lohgerber, Lederzurichter, Weißgerber, Färber u. s. 10. am Donnerstag, 10. Oftober, abends 81/2 Uhr, bei Gründel, Brunnenstr. 188. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Saffenbach. 2. Situationsbericht über den Streit in der Steinlein'schen Lederfabril. 3. 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