Nr. 378 ♦ 44.?ahrg. Musgabe A Nr. 193 Bezugspreis. Wöchentlich 70 Vfenniq, monatlich 3.— Reichsmark voraus»ahlbar. Unter Streifband im In. und Ausland SLO Reichsmark pro Monat. Der„Vorwärts" mit der illustrier. ten Sonntagsbeilage„Volk und Zeit" sowie den Beilagen„Unterhaltung und Wissen",„Aus der Filmwslt", „Frauenstimme",„Der Kinder- freund",„Iugend-Borwärts",„Blick in die Bilcherwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich zwei- mal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm. Adresse: „Sozialdemokrat 13 er IIa" Morgenausgabe ##> Derlinev Volksvl�kt (lO Pfennig) Anzeigenpreise: Di««inspaltiae Nonvareive. »eile 80 Pfennig. Reklamctcile b,— Reichsmark.„Kleine Anzeigen" da» fettgedruckte Wort 2Z Pfennig fzuMfig zwei fcitgedruckie Wortes. iedes weitere Wort 12 Pfenn!«. Stellengesuch« das erste Wort 13 Pfennig, iedes weitere Bort 10 Pfennig. Worte Uber 13 Buch» ltabcn zählen filr»wei Worte. Arbeiismarkt Zeile 60 Pfennig. Familicnanzeigen fiir Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen filr die nächste Nummer müssen bis 4-4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68. Linden. stroße3, abgegeben werden. Eeöfsnet von 814 Uhr früh bis 3 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen parte» Deutfcblands Ueüaktion und Verlag: Berlin SW. 6S, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Vorrvarts-Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 6$, 2indcn)it.3 Postscheckkonto: Berlin 87 53«— Bankkonto: Baak der Arbeiter,«»gestellt-, -nd Beamte», Wallstr.«5: Diskonto.»e!-lllchaft.»eoobtenlaiie Lindenstr. 3. Der Tag öes Volksstaates. Der republikanische Gedanke marschiert.— Berlin seiert den Versassuugstag. Gewaltiger Fackelzug zum Reichstag. Gestern feierte das deutsche Volk den Geburtstag der Weimarer Verfassung. Sieghaft schreitet die Demokratie vor- wärts. Es mar ein erhebendes Erlebnis, an dem vielfachen Flaggenschmuck, an den zahlreichen würdevollen Feiern, an der wachsenden Teilnahme der Bevölkerung zu erkennen, wie das Bekenntnis zum demokratischen Staate Sache immer größerer Volksmassen wird. Die Republik braucht nicht kleinlaut aufzutreten. Ihres Wertes wird sich das Volk bewußt. So konnte die rastlose, dankenswerte Ar- beit der Republikaner den gestrigen Tag zu einem Erfolg des Gedankens vom Volksstaat machen, einem Erfolg, der auch auf die Gegner nicht ohne Eindruck blieb und den kein schmähendes Kritteln voreingenommener Widersacher mehr schmälern kann. Ein Tag des Volkes— ein Tag des Volks- staates! Wo Republikaner für ihren Staat werben, konnte man schon vorher einen guten Verlauf der Feiern voraussehen. Kritischer, wenn nicht sogar mit Besorgnis, mußte man der Verfossungsfeier im Reichstag entgegensehen. Denn es war der R.e ch t s b l o ck, der für diesen Festakt die Verant- wortung trug.. Und vom Festredner wußte man vorher, daß er einer der politischen Urheber dieses Kabinetts ist, das die Ausschaltung der Arbeitermassen von der Mit- kyirkung am Staat bewußt anstrebte. Roch Ende 1926 hatte Herr v. Kardorff in einer Scharfmacherrede den Anstoß zum Einschwenken der Deutschen Volkspartei in die Front des Bürgerblocks gegeben. Was er als Repräsentant der Rechts- regierung dem deutschen Volke über die Verfassung zu sagen hatte, das kann nicht nur als Ausdruck einer Feststimmung, das muß vielmehr als ein Teil des Regieruirgspro- g r a m m s gewertet werden. Gerade unter diesem Gesichtspunkt war die Rede Kar- dorffs besonders m ihrem innerpolitischen Teil eine anqe- nehme Enttäuschung. Die nüchterne Schilderung des Zu- sammenbruches, die Anerkennung der republikanischen Politik und ihrer Führer, die Ehrung und Würdigung der Farben Schwarzrotgold— das waren Höhepunkte, wie man sie am wenigsten von dem Vertreter einer Partei erwartet hätte, die noch auf ihrem letzten Parteitag in Hannover ganz andere Töne zu Gehör brachte. Aber noch mehr. Ebenso vorbehaltlos wie Kardorfs die D o l ch st o ß l ü g e preisgab, bekannte er sich zum Geist der Versöhnung zwischen Klassen, Rosien und Konfessionen. An zahlreichen Stellen k'ang das Gefühl der Verantwortung des demokratischen Politikers gegenüber dem gesamten Volke durch. Und das wurde um so deutlicher, als dieser Redner eine geradezu v e r- nichtende Kritik an dem Versagen der Herr- schenden Obersch ich t e n des alten Staates bei Kriegs- ende geübt hatte. Stärker und überzeugender kann der Geist einer demokratischen Verfassung sich nicht durchsetzen vis hier, wo er selbst die Zweifler und Gegner zwang, die Pflicht der politisch Führenden gegenüber den Geführten zu bejahen. Was Kardorff hierzu sagte, war vielen von den Teilnehmern des Festaktes, besonders den deutschnationalen Ministern, eine eindringliche Mahnung. Ueber diesem moralischen Sieg des Verfassungsgedankens hätte man auch über die Versuche des Redners, eine Brücke zwischen monarchistischer Vergangenheit und der Zukunft zu schlagen, hinwegsehen können. Doch Kardorff hat sich nicht darauf beschränkt, eine solche Verbindung herzustellen, um den Zweiflern von gestern in ihrer Sprache den politischen Sinn der Gegenwart und Zukunft klarzumachen. Er hat viel- mehr Streitfragen aufgeworfen, deren Behandlung zeigte» daß auch dieser Redner Zweck und Inhalt des Volksstaates erst teilweise verstanden, teilweise aber gröblich m i ß v e r- standen hat. Man braucht dabei nicht in der Vergangenheit zu wühlen, um das zu beweisen: Kardorff hat das vielmehr in den verschiedenen Teilen seiner Rede deutlich genug gesagt. Am schärfsten tat er es bei der Behandlung der V e r- fassungsreform. Wohl erklärte er, daß eine Abände- rung der Verfassung erst in Betracht käme, wenn sich die Per- bältnisse in Deutschland beruhigt haben. Den Sinn einer so'chen Verfassungsreform faßte er jedoch dahin zusammen, daß das deutsche Volk nicht von Parteien, sondern von o e r- antwortungsmutigen Männern regiert werden wolle Wörtlich: „Und dieses Ziel ist zu erreichen, wenn wir den Weg der Reformierung der Reichsversassung im Sinne einer Stärkung der Stellung de» Reichspräsidenten gehen."' Herr v. Kardorsf scheint sich nicht ganz der Tatsache be- wüßt gewesen zu sein, daß dieses die Formel ist, mit der die unentwegten Reaktionäre eine Art kalten Faschismus in Deutschland zu etablieren hoffen. Von den militaristischen Verbänden bis zum Reichslandbund sieht man in der Stär- kung der Stellung des Reichspräsidenten das Mittel, den Einfluß des Parlaments auszuschalten und an seiner Statt die Führung der Einzelversönlichkeit zu setzen. Auf diesem Wege hofft man, den Einfluß des Großkapitals und der gesellschaltlich führenden Schichten, entgegen dem aus- gesprochenen Willen des Volkes, durchsetzen zu können. Soll der Sinn einer Reform der Verfassung der sein, die De- mokratie zu entwerten oder überflüssig zu machen, so hätte Herr Kardorff recht. Die großen Massen des arbeitenden Volkes aber, die in der Demokratie die Voraussetzung für die Wahrung ihrer Rechte und den Ausbau im Staate sehen, werden diesen Anschlag auf den Geist der Rc- publik mit der größten Entschiedenheit zurückweisen. Wie an dieser Stelle, so war auch an vielen anderen der Widerspruch zwischen der Ideologie und der Beurteilung praktischer Notwendigkeiten außerordentlich kraß. Mit Recht hob Kardorff hervor, daß in keinem Lande der Welt sich Kapital und Arbeit so feind- lich gegenüberstehen wie bei uns in Deutschland. Die sittliche Idee des neuen Staates müsse sich aufbaueir auf einer Syn- these von Nationalstaat und sozialer Gerechtigkeit. So sagte der Ideologe. Wenige Minuten später sprach derselbe Mann als Politiker der Deutschen Volkspartei, daß die sozialen Lasten gegenüber der Vorkriegszeit sich verdoppelt, ja ver- dreifacht und vervierfacht hätten. Er ließ dabei durchblicken, daß die Parteien, die in dieser Weise für die Notleidenden sorgten, verantwortungslos gehandelt hätten. So konnte nur der Führer der Industriellenpartei sprechen, der zu jedem theoretischen Ja das grausame Aber einer von kapi- talistischen Vorurteilen befangenen Praxis hinzufügt. Roch geht die Zahl der Notleidenden in Deutschlands Volkswirt- schuft in die vielen Hundertjausende. Wo bleibt die soziale Gerechtigkeit, zu deren Wortführer sich der Redner machte, wenn man im Augenblick der Tat vergißt, was ein Volk seinen hilfsbedürftigen Volksgenossen schuldig ist? Es entspricht dem Geiste der Weimarer Verfassung nicht, wenn man in ihrem Namen, der den Schutz der Ar- beitskraft in sich schließt, die Preisgabe der Wehr- losen an die bittere Not mit dem Hinweis auf den Staats- fäckel verlangt. Aehnlich war es mit den Widersprüchen in der Frage der Reichseinheit. Kardorff erinnerte daran, daß die Weimarer Verfassung die Einheit des Reiches iv allen Stür- men erhalten hat. Trotzdem mußte er feststellen, daß wir von dem Ziel des E i n h e i t s st a a t>e s noch weit e n t- f e r n t sind. Hier sah Kardorff in dem Verhältnis zwischen Preußen und dem Reich den entscheidenden Punkt. Dabei ist heute Preußen der Hort des republikanischen Gedankens. Es ist bereit, seine Staatshoheit auszugeben in dem gleichen Maße, wie es die anderen Länder tun. Die Hüter des Partikularismus aber sitzen nicht in Preußen. Wie kann man eine unitarische Politik treiben, wenn man die Träger des Gedankens der Reichseinheit in Nach- teil setzt gegenüber den Quertreibern des Reichs- gedonkens? Hier ist wieder ein solcher unlösbarer Wider- spruch. Man muß ihn feststellen, um zu erkennen, wieviel an diesem Bekenntnis der Rechtsblockparteien echt, wieviel un- echt ist. Run, es ist nicht so viel echt, wie man im ersten Augen- blick beim Hören der Rede vielleicht glauben mochte. Der Festredner des Bürgerblocks hat wiederholt erklärt, er wolle das Einende hervorheben, das Trennende ausscheiden. Und er hat gerade das Trennende da hervorgehoben, wo seine persönlichen Ausfassungen und die seiner Partei an dem Geiste des Volksftaates vorübergehen. Und das mußte so sein. Denn dieser Staat, der Staat der Weimarer Verfassung, kann nur getragen werden von der tätigen Mitwirung der breiten Massen des arbei- tenden Volkes. Ihn anerkennen und die arbeiterfeind- liche Bürgerblockregierung fördern, das sind Best"ebungen. die einander ausschließen, wenn man nicht dem Sinn der Verfassung Gewalt antun will. Die Arbeiterschaft aber lernt daraus, daß dieser Staat mit demokratischem Geist erst durchdrungen werden muß. Sie wird weiter um ihr Recht im Staate kämpfen müs- sen. Niemand von den alten führenden Schichten, die heute Schwarzrotgold und die Republik ehren, um sich in der Regie- rung halten zu können— niemand von ihnen denkt daran, dem Volke mehr zu geben, als dieses durch seine p o l i« tische Macht zu erreichen imstande ist. Dos Fest von gestern ist so der Wegweiser der Arbeit von morgen! Herlin feiert üen 11. August. Die Feier in der Funkhalle. Für die gemeinschaftliche öffentliche Verfossungsfeier des Reiches, Preußens und der Stadt Berlin war das 5)0 us der Funkindustrie gewählt. Die harten wagerechten Kanten des Industriebaues, der sonst die neuesten Erzeugnisse der Industrie birgt, waren durchbrochen von den weichen Halbbogen der in den langen Raum hineinhängenden bunten Fahnen und Wappen des Reiches und der Länderrepubliken. Grüne Tannen- girlanden, Lorbeeren und Farne umsäumten Pfeiler und Galerien; hier hatten die Behörden, die Presse und sogar einige studentische Korporationen Platz genommen. Die festlich gekleidete Menge füllte den Riesenraum völlig aus. Außer dem Reichskanzler waren iür die Reichsrcgierung die Minister v. Schiele, v. K e u d e l l und S ch ä tz e l, für den Reichspräsidenten Staatssekretär Meißner erschienen: für die preußische Staatsregierung Ministerpräsident Braun, die Minister Becker, Schmidt und Hirtsieser. Mit dem vom Philharmonischen und vom Symphonie-Orchestcr unter Furtwänglers hingebender Leitung vorgetragenen Vorspiel der „Meistersinger" begann die Feier. Oberbürgermeister Dr. Böß dankte der Reichs- und Staotsregierung für ihr Eingehen auf den Borschlag der Stadt Berlin, in ihrem Haus eine öffentlich« Verfassungsfeier zu veranstalten. „Mag heute am Nachmittag die BerlinerIugend draußen in den Parks und auf den Spielplätzen zu Wasser und zu Lande freudevoll sich dem sreien und schönen Tag, dem Spiel und der Lust hingegeben haben, mögen viele Tausende den Klängen gelauscht haben, die in so herrlich dankenswerter Weise durch die Reichswehr- kapellen, Schupokapsllen und zahlreich« Privatkapellen unseren Bürgern geboten worden sind, wir Männer und Frauen sind gewiß gerade in diesen Tagen hoher politischer Spannung nicht restlos freudig gestimmt. Mögen hohe und unvergängliche Gedanken in uns heute und immerdar für eine glücklichere Zukunft des deutschen Volkes und des Deutschen Reiches, der deutschen Republik, in unseren Herzen wohnen!" Kultusminister vr. Becker: Als Reichspräsident Ebcrt am lt. August 1919 seinen Namen unter das kurz vorher abgeschlossene Verfassungsmerk von Weimar setzte, degann damit eine neue Epoche deutscher Ge- schichte. Wenn das deutsche Volk diesen Tag als Tag ernster Selbst- besinnung und zugleich stolzer Festesfreude begeht, so tut es recht daran: denn die Weimarer Veriassung ist in der tausendjährigen Geschichte des deutschen Volkes die erste verfossung. die sich das deutsche Volk wirtlich selbst gegeben hat. Was Hugo P r e u ß und Friedrich E b e r t geleistet, wird nicht ver- kleinert, es wird nur vertieft, wenn man ihre Stellung zur Ver- fassung von Weimar nicht in Parallele setzt zu der Bismarcks, zur Verfassung von 1871. So unbequem es manchem erscheinen mag, das Werk von Weimar ist nicht das Werk eines einzelnen oder einer Partei, es ist die erste große staatsrechtliche Schöpfung der nach langem kiarre» endlich Wirklichkeit gewordenen deutschen Demo. kratic. Natürlich trägt es deshalb Kompromißcharakter, ja selbst an Widersprüchen fehlt es nicht, aber was bedeuten diese Schönheits- fehler gegenüber der monumentalen historischen Tatsache, daß hier in Deutschland die Staatsgewalt wirklich zumerstcn Male v o m V o l k e ausging, daß wir alle, die wir damals stimmberechtigt waren, mitverantwortlich sind an dein Neubau der Reichsverfaisung. Ei» Diktator hätte vielleicht etwas juristisch Klareres, etwas stilistisch Bollkoinmeneres geschaffen, aber es wäre ein Schemen oder eine Zwangsjacke geworden. Was eine nach so freiem Wahlrecht zu- sammengesegte Körperschaft wie die Rationalnersaminlung gerade unter dem Gegendruck und mit Berücksichtigung der Opposition schafft, ist wirklich der in Worte gefaßte Ausdruck des staatspolitischen und gesellschaftlichen Wollen? der Nation. So feiere ich unsere Reichsversassung heute an ihrem Geburt?- tage zuerst und zunächst als Rettirin aus schwerster Not. Es ist gar nicht auszudenken, was aus Deutschland geworden wäre, wenn wir uns nicht auf dem Boden einer allgemein anerkannten Verfassung zusqmmengefunden hätten. Als die Grundlagen der bis- herigen Staatsautorität plötzlich zusammengebrochen und die legal« Führung verschwunden war, gab es nur zwei Wege, um wieder einen neuen Rechtszustand zu schassen: Die Aufzwingung des Willens eines einzelnen, einer Gruppe, einer Minderheit, oder die Feststellung des Willens der Mehrheit. Gegen die Aufzwingung eines Minderheits- willens wehrte sich unser nationaler Instinkt, und die herrschende sozialistische Minderheit, die alle Macht in Händen hatte, war— was nicht genug anerkannt werden kann— weitsichtig und klug genug, ihre fast unangreifbare Machtposition dein demo- kratischen Gedanken zu opfern. Wie ein Aufatmen ging es durch alle nichtsozialistifchen Schichten unseres Volkes, als die Einberufung einer verfassunggebenden Nationalversammlung beschlossene Sache war. Die demokratische Idee hat damals Deutschland gerettet, und viele, die den Kampf gegen den demokratischen Gedanken immerfort im Munde führen, hät sich schnell genug die demokratische Praxis zu eigen gemacht. Es gab eben, um zu einer Neuordnung nicht nur tatsächlich, sondern auch rechtlich zu kommen, keinen anderen Weg als die D e in o k r a t i e mit ihrer Anerkennung des Majoritätsprinzips, mit ihrer Disziplin und ihrem Eomment, der auch dann anerkannt wurde, wenn sich die Mehrheit des Volkes gegen die Wünsche und Absichten der tatsächlichen Machthaber entschied. Diese geistige Haltung einer durch die Revolution zur Macht gekommenen Partei dürfte ziemlich einzigartig in der Geschichte dastehen. Zedensalls danken wir ihr die Möglichkeit zu einer aus unbestreitbarem Rechtsboden ausgebauten Verfassung. Damit war die Situation entgiftet! der Prozeß der Gesundung konnte beginnen. Die gewaltsame Wiederherstellung der Monarchie— und sie hätte nach dem Zusammenbruch nur gewaltsam sein können— hätte ebensowenig wie die Rätediktatur jemals die allgemeine Aner- kennung als dauernd auch für die Opposition erträglicher Rechts- .zustond gefunden. Nur die demokratische Weimarer Verfassung bot eine rechtlich einwandfreie Basis für die Neuordnung der Dinge. Das dankt ihren Bätern das Deutschtand von heute: das werden ihnen unsere Kinder und Kindeskinder davken. Deshalb feiern wir heute halten wir einen Zlugenblick still und fragen wir uns, ob diese Verfassung mit ihrer Verteilung der Macht auf Reichspräsidenten, Reichsregierung, Reichstag und Reichsrat tatsächlich„der genaue Ausdruck der wirklich in der Gesellschaft bestehenden Machtverhältnisse' ist. Juristisch-formal gewiß: aber tatsächlich nein: denn hinter all diesen Faktoren stehen die W ä h l e r m o s s e n, und diese sind keine reine Häufung von Individuen, sondern es sind politisch, be- rufsständisch, weltanschaulich gegliederte Organisationen, und diese Organisationen, d. h. die Parteien, die Arbeitnehmer- und Arbeit- geberverbände, die berussständischen Vertretungen und die Kirchen sind es letzthin, die indirekt oder direkt die Zusammensetzung und den Charakter der genannten Institutionen bestimmen und damit zum nandesten Teilhaber sind an der Macht im Staate, auch wenn sie die Verfassung nicht nennt. Die hier aufgeworfenen Fragen sind zu schwierig, um sie im Rahmen einer Festrede restlos zu beantworten: aber wenn diese Feier wirklich den Sinn der Selbstbesinnung haben soll, dann müssen wir den Mut haben, die Problematik der realen Machtverhältnisie Unerschrocken ins Auge zu fassen. Liegt doch hier eine eminent demo- kratische, ja nur durch die Deniokratie zu lösende Aufgabe vor. Diese Aufgabe erfüllt unsere Reichsoerfassung ungleich bester als irgendeine sonst bekannte. Sie ist die große Erzieherin zum staatsbürgerlichen Denken einer aufsteigenden Generation. Auch deshalb feiern wir sie heute. Zuerst und zunächst erzieht sie uns zur Toleranz. Gerade ihr Kompromißcharakter läßt sie nicht nur als Brücke zwischen Ver- gangcnheit und Zukunft erscheinen, sondern auch als Brücke zwischen den verschiedenen politischen, sozialen und weltanschaulichen Gruppen unseres Volkes. Toleranz ist aber, so hoch wir sie bewerten, doch inimer etwas Passives. An aktiven Erziehungsmächien danken wir der Verfassung die B o l k s s o u v e r ä n i i ä t vom allgemeinen Wahl- recht bis zum Volksbegehren und Volksentscheid und damit unlösbar verbunden das große und köstliche Geschenk der Republik. Gewiß war die Republik für viele von uns. die wir die große Zeit Deutschlands unter der Monarchie innerlich bejaht hatten, zunächst eine Notlösung. In den Jubel der Ueberzeugungsrepubli- ka n er konnten die Ve rst a n de s r« p u b l i k a n er der Nach- kricgszeit nicht sogleich einstimmen, aber je mehr auch die Ver- standesrepublikaner— und sie waren zuerst die Mehrheit— real- politisch denkende, vaterlandssiebende Menschen waren, desto schneller kämen sie über das Ressentiment des Verfastungswechsels, des Zu- sammenbruchs, der Inflation und was sie sonst verbitterte, durch pflichtbewußte Mitarbeit am neuen Staate hinweg. Dabei erkannten sie bald, daß der neue Staat nicht etwas über uns in den Wolken Das Such öer Erinnerung. Von Emil Roth. � Der Prinz von Wales— Hans Dampf in allen Gasten— weilt (zur Abwechselung einmal in Kanada und hat hier eine heilige Mis- sion erfüllt: Er weihte in Ottawa in dem Friedenszimmer der Ge- dächtnishalle den„Altar des Opfers', auf dem künftig das Buch der Erinnerung ruhen wird. Es ist kein goldenes Buch, das auf diesem Altar schlummert, fes ist nicht das all erchristlichste Buch, das Gläubigen Trost spendet und hunderttausende irr« werden ließ an ihrem Gott. Dieses Buch der Erinnerung enchält die Namen von 60 000 Kanadiern, die hn Weltkriege fielen. 60 000— nur ein winziger Bruchteil der Mit- Konen Namen von Toten. Der Altar aber trägt die mystischen Worte:„Meine Wunden »nd Narben will ich mit mir nehmen, daß sie ein Zeuge seien für mich, der ich Seine Schlachten geschlagen habe, die Schlachten Dessen, der mich nun belohnen wird.' Seine Schlachten? Die Schlachten des Kapitalismus? Das mag stimmen. Was jedoch nicht zutreffen dürfte, ist, daß er seine Opfer belohnt. Aber die Erinnerung ist ja das einzige Paradies, aus dem wir nicht vettrieben werden können. Nur schade, daß auch »n diesem Paradiese Schlangen lauern. 60 000 Namen. ... Bei Menin in England hat man eine Ehvenhalle erbaut: das Tor von Menin,„Menin Gate". Und in die Wände dieser Ge- dächtnishalle sind eingeritzt 65 000 Namen von englischen Soldaten, die vermißt sind. Immer wieder pilgern unzählige Witwen und Waisen und Mütter zu diesem Tor. Tränenverschleierte Augen irren über die Tausende von Namen und suchen den einen— viel- lAcht auch die zwei oder drei teueren, die heilig sind: den Namen des Vaters, des Gatten, des Sohnes, des Bruders— und finden ihn nicht. Die Blicke laufen sich müde an diesen schier endlosen Reihen der Namen Vermißten, sie werden unruhig, beginnen noch einmal— vielleicht haben sie ihn übersehen? O nein— sie haben ihn nicht übersehen. Aber für jenen oder diesen Namen war kein Raum mehr! hier finden sie mir die Namen der von Anbeginn des Krieges bis zum 15. August Ver- mißten— nur der Vermißten. Bei Tyne Eot in England aber steht noch eine Gedächtnishalle inmitten eines großen Gräberfeldes: hier schlummern 12 000, die »für ihr Vaterland' fielen. Zwölftausend Gräberreihen laufen strahlenförmig auf diese Halle zu. Wer vor ihren Toren steht, dem muß zumute sein, als bohre sich jede dieser Gräberreihen unbeirr- bar in das herz, in das Gedächtnis der Menschheit. Zwölftausend zerschossene, seelenlose Körper, auf kleinen Friedhöfen der nnenneß- lichen Schlachtfeldern Frankreichs. Flanderns, der Dardanellen ge- sammelt und in Heimaterde zur letzten Ruhe gebettet.' In die Mauer» der Gedächtnzshalle od» Tza« Eot ador stak»- Schwebendes ist, sondern daß der Staat und damit unsere Zukunft sich aufbaut auf der Summe der Selbstverantwortlichkeit der Einzelnen. War diese Erkenntnis einmal errungen, dann hatte sich in ihnen die nüchterne Anerkennung der Republik gewandelt in willigen, ja begeisterten Dienst am Vaterland— auch in seiner neuen Gestalt. All das sind Gedanken, die nicht in einer Monarchie und noch weniger unter einer Diktatur— mag sie eine Diktatur des Prole- tariats oder des Faschismus sein— zur Auswirkung kommen können, sondern nur in einem Gemeinwesen kreier von der Sittlich- keit der Gemeinschaft überzeugter Staatsbürger. Wer wie wir an das Göttliche im Menschen und der Menschheit glaubt, der empsindet die demokratisch-republikanische Parole nicht als eine juristische Formalbestimmung, sondern er trägt sie mit wahrhaft reli- giöser Begeisterung hinaus in alle Well und vor allem hinein in unseren Staat, in unsere selbstverantwortliche Arbeit am Staat. Das Reich muß uns doch bleiben. Dazu aber soll uns und unsere Jugend die Reichsverfassung erziehen. Auch die Verfassung der USA. ist, wie vor einem Jahr- hundert ein berühmter Amerikaner sagte,„aus zwingender Not- wendigkeit heraus einer widerstrebenden Nation abgerungen worden', heute aber gehört sie wie das Evangelium.zum stolzesten geistigen Besitz des ganzen amerikanischen Volkes. Wenn trotzdem auch heute noch nicht alle Artikel der amerikanischen Verfassung lebendige Praxis aller Volksschichten geworden sind, so kann uns das beruhigen gegenüber manchem zunächst noch utopisch erscheinen- den Ideen unserer eigenen Verfassung. Ich denk« an die S o z i a l i» sierungstendenzen und an die Verankerung des-Völker- rechtes in der Weimarer Versastung. Aber ist es nicht em unendlich erzieherischer Gedanke, vom garantierten Privoteigentmn hinweg das Derankworlungsqefühl gegenüber dem Gemeinbesitz der Nation zu wecken, das soziale Empfind m unmittelbar neben das deniokratisch-individualistische zu stellen und bei allem stolzen Selbst- bewußtsein als nur sich und seinem Gott verantwortliche Nation zugleich die Rechte anderer Völker anzuerkennen und sich mit ihnen über alle partikularen Interessen hinweg in der gleichen Toleranz und in der gleichen Würdigung zu finden, die im republikanischen Staat der einzeln« Bürger dem anderen entgegen- bringt schon aus Klugheit, dann aus Ueberzeugung und schließlich aus Nächstenliebe? Das alles predigt uns eindringlich unsere Derfastuna, wenn man sie nur richtig zu lesen versteht. So dankbar wir ihr sind daß sie uns eine Retlerin war in der schwersten Notzeit, so gern« wir anerkennen, daß sie eine Brücke bildet, auf der wir über den Abgrund unserer chaotischen Gegenwart wertvolle Güter unserer staatlichen Vergangenheit als Bausteine zum Aufbau eines kom- Menden Deutschlands hinübergerettet haben, wichtiger als oll das sind ihr« zukunftsweisenden neuen Ideen, die jetzt noch umstritten, als verhängnisvoll oder als utopistisch abgelehnt, doch den unerschütterlichen Glauben einer kommenden Zeit ver- künden. Reichskanzler Dr. Marx: Auch in diesem Jahre begehen wir festlich die Wiederkehr des Tages, an dem die Verfassung von Weimar das Grundgesetz unseres Reiches wurde, heute gibt es— und das stelle ich mit besonderer Genugtuung fest— keinen seiner staatsbürgerlichen Verantwortung bewußten Deutschen mehr, der daran dächte, an den Grundzügen der Verfassung von Weimar zu rütteln. Mag mancher an diesem Werke, das in des Volkes tiefster Not geschaffen wurde, noch den einen oder anderen Mangel entdecken— das Werk als Ganzes mit seinen wesentlichen Bestimmungen ist heut« ernsthaft nicht mehr umstritten. Das bedeutet einen erfreulichen Fortschritt im Sinne einer Festigung unseres jungen Volksstaates. Was ich schon so oft gesagt habe, be- tone ich auch heute wieder: wir würden unsere Kräfte in unfruchtbaren Inneren Kämpfen vergeuden, wollten wir uns nicht damit abfinden, daß der Wiederaufbau Deutschlands als deutsche Republik erfolgt. Ich habe heute morgen bei der Feier im Reichstage von der Pflicht der Regierung gesprochen, dafür zu sorgen, daß das Grundgesetz des neuen Deutschland im Volke selbst die gebührende Achtung genießt, und ich fiige hier noch hinzu: wer diese Achtung untergräbt, der leistet dem deutschen Volk« wahrlich keinen Dienst, der schädigt das deutsche Vaterland! Es darf im deutschen Volke keine innerliche Opposi- tion gegen den Staat und seine Verfassung mehr geben. Freudig und offen müssen sich alle Kreise zum neuen Staat bekennen! Mögen die Feiern, die heute am Verfassungstage im eingeritzt 35 000 andere Namen von Vermißten, für die am Menin Gate kein Raum mehr war. Aber auch hier sucht manches 2Iuge weinend vergeblich. Es war kein Raum.— Als sie aber vor 13 Jahren auszogen, blühend, erfüllt von der Zuversicht der Wiederkehr, war für alle Raum in den eintönigen grauen oder gelben Reihen. Da war für alle Raum in Erdlöchern, Schützengräben, Unterständen, Raum für alle— auch in Massengräbern. Und wir Lebenden? In unserem herzen soll ewig Raum sein für das Gedächtnis aller gefallenen Brüder hüben und drüben. Und an dem Tage, den wir stolz als den Geburtstag unserer— ja, unserer— Verfassung feierten, war Raum in unseren Gedanken für jene toten Brüder, deren Sterben das Fundament eines neuen, freieren— und das wollen wir:— glücklicheren Staates schusen. Jede schwarzrotgoldene Fahne, die vor und über uns weht, sei ein Gruß für unsere Wegbereiter, deren Tod und Verklärung die Bresche schlug für den Sturmwind der Befreiung, der mm um dich braust, deutsche Republikl Die Heringe sinö öa! Im hohen Norden leuchtet die Mitternachtssonne: Tausende und aber Tausende von Seevögeln schweben in ihrem Licht, goldleuchten- den Schneeflocken vergleichbar. Gen Norden ziehen unzählige Fahr- zeuge, Dampfer, Barken und Segelkutter an bläulich schimmernden Eisbergen vorbei. Der Höhepunkt der Heringssaison ist da! Millionen von Heringen schwimmen Uber den Nordozean, ein einziges Silber- meer. An einem Tag kann jedes Fahrzeug mehrmals volle Ladung nehmen— wenn es auch vorkommt, daß man einige Tage lang ver- geblich nach der Beute späht. Die Heringszeit ist nur kurz, ober gerade das erhöht den Reiz, das große Spiel mitzumachen, das für manchen ein Vabanque-Spiel ist. Es gilt jetzt, nach seinem Glück zu greifen: die Spannung ist ungeheuer, jeder kann in einigen Tagen «in reicher Mann werden. Die Heringe werden größtenteils in Akkureyri in Island an Land gebracht: doch in der letzten Zeit erscheint Siglufiord als Haupt- sächlichste Heringsgegend. Von September bis Juni liegt Siglufjord mit seinen paar hundert Einwohnern öde und oerlassen Zu Beginn der Heringssaison aber erwacht es aus dem Winterschlaf und beginnt ein kurzes, pulsierendes Leben. Dampfer kommen an, beladen mit spanischem Salz, mit Nelken und anderen starken Spezereien, die dem fetten isländischen Sommerhering seinen berühmten Wohl- geschmack verleihen sollen. Tonnen und Kisten stapeln sich zu Türmen. Manche isländische Hausfrau beklagt in dieser Zeit die Abwesenheit ihrer tüchttgen Helferinnen im Haushalt, aber wie ein Magnet zieht die Heringszeit die weibliche Jugend Islands an. Der gute Ver- dienst, das fröhliche Arbeitsleben unter freiem Himmel mir vielen Kameraden, die Aussicht auf einen lustigen Tanz und die Möglichkeit, einen Bräutigam zu finden, locken die kleinen isländischen Matchen: ein munteres Volk in bunten Kleidern belebt den Strand und füll! die sogenannten ,F>eringemädchenhotels', eine Reihe kaserncn- artiger Baracken. El«» Tages heulen all« Sirenen von de« Dampfern, Glocke» ganzen Deutschen Reiche stattfinden, dazu betragen, de»®?kft freudiger Staarsbejahung auch dort zu oerbreiten, wo man sich bisher vielleicht noch kühl und zurückhaltend dem Staate gegenüber oerhielt. Mögen sie dazu beitragen, das ganze deutsche Volt, ohne Unterschied der Partei, zu einen in dem sesten Willen, dem neuen Staate nach besten Kräften zu dienen— zum heile unferes deutschen Voltes zum Wohle unseres deutschen Vaterlandes! Von diesem Wunsche bezeelr, fordere ich Sie auf, mit mir von herzen einzustimmen in den Ruf: Unser deutsches Volk, unsere deutsche Republik, sie leben hoch. Die Feier verlief würdig und weihevoll. Doch erlebten die meisten Besucher eine sehr unangenehm« Ueberraschung. Nach dem ursprünglich veröffentlichten Programm sollte der Berliner Arbeitersängerchor die Gesangsoorträge bieten, darunter das prachtvolle Kampflied„Tord Foleson' mit dem gewaltigschönen Bekenntnis: „Das Banner muh stehn, Wenn der Mann auch fällt!' Die Arbeitersänger waren vom Programm verschwunden. Dafür trug der Berliner Sängerchor unter Leitung Max Wiede- monns drei musikalisch sehr schöne, aber von irgendwelchem Kampfgeist sehr weit entfernte Lieder vor. die in eine Kirchenstimmung versetzten, während die Feier doch Bekenntnis und Gelübde für die Republik darstellen sollte. Boshafte Leute behaupteten, die Veranstalter hätten im letzten Augenblick an„Tord Foleson" Anstoß genommen(vielleicht, weil sie darin eine Anspielung auf das Thema Marx und Reichs- b a n n e r vermuteten) und daß man deshalb lieber den Rücktritt der Arbeitersänger in Kauf genommen habe, als daß man ein wirk- liches Kampflied vortragen ließe. So litt das Programm, das schon durch die an sich vortreffliche Betrachtung des Kultusministers Becker einen stark akademischen Ton erhalten hatte, unter der Last der Psalm-Melodien, die in diesen Rahmen durchaus nicht passen wollten. So gut der Gedanke dieser großen Veranstaltung war, so sehr sollte man doch daran denken, daß sie nicht durch Grabgesänge Begeisterung entfachen kann. Oer Fackelzug üer hunüerttausenü. Berlin hat in den letzten Jahren viele gewaltig« Kundgebungen für die Republik und die Ideale der Dersassung von Weimar ge- sehen, aber kaum hat je eine dieser zahlreichen Demonstrationen herangereicht an den Fackelzug, der sich gestern nach der offiziellen Feier der Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung und des Berliner Magistrats durch die Straßen der Hauptstadt der deutschen Republik bewegte. Es war um 21,20 Uhr. als die Vertreter der Behörden das Funkhaus verliehen, um dm Fackelzug an sich vorbei- marschieren zu lassen. Reben den Rednern, Oberbürgermeister Böß, Minister Dr. Becker und Reichskanzler Dr. Marx, sah man die Witwe des ersten Reichspräsidenten, Genossin E b e r t, den preußischen Justizminister Schmidt, den Finanzminister Hoepker-Aschofs, den Polizeipräsidenten Genossen Z ö r- giebel, den VizepräsWnten Dr. Weiß, Oberstwachtmeister Heimannsberg u. a. Reichsbannermusik setzte«in, die Spitze des Zuges kam in Sicht. Die ersten schwarzrotgoldenen Fahnen zeigten und die Häupter entblößten sich. Kolonne hinter Kolonne, führte das Reichsbanner Schrvarz-Rot-Gold den Zug. zum Teil mit ehrwürdigen Panieren aus dem Jahr« 1848. Allein der Vorbeimarsch des Reichsbanners währte drei Viertelstunden. Die Kriegsbeschädigten, Studenten- Vertretungen, Gewerkschaften, Gesangvereine, Turner schloffen sich an. Der Zug wollte kein End« nehmm, unübersehbar war das Meer der Fackeln und Fahnen. Die Disziplin war bewunderns« wert. Beifall ertönte, als die Post, eine treffliche Kapelle an der Spitze, in Uniform heranrückte. Für die Republik ist gestern. in einer Weise Propaganda gemacht worden, wie sie nicht schöner und imposanter gedacht werden kann! Es ging auf 23 Uhr, als endlich die letzten Kolonnen am Funkhaus vorüber waren. Dom Funkhausgartm zog man durch die Königin-Elisabeth-Straße, dm Kaiserdamm, die Berliner Straße, die Charlottenburger Ehaussee, die Siegesallee ent- lang und um den Platz der Republik herum zur Friedensallee. Zahl- reiches Publikum säumte die Straßen, um geduldig dm schier«nd- läuten, Kanonen donnern. Die Heringe sind da? Alles eilt zu den Schiffen. Im Nu ist«ine ganze Flotte auf offener See. Laut isländischem Gesetz dürfen nur die Landeskinder Heringe in der Drei-Seemeilen-Grenze fangen und zubereiten. Die norwegischen und dänischen Schiffer halten sich deshalb außerhalb dieser Zone aus. Bald sind die Schisse gefährlich überfüllt. Jeder will aber seinen Anteil an der reichen Beute haben. Das Leben am Strand kann man nur mit dem Lebm in einer Goldgräbersiedlung vergleichen. Es ist dasselbe Milieu— kräftige, abenteuerlustige Menschen in malerischer Tracht, niedrig«, schnell zusammengezimmerte Be- hausungen, Kneipen mit Spiel und Tanz, ein farbige» Leben und Treiben, ein babylonisches Sprachendurcheinander. Abends geht es besonders lustig zu. Die Sonne scheint die ganze Nacht hindurch, wie soll man da dm Unterschied zwischen Tag und Nacht merken! Werden neue Hermgsmassen gemeldet, so sängt das Spiel von neuem an.' Die Internationale Arbettermusikwoche. Zu unserem Bericht in der Nummer vom Mittwochabend wird uns vom S o z i a l i st i- scheu Kulturbund geschrieben: Das in der Konserenz zur Förderung der Musikkultur in den Arbeiterorganisationen erwähnte Referat des Genossen K e st« n b e r g hat sich nicht mit dem Problem der Musikpflege im Arbeiter-Sängerbund, sondern in der gesamten Arbeiterbewegung beschäftigt, wobei selbstverständlich auch die Tätig- keit des Arbeiter-Sängerbundes mitbehandelt worden ist. Der Zweck der Konferenz war aber weniger, sich mit den unbestrittenen Leistun» gen des Arbeiter-Sängerbundes zu beschäftigen, der ja in der Haupt- fache nur den Arbeitergesang pflegt, als vielmehr über die eigentlich« Musikpflege, die heut« in fast allen Organisationen in den verschie- densten Formen betrieben wird, zu sprechen und Wege zu finden, um diese Betätigung der Arbeiterschaft zu fördern und in gesunde Bahnen zu lenken. Die in der Konferenz beschlossen« Musik- k o m m i s s i o n soll auch nicht den Zweck haben, wie es»n Bericht heißt,„die Flucht aus dem Konzertsaal aufzuhalten', da hierfür ein unmittelbares praktisches Interesse bei der Arbeiterschaft nicht vor- liegt. Bielmehr hat der Referent der Kommission die ,algenden Aus- gaben gestellt: Schaffung einer engeren Verbindung mit den Orgck- nisationen und der Presse. Anregung der musikalischen Produktion im Sinne der Bedürfnisse der Arbeiterbewegung, Unterstützung der Singekreise, Förderung von Volksmusiksesten. Im Zusammenhang damit betonte der Referent, daß die früher üblichen Konzerte sür die Arbeiterschaft überholt seien und sich stattdessen eine neue Form der Feiern entwickle, die aus dem Erleben der Massen gestallt wird und an der sie aktiv teilzunehmen wünschen. Diese Entwicklung zu fördern, sei Aufgabe des Sozialistischen Kulturbundes, und der ein- zusetzenden Musikkommission. Da» Zenttalinstitut für Erziehung vn!» Unterricht fPotSdamer Straße 120), bat eine Musitberalungsilelle eiiigeiichlet, die in allen musikalischen Beruis. fragen(Schul- und Klichenmnfik, Privalinnsitlinterricht) Rat und Auskunft erteilt. Sie ist TienSlagS von 11 bis 1 Uhr und Donnerstags von b bis 7 Uhr, geöffnet. Ein neues Ricsciihirlchgeweih. Das prächtige Ricscnhirichgeweih von ganz bcdeiilcndeii«InSn.agen. das im Rbcin-Hcrnc Kanal bei Daiietn oc-. fanden wurde, ist nunmehr im Ftachlandsaal deS Museums der Prcujjischeu Geologische« LcwdeSanjtall ausgestelit. verfassungsftiern im Reich. Der Tag vo« Schwarzrotgold.- Empörender Zwischenfall in Halle. Hamburg, 11. August.(Eigenbericht.) Der Verfassungstag wurde in Hamburg mit großen Feiern und machtvollen Kundgebungen der republikanischen Bevölkerung begangen, wie sie kaum in den Vorjahren zu oerzeichnen gewesen sind. Am Mittwoch abend fanden bereits in allen Stadtteilen Ilm- züge der Kinder mit schwär�-rot-goldenen Laternen statt, die von der Hamburger Sozialdemokratie veranstaltet wurden. Trotz ungünstiger Witterung konnten die Züge eine große Be- teiligung aufweisen. Am Donnerstag hatten die Schulen sowie alle staatlichen und kommunalen Dienststellen aus Anlaß des Verfasfungstages geschloffen. Morgens ver- sammelten sich mehr als 30 000 Schüler und Schülerinnen der oberen Klaffen aus den Volksschulen und höheren Lehranstalten, ferner Turner und Turnerinnen sowie Sänger und Sängerinnen auf der großen Frciwiese des Stadtparkes zu der eigentlichen Feier. Gleichzeitig fanden Feiern der staatlichen, gewerblichen und der Handelsschulen statt. Am Donnerstag abend veranstaltete das Reichsbanner von Groh-Hamburg eine mächtige Kundgebung mit einem imposanten Fackelzug, der mit einer eindrucksvollen Rede des Präsidenten Dr. Roß der Hamburger Bürgerschaft auf dem Rathausmarkt seinen Abschluß fand. An dieser Kundgebung waren auch sämtliche Distrikte der Hamburger Sozialdemokratie beteiligt. Weit mehr alz in den Vorjahren sah man im übrigen von den staatlichen Ge- bäuden und von vielen Prioathäusern in ollen Stadtteilen schwarz-rot-goldene Fahnen wehen. In Altona wurde der Verfassuogstag gleichfalls durch einen festlichen All vom Magistrat gefeiert. Der preußisch« Minister des Innern a. D. Severins hielt dabei die Festrede. In der großen Kundgebung des Altonaer Reichsbanners und der Sozialdemokratie, die abends in der städtischen Ausstellungshalle abgehalten wurde, sprach Oberbürgermeister Brauer. Bochum, 11. August.(Eigenbericht.) Die Derfastungsfeiern im Industriegebiet sind bei gutem Wetter ohne Störungen verlaufen. Die Beteiligung in den großen Städten und Bergarbeitergemeinden war diesjährig w« i t st ä r k« r als im vorigen Jahre, wozu das Vorgehen des preußischen Kabinetts gegen die Auswirkungen des Urteils des preußischen Oberverwaltungs- gerichts wesentlich beigetragen haben mag.' Dadurch erhielten die Verfallungsfeiern von vornherein den Charakter einer Demonstra- tion für die Farben der Republik. Reben den eigentlichen Veran- staltungen der republikanischen Parteien haben in allen Orten offi- zielle Feierlichkeiten der Behörden stattgefunden, die in den größten Sälen vor steh gingen und von der Bevölkerung überaus stark be- sucht waren. Auch der Flaggenschmuck in den Straßen war dies- nial stärker als sonst. Karlsruhe, 11. August.(Eigenbericht.) Der Verfasstingstag trug in ganz Baden durchaus sonntäglichen Charakter. Durch Erlaß der Regierung durften auf dem Lande nur ganz dringende landwirtschaftliche Arbeiten verrichtet werden. In den Städten herrschte völlige Sonntagsruhe. Die Ver. fastungsfeiern tnigen überall offiziellen Charakter: Veranstalter waren durchweg die Gemeinde- und Staatsbehörden. In den Kirchen fanden Festgottesdienste mit anschließendem Glockengeläute statt, am Vorabend Fackelzüge. In Karlsruh« brachten das Reichs- banner und die freiheitlich-republikanischen Vereine dem Staats- Ministerium einen Fackelzug: in Mannheim fand ein Kindcrfockelzug statt. Einen großen Teil der Teilnehmer bei den Fackelzügen und Spielen stellten die Arbeiterschaft und das Reichsbanner, doch war auch da und dort die Teilnahme bürgerlicher Turn- und Gesang- vereine und bürgerlicher Organisationen festzustellen. Vielfach san- den die Festakte im Freien statt mit anschließender Ehrung ver- dienter Feuerwehrleute für langjährige Dienstzeit. Dio Festzüge wiesen überall enw starke Teilnahme auf. Am Nachmittag wurden überall Parkfeste abgehalten und am Abend Beleuchtung der Parks und Anlagen sowie Feuerwerk. Diellach wurden in den Gemeinden die Schulkinder beschenkt In Baden trägt der Verfassungstag fast ganz den Charakter wirklicher Ratio nalfeierrage wie in der benachbarten Schweiz und in Frankreich. ZNüuchen. 11. August.(Eigenbericht.) In München ist der Berfaffungstag infolge der Sabotage der bayerischen Regierung fast wie jeder andere Tag vorübergegangen. Im Stadtinnerii war die Beflaggung äußerst spärlich und be- schränkte sich größtenteils nur auf die behördlichen Ge- bäude. Reich beflaggt waren dagegen die ausgesprochenen Arbeiterviertel an der Peripherie der Stadt. Die Beamten der Münchener Reichsbehörden fanden sich wie in früheren Iahren wiederum im Festsaal des Verkehrsministerialgebäudes zu einer schlichten Feier zusammen, der der Reichsgesandte v. Haniel und verschiedene hohe Beamte der Reichsbahn, der Reichspost und Offiziere der Reichswehr sowie Beamte der Finanzverwaltung und sonstiger Reichsstellen beiwohnten. Der Präsident des Reichsfinanzhofes, v. Jahn, hielt die Festrede, in der er feststellte, daß, wenn auch der Widerstand gegen die Verfassung-. seier besonders in Bayern nicht gering sei, so doch viel dadurch ge- fördert wurde, daß d'e Reichsregierung in diesem Jahre die An- Weisung ergehen ließ, die Feier des Berfassungstages mit einem Rhein-Ruhr-Tag zu verbinden. Gewiß fei die Reichsver- fassung kein ideales Werk, aber man vergesse auch nicht die Zeit, in der sie entstand. Die Verfassung sei es gewesen, die uns aus dem Chaos glücklich hinausführte, den Kampf aller gegen olle beseitigte, Leben und Eigentum der Bürger schützte. Das waren die wenigen guten Worte, die der Redner für die Ver- fassung fand. Im übrigen aber äußerte er nur Worte der Kritik an dem Verfassungswerk odn Weimar, wo- für ihm denn auch in der Münchener bürgerlichen Presse allgemeine Anerkennung gezollt wird. Von den republikanischen Parteien haben lediglich die Demo» k raten für den Abend eine Verfassungsfeier angesetzt, bei der Reichstagsabgeordneter Bergfträsscr spricht. Das Reichsbanner und die Sozialdemokratie veranstalten. ihre Feiern am Samstag in den zwei größten Festsälen Müschens. Bezeichnend ist dabei wieder einmal die Haltung der bayerischen Polizei, die auch jetzt noch nicht von ihrem lächerlichen Uniformvcrbot abläßt. Die Reichsbanncrkameraden wurden deshalb von der Leitung auf- gefordert, in Hemdsärmeln und die Mütze in der Hand tragend, zu kommen. Im Ausland. Aus den Vertretungsbehörden der deutschen Republik im Aus- land ist der Verfassungstag feierlich begangen worden: ob auf allen, wird sich schon noch herausstellen. Zwischenfall in t�alle. Protest der Republikaner gegen einen monarrhisti- scheu Verfassungsrcdner. Halle. 11. August.(Eigenbericht.) Die von den Behörden für heut« mittag angesetzte amtliche Ver» fassungsfeter im Thaliatheater nahm einen unerwarteten Verlauf. Zu der Feier waren neben den Spitzen der Behörden auch zahlreiche Fahnenabordnungen des Reichs- b a n n e r s erschienen. Als Festredner hatte der für die Ver- anstaltung verantwortliche Berghauptmann Cleff den Pro- fessor der Philosophie Paul M e n z e r bestimmt. Dieser Gelehrte begann mit einer Reminiszenz auf die S e d a n s e i e r n des alten Kaiserreiches, auf den alten Kaiser und die„herrliche Gestalt unseres Kronprinzen" und benutzte die Gelegenheit weiter zu- ziemlich un- gewöhnlichen Angriffen gegen den preußischen Kultusminister Becker, dem er vorwarf, die Freiheit der Universitäten den Bc- Hörden ät, die Hände gespi.?» zu haben. Die Universitäten besäßen heute keine Freiheit mehr, alle» werde von der Bureaukratie und der Geheimdiplomaiie im Kultusministerium beherrscht. Auf diese un-! sachlichen Ausfälle gegen die preußische Regierung entstand in der Aersammlung begreifliche Aufregung und Unruhe. Zwischen- rufe sorderten den Redner auf, zur Verfassung zu sprechen, was dein demokratischen Polizeipräsidenten O e x l e Veranlasiung gab, einige ermahnende Worte an den Redner zu richten und ihn zu bitten, vor allen Dingen das Wesentliche hervorzuheben. Trotzdem setzte Men- zer seine provozierenden Ausführungen fort, indem er das Kapitel „Universität und Naturgeschichte" anschnitt. Da forderte ein Teilnehmer zum Verlassen der Kund- g e b u n g aus. Dein wurde teilweis« Folge geleistet unter Absingen des Reichsbannerliedes und Frei-Hcil-Rusen auf die Republik. In diesem Augenblick trat Menzer schließlich ab. Ein Reichsbanner- mann sprang auf die Bühne»nd protestierte gegen die Rede. Er betonte den republikanischen Gedanken unter Hinweis auf FriedrichEbert und Walter Rat Henau, das wurde von der Versammlung mit großem Beifall aufgenommen. Ein Hoch auf die deutsche Republik und der Gesang des dritten Verses des Deutschlandliedes beendeten diese eigenartige Verfassungs- feier. Es mutz gefordert werden, daß die zuständigen Behörden in eine Untersuchung der Vorgänge eintreren und Maßnahmen gegen derartig« Sabotageakte gegen den Geist der Republik ergreifen. kosm Zug zu sehen und neue Gruppen immer wieder mit Zurufen zu begrüßen. /lm Reichstag. Der Platz um den Reichstag hat gestern abend eine der merk- würdigsten Verfassungsfeiern erlebt: obwohl am Platz der Republik der Fackelzug nur seinen Abschluß finden sollte, hatte sich dort eine nach Zehntausenden zählende Menschenmenge eingefunden. Immer neue Kräfte mußte die Polizei einsetzen, um die Neugierigen wenig- stens von den Fahrdämmen fernzuhalten. Der Platz der Republik war dicht besetzt mit einer unübersehbaren Menschenmenge, die schon seit Stunden auf den Fackelzug wartete. Weit in den Nebenstraßen waren noch Zuschauer zu sehen. Die große Charlottenburger Chaussee, durch die der Fackelzug seinen Weg nahm, war dicht um- säumt. Um?�11 Uhr tauchte hinter dem Großen Stern der erst« Fackelschein auf. In die seit Stunden ausharrende Menge kam Bewegung: einzelne versuchten, die Polizeiketten zu durchbrechen, mit stürmischen Zurufen wurden die Reichsbannerkameraden be- grüßt. Durch den dunklen Tiergarten hallten„Frei-Heil"-Ruse und Hochs auf die Republik. Das Reichstagsgebäude war von etwa 3l> großen Schein- werfern taghell beleuchtet und hob sich wirkungsvoll aus dem düsteren Häusermeer heraus. Kurz vor 11 Uhr haben die ersten des Fackelzuges den Platz der Republik erreicht. Unter den Klängen zahlreicher Musikkapellen marschieren die Fackelträger rund um den Platz und werfen auf dem Reitweg die Fackeln zusammen. Hochauf lodert im dunklen Tier- garten der Stoß zusammengeworfener Fackeln. Die helle Flamme wirft gespenstisch ihr Licht in die Seitenwege des Tiergartens, wo dichtgedrängt eine nicht zu übersehende Menschenmenge ausharrt. Die Fahnenträger des Reichsbanners marschieren aus der großen Freitreppe des Reichstages auf. Vor ihnen nehmen die Fanfaren- bläser Aufstellung, und bald ertönen über den weiten Platz die Kampflieder dieser Schutztruppe der Republik, der es auch diesmal wieder gelungen ist, mit dieser abendlichen Veranstaltung aus dem Verfassungstag einen Volkstag zu machen. Zum Schluß sprach Genosse L ö b e noch von der Freitreppe des Reichstags zu den Versammelten. Lanüfrleüensbruch! Der Kommunist als Polizeispitzel. Dresden. 11. August.(Eigenbericht.) Am 18. Juni vorigen Jahres, zwei Tage vor der Abstimmung zum Volksentscheid in der Frage der Fürstenenteignung, hatten in Pirna a. d. Elbe die Rechtsverbände Wehrwolf, Stahlhelm und Iungdo als Protest gegen die Fürstenenteignung einen De- monstrationszug durch Pirna veranstaltet, der allerdings nur etwa ganze 80 Teilnehmer aufwies. Es kam dabei zu Zu- fammenstöhen mit linksgerichteten und kommunistischen De- monstranten und auch mit der Polizei. Nach mehr als Jahresfrist hatte sich jetzt das Dresdener Gemeinsame Schössengcricht mit den Vorgängen zu befassen. Nicht weniger als IS Personen aus dem A r b e i t e r ft a n d e, die sich teils des einfachen, teils des schweren Landfriedensbruchs oder des Aufruhrs schuldig gemacht haben sollten, standen vor Gericht. Die Verhandlungen, zu denen SO Zeugen geladen waren, er- streckten sich auf drei Tage. In der Hauptfache haben die Angeklagten die ihnen zur Last gelegten Handlungen, vor allem aber die Be- gehung von Gewalttätigkeiten bestritten. Besonders erwähnenswert ist die Vernehmung eines Zeugen Hans Arno Richter. Dieser. ein in den zwanziger Iahren stehender Arbeiter aus Pirna, war früher Mitglied des Roten Fronttämpferbundes gewesen und hat einmal Schwierigkeiten wegen des Bezuges von Erwerbslosen- Unterstützung gehabt. Er führt die für ihn dadurch entstandene heikle Situation auf Angeberei seiner ehemaligen Kollegen zurück. Am 18. Juni 192S, dem Tage der Demonstration in Pirna, nahm er insofern Rache, als er nach vorherigem Herumhorchen i m P a r t« i- bureau der KPD. den Zug der Nationalisten begleitete, um für den Fall des von ihm erwarteten Zusammenstoßes mit der Polizei die Beteiligten nennen zu können. Der Spitzel und Demmziant bat fein Borgehen dann auch gründlich durchführen können und eine ganze Anzahl ihm von früher her bekannter Personen als o n- gebliche Täter beschuldigt. Das Motiv, das Richter zur Teil- nähme an der Demonstration veranlaßte, wurde jetzt selbst vom Staatsanwalt als höchst verwerflich bezeichnet. Das Donnerstag nachmittag oerkündete Urteil lautete für fünf der Angeklagten auf Freispruch, sechs wurden wegen Landfriedens- bruchs in Tateinheit mit Aufruhr zu je 6 Mynaten Gefäng- n i s verurteilt, weitere fünf erhielten wegen einfachen Landfriedens. bruchs jeSMonateGefängnis. Die zu Z Monaten Gefängnis Verurteilten haben Bewährungsfrist erhalten, mit der Maßgabe. daß sie eine Geldbuße zahlen. Nach dem Strafaufschub. Der Kampf noch nicht einzustellen. New Dort. 11. August. Der Hilfsausschuß für Sacco und Vanzetti erließ auf die Nachricht vom Aufschub des Strafvollzugs hin eine Erklärung, in der betont wird, die organisiert« Arbeit habe die Hand des Henkers aufgehalten. Der Kampf sei noch nicht vor- über. Der Erfolg sei den Streiks und Massenprotesten der letzten Tag« zuzuschreiben. Senator Bo r a h ist der von Oswald Villard» eingeleiteten Be- wegung für Veröffentlichung der Geheimakten des Washingtoner Iustizamtes beigetreten, desgleichen Senator Frazier aus North Dakota und Abg. Huddlelon aus Alabama. Billard ver. gleicht in der„Nation" den Fall Saeco-Vanzetti mit der Dreysuß- Affäre.— Das Staatsdepartement erklärt«, daß vor längerer Zeit ein persönliches Schreiben Mussolinis'zu- gunsten Saccos und Vanzettis ringetrossen sei.„World" meldet, daß der italienische Botschafter gestern im Staatsdepartement vorsprach. Er sei dabei von Geheimpolizisten aufgehalten worden und habe daraufhin den stellvertretenden Staatssekretär Castle ironisch gesragi:„Sie denken wohl, Sacco und Vanzettt sind hinter Ihnen her?" Castle gab. später auf Anfrage zu. daß bei seiner Unterredung mit dem italienischen Gesandten der Fall Sacco und Vanzetti berührt worden sei. Cs fehlten nur 40 Minuten zur Hinrichtung! ! New Dort, 11. August. Der gestrige Tag in Boston wird in der hiesigen Morgenpresie als einzig dastehend in der Iustizgeschichte Massachusetts' bezeichnet. Die endgültige Bestätigung des Aufschubs der Hinrichtung ging dem Gefängnisvorsteher kaum 10 Minuten vor dem. festgesetzten Voll st reck»ngstermin zu.„Tribüne" äußert, Füller verdiene angesichts der auf ihm lastenden Veranl- wortung volle Sympathie. Falls die Regelung der Wiederaufnahme von Prozessen in Massachusetts ein« gleiche wäre wie in New Dort oder England, so wäre seine Aufgabe eine leichtere. Vir Internationale gegen öen Justizmord. Unmittelbar nachdem die Revision im Faste Sacco und Von- zetti abgelehnt worden war, a m 8. A p r i I. hat der Vorsitzende des von der Sozialistischen Arbeiter-Internationale eingesetzten Komitees zur Untersuchung der., Lage der politischen Gesangenen, Louis de Brouckere, folgendes Telegramm an den Gouverneur des Staates Mnstachufetts abgesendet: Sieben Millionen in der Sozialistischen Arbeiter-Internationale organisierte Arbeiter sind von der Unschuld Saccos und Danzettis überzeugt. Ich fordere Sie auf, die Exekution nicht zuzulassen, die so tief dos Gcwiisen der Menschheit verletzen würde. In den vier Monaten, die seit der Verwerfung der Revision verflossen sind, haben dre der SAJ. angeschlosienen Parteien immer wieder in allen Formen gegen den schmählichen Justizmord, der sich in Amerika vollzieht, protestiert. Unmittelbar vor der endgültigen Entscheidung hat die SAJ. ihre Stimme noch einmal mit den taufenden Kundgebungen aus allen Teilen der Welt oereinigt, indem sie am 9. A u g u st folgendes Telegramm an den Präsidenten Coolidge sandte: Präsident Coolidge Rapid City(South Dakota) USA. Es gibt Länder, in denen die Todesstrafe nicht besteht. Wir wollen über das Prinzip nicht diskutieren, aber würde es nicht dem menscklichcn Gewisien entsprechen, in einem Fall die Crekution zu unterlassen, wo sie Männer treffen soll, von deren Unschuld mehr als die Hälste der Welt Lberzeupt ist? Die Sozialistische Arbeiter-Internationale. Nun aber vegnaöigung! Paris, 11. August.(Eigenbericht.) Die Nachricht vom Aufschub der Hinrichtung ist hier mit einem tiefen Aufatmen begrüßt worden. Allgemein ist man überzeugt. daß der Aufschub der Hinrichtung nur die Einleitung der R e v i s> o n des Prozesses und die endgültige Begnadigung der beiden Unglück- lichen ist Wenn dcm wider Erwarten nicht sa wäre, und wenn es sich nur darum handele, den Todeskampf der beiden zu verlängern, so würde, wie der„Paris Soir' feststellt, kein zivilisierter Mensch einer so raffinierten Grausamkeit gcgen� über gleichgültig bleiben können. Zlucht eines pilfudstigegners. Eine sonderbare Affäre in Warschau. Warschau, 11. August.(Eigenbericht.) Hier ist nach vierzehnmonatiger Haft der General S a g u r s k i aus dem Wilnaer Gefängnis eingetroffen, wo er wegen feiner feind- seligen Haltung gegenüber den Pilsudskitruppen während des Mai- aufstandes im vorigen Jahre auf Befehl Pilsudfkis gefangen war. Vom Bahnhof aus begab sich der General in Begleitung eines Adjutanten Pilsudskis in die Stadt, wo man ihn vor einer Badeanstalt aussteigen ließ. Borher hatte er die e h r e n w ö r t- liche Versicherung abgegeben, am Mittwoch oder Donnerstag bei Pilstidski zum Bericht zu erscheinen. Der General hat sich aber bis Donnerstag abend nicht gemeldet: er ist vorläufig überhaupt ver- Ichwunden. lieber das Verschwinden des Generals Sagurski weiß die nationaldemokratische„Gaceta Warszawska" noch zu melden, daß gleichzeitig mit dem General am Sonnabend auch ein aus dem Privatbesitz Pilsudskis stammendes Automobil ver- s ch w u n d e n ist. Der Chauffeur des Wagens hatte die Weisung erhalten, einen besonders großen Venzinvorrat auszunehmen, was auf eine beabsichtigte längere Fahrt schließen läßt. Der Wagen ist seit Sonnabend nicht nach Warschau zurückgekehrt und auch nirgends gesehen worden. Die„Gaceta Warszawska" läßt daher durchblicken, daß General Sagurski von Vertrauens- leuten Pilsudskis entführt worden fei. Obwohl diese Nachricht einer gewissen sensationellen Aufmachung nicht entbehrt, ist es doch bemerkenswert, daß die Donnerstag-Morgennusgaben dieser Zeilung und ihre sämtlichen Nebenausgaben b e s ch l a g- nah m i worden sind, während die staatlichen Behörden über die geheimnisvolle Angelegenheit völliges Schweigen bewahren. Internationaler Metallarbeiterkongreß. Kampf gegen Kriegsgefahr und Faschismus. Auf dem Kongreß der eisernen Internationale gab am zweiten Verhandlungstag der Berichterstatter der Rechnungskommission, S o l o u(Belgien), bekannt, daß 84 Delegierte aus 26 Organisationen anwesend sind. D a n z(Holland) kritisiert einige Mängel in der Bundesorgani- sation, so z. B. die Tatsache, daß der JMB. noch keinen beson- deren Sekretär habe. Das Mitteilungsblatt des Bundes dürfe nicht nur gelegentlich Berichte bringen. Man müsse sich an dem Nachrichtenwesen des ITF. ein Borbild nehmen. Birta(Finn- land) spricht für die Einbeziehung der russischen Metallarbeiter in die Internationale und fordert scharfe Agitation gegen den Rüstungs- Wahnsinn. Brandes(Deutschland) unterstützt eine Entschließung Solau (Belgien), die scharfen Protest gegen die Verurteilung von Sacco und vanzetti fordert. Ferner unterstützt Brandes die Forderung auf Erhöhung der Bundesbeiträge: eine Willensäußerung des Kongresses in diesem Sinne sei ratsam. C h e v a l i n e(Frankreich) warnt nochmals vor den Anregun- gen des finnischen Vertreters, dessen Borschläge wörtlich in einem Rundschreiben der russischen Propagandazen- t r a l e enthalten seien. Auch der Sekretär I l g hebt noch einmal hervor, daß ein Kongreßteilnehmer den Auftrag erhalten habe, Wei- jungen der kommunistischen Zentrale auszuführen: das habe er auch getan. Ueber die Verbesserung des Mitteilungsblatts des Bundes spricht Kummer(Deutschland). Die bloße Mit- teilung von wirtschaftlichen Berichten gelegentlicher Mitarbeiter ge- nüge nicht. Die Fragen, die die Metallarbeiter aller Länder an- gingen, müßten von der praktischen Seite aus erörtert und zu lösen versucht werden. Diese sollte beispielsweise bei der Bekämpfung der Kriegsgefahr geschehen, dä hierzu die Erzeuger von TNuniNon und Kanonen, die Metallarbeiter, vor allem berufen seien. Ebenso müsse die O r» ssanisierung der Arbeiter der Schwerindustrie international untersucht werden. Nicht weniger wichtig sei die Frage der Gewinnung der Frauen für die Gewerkschaft: denn sie seien trotz ihrer Zunahme in der Industrie nur sehr wenig zur Gewerkschaft gekommen. B ö r n a u(Rumänien) dankt für die Hilfe des Bundes. Er be- spricht die Zerrüttung der rumänischen Gewerk- schaftsbewegung durch die Kommunisten. Die K o m m u- n i st e n haben die Arbeiterbewegung dermaßen zermürbt, daß sie nicht einen einzigen Abgeordneten ins Parlament zu bringen ver- mochten. Buozzi(von den italienischen Arbeitern in Frankreich) be- spricht die Lage der Gewerkschaftsbewegung im heutigen Italien. Dort sei die Organisation zerstört und alle Meinungsfreiheit unter- drückt. Von den 430 006 Metallarbeitern sind 10 Proz. erwerbslos, bei 23 Proz. die Arbeitszeit eingeschränkt. Der Reallohn der ge- lernten Leute beträgt bloß 80 Proz. der Vorkriegszeit, der Unge- lernten nur 70 Proz. Es wird, so sagt Buozzi, allgemein angenom- men, in Italien sei die Gewerkschaftsbewegung ganz verschwunden. Das ist jedoch nicht der Fall. Allerdings führt sie g e h e i m ihr Leben weiter. Der italienische Metallarbeiter- verband hat noch zahlreiche Vertrauensleute trotz der Gefahr, ein- gekerkert oder verbannt zu werden. In großen Städten stehen noch viele Arbeiter der faschistischen Organisation fern. Auch hat die faschistische Oberleitung wenig Lust, die klassenbewußten Gewerk- schafter in ihre Organisation zu zwingen. Die Industrie- a r b e i t e r s ch a f t ist, wie Mussolini selbst im Parlament er- klärte, noch lange nicht für den Faschismus gewonnen. Der italienische Gewerkschaftsbund besteht nach wie vor, allerdings in Frankreich, weiter und in Italien führt er seine Tätig- keit illegal fort. Der Kamps gegen den Faschismus ist i n t e r- national. Dessen sollten sich die Gewerkschafter aller Länder wohl bewußt sein. Der Redner schließt mit der Bitte, Italien nicht zu vergessen, sondern es zu stärken, damit das, was dort an Kampfes- tust und gewerkschaftticher Treue vorhanden sei, erhalten bleibe. (Beifall.) Mehr Sparsamkeit in üen Arbeitsämtern. Zu unserem Aufsatz in Nr. 374(„Um den Vorsitz bei den Landesarbeitsämtern") wird uns geschrieben: Nicht nur in den Spitzen, sondern auch in den unteren Stellen des Arbeitsnachtveiswesens machen sich nach der Ver- abschiedung des Reichsgesetzes Bestrebungen geltend, den Apparat in unerwünschter Weise zu verteuern. Bisher führten den Vorsitz in den Arbeitsämtern vielfach Landräte, Bürgermeister und besoldete Stadträte. Wenn es einige dieser Herren auch verstanden haben, eine Entschädigung zu erwirken, so haben doch die meisten rein ehrenamtlich den Posten versehen. Die eigentliche Arbeit log in den Händen des stellvertretenden Vorsitzenden, des G e- s ch ä f t s s ü h r e r s, der in den meisten Fällen nach Besoldungs- gruppe VII oder VIII bezahlt wurde. Nach der jetzt beabsichtigten Verminderung der Zahl der Arbeits- ömter, die naturgemäß eine Vergrößerung der Bezirke bedingt, hat man vor, den Posten des Vorsitzenden und Geschäftsführers in einer Person zu vereinigen. Die Stelle soll dann aber nicht mehr nach Gruppe VII oder VIII, sondern nach Gruppe XI besoldet werden. Bekanntlich hat ein Regierungsrat die Eingangsgruppe X. Kein Mensch hat mit einer derartigen Höhergruppierung gerechnet. Die Folge ist, daß auch hier eine geradezu abstoßende Aemterjogd einsetzt. Besoldete Magistratsmitglieder, die den Posten eines Reichsbeamten dem kommunalen, aufreibenderen Dienste vorziehen — ist doch das Reich rührend entgegenkommend bei der Berechnung dos Pensionsdienstalters, das beinahe in die Pennälerzeit zurückgelegt wird—, bewerben sich vielfach um die Geschäftsführerposten, obwohl sie sich eingestehen müssen, daß sie über weniger Sachkenntnis und praktische Erfahrung verfiigen als die bisherigen Geschäftsführer. Die Arbeitnehmervertreter haben die unabweisbare Pflicht, mit allen Mitteln eine derartig«, völlig unbegründete Verteuerung des Arbeitsnachweiswesens zu verhindern. Bei dem Bestreben der Landesarbeitsämter, möglichst viele Angestellte unterzubringen, haben sie streng darauf zu achten, daß der Apparat auch nicht überbesetzt wird. Die Kosten haben in der Hauptsache die Versicherten zu trogen. Hilfsaktion für Sie Seamten. Auf Anregung der sozialdemokratischen Fraktion des Preußischen Landtages sind nunmehr im preußischen Finanz mini- st e r i u m unter Ausschüttung der vorhandenen Mittel für die ver- heirateten Beamten der Gruppen bis IV ohne Antrag, für die Gruppen darüber auf Antrag 30 Mark und 10 Mark fürsedes Kind gezahlt worden. Das Finanz- Ministerium hat den anderen Ministerien anheimzestellt, im Rahmen der vorhandenen Mtttel ähnlich zu verfahren. Wie wir hören, ist die Unterstützungsaktion für die Beamten auch in den übrigen Ministerien im Sinn« der Vorschläge der SPD.- Fraktion bereits geregelt. Noch ein einstweiliger Sieg des WollkonzernS. Der Streik der Textilarbeiter in der Firma T i t t e l u. Krüger, Leipzig, die zum Norddeutschen Wollkonzern gehört, ist abgebrochen worden. Trotzdem der Vorsitzende des Leipziger Schlichtungsausschusses bis zuletzt bemüht war, die Gegensätze zwischen den P irteien auszugleichen, lehnten die Vertreter der Firma nicht nur die Vorschläge der Arbeitervertreter, sondern auch die des Schlichtungsvorsitzendm schroff ob. �Nationalisierung� der Saargruben. Abbau von 4000 bis 5000 Bergleuten. Zweibrücken. 10. August.(MTB.) Zuverlässigen Nachrichten zufolge beabsichtigt die französische Grubenoerwaltunz des Saargebicts zwecks Wiedererlangung der Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt eine umfassende Rationali- sierung ihrer Betriebe bis Jahresschluß durchzuführen. Infolgedessen sollen ungefähr 4000 bis 3000 Bergleute abgebaut werden. Die Mehrzahl davon sind wahrscheinlich reichsdcutsche Saargrenzbewohner. Die Auswirkung dieser Mahnahme kann heute noch nicht übersehen werden. Bis jetzt sind erst einige Entlassungen angeordnet. Der Streik..abgewürgt". Die seit Dienstag ausständigen Belegschaften der Saargruben Velsen und Dudweilcr haben die Arbeit wieder aufgenommen. Damit ist die kommunistische Generalstreikagitation vollständig ge- scheitert. Wie Mtb. berichtet, werden die Führer der Bergarbeiter mit der Gcneraldirektion der Saargruben erneut eine Besprechung haben, in der sie der Verwaltung vorschlagen werden, von weiteren Eni- lassungen solange abzusehen, bis die bevorstehende Sozialversicherung befriedigend gelöst ist. Durch die dann eintretenden günstigen Pensionssätze würden mehrere tausend Bergarbeiter in die Lage ocr- setzt, sich pensionieren zu lassen. Es wäre dann durchaus möglich, daß die französische Grubenverwaltung von allen weileren Entlassungen überhaupt Abstand nimmt, sosern sie gleichzeitig von Neueinstellungen absehen würde. Zwei kommunislenführer aus Saarbrücken ausgewiesen. Saarbrücken. 11. August.(TU.) Zwei deutsche Kommunistenführer wurden wegen aktiver Be- tätigung bei den Saarbrücker Vorgängen von der saarländischen Polizei ausgewiesen: sie waren kurz vorher ins Saar- gebiet gekommen._ Arbcitslosenrevolte in Polen. Warschau. 11. August.(Eigenbericht.) Am Mittwoch kam es in Z g h e g z bei Lodz zu schweren Arbeitslosenunruhen. Die Arbeitslosen besetzten in Zghegz das Gebäude des Arbeitslosenamtes und demolierten die ge- sainte Einrichtung. Einem großen Polizeiaufgebot gelang es erst nach einiger Zeit, die Arbeitslosen zu zerstreuen. Bei dem Zu- sammenstoß wurden mehrere Polizisten und Arbeitslose verwundet. Streit in der Budapester Eisenindustrie. Budapest. II. August.(EP.) Nachdem im Laufe der Einigungsverhandlungen zwischen den Arbeitern und Arbeitgebern der Eisenindustrie festgestellt wurde. daß die strittigen Lohnfragen ein eingehendes Studium erfordern, stellten die Arbeitgeber den Antrag, daß die Arbeiterschaft vorerst die Arbeit wieder aufnehmen und die Verhandlungen fortgehen sollen. Die Arbeiter haben dieses Ansinnen abgelehnt. Der Streik geht weiter._ Freie Sewertschaftsjuge-d. Heutc, Freitag, 1S>-3 Lbr, tagen die(Stupnen: Sermannpla»: Eruvpenheim Ingendhcim Sanderstr. U, scke Hoorechtnrafte. Portrog:„Di- Reichst)-rfonung.— Schoncwcide: Gruppenheim Jugendheim Laujener Str. 2(Roter cool). Vortrag:„Gewerllchaltliche Probleme.:-- Nordring: Gruppenheim Jugendheim Eberswalder Gtr. 10, Zimmer 12.„Dte letzte Feile mt Dampferfahrt."— Zrppellnplag: Gruppcnheim Städtisches Jugendheim Turiner Gcke Sceftraße.„Versalfungslragen sind Machtfragen." Wir diskutieret Uber die alte und neue Derfalsung.— Moabit: Epieladend. Tressen lg Uhr Bahnhos Beusielstrasie.— Mitwirkende am SchmSlerspiel: Heute pllnktlich IS Uhr Probe im grohen Saal des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes, Linienstr. 83/fb, Portal II»ort. Zugendgrnppe de» ZdA. Heute, Freitag, lNi Uhr, finden folgende Per» anstaltungen statt: Lichtenberg: Desangsraum des Realghmnasiums P-rtaue 12. Verfassungsfeier.— Südwest: Jugendheim Belle-Alliance-Str. 7/10.-Die deutsche Reichsvcrfalsung."— Spandan: Jugendheim Lindenuser I. Heimabend. Verantwortlich Mr Politik: Stich-r» Bernstein: Wirtschaft: A. Saternu»: Gewerkfibaftsdeweauna: Friedr.««körn: Feuilleton: S. H. Diicher: Lokale» und Sonstiges: Fritz ltarstadt: Anzeigen: Th. GloSc; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwarts-Deriaz G.m.b.H., Verlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Berlagsaustav Paul Singer u To. Berlin SW 08. Lindenftraß« S. Sicttu 2 Beilaae» und..Il-terbalt-na»ad willen". Zitronen- Gfimngsgclrfink Verkauf: Drogen-Abfeflung Auuchank: In den ErfrlichungsrÄumen Tomaten n* 10 n k» Musäpfel....ph-nck 12 p». Eßbirnen Pfund 15 pl 25 Pf. Pflaumen btent- 15 m. Pfirsiche____ Pfund 32Pt WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise soweit Vorrat, Fleisch, Fische, Obst u. Gemüse werden nicht zugesandt Rtigenwa/der Teewurst P/d. los p#7C/*/f£C Fleisch Brech- u. Schnittbohn.„L 60 I......... X-•-•/> l.1.......... X... B m m__ r- I----„ C-Co, TÄ__ X_____{fallen, a c Kartoffeln 5** 26£�5� 36 pt Weißkohl Pfd.4 Rotkohl 8«. Salat-Gurken stuck v. 7 Pf-«" Blumenkohl Uüv«, 10pf an Einlege-Gurken Pfund iQpf- Landleberwurst Ptund 1.10 Dampfwurst,.. Piund HO Speck feil. Pfd. 1.10 mager 1.20 Schinkenwurst.Pfend 1.45 Filet-u. Jagdwurst Pfd 1.45 Mettwurst 1.45 Bierwurst . Plund 1.60 Lebemu rst feine, Pfund 1.60 Schinkenspeck. Pfund 1.65 Zervelat u.Salami Pfd. 1.65 Italittrate. BcseolhUv Itritc. Mnlliflilr Speckwurst.. Pfund 30 Pf. Berl. Mettwurst Pfund 1.20 Hildesheimer.. Pfund 1.30 Holländer Käse .- Pfund 65 Pf. Limburger...Pfund 26 Pf. Holländer voiifei», prd. 98Pt Allgäuer..... Pfund 38 pi. Edamer voiife«, Pfund 98 Pt Edamer....-.Pfund 70 Pf. Steinbuschervoiit.ptd. 82Pf. Margarine...Pfund 66 Pf. 'Filsitervoiifeif.pid.73 u 30Pf. Tafelbutter... Pfund 1.92 Schweizer 1.35 1.55 Dänische Butter Pfd. 2.02 Bruch- Reis......... � 20 p,. Tafelreis..... Piund 22 Pf. Auszugmehl.. Pfund 26 Pt Italienisch. ReisPfun-. 26 Pt Weizengrieß..Pfund 26 Pt Weizenmehl.. Pfund 23 Pt Eier-Makkaron!»rud, 45Pt Gebrannt Kaffee kää«*. 220 Haushalt-Misch. Pfund 2.6O Globus-Misch.. p-und 3.80 Sonder-Misch..Pfund 3 m Residenz-Misch. Pfd 4.20 Olympia-Misch. Pfund 3.40 Elite-Mischung Pfund 4.6O Messina-Drops V» Pfund 18 pt. Eisbonbon'«Pfund 16 Pf. Gelee-Himbeeren'«Pfund 25 Pf. Bohnen m. nussiger Borkenschokolade nilliiTiss. Vi Piund OÖPL iVollmJlch)*/« Pfund 05pf. Vollmilch-Schokolade m. ganren Haselnüssen, 100 Or-Talcl 36 Pf KonfitOreii, 2 Pfund-Eimer Pflaumen 1.08 Johannisb., Drang. 1.15 Aprikosen 1.35 Himbeer, Kirschen 1.40 Erdbeeren 1.45 Ananas 1.65 u. Blatt Pfund Brust und Rücken, Pfd. m. Knochen Pfund Schweinebauch Kalbskamm, Schmorfleisch Querrippe Liesen............ Gehacktes Pfund Pfund 85 Pf. 88 pf. Iio 75 pf. 75 pf. 75 pt. Prima Ochsenfleisch gefroren Suppenfleisch...Pfund 50 pf. Kamm u. Brust..pfnd 56»f. Fische Kabeljau, Seelachs ohne Kopf, ganze Fische, Pfund IdBan Goldbars........ 13 Pf Schellfische.....Pfund 15 Pf Rotzungen prund 14 pf. 26 Pf. Filet v. Kabeljau p»- 28 pf Lebende AaSe p*und 95 pt. an Lebende Karpfen pm. Im Lebende Schleie p*»-« Iso pf. Gemüse-Erbsen v» 0. 55 pt Tomatenmark 45"• Erbsen»ehr fein. Vi dos« 1.32 Senfgurken 0 �fun<1" 3.10 Junger Spinat•« Do« 42 pf Speiseöl 60 Pf OOPf 1.50 Apfelmus....'a Dose 72Pf. Qelsardinen do„ 50. 78 it Stachelbeeren,. v. Do« 1 m Ra VBnsberger Würstchen Ananas>. 0-»»- 62 Pt 1.50 intw»« stock, dos« 50 Pf. OroBe Auswahl in Touristen-Konserven Bücklinge...... 18 p, 28 p,. Makrelen gtrauch. Pfd 38Pf. Forellenstör? ra">Kind 78Pt Spickaale Pfund von 2.30 NN Bund 46 Pf Rehragout.......... 28p,. Rehblätter Pfund von l.lOan Suppenhähnen« 93PI. 1.10 Hirschblätter. Pfund 85Pf. Junge Hühner Pfd. 1,10 1.25 Gänse...Piund 66 Pf. 110 Suppenhühner Pfd. 1.15 Wein Preise für Vi Flasche ohne Glas» Edelapfelwein gut zur Bowu................ 1925 Edesheimer Schloß rassiger Tisdiweia.... 1922 Erdener ansprechender Mosel............ 1920 Haardter Schloßberg 1921 Wiltinger blumiger.................... 1922 Piesporter Goidtröpfchen destecende Art 1920 Forster Schnepfenflug 1922 Neumagener Rosengärtchen wachst. uOrig.- Abfllllung mit Korkbr. Gymnasium Trier, spritzig, sehr plicsnl Fruchtschaumwein"W- und F,aSch. Zitronen-, Johannisbecr- u. Himbeersaft''' F'- (mit Kirschsati gedunkeil) 02 m. Johannisbeerwein rot, sau, vom p«s........ Li'" 1926 Planiger Berg sllNtger ßh ein wein, vom fall. Ufer 58 Pf. 1.25 1.45 1.55 1.70 1.85 2M 2.20 1.30 '/i Fl. 1.40 95 Pf. 1.50 Nr. 37$ ❖ 44.?ahrgang 1. Heilage öes Vorwärts Irektag, 12. Mguft 1927 Die Vorbereitungen Zum OZeanftug. Vor der Parole Alarmbereitschaft. Dessau, II. August. Die Junkers-Werke haben nunmehr im Lause des gestrigen Tages die letzten Vorbereitungen getrosten, um die Parole �Alarmbereitschaft" an die Besatzungen der Ozeanmaschinen und an die Belegschaft der Werke geben zu können. Diese Alarmbereitschaft wird, wenn das Wetter über dem Atlantik sich nicht plötzlich wesentlich verschlechtern sollte. imLausedesmorgigen Sonnabends gegeben werden, und zwar entweder in den ersten Morgenstunden oder g e g e n A b e n d. Die beiden Flugzeuge.Europa" und»Bremen" sind wieder fertig- montiert und werden im Laufe des heuligen Freitags noch kleine Probeflüge mit geringer Belastung machen. Die Znstrumenle der beiden Maschinen wurden in einem Zunkers-Grotzslugzeug noch ein- mal genau überprüft und geeicht. Auch der Proviant für die beiden Maschinen steht schon bereit. Die Flieger nehmen pro Kopf und Tag zirka IVi Liter Getränke(Tee. Kaffee in Thermosflaschen sowie Trinkwasser) mit. ferner Eßwaren nach Belieben(Butterbrote, Eier, Wurst, Obst und Keks). Außerdem wird in beiden Flugzeugen eins eiserne Ration in Büchsen verstaut, bestehend aus Zwieback, Brot, Schokolade und pro Kopf vier Liter Wasser. Dies« eisern« Ration soll im Notfälle für acht Tage ausreichen. Im Laufe des heutigen Freitags wird Professor Junkers im Flugzeug von Warnemünde in Dessau eintresten. Zum Start wer- den Vertreter der Reichsbehörden, der Länder sowie von Korporationen, Vereinen usw. erwartet. In die Tragflächen beider Flugzeuge hat man zur Erhöhung ihrer Tragfähigkeit noch Luftschläuche eingebaut, die im Notfall zusammen mit den leeren großen Benzintanks eine Schwimmfähigkeit der Maschinen gewähr- leisten sollen. Von Tag zu Tag treffen immer mehr Liebesgaben für die Besatzungen ein. Koenneckes Ankunft in öerlin. Die Berliner spenden Vorschußlorbeeren. Am gestrigen Donnerstag nachmittag gegen 3 Uhr ist Koennecke mit seinem Begleiter, dem Grafen Solms, in Tempelhof eingetroffen. Der Weiterflug wird voraussichtlich am heutigen Freitag mittag er- folgen. Aus dem Flughafen hatte sich eine nach Tausenden zählende Menge eingefunden, um der Landung eines der Ozeanslieger in Berlin beizuwohnen. Man sah den Reichstagspräsidenten Lobe und den Stadtbaurat Adler. Kurz nach 3 Uhr ertönte auf dem Flugverkehrs- türm die Sirene, und schon tauchte aus nordwestlicher Richtung der Caspar-Doppeldecker Koenneckes auf, machte noch einig« Runden über dem Felde und landete dann unter dem Jubel der Zuschauer, während die Kapelle das Deutschlandlied anstimmt«, sicher mitten aus dem Feld. Die Fahrt zu den Zuschauertribünen glich fast einem Triumphzug. und von allen Seiten wurde Koennnecke, den man zu- nächst nicht sah, zugejubelt. Als dann die Maschine endlich hiell, erhob sich ein derartiges Kreuzfeuer der Photographen und Film- leut«, als ob die»Germania" bereits eine Ozeanüberquerung hinter sich hätte. Stadtbaurat Adler begrüßte die beiden Flieger im Nomen der Stadt Berlin und wünscht« ihnen für ihr Unternehmen alles Gute. Das Flugzeug wurde nach der Landung von den Zuschauern ein- gehend besichtigt, doch muhte die Flugpolizei den Doppeldecker vor allzu stürmischer Neugierde beschützen. Heute Freitag nach- mittag werden Koennecke und Graf Solms noch Köln fliegen, von wo aus dann der endgültige Start stattfinden soll. Die.Germania", mit der Koennecke den Flug über den Ozean macht, ist ein Doppeldecker der Caspar-Werke. Die Moschine ist in ihrem größten Teil gelbbraun, das Vorderteil weiß lackiert. Auf beiden Seiten des Rumpfes ist in großer Schrift der Name»Germania" angebracht. Sie ist eine Holzkonstruktion im Gegensatz zu den Iunkers-Maschinen, und der Führersitz ist sehr weit nach hinten verlegt. Die Maschine hat einen Junkers- Motor L 5, der eine Spitzenlei st ung von 310 1PL aufweist. Sie wird etwa 2500 Kilogramm Betriebsstoff mitführen, der durch Tragslächentanks zugeführt wird. Die Tanks und Kanister sind nach dem Profil des Flugzeuges gebaut. Die kleineren von ihnen werden nach der Entleerung als Flaschen- p o st über Bord geworfen. Mit den großen hat Koennecke im Not- fall«ine luftdicht verschließbare Schwimmunterstützung von 2% Kubikmeter an Bord. Die Maschine führt auch Funkgerät mit sich, und zwar Sender und Empfänger. Die Bedie- nung des Funkgeräts ist im wesentlichen die Aufgabe des Grafen Solms. Koennecke ist der Auffassung, daß der Start von Köln sich recht glatt vollziehen wird. Der Kölner Flugplatz bietet ihm 1600 Meter Startgelände, das tadellos fest ist und eine sorgfältig ge- pflegte Grasnarbe hat. Der Platz fällt in der Startrichtung etwas ab, was dem Aufstieg ebenfalls zugute kommt. Ozeanflug erst in der nächsten Woche. Wie das Wolff-Bureau erfährt, wird Könnecke bis Freitag nachmittag in Verlin bleiben und dann gegen 4 Uhr nach Köln starte n. Inzwischen wird der Motor noch aus- einandergenommen und gründlich Überholl werden, nachdem er bisher 60 Stunden gearbeitet hat. In einer Besprechung, die am Donnerstag nachmittag in Tempelhof stattfand, wurde festgelegt, daß Könneck« in Köln noch einige Belastungsflüge machen wird. Hierfür sind zwei bis drei Tage angesetzt, so daß der Start nach Amerika nunmehr erst in den ersten Tagen der nächsten Woche er- folgen wird. Könnecke wird die südliche Route fliegen, und zwar vielleichi noch etwa 400 bis ZOO Kilometer südlicher als die Dampfer- linie läuft. Das Ziel ist Philadelphia, da diese Stadt Könnecke in einem besonderen Telegramm eingeladen hat, dort zu landen. Außerdem hat sie auf Anfrag« mitgeteilt, daß der Preis von 25 000 Dollar, der für das erst« Flugzeug ausgesetzt ist, das von einer europäischen Hauptstadt aus in Philadelphia landet, auch für die„Germania" gilt, da Köln in wellerem Sinne als europäische Hauptstadt gerechnet wird. Könnecke rechnet mit einer Flugdauer von etwa 50 Stunden. Die Vorbereitungen in Köln. Köln, 11. August. Für den Start des Fliegers Könnecke vom Kölner Flughafen aus nach New Park sind alle Vorbereitungen getroffen. Auch das Faß Oel, das Könnecke hier übernehmen wird, liegt bereit. Das Flugzeug Könneckes wird auf dem hiesigen Flugplatz m einer isoliert stehenden Halle untergebracht werden. Die Startvorrich- tunaen wird ein Direktor der Easpar-Werke überwachen. Der Start in Köln erfolgt aus dem Grunde, weil das Rollfeld des hiesigen Flughafens in bezug auf Ausdehnung und Umgebung als für diese Zwecke besonders geeignet erscheint. Ein unheimlicher Patient. Ist er ein Mörder? In dos Tun und Treiben eines unheimlichen Menschen versucht die Mordinspektion der hiesigen Kriminalpolizei Licht zu bringen. Im Mai d. I. kam ein 28 Jahre alter Russe Wladimir Kolzow mit einem schweren Rückenschuß nach der C h a r i t ö. Er erzählte, daß er eine Schwester eines Franz Stempin. der in der Nähe von Angermünde wohne, mit einem Kinde habe sitzen laffem Aus Rache dafür habe ihn Srempin so schwer angeschossen. Das klang nicht besonders glaubwürdig. Die Grmitt- lungen ergaben, daß ein Franz Stempin in Angermünde und feiner ganzen Umgebung nicht bekannt ist. Er war auch sonst nicht zu finden. Es wurde weiter festgestellt, daß Kolzow, be- vor er nach der Charitö kam, schon mehrere Tage mit seiner Schuß- Verletzung in einem üblen Polenquartier in der Madeistraße gelegen hatte. Die zunehmende Verschlimmerung der Wunde hatte ihn end- lich gezwungen, das Krankenhaus aufzusuchen, das er wohl gern ver- mieden hätte. Er war noch nicht ganz wieder hergestellt, als er die Charitö heimlich verließ. Daß man es mit einem gefährlichen Menschen zu tun hat, unterliegt keinem Zweifel, denn Kolzow hat bereits im Jahre 1920 in Stettin einen Matrosen erstochen und ist dafür zu 2% Iahren Zuchthaus verurteilt worden. Jetzt ist aus Rathenow die Mitteilung eingelaufen, daß man ihn dort unter dem dringenden Verdacht eines auf dem Lande verübten Mordes festgenommen hat. Bei ihm fand man eine silberne Uhr mit Goldrand, die vielleicht einen Anhalt für weitere Ermitt- lungen liefert. Sie trägt das Zeichen„Union" Gorbogere Nr. 1603/26. Ueber 03 steht noch die Ziffer 40. Wer über die Herkunft dieser Uhr und sonst über das Treiben Kolzows etwas mitteilen kann, wird gebeten, sich bei Kriminalrat Gennat, Inspektion A im Polizeipräsidium, zu melden.___ Buch eine Unterschlagung. Eine halbhumoristische Angelegenheit. Weshalb der Schupowachtmeister H. eines schönen Tages, ohne ein Wort seinem Vorgesetzten zu sagen, den Dienst ver- ließ, bleibt>n Dunkel gehüllt. Bei seiner Vernehmung in der Vor- Untersuchung sagte er, er würde den Grund dem Gericht angeben. Vor Gericht erklärt« er, er wolle besser darüber schweigen, weil er sonst eine andere Person in dir Sache hineinziehen müsse. Der Polizeileuwant meinte aber, er müsse wohl Schulden gemacht haben. So oder anders: Jedenfalls verschwand der Schupowacht- meister nach sechsjährigem Dienst plötzlich, ohne vorher seine Sachen abgeliefert zu haben,©ein Spind wurde revidiert, und es stellte sich heraus, daß verschiedenes fehlte:«ine Drillich- sacke,«in Sporthemd, ein Paar Strümpfe, Hosen, ein Paar Schuh«, Kragenspiegel und Schulternummern. Man trat an H. heran, daß er den Wert der Sachen, etwa 1Z Mark, ersetzen solle. Er weigerte sich. Die Folg« war eine Anzeige wegen Unterschlagung. Er stand also vor dem Schöffengericht und hatte sich zu verant- worten. Er erklärte, er habe keine Sachen unterschlagen, s i e hätten schon bei der letzten Revision gefehlt. Das Hemd sei zerrissen gewesen. Ein Zeuge, Schupowachtmeister und früherer Kamerad des Angeklagten, mußte zugeben, daß es wohl möglich fei, daß die Sachen schon früher gefehlt hätten. Es fei ja üblich, daß man sich bei Revisionen, ganz wie früher beim Militär, fehlende Sachen ausleiht.„Wir wissen's ja," meinte der Vorsitzende,„wie es beim Militär gemacht wurde. Wurden die Ställe revidiert, so führte man ein Koppel fremder Pferde vor. da- mit alles klappte." Auch der Leutnant, der frühere Vorgesetzte des Angeklagten, konnte gegen dieses Argument des Vorsitzenden nichts einwenden. Wenn man Gäule als vorhanden vortäuschen konnte, weshalb denn nicht auch Drillichjacken und zerschlissene Sport- Hemden? Die Kragenspiegel sind zudem abgeschafft. Die Schulter- nummern haben, wie der Vorsitzende konstatierte, einen Wert von 0,0 Pfennigen. Und der Altertumswert der unterschlagenen Sachen macht« im ganzen nicht mehr als 3 Mark aus. Der Staatsanwalt beantragte F r e i s p r u ch. Das er- w eiterte Schöffengericht— als hätte das einfache bei diesem schwerwiegenden Fall nicht genügt— sprach den Angeklagten nach einer Minute Beratung frei. Die früheren Kameraden des H. beglückwünschten ihn zum günstigen Ausgang seines Prozesses. Ist die Polizeibehörde in diesem Falle etwa schiecht beraten worden? Das Zeugenaufgebot bestand aus drei Schupowacht- meistern und einem Polizeileutnant. Alles wegen „unterschlagener" Sachen, die einen Altwert von 3 Mark besaßen und die nicht einmal unterschlagen waren! Warnung vor einem Schwindler! Einen alten Trick benutzt ein Dieb, um sich Eingang in die Wohnungen zur vcischafsen. Er erscheint im Anzug eines biederen Töpfers vor der Wohnungstür und jagt, er sei vom Hauswirt oder Verwalter geschickt, um nachzusehen, ob die Oefcn alle in Ordnung sind. Bereitwillig, ja zum Teil hocherfreut, daß endlich notwendige Reparaturen gemacht werden sollen, lassen ihn die Mieter ahnungslos in die Zimmer. Hier sieht er sich die Oesen an und läßt, wenn unbeobachtet, alles mitgehen, was ihm schnell erreichbar ist. So bestahl er dieser Tage eine Frau in der Zimmcrstraß« um 10 M., die sie im Portemonnaie in der Markt- tasche zu liegen hatte. Zu spät merkte die Frau, daß sie einen gemeinen Dieb in die Wohnung gelassen hatte. Unsere Hausfrauen sollten weniger vertrauensselig sein. Äie Silbers�wärme 2� QJon SKeje Beach lRachdruck verbot« ÄutsrZfUrf« IXc&crfcfenas an» btm Englisch«» oon Jnlla Sioppsl „Ich hoffe, daß du das nächstemal mehr Glück haben wirst," fuhr sie fort.„Nicht, daß ich es überdrüssig bin, auf dich zu warten, aber ich fange an alt zu werden. Weißt du, daß ich fünfundzwanzig Jahre alt bin?" „Ich weiß nur, daß du schöner bist als irgendeine Frau in der ganzen Welt!" Sie hörten jetzt ein leises Geräusch vor der Tür zur Bibliothek, und im nächsten Augenblick lag das Zimmer, in dem es ganz dunkel geworden war, ohne daß sie es bemerkt hatten, in hellem Licht. Die Portiere wurde zur Seite ge- schlagen, und in der Türöffnung stand Wayne Moyland. „Ah, da sind Sie jal Hawkens hat mir schon gesagt, daß Sie zurückgekehrt sind." Er ging arlf Boyd zu und gab ihm die Hand. Sein Wesen war freundlich aber formell.„Willkommen zurück! Sie sind lange fortgewesen, zwei Jahre, nicht wahr?" „Drei Jahre," antwortete Emerson. „Nicht möglich! Wie schnell die Zeit vergeht!" „Boyd hat mir von seinen Erlebnissen erzählt." sagte Mildred,„er wird mit uns speisen." „Hm." Herr Wayland schien nicht sonderlich begeistert. „Und Sie sind natürlich wie Pizarro zurückgekehrt, mit allem Golde der Utas beladen? Oder kehrte Pizarro gar nicht zurück, blieb er nicht an der fremden Küste?" Der alte Herr lachte über seine eigene Ungebildetheit. ,'�Ich nehme an, daß Pizarro ein besserer Goldgräber war als ich!" Boyd lächelte gezwungen. „Wollen Sie nun hierbleiben?" „Nein, ich kehre in einigen Wochen nach Alaska zurück." Herrn Waylands Freundlichkeit schien aus eine feine Weise zuzunehmen. „Ich bedaure, mein lieber Emerson, daß es Ihnen nicht geglückt ist, sich ein Vermögen zu erwerben. Aber reich oder arm, bei Ihren Freunden sind Sie stets willkommen. Ich freue mich, daß Sie mit uns speisen wollen, denn ich interessiere mich sehr für Alaska und möchte Ihnen einige Fragen stellen." 10. Es war fast Mitternacht, als Emerson ins Hotel zurück- kehrte. Weil er noch zu erfüllt war von seinem Wiedersehen mit Mildred, um zu schlafen, schlenderte er noch durch die Halle in den pompejanischen Saal, wo nach dem Theater ein elegantes Publikum zu speisen pflegte. Es war sehr voll, und indem er langsam durch den Raum schlenderte, um einen Platz zu suchen, dachte er, wie unter all diesen Menschen kein einziges bekanntes Gesicht mehr war. Da er keinen leeren Platz mehr fand, wollte er gerade kehrt machen, als er seinen Namen hörte und einen kräftigen Schlag auf seinem Rücken fühlte „Boyd Emerson! Bist du's!" Er drehte sich um und sah in das blasse lächelnde Gesicht eines jungen Mannes. „Hallo. Alton!" Sie schüttelten sich die Hände wie alte Bekannte, Alton Elydes Wesen drückte herzliche Wiedersehens- freude aus.> „Nun, wie ist es dir oben in Nebraska ergangen?" „Alaska." „Richtig. Die beiden Namen verwechsle ich immer. Komm, setz dich zu mir. Wir wollen ein Willkommensglas zusammen trinken. Auch habe ich etwas mit dir Zu besprechen. Merkwürdigerweise habe ich gerade heute einen Mann aus Clondike getroffen. Einen Prachtkerl! Du mußt ihn kennen lernen. Sein Name ist Frölich. Aber er ist weder Holländer noch Deutscher. Hast du ihn vielleicht dort oben getroffen?" „Ich glaube kaum." „Komm mit, er wird dir gefallen." Clyde führte Emerson zu einem Tisch, während er fort- fuhr: � ,T>u weißt, ich bin von Gesinnung demokratisch, ich habe eine Vorliebe.für solche volkstümlichen Typen. Ich ginge auch gern nach Nebraska—" „Alaska." „— und hütete Herden, schösse mit Pistolen und juchheite. Ich bin wirklich ganz unzivilisiert geworden. Hier ist er! Herr Frölich, darf ich Ihnen meinen alten Freund Boyd Emerson vorstellen." Herr Frölich, der ihnen den Rücken zugekehrt hatte, schob jetzt seinen Stuhl zurück und drehte sich um— und Emerson blickte in Fräsers Gesicht. „Das ist doch unglaublich!" rief Emerson zornig. Und indem er sich an Clyde wandte, sagte er:.»Dieser Mann heißt Fräser und ist der größte Lügner im ganzen Lande. Wenn du nicht acht gibst, verkauft er dir im Handumdrehen eine hydraulische Mine oder eine Gummiplantage. Hinter seiner Gaunerei verbirgt sich ein ganz ordentlicher Mensch, dem ich es zu verdanken habe, daß ich jetzt hier stehe." Clyde fing furchtbar an zu lachen:„Das ist großartig! Das ist unbezahlbar! Den ganzen Abend habe ich mir Lügen- geschichten aufbinden lassen wie ein Junge, der Indianer- geschichten verschlingt. Ha! Ha! Ha! Ich muß Sie unbedingt meinen Freunden vorstellen. Herr Fröl-, Herr Fra- oder wie Sie heißen?" Fräser machte eine gekränkte Miene, worüber der junge Mann noch mehr lachen muhte. Er stieß seinen Stock gegen die Erde, klopfte den Fußboden mit seinen Lackschuhen und weinte Freudentränen. „Worüber lachen Sie?" fragte der Abenteurer drohend. „Wo ist George?" fragte Boyd. um abzulenken. „Ich nehme an. daß er- in seinem Bettchen liegt", ant- wortete Fräser steif.„Schon um neun Uhr gähnte er wie«in dressierter«Seehund. Darum machte ich die Bekanntschaft dieses— ," er zeigte auf den lachenden Clyde,—„in Ermangelung von etwas Besserem." „Hast du Georg« begleitet, wie ich dich bat?" „Gewiß. Nachdem die Dame mit der Behandlung seiner Tatzen fertig war, zeigte ich ihm die Rutschbahn. Dann kehrten wir ins Hotel zurück. Den Abend hat er im Keller bei dem Mechaniker verbracht." „Sag mal, Boyd, Haft du noch so ein Exemplar auf Lager?" fragte Clyde. „Balt ist der völlige Gegensatz zu Fräser. Er ist Fifch«r und hat noch nie eine große Stadt gesehen.", „Er nimmt Unterricht bei einer Maniküre," sagte Fräser, „jeden Tag läßt er sich seine Nägel polieren, es kitzelt so an- genehm, sagt er." „Beim Himmel!" rief der junge Mann,„den muß ich kennenlernen! Ich will ihm auf meine Kosten die Stadt zeigen! Es soll ein historischse Ereignis werden. Ueberlaß ihn mir, bitte, ich langweile mich so furchtbar." „Wir haben keine Zeit, wir sind in Geschäften hier," sagte Emerson. „Geschäft," bemerkte Clyde.„Das klingt interessant. Ich habe schon seit mehreren Jahren niemanden getroffen, der sich mit etwas veschüftigte. das der Mühe wert gewesen wäre. Es muß ein herrliches Gefühl sein, etwas Ordentliches auszu» richten. Ich wünschte, ich hätte ebenso viel Glück wie du, Boyd."(Fortsetzung folgt.) Herlins Ilaggenfthmuck. Durch die Hugenberg-Brille gesehen. „W«r in Verlin republikanisch fühlt— und das ist die über- wältigende Mehrheit der Bevölkerung—. hat heute die schwarzrot- golden« Fahne gehißt oder zeigt auf der Straße das Symbol von Demokratie und Republik im Knopflochs So stellten wir gestern abend in sachlicher Würdigung der Tatsachen fest, und in der Ueberschrift sagten wir mit Recht:„Flagge neben Flagge." Jeder Republikaner wird die gleiche Freude und Genugtuung empfunden haben wie wir. Es gibt aber auch andere Beobachter. Sie sitzen in der Zimmer- straße im Scherl-Haus und haben sich eine antirepublikanisch patentierte Hugenberg-Brille aufgesetzt. Sie hat die segensreiche Wirkung, daß man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, und so schreibt denn die„Nachtausgabe" des„Tag" in ihrer dreispaltigen Ueberschrift von einem„Flaggenfiosko in Berlin". Es war„fast überall Interesselosigkeit" festzustellen. Ein bedauernswertes Bölkchen ist doch die Leserschaft dieser Hugenberg-Presse. Die Leute gleichen den Königen von einst, die bekanntlich die Wahrheit nicht hören konnten. Weil ihnen näm- lich sonst ein Kirchenlicht ausgehen könnte. Noch mehr aber sind die Herren Redakteure und Journalisten des Hugenberg zu be- klagen: Sie können die Wahrheit nicht sagen, weil ihnen sonst der hohe Inhaber des pp. Geldsacks aus dem Ruhrgebiet her eine kräftige Kopfnuß versetzt. Darum also„beobachten" sie auf ihre Art. Aug Potsdam berichten sie, daß man an einem Fahnenstock die„schwarzrotgelbe" und die preußische Fahne herausgesteckt hat, und zwar die schwarz- rotgelb« über der schwarzweißen, so daß die preußische Fahne in Wirklichkeit auf Halbmast geslaggt ist.„Schwarzrntgelb" ist übrigens die durchaus passende Bezeichnung für ein Organ der größten Regierungspartei des Reiches. Sollte diese tiefgründige Weisheit des Nachtblattes etwa ihren Ursprung darin haben, daß tatsächlich ein Berliner Hausbesitzer, dem wirkliches natio- nales Ehrgefühl fehlt, gestern die schwarzweißrote Parteiflagge m der Lüneburger Straße auf Halbmast setzte? Derartige ver- einzelte Flegeleien werden die deutsche Republik freilich nicht in ihren Fugen erschüttern. Der„L o k a l- A n ze i g e r" läßt sich von einem seiner Bericht- erstatter dieses schreiben:„Auf meiner etwa acht Kilometer langen Fahrt von der Müller straße bis zum Halleschen Tor habe ich in der langen Friedrich- und Chausseestraße zirka 150 Fahnen gezählt, diejenigen mit«inbegriffen, die an den Ein- gängen der Untergrundbahn angebracht waren." Und zum Schluß heißt es:„Im ganzen genommen kann man vielleicht sagen, daß e i n Prozent der Berliner Häuser Flaggenschmuck aufweist." Eine famos« Rechnung! Friedrich- und Ehausseestraße zählen zusammen 381 Häuser, die Untergrundbahnhöfe aus der Strecke, pro Stück zu zwei Fahnen gerechnet, verbrauchen 22 Fahnen, es verbleiben also aus 381 Häuser 138 Fahnen, was zwar keinen Satz von 1 Prozent, sondern einen solchen von 36,2 Proz. ausmacht. Vorausgesetzt, daß die Zählung des Hugenberg-Knaben keine Milchrechnung war. Di« Vertretungen höherer Behörden pflegen nicht selten im Hotel Adlon, im Kaiserhof, Esvlanade und Fürsten- h o f Banketts zu veranstalten. Diese Luxushotels waren würde- los genug, gestern überhaupt nicht zu flaggen. Das Hotel E x c e l f i o r hatte zwei Reichsfahnen gehißt. Was wir«höheren Orts" zu notieren bitten! Im großen und ganzen ober dürfen wir den Hugenbergern ge- stehen, daß sich die Republik recht viele„Flaggenfiaskos" nach dem gestrigen Muster wünscht! Die Fahne als Wanderpreis. Das Bezirksamt Prenzlauer Berg stiftete zur vor- jährigen Bsrfassungsfeier einen Wanderpeis in Gestalt einer seidenen ich wa r z r o t g o l d e n e n Fahne, die bei der gestrigen Feier von den Sportabteilungen der Schulen im Bezirk erneut auszukämpfen war. Daneben hat jede Schule mit Sportabteilung, 35 an der Zahl, zur diesjährigen Berfas- sungsfeier«ine Fahne erhalten. Das Preisrichterkollegium hatte eine schwere Aufgabe, so daß die Entscheidung sich ziemlich in die Länge zog. Di« Gemeindeschule, die im Vorjahre den Wander- preis errungen"hatte, konnte ihn nicht behaupten. Sie behält die Schleife, während sie die Fahne an die 15.(Schinkel-) Real- schule in der Carmen- Sylva- Straße abgeben mußte, die 480 Punkte zu verzeichnen hatte. Nach der Preisverteilung durch Bürgermeister Dr. O st r o w s k i bildete die Sportjugend mit ihren Fahnen einen Zug, um mit Musikbegleitung den Wanderpreis der siegreichen Schule im Triumph zuzuführen. Nach einer kurzen An- spräche des Bürgermeisters, nahm der Rektor der Schule, Prof. K n a u f f, das Banner in Obhut. Die weiteren Preise, bestehend in wertvollen Büchern, ver- teilen sich wie folgt: 1. Preis: Königstädtisches Oberlyzeum mit 471 Punkten: 2. Preis: 197. Mädchenschule(weltliche Schule) mit 430 Punkten: 3. Preis: 42. Knabenschule 420 Punkte: 4. Preis: 309. Knaben- schule mit 420 Punkten: 5. Preis: 74. Knabenschule, 410 Punkte: 6. Preis: Hecker-Realschule 407 Punkte. Außerdem bei Werbespielen beim Schlagball: Hecker-Realschule 43: 6, 209. Gemeindeschule 35: 5, Fußballspiel: Schinkel-Rcalschule 6: 0, 286. Gemeindeschule 2: 0, 303. Gemeindcschule, 1. Mannschaft, 7: 0, Luisenstädtisches Gymnasium ohne Angabe. Barlauf: 42. Knabenschule 33: 18: Faustball: Königstädtische Oberrealschule 59: 58. Bei Volkstänzen erhielt einen Preis die 197. weltliche Schule. * verfassungsfeler Im" 13. Bezirk Tempelhof. Die SPD. des Bezirks Tempelhof veranstaltet am Sonnabend, dem 13. A u g u st, von 4 Uhr nachmittags ab eine Verfassungsfeier im Garten und den Gesamträumen des Gesellschaftshauses Graszel in Mariendorf, Chausieestr. 305. Nach den ge- troffenen Vorbereitungen wird sich diese Feier zu einem eindrucks- vollen Volksfest gestalten, zumal sie die einzige Verfassungsfeier an diesem Tage für die Parteigenossen nicht nur des 13. Bezirks, son- dern Berlins überhaupt ist. Da alle umliegenden Bezirke einge- laden sind, und auch die Gauleitung Berlin-Brondendurg des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold alle in Berlin anwesenden Käme- raden hingewiesen hat, die Feier zu besuchen, wird diese Veran- staltung der Tempelhofer Genossen«in starkes Bekenntnis zur Re- publik und zur Weimarer Verfassung werden. Um die Unterhaltung der Kinder bemühen sich die Kinderfreund«. Der Eintritt kostet an der Abendkasse 80 Pf., im Vorverkauf 50 Pf. Karten sind zu haben in den Konsumverkaufsstellen und bei allen Funktionären der Partei. Ein Gerichtsurteil. Auch Richter können sich irren! Mit einem Wiederaufnahmeverfahren durchdringen, bedeutet un- gefähr fo viel, wie das große Los gewinnen! Ein rechtskräftiges Urteil kann eben nicht auf irrtümlicher Grundlage aufgebaut fein.(!) Und von einem Richter das Eingeständnis zu erwarten, daß«r sich geirrt habe, bedeutet eine Zumutung ohnegleichen. Ob ein Wieder- aufnahmeverfahren stattfinden soll oder nicht, bestimmt aber be- kanntlich das gleiche Gericht, das das Urteil gefällt hat. Dieses soll also in aller Oeffentlichkeit eingestehen, daß es sich geirrt habe. Den seltenen Fall einer Gerichtsverhandlung auf Grund eines Wiederaufnahmeverfahrens erlebte man gestern in Moabit. Die Sache hatte jedoch einen Haken: das Verfahren war nicht zu- g u n st e n des Angeklagten, sondern zu dessen Ungunsten wieder aufgenommen worden. Der Staatsanwalt hatte es mit Erfolg be- trieben. Ob ein Angeklagter unter gleichen Umständen Erfolg ge- habt hätte, mag dahingestellt bleiben. Besonders pikant wurde aber die Angelegenheit dadurch, daß ein Meineidsverfahren gegen einen Zeugen im ersten Prozeß die neue Tatsache geliefert hatte, die erforderlich war, um das Wiederaufnahmeverfahren zu ermöglichen. Zur Sache selbst! Sie führt in eine recht üble Um- gebung. Kontrollmndchen, Prostituiertenbehausungen, Zuhälter. Trotzdem keine der üblichen Zuhältergeschichten. Die Hauptfigur, ein 52jähriger Arbeiter N., ein fleißiger Mensch, Vater eines zwölf- jährigen Jungen» der seinen ganzen Verdienst stets seiner Familie zukommen ließ. Das Wohnzimmer vermietete aber das Ehepaar an Kontrollmödchen. Für 5 M. täglich bei voller Verpflegung. Es galt darauf acht zu geben, daß das Pensionsgeld auch regelmäßig entrichtet würde. So begleitete der besorgte Pensionsvater seine Mieterin auf ihren Wegen, brachte sie auch manchmal nach Hause, ließ sich einige Male von ihr in Lokalen freihalten. Seinen Be- kannten, die auch an Kontrollmädchen ihre Zimmer vermieteten und sich bei ihm darüber beklagten, daß sie ihre Miete nicht pünktlich bekämen meinte er:„Ich bekomme meine Miete immer pünktlich, das Mädel steht unter meiner Fuchtel, dafür gewähre ich ihr auch Schutz." Wie es in diesem Milieu öfters vorzukommen pflegt, flog eines Tages ins Polizeipräsidium eine Denunziation: der um sein Pensionsgeld so besorgte Zimmerwirt wurde der Zuhälterei bezichtigt. Das Kontrollmädchen L., das über ihr Verhältnis zu ihren Wirt vernommen wurde, erklärte unter Eid, daß er sie tat- fächlich, wie oben geschildert,„beschützt" habe. N. mußte sich nun wegen Zuhälterei verantworten. Die L. nahm aber in der Gerichts- Verhandlung unter dem Eide ihre Bezichtigung zurück. N. wurde von der Anklage der Zuhälterei freigesprochen und nur wegen Kuppelei verurteilt: gegen die L. aber ein Meineidsver- fahren eingeleitet. Im Januar dieses Jahres verurteilte sie das Landgericht I zu einem Jahr, drei Monate Zucht- haus. Nach dem Urteil ließ sie sich vorführen und erklärte, daß sie tatsächlich die Unwahrheit gesagt habe. N. habe ihr Zuhälterdienfte geleistet. So war die neue Tat- s a ch e gegeben: die Staatsanwaltschaft beantragte das Wieder- aufnahmeverfahren und gestern konnte vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte die neue Gerichtsverhandlung stattfinden. Mit Aus- nähme eines Ehepaares und der L. selbst sagten alle Zeugen, größten- teils Kontrollmädchen, von denen manche bei N. gewohnt hatten, Zugunsten des Angeklagten aus. Das Gericht verurteilte ihn jedoch zu sechs Monaten Gefängnis. Der Tatbestand der Zuhälterei, hieß es in der Urteilsbegründung, fei schon allein darin gegeben, daß N. seine Mieterin bei der Ausübung ihres Erwerbs begleitet habe, um sich auf diese Weise seines Pensionsgeldes zu sichern. Der Angeklagte will Berufung einlegen. Wie unsympathisch der Verurteilte auch erscheinen mag, man konnte leise juristische Zweifel nicht unterdrücken: War der Begriff der Zuhälterei hier doch Nicht allzu weit gefaßt worden. Das Ausschlaggebende bei der ganzen Angelegenheit bleibt aber die Tatsache, daß in diesem Falle einem Wiederaufnahmevevfahren stattgegeben worden war, und daß ein rechtskräftiges Urteil vom gleichen Gericht umgestoßen wurde, weil es auf einer falschen Grundlage beruhte. Raubüberfall in Berlin O. Ein verwegener Raubüberfall wurde gestern nachmittag im Osten Berlins auf den 67jährigen Bauarbeiter Thomas K. aus der Dödikerftr. 6 verübt. K. betrat an der Ecke Breslauer und Koppen- straße eine Bedürfnisanstalt. Plötzlich wurden ihm von einem Burschen von hinten mit einem Tuch die Augen zuge- halten. Zwei andere Burschen umklammerten den Ahnungslosen und raubten ihm die Brieftasche mit 390 Mark Inhalt. Dann ließen die Täter von ihrem Opfer ab und flüchteten. K., der zu Boden gesunken war, kam bald wieder zu sich und rief laut um Hilfe. Mit ihm nahmen Passanten die Verfolgung der flüchtigen Täter auf. Während es zwei von ihnen gelang, zu entkommen, konnte der Dritte, ein 21jähriger wohnungslofer Fritz V o l- kammer,< eingeholt und verhaftet werden. Cr wurde der Kriminalpolizei übergeben. Man hatte in V. insofern«inen guten Fang gemacht, als man bei ihm die geraubten 390 Mark vorgefunden wurden. Von den anderen Räubern fehlt noch jede Spur. Der Bogenschütze in der Rumpelkammer. Im Frühjahr dieses Jahres wurde der Bogenschütze von Sanssouci aus dem Sizilianischen Garten entfernt, weil er angeblich den Gesamteindruck dort gestört haben soll. Das Bronzewerk sollte dann auf dem Luftschiffhafen Aufstellung finden. Dann wieder wurde das Stadion im Grunewald als Standort genannt. Wo aber ist der Bogenschütze heute? Seit Monaten liegt er in einer Kammer des Schlosses Charlottenhof. Der Fußgängersteg Stralau-Treptow. Nachdem zwischen Stralau und Treptow im vorigen Jahr der schmale Fußgänger- ftegs längs der Treptower Eisenbahnbrücke verlängert wurde, werde» jetzt auch die Rampen auf der Südseite auf 6 Meter ver- breitert, um den lebhasten Fußgänger- und Ausslüglerver- tehr besser als bisher, über die Spree leiten zu können. Die Ar- Veiten dürften noch in diesem Jahre beendet sein. Auch ein„Kassierer". Seit Januar trieb ein Schwindler sein Unwesen, der jetzt unschädlich gemacht werden konnte. Ein 30 Jahre alter früherer Bankbeamter Otto Thiele ans Magdeburg war wegen Krankheit aus der Untersuchungshaft entlassen. Gegen ihn ichwebt ein Bersahrcn wegen Doppelehe, Betruges und Urkundenfälschung. Sobald er sich wieder auf freiem Fuß befand, ersann Thiele einen neuen Trick. Mit Hilfe eines Blocks Quittungen und eines gefälschten Stempels kassierte er als„Be- auftragter der Feuersozietät" bei Hauswirten und Ver- maltern.Beträge bis zu 100 Mark ein. Gestern erkannte ihn ein Betrogener in der Potsdamer Straße und ließ ihn festnehmen. Thiel« hat bisher 2 6 Fälle eingeräumt. Freie Fahrt zur„Rekofa" Berlin 1927! Um dem für die am kommenden Sonnabend zur Eröffnung gelangende„Rekofa"(Reichs- ausstellung für Kolonialwaren und Feinkost sowie dazugehörende Bedarfsgegenstände) zu erwartenden: Andrang zu genügen, hat das Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkeh�samt der Stadt Berlin auch bei dieser Veranstaltung wieder mit den maßgebenden Ver- kehrsanstalten die Abmachung getroffen, daß, falls die Ein- trittskarten bei den Stationen der Hoch- und Untergrundbahn, der Stadt und Ringbahn sowie bei denen der ersten Zone der Vorortbahn und bei den Schaffnern der Straßenbahnlinien: 53, 72, 75 und 93 zum Preise von 1,50 M. gekauft werden, frei« Hin- und Rückfahrt ge- währt wird. Die Ausstellung, die beide. AutoHollen füllen wird, ist täglich von 10 bis 10 Uhr(Einlaß bis 1410 Uhr) geöffnet. Englisch für Freunde internationaler Kleinarbeit. Im September und Oktober werden wieder neue Arbeitsgemeinschaften für Anfänger gebildet, die einmal wöchentlich von 146 bis 148 Uhr und von 8 bis 10 Uhr im Zentrum der Stadt tagen sollen. Bestehende Zirkel und Klassen nehmen gleichfalls noch einige Teil- nehmer mit Vorkenntnissen auf. Man erlernt die Fremdsprache wie die Muttersprache. Große Wandbilder unterstützen den Unter- richt in hervorragender Weise, so daß niemals eine Ermüdung ein- tritt. Deutsch wird soweit wie möglich vermieden. Der Beitrag für den Nachmittagszirkel ist auf 1 Mark j e Schüler und Stunde festgesetzt: für die Abendklasten sind 1 Mark je Abend zu entrichten. Am Kursusende kann jeder Teilnehmer mit englischen Gesinnungsfreunden korrespondieren, Bücher und Zeitungen au»- tauschen und sich gegenseitig besuchen. Es ist bereits der zweite Sommer, der diesen Plan verwirklicht sieht! Adressen stehen durch die Vereinigung der Freunde internationaler Kleinarbeit(Genosie Dr. A. Paetz, NW. 21, Stromstraße 58) zur Verfügung. Genossinnen und Genossen, sowie mit uns Sympathisierende, denen die Erlernung� der englischen Sprache zugleich als Mittel zur Völkerversöhnung dienen soll, wollen ihre Anmeldung ehestens einsenden an den Kursusleiter, Genossen W. F l o e r k e, SW. 19, Kurstraße 32, langjähriger Lehrer städtischer Fortbildungsschulen in England und Schottland. lieber die Zugangswege zum Plößenseer Freibad gehen uns berechtigt« Klagen zu. Der Weg zum Moabiter Schützenhaus, zum Bad und weiter zum Johannes-Friedhof besteht nach Regenwetter aus Schlamm, und bei der jetzigen Hitze aus tiefem Sand, der bei dem starken Verkehr zu einer unerträglichen Staubplage wird. Die Befestigung des Weges dürste ohne erhebliche Kosten aus- zuführen sein. Vlindenarbeilen der Städtischen Blindenanstalt. In der Städti- schen Blindenanstalt, Berlin SO 36, Oranienstraße 26, sind von den dort beschäftigten Blinden auch in diesem Jahre für die Reisezeit Hängematten aus besten Rohstoffen gefertigt worden, die im Verkaufsraum der Anstalt werktäglich von 8 bis 19 Uhr in großer Auswahl zum Verkauf stehen. Außerdem können sehr preis- werte Reisekörbe empfohlen werden. Zu jeder gewünschten Aus- k u n f t ist die Geschäftsleitung der Städtischen Blindenanstalt unter Fernruf Mggistrat 266 und Moritzplatz 972 gern bereit. Die„Freie Arbeiter-Slenographev-vereinigung Groß-Verlws" weist daraus hin, daß ihre FortbUdungSlurse und Uebunasabende bei Eröffnung der Schulen wieder regelmäßig abgehalten werden und zwar: Neu- k ö l l n jeden Dienstag stzld Uhr) im Realgymnasium, Kaiser- Friedrich-Straße(sür niedrige Geschwindigkeiten): Ncülölln jeden Freitag ('1,8—'1,10 Uhr) im Realgymnasium, Kaiser-Friedrich- Straße lsür höhere Geschwindigkeiten): Osten jeden Freitag('tJ8—'l,l0 Uhr) in der Ge- meindeschule, Memeler Str. 24(für höhere Geschwindigkeiten); Osten jeden Dienstag('Iß—'1,(0 Uhr) in der Gemcindeschule, Frankfurter Slllc« 37 lsür niedrige Geschwindigkeiten). Neuanmeldungen werden jederzeit dort- selbst angenommen.— Schon heute machen wir darauf ausmerksam, daß im September unsere Ansöngerkurse wieder beginnen. Schriftliche An- fragen beantwortet Walter Riedel, Bcrlin-Spandau: Wustcrmarker Straße 10, I. Das Arbellersportkarkell für Ober- und Biederschöneweide-Zohauvielhal hält am Sonntag, dem 1s. d. M., seinen Reichsarbeitersporttag aus dem städtischen Sportplatz Sodowa, Köpenicker Straße, ab. Antreten der Vereine 12 Uhr 30 Min. auf dem Marktplag in Oberschönewcide, Ab- marsch des FeitzugcS um 1 Uhr, Beginn der Spiele aus dem Platz 2 Uhr. Vollzähliges Antreten der Vereine Pflicht. Rege Beteiiioung der Partei- genossen und Gewerkschastler sehr willkommen. Schreckenstat eines Geisteskranken. In Euskirchen bei Köln wurden der Gutsbesitzer Freiherr von Mallinckrodt, ein Verwandter des früheren rheinischen nationalliberalen Führers, und seine Gattin am Donnerstag von i h r e m Gutsförster erschossen. Bei dem 76jährigen Förster, der bereits seit 31 Iahren im Dienste der freiherrlichen Fa- milie stand, hatten sich schon vor längerer Zeit Anzeichen von Geisteskrankheit gezeigt, auf Grund deren der Förster im vorigen Jahre in eine Irrenanstalt hatte gebracht werden sollen. Freiherr von Mallinckrodt hatte es jedoch vorgezogen, den Förster in seinen Diensten zu behalten. Als der Freiherr und seine Frau am Donnerstagmorgen eine Reise im Auto antreten wollten, trat der Förster an den Wagen heran und gab zwei tödliche Schüsse auf die Insasien ab. Hierauf verübte er Selbstmord. Hexenglauben in der Tschechoslowakei. Eine fast unglaubliche Nachricht kommt aus dem wenigst be- kannten Teil der Tschechoslowakei, aus Karpathenrußland; sie zeigt, daß dort noch der Hexenglaube im Schwung ist. In der Gemeinde S t a v n a galt eine 70 Jahre alte Bettlerin namens Boncura allgemein als H e x e und es gingen ungeheuerliche Gerüchte über sie um. Man wollte die Greisin mit dem leibhaftigen Teufel haben bei Nacht spazieren gehen sehen. Das Dorf wurde so erbittert, daß eines Nachls acht Bauernburschen mit Knütteln in die kleine Wohnung eindrangen, die Hexe fesselten, in den Wald schleppten und an einen Baum anbanden Dann trugen sie Holz hinzu und er- richteten«inen Scheiterhaufen, den sie auch anzündeten. Dann ent- liefen die Burschen. Eine Jagdgesellschaft hörte die Hilferufe und kam noch zurecht, die Alte vor dem sicheren Tode zu retten und die Burschen zur Anzeige zu bringen. Erösfnang des Posterholungsheimes inFreudenftadt Gestern wurde das neue Posterholungsheim eröffnet, das auf Grund des Schlußprotokolls zum Staatsvertrag zwischen dem Reich und Württemberg betreffend den Uebergang der Post- und Tele- graphenoerwaltung Württembergs an das Reich von der Oberpost- direktion Stuttgart schlüsselfertig hergestellt wurde. Es bietet Unterkunft für 68 Gäste. An Hauptröumen sind vorhan- den ein Speise- und ein Frühstückssaal, ein Lese- und ein Musik- zimmer, eine Liegehalle und eine Terrasse mit freier Aussicht. Prä- fident Metzger von der Oberpostdirektion Stuttgart dankte im An- jchluß an die Besichtigung all denen, die durch Arbeit jeglicher Art dazu beigetragen haben, das Heim zu erstellen, vor allem auch dem Verwaltungsrat der Reichspost. Skelettsunde in Mannheim. Bei der Aushebung eines Einzugs- schachtes bei den Umbauten im Kulissenhaus des National- theaters in Mannheim stieß man auf planmäßig neben- einander gelegte menschlicheEkelette. Schlielich wurde noch eine zweite Skelettschicht gefunden, so daß insgesamt neun S k e- lette ausgedeckt wurden. Die Skelette gingen zum großen Teil bei der Befreiung zu Bruch. Drei Schädel wurden dem Schloß- museum überwiesen. Ueber den Ursprung der Funde ist noch keineKlärung geschaffen. Sport. v- 2? Droßkampstag der Rüll-Areua am Savvlag. Nunmehr stehen auch die EinzeibeUen des großen Programms fest. Moeslops, Kaufmann, Fricke und OSzmella treffen sich im Großen Preis der Nütt-Arena für Flieger m sechs Zweierläufen. Dieselben Fahrer bestreiten ein Punkte- fahren über 30 Runden mit Wertungsspurts. DaS Mannschasts-Omnium, Knappe— Tonani gegen Ehmer— Dewols besteht auS einem Flicgerlamps, einem Mannschajls-Bersolgungsrcnnen, einem Punktesahren und einer Bahnrunde nach Zeit. Der Große Preis der Rütt-Arcna sür Steher, mit Sawall, Dederichs, Paillard und Thollembeek geht über 10, 20 und 30 Km. mit Gesamlstreckenwerlung. Zu den Amatcurrennen baben sich nicht weniger als 53 Fahrer gemeldet. Sie bestreiten ein Hauptsahren mit Vor- und Zwischenläufen, und ein langes Vorgaberennen. v-lchäst-z-it 9 5, Sonntags tO-2 Uhr. Aus Wunsch: Bertreterbesuch. brL /lus öen Bezirken. 13. Bezirk— Tempelhof. Die letzte außerordentliche Vezirksverfa-nmlung war aus '«und eines Antrages der SPD.-Fraktion einberufen worden, um über Hilfsmaßnahmen zu beraten für den durch die diesjährigen Unwetter stark betroffenen Ortsteil Lichtenrade. Die dort ansässigen Siedler leiden jetzt darunter, daß seinerzeit die Gemeinde- rerlretung duldete, daß eine Parzellierung ohne einheitlichen Grundsatz nach rein privatkapitalistischem Gesichtspunkt durchgeführt wurde. Jahrhunderte alte Entwässerungsgräben wurden zugeschüttet, um mit dem Lineal, ohne Rücksicht auf Bodenbeschaffenheit, einen Bebauungs- plan aufzustellen. Der Haus- und Grundbesitzerverein, der einige i�age vor der Sitzung eine Protestoersachmlung in Lichtenrade ein- lerufen hatte, wetterte natürlich nur gegen Groß-Berlin, das diealtenSündender früheren selbständigen Gemeinde Lichten- rode nicht schnell genug gutmache. Der Vertreter unserer Fraktion wies in seiner Begründung auf diese Protestoersanvnlung hin und betonte dabei, daß sich die Protestler in eisiges Schweigen gehüllt bätten, als der anwesende Vertreter des Bezirksamts auf die fehlen- d.n Mittel durch die stark oermindert« Anleihe hinwies und anregte, daß auch die Hausbesitzer selbst etwas tun müßten.— Weiter führte Genosse Hille aus, daß Hilfe unbedingt nötig sei, daß aber Berlin "ls größter Steuerzahler auch ein Anrecht auf R e i ch s h i l f e habe, "nd daß den Geschädigten, zu denen nicht nur die Grundbesitzer in Lichtenrade zu zählen seien, Entgegenkommen von der Steuer- Behörde gezeigt werden müsse. Weiter müsse man durch Unter- '.ützungen, Entschädigungen oder zinslose Darlehen >n Notleidenden zu helfen suchen. Endlich sei es auch notwendig, durch Ausbau der Kanalifations- und Entwässe- rungsanlagen Lichtenrade zu einem gesunden Wohnviertel zu machen. Der Antrag der SPD. würbe einstimmig an- aenommen. Ebenso wurde ein Dringlichkeitsantrag unserer Fraktion angenommen, worin das Bezirksamt ersucht wird, bei der Bauleitung der Nordsüdbahn dahin zu wirken, daß den aus- 'ührenden Unternehmern aufgetragen wird, in der Berliner Straße n Tempclhof die Erdmassen möglichst so zu lagern, daß die an- liegenden Geschäfte nicht unnötig Schaden erleiden. Verkauf des Seebads Rangsdorf. Das bekannte Seegut R a n g s d o r f an der Zossener Bahn, dessen Freibad alljährlich das Ziel Tausender von Erholungs- und Badelustigen, insbesondere der südlichen Berliner Vororte ist, wird demnächst seinen Besitzer wechseln, nachdem der jetzige es rar einem Vierteljahr zum Berkauf ausgeboten hat. Er steht nun- inehr in Berhandlungen mit dem Kreis Teltow, der einen Kaufpreis von 1 290 ovo Mark angeboten hat. Das Gut um- saßt insgesamt 300l1 Morgen vorwiegend Acker- und Wiesenland und Wald, davon rund 1000 Morgen Wasser mit dem beliebten See- dad und ungewöhnlich ergiebigem Fischreichtum. In diesem Zu- sammenhang sei erwähnt, daß der Rangsdorser See auch mach eine ganze Anzahl der so dicht vor den Toren der Reichshauptstadt j.'lten gewordenen Fischottern beherbergt, von denen«ine vor weni- gen Tagen in der Nähe des Freibades abgeschossen wurde. Die Verhandlungen mit dem Kreise Teltow stehen, wie w-ir von be- »eiligter Seite erfahren, dicht vor dem Abschluß. Welche Absichten der Kreis mit diesem umfangreichen Ankauf verknüpft, ist im Augen. blick noch nicht bekannt. Zu wünschen wäre dabei von der an diesem Bcsitzwechsel nicht uninteressierten Oesfentlichkeit, daß der Kreis Teltow den Ausbau des zwar landschaftlich herrlich gelegenen, mit seinen primitiven Einrichtungen jedoch den, gesteigerten Andrang des Publikums längst nicht mehr genllg«nd«n Seebades durch Verbreite- ivng des Strandes, Erweiterung der Bauten und Schaffung preis- iverter, auch für Minderbemittelte erschwinglichen Wochen- end-Unterkünfte in Angriff nehmen würde. Das Bedürfnis ist ohne Zweifel vorhanden.___ Das Narrenschlotz in Königswustcrhauscu. Was alles hat nicht die geschäftige Fama der Hohenzollernver- götterer aus dein Schlößlein in Königswusterhausen ge- i.mcht! Jedem Schuljungen wurde die Geschichte von den hier ab- gehalienen„berühmten" Tabakkollegien Friedrich» Wilhelms I. ein- l ebläut, in deren Kreis der König als„Erholung" von den Regie- i'ungsxejchäften geistreiche Gespräche mit Gelehrten geführt habe. D>e Wirklichkeit sah ganz anders aus. Das historische Rauch- z i m m e r von Königswusterhausen war weiter nichts als eine außerhöfische Stammkneipe, in der es roher zuging als in der ge- wohnlichsten Berliner Budike. Di« Kumpanei rauchte nicht nur aus langen holländischen Tonpfeifen, sie betrank sich auch bis zur Bewußtlosigkeit und überbot sich in Zoten. Dem verrohten 'iönig ges'el es, wenn einer nach dem anderen unter den Tisch kugelte. Blonderen Spaß macht« es viele Jahre lang dem Ge- mütsmenschen von Gottes Gnaden, seinen„Hosnarren", den Frei- Herrn Jakob von Gundling, total betrunken zu machen und mit >bi>i die rohesten Allotria zu kreiden. Diesem Hohenzollern galten nur die Soldaten etwas, nämlich als Ware! Die Gelehrten waren jur ihn Tintenkleckser und Schmierer. Professor Gundling zog er an >en Hof, um ihn zur Zielscheibe seiner Verspottung der gelehrten Be- rufe und seiner Nichtachtuna des Adels zu machen. Das ging so weit, daß er den studierten Hofnarren in den Freiherrnstand erhob, hm alle möglichen Staatstitel anhing und ihn sogar an Stelle des aroßen Leibmz zum Präsidenten der Akademie der Wissenschaften ernannt«. Als Gundling sein geplagtes Leben im Potsdamer Stadt- f bloß endete, befahl der Rohling auf dem Thron, den toten 5ios- narren.unter großen höfischen und militärischen Ehren auf dem Pornstedter Kirchhof in einem mit Kreuz und Spottversen versehenen -- Weinfaß zu beerdigen. Spätere Versuche, diese bodenlos ge- neine Verhöhnung als unwahr zu bestreiten, sind nie gelungen. �jele Jahrzehnte hindurch hat man täglich das gedankenlose Publi- tum den Saal des Tabakkollegiums, allerlei wertlose Hohenzollern- 'Pliquicn und die Schußlisten Friedrich Wilhelms besichtigen lassen. zVute besuchen nur noch wenige Ausflügler das zeitweise wieder oeöfsnete Schloß, in dem vorwiegend Gemeindebureaus unterge- bracht sind._ Znlernalionale Kleinarbeit. Die„Freunde internationaler Klein- arbeit", die in mühevollem Wirken Pionierdienste leisten, um die -'irkliche Verständigung zwischen den Arbeitern der einst„feindlichen" Länder zu vertiefen, hatten dieser Tage in Berlin wieder einmal eine Anzahl junger schottischer Genossen zu Gaste, die auch dem „Vorwärts" und dem P a r t e i a r ch i v einem Besuch abstatteten. Die jungen Freunde gehören der Jndependant Labour Party an, ie in Großbritannien die Ausbreitung sozialistischer Gedanken und Erkenntnisse mit Energie und Ausdauer betreibt. Sie brachten von den Genossen in Edinburg und Glasgow die offiziellen Grüße der dortigen Parteigruppen an die deutschen Genosien mit und die Per- sicherung, daß die JLP. im Geiste ihres Gründers Keir H-vdie immer für die international« Brüderlichkeit zu kämpjen bereit ift,< Die Arbeiten öes neuen Herlin. Bezirk Steglitz. Im Bezirk Steglitz hatte schon frühzeitig durch den„Zug nach dem Westen" die Bautätigkeit stark zugenommen. Der Bezirk bedeckt ein Gebiet von etwa 2700 Hektar. Er hat 146 000 Einwohner. Allein im Jahre 1S24 sind über 600 Wohnungen erstellt worden. Die praktische kommunale Tätigkeit war in den letzten Jahren sehr eingeschränkt, weil die notwendigen Mittel fehlten, um auch nur die wichtigsten Aufgaben zu erfüllen. Ein neues Gefundheils- und Standesamt. Mit verhältnismäßig recht geringen Mitteln ist es dem Bezirk in diesen Tagen gelungen, für das Gesundheitsamt geeignete Räume herzurichten. Bisher war das Amt in einem Quergebäude des alten Rathauses in der Schloßstraße untergebracht. Die Räume aber waren viel zu klein. Es fehlten die notwendigen sanitären und hygienischen Anlagen. Ein altes Miethaus in der P a u l s e n- st r a h e 48 ist nach langen Verhandlungen mit den städtischen Stellen in Berlin umgebaut worden und hat in diesen Tagen die einzelnen Abteilungen des Gesundheitsamtes aufgenommen. Nach den modernsten medizinischen Anschauungen wurden die einzelnen Abtei- lungen wie Säuglingsfürsorge, die verschiedensten Beratungsstellen in diesem neuen Heim untergebracht. Vorbildlich sind die Sprechzimmer der zur Untersuchung zur Verfügung stehenden Aerjte eingerichtet. Auch die in einem modernen Gesundheitsamt notwmdigen Isolier- räume fehlen nicht. Das Standesamt, das bisher in wenig würdigen Räumen im alten Rathaus untergebracht war, hat ein neues Heim erhalten. In einer Villa in der Grunewaldstraße wurden neue Räume in geschmackvoller Weise hergerichtet. Der Umzug des Standesamtes ist in dieser Woche erfolgt. Vor allem die Einwohner von Steglitz, die, abgesehen von dem standesamtlichen Trauakt, keine Feier in der Kirche veranstalten, werden diesen Umbau und die würdige Ausgestaltung des Standesamtes sehr begrüßen. Ein geschlossener Grüngürtel. Steglitz scheint der erste Bezirk zu sein, dem es geglückt ist, seinen Grüngürtel zu vollenden und damit eine Erholungsanlag« für die Bewohner des Bezirks zu schaffen. In allen Bezirken bestehen Pläne, die verschiedensten Parkanlagen durch Schaffung weiterer Grünflächen so zu verbinden, daß die Einwohner- die Möglichkeit haben, von einem Park in den anderen zu gelangen, ohne noch ein- mal durch Straßen oder aber durch ganze Stadtteile lausen zu müssen. In Steglitz sind Stadtpark und der Bethepark durch eine Reihe Grünanlagen am Tellowkanal miteinander verbunden. Der Ausbau des Zentralsportplatzes im Bezirk konnte in diesem Jahr fortgesetzt werden. Der Sportplatz, der in einer Ausdehnung von etwa 8 Hektar Grundfläche gebaut wird, hat in diesem Jahr zwei Uebungsselder, eine lOO-INeter-Laufbahn, die notwendigen Bahnen für Hoch- und Weitsprung erhalten. Auch eine Lager- und eine Spielwiese tonnten in diesem Jahr der Oesfentlichkeit zur Benutzung übergeben werden. Die Lagerwiese wird beschattet von alten Bäumen, die vor allzu heißem Sonnenbrand Schutz gewähren sollen. Für das nächste Jahr soll das Derwaltungs- und Umkleidehaus, deren Bau schon in diesem Jahr begonnen wurde, fertiggestellt werden. Zluch die für größere Wettkämpfe geplanten Kampfbahnen sollen im nächsten Jahre fertig werden. Geplant sind noch ein« Reihe von Tennisplätzen, ein weiteres Spielfeld und ein Schwimm- und Luft- bod. Der Sportplatz in der Ringstrahe konnte in diesem Jahr ver- größert werden und neue- Kabincnanlagen errichtet werden. Ein haus der Jugend. Durch«inen Brand wurde im vorigen Jahre die Baracke, in der für die verschiedensten Iugendverbänd« ein Heim errichtet war, ver- nichtet. Der Bezirk plant die Schaffung eines Iügendhauses. Di« Pläne sind dem Magistrat eingereicht. Dieser hat auch seine Zu- stimmung gegeben, Mittel konnten jedoch nicht bewilligt werden. Das Haus soll auf einem der Stadt gehörenden Grundstück in der Paulsenstraße gebaut werden. Neben den Räumen für die Jugend, einem größeren Saal für Veranstaltungen, wird es auch einen Kindergarten für noch nicht schulpflichtige Kinder enthalten. Außer- dem werden in diesem Hause Räume für eine Kinderlesehalle, sür ein Abendheim für alte Leute und Küche sür die Dolksspeisung vor- gesehen. Es ist zu hoffen, daß es dem Bezirk bald gelingt, diesen anerkennenswerten Gedanken zu verwirklichen. Verkehrsschmerzen des Bezirks. Die Derkehrswllnsche des Bezirks decken sich in vielem mit denen der anderen westlichen Bezirke. Insbesondere wünscht d;t Bezirk die Umgestaltung bzw. den Neubau der Brücke im Zuge der Giesen- dorfer Straße. Diese Brücke wird im Volksmund ollgemein „Schwarze Brücke" genannt. Sie ist heute völlig unzulänglich. Es ist geradezu mit Lebensgefahr verbunden, diese schmale Brücke zu passieren. Zahlreiche Unglücksfälle hat sie schon in den letzten Iahren verursacht. Durch Polizeiverordnung wurde sie zur Einbahnstraße erklärt. Das kann natürlich nur ein Notbehelf fein. Einmal bringt dies« Verordnung nur geringe Erleichterung für den Fußgängerver- kehr und zum anderen wird der Fuhrwerksverkehr sehr erschwert. Als Uebelstand wird es empfunden, daß für die Benutzung des Autobus, der Steglitz mit Lankwitz verbindet, ein Sondertarif gilt und daß die Linie nicht in den Umsteigeverkehr einbezogen ist. Die „Aboag" behauptet, daß diese Strecke' noch nicht rentabel sei und daß aus diesem Grunde auch die Umsteigeberechtigung nicht anerkannt werden könne. Dieser Standpunkt der„Aboag" ist darum schon nicht richtig, weil sicherlich die schlechte Benutzung nur auf das Fehlen Den zarten, buntfarbenen Getoeben nimmt hartes Reiben rasch das Leben. In liebevoll bestickten Leinen und Decken, feinen Wolisachen, bunten und weißen Gardinen, delikaten Roben und zarter Leibwäsche liegt auch im bescheidensten Haushalt ein großer Schatz verborgen. Lassen Sie ihn nicht durch scharfe Waschmitteh und schädliches Reiben zerstören- Pflegen und erhalten Sie ihn durch die nie versagenden Lux Scifcnflocken. Ihr milder Schaum erhöht die Dauerhaftigkeit aller empfindsamen Wäschestücke. Behutsam, ohne Reiben, zieht er allen Schmutz aus den Geweben heraus; und so rein und zart wie Ihre Wäsche, so weiß und weich sind nach dem Waschen auch Ihre Händel Und wie leicht ist das Waschen!- Eine Waschschüssel mit etwas Wasser, hierzu einen Eßlöffel voll Lux Scifcnflocken, und schon haben Sic den prächtigsten Schaum. Tauchen Sic ein Wäschestück nach dem andern hinein, drücken Sic den Schaum durch, aber reiben oder winden Sic nicht Dann noch gründlich spülen— und fertig sind Siel Zu fhrem Schutz: Lux Scilcnflockcn werden nur in Originalpaketen zu 50 und 90 Pfg. verkauft— nie lose. Für seidene Strümpfe sind nur Lux Seifen- Hocken gut genug. Li» SEIFENFLOCKEN •SUNUCHI» MANNHEIM Lux Scilenllocken schonen Ihre Hände ebenso wie OireWäsche. fwr Umstelgemöglichkeit zurückzuführen ist. Als weiteren Wunsch der Steglitzer Bevölkerung registrieren wir noch die Einrichtung eines zweiten Ausganges am Wannseebahnhos Steglitz und den Wunsch, daß alle Fernzüge in Lichterfelde halten sollen. Die Eisenbahndireklion verhält sich, wie bei den meisten Berliner Verbesserungswünschen, ablehnend. Man hat den Eindruck, als ob fi« Urväter-Einrichtungen ksnservieren möchte, chier geht es im Zeichen des Flügelrades im Schneckentempo. * Ferner wird die Badeanstalt im Bezirk, vor allem die Frauen- abteilung und die Abteilung für medizinische Bäder, erweitert. Des weiteren werden die Rathäuser in Lichterfelde und Lankwitz aufge- stockt, um neue Bureauräume zu schaffen. Auch der Bau einer Berussschule und einer Volksschule(Doppelschule) ist geplant. Baden im Schlachtcnsee verboten. Das Baden im Schlochtensee und in der Krummen Lanke außerhalb der Badeanstalt ist auf Grund der Polizeiverordnung des Herrn Polizeipräsidenten vom 1. Juni 1922 gänzlich verboten. Auch an der Verbindungsstrecke zwischen Pohle- See und Kleinem Wannse« darf auf Grund der Polizeiverordnung des Herrn Oberprä- stdenten vom 23. Juni 1923 nicht gebadet werden. Obwohl überall gut sichtbare Verbotstafeln angebracht sind, wird an den betreffenden Stellen immer wieder gebadet. In einer Anzahl von Fällen haben die Ucbertretungen schon zu empfindlichen Bestrafungen geführt, so daß eine erneute Warnung im Interesse des Publikums angebracht erscheint. Potsdamer Wanderfreund, so nennt sich der im Verlag Wittenbacher u. Co. soeben neu erschienen« Führer durch Potsdam und seine weitere Umgebung. Es ist ein ganz hervor» ragend gutes Werkchen, das weit von allem abliegt, was sich ge- meinhin„Führer" nennt. Die beiden Verfasser, E. Reiche und A. W i s a n o w s k i haben auf 269 Seiten einen Stoff zusammen- getragen, der außerordentlich gut verarbeitet und so fesselnd dar. gestellt ist. das man das kleine Büchlein in einem Zuge durchliest, wenn man mit den ersten Seiten begonnen hat. Wer mit dem „Wanderfreund" in der Hand Potsdam und Umgebung durch. wandert, der wird immer wieder neue Eindrücke in sich aufnehmen, neue Schönheiten entdecken! Eine tiefgründige geologisch« Ein» führung, die auf den neuesten Ergebnissen der Wissenschast beruht. regt den Wanderer zu eigenem, selbständigem Suchen und Forschen an. Ein aus gleicher Höhe stehender geschichtlicher Ueberblick' be- handelt das Werden und die Entwicklung Potsdams von der vor- geschichtlichen bis auf die heutige Z«it. Eine feinsinnige bau- und kunstgeschichlliche Plauderei weist auf die architektonischm Schön- heilen der Stadt hin. Rundgänge durch di« Straßen des Städt- cbens, durch Schloß und Part, Spaziergänge zum Heiligen-, zum Schwielow- und Seddinsee, Wanderungen, Dampfer, und Bootsfahrten sowie zwei ausgezeichnete Karten vervollständigen das wunderschöne kleine Wert, das sich ebenso gut Heimatbuch nennen könnte. Neben vielem anderen ist es sehr zu begrüßen, daß die Verfasser die Erzählung von dem Müller in Sanssouci, deren geschichtlicher Sachverhalt vollkommen ander» war, endlich einmal der Wahrheit gemäß behandelten. Ebenso berichtigt das Büchlein die Verdrehung des historischen Tatbestandes, die der Fremden- führer des Schlosies auch heute noch regelmäßig beim Zeigen des Voltaire-Zimmers seinen Güsten erzählt. Das kleine Werk, das für den Preis von 1,59 Mark erhältlich ist, verdient weiteste Der- breitung. Es gehört in die Hand des Wasserwanderers, des Rad- und Autofahrers, des Fußgängers, es bedeutet aber auch eine an- regende und genußreiche Lektüre für jeden, der sich auf den Gebieten der Volkskunde wie der Geschichte, der Kunstgeschichte wie der Geologie weiterbilden möchte. Republikanlsche Zugend. Zu einer schlichten Feier, anläßlich ihres ersten Beftehensjahr», hatte die republikanische Jugend von Hohen-Rcuendorf(Nordbohn) am 6. August ihre Mitglieder und Freunde ins Jugendheim«ingeladen. Ein großes Transparent am Eingang zum Heim und ein zweites, das beim Eintritt den Blick auf sich lenkte, kündeten von dem Geburtstag der„Jugend". Nach dem Gesang einiger Freiheitslieder eröffnete der Führer Otto Scharf- s ch w e r d t jun. Sie Feier mit dem Hinweis auf die erfreuliche Be- teiligung der Jugendlichen. Nach der Rezitation eine» Gedichtes von H e r w e g h und dem Gesang des neuen Kampsliedes der Truppe. hielt der Führer die Festrede. Dann übernahm die Gruppe ein Tisch- banner, das von einem Mädel zur Gründungsfeier angefertigt morden war. In zwanglosem Beisammensein endete das schön« Fest. Wellpanorama Friedrichshain. Für schaulustige Kinderaugen bringt das vom Jugendamt Friedrichshain eröffnete Wellpanorama in der Andreasstraße 16(Schule) immer wechselnde Programme. Landschaften und Stadtebilder, Volkssitten und-gebräuche zeigen sich dort-n bunter Reihenfolge. Das Panorama ist außer Donnerstags von 5 bis 9 Uhr abends geöffnet, Sonntags von 2 bis 19 Uhr abends. Eine Vorstellung(zwei Reiser.) kostet für Erwachsene 29 Pf., für Kinder 19 Pf. Die vom Jugendamt anerkannten Dereine erhallen auf Antrag bei gruppenweisem Besuch eine Ermäßigung. Seinen kS. Scburtntag beging am 11. August unser Abonnent Schlosser. meistere Heinrich 23 i c ck m a n n, NO 18, Paltsadenstr. 108. parteinachrichten für Hroß-Serlm riiisendnngen für dies- Rubrik find llrtP lg stet»*■»n,»qirkosekrrt-rlat. Berlin SWS«. Linden, trage 3, ygZZg!. H»l. 3 Tn». recht», ja richten. S. flrei« Wilmersdorf. Montag, 15. August, 20 Uhr, bei Andreas, Pfalz. burger Etr. 55, Sitzung des erweiterten ttreisoorstande». Pilnktliches Er- scheinen ist Pflicht. 13. ftrei« Tempelhof. Mariendorf, Marlenfelde. Sonnabend, 18. August, 17 Uhr, in Kellers Festsälcn, ZRariendorf, Chausseestr. 305, Verfafiungs. feiet. Festredner Genosse Ioh. Haß. Heule, Freitag. 12. August: Zungsozialisten. Gruppe Tcddiag-Gesundbrnnue«: 20 Uhr Arbeitsgemeinschaft Uber„Gelb. und Kreditpolitik" unter Leitung des Genossen Mark-Mitnitzki. Die älteren Genossinnen utid Genossen der TAI. find freundlichst«ingeladen.— Gruppe Süden: 20 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 8, Portrag:„Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der Republik." Referent Genosse Dr. Bruno Reumann. Morgen. Sonnabend. 13. August: 89. Abt. Die Genossen unserer Abteilung beteiligen fich an der Persassungs. frier der Tempelhofcr Genossen in Keller» Festfälen. Mariendorf. Chaussee- strotze 805. 88. Abt. Lichtenrade. 17 Uhr beteiligen sich sämtliche Genossinnen und Ge. Nossen an der Versassungsfeier in Mariendorf. Keller» Festsäle. Chaussee. stratze 805. 134. Abt. Puch und Röatgental. 20 Uhr Lokal„Für blauen Grotte', Inhaber Siebert, in Röntgental Verfassungsfeier. Festredner Genosse Han» Willige. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. Krei, Pankow: Sonnabend 17 Uhr Spiel in der Heide. Sonntag, 14. August, Fahrt. Näheres wird noch bekanntgegeben. * 9. Abt. Der Treffpunkt der Mitglieder der s. Abt. zum Waldfest auf der Spielwiese Iungsernheide ist 1Z51 Uhr Bahnhof Putlitzstratze. Di« Mit. glieder nehmen Fahnen mit. die beim Gcnossen Skoruppa. Wilsnacker Stratze 41, zu haben find. Eteedetafel öer Groß-öerltner partel«: Mitte: Leipzig.Fahrer Antreten 17� Uhr Bhf., Möckernstraße. Treptow(Kreis): Leipzia-Fahrer Abfahrt 17-% Uh« ihf. Tresfpunkt 17)� Uhr pünktlich Hochbahnhof Möckcrnbrücke.— Renkölla-Britz: Ortsvereinskassiercr:"M � Anh.«Vf., wiöckernstraßt. Trepto W Anh. Bhf. Tresfpunkt 17(4 Uhr pünktlich Hoch! itz: Ortsvereinskassiei-.. den Kaincradschaftskassierern ab räch Leipzig sind Fr., d. 12.,! I Straße 21, abzuholen. Die planmäßigen Zugversammlungen am 15. August fallen aus. Mo., d. 22.. 1914 Uhr, dafür Kameradfchastsperfammlung bei Thomählen, Hertzbergstc. 23._ _____ je 44. Diskussionsabend über:„Die Interessen der Jugend und das Konkordat." Am 13. und 14. August Wanderung: Bernau— Bogenfee. Treff. Punkt 18 Uhr Stettiner Bahnhof. Gäste willkommen. Der Loticrieverei»„Hoffnungslos" ersucht Lottcrievereine, die sich einer Protestkundgebung wegsn der letzten Lotterieunterschlcife anschließen wollen, sich zu einer Aussprache im Lokal von Ferdinand Kremm, Köpenickcr Str. 157, am Mittwoch, 17. August, 21 Uhr, einzufinden. Der Reichsschutzverbaud der Schwerhörigen veranstaltet am Sonntag. 14. August, eine Motorbootfahrt nach Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt 8>4 Uhr Anlegestelle Hallesches Tor. Fahrpreis hin und zurück 1,80 M. Da nur eine beschränkt« Anzahl Fahrkarten am Boote. W.....M... sich, vorher Karten vom Werbeleiter des Reickisfchutzverbandes der Schwer. hörigen, Herrn Gustav Bogt, Berlin-Reuköll», Echillcrpromcnade 1 III, onzu. fordern. Die Fahrt findet bei jeder Witterung statt, da Kajüten, und 2Z«r. Charlottenburg, Sden-Palasi, Kaiscr.Friedrich.EIr. 24. Reinickendors-Ost, Ka- st-nienwäldchen, R-stdenzstr. 109.— 17. August: Friedrichsfeldc, Restaurant Temp __„ agnerstr. 7.— 18. August: Grünau, Ecmeinschafts. hau» Alter Gutshof, Am Kallenberg. Hermsdorf. Restaurant„Zur Lütte". empel, Gudrun» Ecke t»h»f. 9........ Rofenthaler-Oranienburger Vorstadt, Defellschaftshaus Ew:ne. am Bahnhof. Münder Str. 42. straße 0/11. 19. August: Neukölln, Restaurant Karlszarten, Karlsgartcn. Ägypter- (rofma* fi Garant i tri- dzr lest* TahaK azrmmn Jfitniz BUDO Nr. 37S ♦ 44. Jahrgang 2. Seilage öes Vorwärts Ireitag, 12. Ttogast 1927 Das Realsteuerrahmengesetz. Seine Vorteile und seine Gefahren. Die Reichsregierung Hot nunmehr den Gesetzenwurf verab- schiedet, der unter der Bezeichnung»Steuervereinsachungs- S e s e tz"' die reichsrechtliche Regelung der Reatsteuern in Deutsch- land� bringen soll. Bei der Beratung des Finanzausgleichsgesetzes im Frühjahr 1327 war der A n st u r m gegen die Realsteuerbelastung autzerordentlich stark. Immer wieder unternahmen Unternehmer- organisationen und verschiedene politische Parteien im Reichstag den Versuch,«ine reichsrechtliche Einschränkung der Umlagebefuz- nis der Länder und Gemeinden herbeizuführen. Ms sich schlietzlich auch für den schärfsten Gegner offenkundig erwies, daß ohne«ine systematische Aenderung der Finanzausgleichsgesetzgebung eine Ein- nahmeverknappung bei den Ländern und Gemeinden nicht herbei- zuführen ist, wurde der Ausweg in der Form gefunden, daß man der Reichsregierung den Auftrag gab, bis zum Herbst den Entwurf einer Rahmengesetzgebung für die Realsteuern dem Reichstag vor- zulegen. Jede kritische Betrachtung des gegenwärtigen Zustandes der Realsteuererhebung in Deutschland führr zu dem Ergebnis, daß die zurzeit auf diesem Gebiet bestehende Zersplllkerung unhaltbar ist. Die Steuergesetze der einzelnen Länder weichen wesent- lich voneinander ab. Die steuerlichen Begrisssbestimmungen, die Abgrenzung des Kreises der Steuerpflichtigen, die Steuertarife, die Steuermarkmale, die Rechtsmitteloorschriften sind in fast allen Ländern oerschieden geordnet. Preußen hat in den letzten Jahren die Vereinheitlichung durchgeführt. Die weitgehende Selbständigkeit der Gemeinden, ihre Realsteuern zu ordnen, ist zugunsten einer ein- heitlicheren Regelung beseitigt worden. Dieser Zustand hat sich b e. währt. Er ist notwendig in einer Zeit, da infolge der Verkehrs- entwicklung und der ständigen Konzentration wirtschaftlicher Betriebe die einzelnen Gebiete des Reiches einander näher gerückt sind. Der gegenwärtige Zustand erfordert einen überflüssigen Ver- waltungsauswand sowohl bei dem Steuerfiskus als auch bei den Steuerpflichtigen. Die in Preußen erreichte Vereinheitlichung ist zudem ein Beweis, daß dieselben auch ohne Schaden in den a n d e- ren Reichsteilen durchgeführt werden kann: denn die wirtschaftlichen Verschiedenheiten Preußens in seinen einzelnen Landesteilen sind mindestens so groß wie die der einzelnen Reichsländer unterein- ander. Der Gesichtspunkt der Aufrechtcrhaltung einer selbständigen Ländergesetzgebung auf diesem Gebiete, der von den Vertretern des Partitularismus in den Vordergrund geschoben wird, kann für uns kein« Geltung haben. Deutschlands politische Reuorganisatlon ist aus sozialen und wirtschaftlichen sowie finanziellen Gesichtspunkten an sich eine drin- gende Notwendigkeit, keinesfalls darf die nolwendige Entwicklung auf dem Gebiete des Steuerrechtes dadurch verhinderz werden, daß man auf überlebte Souveränitätsbegrisse der Länder Rücksicht nimmt. * Der Regierungsentwurf. Der Entwurf, den das Reichskabinett zurzeit dem Reichsrat vor. gelegt hat, versucht einen Weg zu gehen, durch den einerseits die notwendige Angleichung der steuerrechtlichen und materiellen Bestimmungen weitgehend erreicht wird, andererseiis aber chas Recht der Länder und Gemeinden auf eine selbständige Ordnung der Verhältnisse, soweit diese mit den Bedürfnissen der Gesamtheit vereinbar ist, erhalten bleibt. Insoweit wird man unbeschadet der kritischen Einstellung zu Einzelbestimmungen, dem Emwurf z u- stimmend gegenüberstehen können. Auch der Gestaltung des Steuert« rifs wird man im großen und ganzen beipflichten können. Die Gewerbesteuer soll erhoben werden als Gewerbe» ertragsteuer mit einem Tarifsatz bis zu 5 Proz., als G e- werbelohnfummensteuer mit Zj Proz. und Gewerbe- kapita Ist euer mit 0,4 Proz. Bei der Grundsteuer soll der Hauptsteuersatz S v. T. betragen. Bon diesen Hauptsteuersätzen sind von Ländern und Gemeinden Hundertteile zu erheben. Ueberschreiten sie den Hauptsteuersatz, so soll ein Genehmigungsverfahren einsetzen. Bei 140 Proz. Zuschlag soll die Genehmigung der Landesregierung erforder- lich fein, ebenso wenn das absolute Aufkommen höher sein soll als 80 Proz. des Aufkommens des Jahres 1326. Unerträgliche Zumutungen an Sie GemeinSen. Diese Bestimmungen über die Genehmigungsgrenze und der Abbau der Steuer um 20 Proz., ohne daß gleichzeitig das Finanz- ousgleichsgesetz entsprechend geändert wird, sind unerträglich. Die Genehmigungsgrenz« muß so gestaltet werden, daß für die nor- malen Steuerbeschlüsse ein'Genehmigungsverfahren nicht erforderlich ist. Sinn des Genehmigungsversahrens kann nur sein, daß die Mitwirkung des Staates bei den Steuer- beschlüssen der Gemeinden zur Geltung kommt, wenn den Steuerzahlern ein U e b e rd u r ch s ch n itt s- belastung zugemutet werden muß. Ganz unerträglich ist die Vorschrift über den Abbau der Realsteuern um 20 Proz. gegenüber dem absoluten Aufkommen des Jahres 192 6. Das ist eine Verbeugung vor den mit Recht mit aller Entschiedenheit von den Städten bekämpften Forderungen der Unternehmerschaft. Diese Forderung ist um so u n v e r st ä n d- l i ch e r. als die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse der Reichs- sinanzstatistik bewiesen haben, daß die deutsche Gemeindewirtschasl seil Zahren unter schärfstem finanziellen Druck steht, daß sie, obwohl die ihr zugewiesenen Aufgaben dauernd ge- stiegen sind, von dem wesentlich erhöhten Steueraufkommen in Deutschland den verhältnismäßig kleinsten Teil in Anspruch nimmt. Es ist ein Geheimnis des Reichsfinanzministeriums, wie man in einem Augenblick, wo die Aufwendungen der Gemeinden durch reichsgesetzliche Maßnahmen, wie die in Aussicht stehende Be- foldungsreform, stark gesteigert werden, ihnen einen Abbau ihrer Steuereinnahmen zumuten kann, ohne ihnen gleich- zeitig durch eine Neugestaltung des Finanzsausgleichsgesetzes andere Einnahmequellen zu erschließen. Jedenfalls kann vor der deutschen Oeffentlichkeit gar nicht klar und entschieden genug betont werden, daß die deutschen Gemeinden in ihrer großen Mehrzahl vor außerordentlichen finanziellen Schwierigkeiten stehen und daß die Er- füllung ihrer Ausgaben ihnen in erheblichem Umfang nur dadurch möglich ist. daß sie Einrichlungen, die aus dem ordentlichen Haushalt finanziert werden müßten, auf den außerordentlichen Haushalt nehmen, sowie daß sie zum Teil Haushaltsfehlbeträge von einem Jahr auf das andere übertragen. Sonüerrechte öer Unternehmervertretungen. Der Gesetzentwurf des Reichskabinetts bringt ferner«ine allge- meine Bestimmung über die Mitwirkung der Berufsvertre- tungen von Handel, Industrie, Handwerk, Gewerbe und Land- Wirtschaft bei der Fassung der Umlagebeschlüsse der Gemeinden. Diese Mitwirkung der öffentlichen Berussorganisationen wird aus prinzipiellen Erwägungen von den Städten mit aller Entschiedenheit abgelehnt. Es widersprich! dem Wesen jeder polittschen Demo- kratie, daß Steuerbefchlüffe entscheidend von den Organisationen steuerpflichtiger Gruppen mitbestimmt werden. Diese Ausgabe kann nur von den durch die G e s a m t h e i t der Bürger gewählten Parla- menten und Stadtverordnetenversammlungen erfüllt werden. Jede Einbeziehung von Interessenvertretungen ist ein schwerwiegender Eingriff in die demokratische Entwicklung unserer Selb st Verwaltungskörper und wird von diesen fast über- einstimmend, unbeschadet der von den einzelnen vertretenen politi- schen Auffassung, grundsätzlich abgelehnt. «kine Schicksalsstunüe üeutscher Finanzpolitik. Die Realsteuerrahmengesetze bedürfen zu ihrer Annahme im Reichstag einer qualifizienen Mehrheit, da sie versassungsöndernden Charakters sind. Ohne die Opposition können st« nicht Gesetz werden. Hier bietet sich eine wertvolle Gelegenheit, die Kräfte der Opposttton für«ine Gestaltung des Realsteuerrechtcs einzusetzen, die den Tendenzen einer Vereinfachung und Vereinheir- lichung dient, gleichzeitig aber allen auf Einnahmeverknappung und Mehrbelastung der breiten Bevölkerungsschichten gerichteten Tendenzen des Gesetzentwurfs mit Erfolg entgegentritt. Die Reichs- rahmengesetze für die Realsteuern sind von einer so weitgehenden Bedeutung für das kommunale Leben in Deutschland, daß man ohne Uebertreibung von einer Schicksals stunde sprechen kann. Bon der Gestaltung dieser Gesetze wird es abhängen, ob wir ein der Ge- samtheit der Bevölkerung dienendes kräftiges und ausblühendes kommunales Leben auch in Zukunft haben werden, oder ob die für Deutschlands wirtschastliche, soziale und kulturelle Förderung bedeuk- same Gestaltung der kommunalen Selb st Verwaltung durch den Mangel an finanziellen Quellen zur Verkümmerung ver- urteilt werden soll. Slüten aus öer Privatwirtschaft. Vermögensverschleudcrung bei der Lcynhauser Maschinenfabrik. Eine höchst merkwürdige Verwaltung stellen Aufsichtsrat und Vorstand der Oeynhauser Maschinenfabrik dar. Ihre Tätigkeit ist derart„nutzbringend und erfolgreich" gewesen, daß die Generalversammlung beschloß, drei Aufsichtsrats Mitglieder abzuberufen und gegen zwei Vorstands Mitglieder R e- g r e ß k l a g e einzureichen. Diesen tüchtigen Industrieführern wird vorgeworfen, daß sie sich um das seit einigen Jahren stillgelegte Werk so gut wie gar nicht gekümmert hätten und die noch vor- handenen Vorräte und Maschinen verkommen ließen. Ferner soll der Vorstand in der notwendigen Kreditbeschaffung für das Werk nichts getan, dafür aber intensive Privatgeschäfte gemacht haben. Ein Prüfungsbericht erklärt die Bilanzen für materiell falsch und beanstandet die Geschästssührung. Zu ihrer Verteidigung er- klärten die früheren Vorstandsmitglieder, daß ihr Drängen auf rechtzeittge Liquidation lein Gehör gefunden hätte. Die vorhandenen Schulden beziffern sich aus 85 000 Mk. Als Gegenwert ist lediglich ein Grundstück und ein abbruchreifes Gebäude vorhanden. Die Herren von der Industrie, die wegen der angeblichen Ver- schwendung in kommunalen Betrieben stets den Mund sehr voll nehmen, würden vergeblich nach einem nur annähernd vergleichbaren Beispiel einer solchen Lotterwirtschaft in öffentlichen Betrieben suchen können. Gut ist es jedenfalls, daß die Oeffentlichkeit erjährt, wozu bisweilen an Aufsichtsrat und Direktoren die hohen Gehälter und Tantiemen gezahtt werden. um etwa 19 Proz. auf. Der gesamte, zur hypothekarischen Sicher- stellung der Anleihe herangezogene Besitz hat einen Buchwert von 90,3 Millionen Dollar, davon 68,86 Mill. direktes Eigentum der RWE. Die Reproduktionskosten dieses Besitzes werden mit rund 120 Mill. Dollar angegeben. Der Besitz der Gesellschaft umfaßt neun Elektrizitäts- werke mit einer Gesamtkapazität von 0,7 Mill. LS. Das Strom» verteilungsnetz umfaßt 1240 Meilen, 110 000 Bolt-Leitungen und 10 600 Meilen Leitungen mittlerer und niedriger Spannung. Die der Gesellschaft gehörenden Steinkohlenbergwerke, deren Reserve mit 75 Mill. Tonnen angegeben wird, sördern jetzt jährlich 1,4 Mill. Tonnen. Di« Braun kohlenwerke, die 450 Mill. Tonnen enthalten sollen, liesern den Elektrizitätswerken der Gesell- schast jährlich 4 Mill. Tonnen. Die Rheinisch-Westsälischen Elektrizitätswerke planen eine ganze Reih« von Erweiterungen ihres Transmissionssystems, die teilweise bereits in Angriff genommen worden sind. Darunter wird eine neu« Linie von 300 Meilen Länge(darunter 140 Meilen bereits in Betrieb) genannt. Diese Leitung soll anfangs mit einer Spannung von 230 000 Volt betrieben werden, die später erhöht werden kann. Genannt werden ferner die K o k s w e r k e, die Essen mit Gas versorgen und eine 150 Meilen lange Hockdruckgasleitunq, die im letzten Jahre 2,85 Milliarden Kubiksuß Gas befördert Hai. Leistungen und vermögen See RWE. Ein gemischtwirtschaftliches Riesenunternehmea. Der für die neue 60-Millionen-Mark-Anleihe von den Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerken ver- öffenllicht« Prospekt gibt eine ungefähre Borstellung von der Be- deutung und den Leistungen dieses gemischtwirtschaftlichen Riesen- Unternehmens. Der Prospekt beziffert die Stromerzeugung für das am 30. Juni 1927 endende Jahr auf 1,4 Milliarden Kilowattstunden, von denen 93 Proz. in den Kraftwerken der Gesellschaft erzeugt wurden. Der Stromverbrauch weist in den letzten Monaten gegen- über dem gleichen Zeitraum des Vorjahres«in« Steigerung HS �ahre Kanada. Vom Kolonialland zur Wellhandelsmacht. Bor sechzigIahren.im Jahre 1867, erfolgte die Gründung des kanadischen Staates als britisches Dominium. Zuerst wurden nur die vier Provinzen Ontario, Quebec, Neu-Brunswick und Nova Scotia in ein G e m e i n w e s e n vereinigt. Der Erwerb der großen nordwestlichen Gel iete sowie der Anschluß von Manitoba erfolgte erst 1870, von Britijch-Kolumbien im darauffolgenden Jahre. Bei der Staatsgründung betrug die Bevölkerung Kanadas 3,3 Millionen, von denen etwa ein Drittel Franzosen waren. Gegen- wärtig beziffert sich die Bevölkerungszahl auf 9,5 Millionen Personen, eine verhältnismäßig ungünstige Entwicklung, wenn nion die rissigen Naturschätze und Entwicklungsmöglichkeiten dieses Landes berücksichtigt. Trotzdem gelang die Entfaltung der Produktivkräfte in einem außerordentlichen Umfang. Früher ein reines Agrarland, ist Kanada in den letzten Jahrzehnten in hohem Maße zu einem Industrieland geworden. 1924 ent- sielen aus der kanadischen Produktion dem erzeugten Wem nach nur noch 37 Proz. auf die Produkte der Landwirtschaft, dagegen 41 Proz. auf Industrieprodukte, 10 Proz. auf Forst- Wirtschaft und 7 Proz. aus den Bergbau. Der Wert der Getreideernte, der bei Gründung des kanadischen Staatenbundes kaum mehr als 100 Millionen Dollar betrug, erreichte 1926 einen Wert von 1,1 Milliarden Dollar, der von Molkereiprodukten stieg von 15 Millionen im Jahre 1831 auf 2 41 Millionen 1926, der Wert der I n d u- slrieprodukte aber, der zur Zeit der Staatsqründung etwa nur 222 Millionen Dollar betrug, war 1925 fast 3 Milliarden. Der Wert der Produkte des Bergbaues, damals verschwindend gering, war im vergangenen Jahr 240 Millionen Dollar. Der Wert der Holzstoff- und Papierprodukte, für welche Konada der größte Produzent der Welt ist, wird 1326 auf 200 Millionen Dollar geschätzt. Dem Produktion e werte nach stehen die einzelnen In- dustriezweige in folgender Reihenfolge: Papierindustrie, Mühlen-, Konserven-, Holzindustrie. Molkercisn, Autowobilfabriken, und. Ebel- triziiätswerte. In der Industrie sind gegenwärtig 54 4 ODO Arbeiter b e>- schäftigt mit einer Gesamtlohnsumme von 5 96 Mi 5- l i o n e n Dollar im Jahr. Kanada ist zu einem typischen Ausfuhrland geworden. Sein Außenhandel stieg von 149 Millionen im Jahre 1871 auf 2242 Millionen 1926. Es hat in der letzten Zeit ständig außerordent- lich hohe Ausfuhrüberschüsse. Im Jahre 1926 hatte Kanada auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet die größten Ausfuhrüber- schüsse unter allen Ländern der Welt. Was den Ilmsang seines Außenhandels anbelangt, so steht das 9 �-Millionen-Volk nach England, den Vereiniglen Staaten, Deutschland und Frunkrcich im Welt- Handel an fünfter, bezüglich des Kopfanteils am Welthandel nach Neuseeland an zweiter Stelle. Die Entwicklung der kanadischen Produktivkräfte war vornehm- lich dem raschen Ausbau eines riesigen Verkehrsnetzes, das, mit privatem Kopital gebaut, später vom Staate übernommen wurde, zu verdanken. Die rapide Entwicklung der kanadischen Wirt- schaft verhalf einer Anzahl von früheren Kleinstädten zu raschem Aufschwung: Montreal, das 1871 nur 171 000 Einwohner hatte, zählte im vergangenen Jahre bereits mehr als eine Million Ein- wohner, darunter 75 Proz. Französisch-Kanadier, und wird bald zur zweitgrößten Stadt im britischen Weltreich werden. Die Bevölkerung der Stadt Toronto stieg von 86 000 im Jahre 1874 auf 556 000 1926. Die drittgrößte Stadt Kanadas, Winnipeg, hat jetzt 300 000, Vancouver 255 000 Einwohner: beide waren- zur Zeit der Staats- gründung kleine Dörfer. Kartellbestrebungen in der Blechindustrie. Trotz der anhaltenden Wirtschaftskonjunktur kann die Blechverarbeitungs- industrie ihre stark übersetzten Anlagen nur zu 50 bis 70 Proz. ausnutzen. Mit Hilfe ihrer Fachoerbände will diese Industrie jetzt eine Ordnung der Märkte durch Anpassen der gegebenen Produktionsmöglichkeiten an die Aufnahmefähigkeit des Konsums erstreben. Auch soll eine vorsichtig« Preispolitik getrieben und die Normung und Typisierung der Erzeugnisse gefördert werden. Daß die marktpolitischen Bestrebungen in diesem Industrie- zweig auch international an Boden gewinnen, beweist die Ausdehnung des Verbandes Mitteleuropäische Emaillierwerke.— Bezeichnend für die Beschäftigung der deutschen B l e ch w a l z- werke und ihre Preispolitik ist, daß die b l s ch v e r- arbeitende Industrie bei eiligem Rohstoffbezug angesichts der Auftragsüberlastung der deutschen Walzwerke in England einkauft und ollgemein die Konkurrenz der englischen Werke begrüßt, weil diese die Preisdiktatur der deutschen Blechsyndikate in gewisser Hinsicht einschränken. riWEB ■i■ ßsbelhaft Neu! 0/m dick u. rund Auf allgemeinen Wonach bringen wir die beliebte Enver Hey Fabelhaft anch ohne Mundatflck, dick und rund. Verlangen Sie diese neoe Qoalltflts-Zlgarette, sie Ist überall sn haben. .>a. �rbettersport. Die Meisterschaften der Arbeiter-Radfahrer. Der Arbeiter-Radfahrerbund„Solidarität" trägt am Sonntag, 14. August, »uf der Olnmpia-Radrenndaha bei Plötzense« seine diesjährigen Meisterschaften im Bahnrennen aus. Nachdem die Arbeiter-Nadfahrcr am letzten Sonntag gelegentlich des Ncichsarbeitcrsporttagcs im Stadion Beweise ihres Könnens und Wollens gezeigt haben, werden nun die Rennfahrer zusammen. kommen, um unter sich die Besten und Würdigsten für die Meisterschaften hcrauszusieden. Daß„Solidarität" über sehr gute Kräfte im Bahn» und Straßensport verfügt, hat er bei allen Rennen zur Genüge bewiesen. Am Sonntag find sehr heiße Kämpfe zu erwarten. Ausgeschrieben find Rennen über l, 2, ö und 10 Kilometer. Um den Mcisterfchaftstitcl über genannte Strecken bewerben fich nicht nur die Fahrer der Hauptklasse, sondern auch die Altersklasse tritt auf den Plan, um gleichfalls zu zeigen, daß fie noch den jüngeren gewachsen ist und genau so versteht die Pedale zu meistern. In der Altcrsklafie haben Fahrer wie Annen, Mustroph, Klick, Eichler, Lubasch und Rüttmeier und ander« gemeldet. In der Hauptklasse ist es nicht möglich, den Sieger anzudeuten, da alle Fahrer gut find, Sind doch am Start Pinicki, Patzak, Marien, Weber, Eichberg, Dubke, Behrendt usw. zu finden. Die Meldungen sind recht zahlreich eingelaufen, so daß in allen Rennen mehrere Borläufe erforderlich sind. Die Sieger dieser Bahnmeisterschaften treten dann am Sonntag, 21. August, auf der Rütt-Arena an, wo die Gaumeisterschaften wurde, ist auf dem letzten Kreistag der Beschluß gefaßt worden, zwecks besserer Agitatwnsmöglichkeit da, alte Cpstcm wieder einzuführen. Es wird sich nun zeigen, ob dieses System für die Arbeiter-Fußballbewegung von Nutzen sei» '! statt: Sparta spü" vird.— Am Sonntag finden mrn folgend- Spiele Lichtenberg, Hauffstraße, gegen Wacker-Lankwitz. Stralau spielt in der Kynast. Ter Gegner zum letzten Spiel steht straße, am noch nicht sest. >of Stralau-Rummelsdurg. " ginn 17 Uhr. zum Austrag kommen. Die Etraßenmeisterschastcn im 2-, 10. und SO-Kilometcr-Eiilzelsahren werden am Sonntag, 28. August, auf der Strecke Mariendorf— Zossen, mit Start und Ziel vor der Maricndorfer Trabrennbahn, früh 7 Uhr ausgefahren. Die Straßeiimeisterfchaften im Mannschaftsfahren werden am 11. September aus der Strecke Wittenau— Lübars— Wensickendorf— Oranienburg— Birken. Werder— Wittenau ausgefahren. Die Bahnmeistcrschaften ar . W. JPPI am kommenden Sonntag aus der Olympiabahn finden vormittags S Uhr statt: da die Veranstaltung ganz intern ist, so wird auch keine Kaste stattfinden. Arbeiter-Radfahrern, die Radrennen fahren wollen, bietet sich im Arbeiter-Radfahrerbund„Solidarität" reichlich Gelegen, heit dazu. Auskunft über die Meisterschaften sowie auch über Neuaufnahmen erteilt R. Meinert, Berlin SO 1b, Brückcnstr. 5b, rechter Ecitcnfl. 4 Tr. * Touren für Sonntag, 14. August: 12. Abt. Motorfahrer: Wcrbellinsee (Allenhof). Start 6 Uhr Prenzlauer Allee Ecke Hcincrsdorfcr Straße.— Bez. 2, Ortsgr. Wilmersdorf: 13., 19 Uhr, Btukowfcc. 14., 13 Uhr, Pichels- bcrge. Start Aue.— Ortsgr. Neukölln: 13. fIugcnd) Hölzerner See: Start 18 Uhr Hcrtzbergplatz. 14. Hölzerner See. Start 5 Uhr: 1. Abt. Hcrtzberg. platz, 2. Abt. Bahnhof Hcrmannstraße.— Ortsgr. Eharlottenburg: Glienickcr See. Start 6 Uhr Galvanistr. 13.— Ortsgr. Treptow-Baumschulenweg: Etöritzsce. Start 6 Uhr Baumschulenweg.— Ortsgr. Schöneberg: Rennen Mariendorf— Zossen. Start bld Uhr Stubenrauchstr. Zu; anschließend Rangs- dorfer See.— Ortsgr. Steglitz: Ziel am Start b Uhr Rugcplatz.— Ortsgr. Adlershof: Krossin-Ece, Waldfest. Start 8 Uhr bei Ziege.— Bez. 21, Ortsgr. ''" �'e Eck«—' — Ortsgr. Lichtenberg: 13. Ferch. Start 19 Uhr Traveplatz. Sportfest. Start 13 Uhr Schlieperstr. 04.— Alle Rennfahrer und Wettfahr- ausschußmitglieder müssen Sonntag, 14. August, auf der Olympia-Radrennbahn bei Plötzcnsee bis spätestens 8 Uhr zur Stelle sein.— 1. Abt.: 13., 18 Uhr, Groß-Bestcn. 14., 5 Uhr, Droß.Besten: 12 Uhr Mcllensee. Start Bülowstr. 55. — 3. Abt.: 5 Uhr Störitzsee: 13 Uhr Tour am Start Lausitzer Platz.— 4. Abt.: k> Uhr Störitzsee: 12 Uhr Hirfchgarten. Start Weberwiese.— 5. Abt.: 5, 9 und 12 Uhr Sckönnlulpe tÄüqgelhort). Start Landsberger Platz.— 0. Abt.: 13., 18 Uhr, Freienwalde. 14., b und 10 Uhr, Tiefensee. Start Schönhauser Allee 164.— 7. Abt.: 13., 18 Uhr, Dubrow. 14., 5 Uhr, Dubrow: 13 Uhr Adlershof. Start Koloniestr. 147.— 8. Abt.: 13., 17 Uhr. Wörlitz. 14., 5 Uhr, Lienewitzsee. Start Arminiusplatz.— 9. Abt.: 6 und 13 Uhr Buckowsec. Start Schulstr. 114.— 10. Abt.: bfl Uhr Bötzsee. Start Eomcniusvlatz.— 11. Abt.: 13., 18 Uhr, Rahmersee. 14., 6 Uhr, Rahmersee. Start am Bldchplatz. Fuhballspiele am Sonniag. Spiele finden am kommenden Sonntag statt. Es scheint, als . größeren und fpielstärkeren Bereine für die kommende Serie .......eginnt doch am 21. August in Groß-Berlin die neue Fußballserie. Etwas neues und trotzdem altes tritt hier in Erscheinung: das Zwciklasscn. systcm. Während drei Jahre hindurch das Einklasscnsystem in Berlin gepflegt Handballspiele der Woche. ten: Fichte-Nord I önow l tn .. gegen Reinickendorf, in Neukölln, Damm- Freitag, 12. August, spielen die Männermann Spandau 1 und Groß-Berltn-Wedding I gegen i, Scharnwcberstraße. Neukölln 2 II gegen Allzeit-Bereit weg. Di- Spiele beginnen um 19 Reinickendorf, S�-----"" und Groß-Berlin, berget Stadion spielen Lichtenberg 1. Abt. 1. Frauen gegen Fichte 3 I und Lichtenberg 2 1. Jugend gegen Fichte 7 I um 19 Ve Uhr. Es spielen Groß, Berlin-Wedding 1. Männer gegen Groß-Berlin-Ost-n I um 18fch Uhr im Schiller, Spiele beginnen um 19 Uhr. Eonnabend, 13. August, spielen in ss. Echarnwebcrstraße, Flchte-Nord 2. Männer gegen Lichtenberg 2 I erlin-Wcdding 1. Jugend gegen Treptow I um 19 Uhr. Im Lichten. Rur weniae wollten sich die schonen. Bl ?£um Das Programm steht im Zeichen des Verfassungstages. Die Feiern aus dem Reichstag und aus der Funkhalle werden nicht nur auf Berlin, sondern auch auf viele deutsche Sender übertragen. Der Rundfunk zeigt hier eine seiner vornehmsten Ausgaben, Mittler zu sein zwischen dem Staat und seinen Bürgern, um die chörer auf dem Boden republikanischer Ueberzeugung zu einer Einheit zufammenzu- schweißen. Bei beiden Uebertragungen kommen die Reden sehr gut zur Wirkung. Weniger ausgeprägt dagegen am Vormittag der Sprechchor unter Neuhausen, chier stören Unklarheiten. Prachtvoll klingt das„Meistersinger�-Vorspiel, dem Furtwängler monumentale Wucht oerleiht. Der Vortrag des Berliner Sängerbundes(der Chor des Deutschen Arbeitersängerbundes siel aus) verliert bei der Uebertragung wenig von seiner Klangschönheit. Reben den Ueber- tragungen der Verfassungsfeiern bietet auch das andere Programm durchaus Positives. Ein Solistenkonzert am Nachmittag bringt kleinere Werte von Karl Maria v. Weber, chansi Freudberg spielt allerdings etwas nervös und überstürzt die„Aufforderung zum Tanz", zeigt aber beim Capriccio brillant ihre gewohnte gute Technik. Die Violine von Eugen Moris entwickelte im Rundfunk keinen faszinierenden Klang. Doch verleiht Moris der Sonate Op. 13 das verträumte romantische Moment, das dies« Webersche Komposition nicht entbehren darf. Vor dem Solistenkonzert hört mnn eine saubere und gefällige Wiedergabe des Moszkowskischen Konzertwalzers und der Berceuse von Dvorak durch das Salonquartett Hans Raue. Durchaus beachtenswert der Vortrag Würzburgers über die„Moderne Schule", der von fortschrittlichen Ideen und Toleranz erfüllt ist. Ueberzeugt und überzeugend tritt Würzburger für Demokratie, Humanität und individuelle Erziehung ein und findet daneben auch versöhnende Worte für die alten Lehrer, die das Wollen der Gegen- wart nicht verstehen. Zu wünschen jedoch, daß die meisten Erzieher von demselben Geist, der in diesem Vortrag lebt, erfüllt sein möchten. F. S. park und Schönow l. Jugend gegen Fichtc-Nord I mn 19 Uhr in Zepernick. Eroß-Berlin-Rosenthal 1. Männer und Fichte 20» I fahren nach Brandenburg, Fichtc-SIld I unb Lichtenberg 1 I besuchen kupscrhammcr. In Rowawes, per. längerte Priesterstraßc, spielen die Jugend gegen Groß-Berlin-Rosenthal um 13 Uhr, die Frauen gegen Rosenthal um 14 Uhr, die 2. Männer gegen Schmargendorf II um 15 Uhr und die gleichen 1. Männer um 1k Uhr. In Spandau, Falkenhagener Ehaussee, spielen die 2. Männer gegen Bellen II UA 10 Uhr und die Frauen gegen Lichtenberg 2 1 um 11 Uhr. Bornstedt 1. Männer spielt gegen Fichte 19 I um 16 Uhr aus dem Bornstedter Feld und Fichte-Sild 1. Jugend gegen Fichte 22 um 16 Uhr in Mariendorf, an der Rennbahn. Diensiag, 16. August, spielt Lichtenberg 2 II Männer gegen Lichtenberg 4 l um 19 Uhr im Lichtcnbcraer Stadion. Mittwoch, 17. August, spielen Fichte 3 an der Renndahn. Einen Rettnngeschwimmerlnrsug veranstaltet der S. Dezirk unter Leitung des Genossen Abcndroth ab Montag, 15. August, auf dem Wmsersportplatz Plötzense«. Uebungsabend jeden Montag und Donnerstag pünktlich 19 Uhr. Meldung in der Bercinozelle des SB. Borwärt,. Nach Beendigung des Kursus erfolgt eine Prüfung. Touristen»««!»„Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Eharlottenburg: Freitag, 12. August. 20 Uhr, Heim Spreestr. 30. Unterhaltungsabend.— Tanz Südost:_________________—. — Abt. Treptow: Freitag, 12. August, 20 Uhr, Heim Elsenstr. 3. Geschäft. 19-5 Uhr. Heim Ebertystr. 12. Porbelichtung von Platten, Ausstellung Cch>oß und Park.- Abt. Schöueberq: Montag. 15. August, 20 Uhr, Heim„Wilhelm Bölsche", Hauptstr. 16.— Faltbootabteilung: Sonnabend, 13. August, Schnelle Havel. Abfahrt 16,20 Uhr Stettwer Bahnhof bis Lehnitz. Beweauugschor der Raturfrenud«. Nach Beendigung der Sckulferien gehe» unsere allwöchentlichen Uebungsabende Mittwochs ab 17. August, 20 Uhr, IN der Turnhalle der 16. Bolksschule, Schöneberg, Tempclhofer Weg, weiter. Die Schul« Ii«* in der Nähe der Bahnhöfe Pavestraße, Ebersstraße und Schöneberg. Da auch gevlant ist, einen Anfängerkurfus einzurichten, bitten wir unsere Genossinnen und Genossen, für die Besetzung Sorge zu tragen. Alle Interessenten für Gymnastik und Bewegungsschulung sind ebenfalls ein. geladen. Die Kursusgedilhr deckt nur die Unkosten; sie wird sür drei Monate 6 M. betragen. Arbeiter-Radfahrerverein Groß-Berlin. Sonnabend, 13. Jugust, 19 Ubr, Nachttour nach Rehden, Gewerkschaftslokal. Sonntag, 14. August, 13 Uhr, Biesdorf-Sild, Restaurant Waldirieden. Start Waldemarstraße Ecke Mariannen. platz. Gäste vzillkommen. Motorfahrer 14. August, 5 Uhr, Hellsee bei Lance. Start wie oben. Ziu-Zitsu im®«. Lurich 02. Roniaz, 1». August, beginnt ein Ziu-Iitsli» Kursus. Für erstklassiges«usbildungsverfonal ist Sorge getrogen. Bor. anmcldungen zum Kursus werden schon jetzt Montag,„ienstag. gonnerstaz und Freitag in der Zeit von 20-22 Uhr>n der Trainingshalle Köpenick-, Straß« 2 entgegengenommen. Freunde und Interessenten �dieser Sportart sind herzlichst eingeladen.— Boz Knesu«: Ferner findet demnächst ein Kursiis im Boren für Anfänger statt. Es wird ledem Gelegenheit gegeben, sich in die Kunst des Boxen, einzuführen und zu vervollkommnen. Als Leiter diese» Kursus ist der bekannt- Bercinstrainer Brun» Schmidt gewonnen worden. Anmeldungen, die nur in beschränktem Maße-ntq-gengcnommen werden. können persönlich am Montag und Donnerstag von 20-22 Uhr in der Turn. hasse abgegeben werden oder schriftlich an den Technischen Leiter Willy Henz«. Berlin O 17, Etralauer Allee 17». Wetterbericht der SffenMchen Wetterdienststelle für«erst« und Umgegend fRachdr. verb.) Bewölk, bis heiter und lühler alz bisher, jortbestchend« tSewittcrneigunss.— Für veuljchloud: Im Süden regnerisch, fönst der- einzelte Regenjülle oder Gewitter. Temperaturen im allgemeinen niedriger als bisher. CARISOi-IEE In allen Geschmacksrichtungen «tt 540, 600, 7°°, 3°°, 10°° Bei Entnehme von X Pfund eine elegante Tee-Dose gratis Carlsch-Tee Ä6"' � tromat Blatt'Tee. 1U- Pfd.-Packung S9 Pf- CARISCH-KAFFEE ES fi tri Ar der reine, wohl' tjkri&UUr schmeck. Kaffee 1.10 sich jeder leisten \-Pfd.-Pahat M. Fh m. 5» wm t der Kaffee, den #« lr€M&e sich ieder leisten kann.... Wiekend h'XZJStf. f 70 tisch.....'irPfd.-Paket M. 1*1\J CARISCH-SCHOKOLADE Rarissa lOO-Gramm-Tafal Schokolade 25 pf. Carlsch-Schokoladen Schmalz, Ulleh, Binar. MuS In Preis u. Geschmack un- O/) ßO erreicht. lOO-Or.-Tatel&U bis W Pf. CARISCH-KEKS Carlsch-Keks or\pt für Sportler u. Touristen, Pfd. von oO Carlsch-Sterne.__ 1-Pfd.-Ksrton......... am35 U. Warmbrunner Gebäck..— I-Pfd.-Ksrton.......... 7» 4 C/ 44- Carlsch-Sterne_„— sortiert, kartonfertig, netto 1 Pfd. 7.49 M Carlsch- Puppchen__ mit Schokolade. I-Pfd.-Karton, 7« DU kL CARL RICHARD SCHMIDT Carlsch- Läden erhältlich Innger Parteigenosse(27 Jahre alt), bisher an einem Parteiblatt als Re» daktionsfekretär tätig, sucht Stellung als solcher. Derselbe ist auch in der Lag-, die Redaktion durch Berichterftat. tung zu unterstützen. Angebote unter 6. SC an die Expedition dieses Blattes. TKchttg« Ber treter, auch Frauen, zum Vertrieb meiner Manheimer-Limonaden. kräuter an Privatkundschaft gesucht. Meldungen»—12. Manheim«!, Bell». Alliance-Platz 8.__ »nt-knrs«. erstklassig« Ausbildung, Lehrfilm, mäßige Preise. Fahrmeist-r Walter SohIU Tempelhok, B-r.lner. straße 5». Kilsoarbelteri»»der Loufmädchen(Da- .lenmäntel' seckystraße' r» I PM k VX. I»V V I M VVV«. A.UUI menmäntel) sucht Deutschmann, Frau- S, Kottbusser Damm 4, Nähe Kottbusser Brücke SO, Biseabebastr. 5, gegenüber d. Markthalle SO. Scblesltebe Str. 9, Ecke Falckensteinstr. O, Aadressstr. S7, neben der Markthalle NO, Oreitswalder Str. 41142, Ecke Pasteurstr. N, Keiaickendorfer Str. 2( Wedding} N, Braaaeastr. S3, Nähe Bernauer Straße NW, Fleasburger Str. 3 NW, Siegmaadshof I flW. Wilsnacker Str. IS, Nähe Dreysestr. W, Linkst r. 38, schrägüber Wannseebahnhof W, Marburger Str. 9, Ecke Augsburger Str. W, Potsdamer Str. 43a, Ecke Steglitzer Str. W, Potsdamer Str. 60, an d. Bülowstr. W, Wllbelmstr. S7ISS, a. d. Leipziger Str. SW, Lindeastr. 97198(Lindenhalle) SH-. Marbeinekeplati IS(Markthalle) Neukölln: Bergstr. 162, a. d. Richardstr. Siegtriedstr-, am Bahnhof Hermatinstr, Köpenick: Oräastr. 10, Nähe Kietzer Str. Tempetbof: Berliner Str. 74'7S, Ecke Albreehtstr. hoheazoItera-Korso 70(Neu-Tempelhof) Barbarossapia tx I Kaiser-W ilhehn-Platz I Ooltzstr. 29 Wilmeradort Ublaudstr. tS4 Nlcolsburger Plate 3 Wezstr. 32 eharlottenburg: kantstr. 146 WiadscheidttT, I Kurtürstendamm 69 Cbarlottenburg-Westend: Rtlcbsstr. 106 Halenaee: aeorg-Wllbelm.Str. I Rbeinstr. 19 Friedenau: Steglitz: Albreehtstr. 132 Scbloßsir. 117 Groß-Ucb terfelde- West: Karlstr. 1/2 Moltkestr. St Zebleudorf; tiauptstr. 7 Schmargendorf: ttobenzoUaradamm 94(Roseneci) Potsdam: Cbartotteostr. 70, o. d. Nauener Str. wagen. Metallbetten. Preise, allerkulanteste Teilzahlung. Festangestellte gegebenenfalls ohne Anzahlung. Ball, Große ssrankfurterstraß- 47. gegenüber Markusstraß«._* Beachtenswert! Deutsche» Teppichhau» Emil Lcföore seit 1882 nur Oranien straße 158. Keinerlei Beziehungen zur Firma gleichen Namen» Potsdamer. straße___:_' Bilder, Oelgemälde, modern gerahmt, Teilzahlung,»hne Anzahlung. Kunst. bilderfabrik ,Diam»nt", Prenzlauer- straße 47(Alexanderplatz). Katalog gratis.' Setzleiilüsiz'tziiictze,#|sci�BSW. verleih von kchaftsanzügen. Norden 6393. hocheleganten Gesell. Roscnthalerstraß« 4. Wenig getragen« Frackanzüg«, Emo- kinganzilg«. Dehrockanzüge, Iackettan. züge. Gabardinemäntel, Gummimäntel, Cutaway. Anzüge. Taillenmäntel, für jede Figur passend. Spezialität: Bauch. anzllge, spottbillig. Holpern. Rosen. thalccstriiße 4. erste Etage.• Wenig getragene, teils auf Seide ge- arbeitete, erstklassige Iackcttanzüge. Frack- anzüge, Smokinganzüae, Gehrockanzüge, Gabardinc-Paletots, Banchanzüg». für jede .. passend, außerdem hoch. neue Garderode, von«rstklassi- Figur etegante ne>_______ gen Schneidern gearbeitet, zu staunend billigen Preisen im Leihhau» Lowick!, Prinzenstraße 105,«ine Trepp«,»eine Lombardwar«.» verleih hocheleganter Gelelllchafts- Anzüge. Leibbaus Lowicki. Prinzen- straße 10». Wenig getragene Iackcttanzüge, teils auf Seide, 18,—, Emokinganzüge, Bauch» anzüge, Taillenmäntel, Paletots, staunend billig. Gelegenbeiiskäufe in neuer Hcrrcngarderobe. Leihbaus Rofenthaler Tor. Liilfenstraße 203—204. Ecke Rolen. t Haler Straße keine Lombardware.• Gehrockanzug, schwarzer, Größe IM, irke Figur, billig zu verkaufen. Elsasser. caße 21. 4 Treppen, bei Pehmöller. Setragen« Herrengarderob«. Epeziali» tät Bauchfigliren, spottbillig. Naß, S»r< monnstraße 25/26. Küber Mulackstraße.' Steppdecke» 13.—. Daunendecken 39.— an. Aufarbeiten alter Decken. Stepp. deckensabril Endler. Landobergerstr. 75. Fabrikgebäude lAIcxanderplatz).* Ehaisrlongue». Metallbetten, Aufleg«. malratzcn, Patentmatratzen. Walter, Stargarderstraße achtzehn, Epezial- gcschäft." Auf Teilzahlnng erhalten Sie bei mir solid gearbeitete Holz, und Metalldett. stelle»,"'--- », An�hlung 19�-»n, Wochenrate .. an, Antleideschriinke, Nußbaum und Elch«, Anzahlung 20,—»n, Wochenrate 4,— an. Entzückende Schlafzimmer, Nußbaum und Eiche, moderne Beiz- färben. Anzahlung 50,— an, Wochenrate 7,— a». Speisezimmer, Anzahlung 50/— an. Wochenrate 8,— an. Korbmöbel, Ruhcbittrn, cinzeinc Tische, Stühle in jeder Ausführung. Schriftliche Satan. tie, freie Lieferung. Möbelschatz, seit 61 Iahren Brunnenstraße 160, Eingan Anklamerstraße, Möbclkredit Schlafzimmer, möbel, Küchen,__________. Haus Luisen stadt. KöpenickersKaße 77/78, Ecke Brückenstraße.' bi» 20 Monatsraten. Speisezimmer, Einzel. Metallbetten. Möbel. Metallbette» mit Auflagen 21,—. Schlaschaisclongue« 22.—. Ehaiselongue. decken 8,— Wandbcbänge 8.— Patentmatratzen 9,—. Polsterauflagen. Wochenabzahlung 3,— Göhr. Pappel- alle« 12: Pankow. Schmidtstraß, 1* Kundert« Ankleideschränke, Mahagoni, englische Bettstellen, llmbausofa». Tru» mcau«. Herabgesetzte Preise. Zahlung». -----~----"— Kasta'| erleichterung. alle« 56 Kamerling, anien- Metallbette». Ruhebett-n, Patent. makatzen, Polsterauflagen spottbillig. Wochenab�ihUing. Eigene Polsterwerk. n.» w...-. Berlin R. Fransecky. iatt. Fertig, traße 88. Mmlklftstruineiite Piano» 200,—, 475,—# 675,—, ge- braucht, große Auswahl in neuen: lang» jährige Garantie. Herer» Brunnen- straße 191, 1 Trepp«,«os-nthal-r Platz. Teilzahlung.* Linkpiauos, überaus preiswert. Piano- fabrik Link. Brunnenftraß, 85.» BÖSS Drei Mark wochenrate, 15 Mark An. Zahlung, für ein erstklassige» Marken- rad. Fahrradbau» Zentrum. Linien. straße neunzehn.__• llüitz«öchentlich» Teilzahlung� Erst. klassiae Fahrrader. gahrradhan» Elch, Tbaussecstraße 91.» KsufgezueKe Zahngedtss«. Silbersachea, Zinn, viel Quecksilber. Goldlchmelz« EbriNioual »öoenicker Kratz« 19(Adalbertstratzel.' VerzcKieclenez Zum S»mmera»s»n«h»lt emptieblt stch Gaststätte»ecrenbusch, Berkcnbrllck. In Haber L. Hosmann, bei Fürstcnwalde Spree. Idyllische Lage, Freibad. Angel gelegenheit. Penston 4 Mari täglich. Bahnfahrt«lye Stund« Schlesischer Bahnhos. Aufnahm« auch größerer Ge- sellschaft«. � Die Beleidigung, die ich gegen Frau Schuck, Liebigstrgße 9, getan haben soll, nehme ich hiermit zurück. Ott» Wagner. Prachtsäle des Ostens, Frankfurtew alle- 43. Säle frei, 259 bis 600 Per- sonen. Anruf: Andreas 4208. JUdeitLnraria iiiiiiiiiiiii i iiri Journalist, 34 Jahre alt, 11 Jahre ZZarteimitglied, 7 Jahre im Fach, sucht wfort Stellung als Redakteur an Por. teiorgan. Angebote unter T. 36 an de» .Vorwärts". glichst»aldigen Antritt wird sscheuBezirksoerdaad Zum möglichst bald oom SozialdemoKattsck Magdeburq-Auhalt ein Untvrdsrlrlts»sltrstsr für den Unterbezirk Anhalt II mit de« Eitze in Bernburg a. S. gesucht Nicht zu sunge Parteigenossen mit nachweisbarer Befähigung wollen ihr« Bewer» »agdpbnr». Jitne Theoler, trade 2. ErKklalfiger Jllufftrations- Drucker zum fofortigen Eintritt In Dauerkondition gefucht OTTO v. HOLTEN C19, Neue GrünitraOo 13 fivuuuoie Nafrtzea Dauer nu nouenireosiSciK von großem Werk, Nähe XÄn, zum sofortigen Eintritt gesucht. Angebote mit ausführlichem Lebenslauf, Zeucnisabschritten und | Angabe des frühesten Eintritt- termines werden erbeten unter 1 N. 8. 1.S90 an 4. Exped. 4. Vorwärts «roste MasdiinsiifaferfK Norddeutschlands, sucht per sofort für ihre Oroßdreherei löchtlgcn Dreiiefmeister der in der Bedienung von grSCerea Spitzen- und Karussell-Drehbänken sowie größeren Bohrwerken reiche Erfahrung besitzt Angebote mit Eintrittstermin und Gehaltsangabe unter D 9o90 an Herrn. Wülker, Annoncen-Expedition. Bremen, erbeten. Ireitag 12. August 1927 Unterhaltung unö jSVissen Vellage des vorwärts Verträglichkeit. Von Hasse Zetter st rön Schmiplatzr Ein großes Banklokal, hell und weit, mit Beamten hinter Pullen und Ladentischen in Tätigkeit. Die Rechenmaschinen rasseln, und vom Platz draußen dringt das Geräusch der Wagen und Menschen von der Straße herein. Am Schalterlisch der Scheck- lasse zwei unbekannte Herrew Der eine lang, schlank, korrekt, mit ernstem Gesicht. Der andere groß, grob, ungeschlacht, geschmacklos gekleidet und mit rohem Gesicht. Sie stehen nebeneinander und warten auf irgendein Papier des Beamten hinter dem Tasch. Eine Quittung wird durch die Oesf- nung in der Glaswand herausgereicht, und der korrekte Kunde nimmt es mit einem Dank entgegen. Der andere Mann wirst einen Blick auf das Papier, reißt es an sich und sagt brutal: „Hören Sie mal! Das ist meine Quittung!" De: Mann, der das Papier genommen hatte, tritt es sofort ab, blickt den robusten Mann vor sich einen Augenblick erstaunt an und sagt in ernstem, betümmertein Ton: „Wie unfreundlich Sie sind! Wie hart Sie sprechen! Gewiß, die Quittung gehört Ihnen! Ich habe mich geirrt. Ich bitte um Entschuldigung. Aber warum sind Sie so unfreundlich wegen solcher Kleinigkeit? Wäre nicht ein bißchen Höflichkeit und Gute im Ver- kehr unter Leuten, die sich nicht kennen, angebracht?" Der große Ungeschlachte reckt sich und erwidert mit gerunzelter Stirn: „Was reden Sie da für Blech? Kümmern Sie sich um Ihre Quittungen und lasten Sie meine in Ruhe! Was hat das mit Höf- lichkeit zu tun? War«s etwa nicht meine Quittung?" „Natürlich war es Ihre Quittung," sagte der ruhige Mann. „Das habe ich ja schon gesagt. Aber darum handelt es sich ja nicht mehr. Es ist Ihr Ton und Ihre Art und Weise, mit einem Menschen zu reden, der Sie in keiner Weise beleidigt hat oder Ihnen sonst zu nahe getreten ist. Menschen wie Sie machen die Welt zu der Hölle, die sie ist. Solche Leute wie Sie sind es. die die Gesellschaft und die Klassen, ja die Böller und Nationen gegeneinander auf- hetzen." Der grobe, brutale Mann lacht roh und breit: „Sie sind wohl ein bißchen übergeschnappt? Ja? Hier zu stehen und solches Zeug in einer Bank zu reden! Hier hat man andere, zu tun. Sie sollten sich Sonntags einen Saal mieten, dann können Sie einen Haufen alter Weiber als Zuhörer bekommen!" Der Korrekte lächelt schwach und erwidert: „Die Säle würden bei weitem nicht reichen. Jeder Ort und jede Zeit ist pastend, wenn es sich darum handelt, einen Menschen zu erziehen. Ich werde Ihnen ein Beispiel geben. Wenn ich Ihnen sagen würde, daß Sie aussähen, als wenn Sie ein ungezogener, rüpelhafter Mensch wären, daß Ihre Gesichtszüge cinen niedrigen Charakter verrieten, der zu allem fähig ist. daß Ihr Gesicht mit der niedrigen Stirn den Eindruck geistiger Unterklasse macht, daß Ihr ganzer Typus der tiefstehenden Welt angehört, mit der man am liebsten nicht in Berührung kommen möchte, wenn ich Ihnen all dieses und manches andere sagen würde, was wäre die Folge? Sie würden zu Ihrer einzigen Waffe greifen. Sie würden Ihre grobe, schmutzige und ungeschlachte Hand erleben und versuchen, mich zu schlagen. Und was würde dann geschehen? Ich weiche aus, ich ducke mich, und dann, zu meiner Selbstverteidigung, versetze ich Ihnen wieder einen Schlag,— etwa so!" Der ruhige, korrekte Mann erhob rasch seinen linken Arm und landete dem anderen«inen kurzen Schwinger gegen das Kinn, mit einem so harten Schlag, daß dieser, ohne einen Laut von sich zu geben, wie«in Häufchen auf dem Fußboden zusammensank. Es wurde plötzlich still hinter den Pulten in der Nähe. Die Arbeit hörte auf, und alle starrten aus den ernsten, korrekten Mann mit den sanften Gesichtszügen, der zu sprechen fortfuhr: „Da sehen Sie," sagte er,. wie es kommt, wenn man zu einem Menschen m einem Ton spricht, wie Sie es getan haben. Ist das richtig? Sollen wir in dieser Weise miteinander verkehren? Nein, mein Herr. Verträglichkeit müssen wir alle haben! Verträglichkeit ist das einzige, das höchste für Menschen untereinander!" Hier schloß er, sah sich traurig und milde bei allen Beamten um, und während der geschlagene Mann in die Abteilung für Hypotheken- verkehr getragen wurde, ging er ruhig und still seines Weges durch das Lokal und weiter hinaus durch die großen Schwingtüren. Der Bankbote an der Tür legte die Hand an die Mütze, als er vor- bei ging. kverechtigt« tWerschung von A.«venstrup und«. Treitel.) Ausflug in öen Krater öes Vesuv. Di« 7,5 Kilometer lange Vesuvbahn macht es dem Besucher heut« leicht, in aller Bequemlichkeit den Krater des einzigen noch tätigen Vulkans auf dem europäischen Festland zu besichtigen. Ohne Furcht kann man einen Blick in den Krater des Feuerberges tun und in voller Sicherheit die Sensation aus sich wirken lassen, die der Groll des Riesen gewährt.„Die Passagiere der elektrischen Zahnradbahn." so schreibt ein Mitarbeiter der„Tribuna",„setzen sich in der Haupt- sache aus Amerikanern zusammen, die unter der Antriebskrast des Dollars durch die Welt rollen. Die deutschen Touristen pflegen, den Rucksack auf dem Rücken und mit beschlagenen Stiefeln ausgerüstet, aus Sparsamkeitsgründen den Vesuv von Pompeji aus zu Fuß zu besteigen. Das tun auch einige Italiener, die den Wunsch haben, die Schönheit der Landschaft richtig auf sich wirken zu lassen. Die Neapolitaner, die ja die nächsten dazu sind, unternehmen Ausflüge in Gesellschaft, wenn der Vulkan als Einlage zum üblichen Programm das Schauspiel eines nächtlichen Ausbruches bietet. Als ich in Pugliano den Wagen der Vesuvbahn bestieg, war er von einer ameri- konischen Reisegesellschaft voll besetzt. Es war die übliche Verein!- gung von Herren und Damen unbestimmbaren Alters, die von Schön- heit nicht gerade geplagt werden. Zum Glück fand sich dazwischen hier und da ein hübsches Mädel, das aufs Freigebigste seine schönen Beine bewundern ließ. Die Bahn klettert geschickt an den Seiten des Berges zwischen üppigen Obstplantagen empor, in deren Grün die zum Trocknen in die Sonne gelegten Tomaten lebhafte rote Flecke einstreuen. Beim Höherklimmen bietet sich dem Blick das märchenhaft schöne Schauspiel des Golfs von Neapel, der in weitem Bogen einen Gürtel zwischen Capri und Ischia schlingt. Mllchweißer Nebel lagert über dem Meer, der die Umrisse der Landschaft verschwimmen läßt und dem Bild etwas schemenhaft Un- wirkliches verleiht. Die Amerikaner bestürmen den Führer mit Fragen. Mehr als die Landschaft erregt das Zirpen der Grillen ihre Aufmerksamkeit. Der Führer bemüht sich, ihre Wißbegierde dahin aufzuklären, daß das Geräusch durch das Reiben der Flügel eines kleinen Tierchens hervorgebracht wird. Die Amerikaner wieder- holen den fremdländischen Namen„Cicale", um ihn sich fest einzu- prägen. Sie werden gewiß nicht verfehlen, den Bekannten in der Heimat»ach chrer Rückkehr Wunderdinge von de» geheimnisoolleu Naussthmeißer gesucht! £!£n qrobenCottlieb I 1 I i —...i,,| � 1 U II v i'Tni l'l Pieck: �Dieser Wirt versteht stch aufs Rausschmeißen. Gb ich ihn nicht für Sie Kpd. engagiere!" Lebewesen zu erzählen, das auf dem Vesuv lebt, und das man vielleicht nach Amerika einführen könnte, um es dort heimisch zu machen. Auf den Rat des Direktors des Vesuoobservatoriums be- schließe ich, in den Krater von der Ostseite hinabzusteigen, um dann an der Westseite wieder hinaufzuklettern und in das„Höllental" hinabzusteigen, und aus nächster Nähe das Lavafeld zu besichtigen. Den Rückweg will ich dann über den weiten Kreis des Monte Somma machen, der durch die Schlucht des Atrio del Cacallo von dem heutigen zentralen Adbruchskegel getrennt ist. Es ist ein Marsch von fünf Stunden. Dem Leser, der noch nie hier yerausgekommen ist, schulde ich eine Erklärung. Von Neapel aus hat der Beobachter den Eindruck, als stiege der Rauch des Vulkans aus einer Oeffnung auf, die auf dem Gipfel des Berges liegt, und deren Ränder die zerklüftete Struktur des Berges selbst bilden. In Wahrheit ist es nicht so. Der Krater des Vesuvs stellt heut« einen riesigen Trichter dar, der am Boden abgestumpft ist und bei einer Tiefe von etwa hundert Metern einen Umkreis von einigen Kilometern beschreibt. Im Mittelpunkt hat der Feuerschlund mit dem Auswurf von Asche und Steinen einen etwa 89 Meter hohen Kegel gebildet, aus dem der Rauch aufwallt. Wenn dieser Kegel auseinanderl'erstet, ent- wickelt sich das Farbenspiel der Lava, die im Grund des Kraters auf- steigt. Heute hat diese Lava den untersten Saum des Kraters gegen Osten erreicht und ergießt sich von hier in das Höllental. In dem Augenblick, da der Lavastrom den Rand überschreitet, bietet sich dem Auge das eindruckvollste Schauspiel. Man meint, daß ein Meer schwarzer, ständig sich überstürzender Wellen den ganzen Grund ein- nimmt und angesichts des Tales seine Stoßkraft dazu benützt, zwei zentrale Ströme zu bilden, die als glühende, von roten Feuerstrahlen durchleutete Lava mit einer Minutengcfchwindigkeit von vier bis fünf Metern und unter Entwicklung einer Hitze, die den Aufenthalt in der Nähe unmöglich macht, in die Tiefe zu fließen. Der Kegel, der Asche und von ro»en und schwarzen Blitzen durchzuckte Rauchschwaden mit dumpfem Grollen in die Lust entsendet, trägt noch dazu bei, die schaurige Großartigkeit dieses Hildes zu erhöhen. Der Aschen- regen hat bereits zum Teil die Wunde geschlossen: aber am Fuße bleibt die Ausflußmündung, die unaufhörlicb Lava entströmen läßt, noch offen. Auf dem Gipfel des Vesuvs angekommen, steigt man eine halbe Stunde lang in das Höllcntal hinab, wobei man unaufhörlich durch Sprünge und Umwege die Lava zu vermeiden genötigt ist. Das Tal ist nur ein Teil des riesigen erloschenen Kraters des Monte Somma, in dessen Innern auch der tätige Krater des Vesuv ein- geschlossen ist. Der Name Hölle ist zweifellos von dem herzbeklem- wenden, öden Landfchaftsbild hergeleitet, das sich den Blicken bietet. Nicht«in einziger Grashalm oder irgendein anderes Zeichen orga- nischen Lebens findet sich bier. Asche und Steine haben«in Leichen- tuch über die Erde gebreitet, der gan.z« Kraier des Sommaberges hat Anspruch auf den Namen einer Hölle. Ein« ganze Stunde lang wandert man, ohne etwas anderes zu Gesicht zu bekommen als er- kältete Lava und zu Äergen getürmte Asch? und Sand. Nach fünf- stündigem Marsch unter der brennenden Sonne in der überhitzten Lust des Vulkans erblicke ich endlich die erquickende Frische der grünen Oase, die der spekulative Sinn Cooks bier geschahen hat. Den Wanderer erwartet hier der langentbehrte Komfort." vie technische Ausrüstung öer Gzeanflieger. Die Flugzeuge unserer Weltrekordflieger sind naturgemäß mit allen inodernen Einrichtungen der Technik ausgerüstet, und die großen Flüge, die zum Weltrekord führten, sowie die späteren Versuchsslüge haben nicht zum geringsten dem Zweck gedient, die technische Aus- rüstung des Flugzeuges zu erproben. Außer den Motoren wurde auch das Funkgerät erprobt, womit zwei wichtige technische Ein- richtungen der Prüfung unterzogen sind. Ein Flugzeug, das die schwere Aufgabe hat, den Ozean zu überfliegen, muh aber noch eine Reihe anderer bedeutsamer Einrichtungen haben, die für die Sicher- heit des Fluges von größter Bedeutung sind. Die Flüge von Cham- berlin und Byrd haben gezeigt, daß Ncbelbildungcn große Gefahren für den Flieger-bedeuten. Insbesondere ist Chamberlin durch Versagen seines Kompasses in große Bedrängnis geraten. Einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände eines Ozeanfliegers ist«in gut funktionierender Kompaß. Die deutschen Ozcanflugzeuge werden mit den Askania-Selen-Fernkompassen ausgerüstet. Die gewöhnlichen Magnetkompasse sind, wie der Flug Chamberlin beweist, durchaus unzuverlässig, da sie durch die Metallteile des Flugzeuges abgelenkt werden. Es muß darum der Kompaß so eingebaut werden, daß er nicht unter den Einsluß der Metallteile gerät. Eine Ablenkung der Nadel durch Metallteile kann nur dadurch verhütet werden, daß der Kompaß am Rumpfende eingebaut wird. Eine deutsche Konstruktion» der sogenannte Askania-Selen-Fernkompaß, ermöglicht nun die An- bringung des Kompasses«m Rumpfende und zugleich die Besicht!- gung der Nadel durch den Flieger. Mit Hilf« einer Selenzelle wird nämlich die Kompaßrichtung elektrisch auf das Schaltbrett übertragen, das sich vor dem Flieger befindet, so daß der Flugzeugführer vor sich jederzeit mit Hilfe dieses Fernkompasses die Flugzeugrichtung an- gezeigt sieht. Zur Unterstützung dieser Askania-Selen-Fernkompasse gibt«»och Kreiselkompasse, die gleichfalls von der Einwirkmig der Metallteile unabhängig sind, aber nur für sehr große Flugzeuge ge- eignet sind. Kreiseloorrichtungen spielen im Flugzeug überhaupt«ine große Rolle, besonders wenn es sich darum handelt, die richtige Neigung des Flugzeuges gegen die Erdoberfläche zu behaupten, wenn Nacht, Nebel und Wolken oder groß« Höhen dem Flieger die Orientierung durch die Erdoberfläche unmöglich machen. Schließlich sei noch daran erinnert, daß Byrd bei seiner Landung an der französischen Küste stets die Gefahr vor Augen sah, ilaß sein Flugzeug bei der Landung zerbrechen könnte, da er die Eede nicht sah. Nacht und Nebel spielten dem Ozeanflicger Byrd also auch unangenehm mit, als er sich schon zur Landung entschloß. Aber auch gegen diese Gefahren gibt es technische Einrichtungen, nämlich den sogenannten Distanzmesser. Dieser Distanzmesser zeigt mit größter Genauigkeit auf den Zenti- meter an, wie weit sich ein niedergehendes Flugzeug vom Erdboden befindet. Die Anzeige erfolgt erst von einer bestimmten Höhe, wenn das Flugzeug sich dem Erdboden bereits nähert. Da der Distanz- messer auch bei Nacht und Nebel wirkt, so kann der Flieger auch ohne Sicht des Erdbodens stets genau feststellen, wie hoch er sich noch über der Erde befindet und wann er sein Flugzeug auf den Erdboden aufsetzen kann. Nimmt man noch dazu, daß auch der Funkapparat, mit dem unsere Ozeanslieger ausgerüstet werden, die Möglichkeit ge- währt, den Flieger nicht nur über das Welte:, sondern auch über die Oertlichkeit zu unterrichten, wo er sich befindet, dann hat man alle Maßnahmen, die Sicherheit des Ozeanfluges zu gewährleisten. Die„Roten Speere"— die Nachfolger der„voxer". Die chinesischen Geheimbünde spielen in den Bürgerkriegen Nord- chinas eine immer größere Rolle und führen einen erbitterten Kampf gegen das Eindringen der westlichen Kultur. Es ist ein Auf. leben jenes uralt eingewurzelten Fremdenhasses, der in dem Boxer- aufstand einen so elementaren Ausdruck fand, und die unmittelbaren Nachfolger der Boxer sind die„Roten Speere", wie sich der größte und mächtigste dieser Geheimbünde nennt. lieber die zunehmende Macht und die beunruhigenden Taten dieser Horden berichtet der Engländer Sir Percival Phillips aus Peking: Die Roten Speere sind kleine Bauern und ihre ebenso fanatischen Knechte, die in den Provinzen nördlich vom Iangtsefluß leben. Sie haben unter den verschiedenen Fluten des Bürger- krieges schwer gelitten und dadurch einen wilden Haß gegen die neu« Art der Kriegführung bekommen, die sie dem europäischen Einsluß zuschreiben. Ohne die„fremden Teufel" würde es keine Maschinen- gewehre geben und keine Flinten, keine Eisenbahnen und keine Kraftwagen. Als die Roten Speere vor wenigen Wochen einen neuen heiligen Krieg ausriefen, gelobten sie, alle chinesischen Sot- daten zu erschlagen und dann die westliche Zivilisation auszurotten. Dieser Feldzug in den mittleren Provinzen erhält sein besonderes Gepräge durch den Fanatismus dieser Menschen, die an ihre Unver- wundbarkeit glauben und mit ihren primitiven Waffen sich kühn den Kugein der Soldaten«ntgegcriwerfe». In den verschiedenst-» Provinzen, in Honan, Anwei, Nord-Schautung und Scyansi hat die Macht der Roten Speere beständig zugenommen. Die verschiedenen Heere suchten sich diese Horden als Bundes- genossen zu sichern. Borodin zählte auf ihre Unterstützung bei dem Vormarsch von Hankau nach Peking, aber die Koimnunisten fanden sich bald enttäuscht. Die Roten Speere griffen die Nordtruppen an der Eisenbahnstrecke südlich an, aber wechselten dann mit einer Schnelligkeit, die selbst die ersohrensten chinesischen Generale über- raschte, die Partei und wendeten sich gegen die, die sie für ihre Bundesgenossen hielten. Dann versuchten sie die Mukden-Truppen zu sich herüberzuziehen, aber auch sie wurden mit derselben Unpar- teilichkeit angegriffen. Das Chaos des Bürgerkrieges ist dadurch sehr oermehrt worden, und der feindliche Norden und Süden sehen sich gezwungen, gegen die Noten Speere»nd andere Geheimdünde zu kämpfen. Es ist ihnen aber nicht beizukommen. Wenn ein halbes Dutzend wilder Gestalten, die nur mit einem einzigen kurzen Hemd bekleidet sind»nd ihre langen blutroten Speere schwingen, gegen einen vorübersausendcn Truppcnzug ihr Wutgebrüll erheben, so mag das zunächst komisch wirken. Aber diese Fanatiker lauern syste- matisch den Zügen auf, und schon mancher ihrer Speere, der durch die Fenster flog, hat Soldaten getötet. Sie glaube» sogar, daß ihre Speere, gegen die Räder geschleudert, den Zug zum Entgleisen bringen. Es gibt mindestens zwanzig verschiedene Geheimdünde, von denen manche auch an die Wirksamkeit von Gewehren glauben, wenn sie sie bekommen können. Die Roten Speere aber verlassen stch ganz auf ihre langen Schwerter, alte Aexte und großen Messer. halbem als„Anstreicher". In einem Aufsatz des Burlington Magazine beschäftigt sich Frederick Bentz mit der„Technik Holbeins d I." Er hat verschiedene Gemälde des Meisters mit dem Mikroskop auf jeden Pinselstricb hin untersucht und schildert die erstaunliche Sicherheit, mit der Holbein mit dem Pinsel zeichnete. Er tauchte einen langen Pinsel mit wenigen Haaren in die flüssige Farbe, hielt ihn flach und zog dann die Umrißlinien einer Gestalt von: Scheitel bis gur Sohle mit einem Zug. Das ist noch heute die Methode der Hausanstreich« und Stubenmaler Fleisch and Fische sind während der Sommermonate vom Versand ausgeschlossen. Mensenabgabe vorhehaiten. Verkauf soweit Vorrat FrühslüAskäse stock 6pi Romalour....... Stack ISpi. Allg.Slangenkäsepfd.38Pt Edamer.......... P(und68pt. Holländer...... Pfund 68pi. SteinbuschervoUf.,Pfd.70pt. Tilsilervoiifeit.... Pfund SOpt. Frisches Fleisch olivenol l/z. l-Ltr.Fl. 10 �85 Eimer ca. 2 Pid. Ananas.............. 1,85 Erdbeeresa.......... 1,45 Kirsch.............. 1,40 Aprikosen.......... 1,35 KONFITÜRE 1° 2 3 ca. 2 Pld. Johannisbeeren.. 1,15 Orangen............ 1,15 Ptlannen.......... 1,08 ZwaSsahen........ 05 Pf. Pa.ScIiweinescliiiikeD..prand 90pi. Pa.SciiHeinesGimlterblati?». Oflpf. Pfl.Sciiwelflel)aa[lioBig..pfund 86.-.. _ 52:x Berliner Scblaclitliansware Leipziger Str./ Alexanderplatz/ Frankfurter Allee/ belle» Alllance» Str./ Brunnensir./ Kottbuser Damm/ Andreasstr./ Chausseestr. Sülzwurst........ Plnnd 90pi. Landleberwursfpfund 95pf. Grobe MellwurstPfd.95pt. Jagdwursl...... Pfnndl,20 Knoblauchwurst Pfd. 1,20 Hildesheimer....ptnndl, 30 Mellwursln.Br. Art, Pfd. 1,30 Bierwursf....... pfundl,60 Hoist.Zerv.u.SalamiPM.l.eO Sdiinkenetken..Pfnnd 1 ,20 Stadtküche Leipziger Str., V. Stock Amt Zentrum Nr. 8533-29 f«? HeiS- Speisen, Einzelgepichte, Kalte Platten, Mayonnaisen, Eisspeisen, Torten usw. Verlangen Sie die Zusendung unsere« S t adtk fleh en-Katalo ees l mit Spitzbein. Pfund Pa-Hammeilleisdi(Diclie RÄ98pf, Pa.ScMleis£li°tn°�p.nnd 1,24 iiMÜSWII............. Pfnnd 86p, _______________.....______..______.. öeliackles.................. Pfund 7Spe Pa.Li8seflD.RDckeiile(l'S76pt|Pa. irische Rinderleber p�d 78pf. Gefpiepfleiscb StUiiP Margarine Pfund 62, 55pl Kokosfetl l-Pfd.-Fakct 55Pf. Rinderseil i-Pfi-Paket 55pt Bralenschmalz Pfund SOpt Griebenschmalz Pfd. SSpc Dänische Butler PfBnd2, 00 Kunsthonig i-Pfd-p«kei33Pf. Pa. Ochsenschmorfl. o. Kn., Pfnnd 94Pf. Pa. Ochsensuppenfleisch Pfund 48 Pf. Pa. Ochsengulasch o. Kn... Pfand 6SFf. Pa. Hammelfleisch d. Ripp», Pfund 78Pt. Pa.Haramelrücken....... Pfund 86Pf. Pa. Hammelkeulen....... Piund94Pf. Pa. Kuheuter............... Pfand 20Pf. Pa. Rinderherzen......... Pfund 42 Pf. !Pt. iiiiiiiiiuiiHiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiMiiiiiuiiiiiiiiiiiiinuininniniiiiiiiiutiiiiiiiiiiiHiiiiiiniinniiiiiniiiiiiiuiinii� I Fi8cheu.Bläuch8rwar8»vl 'ScheWsch.p.nndl2rf $üömd.... Pfund 12?,. 'SeelachßMZ l2pt. ...Pfund 2 8 Pf. xcfrnrcn.Pfd.4 8pf. «SOMMe-.cklkpc o � �geräuchert,« Junge Gänse?,„n.i ,°u 85 Junge Enten........ p�dl25, Frlschgeschlachtete Suppenhühner L IS Jung.Brathülinerstcb1 Gänseklein.... sack 85?. 1'° ERDNUSSÖL 'lr'lr 1-Ui 60. SS 1 l-Ltr.-Fl. 80 Deutsch er Speck mager........... Pfand Oabranale Gerste pfund23pf.{Frisdigelir.KalleeHd...2, 10an MfllZkSfleei-Pfnnd-Pakct SO?!| PBrÜiGÜfifl......... Plnnd 2,43 Guatemala-Mischung............... P,Dnd 2,80 . Pfund von Bau Marie eH.H.GVO ... Pfund«5Pf. 6teWf!�»38pd Nkttelen�pw�ZSpf Vun»>ale ,..Bund 4 8 Pf. i ARÄÜOAÄLVktKS.......... 3 stuck 25"- 1 =* Leipziger Strasse— Alexanderplatz— Frankfurter= | Allee— Kottbuser Damm nminmimimiiinnrnmiiimnmnniimtnmininuinmiimnnuJiminnimimininiiinmiinnniiniminnnr; uiiuiuiiuiuiiiiiiiiiumiiMnniiimiiinninmiaiiiiiiiHiiiiiniiiiinimiiiiiiii� Obst und Gemüse Welsskohl � Zpe ßOtkOhi............... kfnnd 7 Pf. Einiesesurken.FfondS» Schlangensurk. � 71a NeueZwiebelnspfd 20�. Neue KartcfSeln Runde Tomüien �10 �15? Mussäpfel Pfund I5pt Blaue Pflaumen 15' Pfirsiche........... 32pt Zitronen........ 45 ................... 10 Pfund SÜPt Ausserdem lHlmbeevsaft s vorzügliche(Jnzlit&f, In Bafd- n&de eingekocht «■40£50 elnschliess- i<|, FL I 5 Fl W lichFUsche zaszmmen «Vfelfaft SS 9®® einscbl'= Flasche i siiiiiiiimmmuiuiiiuinmiininuiiiiiiMiiinimiuiiniiiujnnuiiiuiiiiiiiiiii: Einheitsprei s-Verkauf iMtfssä SMuss/m■ 2|| 450 -iiimfilfmimmmimnminiizimfmmiimfmifiilmmlmiiiiiiiibnmniiii- 3eizS kaufen hei»t sparen I Deder Artikel ein Schlaser! ßvtiMWiUltVHtiHI' Bruchreis....... Pmnd 20pl Burmareis...... Pfnnd 22 PL Palnareis....... Pfnnd 32pt. VVeizengriess..Pfund 26 pf Harfgriess...... Pfnnd 28pt Backobst....... Pmnd 48Pf. Eier-FadennudelnpfiSOPL Eier-Bandnudeln Pid.45PL Eier-Makkaroni Pfd. 55». grieas-Makkaroni Paket 65 Pf. �iniiiiiiiiiiiiniiiiiniiiiiniiiiiiiniiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiMnimniiiiiiiiiuiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiinniiiiMitiiKfiiiniit£ I Bejvndtts billige Weine vem Faß I = fn unseren bekannt guten Qualitäten, unter anderem= JoliaoilimeiiiL1,95p1 r�50 1 = Getässe bitte mitbringen Jnv VowleZß 10FI.Edenkob. Kirchberg, SFi.Fruchl- i senaumwein, 1 Dose änana« in i Scheiben, eflOOO elnscbliess. 1 B O lieh Flaechen= [ naturrein. = aikouolirei...........■/, Fiaacbe mP40Pf. lOFl.i Deülsdiesliißatßr Norden 10334-�37 BU Ende lO1/, U. Zun» 77. Male Der flexer liie Komödie i>>0.llül v.iv_-t.. lolt Wfi Uhr, Ende 10 Der Snob Soinmerpr.3— 10 M. Sarngwtkr-Bihni, Sanzerdiiektiin Benno Sing TU. Königgrätz. St. Hasenheide 2110 8—10 Uhr: Die Sdiule v.liznadi lutspill i. Carl Stirihiin Komödlrnhaus Norden 6304 8'/,— 10", Uhr Li9i Grün Maman. Hediy, Laie taitansarg-Sühnan Ots. Künstler-Th 8'/, Uhr mDu wir»! mich helrafen" Lessing-rheiter 8'., Uhr Israel Thsat. a. Nollendorfplati Täglich 8>/. Uhr Alt-Keidelberg Sdiauspiel von Meyer-Foenta Mattwii, Kupfzr, StSssel.Bartels Preise; 1,-. 2,-, 3,- M. usw. Trlanon- Theater tägl. 8Va Uhr: HansiArnstädt in Demimonde (Halbwelt) Sdnüdu-Sdinn. Sing. AsSor, Tifit, Siüh Vorzeiger dieses zahlen Tilr Parkett tägl. auch Sonntags nur«o Pf. Wauuuia-Theai Täglich 8'/. Uhr: Rar nodi bis Montag! Der fröhliche Weinberg Lustspiel in 3 Akten ». Karl Zuckmayer Parkett statt 4 Mk tägl. auch Sonntags aar 60 PL Komische Oper 8V. Uhr SV. Uhr Berlins neueste Revue: §lrcng verholen m Die Revus der verbotenen Leidensdiatten! Uebcr 200 Mitwirk. /- 8 balletii.l Vorverkauf z. d. Theaterkwsc ab 10 Uhr onontcrbr.S �a—ra iiha— ibiiiii CASINO-THEATER sunr Ihr dnnkler Fleck Auksdmelden! Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel nur 1,60 M. Nollendorf 7360 Das groSe Eröffnungs- Programm! Sonnabends u. Sonntags 2 Vorstell. 330 u. 8 Uhr— Zuo /u ermäßigten Preisen das ganze Programm. Reickshallen-Theater Anfang 8 Uhr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzeit in de Müllerstraße «0. Sonntag« 28. August: 1. Nachmitt.-VorsielJung i halben Preisen mit vollem Progr.! ni Dönhoff- Brett'l: Variete, Konzert, Tanz Rose-Theater 8V. Uhr Förstenwende Gartenbühne S' j Uhr: Konzert und Bunter Teil 8 Uhr Liebe Ist Trump l Lustspielhaas SV. Uhr. Cafö Electrik Ii. im IMmiralspalas " Täglich h,? Uhr' Mim REVUE „An und aus" 2 Sonntag Vorstellung. 3 Uhru.'/jOUhr Bjdim. die gas« Vor- iltllong ig kolk Pnis Von der Reise zurlld Dr. Badt Reue Königstr. 35. Theater am Kotft. Tor §kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr Elite-läiip Gewaltiges Programm. s esonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN im „Vorwärts" und trotzdem !I billig n U 1 1?» SäSrtn. Führ, ßl rg Ersatzteile m rüiliih grollt �«omankc?.. Pumpenfabrik Berlin N 65, Reinitonlorfir Str. 9S ■ WotpeislmBiH gut u. billig r Nur GroB-Berlin Alcxanderplaiz BOXKÄMPFE Heute abend 9 V b r i Entaelieldnngslt&m,ife W.SIMON- R. RRÄOCÜS DRB4N 68ASS- A, PACLKE Hatte Kämpfe mit Eutscheldaog 95 Elatritt 80 Ptg. Theater des Vesteis 81'. Uhr Die Tugendprinzessin Musik von Zorlig Ell; Hoff mann, Arthur Holl. Marita« lodwig, Xartln Kittaer. Edith Karin, Birlor, H. Löndiüh Planetarium am Zoo VerlSug. Jcadiinsfhalar Sirale Noll. 1578 Oer Sternenhimmel auf der Reise von Berlin nach dam Aequator Vorführungen: 4V?, 6, Vi,, 9 Uhr. Eintritt I M. Kind« not. 15 lahm 0.581» in Freitag, den 2. August nachmittags 3 Uhr ifam MfB ' Ein Fest der Sensationen Ein Welt Varietä-Programm mit ununtorbrochenerArlistenfolge ALLE 15 MINUTEN EINE SENSATION . Gast der berühmte Humorist OTTO REUTTER i VOFd WINTERGARTEN 1 Sensation Jagt Sensation MAN MUSS DABEIGEWESEN SEIN —i EINTRITT NUR'MARK Vorverkauf Theaterk. Wertheim BESUCHT NE AUSSTELLUNO J>EK I>EUTSA$ 1UNOE �EUT5 BERLIN S/, Uhr, sinoet Im stassenlofal«erlln- Lichtersefde, Roonstr. 13, 1 Treppe,«ine AuMM-MglMlltlg statt, mir folgender Tagesordnung: 1. Derlestn des letzten Protokolls. 2. Satzungsänderung. 3. Aendcrnng der Dienstordnung. 4. Ver- schledenes. BeriiuoLichterfelde. 10. August 1927. ver vorstand. Neri Brandenburger, Borsitzender. Von der Reise zarflek Dr. Th. Rachwalsky _ Stegclltzer StrnBe 20._ DER KLEInc BROCKHAUi Preis IN. 23,- Auch in Ratenzablung Zu beziehen durch J.fl.V.DIetz Nachf.G.m.b.n. Berlin SW. 68, Lindenstraße 2 (Abteilung Sortiment) und sämtl. Vorwäm-Ansgabesfelle»' Fleisch- und Wurslwaren-Verkauf Billig und dnf ThaCFStr. 40 B'l't*-»»«>«>»' geöffnet von 8—3 Uhr, Freitags und Sonnabends 8—7 Uhr Schönhauser AUce 33 fi�ubf _ Zu noch nie dapweseiiBii Preisen bringen wir Stores, Gardinen, Bettdecken Künstler-Gardinen in besten Qualitäten für 5.90, 7.40, 8.90 M. Halbstores in allen Webearten 1.75, 4.50, S.SO 8.— M- Gardinen-Reste Bmi-sdib n. Eiuä-FcDtB zum halben Preis. — Einzelverkauf von 9—7 Uhr.— Xpezial-lianliDen-WeTkstättED Nenkölln, Berösfr. 63 2. Sto ck, am Kingbahnhof Kein Laden!»WW� Slodflaternen ä�pM Dtz. 60 Pfg. Lampions Dtz. 75 Pfg. an, echte Jap.nlatemen v.60Pfg.sn. PapUrmützea Dtz. von 20 Pfg. an. Girlanden Dtz. von 50 Pfg. an. Wacnzfackslo, I Stunde br.,35 Pfg. Magnesium. Fackeln, 60 cm lang, 60 Pfg. Bearalfeuer Pfd. 60 Pfg. u. 1 Mk. Ver. losungsartlkel für Kinder, Dtz. 60 Ptg. an, A. Maas St Co. G.m.b.H� Markgrafenstr. 84. an der LindeostraSe. KommUaionzwarc bei teflw. Festkauf