Abendausgabe Nr. ZSZ 4> 44. Jahrgang Ausgabe B Nr. 1$4 B-zus-kxdingunsen lind 9tnje!goipte?ft find in der Morgenousgob« angegeben «edatlion: SV). SS, Cindenffrofte 3 Fernsprecher: VSnhosf 202— 202 I-l..Udresse: Sozinldematral Berlin Verlinev Volksltlctkt (10 Pfennig) Montag ?5.ftuguft�27 Serlag und Anzeigenadtrilungz Seschäft-zeit bi»» Uhr Verleger: Vorivarto-Verlag GmbH. Berlin SV). 68, Cinbenfltabe 3 Zernsprecher: VSohofs 292— 29« Zcntralorgan der Sozialdemohratirchen parte» Deutfchlands Die„Seemen über Sem Atlantik. Keine Meldungen, seitdem das Flugzeug die irische Küste verlassen hat. Notlandung der Europa in Bremen wegen Motordefekts und schlechten Wetters. Die Ankündigung einer Deikerbesserung über dem Ozean hak am Sonntagabend 6 Uhr auf dem Desfauer Flugplatz den Aufstieg der eigens erbauten Ozeanflugzeuge..Bremen" und..Europa" zum ersten deutschen Amerikaflug veranlasst. Die Flugzeuge schlugen bald verschiedene Strecken ein, ..Bremen" hielt sich südlicher...Europa" stieß über der Bord- see aus so schlimmes Unwetter, daß die SZ-Slundenflieger E d z a r d und R i st i c z es vorzogen, nach Bremen zurückzukehren, wo bei der Botlandung das Flugzeug einige Beschädigungen erlitt. „Bremen" flog über Südengland und Irland dahin und hat heule früh 5,15 Uhr Dublin überflogen und das offene Weltmeer erreicht. Man ist berechtigt, mit dem Erfolg der„Bremen" unter ihren Führern Köhl und Doofe zu rechnen. Selbst für den Fall eines Unglücks, das zum Biedergehen auf das ZNeer zwingen würde, find den Fliegern der„Bremen" alle Wittel mitgegeben, die ihr Leben zu retten geeignet find. Den unkriegerischen, ausschließlich völkerverbindenden Charakter der deutschen Fliegerei hat eben noch ihr Großmeister, Professors Junkers, feierlich ver- kündet. � Der Zlug der„Srernen*, Ucber den Flug der„Bremen" liegen, nachdem sie das Festland verlassen hat, nachstehende Meldungen vor. Weitere Nachrichten sind vorläufig kaum zu erwarten, das Flugzeug mühte dann gerade von einem Schiff gesichtet werden. London. 15. August. „Daily Expreß" meldet, daß einem Bericht aus F o r m b y in der Nähe von Liverpool zusolge die„Bremen" heute srüh gesichtete n ist. London meidet durch Funkspruch, daß die„Bremen" um 2,45 Uhr Fleetwood unter starkem Regen passiert hat. Die Maschine ist sehr niedrig geflogen. Fleetwood liegt 35 Meilen nördlich von Liverpool an der englischen Westküste an der Morecamdebay. Zur Lanöung der»Europa�. r Nachdem die„Europa" bereits etwa eine halbe Stunde über der Nordsee flog, trat aus bisher unaufgeklärten Gründen eine Motor st örung ein, die den Flugzeugführer veranlaßte, in der Richtung nach Bremen zurückzukehren. Nachdem das Flugzeug noch eine weitere halbe Stunde über dem Bremer chafen gekreuzt war, ging es um 21,55 Uhr, nicht wie gemeldet, um 23,01 Uhr, nieder. Infolge der starken Belastung der Maschine kam das F a h r g e st e l l und der Propeller zu Bruch. Die Insassen sind völlig unverletzt. Die„Europa" hatte bereits in der Gegend von Magde- bürg die Fühlung mit der„Bremen" verloren. Auch das Begleitflugzeug G 31 mußte wegen schweren Nebels in Bremen niedergehen. Es scheint aber auch, daß man angesichts der Wetterverhältnisse es für ein zu großes Risiko hielt, die schwere Iunkers-Maschine nach England über das Wasser fliegen zu lassen. Auf einem Streifen zwischen Bremen— Rotterdam eincrsetts und England andererseits herrschten schwere Gewitter. Defiau, 15. August. Die Nachrichten von der Notlandung der„Europa" in Bremen hat hier in Dessau tiefe Niedergeschlagenheit erweckt. Als Professor Junkers die Meldung erhielt, traten ihm die Tränen in die Augen. Er sagte später einem Journalisten, daß die mensch- liche Kraft gegen solche Zufälligkeiten machtlos sei. Die Idee des Ozeanflugs werde aber trotzdem weiter betrieben und weiter ge- tragen werden. Um so heißer seien die guten Wünsche und Hoff- nungen, die die„Bremen" auf ihrem Wege begleiteten. Für die Landung der„Europa" sollen nach den bis- herigen Berichten der Flieger zwei Gründe maßgebend gewesen sein, einmal der Nebel über der Nordsee und dann ein unerklär- lich hoher Brennstoffverbrauch zu Beginn des Fluges. Nähere Einzelheiten über diese Tatsache liegen noch nicht vor, man wartet in Dessau die ausführliche Berichterstattung Risticz' ab. der heute nachmittag mit der Q 31 wieder in Dessau eintreffen soll. Bor- läufig ist man nur auf Mutmaßungen angewiesen, weshalb der Motor, der doch gerade beim Dauerflug und auch bei den späteren Flügen bis in das letzte ausprobiert war, plötzlich so viel Brenn- stosf verbraucht hat. Entweder hat die sogenannte Sparvorrichtung oersagt oder es ist irgendeine Störung im Bergaser«in- gctretcn. Ob die„Europa" nach ihrer Instandsetzung noch einmal zum O.zeanfluge starten soll, ist noch nicht entschieden. Aus jeden Fall scheint nicht beabsichtigt zu sein, die in Bereitschaft gehaltene Reservsmaschine V 1198 des gleichen Typs an Stelle der„Europa" einzusetzen. Schlechtes Vetter! Die Hamburger Wetterwarte meldet empfindliche Wetter- verschlcchlerung über dem Ozean: seit 3 Uhr morgens starker Regen über Nordland und nordwestliche Winde von 40 bis 50 Stundenkilometer. Um 1 U h e mittags lauten die neuesten Wettermeldungen so. daß bis un- sgefähr zur Hälft« der Flugstrecke zwischen Irland und Neusundland London, 15. August.(Eigenbericht.) Der Ozeanflug der„Bremen" ist heute vormittag 5,15 Ahr über Dublin gesichtet worden. Das Flugzeug hatte Kurs auf Beu-Fundland. London, 15. August.(Eigenbericht.) Die„Bremen" hat 7,15 Uhr die irische Küste verlassen und damit die Route über den A l l a n t i k eingeschlagen. Dessau, 13. August, 13,30 Uhr. Nach soeben in Dessau eingetroffenen amerikani- schen Wettermeldungen herrscht auf dem Atlantischen Ozean Weststurm der Stärke 11 bis 12. Nordwestwinde herrschen, weiter westlich dagegen schwacher O st- wind. Hiernach fliegt„Bremen" auf der ersten Flughälste gegen den Wind, nachher aber m i t dem Wind. Zwischen den Bermudas- Inseln und Grönland zieht sich, etwa 500 bis 1000 Kilometer östlich der amerikanischen Küste, eine Hochdruckrinn« hin, auf der Insel Neufundland herrscht eine Depression, die sich bis 50 Kilometer östlich hinzieht. New kjsrk in Erwartung. Bew Zork, 15. August. Die Blätter bringen ausführliche Einzelheiten über den Start der Junkcrsflieger und über die Fortschritte der„Bremen" unter riesigen Ueberschriften. Ein Artikel der„World":„Aller Augen sind aus den Himmel geheftet" bezeichnet die Woche, die mit dem Start in Dessau begann, als denkwürdig in der Geschichte des menschlichen Flugs, einerlei, ob das Unternehmen erfolgreich sei oder nicht. Ueberall werden eingehende Beschreibungen und Ab- bildungen der Flugzeuge veröffentlicht, ebenso die Bilder der Flieger und des deutschen Generalkonsuls v. Lcwinski, der an den Empfangs- Vorbereitungen tätigen Anteil nimmt. In Boston werden Empfangs- Vorbereitungen im größten Ausmaß getroffen. Major L o n g a m- e ck e r, der Kommandeur des Flugdienstes des ersten Armeekorps, gab bekannt, daß, wie seinerzeit beim Flug Nungessers und Eolis, ein Patrouillendienst organisiert wurde, um nach den Flie- gern Ausschau zu halten. Der Flugplatz in Boston ist nicht für eine Nachtlandung ausgerüstet, doch tritt der Scheinwerserdienst der Küstenartillerie in Aktion. Die Stadt Boston hat nach dem Beispiel Philadelphias einen Preis von 25000 Dollar für die Landung eines europäischen Flugzeugs in Boston ausgelegt. Man gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Preis von einem deutschen Flugzeug errungen wird. In Chicago sind auf die Nachricht vom Abflug hin die Arbeiten für die Empfangsvorbereitungen beschleunigt worden. Wie der Major von Chicago, Thompson, erklärte, wird der Empfang der deutschen Flieger in keiner Weise dem nachstehen, der Lindbergh bereitet wurde. Colonel Lindbergh selbst hat von New Pork aus den Junkersfliegern besten Erfolg wünschen lassen. Chamberlin startet am Dienstag früh von New Park in der Richtung nach Boston: er will der„Bremen" entgegenfliegen. In Philadelphia hat der Empfangsausschuß bekanntgegeben, daß bereits alle Borbereitungen beendet sind, und daß bereits Montag abend der Flugplatz in vollem Umfang beleuchtet und mit Lichtzeichen versehen sein wird. Virü ein ürittes Flugzeug starten! Dessau. 15. August.(MTB.) Wie der Sonderberichterstatter des WTB. erfährt, haben in der Leitung der Junkers-Werke bereits eingehende Besprechungen über die Frage stattgesunden, ob nach dem Unfall der Europa das dritte O z e a n f l u g z e u g noch zum Start gebracht werden soll. Dies« Erörterungen haben zu dem Ergebnis ge- führt, daß Junkers sofort die nötigen Schritt« einleitete, um alle mir einem dritten Flutz zusammenhängenden Fragen zu klären. Eins erhebliche Rolle spielt die Kostenfrage, und sie dürfte auch die endgültige Entscheidung stark beeinflussen. Die Junkers-Werke haben. heute vormittag einen Beauftragten nach Berlin geschickt, die Ber- sicherungsfrage zu klären. Sollte die Entscheidung über den dritten Start positiv ausfallen, so kommt für den Flug nur die B e- satzung der Europa in Frage. Das Reichsbanner in Leipzig. Weihe eines neuen Bundesbanners.— Vorbeimarsch am Leipziger Volkshaus. W. TV. Leipzig, 14. August.(Eigenbericht.) Früh am Sonntag ertönte der Weckruf durch die Quartiere. Erst jetzt konnte man ein vollkommenes Bild von der reichen und schönen Beflaggung und Ausschmückung der Häuser bekommen. In Lindenau, wo etwa 11000 Magdeburger und Sachsen lagen, war besonders reiches Leben. Der um 10 Uhr zum Augustus- platz abmarschierend« Zug war schier endlos. In Eutritzsch. einem rechten Proletarieroiertel, an der Berliner Strecke, lagen auch die Berliner, aufs beste aufgenommen und verpflegt. Auch hier reicher Fahnen- und Farbenschmuck. In Stötteritz, in Conne- witz, in Paunsdorf und wie die Bororte alle heißen, waren die auswärtigen Gäste verteilt. Der Aufmarsch auf dem Augustusplatz war das großartigste und seltenste Ereignis, daß das organisierte republika- nische Deutschland bisher gehabt hat. Nicht wenig trägt dazu auch die Bedeutsamkeit des Platzes selbst bei, der im Herzen Leipzigs ge- legen, seit undenklichen Zeiten der Platz der Stadt ist. Eine An- zahl bedeutender öffentlicher Bauten, wie Theater, Universität, Reichspost, Museum, umringen ihn. Zu Ehren des Tages hatten Universität und Theater geflaggt, auch das Amts- g e r i ch t hatte die Reichssahne gezogen. Die R e i ch s p o st und die Reichsbahn kanmen an diesem Tage die Reichssahne nicht. Zur angegebenen Zeit setzte der Anmarsch«in. Zug um Zug kam mit schmetternder Musik und stolz wehenden Fahnen heran. Von allen Seiten strömte es unaufhaltsam zum Riesenplatz, dessen ge- samter großer Verkehr wie am Abend vorher vollkommen eingestellt war. Viel hätte nicht gefehlt, dann wäre der Platz zu klein ge- wesen. Von der Höhe der Rednertribüne aus bot sich ein unver- aleichliches Bild, das sich tief in die Seele prägte.„Das deutsche Volk, einig in seinen Stämmen", so beginnt der Text der deutschen Reichsverfassung. Hier sah man das Wort zur Wahrheit gewor- den. Alle, Bayern, Badener. Württemberger, Sachsen, Preußen, Hessen, Mecklenburger, auf diesem Riesenplatz vereint, alle unter dem schwarzrotgoldenen Banner. Nicht ein Bundestag, sondern ein Verfassungstag war dieses Fest von Leipzig. Zum Verfassungstag wurden nur die nächftgslegenen Gaue oerpflichtet, hier Leipzig, Halle, Magdeburg, Chemnitz. Zwickau, Berlin, Brandenburg, Görlitz. Ostsachsen und Großthüringen. Alle anderen Beteiligungen aus dem Reich erfolg- ten freiwillig. Ucbersicht man dies, so muß man sagen, daß Leipzig gegenüber den Verfassungstagen votj Berlin und Nürnberg, ja sogar gegenüber den Bundestagen von Magdeburg und Hamburg «in weiterer gewaltiger Fortschritt ist. Man hatte am Sonntag auf dem Augustusplatz angesichts dieses gewaltigen Heerbannes der Republik in ganz kurzer Zeit die Ueberzeugung gewonnen, daß, wenn dieser 100 000-Mann-Block jemals zertrümmert werden sollte, das ganze Reich mit in Trümmern gehen würde. So gut aber, wie jede treffliche Rede, die am Sonnabend und Sonntag gehalten wurde, so gut war jeder einzelne Mann, jeder Jüngling, der auf dem Platz stand, ein Versprechen an die Zukunft, mit dem Banner Schwarz-Rot-Gold die Verfassung und damit das Dasein und die Weltgeltung des deutschen Volkes zu schützen und zu sichern. Dann, nachdem der Ausmarsch von weit übex 100 000 Mann mit über 1000 Fahnen, 35 Musikkapellen und 140 Spielmannszügen vollzogen war, begann der weiheakt für das neue Bundesbanner. Als erster ergriff das Wort der Gauleiter des Reichsbanners des Leipziger Bezirks, Kreishauptmann Lange, und hieß die von nah und fern herbeigeeilten Reichsbannerleute in Leipzigs Mauern auf das herzlichste willkommen. Er betonte den Charakter Leipzigs als einer Stadt der fielen Künste und des freien Handels, in der nie- male ein Fürst residiert habe. Nach ihm hielt der Vorsitzende des ADGB., Reichstagsabgeordneter Peter Graßmann, die Weihe- rede. Neichstagsabgeorüneter Graßmann: Der Reichsausschuh findet endlich Gelegenheit, seine Absicht, der Bundesleitung ein neues Banner zu stiften, zu verwirk- liehen. Nicht als ob uns das alte, in schwerer Zeit geschaffen« nicht mehr genügt hätte, aber wir Reichsausschuhmitglieder waren der Meinung, daß das Wachsen, das Starkwerden unseres Bundes ficht- bare Verkörperung finden müsse, auch in dem uns vorangctragenen Fanal. Wir haben die Reichsfarben zu den Farben unseres Bundes gemacht. Wir haben diese Farben hinausgetragen bis ins letzte Dorf, wir haben damit Propaganda gemacht für den Gedanken der Reichseinheil, für den Gedanken der Demokratie, der Republik. Und wenn wir heute der Bundesleitung ein neues Banner geben, so soll damit mitnichten eine Hervorhebung gegenüber den stürm- zerfetzten Fahnen dargelegt werden.chen Fahnen, die die Kameraden sich mit ihren sauer verdienten Groschen geschaffen haben. Aber in unserem neuen Banner soll zum Ausdruck kommen: Wir find dal Ihr müßt mit uns rechnen! Wenn ihr eine falsche Rechnung macht, geht die Bewegung über euch hinweg. Und nun wollen wir in feierlicher Stunde unser neues Banner zeigen, zuerst unseren Kameraden. Dieses unser neues Wahrzeichen soll sein der bildhast« Ausdruck des Vertrauens zu uns selbst, zu unserer gerechten Sache, soll auch sein Ausdruck und Verkörperung des Vertrauens zu unserer Bundesleitung und zu unserem viel- geschmähten, von uns deshalb aber desto heißer geliebten Bundes- sichrer Otto chörsing. Im Namen des Reichsausschusses übergebe ich dieses Banner der Bundcsleitung. Aus tiefergrifsenen Herzen weihe ich es unserer Sache und wenn ich in dieser Stunde einem Wunsche Ausdruck geben möchte, so ist es der, daß sein erstes Erscheinen befeuchtete Augen, höherklopfende Herzen, aber auch trotzig« Fäuste finden möchte, die es heben und tragen und wenn es nottut auch ver- leidigen werden. Und nun ein Wort zu denen, die zu einem großen Teil auf diesem Platze und im Reichsbanner stehen, meinen Eewerkschafts- kameraden. Dir Gewerkschaftler bejahen den neuen Staat. Wir sehen im Gegensatz zum alten Obrigkcitsstaat im neuen Staat und in der Weimarer Verfassung die verfassungsmäßige Verbriesung von Rechten, die wir im alten Staat vergeblich angcstrevt haben. Wir sehen zum Beispiel in der Weimarer Verfassung die Gewährleistung der Freiheit der Vereinigung und wünschen nur, daß von diesen Rechten möglichst nützlicher Gebrauch gemacht werde. Die Grundrechte der Deimarer Verfassung bedeuten eine geistige Dende gegenüber der Verfassung von 1871. In den Grundrechten wird ausgesprochen, daß Eigentum oerpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich Dienst sein für das gemeine Beste. Die Grundrechte sagen, die Ordnung des Wirtschafts- l e b e n s soll ein menschenwürdiges Dasein ollen gewährleisten. Die Arbeitskraft soll unter besonderem Schutz des Rechtes stehen. Und wenn wir die Veränderung der Dinge, die verfassungsmäßig oewährleistet sind, betrachten, sind wir berechtigt zu sagen, wir be- jähen diesen Staat, wenn er uns auch noch nicht die"letzte Erfül- hing bedeutet. Wir haben mehr als einmal Gelegenheit gehabt, diesem unseren Bekenntnis zum Staat Ausdruck zu verleihen. Wir haben in den Märztagen des Jahres ISSO, als eine Handvoll Abcn- teurer glaubte nur zupacken zu müssen, den beabsichtigten Streich zunichte gemacht, unter Einsetzung unserer Existenz und wenn es nottut, machen wir es morgen wieder. Wenn es manchmal in der Erfüllung der Grundrechte zu langsam ging, wenn die Reaktion auf politischen und Wirtschaft- lichen Gebiete erstarkte, dann sind wir selbst schuld. 16 bis Itz Millionen Arbeitnehmer haben wir innerhalb der Reichsgrcnzen und davon sind ein Drittel organisiert. Die anderen stehen bei- scite und ernten die Früchte unserer Arbeit. Wir haben mehr als 30 Millianen wahlberechtigter Bürger und Bürgerinnen, die ihr politisches Gewicht in die Wagschale werfen konnten. Wir haben feststellen müssen, daß sie es zu einem Teil« zur Berftärkung der reaktionären Parteien verwendet haben. Don unserer wirtschaftlichen Macht machen wir nur unvollkommenen Gc- brauch. Wir wollen unseren Anteil nicht nur an der Ordnung der gesellschaftlichen und politischen Dinge, sondern auch in der Ordnung der wirtschaftlichen Dinge haben. Wir haben es in der Hand, es muß anders werden. Wir wollen nicht auseinandergehen, ohne den festen Vorsatz, das vor uns liegende Jahr zu benutzen, um zu werben für unseren Gedanken, zu werben für den Gedanken des Reichsbanners, zu werben für die sozialen und wirtschaftlichen Grundsätze der Weimarer Verfassung, zu werben für den sozialen Gedanken, damit wir, wenn das deutsche Volk aufgerufen wird, mit dieser unserer Arbeit zufrieden sein können! Nach der oft von Beifalls- und Zustimmungsrufen unterbräche- nen Rede Graßmanns, die, wie übrigens alle Reden, durch den Siemens-Lautsprecber bis in den fernsten Winkel des Platzes den Massen sehr verständlich war, fiel die Hülle von dem Banner. Die tausend Banner auf dem Platz hoben sich hoch empor und wurden freudig hin und her geschwenkt. Dann nahm die Feier ihren Fortgang. An Stelle des behinderten Zentrums- Reichstagsabgeordncten I o o s sprach der Führer der Windhorst- Bünde, Krone. Dr. Krohne: Zu einer Feierstunde haben wir uns heute zusammengefunden, unser neues Banner enthüllt. Nürnberg ist übertroffen, bei weitem auch Magdeburg. Da wollen wir denken an die erste Verfassungs- stier, an jenen Tag, wo der verstorbene Reichspräsident E b e r t die Geburtstagsstunde des Reichsbanners gefeiert har. Heute ist das Reichsbanner eine große Bewegung geworden. Wir alle stehen unter dem Eindruck dieser erhebenden Feier, den wir mit hinaus- Der umworbene Theaterbesucher Die Theater rüsten zu einer neuen Spielzeit. Und überall hat bereits eine lebhafte Befucherwerbung eingesetzt. Die älteste und ollgemein bekannt« Form der Heranziehung von Dauerbesuchern ist die Auflage eines Abonnements. In Berlin gelang es aber eigent- lich immer nur den beiden staatlichen Bühnen, sich«inen nennen?- werten Stamm von Abonnenten zu sichern. Die Prioattheater scheuten auch vielfach davor zurück, ein Abonnement auszuschreiben, weil es ihnen wichtiger schien, in der Spielplangestaltung freie Hand zu behalten. Ein neuer Weg bot sich hier aber durch die Verbindimg mehrerer Bühnen zur Auflag« eines gemeinsamen Abonnements. Er wurde mit der Bildung des„Reibaro"-Konzerns beschritten. Nicht ohne Erfolg. Freilich fehlten auch wieder Verstimmungen der Abonnenten nicht, weil sie sich in ihren Erwartungen hinsichtlich der Aufführungen und der Besetzung der Stücke enttäuscht sahen. Neben den Abonnementswerbungen steht dann in Berlin feit geraumer Zeit die Propaganda aller möglichen„Theater- gemeinden. Eine zunächst von den Theatern unabhängige Organisation sucht Mitglieder mit der Verpflichtung zu geregeltem Theaterbesuch zu gewinnen und pachtet für sie dann Borstellungen oder Plätze in do«r zur Verfügung stehenden Häustrn. Ein Teil dieser Theatergemeinden ist im Grunde nichts anderes, als die Hülle, die ein geschäftstüchtiger Unternehmer für eine von ihm schon vorher unterhaltene Billettagentur eingerichtet hat. Die wenigen Theater» gemeinden, die nicht dem Profitstreben einer Theaterkarten-Handlung dienen, stellen fast durchweg Einrichtungen dar, die im Sinne einer bestimmten politischen oder wenigstens weltanschaulichen Tendenz wirken wollen. Hier handelt es sich einmal um den Buhnen- volksbund, der nach seinem Programm Theaterpflege„im christlich-deutschen Volksgeist" treiben will. Was unter„christlich- deutsch" zu verstehen ist, darüber sind sich freilich die Gelehrten nicht einmal im Bühnenvolksbund selbst einig, wie noch kürzlich wieder der vom Bühnenoolksbund veranstaltete Reichsjugendtag in Magde- durg bewiesen hat. Im Bühnenvolksbund gibt es einen mehr zentrümlich und einen mehr deutschnational-oölkisch orientierten Flügel. In jedem Fall aber ist das Ziel dieser Besucherorganisation, die Kunstpflege bestimmten kulturreattionären Bestrebungen unter- zuordnen.— Neben dem Bühnenvolksbund hat sich dann in jüngster Zeit noch eine„Großdeutschs Theatergemeinschaft" aufgetan, äugen- scheinlich von Leuten, denen der Bühnenvolksbund noch nicht „deutsch" genug ist. Sie will ein„nationale» Theater" schaffen, um mit den„politischen Tendenzbühnen bolschewistischer Abstammung" aufzuräumen. Letzten Endes sind alle diese Theatergemeinden Nach- ahmungcn der Volksbühne, die in Berlin bekanntlich schon ILA) aus der Arbeiterschaft heraus geschaffen wurde. Aber es ßnd pecht HägLickje Na�aZuumgei� dte �A mchr otep meai@ec~m nehmen werden In den ZWag, in die Fabriken, in die Bureaus, an die Arbeitsstätten. Wir sind nicht politisch alle einer Meinung, aber wir haben uns in unserer Rcichsbannerbewegung schätzen und achten gelernt und gefunden, daß es noch mehr gibt als engste Partei- politische Einstellung, und daß über dem ganzen der'.Dienst am Staate steht, wie es W i r t h gestern abend ausdrückte. An diese schwarzrotgoldene Fahne knüpft sich eine große Sehnsuoht. Der Weltkrieg liegt hinter uns. Zehn Millionen Tote ruhen unter grünem Rasen oder auf dem Grunde des Meeres: zwei Millionen deutsche Brüder sind darunter. Deshalb knüpft sich an diese Fahne die Sehnsucht unseres Volkes, daß uns nie wieder ein solches Elend beschert werde. Dafür wollen wir uns olle einsetzen. Und nun ein Zweites: Unser Land ist uns zu klein, schwarzrotgold ist das Symbol der großdeutschen Tradition, die zerbrochen und neu wieder aufgepflanzt wurde. Es ist die Sehnsuchi aller Deutschen, daß ein großes in Frieden bestehendes Großdeutschland sein soll. Und so weht die Flagge schwarzrotgold hinüber nach Wien, daß ein Reich sein soll von Wien bis Flensburg und vom Bodensee bis Königsberg. Und schließlich knüpft sich an Schwarzrotgold chie Hoffnung der Acrmsten unseres Volkes, derjenigen, die langsam auf- stehen wie vor Jahrhunderten der Bürgerstand und die Bauernschaft frei wurden. Heute hat die Maschine die deutsche Lohnarbeiterschajt aus dem Baden gestampft und an Schwarzrotgold knüpft sich die Hoffnung dieser Menschen, mit teilzi'nehmcn an den. geistigen und materiellen Gütern der Menschheit, mitzuarbeiten an der politischen Leitung dieses Staates. Diest dreifache Sehnsucht tragen wir alle im Herzen. Alle eint uns dieses Streben, und daß es noch mehr als bisher Allgemeingut des deutschen Volkes werde, das ist unsere Hoffnung und unter tiefster Wille. Daran wollen wir mitarbeiten, jede? an seiner Stelle. In diesem Sinne rufe ich: Die deutsche Republik, sie lebe hoch! Nach der mit starkem Beifall aufgenommenen Rede Dr. Kranes betrat der Vorsitzende der Deutsch-demokratischen Partei, Reichstagsabgeordneter Erkelenz, die Rednertribüne. Neichstagsabzeoröneter �nton �rkeleaz: Der wichtigste, der politisch gesehen katastrophalste Fehler der alten Verfassung lag darin, da sie in weiten Voltskreisen als eine Verfassung der oberen kilassen. als eine Verfassung der klassenherrschask von oben, als eine Verfassung des halb- seudalismus gewertet wurde. Das lag nicht im Wortlaut der Verfassung. Es la-r nicht«in- mal im Wesen der Staatsform. Es gibt ein« Reihe Monarchien, die von ihren Bürgern durchaus nicht als Fremdkörper, als Bollwerk volksfeindlicher Bestrebungen aufgefaßt werden. Auch aus der alten Reichsversassung konnte die Demokratie herauswachsen, und der so gestaltete Staat konnte ein wahres Heim für alle Klassen werden. Daß es der allen Verfassung und ihren Trägern nicht gelang, alle Bürger innerlich zu gewinnen, lag nicht an den Paragraphen, lag nicht an der Staatssorm, sondern an der Handhabung der Gewalt in diesem Staat«, mit einem Wort: Weite Kreise der Bürger hatten das Gefühl, vom Slaaie aus- f geschlossen zu sein. Dazu gehörten die Sozialdemokraten, dazu gehörten die Linksliberalen, dazu gehörten die Katholiken und mit ihnen das Zentrum. Selbst ein Nationalliberaler galt in ein- zelnen Teilen des Landes schon als staatsstindlichcr Revolutionär. Das wa«' der Fehler der alten Verfassung. An diesem Fehler zerbrach das alte Reich. Was lehrt uns diest Tatsache? Sie lehrt uns, daß es nicht allein, nicht einmal in erster Linie auf die Form der Ver- s a f s u n g ankommt, als vielmehr aus den Geist, in dem sie gehand- habt wird. Es kann ebensogut schlechte, volksstndliche Republiken geben, wie es gute oder schlechte Monarchien gibt. So gesehen, zeigt sich aber auch die innere, tiefer« Ursache, warum es Demotraten, Sozialdemokraten und Zentrumsleutc waren und sein mußten, die im Augenblick der Gefahr die neue Verfassung schaffen mußten und schufen. Sic brachten den Geist, die Gesinnung mit, die nötig war, um in der Zeit der größten Gefahr das Reich aufzurichten und wieder aufzubauen., Aeußcrlichkeiten halten. So ist für die Volksbühne charakteristisch die entschiedene Ausschaltung aller privaten Erwcrbszwccke. Bei den übrigen Theatergemeinden trifft das höchstens bei einem kleinen Teil zu. Eharakteristisch für die Volksbühne ist ferner die absolute Selbstverwaltung durch die Mitglieder: sie wählen in allgemeinen Versammlungen die für die Geschäftsleitung und für das künstlerisch« Programm zuständigen Organe. Dieses Selbstbestimmungsrecht der Mitglieder ist nirgends sonst in gleicher Weise durchgeführt. Charakteristisch für die Volksbühne ist weiter die Verwirklichung der Gemeinschaftsidee durch den für alle Mitglieder gleichen Vorstellungs- beitrag und die Auslosung der Plätze, die mit jedem Besitzvorrccht im Theater aufräumt. Keine andere Berliner Theatergemeinde hat den Einheitsbeitrag und das Auslosungssystem, sondern sie alle haben mehrere Platzgruppen, und wer am meisten zahlen kann, gewinnt damit ein Vorrecht auf Parkett und ersten Ring. Nur die Volks- bühne dient auch einer wirklichen Kulturidee: nur sie hat ein Programm, das ohne Engherzigkeit alle große lebendige Kunst be- rückslchtigen und zugleich der Fortentwicklung der Menschheit zur Freiheit und zu einer neuen Eemeinschaftskultur dienen will. Um so erfreulicher ist, daß alle Konkurrenz nicht imstande ge- wesen ist, die Volksbühne aus ihrer führenden Stellung zu ver- drängen. Die Berliner Volksbühne verfügt über zwei eigene Betriebe. An Mitgliedern zählt sie allein weit mehr als alle anderen Theatergemeinden zusammen. Obgleich sie ihren Mitgliedern Bestes bietet— zu den Vorstellungen in den beiden eigenen Häusern kommen noch die Aufführungen in der Staatsoper am Platz der Republik usw.—, bleibt sie mit ihren Vorstellungsbeiträgen von 1,50 M. für das Schauspiel und 2 M. für die Oper(Nachmittags- Vorstellungen gar nur 1,10 M.) auch unerreicht an Billigkeit. Für die neue Spielzeit darf man mit einem besonderen Auf- schwung der Volksbühne rechnen. Ueber Erwarten groß ist bereits die Zahl der Neuanmeldungen. Die Berliner Arbeiterschaft kann stolz sein, daß diese große unö mächtige Organisation aus ihr herausgewachsen ist und im wesentlichen auch heute noch von ihr getragen wird._ ?nölaneraufstanS in öolivien. Au« Bolivien kommen soeben Alarmmeldunqen über einen Aufstand von8c!lXX)ZndiLner,dem größten seitPizarros Zeiten Das Maschinengewehrfeucr war verhallt, die Revolution hatte gesiegt. Bewaffnete Ausständische an allen Straßenecken, die Ge- fängnisse voll von Ministern und Beamten der gestürzten Partei. Auf der Plaza von La Paz wollte das Pivatrufen auf den neuen Machthaber kein Ende nehmen. Aber mit»sinkendem Tag legte sich der Jubel. Gerächte rannten durch die Stadt. Gespenster. Was werden die Indios machen? Die Indianer! Gewiß, die neue Revolutionsregierung hatte sie auch an sie gewandt. Recht und Freiheit allen Umerdrülklen! Aber man konnte nie wissen. Auch als Bundesgenossen konnten sie gefährlich werden. War es nicht 8»-&er ateoeUckjou der neunziger Jahre, als hie Konjeroatwe« ge» Die neue Verfassung hat vor der alten den entscheidend wich» tigen Lorzug, daß sie von der Seele des Voltes getragen wird, und daß sie denen den Weg zum Staate geöifnel hat, denen er früher versperrt war. Den Hundertrnusendeu, die heute hier vertreten sind, und den vielen Millionen, die hinter ihnen stehen, ist diese Verfassung und die aus ihr erwachsende Staatssorm ein Stück ihres Herzens. Sie sind bereit, für sie zu leiden, zu kämpfen, zu bluten, zu sterben. Heute sind Millionen Bürgerinnen und Bürger staatsfreudig, die früher stavtsseindlich oder staatsindifiercnt waren. Das ist ein Gewinn, den man in seiner politischen Bedeutung gar nicht über- schätzen kann. Das ist das größte Zukunstsaktivum für Deutschland, für die deutsche Nation. Nun erst können alle Bürger staatssreudig sein. Nun erst gibt es keinen Klassenstaai, keine Staatsfremd- heit mehr. Gewiß, den Millionen treuer Staatsfreunde, die wir gewonnen haben, stehen einige hundertlausend Slaaisseinde gegenüber, die zwar Freunde des alten Staates waren, die aber den neuen Staat ablehnen.. Aber eins muß man auch in bczug auf die neue Verfassung fest- halten: letztlich entscheidet nicht die Form, sondern der Geist des Staaies. Auch die neue Republik könnte zu einem halbfeudalen Klasienskaat werden. Das ist die Gefahr, in der wir sieben Taufende Kräfte sind am Werke, aus der deutschen Republik einen Feudalstaat mit oder ohne Monarchen zu machen. Deshalb wiegt euch nicht zuviel in Sicherheil, achtet nicht so auf die Form, sondern auf den Inhalt. vor allem: sorgt dafür, daß die Republik nicht von Monarchisten regiert wird, sondern von Republikanern! Schafft republikanische Mehrheiten! Erhaltet das Reichsbanner, er- haltei es als überparteiliche Masjenorganisalion aller Republikaner! Erhaltet den Geist der Weimarer Koalition! Wir sind im Bunde mit der Zukunft! Wir haben den neuen Staat gestaltet von dem Tage ab, an dem alles zerbrach bis heute, wo Deutschland als einiges Reich wieder lebe» und arbeiten kann! Wir haben den neuen Staat verankert in Millionen Herzen, die der alte rechtigten und durchführbaren Wünsche und Forderungen der Berg- arbeiterorganisationen zu fördern. Bezüglich der baldigen Jnkraft- setzung der Neuerungen in der sozialen Gesetzgebung will die Re- gi'crungskoinmission die Ratifizierung so schnell wie möglich durch- führen. Sonnabend vormittag verhandelten die Bergarbeiter führer mit der Generaldirektion. Bei dieser Gelegenheit wurde von dem Generaldirektor D e f l i n e zugesichert: Ab 1. September sollen Entlassungen nicht mehr vorgenommen werden. Bei solchen Entlassenen, die vier und mehr Kinder unter 14 Jahren haben, sollen die Verhältnisse de« Entlassenen zwecks Wiedereinstellung überprüft werden. Eine Zu- ficherung, daß Frankreich alle Kohlen, die im Saargebiet gefördert werden, abnehme, konnte nicht gegeben werden. Trotz Feierschichten seien zurzeit mindestens 66 666 Tonnen Kohlen auf den Halden der Saargruben gelagert. Für den Monat August sei deswegen wahrscheinlich außer der Feierschicht am Montag, dem 15. August, eine weitere Feierschicht unvermeidlich. Aus der oberschlcsischen Montanindnstrie. Gleiwitz. 15. August.(MTV.)" Die am Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband der ober- schlesischen Montanindustrie beteiligten Angestelltenorganisationen halten unter Hinweis auf die allgemeine Teuerung und auf die im Verhältnis zu den Ausbesserungen der Arbeiterlöhne unbillig niedrige Gehaltsregelung der Angestellten eine Erhöhung von 16 Prozent verlangt. Da in der für gestern angesetzten päri-' tätlichen Sltzung von den Arbeitgebern das Lorligen dieser Vor- aussetzungen bestritten wurde, mußten die Verhandlungen als ergebnislos abgebrochen werden. Man erwartet, daß die Angestelltenverbände den Schlichter anrufen werden. Bom Lohnkampf der Metallarveiter in Ungarn. ,. Budapest, 15. August.(E. P.) Eine Abordnung der ausgesperrten Metallarbeiter erschien heute vormittag unter Führung des soziademokratischen Abgeordneten P e y e r beim stellvertretenden Ministerpräsidenten und Volkswohl- fahrtsministers Vaß und ersuchte ihn, die Leitung der Schlich- tungsverhandlungen mit den Slrbeitgebern zu übernehmen. Minister Vaß erklärte sich hierzu bereit... GewerkschaftSferienheim in Holland. Amsterdam. 15. August.(TU.) Auf der Halde von Utrecht ist ein monumentaler Neubau, das Ferienhaus der Gewerkschastsvereinigung für die Arbeiter, er- standen, das nach T r o e l st r a, dem bedeutendsten Führer der hol- ländischen Gewerkschaften, Troelstra-Ort heißen wird. In dem Hause können die Arbeiter gegen mäßige Zahlung ihre Ferien oerbringen, während es auch Versammlungen, Vorträgen, Ausstellungen usw. dienen soll. verantwortlich für Politik: Richard Bernstein: Wirtschaft:«. Saterrn»: Dewerfildaltsbeweauna: �riedr. eHorn: iZeuilleton:«.». Dllcher: Lofale» und sonstiges: grist Narftädt; ÄNjciacn: Td. Stocke; sämtlich in Berlin. Berlaa: Vorwarts-Berlag E. m. b H., Berlin Druck: Borwärts.Duchdruckcret und Verlagsanstalt Paul Einger u Co. Berlin EW 63, Lindenstrasie z. Wamaita- rncai Täglich»>/, Uhr: Der fröhliche Weinberg Lustspiel in 3 Akten v. 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Str. 6 Tägl. 8 Uhr: Elite-Säpr Cewaitiges ■Programm. Bamiwsky-ßuhne!) �.mf-nlirektion �ennc Biüf Th.lCÖBj?s»rätz. 5(. Hasenheide 2110 8 Uh r. Zum 131. Male: Die Schule v.itah KomOdfcnhans Korden 6304 8'/, Uhr llnr nndi 3 Antfährengen! Uli Grün Hnman. Hedir. Lob» ReichshaSlen-Theater Anfang 8 L'hr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzell in de MüilerstraCe Sonntag, 28. August; '1. Nachmiit.-Vorsielluhg in halten Praisei mit»nüam Projr. I UönhoD-Bratl'l: '■ 1 VarietH Konzert, Tanz QuQdiinburg die alte schöne Stadt Kostenlose Auskunft d. Verkehrsamt Nach langem, schwerem Kranken. faaer nerftarh unser lieher Kollege und Mitarbeiter, her Buchbinder Oswald Höhn im Alter von 67 Zaijren. Während feiner I7iahrigen TSiig- feit in unserem Betriehe lernten w:r den Beistorbenen als einen psticht» treuen Mitarbeiter schätzen, der sich durch fein liehevolleo. stets HUr»- bereite« Wesen und seine vorbildtiche Kollegialität viele Freunde erward. Wir werden ihm stet« cm ehrende» Andenken bewahren. Berlin, den tö. August 1827. GeschSflsIellun:; und Personal dcr„Vor>vörts'-Buchdruckerei. Die Beisetzung findet am Dienstag. dem 16. August, 14 V, Uhr, aufbtni Gememdefriedhof in Steglitz, Berg- ftratze 38, statt._ Pumpen, fähren, Filter, Ersatzteile 'nUlljfa gratis KöfilanU. Pumpenfabrik Berlin N 65, Reinidieidorfer Str. 9S M Bis a d e r sl s 1» Slodilalcnien tTp�p.� Dtz. 60 Pfg. Lampions Dtz.75Pfß. an, echte Japanlaterncn v.öOPfg. an. Papiermutzen Dtz. von 20 Pfg. an. tilrlanden Dtz. von SOPfg.an. Wachsfackcln, 1 Stunde br.,35Pfg. Magnesium- Packeln, 60 cm lan£. 6) Pfg. Bengalfeuer Pfd. 60 Pfg. u. T Mk. Ver losungsartlkel für Kinder, Dtz. 60 Pfg. an. A Maus& Co. G.m.b.H., Markgrafenstr. 84. an der Lindenstraße. Kommissionsware bei teiivv. Festkauf flaisch- und Wursiwaien-Vetkauf Billig und gni ThöCrStr« 40 Bilitd o�d sto* geöffnet von 8—3 Uhr, Freitags und Sonnabends 8— 7 Uhr Schönhauser Allee 33 ■. Bikleiiungsstuck'e. Wäscttejisw, Wenig getragene Frackanzllge.(Brno. kinaanniige. 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