Nr. 3$4 ♦ 44.�ahrg. Musgabe A Nr. 196 Bezugspreis."" Döch entlich 70 Psenui«. llunatlich 3,— Zteichsmael oomus zahlbar. Unter Stielfbatd) im In» unJ> Ausland 5�0 Reichsmark pro Monat, Der.Vorwärts" mit der illusirier» tcn Sonntagsbeilage.Volk und Zeit" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen"..Aus der Filmwelt", .Frauenstimme".„Der Kinder» sreund"..Iugend-Dorwärts",.Blick in die Bilcherwelt" und.Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich zwei» mal. Sonntags und Montags einmal, Telegramm-Adresse: »Sojlol&ematcat Berlin" Morgenausgabe l�-t> Devlinev Volksbl�kt (�10 pksnnis) Anzeigenpreise: Di« einspaltig« Nonpareille. zeil« 80 Pfennig. Reklamezeile S.— Reichsmark. �Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig lzulässtg zwei fettgedruckte Worte), iedes weiter« Wort 12 Pfennig. Stellengesuch« das erste Wort 15 Pfennig, jedes weiter« Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch» stoben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 80 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeil« 40 Pfennig. 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Die Piloten Loose und Koehl, sowie der Begleiter v. Hünefeld sind wohlauf. In Berliner Lustfahrtkreiscn wird die Durch- führung des Rückflugss und der Landung der„Bremen" als eine groß« flugtechnische Leistung bezeichnet. Dabei wird besonders hervorgehoben, daß Köhl und Laos« die Maschine nicht irgendwo unterwegs abgesetzt, sondern trotz der außerordentlichen Witterungsschwierigkeiten sicher in den Heimathafen zurückgeführt haben. Der Entschluß zu dem Rückflug wird als die e i n z i g m ö g- liche Lösung angesehen, und es wird besonders anerkannt, daß die Piloten ihn gefaßt haben, obwohl sie natürlich den Ehrgeiz hatten, den Flug nach Amerika zu Ende zu führen. * Die Meldung daß die„Bvsmen" in Dessau gelandet sei, wirkte wie eine Befreiung. Als in den ersten Nachmittags- stunden bekannt wurde, daß über dem Atlantik Sturm, Wind- stärke 11 bis 12 herrsche, mußte man eine Katastrophe be- fürchten. Windstärke 12 bedeutet Orkan. Die Führer der beiden Ozeanflugzeuge sollten das Mög- liche versuchen, nicht das Unmögliche. Sie sollten die Ent- fernung besiegen, nicht den Orkan. Es war von vornherein die Absicht der Iunkers-Werke, nach Möglillzkeit alle Unsicher- beitsfaktoren auszuschalten und einen Versuch zu unternehmen, dessen Borbereitung der Prüfung durch die Bernunft stand- hält. Nicht Tollkühnheit, sondern sicheres, wohlberechnetes menschliches Können sollen bewiesen werden. Es scheint uns, daß dies die Voraussetzungen für systematischen Fortschritt überhaupt sind. Drei Zahlen beweisen, daß die Fortsetzung des Fluges mehr als Tollkühnheit gewesen wäre: Windstärke 12 über dem Ozean, Geschwindigkeit der„Bremen" über England 92 Kilo- meter in der Stunde, Geschwindigkeit über der Irischen See 88 Kilometer in der Stunde. Das bedeutet, daß die Piloten mit Sicherheit damit rechnen ffiußten, daß ihnen aus dem Ozean der Betriebsstoff ausgehen würde. Tollkühnheit imter solchen Umständen hätte den Führern der„Bremen" das Schicksal Nungessers und Colis bereitet. Die Führer der„Bremen" haben wie Männer gehandelt. Sie haben verantVorwngsbewuht gegenüber dem Unmöz- lichen den Mut zu einer Entlcheidung gefunden, die ihnen sicher nicht leicht gefallen ist. Sie dürfen des echten Beifalls für diese Entscheidung gewiß sein, und sie werden bei der Wiederholung des Versuchs von um so herzlicheren Wünschen begleitet werden. Die Piloten berichten. 1 Der erste kurze Bericht Looses und Köhls lautete folgender- maßen: Kaum hott« die„Bremen" die deutsche Küste verlassen und mit nordwestlichem Kurs die Nords?? erreicht, als sie auch schon in dichtestem Nebel geriet, der jede Orientierung nach den Leuchtfeuern der Küste unmöglich machte. Trotzdem flog die Maschine nur nach dem Kompaß gesteuert weiter, erreichte schließlich, wie bei einem kurzen Durchblick durch die Nebelwände konstatiert werden konnte, d'e englische 51üste, fand hier aber keineswegs besseres Wetter als über dem Meere. Bis lies aus die Erde hinab hingen die Wolken, so daß die Piloten riskierten, bei Nachtzeit buchstäblich in Baumhohe über unbekanntes englisches Gebiet dahinzufliegen. Trotzdem d!« Maschine von Böen hin und her geschüttelt wurde, gab man die Hoff- nnng nicht aus, weiter nach Westen.zu besseres Wetter zu finden, aber diese' Erwartung erwies sich als trügerisch, pci Tagesanbruch wurde p»c südliche Teil der Irischen See passiert und Irland erreicht, noch �nc daß das Wetter auch nur eine Idee besser geworden wäre. Wenn die Flieger ober geglaubt halten, daß sie bisher„Hartwetter" von stärkstem Grade gehabt hatten, so mußten sie um 7 Uhr früh, als sie den Atlantik erreichten, die Erfahrung machen, daß ihnen noch weit Schlimmeres bevorstand. Der starke Gegenwind aus West steigerte sich Zum Sturm und wurde alsbald zum Orkan. Während die Geschwindigkeit der Maschine immer mehr abnahm, wurde der Eindecker von den fürchterlichsten Böen hinauf- und heruntergerissen. Regenschauer prosselten über das in allen Fugen ächzende Flugzeug, während Nebelfetzen und Wolken jede Sicht auf da» Wasser oder den Himmel umnögssch machten. �Vir wußten manchmal wirklich nicht," so erklärten die Piloten,„ob wir noch in der Luft waren oder schon im Wasser saßen, so tanzte unsere „Bremen" in den Regengüssen und Sturmböen hin und her." In aller Eile wurde an Bord der„Bremen" überlegt, was in dieser beinahe verzweifelten Lage zu tun sei. Die Berechnungen ergaben, daß man bei dem starken Gegenwind über der Nordsee und über England bereits etwa vier bis fünf Stunden mehr an Flugzeit ge» braucht hatte, als vorher angenommen worden war. Ein weiteres Ankämpfen gegen den Orkan schien sinnlos, denn das Flugzeug hätte sich dauernd mit Vollgas nach Westen durchkämpfen müssen, hätte seine Brennstoffvorräte vorzeitig verbraucht und wäre so in die Gefahr geroten, noch vor Erreichen der rettenden Küste Neusund- lands wegen Benzinmangels auf die See niederzugehen. Diese auf ihnen lastende schwere Verantwortung, die sie auch gleich.zeittg gegenüber ihrem Passagier trugen, gab Loose und Köhl den Mut, schweren Herzens den Entschluß zur Umkehr zu fassen. Wenige Seenieilen westlich der Irischen Küste drehte die„Bremen" und nahm, vom Weststurm getrieben, wieder Kurs auf Irland zurück. Aber an der Ostküste Irlands stießen die Flieger erneut auf Un- weiter, durch das sie sich schwer hindurchzukämpfen hotten. Ueber den St.-Georgs-Kanal ging es nachMittelenglond, und gegen �3 12 Uhr mittags wurde in der Gegend von N o r w i ch» wieder die Nordsee erreicht. Südöstlich ging es dann nach Holland und Deutsch- land auf Dessau zu. Hauptmann a. D. Köhl gab folgende Darstellung h�s Fluges der„Bremen":„Wir sind auf sehr starken Nebel gestoßen und mußten infolgedessen gleich zu Anfang vielfach große Umwege machen, die uns mehrere Stunden Flugzett kosteten. Wenn wir dann einen Umweg gemacht hatten und auf bessere Sicht stießen, dann war wieder der Gegenwind außerordentlich stark, so daß man buchstäblich aus dem Regen in die Traufe kam. Ganz schlimm blies es uns an der irischen Westküste vom Atlantik entgegen. Wir haben nichts unversucht gelassen, um uns durch den„Dreck" hindurch- zuarbeiten. Wir sind nördlich und wir sind südlich geflogen, wir haben den Nebelflug versucht und sind auch über den Nebel gestiegen, aber es war überall dasselbe, es herrschte immer der gleiche starke Gegenwind. Wir hätten gegen den Sturm mit unserer braven Maschine natürlich angehen können, aber wir durften es nicht auf längere Zeit wagen, weil sich sonst unser Brennstoff vorzeitig in diefem Kamps verbraucht hätte. Deshalb hielten wir es für bester, nach Dessau zurückzukehren. Aber vielleicht war diese Generalprobe, die unser«„Bremen" einfach glänzend bestanden hat, für uns ganz gut, denn sie zeigte uns, mit welchen Wetterverhältnissen wir auf dem Ozean zu rechnen haben. Ich habe mir die Gegend, soweit das bei dem Nebel möglich war, recht genau angefeben, damit ich mich beim nächstenmal, wenn wir bei hoffentlich besserem Wetter uns wieder auf die Reife machen, mich gleich zurechtfinden kann. An Bord der Maschine hat alles vorzüglich geklappt. Die Wetter- Meldungen der Station Norddeich kamen pünktlich und gut an. Die„Europa" haben wir ziemlich bald nach dem Abflug von Dessau aus dem Auge verloren, denn sie schlug noch über Deutschland einen anderen Kurs ein als wir. Natürlich hatten wir keine Ahnung, daß unsere Kameraden schließlich in Bremen gelandet waren. Das erfuhren wir erst in Dessau, als wir uns nach dem Verbleib der.Europa" erkundigten." Mmerikas SeSauern. New Jork, IS. August. Das Scheitern des deutschen Ozeansluges wurde in New Park durch Extrablätter bekanntgegeben. Die Nachricht hat überall das größte Bedauern hervorgerufen, aber nicht die Hoff- nun untergraben, daß die deutschen Junkersslieger in kürzester Zeit noch einmal und dann erfolgreich die Ozeonüberquerung wagen werde». Ch-mberlin gab seinem Bedauern in einer Presse- erklärung besonderen Ausdruck. Es wird daran erinnert, daß auch die amerikanischen Ozeanslieger zuerst mit Mißerfolgen kämpfen nmßten, bevor Lindbergh der Flug nach Paris gelang. keine Eatfcheiüung über neuen Start. In welcher Form der Ozeanflug erneut in Angriff genommen werden soll, ob bei Eintritt besseren Wetters die„Bremen" allein oder beide Maschinen erneut an den Start gehen sollen, darüber sind am gestrigen Montag noch keine Entscheidungen ge- troffen worden. Um 6 Uhr abends landete in Dessau dann auch das Begleitflugzeug G 31 mit R i st i c z und E d z a r d an Bord, so daß fast die ganze Ozeanmannschaft wieder beisammen war. Das Großflugzeug brachte auch den Motor der„Europa" mit, der im Iunkers-Motorenwerk einer eingehenden Prüfung zur Feststellung über den plötzlichen unerklärlichen hohen Brennstoff- verbrauch unterzogen werde» soll. Die Flieger werden jetzt zunächst ein« gewisse Zeit zum Aus- ruhen brauchen, inzwischen wird die„Bremen" genau unter. sucht und der Motor in allen Einzelheiten überprüft und über- holt werden. Dann werden die Erfahrungen und Ergebnisse des Fluges eingehend erörtert werden. Diese Erfahrungen sind für den nächsten Versuch der Ozeanüberquerung zweifellos von erheblichem Wert. Warnt er unternommen wird, hängt von den erwähnten Besprechungen der Aenderung der Wetter- läge ab. Die Piloten der„Bremen" erklären, daß die Bravour, mit der die Maschine diese gewaltige Sturmfahrt überstanden hat, ihr Vertrauen in das schließliche Gelingen des Unternehmens noch verstärken konnte. Das Unwetter über Cnglanö. London. 15. August.(WTB.) Der amtliche britische Funkdienst meldet heute abend, daß wegen der«inlaufenden Unwettermeldungen in ganz England große Be- sorgnis über das Schicksal des zweiten deutschen Ozeanflugzeuges„Bremen" geherrscht habe. Ueber das Unwetter meldet der amtliche Funkdienst: In der vergangenen Nacht und im Laufe des heutigen Tages herrschten in vielen Teilen von England heftige Stürme, die größtenteils von wolkenbruchartlgen Regenfällen begleitet waren. Das Unwetter hat großen Sachschaden angerichtet. Verschiedene Straßenbahn- und Autobus- l i n i e n mußten ihren Betrieb einstellen. In Cumberland war die Eisenbahnlinie zwischen Earlisle und Applehy infolge Dammrutsches gesperrt. Auch an der Südküste wurde durch die schwere See großer Schaden angerichtet. (Siehe auch 3. Seite.) Konkordat in Sicht. Erste Crklärunn der Bischöfe.— EntscheidungsfraHen der Kirche. Von Georg Beyer. In Dortmund tritt in vierzehn Tagen der deutsche Katho- likentag zusammen, um wieder einmal die Wacht des Katholizismus über Sachen und Seelen zu demonstrieren. Mit dieser Tatsache hängt es wohl zusammen, daß die Autoritäten der katholischen Kirche zum ersten Male ihre bisher so streng bewahrte Zurückhaltung in der Konkordats- frage aufgegeben haben. Mochte der Evangelische Bund Proteste sammeln, mochten liberale Kreise die päpstliche Uebermacht in ihre Schranken weisen: mit einer bewunderns- würdigen Disziplin haben die weltanschaulichen und politischen Organisationen des deutschen Katholizismus ihren Kampfgeist gezügett. Auch in jener kritischen Woche, als Stresemann die später so peinlich widerrufene Antikonkordatsrede hielt, ist die von oben her gegebene Parole, von„kommenden Dingen" so wenig wie möglich zu reden, im Zeichen echter Autoritätsgläubigkeit aufs treueste befolgt worden. Jetzt aber zieht die Konkordatswolle herauf. Kardinal B e rt r a m, Fürstbischof von Breslau, hat im Auftrage der Fuldaer Bischosstouferenz der Oeffentlichkeit soeben eine Er- klärung übermittelt, in der von„Verhandlunge n" die Rede ist. die„zwischen dem Vertreter des 5) e i- ligen Stuhles und der Staatsregierung über Neuordnung von Verhältnissen der katho- lischen Kirche in Preußen eingeleitet worden s i n d". Es wird Bezug genommen auf eine„Bewegung in nichtkatholischen Kreisen' die durch die Kunde von diesen Per- Handlungen veranlaßt worden sei und die das Episkopat mit Sorge erfülle. Die in diesen Kreisen aufgestellte Forderung, daß der Staat die einschlägigen Angelegenheiten selbständig durch Staatsgewalt regeln solle, beruhe auf einer„irrigen Voraussetzung", da sie die Natur der schwebenden Ver- Handlungen verkenne. Die Kirche, so heißt es dann, leite ihre Befugnisse unmittelbar von Christus und nicht vom Staat« ab. Staatliche und kirchliche Autorität seien jede aus ihrem Gebiet selbständig. Daraus folge,„daß in Angelegenheiten, die gemeinsamer Natur sind und die Rechte und die Aufgaben- gebiete beider Autoritäten berühren, die Verhältnisse durch Vereinbarungen beider geordnet werden müssen". Nach der Auffassung der Bischöfe ist zu solchen Berhand- lungen allein der p ä p st l i ch e S t u h l zuständig. Ihm sie zu verweigern, sei gleichbedeutend mit einerSlörung des Frisdens und mit mangelnder Rücksichtnahme auf die Grundrechte der katholischen Kirche. Jedenfalls bestätigt diese Erklärung Nim auch tiahenoffiziös, daß die Svntordatsoerhandlungen mit Preußen eingeleitet sind. Sie werden geführt von Nuntius P a c e l l i, der feit 1920 in Berlin die Interessen seines Welt- reichs ebenso gewandt wie energisch vertritt. Die Kirche, vor allem in ihrer dominikanischen Prügung. ist nicht nur die traditionelle und einzige Vermittlerin der Religion: für sie hat der Staat niemals die letzte Entscheidungsgewalt in seelisch-sittlichen Fragen. Deshalb fragt sie in letzter Instanz auch nie nach der jeweiligen politischen Daseins- form des Staates. Sie stolpert nicht darüber, wenn eine Monarchie jäh durch eine Republik durch mehr oder weniger revolutionäre Erschütterungen ersetzt worden ist. Jede politische Entwicklung, die durch Macht und ihre spätere Legitimierung bestätigt wird und die Wirksamkeit der Kirche nicht schmälert, wird als„göttlich" und darum in Angelegen- heilen, des Staates auch für die Katholiken als autoritativ erklärt. Darum sucht die Kirche diesseits der Alpen mit der demokratischen deutschen Republik, jenseits mit dem Faschis- mus eisen angenehmen modus vivendi zu finden. In der Sache wie in der Form ist die Erklärung der deutschen Bischöfe ungemein maßvoll. Sie übersieht genau die Grenzen der Macht des Katholizismus, die gegeben sind durch die Zahl der Katholiken in Preußen sowie durch den Umstand, daß die politische Stellung des Katholizismus in Preußen, soweit sie sich im Zentrum kristallisiert, nur das Ergebnis einer bestimmten parlamentarischen Situation ist. Iii Bayern war die Lage gänzlich anders. Das bayerische Konkordat von 1924 wird damit begründet, daß 75 Proz. der Bevölkerung katholischer Konsession sind. In Preußen aber stehen, legt man die Volkszählung von 1910 zugrunde, 61,82 Proz. Evangelischen 36,30 Proch Katholiken gegenüber, und durch die Abtretung nach dem Friedensschluß im Osten wie im Westen ist nad) der jüngsten Konsessionszählung die Anteilziffer der Katholiken. auf etwas über 31 Proz. zurückgegangen. Wenn die Bischöfe erklären, daß die Kird)e keinen Ueber- griff in das Gebiet der staatlichen Zuständigkeit beabsichtige, so wirh diese Einschränkung teilweise wieder aufgehoben durch die Bemerkung, daß die Vereinbarung Angelegenheiten be- treffen solle,„die gemeinsamer Natur sind und die Rechts- und Aufgabenkreise beider Autoritäten berühren". Da die S ch u l e für den Katholizismus in seiner autoritären Prägung keineswegs nur Staatssachs oder überwiegend eine rein päda- Logische Frage, sondern in noch größerem Maße Welt- anffchauungs- und Bekenntnisangelegen- heif ist, so muß man annehmen, daß sich die Konkordatswünsche auch in Preußen nach dieser Richtung hin bewegen. Aber die Kurie muß sich darüber klar sein, daß sie mit An- sprüchen an die Schule dem Konkordat Schwierigkeiten auch in Fragen rein rechtlich-organisatorischer und finanzieller Natur bereitet, gegen deren Regelung sich gemäß der Reichs- Verfassung und dem Standpunkt echter Duldsamkeit nichts«in- wenden läßt. Dabei darf die Kirchs freilich nicht Illusionen nähren, als ob sich Forderungen ersüllen ließen, wie sie ein Redner auf dem jüngsten Zentrmnsparteitag, Dr. Linne- dach, erhöhen bat. Für Anprüche, die mit dem Reichsdepu- tationshauptschluß von 1803 begründet werden— Genosse Dr. L o e w« n st e i n sprach auf dem Kieler Parteitage von einerMilliarde Mark— wird sich in Preußen selcht unter den für den Katholizismus günstigsten Umständen keine Mehrheit finden. Es gibt, darum unter den katholischen Autoritäten Deuffch- londs, unter der seelsargerischen wie unter der politischen Führerschaft, genügend Einsichtige, die genau wissen daß ein Konkordat mit dem Vatikan in einem demokratisch regierten, überwiegend protestantischen Lande derKircheniemals ' e p® r f.? � l u n g e n geben kann. Selbst wenn es unbefristet wäre, so würde doch seine Wirkung immer von der tatsächlichen Gesamtmacht der katholischen Kirche abhängen. Aus dem sozialdemokratischen Parteitage in Kiel wurde eine von preußischen Landtagsabgeordneten ein- Macht Reichtum glücklich! Von HeinzTisgruber. Diese Frage wollte neulich ein New Dort er Zeitungsreporter lK?on dem alten Rnckefcller, der bekannten Koryphäe auf dem Gebiete des Geldsammelns, beantwortet wissen. Nun soll man sowohl— sagen wir mal: amerikanischen— Zeitungsreportern, als auch_ sagen wir mal: amerikanischen— Großkapitalisten im allgemeinen nur jenen Glauben entgegenbringen, den man auch Wahrsagern urtt Ausrufern auf Jahrmärkten im allgemeinen nicht vorenthält: i. den Glauben an ihre Geschäftstüchtigteit. Aber auch wenn der Reporter sich diese lapidaren Sätze Rockefellers aus den Fingern , gesogen haben sollte, so bleiben sie dennoch zu Recht als Weisheits- � ertraft des Symbols Rockestller bestehen, denn jene Zeitungen, die fie dem Reporter abnahmen, bringen nichts, was nicht die großen und kleinen Rockefeller als gut— für ihre Zwecke— erachten. Auf die Frage des Reporters, ob Mister Rockefeller— den er tn Anbetracht seiner Dollcrrmllliarden und seine» biblischen Alters für den zur Beantwortung solcher Frage allein kompeteMen Mann J halte— von seinem vielen Gelde glücklich geworden sei, antwortete Rockefeller— nicht geradehin, das muß man einem alten Finanz- . diplomaten schon zugute halten, sondern mit einem ausweichenden Schnörkel:„Die höchsten Wünsche kann man nicht mit Geld er- ffüllen: Gesundheit, Jugend, gute Laune, Ruhm durch Taten des Weisses und wahre Liebe." Ich kann mir vorstellen, wie die Geldsackkollegen des Herrn Rockefeller bei der Lektüre dieses seines Ausspruches ihm Im Geiste verständnisvoll blinzelnd auf die Schulter klopfen, dieweilen sie etwas mirrmeln, was ans gut bayrisch heißt:„Alter Bazil" und wo- mit sie sagen wollen:„Recht hast du, alter Fuchs, man muß der Masse Mensch den Reichtum oder auch nur die Wohlhabenheit durch- aus nicht als etwas Schönes hinstellen, wir haben ohnehin Kon- \ kurrenten und Neider genug, die uns die Bürde des Geldes ab- �nehmen und streitig machen wollen! Schließlich bildet sich sonst so «ün tuberkulöser Fabrikarbeiter ein, man könnte ihm in Davos seine G esundheit wiedergeben, oder Licht und Lust und Sonn«, Ruhe, Massage, gesunde Diät, Betreuung von erstklassigen Aerzten, Cr- hol'ungsreisen und die Schönheitswunder der Welt könnten ihn seelisch jung erhalten bis in ein biblisches Alter. Oder das Befreit- sein von materiellen Sorgen wäre eine wirksame Medizin gegen seelische Verstimmung. Oder der Geist würde ein ordentliches Stück freier und beschwingter sein ohne die Sorge um die Margarine- rvochenration. Oder der Aktionsradius der Liebeswahl würde ein größerer. Nein, alter Fuchs, du l)ast ganz recht, wenn du mit ein paar Gemeinplätzen vom Tod, gegen den kein Kräutlein gewachsen ist, von der Seelenharmonie und wahren Liebe, die man nicht kaufen kann, mn dich wirfst und die Neidhammel, die aus ihrer sozialen Misere, aus der gottgewollten Galeere herauswollen, abschreckst: wir RÄcherr nicht Mckllcherl,.dam � Armevt�.. gebrachte Entschließung zum Konkordatsproblem angenommen, die an erster Stelle die Unterschrift Severings trägt. Sie ist in der Ueberfülle der Eindrücke nach dem Referat Hilfer- dings nicht nach Verdienst beachtet worden, umschreibt aber unseren Standpunkt in überstchtlicher und unzweideutiger Weise. Indem die Entschließung ein Konkordat abglehnt, soweit darin Schulfragen geregelt werden sollen, erkennt sie an, daß nach der Reichsverfassung für die Abfindung der finan- ziellen Ansprüche der Kirche ein Rahmengesetz des Reiches erlassen werden muß. Damit sei aber nicht gesagt, daß nun- mehr jedes Konkordat durch Preußen unbedingt abzulehnen sei. Die Enffchließung nennt einige verhandlungsfähige Fragen: Die Abgrenzung der Kirchenbezirke(Diözesen), das Mitwirkungsrecht des Staates bei der Bischofswahl und andere Dinge, die neu geordnet werden müßten. Mit Recht wird am Schluß gesagt, daß es verfehlt sei, Konkordats- Verhandlungen allein durchdasReich fuhren zu lassen, schon weil die jetzige Reichsregierung eine viel geringere Gewähr als die preußische Regierung dafür bietet, daß bei den Verhandlungen die Rechtebes Staates und der kulturellen Freiheit gewahrt bleiben". Es ist notwendig, zu betonen, daß diese Enffchließung in großer Zahl auch von Abgeordneten unterzeichnet wurde d i e i m protestantischem Mittel- und Norddeutsch- landgewähltwordensind. Damit wird vor aller Augen bekundet, daß die Sozial- demokratte mit jener„grundsätzlichen" Antikonkordatsagita- tton, wie sie der Evangelische Bund und andere Organisationen betreiben, nicht die winde st e Berührungspunkte hat. Sie weiß genau, daß es diesen Widersachern nicht zuletzt um konfefsionell-kirchliche Prestigefragen geht. Gewiß, die evangelische Kirche ist benachteiligt, weil ihr die organtfaio- rifch«, dogmatische und disziplinarische Machffülle fehlt, wie sie in der katholischen Kirche durch ihre Bischöfe ausgeübt wird. Sie fürchtet, wie der protestantische Göttmger Theologie- Professor Karl Mirbs in seiner Schrift zum Konkordats- Problem offen sagt, eine„Imparität". Die Vertrags- schwächs des Protestantismus, der in feinen Spitzen von den seligen Erinnerungen an die Zeit des mit der Monarchie eng verbundenen Landeskirchentums nicht loskommt, isr nicht zu leugnen. Sie kann aber nicht die Ablehnung eines Vertrags mit einer Weltmacht begründen, die sich über die Seelcnmacht hinaus Kraft des Willens der Gläubigen geschichtlich i n den Besitz tatsächlicher Rechtsmacht gesetzt Hai. Die katholische Hierarchie in Deutschland muß sich freilich darüber klar sein daß die Zeiten, in denen man mit rein kirchlich-kulturpolitischen Erfolgen innere Schwierigkeiten beheben und locker gewordene Klemmen unter dem katholischen Volke befestigen kann, für immer vorbei find. Die ganze Kraft des hierarchischen Konservaffoismus wird heute angeboten, um die seelische und soziale Krise des deutschen Katholizismus nicht als allzu breite Lavaströme durch die Landschaft seiner alten Geborgenheit strömen zu lassen.„5>eraus aus dem Ghetto!" so ruft lauter und lauter die katholische Jugend, die von religiöser Erneue- rung und Erweiterung beflügelt wird. Der Jesuitenpater Muckermann spricht angesichts der Rebellion schöpferischer Menschen gegen die Kirchcnfürsten, die— nach dem katholischen Dichter Jakob Kunip auf der Tagung der rheini- schen Dichter in Koblenz—„mit Parteiführern, Großindustriellen, Bankdirektoren rmd Mitgliedern des alten Adels tafeln," aber kein Verhältnis haben zum geistigen Ringen der Zeit," in der„Kölnischen Lolkszeitung" von Krankheit?- erscheinungen eines gewissen„innerkirchlichen Anti- klerikalismus". Aber noch viel heftiger grollt es in den sozialen Tiefe. Längst haben die katholischen Massen des Westens begonnen, an der ihnen heute sichtbaren Kirche, ja an der Religion selber zu verzweifeln, weil die Hierarchie ihren Er- lösungsruf gegen den Druck wirffchaftlicher Uebermacht nicht übernimmt. Der Reichstagsabgevrdnete Ivos hat auf dem Parteitag des rheinischen Zentrums in Köln im Mai dieses Jahres einen Satz geprägt, der die künftigen Konkordatsverhandlungen in allen ihren Etappen begleiten müßte:„E i n e Partei die sich alle sozialen Zugeständnisse nur von der Sozialdemokratie entreißen läßt, schwächt sich auch in ihren kulturpoliti- schen Interessen und Ansprüchen. Damu ist gesagt, daß die weltanschauliche Befriedigung nicht mehr aus- reicht, die wach gewordenen katholischen Arbeitsmenschen zu beschwichtigen und wieder im Kirchenglauben zu kräftigen. Versagt die Hierarchie und mit ihr die Totalität der politi» schen Kräfte des Katholizismus im sozialen Kampf, dann wächst auch ihre Ohnmacht im Kampf um die Seele, welche Anstrengungen auch unternommen werden! Damit ist nicht nur für die Zentrumspartei. sondern auch für die Konkovdatsverhcmdlungen die Lehre gegeben. Einen Schritt vor dem Recht der K i r ch e st e h t heute die s o z, a l e Gerechtigkeit. Auch im reinen Glaubensbezirk wird der deutsche Katholizismus vor die Frage gestellt, ob er der Weltweite seiner Gesinnung mit der politischen und sozialen Reaktion oder mit den Herzen derjenigen dienen will, die im Schatten leben und ihm ihre Religionstreue immer noch beglaubigen möchten.______ Graf Zlaggenklau. Der Majoratöhcrr als Schänder der Reichsflagge. W e st e r l a n d/Sylt. 15. August.(Eigenbericht.) Nachdem hier in der Nacht zum 14. wiederum Schändungen und Diebstähle von Neichsflaggen in größerem Umfange vorgekommen find, gelang es in der Nacht zum Montag, den 15„ den Schänder in der Person de» dentschaationalen 30 jährigen Rittergutsbesitzers und Majoralsherrn Harry von Bülow auf Rolhkamp, kreis Vordesholm. Schleswig-Holstein, auf frischer Tat zu fassen und zu entlarven. Vülow war an der Strandburg des Abg. Sleinkops aus dem Bauch herangetrochen und hatte einen Flaggenmast mit Reichsflagge umgerissen, den rolen Wimpel entfernt und die Reichs flagge beschädigt. Als er entdeckt wurde, ergriff er die Flucht, wurde aber nach längerem wettlaus mit dem Strand- wsrter gestellt und festgenommen. Auch die kriminalpolizeit hat ein- gegriffen._ phoebus. Klagen von allen Seite«. Herr I s« n b e r g, der vor zwei Iahren aus dem Vorstand der Phoebus ausgeschieden ist, teilt mit, daß er gegen Herrn C o r e l l, Vorstandsmitglied der Phoebus, Strafantrag wegen Verleumdung gestellt hat, ebenso gegen den verantwortlichen Redakteur des„Film- Kurier" wegen Beleidigung. Gegenüber dem Kapttän L o h m a n n teitt Herr Isen- b erg mit: „Diese Beziehungen waren seit mehr als zwei Iahren. also lange vor meinem Ausscheiden aus der Phoebus, einerganzenReih«- von Personen bekannt. Ich konnte das auch nach meinem Ausscheiden auf Grund verschiedener Rückfragen bei mir einwandfrei. feststellen. Die Publikation über die Subventionen der Phoebus und ihrer Begleiterscheinungen sind nicht durch mich veranlaßt worden.-• Herr Kapitän z. S. Lohmann hat mich im Februar dieses Jahres schnstlich mit einem dringenden Appell an meine Ossi- ziersehre auf ewiges Schweigen festlegen wollen. Darauf habe ich ebenfalls schriftlich erwidert, daß ich schweigen» aber nicht lügen kann." Tod des amerikanischen Stahlkönigs. Der Präsident der United States Steel Corporation, des amerikanischen Großeisentrusts» Elbert h. Gary, ist gestorben. So höre ich Rockefellers Leidenskollegen schmunzelnd meditieren. Und Rockefellers Aphorismen klingen bei solch kontrapunktischer Begleitung verflixt echt. Wenn freilich dann auf die Frage, ob nicht das Wohltun den Reichen glücklich mache, Rockefeller angeblich meint:„Anderen Freude bereiten, macht nicht glücklich, denn wenn Sie in der Zeitung lesen, daß in China 100 000 Menschen ertrunken sind, werden Sie darüber hinweggehen, und wenn Sie erfahren, daß derselben Anzahl ein größeres Glück widerfahren ist, wird Ihnen das selbst auch kein Glücksgefühl bereiten!", so glaubt man eher den abgebrühten Sensationsreporter zu hören, dem hunderttausend ertrunkene oder beglückte Menschen unterschiedslos nur dann ein Glücksgefühl bs- deuten, wenn er sie als erster der Zeitung melden kann. Zum Schluß der Unterredung hat Herr Rockefeller dem Reporter noch gesagt, daß„jeder Mensch das Schicksal habe, das ihm nach seinen Anlagen und nach den Ereignissen bestimmt sei; es komme nicht auf den Wunsch an und daher halte er alle Rezepte, reich zu werden, für Humbug". Das ist nun wieder nicht nett von Herrn Rockefeller, diesem kleinen Schäker, das; er das eigentlich« Rezept der Well vorenthält, und daß er vor allem nichts darüber verlauten läßt, ob er denn dieses„Schicksal, das jeder Mensch hat", für gerecht hält, auch wenn die„Anlagen" nur in geschickt angelegten Papieren des Herrn Papa bestehen und die„Ereignisse, nach denen es bestimmt fft", nur Börsen- und Wirtschaftsmanöver find, die der Wunsch der Geldmagnaten dirigiert: der Wunsch, den Willen der Masse Mensch zu einem menschenwürdigen Dasein nach bewährtem Rezept m einen Humbug zu verwandeln. Die Frage danach, ob Reichtum glücklich macht, wäre also— nach Herrn Rockefellers und seines Reporters Darlegungen, und falls sie selbst an ihre Weisheiten glauben— dahin zu beantworten. daß Reichtum zwar nicht unglücklich, aber dumm macht, und— falls sie selbst nicht an ihre Weisheiten glauben, sondern die anderen damit dumm machen möchten— dahin, daß Reichtum brutal macht. Der Sehnsuchtsbestimmung, glücklich zu machen, scheinen— am Exempel Rockefeller gemessen— Reichtum und Wohlhabenheit erst dann zugeführt werden zu können, wenn sie nicht mehr identisch sind mit Macht über Menschen, d. h., wenn sie kein Ausnahme- zustand mehr find. Wie sagt Heine?„Es gibt hienieden Brot genug für alle Menschenkinder: auch Rosen und Myrthen, Schön- heit und Lust, und Zuckererbsen nicht mindert Ja: Zuckererbsen jedermann, bis daß die Schoten platzen, den Himmel— d. h. Herrn Rockefellers.Sckickfal. das jeder hat"— überlassen wir den Engeln und den Spatzen!"____ Neues vom..Papa Eorol". Aus dem Nachlaß eines Freundes Eorots, Adrion Demont, bringt der„dkorä lineraire et artistique" hübsche Erinnerungen an den großen Maler:„Wenn Corot in Douai sich aufhielt, dann brachte ihn alle Morgen um 7 Ubr ein Wagen in die Unigegend, in der er seine Staffel« ausstellte. Von Zeit zu Zeit. Hiett Papa-Corot ja der 2lrfack M sei» Pseffchea anzn. zünden und zu betrachten, was er gemacht hatte. Wenn er zufrieden war, dann rieb er sich die Hände und sagte fröhlich:„Ah, mein alter Dupre, du bist reingektken, reingefallen, reingefallen!" Was er damit sagen wollte, wußte niemand: ihm aber machte diese Bemer- kung großen Spaß. Bei Tisch war«r sehr lustig und sang auch gern diesen kleinen Spruch, der ihn an irgendein Erlebnis aus seiner Jugend erinnert«. Cr tätschelte sich die Backe, wenn er glaubte, genug Wein getrunken zu haben, und wenn sie heiß war, trank er nicht mehr. Stets kleidete er sich in Grau und hatte grobe Schnür- schuhe, die seine blauen Strümpfe sehen ließen: so sah er aus wie ein wohlhabender normannycher Landmann. Das Begräbnis dieses guten und wohltätigen Mannes endete mit einem Skandal durch die Dummheit eines Priesters, der bei der Leichenrede so unver- schämte Worte über die Künstler sagt«, daß man ihn zu schweigen zwang und alle Welt die Kirche verließ." Der neue Schauspielerlyp in Amerika. Bei der Aufführung moderner Zugstücke ist neuerdings in den Bereinigten Staaten mehr- fach erfolgreich der Versuch gemacht worden, an Stelle von Schau- spielern Menschen aus dem Berufsleben zu verwenden, und zwar für die einzelnen Rollen je e'men besonders geeigneten Typ aus dem betreffenden Beruf. Diese Dilettantenschauspieler wurden immer nur auf das eine bestimmte Stück eingedrillt, wobei besonders Wert darauf gelegt wurde, jedes theatralische Pathos, dem der Laie so leicht verfällt, zu vermeiden und eine bisher nicht erreichte trockene und realistische Spiclweise zu erzielen. Ist das betreffende Stück erledigt, so werden die Miffpielenden wieder in ihren bürgerlichen Beruf entlassen. Dieser Methode ist zum großen Teil der Erfolg einiger Stücke der letzten zwei Jahre, so u. a. von„Broadway" und „Chikago", zuzuschreiben. Zwei Ban Dycks in Peru entdeckt. Aus Lima, der haupfftadt von Peru, wird mttgeleilt, daß in einem Palais, das seit Jahr- Hunderten im Besitz der alten aristokratischen Familie Irivorren de la Fuent« ist, zwei Gemälde von Von Dyck entdeckt worden sind. Das eine stellt die heilige Magdalena dar, ihr« Juwelen an Arme verteilend, das ander« eine Anbetung des Goldenen Vlieses. Ferner wurde ein M u r i l l o gefunden ein Joseph mit dem Jesuskind. Dcv peruanische Kunsthistoriker Castillo setzt sich für die Echtheit der Bilder ein, und ein Londoner Sachverständiger hat bereits eine Taxe in höhe von insgefammt 250 000 Pfund Sterling abgegeben. Sunyaffen ist kein Warenzeichen. In Europa, wo es Filets i la Rossini, Bismarck-Heringe und Strescmann-Zigarren gibt, wirtz� man sich wundern, daß in China die Methode, Gegenstände und Genußmittel durch die Verknüpfung mit einem klingenden Rainen populär zu machen, nicht geduldet wird. Das politische Bureau der chinesischen Nationalarmee hat soeben in einem scharfen Erlaß die Verwendung des Namens Sunyaffen zu handelszwecken als Miß. brauch und Profanation verurteilt, die mit äußerster Strenge ge- ahndet werden müßte. In der letzten Zeit hatten tüchtig« chinesisch« Geschäftsleute hüte. Taschentücher iihren. Schuhe und ander« Le- darssartike! mit der Marke Sunnaisen auk den Markt gebracht. Dos politische Bureau hat der Geschäftswelt eine Frist van zwei Wachen gewährt, damit die als anstößig empfundenen Bezeichnungen«ist. .sernt werden können. Nach Ablauf dieser Zeit roexdeo Ueberlretuw, SM diesex Dorschritt mit mchrjähriger GesSognisslrose geqhadet. j V Lehren von Leipzig. Die Sammlung der Republikaner zum Kampf. Die Bundesverfassungsfeier des Reichs- banners in Leipzig war eine starke Antwort des republikanischen Blocks an die Reaktion. Die Antwort auf alle kleinlichen und gehässigen Bersuche, die Reichsoersassung und ihre Symbole zu verkleinern, auf die Versuche, den Block der Republikaner zu zerschlagen, um nach dem kommenden Wahlkampf den Bürgerblock zu verewigen. Die Tage von Leipzig haben der Rechten gezeigt� es lebt ein stahlharter Wille in dem deutschen Republikaner, weit über alle Parteigrenzen hinaus, dem Versuch Einhalt zu ge- bieten, aus der deutschen demokratischen Republik ein Regime der Plutokratie zu machen. Die Hunderttausende, die in Leipzig demonstrierten, sind die treuesten Bürger der deutschen Republik. Sie haben ein gewaltiges Bekenntnis zum Staat und seiner Berfassung abgelegt. Sie bejahen den Staat, um ihn zu er- o b e r n, und sie wollen ihn erobern, um die großen Nicht- linien und Grundsätze der Weimarer Verfassung Wirtlichkeit werden zu lassen. Wie groß ist die Zahl der Forderungen der sozialen Demokratie, die in den Grundrechten der Ver- fassung von Weimar als Staatsaufgaben festgesetzt sind, die aber heute gegenüber den wirklichen Verhältnissen nur erst ideale Forderungen sind! Das Bekenntnis zum Staat, das in Leipzig abgelegt wurde, bedeutet die Anerkenntnis der Verpflichtung, dem sozialen Fortschritt zu dienen und das gesellschaftliche Leben in Deutschland umzuwandeln im Geiste der sozialen Demokratie, die in den Grundrechten der Weimarer Verfasfring niedergelegt ist. Die gewaltige Kundgebung des Reichsbanners in Leipzig war zugleich Antwort und Mahnung an alle jene Schwankenden, denen heute das Reichsbanner unbequern ist, weil sein stahlharter Wille zur Republik und sozialen Demokratie ihre taktischen Rechnungen im Parlament stört. In der g r o ß e n überparteilichenOrganisationderdeutschen Republikaner ist allerdings kein Platz für Interessenten- rücksichten, die mit dem Geiste der Weimarer Verfassung nicht vereinbar sind, kein Platz für unterirdische Anbahnungen mit den Ewig-Gestrigen, mit der sozialen und politischen Reaktion! Diese große überparteiliche Organisation zeigt die klare Marschrichtung für alle Freunde der Revublik. Das Ziel heißt: die Republik den Republikanern! Das ist eine klare Antwort auf alle Treibereien gegen das Reichsbanner, uzgleich eine Programmerklärung für den kommenden Wahlkampf! Die Grundgedanken, die die Kundgebungen von Leipzig getragen haben, sind die Grund- aedanken der Berfassung von Weimar. Wer wagt es, gegen sie aufzustehen! Wer wagt es, sich dem großen Sammelruf entgegenzustellen, der von der Bundesverfassungsfeier des Reichsbanners in Leipzig ausgeht! Wahlsieg der re- publikanischen Parteien— so heißt dieser Sammel- ruf! An diesem Sammelruf werden sich die Geister scheiden! weitere Steuergeschenke an öie Agrarier. Das Kabinett des Bürgcrblocks und daS landwirt- - i schaftliche Steuerunrecht. .. Wir wiesen bereits auf das bestehende Steuerunrecht in der Landwirtschaft hin. Durch die schematische Zugrunde- legung des Geldwerls als Grundlage der Steuerveranlagung wird der Gedanke einer stärkeren Erfassung großer Vermögen in der Landwirtschaft unwirksam. In einigen deutschen Ländern hat man das erkannt und die Grundsteuer je nach der Größe des besteuerten landwirtschaft- lichen Betriebs gestaffelt, so daß der Großgrund- besitz im Verhältnis zum Geldwert seines Besitzes eine höhere Steuer zu zahlen hatte als der Bauer. Diese gerechte Steuerregelung, die bei der Grundsteuer wieder gut machte, was das Reich bei der Vermögenssteuer sündigte, war den Herren des Reichslandbundes schon lange ein Dorn im Auge. Das famose Steucrvereinheit- lichungsgesetz scheint ihnen eine willkommene Gelegenheit zu ihrer Beseitigung zu sein. Nach dem Entwurf soll das Gesetz eine besondere Vorschrift enthalten, der zu- folge eine Abstufung der Grundsteuer nach Wert oder Größe des besteuerten Grundvermögens ausgeschlossen sein soll. Diese Bestimmung richtet sich unmittelbar gegen die moderne Ausgestaltung der Grundsteuer, die sich langsam Bahn zu brechen beginnt. Die Sonderbestimmunq zum Schutze der steuerlichen Belange des Großgrundbesitzes ist unter allen Umständen abzulehnen. Dem Finanzminister aus Baden empfehlen wir die Lektüre der Vermögenssteuer- statistik, mit der er seine Borschrift hinsichtlich der„einheit- lichen" Grundsteuer verteidigen kann. Dort zahlt der Besitz unter 5 Hektar pro Hektar auf der Grundlage eines Durch- schnittswerts von 2068 M., der Besitz von 5 bis 20 Hektar auf der Grundlage eines Durchschnittswerts von 12ö1 M., der Besitz von 20 bis 50 Hektar auf der Grundlage eines Durchschnittswerts von 743 M., der Besitz von 50 bis ZOO Hektar auf der Grundlage eines Durchschnittswerts von 589 M. Vermögenssteuer. Steuergerechtigkeit ist auch etwas wert, 5)err Dr. Köhler! Die Unterüruckung öer Memelöeutschen. Deutsche Borstellungen in Kowno. Wegen der fortgesetzten Unterdrückungsmaßnahmen gegen die deutsche Wahtwerbung, aber selbst gegen di« deutsche Sprache Im Memelland wird die Reichsregierung ernste Vorstellungen bei der litauischen Regierung in Kowno erheben. Sollte auch das nichts nützen, so wird die neue Verletzung des Meinelstatuts schließlich wieder den Vollecbund beschästigen müssen. Spanische Preßfreiheit. Unser Parteiblatt immer wieder verboten. Paris. 15. August.(Eigenbericht.) Das Organ der spanischen Sozialdemokratie„E l<3 o c i a l i st a* von der spanischen Regierung auf eine Woche verboten den, weil das Blatt das..Verbrechen' begangen hatte, die Nach- i einer amerikanischen Agentur wiederzugeben, daß in Buenos !s Manifestationen zugunsten von Sacco und Vanzetti stattge- )en hatten. Es ist bereits das v i e r t e Mal seit dem 1. Januar h daß das sozialistis-i!« Blakt verboten wurde. Außerdem wurde von der. Gericht« u schon dreimal zu hohen Geldstrafen urteilt. Ehrhardt soll 6 Millionen Zahlen. Als Ersatz für die Schäden des Kapp-Putsches.— Ehrhardts und Lüttwitz* Pension vom Reichswehrministerium beschlagnahmt. Das Reichswehrminifterium hat an den Korvettenkapitän a. D. Ehrhardt unter dem 12. August 1927 folgendes Schreiben ge- richtet: „Durch das hochverräterische Unternehmen im März 1920 (K a p p- P u t s ch), an dem Sie in führend er Stellung teilgenommen haben, ist dem Reiche ein sehr erheblicher vermögcnsschaden erwachsen, für den Sie in voller höhe verant- wortlich sind. Mit seiner Schadenersatzsorderung rechnet der Reichsfiskus hiermit gegen die Ihnen zustehenden laufenden und rückständigen Pensionsansprüche, soweit diese der Pfändung unter- liegen, aus. Unter dem ausdrücklichen Vorbehalt der Geltendmachung weiterer Ansprüche wird zunächst der Schaden zur Aufrechnung gestellt, der der Reichskass« durch die von General der Infanterie a. D. v. Lüttwitz eigenmächtig und rechtswidrig veranlaßten Verfügungen des Reichswehrgruppen- kommandos I vom 13. März 1920 Ib Nr. 91698 und vom 14. März 1920 Ib Nr. 91702 entstanden ist, in denen angeordnet wurde, daß 1. vom 1. März 1920 ab �) die Reichswehrzulage um 2 Mark täglich, b) der Löhnungszuschuß für verheiratete Löhnungs- empfänger um 45 Mark monatlich erhöht, 2. vom 13. März 1920 ab a) eine besonder« Tageszulag« von 7 Mark an alle Angehörigen der Reichswehr, Zeitfreiwillige usw., b) ein« Entschädigung für Verwundungen, und zwar bei einmaliger Verwundung 1000 Mark, bei mehrmaliger Verwun- dung 2000 Mark, gewahrt wird. Der durch die Auszahlung dieser Gebührniss« enkstandene Schaden beträgt nach vorsichtiger Schätzung mindestens 100 Mil- lionen Papiermack oder, da 100 Papiermark im März-April 1920 durchschnittlich 6,30 Goldmark wert waren. 6,2 Millionen Goldmark, für deren Ersaß Sie in gesamtschuldnerische Haftung mil General der ünsanlcrie a. D. v. Lüttwiß und Major a. D. Bischofs in Anspruch genommen werden." Wie die BL.-Korrespondenz hierzu erfährt, hat Kapitän Ehr- Hardt daraufhin seinen Rechtsbeistand, Rechtsanwalt P. Bloch, be- aufragt, die F e st st e l l u n g s k l a g e gegen den Reichswehr- minister einzureichen. Er bestreitet nämlich nachdrücklich,»in f ü h. render Stellung" am Kapp-Putsch teilgenommen zu haben. Seine Rolle sei vielmehr, wie dies die Wiking-Derhandlung in Leip- zig bereits geklärt habe, die eines Untergebenen gewesen, der gegenüber seinem Vorgesetzten, General v. Lüttwitz, befehlsgemäß gehandelt habe. Er sei daher keinesfalls bereis, für die Anordnungen einzustehen. die General v. Lültwih erlassen habe. und zwar um so weniger, als er, Ehrhardt, feine rückständige Pen- siSn in höhe von über 12 000 Goldmark im Gegensatz zu den anderen Beteiligten bisher aus freien Stücken nicht angefordert Hab«. Diese Ansprüche will Ehrhardt nunmehr, nachdem das Reichs- wehrministerium in dieser Weise gegen ihn vorgegangen ist, geltend machen. Die Feststellungsklage bezeichnet als aufsällig die Tatsache, daß der Reichswchrminister erst jetzt— über sieben Jahre nach dem Kapp-Putsch— mit dieser Maßregelung hervortrete, die auch mit der gegen die Teilnehmer am Kapp-Putsch erlassenen Reichs- amnestie nicht in Einklang zu bringen sei. Diese Amnestie sei, so wird in der Klage weiter betont, im vorliegenden Falle ebenso außer acht gelassen, wie bei der kürzlich erfolgten Verhaftung des Oberleutnants Roßbach, der trotz Amnestierung weiter verfolgt werde. Das Reichswehrministerium hat sich endlich entschlossen, gegen die Führer des Kapp-Putsches mit einer Mahnahme vorzugehen, die es längst Hütte ergreifen sollen. Der Beschluß des Kammeraerichts, daß die Führer des Kapp-Putsches Anspruch auf Gehalt für die Zeit des Putsches und Anspruch auf Pension hätten, wind nun mit einer selbstverständlichen Gegenrechnung beantwortet. Das Reichswehrminifterium hat dabei nicht nur das Recht, sondern auch den Beifall aller gerecht denkenden, von Staats- gefinnung erfüllten Deutschen auf seiner Seite. Daß Herr Ehrhardt sich jetzt von der Verantwortung drücken und für die Anordnungen des Generals v. L ü t t w i tz nicht einstehen will, ist nur ein Zug mehr zu seinem Charakter» bild, das in der Geschichte nicht mehr schwankt. M öem Flugplatz in Dessau. Die überraschende Rückkehr der„Bremen". Dessau, 15. August. Mit sorgenvoller Spannung wartete man bei den Junkers- Werken in Dessau auf weitere Nachrichten über den Flug der»Bremen", nachdem in den Bormitiagstunden die letzte Meldung besagte, daß das Flugzeug kurz nach 7 Uhr früh die Westküste Irlands überflogen hatte, sich demnach über dem Atlantik befand. Vergebens bemühte sich die Funkstation der Junkcrs-Werke, bei allen in Frage kommenden Stellen weitere Nachrichten darüber einzuholen, ob di«„Bremen" bereits über dem Ozean von Schiffen gesichtet worden sei. Statt dieser erhofften Meldungen erhielt der „Wetterwart" von Junkers, Gutezeit, in seinem Arbeitszimmer auf dem Flughafen Dessau immer schlechtere Nachrichten über die Wetterlage auf dem Ozean. Zunächst teilte die Hamburger Seewarte mit, daß gestern Morgen Nordwestwinde von einer Stärke von 40- bis 45-Sekunden-Kilamet«rn, sowie schwerer Regen über dem Ozean herrsche. Gegen Mittag wurden die Be- richte immer trostloser. Danach hatte sich der Wind zum Sturm, ja schließlich zum Orkan oerwandelt. Die Meldung „Windstärke 12 aus dem Allanlik" erfüllte die Flugleiter und Ingenieure der Junkers-Werk«, die als ehemalige Flieger oder Seeleute di« Bedeutung dieser Nachricht erkannten, mit schwerer Sorge um das Schicksal ihrer Kameraden. Die»öremen" kommt! Während von allen Seiten Anfragen über den Flug der „Bremen" ankamen, und während gleichzeitig die Nachforschungen nach neueren Nachrichten wieder einsetzten, trat plötzlich ein Er- e i g n i s ein, das man sich gerade in diesem Augenblick in Dessau am allerwenigsten hätte träumen lassen. Die Arbeiten auf den Werken und in der großen Montagehalle am Flugplatz nahmen ihren gewohnten Gang, und im Flughafen richtete man sich bereits auf den Empfang der von Bremen erwarteten G 31, des Bcgleit- flugzeuges, ein. Plötzlichertöntein derLuftMotoren- g e r ä u f ch, aber nicht das tiefe Brummen der drei Motoren einer Großmaschine, sondern der den Monteuren wohl bekannte Klang des Junkers-I--5-Motors, der die Ozeanlype 33 L antreibt. 3m nächsten Augenblick sah man auch schon von Westen her über der Guslener Lahnstrecke die einmotorige Maschine herannahen. Ein Ruf der Ueberraschung ertönte von allen Lippen, im ersten Augenblick glaubte man, di«„Europa" sei bereits wieder instand gesetzt und kehre von Bremen zurück, dann aber las man aus den Trogflächen„v 1167" und aus dem Rumpf den vertrauten Namen„Bremen", und ehe noch alle Zweifel behoben waren, landete die„Bremen" glatl und sicher, als wenn sie soeben von einem kleinen Probeslug in Richtung Vitterseld— Leipzig zurückgekehrt war«, um 16,24 Uhr auf dem Dessaucr Flughafen, den sie vor genau 22 Stunden mit Kurs aut New Fork oerlassen hatte. Aon allen Seiten eilte man herbei, Ingenieure und �Nonteure, Flugplatzleiter und Werkmeister. Als der Propeller zum Stillstand gekommen war, klappte der Cellon- aufbau des Führersitzes auf, und in ihrem Fliegerdreh erhoben sich die Piloten Loose und Köhl vom Führersitz, zu denen sich Baron Hünefeld gesellte. Ein Schwall von Iragen. Die Flieger kletterten von der Maschine herab, anscheinend noch genau so frisch und munter, wie sie am Tag« zuvor adgeslogen waren, wenn man ihnen auch bald darauf anmerkt«, daß ein unendlich schwerer Tag hinter ihnen lag. Ein Schwall von Fragen brach über sie herein. Jeder wollte wlsien, was di«„Bremen" erlebt hatte und was di« Ursache der Rückkehr war. Während die Monteure wieder die Maschine, die blank und unversehrt aus dem Rasen stand, in ihre Obhut nahmen, entführte Direktor Sachsenberg die Piloten im Auto zum Verwaltungsgebäude, wo man ihnen zunächst Erfrischungen reichte, bevor man sie um Bericht- erstattung bat. Inzwischen tonnt« man den Fliegern erzählen, daß ein Funkspruch aus Pulhom(England) gemeldet hatte, daß dort nach 11 Uhr vormittags die„Bremen" mit südöstlichem Kurs, also in Richtung auf die Nordsee, gesichtet worden sei, daß diese Nachricht aber alsbald von englischen amtlichen Stellen als völlig unzuttefsend dementiert worden sei, so daß man in Dessau selbst nicht an die Rückkehr� geglaubt hatte. Die gefährliche Wetteränüerung. Die durchgreifende Umgestaltung der Wetterlage, die sich in Mitteleuropa Donnerstag und Freitag durch weit verbreiterte Ge» witter. Regenfälle und Winddrehung nach Südwesten zu erkennen gab, ist nur der bei uns sichtbar gewordene Ausdruck des Wieder- auflebens der zyklonalen Tätigkeit innerhalb des Luft meeres, das geraume Zeit große Trägheit, fast ssn- beweglichkeit gezeigt hat und nunmehr, der fortschreitenden Jahres- zeit entsprechend, unter dem Einfluß der thermischen Verhältnisse wieder zu stärkerer Aktion gelangt. Mit dem Kürzerwerden der Tage nimmt in hohen Breiten die Temperatur bereits ab; in den Gebieten nördlich vom Polarkreis werden die Verhältnisse bereits he r b st l i ch, und die kalte Polarlust drängt infolge ihrer größeren Schwere energischer nach dem noch hochsommerlich erhitzten Gebiet der gemäßigten Zone vor, wo nun die leichte Warmluft mehr und mehr durch die kalte Polarluft vom Boden und von der Meeresoberfläche abgehoben wird.«Durch diese näher aneinander gerückten und verschärften Tempcraturgegensätze lebt di« ozeanische Zyklonentätigkeit erneut auf, die entstehenden Wirbel gewinnen aus den Temperaturgegensötzen verstärkte Energie, was in den wieder tiefer werdenden Kernen der maritimen Wirbel zum Ausdruck kämmt. So ist di« jetzt entstandene Tiesdrucksurchc, di« sich von Neufundland über den ganzen Nordatlantik, über die britischen Inseln hinaus bis zum Bottenbujen erstreckt, kein zufälliges oder vorübergehendes Ereignis, sondern nur der Beginn eines Prozesses, der jetzt von Woche zu Woche weiter fortschreitet und vielleicht schon binnen kurzem zur Ausbildung tiefer Sturm- wirbel führen kann, deren Uebertritt auf den europäischen Kontinent di« sehr unruhige und wechselvolle Wetterlage erzeugt, die man als Aequinoktial stürm« bezeichnet. Sie treten sehr oft schon um die Augustwende auf und machen mit anhaltender Trübung, ergiebigen Regensällen und niedrigen Temperaturen nicht selten dem Sommer schon frühzeitig ein Ende. Häusig folgt auf diese manchmal schon sehr stark« Abkühlung noch einmal eine längere Periode ruhigen und heiteren, tagsüber mäßig warmen Strahlungs- wetters: aber das diese Wetterlage bedingende Hochdruckgebiet ist stets rein kontinentalen Charakters und erstreckt sich mit seinem Ein- sluß gewöhnlich nicht einmal bis nach Westeuropa. Es läßt sich die Erkenntnis nicht von der Hand weisen, daß die günstigst« Zeit für die Ueberquerung des Atlantik von Osten nach Westen bereits verstrichen ist. Trotzdem wäre es möglich, daß sich in absehbarer Zeit eine Lustdnickverteilung herausbildet, die für den Ozeanflug günstig ist: es würde sich aber dabei um eine außerhalb der normalen Verhältnisse liegend« Ent- Wicklung handeln, und schon daraus geht hervor, daß mit einiger Sicherheit in diesem Jahre nicht mehr darauf zu rechnen ist. Sacco hat seinen 30tägigen Hungerstreik aufgegeben. Auf Bitten seiner Frau, seines Verteidigers und seines Arztes nahm er zwei Tassen Bouillon zu sich. Die Polizei zerstreute heute unter größten Schwierigkeiten etwa 7000 Personen, die für die Freilassung Saecos und Danzettis demonstrierten. Es hat schon seine Gründe— das Reichsschulgesetz näm- lich. Jedenfalls verkündet die Telearaphen-Union, daß die feit langem erwartete Begründung zum Reichsichulgesetz am 8. August dem R e i ch s r a t zugegangen ist. Di« preußische Regierung hat sich für ihre Stellungnahme eine Bedenkzeit bis zum 20. September ousbe- düngen, um in der Zwischenzeit die Angelegenheit gründlich durch- zuberaten. Sie wollen keine Verständigung. Der von privater Zentrumsseite, u. a. an d e u l t ch n a t i o n a l c Abgeordnete, sowie ar zwei Wirtschastsparte'ler gerichtete Vorschlag der Gründung eines deulsch-polnischen Verständigungskomitees ist von diesen Parka- mentarieren als aussichtslos abgelehnt worden. Die /lrbeitslofigkeit in üen Hewerksihasten Weitere Abnahme im Juli. Nach den Ermittlungen des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schdftsbimdes stellte[ich. Ende Juli 1927 bei 10184 berichtenden Zroeigvereinen(im Juni 10 171) mit 3 571 005 Mitgliedern(3 516 806) die Zahl der Arbeitslosen auf 190 787<226 010) oder in Pro- zenten der Mitgliederzahl aus 5,6 Proz.(6,4) und der Kurz- o r b c i t e r aus 91 788(91 744) bzw. 2,6 Proz.(2,6). Die höchsten Prozent ziffern der Arbeitslosigkeit(in Prozenten der Mitgliederzahl) sind festzustellen bei: Hutarb ei- lern 25,2 Prdz., Sattlern, Tapezierern und Porte- f e u i l l e r n 15,5 Pro;., Gärtnern 12,6 Proz., B e k l e i- d u n g s a r b e it e r n 12,5 Proz., N a h r u n g s- und Genuß- mittelarbeitern 10,9 Proz., Holzarbeitern 9,9 Proz., Lederarbeitern 8,1 Proz. Bei den Kurzarbeitern erreichen die Höchslzisfern 10,7 Proz. bei den Bekleidungsarbeitern, 9,9 Proz. bei den Nahrungs- und Genußmittslarbeitern, 9,8 Proz. bei den Schuhmachern, 9,0 Proz. bei den Sattlern und Tapezierern, 8,4 Proz. bei den Buchbindern, 6,0 Proz. bei den Tabakarbeitern. Nachstehende Tabelle gibt eine Uebersicht über die Gestaltung der Arbeitsmarkllage hinsichtlich der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit seit dem Januar 1927. Die Ziffern der Arbeitslosen und Kurzarbeiter weisen entsprechend dem Konjunkturausstieg einen anhaltend starken Rückgang auf: nur bei den Kurzarbeitern ist eine unwesentliche Er- höhung jm Juli zu verzeichnen. immer noch Krisenzahlen. Nun sind die Julizahlen durch die bekannten Saisoneinfiüss« besonders günstig. Wenn trotzdem noch 5,6 Proz. der Gewerkschaftsmitglieder arbeitslos, während 2-6 Proz. auf Kurzarbeit angewiesen sind, so zeigt dies, daß wir weit davon entfernt sind, die Rationalisierungskrise überwunden zu haben. Hier muß die Aufwärtsbewegung der Löhne noch vkel schärfer einsetzen. Immerhin zeigt die Entwicklung seit Januar, daß die Arbeiter- schast, dank der Aktion der Gewerkschasten, wieder etwas kaufkräftiger geworden ist, was nicht unwesentlich zur Belebung der Industrie bei- getrogen hat. Diese Aktion muß mit verstärkter Kraft fortgesetzt werden. die Antwort öer Straßenbahner. Sie verlangen gleiches Recht. Das dienstfreie Personal der Berliner Straßen- bahn nahm gestern vormittag und abends in zwei über- füllten Versammlungen in Boekers Festsälen zu den negativen Ergebnis der Manteltarisverhandlungen Stellung. In beiden Versammlungen gab zunächst der Vorsitzende des Betriebs- rotes, Flieger, einen zusammenfassenden Bericht über den Ber- lauf der Manteltarisbewegung, durch die eine wesentliche Ber- bcsserung der Arbeitszeil wie auch der gesamten Arbeitsbedingungen herbeigeführt werden sollt«. Die Direktion der Straßenbahn hat es lehr gut verstanden, die Verhandlungen immer wieder hinauszuschieben und hat sie schließlich dadurch zum Scheitern gebracht, daß sie die Fordenin- gen des Personals glatt ablehnte und einen Gegcnentwurf einbrachte, der mit Ausnahme einiger geradezu lächerlicher Ber- befserungeN im wesentlichen dem alten Tarif glich. Flieger teilte weiter mit, daß die Funktionäre beschlossen haben, den Schlich- tungsnusschuß nunmehr zur Entscheidung anzurufen, warnte die Versammelten aber auch, sich auf irgendwelche Instanzen wie die Stadtverordnetenversammlung, den Äussichtsrat der Straßen- bahn usw. zu verlassen. Der Tarisabschluß bei der Straßenbahn kann, soll und muß nur das Werk der Straßenbahner f e l b ft sein. Flieger gab anschließend daran noch einen kurzen Bericht über die Tätigkeit des Arbeiterrats im zweiten Quartal des Geschäftsjahres. Genosse Hiller vom Verkehrsbund ging dann noch näher auf die Haltung der Direktion bei dieser Tarisbewegung ein. Di« Direktion erklärte bei den Verhandlungen rund weg, daß nach ihren Jnsormatianen das Personal mit den bestehenden Arbcitsverhäit- nisfen äußerst zufrieden sei. Bezeichnend ist auch die Aeußerung eines Direktionsvertreters, daß«r nicht einsehen könne, warum die Direktion mit einem Verband einen Vertrag abschließen solle, wenn andere sich entgegenkommender zeigen. Wie die Direktion ihr Personal nicht nur organisatorisch, sondern auch rein persönlich gegeneinander ausspielen will, geht auch daraus hervor, daß sie den' seit zwanzig Jahren im Betrieb Be- schästigten nach ihrem Bortragsentwurf drei Tage mehr Urlaub geben wollte, als den kürzere Zeit Beschäftigten. Genosse Hiller betonte auch mit Recht, daß sich die Direktion der Straßenbahn der- artige Manöver nur erlauben könne, weil die Straßenbahner leider immer noch zu einem großen Teil den Weg zur frcigcwcrkschaftlichcn Organisation noch nicht gefunden haben. Der Schlichtungsausschuß, der die ersten Verhandlungen zu Mittwoch vormittag angesetzt hat, kann eine starke Organisation nicht ersetzen. Seine Schiedssprüche werden immer das Spiegelbild der organisatorischen St ä r k e der um sein? Tarishilfc nachsuchenden Arbeiter sein. Auch Genosse Koch vom Metallarbeiterverband ermahnte die Straßenbahner, sich endlich an den festen Zusammenschluß der Unter- nehmer ein Beispiel zu nehmen und einen gleichen Abwehrdamm gegen sie aufzurichten. Es trägt nicht zur Berbesierung der Lebens- bedingungen der Straßenbahner bei, wenn sie sich gegenseitig in peinlicher Rechthaberei herunterreißen und sich nicht auf die Not- wendigkeit des restlosen sreigewerkschafUichen Zusammenschlusses besinnen. In der anschließenden Diskussion wurde das Verhalten der Straßenbahndirektion mit den schärfsten Worten kritisiert und die Ausführungen der Verbandsvertreter zustimmend unierstrichen. Zu- sammensassend kann gesagt werden, daß die gute Beteiligung an den Versammlungen sow-ohl wie die sachlichen Aussprachen zeigten. daß der größte Teil der Straßenbahner es satt hat, die Ver- höhnung durch die Straßenbahndirektion noch länger zu ertragen. Das Reichsamt für Arbeitsvermittlung. Seine organisatorische Umgruppierung. Im Hinblick auf die Angliederung des Reichsomts für Arbeitsvermittlung an die neue Reichs- anstatt für Arbeitsvermittlung und Arbeits- losenversichcrung gehen die bisher von der Reichsorbeits- verwaltimg bearbeiteten Angelegenheiten der Tarifftatistit ein- schließlich der Führung des Tarifarchivs, der Statistik der Streiks und Aussperrungen, der Statistik der Verbände von Arbeitgebern, Ar- beitnehmer und Beamten, der Arbeitsgemeinschaften sowie die Füh- rung des Verbandsarchivs mit dem 15. August d. I. aus das Statistische Reichsamt über. In diesem Amt wird eine besondere Abteilung für Sozialstatistik eingerichtet werden. Zur Sesolüungsreform. Ein Vorschlag des ADV. Gegenüber den Plänen der Reichsregierung zur Neuordnung der Beamtenbesoldung Hot der Allgemeine Deutsche Beamtenbunü ein« Reih« von Forderungen ausgestellt, zu denen die Beamtenschaft bis zu Beginn der Verhandlungen zwischen den Spitzenorganisationen und dem Reichsfinanzministerium Stellung nehmen soll. Di« Vorschlög« des ADB. bilden eine Art Diskussionsgrundlage für ein Besoldungspro- gramm der Beamten, dem das Programm der Regierung soweit wie möglich angenähert werden muß. Die Vorschläge des ADB. lauten im Kern: Beibehaltung des Gruppensystems unter Derringerung der Anzahl der Besoldungsgruppen foevie Ablehnung des Klassen- oder geschlossenen Laufbahnsystems. Beseitigung der Gräben zwischen einzelnen Gruppen, festere Verzahnung, Einheitlichkeit im Aufbau der Gehälter, Eingruppierung nach der fachlichen Leistung, Aufstiegsmöglichkeit für alle Beamte. Existenzsicherung durch aus- kömmliche Bemessung der Grundgehälter, früheres Erreichen des End- gehalts, gleichmäßige Gestaltung der Dienstaltersstufen innerhalb der Gruppen. Ersetzung des Wohnungsgeldzvschusies durch den Ortszuschlag, Einbau der Frauen- und Kinderzufchläge in die Grund- gehälter. Festhalten am Teuerungszuschlag. Ablehnung der Stellen- und Leistungszulagen. Kürzung der Diätarzeit auf drei Jahr«, Gleich- ftellung der weiblichen und männlichen Beamten, angemessene Ver- gütung im Borbereitungsdienst, Gleichstellung der Alt- und Neu- Pensionäre(keine Herabsetzung des Höchstruhegehalts von 80 Proz.), günstigere Berechnung des VesoldungSdienftalters beim Aufstieg(An- rechnung der Militärdienstzeit, Kriegsdienstzeit und Fachschulzeit usw.), Wiedereinführung der Viertelsahrszahlung, Nichtanrechnung des Privateinkommens, gesetzliche Maßnahmen zur Sicherung der Mög- lichkeit ganzer oder teilweiser' Kapitalisierung des Ortszuschlages für Zwecke des Wohmingsbaues. Dies« Vorschläge sind unter dem Titel„Wa.? bringt die Be- soldungsreform?" als Broschüre zusammengefaßt: die Broschüre sst im Verlag des ADB. Berlin zum Preise von 1 M.(zu 55 Pf. durch die Organisationen) zu beziehen._ berliner Gewerksthostsfeft 1�27. Vorbereitung auf die Angestellten-Verficherungstvahlen. Wie schon bekanntgegeben, veranstalten am Sonntag, dem 2 8. August 1927, die Berliner freien Arbeiter-, Angestellten, und Beamtengewerkschaften in Treptow ein großes G e w e r k- f ch a f t s s e st. In dem Charakter dieses Festes, vor allem in seinem offiziellen Teil soll eine besondere Werbung für die gewertschaft- l i ch e Idee betont werden. Der Tag gilt gewissermaßen als der Anfang eines erhöhten Werbekampfes, der den Gewerkschaften neue Mitglieder in Berlin gewinnen soll. Die Berliner AfA-Gewertschaften haben beschlossen. durch einen einheitlichen Demonstrationszug, an dem sich alle Berliner AsA-Gewerkschaften beteiligen, die Geschlossenheit der Berliner AsA-Bewegung auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen. Als besondere Werbeidee wollen sie an diesem Tage die Agitation für die im Herbst zu erwartenden Wahlen zur Angestelltenversicherung in den Vordergrund rücken. Diese Wahlen sind seit langer Zeit wieder ein Maßstab, mit dem die Werbekrast der AfA-Jdee und der Werbewille der einzelnen AsA-Gewerkschaften gemessen werden kann. In entsprechender Weife werden die einzelnen Zuggruppen Hinweis« bringen, die diese Propagandoidee deutlich machen sollen. Es kann erwartet werden, daß gerode dos Moment, dos hier betont wirb, feine Wirkung auf die im Berliner Ortskartell zusammengeschlossenen Angestellten nicht verfehlen wird, so daß diese veranlaßt werden, sich voll- zählig am AsA-Demonstrationszuge am 28. August zu beteiligen, der sich nach der Treptower Spielwiese hinbewegt, wo in geeigneter Weise gemeinsam mit den Arbeiter- und Beamten- gewerkschasten aus die besonder« Bedeutung des Tages hingewiesen werden soll. An das Fest schließt sich ein zwangloses Beisammensein in den Treptower Gartenlokalen an. Den Berliner AfA-Gewcrkschaften ist dos sehr günstig gelegene Abtei. Lokal zugewiesen, so daß auch der zwanglos« Ansklang des Festes mit einem allseitig befriedigenden Ergebnis abschließen könnte. Die betrübten Lohgerber. Wie fich die Spalter zu trösten suchen. Es ist bekannt, daß die Kommunisten, nachdem im Jahre 1920 die sogenannte Rote Gewerkschaftsinternationale gegründet wurde, sich bemühten, in ollen Ländern eigene Gewerkschafts- organisationen aufzuziehen. Diese systematische Spaltungs- arbeit hat in den Iahren 1923/24 auch in Deutschland zur Grün- dung von kommunistischen Gewerkschaften geführt. Als infolge des Zusammenbruchs der Mark in Deutschland eine beispiellose Arbeitslosigkeit die Gewerkschaften schwächte, glaubte Moskau die Stunde gekommen, um auch in Deutschland durch- zuführen, was bereits im Jahre 1921 in Frankreich gelunge« war: die Gewerkschoftsbewegung zu zerschlagen und einen kommunistischen Gewerkschaftsbund zu gründen. Da- her jener Beschluß des Zentralkomitees der KPD., den wir in unserer Abendausgabe vom Freitag, dem 12. August, oeröffentlichteiv nach dem„für Ende Mai ein Kongreß der revolutionären Delegierten der gewerkschaftlich organisierten und auch der freigewerkschastlich nicht organisierten klassenbewußten Arbeiter der Betriebe, der Delegierten der Erwerbslosen und der revolutionöen Betriebsräte" einberufen werden sollte. In dem Bs- fchluß hieß es dann weiter: „Der Kongreß muh nach Aufstellung der politischen Richtlinien sofort den organisatorischen Aufbau der Zndustricorgani- sationen mit einheitlicher Leitung für alle Fragen in Angriff nehmen." Diese Spaltung der deutschen Gewerkschasten gelang nicht, trotz der reichlich fließenden Geldmittel aus Moskau. Die organisatorische Spaltung wurde also auf einen günstigeren Zeitpunkt verschoben und man betrieb vorläufig weiter die innere Spaltung, die„Eroberung" der Gewerkschaften. Diese Tatsachen versucht die„Rote Fahne" nach Moskauer Rezepten wegzuleugnen. Weil der internationale Gewerkschafts- kongreß in Paris klar seinen Willen dahin aussprach, daß es auch nicht den Anschein haben dürfe, als ob irgend jemand im JGB. die von den Kommunisten zerstörte Einheit der Gewerkschaftsbewegung nicht mit allen zweckdienlichen Mitteln wieder herzustellen sich be- strebt, deshalb versuchte nun die„Rote Fahne", andere für die kommunistische Spaltung der Gewerkschaften verantwortlich zu machen. Dieser Versuch beweist aber nur das böse Gewissen der Kommunisten. * Der Sekretär der sogenannten Roten Gewerkschaftsinternatio- nale, L o s o w s k i, zeigt durch einen Artikel an, daß, wenn seine .�Internationale" nicht leben noch sterben kann, doch mindestens er noch am Leben ist. Er hat sich nicht geändert. Mit dummen Lügen und„geistreich" sein sollenden Mätzchen kommentiert er den Jnter- nationalen Gewerkschaftskongreß und schlägt vor, den Sitz des JGB. nach Monte Carlo zu verlegen, weil dort noch immer etwas zu ge- Winnen sei. Wir kennen Monte Carlo nicht, wir wissen aber, daß die sogenannte Rote Gewerkschaftsinternationale nichts mehr zu ver- lieren hat. * In einem endlosen Bandwurm bemüht sich H e ck e r t vergeblich, seine Enttäuschung über den Ausgang des Pariser Kongresses zu oerbergen. Er kommt schließlich zu folgender Parole: „Jetzt gilt es, die letzten Fetzen der Schleier von Amsterdam und den Amsterdamer Führern herunterzureißen. Die breiten Massen der Arbeiter müssen erkennen, woran sie in dieser Gesell- schast sind. Im unermüdlichen Kleinkamps müssen die Gcwerk- schaften erobert werden." Die innere Spaltungsarbeit soll also mit verstärkter Kraft fort- gesetzt werden, wenn auch die Hoffnungen der Kommunisten längst dahin sind. Die Kommunisten haben nie daran gedacht und denken heute nicht daran, die Einheitsfront im JGB. herzustellen. Die Felle sind ihnen längst fortgeschwommen. Aber da ihre Existenz auf der Spaltung der'Arbeitcrklasse beruht, können sie nichts anderes tun als w e i t e r z u f p a l t e n. Die Lohnbewegung in öer krefelSer Textilindustrie. Ein Abkommen für die Färbereien. Viersen. 15. August.(MTB.) Die Färbereien und Apprcturanstalten in Viersen, Dülken. Süchteln, Lobberich, Oedt und Grefrath haben mit den Gewerk- schaften ein vorläufiges Abkommen getroffen, um zu vermeiden, daß auch die Arbeiterschaft der Veredelungsindustrie der Land- betriebe in die Aussperrung der Kreselüer Textilarbeiterschaft hinein- gezogen wird. Di« Arbeiter erhalten vorläufige Vorschüsse, die aus die 54stündige Arbeitszeit abgestellt bei Schwarzfärbern wöchentlich 4 M., bei Stossappreteuren 2,40 M. und bei Coleurfärbern 2,70 M. ausmachen. Weiter ist vereinbart worden, daß der neue Tarif- abschluß die. in der Krefelder Beredelungs- und Ausrüstungsindustrie endgültig festgelegten Sätze weder unter- noch überschreiten soll. Ein komischer Kauz. Es gibt Drogenhändler, die nicht nur Lehrlinge, sondern sogar Gehilsen beschäftigen. In der Provinz scheint dieser Fall noch weniger selten zu sein als in der Großstadt. Kurzum, ein Herr Max Menzel in Z a h n a, Pr. Sa., dessen Geschäft aus den Namen Adler-Drogerie getauft ist, sucht im„Drogenhändler" vom 15. August zum 1. Oktober einen jüngeren, tüchtigen, ehrlichen, soliden Gehilfen. Nachdem der Herr in seiner Offerte angegeben hat, was er von einem Gehilfen alles fordert, nicht ober, was cr an Gegenleistungen bietet, demerkt er zum Schluß: „Herren, welche im Kolonialwarengeschäst(Drogen nebenbei) ge- lernt haben, ferner Sozialdemokraten, sowie Kommu- nisten, finden keine Berücksichtigung." Offenbor hat der Inhaber der Adler-Drogerie in Zahna es sich zum Gcschäftsprinzip gemacht, an Sozialdemokraten und Kommu- nisten nichts zu verkaufen. Die Schwierigkeit, die Parteizugehörig- keit seiner Kundschaft festzustellen, werden die Sozialdemokraten in Zahna dem Herrn, ersparen, sobald sie wissen, daß er mit ihnen nichts zu tun haben will. ~ kcwerkschaft«iug?nd Groh-Bkiliii. Seutc Mir togcn die Kruppen: Fr--«lurt-r Allee: Krupponheim Stadt. Jugendheim Litauer Str. IS, ZZ. 3. Lustiger Lese- und Liederabend.— Landsberger Platz: Eruppenhcim Diestel- mcperstr. S?ortrag:„Zub und Mädel".- Lichtenberg: Snippenheim Jugendheim Dossestr. 22. Vortrag:.Bus der Geschichte der gewerkschaftlichen uigendbcwcgung.— Treptew: Gruppenhcim Schute Wildeubruchstr. 53— 34 sHortzimni�s. Vortrag:„Das Arbcitsnotgesctz."— Humboldt: Jugendheim Lortzing-, Ecke Erauiistratze. Vortrag:„Dichtungen der Jugend." Zutzendgrnpp« des ZdA. Heute, Dienstag, ab lS Uhr Spielen auf der Spielwiese 7 im Treptower Park und aul dem Spielplatz an der jtatzbachstratzc (»r-uzbcrg). Rase,'spiele, Volkstänze. Ballspiele. -ln Uhr Zllgcndsuaktionörpcrsammlnng im Örtsburcan. Verantwortlich fllr Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: A. Satcrnu«: und Verlagsanstalt Paul Singer u Eo. Berlin SG KS. Lindenstratze 3. Hierzu 2 Beilaae» und„Uoterbaltuna»ud Willen". DerMensch Hebt die Abwechslung. Verlange darum bei Deinem Cigaretten- hönüier diese beiden neuen /iarken, » ohne Mundstück dick u. rund, und Du wirst begeisterter jfrj ENVER BEY'RAUCHER werden,___ ktr. 3$4 ♦ 44. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Kirchen im Gerüst. Zu den üblichen Sommerbuddeleien erl.'ben wir in diesem Jahr« in Berlin ein besonderes Zugabevergnüqrn: Die allgemeine Fassadenputzerei. Nun sind auch die Berliner Kirchen ron dieser Saisonkrankheit ergriffen worden, und eine ganze Anzahl von ihnen steckt bis zum Turmkranz in Baugerüsten. Im allge- meinen hat der Berliner erst dann ein Auge für die Architektur, wenn er sich's ein erhebliches Fahrgeld kosten lassen muß, um sie zu bewundern, und wie weit der Verfall der chäuserfassaden gehen mußte, bis sich die Oeffentlichkeit darum kümmerte, ist uns noch allen in Erinnerung. Darum hat man auch dem Zustand der Kirchenfassaden keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Wie weit ober die Schäden an den Kirchenfassaden bereits gediehen waren, dafür ist die oben abgebildete Französische Kirche ein Bei- spiel. Hier waren die Steine zum Teil so zermürbt, daß man sse mit dem Finger zerreiben konnte, dazu waren sie durch das Rosten der eisernen Krammen, mit denen die Sandsteine zusammengehalten werden, oft in mehrere Teile zersprengt. Man hatte bei den Teil- reparaturen, die man in den letzten Iahren vorgenommen hat, mehrere dieser Gesimssteine einfach herausstoßen müssen und hatte die Lücken stehen lassen, denn es fehlten die Mittel zu einer durch- greifenden Reparatur. Außerdem ist noch alles, was an dem Bau Eisen oder Zinkblech ist, total verwittert und, muß gleichfalls er- neuert werden. Wie teuer«ine derartige Kirchenreparatur ist, geht daraus hervor, daß für die Renovierung der Französischen Kirche 200 000 M. in den Etat unter dem Titel.Denkmalspflege" ein- gestellt sind.— Bei den anderen Kirchen ist die Reparatur freilich Sache der Kirchengemeinden, und so haben hier die Kirchensteuer- zahler wenigstens einmal das Vergnügen, daß ihnen die Derwen- dung der Kirchensteuern zum Nutzen der Allgemeinheit praktisch demonstriert wird. Bei dieser Gelegenheit interessiert es aber viel- leicht wester« Kreise, daß die pompöse Französische Kirche auf dem Gendarmenmarkt eigentlich— ein potemkinsches Dorf aus Sand- stein ist. Denn das Portal hinter der Säulenhalle führt in den leeren, nur von einer Treppe umzogenen Turm, rechts und lmks in den Seitenbauten sind Küster- und Kirchendienerwohnungen, Kon- ferenzsäle kirchlicher Behörden und— Archive Berliner Banken. Zu gottesdienstlichen Handlungen findet nur der klein« Anbau Verwendung. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt. Der Zrauenmorü in üer Rosenchaler Straße Verhaftung des Täters vis schwere Kapitalverbrechen, das in den ersten Tagen des Iuli in einem Privathotel in der Rosenthaler Str. 65 verübt wurde, wurde seht von der Mordkommission aufgeklärt. Ueberraschenderweise wurde der Seifenhändler Paul G u t o w s k i aus der Kurfürstenstraße als der Täler entlarvt und zu einem Geständnis gebracht. Wie erinnerlich, wurde am Sonnabend, dem 6. August, in der Wohnung des 30 Jahre alten Seifenhändlers Paul Gutowski in der Kurfürstenstraße 4S ein junges Mädchen tot aufgesunden, die später als eine 20 Jahre alte Hausangestellte Hedwig Oe st erreich festgestellt wurde. Die ärztliche Besichtigung und die Obduktion er- gaben keinen Anhalt für die Anwendung äußerer Gewalt. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß der Tod des Mädchens in der Nacht zum Donnerstag bereits eingetreten sein mußte. Der Wohnungsinhaber Gutowski war seit Sonnabend früh verschwunden und wurde«ine Woche hindurch vergeblich gesucht. Als nun Ende voriger Woche das Ergebnis der Obduktion bekannt wurde, das Gutowski nicht belastete, stellte er sich selbst auf dem Polizeipräsidium. Er gab an, daß der plötzliche Tod des Mädchens, die eine Frühgeburt gehabt habe, ihn so verwirrt hätte, daß er planlos die Wohnung verlassen und«ine Fahrt nach Magde- bürg gemacht habe, schließlich aber nach Berlin zurückgekehrt sei. Bei seiner Vernehmung durch Kriminalkommissar Nebe blieb er bei seiner Unschuldsbeteuerung, die er offenbar in den vorangegangenen Tagen wohl vorbereitet hatte. Semen Behautpungen begegnet« man um so mehr mit Zweifeln, als er, der früher S ch u tz p o l i z i st ge-> wesen war, mit dem Anblick einer Leiche vertraut sein mußte. Er 1 muhte sich auch über die rechtlichen Folgen seiner kopflosen Flucht klar gewesen sein und gewußt haben, daß er unverzüglich einen Arzt von dem Vorfall hätte benachrichtigen müssen. Sein eigentümliches Verhalten erregte Verdacht. Mit ihm beschäftigten sich nun auch die Kriminalkommissare Lobbes und Zapfe, die den Frauen- mord in der Rosenthaler Straße bearbeiteten. Auch dort war das Opfer ein junges Mädchen, die 2ö Jahre alte frühere Hausangestellte Else Arndt, gewesen. Das Mädchen war in der Nacht zum 2. Juli mit einem Manne in dem Privathotel eingekehrt und wurde morgens auf dem Bett liegend erwürgt aufgesunden. Der Täter war von mehreren Personen gesehen worden, aber geflüchtet und ent- kommen. Auf dem Hotelmeldezettel hatte der zunächst unbekannte Mörder den Vornamen„Paul" angegeben und als Geburtsort« die Städte Lützen und Ofterrode in Ostpriußen. Eigentümlicherweise heißt auch Gutowski mit Vornamen Paul und stammt aus Rastenburg in Ostpreußen, so daß der Gedanke nahe lag, er könnte die ihm ge- läufigen Namen bei der Ausfüllung des Zettels verwendet haben. Besonders auffällig war die Schreibweifedes„P". Ein V e r- gleich mit anderen Schriftproben von Gutowskis Hand zeigte, daß eine gewisse Aehnlichkeit vorhanden war. Am Montag vormittag wurde er den Zeugen, einem Gastwirt, dem Hotelbesitzer und anderen Leuten, gegenübergestellt, sie erkannten ihn jedoch nicht. Bpi einer eingehenden Vernehmung am Nachmittag hatte sich trotz alledem das Netz über ihn so zusammengezogen, daß er end- lich ein G e st ä n d n i s ablegte. Nach seiner eigenen Darstellung lernte er, als er angetrunken durch die Rosenthaler Straße ging, die Arndt kennen und suchte mir ihr das Hotel auf. Am näch- sten Morgen war das Mädchen srüher auf als er. Er glaubte, in seiner Brieftasche 8 0 Mark gehabt zu haben, die aber jetzt fehlten. Er beschuldigte feine Begleiterin des Diebstahls und geriet mit ihr sin heftigen Zank. Ihr Leugnen machte ihn so wütend, dah� 1 er sie packte, aus das Bett warf und am Halse würgte. Zu spät dkettstag, 16. August 1927 erkannte er, daß sie unter seinen Händen gestorben war. Da ihr doch nicht mehr zu helfen war, durchsuchte er die Handtasche nach dem vermißten Gelde, fand es aber nicht. Er verließ schleunigst das HotelMind begab sich in sein Geschäft zurück. Sein« ganzen An- gaben m»chen den Eindruck, als ob er sie in allen Einzelheiten durchdacht und zurechtgelegt hat. Er ist keineswegs niedergebrochen oder erschüttert, sondern scheint sich sein Gleichgewicht bewahrt zu c haben. Seine Angaben über die Vorgänge in der Rosenthaler Straße werden noch genau geprüft werden. Ob der Tod der Hedwig Oe st erreich tatsächlich auf einen Unglücksfall zurückzu- führen ist, wird ebenfalls stark bezweifelt. Die Ermittlungen nach dieser Richtung werden noch fortgesetzt. feilte Aehungsbeginn üer Klaßenlotterie. Der Kampf um das Vertrauen! Heute morgen, 8� Uhr. beginnt die Ziehung der S. Klasse der Preußisch-Süddeutschen Klasscnlotterie. Di« Loose werden heute vormittag im Beisein von Pressevertretern, Lotterieeinnehmern und sicher einem zahlreichen Publikum eingeschüttet. Die Generallotterie- direktion hatte zu gestern vormittag die Presse zu einer Besichtigung des Lotteriebetriebes und der neuen Sicherungsmahnahmen einge- laden. In einer kurzen Ansprache schilderte Präsident H u t h den Verlauf der Voruntersuchung gegen die beiden Beamten Böhm und Schleinstein. Die Direktion, so führte er weiter aus, steht heute vor der schwie- rigen Aufgabe, das Mißtrauen zu beseitigen, das durch diesen Betrugssall unter den Spielern entstanden ist. Der Lotterie- spieler ist ohnehin äußerst mißtrauisch. Um dieses Mißtrauen wieder zu beseitigen, haben wir die Kontrollmaßnahmen erheb» lich v e r st ä r k t. Auszuschalten ist die Menschenhand im Lotterie- betrieb nicht. Jeder Automat wird durch Menschenhand geleitet. Die Bestrebungen, den Betrieb zu automatisieren, haben nicht erst eingesetzt, als der Betrugssall bekannt wurde. Doch muß anerkanni werden, daß gerade in den letzten Tagen eine ganze Reihe Vorschläge gemacht worden sind, die natürlich sorgfältig überprüft werden. Unter den gemachten Vorschlägen ist natürlich ein« ganze Anzahl, die einer ernsthasten Prüfung nicht standhalten. So schlägt ein Er- findcr eine Art Höllenmaschine vor. Bei dieser Maschine wird in wissen Abständen eine Kugel mit einer Nummer durch eine Queck- silbersnule herauegcstoßcn. Ein anderer macht den Vorschlag, die Ziehungsbeaniten in einen Panzer zu stecken und vor und nach der Ziehung die Beamten sorgfältig zu durchsuchen. Heute wird der Ziehungsbetrieb vorgenommen durch ein Röllchenverfahren, das schon über 130 Jahre ausprobiert ist. Nach einer sorgfältigen Wickelung der Losstreifen wird jedes Los mit einem Pappring versehen und in kleine Kästen, die die Form einer Honigwabe haben, eingesteckt. Jedes Nummernröllchen hat innerhalb dieser Kästen seinen be- stimmten Platz und ist mit einem Griff zur Kontrolle herauszuziehen. Direktor Huth teilte n der Pressebcsprechung noch mit, daß täglich eine ganze Anzahl Beschwerden einlaufen, daß Spieler seit Jahren nichts gewonnen haben und nun vermuten, daß ihre Losnummer überhaupt nicht in der Lostrommel enthalten war. Alle diese Be- schwerden werden gesondert gesammelt und vor jeder Einschllttung der Lose in die Lostrommel wird im Beisein von Lotterieein- nchmern, die als Vertreter der Spieler betrachtet werden, die Los- nummer aufgerufen und sofort das dazugehörige Nummernröllchen sämtlichen Zuschauern der Einschüitung vorgezeigt und dann ein- geworfen. Das preußische Finanzministerium hat die Sicherungsmaß- nahmen, die das Präsidium der Lotterie vorschlug, bestätigt. Der Tisch, an dem die Ziehungen vorgenommen werden, ist, soweit es ging, an die Zuschauertribüne herangerückt. Die K o n t r o l l- beamten sind um zwei vermehrt, so daß jetzt hinter jedem Ziehungsbeamten noch ein Kontrollbeamter zur Aufsicht steht. Das Ziehunaspersonal wird so oft als möglich abgewechselt. Mit diesen Maßnnhmcn hat die Lotteriedirektion ihr Möglichstes getan, um Wiederholungen von Betrügereien zu verhindern. Beinahe gelyncht! Gestern gegen �21 Uhr wurde der 32jährige Willi Bahne- mann aus der Frankfurter Allee 78 an der Ecke Weidenweg und Lowestrnße von einer Kraftdroschke angefahren und etwa 1000 Meter mitgeschleist. Der Führer der Kraftdroschke ergriff die Flucht, wurde aber von einer anderen Kraftdrofchke verfolgt und in der Samariteistraßc eingeholt. Das Publikum, das Die SilberscthWärme gl] 03 Ott UKtx Brach INachdruck verkwten Itefettjcfenng an« htm Engllschen von JnUa 5!opp«l Während der drei, Jahre, die Boyd in Maska zugebracht, hatte er mit fieberartiger Hast gearbeitet und viele Ent- täuschungen erlebt: nie aber hatte er seinen Nerven soviel ge- boten wie in diesem kurzen Monat, niemals hatte das Glück ihm so wenig gelächelt: es war zum Verrücktwerden. Er aber hatte ausgehalten, weil er seine letzte Hoffnung ganz einfach nicht fahren lassen konnte. Aeuherlich hatte er einen optimistischen Eindruck gemacht, wenn er aber allein war, brach die Mutlosigkeit über ihm zusammen: seinen beiden Freunden aus Alaska war es nicht entgangen, wie schwer die Enttäuschung auf ihm lastete. Noch einer war es nicht entgangen, daß ihn etwas be- drückte, und dennoch hatte er Mildred nicht erzählt, worin seine Schwierigkeiten bestanden. Sie kannte nicht einmal seine Pläne. Er verbrachte viele Abende mit ihr, und sie würde ihm noch mehr von ihrer Zeit gegeben haben, wenn er bereit gewesen wäre, sie in Gesellschaften zu begleiten: dazu aber konnte er sich nicht entschließen, er war zu müde an Körper und Seele, und wollte jede geistige Beunruhigung vermeiden. Weder Mildrcd noch ihr Vater hatten jemals in seiner Gegenwart von jenem unbekannten Freier gesprochen, und die Tarsache, daß sie schwiegen, war, wie er meinte, ein Zeichen, daß der mysttsche Mann ein gesährliä)er Nebenbuhler sei: auch dies trug nicht dazu bei, Boyds aufgeregtes Gemüt zu beruhigen. Alle diese Besorgnisse, in Verbindung mit dem Kampf zur Beschaffung des Geldes, hatten Emerson so ausgerieben, daß er drauf und dran war, alles aufzugeben. Und als Balt in sein Zimmer gekonimen war, um den Bericht des vorher- gegangenen Tages zu erhalten, hatte er endlich seiner Mut- losigkeit Luft gemacht. Er seufzte tief auf. „Das ist hart," meinte Balt.„nach allem, was wir durch- gemacht haben." Nach einer Pause fügte er hinzu: „Cherry wird verzweifelt sein." „An sie habe ich nicht gedacht," gestand Emerson. „Es war ja auch die letzte Chance für sie, wie du weißt." „Das sagte sie. Es tut mir leid, daß ich dich auf dieses Glatteis gelockt habe, Balt—" „Meinetwegen brauchst du dir kein« Sorgen zu machen. Ich l reise nach Alaska zurück und lebe im Urwald wie ich es bisher getan habe, und eines Tages wird meine Zeit schon kommen. Sie aber ist eine Frau und kann nicht kämpfen, wie ich es tun werde." „Was und wer ist sie eigentlich?" fragte Boyd neugierig, froh, seinen Gedanken eine andere Richtung geben zu können. „Sie ist ein natürliches und warmherziges Mädchen, und der einzige Mensch, rot, weiß oder gelb, der ein freundliches Wort zu mir sprach und mir etwas zu essen gab, bevor du kamst. Das ist alles, was ich von ihr weiß. Ich wäre verrückt geworden, wenn sie nicht gewesen wäre." Bevor Boyd noch weiterfragen konnte, kam Mton Clyde herein, tadellos ge- kleidet, Handschuhe, Schlips, Gamaschen.und Hut, gestreifte Weste und einen Spazierstock mit goldenem Knauf. „Seid gegrüßt, Fischerei-Kameraden!" begann er.„Ich bin hergekommen um Näheres über unsere Abreise zu erfahren. Mein Schneider soll morgen mit meiner Aussteuer beginnen." Boyd schüttelte den Kopf. „Du brauchst keine Aussteuer," sagte Balt. „Warum? Ist etwas geschehen, das den Fischen bange gemacht hat?" „Ich kann das Geld nicht schaffen," begann Emerson. „gehlen dir noch immer die fünfundzwanzigtausend," fragte der junge Mann. „Ja, wenn wir die hätten, könnten wir beginnen." „Aergerlich!" Clyde schlug mit dem Spazicrstock gegen seine Stiefelspitzen und runzelte nachdenklich die Stirn. „Mikdred wird furchtbar enttäuscht sein. Hast du es ihr erzählt?" „Nein. Sie weiß noch nichts von dem Plan. Ich wollte ihr nichts davon erzählen, bevor ich das Geld zusammen hatte. Jetzt kann ich ihr nur erzählen, daß mein Unternehmen fehl- geschlagen ist." „Sehr, sehr ärgerlich," sagte Clyde. Einen Augenblick herrschte Stillschweigen, dann ging er ans Telephon und sagte zum Portier:„Lassen Sie mir sofort ein Auto holen, hier Herr Clyde. Ich komme gleich herunter." Und indem er sich an die anderen wandte, sagte er: „Ueberlaßt die Sache nur mir." Als er auf die Tür zu- ging, mit dem Ausdruck fester Entschlossenheit in seinem blassen Gesicht, fügte er hinzu:„Ihr werdet morgen früh von mir hören. Auf Wiedersehen!" Die beiden amüsierten sich über seine kriegerische Miene, Boyd aber vergaß ihn bald und war den ganzen Abend so niedergedrückt, daß Georg« in seiner Verzweiflung den Maniküresalon aufsuchte. Emerson erschien es vollständig lächerlich, daß Alton Clyde fünfundzwanzigtausend Dollar verschaffen wollte, nachdem es ihm selbst sehlgeschlagen war, und darum war er vollständig baff, als der junge Geck am nächsten Morgen in sein Zimmer geschlendert kam und ein dickes Bündel Banknoten auf den Tisch warf, indem er nachlässig sagte:„Da sind sie: zähle sie nach." „Was ist dos?" „Die fünfundzwanzigtausend Dollar in Scheinen. Jeden- falls glaube ich, daß es fünfundzwanzigtausend sind. Ich habe sie zweimal nachgezählt, das eine Mal bekam ich vierund- zwanzig heraus und das zweite Mal sechsundzwanzig, und darum habe ich die Zahl genommen, die dazwischen liegt und mich auf das Wort des Bankbeamten verlassen." Emerlon war aufgesprungen und starrte den jungen Mann an, als ob er diesen plötzlichen Wechsel des Glücks nicht fassen könnte. „Ist es dein Geld?" „Dieses weniger." Er machte eine flotte Bewegung mit der Hand.„Aber du kannst die Aktien auf meinen Namen schreiben." Boyd packte den jungen Mann und schwang ihn im Zimmer herum: im Laufe eines Augenblicks war er aus der tiefsten Tiefe der Verzweiflung zur Erfüllung seiner sehn- lichsten Wünsche gelangt. „Halte auf! Mir wird ganz schwindlig," keuchte Clyde und sank auf einen Stuhl. „Woher hast du das Geld? Welcher guter Engel hat Mitleid mit uns gehabt?" Clyde senkte seine blassen Augen:„Sie sind da und ge- stöhlen habe ich sie nicht, mehr brauchst du nicht zu wissen." „Entschuldige," sagte Boyd,„ich wollte dich nicht aus- spionieren, und es geht mich ja nichts weiter an. Ich bin glückselig, daß das Geld da ist. Einerlei woher es kommt. Ich würde dirs auch verzeihen, wenn du es gestohlen hättest." Er begann sich eilig anzukleiden.„Du bist der Märchenprinz in diesem Unternehmen, Alton, wir nehmen dich mit nach Kalvik und du kannst Blumen pflücken oder Mandoline spielen, oder was du willst. Ich will jetzt an die Bank in Seattle telegraphieren, wir reisen morgen." „Morgen! Unmöglich! Meine Garderobe ist noch nicht in Ordnung." „Garderobe brauchst du nicht! Du kannst alles in Seattle kaufen." „Ohne Aussteuer kernt ich nicht reisen," sagte Clyde bestimmt�. i lFortsetzung folgt.) sich feori angesammelt hatte, etwa 2000 Personen, versuchten den Führer zu lynchen. Der Führer war angetrunken und wurde durch hinzukommende Polizeibeamte festgenommen. Bahne- mann erhielt aus der nächsten Rettungsstelle die erste Hilfe. die§rau öes Nüchlaßpfleßers. Das Geld auf dctn Gchcimkonto. Die Untersuchung gegen den ungetreuen Nachlaßt fleger Paul R u p p o l t, der noch immer die Dienststell« F. 3 der Kriminalpolizei intensiv beschäftigt, führt zu immer neuen be- merkenswerten Feststellungen. So ermittelte gestern die Kriminal» Polizei, daß das Ehepaar bei der Filiale einer größeren Bank in einem entfernten Borort Berlins ein Geheimkonto hat. auf dem eine ansehnliche Summe stand. Die Errichtung dieses Geheimkontos beweist, daß Ruppolt damit rechnete, einmal ent- larvt zu werden und fliehen zu müssen. Nachdem Ruppolt verschwunden war, hatte es den Anschein, als ob er feine Familie völlig mittellos im Stiche gelassen hätte. Seine 37jShrige Eheftau versetzte einenTeil derSilber- fachen und einen Mantel, um den Kuraufenthalt in Binz be- zahlen zu können und den Haushalt in Berlin aufrecht zu erhalten. Jetzt hat man erfahren, daß Frau Ruppolt nach der Flucht ihres Mannes von dem geheimen Bankkonto 10000 M. abgehoben hat. Sie wurde fest genommen und noch ein- mal«ingehend verhörr. Nach längerem Leugnen gab sie zu, das Geld erhoben zu haben. Sie behauptet, daß ihr Mann von einem Bruder, der im Gefängnis sitze, dauernd erpreßt worden sei und sich aus diesem Grunde an den ihm anvertrauten Geldern vergriffen s Hab«. Ohne Zweifel hat Frau Ruppolt viel von dem Treiben des ; Mannes gewußt und ist über die Herkunft der Mittel unterrichtet gewesen. Wie sie angibt, unternahm ihr Mann zu Anfang d. I. angeblich in einer Erbangelegcnheit eine Reise nach Wien und München. Man vermutet nun, daß der Ungetreu« in diesen Städten ebenfalls geheime Bankkonten eingerichtet hat. Die Frage bedarf ober noch der Nachprüfung. Ueber die Unstimmigkeit in ihrem Ber- halten, daß sie doch im Besitze von 10 000 Mark gewesen sei und dennoch Sachen versetzt habe, befragt, erklärte Frau Ruppolt, daß sie nicht mehr wisse, wohin sie das Geld getan habe, sie müsse es„verlegt" haben. Die Festgenommene wird heute dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Zu den bisher bekannten Fällen von Veruntreuungen durch Ruppolt ist abermals ein neuer hinzugekommen. Im November v. I. hatte er aus einem Nachlaß 4 0 0 0 M. auszuzahlen, behielt aber auch dieses Geld für sich. Ob er tatsächlich die riesigen unterschlagenen Summen verbraucht oder in geheimen Depots untergebracht hat, wird erst die weiter« Unter- suchung ergeben.__ ; Tragisches Enüe einer Schwimmstunüe. Ein Schüler unbemerkt ertrunken. j r Ein tragischer Vorfall ereignete sich gestern vormittag im >„Sportbad Halensee". Während der Schwimmstunde ging ver- l mutlich der 14jährige Schüler Herbert Heiden aus der � Sulzer st raße 13 zu Berlin-Schmargendorf unbemerkt unter i und ertrank. Heiden gehörte dem Grunewald-Gymnafium an und nahm gestern vormittag an der Schwimmstunde von 11 bis 12 Uhr im„Sportbad Halensee" teil. Nach Beendigung der Badezeit stellte ! der Lehrer zu seiner Ueberraschung fest, daß ein Schüler .. fehlte. Die in der Zelle liegenden Bekleidungsstück« | wurden als die des Schülers Heiden festgesteM. Das vom See ab- ! gezäunt« Badebassin wurde sofort abgesucht, ohne daß es gelang, i die Leiche des Vermißten zu bergen. Schließlich wurde die Feuer- � wehr alarmiert, die nochmals mit Fangleinen das Bassin, leider � ohne jeden Erfolg, absuchte. Es bleibt somit nur die Möglichkeit, ! daß der Ertrunkene in den See abgetrieben worden ist Die i Bergungsversuche, die im Laufe des Nachmittags bis in die Abend- stunden hinein fortgesttzt wurden, mußten wegen der einbrechenden � Dunkelheit aufgegeben werden. Heiden muß ganz unbemerkt unter- gegangen sein, denn niemand von den mitbadendel» Klassenkame- ! raden hatte fein plötzliches Verschwinden wahrgenommen. Kopfüber in die Tiefe. Gestern nachmittag ereignete sich auf dem Grundstück Junker- straße 20 ein schwerer Unglücksfall mit tödlichem Ausgang. Auf dem Dach des Hauses war der 4Sjährige Dachdecker Adolf I a h n k e aus der P a l i s a d e n st r a ß e 99 mit Arbeiten beschäftigt. I. ver- lor plötzlich den Halt und stürztekopfllberauf dieStraße hinab, wo er mit zerschmetterten Gliedern t o t liegen blieb. Die Leiche wurde beschlagnahmt und von der alarmierten Feuerwehr in das Schauhaus gebracht.— Ein ähnlicher Unfall ereignete sich in der D u n ck e r st r a ß e 12. An der Vorderhausfassade werden gegen- wärtig Renovierungsarbeiten vorgenommen, wozu ein großes Leitergerüst errichtet wurde. In der Höhe des dritten Stockwerkes führte der Igjährige Lothar Ulbrich aus der Lindenstraße Klempnerarbeiten aus. U. glitt auf der vom Regen feucht gewordenen Steigeleiter aus und stürz t'e auf den B ü r g e r ft.e i g hinab. Der Verunglückte wurde durch einen Rettungswagen der Feuerwehr in das Lazaruskrankenhaus über- geführt, wo ein doppelter Schädelbruch und schwere innere Verletzungen festgestellt wurden. Sein Zustand ist innere Verletzungen festgestellt wurden. Im Laufe des Nachmittags verstarb U., ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Die„Internationale" der Kolonialwarenhändler. Im Rahmen der„R e k o f a" fand gestern in der F u n k h a l l e eine Massen- kundgebung in- und ausländischer Verbandsmitglieder(Ver- anstalter waren der Reichsverband Deutscher Kaufleut« des Kolonial- waren-, Feinkost- und Lebensmittel-Einzelhandels e. V. und Edeka, Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften e. V.) statt. Der Lebensmittelkleiichandel klagt über argen Rückgang seiner Umsätze und unzureichenden Gewinn und wendet sich deshalb um Hilfe an die Oeffentlichkeit. In der von ungefähr 4000 Einzelhändlern be- suchten öffentlichen Kundgebung sprach als Vertreter der Reichs- vegierung der Reichskommissar Dr. R e i ch a rd t, der in optimistischer Beleuchtung der ständig besser werdenden Wirtschaftslage alles Gute für die Zukunft prophezeite. Nach seiner Feststellung ständen dem be- »» MWMWüiU heule, Dienstag, den IS. August, IstVe Ahr. im Lehrervereinshaus, Alexandersirahe 41. Tagesordnung: iE|iiiMr€lgiili§€ In Wien Referent: Abg. Dr. Zulins Deutsch, Mitglied des öfter- reichischen Parteivorslandes. Funktionärkarte für 1927 und Mitgliedsbuch gellen als Ausweis. Der Bezirksvorstand. stehenden 01S 000 Einzelhondelsgefchäften die verhältnismäßig geringe Zahl von 7SS Warenhäusern gegenüber, so daß im ganzen 7 Proz. des Gesamteinzelhandels auf die Warenhäuser entfielen. Von der drohenden amerikanischen Warenhauswelle verspricht er sich insofern negativen Erfolg, als der iseuische Publikumsgsfchmack gegenüber dem amerikanischen ein grundverschiedener sei. Auch die Kreditver- Hältnisse würden sich seiner Ansicht nach in kürzester Zeit erheblich bessern. Nach den Ausführungen einiger Fraktionsmitglieder er- griffen die ausländischen Verbandsvertreter das Wort, unter denen der Franzose Calas in schwungvoller Begeisterung für die vorbild- liche Leistung der Ausstellung die bedrückten Gemüter am besten wieder aufzurichten oerstand. Höchst interessant war an dieser Tagung, wie hier auch Ver- treter der deutschen Wirtschaftspartei das hohe Lob der Internationale anstimmten. Bekanntlich kann sich diese Partei bei den Wahlen mit ihrer nationalen Gesinnung nicht genug tun: auch sonst befleißigt man sich der„Marxistentöterei", dem neuesten Sport rechtsradikaler Demagogen, recht ausgiebig. Die Wirtschaftspartei ist schließlich eine der eifrigsten Förderer des Rechtsblocks. Wenn es aber um die Beseitigung der Konkurrenz geht, dann wird man stramm international und wendet die organisatorischen Kampfmethoden an, die der Marxismus vorgezeichnet hat. Schluß in üer Rhön. Preisverteilung— über 500 Flüge. F. W. Fliegerlager wasserkuppe, 15. August.(Eigenbericht.) Der Segelslugwettbewerb auf der Rhön ist zu Ende gegangen. Insgesamt wurden über 550 Wettbewerbsflüge ausge- führt. Die Schluhpreisverteilung hatte folgendes Ergebnis: Den Preis für den L e i st u ng s w e t t b e w e r b und den H ei del- stein-Preis für das Auffinden neuer Aufwindzonen errang Nehring. Im Uebungswettbewerb siegte das Flug- zeug„M ll n ch e n« r K i n d l" mit dem Führer T h o e n e s mit 1 Stunde, 39 Minuten und 30 Sekunden. Preise für Höhen- f l ü g e errang ebenfalls„M ünchensr Kindl" mit 205 Meter, ferner ,D b e r s ch l e s: e n" unter N e u m a n n mit 175 Meter, „M o r i tz" unter H o f f m a n n mit 155 Meter. Die im Schulungswettbewerb zur Verteilung kommenden Preise errangen mit einer Gesamtflugdauer von 3 Stunden, 30 Minuten und 15 Sekunden Schleicher, die Kasseler Gruppe mit 1 Stunde 23 Minuten 53 Sekunden, die Akademische Flie- gergruppe Stuttgart mit 1 Stunde, 9 Minuten und Den Unterschied der Generationen illustrieren zwet Vorlesungen am Sonntag und Montag. Wie heiter ausgeglichen und wie ver- ankert in bürgerlicher Ruhe ist trotz ironischer Haltung Johannes Trojan. Selbst die Satire ist noch behaglich, die Spitze wird durch irgendeine Liebenswürdigkeit abgebogen. Das Leben und das Schaffen sind kein Problem. Und so auch die Form. Diese vollendet geformten Reime, diese Feuilletons in Versen, die Karl W a l l a u e r mit derber Herzlichkeit vorträgt, fließen heiter und spielend dahin, keine Welle kräuselt ihre Oberfläche. Und am Montag ein Moderner: Boris Silber, der Einundzwanzigjährige, mit eigenen Novellen, die ohne Jugend sind, die ein Skeptiker mit der Sehnsucht nach Glauben schrieb, und die doch eine Stärke, eine Eindringlichkeit des Empfindens zeigen, das die Generation um Trojan nicht kannte. Die junge Generation spielt und tändelt nicht, sie findet nicht den Mut zum Lachen und noch nicht den Ausgleich mit dem Leben. Edith Esther C o r tc n liest Silbers„Der graue Tag" stellenweise zu be- tont müde und schleppend, dann aber wieder mit großer Gefühls- intensität. Leider fällt die Sonntagabendveranstaltung.Klassische chinesische Musik" aus. Der Rundfunk stört das religiöse Empfinden der ausübenden chinesischen Studenten in Frankfurt, trotzdem Kongfuzius kaum diese technische Einrichtung geahnt haben wird. Als Ersatz ein Orchesterkonzert unter Camilla Hildebrandt, gut in der Zusammenstellung, man spielt unter anderem die Ouvertüre zur„Regimentstochter" und den zweiten Satz aus Bizets„Roma- Suite", ein Konzert, gut auch in der Wiedergabe, sehr rein wirken die Streicher. Allgemein bemerkt: Konzerte dieser Art mit guter und doch nicht schwerer Musik, unter einwandfreier Leitung, eignen sich für den Sonntagabend am besten. Am Montag bringt das Mahlte. Trio zusammen mit dem Pianisten Rudolf S ch m i d in sehr schöner Ausführung Quartette von Mozart und Brahms. Immer wieder kann man die Feststellung machen, daß Kammermusik im Rundfunk am klarsten herauskommt, ohne jede Tonverzerrung �nd Entstellung, und deshalb ist es dankenswert, daß in letzter Zeit der Berliner Sender die Kammermusik besonders pflegt. Dann noch ein paar Vorträge. Eugen S p a t m o r i schildert in dem Referat„Mit dem Schnellzug in die Wüste" seine Reisen in Tunis. Er gibt hübsche Augenblicksbilder und versucht sich an einer Charakteristik der arabischen Bevölkerung! alles wird leicht, flüssig und ohne An- maßung erzählt und ohne lehrhaften Ton. Erich O l l e n h a u e r, der Vorsitzende des Reichsausschusses der deutschen Jugendverbände, spricht über„Die Ausstellung der deutschen Jugend". Er gibt nicht nur einen kurz gefaßten und sachlichen Ueberblick über die Aus- stellung, sondern untersucht darüber hinaus die soziale Lage der modernen Lugend und findet Worte, die viele der Begüterten nicht vergessen sollten. Ausgezeichnet am Sonntag nachmittag die Ueber- tragung von dem Aufstieg der Ozeanflieger. F. S. 53 Sekunden. Preise für Zielflug errangen Kassel und Klcmsthal. Ermunterungspreise erhielten endlich Schleicher, Neumann und Schiebt.. �_ Das Fliegerlager glich in der letzten Zeit eher einem Wassern lager. Seit Sonntag gingen unermeßliche Regenfluten nieder, dichte Nebelschichten lagerten über der Rhön. Unter den vielen! Persönlichkeiten, die gerad« in den letzten Tagen immer wieder das Flieger lager besuchten, bemerkte man unter anderem Vertreter des Rcichsverkehrsministeriums ünd der Länderregierungen von Preußen, Bayern, Württemberg, Hessen und Thüringen, sowie maßgebende Vertreter von Luftfahrtverbänden. Mit der Organisation des Wirt� schaftsbetriebes in der Rhön, mit der Unterbringung und Verpflegung von rund 400 Lagerbewohnern konnte man im allgemeinen zu- frieden sein. Partemachrichten für Hroß-Seriin kinsniduvgeo für diese Rubrik siud Lerliu S« S«. Lindenitroße 3. slct» au das Bezirlssekrekariat, 2. Hat. 2 Trev. rechts, zu richten, 13. Kreis T-mpelh-f. Tannerswg, 18, August, pünktlich ISZi Uhr, Kreisvar. ftandssitzung bei Niendorf, Mariendorf, Chausseestraße. Tempelhof» Marieudorf.Marienfclde-Lichtenrade. Am Donnerstug, 18 August, 19 Uhr. Sitzung des Areisbildungsausfchufscs im Lokal Nieirdorf, Chaussecstr. 13. Erscheinen aller Mitglieder unbedingte Pflicht. Be»irksaussch»h für Arbciterwshlfahrt. Sitzung der Kreisleiter g und-Iciterinnen am Mittwoch, 17.'Ziugust. Äs-!?. � immer des Eewerlschaftshauses, Engeluser 24— So(Eingang durch das n Restaurant). heule. Dienskaz. 16. August. 129.«bt. Pankow, Gruppen 4. S und 6 Die Aussicht aenonMen« Funk. tionSrkonferenz sindct nicht statt. Die Funktionäre gehen sämtlich nach Groß. Berlin. 3 raucnseransiallungen. 54. Lbt. Eharlottenburg. Der Frauenabend fällt au», dafür Dienstag. 23. August.,. . Jungsozlalisien. Gruppe Lichtenberg. Jugendheim Parkaue 7-10(kleine, Zimmer). 20 Ilhr �Einführung in die Wirtschaftsgeschichte. Arbeiksgemewschaft der kinderfreunde. -KÖSf SS 17 Uhr int Wartezimmer, 1 St., des S-w-:kschaf!shaufes. Morgen. Mittwoch. 17. August. 2». Abt. Zahlabende bei Pose, Koloniestr. 15; Bontkc, Echulstr. 74; Stümper, 23. Abu �abladende bei Lcwandowski, Secstr. 104: Rietze, Barfussir. 9; Grunewald, Kameruner Str. 19: Konig, Otawistr. 37.— 35. Abt. Wichtige Funttionarversaminlung bei Otto. Rigaer Str. N. Sonn. taa 21 Ai'giilt Kreisausslug nach Erkner. Alle Teilnehmer treffen sich pünktlich Mssr Echlesischen Bahnhof(Süd'eite). ��ruchistraße gegeo. über Postamt 17. Fahraeld hin und zurück für Erwachsene w Pf., für Kinder und Jugendliche bi- 29 Jahre 49 Pf. D.« Bezirksführer nehmen 3». Aisi1. �Schüng der V-zirksfübr-r 19 Uhr bei Bartusch, Friedenstr. W. List'n für Ausflug am 21. August sind Mit Ergänzungen Mitzubringen. 49.iÄ<£S� Ssfcfe urfeÄÄW 82. Sfct eSfllik. 19 Uhr Vorstands» nnd Funktionärsttzung. Pünktlich er- scheinen 29 Uhr im Lokal Schellhase, Ahornstr. 15, Mitgliederoerlamm. lung. Thema:.Reichsbanner, Republik und Partei. Referent Genosse 84 Abt�L-nIwiti. 29 Uhr Mitgliederoerfammlung in Lehmann, ffefWjlsn, Kais.rMlh°W..Str. 29-— 31- Thema:.Reichsschulgesetz." Referent Wilhelm 19« Abt�J-banni-th-I. 19'> Uhr Mitgliederversammlung be!.Schr-iner. ' Fricdrichstr. 9. Thema:.Da, Konkordat und das neu- Reichsschulgcsetz. sbeferent Genaste Dr. Kawerau. l»., 122. Abt. Bicsdori. 29 Uhr bei Por.ath, Marzahner Str. 31. Th-mo.„. es Rcfchsschulgeseti." Refcrentin Jrmg Fcchendach. Schulzcndors Mirgliedcroersammlung. Tbema:..Da» Reichsschlllgc cß. .»jÄwmÄUsasrii, lung. Gäste willkommen. Frauenveransialtungen. 24.«it. 29 Uhr bei Bogel. Iablonftistr 9...Da, deutsche Volkslied." Mit Erläuterungen am Klavier. Refercnt Dr. Brie.«asfeetrinken bei ÜP;-»°n-be�..SPaziergan� Zf g�Äd�� achten. Arbeiisgemeinschast der Sinderfreunde. Erscheinen gebeten, soweit noch Verpflichtungen bestehen. Sterbetafel See Groß-öerliner partei-Grganisation 8» Abt Steglitz. Gcnoste Oswald L> ö b n ist am Freitag, 12. August, i« Alter von 67 Jahren oerftorben. Beerdigung Dienstag, 16. August, 1414. Uhr, ?on d» d°- S-iedhof-s Steglitz, Bergstraße, aus. Rege Bet-il.gu.ig erwünscht� Der lannMrige Parteigenosse Gustav Müller. Gastw'rt ist verstorben, �ie Einäscherung erfolgt am Donnerstag, 18. August, 14 Uhr, Krematorium Baumfchulcnweg. Rege Beteiligung erwartet der Vorstand. Am 12. August verstarb plstzlich burch Herzsthlag unser lanolährigcr Genosse Karl Tiepke, Warthestr. 67. Di- Einäscherung hat bereit- stattgefunden. Ehre seinem Andenken. vortrage, vereine unö Versammlungen� kommen.— Mittwoch. 17. August. 29 Uhr: Abt. Moabit: Siemensstr. 12. Eimultanvorstcllung.— Donnerstag, 18. Anguft, 29 Uhr: Abt. Westend: Sophie- Charlottc-Str. 88, Geheimnisse der Kombination. Gäste Überall willkommen.— Abt. Alt-Berlin: Spielabend jeden Montag bei Breitzke, Kloster-, Ecke Paro- �'"�rcie Hochschule: Mittwoch, 17. August, 29 Uhr, Dorotbeenstraße, spricht Dipl.Jng. F. Häusler über.Die Technik im sozialen Gefüge". Gäste wm- kommen. � Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Sricoerhlnier- blicbcuen, Ortsgruppe Norden 14. Mittwoch, 17. August, 20 Uhr. Mit. alicderversammlung im Ledigenheim Pappelallee 15. Referent Lehrer Barthel: Heitere und ernste Rezitationen. hergen alle Energien einer gütigen Natur z,u Wohlbehagen. Kraft u-nd Schöntieit« xum Aufbau aller KörperKrdffe! E dt II gen. und stärken wolilfeiler und nacl�baitigez» als eine essfertige Kost anderer Art und. beseitigen feöe geistige und Körperliche Ermüdung, I Rfeicha rdt Sportkraft verjüngt und stahlt den Körper; Dienstag Ib.Mguft 1927 Unterhaltung unö AAssen öeklage des vorwärts Das Zugpflaster. Von Dan Bergmann. Es ist immerhin auszuhalten, krank im Bett zu liegen, wenn wir ein liebes Wesen haben, das uns betreut, das mit weichen, kühlen und natürlich weiblichen Händen uns das feuchte Haar aus der Strin streicht und die Kissen unter dem Kopf zurechtlegt, das wie eine milde Fee mit erfrischenden Getränken und wärmenden Worten um uns herumschwebt, ein liebes Wesen, das uns versteht und mit uns leidet, und das wir peinigen können,� wenn das kranke Gemüt es so verlangt. Ich bin auf diese Weise krank gewesen, und ich kann versichern. daß ich mich dabei wohler gefühlt habe als manch anderes Mal Auge um Auge und Zahn um Zahm mit dem gesunden Leben im Geh rock oder Cut. Aber allein krank zu liegen, ist furchtbar.... Ich stand vor ein paar Tagen am Krankenlager eines Freundes. Er ist ein armer, einsamer Junggeselle. Im Zimmer herrschte ab- solutes Dunkel, ober ich vernahm ein leises Röcheln in meiner un- mittelbaren Nähe. „Johannesl" sagte ich leise. „Bist du es, Dan?"' röchelte es,„gib mir die Hand." Ich streckte die Hand aus und erfaßte einen großen, ekNgen, eiskalten Fuß. „Aeks!" sagte ich. „Ja, da sielist du's," keuchte die Stimme meines Freundes. Es gelang mir schNeßlich, ein Licht anzuzünden, und meine Augen begegneten dem erhitzten Gesicht meines Freundes. „Wie geht es dir, Johannes?" fragte ich. „Kaputt," erwiderte er matt. „Ach wo." sagte ich ermunternd,„du hast allerdings ein bißchen Fieber, aber es ist ja nicht einmal bis in die Füße hinuntergerutscht. Es ist alles nicht so schlimm." „Doch, ich bin kaputt! Das muh ich doch selber fühlen!" ver- setzte Johanes ärgerlich und merkwürdig kräftig, um so krank �u sein. "Na, aufrichtig gesagt, gefällt mir deine blaurote Gesichtsfarbe sehr wenig, sagte ich— jetzt war ich im Bilde, wie er genommen werden mußte. „Na also," sagte Johannes, während sich ein bleicher Glanz der Zufriedenheit über sein Gesicht verbreitete. „Willst du meine Zunge sehen?" „Bitte, gern!" antwortete ich. Er zeigte sie mir. „Gräßlich!" sagte ich aufrichtig. „Na, ich denke auch," lächelte Johannes fast munter.„Fühle mal meinen Puls. Wieviel Schläge?" Ich nahm an, daß Johannes betrübt sein würde, wenn ich zu bescheiden taxierte. „475," sagte ich nach einer Minute Schweigen. Johannes wurde plötzlich ernst... „Das ist doch nicht möglich," sagte er und sah mir scharf in die I Augen. ,_„Vielleicht etwas mehr, vielleicht etwas weniger, aber so unge- fähr wird es fein," fuhr ich fort, indem ich seinem Blick standhielt. Johannes lag eine Weile still und immer noch ernst da. „Weißt du," sagte er dann,„warum ich dich habe rufen losten?" Ich faßte jetzt wirklich seine Hand und drückte sie warm. „Armer Freund," sagte ich,„ich verstehe... um deinen letzten Willen kundzutun." Johannes wurde böse. �„Was ist das für ein Unsinn!" rief er.„Ich will, daß du mir ein Zugpflaster zurechtmachst. Das ist das einzige, was hilft..." „Ich werde mit dem Tode um dich ringen, Johannes," sagte ich feierlich.„Wo hast du das Zugpflaster?" „Im obersten Kommodenkasten links," erwiderte Johannes, immer noch unwirsch,„... zerschneide ein Hemd, aber nimm ein älteres. Und schmiere ordentlich rauf!" Ich tat, wie Johannes sagte und zerschnitt ein Hemd— es war nicht schwer, ein älteres zu finden— und schmiert« ordentlich raus. Nach einer Weile forcierter Arbeit hatte ich ein keineswegs minder- wertiges Gesellenstück vollbracht. Ich näherte mich Johannes, das Pflaster behutsam zwischen vier Nägeln haltend. Plötzlich fuhr Johannes auf. „Hör mal. du hast doch nicht etwa aus der kleinen' Büchse genommen?" fragte er./ „Natürlich." antwortete ich.„die ist fast ganz alle geworden, auf den Lappen geht was rauf." „Himmelherrgott!" stöhnte Johannes.„Du hast den Fleifch- extrakt genommen!" Das konnte ich doch nicht wissen. Die Salbe für das Pflaster stand tiefer links im obersten Kommodenkasten. Ich schnitt einen neuen Lappen und fing unverdrossen wieder von vorne an zu arbei- ten. Jetzt ging es fixer, weil ich eingearbeitet war, und ein Weilchen später hatte ich das Vergnügen, Johannes das Pflaster aus die Brust zu placieren. Aber es wurde Johannes schwer, den Fleischextrakt zu ver- gesten, und er warf sich unruhig im Bett herum. Plötzlich fuhr er in die Höhe. Das Pflaster war verschwunden. Also, Johannes mußte aus dem Bett klettern und wir suchten beide leidenschaftlich. Es dauerte ziemlich lange, bis wir das Pflaster fanden. Und das war auch nicht so merkwürdig— Johannes hatte darauf gesessen und jetzt saß es auf Johannes. Ich placierte es wieder auf die richtig« Stelle, aber Johannes dachte immer noch an den Fleischextrakt und konnte nicht einen Muskel in seiner natürlichen Lag« halten. Natürlich benutzte das Zugpflaster die Gelegenheit, wieder auszureißen. Johannes stürmte aus dem Bett und wir fingen wieder unsere Nachforschungen an. Aber jetzt kannten wir die Schliche des Pflasters einigermaßen und wir fanden es verhältnismäßig bald unter Johannes' einem Fuß. Dann klebte ich es Johannes noch sorgfältiger auf die Brust als zuvor, deckte ihn fest zu. hob den Zeigefinger und sagte: „Jetzt bleibst du still liegen, verstehst du, und bewegst keine Sehne. Ich habe übrigens keine Zeit mehr, hier zu bleiben, ich bin bei Gustofsions zum Tee eingeladen." Und dann ging ich und stand«ine Viertelstunde später in Gustafssons gemütlichem kleinen Wohnzimmer. Ich wußte, daß ich einen tiefen Eindruck auf die Damen machte, aber ich hatte doch nicht geglaubt, daß er so tief war, daß sie bis an die Fingerspitzen. erröten mußten. Das taten sie indessen diesmal olle miteinander. Ich stand gerade da und dachte übe? dieses Phänomen nach, als GustafNon auf mich zukam, mich in eine Ecke zog und flüsterte: „Nicht, daß es so unter uns was zu sagen hat, aber immerhin Marx im Urlaub. ,Der elenöe Drummer! Immer Senkt man, es«st ein Marine-Iilm, öer Sa surrt hättest du deine Hosen mit etwas weniger Auffallendem als diesem weißen Lappen flicken können!" Donner und Doria! Johannes' Zugpflaster saß an meinem rechten Knie! Ich riß es ab und schleuderte es voller Ekel von mir. Gustafssons Hund apportierte es sofort. Das Pflaster saugte sich gleich an der Borderseite vom Kopf des Hundes fest. Es wr ein kräftiger Hund und er leistet« viel, obwohl er von dem Pflaster völlig blind und so verklebt war, daß er nicht mal niesen konnte, so oi«l Mühe er sich auch gab. Erst mähte er Frau Gustafsson nieder, dann riß er den Teelisch um, dann zertrümmert« er die Hängelampe und war ge- rade im Begriff, Gustafsson zu erledigen, als ich mich entfernt«. Ich eilte zu Johannes. Ich fand ihn am Schreibtisch im Schlaf- rock und Hausschuhen und glänzender Stimmung. Er war mit Butterbroten und Pilsener beschäftigt. „Ich habe eine Stunde geschlafen und bin jetzt fast ganz auf dem Posten", sagte er und schnitt ein Brötchen aus.„Es ist geradezu wunderbar, w-ie so ein Zugpflaster wohltut!" „Johannes." sagte ich dumpf,„dein Zugpflaster sitzt äugen- blicklich im Gesicht von Gustafssons Hund!" Johannes starrte mir einige Minuten sprachlos ins Gesicht. „Aber was habe ich denn dann hier?" stieß er schließlich her- vor, indem er den Schlafrock aufriß. „Den Fleijchextrakt." erwiderte ich leise. kÄu» dem Schwedischen von Age Avenstrup und Slisadeth Treitel.) Hunger im Zuchthaus. Von Felix Fechenbach. Vieles ist im Zuchthaus verboten. Verboten, verboten und immer wieder verboten heißt es in jedem Abschnitt der Hausordnung. Von frühmorgens bis zur Schlafenszeit ist dem Gefangenen jede Lebensäußerung vorgeschrieben und ein stacheliger Zaun von Ver- boten engt ihn ein. Er hat bedingungslos zu gehorchen und sich unterzuordnen. Tut ers nicht, dann drohen ihm die für Verstöße gegen die Hausordnung angesetzten schweren„Hausstrafen": Kost- abzug, Nachtlagercntzug oder gar Arrest im Eisenkäsig bei Wasser und Brot. Im Schlassaal 7 hatte sich einer der Gefangenen gegen irgend- einen der vielen Paragraphen der Hausordnung vergangen. Er kam zum Strafropport und der Direktor diktierte ihm acht Tage Kost- abzug. Das bedeutet« für eine ganze Woche den Wegsall der Mittags- mahlzeit. Jeden Tag, wenn die anderen Gefangenen ihren un- definierbaren Brei gierig hinunterschlangen, wurde der Bestraste aus dem Saal geführt und durste ihn erst wieder betreten, wenn die ausgelöffelten Eßgeschirre abgeliesert waren. Sechs Tage lang ging das so. Der siebente Tag war ein Sonntag. Da gabs ein Häppchen Fleisch in der breiigen Suppe. Wer Hunger halte, konnte an diesem Tag„nachfassen". Und viele hatten Hunger. Auch der Sunder wider den heiligen Geist der Hausordnung. Er saß wieder mit knurrendem Magen vor der Tür, hörte das eifrige Löffeln und Schlürfen seiner Kameraden und fluchte auf die verslixte Hausordnung. Ein Klingelzeichenl schrillt durch die hohen, gewölbten Gänge. Die leeren Eßgeschirre werden eingesammelt. Der Hungrige kann wieder zu seinen Kameraden in den Saal. Dort hatte einer sein Essen in ein paar Trinkbecher ausgeleert und dem mit Kostabzug Bestroslen aufbewahrt. Eine menschlich schöne Handlungsweise, aber ein strafwürdiges Verbrechen im Zuchthaus. Der Ausgehungertc stürzt sich gierig auf die Becher. Aber kaum, daß er ein paar Bissen hinuntergcwurgt hatte, lugt schon ein Aufseher durch den Spion in der Tür. Riegel werden geräuschvoll zurückgeschoben, der Schlüssel dreht sich krächzend im Schloß und in der geöffneten Tür steht ein Aufseher. Wutschnaubend brüllt er in den Saal:„Wer hat dem sein Essen gegeben?"---„Wenn ich in fünf Minuten nicht weiß, wer es wir, kommt der ga-ze Saal zum Strasrapportl" Suchend und prüfend wandert sein Blick von einem Gefangenen zum anderen. Da tritt ein junger Bursche vor. Er ist nur m«nig über Zwanzig. Zwei Jahre ist er im grauen Haus mit den vergitterten Fenstern. Er hatte gestohlenes Altmetall gekauft und war deshalb ins Zuchthaus gekommen. Vorbestraft war er nicht. In drei Tagen sollte er entlassen werden und nie wieder wollte er zurück in dieses Haus. Das hatte er sich geschworen. Jetzt steht er vor dem Wachtmeister und sagt ihm, daß er dem mit dem Kostabzug sein Mittagessen überlassen habe. Der Beamte herrscht ihn an:„Wissen Sie nicht, daß das verboten ist?"„Doch, das weiß ich: aber er hat so großen Hunger gehab: und eine ganze Woche schon kein Mittagessen. Da Hab ich's eben getan.-." Der Ausseher faucht förmlich vor Wut:„Sie meinen wohl weil Sie bald entlasten werden, existiert für sie die Hausordnung nicht mehr? Da täuschen Sie sich ober, Sie Bürscherl, Siel"„Aber Herr Wacht- meister, wegen sowas wollen Sie mich melden? Sie sollten sich schämen, das zu tun!" Er hatte vergesten, daß er im Zuchthaus war und diesen Vorwurf in höchster Erregung herausgestoßen. Der Beamte packte ihn mit einem scharfen Griff am Arm und führte ihn hinaus. Drinnen im Saal steckten sie die Köpfe zusammen. Die wütend funkelnden Augen verrieten den dumpfen Groll, der in allen kochte. Aber sie hatten Furcht vor der Hausordnung, und diese Furcht war doch stärker, als ihre anderen Empfindungen. Straf- rapport: Der Fall war umständlich vorgetragen worden. Der Ge- fangene, der es gewagt hatte, einem Hungrigen von seinem Essen zu geben, ließ die Strafpredigt des Herrn Direktors über sich erg«hen und zuckte nur leise zusammen, als sein Urteil verkündet wurde:„Bis zur Entlastung in den Arrest, bei Wasser und Brot!" Schweigend ließ er sich abführen. Der Aufseher schloß die Arrestzelle aus. Ein großer Eisenkäfig war dort eingebaut. Der einzige Einrichtungs- gegenständ war ein Kübel in der Ecke. In diesem Käsig verbrachte der Gefangene die letzten drei Tage seiner Strafe und dachte darüber nach, ob es wohl besser sei, einem leidenden Bruder zu helfen, oder nur an sich selbst zu denken... Dakar, üas afrikamsthe Marseille. In atemraubendem Tempo geht die Entwicklung Afrikas vor sich: der dunkle Erdteil ändert sein Gesicht. Welche Zukunstsmöglich- keiten dort noch der Verwirklichung harren, geht aus dem fesselnden Bericht eines dänischen Gelehrten hervor, der Westasrika besucht hat. „Am frühen Morgen," so schreibt er.„legte unser Dampser im Hafen von Dakar an, wo es von Eingeborenen wimmelte. Der Hafen selbst macht einen guten Eindruck. Der Strand ist mit Kokos- palmen bepflanzt: eine große Zahl von Schiffen aus aller Herren Länder liegt vor Anker. Ungeheure Mengen von Erdnüssen werden hier täglich verladen: Erdnüsse und Pflanzenöl sind die wichtigsten Exportartikel aus dem französischen Sudan. Im Hintergrund liegen die prächtigen Zoll- und Verwaltungsgebäude. Die Sonne brütet über leuchtenden Häuserreihen, die von dem Palast des Gouverneurs gekrönt sind. Die Stadt selbst hat breite, saubere Straßen und mit Gummi- und Eukalyptusbäumen bchstlanzte. Avenuen. Mitten in der Stadt ljegt ein großer Platz, ein wahr«; Paradies der Herr- lichsten exotischen Bäume und Pflanzen. Die Stadt wächst in be- ängstigendem Tempo. Noch vor wenigen Jahren zählte sie kaum ein paar tausend Einwohner: heute hat sie eine Bevölkerung von un- geföhr 40 000 Seelen. Die französische Regierung gibt sich große Mühe, den Eingeborenen entgegenzukommen. Daher haben a"B Neger bei den Kommunalwahlen das gleiche Stimmrecht wie die Franzosen. Die Sorge für. die öffentliche Ordnung liegt in den Händen der schwarzen Polizei. Der- schwarze Polizist im weißen Tropenhelm kann sich neben seinem europäischen Kollegen sehen lassen. Ueberall in Hotels und Straßen sind die Neger liebens- würdig und gemütlich, sie lachen, sind guter Dinge und benehmen sich wie große Kinder. Schwarze Offiziere sind hier den weißen gleichgestellt. Im Hotelrestaurant essen elegante schwarze Gentlemen an denselben Tischen wie die weißen. In diesem Lande gibt es noch viel Geld zu verdienen: deshalb wimmelt die Stadt von Fremden, die mit allen niöglichen Geschäften ihr Glück machen wollen. An die europäische Stadt grenzt die Negcrsiedlung.. Hier sieht man Hütten aus Ton und Stroh. Die Siedlung li«gt mitten in einenc wilden, ungepflegten Park, in dem man die seltensten tropisch»--� Vögel treffen kann. Es ist aber nicht ganz ungefährlich, in diesegr Paradies umherzuschlendern: denn hier fehlt es nicht an Schlan- geni�große und klein«, giftige und harmlose Reptilien findet man aus Schritt und Tritt. Negerjungen wälzen sich am sandigen Strand und fangen mit den Händen slunderartige, etwa siebzig Zentimeter lange Fische und stechen ihnen mit den Fingern die Augen aus. Europäische Dergnügungslokal« findet man in Dakar nur wenige. Es gibt zwar eine Art Variete, aber ein Nachtleben entwickelt sich nicht. Man geht früh zu Bett und steht um 5 Uhr morgens auf. Nachts herrscht in den Straßen eine wunderbare Ruh«. Manchmal kommt«s vor, daß wilde Tiere aus der Wüste der Stadt einen Besuch abstatten. So wurde vor kurzem eine Hyäne mitten auf der Straße durch zwanzig Revoloerschüsfe erlegt. Von Dakar geht die Eisenbahn durch ganz Senegambien. Man kann im Speise- und Schlafwagen mit aller Bequemlichkeit durch die Wüste fahren. Dakar hat. dank seiner günstigen Lage, die größten Zukunftsmöglichteiten und wird eines Tages das afrikanische Marseille werden." Eine psychologische Umfrage über Reklame. Die„Umschau* hat bei 41 größeren Firmen, die bekannte Markenartikel vertreiben, eine Umfrage veranstaltet, in der sie«ingehend über die Art und den Erfolg ihrer Käuferwcrbung befragt wurden. Die Antworten enthalten fehr interessante Ergebnisse. So wird allgemein hervor- gehoben, daß die Reklame dem Wesen eines Markenartikels, bei dem „der Name für Qualität bürgt", entsprechend gestaltet werden muh. Alles Marktschreierische und Ausdringliche ist zu vermeiden: ein ruhiger, vornehmer, überzeugender, nicht zu sehr überredender Ton muß vorherrschen. Es werden daher alle Methoden abgelehnt, die diese Anforderungen nicht erfüllen, so z. B. die Angebote von Klein- reisenden, die von Wohnung zu Wohnung wandern, von Preisaus- schreiben verfänglicher Art usw. Wort und Bild müssen zusammen verwendet werden: an der Spitze steht die Zeitungs- und Zeitschriften- Propaganda. Die zu Gebote stehenden Mittel müssen aufs schärsste ausgenutzt werden, und zwar soll man, um Einseitigkeiten zu ver- meiden, möglichst Berschiedenes heranziehen, dabei aber doch den einheitlichen Gesamtcharakter wahren. Durchweg wurde der Wert künstlerischer Werbemittel betont, vielfach bei der Markenartikel- Propaganda für unerläßlich erklärt: stets aber muß die Werbeidee im Vordergrund stehen und darf sich nicht vom Künstlerischen erdrücken lassen. Ueberhaupt muß dos Hauptziel die Anregung zum Kauf bleiben: alle anderen Wirkungen können nur als Teilziele für diesen Hauptzweck gewertet werden. Der Werbeetat darf nicht zu knapp bemessen sein, ist aber bei den Firmen sehr verschieden und beträgt zwischen und 1 und 50 Proz. des Umsatzes. Viele Firmen hoben die Bedeutung scstematischer Werbefeldzüge hervor, die auch bei einem verhältnismäßig kleinen Werbeetat durchgeführt werden können: es darf aber nach Beendigung mir der Werbung nicht aufgehört werden, wenn man die durch den Feldzug erzielten Umsatzzifsern beibehalten will..-;'"';,, Die Leichtathletikmeiftersihasten öes MSS. 16 neue Höchstleistungen« ?r. kl. Hannover, IS. August. Die diesjährigen Bundesmeisterschaften in der Leichtathletik wurden am 13. und 14. August in H a n n o v e ausgetragen. Die Meisterschaften, die leider zum Teil unter wölken- bruchartigen Regengüssen litten, hatten eine auherordentlich gute Besetzung erfahren. Der rapide Aufstieg der Leichtathletik im Arbeiter-Turn- und Sportbund spiegelt sich nicht nur in der großen Zahl der abgegebenen Meldungen aus allen Kreisen Deutschlands wider, er findet seinen stärksten Ausdruck in der Tat fache, daß nicht weniger als 16 neue Höchstleistungen erzielt wurden Die außerordentlich große Zahl von Bundeshöchstleistungen, die bisher noch keine Veranstaltung des ATSB. in diesem Maße auf wies, erstreckt sich auf alle Disziplinen der Leichtatheletik und um faßt sowohl die Kämpfe der Frauen wie die der Männer. Der Besuch der Veranstaltung war, gemesien an den schlechten Witterungs- Verhältnissen, erfreulich: am Sonnabend wohnten den Kämpfen etwa 2000, am Sonntag rund 8000 Zuschauer bei. Fünf der neuen Höchstleistungen wurden von Frauen errungen, und zwar: Hochsprung, Weitsprung, Diskuswerfen, Kugelstoßen und 4 X 100-Meter-Stafette. Die elf Höchstleistungen der Männer erfolgten in den Disziplinen: 60 Meter Hürden, 1500 Meter, 4 mal 100 Meter, 3 mal 200 Meter, 10 mal 100 Meter, 3 mal 1000 Meter, Schwedenstafette, 200 Meter, Weitsprung, Hochsprung und Dreisprung. Die Kämpfe öer Männer. Im 60-Meler-hürdenlaus siegte M e h wa l d- Rathenow sicher in 8,3 Sekunden(Höchstleistung); Mehwald-Rathenow siegte auch im 110-ZTleter-Hürdenlaus sehr knapp mit Brustbreite vor Wels-Burg. der bei den letzten Metern mächtig aufkam.— Der 400-ZNeter-hürdenlaus wurde nur von zwei Läufern bestritten, Wels-Burg siegte sehr sicher vor Schorbach-Bremen in 60.9 Sekunden. Stärkstes Interesse erregte der lC0-JT?cfct-£auf der Männer. Im Endlauf starteten von 82 Bewerbern Brocks-Linden, Wienicke und Heldt-Berlin, Freesc-Bremen und Rupp-Botnang. B r o ck s- Linden hatte einen außerordentlich glücklichen Start, lag von vorn- herein in Front und siegte in 11 Sekunden, von Freese-Brernen gefolgt, der 11,1 Sekunden benötigte. Die beiden Berliner, die schlecht vom Start wegkamen, konnten in die Eni- scheidung nicht eingreifen und liefen ohne Energie. Auch den 2l>0-Me!er-Laiif entschied B r o ck s- Linden für sich, er siegt« nach svannendem Kampf in 22,5 Sekunden(h ö ch st l e i st u n g) vor Ems-Dllsseldorf. Den 400-Meter-Laus belegte G l o h r- Ruit in 53,5 Sekunden. Die 1500 Meter waren eine sichere Beute von W a g n e r- Leipzig, der mit 4 Minuten 6,3 Sekunden eine neue st l e i st u n g schuf. Zweiter wurde Halen-Finnland mit 4 Minuten 11,6 Sekunden. Im 10 OOO-Meter-Lans siegte Düppel» Rüdesheim in 34 Minuten 25.1 Sekunden vor Bergstresser-Neu- Münster, der 35 Minuten 16,8 Sekunden benötigt«. Wagner-Leipzlg buchte auch die 5000 Meter für er ging in der zweiten Runde an die Spitze des Feldes sich. und _______ uii vi« wfioc uc» uno schuf sich mit jeder Runde neuen Vorsprung vor der Spitzengruppe, aus der sich schließlich Wolfer-Bodenlanden freimachte und den zweiten Vlatz belegte. Zeit des Ersten: 15 Minuten 48,2 Se» künden. In der 4-mal-100-Meler-Stasette mußte Linden in neuer Bundesrekordzeit laufen, um den schlecht wechselnden ASC.-Berlin (der die Lindener Mannschaft sowohl im Vor- wie im Zwischenlaus schlug) auf die zweit« Stelle zu verweisen. Linden gebrauchte * �" Sekunden, ASE.-Berlin 45,4. Auch in der Z-mal-ZOO- 45,2 Meter- Stafette wurde die alte Höchstleistung unterboten, Berlin siegte hier nach hartem Kampf auf der ATE.» Strecke in .......,........... um«' i uui uci aueae IN 1 Minute 10.7"Sekunden vor Feuerbach und Botnang. Die Z-mat- I OOO-Meter- Stafette wurde eine Beute von V f L.» h a m b u r g, der-den bisherigen Bundesmeister Berlin-Lichtenberg auf die dritte Stelle verwies und mit 8 Minuten 20,4 Sekunden eine neue Höchstleistung vollbrachte; den zweiten Platz besetzte Hannover mit 8 Minuten 23.3 Sekunden.— Ein« knappe Entscheidung bracht« die Schwedenstafette, die ATE.-Berlin mit Brustbreite vor Feuerbach in 2 Minuten 8 Sekunden(Höchstleistung) für sich entschied. Die Olympische Stafette gewann Feuerbach nach an- fänglicher Führung von Fichte-Berlin in 3 Minuten 46 Sekunden.— Die 4-mal-400-Meter. Stafette wurde vom 9. Kreis sicher mit fast 70 Metern Vorsvrung vor der Mannschaft des 3. Kreises gewonnen. In der lO-mal-ioO-Meter-Kreisstafette siegte der 2. Kreis in neuer Höchstleistung mit 1 Minute 56 Sekunden. Weitere Resultate: Schleuderballwersen: Thiele-Sta- mein 54,89 Meter; Kugel st oßen: Kuparinen-Finnland 12,13 Meter; Diskuswerfen: Kuparinen-Finnland 33,24 Meter; Weitsprung: Eichner-Ludwigshafen 6,93 Meter(Höchstlei- st u n g); h o ch s p r u n g: Mehwald-Rathenow 1,76 Meter(h ö ch st- l e i st u n g). Meisterschaften öer Jrauen. Bon den Fraueneinzelkämpfen oerlief der 100-Meter. Lauf dramatisch. Schulz-Fichte-Berlin führte bis zum Ziel, stolperte und mußte so h i p p l e r- Magdeburg mit 12,9 Sekunden den Sieg überlassen: Schulz-Berlin wurde mit handbreite zurück als Zweite bewertet, h i p p l e r- Magdeburg siegte auch im 60-Meter- Lauf in 7,7 Sekunden vor Schramm-Lurg(7,9 Sekunden). Im l000.Meter.caus siegte Dank- Königsberg in 3 Minuten 29,6 Se- künden von Bonerth-Ahlcn. Bei der lO-mal-IOO-Meter-kreisstafette verlor der 10 Kreis beim 7. Wechsel den Stab, der 1. Kreis (Berlin-Brandenburg) siegte daher unangefochten in 2 Minuten 17,2 Sekunden. Die ä-mal-IOO-Meler- Stafette wurde eine sichere Beute von Fichte- Berlin, die in 53,5 Sekunden vor Fichte Magdeburg, einliefen. Weitere Resultate: Hochsprung: Gieseler- Ell«r 1,44 Meter(Höchstleistung): Speerwerfen: Dank-Königsberg 29,68 Meter; Kugel st oßen: Wüst-Mundenheim 9,31 Meter (Höchstleistung): Weitsprung: Oliw-Fichte-Berlin 5,20 Meter(h ö ch st l e i st u n g). i Erfolge öer berliner. Der 1. Kreis— Berlin-Brandenburg— der mit einer außerordentlich hohen Teilnehmerzahl nach Hannover fuhr, hat eine Reihe von Siegen ernmgen, die beweisen, daß die Berliner Leicht- athletik über eine große Anzahl vorzüglicher Kräfte verfügt. Der 1. Kreis konnte im 60- und 1 lO-Meter-hürdenlauf. im Hochsprung. in der 3-mal-200-Meter.Stafette und der Schwedenstafette die ersten Vlätze belegen, worunter sich vier Bundeshöchstleistungen befinden. Die Frauen des 1. Kreises siegten in der ä-mal-IOO-Meter Stafette, der lO-mal-IOO-Meter-kreisstafette und im Weitsprung; auch hier wurden zwei Höchstleistungen erreicht. Die öunöesschulvorführung. Als Sonderveranstaltung im Rahmen der Bundesmeisterschaften zeigte die B u n d e s s ch u l e in der Stadtkalle ein ausgewähltes Programm. Nach einem Orgelvortiqg und einer Begrüß ungs- anspräche des Oberbürgermeisters der Stadt Hannover, Dr. Menge, zeigten die Bundesschüler, Mädchen und Frauen, Knaben und Männer Gymnastik- und Gerätübungen sowie Tanz' und Singspiele. Die weit über 2000 Zuschauer folgten den Dar- bietungen der Schule mit größtem Interesse; der wahrhaft begeisterte Beifall, der jeder Vorführung gezollt wurde, spornte die Mitwirken den an, ihr Bestes zu geben. Der gymnastische Teil des Vrogramms sah Laufübungen. Sprünge, Scherzspiele und Neuzeit liche Festübungen vor. die durch ihre scheinbare Einfachheit und Zwanglosigkeit verblüfften, die aber unendlich reich variiert waren und doch aus einer augenblicklichen Eingebung geboren schienen. Die Geräteübungen am Kasten, an Barren, Sprungtisch und Bock gaben den Männern und Knaben reichlich Gelegenheit zu kraft- und mutbildenden Sprüngen, während die Frauen und Mädchen durch Gemeinturnen und volkstümliche Uebungen die spezifisch weibliche Note klar herausarbeiteten. Einen schönen Abschluß brachten die Tanzstudien der Frauen und die Tanz- und Singspiele der gesamten Mitglieder der Bundesschule, die ein frohbewegtes, lebenslustiges Bild vom Treiben des Jungvolkes gaben. Die Sezirksmeisterfchaften Üer �rbelterraöfahrer. Im Lager der Rennfahrer des Arbeiterradfahrerbundes„S o l i- d a r i t ä t" herrscht jetzt Hochbetrieb, haben die Rennfahrer erst kürzlich anläßlich des Reichsarbeitersporttages im Grunewald-Sta- dion ihr Können unter Beweis gestellt, wurde man am letzten Sonn- tag bei den Bahnrennen auf der Olympiaradrennbahn durch weitere famose Leistungen überrascht. Auf der Olympiabahn ging es um die B e z i r k s m e i st e r» s ch a f t e n des ersten Bezirks über ein, zwei, fünf und zehn Kilo- meter. Das Wetter war der Veranstalmng sehr günstig: eine große Zuschauerzahl füllte die Tribünenseite. Der Vormittag wurde mit einem Fliegerrennen über einen Kilometer eröffnet, das in drei Vorläufen, einem hoffnungs- und einem Endlauf ausgefahren werden mußte. 15 Konkurrenten stellten sich dem Starter. Für den Endlauf qualifizierten sich Kühne(8. A.), Behrendt(8. A.), Patzack(10 A.) und Weber(8. A.). Ueberlegener Sieger wurde Kühne in 1,47 Minuten; dichtauf folgten Behrendt und Weber. In der Altersklasse ging E i ch l e r(6. A.) vor Mustroph(8. A.) als erster durchs Ziel. In den nachfolgenden Fliegerrennen über zwei Kilometer, das in zwei Vorläufen ausge- fahren wurde, gelangten Patzack(10. A.), Eichhorn(8. Ä.), Pinicki <8. A.) und Dubke(8. A.) in den Endlauf. Das Rennen konnte Pinicki von Dubke und Eichhorn sicher gewinnen. Marien(8. A.) und herrmann(8. A.) schieden durch Sturz aus. In der Alters- klasse über zwei Kilometer siegte Mustroph(8. A.) in 3,54 Minuten vor Lubasch(6. A.). Einen recht spannenden Verlauf nahm das Fünfkilometerrennen in der Hauptklasse. Behrendt (8. A.) übernahm gleich zu Anfang die Führung und lag bis kurz vor Schluß des Rennens mit großem Vorsprung an der Spitze. In der letzten Rund« aber führte Eichberg(8. A.) das Feld heran and überspurtete Behrendt in einem Mordetempo. Mit etwa 15 Metern Vorsprung wurde E i ch b« r g in 8,22 Minuten vor Behrendt und Eichhorn glatter Sieger. In der Altersklasse über 5 Kilometer siegte Lubasch(6. A.) in 8,33 Minuten. Dichtauf folgten Mustroph(8. A.) und Anven(8. A.).' Im Z ehn kjlo- meterrennen(Hauptklasse) gab es nach einem recht scharfen Tempo einen heißen Endkampf. Mit halder Radlänge Vorsprung siegte Pinicki(8. A.) in 15,56 Minuten vor Behrendt und Marien. Bei den Altersfahrern gewann Annen(8. A.). Ein« Ehren- runde der neuen Bezirksmeister des Arbeiterradfahrerbundes .Solidarität", die am kommenden Sonntag auf der Rllttarena an den Gaumeisterschaften teilnehmen werden, beschloß die guwrgani- sierte Veranstaltung. Die Bezirksmeisterschaften im Straßenfahren brachten auf der Strecke Mariendorf— Zossen folgende Ergebnisse: ziksultat«: 50 Kilometer: l. Erroin Thristoph lSchijneberg) gl, 10; 2. Werner Sögel lSchönebero) 97,10%; 3. JVrana Kurrech lMalilvw) 97,l(tti.— 20 Kilometer: 1. Kurt Winllcr(Chorlottenk'urg) 30,4; 2. Wolter Döberschüti(Schöne- bergt 30,6: 3. Willi Schubert lSchönebcrg) 30,18.— Jugend. 2 Kilometer: l. Karl Schmück lChorlottenburg) 3.38; 2. Heinz Pohl lEchäneberg) 3,39: 3. Walter Reling(Charlottcnburg) 3,33. » Achtung, Rennfahrer! Anläßlich des Gaurennens auf Rütt-Arena(Hasenheide, Siboldstraße) am Sonntag, dem 21. August, werden die Rennfahrer ersucht, Mittwoch, 17. August, abends 6 Uhr, die Berechtigungskarten zum Trainieren am Eingang der Rütt- Arena vom Gaustraßenfahrwart in Empfang zu nehmen. Bei Rädern zum Bahnrennen müssen die Reifen mit Schellack aufgeklebt sein, für Aufbewahrung der Räder bis Sonntag ist gesorgt. Verzicht auf öerichterftattung. Ter Vertreter unseres Blattes abgewiesen. Die Tagung öer Sportinternationale. Tie R.S.J. ansgeschaltet.— Sitzverlegung nach Prag. In h e l s i n g f o r s, der finnischen Hauptstadt, >is 9. August der 6. S"" 0----- lieber dem Eingang des u..|i..m|u;cii ojaupinaoi, tagte vom 5. bis 9. August der 6. Kongreß der Luzerner Sportinternationale. m Eingang des Volkshaufes, in dem der Kongreß tagte, lfatt-rten die Flaggen der einzelnen Nationen, hoch vom Turni grüßt« das rote Banner. Zwischen der französischen und belgischen wehte die deutsche Flagge. Der des Vorsitzende..................«n/riiei-vspucivunoes, Genosse DainöMiktola, eröffnete die Reihe der Begrüßungsansprachen. Im Namen des finnischen Arbeiter-Sportbundes hieß er die Kon uns finnischen Arbeiter-Sportbundes, Genosse v" sprachen. —,...... i-�-"•»•«..•«.-wpunuuiiues yieg er die Kongreßteilnehmer willkommen. Er wies darauf hin, daß der Kongreß eine Armee von Arbeitersportlern vertritt, die mehr als iVi Millionen Mitglieder zählt. Der Kongreß werde in der Stärkung der Arbeitersportbewe- gung einen beachtenswerten Fortschritt bedeuten. Der finnische Minister des Aeußeren, Professor Valnö Voionmaa, begrüßte den Kongreß in Finnisch und Esperanto. Mit besonderem Nachdruck hob er die Bedeutung der gesunden Körper- und Geistesverfassung der Arbeiterschaft für ihren Befreiungskampf hervor.„Wir können uns die neue Gesellschaft, für die wir kämpfen, nicht ohne körper- lich und geistig gesunde und arbeitsfähige Bürger vorstellen. Zwei Grundsätze haben hier die größte Bedeutung: Unabhängigkeit und Freiheit. Genosse C r i s p i e n von der S o z t a l i st i- schen Arbeiterinternationale schilderte kurz den Wert d«r Sportorganisationen zur Ergänzung und Bereicherung des Klassenkampfes. Vertreten waren auf dem Kongreß: Deutschland, Oester- reich, die Tschechoslowakei, Finnland, Belgien, die Schweiz, Frank- reich, Lettland, Polen und Rumänien, ferner das Internationale Bureau. Es fehlten: Italien, Amerika, England, Holland, Spanien, Portugal und Ungarn.— D e v l i n g er erstattete als internatio- naler Sekretär den Geschäftsbericht. Der Bericht von B r i d o u x beschäftigte sich noch einmal mit dem Defizit der Frank- furter Olympia. Die Bezeichnung„Olympia" für internatio- nale Sportwettkämpfe steht künftig nur den vom internationalen Kongreß beschlossenen Veranstaltungen zu. Der Wunsch, alle vier Jahre eine Olympia zu veranstalten, fand keine Gegenliebe. Zur Abhaltung der zweiten Olympia im Jahre 1931 wurde Wien er- koren. Im Mittelpunkt der Tagung stand das Referat des Genossen Wildung über die Beziehungen der Luzerner Sportinter- nationale zur Roten Sportinternational«. Das Material, das Wildung vortrug, war«in schlagender Beweis dafür, daß die Taten der RSI. nicht ihren Worten entsprechen, sondern daß überall ein Mangel an Ehrlichkeit auszuweisen ist. Wildung betonte, daß die Arbeitersportbewegung Partei- politisch nicht gebunden sei. Trotzdem haben die Kommu- nisten in der Tschechoslowakei und in Frankreich ein« Spaltung ver- schuldet, und Rußland ist, vorwiegend infolge der Verhetzung durch Lieste, der Luzerner Internationale ferngeblieben. Jetzt versucht die RSI. angeblich, eine Verschmelzung herbeizuführen, aber ihre Versicherungen sind nicht aufrichtig. Wenn sie das wären, dann könnte sie nicht gleichzeitig die LSI. unaufhörlich bekämpfen, be- schimpf«» und lächerlich zu machen suchen. Wildung warnte vor den Lockungen der russischen Führer, deren Bestreben nur dahin geht, innerhalb der LSI. Zellen zu bilden und parte!» politisch zu wirken. Die Verschmelzung der Arbeitersportler sei unmöglich, solange der scharfe Gegensatz zwischen Sozialisten und Kommunisten in den einzelnen Ländern weiterbestehe; sie könne erst eine Folge der Einigung d«s Weltproletariats fein, ihr jedoch nicht vorangehen. Gemäß den Pariser Beschlüssen können die sportlichen Beziehungen zwischen den beiden Internationalen allerdings weiter gepflegt und mit den proletarischen Brüdern der Roten Internatio- nale Wettkämpf« veranstaltet werden. Auch die ergänzenden Aus- führvngen von Delegierten verschiedener Länder be- wegten sich in derselben Richtung. Ueberall klang aus ihnen die Empörung über das verhallen der Kommunisten gegenüber der LSI. und den ihr angeschlossenen Verbänden. Der P r e s s e d i e n st der Internationale wurde Deutsch- l a n d im Anschluß an den Pressedienst des Arbeiter-Turn- und -Sportbundes in Leipzig übertragen. Nach einem Vortrag des Ge- nassen K o st i a i n e n- Finnland über die Notwendigkeit des E s p e r a ckt o als internationale Verkehrssprache wurde dessen Ein- sührung allen Ländern dringend zur Pflicht gemacht. Ueber die Be- deutung des Wehrsportes für das Proletariat sprachen K a l ni n- Lettland und Deutsch- Wien. Die Verschiedenheit der Verhältnisse in den einzelnen Ländern schließt allerdings einen Zwang aus. Das Sekretariat wurde von Brüssel nach Prag in die Hände des Genossen S i l a b a gelegt. Ausschlaggebend hierfür war. daß Belgien von den Zentren des Arbeitersports zu sehr abge-, legen ist. Zu Präsidenten mit gleichen Rechten wurden die Genossen Geliert- Leipzig und Deutsch- Wien geroählt. Die Verdienste des Genossen B r i d o u x wurden durch die Wahl zum Ehrenpräsidenien unterstrichen. Zu Beisitzern wurden gewählt: Deolieger-Belgien, Guillevic-Frankreich, Wildung- Deutschland, Steinemann-Schweiz, Kalnin-Lettland, Benedix-Deutsch- land für den technischen Ausschuß; außerdem wurde Finnland ein Vertreter zugebilligt. Die Fachausschüsse bleiben wie bisher. Im Jahr« 1928 wird ein internationaler Lehrgang für Turnen und Gym- n a st i k in der Bundesschule des Arbeiter-Turn- und Sportbundes Deutschland in Leipzig durchgeführt. Aus dem nächsten Kongreß soll die F r a u e n f r a g« behandelt werden. Bei international be- schickten Festen muß in Zukunft ein internationales Schiedsgericht amtieren. Die nächste Olympiade soll 1931 in Wien statt- finden. Beim Dauerschwimmen des Schwimmvereins„Vorwärts, Berlin 1897 E. V." sollte unser Genosse Hamacher die Be- richterstattung für den„Vorwärts" ausführen. Der Vorsitzende des Vereins, S« i b t, verweigerte ihm den Plah Im Presieboot und erklärte, auf die Folgen, die die Nichtzulassung des Berichterstatters einer Zeitung haben kann, aufmerksam gemacht, daß der Ver- «in die Konsequenzen tragen würde. Genosse h a- macher gehört zu den aus dem Schwimmoerein„Vorwärts" wegen der kommunistischen Minierarbeit ausgetretenen und nach- träglich ausgeschlossenen Genossen, die man nun versucht, mit allen Mitteln im Arbeiter-Turn- und Sportbund zu bekämpfen. Aus diesem Grunde wurde auch der Genosse Selchow als Schwimm- kampfrichter zum Rast vom Wertunge- zum Linienrichter degradiert, und auch die Meldungen, die die„Freien Schwimmer Neukölln" zum Dauerschwimmen abgegeben hatten, wurden nicht angenommen. Mit der Abweisung des von uns entsandten Berichterstatters haben die Leiter des Schwimmvereins„Vorwärts" endgüllig zu erkennen gegeben, wohin sie den Kurs im Derein zu steuern ge- denken. Als wir seinerzeit im Arbeitersportteil unseres Blattes die Arbeitsgemeinschaft" zwischen dem Schwimmoerein„Vorwärts" und dem Turnverein„Fichte" als den Anfang zu einem kommu- nistifchen Arbeitersportblock in Berlin bezeichneten, be- stritt man das ebenso falsch wie laut. Daß wir damals nicht zuviel gesagt haben, beweist der Schwimmoerein„Vorwärts" jetzt selbst durch seine Maßnahmen gegen unseren Berichterstatter. Der Verein braucht uns gegenüber keine Konsequenzen ziehen, wohl aber wer- den wir unsere Stellung zu ihm nach seinem Verhalten einrichten. volkslänzer und Volkslanzfreunde. btr sozialistischen Volkstan.gr.ise zu. � KrM im Äg.ns°�5°"." Ä. V-.S-meinsnmen Zusammenfassung auf. D»s Ziel und ff Mc'Älfn w«. J Snbifferenz b« Vr%2b%"U"& und Iugendtanz Seine Pflege ist uns Zweck. wirken und denselben zu Die. den Volks- orrbreiten. ieni(;cn Kreise resp. arbeiten, bitten wir. I StO. SS. Winsstr. 57,«u|............| PI p p pm PPPPPM Reufannet Bolkstanzschar, Tanzkreise des Touristenoerems Ratursreunde", Volkstanzkrels Prenzlauer Berg, Bolkstanzkreis Friedrichshain. nv"®it �aturfrennde-. Zentrale Sien. Ortsaruope Berlin: d..s.m.M-n-t fällt aus. �-«bN �drichshain- in unserem Sinne zu scheiden aus. uns Zweck, materielle mitzU' ffinMltünur, die gewillt sind," 1 o ü t) I, Berlin sich an die Seichästsstelle. f'I be Tan, kreise: ,u wenden. Bereinigt'--r.»-* tag, 16. August, Abt. Sorten: Straße 66,„B 20 Uhr, D-nziger Str. 23, Bortra' darf: Bonnerstaa. 16~ darf garten: Dienstags 16._ � I..— um. n II meuu u; ajicno« »st, 20 Uhr, Offcnbacher Str. 5.,.„Die deutsche Relchsocrfassung".— : D�noiag, 16. August, 20 Uhr, Sonnenburger Str. 20, Heiin. ~ Wedding: Dienstag. 16. August, 20 Uhr, Turiner, Ecke See- straße, ,A. Bebel und«. Liebknecht"(Referent Dr. Schlltte).— Abt. Pankow: Dienstag, 16 August, 20 Uhr, Eörschstr. 14, naturkundlicher Bortrag(Lampa- si-ck).— Abt. Stcglih: Mittwoch, 17. August, 20 Uhr, Leim Albrechtstr. 13.— Abt.«fiboft Zugcndaruppe: Mittwoch, 17. August, 19Vi Uhr, Reichcnberger ub»nd Mädel".— Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 18. August, 23, Bortrag über„Jugenderziehung".— Abt. Seinicken. onncr-tag. 18. August, 20 Uhr. im Heim Seidelstr. 1.— Abt. Tier- Donnerstag. 18. August. 20 Uhr, im Heim Lehrter Str. 18—13.— Abt. Licht-nberg: Donnerstag, 18. August, 20 Uhr. Parkaue 10,„Vom Boden. see zum Schwarzwald".— Abt. Seukölln: Donnerstag, 18. August, 20 Uhr, Eteinmetzstr. 114. Redner der Revolution.— Abt. Südwest: Donnerstag, '-•-_ Ratnr. Str. 55, ------—— xo. augun, ai unc, Jugend- ein; Kaulsdorf. Adolfstr. 25.— Photogemeinschalt. Arbeitsgruppe Reutolln: ienstag, 16. August, 20 Uhr, im Jugendheim Ilse-, Ecke Sch-.erk-strahe.— Faltboot-Abt.: Donnerstag, 18. August, 20 Uhr, im Heim Landsberger Str. 50, Musikabend. «rbeiter-Schühenband, vrtsgrupp» Berlin. Dienstag, I«. A-gnst: Abt. 'riedrichshain, Gruppe Strausberger Plati: Eportabend 19'n Uhr bei Bochan. friedenstr. 61.— Abt. Neukölln: Eportabend ISV, Uhr bei Wolfs, Prinz.Hand. jerp.Str. 67.— Abt. Wilmersdorf: Eportabend bei Kroib-, Holsteinische, Eck« Gasteincr Straße.— Mittwoch, 17. August: Abt Fricdrichsba-n: Eportabend 20 Uhr bei Mensch«!, Rüdersdorfer Str 51. und bei Zuschkat. Gosilerstr. 1. Gäste willkommen.— Abt. Tchouebcrg: Eportabend 20 Uhr bei Polrag. Sedan. straße 53.— D-nncrstax, 18.«naust: Abt. Kreuzberg- Sportabend 21 Ubr bei Rönnspieß. Wassertorstr. 71.— Freitag, 19. August:' Abt. Westen<2a): Sport. abend 20 Uhr bei Menne, Steinmetzstr 45— Abt. Wilmersdorf: Eportabend 20 Uhr bei Piche, Hildegard., Ecke Schramuistraße.— Abt. Neukölln: Sport. abcirt 19H Uhr bei Wolfs, Prinz-Handjerp-Str. 67. ighlorodonll Die herrlich erfrischende Pfefferminz-Zahnpaste von höchster Qualität entfernt häßlich gefärbten Zahnbelag 60 Pfg. Tube(Vorkriegspreise) sÄ 1 Mk. DM», hlttt tres billigeren Zahnpasten auf die geringere Iflhaltaaengcl"BP Nr. 384 ♦ 44. Fahrgang 2. Seilage des vorwärts Dienstag,?ö. Mguft 1927 Die Textilinüuftrie verdient! Textilbilanz und Textilzölle.— Fortgesetzte Verteuerung der Garne und Ge- webe.— Uebergewinne der Industrie. erst. Halbjahr erst. Haldjahr 1SL6 19-27 Die Hochkonjunktur im gesamten Textilgewerbe hat naturgemäß fen Bedarf an Textilrohstoffen bedeutend erhöht. Im ersten Halbjahr d. I. wurden bereits für mehr als eine M i l- iiarde Rohmaterial importiert gegenüber rund zwei. Drittel Milliarden im Vorjahr«. Der Einfuhrüberschuß an D e x t i l r o h st o f f e n ist dem Werte nach von Sil) Millionen im eisten Halbjahr 1926 auf 926 Millionen gestiegen, hat sich also gegen- über dem Vorjahr nahezu verdoppelt. In der Menge ist i eilweis« eine noch stärkere Erhöhung eingetreten, wie die folgende Gegenüberstellung des Inlandsoerbrauchs(Einsuhr nach Abzug der Ausfuhr) zeigt: Einfuhrüberschuh an Textilrohstoffen im ersten Halbjahr 1326/1927 la 1000 Doppslzenlner. Proz. Steigerung Baumwolle i �»», 1968 2 739 166 Proz. Wolle....... 716' 1 298 80. �la-bs. Hanf. Jute... 585 1 309 121. Rohseide...... 11 18,5 68, Der Bedarf der Baumwolle und Bastfasern verarbeitenden Industrien ist gegenüber dem Vorjahr auf mehr als das Doppelte gestiegen, die W o l l i n d u st r i e hat ihre Roh. materialmenge, r um vier Fünftel, die Seidenindustri« um mehr als wei Drittel gesteigert— insgesamt eine überraschend stark« Aus- -oeitung des Bedarfs an Textilrohstoffen. Es ist nun an sich erklärlich, daß in Zeiten lebhaftester Inlands- Konjunktur und bedeutend erhöhtem Auftragseingang der Export sich nicht in gleichem Maße erweitert wie der Binnenabsatz. B e- r. enklicher ist es bereits, daß bei einer derartigen Ausweitung des Produktionsumfanges, wie wir ihn zurzeit in der deutschen Iextilwirtschaft erleben, der Export von Textilwaren sogar rückgängig ist und obendrein die Einfuhr an Halbfabrikaten sich bedeutend steigert. Di« deutsche Außenhandelsbilanz in Garnen, die an sich rassio ist, hat sich durch Mehrimporte enorm verschlechtert, der Aus- uhrüberschuß an Geweben hat sich durch Rückgänge im Export und durch erhöhten ausländischen Gewebebezug vermindert. Das zeigt die f Agende Gegenüberstellung: Meuain Werte in Mill. Kilogramm in Mill. Marl 1. Halb- I. Halb- I. Halb- 1. Halb» jähr ISZS jähr 1927 j-hr 1926 jähr 1927 Einfuhrüberschuß an Garnen. 8,3 61,1 69.5 289,5 Ausfuhrüberschuß an Geweben 35,5 26,3 387 310 Die deutsche Textilbilanz im ganzen hat sich höchst ungünstig entwickelt. Der Einfuhrüberschuß an Garnen hat sich mehr als verfünffacht, dem Werte nach um 220 Millionen bereits im ersten Halbjahr 1927 gesteigert. Der Ausfuhrüberschuß an Geweben ist uni fast ein Viertel zurückgegangen, auch hier «ine Abnahme von etwa 80 Millionen, so daß allein für die landelsbilanz gegenüber dem Vorjahre sich ein Defizit von -D0 Millionen zuzüglich der erhöhten Rohstoff- c> n f u h r von 700 Millionen ergibt. Der erhöhte Auslandsbczug von Textilwaren «'.klärt sich dadurch, daß die Konkurrenzindustrien, speziell die englische, elsässische und die tschechoslowakische, trotz der Hohen Zölle und größerer Frachtspesen die inländischen Abnehmer vielfach billiger und prompter beliefern können als die inländischen 'Serke. Nicht nur die ausländischen Garnnotierungen liegen er- beblich unter den deutschen, sondern auch einzelne Rohgewebe können bei Barzahlung in gleichwertiger Qualität vom Auslande billiger bezogen werden._„„ An dieser Entwicklung trägt nicht �etwa die Rohstoffpreis- bcwegung, die ja auch gleichmäßig die Fabrikanten aller Länder , isft, die Schuld, auch die Gestaltung der deutschen Betriebskosten- saktoren, sondern die unvernünftige Preispolitik der Industrie. i ie unter dem hohen Z o l l s ch u tz, begünstigt durch die Inlands- anjunktur, ihr« Preisforderungen willkürlich heraufsetzte. Die Webereien, in noch höherem Maße die Spinnereien, benutzen die rünstige Marktsituation, um ihre Gewinne außerordentlich zu steigern. Wie stark sich die Rentabilität der Baumwollspinnereien im Verlauf des letzten halben Jahres erhöht hat, dafür lassen sich leicht Anhaltspunkte finden. Der Earnpreis setzt sich aus dem Preis bes Spinnmaterials— bei der Baumwollspinnerei also aus der Baumwolle— und der sogenannten„S p i n n m a r g e" zusammen. Die Spinnmarge enthält die gesamten Fabrikationsauf- Wendungen, wie Löhne, Gehälter usw., die Vertriebskosten zu- züglich des Unternehmergewinns. Die Spinnmarge läßt sich für gröbere Garnsorten zutreffend errechnen, da für diese Nummern zumeist Standardbaumwollsorten versponnen werden, von denen laufende Preisnotierungen vorliegen. Für ein Kilogramm Garn Nr. 20 ist Rohmaterial von etwa 1,1 Kilogramm erforderlich. Danach ergibt sich die folgende Entwicklung der Spinn- marge: Die Spinnmarge hak sich seit August 1926 von 53 Pf. aus 1,03 IN. erhöht, also nahezu verdoppelt, gegenüber der Vorkriegszeit sogar verdreifacht. Die Löhne, etwa 50 Proz. der gesamten Betriebskosten, die 1913, auf eiy Kilogramm 20er Garn berechnet, etwa 26,5 Pf. betrugen, sind seit der Vorkriegszeit insgesamt höch- stens um 60 Proz. gestiegen, gegenüber dem Vorjahre nur um etwa 7 Proz., durften sich also im Endpreis nur mit 3,5 Proz. auswirken. Diese Lohnsteigerung dürfte noch zum Teil wettgemacht sein, da die Arbeiterzahl je Spindel zurückgegangen ist, die Ar- beitsleistung also zunahm. �Wenn auch die übrigen Restenfaktoren: Kohle, Gewerbeunkosten, �Steuern usw. sich erhöhten, so ist doch die Verdreifachung der Spinnmarge und das entsprechend hohl Niveau der Garnpreise vornehmlich auf die gesteigerten Ge- winnzuschläge der Spinnereien zurückzuführen, die den hohen Zollschutz in ihrer Preisstcllung voll ausnutzen und bei der starken Abhängigkeit der inländischen Abnehmer von der Kartellmacht Kon- junktursondergewinne einstecken. Die Garnpreise und die großen Gewinne der Spinner bieten natürlich wieder Anlaß zu erhöhten Gewebepreisen und zu erhöhten Gewinnzuschlägen der Webereien, und führen so zu einer starken Verteuerung der Bekleidungsartikel, die schon in den letzten Wochen fühlbar wurde. Die Preispolitik der Textil- industrie, die nur unter dem Zollschutz und unter Ausnutzung der Kartellmacht so überspannt werden konnte, ist nicht nur«ine ungerechtfertigte Bereicherung der Produzenten und schwere Be- lastung der Konsumenten, sondern stellt auch eine gar nicht ernst genug zu nehmende Gefahr für die gesamte Konjunkturentwick- lung dar. Die Textilindustrie stand bisher im Zeichen der aus- geprägtesten Hochkonjunktur. Durch die Preiswillkür der Pro- duzenten und die Verteuerung der Textilwaren, die den inneren Absatz bedeutend einengen müssen, wird ihr jede gesunde Grundlage geraubt. Absatzstockungen können bei den großen Engagements die gesamte Textllwirtschaft gefährden und damit auch auf die anderen Märkte sowie die gesamte Konjunkturbewegung aufs ungünstigste einwirken. Die Maschineninüuftrie im Juli. Fortdauer der Konjunktur.— Steigende Inlandsnachfrage. Auch im vergangenen Monat blieb trotz der vereinzest ver- zeichneten sommerlichen Geschästsstille in der Maschinenindustrie ein« leicht ansteigend« Kurve für Anfrage- und Auftrags- eingänge gewahrt. An dem vermehrten Auftragseingang ist das Inland und Ausland beteiligt. Nach den Betriebsmeldungen sind nur noch 13 Proz. der Betriebe schlecht beschäftigt, während 61 Proz. eine genügende und 26 Proz. eine gute B«- s ch ä f t i g u n g melden. Bon den einzelnen Zweigen der Moschinenindustxi« sind besonders der Werkzeug- und Textilmaschinenbau be. schäftigt. Auch der Landmaschinenbau, der seinen hohen Auftrags- bestand wegen der bevorstehenden Ernte beschleunigt abliefern muhte, verzeichnet weiterhin lebhaften Auftragseingang. Der Apparatebau hofft, daß die vorliegende Beschäftigung noch für die nächsten Monate ausreichen wird. Das unbefriedigende kriegsfchädenschlußgefetz. Protest der Liquidationsgeschädigten. l In einer Besprechung im Reichssinanzministerium am Montag hat die Arbeitsgemeinschaft der Liquidations- geschädigten eine längere Erklärung zu dem bekannten Gesetzentwurf abgegeben. Zunächst wird festgestellt, daß die Dar- stellung des Reichsfinanzministeriums über die Sitzung vom 8. August insofern unrichtig ist, als die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft den Entwurf vor Fertigstellung nicht gekannt haben und daß sie auch in keiner Weise ihren Dank ausgesprochen hätten. Der Wert der nach- träglichen Stellungnahme seitens der Verbände kennzeichnet sich dadurch, daß dennoch die Vorlage an Reichsrat und Reichswirtschafts- rat weitergegangen ist. Die Arbeitsgemeinschaft erblickt deshalb in dieser Aufforderung lediglich eine leere Geste. Der vorgelegte Entwurf sei im Hinblick auf die Sätze und die Zahlungsmittel völlig unerträglich, er bringe mit feinem Entschädigungsbedarf von 1 Milliarde ein Drittel des als maßvoll bezeichneten Not- wendigen. Auch sonst enthalte der Entwurf eine Reihe schwerer Mängel, die Rechtslage werde zuungunsten der Geschädigten ver- schoben, dehnbare Bestimmungen lassen der Praxis einen gefährlichen Spielraum. Die Arbeitsgemeinschaft lehnt daher eine Erörterung des Entwurfes mit dem Reichsfinanzministerium im Hinblick auf die an- scheinende Unmöglichkeit einer grundlegenden Aenderung ab. Sie glaubt überzeugt zu sein, bei Reichsrat und Reichstag größeres V e r st ä n d n i s für den Wiederaufbau und die Interessen der Ge- schädigten zu finden. Die sanierungsbedürflige Vlafchinen- und Kranbau- A. G. Düsseldorf. Die Maschinen- und Kranbau- A.-G. Düffel- darf, die im Vorjahr gezwungen war, Geschäftsaufsicht zu beon- tragen und von der Äläubigcrversammlung einen Zahlungsaufschub bis zum 31. Dezember erreicht hatte, konnte es auch im Laufe des letzten Wirtschaftsjahres noch zu keiner Rentabilität ihrer Betriebs bringen. Im Gegenteil, die Lage der Gesellschaft ist weiter- hin noch so kritisch geblieben, daß 50 Proz. der Gläubige? einen weiteren Zahlungsaufschub bis zum 1. Juli 1927 ge- währen mußten und daß trotz entgegenstehender Erklärungen der Verwaltung im Frühjahr die Gesellschaft keinen anderen Weg zur Sanierung des Unternehmens sieht, als das Aktienkapital von 2,75 Millionen Mark im Verhältnis 5:2 zusammenzulegen und durch eine Wiedererhöhung um 200 000 Mark zu neuen Geld- mittel» zu kommen. Die Ursachen der Schwierigkeiten, in denen sich das Unternehmen befindet, sind geradezu typisch für die Planlosigkeit, mit der die kapitalistische Wirtschaft arbeitet. Der Erfolg der ersten vom Staat in Szene gesetzten Traktoren- Kreditaktion für die Landwirtschaft im Jahre 1925 stachelte die Ge- sellschaft zu einer regellosen Produktions st eigerung an, ungeheure Rohstofflager wurden angehäuft und der Erfolg war, daß bei der leicht vorauszusehenden Absatzstockung die Gesellschaft auf ihren gewaltigen Vorräten und Fertigwaren sitzenblieb. Eine Riesen- serie von 1000 Motorpflügen mußte sogar mitten im Bau aus Geld- mangel abgebrochen werden. Die ersten Leidtragenden waren natürlich die Belegschaften, die zur Kurzarbeit übergehen mußten oder auf die Straße gesetzt wurden.— Die Bilanz weist gegenüber dem Vorjahr einen etwas besseren Stand auf, ist aber trotzdem noch sehr gespannt. Bemerkenswert ist die H e r a b- s e tz u n g der Unkosten, die mit rund 280 000 M. nur die Hälfte des Vorjahres betragen. Aus dem von 0,69 auf 0,45 Mil- lionen Mark gesunkenen Roh Überschuß verbleibt nach Ab- zug aller Unkosten und Abschreibngen ein Verlust von rund 22 000 M.. der sich einschließlich des Vorjahrsverlustes auf rund 193 000 M. erhöht. Anlagen und Maschinen weisen kaum Ver- änderungen auf. Die von 0,32 auf 0,1 Millionen Mark etwas g e- stiegenen Forderungen erreichen immer noch nicht die Hälfte der von 1,3 auf 0,86 Millionen Mark gesenkten Schulden. Allerdings bieten die starken Vorratslager eine gewisse Deckung. Da die Gesellschaft zurzeit in fast allen Abteilungen gut beschäftigt ist, kann damit gerechnet werden, daß die geplant« Sanierungsaktion das Unternehmen wieder auf eine gesunde Basis stellt. Deutsch-belgisches kohlenabkommen. Das Kohlensyndikat be- stätigt den Abschluß des deutfch-belgischen Kohlenabkommens. Die Unterzeichnung durch die Vertreter des Zchcinisch-Westfälischen Kohlensyndikats sowie durch die belgische Regierung ist vollzogen. Es steht lediglich die Zustimmung der deutschen Regie- r u n g aus, die aber zu erwarten ist. Die Lieferung beginnt am 1. September. Die Reparationslieferungen sind demnach bei Bei- gien, wie es ja bei Frankreich in ähnlicher Weife der Fall ist, in die Form von freien Verträgen gefaßt. Die Lieferungen er- folgen teils unmittelbar an die Verbraucher, teils durch den Handel. Di« verkauften Mengen werden über den Reparationsagenten ver- rechnet. »Ferngasversorgung weslsalen G.m.b.H." Di« in den letzten Monaten zwischen den kommunalen Verbänden der Pro- vinz Westfalen und der K o h l e n v e r w e r t u n g s- A.- G. Essen geführten Verhandlungen haben jetzt zu dem Ergebnis ge- führt, daß sich die betreffenden Gemeinden und Gemeindevorbände unter Führung der Provinz und maßgebender Betriebe mit den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen zu Dortmund zu einer Interesse ngemeinfchast„Ferngasversorgung Westfalen G. m. b. H." zusammengeschlossen haben. AI �H||iiU|— �KUKEKITHAL Sihc naue JflarkQ? Wein! Wapum den J2a.u.ch.en cUirxin, cNeußn/chetfiungen dauarnd venivtmen?/ DIE SLEIPNER 5Pf ift mLLd und doch nicht fade, voLLarjoma tifch und doch Leicht Sie iß aitbeujdhrt. ABATSCHARI öl FABRIK AG Sport. Rennen zu Strausberg am Montag, dem 15. August. 1. Rennen, i. Ofando(Walter Heuer). S. Valid(Derschug). 3. Fünf Mr(Ackermann). Toto: 24: 10. Platz: IS. SS. 17: 10. ferner liesem Theano. Staffelstem, Treuherz, Berefma, Ardoritm, VolkSrache. Feuemal, Daisy II. 2. N e n n e n. 1. Wlad«(O-rtel). 2. Blumenmädchen(Klotz). 3. Black Delvet(Aronzke). Toto: 35: 10. Platz: 10, 11. 10: 10. Fernerllesen: Brünne, Türkin, Azalie, Ocker.____ Z. Rennen. 1. Ritornell(M. Schmidt). 2. ArfiS(O. Schmidt). 3. Mohrenglück(Elflein). Toto: 49:10. Platz: 15. 12, 14: 10. Ferner Uesen: Manon, Fenja, Die Asrikanerin. Osterdingen. 4. Rennen. 1. Rache(Ackermann). 2. Engpaß(Walter Heuer). 3. Fechterin lOertel). Toto: 180:10. Platz: 17. 27, 14: 10. Ferner Uesen: Bubi, Thaihsia, Victoria, Nordsee._.. 5. Rennen. 1. Husdent(Hauser), 2. Laoloon(Walter Heuer). 3. Primavera(Eiöhorn). Toto: 25: 10. Platz: 14. 15, 38: 10. Ferner Uesen: Jitderim, Ozema. Filanda, Tippel, Karissima. 2. Mainberg(Jentzsch), Ferner Uesen: «. Rennen. 1. Rücksicht(O. Schmidt), 3. Octavio(Ludwig). Toto: 52:10. Platz: 15, 24. 23: 10. Floreftan, Arndt, König Lear, Kili, Fenelon. 7. Rennen. 1. MenelaoS(Bismark), 2. Maimorgen(Kukulies), 3. Werden(Häuser). Toto: 43: 10. Platz: 23, 42: 1<1 Ferner Uesen: Gaffel, Karo-Dame, Lusitania. Sozialistische flrbeitersugenü Grost-Serlla. Heute. Dienstag, IS. August. 19% Uhr. nlarbat.«_ Selm,». nosienschaft." Weddiag- »ruaaeavlatz: Schule Wiesen-, Ecke Pai brnaaen: Eotenburger Str. 2..Die Kons Nord: Heim See-, Ecke Turiner Straße..Einsichrung in den Sozialismus� — Fallölad: Schule Eberswalder Str. Id..ID-Minuten. Referate."— Schon. bauser Vorstadt: Schule Dricsener Str. 22. holländische Jugendbewegung.— Seneselder-Liertel: Schule Danziger Str. 23..Achtstundentag und seine gesetz. liche Regelung."— Schöncberg Ii Heim Hauptstr. 16..Berliner Humor."— Marieadorf: Alte Schul«. Dorfstr. 7.»Das jung« Deutschland und die SAZ." — Reulölla M: Heim Eteinmetzstr. U4..Volkshumor IM Klassenkampf."— Zleulölka IT; Heim Rsgakstr. 53...Die dduische Reichzverfailungck �- Neukölln V: Lyzeum Richardplatz..Rrlchsausschuß deutscher Hugendoerbände."— Renlölla VI: Schule Hertzbcrgplatz.„Unsere Iugendschutzforderungen."— Hermsdars: Schule Zioonstraße..Sozialdemokratie und Kommunisten.— Reillickeudars-Weft: Heim Seidclstraße. Iv-Minuten-Referate.— Köpenick: Heim Erllnauer Str. 5..FauN. Abend."— Neukölln I: Ab-ndspaziergang. Treffpunkt 1gf4 Uhr Polizeipräsidium.— Lichtenberg. Mitle,-Rord»ad»West: Heim Scharnweberstr. 2g. lieben der.Maschinenstürmer". Interessierte Ec- nosse» noch willkommen. Derbe bezirk Wapeu: Heim Zlosinenftr. 4. Werbebezirksvcrsammlrmg. Wetlerberichl der öffenMchen Melkerdienstskelle für Lerssn und Umgegend (Rachdr. verb.) Uiibesiändig und ziemlich windig mit Regensällen und leichter Abwhlung.— Für venlschland: Ueberall kühl mit zahlreichen Regen- schauern bei srischen westtichc» Winden. Nur«in Ha«,«ine, Gesicht wirkt anziehend. 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