Nr. 238. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Pretstifte für 1895 unter Nr. 7128. . Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 11. Oktober 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Der Alexianer- Prozek. tann, ist, daß es ähnlich, mehr oder weniger schlimm in lerzielten Ersparnissen erst recht unannehmbar anderen Frrenanstalten, geistlichen und weltlichen, zugeht, fein. Bahlreiche Sparkassen hätten einen großen Theil ihrer Der Aachener Meineidsprozeß hat mit der Frei- und daß die Enthüllungen über Mariaberg nicht sowohl die Kapitalien in vierprozentigen Anleihen angelegt; eine Herab sprechung der Alexianerbrüder Heinrich und Frenäus ge- besondere Untauglichkeit geistlicher Jrrenpflege bewiesen, als fetzung des Zinssußes dieser Anleihen müsse alsbald auch die endet. Das Schwurgericht kam zu der Ueberzeugung, daß die dem Volke die Augen geöffnet haben für die dringende ihnen verwalteten Ersparnisse der fleinen Leute herabzusehen. Sparkassen- Verwaltungen zwingen, den Zinsfuß für die von Verdachtsgründe, die gegen die beiden geistlichen Herren Reformbedürftigkeit des Frrenwesens überhaupt. geltend gemacht wurden von der Anklagebehörde, nicht ausreichten, um ein Schuldig" zu begründen. Wir sind vollkommen einverstanden mit diesem Wahrspruch. Wir meinen, daß selbst dann, wenn noch weit plausiblere Gründe und Zeugenaussagen gegen sie vorgebracht Politische Uebersicht. Der Staat habe weit eher ein Interesse daran, gerade diese fleinen Kunden der Sparkassen durch einen leiblich hohen Zinsdfuß zum regen Sparen anzufeuern und damit die Kapitalbildung erleichtern. Nicht minder würde durch eine ZinsBerlin, 10. Oktober. herabfezung die gemeinnüßige Thätigkeit der Stiftungen aum Unter dem Septemberkurs. Der, Bolts wille" in Schaden vorzüglich von Wittwen und Waisen gelähmt. Diese worden wären, doch die Freisprechung hätte erfolgen Hannover meldet: Sozialpolitischen Nachtheile ließen sich durch die ausschließlich müssen, falls auch nur bei einem Theil der Geschworenen Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr fand in den Druckerei finanziellen Bortgeile der Zinsherabsetzung nicht ausgleichen. Der Zweifel an der Schuld der Angeklagten sich geregt hätten. räumen des Volkswille" schon wieder einmal eine Fürst erklärte, er fönne ein angebliches Recht der Steuerzahlers Zweifel an der Schuld der Angeklagten sich geregt hätten. aussuchung und Beschlagnahme statt. Es handelte auf eine solche zinszahlung so lange nicht anerkennen, als nicht Wir meinen, die Rechtssicherheit verlangt, daß nur die sich um die Nummer 235. Auch hierin soll angeblich wieder eine durchaus feststehe, daß der Zinsfuß dauernd gesunken sei. Hier allerzwingendsten Gründe zu einer Verurtheilung führen majestätsbeleidigung enthalten sein. Beschlagnahmt wurden zirka von seien wir indeß noch weit entfernt." dürfen. Besser, daß zehn Schuldige freigesprochen, als ein 200 Exemplare. Erst einige Tage vorher war dem verantwortlichen Die Verftöckerung der konservativen Partei macht Unschuldiger verurtheilt wird. Redakteur, Genossen Thielhorn, die Anklageschrift bezüglich erfreuliche Fortschritte. Einer nach dem anderen von den Wenn uns trot unseres völligen Einverständnisses mit der Nummer 212, in welcher gleichfalls eine Majestäte beleidigung Widersperstigen würgt jetzt den Stöcker herunter. So dem Urtheil des Aachener Geschworenengerichts ein enthalten sein soll, zugegangen. In Haft wegen angeblicher bitteres Gefühl dabei überkommt, so rührt das daher, Majestätsbeleidigung befindet sich Genosse Thiel horn. Nach hatte die" Kons. Korresp." anfangs sich über den Stöckerdaß ein anderes Urtheil uns vor Augen steht, das nicht dem er aus bestimmten Gründen am Dienstag Abend dem Brief mißfällig geäußert. Jezt erklärt sie: Wunsche des Staatsanwaltes teine Folge geben fonnte, hat sich Wie recht wir hatten, als wir vor einigen Wochen hervor. freisprach von der Anklage auf Meineid, sondern fünf Genosse Thielhorn am Mittwoch Mittag freiwillig in die Arme hoben, man werde, bevor man ein abschließendes Urtheil über Männer auf Jahre ins Zuchthaus schickte, deren Unschuld der Gerechtigkeit begeben. Hoffentlich dauert die Untersuchungs- den Stöcker'schen Brief sich bilden könne, gut thun, die von uns und ihren anderen Genossen sonnenklar ist, deren Ge- haft nicht so lange, wie die des Genoffen Rauch, da ja bei unsern Herrn Hofprediger Stöcker angekündigten Darstellungen ab schick aber selbst politischen Gegnern als ein unverdientes beiden Genossen ausgeschlossen ist, daß sie sich der etwaigen zuwarten, geht aus nachstehenden Säßen derselben hervor: erschienen ist und ihnen Worte achtungsvoller Theilnahme Strafe durch die Haft entziehen würden. Man hat so heißt es in dem dritten Aussage Stöcker's in der Deutschen Evangelischen Kirchenzeitung" den Satz: abgerungen hat. merkt der Kaiser, daß man zwischen ihme und B. Bwietracht fäen will, so stößt man ihn zurück" so aufgefaßt, als hätte ich diefe Zwietracht fäen und den Kanzler stürzen Ich kann ver= sichern und beruse mich dafür auf alle meine näheren politischen Freunde, daß ich niemals, trotz der größten Meinungsverschieden heiten in inneren und kirchlichen Fragen, den Abgang des Fürsten gewünscht habe. Immer habe ich geglaubt, daß er wie ein Feldmarschall des Zivildienstes bis an sein Lebensende in feinem Amte bleiben würde." Wir afzeptiren diese Erklärung halten damit die Sache für abgethan." und halten damit die Sache für abgethan." och 5 Haft Aus Arnstadt in Thüringen geht uns folgende Mußten die Brüder Heinrich und Frenäus freigesprochen Privat- Depesche zu: werden weit überzeugender noch trat die Schuldlosigkeit von Schröder und Genoffen zu tage. Daß indeß die Das Reichsgericht hat den Strafantrag wegen Alexianer Heinrich und Frenäus in die Freiheit verrath abgelehnt; die Genossen sind aus der zurückkehren, Schröder und Genossen ins Zucht- entlassen. haus wandern, das ist der Lauf der Welt, dieser Diese Depesche kann sich nur auf die sieben Genossen Welt des Kapitalismus, der Klassengegensäge, die beziehen, deren Verhaftung regen Flugblattverteilung n:: auch persönlich wohlwollende Leute verblenden fönnen gestern mittheilten. In der Thüringer Tribüne" war anbis zum blindwüthigen Haß, der feine edele Regung gegeben, ihre Inhaftirung fci wegen angeblichen Verstoßes dem Gegner mehr zugesteht, der von vornherein ihn jeder Schandthat fähig hält. Weye, wenn aus solchen Stimmungen heraus Urtheile gefällt werden! gegen§ 131( Aufreizung zum Klassenbaß) erfolgt. Nach der Depesche muß indeß die Staatsanwaltschaft thatsächlich Hochverrath gespürt haben, da sorst das Reichsgericht nicht hätte in Funktion treten können. 11 " " " " " Wer durch Schrift oder Wort oder durch Hergabe von Geld auf den sozialdemokratischen Umfturz der gegenwärtigen Gesellschafts- Ordnung hinarbeitet, kann auf Lebensdauer des Landes verwiesen werden, wenn er oder seine Vorfahren erst durch Gesetz oder Naturalisation die deutschen Staatsbürgerrechte erlangt haben." Ich glaube es, weil es absurd", hatte einst der heilige Augustinus als Leitwort für den wahren Gläubigen aufgestellt. Ich afzeptire Stöcker's Ausrede, weil sie absurdWie glühendes Eisen in das lebendige Fleisch bohrt und mir in den Kram paßt", ist der Hintergedanke der sich dem Schuldlosen ein verurtheilender Richterspruch in Ueber die Ausweisung Dr. Ellenbogen's ans Konservativen Korrespondenz". Nur weiter so! Wir die Seele hinein. Und mit ihm empfinden gleich peinvoll Breslau theilt die Breslauer Volkswacht" mit: freuen uns über jede solche Erklärung. bios? diesen Seelenschmerz alle, die sich sagen müssen, daß die" Genosse Dr. Ellenbogen aus Wien wurde beim Betreten Ein nenes Mittel zur Ausrottung der SozialOpfer eines solchen Urtheilsspruchs diesem Schicksal verfallen des Kongreßlokales polizeilich fiftirt. Man führte ihn auf das demokratie hat ein sächsischer Antisemit, Herr Glöß, sind, weil sie gleiche Gesinnungen mit ihm hegen. Jeden Sozial Polizeipräsidium und forderte von ihm Legitimationspapiere. Die- demokratie hat ein sächsischer Antisemit, Herr Glöß, entdeckt. Die Staatsbürger- Zeitung" veröffentlicht das demokrat trifft es, wenn einer seiner Gesinnungsgenossen felben sollen nun, nach der Meinung der Breslauer Polizei, ungenügend deshalb schuldig gesprochen wird, weil dessen sozialdemo- fein und sie verfügte darauf, daß Genoffe Dr. Ellenbogen, der Arcanum Glöß' mit feierlichem Ernft der Mitwelt, wofür fratische Gesinnung den aus anderen Gründen hergeleiteten gestern früh die Grüße der österreichischen Genossen überbrachte wir dem geschätzten Mundstück des antisemitischen Philister Schuldverdacht zur Schuldgewißheit bei den erkennenden und seine furze Rede mit einem Hoch auf die internationale thums unsern tiefgefühlten Dank aussprechen; wir tommen Sozialdemokratie schloß, noch heute Nachmittag Breslau und dadurch in die Lage, unsern Lesern in dieser ernsten Beit Richtern steigert. den deutschen Boden überhaupt zu verlassen habe. Wir erinnern durch Mittheilung der Glöß- Rezepte einige heitere AugenUnd so oft ein ähnlicher Vorgang, ein gleichartiger daran, daß bei Gelegenheit des polnischen Parteitages unfere blicke bereiten zu fönnen. Die Juden sind natürlich wie Rechtsfall Angeklagte aus bürgerlichen Kreisen, Angeklagte Polizeibehörde den Genossen Dr. Leser Krakau ebenfalls aus: an allem Bösen, so auch an der Sozialdemokratie schuld. von nicht sozialdemokratischer Anschauung zur Freisprechung gewiesen hat." Deshalb erklärt denn auch Herr Glöß: führt wegen ungenügenden Schuldbeweises, wird die Wunde Der kleine Mann" als Kapitalist erscheint dem" Der Jude fühlt sich ja in allen Ländern zu Haufe; warum frisch aufgerissen. Bernarben wird sie nicht, als bis eine Fürsten Hohenlohe, Kanzler des Deutschen Neiches, foll man ihm denn nicht auf gesetzlichem Wege den Fortgang neue Rechtsordnung Sicherheit gewährt vor rechtsirrthüm- schutzbedürftiger, als der kleine Mann als Arbeiter und aus einem angeblich kulturwidrigen" Reich erleichtern? Man lichen Klassenurtheilen. Konsument. Dieses interessante Eingeständniß findet sic) in fann aus staatsrechtlichen Gründen jede antijüdische Spike in Das ist die Betrachtung, die sich uns zunächst auf einer Erklärung, die der alte Herr einem Interviewer der der Fassung dieses Gesetzes vermeiden und es doch spezifisch zwingt bei Erwägung des Meineidsprozesses gegen die Kölnischen Zig." auf die Frage gegeben hat, ob es wahr antisemitisch wirten laffen. Es könnte vielleicht fo lauten: Alexianer. Doch es ist nicht die einzige. sei, daß regierungsseitig eine Ermäßigung des Kleritale Blätter haben wiederholt die Freisprechung der Binsfußes für die vierprozentigen oder gar beiten Geistlichen von der Beschuldigung des Meineids so breieinhalbprozentigen Reichs- und Staatsgedeutet, als ob damit auch alles entkräftet würde, was tonsole geplant sei. von Herrn Mellage über die Zustände in der geistlichen Fürst Hohenlohe," heißt es da,„ verhehlte seine Be= Frrenanstalt Mariaberg mitgetheilt und durch mehrtägige denken gegen die Umwandelung nicht. Er sagte, die Frage Die Deutschen verdienten Prügel, wenn sie sich ihren mühsam Gerichtsverhandlungen in dem gegen Herrn Mellage von den tönne unmöglich vom rein finanziellen Gesichtspunkte aus an- aufgebauten Staat von eingewanderten Asiaten ruiniren ließen. Alexianern angestrengten Beleidigungsprozeß nachgewiesen gesehen werden, es sei auch die wirthschaftliche und finanz- Die Ausweisung von 50 bis 100 notorischen Mühlern unter den wurde. Das ist eine völlig unberechtigte Schlußfolgerung. politische Lage und nicht minder die sozialpolitische Wirkung Juden würde eine Panik in der Sozialdemokratie hervorrufen In dem Meineidsprozeß handelte es sich um ein paar In dem Meineidsprozeß handelte es sich um ein paar einer solchen Maßregel in betracht zu ziehen; wie lange und vor allem einen gewaltigen Burückgang der Parteimittel zur ganz nebensächliche Aussagen der beiden angeklagten die augenblickliche Geldfülle andauern werde, sei nicht zu über- Folge haben. Denn wenn der Jude sieht, daß er selbst nicht Brüder. Sie hatten unter Zeugeneid bestritten, bei irgend deren Förderung der Staat und das Reich jedenfalls unbedingt ganze Sache als" höchst uninteressant" an den Nagel hängen. Brüder. Sie hatten unter Zeugeneid bestritten, bei irgend fehen, an der Börse fänden augenblidlich Preistreibereien statt, mehr eine eitle Rolle in der Partei spielen kann, wird er die einer Gelegenheit irgend welche Aeußerungen gethan oder vermeiden müßten. Auch habe der Staat ein lebhaftes Interesse Sodann ist es nothwendig, daß der Kaiser sich die Handlungen begangen zu haben. Man ist nach dem daran, daß zumal das kleinere Publikum seine Kapitalanlagen Rt a bb iner sämmtlicher deutschen Großstädte, Ausgange des Meineidsprozesses vollständig berechtigt, zu nicht in ausländischen Werthen, sondern in sicheren heimischen von Berlin, Hamburg, Frankfurt, Madgdeburg, Breslau, Leipzig, bestreiten, daß jene Aeußerungen gefallen, jene Handlungen Staatswerthen mache. Jede Zinsherabseßung solcher Werthe Chemnitz, Mannheim, München 2c. tommen läßt und begangen find. Aber wird damit irgend etwas entkräftet, schädige zum mindeflen für einige Beit die vornehmste fie auf's schärffte veranlaßt, daß sie durch Synagogens was sonst über die Zustände in Mariaberg ans Tageslicht große sozialpolitische Gesichtspunkt für nahme Sicherstellung kleiner Ersparnisse. Vor allem aber sei anschlag ihre Gemeindebrüder vor einer Theil. der große sozialpolitische Gesichtspunkt für nahme an der Sozialdemokratie warnen. Es gekommen ist? Sicher nicht. die Entschließungen der kaiserlichen Regierung maß ist höchst auffallend, daß, während die katholische und proKein Mensch hat das Recht, die beiden Brüder gebend. Eine Herabsetzung des Zinssußes für die testantische Geistlichkeit durch Wort und Schrift ihre Angehörigen Heinrich und Frenäus des Meineids zu bezichtigen. schon ausgegebenen 4 prozentigen Konsole treffe vielfach vor dem Eintritt in die unchriftliche Sozialdemokratie warnen, Aber hat es deshalb keine schmutzige Station in weitgehend und hart den kleinen Mann, der auf grund die Rabbinerschaft bisher nicht eine einzige Rundgebung gegen Mariaberg gegeben, teine Straf- Gintauchungen gefesselter dieses Zinsertrages seiner Ersparniffe hoffe, einen rubigen die Sozialdemokratie hat verlauten lassen, obschon fast die ganze Kranker in falte Wasserbäder, bis die Blasen aufstiegen? Lebensabend zu genießen und durch die Zinsherabfegung in einer sozialdemokratische Presse und Druckheftliteratur von Juden geIst der schottische Geistliche Forbes etwa nicht ge- für ihn nicht wieder gut zu machenden Weise in seinen ein- fchrieben wird." waltsam der geistlichen Frrenanstalt zurück- fachsten Lebensbedürfnissen beeinträchtigt werde. Wenn man Daß besonders der letztere Wunsch des Herrn Glöß, gehalten worden, trotzdem Brüdern selbst im Reichstage es schon für ausgeschlossen die kaiserliche Mahnrede an die versammelten Rabbiner, in den kleinen Erfüllung gehe, darum möchten auch wir gebeten haben. für genug geistig gesund galt, um ihnen die Messe lesen zu mann das Glas Bier oder die Pfeife einer wenn auch minimalen Türkische Angstmaßregeln. Aus Konstantinopel Das ist doch alles sogar zugegeben worden. Das Steuererhöhung zu bedenken, so müsse eine wird depeschirt: einzige, was man aur Entschuldigung der Brüder vorbringen Binsherabsehung an den mit schwerer Arbeit Einige Schiffe mit Munition find nach den Dardanellen abtönnen? in er den erkläre, mit Rücksicht auf Zabak mit gegangen, wo mit der Zegung von Minen begonnen wird. Außer, hat, vor dem Generaltrach keine Ahnung von Hammerstein's 1 dem zur Inspizirung und Instandsetzung der Dardanellen Be- dolofer Handlungsweise gehabt zu haben, sagt er in einer Erlichen Lehrer an den städtischen Realschulen geht auf Antrag Die Vorlage, betreffend die Besoldungsordnung ber ordent feftigungen entfandten Marschall Fuad Pascha wurde auch nach flärung in der Konservativen Korrespondenz" weiter: Schwalbe an einen Ausschuß. der Besika- Bai ein Generalstabsoffizier zur Anlage neuer Batterien Wenn es ferner der liberalen Presse beliebt, den Frei- Am 8., 9. und 11. November finden die Ergänzungsbeordert. herrn von Hammerstein als Parteiführer zu bezeichnen, wahlen zur Stadtverordneten Versammlung Diese Maßregeln zum Schuße der Hauptstadt Tassen so ist das auch nicht zutreffend. Freiherr von Hammerstein statt. Magiftrat übermittelt das Tableau der für diese Wahlen darauf schließen, daß in türkischen Regierungskreisen ein batte als Chefredakteur des größten fonservativen Organs zu bildenden Unterabtheilungen der räumlich zu großen oder an ernsthaftes Eingreifen der Großmächte, vielleicht auch eine durch diese seine Stellung naturgemäß einen weitgehen- Wählerzahl zu umfangreichen Wahlbezirke und ersucht um die Flottendemonstration befürchtet wird. Die türkischen den Einfluß. Ein Parteiführer auf politischem Nominirung von je 2 Beisigern und 2 Beisiger- Stellvertretern für Staatsmänner richten sich wohl auf alle Eventualitäten ein. Gebiete war er aber nicht, noch weniger auf jeden zu bildenden Wahlvorstand. Die türkische Regierung weiß, daß unter der christlichen Betheiligung an den Arbeiten der Fraktion eine viel zu geringe." beamte behufs Vorbereitung von Vorschlägen überwiesen. Dazu war schon seine Die Vorlage wird dem Ausschuß für unbesoldete GemeindeBevölkerung ungeheurer Gährungsstoff aufgehäuft ist und Ja, werthgeschäßter Herr Graf, das hilft nun wirklich nicht, In Sachen der Verbreiterung der Schlesischen Straße daß sie nicht sicher ist, den muselmännischen Fanatismus zu wenigstens vorläufig nicht. Noch verschwimmt die Aera auf der nördlichen Seite Grundstücke resp. Vorgärten von zügeln. Bei der energischen Haltung Englands und den Hammerstein nicht im Nebel. Sie werden es vorläufig felbft Heckmann, Rahlbaum und Cuvry Erben hat der Magistrat gegen die Türkei gerichteten Plänen Rußlands faßt man nicht einmal die Landpastoren glauben machen, daß Herr die in voriger Sizung bereits mündlich vorgetragenen Gründe in der Umgebung des Sultans wohl auch die Eventualität v. Hammerstein tein Parteiführer war. Es sprechen doch zu für seine ablehnende Haltung auch noch schriftlich zueines Krieges ins Auge. viel Beweise dafür, daß er mehr galt in der konservativen gänglich gemacht. Stadtv. Rosenow beantragt dem entgegen Partei, als die sämmtlichen Fraktionsgrafen zusammen.- die nochmalige Anbahnung von Verhandlungen mit den Besizern resp. im Falle des Scheiterns derselben die Einleitung des Enteignungsverfahrens. Stadtv. Spinola will die ganze Angelegenheit in einem Ausschusse vorberathen wissen. Dänemark. Zur Verfolgung Wullschlegers durch dentsche Gerichte. Die Freiburger Straffammer verhandelte am Sonnabend gegen den in Basel erscheinenden Vorwärts", und zwar auf Ein- Kopenhagen, 10. Oftober. In der heutigen Sigung des iehung der Nummern 207 und 209 dieses Blattes. Der Ge- Folkethings brachte der ehemalige Präsident des Folkethings, ichtshof erkannte die Anklage für begründet an und hielt sich Amtsrichter Krabbe( Linke- wild) die in der Eröffnungssigung ür zuständig, ein Urtheil zu fällen, da im Bezirk Lörrach die am 7. Oftober angekündigten Anträge, betreffend en de betreffenden Nummern Verbreitung gefunden hätten. Nach dem rungen der Verfassungsurkunde, ein. Denen Urtheil find die betreffenden Nummern wegen Beleidigung des zufolge sollen die Erlasse provisorischer Bewil deutschen Raisers einzuziehen, mit Beschlag zu belegen und das ligungsgesete verboten werden, und ein nach Verfahren gegen den verantwortlichen Redakteur einstweilen ein- dem Berhältniß der Mitgliederzahl Mitgliederzahl beider Reichstags zustellen. häuser gewählter gemeinsamer Dreißiger- Ausschuß zur Ent Bekanntlich ist gegen den Redakteur des Blattes, den Ge- fcheidung etwaiger finanzieller Streitfragen zwischen beiden noffen Wullschleger in Basel, ein Steckbrief erlassen worden. Rammern eingeführt werden. Dieser Ausschuß wählt durch das Unter den badischen Genoffen herrscht die Meinung, der Steck Loos feinen Obmann, dessen Stimme bei Stimmengleichheit entbrief sei nur darum erlaffen, um Wullschleger, eine bewährte scheidet. agitatorische Kraft, während der Wahlperiode( zum Landtag) von Die Christenverfolgungen. Gin dem Blatte badischem Gebiet fernzuhalten. Missions catholiques" aus Hantau zugegangenes Schreiben vom 27. Auguft meldet, die Christenverfolgungen hätten sich auf die neuen Provinzen Chinas ausgedehnt; die Missionsgebäude in Nantschang seien zerstört, die Christen theils ermordet, theils verwundet worden. Türkei. " 1 In der Debatte bezieht sich Stadtsyndikus Meubrint wiederum auf die enormen Aufwendungen, welche diese Verbreiterung in Anspruch nehmen würde, betont nochmals, daß die Breite des Fahrdamms durchweg 12 Meter sei und der Bürgersteig fast durchweg 4,5 Meter und nur an einer Stelle 4 Meter Breite habe, und sucht nochmals nachzuweisen, daß weder er noch der Magistrat jemals an eine Verbreiterung auf der Nordseite gedacht haben. Die früheren Beschlüsse der Versammlung seien durch den Magistrat in vollem Umfange ausgeführt worden; was der jezige Antrag Rosenow verlange, fei ein Novum. Zum Schluffe stellt der Magistrats Vertreter eine lange Reihe von Verkehrsanlagen zusammen, welche der Magiftrat mit Rücksicht auf die Ausstellung 1896 genehmigt resp. felbst vorgeschlagen habe, die aber ohne diese Veranlassung " nie"() gemacht worden wären. Der Basler Vorwärts" bemerkt zu dem Verfahren gegen feinen Chefredakteur: Stadtv. Spínola hält Ausschußberathung mit Rücksicht Gine Preßtlage ist uns nicht zugestellt worden und wir auf die finanzielle Tragweite des Antrages auch geschäftswolffen jetzt noch nicht, auf welche Artifel resp. Aeußerungen ordnungsmäßig für unerläßlich und wünscht den Ausschuß heute die Klage fich stützte. Immerhin ist das Verbot bestimmter bereits durch den Vorstand ernannt zu sehen. Zur Sache selbst Nummern eines auswärtigen Blattes im Deutschen Reiche tann er die Nothwendigkeit Die Unruhen. Es wird nun auch in Ronstantinopeler der Berbreiterung nicht wenigstens gesetzlich, während die steckbriefliche Verfolgung eines nach der ausländischen Gesetzgebung gar kein Werbrechen, unter Hauptstadt Demonstrationen und Zusammenstöße stattgefunden 100 000 m. statt der veranschlagten Million, die Bauplatzsteuer Ausländers für ein im Auslande begangenes Verbrechen", das Meldungen zugestanden, daß noch in anderen Orten als in der einsehen. Auch die Finanzlage der Stadt warne vor dem Zuviel auf diesem Gebiete. Die Umsatzsteuer habe bis jetzt erſt allen Umständen ungefeßlich ist. Wohl aus diesem Grunde hat haben. die Freiburger Straffammer das Verfahren gegen Redakteur Wull- offiziell bekannt gegeben, man beschränkt sich blos auf die Rosenow auf; er spricht von„ Ausstellungsfanatifern", nennt es Die Anzahl der getödteten Armenter ist noch immer nicht noch gar nichts ergeben. schleger, wenn auch nur einstweilen", eingestellt, b. h. einstellen Weldung, daß bis Sonntag dem armenischen Patriarchate ein Berbrechen", auf diesem Wege die Steuerkraft der Bürger Stadtv. Kalisch tritt ungemein lebhaft gegen den Antrag müssen. Wir sind übrigens von diesem Entscheide noch nicht ganz 83 Leichen übergeben wurden. befriedigt, wie wir denn überhaupt schon vorher entschlossen waren, bie Sache weiter zu verfolgen und nöthigenfalls mit Die Botschafter der Mächte unternahmen am Mittwoch noch mehr anzuspannen( wofür er vom Vorsteher gerügt Unterstützung der schweizerischen Bundesbehörde uns gegen die beim Großvezier Kiamil Pascha neuerdings Schritte, um die wird) und verlangt, daß mit diesen Bewilligungen endlich ungefeßliche Verfolgung eines Schweizer Bürgers durch deutsche Räumung der andauerud von Flüchtlingen gefüllten Kirchen zu ein Ende und durch Verwerfung des Antrags Rosenow Behörden zu verwahren. Die im Gerichtsurtheil erwähnte Ber- veranlassen, wobei sie der Pforte ihre Unterstügung anboten, um mit diefem Ende ein Anfang gemacht werden müsse.( Große breitung der genannten zwei Nummern des Vorwärts" im zur Beruhigung der Geflüchteten, die ohne Garantien für ihre Heiterkeit.) Sein Antrag geht auf Uebergang zur Tagesordnung. Bezirke Lörrach fann, falls eine solche überhaupt stattgefunden weitere Sicherheit die Kirchen nicht verlassen wollen, bei zur Tagesordnung gesprochen, wird der Antrag Ralisch a b Nachdem Stadtv. Wohlgemuth gegen den Uebergang hat was wir bezweifeln- nur eine sehr unbedeutende gewesen Ministerberathungen im Yildiz Kiost stattgefunden, zutragen. In den letzten zwei Tagen haben wiederholte ab= gelehnt. Schließlich geht der Antrag Rosenow an einen sein." auch der auf die Verbalnote der Botschafter vom 6. d. M. zu Ausschuß, nachdem noch der Stadtv. Vogtherr auf die BeDer madagassische Feldzug der Franzosen hat ertheilenden Antwort gegolten haben dürften; diese Antwort sonderheit hingewiesen, daß die lange Liste des Stadtraths gerade feinen vorläufigen Abschluß gefunden. Heute lief in Paris wurde für heute angekündigt. beweise, was alles der Magistrat für den Osten nicht gethan Erlasse an die Polizei, die offizielle Meldung ein, daß die Hauptstadt von Mada- Gendarmerie, Armee und Marine, an welche Patronen hätte, wenn nicht die Ausstellung gewesen wäre. gastar, Antananarivo( beutsch: tausend Dörfer), am pertheilt wurden, inftruiren fie für ihre Amtshand30. September von den Franzosen eingenommen wurde daß sie mit größter Gerechtigkeit vorzugehen, unbetheiligte Leute ungen und den etwa zu leiftenden Beistand dahin, und daß am 1. Oktober ein vorläufiger Friedensvertrag, unbelästigt zu lassen und von Schußwaffen nur bei Angriffen über dessen Inhalt noch nichts bekannt ist, abgeschloffen gegen fie Gebrauch zu machen haben, oder wenn die Bevölkerung wurde. Der Sieg hat den Franzosen ungeheure Opfer an Schußwaffen anwendet, in welchem Falle ste Jeden niedertheilt in einem Aufrufe die Meinung eines in einer katholischen Von der Agitation. Das rheinische Agitationskomitee Menschenleben und an Geld gekostet. Tausende bezahlten zuschießen haben. bas kolonialpolitische Abenteuer mit lebenslänglichem Gegend thätigen und erfahrenen Parteigenoffen mit, wonach es China bei der Agitation auf den 3 Siechthum, das sie sich in den madagassischen Fiebersümpfen Das japanische Beispiel scheint nun das ver- ist, wenn man auch den Geistlichefern vertebrt und Polizisten geholt haben. So vollkommen die Bewaffnung der französischen meldet aus Wladiwostot: Shanghaier Blätter bestätigen, der heißt es in dem Aufruf, ist es zwar eine Genugthuung, dies zu zopfte China zur Nachahmung zu zwingen. Die„ Nowoje Wremja" eine Agitationsschrift ins Haus trägt. Vielen Genossen, Truppen war, so ungenügend war für die Verpflegung, Kaiser von China habe seine Zustimmung zum Bau einer Eisen- thun, um auch solchen Leuten zu beweisen, daß wir uns Fortschaffung und ärztliche Pflege der Truppen gesorgt. bahn von Shanghai über Sutchou, Vouthfi(?), Tchipkian(?) durch kein Hinderniß abschrecken laffen, die Agitation zu Die französische Regierung jubelt über ihren triegerischen nach Nanting gegeben. Ein geheimer Erlaß befiehlt, es solle mit selbst in solchen Streifen au agitiren, so hat die Erfahrung betreiben. Das ist aber fehlerhaft. So gut es scheinen mag, Erfolg, fühl urtheilende Politiker wissen aber, daß mit der Ein- dem Bau der Bahn unverzüglich begonnen werden. Außerdem zu nahme der Hauptstadt Madagaskars die Opfer nicht erschöpft foll eine Universität nach europäischem Muster in Tientsin gefind. Madagaskar hat einen größeren Flächeninhalt als gründet und viele Vorbereitungsschulen im nördlichen China erFrankreich. Das Innere des Landes ist gebirgig, die richtet werden. Küsten sind sumpfig; so wird eine große Truppenmacht von Frankreich aufgeboten werden müssen, um das mit schweren Opfern Errungene auch zu behaupten. Frankreich hat nun sein zweites Tonking. Dem französischen Bolte werden da wohl bald die Augen durch die Opfer für die kolonialpolitischen Abenteuer ihrer Staatsmänner übergehen. Deutsches Reich. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 10. Oktober, nachmittags 5 Uhr. In den Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage betr. die Berlegung der sog. Kirchhofstraße in der Hafenhaide ist auch der Stadtv. Herzfeldt gewählt. Aus der engeren Wahl zwischen den Stadtvv. Giese und Dr. Ruge geht mit 52 von 90 Stimmen der erstere als Mitglied der Deputation für die Krankenanstalten hervor. Schluß gegen 8 Uhr. Partei- Nachrichten. doch gelehrt, daß, sobald ein Geiftlicher oder ein Polizist Renntniß erhält, daß von unserer Seite Agitationsschriften vertheilt wurden, diese Leute bei der Landbevölkerung von Haus zu Haus gehen und die Schriften wieder abholen. Und sie haben in der Regel auch Glück damit. Die Autorität, die der Geistliche und der Polizist auf dem Lande genießen, sorgt dafür, daß der Landmann die verlangten Schriften wieder herausgiebt. Unsere Agitation ist also in solchem Falle stets vergeblich gewesen, Geld und Mühe umsonst geopfert. Eine stark besuchte Wählerversammlung in Mannheim, in der die La.ibtags- Kandidaten Geiß und Dreesbach sprachen, wobei letzterer die von den Rüdtianern gegen ihn ver breiteten Verdächtigungen eingehend und unter stürmischem Beifall als unbegründet erwies, nahm einstimmig zwei Resolutionen an, die beide befagen, daß die Versammlung den beiden Kandidaten, Der Bundesrath überwies in der Sigung vom 10. Oktober verschiedene Vorlagen den zuständigen Ausschüssen, Die Borlage betr. die Aenderung der Fülleitungen au namentlich aber Dreesbach, trotz aller Berleumdungen ihr volles und zwar: den Entwurf einer Berordnung wegen Abänderung der den Heizsystemen des Polizeipräsidial: Gebäudes Vertrauen ausspreche, mit Zuversicht dem Ausgang der Wahl Berordnung vom 18. April 1888 über die Kantinen der Beamten ist von dem fünfgliedrigen Ausschuß einstimmig angenommen entgegensehe nnd mit aller Energie für die beiden Kandidaten und Unterbeamten der Reichs- Poft- und Telegraphenverwaltung worden, obwohl anerkannt wurde, daß, nachdem inzwischen das intreten wolle. betriebe.= " und der Reichsdruckerei, ferner den Entwurf betreffend die Aus- Polizeifoftengeset ergangen, in diesem Falle bereits Verjährung Sur Angelegenheit Dreesbach contra„ Badische Landesdehnung der Invaliditäts- und Altersversicherung von Haus vorliege. In der heutigen Debatte befürworten die Stotzeitung" bringt unser Mannheimer Bruderorgan, die„ Boltsgewerbetreibenden der Textilindustrie und den verordneten Sachs II. und Frenzel mit ausdrücher stimme", eine Mittheilung, die wir hier folgen lassen, weil sie Entwurf einer Bestimmung über Abänderung der Bekannt- Bezugnahme auf das Verhalten des Fistus gegenüber der Stadt- bas bereits Bekannte in mehreren Punkten ergänzt. Die„ Boltsmachung vom 5. Februar 1895, betreffend Ausnahmen von dem gemeinde in allen analogen Fällen die Ablehnung der Vorlage, stimme" schreibt: Verbote der Sonntagsarbeit im Gewerbe- die vom Bürgermeister Kirschner vertheidigt wird, während" Das Material" der„ Landeszeitung" ift endlich in die Stadtv. Meyer Zurückverweisung an den Ausschuß verlangt. Deffentlichkeit gekommen, aber nicht durch die Landeszeitung" Die Versammlung beschließt in legterem Sinne. - Von Herrn Pastor Göhre liegt ein Lebenszeichen sie hat, durch die Presse des ganzen Landes gezwungen, vor uns, aus dem hervorgeht, daß der gährende Most des einft längs des linken üfers des Spreeschleusen- Kanals von der Wall- nofsen Dreesbach bei der Staatsanwaltschaft denunzirt, dadurch Die vom Magistrat geplante Artadenanlage auf dem endlich den von uns vorgeschlagenen Ausweg ergriffen und Ge maligen breimonatigen Fabritarbeiters fich in den milden Weinstraße bis zur Gertraubtenbrücke herzustellenden Fußwege ist von hätte des behäbigen Seelentröfters abgeklärt hat, dem darum sie noch eine Gnadenfrift Don einigen Tagen zu thun ist, mit aller Welt in Frieden zu leben, mit Hoch und dem betr. Ausschuß mit 9 gegen 4 Stimmen abgelehnt worden. gerettet, die über den Wahltag hinaushalf hinaushalf sondern Niedrig, besonders mit Hoch. Bei einem Vortrag des Pastors Im übrigen hat sich der Ausschuß mit der vorgeschlagenen ander der ,, Badische Landesbote" ind Der Badische Be Raub über die sozialen Pflichten des landwirthschaftlichen weiten Anordnung der Normaluferlinie, mit der Anlegung des obachter" haben ihr die Schmach angethan und sind ihr zuvorArbeitgebers hatte er den Vorsitz und gab nach einem Berichte Fußgängerweges felbft, sowie im Prinzip mit der Festsetzung gekommen. Das Material" ist mehr als dürftig, weil es bas„ Bolt" in der Diskussion folgende Worte frommer Weisheit neuer Baufluchtlinien für die Grundstücke Spittelmarkt 1 und 2 einfach erlogen ist. Es ist on Herrn Dr. Rüdt und bas„ Bolt" in der Diskussion folgende Worte frommer Weisheit und für die nördliche Seite der Wallstraße bis Nr. 92/93 einver- feinen Mannheimer Anhänger zusammengetragen und soll auch von sich: standen erklärt. Das Referat erstattet Stadtv. Wohlgemuth. dem Mannheimer„ Generalanzeiger" angeboten, von ihm aber " Die Pastoren müssen eine sozial versöhnende Thätigkeit Ein Gegenantrag des Stadtv. Bergemann will die Ablehnung der zurückgewiesen worden sem. Erste Antlage bildet die Beschuldientwickeln. Der Arbeitgeber auf dem Lande ist gar nicht im Vorlage und die Verlegung der Bebauungsgrenze bis an das Üfer, gung, Dreesbach sei in eine Familiengeschichte, die sich in Frankftande, die ihm vom P. Rauch auferlegten sozialen Pflichten sodaß die Fläche des Spittelmarktes auf der nordöstlichen Seite die ent- furt abgespielt haben soll, sehr blosstellend verwickelt gewesen. zu erfüllen, weil seine Noth zu groß ist. Aber diese Noth ist sprechende Verbreiterung um 5,75 Meter erfahren würde. Nach Das Material für diese Beschuldigung hat der bei Werle u. eine Rache der Weltgeschichte für die jahrhundertelange Unter der Ansicht des Referenten würde dieser Antrag im Ausschuß Hartmann beschäftigte Schloffer Peter Müller, der Sohn des drückung der Unterthanen durch die Grundherren. Es handelt mit großer Mehrheit abgelehnt worden sein, da sich dort für den bekannten Peter Müller herbeigeschleppt. Er hat eigens deshalb fich heute darum, ob das dem Landarbeiter aufdämmernde Plan der völligen Beseitigung der Häuser auf jener Seite des eine Reise nach Frankfurt gemacht und ist in die Familie, wo sich die Selbständigkeitsgefühl in die geordneten Bahnen einer all- Spittelmarktes feinerlei Sympathie gefunden habe, dieser Antrag Sache abgespielt hat, eingedrungen, um sich die Beweise zu ver mäligen Entwickelung oder in die Wege der Sozialdemokratie aber geeignet sei, jenem außerordentlich kostspieligen Plane Vor- schaffen. Infolge deffen fab sich das betreffende Familienoder des Ahlwardt'schen Antisemitismus gelenkt wird. Das Jdeal der Stumm'schen Gruppe der Evangelisch- Sozialen, zu der schub zu leisten. oberhaupt vor einigen Tagen, als es von den Angriffen auf Nach kurzer Debatte, in welcher Stadtv. Bergemann Dreesbach hörte, veranlaßt, an Dreesbach einen Brief zu schreiben, ich mich rechne, ist: im Often folche ländliche Zustände zu schaffen, für seinen Antrag, Stadtv. Kyllmann für den Ausschuß- in welchem die ganze Geschichte als Erfindung wie sie zwischen Elbe und Rhein find. In diesem Sinne antrag eintritt, während Stadtv. Reiß statt des Fußweges eine bezeichnet der gesunden Mischung von Groß- und Kleingrundbesitzer ist Fahrstraße für nothwendig erklärt, wird die Vorlage nach dem Unterschlagung wird. Die zweite Anklage lautet auf auch das vielfach mißdeutete Wort zu verstehen: Das Land der Ausschußantrag angenommen. von Unterstützungsgeldern, die zur Zeit Masse. Die Neubesiedelung des ganzen großen Oftens mit der 1882er Waffersnoth gesammelt wurden. Das Material Heinen fräftigen Existenzen würde unser ganzes nationales Lohmühlenweg und Schlesischem Busch längs der Anilinfabrik senior. Gegen diese Anklage werden wir das AbrechnungsDer Erwerb der zur Anlage einer Verbindungsstraße zwischen stammt von den beiden Peter Müller, junior und Leben mit neuem Blut erfüllen, ohne den gesunden Großbefis, erforderlichen Böschungsfläche des oberen Freiarchengraben im protokoll veröffentlichen, das noch vorhanden, von einer wo er nöthig ist, au zerstören." Umfange von 586 qm für 20 M. pro qm wird beschlossen. Zum Teufel ist der Spiritus, das Phlegma ist geblieben! Anzahl der angesehenften, noch lebenden Parteigenossen bestätigt Ein Antrag der Stadtvv. 2ü ben u. Gen., betr. die An- ist und Dreesbach den Dank der Kommission. für seine um. Graf Mirbach Sorquitten, der bekannte Staats- ftellung von Verfuchen behufs eft ftellung der Preis- fichtige und uneigennüßige Thätigkeit ausspricht. Die fireich- Trompeter, verleugnet den entfernten Bruder Hammerstein, unterschiede bei Steinkohlen- und Kokes- dritte Anklage lautet auf Betrug. Ihr Urheber ist Herr so weit das jetzt schon möglich ist. Nachdem er für fich erflärt feuerung gelangt ohne Debatte zur Annahme. Dr. Rüdt. Dreesbach soll sich in seiner Eigenschaft als Land tagK-Mgeordneter Ihm«icht zustehende Elsenbahnfuhrten-Ver« gütungen haben auszahlen lassen. Das ist eine Lüge. welche das Direktorium des Landtags und die Generaldirektion ver badischen Bahnen zu jeder Zeit widerlegen können. Dreesbach hat, so lange er Reichstags-Abgeordneter war, von dem ihm als solchen zustehenden Recht Gebrauch gemacht und Karlsruhe als zweiten Wohnsitz bestimmt, weil es häufig vorkam. daß er von Karlsruhe direkt nach Berlin fuhr. Das ist mit Wissen und im Einverstnndniß der Generaldirektion der badischen Eisenbahnen erfolgt. So lauge Dreesbach seine Eisenbahn-Fahr karte als Reichstags-Abgeordneter inne hatte, hat er Eisenbahn Fahrkarten-Bergütungen weder beansprucht, noch erhalten. Be weis der Herr Bureaudirektor des Landtages.— Das sind die Anklagen, das find die Beweise, das sind die Zeugen der„Landes Zeitung"!" Ans Württemberg. Die Gründung eines neuen Blattes wird von den Mitgliedern des Heilbronner Vereins„Vor- wärts" zum 1. November geplant. Das Blatt soll wöchentlich erscheinen und den Titel führen:„Schwäbische Volksstimme". Die nm 29. September in Lauffen abgehaltene und von 33 Delegirten besuchte Pa r t e i k o n f e r enz des 3. württembergischen Reichstags- Wahlkreises hat sich einstimmig und mit aller Entschiedenheit gegen die geplante Gründung erklärt. Das Unternehmen sei ein in jeder Beziehung gegen die Partei gerichtetes Bestreben und man erachte es als Pflicht, nur für das Organ der Sozialdemokraten Württembergs, die„Schwäbische Tagwacht" zu agiliren und für dessen Ausbreitung mit allen Kräften zu arbeiten. Der Vorstand der württembergischen Landesorganisation wird aufgesordert, eine dementsprechende Erklärung zu erlassen. Polizeiliches, Gerichtliches:e. — Strafmandate aus Breslau flattern jetzt gar bis ins Ruhrrevier. Dieser Tage ging verschiedenen dortigen Genossen ein Strafmandat vom Polizeipräsidium in Breslau über 13 M. zu. Sie sind beschuldigt, in der„Breslauer Volksmacht"„eine össent liche Kollekte ausgeschrieben und zur Beisteuerung von freiwilligen Spenden zum besten der Familien der im sogenannten Essener Meineidsprozesse Verurtheilten aufgefordert zuhaben, ohne vorher die Genehmigung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Schlesien eingeholt zu haben".— Unser Breslauer Parteiorgan hat aus der„Rheinisch- Wests. Arbeiter- Ztg." den Aufruf des Unterstützungskomitees abgedruckt und dafür sollen nun die Komiteemitglieder je 15 M. zahlen. Es ist selbstverständlich gerichtliche Entscheidung beantragt. —„Groben Unfug" soll der verantwortliche Redakteur der Breslauer..Volksmacht". Genosse Z a h n. in 2 Fällen verübt haben. Erstens dadurch, daß in der„Volksmacht" die Parteigenossen einer Stadt in der Provinz ersucht wurden, ihren Bedarf an Zigarren bis auf weiteres nicht von einer Fabrik zu decken, deren Arbeiter sich wegen Lohnabzügen im Streik finden. Zweitens durch eine Notiz, wonach eine Breslauer Zigarrensabrik gesperrt und jede Nachfrage nach Arbeit zu ver- meiden ist. Wäre es nicht einfacher, fragt die„Volksmacht", das Koalitionsrecht gleich ganz auszuheben? — Die Strafkammer in Bern bürg sprach den Partei genossen Karl Schulze von der Anklage frei, in einer am 30. März in Sondersleben abgehaltenen Versammlung nach An gäbe des überwachenden Gendarmen flch der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht zu haben. Der/Angeklagte hatte als Entlnstungs zeugen einen Amtsrichter und einen Schutzmann geladen. Diese erklärte», daß sie die inkriminirte Aeußerung nicht gehört hätten. Auch der Gendarm, der vom Vorsitzenden sehr eingehend ermahnt wurde, die reine Wahrheit zu sage», bekundete, daß er nicht im stände sei, zu behaupten, die Aeußerung sei wirklich gefallen. — Aus R u d o l st a d t bringt die„Franks. Ztg." folgenden Bericht: Vor dem hiesigen Landgericht sollte am 8. Oktober ein Nachspiel zum vorjährigen sozialdemo- kratischen Parteitagein Frankfurt n.M. verhandelt werden. Am 23. Oktober v. I. hatte der Barbier S e i g e in Pößneck auf dem Frankfurter Parteitage eine Rede gehalten. worin er ein Bild des meiningischen Fabrikinfpcktors zeichnete, der mit zwei alten Schimmeln durch das Land ziehe. Besagte Rede veranlaßte die meiningische Staats- regierung zu einer Zuschrift an die„Frankfurter Zeitung" sowie zur Stellung von Strafanträgen gegen die Herausgeber der von der Parteileitung veranlaßten Protokolle des Partei- tages und gegen den Redner selbst. Das Verfahren gegen die Herausgeber blieb erfolglos, weil Verjährung eingetreten war. Als nach verschiedenen Einrede» das Hauptverfahren eröffnet und die Verhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts auf Milte August festgesetzt war. traf einen Tag vorher aus— Bukarest eine mit dem Namen Seige unterzeichnete Depesche beim Gerichte ein des Inhalts, es sei dem Angeklagten wegen der weiten Entfernung unmöglich, rechtzeitig zur Verhandlung zu kommen. Selbstverständlich wurde der Termin aufgehoben. Unter den Zeugen, die abbestellt wurden, befand sich aber auch der Stenograph, der die Rede in Frankfurt auf- genommen hatte, und dieser war bereits abgereist, als die Ab- bestellung an ihn abging. Außer ihm erschien am Landgericht zur allgemeinen Verwunderung auch der in Bukarest geglaubte Angeklagte, dem es gar nicht eingefalle» war, nach Rumänien zu reisen. Er habe, so erklärte er, in Wien mit seinem Onkel zusammentreffen wollen, und dieser habe vorsorglich die Depesche abgeschickt für den Fall, daß es ihm nicht möglich sein wurde, rechtzeitig einzutreffen. Da die anderen Zeugen fehlten, so konnte natürlich die Verhandlung nicht statt finden, aber das Gericht erließ gegen Seige, um ähnliche Ver> fchleppungsversuche zu vereiteln, einen Hastbefehl. Das Ober- landesgericht, bei dem Seige Beschwerde einlegte, setzte ihn wieder auf freien Fuß. weil Fluchtverdacht nicht vorliege. Heute nun sollte die neue Verhandlung stattfinden. Vor Eintritt in die Verhandlung erhob Seige aber den Einwand der Befangenheit des Gerichtshofes, und da das Gericht nicht in eigener Sache Richter sein, auch eine neue Strafkammer nicht so rasch det werden konnte, so blieb nichts anderes übrig, die Sache zum zweiten Male zu vertagen und die .engen wiederum unverrichteter Dinge nach Hause zu schicken. — Während Parteigenosse Segitz, der Leiter des Nürn- berger Arbeiter-Sekretariats. auf dem Breslauer Parteitage weilt, ist bei ihm daheim ein Aktenstück eingelaufen, wodurch er als„Geschäftsführer eines Auskunftsbureaus" infolge einer Anzeige des Nürnberger Stadtmagistrats beschuldigt ist, seit einem Jahre fortgesetzt unbefugt das von ihm geführte Auskunfts bureau als„Arbeiterfekretariat der Stadt Nürnberg" bezeichnet, somit zufolge der hierdurch hervorgerufenen Täuschung des Publikums, als ob dieses Bureau eine behördliche Einrichtung des Stadtmagistrats Nürnberg bilde, für dasselbe„unbefugt einen Titel angenoninien" und dadurch sich gegen die Vor- schristen des g 360, 8 Str.-G-B. verfehlt zu haben, wofür er auf grund der angeführten Strafvorschrist und der tzZ 447 u. folg. der Reichs-Strasprozeßordnung unter gleichzeitiger Verurtheilung in die Kosten zu einer Geldstrafe von 30 M., welche für den Fall der Ilneinbriuglichkeit in eine Haftstrafe von 5 Tagen umzuwandeln ist, verdonnert wird. Dieser Betrag soll nebst den Kosten an die Gerichlsschreiberei des k. Anilsgerichls Nürnberg bis längsten? 20. Oktober bezahlt werden, ollein der biedere Fiskus wird sich, wie die„Fränkische Tagespost" gemüthsruhig ankündigt, schon etwas länger gedulden müssen.— Da sogar im übrigen Deutschland so ziemlich jedes Kind weiß, daß es am allerwenigsten der aus„Freisinnigen" und sonstigen„Liberalen" bestehenden Mehrheit der Nürn- berger Gemeindevertretung einfallen konnte, ein städtisches Institut für Arbeiterinteressen einzurichten, so ist die Behauptung, eS sei durch die Bezeichnung„Arbeitersekretariat der Stadt Nürnberg" eine Täuschung des Publikums hervorgerufen worden, unserer Ansicht nach mit sellener Gründlichkeit verfehlt. — Vor der Strafkammer in Stuttgart standen dieser Tage der Redakteur Geiger von der„Schwab. Tagwacht" und der frühere Schutzmann Wagner wegen Beleidigung des Etutt- gartcr Polizei-Jnspektors Kern. Das Vergehen geschah durch eine Notiz der„Tagwacht", worin mitgetheilt war, gegen Polizei Inspektor Kern sei von einem Rechtsanwalt die Einleitung des Strafverfahrens wegen fahrlässigen Falscheides beantragt worden. Geiger bedauerte, durch diese Notiz Kern beleidigt zu haben, der Mitangeklagte Wagner habe ihm aber mehrmals den Inhalt der Notiz als wahr bestätigt. Es kam hierauf ein Vergleich zu stände, wonach die beiden Angeklagten sich verpflichteten, sämmt- liche Kosten zu tragen; außerdem hat der Angeklagte Wagner noch 100 M. an die Ortsarmen-Behörde zu bezahlen. Soziale Lleberficht. Auch eine Land-„Idylle". Aus O b e r d oll end orf wurde der.Rheinischen Zeitung" geschrieben: Wir haben seiner- zeit berichtet, wie der frühere Gutsbesitzer Johann Lang von hier in einem Prozesse mit dem Grafen zurLippe um all sein Hab und Gut gekommen ist, und auf die von Herrn Lang darüber veröffent- lichte sehr interessante Broschüre hingewiesen. Lang nährt sich jetzt durch Orgelspiel. Zur weitern Verfolgung seiner Rechtsansprüche hat er das Armenrecht nachgesucht, wurde aber mit seinem diesbezüglichen Gesuch sowohl vom Bonner Landgericht wie vom Kölner Oberlandesgericht abgewiesen. Jetzt will er sich ans Reichsgericht nach Leipzig wenden. Das Landgericht in Bonn, das Oberlandesgericht in Köln und das Reichsgericht in Leipzig haben alle drei in der früheren Verhandlung der Sache erklärt. Lang sei mit unrecht subhastirt worden. Für den simpel» Verstand sollte die Folge davon sein, daß der Graf dem Lang sein Eigenthum zurückgeben muß. Das Kölner Oberlandesgericht verweist den Lang auf die Restitutions- klage, die in fünf Jahren verjährt ist. Allein Lang hat im vorigen Jahre erst die Akten von seinem Anwalt erhalten. Das Reichsgericht hat ein rechtskräftiges Urtheil noch im Jahre 1885 zu vollen Gunsten Lang's erlassen und Geheimrath Dorn, der der Anivalt des Grafen war, erklärte selbst, er müßte auch zugeben, daß der Graf dem Lang den Eigenthumstitel hätte geben müssen. Dafür wäre der Graf zum Schadenersatz heranzuziehen. Dazu erklärte das Reichsgericht: o nein, nicht allein zum Schadenersatz, nein, er muß auch dem Lang sein Eigenthum zurückgeben. Es ist, schreibt der Korrespondent der„Rhein. Ztg.", lebhaft zu wünschen, daß der in seinem Rechte und wohlerworbenen Besitze verletzte Mann in irgend einer Form Genugthuung erhalte. UoKslles. Znm Dnell deö Herrn Dr. Leipziger. Unsere geste ausgesprochene Bermuthung, daß Herrn Dr. Leipziger am Duell montag ein leicht erklärliches Unwohlsein befallen hatte, bestätigt sich in der That. Am Mittag noch hütete der bedauernswcrlhe Mann das Zinnner und erst am Abend war es ihm möglich, in seiner Redaktion zu erscheinen. Ungläubigen Gemülhern geben wir übrigens nochmals die Versicherung, daß der Fall sich Wort für Wort so verhalten hat, wie wir in unserer Dienstags- Nummer berichtet haben, und daß das Organ des Herrn Dr. Leipziger mit seiner unverfrorenen Behauptung, unsere Mit- theilung sei von Anfang bis zu Ende unwahr, eine dreiste Lüge ausgesprochen hat. für die nur die klägliche Verlegenheit, in der sich das Blättchen befunden, als Erklärung dienen kann. Daß die komische Dnellgeschichte des Herrn Dr. Leipziger namentlich in juristischen Kreisen hundertfache Aeußerungen des Spottes hervorgerufen hat, brauchen wir unseren Lesern wohl kaum zu versichern. Uever einen eigenartigen Fall von Nächstenliebe geht uns die folgende Mirtheilung zu: Am Montag dieser Woche verunglückte in der Schultheiß- Brauerei Tivoli der Arbeiter Julius S., der in der Potsdamerstr. 27 zu Charlottenburg bei seinem Bruder Heinrich S. wohnte. Irgend eine Nachricht über den Vorfall ging diesem seitens der Brauereidirektion nicht zu; der Bruder glaubte nicht anders, als daß in der Schultheiß- Brauerei wieder einmal Nachtschichten zu machen seien und daß Julius aus diesem Grunde nicht nach Hause käme. Als dieser sich jedoch bis znm Donnerstag nicht sehen ließ, machte Heinrich sich auf den Weg nach Tivoli. Nach langem Parla menliren mit dem seiner Zerberusrclle wohlbewußten Portier wurde er endlich ins Komptoir gelassen und dort erfuhr er, daß der Arbeiter Julius S. am Montag eine bedenkliche Verletzung am Fuße erlitten habe und nach der Unfallstation I gebracht worden sei. An eine Benachrichtigung des Bruders schien man, trotzdem die Adresse auf der Brauerei bekannt war, überhaupt gar nicht gedacht zu haben. Heinrich S. machte sich voller Be sorgniß auf den Weg nach der Wilhelmstraße. In der Unfall station angekommen, durchlief er eine Reihe Säle, ohne das irgend ein beamtetes Wesen ihn angehalten hätte, aber auch leider ohne Mittheiluiig über das Befinden seines Bruders zu bekomme». Endlich konnte eine Wärterin aus dem Kranken- buche die Auskunft geben, daß der Verletzte sich in der That in der Unfallstation in Behandlung befinde. Die Wärterin be- schwichtigte H. ob seines erklärlichen Unmuths und wollle gerade mit ihm zu dem Krankenbett des Bruders gehen, als ein Herr, anscheinend Arzt, den beiden in die Quere kam, nach der Uhr sah, und dann kategorisch erklärte, daß zur Stunde keine Sprech- zeit sei. Alles Remonstriren half nichts; ohne Auskunst über das Befinden seines Bruders zu bekommen, mußte Heinrich S. die Unfallstation verlassen, wenn er sich nicht der Gefahr aus- setzen wollte, wegen Hausfriedensbruchs belangt zu werden. So der Bericht, den wir unter Vorbehalt wiedergeben. Hoffentlich geben die betheiligten Faktoren über den Vorfall die entsprechende Aufklärung. Eine peinliche Szene spielte sich am Tonnerstag, Abend kurz nach 6 Uhr in der Lindenstraße vor dem Militär- Arrestgebäude ab. Zwei Soldaten mit aufgepflanztem Seiten- gewehr führten von der Jerusalemerstraße her einen jungen Mann heran, der seiner Kleidung nach dem Ärbciterstande an- gehörte. Eine große Menschenmenge umdrängte den Zug, sodaß er sich kaum vorwärts bewegen konnte. Als sich die kleine Pforte hinter dem Arrestanten schloß, hörte man einen markerschütternden Aufschrei:„Mein Sohn, niein Sohn!" Die Frau, die ihn aus- ließ, brach bei diesen Worten zusammen und wurde von einigen Herren aus der Menge aufgehoben und getröstet. Unter lautem Schluchzen brachte sie nur so viel hervor, daß ihr Sohn, nach- dem er ein Jahr abgedient habe, nach einem Urlaub nicht zu seinem Truppentheile zurückgekehrt sei, sondern sich bei seiner Schwester verborgen gehalten habe. Jetzt habe er sich, nachdem man ihn lange Zeit schon gesucht habe, freiwillig der Militär- behörde gestellt. Die Umstehenden suchten die Frau so gut es ging zu beruhigen und brachten sie an einen Pferdebahnwagen, den sie bestieg, um der sie immer mehr umdrängenden Menschen- menge zu entgehen. Derartige unliebsame Vorgänge ließe» sich leicht vermeiden, wenn man endlich, wie es schon so oft gefordert ist, auch die Militärgesangenen mit Wagen in den Arrest be- ördern wollte. Die Weiulcse ist seit Anfang der Woche in den herrlichen Weinbergen Grünbergs und der Mark im vollen Gange. Der Wein soll in diesem Herbst über alles Erwarten gut gerathen sein, o daß den wagemuthigen Trinkern, die das Getränk am Orte eines Ursprungs probiren, zum 1895er pro Glas nur drei Stücke Zucker Patt bislang fünf als Zugabe gereicht zu werden brauchen. DaS antisemitische„Witzblatt" Deutscher Michel ist wegen eines Artikels„Ein Monarchendiner bei Cohn u. Rosen- berg" beschlagnahmt worden. Durch lleberfahre« wurde vorgestern Nachmittag vor den Augen ihrer Großmutter die vierjährige Röschen Gotthels ge- nannt Borish, getödtet, die Tochter des Schuhmachers Andreat Borish in der Kleinen Markusstraße 5. Die Groß- niutter war mit der Kleinen zum Spielen auf der. Bürgerfteig hinabgegangen. Unversehens rutschte das Kind vor. der Bordschwelle auf den Straßendamm hinab, als gerade ei» schwerbeladener Kastenwagen vorübergefahren kam. Die Kleine siel so unglücklich, daß sie, obwohl der Kutscher im Schritt fuhr. mit dem Kopfe unter das linke Hinterrad gerieth. Der Kopf wurde vollständig zermalmt, so daß der Tod auf der Stelle ein- trat. Den Kutscher trifft keine Schuld. Infolge unglücklicher Speknlatione« hat sich der 49jährige Rentner S. Haas aus der Jnvalidenstraße in seiner Wohnung erhängt. Ein Opfer der Kolonie«. Dem klimatischen Fieber ist in einem hiesigen Krankenhause, das er um die Mitte August d. I aufgesucht hatte, gestern der Lieutenant a. D. Gäbe erlegen Gäde war nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienste als Pflanzer in Kamerun und auch in Deutsch-Ostafrika thätig. WitternngSiiberflcht vom 10. Oktober 1895. Wetter-Prognose für Freitag, den 11. Oktober 1895. Etwas kühleres, ziemlich trübes Wetter mit mäßigen nord- westlichen Winden, ohne unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts-'Jeikrntg. Die Friedrichshagener Schulverhältnisse, welche vor Jahresfrist am Orte einer so wenig schmeichelhaften Kritik unter» zogen wurden, erfuhren eine neue Erörterung durch eine Ge- richtsverhandlung, die sich gestern vor der I. Strafkammer beim Landgericht II abspielte. Angeklagt waren Genosse Arthur Stadthagen»nd der Genosse W a r t m a n n aus Friedrichs- Hagen, weil sie in der am 10. November 1894 dort abgehaltenen Volksversammlung durch ihre Reden die Gemeindeverwaltung in Friedrichshagen beleidigt haben sollen; Stadthagen hatte sich außerdem auch noch wegen Beleidigung des Landraths von Niederbarnim zu verantworten. Die betreffende Versammlung war einberufen, um gegen den Zustand zu protestiren, daß ca. 200 schulpflichtige Kinder seit Jahren nicht eingeschult sind. Die Angeklagten bestritten, daß sie in ihrer Kritik über das zulässige Maß hinaus gegangen seien. Genosse Stadthagen betonte, daß er aus Veranlassung der davon betroffenen Eltern die Nichteinschulung gerügt habe; seine Pflicht als Abgeordneter des Kreises und als Mensch habe ihn genöthigt, in der erwähnten Weise diesen Mißstand öffentlich zu geißeln. Wartmann macht geltend, daß für ihn ein besonderes Interesse vorlag, da sein eigenes Kind gleichfalls aus Mangel an geeigneten Schul- räumen des Unterrichts entbehren mußte. Die beiden Belastnngs- zeugen, Oberwachtmeister und Gendarm aus Friedrichshagen, bestätigten einzelne Punkte der Anklage. Ersterer verlas auf Antrag der Angeklagten seine in der Versammlung gemachten Notizen; durch deren Inhalt wurden mehrere Belastungs- punkte entkräftet. Darüber, daß eine Schulnoth bestanden habe und jedenfalls durch die öffentliche Kritik derselben in der erwähnten Versammlung etwas lebhaft besprochen sei. befanden sie sich im wesentlichen in Uebereinstimmung mit den Angeklagten. Als weiterer Zeuge war der Genosse Berkow- Friedrichshagen zugegen. Sein Stenogramm über den größten Theil der Versanimlung sprach erheblich zu gunsten der Angeklagten. Der Staatsanwalt be- tonte, daß Wartmann allerdings in Wahrnehmung be» rechtigter Interessen gehandelt habe, indessen sei die Form nach verschiedenen Richtungen hin beleidigend. Mit Rück- ficht auf die Unbescholtenheit Wartmann's beantrage er eine Geldstrafe von 100 M. Gegen den Angeklagten Stadlhagen ständen fünf Aeußerungen, eine falle davon aus; alle'übrigen seien schwer beleidigend, auch habe sich aus der Beweisaufnahme er« geben, daß ein gehässiger Ton hier und da hervorgetreten sei. Ziehe man die viele» Vorstrafen des Angeklagten wegen Be- leidigung in betracht, so müsse auf Freiheitsstrafe erkannt werden. Er beantragte einen Monat Gefängniß. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Heinemann legte in be- redter Weise dar, daß er eine Verurtheilung für ausgeschloffen halte, da sonst alle Kritik strafbar sein müßte. Der Schutz des § 193 stehe den Angeklagten im vollsten Maße zur Seite. Er kommt an der Hand der einzelnen dem Angeklagten zur Last gelegten Aeußerungen aus einer Reihe juristischer Momente zu dem Schluß, daß eine Freisprechung geboten erscheine. Der Angellagke Stadthagen benierkte weiterhin, daß der Gerichtshof Anlaß nehmen sollte, um derartige Anklagen in Zu- kunft zu erschweren, auch die Auslagen in diesem Falle der Staatskasse aufzuerlegen. Er hob insbesondere hervor, daß gegenüber den bewiesenen Mißständen die schärfste Kritik noch zu wilde gewesen iväre. Der Gerichtshof verkündete etwa um 8 Uhr das Urtheil dahin: Dem Angeklagten Wartmann steht zweifellos der Schutz des tz 193 in vollem Maße zur Seite. An drei Stellen sei er aber über eine berechtigte Kritik hinausgegangen. Mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigungen einerseits, dann aber auch auf die gute Absicht, von der sich der Angeklagte habe leiten lassen, sei auf eine Geldstrafe von 50 M. erkannt worden. Von den fünf Be- schuldigungen gegen Stadthagcn käme nur die eine, in der er von einer„unglaublichen Vernachlässigung" von einem groben Verstoß gegen die Gesetze", von einer „Ungeheuerlichkeit"»nd einem„himmelschreienden Unrecht" spreche, für den Gerichtshof in betracht. Bei der Strasabmessung sei erwogen, daß der Angeklagte von dem was er sagte. überzeugt sei. aber leicht erregt werde. Ferner feien die Mißstände durch die Beweisaufnahme erwiesen. Der?An. geklagte habe sich von idealen Motive» leiten lassen. bade immerhin ein gutes Endziel und eine Besserung der Miß- stände erstrebt; auch im großen und ganzen ziemlich maßvoll sich ausgedrückt. Andererseits aber habe er mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen doch vorsichtiger sein sollen, es sei deshalb auch gegen ihn unter Freisprechung von der Anklage der Be» leidigung des Landralhs auf eine Geldstrafe von 50 M. wegen Beleidigung der Friedrichshagener Gemeindeverwaltung erkannt. Eine unberechtigte Sistiru»!, sollte wiederum die schweren Folgen nach sich gezogen haben, welche gestern in einer Verhandlung vor der 135. Abtheilung des Schöffengerichts erwähnt wurden. Der Buchdrucker H. und der Posthilfsbote A. sollten sich des groben Unfugs und des Widerstandes gegen die Staatsgewalt schuldig gemacht haben. In der Stacht zum 10. Juni gingen die An- geklagten in etwas bierseliger Stimmung durch die Gartenstraße, als sie ein Zweirad bemerkten, dessen Besitzer sie nicht gleich entdecken konnten, weil dieser in einer Thürnische von seiner Braut Abschied nahm. H. that, als ob er das Rad besteigen wollte. Parteitag der Bauer 1. Die wirthschaftliche und politische Entwickelung macht eine Stellungnahme der Sozialdemokratie zur Agrarfrage nothwendig; da aber der bisherige Verlauf der Diskussion gezeigt hat, daß die Frage einer weiteren Prüfung und Klärung bedarf, sieht der Parteitag von einer bindenden Beschlußfassung ab und macht es den Parteigenossen zur Pflicht, durch Studium und Berathung der ländlichen Frage eine endgiltige Stellungnahme vorzubereiten. Zweitens nimmt der Antrag den Schlußantrag der Agrarkommission auf." Eberle Barmen: Ich hätte auch verzichtet, wenn nicht er wurde aber von seinem Begletter bavon zurückgehalten. Zu- 1 Däne sechs Tage spreche, der Deutsche noch den Sonntag zu versicherung häuft bie Reichsregierung soviel Geld auf, daß sie gleich kamen der Besizer und der Schuhmann Wiedenhaupt Hilfe nehmen müsse. Die dänische Sprache sei in den Vorträgen es zu billigen Zinsen abgeben wird. Auch das Werainzu. Wie die Angeklagten mit Bestimmtheit behaupten, hat geradezu verherrlicht und dadurch den Interessen des Staates sicherungswesen, wie es die Kommission vorschlägt, wird der Schuhmann den H. sofort mit Lump" angeredet; entgegen gearbeitet worden, welcher bestrebt sei, die deutsche sich als überflüssig erweisen. In anderen Fragen können und der Kommission zustimmen, hierüber seien sie beide empört gewesen und hätten mit Be Sprache in Deutschland zur Herrschaft zu bringen. Unzweifelhaft wir aber schwerde gedroht. Jezt habe der Schuhmann sie zur Wache gebracht. müßten unter den Umständen die Vereine als solche mit wird uns dankbar dafür sein. Wir dürfen den Bauernstand Als sie den dunklen Flur, der zum Polizeibureau führt, betreten politischen Zwecken angesehen werden. Die nun von 3. und nicht verkommen lassen, denn mit einem degenerirten Stande hatten, habe H. von dem hinter ihm gehenden Schuh- B. eingelegte Revision hat der Straffenat des Kammergerichts fönnen wir nichts anfangen. Wir müssen die Bauern gewinnen, manne einen so heftigen Fußtritt gegen das am 10. Oftober verworfen, indem es einen Rechtsirrthum nicht und deshalb bitte ich Sie, die Resolution Kautsky abzulehnen. Gesäß erhalten, daß er zu Boden gefallen sei. für vorliegend erachtete. In der That seien in den Versamm- Singer theilt mit, daß v. Elm seinen Antrag zurückNun habe er verlangt, daß der Beamte vorangehen solle, der- lungen der Vortragsvereine politische Gegenstände erörtert worden, gezogen und statt dessen folgenden Antrag eingereicht hat: felbe habe sich aber geweigert. Plöglich seien eine Menge Beamte und als Zweck der Vereine habe sich der erwiesen, das nationalaus dem Wachlokale gekommen, hätten die beiden Angeklagten dänische Empfinden zu pflegen. umringt und sie unter Schlägen und Püffen die Treppe hinauf in das Bureau gezerrt. Hier habe H. ruhig auf der Bank Plaz genommen und den Kopf vornüber gehalten, meil seine Nase von den Mißhandlungen ft art geblutet habe. Die Beamten hätten sie aber ohne Veranlassung in die Isolirsellen gezerrt, bis die Feststellung ihrer Persönlichkeiten erfolgt Die Gegner werden behaupten, daß wir dem Kleinfei. Die Beweisaufnahme dehnte sich auf die Vernehmung von bauern sein Arbeitsmaterial, sein Stückchen Land nicht sechs Schuyleuten aus. Der Echuhmann Wiedenhaupt bestritt, gönnen( Rufe: Oh!) und im Munde unserer Gegner bedeutet gerade Harm vorher geredet hätte, der Vertreter unseres Wahlden Angeklagten H. mit„ Lump" angeredet und ihm einen Fuß- die Diktatur des Proletariats nicht die ökonomische, nicht die kreises im Reichstage ift. Er hat blos seine persönlichen Meitritt versetzt zu haben, keiner von den Zeugen wollte die An- wissenschaftliche, sondern die Mistgabel- Revolution.( Wider- nungen vorgebracht. Nehmen wir die Vorschläge an, auch wenn geklagten geschlagen haben. Die letteren seien auf Anspruch.) Die Vorwürfe gegen die Agrarkommission richten sich sie nicht im Programım stehen, so ist das doch ebenso, als ob fie ordnung des Telegraphisten in die Einzelzellen gebracht in der Hauptsache gegen Dinge, die die Agrarfommission selber darin ständen. Wenn wir den Bauer als Besitzer, als Steuerworden, damit sie sich beruhigten. Entgegen der Ansicht des schon beseitigt hat. Wo bleibt da die Logik? Wir, die wir die zahler beschützen sollen, so ist das doch etwas ganz Neues. Wenn Vertheidigers, Rechtsanwalt Heine, daß die Sistirung der An- Partei der Bruderliebe sind, müssen in einer dem Landvolte man immer betont, daß man die Wahrheit deshalb wissen muß. geflagten unnöthig und unberechtigt war, und daher auch von sympathischen Weise uns auf seine Seite stellen. Lehnen wir des- weil man schon seit vielen Jahren in der Partei sei, so sind das einem Widerstande gegen die Staatsgewalt teine Rede sein könne, halb die Kautsky'sche Resolution ab.( Beifall.) Redensarten. vertrat der Gerichtshof die Anschauung, daß die Beamten sich in ihrem Rechte befunden hatten. Beide Angeklagte wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu je 20 m. Geldstrafe, H. außerdem wegen Unfugs zu 5 m. verurtheilt. # der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Schluß aus der 1. Beilage.) werden. = In einer persönlichen Bemerkung spricht Schoenlant: Genosse Kimmel hat behauptet, id, hätte eine Revision unserer Prinzipien für nothwendig erklärt. Davon habe ich nicht gesprochen. Ich habe nur Beweise zu erbringen versucht, daß wir unsere bisherigen Vorstellungen in der Agrarfrage, unsere Vorstellungen über die Revolution im richtigen Sinne dieses Wortes einer Revision unterziehen sollen. Damit ist die Diskussion geschlossen. Morgen haben die Referenten das Schlußwort und findet sodann die Abstimmung statt. Schluß 71/4 Uhr. Vermischtes. Arons Berlin: Für die Aufstellung des Entwurfs dürfte die Gewinnung unserer Parteigenoffen nicht der Grund sein. Wir haben auch in der industriellen Bevölkerung ziemlich bedeutende Kreise noch nicht für uns gewonnen, und doch soll das Programm gerade für die Industrie- Arbeiter passen. Die völlige Eine Rede, die der Zentrumsabgeordnete Nad byl Gewinnung des Industrie- Proletariats ist verhindert durch die Oppeln zur Begründung eines Antrages auf staatliche Beauf- mangelhafte Echulbildung und die uns ungünstige Gesetzgebung, die sichtigung der Versicherungs- Gesellschaften gehalten, hat mittelbar unsere Organisationen hindert. Diese Bildungs- und gefeßlichen ein Strafverfahren gegen die beiden Direktoren der Preußischen Schranken sind doppelt und dreifach, wo es sich um das LandRenten Bersicherungs- Anstalt zu Berlin, Hartung proletariat handelt. Diese Schranken müssen wir niederreißen und Engels wegen Beleidigung veranlaßt. Unter und dann werden wir auch die Mehrheit des ländlichen Proletariats den Beispielen, die der Abgeordnete Nadbyl zur Begewinnen. Es ist selbstverständlich, daß sich die Sozialdemokratie gründung feines Antrages heranzog, befand sich auch die als große Partei mit allen brennenden Tagesfragen energisch be Infolge eines technischen Versehens im Referate des Preußische Renten Versicherungsanstalt, ant welcher der fassen muß, und da stimme ich allerdings zum theil mit Schoenlant Dr. Quard folgen einige Abfäße nicht in der richtigen Reihen Redner eine herbe Kritik übte. Er brachte eine lange Reihe an überein, der da sagte, daß sich ein großer Doktrinarismus allzu folge. Auf Wunsch des Herrn Quarck stellen wir das fest. geblicher Mißstände in der Verwaltung dieser Anstalt zur Sprache, breit mache. Dieser Doktrinarismus ist aber nicht bei den bemängelte die Höhe der Verwaltungskosten, die Abfassung der Theoretikern zu finden, sondern überall, wo man in Punkten, die Jahresberichte und die Gruppirung der Bilanzen, behauptete, nicht genau im Programm berührt sind, auch nur einigermaßen daß die Anstalt ihre statutenmäßigen Versprechungen nicht von den Grundsäßen der Partei abweicht, man sofort als Ein grauenhafter Unglücksfall wird aus Köln berichtet: erfüllt habe und führte an, daß, wenn ein Privatmann Reformer gebrandmarkt wird. Wie die Kölnische Volkszeitung" meldet, ist am Mittwoch die in solcher Weise wirthschafte, dessen Verwandte be= In Theil III des Entwurfes ist fast nichts zu brauchen. Die Beckmann'sche Spinnerei in Bocholt eingestürzt. antragen würden, ihn unter Kuratel zu stellen, da im II. Theil aufgestellten Arbeiterforderungen sind nicht übel. Vierzig Arbeiter wurden unter den Trümmern er nicht im stande sei, die Folgen seiner Handlungen zu über- Ich gestehe, der Theil des Erfurter Programms, in dem begraben. Zur Hilfeleistung ist Militär aus Wesel mittels fehen. Diese Anschuldigungen suchten die Angeklagten in einem vom Arbeiterschutz die Rede ist, erscheint mir mangel- Sonderzuges eingetroffen. Bis Donnerstag früh waren 10 Todte " Zur Abwehr überschriebenen Flugblatt Punkt für Punkt zu haft und ich bin dafür, daß man diesen Theil einmal und 9 Verwundete geborgen. Die 20 noch Bermißten dürften widerlegen. Sie wiesen nach, daß ihre Geschäftsbücher jedem, gründlich revidirt. Ich wünschte dann aber, daß man todt sein. der von der Sache überhaupt etwas verstände, die Verhältnisse nicht scheidet Industrie und Landarbeiter, sondern ich der Anstalt völlig flar legten, und daß die Verwaltung möchte, daß alle Arbeiter einheitlich behandelt Aus Lemberg wird berichtet: Das Dorf Wyszabycze, durchaus den Ministerialerlassen entspreche. warf dem Abg. Nadbyl vor, daß er ohne Sachkenntniß Aus einer privaten Enquete der Bodenreformer über das Ge- alle Wirthschaftsgebäude sind vollständig zerstört worden. Ein Das Flugblatt David meinte, das Gemeinde- Eigenthum führt zum Sozialismus. Eigenthum des Reichstags- Abgeordneten Kranozki, ist vollständig niedergebrannt. 200 Gehöfte, das neu erbaute Schloß, sowie und ohne sich an Ort und Stelle zu unterrichten, leichtfertig un meinde Eigenthum fann ich Ihnen das Gegentheil beweisen. Knecht ist in den Flammen umgekommen. qualifizirbare Angriffe in die Welt geschleudert, Irrthümer auf Gine Gemeinde schrieb uns zurück, daß es ihr sehr gut gehe, Mißverständnisse gehäuft und die Aufgaben und Pflichten eines daß sie aber eine genaue Darstellung des öffentlichen EigenAbgeordneten verletzt habe 2c. 2c. Auf grund dieses Flugblattes thums nicht geben wolle, weil sie nicht wünsche, daß viele andere wurde gegen die genannten beiden Direktoren die Anklage wegen ihr diese Einrichtungen nachmachen. Eine zweite schrieb u. a. Beleidigung des Abg. Nadbyl erhoben. Das Schöffengericht er zurück, daß der größte Vortheil der Gemeinde- Einrichtung darin kannte f. 3. auf Freisprechung, indem es den Angeklagten den bestände, daß es in ihr feinen Sozialdemokraten gebe und geben Schutz des§ 193 zubilligte. Gegen das freisprechende Erkenntniß fönne. Durch die Hypotheken- Berstaatlichung, selbst wenn sie hatte der Nebenkläger die Berufung eingelegt und der Staats- nur in dem von Bebel angedeuteten Maße durchgeführt würde, anwalt beantragte gestern vor der 6. Strafkammer des Land- könnte nur eine ungeheure Liquidation herbeigeführt werden. gerichts I je 50 m. Geldstrafe, da nach seiner Meinung die Den kleinen brauchbaren Nest in Absatz 3 tönnen wir dadurch Schutzgrenzen des§ 193 überschritten feien. Die abermalige erledigen, daß wir ihn der Fraktion zur Berücksichtigung überDer lebende Briefkasten. In einer Straße des Londoner Verhandlung hatte aber das gleiche Ergebniß wie vor Südens hat sich vor kurzem folgendes nächtliche Joyll abgespielt. weisen. dem Schöffengericht. Der Gerichtshof hielt die Behauptungen von Elm: Für mich ist die Frage, die wir zu entscheiden Ein Soldat hatte furchtbar schwer geladen und fand endlich, nachdes Abg. Nadbyl nicht für erwiesen und eine unordentliche Ver- haben, eine Frage der Taktik und der Praxis. Unsere Partei dem er eine zeitlang versucht hatte, sich vorwärts zu bewegen, an waltung der Renten- Bersicherungs- Anstalt nicht für dargethan. ist feine fleine Sette mehr, sie muß zur Agrarfrage Stellung einem Laternenpfahl einen Stüßpunkt. Unbeweglich blieb er hier Die Angriffe feien scharf und die Angeklagten zu einer scharfen nehmen, die die Hälfte der deutschen Bevölkerung bewegt. Sie in seiner rothen Jacke stehen und schien warten zu wollen, bis die Abwehr befugt gewesen. Ihnen stehe der Schutz des§ 193 zur muß Stellung im Reichstage, im Landtage zu ihr nehmen. Bewegungen des Erdballs um die eigene Achse sich weniger bemerkSeite und aus diesem Grunde sei die Berufung verworfen. Natürlich dürfen wir keine Experimente machen. Ist die Frage lich machen würden. Da nahte sich ein älterer Gentleman, dem Auf Wunsch des Fräulein Anna Stubbe in Weißensee, noch nicht spruchreis, so müssen wir die Entscheidung vertagen. es auch nicht gelingen wollte, eine gerade Linie zu halten. Er Göbenstr. 24, theilen wir mit, daß diese Dame mit dem in dem Wollen wir die Erringung der politischen Macht nicht auf hatte zwei Briefe in der Hand und wollte sie offenbar in einen Prozeß Bigulla genannten Mädchen gleichen Namens nicht eine ferne Zukunft verschieben, so dürfen wir auf die Briefkasten werfen, der sich in England bekanntlich in etwa identisch ist. Unterstützung der ländlichen Bevölkerung nicht verzichten. mannshoher rothgestrichener Säule befindet. Der Gentleman sah Wir haben bereits Eingang gefunden, gerade bei Klein- nun die rothe Jacke des Soldaten und wurde durch deren Wenn ein Fremder über die deutsche Grenze kommt. bauern, die eine weit zuverlässigere Stüße in manchen Farbe zu der Vorstellung verleitet, daß er sich vor dem Aus Elberfeld wird dem„ Bolt" berichtet: Giner eigenartigen Kreifen sind, als die veretendeten Landarbeiter. Wir müssen die Briefſtänder befände. Zweimal fuchte er die Briefe in Majestätsbeleidigung wurde heute ein holländischer Kleinbauern zur Demokratisirung unserer Gesellschaft heranziehen, den Mund des Soldaten zu schieben, aber stets fielen sie Ackerknecht aus dem benachbarten Wülfrath von der hiesigen und wir ziehen sie heran durch eingehende Beschäftigung mit ihm zu Boden. Schließlich begriff der Soldat, daß er der Gegens Straffammer schuldig erkannt. Der Angeklagte befand sich am ihrer materiellen Lage. Um dem Bauern unser End- ſtand einer unliebsaten Verwechslung sei und begann furchtbar 27. Januar 1893 bei Gelegenheit der Kaisergeburtstags- Feier ziel begreiflich zu machen, müssen wir praktische Vor- au schimpfen. Darüber gerieth der ältere Herr so in Schrecken, in einem Wülfrather Gartenlokale, in dessen Mitte auf einem schläge machen; nur so fommen wir an ihn heran. Aus daß er schleunigst von dannen eilte, denn er dad te nicht anders, Postament die bekränzte Büste des Kaisers stand. Der dem puren Egoismus des Industrie- Arbeiters heraus will ich als daß der Briefſtänder plöglich zu reden begonnen habe. Der Holländer lief in betrunkenem Zustande gegen den Ständer den Kleinbauer gewinnen. Weil ich freies Wahlrecht, freie Soldat aber hielt auf seinem Posten aus. und schlug im Aerger darüber, daß sich ihm etwas in den Weg Koalition u. s. w. brauche, soll er sich meiner Partei anschließen. stellte, mit der Fauft gegen das Hinderniß, daß die Büste zer- Die Kautsky'sche Resolution ist die vollständigste Verwerfung und brach, obwohl ihm zugerufen wurde, das sei eine Kaiserbüfte. Abweisung der Agrarfrage. Wenn Schippel der Agrarkommission Nachträglich kam die Sache zur Anzeige. Der Angeklagte wandte ein, er sei damals erst kurze Zeit in Deutschland gewesen und habe die Büfte in ihrer Bedeutung nicht gekannt, auch den Zuruf mangels Sprachkenntniß nicht verstanden. Das Gericht ließ diese Entschuldigung nicht gelten und verurtheilte den Knecht zu zwei Monaten Gefängniß. Seemannslatein.„ Damals als wir im stillen Ozean kreuzten," erzählte der alte Kapitän, tamen wir eines Tages an einer Insel vorbei, die faktisch ganz roth schien von all den Summern, die den Boden bedeckten, um sich da zu sonnen." Aber bester Herr," fällt da einer ein, die Hummern werden doch erst roth, wenn sie gekocht sind." Das war gerade das Merkwürdige an der Geschichte," meint der unverbefferliche Kapitän, wir fanden es auch erst nach einiger Zeit heraus, die Insel war vulkanisch und hatte heiße Quellen." " Briefkasten der Redaktion. Schmölln, Maurerstreit betreffend. Die uns zugesandte Mittheilung kann nicht veröffentlicht werden, da sie der Beglaubigung durch eine Organisation ermangelt und auch keine Adresse des Absenders enthält. St. 765. Niemals. und erfahrenen Genossen Unwissenheit in der Agrarfrage vorwirft, so werden sie es nicht für einen Schimpf betrachten, wenn sie erklären: es ist noch nicht genügend Klarheit vorhanden, wir verschieben die Entscheidung um ein Jahr. Die meisten Delegirten haben sich in ihren Wahlverfammlungen festgelegt. Jetzt ist der einleitende Pafsus, der am meisten Widerspruch im Lande fand, O. B. 75. Wenden Sie sich an den Portier des Reichs zurückgezogen. Ist es denn so gefährlich, wenn wir ans Bolt tags und beachten Sie die Notiz im lokalen Theil der heutigen appelliren? Wir sind doch eine demokratische Partei. Gerade weil die Gegensäge in der Partei sich bei der Agrarfrage so schroff gegenüberstehen, muß uns veranlassen im Interesse der Gesammtpartei, flugerweise die Entscheidung zu verschieben. ( Beifall.) Nummer. Das Kammergericht beendete am 10. Oktober einen Prozeß politischer Natur, der in Nord- Schleswig ziemliches Aufsehen er regt hat. Die Herren Zachariasen und Brun, die Vorsteher zweier sogen. Vortragsvereine, waren seinerzeit vom zuständigen Für die Familien der im Effener Meineidsprozek Schöffengericht zu Geldstrafen von je 50 M. ev. Gefängniß wegen Verurtheilten gingen ferner ein: Verstoßes gegen die§§ 8 und 16 des Vereinsgeseges verurtheilt worden. Verein lustiger Seelen 2,-. Gesammelt am Biertisch in der Gleichzeitig wurde auch die Schließung der Vereine ausgesprochen. Hoffmann- Bielefeld: Ich bin der erste Westfale, der Franzftr. 6 3,-. Gesammelt von den rothen Rohrlegern Den beiden Angeklagten wurde zum Vorwurf gemacht, Frauens hier zum Wort kommt. Bon der Agrarkommission ist West Lychenerstr. 2/3 4,-. Sch., Rechtsanwalt und Notar 30,-. personen" in die Vereine aufgenommen zu haben, obwohl falen leider nicht berücksichtigt worden. Wir Bielefelder haben Rechtsanwalt ungenannt 4,50. Münchener Post" in München legtere die Erörterung politischer Gegenstände sin Ver- in der Landagitation viele und gute Erfahrungen gemacht; denn 240,-. sammlungen bezweckt hätten. Die Straffammer in Bielefeld ist sozialistisch, das umliegende Land dagegen Summa 283,50 M. Bereits quittirt 12 248,01 M.; in Summa Flensburg hatte dann auf die Berufung der An- von dem wir abhängen, ist gegnerisch. Und doch muß ich Ihnen 12 526,51 M. getlagten diefe freigesprochen, weil sie nicht für er sagen, daß wir mit dem Entwurfe der Kommission bei der Agi- C. W., Märchenbuch. Ende dieses Monats erscheint in wiesen hielt, daß in den Vereinsversammlungen politische Gegen- tation fo gute Erfolge erzielen würden, als nach unserer bis unserem Verlage„ Das Buch der Jugend" zum Preise von 2 M., stände erörtert worden seien. Der Straffenat des Rammerherigen Methode. Haben die Verfasser des Entwurfes recht, sind das dem angeregten Zweck entsprechen dürfte. gerichts gab jedoch der Revision der Staatsanwaltschaft sie wirklich revolutionär, dann wird es trot unseres Widerspruches statt und wies die Sache an die Straftammer wieder dazu kommen, daß wir uns mit der Agrarfrage beschäf in Riel. Diese entschied im Gegensatz zum zum Flens tigen müssen. Durch den Arbeiterschuß, der ist, stoßen wir burger Gericht zu ungunsten der Angeklagten. Das Urtheil die Bauern ab; Arbeiterschuß und Bauernschut vertragen i Depelchen und lehte Wien, 10. Oktober.( W. T. B.) Die Neue Freie Presse" wurde folgendermaßen begründet: Unbestritten sei, daß Zachariasen nicht.( Sehr richtig.) Nur die kleinsten Bauern sind zu ge. Die Blätter verlangen, daß die Regierung und Brun Frauen in die Vereine aufnahmen. Wohl sei nun nach winnen; denn sie sind keine Eigenthumsfanatiker. Den revolutio- meldet aus Athen: den Statuten der Zweck derselben die Förderung der Voltsauf- nären Einfluß des Bauernschutzes und der Aufrechterhaltung der angesichts der Lage im Orient den in den nächsten Tagen zur flärung und Volksbildung, in der That wären es aber politische alten Rechte bei den Bauern fann ich nicht begreifen; im Gegen. Reserve zu entlassenden Jahrgang unter den Fahnen behalte und Vereine, die dänische Interessen vertreten hätten. Nicht die Statuten theil mit bezug auf diese alten Rechte sage ich:" Es erben sich sofort ein Kriegsschiff nach Konstantinopel zum Schuße der aber, sondern was im Verein geschehe, sei bei Beurtheilung seiner Recht und Gesetz wie eine ewige Krankheit fort." griechischen Bürger entfende. Harm Elberfeld: Ich habe mir bereits gesagt: auch du Madrid, 10. Oktober.( W. T. B.) Den Zeitungen zufolge Zwecke maßgebend. So habe der Redakteur Gessen vom Flensburger Avis" in beiden Vereinen Vorträge über die deutsche rettest den Freund nicht mehr!( Heiterkeit.) Ich bitte ist davon die Rede, sechzehn transatlantische Packetboote kriegsSprache gehalten und bei einem Vergleich derselben mit der Sie aber, wenn Sie die Vorlage nicht annehmen, auch tüchtig zu machen und die alten Panzerschiffe Numanzia" dänischen die Ueberzeugung ausgesprochen, daß sich beide Sprachen die Resolution Kautsky abzulehnen. Geschehen muß in und, Vittoria" umzubauen. In den Staatsarsenalen herrscht eine Der Imparcial" glaubt, daß die Maßeigentlich gar nicht vergleichen ließen, da die deutsche ja nur der Sache etwas. Die Parteigenossen, die den Vorschlag auf rege Thätigkeit. ein Gezischele sei. Ueberhaupt habe sich Geffen in einer Weise Einsetzung einer Kommission vor einem Jahre lebhaft begrüßt nahmen für den Fall getroffen sind, daß die Vereinigten über die deutsche Sprache ausgelassen, daß die Zuhörer, lauter haben, wollen jetzt nichts mehr davon wissen. Wir würden nach Staaten die tubanischen Insurgenten als triegführende Macht Dänen, sich laut über dieselbe lustig gemacht hätten. Ihr habe meiner Ueberzeugung an dem ländlichen Bewohner ein Verbrechen anerkennen. " V sich " Machrichten. " er die dänische Sprache als das Vorbild eines Idioms ent- begehen, wenn wir ihn von uns stoßen. Ich bin absolut nicht Havanna, 10. Oktober.( W. T. B.) Der Kriegsrath gegen gehalten. Beispielsweise hätte er ihre Kürze hervor- mit allen Punkten der Vorlage einverstanden, so 3. B. nicht mit verurtheilte die Insurgentenanführer Amezaga und Rienital, gehoben und hämisch darauf hingewiesen, daß wenn der der Verstaatlichung. Jufolge der Alters- und Invaliditäts- ersteren zum Tode, letteren zur Zwangsarbeit. Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlaa von Mar Bading in Berlin. Sierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 338. Parteitag der sozialdemokratischen Partei Teutschlands. Breslau, den 10. Oktober 1895. Vierter Verhandlungstag. Vormittags-Sitzung. Der Vorsitzende Singer eröffnet die Sitzung um 9V» Uhr. Es sind mehrere Begrüßungsschreiben eingegangen, darunter eins von einigen Mitgliedern der Ferienkolonien, das mit großeiu Beifall aufgenommen wird. Lebhafte Heiterkeit erregt folgender, dem Parteitag übersandtcr Brief aus Leipzig: „Die Sozialdemokratie(richtiger Sozial- Anarchie) sollte vor allem ihre R o h h e i t ablegen! Beweis derselben: die rohe Kindererziehung. Die sozialdemokratische Verrohung der Schul- und Straßenjugend, zumal in Leipzig, der Geburtsstätte der Sozialdemokratie, ist geradezu himmelschreiend. Das wird der Ruin des deutschen Vaterlandes! Das ist die Frucht Eurer Arbeit!! Fluch Euch! Fluch! Die Partei der Anti-Anarchisten." Vor Eintritt in die Tagesordnung theilt Antrick namens der Mandatsprüfungs-Kommission mit, daß nachträglich Proteste gegen die Giltigkeit der Mandate von R ö h r l e- Heilbronn und G e h r- Bremerhafen eingelaufen seien. Da beide für giltig er- klärt und die Proteste verspätet eingelaufen sind, beantragt die Kommission, über dieselben zur Tagesordnung überzugehen. Die Versammlung stimmt dem Antrage ohne Debatte bei. Hieraus wird in die Tagesordnung(Fortsetzung der Berathung des Agrarprogramn, s) getreten. David- Gießen: Parteigenossen! Seitens Schippel's ist der Kommission im allgemeinen der Borwurf des Diebstahls ge- macht worden, und die Vorschläge, die die Kommission gemacht hat, sind von ihm unter der Devise„nichts als Diebstahl" ein- geführt worden. Zu diesen Vorwürfen muß ick einige Be- merkungen machen. Die Aufgabe der Agrarkommission bestand darin. Stellung zu nehmen zu den Fragen, die heute neben dem Ägrarwesen an der Tagesordnung sind und unsere Vorschläge sollen nichts anderes sein, als die Vorschläge für die Stellung, die die ganze Partei dazu einnehmen soll. Zunächst mußten ivir da die Wünsche kennen lernen, die heute bereits von anderen Parteien geltend gemacht werden. Soweit diese Vor- schlüge dem Interesse landwirthschaftlicher Kapitalisten und Unternehmer dienen sollen, mußten wir sie ausscheiden; was übrig blieb, mußten wir prüfen daraufhin, ob es nicht nur der Landwirthschaft in ihrer Gesammtheit, sondern auch der ge- sammten Bevölkerung zu gute kommt. Was dann noch blieb, waren die Fragen, denen wir positiv näher treten mußten. Wenn Sie erwartet haben, die Agrarkommission werde Ihnen das Produkt einer ganz neuen agrarpolitischen Phantasie vor- legen, dann allerdings haben mir Ihre Erwartungen getäuscht. Aber zu dieser Erwartung waren Sie nicht berechtigt. Im besonderen fühle ich mich verpflichtet, dagegen uns zu verwahren, als ob wir unsere Vorschläge vom Grasen Falken- Hayn gestohlen hätten, dessen Name ganz geschickt dazu benutzt wurde, die Vorschläge zu verdächtigen. Zunächst ist nicht das ganz« Programm von Falkenhayn entlehnt, das enthielt 15 Punkte; es handelt sich auch nicht einmal um einen ganzen Punkt, sondern um einen Passus in einem Punkte. Schippel hatte erwähnt, daß auch andere Dinge dem Falken- hayn'schen Gefetz entnommen seien,$. B. der Ankauf von Ge- treibe von den Produzenten direkt und noch anderes. Aber Schippel wird nicht behaupten wollen, daß das Dinge sind, die man nur an den Namen Falken- Hayn anknüpfen kann. Das sind Dinge, die in allen agrarpolitischen Programmen vorkommen. Falkenhayn's Vorschläge sind doch sehr bekannt, und man kann nicht davon sprechen, daß wir es verheimlicht hätten, daß wir das Programm von Falkenhayn entlehnt haben. Wir sind doch nicht so ein- fältig, daß wir Dinge, die seit Jahren diskutirt werden, daß wir die als unser Eigenthum reklamiren könnten. Ich will annehmen, unsere Forderung sei identisch mit Falkenhayn's Vorschlage des Ankaufs eines Gutes bei der Vcr- gantung durch die Gemeinde. Dieser Gedanke ist nicht jetzt»um ersten Male von den Süddeutschen vorgebracht worden, schon Genosse Vollmar hat im bayerischen Landtage ein Referat darüber gehalten; sein Referat ist als Sonderabruck als Bauern- agitions-Broschüre verbreitet worden. Es handelt sich also nicht uni Dinge, die im Schooß der Kommission geheimnißvoll behandelt worden wären. Aber der Name Falken- Hayn kann gegen die Vorschläge nicht ausgespielt werden; wenn wir alle die Dinge nicht wollen, die von unseren Gegnern stamme», dann hätten wir auch dßs allgemeine Wahlrecht zurückweisen müssen, weil es vom Blut- und Eisenmanne stammt. Schippel hat ja auch die Ansicht der Gegner für seine Meinung in Anspruch genommen, als er von der Waldstrcu sprach und sagte, daß die Bauern das Wald- streurecht selbst nicht wollen. Er hat sich an die Autorität der Männer gewandt, an deren Händen das Blut von Fuchs- mühl klebt. Wir sollen nun Anträge gestellt haben, die hinaus- laufen, das Privateigenthum der Bauern zu schützen. Das ist nicht richtig. Wir sagen nur, der Ankauf durch die Gemeinde und die Ueberlassung des Gutes an den früheren Bc- sitzer als Nutznießer soll den Nutznießer durchaus nicht im Privatbesitz erhalte». Aus taktischen Gründen wollten wir nicht von Pacht sprechen, denn Pachtverträge sind heute anrüchig, und wir find der Ueberzeugung, daß, wenn man einem Landwirth die Nutz- incßung giebt, doch die Pacht so stellen muß, daß ihm genügende Zeit bleibt, Verbesserungen zu mache» und zu er- halten. Also die Pacht soll über das Maß der heutigen Pacht hinausgehen, aber vor dem Schritt zum Privateigenthum haben wir Halt gemacht. Eine solche Pacht, wie ich sie gekennzeichnet habe, kann doch nie in Privateigenthum hineinwachsen. Falken- Hayn wollte mit seinen Vorschlägen die große Masse der kleinen Landwirthe hinter sich bekommen gegenüber der Arbeiterbewegung. Die Absicht, so etwas zu wollen, hat uns fern gelegen. Von den, Entwurf ist in unserer Vorlage nur ein Gedanke festgehalten, den wir unbeschadet unserer Prinzipien annehmen können, nämlich die Kleinbauern in eine einheitlich organisirte Wirlhschaftsordnung überzuführen. Die Vorwürfe von Schippel waren so ungerecht wie möglich. Ich will nicht in denselben Fehler wie er verfalle», und Vorwürfe wie Unverstand und Gewissenlosigkeit gegen ihn erheben. Ich überlasse es dem Urlheil der Genossen, auf wessen Seite hier der Unverstand liegt. Bezüglich des Waldstreurechts haben wir uns von wissen- fchaftlichen Grundsätzen leiten lassen. Schippel hingegen hat die Interessen der rationellen Forstkultur mit dem Interesse der Ge- sainmtheit, das Interesse des Fiskus mit dem des Volkes zu- faniwengeworfen, obgleich das zwei ganz verschiedene Dinge sind. Die Forstverwaltung ist eine staatskapitalistische Verwaltung. Die Holzkultur ist ihr die Hauptsache. Deshalb ist es ihr an- genehm, wenn der Bauer mit seinem Vieh aus dem Walde fern bleibt. Die Darstellung ihrer Beamten über die Forstkultur ist also einseitig, und kann nicht für uns maßgebend sein. Das fiskalische Interesse kommt nicht in Frage, wenn es sich um fürst- liche Jagdvergnügnngen handelt. Wohl aber tritt es sofort dem Bauern gegenüber in kraft, dessen Existenz an der Benutzung des Waldes kür kein Vieb gebunden ist. Freitag, den 11. Oktober 1893. Genosse Schippel hat sodann die Frage der Allmende aussührlich erörtert. Er zitirte ans Buchenberger die Ansicht, daß die Allmende zur Schollenkleberei führe. Ich sage hierzu: Die Allmendtheilhaber sind auch einsichtig genug, um zu wissen, ob es für sie sich lohnt, zu bleiben oder auszuwandern. Was die Lohndrückerci der Arbeiter betrifft, die aus Dörfern mit niedriger Lebenshaltung in die Stadt kommen, so wird sie viel schlimmer, wenn, wie Schippel will, durch Aushebung der Allmende und des Waldstreurechtes so und soviel bäuerliche Elemente vernichtet, aus ihrem Eigenthum vertrieben werden und nun nach der Stadt kommen, wenn wir den Zustrom der länd- lichen Bevölkerung so vermehren.(Beifall, Zwischenruf.) Es wird mir zugerufen: Das heißt revolutioniren! Ja, wenn die Lohndrückcrei revolutioniren wäre, dann wäre doch die ganze Thätigkeit unserer Gewerkschaften eine antirevolutionäre.(Sehr gut!) Sind denn die Gegenden, wo Hungevpreise gezahlt werden, der Boden, auf dem wir Gelegenheit zu revolutioniren haben?(Zuruf: A» die Scholle gefesselt!) Ja, bei dieser Fessel hat es der Kleinbauer doch jederzeit in der Hand, sie zu lösen, sobald er eingesehen hat, daß dies seinem Interesse entspricht. Was man jederzeit von sich schütteln kann, ist nach meiner Meinung keine Fessel. Was nun die Verstaatlichung der Hypotheken betrifft, so sagt Schippel, die Börse hätte den Vortheil davon. Nein, heute haben die Kapitalisten Vortheil davon, und der soll ihnen ja gerade genommen werden. Dem Genossen Oertel g-genüber, der ja selbst, soviel ich weiß, Hypothekenbesitzer ist, bemerke ich, daß nian eine Grenze für die erste, zweite oder dritte Hypothek festsetzen kann. Die Endgrenze kann einsuch da liegen, wo der eigentliche Werth des Gutes aufhört. Will man über den Werth des Gutes hinaus noch ein Geld- leihen ermöglichen, so kann nur Personalbeleihuiia erfolgen. Und auch hier ist man schon ans dem Wege, den Personalkredit zu organisiren und dieses an sich beschränkte Gebiet dem Wucherer zu entziehen. Genosse Kautsky ließ das Gespenst der Staats- sklaverei des Bauern aufmarschiren. Jetzt haben wir die Sklaverei des Privatkapitals, die unter Umständen direkt politischen Einfluß auf den Bauer ausübt. Ich erinnere an die Eschweger Wahl. Der Bauer ist eine viel demokratischere, Widerstands- sähigere Natur, als etwa der ostelbische Landarbeiter. Sollte es dem Staat einfallen, den Bauer mit den Hypotheken zu kujoniren, so würde es lebensgefährlich für den Landrath werden, in die Dörfer zu kommen, der Staat würde die Bauern selber revo- lutionire». Nun zur geforderten Vermehrung des Gemeinde- landes und zum Verbot des Verkaufs öffentlicher Lände- reien. Diese Forderung bezeichnet Schippel als Charlalanerien. Auch westeuropäische Sozialisten, die wir bisher nicht gewohnt sind, als Charlatane zu bezeichnen, stimmen in der Forderung der Vermehrung des Gememdelandes mit uns ei». Das Pro- gramm unserer französischen Genossen enthält diese Forderung und unser Genosse Vandervelde hat dies ebenfalls in seiner be- kannten Rede näher begründet. Unserm Prinzip entspricht ja diese Forderung auch voll und ganz, es könnte sich ja nur darum handeln. ob es jetzt schon an der Zeit ist, diese Forderung geltend zumache». Sie können also unsere Vorschläge annehmen, da sie sich in der Richtung bewegen, die wir einschlagen müssen. Uns wird vor- geworfen, wir wollen das Privateigenthum des Bauern ver- mehren, während wir doch lhatsächlich das Privateigenthum in Gemeinde- Eigenthum überführen wollen. Wir müssen dafür sorgen, daß heute nicht ein Besitzwcchsel, sondern eine Ueber- führung in Gemeinde- Eigenthum stattfindet. Ein Bauer. der zum Pächter von Land geworden ist, ist für uns infolge der wirthschastlichen Vorbedingungen viel leichter zu gewinnen, als wenn er Eigenthümer wäre. Wenn man sagt, der Kleinbetrieb haftet am Privateigenthum. so ist das nicht richtig. Wo wollen Sie theoretisch den kleine» Pächter unterhringen? Die Forderung des Naturalzinses im süddeutschen Programm ist als etwas Ungeheuerliches hingestellt. Wir wollten dadurch dem Bauern den Uebergang zu dem Gedanken des Gemein- eigenthums erleichtern, ihm die Sache plausibel machen. Wir Süddeutschen sind mit dieser Forderung in der Kommission nicht durchgedrungen; gewichtige Erwägungen wurden uns entgegen- gehalten, viel gewichtigere, als die Schippel's. Die Frage: ist der Großbetrieb dem Kleinbetrieb überlegen, ist eine theoretische, die zu entscheiden ist von Leuten, die sich mit diesen Fragen besonders befassen. Außerdem heißt es auch hier: Probiren geht über Studiren. Die Frage der Betriebstechnik in der Landwirthschaft ist eine unter den Fachleuten durchaus unentschiedene Streitfrage. Ein fester Boden der Wissenschaft existirt nicht; es giebt nicht zwei Professoren, die in einer Frage das gleiche denken. Die Wissenschaft hat den Muth, sich beständig zu mausern. Wir haben in dem Sinne auf dem Boden der Wissenschaft zu stehen, daß wir ihr Fortschreiten wahrnehmen und uns zu nutze machen. Das haben wir gethon, wir haben uns nicht auf eine Theorie festgenagelt, und deshalb hat man gegen uns den Vor- wurf erhoben, wir wüßten selbst noch nicht, was wir wollen. Wir müssen doch überall die thatsächliche» Verhältnisse berücksichtigen und uns danach richten. Die Natur der Sache bedingt es eben, daß die Dinge verschieden behandelt werden. Wir können doch nicht einer Gemeinde, die noch gar kein Gemeindeland hat, vorschlagen, sie soll eS in Regie nehmen. Das ist unmöglich. I» solchem Falle müssen wir es eben an Selbstbewirlhschafter vergeben. Vor allen Dingen müssen wir darauf bedacht sein, daß. was wir auch immer vorschlagen, auf keinen Fall der kapitalistischen Ausbeutung anheimfällt. Nun sagt Kautsky, wenn wir das thun, so bewirken wir, daß die Landwirthschaft nicht mehr rationell betrieben wird. Es ist eine Streitfrage, ob es wahr ist. Kautsky meint, je mehr die kapitalistische Landwirthschaft sich entwickle, desto mehr werde der Boden ausgeraubt. Nun gut, dann lasse man doch dem Bauern feine„rückständige Betriebsweise". Einigen wir uns doch über den Begriff Bauern. Schließen wir den„Bauern mit Dienstleuten" aus. Ter Bauer mit Dienstboten ist nicht in Masse für uns zu gewinnen. Kautsky hat Quarck gegen- über, der Engels zitirte, von Seiltänzerei gesprochen. So wie ich Engels verstanden habe, habe ich mich auch der Seiltänzerei schuldig gemacht. Ich glaube ihn aber richtig ver- standen zu haben. Engels kommt in dem Artikel trotz seiner Ansicht, daß es mit dem Bauern zu Ende gehe, doch zu der Meinung, es müsse für den Bauer in der Gegenwart.etwas geschehen. Er spricht ausdrücklich davon, daß der Absturz der Bauern ins Proletariat gehindert werden müsse. Kautsky sagt in seiner Resolution, das Interesse der Landeskultur sei das Interesse der Besitzer. Wenn Sie dieses Prinzip der Resolution annehmen, so legen Sie sich in dem Sinne fest, daß Ausgaben für Landeskultur im Interesse des Proletariats in Zukunft nicht mehr bewilligt werden dürfen. Das würde uns ungeheuer schaden. Ueberall werden für Landes- kulturzwecke jährlich von unseren Genossen Mittel bewilligt. So isi in Hessen eine Landeskreditbank ins Leben gerufen, für die nnverzinsbare Darlehen aus Staatsmitteln bewilligt sind, und dafür sind unsere Genossen eingetreten. Aehnliche Beispiele lassen sich in Menge nicht nur aus Hessen, sondern auch ans anderen Einzelstaaten anführen. Durch die Resolution Kautsky aber wird diese bisher geübte Praxis unmöglich gemacht. Dasselbe gilt für Summen. die man für Gewerbe-Ausstellungen, Gewerbeschulen und dergl. IS. Jahrg. bewilligt. Für uns ist die politisch entscheidende Stellung in diesen Fragen die, daß wir in die Forderungen der Agrarier unser demokratisches Oel hineingieße». Wir dürfen nicht cinsach sagen, wir lehnen es ab, sondern wir treten auch dafür ein, aber wir zwingen euch, es so zu gestalten, daß es nicht den Groß- bcsitzern allein, sondern der Gesammtheit zu gute kommt. Von dem Standpunkte aus müssen Sie unsere Forderungen betrachten. Thun wir für die Landeskultur nichts, so leisten wir den Großagrariern einen Dienst, die uns dafür beim Bauern verklagen können. Wir Hessen hatten in diesem Sommer eine große Zusammenkunft landwirthschaftlicher Vereine. Da wurde beschlossen, die Viehzucht einheitlich zu gestalten. Dazu sind staatliche Hilfsmittel nölhig, also unsere Genossen werden noch mit dieser Frage zu thun bekommen. Außerdem liegt der hessischen Kammer ein Antrag vor, die ganze hessische Boden- Melioration einheitlich und staatlich zu organisiren. Wenn wir da nach der Resolution Kautsky alle Hilfe verweigern, dann jagen wir ja vollends die Bauern ins Elend. Wir wollen Landeskultur im Interesse der Bauern treiben, nicht im Interesse der Große». Sie werden es sich also sehr überlegen müssen, sich nach der Resolution Kautsky festzulegen. Kautsky hat gemeint, es wäre leicht, über die Frankfurter Resolution zur Tagesordnung überzugehen. Wir wollen doch keinen Zickzackkurs einschlagen; hüten Sie sich, den Gegnern durch Aenderung Ihrer Ansichten eine Waffe in die Hand zu geben. Wenn Sie meinen, daß die Fragen noch nicht spruchrus seien, so ist hiergegen nichts zu sagen. Aber nehmen Sie nicht die Kautsly'sche Resolution an, die dem Beschluß des Frankfurter Parteitages eine Ohrfeige giebt. Nicht dadurch haben wir, wie Kautsky sagt, die Massen gewonnen, daß wir die Köpfe re- volutionirten. Durch die praktische, an die Gegenwart an- knüpfende Thätigkeit haben wir die Massen gewonnen. Mit dem Revolutioniren der Köpfe können wir einige Studentev. gewinnen. Mit Zukunftshoffnungen, mit Ideen, die nicht leicht zu begreisen sind, gewinnen wir die Massen nicht. Die Revolutioni- rung der Massen geht nicht vom Kopfe, sondern vom Magen aus. Mit der Rcvolutionirung der Köpfe wären wir eine Sekte wissenschaftlicher Sozialisten geblieben, hätten aber keine Massen- bewegung. Das ist nicht meine Ansicht, die Ansicht eines jüngeren Mannes allein, die erfahrensten, ältesten Genossen stimmen mit mir überein.(Redner zitirt eine Stelle aus einer Rede Bebel's aus dem Halle'schen Kongreß.) Es ist weiter gesagt, wir kommen schon heute mit unserem Pro- gramm aus. Ja. wenn das richtig wäre, so brauchten wir ja gar keine Vorschläge zu unterbreiten. Es fragt sich nur, ob wir wirklich mit dem heutigen Programm auskomme». Allerdings können wir aus grund unserer sestgelegten Prinzipien alles das begründen, was wir in dem Agrarprogramn, fordern. Aber wenn wir damit zu dem Bauer kommen, so müßten wir ihm sagen, heute stimmen wir gegen olles, was wir selbst fordern, weil es nicht der Allgenieinheit zu gute kommt, erst muß der Zukunfts- staat eintreten. Damit erreichen wir aber nichts. Kautsky sprach von der Diktatur des Proletariats, aber darauf können w,r lange warten, wenn wir 4—5 Millionen Menschen für garuichts halten und den Bauern sagen, ihr müßt erst zu gründe gehen. Wenn wir den Uebergangszustand wolle», so müssen wir praktische Politik treiben. Ich weiß aus persönlicher An- schauung, daß der Bauer im allgemeinen«in einsichtsvoller, prak- tischer Mensch ist, ein„Sinnierer". Man darf des Bauern Eigenarten nicht als Rückständig- leiten betrachten. Wenn die Bauern nach der Aufhebung des Privateigenthums fragten, dann sprach ich zu ihnen von der Verstaatlichung der kapitalistischen Produktionsmittel; es fällt uns aber nicht ein, Euch Euer Eigenthum zu nehmen. Ferner verwies ich sie auf die Kautsky- Schoenlank'sche Broschüre über das Programm und sagte ihnen, daß Kleinbesitz und Kleinbetrieb zwar noch einige Zeit nach unserem Siege fortbestehen werden, aber daß deren Besitzer höchstwahrscheinlich dann von selbst ihre Kleinbetriebe aufgeben würden. Ich ver- wies sie auch auf Liebknecht's Grund- und Bodensrage, kam aber niemals vollständig mit dieser Literatur aus; wir müssen sie also wieder einmal revidiren, um zu sehen, ob etwas Neue? nöthig ist. Unser Standpunkt ist der: Unbedingt nöthig ist, daß wir praktische Thätigkeit entwickeln, die gegenwärtigen Menschen sind mir ebenso lieb, als die des Znkunftsstaats. Jetzt liegt die Sache ähnlich wie damals, als es sich um die Frage des Parla- n'.entarismus handelte. Die ganze Frage ist nicht nur eine Bauernfrage. Sie ist in höchster Linie die Ernährungs-, die Brotfrage selbst. Das war unser Grundgedanke, keine theoretische Spielerei. Er legt am schärfsten unfern Gegensatz zu der Auffassung der eigentlichen Agrarier dar, die immer nur die Erhaltung der Bauern, der festesten Stütze der Monarchie, durch Kanitzpreise u. f. w. wollen. Uns steht das Interesse der Gesammtheit am höchsten, nicht das Interesse eines Berufsstandes. Die Agrarkrage ist«ine politische Frage ersten Ranges. Daß sie in den Reihen der Ge- »offen noch nicht volles Verständniß findet, liegt nicht an einem intellektuellen Mangel. Die Schwäche des Standpunktes der Kommission liegt darin, daß hinter ihr nicht eine Masse steht, die die ländlichen Verhältnisse am eigenen Leibe kennen gelernt hat. Diese Masse soll erst gewonnen werden. Die Kommission befindet sich in derselben Lage, wie die ersten Sozialisten aus der Bourgeoisie. Aber diese Schwierigkeit muß überwunden werden. Sonst gefährden wir den Fortschritt der Partei. Die Ab- lehnung der Vorschläge der Kommission wird von unseren Feinden als feindselige Stellung gegen die Nothlage der Bauern gedeutet werden. Legen Sie sich also durch die An- nähme der Kautsky'schen Resolution nicht fest. Wenn Sie den Vorschlägen der Kommission nicht zustimmen wollen, so lassen Sie sich wenigstens Zeit. Wir sind in den Bauern nicht ver- liebt, das ist Unsinn. Aber wir halten es im Partei-Jntereffe. und ich scheue mich nicht zu sagen, auch aus humanen Gesichts- punkten für geboten, daß einer großen Arbeiterschicht in der Roth des Lebens geholfen werde.(Beifall.) Singer theilt mit, daß Genosse Rauch aus Hannover durch die Verhaftung feines Kollegen an der„Volksstimme" zur Abreise gezwungen worden ist. An seine Stelle wird Fülle in die Neunerkommisston gewählt. Ein Antrag, die Redezeit auf eine halbe Stunde zu be- schränken, wird von Hoffmann-Bielefeld begründet, von Lieb- knccht bekämpft. Der Parteitag lehnt ihn ab. Zetkin- Stuttgart: Genossen und Genossinnen! Ich be- dauere zunächst, daß ich nicht zu Ihnen sprechen kann in der Rolle von Stubengelehrten, von denen man so wegwerfend ge- sprachen hat. Ich bin auch nicht mit Stubengelehrten ver- schwägert oder verschwistert, aber gerade deshalb, weil ich nicht pro äomo spreche, will ich doch betonen, daß unsere Theoretiker nicht dasselbe sind, wie die bürgerlichen Stubengelehrten. Ohne unsere Theoretiker wären wir noch gar weit zurück. Nun zur Sache! Wenn Sie auch nunmehr Ihre Anträge in drei Theilen vorgelegt haben, so ist noch gar nichts geändert worden. Nicht um die Form der Anträge, um ihre Ein- schachtelung in das Programm handelt es sich, sondern darum, daß viele von ihnen unseren Prinzipien widerlaufen. Was den bekannten Einlcitungssatz betrifft, so bin ich der Meinung, daß unsere Demokratisirung gegen die bestehende Staatsordnung geht: wir wollen doch nicht die Republi! mit dem Großherzog an der Spitze. wenn wir «livas im Nahmen der bestehenden Gesellschaftsordnung verlangen Man hat gesagt, mir müßten ebenso gut für den Bauernschutz wie für den Arbeiterschutz eintreten. Aber unser Arbeiterschutz besteht� doch nicht darin, daß wir den Plänen anarchistischer Kindsköpfe folgen, sondern daß wir die Arbeiterklasse in ihrer Gesamnitheit fähiger machen wollen, den Klassenkampf zu führen lSehr richtig.) Mochten deshalb die von uns vorgeschlagenen Refonnen noch so wenig einschneiden in das Gefüge der heutigen Gesellschaftsordnung, sie waren eminent revolutionär, da sie den Klassenkampf zuspitzten. Wir wollen den Arbeiter nicht in seiner wirthschaftlicheu Existenz sichern, denn das ist unmöglich, wir »vollen nur verhindern, daß der Arbeiter ein Anhängsel der rodten Maschine wird, wir wollen ihm ein Stück seines Menschen thums zurückgeben. Wir haben uns stets gewehrt gegen Forde rungen, wie Einführung eines Minimallohns, wir haben uns stets gewehrt gegen die Forderung des Rechts auf Arbeit, weil das unmögliche Dinge sind. Im Gegentheil. heute besteht für den Arbeiter nicht nur das Recht, sondern die Pflicht zur Arbeit, eher könnte man ein Recht auf Ruhe fordern. Ganz anders steht es mit dem Bauernschutz. Wenn wir den Borschlägen der Kom- Mission folgen, so schützen wir den Bauer als Privatbesitzer (Sehr richtig!). und das in dem Augenblicke, wo sei» Glaube an die allein seelig machende Kraft des Privateigenthums an- längt, wankend zu werden dank der revolutionären Kraft des wirthschaftlicheu Entwickelungsgangcs. Der antikollektivistische Bauernschädel ist trotz der gegentheiligen Ansicht von Molkenbnhr vorhanden, und es kann nicht unsere Auf gäbe sein. jetzt, wo dieser Schädel endlich dünner zu werden beginnt, durch unsere Vorschläge ein neues Brett vor denselben zu legen.(Beifall und Heiterkeit.) Wenn Genosse Quarck sagt, die Vorschläge sollen nicht Stimmen gewinnen, sondern sie sind von dem höheren Gesichtspunkte der Förderung der Landeskultur zu betrachten, so befindet er sich in überraschender Uebereinstimmung mit Prof. Echmoller, der eine Milliarde für die nothleidende Land- wirthschaft fordert und behauptet, daß dieses Opfer später ersetzt wird. Wenn ich auS Schmoller's Vorschlag den letzten Theil lese, so kommt es mir vor, als hörte ich Dr. Quarck. Aber Schmoller's Vorschlag ist mir lieber als Quarck's, denn Schmoller hat zu seinen Vorschlägen wenigstens eine Rechnung über die Kosten zugefügt, das hat Quarck noch nicht einmal gethan. Gegeu die neuen Reformvorschläge bin ich aus zwei Grün den; ersteuZ, weil sie Bauernschutz predigen, zweitens, weil sie die Sozialdemokratie in die Richtung des Staatssozialis- nius treiben. Es giebt allerdings Staatssozialismus und Staats- sozialismus; um zu wissen. ,n waS für einen Staatssozialismus wir kommen müssen, müssen wir unfern Herrn Staat genau ansehen. Wir leben, wie ich bereits gestern sagte, im kapita- listischen Klassenstaat, der verbösert ist durch Militarismus und Bureaukratismus. Durch die Monopolisirung des Hypotheken wesens und die anderen Vorschläge würden wir diesen Staat ganz bedeutend verstärken. Bebel hat zwar gestern gesagt, daß es uns gleich sein müsse, ob wir mit staatlichen oder privaten Arbeitern zu thun haben. Das ist denn doch nicht richtig. Die Vor- mundschaft des Staates über die Arbeiter in seinen Betrieben ist doch viel zu groß, als daß wir die Vermehrung dieser abhängigen Arbeiter wünschen könnten. Erinnern Sie sich doch an die Postarbeiter und Unterarbeiter, für die jedesmal der Postetat-Redner Schoen lank mit gewohnter Sachkenntniß und Schneidigkeit eintritt. (Sehr gut.) Nun sagt man: Stumm'» Arbeiter leben ebenso, wie die Postleute. Aber, überall ist doch nicht Neunkirchen; und wäre das auch der Fall, dann wäre doch immer die Sklaverei der Arbeiter schon groß genug. Bebel's Beispiel von den Landschaften trifft nicht zu Landschaften find noch lange keine Staatsbetriebe. Unsere Junker find nicht abhängig vom Staat deshalb, weil nicht der Staat die Junker hat, sondern weil die Junker und Schlotbarone den Staat haben.(Sehr gut!) Ja, hätten wir eine revolutionäre Regierung, dann wären die Vorschläge wohl zu gebrauchen; jetzt aber treiben sie uns in einen äußerst gefährlichen Staats- sozialismus. Vom StaatssozialiSmus hat bereits 1868 Liebknecht gesprochen. Er führte aus, daß die industriellen Unternehmer in dem Maße, als sie von Krisen ic. heimgesucht werden, der Staats- monopolisirung ganz geneigt wären, und daß das vielleicht auch die Grundbesitzer einst thun würden.(Sie liest einen Theil der damaligen Ausführungen Liebknccht's vor.) Schärferes zur Charakterisirung des Staatssozialismus kann ich «ewiß nicht sagen. Bebel erwiderte damals Liebknecht, eine aatsfozialistische Strömung in der Partei ist nicht vorhanden Liebknecht konnte in der Thal nicht voraussehen, daß in der Partei selber eine zwar nicht sehr große, aber durch einflußreiche Kreise getragene Strömung zum Staatssozialismus hin sich entwickeln könnte.(Sehr wahr! und Heiterkeit.) Die Organisation des ländlichen Hypothekarkredits würde «ur Posten für verabschiedete Unteroffiziere, Stellen für Militär- anwärter schaffen.(Beifall.) Ich kann einer Richtung mich nicht anschließen, deren Vorschläge wirthschaftlich die Kapitalisten- klaffe stärken und die politischen Machtmittel des Klassenstaates vermehren würde.(Beifall.) Aber auch als praktische Agitatorin wende ich mich gegen die Vorschläge der Agrarkommission. Ich habe den Bauer nicht bloS auf der Bühne oder im Roman kennen gelernt, ich habe mit wirklichen Bauern zu thun gehabt, von denen ich nur bedaure, daß ich sie nicht auf den Tisch des Hauses niederlegen kann.(Stürmische Heiterkeit.) Ich habe mit größtem Ersolg gesprochen, wenn ich diesen Erfolg auch nicht so überschätze, daß ich glaube, es würde nächstens die schwäbische Sozialrepublik entstehen und ich als Präsidentin an der Spitze(große Heiterkeit), oder daß ich auch nur hoffte, als Altersprästdentin den schwä- bischen Landtag zu eröffnen.(Heiterkeit.) Immerhin aber haben wir durch unsere Agitation auf dem Lande viel gewonnen. Nicht mehr werden wir mit den Hunden aus den Dörfern gehetzt. (Sehr gut!) Dabei hatte ich als Sozialistin und Frau mit einem doppelten Vorurtheil der ländlichen Bevölkerung zu kämpfen. Sie hat mir trotzdem beigepflichtet, und das ist der Beweis, daß die Bauern auch unserem alten Programm zugänglich sind. Wenn wir ohne die schönen Geschenke der Agrarkommission aufs Land hinausgehen, bieten wir denn da den Bauern gar nichts? Nein, wir haben ihnen viel zu bieten in den Forderungen unseres alten Programms auf dem Gebiet der Steuerfragen, des Mililärwesens und der Bildung. Darin bieten wir ihnen viel mehr als irgend eine bürgerliche Partei ihnen bieten kann. Grade hierin bieten die bürgerlichen Parteien— von den Konservativen bis zur Volkspartei— unserer Kritik die Breitseite ihrer miserablen Haltung.(Sehr wahr!) Mit den sozialen Reformvorschlägen der Agrarkommission bleiben wir aber weit zurück hinter den Versprechungen der gewissenlosen Antisemiten und Konservativen. (Sehr richtig!) Wir sind selbst bei unfern Versprechungen gebunden durch die Rücksicht auf das Interesse des Proletariats, während die bürgerlichen Parteien das Blaue vom Himmel herab versprechen können. Wir würden auf dem vorgeschlagenen Wege die ganze Breitseite unserer Hallung der Kritik der bürgerlichen Parteien bieten. Unsere Versprechungen müssen wir beständig verklausu- kiren. Der Bauer aber wird sagen: Verklaufulirung hin. Ver» klausulirung her! Mir ist der Mann ohne Verklaufulirung lieber! (Bravo.) Der Bauer wird den bürgerlichen Reformer uns vorziehen. weil dieser in bürgerlicher, politischer, religiöser Beziehung sich seinen bürgerlichen, politischen, religiösen Vorurtheilen anschmiegt. (Sehr richtig!) Wir würden seine Sympathien nicht ge- winnen, vor allem nicht auf die Tauer. Von morgen auf übermorgen würde er uns hassen lernen, hassen mit der ganzen Wuth der enttäuschten Hoffnung!(Beifall.) Gerade vom praktischen Gesichtspunkt aus müssen wir uns da- gegen verwahren, daß wir diesen Weg beschreiten. Daß die Frage «ine brennende geworden«st. gebe ich zu, aber es aiebt«ine aanz e Reihe von Fragen, die brennend sind und die wir in der heutigen Gesellschaft nicht lösen können. Solche Fragen haben wir kritisch zu untersuchen und unsere Hallungslinie in Theorie und Praxis festzulegen. An die Lösung können wir erst später gehen. Genosse David hat ausdrücklich gesagt, wir sind nicht die Partei des Wissens, sondern des Willens. Ich habe immer gemeint, daß die Sozialdemokratie gerade die Partei des eigentlichen zielklaren Wollens, des eigentlichen Wissens ist.(Beifall.) Wenn wir der Ansicht von David bei- pflichten, daß Probiren über Studiren geht, so treten wir in die Fußstapfen des Zickzackkurses, der es ja bisher noch nicht bis zum Studiren gebracht hat, sondern mit allen möglichen Mitteln herum- probirt.(Sehr gut!) Der Umstand, daß uns hier von den Befürwortern des Programms immer gesagt wird, was die Kommission mit ihren Vorschlägen gemeint hat, beweist ja am besten, daß das Programm nicht klipp und klar ist. Die einfache Konsequenz der von David ent wickelte» Absicht wäre, daß wir uns ein Programm in folgender Fassung geben: 8 1. Jeder hat das Programm und die Taktik, die ihm beliebt.§ 2. Niemand ist beauftragt,§ 1 durchzu führen.(Heiterkeit und Beifall.) Wir stehen eben den Thatsache» gegenüber, und die Verhältnisse kümmern sich sehr wenig darum. was die Agrarkommission gemeint hat. Die Wirklichkeit ist so rücksichtslos, daß sie nicht nur über die Auffassung der Agrarkommission, sondern über die der ganzen Sozialdemokratie zur Tagesordnung übergeht. Tie Konsequenzen aus unseren Vor- schlügen werden die Gegner ziehen, und je fehlerhafter die von uns gestellten Prämissen sind, desto größer ist der Eiser, mit dem unsere Gegner die Schlußfolgerungen daraus ziehen. Gegen die Vorschläge der Kommission müssen wir uns um so schärfer verwahren, als sie nur eine Lokalisirnng der in letzter Zeit zu tage getretenen Refornnstereien sind, und wir haben um so größere Ursache dazu, wenn wir sehen, wie sich der Genosse Bebel dafür ins Zeug legt. Ich bitte meine Ausführungen nicht als persönlich zu betrachten, unter den Führern jener Richtung sind nicht nur Leute, die als Parteigenossen meine volle Achtung verdienen, sondern die mir auch als Freunde sehr nahe stehen, aber nichtsdestoweniger sind sie mir als Richtung greulich (Heiterkeit), und wenn ich Bebel unter ihnen sehe, so fällt mir unwillkürlich die Stelle anS Faust ein:„Es thnt mir in der Seele weh, daß ich Dich in der Gesellschaft seh'."(Große Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Nachdem wir erlebt haben, daß derjenige unserer Genossen, der noch wochenlang nach dem Frankfurter Parteitag als ein schnaubender Saulus gegen die agrarische Richtung zu Felde gezogen ist, in der Kommission sein Damaskus gefunden hat, können wir er- klären, die Sozialdemokratie geht nicht nach Soiensaß. Nein, halten wir an dem Charakter unserer Bewegung fest! Seien wir Reformler, seien wir Praktiker, Ivo wir es fein können, ohne den revolutionären Charakter der Partei preiszugeben! Aber bleiben wir Revolutionäre zum ersten Male, Revolutionäre zum zweiten Male und Revolutionäre zum dritten Male.(Lang- anhaltender lebhafter Beifall.) Liebknecht: Genossinnen und Genossen! Ich bin in der angenehmen Lage, allen theoretischen Ausführungen der Bor- rednerin meine volle Zustimmung zu geben. Meine Worte über den Staatssozialismus, den sie zitirte, decken sich auch heute noch mit meiner Ansicht. Aber hier handelt es sich doch gar nicht um unsere theoretischen Grundsätze. Zunächst habe ich einige Worte zum Gang der Debatte zu sagen. Die Sachlichkeit, mit der für und wider gesprochen wurde, ist bei keiner andern Partei möglich. So lange die Partei besteht, hat niemals eine Diskussion gründlicher und tiefer geführt werden können, als die über die Agrar- Srage. Die sachliche Debatte über das Agrarprogranim lat in der Presse wochenlang gedauert; erst zuletzt kamen Vorwürfe unsächlicher Natur. Ter erste Vorwurf richtete sich dagegen, daß sich die Mitglieder der Kommission in die Diskussion nicht hineingemischt hätten; man warf ihnen eigheit vor. Nun gehört aber doch ein großer Muth dazu, ein rogramm den Genossen vorzulegen, und es ihrer freiesten Kritik zü überlassen. Auch das persönliche Mome... yat sich hineingemischt: Bebel ist angegriffen worden, weil er nach dem Ruf, der auf dem Partei- tag in Frankfurt an ihn erging, sich nicht auf denselben Stand- punkt stellte wie vorher, sondern in die Kommission ging und dort arbeitete. Statt ihn zu tadeln, sollte man das anerkennen. (Sehr richtig.) Tann warf man den Kvu.>...n"io»suutglieder» vor, sie hätten hinter dem Berge gehalten mit den drei Entwürfen der Unter- kommissionen. Nun, sobald wir merkten, daß die Ver- öffentlichung gewünscht wird, haben wir sie freudig und ein- stimmig beschlossen. Diese Vorwürfe sollte man der Kommission nicht machen, sie waren häßlich.(Sehr wahr!) Die Diskussion hier auf oem Parteiluv« ist gestört worden nur durch einen Mißklang. Nur von einer Seite aus ist der sachliche Boden verlassen und das persönliche Gebiet betreten worden. Das geschah von feiten des Korreferenten Schippel. (Sehr richtig.) Er hat um sich geworfen mit Ausdrücken wie: Bosheit, Charlatanismus und Gewissenloflgkeit! Er hat die Kommissions-Mitglieder als Kinder hingestellt, die sich an eine Aufgabe herangemacht haben, von der sie nichts verstehen. Nun muß jedes Kommissions- Mitglied darüber besonders empört gewesen sein, daß dieser Vor- wurf von Schippel kam. Jedes Mitglied konnte diese Vorwürfe in viel schärferer Weise gegen Schippel machen. Denn hat er denn das, was er vorgestern sagte, erst jetzt gelernt, oder hat ernichtall das schon früher gewußt? Die Vorwürfe fallen auf ihn zurück. Ueber die Geschichte des Programmentwurses brauch« ich weiter nichts zu sagen. Aber wie stehen die Dinge? In Frankfurt wird ein Beschluß gefaßt, ein agrarpolitisches Programm durch eine Kommission ausarbeiten zu lassen, das den Bauernschutz enthalten soll. Die Mitglieder der Kommission mußten da entweder ihr Mandat zurückgeben, wenn sich sich von der Nutzloflgkeit deS Bauernschutzes überzeugt hatten, oder sie mußten, wenn sie an die Möglichkeit und Nützlichkeit deS Baucrnsckutzes glauben, sich ihrer Ausgabe unterziehen und ar- beiten. Ich gestehe, daß mir die Hast, mit der man nach dem Fallen des Sozialistengesetzes sich auf die Agrarfrage wie auf ein neues Amerika warf, wenig gefiel. Ich betonte, daß wir mit dem vorhandenen '"rogramm ganz gut auskommen könnten. Wäre in Frankfurt a. M. eit geblieben, dann würde ich mich gegen die Motivirung der Resolution und gegen ihren Wortlaut ausgesprochen haben, wie es auch Bebel beabsichtigt hat. Seit den letzten Jahren haben sich die Verhältnisse geändert, wir waren vor die Frage gestellt, ob wir uns niit der Revolution, die in der Landwirlhschaft ausgebrochen war und die ganze Landbevölkerung aufs innigste berührte, befassen wollten oder nicht. Die Bedeutung der Agrarfrage ist von allen Parteien, vom Junker herab bis zum Demokraten erfaßt worden und sie alle suchen die Landbevölkerung zu gewinnen. Da steht für uns die Frage so, sollen wir jetzt, da alle Parteien Forderungen im Interesse der Landbevölkerung stellen, nicht auch Forderungen aufstellen, die den Genoffen bei der Agitation auf dem Lande zur Richtschnur dienen? Ich selbst war von vornherein da- egen, daß ein neues Programm gemacht werde. Ich war von lnfang an gegen alle Doppelwährung, denn es giebt nur eine Wissenschaft und nur eine Wahrheit. pdeß die vor uns liegende Frage ist weniger eine rage der Theorie, als der Praxis. Es giebt kein einziges . Mitglied der Kommission, das nicht alle theoretischen Aus- führungen Kautsky's und der Frau Zetkin unterschriebe. Seit die Partei konstituirt ist, haben wir wenig theoretische Diskusstonen zehabt. Die Feststellung des Programms ist rasch vor 'ich gegangen, nachdem das Sozialistengesetz vorüber war. Gerade die Einstimmigkeit der Annahme des Programms beweist, daß in bezug auf prinzipielle Tinge Meinungsverschiedenheiten nicht bestehen. die sogenannte auf das, was „im Rahmen der keine„Republik Aber da?, was uns beschäftigt auf allen Kongreffen und uns überall die Zeit wegnimmt, das sind die prak- tischen Fragen. Die Partei ist. wenn sie� nicht ihre ganze Existenz aufgeben will, gezwungen, alle Tagcsfragen besonders von der praktischen Seite aufzufassen; und das ist doch klar, daß alle praktische Thätigkeit mehr oder weniger ein Kom- promiß zwischen Theorie und Paxis ist. Da handelt es sich zunächst um die Verstärkung der Staats- gemalt durch die Annahme und Durchsetzung der Progrannu- forderungen. In allen ähnlichen Fällen haben wir uns für die praktische Thätigkeit entschieden. Wir haben für den Nordostseekanal Geld bewilligt; wir haben für den Arbeiterschutz gestimmt, ob- gleich ein solches Gesetz auch die Staatsmacht bedeutend stärkt. Wir haben für Eisenbahnen gestimmt, obgleich wir dadurch das hervorbringen, was Kautsky und Zetkin als verwerflich hingestellt haben, obgleich dadurch eine Menge Existenzen in seine Gewalt kommen. Wenn die Vorschläge der Agrarkommission angenommen werden, dann wird allerdings die Macht des Staats gestärkt, aber es ist hier wie beim Heere; je größer das Heer wird, desto stärker wird es zwar, aber desto weniger sicher wird es; und je mehr Existenzen vom Staat abhängen, desto weniger kann der Junker den Staat beherrschen. Nehmen wir z. B. die Bestimniung von der Hypotheken- Verstaatlichung. In Zukunft würde nicht nur der große Grund- besitzer, sondern auch der kleine Hypotheken vom Staate bekommen. Aber der Vortheil von der Linsenverminderung würde bei den Bauern nicht allzu groß. Ich verweise Sie hierbei auf eine Autorität, auf Karl Marx. Wir haben in London in Dutzenden von Sitzungen darüber diskutirt über die Art und Weise, wie der Bauer zu gewinnen sei. Da wurde be- tont— es war nach der Februar- Revolution und nach der Niederwerfung der März- Revolution—, daß der Staat da- durch, daß er das Hypothekenwesen in die Hand bekommt, auch einen gewissen Einfluß erhält auf den Betrieb der Landwirthschaft, der rationeller werden müsse, und daß dadurch der Ucbergang des Privateigenthums zum Gemeindeeigenthuin erleichtert werde. Es ist nicht zu befürchten, daß hier der Staat diese Machtmittel ausbeuten kann gegen die Sozialdemokratie; im Gegentheil: während er jetzt monopolisirt ist von den paar Junkern, mit denen die Millionäre der Großindustrie verbündet sind, werden wir nach und nach die gegenwärtige Hauptstütze des Staats, die Bauern- schaft gewinnen. Der Staat selbst wird in gewisser Weise ver- pflichtet sein, für die Kleinbauern zu sorgen, und der Staat wird dadurch mehr und mehr demokratisirt. Ich komme bei dieser Gelegenheit auf Demokratisirung der Staatseinrichtungen und Frau Zetkin sagte in bezug auf die Worte: bestehenden Gesellschastsordnung". Wir wollen mit dem Großherzog an der Spitze". Die Dinge stehen doch etwas anders, als Frau Zetkin sagte. Im zweiten Theile unseres rogramms haben wir Forderungen aufgestellt, die die richtige .emokratisirung herbeifuhren sollen. Wer also von der Demo- kratisirung im Rahmen der bestehenden Verhältnisse nichts wissen will, muß den ganzen zweiten Theil unseres Programms streichen.(Sehr richtig!) Es handelt sich also nicht um prinzipielle, fondern lediglich um praktische Fragen. Daran glaubt doch niemand unter uns mehr, daß der Kleinbetrieb gegenüber dem kapitalistischen Großbetriebe noch bestehen und gedeihen könne. Um solche Tinge zu entscheiden, dazu braucht man kernen Parteitag. Die Frage ist jetzt, ist es praktisch, derartige Forderungen aufzustellen, wie es die Kommission gethan hat? Heule hat man gesagt: das einzig richtige Mittel, die Massen zu gewinnen sei das, daß man ihre völlige Verelendung abwartet; die Verzweiflung werde sie schon uns zutreiben. Diesen Aberwitz glaubt heute niemand mehr, vor allem kein Mitglied der Kommission. Und gerade, weil sie das nicht glaubt, hat sie geglaubt. Ihnen die Vorschläge machen zu müssen, die sie Ihnen gemacht hat. Arbeiterschutz und Bauernschutz sind zwei sehr verschiedene Dinge, darin hat Kautsky vollkommen recht; die Arbeiter stehen im Klassenkampfe, die Bauern nicht. Aber wir haben doch Gruppen in der Bauernschaft, die mit den Arbeitern sehr wohl auf eine Stufe gestellt werden können. Wir müssen unterscheiden: 1. die Land- arbeiter, über die sind wir uns klar; 2. die Großbauern und Großgrundbesitzer, in bezug auf diese hat jetzt sogar Vollmar eingesehen, daß wir diese Gruppe nicht gewinnen können; 3. die Kleinbauern. Ueber die Agitation unter diesen haben wir zwar verschiedene Urtheile gehört; Frau Zetkin hat unter ihnen keine Erfolge erzielt, während Molkenbuhr mit seiner Agitation unter den holsteinischen Kleinbauern recht zufrieden ist. Ja. wenn Frau Zetkin vor den Bauern so gesprochen hat, wie heute hier, dann will ich glauben, daß sie wenig ausgerichtet hat. Man muß den Bauern sagen, weshalb sie verelenden. Ich habe die Landagitation nie anders betrieben; ich habe sehr lange einen fast ländlichen Wahlkreis vertreten und in Oberheffen, wo die aararische Bewegung sehr lebhaft war. habe ich mit gutem Erfolg Landagitation getrieben. Ich habe ge- sunden, daß man den Bauern, ohne daß wir unsere Ziele zu verschleiern brauchen, den Sozialismus bekiringen kann.(Sehr richtig l) Wenn man ihnen freilich sagt, der Staat übernimmt Eure Hypotheken, wird Euch die alten Rechte belassen und vermehren, wird das Gemeineigcnthum vergrößern, so ist das Charlatanerie; aber das thun eben die Sozialdemokraten nicht. Kein Mitglied der Agrarkommission hat behauptet, daß das Bauern- thum im Besitz erhalten werden kann durch derartige orderungen, wie sie sie stellt. Wir wollen nur den lauern die Existenz erleichtern, sie ihnen nicht sichern als Besitzern. Wenn manche diese Dinge aber vornehm ignoriren wollen, so irren sie sich gewalng. Wenn man in Thüringen sieht, welche Bedeutung das Becrenlesen, Streuholen hat für die Bewohner; dann kann man die Sache nicht als Kleinigkeiten betrachten. Von einer Verderbung der Wälder kann übrigens dabei nicht die Rede sein; es handelt sich um alte Rechte aus dem Mittelalter. Wenn man sagt, man soll die Kleinen je eher desto besser zu gründe zehen laffen. so verweise ich Sie auf Fuchsmühl: Es heiüt den Teufel mit Beelzebub austreiben und den Kapitalismus stärken, wenn man zu diesen Dingen vornehm schweigt. Wenn man chon mit dem alten Programm etwas Tüchtiges leisten kann, dann doch erst recht mit den neuen Forderungen, die gegen unsere Prinzipien nicht im geringsten verstoßen. Man muß den Bauern klar machen, daß wir sie als einzelne unterstützen, als Klaffe aber nie retten können und wollen. Aber haben denn diejenigen von uns, die auf das Land hinausgegangen sind, dort nur prinzipielle Forderungen aufgestellt? Nein, wir sind den Bauern mit praktischen Forderungen gekommen. Ich zum Beispiel habe auf die Bedeutung der Demokratisirung der Gemeinden durch das allgemeine Wahl- recht, aus die Bekämpfung des Militarismus hingewiesen und nachgewiesen, daß die Genieinde gewissermaßen eine natürliche Genossenschaft ist, daß das Genossenschasls- wesen, von dem mgn lange geglaubt hat, es sei wesentlich aus die Stadt beschränkt, auf dem Lande schon vor langer Zeit be- landen hat und daß die Gemeinde den Rahmen für eine Genoflenscbaft auch heute noch bildet. In allen Gegenden Deutschlands sind unsere Genossen mit einem bestimmten Programm vor die Bauern getreten, wir könnten Ihnen fast aus allen ländlichen Kreisen Agrar- Programme vorführen, in denen weil mehr versprochen ist, als in dem vorliegenden Entwurf.«Sehr richtig!) Tie Agrarfrage liegt in der Luft, wir können uns ihr nicht entziehen, wir müssen ebenso wie alle übrigen Parteien Stellung dazu nehmen. Wenn wir je nach Art, Zeit und Gelegenheit ein Programm aufstellen, so 'chwächen wir die Partei. Wir müssen solchen anarchistischen Zuständen ein Ende machen und einen Entwurf aufstellen, an den die Genossen überall sich halten können und über den hinaus- zugehen niemandem gestattet ist. Darüber, vb wir mit unseren vorschläAen b«5 richtige getroffen haben, läßt sich streiten, daZ würde sich nachweisen lassen, wenn wir in eine Spezialdebatte treten. ..Ter erste Entwurf ging von dem Grundsatze aus, wir müßten unsere Forderungen in das Programm hineinflechten, um keine Doppelwährung zu treiben. Wir in dem norddeutschen Unterausschuß haben uns nach Möglichkeit bemüht, dieser For- derung gerecht zu werden, es wurde jedoch die Fassung des mitteldeutschen Ausschusses zu gründe gelegt und dadurch ge- langten die einzelnen Punkte eine so große Ausdehnung, daß sie sich mit der Einverleibung in das Programm nicht vertrug. Da wir nicht geglaubt haben.daßunsereFassungvomParteitag angenommen wird, so hat die Kommission in ihrer letzten Sitzung den Entwur getheilt. Sie bat diejenigen Punkte, von denen sie glaubte, daß sie in das allgemeine Programm gehören, als besonderen Theil vorgeschlagen und die übrigen Punkte als Direltive in die Form einer Resolution gekleidet. Daß dieser oder jener Gesichtspunkt auch in der revidirten Fassung einer Besserung fähig ist, bestreiten wir nicht, aber wir leugnen, daß irgendwie Forderungen aus- gestellt sind, die den heutigen reaktionären Bestrebungen Vorschub leisten. Es handelt sich nicht um ein reformatorisches Psuschwerk, nicht um ein Verlassen unserer revolutionären Pläne, sondern um eine praktische Thätigkeit, wie wir sie auch im Reichstage üben. Ich muß die Kommission dagegen ver- wahren, daß wir irgendwie eine Verwässerung beabsichtigt haben Man hat sich auf Engels berufen. Den kenne ich doch auch. und ich kenne auch die zitirten Stellen. Mit Engels' Schriften ver- hält es sich genau so wie mit der Bibel; es sind Stellen da, die sich so auslegen lassen, und andere, die man anders auslegen kann. Außerdem stand ja Engels, als er das schrieb, gar nicht vor einer so brennenden Frage wie wir heute stehen. Nun hat der Genosse David das Wort Privatkapitalisten gebraucht. Ich habe bereits auf dem Erfurter Parteilage gesagt, daß in diesem Ausdruck die Anschauung versteckt liegt, als ob es einen Kapitalismus giebt, der nicht kapitalistisch, nicht ausbeuterisch sei. Einen solchen Kapitalismus giebt es allerdings, es ist das der Slaatskapitalis- mus, den andere als Slaatssozialismus bezeichnet habe». Ter Anschauung, daß durch die Stärkung der Macht des Staates die Arbeiter mehr geknebelt werden, halte ich entgegen, daß bie immer intensivere Knebelung der Arbeiter in der kapitalistischen Entwickelung überhaupt liegt. König Slumm als Privatindustrieller knechtet die Arbeiter genau so, wie der Staatsbetrieb. In bezug auf die kapitalistische Ent- Wickelung ist England weiter gedrungen als Deutschland, und trotzdem haben wir dort so gewaltige Arbeiterorganisationen Gestalt der Trabes Unions gegen den Kapitalismus, daß diMr in den Kämpfen hat unterliegen müssen. Allerdings kann durch solche Rückzugsgefechte der schlicßliche Sieg des Kapitalismus nicht aufgehalten werden, aber zugleich entwickelt sich immer mehr das organisirte Proletariat, und die Macht des Staates sinkt dementsprechend. Durch unsere Vorschläge wird die Macht des Staates nicht gestärkt, sondern geschwächt, es werden ihm Pflichten auserlegt, die ihn nöthigen, für Schichten der Bevölkerung zu sorgen, die er innerbalb des Rahmens der heutigen Gesellschaft nicht zu einer unabhängigen Existenz bringe» kann. Der Staat wird gezwungen, zu beweisen, daß er ohnmächtig ist gegen den Kapitalismus, daß er die Land- bevölkerung nicht retten kann, und damit werden tausende und abertausende von Sozialiften geschaffen. Die sozialistische Pro- paganda bekommt dadurch neue Nahrung. Ein großes Mißverständniß ist dadurch hervorgerufen, daß man den süddeutschen Entwurf in die Diskussion gezogen hat. Schippe! hat sogar drei Viertel seiner ganzen Rede zu einer Kritik dieses nicht mehr vorhandenen Entwurfes benutzt. Mir ist ferner von einein eifrigen Gegner des Agrarprogramms, der sonst auf unserer äußersten Rechten sitzt, gesagt worden, wir hätten dadurch gefehlt, daß die Kommission überhaupt nicht das Wort in der Agrarfrage ergriffen hat. Ja, wir ivollten eben die Kritik nicht beeinflussen. Daß die Kritik einen solchen Charakter annahm, konnten wir nicht voraussehen. Der Programm-Entwurf kann umgearbeitet werden, Sie müssen sich aber entscheiden, was unsere Partei in der Landfrage thun soll. Wenn wir, wie es in einer Resolution beantragt ist, alles verwerfen, so bereiten wir unseren Gegnern ohne Ans- nähme einen großen Triumph.(Sehr richtig!) Diese werden das ausbeuten und sagen: die Sozialdemokratie, die privatim auf grund lokaler Programme so viel versprochen hat, hat durch den Parteitag erklärt, daß jeder Ver- such, der ländlichen Bevölkerung innerhalb des heutigen Staates zu helfen, gegen ihr eigenes Prinzip verstößt.(Sehr richtig!) Daniit arbeiten wir allen jenen reaktionären sozialen Kur- psuschern in die Hand, und in diesen Fehler dürfen wir nicht verfalle». Es liegt der weitere Vorschlag vor, daß die Agrarkommission als solche ihr Mandat für erloschen hält und daß der Vorstand beauftragt wird, das Werk der Kommission in praktischerer Form vorzulegen. Diesen Antrag werden Sie ja wohl einstimmig annehnien. aber Sie nehmen ihm seine ganze Bedeutung, wenn Sie nicht mindestens eine Resolution fassen, welche die Stellung der Partei zu der ländlichen Bevölkerung präzisirt. Ich weiß, daß die Einigkeit der Partei nicht gestört wird, wie auch die Entscheidung sollen möge; ich weiß, daß diese Diskussion zur Klärung beitragen wird. und ich bin sogar überzeugt, wenn der Beschluß des vorigen Parteitages nichts weiter als diese Diskussion zur Folge gehabt hätte, so brauchten wir ihn doch nicht zu bedauern.(Sehr richtig!) Im übrigen haben Sie die Frage geprüft, und Sie werden zu entscheidcn haben, wie Sie stimmen. Ich weiß, daß die Partei in guten Händen ist, in den Händen dieses Parteitages. Die Vertreter der deutsche» Sozialdemokratie werden nichts thun, was nicht der Würde und den Prinzipien der Partei entspricht. Und demgemäß fordere ich Sie auf, zu stimmen!(Lebhaster Beifall und Händeklatschen.) Antrag 124 ist eingelaufen und wird mit zur Debatte gestellt. H e r b-e r t- Stettin: Ich bin gegen die Vorschläge der Kon» Mission. In der Provinz Pommern, wo große Erfolge in der Landagitation erzielt worden sind, ist auch nicht eine Stimme für den Entwurf laut geworden. Wir be- trachten den Entwurf als ein Danaergeschenk, das uns gefährlich werden kann. Im Jahre 1893 schlug ich als Kontrolleur bei der Festsetzung der Tagesordnung des nächsten Kongresses vor, die Landagilation zu berücksichtigen. Ich dachte dabei aber nur, daß die praktischen Erfahrungen über die Landagitation ausgetauscht werden sollten.— Der Ent- wurf widerspricht dem Denken und Fühlen der Land- bevölkeruna. soweit ich sie kennen gelernt habe. Wir würden höchstens Mitläufer gewinnen, die Konservative und Antisemiten werden, wenn die ihnen mehr versprechen. Was nützt uns der große Schwärm, der uns im entscheidenden Moment im Stich läßt. Die Verstaatlichung der Hypotheken nützt den Bauern gar nichts. Bis zur Beleihungsgrenze bekommt er bei dem Heuligen Geldüberfluß zu billigem Zinsfuße Geld. Und über die Beleihungsgrenze hinaus kann ihm der Staat, ohne die Gesammtheit zu schädigen, auch nicht Geld geben. Warum schlägt man nicht gleich die Verstaatlichung aller Schulden vor? Tann wäre es wenigstens ein Glück, Schulden zu haben. Der Bauer ist sehr mißtrauisch; er hält uns für Schwindler; er ist in gereizte Stimmung gegen uns gerathen, seit der Entwurf bekannt ist. Die Aushebung der Grundsteuer wäre den Junkern sehr angenehm. Ein Schauspiel für Gölter: Sozialdemokraten Arm in Arm mit den Kanitz und Kardorff's. Deshalb muß der Entwurf definitiv begraben werden. Man darf den Gegnern des Entwurfs nicht vorwerfen, sie wollten, daß nichts geschehe. Im Gegenlbeil: wir wollen, daß etwas geschehe, nur in anderer Richtung. Das unentgeltliche Bertheilen von Druckschristen auf dem Lande halte ich für ein geeignetes Mittel. Aber dazu gehört Geld. Auch auf dem Lande wird durch Eindringen der Maschine die Wirthschastsweise revolutionirt. Ueberstürzen wir nicht?, der Landinann kommt zu uns, langsam aber sicher. Unsere Stellung zur Agrarkommission ist nicht durch persönliche, sondern durch sachliche Gegnerschaft bestimmt. Aber, um so entschiedener rufen wir: Laßt Euch von der Agrar- kommission nicht umgarnen!(Beifall.) Die Mittagspause ist herangerückt und die Debatte wird ab- gebrochen. In persönlicher Bemerkung K a u t s k y: Genosse David hat behauptet, ich hätte mich dahin ausgesprochen, als seien von jetzt ab alle Aus- gaben im Interesse der Landeskultur zu verwerfen. Ich habe das nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, das In- teresse der Landeskultur ist auch das Interesse des Proletariats. In ein Parteiprogramm gehört das Interesse der Landes- kultur nicht. In persönlicher Bemerkung David: Ich habe mich gegen die Kautsky'sche Resolution nicht gegen eine Aeußerung Kautsky's gewandt. In dieser Resolution wird das Prinzip aus- gesprochen, daß die Ausgaben für Landeskultur nur den Besitzenden nützten. Durch die Annahme dieses Prinzips würde der Praxi?, die unsere Genossen in den Landtagen bei Auf- Wendungen für die Zwecke der Landeskultur bisher immer befolgt haben, der Todesstoß versetzt werden. Noch ein Wort gegen Frau Zetkin. Ich habe nicht, wie sie behauptet, gesagt: Unsere Partei ist eine Partei des Willens, nicht des Wissens. Im Gegentheil, ich bin ganz ihrer Meinung: unsere Partei ist eine Partei des Wissens und des Willens. Nur in bezug auf die betriebstechnische Frage in der Landwirthschaft habe ich gesagt: das ist eine Frage der landwirth- schastlichen Theorie und Praxis. Binden wir uns nicht und machen wir diese Frage des Wissens nicht zu einer des Willens. In Rücksicht aus die Erledigung der Geschäfte macht Singer dem Parteitage den Vorschlag, die Debatte über die Agrar- frage in der heutigen Nachmittags- Sitzung aus jeden Fall zu beendigen. Der Parteitag ist damit einverstanden. Nach längerer Geschäftsordnungs- Debatte wird deshalb fest- gesetzt, daß für den Rest der Diskussion die Bestinimungen der Geschäftsordnung(10 Minuten Redezeit) wieder gellen sollen. Eingeschrieben sind noch 14 Redner für, 37 gegen den Entwur der Aarakkommisston. j€\ n g e r: Ich habe dem Parteitage noch eine Mittheilnng zukrachen. Vor nur liegt die Nummer 470 der„Braun- sffyweigischen Landeszeitung" vom 8. Oktober d. I. Das Blatt ist vermuthlich nativnalliberal. Es heißt in seinem Spitz- artikel; „Der sozialdemokratische Parteitag in Breslau hat sich wieder einmal mit den Parteigehältern zu beschäftigen gehabt. Es giebt nämlich unter den Sozialdemokraten immernoch sonderbare Schwärmer, welche mit zäher Hartnäckig- keit an dem Grundsatz festhalten, niemand habe ein Recht auf Ueberfluß, so lange es einem Mitmenschen, in specio einem Parteigenosse» noch am Nöthigsten fehle und die in Konsequenz dieser Anschauung die Parteigehälter für viel zu hoch halten. Herr Liebknecht erhält bekanntlich 7200 Mark als Chefredakteur des„Vorwärts" und außerdem noch mehrere Tausend Mark an Diäten als Reichstags- Abgeordneter, trotzdem ihn diese parlamentarische Thätigkeit keinen Pfennig kostet. Denn er ist ja ohnehin in Berlin seßhast und die Zeit, die er im Parlamente verbringt, geht seiner redakttonelle» Thätigkeit im„Vorwärts" verloren, in dessen Bureau er sich überhaupt nur seilen, höchstens donoris causa einmal sehen lassen soll. Er läßt sich also für seine Arbeits- kraft, die nie groß gewesen, doppelt bezahlen. Wie er, so machen es aber auch alle Parteibeamte, die zugleich Abgeordneten- mandate besitzen, und das ist die Mehrzahl. Als deren Wort- fiihrer warf sich gestern Parteisekretär Fischer ins Zeug, der ei» Gehalt von 5000 M. bezieht und auch nicht gern auf die Extra- Diäten verzichten möchte, wie man ihm ansinnt. Herr Fischer ist vierzig Jahre alt und von Hause aus Schriftsetzer. Er hat es somit schon recht weit gebracht. Im Jahre 1880 war er noch in so bedrängten Verhältnissen, daß er Mein und Dein nicht gehörig unterschied und in Altona wegen Diebstahls zu 14 Tagen Gesängniß vernrtheilt wurde. Er ist aber nichts desto- weniger sehr stolz und vollkommen davon überzeugt, daß er sein Proletariergehalt redlich verdiene.„Wenn ich ihn nicht verdiene, dann ist es Ihre Pflicht, mich zum Teufel zu jagen," hat er gestern stolz ausgerufen. Danach scheint es ja, daß sich sein Schaffenslrieb seit der Zeit, da er wegen Arbeitsscheu und Landstreicherei drei Monate im Arbeitshause gesessen, etwas gestärkt hat, aber unsozialdemokratisch ist sein Ansinnen an die Partei; ihn und feine Fraklionsfreunde im Genuß ihrer Toppeleinkünfte zu lassen, ohne Zeisel. Bemerkenswerth ist übrigens, was bei der Diskussion über die unterschiedliche Be- werlhung der körperlichen und geistigen ÄIrbeit richtiges gesagt worden ist. Ausdrücklich wurde der Qualifikationswerlh der geistigen Arbeit anerkannt und damit das Grundprinzip der sozialdemokratischen Doktrin über den Hausen geworfen. Stimmt die Versammlung diesen Anschauungen bei, so beweist sie damit, daß auf dem sozialdemokratischen Parteitage zwar viele Menschen, aber wenige Sozialdemokraten anwesend sind." Da es sich hier um ein Mitglied des Parteitages handelt, über den derartige Dinge gesagt sind. so habe ich zu erklären, daß alles, was diese Notiz über Fischer enthält, Wort für Wort niederträchtige, infame, gemeine Lüge ist!(Leb- hafter Beifall.) Dieser Ehrabschneiderei, mit der sich in letzter Zeit gewisse Preßorgane an Mitglieder unserer Partei heranwagen, n>uß ein Ende gemacht werden. So sehr wir das Preßgesindel, das seine Feder zu solchen Verleumdungen hergiebt, verachten, so halten wir es doch mit Rück- ficht auf unsere Partei und mit Rücksicht darauf, daß diesem Volke endlich einmal zur Warnung der Mund geklopft werden muß, für geboten, daß Fischer in diesem Falle den vir- antwortlichen Redakteur verklagt.(Beifall.) Für die Parteigenossen aber möchte sich vielleicht aus diesem Vorfall eine Mahnung ergeben. Die Genossen, die diese Dinge hier zur Sprache bringen, sehen, welche Freunde und Kampf- genossen sie sich damit erwerben. Vielleicht ziehen Sie daraus die Lehre, diese Fragen in Zukunft mit mehr Rücksicht und Delikatesse zu behandeln, als es bisher manchmal geschehen ist. (Lebhafte Zustimmung.) Die Mittagspause tritt ein. l'/e Uhr. Nachmittags-Sitzung. (Privat-Depeschen des„Vorwärts«) Singer eröffnet um 3'/» Uhr die Sitzung. Er theilt vor Eintritt in die Tagesordnung mit, baß an stelle von Rauch als Vertreter Hannovers Wiehls in die Neuner-Kommisston ge- wählt wurde. Ferner bemerkt Singer, ihm seien von verschiedenen Seiten Vorhaltungen gemacht worden, daß er nur die gegen Fischer, nicht aber die gegen Lieb- knecht erhobenen Angriffe der„Braunschweiger Landeszeitung' mrllckgewtesen habe. Der Parteitag sei wohl einstimmig in der Ansicht, daß Liebknecht zu hoch stehe, als daß ihn irgend jemand den Vorwurf der Faulheit machen könne.(Beifall).� Um aber keinen Zweifel auikonimen zu lassen, betone er ausdrücklich, daß die gegen Liebknecht erhobenen Beschuldigungen mit Ausnahme der Angaben über die Höhe feines Gehaltes als Redakteur genau so aus der Luft gegriffene Verleumdung sind, wie die Beleidigungen gegen Fischer.(Lebhafter Beifall.) Beim Bureau ist folgende Erklärung eingegangen:„Die unterzeichneten Delegirten von Berlin und Umgegend protestiren dagegen, daß die von ihnen vertretenen Anträge mit den Ver- leumdungen der„Braunschweiger Landeszeitung" in Verbindung �bracht worden sind.«(Folgen die Unterschristen sämmtlicher Zerliner Delegirten.) Seitens der Parteigenossen ans Odra« ist der Genosse Marck zum Parteitage«llsqudt wvtde», der das Wort zu folgender Ansprache ergreift:„Werths Parteigenossen und Ge» nossinnen! Ich bin beauftragt worden, Ihnen die besten Wünsche zu Ihrem Parteitage zu überbringen.(Beifall.) Leider habe ich gestern die Nachricht von der Ausweisung des Genossen Ellenbogen bekommen. Ich hatte nicht ge- glaubt, daß in Deutschland die SHedefreiheit und das Versammlungsrecht so sehr beschränkt wären. Bisher dachte ich, Oeslerreich allein liegt an der russischen Grenze, aber jetzt bin ich anderer Meinung geworden.(Heiterkeit.) Ich bin gestern und heute den Verhandlungen über das Agrarprogramm gefolgt. Diese Frage ist so wichtig, daß sie mit aller Energie und Kraft zu Ende geführt werden muß. Sie ist um so schwieriger, als wir meist aus Industriezentren stammen und die Landwirth. schaft ans eigener Anschauung wenig kennen. Es handelt sich hier lediglich um eine Frage der Taktik, und ich bin überzeugt, daß Sie. wie immer den richtigen Weg findew Hier herrschen zwei Richtungen vor, die eine will den Bauer erst frei machen und dann gewinnen, die andere schlägt den umgekehrten Weg ein. Aehnlich stand es ja vor Jahren in Oesterreich, als wir die Frage erörterten, durch Frei- heit zur Bildung oder: durch Bildung zur Freiheit. Wird man in der Agrarfrage heute nicht einig, so vertage man den Beschluß aus das nächste Jahr, bis man einig ist. Mögen die Berathungen, die Sie führen, zum Wohle der Partei ausschlagen.(Bravo.) Zur Geschäftsordnung beantragt v. Elm, dem Genossen Schoenlank eine halbstündige Redezeit zu gewähren, Schoenlank war Referent auf dem Frankfurter Parteitag; es ist ihm un- möglich, in zehn Minuten auf die zahlreichen Angriffe zu ant» worten. Börner spricht gegen den Antrag: Es dürfe keine AuS- nahine gemacht werden, was Schoenlank anlworlen könne, hätten andere schon gesagt. Der Antrag wird abgelehnt. In der wieder eröffneten Diskussion über da? Agrar- Programm erhält das Wort Dr. Schoenlank: Genossinnen und Genossen! Es ist mir leider nicht möglich, in dem kurzen Zeitraum von 10 Minuten auf alle die Einwände auch nnr skizzenhaft einzugehen, die heute und gestern gegen den Entwurf und gegen die Arbeit der Konimission geltend gemacht worden sind. Ich füge mich diesem Beschlüsse, stelle aber fest, daß sich die Vorredner dort uiiein- geschränkt haben aussprechen können, daß aber ich in der uu» glücklichen Lage bin, in beschränktem Gefechtsfelde kämpfen zu müssen. Es sei! Was ich als Eindruck von den Verhandlungen gewonnen habe und was ich unverhohlen ausspreche, besteht darin, daß ich mich sehr freue, in Köln den Stein ins Rollen gebracht zu haben. Es ist von der höchsten Be- deutung, daß endlich einmal die Sozialdemokratie ge- zwungen worden ist, in der Agrarfrage Farbe zu bekennen. Es ist charakteristisch und für mich war es selbstverständlich, daß durch solche Differenzen der Meinungen eine Spaltung in zwei Lager eintrete» mußte. Für den Psychologen, für den Historiker ist es allerdings sehr lehrreich, zu sehen, wie sich diese Gruppen gebildet haben und was für Leute auf der einen und auf der anderen Seite stehen. Es ist ein System der Umbildung der Begriffe in der Partei und blos die, die nicht sehen wollen, werden glauben, daß es im alten Schlendrian weiter geht. Die Borstellungsweise der Partei ist in einer Umbildung begriffen. Wir haben aufgehört ledlglich eine Partei des Industrie- Proletariats zu sein. Die Sozialdemokratie ist die Partei aller proletarisch Unterdrückten, aller Nolhleidenden, und die Politik. die Sie treiben wollen, ist Jnduftrie-Arbeiter-Polilik.(Gelächter.) Das Gelächter ist keine Widerlegung. Thatsachen beweisen. Die Revision unserer Vorstellungen geht unaufhaltsam weiter, und es ist wieder ein Symptom davon, daß der Parteidogmatis- mus in der Partei bereits zu stark geworden ist. Das Klassen» bewußtsein kann großen Schichten des Landproletariates nicht abgesprochen werden. Sie werden noch einsehen, daß wir jetzt mit der Agrarfrage noch ganz gewaltig zu rechnen haben werden, mit neuen Be- griffen, mit neuen Ziele». Das Agrarwesen läßt sich nicht nach der alten Schablone behandeln, die bisher so oft an die Stelle der Forschung und der Erkenntniß getreten ist. Partcisanatismus und Dogmatismus sind viel schlimmer als der Eigenthums- fanatismus der Parzellenbauern. Außerdem ist der Partei- dogniatismus durchaus nicht die Konsequenz der materialistischen Geschichtsauffassung. Marx und Engels würden sich schön dafür bedanken, daß man ihre Anschauung so, wie es geschieht, als Schablone behandelt. Engels hat erst in einem kürzlich veröffentlichten Briefe davon gesprochen, daß gerade die Marxisten Marx' oft falsch verstanden haben. Wir müssen nach den veränderten Ver- hältniffe» auch unsere Taktik ändern. Jener Theil der Partei, der von Neuerungen nichts wissen will, ist konservativ. der andere Theil ist revolutionär.(Sehr wahr; Gelächter.) Sie lachen heute, in einigen Jahren vielleicht schon werden Sie traurig sein. Sie kennen doch die Parteigeschichte oder wenigstens, es wäre gut wenn Sie sie kennten. Im Jahre 1869 hat das demokratische Wochenblatt erklärt, die Schweitzerianer lieferten durch ihre Arbeiterschutzpolitik die Arbeiter in die Hände Bismarcks und jüngst ist von einer Genossin erklärt worden, daß die Agrarkommission Neigung hätte, sich an den Tisch der Könige setzen zu wollen. Allerdings ist diese Aeußerung revozirt worden. Kautsky hat von harten Thalsachen und von der Natur- nothwendigkeit gesprochen, aber die Naturnothwendigkeit und die harten Thatsachen beweisen, daß wir es zu thun habe» mit einer Umbildung in der Landwirthschaft und mit einer Umbildung im Gebiete unserer Auffassungen von der Landwirthschaft, die aber gewaltig uns beeinflussen wird im Gange der Politik. Die „nägelbeschlagenen Schuhe der Bauern" sind doch auch eherne Thatsachen und wir werden es merken, daß, wenn wir nicht rechtzeitig richtige Agrarpolitik treiben und noch weiter das Bauernthum als qnantitä negligable behandeln, so kommen wir zu spät, wenn das Bauerntbum den Ausschlag geben wird bei dem großen sozialen Eutscheidungskampfe zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Diese Entscheidung dadurch herbeizusühren, daß man deduzirt, man müsse die Bauern erst fertig werden lassen, denn beim großen Kladderadatsch werden wir sie schon be- kommen, heißt, die Bauern der Versumpfung zu überlassen. Wir haben jetzt die Pflicht hier einzugreifen. Ob Sie aber unseren Forderungen zustimmen, oder ob Sie diese eben modifiziren wollen, darauf kommt es nicht an. Es kommt nur darauf an, festzustellen, daß Sie praktische Agrarpolitik treiben wollen Wir müssen wissen, wie wir zu dem Bauer stehen, zu den Hunderttauscnden und Millionen, die zu uns herüberkommen werden. Aber nnr dann, wenn wir ihnen nicht den Weg verlegen durch Grundsätze, die mit dem Programm nichts zu thun haben. Wenn man uns den Vorwurf machr, daß wir Forderungen aufstellen, die verwandt oder ähnlich seien mit den Forderungen anderer politischen Parteien, so ist das ein schwächlicher Einwurf. Unser Programm hat ja in seinem zweiten Theile«ine ganze Reihe solcher Forderungen: aber was wir wollen undwasdieGegnerwollen, ist grundverschieden, es kommt auf den Zusammenhang an, in dem die Forderungen ge- macht werden. Wollte man auf alle praktischen Forderungen ver- zichten.dann müßtenwir auf alle politischeThätigkeit verzichten, dann hätten die englischen Arbeiter auch auf den Zehnstundentag ver- zichten müssen. Wir müssen versuchen, auf die Bauernschaft Einfluß zu bekommen und dann für sie dasselbe thun und erreichen, was wir für die Industriearbeiter erreicht haben.*) Lesche-Altona: Wenn der Frankfurter Parteitag der Agrar-Rei'olution zustimmte, so liegt das daran, daß verschiedene Leute, die verschiedenes wollten, sich in dieser Resolution zu- sammenfanden. Die einen wollten nur den Landproletarier ge- ivinnen, die anderen schwärmte» für Bauernschutz, die dritten, *) Eine längere hier einzufügende Depesche ist ausgeblieben. Wir werden de» Inhalt derjelven morgen nachtrage».� nie Rebel und Liebknecht, sahen revolutionäre Tendenzen in 1.nferen agrarischen Forderungen. Mege " Singer: Ich bitte drivgend, die persönlichen Angriffe zu unterlassen. einer Ablehnung des Agrarprogrammis die Vertreter unserer Stimmung in den deutschen Parteifreifen ist gegen die grat Partei in den Landtagen und Gemeindevertretungen.( Beifall.) vorlage, selbst aus Süddeutschland ist erst eine Stimme für die Ihr Weg führt aber direkt in den Staatssozialismus hinein Fischer Dresden: Um die Annahme der Vorschläge der Vorlage laut geworden. und Vollmar wird sagen: Bebel hat mir ein Schnippchen ge- Agrarkommission kann es sich nicht mehr handeln. Das wird Frohme Hamburg: Ich gehöre zwar nicht der Agrars schlagen, er ist mir im Staatssozialismus über. Auf diesem die Agrarkommission selbst nicht mehr wünschen. Zu beschäftigen kommission an, aber ich fühle mich ttoßdem verpflichtet, zu fonfolge ich ihm nicht, ich halte die Hoffnung haben wir uns nur noch mit der Kautsky'schen Resolution und mit statiren, daß ihre Vorschläge vollkommen dem ihr gewordenen auf eine langfame demokratische Umgestaltung unseres dem Antrag 124. Dieser Antrag sucht der Agrarkommission noch Auftrage entsprechen. Man hätte wohl erwarten tönnen, daß Staates für eine Utopie. Man braucht sich δα nur ein möglichst günstiges Herauskommen zu ermöglichen. Die Re- die Gegner gerechter gewesen wären. Statt dessen hat man sich den beutigen Junkerstaat anzusehen. Erst muß eine folution verlangt deshalb von Ihnen, Sie sollen Ihre Unfähig die Kritik sehr leicht gemacht und sich in Redensarten wie Char wirkliche Demokratisirung der öffentlichen Einrichtungen erfolgen, feit erklären, heute schon eine Entscheidung zu treffen. Wir latanerie ergangen. Die Ausführungen von Schippel haben auf bevor wir mit staatssozialistischen Forderungen kommen. Näher können aber sehr wohl ein definitives Urtheil abgeben. Gine mich den denkbar ungünstigsten Eindruck gemacht: Mir ist in als die Sorge um die Landeskultur steht uns die Sorge um den Bertagung der Entscheidung würde unerquickliche Zustände in die den 27 Jahren, wo ich zur Partei gehöre, schon vieles pafsirt, Arbeiterschuß und die Erringung des freien Koalitionsrechtes. Partei bringen. Bassen wir uns nicht auf staatssozialistische Experimente ein, aber etwas so Demagogisches wie die Worte von Schippel habe Aus der Debatte gewann ich den Eindruck, daß die mit ich noch nicht vernommen. halten wir den propagandistischen Charakter unserer Partei hoch. glieder der Agrarkommission unter sich selber nicht klar sind. Stolten Hamburg: Wenn ich auch nicht mit allen Bebel denkt über entscheidende Punkte anders wie Quarck, David Einzelheiten der Vorschläge einverstanden bin, so gehöre ich doch wieder anders wie Bebel. Quard will den Kleinbauern vor der Frohme: Das war bei Schippel nicht der Fall. zu denen, die auf dem großen Scheiterhaufen des Parteiprinzips Proletarisirung schüßen. Es wird immer so gethan, als ob Pro- Singer: Ich habe den Mitgliedern der Agrarkommission verbrannt werden sollen, zu dem schon seit Monaten die Scheite letarifirung und Berelendung dasselbe sei. Das ist nicht wahr. den weitesten Spielraum gelaffen. Ich kann aber nicht dulden, daß ¡ usammengeschleppt find. Die Diskussion hat mich belehrt, daß Wenn wir sagen, daß wir den Bauern erst gewinnen können, Redner, die nicht angegriffen sind, in denselben Zon verfallen. es aussichtslos ist, imsere Vorschläge in diesem Jahre durch wenn er proletarisirt, so meinen wir gar nicht, daß er verelendet, Frohme: Ich dachte, daß jeder das Recht habe, in dem zuführen; es kommt mir also nur noch darauf an, zu verhindern, sondern daß er von seinem Eigenthum losgelöst sein muß. Auf selben Maße Kritik zu üben. Es ist meine irrige Ansicht, daß es daß auf einmal der ganzen Frage Kopf und Kragen abgeschnitten haltung der Proletarisirung ist Befestigung des Privatbefizes. fich bei den Vorschlägen der Kommission um etwas ganz neues wird. Die Mehrzahl der Genossen ist mit einem Bebel giebt die Proletarisirung der Bauern durch die Entwicke- handelt. Jeder, der agitatorisch thätig gewesen ist, wird bei der Vorurtheil gegen die Vorschläge hergekommen, uns die ganze Materie neu ist. Seit 21/2 Jahrzehnten haben Pächter, als Genossenschaftsmitglied auf seinem früheren Felde erörtert haben. Daß, wie Schoenlant meint, durch das Proweil lung zu, will ihn aber nicht als Lohnarbeiter haben, sondern ihn als Wahlagitation schon dem einen oder anderen diese Borschläge wir uns wesentlich blos mit den Fragen der Industrie- Arbeiter erhalten. Damit greifen die, die sich als wahre Revolutionäre gramm eine weitere Klärung der Grundsätze eintritt, ist nicht beschäftigt. Aber diese Zeit ist vorbei; heute müssen wir uns bezeichnen, zu dem alten Lassalle'schen Vorschlag zurück, mit dem richtig. Nach dem sozialdemokratischen Prinzip haben wir Nothauch mit anderen Fragen befassen, nicht weil sie uns Agitations wir längst fertig sind. Die vorgeschlagene Verstaatlichung führt leidenden zu helfen, soweit wir dies mit unseren Grundsäßen, stoff liefern, sondern weil sie sich uns naturnothwendig aufdrängen. dazu, daß die Stumm'sche Wirthschaft im ganzen Reiche herrscht. mit dem Rechte und der Bernunft in Einklang bringen können. Hierzu gehört auch die vorliegende Frage. Wo sind die vielen Bauern, die wir nach Schoenlant für den Die Sache liegt gegenüber dem Bauer nicht anders, wie gegen Wir müssen dazu Stellung nehmen, wenn wir nicht als Entscheidungskampf gewinnen müssen? Sie sind nach der Statistik über der großen Masse der industriellen Proletarier. Was an politische Partei einpacken sollen. Man ist gegen die Vorschläge gar nicht vorhanden. Ermöglichen Sie der Kommission nicht den sich gut, was menschlich, recht und vernünftig ist, der Kommission mit vielen Phrasen vorgegangen, man hat gesagt, Rückzug durch Annahme der Resolution 124, sondern wahren bas fönnen wir thun. Rein Mensch denkt daran, daß diefelben den Klassenkampf nicht fördern, sondern hindern, Sie unsere Grundsätze durch Annahme der Kautsty'schen die Bauern vor dem Untergange au retten, es handelt und daß alles, was wir innerhalb der heutigen Gesellschaft thun, Refolution.( Beifall.) nur dann berechtigt sei, wenn es den Klassenkampf fördert. Nach sich nur darum, ihre Existenz nach Möglichkeit zu erleichtern, Rabenstein- Leipzig: Parteigenossen! ich bin mir be- ebenso wie wir auch die Lebenshaltung der Arbeiterklasse heben meiner Meinung aber darf der Klassenkampf nicht so eng wußt, daß ich wenig Erfolg haben werde. Auf eine Niederlage wollen. Mit elenden degenerirten Massen läßt sich in einem gefaßt werden, sondern wir müssen unser Augenmert auch mehr oder weniger kommt es nicht an. Aber jedenfalls muß ich Rampfe nichts thun. Die Vorschläge der Agrarfommission decken richten auf diejenigen Klaffen, die noch nicht proletarisirt sind, Sie warnen, die Sache heute bereits zu entscheiden. Wir haben sich vollkommen mit unseren Forderungen und ich bin überzeugt, aber nothwendigerweise proletarifirt werden müssen. Wenn vielleicht alles zu vertreten, was die fulturelle Entwickelung fordert, also daß mancher, der sich jetzt aufs hohe Pferd der Prinzipien ſetzt, einmal der Augenblick gekommen ist, wo die allerdringendste Noth- auch die Landeskultur. Es ist mir leider unmöglich, ausführlich den Bauern schon oft genug etwas ganz anderes versprochen hat. wendigkeit dazu zwingt, im Interesse der Industriearbeiter grund zu sein. Von seiten der Gegner ist fast durchgehend der Fehler Es ist mir unbegreiflich, wie man sagen tann, wir machen damit legende Aenderung vorzunehmen, und wenn dann die Bauern gemacht worden, daß man die Agrarfrage als Agitationsfrage den Antisemiten Konkurrenz, wenn wir nur vernünftige Dinge noch so weit zurückgeblieben sind, dann werden wir bereuen, daß aufgefaßt hat. Das haben wir nicht gethan. Auf dieses Niveau fordern. Wenn jetzt der Parteitag den unglücklichen Beschluß wir nicht zeitig genug das gethan haben, was wir hätten thun haben wir unsere Darlegungen und Forderungen nicht herab- faßt, die Vorschläge abzulehnen, so ist die Folge zu bedenken. müffen.( Sehr richtig! Stellt man sich auf den Standpunkt der gedrückt. Es ist falsch, zu sagen, daß die Entwickelung des Agrar Bebenten Sie denn nicht, daß wir über kurz oder lang Kautsky'schen Resolution, so müßte man die Konsequenz ziehen wesens dieselbe sei wie in der Industrie. Nicht einmal in der wieder vor Neuwahlen stehen, wo wir die große Masse und den ganzen zweiten Theil unseres Programms streichen. Ich Industrie stimmen unsere Ansichten überall. Die Forderungen der ländlichen Bevölkerung zu gewinnen haben? Wenn mich gehe noch weiter als die Agrarkommission und sage, wir müssen der Kommission werden genau so wie früher die Arbeiterschuß- irgend etwas peinlich berührt hat, so ist es das Herumreiten die Bauern an ihrem Eigenthumsinteresse packen und sie Gesetze bekämpft. So wie mit diesen wird es den Agrarforderungen auf der Phrase von der Dittatur des Proletariats. allmälig auf die genossenschaftliche Organisation hinzuweisen gehen. Wir haben bei unseren Forberungen allerdings nicht Was hat diese Redensart zu thun mit der Frage, um die suchen. Dadurch wird der starre Eigenthumsbegriff, den wir bereits an der Zeit der Diktatur des Proletariats gedacht, so es sich hier handelt Aus unserer ganzen Literatur können Sie heute nicht allein auf dem Lande, sondern auch noch in unseren weit sind wir noch nicht. Die Proletarisirung der Massen be- immer wieder die Ueberzeugung gewinnen, daß die Sache der eigenen Kreisen finden, nicht neubelebt, sondern erschüttert. Wenn deutet allerdings Berelendung. Mit verelendeten Bauern aber Sozialdemokratie die Sache der gesammten Menschheit ist.( Beifall.) andererseits die Kautsky'sche Resolution sagt, der Entwurf stellt dem werden wir nicht den siegreichen Entscheidungskampf ausfechten. Die materialistische Geschichtsauffassung schließt es aus, daß der tapitalistischen Staat Aufgaben, die nur gelöst werden können, Sie sind in den vorliegenden Fragen noch nicht einig. Berzichten einzelne feinen persönlichen Wünschen und Gefühlen Rechnung wenn das Proletariat die Macht hat, so frage ich, ob in einem sie einstweilen darauf, heute schon einen bestimmten Beschluß zu trägt. Die Entwicklung geht ungestört ihren Weg. Die Worte tapitalistischen Staat, wo das Proletariat die Macht noch nicht faffen. Thun sie das aber, dann wird das Agrarprogramm doch von der Stärkung des Privateigenthums in der Rautsky'schen hat, etwa die direkte Gesetzgebung, die Umwandlung der stehen- eine fröhliche Auferstehung feiern.( Beifall.) den Heere in Volksheere, die stufenweis steigende Einkommen Resolution find nicht stichhaltig. Es kann sich doch zunächst Lux- Langenbielau: Ich ergreise nur das Wort, um Ihnen nicht um die Abschoffung des Privateigenthums handeln, sondern steuer, die Abschaffung der indirekten Steuern und andere unsere die Stimmung der Genossen wiederzugeben, die in Kreisen nur darum, daß jeder Arbeiter die Früchte feiner eigenen ehrForderungen durchgeführt werden können?( Sehr gut!) wohnen, die an ländliche Bezirke grenzen und die mit Bauern lichen Thätigkeit bekommt und daß ihm sein Privateigenthum, Ich ersuche Sie vor allen Dingen, daß Sie nicht der ganzen in Berührung fommen. Genoffen! Liebknecht betonte, daß wir natürlich unter anderen Voraussetzungen als heute, erhalten Sache auf einmal ein Ende machen. Die Folge davon wird ebenso wie für den Arbeiterschutz auch für den Bauernschuh ein- bleibt. eine ganz ungeheure Blamage für unsere Partei sein.( Oho!) treten müssen, aber wir müffen als Sozialdemokraten einen an hingewiesen, aber auf die Maßnahmen, die unentbehrlich sind, Auf die Erringung der politischen Macht werden wir Rufen Sie noch so sehr Oho! Bei Philippi sehen wir uns wieder. deren Standpunkt einnehmen. Versuchen wir doch erst, die um die politische Macht zu erlangen, sollen wir verzichten. Im Die Verhältnisse drängen dahin, daß wir uns in allerfürzester 60-70 pet. der Bauern zu gewinnen, die heute schon im Ueber: Anfange unserer Bewegung betrieben nicht Proletarier, Zeit von neuem mit dieser Frage beschäftigen müssen. Nachdem gang zum Proletariat begriffen sind. Das ist möglich mit Hilfe sondern besser fituirte Leute aus bürgerlichen Kreisen die Kommission ein Jahr lang gearbeitet und Vorschläge gemacht des Erfurter Programms. Wenn wir Bauernschuh treiben unsere Propaganda. Der Proletarier stand dermaleinst in hat, können wir nicht mehr zurück. Es ist lebhaft zu bedauern, wollen, so heißt das unter den heutigen Verhältnissen nichts Boltsversammlungen mit gezücktem Messer und dem Knüppel uns daß dadurch ein Zwiespalt in unsere Partei getragen worden ist. anderes als Bauernfang treiben. Aus diesem Grunde denke ich gegenüber und genau so wird es mit der ländlichen Bevölkerung ( Widerspruch.) Bedenken Sie doch, daß viele unserer Genossen mir, ist auch der süddeutsche Entwurf verworfen worden. Den gehen. Der beständige Hinweis auf die Richtigkeit unserer in Einzel- Landtagen für viele diefer Forderungen eingetreten Bauer fönnen wir damit nicht gewinnen, weil der Pfaffe uns in Brinzipien hat uns die Industriearbeiter nicht zugeführt, sondern find. Diesen Genossen wird es nach Annahme der Kautsky'schen die Quere kommt. Resolution nicht mehr erlaubt sein, so zu stimmen wie früher. fie sind gekommen, weil wir zunächst für ihre wichtigsten Geck Offenbach: Ich glaube auf grund meiner eigenen Intereffen eintraten. Mit welchem Recht macht man nun einen Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß ein Theil der Forderungen Erfahrungen über die ländliche Frage mir ein Urtheil erlauben Unterschied zwischen dem Bauer, der von den Früchten seiner des Entwurfs bereits in unserem Programm steht, ja, Sie sind zu dürfen. Ich bin viel mit Bauern zusammengekommen und eigenen Thätigkeit leben muß, und dem Lohnproletarier in Industriefür den, der sich in das Programm vertiefen kann, bin überzeugt, daß wir uns klar werden müssen, wen wir unter zentren? Man fann diese Frage nicht einfach beiseite schieben. darin enthalten. Aber für die meisten Agitatoren ist einem Bauer verstehen dürfen und mit welchen Forderungen wir mit aller Prinzipienreiterei tommen wir um die Agrarfrage es doch nöthig, daß diese Forderungen spezialisirt ihnen kommen können; es ist sehr gut möglich, dem Bauer, der nicht herum. Wir müssen den Dingen ins Auge schauen, mit werden. Unfer Programm würde dadurch eminent. auf der Grenze zwischen Proletarier und Besitzer steht, feine denen wir zu rechnen haben. verbessert. Weisen Sie deshalb entschieden die Kautsky'sche Re Affenliebe zum Privateigenthum zu nehmen. Durch eine Ver- Die Frage ist spruchreif und ich würde deshalb unbedenklich solution zurück, dieselbe bindet uns einen Kloß aus Bein, mit mehrung des Gemeinde- Eigenthums fönnen wir zeigen, was schon für den zweiten Entwurf eintreten und für die allgemeinen Grunddem wir uns Jahre lang schleppen müssen. Wenn Sie sich nicht heute mit dem Rollettivismus geleistet werden kann. Der Bauer fäßze stimmen, die die Agrarkommission als Richtschnur giebt. entschließen tönnen, die Frage zu lösen, fo laffen Sie sie fann belehrt werden, daß er sich abmüht und es auf seinem Privat- Sollten Sie aber dafür nicht eintreten wollen, so bleibt im wenigstens offen. Ich bin überzeugt, daß wir doch noch zu einer besitz zu nichts bringt, daß aber nebenan auf dem Gemeinde- Eigenthum Interesse der Ehre und des Ansehens der Partei nichts übrig, Berständigung kommen, die Verhältnisse werden uns lehren, was wo doch dieselbe Sonne scheint und derfelbe Regen hernieder- als daß wir die Angelegenheit vertagen. Ich bin überzeugt, daß in dieser Frage zu thun ist.( Lebhafter Beifall.) fällt, weit bessere Erträge erzielt werden. Wir können den eine ruhige fachliche Erörterung uns dazu führen wird, so unBeims Goslar: Die Agrarleute hätten uns beweisen Kleinbauer auf die Lage der Arbeiter hinweisen, denen es oft erquickliche und wenig sachliche Debatten zu vermeiden, wie wir müssen, daß wir den Banernschnt haben können. Ich möchte den besser geht als ihm. Die Bauern gehen darauf auch ein und sie jetzt zwei Tage lang über diese Frage gehört haben.( LebMitgliedern der Agrarkommission rathen, sich einmal die Ver- begreifen es. Gerade deshalb finden Sie besonders unter den hafter Beifall.) hältnisse in Deutschland genau anzusehen. Der Bauer, den sie badischen Genoffen viele, die den Agrarprogramm- Entwurf ent Braun Königsberg: Der Entwurf ist im Sinne der retten wollen, der existirt nicht mehr( Widerspruch) oder nur in weder für gut halten oder doch wenigstens ihm sympathisch Frankfurter Resolution ausgearbeitet worden. Für die praktische verschwindender Anzahl. Wir wollen Landarbeiter- Politik gegenüberstehen, wir brauchen in der Agitation und als Ge Agitation bietet der Entwurf nichts. Um Doktorfragen hat man treiben und nichts anderes. Es ist bedauerlich, daß so viel meinde- oder Volksvertreter eine gewisse Direktive, die uns dort wie in der ganzen Debatte geftritten. Wir wären vielleicht Theoretiker und so wenig Praktiker zu Wort gekommen find. zeigt, wie weit wir gehen dürfen. Wir sind in Baden etwas weiter, wenn man dem Entwurf auch seine Begründung Ihre grauen Theorien helfen nichts. Agitiren fie für die Auf- froß des elenden Wahlsystems im Begriff, bald in vielen bald mit auf den Weg gegeben hätte. Daß dem Landarbeiter hebung der Gesinde- Ordnung, das ist wertvoller.( Sehr Orten in die Gemeindevertretung einzuziehen. Ich habe selbst auch etwas geboten werden soll, davon steht im Entwurf nichts. richtig.) Der ländliche Proletarier hat vom Gemeinde- den Auftrag erhalten, eine Anleitung zu schreiben für solche, die Ganz Ost, Westpreußen, Posen und Schlesien sind grundverEigenthum gar nichts. Auch der Kleinbauer ist in Gemeindevertretungen sigen. Die Stegmüllereien sind oft nur schieden. Bauern, wie die west- und süddeutschen giebt es bei durchaus abhängig vom Großbauer, wir können mit der Ent- deshalb vorgekommen, weil die betreffenden Genossen ohne eine uns nicht. Den Bauer, wie er in Ostdeutschland ist, können wir wickelung zufrieden sein, wie sie geht. Die Agrarkommission hat gewisse Richtschuur handelten und stimmten. In den Landtagen nie als Bauer, sondern höchstens als Mensch für unfere nur Arbeitszeit verschwendet. Es wäre agitatorisch viel werth- fommen wir auch vor agrarische Forderungen. In Baden Prinzipien gewinnen. Wenn wir mit dem neuen Programm voller gewesen, wenn Bebel die Zeit, die er dort zugebracht, werden wir nächstens über Kornkammern zu verhandeln auf's Land kommen, so lacht man uns aus. Die Vertagung der Sache dazu angewandt hätte, Versammlungen auf dem Lande abzu haben, für die die Regierung bereits, ohne die Volksvertretung nüßt nichts. Wir würden beim nächsten Parteitage dieselbe halten.( Sehr wahr!) Wenn Sie jetzt dem Kleinbauer besondere gefragt zu haben, Geld gegeben hat. Ebenso werden wir uns Debatte haben wie heute. Oftelbien hat keine Vertreter in der Programmfäße widmen, dann kommen wir Kleinbauern in bei der Vorlage über den Rheinkanal bei der Abstimmung Kommission gehabt, deshalb find die Millionen oftelbischer Landnächstem Jahre und fordern auch für unseren Schutz ein be- schlüssig machen müssen. Sie sehen also, die Partei ist be proletarier im Entwurf unberücksichtigt geblieben. sonderes Programm.( Sehr richtig!) Ehrlichkeit ist die beste reits mannigfach in Fragen engagirt, wie sie im Entwurf angePolitit.( Beifall!) Wir brauchen tein neues Programm, uns genügt das alte. deutet sind. Da ist es doch nöthig, daß der deutsche Parteitag Bod Gotha: In meiner 25jährigen Thätigkeit in Thüringen ein ernstes Wort redet und unseren Genossen die Richtung an- Höchstens dafür können Sie einige Normen angeben, wie wir mit den Landarbeitern verfahren sollen. habe ich zahlreiche Versammlungen auf dem Lande abgehalten. giebt, nach der sie zu gehen haben. Nicht darum handelt es sich, mit den Landarbeitern verfahren sollen. Ich habe ganz andere Erfahrungen als der Vorredner gemacht. Der Kommission einen schönen Abgang zu verschaffen. Es ist Frau Steinbach- Hamburg: Der Erfurter Parteitag hat Nicht den Gutsbesitzer, nicht den Großbauer, den Kleinbauer gleich, ob wir in der Bersentung verschwinden oder durch die zwar das Parteiprogramm noch unter dem Einfluß des Drucks hat die Agrarkommission im Auge gehabt, der mit seinen Hinterthür; darum handelt es sich einzig und allein, daß die des Sozialistengefeßes einstimmig angenommen. Es werde Familienmitgliedern die Scholle bebaut und viel elender lebt, als Ghre der Partei auf dem Spiele steht. Bereits sind manche Ge- aber heute in allen seinen Paragraphen zur Debatte ges hunderttausende von Industrie Arbeitern.( Sehr wahr.) Ich noffen von dem richtigen Wege abgegangen; bringen sie dieſe ſtellt. Wir würden dieselbe skrupulöse Berseßerei erleben, habe immer einen sehr großen Respekt vor der Wissenschaft gehabt, zurück. Jedenfalls müssen sie zu einem pofitiven Resultat wie sie das Agrarprogramm gefunden hat. und ich habe deshalb nicht erwartet, daß Schippel so oberflächlich kommen, und sei es auch nur dazu, daß sie eine endgiltige Be- hafte Diskussion ist nicht gefährlich. Sie hat uns mitten über die Wald- und Weiderechte sprechen würde. Diefe Wald- schlußfaffung aufschieben. in die Materie hineingeführt. Verkennen wir doch nicht: Die rechte kommen dem ärmsten Landproletariat vom Thüringer Kimmel Hamburg: Wir leiden heut an den Mängeln große Masse der Parteigenossen hatte vorher nicht den rechten Walde, von der Röhn und vom Riesengebirge zu gute, einer der Frankfurter Resolution. Die Kommission tonnte nicht anders Ueberblick über die Agrarfrage und auch wir haben in diesen armseligen Bevöllerung, unter der häufig genug Hungers- handeln, als sie gehandelt hat. Sie hatte die Direktive, Vor- Tagen viel gelernt. Ein anderes ist es, wenn wir jeßt, wo die noth herrscht. Die Waldkultur wird durch dieses Recht schläge für den Bauernschuh zu machen. David verlangt praf ganze Welt mit angehaltenem Athem auf die Beschlüsse dieses gar nicht gestört. Ich bin als gothaischer Landtags- tische Politit: man tann ein sehr guter Agrarpolitifer fein und Parteitages harrt, wenn wir jetzt zurückkehren sollen nur bekleidet Abgeordneter schon seit Jahren für die Forderungen des doch fein guter Sozialdemokrat. Dr. Schoenlant verlangt sogar mit dem Feigenblatt der Kautsky'schen Resolution.( Große Agrarprogramms eingetreten. Wird dies Programm jetzt ab- eine Revision unserer Prinzipien. Dem fleinen Bauern ist über- Heiterkeit.) Mir ist es bitterer Ernst mit dem, was ich sage. gelehnt, dann muß ich mich entweder desavoniren oder ich lege haupt nicht mehr zu helfen. Die Agrarier würden uns darauf( Heiterfeit). Ist es da nicht am Plate, wenn ich ein biblisches mein Mandat nieder. Der Tagelöhner, der Knecht ist viel ab- festnageln, daß wir die völlige Aufhebung der Getreidezölle Gleichniß gebrauche? Wir dürfen nicht vor die Kleinbauern hängiger als der Kleinbauer, unter diesen haben wir Vertrauens- wollen. Niemals würde eine sozialistische Bauerngemeinde von den Großbauern redet niemand und zu den Kleinbauern rechne ich Staatskredit bekommen. Wird ein Kleinbauer sozialistischer auch die, die am Tage industriell thätig sind und Nachts ihr Stückchen mit dem Odium treten, daß der Parteitag jetzt Nicht um die Rettung des Kleinbauern um jeden Preis, war Agitator, so würde ihm der Staat die Hypothek kündigen. Feld bebauen es der Agrarkommission zu thun, sondern um die Verhinderung Der Klotz, der uns an den Beinen hängt, ist die Frankfurter schon erklärt, wir können den Kleinbauern nicht helfen. Wir feiner Berlumpung. Hundert Mart, von denen Dertel so gering Resolution. Die müssen wir abschütteln. Nehmen wir deshalb wollen auch nicht helfen, die Diktatur des Proletariats muß schäßig sprach, bedeuten sehr viel für den Kleinbauern. die Kautsky'sche Resolution an. Wir wollen aber durchans nicht erst kommen.( Rufe: Oh!) Gegen den ganzen zweiten Theil des Programms verstoßen unsere Thätigkeit einstellen. Auch die Kautsky'sche Resolution die Agrarforderungen nicht. In welche Lage bringen Sie bet verlangt Sammlung des Materials durch eine Kommission. Die Berantwortlicher Redakteur: Kris Kunert. Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Ieute. g = 0 Die leba ( Schluß auf der letzten Seite des Hauptblattes.) Druck und Verlag von Max Bading in Berlin 2. Beilage zum„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. " Ur. 238. Lokales. am Freitag, den 11. Oktober 1895. Ausdruck: D 12. Jahrg. Der Schauspieler Stich, der erste Mann der Crelinger, war Berathungen angestellt, wie diesem Uebelstande abzuhelfen ist. auf seine schöne und gefeierte Frau nicht wenig eifersüchtig, Trohalledem giebt es bekanntlich unter den Handlungskommis zumal sie in dem Verdacht stand, die schwärmerische Neigung noch viele Leute, die des dummen Dünkels und Harmoniedufels Aus der Lokalliste ist der Gastwirth Gustav Walter, eines Lieutenants von Blücher, vom ersten Husaren- Regiment, voll, in Gemeinschaft mit den Unternehmern die Sozialdemokratie Schmargendorf, Breitestraße 25, zu streichen. Die Lokal zu begünstigen. Als Stich eines Tages früher, als er erwartet verungeniren wollen. tommission. werden konnte, nach Hause kam, traf er wie Adolf Streckfuß Soll die Kultur durchs Brandenburger Thor eitt Vom städtischen Fortbildungsschulwesen. Die fünf erzählt auf der Treppe den Offizier, der eben aus der Fortbildungsanstalten" für reifere, in einem prak- Wohnung des Schauspielers fam. Stich mochte um so mehr den ziehen? Bwei polizeiliche Maßnahmen deuten in der That tischen Beruf stehende Personen wurden besucht 1894/95( in Berdacht haben, daß die Absichten des Herrn von Blücher keine darauf hin, daß Berlin sich der Kultur der westlichen Großstädte Klammern für 1893/94 und 1892/93) im Sommer von 713( 698, 659) lauteren gewesen seien, da der Besucher nicht die Uniform, nähern soll. Wie die„ National- Zeitung" zu melden weiß, ist an Theilnehmern, darunter 26( 31, 18) Freischüler, im Winter von 928 sondern Zivilkleider trug. Es gab eine stürmische Szene. der Kreuzung der Friedrich- und der Leipzigerstraße jetzt ein ( 935, 976) Theilnehmern, darunter 27( 39, 45) Freischüler. Die Zahl Lieutenant von Blücher griff, so hat er wenigstens später bei Schuhmann zu den Zwecke aufgestellt, ältere Personen, ängstder Betheiligungen an den verschiedenen Rursen war 1894/95 im der Untersuchung behauptet, um sich vor thätlichen, entehrenden liche Damen und Kinder, wenn sich dieselben nicht allein hinSommer bezw. Winter: im ganzen 991 bezw. 1261, im einzelnen z. B. Mißhandlungen zu schützen, zu einem Dolch, den er bei sich über wagen, zur anderen Seite zu geleiten. Ja noch mehr. bei Deutsch 152 bezw. 194, Französisch 234 bezw. 294, Englisch 289 führte, und stieß mit demselben den beleidigten Ehemann Einige Blätter, so die" Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bezw. 285, faufmännisch Rechnen 116 bezw. 148, Buchführung 110 nieder. Das traurige Ereigniß machte ein furchtbares lassen haben soll. In dieser Verfügung schärft der Kommandeur furchtbares veröffentlichen eine Verfügung, welche Polizei- Oberst Krause erbezw. 162, Zeichnen 91 bezw. 113. Der zwischen Sommer und Aufsehen in Berlin, es erregte die tiefste Entrüstung, der Schuhmannschaft seinen Beamten auf das strengste die InWinter bestehende Unterschied in der Zahl der Theilnehmer und die auch durch die Verurtheilung des Lieutenants von Blücher der Schuhmannschaft seinen Beamten auf das strengste die Inder Betheiligungen tritt alle Jahre mit ziemlich derfelben Schärfe zu dreijährigem Festungsarrest nach einem Erkenntniß des ſtruktionen im Verkehr mit dem Publikum ein und verbietet den Beamten, bei der Sistirung von Personen sich hervor. Die Fortbildungsschulen für Jüng- Kriegsgerichts nicht besänftigt wurde, denn die gelinde Strafe lle bergriffe zu erlauben. Namentlich ist den Beamten linge"( 1894/95: 12, 1893/94: 12, 1892 93: 11 Schulen) widersprach dem Rechtsgefühl des Volkes. Auch König Friedrich untersagt, die Sistirenden anzufassen, zu stoßen und derwurden besucht 1894/95( in Klammern für 1893/94 Wilhelm III. theilte die Ansicht der Berliner, auch er fand gleichen. Zuwiderhandelnde Beamte sollen mit sofortiger und 1892/93) im Sommer von 6950( 6719, 7326), die Strafe dem Terbrechen nicht angemessen, und diesem Geim Winter von 7369( 7267, 7739) Theilnehmern. Die Zahl der fühl gab er in der folgendermaßen lautenden Kabinetsordre Kündigung resp. Entlassung bestraft werden. Man traut seinen Augen nicht! Betheiligungen an den Unterrichtskursen war 1894/95 im Sommer bezw. Winter: im ganzen 12 013 bezw. 12 589, im" Ich habe das Kriegsgerichts Erkenntniß, welches den Für die Besichtigung des Reichstagsgebäudes durch einzelnen z. B. bei Deutsch 2093 bezw. 2294, Rechnen 2393 bezw. Lieutenant von Blücher des 1sten Husaren- Regiments wegen das Publikum, die bisher unentgeltlich war, sind neue Be2457, Beichnen 3653 bezw. 5656. Bedeutend geringer war die Verwundung des Schauspielers Stich durch einen Dolch stoß zu ſtimmungen erfassen worden. Die betreffende Bekanntmachung, Betheiligung an Fachzeichnen, Buchführung( 847 bezw. 900), einem 3jährigen Festungsarrest verurtheilt, heute bestätigt, ob die im Flur bei Portal V aushängt, lautet wie folgt: Die Geometrie, Phyfit und Chemie, Französisch( 563 bezw. 572), wohl die Schwere des Verbrechens gesetzlich eine weit härtere unentgeltliche Besichtigung des Reichstagsgebäudes findet bis Englisch( 393 bezw. 399), Modelliren, am geringsten an Geschichte, Strafe verdient hätte. Wenn jedoch die Mehrzahl der Mit auf weiteres täglich statt an den Werktagen vormittags von Gesetzeskunde und Stenographie. Die Betheiligung am Unter- glieder des Kriegsgerichts den Beweggrund, von der Strenge des 8 bis 9 Uhr und mittags von 12 bis 1 Uhr und Sonntags richt in Gesetzeskunde scheint übrigens in bedenklicher Abnahme Gesetzes abzugehen, daraus hergenommen hat, daß der nachmittags von 2 bis 4 Uhr. Das Publikum wolle sich in der begriffen zu sein. Es betheiligten sich im Winter 1892/93: 41, Nothwehr befunden habe, indem er, von dem Schauspieler Stich inspektions- Beamten geführt werden. Von Beginn der nächsten ieutenant von Blücher sich bei dem Vorfall im Stande der Wartehalle versammeln, von wo aus die Besucher durch die Hausim Sommer 1893: 33, im Winter 1893/94: 107, im Sommer 1894: 44, im Winter 1894/95: 40 Per in seiner Verkleidung erkannt und angegriffen, sich seines Tagung des Reichstages ab ist die Besichtigung des Reichstagssonen. Um die wirkliche Betheiligung Dolches umsomehr habe bedienen müssen, als ihm bei Gebäudes nur gegen Lösung von Eintrittskarten, die im EintrittsUnterricht zu prüfen, wird in jedem Jahre im Sommer und im seinem schwächlichen Körper kein anderes Mittel zur Erhaltung farten- Bureau des Reichstages( Portal V) zu erbitten find, zuWinter je eine Woche hindurch festgestellt, wieviel Theil seiner Ehre übrig geblieben sei, so fann ich nur dieser lässig. Für jede Person wird für eine Zutrittskarte eine Gebühr nehmer thatfächlich erschienen sind. Als anwesend ergaben sich unrichtigen und höchst verdammungswürdigen Ansicht um so ineb von 50 Pf., für Familien von mehr als drei Personen 1,50 M. in der Woche vom 19.- 25. August 1894 9114 von 12 013 Be- mein lebhaftes Mißfallen zu erkennen geben. Ich will nicht, echoben. Die Eintrittskarten zu den Plenarsizungen des Reichstheiligten, also 76 pCt., in der Woche vom 20.- 26. Januar 1895 daß die Offiziere meiner Armee die Aufrechterhaltung der Würde tages gelangen noch wieder unentgeltlich zur Berausgabung. 9815 von 12 589 Betheiligten, alfo 78 pet. Wünschenswerth des Standes in der blutigen Erwiderung selbstverschuldeter Be- Warum zur Zeit der Parlamentstagung die Besichtigung nicht wäre eine Statistik der angeblichen Gründe des Ausbleibens: leidigungen suchen, sondern ich fordere von ihnen, daß sie diefelbe mehr unentgeltlich ist, wird nicht mitgetheilt. ohne Zweifel würde sich dabei herausstellen, daß es sich nicht immer durch ein verständiges und sittliches Betragen und durch Unterlaffung von Handlungen bewähren, die nach den Gesetzen der In der Charlottenburger Stadtverordneten Ver blos um Unluft der Schüler, sondern leider oft um Behinderung durch Moral und der Ehre gleich verwerflich sind. Ich trage Ihnen fammlung hat unfer Parteigenoffe Stadtverordneter Beier einen Die Arbeitgeber handelt. Die" Fortbildungsschulen für auf, dieses der Armee bekannt zu machen und bemerke dabei, daß Antrag eingebracht, der die Festsetzung der Polizeiftunde für alle Mädchen"( 1894/95: 12, 1893/94: 11, 1892/93: 10 Schulen) wurden besucht 1894/95( in Klammern für 1893/94 und 1892/93) im es schmerzlich ist, durch diese Veranlassung einen gefeierten Namen Gastwirthschaften auf 12 Uhr nachts bezweckt. Wie froh wären die Wirthe von anständigen Arbeiterlokalen, wenn sie den Sommer von 4366( 8371, 3037), im Winter von 4539( 3803, auf solche Weise berührt zu sehen." ständigkeit der Meinung an den Tag, die diesem außerordentlich In der angeblichen Stabinetsordre legt der König eine Selb- feinen" Lokalen mit Damenbedienung gleichgestellt würden, und fursen war 1894/95 im Sommer bezw. Winter: im ganzen charakterschwachen Mann kaum zuzutrauen fein dürfte. Es wird wenn ihnen durch behördliche Verordnung das Recht zugestanden 12 970 bezw. 14 638, im einzelnen z. B. Deutsch 2496 bezw. daher anzunehmen sein, daß die auch sonst sehr unzeitgemäß würde, der zur Erhaltung des Körpers wenigstens unbedingt 2987, Rechnen 1578 bezw. 1620, Handarbeit 2048 bezw. 2456, flingende Geschichte von der königlichen Aufwallung nichts ist, nöthigen Ruhe pflegen zu können. Schneidern 1116 bezw. 1267. Geringer war die Betheiligung an Zeichnen, Buchführung( 951 bezw. 986), Maschinenähen, Wäsche- als eine Hohenzollernlegende. Ueber Belästigungen, denen die bei der Gewerbe- Auszuschneiden, Plätten, Puhmachen, Französisch, Englisch, Schreibstellung beschäftigten Arbeiter ausgesetzt sind, bringt ein maschine, Gesang, Turnen Stenographie. Die thatsächliche Beim Handelsgewerbe die männliche verdrängt, darüber feit aufzukommen, hier wiedergeben wollen. In der Umgebung Wie die weibliche Arbeitskraft durch ihre Billigkeit auch Berichterstatter eine Meldung, die wir, ohne für deren Richtigtheiligung am Unterricht wird bei den Mädchen nicht ermittelt; giebt die Meldung eines Berichterstatters schlagende Auskunft. des Troptower Parts haben sich gegenwärtig zahlreiche Personen man darf aber annehmen, daß sie schon um deswegen lebhafter Gine hiesige von dem Korrespondenten leider nicht namhaft ge- zusammengefunden, die zum Theil als Kellner und Hausdiener ist als bei den Jünglingen, weil sich unter den die Fortbildungs- machte Lebensversicherung, die vor etwa einem Jahre zirka 300 in den Sommerwirthschaften der dort benachbarten Vororte vorschule besuchenden Mädchen viele befinden, die nur in der Hauswirthschaft mithelfen, also nicht mit der Abneigung vieler Arbeit- unge Leute beschäftigte, die das glänzende Gehalt von übergehend beschäftigt waren. In den späten Abendstunden geber gegen den Besuch der Fortbildungsschulen durch ihre eingestellt, die nun das phänomenale Gehalt von 30 bis lästig 60 bis 120 Mark erhielten, hat jetzt zirka 150 Damen haben sich diese Leute schon wiederholt den Vorübergehenden lernenden Angestellten zu kämpfen haben. gemacht und namentlich an den Zahlungstagen 75 Mark beziehen. Auf diese Weise werden der Gesellschaft zirka betteln sie die von dem Ausstellungsplaße nach Hause 7000 Mart monatlich erspart. Die Stenographen, welche früher gehenden Arbeiter mit einer Aufdringlichkeit an, die stark noch leicht ein Engagement mit 150 M. erhielten, müssen jetzt an Straßenraub grenzt. Am vergangenen Sonnabend hatten zusehen, wie Damen in diese Stellungen einrücken, die, fage und sich deshalb mehrere Bauarbeiter, die ihren Weg gemeinsam nach schreibe, 30 bis 40 M. Anfangsgehalt erhalten. Dabei sollen die dem Baumschulenweg zu nehmen hatten, verabredet, in mehreren Damen flotte Korrespondenz in Deutsch, Englisch, Französisch Trupps fortzugehen und sich gegen die Aufdringlichkeiten der führen können und möglichste Fertigkeit im Maschinenschreiben Bummler Beistand zu leisten. Es dauerte denn auch garn ht besitzen. Daß die Zahl der stellungslosen Handlungskommis von lange, als in der Gegend von Kanne eine flotte Prügelei Monat zu Monat steigt, ist unter solchen Verhältnissen nicht zu Gang fam. Bei dieser Gelegenheit scheinen die Bauarbeiter den verwundern. Vergeblich haben die großen kaufmännischen Vereine Bummlern einen heilsamen Denkzettel ertheilt zu haben, dean Daß Friedrich Wilhelm II. ein erbärmliches Rohheitsverbrechen eines seiner Edelsten und Besten getadelt habe, dieser Fall soll zu Anfang dieses Jahrhunderts vorgekommen sein. In der Berl. 3tg." wird in Erinnerung an die große Tragödin Erelinger, die vor jekt 100 Jahren geboren wurde, eine alte Geschichte anfaetischt. Nur wenige werden wissen, so schreibt das Blatt, daß die Künstlerin einmal Gegenstand eines Standals war, der sogar zu einer Kabinetsordre Friedrich Wilhelm's III. führte. Der Vorfall verhielt sich so: Die nationalökonomischen Ferienkurse des Vereins für Sozialpolitik. II. " T wissen nicht, daß das, was Bücher in so ausprechender und kon- sich diese Aufgabe entgehen lassen. Herr Professor Elster dagegen zentrirter Form vorträgt, neue Ergebnisse der Wissenschaft sind, daß hielt sich in der ersten Vortragsstunde stets nur auf der Oberfie langsam gereifte Früchte jahrelangen mühevollsten Studiums fläche und brachte nichts als die seichtesten Trivialitäten des Vortragenden darstellen. Es scheint ihnen alles so einfach und und die breitgetretenſten Gemeinpläge vor. Außerdent hat selbstverständlich und infolge der klaren Vortragsweise so überaus der Herr die angenehme Gewohnheit, über alles mögliche plausibel, daß sie der Meinung sind, die eine Dame nach den zu reden, was ihm gerade in den Kopf kommt ersten Stunden dahin zusammenfaßte: Das ist also der berühmte und es tommt ihm mitunter wirklich etwas in den Die zweite Woche der Kurse( über die erste haben wir in Bücher; das war nichts Bedeutendes, das habe ich alles schon Kopf, wie wir gleich sehen werden und in gleich Nr. 232 des Vorwärts" berichtet) zeigt ein von der ersten ver- gewußt. Die Dame meinte natürlich, sie hätte schon vorher ge- mäßig hinplätschernder Sprache seinen Zuhörern die abschiedenes Bild, schon äußerlich in der erheblich größeren Theil- wußt, daß man heute noch Schneiderinnen ins Haus nimmt, gestandensten Gerichte aufzutischen. Gewissenhaft, wie wir nun nehmerzahl. Es mag sein, daß die Themata dieser Woche inter- oder daß die Bauernfrauen früher selbst spannen und webten; einmal sind, wollen wir unsern Lesern den einzigen originalen effanter sind und aktuellere Tagesfragen behandeln, es mag auch aber die feine Art, wie Bücher die einzelnen Betriebssysteme Gedanken vortragen, doch nein, originale Gedanken hat der Herr sein, daß es sich jetzt erst mehr herumgesprochen hat, furz, die scheidet, ihre Entstehung auseinanderlegt, ihre Vorzüge nicht, also die einzige originale Wendung, die wir in der ersten Stunde Theilnehmerzahl namentlich des weiblichen Geschlechts ist erheb- und Nachtheile hervorhebt, kurz, wie er den ganzen zu entdecken vermochten. Von dem in der Nationalökonomie lich größer, als in der vorigen Woche. Der neu herausgegebene Entwicklungsgang der Industrie vom bogenschnigenden Wilden epochemachenden Buch von Friedrich Engels über„ Die Nachtrag führt die Zahl der Theilnehmer bis auf 791 Nummern. und dem primitiven Hausbau der ganzen Familie aus Lage der arbeitenden Klassen", sagt Herr Elster, daß Auch sonst ist der Unterschied handgreiflich. Während in der bis zur modernen Fabrit mit taufenden von Arbeitern und den es immerhin Iefenswerth" fei, und gesteht vorigen Woche das Auditorium fühl und ruhig dasaß und nur mächtigen Kartellen, welche den Erdball umspannen, in seinem allergnädigst zu, daß es neben vielen Uebertreibungen und Entselten warm wurde, hält es jetzt mit seinen Beifallsäußerungen durch- innersten Kern sichtbar macht, ist ihr unverständlich geblieben. ftellungen doch manches wahre enthalte. Also das Werk, von aus nicht zurück und bringt überhaupt den Vorträgen ein regeres Das ist ja eben bei allen großen Wahrheiten und neuen Auf- dem die beschreibende Nationalökonomie ihren Ausgangspunkt Jutereffe entgegen. Gleich der erste Vortrag, der des Professors schlüssen, namentlich im Gebiete der Nationalökonomie, die Kehr- genommen hat, ist immerhin lesenswerth". Von den Schriften Sering über die Agrarfrage, zeichnet sich durch eine geschmackseite der Wiedaille, daß sie so einleuchtend und plausibel erscheinen, des Herrn Elster, z. B. von seiner kindlichen Arbeit über die volle Vortragsweise aus, die das Wesentliche scharf daß sie jeder für selbstverständlich hält. Als Kolumbus das Gil Postsparkassen, ließe sich freilich selbst dies nicht behaupten. pointirt und auch mit stärkeren Ausdrücken hervorhebt. hingestellt hatte, fonnte es eben jeder. In den späteren Stunden hat Prof. Elster sich bei ErAllerdings behandelt er das Thema durchaus vom Stand- Ueber den Vortrag des Herrn Geheimrath Wagner wollen örterung von Einzelfragen auf ein höheres Niveau gestellt und punkte des Besizers, während die Verhältnisse der Landarbeiter wir uns nicht weiter verbreiten. Seine Stellung zu uns und sich bemüht, objektiv zu werden. Seine Ausführungen über fast garnicht gestreift werden oder doch auch in den folgenden seine Anschauungen sind ja, von allem anderen abgesehen, Fabritinspektion, Gewerbegerichte, Zustände in Staatsbetrieben Vorträgen nur unter dem Gesichtspunkte Berücksichtigung finden aus seiner Thätigkeit am evangelisch sozialen Kongreß boten zwar nichts Neues und Originelles, waren aber doch für werden, als sie für den Unternehmer Arbeitskräfte sind, deren und aus seiner Affäre mit König Stumm bekannt viele Zuhörer neu und nüßlich. immer schwieriger werdende Beschaffung und Behandlung für die genug. Zur Charakteristik eines Theiles der Hörer mag Den letzten Vortragszyklus des ganzen Kursus hält Professor Unternehmer die Agrarfrisis verschärft. Aber von diesem freilich folgendes erwähnt sein. Wagner hatte im Beginn seines Vortrages Schmoller aus Berlin, der Veranstalter der ganzen Untersehr erheblichen Mangel abgesehen, giebt der Vortrag ein sehr davon gesprochen, daß es nur eine Wahrheit gäbe, daß es nur nehmung, über Arbeitstheilung, soziale Klaffenbildung und anschauliches und flares Bild von der heute auf unserer auf sie anfomine, daß es aber gleichgiltig fei, auf welchen soziale Kämpfe". Herr Professor Schmoller ist bekanntlich Landwirthschaft lastenden Krisis und beleuchtet ihre Ur- Wegen man zu ihr gelange; was also am Sozialismus richtig Virtuose in der Kunst, mit vielen Worten nichts zu sagen, oder sachen meist eingehend und fachlich. Die Illustrirung sei, müsse man unbedingt anerkennen eine für einen Vertreter den Kern der Sache mit solchem Redeschwall zu umhüllen, daß einzelner Verhältnisse an Landkarten und die Mittheilung der Wissenschaft eigentlich höchst selbstverständliche Bemerkung. niemand hinter seine wahre Meinung kommt. Möchte, sehr geschickt zusammengestellter statistischer Tabellen, die er nicht Nach der Stunde hörten wir in Beziehung auf diesen Ausspruch könnte, dürfte, vielleicht, mehr oder minder sind Lieblingswie Miastowski z. B. diktirt, sondern die er gedruckt vertheilt, von einem wohl pomadisirten und geschniegelten königlich wendungen des Herrn Professors; jede klare und sei nur noch erwähnt. preußischen Regierungsaffessor die weise Bemerkung: Wagner ist schiedene Stellungnahme wird ängstlich vermieden. So gelingt Es folgt dann der wissenschaftlich hervorragendste Vortrag des denn doch allzu fühn, wenn er behauptet, man könne vom es ihm denn auch sehr geschickt, mit der Gewandtheit eines Seilganzen Kursus von Professor Bücher aus Leipzig: Ueber die Sozialismus etwas lernen. O sancta simplicitas! Gin Köller tänzers aalglatt über alle Klippen hinwegzugleiten, ohne daß die Formen des Industriebetriebs, ihre Geschichte und ihre Fort- in nuce. Hörer irgendwie merken, wie der Herr Professor zu dieser Frage bildung, unter besonderer Berücksichtigung der schwebenden Tages- Der letzte Vortrag an den Vormittagen ist der von Herrn steht. Auch ist das ganze Thema ja so geschickt gewählt, und fragen, einschließlich der Kartellfrage." Profeffor Elfter aus Breslau: Ueber die sozialen Aufgaben bewegt sich so ausschließlich in großen Perspektiven, daß die Unseren Lesern ist Professor Bücher und die Resultate seiner des Staates, der Kirche und der höheren Gesellschaftstlaffen Fragen der Gegenwart nur gelegentlich gestreift werden. Daß Studien nicht unbekannt. Sie wissen, daß er einer der nam- unter besonderer Berücksichtigung des Armen- und Versicherungs- der Vortrag formell weitaus der beste und wirkungsvollste ist, haftesten bürgerlichen Nationalökonomen ist, und zugleich einer wefens". versteht sich bei Schmoller von selbst; und auf diesen Vorzug vertrauend, hat er es gewagt, seinen Vortrag an das Ende des ganzen Kursus zu setzen. " = der wenigen, die unbeirrt von Klasseninteressen und Klassenvor- Da der Herr Profeffor ausschließlich Angehörige der oberen urtheilen die Wahrheit und nur die Wahrheit suchen. Die meisten Klassen vor sich hat, so wäre dies ein Thema, so recht geschaffen, Theilnehmer des Kursus haben allerdings für die hohe Be- um diesen einmal ihre sozialen Pflichten recht nachdrücklich ans deutung des Bücher'schen Vortrages kein Verständniß. Sie Herz zu legen, und kein sozialpolitisch interessirter Mann würde " ent Es bleibt uns nun noch der Vortrag über Geschichte un Theorie der deutschen Sozialdemokratie, bei dem sich alle diese sind seit fener Zeit von der Bildfläche verschwunden, Zu der Haftentlassung der Emilie Berg wird gemeldet: 1 dienstes" das Bierverzapfen erlaubt, sondern man durfte sogar worüber namentlich auch die Geschäftsleute aus Johannisthal, Die Emilie Berg, die im ganzen vierzehn Monate Gefängniß zu im töniglichen Schloß, in der Gnadenkirche und der Nieder- Schönweide und Köpenick sehr erfreut sind, denen diese verbüßen hat, ist lediglich wegen ihrer inzwischen erfolgten Ent- Kirche mit der weggemeißelten Kameel- Inschrift unter den Wegelagerer längst unbequem geworden waren. Von Fuhr- bindung aus der Strafhaft( Charitee) beurlaubt worden. Ein Augen außerordentlich frommer Bürger dreift den Sabbath durch werfen, welche jene Gegend passirten, sind häufig Gegenstände Nachlaß der Strafe hat nicht stattgefunden. Arbeit schänden. verschwunden, ohne daß deren Verbleib zu ermitteln gewesen wäre. Bom Kotze- Kampf für Ordnung, Religion und Sitte weiß die bürgerliche Presse immer noch mitzutheilen. Jetzt wird gemeldet: Der Schlußakt der Affäre Schrader- Koze scheint sich jetzt in Rathenow abzuspielen. Seit einiger Zeit treffen dort regelmäßig sowohl Zeremonienmeister v. Rozze wie Herr v. Schrader ein, um sich nach dem Difiziertafino zu begeben, wo anscheinend Verhandlungen in der bekannten Sache statt finden. Neber die Besuchszeit in der Charitee scheint im Publikum pielfach Untlarheit zu herrschen. Um Besuchern und Beamten Unannehmlichkeiten und Belästigungen zu ersparen, sei daran erinnert, daß körperlich Kranke Mittwochs, Sonnabends und Sonntags, nachmittags von 2-3 Uhr, besucht werden können. Die Besuchsstunde für gemüthstrante Männer ist Sonnabends und für gemüthstranke Frauen Mittwoche, jedesmal von 81/2 Uhr vormittags an. 3wei weitere Unglücksfälle durch die elektrische Bahn werden uns gemelbet: Am Mittwoch Vormittag stellte sich ein fiebenjähriger Knabe auf das Geleise der elektrischen Bahn, auf welchem gerade ein Wagen herannahte. Als der Kleine nun fchleunigft auszuweichen versuchte, lief er blindlings gegen einen Geschäftswagen, wurde überfahren und innerlich schwer verletzt. Am Mittwoch Abend wollte der 32jährige Arbeiter Reinwaldt in der Prinzenallee turg vor einem elektrischen Wagen den Schienenkörper überschreiten; dies gelang ihm zwar, doch gerieth er unter einen Lastwagen und wurde erheblich am Kopfe verlegt, Zu der Angelegenheit der Emilie Berg bringt ein Berichterstatter folgende Mittheilung: Die Mittheilung von der plöglichen und unerwarteten Entlassung der Emilie Berg aus der Strafhaft entspricht nicht dem wahren Sachverhalt. Thatfächlich ist Emilie Berg nicht plötzlich und unerwartet am Sonntag aus Der Strafhaft entlassen worden, sondern sie befindet sich bereits seit Wochen auf freiem Fuße. Es handelt sich also um einen Jrrthum in der Zeitungsnotiz. Absolut unrichtig ist die Behauptung, daß der Emilie Berg ohne jede Begründung gesagt worden sei, fie sei frei. Die Entlassung ist vielmehr nur eine Urlaubs. entlaffung, welche ertheilt werden mußte, weil Emilie Berg in der Strafanstalt im Begriff stand, wiederum einem jungen Welt bürger das Leben zu schenken. Dieses Ereigniß hat schon sehr lange stattgefunden, Emilie Berg lebt mit ihrem Kinde in dem Hause Brunnenstraße 112 in den tläglichsten Verhältnissen, da fie ohne jeden Erwerb war und sich lediglich durch den Versatz einiger geringer Mobilien fümmerlich erhalten hat. Jezt ist es der Emilie Berg gelungen, eine Nähmaschine gegen Abzahlung zu erwerben, und sie sucht durch Näharbeiten sich einen Berdienst Der Rigdorfer Riefenweißkohl wird von den dortigen Landwirthen auch in diesem Jahre vielfach nach außerhalb ver. frachtet und findet namentlich in Dresden, Magdeburg und anderen großen Städten Abnehmer. Bu Sauerkohl verarbeitet gelangt das Riydorfer Produkt dann wieder nach Berlin, um hier als Magdeburger Sauerkohl", der bekanntlich besonders beliebt ist, verkauft zu werden. Mit zerschlagenem Kopfe wurde Mittwoch Abend der Arbeiter Karl Baethe am Rottbuser Ufer aufgefunden und durch einen Schußmann des 48. Reviers in ein Krankenhaus gebracht. Da er schwer betrunken war, so ist der Mann jedenfalls durch Hinfallen zu feinen Verlegungen gekommen. Baethe war erst tags vorher aus dem Arbeitshause zu Rummelsburg entlassen " Kindesaussehung. Der Tischler Julius Braah saß in dem Ju eigenartiger Weise erfolgte vorgefiern Nachmittag eine Lokale von Becker in der Langenftr. 92 ganz allein, während die Soziale Uebersicht. Wirthsleute sich im Nebenzimmer befanden. Blöblich öffnet sich Krankenkassenwesen. Der Zentral- Kranken- und Sterbedie Thür, und eine Frauensperson von 25 bis 30 Jahren legte Unterstügungskaffe der deutschen Schiffbauer( E. H.) zu Hamihm mit den Worten:„ Halten Sie mir mal das Packet!" einen burg, der Krankenkasse des deutschen Privat- Beamtenvereins( E. H.) in graues Tuch gehüllten Gegenstand auf den Schooß. Die zu Magdeburg, und der Wandsbeker freien Krankenkasse( E. H.) Person verschwand sofort wieder. Als man nach einigen zu Wandsbek ist vom Reichskanzleramt von neuem die Be Minuten den Umschlag öffnete, fand man in dem Packet ein fcheinigung ertheilt worden, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des etwa 14 Tage altes Mädchen, bei den ein Zettel mit der Auf Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Krantenversiche= schrift Anna Drtmann" lag. Der Tischler brachte das Kind auf rungs- Gefeßes genügen. die Wache des 94. Polizeireviers in der Langenstraße, die Polizei Lungenschwindsucht als Juvalivitätsurfache. Bon den ließ es in das Waisenhaus in der Alten Jakobstraße bringen. von der Versicherungsanstalt Baden im Jahre 1894 Braat, ein Mann von 51 Jahren, der seit 24 Jahren verheirathet bewilligten 1898 Invalidenrenten famen 546 auf Lungenift, fennt die Ueberbringerin des Kindes nicht. trante 39 pt. sämmtlicher Invaliden. Es waren darunter: aller Invaliden. Polizeibericht. In der Nacht zum 9. d. Mis. wurde ein 345 Lungenschwindsüchtige= 24,7 pct. Mann in feiner Wohnung in der Invalidenstraße, und ein 201 sonstige Zungentrante 14,8 pet. aller Invaliden. 160 der Grünkramhandler in seiner Wohnung in der Halleschestraße, 345 Lungenschwindsüchtigen sind bereits im Jahre 1894 ge erhängt vorgefunden. Am 9, d. M. Vormittags erfchoß sich ftorben. ein Mann in seiner Wohnung in der Prinzenstraße. Mittags gerieth in der Badstraße ein vierjähriger Knabe Gemeinderaths, in Schwäb. all errichtet werden, nachdem Ein Gewerbegericht wird endlich, auf Beschluß des unter die Räder eines Geschäftswagens und Bruch des Schlüffelbeins.- Nachmittags wurde in der Kleinen und nun ihr Gesuch der Kreisregierung unterbreifen wollten. erfitt einen die Genossen sich mehrmals vergeblich an diesen gewandt hatten Marfusstraße ein vierjähriges Mädchen durch einen Geschäftswagen überfahren und auf der Stelle getödtet. Ein Schlosser Das Herzogthum Meiningen hatte bei der Berufszählung fiel abends beim Anbringen eines Fahnenschildes an einem Hause am 14. Juni 282 661 Einwohner, gegen die Volkszählung am in der Köpnickerstraße von der Leiter und trug außer einer Ver: 1. Dezember 1890 ein Mehr von 8829 Personen. Die größten ftauchung des Handgelenks eine bedeutende Verlegung am Kopfe Städte sind Meiningen mit 12 620, Sonneburg mit 11 976, davon. Morgens brach auf dem Boden des Hauses Mitten- Pößneck mit 10 645, Saalfeld mit 9835 Einwohnern. Hildburgwalderstraße 27 Feuer aus, das den größten Theil des Dachstuhla hausen, die zweite Hauptstadt des Landes, hatte nur 6644 Ginfowie bort lagernde Brennmaterialien zerstörte. Außerdem wohner. fand abends in einem Hause in der Mariannenstraße ein kleiner Brand statt. Runs und Wissenschaft. Gerichts- Beifung. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets ben Stempel der betreffenden Organisation tragen. Achtung, Sattler! Die Kollegen der Firma Scholz Na ch f. in Schöneberg- Berlin baben gestern Nachmittag die Arbeit eingestellt. Zuzug ist unter allen Umständen fernzubalten. Das Streitbureau befindet sich bei Obst, Schöneberg, Grunewaldstr. 110. Die Agitationskommission. J. A.: Bruno Pörsch, Rigdorf, Steinmetstr. 24. Notationsphotographie. Bor einiger Zeit wurde eine ziem lich geheimnißvoll behandelte und mit dem Namen„ Rotationsphotographie" belegte Erfindung gemacht. Nunmehr wird bekannt, daß diefelbe den Zweck hat, wirkliche photographische Kopien verhältnismäßig billig und in größeren Mengen herzustellen. Das Verfahren besteht in folgendem: Rollenpapier wird auf einer automatischen Maschine mit einer Bromfilberemulsion überzogen, d. h. man siellt das zu Photographien zu verwendende Papier rollenweise her. Diese Rolle wickelt sich nun vor einem Situationsbericht über den Berliner Goldleiftens Negativ ab und wird während furzer Unterbrechungen der Ab- Ausstand der Berliner Goldleiftenarbeiter dauert unverändert Arbeiterstreit. Der bereits in die sechste Woche währende wickelung durch passend angebrachte Lampen so beleuchtet, daß zahl fort. Alle bisher unternommenen Einigungsversuche blieben er reiche Kopien des einen Negativs auf dem Rollenpapier entstehen. folglos, indem das Unternehmerthum, gefügt auf die Macht Danach wälzt sich die Papierschlange- immer automatisch durch seines Geldjacks, nicht gewillt ist, mit der Lohnkommission in Entwicklungs, Firir- und Waschbäder, macht also alle Stadien Unterhandlung zu treten. Weder die zuerst erhobene Forderung der gewöhnlichen Photographie durch, wird dann durch kräftige von 881/3 pet, noch die später gestellte Forderung eines Blafebälge schnell getrocknet, so daß sofort die Zerschneidung der Minimallohnes von 21 Mart haben bas Unternehmerthum verift 1000 meter in 10 Stunden, und diefe 1000 Meter Papier viel weniger deren berechtigte Ansprüche zu erfüllen. Um einen Bilder erfolgen kann, Die Leistungsfähigkeit dieses Apparates anlaßt, den Arbeitern irgend welche Bugeständnisse zu machen, enthalten etwa 40 000 Bilder in Kabineiformat. Die HerstellungsTage der Gürtler Dube in Nixdorf. Die Ehefrau des Ge- bisher für Illustration von Büchern gebräuchlichen Lichtdruckschaft Einen unerwartet reichen Familienzuwachs erhielt dieser foften sind jetzt schon so gering, daß dies Verfahren mit dem Vergleich herbeizuführen, wandten sich die Berliner Kollegen an das biefige Gewerbegericht, das in feiner Eigen nannten wurde nämlich von drei munteren Mädchen entbunden. tonfurriren kann. Es dürfte also bald Bücher geben, in denen Die Forderung der Arbeitnehmer nach einem Minimallohn sei als Mutter und Kinder befinden sich wohl. Einigungsamt folgenden Schiedsspruch fällte: die Abbildungen aus wirklichen Photographien bestehen. unbegründet. Im allgemeinen verstoße die Festsetzung eines Minimallohnes gegen die Natur des Arbeitsvertrages. Der Arbeitsvertrag folle Gegenstand freier Uebereinstimmung sein. Die Festsegung eines Minimallohnes würde einen unzulässigen 3wang für die Arbeitgeber bedeuten. Außerdem würden die Arbeitgeber dadurch schwer geschädigt und der Konkurrenz gegen über geschwächt. Es sei auch zu berücksichtigen, daß die Arbeitgeber bei Einführung eines Minimallohnes sich gerade der franken, schwachen, sowie der sonst weniger leistungsfähigen Arbeiter zu entledigen suchen würden. Dieser Schiedsspruch Von der Beleidigung der Majestät. Eine prinzipiell zu wichtige Entscheidung fällte am 8. Oktober der 4. Straffenat des daß fie geneigt wären, Von der Beleidigung der Majestät. Eine prinzipiell veranlaßte die Herren Unternehmer, die sich ihres Sieges ficher sein glauben, in ihrem Hochmuth zu erklären, Reichsgerichts in der Strafsache gegen den Musiker Karl Wiesner Atfordsätze nur wegen Aufbesserung einzelner aus Königsberg. mit ihren Arbeitern und nicht mit Der Angeklagte ist vom Landgerichte der Lohntommission zu unterhandeln. Ein neuerMarburg am 24. Mai wegen Majestätsbeleidigung licher Versuch der Arbeiter, mittels des Gewerbegerichts zur Ver zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Er hatte am ständigung mit den Unternehmern auf Grundlage einer Erhöhung dings die Präfumtion fubjektiver Wahrhaftigkeit 3. März d. J. in einer Gastwirthschaft, die er mit einem Blas- der Affordpreise zu gelangen, ist gleichfalls an deren Widerstand nicht aufrecht erhalten läßt. Wie wir schon in unserer erſten instrumente betreten hatte, ein Gespräch mit mehreren Gästen gescheitert. In einem vom 9. Oktober datirten Schreiben theilte Besprechung ausführten, ist Herr Privatdozent Karl Oldenberg begonnen und sich dabei über die demokratischen Einrichtungen bas Gewerbegericht den streitenden Bergoldern mit, daß zu von Professor Schmoller extra zum Vernichter bes Sozialismus Ameritas, die er aus eigener Anschauung kennen gelernt, ge- feinem lebbaften Bebauern in der Angelegenheit diesengagirt worden und mit großem Eiser und ebenso großem Un- äußert. Dann sprach er vom Kaiser, vollendete aber den Eag nicht. feits weiteres nicht veranlaßt werden könne, da die Arbeitgeber geschick hat er sich dieser Aufgabe unterzogen. Lassalle, dieser Das Gericht scheint angenommen zu haben, daß der Angeklagte ein weiteres Verhandeln in vorliegender Sache abgelehnt hätten. ben an sich harmlosen Worten der Aeußerung eine unziemliche Ihrem ohnehin nur scheinbaren Siege meffen de Unternehmer dafelbstgefällige Typus gewissenloser unverschämtheit", blieb, Bedeutung beilegen wollte, und hat ihn deshalb der Majestäts- mit eine zu große Bedeutung bei. Fließen die Sammlungen reich so dozirt Herr Oldenberg, stets Parvenü", völlig der geistige beleidigung für überführt erachtet.- In feiner Revision licher als bisber, fo dürften die Goldleisten- Fabrikanten Berlins der die Spuren seines Emporfommens nich! abzuftreifen vermochte, eine Charakteristit, au behauptete der Angeklagte, er sei sich keiner Majestätsbeleidigung fich nicht einmal eines Pyrrhussieges zu erfreuen haben. Die der das ftrebfame Berliner Privatdozentchen die Studien bewußt. Wenn er sich unangemessen ausgedrückt habe, so sei Unternehmer pflegen von hohen auskömmlichen Löhnen zu sprechen, ver= muthlich an einer von ihm sehr werthgeschätzten Person dies in der Trunkenheit geschehen, wie er schon vor dem Land- als wären diese Ausnahmelöhne die Regel; verschwiegen wird aber, und zwar in unmittelbarster Nähe derselben gemacht hat. Von Be- gericht behauptet habe. Daß er irgend welche Beweisanträge daß die Berliner Vergolder oft ein Leben führen, das kaum noch in dieser Richtung gestellt hätte, ergiebt das Protokoll ein menschliches genannt werden kann. Die Zahl der Streifenden worden. Die Arbeiterin Louise Kayser aus der Schulstraße 113 ist Mittwoch Nachmittag schwer verunglückt. Sie war in der Dampf wäscherei von Lampe in der Lothringerstraße 16 damit beschäftigt, die Zylinder- Dampfmangel zu pußen. Die Maschine stand zu nächst still. Plöglich aber jepte die Arbeiterin sie aus Uuvor fichtigkeit in Bewegung, gerieth mit dem rechten Arme zwischen die heißen Zylinder und verbrannte sich an Hand und Unterarm so schwer, daß sie in eine Klinik gebracht werden mußte. " beutung war an Lassalle nur seine tlangvolle Redeweise, wo er Ein Jeethum ist uns bei der Berichtigung über die Verurtheilung des Tischlermeisters Hoffmann unterlaufen. Die Strafe, die Herr Hoffmann wegen Beleidigung seines an getrunken gewesenen Gesellen erlitten hat, beläuft sich nur auf 20 Mart und nicht, wie wir gemeldet haben, auf fünf Tage Gefängniß. oben 9 Uhr die deutsche Sprache zu politischen Branbreden mißbrauchte, wie nicht. Dagegen fand eine andere Müge Beachtung. Es beträgt 400. Bur Unterstügung find täglich ca. 800 m. erforderlich. ſie ſein älterer Freund Heine im Lyrischen gemißbraucht wurde nämlich behauptet, das Urtheil bezeichne in feinen Gründen Die Haltung der Streifenden ist eine gute. Deshalb agitirt mit hatte." Worauf mit dieser geistreichelnden Wendung spe nicht das zur Anwendung gebrachte Strafgesetz, wie§ 266, 3 ganzer Kraft für die Sache der Berliner Kollegen, fammelt an fulirt wird, liegt auf der Hand: auf die antisemitischen der Strafprozeßordnung es vorschreibt. Nun waren allerdings Geldern, was Euch möglich ist! Der Sieg der Berliner ist auch Neigungen der Zuhörerschaft. Es macht sich auch allerliebst, die Merkmale des§ 95 St.-G.-B. festgestellt und angegeben, ber Gurige! Die Lohntommission. J. A.: W. Schnorre. wenn jemand in Antisemitismus macht, in dessen Adern selbst macht habe, aber es war nicht ausdrücklich angegeben, daß der Mühlenbaumeister in Kopenhagen und Frederiks. daß der Angeklagte sich einer Majestätsbeleidigung schuldig ge= Zwischen dem Fachverein der Mühlenbauer und der semitisches Blut fließt. Nachdem Herr Karl Oldenberg dann noch unter lautem§ 95 auf den festgestellten Thatbestand zur Anwendung gebracht borg ist folgende Uebereinkunft abgeschloffen worden: Die Beifall verkündet, die Arbeiter hätten eine geradezu abgöttische worden sei. Trotzdem der Vertreter der Reichsanwaltschaft das Arbeitszeit dauert von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, inBerehrung mit Laffalle's widerlicher Person getrieben", findet er eingeschlagene Verfahren für zulässig erklärte, erkannte das Reichs- begriffens 2 Stunden Ruhezeit. Der Stundenlohn beträgt im Charakter von Karl Marx kleinliche Züge des Mißtrauens, gericht auf Aufhebung des Urtheils und Zurückverweisung innerhalb der der feifenden Gehässigkeit und der eitlen Selbstgefälligkeit", um Der Satz des§ 266 Str.-Pr.-D. die Gründe des Strafurtheils oben angeführten Arbeitszeit und für Ueberarbeit werden angeführten Zeit 40 Dere( gegen der Sache an das Landgericht. In der Begründung hieß es früher 35-40 Dere). Für Feiertagsarbeit innerhalb der Das erste Buch des Kapital ist ein durchaus seniles Wert, müssen ferner das zur Anwendung gebrachte Strafgeset be- von 6 bis 9 Uhr 60 Dere per Stunde gerechnet; für Nachtdurchaus ohne neue Gedanken, von einer steinernen Gin- zeichnen", ist so aufzufaffen, daß das Strafgesetz mit dem ihm arbeit von ( ohne Abzug für die Ruhezeit) im Strafgesehbuche beigelegten Paragraphen zu bezeichnen ist. abends bis 6 Uhr morgens, 80 Dere per Stunde.( Statt früher tönigkeit und unerträglichen Breite; offenbar sehr mühsam gearbeitet; Das ist aber im vorliegenden Falle nicht geschehen. Der hierin 65-75 Dere per Stunde und von 10 Uhr ab.) Für Land fortwährend werden ein paar Gedanken umeinander herumgewunden, aber bei Lichte besehen durchaus ergebnißlos." Man liegende Verstoß ist als ein solcher anzusehen, der unbedingt die arbeit wird nach obenstehendem Tarif bezahlt und freie traut feinen Ohren nicht, das Kapital ein Werk! Das Nichtigkeit des Urtheils nach sich zieht. Station gewährt. Wo der Arbeiter sich Kost und Logis für Kapital ergebnißlos! Das Kapital, auf dem die deutsche Sozial- Sabbathschändungen in Schwarzburg Sondershanfen. eigene Rechnung beschaffen muß, wird ihm eine Zulage von demokratie fußt, auf das sich die Arbeiterbewegung der ganzen Ein interessanter Mechtsfall beschäftigte, wie dem„ Wühlh. Anz." 14 Dere per Stunde bezahlt. Als Landarbeit wird alle Arbeit Welt gründet! Und diese oberflächliche Aburtheilerei des Herrn aus Erfurt geschrieben wird, die Straffammer des dortigen Land- außerhalb Kopenhagen, Frederiksborg, Valby und Utterslev beOldenberg nennt sich Wissenschaft! Wenn Herr v. Stumm nicht gerichts. An einem Sonntag, 28. Juni d. J., während des Vorzeichnet. Die Reisekosten werden den Arbeitern ersetzt. Bei durch diese Leiſtung den Befähigungsnachweis zum deutschen mittagsgottesdienstes trant der Gastwirth Hermann Karthaus Affordarbeit wird dem Arbeiter der Stundenlohn nach obigem Profeffor als erbracht ansieht, dann giebt es feine Dankbarkeit aus Neustadt am Rennsteig in einer Gastwirthschaft, welche fich Tarif garantirt. Der Arbeitslohn wird am Freitag innerhalb mehr unter den herrschenden Klaffen. im Schwarzburger Antheil befindet, ein Glas Bier. Deswegen der Arbeitszeit ausgezahlt. Aber den Haupttrit hatte sich Karlchen Oldenberg für den ging dem Karthaus ein Strafmandat wegen Sonntagsentbeiligung Schluß der Vorstellung aufgefpart. Er hatte die Bilder der zu. Er erhob Widerspruch, und das fürstliche Schöffengericht fein, daß am Freitag voriger Woche in Kappel bei Chemnit Ein Novum selbst für fächsische Verhältnisse scheint uns zu geistigen Herren des Sozialismus an die Wand geheitet und in Gehren erkannte auf Freisprechung, da es aunahin, daß fein, daß am Freitag voriger Woche in Kappel bei Chemnit stellte sie feinen Hörern auf folgende Weise vor: Das ist Mary das" Sabbath- Edift" vom 23. März 1765 aufgehoben sei, eine Textilarbeiter- Versammlung aufgelöst wurde, weil vor dem als Revolutionär frifirt" u. f. w.;„ das ist Lassalle, der Stempel Daraufhin machte die Amtsanwaltschaft von dem Rechtsmittel ersten Punkt der Tagesordnung, einem Vortrage über den Vereiner außergewöhnlichen Frechheit ist ihm auf die Stirne geprägt; der Berujung Gebrauch. Gestern trat die Erfurter Straffammer lauf des Internationalen Textilarbeiter- Kongreffes, wegen des im übrigen Kopi halb Schauspieler und halb Verbrechertypus." der Ansicht des Vorderrichters nicht bei. Durch das genannte anfänglich schlechten Besuchs der Versammlung zunächst ein Der Grund, weshalb Herr Oldenberg mit dieser Wuth an" Sabbath Edikt" sei es im Schwarzburg- Sondershäusischen ver- anderer Punkt, die Wahl eines Vertrauensmannes, vor awei großen todten Löwen der Wissenschaft solch staatsretterische boten, an Sonntagen vormittags während des Gottesdienstes ein genommen werden sollte. Die Beschwerde gegen die Auflösung Thaten vollbringt, ist durchsichtig. Die herrschenden Klassen Gasthaus zu besuchen; dieses Editt bestehe noch zu recht und wird wahrscheinlich von Erfolg sein. Troßdem bleibt die Aufwerden sich dieses strebfame Profefforentüten als Hilfskraft bei würde halbjährlich einmal in der Kirche verkündet. Auf grund lösung ein charakteristisches Beispiel dafür, unter welch ungeheuerder Ausrottung des Sozialismus nicht entgehen laffen. Wie der§§ 5 und 7 des Sabbath Edifts wurde Karthaus, unter Auflicher Bebrängniß die deutschen Arbeiter ihr Koalitionsrecht ausman aus sicherer Quelle hört, sind der Geh. Finanzrath Jente, hebung des erstrichterlichen Urtheils, zu 3 M. Geldstrafe event. üben müffen. der Generalbevollmächtigte von Strupp, und Herr Generalsekretär einem Tage Haft verurtheilt. Außerdem hat er die Kosten des Aus Paris schreibt man uns zur Schadenersatzklage Buek Besucher der Kurse. Diese beiden hochmögenden Herren Verfahrens zu tragen. Da ist man in Berlin doch weiter fort- Nefféguier's in Carmaux: Der Patentfälscher und Streiturheber werden schon für sein Fortkommen forgen. geschritten. Hier ist bekanntlich nicht nur während des„ Gottes- I von Carmaux hätte der Arbeiterfache teinen größeren Dienst er " " Versammlungen. weisen tönnen, als er dies mit seiner unverschämten Schadenerfaßforderung von 100 000 Frts. gethan hat. liner Kollege in Glauchau Arbeit nehmen wird. Den fireifenden Den einzigen Lohgerbern und Vergoldern wurden je 25 M. bewilligt. Zum Erfolg, den er bisher damit batte, ist ein ungeheurer Lacherfolg. Die öffentliche Kommunalwähler- Versammlung, die am Stellvertreter des Arbeitsnachweisers wurde Kollege Julius Was nur ein halbwegs unabhängiges Blatt ist, macht sich über 9. Ditober in Hente's Festfälen, Naunynstraße 27, tagte, nahm Krause gewählt. Die Kollegen wurden dann aufgefordert, ihn lustig oder erklärt ihn für verrückt. Fast alle erklären, daß wegen schwacher Betheiligung nur die Wahl zweier Komitees( für die Abrechnung vom letzten Herbstvergnügen zu beschleunigen. sein Vorgehen zur Kategorie jener Fälle gehöre, die man Frren- den 13. und 15. Kommunal- Wahlbezirk) vor. Der Lokalverein des Verbandes der Konditoren nahm ärzten unterbreitet. Wenn Herr Resséquier," sagt der Sodann Der Interessenverein der Kistenmacher bielt am 7. Dt in feiner legten Situng vier neue Mitglieder auf. " Radical"," sich für die Königin von Madagaskar hielte tober eine Mitgliederversammlung bei Röllig, Neue Friedrich fanden lebhafte Berathungen über das nächste Stiftungsfeit statt. und einen weißen Unterrock anzöge, könnte er auch nicht klarer straße 44, ab, wo über Mißstände in den Werkstellen berichtet Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete der Vierteljahrsbeweisen, daß er seinen Verstand verloren hat schreibt der„ Eclair", der sich gleichfalls über Nefféguier's For Mitgliedern, die sich am Streit nicht betheiligt haben, wurde 14,75 M., im August 30,00 M., im September 24,50 W.; zuderung lustig macht, wenn es verboten wäre, zu gunsten der Ar- man sich einig, diese Sache zunächst dem Vorstande zu übergeben fammen 69,25 M. Dem gegenüber stand eine Ausgabe von beiter einzutreten, dann müßte es auch verboten ſein, zu gunsten und sie dann auf die Tagesordnung der nächsten General 28,45 M. Bleibt Bestand 40,80 M. Im Jahre 1894 wies der der Arbeitgeber einzutreten. Vom Beginn an bat aber die Re- Versammlung zu setzen. Bom Gewerkschafts- Bertrauensmann Monat Juli Einnahme auf: 1,80 M., der August 7,50 M., der gierungspresse nichts anderes gethan. Wird man sie verfolgen?" Tschernig wurden die Vertrauensleute aus den Wertstellen September 10,50 M.; zusammen 19,80 M. Dem gegenüber Gewiß nicht; wohin käme es denn auch mit dem" Temps", den für nächsten Sonnabend Abend zu Homuth, Wallnertheater stand eine Ausgabe von 58,03 M. Die diesjährige Abrechnung Débats", der Liberté", dem Yves Guyot'schen Siècle" straße 20, eingeladen. und allen sonstigen tapitalistenireundlichen und sozialistenfrefferischen Blättern! Ja, was würde Herr Refiéguier dazu sagen, wenn die Glasarbeiter von Carmaux von dem von ihm unterstüßten und inspirirten Blättchen wegen Eingriffs in den Streit einen Schadenersaz forderten?... Der Prozeß wird wahr scheinlich im Verlaufe des nächsten Monats zur Verhandlung gelangen. Jaurès wird seine Vertheidigung selbst führen, während Miller and für die Petite République" und Goblet für die Dépêche" plaidiren wird. Wenn Herr Refféguier dabei schlecht fahren wird, dann wird er sich nicht zu beklagen haben, da er es selber gewollt hat. " " Für den Zuhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 11. Ottober. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Bajazzi. Mara. Phantasien im Bremer Rathsteller. Schauspielhaus. Mirandolina. Der Diener zweier Herren. Deutsches Theater. Der Minister von Palmyra. Berliner Theater. Berlichingen. Leffing Theater. Gêne, 351 von Madame Sans Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. " Die Reise nach dem Mars. Neues Theater. Francillon.. Schiller- Theater. Die Maler. Rehdenz- Theater. Der Rabenvater. Vorher: Aber die Ghe! Adolph Ernst- Theater. Paradebimmler. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Aleranderplah- Theater. Ein Kind Der Liebe. Vorher: Ein kleines Mißverständniß. National Theater. Wilhelm Tell. Theater Unter den ginden. Die Chansonnette. Burschenliebe. American- Theater. Bulgarien in Berlin. Die Millionenerbin von Nixdorf. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorftellung, Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Freitag: Die Maler. Adolph Ernst- Theater. 39, Male: ist also bedeutend besser. Arbeiter- Bildungsschule. Während der Ferten vom 1. bis intl. 15. Of tober fällt der Unterricht in beiden Schulen aus. Die Bibliothelen und Lesesimmer find jedoch allabendlich von 7%-10% Ubr geöffnet. Dieselben befinden fich Waldemarstr. 14 und Müllerstr. 179a. Naturheilkunde.( Naturheilverein I) Freitag, den 11. Oftober, abends Berliner Verein für volksverständliche Gesundheitspflege und Uhr, wird Herr Dr. med. Böhm im Bittoria- Saale, Leipzigerfraße 131 urfache, Berhütung und naturgemäße Behandlung." Im Verband der in Buchbindereien und ver wandten Gewerben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, Mitgliedschaft Berlin, sprach am 7. Oktober Kollege A. Sailer unter reichem Beifall über Währungsfragen". Sodann gab der Vorfigende bekannt, daß in der Bülowstraße 59 bei Werner eine neue Bahlstelle ein gerichtet ist. Ferner theilte er ein Schreiben der Kollegen aus Glauchau mit, die bei der Firma Schaller und Seifert beschäftigt sind. Da die Kollegen die häufigen Lohnreduktionen und die Behandlung von seiten der Inhaber nicht mehr ertragen können, so fündigten sie ihre Stellen und erwarten nun, daß kein Ber- bet Hermann Werner, Bülowoftr. 69. Urania Anstalt für volksthümliche 10 Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Friedrich Wilhelmstädt. Theater 25/26. Chauffecßr. 25/26. Jeden Abend 71/2 Uhr: Gastspiel der Liliputaner. Die Reise nach dem Mars. Sonnabend, nachm. 3 Uhr: Schneewittchen und die sieben. die Zwerge. Sonntag, nachm. 3 Uhr und abends 71/2 Uhr: Die Reise nach dem Mars. Fren- Palast Burg- u. Wolfgangßtr.- Edie. Enormer Erfolg! Einzig dastehend! Noch nie dagewesen! Stephan& Olivier die tollkühnen Luftturner. Packend komisch! Alles schlagend Lachsalven! Alles übertreffend! Schlager auf Schlager! Täglicher Jubel! W. Fröbel's Paradebummler! sowie das phänomenale aus 20 Glanznummern best. Programm Anfang: Wochentags 7/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. einen öffentlichen Vortrag halten über: Rheumatismus und Sicht, deren Gesangverein Freundschaft I", Freitag, den 11. Dktober, abends Vergnügungs- Verein ,, Einigkeit". Freitag, den 11. Oktober, abends 9-11 ühr: Uebungsstunde. Uhr, im Restaurant Thießen, ionskirchplas 1: Steung mit Damen. Hefe- und Diskutirklub Westen. Jeden Freitag, abends 8½ Uhr, Passage- Panopticum. Alcazar. 42 Mädchen vont andern Ende der Welt Biela( Samoa). Kaiser- Panorama ( Passage). Letzte Woche: II. Cycl. Sieler Feste, Kanal, Hamburg. Eine Reise nur 20 Pf. Abonnem. u. Vereins- Billets. Victoria- Brauerei Lützowstrasse 111/112. Jeden Freitag und Montag: Soiree dre altbeliebten Stettiner 1931 Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/58, Annenstr, 42/48 ( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Ganz neues SpezialitätenProgramm. Wer ist der Vater? Bosse von Anno. Musik von Grimm. Regie: E. Stempel. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Entree 10 Bf., 80 Pf. Morgen: Dieselbe Borstellung. Direttion: R. Winkler. " Circus Jansly- Leo. Friedrich Karl- Ufer Freitag, den 11. Oktober, abends 8 Uhr: istnial Todesnachricht! Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am Dienstag, den 8. d. M., meine liebe Frau Elise Schulz geb. Conradi nach langen schweren Leiden ver schieden ist. 6676 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. Oftober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Am Urban nach dem Neuen Jakobi- Kirchhofe in Brit statt. Julius Schulz, Brizerstr. 42. Gin älteres Ball- und Gesellschafts- Lokal, Sommer- und Wintergeschäft, von gutem Publikum besucht, 10 Jahre im Besiz, ist wegen zur Ruhefehung zu verkaufen. Näheres zu erfragen bei A. Boigt, NeuCöln a. M. 2, nahe d. Roßstr.- Brücke. W. Pahr, High- life- Soirée. Arbeitsanzüge Brunnenstr. 112. Spezialität des Circus Jansly- Leo. Ringkampf Pohl- Car Daniel. Morgen: Vorstellung. Das grösste Ereigniss im AthletenSport: Ringkampf um die Meisterschaft ft der Unwiderruflich AbschiedsMontag: Vorstellung. Rixdorf Ed. Wiersing's NophastoffSPP Reste in Rips, Damast, Crêpe, Phantasie, Gobelin und Plüsch spottbillig! 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Borgeführt vom Direktor Fr. Renz. Mephistofila's Höllenritt, ausgeführt von Frl. Wally Renz( Tochter des Direktors). Zum ersten Male in Berlin: Die vier Jahreszeiten, Schule, geritten von 4 amen. Auftreten der berühmtesten Schulreiter der Gegenwart: Mr. Gaborel mit seinem Rapphengst Chicago, Herr Ritter von Renroff mit seinem Schulpferde Stobeleff, hierbei besonders erwähnenswerth: Original! Der phänomenale Baguettesprung, wie solcher bisher von keinem Reiter mit Pferd in gleicher Weise ausgeführt wurde. Zum ersten Male in Berlin! Povero, 4jähr. Bollblut- Rapphengst, in allen Gangarten der hohen Schule dressirt und geritten von dem anerkannt besten Schulreiter der Welt Mr. James Fillis. Bum ersten Male in Berlin! Neue Idee! Die große Armee- Steeple Chase. Internationales Wettspringen, oder: Alles unter einem Hut. Auftreten der berühmtesten Künstler- Familie James Jee. Romische Entrees und Intermezzi. Alles Nähere aus Plakaten und Austragezetteln ersichtlich. 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Wer nicht gelt ist, sein Wohl und Wehe in die Hände des Vorstandes, der Arbeitgeber und Kaſſenbeamten zu legen, no in Henke's Lokal( Renz), Naunynstr. 27. erscheine in dieser Versammlung. Insbesondere werden hierdurch noch einmal die organisirten Steinmegen und 270/8 Steinfeger, Ristenmacher und Böttcher auf diese Versammlung aufmerksam gemacht. Auch die 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten Wahlen. Referent: Stadt- Herren Mitglieder des Vereins Berliner Rassenärzte", welche uns bei der vorigen Versammlung so verordneter Bernhard Brund. 2. Diskussion. 3. Aufstellung der Kandidaten rege durch Vertheilen von Flugblättern in ihren Sprechstunden unterstützt haben, werden ersucht, auch diesmal ihr für den 13. und 15. Kommunal- Wahlbezirk. möglichstes zu thun. Die Vertrauenspersonen. M* Im Auftrag der Kommission: Fr. Anna Jäger, Hermannfir. 35. " Berliner Gewerkschafts- Kommission. Landsmannschaft der Schleswig- Holſteiner Freitag, den 11. Oktober, abends 8½½ Uhr, bei Herrn Bergner( Louisenstädt. Konzerthaus), Annenstr. 16: Oeffentliche Versammlung der Delegirten. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Streits der Vergolder, Lohgerber, Steinbildhauer zc. 2. Die fernere Tattik der Gewerkschaftskommission. 3. Gewerkschaftliches. Me Der Ausschuss der Berliner Gewerkschafts- Kommission. J. A.: R. Millarg. Arbeiter! Arbeiterinnen! 2 große öffentliche W 271/4 Volks- Versammlungen. 1. Sonntag, 13. Oft., vormt. 10 Uhr, in Cohn's Festsälen ( großer Saal), Beuthstr. 21. 2. Montag, 14. Oktober, abends 8% Uhr, im Wedding- Park, Müllerstr. 178. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Was will die Arbeiter- Bildungsschule in Zukunft für das arbeitende Volk leisten? Referent Schriftsteller Heinrich Schulz, 2. Diskussion. 4/13 Bei der für die gesammte Arbeiterschaft gleich wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreichen Besuch Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlungen: zu Sonnabend, den 12. Oktober, in Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobstr. 32 Grosses Herbst- Vergnügen. Konzert Vorträge Tanz ausgeführt v. d. Gesellschaft Strzelewicz, den Volts- Humoristen Gebr. Döring und von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker". Programm à 25 Pf. bei W. Hinz, Dresdenerstr. 48, III, in den Restaur. Sass, Martgrafenstr. 102, Lenz, Alte Jakobstr. 69 und Knudsen, Oranien: straße 198. Landsleute und Gäste willkommen. Anfang 8 Uhr. Der Vorstand. Belle- Alliance- Theater Belle- Alliance- Strasse No. 7/8. 669b Sonntag, den 13. Oftober 1895, nachmittags 2½ Uhr: Volksvorstellung unter Regie von Julius Türk: Bum ersten Male: Ein Volksfeind. Schauspiel in 5 Aufzügen von Henrik Ibsen. Eintrittskarten à 60 Pf. sind in den bekannten Geschäften zu haben. Die Verloosung beginnt um 1/2 Uhr. Achtung! Tapesirer. Achtung! Sonnabend, den 12. Oktober: des 179/7 7. Stiftungs- Fest Fachvereins der Tapezirer Berlins und Umgegend im Neuen Klubhaus, Kommandantenstr. 72. Konzert Ball-- Vorträge. Unter andern: Auftreten des Konzertfängers Signor Koppini. Kollegen und Gäste find hiermit freundlichst eingeladen. Anfang 8 Uhr. Billets f. Herren 50 Pf., Damen 30 Bf. find bei den Mitgliedern und wo Plakate aushängen, zu haben. J. A.: Das Komitee. Tischler- Verein. Sonnabend, den 12. Oktober, abends 9 Uhr, Melchiorstr. 15: 198/8 Generalversammlung. Tagesordnung: 1895. 2. Bericht der Bibliothek. 3. Ver1. Rassenbericht vom 3. Vierteljahr einsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Fritz Wilke, [ 3307L Andreasstr. 26, ( nahe Schles. Bahnhof) empfiehlt sein Restaurant, sowie Saal für 200 Personen, Vereinszimmer, Kegelbahn und Fremden- Logis. Telephon: Amt VII, Nr. 3459. Englischer Garten Alexanderstr. 27c. Besonderer Umstände halber ist ein Saal für 200 Personen zur Mastenball zeit unentgeltlich zu vergeben.[ 3306L* Butter! Butter! fauft man Möbel- Gelegenheitskauf billigt Weberstr. 16. Moabit. Sonntag, 13. Ottober, vormitt. 10 Uhr, im Viktoria- Salon, R. F. Mittelstädt, Berlin N., Brunnenstr. 152. reis. Zbellszahlung geſtattet. Kleiderſpind, Perlebergerstr. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Rollegen Wiedemann über: Die wirthschaftliche Lage der Holzarbeiter. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zu dieser Versammlung sind folgende Werkstellen eingeladen: Hergesell, Wilhelmshafenerstr. 28, und Herzer, Stendalerstr. 6. 78/4 Wedding und Gesundbrunnen. Sonntag, 18. Ottober, vorm. 10 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 8. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Kollegen der folgenden Werkstellen sind zu dieser Versammlung eingeladen: 1. Springborn, Liebenwalderйraße 31; 2. Jordan, Triftstraße 48; 3. Dewald, Schulstr. 3; 4. Gebrüder Schaar, Chauffeeftr. 39; 5. Königsdörfer, Müllerstr. 3; 6. Heinemann, Reinickendorferstr. 28d; 7. Knoll& Bittner, Schulstr. 51; 8. Walther, Rolonieftr. 39, sowie alle Drechsler und Bürstenmacher des Nordens. Die Kollegen werden ersucht pünktlich zu erscheinen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin Osten. Sonnabend, 12. Oktober, abends 8 Uhr, bei Nieft, Weberstraße 17: Mitglieder- Versammlung. 100 Tages Ordnung: 118/18 1. Quartalsabrechnung. 2. Vortrag über: Die wirthschaftliche Lage des Kleinhandwerks. 8. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten u. Verschiedenes. Gäste willkommen. Die Ortsverwaltung. Metallarbeiter- Verband Deutscher Metallarbeiter- Verband Rixdorf. Sonnabend, 12. Oft., abends 8½½ Uhr, bei Herrn Kummer, Berlinerstraße 56: KEF Versammlung. P Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Adolf Hoffmann über: Glaube und Vernunft. 2. Diskussion. 3. Wichtige Verbandsangelegenheiten. Gäste willkommen. Maler und Berufsgen. Kombinirte Mitglieder- Versammlung sämmtlicher Filialen Berlins und Umgegend am Sonntag, den 13. d. M., vorm. 1/210 Uhr, b. Cohn, Beuthir. 20/21. Alles Nähere siehe Säulenanschlag am Sonnabend. Mitgliedsbuch Tegitimirt. Um zahlreichen Besuch ersucht 124/11 Der Vorstand. Achtung! E Verein zur Wahrung der Interessen aller auf Holz- u. Kohlenist aus passenden Kräutern abdestillirt be fördert vorzüglich die Ver daung und regi besonders den Appetit an. REMittelstädis Original owner ist In Fl. Mk. 0,60. 1,10.& 1,80 Im Ausschank und in Flaschen überall zu haben. Echt Bfonsdorfer Likör, Zum Umzug Oranien- Straße 73, Hof I., günstigste Gelegenheit für Brautleute, Hotels, Wiederverkäufer. In meinem 6 Etagen großen Möbelspeicher, alles hell und übersichtlich, fein Laden, sollen sofort ca.200 neue ganze WohnungsEinrichtungen von 100-1000 Mart und darüber verkauft werden. 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Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.