flr. 414 ♦ 44. �ahrgaag Ausgabe M Nr. 211 Bezugspreis. WSchentlich 70 Pfenniq. monatlich P,~ Zieichomart voraus wbrbaT. ilnter Streifband im In. und Ausland b.so Reichsmark pro Monat. Der.BorwZrts� mit der Mi, strier. ten Sonntagsbeilage.Soll und Feit" fomtt den Beilagen �lnterhaltung und Wissen�,»Aus der ssilmwelt". »Frauenstimme".»Der Kinder- freund".„Iugend-Vorwärts".»Blick in die Bilcherwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich ,wci.' mal, Sonntags und Montag- einmal. Telegromm-Adreffe: »Sozialdemokrat LerUn- Morgen ansgabs Berliner NolKsvlnkt Groh-Bcrlin IN P?g. Auswärt»' 13 Psg. Anzeigenpreise: Die e i n s v a I t i a e Ron V!n> Wegeile 80 Sfeiiiiio, Rellamegeile 5,— Reichsmark.»Kleine Bnirrgen" des ketiacdrnckle Wort ZZ Pfennio lgutäfsta gwei fettgedruckte Wortes. iede« weitere Wort 12 Sfennig. Sicllengesuche des erste Wort lb Vfennia. iedes weitere Dort 10 Pfennig. Worte Uber 13 Buchstaben gälilen fllc gwei Wo Arbeitsmarkt Keile 00 Pfent»z. Femilienangeigen für Abonncmtrn Keile 40 Viennia. Anzeigenannahme im HanKtgeschäft. Lindenstroße Z, wochentäglich von b'-e bis 17 Ahr. Zcntralorgan der Sozialdcmokratifcben parte» Deutfcblands Neüaktion und Verlag: öerlin SW. H8, �inöenftraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 29»— 297. Schwarzrotgolö in potsöam. Kundgebung des Reichsbanners gegen den Magistrat.— Störungsversnche der Stahlhelmer. Nachdem die Gegendemonstration der Deutschnationalen und des Stahlhelms gegen die Kundgebung des Reichsbanners für die Reichsfarben ver- boten worden war, ließen die Potsdamer Deutschnationalen durch Hugenbergs Berliner. Lokalblatt auffordern, trotz- d e m ,#ii der Kundgebung zu kommen, allerdings ohne Ab zeichen! Hugenbergs Blatt machte sich dadurch zum Acitschuldigen an der Störung der Ordnung, die gestern abend von Deutschnatoinalen und Stahlhclmern zu Potsdam in gemeinsamer Aktion versucht und wenigstens teilweise ausgeführt wurde. Veutfchnationalsr kriegsplan. Aus Potsdam werden uns über die Vorbereitung dieser Störung folgende Einzelheiten gemeldet: Rechtsanwalt Averdunk, der Vorsitzende der Deutschnatio- nalen Volkspartei, hatte für seine Getreuen, nachdem die Gegen- Demonstration verboten war. folgende Parole ausgegeben: Swhlhelmer nehmen vor dem Palast Darbsrini Ausstellung, durch- brechen sofort die Absperrungen, wenn der erste Redner des Reichsbanners zu sprechen ansängt. Die Stahlhelmcr dringen bis zur Ralhaustreppe vor. wo unauställiz schon vor der Ansammlung der Menschenmassen ein Wagen mit mehreren leeren Moqarinesässsrn stand. Die Fässer sollte it sosort abgerollt werden, um im gegebenen Moment als R e d n e r p o d e st e zu dienen. Rechtsanwalt Aoerdunk wollte dann mit Rechtsanwalt Held Reden halten. Jedoch verhindert« die Polizei diesen»Durchbruchsplon". Die KuvSgebung öes Reichsbanners. Der Widerstand, den der Magistrat Poisdam-und an seiner Spitze Oberbürgermeister Rauscher gegen die Pflicht, die Reichs- färben Zu zeigen, dauernd geübt hat, und der Umstand, dah Rauscher zuletzt vor amerikanischen Journalisten das Sternenbanner und die Preußensahne, nicht aber die Reichsflagge zeigte, hat das„Reichsbanner" Potsdams veranlaßt, gegen diese Herabsetzung des deutschen Ansehens Stellung zu nehmen. Gestern abend um 20 Uhr demonstrierte die republika- nische Bevölkerung Potsdams auf dem Alten Markt. Der Platz war überfüllt, die Stimmung ausgezeichnet. Von den Nebenstraßen her versuchten Rechtsradikale im Bunde mit Rot- Frontkämpfern durch Johlen und Pfeifen zu stören, ver- mochten aber nicht durchzudringen. Die Polizei drängte die Stören- friede zurück. Das„Reichsbanner" zeigte vorbildliche Disziplin. Herr Rauscher hatte hinter der Nathaustür mehrere Stenotypistin- nen verborgen, die ihm die Reden nachschreiben mußten. Die Kundgebung begann nach einem kurzen Aufmarsch. Zl!s Redner waren die Kameraden Ohms, Dr. Müller und Dr. M ischler bestimmt. Die Redner gaben in ihren Ausführungen der Empörung Ausdruck über die Haltung des Potsdamer Ober- bürgermeifters. Herr Rauscher hat es für notwendig befunden, amerikanische Journalisten zu empfangen, ohne die Reichsfarben zu zeigen. Er hat gegen die Verordnungen der preußischen Regierung gehetzt und versucht, die vaterländischen Interessen hinter die Jnter- essen des Stahlhelms zu stellen. Die Ausführungen schlössen mit dem freudigen Bekenntnis zu de,, Farben Schwarzrotgold, zur Re- publik und mit dem Ausdruck schärfsten Mißtrauens gegen den Oberbürgermeister Rauscher. Ein« Resolution, die zum Ausdruck brachte, wie die Potsdamer Bevölkerung über ihr städtisches Ober- Haupt denkt, wurde unter lebhaften Zustimmnngsrufen ange- nommen. Deutschnationale pfeifen auf öas verbot. Nach der Kundgebung marschierte das Reichsbonner unter'Vör- antritt einer Musikkapelle durch die Straßen Potsdams. Die Rechts- oerbände benutzten die Gelegenheit, sich auf dem Platz vor dem Rat- Haus zu sammeln. Sie veranstalteten doch noch eine Gegen- k u n d g e b u n g, die van etwa ISO Mann besucht war. Obwohl die Gauleitung des Reichsbanners sofort dagegen protestierte, daß eine verbotene Gegenkundgebung unter Aufsicht der Polizei stattfände, griff der leitende Hauptmann nicht«in. Der Magistrat Potsdam hatte in einer gestern einberufenen Magistratssitzung beschlossen, die Freitreppe des Rathauses als Teil des Hauses zu erklären und zu verbieten, daß von dort aus politische Ansprächen gehalten werden können. Während der Reichsbannerkundgebung standen aus de? Freitreppe mehrere Schutz- polizeibeamte, die das Betreten der Freitreppe verhinderten. Das Reichsbonner wurde offiziell durch den diensthabende» Polizcihaupt- man» von diesem Beschluß des Magistrats verständigt. Die Redner des Reichsbanners mußten von einer improvisierten Rednertribüne sprechen. Die Rechtsradikalen kümmerten sich um diesen Beschluß des Magistrats nicht. Sie besetzten mit ihren Anhängern die Freitreppe und hielten von dort Ansprachen an das „Volk". Der dienstkzabende Polizeihauptmann wurde auf diesen Verstoß aufmerksam gemacht. E r schritt nicht ein, sondern erklärte, ihm fehlten weitere Instruktionen zum Eingreifen. Er setzte sich mit dein Polizeipräsidenten v. Zitzewitz in Verbindung und mußte von diescin erst belehrt werden, dah dem Stahlhrlm keine Extravaganzen gestattet sind. Die deutschnationale„Kundgebung" war in der Zwischenzeit aber beendet, so daß die Auflösunosversuche der Polizei mit Gelächter beantwortet wurden. Serittene Polizei gegen Stahlhelm. Die Stahlhelmer und andere Rechtsverbände sammelten nun ihre Mitglieder in den Nebenstraßen vom Marktplatz und dann überfielen diese Rowdys in Ranbriltermanier eiuzelngehcndc Reichsbannerkameroden. Erst nachdem die Gauleitung bei dem Polizeipräsidenten energischen Protest gegen das Verhalten der Polizeioffiziere einlegte, begann die Polizei die Straßen zu säubern. Trotzdem gelang es den Stahlhelm ern, in einen zum Bah n- Hof marschierenden Reichs bannerzug cinzusallen und dort mit Tods ch lagern und G u in m i k n ü p p e l n um sich zu schlagen. Die Polizei, die sogar mit berittenen Kräften gegen die Stahlhelmer einschreiten mußte, verhaftete einige be- sonders radaulustige Angehörige des Stahlhelms. Die englifthen Gzeanflieger verloren? Noch immer kcinc Nachrichten. London, 1. September. Nachts lagen noch keine Na 6) richten über den Verbleib des Alugzeugs..St. Raphael" und seiner drei Insassen vor. Nach Meldungen aus Neufundland, Kanada und den vereinigten Staaten ist dort ein Flugzeug nirgends gesichtet worden. Oberst M i n ch i n halte vor dem Verlassen des Flugplatzes von Upavon erklärt, er gedenke Ottawa in Zö Stunden zu erreichen. Demnach hätte er gegen Mittag mitteleuropäischer Zelt in St. Zohn auf Neufundland eintreffen mästen. Man mutz damit rechnen, datz der..St. Raphael" das Schicksal des„Weitzen Vogels" von Nungester und Coli geteilt hat._ tzetze gegen Vanöervelöe. Wege» des Vorschlags unparteiischer Kricgssorschung Brüstet. 1. September.(Eigenbericht.) Der bürgerliche Prestefeldzug gegen Vandervelde wegen des Vorschlages einer objektiven belgisch-deutschen Unter- suchung der Franktireur-Frage nimmt immer heftigere Formen an. Die Hetze läßt sich einerseits unoerkenubar von Einflüsterungen französischer Reaktionäre leiten, anderer- seit, bezweckt ste, womöglich ein« Regierungskrise über diese Frage zu provozieren, weil man im bürgerlichen Lager annimmt, daß der Wahllampf Km™ für die Sozialisten nicht besonders günstig wäre. Die Hetze wurde ausgerechnet in dem Zeitpunkt entfesselt, wo Vandervelde im Auslände auf einer Ferienreise war. Fest steht, daß im letzten Ministerrat der liberale I n st i z m i n i st c r H y m a» s icharf gegen die beabsichtigte Untersuchung auftrat und dabei vom Ministerpräsidenten I a s p a r unterstützt wurde. Der Beschluß wurde allerdings bis zur Rückkehr Vanderveldes aus Genf oerschoben. Bemerkenswert ist, daß der Borschlag Vanderveldes bereits in dem Bericht enthalten ist, den er vor sechs Wochen dem Parlament unierbreilcte. Damals wurde der Bericht wortgetreu von der bürgerlichen Presse veröffentlicht, ohne daß diese oder die bürgerlichen Minister und ebenso wenig Pariser Organe das ge- ringste gegen den Vorschlag eingewendet hätten. Die Angriffe gegen Vandervelde begannen erst, als die deutsche Regierung den Bor- schlag ausnahm. Diejenigen, denen die Beteiligung der Soziali st en an derRegierung schon viel zu lange dauert, möchten Vandervelde von der Regierungsmehrheit verleugnen lassen: er Hai aber nie wichtige außenpolitische Schritte unternommen, ohne sich vorher der Zustimmung der bürgerlichen Minister zu ver- gewissern. Er hatte auch in diesem Falle sicher nicht die Absicht, anders zu handeln. Falls die belgische Regierungsmehrheit schließlich die Untersuchung ablehnen sollte, und Belgien dadurch in eine schiefe Lage kommt, so wird Vandervelde dafür ebenso wenig per- sönlich verantwortlich gemacht werden können wie für die Reichs- wehrrede des Krieg-ministers de Broqueville. * Nach Agenturmeldungen aus Gens ist der eben erst dorl ein- getroffene Vandervelde schon wieder unterwegs nach Brüssel, da er drahllich zu dem heule tagenden Minislerrai be- rufen worden ist. der über seiueo Vorschlag entscheiden soll. vorwärts-verleg G.m.b.H.» Serlin EW. 6$, Linöenstr.Z PoNfcheckkonto: Sellin 37 538-»anNont«! Sank der Arbeiter.«naefi-Iieu »ad BeanUen. Wallftr. 95: Dislouto-Hesellschaft. Devokitenkasse Lindenftr. 8. Der Raubzug nach Sazawa. Nur ein Schiidbixrgerstreirh? J. E. Prag, 31. August. Wie ein Abenteuer aus Schilda mutet der s a s ch i st i s ch e U e b e r f a l l auf den in Sazawa die Urlaubsfreuden mit Aktenstudium verbindenden Ministerialrat Dr. Porel an, und er hat auch einige Heiterkeit verursaelzt. Aber er hat auch die Aufmerksamkeit neuerlich auf den tschechischen Faschismus gelenkt und ihn als weniger harmlos gezeigt, als man ihn einzuschätzen gewohnt war. Für die tatendurstigen Jünglinge, die eine Sherlock- Holmes-Geschichte kopierten, wird das Abenteuer weniger romantisch enden, als es begann. Sie sind verhaftet, und sk können nun wehmütig Vergleiche zwischen Italien und der Tschechoslowakei anstellen, wo man mit überpatriotischen Ein- brechern weniger freundlich verfährt als in Mussolinien Verhaftungen, Haussuchungen, stundenlange Verhöre,— viele Faschisten bekamen es mit der Angst zu tun, besondere Staatsbeamte, und verlassen die Faschistische Partei. Keine römischen Helden! Man ist geneigt, den tschechischen Faschis- mus noüi lächerlicher zu finden als bisher. Aber das Interessante ist nicht, daß Staatsbeamte, s o- gar hohe Staatsbeamte, die Faschistische Partei nur verlassen, sondern daß diese Staatsbeamten Faschister waren und es innerlich noch sind! Der Einbruct in Sazawa hat erst gezeigt, daß der Faschismus in de> Tfäiechoslowakei eine sehr ern st e Gefahr mar. Man hat diesen Faschismus gerne belächelt und be- spöttelt, wie man ja immer Nachäffungen als etwas Lacher liches ansieht. Die Faschisten machten Krawall— aber e< waren doch nieist nur unreife Burschen, die stch auf solche An patriotisch betätigten! Wer nimmt solche Jünglinge ernst Die Faschisten riefen zu großen, gewaltigen Kundgebunge» auf,— aber Besuch und Berla.üf waren kläglich. Was batt, man von dieser Bewegung zu fürchten? Und dann: durch dii Affäre Gajda schien'die"faschistisch» Bewegung so kompra mittiert. daß man annehmen mußte, kein ernster und an ständiger Mensch könne mehr mit ihr zu tun haben wollen Der im Bankräuberstils ausgeführte Uebersall in Sazawc hat sie noch mebr kompromittiert, aber er hat auch gelestrt den ifchechischen Faschismus anders zu sehen, als bisher. Di, Mitgliederlisten, die bei der Haussuchung im Generalsekreta riat gefunden wurden, offenbarten, daß der Faschismus in Moldaustaat weniger auf Quantität als auf Qualität seinei Anhänger Wert legte. Er hatte Anhänger gefunden, gerad- bei der S t a a t s b e a m t e n f ch a f t und beim Militär Es waren nicht die Amtsdiener und nicht die Feldwebel, au die er sich stützte, sondern hohe Beamte»und h o h> Offiziere. Vierzig Mitglieder bei der Staatspolizei Drei Generäle! Verbindungen mit den wichtigsten Stellei in den Ministerien! Wie gut mußten die Faschisten sich aus- kennen in der Gesetzgebungsabteilung des Ministeriums füi nationale Verteidigung, wenn sie wußten, wem sie inter essierende Akten zugewiesen waren, wenn sie wußten, das Dr. Varel sich solche Akten nnt in die Sommerfrische genom men hatte! Wie gut es den Faschisten gelungen war, sich a r den wichtigsten Staats st ellen einzunisten. das ist durch den politischen Raubzug nach Sazawa sichtbai geworden. Dieser Heldenzug aufs Land, der den Faschisten wohl al< ein Unternehmen ganz besonderer Art erschienen war, dei ihnen vielleicht notwendig schien, um gefährliche Entdeckunger zu vttchüten, wurde für sie zum Verhängnis. Die Bshörder haben sich zu energischem Zugreifen aufgerafft. Anhänger de« Faschismus, die um ihre Karriere fürchten, kehren ihm der Rücken, der Faschismus wurde als eine— vielleicht schor überwundene— Gefahr erkannt. Eine ernste Gefahr! Man weiß nicht, wie viel, Offiziere hinter den faschistischen Generalen stehen— man weiß aber nun, daß es den Faschisten darum zu tur war, auf dem Weg über die Offiziere die Arme, zu gewinnen. Hohe Offiziere, hohe Beamte der Staatspolizei hohe Beamte in den Ministerien— der tsckecknsche Faschismus plante den Umsturz von oben. Daß dieser Plar nicht aussichtslos war, zeigen die im Sekretariat gefundener Mitgliederlisten. Gerade die„Entvolitisierung" des Militär« durch Abschaffung des' Soldaten Wahlrecht« und Verschärfung der Disziplin mußte die Hoffnungen dei Faschisten stärken. Der Soldat muß ja marschieren, wem der General befiehlt! Jetzt, da die Gefahr überwunder scheint, erkennt man erst, w i e groß sie war! Die Faschisten konnten auch damit rechnen, daß sich ihner im Bedarfsfalle die Gunst politischer Parteien zuwender werde, vor allem die der Nationaldemokraten, dii über großen Anhang unter der höheren Bureaukratie ver fügen und die aus ihren Sympathien für der Faschismus nie ein Hehl machten. Derzeit brauchen so keinen aktiven Faschismus, denn sie herrschen mit Hilst des tschechisch-deutschen Bürgerblocks, der ihnen die Erfül hing fast aller politischen und wirtschaftlichen Wünsche er möglicht. Eine Aenderung der politischen Lonstellatio, könnte ihnen aber die Faschisten als aktiv« Bundes- genossen willkommen sein lassen. Deshalb weiß die nationaldemokratifche Presse den Ueberfall in Sazawa jetzt so verstehend zu entschuldigen. Die tschechische Großbourgeoche hält sich den Faschismus als Reserve bereit. Und deshalb sind die Arbeiter gezwungen, dem Faschismus auch weiterhin größte Aufmerksamkeit zu widmen. Dieser Meinung sind auch die tschechischen Sozialdemo- traten. Genosse Dr. Soukup verweist in einem Leitartikel des«Pravo Lidu" darauf, daß die Arbeiter in der Tschecho- slowakei noch nicht zu einer Organisation des Republik«- nischen Schutzbundes gekommen sind wie die Ge- nassen in Oesterreich, aber, so meint er,„wenn es sich als nötig und unabweislich erweisen sollte, dann ist kein Zweifel, daß unsere Abwehrorganisation in der Tschecho- slowakei über Nacht aus dem Boden gestampft würde, und das mit solcher Heftigkeit und Gewalt, daß alle faschistischen Mauldrescher darob entsetzt wären". Käme es auf eine Kraftprobe an, dann würden sicherlich die Faschisten nichts bedeuten neben der sozialistischen Arbei- terschaft. Aber es hätte wohl geschehen können, daß die Arbeiter keinle Zeit mehr gehabt hätten, auch nicht eine Nacht, um eine Abwehrorganisation aus dem Boden zu stampfen. Gerade die Art, wie der tschechische Faschismus seinen Umsturz vorzubereiten versuchte, zeigt, daß er nicht an eine Machtprobe von Masie zu Masse dachte, sondern an eine Ueberraschung von oben. Sich auch gegen solche Ueber- rumpelungsversuche zu wappnen, das ist nun Aufgabe der Arbeiter in der Tschechoslowakei! Deutfchnationale Zufriedenheit. Mit Genf und mit Loearno.— Hoffnung anf französische Linkswahlen. Während ein Teil der deutschnationalen Presse sich gar nicht genug damit tun kann, den„Bankerott von Genf und Locarno" zu unterstreichen, zeigt sich die offizielle deutsch- nationale Parteikorrespondenz, der„Tägliche Dienst für nationale Zeitungen", in der Beurteilung der Weltlage viel optimistischer. Bon der fröhlichen Naivität, der dort ge- huldigt wird, bekommt man eine kleine Vorstellung, wenn man liest: Man mag sagen, was man will; einige Erfolge in der deutschen Außenpolitik sind zu verzeichnen, seit die Deutsch- nationalen wieder in die Regierung eintraten. Gewiß können wir, um nur auf die Ereignisse der letzten Tage zurückzugreifen, mit der zu geringen Truppenreduzierung im Rheinland nicht zufrieden sein. Gewiß fordern wir die völlige Beseitigung der Besatzungsarmee schon aus rechtlichen Gründen. Andererseits kann man aber auch sagen, daß die Verminderung der Bestände uns die Hoffnung auf eine fortschreitende Besserung gibt. Wir haben diese Hoff- nung, weil wir wissen, daß man auch in weiten Kreisen Englands mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden ist, daß Frankreich sogar in Belgien nicht den in Paris erwarteten Rückhalt gefunden hat. Von den Erfolgen, die die deutsche Außenpolitik seit dem Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung errungen hat, vermag die deutschnationale Parteikorrespondenz nur einen anzuführen: die von ihr selbst mit Recht als geringfügig bezeichnete Truppenverminderung im Rheinland. Aber dieser sehr bescheidene Erfolg ist eine Frucht der von den Deutsch- nationalen bekämpften Locarnopolitik. Weiß denn die deutschnationale Parteikorrespondenz nicht mehr, daß seinerzeit die drei deutschnationalen Minister S ch l i e b e n, Schiele und N eu h a u s aus der Regierung Luther austreten mußten, weil die Partei die Locarnopolitik nicht mitmachen wollte? Gegen den Willen der Deutschnationalen wurde diese Politik fortgesetzt, und in Locarno selbst wurde dann das Versprechen einer Truppenverminderung gegeben, das nun eingelöst worden ist. Wäre es nach dem Willen der Deutschnationalen gegangen, so wäre also auch nicht ein- Jesus Christus... Mister Warner Von Hans Bauer. Ein neuer amerikanischer Großfilm ist auf den Markt gelangt: tbe grcotest of the worldl Fabelhaft« Sache! Technische Sensatio- neu ohnegleichen! Gewaltigste Massenszenen! 2,8 Millionen Dollar Herstellungskosten! Und es hat dieser Film nichts Geringeres zum Gegenstand als die Passion Jesu Christi. Es ist ja eigentlich nicht unsere Sache, um die es hier geht, nicht di« Sache derer, die der kirchlichen Ausdeutung der biblischen Historie«ine gesunde Ablehnung entgegenbringen. Aber zuweilen fühlt man sich oeranlaßt, gewisse Dinge gegen ihre eigenen Anhänger zu verteidigen. Es ist ja natür- lich nicht so, daß Christus unter keinen Umständen auf die Bühne oder auf die Leinwand gehörte. Er ist, außer einer religiösen Ge- stalt, auch eine der historischen Forschung, und es wäre, im Prinzip, gewiß nichts gegen einen Film einzuwenden, der sich von aller Mystik abwendete und sich an die Person Christi von einem ganz menschlichen Standpunkt und nicht von dem des Dogmas seiner Göll- lichkeit heranmachte. Solch ein kritischer Film, der es unternähme, Issum und seinen Aufstieg aus den gegebenen politischen und Ee- scllschaftsverhältnissen, aus den herrschenden moralischen und sozialen Anschauungen heraus zu erklären, der ihn nicht als Abgesandten des Himmels ausfaßte, sondern als kämpferischen Menschen, als beredten und charakterstarken Volksmann, der könnte reizvoll und verdienstlich genug sein. Etwas anderes ist das mit der Versilinung des Gotteskind- Christus. Da wären auf der einen Seite das von der Dornenkrone zerrissen« Haupt voll Blut und Wunden, das grausige Todesleid am Kreuz, die l>eiligen Motte... und auf der anderen Seite die Groß- ausnahmen, das Schallrohr, schmatzende Statisterie, Aufblenden und Abblenden, der Kontrakt, der Mr. Warner für zehn Jahre ver- pflichtet, bei keiner anderen Filmgesellschaft einen Jesus Christus zn kreircn. Gott ist Geist, heißt es in der Bibel, hier aber ist aus dem Geist eine vielleicht raffiniert geschickte und hochkünstlerisch«, rn jedem Fall aber kaltschnäuzige Mache geworden. Die Lehre von der ewigen Liebe ist in die Maschinerie moderne? Technik geroten. Die starken Stimmungsmomente, die vom Neuen Testament ausgehen, sind als ziffernmäßige Aktivposten in eine kaufmännische Rechnung hineinkalkulierrt worden. Das Leiden und Sterben des Weitheilands wurde auf die Zirkusattraktion hin untersucht, die dem Akt seines Verlöschens innewohnt, und man fand, daß man auf viele ausver- kaufte Häuser werde rechnen können. Es trifft ja freilich auch auf alle anderen Filme zu, daß sie nur Illusionen und keine Wahrheit geben, aber da handelt es sich dann in der Regel um kleinere Objekte, und wir sind daran gewöhnt, statt der Wirklichkeit eine sckzauspielcrische Leistung vorgesetzt zu be- kommen. Bei gewissen Stoffen aber sträubt sich das Gefühl gegen die Divergenz von Form und Inhalt, gegen den Auseinanderfall mal dieser bescheidene Erfolg der deutschen AußenpoNtik er- reicht worden. Die deutschnationale Parteikorrespondenz gibt weiter zu erkennen, daß sie ihre Hoffnungen aus einen Sieg der Linken bei den nächsten französischen Wahlen setzt. Darüber schreibt sie: Es ist kein Zweifel, daß Briands Haltung in Genf von den kommenden französischen Wahlen stark beeinflußt sein wird. In Kreisen deutscher Politiker hat man mit Recht betont, wie verfehlt es sein würde, wollte man annehmen, Briands Roll« als Politiker sei misgespielt. Frankreich hat bekanntlich auf Druck der alten Kartellparteien sein Wahlrecht geändert. Die Linke in Frankreich hofft bei den Neuwahlen auf M andotszu wachs. Ob das der Fall sein wird, wissen wir nicht. Man wird bald erkennen können, wie stark sich Briand Poineare gegenüber fühlt. Nach einigen Bemerkungen über Dawesplan und inter- alliierte Schüldenrcgelung schließt das deutschnationale Organ: Wir hoffen für Deutschland auf ein« weitere friedliche Entwicklung und auf größer« Erfolge, als sie uns die Ver- gangenheit gebracht hat. Die deutschnationale Parteikorrespondenz setzt ihre Hoff- nung auf Briand und die Linke gegen Poincar6 und die Rechte. Sie übersieht dabei, daß die Siegesaussichten der für echte Verständigung und Räumung eintretenden fran- zösischen Linken wesentlich herabgemindert werden durch die Tatsache, daß in Deutschland die Rechte regiert. Außen- politische Erfolge auf dem Boden einer„friedlichen Entwick- lung", zu der sich auch die Deutschnationalen zeitweilig zu bekehren scheinen, werden also erst zu erwarten sein, wenn die Reaktion überall aus dem Felde geschlagen wird. Münchener polizeischitane. Zweierlei Maß. München, 1. September.(Eigenbericht.) Am 1. September ist jene lächerliche Verfügung der Münchener Polizeidirektion außer Kraft getreten, durch die seit dem 30. Mai auf öffentlichen Straßen und Plätzen Münchens das Tragen einheitlicher Kleidung, durch die die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei oder Organisation dargetan wird, ver- boten war. Dieses Verbot war im wesentlichen gegen das Reichsbanner gerichtet, dessen große öffentliche Veranstaltungen die republikfeindlichen bayerischen Behörden dadurch um ihre Wir- kung bringen wollten. Den rechtsstehenden Verbänden, besonders den Rationalsozialisten, ließ man in dieser Hinsicht weitgehende Freiheiten. Diese gingen sogar so weit, daß die sogenannten Treu- händer Hitlers sich wiederholt in voller Ausrüstung auf der Land- tagstribüne zeigen konnten, unbehindert von den wachhabenden Polizeibeamten, und ohne daß der anwesende Polizeiminister gegen diese persönliche Verhöhnung einschritt, obwohl er darauf aufmerk- sam gemacht worden war. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß die Polizeischikane dem Wachsen des Münchener Reichs- banners keinen Abbruch getan hat. LusterscbutterunF. Die Preußcnrcgicruna können sie nicht leiden— doch ihre Inserate nehmen sie gern. Der Presseoerein der deutschen Volkspartei sieht die Pressefreiheit, die verfassungsmäßig gewährleistete Meinungsfreiheit und die Unabhängigkeit der deutschen Presse bedroht. Weil der Regierungspräsident von Kassel einem oberhessischen Blättchen den Charakter als Amtsblatt ent- zogen hat. Der Grund dazu: das Blatt hatte die Flaggenverordnung der preußischen Regierung einer böswilligen und beschimpfenden Kritik unterzogen. Deshalb Bedrohung der Pressefreiheit? Das Blättchen kann ungehindett die schwarzweißroten Frondeure gegen die Reichsflagge von Wiedergab« und Totverhalt, der zu Grunde lag. Bindende Regeln sind hier kaum aufzustellen. Das sind alles Gefühls- und Taktfragen. Gemeinhin kann man von einem Schauspieler natür- lich nicht verlangen, daß er mit seiner Figur identisch ist, gemeinhin wird man sich damit zufrieden geben müssen, daß er vortäuscht und mimt. Aber gewiss« Gestalten und Gestaltenkomplexe sino viel zu ragend und es sind die Blitze, die von ihnen ausgehen, viel zu zündend, als daß wir uns allein mit Komödiantentum begnügen könnten. Woher resultiette denn die ungeheure, die aufpeitschende Wirkung des Potemkin-Films? Aus der Tatsache, daß hier mehr gegeben wurde als routinierte Darstellevei, als tarifmäßig bezahlte und unlustig abgewickelte Mimik. Das waren keine Schauspieler, das waren Revolutionäre, die einen Revolutionsfilm nicht spielten, sondern lebten. Wer könnte sich vorstellen, daß ein eventueller Bebel-Film mit Otto Gebühr, dem Fttdericus-Gebühr, in der Haupt- rolle gedreht werden könnte, wem erscheint der Gedanke an einen Sacco-Vanzetti-Film, an die handwerksmäßige Wiederkäuung dessen, was unser Herz soeben aufs unmittelbarste erschüttert hat, nicht lästerlich, ekelhast und unerträglich! Auch für Iesum Christum können sich selbst die oder vielleicht gerade die, die in ihm nicht mehr als einen allen irdischen Bedingungen unterworfenen sittlichen Reformator sehen, nicht mit irgendeinem Herrn Warner begnügen, der vor der Kreuzigung vielleicht mit den Händen in den Hosen» taschcn herumgestanden und faule Witze erzählt hat und nach der Kreuzigung den„New Pork-Herald" gelesen und ein Austerndiner bestellt hat. Hier sind Grenzen des Films, Grenzen der Technik und unserer modernen Apparate überliaupt, unübersieigbare, unüberwind- liche, und wenn dann gar noch das fettige Filmprodukt vor einem geistlichen und weltlichen Honoratiorenpublikum in Salzburg zu Phantasiepressen zur europäischen Uraufführung gelangt, dann weiß man, daß Jesus Christus totsächlich auch heute noch der Heiland der Beladenen ist— allerdings jener, die es mit Aemtern und Reich- tümern sind._ Ein neuer„Tic". Eine höchst seltsame Beobachtung macht man jetzt auf den Londoner Straßen. Ueberall sieht man Personen, die sich plötzlich mit der Hand ins Gesicht fahren, die Haut mit einer Fingerspitze reiben, wie wenn sie etwas entfernen wollten und dann den Finger kritisch betrachten. Manche gehen sogar soweit, das eingebildete Insekt zwischen Finger und Daumen zu zerdrücken. Ei» Psychiater erklärt diese Erscheinung für einen neuen nervösen „Tic", der durch den viel verbreiteten Gebrauch von Schönheits- Mitteln hervorgerufen wird. Diese verursachen auf der Haut eine gewisse Reizung, die wieder den„Tic" auslöst. Hauptsächlich findet man diese Bewegung bei jungen Mädchen, deren Haut besonders zart ist und von Schönheitsmitteln leicht angegriffen wird. Der Lippenstift ist eine wichtig? Ursache, dcr.n' Frauen reiben die Lippen mehr als andere Teile des Gelichts. Solche„Tics" sind sehr ansteckend und werden von nervösen Personen leicht nachgeahmt. Eine ganze Familie wird von einem einzigen Mitglied zur Nach- ahmung veranlaßt. unterstützen, es kann ungehindett von den„Machenschaften" der Preuhenregierung reden, nur— die amtlichen Inserate erhäst es nicht mehr. Besteht die Pressefreiheit der volksparteilichen Presse im Monopol auf amtliche Inserate? Ist die freie Meinungsäußerung dieses Blättchens bedroht, weil es von seiner schwarzweißroten Ge- sinnung allein nicht leben kann, sondern nur von den Inseraten der schwarzrotgoldenen Regierung? Eine feine Auffassung von Presse- freiheit, die sich hier osfenbatt: die Regierung der Republik soll die Presse der Gegner der Republik und ihrer Farben subventionieren! Man versteht die großen Worte des Pressevereins der Volks- partei über die Bedrohung der Pressefreiheit recht gut: es soll eine Hetze gegen die Preußenregierung und ihre Beamten inszeniert werden. Daher der Lärm. Ein wirkungsloser Lärm, der nur die Luft erschüttern wird. Das internationale Arbeitsamt in Xkrün. Wo wird die Rciclzsrcgicrung ihre Gcrstc unterbringen? Wie die Berliner Stelle des Internationalen Arbeitsamtes mit- teilt, wird am 10. Oktober im Dienstgebäude des Reichsarbeits- Ministeriums die 37. Tagung desVerwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes beginnen. Auf derTagcz- ordnung stehen wichtig« Fragen. So der Bericht des Ausschusses über die Arbeitslosigkeit. Bon besonderer Wichtigkeit sind die Ver- Handlungen über die die Internationale Arbeitsorganisation be- treffenden Beschlüsse der W-liwirtschaftskonferenz. Ferner soll die Tagesordnung der Konferenz des nächsten Jahres überprüft und die Tagesordnung für die Internationale Arbeitskonferenz des Jahres 1923 beraten werden. Bei dieser Gelegenheit wird eine Frage an die Reichsregierung erlaubt fein: Die etwa 75 Herren, die von der Reichsregierung nach Berlin eingeladen worden sind, gehören zu den prominentesten Vertreter des Auslandes, deren Urteil über die innere Stärke Deutschlands für das Ansehen Deutsch- lands in der Welt von großer Bedeutung ist. Ist sich die Reichs- regierung darüber schon klar geworden, daß sie ihre angesehenen und einflußreichen Düste nur in Hotels unterbringen darf, die den verfassungsmäßigen Farben des deutschen Rciä'cs die gebührende Achtung zu zollen bereit sind? D:'e Wahrheit über Rußlanö. Den KommunisLcn unerwünscht. Die„Chemnitzer V o l k s st i m m e" hat die von den Kommunisten veranstalteten Rußland-Delcgationen einer kritisch?» Betrachtung unterzogen. Sie hatte betont, daß vieles, was in Ruß- land geleistet worden ist, wann anzuerkennen sei, und hatte schließlich geschrieben: „Will die Sowjetregierung wirklich die Verständigung zwischen Rußland und der europäischen Arbeiterschaft fördern, so soll sie zum Beispiel einer von der deutschen Sozialdemokratie frei zu- sammengeflellten, selbstverständlich von uns bezahlten Delegation die Möglichkeit unbehinderten Studiums in Rußland in Begleitung eigener Dolmetscher geben. Wir sind ge- spannt darauf, wie sich die Sowjetregierung und die deutschen Kommunisten zu einem solchen Vorschlag stellen werden." Die Antwort erfolgt« prompt. Das Chemnitzer kommunistische Organ, der„Kämpfe r". schrieb ani anderen Tage: „Solange die Führer der deutschen Sozialdemokratie den Sturz der Sowjetregierung als ihr Ziel und ihr« Aufgabe be- trachten, solang« die Gewißheit besteht, daß solche Leute ihre An- Wesenheit in Sowjetrußland benutzen wollen, um konterrevolutio- nüre Attentate und Erhebungen gegen die Sowjetmacht zu organi» sieren, solange wird die Sowjekceaierung diesen Verbrechern mit Rechk die Grenze sperren. Sie könnten sonst Vekannlsthasl m t der Tscheka machen. Aber jedem ehrlichen, mit Sowjetrußland sympathisierenden Arbeiter stehen die Grenzen nach Sowjetruß- land weil osfen." Eine lehrreiche Antwort! Wer in Sowjetrußland di« Wahrheit sucht, wird mit der Tscheka Bekanntschaft machem Französisches Interesse für deutsches Kulturleben. Die „Literarische Welt" verzeichnet eine Reihe von Dokumenten des französischen Bestrebens, uns besser kennenzulernen. So bringt die„Revue Europöenne" eine Ucbersetzung von Wedekinds„Mine Haha" sowie einen langen Aufsatz über den bei uns noch ganz unbekannten Dichter Martin von Kaste, von dessen Gedichten sie Proben mitteilt. Daß sich eine kleine französische Rilke-Literatur gebildet hat, Ist bekannt: Edmond Ialoux hat ein Buch über den Dichter geschrieben. Heines Berichte für die„Augsburzer Allgemeine Zeitung" erschienen bei Delpcuch.„Bei unseren Nachbar»" heißt ein Buch von Andrä Germain, das Reiseberichte enthält, sich mit Philosophen, mit Unruh, Sternhcim, Rilke, Liebermann und auch mit den deutschen Politikern Marx und Stresemann beschäftigt. Wenn Kinder dichten... Der Herausgeber einer englischen Kinderzeitschrist veranstaltete unter seinen jungen Lesern einen Wettbewerb für die besten von Kindern geschriebenen Beiträge. Unter den Einsendungen fanden sich folgende Briese:„Ich liege mit Ohrenschmcrzen im Bett," schreibt ein kleincs Mädchen,„und habe beiliegendes Gedicht gemacht. Ich habe viel Zeit dazu ge- braucht und hoffe, daß es Ihnen gefällt." Das kleine Gedicht war von William Blake.„Ich mache gern Verse," schrieb ein anderes neunjähriges Kind,„und schicke Ihnen diese. Ich weiß»iöst, ob die gut sind, aber ich bin erst 9 Jahre." Nach diesen Erfahrungen hat der Herausgeber beschlossen, niemals wieder ein Preisaus- schreiben zu veranstalten. Der Weltkongreß für Vevölkcrungssragcn ist in Genf gestern eröffnet worden, der unter dem Vorsitz des früheren Präsidenter. des englischen Statistischen Amtes, Sir Bernard Dknllet, ficht und sich die Aufgabe gestellt hat, das Beoölkerungsproblem In cineu Zu» sammenhang zu den ökonomischen, geographischen und politischen Fragen zu stellen. Der Kongreß umsaßt annähernd 200 Teilnehmer. vorwiegend Wissenschaftler und Bevölkerungspolitikcr. Der neue Shaw. Bernard Shaw arbeitet zurzeit an einer Dramatisierung der englischen Geschichte, di-«r in einer Rcihe in sich abgeschlossener Werke zu? Darstellung bringen wird. Nach eng- lichon Pressemeldungen ist ein Stück aus dieser Folg« ziemlich fertig- gestellt und wird den Titel tragen„Oliver Cromwell". Thealerchronik. Die neue.dollcr-Ncviie.Dann und wo' im NdmiralS- Palast geht bereits Sonntaq als NachmitlagSvorslelluiiI in Szene. FSdrungcn durch dl« Große kuoilaussteUuna unler Leitunn ron Pros. H. Sandtubt bietet die Volksbühne E. V. ibren Mitgliedern am Sor.utaa. dem 4.. und Sonntag, dem 11. I-plember. voriniltagS 11 Itbr Die Teilnehmer treffen sich am Haupteingang der Ausstellung, Alt.Moabit 4/10. Karten zum Preise von 73 Pf, in. den tAeschältSsteU-n der Votkebühnc, Linienslr.-27, und Platz der Republik 7. Prof. vr. Erwin Schrödinxer ist al« Nachfolger Mar Plauck» aus den Leüriluhl der tbcoretischc:, Ph-fik an der Univerfilüt Berlin berufen worden. Schrödinger balte bisher dcnlclbcn Lehrstuhl an der Univerfitäl Zürich innc. Tie e Fand- in Aexyvlen. Durch das Departement für Allcrlums. fottchungen oeinuilalte!« earadungri! uaben in der Oase von Kbahg»ur stiudeckung ebier l-iröbersladt geführt, taten ttniänge bis in die tna< hiilorlichc Ebachc zurückgreifen und t.te nach den bisherigen lliilcuuchuiigeu kostbare Funde versprechen. Die Ausgrabungen soZeu im Laufe oc; Winter» vorgenommen werden. Gegen öle ToSesKrafe! Der neue deutsche Strasgefeizbucheuttvurf versagt. Die Bewegung gegen die Todes st rase in Deutsch- l a n d zieht weitere Kreise. Eine große Reihe der bedeutendsten deutschen Rcchtsiehrer, unter ihnen die ordentlichen Pro- fessorcn James Goldschmidt-Bcrlin, Liexmann-Hamburg, Albrecht Mendelssohn-Vartholdy, Mittcrmeier-Gießen, Niemcyer-Kieh Rad- bruch-Heidelberg, Eberhard Lchmidt-Kiel, Stier-Somlo-Köln, ferner der Präsident des Strafvollzuzscmts Finkclburg-Berlin. Senats- Präsident a. D. Freymuth-Derlin wenden sich an den Reichstag mit einer Petition, die die Abschaffung der Todes- st r a f e verlangt. In dieser Eingabe heißt es: „Die unterzeichneten Juristen haben mit Befriedigung die Maß- nahmen der Vorbeugung, der Besserung, der Sicherung zur Kenntnis benommen, durch die der neue deutsche Strafgesetz- b u ch e n t w n r f die Verbrechens Ursachen zu bekämpfen sucht und Eiegenmaßnahmen gegen den Täter trifft, anstatt wirkungslos Ver- geltung gegen die Tat zu üben. Ihn so tiefer wird die vorgeschlagene und vom Reichsrat be- ftätigte Beibehaltung der Todesstrafe bedauert. Sie widerspricht schroff dem Geiste des Gesetzwerkes und gesährdet auf das schwerste das Zustandekommen der in wertvoller Zusammenarbeit mit Oester- reich vorbereiteten Rechtsgemeinschast der Brüderländer. Da die Todesst'-afe ihren Zweck'der Abschreckung selbst bei öffent- lichem Vollzug niemals erfüllte, da das allgemeine Rechts- gesübl mit zunehmender Dolksaufklärung sich immer entschiedener von ihr abwendet, da die Gesellschaft zu ihrem Schutze dieses rohen und daher verrohenden Strafmittels keineswegs be- darf— da endlich auch die beste Rechtspflege Justizirrtümer nicht auszuschließen vermag, wird die Abschaffung der Todesstrafe vom Reichstag gesordert." Der Bund der religiösen Sozialisten Deutsch- l a n d s verbreitst folgenden Aufruf: „Der Justizmord ist geschehen. Die furchtbaren Möglich- keiten und die grausige Brutalität der Todesstrafe ist uns vor Augen geführt. Auch die deutsche Republik kennt die Todesstrafe und übt sie in ihrer Grausamkeit. Auch sie straft durch Zerstörung des Lebens das, was die Gesellschaft an Menschen angerichtet und ver- darben hat. Dies« Gesellschast hat Milliarden übrig für ihren Luxus, für ihre Vergnügungen, für Alkohol, Tabak und vor allem für den Krieg. Ein Zehntel davon würde genügen, sofern guter Wille, starte Liebe und wahrhastige Achtung vor Menschenwürde dabei ist, um jedem Kinde dos Heim, die Pflege und die Erziehung zu schaffen, die es vor dem Verbrechen bewahrt, jedem, der aus der Arbeit und Gemeinlchaft hinausgestoßen wird, die Hilfe zu geben, die ihn nicht verzweifeln und verkommen läßt. Was hier versäumt wird, straft die Todesstrafe, straft das Zuchthaus. Wir rufen alle Menschen auf, die guten Willens sind, alle In Sonderheit, die Christen sein wollen, in welchen Parteien. Kirchen und Kulturgemeinschasten sie immer stehen mögen: Laßt uns die starke Bewegung schassen, die in der beut» schen Republik die Todesstrafe beseitigt. Nicht in unserem Namen nicht durch das Gesetz, für das wir verantwortlich sind, soll diese Brutalität Hinsort geschehen. Wir fordern, daß alle Vestrakung des Verbrechens sich wandle in Erziehung und Fürsorge, die gut macht, was die Gesellschaft sündigte, und die wiederherzu- stellen sucht, was die Gemeinschaft in einem Menschen zerbrach. Nicht in leerer Entrüstung soll das verlodsrn, was der Mord an Sacco und Vanzetti in uns weckt. Zäher Will« soll es werden, die Mißachtung des Menschenlebens und des Msnschseins zu beseitigen, d'e aus Eaoismus geboren ist und«in« Schande unserer Gemein- schaft darstellt. Wer im Reichstag ist. stelle Anträge auf Ab- schafsung der Hinrichtung! Wer zum Volke gehört, er- heb« seine Stimm«! DieTodes st rafemußversch winden! Die Strafe muß Erziehung, muß Achtun« der Menschenwürde sein!* Zustimmungserklärungen von Verbänden sind zu richten an die Neuköllner Geschäftsstelle il, Kranoldstraß« 17, 3 Treppen, bei Dr. Piechowski. Das Rekoröianö der Tsöes/Irafe. Sowjetrusiland! Genf. 1. Scpkember.(Eigenbertcht.) EM» das hissige georgische Pressebureau milleilt, haben die Sowjctbehördcn ihre Unlcrdrückungs- und Terrormaßnahmen gegen die georgische Bevölkerung erheblich verschärsl. ün letzter Zeil wurden S? Personen, darunter drei Frauen und der frühere Dumaabgeordneke ktandelaki deportiert. Zahlreiche politische Flüchtlinge sind als gemeine Verbrecher erklärt und nach ihrer Ergreifung erschossen worden. Die Tagung der Unternehmer. Gegen daS Schltchtungsversatjren.— Sie ziehen Streik vor. Frankfurt a. TN.. 1. September.(WXB.) Präsidium inü) Vorstand des Reichsverbandes der deutschen In- dustrie traten heute nachmittag hier im Aürgersaal des Rathauses unter Lorsitz des Geheimen Regisrungsrates Prof. Dr. C. Duis- b e r g zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Äbg. F r o w e i n- Elberfeio, MdRWR., sprach über die Lohn- Politik der letzten Wochen und ihren Zusammenhang mit der Preis- und Zollpolitik. Es sei erstaunlich, daß in weiten Kreisen und selbst bei Vertretern der nationalölonoinischen Wissenschast noch immer die Ansicht herrsche, daß in jedem Fall und aus die Dauer eine einfache Steigerung des Lohnes zu einer Erhöhung der Kaufkraft führen könne. Unvereinbar sei eine Politik, die eine ständixe Erhöhung der Löhne zur Folge Hab«, mii einer Polltit, die unter allen Umständen«ine Preiserhöhung vermeiden wolle, wobei er an sich die Politik, die Preise niedrig zu halten, durchaus für richtig halte. Der Redner hält das Schlichtungsverfahren und die Verbindlichkeitserklärungen, wie sie sich im Laus« der letzten Jahre entwickelt haben, für w i r t s ch a f t s s ch ä d l i ch und letzten Endes auch für die Arbeiterschaft abträglich. Arbeitgeber und Arbeit- nehmcr müßten dahin streben, Lolinkämpfe untereinander auszufechten. An dl« Aussührvtzgei, Frowcins schloß sich eine lebhastc Aussprache._ Smetonas Reden. Gegen Parlanrent und Polen. ftonmo, 81. August(VE.) Eraatsprästdenl S m« t o n a wurde aus einer seinec Agitation»- reisen m dem Ort D u s e l o, von dem Dorfpfarrer instniktian»- gemäß mit einer Ansprache begrüßt, in der«z hieß, da» litauische Volk sei für eine parlamentarische Regierung Über- Haupt noch nicht reis, es gebe zu viel Partoien, und der best« Ausweg wäre, wenn Smstom, z n n ä ch st« i n m a l zehn Jahre lang ohne Parlament regieren würde. Daraus antwortete Smelona, die bestehende Verfassung enge di- Tätixkeii des Präsidenten ein. er beanspniche Natürlich nicht die Rechte eine, j unumschränkten Herrschers, dach mühten die Minister dem! Staatspräsidenten verantwortlich sein. Von einer bloßen Parla- 'Faschistischer Anschlag in Genf gescheitert. V. Leb. Genf, 1. September.(Eigenbericht.) Seit Tagen ist hier die vom Völkerbund einberufen« Jnter- national« Verkehrskonferenz versammelt, deren Beratungen bereits zu Ende egangen wären, wenn nickst ein mich für die Sozia- listische Internationale besonders interessanter Konflikt in letzter Stunde ausgebrochen wäre. Es handelt sich um die Frage der Ausstellung von Reise- pässen an die Staatenlosen und ähnliche Kategorien. Darunter sollen auch die politischen Flüchtlinge verstanden werden, deren Zahl sich in den letzten Jahren infolge des Terrors der faschistischen Regierungen verschiedener Länder ungeheuer vermehrt hat. Durch einen Antrag des deutschen Vertreters Sellin ger soll diesen Regierungen empfohlen werden, solchen Personen, die infolge Siaatenlosigkeit oder infolge ihrer Tätigkeit im Zusammenhange mit dem Kriege oder wegen Konflikte politischer Art mit den Gesetzen ihres Landes keine Ausweise ihrer Regierungsbehörden im Aus- lande erhalten können, Reisepässe auszustellen. Diesen deutschen Antrag unterstützte besonders der französische Vertreter lebhaft, zumal gerade Frankreich infolge der Anwesenheit unzähliger italienischer, spanischer, ungarischer politischer Flüchtlinge auf seinem Boden ein Interesse daran hat, das komplizierte Problem irgendwie zu lösen. Dagegen trat nun der Vertreter Italiens mit Unter- stlltzung aller Delegierten faschistischer und halbfaschistischer Regierun- gen entschieden auf. Er wandte sich insbesondere gegen eine Prä- zisterung der sonstigen Kategorien, durch die allzu deutlich gezeigt werden würde, zu wessen Gunsten diese Regelung eintreten sollte. Im Privatgespräch gab der italienische Vertreter offen zu, daß er auf direkte Weisung Mussolinis handele, der jede Er- leichterung für die geflüchteten Gegner des Faschismus verhindern, ihnen vielmehr das Leben im Ausland so schwer wie möglich machen wolle. Es gelang dem faschistischen Delegierten die Unterstützung nicht nur seiner üblichen Gefolgschaft, Rumänien und Ungarn zu gewinnen, sondern auch solcher Staaten, die früher in der Ge- Währung des politischen Asylrechts vorbildlich waren, nämlich Eng- l a n d und der S ch w e i z! Bei England ist es angesichts des jetzigen extrem konservativen Kurses kein Wunder. Bei der Schweiz zeigt sich wieder einmal die alte Nachgiebigkeit des Tessiner Bundes- rates Motto gegen den gefürchtctcn Nachbar im Süden. Seit zwei Tagen ist in einer Unterkommission mit außerordent- licher Zähigkeit hierüber oerhandelt worden und man hat, wie es scheint, ein Kompromiß erreicht, das morgen vormittag ab- geschlossen sein dürfte, wodurch auch die ganze Verkehrskonferenz dann mit Verspätung ihre Arbeiten wird beendigen können. In der Kompromißsormel werden die Kategorien zwar nicht präzisiert, aber es wird ausdrücklich festgestellt, daß eine Auslegung des Be- griffs der Staatenlosen unterlassen bleibt. Damit erhält jede Regierung die Möglichkeit, Pässe an politische Flüchrlinge zu er- teilen, ohne damit eines unfreundlichen Aktes gegen eine fremde Negierung oder eines Mißbrauchs ihrer Ctaatshoheitsrechte be- schuldigt werden zu können. Praktisch bedeutet dieses Kompromiß, daß z. B. solche Italiener, die durch besonderes saschistisches Dekret ihrer Staatsanzehorigkeit verlustig erklärt wurden, als staatenlos angesehen werden und daher Pässe des freigesinnten Auslandes erhalten können. Bei den anderen Flüchtlingen, die zwar ihre Staatenangehörigkeit noch besitzen(z. B. Nitti, Turati, Karolyi usw.), aber von dem Konsulat ihrer Länder doch keinen Ausweis erhalten würden, hat die Regierung des Landes, dessen Gastfrcundschast sie genießen, das Recht, von Fall zu Fall selbst zu entscheiden. Es ist zu erwarten, daß sowohl die»eut�ch« wie auch die französische Regierung von diesem Recht so bald wie nur möglich Gebrauch machen. Die Haltung ihrer Bertreter auf der Konferenz, durch die die Delegierten Mussolinis schließlich zu einem halben Rückzug gezwungen wurden, läßt darauf schließen. daß eine solche Weitherzigkeit durchaus in ihrer Absicht liegt. Ausweisungen aus der Schweiz. Wegen der Saeeo-Vnnzetti-Krawa!le. Genf, 1. September.(Eigenbericht.) Der Große Rat des Kantons hat in einer außerordentlichen Sitzung Ausweisungen von jugendlichen Demonstranten im Anschluß an«ine Protestversammlung vom 22. August gegen die Hinrichtung von Sacco und Vanzetti behandclt. Die bürgerlichen Redner versuchten dabei, die Sozialdemokratische Par- t e i für die Borkommnisse verantwortlich zu machen, wogegen unsere Genossen mit Nachdruck auf die Fehler der Polizei und das b r u- tale Eingreisen der Bürgerwehr hinwiesen. 2lm Schluß der viclstündigen, zeitweise sehr lebhaften Debatte uuirde mit den Stimmen der Bürgerlichen gegen die der Sozialdemokraten der Re- gierungsrat eingeladen, die nötigen Vorkehrungen zu treffen, damit sich ähnliche Vorkomnifse nicht wiederholen. Der Re- gierungsrat teilte mit, daß in der Nähe des Völkerbundsekretariats ein Polizeiposten errichtet werden soll. Der Bundesrat hat beschlossen, fünf junge Italiener, dar» unter drei Burschen unter 20 Jahren, aus dem Gebiete der Eid- genossenschaft auszuweisen. mentsreform sei nicht viel zu erwarten, daher sollte die Staats- regierung das Recht erhalten, a u ch ohne den Sejm Gesetz« zu erlassen. In der Grenzstadt Obeliai sagte der Putschpräskdcnt, die Stadt werde nicht immer ein« Grenzstadt bleiben, denn das Volk c F,arte die Wiedergewinnung des Wilnogebiets. Daher ströme die litauische Jugend in die Schützenyerbände mit der Sehnsucht, dereinst nach Wilna zu marschieren. Bis dahin soll« Obeliai treue Wacht an der Grenze halten. Jmmerzn Grenzkonflikte. Warschau, 1. Ecpteinber. Wie der„Kurjcr Warszawski" aus Wilna meldet, wurde in der Nacht zum 31. August im Abschnitt von Dnbiejko ein Soldat der polnischen Grenzwache von den Bolschcwisten verschleppt. An der polnisch- litauischen Grenze soll die litauische Grenzwache den polnischen Oberleutnant Z e l i g o w s i i vom 21. Grenzbataillon verschleppt haben. Trotz Intervention der pol- Nischen Behörden sei der Oberleutnant noch nicht ausgeliefert worden. (Zelioowski heißt auch der polnische General, der seinerzeit durch Putsch Wilna besetzte, welcher Bruch des Friedensvertrages von den Großmächten später als geltendes Recht anerkannt worden ist, zumal Polen die Annexion beschlossen und verkündet hatte. Red. d.„D.".) Moskauer Serufung auf die preßfreiheit. Protest gegen die Ausiveisung deö Pariser Tast-Vertreters. Riga, J. September.(TU.) Wie amtlich au- Moskau gemeldet wird, veröffentlicht die Lei- tung der Telegraphenagentur der Sowjetunion(Tah) eine Erklä- rung über die Auswciung ihres Vertreters aus Paris. Diese Aus- Weisung sei ein grober Verstoß gegen die Presse- s r e i h c i t. Der Pariser Vertreter habe seinen Bericht auf Grund französischer Zeitungsnachrichten verfaßt. Er habe sich in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten Frankreichs einge- mischt. Irgendwelche Beziehungen zu einer Partei in Frankreich habe der Vertreter nicht unterhalten. «- Mag Moskau mit diesem Protest auch recht haben— auf die Preßfreiheit darf sich ein Land nicht berufen, das nur die Regierungs- parte! d>e Presse benutzen läßt, und selbst von dieser Partei nur die ofsiziellst Abgestcinpelten! Engüsches Geld abgelehnt. Bon der Tschechoslowakei. Brag, 1. September. Im Zusammenhang mit der Aktion Lord Rothermeres sind, wie eine hiesige Korrespondenz erfährt, von tschechoslowakischer Seite die Verhandinngen mit zwei englischen Finanzgruppen, die bereits kurz vor dem Abschluß standen, und bei denen es sich um die Unterbringung von 35 Millionen Kronen zur Beteiligung an großen tschechoslowakischen Bädern und um 60 Millionen Kronen für umfangreiche landwirtschaftliche Betriebe handelte, a b- gebrochen worden. Rothcrmere betreibt die Abtrennung der madjarisch besiedelten Gebiete von der Tschechoslowakei und ihre Rückgabe an Ungarn. Spanische Darlamentskarikatur. Um hundert Jahre znrürk! Paris. 1. September.(Eigenbench..) li.eer di« von Primv de Rivers in dm nächsten Wochen ein- zubernsende N g t i o n a l v e r s a in m l u n g verössentlichen die ipa. nischen Blätter solaende Einzelheiten: Die Nationalversammlung wird nur beratenden Charakter haben. Sic wird Bor- schlüge unterbreiten dürfen, aber die Regierung behält sich das Recht der Entscheidung vor. Sie wird einen Entwurf zu einer neuen B e r s a s s u n g und einem neuen Budget ausarbeiten. Die Mit- glieder der Versammlung werden durch den König ernannt. und zwar etwa 50 Bertreter der Gcmeinderätc, 50 Vertreter der Provinzialkomitecs, etwa 50 Vertreter der Armee, der Handels- kammern, der Universitäten und des Klerus. De? Dar)omentsko?an. Gittcngebot für türkische Abgeordnete. Angara, 1. September. Der Präsident der Republik, Kemal Pascha, erließ eine Kundgebung, in der die P s l i ch t e n der A b g e o r d n e t e n der Bolkspartei festgesetzt werden und hervorgehoben wird, daß sie auch in ihrer wirtschaftlichen und politischen Tätigkeit unter den Gesetzen des Staates stehen. Der Borsitzende der Volkspartei wird besonders darüber zu wachen haben, daß die Abgeordneten der Partei nicht aus i h re r A b g e o r d n e t e n e i g e n s cha f t privatwirt» schaftlich« Vorteile ziehen. Sie dürfen n i ch t dem Auf- s i ch t s r a t von Gesellschaften angehören, deren Kapital zum grö- ßercn Teil Staatseigentum ist, den Gesellschaften, die eine Kon- zestion erhalten haben, ferner gemeinnützigen Gesellschaften und den Monopolverwaltungcn. Die Präsidenten der Kammer, die Minister, der Parteisekretär, die Unterführer und Inspektoren der Partei dürfen außerdem nicht die Leitung und Verwaltung irgendeiner privaten Gesellschaft übernehmen. Die vorstehenden Verpflich- tungen gelten als für die Abgeordneten verbindlich. Wieder ein Dawes-�ahr. Die dritte Jahresschuld bezahlt. Der Generalagent für Reparationszahlungen gibt bekannt, daß mit der jetzt erfolgten Zahlung von 55 Millionen Goldmark durch die deutsche Reichsbahn gesellschast Deutschland die für das diitte Dawes-Jahr vorgesehene Annuität von 1,5 Milliarden Goldmark voll bezahlt habe, bis auf die 20 Millionen Koldmark aus den Transportsteuer- ertrügen, die erst am 15. September cinkomrnen. Die Zahlungen auf die dritte Annuität setzen sich folgendermaßen zusammen: 1. Normaler Beitrog nuS dem Budget... HOC.TiCO M. 2. Zusätzlicher Beitrog ans dem Budget..."Oy POO 000„ 3. Tran Sport steilerer trag....... 2700(10 000„ i. Zinseiidicnst für die Reickiebobn-Obligationeii"50 000 000„ 5. Ztnsendienst für die Jndustrie-Obligatione» 250�00", Sa. 1 430 000 000 M. Die für den Transfer aus der dritt-'n Annuität verfüg. baren Beträge belaufen sich auf rund 1538 Mllllgiien" Goldmark, wovon 1382 Millionen bereits weiter überwiesen sind. Der Transfer in fremden Währungen bcläuft sich auf 49,45 Proz. des Gesamt- transfers gegenüber 3535 Proz. im zweiten Dawe: Jalxr. Der Transfer durch Goldmarkzahlungcn in Deutschland beträgt demnach 50,55 Proz. des Totaltransfcrs, d. h. 6S8 624 000 Goldmark. Türkiftber flmtssihimmel. Der„Stolz von Detroit" in der Türkei festgehalten. konstanlinopel, 1. September. Das Flugzeug„Stolz von Detroit" konnte, da die E r m ä ch- t i g u g zur Ucbcrslicgnng türkischen Gebiets noch nicht ein- getroffen war und Alcppo vor Einbruch der Pacht nicht mehr hätte erreicht werden können, heute noch nicht weiterfliegen. Der Krefelöer Kampf geht weiter! Gescheiterte Verhandlungen. Die verhondluagea zur Beilegung de» Tarif fireils ia der Srefelder Seideuiudusirie. die feit zwei Tagen im Reichsarbeiisminifierium geführt wurden, haben zu keiuem Resultat geführt. Die Unternehmer lehnten eine all- gemeine Erhöhung der Akkordlöhne strikte ab. Der Kamps in Krefeld geht also weiter. Der Deutsche Textilarbeiterverband hat von vornherein mit großen Schwierigkeiten gerechnet. Die hauptschwierigkeit, an der die neuen Berhandlungeu scheiterten, liegt darin, daß die Unter- böndler der Unternehmer nicht mehr entschlußfrei sind. fiinter den Krefelder Seidenindustriellen stehen Spihenver- band und Konzern, und diese sind grundsählich gegen eine Erhöhung der Kreselder Akkordlöhne, weil sie davon Konsequen- zen für da» ganze Reich befürchten. Bei dieser Einstellung der Unternehmer muß noch mit einer längeren Dauer des krefelder Kampfes gerechnet werden. Der Halsstarrigkeit de» Spißenoerban- des und des Konzerns hat es die Krefelder Bevölkerung, die bis fast zu zwei Dritteln bei der Aussperrung in ZNIlleidenschaft gezogen wurde, zu verdanken, wenn sie noch auf Wochen hinaus unter den mit Stillstand in der Seidenindustrie verbundenen schweren geschäft- lichen Schädigungen leiden muß. Aussperrung in öer Solinger Metallinöuftrie. 25 000 Arbeiker gekündigt. Solingen, 1. September.(MTB.) Die dem Arbeitgeberoerband der Solinger Metallindustrie an- geschlossenen Ardeitgeberverbänd« im oberen Kreis Solingen haben die vom Verband als Abwehrmaßnahme gegen die Kündigung seitens der Arbeiter ausgesprochene Llussperrung für sämtliche Fabriken und für die Heimarbeiter in Kraft gesetzt. Die Aussperrung wird mit dem l2. September wirksam werden, nachdem die gewerkschaft- liehen Maßnahmen nicht zuriief genommen wurden. Von der Kündi- gung werden 25 000 Arbeiter betroffen. Die Metallarbeiter in Kampffront. Die Spalter melden sich. Die KPD. ist längst unfähig, aus eigenen Kräften irgendeine Aktion zu führen. Was sie aber nicht selbst kann, das verlangt sie mit um so größerer Unbekümmertheit von anderen. Aus ihrer Iln- fohigfeit leitet die KPD. dos Recht her, anderen vorzuschreiben, was sie zu tun haben. So jetzt auch gegenüber dem Deutschen Metallarbeiterverband. Mit dein Vermerk oersehen:„In den Betrieben ankleben!"— veröffentlichten die obskuren Handlanger Moskaus in der„Roten Fahne" einen langatmigen Befehl, was die Metallarbeiter zu tun hoben. Da die„Führer" der KPD. weder mit gewerkschaftlichen Kenntnissen noch mit Verantwortung beschwert sind, und es ihnen auch gar nichts ausmacht, wenn die Arbeiter durch falsche Maß- nahmen in eine Niederlag« hineingeführt werden, können sie un- geniert darauf los schreiben. Die Betriebsbclegschaften, so heißt es in dem Ukas, sollen sich den Teufel um die Organisation kümmern. Sie sollen„von sich aus dazu übergehen, die Kampffront zu ver- breitern". Also die höhere Anarchie. Wenn es irgendeinem Menschen in Sowjetrußland einfallen würde, den Arbeitern solche Ratschläge zu geben, dann würde man ihn innerhalb 24 Stunden durch die Tscheka«inlochen lasten. Aber mit den deutschen Arbeitern glauben die Herrschaften sich solche Spaße erlauben zu dürfen. S i e riskieren ja nichts! In dem Stil der zitierten Anweisung geht es spaltenlang. Der DMV. bereitet eine große Lohnbewegung vor. Er holt zur Gegen- wehr aus gegen die Maßnahmen des VBMJ. Jetzt ist der Zeitpunkt, eiserne Disziplin zu beobachten, die Front zu schließen. die Unorganisierten heranzuholen, den Unternehmern zu zeigen, daß die«ewerkschast im«uftroge«wer einhektlkch geschlosse««» Masse handelt. Was liegt also näher, als daß die verantwortungs- und ge- wisjenlojen kommunistischen Spalter den Unternehmern zu Hilfe kommen! Wir haben kein« Lust, uns mit diesen Feinden der Ar- beiterbewegung auseinanderzusetzen. Die Metallarbeiter oerachten diese Paroleschuster._ Lohnbewegung öer Drauer. Kündigung des Lohnabkommen�. Am Mittwoch abend fand im Saalbau Friedrichshain eine Ver- sanmrlung aller gewerkschaftlich organisierten Brauerei- arbeiter statt, die einen äußerst starken Besuch aufwies und Stellung nahm zur Ablehnung der geforderten Wirtschaftsbeihilfe. Genoste H o d a p p vom Verband der Lebensmittel- und Getrönkearbeiter er- klärte einleitend in seinem Referat, daß den Organisationen wegen des bestehenden Lohnabkommens keine gewerkschaftlichen Macht- mittel zur Verfügung standen, als die Brouereiunternehmer die Ge- Währung einer Wirtschaftsbeihilfe ablehnten. Das jetzige Lohnabkommen ist seit dem 3. Februar tn Kraft und sah zu Beginn eine LohnMlage von 2,50 M. und ab 1. Juli bis 30. September von einer weiteren Mark vor. Es ist nicht zu bestreiten, daß infolge der Verteuerung aller Lebensmittel und Be- darfsartikel sowie auch der am l. April erfolgten zehnprozentigen Mieterhöhung diese Zulagen wieder aufgesaugt worden sind. Es kann auch nicht bestritren werden, daß die Berliner Brauerei- arbeiter gegenüber der Vorkriegszeit jetzt bedeutend niedriger«nt- lohnt werden. Vor dem Kriege standen die Berliner Brauerei- arbeiter an der dritten bis fünften Stelle aller Berliner Löhn«. Heute stehen sie mit 108,3 Pf. Spitzenlohn an zehnter Stelle. In der gesamten deutschen Bravereiindustrie standen die Berliner Brauereiarbeiter vor dem Kriege an e r st« r, heute jedoch an dritter Stelle. Eine Erhöhung ihrer Löhne ist auch für die Brauereien durchaus t r a g b o r. Ein Blick in die Kurszettel zeigt, daß die Berliner Brauereikurse an der Spitze aller deutschen Brauereioktienwert« stehen, desgleichen auch die Dividenden- ausschüttungen. Ein Vergleich mit den gesamten deutschen Jichustrieaktien ergibt, daß auch hier die Berliner Brauereien mit an erster Stell' stehen. Der von den Brouereiunternehmern so gern beliebte Hinweis auf die Löhn« in den übrigen Industrien ist eben- falls nicht stichhaltig, da sie sich in für sie schlechten Zeiten, wie z. B. in der Kriegszeit, auch nicht die bedeutend höheren Löhn« der Industriearbeiter zum Beispiel nahmen. Genau so hinfällig ist auch der Hinweis auf den schlechten Geschäftsgang während des Sommers, da feststehe, daß die Berliner Brauereien trotz dieses ver- regneten Sommers ganz gute Geschäfte gemacht haben. Sie sind also sehr wohl in der Lage, zum Ausgleich für die ein- getretene Teuerung eine nennenswerte Lohnzulage zu gewähren. Genosse Hodapp empfahl der Versammlung im Auftrage der Orga- nisationsleitungen und der Lohnkommisfion folgende Entschließung zur Annahme: „Die am Mittwoch, dem 31. August, im Saalbau Friedrichs- Hain tagende Versammlung aller im Tarifgebiet Berlin beschäftigten Brauerei- und Mälzereiarbciter, sowie der Arbeiter in den Brauerei- Niederlagen beauftragt die Organisationsleitungen, das zur.zeit gel- tende Lohnabkommen zum 30. September 1027 aufzukündigen. Gleichzeitig werden Lohnkommission und Organisationsleitungen be- auftragt, die erforderlichen Schritte zur Einleitung der Lohnbewegung vorzunehmen und einer demnächst einzu- berufenden Funktionärversammlung das Ergebnis der Beratungen zur Beschlußfassung zu unterbreiten." Dem Referat schloß sich eine lebhafte und ausgedehnte Debatte an, in der besonders die lange Geltungsdauer des letzten Lohn- abkommens bemängelt und aefordert wurde, in Zukunft nur noch Lohnabkommen mit einer Geltungsdauer von vier Wochen oder höchstens«wem Vierteljahre" ntrznfchkießen/ Verschiedene Anträge, die zur Höhe der aufzustellenden' Lohnforderung eingegangeil waren, wurden der Lohnkommission gls Material überwiesen und die vom Referenten vorgeschlagene Entschließung mit großer Mehrheit angenommen._ vle Lohnbewegung in Ser Herrenkonfektion. Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Bekleidungsorbeiterverbandes hatte zu Mittwoch abend nach den Refidenzfestfälen eine ö f f e n t- liche Versammlung aller in der Berliner Herrenkonfektion Beschäftigten einberufen, um ihnen den Ernst der setzt«tngÄestetev» Lohnbewegung klarzumachen. Di« Versammlung war äußerst starr besucht Genosse PI o o g vom Hauptvorstand ging semein Reserai zunächst auf die tarispolitische Entwicklung in der Vor- und Nach- trieaszeit ein. Der nach dem Kriege abgefchlossene Reichstarifvertrag hat niemand voll befriedigt. Die anhaltend« K r i f e im Beklerdungs- gewerbe hat leider alle Versuche vereitelt, den Tarif entsprechend den Forderungen der Konsettionsnrbeiter zu verbessern. Es muhten im Gegenteil sogar Verschlechterungen. h in g« n o m m ei» werden, woran allerdings nicht nur die ungünstige nnrtscyaftuci/c' Lage, sondern auch die organisatorische Zersplitterung der Bekleidungsarbeiter mit schuld war. �. Durch die Qualitätsarbeit in der Konfektion ist der Maß- s chn e i d e r e i eine starke Konkurrenz entstanden. Wah- rend die Unternehmer, die sich alle Fortschritte der �.echnik zunutze gemacht haben, ungeheure Gewinne einheimsen, fristen int ilrbcitor ein ganz kärgliches Dasein. Ptoog ging dann näher auf die von uns bereits mitgeteilten Lohnforderungen ein. die dem Unternehmerverband unterbreitet. worden sind. Um Konflikts in den Betrieben zu vermeiden, ist gefordert worden, die Geltungsdauer des Reichstarifes um einen Atonal zu oerkürzen, die Lohnerhöhung also schon ab 1. September vor- zunehmen. Nach mehrmaligem Schriftwechsel haben die Unter- nehmer schließlich zum 5. September Verhandlungen angesetzt, zugleich aber auch zum 31. Oktober die Stunden- bercchnung g e k ü n d i g t und eige ganze Serie von Der- schlechterungsanträgen unterbreitet..,„< Für die Herrenkonfektion ist durch diese Derqmckung der Lohn- forderung mit einem Generalangriff der Unternehmer eine Situation entstanden, wie sie schwieriger noch nie war. Der(Einst der Situation erfordert eine nüchterne Beurteilung der Dinge und die Anspannung aller Kräfte, da es kaum möglich fein dürfte, auf dem Verhandlungs- wege zu einer Verständigung.zu kommen. Es ist deshalb notwendig, die nächft'n Wochen in den Betrieben zur Organisierung der noch Abseitsstehenden zu benutzen und die organisatorischen Voraus- fctzunqen zur erfolgreichen Führung des Kampfes schaffen zu helfen. Von der organisatorischen Stärke der Konfektionsorbeiter wird der Ausgang der Lohnbewegung abhängen. Der erste Diskussionsredner war Schumacher, der Fuhrer der Sonderorganisation, der eine halbstündig« Redezeit erhielt, fceine Ausführungen gipfelten darin, daß auch der Deutsche Bekleidungs- arbeiterverband unter Tarifbruch ein« Lohnbewegung führen könne, was er sich vorbehalte, wenn es der Deutsche Bekleidungs- arbeiterverband nicht tun sollt«. Wenn man nicht T a r i f k o n t ro h e n t ist, kann man solche Beschlüsse leicht fassen und schließlich auch durchführen. Die folgen- den Redner hielten sich leider nicht immer an die Tagesordnung, sondern warfen sich gegenseitig ihr« Sünden vor. Nach dem Schlußwort des Genossen P l o o g ermahnte der Ber- liner Filialleiter Genosie Lehmann die Versammelten, als wirk- fam« Einleitung und Unterstützung der Bewegung erst einmal d> e Ueber stunden einzustellen, die leider in großer Zahl ver- richtet werden. Mit einem Appell zur Einigkeit schloß er die Ver- sammlung. Sebr. TikM»ii».Lichtcnbeiz, Kenbergstrah». SPD.-Fraktio»: Alle freiqcwerrschaftlich organisierten Kolleginnen und Aollegen haben heute, Freitag, 2. September, 16-4 Uhr, in ber„Edeltanne". Scrzbergstr. ZZ. p zu einer wichtigen Aussprache zu erscheinen. Ohne Vcrbandsbuch kein|3 Zutritt. M .......,..... j 1 1■ J Freie Sewerkschaftsjugend S roh. Berlin. Leute, Freitoa, 1S>4 Uhr. tagen die Gruppen: Kermanuplah: Gruppenhcim Jugendheim Sandcrstr. 1l, Ecke Lobrechtstrahe. Seimbesprechung.— Schiineweid«: Gruppenheim Jugendheim Laufrner Str. 2(Sioter Saal). Heimbelprechung— Diskussion:„Unsere Winter. arbeit."— Bcddinq: Gruppenheim Stadtbad Wedding. Gcrichtfir. 6»— 6g. Lelmbesprechung— Liederabend:„Ein Etranh neuer Dolkslicder.— Seth- ring: Gruppenheim Jugendheim Eberswalder Str. Iii, Zimmer I?. Leim» bcspreckiung— Lustiges pon Wilhelm Busch.— Zeppeliuplag: Gruppcnhkim Stadt. Jugendheim Turincr, Ecke Eecstraßc. Heimbesprcchung.— Moabit: Spielen aus der Dogelwieic. Tressen 19 Uhr Bhf. Beuffelstrahe.— Eharlottcu» tnrg: l« Uhr Spielen am Teiiselofee. Jugendgrup»« de» Zd«. Heute. Freitag. Wj Uhr. finden folgende Ter,. ansialwngen statt: Lichtenberg: Gesangsraum des Nealgomnastums PariaurTd. Hrimbesprechung.— Südwest: Jugendheim Belle-Allianee-Str. 7—1(1. Heim- besprechung.— Spandau: Jugendheim Lindcnufer Z. Heimbesprechung. Verantwortlich für Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: G. Alingrlhüser: Sewerkschgstsbeweauna: Friedr. khkorn: Feuilleton: R. K. DIscher: Lokale» und Sonstiges: Fritz Aarstadt:»Anzeigen: Th. Glocke; samtlich in Berlin. Lerlag: Vorwärts-Verlag G. m. b H., Berlin. Druck: Borwärts-Buckidruckeret und Verlagsanstal« Paul Einger u Ea. Berlin KW 66. Lindenstraiie 3. Hierzu 3 Beilagen und„Unterhaltung nnd Wissen'. WERTHEIN leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise soweit Vorrat; Fleisch, Fische, Obst u. Gemüse werden nicht zugesandt Dampfwurst.......... jw hs Zitroncn- GärungsgdrÄnk Verkauf: Drogen-AbJcIIung Auwchaiür fak den ErtrUcbungirteroca Rad I O- A bte i I U n Q Leipziger Straße Ausstellung der neuesten Rundfunkgeräte erster Firmen Landleberwurst pwnck 1.15 RotWUrSt..... Pfund 1.15 Mortadella.... Pwack 1.25 Jagdwurst.... Pfund 1.25 Hildesheimer.. Pfund 1.30 Knoblauchwurst Pfund 1.30 Speck feil, PId. 1.20 mager 1.30 Polnische Wurst Pfund 1.50 Mettwurst'»™"�*!*,- 1.50 Bierwurst.... Pfund 1.70 Leberwurst feine. Pfund 1.70 Schinkenspeck. Pfund 1.75 Zervelat u. Salami Pfd. 1.80 Nußschinken ca2 p�'I.QO EGcUitrtt«, Soucftaier: trete. fOTtiuletr RotWUrSt hfecUenbuegee 75Pt Welche Mettwurst Pfd. 1,20 Teewurst..... Pfund 1.70 Mnll Bfakan Markc„Kamphuys" rrciff* nanau Blechdose ca. 1 Pfund Frisches Fleisch Schweinebauch»It veuocke, k-tund 9�?«. Schweinekamm 0"dr� TL c Kalbshamm u. Brust.. nn-d 90 p<. Kalbsnierenbraten... nn-d 94 rc Schmorfleisch«u. iw 1 10 Querrippe............ p�d SQpf. Hammelvorderfleisch Pfand 98 pl HammeirSkken....... 1„ Kaßier, Speer u. Kamm p-n-d 1 Liesenpfd-SOpf-Gehacktesm SQpt Prima Ochsenfleisch getrorm Suppenfleisch......... Pfand 52 k Kamm u. Brust.......Pfand 58". SChSTSOrfietSCh mit Knociien..Pfand 05 p� Holländer Käse____ j*™/ 65«. Allgäuer Stang. Pfand 45 Pf. Speisetalg i-Pfd,-Pakei 50 Pf. Edamer..... Pfand 75 pt Kokosfett f-Pfand-Tafei 55 Pt SteinbuschePfJ�'jf/d 90Pf. Margarine...Pfand 53 Pf. Tilsiter voiir, pid. 88Pf 1.05 Tafelbutter... Pfand 1.94 Schweizers SSPf. Tg; 1.55 Dänische Butter Pfd. 2.08 Messina-Drops Vl'pmn" IS Pf. Oessert-Brezelnp'/d. 33 Pü Gelee-Himbeeren Ptd. 25 Pf. Schnittgebäck'/« P» 30Pf. Vollmilch-Schokolade mit ganzen Haselnüssen, lOO-Qr-Tfl. 33 Pf. Gebrannter Kaffee eigene DSeterel..... Pfand von 2.20 an Iöo Eßbirnen Lachsheringe. FettbückIlngePfd.38, 42Pf. Schellfische gwiwt. hi 33?,. .... Slüdc von 10 Pf. an Seelachs gerlluch..Pfand 40 Pf. Aaleger..Pfd.2.30 Bund 43 Pf. Konserven Vt Dose Br.- U.Schnittbohnen 50 Pf. Pfefferiinge...... 85 Pf. Sellerie i.sdieib. 55 Pf. 93 Pf. Apfelmus........ 72 Pf. Ananas"Tdos. 82 Pf. 1.50 Oelsardinen Klubdose 50 Pf D. 7 8 Pf. Bienenhonig gpfd..-- reiner, I Pfd.-Gl.> 20 Glas 2.ZO Lungenhaschee'/soose'/i im eigenen Sali 68 Pt 1.25 Linsen pindneisch 58 Pf. 1,25 Rindergulasch 93 Pf. 1.35 KenfitOren, S-Pfund-Elmcr Pflaumen 1.08 Johannisbeeren, Orangen 1.15 Himbeer, Kirschen 1.40 Erdbeeren 1.45 Ananas 1.65 Wein Preise für Vi flasdte ohne Qlo*. Rackles Urquell fefner frankfurter Apfelwein...T-. i. 65 Pf. Weißer Johannisbeerwein al» Tiach- und eowieirwein 95 Pf 1923 Bockenheimer Fahneberg feindiumiger pnu-er 1.30 1924 Ockfener Bocksteiner pikanter saarwein... 1.45 1922 Graacher Abtsberg besicchender Mosel.... 1.60 1920 Dürkheimer Ortwingert WflchslX bu�nreid. 1-80 1922 Piesporter Goldtröpfchen spri»ig. guie Art. 1.90 1925 Liebfraumilch lrole Kapsel, dealeetiend. vamenwel» 2.10 1922 Chät. Cap de Haut eleganter Bordeaux.... 2M Lagrimas Christi l-wer..................... 1.80 Fruchtschaumwein""ÄV und nasche 1.30 Spezial-Cuv6e 4 m 8«Softe** Mein u. Sptritueaen vont �aß Beurre blanc-.Pfand 20 Pt Salander..... Pfand 30 Pt Kochbirnen••.Pfand 16 Pf. Alexanderäpfel Pfand 17 Pt Prinzenäpfel..Pfand 20 Pt Pflaumen blaue, Pfand 16 Pf. Tomaten runde, Pfund 24 Pf. Pfund 15 Pf. Preiselbeeren Pfand 26Pf. Weißkohl..... Pfand 3 Pt Rotkohl....... Pfand 7 Pt Wirsingkohl...Pfand gpt Grüne Gurken Pfd. 7» 12?'. Blumenkohl Kop"von 10 Pf an Fische Seelachs ohne Kopf, ganze Fleche, Pfand 18 FL Schollen pfd.12, Schellfische 20?'- Makrelen Pfd. HS Pf. Fischfilet 24 pt Goldbars ohne Kopf....... Pfand 22 Pt. Kabeljau ohne Kopf, ganze Fliehe, Pfand 32 Pf. Frische Hechte........ rt�d los Lebende Aale____ ffo-d 9Z� Lebende Karpfen____ Pfand 1 so» Wild u, Geflügel Suppenhähne........ pfd. IZ-f.« Gänse Oderbroihcr......... Pfand QS»n Suppenhühner........ Ffa>d iio» Junge Hühner........ pfn-d" 20-- Rebhühner............»»eh 1?-.. Auszugmehl 2.�56 n. s-Ä'/« Welzenmehl... Pfand 22pi. Sultaninen. Pfand 52, 73Pt Auszugmehl 24, 27.30Pt Rosinen.. Pfand 64. 73 Pf. Kartoffelmehl-.Pfand 30Pf- Korinthen Pfand 64?'- 7 3 Pf. Maispuder... Pfand 25 Pt Zitronat...... Pfund 1.60 Weizenpuder. Pfnnd 43 Pf. KokosnußllernnpeltPfd. 56Pf. Mandeln�"/ 2.10 difi» 2.20 Mandelio..... Pw-d 58 Pt Nr. 414 ♦ 44.?ahrgaag 1. Heilage öes Vorwärts Ireltag, 2. September 1927 100 Wege zur Selbstänüigkeit. Die einzige, die ihn fand! Der Herr„Verleger" G ö l s t o r p h war außerordentlich rührig: in 84 deutschen Zeitungen warb er für die in seinem Verlag er- scheinenden Werke.100 Wege zur Selbständigkeit" und das„Weltsprachenwerk", das nach seiner Versicherung jedes Sprachstudium überflüssig machen sollte, weil man, im Besitze dieser epochemachenden Neuerscheinung, jedes Schriftstück in jede beliebige Weltsprache übersetzen könne. Von dem„Weltsprachemvert" waren allerdings erst zwei Teile erschienen, und die„100 Wege zur Selbständigkeit" lagen nur im Manuskript vor, aber das war für den rührigen Verleger weiter kein geschäftliches Hindernis, er inseriert« sogar eine„Weltsprachen- zcitung", die noch nicht einmal im Manuskript existierte—; denn die Hauptsache war, daß die Bestellungen„mit Voreinsendung des Betrages" einliefen. Die Firma G. war«ine der zahlreichen„Post- schließfachfirmen", und der Herr Verlagsdirektor sah mit der Ab- Holling der eingehenden Beträge sein« Tätigkeit im allgemeinen für erledigt an. Auch die von ihm geplante Herausgabe eines„Jahr- b u che s des deutschen Adels", zu der er sich die Mitarbeit zweier in diesen Kreisen„prominenten" Herren gesichert hatte, endete damit, daß Graf Schl. schließlich öffentlich vor Subskription auf das noch im Stadium einer„Materialsammlung" befindliche Werk warnte. So ging der Herr Verleger schließlich gut und glatt zu dem üblichen System der Annoncen mit den verlockend hohen Zinssätzen sür „Intereffeneinlagen" von Stellenbewerbern über und„gründete" neben seinem Verlag noch eine.Berliner Lebensmittelgesellschaft", für die er Angestellte suchte. 2 bis 15 Proz. monatlich— versprach er. Natürlich sahen die Bewerber weder Kapital noch Zinsen, wenn sie nicht, wie ein besonders vorsichtiger und geschästlich tüchtiger Darlehnsgeber, sich die ersten Zinsen sofort zahlen ließen.— Schließ- lich wurde dem Herrn Verleger der Boden Berlins zu heiß, er „verreiste", zuerst nach Schmöckwitz, dann nach Dänemark und betraute sein« Frau mit der.Wahrnehmung seiner geschäftlichen Interessen", d. h. mit der Abholung der Briefe und Geldsendungen, was der jungen Frau jetzt noch eine Anklage wegen Beihilfe zum Betrug eintrug. Auch in Dänemark„tätigte" er ähnliche Geschäfte, so, daß er sein Wirtungsfeld nach der Schweiz ver- legen mußte, die ihn schließlich, als er steckbrieflich verfolgt wurde, an Deutschland auslieferte.— So weit bietet die Verhandlung nur das typisch« Bild, nach dem immer wieder und wieder von diesen Herren„Unternehmern" gearbeitet wird. Beachtenswert war aber das Milieu, das hier aufgezeigt wurde. Der Herr Verleger arbeitete, wenn Stellenbewerber mit der Hergabe einer„Jnteresieneinlage" zögerten, gemeinsam mit einem Herrn Regierungsrat, der nicht nur für ihn jede gewünschte Bürgschaft leistete, sondern auch den Bs- Werbern noch Darlehnsvermittlung zwecks Vergrößerung dieser „JnteresseNeinlagen" anbot. Und die Mitarbeit dieses Herrn mit dem klingenden Titel betörte selbst die Bewerber, die bei der Vorlage der Korrespondenz mit dem Grasen Schl. und anderen Mitgliedern der Adelsgenossenschaft noch mißtrauisch geblieben waren: damit bekam dieser Betrug, trotzdem ihm kleine Leute.zum Opfer fielen, ein klein wenig Domela-Beigeschmack. Für die anderen Betrogenen aber, die durch die Bestellungen auf Grund der marktschreierischen Inserate ihr Geld loswurden, prägte einer der Herren Verteidiger das schöne Wort:„Für die. die so dämlich sind, daß sie solches Zeug bestellen, kann es schließlich gleich sein, ob sie Original- werte, dieses oder ähnlich« Bücher bekommen!"— Es stimmt, Herr Rechtsanwalt: aber der Ertrinkende greift noch einem Strohhalm, und für manch« mögen die„100 Weg« zur Selbständigkeit" eins Hoffnung, eine letzte Chance gewesen sein... und sie bekamen nicht nur dieses Luch nicht, sondern gar kein Aequioalent für ihre Geld- sendung. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu neunManaten Gefängnis unter Anrechnung von sechs Monaten für die er- littene Untersuchungshaft. Frau G. wurde freigesprochen. well ihre Mitwisserschaft bei den zweifelhaften Geschäften des Mannes nicht für erwiesen angenommen wurde.— Und in der Beratungspause stellte der Gerichtsvollzieher dem Angeklagten die Scheidungsklage.zu... Damit hatte sie als einzige von allen denen, die mit ihrem Manne wegen der„100 Wege zur Selb- ständigkeit" in Verbindung getreten waren, den Weg zur Selb- ständigkeit gefunden. Und zweifellos wird sie ihr Ziel erreichen. Ein neuer öeamtendankskanöal! Was geht bei der„Behuf" und der Berliner Bcamteuvercinigung vor? Bekanntlich hatte vor einiger Zeit die Verwaltung der Berliner Beamten-Vereinigung durch eine Korrcspon- denz sehr schwere Vorwürfe gegen den früheren Leiter ihrer „Dehak"-Bank, den Direktor T z s ch o p l i k, erhoben. Aus dem bereits durch Zirkular veröffentlichten Material des Beklagten geht nun aber hervor, daß unter dem Regime des jetzigen Vorstandes, des Stadtrats R u t s a tz, dem Präsidenten a. D. v. I a k o b i und Herrn Ernst B ö l k e, übrigens durchweg deutschnationale Parteiangehörige, ein Geschäftsgebaren Platz ge- griffen hat, das eine schwere finanzielle Eesährdnng dieser Beamten- Vereinigung sowie der.,Behak"-Banr möglich erscheinen läßt. Die Berliner Beamtenvereinigung, die bereits auf ein Svjährlges Bestehen zurückblickt, sollte ursprünglich nur karitativen und ideellen Zwecken dienen. In allererster Linie sollte die Ver- einigung zur Unterstützung kranker und notleidender Mitglieder helfend eingreifen. Diesem Ausgabenkreis entsprechend konnten die Spareinlagen der Mitglieder natürlich nur eine Anlage in erst- klassigen Hypotheken und mündelsicheren Papieren finden. In den gegen den Vorstand der Berliner Beamten-Vereinigung und der„Behak" erhobenen Vorwürfen wird nun behauptet, daß die Verwaltung über ihre Bank sich auf leichtfertige und den Satzungen widersprechende Geschäfte eingelassen habe und daß sie die daraus entstandenen Verluste durch wissentlich falsche Bilanzauf st ellung vor der Generalversammlung verschleiert habe. Ferner sollen die den alten Sparern schon längst zustehenden Aufwertungsbeträge der Verwaltung heute nicht mehr zur Vi-rfügung stehen. Ebenso seien die mit 460 000 M. aktivier- ten Hypotheken zum Teil nicht einbringbar, da sie teilweise auf überbewertete Grundstücke und dazu noch zum Teil an vierter und fünfter Stelle gegeben seien. Die gleichen Vorwürfe der Ver- schleierung werden gegen die Bilanzaufstellung der„Behak'-Bank erhoben. Es ist nicht unsere Aufgabe, für oder gegen eine der hier tätigen Parteien Stellung zu nehmen. Ein öffentliches Interesse liegt aber zweifellos vor, und zwar wesentlich über die zahlreichen Prozesse hinaus, die zwischen den Parteien und gegen die Be- teiligten schweben. Im Interesse der Beamten ist nur zu wünschen. daß Verluste vermieden werden können. Fabrikfeuer tu Pankow. In der Glühkörperfabrik A.-G. in der Nordbahnstr. 17 zu Pankow brach gestern abend gegen 7,45 Uhr ein gefährliches Feuer aus, das größere Ausdehnungen anzunehmen drohte. Auf den Feuerlärm eilte der Pankower Löschzug und ein Zug der Berliner Berufsfeuerwehr an die Brandstätte. Mit vereinten Kräften gelang es, nach etwa eineinhalbstündiger Tätigkeit das Feuer niederzu- kämpfen. Es mußte aus drei Schlauchleitungen über eine Stunde lang Wasser gegeben werden. Die Entstehungsursach« ist noch un- bekannt. Ein Mittelfeucralarm kam aus dem Renaissance-Theater in der Hardenbergstr. 6 zu Charlottenburg. Glücklicherweise handelte es sich um einen„blinden Alarm". Aus bisher noch ungeklärter Ursache hatte sich der Zentralfeuermelder des Theaters— bekanntlich stehen all« Theater und andere öffentliche Gebäude unter Mittelfeueralarm — selbst ausgelöst. Die Feuerwehr mußte unverrichteter Sache wieder abrückeis. Durch ausströmende Gase vergiftet. Ein eigenartiger Unfall, bei dem zwei Arbekterinernste Lebensgefahr gerieten, ereignete sich gestern nachmittag in der Nürnberger Straße 56. In dem Keller des Grund- ftückes waren zwei Arbeiter, der 5?jährifle Monteur Hermann Paul aus der Dogtstraß« 17 und der 19jährig« Arbeiter Martin Pech aus der Königstraße 73 zu Mariendorf, mit Montagearbeitcn an der Zevtrolheizungsonlage beschäftigt. In den Röhren müssen sich Giftgase angesammelt haben, denn plötzlich sanken beide Arbeiter bewußtlos zu Boden. Glücklicherweise wurde der Unfall noch rechtzeitig bemerkt Die Feuerwehr wurde alarmiert, die Wiederbelebungsversuche mit Sauefftosf vornahm. Es gelang, die Verunglückten nach langwierigen Bemühungen i n s Leben zurückzurufen. Der Zustand des Igjährigeni Martin P. war indes so bedenklich, daß er durch die Feuerwehr in das W i l mersdorfer Krankenhaus in der Achenbachstraße übergeführt werden muß:«. Hermann P. konnte in seine Wohnung gebracht werden. Allem Anschein nach handelt es sich um eine Äohlenoxydgasvergiftuna gleiche Srüöer, gleiche Kappend Die„Unschuldsengel". Sehr erheiternd wirkte die Art, wie sich vor dem Großen Schöffengericht Vcrlin-Mitte zwei„erprobte" alte Taschendiebe her- auszureden suchten, indem einer dem anderen die Schuld zuschob. Jeder behauptete, ein Unschuldsengel zu sein. Siegmund Funken st ein und Micislaus Kusmieder hießen die beiden würdigen Gauner, die sich als„Konditor" und.Stoffhändler" be- zeichneten. Daß die beiden wirklich zu den prominenten tntermatio- nalen Taschendieben gehörten, zeigte der Umstand, daß sie erheblich, Funkenstein sogar nicht weniger als zehnmal, im Ausland« wegen Taschendiebstahls vorbestraft worden sind. Die Angeklagten kamen an einem schönen Julitage am Hackeschen Markt„ganz zufällig" in ein Gedränge. Bei diesem von Taschen- dieben bevorzugten und häufig von ihnen künstlich hervorgerufenen Gedränge kam einer alten Dame wieder einmal die Geldbörse aus der Handtasche fort. Sie bemerkt« aber den Verlust sogleich, schlug Lärm und schöpfte sofort gegen die beiden Angeklagten Ver- dacht. Diese hatten sich nämlich in ihrer Nähe zu schaffen gemacht und waren bei dem Beginn des Spektakels in ein Geschäft geflüchtet. Die Bestohlene lief hinterher, und als sie in den Laden trat, über- reichte ihr Kusmieder mit einer kavaliermäßigen Geste i h r e G e l d- b ö r j e. Er erklärte dazu, Funkenstein habe sie ihm übergeben und bat gleichzeitig, aber vergeblich, keine Anzeige zu machen. Vor Geriet stellte nun Kusmieder den Vorfall so dar, als hätte er ganz zufällig den Funkenstein im Gedränge, gesehen und weiter deolxichtet, wie dieser der alten Frau die Geldtasche„zog". Auf den Alarm der Frau hin und in der Furcht, als Vorbestrafter und Ausländer Unannehmlichkeiten mit der Polizei zu haben, wäve er an seinen Landsmann herangetreten und hätte sich von ihm die gestohlene Geldbörse zurückgeben lassen. Cr wäre des Glaubens gewesen, damit die Diebstahlsongelegenheit, mit der er nicht das Geringste zu tun hätte, aus der Welt zu schaffen. Nach seiner Behauptung wollte dagegen Funkenstein der Unschuldige sein. Wie ein Zauber- k ü n st l e r, der aus der Tasche eines Fremden alle möglich«! Gegenstände hervorhole, hätte ihm Kusmieder in dem Laden«ine Geld- börse unter seinem Rocke hervorgezogen. Hierfür hätte er nur die Erklärung, daß Kusmieder die Geldbörse in einer in der Hand ge- halkenen Zeitung verborgen gehabt hätte. Dieser wolle ihn sicher- lich nur hineinlegen. Seine Unschuld beweise schon die Tatsache, daß er mit seiner Verhandlung vor dem Schnellrichter nicht einverstanden gewesen sei, obwohl man dort immer billiger als beim Schöffen- gericht davonkomme.„Sehen Sie", schloß er zum Vorsitzenden sich wendend,„diesen Mann da nur einmal richtig an, dann wissen Sie, wer lügt." Der Staatsanwalt brachte jedoch den Grundsatz: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen" zur Anwendung und beantragte dementsprechend je zwei Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. Auch das Gericht machte lich diesen Grundsatz zu eigen, indem es auf je ein Jahr sechs Monate Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust erkannte. Freie Fahrt zur Funkausstellun� Auch in diesem Jahre trägt die Leitung der Großen Deutschen Funkausstellung, die vom 2. b i s 11. September im Hause der Funkindustrie upd dem daran anschließenden Gelände der Wochenendkvlonie staltfindet, dem großen Interesse der. Berliner Bevölkerung an dieser größten europäischen Fachvcranstaltung dadurch besonders Rechnung, daß der Eintritts- preis bei Lösung der Eintrittskarten bei den Stationen der Hoch- und Untergrundbahn, der Stadt- und Ringbahn sowie bei denen der ersten Zone der Vorortbahn und bei den Schaffnern der Straßenbahnlinien 53, 72, 75 und 93 nur 1,50 Mark einschließlich freier Hin- und Rück- fahrt beträgt. In den gesamten Verkehrsmitteln befinden sich überall besondere Hinweise auf diese verbilligte Besuchsmöglichkeit. Allen Interessenten sei empfohlen, von dieser bequemen Einrichtung Gebrauch zu machen. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 20 Uhr, Sonnabends und Sonntag von 10 bis 22 Uhr ununterbrochen geöffnet. Äie Silbers chrvcirmo 46J Von Beach(Saibbrui verboten Le-torlgrrt» Uilccfcfcus bra etogllsche» com Qmüa 5Jo?pt! Zum erstenmal seit Wochen erlaubte Doyd sich den Luxus, lange zu schlafen und sein Frühstück in aller Ruhe und Behag- lichkeit einzunehmen. Die Mahlzeit aber nahm ein schnelles Ende, als Bali, der immer mit der Sonne aufzustehen pflegte, ins Zimmer gestürmt kam und rief:„Du mußt sofort zum Dock kommen! Dort ist die Hölle los. „Was ist denn geschehen?" „Streik! Die Dockarbeiter sind uns plötzlich feindlich gesonnen. Ich war zeitig des Morgens zur Stelle, um das Laden zu überwachen. Der ganze Hausen aber weigert sich, zu arbeiten, weil die„Bedsord Castle" kürzlich mit un�rgani- sierten Arbeitern gelöscht hat." „In Tacoma?" „Nein, auf ihrer vorletzten Reise, in Frisco. „Das ist ja lächerlich! Was sagt Kapitän Peasley dazu?" „Was er sagt, läßt sich zwischen vier Wänden gar nicht wiederholen." Sie eilten zusammen zum Hafen und fanden dort eine große Schar Dockarbeiter vor, die sich müßig herumtrieb. .Me Leute sind verrückt, vollständig verrückt," erklärte der Kapitän. ,Äch liege in meiner Koje, als ich von einem Mann geweckt werde, der sich selbst Abgesandter der Fach- Vereinigung nennt und sagt, daß die Bereinigung mein Schiff nicht laden lassen will, bevor ich eine unerhörte Summ« bezahlt habe." „Und was haben Sie ihm geantwortet?" „Was ich ihm geantwortet habe," sagte Kapitän Peasley, indetn er sein Messer hinlegte, sich den Tee vom Schnauzbart wischt« und auf seinem Stuhl breit machte:„Ich habe ihm aus meiner Kajüte befördert. Zweitausend Dollar! Meine Reeder würden mich aufhängen." „Zweitausend Dollar werden verlangt?" „Ja! Wegen dieser alten Geschichte in Frisco, um die bisher kein Hohn gekräht hat." „Marsh steckt dahinter," sagte der große George. „Vielleicht," antwortete Emerson.„Es ist ja geradezu ein Uebcrfall. Bleibe du hier und bewache die Ladung, ich werde inzwischen den Vorsitzenden dieser geheimnisvollen Fachvereinigung aufjuchen," 17. Alz Boyd ungefähr nach zwei Stunden zurückkehrte, fand er das Dock menschenleer, nur George wanderte zwischen den Warenhaufen umher. „Na, hast du die Sache geordnet?" fragte der Fischer. „Nein," sagte Boyd,„es ist die reine Gelderpressung. Lieber trage ich mit meinen eigenen Händen die ganze Ladung an Bord, als daß ich mich auf Marsh Befehl plün- dern lasse." „Willst du es mir überlassen, das Schiff auf meine eigene Weise zu laden," fragt« George. „Wie willst du es machen?" Balis gelbe Zähne zeigten sich in einem Lächeln, das Emerson als den Vorläufer der gewaltsamen Handungen schon kannte, die die gesetzlose Seele des Fischers so sehr liebte. „Dort unten in der Straße habe ich hundert Fischer ein- quartiert," sagte er lachend.„Die eine Hälfte ist ganz, die andere halb betrunken. „Dann können sie uns nichts nützen." „Hast du jemals eine Schar Kalvik-Fifcher an der Arbeit gesehen? Sie verstehen sich aus zweierlei: aufs Fischen und aufs Balgen. „Meinst du, daß da sie dazu bringen kannst, sür uns zu laden.">. „Ich denke." „Wann werden sie beginnen können?" „Tja, ich we-de wahrscheinlich die ganze Nacht ge. brauchen, um sie vorzubereiten, denn ich muß erst etliche grün und blau schlagen, bevor sie parieren. Ich denke aber, daß ein oder zwei Dutzend morgen früh bereit sind." „Soll ich dich begleiten?" Der Niese betrachtete Emerson nachdenklich. «„Bleibe du lieber hier und bewache die Maren bis zum Morgen. Ich werde es schon allein schassen." Bali hielt sein Wort, am nächsten Morgen erschien er mit ungefähr zwei Dutzend Fischern, großen, breitschultrigen Männern mit dem schwankenden Gang der Seeleute. Sie waren alle von Sanne und Wird wettergibräunt und redeten die universale Seemannssprache. Da waren Leute aus Finnland und Florida, Portugal und Maine. Einige trugen trotz des warmen Aprilmorgens den nördlichen„Mackinow", andere sahen wie Arbeiter auf einer Ranch, andere wie Gold- gröber aus. Einige hatten blaue Flecken und Beulen, und diese waren, wie Boyd bemerkte, besonders willig zur Arbeit, und kniffen im geheimnisvollen Einverständnis das eine Auge zu, wenn sie an Bali vorbeigingen. Bali trug auch per- schiedene Merkmale eines Kampfes. Einige waren noch so betrunken, daß sie taumelten, und ihre Ungeschickthsit rief große Munterkeit bei den Kameraden hervor, obgleich sie so- gar in ihrem berauschten Zustande Erstaunliches leisteten. Es gab viel Gelächter und Durcheinander, und alle begaben sich häufig zu den Wasserhähnen und kehrten mit triefendem Oberkörper zur Arbeit zurück. Es herrschte eine Slimmung i wie bei Knaben, die sich herrlich bei einem Spiel amüsieren. Als George sich davon überzeugt hatte, daß die Arbeit im Gange war, kam er zu Boyd und fragte ihn stolz:„Na, wie gefallen dir meine'Fischer?" „Großartig. Wo aber ist der Rest?" Bali rieb sich gedankenvoll seine geschwollene Rechte. „Einige sind außerstande zu erscheinen, die übrigen aber werden morgen antreten." „Wenn ich du wäre." sagte Boyd,„würde ich ins Hotel gehen und etwas schlafen.„Ich werde hier bleiben und aufpassen." George zögerte:„Ich weiß sticht, ob ich nicht lieber hier bloi.ben muß. Ich fürchte, daß sie durchbrennen, wenn sie keinen Respekt vor dir haben. Sie sind nicht gerade boshaft, oerstehst du, aber sie haben lauter Dummheiten im Kopf." „Ich werde schon mit ihnen fertig werden." Den ganzen Nachmittag blieben die Fischer auf ihrem Posten und ließen niemanden herein, der nicht auf dem Dock zu schaffen hatte: inzwischen sammelte sich draußen auf der Straße eine dichte Menschenmenge� Die ersten Lärmszenen begannen, als die Fischer um zwölf Uhr zum Mittagessen gingen. Da sagte Boyd sich, daß der Sturm drauf und dran war, loszubrechen, telcphonierte in dem Kontor de» Docks an die Polizei, und sandte nach dem großen George, der nicht lange auf siel) warten ließ. Um ein Uhr, als die Fischer zurückkamen, um ihre Arbeit wieder auszunehmen, konnten sie mir schwer durch die Menge dringen. Der Tag ging indessen ruhig zu Ende und ebenfalls der nächste, ohne daß es zu Gewalttätigkeiten kam. Die Erregung war aber so allgemein geworden, daß an mehreren Stellen die Arbeit im Hafen niedergelegt wurde, und man war sich in der Stadt darüber klar, daß man einem ernsten Kampf gegenüberstand. Die kleine Schar Fischer, die man unter dem Dach des großen Packhauses versteckt hielt, und die nur von einer schwachen Wache beschützt wunde, war der Mittelpunkt des allgemeinen Interesses geworden...„. � (Fortsetzung folgt.) 11 Uhr: Morgenfeier Im M.ercedes-Palast. 14. SO Demonstration vom Courbföre-Platz. 15.30: Eröffnungskundgebung im Schiilerpark. 16.30— 18.30: Darbietungen und sportliche Wettkämpfe. 19.00: Schlußkundgebung. Anschließend Fackelzug. Red.: Reichstagspräs. Paul Löbe, Arthur Crispien, M. d. R., Bürgermeister Leid und ausländische Genossen. Die Ueberschwemmung in Polen. Ucbcr 150 Todesopfer. Die furchtbare Ueberfchnzemmungskalastrophe in Polen Hot nach den letzten Meldungen aus dem ostgalizifchen tiochwaffergebiel über 150 Todesopfer gefordert. Der Stryj hat einen Wasserstand von 6 Meter über normal erreicht. Die Verwüstungen sind g r o h. Weite Landgebiete sind überschwemmt. Einzelne Dörfer ragen nur noch als Znfeln aus dem Wassermeer hervor. Zahl- reiches Vieh ist den Wasserfluten zum Opfer gefallen, viele Brücken wurden weggerissen. Eisenbahndämme unterspült und Bergwerke überslulet. Tausmdc von Menschen sind durch die plötzlich hereingebrochene Wasserflut obdachlos geworden. 13 Kinöer überfahren! DaS Auto im ktindcrfackclzug. S ch w i e b u s. Z. September. Bei den Hier ftatlsindenden Kreisjugendweltkämpfen fuhr ein Personenauto in den Fackelzug der Kinder hinein. Dreizehn, zum Teil schwerverletzte Kinder wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Der Kraftwagenbefitzer wurde von den erregten Eltern schwer mißhandelt. Schweres Motorradunglnck in Ruhleben. Auf der Charlottenburger Chaussee in der Näh« der Trabrennbahn Ruhleben ereignete sich gestern abend gegen lg Uhr ein folgenschwerer Zusammen st osZ. Ein Motorradfahrer, der in Richtung Berlin fuhr, stietz in vollem Tempo mit einem Radfahrer zusammen. Während der Radler unverletzt blieb, mußte der Motor- rad�fahrer, ein 23jährigcr Schlosser Georg Schramm aus der Luliuestraße 30 zu Neukölln in das Westender Krankenhaus über- geführt werden, wo er kurz nach der Cinlieferung an den Folgen seiner schweren Verletzungen starb. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung._ Wem gehört der Motor? Bei einem verdächtigen Handel wurde gestern ein Mann angehalten, der einen Außenbordmotor der Firma Poppe-Kiel, gezeichnet L. 1 Nr. 10l, einem Geschäftsmann zum Kauf anbot. Er behauptet, daß er ihn am Schlefischcn Bahnhof auf der Straße gefunden habe. Das klingt nicht sehr glaub- würdig, denn auf der Straße liegt zwar allerlei, aber kaum ein Bootsmotor. Der angebliche Fund wurde beschlagnahmt und bei der Dienststelle C. 7 im Polizeipräsidium sichergestellt. An die verunglückten vom Großkraftwerk Rummelsburg! Alle bei dem Bau des Großkraftwerks Klingenberg durch Unfall Verletzte, die sich bisher noch nicht gemeldet haben, werden ge- beten, sich unter Nachweis des Unfalls und der Dauer ihrer Arbeits- rnfähigkeit schriftlich oder mündlich zu melden bei: Berliner Städtische Elektrizitätswerke A.-G., Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 22, V. Stock, Zimmer 507(Personal- Verwaltung II). Ein Kinderfest veranstaltet das BezirkssUgendamt P r e n z- lauer Berg am Sonnabend, dem 3. September 1927, 15 Uhr. auf dem Spielplatz„Einsame Pappel", Eingang Rudolf- Mosse-Straße. Das Fest wird mit einem Festzug eingeleitet, der einen Zirkus darstellt. Versammlung der Festteilnehmer 1414 Uhr vor dem Gebäude des Bezirksamtes, Danziger Str. 64. Aus dem Festplatz werden die Kinder durch Spiele, Kasperle-Theater und sonstige Belustigungen unterhalten. Zum Abschluß des Festes wird ein Fackelzug und Feuerwerk veranstaltet werden. Eintrtit für Kinder 20 Pf., für Erwachsene 30 Pf. Korten im Jugendami, Danziger Str. 64, Zimmer 117, und an der Kasse. Dr. med. S. Berget, Berlin-Wilmersdorf, Landauer Str. 11, bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem verhaf- tcten Homöopathen Prof. Bergel in Friedenau nicht iden- tisch ist. Die Lebcnskuedcoo» Vereisung sür die Jugendweihe in Pankow beginnt morgen, Mittwoch, den 24. August, nachm. von 4—6 Uhr, im Jugendheim, Pankow, Kissingenstr. 48. .Die Methoden der modernen Kriminalistik In Zapan." Anläßlich einer Studicnrcile durch die ganze Welt hält Herr Dr. Hasima Zlsada. Prosesfor der Gerichtsmedizin an der Universität Nagasaki in Japan, einen öffentlichen Bortrag über:„ D i e M e I h o d c n d e r K r i an i n a l l st i k i n I a p a n". Der Vorlrag findet am Sonnabend, dem 8. September, abends 8 Uhr, In den okvcn Klubräumen de» Cass Jolth am Potsdamer Platz statt; eilt Eintiitlsgeld wird nicht erhoben. Gäste sind sehr willtommen. Typagraphia. Sonntag, den 4. September, nachm. 4 Uhr: Außer- ordentliche Milgiiedcrvcrsammlung im Restaurant„Tivoli", Lichtersclder Straße. Tagesordnung: Unsere Wien-Reise 1928. Nach der Belprechung: Zusamtncnsein mit Damen. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Groß-Serliner parteinachn'chten. Vezirksvorstanö. heule, 18 Uhr. pünktlich, Sitzung des Erweilerten Bezirksvorstandes im Jugendheim, Lindenstr. 3. Achtung! Staütverorönetenfraktion! heule, Freitag, den 2. Seplember, 1814 Uhr, wichlige Sitzung der Stadlverordnelenfraklion mit den sozialdemokratischen Magistrats- Mitglieder» im Zugendheim der SPD., Lindenstr. 3. 2. hos links 3 Treppen. 2. Kre!» Tiergarten. Achtung, Zeitungslzmraijsian, Mitglieder! Eonnabend, 3. Ecptcmder, lg Uhr, bei Krllgcr, Putlitzstr. 10, wichtige Sitzung. Alle Abteilungen mllfsc» vertreten sein. 3. Wedding. Sämtliche Genossinnen und Genossen treffen sich Sonn. ta), 4. September, 1414 Uhr, am Gourbiercplatz. Aufstellung Ruheplatz. straße zur Beteiligung am Umzug der Arbeitcrsugend. >3. d Iris Tempelhos, Mnriendorf, Älaeienfcldep Lichtenrade. Die Jugend» w'Ihc findet am Sdnniag, 23. Septcmbcr, 10 Uhr, im Fcstsaal des Ggiiinasiunis Marirndorf. jtaiserstr. 21, statt. Den vorbercitcndrn Unter. richt dazu hält Genosse Witthauer jcdr» Mittwoch vo» 13—17 Uhr in der Schule Temprthos, Werder-, Ecke Frirdrich-Wilhelm-Straße, ab. All- Genossin»-» uud Genossen, deren Kinder die Jugendweihe empfangen sollen, werden gebeten, die Kinder am Mittwoch zum Borbercitungsuntcr. richt zu schicken. tg. Ztre!» Panlow. Montag, 5. Septcmbcr, im Lokal Meper, Türkisches Zelt, Pankow, Breite Str. 14, Kreisdelegiertcnversammlung. Morgen, Sonnabend, Z. September. 34. Abt. Khaelottenburg. 20 Uhr bei Easpcr, Gucrickcstr. 1, sZunktionär. sitzung. Erscheinen sämtlicher Bezirksführcr unbedingt erforderlich. Igt. Abt. Ri-derschönhaiise». 20 Uhr im Lokal Klindt, Am Friedcnsplatz. ssunktionärsitzinlg. Achtung, Biidungeausschußt 1 Stunde früher im gleichen Lokal. Sonntag, 4. September. � Igt. Abt. Nicdeeschöneweidc. Zur Besichtigung des Botanischen Gartens treffen sich die Mitglieder 13!4 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Brücken-, Ecke Berliner Straße. 123. Abt. tkaulodorf. 3ur Teilnahme an dem Platzkonzert des Gesangvereins in Hellersdorf treffe» sich die Mitglieder 13 Uhr am Bahnhof Äaulodorf. Rege Beteiligung wird erwartet. Für Getränke ist in Hcllersdorf gesorgt. Jungsoziattsien. henke. Freiiag, 2. September. Krupp» Wedbinq. Gesundbrunnen: Pünktlich 2» Uhr im Jugendheim des Ledigenheims Am Brunnenptatz, Eingang Orthstraßc tLaden). Vortrag:„China." Referent Max PäTtrr. Die älteren Mitglieder der SAZ. sind freundlichst eingeladen. Ächtung! Außerdem Beitragszahlung.— Gruppe Süden: 20 Uhr in dir Zaristischen Sprechstunde, Lindenstr. S, BorKag:»stsmmunale Wohnung«. Politik." Referent Genosse Buck.— Gruppe SchZncberg: 20 Uhr im Jugend» heim Hauptstr. 13(Larzgauzimmer), Besprechung der Wintcrarbeit. Voll» zähliges Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht.— Gruppe Mitte: 20 Uhr in der Schule Gipsstr. 23a Aussprache:„Der Finanzausgleich". Arbeilsgemeinfchafk der Sinderfreunde. Gruppe Birke: Wir treffen uns heute, Freitag. 2. September, lklh Uhr, im Heim Steinmetzstraße. Die Eltern können die Bilder von unserer Ferien. fahrt abholen. 3. Kreis Krenzberg. Alle Kinder beteiligen sich an der Veranstaltung der Sozialistischen Arbeiterjugend im Schillerpark. Wir fahren dorthin. Um 20 Uhr sind wir wieder zu Hause. Tressen der Kruppen: Südwest: 13>4 Uhr Brandenburg-, Ecke Gitschiner Straße. Südost und Natur- freunde: 1344 Uhr Kottbusser Tor. Hallesch es Tor: 1344 Uhr Brandenburg», Ecke Gitschiner Straße. Fahnen und Wimpel sind mitzubringen. Die Kinder der Parteigenossen sind herzlichst dazu eingeladen. vortrage, vereine unö Versammlungen» Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gokd" Gelchäktssielle! Berlin EIS. Sebaltiansir 37/38. Hot 2 Tr Freitag, 2. September. Tiergarten, Kameradschaft Westen I: 20 Uhr Kamcradschastsrcrsammlung. Kameradschaft Arminius: 28 Uhr Kameradschaftsuerfammlung bei Schmidt, Wiclesstr. 17. Portrag Kam. Dr. Mischler. Krenzberg, Abt. I: 20 Uhr Versammlung bei Sechai, Willibald- Aleria-Str. 3.— Sonnabend, 3. September. Mitte: Arbeitsdienst Karlshorst. Wcdding: Antreten 184z Uhr bei Müller, Uferstraße. Reinickcndors: Antreten Ill'z Uhr Teich-. Ecke Humboldtstraße.— Reinickeutorf O t: Antreten Seltener, Ecke Hauptstraße, 1944 Uhr. 20 Uhr Fackelzug. Nachher gemütliches Bei- sammenseln.— Sonntag, 4. September. Mitte: Fahnenwcibe Neinickendarf. Antreten 124z Uhr Rcinickenborf, Hauptstr. 32, Straßenbahn 32, 41. Wcdding: Antreten I2>4 Uhr bei Müller, Uferstraße. Sportabt. 8 Uhr pünktlich auf dcm Sportplatz Rrinickendors, Scharnwebcrstraße. Prenzlauer Lerg: Pflicht- Veranstaltung in Reinickendorf-Ost. Die Kameradschaften stehen um 12>z Ubr am Bahnhof Peiuickendors-Rosenthal. Leitung Kam. Echlendcr.— Kreuzberg: Antreten l 24', Uhr Gärl. Bhf. zur Fahrt nach Wildau. SBöncbcrg.Fricdenau: Achtung, Pflicketveraustaltuug! ll Uhr tritt der gesamte Ortsverein am Bhf. Ebersstraße zur Fahrt nach Staaken an. Stcglitz, Ortsverein; Uhr.— Neulölln-Britz, l. Kameradschakt: Freitag, 2. September, 20 Uhr, Vannerkonsortium, Listenabrcchnung und Schlußsitzung bei Eromincck, Sanderstr. 10.___ Die Arbeitsgemeinschaft für Foestchsutz und Naturkunde, e. B. Sonnabend, 3. September, Besichtigung der Kulturschutzstelle Müggelberge. Treffpunkt l0s4 Uhr im städtischen Park Friedrlchshagen, Waldowstraße, Tunneleingang. Führung Dr. A. Kiekebusch. 20 Uhr im Miiggolschlößchen Mitgliederver- sammlung. Räch Erledigung der Tagesordnung spricht Lehrer Arno Zoster über..Wege zur Heimat." Rostsches Mandolinenorchester 1919. Restaurant Schentke, Krossener Str. 14. Tborncr Heimatbund. Mitgliederversammluna mit nachfolgendem Tanz» kränzchen Sonntag. 4. September, 17 Uhr, Hackescher Hof, Rosenthaler Straße 40—41auten zu errichten Die großen Warenhäuser haben erst vor kurzer Zeit große Bauten ausgeführt und damit selbst bewiesen, daß das Wort von der„sterbenden Friedrichstadt" unzutreffend ist. In den letzten Jahren hat die Bauverwaltung des Bezirks eine genau« Kon- «rolle der alten Häuser durchgeführt, um festzustellen, ob die bygiemschen Einrichtungen noch ausreichen. Das Material ist im Bezirk gesammelt und bearbeitet worden. Schon in nächster Zeit soll der Versuch gemacht werden, die alten Stadteilc dadurch aufzulockern, daß die Hinterhäuser und Seitenflügel abgerissen werden. Selbst- verständlich will der Bezirk das historisch Wertvolle erhalten. Die Wohnungsbautätigkeit in einem derart ausgebauten Bezirk ist natur. aemäß gering. Ein großes Bauvorhaben, das seit Iahren den Be- -irk beschäftigt, ist die Bebauung des Scheunenviertels. Das Theater der Volksbühne auf dem Blllowplatz wird nach Plänen des Prof. Poelzig mit einem Kranz moderner Wohnhäuser umgeben. Die Borarbeiten zur Errichtung der Wohnungen sind abgeschlossen. Schon in der allernächsten Zeit soll mit dem Bau begonnen werden. Die Grünflächen im Bezirk. Di« wenigen Grünslächen. die im Bezirk bestehen, wurden in den letzten Iahren, soweit es möglich war, vergrößert und umgebaut. Neuen Grünschmuck haben der Dönhossplah, Pariser Plah und Alexanderplah erhalten. Auch der Leipziger Plag ist neu bepflanzt worden. Der Arkonaplah, der bisher mit Kopssteinen gepflastert war, ist zu einem vorbildlichen Park umgebaut. Er wurde in seiner neuen Form im Mai der Oesfentlichkeit übergeben. Ein Plansch- decken und Buddelplätze sind in die Anlagen mit«ingebaut. Nach seiner Umgestaltung wird der Platz außerordentlich stark als Er- holungsanlage benutzt. Der koppenplah ist zurzeit der Nordsüdbahn für Steinabladungen zur Verfügung gestellt. Sobald der Vertrag abgelaufen ist, wird auch dieser Platz in eine Schmuckanlage um- gewandelt. Die Heimannschc Bibliothek.« Die von unserem Genossen Hugo H e i m a n n gegründete heimannsche Libliolhek in der Adalbertstrahe ist in diesem Jahr renoviert worden. Hugo Heimann hat 1921 die Bibliothek der Stadt zum Geschenk gemacht. Lange Jahre war es der Stadt unmöglich, die Vibliothckseinrichtungen zu verbesiern. Erst im vorigen Jahr konnten die Arbeiten aufgenommen werden. Die Jnnenräume wurden vollständig erneuert und nach Entwürfen von Balluschek um- gestaltet. Sämtliche Räume wurden mit elcktrifcheni Licht versehen. Gut ausgewählter Bildschmuck hängt an den Wänden. Der Lese- saal ist gleichfalls neu hergerichtet. An langen, mit Linoleum aus- gelegten Tischen, kann man ungestört arbeiten. Lange Lichtbänder werfen das Licht auf den Arbeitstisch. Ferner wurden neue Bücher für einen Betrag von 1Z 000 M. für die Bibliothek angeschafft. Auch die öffentliche Bibliothek für ethisch« Kultur ist modernisiert worden. Verkehrsfragen. Für die notwendige Schnelloerbindung von der City nach dem Westen hält der Bezirk den Durchbruch durch die ZNimflergärlen für die beste Lösung. Eine großzügige Umgestaltung erfährt zurzeit der Alexanderplah. Dort wird unter dem Platz der große Um- fteigebahnhof der Untergrundbahn sertiggebaut. Die Untergrund- bahnlinie der AEG. nach Lichtenberg und Weißensee wird am Alexanderplatz an das bestehende Untergrundbahnnetz angeschlossen. Auch für die projektierte Schnellbahnverbindung durch die König- straße nach dem Potsdamer Platz werden die Bahnhofsanlagen mit- eingebaut. Für die Anlage des Umsteigebahnhofs und die Gestaltung des" Platzes nach modernen verkehrstechnischen Gesichtspunkten muß mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren gerechnet werden. «- Einen Plan führt der Bezirk mit dem Bau der Badeanstall in der Gartenstraße aus. Ueber diese Arbeit wird der„Vorwärts" an anderer Stelle berichten. Seit der Bildung Groß-Berlin hat der Bezirk Mitte schon sehr viel Einrichtungen geschaffen, an die die alte Stadtvertretung nicht gedacht hat. Mit der Schaffung der Bade- anstalt wird einem alten Versäumnis abgeholfen. Nochmals die Storkower Siedlung. Eine höchst merklvürdige Angelegenheit. Wir veröffentlichten in der letzten Stadtbeilage ein« Erklärung der„Storkower Siedlergenossenschaft e. G. m. b. H." über die Besitz- verhältnisie des betreffenden Siedlungsgeländes. Zu diesen Aus- sührungen gibt uns Genosse Drügemüller in seiner Eigenschaft als Mitglied des Kreisausschusses folgende Aufklärungen, die wir im Interesse der Siedler, die offenbar die ziemlich schwierizei, finanziellen und rechtlichen Verhältnisse nicht klar erkennen können, wiedergeben. Diese Ausführungen bestätigen vollinhaltlich den ersten im „Vorwärts" über diese Angelegenheit veröffentlichten Artikel. „Di« Storkower Siedlungsangelegenheit ist trotz gegenteiliger Versicherung aller Interessenten auch heute noch nicht klar. Ganz im Gegenteil scheint es, als ob immer neu« Manipulationen von dem formalrechtlicheu Eigentümer Versteegen unternommen werden, die sich eines Tages zu einem Skandal nach dem Basdorfer Muster auswachsen müssen. Es kann deshalb nicht dringend genug gewarnt werden, Geländeteile vom sogenannten Gut Storkow zu erwerben. Das„Gut" Storkow ist etwa 100 Morgen groß ist also nicht mehr als eine Büdnerwirtschaft, das„Gutshaus" nicht mehr als ein Bauerngehöft. Der Boden ist derartig gering, daß der Vorbesitzer, obgleich er„Gutsbesitzer", Inspektor und Knecht in einer Person war. in der Inflationszeit nicht zurecht kam und froh war, einen Käufer für dieses Fleckchen Elend zu bekommen. Herr Versteegen wurde 1922 mit etwa 4 Millionen Papiermark„Gutsbesitzer", betrieb nebenher noch einige Buttergeschäfte in Köln, und betätigte sich als Gutskäufer in Mecklenburg, wo er das Gut eines bekannten Berliner ..Hofbüchsenmachermeisters" erwarb. Bei dieser Gelegenheil wurde das Gut Storkow, das heu'e einen Wert von' 2S 000 bis 30 000 M. bat, mit einer Hypothek von etwa 100 000 M. zugunsten der iaiffeisen-Bank, Berlin, belastet. Durch ungetreue Geschöftsgebarung des Geschäftsführers der Storkower Genossenschaftsbank, der in- .wischen zu 1� Jahren Gefängnis und 5 Iahren Ehrverlust verurteilt ist(wogegen er Berufung eingelegt hat), wurden diese 100 000 M. der Raisfeisen-Bank Berlin von der Genossenschastsbanl Storkow abgenommen, so daß die Storkower heute das Nachsehen haben. Der ..Vorwärts" hat seinerzeit bereits darüber berichtet. Aus diesem Wertobjekt von 2S 000 bis 30 000 M. sind zurzeit rund 120 000 M. Hypotheken eingetragen, davon für die Storkower Genossenschasts- dank allein über 100 000 M. Von diesem Objekt ist also Versteegen Eigentümer" und will auch dem kleinsten Manne es ermöglichen, sich ein eigenes Heim und Grundstück zu oerschaffen. Die im Augen- blick im„Gutshaus" wohnenden Siedler sind sämtlich Empfänger der Erwerbslosenunterstützung. Arbeitsmöglichkcit wird sich nach mensch- lichem Ermessen in Storkow und Umgegend nicht finden, da selbst die einheimische Arbeiterschaft jahraus, jahrein nach Berlin zur Arbeit fährt. Finden diese unglücklichen Menschen in Berlin wieder Arbeit, wird ihnen nicht viel Zeit bleiben, um sich selber bei dem Bau des Eigenheims zu betätigen. Inzwischen bezahlen diese Erwerbslosen von ihrer kärglichen Unterstützung wöchentlich 2,50 M. Pacht an Herrn„Gutsbesitzer" Versteegen. Die Siedler sind nämlich einen Vertrag eingegangen, nach welchem sie wöchentlich eine Pacht be- zahlen. Für den halben Morgen, also 1250 Quadratmeter, sind im ganzen 1250 M.„Pacht" zu zahlen. Danach wird das Grundstück von Herrn Bersteegen schulden- und lastenfrei an den Siedler aus- gelassen. Ist der Siedler vier Wochen mit seiner Pacht im Rück- stände, kann die bisher gezahlte Summe zugunsten des Herrn Versteegen verfallen. Wenn man berücksichtigt, daß die ganze Klitsche von 250 000 Quadratmetern einschließlich Gebäuden mit höchstens 30 000 M. zu bewerten ist, muß ein Parzellenpreis von 1250 M. für 1250 Quadratmeter als unverschämter Wucher bezeichnet werden Der Preis wäre noch zu hoch, wenn die Parzellen an ordnungsmäßig bzw. ortsüblich ausgebauter Straße liegen würden, was jedenfalls bis heute nicht der Fall ist. Ob der Herr Versteegen den Siedlern in absehbarer Zeit die Parzellen überhaupt schulden- und lastenfrei auflassen kann, ist mehr als fraglich. Zunächst müßte Versteegen die bisher eingetragenen Hypotheken in Höhe von„nur" rund 120 000 M. löschen lassen. Ginge auch das alles gut, so hätte der Siedler noch lange nicht die Gewißheit, daß er aus seine: Parzelle sitzen bleiben und bauen kann. Entgegen der Mitteilung, daß ein Fluchtlinien- und Siedlungsplan eingereicht fei, kann ich auf das bestimmteste versichern, daß das nicht der Fall«st. Richtig ist zwar, daß Herr Versteegen Mitte April d I der Polizei- Verwaltung Storkow einen Fluchtlinienplan eingereicht hat (eine reichliche Folioseite), aus dem willkürlich Linien gezogen worden sind. Ein Nivellcmentsplan fehlte, ebenso die erforderliche Be- schrcibung. Die Mitteilung der Behörde, daß die eingereichten Unter- lagen unzureichend sind, ließ Herr Versteegen unbeantwortet. Ebenso ein Erinnexungsschreiben im Juni dieses Jahres, in dem ihm gleich angekündigt war, daß, falls in angemessener Frist die fehlenden Unterlagen nicht eingehen, der Antrag aus Genehmigung des Flucht- linienplanes als erledigt angesehen werden wird. Nicht einmal bis in den Kreisausschuß ist also dieser Fluchtlinienplan gekommen, ge- schweig« denn bis zur Regierung, weil die erforderlichen Unterlagen bis heute noch nicht beigebracht sind. Di« Siedler sind also regelrecht belogen worden, als ihnen versichert wurde, daß sie. in„absehbarer Zeit" die Baugenehmigung erhalten werden. Wenn ein Strafverfahren bis heute gegen Herrn Versteegen noch nicht schwebt, so wird es hohe Zeit, daß die Staats- anwaltschaft ein Verfahren einleitet. Herr Versteegen war mit dem ehemaligen Geschäftsführer der Storkower Genossenschaftsbank, einem gewisse« Schünke, Gesellschafter einer Siedlungsgesellschaft, die auf den schönen Namen„Sanssouci" hört. Ihr gehört ein etwa 12 Morgen großes Gelände neben dem Gut Storkow. Schünke soll aus dieser Gesellschaft ausgeschieden sein, und Versteegen hat dem Vernehmen nach für dieses Gelände einen„Bund für Realkredite, e. G. m. b. H.". Charlottenburg, interessiert. Aber auch dieser Plan hat sich zerschlagen. Einige Tage nachdem«in Herr Bürgermeister a. D. Straßer der Stadtverwaltung Storkow sich als der künftig Verfügungsberechtigte für den Versteegen schen Besitz vorgestellt hatte, teilte Versteegen der Stadtverwaltung mit, daß nur er nach wie vor verfügungsberechtigt fei. Nun heißt es, daß für das gesamte Gelände eine Siedlergenossenschaft gegründet worden sei. Wenn das richtig ist, sind auch hier die Siedler betrogen, denn das Gelände des Hern: Versteegen, das der Siedlergenossenschaft dann übereignet ist, ist mit mehr als 120 000 M. bei einem tatsächlichen Werte von etwa 35 000 Mark belastet. Das heißt also, daß die Siedler nur bezahlen helfen können und dabei ihre letzte Habe verlieren werden. Es wird Zeit, daß die Strafbehörden hier mit aller Spenge eingreifen, wenn nicht ein zweiter Basdorfer Siedlungsskandal sich entwickeln soll." Reichswohnungszählung. Die erste Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts. Die vom Statistischen Reichsamt soeben fertiggestellten vor- läufigen Reichsergebnisse der Wohnungszählung vom 16. Mai 1927 geben bereits interessante Aufschlüsse über die Wohnverhältnisse unserer Bevölkerung. In die Zählung sind sämtliche G e- meinden mit über 5000 Einwohnern und eine große Anzahl kleinerer, insgesamt 8052 Gemeinden mit 42,8 M i l- lionen Einwohnern oder 68,6 Proz. der gesamten Reichs- bevölkerung einbezogen worden. Besonderes Augenmerk wurde dabei darauf gerichtet, die in einer Wohnung zusammen- lebenden Haushaltungen und Familien, vorerst wenigstens, im ganzen zu erfassen, um Anhaltspunkte für die Beurteilung des Be- darfs an Wohnungen zu gewinnen. Zu diesem Zwecke wurden alle Haushaltungen und Familien ohne selbständige Wohnung besonders ausgezählt. Als Haushaltungen ohne selbständige Wohnung gelten alle diejenigen, die zwar eine eigene Haus- Wirtschaft führen, aber mit einer anderen Haushaltung zusammen eine gemeinsame Wohnung bewohnen. Die Zahl dieser sogenannten „zweiten und weiteren Haushaltungen" beträgt in den Gemeinden mit über 5000 Einwohnern rund 591 000 oder 6,4 Proz. sämtlicher Haushaltungen. Am stärksten tritt diese Erscheinung in den Groß- städten hervor, die erheblich mehr 5)aushaltu»gen ohne selbständige Wohnung aufweisen, als die an Einwohnerzahl ungefähr gleich stark« Gruppe der Klein- und Mittelstädte. Dazu kommen noch diejenigen Fälle des Zusammenwohnens, in welchen weder eigene Hauswirtschaft noch eigene Wohnung vorliegt, d. s. beispielsweise Fälle, in denen ein junges Ehepaar zu den Eltern des einen Teiles gezogen ist und mit diesen Zusammen einen gemeinsamen Haushalt führt. Die Zahl dieser sogenannten„weiteren Familien" ist zwar erheblich geringer, umfaßt aber immerhin in den Gemeinden mit über 5000 Einwohnern rund 185 000 Fälle. Im Gegensatz zu den „zweiten und weiteren Haushaltungen" ist der Anteil der„weit- teren Familien" in den Kleinstädten etwas höher als in den Groß- städten. Insgesamt sind in den Gemeinden mit über 5000 Ein- wohnern, d. h. für mehr als die Hälfte der Reichsbevölkerung, a u f je 100 Wohnungen 8,9 Haushaltungen und Fa- Milien ohne selbständige Wohnung festgestellt worden. In den Gemeinden mit unter 5000 Einwohnern liegen die Verhält- nisse im allgemeinen bedeutend günstiger. Soweit sie von der Zäh-. lung erfaßt wurden, sind hier rund 69 000„zweite und weitere Haushaltungen" und 58 000„weitere Familien" ermittelt worden. Für die nicht in der Wohnungszählung einbezogenen Gemeinden, bei denen es sich in erster Linie um rein ländliche Gemeinden ndelt, dürste die Zahl der Haushaltungen und Familien ohne elbständige Wohnung schätzungsmeife mit 50 000 bis 100 000 an- zusetzen sein. Erfahrungsgemäß wird jedoch— wie auch schon in der Vorkriegszeit— nicht von jeder Haushaltung und Famllis ohne selbständige Wohnung wirklich eine Wohnung beansprucht. Für die Abschätzung des tatsächlichen Wohnungsbcdarfs wird die noch vor- gesehene genauere Aufgliederung der Haushaltungen und Familien ohne selbständige Wohnung nach ihrer Größe, nach der Raumzahl der belegten Wohnungen und nach den verwandtschaftlichen Be- Ziehungen zum Hauptmieter der Wohnung nähere Anhaltspunkte ergeben. ha seli Gasherde Brat"it.' IT Backöfen bis ZU 12 Gaskocher- Vtonals-XaüfiX ffladdaiiSü?. m—mm BerJin. Leipziger 5tr 122\ Hühneraugen Hornhaut, Schwielen und Warzen beseitigt schnell, sicher u. schmerzlos Kukirol Uielmillionenfech bewährt Packung 75 Pfg. MASSARY ZIGARETTE ZIGARETTE Ein kinöerhaus im Sezlrt Kreuzberg. In Anwesenheit von Vertretern des Bezirksamts, der Schul- deputation, des Landesjugendamtcs und zahlreicher Gäste wurde am gestrigen Nachmittag im Rahmen einer schlichten Feier der erste städtische Kinderhort des Verwaltungsbezirks Kreuzberg er- öffnet. Der chort ist in dem in der W a l d e m a r st r a ß e 77 ge- legenen Gebäude der 20. Gemeindeschule untergebracht. Bürgermeister Genosse Dr. Herz hob in seiner Ansprache die durch die allgemeine Rauinnot verursachten Schwierigkeiten hervor, die die Verwirklichung eines schon lang« gehegten Planes immer wieder hinausgeschoben hatten. Di« für den Kinderhort notwendigen und nach den Entwürfen des Stadtbaumeisters B l ü m e l ausgeführten Umbauten hatten einen Kostenaufwand von 10 MO M. nötig gern acht. Neben drei Ausenthaltsräumen, einer Küche und einer Garderobe nablage, die Waschbecken und Schul- mappenschränke enthält, besitzt der chort zwei Aborte, die von denen der Schule getrennt sind. Die mit Linoleum belegten Räume, deren Fenster nach dem Schulhof hinausliegen, erwecken durch ih�e helle Farbenhaltung und die lustigen Wandmalereien ein« fröhliche Stim- mung. Aeußerst praktisch sind die dunkelgrün gestrichenen Kinder- möbel. Ein Mangel ist es, daß die Räume vorläufig mit Gas- licht erleuchtet werden müssen. Jedoch sind die Leitungen für das elektrische Licht bereits eingebaut. Der fjort, in dem die Aufsicht von einer Jugendleiterin und einer Hortnerin ausgeübt wird, ist für die Aufnahme von 6Ü Kindern— Knaben und Mädchen— bestimmt. Er ist geöffnet wochentags von 12 bis 6 Uhr nachmittags. Die Preise sind gestaffelt, so daß der niedrigste Beitrag 90 Ps. und der höchste 5 M. für die Woche beträgt. Bei Ge° schwistern treten entsprechende Ermäßigungen ein. Die Kinder er- halten ein von der stadtischen Volksspetsung geliefertes Mittagbrot und am Nachmittag Te« oder Kakao mit Gebäck. Die Einrichtung eines zweiten Hortes, der sich wahrscheinlich in der Dieffenbachstrahe befinden wird, ist bereits geplant. Hoffentlich unterstützen insbe- sondere die Arbeitereltern durch starke Inanspruchnahme das neu- geschaffene soziale Wert._ 180 000 Kilometer Landstraßen in Deutschland. Auf der Straßenbautagung in Leipzig, die vom Leipziger Messe- amt und dem Straßenbauoerein Leipzig anläßlich der Technischen Messe veranstaltet wird und am Mittwoch ihren Anfang nahm, wurden auch interessante Angaben über den Umfang des deutschen Landstraßennctzes gemacht. In seinem Vortrage über„Wirtschaftliche und steuerliche Notwendigkeiten für die Zukunft der Straße" teilte Kommerzienrat Dr. Jpg. e. K. Deidesheim er mit, daß Deutschland gegenwärtig 180 l)(1l> Kilo- Meter befestigte Landstraßen besitze. Die Straßenherstellungen im ganzen Reiche würden nach seinen Berechnungen einen Betrag von über 2 lA Milliarden Mark erfordern. Auf zehn Jahre verteilt, sind also jährlich rund 2bl) Millionen Mark auszubringen. Um dies zu ermöglichen, müsse die Automobilsteuer geändert werden. Der Vortragend« forderte die Einführung einer Gewichts- und Be- reisungssteuer als gerechteste Lösung. Diese Steuer würde einen jährlichen Ertrag von etwa lSS Millionen Mark bringen, wozu 120 Millionen Mark aus allgemeinen Haushaltsmitteln kommen müßten. Der Vollgummireifen müßte als Straßen gesetzlich verboten werden. Weitere wissenschaftliche Prüfungsmethoden der für den Straßen! wendeten Gesteine, die Materialprüfung der Asphalte und Teer« und andere Straßenbau- und Automobilfragen. An die Vorträge schloß sich eine Besicht! Mess« an. eine Besichtigung der Strahenbaumaschinen auf der Technischen Itolsiandsarbellen Im Bezirk Köpenick. Im Juli d. I. find beim Straßenbau rund 1400 Erwerbslosentagewerke geleistet worden. Es wurden in der letzten Zeit durchschnittlich täglich ZSErwerbslose und 12Stammarbeit.er beschäftigt. Bis zur Fertigstellung der zurzeit in der Ausführung befindlichen Strahenbauten werden voraussichtlich noch an Tagewerken zu leisten iein: Verbreiterung der befestigten Fahrbahn der Fürstenwalder chaussee rund 700, Begradigung der Regattastrecke in BerlinrGrünau rund 900, zusammen rund 1600 Erwerbslosentagewerke. Die Fertig- stellung der vorgenannten Bauvorhaben in voraussichtlich im Sep- tember 1927 zu erwarten. Reichsbanner in Wildau. Zum zweiten Male kann die Orts- gruppe Wildau, Kr. Teltow, des Reichsbanners Schwarz-Rgt- Gold das Fest ihrer Gründung feiern. Trotzdem Wildau on und für sich eine Domäne der Sozialdemokratie ist— von elf Gemeindevertretern gehören acht der Partei an—, gab es doch viele Hemmun- gen gegen die Bildung einer Rsichsbannerortsgmpp« zu überwinden. Jetzt bei der Feier des zweijährigen Bestebens kann fest- gestellt werden, daß sich die Ortsgruppe in das öffentliche Leben eingereiht hat und sich trotz aller Schikane, wie Lokalsperre und deral., in ständigem Wachstum befindet. Die Veranstaltung wird am Sonnabend, dem 3. September, 20 Uhr, durch einen Fackelzug eingeleitet. Der eigentliche Festzug setzt sich am Sonntag vom Lokal zum„Günen Baum" aus in Bewegung. Alle Partei- genossen und Kameraden werden gebeten, von dieser Veranstaltung Kenntnis zu nehmen und die Ortsgruppe zu unterstützen. Plahkonzerk in Tempelhos. Es wird schon jetzt darauf hinge- wiesen, daß die Kommandantur am Sonntag, dem 4. September, von 12—13 Uhr auf der Dorfaue in Tempelhof ein Platzkonzert des Trompetcrkorps der Fuhrabteilung 3 Lankwitz veranstaltet. Die Spi«lfolge wird noch bekanntgegeben. Die Nebenstelle des Berufsamts Berlin-West, die sich im süd. lichen Teil des Bezirks Tiergarten befindet, ist von der Eichhorn. stroße 1 nach der Schellin gstr. 2 verlegt worden. Sprech- stunden wi« bisher: Mittwochs von I0>j— 12/4 Uhr. "hi. ♦ t mmm RUDO Königin von UnerrHchi" Sab Ol KMf-l AW5M 'Jorma t fiir "ß-y Det beste Tabak ckt; neuen Ernte i 9 i ■ «K. iS&aw Sotlorncf sieki sinnend, olle(jeschenlCe ihm beul:, Jerlen, drüchie, hosliiche(jeltäniCe, dies oh ein ddein&d ihn vor (Sin da/oyruscö/ichen SDoes er staunend an die lippen ha.il l Heute Eröffnung! ------- Hackescher Harkt 1----- Herren- Bekleidung MSnielt Gummi, Gabardine u. Loden Anzüge: von H. 19so an Sakko, i- u. 2 reihig von H. 49.- an Tanz-Anzüge......... S 9.- Maß- Abieilung t Anzüge.,. von M. 125.- an Bamen-Behleldung Kostüme, ganz gefüttert...... M. 16*° Blusen: HandhohIs.,Cripe de diine M. Mäntel: Ottomane mit Besatz,. M. Mäntel: Ottomane, rein Wolle, m. echt. 22 cm Pelzbes., Kragen, Manschetten, ganz a. Damassi M. 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September 1�27 Eine Gemeinde- eine Krastwirtfthast! Zu den neuen Berliner Vereinbarungen mit dem Elektrizitätswerk Südwest. Die Schaffung der Einheitsgemeinde Eroß-Berlin im Jahre 1920 ist das chaupwerdienst der organisierten Arbeiterschaft. Bei allen Fragen der kommunalen Entwicklung von Berlin muß man sich immer wieder vergegenwärtigen, daß die Einheitsgemeinde im Jahre 1920 geschaffen worden ist, um das zusammengehörig« Gebiet von Groh-Berlin als eine kommunale Einheit zu organi fiercn. So wie die Sozialdemokratische Partei das Haupttontingent der Kräfte stellte, die seinerzeit das Gesetz über Groß-Berlin im Preußischen Landtage zustande brachten, so müssen wir dauernd dafür sorgen, daß der Gedanke der kommunalen Einheit technisch »rnd wirtschaftlich immer lebendigere Wirklichkeit wird. Auf dem Gebiete des Berkehrswesens ist gerade in diesem Jahre ein ge- waltiger Schritt vorwärts in der Richtung der Vereinheitlichung getan worden, indem die drei Grobunternehmungen der Straßen- bahn, der Hoch- und Untergrundbahnen und der Omnibusgesellschaft unter kommunaler Leitung zusammen gefaßt worden sind. Der Einheitsfahrpreis von 20 Pf. war das erste nach außen hin sichtbar« Ergebnis dieser organi- satorischen Verbindung. Es gibt keine zweite Großstadt der Welt, in der eine derartige Tarifeinheit für alle Massen- Verkehrsmittel existiert.(Die Stadt- und Ringbahn fehlt freilich vorläufig noch.) Nach dem Verkehrswesen die Elekkrizitälswirtschaft. Auf anderen Gebieten der kommunalen Wirtschaft ist die Zu sammenfassung noch nicht so weit gediehen wie beim Verkehrswesen. Die Elektrizitätsversorgung von Berlin befindet sich heute noch im Zustande einer ziemlich weitgehenden Zersplitterung. Unser Schaubild zeigt den gegenwärtigen lokalen Zustand der Stromversorgung innerhalb der Weichbildgrenze der Stadt. Es sind in der Hauptsache drei Unternehmungen, die sich in die Stromlieserung für dos Stadtgebiet teilen: die Berliner Städtische Elektrizitätswerke A.-G.(Bewag), die Märkische Elektrizitätswerk A.-G.(BEW.) und die Elektrizitätswerk Südwest A.-G. Di« beiden erfteren Unternehmungen sind rein kommunale Gesellschaften. Sämtliche Aktien der Bewag sind in den Händen der Stadt Berlin, sämtliche Aktien des MEW. in denen der Provinz Brandenburg. Südwest ist eine gemischt-wirtschastliche Gesellschaft: 46,4 Proz. ihres Kapitals gehören der Stadt Berlin, 63,6 Proz. sind im Besitze der privaten Gesellschaft für elektrische Unternehmungen Berlin. Die Bewag war schon bei ihrer Begründung als kommunale Aktiengesellschaft, Ende 1923, ein Betrieb, der aus verschiedenen Teilen zusammen- geschweißt war, nämlich den früheren städtischen Elektrizitätswerken Berlin, C h a r l o t t e n b u r g, Neukölln, Lichtenberg, Steglitz, Köpenick usw. Vor etwa einem halben Jahr« ist der Bewag die Städtische und Kreiskraftwert Spandau G. m. b. H. angegliedert worden. Von dieser G. m. b. H. besah Berlin bereits die Hülste des Kapirals, die andere Hälfte wurde von dem bisherigen Besitzer, dem MEW., erworben. Das Verlorgungs- gkbiet der Bewag erstreckt sich übrigens, was aus dem Srhaubild nicht verzeichnet ist, weil über das Weichbild der Stadt hinaus nach Norden, Osten und Süden in die Kreise Niederbarnim, Beeskow-Storkow und Teltow hinein. Das MEW.. das Provinzialelektrizitätsunternehmen, hat bereits früher ein« erfolgreiche Expansionspolitik betrieben. Es hat sich die vordem selbständig gewesenen Berliner Borortselektrizitäts- werke G. m. b. H.(BVEW.) und die Brandenburgischen Kreiselektrizitötswerke G. m. b. H.(BKEW.) angegliedert. Es tritt formal in dreifacher Gestalt, tatsächlich ober als einheitlicher Kontrahent der Stadt Berlin gegenüber. Als MEW. versorgt es die frühere Gemeinde Weißensee. Die BVEW. besitzen im Süden der Stadt ein geschlossenes Versorgungsgebiet. das sich aus den früheren Gemeinden Tempelhof, Mariendorf, Dahlem, Zehlendorf, Lichterfelde usw. zusammensetzt. Die BKEW. versorgen im Westen der Stadt die früheren Ge- meinden Gatow, Cladow und Stanken. Besonders merk- würdig liegen die Verhältnisse in W e i ß e n s e e. Dieser Bezirk, der im Gebiet der Bewag eine Insel bildet, steht mit dem übrigen Versorgungsgebiet des MEW. in keinem räumlichen Zusammenhange. Der Strom für Kleinabnehmer— nicht für Großabnehmer— wird in Weißensee von der Bewag verteilt. Dieser Strom muß aber vgm MEW. gekauft werden, das ihn seinerseits von der Bewag als Hochs panmmgsstrom bezieht, ihn lediglich auf Gleichstromnieder. spannung umformt und ihn an die Bewag zur Verteilung wieder zurückgibt. Di« Großabnehmer in Weißensee dagegen werden vom MEW. mit dem von der Bewag entnommenen Hochspannungs- ström direkt beliefert. Man braucht keine Worte darüber zu ver- lieren, daß ein derartiger Zustand auf die Dauer unhaltbar ist. Zwischen der Bewag und MEW. werden seit Jahren Verhandlungen geführt mit dem Endziel, die innerhalb und außerhalb der Stadt be- belegenen Dersorgungsgebiete gegenseitig auszutauschen.— Die frühere Gemeinde Wonnseeistandas Städttfche Elektrizitätswerk Potsdam angeschlossen. Das Eleklriziiätswerk Südwest endlich ist das dritte große Elektrizitätsunternehmen innerhalb Berlins. Sein Versorgungsgebiet sind die früheren Gemeinden Schöneberg. Wilmersdorf und S ch m argendorf. In den Konzessionen, die von diesen Gemeinden seinerzeit erteilt wurden, findet sich die Bestimmung, daß die E l e k t r i z i t ä t s- tarife, die Südwest berechnet, nicht höher sein dürfen, als die in Berlin gültigen Strompreise. Nun hat Berlin im Jahre 1924 für Licht und Kraft einen Strom- preis«ingeführt, der 16 Pf. für eine Kilowattstunde nebst einer Grundgebühr beträgt. Südwest erhebt bis zum heutigen Tage für Beleuchtung einen Satz von 3 5 Pf. für eine Kilo- Wattstunde ohne Grundgebühr. Dieser Tarisunterschied war die Ursache langwieriger Verhandlungen, die jetzt zu Bereinbarunoen geführt haben, mit denen sich der Aussichtsrat der Bewag bereits beschäftigt hat. Die Vereinbarungen bedürfen aber noch der Zu. stimmung der städtischen Körperschaften. Die neuen Abmachungen haben kurz folgenden Inhalt: Südwest führt in seinem Versorgungsgebiet spätestens am 1. Januar 1928 die Berliner Tarif« und Bedingungen ein. Südwest bezieht bis zum Ablauf seiner Konzession(1950) von der Bewag jährlich mindestens 27 Millionen Kilowattstunden, welche Energiemenge sich erhöht, wenn der Siromabsatz von Südwest zu- Elektrizitätsversoround von Berlin: SSW*« Nimmt. Die Bewag kaust von der Wenceslausgrube eine gewisse Kohlenmenge, die in dem Maße zunimmt, wie der Strom- bezug aus dem Kraftwerken der Bewag wächst. Die Wenceslaus- grübe, in Niederschlesien gelegen, ist«in zum Konzern der Ge- sellschaft für elektrisch« Unternehmungen gehöriges Bergwerk. Der Kohlenlieferungsvertrag läuft zehn Jahre, vom Be- ginn der Stromlieserung an gerechnet. Für Schöneberg. Wilmersdorf, Schmargendorf jährlich mehrere Millionen Ersparnis. Der bevorstehende Abschluß mit Südwest ist wieder ein Schritt vorwärts auf dem Wege zur Vereinheitlichung des Berliner Elektrtzitätswesens. Die Einführung der Berliner Tarife bedeutet für die von Südwest versorgte Bevölkerung eine jährliche Ersparnis vor mehreren Millionen Mark. Die Herabsetzung der Tarife wird, wie in Berlin, so auch im Südwestbezirk der minder- bemtttelten Bevölkerung die Möglichkeit verschaffen, Elektrizität zu beziehen und sich damit in erhöhtem Maß alle Vorteile und An- nehmltchkeiten dieser Energieform zunutze zu machen. Es bleibt ober m Berlin, wie ein Blick auf die Kart« lehrt, immer noch viel zu tun übrig. Obwohl die vertragliche Lage teilweise außerordentlich verwickelt ist, wie das Beispiel Weißensee zeigt, müssen wir in unseren Bemühungen fortfahren, die Elektrizitätswirtschaft unserer Stadt organisch zusammenzufassen. Das ist zugleich auch der best« Weg, die innere Wirtschaftlichkeit der Elektrizitätsbetriebe so zu heben, daß dadurch die Preise für die elektrische Kraft noch stärker ermäßigt werden. Dr.-Jng. W. M a j e r c z i k. Bus den deutschen Konsumgenossenschaften. Die Entwicklung in den Monaten Juni und Juli. Der Zentraloerband Deutscher Konsumgenossenschaften verösfent- licht die Wochenumsatzstattstik für die Monate Juni und Juli dies- mal gemeinsam. Zu der Statistik haben 63 große Konsumgenossen- schaften berichtet mit 1 664 483 Mitgliedern, also über die Hälfte des gesamten Bestandes. Der durch das Psingstfest hochgeführte durchschnittliche Wochenumsatz des Monats Mai pro Kops der Mitglieder von 6,75 M wurde in den Juni- und Jul:woch?n nur einmal, und zwar in der Woche vom 2. Juni, mit 6,92 M. Wochenumsatz pro Mitglied überschritten. Im Juli betrug der wöchentliche Durchschnittsumsatz pro Mitglied 6,41 M., steigend bis 6,67 M. Im Juni war er zunächst auf 5,36 M. zurückgesprungen, um bis zum Schluß des Monats auf 6,92 M. anzusteigen. Der monatliche Durchschnittsumsatz betrug»n Juni 6,22 M. und im Juli 6,57 M. pro Mitglied. Er hat aljo den durchschnitt- liehen Maiumsag mit der Pfingstfestwoche von 6,75 M. noch nicht ganz erreicht. Das wird zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß Juni und Juli Ferienmonate sind und daß gartenbau- treibende Mitglieder in diesen Monaten schon einen Teil ihres Be- darss aus ihren Gärten erhalten. Von den zehn Revisioiisvsrbän- den hat im Juni wie im Juli der Verband sächsischer Kon- s umvereine mit 8,19 bzw. 9,01 M. pro Kopf Umsatz den Durch- schnitt am stärksten überschritten, während der Verband südwest- deutscher Konsumvereine mtt 4,42 bzw. 4,Ä> M. am stärksten hinter den Monatsdurchschnitten zurückblieb. Absall der Aktienkurse im August. Nach den allmonatlichen Fest. stellungen der Tommerz- und Privatbank haben die Aktienkurse an der Berliner Börse im Monat August einen allgemeinen Rückgang zu verzeichnen. Gegenüber dem Monat Juli ist der Zlnteil der unter 100 Proz des Nominalwertes notierten Aktien von 34,3 auf 36,9 Proz. gestiegen, während die über 100 Proz. er- zielenden Werte von 65,9 auf 63,1 Proz. zurück gegangen sind. Die Augustbilanz der deutschen Börse zeigt nach der srüheren Er- holung also einen deutlichen Abfall nach unten. Rationalisierung des Handels. Zntercsjanke Zahlen. Nachdem die Rationalisierung der I n d u st r i e ihre Wege gesucht und ge- sunden hat, könnte die deutsche Wirtschaft auch an der Rationali- sierung des Handels noch viel sparen. Besonders für Deutschland wäre das wichtig. Nach einem Bortrog von Professor Julius Hirsch gelegenttich der Gründung einer Fachgruppe für Handels- Wirtschaft beim Reichskuratorium für Wirtschasrlichkeit werden im deutsch.m Einzelhandel jährlich Werte von 35 bis 3 6)4 Mi l- liarden Mark, also riesenhafte Summen, umgesetzt. Nicht weniger als 7 bis 8 Milliarden Mark fallen dabei aus die Handel?- kosten, so daß die Frage der Rationalisierung des Handels von aller- größter Bedeutung ist. Pro Kops der Beschäftigten werden von Warenhäusern jährlich nur 16 000 bis 18 000 M., im Kolonialwaren- Handel von Konsumvereinen 20 000 bis 22 000 M., von privaten Lebensmittelgeschäften etwa 21 000 M., von Drogen- geschäften 11 400 M. und im Blumengeschäft 7700 M. umgeschlagen. Während in A m e r i k a Lebensmittelläger im Jahre 40—.50m al umgeschlagen werden, in Deutschland der Umschlag früher 10mnl er- folgte/tst er heute noch darunter gesunken. Textillöaer werden von Warenhäusern etwa 4mal, von Konsumvereinen, wo Textilien aller- dings ein Nebengefchäst sind, 2mal umgeschlagen. Schon diese wenigen Zahlen zeigen, daß mit sehr großem Recht die Frage der Verschwendung im Handel untersucht werden muß. Es ist erfreulich, daß die Fachgruppe der Handelswirtschast sich dieses Ziel gesteckt hat, so daß die Untersuchungearbeiten der großen beut- schen Enquetekommission durch die Arbeiten der Fachgruppe ergänzt und für die Rationalisierung des Handels praktisch gemacht werden könne». 200-?Uillionen-Bauprogramm der vereinigten Stahlwerke für fünf Jahre. Wie gemeldet wird, hat der Ruhrmontantrust sät die kommenden fünf Jahre ein Ausbauprogramm im Betrage von rund 200 Millionen vorgesehen, die aus lause»den Ei»nahmen gedeckt werden sollen. Neben der bereits vollendeten Zentralkokere, mst 65 Oefen und dem neuen Hochofen- und Walzwerk mit süni, großen Oese» beim Hoerdex Verein und auf der Dortmunder Union befindei sich in Langendreer eine neu« Kokereianlage vor der Fertig- stellung. Don den 200 Millionen sind 50 Millionen für den Bau von Kokereien bestimmt. Der größere Teil des zukünftigen Baupro- gramms ist auf die Erweiterung der Stahlproduktion gerichtet, deren Absatz der Ruhrtrust vor allen Dingen im Inland steigern zu können hofft. Auf der A u g u st- T h y s s e n- H üt t« soll ein achter Hochofen gebaut und das Thomaswerk erheblich oer-: größert werden. Große Mittel sollen zum Ausbau der Martin-Stahlproduktion Verwendung finden, nachdem in den leitenden Kreisen des Stahloereins die Thomas-Produktion in der Zukunft für kostlpieliger erachtet wird. Das mit den Aus» bauten einhergehend« S t i l l e g u n g s p r o g r a m m soll insbe- sondere kleinere Anlagen im Siegerland und die früheren Rombacher Werke betreffen. Ungünstiges Ergebnis der Leipziger Messe? Di« letzten Nach- richten aus Leipzig sprechen von enttäuschten Erwartun- gen. Das Ausland versage als Käufer und das Inland erteile größere Aufträge nur in Ausnahmefällen. Ein Zeichen der Eni- iäuschuna auch der Messeleitung sei, daß die Kontrolle der Besucher auffallend milde gehandhabt werde, um wenigstens den Eindruck starker Geschästsbewegung hervorzurufen. Der deulfch.sranzöstsche Außenhandel tm ersten Halbjahr 1927. Wie.Lournee Industrielle" mitteilt, betrug die deutsche Ausfuhr nach Frankreich in der Zeit vom Januar bis Juli(einschließlich Re- parationslieferungen) im Jahre 1927 2,5 Milliarden Franken gegen 2,4 Milliarden Franken im Jahre 1926. Die französisch« Ausfuhr nach Deutschland betrug in dem gleichen Zeitraum im Jahr« 192? 3,4 Milliarden gegen 1,9 Milliarden im Jahre 1926. Frankreich verringert seine Zinslasten. Nachdem der französische Staat vor kurzem durch eine große Inlandsanleihe, die allerdings keinen vollen Erfolg hatte, schon die Zinslasten seiner Inlands- schuld zu vermindern gesucht hat, sucht er dasselbe jetzt auch für seine Auslands schuld durchzuführen. Diesem Zweck soll eine 1v0Millionen-Dollaranleihe dienen, die die Mittel zur Umwandlung(Konvertiening) der im Auslande umlausenden fran- zösischen Schuldverpflichtungen in niedriger verzinsliche Papiere bereitstellen soll. Die Gesamtsumme der in Amerika befindlichen Wertpapiere der französischen Regierung, Kommunen und Gesell- schaften wird auf 200 Millionen Dollar geschätzt. „Negufe JHafike" readist Du, Da hast wohl Lohnerhöhung bekommen?" „Nee Mensch, das ist die neue dicke and runde Zigarette der Finna Enver Bey, die trotz des billigen Preises ein so fabelhaftes Aroma and einen so Sorten and müden Geschmack hat Jeder ist erstaunt über diese Zigarette. FABEi.HART CNVEB BOT- ZIGARETTENFABRIK lisefitcr 'üömpkie ■lw. lZZLÜlZiettdMs Norden l03Jr— 37 UU finde 11 U. »er Arzt am Söeidewe:} Komödie von Bernard Shaw In Vorbereitung: IroilssB.to!iia Kammsrspiele Norden 1033 t—-37 ab morgen 8' 4 Uhr: Hur 3 MGarüngen: 5>er Ssdfi von Carl Sternheim. Uienstag, 6. Sept Zum 1. Kai«: Sftr Mann Iwttiiel m PmI BenHy Die Komödie Bismarck 2414/ 7SI5 i'/, Uhr, Ende 10 Wk?§390 von Carl Sternhelm Sonnab.,3 Septemb. 7Vj U. Zum I.Male Zfusen von Bernard Shaw. Plscatoröüime Tbist. i lioiUnioffpiati Kurfürst 2091/93 Heute geschlossen Morgen, Sonnabd. 3. September Erurtnuns 7 Uhr, abSonntagtgl.SUn tim. wir 1�3! von Ernst Toller Inz. Erwin Eiscator DiezurPrcmlere gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit Die tür Freitag, den 2. Sept. und Sonnabend. den 3. Septb. gelösten Karten werd. umgetauscht oder an der Kasse zurückgenommen 8irc!wik«-Eiii)iir rh.Kuniggrätz. 5t.> Hasenheide 2110 8 Uhr Wrlt Intliltroiijni! Die Sdisls v.Draadi Komödtcnhaos Norden 0304 üa.tiptl der Ksitiger küjulbtisini Itsalen „Hablma" 7'/» Uhr ORSSSES SEHADSPiELEASS Palienberg lliia Oeorü Be&dov MM �zöl'G SzRiali Werhmeisisr Weslsnaelsr Hlüia, Maos. Häüt. flü-'of, LiojenbE.'i!, «. geio« Auestg.: gros! Stern Dirig,: Dr. BCmer. Nene Bcarheitang: Bornauer Oesterre icher. Regie: Cbareii Enäa 11 Uhr Vorverkauf von 10—« Uhr ununterbrochen Hieafer dK Wesftiis Der gioOEOpsrettenerloIs! Taglich 8'/, Uhr: Die Tugendprinzessin ■iella ÜSrty. Irttar Hell. Mirtini teil«:;. lartin Kallnr, Edith Karle. Bellet, H. UjsihEh Preise 1,2, 3 M. usw. Irlanon-Tbeater oA 8'/, Uhr pin ein Mädei (Das Extemporale) Uslnicl ren Stern e, leite' HanStene, i/at» Kleie, ililhitg. Tool Sent, inm. Vorzeiger zahlen für Parkett nur 60 Pf. V® fi k s b ü hn e ldut« an Bliovplili Tb. an Sdiifftsaeriaiiim 8 Uhn' Uhr: George Od SoffliBeiiiadifs- ÜZW. ÜerÜncr TUcatcr Dönhoff 170 ErSffnangsfarstdiung: 7' 2 Uhr ELeosiie leshs1«! tji les Im ML-sdszüi Täglich 8'/« Uhr Alt-Heitislberg SÄJKjigl*n Xiyn-PMnter Kart«!, Hute, Wssel.Birt«! Preise; 1,-. 3,- M. usw. Saltsobarg'�hnaD Dts. Künstler-Tb. 8V« Uhr „Du wirft mich heiraten" 8. Sept: Premiere „Die Dame von Maxim" i.cssing-Tueaicr Heute 7 Uhr: Pröintcre .ynis Hei:tidi Iii' Nollendorf 7360 Die Sepletnbrr- Variete- Jevue Sonnabends u. Sonntags 2 Vorstellungen 3.30 u. 8 Uhr— 3.30 zu ermKO. Preis, d tanze frosr. iVaitiaii/i> rceai Her nodi bis Oienstag Täglich 8V« Uhr: Der größte Erfolg Berlins! Der fröhliche Weinberg Lustspiel in 3 Akten v. Karl Zuckmayer Lobe. Ebelsbacher Parkett statt 4 Mk. tägl. auch Sonntags nur«0 PI. CASINO-TKEATER utu inr danKSer Pieck Aossdmciden! Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M.. Sessel nur 1,60 M. Ttuuia•Tketuer S Uhr Der rote Hahn Neuei Theater am Zoo Dir.: Kidiv' Eortw Täglich 8'/. Uhr: Drei lusiigo Komödien von Thoma Preise i, i�o, 2,—, 3,— M. usw. Tel.: Steinplatz 4371 Reiehshaiio» Theater Anfang 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Zum SchluB; Eine Hochzeit In der AlüllerstratSe Nachmittags: Hnlbe Preise, volle» Programm. Dönhoff« Brelt'lt Variete, Konzert, Tanz Boss-Theater «>/. Uhr Fßrstenwende Ganenbühne Al/, Uhr: Konzert und banter Teil S Uhr: Die Fraa sline M. ßTTO REDTTER IM LunaPark Lustsplclhaus 8'/. Uhr Caf6 Electrik 6. September PremSere iilraroiaDlili" Blurie�penöeit icbtr Art Uefrtt preiswert t'nnl Kaollotz, norm. Pekrl Unit HariannenstraBe 3, Ecke 31aunt)uftroü» Ami BRoiijisl.loaoa PlanetariGDi an Zoo 'nllee. Jwhieiilbalcr Stnl Noll. 1678 Oer Sternenhimmel auf der Reise ven Berlin nech dem Acquetor Vorführungen; 4'/� 6, 7V,, 9 Uhr. Eintritt I M. Kltierenl. 13 Jeltren I1.55I! Nach dem Drama von Karin Michaeifa Für den Film bearbeitet von B. EL Lüthge REGIE: HOLGER-MADSEN lo den Kauptrollan: OTTO GEBÜHR SYBIL MOREL Carl Boese-Film dar Nailonal-Pilm A.-o. liioatci am Koltb. Toi kottb. Str. 6: Tägl. 8 Uhr Eienlagetihm. II. EMDE Jita Stnlij Iii- Bitlag UroOe Familien• Vorstellg. ermättigte Preise, volles Abendprogr. 2. Woche I MTEHIRSH jmm wmst w&mm Ib. im fi'Jmiialiiialast Heute Freitag präzise? Uhr Premiere der neuen mum- RüVCS ..Mwor 2 Sonntag Vorstellung. 3 Uhru.sV.Uhr './ hm. die gute Vor- slelleeg te halb. Preis Musikalische JTfustration und Leitung Artur Guttmann AuQardem: DER GROSSE VARIETETEIL . Strody, der hervorragende Orahtseilkünstler 3 Wiesingers, StraQenm usikanten Os Walter Gers, die komischen Equilibristen URAUFFOHRUNG Heule UFA-PALAST AH ZOO Danksagung. Für die zahlreiche Beteillnung he! der Einäscherung meine» liehen Manne» Kerl Lusch age ich allen hie daran tellgrnommen .laden, insheiandere dem Herrn Redner. dem Deutschen Sdlzarbeiier-Verdand. bin Partetaenossen de» 95. Beztrt» Neutälln, den Mietern des Sause» Iägerftraße 71, sowie allen Verwandten und Betannten aufrichtigen Dank. Witwe Laura Lusck«. Freitag, den 2. September nsduDikagt 2'/, Uhr. , Katalog auf Wunsdi gratis Fabrikverkaufstellen Berlin NW7, Sehiffbauerdamm 1: Neukölln, Friedelstr. 27; 0 34, Petersburger Str.8;Charl ,TauroggenerStr.l2;Kaiserin- Augusta-Allee44; Pankow, Schloßstr. 18; SW 61, Beile-Alliance-Str. 6: SW6S, Alexandrinenstr. 15; Schöneberg, Barbarossasfr. 42 Spandau, Petsdamer Str. 1 a; Potsdam. 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Juli 1887 in Sumbinnen. oerheirateter Schriftleiter der Zeitung.Vorwhris" in Beriin. sind schuldig je eine, Vergehens oer üblen Nachrede und werden deshalb je zur Geldstrafe von 2 909 Reichsmark, jllr den Fall der Unrmbringlichkeit j» zur Gefängntsstrafe von 199 Tagen verurteilt 2. Die Angetloglen Friedrich Wendel, geboren am 12 MoilSSC In Jtdeltn, verhetrateler Schriitielter der geilfchrlst.Lachen Linteln Berlin und Emil HaUup, geboren am 24. Februar 1888 in Eutritzsch- Leipzig, oerdeiraseicr Schrisileiter der Zeitung .Fränkiiche Tagespost- tn NUenberg, sind schuldig je eine» Ber- gehen» der üblen Nachrede und werden deehaib je zur Geidilrase von 1990 Reichsmark fiir den Fall ber Unrindringiichkeit je zur Gejaiignisstrafe pon 89 Tagen verurteilt. 3. Die Angeklagten Dr. Schützinger und Dr. Sch>kow»ki haben die tloitrn de» Berlghren» gegen si« unter Haltung für d!» Auslagen als Gesamtschuldner zu tragen; sie haben die dem Privaikläger Robert Hell, Pfarrer. Irllher in Perlach, nun in Tauderzell. in dem Bersahren gegen sie erwach. enen notwendigen Auslagen als Gesamtschuldner zu erstatten. 4. Die Angeklagten Wendel und Hallup haben die Kosien de» Verfahrens gegen sie unter Haslnng für die Auslagen al» Gesamlfchuldner zu tragen; sie haben die dem Vrioatkläger Rodert Hell. P arrer, früher in Perlach, nun in Tauderzell, tn dem Verfahren gegen sie erwachsenen notwendigen Auslagen als Gesamlfchuldner zu«rsiaiten. Anf Grund der in dem vorerwähnten Urteil dem Herrn Privamöger zugesprochenen Befugnis machen wir dasselbe aie dessen Vertreter hiermit betannt. München, den 31. August 1927. Die Rechtsanwälte: Zustizrat Dr. Friedrich Doid'chmil II. Dr. Eduard Veuiner. Die Wechseljahre derFrau und die Gelobten, pon denen si, in dieser Zeil dedrohl nehle zufammenlchnürenoe llllemdeschwerden»uerst bemerddar. Bei solchen Anzeichen, den Dordolen der nahenden Änderung de» allen Biulstromlaufee, lul »s jeder Frau, Üdethaupf allen, vom 49. Lebensiahre an, lehr nak, euch denen, die noch keine S-Stung ihres Wohidcsindens veelpüren, jeden Wonai ein» Zeitlang den dluireiniaenden abfeilend und ausgleichend wirkenden..Reichel'» Wacholder• ürlrahl" zu nehmen,»in naliiriicher Seillioff, der oft schiim» mere Folgen, wie Ittamploderdruch. Dluiadrrnenl- »ündongen usw. verhindern und die Wechseiiohre leichler und ohne Schaden überstehen Helsen kann. La Drvg. erhAMch, ah« echt mir mit»Marke Wedreo- 5PIElMMÄM7S«M RUR PRRURR5.FII.Ht 'jmemzimmmsstttmsaiämn Capitol, Am Zoo Amor-Lichtspiele, Wilmersdorf Atlantic-Lichtspiele, Charlottenburg B. T. L Alexanderplatz B. T. L Moabit B, T. L Potsdamer Straße Colosseum Schönhauser Allee Deutsches Theater, Steglitz Deutsches Theater, Wilmersdorf Excelsior-Lichtspiele, Neukölln Filmburg-Lichtspiele, Steglitz Filmeck-Lichtspiele, Skalitzerstr. Filmpalast, Tegel Film-Theater, hasenheide Gesellschaftshaus- Lichtspiele, Moabit Humboldt-Theater, Badstr. 19 Kant-Lichtspiele, Charlottenburg Kronen-Lichtspiele, Friedenau Kukuk-Lichtspiele, Neukölln Kurfürsten-Theater, Charlottenburg Metro-Palast, N4,Chausseestr.30 Obelisk-Lichtspiele, Potsdam Odeon-Lichtsp., Potsdamer Str. Pharus-Lichtspieie, Müllerstraße Prinzen-Palast, Prinzenallee 42 Reichslichtspiele, Charlottenburg Residenz-Lichtspiele, Blumenstr. Residenz-Lichtspiele, Potsdam S. C. P. L. Charlottenburg Schloßkino, Friedrichsfelde Schwarzer Adler, Lichtenberg Stern-Lichtspiele, Neukölln Thalia-Theater, Nowawes Titania-Lichtspiele, Schöneberg, Hauptstr. a. d. Mühlenstr. T. T. T., Charlottenburg Tivoli-Lichtspiele, Tempelhof Ufa-Theater, Am Friedrichshain Ufa-Theater, Friedrichstr. Ufa-Theater, Weißensee Walhalla-Lichtspiele, Spandau Wittelsbach-Theater, Wilmersd. Ireitag 2. September 1�27 Unterhaltung unö ÄVissen Seilage öes vorwärts Die Hinrichtung. Von 21. M. Fr«y. „Nein," sagte der Verurteilt« zu seinen Nichtern,„ich habe mich" durch die Todcsondrohung durchaus nicht von dem Tod«, den ich Derurfachen wollte, abhalten lassen. Sie glauben da an die Möglich- Tat des Einschüchterns? Ich), sehen Sie, hatts das Gefühl: der Mord wird mir leichter gemacht dadurch, daß ich unter der Schwere id;ef«s neuen Gesetzes stehe. Wenn ich überhaupt bezahlen sollte, be- zahlte ich— das war mir bewußt— mit dem Leben. Ein äußerster Preis war gefordert für die Genugtuung— die ich mir verschafft habe. Ein Preis, der mir den Wert dessen, was ich begehrte, nur erhöht hat. Freilich, ich wäre gerne darum herumgekommen, be- zahlen zu müssen: das ist menschlich. Aber die Begehrlichkeit— ich muß es dem Gesstzzeber zurufen— die in unsereinem ist, wird riur gesteigert durch sein Verfahren.„Wir verstehen nicht ganz." bemerkte der älteste und präsidierende Richter und blickte nach links und nach rechts, van wo Köpf« zu ihm nickten.„Öch meine," fuhr der Verurteilte fort,„für den echten Mörder gibt es nicht das Mittel der Abschreckung. Mit ihr aber glaubt der Gesetzgeber die Todes- strafe zu rechtfertigen. Tie Abschreckung glaubt er wirksam. Er irrt sich völlig." „Sie, Verurteilter, irren völlig," lächelte der alte Richter zart und wohlwollend,„wenn Sie meinen unseren gegen Sie gefällten Spruch erschüttern zu können. Cr ist endgültig." ,�Zch weiß es," sagte der Mann einfach.„Es liegt mir durchaus fern, den chals aus der Schlinge ziehen zu wollen. Ich bin ein Ein- zelner— und gegen mich steht ein ganzes Land, ein Volk, ein Staat, der mich umbringen will."„Umbringen?" wiederholte der Richter unangenehm berührt.„Es handelt sich doch nicht darum, daß Sie umgebracht werden, sondern, daß Ihr« Tat gesühnt wird." „Verzeihen Sie," rief der Verurteilte hell, und nun lächelt« beinahe er, denn er empfand Konufches,„ich tonn nicht ganz davon «ibsehcn, daß man dabei mein Leben auslöscht." „Sie haben vorher ein anderes Leben ausgelöscht," mahnte der Richter in einer Strenge, die herbeigeholt war zur Verteldigung. „Und fast könnte ich sagen: ich Hab' es getan, weil da» Mein« dabei auf dem Spiele stand— und nun verwirkt ist. Möchten Sie mir doch glauben: ich Hab« es leichter getan, als wenn ich ein Weiterleben hinter Zuchthauemauern vor mir gesehen hätte." heroische Redensarten." meinte der Richter kopfschüttelnd. „Nein," bestritt der Verurteilte.„Es ist nicht leicht zu sagen, was vorliegt. Dieser Mord, den ich begangen habe, ward in eine höhere Sphäre gehoben. Fast war es ein Zweikamps. Ja, so war esr hier mein Dolch, dort euer Beil." Die Richter zuckten die Achseln. Der Mann versuchte es noch einmal.„Wollen Sie doch be- denken, meine Herren, wie sehr durch das neue Gesetz meine Tat und die aller derer, die sie nach mir tun werden— täuschen Sie sich bitte nicht, so entsetzlich Ihnen die Erkenntnis sein mag— herausgehoben wird aus dem Umkreis aller übrigen Untotem Man ver- edctt den Mord: man hält ihn für würdig einer Auszeichnung— des Mordes am Mörder. Man kann es auch so ansehen." „So kann man es nicht ansehen," rief der alte Richter, zum ersten Male erbost.„So können höchstens gefährliche Verdreh« des Geistes— oder Narren die Welt ansehen." „Ich glaube, bei Sinnen zu sein," sagte leise der Mann. „Lassen wir das," lehnte der Richter ab.„Weshalb wir hier noch beisammen sind, hat ja einen anderen Grund. Sie sollen zum Teil wenigstens erfahren, auf welche Weis« das Urteil voll- streckt wird. Sie haben vorhin den Strick und da« Beil erwähnt,— nichts von alledem! Unser Land hat vor fünfzig Jahren die Todes- strafe abgeschafft, vor einem Monat hat es sie wieder eingeführt, denn man ist"— er lächelte höflich„ganz im Gegensatz zu Ihnen von einer heilsamen Wirkung auf die, die in Gedanken vielleicht an «ine Mordtat herandrängen, überzeugt. Nur haben wir die rohen Exekutionen des vorigen Jahrhunderts beiseite gelassen. Wir ver- «bscheuen sie. Als erster, der unter dos neue Gesetz fällt, werden Sie sich über die Art Ihrer Hinrichtung nicht zu beklagen haben." „Die auf öffenllichem Markt war die richtige— wenn schon eine je richtig war. Die verschämte hinter den Mauern ist falsch: sie tut halb, als sei sie nicht. Eine vertuschte: sie nähert sich mehr der üblichen Form des Mordens— der feigen, der meuchelnden." „Verurteilter, unterbrechen Sie mich nicht mehr," verlangte der präsidierende Richter mit rolem Kopf.„Sie haben sich jetzt die Art der Exekution anzuhören. Sie entspricht durchaus der menschlichen und modernen Art, in der wir hier verhandelt haben. Sie bewohnen ein kleines 5)aus, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer. Da Sie den gebildeten Kreisen angehören, stehen Ihnen Bücher und Radio zur Verfügung. Innerhalb eines Monats von diesem Tage an werden Sie sterben. An welchem Tage, zu welcher Stund«, erfahren Sie nicht." Zum ersten Male erbleichte der Mann., „Erschrecken Sie nicht," bot der Richter höflich.„Ich weiß. was Sie befürchten: das mangelhaste Funktionieren von Elektrizität. Wir oersichern Ihnen, daß wir über Amerika hinaus sind. Unser Verfahren ist absolut und schnell todbringend. Es geschehen keine quälenden Halbheiten, wie sie auf dem elektrischen Stuhl vorge- kommen sein sollen. Und somit sind wir fertig. Wir übergeben S>« den Beamten, die Ihre letzten Tage überwachen werden." Der alte Richter stand auf, und mit ihm die anderen im Saal. Alle nahmen ihr« Kopfbedeckung ab, e, war eine endgültige Be- wegung. Der Verurteilte verbeugte sich und trat rückwärts— in die Hände derer, die ihn wegführten. Aber wenn der alle Richter gesagt hotte:„somit sind wir fertig," war er es für seine Person noch nicht. Denn da» neue Gesetz- da» d>« Todesstrafe wieder eingeführt hatte, griff nicht gleichzeitig die ge- sondert« Einrichtung des Scharfrichters auf. Es war vielmehr be- stimmt, daß der oberste Richter, der am Urteil mitgewirtl und t» vexkündet hatte, eigenhändig die Hinrichtung vornehmen mußte. Sehr gut war erwogen worden, daß es«in Ausdiegen fei.«in« Inkonsequenz, zwar Tod zu verhängen, ober nicht selbst zu töten. Wir beschließen etwas zu iun, etwas Dringliches, etwas Aeußerstes — eine gewichtige Tat, aber wir degradieren diese Tat dadurch, daß wir sie abschieben, sie von einem ausführen lassen, der alles eher ist, als hochgeachtet oder gar hochgeliebt. Das ging heute nicht mehr. das Jnfamierende mußte wegbleichen: der scheel angesehene, ge- sellschaftlich Unmögliche, bestenfalls mit Grauen begaffte Henker mußte in der Versenkung bleiben, in der er rasselnd verschwunden war vor einem halben Jahrhundert, da» noch dies« Spur des Mittel- alters getragen hatte. Es war nicht arg, nicht mühselig, nicht nervenerschütternd. was der alte Richter»och zu leisten hatte: er hatte lediglich im Lauf« der Geist von Potsdam. „In üer Ilaggenfrage tritt öie Staöt pstsöam auf üen Nechtsdoüen!' eines Monats einmal auf«inen Knopf zu drücken Dennoch ging er vorerst heftig grübelnd umher. Er stellte sich vor, was geschehen werde: eines Morgens, vielleicht in vier Tagen, sagen wir um 10 Uhr, werde ich den Knops berühren. Der Hinzurichtende wird vielleicht gerade einen Brief schreiben— da tritt das Gas von allen Seiten durch verborgene Oeffnungen in den Raum. Eine Sekunde später ist er ohnmächtig, fünf Sekunden später ist er tot. Nicht schlimm, wie? Gewiß nicht. Man kann sagen: beispiellos human. Der alte Richter unterbrach seine Wanderung durch das Studier- zimmer. Was habe ich gedacht? fragte er sich— der Mann schreibt einen Brief? Es ist freilich möglich, daß ich ihn mitten in einem wichtigen Satz abberufe. In einem Satz an seinen Bruder, an seine Geliebte, der den Grund seiner Tat erst ganz erhellt. Hätte ich da nicht warten sollen? Ich kann ja um elf Uhr drücken— wollte ihm einfallen, aber er sah gleich, daß damit möglicherweise nichts gewonnen fei— nicht», und wenn er zögerte bis zur letzten Minute des letzten Tages. �____(Schluß fo.gt.) Zwischen Kai unö Schiff. Von Kurt Ofsenburg. Gegen Morgen war das Barometer von 39 herunter auf 28 Grad gefallen: eine leichte Brise kam von achtern. Endlich war an Ein- schlafen zu denken. Doch«» gab kein tiefes Ruhen, Schwärme von Moskitos surrten über das Deck; man schwamm in einem leichten unruhigen Halbschlas: instinktiv wehrten die Hände die Stechfliegen ab Grau flog das erste Tageslicht über die Schlafenden hin: ich öffnete emc Sekunde die Augen, Müdigkeit der Glieder riß mich zurück in Betäubung.---- Plötzlich war ich zu Hause, log in meinem weißen Bett, an der Tür winjclte mein Hund. Ich sehe ihn vor mir: den weißen Fox mit dem schönen schwarzgezeichneten Kopf, den blanken fragenden Augen. 2lutomatifch registriert mein Gehirn: es ist Zeit zum Zlufstehen, aber Mattheit des Körpers hält mich nieder. Da winselt, fleht der Hund wieder. Zuerst in großen Zlbständen, dann schnell nacheinander. schließlich ununterbrochen. Ich wälze mich auf die Seite, stoße an einen Eisenträger der Ladelut«, aus der ich schlasc, und erwache. Find« mich zurück: bin nicht zu Hause, nicht in meinem Ziminer, mein Hund bellt nicht. Oder?... Gewiß täuscht mein Gehör. Die Tierlaute, im Schlaf gehört, klingen im Wachen nach. Mißmutig schließe ich die Augen, der Körper schmerzt, ist müd von Sonnenbrand und schlechtem Lager. Da— wieder Weinen de» Hundes: deutlich, ganz nahe. Es kann keine Täuschung sein: ich setz« mich hoch, lausche scharf, angestrengt. Gewiß: ich bin aus dem Schiff wie seit Wochen, da» seit einigen Tagen wieder im Hafen liegt: es ist fünf Uhr früh, schon taghell: abseits schnarchen einige Matrosen, und dort schaukelt der Koch in seiner Hängematte, geschützt unter einem Moskitonetz. Der Glück- liche! Alle diese Dinge sehe ich: sind deutlich nahe, greisbar. Und ein Hund winselt, heult, fleht... Es kann kein Irrtum inehr geben, dennoch zweifle ich. Stehe auf, gehe zur Reling, mittschiffs. Bon hier müssen die Laute kommen. Und: liegt noch zuviel Schlaf aus ineinen Lidern, trügen meine Zlugsn? Da unten zwischen Pier und Schiff hängt ein Tier, ein Himd! Einen Augenblick starre ich, dumpf und noch immer ungläubig: torkle dann mehr, als ich gehe, das Fallreep hinunter. Eingeklemmt zwischen Güterwagen und Schiff— der Raum nicht breiter, als daß gerade ein Mann sich durchquetschen kann— knie ich nieder am Pier: locke, ruse den Hund, der still geworden, nicht mehr winselt. Da hängt das arine Vieh, ein gelbweißer langhaariger Fox- terrier, an dem unteren Gebälk des Piers. Slengstlich blicken seine schwarzen Zlugen, ab nicht ein Feind komme. Doch wie ich mit ihm spreche, mich tiefer vorbeuge, um ihn fassen zu können, zuerst seinen Kopf kraule, bleibt er ruhig, wehrt sich nicht. Dann, als ich ihn schon auf halbem Wege aus seiner Gesangenschast befreit habe, stemmt er plötzlich die Pfoten gegen die Bordwand, will sich nicht mehr helfen lassen. Roch ein kräftiger Ruck und er steht neben dem Knienden: zitternd, ängstlich, hilflos, schmutzig von Sand und öligcin Hasenwasser. Nehme den Hund, stolpere die Gangway wieder hinauf, setze ihn nieder aus das Deck, lind wie das kleine Tier nun da steht, hebt es den Kopf, sieht aus großen schwarzen Zlugen, in denen Angst und Mißtrauen lodern, aus den Fremden. Es wendet sich langsam, zögernd, und plötzlich springt es den Laufsteg hinunter, den ich es eben herausgetragen habe. Aber die Nachtwache, die sich am Pier herumtreibt, packt es am Genick und der Matrose gibt mir lachend das Biest, das ich komischerweise von ihin verlange, ehe er es ins Wasser wirst. Vis wir nach Mexiko hinunterfuhren, konnte ich de» verwahr- losten und verängsteten kleinen Köter in meiner Kajüte behalten. Ich sorgte für ihn, wie ich niemals für einen Menschen gesorgt habe, denn er war durch diesen Traum verbunden mit dem Zuhause: dem Europa, das aus der Ferne wie Inbegriff aller ersehnten Gesichert- bcit winkte. Das Tier war mehr als der nächtliche Traum, der|0 häusig wiederkam und in Dämmerung unaufhaltsam entglitt. Das Tier gehörte allein zu mir in dieser giftigen Züelt der Hitze und der Gefobren, in diesem dürstigen, einsamen und überwältigenden Leben. Die Wirklichkeit hatte einen Traum geformt, der einfach und sehnsüchtig war. Dieses klein« Erlebnis war da? Schönste, das mir unter vielen turbulenten Dingen in den Cantan Railway Docks, den Hnfeuanlagen von Baltimore, widerfuhr. Runöfunk vor 35?ahrLN. Dos Wesen des Rundfunks besteht darin, daß die von einer' zentralen Sendsstation ausgesandtcn Nachrichten von beliebig vielen interessierenden Menschen zur gleicher Zeit gehört werden können. Das ist nur aus elektrischem Wege möglich, da die Geschwindigkeit des elektrischen Stromes für menschliche Begriffe unfaßbar groß ist. 399 090 Kilometer In der Sekunde entsprechen praktisch der ge- heiinnisvollen Allgegcnwärtigkeit sagenhafter, mit übermenschlichen Kräften begabter Wesen. Es kommt also nach der eben gegebenen Erklärung des Rundfunks nicht daraus au, ob diese Nachrichten durch Radio oder über Draht verbreitet werden. Es spielt für den Hörer auch gar keine Rolle, aus welchem Wege er zu seinen Nach- richten, seinen musikalischen Genüssen usw. kommt. Der Eedaute des Rundsunks aber mutet uns als etwas ganz Neues, etwas nach nicht Dagewesenes an. Und doch soll auch hier der gute, alte Ben Zlkiba wieder einmal locht behalten: auch der Rundfunk ist schon dagewesen, bevor noch irgend einer an die drahtlose Uebermittlung von Sprache und Musik dachte. Im Jahre 1893 verwirklichte der ungarische Ingenieur Theodor Puscas zum ersten Male praktisch den Gedanken des Rundfunks, indem er nach und nach ein Telephon. netz- von etwa 909 Kilometer-Länge eigens zu dem Zwecke schuf, zu bestimmten. Tagesstunden Neuigkeiten, Konzerte, Vorträge und ahn- liche Darbietungen senden zu können. Jeder, der sich an dieser Ein- richtung beteilige» wollte, mußte von Puscas Li? Geräte beziehen und außerdem für jeden Tag 10 Heller, also etwa 2,49 M. im Monat bezahlen. Dieser Drahtrundfunk hatte gegenüber dem heutigen drahtlosen den großen Vorzug, daß der Hörer von den vielen Nach- teilen, die die Wartung von Rundfunkgeräten durch Versagen der Batterien, Durchbrennen der Röhren, schlechten Empfang infolge Witterungsänderungen und was die lange Reihe der Versagermöglichkeiten sonst noch nennen könnte, verschont blieben. Die Dar- bietungen wurden mit dem Kopshörer abgehört, so daß niemand seine Nachbarn durch ein« möglichst effektvolle und andauernde Be- tätigung des Lautsprechers stören konnte. Die Einrichtung erfreute sich seiner Zeit großer Beliebtheit, was bei dem verhältnismäßig billigen Preis auch nicht verwunderlich war. Das Abonnement war ja, trotzdem die Zuhörerzahl nicht wie beim drahtlosen Rundfunk beliebig steigen konnte, nur wenig teurer als heute. Das Unter- nehmen ging aber sang- und klanglos zugrunde, als Vuscas eines Tages seinen Bankerott anmelden mußte. Er hatte seinen Dienst immer weiter auegebaut. Er gab Börsen- und Wetterberichte,� sogar Kindervorträge durch und beschäftigte zur Bewältigung der recht um- fangreich gewordenen Zlrbeiten 180 Personen. Die Zahl der Hörer wuchs nicht in gleichem Umsange, hinzu kam, daß die technische Unter- Haltung der Zlnlage nach längerein Gebrauch immer kostspieliger wurde. Alle dies« Nachteile brachten das Ende des ersten Rundfunk- Unternehmens der Welt.. v v Um so verwunderlicher will es scheinen, daß es bei der draht- losen Technik solange dauerte, bevor etwas Aehnliches mit ihrer Hilfe gcschosfeti wurde. Das hat seinen Grund in der Geheimnis- krämerei, die nur zu lange in der Funktechnik herrschte und die dazu führte, daß z. B. d:e in Deutschland gemachten Erfindungen in Deutschland selbst nur den Fachleuten bekannt waren, daß sie aber in Amerika alsbald Allgemeingut aller technisch Interessierten, auch der Laien, wurden. Ein anderer Grund ist natürlich auch in dem Weltkrieg zu suchen, der den wirtschastlichen Niedergang Europas brachte. Erst nachdem Amerika ein Beispiel für die Möglichkeiten des modernen Rundsunks gegeben hatte, begannen auch die Europaer sich dieser Einrichtung anzunehmen. Heute hat der Rundfunk sieg- hast die ganze Welt erobert. Das aber war technisch nur möglich. weil an Stelle der starren Drähte ungedämpfte Trägerwellen masse- los« Brücken durch das Weltall schlagen. W. M. Mussolini läßt sich nicht verulken. Ueber Mussolini hat sich bereits eine recht umfangreiche Literatur gebildet. Sie ist jetzt vermehrt worden durch das umfangreiche Buch, das eine Dame, ein Fräulein Bordeux, in mehreren Sprachen zugleich unter dem Titel „Benito Mussolini— der Mann" veröffentlicht hat. Das Buch enthält, seinem Namen entsprechend, viele Anekdoten, die man wohl al» verbürgt betrachten kann, da die Verfasserin, die seit Jahren in Italien lebt, anscheinend gute Beziehungen zu den Kreisen, die Mussolini nahestehen, besitzt. Eine dieser Anekdoten mag hier Platz finden In: Jahre 1919 kam Mussolini nach Florenz, um dort dem ersten Foschistenkongreß beizuwohnen.„Als er", erzählt seine Biographie,„eines Taocs allein in einem Restaurant speiste, be- lästigten ihn einige Männer dadurch, daß sie mehrmals an scineni Tisch vorübergingen und jedesmal beleidigende oder spöttische Worte über ihn äußerten. Plötzlich zog Mussolini einen Armeerevolver aus der Tasche, hob ihn in die Höhe und sprach kalten Tones:„Ich werde auf die erste Person schießen, die noch einmal an meinem Tisch vorübergeht!" Er wurde sofort in Ruh« gelassen.— Lenin, der Diktator Rußlands, mar genau unterrichtet über Mussolini und äußerte,(o lesen wir bei Fräulein Bordeux, mehr als einmal:„Mussolini? Ach, es ist jammerschade, daß er für uns verloren ist! Er wäre der energische Mann gewesen, der unserer Partei I» Italien zuin Siege verholfen hätte!" Ganz ähnlich urteilte Trotzki über Mussolini. Er bezeichnete ihn als den einzigen Mann, der sähig gewesen wäre, die Revolution in Italien durck,- zuführen. Aber'Mussolini zog es vor, andere Bahnen einzuschlagen, als die Machthaber des Bolschewismus._ Sozialiftische flrbLi'terjugenü Gro�-Serlin. Birtchmlng dcr verkauften Karten für die Morgenfeier im Mercedes- Vaiast. Abrechnung der Beiträge, Ausgabe des Eeptcmbcr»„Iugend voran" und der „Arbeiter-Sugend". heule, 19 Mi Ahr. Abkeilungsmikgliederversammlungen. Moabit I: Schule Waldenserstr. 2V.— Moabit N: Heim Lehrter Str. 18—1?. — Rordest I: Heim Landsberger Str. 30, pari.— Andreasplag: Heim Koppen. ftrahe 76.— Baltenplag: Heim Tilfiter Str. 4— ä.— Frankfurter viertel! Heim Rigaer Str. 102—103.— Stralaucr viertel: Heim Goßlcrstr. 61.— Warschauer viertel: Litauer Str. IL.— Kopeuiiker viertel: Schule Wrangcl- straße 128.— Charlottenburg: Heim Rostnenslr. 4.— Haleusce: Schule Joachim- Friedrich. Str. 35.— BriN: Ralljous, Chausscestr. 48.— Adl-rohos: Heim Oloonstr. 16.— Baumschulenweg: Heim Ernslstr. 16.— Johannisthal: Rat- haus.— Kiederschöneweide: Schule Berliner Str. 31.— Tegel: Heim Bahn- hofstr. 13.— Riederschönhausen: Schule Blankenburger Str. 70.— Pankow. Rord: Heim Görschstr. 14.—»ottbusser Tor: Heim Reichenderzer Str. 66. Tagcsvolitische Nachrichten von Wien.— SchSuebcrg I: Heim Hauptstr. 13. Beiprcchung zum Iugcndtag. *• Rofenthale, Vorstadt: Heim gehdeniekcr Str. 23. Tagespolitische Umschau. — Tenefelder viertel: Schule Danziger Str. 23. Arbeitsgemeinschaft:„Zugend und Partei."— Weißensee: Helm Parkstr. 36.„Schwarzwaldreise"(mit Lichtbildern).— Reuköllu 13', T und VI: Wichtige Besprechung über die Aus. gestaltung dcr Echulentlassungsfcier am 30. September. Heim Rogaistraße. öede Sruppe muß vertreten fein.— Neukölln V und Vl: Alle älteren Genossen. die sich für eine Aelterengruppe interessieren, kommen im Heim Nogatstraß« zusammen.— Bobnsdors: Bei Hcimauns Heimabend.— Lichtenberg. Nord, -Ritte und-West: 20 Uhr im Heim Parkauc 10, Ucbungsabcnd für den Chor. Alle haben. zu erscheinen. Werbciezirk Tiergarten: Heim Lehrter Str. 18—19. Dcr Eprcchchor übt. Außerdem wichtige Mitteilungen. DcrScbczirk Prenzlauer Berg: Die Genossinnen und Genossen, die morgen, Sonnabend, als Helfer am Kinderfest vom Bezirksamt Prenzlauer Berg tätig sind, treffen sich, wenn es geht, 14'b Uhr vor dem Bezirksamt. Die Sc- nassen, welche erst später kommen, gehen gleich zum öxerzicrplag. l.slp»lgor Sir./ Aiexandcrplatz/ Friscfees Fleisch Berliner SchlacliUiansware Pa.SteeSn6Kol8lcil.....?wnä 1,24 PiSsliweinekasini n.-ScIidII,„ ohne Schwerte und Beilage..... Pfund 1,1z Pa.Kass!8r§!]8eru.Ka!ii]Dp>dl,16 Pa.ScliwefficscliDlizel.... pfand 1,34 Kallislamai................ �6 88?:. KaltisKeale söh�nd-Blatl pmI.IO Pa-HamifisHlelsdi 98pf. Pa.Sc!iii3ortlelsciiMÄ.0m 1,28 Frantcfurter Allee/ Belle-Alllance-Str. | 226 Mengenabgabe mbehalten. ßeössSlss. Paiiaderielser. ..Pfund 78i'l. . Pfand 96pt. Oefjr»ier»lc leise ix Pa.Ocftiensulasch o. Kn. pinnd 76Pf. Pa. Ochssnsuppenflclsch Pfund 52Pf. Pa. Hammelfleisch(d. Rippe), Pfd. 7SPt. Pa. Hammelrücken....... Pfund 86Pt. Pa.Kammslkeulen....... Pfand 96Pt. Pa.KuiicuSer...............Pfand ZAPt. Pa.Rlnderlunüa...........Pfand 26 Pt Schwelnekftpfs m. Feitbanke Pid.SOff. u.mm MM—wggjflrw L- L—— n mji— mi— � lr gtsdilaebtetptd.ron S§ Pf.an Suppen&ZUmer rtd. venSS?,.,n JgJEli'Z&Sk frisch gescM, Pfand 1 25 Jg»53513dIIC28®28 fr.jeschl.,Pfd. 1 40 Reb!>lät&«r........... Pinnd l1 5 HlrsdsriSckcn..... pfnndl30 Wnes Brunnensir./ Kottbuser Damm/ Andreasstr. Versand von frischem Fleisch findet wieder stalt. Chausscestr. 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Juni 1927, an welcher trilgenommen haben: Amtsgerichtsrat Stolze, als Vor» fitzender, Amtsgerichtsrat Dr. Riedel, als zwei- ter Richter, Gerbereiardeiter Albert Schönfelder au» Gamburg, SIentner Otto Darstewitz aus Gase. kirchen, ol» Schöffen; Staatsanwaltschafwrat Dr. Pfeifer, al» Beamter der Staatsanwaltschaft, Iustizobersekretär Göpfert, als Boam» ter der Geschäftsstelle, für Recht erkannt. De» Angeklagte ist der Mfcntllchen Beleidigung nach S 185 StGB., began- 8en durch die Presse, schuldig. Gr wird eshalb zu der Geldstrafe von 100 — einhundert— Reichsmark, Hilfsweife 1 Tag Gefängnis für 10 R». und zur Tragung der«sste» de» verfahren» aerurtetft. Dem Reichsn�hrminifter»I»d dfe Be- fugnis zugospeschen, de» erkennen»«» Teil des Urteils binnen 2 Monaten nach der Rechtskraft des Urteils in dcr -Reuen Zeitung" in Jena, den ,.?or. wärts" in Berlin und der„Deutfcgen Allgemeinen Zeitung" in Berlin auf Kosten de» Berurteilte» bekanntzugeben. gez. Dr. Riedel, gugleich für den auf Urlaub befindlichen Amtdgerichtsrat Steige. Ausgefertigt: für be« Hcrrn Reichswchrminister in Berlin zum Zwecke der Veröffentlichung des Urteils. Zugleich wird die Rechts- kraft und die Vollstrcckbarkeit des Ur. teil» bescheinigt. Jena, den 10. August 1927. Der Serichtsschreiber des Thüringischen Amtsgerichts 8. k ff»»8«rt, ZustizobcrsekretSr. Mlienll i die Teilzahlung Elest.Herrennoden fertig and nach Mast zu außergewöhnlich billigen Preisen Caraitif IBr gsten Sitz g. gote Ifnarhitang Julius Fabian Maßschneiderei Große Frankfurter Str. 37 Kein Laden I Nur II. Etage I Bitte geaau auf Straße und Hausnummer zu achten! Vertragslieferant 5 Prozent Rabatt Comp!. Radio-Anlagen £~3 �PREN' n PPARA i k'"� mit laubprecÄerl ipferbmjth riütmj* vnuerDsndttä SHiXL&k'ßimjicmFTm. BCRUN Hit HHHUCHC* HARKT 2-3. 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Im Vereins.ZwLlfkampf tritt Lichtenberg hinzu, so dag sich hier mit Berolina-Neukölln, Turnerschaft Brandenburg, Groß-Berlin-Beoding' und Moabit ein scharfer Kontos entspinnen wird. Hervorragende Leistungen dars man in der SXlOOO-Mcter-Staffel mit der ftäristen Besetzung von Berolina und Lichtenberg erwarten: eine neue Vundeshöchstleisluilg ist nicht ausgeschlossen. Auch die 1500 Meter zwischen Andra-Lichtenderg, Beger-Vero. lina und Paul-Moadit werden einen harten Kampf geben/ Im 1Ng. Meter- Vorgabelaufcn hat Traxel-Lichienderg gegen 42 Bewerber bis zu Ut Meier auf. znholcn. Das MVO-Meier-Lausen niit Sä Teilnehmern entscheidet|ia> tu der Mannschaftswertung zwischen Lichtenberg, Moabit, Adlershof und Berolina. Mit 13 Mannschaften sind die Eehsportler bei dem Halb stunden- Paar- gehen beteiligt. Gut sind die Sprung- und Wurfwettbcwerbe besetzt. Die Jugend- und Fraueniämpse bringen cbensalls das beste an den Start. Rüstig zeigen sich die älteren Sportler mit 18 Teilnehmern am Dreikampf— drei „Peteranen* Über 40 Jahre wagen noch den Kamps. Die Beranstaituna beginnt mit den Porkämpsen um 12M Uhr, mit den Hauptkämpfen ab MH Uhr. Gin- trittspreis auf allen Plätzen ZO Pf. Handball. Sonntag, 4. Sepicmder, veranstaltet der Sportverein Srartn auf dem Sportplatz im Friedrichshain einen Spieltag. Es spielen um 10 Uhr Sparta II. Jugend— Köpenick II. II Uhr Eparta-Schüler— Köpenick. Z4 Uhr Sparta II. Männer— Tegel IT. 15 Uhr Sparta L Jugend— Köpenick I. 16 Uhr Sparta I. Männer— Tegel I. Beide Vereine verfügen über sehr spielstarke Mannschaften. Der Eintritt beträgt 20 Pf. Erwerbslose und Kinder 10 Pf. Fußballspiele am 4. September. Weiter geht der Kampf um die Punkte. Wie schwer dieser Kampf gerade den so heiß faooristerten Mannschaften gemocht wird, hat am deutllchsten der vergangene Sonntag gezeigt. Genau so heiß wird es am kommenden Sonntag hergehen. Die 1. Klasse steht folgende Spiele vor. Bezirk Norden: Minerva gegen Teutonia in Borstgwaide. Borussia gegen Tegel 24 in Reinickendorf, Lindenauer Straße. Nauen gegen Velten in Zkauen. Vor- wärt? gegen Siemensstadt in Hennigsdorf. Alemannia gegen Pankow 08 und Arbeitcr-Sportverein 24 gegen Spandau 25 in der Christianiastraße. Sowjet gegen Nordiska auf dem Exerzierplatz, Schönhauser Allee.— Bezirk Osten: Alt-Glicnicke gegen Treptower Ballspiel-EIub in Alt-Elienickt, am Kicsdcrg. Woliersdorf gegen Lichtenberg III in Woltersdorf bei Erkner. Branden. dura 02 gegen Adlershos in Lichtenberg, Eitelstraße, Weißcnsec gegen Frisch. Frei in Weißensee, Rennbahn. Hertha 22 gegen Askania in Lichlenäcrg, Wagnerstraße. Rudow 12 gegen Verein für Bewegungsspiele in Rudow. Sparta gegen Komet in Lichtenberg, Hauffstraße. Fichie-Südost gegen Krischen. dorf aus dem Turnplatz in Baumschulenweg. Stralau gegeu Obcrsprcc in Lichtenberg, Lückstraße.— Bezirk Südwesten: Kreuzberg gegen Siern-Marien- selbe auf dem Tempelhofcr Feld. Teltow gegen Lankwitz in Teltow. Lucken. »aide Y gegen Tempelhof in Luckenwald«. Berolina gegen Potsdam auf dem Tempelhofer Feld. Neukölln gegen Brandenburg in Neukölln, Dammweg. Lichtenrade gegen Frifch-Auf ,n Lichtenrade. Ruhlsdorf gegen Hertha in Ruhlsdorf. Beginn der Spiel« 17 Uhr. Borher unter« Mannschaften. Handballspiele der Dache. Aat Eonnabend, Z. September, spielen Fichtc-Nord II. Männer Neukölln 2 II und die I. Jugend gegen Iahu-Trepiow um 18 Uhr in '' Männermannschaften spielen: Bohnsdorf I gegen en Neu- einickcn- Schnlzevdorscr Straste, dorf, Scharnweberstraßc. ivraß-Berlin-Süden I um 18 Uhr in Vol,n»dork,�W»�W�WW e 20B I gegen Fichte 20 A in Maricndorf, an der Rennbahn, um 18 Uhr. um 18 Uhr in Alt-Elienicke. iSroß-Berl:»» Urbanplatz. In Neukölln um ilVi Ubr auf dem um 17% Uhr auf dem Innplatz und 2. AÄ. I gegen Fichte 8 I um 1714 Uhr im Neuköllner Stabion. Lichtenberg 1 I Frauen und Neukölln 2 I spielen um 18 Uhr im Lichtcnberger Stadion. Schmargendorf I und II. Männer fahren am Sonntag, 4. September, nach Mellen d. Zossen, um ein Werbcspie! gegen Klausdorf I und II auszu- tragen. In Reinickendorf, Scharnweberstraßc. spielen Fichte-Zkocd II. Jugend gegen Fichte 2 I um 10 Uhr, Groß-Berlin-Wedding I. Jugend gegen Groß- Berlin-Rosenthal um'~•••* um 11 Uhr,- Webdin! h»f i um i» Uhr, t.-„___ W______ WW_______ JH.___ Spandau, Falkenhagener Ehanssee, spielen Spandau Frauen gegen Echmargen. dorf um 15 Uhr und die l. Männer gegen Lichtenberg 1 I um 17 Uhr. Auf dem Sportplatz Fricdrichshain spielen Sparta II. Jugend gegen Köpenick II um 11 Uhr, 11. Männer gcgcn Tegel um 14 Uhr, I. Jugend gegen Köpenick I um 15 Ubr und l. Männer gegen Tegel I um 10 Uhr. In Fricdrichsfelde, Srrskowallcc, fpicli Lichtenberg 2. Abh» die Jugend gegen Erkner um 14 Uhr 'Men I. Männer um 15 Uhr und die � die afeichi 18 Uhr. Weitere Spiele . raurn gegen Fichte 8 II lim ■ sind: Biesdorf I. Männer gegen Groß-Berlin- Weddiug I II um 18 Uhr in Biesdorf, Lcfstngplatz: Fichic-Turnfpiclabi. II gegen Lichtenberg III um 10 Uhr in Baumfchulenweg: Tegel' Frauen gegen Kroß-Berlin-Süden um 15 Uhr In Tegel, Eras-Rödern-Korso: Groß-Berlin- Süden Jugend gegen Adlershos I um 9 Uhr auf dem llrbanplatz: Alt-Glienicke Jugend gegen Fichte 22 I um 15 Uhr in Alt-Glienicke und Fichte LOd Jugend gegen Fichte 8 I um 11 Uhr in Mariendorf, an der Rennbahn. Zlrbeiter-Radfahrer-Bund„Solidariläk". Tonrc» für Sonntag, 4. September. 2. Abt.: Z. Sept., 16 Uhr, Vhf. Char. lottsnburg, dgl. 16 Uhr per Rad durch die Rommein, 4. Sept., 6 Uhr, Linne- ritzsce. Start Dicffenbachstr. 36._ 12. Abt. Motorfahrer: 0 Uhr nach Himmcl- fort. Start in Pankow, Berliner. Ecke Miihlcnstraßc.— Bez. 2, Ortsgruppe Hertzdergstraße.»WWWIWWWWWWWWMWWIWWWWWW Hcrrfurthstr. 27.— Ortsgruppe Schönebcrg: 7 Uhr Eroß-Alienicke, Grab sei:.,' Grab jun. Start Stubenrauä" Kloster 8' folgungsi. MV» Wilmersdorf: 7 Uhr Eeddinsee, 12 Uhr Mahlow. Start Aue.— Bez. 21, jun. Start Siubenrauchstr. 5».— Ortsgruppe Sroß-Ächterfeldc: 6 Uhr Zinna. Start Hindenburgdamm.— Ortsgruppe Adlershos: Ballonper- zssahrt von Brusendorf. Start 9 Uhr Bismarckstr. 29.— Ortsgruppe Ortsgruppe Weißensce: 8 Uhr Prcndcn. Start Berliner Allee 256.— Ort». gruppe Siralau-Rummelsburg: 13 Uhr Müggelsee.— Ortsgruppe Niederschön- Hansen: 3. Sept., 18 Uhr, Werbellinsee. Start Friedensplatz.— Ortsgruppe Lichl''~|.........--._ ichtendcrg: 3. Sept. 27. Stiftungsfest bei Tempels in Fricdrichsfcldc. 4. Sept., 13 Uhr, Tschimulpe. Start Traveplatz.— Ortsgruppe Pankow: 6 Uhr Seddin- fcc. Start Kissingenstraße, Jugendheim.— Ortsgruppe Reinickendorf: 1. Abt.: 6 Uhr Schwärze See. Start Aesidenzstraße, Ecke Pankowcr Allee. 2. Abt.: 7 Uhr Summier See. Start?In!on:enstr. 51.— 1. Abt.: 5 und 12 Uhr Bätzsee(Alte Splßmllhlc). Start Bülowstr. 55.— 3. Abt.: 6 Uhr Eamen. Stund, 1 Uhr Tour am Start Lausttzer Platz.— 4. Abt.: 8 und 12 Uhr rossinsee, Start Wcberwicss.— 5. Abt.: 7 und 12 Uhr Mahlow, Start Landsberger Platz.— 6. Abt.: 7 und 12 Uhr Miihlenbcckcr See. Start Schön- hauser Allee 184.— 7. Abt.: 5 Uhr Buckow, 12 Uhr Radebrück. Start Kolonie- strafte 147,—». Abt.: 6 und 13 Uhr Hcllse«. Start Schulstr. 114.— 10. Abt.: 5 Uhr Kallinchen. Start Eomeniusplatz.— 11. Abt.: 3. Sept., 18 Uhr, Tiefen. scc: 6 Uhr Ticfensee. Start Blochplatz. Touristenverein„Die �Naturfreunde". Zentrale Dien. Adt. Eharlottenburg: Freitag, 2. September, 20 Uhr, im Helm Spree- strafte 30.— Abt. Südost: Freitag, 2. September, 20 Uhr, im Heim Reichen. bcrgcr Str. 66.— Abt. Gesundbrunnen: Freitag, 2. September, 20 Uhr, im Heim Lortzingstr. 19.— Abt. Treptow: Freitag, 2. September, 20 Uhr, im Heim Elscnstr� 3.— Abt.� Lichten radc:��eiiag, 2. September, 20 Uhr, bei WWWMZMW» Montag, 5. September, Iv'i Uhr, im Heim Eberipstr. 12.— Abt. Schöneberg: Montag, 5. September, 20 Uhr, im Heim Saupistr. 13.— Faltbootabt.: Sonnabend, 3. September, Fahrt durch den Obcrsprerwaid. Abfahrt 14.55 Uhr Görl. Bhf. bis Lllbben.— Wedding: 10./11. September Flämingfahrt. Sonnabends 181g Uhr Dhf. Friedrlchstraßc(Fcrnbhf.). Conntagslarte 4. Kl. bis Belzig. Athletik. Städtekampf im Ringen: Leipzig, Teutonia 06 gegen Berlin, Adler 05. Sonnabend, 3. September, 20% Uhr, findet in Irmcrs Prachifäleu, Am Trcp- iowcr Park 27, anläßlich des 22. Stiftungsfestes vorgenannter Kampf statt. Außerdem artistische Einlage und Iiu-Jitsu-Borsührungcn. No-d-Ost-Kampsabend. Sonnabend, 3. September, 1914 Uhr, peranstaltet die Sportliche Bereinigung Nord-Ost in ihrem Kampfringe, Ehristburger Str. 7, einen Kampfabend, der mit je fünf Paarungen im Boxen, Jiu-Jitsu und Ringen wieder ein interessantes Programm bietet. Im Boxen stellen SC. Liberias und Concordia die Gegner, im Ziu-Jitfu sind es EE. Junge Kraft und Wedding. Vom Veranstalter gehen in den Ring: Boxen: Schulz, Wacker. nagel, Hardegen, Müller, Lehmann: Jiu-Jitsu: Knaak, Schirmer, Schmock, Appler, Bado: Ringen: Lindner, Hanke, Hinze, Pertz, Borack. Freie Svorilcr Johannisthal 1807, Adt. Leichtathletil. Monaisverfamm» lung Sonnabend, M»MMMMM»WMIMWMMWMMW»»M�MM»��>�� Werner-ss' J»»....__________ MW», m__________ ich MM» für Frauen einen Iin-Iitfu-Kurfus abzuhalten. Beginn Mittwoch 20 Uhr Turn- Holle Echlestsche Str. 4. Anmeldungen werden dortfclbst entgegengenommen.— Rhythmische Gymnastik: Ab September findet das Training wieder in den Hallen statt, und zwar sür die Abt. Osten: Dienstag, 6. September, 1914 Uhr, Turnhalle Bromberger Sir. 14. Adt. Süden und Mitte: Freitag, 2. September, 1914 Uhr, Turnhalle köpenicker Str. 125. Wassersport. Freie Schwimmer Treptow 126. Badeabcnde Mittwoch» und.__ 18—20 Uhr im Berliner Bad, Lohnillhlenstraße. 4, Eeptemder Avbadcn, per. Kunden mit Schau- und Wettschwimmen sowie Gästekonkurrenzen 15 Uhr. Eintritt 40 Pf. ..... � Anfang Freie Schwimmer Eharlottenburg. 2. September, 2014 Uhr, Monatsversammluna bei Grimm. Kasser-Friedrich-Sir. 13. Wassersportvereln Rceomania. Sitzung Freitag, 2. September, 2014 Uhr, bei Sofimann, Wismarplatz 2. Frei« Schwimmer Ncuksllu, Ortsgruppe Lichtenberg. Sonyabend, 3. Eep. tember, 20 Uhr, Gruppenversammlung de: Hugo Wegener, Franlfurter Allee 282. Wander-Paddler Havel, c. B. Bootshaus: Heiligensee, Dorfsir. 29. Sitzung Freitag, 2. September, 20 Ilhr, bei Fuhrmann, Graun-, Ecke Dcmminer Straße. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Wassersportoerel» Helio», e. B. Sonntag, 4. September, für alle Mitglieder Arbeitsdienst. Antreten 8 Uhr. Verschiedenes. Arteitcr-Schach. Sonntag, 4, Ecpiembcr, veranstaltet die Arbeiter-Schach. Vereinigung Südost Massenwettkämpf« in Eichwalde, Waldschlößchen, Kaiser. Friedrich-Str. 1. Gespielt wird an etwa 100 Brettern gegen den Werdebezirk Ost. Außerdem Gästcturnier. Die Teilnehmer treffen sich um 914 Uhr am Bhf. Eichwalde. Turnierbcginn 1014 Uhr. Arbciter-Radsahrerpereia Groß-Berlin. Sonntag, 4. September, 4 Uhr, Scharmützelsee, Diensdors, Alte Fischcrhütte. Motorfahrer: 4. September, 5 Uhr, dieselbe Tour. 13 Uhr Hirschgarten, Wilhclmshos. Start Waldemarstraße, Ecke Mariannenplatz. Gäste willkommen. Arbeitersport- und Kulturkartell Friedrichshain. Montag, 5. September, 1914 Uhr, Kartellsitzung, Landsberger Str. 82. Kariellbeiiräge abrechnen! Altersturner der KTGB. Auf nach Wittenberge! Sonntag 5.40 Uhr Lehrter Hauptdhf. Aofahrt 6.10 Uhr. Die Hoch- und Untergrundbahn fährt auch des Sonntags frvh 5.08 Uhr von allen Anfangsstationen bis Näh- Lehrter Bahnhof. Karten sind noch bis heute 18 Uhr in der Geschäftsstelle. wcllerberichk der öffenlllchen Wellerdienststelle für Berlin und Umgegend fRachdr. verb.) Meist heiter und warm, etwas(Gewitterneigung.— Für veulschland: Am Westen etwas wolliger und kühler, sonst ziemlich heiter und warm. Di» zur Oder eiwaS(Newilterneigung. übergibt man nur dem Slatbrnets fin Deutschen Mustlerverdaudes, Berlin. Kam- mandamenstr. 63,64. Dönhoff 3277— 7a •eichäftszelt 9—5, Sonntag» 10—2 Uhr Auf Wunsch: vertreterbesuch. S'i'OstZ I /X UQ�cs�'nr�Dll�xswsi. a.-q Wir eröitaeB heule Arailif nctfl* 4Ä SpezIaljcsdiiUI Ihr lllllllllllllilllllllllH V fi lilil vfiluf M• JL\J Herreil' und Jundlinds-BekleldimS Wir haben unser eigene» Vcrkaufs«Sy»tcm und bieien Ihnen folgende Vorteile: 1. Wir gewähren jedem einen metarmonatliclieiB Hreditf Trotzdem zahlen Sie bei uns dieselben Preise wie in anderen Geschäften, wo Sie gegen Barzahlung kaufen. 2. Wir berechnen für den bewilligten Kredit keinerlei Verzinsung, noch verlangen wir hierfür irgendeine Vergütung. 3. Sie bekommen die gekauften Waren bei einer Anzahlung, je nach Höhe der Kaufsumme, sofort ausgehändigt. 4. Wir liefern Ihnen gute, tragfähige Waren in erstklassiger Verarbeitung. Unsere Konfektion zeichnet sich aus durch hervorragend schöne Paßform. 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August 1027 In der NachnnttagSziehung wurden Gewinn« über IVO M. gezogen 2 Sewwne ,» V000 M. 2S74S2 g»«Win«, ,u 3000 M. 64362 222615 266282 339590 6 Sewmn»|u 2000 M. 12607 29417 99856 20 Ociuinnc ,u 1000 SB. 33274 72624 76231 160333 176327 236430 248853 269476 277058 277296 62».mmn. ju 600 SB. 23449 33684 60337 67737 75607 92607 109834 127608 128108 149657 164277 169606 183247 186508 193033 197716 211927 217907 232863 250178 260330 264660 265417273273 282623 302006 302997 308803 325090 337981 340123 218»»Winne ,u 300 SB. 807 902 8367 8885 9256 26806 29884 32058 35724 35879 44555 45340 46705 47126 57238 60438 60851 64294 65835 66896 72073 73207 76476 76510 78466 81814 82163 84681 85641 86615 90955 92408 92665 95116 98417 102135 108222 113019 uis:.:' _____..18396 159021 16_________ I__________________ 188979 194664 197825 168040 201101 203165 210808 211550213318 113148 1 14931 150922 152692 156: 340 124270 121107 125141 128787 130247 133663 159021 1 687 1 9 171615 172784 174656 177987 227054 241167 244451 246671 249696 251692 255097 257307 260455 261224 264434 264937 271594 276867 281818 282433 283238 286262 286616 286951 207833 291645 294515 295267 302134 303780 304862 307291 308660 310335 310499 313812 322793 325776 326049 326678 326948 329606 333132 338892 339111 340544 342692 343464 14. ZIehungslag 1. September 1927 Sn der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 1S0 M. gezogen 2»»Winne«u 10000 SB. 146668 2»»Winne ,b 3000 SB. 66242 20»ewmne tu 2000 SB. 14338 18882 61830 841 45 99608 181013 237218 264163 281494 302167 30»ewmne III 1000 SB. 9036 27859 56464 61668 124081 131701 182489 196372 202862 239348 272688 284803 288961 302305 332231 82»»Winne ,» 600 SB. 33 6496 46500 47938 62430 63515 67655 76786 67460 91475 109223 111937 121358 122636 124465 125507 127531 136854 137394 160806 170950 170993 164617 185609 188346 190649 195182 196018 207238 228456 239374 266991 277014 283849 291097 306546 331508 337184 337627 340321 342486 184»ewinne m 300 SB. 3134 12043 15307 16381 18787 17063 25732 27987 32782 33077 33985 38074 39871 46418 47023 65300 65610 57372 57865 69911 60425 81190 70090 70576 70749 76330 82802 87923 68914 96240 98709 99215 102724 114532 116806 117868 134432 137018 145091 153399 166979 165990 168193 165537 170647 172410 179082 194257 194898 203144 206530 207854 208483 212844 214249 216151 226222 226787 228796 236370 238919 242080 245180 252577 266354 267811 259327 259710 272844 273781 274293 281083 286116 290041 298125 301691 303442 305658 309642 312149 312992 315802 322426 322627 324042 324894 331582 334742 337699339918 341802 347173 . i»' ßfL �-■ Henkels dCHeuerpiiiver in handlieher Sireuflasehe Endlich erreicht! Meine 2 Schlager Desseit-Obstweini >95, ■ JMIISIISIIMII rollkommen in Qnalit&t, fabelhaft im Geschmack, tlfll}, MaJlteft«., ciU{ Ltr. Pli 7 Ueberzeugung Kostprobe ,I«silvtila,lurbz.BnleLt?S3Pt ' TimleU rti... Liter 1.30 latar Iriicbravela etil. Liur 1.40 Nllatl«tu.... Liter 1.50 iSpez.-Obstweinj : herrlich an Süße, billig im�Anc- z Preis, feurig, aüßer Tafel-> gHs» : wein ca. 14}..... Liter j I: uiiitiiii(MiiiiiMfiifiiiiniimi«uMi(«uiMniiiis macht wahr I n gratlsl Fiinster süfesr Iptslvelo Litar TS pt FelüSler lue) Simu«tu. uu* 1.00 Feinst. SlllIO macht mfcBtcLUr. 1.90 Fernster Dooro Parlweli«tsLtr. 2.60 dlilwit»... fi. 0.7 5 Dea icbe Veltweiie... fl 1.15 leluCuti....... fl 1.1 5 Ed.slieliner-ScUosi... FL 1.25 Ult» Iirtemi-Telne.. FL 1.50 InilsrilZ IPZterOejhwsltieFL 1.90 Traisa veratsNen sie» euaaeklisSllek Lina. ausschank direkt vom Fasn reinster Tnlel-Aquavlt rar Kenner.. 1/,FL 2.25 Litar 2.85 Tsliutor Weinbrand Verscbn.*-* stara'hfl 2.50 Liter 3.20 Echter deutsch. 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