Ve. 4S0 ♦ 44. �ahegasg Ausgabe A Kr. 214 Bezugspreis: WöchnlSich AI Pfemli«. aooatMl 3,— Reichrmoick ootou«»oKBar. Unter Streifband im Z». und Ausland s.so Reichsmark pro Monat. ?er»ZorwSris� mit der illustrier. tcn Sonntagsbeilage JSoB und Seif sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen*..Aus der Filmwelt". ..Frauenstimme*..Der Kinder- ireund"..Iugend.Borwstrts*..Blick in die Biicherwelt* und.Kultur. arbeit* erscheint Wochen täglich zwei- Wal, Sonntags und Montag, einmal. Telegramm-Adresse: .Sozialdemokrat verlin* Sonntagsansgabe Verliner Volksvlatt Groß-Berlin 18 Pfg. Auswärts SV Pfg. mit„Boll und Zeit" Anzeigenpreise: Di««insualtiae Ronvareisse. »eile SV Pfennig. Retlamceeile 5,— Reichsmark.»Kleine Anzeigen* da, fettgedruckte Wort 2Z Pfennig (»utSriUt»wei fettgedruckte Wortes. ieixs weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, iedes weitere Wort 18 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben»Stilen für»wei Worte. Arbettsmarkt Keile 3V Pfennig. FamMenaneeigen fite Abonnenten Seite 40 Pfennig. An,eigenannabme im Hanpigeschaii. Lindenstrasse 3, wochentäglich von S'ch bis 17 Uhr. Zentralorgan der Sozialdcmokratifcbcn partei Dcutfcblands Neöaktion und Verlag: S erlin EW. öS, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297, Sonntag, den II. September 1927 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin EW. öS, Linöenstr.Z Poftfchecklsuto: Beeli»»7 5«-«aukkonte!»aul der«ebeitee.«Ngefteltes uu» Beamte»,«allste. 1»«talauto-Sefellsihaft.«evolltenkaste llindeaste.». Der Mfftanö in Litauen. Die Führer ins Ausland entkommen. I Memel, 10. September. Van der Pressestelle des Gouvernements wird dem „Memeler Dampfboot* mitgeteilt: Führer des Tauroggcner Putsch»? waren Hauptmann a. D. M a j u s. ferner ein Jude, dessen Name bisher nicht ermittelt werden konnte, der frühere sozialdemo- Irotische Abgeordnete Mikulski und der Gymnasial- I obrer Eatalnas, Mitglied des Lehrerberufsverbandes. Noch Aufdeckung des Putsche? sind diese Putschisten in Autos in die Georgcnburger Wälder geflüchtet. Diese sind von Militär um- stellt morden. Die Flüchtlinge haben aus der Tauroggener Ab- teilung der Emissionsbank 200 00 Sit und SOOO Dollar geraubt. Bei der Säuberung der Stadt von den Putschisten wurde der Leutnant des 2. Litauischen Illonenregiments Hessqs, der in Tauroggen seinen Urlaub verbrachte, als Unbeteiligter von einer Zbugel getroffen und getötet. Der Student Banys, Mit- plied der Studentenkorporation Vortininkoi, der beim Ausbruch des Putstbes mit anderen Studenten die Tauroggener Polizei entwaffnet hatte, wurde verletzt dem Tauroggener Kranken- bttitse ziigesührt. wo ihm ein A r m amputiert wurde. Bisher sind in Taurnggen 60 Putschi st en verhaftet worden. Der eigentliche Führer des Aufstandes war ein gewisser S e r- b e n i o. ein linkssozialistischer Lehrer, der bereits im De- z-mber 1920 in Tauroggen den Widerstand gegen die jetzige Regie- rang organisiert hotte und damals noch Tilsit geflüchtet war. Di« Aufständischen hatten P o st, Telegraph und Bahnhos be- setzt. Die Militärbehörden grilfen mit grosser Energie ein und e» akiang, in kürzestr Zeit den Versuch zu unterdrücken. ' Eine snätcre Köwnoer Meldung sagt: Den Führern des'Auf- s'bndes, dem Hauptmann o. D. M a j u s, dem Abgeordneten Moknlskis und dem Gymnasiallehrer S o l t a n a s. ist es gelungen, in zwei Autos über die Grenze zu entkommen. Tilsit. 10. September. Di« über die Vorgang« in Tauroggen hierher gelangten Nachrichten besagen, daß etwa 200 bi» 300 Kommunisten die Staatsbank gestürmt und eiwa-IOOOOO Lit erbeutet haben. Mit Kraftwogen wurden schnell Truppen herbeigeschasst, die die Ordnung wiederherstellten. Vier Tote, darunter ein Kommunist und ein Mitglied des litauischen Schützenverbondes, sollen die Opfer in Touroggen sein. In Richtung Galsdon— Joneiten sollen die Kommunisten sich zurückgezogen haben. Die litauischen Absperrungs- matznahmen an der deutfch-memelländischen Grenze sind heute früh 8 Uhr wieder ausgehoben morden. Riga, 10. September. „Jaunofas Sinns* meldet aus Kowno und au» verschiedenen Provinzstädten Litauens viele Haussuchungen und Be.r- -hustungen. In Kowno wurde u. a. der ehemalige Sejm- abgeordnet». S ch! g«! e s und das Mitglied der Stadtverwaltung Caesar Petra uska» festgenommen. lieber Schauten wurde der Belagerungszustand verhängt. Selbst die litauischen Regierungsnachrichten lassen den Aufstandsversuch doch als ziemlich ernst erscheinen. Die jetzigen Machthaber sind es nur durch einen eidbrecherischen Militärputsch geworden; wie wenig das brutal unterdrückte Volk mit ihnen einverstanden ist, beweist dieser Aufstondsver- such wieder. Die Regierung nennt Sozialisten als Führer; also war es entweder kein Kommunistenputsch oder man benutzt ihn zur Sozialistenhetze. Ebenso dienen die Hin- weise auf das Judentum eines angeblichen Führers, auf den Lehrerverband, dem ein anderer angehöre, und auf das Studententum eines Kämpfers, der Erzeugung der ge- wünschten Pogromstimmung gegen alle diese Gesellschafts- schichten. Chamberlains Rede in Genf. Eine Niederlage Englands. V. Sch. Genf. 10. September.(Eigenbericht.) Sir Austen Ehamberlain mar wirklich nicht.zu beneiden, ols er am Sonnabend abend dos Wart ergriff und dann als letzter van den Anhenminsstern der Lorarno-Mächte den Standpunkt seines Landes zu den grossen Problemen darlegte. Schon öutzerlich litt seine Red« unter ungünstigen Umständen. Eine drückende Gewitter- schwüle machte dos Ausharren in dem überfüllten Reformationssaal zur Oual, und von der leisen Ansprache konnten nur die nächsten Zubörer einige Brocken erhaschen. Die meisten blieben auf das stenographische Protokoll angewiesen und mußten dann feststellen, daß inhaltlich die Rede noch viel schwächer war, als man es bei dem tonlosen Vortrag vermutete hatte. Es war eine rein negative Rede. in der der Vertreter Großbritanniens seinen Willen zum Ausdruck brachte, weder an den bisherigen Methoden der Großmächte etwas zu ändern noch zur Lösung des Friedensproblems auch nur einen Schritt weiter zu gehen als bisher. Was die Behandlung der kleinen Mächte betrifft, so war die Rede Chamberlains eine äußerlich scharfe, inhaltlich schwache Antwort auf die Kritik, die vor allein der norwegische Dcle- gierte H a m b r o in der Debatte vorher geübt hatte. Wer könne, so führte Ehamberlain ungefähr ans, die Mitglieder der großen Mächte daran hindern, zusammenzukommen? Das töten auch Minister von kleinen Staaten, die nicht dem Rat angehörten. Meinte er mit dieser Anspielung etwa die Konferenzen der baltischen und nordischen Staaten, so war dieser Vergleich eine Unverfrorenheit. Denn diese kleinen Staaten versuchen nicht wie die Großmächte in Gens alle wichtigen Probleme an sich zu reißen, sogar unter völliger Aus- schaltung des Völkerbundsrais, sie lassen nicht die Delegierten tagelang auf die schlecht oder recht zustandegekommencn Kompromisse der Großmächte warten, und sie zwingen nicht tnit allen Mitteln des politischen und wirtschaftlichen Drucks ihre Beschlüsse den anderen auf.„Uebrigens," so sagte Ehamberlain dann wörtlich, „wir haben viele Dinge zu besprechen, dieunsalleinangehen. und ich glaube, daß wir nicht nötig haben, den Rat damit zu be- lüstigen. Wir können diese Dinge unter uns regeln." Eine sehr gefährliche Theorie, die sich die deutsche Regierung auf keinen Fall länger zu eigen machen dürfte, denn sie laust aus eine glaitc Verneinung der völkcrbundsgrundsähe hinaus. Wer bestimmt übrigens, ob eine Frage nur die Großmächte berührt und den Rat„nicht belästigen" darf? Will man im Ernst diese Behauptung etwa auch auf den albanischen Konflikt an- wenden? Noch deutlicher trat der rein negative Standpunkt Chamberlains in der Abrüstungsfrage zutage. England habe seine Armee unter die Vorkriegsstärke herabgesetzt, ebenso seine Flotte, obwohl es kein Land auf der Welt gäbe, das— wie Eng- land— den Frieden in den v e r s ch i« d e n st e n Erdteilen sichern müsse. England habe feiner seine grundsätzliche Zustimmung zu dem Zlntmg gegeben, eineo fiKaoziellen Garantiesond» für Staaten zu gründen, die angegriffen werden. Was könne Eng- land mehr tun? Sehr interessant war Chamberlains grundsätzliche Erklärung auch gegen ein« Erweiterung der Schiedsgerichtsbarkeit. Dos britische Reich befinde sich darin in einer ganz besonderen Loge. Jedes Glied dieses Reiches sei autonom. Ein solches Reich könne keine Verpflichtungen eingehen, die es vielleicht materiell nicht aus- führen könne. Bezüglich der Sicherheit habe England dos Bölkerbundsstatut angenommen und man sollte den heiligen Charakter dieser von England übernommenen Verpflichtung nicht bezweifeln. Als Eng- land besondere Garantien gegenüber allen Rheinpaktmöchten in Locarno übernommen habe, habe es gewußt, welche ungeheure Verantwortung es damit auf sich nehme. Er wall« nicht in der Ber- gangenheit wühlen, müsse aber daran erinnern, daß England in den Krieg gezogen fei.«eil es Velgtens Neutralität garantiert hatte. Es hätte dafür Millionen von Söhnen aus allen Teilen des britischen Reiches geopfert. Großbriwnnien wisse also, was eine solch« Ga- rantie unter Umständen kostet. Nun verlange man, daß England noch mehr tue und olle anderen Grenzen garantiere. Das fei u n- möglich. Wenn England so etwas versprechen würde, so wäre es bei dem jetzigen Zustand der Welt nicht fähig, es zu halten.„Was Sie von uns fordern, das ist die Zersplitterung des britischen Reiches." Wenn man, wie es der holländische Antrag tue, die Grundsätze des Genfer Schlußprotokolls wieder aufnehme, so sei eine Diskussion über diese Grundsätze vergeblich(dann hätte nämlich die konservativ« Regierung«inen schweren Stand, nicht nur außen-, sondern auch innenpolitisch). Eine solche Diskussion würde sehr heftig sein und die Folgen k a t a st r o p h a l, da die Geister seit 1921 sich nicht geändert hätten. Man müsse den Frieden nicht durch solche Anträge zu fördern suchen, sondern wie das in Locarno zwischen Deutschland und Frankreich geschehen sei, durch direkte Verständigung zwischen den Ländern. Das Ziel des Friedens lasse sich nicht durch dramatische und sensationelle Beschlüsse erreichen. Nicht solche Pflanzen, die am schnellsten wüchsen, seien die ge- sündesten und dauerhaftesten. Diese Rede war so ausgesprochen negativ, daß sie bei den meiste« Delegationen einen sehr wenig günstigen Eindruck hinterließ. Sie war ober nur die Beglaubigung dessen, was man schon wußte, nämlich, daß England unter seiner jetzigen Regierung hemmend aus dem Wege des Fortschritts steht. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Reichskabinett unü Sefolöungsreform e-Jn allen wesentlichen Teilen" zugestimmt. Da, Reichekablnetl beriet gestern unter Vorsitz des Reiche kanzler» Dr. Marx den Entwurf eines Vefoldungsgefetze». Da, Kabinett stimmt« dem Entwurf in alle« wesentliche« Teilen z».«e Schwhberawn, findet in den nächst« Tage« statt. Schieösreöen statt Abrüstung. Magere Ergebniffe in Genf. Zehn Tage parlamentarisches Ringen; davon haben aus Genf Telegraph, Telephon, Telefunken in alle Winkel der Kulturwell berichtet. Und noch einmal zehn Tage werden die Genfer elektrischen Wellen die Radiomikrophone, Hörer und Tastopparate in fünf Kontinenten klappern, knistern und zittern lassen. Am Ende hat wieder die Schweizer Postver- waltung einen netten Anteil an den internationalen Kosten des Völkerbundes verdient. Schon jetzt läßt sich sagen: der politische Ertrag dieser 8. Völkerbundstoaung wird nur gering sein. Daß 10 vvv Mann der„Alliierten'-Truppen in Kürze den Boden der deutschen Republik verlassen werden, auf dem sie nur von Vertrags wegen, aber längst ohne das gering st e sitt- liche und"geschichtliche Recht sich noch immer be- finden, das amtlich mitgeteilt z» erhalten, war die eine schmackhafte Frucht, die wir in dem Genfer Riesenkorb voll tauber Nüsse fanden: aber dazu war es wahrhaftig nicht nötig, daß zwanzig Außenminister und zweihundert Diplo- maten und Geheimräte drei Wochen in Genf Diäten vor- zehren oder ersparen. Jfc Bisher gab es— neben allerhand Verwaltungsarbeit— nur einen einzigen wirklichen Fortschritt, eine kleine, aber wenigstens doch eine Tat unter dem schäumenden Wasserfall der Ermahnungen, Beschwörungen, Kritiken und Schliche: der Entschluß Deutschlands, die Schiedsgerichts- barkeit zu fördern und die Verpflichtung,„das Obligatorium" auf sich zu nehmen, also alle Rechtsstreitigkeiten mit allen Staaten, die das gleiche getan, durch die gelehrten und gelernten elf Richter im Haag entscheiden zu lassen, wenig- stens hier auf die Winkelzüge und Kniffe der Diplomatie, auf die Anwendung all der Machtmittel zu verzichten, die die Mächtigen der Erde bislang auch in Rechtsstreitig- leiten gegeneinander und gegen die Kleinen auf Kosten der Völker und des Friedens anzuwenden pflegten. Mögen recht bald und recht viele der Regierungen und Parlamente, die hierin säumig gewesen, hier der Führung der deutschen Republik, folgen. Für die Schiedsgerichtsbarkeit das poli- tische Schwergewicht Deutschlands auf die Wagschale der Völkerbundspolitik wirken zu lassen, ist die Forderung, die die Sozialdemokratie innerhalb der deutschen Delegation und außerhalb der Regierung immer wieder erhebt und durchsetzt. Die deutsche Delegation sollte in Genf eine Entschließung einbringen, die alle Staaten auffordert, sich auf dos Schicdsgcrichtsver- fahren zu verpflichten! Sonst aber ist der positive Ertrag der Genfer Vcrhand- lungen bislang dürftig. Er wird diesmal wohl dürftiger als je in den sieben früheren Sitzungsperioden bleiben. Eben wird bekannt, daß die holländische Entschließung in den politischen Ausschuß nicht einmal in der unsprüng- lichen Form hineinkommt. Aber selbst wenn sie es täte, was wäre damit gewonnen? Besagt sie doch nichts weiter. als daß die Vollversammlung die Grundsätze des Genfer Protokolls noch einmal„studieren" solle! Und die pol- nische Initiative? Sie sollte dazu dienen, diesem Staat, der sich im Osten, Norden und Westen im Besitz von Gebiet sieht, das ihm nach dem Selbstbestimmungsrecht nicht zukäme, seinen Besitzstand noch einmal und wieder noch ein- mal zu garantieren. Selbst Frankreich hat es satt be- kommen, den Unsicherheitsgefühlen seines Bundesgenossen immer wieder die Aussichten einer besseren Nachbarschaft mit Deutschland zu opfern. So haben die drei juristischen Heim- arbeiten der auswärtigen Aemter von Berlin, Paris und London: Gaus, Fromegeot. Hurst, olle Nähte des polnischen Antrages aufgetrennt: aus dem Staatskleide, das Polen an- legen wollte, ist ein Nachthemd geworden, das fünfzig Dele- gationen der Blöße ihrer Genfer Kläglichkeit überziehen wollen. Es mag der Genfer Stimmung entsprechen, eine Pro- klamation des Friedens zu erlassen. Auch Diplomaten haben ein Recht, Feste zu feiern: mag sich daraus allmählich eine diplomatische Festkultur entwickeln. Das märe ein schöner Schmuck des internationalen Lebens, von Bedeutung vielleicht' später einmal. Jetzt erinnern sich die Massen an die Scheußlichkeiten, die im Namen des Friedens, der Gerechtigkeit, des Christentums, ja der Menschlichkeit die Menschheit erschauern ließen. Zuviel Phrasen sind von den blaffen Lippen der Diplomaten geträufelt! Es kommt darauf an, den möglichen Massenmördern, den Militaristen aller Nationen die Handschellen des Völkerrechts anzulegen. Für die Dauer ist von der schönsten Friedens- resolution wenig gewonnen, und selbst wenn sie einen oder zwei bindende Paragraphen gegen den Angriffskrieg und für die friedliche Austragung von Streitfällen enthielte: das wäre kaum mehr, als das heutige internationale Recht schon verlangt. Eher ei« Rückjchritj, der sich al» Fortschritt be- mäntelt, eine Badehose für die Schamhaftigkeit der Sabo- tage des wirklichen Friedens. Eine handfeste Resolution, die Abrustungs* konferenz aus den Anka na des neuen Jahres einzuberufen, und die Vorberatungsarbeiten für sie beschleunigt und sofort zu Ende zu führen, das hätte wirklichen Nutzen. Aber dazu ist die achte Plenar- tagung, scheint es, nicht fähig. Wir sehen ein Tohuwa- bohu von Konferenzen, Anträgen, Reden um die Formulie- rung des Friedens, und die Fundamente des Frie- dens zu legen wird vergessen. Nicht einmal das abgerüstete Deutschland wagt es, die allgemeine Ent- waffnung zu fordern. * Die deutsche Genf-Delegation ist von rechts her schwer belastet. So sehr die Richtung, in der sie sich bewegt, im großen und ganzen nach den richtigen Zielen strebt: das Tempo, mit der sie vorwärtestrebt, ist allzu langsam. Dem Berliner Kabinett mußte der Entschluß, das Obligatorium anzuerkennen, erst abgerungen werden. Das find die Bin» düngen, die ihre Aktionsfreiheit von der Heimat her fesseln. Darüber wird nach Abschluß der Tagung und im Reichstag noch Kritisches zu sagen sein. Btelleuht aber nützt es noch jetzt, auf die Bindungen hinzuweisen, die sich Strese» mann ohne äußere Rot auferlegt. Deutschland könnte international in den Werken des Friedens ent- schiedener führen. Gewiß war es ein selbständiger Entschluß, das Obligatorium anzuerkennen, ohne daß andere Mächte sogleich mittaten. Aber weiter scheint es noch nicht zu reichen. Es sieht nicht so aus, als wenn Strese- mann Deutschland an die Spitze der Mehrheit der Staaten setzen wollte. Eine allgemeine Entschließung zugunsten der Abrüstungskonferenz und zugunsten der Schieds- Pflicht scheint nicht eingebracht werden zu sollen. Das hieße, sich von England trennen, das in feiner konservativen Regierung heute gegen die Verpflichtung auf das Schieds- gericht und nicht gewillt ist, für die Abrüstung Opfer an poli- ttscher Macht zu bringen. Ebenso steht das offizielle Frankreich der„Abrüstung" oder auch nur der Begrenzung der Rüstungen abgewandter als noch vor einem Jahr gegen- über. Dabei find mit der Truppenreduzierung die eigent- lichen Ergebnisse der Politik von Locarno für Deutschland ab- geschlossen. Vorwärts zu kommen ist für Deutschland nur durch klare Völkerbundspolittt. Aber die Deutschnationalen wollen sie nicht. Sie schädigen die„nationalen Belange", wenn sie damit die Internationale sabotieren. Im Völkerbund gewähren sie ein wahrhaft trauriges Bild: Tunichtgut rn der GenferFürsorgeanstalt! Muß noch jähre- lang lernen, ein brauchbares Mitglied der menschlichen Ge- sellschaft zu werden I ver Polenantrag im /lusfthuß. Ter holländische Antrag verwässert. Der Genfer V. Sch.- Bericht, dessen Anfang auf der ersten Seite steht, fährt fort: Vergleicht man die Be- geisterung. mit der vor drei Jahren der damalige Premier- minister. Genosse Macdonold. in Senf bejubelt wurde, als er h'e.Mitwirkung seinem Lande? am Genser Sicherheitsprototoll an- kundigte, mit dem kühlen Empfang der heute Ehamberlain. be. rejtet würde, dann hat man das beruhigende Gefühl, daß die Zahl der Freunde eines reaktionär regierten Englands in der Welt immer weiter zurückgeht und daß es nur noch auf ebenfo reaktiv- när regierte rechnen kann. Es sprachen in der Diskussion»och zwei Lateinamerikaner, dann wurde sie auf Montag vertagt. Der ursprüngliche Plan, die Generaldebatte heut« abzufchlieben, hat sich nicht durch- führen lassen. Vor der Plenarsitzung hatte das Präsidium auf Antrag Sciolojas beschlossen, der Vollversammlung die Ueberweisung de» Die Glashütte. Von Hermann Schützinger. Die Glashütt« hat heute ihren großen Tag. Erstens ist ein Bündel höchst komplizierter Aufträge von Kunstgläsern eingetroffen und von der Direktion dem Hiittenleiter übermittelt worden, zweitens staut sich heut« die Zuschauerschaft, die seit Jahren von der nächsten Bahnstation aus die Hütte passiert, angesichts des wost- losen Landregens in den Bergen zu einem beängstigend anschwellen- de»— Parkett. Wie im Parkett einet Schauspielhauses stehen sie nämlich da und betrachten sich worttos die Pantomime, die da, rings um den Glutofen, auf dem Bretterpodium der Arbeit vor sich geht: Unten:.Sommerfrischler" jeglicher Sorte, Bolksschullehrer. Postsekretäre, Stenotypistinnen, Handlungsgehilsen und Amte- gerichtssekretäre aus der großen Stadt in toller Verkleidung. Loden- Mäntel, Regenhäute, Lederkappen, Toursstenhüt«. Dazwischen pik- feine„Gents" in Reisemütze. Pullover und Knickerboxers. Elegant« „Ladys" mit roten Ledermänteln und gelben Täschchen unter dem Arm. Oben: Gebräunte Proleten, mager, sehnig: nur mit Hemd und Hose bekleidet. Wie im„Viertaktmotor" aneinondergeschmiedet. vollführen sie. Jung« und Alte, ihre Funktion und balancieren an ihren langen Blasrohren das glühend« Glas. Eine Zirkusszene, wie sie sich Max Reinhard nicht schöner wünschen kann: In der Mitte der rußigen Scheune mit de» ge- schwärzten Lustabznglöchern bläht sich hinter seinen Ziegelmauern der feuerspeiende Ofen. Ringsum stehen und sitzen die Bläser auf den Brettern ihrer Estrade, stoßen die Blasrohr« in die glühend« Masse, werfen sie elegant herum wi« Billardqueus, lassen sie aus- schwingen und balancieren und bearbeiten dann das halbflüssige Matena! in wohldurchdachter Arbeitsteilung wi« die Trompeter und Posaunisten einer rotflüssigen Sinfonie. Die Pikkolos, die Lehrjungen, rennen im Parkett durch die zwischen den Gaffern frei gelassenen Gang«, holen das Wasser, um die Kübel der oben agierenden Gesellen zu füllen und um die fertigen Gläser mit großen Holzgabeln abzuholen und in den lau- warn, angeheizten Seitenkästen zu verstauen. Die Soprane, halbwüchsige Jungen, die wohl erst ettiche Monate in der Fron der Arbeit stehen, vollführen die einfachsten Hantierungen, stoßen das Rohr in die glühende Masse, holen es heraus, lassen es rotieren, fahren zum Entsetzen der Backfische und alteir Tente«>>« Parkett mal mit der flächen Hand über die sich bildendes Glase', spritz"« mal Walser darüber und stoßen es in die unten b:rs>i!!caen!:e Hoszsorm hinein. D"' e Bassisten, das sind die alten Bläser. Sie sitzen zwischen den Jungen breit und behäbig auf ihren Bänken und voll- führen ruhig, abgemessene Qualitätsarbeit: Weingläser mit schmalen sogenannten polnischen Antrages an den 3.(Abrüstungs-) Ausschuß zu«mpfehlen. So wurde auch am Schluß der Versammlung be- schlössen.— Eine erste Niederlage für die engllsche und leider auch für die deutsche Delegakion. die eine Ausschußberatung vermeiden und eine einstimmige Zuruf. annähme vorgezogen hätte. Die Holländer hatten sich ebenfalls gegen die Abwürgungsversuche an ihrem Antrag erfolgreich zur Wehr gesetzt, indem sie einige kleine Abänderungen an ihm vor- nahmen. Sie haben die Worte„Genfer Protokoll", die quf die englische Gruppe wie ein rotes Tuch auf den Stier wirken, aus ihrem Text entfernt, aber sie empfehlen nach wie vor das Studium der Grundsätze— Sicherheit, Schiedsgerichtsbarkeit und Abrüstung—, die diesem Protokoll zugrunde liegen. Wahrscheinlich wird der nunmehr abgeänderte holländische Antrag am Montag ebenfalls dem Ausschuß überwiesen werden. �ktionsbeschluß Der kleinen Entente. Genf(über Prag), 10. September.(Tschechosl. Pressebureau.) Heute nachmittag traten im Hotel Beau Rivage bei Minister Dr. B e n e s ch die Außenminister der Staaten der Kleinen Entente zu einer Beratung über ein gemeinsames Vorgehen in der gegebenen Lage zusamnien. Sie einigten sich auf eine Aktion, die allen Versuchen entgegentreten soll, welch« gegen die moralische Abrüstung, die bestehende Ordnung und den Frieden gerichtet sind._ Weiterer Rückgang öer Arbeitslosigkeit. Das Tempo verringert. In der zweiten August Hälfte ist die Zahl der münn- lichen hauptnnterfiühungsempfanger von ZZ2 000 aus 321 000 zurückgegangen, die der weiblichen von 88 000 auf 83 000, die Gesamtzahl von 420 000 aus 404 000, Der Gesamtrückgang beträgt also rund 10 000 oder 3.9 Proz. Die Zahl der Zuschlags- empfänger tunierstuhungiberechligte Familienangehörige) Hai sich im gleichen Zeilraum von 400 000 aus 452 000 vermindert. Der Gesamtrückgang in der Zahl der Hauptuntcrslühungsempsänger im AI«mal August beträgt rund 48 000 oder 10,0 Proz. Heber die Krisen. sürsorge liegt eine neuere Zahl uicht vor. Zelöherr Luüenüorff. Gen» neuester Kriegsplan: Vernichtung der Frei- maurer. Heber politisch Tote pflegt man im allgemeinen den Mantel des Schweigens zu decken. Auch Ludendorfs gegenüber würde man dieser Uebung nachkommen, wenn er selbst schweigen wollte. Aber der abgedankte General scheint zu vergessen, daß er politisch tot ist. Er ist Feldherr, er fühlt sich als Feldherr. Folglich fühlt er sich nicht wohl, wenn er nicht Schlachten schlagen, Kriegs- plane schmieden kann. Seit seinem ruhmreichen Hakenkreuzzug vor die Feldherrn Halle hat er es mit der F r e i m a u e r e i. In den reichlich bemessenen Stunden seiner Muße hat er sich aus einen Kinderkreuzzug gegen die Freimaurer vorbereitet. Jetzt ist es so weit. Das Material ist beisammen, das Arronge- ment kann steigen. Der Feldherr beliebt, gleich schwerstes Geschütz aufzufahren..„Vernichwnp, der FreiMauttiei dlirch�Enshüllung ihrer Geheimnisse" nennt er eine Schrift, die er zu diesem Behuf heraus- gibt. Dsy Ix ei m a u r«rVt ein Wert Allju da sl Selbstverständlich. Unter dem macht es nun einmal ein teutsches Gemüt von der Kapazität eines Ludendorff nicht. Freimaurerei—„Die Abrichtung zum künstlichen Juden". Alles klipp und klar an Hand untrüglichen Materials bewiesen. Da hat man nun also den Salat. Di« Freimaurerei ist nicht nur enthüllt bis m die tiefsten Tiefen ihrer schwarzen Seele, sie ist vernichtet. Meint der Feldherr. Durch ihn natürlich. Durch sein Skriptum. Man solle ihm obendrein dankbar für die schmerzlos« Art der Hinrichtung sein, denn„im Volk beginnt der Haß gegen die Freimaurer anzu- Füßen, Schalen usw. Die Pfeif« wird ihnen im Mund nicht kalt. Den Trunk, den die Jungen alle zehn Minuten aus Wasserkoraffen in die glühende Gurgel schütten, verschmähen sie. Sie gehen ihnen Trott. Nichts regt sie auf. Drüben rechts aber stehen die Tenor«, die Nollblutpferd« der Direktton. Sie recken die sehnigen Leiber, stoßen ihre roten Bälle öef in den Ofen, wirbeln sie wieder zurück und lassen sie rotierend sausen. Ein Stoß ins Blasrohr, und«in« riesig« Karoff« oder ein Glaslüster dehnt seinen roten Leib. Unter ihnen ist ein Star, ein Solist. Um seinen Stand drängt sich wi« um einen Boxmeister, Kanalschwimmer oder Ozean- flieger das Publikum. Der macht spielend alles, was das Herz begehrt: Sektgläser,„Römer", Terrinen. Er hat einen eigenen Ge- Hilfen, einen sehnigen Jungen neben sich. Der bearbeitet die„Zu- taten": die nimmt ihm der Heldentenor der„Glashütte" mit einem Griffeisen ab und klatscht sie elegant an das Hauptstück heran. Das Publikum gerät jedesmal in Bewegung, wenn ihm em kühner Gniff gelingt, und begeisternde Rufe werden laut: „Sieh mal, Iustav, rnt macht er den Henkel ran!" „Jetzt biegt er ihn uml Eins— zwei— drei!" „Da! Da! Nu klatscht er sie zusammen. Jetzt ist's soweit!" Ein gedehntes„Ah!" rinnt durch die Menge, und stolz reimt der Pikkolo durch die Gaffer: in feiner Holzgabel hüngt das viel- bewundert« Meisterwerk. Die Arbeiter aber kehren sich nicht viel um die Gunst des Publl- kmns. Pikkolos, Soprane, Tenöre und Bassisten agieren mit ihren Stöcken und strecken ihr« mageren Leiber, als wären sie ganz unter sich— wie im Winter, wenn sich kein Teufel um ihre Arbeit schert. Der älteste der Bassisten aber sitzt wie eine stumme Klage beim „Opferstock" an der Türe und kassiert die Schaugelder zugunsten der Proleten, die ihr schillerndes Handwerk vor der Zeit zugrunde gerichtet hat.__. Eine neue Spihenorganisation der deutschen künfllerschost? Da, Kartell der Berliner Künstleroerbänd« hat sich in einem Rundschreiben an eine Anzahl anderer deutscher' Künstler- verbände mit der Aufforderung gewandt, sich zu einem„Reichs- kartell" zusammenzuschließen. Dieses neue Kartell soll als Per- tretung der deutschen Künstlerschaft in allen kulturellen Fragen zu gelten haben, neben dem Reichs wirtschastsverband, der die Künstlerschast in wirtschastlichen Fragen weiter ver- treten soll. Als Begründung wird angegeben, daß dies« Anregung einem Wunsche der Reichsregierung entspräche. Bekanntlich hatte im vorigen Jahre das Reichsinnenminssterium bei der Behandlung des Schund- und Schmutzgesetzes den Neichswirtschaftsverband als für solche Fragen inkompetent abgelehnt und die„Allgemeine Deutsche Kunstgenossenschast" mit dem Vorschlagsrecht für die Reichs- prüfstellen betrauen wollen. Diese Kunstgenossenschast hat aber in München, Stuttgart. Karlsruhe und Weimar, also nicht ganz un- beträchtlichen deutschen Kunststädten, Überhaupt keine Ortsgruppe mehr und ist auch anderwärts reichlich verkalkt. Ob die Gründung eines Reichskartells wirtlich einem Wunsche der Reichsregierung ent- schwellen: die Gefahr besteht, daß der Zorn d« Lölkes sich wohllo-t gegen sie entlädt." Aber man muß ihn selbst genieße«, de» Feld- Herrn. In der Einleitung zu seinem Bernichtungswerk schreibt er; ,F>a es sich in dieser Schrift nicht um Erörterungen persön- licher oder sonstiger privater Angelegenheiten, sondern um das Wegziehen des Schleiers von Dingen höchst poli« tischer Bedeutung handelt, die der Deutsche erkennen muß, um sich zu retten, gebe ich die„G e h e i m n i s s e" der Frei- maurerei in einem Umfange wieder, als es die Erreichung meines Zieles erfordert. Weitere Leräffentlichungsn sind vorbereitet und liegen an verschiedenen Stellen Deutschlands und des Auslandes gesichert bereit. Ich warne die Freimaurer, gegen meine sreimaurerischen Gewährsmänner, die das Wohl des deutschen Volkes höher achten als das Halten eines in Unkenntnis gegebenen unmoralischen Eides oder eidesstattlichen Gelübdes, in„freimaurerischer Gerichtsbarkeit' wegen Eidbruchs strafend vorzugehen, oder sie und meine sonstigen Mitarbeiter irgendwie, zum Beispiel wirtschaftlich, gesellschaftlich oder in ihrem Rufe zu schädigen» wie sie es in freimaurerischer Bruderliebe eidlich übernommen haben und es freimaurerischer Uebung entspricht." So wichtig nimmt Ludendorff sich und sein Werk. Er hat es des» halb auch an Kreti und Pleti versandt, Reichspräsident, Reichsminister, Ministerpräsidenten» Reichstagsfraktionen usw. Und wartet nun mit drohend gezückten Augenbrauen auf Antwort als„P r ü[stein der freimaurerischen Einflüsse in Deutschland". Wie wir hören, ist der Eindruck der Schrift aus die erwähnten Stellen so niederschmetternd gewesen, daß man die Sprache verloren hat. Wer wollte auch angesichts dieser, die Freimaurer vernichtenden Dokumente es wagen, sich zu mucksen! Wenn Erich Ludendorfs e» sagt! Aber stehe da: es hat sich doch ein weißer Rabe gefunden. Der„Hammer'-Fritsch,„einer der bestgehaßten Judenfeinde der Welt", wagt es— hoppla, Vater steht's ja nicht— eine Lippe zu riskieren. Er wagt, die Vernichtung der Freimaurerei durch Erich Ludendorff zu bezweifeln. Aber Vater Ludendorff hat's doch gesehen und dem Hammer- Fritschen einen Brief geschrieben, einen Schreibebrief— nun, Erich Luderchorff steht von Stund an in Fritschen, dem Senior waschechter Antisemiteriche, einen verkappten Freimaurer und ein von Alljuda abhängiges Subjekt, und bittet, den .Hammer" nicht mehr in sein deutsches Haus zu senden. Das findet nun selbst die ,�v e u t s ch e Zeitung"„u n g e- recht, ja empörend". Aber schließlich, warum soll sich Erich Ludendorff nicht seine läee tizce leisten, wenn Damen, die auch nichts Besseres zu tun haben, ihren jfcrnr fixe abhalten? Die Seutsth-völtifthe Freiheit tagt. Porta. 10. September.(TU.) In Porta bei Minden wurde heute nachmittag die diesjährige Reichstagung der deutjch-völtijchen Freiheitsbewe- g u n g eröffnet. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Partei,. fiihrer o. Gräfe, daß die völkische Bewegung noch lebendig sei. Unter stürmischen Heilrufen wurde General Ludendorff ein Begrüßungstelegramm gesandt.(Ludendorjs selbst hält in Potsdam Kinderparade vor den Werwölfen ab. Anm. d. Red.) Der pren- ßische Landtagsabgeordnete W u l l e bekannte sich in seiner Rede über den Freiheitskampf rückhaltlos zur Monarchie, da noch seiner Meinung die Demokratie nichts weiter bedeute, als die Weltherrschaft der Geldfürsten. Deutschlands Freiheit Pedeute. die Befreiung aller unterdrückten Völker. Der Reichstags- abgeordnete v. Henning erklärte, der deutsche Staat oon heute sei nichts weiter, als der H a n d l a n g er der jüdischen Finanz, Völkerbund und Weltwirtschastzkonferenz seien nur Instrumente der internationalen Freimaurer. Wenn die völkische Freiheitsbewegung zahlenmäßig zurückgegangen sei, so liege das an den marxistischen Reden einiger national-sozia- listischer Rehner. Das hänge man im Volke irrtümlich den Böi- tischen an. Es sei auch tatsächlich offen auszusprechen, daß Männer, wie Gras Reventlow und Stoehr heute Marxisten seien. Der preußische Landtagsabgeordnet« Pros. Danicke sprach sich gegen die Gemeinschaftsschule au». spricht, wissen wir nicht. Wohl aber wissen wir, daß die deutsche Künstlerschaft in ihrer großen Mehrheit sich gegen den Plan ent- schieden ablchnend oerhält. Und das mit guten Gründen. Denn eine zweite Spitzenorganisation der bildenden Künstler neben dem Reichs- wirtschastsverband könnte nur zu Kompetenzstreitigkeiten führen. Liebermann. Käthe Kollwitz, Balufchek, Habermann, Stuck, Bestel- rneyer und viele andere hoben bereits Protest gegen die beabsichtigte Gründung eingelegt. Wie wir hören, wird der Reichswirtschasts- verband sich binnen kurzem zu einem Reichsverband bilden- der Künstler ausbauen. Und damit wäre diese Frage wohl am besten gelöst. Profestor William Anger, der bekannte Wiener Radierer, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Er ist«in geborener Hannoveraner, besuchte die Akademie Düssetborf urtd bildete sich später in München weiter aus. 1872 wurde er nach Wen berufen, wo er bis zu feiner Pensionierung im Jahre 1918 ständig verblieb. Aeberschas und Ueberhengst. Im Rahmen des I n t« r n a t i o- nalen Zoologenkongresses in Budapest hielt Prof. W o r o n o f f- Paris einen mit Lichtbildern begleiteten Vortrag Über sein« Transplantattonsmckhode. Er befaßt« sich besonders eingehend mit den an Tieren vorgenommenen Transplantationen, die auch vom Nützlichkeitsstandpimkt aus von großer Bedeutung sind. In Algerien, wo die französische Regierung Woronoss 3000 Schafe zur Verfügung gestellt Hab«, werden Transplantationen seit 1924 vor- genommen, und es ergab sich, daß Lämmer, an denen eine Trans- plantatton im Alter von sechs Monaten vorgenommen wurde, im zweiten Lebensjahr eine Gewichtszunahme von?'/»» Kilogramm an Fleisch und 050 Gramm an Wolle bei jedesmaligem Scheren auf- wiesen. Schafe, die von Widdern mit Transplantatton gezeugt wurden, haben im Durchschnitt immer«in Fünftel mehr an Fleisch- gewicht und ein Viertel mehr an Wollgewicht. Man hat in Algerien ganze Herden von solchen„Ueberschafen" gezüchtet. Zum Studium der erzielten Resultate werden mehrere Regierungen, darunter auch Ungarn. Missionen nach Algerien entsenden, die am 4. November in Mgier zusammenkommen werden. Von gutem Erfolg sind Transplantationen auch anHengsten, wie die in italienischen und kran- zössschen Mitttärgestüten erzielten Erfolge beweisen. Die an Men- schen vorgenommene Operation bedeutet keineswegs nur eine zeit- weilige Auffrischung der geschlechtlichen Funktionen, sondern eine voll- kommen« geistig« und physische Restaurierung des gesamten Orga- nismus. An kranken und idiotischen Kindern habe die Verpslan- zung von Geschlechtsdrüsen eine allgemeine Besserung zur Folge. Erstouiiührungen der Woche. Vievslag. Deutsches Th.:„Troilus und Cressida".— Freitag. Schau svielhauS:.Fünf von der Jazzband-. — Sonvabevd. Tb. i. d. Klosterstr.:.Apostelspicl'..Da» alle Kölner Spie! von Jedermann-. werloolle Schenkung an dl« prenßlsch« Slaatsblblielhek. Die Sweben- bora-l�tsellschall in London übersandte der StaatZbibliotbek eine 15 Bände umsaisende. techniich vorzüizlich ausge>ührt« Lichtdrrukwledergabi der Äuio- grapha Swedenborgs. Im Sinne der Schcnterin gelanat das Wert im Handschristcnsaal der preußischen Staatsbibliothek zur«lusstellung und wird dort den Veluchern zugänglich lein. beirrt vorbnsie ist in Moskau eingetroffen. Er wurde von Vertretern des Zlinkläriingskommiffartats des Moskauer Sowjets, der Hochschulen, des Sotriel'chnnilillc! verband es sowie von Delegierten der Parteiorganssalionen und öffentlicher Körpcrjchaslen begrüßt. Roggenschulöner unter der Knute. Schiele und sein Reichslandbund» Wir haben schon mehrfach dorgetan, wie unter dem unglücklichen Stern der chelfferichschen Roggenmark und durch das rücksichtslose Ausbeutertum der Roggenrentenbank die Schuldner von Roggen- Hypotheken in eine oerzweifelte Lage gekommen sind. Wir erinnern daran, dah die Roggenrentenbank bei der Gewährung der chypo- lyeken und der Beschaffung der Hypothekengelder den Roggen- schuldnern 23 bis 30 P r oz. vom Kapitalabgezogen, laufend« Zinsen von nicht weniger als 21 Proz. berechnet und schließlich ihrem Vorstand für seine ausgezeichnete Arbeit noch Extratantiemen von 330000 Mark geschenkt hat. Unsere Feststellungen sind nie widerlegt worden und können auch nicht bestritten werden. Den sehr berechtigten Forderungen des Reichsverbandes der Roggen- und landwirtschaftlichen Pfand- briefschuldner hat der Reichstag bisher nur das kleine Zugeständnis gemacht, daß Zwangsversteigerungen wegen Zahlungsunfähigkeit der Roggenschuldner nicht durchgeführt werden sollen. Alles andere ist dem Reichsernährungsminister Dr. Schiele, dem Minister des Land- bundes überlassen. Der Reichsverband der Roggenschuldner wendet sich jetzt mit einem offenen Brief an den Reichsernährungsminister. Minister Schiele, der mit seiner ganzen Person für die Roggenschuldner einzu- stehen und eventuell den Erlaß einer Notoerordnung zugesagt hat, wird der schwere Vorwurf der Verschleppung der Sanierungsaktion gemacht. Durch Vorlage von Urkunden hat der Reichsverband den Minister davon in Kenntnis gesetzt, daß verschiedene Institute sich über den Relchstagsbeschluß gegen die Zwangsversteigerungen ohne jede Rücksicht hin- wegsetzen. Der Reicheernährungsminister habe zwar die weitere Behandlung der Frage den Länderregierungen abgegeben oder tue wenigstens so, als ob dies geschehen wäre. Während aber am 15. August eine Sanierungsstelle im preußischen Landwirtschofts- Ministerium errichtet worden sein sollte, war am 29. August bei diesem Ministerium von einer solchen Stelle noch nichts bekannt, sie bestehe auch jetzt nochnicht. Als unzuverlässig wie immer, wo Interessen der großagrarischen Hintermänner in Frage kommen, erweist sich auch hier der R e i ch s- l a n d b u n d. Es ist nur allzu natürlich, daß die sogenannte „Bauern'organijation des Reichslandbundes hier, wo es sich wirklich um Bauerninteressen in der Hauptsach« handelt, wieder versagen muß und daß sein Vertreter im Reichskabinett sich hütet, gegen ein Verfahren von Banken aufzutreten, das seine politischen Auftrag- geber gedeckt haben. Für den Reichstag besteht allerdings die Pflicht, die ihm vom Reichsoerband der Roggenschuldner demnächst vorzulegende Denkschrift gründlich zu prüfen und auch das Verhalten des Reichsernährungsministers unter die Lupe zu nehmen. Daß der Reichslandbund aus Prestigegründen so tut, als ob er etwas täte. »nag schließlich nur die Parteipolitik etvjas angehen. Der Reichs- ernährungsmimster aber ist dem Reichstag Rechenschast schuldig. Deutsth-sugoslawisther tzanüelsvertrag. Das Ergebnis der Verhandlungen.— Wann schließen wir mit Polen ab? Di« Verhandlungen über den neuen deutsch-jugoslawischen Handelsvertrag sind soweit gediehen, daß in den nächsten Tagen mit dem entgültigen Abschluß und der Unterzeichnung des Der- träges, gerechnet merden..kann. Die bisherigen Handelsbeziehungen beruhten auf einem bereits 1921 mit Jugoslawien abgeschlossenen Meistbegünstigungsabkomnien. das jedoch im«inzel- nen den besonderen wechselseitigen Interessen angepaßte Tarif- abreden nicht enthielt. Der neu« Vertrag enthält nun einen Ausbau der bis- herig�n allgemeinen Handels, und Verkehrsregelung, u. a. Derbsffe- rungen für das Niederlassungsrecht, des Warenmusterversandes sowie der Zollformalitäten. Daneben sind auch eine Reihe von Zollermäßi- gungen und Zollbindungen erfolgt. Für Jugoslawien als reines Agrarexportlllnd bildeten natürlich Einfuhrerleichterungen für feine agrarischen Produkte das Hauptinteresse. Für die Schweine- ausfuhr scheint Jugoslawien keine Konzessionen erhalten zu haben, so sehr man im Interesse einer billigen Versorgung der Randgebiete diese hätte begrüßen können. Ueber hem„serbischen Schwein" stand offenbar noch als mächtiger Schatten das„polnische Schwein", das Lieblingsinteresse unserer Goßagrarier. Zoller in äßigun- gen sind dagegen für Futtermais, ferner für die für Jugoslawien sehr wichtigen gedörrten Pflaumen und für Pflaumenmus gewährt worden, außerdem noch für Hühner und Fische. Die jugoslawischen Zugeständnisse beschränkten sich im wesentlichen auf Fertigwaren. Für die Maschinenindustrie bestehen aus Herabsetzungen, die Süd- slawien in vorangegangenen Verträgen mit Oesterreich und Italien vornahm, erträgliche Einfuhrsätze. Bei den Geschäften der deutschen Schwerindustrie nach Südslawien handelt es sich vorwiegend um Reparationslieferungen, die direkt an die jugoslawischen Staats- behörden gehen. Die Deutschland zugebilligten Konzessionen beziehen sich vor allem auf Textilwaren wie Strümpfe, Plüsch usw., ferner auf wichtige Papierwaren und Bücher, Radioartikel sowie Spielwaren. Auch für die reinen Aussuhrindustrien, speziell für die Solinger Stahl- und Psorzheimer Schmuckindustrie, die Bleistiftherstellung sind Zollermäßigungen erreicht worden, sodaß mit steigendem Absatz nach Südslawien zu rechnen Ist. Endlich sind von Jugoslawien auch noch Zollermäßigungen für Oberleder, Arzneiwaren u. a. erreicht worden. In der wichtigen Frage des Bezuges von Häuten ist man noch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis gelangt. Deutschland hätte bei diem jetzigen Abkommen mit Jugoslawien sicher mehr erreicht, wenn man den jugoslawischen Export- interessen auf agrarischem Gebiet weiter entgegengekommen wäre. Offenbar wollte man jedoch den deutsch-polnischen Verhandlungen nicht vorgreisen. Um so mehr drängt nunmehr die Beilegung des nun schon mehr als zwei Jahre dauernden deutsch-polnischen Zollkrieges auch aus allgemeinhandelspolitischen Erwägungen. Im Osten und Südosten liegen für die deutsche verarbeitende In- dustrie die zukunftsreichsten Absatzmöglichkeiten. Der internationale Kongreß. Vorberatung der Tagesordnung. Brüssel, 10. September.(Eigenbericht.) Am Sonnabend tagte hier das Bureau der Arbeiter- internationale unter dem Vorsitz von H e n d e r s o n- Eng- land. Anwesend waren sonst noch R o o s b r o ck- Belgien. Wels- Deutschland. Bracke- Frankreich, G i l l i e s- England. Vliege.n- Holland, Modigliani- Italien, Bauer- Oesterreich, S u ch o m- l i n- Rußland, Möller- Schweden, Grimm- Schweiz und der Sekretär Adler. Die Sitzung lvar in der Hauptsache der Fest- setzung der Tagesordnung des Internationalen Kongresses in London gewidmet. NichtKirchenfthule,fonöemvoltsj64. Dönhoff 32T7—T8. Selchästszeit 9—5, Sonntag» 10— J Uhr. Auf Wunsch: Bertrrterbesuch. I=i M GARNITUREN RAUB VORHÄNGE GARNITUREN 4.25 UAM ENKL.Efl>tJi¥€* Jumper bluse q hell geotreiti FlanrMo/.ckO Kleid m'iTsTi eR,r.rii 19.50 Kleid votzagl.Veloutlne.Wolleni. OQ /wt Seide. m.hfllib.Stidenkrag. Mantel englisch gemusterter Stoff, Alk mit großem Pel zk ragen OveV\/ K a p I i n e q Ribbed-Filzhut/j In v I cß• n P• r b e n O.tf'r mit Band g a r n I e f t O.ÖU KLEIDERSTOFFE Sonderangebot! AnlicrgoT.hiHig Karierte u gestr.Tuche-f reine Wolle|.JjU Kock. u. Kostilmstoffe Q in enshtch.Oeschmacli, 140cm O.Ot' Phantas.-Mantelstone tll r Übe r ga n gsm a n te l. 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Dieser Weg ist wohl auch schuld daran, daß der Schulgarten ein so verborgenes Dornröschendasein führt, denn während man in Dahlem mit der Elektrischen bis vor dos Portal fahren kann, erreicht man den Schulgarten erst nach einer Wanderung von 20 Minuten nach dem Verlassen der Straßenbahn. Er liegt draußen an der Blankcnfelder Straße, weit hinter den letzten Sommerlokalen, diesen Sommerlotalen des Nordens, wo noch immer„Der alte Brauch wird nicht gebrochen, Hier können Familien Kaffee kochen" am Wirtshousschild steht. Dann kommen Laubenkolonien und Kirchhöfe, und dann kommt der Schulgarten. Offiziell ist er ja nur bis Zli- Uhr für das Publikum geöffnet, aber es wird nnt dieser Bestimmung nicht zu genau genommen.— Breite, blühend« Staudenrabatten umsäumen den chauptweg, der den Be- sucher empfängt, recht- und links dahinter stehen jetzt Dahlienselder in voller Blütenpracht. Die Einteilung des Gartens ist, seinem besonderen Zweck entsprechend, natürlich eine ganz andere, wie in Dahlem. Bar allem fallen die großen Felder gleich- artiger Pflanzen auf: der Schulgarten muß 4 8 6 Ber- liner Schulen zweimal wöchentlich beliefern, und dazu gehören ein« Menge Pflanzen. 4 Autos stehen morgens um 7 Uhr bereit, dieses Material an die einzelnen Schulen abzufahren, und natürlich ist das nicht immer so herrlich und farbig, wie das gerade jetzt zur Verteilung kommende Löwenmaul: gibt es doch genügend Berliner Kinder, die Hafer nicht von Weizen unterscheiden können, und so hat der Garten auch Getreide- und Seradellaschläge. Neben diesen Flächen aber hat der Garten nicht nur die wissen- schaftlichen Abteilungen, wo man z. B., wenn man Lust und Zeit hat, das ganze Linn�sche System wiederholen oder olle Gift- pflanzen und alle Medizinalpflanzen lernen kann— ein Teil seiner 120 Morgen ist auch„Wildnis" und anscheinend unberührt« Statur. Hier siird, nebeneinander, Kiefern-, Buchen-, Tannen- und Birkenwäldchen, Sumpf, Moor und Heid«, Bilder, wie sie ein Ber- liner Kind höchstens in der„Ferienkolonie" zu sehen bekommt. Gibt es doch genug Kinder, die sich darüber wundern, daß die Ur- form der Kieser nicht in der Telegraphenstange zu suchen ist, und die den natürlichen Wuchs der Kiefer als„Verkrüppelung" betrach- teil.— Und überall laden Bänke zur lltuhe ein, in den Wäldern Partie am Wasser. „Geologische Wand" wie in dem laubengeschmückten„deutschen Nutzgarten".— Auch das ist ein weiterer Unterschied vom Dahlemer Garten: Der„Schul- garten" beschränkt sich bewußt aus die heimatliche Pflanzen- we lt, und nur in dem kleinen„T ro p« n h a u s", in dem sich die Bananenblätter unwirsch die Köpf« an der Glasbedachung stoßen, sind noch einige Pflanzen der ehemaligen deutschen Kalo- nien. Dieser„Schulgarten" ist in seiner Art einzig in Deutschland. sein„wilder" Teil, und besonders in diesem Teil steckt so viel Mühe und Arbeit, wie sich der Laie nie träumen läßt. Das Land. auf dem hier Tannen, Birken und Heide erstehen sollten, ist ja ehemaliges Rieselland, und die„wilden", die freien Pflanzen weigern sich beharrlich, solchen von der„Kultur" ver- feuchten Boden anzunehmen. Mehrere Waggons Torfmull mußten zum Beispiel„verbuddelt" werden, bis auch nur die bescheidene Erika sich bereit fand, hier auszudauern, und erst in diesem Jahr ist das„Heideexperiment" völlig geglückt. Besonders erschwert wurde es dadurch, daß die Heidekrautwurzeln sosort absterben, wenn sie dem Lichte einige Zeit ausgesetzt werden. Zu anderen„Wildnis- stellen", zum Beispiel zum„sonnigen H ü g« l", mußten die Pflanzen von den Gärtnern auf wahren Jagdzügen erbeutet und stundenweit im Rucksack herangefchleppt werden. Ja, es steckt viel Mühe und Arbeit in dem„Schulgarten", und der Herr Inspektor 5licherer weiß von bösen Zeiten zu erzählen. 4912 wurde der Garten gegründet. Dann kam der Krieg, und nun hieß es„Kohlkopf, Kohlkopf über alles"— der Garten wurde zu einer großen Kohlplantage. Nach dem Kriege kam die Inflations- zeit, mit Laubschütten muhte man das Tropenhaus umgeben, das „Tropenhaus", in dem noch ganze 2 Grad Wärme herrschten! Der Garten mußte den letzten Tropfen seiner Kraft hergeben, und neben der Schulbelieserung und der Belieferung der Plätze mit Schmuck- pflanzen mußt« seine Leitung noch 68 000 M. bar Herauswirt- schaften! Aber sie hat es geschafft, geschafft dem Wert und dem zirka 80— 90 Personen zählenden Personal zuliebe. Und jetzt wird wohl niemand mehr auf die Idee kommen, den Schulgarten zu ver- pachten— wie noch 1925 einige der„Verantwortlichen"—, die sich erst nachher von der Größe und Schönheit des armen Opfers über- zeugten, um dann schleunigst den übereilten Beschluß rückgängig zu machen! So grünt und blüht der Schulgarten noch heute, und Hof- fentlich findet er in den nördlichen Vororten bald soviel Freunde, wie sein größerer Bruder in den westlichen! Man fähi t zum Schulgarten mit den Linien 48, 51 und 19 9 bis zur Blankenfelder Straße, dann geht man zirka 20 Mi- nuten auf schöner, schottiger Chaussee. Ergebnisse üer Junkausftellung. Hervorragender Absatz im Inland nnd Ausland. Wie von der Leitung der Großen Deutschen Funkausstellung 1927 mitgeteilt wird, hat eine allgemeine Rundfrage bei den Aussteller- sinnen ergeben, daß die Geschäftsabschlüsse die ge- hegten Erwartungen bei weitem übertrofsen haben. Der Absatz von Empsangsapparaten, Zubehör und Einzel- teilen im In- und Auslande war überaus gut. Es wurden nicht nur billige Geräte, sondern auch teuere Apparaturen in großem Umfange verkauft. Als Abnehmer traten neben der inländischen Händlerschaft ausländische Firmen auf, und der Kästserkreis dehnte sich über das europäische Ausland bis nach Südamerika und Holländisch-Jndien aus. Die Empfangsapparateinduftris hat ungefähr 25 Proz., die Zubehör- und Teilindustrie ungefähr 75 Proz. ihres Umsatzes ins Ausland verkauft. Das vorzügliche wirtschaftliche Ergebnis war dafür maß- geblich, daß der Arbeitsausschuß der Funkausstellung schon in seiner gestrigen Sitzung einstimmig als Termin der Großen Deutschen Funkausstellung 1928 die Zeit vom 31. August bis 9. September 1928 bestimmte. »- Am heutigen letzten Tag der Ausstellung wird die „Große Deutsche Funkausstellung 1927"— deren Besuchszissern bereits am gestrigen Tage die des Vorjahres weit überschritten hatten— von vormittag 10 Uhr bis abends 10 Uhr geöffnet sein. Jeder Rundfunkhörer hat die Berechtigung, ein Kind frei in die Ausstellung mitzunehmen. Der Großflugtag am heutigen Sonntag. Auf dem Tempel hofer Feld sind alle Vorbereitungen für den Großflugtag am heutigen Sonntag getroffen. Die baulichen Veränderungen, die nötig waren, um den Zentralflughasen zum Schauplatz dieser Flugveranstaltung zu machen, gehen ihrer Vollendung entgegen. Vor allem sind die teilnehmenden Flugzeuge aus den verschiedenen Gegenden des Reiches auf dem Luftwege eingetroffen, und zwar 5 6 Maschinen, ungefähr der vierte Teil der in Deutschland vorhandenen Sportflugzeuge. Das überaus vielseitige Programm hat eine weitere Bereicherung gefun- den durch die Teilnahme eines der besten deutschen Kunstflieger, des Herrn v. Köppen, der Abteilungsleiter der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof ist und die neue Albatros L 78 vorfliegen wird. Gestern traf auf dem Luftwege, von Kopenhagen kommend, der englische Flieger Eoptain B r o a d auf seinem De-Haoilland- Sportflugzeug„Motte" ein. Er wird an allen Konkurrenzen teil- nehmen und sich mit den deutschen Piloten messen. Besonders inter- essant dürfte für die Berliner die Teilnahme mehrerer Klemm- Daimler. Leichtflug zeuge I- 20 sein, die kürzlich im Sachsenslug günstig abschnitten. An das reichhaltige Programm, das in der Zeit von 3 bis 7 Uhr nachmittags abrollt, schließt sich von 8 bis H10 Uhr das Nachtprogramm mit Höhenfcuerwerk und Nachtflügen an. Di« Polizei rechnet nach den vorjährigen Ersah- rungen mit einem Massenbesuch und hat umfangreiche Maßnahmen zur Verkehrsregelung getroffen. Der-fetzte lag der Tripolisschau. Di« Sonderschau des Z o o- logischen Gartens„Tripolis in Berlin" schließt, wie jetzt endgültig feststeht, am Donnerstag, dem 15. d. M., ihre Pforten. Am Mittwoch, dem 14. d. M., ab ab«nds 8 Uhr, findet im Zoologischen Garten ein Konzert des Berliner Sängervereins„Cäcilia-Melodia 1856" mit seiner etwa 50 Mann starken Orchesterabteilung unter Leitung des Ehormeisters Musikdirektor Max Eschke und des Orchesterleiters Musikmeister a. D. Max Müller statt. Neben ausgewählten Orchesterstücken werden Männerchöre a cspella und mit großer Orchesterbegleitung zum Vortrag gebracht. Äie Silberschrvärme B4j Von Re? Beach fli-chd-ua«-dun, UUBccftfeKttg an» htm Englisch»» v»» Slmppnl Etwas in der Haltung und im Schweigen der Frau lieh ihn empfinden, daß feine Worte hohl und gewöhnlich klangen. Während sie zusammen sprachen, hatte sich seiner eine un- gewöhnliche Erregung und eine süße Verwirrung bemächtigt. Es war, als ob sie beide plötzlich von einem neuen und geheimnisvollen Einverständnis beseelt seien, das nicht von Worten abhängig war. Er war sich nicht klar darüber, daß Cherry ihn liebte, aber er sah ihre Schönheit plötzlich in einem neuen Licht, und fühlte es wie eine Vergünstigung. daß er in ihrer Nähe sein durfte. Gerade ihre Zurückhaltung flößte ihm Vertrauen ein, er fühlte, daß sie eine Frau sei, der man die tiefsten Geheimnisse einer gequälten Seele anver- man die tiefsten Geheimnisse einer gequälten Seele anvertrauen und überzeugt sein konnte, das Geständ- nis aufs beste verwahrt werden würde. Er empfand, daß sie nicht nur von Angesicht und Gestalt schön war, sondern auf Grund all jener kleinen unbeschreiblichen Züge, die allein eine Persönlichkeit schaffen. Sie gestattete ihm. zu kommen und zu gehen, wie es ihm paßte, ihr ver- trauliches Verhältnis zu ihm war fast wie das eines Knaben, und dennoch verschieden— so verschieden, daß der Gedanke daran ihn in Wallung brachte. Vielleicht war es sein ungewöhnlich warmer Blick, der ihr das Blut in die Wangen trieb und sie zur Wirklichkeit zurückrief. Sie drehte sich zu ihm um und sandte ihm einen ängstlichen Blick, der von neuem seinen Puls heftiger schlagen machte. Ihre Augen weiteten sich und eine heiße Röte stieg ihr bis in die Schläfen, sie senkte die Lider, als ob sie von einer unerwarteten Schuld niedergedrückt würde, und indem sie sich schweigend erhob, ging sie an ihm vorüber zum Flügel. Ihre Erregung aber war nur von kurzer Dauer. Sie sagte sich, daß Boyds Gefühle nur vorübergehender Natur seien. er gehörte nicht zu jenen Männern, die auf mehr als einem Altar opfern können. Trotzdem fühlte sie, daß er in diesem Augenblick ihr gehörte, und in der Freude darüber schlug sie die Augen nieder. Schließlich bat er sie, nicht mehr zu spielen, und sie saßen im Dunkeln und sprachen zusammen, indem sie sich halb träumend immer näher glitten, wie von einem großen Strom getragen, der sie in seltsame Gegenden führte, die zu er- gründen sie gleichzeitig wünschten und fürcheten. Jetzt hörten sie im Hinteren Teil des Hauses ein Kind weinen und Chaka- wanas beruhigende Stimme: gleich darauf erschien das Indianermädchen in der Tür und fragte, ob sie mit Eon- stantine einen Augenblick fortgehen dürfte. Cherry gab ihre Einwilligung, halb unbewußt, ungeduldig über die Unter- brechung. Noch eine Zeit lang sprachen sie innig und Verständnis- voll miteinander. Schließlich aber wurden sie aus ihren Träumereien gerisien, als sie entdeckten, daß es spät ge- worden und ein Sturm im Anzüge war. Boyd erhob sich und als er ans Fenster trat, sah er, daß der Himmel von dunklen Wolken überzogen und die Nacht so dunkel war, wie auf einem südlicheren Breitengrad. „Ich bin viel zu lange geblieben," sagte er lächelnd. Voller Fürsorge bemerkte Cherry:„Warten Sie, ich will Ihnen einen Regenmantel holen." Er aber streckte abwehrend die Hand aus. In der Dunkelheit stieß er gegen ihren nackten Arm.„Ach nein, lassen Sie! Sie müßten Licht machen, und wir wollen die Stimmung des Abends nicht unterbrechen." Er stand auf der letzten Stufe vor der Eingangstür, sie etwas höher und so dicht neben ihm, daß er ihre hastigen Atemzüge hören konnte. „Es war ein schöner Abend," sagte sie, um etwas zu sagen. „Heute Abend habe ich Sie zum erstenmal richtig ge- sehen, Cherry. ich glaube, ich fange an, Sie zu verstehen." Wieder fühlte sie ihr Herz klopfen. Als er feine Hand ausstreckte, um ihr Lebewohl zu sagen, glitt sie an ihrem nackten Arm entlang, bis ihre Hand in der seinen lag. Mit bebenden Händen schob sie ihn sanft von sich: als aber der Laut seiner Schritte schon lange ver- klungen war, stand sie noch immer und blickte ihm durch die Dunkelheit nach, und ihre Brust schwoll von einer Freude, die so groß war, daß sie ihre Hände gegen die Brust preßte, um sie zu dämpfen. Emerson, der noch unter dem Einfluß des Abends stand, fühlte eine Befriedigung, die er sich nicht zu erklären ver- suchte. Man sagt, daß zwei widerstreitende Gefühle gleich- zeitig in dem Gemüt eines Mannes Raum finden können, wie zwei feindliche Heere, die des Nachts dicht nebeneinander ihr Lager aufgeschlagen haben und sich erst am nächsten Morgen gegenseitig entdecken. Für Emerson war das Tagesgrauen noch nicht gekommen. Es fiel ihm nicht ein, daß er StiOmb untreu werden könne, er gab sich dem Gefühl des Augenblicks hin, ohne es näher zu analysieren. Außerdem eignete sich seine Lage nicht zum Grübeln, und die Dunkelheit zwang ihn, seine ganze Aufmerksamkeit dem Wege zuzuwenden. Als Marshs Fabrik ihre dunkle Silhouette vor ihm er- hob, verließ er den Strand und schlug den Pfad zwischen den Gebäuden ein, den er vorhin gegangen war. Seine Schritte gaben nicht den geringsten Widerhall auf dem weichen Moos, und so konnte es zugehen, daß er, als er um die Ecke des ersten Gebäudes bog, fast mit einem Mann zusammenstieß, der unbeweglich gegen die Mauer gelehnt stand. Der Mann schien nicht weniger erstaunt über die Begegnung, und war mit einem Sprung in der Dunkelheit verschwunden. Boyd, der fürchtete, in eine Falle gegangen zu sein, versteckte sich in einer Ecke zwischen zwei Gebäuden. Nachdem er einen Augenblick gewartet hatte, stahl er sich vorsichtig hervor, und indem er die dunkelsten Schatten aufsuchte, schlich er sich vorwärts, um den Bretterpfad zu erreichen, der zum Dock führte. Da hörte er aus der offenen Eingangstür des Haupt- gebäudes rechts vor ihm, das Geräusch von Stimmen. Im nächsten Augenblick aber löste sich seine Spannung, denn die eine Stimme war die einer Frau, und die Sprechenden gaben sich offenbar keine Mühe, ihre Anwesenheft zu verbergen, im Gegenteil, die Frau hatte ihre Stimme erhoben, die Worte aber konnte Boyd nicht oerstehen. Boyd fühlte sich erleichtert und wollte gerade weitergehen, als die Frau gellend aufschrie. Darauf hörte er einen Mann fluchen, und gleich darauf hörte er das Geräusch eines Kampfes. Als er unerschrocken in die Richtung lief, fuhr ein Schatten an ihm vorbei, er konnte nicht sagen, ob es ein Mensch oder ein Tier gewesen war, denn die Füße des Flüchtenden schienen den Erdboden kaum zu berühren. Jetzt tauchten auch von der anderen Seite Menschen auf, die den Lärm und das Geschrei gehört hatten: Boyd sah beim Schein einen Aufteher, von mehreren schattenhaften Gestalten gefolgt, und als er näherkam, bemerkte er zu seinem grenzenlosen Erstaunen, im Licht der Laterne, Willis Marsh, der auf der Erde lag. Sein Gesicht war weiß und verzerrt, die Augen blickten starr, während er sich mit Mühe aufzurichten ver- suchte. Seine Kleider waren beschmutzt, der Kopf wackelte auf den Schultern, was aber Boyd am meisten oerwunderte, war, daß Marsh verwundet schien, ernstlich verwundet, denn er sah einen roten Streifen Blut über seine Hemdbrust fließen. lFortsetzung fvlgt.) Rausthers �Selohnung�. Er braucht und bekommt eine vornehme Dienstwohnung. Eine stürmische Mitternachtsdebatte gab es kürzlich im Pots- damer Stadtparlament bei Behandlung der Vorlage: Be- schaffung einer Dien st wohnung für den Oberbürger- m c i st c r. Der Oberbürgermeister der Stadt Potsdam hat seit Jahren«ine Dienstwohnung im Orangeriegebäude in Sanssouci. Sanssouci liegt nun aber bekanntlich im Kreis Osthavelland und es ist bisher nicht möglich gewesen, eine Wohnung für den Oberbürger- meister in Potsdam zu beschoffen. Die Stadt ist nun an das Kultus- Ministerium herangetreten um weiter« Verlängerung des Mietver- trag«s aus zehn Jahre und um Ueberlassung noch weiterer Räume, die als Repräsentationsräume für Oberbürgermeister Rauscher be- stimmt sein sollen. In der Stadtoerordnetensitzung lag der Antrag vor, t2 000 M. für den Umbau der Räume in der Orangerie zu be- willigen. Recktsanwalt Averdung von der Deutschnationalen Volks- parte! wollt« die Hergäbe dieser Summe als„B e l o h n u n g f ü r das Verhalten des Oberbürgermeisters am Tage der Reichsbannerdemonstration am 1. September" wissen. Dem widersprachen ganz energisch nicht nur die Linke, sondern auch die Volkspartei, die Deutschvölkischen und die Wirt- ichaftspartei. Die Stadtverordneten wollten die Hergabe dieser Summ« nicht für politische Tätigkeit wissen, sondern zu Repräsen- tationszwecken der Stadt Potsdam. Es wäre bester, wenn der Ober- bürgermeister Rauscher sich nicht politisch betätigen würde, Roch stundenlanger Debatte wurde der Vorlage zugestimmt. �Ues um Chamberlin. '„Ausgerechnet lasse ich mich von der Polizei an- fassen." Ihrem Ehamberkin-Enchustasmus hatte Frau Helen« El., eine Ajährig« Lorführdame und Witwe etwas zu sehr die Zügel schießen lasten, als sie am 6. Juni d. I. auf dem Tempelhofer Felde gleich vielen Tausenden die Nacht über auf die Ankmist der Ozean- s lieger gewartet hatte. Das Nachspiel bildete jetzt eme Leine Anklage wegen Wider« standes gegen die Staatsgewalt und Beleidigung. Mit ihrem Bräutigam und einem anderen Herrn hatte Helene®. aus dem Tempelhofer Feld« gestanden und sich natürlich in der langen, oergeblichen Wartezett ab und zu durch Speise und Trank erfrischt, anscheinend jedoch mehr durch letzteres. Als die Drei dann endlich am Morgen hennpilgerten und nach einem kurzen Abschiedsschoppen in einem Restaurant, das inner- halb der Absperrungslinie tag, diese passiert hatten, siel dem Bräuti- gam ein, daß er in dem Lokal feinen Stock vergessen hatte. Sosort erbot sich Witwe Helene, den Stock zu holen, was sie auch in fahr temperamentvoller und resoluter Weise ausführte, die mit ihrem Pagenfigürchen eigentlich gar nicht harmonierte. Der Schupomann, der sie nicht wieder durch die Absperrungskette hindurchtassen wollte, bekam einen Stoß vor die Brust und gerade nicht seine Wort« an den Kopf geschleudert. Als er sie deshalb fest- nehmen wollte, riß sie sich mit der Bemerkung los:„Aus- gerechnet lasse ich m i ch von der Polizei anfassen!" und stürmte durch die Schutzmannsreihen in das Lokal, wo sie den Stock auch fand. Obwohl ein Schutzmann sie erst draußen ln Empfang nehmen wollte, schwang sie im Lokal schon drohend den Stock, so daß ein Gast und ein Kellner ihr entgegentraten. Die Antwort waren die Worte:„Ihr Strolch« l" und zwei blu- tiggikratzte Gesichter, in die sich die rosigen Fingernägel der Angeklagten sofort hineingekrallt hatten. Jetzt aber packt« sie die rauhe.Hand des Gesetzes. Im Gegensatz zu diesem Auftritt spielte Helene G. vor dem Gericht die„ganz Feine"..Ach bin Vorführ da me!" sagte sie stolz.„Was ist das?" fragte der oitanv«. in der Konfektion nicht sehr bewandert« Vorsitzende. „Mannequin," erklärte der Staatsanwalt.„Alfa Probier» mädel. meinte darauf der Vorsitzende. Helene G. tat schwer getränkt Sie sei dadurch herabgesetzt in ihrer Stellung. Aüf 40 Mark Geldstrafe lautete trotzdem das Urteil gegen die „Gekränkte"._ Abbruch des Schnlstreiks in Oberschöneweide. Zum Schulstreik an der weltlichen Schule von Ober- schöneweide erörterte die am Freitag abgehaltene Eltern- Versammlung die unseren Lesern schon bekannte Stellungnahme der Bezirksoersammlung Treptow(vgl.„Vorwärts", 9. September, Morgenausgabe). Der den Eltern über den Verlaus der Bezirks- Versammlung berichtende Kommunist versuchte, die Fraktion der KPD. herauszustreichen und für alle Mißerfolge die Fraktion der SPD. verantwortlich zu machen. In seinen Ausführungen schien er sich noch sehr stark zu fühlen, so daß man annehmen mußte, an eine Beendigung des Schulstreiks sei vorläufig nicht zu denken. Hinterher bemühten sich andere„prominente" Redner der K o m in» n t st e n, die kampfesmutlgen Ausführungen des Res«- reuten abzuschwächen und hieltendemSchulstretkTrauer- reden. Da verstummten die Radikalen der Elternschaft— und die Versammlung beschloß Abbruch des Streik». Roch vor wenigen Tagen war, wer auf die Unstnnigteit diese« Schulstreiks hinzuweisen sich erlaubte, niedergeschrien worden. Tonntagssonderzuss«ach Liegnitz. Die Reichsbahndirettlon Berlin wird am kommenden Sonn- tag, dem 18. September, bei genügender Beteiligung einen Sonderzug 4. Klasse zu ermäßigten Fahrpreisen nach Liegnitz ver- kehren lasseu. Der Zug fährt ab Berlin, Friedrichstraße, 0,31, ab Schlesischer Bahnhof 6,46 und trifft in Liegnitz um 11,21 ein. Di« Ruckfahrt erfolgt ab Liegnitz 18,S2, und der Zug ist gegen Mitter- nacht wieder in Berlin. Der Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt beträgt von Berlin aus 12 M.— Gleichzeitig mit den Fahrkarten werden auch ermäßigte Eintrittskarten zum Besuch der Gugali (Gartenbau- und Gewerbeauestellung) ausgegeben. Der Fahrkarten- verkauf beginnt am Dienstag, dem 13. September, bei der Fahr- kartenausgabe Berlin, Friedrichstraße, sowie bei den vier Ausgabe- stellen des MER.-Bureaus, Potsdamer Bahnhof, Bahnhof Friedrich- strahe, Kaufhaus des Westen» und Unter den Linden S7/SS. Probleme ües Seeflugverkehrs. Die Dampfturbine als Zukunftsm aschine für das große Ozeanflugzeug. Auf der Hauptversammlung der Hamburgischen Schiff- bau-Bersuchsanstalt ergriff vorgestern im Anschluß an einen fachwissenschaftlichen Vortrag von Profestor Hosf über das Großslueboot Professor Junkers das Wort. Nach seiner Ansicht werde es b« st i m m t gelingen, im Laufe der Zeit wesentlich größere, technisch sichere und wirt- schastllch arbeitende Flugzeuge zu bauen, doch warnte er vor einer allzu schnellen Steigerung der Abmessungen. Die Aufgabe, für Großflugboote geeignete Motoren zu schaffen, sei nicht leichter, als der Bau dieser Flugboot« selbst. Sowohl aus Sicherhetts- als auch aus wirtschaftlichen Gründen müsse dahin gewirkt werden, einen geeigneten Schwerölmotor zu schassen. Nach seiner Ansicht geh« die Luftfahrt einen sehr bedenklichen Weg; sie lebe von Subventionen, was ihr nicht zuträglich sei. Es wäre deshalb dringend zu wünschen, daß sie sich selbst überlassen würde; dann würde sie sich sicher wirt- schaftlich gut entwickeln. Was die Frage„Lustschiff oder Flugzeug?" betreffe, so wäre der Schöpfung Zeppelins zu wünschen, daß sie sich durchzusetzen vermög«. Es werde aber wohl nie gelingen, die Luftschiff« zur Beförderung größe- rer Nutzlasten heranzuziehen. Junkers ging schließlich nochmals auf die unzutreffenden Pressemeldungen über Unstimmig- ketten zwischen den Iunkere-Werken und der Deutschen Seewarte anläßlich der Ozeanflugversuche ein und stellte fest, daß sich die Sachkunde der Seewarte ausgezeichnet bewährt«. Professor Iun- ker» gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Erfahrungen der Groß- reedereien im Seedienst der Luftfahrt in Zukunft zustatten kommen möchten. Professor F o e r st e r erklärte, er halle das größte Flug- boot für das zu Ueberseeflügen geeignet st e. Ei» transatlantisches Großflugboot dürfe nicht unter 25 bis 30 Meter lang sein und seine Maschinenkroft müsse auf vier bis fünf Einheiten und Propeller verteill sein. Die akuteste Frage bei der Entwicklung des Großseeflugzeuges sei zweifellos die Motorenfrage, und hier trete, so paradox es heute noch vielen klingen möge, die Dampfturbine in aussichtsvolle Konkurrenz. Das Gewicht der wasserrohrkessel und Leichtturbinenanlage. deren Kon. strukstonen heute versuchsreif vorliegen, fei nicht größer als das der Dieselmotoren. Der Bau einer Versuchsanlage, die noch gewiss« Kompromisse entHalle, im Dampfdruck nicht über 50 At- mosphären gehe und in der Tourenzahl nicht viel über 20000, sei beschlossen und die Konstruktion im Gane«. Was das Luftschiff betreffe, so erscheine es ihm zweifelhaft. ob es sich im größeren Umfang als dem eines Beförderungsmittels für gewisse Ausnahmestrecken werde halten und entwickeln können. Dennoch möchte man nur wünschen, daß der Bau des jetzt der Bollendung zugehenden Starrluftschiffes unterstützt und gefördert werden möchte, damit einmal mit voller Gründlichkeit im Dauerbetrieb festgestellt werde, wie sich mit einem solchen Luft- schiff in der Verkehrspraxis arbeiten läßt. „Gestermchflche Militärmusik/ Unlauterer Wettbewerb von Dilettantenkapelle». Von Oe st erreich aus ergießen sich, wie der Deutsche Musikerverband mitteilt, seit einiger Zeit allerhand nach- gemachte Militärkaoellen gleich Heuschreckenschwärmen über Deutschland, so z. B. die sogenannten Original-Deutschmeister- Kapellen des Infanterieregiments Hochdeutschmeister Nr. 4(Wiener Edelknaben). In der Geschäftsofferte einer dieser Kapellen heißt es u. a.:„Sämtliche Musiker sind vollständig milttärisch adjustriert, wie sie im Frieden hier täglich bei der Burghauptwachablösung dem Kaiser Franz Josef l. konzertterten. Es sind auch keine Schwierig- keilen mit deutschen Musikerverbänden, da die Kapelle den Gelell- brief der Musikerorganisationen inne hat." Es entspricht nicht den Tatsachen, daß keine Schwierigkeiten mit deutschen Musikerverbänden bestehen. Di« in Deutschland herum- reisenden Hoch- und Deutschmeistertapellen, ungefähr 10 an der Zahl, sind alle» Imitationen. Nach Angaben des österreichischen Musikerverbandes und des Hoch- und Deutschmeisterbundes hat keiner dieser Musikanten jemals bei den Hoch- und Deutschmeistern ge- dient. Alle dies« Kapellen bestehen au« blutrgeu Dil- letanten. Neuerdings beglückt ein Agent Hippolyt Böhm aus Graz Deutschland mit derartigen Kapellen: zunächst schickte er die Regime ntsmustk des österreichischen Alpenjägerregiments Steier- mark Nr. 10, von der die Hälfte Zivilisten und Dllettonten find. Ihr folgte die österreichische Polizeikapelle, und neuerdings soll ein« nachgemacht« österreichische Regimentstapelle des ehemaligen Bos- nifch-Herzegowi nischen Infanterieregiments Nr. 1 Wien auf Deutsch- land losgelassen werden. Das Geschäftsgebaren des Agenten Böhm grenzt an unlauteren Wettbewerb und bedeutet eine Irreführung de» deutschen Publikums. Diesem Unfug muß beizeiten gesteuert werden, sonst zaubern findige Agenten noch Dutzend« ehemaliger Milltärrapellen hervor. Die Berliner Brücke i« Potsdam. Sett vielen Monaten war die Berliner Brücke in Potsdam sür den Dertehr gesperrt. Ein Neubau war notwendig geworden. Heute ist der Bauzaun gefallen und die neue, schmucke Brücke, die aus beiden Seiten in goldenen Lettern den Namen: Berliner Brücke trägt, wird in den nächsten Tagen dem Verkehr übergeben werden. Auch noch ein anderes Bauwerk in Potsdam wird sich demnächst im neuen Gewand zeigen: das Nauener Tor, das jetzt voll- ständig renoviert und zu einer Polizeiwache ausgebaut wird. Der aste Ebereschenstrauch, der sich vor vielen Iahren hoch auf dem Turm von selbst angepflanzt hatte, bleibt als Kuriosum erhalten. Bei den Oft-Westprenften. Der Reichsverdand heimattreuer Ost- und West- Freußen veranstaltet augenblicklich im Plenar-Sitzung«- aal de» Reichs wirtschaftsrats seine diesjährige Vertreter- Versammlung. Während der Sonntag internen, organisatorischen Fragen gewidmet ist, brachte der Sonnabend eine Reihe beachten»- werter Referate über die kulturell« und volkspolltisch« Lag« in den östlichen Grenzgebieten und in den vom Deutschen Reich getrennten Landstrichen. Einleitend erklärte der Borsstzende, daß der Reichs- oerband, der annähernd 300 Bereine umfaßt, durchaus überparteilich und überkonfesflonell orientiert Ist, der Reichsverband legt den Ak- zent nur darauf, das durch fremde Kulturen im Osten bedrängte Deutschtum zu festigen und die Heimatliebe in den im Reich lebenden Ostdeutschen lebendig zu erhalten. Ferner gedachte der Vorsitzende de» verstorbenen ersten Reichspräsidenten und brachte das H o ch auf die deutsche Republik aus Kurz skizziert ist die Lage im deutschen Osten und die Arbeit des Reichsverbandes hierin zusammen- zufassen: An sich ist die Situation heut« alz gut zu bezeichnen. Selbst im Ermland und in Masuren hat der polnisch« Einfluß keinen Boden gewonnen. Die polnischen, landwirtschaftlichen Genossenschaften können ebenfalls so gut wie keinen Erfolg verzeichnen. Eine be- ruhigend« Feststellung! Die Arbeit des Reichsverbandee verläuft überall fast in den gleichen Bahnen, was den Referaten der einzelnen Vertreter zu entnehmen war. Man arbeitet mit Kinos, Liebhaber- theatern, man schafft Sport- und Spielplätze, gründet Turn-, Sport. und Gesangvereine, richtet Bibliotheken ein und gibt deutsche Lieder- bücher heraus, vermeidet aber jede politische Parteiunq. Interessant ist die Mitteilung, daß beispielsweise im Kreise Marienburg die Zahl der polnischen Schulen erheblich zurückgegangen ist. Der Grund ist darin zu suchen: die Kinder lernen im Elternhaus polnisch, aber nicht das Warschauer Hochpolnisch, dos in den Schulen gesprochen wird. Dies ist weder in Pomerellen noch in Ost- oder Westpreußen zu ver- werten: aus diesem Grunde schickt man die Kinder aus rein prak- tischer Erwägung heraus in die deutsche Schule. Der 25jähnge Chef. Er suchte Arbeiterinneu und verlangte Geliebte. Der 25 Jahre alte Fabrikant Schulze ist verheiratet und fungiert al» Inhaber einer Knopffabrik in Friedrichshagen, in der sich geradezu haarsträubende Vorfälle abspielten, die den Gegen- stand einer Verhandlung vor dem Schöffengericht Köpenick bildeten. Schulze» Personal besteht in der Hauptzahl aus ganz jungen Mädchen, die nicht nur seine Arbeiterinnen, sondern auch gleich- zeitig seine Geliebten waren. Das kam seiner Gattin zu Ohren, die feststellte, daß ihr Ehemann besonders mit einer Fünfzehnjährigen schontat, die, als sie dem Ehes nicht mehr zu Willen sein wollte, entlassen wurde Nicht genug damit, schrieb der saubere Chef in ihre Papiere den Vermerk„nicht geeignet" hinein. Als die Eltern de» Mädchens sich bei dem Chef über ihr« Tochter erkundigten, gab dieser an. er habe sie entlassen müssen, well sie zu jaul gewesen wäre. Darauf gestand das Mädchen, in welchen Beziehungen sie zu dem Chef gestanden hätte. Das gab den Ausschlag: die Eltern er- statteten Anzeige, der zwei weitere folgten. Ein anderes Mädchen soll in einer dunklen Kammer von dem Knopffabrikanten mißbraucht worden sein. Besonders kraß lag der dritte Fall. Hier hatte sich «ine Arbetterin um Anstellung bemüht. Sie war mit dem Chef allein im Bureau, als er plötzlich die Tür abschloß und versuchte, sie seinem Willen gefügig zu machen. Hätte sie sich bereit erklärt, seine Geliebte zu werden, so wäre sie eingestellt worden. Sie setzte sich energisch zur Wehr, und als sie laut um Hilfe schreien wollte, ließ er sie endlich, frei. Schulze wurde Notzucht in zwei Fällen, versuchte Notzucht und Freiheitsberaubung zur Last gelegt. Die Fäll« der Notzucht schieden aus, denn auf Grund der Beweis- aufnähme hatten die Mädchen dem Chef so gut wie keinen Wider- stand entgegengesetzt. Das Gericht verurteilt« Schulze lediglich wegen Freiheitsberaubung zu sechs Monaten Gefängnis. Verwunderung muß es erregen, daß dieser famos« Chef nicht auch wegen Notzucht verurteill wurde. Ein junges Mädchen wird gerade in einer Zeit schwerer Arbeitelossolcii. in der wir heut« leben, aus dem verständlichen Wunsche her?" ierc Stellung zu behalten, dem hcchen Herrn Arbeitgeber nicht den Widerstand entgegensetzen, der nach dem Buchstaben des Gesetze» zu einer Per- urteilung aus§§ 176 folgende des RStGB. notwendig ist. Um so schärfer aber Ist nach unserer Ansicht das Derhalten eines Chefs zu verdammen, der die Notlag« seiner Aug« st eilten zu unsittlichen Zwecken ausnützt. Die Sepleucheruummer der„Gesundheit", der vom Hauptver- band deutscher Krankenkassen(Berlin-Charlotlenburg. Bertiner Straße 137) herausgegebenen„Jeilschrift für gesundheitliche Lebens- führung de» berufstätigen Volkes", enthält neben einer Abhandlung von Dr. Theobor Fürst, München, über die„Gesundheitsfürsorge und Krankenkassen" eine Reihe interessanter Artikel über„Orthopädische Vorbeugungsmaßnahmen einer Krankenkasse" von K. O. Schmidi, Sondershaujen,„Von den Vitaminen" von Dr. Martin Ulbrich, „Der sommerliche Durst" von Dr. med. M. Michael und„Die Ge- fahren des Sommers" von Dr. med. Eugen Kaltesleiter. Die„G e- sundheit" wird an den Schaltern der Krankentassen jedem Versicherten unentgeltlich ausgehändigt. scheägesvrf fgftt&f*' 3~4rPfund zum Oherbettr Alle Elternbeiräte, Lehrer, Partei- und Gewerkschafts- Funktionäre besuchen am Dienstag, dem 13. September, in den Germania-Sälen, Chausseestr. 110, die Funkflonärversammlunö Jm£ond üer»Uhlen". »Und ich, ich bin aus dem Lande, wo man die zinnernen Krüge vor Zeiten wie lederne Schläuche, so mit den grimmigen Fäusten zusammendrückte und quetschte, daß das verschüchterte Bier die Decke bespritzte und Löcher machte, als kam's aus der Büchse", sagt Friedrich Hebbel, der große Dramatiker, dessen Wiege in Wessel- buren, im Dithmarschen, stand. Ein hochgewachsenes, kräftiges Gc- schlecht sind sie, die Morschbauern, mit lichtblonden Haaren und ver- sonnenen Augen. Weithin dehnt sich die Marsch— eine flache grün? Scheibe, von lichtem, silbergrauem Dunst umhüllt. Wie eine Insel ragt der Marschenhof aus ihr auf. Ein langgestrecktes weißes Haus mit tief herabhängendem moosigem Doch und grünen Türen, von einer Gruppe hoher, windgebeugter Linden umgeben. Im Giebelende die Wohnung des Morschbauern. Moderne Salons, mit Plüschmöbeln und kostbaren Spiegeln und Teppichen eingerichtet. Ein Flügel fehlt nicht. Im großen Speisesaal altertümliche Mahagonischränk«. Vor den Fenstern rotblühende Rosen aus grünem Rasen. Unter dem gleichen Dach, nur durch einen Gang mit Ziegelfußbaden von den Wohnräumen getrennt, befinden sich die Ställe und Scheuern. In Hochständern unter mächtigen schrägen Dachbalken Stroh und Heu In den V i e h st ä l l e n lang« Reihen braungefleckter Rinder und glänzend« Pferde sowie fettgemästete Schweine. Der reiche Marschbauer fährt im Auto in die Stadt, um dort sein Vieh zu oerhandeln, das auf den fruchtbaren Marschwiesen zum Mastvieh ausgefüttert wird. Er nimmt in seinem persön- lichen Leben teil an allen Errungenschaften moderner Zivilisation, hält aber gleichzeitig an den Sitten seiner Väter fest, die Mensch und Tier unter einem Doch unterbracht:«. Der enge Zusammenhang aller Lebewesen, der im Urgründe der Natur liegt, ward hier noch nicht gelöst. Die vornehmen M a r s ch b a u e r n, die aus Jahrhunderte alte Geschlechter zurückschauen, werden im Land die„Uhlen"(Eulen) genannt. Aus der Geest, dem sandigen Dünenrücken, der im östlichen Teil Dithmarschens von Norden und Süden zieht, wohnen die „Kreyen"(Krähen), die Häusler und Handwerker, ein unruhiges Geschlecht. Ein Geesthof bietet nicht den überquellenden Reichtum des Marschenhofes— Sand und Heide müssen mit Mübe urbar gemacht werden, wenn man ihm Korn abgewinnen will. Niemand hat den Gegensatz zwischen Marsch und Geest so anschaulich dar- gestellt wie Gustav Fvenssen. der Dithmarscher Dichter, in seinem „Jörn Uhl". Auf der Geest steht der Wald, der einst das Land gegen die Meeresflut schützte, lang« bevor das feste Marschenland ihn durch unermüdliche Arbeit abgewonnen war und feste Deiche es gegen den„blanken Hans", die hemmungslös hereinbrechende Flut, schützten. In einem spitzgiebligen Hau« in Lunden, dessen Wände mit blauen Schnörkeln bemalt sind, hat der Tischler sein«.Merk- stätte für heimatliche Wohnungseinrichtungen" aufgeschlagen Das Haus des Tischler» ist wie ein Gedicht; schwere kastenartige Schränke aus Eichenholz und Mahagoni mit geschnitzten Füllungen. Stühle mit Binsensitz, gedrehten Füßen und reich ver. zrerter Rückenlehne. Kissen mir Meldorser Webereien bedecken die Sitze. Mittelpunkt der Heimatkunst ist Meldorf, wo in den Dithmarscher Museumsstätten nach alten Mustern Decken und Kleider- stokfe von unerhörter Farbenpracht gewebt werden. Das Museum gibt Einblick in eine bäuerliche Wohnkultur, die nicht ihresgleichen hat. Im Hebbel-Museum in Wesselburen, der Heimat des Dichters, steht man ein Modell der alten Stadt mit dem merkwltrdigen zmiebcl- gedeckten Kirchturm, der an die Herrschaft der russischen Koüorgcr erinnert, daneben eine Nachbildung des strohgedeckten Mäurerhouscs, in dem Hebbel aufwuchs. In der Kreisstadt Heide ist noch das Geburtshaus Klaus Groths unverändert erhalten. Groth, Hebbel, Frenssen, jeder auf fein« Art, hoben u»s die Menschen Dithmarschens sehen gelernt. Man durchschaut sie schwer in ihrem merkwürdigen Gemisch von Härte und Weichheit, von Verschlossenheit und Leidenschaft. Man fühlt iedoch bald, daß sie unlösbar mit ihrer Heimat verbunden sind, viele von ihnen wie diese„still, grot, swiegsam".'_ .Auf dl« Straße geseht." Zu diesen Ausführungen in Nr. 4l>l vom 2S. August erhallen wir von der Deputation für das Siedlungs- und Wohnungswesen nachstehende Erwibe- rung:.Unrichtig ist die Angabe, bei dem Tausch der Eheleute Däckelsborn von der Langsftraßc nach Spenerstr. l-U sei ein Formfehler vorgeknnnnen und die Eheleute D wären aus diesem Grunde aus der Wohnung entfernt worden. Richtig ist, daß D. mit dem Vormieter in Verhandlungen wegen eines Tousches gestanden und daß der Tausch nicht zustande � kam, weil da? Wohnungsamt die Tauschgenehmigung versagt hat. Der Vermieter stellte die Wohnung dem Wohnungsamt am St. Januar lS27 bedingungslos zur Per- fügung. Trotzdem haben die Eheleute D. die Wohnung bezogen. Billigkcitsgründ« für ihre Belassung hat dos Mietcinigungsomt sowohl mit da» Landgericht nicht anerkannt. Von einem rücksichtslosen Vorgehen des Wohnungsamtes kann kein« Rede seilt, da den Eheleuten bekannt war. daß die Tauschgenehmigung vorsagt worden war, weil es sich um eins ausgesprochene Wohnungsschiebung durch Verkauf einer Wohnung an einen Unberechtigten handelte. Richtig ist, daß die Wohnung noch leer steht, dock konnte die Zwangsräumung erst am 18. August 1327 durchgeführt werden. Nachdem bereits sechs Parteien die Wohnung besichtigt haben, steht die Vermiewng unmittelbar bevor." Und trotzdem wären Billigkeitsgründe in diesem besonderen Fall, wo es sich um die bescheidene Häuslichkeit eines alternden Arbeiter« ehepaares handelt, sehr am Platze gewesen.td in Rehbrücks bei Potsdam ein Feier- nbendhaus für alte Blinde. Alle Gaben, auch die kleinsten, werden donkbor»ntgegcngenoinmen. /luto von einem Zuge überfahren. s ch l o ch a u(Grenzmark Pofen-Weflpr.). 10. September. Tin schweres Unglück ereignete sich hier am Lahnübergang der Koaiher Chaussee. Ein Aula, das von zwei polnischen Beamten, sowie von dem Sriminalsekrelär Schwan lte, dessen Vater und von dem Besitzer Ostrowski als Fahrer besetz« war. wurde von dem aus Prehlou kommenden Zuge erfaßt und bei- seitegeschleudert. Sriminalsekrelär S ch w a n t k e war sofort tot, sein Vater leicht verletzt. Die beiden polnischen Beamten er- litten schwere Verletzungen und wurden sofort ins Kranken- Haus transportiert. Der Fahrer Ostrowski kam mit dem Schrecken davon. Das Auto ist völlig zerstört. Sozialtftijche firbeiterjugenö Groß-Oerlin. «chtttng, VUcilnngfltit»! Die Siuppen, Sit ssch om Wirbetreffrn in Pktershogt» om 17. /IS. Eeptrmber fifteilijfn, habcn ihr» Teilnehmer, ohl fn. fort an!>en Genossen H. Grau, Petershagen lOstbahn), BruchmUhler Str. IS!), auszugeben. heute, Sonntag, ll. September: Gesnndbrvn»«»: Besuch der Ausstellung»Da» iuitge Deutschland". Treff. Punkt i) Uhr Prinzenallee Gcke Badsteaße.— Bronnenplatz! M« Besichtigung her Siedlung Britz findet nicht statt.- Steglitz l! Fahrt Wannsee. Treff. Punkt Ill'/i Uhr Rathaus. Werbebeziri Reukölln: Wir treffen uns um 13 Uhr im Volkspark fTennis» hauschen) zur Beteiligung an dem Kinderfest des Ortsausschusses für Jugendpflege. Erscheint zahlreich,- wir müssen mithelfen. Morgen, Montag. lZ. September: Lingkrei»! Uebungsabenb: Beginn pünktlich 19Si Uhr Im Lindenheim. Friede»»«: Heim Ofswbacher Str. 5«.»Bslitlsche Tagesfragen.»'— Schöne. derg IN: Heim Hauptftr. Iii.»Feste und Feiern IM Sinne sazlalistischer Welt. onfchouuna." Dcrbebezirk Prenzlauer Berg: Schule Greifendagener Str. SS. Wichtig« »Gegen das Reichsschulgefetz der Rechtsregierung." Sämtliche Gruppen des Werbebezirks müssen geschlossen erscheinen. Parteigenassen, Iungsozialisten und Helfer der kindelfreunde sind herzlichst eingeladen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. G Reichsbanner„Schnjarz-Rot-Gold". GeschZftsstelle? Berlin S 14, Eebastianstr. 37/38, Ho«? Tr- Sountag, 11. September: Lichtender» nebst Untergruppen: 7'* Uhr tritt der gesamte Radfahrer, ug bei Zimmermann, Friedrichsfelde. Walderseestr. 73, zur Uebungssahrt an. Pflichtfahrt. 13 Uhr beginnt da» Eaalkoozert' der Reichsbanncrkapelle Lichtenlcrg in den lkelamirliumen von Schoner! am Rummeksburger Lee. All« Republikaner sind herzlichst eingeladen. Sportplatz Fricdrichsselde: Ab 7 Uhr Arbeitsdienst oller Orisvereine. Holz. aroeiter m-t Werkzeug müssen zur Stelle sein. Spaten sind ebenfalls mitzubringen.— Montag. 17. September: Kren, derg: KS. 2» Uhr bei Swqld, Skalitzer Str. N/S. Rortrag. Auch Iuaend willkommen.— Prenzlauer Derg: Kameradschaft Seneselderplätz vi., d. 13., 30 Uhr, Bersammlung bei Bültner, Echwedter Sirohe.____ llspeeanta.Ansängerkurse beginnen: Wedding: Mittwoch. 21. September, ltz'd uhr. Jugendheim Seestr. n7. Rorden: Mittwoch. 21. September, 19 Uhr, Fi-gendheim uortzingstr. 19 Osten: Tonnerstag, 22. September, ISlh Uhr, Iuasndhatm Am Ostdahnhos 17. Zentrum: Freiiag, 23. September, ISZj Udr. Schi, I- Gipeftr. 23-. Manatsoerstimmlmig für Mitglieder de» Ardeiker-Sspe. rantodunde« am 13. Sevlembcr. 19',, Uhr. in der Schule Gipsstr. 28«. Sonn. tag, 11. September. Distriktskonferenz in Hennigsdorf. P-rdaod P«ll»g«Iundtzeit, Gau Berlin. Brandenburg. Sonntag, 11. Sei'' t-mder. Ii i Uhr. 1. Gautrclien im Luftbad des Raturhetwerein» Reukölln. lk. 93.. Karlsaorten. Cde Foirtaneftrahe. Zarbletungen der Russkgruppe de» Ortsvereins Berlin, der Svngergruppe des Naturheiiverein» Neukölln, Sprech- chor. Rezitationen,. Lieder zur Laute von Mitgliedern der Gruppe freiem 370».- fchen. Anivrach« Weltpädagogii. siienstog, 13. Sepremdsr, N>Zs Uhr, wird in öticntucher Berfommlung des»Bundes Entschiedener Ächülreiormer" tn der Aula de» Werner�SIemens-Reakgomnastuma. Berlin. Schbneberg, Hohenstaufsnftr. 47. tZ «Untergrundbohnboi Bitiorio-Luife.Platz). über internationale Fartfchrille der Piid-gogik beriditel. Slubienra» Dr. Otto Tacke, Stettin, w'rd feine Beob. ackitunge» und ErleMrisse alo deutscher Delegierter auf der 3. piidagoatsche» Weltkonscrcnz in Torento in Konada oortrogcn, Raddiner?r. Mar Wiener schildert dann das ihm aus eigene- Anschauung bekannte.Jüdische Schul»»nd Erzichungsprogramm im neuen PalLstina." Freie Aussprache. Jedermann ringe lad-n. Freidenker. Illitgliedcroersammlonaen. 3. Bezirk Wedding: Montag, 1Z. Erp. temder. 19 Udr, in den Pharnssiiien. Müllersir. 142. 19.«ezi»! Panlop: Montag. 12. Seotemder. 19'„ Uhr. im Gefelllchaktshau«, Berliner Str. 102. Tagesordnung:'Reichsschulgefetz. Bericht oon der Bezirkokonfrrrnz. Ardeiter.Ädftinentrvdnrd vrtsgrupoe Berlin. Montag, 12. September. 19H Uhr. Jugendheim Oranienburger Str. 27, Hof link» 2 Tr., auherordeni. liche Funklionörsttzuna. Reichsduvd südischer Frsntloshatenjf»»»ichen weiieedienstfielle fitr Berlin und Umgegend (Jlgchdr. cerfi.) Unhestilndia. windig und etwa» kühler, am Tage wieder- bollc Regcnfchauer.— Für deutschload: Weltliche Hälfte kühler, windig mit Regenschauern, ösllichc Hätzt« keine wesenlliche Rcildcrung, GEHEIMNIS Cr&pe Marocaln mit Seide, neue Farben Cr6p© de Chine In vielen Medefarben modernes Gewebe. Wolle 93 cm breit, das Mir. M. solide Kleider- Qualität 93 cm breit, das Mir. M. Veloutine beliebter Modestoff«ür NacbmittaQS- und Gesellschafls-Kieider 95 cm breit, da« Mir. M. Lindener Waben-Cord der modiscbe Wasch-Samt 70 cm breit das Mtr M. unserer billigen Rrelse für gute GtueBitäten S&t die neue VerSceufsc&rft I I! IM IDENHAUS H U NN I U S BEACHTEN SIE DEN AUFGANG ZUM I. 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Erste Bereitschaft 012». 4X>OO.Met«r.Tt»ff»l für Remere- 1. Ne. Biet' 103 in 52,7, 2. Nevicr 104 in 52,99. Der Ningerkampf im Sportpalast. Der anerkennenswerte Versuch des Internationalen Ringer-Verbandes im Sportpalast, die erste Olympiade der Mittel- und Schwergewichte mit streng sportlichen Regeln durch- zuführen sowie in jeder Beziehung einwandfreie. Kämpfe zu bieten. hat schon die ersten Früchte gezeitigt. Aber schon haben sich wie bei jedem Emanzipalionsversuch einer Sache Miesmacher gefunden. So haben einige Mitglieder des Deutschen Verbandes, der dem Inter- nationalen Verband nicht ange'chlosfen ist, eine Rund- und Klage- reife bei einigen Redaktionen angetreten und sich bitter beklagt. daß ihnen die Teilnahme an der Konkurrenz im Sportpalast oer- wehrt worden ist. Diese Ringer sind durch ihre Teilnahme an sogenannten„Rummelkümpsen" bekannt, und sie wollen auch nicht von ihrem Austreten in Schaubuden'Abstand nehmen. Bei der Ver- anstaltung im Sportpalast ist den Teilnehmern ein rein sportliches Verhalten abverlangt worden. Man will der bei Rummelkämpfen vorkoininenden Erscheinung. einer sogenannten Schiebung einen Riegel vorschiebe», und sollten solche Machenschaften doch vorkommen, diese schon in ihrem Keim ersticken. Daher ist es erklärlich, wenn man vor eiller Zulassung dieser Ringer den Sliischluß an die Haupt- organisation zur Bedinoung machte. Gerode jetzt, wo der in seinen Rechten schwer zurückgesetzte Ringsport eine konsequente Scheidung des Guten vom Bösen durchführen will, ist es angebracht, reinen Tisch zu machen. Renne» zu Karlsharst am Sonnabend, dem 10. September. 1, R c 11 Ii e Ii. 1 tzltie Xfll.(Besitzer), 2. Rom(Walter Heuer), 3. HuSdaub lHauser).■iulu; je; ly. Platz I Ich 11; 10. F-rner lies: Ildlne. 2. Rennen. Il Greif an(Hmiler). 2. Grziret,(Waller Hener), 3. Cijnsti(stranztr). loto: 49; 10. Platz; 19. 17, 24: 10. fZerner liefen: liebeiisnüi!. Karola, Tevv, Matmorgen, Rncilla, Examen, Hochachtungsvoll, Tominschtii.i, Spala. Figaro. �VockenprvFrsmm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 11. September: 9: Morgenfeier. 11.30: Mittagskonrcrt. 14.30: 75 Jahre Philatelie. 15: Saatgut und Saatguthcrstcllung. 15.30: Märchen. 16.15; fm Segelboot durchs Rote Meer. 17: Unterhaltungsmusik. 19.05: Lähmt Hypnose den Willen? 19.30: Die erste Weltbcvölkerungskonfcrenz in Genf. 20: Das Theater auf dem Theater. 20.30: Bunte Unterhaltung. 22.30: Tanzmusik. Montag, 12. September: 15.30: Künstlerische Darstellung des Alltags. 16.30; Novellen. 17; Unterhaltungsmusik. 19.05: Technische Wochcnplauderei. 19.30: Das Zeitalter der Renaissance. 20; Erziehung zum volkswirtschaftlichen Denken. 20.30: Tänze— Musikvorträge. Dienstag. 13. September: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Die Idee des Tanzes im Bühnenkunstwerk. 17; Un|erhaltungsmusik. 19.05: Der Kaufmannsgehilfe in der Berliner Industrie. 19.30: Ucbcrtragufig aus der Staatsoper„Der Vampyr". Romantische Oper in zwei Akten von Pfitzner. Mittwoch. 14. September: 13.45: Glockenspiel der Parochialkirche. 15.30: Die soziale Liebestätigkeit der Frau. 16.30; Jugcndbühne. 17: Unterhaltungsmusik. 19.05: Heimstättensparkassen. 19.30: Vermeidbare Hautkrankheiten. 20: Rechtsfragen des Tages. 20.30; Vortrag. 21: Gesänge und Rezitationen. 22.30; i�andolinenkonzert. Donnerstag, 15. September: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16.30: Frauen, Liebe und Ehe. — Rezitationen. 17: Unterhaltungsmusik. 19.05; Fortschritte im Dampfkessel- # Die Welt der Berge erscheint in der Freitagnachtveranstaltung zu stark im Stil der«alontirolerei eines Defregger, besonders in ihrem orchestralen Teil. Weder das Vorspiel zu„Tiesland" noch sogenannte Charakterstücke bedeuten einen großen Genuß. Viel besser der vokale Teil mit Liedern von Schubert und Loewe, Marie Flocke-Hogemonn versügt über einen schönen ausdrucksvollen Sopran. Am Sonnobcndnachmittag rezitiert Charles Willy Kaiser drei eigene Gedichte. Warum eigentlich? Die Gedichte haben Garten- laubenniveau. Vielleicht spekuliert die Funkstunde auf die Wirkung des Namens. Nun, ein bekannter Filmschauspieler kann zu seinem Privatvergnügen dichten, doch er braucht nicht notwendig diese Go- dichte vorzutragen, wen» er dazu noch unmöglich neckisch und rühr- selig spricht. Eine derartige Veranstaltung schadet dem Rundfunk. Dagegen ist dos W o ch c n d k o n z e r t, übertragen aus dein Haus der Funkindustrie, sehr hübsch. Es-bringt hauptsächlich Kompo- sitionen von O s f e n b a ch und Strauß, hcrillche, unverwelk- bare Melodien, die Bruno Seidler-Winkler mit großer Exaktheit und dabei mit Temperament und sprühender Laune spielt. Eduard, L i ch t e n st e i n singt aus„Hoffmanns Erzählungen" dos Lied oon Klein Zack, diesmal mit merkwürdig unfreier Höhe. Prof. V e r w e y e n, Bonn, spricht über den Kopf der Hörer hinweg. Sein Vortrag„Positive Lebensführung" verstrickt sich zuerst, in lc>- gische Spekulationen. Ein Radiooortrag ist jedoch kein Kolleg vor vorgebildeten Studenten, sondern muß auf eine große Hörerschar aus allen Gcfellschaftsschichten Rücksicht nehmen. Das Verneinen des Lebens ist schwäche, dagegen hebt sich durch Bejahen, durch Ver- stehen auch des Gegensätzlichen die seelische Kraft des Menschen, bereichert ihn und gibt ihm Macht. F. S. dsu.>9.2«! Der Film in der Wissenschaft. 20.10: Sendespiele;„Tansend mitf eine Nacht." Märchenspiel von Johann Siran 2. 22.30: Tanrrausik. Freitag. 16. September: 15.30: Erziehung zur Natur. 16.15: Grotzstädte des Altertums. 17: Unlere haltungsmusik. 16.40; Die Sportschau des Monats. 19.05; Italienisch. 19.30: Herbstarbeiten im Blumengarten. 20: K6pfe der Dichterakademie. 20.30: Sinfonickonzcrt. 22.30: Aus deutschen Opern. Sonnabend, 17. September:• 12.30: Die Viertetstunde für den Landwirt. 16: Der Kleingewerbetreibende nnd die Umsatz- und die Einkommensteucrbcscfaeide. 17: Salonqnartett Hans Raue. 19.05: Orthopädie und Schule. 19.30: Was bedeutet uns Wilhelm Raabe? 20: Frauenkleidnng— Franenhandwerk. 20-30: Sendespiele:,.Warbeck." Fragment von Schiller. Musik von Quiseppe Becce. 22.30: Tanzmusik. Königs Wusterhausen. Sonntag. II. September: Ab 9: Uebertragung aus Berlin. 18: Schach. 19: Frauen um Goethe. 19.30; Die sozialen Instinkte bei Tieren und Menschen: Ehe- und Familienleben. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Montag. 12. September: 16: Das Bildungswesen in Frankreich. 16.30: Erzielinncsberatiing. 17: Philosophierende Gespräche. 17.30: Die moderne Tageszeitung. 18; Wesen und Aulgaben der inneren Mission. 18.30: Englisch lür Anfänger. 18.85: Praktische Vorschläge zur Forderung des Umsatzes. 19.20: Praktische Ratschläge zur Herbstbestellung. Ab 20.30: Uebertragung ans Berlin. Dienstag, 13. September; 16: Das Bildungswesen in Frankreich. 17: Die moderne Tageszeitung, 17.30: Der Dichter als Gestalt und Symbol. 18: Der Entwnrl zum Steuer- Vereinheitlichungsgesetz. 1 8-30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.58; Die Wechselbeziehungen zwischen Erdkunde und Geschichte. Ab 19,30: Uebertragung ans Berlin. Mittwoch, 14. September: 16: Das Bildungswesen in Frankreich. 16.30: Anigaben nnd Wesen der inneren Mission. 17: Rheinstrom und Schwarzwaldhöhen. 17.30: Die komische Oper. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Mechanik. 18.30: Englisch tür Aniänger. 18.53: Die wirtschaftlichen Seiten der Arbeitsraarlrtpolitik. 19.20: Aas dem westöstlichen Divan. Ab 21: Uebertragung ans Berlin. Donnerstag. 15. September: 16; Zeichnen und Modellieren In der gewerblichen Bemfsschale. 16,30: Aus dem Zentralinstitut lür Erziehung und Unterricht.- 17: Die Anigabe Wiena in der deutschen Kuitnr. 17.30: Uebertragung aus Berlin. I8J0: Spanisch lär Fortgeschrittene. 18.55: Hugo Wolf. 19.20: Ein Jahr Landwirtschaflsfunk: Roggenbau. Ab 20.10: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 16. September: 16; Ueber Naturheilung. 16.30; Schulknndlicbe Fragen in Dialogform, 17: Die Ergebnisse des V. Internationalen Kongresses Ittr Vererbnngswlssenschatt, 17.30: Der Dichter als Gestalt nnd Symbol. 18: Was sind EdelstUle? 1830: Englisch lär Fortgeschrittene. 18.55: Unsere Wirtschaftsbeziehungen n den Randstaaten. 19.20; Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzle. Ab 2030: Uebertragung aus Langenberg. Ab 22: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 17. September: 16; Englisch lär fortgeschrittene. 16.30; Bildwoche. 17: Fortbildangst mögiiehkeiten in der Beamtenschaft. 17.30: Der Arbeiter nnd das Kino. 18: Technischer Lehrgang lür Facharbeiter: Mechanik und Fertigkeitslehre. 18.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 18.55; Der Anteil der Nationen an der Musikentwicklung. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. 3. Renne it. 1. Abteilung, I. Ti aminer(Zachmcier), 2. Möhren- blume(Ebei t), 3, Paradenia(Wenzel). Toto; 994:10. Platz: 113, 33, 24: 10. Ferner liefen; Euteipe, 2agora,Ziliterbtmuchen. Siezberte. Tirill.— 2, Ab- teilnnq, I, Fjllyiai: t Biedermaun�, 2. Ülkieinsannc(Narr). 3. Loculta tÜtzohwileH- Jolo: G-Vc 10. Platz: 18,. 13, 28: 10. Ferner liefen: Eordelia, Narre naotd, PH um, E y bref se I T, Erinnerung. Florian, 4. Renne it. 1. Carl Ferdinand tSchnitzer». 2. Faleider(Leutnant Piebig), 3. Wundeibär(Stauöinger>, Toto; 25: 19, Platz; 14, 1ö, 27: 10. Ferner liefen: Traumlieie, Kis-Kil, Marlelenderin. Girant. Beresina. ö. Zi e n n e n. 1. Maestoso(Thiel), 2. Final(Franzle), 3. König Lear |(Surft). Toto; 68: 10. Platz: 36, 35; 10. Ferner liesen: Dorn U Imnidtnanti. Tornado. 6. Rennen. 1. Lesels lOertel), 2. Grand Moufseux(Thiel), 8. Luerezia (Ludolf). Toto: 62:10. Platz: 32. 34, 23:10. Ferner liefen: D-Nor Mabiise. Mariza, Prince of Thüle, Jlsenstein, Nogubia, Sandrart, Willa, Brigant.-z 7. R e n n e n. 1. Flämin(Franzle), 2. Lichtstrahl II(Kränzlein), 3. Mallasten(Dippelt). Toto: 67: 10. Platz: 19. 17. 47: 10. Ferner liefen: Sonne, Greif, Aliprentze, Dir Treue, Schwälbchen, Narrenzeit, Hellespont. 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Sonntags 2 Vorstellungen 3*/jU.8VtUhr: Die Tugend- Prinzessin Hella Rirtr, Arthut Hell Narlieu Ludwig. Aartin Hettnar, Edith Karin Heylit. H. Lünsihüh Preise 1.3 3 M. usw h. im Admiralspalas Täglich SVg Uhr' 2 Heute Sonntag Vorstellung. 3 Uhru.8�«Uhr Nadim. die ganze Vor- stalloM za halb. Preis. Die neue HALLER RFVHF Jannandwor Planetarium am Zoo IdtUug. Jeadiinislhaler Ettal, Noll. 1578 Dar Sternenhimmel aul er Reiae von Berlin nach dem Sequator Vorführungen; «Vi 6, 7'/,, 9 Uhr. Eintritt I M. Kiaderaul. IS JihrtaO.SOK Bote 4 Bock, Wertheim. Neues Theater am Zoo Dir.: Ridiari Gortsr Täglich 8V4 Uhr: Drei lustige Komödien von Thoma Preise I, 1,50, Z,—, 3,— M. usw. Tel.: Steinplatz 5371 Lustspielhaus 8>/. Uhn „FiliroinaDlilL" Trianon-Thealer So 81/4 Uhr ein Mädel (Das Extemporale) luthglil toi Stnro d. Fcrtdt Haus Statin, luaaKliid. •lalHrg. loui Htm, Arnim. Vorzeiger zahlen für Parkett nur 60 Pf. 'KALLER REVUE . Wann und wo° THEATER« ADMIRALSPALAST Heute Sonntags- Vor st eil. 3 u 8iUUhr Nachm. die ganze Vorstellung � zu halben Preisen Theater am Kottbusser Tor I_____ MW Volkspreise von 50 Pf. bis 2�0 M. iL il Sonntagnachmlltag: v«�flro»e f amiiien VortfeUnng Volles Progr. Kl. Preise v. 40 Pf. b. 1,75 M. GröBler Lacheriolg! Kottbusser Straße 6. Täglich 8 U. u. Sonntagnehm. 3 U. EBifte- Sänger Reichshallen-Theater Anfang 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzell in der MullerstraBe Nachmittags: Halbe Preise, volle» Programm. Dönhoff-Brett'i: Variete, Konzert, Tanz Harndwskii-Eüiiiuii Th. Konigeralz. St. Hasenheide 21 10 8 Uhr: Der dreimal lote Pcler Komödie v. Sling Komödienhaoa Norden 6304 Cnhpidl des loskaeer lünsilerisdict Tdeiten „Hatiima" V'/a Uhr. Dybuk berliner Theater Dönhoff 170 EraffDQDgsvontsIlucg: 7'/, Uhr Leonie Lustspiel«uu Leu Lam Phiisiarmonie 'i'lt Uhr: Eröffnungs- Konzert des Philharm. Orch. Dirig. Prof. J. 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Verschiedenes, Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Mlllmach. ben 14. September, abeaba 7»Hr. im»Zngenbheim- bea Der- banbshaufes, Cinienflcake 83 85, Portal I, 2 Treppen Versammlung der velriebsrohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Die Lage der Beiriebsrohrlcger und Helfer und wie tonn sie verbessert werden 7 2. Branchen. angelegenhetten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch IcgitimrerL Unorganisierte und Mitglieder anderer Organisationen, soweit sie sich al» Betriebsrohrleger oder Heiser ausweisen tiinnen. haben als Sähe Zutriit. Spielplan unserer Aoltnrabfeilung: In der Woche vom 12. bis 18. September: 1. Die Leuchte Asiens. 2. Spiel, Tanz und Sport. Z. Die flabeiverlegung und-Herstellung. In der Woche oom 19. bl» 25. September: t. Das Paradies der Südsee. 2. Pnlch Ootit. 3. geichenscherze von Paul Slmmel. In der Worhr vom Zß.Septbr. bis 2. Oktbr.: L Verlorene Welt. 2. Kabinelt 12. 3. Achtung. SlrafmanbaL In der Boche oom 3. bis 9. Oktober: 1. Wild und Mensch im Gebirgsschnee. 2. Tierwelt in. der Nordsee...<,,,„„4« 3. IörderMiltel einst und jetzL 4. Füns Tage Haft. Zu der Woche o»m 1». bi, 18. Oktober: I. Slisahrt 4ns Glück. 2. Preflcn von Nichtmetall. 3. Fix und Fax fahren verkehrt. In der Woche vom 17. bi» 23. Oktober: . 1. Moana, Sohn der Südfee. 2. Immer vorsichlig. 3. Der Elettroosen. In der Woche vom 24. bi» 39. Oktober: I. Wüste am Meer. 2. Blaue Adria du. 3. Pros. Rehbein geht tanzen. Dazu für jede Vorstellung die neueste Wochenschau. Anfragen wegen Ueberlaflung und Besuch der Abteilung sind telephonisch oder schrtst- lich an das Bureau. Kullurabteiiung, zu richten._ Auszahlung von llnlerstuhung. Vom 1. Oktober 1027 ab dars durch Be. stimmung des Vorstandes die Auszahlung aller Unterstützungen nur gegen eigen- händige Unterschrist erfolgen, nnr mit der einen Ausnahme, dah die Krantenunier. _ bei Schwer kranfen durch Familien- angehorige abaehoii werden tann. jedoch ist auch hier die Bestimmung, daß die ietzl« Auszahlung(bei Beendigung der Krank- heil) eigenhändig zu unterschreiben ist. Um unseren Mitgliedern die Gelegenheit zu geben, auch nach Arbeii-schlnß die ihnen geöffnet. In Frage kommt für Streif». Maßregefung». und Umzugsiinierstützung der Schatier t im Parierresaal und für alle anderen Unterstützungen der Schalter Iß im Parierresaal. 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Am 8 September, abend« 11 Uhr, entschlief nach langem, schwerem Leiden unser lieber Sohn. Bruder. Schwager. Onkel und Bräutigam Hsns Priemer im 23. Lebensjahre. Die» zeigen, um stille Teilnahme ditlend, tleibetriibl an stlr triuernden Hinterbliebenen. Berlin, de» 9 Sepiemder 19!7. Koloniestrahe 7 Die Sinäschernng findet am Diene» tag, dem 13. Seplember. mittag« i Uhr, im Krematorium Serichlstiahe statt Am Rreiiag. dem 9 Seplember, früh 8 Uhr. entidiliei ganz unerwartet nach kurzem Leiden mein»eder Mann, Bruder. Schwager und Onkel, der SUhändier Hermann Dessau im 59 Lebensjahre. Die» zeigt tie'detrvdt Im Namen der Klnlerbliedenen an Emma Oeitau geb Mifkiffa Manteuffeistr. 103 Die Beerdigung findet am Dien»- tag, dem 13 Sepiemder. nachmntags d Uhr, von der Halle de» Smmaus- tirchhoie» Neutvlln, Hermannftrah« ISS 36. an» statt. Vervstno«er l-UNogrsoHen, itteUtUriitZier«.»er«,»ein!« Am 7. Sevternder 1927 verstaro unter langjähriges Mitglied, der Lithagraph Max Rebcnilsdi im Alter von 57 Jahren an einem schweren Herzleiden. Wir werden sein Andenktn In Ehren halten. Dir Beerdigung findet am Montag, dem 12. September, nachm. 3 Uhr. von der Leichenhalle de» Zentral- Friedhose« in Friedrich, selbe au» statt Rege Beteiligung erwartet Ble onzverwosiunö. öonecial orte �emdwu,.. öertenomaqfloffe Änlfe"'X 2.50, 1.90. 1.75 Soiütn-u.rnat'felfioffeÄli . Meier 3.75 ISO cm dretl CaIIm chwarz. lör»enifsfttlel geeignet vUlln:rtra schwere Oualilät..- Meter ifliillS ra. x cm drei« viele Farben. Meter Kavalier-Taschentücher Üh?'".� ....................--- KinderstrUmpse f�ÄÄ? ®t, 4—6 Paar Kladerilrttmv�«r.7-ls... Snflöen-9etnD?o-ngenaudt.«»»«,51 Wmler-öarcheMemdea... oenen-Socken............ 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Nacfaruf PlOtrlich und unerwartet surben am 2. September, nachm. 4 Ghr, und am 6. September, vorm. 9 Uhr, meine langjährigen, treuen Mitarbeiter PaulReche undPaulTrümper Im 76. Lebensjahre im 54. Lebensjahre Ich»erde Ihr Andenken stets in Ehren halten! Max Kraft, i. Fa. A, Kraft Facbttsdüerel für Ducfadrudf- UieosUten $ 42, Fürstenstra�e 6 FUr die große Beteiligung dei der Einäscherung meines lieben Mannes kearg iMnoM sage Ich allen Freunden u. Bekannten, dem Bcresn der Freiden'er, den De- nassen der 3. Adl. der SPD, sowie der Firma Hans Schmid, Dresdener Str. 43, meinen allerherzlichsten Dant. Emilie Weihaad»! geb. Drlnkoaaa Für die überaus große BeteUigung bei der Einäscherung nirlne» lieben. unvergeßlichen Mannes, unseres Baters, Schwieger. und Großvaters, de» Schmiedemeisters ftido» Fischer sagen wir allen Freunden und Be- kannten, sowie dem Männerchor Ott- Lntonia 1849, der SPD. und den Mietern de, Hauses Hausburzstr. 19, unseren allerherzlichsten Dank. Marie Fischer, geb Ebel nedst Kinder und Hinterbliebenen. SlMenspentleQ lebet Art ilclett v r e> sw ert t'aal Golletz, vorm. Boten Mnir Mariannensiraße 3. Ecke Naunhustraße Amt Mortgpl. 103 03 Inserate im A Vorworts sichern Erfolg i Verkäufe Poelvtai», Zentner 11,50. Äcfcrl, Eharlottcndurg. Stuecstraßc 34._* Deziiialwaaeii. Tafelwagen. Granchte preiswert. Georg Wagner, Kdpenider. straße nur 71, Hol. Kein Laden, dajllr billigere Preis«._' DürioppÄähmaschinen gegen ä-äftoct- Wachenraten. Wiofik. Brunnenstraße 185, zwischen Nosenthaierplafi und Invali- denstrat»_ Norden 118 Rieseuumsatz. Kinderwagen, Zwilling,. wage», Klappsportwagen, Kinderdetten, Metaslbetlen. KordmödeL allerniedrigste « 41"hj.<74444,>1,4.4,�« ,,> gegenüderMartueftraße Beachtenswert! Deutsches Tepvichhau» Emil Lefovre seit 1882 nur Oranien straße 158. Keinerlei Beziehungen zur Firma aleichen Kamen« votsdnmer- straße___* rh»ma».K»hmaschinen für Haushalt und Gewerbe, neue, gebrauchte. Elektro- Motoren. 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Otwber in der Schulaula Zwingli. srraße sind beim Kreiskassierer Dauer, StepfiansN. 22. jeNt schon in Em». sang zu nehmen, damit sie zum Pertrieb in den nächsten Zahlabenden aus- gegeben werden kbnnen. H. Krei» Friedrich,haln. Montag, 12. September, 19 Uhr, in Schmidt, fellichastshaus, gruchtstr. ZK-, kreisfnnktionärkonfercnz. Vortrag:.. internationale politische Lage." Referent Studienrat Erwin Marquardt. Kreisangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Mitgliedsbuch und Funktionärkarte mitbringen. 7. Krei» Eharioitenburg. Die Zugendweih« sindet am Sonntag, 2S. Sep. tember, U Uhr, im Staatlichen Schillerlheater statt. Weiherede: Arthur Erispien. Einlaßkarten in allen Verkaufsstellen der Konsumgenossenschaft. Vordereitungsunterricht jeden Dienstag von 16— 18 Uhr in der weltlichen Schul« Pcftalozzistr. 40 durch Lehrer Schmüiker.— Im Iugendhcl» Rosinenstr. 4 findet in der Woche vom 11. bis 18. September eine Anti- Kriegsausstcllung der Sozialistischen Arbeiterjugend statt. Erijffnung Sonntag, II. September, I» Uhr. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, die Ausstellung recht zahlreich zu besuchen.— Montag, 12. September. KMH Uhr, Fraktionssitzung mit allen BUrgerdeputicrten im Jim- mer 1 des Rathauses. 18. Krei» Temoelhvf, Moriendorf, Merienfelde, Lichtenrade. Sonntag, 25. September, Fahrt nach Nauen und Besichtigung der Grohfunkstotion. Nähere» über Abfahrt usw. wird nooch unter Parteinachrichten bekannt. gegeben. 17. Krei» Lichtenberg. Montag, 12. September, IS Uhr, Kreissunktionärfitzung im Arbeitkamt Schreiberhauer Straße. Vortrag:„Der Reich»schulgesetz. entwurf und Sozialdemokratie." Referent Schulrat Ulrich. 18. Krei» �ieihensce. Montag, 12. Septemder, 20 Uhr, bei Galla», Lehber. ftraße, wichtige Funktionärsitzung. Erscheinen unbedingt erforderlich.— Mitt-poch, 14. Sevtcmber, 20 Uhr, im Wirtshaus zum Pferdemarkt. Mit» gliebcrvcrlammlung. Dortrag:„Der Reichsfchulgcsetzentwurf." Gäste sind mit einzuführen. Heule. Sonnkag, 11. September: K. Utk. Renlülln. Die Vezirksfsihrer bringen umgehend die Abressen zum Genossen Müller, Ziethenftr. 56, und laden zur«bteilungsversammlung am Mittwoch, 14. September, bei Grieger. Lessingstr. s, ein. Vortrag:„Das neue Arbeitslofenversicherungsgesetz. Refcrcut Gustav Link. Morgen. Montag, 12. September. 19'/? Uhr: 4. Abt. 191.4 Uhr bei Brandis, Strolaucr Straße. Funktionärsitzung. 8. Abt. 20 Ubr bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. u, Funktionärsitzung. 7.4 Uhr bei Karl Kinzel, Uscdomfir. 22, Sitzung sämtlicher Fun!» tionäre. Erscheinen unbedingt erforderlich. 17. Abt. 19>4 Uhr bei Dose, Nordhafen 6, Funktionärsitzung. Erscheinen aller Partei- und Gewertschastsfunktlonöre Pflicht. 18. Abt. 1914 Uhr bei Müller, Uferstr. 12. Funktionärsitzung. 1«. Abt. 1914 Uhr bei Schrepcl, Grünthaler Straße, Funktionärfitzung. 20. Abt. 19 1.4 Uhr bei Pose, Koloniestr. 15, Funktionärsitzung. 22. Abt. 1914 Uhr bei Herms Funktionärsitzung. Mittwoch, 14. September, lg'.4 Uhr, Z-hlabende bei Bartsch, Referent Genosse Zanke: Perms, Refc. rent Genosse Graeber. Die Bezirksfllhrer laden dazu bestimmt ein. 23. Abt. 191.4 Uhr bei Erunwaldt, Kameruner Etr. 19, Funktionärsstzuug. 24. Abt. 191,4 Uhr bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25, Funktionärsitzung. 26. Abt. 19!-» Uhr bei Heiles, Prenzlauer Alle« 239, Funktionärsitzung. Da wichtige Tagesordnung, Erscheinen sämtlicher Partei- und Gewerischafts. sunktionärc unbedingt erforderlich. 27. Abt. 1914 Uhr bei Wooßmonn, Gleimstr. 10, Funktionärsitzung. Niemand darf schien. 31. Abt. 1914 Uhr bei Goldschmidt, Etolpische Str. 36, Funktionärsitzung mit Ken Betriebsvertrauensleuten und Elternbeiräten. 39. Abt. 1914 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionär- fitzung. Wichtiae Tagesordnung. Abrechnung. 41. Abt. 20 Uhr bei Lipfert, Moriendorser Str. 6, Sitzung sämtlicher Funk- tionäre. 42. Abt. 1914 Uhr bei Biersdorff. Urbanstr. 6, Funktionärfitzung. 43. Abt. 1914 Uhr bei Mendler, Dieffcnbachstr. 54, Funktionärfitzung. Jeder Bezirk muß vertreten fein. 46. Abi. 1914 Uhr bei Eichholz, Euvrvftr. 23, Funktionärfitzung. Die G«- nassen werden um vollzähliges Erscheinen gebeten. Etz»rlot«r»burg. 52. Abt. 20 Uhr bei Bade, Kaiserin-Augufla-Allee 52. Funk. tionärsitzung.— 53. Abt. 20 Uhr bei Lux, Huttcnstr. 26, Funktionärsitzung. Wichtige Tagesordnung, Erscheinen ist Pflicht. 88. Abt. Mariendors. 2V Uhr bei Niendorf, Ehausseestr. 19. Funktionärsitzung. 91, Abt.»eukölln. 1914 Uhr bei Köster, Karlsgartenstr. 4, Funktionärsitzung. Dienstag, 13. September: 102. Abt. Vg-mschulenweg. tionärsitzung mit den 1914 Uhr bei Haß außerordentlich wichtig» Funk. Ifcrn. Die BezirksMhrer laden zur Abteilung». Versammlung am Mittwoch. 14. Sevtember. 1914 Uhr, bei Borgmonn ein. Vortrag:„Das neue Arbeitsloscnversicherungsgesctz." Referent Bernhard Söring. * 8. Abt. Mit twoch Zahlabends in den bekannten Lokalen: bei Frep, Magde» burger Platz. 1914 Uhr, Genosse Locwv llber:„Arbeiterdichtung": bei Meper, Lvtzowstraße, 20 Uhr, Genosse Unikower über:„Wahlreform": bei Seiler, Steinmctzstraße, 1914 Uhr, Genosse Dr. Adle? Uber:„Politische Lage": bei Rickcrt, St-inmetzstraße, 19!s Uhr, Genosse Hirfchberg Uber: „Politische Lage". 9. Abt. Mittwoch, 14. September, 1914 Uhr, Mitglicberversammlung im Artushof, Pcrlebergcc Etr. 29. Bortrag:„Reichsbanner, Partei und Re. publik." Referent Johannes Stelling, M. d. R. Wir erwarten voll- zählige» Erscheinen. Gösse ssvd willkommen. 34. Abt. Mittwoch, 14. September, 1914 Uhr, Zahlabenbe in den bekannten Lokalen. Die Bezirksfllhrer laden dazu ein. 67. Ab«. Grunewald. Mittwoch, 14. September. 20 Uhr, im Bahnbofsrestau- rant Grunewald Mitgliederversammlung. Vortrag:„Die Aussichten des Dawes-Planes." Referent Dr. Friedrich Hertneck. Alle Mitglieder werden um ihr Erscheinen gebeten. 73. Abt. echmargeudorf. Mittwoch, 14. September, 20 Uhr, Mitglieder- Versammlung im Forsthaus. Warnemünder Straße. Vortrag:„Die politisch« Lage." Achtung! Borstand und Funktionäre tagen um 19 Uhr ebenda. Die Bezirksfsthrer laden ein. 33. Abt. vereiaigung für Sckml-»nb Erzichnng»frag»a: Donnerstag, 15. Sev» tember, 20 Udr, in der Schulaula Ehrenbcrgstr. 24, Zusammenkunft. Bor. trag:„Der Reichsfchulgcsetzentwurf." Bezirksausschuß für Arbeitenvohlsahrt und Kinderschuh: 2. Krei». Tiergarten. Die Ardeiterwohlfahrt veranstaltet einen Sednlnni- kurfus über: Gcfäbrdetenfllrsorg«. Der erste Bortrag findet am Dienstag, >3. September, 1914 Uhr, im Bezirksamt Tiergarten. Klopstockstr. 24, Natt. Vortrag:»Die psychologischen Grundlagen der Gesährdetenfürlorge". Res«, rent Dr. Bernfcld. Alle Genossinnen und Genossen sind derzlichst ein, geladen.— Achtung! Pünktlich 19 Uhr Klopstockstr. 24, Zimmer 4. Be sprcchung der Ablrilungslcitcrinnen der Arbeiterwohlsahrt. 4. Krei». Prenzlauer Berg. Dounrrstaz, 15. September, 10 Uhr. Dcrfommlung aller Helfer, Helferinnen, Fürsorgerinnen»nb Wohlfahrtspslcger Danziger Straße 64. Portrag:„Das neue Arbeitslofenverficherungsgefetz". Referent Georg Reich. 5. Krei«. Friedrichrhain. Di« Seimbesichtigung erfolgt Donnerstag, 15. Sep, tember, 15 Uhr,« der Loskerstraße. Tresspunkt: Laskerstraßc Ecke Rochowstraße. 5 rauenveranstaltungen» 12. Krei». Steglitz. Der Kreisfrauentag findet am Montag, 12. September. 20 Uhr, in Lankwitz, Lehmanns Festfäl«, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/31, statt. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bortrag:„Sozialismus und Ehe". Referentin Marie«unert. M. d. L. 3. Aussprach-. 4. Perschiodenes. Alls Genossinnen müssen erscheinen. Gäste willkommen. 13. Krei». Tempelbos. Dienstag, 13. September. 1314 Uhr, Treffpunkt Ecke Porck- und Dneisenaustraßen beginn! Neuheiten für Herbst und Winter in Wollstoffen? Noch die Kollektion so reich und interessant wie jetzt. Deutsche, englische uosische Weber wetteifern miteinander und bringen wirkliche Ouali- füuden mm aUen Bemnpunkien Berlins 4. Seilage öes vorwärts Nr. 450 �44. Fahrgang VVV Sonntag, 11. September 7427 (Das Wunder von Suma Im Waschkessel kochende Suma-Lauge. Sie brodelt und perlt und arbeitet und schafft Millionen kleiner Schaumpcrlchen durchziehen die Gewebe, lösen den Schmutz, erfassen ihn und tragen ihn zur Oberfläche. Jede Pore der Gewebe wird durchdrungen und jeglicher Schmutz entfernt In so eigenartiger und vollkommener Weise reinigt nur Suma durch bloßes Kochen, ohne Reiben und Bürsten. Suma enthält nichts Scharfes, kein Chlor, kein Wasserglas keine Soda und vor allem keine künstlichen Bleichmittel. Dagegen hat Suma einen ungewöhnlich hohen Gehalt an reinster Seife, deren Waschwirkung sich durch die besondere Zusammensetzung von Suma vervielfacht So gibt Suma eine prachtvoll blütenreine Wäsche und schont Gewebe und Farbea Lösen Sie Suma im Kochkessel warm auf: ein Paket auf 40 Liter(4 Eimer)— so ausgiebig ist nur Suma I Legen Sic die Wäsche hinein und kochen sie 15 Minuten, dann spülen Sic gründlich, erst warm, dann kalt, bis das Wasser klar bleibt— Und schon sind Sie fertig. So haben Sic wenig Mühe am Waschtag, aber viel Freude an Ihrer Wäsche, die noch einmal solange hält Paket 50 Pfennig. „SunlichF'Mannheim wäscht weisser un schonender! Unterhaltung unö Wissen Seiloge öes vorwärts Kurze Wochenchronik. Nachttänze öer Indianer. von B. Iraven(Tamaulipas, Mexiko). Es war an einem Spätnachmittag im November und sehr heiß� Ich saß vor meiner Hütte und las. Plötzlich kommt«in Indianer, mein Nachbar, angeritten, steigt ob, setzt sich zu mir, und nach einer kurzen Einleitung kam mein rothäutiger Nachbar zum Kernpunkt seines Besuches.„Wir machen heute abend Tanzen bei mir. Wir haben Musica, auch ich werde schön spielen, Guitarra, ich habe es gelernt sünf Tag«. Wir machen viel Spaß. Si« sind hier so ollein und so sehr traurig, Sennor." Ich war keineswegs traurig. Im Aegenteil, ich war überaus glücklich, weder Straßenbahnen nachjagen noch vor Automobilen fliehen zu müssen, nach Telephongerassel hören, noch von der etek- irischen Klingel mich verrückt machen lassen zu müssen. Aber wenn man keine indianische Köchin ins Haus nimmt, so ist man, noch An- ficht der Indianer, unbedingt traurig. Mir fehlten nur die acht Pesos, die eine Köchin monatlich als Lohn haben möchte. „Darum möchte ich Sie einladen, kommen Sie herüber zu unserem Tanz. Sie können bei mir zu Abend essen." „Kommen hübsche Mädchen hin?" „Hübsche, Sennor? Hübsche? Di« allerhübschesten, die hierherum wohnen, kommen alle." So macht« ich mich denn bei Sonnenuntergang auf den Weg, um noch vor der Nacht, die unheimlich rasch hereinbricht, bei dem Nachbar zu sein. Seine Hütte lag auf demselben Höhenzuge, auf dem meine Hütte log, aber er wohnte noch abgeschiedener im Dschungel als ich. Warum er sich wohl so tief verkrochen haben mochte? Der Platz war idyllisch. Etwa zwanzig riesige Bäum« lagen über die Buschlichtung verstreut, die eine Art Hochfläche bildete, von der aus man weit über das flache Dschungelland blicken konnte. Di« Bäum« hatten meterlange grau« Moosbärt«. Sie sahen aus wie sehr luftige und vergnügte alte Herren. Zwei Indianer mit ihren Frauen waren schon da. Nachdem die sehr hösUche Begrüßung vorüber war, wurde ich aufgefordert, in die Hütt« zu kommen und zu Abend zu essen. Es gab schwarz« Bahnen, Tortillas und schwarzen Kossee. Inzwischen kamen weitere Gäste, nur Indianer. Ich war der einzige Weiß« und war nur deshalb eingeladen worden, weil ich ein Mitbewohner dieses wilden Dschungelbezirks war. Di« Indianer kamen auf Pferden, Eseln oder Maultieren ge. ritten. Viele hatten keine Sättel, sondern nur«ine Matte. Alle brachten ihre Frauen und Kinder mit. Manchmal saßen Mann, Frau und drei Kinder aus demselben Pferde, während di« Frau noch einen Säugling im Arm hielt. Die Indianersrauen sitzen nur in seltenen Fällen, wenn es gar nicht anders geht, nach Männerart auf dem Pferd«. In einem umgehängten Basttäschchen hatten sie Tor- tillas, falls sie Hunger bekommen sollten, denn getanzt wird bis Sonnenaufgang. Tortillas sind kleine, dünne Pfannküchelchen aus Mais, der auf einem Stein zerrieben wird. Anderes Brot mögen die Indianer nicht essen. In einein Sact hatten die Frauen ihre Musselinkleider und Halbschuhe aus Lackleder mit hohen Zlbsötzen. Bei der Ankunft waren sie entweder barfuß oder hatten schlichte Sandalen an, und gekleidet waren sie in billigen Kattunkleidern. Sobald sie von den Reittieren abgesessen waren, verkrochen sie sich in einem Winkel der Hütte oder hinter die Hütt« und zogen sich um. Dann wuschen sie sich noch einmal, wobei fi« ein« stark nach Patschuli und Moschus riechend« Seif« benutzten, lösten ihr langes rabenschwarz«« Haar und kämmten es eine halb« Stund« lang durch. Nachdem si« Blumen hineingesteckt hotten, lieh«n si« es während der ganzen Nacht offen. Der Vollmond war glänzend aufgegangen. Mit majestätischer Ruhe glitt er üb«r den sternbesäten Nachthimmel. Noch und nach kamen di« Frau«n hervor, an ihren dünnen Gewändern die Falten herunterstreichend. Sie fühlten sich zuerst ein wenig fremd in den modischen Festkleidern, die kurz waren, kurze Aermel hatten und Hals und Nacken frei ließen. Manche der Frauen waren kaum vierzehn oder fünfzehn Jahre alt, hatten aber schon ihre Säuglinge bei sich. Di« keine hatten, hofften, bald welche zu bekommen. Der Gastgeber hatte einig« Bretter über morsch« Kisten gelegt, damit di« Damen sitzen konnten. Die Männer standen schwatzend herum. Sie hatten sich nicht umgeNeidet, weil sie nichts zum Um- kleiden besaßen. Sie trugen ihr« üblichen gelben oder blauen Zwirn- hosen, ein weißes oder farbiges Hemd ohne Kragen, Sandalen oder Straßenstiefel und ihren groß«n spitzen Strohhut. Jacken oder Westen hatten sie nicht. An deren Stell« hatten manche von ihnen braune oder rote Wolldecken mitgebracht, denn die Nächte werden oft kühl. Die Frauen hatten groß«, schwarze Baumwolltücher, die sie um die Schultern legten. Diese Tücher dienen als Hut, als Schleier, als wärmendes Umschlagtuch, häufig auch als Taschentuch und als Windel für die Säuglinge und zusammengefaltet als Kopfkissen, wenn die schweren Wassereimer vom Fluß heraufgeschleppt werden müssen. Di« Musiker hatten gleichfalls ihre Bohnen und ihren Kaffee bekommen. Darauf drehten sie sich ein« Zigar«tte, und als sie auf- geraucht war, begannen si« zu spielen. Mein Nachbar spielt« vor- läufig noch nicht, er wollte erst tanzen. Denn er hatte eine sehr hübsche Frau, die von allen am elegantesten gekleidet war. Si« war noch keine zwanzig Jahne alt, hatte ober schon drei Kinder. Ihr ältester Sohn war sünf Jahre alt. Im Lause d«r Nacht zeigte er sich als ausgezeichneter Solotänzer und Zigor«ttenrauch«r. Sein« Mutter war die einzige Person unter allen Anwesenden, die nicht rauchte. Sonst rauchte alles, was mehr als drei Jahr« alt war. " Als die Musik zu spielen begann, wurde sofort losgetonzt. Das Zögern und Zieren, das die erst« Stunde einer Tanzfestlichkeit oft wie eine Bcgräbnisfeierlichkeit erscheinen läßt, kennen diese Leute nicht. Man ist gekommen, um zu tanzen� also wird getanzt. Ihnen ist Tan.zen keine Verführung, noch viel weniger etwas, da» sich mit der�Würde eines Menschen nicht verträgt. E» waren Frauen da mtt ihren Kindern und mit ihren Enkelkindern, die auch schon wieder Kinder erwarteten, während di« werdend« Urgroßmutter selbst noch einen Säugling an der Brust llegen hatte. Und dies« leben- strotzende Urgroßmutter tanzt« nicht weniger oft und nickt weniger reizvoll als die fünfzehnjährigen Frauen und Mädchen. Die Frauen säugten ihm Kleinen, ohne irgendwelche Scham dabei zu zeigen. Das geschah so natürlich, so unverhüllt, al» ob einem Kind ein« Milchslasch« gereicht würde. Hatten sich dt« Kleinen sattgetrunken, dann wurden sie in da» schwarz« Baumwolltuch ge- hüllt, auf die Erde gelegt und unter die Bank ein wenig nach hinten Reichsminister koch wurde ertappt, wie er die Reichsflagge.herunterriß-. In der Herberge des kalholitentage» wurde berat- schlagt, wie man den Mirth hinaussehen könnte, — aber man stak zu tief bei ihm in der kreidet geschoben, damit man sie nicht mit den Absätzen der Schuhe treffen konnte. Di« Kleinen schliefen dann ruhig drauflos bis gegen Mitter- nacht, dann meldeten sie sich wieder und fanden abermals reichlich« Milchvvvrät« vor, obwohl die Mütter keinen Tanz versäumt hatten. Weiß man, was auf dem Erdboden im tropischen Dschungel, auch wenn er gelichtet ist, besonders zur Nachtzeit, herumkriecht, so über- läuft es einen eiskalt, wenn man die kleinen Würmchen aus der Erde liegen und schlafen sieht. Aber der Indianer macht sich solch« Ge- danken nicht. Wenn dem Kind etwas zustößt, so ist es eben ein un- vermeidliches Unglück, das man aus ttesster Seele beklagt oder beweint. Di« größeren Kinder tummelten sich«ine Weil« herum, dann wurden sie müde, legten sich auf die blanke Erde neben die Säug- ling«, zogen die Knie so hoch sie konnten und schliefen wie kleine Ratten. Wenn der Vater ein« Decke hotte, wurde das Kind»in- gewickelt, bis da» nächstältere müde ankam, um hinzugewickest zu werden. War keine Decke da, dann mußte die zerfetzte Reitmatte genügen. Bis gegen nenn Uhr kamen immer weitere Gäste angeritten. Auf mich machte es immer einen seltsamen Eindruck, wenn plötzlich »in« Indianerin mitten In der Musik oder im Tanzen anhielt, einig« Sekunden in die Nacht hinauslaufchte und dann sagt«:„Es kommt wieder ein Paar. Wer mag es fein?* Nach einiger Zeit erschien das angekündigt« Paar. Sehen konnte man die Ankömmlinge nicht, hören noch viel weniger, denn ringsum war all«? dichter Bufch. Aber die Gab« der Wahrnehmung au» der Ferne ist bei einigen Stammen sehr stark ausgebildet. Die Musik spielte alles nach dem Gehör. Ab und zu spielt« der Geiger die Gitarre und der Gitarrespieler die Geige. Wenn die Musiker selbst tanzen wollten, ergriff einer der Indianer das Inftru- ment und spiett«, viclleicht nicht ganz so gut wie die Musiker, di« natürlich keine Berussmufiter waren, sondern ebensogut wie oll» übrigen Männer als Köhler und Holzhauer ihr Brot verdienten.. Auch mein Nachbar beeilt« sich zu zeigen, was er in den fünf Tagen gelernt hotte. Ich wußte gut, daß dl« Gitarre nicht länger in feinem Haus« gewesen war, denn ich sah ihn damit kommen, als er sie sich ausgeliehen hatte. Jemand hatte ihm gezeigt, wie da» Instrument anzufassen sei. ihm einig« Griff« beigebracht, und da» war olle». Was er setzt leistet«, war erstaunlich. Er hatte zwar nur die Geige zu begleiten, aber auch dos will gelernt sein. Manchmal vergriff er 2 1 � A Ja Gens beobachtete man da» Schauspiel, wie mehrere Kleine einen Großen zu fesseln suchten. Offensive für Monarchie und Schworzweißrot an. Unser Bild zeigt den Sturmangriff. sich, doch fand er sich immer wieder schnell zurecht. Der eigentlich« Geiger war ein ichmächtiges Bürfchchen. Cr tanzte seltener mit den Mädchen und zog es vor, Sologrotesktänze zu veranstalten, die so urkomisch waren, daß die Indianer zum Bersten lachten. Gespielt wurden amerikanische Onesteps und Foxtrotts, die im altväterlichen Polkaschritt, nur viel langsamer, getanzt wurden. Der Rundwalzcr ist ganz unbekannt. Dann tanzte man k>ne Art Rheinländer. Hin »nd wieder kam der Tanz, der mich besonders interessierte, ein Originaltanz der mexikanischen Indianer. Ich habe denselben Tanz hier bei Vögeln in der Balzzeit gesehen. Di« Musik hat sich in den Jahrhunderten geändert und den modernen Musikinstrumenten angepaßt. Der Rhythmus jedoch, die Schritte und die Absicht find noch dieselben. Ein Teil des Tanzes wird von Gesang begleitet. Wöhrend des Tanzes nähern sich die Paare und entfernen sich, berühren sich ober nie, nicht einmal mit den Händen, sondern tanzen girrend und lockend voreinander herum. In bestimmten Zwischenräumen setzt die Musik aus, und die Musiker sowie diejenigen Männer, di« keine Tänzerinnen hoben oder nichr tanzen, ersetzen die Musik durch Singen. Diese» Singen geschieht auf der höchsten Höhe der menschlichen Stimme und ist eigentlich kein Singen, sondern ein sehr taktmäßiges, jedoch schrillende, und kret- schendes Modulieren von Tönen, die kaum etwa» Menschliches an sich haben. Es überkommt einen ein Grauen, wenn man ganz ollein zwischen Indianern um Mitternacht im Dschungel weilt, ungezählte Meilen von dem nächsten weihen Menschen entfernt, und diesen un- heimlichen Gesang hört. Ich fühlte dabei, daß ich in einer anderen Welt lebte, daß Zihntousende von Meilen mich von meiner Rasse trennten. Ununterbrochen wurde getanzt. Die Pausen zwischen den ein- zelnen Tänzen waren gerade lang genug, um»inen Schluck Wasser zu trinken. Nichts anderes wurde getrunken al, Wasser, dos vo« zwei Burschen in einem Eimer aus einem Regenpfuhl herbek- geschleppt wurde, sobald der Eimer leer war, wo» olle Augenblicke der Fall war. Jeder Tanz w»rd« solange gespielt, bis die Tänzer so ermattet waren, daß si« di« Tänzerinnen zur Bank sllhren mußten. Ab und zu lief den Tanzende» ein Schwein zwischen die Beine, wahrend ein anderes sich an einem Holzsattel, der auf der Erde lag, den Rücken schobie und ein drittes, behaglich grunzend, sich in dem Schlamm wälzte, der sich von dem ausgespuckten Waffer»nd den weggeschütteten Kofseeresttm gebildet hatte. AusW Ein Sind d�gann l«is« zpt«sinn». Sofort l«ß die Mutter ihr«, Tänzer stehen und lief zu dem winzigen Bundeichen, das auf der Erde sich bewegte, wickelte es aus, knöpfte ihr Kleid weit auf, setzte sich aus die Bank, gab dem Kind zu trinken und sah dabei den Tan- zenden zu, denen sie lustige Scherzworte zurief. Die jüngeren Frauen und Mädchen waren mir gegenüber an- fangs«in wenig scheu. Als sie aber sahen, daß ich nicht bissig war, beim Tanzen die Leine genau so bewegt« wie ihre Stammesgenossen, auch nur Hose, Hemd und Hut hatte und niein« Zigaretten ver- schenkt«, bekamen sie Zutrauen. Die Urgroßmutter tanzte am reiz- vollsten. Ihr Gesicht sah aus wie zerknülltes und zerknittertes schwarzbraunes Leder, ihre Augen waren schwarz wie Pech, ihr langes, offenes, gesträhntes Haar war ölig, und ihre Haut strömt« einen scharfen, nicht angenehmen Geruch aus, aber ihre Bewegungen waren jung, voll Rhythmus, voll Harmonie, voll Rasse und Schön- heit, so daß man vergaß, daß hier eine Großmutter tanzte tm Wettbewerb mit sonniger Jugend. Mit den eigenen Frauen tanzten die Männer nur selten, immer mit anderen, und sie boten mir ihre Frauen alle der Reihe nach an, damit ich mit ihnen tanzen möge, wodurch sie mir eine Ehre er- weisen wollten. Doch die Frauen betrachteten es als kein« besondere Ehre, wenn ich mit ihnen tanzte, sie haben keine Hochachtung vor dem Weihen. Wenn ich mit einer Frau oder mit einem Mädchen häufiger tanzte, fingen die Frauen an zu lächeln und zu kichern. Mit Sonnenausgang verblaßte der Mond, verblaßte die Musik. Unauffällig zog sich«ine Frau nach der anderen hinter die Hütte zurück, kam nach einer Weile wieder vor, in ihr Lümpchen gckletber und mit einem Bllndelchen. Ebenso unaufsällig, ohne Abschieds- szenen, mit einem kurzen„Adios!" oder„Gracias!" setzten sie sich auf ihre Esel oder Pferde und verschwanden im dunklen Busch. Geistiges Gesellsthastskapital. Don Heinrich Mann. Eine Gesellschaft gibt es natürlich jetzt wie immer. Jetzt ist sie anders angeordnet, arbeitet anders, hat ander« Zwecke als noch vor zehn Jahren. Reichtum und Bildung sind wieder einmal weit auseinander gerückt, was freilich öfter vorgekommen ist. Jetzt aber hat der Reichtum eine ganz andere öffentliche Bedeutung als früher und führt weiter, die Bildung ein« viel geringere und führt zu nichts. Das bedeutet einfach, daß die Zwecke dieser Gesellschaft es so verlangen. Sie will eine mündige, sclbstdenkende, selbsttätige Gesellschaft sein, nicht mehr abgelenkt von Kräften, auf die sie ohne Einfluß war. Was sollte ihr nun die Getstesbikdung der Vorkriegszeit, jene „Kultur", die ein Vorrecht war, im Mund« geführt von wenigen tausend snobistischen„Kulturträgern", die sie niemanden mitteilten? Jene Kultur hat die Politisierung der Nation nicht begünstigt, eher mit verhindert, sie war ihrer Demo- kratisierung entgegen. Damit ist sie gerichtet. Statt ihrer ir-ird jetzt praktisches Denken erworben. Die Massen lernen aus Not, Erfolgen, Enttäuschungen, aus ihren Er- fahrungen von Jahr zu Jahr, von Wahl zu Wahl, wer ihnen hilft oder sie noch mehr hineinreitet, welche Personengruppe, welche Sache und Meinung sich bewährt. Alle? muh durchgemacht und verdaut werden. Das so verdiente Gesellschastskapüal an Jntelli- genz wird höher als vorher sein. Ob hoch genug, um die Gesell- schaft an großen Geisteswerten zu beteiligen? Die Kultur einer Gesellschaft verlangt nicht notwendig Geist. Er ist in der Welt vor- erst in Abnahme begriffen, während Kultur immer weiter macht. Auch unsere wirtschaftliche und soziale Umschichtung hat vor allem r eines Keiflesleben»erschkungen. Alles da» wurde verschlungen, was nicht oolksgemäß oder besonders fest in Ueberlieferungen be- gründet war. Sport blieb natürlich üblich und nahm zu. Musik blieb auch. Literatur war in Deutschland seit longer Zeit keme durchaus natürliche Funktion, wenn sie es überhaupt je war. Sie brauchte Unterstützung und besondere Kennerschaft, daher jene Snobs. Di« sind fort, die Literatur mag zusehen, wird die heran- wachsende Demokratie jemals von ihr Gebrauch machen? Dann wird sie es aber nicht aus EUelkeit tun, nicht aus Bib dungsmoni«, nicht aus Langeweile. Sie wird eine Literatur nur tragen und großmachen, die ihre eigene Sache ist, eine Litera- tur aus der Zeit für die Lebenden.„Ueberzeitliches", auf Ewigkeit Bedachtes, ist aussichtslos: man unterlasse doch, Un- zeitgemäßheit und erschwert« Zugänglichkeit als Vorzug anzu- preisen. Ein„Faust" kommt nie mehr. Tragödien von zeitentrück- ter Allgemeinheit sind unwahrscheinlich und wären unwirksam in einer so bedingten, an Tag und Wirklichkeit so fest gebundenen Gesellschaft. Fachmämiische Vorurteile zugunsten erhabener und wurzelloser Kunstqebilde führen einzig dahin, daß all« Welt dauernd bei literarischer Barbarei verharrl, unentwegt in die„gewaltigste Revue" läuft und sonst nichts wissen will. Beteiligung der Demokratie an der Literatur ist möglich. Sie war verwirklicht in Frankreich, durch die große Romanreihe des neunzehnten Jahrhunderts. Alle diese Romane hängen zusammen, sie bilden die vollständige Soziologie, Kritik als Leben, Erkenntnis, die sich abspielt und iedermann packt. Vergeistigung des Alltags. Je wirklicher und geistiger in dem Werk die Zeit ist, um so länger dauert es. Dauer'ist gleich Zeitgemäßheit in Gestalt großer Kunst. Nur solch' eine Verewigung kann eine Demokratie sich geben: auch die neue deutsche muß es versuchen. Sonst bleibt es für Rasse und große Oeffentlichkeit bei der„gewaltigsten Revue" in jeder Preis- laoe. Massen aber, die vollwertige Zeitdenkmal« kennen würden, statt Blendwerke der Sinne, wären merklich gefördert im Ver- fiändnis ihrer eigenen schweren Erlebnisse. Ihr Leben. Sterben und Erwerben wäre gesammelt, durchleuchtet, es ergäbe ein Bild, wenn nicht gar Gedanken. Vollwertige Zeitdenkmale könnten helfen, aus Massen die menschlich be- wußte Gesamtheit zu machen. Frage an die Zukunft: Wird Kultur wieder Geist haben? Jene französischen Romane sind dasür wohl kein fortwirkender Beweis: die Demokratie, auf die sie hinzielten, war bürgerlich begrenzt, uns scheint sie harmlos Wir rechnen mit bisher unbekannten Massen und Abenteuern. Aber Beispiel waren jene Romane. Es sollt« in Deutschland erkannt werden.__ Cin 9uch öer?ugenü und �eiöensthast. Von Dr. Eonstanze Glaser, Wien. Diese Briefe des jungen H a e ck e l an seine Braut stellen in der Wüste der heutigen menschlichen Beziehungen eine Oase dar, einen Ort des gesunden Seelenklimas, an dem man gerne weilen mag. In ganz jungen Iahren hat Ernst Haeckel in seiner Cousine Anna Seth« seine zukünftige Gattin gefunden. Bei der Lektüre des Abschnittes„Meer" in Roßmäßlers Werk„Dos Wasser" finden sich die Seelen. Aber nur für kürzeste Zeit ist ihnen Meeresstill«— glückliche Fahrt gegönnt, der Tod trennt die Liebenden noch ein- jähriger seliger Ehe. In die fünfziger und den Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts führen uns die Briese zurück. Der Bund sür's Leben ist geschlossen, zu Ehe und Gründung eines Hauswesens fehlt aber noch die materielle Basis. Der junge praktische Arzt will „Himmelhochjauchzend... Erinnerungen und Briefe der Liebe." Verlag C. Reißner, Dresden 1927. die akademische Laufbahn ergreifen, die Liebe zur Wissenschast weift ihn auf diesen Weg. Ein Besuch in Jena anläßlich des ZOOjährige« Unioersttätsjubiläums bestärkt ihn in dem Wunsch, sich dort niederzulassen, Das liebliche Saoletal mit der Umrahmung von Bergen und Wäldern ist ihm, dem in Potsdam Geborenen, sich in Berlin» Trubel Nichtzurechtsindenden, ihm, dem fanatischen Naturapostel, seit jeher Wahlheimat gewesen. Düstere Schatten logern aber auf seiner Seele. Der glücklich Liebende, der begabte junge Natur, forscher wird von Wertherschen Stimmungen heimgesucht, die sich bis zu Selbstmordgedanken steigern. In der Liebe zu seiner Braut fühlt er sich treulos gegenüber der Wissenschast, der vorher einzig seine Gedanken gegolten. Und es fehlt nicht an Anspielungen von Professoren über die Unvereinbarkeit von Forschung und persön» lichem Lebensglück, die seine labile Seele noch mehr erschüttere Ein längerer Aufenthalt in Italien bringt ihm Gärung und Klärung aus jugendlichen Wirren In Messina hat er in monatelangen stillen Beobachtungen das Material für seine erste große Arbeit, di« „Monographie der Radiolarien", gewonnen. Der Habilitation folgen Zeiten der Arbeit, bei denen uns nach» geborenen kleineren Geschlechtern der Kopf schwindelt. Ein streng eingeteilter Tag zu achtzehn bis zwanzig Stunden intensivster geistiger Arbeit. Goethes Wort vom Genie, das Fleiß ist, scheint hier Wirklichkeit geworden. Und endlich nach einem weiteren Jahr ist das Ziel der Sehnsucht erreicht: die Professur ist die Antwort auf das Erscheinen des Radiolarienwerkes. Hochzeit und Hochzests- reise: Auch hier alles ins Maßlose gesteigert; zwölf bis vierzehn» stündig« Märsche und Bergtouren. Und dann, ein Jahr idyllischen Gelehrtendaseins an der Seite der geliebten, so lange ersehnten Frau, und schon pochen die Schläge des Schicksals an die Behausung des Glückes Wenige Wochen später ist ihm nichts mehr geblieben als Erinnerung an letzte Erfüllung menschlichen Liebeswunsches. Der Zusammenbruch ist erschütternd, sein Leben ist dem Tod geweiht. Nur di« Ergebnisse seiner neuen Naturausfasiung und Wellanschauung will er noch der Nachwelt hinterlassen. Unbekümmert um Gesundheit und Spannkraft arbeitet«r betnahe un, unterbrochen Tag und Nacht. Kaffee und kaltes Wasser, in das di« Füße gehalten werden, helfen dem Organismus das Letzte obringew. Und so entsteht die„Generelle Morphologie", welche die neu« Darwinsche Entwicklungslehre für das ganze Gebiet der organischen Formenwissenschast durchzuführen sucht, das Bekenntnis zur Einheit in Natur und Entwicklung, zu einer momstifl�genetischen Philo. sophie. Während das Werk hevanreist, dessen Ende sein Tod besiegeln sollte, erstarkt auch wieder sein Lebensgefühl.— Rührend, wenn er in einer viel« Jahre später erscheinenden Arbeit eine„der reizendsten und zierlichsten Medusen", die er im Todesjahr seiner Frau in Villofranco beobachtet hat. Mitrocoma Annoe nenn� weil das Spiel ihrer Tentakeln„einem blonden Haarschmuck gleicht". Die sympathische Persönlichkeit des unermüdlichen Forschers, des sreiheitlichen Idealisten des warmen Menschen erweckt unsere Zuneigung. Das ruhige Gelehrtenleben einer kleinen deutschen Universitätsstadt im vorigen Jahrhundert ersteht aus diesen Blättern. ebenso die Beziehung des Mannes zur Frau. Denn st» Grund« sind dies« Briese doch nur Ergüsse des eigenen hochgeftimmte» Selbst, seiner Wünsch«, Probleme und Gefühl« in ein zartes Frau«»- gefäß. Die Einstellung auf ein anderes Wesen, auf«in« mst Eigen- leben und Interessen ausgestattete Persönlichkeit fehlt. Von der holden Meduse im blonden Haarschmuck, von Anna Seche selbst. erfahren wir aus diesen hymnischen Briefen an sie so gut wie nichts, Nährwerk der Zische. Eine Untersuchung des Nahrungsmittel- amies der amerikanischen Regierung über den Nährwert der«»> schiedenen Fische hat ergeben, daß an erster Stell« der frisch« Hering steht, in geringem Abstand gefolgt yon der frischen Makrele. An dritter Stelle folgt kein Fisch, sondern der Hummer. Weiterhin reihen sich dann Steinbutt. Seezunge und Lachs an. Kostümstoff Vlgoureux-Compost, reine Wolle, q In modernen Farbstellungen, ca. 130 cm breit......... Mantelstoff ungmai-engliscki, mit Abseite, ja Cf hervorragende Strapazier- T � qualität, ea. 140 cm breit... I Kleiderstoff Crepella, das moderne Gewebe OO mit Abseite, großes Farbsortiment, reine Wolle, ca. 130 cm breit..