ttr. 432 ♦ 44. Lehrgang Ausgabe A Nr. 220 Bezugspreis: Wöchentlich 7V Pkennia, manotNch S.— Zieichsmnrt voraus �»atiliae. Anter Streifband im Zn. und Wusland 5,50 Reichsmark pro Monat. Set„Sormärfs* mit der wustrier- tcn Sonntassdeilag«»Volk und Zeit' sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen'..Aus der lfilmwelt". „ffcauenftimmc",.Der Kinder. freund'..Jugend-Varwärts'..Blick in die Bitch-rwelt' und»Kultur. arbeit' erscheint wochcntäglich zwei. Wal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: «Sozialdemokrat verlia" Morgenausgabe Nerttnev Volksblakt �entralorgan der Sozialdcmokratifchcn parte» Dcutfchlands Groft-Betlin 10 Pfg. Zluswärts 15 Pfg. Anzeigenpreise: Die e i n s p a l t t a e Nonpareille. geile SO Dlennia. Reklamezeile 6,— Reichsmark..Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort!5 Brennia tzuläfssa zwei fettgedruckte Wortes. ledes weitere Wort 12 Pfennig. Etillengifuche das erlte Wort 15 Pfennig, iedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte Uber 15 Buch- ftaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 50 Plennig. gamilieuanzeigen kllr Abonnenten Zeil« 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft. Lindenstraße 5, wochentäglich oo» SV2 bis 17 Uhr. ReSaktion und Verlag: öerlin SV. HS, ÜnSenstraße Z Fernsprecher: Tönhoff LSÄ— S»7. Dienstag, den 13. September 1927 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin EW. öS, 4inöenstr.Z «Oftfcheckksat-I«erlin il 63t— BauNont»!«an» der«rdeiter. Angeftelten »»» Beamten.«»01». 15! Biskonto-Sefelllchai«, D«»»l>ten»aft« imdenftr. 1. Hegen die< Kritik Radbruchs m C. G. Karlsruhe, 12. September.(Eigenbericht.) 3m Mittelpunkt der Nachmittagssigung der 3K1ZZ. stand die Diskussionsrede Professor Rodbruchs. Mit großer Schars« stellte er die IKD. vor die Pertrauensfroge. Sie sei einst Gesin- nungsc-emeinschait gewesen, sie sei es n i ch t m e h r. Deshalb hob« es ihr an Entschlossenheit gefehlt.. Andere hätten besser als sie oer- standen, daß eine triminolpolitische Gesellschaft dazu da sei, Politik zu treiben, d. h. zu handeln. Di« Worte..Strase' und„Schuld" seien Hindernisse des strafrechtlichen Fortschritts. Man müht« ent- scheiden: das unendliche Ziel des Strasrechts müsse sein seine eigene endliche Ueberwindung. An diesem Maßstäbe gemessen, stelle der Enlwurs des Rcichsrats einen bedauerlichen Rückschrill dar. Radbmch trug darauf die Wünsche der Bereinigung sozialdemokratischer Juri st en über die Herobseßung des Mindestallers der Jugendlichen vor, die jedoch der neuen Gestaltung des 3'lgendgerichtsgesetzes vorbehalten sein soll«, und besprach dann das Problem der Todesstrafe. Er fei mit dem Gedanken umge- gangen, die Bersonimlunc-, angesichts der u n m e n f ch l i ch« n H i n- richtung von Tarci? und Vanzetti zu einem flammen. de» Prolest gegen die Todes st rase aufzufordern. An- gosichts des Temperaments der 3ÄD. sei er jedoch davon abgekom- nren und wolle nicht die große Frag« der Entscheidung einer zufälligen Majorität dieser Versammlung anheimgeben. Professor Kohl habe ausgesprochen, daß die Todesstrafe eine hochpolitische Zweck- inäßigkeitssrage sei.„Ich bin menschlich außerstande, die Tode»- strafe so anzusehen. Für mich ist die Todesstrafe eine Gewissenssrage. Diese Gewissenssrage wird von großen Parteien so ernst genommen, daß an ihr das Geschick des neuen Strafgeseßduches hängen wird." Rodbruch begründete weiter eine Reihe von Anträgen, darunter A i* f ch a j s un g d e r Z u ch.th a u» st r�a f e, Beschränkung, der Siche- rungsocrwohriing auf gewerbsmäßig« Berbrecher, Schütz der Arbeitskraft im CtrLfgesetzbuch, genauere Fassung des H.o ch v c rr a t s p a r o g r a p h e n. Der besondere Teil des Ent- wprfs könne nicht nach den alten Methoden der Ausschöpfung der Strasmöglichkeiten bis zum letzten behandelt werden. Er Hab« nur den Wunsch, daß mit seinem Inkrafttreten sämtliche Exemplare der Strasoei ichtseittscheidungcn des Reichsgerichts aus den Scheiter- Hausen geworfen würden. Der Strasrichter der Zukunft müsse «in S o z i a I b« a m t e r sein, innerhalb weit gezogener Schranken des Rechts. Er müsse handeln nach dem Grundsatz: ..Ein schlechter Richter, der nur groß ist im vernichten. De» echten Richters Amt ist wiederaufrichten." Der Kongreß spendete Rodbruch stürmischen, langanhaltenden Bei- fall,: aber er lehnte alle Radbruchschen Anträge, bis auf den«inen, Schutz der Arbeitskrast betresfend, ab. Der Reformwille der 3KV. ist altersschwach geworden. Di« weitere Debatte ging um die T o d e s st r a s«, Profesior L i e p m a n n- Hamburg sprach sehr eindrucksvoll dagegen, ferner um die Aufgaben der 3ÄD., ob kriminalpolitische Gcsellschast oder Internationaler Kongreß 1928. Tagesordnung festgesetzt— Matteotti-Gedenkfeier. Brüssel, 12. September.(Eigenbericht.) Die Exekutive der Arbeiterinternationale beschloß, auf dem Internationalen Kongreß im nächsten Jahre zuerst die K o l o n i a l- frage, dann das Problem des Militarismus sowie der Ab- r ü st u n g und schließlich die wirtschaftliche Loge während der Roch- kriegszeil und die ökonomische Politik der Arbeiter- k l a s s e zu verhandeln. Am Nachmittag erfolgte im Brüsseler Voltshaus in Anwesen- heit zahlreicher namhafter Führer der sozialistischen Bewegung aller Länder durch Henderson-England die Enthüllung des M a t t e o t t i- Denkmals. Das Denkmal ist in der Wand des sogenannten „Weißen Saales" des Volkshauses eingemauert. Die Reden von Henderson und die Erwiderung des Generalsekretärs der belgi- scheu Arbeiterpartei wurden durch Lautsprecher in dem Fest- s a a l und auf dem großen Vorplatz verbreitet. T u r a t i er- klärte, der Faschismus habe das Verbrechen zur Staatseinrichtung gemacht. Die Feier endete mit einer Paraphrase aus die Jnter- nationale, die von dem Dirigenten der Brüsseler Königlichen Oper verfaßt ist und deren Vortrag von ihm geleitet wurde. Die Exekutive der Arbeitcr-Jntcrnatioiiale setzte am Montag ihre Beratungen fort. Sie stimmte zunächst dem Antrag des Bureaus des Fraucnkomitees zu, für Ansang Dezember eine Sitzung des Internationalen Frauenkomitees einzuberufen, die in Köln stattfinden soll. E rispin erstattet« Bericht üb«r die Luzerner Sportinternationale und die Vorarbeiten zur Gründung einer internationalen Vereinigung der Arbeiter-Radio-Vereine. Di« anschließende Debatte endete mit der Annahme folgender Entschließung: »Die Eexetutive der sozialistischen ilrbeiter-Snternatlonale er- sucht die angeschlossenen Parteien, in deren Ländern ein, selb- ständige Arbeiter-Turn- und Spartbeivegung besteht, dies« Be- wegung nach Möglichkeit zu unterstütz«« und besonders auch da Radi»b«w«g»ng ihr-»ufmertsamteit z» schenken. Das i Strafgesetzentwurf. Forschungsgesellschoft, schließlich um die Entscheidungsfraee, ob die Strassusttz sittliche Werturteile abgeben solle oder nicht. Es wurde ein« Resolution nach Twejen des Referenten Kohlrausch angenom- men, die im wesentlichen herausarbeitet, daß die Strafe dem Schutz der Gesellschaft dienen solle, nicht der Abgabe sitt- l i ch e r Werturteile und der Ablösung des Vergeltungsbedürsnisses des einzelnen. « Die angenommenen Aniräge hoben folgenden Wortlaut: Anträge Kohlrausch: 1. Jede Strasbemessung hat in erster Linie von der Erwägung aitszugehen, welche Mittel nötig, sind, um den Täter wieder zu einem' gesetzmäßigen ordentlichen Leben zu führen. 2. Die Versammlung stellt aus praktischen Erwägungen heraus ihre grundsätzliche Ueberzeugung zurück, daß gegen g e m c i n g c- fährlichc Gewohnheitsverbrecher das u n b e st i m m t e Strasurteit mit Swjenstrafvollzug eine geeignete Maßnahme dar- stellt. Z. Sicherungsverwahrung muß an die Stelle der Strafe treten können. Soll sie erst n a ch der Strafe vollzogen werden, muß die gesetzliche Möglichkeit geschaffen werden, sie bedingt zu« r- lassen, nötigenfalls um'er Auferlegung einer Schutzaufsicht. 4. Der bedingte Erlaß einer Freiheitsstrafe inuß u n a b- h ä n g i g von ihrer Höhe zulässig sein. Rücksichten auf das öffentliche Interesse und auf den Verlegten dürfen den bedingten Er- laß nicht hindern. 5. Die Unterbringung in einer Heil- und Pslegeanstalt. in einer Crziehunesanstalt. und in einem Arbeitshaus muß der Strafrichter bindend anordnen können. Anträge R a d b r u ch- R o s« n s« l d: 1. Die Arbeitskraft muß im Strasgef etzbuch unter besondere Schutz besiimmungen gestellt werden.(Einstimmig angenommen.) 2. Das sogenannte gemeinschädliche Verhalten(Betteln, Land- streichen) hat aus der Zahl der strafbaren Handlungen auszuscheiden und darf nur zur Berwahrung führ«n. Folgende Anträge Radbruch-Rosenfeld wurden abgelehnt: 1. Die Zuchthausstrafe ist zu beseitigen und durch Geföngnisstrase von gleicher Dauer zu ersetzen. 2. Die Sicherungsverwahrung ist aus gewerbsmäßige Verbrecher zu beschränken. 3. Die Strafdrohung gegen die tatbcständlich nicht genauer ge- faßte Vorbereitung zum Hochverrat ist zu st reichen. Außerdem war folgender Antrag Radbruch-Rosenfeld gestellt: Vorbehaltlich weiterer Einschränkung der Tatbestände des Landesverrats muh Sorge getragen werden, daß wenig- stens der. der gesetzwidrige Zustände mitteilt, um ihrer Abstellung durch deutsche Behörden herbeizuführen, nicht wegen Landersoer- ral bestraft werden kann. Der Antrag setzte den Kongreß in sichtliche Verlegenheit. Der Vorsitzende Ebermeyer regt« an. nicht über ihn obzustim- m e n, da er nicht diskutiert worden sei. Schließlich wurde der An- trag von den Antragstellern zurückgezogen. Bureau wird beauftragt, die Frage der Ausgestaltung der Be- Ziehungen zu der Luzerner Sportinternattonale nochmals zu prüfen und in einer der nächsten Sitzungen der Exekutive darüber zu berichten." Im Sinne einer Anregung von Wibaut-Holland wurde das Sekretariat beauftragt die Vorarbeiten für die Errichtung einer volkswirtschaftlichen Abteilung im internationalen Sekretariat zu tresfen. H i l f e r d i n g und H i l q u i st- Vereinigte Staaten wurden als Berichterstatter über die internationale Wirt- schastsprobleme sür den nächsten Kongreß bestimmt. In der N a ch m i t t a g s s i tz u n g berichtet« der holländisch« Abgeordnete Albarda über die Arbeiten der von der Exekutive ein- gesetzten A b r ü st u n g s k o m m i s s i o n. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: „Die Exekutive der sozialistischen Arbeiter-Internationole er- Abrüstungskommission der Sozialistischen Arbeiter-Internationale zur Kenntnis und erwartet, daß die im Völkerbund tätigen Ver- treter der ihr angeschlossenen Parteien sich von den in dem Bericht der Abrüstungskommission enthaltenen Grundsätzen leiten lassen und die sozialistischen Arbeiterparteien diese Tätigkeit sür die inter- nationale Abrüstung tatkräftig unterstützen werden. Die Exekutive fordert die Abrüstungskommission der Sozialistischen International« auf, ihre Tätigkeit fortzusetzen, die in dem vor- läufigen Bericht nicht erschöpfend behandelten grundsätzlichen Fragen, insbesondere auch die Frage der H e e r e s o r g a n i s a° l i o n sowie die im Verlauf der Debatte der Exekutive gestellten Ergänzungsanträge zu prüfen und hieraus abermals Bericht zu erstatten. Die Exekutive nimmt Bezug auf die Resolution des Internationalen Sozialistenkongresiee von Marseille und fordert die Sektionen der International« aus. im Laufe der zweiten Hälfte des Oktober«ine Propangadaaktion über da» Ab» rüstungsproblem durchzuführen.'Diese Agitation hm zum Ziele, di, öffentliche Meinung dahin zu bringen, von den Regie- rungen so schnell wie möglich entscheidend« Abrüstunesmaß. nähme zu fordern und eine allgemein« und zwingende Aktion einzuleiten, um di« Grundsätze des Protokolls wieder aufzunehmen, dessen Annahm« vom Bälterbund verzögert wurde." (Siehe auch 3. Seite.) es ist Zeit! Ein christlicher Wirtschaftspolitiker gegen den Bügerblock 5m Septemberheft der„D e u t s ch e n A r b e i t", die sich im Untertitel„Monatsschrift für die Bestrebungen der christ- lich-nationalen Arbeiterschaft" nennt, und im christlichen Ge- werkschoftsoerlag erscheint, besaßt sich Hermann L u f f t mit der„Gefahr einer neuen Inflation". Die Schriftleitung hat den Aufsatz mit einer Fußnote versehen, in der sie aus- führt, daß die Gewerkschaften aller Richtungen sich minde- stens ebenso kräftig für die Erhaltung und Senkung des Preisniveaus wie für Lohnerhöhungen einsetzen sollten. Dieser Vorbehalt soll offenbar das Gewissen derjenigen Ge- merkschaftsführer entlasten, die im Gefolge der bürgerlichen Parteien bisher mit dafür gesorgt haben, daß durch eine verfehlte Wirtschaftspolitik die Warenpreise fortgesetzt in die Höhe getrieben wurden, daß dadurch die Kosten für die Lebenshaltung der breiten Massen der Bevölkerung viel schneller stiegen als ihnen die Erhöhung der Löhne zu folgen vermochte und daß schließlich die Gefahr einer neuen 5n- flation droht. Ob die zünftige Nationalökonomie den Schluß- folgerungen Hermann Luffts beizustimmen vermag, kann dahingestellt bleiben. Die Tatsachen aber, auf die er seine Beweisführung aufbaut, haben ihn so erschüttert, daß er in den Ruf ausbricht:„Es i st Z e i t, daß die deutsche Arbeiter- schaft endlich einmal die große Gefahr erkenne, von der sie wieder bedroht ist, und daß sie endlich einsehe, daß die Ver- Hältnisse niemals besser werden, so lange sie die Rettung von Beoölkerungsschichten erwartet, welche gan; andere materielle Interessen haben als sie selbst." Ist das nicht ein Aufruf zum Klassenkampf, ist das nicht ein Bekenntnis zu der von der Sozialdemokratie vertretenen Auffassung, daß die Befreiung der Arbeiter nur das Werk der Arbeiter selbst sein kann? Liegt darin aber nicht zugleich eine Verurteilung jener christlichen Gewerkschaftsführer, die die hinter ihnen stehenden Arbeiter und Angestellten von der selbständigen Vertretung ihrer eigenen Interessen abzuhalten suchen? Sehen wir zu, auf welches Material der christliche Wirt- schaftspolitiker seine Behauptung stützt, wonach wir uns eigentlich schon mitten in einer neuen Inflation befinden. Der Index der Kosten der Lebenshaltung in Deutschland ist seit Anfang 1925 von 135(1913= 100) auf 1 50 g e- stiegen. In Amerika dagegen ist die Kaufkraft des Dol- lars gegenüber den Gegenständen des täglichen Bedarfs in der gleichen Zeit beträchtlich in die Höhe gegangen. Anfang 1925 brauchte man 1,60 Dollar, um das zu kaufen, was man 1913 für einen Dollar gekauft hatte. Im April 1927 dagegen kaufte man mit 1,44 Dollar das gleiche, wie mit einem Dollar vor dem Kriege. In den Vereinigten Staaten ist also zu derselben Zeit, in der bei uns die Lebenshaltungskosten sich verteuerten, eine wesentliche Senkung dieser Kosten einge- treten. Lufft aber stellt eine weitere bedeutende Steigerung des Lebenshaltungsindex in Aussicht. Sie wurde eingeleitet durch die Erhöhung der Postgebühren, es folgt die Erhöhung der B e a m t e n g e h ä l t e r, die nach seiner Mei- nung eine zusätzliche jährliche Belastung um mehr als 1,3 Milliarden Mark erfordert, wobei auf die Erhöhung der Bezüge der Kriegsrentner und der Pensionäre des alten Heeres noch keine Rücksicht genommen sei. Für die Aus- bringung dieser Summe dürften keine anderen Wege vor- handen sein, als die Erhöhung der Steuern, der Gebühren, der Zölle. Kompetente Beurteiler, so sagt er weiter, rech- nen im Laufe des Herbstes mit einer allgemeinen Steigerung der inländischen Lebenskosten um mindestens 10 Proz., die Löhne der Arbeiter müßten also erhöht werden, entsprechend der verminderten Kaufkraft des Geldes. Der Verfasser des Aufsatzes weist dann darauf hin, daß kein Mensch auf der Welt die erhöhten Inlandspreise zahlen werde. Der Exporteur muß sie zu den herrschenden Welt- Marktpreisen verkaufen, den Verlust wird er auf den Inlands- preis schlagen. Dadurch werden die Preise im Inland weiter verteuert. Und nun folgt eine vernichtende Kritik der deutschen Schutzzollpolitik, für die die Par- teien des Bürgerblocks verantwortlich zeignen: „Unsere sogenannten Schutzzölle stellen heute großen- teils Inflationsschutzzölle dar. Sie sind nicht mehr Er- ziehungszölle, sie sind auch nicht mehr Erhaltungszölle einzelner, be- sonders wichtiger Industrien(Landwirischast) gegenüber einer wirtlich überlegenen ausländischen Produktion, sondern sie dienen nur zum Ausgleich des ausländischen Preisniveaus überhaupt gegenüber dem übertriebenen inneren Preisniveau, da» als Ganzes zusammenstürzen würde, sobald die Zollschranken fielen, und daß gegenüber dem Auslande züsommenstürzen wird, sobald die Pumpwirtschaft aufhört. Schutz- zölle, auch Inflationsschutzzölle, werden immer da» eine Produkt mehr begünstigen als das andere. Bei Instationsschutzzöllen steigert sich dies« Begünstigung zur kurzsichtigen Unger«chtig. keit. Besonders kompliziert werden die Verhältnisse dann, wenn bereit» Rohmaterialien und Zwischenprodukte, welche die Fertig- wavemndustrie in großem Umfange benötigt, hohen Zollschutz ge nießcn. Aus dsm Jnflationsschutzzoll wird leicht ein Minder- wertigkeitsschutzzoll: durch den Zollschug im Inlande sowie durch den Unterpreis-, ja Untergestehungekostenverkauf der Ware im Auslande, wird die einheimische Ware verhindert, sich mit der aus- ländischen unter gleichen Bedingungen im freien Kampfe zu messen". Lufft macht dann darauf aufmerksam, daß an sich zu einer Erhöhung der Preise von der Warenseite her keine Ur- fache vorliegt, wie das Beispiel unserer wichtigsten Kon- kurrenten auf dem Weltmarkt, Amerika und England, zeugt. Die steigende Rationalisierung hätte vielmehr eine Senkung der Preise zur Folge haben müsien, die im Durchschnitt bei Jndustrieprodukten auf 20 bis 23 v. fj. zu schätzen sein dürfte. Bei gesunder Wirtschaftsentwicklung hätten sich die Preiserhöhungen niemals gegen die Rationali- sierungsverbilliaung durchsetzen können. Der Verfasser kommt nun zu dem Schluß, daß wir schon mitten in einer neuen In- flation stehen und er führt dazu folgendes aus: „Diese neue Inflation droht aber für die Entwick- lung der deutschen Arbeiterschaft geradezu katastrophal zu werden. Der deutsche Arbeiter ist absolut schlechter bezahlt als. der amerikanische, er ist relativ, d. h. bezogen auf die LeistungsfShigteit der Volkswirtschaft, kaum viel weniger schlecht bezahlt Im Vergleich zum Ame- rikaner. Tr ist absolut schlechter bezahlt als der Arbeit er vieler anderer europäischer Industrie- st a a t« n. Die Steigerung der Lebenshaltungskosten in Gold drückt weiterhin den Reallohn des Arbeiters herab auch bei steigendem Nominallohn. Die OualitSt der deutschen Arbeit leidet wesentlich unter der schlechten materiellen und sozialen Lage des deutschen Arbeiters." Noch heute ist es Zeit, so hören wir schließlich, die Inflation ohne allzu schwere Erschütterungen der Wirtschaft abzubauen und die deutsche Volkswirtschaft auf eine gesunde, lebens- fähige Grundlage zu stellen, welche dann auch eine gesunde soziale und damit auch politische Entwicklung in Deutsch- land ermöglichen soll.„Dies setzt allerdings den Mut zur Wahrheit und den Mut zur Tat voraus." Der christ- liche Wirtfchaftspolitiker hat vorläufig den Mut zur Wahr- heit gefunden; werden die christlichen Arbeiterführer, für die Lufft schreibt, auch den Mut zur Tat haben, mit der Sozial- demokratie zusammen einer Wirtschaftspolitik den Todesstoß zu versetzen, die nur den materiellen Interessen einer kleinen Schicht besitzender Bevölkerungsklassen dient, die arbeitenden Klassen aber in immer neues Elend hineinführt? Eine„völkifche' Regierungspartei. Tic Dcutsrhnationalen bei Henning und Co. Mit Recht von der weiteren Oeffentlichkeit nur äußerst wenig beachtet, veranstaltet die Deutschvöltische Freihetts- Partei augenblicklich in Porta einen sogenannten Parteitag, wenn man den Mut hat, diesen Ausdruck für die Zusammenkünfte dieser zersplitterten Grüppchen der äußersten Rechten anzuerkennen. An sich ist die Angelegenheit sicherlich reichlich gleichgültig: sie ge- winnt aber an Interesse dadurch, daß auch Mitglieder der Deutsch- nationalen Partei an der Tagung dieses extremistischen 5Aüngels Anteil nehmen, das die Demokratie in Grund und Boden verdammt und die Diktatur auf ihre chakenkreuzfahne geschrieben hat. Da hat zum Beispiel der deutschnationale Reichstagsabgeordnete und seit langem in Hessen lächerlich berühmt« Antisemiterich Professor �Dr. Werner- Gießen»ach der„KreuZ-Zeitung" einen Schreibe- brief an die Tagung geschickt, in dem er seinen Freunden auf der äußersten Rechten ejnen guten Verlauf ihrer Beratungen wünscht. Dänn meldet sich mit einem flammenden, von völkischen Redensarten übertriesenden Aufruf der Vater des Lübecker Dürgerblocks, der sich bis .zu Stresemanns Voltspartei erstreckte, General der Infanterie Mo r g e n. Sollt? die langsam vergreisende Exzellenz vergessen haben, daß seine erste Gattin eine geborene G u t m a n n aus dem Sündenbabel Berlin ist, über deren nicht-„arische" Abstammung keineswegs auch nur der geringste Zweifel besteht? In Porta selbst sprach als Vertreter der Deutschkonferva- tiven Partei ein weitesten Kreisen unbekannt gebliebener Major Brauer. Diese sogenannt« Partei ist noch heute ein B e- standteil der Deutschnationalen. und zu ihren Mit- gliedern gehört neben anderen auch ein sicherer Graf Westarp, der, wie man sich erinnert, zu den Geburtshelfern bei der Berlänge- rung des Gesetzes zum Schutze der Republik gehört. Der Herr Major aus Westarps Freundeskreis sagte: „Wenn auch die Anmarschstraßen der Völkischen und Konser- vativen getrennt seien, so erklärte er, so würde doch die E n t» scheid ungsschlacht Schulter an Schulter gekämpft werden." Gegen wen geht die Entscheidungsschlacht? Gegen Strcsemann und Marx? Gegen fein« Koalltionsgenossen au, der Bürgerblockregierung, die auf Weimar und Republik, auf Verfassung und Echwarzrotgold gefühls- oder verstandesgemäß ehrlich einge- schworen sind? Man kann sich schwerlich denken, daß der Reichskanzler Marx von dem Verhalten seiner deutschnationalen Alliierten gegenüber dem völkischen Vereinszusammenkommen in Porta besonders beglückt sein wird. flgnes Zahrenwalö 75 Jahre alt. Eine Veteranin der proletarischen Frauenbewegung. Agnes Fahrenwald, eine der wenigen Mitbegründe- rinnen der proletarischen Frauenbewegung, begeht heut« in geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit ihren 7S. Geburtstag. Heute, da wir Frauen als Gleichberechtigte im öffentlichen Leben stehen, mag es schwer sein, ganz zu verstehen, was es bedeutete, wenn eine Frau, eine Proletarierin, in den letzten 20 Iahren des vorigen Jahrhunderts als politische und als Klassen- kämpferin auftrat. Als Frau hatte sie zu kämpfen gegen über- kommenes Vorurteil einer ganzen Welt, als Politikerin gegen die herrschende Klasse, die wahrlich in der Unterdrückung der Sozial- demokratie vor keinem Mittel zurückscheute. Aber Agnes Fahren- wald trotzte beidem. Seit den achtziger Jahren hatten die Versuche wohlmeinender bürgerlicher Frauen, Verein« zu gründen, um die„Sittlichkeit" der Arbeiterinnen zu heben, sie zu„bilden", ihnen Arbeit zu vermitteln und andere philantropifche Aufgaben zu erfüllen, mit dem Eingehen dieser Verein« geendet. Erst als Arbeiterinnen mit Vereinsgründungen in die Oeffentlichkeit traten, fand sich ein fester Stamm von Proletarierinnen zusammen, die ihr Vertrauen durch starken Zustrom zu diesen Vereinen bekundeten. Aber nun begann auch die königlich preußische Polizei, die Staatsanwälte und Gerichte diese junge Ärbeiterinnenbewegung unt ihrem ganzen Haß zu verfolgen. Agnes Fahrenwald gehörte zu den Gründerinnen der sog. Agitationskommission, jener Vereinigung von einigen wenigen sozialistischen Frauen, die versuchten, die politische Auf- klänmg unter den Frauen zu fördern, aber keinerlei Verein bil- deten. Trotzdem ward sie bald von der Polizei aufgelöst. Und weil Agnes Fahrenwald in öffentlichen Versammlungen, die vorschrists- mäßig bei der Polizei angezeigt wurden, die Forderung des Frauenwahlrechts aufgestellt und„sogar mit einem Hoch auf die Frauenbewegung" ihre Rede geschlossen hatte, gab es für sie wie ihre Milangeklagten Geldstrafen in beträchtlicher Höhe. Aber weder diese noch Gefängnisstrafen konnten Genossin Fahrenwald von der öffentlichen Betätigung ihrer sozialistischen Ueberzeugung zurückhalten. Unermüdlich zog sie hinaus bis in die entlegensten Dörfer und sprach zu ihren Klassengenossinnen aus ihrem eigenen proletarischen Leben und Erleben heraus. Und war noch außerdem eine aufopfernde Gattin und Mutter. Auf ein an Sorgen, aber auch an Erfolgen reiches Leben kann unsere Jubilarin heute zurückblicken. Hat sie das Schicksal auch nicht mit Glücksgütern gesegnet, so gab es chr doch den unendlichen Reichtum des einer großen Idee lebenden Menschen. Die Gene- ration von heut« und mit ihr die Gesamtpartei dankt dieser alten Vorkämpferin für alles, was sie geleistet, und hofft, sie noch lange frisch und rüstig in ihrer Mitte zu sehen. tzilfe für kvettergesthäöigte. Nicht aber für den Landbund. Um die Aktion des R e i ch s la nd b u n d e s für neu« Steuer, und Zinssubventionen der Landwirtschaft wegen der Wetterschäden zu fördern, hat die Deuffchnationale Partei im Preußischen Landtag an die Regierung eine große Anfrage gerichtet. Sie fragt, was das preußische Staatsministerium zu tun gedenkt, um den i n äußer st er Bedrängnis befindlichen Landwirten zu helfen, und ob es im besonderen bereit ist, in allen Notstands- gebieten sofort Steuer- und Zinsstundungen eintreten zu lassen bzw. zu erwirken,— vorbehalllich weiterer späterer Maßnahmen. Preußen hat in seiner letztenErnteschätzungfür August. wo die Regenperiode zu Ende ging, festgestellt, daß die Behauptungen von einer allgemeinen und sehr weitgehenden Erntegefährdung übertrieben sind. Wir hoffen, daß das preußisch« Staatsministerium und das Reich, auf da» es letztlich auch ankommt, sorgsältig genug fein werden, die tatsächlichen Ernteschäden von der politischen Propaganda darüber zu unter- scheiden. Wir hoffen serner, daß sie nur denjenigen Landwirten ihre selbstverständliche Hilfe gewähren werden, die zur Zahlung der Zinsen und Steuern tatsächlich unfähig geworden sind. und zwar infolge der Wetterschäden. Schwarzrotgolü unö Kommunalverwaltung Sozialdemokratischer Flaggenantrag in Essen. Die Sozialdemokratische Stadtverordneten- s ch a f t in E s s e n hat für die nächste Sitzung einen Flaggen- a n t r a g eingebracht, dem zufolge u. a. die Stadt ihre Säle usw. nur dann verpachten darf, wenn bei Beflaggung auch die Reichsfarben ausreichend gezeigt werden. Oberbürgermeister und leitende Beamte dürfen in amtlicher Eigenschaft nur dann an Veranstaltungen teilnehmen, wenn im Falle der Beflaggung auch die Reichefarben gehißt werden: in Hotels, die an Festtagen der Re- publik nicht in den Reichsfarben flaggen, dürfen amtliche Veran- staltungen nicht abgehalten und andere Veranstaltungen von amt- lichen Personen nicht besucht werden: auch dürfen amtliche Per, sonen städtischerseits in solchen Hotels nicht untergebracht werden. Rch diese �ohenzollern! Motorrodfahrer mit Jachtklub-Abzeichen. In seinem Bericht über den Potsdamer Werwolftag bringt der „L o k a l- A n z e i g e r" ein« wirklich rührende Geschichte aus unserem geliebten Hohenzollernhaus. Wir lesen mit Bewe- gung: „Beim Anrollen der Gliederungen des Werwolfs in Potsdam meldete sich Sonnabend früh beim stellvertretenden Ausmarschleitec ein Motorradsahrer in Zwil und bot ihm seine Dienste al» Ordonnanz an. Nach Namen und Wohnort befragt, ver- weigerte der jung« Motorradfahrer jede Auskuust. Da er aber an der Mütze das Abzeichen des Kaiserlichen Iacht-Clubs trug, wurde er angenommen und führt« sein« Dienst« zur größten Zufriedenheit aus. Gestern vormittag wurde die Ordonnanz aus dem Potsdamer Lustschiffhasen als Prinz Hubertus von Preußen, der dritte Sohn des Krön- prinzenpaares, erkannt." Welch restlose Aufopferung! Welch ohne Beispiel dastehende Bescheidenheit! Der Werwokf aber, diese auf Ruck und Zuck militä- risch durchgebildet« Organisation, duldet einen vollkommen unbekannten Motorradfahrer al» Ordonnanz. Höchst sonderbar, in der Tat! Sollten Königliche Hoheit nicht doch ganz leise ihren Namen genannt, sollten Höchstderselbe nicht doch ganz heimlich«in Legitimatiospapierchen gezeigt haben? Graf Ernst Revenklow legt Gewicht auf die Fessstellung, daß er keineswegs ein früherer Deutschnationaler ist. Er hat, wie er uns brichtigend mitteilt, niemals der Deutschnationalen Partei angehört. Porlrötkarikaluren sind nicht flrafbart Ein« für die Freiheit' der Karikatur bedeutsame Ensscheidung wurde gestern vom Land- gericht Dresden gefällt. Vor einiger Zeit war der verantwortliche Leiter der„Meißener Volkszeitung", der Genosse Domnick, vom Meißener Amtsgericht zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden, weil er den Bürgermeister der Stadt Meißen durch eine Karikatur beleidigt haben sollte. Es hatte sich um«ine reine Porträtkaritatur gehandelt, versehen mit einem harmlos-humorigen Text, der auch vom Meißener Amtsgericht nicht als beleidigend empfunden worden war. Lediglich in der Tassache einer Karikierung des Meißener Stadtoberhaupte» war da» strafbare Delikt erblickt worden. Gegen dieses Urteil, das, hätte es Schule gemacht, der Freiheit der Karikatur ohne weiteres ein Ende gefetzt hätte, hatte der Verurteilte Le- rufung«ingelegt, die vor dem Landgericht Dresden verhandell wurde. Das Landgericht vernahm, gegen den Widerspruch des Staats- anwalts, auf Antrag der Verteidigung als Sachverständige Käth« Kollwitz und den Genossen Friedrich Wendel. Beide Sachverständige konnten im Tatbestand einer Porträtkaritatur keine Beleidigung er- blicken. Sic wiesen darauf hin, daß die Karikatur längst zu einer stehenden Einrichtung vieler angesehener deutscher Tageszeitungen geworden sei, und hoben insbesondere hervor, daß die reine Porträt- karikotur so populär geworden sei. daß man bereits von einer Art humoristischer Bildreportage sprechen könne, die noch von keinem deutschen Gericht als beleidigend empfunden worden sei. Das Land- gericht Dresden verschloß sich diesen Gründen nicht, hob gegen den Antrag des Staatsanwalts, der sogar eine Verschärfung der Geld- straf« empfohlen hatte, das Urteil der ersten Instanz auf und sprach den Angeklagten frei.. W. Deutsche Sängerchöre w Wien. Dreihundert Mitglieder des Berliner Volkschors und des Chors der Freien Volksbühne Altona sind in Wien eingetroffen. Sie wurden im Rathaus vom Stadtrat Richter in Vertretung des Bürgermeisters empfangen. Nachdem die Sänger die Republikanisch« Hymne zum Vortrag gebracht hatten, hielt Stadtrat Richter eine Ansprache, in der er aus- führte, daß dieser Besuch der Sänger ein neuer Beweis sür die Freundschaft zwischen Deutschland und Oesterreich sei. Im Namen der deutschen Sänger dankte das Vorstandsmitglied Dr. Guttmann für den herzlichen Empfang und betonte die innere Verbundenheit zur Kultur Wiens und dos Gefühl der Zugehörigkeit zu dem deut- sehen Oesterreich Abend» gaben die Sänger im Wiener Musik- vereinssaal ein Konzert, in dem Werke von Beethoven, Brahms und Mendelssohn unter stürmischem Beifall der Zuhörer zur Aus- sührung gelangten._ vorfiaadiwahl im Banb Devsscher Architekt««. Aus der Hamburger Tagung deS Bunde« Deuticher Architekten stand die Sundesleitung»ur Neuwahl. In der Hauvtsache wurde die alte Leitung, nämlich dl« Pro» fessoren Wilhelm KreiS« Dresden. Bonatz« Stuttgart, Pocliig. Zessenow. Siedler-Berlin, wiedergewählt; al« neue« Mitglied wurde Prof. Gropiu«- Dessau in den Lwuplvor stand eutlandt. Damit sind in der Bunde«Ieittinq sowobi die ältere bistonschr Richtung wie die moderne Richtung vertreten. Oper im Kedoutensaal«. Die Wiener Staatsoper wird ihrem Ve- triebe»ur d-sseren Ausnutzung ihrer Opernkrisl« den Redoutensaal der ebe- maligcn laiscrlichen Hosburg in Wien dauernd angliedern und dort von Mitte September ab ständige Lpernaussührungen veranstalten. internationaler Zoologenkongreß. Von Dr. Alfred Neumann. Budapest, 4. bis 9. September. Nach vierzehnjähriger Unterbrechung durch Krieg und Nach- kriegszeit waren Zoologen aus allen Teilen der Erde der aus dem 9. Zoologenkongreß in Monaco ergangenen Einladung nach Buda- pest zum 10. Kongreß gefolgt. Der Kongreß stand wissenschaftlich auf hoher Stufe. Sowohl die Sektions- als die allgemeinen Sitzungen brachte» interessant« neue Ergebnisse der Wissenschaft. Das wich- tigfte war wohl der von Prof. W o r o n o f f aus Paris gehalten« Vortrag, über den wir bereits berichteten. Das Wesentliche bei den Ueberpslanzungen von Drüsen mit innerer Absonderung(nicht nur von Keimdrüsen) besteht bei Prof. Woronosf darin, daß er dgrch sorgfältige Zerkleinerung der Drüsen und durch Erzeugung einer künstlichen(mechanischen) Entzündung an der Stell«, an welcher des neue Gewebe eingepflanzt wird,«ine möglichst gute Durchblutung zu erreichen trachtet, wodurch dieses Gewebe, vorausgesetzt, daß der Spender in seinen Arteigenschoften nicht zu weit vom Empfänger absteht, noch jahrelang in aktivem Zustand im Körper verbleibt. Beim Menschen ist selbstverständlich nur die Ueberpflonzung von Drüsen eines Tieres möglich, das den Menschen nahe verwandt ist. Woronosf oerwendet bekanntlich Schimpansen und behauptet, daß er so auch beim Menschen erstaun- liche Erfolge erzielt habe. Doch steht hier der Forscher mit seiner Ansicht zu der großen Mehrzahl der Aerzte in scharfem Gegensatz. Es wird sich daher wohl empfehlen, zunächst noch abzuwarten, bevor man von einer wirklichen„Verjüngung" beim Menschen nac� dem System Woronosf sprechen darf. Woronosf erklärt, daß da» überpflanzt« Gewebe noch nach Iahren in der neuen Umgebung lebend erhalten wird. Diese selb- ständige Lebensfähigkeit von Geweben außerhalb ihrer natürlichen Umgebung wird heute großzügig dazu ausgenützt, um Gewebe verschiedenster Art zu züchten, ähnlich wie dies bei Bakterien möglich ist. Nur ist die Methode bedeutend schwieriger. Besonders anspruchs- voll ist das Gewebe von Warmblütern in bezuz auf den ihm zur Verfügung gestellten Nährboden. Die Bedeutung, welche dieser For- schungsnchtung zukommt, zeigte sich deutlich in den Sitzungen der Sektion für experimentelle Zellforschung. Es ist heute nach den Ausführungen von Frau Prof. Rhoda Erdmann (Berlin) möglich, Krebsgewebe durch praktisch unbegrenzte Zeit am Leben zu erhalten und wieder auf andere Tiere zu über- impfe» So kann man Studien über die Lebenseigenschaften der Krebszelle machen, von welcher ein Redner meinte, daß sie heute wohl als bestbekannt« und bestdurchstudierte aller Körperzellen an- zusehen ist. Hoffen wir, daß diesem Studium auch eine ebenso genaue Kenntnis und Beherrschung der Behandlung des Krebses folgen wird. Es sind auch hier heut« schon, vor allem durch den Ausbau der chirurgischen Methoden und durch die Einführung der Strah'enb-hondlung in den letzten Jahrzehnten, wel-ntliche Fort- schrüte erzielt worden. Aiisaejchlossen ist es nicht, daß die Gewebs- Züchtung neue Wege der Behandlung weifen könnte, vor allem des- wegen, weil sie heute die einzige Methode darstellt, welche' einiges Licht in die Entstehung des Krebses und in die Widerstandskräfte des Körpers(Krebsimmunität) wirst. Es genügt nämlich nicht,«ine Krebszelle einfach auf einen geeigneten Nährboden zu oerpflanzen, sondern es muß auch«ine bestimmte Art von weißen Blutzellen(die sogenannten Makrophagen) anwesend sein. Erdmann und auch andere Forscher meinen, daß in diesen Blutzellen ein wichtiger, das Krebswochstum begünstigender Körper— aber wohl chemischer Art und kein Lebewesen— vorhanden ist. Diesen Körper darzustellen und Gegenmittel gegen ihn zu finden, wird wohl das nächst« Ziel der Forschung sein müssen. Die moderne Zoologie ist weniger auf die Beschreibung und Klassifizierung neuer Arten eingestellt, als darauf, die so mannig- fachen Lebensbedingungen, denen die Trier« unterworfen find, zu erforschen. So brachte Prof. Wunder(Breslau) sehr interessant« Mitteilungen über die Sinnesorgan« verschiedener Fisch«. Der lei- tende Sinn für die Nahrunasaufnahm« ist nämlich bei den. einzelnen Arten durchaus verschieden. Messt ist das Auge führend, aber auch«in geblendeter Hecht findet durch ein eigentümliches, auf Erschlltterun- gen der Umgebung sehr empfindlich reagierendes Organ seine Nah- rung. An den Seiton des Kopfes befinden sich in bestimmten Ab- ständen kleine Grübchen, die miteinander durch feine Kanäle unter der Haut verbunden sind. Dieses Organ der Seitenlinien nimmt die Wellenerschütterungen wahr, welche durch den fliehenden Beute- sisch l>«rvorgerufen werden. Hingegen ist der Geruchssinn, welcher die Forelle zu ihrer Beute führt, beim Hecht nicht sehr ausgeprägt. Die Augen spielen andererseits beim Karpfen und insbesondere beim fast blinden Wels kein« wesentliche Rolle.— Bon großer Bedeutung sind die Untersuchungen von Prof. v. Frisch(München) über das Leben der Bienen. Die Bienen sehen nur vier Farben, darunter auch da« dem Menschen unsichtbar« Ultraviolett. Der Geruchssinn ist wohl ausgeprägt, ebenso der Geschmackssinn, aber in anderer Art als beim Menschen. Nur starke Zuckerlösungen werden mit Be» Hägen genossen, alle künstlichen Süßstoffe, und würde ihr Geschmack dem Menschen noch so zuckerähnllch erscheinen, werden dagegen mit Verachtung abgelehnt. Findet eine Biene einen guten Futterplatz, la tut sie dies« Entdeckung nach der Rückkehr in den Stock ibren Kameraden durch eigentümliche, als„Schwänzeltänze" bekannte De- wegungen kund.— Sehr interessant waren auch die Mitteilungen von Prof. Brandes(Dresden) über das Leben des Orang-Utangs. Zum Unterschied von früher kann man heute ganze Rudel von diesen Tieren einfangen und in der Gefanoenschoft auch ziemlich lange am Leben erhalten. Der Orong kann fünf verschiedene Laut« bervarbrinaen, die entsprechende Gemütsbewegungen au.-drücken sollen. Aucb haben die Tiere nacb der Auffassung von Pros Brandes eine Art Morgengesang, in Tönen, die jenen des Dudelsackes ähneln.— Zum Schlüsse sei noch der Vortrag von Prof. Koma- rek(Prag) erwähnt, welcher über die Bekämpfung des den Wäl- dern so gefährlichen Nonnenfalters mit dem Flugzeug sprach. Aus kleinen Flugzeugen werden die erkrankten Nadelwälder mit dem für die Falter giftiaen Kalziumarfenat bestreut. Damit ist ein wichtiger Fortschritt in der Bekämpfung der von jedem Forstmann so ge- fürchteten Waldseuch« erzielt. AuisteUung de, graphischen werte» von«SIHe Nosswitz. Im staatlichen Kudserstlchkabinrtt'wird am Mittwoch, dem t«. Seplcmbcr, eine Aus- stellung des graphischen Wertes von Köche Kollwitz«rössnet. Die Genfer Tagung. Abschluß der Generaldebatte.— Beginn der Ausschußarbeit. V. Leb. Genf, 12. September.(Eigenbericht.) Die großen und kleinen Tenöre des Völkerbundes haben nun- mehr alle gesprochen. Die Generaldebatte ist geschlossen und das Plenum wird erst am Donnerstag wieder zusammen- treten, um die Ratswahlen vorzunehmen. Jetzt konzentriert sich die Arbeit zunächst vollständig auf die Ausschüsse, und anvererseits haben die internationalen Presseempfänge der Delegationen bereits eingesetzt. Schon am Nachmittag fanden nacheinander zwei solcher Empfänge statt, während zur selben Zeit im Völkerbundsgebäude eine wichtige Sitzung der Abrüstungskommission im Ganjje war. Die zwei Presseempfänge waren so verschieden voneinander, wie das nur denkbar ist. Zunächst versammelten sich die Pressevertreter bei dem Vertreter eines kleinen Staates, dem lettischen sozia- listischen Außenminister Zeelens, der sich schon in seiner Rede im Plenum als der Vertreter der radikalsten Tonart im Völkerbund erwiesen hatte. Zwei Stunden später war Presse- empfang bei Chamberlain, dem konservativen Außenminister des britischen Reiches, dessen Rede am Sonnabend deutlich gezeigt hat, wo das stärkste Hindernis für eine Weiterentwicklung des Völker- bundes zu suchen ist. Genosse Zeelens gab über die lettische Außenpolitik eine Erklärung ab, die durch die fast brutale Deutlichkeit ihrer Ausdrucksweise geradezu ver- blüffte, zumal man in der Genfer diplomatischen Sitmosphäre an solche Offenheiten nicht gerade gewöhnt ist. Lettlands so führte et aus, wolle möglichst neutral bleiben, stch nicht in die Konflikte zwischen den Großmächten verwickeln lassen und es werde jeder Ein- Mischung irgendeiner fremden Macht Widerstand leisten. Eine wesent- liche Aufgabe Lettlands sei die Regelung seiner politischen und wirt- schaftlichen Beziehungen zu Rußland. Daher seien zwischen Moskau und Riga die Grundlagen eine» gegenseitigen Richtangrisfs- Paktes vereinbart worden. Das Abkommen sei noch nicht in allen Punkten fertig. Jedenfalls werde Lettland keinerlei Verpflichtungen eingehen, die im Widerspruch zu den Grundsätzen des Völkerbundes stehen. Lettland ziele auf den Abschluß eines „baltischen Cocarno" hin. Lettland stehe in engsten Beziehungen zu Estland. (Zeelens gebraucht« bei der Bezeichnung dieser Beziehungen zweimal den Ausdruck.verbündete Länder".) Lettland sei bereit, ein« der- artige Politik auf Litauen auszudehnen, falls Litauen sich in diese Bahn begeben wolle. Dagegen sei einstweilen eine ähnlich« enge Zu- sammenarbeit mit Finnland nicht vorgesehen, da dieses Land sich in einer anderen Lage befinde. Doch werde Lettland die Kandi- datur Finnlands für den Rat unterstützen, weil es im Interesse der baltischen Staaten liege, daß eines von ihnen im Völkerbundsrat ver- treten fei. Mit Polen stehe Lettland in freundschaftlichen politi- schen und fortschreitenden wirtschaftlichen Beziehungen. Polens Be- strebungen im Sinne der Sicherung de» Friedens, insbesondere die Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt zwischen Warschau und Moskau wären für ganz Osteuropa von Dorteil. Auf die Frage, ob das in Aussicht genommene Verföhnungsoerfahren zwischen Lettland und Sowjetrußland sich von einem Schieds- gerichtsverfahren unterscheide, bestätigte Zeelens, daß Sowjet- r u ß l a n d es grundsätzlich ablehne, Schiedsgerichtsoerträge abzu- schließen, aber, so fügte er ironisch hinzu, e» gäbe auch andere Groß- mächte(Anspielung auf England), die die Schiedsgerichtsbarkeit nicht sonderlich förderten. Uebrigens werde Lettland demnächst u. a. einen Schiedsgerichtsvertrag mit Deutschland abschließen. Was den lettisch-russischen Handelsvertrag betrefs«, so werde Lettland die Exterritorialität keines- w e g s auf die unzähligen Angehörigen der russischen Handels- delegationen und auf ihre verschiedenen Gebäude und Nebengebäude ausdehnen, sondern es werde in dem Handelsvertrag genau die Zahl der Personen festgestellt werden, sowie die Art der Gebäude, die diese diplomatische Immunität genießen. Thamberlakn verteidigt sich. Zwei Stunden später waren die Säle des Hotels Beau Rivage überfüllt, da Chamberlain einen Empfang der Wellpresse an- gekündigt hatte. Osfenbar hatte der englische Außenminister, an- gesichts der sehr kühlen Aufnahme seiner langen negativen Rede in den meisten Blättern Europcks, das Bedürfnis empfunden, den schlechten Eindruck wieder zu verwischen. Um stch die Journalisten gleich freundlich zu stimmen, denen die englische Sprache im all- gemeinen weniger geläufig ist als die französische, erklärte er sich spontan berett, in„Londoner Französisch" zu sprechen. Was er sagte, war zunächst nur eine Wiederholung seiner vor- gestrigen Verteidigungsrede. Eigentlich« gemeinsame Be- ratungen det Locarnomächte, wie sie im vorigen Jahre dreimal in Genf stattgefunden hatten, hätte man bisher nicht ab- gehalten, aber sie würden vielleicht noch erfolgen. Er könne durchaus das unterschreiben, was Stresemann in seiner ersten Rede auf dem Pressebankett gesagt hätte: Früher habe man darüber geklagt, daß die Minister der ehemals feindlichen Länder sich nicht aus- sprechen, jetzt, wo sie es täten, wolle man es chnen ver- bieten, oder wundere man sich darüber, daß sie sich einigten. Solche Betrachtungen bedeuten eine Herabsetzung des Völkerbundes. Ein Krieg sei zwar nicht unmöglich geworden, aber es würde mit jedem neuen Jahr immer schwieriger, einen Krieg zu führen: „Wir sind auf einem Punkte angelangt, wo derjenige, der einen Krieg machen würde, ohne in der Lage zu sein, sich die Unterstützung des Völkerbundes zu sichern, sich auf«ine sehr gefährliche Bahn begeben würde und daß das ihm sehr teuer zu stehen kommen könnte." Kammerwahlen in Süüflawien. Keine wesentlichen Verschiebungen— RegiernngStoalition behauptet sich. Belgrad, 12 September. Die Regierung der radikal-demokratischen Koalition hat bei den gestrigen Kammerwahlen einen bedeutenden Sieg errungen. Nach den im Lause der vergangenen Nacht hier«ingegangenen Ergebnissen erhiellen die Radikalen 112, die Demokraten 67, die jugoslawi- schen Mohammedaner in Bosnien 22 Sitze, die zusammen der Regierungskoalition angehören. Auf die Opposition entjielen: Raditfch.Partet 53. Unabhängige Demokraten 3l>. Slovenischc Voltspartei 19, Landbündler 6 und Deutsche 4 Sitz«. Ob dt« Sozialisten Mandate erhallen werden, steht, noch nicht fest. ?ugenögericht unö �ugenühilfe. Der 7. Jugendgerichtstag. L. R. Stullgart, 10. September. Der Eindruck de» ersten Tages wurde durch den Verlauf des zweiten Sitzungstages nur bestärkt: die Oeffentlichkeit, insbesondere die proletarische, schenkt den Jugendgerichtotagen viel zu wenig Be- achtung. Wenn irgendwo in der Strafrechtspflege und im Straf- Vollzüge Pionierarbeit geleistet wird, so hier. Das Bewußtsein, allein im Dienste des Erziehungsgedankens zu stehen, hat beim Jugendrichter und Jugendstaatsanwall bereits festen Fuß ge- faßt: die Erwachsenen-Richter und-Staatsanwälte sprechen aber immer noch von Sühne und Vergeltung. Jugendrichter wissen nur allzu gut. daß sie in ihrer Tätigkeit ohne Jugend- gerichtshilfe hilflos wären. Dieser Gedanke fand sowohl im Referat des Stadtrats Dr. Friedländer- Berlin über„Der Leiter der Jugendgerichts- Hilfe" als auch im Vortrage des Fräulein Elisabeth Z i l l k e n- Dortmund über den„Jugendgerichtshelfer" seinen prägnanten Aus- druck. Stadtrat Friedländer betonte, es sei für den Leiter der Iugendgerichtshilfe mit dos Wichtigst«, die sozial« Fremdheit zwischen sich und dem Jugendlichen zu überwinden; dies dürste aber dem Jugendrichter und Jugendstaatsanwalt wegen des ungeheuren Klassengegensatzes in der Regel nicht gelingen. Fräulein Z t l l t e n, die der durchgehenden Fürsorge das Wort redete, d. b. einer Für- sorge, die von Anfang bis zu Ende von ein und derselben Person am Jugendlichen ausgeübt wird, verlangte ihrerseits die religiöse und weltanschauliche Uebereinstimmung beim Fürsorger und feinem Schützling. Sie fordert, daß man Männer und Fraum aus dem Volke in die Arbeit des Jugendgerichtshelfers hineinschauen lasse, um sie auf diese Wels« zu begeisterten Mitarbeitern auf dem Gebiet« der Iugendgerichtshilfe werden zu lassen. Stadtrat Friedländer äußerte sich u. a. dahin, daß der Leiter der Iugendgerichtshilfe nicht unbedingt eine juristisch« oder sonstige akademische Vorbildung zu besitzen brauche; er müsse in erster Linie ein sozial fürsorgerischer Mensch sein, eine pädagogische und psychologische Schulung besitzen, organisatorisch begabt und in Verwaltungs. und jugendrechtlichen Fragen bewandert sein. Seine Aufgabe sollte es sein, die mannigfaltigen Schwierigkeiten, die der Iugendgerichtshilfe noch jetzt von außen her in den Weg gelegt werden, zu überwinden, seinen Helfern ein wirkliche: Leiter zu s«n und für deren Schulung zu sorgen. In der Diskussion über diese beiden Referat« wurde u. a. die Bedeutung hervorgehoben, die die Jugendbewegung für die Arbeit der Iugendgerichtshilfe haben könnt«, wenn sie in ge- iügendem Maße zugezogen würde. Sowohl der Jugendsamts- direktor Dr. herz-hamburg, Vorsitzender des Jugendgerichtstages, als auch Magistratsrat Dr. K n a u t h- Berlin und Dr. Fischer« Nürnberg forderten«ine Erweiterung der Anteilnahme junger Mensche» aus der Jugendbewegung an der Tätigkeit der Jugend- gerichtshilfe; sie hätten bereits am richtigen Platze gute Erfolge erzielt. Die beiden letzten Vorträg« hielten Professor A f ch a f f e n- bürg über den„J u g e n d g e r i ch t s a r z t" und Ministerialrat Starke- Dresden über den„S t r a f o o l l z u g s b« a m t e n". Sie zeigten wieder einmal, in welch hohem Maße für Jugendstraf- rechtspflege und Erwachfenenstrafrechtspflege die gleichen Forde- rungen bestehen. Der Jugendgerichtstag nahm zum Schluß zwei Resolutionen an. In der ersten empfahl er dem Reichstag einen von zuständigen Stellen ausgearbeiteten Entwurf, der für das kommende Straf- gesetzbuch verstärkten Jugendschutz vorsieht. In der zweiten Resolution verlangt er für die zukünftigen Jugendrichter, Jugendstaatsanwälte und Leiter des Jugendstrafvollzugs spezielle Vorbildung in der Psychologie und Pädagogik, Verständnis für anormale Geisteszustände und Kenntnis des Wohssahrtswesens und der sozialen Volkspflege; außerdem praktische Erfahrung durch Arbeit an der offenen und anstaltsmäßigen Jugendfürsorge, im Ge- fängniswesen, in der Jugendpflege und Jugendsührung. Für die bereits amtierenden Jugendrichter und Jugendstaatsanwälte eine entsprechende zusätzliche Ausbildung. Geüenkfeier für Matteotti. Hermann Müller über die Franktirenrfrage. Brüssel, 12. September.(Eigenbericht.) Am Sonntag abend fand im großen Festsaale de, Dolkshauses, der mehrer« Tausend Personen faßt,«ine öffentliche Gedenk- feier für Matteotti statt, bei der Hermann Müller. Modigliani und Leon Blum sprachen. Di« Rede Hermann Müllers wurde vielfach durch Beifall unterbrochen. Mussolini tonnte wohl, fo erklärte Hermann Müller, Matteotti töten lassen, aber er kann die Demokratie nicht töten. Müller kam dann u. a. auch noch auf die Untersuchung der Franktireurfrage zu sprechen und erklärte: So mutig die Initiative Vanderveldes gewesen sei, so müsse er nach den Distussio- nen, die sich hüben und drüben an diese Frag« geknüpft haben, doch sagen, daß die belgische Regierung recht gehabt hat. gegen- w ä r t i g auf die Untersuchung zu verzichten. Noch besteh« hüben und drüben die Möglichkeit, dt« nationalistischen Leidenschaften aufzupeitschen und da hätte die Untersuchung «her zur Folge, der chauvinistischen Hetze neue Nahrung zuzuführen. Mussolini gegen Vanöervelöe. Paris. 12. September.(Eigenbericht.) Den Pariser Abendblättern zufolg« beabsichtigt Mussolini au« Erbitterung darüber, daß am Sonntag in Brüssel eine Matteotti. Statue eingeweiht worden ist, den gegenwärtig freien italienischen Botschafterposten in Brüssel vorläufig überhaupt nicht mehr zu besetzen. Irreführung. Kein österreichisches„Reichsbanner". Die Bundespressestell« de»„Reichsbanners Echwarz-Rot-Gold" t«ilt mit: „Von rechtsradikaler Seite wird zu durchsichtigen Zweck«n die Mitteilung verbreitet, daß Dr. Wirth beabsichtig«, in Oesterreich neben dem Republikanischen Schutzbunde mll Unterstützung de» linken Flügel« der christlich-sozialen Partei ein« neu« Organi» s a t i o n zu schaffen. Weder dem Bun0esvorsitz«nd«n d«, Reichs- banners. hörsing, noch Dr. Wirth ist von dieser Absicht das geringste bekannt. Eine Verbreiterung der Basis des„Republika- Nischen Schutzbundes Deutsch-Oesterreich" fft b«i den augenblicklichen Verhältnissen nicht beabsichtigt. Di« Initiative dazu könnte auch nur vom Republikanischen Schutzbund und nicht vom Reichsbanner ausgehen._ Der Schrecken von Döberitz. Gefängnis für die Misthandlung des Feldwebels Wilms. Im Prozeß gegen die drei Mitglieder der Schwarzen Reichs- wehr, dl« seinerzeit den Feldwebel Wilms im Döberitzer Lager miß- handelten, wurden Stein und Rotenbusch zujel Monat Metten zu 3 Wochen Gefängnis und zu den Kosten des Ver- fahren? verurteilt. Rotenbusch und Metten erhielten eine Be- währungsfrist von 2 Iahren. In der Begründung wurde betont. daß die Frage, ob ein Befehl für diese Mißhandlung erteilt worden sei. hier überhaupt keine Rolle spiele. Palastrevolution bei üer KPD. Auch in Thüringen. Es wird uns geschrieben: Im Unterbezirk Suhl der Thüringer KPD. ringt die offizielle kommunistische Politik mit einer von dem kommunistischen preußischen L«mdtogsabgcordn«ten h e y m geführten Opposition. Bei einem Versuch die beiden unter einen Hut zu bringen, haben die Anhänger der Opposition, Arbeiter aus den Betrieben, nach dem Bericht der KPD.-Presse(I)„imnier wieder betont, daß sie, die si« die Kleinarbeit leisten müssen, sie, di« die Mitglieder für die Partei und Leser für unsere Press« gewinnen müssen, sich nicht nur von dem oberen Parteiapparat bevormunden lassen, sondern mit beraten wollen bei allen wichtigen Parteifrag«n. Der Essener Parteitag habe«in dementsprechend«? demokratisches Bild nicht widergespiegelt und unter Anwendung der bisherigen Me- thoden der Zentrale wird auch d«r diesmalige Parteitag kein ander«? Bild zeigen." In einer Entschließung, die mit 47 gegen S Stimmen ange- nommen wurde, heißt es:„Di« Aussprach« in der erweiterten Unter- bezirkssitzung hat ergeben, daß die Bezirksleitung Groß- thüringens in ihrem an alle Ortsgruppen versandten Rund- schreiben bewußt Unwahrheiten gesagt und sogar grobe Fälschungen gebracht hat. Erwähnt s«i nur die Unterschiebung, daß die Unterbezirksleitung seit Monaten bewußte Sabotage ge- trieb«» hat, ferner daß der Suhler.Volkswille" der Opposition in die Hände gespielt werden sollte. In letzterem Falle ist anläßlich einer Aussprache, die der Genosse Tittel in Suhl hatte, gerade das Gegen- teil erwiesen worden. Das Rundschreiben der BL. Großthüringen stellt ein Dokument gemeinster Demagogie gegenüber innerparteilichen Fragen Andersdenkender dar. Di« Ausführungen der anwesenden offiziellen Parteivertreter konnten keinen schlüssigen Beweis für ihre Verdächtigungen bringen. Die erweitert« Unter- bezirkssitzung oerurteilt das hinterhältige unkommu- nistifche Vorgehen der Bezirksleitung ganz entschieden und oerlangt, daß alle in ihrem Rundschreiben gebracht«« Verdächti- gungen und Verleumdungen schnellstens restlos zurückgenommen werden..Solange dies nicht geschehen ist, lehnen wir die derzeitige Bezirksleitung als Beauftragte einer Partei ab. die wir auch heute noch als einzige Vertreterschaft des Proletariats halten, fall» sie sich wieder aus den von Lenin vorgezeichneten weg zurück- begeben hat." Wie weit müssen die Gegensätze in Suhl gediehen sein, wenn die oppositionelle Richtung schon alle die„herzlichen" Kraftausdrücke gebraucht, di« bisher nur di« SPD. von den Kommunisten zu Häven bekam! Zasthistenmorü in Paris. Attentat auf den italienischen Vizekonsul. Paris, 12. September.(Eigenbericht.) Der italienische Bizekonsul in Pari», Graf Carlo N a r d i n i, ist im Konsulat von einem unbekannten Italiener durch mehrere Revolverschüsse getötet worden. Allem Anschein nach handelt es sich um ein politisches Attentat. Der Mörder erlitt sofort nach seiner Einlieferung in das Gefängnis eine Nervenkrise und mußt« in» Spital übergeführt werden. Seine Identität Ist bis jetzt noch nicht festgestellt, da er sämtliche Aus- weispapiere vor der Tat zerrissen hatte. Luftbrlef-Weltporto festgesetzt. Keine Einigung im Flugpaketporto. Haag, 12. September. Die hier seit dem 1. September tagende Wellpostkonferenz für d«n Lustverkehr wurde Sonnabend abend geschlossen. U«ber die Ergebnisse der Konserenz kann mitgeteilt werden, daß für die Briefpostbeförderung eine allgemeine Regelung erzielt wurde. Die Gebührenfrage ist in der Weise geregelt worden, daß für Luftpostbriefe eine Sondergebühr erhoben werden soll. die h ö ch st e n s 25 Centimes bei einem Gesamtgewicht von 20 Gramm und einer Strecke von 1000 Kilometer betragen darf. Für die gegenseitige Verrechnung der einzelnen Postoerwallungen konnte gleichfalls ein einheitliches Verfahren festgesetzt werden. Betreffs der Beförderung der P a t e t p o ft konnte jedoch zwischen den Vertretern der Postverwaltungen und der Luftfahrt- gesellschaften keine Einigung erzielt werden, da nach Ansicht der erster«» die von den Luftsahrtgesellschaften hierfür gestellten Bedingungen sich als zu schwierig erwiesen. Eine Uebereinstim- mung wurde jedoch noch in verschiedenen Punkten interner Natur erreicht. Die erzielten Ergebnisse sind in einem Abkommen nieder- gelegt worden, das von den Vertretern der 32 an der Tagung teil- nehmenden Staaten unterzeichnet wurde. Internationaler Telegraphen- und Telephonkongrest. Como, 12. September. In Anwesenheit von Vertretern der Regierung und der Be- Hörden sowie Delegierten aus den wichtigsten wissenschaftlichen und technischen Zentren Europas und Amerikas wurde hier der internationale Kongreß für technische, wissenschaftliche Telegraphie und Telephonie eröffnet. �utobuskatastrophe bei Srünn. Prag. 12. September. heute fuhr ei« Autobus in der Nähe von Brünn infolge Versrgens der Bremje bei einer scharfen und steilen Straßen- biegung in einen Graben und überschlug sich, wobei er vollkommen zertrümmert wurde. Eine Perjon wurde getötet, sechs wnrde» jchwer und 14 leicht oerletzt. Die Joröerungen öer Metallarbeiter. Der Lohntarif dem BBMJ. überreicht. In der Ceneraloersammlung des Deutschen Metallarbeiter- uerbandes, die gestern in den Sophiensälen stattfand, gab Genosse U r i ch die Forderungen bekannt, die das Metallkartell dem VBMJ. übermittelt hat. Nachdem die Funktionärocrsammlung der Funk- tionäre der Betriebe des Verbandes Berliner Metallindustrieller am 29. August den Beschluß gesaßt hat, den DMV. zu beauftragen, mit dem VBMJ. sich ins Benehmen zu setzen mit dem Versuch, ein Lohnabkommen für die Arbeiter der früheren Lohn klaffen I— III in der Berliner Metallindustrie abzu- schließen, hat sich das Metallkartell damit befaßt und dem BBMJ. folgende Forderungen unterbreitet: Die Löhne sollen betragen für männliche Arbeiter: Ein- stellungslohn und Akkordbasis Klasse I 1.20 211. pro Stunde. Klasse II 1.15 2N.. Klasse III 1.05 2N.. Klasse IV 0.95 IN. Der Einstellungslohn gilt auch als Einstellungslohn für die Arbeiter, die nur als Lohnarbeiter befchäfligl werden, jedoch mit der Einschränkung, daß die Klasse IV während der Laufzeit des Vertrages für die hilfsarbeilerinnen und Arbeiter in F o r t f a l l kommt. Die Löhne der weiblichen Arbeiter betragen: 1. Gelernte und augelernte Arbeilerinnen erhalten, soweit gleiche Leistungen wie die männlichen Arbeiter vorliegen. die für die männlichen Arbeiter derselben Kategorie jeweils tariflich festgesetzten Löhne. Liegen gleiche Leistungen nicht vor. so erhallen diese Arbeiterinnen S5 proz. der für die männlichen Arbeiter der gleichen Kategorie jeweils tariflich festgesetzten Löhne. 2. Für INaschinen- und Handarbeiterinnen, deren Leistungen mit den Leistungen männlicher Arbeiter nicht verglichen werden können, ist der Tinsiellungslohn und die Akkordbaiis tariflich festgesetzt. Dieselbe beträgt 75 proz. des für die männlichen Arbeiter jeweilig tariflich festgesetzten Lohnes. Akkordbasis und Ein- stellungslohn der III. Klasse betrogen 0,76 III. pro Stunde, der IV. Klasse 0,70 IN. pro Stunde. Für jugendliche Arbeiterinnen und Arbeiter.soll der Lohn für beide Kategorien im Alter von 14— 15 fahren 30 TJroz., 15— 16 Zahren 32 Proz., 16—17 Jahren 43 proz., 17— 18 Jahren 52 JJroz. vom Einstellungslohn der Klasse I betragen. An der Arbeiterschaft in den Betrieben wird es liegen, die vom Metalllartell eingereichte Forderung zu unterstützen. Die beste Unterstützung liegt darin, wenn in ollen Betrieben zu diesen aufgestellten Forderungen Stellung genommen wird und alle diejenigen, die heute der Organisation fernstehen, sofort der Organi- sation zugeführt werden. Nur eine starke Organisation gibr die Gewähr, daß diese Forderungen restlos durchgesetzt werden können. * Mit der Ueberreichung dieser Forderungen durch das Metall- kartell ist di« allgemeine Lohnosfenflve der Illetallorbeiter Berlins eingeleitet. Die Forderungen sind an sich bescheiden. 1,20 M. Einstellungslohn und Akkordbasis für hochqualifizierteFach- a r b e i t e r ist gewiß keine Forderung, die selbst die Unternehmer als übertrieben bezeichnen könnten. Die Löhne der übrigen Gruppen, Schlosser. Dreher und Maschinenarbeiter folgen diesem Lohnsatz in gemessenem Abstand. Für die Hilfsarbeiter besteht bekanntlich ein gültiger Lohntarif. In diesen Forderungen wird auch der Grundsatz aufgestellt, daß die Arbeiterinnen bei gleichen Leistungen den gleichen Lohn der Arbeiter erhalten sollen. Die Forderungen sind so übersichtlich und klar, daß sie eines Kommentars nicht weiter bedürfen. Wenn Genosse U r i ch der Be- kanntgabe dieser Forderungen die Bemerkung angeknüpft hat, daß es jetzt gilt, in allen Betrieben Stellung zu nehmen und die Arbeiter und Arbeiterinnen heranzuholen, die bisher der Organisation noch nicht beigetreten sind, so können wir diese Bemerkung voll unterstreichen, hier ist der Hebel, wo angesetzt werden muh. So bescheiden diese Forderungen auch sein mögen, sie werden nur dann durchgesetzt werden, wenn die Herrn im BBMJ. wissen, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie geschlossen hinter diesen Forderungen stehen. Können die Unternehmer aber damit rechnen, daß ein wesentlicher Teil der Arbeiterschaft gleichgültig beiseite steht, dann werden sie es darauf ankommen lassen und die Forderungen ablehnen. Denn bei dem gegenwärtigen System fahren die Unternehmer wesentlich besser. Sowie die Konjunktur nachläßt, können sie wieder rücksichtslos die Akkordpreise abbauen und die Arbeiterschaft um Jahre zurückwerfen. Darum heißt es heute für alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie: Aufgewacht! hin- ein in die Gewerkschaft! Es bleibt beim �tchtftunöentag! Entscheidung des Haupttarifamks für das Baugewerbe. Die baugewcrblichen Unternehmerverbände haben bei ihren Versuchen, durch„gesetzliche" Maßnahmen den Achtstundentag im Ba.ugewerbe zu beseitigen, kein Glück. Sie hatten sich bereits im Mai an das Reichsarbeitsministerium gewandt mit der Forderung, das Ministerium möge zentrale Berhandlungen zur Festlegung der Arbeitszeit im Baugewerbe stattfinden lassen. Die Unternehmer beriefen sich dabei darauf, daß noch der Schaffung des ArbeltSzkltnotgesetzeS eint„gesetzliche Neuregelung der Arbeitszeit" norljcgc. Die baugewerblichen Arbeiterorganisationen vertraten den Standpunkt, dos Zlrbeitszeitnotgesetz sei keine gesetzliche Neil- r e g e l u n g der Arbeitszeit im Sinne des{? 3 Abf. 1 des Reichstarifvertrages. Dos Reichsarbeitsministerium verwies die Unternehmerorganisationen an dos Haupttarif- o m t. das zunächst über den Streitfall entscheiden müsse. Die Entscheidung des haupttarifoints ist nunmehr gefallen und zwar im Sinne der baugewcrblichen Arbeiter. organisationcn. Das Arbeitszeitnotgesetz ist danach keine gesetzliche Neuregelung der Zlrbcitszeit. Die bau- gewerblichen Unternehmerorgonisationen müssen auf die Verwirk- lichung ihrer Absicht durch„gesetzliche" Schiedssprüche die Arbeitszeit im Baugewerbe zu verlängern, mit schwerem herzen verzichten. E s bleibt im Baugewerbe bei dem Achtstundentag. Die neuen Lanüesarbeitsämter« Abgrenzung nach Wirtschaftsgemeinschaften. Die Vorschläge des Vorstandes der Rcichsanstalt für Arbeits- losenversicherung und Arbeitsvermittlung über die Abgrenzung der neuen Landcsarbcitsämter sind den obersten Landesbehörden nunmehr zugestellt worden. Nachdem diese dazu Stellung genommen haben, wird der Vorstand im Benehmen mit den Landesbehördcn und nach Anhörung der Bcrwaltungsausschüsfe der Londesarbeitsämter feine endgültige Entscheidung treffen. Die Abgrenzung der neuen Londesarbeitsämter zeigt, wie wir erfahren, folgendes Bild: Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Schlesien, Freistaat Sachsen, Provinz Sachsen nnt Thüringen, Mecklenburg. Hannover, Westfalen, Rheinprovinz, Hessen, Boden mit Württemberg und Pfalz, Bayern. Die Gliederung ist nach wirt- fchastlichen Gesichtspunkten vorgenommen worden. Wirtschaftliche Gesichtspunkte können allein maßgebend sein: das sollten sich auch diejenigen sagen, die vielleicht mit dieser Neugliederung sich nicht gerne abfinden mögen. Die Grenzmark z. B. ist kein lebensfähiges Gebilde für einen Landesarbeitsnachweis: das beste wäre, sie ganz dem Landesarbeitsnachweisbezirt Brandenburg einzuverleiben. Ebenso muß die Pfalz mit Baden und Württemberg zusammen einen einheitlichen Körper darstellen: sie gehört nun einmal wirt- schastlich zu diesen Gebieten und nicht zum rechtsrheinischen Bayern. Die P e r s o n e n f r a g e, d. h. die Entscheidung darüber, wer an die Spitze der neuen Londesarbeitsämter kommt, ist zurzeit noch völlig in der Schwebe. Die Entscheidung über die Personenfrage fällt nicht vor dem Zusammentritt des engeren Ausschusses des Bor- standes. Die Slbgrenzung der neuen Londesarbeitsämter und die Regelung der Personensrage muß nach streng sachlichen Gesichts- punkten erfolgen. Jede Rücksichtnahme auf irgendwelche lokale Schmerzen wäre nur der Beginn eines greulichen Durcheinanders aller möglichen Wünsche und Sonderinteressen. Diese müssen bei einer so ernsten, wichtigen und schwierigen Frage wie dem organi- satorischcn Aufbau der Arbeitslosenversicherung verstummen. Hunüestongreß öes fldS. Zum Schluß der gestrigen Vormittogssitzung des Bundeskon. gresses des ADV. erstattete der Bundesvorsitzende Genosse Falken- b e r g den Geschäftsbericht über die Zeit vom 1. Januar 1925 bis zum 30. Juni 1927, Er betonte einleitend, daß sich der ADB. trotz mancher ihm geinachten Schwierigkeiten seit dem letzten Bundeskongreß gut ent- wickelt Hobe. Es kann festgestellt werden, daß die Beamten immer mehr einzusehen beginnen, daß nur durch eine freigewerk- s ch a f t l i ch e Beamtenpolitik, die im engsten Einvernehmen mit den Arbeiter- und Angeftelltengewerkschasten betrieben wird, eine Beseitigung der vielen Ungerechtigkeiten in der Besoldungsfrage, wie auch in der Frage des B e a m t c n r e ch t s erzielt werden könne. Er warnt in diesem Zusammenhang die Beamtenschast, sich nicht zu große Hoffnungen von der Bürgerblockregicrung bei der Regelung der jetzigen Befoldunhsresonn zu machen. Man hat bisher immer, wenn im Reiche cntscheideude Wahlen bevorstehen. den Beamten einige Brocken hingeworfen, sie im übrigen aber auf die Zukunft vertröstet. Es dürft« diesmal kaum anders kommen. Auf die Einigungsverhandlungen eingehend, die im vorigen Jahr mit dem DBB. geführt wurden, bedauerte er lebhaft, daß diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt haben. Wenn sich heute leider noch beide großen Beanitenspitzengewerkschaften bekämpfen, werde doch die Entwicklung zeigen, welche von den beiden� Organisationen den richtigen Weg gegangen ist. Die Be- amten müßten sich aber auch endlich daran gewöhnen, nicht nur schöne Resolutionen zu fassen, sondern sich vielmehr bemühen, Kampsorganisationen mit ints»alionolem Charakter auf die Bein« zu stellen, wie sie die Arbeiter und An-yrstellten schon längst haben. Auch die Beamten müßten erkenne» lernen, daß sie nichts wester als Arbeitnehmer sind, die gegenüber dem Staate wie di« Arbeiter und Angestellten ihre Recht« geltend machen müssen. Auf die Verwaltungsreform eingehend, verlangte er, daß diese Reform nicht nur von oben, sondern von oben und unten gemacht werden müsse. Genosse Folkenberg schilderte dann noch in großen Zügen die organisatorische Tätigkeit des ADB. seit dem letzten Bundeskongreß und sprach die Erwartung aus, daß sich der Allgemeine Deutsche Beamtenbund weiterhin günstig entwickeln werde. Der Geschäftsbericht sowohl, wie der im Anschluß daran gegebene Kassenbericht wurden von dem Kongreß gebilligt und ohne De- batte dem geschäftssührenden Borstond einstimmig Entlastung erteilt. Es folgt« dann ein Referat des Genossen Dr. V ö l t e r aber das neue Beamlenrecht. Er gab bekannt, daß Fortschritte seit dem letzten Bundeskongreß in der Frag« des Beamtenrechts nicht zu erzielen gewesen seien, noch- dem der zuständige Referent Dr. Brecht von der Bürgerblock- regierung ausgeschifft worden war. Es wurde lediglich an der Disziplinargesetzgebung weitergearbeitet. Der von der Reichsregierung ausgearbeitete Entwurf einer Reichsdienst- strafordnung bringt praktisch einige geringe Berbesse- rungen, denen aber ganz wesentliche Verschlechte- r u n g e n gegenüberstehen. Als solch« sind zu nennen: Die Aus- dehnung des Disziplinarverfahrens auf Pensionäre, die Erhöhung der Höchstgeldstrafen von bisher einem halben Monatsgehalt auf«in ganzes Monatsgehalt. Die Bindung des Dienststrafrichters an die tatsächlichen Festellungen des Strafrichters. Der Referent kam in diesem Zusammenhang auch auf dos Beamtenräte ge setz zu sprechen, von dem er bemerkte, daß die gegenwärtige Bürgerblock- regierung es anscheinend in der Bersenkung hat verschwinden lassen. Nach einigen weiteren Ausführungen über Unfall- und Kranken- fllrsorge der Beamten faßte der Referent die Ziele des ADB. dahin zusammen: Recht und Gesetz für die Beamten innerhalb des allge- meinen Arbeitsrechts unter Berücksichtigung der spezielle» Bedürfnisse auszubauen.> Die engere Beratung verschiedener Tagesordnungspunkte wurde daraufhin den einzelnen Kommissionen überwiesen, die am Diens- tag vormittag dem Plenum Bericht erstatten sollen. Sperre über die Kunststeinfirma Gebr. 5rieseancn. Deutscher«augcwcrtsburd. Fachgruppe Fliesenleger. Zugendgrnppe de» ZdA. Heute, Dienstag, ob IS Utir Spielen aus der Spielwiese 1 im Treptower Park und aus dem Spielplatz an der Hatzbach- siratze sjtrcuiberg). Rascnspiele, Voltstänze, Vallspiele. Frei«»«werllchoftujugcnd Groß Berlin. Heute, Dienstag, Wi Uhr, tagen die Gruppen: Frantsurtrr Allee: Gruppenheim Städt. Jugendheim Litauer Straße 18, Zimmer 3. Vortrag:„Das Mädel in der Jugendbewegung."— Landsbergcr Platz! Gruppcnheim Diestelmcncrstr. 5. Vortrag:„Gewertschaften und Sicichsverfossung."— Lichtenberg: Gruppenheim Jugendheim Dossestr. 22. Vortragsreihe:»Aus der Geschichte der freien Gewerkschaften."— Treptow: Gruppenheim Schule Wildcndruchstr. r-S— 54 l Hortzimmer). Vortrag:„Kriegs. gefahren.— Britz: Gruppcnheim Chaussee-, Ccke Hannemannstraße. Die Veranstaltungen werden in der Gruppe betanntgegeben.— Humboldt: Jugend» ckschaften." itac- ,__________________________ J_________ die Ausstellung:„Das junge Deutschland" im Schloß Bellevue. Karten zu er- mäßigten Preisen, Jugendliche 15 Pf., Erwachsene 50 Pf., sind in der Zentrale zu haben.___ Perlag: Dorwärts-Berlag G. m. b H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Lerlagsanstalt Paul Einger u Co. Berlin SW S8. Lindenftraß« 5. Hierzu 2 Bcilaaen und„Unterbaltuna und Listen". aufs Srof � i* ÄS*1 btPfrifcfceO'fcH 6ic Äettt! Zu jedem Pttud der Tetelmerterlae«Prltekc Rest" mleiui mae BerüalOd� l U, W-i tm, tsc. !tr. 432 ♦ 44. Jahrgang 1. Heilage ües vorwärts Vkenstag, 13. September 1427 Wenn man von!>er spanischen oder englischen Kolonie in Berlin spricht, so weiß man, daß damit die in Berlin lebenden An- gehörigen jener Rationen gemeint sind. Bei der französischen Kolonie ist dies nicht in gleicher Weise verständlich: vielmehr be- zeichnet mit diesem Namen der gewöhnliche Sprachgebrauch jene Mitbürger, die von den französischen R e f u g i ö s, den aus Frankreich wegen ihres Glaubens Ausgewanderten, abstammen. Solcher französischer Kolonien gibt es bekanntlich an verschiedenen Orten, aber die Männer und Frauen mit den französischen Namen sind gute Deutsche geworden. Berstehi man aber unter französischer Kolonie die Zusammenfassung der hier ansässig gewordenen Bürger Frankreichs, so ist aus begreiflichen Gründen ihre Zahl keine sehr große. Die kleine franHoftsche Kolonie. Ts ist schwer, einen Neberblick über die Zahl der in Berlin lebenden Franzosen zu erhalten. Der Krieg hat naturgemäß die Verhällnissc von Grund ouf geändert und Inflation, Geschäftskrise, ober auch der niedere Stand des Franken nach der Konsoldisrung der deutschen Währung haben dazu beigetragen, daß kein Zurück- fluten nach Friedensschluß erfolgte. Vereinzelt finden sich Kauf- leute, auch Angestellte, dann bietet das weite Reich der Kunst, des Theaters und des Films, für diesen und jenen die Möglichkeit einer ouf längere Dauer berechneten Betätigung. Wie jetzt wohl in allen Ländern üblich und auf Gegenseitigkeit beruhend, ist die Annahme einer Stellung von der Einwilligung des Arbeitsamtes abhängig. Wer dagegen fein Geschäft oder seinen Beruf selbständig ausübt, ist zugelassen, und da dieses Niederlassungsrecht durch den vor kurzem abgefchlosienen Handelsvertrag gewährleistet ist, so dürfte eine Zunahme an solchen selbständigen Existenzen zu erwarten sein. Auch dies gehört zu den wohltätigen Folgen des Bertragsabschlusses — geschäftliche Bindungen triumphieren über die engstirnige Auf- fasiung internationaler Beziehungen. Zu bedauern ist, daß d i e Zahl der in Berlin studierenden Franzosen sehr gering ist: lange Zeit war nur eine Studentin Jsier— jetzt stt die Zahl der Studenten aus vier gestiegen. Di? Schwäche des Franken— sechs Franken gleich einer Mark— hindert auch die Franzosen an Desuchsreisen: wenn die Lebenswittel in dem reichen Land« immerhin noch erschwinglich sind, so ist die ganze Lebens- Haltung doch bedeutend teurer geworden und legt der Reiselust Zügel an. Oos offizielle Irotikreu»,. Für die Kleinheit und Zufammenhanglosigkeit der Kolonie ent- schädigt die offizielle Vertretung, deren Zusammensetzung erkennen läßt, welchen Wert die französische Regierung aus den Berliner Posten legt Botschaft wie Konsulat werden von erprobten Diploma- tcn geleitet. Wohl nur wenige Berliner dürste es geben, die nicht das langg-ftreckte Palais der französischen polschaft an der Nord. seile des pariser Platzes kennen. Glücklicherweise ist dieser Platz bisher noch von dem Eindringen des Geschäftsgeistes bewahrt ge- blieben: die wenigen Häuler, die ihn umgeben, liegen, durch die breiten Anlagen von dem brausenden Bertehr getrennt, ruhig und stolz-bescheiden dg. Wurde dann vor der Botschaft das Baldachin gestellt und der Läufer gelegt, so wußte man, daß in der französischen Botschaft ein« Festlichkeit stattfand, die zuweilen durch die An- Wesenheit Wilhelms II. in den Augen des Berliner Spießers ein- besondere Weihe erhielt. Heute spielen sich wohl die Empfänge und Routs in einfacheren Formen ab. Bolfchasler ist seit 1922 Herr Pierre de ZNargerie, dessen diplomatische Laufbahn 1881 in Kopen- Hägen begann. Konstantinopel, Peking, Washington, Madrid, Brüssel sind weitere Stationen, und dazwischen schieben sich spezielle Dienste, wie die Teilnahme an der Konferenz von Algeciras(1906) und Missionen im fernen und nahen Osten. Zweifellos zählt de Margerie, der mit dem Großkreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet ist, zu den markantesten Persönlichkeiten der fran- zösischcn Diplomatie. Bemerkt sei noch, daß er als Sonder- gesandter Frankreichs bei der Bestattung unseres ersten Reichs- Präsidenten, E b e r t, am 5. März 1925 fungierte. Der Botschaft gehören ein Militär-, eine Marine- und ein Handels- a t t a ch 6, sowie ein Pressechef an. In der Stellung eines Botschaftssekretärs ist Herr Roland de Margerie, ein Sohn des Botschafters, diesem attachiert. Das Konsulat. Im ganzen Deutschen Reich befinden sich zehn Konsulate und zwei Generalkonsulate: letztere mit dem Sitz in Hamburg und Leipzig. In Berlin besteht«in Konsulat, das neben Berlin das Gebiet von Brandenburg, Schlesien, Pommern, Mecklenburg- Strelitz und die Grenzmark umsaßt. Das Arbeitsgebiet ist somit ganz beträchtlich und da die Teilung in Bisumabteiluna und Handels- abteilunq auch ausgedehnte Burcauräume beanspruchte, so war es ein glücklicher Griff, daß Frankreich sich neben dem alten Besitz des Botschaitspalais in der Mathäikirchstraße 3K eine zweite Heimstätte schuf. Die Mathäikirchstraße mit den Abzweigungen der Margareten- und der Siqismundstraße darf sich wohl rühmen, eine der ruhigsten Straßen Berlins zu fein. Hier haben die Borgärten noch hochragende Bäume, und auf den: Straßenasphalt könnten Kinder ungefährdet spielen, wenn es eben in diesen sashionoblen Häusern solche Kinder gäbe. Aber hier ist das elegante Prioaiauto Trumpf und an den Etagenfenstsrn zeigen die heruntergelassenen Jalousien dn, daß das sommerliche Berlin für diese Einwohner keine Reize hat. Adolf Menzel hat hier in der Sigismundstraße gc- wohnt und Büchscl, ein wenn auch nicht so freisinniger, so doch origineller Prediger hat vor Jahrzehnten die Frauen und Töchter des damaligen Berlin W. begeistert. Bon ihm stammt die Anrede an jene Rätin, die Sonntags zweimal in seine Kirch? lief:„Ich bade gar nicht gewußt, daß sie so vergnügungssüchtig sind, gnädig- Frau." Heute werden es wohl nur wenige sein, die das in der Mitte der Straße ausgebaute Gotteshaus aufsuchen. Solche Ge- danken an'das alte Berlin werden wach, wenn man sich in das schmucke Konsulatsgebäudc begibt, von 19 bis 12 Uhr herrscht visumbetrieb: es wird flott gearbeitet und der Aufenthalt in der großen Halle ist nicht peinigend. Im Durchschnitt kann man pro Tag 100 Vifumerteiiunaen rechnen: in der Reisezeit sind aber Tages- Ziffern von 200 bis 250 häufig. Während das deutsche Visum für Franzosen auf kurze Zeit gegeben wird und Ueberschreitungen sofort mit Geldstrafen(oft 100 Mark) geahndet werden, gibt das fran- zösifch« Konsulat dos Bis um derart auf ein Jahr, daß die bewilligte Zeit erst mit dem Tage der Einreise zu laufen beginnt. Jedenfalls eine den Interessen, namentlich des Ge- schüftsmannes dienende Liberalität. An die Spitze des Berliner Konsulats ist seit September 1926 Herr Rene B i n e t getreten, der als guter Kenner Rußlands wertvolle Kenntnisie für sein Amt mitbrachte. Vor und während des Krieges an der Botschaft in Petersburg tätig, hat er seit 1919 das Konsulat in Riga verwaltet. Das in Botschaft und Kosulat tätige Personal ist ouf 10 bis 50 Köpfe zu veranschlagen. Jetzt nach dem Abschluß des Handelsver- träges wird zweifellos der Umfang der Konsulatsgeschäfte noch wachsen. Bor dem Kriege hatte die„Loeiätä philanthropique franqaise ä Berlin" die Aufgabe, bedrängten Landsleute» zweckdienliche Unterstützung zu gewähren. Sie ist auch mit dem Frieden wieder aufgelebt, aber aus den oben entwickelten Gründen finanziell wenig leistungsfähig. Vielleicht, daß diese Zeilen dazu beitragen, jenen französischen Gästen, die gute Zeiten hier zubringen, den Anschluß an jene Kreise nahezulegen. Mit einem Hinweis auf das so ver- dienswolle Werk des deutsch-französischen Schüleraustausches (echange interscolaire) sei geschlossen. Das offizielle Frankreich gibt eine Unterstützung dahurch, daß es das Visum kostenlos erteilt. Die deutsche Republik steht ihrer älteren Schwester hierin nicht nach. Das Projekt üer$000 Wohnungen. Beratung im Haushaltsausschust der Stadtverordneten- Versammlung. Nicht zznn erstenmal droht ein großes soziales Projekt unserer städtischen Berwaltung an dem Starrsinn der Beratungs- stells für Auslandsanleihen zu scheitern. Nach den schier endlosen Verhandlungen hatte endlich der Zlusschuß für den Wohnungsbau schnelle und grundliche Arbeit geleistet, da taucht die Frage der Kapitalertragssteuer auf und gefährdet aufs neue das Zustandekommen des Vertrags. Nach den aussührlichen Mitteilun- gen, die gestern Stadtrat Genosse W u tz k i im Haushaltsausschuß gab, handelt es sich um ein« jährliche Summe von 756 000 M., zu der noch ein einmaliger Efsektenstempel in Höhe von 2 Millionen tritt. Wenn die Stadt die Steuer und den Steinpcl tragen müßte, so würde sich der l a u f e n d e.Z u s ch u ß von 2,2 Millionen, den sie ohnehin zur Verbilligung der Mieten in de» neu zu errichtende» Wohnungen zu zahlen bereit ist, auf weitüber3Million e n erhöhen. Das Konsortium lehnt die Uebernahme der Steuer aus Grund der Ausschreibungsbedingungen ab, ist aber bereit, sich selbst um den Erlaß der Steuer zu bemühen. Die Entscheidung liegt beim Reichssinanz Ministerium, das sich seinerseits an das Votum der„Beratungsstelle" gebunden hält. Die Stellung- nähme der„Beratungsstelle" ist bekannt: sie hat der Stadt Berlin jede Anleihe für Wähnbauzwecke rundweg oerweigert, sie wird nach den gestern im Ausschuß gegebenen Informationen alles daran setzen, um auch die Beschassnng der notwendigen Ausland«- kapitolien ouf dem jetzt gewählten Umwege unmöglich zu m a ch e n. Es besteht also kaum eine Aussicht auf den Erlaß der außerordentlich hohen Kapitalertragssteuer. Die Wohnungsnot in Berlin verträgt ober keine weitere i!» Die SilberfGroarnie Von fKcze BeacH iN-chdrus ottbolm StotorifUrt« Utfeetftfjtmg an» btm Eirglischea vsa Sloppt Es entstand lauter Tumult. Emerson aber war noch viel zu verwundert über das ganze Ereignis, um auf die Fragen zu antworten, die die neu Angekommenen auf ihn herab- regnen ließen. Da aber streckte Marsh feine zitternde Hand aus, zeigte auf ihn und rief hysterisch:„Dort steht der Mann, der mich ermorden wollte. Er— er hat mich verwundet. Ich will, daß er verhaftet wird." Emerson war sich sofort über seine gefährliche Lage klar. Darum wandte er sich an die Gruppe und sagte:„Ich habe es nicht getan. Ich hörte, daß hier gekämpft wurde, darum lief ich zur Hilfe herbei." „Er lügt," unterbrach der verwundete Marsh ihn kreischend,„er hat mich mit einem Messer gestochen! Seht her!" Er versuchte sein Hemd beiseitezuschieben und seine Wunde zu zeigen, während die Zähne ihm im Munde zu- sammenschlugen. „Oh, mein Gott! Ich bin verwundet!" Er schwankte zu einer Kiste, auf die er niedersank. „Ich habe es nicht getan," wiederholte Boyd. „Wer hat es denn getan?" fragte einer der Leute. „Was haben Sie hier zu suchen?" fragte der Mann mit der Laterne. „Hört mal, Leute/' sagte Boyd mit einer Stimme, bei deren Klang die Männer verstummten.„Hier liegt ein Irr- tum vor. Ich wollte gerade an dem Hause vorbeigehen, als ich eine Frau schreien hörte." „Eine Frau," riefen die Männer im Chor,„wo ist sie?" "Das weiß ich nicht. Sie lief fort, als ich kam. "Das ist nicht wahr," schrie Marsh. , Es ist wahr," sagte Emerson und seine Stimme duldete keinen Widerspruch," und es war auch ein Mann dabei. Wer war die Frau, Marsh? Und wer war der Mann?" „Ich_«ch weiß es nicht. Ich bin verwundet," wieder- hoste er mit schwacher Stimme. Als er die Bestürzung in den Gesichtern um sich her sah, sagte er:„Steht dpch nicht da. mit eine Schar Schafe. Warum greift ihr ihn nicht?" „Wenn ich ihn verwundet hätte, müßte ich ja ein Messer haben," sagte Emerson zu den Leuten, die zögerten.„Ihr könnt mich gern untersuchen. Seht her!" Er schlug seinen Rock zurück und zeigte seinen Gürtel. „Er hat einen Revolver," sagte einer der Leute. „Ja, und ich werde Gebrauch davon machen, wenn ihr mich dazu zwingt," sagte Emerson ruhig. „Vielleicht hat er das Messer weggeworfen," sagte der Aufseher und begann auf der Erde zu suchen. „Vielleicht hat die Frau Marsh verwundet," meinte Emerson. Diese Vermutung veranlaßte Marsh von neuem zu schreien:„Ich sage, hier war keine Frau." „Und hier ist auch kein Messer," sagte Emerson spöttisch. Die Leute zögerten. Als Marsh sah, daß die Leute nicht wußten, ob sie Emerson oder ihm Glauben schenken sollten, fuhr er fort:„Wenn er kein Messer hat, muß er einen Helfers- Helfer gehabt haben." „Hören Sie. Marsh," sagte Emerson ruhig,„wenn Sie uns sagen, wer die Frau war, können wir wahrscheinlich den Zusammenhang finden."_ Ohne zu antworten stand Marsh auf und sagte, indem er sich auf den Aufseher stützte:„Helfen Sie mir ins Haus und schicken Sie die Barkasse zu der oberen Fabrik, damit sie John host, er versteht sich auf Wundbehandlung." Und ohne noch etwas zu sagen, begab er sich in das Haus, von den verwirrten Leuten gefolgt. Niemand dachte mehr daran, Emerson zurückzuhalten, und als er seinen Weg fortsetzte, grübelte er darüber, was die Veranlassung zu diesem nächtlichen Abenteuer sein könnte. Er zerbrach sich den Kopf, um einen Anhalt dafür zu finden, wer die Frau sein könnte, die nachts und an solchem Ort mit Marsh zusammentraf! Davon war er überzeugt, daß es nicht nur Feindschaft war, die Marsh veranlaßte, ihn als den Messerstecher zu beschuldigen, er hatte etwas zu verbergen, das ihn ängstigte, denn er hätte seinen Feind lieber gehen lassen als sich einem Verhör zu unterwerfen. Plötzlich blieb Boyd stehen, und rief sich noch einmal die schattenförmigen Umrisse der Gestalt, mit der er vorhin zu- sammengestoßen war, ins Gedächtnis zurück. Sie war ihm bekannt vorgekommen. Plötzlich schlug er seine Hände zu- sammen und pfiff vor sich hin. Der Zusammenhang begann ihm zu dämmern. Ueber eine Stunde ging er vor der Tür seines Hauses auf und ab, und war so in seine Gedanken vertieft, daß nur das ausbrechende Unwetter ihn ins Haus trieb. Als er schließlich zur Ruhe ging, war er davon über- zeugt, daß diese Nacht ihm eine neue Waffe in die Hand gespielt halte. Aber er wußte noch nicht, wie ungeheuer nütz- lich sie ihm werden sollte. . 22. Am 1. Juli hielt das Hauptheer des Lachses seinen Ein» zug im Kalvikfluß. Während der vorher gegangenen Wochen hatten sich schon vereinzelte Schwärme gezeigt, und die Fabriken hatten eine Art Generalprobe abgehalten, am ersten Tage des neuen Monats aber kamen die Schwärme in un- geheuren Mengen aus den Tiefen des Meeres, und die Schlacht hatte ernstlich begonnen. Bei Tagesgrauen waren sie gekommen. Eine wilde, wimmelnde Schar, woher sie kam, konnte niemand sagen: sie peitschten die ruhige Wasserfläche der Bucht zu wilden Stromwirbeln. Draußen hob und senkte das träge Meer sich so lächelnd und friedlich wie immer. Im Hafen aber war alles seltsam verändert. Schneller als sonst stieg die Flut, getrieben durch das mutige, vorwärtsdrängende Heer, das dennoch dazu ver- urteilt war, durch Menschenhand zu sterben. In ihren silber- nen Harnischen, die grün und blau schillerten, stürzten sie in großen Kolonnen vorwärts. Bisweilen kamen ihre ge- spaltenen Flossen zum Vorschein, mit denen sie das Wasser peitschten, bis es sich über die flachen Sandbänke wälzte, wie die Wogen zur Flutzeit: durch die Tiefe huschten schatten- artige Formen, das blitzartige Ausleuchten ihrer silberglän- zeliden Leiber füllte das Dunkel. Die Fischerboote, die beim Morgengrauen bemannt worden waren, glichen einer Schär Riesenmotten mit weißen Flügeln, die, durch Flut und Strom, durch Segel und eifrige Menschenhände getrieben, hinauszogen, ihre langen Netze auswarfen, um nach einer Weile mit Fang geladen, zurück- zukehren. Russige Bugsierboote lagen neben den Fallen und erfüllten die Luft mit dem Geräusch ihrer kreischenden Kräne. wenn diese die widerstrebenden Fische aus den„Teichen" hoben, die der immer größer werdende Schwärm von Gesan- genen zu milchartigem Schaum peitschte. Und unablässig ver- schlangen die Fabriken die Ernte des Meeres, schneller und schneller, mit ihren Metallkicfern klirrend und rasselnd, während die Haufen von Lachsen, die in die Flensmaschinen gefüllt werden sollten, der Mannschaft bis an die Hüften reichte«.(Fortsetzung folgt.) Verziigervng d«s Plane» selbst. Das nmrd« namentlich««» dem Sprecher d«r sozialdemokratischen Fraktion im Aus- schuh nachdrücklich hervorgehoben. Es bleibt zu prüfen, ob der vor- geschlagen« Weg traft der Schwierigkeiten noch als gangbar anzusehen ist— wenn nicht, so muß unverzüglich ein anderer erfole- versprechender Weg gewählt worden. Der Haushaltsausschuh lehnte daher alle Vorschläge, die eine Verschleppung der Angelegen- heit herbeiführen muhten, mit den sozialdemokratischen Stimmen ab, insbesondere einen kommunistischen Antrag aus Vorlegung des ge- samten viele hundert Seiten umfassenden Materials über den Gang der Vorverhandlungen sowie den deutschnationalen Vorschlag auf Einsetzung eines Unterausschusses. Er beschränkte sich vielmehr auf die Vorlegung des endgültigen Vertragsentwurfs und be- schloß, in zwei Sitzungen am Mittwoch und Donnerstag die Eni- scheidung darüber herbeizuführen, um noch am Donnerstag- abend im Plenum der Stadtverordnetenversammlung endgültig dar- über beraten zu können._ Das verbrechen in üer Laubenkolonie. Ein Sljährigev als der Messerstecher festgestellt und verhaftet. Das furchtbare Derbrechen an dem Eisenbahnarbeiter Georg Beyrow, der, wie mitgeteilt, in einer Laubenkolonie in Weihen- see hinterrücks niedergestochen wurde, hat seine Aufklärung gesunden. Den Ermittlungen der Mordkommission gelang es, den Messerstecher aufzuspüren und s e st z u n e h m e n. Es ist ein 21 Jahre alter Alsred Gerte aus der Spreustrahe zu Weihensee. Obwohl der Festgenommene anfänglich beharrlich leugnete, muhte er endlich ein Geständnis ablegen, da ihn mehrere Zeugen mit Bestimmt- heit wiedererkannten und auch das Messer als sein Eigentum fest- gestellt wurde. Gerke gehört zu einer der Kolonnen, über deren Treiben wir schon berichteten. Mit anderen jungen Burschen zusammen hatte er am Sonnabend abend wieder versucht, die Festlich- keit der Laubenkolonisten zu stören, war aber hinausgeworfen worden. Auf der Straße kam es dann noch zu einer Schlägerei und Gerte verletzte in der Dunkelheit und in dem Durcheinander sogar einen seiner Fremde, einen gewissen Printz, mit dem Messer am Arme. Ohne zu erkennen, daß er den unbeteiligten Beyrow. der zu keiner der streitenden Parteien gehörte, vor sich hatte, st i e h er mit dem Messer auf ihn ein und brachte ihm so schwere Verletzungen bei, dah der Unglückliche bald darauf starb. Gerte wird wegen Totschlages dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden._ Um den Kleintarif. Scharfes Vorgehen gegen das„wilde Fahren". Zu dem neuen Beschluß der Droschkenbesitzer teilt der P o l i z e i. Präsident mit: Nach den Vorschriften der Droschkenordnung vom 22. Iunl 1S27 und der Bekanntmachung über die Fabrpreise der Kraft- droschten vom gleichen Tage darf der Kraftdroschkenführer von dem Fahrgast nur den Fahrpreis erheben, den der F a h r p r e i s a n- z e i g e r anzeigt, abweichende Vereinbarungen sind nicht gestattet t§ 12 Abs. 4 der Droschkenordnung). Zwar ist es zulässig, dah Großdroschken und Mitteldroschken mit der dem Tarif entsprechen- den Bort« und einem Kleintarif f ahrpreis an zeiger versehen und die Kraftdroschke muh In veränderter Ausrüstung dem Krastvcrkehrsamt vorgestellt und von diesem abgenommen worden sein(§ 1 Abs. 5 der Bekanntmachung). Entgegen diesen Vorschris- ten befinden sich gegenwärtig eine Reihe von Droschken auf der Strohe, die eine einreihige Karoborte, aber keinen Fahrpreisanzeiger für Kleindroschken haben, sondern einen Fahrpreisanzeiger für Grohdroschken und daneben eine selbst auf- gestellte, amtlich nicht anerkannte Tabelle. Da bei diesem Verfahren das Publikum vor Betrügereien in keiner Weise geschützt und insbesondere die Tabelle und ihre Anwendung vollkommen m die Willkür des Fahrers gestellt ist, erachtet der Polizeipräsident ein scharfes Vorgehen gegen das wisde Fahren dieser Fahrer für unbedingt erforderlich und hat daher zum Schutz« des Publi- kums die Polizeibeamten angewiesen, alle Kraftdroschken, die eine einreihige Karoborte, aber mit Fahrpreisanzeiger, vor dem nicht das Wort.Kleintarif' steht, haben, sofort zu entstempeln und auher Betrieb»u setzen. Desgleichen soll gegen Kraftdroschken, die zwar kein« Aenderung an ihrem Wagen vor- genommen haben, aber entgegen den Lorschriften der Droschkenord- nung nach Tabelle fahren, strafrechtlich vorgegangen werden. Kraft- droschken, die trotz Entstempelung weiter im Droschkenbetrieb ver- wendet werden, werden dauernd außer Betrieb gesetzt, ihre Nummer wird gelöscht.____ Wenn Kinder ohne Aufsicht sind! Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern gegen 17 Uhr in der Frankfurter Alle« 1S3 ab. Aus dem Fenster der im 4. S t o ck- werk gelegenen elterlichen Wohnung stürzte das vierjährige Kind Hermann des Schuhmachers I. auf die Straße hinab, wo es schwer verletzt liegen blieb. Ein Vorübergehender sorgte für die Ueberführung de» Kindes in das Hubertus-Kranken- Haus. Als man sich noch um den schwerverletzten Jungen bemühte, taucht« am Fenster ein zweites Kind auf, das her- auskletterte und sich auf der Dachrinne niedersetzte. Im letzten Augenblick gelang es Hausbewohnern, In die Wohnung einzudringen und das Kind, das gleichfalls i«den Augenblick abzustürzen drohte, zu retten.— Die Kinder waren längere Zeit ohne Aufsicht geblieben und hatten sich am Fenster zu schaffen gemacht, wobei der vierjährig« H. den Halt verlor und abstürzte. Abftimmnngsfeier der Ost- und Westpreuhen. Im Rahmen der Tagung des Reichsoerbandes heimattreuer Oft- und Westpreuhen fand in der.Neuen Welt', Hasenheide, eine Abstimmungsseier statt, die für die Delegier. ten durch die Ortsgruppe Neukölln-Britz veranstaltet wurde. Die beabsichtigte Rede des Senatspräsidenten der freien Stadt Danzig Dr. Sahm fiel au», da sich Sahm augenblicklich noch in Genf be- findet. Oberregierungsrat H o f s m a n n fahte noch einmal in seiner Festred« die Gedanken der Resolution zusammen, die bereit» am Nachmittag der Reichsregierung übermittelt worden war. Das Memelgebiet, Soldau, Danzig und andere Teil« des abgetretenen Westpreuhens find deutsche Gebiete, und das gesamte deutsche Volk sollte sich darin einig sein, auf eine Revision des Versailler Vertrags zu bestehen.„Wir bitten die deutsche Reichsregierung, im Ver- trauen auf die Gerechtigkeit unseres Verlangens, gestützt auf das deutsch« Volk in allen Teilen, ein« Politik der Abänderung des Der- sailler Vertrags auf friedliche Weis« zielbewuht und entschieden zu führen und allen Vorschlägen eines Ost-Locarno-Paktes gegenüber sich ablehnend zu verhalten.'_ Ein vlindaänger au» den Revolutionslagen. Auf der Mittel- Promenade derFrantfurterAlleevor dem Hause Nummer 61 wurde um 3'� Uhr bei Au.-schachtungsarbeiten zur Untergrundbckhn «in Artilleriegeschobblindgänger, eine 1k),6-Zen. timeter-Granate, gefunden. Die Fundstell« wurde abge- sperrt. Die Abteilung la wurde benachrichtigt. Eine Bekanntmachung über die vereinfachte Einreichung der Belegt übet den Steuerabzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1927 finden unsere Leser Im Anzeigenteil dieser Nummer. was geht in öen Schulen vorl Rückgang der Schttlerzahl.- Versiebenfachung der religionslosen Schüler. Die beoorstehende.r Beratungen des R�ichsrates und des Reichs- tage? über den Reichsschulgcsetzentwurf dürften den vor kurzem fest- gestellten vorläufigen Ergebnissen der preußischen Schulerhebung vom 21. November 1926 besondere Beachtung sichern. Wie der Amt- liche Preußische Pressedienst der Statistischen Korrespondenz«nt- nimmt, ist seit der vorletzten Erhebung im Jahre 1921 die Zahl der Schüler der öffentlichen Voltsschulen in Preußen erheblich zurückgegangen, nämlich von 5 461 594 auf 4 136 665 oder um 2 4, 2 6 Proz. Dies« Abnahme hängt mit dem Geburtenausfall während des Krieges zusammen. Der erheblichen Verminderung der Schülerzahl steht eine nur sehr unbedeutende Abnahme der Schulen gegenüber(von 33 281 auf 32 966 oder um 1,13 Proz.). Stärker ist die Zahl der Klassen gesunken(von 123 049 auf 111147 oder um 9,67 Proz.). Eine Verminderung weisen auch die Lehr- Personen auf(von 116 584 auf 199 187 oder um 6,34 Proz.). Als Resultante aus der Bewegung dieser verschiedenen Zahlenreihen ergibt sich, daß sowohl die Zahl der durchschnittlich auf«ine Klasse alsauchdleZahlder durchschnitt- lich auf einen Lehrer entfallenden Kinder ge- funken i st, und zwar im ersten Falle von 44,39 auf 37,22 oder um 16,1 Proz., im zweiten Falle von 46,85 auf 37,89 oder um 19,1 Proz. Das bedeutet vom pädagogischen Standpunkt aus eine Verbesserung, der allerdings auf der anderen Seite möglicherweise eine Verschlechterung in dem Fortfall von Stufen gegenübersteht. 3n den verschiedenen Provinzen weicht das Verhältnis von Lehrer- und Schülerzahl erheblich von- einander ab. Am günstigsten ist es in Berlin mit 29,69: die übrigen Provinzen schließen sich in folgender Reihenfolge an: Schleswig- Holstein 34,66, Brandenburg 65,97, Hohenzollern 66,33, Hannover 36,78, Pommern 37,91, Sachsen 37,29, Hessen-Rassau 37,46, Grenz- mark 38,44, Ostpreußen 39,21, Niederschlesien 39,89, Westfalen 39,99, Rheinprooinz 49,29, Oberschlesien 43,92. Im Vergleich mit 1921 ist demnach die Zahl der Schüler, die ein Lehrer durchschnittlich zu unterrichten hat, überall erheblich kleiner geworden. Nach dem Ge- schlecht gegliedert, ist die Z a h l der Knaben um 23,13, die der Mädchen um 24,39 Proz. zurückgegangen. Die etwas stärkere Ab- nähme der Mädchen hängt offenbar damit zusammen, daß bei den Geburten in den Iahren 1916—1929 auf 199 Mädchen mehr Knaben entfielen als in den Iahren 1997—1911. Ebenso hat auch bei der Lehrerschaft der Anteil des männlichen Geschlechts zugenommen. In drei Provinzen steht der Anteil der Frauen weit über dem Staatsdurchschnitt, nämlich in Berlin mit 37,9 Proz., in Westfalen mit 34,9 Proz. und im Rheinland mit 36,5 Proz. Abgesehen von Berlin erklärt sich diese Erscheinung dadurch, daß fast die Hälfte der preußischen Großstädte(12 von 29) in der Rheinprooinz liegt. Was die Frage der getrennten oder gemeinschaftlichen Erziehung angeht, so machten schon im Jahre 1921 die gemischten Klassen 62.21 Proz. aller Klassen aus. Dieser Anteil hat sich im Jahre 1926 auf 66,48 Proz. erhöht. Von größerem Interesse für die Oeffentlichkeit ist die Gliederung nach der Konfession. Die Zahl der evangelischen Schüler ist relativ um eine Kleinigkeit mehr zurückgegangen als die der katho- tischen(um 25,96 Proz. bei den Evangelischen, um 24,36 Pro;. bei den Katholischen). Verhältnismäßig viel geringer war der Rückgang bei den Juden, nämlich nur um 5,96 Psoz. Z u- genommen haben die Schüler, die weder einer Rcligions- noch einer Weltanfchauungsgcmeinschaft angehören(von 41 732 aus 59 855 oder um 21,9 Proz.). Noch stärker war die Zunahme bei den Ange- hörigen von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, die weder zu den Christen, noch zu den Juden ge- hören(dazu gehören auch Freireligiöse und Monisten). Diese Zahlen haben sich mehr als versiebensacht. Bemerkenswert ist, daß die außerhalb jeder Gemeinschaft stehenden Kinder in B e r l i n an Zahl zurückgegangen sind und nur im Rheinland sich fast verdoppelt haben. Die Kinder, die freireligiösen Gemeinschaften angehören, weisen in Sachsen, Berlin, Niederschlesien, Westfalen, Hannover und der Rhcinprovinz eine besonders starke Vermehrung auf. Vergleicht man die konfessionelle Gliede- rung der Schulen mit der konfessionellen Gliederung der Schüler, so zeigt sich gegenüber 1921, daß die Zahl der e v a n- gelischen Schulen von 23 159 auf 22 854 oder um 1,32 Proz. zurückgegangen, dagegen die Zahl der katholischen Schulen von 8638 auf 8721 oder um 9,96 Proz. gestiegen ist. Sehr stark ist der R ü ck g a n g der j ü d i s ch e n S ch u l e n(93 oogen 153 oder 39,22 Proz. weniger). Auch die paritätischen Schulen weisen eine Abnahme von 1331 auf 1233 oder um 7 Proz. auf. Die Schulen ohne Religionsunterricht(Sammelschuleu) sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Solche Sammelschulen existierten am Zahltage 171 mit 1161 Lehrpersonen und 49979 Schülern. Die Zahl der p l a n m ä ß i g e n S ch u l st e l l e n ist bei den evangelischen Schulen um 8,98 Proz. gesunken, bei den katho- tischen um 5,33 Proz., bei den jüdischen um 33,83 Proz., bei den paritätischen um 4,1 Proz. Was die Konfession der Lehrer angeht, so ist die Zahl der evongelischen Lehrer um 7,99. die der katholischen um 5,11, die der jüdischen um 29,41 Proz. zurückgegangen, dagegen haben die Lehrer, die f r e i r e l i- g i ö s e n Gemeinschaften, oder keiner Religions- oder Weltanschau- ungsgemeinschaft angehören, von 153 auf 338 oder um 129,9 Proz. zugenommen. Aus der Gesamtllbersicht ergibt sich, daß sich bis Versorgung der Schüler mit Schulen und Lehrkrästen der eigenen Konfession bei den Katholiken am g ü n st i g st e n. bei den Juden am ungünstigsten entwickelt hat. Allg. Funktionär-Versammlung heute, Dieaskag, den 13. September, IS'/, Uhr. ia den Germania- Festsälen. Ehausseestr. 110. Tagesordnung: Sozialüemokratie und Neichsschulgesetz Referent: Genosse Dr. Kurl Löwenstein, M. d. R Anher den Partei- und SewertschaflssnaktlouSrea sind die sozialdemotra- llsche» Elternbeiräte und Lehrer eingeladen.— Mitgliedsbuch leglilmlert Das ist neutral! Der Reichsausschust für Leibesübungen beim Wertvolffest. Der„Werwolf' hatte am Sonntag seine Mannen nach Potsdam zu einem„ersten R« i ch s w e h r s p o r t f e st' zu- sammeng« rufen. Die sportlichen Darbietungen waren ziemlich dürftig. Die Meisterschaften bestanden aus Gepäckmarsch, Dreikampf(3-Kilo. meter-Lauf, Handgranatenwurf und Weitsprung) und Kampfball- spielen, einer Mischung zwischen Fußball und Handball. Interessant ist nur die Tatsache, daß an diesem Sportfest der radikalsten Nationalisten der sogenannt«„Deutsche Reichsaus- schuß für Leibesübungen(die Zentralstelle der bürgerlichen Sportbewegung) beteiligt war! Als Schiedsrichter bei den Wettkämpfen fungierten Vertreter der„Deutschen Hoch- schule für Leibesübungen', einer Sportschul«, die angeb- lich neutral ist und mit staatlichen Mitteln ausgehalten wird. Außer- dem wurden auf dem Festplatze neben Ludendorsf-Broschüren und „Werwolf'-Zeitungen das Dlynibiabuch des„Deutschen Reichsausschusses' angepriesen, lind die Abzeichenoerkäufer führen auher Hakenkreuz- und Totenkopfsahnen auch die Fähnchen der Deutschen Turnerschaft! Der Rcichsausfchuß für Leibesübungen hat be- schlössen, auf der Zlmstcrdomer Olympiade neben der Reichsflagg« auch die... Handelsflagge zu hissen, d. h. also schwarzweiß- rot zu flaggen. Es Ist unerfindlich, was der Sport mit dem Handel gemein hat. Der Reichsausschuß veranstaltet Sammlungen über das ganze Reich, erfreut sich der Protektion der Behörden, schnorrt von der Republik Geld, oerlangt Unterstützungen und brüs- k i e r t— anscheinend aus Dankbarkeit— die Reichsfarben. Unfall de» bayerischen RUnisterpräsidenlen. Ministerpräsident Dr. Held, der in einem Auto der Landespolizei von München in Regensburg eintraf, ist von einem Unfall betrosfen worden. Das Auto stieß an einer Straßeneck« mit einem Straßenbahnwaaen zu- fammen und wurde stark beschädigt, wobei Dr. Held einig« Hautab- schürsungen erlitt. Toronto und Palästina. Am beutigen Dienstag, 1Z. September, abends löst, Uhr, sprechen in der Aula des Werner-ItemenS-RealgbinnaslumS. Oohenstanienftr. 47/41 iNntergriiiidbabuhoi Biltoria-ikaise-Plntzl. in Z-fent- licher Versammlung Rabbiner Dr. Mar Wiener über«Das Erziehung«- we'en im n uen Palästina" und Studienrat Dr. Otto Tackc-Stcllin über leine.Erlebnisse aus dem 111. pädagogischen Weltlongrej; in Toronto'. Jedermann ist eingeladen. Alärllsch« Sonnla�swonderonzen. Im Anschluß an die Märkischen Wanderungen des vergangenen sommers veranstaltet daZ Bezirks- aml Schöneberg am Sonntag, dem 18. September, eine .lbcrbltivandcrung: Wielenburg(Schloß und Dorl>-Fläming— Springer Rummel. Absabrt: Schlesilcher Babubol 7 gg Ubr. Ebarloltcnbnrg 8 01 Nbr. Friidrichltraxe 7.41 Uhr WantijeeJJ.IS Udr.— SonntazSrückla dr karte.— T« il n e h m e r l a r t e» bei Begimi der Wanderung. AuSlunst: Zcrnspr. Lfltzow 2780. Eine ganze Flasche Brennspiritns! Gestern, um 14 Uhr, o e r st a rb in der Wohnung des Arbeiters Erich K. in der S t e i n m e tz st r a ß e zu Berlin die 49jährjge Gertrud Torte infolge übermäßigen Alkoholgenusses. Di« T. hatte eine ganze Flasche Vrenuspiritus geleerl. Ein hinzu- gerufener Arzt stellte den T o d durch Vergiftung mit Brennspiritus fest. Die Leiche wurde polizeilich beschlngnohmt und in das Schauhaus gebracht._ Die Ordner der proletarischen Feierstunden treffen sich zu«z Jugendweihe im Großen Schauspielhaus am 18. d. M., vormittags 9 Uhr an bekannter Stelle.. Reichsbanner-Fahnenweih« in Blankenfelde. Am Sonntag fand unter Kahlreicher Beteiligung der Berliner Kameradschaften und der Bevölkerung die Fahnenweih« des Ortsvereins Blankenfelde de» Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold statt. Bereits am «onnabend wurde ein Fackelzug veranstaltet, bei dem der Kreisleiter Kamerad F r a e n t e l eine Ansprache hielt. Di« W«he der Fahne nahm der Bürgermeister, Genosse M i« l i tz- Friedrichshain vor. In seinen Ausführungen wandte er sich mit aller Schärfe gegen die Fahnensrondeure. Preußen und Berlin hätten gezeigt, wie man den Reichsfarben Achtung verschaffen kann. Unsere ganze Arbeit muß sich auf die Reichstagswahlen von 1928 tonzentrieren, damit die Republik auch im Reiche restlos den Republikanern gehört. Der Kreisleiter gedachte ferner der Toten des Weltkrieges und der Republik und brachte ein Hoch auf die Republik und das Reichs- banner aus. Anschließend daran fand ein Ummarsch durch Blanken- felde und Mahlow statt. Eine Wochenendfahrt nach Deflau und durch den wörsiher Park veranstaltet der Touristenverein„Die Notursreunde' Zentral« Wien am 17. und 18. September. Treffpunkt der Teilnehmer nachmittag 4 Uhr am Haupteingang des Bahnhofs Charlottenburg. Bahnfahrt bis Dessau.(Quartier.) Sonntag Weiterfahrt nach Mörtitz und Besichtigung des herrlichen Naturparks, der immer wieder ein Anziehungspunkt vieler Freunde ist. Preis der Teilnehmerkarte 15 M.(Eisenbahnfahrt hin und zurück, Logis(Betten) mit Morgen- frühstück und Besichtigungen.) Mittagessen 2 M. Karten sind zu haben bei: Bruno D a m n i tz, N 65, Lüderitzstr. 58: Thomas. N 65, Luxemburger Str. 1(Laden): Sinn. N 29, Stettiner Str. 39: „Vorwärts'- Spedition, Treptow, Graetzstr. 59: Rich. Walter, Neukölln, Siegfriedstr. 55(Laden). Wochenende aus Rügen. Trotz der nicht besonders günstigen Witterung ging auch diesmal der gut besetzte Wochenendzug am Sonnabend an die Ostsee ab. Im Anschluß an diese Fahrt ver- anstaltet- die Swinemünder Dampsschiffahrts A.-G. aus ihrem Salon- Schnelldampfer„Stettin' eine Rügenfahrt nach Stubbenkammer. Man fuhr zunächst in knapp 4 Stunden nach Swinemünde. Hier wurde übernachtet, dann ging es am nächsten Morgen mit dem Schiff weiter, vorbei an all den Ostseebädern auf Usedom, bis die äußerste Spitze Rügens, Thyssow. auftauchte. Schon vom Schisf aus sieht man wieder, wie schöne Wälder diese Insel besitzr. Nach vier- stundigcr Seefahrt waren die Kreidefelsen von Stubbenkammer er- reicht und nun begann der Aufsrieg zum Königsstuhl. Stunden hin- durch kann man durch die dichtesten Buchenwälder laufen, durch Täler und dunkle Schluchten, und immer wieder hat man einen Ausblick au? die See. Brücken führen über lustig plätschernde kleine Bäche. Und dann kommt man zum Hafen S a ß n i g. dem der Durchgangsverkehr nach Schweden eine eigene Note gegeben hat. Die Organisation der ganzen Fahrt war eine recht gute. Es ist zu begrüßen, daß dank dem Zusammenarbeiten der Reichsbahn mit den Schifsalirtsgesellschnsten Natiirsreunden für billiges Geld(die ganze Fahrt hin und zurück kostete inkl. Ueberuachten 16,59 M.) die deutschen Landschaften erschlossen werden. Nur Ctilorodont die Qualitäts-Zahnpaste von mehr als 5 Millionen Menschen allein In Deutsdiland als bestes Zahn- und Mundpflegemittel im Gebrauch. Besondere Vorzüge; 1. macht die Zähne blendend weiß, 2. entfernt häßlich gefärbten Zahnbelag, 3. beseitigt unangenehmen Mundgeruch, überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf.— große Tube I Mk— Chlorodont-Zahnbürslen 1.25 Mark, für Kinder 70 Pfg Chlorodönt- Mund wasser Flasche 1.25 Mark. Man verlange nur Chlorodont der Leichenfunü bei Juift. Die Tote ist doch Margarete Stephan. Die Ermittlungen zur Aufklärung des Leichenfundes bei Iuist hoben eine überraschende Wendung genommen. Nach der Beschreibung, die man bisher in Berlin von der Toten besah, konnte nicht angenommen werden, dah sie die vermißt« Stütze Margarete Stephan sei. Gestern liefen nun von der Polizeiverwaltung Aurich bei der Mordinspektion der Kriminalpolizei die Photographien der Leiche ein. Sie wurden u. a. auch einem Bruder der Vermißten vorgelegt und dieser erkannte soforl in der Toten seine Schwester wieder. Daß ein verbrechen vorliegt, kann wohl kaum noch be- zweifelt werben, wenn auch die Leiche noch nicht obduziert worden ist. Sie hat«ine klaffende Wunde über dem rechten Auge, kratz- wunden an den Armen und andere Verletzungen. Der Bogelwärter der Insel Memmert erinnert sich, das Paar nin Dienstag voriger Woche aus der kleinen Insel gesehen zu haben. Das Mädchen ging im Badeanzug am Strande umher und badete auch. Am nächsten Morgen suhr der Mann allein weg und der Vogelwärtcr hat das Mädchen seit dem nicht mehr gesehen. Bon dem angeblichen Ingenieur ist auch bis jetzt noch keine Spur gesunden. Ob der Mann wirklich ein Ingenieur Kurt Moyr-Lori ist oder ob er den Namen dieses Ingenieurs mißbraucht oder sich vielleicht auch diesen Namen willkürlich beigelegt, läßt sich noch nicht sagen. Erdbeben in Konstantinopel. Konstantinopel, 12. September. Um Mitternacht wurde hier ein Erdbeben oerspürt, das inehrere Sekunden dauerte. Registrierung von Erdbeben. Die Seismographen des natur- wisienschastlichen Vereins im geodqetischen Institut der technischen Hochschule zu Karlsruhe registrierten in der Nacht vom Sonntag zu Montag ein heftiges Erdbeben. Die erste Welle erreichte gegen 24 Uhr die Station. Nach vorläufigen Berechnungen liegt der Herd des Erdbebens ungefähr 2000 Kilometer entfernt. Ein weiterer schwächerer Stoß wurde um 0,48 Uhr ausgezeichnet. Gegen 4,24 Uhr setzte wieder starkes Beben«in, dem drei Stunden später ein kleineres Nachbeben folgte._ Schwere Flugunfälle in Polen. Während der Propagandaslüge anläßlich der polnischen Flugwoche, sind gestern nachmittag über dem P ofener Flugfeld zwei polnische Heerflugzeuge zu- so m menge stoßen und abgestürzt. Die beiden Flugzeug« wurden vollkommen zertrümmert. Die Flugzeugführer mitten schwere Verletzungen._ vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz Rok-Gold". I»: Berlin 6 14. Ccboltianflt. SliZZ, Jiof i St. Di«o»t»g, 13. September. Pt«»»la»et Berg: 20 Uhr, SItersheim Danjiget Sir. 54 gusendver'ammlung. Reserent Aom. Schützinger. Nameradschaitclnsnererl Abrechnung»wischen 1Z. und 25. täglich. Treptow: Sämtliche Sameradsidalten Sammelplatz Trepiow. Abfahrt Bhf. Treptow 1» Uhr. ab Baumschulenweg 1« Uhr. Oberschäneweide, Martiplatz, ltz Uhr, Niederschäneweide.gobanniothal am Bhf. Iohannieihal 18 Uhr, Adlerohaf am Bhf. Adler»hos 18. iffohrgelbvergütung.)~ Mittwoch, 14. September. Mitte: Dersammsung sämtlicher Zungkameraden bei Corni, Sartenstr. ü. Erscheinen ? flicht. Kontrolle durch Kamerabsck>astzfllhrer. Tiergarten: Nam. Stelling, M. d. 3i., spricht in der Mitgliedrrpersammlung der 8. Abt. der SB?. IM Artuehoi. Perleoerger Str. 29, über.Partei und Neichsdanner". Zahlreiche Deieiligung in Lannerkleiduna erwünscht.— Tonnerrtag, 15. September. Brenzlaner Berg: Sameradschalt Robert Blum 20 Uhr Bersammsung b«i Klug, ?on,lger Str. 71. Steglitz: 20 Uhr Turn, und Uebungsabenb Turnhalle Ring. strahe.«cptälln. Britz: Das Reichsbanner-Musiikorp» ist gegründet.9'�UHr. Longlellaw Enellsli Urdolinx Club: BUTow.ir. 104, Mittwoch 20 Uhr: Mr. Wiliielmy:.Dramatic Reclul". Sport. Menürennen auf öer Nütt-Mena. Der Desuch der Abendrcnnen auf der R ü t t- A r e n a ließ zu wünschen übrig. Trotz des großen und wirklich guten Programms wiesen die Tribünen Lücken aus. Zuerst gab es einen„Internationalen Vierer- kämpf mit Moeskops, Dewolf, Fricke und den seit längerer Zeit wieder erstmalig startenden Schamberg. Den ersten Lauf gewann ganz sicher Fricke vor Dewolf und Scham- berg. M o« s k o p s holte sich dann den zweiten Lauf vor Dewolf und Fricke, um auch im dritten gegen Dewolf und Schamberg zu dominieren. Recht interessant verlief der vierte Lauf. Hier hatte M o e s k o p s wirklich zu kämpfen, um den Hannoveraner auf den zweiten Platz zu verweisen. Dritter wurde Schamberg. Im Gesamtklassement erhielt M o e s k o p s mit V Punkten den Stegerplatz vor Dewolf und Fricke(je S Punkte) und Schaniberg 3 Punkte. Im„Omni u m", bestehend aus einem Fliegenressen in 2 Läufen, einem 20-R»nden-Punttesahren und einem Mannschasts-Veifolgungsrennen, behielt die famose Mann- schast Tonant-Kna�pe die Oberhand! Sie holte in den beiden ersten Wettbewerben die meisten Punkte. Nur das Perfol- gungsrennen vermochten Kroll-Miethe zu gewinnen. Im Runden-Rekordfohren war Moeskops mit1S,2Se- künden der beste Mann. Immerhin bleibt der Rekord Michards mit IS Sekunden bestehen. Dewolf war mit 15,8 Sekunden der zweiibeste Fahrer vor Fricke 15,7 und Schambcra 16,3 Sekunden. Den Beschluß bildete ein 10-Mcilen-Mannschastsrcnnen, das 11 Paare am Start vereinigte. Auch hier taten sich wieder Tonani-Knappe hervor. Schade nur, daß Earpus einen Sturz tat. der zur Ausgabe des Rennens zwang. Vermochte der Stettiner doch das Rennen wesentlich zu beleben. In 1 Stunde 46 Minuten 57,3 Sekunden und 61 Punkten gewann Tonani- Knappe den Kamps vor Kroll-Miethe 35, Dorn-Nickel 27, Weyer- Kantorowicz 26, Kroschel-Junge 21, Blank-Petermann 21, Moeskops- Dewolf 20, Mühlbach-Maczinfki 16, Frach-Kießlich 16, Martin-Dobs 14 Punkte. Sonntag, IS. Sept., vorm.!1 Uhr. im Grojjen Schauspielhaus Jugendweihe der Groß- Berliner Arbeiterschaft Mitwirkende: Der Junge Chor, Leitung Heinz Tiessen; Cello-Trlo: Armin Liebermann, Fritz Hoppe, Karl Lenzewlki; welherede: Dr Richard Lohmann: An der Orgel: Willi Jaeger; Oer Sprechchor der Proletarischen Feierstunde. Leitung Albert Florath und Einzelsprecher Heinrich Wille. Motorraürennen auf öer Mus. ZNotorradklub von D c u i s ch l a n d. Deutsche Aleister- schafk— aber keine deutsche schwarzrotgoldene Flagge. Der Motorradklub von Deutschland brachte gestern aus der Avusbohn die Deutsche Klubmeisterschaft 1S27 zum Austrag. Einfachste Anstandspslicht wäre es gewesen, hierbei die N e i ch s s l a g g e zu zeigen. Der Motorradklub von Deutschland scheut« jedoch das schwarzrotgoldene Tuch und ließ irgendwo an einer Tribüne einsam und verlassen die Berliner Flagge wehen, und da» wohl auch nur, weil in dem Ehrenausjchuß der Oberbürgermeister von Berlin saß! Die Organisation der Rennen ließ viel zu wünschen übrig. Die Leitung hielt es für richtig, noch kurz vor Beginn der Rennen die Fahn einzelnen Fahrern zu Proberunden zu überlassen, so daß man bald nicht wußte, ob die Rennen begonnen haben oder nicht. Und dann das erheiternde Theater an der Pressetribüne: stand da so ein Mann mit einer hübschen Fabne, um durch Zuwinken die Fahrer aus dem Rennen zu nehmen, die das Rennen beendet hatten. Manch- mal kloppte es, manchmal auch nicht, denn der Abwinker besann sich oft reichlich lange aus sein« Tätigkeit. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Kampf um die Deutsche Klubmeisterschaft. 25 Klubs hatten hierzu gemeldet. Jeder Klub schickte drei Fahrer, und Petrus bei Beginn einen starken Platzregen. Z ü n d o r f (Jap 1000 Kubikzentimeter) nützt« die Situation und fuhr mir Herz und Verstand. Lange lag er vorn, bis ein Benzinrohrbruch zur Reparatur zwang, was fünf Minuten kostete. Auch seine beiden Klubkameraden P ä tz o l d und Hobelmann fuhren beachtlich. und es schien so, als ob die Leute vom KölnüZhoenfelder Motor- Gegen ein Programm„Bunte II n t e r H a l t im g" soll nichts gesagt werden. Schließlich verlangt e? ein großer Teil des Publi- tums, freut sich daran und ist sehr glücklich. Gut. auch am Sonntag- abend sind diese Programme angebracht, aber sie verstimmen, wenn sie sich zu einer Serie auswachsen. Abgesehen von diesen prin- zipiellen Bemerkungen ist die„Bunte Unterhaltung" gut zusammen- gesetzt. Ueberraschend die Kapelle„Gebrüder Steiner", d'e kleine Sachen von Tschaitowsky und Musorgsky klangschön und innig spielt. Das Fntranofs-Ouartett singt wunderhübsch und ergreisend russische Volkslieder, und Else K o ch h a n n ist auch im Rundfunk eine jib erzeuge Ilde Sängerin netter Chansons und Ope- rettenlieder. Die Märchenirrlesung am Nnchmittog hat Gertrud Könitz übernomüien. Sie liest Robert Reniicks„Wurzel- Prinzessin" in überhastetem Tempo und setzt, vielleicht aus Furch,', übertrieben dramatisch zu werden. Überhaupt keine Atzente. Es ist aus rein ökonomischen und srzialen Gründen anerkenneiriwert, daß der Rundfunk im Rahmen der Märchcnveranstaltungen immer wieder die Vorleserin wechselt, künstlerisch wäre es dagegen empfehlens- wert, wenn man eine feste Auswihl treffen würde. Dr. Wolfgang von W c i s l ist mit einem Segelboot durchs Rote Meer gefahren. Er spricht darüber ohne Anmaßung, schildert leicht, anschaulich und liebenswürdig, shne sich in rein molerische Details zu verlieren. F. S. Georg Szöll ist eine Dirigentenpersönlichteit. Aber es wäre schön, wenn er nicht nur mit scharf herausgearbeiteter Musik, sondern auch mit einem scharf herausgearbeiteten Programm auf- wartete. In dieser Beziehung ließ der Montagabend unbe- friedigt.„Tanz e" werden ein recht vager Begriff, wenn er in ein und einer halben Stunde musikalisch formuliert werden soll. Beethovens„Deutsche Tänze" mit Griegs„Sinfonischen Tanz- kompositionen" und Moszkowskis„Spanischen Tänzen", vornehmer und geschmackvoller Salonmusik, zusammengestelli, dazu als Abschluß Dvorak, Lannec und Strauß— das ist nichts Besieres als ein Der- legenheitsprogramm. Hier hätte man in irgend einer Form spezialisieren sollen. Die Möglichkeiten dazu stnd unbegrenzt. Man sollte sie künftig in gleichen oder ähnlichen Fällen nicht völlig außer Acht lassen. In seinem den Bedürfnisten wie der Aufnahmefähigkeit der Rundfunkhörer vorbildlich angepaßten Zyklus„Erziehung zum ooltswirtschastlichen Denken" behandelt Dr. August Bock diesmal das Kapitel„Führer und Boll". Unter„Führer" wollte er nicht Menschen, sondern Gedanken verstanden wissen— denn nur auf diese käme es im Grunde an. nicht auf die Einzelpersonen, die zufällig ihre Träger seien. Der Vortragende betonte die Not» wendigkeit einer Volkserziehung zum voltswirtschaftlichen Denken: unsere Gegenwart zeichnet sich aus durch volkswirtschaftliche Ge- dankenlosigkeit. Wir haben Kapitalswirtschast, aber keine Volks- Wirtschaft. Die zielbewußte Einstellung auf das Volkswohl fehlt. Das Kapital entwickelt sicky indem es Nahrung aus dem Volte zieht, statt daß umgekehrt steigender Wohlstand zu steigendem Gesam!- wohl führt. Erst die Entstehung einer öffentlichen Wirtschafts- Meinung kann das Endziel alles Volkswirtschaftsleben», nämlich Doltskultur. aber nicht Geldgeminn. klar für alle hervortreten lasten und damit zu durchgreifender Aenderung führen.— Dr. Biktor Engelhardt bot kulturgeschichtlich wertvolle Darlegungen über das Zeitalter der Renaissance. Wesentlich an seinem Dortrag« war die sehr plastische Gegeneinanderstellung der italienischen und der deutschen Renaissance. Dagegen hat da. Eingehen auf Einzel- bauwerke, soweit diese nicht wenigstens durch Abbildungen allgemein bekannt sind, in einem Rundsunkvortrag wenig Wert. Tes. sportklub(ADAC.) den Sieg einheimsen sollten. Jedoch war der Chemnitzer Motorradklub 1S12(DMD.) schneller und gewann knapp in 260 Minuten 35,4 Sekunden die Klubaieister- schast mit seinen Fahrern Rost junior, Hübsch und Krebs, die jeder die 500er BMW. fuhren. Mit 262 Minuten 20 Sekunden folgten Zündorf, Pätzold, der auch eine Punn« mit längerem Repa- raturaufenthalt hatte, und Hobelmann. Die nächsten Klubs folgten bedeutend später. Junioren- und Senioronrennen umrahmten das groß« Programm. Resultate: Ren»en1und2 sZunioren) über Je zwei Runden: Hat. v: 1. Graf Gesiler, Berlin, D.Rad. 25 Min.»1 Sei. Äat. C: 1. Franz Sitte, Berlin, BMW.. 19 Min. 41 Sek. Rat. B: 1. Harrn Marnolh. Berlin, AIS., 21 Min. 23 Sek.«at. A: 1. Arnold Stiilting, Wandsbeck, PSW.?Iap, 24 Min. 10 Sei. Kai. 6: 1. Wilhelm Metzig, Berlin. DRW., 24 Min. 04 Sek.- Rennen 4(Senioren) über je zwei Runden: Rat. 0: 1. Arihnr Müller, Sschopaii, DKW., 22 Min. 40 Sek. Kai. A: X. Günther Wertheim, Sehlendorf, Moto/Kuzzi. 21 Min. 58 Erl. Kai. vi 1. Konrad Leimer, Berlin. Rew.gudsoit. 20 Min. 43 Sek.— Rennen 5(Senioren) Uber je zwei Runden: flat. K; 1. Paul Köppen, Berlin. BMW.. 27 Min. 07 Sek.»at. 0: 1. Erich Tennig. keit/ Berlin, AIS., 29 Min. 14 Sek. Rat. C; 1. Herbert Ernst, Breslau, AIS., 27 Min. 11 Sek.__ Ringkämpfe im Sportpalast. S t e i n k e- Stettin und B a r o t h y- Ungarn schieden am Sonnabend ohne Resultat. Der Wiener Pereles mußte von dem Jugoslawen Kopp seine Niederlage hinnehmen: der Hamburger Schulz entledigte sich des Westpreußen K o ch a n s t i durch schnellen Armzug. Leskinowicz und R. Grüneisen kamen innerhalb von zwei Gängen zu keinem Ergebnis. Stolzenwald- Saargebiet trug im Kampf gegen den Mannheimer von Berg den Sieg davon. Der Oitpreuße B u d r u s mußte vor dem robusten Tschechen Prochaska die Waffen strecken. Sonntag trennten sich die beiden schnellen Mittelgewichtler S ch u lz- Hamburg und der Jugoslawe Kopp ohne ein Resultat zu erzielen. Der Schlesier P o g r z e b a riß den Tschechen B l a h o w e tz in der achten Minute durch Untergriff von hinten auf die Matte. Im Treffen Favre- Paris und Pereles- Wien blieb ersterer nach zehn Minuten über den schnellen Wiener mit verkehrtem Hüftschwung Sieger. Der Tscheche Prochaska, der durch sein grobes Ringen beim Publi- kum schon im schärfsten Mißkredit steht, mußte sich von Stolzen- w a l d- Saargebiet ohne Ergebnis trennen. Wieder mit einem Doppelnelson tonnte der Deutsch-Pole P i n e tz k i siegen, nach drei- zehn Minuten mußte der Dortmunder Meyerha'ns vor diesen riesigen Gegner auf die Schultern. S z t« k k e r- Warschau mutzte im Kampf gegen den Berliner S cha ch s chn ei de r die schärfsten Register ziehen: erst nach sechzehn Minuten konnte er mit Unter- griff und Mühle den Sieg an sich bringen. Rennen zu Grunewald am Montag, dem 12. September. 1. Rennen. 1. Oftrau(Böhlke), 2. Honnef(Sehrk«). g. woldalma (W. Winller). Toto: 17-10. Platz: 12, 13, 17:10. Firner liefen: Dompfaff, Patriotin, Trier, I,» dlsr�n». 2. Renne n. 1. Fürstcnrut(DilliainSH 2. Krautjunker(Varga), 3. Königskerze(Wenzel). Toto: 37: 10. Platz: IS, 17. 37: 10. Ferner liesen: Hector, EiSbraut, Dunkle Ahnung, Ceitofina. 3. Rennen. 1. Fsiani(Grabschi. 2. Pallas(Varga), 3. Mutatis rnutandis(TarraS). Joto: 34:10. Platz: 17.20, 39:10. Ferner tiefen: Stalliebling, Chanterella. Schneeberg. Kikeriki II. MiltiadeS, Porlland. 4. R e n n e n. 1. Serapi»(Grabsch), 2. Lada(Varga), 3. Ausbund (O. Schmidt). Toto: 67:10. Platz: 17, 12: 10. Ferner liefen: Christinchen, Ordonno. ö. R e n n e n. 1. Nonnanne(Grabsch), 2. Jrländer(Hahnes). 8. Periander(O. Schmidti. Toto: 80: 10. 6. R e n u e n. I. Nutria(Kurzaiua), 2. Tannenberg II(AlberZ), 3. Octavio(O. Schmidt). Toto: 45: 10. Platz: tS. IS, 16- 10. Ferner liefen: Kronprinz. Rinaldo, Erbschleicher, Casanova, DioSkur, Ciaudiu«. Balltn. 7� R e n n e n. 1. Narcltz(M. Schmidt), 2. Legende(Dreißig), 3. Ldkaste (Wenzel). Toto: 69: 10. Platz: 27, 62; 10. Ferner liefen: Affuan, Prinz Eugen. vi« heutigen wohlläilgkeik-renaen aus der Rillt-Area» haben in dem Daucrrennen eine tieine Aenderung eriahren, da die Zusage von Rosellen wegen geschästlicher Behinderung zurückgezogen worden ist. An dessen Stelle sähri Dobe, so daß in den Daucrremlen Zaldow, Krewer. Lewanow,. Dobe, Sawall, Moller, Bauer und Vrrmeer fahre». DaS übrige Pro- granun btetbl in drr vorgesehenen Besetzung bestehen. IveNerbericht der öffentlichen weklerdienstflelle für Berlin und Ilmgegend lNachdr. vcrb.) Kühl, wechselnd bewölkt, keine erheblichen Niederschläge. mäßige nordwestliche Winde.— Jflr Deutschland: Ueberall kühl, strichweise Schauer. Eine Hamburger Kinderstube bei Cords. Seit das Aelterwerden der Frauen aufgehört und der Prozeß der zunehmenden Jahre in das gerade Gegenteil umgeschlagen hat, erlitt auch die Kleidung einen mehr und mehr infantilen Einschlag. Man ist nun dabei, die Kleidungsgrenze ein wenig schärfer zu um- reihen, wenigstens für die ganz Kleinen, die der Vorwurf trifft, sie kleideten sich wie„die Alten". Umgekehrt ist manchmal auch ge» fahren. Die Firma Cords hat nun, nach dem Muster ihrer Ham- burger Filiale, auch hier i» Berlin eine Spezialtinderab» t e i l u n g eingerichtet. Die Kleidchen werden aus guten, haltbaren und vor allem waschbaren Stoffen in einfacher Verarbeitung hergestellt. Durch«inen reichlichen Stoffeinschlag am Rocksaum und an den Manschetten sind dem Wachstum der Träger Tür und Tor ge- öffnet, außerdem liegt jedem Kleidchen ein Beutelchen mit Stoff- flicken bei, um etwaige Schäden gut reparieren zu können und dem Kleidungsstück dadurch eine längere Lebensdauer zu bescheren. In- folg« serienweiser Anfertigung der verschiedenen Modelle sollen sich die Herstellungskosten bedeutend verringern. Verarbeitung und Stoffmaterial sind durchweg gut gewählt, vielleicht bringt der flotte Umsatz dann auch noch billigere Preise mit sich. Di» Gugali, Deutsche Lirqnitz, prangt zurzeit, schönsten Blumenschmuck......___________________■ Reichsbahndlrcktion Berlin veranstaltet am Sonntag, dem 18. September, eine Conderfahrt zur Gugali, über die an alle» Etationen und Reiscburea»» näheres zu erfahren ist. Borher, am Donnerstag, dem 15. September, 20 Uhr, wird unter Leitung des Pressechefs der Ausstellung, Redakteur Eckert, im Bankcttsaal des Rbeingold, Potsdamer Str. 3, allen Interessenten bei freiem Eintritt der Gugall-Kuiturfilm vorgeführt,»m da« Interesse dieser hochschens. werten und über den Rahmen«incr Praoinzausstcllung weit hmausgehcnden Veranstaltung noch in letzter Stunde zu erwecken und den Bewohnern Berlins zu zeigen, was dort geleistet wird. Dar Herr bevorzugt Grünfeld- Wäsdte.- JVarum 7 Das vtssen Sie nadi einem VersuAl LcWeUer 2 trabe It-Jl Ludeebuter Leinen- a Gtblldireberrl. GrOdtu Sonderh»» CQr Leinen u.WfadM In ijeißer fc eMammt5. mafTary|1 IJigareite l&tl ale ü Harne furjjpfr Regatten öer Mbeitersportler. Regatten öes Ireien SeglerverbanSes. Gruppe Ost— 2. Wetkfahrtag. Die letzte diesjährige Gruppenwettfahrt war für den FSV. ein voller Erfolg. D«r aus WSW. mit 3K Selm. nahende Wind sicherte eine einwandfreie Regatta. 122 Boote von SS bis herunter zu 5 Quadratmetern Segelfläche bevölkerten den Langen und Seddinsee und boten ein prächtiges Bild. Die Starts waren zum größten Teil sehr gut; ebenso waren in den einzelnen Klassen harte Kämpfe zu beobachten, die die volle Aufmerksamkeit der Steuerleute beanspruchten Leider sind bei dem frischen Wind einige Havarien nicht ausgeblieben: es müssen unbedingt die Aus- weichregeln respektiert werden.„W o g l i n d c" führte zu Anfang der Wettfahrt das gesamte Feld, mußte aber nach hartem Kamps die Spitze dem„Falken" überlassen, der sie bis Schluß behaupten tonnte. Er segelle die ausgezeichnete Zeit von 1: 58: 26 und wurde s ch n« l l st e s Boot der großen Bahn. Die kleine Bahn wurde diesmal von„Nachtschwärmer" in der kürzesten Zeit vom 1: 19: 41(der. Zeit) abgelaufen. Der alte Favorit„Bum- Bum" konnte sich bei den Jollen wieder an der Spitze behaupten und eine gute Zeit(2: 03: 35) herausholen. Hauptsächlich an der Gosener Boje kam es manchmal zu beängstigenden Drängeleien, doch ist zum übergroßen Teil alles gut abgelaufen. Gerade die Herbstwettfahrten, die vom Wind sehr begünstigt waren, haben gezeigt, daß auch unter den Arbeiter- seglern wirklich guter Sport geboten werden kann. Sowohl die kleinen wie die großen Boote gaben ihr bestes her, um der Sache des Arbeitsrsegelsportes zu dienen. Die letzte offizielle Veranstaltung in diesem Jahre auf dem Wasser ist das Absegeln des Freien Seglerverbondes am Sonntag, dem 2. Oktober, an dem sich alle angeschlossenen Bereine beteiligen. Nachfolgend die Zeiten vom 11. September: S-nderllass«: I. Falke 2. Woglinde 2:03:31,— ZO-Luadratmeter- Rcnnllassc A; 1. Traum 2:02:54; 2. Frechdachs 2:06:03; B: 1. Diana 2:13:52.— Rationale Jollen: 1. Bum. Dum 2:03:35; 2. Flirt 2:09:49.— 2». Quadratmeter. Rennjollen A: 1. Vorwärts 2:06:51; 2. Tibia 2:07:08; B; Mea Amiko 2:12:24. — 20.Quadratmeter.Aiclb«otc: 1. Windspiel 2:20:21; 2. Hohiho 2:21:09.— 20.Ouadratmeter.Wandcrjollen: 1. Nnckp 2:12:31.— 15.Ouadiatmctcr.Rcnajollen: 1. Falle 2:10:55; 2. Spreepirat 2:14:58; 3. Picter 2:15:18; 4. Irrwisch 2:15:42. — Id-Ouadratmeter-palbrennjollen: 1. Soinmerliedc 2:17:25.— lo-Qnadrat. mctcr-Wanderi ollen: 1. Lola 2:13:31; 2. Pan III 2:19:64; 3. Fiasko II 2:23:52; 4. Iris 2:24:19.— lo-Ouadratmeter-Rennjollea: 1. Huttika 1:30:37; 2. Ecknuetl 1:33:52; 3. Edith 1:36:58.— lO-Luadratmeicr-Banderjollen: 1. Sirius 1:29:21; 2. Sunipshuhn 1:36:47.— Tourenkrcuzcr: 1. Frohsinn 2:12:03.— Flossenkieler: 1. Anna 2:29:22; 2. Hörstel 2:29:56.— Iollcakrruzer: 1. Bummelfritze 2:14:52; 2. Liksel III 2:26:20; 3. Halunke 2:28:46.— Ansaleichsjollen, 15.«lasse: 1. T-uiel 2:16:55; 2. Edith 2:17:42: 3. Tonide 2:19:54: 4. Klara 2:20:90.— 16.«lasse 1. Ida 2:20:13; 2. Heimchen 2:23:59; 3. Sausewind 2:25:32; 4. Bandit 2:26:59; 5. Saturn 2:27:19.— 17.«lasse: 1. Hessen 1:26:36; 2. Fra- ternitas 1:31:31.— 18. Klasse: 1. Ursel 1:19:26: 2. Wildaans 1:22:54; 3. Bravo 1:24:38.— 19.«lasse: 1. R-chtschwörmer 1:19:41.— 20.«lasse: 1. Krümel 1:28:61; 2. Trudi 1:30:43; 3. Ben Hur 1:38:03.— 21.«lasse: 1 Hexe 1:42:38; 2. Nixe 1:43:10.— 22. Klasse; 1. Sophie 1:39:18; 2. Puppchcn 1:40:31.— Bei den Ausgieichsklassen ist nur die berechnete Zeit angegeben. Ruöer-Regatta öer R. v.»vorwärts". „Collegia-Bukab" gewinnen das Achkerrennen. Bei verhältnismäßig gutem Wetter fand am Sonntag die interne Regatta des Rudervereins Borwärts auf der Oberspree, zwischen der Stubenrauchbrücke und dem Bootshaus Vorwärts, statt. Hier hatten sich zahlreich« Gäste und Bundes- genossen der Brudervereine eingefunden und oerfolgten mit leb- haftem Interesse die einzelnen Rennen. Ging es auch nur um die Ehre, so war doch die Beteiligung eine gute. Scharfe spannende Kämpfe auf der ganzen Strecke und Bruchteile von Sekunden trennten oft nur die Mannschaften von einander. Beachtenswert ist es aber, daß die Mannschaften auch im schärfsten Endkampst gute Ruderarbeit zeigten. Roch besser aber als bei den Rennen, konnte man die gute Zusammenarbeit und die tadellose Haltung beim Frauen- Stilrudern, zu dem sechs Mannschaften gemeldet hatten, bewundern. Sehr schwer muß es für die Punktrichter gewesen lein, die beste Mannschaft festzustellen. Auch die I u g e n d a b t« i l u n g der Vereins, die erst in diesem Jahre gegründet wurde, sich aber bereits eines regen Zuspruchs er- freuen kann, konnte sich mit sehr gutem Erfolg gleichfalls mit einem Stilrudern an der Regatta beteiligen. Das Hauptrennen des Tages war zweifellos das Achlerrennen, an dem sich auf die Bundes- vereine beteiligten und zwar stellen immer zwei Bereine eine Mannschaft. So bildeten Ruderoerein Collegia und Ruder- verein B u t a b ein« Mannschaft. Ruderverein Freiheit fuhr mit der Ruderriege des Arbeitersportoereins Fichte zusammen und die Freie Rudervereinigung 1913 und Ruder- verein Vorwärts bildeten die dritte Mannschaft. Außerdem startete außer Konkurrenz eine Borwärts-Mannschafi. Dieses Rennen, ein Bord-an-Bord-Kampf vom ersten bis zum letzten Schlag, wurde von der Mannschaft Collegia-Butab vor der Mann- schaft Freie Ruderoereinigung 1913-Vorwärts gewonnen. Die Mannschaft, die außer Konturrenz startete, ging mit nur zwei Fünftel Sekunden als erste durchs Ziel, konnte jedoch nicht gewertet werden. Der Ruderverein Borwärts kann mit dieser Veranstaltung zu- frieden sein. Die gute, gleichmäßige Ausbildung der Mannschaften ist wohl zum größten Teil darauf zurückzuführen, daß der Verein im Besitz einer Winterruderanlage ist und so Gelegenheit hat, seine Mannschaften auch im Winter auszubilden. Wer Mitglied des Vereins werden will, melde sich umgehend, da in Kürze«in neuer Rnderkursus beginnt. Ergebnisse: Anläager. Vierer: 1. Boot 5,11 kEcheurel, SKarkenort, Geier, Bartsch, Str. Tuch): 2. Boot 5,1744.— Doppoi-Zweier: 1. Boot 5,32 IHaak, Etügclmaier, Str. Pavlil); 2. Toot 5,324h.— Jugend-Stilriidern: 1. Boot 58 Punkte(Stark,«itschke, Lctzhoft, Schlicht, Str. Eramcrl: 2. Boot 52 Punkte. — Erster Vierer: 1 Boot 5,0244(Drötzlcr. Kohls, Schramm, Seifert, Str. Werner); 2. Boot 5,06.— Fraven-Stilrudern: 1. Brot 5914 Punkte(Dumann, Leder, Wctzncr, Siegel. Str. Tiehl); 2. Boot 57 Punkte.— Dopprl-Biercr: 1. Boot 4.4344(DrStzler, Kohl?, Schramm, Seifert, Str. Werner); 2. Boot 4,48. — Achter: Nudervcrcin Eollegia-Butad 4,3444(Handle, Hetz, Richter, Ober- steiler, Fröhlich, Kaufmann, Bradke, Liesegang, Str. Zink); 2. Boot 4,37. Richtfest bei den wastersportlern. Die leidige Bootshausfrage zwingt viele Wasscrsportverein«, Pachtverträge mit Bootshauseignern einzugehen, die so starke finanzielle Belastungen an die Vereine und damit auch an die ein- zelnen Mitglieder stellen, daß die Vereine nie auf einen grünen Zweig kommen. Die Vereine versuchen daher, in den Besitz eigener Bootshäuser zu gelangen, um der Ausbeutung durch die privaten Bootshausbesitzer zu entgehen. In T i e s w e r d e r bei Spandau hat«z der„W a sser- sportverein Helios" unternommen, sich ein eigenes Heim zu baue». Die Finanzierung des Bauvorhabens begegnet natürlich auch bei diesem Arbeiterverein außerordentlichen Schwierigkeiten. Obwohl die Hergabe einer Anleihe in Aussicht gestellt ist, ist es unter den obvmlicnden Verhältnissen außerordentlich schwer, einen Bürgen für das Geld aufzutreiben. Die Spitzenorgauisationcn der Arbeiter- sportvereine sind selbst nicht in der Lage, Geld zu geben oder Bürg- schaftcn zu Übernehmen; sie können höchstens fürsprechend mitwirken. Aber selbst diese Fürsprache führt nicht immer zum ersehnte» Ziel, weil die öffentlichen Körperschaften, die für die Ucbernahme solcher Bürgschaften— bei denen wirklich kein großes Risiko besteht— in Frage kommen, ganz außerordentlich vorsichtig und zugeknöpft sind. Bisher war es dem Wassersportverein„Helios" möglich, aus eigenen Misteln den Bootshausneubau so weit zu fördern, daß wenigstens eine notdürftig« Unterkunft beim Auszug aus dem alten Pachtbootshans vorhanden ist. Am Sonntag konnte der Verein das Richtfest feiern. Illnfangreiche Erdbewegungsarbeiten waren zur Planierung des Grundstückes notwendig. Auf einem Betonfundament erhebt sich nun ein Eisenkonstruktionsbau, der die Größe und die Gestalt des zukünftigen Bootshauses erkennen läßt. Bei L8 Metern Länge und 9 Metern Breite wird der vordere, nach dem Wasser gelegene Teil des Hauses Platz für 48 Paddel- und Ruderboote bieten. Die hintere Hälfte wird zu bequemen Ilmkleide- und Gesellschaftsräumen ausgebaut werden. Selbstver- sländlich erhält das Haus clektriiches Licht und Wasserleitung, die in den Waschräumen auch zwei Brausebäder speisen wird. Alle Arbeiten sind ausschließlich von den Mitgliedern des Vereins geleistet worden. Der Berein hat den Vorteil, daß unter seinen Mitgliedern so ziemlich alle Berusszweige oertreten find, die in der Lage sind, Hand ans Werk legen zu können. Da- durch wird natürlich viel Geld gespart und das Solidaritätsgefühl der Mitglieder, ihre Qpferfrcudigkeit und ihr guter Wille bewahren den Verein vor Tier Obdachlosigkeit und geben ihm auf der anderen Seite ein neues, eigenes Heim, dos dem Zusammenhalt und dem gesellschaftlichen Leben im Verein neue Impulse geben wird. Sonntägliche Sportfeste. In Lichtenberg und Baumschulenweg. Im Lichtcnberger Stadion fand am gestrigen Sonntag das Herbstsportfest der Lichtenberger Arbeitersport- l e r statt. Trotz der wiederholt niedergehenden Regenschauer wurden vor einer zahlreichen Zuschauermenge recht gute Leistungen geboten. Im Hachsprung gelang es L i p p e r t- Lichtenberg 1,71 Meter zu überspringen. Den W« i t s p r u n g.der Männer meisterte R ö s l e r- ASC. mit(5,3.Z Meter. Im K u g e l st o ß e n für Frauen erreichte Z a e i n- ASC. 17,83 Meter. Während im Stadion die Vorkümpfe abgewickelt wurden, traten die Geher und Läufer ihre weite Reise über IS Kilometer an. Beim IS-Kilometer-Lauf starteten 22 Konkurrenten. Bei 1000 Meter lag Blankenburg an der Spitze, dem dichtauf Ehmcke, Butzke, Janowitz und Höhne(ASC.) folgten. Den Wendepunkt von 7,5 Kilo- meter am Strausberger Platz passierten in der Reihenfolge Blanken- bürg. Höhne, während Butzke, 20 Meter zurück, sich bemühte, wieder an die Spitze heranzukommen. Der Rückweg wurde bei strömendem Regen zurückgelegt. Blankenburg konnte an der Gubener Straße sein Tempo verschärfen und mit 20 Meter vor Höhne in Führung bleiben. Im weiteren Verlaus des Rennens vergrößerte Blanken- bürg seinen Borsorung, während sich Butzke an die zweit« Stelle heranarbeitete. Die übrigen Läufer logen weit zurück. Blanken- bürg konnte das Ziel im Stadion in 51:51:9 Min. nach einem prächtigen Endspurt als erster durchlaufen, Butzke fblgte 200 Meter zurück und weitere 200 Meter dahinter Höhne. Dritter wurde Nakoms-ASE., vierter Schiermacher-Südost. Auch das 1 5- K i l o- meter-Gehen nahm einen interessanten Verlauf. Das neun Mann starke Geherfeld sah bei den ersten Kilometern Lehmann- ASC. an der Spitze, gefolgt von Prietzel und Brandenburg. Das Feld zog sich aber sehr bald auseinander. In Abständen von 20 bis 50 Meter wurde nach 41,5 Minuten der Wendepunkt« der Reihen» folge Lehmann, Dahmes, Falkenhagen und Prietzel erreicht. Die übrigen Geher folgten in kurzen Abständen. Die lO-Kilometer- Grenze wurde in der Zeit von 56 Minuten durchgangen. Bei 11 Kilometer gelang es Dahmes- Sparta die Führung zu nehmen, die er trotz des einsetzenden starken Regens bis zum Schlüsse hielt und in 1:21:20,2 Min. als Sieger durchs Ziel ging. Zweiter wurden Gierke-Moabit und Menzel-Fichte-Rordost in 1:25:37,4 Min., LehmaaiL Schirmer und Prietzel mußten nach dreimaliger Ber- warnung durch Disqualifikation ausscheiden. Ziesirltot«. Männer, Sprermersen: 1. Reinhardt(Berolina) 43,93 Meter; 2. Bener(Berolina) 43,91 Metcr. Diotn«: 1. Etarick(Forst) 34.10 Meter; 2. Vener(Berolina) 30,65 Meter. 4X190 Metcr: 1. ASE. 43,4; Lichtenberg, 344 Meter zurück: 3. Nordost. 806 Meter. B: 1. Ianetcki(Svarta) 2:13,4; 2. Naumann t Luckenwalde), 5 Meter zurück. Lauf A: 1. Beyer(Berolina) 2:3,9: 2. Last(Spandau). 18 Meter zurück. 4X1506 Meter: 1. Lichtenberg 18:6,4. 4X196«cter: 1. Nordost 46,2. 26 X 406 Meter: 1. Fichte 19:17,9; 2. ASE., 50 Meter'urilck.— Jugend, 1300 Mcter: 1. Jung(Fichte.West) 4:40,7; 2.«oslixin sKöpenicki, 6 Meter zurück. Schwedenstaffel: 1. Sparta 2:17; 2. Bero- lina. 5 Meter zurück. Hochsprung: 1. Goarsck(ASE.) 1,58 Meter; 2. Wchner (Sparta) 1,56 Meter. Diolno: 1. Sottschlag(Fichte-Wcst) 33,33 Meter: 2. Stier (Nordost) 27,06 Meter.— Frauen. 100 Reter, Lauf A: 1. Schul,(SO.) 13,3; 2. Olitra(SQ.), 8 Mcter zurück. Lauf B: 1. Gliche(Lichtenberg) 14,3; 2. Winke(mann(SQ.), 2,/j Meter zurück. 4X166 Mcter: 1. Südost 55,3; 2. Echönebcrg, 8 Metcr zurück. 806 Meter: 1. Dietrich(Stettin) 2:41; 2. Jan- kowfkl(Lichtenberg), 40 Mcter zurück. * Der Arbeiter-Turn- und Sportverein„I a h Treptow- Baumschulenweg hielt am Sonntag sein erstes interne» Sportfest mit Gastkonturrenzen ab. Den Zluftakt zur Beran- staltnng bildete ein imposanter Festzug, zu welchem auch die Abteilungen 101 und 102 der SPD. starke Bannerdelegatisnen ent- sandt hatten. Unter Vorantritt zweier Spielmannzüge der Arbeiter- turner ging es unter wehenden roten Fahnen durch die Straßen Baumschuleiiwegs zum eigenen Sportplatz, wo die Wettkämpse be- gönnen. Ein gutvorbereitetes Programm zeigte interessant« und spannende Kämpf«. Man kann sagen, daß der Berein durch sein Sportfest sein möglichstes getan hat, die Arbeitersportinteressen zu vertreten. Ncsnltato. Stabhochsprung: 1. Kicnast(Obersprce) 3,05 Metcr: 2. Schwarz (Tegel) 34i.> Metcr.— Iugend-Einzellouturreuz, Hochsprung: 1. Bauer(Oder- ipree). Iugeud-Kugelstosten: 1. Frühauf(Schönow) 10,35 Metcr. Ingen d- Speerwerscn: 1. E. Gur!(Hcrmsdors) 37,95 Meter.— Fraueu-Weitspruug: 1. Iungmann(Tegel) 4,40 Meter.— Fraucn-Vallweirwerscu: 1. Hain, (Schönow) 49,15 Mcter.— Zugeud-Dicil-nipf, 99 19: 1. Frühauf(Schönow) 257 Punkte; 11/13: 1. Duss(Treptow) A5 Punkte.— Männer-Vicriaiups! 1. Rosentreter(Zchdenick) 293 Punkte.— Schwedenstasett«, Männer: 1. Lau f: 1. Treptow I 17,3; 2. Lauf: 1. Zkhdenick 2:19,2.— Jugend. 4X166 Meter: 1. Sermodorf 53,2.(Der Lauf wurde distanziert.)— Jugend, 1000 Rcter: 1.«ascher(Fichte 16) 3:2,2. 2. Friemel(Treptow) 3:9.4.— Iugeud-Eadlauf, 11/13, 1. Zwischenlauf: Rinke(Hermsdorf) 12,8; 2, Zwischenlauf: Klimm(Tegel) 13,1. 09/16: 1. Breitenfeld(Tegel) 11,8.— Frauen, 4X100 Meter: 1. Schönow 59,5.— Frauen, l60-Reter-E»i>laus: 1. Iungmann(Tegel) 14,4.— Männer, 4X100 Meter: 1. Treptow I 49,1.— R-inner, 806 Meter: 1. Blist(Treptow) 2.23. — Männer, 3660 Meter: 1. Lawarrnz(Schönow) 9:36; 2. Müller(Treptow) 19:00.— M-nner, lOO-Reter-Eudlauf: 1. Lauf: 1. Stoll(Treptow) 11,8. 2. Lauf: Fleischer(Tegel) 12,1. Eine Fernfahrt im Vaddelboot. In der vergangenen Woche meldeten sich zwei Arbeiter- Wassersportler auf unserer Sportredaktion, die es von Heidelberg, ihrer Daterstadt, aus unternommen haben, auf einem großen Umwege wieder dorthin zu gelangen. Sie sind den Rhein abwärts bis Duisburg in ihrem Paddelboot gefahren, sind dann durch den Rhein-Herue-Kanal, den Dortmund-Ems- und den Mittellandkanal die Weser abwärts durch die Nordsee in den Nordostseekanal gefahren und haben auf ihm Schleswig-Holstein durchquert. An der Ostseeküste entlang überquerten sie die Lübecker Bucht(etwa 25 Kilometer), fuhren schließlich bis Stettin, kamen die Oder auswärts und dann durch den Oder-Spree-Kanal und die Spree nach Berlin, wo sie im Heim der„Freien Kanusahrer Köpenick" ein Unterkommen fanden. Die beiden Sportgenosscn wollen aus der Havel, Elbe, Saale, Regmtz, dem Main und dem Neckar wieder ihr« Heimatstadt erreichen. Besonders auf der Nordsee hotten sie mit den Wellen sehr stark zu kämpfen, so daß das Boot bei den Stettiner Arbeiterwassersportlern überholt werden mußte. Sie haben ihre unfreiwillige Freizeit, die längere Arbeitslosigkeit mit sich brachte, zu dieser Bootsfernfahrt benutzt. Geringe eigene Barmittel und die Solidarität der von ihnen besuchten Arbeiter- sportvereine haben ihnen dos Vorhaben ermöglicht. Bremen Bundesschlagballmeister. Am Sonntag wurde in Bremen vor zahlreichen Zuschauern die Entscheidung im Schlagballspiel um die B u n d e s m e i st e r. schaft des Arbeiter-Turn- und Sportbundes zwischen Magdeburg und Bremen ausgetragen. Bremen sicherte sich die Bunde». Meisterschaft mit 67:57(34:17), i Vokalkampf im Freien Keglerbuvd. Im Keglerhelm Thieme, Friedenau, Bornstrahe, wurde an den Sonntagen des 4. und 11. September der 7. Pokal kämpf des Bezirkes Neukölln im Freien Keglerbund ausgetragen. Der Favorit„Schiebe sachte" gewann auch diesen Kampf und setzte sich somit in den endgültigen Besitz des Vezirkspokals. Geschoben wurden 150 Kugeln. Die Ergebnisse sind folgende: 1. Schiebe sachte 5295 Holz, 2. Har- moni« 5282 Holz, 3. Bordereck 5199 Holz. Di« besten drei Einzel- kegler sind: 1. Keßler, Harmonie, 1094 Holz; 2. Maratzki, Märkische Kegler-Vereinigung, 1078 Holz; 3. Sapiatz. Lustig Sieben, 1067 Holz. In den einzelnen Gruppen siegten folgende Berein«, die sich je einen vom Bezirk gestellten Pokal holten; Gruppe A: Schiebe sachte, Gruppe B: Vordereck, Gruppe C: Husch-Husch, Gruppe D: Märkische Kegler-Vereinigung. „Kommunistisches im Arbeilerspori!" Zu den in unserem Auf- satz„Kommunistisches im Arbeitersport", erschienen am 23. v. M., erhobenen Borwürfen gegen die Wandersparte des Ar» beitersportvereins„F i ch t e" erhalten" wir unter Berufung auf§ 11 des Pressegesetzes eine Berichtigung, die zwar nicht den preßgesetz- lichen Anforderungen genügt, die wir aber auszugsweise unseren Lesern nicht vorenthalten wallen. Der Arbeiterfportverein„Fichte" meint, es sei unwahr, daß der Referent rühmte, alle Bilder des Lichtbildervortrages seien von den Mitgliedern aufgenommen. Der Referent hätte davon niit keiner Silbe gesprochen. Ferner sei un- wahr, daß man den Borsitzenden des Tokiristenoereins„Die Natur- freunde"■(Zentrale Wien) erst um 10 Uhr sprechen lassen wallte. Die Fichtewanderer hätten ihr Programm bereits um 9,40 Uhr, also 20 Minuten vor der vereinbarten Zeit abgebrochen, um' dem Naturfreundevertreter Gelegenheit zu einer Aussprache zu geben. Fahrpreisermäßigung in der Jugendpflege. Die Zentral- tommission für Arbeitersport und Körperpflege e. B.�teilt mit: Die Vereine Groß-Berlins haben ihre Anträge auf Fahrpreis» ermäßigung für das Jahr 1928 bis spätestens zum 25. September entweder in der Gefchästsstelle des Kartelloerbandes Groß- Berlin, C. 25. Landsberger Str. 82. oder bei der Zentralkommission. W. 57, Bülowstr. 29, einzureichen. Die bisherigen Führerauswei!« brauchen nicht erneuert zu werden; sie gelien aus unbcstimmie Zeit. Für neue Führerausweise müssen d/e entsprechenden Formulare ordnungsgemäß ausgefüllt und mit Lichtbild veriehen mit ein- gereicht werden. Es ist außerdem anzugeben, wieviel Aus- weiskarten der Berein für das nächste Jahr beanlprucht und wieviel jugendliche Mitglieder unter 20 Jahren ihm angehören. Außerdem müssen Name und Adresse des Berelnsvorsitzenden mit vermerkt werden. Anträge, die nicht vollständig sind, müssen wieder an die Vereine zurückgesandt werden. Es ist Gefahr vorhanden, daß dann der Termin nicht eingehalten wird. Wir bitten also um ordnungsgemäße Aus- füllung._ Dauerrudern und Regatten. . Die Wanerlahrcr des 1. Kreises(BcrllN.Drauöjnburp) des Arbeiter-Turn- und Sportbundes halten auf der Strecke Bootshaus Vorrvärts— Rohrroallmfel Köpenick— Bootshaus Borwärts, 17.5 Kilometer, am 9. Oktober ein Dauer» rudern ab. Für die Kanufahrer ist bei den stemischtcn Manuschaften der Start das Bootshaus der Freien Kanufahrer Berlin in Köpenick und das Ziel am Bootshaus Borwörls; die Strecke ist 9 Kilometer lang. Die Rennen lind offen für alle dem ATSB. ongefchlogenen Bereine und unterliegen den Wettfährbestimmungen der Ruderer und Kanufahrer. Meldungen der Manu» lchaften bis 26. September an Willi K o h n, Berlin-Mariendorf, Bergstr. 10. Aus Anlaß der Taufe eines Paddelviererz begeht die Kanu. abteilung der„Freien Schwimmer Eharlottenburg" am Sonn. tag. dem 18. September, 14 Uhr, eine Regatta auf dem Havelarm bei Tief. wcrder. Alle Gefmnungsgenogcn sind zu der Beranstaltung herzlichst ein, geladen. Das Bootshaus befindet sich in Tiafwerdcr bei Spandau, Tiefwerdsr Weg 60-�1. Ausschreibungen. Arbeiter-Turn- und Sportverein E i ch w a l d e. Au»f(ftreibung zum am Sonnlag. 2ü. September, stattfindenden Werbe st raßenlau!. Da un» in Eichwalde kein Sportplati zur Verfügung steht, bleibt zur Werbung in der Ocffenil-chkcit kein anderer Weg, al» der eines Straßenlaufes. Programm: 10X300.Metcr.S!afette für Männer, lOXloO-Meter-Siafelte für Frauen; 10X100. Meier. Stofriic für Jugend. 6X50.Metcr. Stafette iür Schüler und Schülerinnen, 3000- Meter-Einzellauf für Männer, 3000.Meter.Dehen für Männer und Jugend. Meldungen baldmöglichst an H. Liskow, Eichwalde, Kaifer-Friedrich-Str. 37, erbeten. Der Berein„Freie Schwimmer Norden 1893" veronstaltet Sonn- lag, 2. Qtoder, einen Herb st waidlauf, offen für alle Echwimmnereinc. Es kommen folgende Konkurrenzen zum Austrag: Einzellauf für Männer; g> 3000 Meter, d) 5000 Meter; Einzellauf für Frauen und weibliche Jugend: 1000 Meter; Einzellauf für männliche Jugend: 10 11 3000 Meter, 12/13 1560 Meter; Stafette für Knabe» und Mädchen: 10X100 Meter Jeder Verein bzw. Gruppe stellt zwei Kampfrichter. Meldeschluß 28. September. u>nkle:dr< lokal: Waldbütte. Plötzenfee, Wassersportplatz. Start 15 Uhr. Stoppuhren mit. bringen. Meldungen an Georg Erzelkowski, Berlin N. Ä>, Stettlnrr Straße 53.._ Fußballresultate vom 11. Sepkember. Im Fußballerlager blieben die Ueberrafchungen auch an diesem Sonntag nicht aus. Die Raihertower wurden in Pankow von Adler 06 mit einer 0: 14» Niederlage auf die Heimreise geschickt. Fichle.Nord erlitt zwar nur eine knappe, aber doch sichere Niederlage mit 2: 3 von Teutonia. Sparta-Lichtenberg konnte gegen Oberfprce»ur ein Unentschieden 2: 2 herausholen. Die größte Ueber- raschung leistete sich Brandenburg 02. indem sie sich von Frisch-Frei eine 3: 0. Backung holten. Lichtenberg I errang gegen Aokania einen einwandfreien 5: I-Lieg. Stralau I>attc in Keifchendon keinen leichten Stand. Wenn die Stralauer trotzdem einen 3: O-Sieg erringen konnten, so lag es an der fchlech. tcn Arbeit der Kctschendorfcr Hintermannschaft.— Weitere Resultate: Marien- dorfcr Sport. Elub gegen Neuköllner Ballspielckllub 2: 0. Wilmersdorf gegen Ruhlsdorf 2: 1. Teltow gegen Luckenwalde V 1:0. Lankwitz gegen Lucken- Wälde III 3: 0. Nowawcs gegen Potsdam 3: 2. Adler 12 gegen Tegel 1: l. Pankow 08 gegen Eiemensstädt 6: 1. Nordiska gegen Arbeiter-Sportverein 24 6: 2. Amateure gegen Sportfreunde 5: 0. Ffchte 24 gegen Buch 5: 5. Rosen. thal gegen Union.Pankow 3: 4. Turnverein Pankow gegen Schönerlind» 6: 1. Friedrichshagen gegen Alt-Glienicke 1: 2. Sadowa gegen Reucnhagen 1: 5. Kaulsdorf gegen Berliner Sportverein 16 3:4. Berliuer Schwimmuereia Freiheit. Erster reservierter Badeabend Donners- tag, 15. September, 19— 20>,b Uhr; Ptontag, 19. September, 2015—22 Uhr. Halbjahresgeneralversammlung am 23. September, 20 Uhr, Bcreinslokal Schön- hauser Aller 156. Berliner Arbeiter. Schach,«lud. Meldeschluß für Mannschaitcn ist der 15. September. Spater einlaufende Meldungen werden nicht berücksichtigt. Freitag, 16. Seplcmber, 19U Uhr, Spielleitersitzung. Landsberger Str. 82.— Kcrbcbezirk West: Dienstag. 13. September, 20 Uhr. Abt. Eharlottenburg; Kaifer-Friedrich-Str. 57, Nachspiele» von Partien. Abt. Nordwest: Brem-.- Straße 72—73, Mittelspiel. Abt. Westen: Sedanstr. 17, srciee Schochrerkch«. Ab«. Lichterfelde: Hindenburgdamm, Ecke Augustastraßc(bei Wilhelm), freier Schachverkehr. Gäste in allen Abteilungen willkommen.— Abt. Friedrichoselde: Im Spiellokal Dienstag, 12. Eeptembce, Wcttkampf zwischen Königstadt und Friedrichsfclde. Außerdem Simultanspiel und Bcitzturuiee. Gäste herzlich will» kommen. Ort der Veranstaltung Gudrunstr. 1 bri Daberkow. Beginn 8 Uhr. Achtaug, Hockeyspieler! Dirnstaa, 13. September, 20 Uhr, Generalvcr» lammlung der Hockeygruppc des 1. Kreises in der Geschäftsstelle der MSV., Landsberger Str. 82. Altereturaer in SchZncbcrg. Aeltcrc Genossen, die durch neuzeitliches Turnen und Gymnastik Kraft und Gesundheit erhalten wollen, sind eingeladen, am Uebungsbetrieb der Altcrsabteilung jeden Dicuztag von 20— 22 Uhr, Turn» Halle der Mittelschule Erfurter Platz(am Stadtpart), teilzunehmen. Interessen» trn willkommen. «iudertnrucn in Schineberg. Die Kinderabtcilungen der Freien Sportoep» einigung üben jetzt wieder jeden Montag und Donpcrstag von 18—20 Uhr Turnhalle 10. und 11. Saiulc, Eingang Ebersstraße, neben der Beadeanstalt. 1. Kreis(Arbeiter-Turu- und Sportbuud). Zur Unterstützung der Ler. eine im Oderbruch findet Sonntag, 2. Oktoder, ein W a n d"e r 1 a-g nach Oderberg statt. Männer», Frauen» und Kinderabteilungen werden auf» gefordert, sich rege zu beteiligen. Roheres wird noch verösfentlicht. T-uristenperein„Die Ratuesrenude", Zentrale Wien. Ortegruop«»erliu: Die Monatsversommlung im E-ptember fällt aus! Im Rahmen der Monats» Versammlung Werbeveranstaltung in Neukölln am 22. September(Filmabend). — Abt. Ariedrichshain» Dienstag. 13. September, 20 Uhr, im Heim Eberty» straße 12.„TB, und Arbeilerfchaft".— Abt. Friedenau: Dienstag. 13. Septem» ber. 20 Uhr, Offenbacher Str. 5-, Geschäftliches.— Abt. Narden: Dirnstag, 13. September, 20 Uhr, Eonnenburger Str. 20, GefchäftUches— Abt. Weddingt Dienstag, 13. September, 20 Uhr. Turiner, Ecke Seestraße, Geschäftliches.— Abt. Treptow: Dienstag. 18. September. 20 Uhr, im Heim Elstnstr. 3, Helm» abend.—«br. Baukaw: Dienstag, 13. September, 20 Uhr, Görfchstr. 14. Ge. fchäflliches— Abt. Steglitz! Mittwoch, 14. September, 20 Uhr, Albrechtsir. 43. — Abt. Südost, Iugendgruppe: Mittwoch. 14. September. 20 Uhr, N eichend erger Straße 66, Körperkultur.— Beute guugschar: Mittwoch, 14. September, 20 Uhr, Schul« Tcmpelhoser Weg, Schüncberg.— Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 15. September, A> Uhr, Altersheim Danziger Str. 62, Baracke 7, Vortrag; .Schwimmen(Plath).— Abt. Neinickendorf: Donnerstag, 15. September, 20 Uhr, Eetdelstr. 1, Vortrag.— Abt. Tiergarten: Donnerstag, 15. September, 20 Uhr, im Hetnt Lehrter Str. 18—19.— Abt. Lichtenberg- Donnerstag, 15. Srp. tember, 20 Uhr, Parkaue 10, Brettspielabend.— Abt. Rcnköllu: Donnersiag. 15� Scplcmbcr. 20 Uhr, Eteinmetzstr. 114,„Pflichten und Rechte der«ranken. kassenmttglicder.— Abt. Südwest: Donnerstag. 15. September, 20 Uhr. Porck. straße 11, Bortrag(Genosse Lau).— Abt. Mahleborf- Donnerstag, 15.' Lep. temder, 20 Uhr, Kaulsdorf. Adolfstr. 25.- N-tuewissenlchaftlich« Abt.: Donner«. l?®,'..1?!' 20 Uhr, im Heim Stralauer Str. 55,„Steinzeit".— SertT" Doeruerstag. lö. Septrmber,»Uhr, Lendsberger Str. 50. Heu». Nr. 432 ♦ 44. �ohrgaag 2. Seilage öes Vorwärts dkastag,?Z. September 1427 Die Sabotage öes hanöelsfrieöens. Zollkrieg mit Polen nnd kein Ende.— Schiele, der Saboteur. Trotz Kens. Stockholm und den ErNärungen der Reichsregierung in Hamburg führt Deutschland mit Polen fetzt im dritten Jahre einen für die deutsche Wirtschaft höchst verlustreichen Zollkrieg. Es hat den Anschein, daß an diesem Zustande auch jetzt noch nicht» ge» ändert werden soll. Der deutsche Gesandte in Warschau, Rauscher, wird in den nächsten Togen nach Warschau zurückkehren. Nachdem in den Niederlassungssragen nach den vorliegenden MeU düngen eine grundsätzliche Einigung erzielt ist. nachdem schon im Juni da» Abkommen über die Erwerbslojenfürsorge und die Arbeitslosenversicherung als erfreulicher Fortschritt begrüßt werden konnte und auch die Regelung der Wanderarbeiter- frage keine allzu großen Schwierigkeiten bieten wird, wäre jetzt die endgültige Lösung der Handelstnrissragen in Angriff zu nehmen. Aber an der entscheidenden Stelle, im Reichskabinett herrscht noch vollständige Untätigkeit, wie schon immer bisher weicht das Kabinen angstlich jeder Stellung- nähme aus, weil dabei die wichtigste politisch« Frage zu entscheiden ist, ob Reichsminister Schiele wie bisher im Interesse seiner groß- agrarischen Austraggeber die Handelsoertragsverhandlungen weiter sabotieren darf oder nicht. Schiele Hot sich bisher geweigert, insbesondere für die Verhandlungen mir Polen irgendwelche Konzesstonen zu machen, obwohl«» vollkommen klar ist, daß nur durch eine bestimmte Initiativ« Deutschland» in der Frage de» polnischen Agrarexportes an«in« Ausnahme der Ver- Handlungen und an einen erfolgreichen Abschluß des Vertrage» ge- dacht werden kann. Daß das Grohagrariertum gar nicht daran denkt, Schiet« ein Abweichen von der ihm durch den Reichslandbund diktterten Marsch- rout« zu gestatten, beweist die Wochenschrist des Reich»land- b u» d e s vom 10. September 1927 in einem Artikel .Verewigung de, deutsch-polnischen Zollkriege,". Di« Einsührung der polnischen Maximalzölle, die am 2«. De- zember d. I. in Krast treten sollen(und die für Deutschland niemals hätten in Wirksamkeit zu treten brauchen, wenn die großagrarische Sabotage den Vertragsabschluß nicht verhindert hätte), wird mit nicht zu überbietender Demagogie scheinbar deshalb bedauert, weil durch polnisch» Schuld der Zollkrieg dadurch verewigt würde. Polen Hofs«, mit den neuen Maxtmalzöllen ein wirkungsvolle« Druck- mittet in den kommenden Verhandlungen zu haben. E» könne mit dieser Handelckpolitik würdig neben seinem großen Freund und Gönner Frankreich bestehen, von dem«s in jeder Hinsicht geiernt zu haben scheine. Der Reichslandbund wolle nicht hoffen, daß sich die deutschen Derhondlungsleiter durch die unfairen polnischen Zollkniff« in irgendeiner Weise beein- slusien lasten und den überspannten Forderungen der Polen nach- geben. Auf die Industrie wird der stärkst« Druck ausgeübt. Wenn die schönen Wort« von der engen Verbundenheit von Industrie und Landwirtschast nicht nur Worte sein sollen, so wäre es jetzt an der Zeit, daß die Industrie Ihre Interesten zugunsten der Landwirtschaft auch einmal in den Hintergrund treten lassen I Und der Rcichslandbund versäumt auch den i-Punkt in seinen Forde- rungen nicht, und«r verrät seine letzten Absichten, indem er sagt: .Die wirtschaftliche Struktur der beideu vertragskonlrahenlen macht eben eloeu Ausgleich in den reinen Handelsbeziehungen zurzeit on- möglich." Schärfer können die Gründe, aus denen Minister Schiel« jeden Kompromiß in der Polenfrag« ablehnt, und die deutsch- polnischen Hondelsvertragsverhandlungen iabotiert, nicht umrissen werden. Der Reichslandbund will nicht, und damit dürft« auch für da, Kabinett, wenn es nicht von den schärfsten Druck der öffentlichen Meinung unterstützt wird, die Lösung der Polensrag« kaum möglich sein. Die öfseallithe Meinung Deutschlands hat allen Anlas} zur Empörung, und zwar au» der Sache heraus. Der deutsch-sranzösische Handelsvertrag ist zwar abgeschlossen, und der Fortschritt muß be- grüßt werden. Aber es stt bei Veitem nicht das erreicht worden, was an sranzösischen Zugeständnissen für die deutsche Industrie hätte erreicht werden können, wenn für die kontingentmäßige Be- »chränkung wichtiger sronzöstscher Einfuhrwaren durch die Äntranstngenz des Landbundminister» von Deutschland nicht hätten übermäßig« Preis« bezahlt werden müsten. Der deutsch. jugo- slawische Handelsvertrag steht vor der Unterzeichnung. Wegen seiner Stellung zum Balkan ist der Vertrag besonders wichtig. Aber eine der wichtigsten Fragen, die Frag« der südslawischen Viehaus- fuhr nach Deutschland, mußte unerledigt bleiben. Damit wurde der Wirksamkeit des Handelsvertrages da» Beste genommen, bloß um der Empfindlichkeit der großagrarischen Kreise willen. Jetzt läßt der Rcichslandbund erklären, daß zwischen Deutschland und Polen ein Ausgleich der Handelsbeziehungen überhouptunmögiich.der Zollkrieg also zu verewigen sei. Er ist schamlos genug, der deutschen Industrie noch weitere Opfer zuzumuten, nachdem der französische nnd serbische Handelsvertrag nur Opfer der verarbeitenden und Fertigindustrie enthält. Aber nicht nur dies, die vom Reichsland- bund gefordert« Verewigung des Zollkrieges gefährdet im höchsten Maße auch die Verhandlungen mit anderen Staaten, die vor dem Abschluß stehen. Auf der anderen Seite hat weder die Landwirtschaft noch die Schwerindustrie ernsthaften Anlaß zu dieser Sabotage. Die Schwerindustrie rechnet und darf rechnen mit einer Fortdauer der günstigen inländischen Konjunktur. Sie weiß selbst am besten, warum. Ihre Lag« ist unvergleichlich viel günstiger als zu jenem Zeitpunkte, als die deutsch« Delegation den Polen da» Kohlen- kontingent von 100000 Tonnen zuzusagen bereit war. Die Lage der Landwirtschaft, insbesondere der großagrarischen Kreise, ist trotz de» Geschreies über die Ernte besser als je. Zudem kann gar kein Zweifel darüber sein, daß die Frage der Schweineeinfuhr auf die RenlabilitSt in der Landwirt- schuft einen sehr viel geringeren Einfluß hat. ol» der Ausfall der inländischen Ernte, wie die Untersuchungen de; Institut» für Konjunkturforschung einwandfrei nachgewiesen haben. Nicht die Einfuhr von Schweinen, sondern die Uebersponnung der Schweinezucht in guten Kartofseljahren hat Schwierigkeiten in der Landwirtschaft zur Folg«, soweit sie mit der Schweinezucht zu- sammenhöngen. E» ist ein Skandal, daß trotzdem die großagrarischen Kreise an ihren Forderungen festhalten, und es hat den Anschein, daß selbst die geringen Konzessionen, die der seinerzeitige Delegationsführer Lewald schon im Namen der heutigen Regierung macht«, beim Reichslandbund und seinem Minister Schiele auf Widerstand stoßen. Die Industrie darf e» sich nicht länger gefalle« lassen, daß der Export von Maschinen und Werkzeugen. Chemikallen, hoch- qualifizierten Textilprodukten und Elektroartikeln. für die Polen stark aufnahmefähig wäre, durch die Schuld der Großagrarier und die Bundeshilfe der Schwerindustrie, der ausländischen Konkurrenz auf Dauer überantwortet werden. DI« perarbeitende und die Fertig- industrie, insbesondere auch diejenige Schlesiens, hat on den Reichsverband der deutschen Industrie dieFrage zu richten, was aus dessen Verhandlungen mit den pol- Nischen Industrieführern geworden ist. die die Kluft zwischen den beiden Regierungen überbrücken sollten. Sie hat den Reichsoerband der deutschen Industrie zu fragen, was sie mit der ganzen Propaganda der Qualitätsarbeit zur Export- steigerung anfangen soll, wenn der Schwerindustrie im Bund« mit den Großagrariern erlaubt sein soll, ihr die wichtigsten europäischen Absatzmärkte systematisch zu versperren. Daß der Reichslandbund, die bestimmende Wirtschaftsmacht hinter der größten Regierungspartei, heute von der Verewigung des Zollkrieges mit Polen spricht, kann die von polnischer Seite ge- äußert« Auffassung, daß die deutsche Reichsregierung mit Polen keinen Handelsvertrag will, nur in verhängnisvoller Weis« stärken. E» wird on der Reichsregierung sein, zu beweisen, daß sie im Gegen- satz dazu da» von ihr gegeben« und vorn Reichswirtschaftsminister immer wieder unterstrichene Versprechen halten will und kann, durch den Ausbau der Handelsoerträg« da« europäische Zollnioeau zu senken. Es ist allerhöchste Zeit, daß sie diesen Willen auch gegenüber der Sabotage der deutschen Groß- agrorier b e w e i st. Auch für die deutsch« verarbeitende Industrie ist es höchste Zeit, daß sie über den Preis nachdenkt, den sie für das Bündnis der Schwerindustrie mit den Großagrariern bezahlt. Daß die Reichsregierung und die verarbeitende Industrie dabei auf die Unterstützung der gesamten verbrauchenden Massen rechnen darf, darüber ist wahrlich kein Wort mehr zu verlieren. Wie Selüer verschleudert werden. Die verarmte Reiherstieg-Deutsche Werft Wer viel Geld verdienen will, gehe zur Reiher- stiog-Werst in Hamburg und lasse sich dort als Direktor anstellen. Dos ist offenbar ein überaus probates und einträgliches Rezept: auch die von der Verwaltung beklagt« schlecht« Finanzlage übt hierauf nicht den geringsten Einfluß aus. Bereits bei der porletzten Sanierung de» Betriebe» zu Ansang des Jahres 1920 hatte man an zwei Direktoren, von denen der eine kaum zwei Jahre im Dienst war, und an einen Prokuristen Abfindungssummen von je �0000 bis 25000 M. oezahlt, außer den 100 000 M., die der Rechtsanwatt und der Ge- schästsaufseher für die Durchführung der Saniernug erhalten hatten. Nachdem jetzt die Deutjche Werft A.-T. die Zügel in die Hand genommen hat, ist man den Direktoren gegenüber aber noch wesent- lich freigebiger geworden. Es sind nämlich jetzt wiederum zwei Direktoren(einer von ihnen kannte die R-ihcrstieg vor Jahresfrist höchstens dem Namen nach) zur Disposition gestellt worden. Aber kii-ses Mol hat man sich nickst mit Zahlungen von 25 000 bis ckOOOO M. begnügt, sonder» die vornehme Reiherstieg-Deutschc Werft hat an die genannten Deträge noch je eine Null gehängt, so daß sich die Summen auf 250000 und mehr als 400000 Mark pro Nase erhöhen. Damit sind etwa dreiviertel Millionen Mari von einem, wie behaupte! wird, in größter Not befindlichen Industrie- unternehmen zum Tempel hinausgeworfen worden, für die die damit Beglückten fortan keine Hand mehr zu rühren brauchen. Den alten Arbeitern und Angestellten aber stellt man kattlächelnd ihre Kündigungen und Entlassungsscheine zu. und auch die beschei- denste Anfrage, ob denn die jahrzehntelange Dienstzeit nicht irgendwie berücksichtigt werden könne, wird nur mit bedauerndem Achselzucken beantwortet und mit dem Hinwei» aus die schlechte Seschäft»log« de» Werte» abgetaut �_________... .'>> f"*7'ff.1;; Noblesse oblige!?—„Selbstoerstänblich!" sagen die maßgeben- den Herren im Aufsichtsrat der Deutschen Werst.„Aber man muß sich natürlich die Leute ansehen, die van dieser Vornehmheit profitieren können." Ob übrigens all« Aktionäre der Werft mit dieser Verschleuderung ihrer Gelder einverstanden sind, dürfte immerhin noch ein« Frage sein. Gute Gewinne bei Niebeck-Graunkohlen. Gewinnrechnung unter Ausschluß der Oeffentlichkcit Die A. RIebecksche Montanwerke A.-G. in Halle, ehemal» Slinnes-, jetzt Farbentruftdomäne, hat in dem am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr die im vorigen Jahresbericht ange- kündigten Beiriebserweitenmgen und Umstellungen zum größten Tcll dürchgelührt. Die Umstellungen betreffen inebesontere das Z e! tz« r Braunkohlenrevier. Die dortigen drei Gruben der Gesellschaft sind durch Neustreckung der Tagebauselder zusammengefaßt worden, so daß die in demselben Revier arbeitenden Riebeckschen Brikettfabriken jetzt von einer zentralen Gewinnungsstelle größten Ausmaßes beliefert werden können. Die Bilanz der Gejellschafl ist ein Mutter von Unklarheit. Nach dem Jntcres senge m ei nsrhastsvert rag aus den, Forbenlrust vom vorigen Jahr, der den Ricbeck-Werken sechs Zehntel der Chemietnistdividende garantiert, häll sich die Verwaltung scheinbar dazu berechtigt. Es sind weder die Handelsun- tosten, noch Steuern, noch sozialen Abgaben im ein- zelnen genannt, wodurch die Klagen der Verwaltung über eine Mehr. ausgab- von 700 000 M. für soziale Lasten unkontrollierbar werden. Die Betriebsgewinne, von denen die gesamten Unkosten vorweg akgezozen sind, belaufen sich aus 6,7 Millionen Mark und Übertressen somit die Ergebnisse des Vorjahres um über 35 Proz. Die Abschreibungen wurden von 2.4 auf 3,1 Millionen Mark her. aufgesetzt. Der Reingewinn hat sich um ein« Mil- lion auf 3,5 Millionen Mark erhöht. Entsprechend der zehnprozenttgen Dividende de» Forbentrust» erholten die Aktionäre 6 Proz. Diuideud« ausgezahlt. Die Anlogewert« sind stark erhöht, und zwar ohne Kapitalerhöhung. So sind die Be- triebsaniagen von 4,6 auf 5,3, die Maschinen und Einrichtungen von 7,8 auf 12,8 und die Abroumwerte von 2.1 auf 3,0 Millionen Mark gestiegen. Die Schulden wuchsen aus der anderen Seit« von 7,1 aus 13,8 Millionen Mark an. Natürlich polemisiert die Verwaltung gegen die Kohlen zwangswirtschaft und die daraus sich ergebende Preissest- setzung. Das zeigt den deutschen Konsumenten, daß sie noch mehr als bisher auf die Preispolitik für Briketts und Kohlen zu achten haben, deren Erhöhung durch den Widerstand der Oeffentlichkcit nur mit Mühe oerhindert wurde. Der Gefrierfleisthverbrauch üer Massen. Nack einer Veröffentlichung des Preußischen Statifti- s che n Landesamts betrug in 50 prußifchen Stödten der G c- frierfleischverbrauch im zweiten Vierteljahr 1927 rund 14 355 Tonnen. Im Vergleich zu derselben Zeitspanne im Jahre 1926 ist der Verbrauch um fast 23 Prez. gestiegen. Der Gefrierfleischverbranch betrug im 2. Vierteljahr 1027 1026 in 4 Städten mit bi« unter 25 000 Einwohnern 54.6 44.6 . 10,, 25 000 6i« 50 000. 814,3 838 4 , 10,, 50 000, 100 000. 758,9 671,3 . 11., 100 000, 200 000. 2183,0 1777,5 . 8.. 200 000, 400 000, 2121,7 1836,8 . 7,, 400000»nb rnebr, 8022,1 7031,2 in 50 Städten 14354,6 11690,2 Deutlicher kann die Dringlichkeit des Gefrier- fleischbedarss nicht bewiesen werden. Di« zollfrei« und unbeschränkte Einfuhr, die alt« Forderung der organi- sierten Arbeiterschaft, ist also mehr als berechtigt. So lang« sie nicht erreicht ist, bewirkt auch das heutige Kontingent nur eine gewaltsame N ie d r ig h a l tu n g der Lebenshaltung der ardei- tenden Massen. Herrn Schiele wäre zu raten, in diesem Punkte zur Förderung der deutschen Qualitätsarbeit seine Anschon- ungen zu revidieren, wenn ihm mit der Interessengemeinschaft zwischen Industrie und Landwirtschaft wirklich ernst ist. Der amerikanische und der deutsche Lknue». Di« eigentlichen Beherrscher de» zusammengeschrumpften Stinnes-Konzerns sitzen nicht mehr im Mülheimer Verwaltungsgebäude, sondern in New T o r k. Die amerikanisch« lOO-Millionen-Mark-Anleihe de» Rumpfkonzerns war bekanntlich kein Ersolg, sondern ein« schwere Belastung. Don den Aktien der amerikanischen Stinnes-Geselljchaften— der Stinnes Corporation und der Stinne» Industries Limited— erhielten die Anleihezeichner ein Fünftel gratis und ein Fünftel zu Vorzugs- tursen, so daß die wirkliche Auszahlung der siebenprozentigen Stinnes-Anleihe bei 70 bis 75 Proz. liegt und somit ein« Zinslast von S— 10 Proz. erfordert. Der Ueberfchuh der Stinnes-Pe- triebe betrug nach Abzug der Steuern und Abschreibungen im Jahre 1924 2,29 Mill. Dollar und ging im folgenden Jahre auf 1.24 Mill. Dollar zurück. Der jetzt von den beiden amerikanischen Holding- Gesellschaften veröffentlicht« Abschluß für da» 2. Hglbjahr 1 9 2 6 übertrifft aber die Ergebnisse der letzten Jahre dedeutend. Nach Abzug der Geschäftsunkosten, Steuern und lausenden Erneue- rungen wird für die s e ch s M o n a t e mit fast 2 Millionen Dollar «in um rund 60 Proz. höherer Ueberschuß als im gan. zen Jahr 1925 ausgewiesen. Eine Dividende wird nicht ver- teilt, da 0,88 Mill. für Zinszahlung, 0,57 Mill. für Abschreibungen unh 0,34 Mill. für Sonderrückstellungen verwandt werden. Trotz der hohen Zinsbelastting ist das Ergebnis also sehr günstig. Ein Zeichen, wie schwer die Zechen an der Englandkon- j u n kt u r verdient haben, ist es ober, daß die Stinnes-Bettiebe bereits 8,5 Mill. Mark von der lOO-Millionen-Anleihe zurück- taufen konnten. Der Mülheimer Bergwerkeverein. Hauptbesitz der Familie Stinnes in Deutschland, hat seine Dividende 1S24--1S26 von 0 auf 4, jetzt auf 7 Proz. erhöht. Der ausgewiesene Reingewinn von fast 700 000 M. übertttsst den de» Vorjahres um 80 Proz. Das Attienkopital wurde von 9,8 auf 20 Millionen erhöht, und zwar zur Verschmelzung der Stinnes-Zechen mit der Zeche.Vereinigte Welheim" zu Bottrop, Das Hauptziel der Fusion scheinen die ausgedehnten Kokereianlagen der „Vereinigte Welheim" zu sein. Hugo Stinnes junior malte die Lage des Kohlenbergbaus übrigens schwarz in schwarz und kündigt« Letriebseinschränkungen an. Da in der Familie Stinnes der Zweck immer heiliger zu fein schien als die Mittel, wird man sich über diese Ankündigungen kaum zu beun- ruhigen brauchen. Di« neue Scherlng kahlbaum-A.-G. Verlin. Das gemeinschaft. liche fabrikatorische und Absatzinteresse, das zwischen der C h« M i- schen Fabrik aus Aktien(vorm. E- Schering) und der C. A. F. Kahlbaum Chemisch« Fabrik G. m. b. H. bestand, hat im April bekanntlich zu einer Verschmelzung beider Unternehmen ge- führt. Di« Schering-Gruppe hott« zu diesem Zweck ihr erst im vorigen Jahre um 5,2 Millionen erhöhtes Aktienkapital nochmals um 8 2 Millionen aus 25 Millionen erhöht. Di« auherordent- liche Generalversammlung der Schering-A.-G. Hot die Namen beider Gesellschaften in der neuen Firma.Scheriug-Kahlbaum A.-G." erhalten. Der Vorsitzend« erklärt«, daß da, laufende Ge- schäflsjahr ein« große U m s a tz st ei g e r u n g besonder, in den pharmazeutisch-medizinischen Spezialitäten gebracht Hab«. Da die Schering-A.-G. ihr« Gewinne au» den letzten beiden Jahren nicht zu Dividendenzahlungen verwandt«, sondern nach Bildung von Sonderreserven mit 1,6 Mill. M. auf neue Rechnung vortrug, wird die neue Firma Ihren Akttonären bald mit einer an- ständigen Dividende aufwarten, was die Belegschaften be- achten mögen. Deutschlands Anteil am tschechosiowaNschen Auhenhmrdct. Welche Bedeutung den setzt in Fluß befindlichen deutsch-tscbechlschen Handeln- uertragsverhandlungcn, deren Abschluß noch vor Jahresende zu er. warten ist. beizumessen ist, zeigt die ts-bechoflowakische Außen- Handelsbilanz für Monat August. Die G« i o m t« i n s u h r ist im letzten Monat gegenüber dem August 1926 von 125 auf sott 200 Millionen Mark gestiegen und die Einfuhr Januar-Auqust von 1.2 auf 1,32 Milliarden Mark. Di« Ausfuhr in diesem Zeitabschnitt stellte sich auf 1,47 Milliarden. Deutschland hat im ersten Halbjahr 1926 etwa 19 Proz. der Gesamteinsuhr noch der Tschechoslowakei geliefert und über 23 Pro,, der tschechischen Ausfuhr gekaust. Zleae internationale Konferenz für Handclserleichlerungeu in Genf. Da» englische Handelsministerium gibt bekannt, daß für den 17. Ottober eine internationale Konferenz nach Genf einberufen wurde, die über die Abschaffung der den Import und Export behindernden Be st im münzen beraten soll. Die englische Regierung wird durch Sir Sidney Ehapman und eine Reihe anderer Delegierter vertreten sein. Sowsetruhland studiert die deutschen Senofsenschafien. Di« ge- meldet wird, werden das russisch« Handelskommisioriot und der russi- sehe Zentralgenossenschastsoerband eine Abordnung noch Deutschland entsenden, die die Aufgabe hat, die Organisation und Handelstechnit des genosienschaftlichen Handelsapparate, zu studieren. In dieser Abordnung werden Handelsangesleüle. wie z. B. Letter von Ge- schäfteu, Verkäufer. Buchhalter, Lagen gerverwalter usw. vertreten ftia. Parteinachrichten Clnfenboagea für diese Rubrik find «erli» S« 68, Li-de-straße 3. für Groß-Serlkn stet» tu da» Bezirkesekretariat, i. Hos, 2 Trep. recht»,»ll richte» 3. und t. Abt. Die Parteigenossen werden gebeten, ikire 14. bi» ISjährigen Sinder»u dem heute Dienstag, IZ. Septambcr, stattfindenden Einfith. rungsabend der Sozialistischen Ärbciteriugend zu schicken. Beginn 20 Uhr im Jugendheim des Gcwerkfchaftshauses. Mitgliederversammlungen und Zahlabeade Miktwoch. 14. September 19� Uhr: illle Versammlungen sind wichtig und müssen von den«venosfinnen und Geuossen besucht werden. l. Abt. Schulaula. Auguftstr. 68, Vortrag:„Schmorzrotgold und dennoch rot." Referent Bürgermeister Dr. Ostrowski. 2. Abt. Ohngemach, stommandantenstr.«8, Vortrag des Genoffen Stadtrat Echmahl. 3. Abt. Saal I des Gewerkschaftshause», Gngelufec 24/W, Vortrag:.Der Rcichsschulgcscdentwurf." Referent Dr. Richard Lohmann. 4. Abt. Lokal Blankenfeldestr. 10, Vortrag:„Strafrechtsreform.' Referent Viktor Rriiger. 3. Ab«. Rofcnthaler Hof, Roscnthaler Str. 11/12, Vortrog:.Sozialismus und Genossenschaftswesen." 6. Ab». Büttner, Echwcdt-r Str. 23, Vortrag:„Demokratie und Sozialis. mus." Referent Franz Lepinfki. 7. Abt. Cornis Fcstsäle. Sartenstr. 6, Bortrag:„Frauenarbeit kein« Episode, sondern Dauerzustand." Referent Dr. Adolf Braun. 8. Abt. Jahladende. Mcoer, Llltzowstr. 7, Vortrag:.Wahlreform." Rcke. reni Eenoffc Unikowcr. Fren, Magdeburger Platt. Seiler, Steinmetz. ftrafje 29, Bortrag:.Di« politische Lage". Referent Dr. Adler. Rickert, Steinmettstr.»Sa, Vortrag:.Die politische Loge". Referent Michael Hirsch» berg. Die Bczirksfllhrer lade» ein. Die Einladungszcttel können von Rickert abgeholt werden ». Abt. Artushof, Perlebcrger Str. 29, Vortrag:.Reichsbanner, Partei und Rcvublit". Referent Johannes Stelling, M. d. R. 1». Abt. Moabiter Bierhollen, Äirchstr. 13, Vortrag:.Außenpolitisches". Referent Wolfgang Schwarz. 11. Abt. Berger, Levctzowstr. 21, Vortrag:„Wirtschaftspolitik auf dem letzten Parteitag". Referent Dr. v. Unaern-Sternberg. II. Abt. Probst, Bcuffclstr. 32, Vortrag:„Die nächsten Aufgaben der Partei". Rcfercntin Mathilde Wurm, M. d. R. Es wird gebeten, a» dieser Ver» fammlung recht zahlreich teilzunehmen. 13. Abt. Artushof, Perleberger Str. 29, Vortrag:„Reue Gesetze— Arbeits. gcrichtsgefetz— Ärbcilslofenverficherung", Referent Hans Kottfurcht. 14. Abt. Fahlobcnds bei Gottschalt, Puthusser Str. 24; Stark, Putbusser Straße 14: Lciüies, Graunitraße, Vortrag des Genoffen Georg Maderholz. 15. Abt. Fohlabcnde. Bezirke LSI bis 260 bei Cchmiedl, Vinetaplatz 7; Bezirke 26ö und Äff bei Kunze, Ackerstr. 4g. 16. Abt. gahlabcnde bei Döhling, Brunnenstr. 79; Leuschner, Ackerstr. 110. Wichtige Tagesordnung. Alle Genossinnen und Genossen müssen daher erscheinen. 17. Abt. Jahlabende bei Gerth, Tegeler Str. 50; Hllbner, Triftstr. 49; Schreiber, Triftstr. 63. 13. Abt. gahlabendc bei Sachse, Lindower Str. 26; Schade,.stösliner Str. 9; Schmidt. Kolberger Str. 24; Köpke, Pavkstr. 46; Müller, llferstr. 12. 19. Ab«. Iahlobcnde. Bezirke«dö, 80«: Grunert. Pankstr.«9; 807 bi, 810: Schreprl, Grüntlzaler S«r. 13; 811: Brodzinski, Grünthaler Str.«; 812: Schulz, Stcttiner Str. 52; 813: Zeise, Bellermannstr. 814 bis 819: Schuchardt, Ehristiamastr. 11«: 820: Grünberg, Prinzenallce 57. 20. Abt. Aciiiladeiide in de» bekannten Lokalen. ZI. Abt. gahlabcnde bei Dammer, Schulstr. 24; Kroll, Utrechter Str. 21; Scholz, Adolfstr. 12; Echrepel, Antonstr. 8; Senkel, lltrechter Str. 10. Bericht van der Funktionärkonfcrenz. 22. Abt. gahlabcnde bei Bartsch, Fehmarnstc. 1; Hcrms, Müllerstr. 26. Referenten Genossen Zauke und Graeber. 23. Abt. gahlabendc bei Lewandowfki, Seeftr. 104; Grunwaldt, Kameruner Straße 19; Tietze, Barfusstr. 9; König. Otavistr. 37. 24. Abt. gahlabendc. 1. Gruppe: Rösnrr, Imnianit-lkirchstr. 25. Bortrag: „Kann der Bürger der SPD. beitreten?" Referent Dr. Gutmann. Ii Gruppe: Schmidt, Marienburgcr Str. 48. 2. Gruppe: Bogel, Zablonfki. straßc 9, Vortrag!„Wege zur Gemeinwirtschaft". Referent Otto Lamm. 3. Gruppe: Köhler, Schweizerhäuschcn, Greifswaldcr Str. 80d, Vortrag: „Rcichssrhulgefetzentwurf und Konkordat". 23. Abt. gahlahende bei Baronski, Pastenrstr.«: Gott, Kniprodestr. 6; Kaestner, Elbinger Str. 24, Vortrag des Genossen Otto Most. 26. Abt. Beinlich, Weißenbtirger Str. 1, Vortrag:„Rcichsschulgesctzentwurf und Konkordat". Referent Wilhelm Micthte. 27. Abt. gahlabcnde bei Zeuge, Milasstr. 5: Mchlberg, Gaudystr. ff; Bogda. nowitz, Eonnenburger Str. 1; Wooßmann, Gleimstr. 10; Lücke, Kopen» Hagener Str. 42,. Vortrag:„Unsere Wcrbcwoche". Referent Walter Berge. mann. 28. Abt. gahlabendc. Bezirke 64, 65: Blümke. B-lforler Str. 18;«6 bis 70: Vartelt, Wörthcr Str. 19; 71: Wegener, Wörter Str. 3«: 7« bis 78: Richter, Hagcnauer Str. 5; 83 bis 87: Ruhl, Chorincr Str. 49: 88, 89: gundel, Kastanienallee 29/30, Vortrag:„Unsere Aufgaben bei der Agitation kür die Partei". Rcsercnt Dr. Alfred Freund. 90 bis 02: Meyer, Oder. berger Str. 89;: Borlel. Rykestr. 19, Dortrag:„Wohlfahrtswefcn". Refe. rentin Drr Klara Scuriguis. 29. Abt. Altersheim, Danzigcr Str. 62, Bortrag: ,7er Reichsschulgesetzent» wurf". Referent Gustav HLdicke. 39. Abt. gahfabendc. Bezirk 93, 9t: Pohst, Lnchcner Ecke Stargarder Straße: 95, 96, 97: Schröder, Papvclallee 34; 100: Lokal Pappelallec 81; 101, 102; Hoffmann, Lychener Str. 8: 117, 118, 119, 129. 121, 122. 123: Lolal Kuglerstr. 2: 124, 125, 12«, 127: Lokal Kanzowstr. 10. Wichtig» Tagesordnung in allen gahlabendc». 31. Abt. gahlabendc bei Eoldschmidt, Etolpische Str. 3«: Habercr. Born. bolmer Str. 9; Meißner, Schivelbciner Str. 34. Referenten Genossen Bartel, Prohl. 32. Abt. gahlahende. Gruppe Kluge bei Schmidtke, Poul-Singer- Ecke Kraut. strafte; Gruppe Meister bei Zeitz, Blumcnstraße; Gruppe Wartmanu bei Horstmon», Am Ostbohnhok: Gruppe Hoasc bei Kromphardt, Paul. Singcr-Str. 49. Vortrag:„Das Arbeitsloscnverstcherungsgesctz". Referent Paul Indrian. Die Bczirksfllhrer laden ein. Alle Genosstnnen und Ge» Nossen müsse» erscheinen. 33. Abt. gahlabcnde bei Hoffmann. Stralauer Allee 17; Wertalla, Hohen. lohestr. 3; Kienitz, Simon'Dach.Str. 24. 34. Abt. gahlabcnde bei Rossn, Eubcner Str. 19. Bercinsimmcr der Eo- meniusfäle. Mcmelcr Str.«7; Micke, Warschauer Str. 17. 35. Abt. gahlabendc bei Borkowski, Schreincrstr. 32, Bortrag:„Die Arbeits- losenverstchernng". Referent Rudolf Karsten. Bombe, Boigtstr. 25, Bor» trag:„Tie gegenwärtigen Aufgaben der Sozialdemokralie". Referent Dr. Theodor Tichauer. Schule, Samaritcrstr. 20, Bortroa:„Einheitsstaat oder Födcrolivstaat?" Referent Georg Raible. Otto, Rigaer Str. 8«, Bor- trag:„Attnellc Fragen der Innenpolitik". Referent Kurt Großmann. 36. Abt. gahlobebdc hei Busch, Tilsster Sir. 27; Höhne, gorndorfer Ecke Löwestiaßc: Witlschuß, Petersburger Str. 5. 37. Abt. gahlabcnde. 1. Bezirk: gepke, Eberiystr.«: 2., 3. Bezirk: Ierosch, Ebertyllr. 10; 4., 5., fi. Bezirk: Küblet, Matternstr. 14. 38. Abt. gahlabcnde. Bezirk 154: BLbcr, Wcbcrstr. 42. 156: Referat des Genossen Bczirtsvcrordnetcn Gustav Franke. Gruppe Barnimoiertel: Mogmitz, Baruimstr. 13, Bortrag des Stadtverordneten John. 189,: Rofenberg. Langenbcckstr. 1, Vortrag:„Kcudells Reichsschulgcsetzentwurs und die Sozialdemokratie". Referent Erich Wcndicke. 189d und kl. Bezirk: Thinius. WiIhelm.StoIzc»Str. 34: Vortrag des Gcnossen Stadrat Mann. Vollzähliges Erscheinen aller Genossinnen und Genossen wird nach der Sommerpause erwartet. 39. Abt. Jugendheim, Lindenstr. 3, Bortrag:„Gegen die Todesstrafe". Refe- rent Otto Meier, M. d. L. 46. Abt. Bezirksamt Krenzberg, Porckstr. 11, Zimmer 37/38, Milgliederver» fanimlnng. Vollzählige, Erscheinen ist Pflicht. 41. Abt. gablabende hei Beinhoff, Belle-Alliance.Str. 47; Schuster, Ehamisso- platz 4; Lutze, Bcrgmannstr. 93; Mende, Gneisenaustr.«II. 42. Abt. Bader, IUterbogcr Str. 7, Vortrag:„Reichsschulgesetzcntwurf und Sozialdemokratie". Referent Rektor Rieck. 43. Abt. gahlabcnde in den bekannten Lokalen. 44. Abt. Schulaula, Rcichenberger Str. 44 45, Vorirag:„Grundfragen der Wirtschaft". Referent Dr. Sturm. Ilm recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. 45. Abt. gahlabcnde bei Matschenz, Forster Elr. 9, Bortrag:„Das Arbeit». losenverfichernngsgesetz". Referent Erich Fraenkek. Wienziers, Reichen. bergcr Str. 104; Minnia. Lansttzer Str. 45: Licbig. Wiener Str. 57. 46. Abt. Burckhardt, Eörlitzer Str. 52, Vortrag:„Soziaspolitik". Referent Aermann Harnisch, M. d. L. Diskusston. Partciangelegcnheitcn. Er, scheinen aller Mitalieder Pflicht. 47. Abt. 82. und 83. Bezirk bei Timpe, Raunnn» Ecke Adalbertstraße: 97 bei Lier, Nannnnstr. 9; 98 bis 100 bei Eiedentopf, Muskauer Str. 35; 10l bis 165 bei Lehmann, Muskauer Ecke Zeughofstraße. Vortrag:„Das Seidel» bcrger Programm". Referent Bernhard Krüger. Die Bczirksfllhrer werden gebeten, die Milglicderzahl anzugeben zwecks der Monatsschrift bei Ge. »offen Weber, Raunniistr. 4. vorn 1 Tr. links. 48. Abt. 20 Uhr in Gliesing» Festsälen, Wassertorstr.«8, Mitgliedervcrsamm. lung. Bortrag des Genossen Dr. Schloß:„Nationalismus und Sozia» lismus". Eharlottenburg. 52. Abt. Büttner, Kaiscrin-Augnsta, Allee 8l Ecke Eömmering, strafte, Bortraa:„Kommunalvolitisches". Referent Stadtrat Wilhelm Reimann.— 54. Abt. Zugendbeim,, Rossncnstr. 4. Bortraa:„Arbeiter- lchaft und Justiz". Referent Felix Fechenbach.— 55. Abt. Reimer, Wil, mersdorfer Str. 21, Bortrag:.Rationolifferung und Typilleruna". Refe» rent Kurt Hcinig, M. d. R. Pactciangelcgcnheitcn.— 56. Abt. I. und Ilk. Gruppe: Lierfch. Kantstr.«2, Vortrag:„Dos Agrarprogramm der Partei". Referent Willy Rogg«. 11. Gruppe: Zoskowiack, Holtzenbvrff. strafte 20, Lichtbitdervortrag:„Schwarzrotgold". Bortrogend« Genosse Busch— 57. Abt. II. Gruppe: Thunack, Wielandstr. 4, Bortrag:„Di- deutsche Rcichsverfossung". Referent Felix Müller.— 58. Abt Ranke. haus, Rankeftr. 4. vorn IV, Vortrag des Genossen Kurt Kictzmann. Wich. »ige Beschlußfassung. 57. Abt. l. Gruppe, gahlabend bei Arndt, Kantstr. 51. Stadtverordneter August Gebert spricht über das Gesetz„Arbeitsvermittlung und Arbeit». lofenversscherung,.. 2. Gruppe, gahlabend bei Thunack, Wielandstr. 4. Genosse Felix Müller spricht über die deutsche Rcichsoerfassung. Gäste willkommen.__ 59. Abt Spandau. Turmzimmer des Reuen Rathauses, Bortrag:„Reichs. wehr, Republik und Sozialdemokratie". Referent Polizei-berft a. D. Dr. Hermann Schützing«.__ 67. Abt. Grunewald. Bahnhofsrestaurant Grunewald, Bortrag:„Die Aus» sichten des Dawcsplanes". Referent Dr. Friedrich Lertneck. 68. Abt. s-leni-e. Sandmann, Westfälische Str. 42. Bortrag:„Der Reichs. ichulgesetzentwurf". Referent Bruno Theck. Wilmersdorf.«9. Abt. Andreas, Pfalzburger Str. 55, Bortrag:„Bauen und Wohnen". Referent W. Hartleben. Architekt.— 79. Abt. Kroihs, Hol- steimschc Str«0, Vortrag:„Partei und Reichsbanner". Erscheinen ist Pflicht— 71. Abt. Jonas, Durlacher Ecke Bruchsal« Straße, Mitglieder. Versammlung.— 72. Abt. Schäf-r, Augustastr. 31, Vortrog:„Die letzten politischen Ereignisse und unsere Aussschten für das kommende Wahllahr. Allgemeine Aussprache.... 73. Abt. Schmaracndors. Forsthau». Warnemünder Str. Bortrag:.Die politische Lage." Achtung! Vorstand und Funktionäre tagen ob 19 Uhr. Die Bezirksfllhr« laden ein. 74. Abt. gehlendorf. Micklcy. Potsdamer Str. 25, Mitgliederversammlung. Alle Mitglieder werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. Bortrag:„Der Rcichsschulgesetzentwurf." Referent Willy Schneider. Schöncberq. 77. Abt. gablabende. 1. Bezirk: Milde, Rollendorfstr. 1«. Bor. trag:„Zolle." Referent Ernst Falk. 2. Bezirk: Jürgens, Barbarossaftr. 5- 3. Bezirk: Zeugner. Gruncwaldstr. 36. Bortrag:„Arbeiteccechtsvflege. Richard Joachim. 4. Bezirk: Will, Martin-Luther-Str. 69.— 78. Abt. gahlabcnde. 1. u. 2. Bezirk: Küllmcr. Hauvtstr. 8. Bortrag:»Boraus. setzung zur sozialistischen Weltwirtschaft." Referent Genosse Poelkc. 3. und 4. Bezirk: Rosenthal. Ebersstr.«ff. Vortrag:»Die Ideen» und weit des proletarischen Menschen. Referent Genosse Franks.— 79. Abt. gahlabcnde. 1. Bezirk: Arndt. Bautzen« Str. 10. Vortrag:„Polltifche Umschau." Referent Ferdinand Bauhoff. 2. und 3. Bezirk:©runoro, Geßlerstr. 13. Bortrag:„Die allgemeine politische Laar." Referent Stadt. rat Zimmermann. 4.. 5. und ff. Bezirk: Groß, Scdanstr. 17. Portrog: „China und Rußland." Referent Dr. Friedländer. 7. Bezirk: Podszns, Sachsendamm Ecke Reichardtstr. Vortrag:„Die internationale volttrsche Lage." Referent Gustav Fnhs. 8. Bezirk: Siedelung Lindenhof, Lokal Achtenhagcn. Unsere Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich und vünkt- lich zu erscheinen. Zu allen Zahlabenden stnd Gäste und„Vorwärts". Lffcr freundlichst eingeladen. Die Bezirksfllhr« werden dringend ersucht, ein- zuladcn.— 89. Abt. Lelmholtz'Gymnaüum, Rnbensstr. Bortrag:»Ge. sundheits- und Bevölkernngspolitik." Referent Dr. Julius Moses, M. d. R. 81. Abt. Friedenau, gahlabend. 1. bi» 3. Bezirk:«labe. Handierystr.«O/Sl. 4. bis 6. Bezirk: Baginski, Taunus. Ecke Stubenrauchstr. Bortrag:.Das rote Wien." Referent Stadtrat Georg Wendt. 82. Abt. Steglitz, gablabende, l.. 2.. 3. und 4. Bezirk: Schellhafe, Ahornstr. 5. und s. Bezirk: Sclix. Bismarckstr. 9«. 7. Bezirk: Mund, Lichterfeldcr Str. 17. Südcnde. 8. und 9. Bezirk: Wernickc, Rüge- Ecke Berlinickeflr. 83. Abt. Lichterfeld-.West. Lokal Rein. Schmidt, Hindenburgdamm Ecke Raa». Straße. Vortrag:.Volkshumor und Politik." Referent Hanns Kamm.— Lichterfelde. Ost und-Süd. Alle Genossinnen pnd Genossen treffen ssch»um gahlabend bei Paul Kraft, Seinersdorf« Str. 17. 84. Abt. Lankwitz. Lehmann, Kaiser-Wilhelm�Ztr. 29/31. Bortrag der Ge» »ossin Regierunqsrätin Margarete Trapp. 85. Abt. Temvclhof. Genoffenfchaftslokal. Dorfftr. 52. Mitgliederversammlung. 86. Abt. Maricndors. Kellers Festfälc, Chausseeftr. 303. Vortrag:„Der Reichs» lchulgefetzentwurf." Referent Rektor Mar Kreuzig«. 88. Abt. Lichtenrade. Schule, Roonstr., Mitgliederoerfammlung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen ist Pflicht. Reukölln. 89. Abt. gahlabcnde. Brase. Sandcrstr. 10. Bortrag:„Pölkerbund und Abrüstung." Referent Sans Turß. Wille, Reuterstr. 47. Bortrag: „Das Arbcitslosenversicherungsgcsetz." Referent Gerhard Kramer. Fisch«, Sobrechtstr.«4. Euch, Pannicrstr. 54.— 90. Abt. Mltqlirdcrverfamm. lungen. 13., 17.»nd 24. Bezirk: Lehmann, Tcllstr. 8. Referent Genosse W. Großmann..15.»nd 28. Bezirk: Iabn, Fuldastr. 45. Referent Genosse K. Schneider. 16. und 25. Bezirk: Janicke, Ianfaftr. It. Referent Genosse W. Lewinfli. 22.. 23. und SS. Bezirk: Schabeiko. Weichfelstr. 5. Referent Genosse Seilmann. 34. und 43. Bezirk: Klcistner. München« Str. 53. Refcrentin Genossin S. Michaelis. 3>. Bezirk: Idealkasino, Weichfelstr. 8. Referent Genosse K. Licdtke.— 9t. Abt. Restaurant Bergschloßhöhc, Karl»- gartenstr.«/II.— Vortrag:.Die Wohnunaswirtschakt der Stadt Berlin." Referent Sradtv. Kurt Gärtner.— 92. Abt. gahlabendc. 14.. 29.. und 30. Bezirk: Ganter, Karzer Str. 88. Portrag des Gcnossen Wcigclt üb«: „Das Reichsfchulgcsetz." 27., 28., 32. und 3.\ Bezirk: Ewald, Elbe- Ecke Wcfcrstraße. Vortrag des Genossen Dr. Loewenstein Uber:„Das Kon. korbat." 31., 44., 45. und 55. Bezirk: Woiff. Kais«. Friedrich» Ecke Rofegg«. Strafte. Vortrag der Genossin Irma Fechenbach über:„Meine Reise in Palästina." 4«.. 47., 59., 72. und 73. Bezirk: Schneider, Rolenstr. 7. Bc- ginn all« gahlabendc pünktlich Ä Uhr. Auch wegrn der sonst sehr wich. tiaen Mitteilungen Erscheine» aller Genossinnen und Genossen dringend erforderlich.— 93. Abt. gahlnbende. 57. Bezirk: Keßler. Trcvtower Str. 90. Vortrag des Stadtrat Fritz Waldheim. 5«., 58., 81., 82., 85. und 97. B?» ziri: Zimmermann. Stuttgart« Str. 41. Referent Genosse Reinhardt. 95. und 99. Bezirk: Warnstedt, Thüringer Str. 22. Dortraa:„Die Frei- denlcrbewegung." Referent Genosse Oberüber. 9«. pnd 98. Bezirk: König, Kanner Eck« Elster Str.. Siedlung im Bärwinkel.— 94. Abt. gahlabendc. 5l., 52.,«8. und 7«. Bezirk: Schräder, Steinmetzstr. 52. Vortrag:„Jugend und Partei." Referent Georg Albrecht.«4.,«5.,««.,«7., 77. und 78. Be- zirk: Günther, Schillerpromenade lt. Dortrag:„Der Reichsschulgesetzent- wurf." Referent Gerhard Pusch.— 95. Adt. Grieg«, Lessingstr. 9. Vor. trag:„Das Arbcitsloscnversichcrungsgesetz." Referent Gustav Link. Achtung! Die Bczirksfithrcr treffen sich bereits um lSfh Uhr im aleichkn Lokal zu einer wichtigen Besprechung.— 96. Abt. gahlahende. 80., 87. und 88. Bezirk: Lübbe». Thomasstr. 5. Dortrag:„Arbeit und Gesundheit." Referent Dr. Albcrt Stein. 101., 102. und 103. Bezirk: gillmer. Rogat. strafte 5« Vortrag:„Marxismus und Psychoanalyse. Referent Hans Bauer. 5«. und lOO. Bezirk: Müller, Thüringer Str. 5. Vortrag:„Der Parteitag in Kiel." Rcferenti» Bezirksverordnete Barthcl». 93. und 94. Bezirk: Frenkes, Schierke. Ecke Bodestraß-. Referent Genosse Brink. man».— 98. Abt. Teich. Knesebeckstr. 135. Mitgliederversammlung. 99. Abt. Britz-Buckllw. Lokal Buschkrug. Chausseeftr. 4«. Bortrag:„Der Reichsschulgesetzcntwurf." Referent Rektor Mox Schnitze. 16l. Abt. Treptow, gahlabendc. l. und 2. Bezirk: Stephan, Gractzstr. l. Vortrag:„Die Elektrizitätswirtschaft Berlins." Referent Stattrat Schlich» ting. 3. bis 5. Bezirk: Oettinger, Kiefholzstr. 33/34, Ecke Elfenftraßc. Vortrag: Innenpolitisch« Notwendigkeiten." Referent Robert Keller. Es wird gebeten, pünktlich zu«scheinen. 162. Abt. Baumtchulenwcg. Borgmann, Baumschule». Ecke Kiefholzstraße. Vortrag:„Das neue Arbeitslosenversscherungsgefetz." Referent Bernhard Göring. 163. Abt. Oberschoueweide. Imberg, Wilhelminenhofstr. 34. Lichtbildervortrag: „Ncu-Wicn." Dortraaend« Willi Birnbaum. Achtung! Die Funktionäre treffen sich um 10?d Uhr ebendort. 164. Abt. Riederichöncweide. Lokal Drückenklause, Brückenstr. 15. Bortrag: „Wehrmacht und Sozialdemokratie." Referent Dr. Carl Mierendorff. 105. Abt. Adlershof. Bogel. Bismarckstr. 74. Bortrog:„Jugend und Partei." Referent Richard gänlner. 166. Abt. Johannisthal. Botha. Stnbenrauchstraße. Bortrag:.Wohnung». bau und Hauszinssteuer." Referent Hermann Lüdemann. M. d. L. 107. Abt.«lt.Glienicke.Falkcnberg. Gemeinschaftshaus. Bortrag:„Die Be- kämpfung des Privatkapitals durch eigen« Unternehmungen der Arbeiter. schast. Referent Genosse Schutz. Diskussion. Verschiedenes. Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. 198. Abt. Cöpenick. Iahlabende. Alt-»nd Kletz-Borstadt. Lietsche, Dorath«». strafte 1. Referent Lehrer Goldbach.— Dammvorstadt. Schulze, Bahn- Hofstraße 37. Referent Oberlehrer Lieber.— Cöllnische Borftadt. Stippe» kohl, Schönerlindcr Str. 5. Referent Lehrer Wnttke. In allen Zahl- abcnden Vortrag über:„Der Reichsschnlgesetzentwurf und Sozialdemo. kratie." Zahlreiches Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. Lichtenberg. 114. Abt. gahlahende. 1. und 3. Bezirk: Mlllling, Niederbarnim. strafte 3. 2. Bezirk: Schwarzer, Gabriel-Mar-Str. 17. 4. Bezirk: Schecr. bäum. Crossener Eck« Eeumestraße.— 115. Abt. gahlabend«. 1. Gruppe: Gonell, Jung. Ecke Echarnweberstr. 2. Gruppe: Lohann. Oder» Ecke Jung. strafte. 3. Gruppe: Radtke, Müggel- Ecke Scharnwcbcrstraße. 4. Gruppe: Ecipke, Kronprinzen. Ecke Scharnweberstraße.— 116. Abt. Albrecht, Box» Hagener Str.«2. Vortrag des Genossen Erich Kuttner, M. d. L.— 117. Abt. Schule, Lilckftr.«0. Vortra:g„Die Vorläufer des Sozialismus." Referent Eugen Lswin-Dorfch.— 1t8. Adt. Tempel, Gudrunftr. 7, Bor» trag:„Der Reichsschulgesetzcntwurf." Ref«ent Richard Schröter.— ll». Abt. Zeichensaal des Cäcilien.Lyzeums, Rathausstr. 8. Dortrag:„Der Neichsschulgcsctzcnlwurf." Referent Etadtv. Hans Woywod. 129. Adt. Friedrichsselde. Tempel, Prinzenallee. Vortrag:„Kartelle. Konzerne und Truste." Referent Paul Ufermann. 121. Abt. Sarlsdorst. Deutsches Laus. Stolzcnfelsstraße. Bortrag:.Der Reichsschulgesctzentwurf." Referent Dr. Siegfried Kawerau. >22. Abt. Biesdorf. Porath. Marzahner Str. 31. Mitgliederversammlung. 123. Abt Kanlsdorf. Die Mitgliederversammlung findet wegen Verhinderung des Referenten erst am 21. September statt. 124. Adt. Mahlsdors. Ander». Bahnhosstr. 37. Mitgliederversammlung. 125. Abt. Weißens«. Wirtshaus zum Pferdemarkt. Bortrag:„Der Reich». schulgesctzentwurf." Gäste sind einzuführen. 127. Abt. Kohcnlchöabause». Schule. Freicnwalder Str. 5/S. Bortrag:„Arbeiterdichtung." Referent Heinz Löwi. g 128.— 130 Abt. Pankow, gahlabcnde. t. Bezirk: Roack. Kaiscr-Friedrich. Straße 53. Vortrag:„Kommunalpolitik." Referent Genosse fiudig. 2. Be zirk: Schweizerhütte, Moximilianftr. 11-. Dortrag:„Außenpolitisches." Referent Dr.«lex ander Schtznberg.«emiwun.»erkwer vir. 69. Ecke Mllhlcnstraße. Bortrag:„Probleme der Weltwirtschaft." Referent Gregor Bienstock. 3. Bezirk: Drei«. Kissingenstr. 4. Bortrag:„Wirtschafr und Gcsellschaft." Referent Georg Seidenrcich. 4. Bezirk: Türkisches gelt, Breite Str. 14. Bortrag:„Strafentlassencnfürforgc." Referent M. Krüger. 5. Bczirt: Erunow. Eck- Schulstraße. Vortrag:.Einstellung des Arbeiters zum neucn Staat." Referent Genosse Völck-l. e. Bezirk: Rcumann. Mendelstr. 17. Vortrag:.Dcrlchrsvrobleme." Referent Hermann Amberg. 7. Bezirk: Sänqerheim. Florastr.!>Z. Vortrag:„Politische Tagesfragen" Referenlin Ellen Beidlcr. 8. Bezirk: Forstbaus. Wollankftr. 115. Bortrag: „Vrrufsbcratung." Referent Genosse Ecklarfstedt. 9. Bezirk: Dohnkc. Wollankstr. 31.-- Heinersdors. Lokal Raddatz. Tiniusstr. 5«. gahlabend. Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist unbedingte Pflicht. Tagesordnung wird in der Sitzung bekanntgegeben. � 131. Abt. Ried«schönhausen. Lokal Wilhclinshof.«aiser.Wlthelm.Str.«4. Vortrag:„Ein Spazieraona durch die Ausstellung„Das Jung« Deutsch. land". Referent Dr. Mai. Gäste können eingeführt werden. 132. Abt. Blankenburg. Klug, Dorfftr. 2. Bortrag:„Das Agrarprogramm". Referent August Niemann. 134. Abt. Buch. Lokal Göpfert, Am Bahnhof. Bortrag:.Dl« neue Sozial. aesetzgebung". Referent Simon Oppenheim«.._ 135. Abt. Karow, gahlabend im Lokal„Zum Pankgrafcn". Pankgrafcnstr. 3. 136. Abt. Reinickendors.Ost. Lokal Schützenhaus, Refidenzstr. I, Vortrag: „Wohnungs. und Mietsrecht." Referent Mogistratsrat Hahr. Diskussion. Verschiedenes. Sympathisierende sind eingeladen. 137. Abt Reinickeodors.West. Gemeinsamer gahlabend im Dolkshaus Schorn» weberstr. 114. Vortrag: Jugend und Partei". Referent Alwin Groß» 138. Abt!" Hermsdorf. Lokal Okrent, Bahnhos. Eck« Berlin« Straße, Mit- qlicdcrversammlung... �. 139. Abt. Tegel. Lokal Schade, Berlin« Str. 17 Ecke Betthstraß«, Vortrag: „Politische Tagcssragcn". Referent Eduard gachert, M. d. L. Verschie» 146. AÄ!� Borsigwalde. Woitschach, Ernftstr. 1. Bortraa:„Die Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaft in der Nachkriegszeit". Ref«cnt Stadtamt. mann Georg Äeich. 141. Abt. Nosenthal und Riederschönhausen.West..�.blabend im Lokal Möller, „Sur Wartburg", Vortrag des Genossen Robert Breuer:„Der russische Kommunismus"....„ 143. Abt. Waidmavnslust. gahlabend bei Dreißig. Waldmannstr. 4. -» 128.'136.«tt. Pankow. Bildungsausschußsitzung Donnerstag, 15. September, pünktlich 20 Uhr. im Lokal bei Moeß, Berliner Straße Ecke Lmden. Promenade. Thema:„Der 9. November". Frauenveransialkungen. 13. Kreis Tempelhof. Achtung, Genossinnen! Die Genossinnen beteiligen sich beute Dienstag, den 13. September tnicht wie irrtümlich angegeben, am 19. September) an dem Ausflug nach Sakcnfclde.. 86. Abt. Mariendorf. Genossinnen, beachtet die Krcisanzeige! Zungsozialistische Vereinigung Gau Berlin-Brandenburg Gaukaaferenz am Sonnabend, dem 17., vnd Sanutag, dem 18. September, in der Jugendherberge Döblitz bei Lübbenau im Spreewatb. Tageseednnnq: Sonnabend: Degrüßnngsfei«. Sonntag: 1.„Partei »nd Zungsoz,-listen." Reserrnt Genosse Lepinfki. 2. Bericht de» Sau- lciter». 3. Reuwahlen. Die Konferenz wirb am Sonntag in ten Dormittagsltnnden zu Ende geführt. Es bleibt noch Zeit für eine Fahrt in den Spreewaldl Gruppe Lichtenberg. 20 Ubr, heute Dienstag, 13. September, Parkaue 7/10, Kleines Zimmer, Beginn der Arbeitsgemeinschaft: Sinn des modernen Kap>. talismns. Referent Mark Mitnitzki. Die älteren SAI.-Genoffen sind freund» lichst eingeladen. Die Teilnehmer an der Gaukonfercnz müssen erscheinen. Sozialiftische �rbeitersugenö Groß-Serlin. heute. Dienstag, 19% Uhr: Gesundbrnnnen: Schule Gotenburger Str. 2.„Arbeitersugent und Partei." — Wedding-Rord: Heim See-, Ecke Turin« Straße.„Bürgerliche und prole. torische Jugendbewegung."— Faltplatz: Schule Edcrswatder Str. 10.„Wunder der Sternenwelt."— Schönhauser Dorstadt: Schule Driefen« Str. 22.„Bürger. blockrcgicruna."— Tcnefcldcr, Viertel: Dcr Gruppenabend fällt aus.— Wilmers- und Mädel."— Britz: Gemcindcfchulr Ehaunerftraße. Ä Uhr llcben des Sprechchors.— Neukölln I: Heim Sander». Ecke bobrechtstraße.„Zölle und gollkämpfe."— Neukölln ll: Heim Bergs, r. 29. lO-Minuten-Referate.— Nrn» kölln tu; Heim Steinmetzstr. 114.„Reichstagssitzung."— Reukölln 13': Heim Noaatstr. 53„Sind Kommugiften berufene Arbeitervertretcr?"— Reukölln 3': Außerordentliche Mitgliederversammlung in der Schule Richardplatz. Erscheinen aller ist unbedingt Pflicht!— Hcrmsdors: Schule Roonstraße, l Tr.„Die Ur. fachen des Weltkrieges."— Rrinickrudorf Ost: Srcbad, Residenzstraße.„Reichs- fchnlgefetz."— Rieberschönbanseu: Schule Blankenburger Str. 70.„Bub und Mädel." Steglitz I: Heim Albrcchtstr. 47.„Eozialismus im täglichen Leben." 4- Serbebezirl Prenzlaner Berg: Oeffrntlichc Kundgebung gegen das Reichs. schulgrfetz am Donnerstag, dcm 15. September, im Altersheim Danziger Str.«2. — Sämtliche Gruppen des Werbebezirks müssen geschlossen«scheinen. Partei- genossen, Iungsozialisten und Helfer dcr Kinderfrciindc sind herzlich ein- geladen. SewkmmiBS 5. ltlass» 29. Preubilch-SSddeollcht tNassen-LvIttrse. Ohne Gewähr Nachdruck»erbdseil Aus jede gezogen» Nummer sind zwei gleich hvh« Gewinne gesallcn, und zwar je eiuer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableilungen I und II 22. Ziehungstog Ii). September iV27 In der Nochniittogitziehung wurden Gewinn« üb», löv M. gezogen 2 Delutun« in 1 0000 M. 282044 2•«Diane iu 5000 M. I>4041 4«rwm», in 300080667 203000 207836 211 150 236792 237332 260777 261619 275240 275966 284933 289216 302650 346360 349024 168•etotan«„»«,300,'> 836 16484 17986 18433 20302 26599 ZZSS2 36574 46791 63800 69364 62963 64840 89774 72496 80651 fZ�i«9.0,8.�7«,94!.24 03901' 1 0633 11 1310 115699 123543 127690 'ZMS JZ2S3 138641 146132 147712 151792 161622 107621 172702 174718 177709 179951 182742 184178 193996 195138 195168 195977 1SV920 202035 206076 209928 221374 224247 224551 227029 236645 238025 241093 246275 251174 261641 255961 257173 259984 263183 267501 267939 269580 273991 274953 282132 282950 283746 264390 288829 238062 293934 299906 303041 Z040I7 304536 306020 315663 317394 318972 326746 329956 332805 23. kwhungstag 12. September 1927 ön der Vormillagiziehung würben Gewinne über Ibv M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 AI. 181767 4«ewinne ju 3000 Al. 01575 275300 234246�30*93 1 s" 2000 � 25,44 6,3,0 92428, 31M3'«dl 43 207727 .. 2« N» 1000 M. 2444 5269 65637 70712 83870 88658 104791 157728 199478 204979 274203 307919 325125 78»-wmn-«n 500 W. 6951 7160 10954 23102 25025 46038 62748 64485 66225 79301 106866 107077 118656 119905 121 191 139503 H6790 160201 161195 161978 179318 195663 196451 220694 224762 3?2520 3?3°25 326881 339015 2561 21 270350 280238 286,62 292209 2°'.7o�'3'.'6«26«°°'lN75°�5�° W» 64291 64390 67876 75060 75779 82023 84225 86435 100591 103607 107648 120054 121616 122859>27675 l 29009 ,31�9 137331 39671 143307 154738 161648 163362 165822 176838 83724 87766 88852 'SOllZ 190806 192567 194722 197872 198069 199652 206602 2? 141 8 215324 216436 215330 215979 219822 220755 226420 227374 234013 235335 235885 236825 238205 244388 245463 246742 247503 24803» 251565 254560 255641 255839 256153 257232 262859 266834 266981 268054 270358 275476 281807 291)063 297312 296271 299895 300028 305784 316673 319619 321820 320816 3464 8 29SVSS 30004° MAEGV Suppen«? Würfeln seit 40 Jahren bewährte Helfer der Hausfrau/ 'lVür&lfür2TeBerI3Pr. Dienstag 13. September 1927 Unterhaltung unü ÄVissen öeilage Ses vorwärts Wmm M/F (Tagebudknotizen eines Heizers. Die nachfolgende Schilderung des Revolutionsausbruchs auf der„Nassau" ist ein wertvoller Beitrag zur Entstehungs- geschichte der Revolution auf der Flotte. Der Mensch im Matrosen und Heizer empörte sich gegen den maritimen Uebermilitarismus und sprengte den blinden Kadaverge- horsam, die letzte Säule des absolutistischen Systems. Nichts von planmätziger politischer Aktion mit revolutionärem Ziel. „Wir wollen keine Revolution, sondern lediglich unsere Menschenrechte," so antworteten die Matrosen der„Rasiau" ihrem Kommandanten. Sie sangen weder die Marseillaise noch die Internationale, sondern als echt deutsche„senti- mentale Eichen" das triviale Sehnsuchtslied«Nach der Heimat möcht' ich wieder" und das ebenso gefühlsmäßig betonte„3ch hott' einen Kameraden". Sie lassen sich die rote Flagge wieder abschwätzen und die Kriegsflagge wieder setzen, um ihren Kommandanten eine Freude zu machen. Ihre Forde- rungen betreffen Essen, Dienst und Urlaub. Die Unverein- barkeit des absolutistischen Systems mit der Respektierung des Menschen im Soldaten verleiht ihrer Bewegung erst revolu- tionären Charakter. Sie, die von ihren Offizieren bis aufs Blut drangsaliert und schikaniert worden sind, bemühen sich, nachdem die Gewalt in ihre Hände übergegangen ist, das Los der Offiziere menschlich zu gestalten. Nichts von Rache und Gewalttot, als ihre Auflehnung gegen den Kadavergehorsam durch die innere Logik der Dinge sich zur Revolution ausge- wachsen hat. Die Schilderung der Einzelheiten ist flüssig und spannend und zeugt von guter Beobachtungsgabe. Daß die Niederschrift am 8. Dezember 1918, also unmittelbar nach den Ereignissen, erfolgt ist. erhöht den Wert der Darstellung. Wilhelm Dittmann. * Die ersten Anzeichen der Gärung in der Marine machten sich bei uns an Bord bemerkbar am Sonntag, dem 2 6. Oktober 1318. Wir hatten ungefähr acht Tage im Trockendock gelegen, da die Backbordwellc ausgewechselt werden muhte. Die letzten Tag« der Woche hieß es, Sonntag solle Kohlenübernohme sein, und gleich im Anschluß daran solle das Schiff in See stechen. Der Sonntag kam heran wie jeder andere Tag. Die Elektriker setzten die Winden an Oberdeck, klar zum Kohlen. Da ich noch einige Arbeiten an den Kohlenwinden auszuführen hatte, blieb ich noch einige Zeit an Oberdeck. In mein« Arbeiten hinein höre ich einen Matrosen zu mir sagen:„3hr könnt die Winden ruhig wieder abbauen, wir kohlen doch nicht."„Wieso," frage ich,„soll kein Kohlen sein?" Antwort hierauf erhalte ich nicht, da er sie anscheinend nicht geben will. Nun, ich denk« mir nichts weiter dabei, in der Annahme, es sei Scherz. Mit meinen Arbeiten bin ich inzwischen fertig geworden und begebe mich wieder unter Deck: hier sagt mir mein Arbeitskollege: ,.L>ör mal, hast du noch nichts gemerkt, die Kulis wollen nicht kohlen." Jetzt sollt mir auch ein, daß die Bootsmaate der Wach« schon zu wiederholten Malen gepfiffen haben:„Antreten auf Kohlenstationenl" mit dem Erfolge, daß sich einige 20 Mann an Oberdeck umherdrücken. Bis Mittag ist jedoch das Kohlengeschirr ausgetakelt worden. Mittags an der Back wird erzählt:„Die Kulis halten sich in der Vorbatterie auf und treten nachher zum Kohlen nicht an." Mit Spannung wird dann auch gewartet auf das Kommando. Die Mittagsruhe ist heraus: der Bootsmaat pfeift:„Alle Mann antreten auf Kohlenstationen!" Als«r in der Borbatterie pfeift— ich befinde mich mit mehreren Kameraden im nächst tieferen Deck—, höre ich, daß er beim Pfeifen überlacht und überjchrien wird. Ein großer Teil der Heizer, die sich in demselben Deck mit mir befinden, laufen hoch. um besser sehen und hören zu können. Ich selbst kann ihnen «cht folgen, da ich beim Geschirrwaschen bejchästigt bin. Der Bootsmaat pfeift ein-, zwei-, dreimal, immer mit dem- selben Erfolg. Höchstwahrscheinlich hat er inzwischen Meldung gemacht, denn jetzt pfeift er:„Alle Mann achteraus!" Niemand rührt sich. Aus einmal sagt einer von denen, die auf dem Nieder- gange stehen:„Der Kommandant ist da." Nach Aussagen hat dieser beim Passieren der Vorbattcrie auf dem Wege nach dem Lazarett, das sich daselbst befindet, gerufen, weshalb niemand „Ordnung!" rufe, wenn er komme. Auf sein« weiteren Fragen, was denn überhaupt los sei und weshalb sie, da doch„Alle Mann achteraus!" gepfiffen sei, nicht auch achteraus gingen, wurde ge- sungen:„Nach der Heimat möcht' ich wieder!" Der Kommandant machte Vorstellungen, sie sollten doch keine Dummheiten machen, er fühle sich als unser Vater, worauf es ihm endlich gelang, die Leute achteraus zu bringen. Ein Ingenieur wies uns auch, unbeachtet des umherstehenden Backgeschirrs(Eh- geschirrs) nach achtern. Auf der Schanz führte der Kommandant ungefähr folgendes aus: „Leute, soeben bin ich Zeuge gewesen eines tieftraurigen, be- schämenden Vorganges. Bis jetzt ist unsere deutsche Flotte noch immer würdig gewesen, ihre Flagge, bei der sie dem Kaiser Treue geschworen, zu führen. Was ich aber eben erlebt, ist der Anfang zum Untergang.(Hierauf folgte sein Bericht über die oben dar- gelegten Vorgänge.) Leute, seid ihr denn ganz und gar von Gott verlasien. wollt ihr uns dem UMergang entgegenführen? Wir haben beim bevorstehenden Friedensschluß unser« Flotte nötig, sehr nötig. Sie ist ein Faktor, der den Feind bestimmen muß, keine unverschämten Forderungen zu stellen. Nochmals, tief beschämend war es, was einige Leute sich heute erlaubten. Ich glaube nicht, daß es die Gesinnung von euch allen ist, und nehme an und hoff«, daß sich solche Vorgänge nicht wiederholen. Ich sage es euch allen und warne euch: Mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln werde ich dagegen vorgehen. Vom Wachtmeister last« ich dos Schiff jetzt durchsuchen, und alle Leute, die dann noch gesunden werden, kommen vor das Kriegsgericht. Zurücktreten. Divisionsweise Mel- dung. Wegtreten!" Ganz in Ordnung ist dann nachher das Kohlen oerlaufen, nur langsamer als gewöhnlich. Sofort nach dem Kohlen wurde los- geworfen und in See gestochen. Aus Wilhelmshavener Reede ging dos Schiff vor Anker. Soviel ich mich entsinnen kann, lag hier das ganze erste Geschwader. Die nächsten Tage oerlaufen ruhig. Am 29. Oktober:„Alle Mann achteraus!" Der Kommandant berichtet, daß gestern nach- nicht gekommen, da der Bursche des Kommandanten des betreffen- den Schiffes nochmals versucht hott«, die Leute zu bewegen, heraus zu kommen unter Hinweis auf die vom Geschwaderchef getroffenen Maßnahmen. Die Leute ließen fragen, ob sie erschossen würden, wenn sie hochkämen. Auf die Zusicherung, daß dies nicht geschehen solle, begaben sich die Leute an Oberdeck, wurden hier einzeln auf die Dampfer gebracht und in Wilhelmshaven eingeliefert. Unser Kommandant knüpfte im Anschluß an sein« Darlegungen wieder Ermahnungen an uns. Die nächsten Tage verliefen ruhig. Am 2. November liefen „Ostfriesland",„Oldenburg".„Posen" und„Nassau" im Kanal ein und legten bei Brunsbüttel an. Am 4. November war bei uns Kohlenübernahm« und nachher wurde seeklar befohlen, so daß von der Besatzung niemand an Land kam. Wie der Kommandant später erklärte, sollt« diese Maßnahme bezwecken, daß wir mit den Leuten an Land, die aufrührerische Gesinnung hegten, nicht in Berührung kommen sollten. Während der Kohlenübernahme wurde erzählt— natürlich nicht öffentlich—, daß die Besatzung des Kieler Geschwaders gemeutert und den Festungskommandanten gezwungen habe, die ihn« überreich- tcn Forderungen des Soldatenrates anzuerkennen. Im Laufe des Nachmittags kamen zwei Matrosen von„Posen" und forderten uns auf, abends zu einer Versammlung an Land zu gehen. In dieser Versammlung sollte ein Beschluß gefaßt werden, laut dessen wir uns mit unseren Kameraden in Kiel solidarisch erklären und unserem Kommandanten dieselben Forderungen überreichen sollten. Dazu kam es jedoch nicht, da, wie oben schon gesagt, durch das Dampf- aufmachen niemand mehr an Land kam. Um S Uhr sagte ein Torpedoheizer zu mir, daß bei uns nicht losgcworfen würde, und falls doch losgeworfen werden sollte, wir nicht durch die Schleuse kämen. Die Schleus« sei von der Matrosen- Artillerie(Landsoldaten) besetzt, die sofort auf uns feuern würde, falls wir doch versuchen würden, durchzukommen. Es solle dann der Soldatenrat zu uns an Bord kommen, uns mit Wassen versehen und bei uns ebenfalls einen Soldotenrat einrichten. Ungefähr um 6 Uhr lief„Posen" aus und kam ungehindert durch die Schleuse. Die„Oldenburg" lief ebenfalls in die Schleuse, koni jedoch nicht hinaus. Von der Schleuse aus, die wie gesagt, besetzt war, wurde die Scheinwerserbedienung aufgefordert, die Schein- werfer zu blenden. Da dies nicht geschah, wurde aus die Schein- werser geschossen, so daß diese geblendet werden mußten. Um Blut- vergießen zu vermeiden, ließ der Kommandant wieder zurück- bugsieren. '--y, mittag van der„Helgoland" und„Thüringen" insgesamt 550 Mann— genau weiß ich die Zahl nicht mehr— gemeutert hätten und von Leuten des Seebataillons abgeführt und nach Wilhelmshaven ge- bracht worden seien. Ueber die einzelnen Vorgänge, die wir von der„Nassau" aus zum Teil selbst beobachteten, berichtete er folgendes: Die Besatzung der beiden genannten Schisse, die annahmen, die Seeoffiziere wollten eigenmächtig vechindern, daß der Waffen- stillstand zum Abschluß komme, und zu diesem Zweck in See stechen wollten, hatte keine» Dampf ausgemacht, das Bugspill zer- stört und so das Schiff am Ankerlichten verhindert. Hier fügte unser Kommandant hinzu: Es sei Blödsinn, etwas derartiges zu machen, da er doch auslaufen könne, indem er die Ankerketten sprengen lassen würde und uns mit Leichtigkeit ins Minenfeld treiben lassen könne. Weiter habe dann der Geschwaderchef, dem die Absichten des Personals mitgeteilt worden waren, einige Dampfer, besetzt mit Mannschaften des Seebataillons, Torpedo- boote und ll-Boote besohlen, die die Schisse, im Falle, daß die Besatzungen tatsächlich meutern würden, versenken sollten. Zur festgesetzten Zeit hatten dann die Leute obige Maßnahmen ge- troffen, sich in der Vorbatterie versammelt. Licht ausgemacht und sich verbarrikadiert. Dein Befehle, an Oberdeck zu kommen, wurde nicht Folge geleistet. Da wurde der Befehl gegeben, auf«in Kommando auf die bezeichnete Stelle des Schiffe» zu schießen. Nach den Ausführungen unsere» Kommandanten ist e» hierzu Als das rückwärtsfahrende Schiff an uns vorbeifuhr, wurden von einem Teile unserer Besatzung Hurras ausgebracht. Der Kom- Mandant rief von der Brücke herab:„Pfui Teufel, auch meine Leute?" Gleich darauf hieß es:„Alle Mann achteraus!" Der Kommandant hielt bei Scheinwerfsrbeleuchtung ungefähr folgende Ansprache: „Leute, als eben dos Schiff„Oldenburg" durch die Schleus« wollte, wurde es von einer Anzahl Leuten, die sich in den Besitz der Schleus« gesetzt haben, beschossen. Der Kommandant van „Oldenburg" ist, um Blutvergießen zu vermeiden, wieder umge- kehrt. Ist es nicht empörend und beschämend, daß ein Kriegsschiff, ein deutsches Kriegsschifs sich das hat bieten lassen müssen? Ich mußte hören, daß ein Teil meiner Leute noch jubelle, weil es den Rebellen gelungen ist, ein deutsches Kriegsschiff am Auslausen zu verhindern.(Hier sängt der Scheinwerfer an, dunkler zu brennen. bis er ganz aus ist. Woran das gelegen hat, konnte nicht festgestellt werden. Es wird behauptet, daß der Kommandant dieses selbst veranlaßt hat.) Der Kommandant, der zu wiederHollen Malen nach dem Scheinwerfer hochgesehen hat, fährt sort:„Das Licht ist aus: gut, es soll sich entscheiden, ob wir die Rebellen und Meuterer bereits in unserer Mitte haben. Wer gegen mich handeln will, der stelle sich auf der Backbordseite auf. Wer mit mir ist, mit dem Kaiser, der gehe nach Steuerbord. Die Rebellen weg von mir!" (Fortsetzung folgt.) I Dienstag, 1S4.27 Staats-Gper | Am pl.d.Republ. Anf. 7'/» Uhr Der Varapyr Biamarcltstr. Turn.lll, AJif.7'/» Wasserträger Sinti. Sdiaaspielii. is««(Lnfticwril 8 Uhr Itassrer Hm Staat). Sdiilierth. Charlottenburg 6 Uhr Ulananw Tbntir-i Ulovplali VoSks�ühne Tb, in Sdüfftaiiiraian 8 Uhr; fieoröe Dandin 8 Uhr ElO WIMM' iraooi. MUMMz Nollendorf 7360 Die September« Vaticit-Revuc C ASIN O-THEATER suhr ibr danüler fiecB Aaetchnr.ldep 1 Gutschein I— t Per». Pauieuil nur 1,1# M.. Sessel nur 1,40 M. BB5E373 1 FEUeRWRKK/ EIMTRiTT 68 PFS. I einschl. 1-C UhrNaclintilians-KeHe» v.| 1 Ituobtn-hind u IZIehre klnlrllt!rel Norden I0J31— 37 7 Uhr 1. Haie; IrailyjD.Cressiila Sduiuslil m ifeikn�in tautd i. Bin RUN lHi«: Heini Hi peft Kammerspiele Norden 10334—37 l'/4U. Ende 10';, U. Ihr Mann Inhiiil m Iwl toilB; Die KomSdie Sismarek 2414/7616 >'/, Uhr. Ende 10«/, Zinsen Komödie von Bernard Shaw Piscatorbühne Ibeat. l Biiludoriplit! Kurförst 2091,"93 8 Uhr üopgla. wir IM! von Ernst Toller nt. Erwin Piscator Mitar. itibroi. «ilikme. Ks». Cr«rt, Crjiuh. Huinunt, IbllRiei. Siu. SUM. Tbeater am Kottbusser Tor Kottbusser Straße 6« Täglich 6 U- u. Sonntagnehm. 3 U. ESite- Sänger In Ihrem Schlag er-Programm I Volkspreise von SO PI. bis 2,10 ,M. Sonntainaehmlttag: Grobs FamlueD-VoriieUiiBd Volles Progr. Kl. Preise v. 40 Pf. b. 1,75 M. CröBf r tbcherfolgi I Re(ch3liallen>Theal4»r Anfang 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Zum SchluB; ein« necbxcii In der Miillcretralic Nachmittags: Halbe Preise, volle* Programm. OönlioH■ B r«MM i Varietä, Konjert, Tanz Berliner Iflk-TriO Meubölln. a» lebBsir.71'76» Grcsszs IdiasspizüiaBS. r&gl. II Ende Dia nsiio CHARELL- Inasenlo* oDff mit Pailenberg RHa Georg Sendow 3ankubn Szdice Szakall Werkmeistsr Wesicrmeler ladüon Svys ßvnkvme Girb Vareerbaal io-6 um- nach LlagnlSz fährt am Sonntag, dem 18. September, früh von dem Fernbahnsteig der Stadtbahn. Abfahrt Bahnhof Friedrichstraße 6.31 Uhr, Schleslscher Bahnhof 6.46 Uhr. Fahrpreist Hin- und Rückfahrt 12 Mark. UavT, ov wird für alle Interessenten am Donnere- ■ UriiCr tag, IS Septbr., abds. 8 Uhr(20Uhr), der GUGULI-3CULTURFBLM mit herrlichen Gartenblldern Im Banketlsaal des„Rhelogold", Potsdamer StraBe 3, vorgefahrt Den erläuternden Vortrag d"u pJÄfi-s:?; Redakteur Eckart Slntrllt frei I SintrStt frei I . Den zarten, buntfarbenen Geroeben nimmt hartes Felben rasch, das Leben. Theater des Westeas Täglich«>;. Uhr: Die Tugendprinzessin Bdli Kürty. Irtkar Bck. Msrliae lirSi lettKr, Uilk Kwii. lein. H. lli»Ub Preise 1.2, 3 M. usw. Lustspielbaus »% Uhr MMMlR" SiMeiKIMM-fMi! VeklleSskäle Achfunq! Tichfmtfi Lmma-Niseter 8 Uhr Der rvle Dskn Irianso-TlikAlsf hvfülicd mgeTixe! o_ 8v, Uhr; � ein (Das Extemporale) Vor*, rahlen(ür Paiketl nur 60 Pf. Ab ts. September; Täglich 9,,. 9 Uhr. Eintritt 1 M. IIHv utl. 1) Jakn, B.Sil M Ih. ia fitoiralspalast Täglich 8'/. Uhr Die neue S1MLEÜ' Wvve Jans Qiiii wer FbUbärmonie x Uhr SINFONIEKONZERT des Philharm. Orch. Olrtj. Prof. 3 Prüwer S. Snf.-hrtkn: Uli Kon. Durdi(lIiüRnlTl Di» Belri«detiite- Zeitsibrtft Sir. 18 isl »rstbienen unh frnngegrnPorikigunz her Ligitnnallnneforl» dt, Bolriedsrals. odmcnnee in unfrrrm Bureau. Zimmer 5. aber nach 4 Uhr Im Zimmer 4 enlgezen genommen»erben totHi] verkllllieasZM tw Am Donnerstag, dem 15. September finden in den betannten Letalen die BracdiisDvertrayensffläGoerkoDfertiDzefl ftat«— Die Uerftnueiiemaonrr. lonfecenj der Stlisacbeitcr unb ber Metall, mit» Stessleerbrebcr sowie •bcehecinncB findet erft am 22. Septbr. statt. Vir Ocfnuermalfunn Bekanntmachung betreffend die vereinfachte Einreichiing der Belege über den Steuerabzug vom Ar. beitslohn für da* Kalenderjahr 1927 (Verordnung de» Reichsminister» der Finanzen vom 2 August 1927). Um es den Ardeitgeb-rn zu ermöglichen, rechtzeitig Borfehrungen für die Ausschreidung und Ablieferung der Steuerad, zugsdefrge zu treffen, wird jchon jegt ivlgendes belannlgegeben: Im Bezirk dr« Landeofinanzemt» Berlin habe» Arbeitgeber, die im Kalenderjahr 1927 den Sle»erad«»g vom Arbeitslohn im all gemeinen Ueverweiiunas» ober Behörde». verfahren nach fifi 42-ö8 der Durchführung». bestimmungen über den SIeuetabzug vom Arbeitslohn vorgenommen habe», dem Finanzamt der BetriebsstS'te Lohnsteuer. ilberwrijungsifstiu nur hinsichtlich der- feniae» Arbeitnehmer efnznsende», dl« im Jahre 1927 Wöhrend der ganzen Oder währe»!) eines Seite« der Beschaitigan; Dauer in einer Scmetnbc»utzeeh« Berlin» ihren Wohvftg batteu. Die SIn- fendung Hot in der Zeit vom 2. Januar bi» 28 Februar 1028 zu erioigen. ßlöher,«ustunit erteilen die Finanz. ämler. die auch die eriorderilchen Vordrucke und Abdrucke der Verordnung vom 2 Au- gust 1987 kostenlos verabfolgen. •etil», den 10. September 1927. Der Priifidr»t de» Landesfinanzamts Berlin. Neue« Theater am Zoo Ur.:!»S>fi jertr SV, Täglich 8'/. StOrsiisdie Beiterkiit! Dral lustige Komödien von Thema Ftose-Thsster 84/, Uhr: Die Fna che« Kofi. assElGiSi� w der OeewnieuOsgt de*.Vorwärts* Und besooder» wlrlua» und Irotidem sekrdMsS! «yWta vor der Reise zurück UUH| �Dr« Emil Hirsch l Sociialant für Herzkrankheiten nthap— hbb König&tratje AI. wkmeboM TiepS-iäüiaöah die Maine iefF€tiiid»aggt-n. sowie der 8 Ad. leilung der SPD. meinen herzlichsten Dank. Si»n»e»Ohr. Verkaufe Peelmai», Zentner 11.50. Shorfattenduzg. Sptetfttafie 84L »ekert, IMPI«olei_____ ienstraK«.»Orden U8. m Es lohnt sich � xwsl ttagan zu steiganl Durch Ersparnis hoher Ladezmiete Qualitätsware äußerst billig: Gardinea, Stares. Bett-, TiscH-uüd Dtvafiöeckeu Qardisteaihaus Alfred Waiter NeiifeölinsSelehowerSt.6 ü. Blase, kein Laden! 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