Nr. 454 ♦ 44. Itchrgasg Ausgabe tk Hr. 231 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennig monatlich 8.— Reich-mnri«oams»ahlbar. Unter Streifband im In. vnd Slurland S.SO Rcichsmarl pro Monat. �er �Borwiirts" mit d«r illustrier. ten Sonntazsbeilog«.Boll und Zeit" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen".„Aus der Filmwelt", .Frauenstimme",.Der Kinder. sreund"..Jugeud-Borwörto",.Blick in die Bijcherwelt" und.Kultur. arbeit" erscheint wochentaglich»wei. mal, Sonntags und Montags einmal. Zelegramm-Adresse: .Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsansgabe ir*"r"»~ � f. Devlittvv VolksvlÄkt Groß-Berli»» lo Pfg. Auswärts 20 Pfg. mit„Volk und Zeit" Anzeigenpreise: Die einspaltig« Nonpareille. »eile M Vsennig. ReNamezeile S,— Reichsmark..Klein» Anzeigen" dos fetigedruckle Wort ZS Bienn!» ttulSssta»wei settoedruckle Worte). Kies weitere Wort 12 Blrnnia. Etcllenacsuchs das rriie Wo't IS Bkennig. iedrs weitere Wort 10 Ps-nnia. Worte Uber IS Buch- stoben»äblen siir zwei Worte, Arbcitsmarkt kicile 50 Bicnnia. Fomilienanzcioen iilr Olbonncnlen licilc 10 Picnnia.. Anzeigenannabmc im!cauv>ge!ck>äii. Llndenstrabc 0. wochentaglich von 5>/z bis l7 Uhr. �entralorgan cier So�ialclemokratifcken Partei veutscklanäs Neöaktion unü Verlag: Serlin EW. öS, Linüenftraße 3 Fernsprecher: Tönhoff 292-297. Sonntag, den ÄF. September 1927 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin EW. SS, Linöcnstr.Z PostschetNontoz Verliu S7 SZG— Bankkovto: Bank der Arbeiter. AngesteSten und Beamten, Waklftr. S5: Diskouto-HescÜichast. Depositenkeffe Livdenftr. S. Die Gktober-�lmnestie. Scheidemann für Begnadigung der Blaufäure-Zlttentäter. Die Vorbereitungen für die preußischen Einzel- begnadigungen anläßlich des 80. Gebui-tstages des Reichs- Präsidenten sind beendet. Wie der„Saz. Pressedienst" erfährt, steht eine groß« Anzahl von Begnadigungen fsür politische uno krimi- nelle Delikt« in Aussicht. Die Begnadigungen jiir politische Delikte erstrecken sich aus Angehörige aller Parteien. Die Be- onadigungcn krimineller Delikte umsassen vormiegend Not- und Affekthandlungen. Die amtliche Publikation der preußischen Gnaden- oite dürfte am 1. Oktober ersolgen. In die R e i chs a m ne st i e, die»nobhängig von den Länder- regierungcn vom Reichspräsidenten erlassen wird, sind var- aussichilich auch die im Jahre 1922 zu je 10 Jahren Zuchthaus ver- urteilten Echeivemann- Attentäter Hustert und O e h l- s ch l ä g c r einbegriffen. Scheidemann selbst hat zu diesem Zweck die Initiative ergriffen und an das Rcichsjiistizministeriiiin folgern des Schreiben gerichtet: ..Nachdem ich gehört habe, daß von meinem Ja oder Nein vielleicht die Begnadigung zweier Menschen, die vor 5 Jahren eineit Anschlag aus mein Leben unternonimen haben, abhängt, beeile ich mich. Ihnen auf schncllslem Wege(per Rohrpost) noch schriftlich zu bestätigen, was ich Ihnen telephonisch bereits gesagt habe: Ich bin durchaus sür die Begnadigung! Als der Prozeß gegen die beiden jungen Leute Ende 1922 vor dem Stoalsgerichtshosf in Leipzig geführt worden ist, habe 16) schon an Gcrichtsstell« erklärt, daß ich an einer harten Beftrasnno der beiden jungen Leute kein Jntereis« hätte, seien sie meiner iesten Ileberzeugung nach doch auch nur Opfer der Hetze, die in .der Preile gegen mich betrieben worden sei. Trotzdem wurden Ochlschlägcr und Hustert zu je 10 Jahren verurteilt. Nachdem . die beiden nahezu die Hälft« ihrer harten>strase verbüßt haben, empfehle ich sie dringend der Begnadigung." Die Reichsamnestie bezieht sich ausschließlich auf Urteile des Staatsgerichtshofs und des Reichsgerichts, wah- rend Begnadigungen in allen anderen Fällen ausschließlich Sache der Landesregierungen ist. Die Rathenau, Mörder sind in die Reichsamnestie selbstverständlich nicht ein- begrisfer. Der KpD.-Koller ües Reichsgerichts. 15 Monate Festung wegen einer Broschüre. Leipzig. 2t. September. �Eigenbericht.) Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts beschäftigte sich am Sonnabend mit einem Literaturprozeß. Es hatten sich wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Vergehens gegen das Republikschutzgesetz der Parteisekretär Karl S ch u l z k c aus Hain- bürg und der Tischler Gustav B r u h n aus Heide in Holstein zu verantworten. Schulzke war der Perleger der Broschüre„?lnti- Nautikus, revolutionäre Matrosen". In seinein Verlag wurden nach dem Verbot der Broschüre noch etwa 1000 Exemplare gesunden. Brnhn hatte einige dieser Broschüren verteilt. Das genügte dem Reichsgericht, um wieder hohe Strascn zu verjllgc». Es verurteilte S ch u l z k e zu 13 Ri o n a t e n F e ft u n g und 300 M. Geld- strae und Bruhn zu 9 Monaten Festung und 100 M. Geldstrafe. Eitler unü Gürtner. Eine Rechtsverletzung des bayerischen Justiz- Ministers. Der ehemalige bayerische Innenminister Dr. S ch w c y c r nennt in seinem bekannten Buche„Politische Scheinverbände" die Truppen- konzcntration Hitlers am 1. Mai 1923 in München ein Vorgehen, das gegen die Vorschriften des Strafgesetzbuchs verstoßen habe. Nach einem Hinweis darauf, daß die Polizei im Einvernehmen mit dem Innenminister damals daraus sofort die skonscquenze» gezogen habe, fährt er fort: „Zu einer gerichtlichen Verfolgung der Sache ist es aber unbcgreislicherwcisc bis zum 8. November 1923 n i ch t gekommen. Die st r a s r e ch i 1 i ch e B e r f o l g n n g der An- gelegenheit Hot versagt. In dieser Sachbehandlnng ist meines Eraihtens hauptsächlich der Grund sür das weitere gesetzwidrige Berholten der Nationalsozialisten zu suchen.... wenn die Zuwiderhandlungen der Nalionalsozialisten am 1. Mai 1923 ihre ver- diente Sühne gesunden hätten, wäre es aller Voraussicht nach nicht zum Umsturzversuch vom S. November I9ZZ gekommen" Nun behauptet die„Frankfurter Z e i t u n g" in ihrer Sonnobendausgabe, daß die Einstellung jenes Verfahrens gegen Hitler und Genossen nicht ein selbständiger Akt der Staatsanwalt- schast war, sondern auf ausdrückliche Weisung des Justizministeriums erfolgt ist. Danach hat also der Justiz- minister oder sein Beauftragter in Widerspruch zu den klaren Bestimmungen der Reichsversassung und der Landesoerfassung der Slaatsanwaltschoft den dienstlichen Befehl zur Niederschlagung des Verfahrens gegen Hitler und Genossen gegeben. Dazu koinnit noch die weitere ausfallende Tatsache, daß ein solcher Besehl erst nach dem Inkrafttreten der Emminger-Lerordnung, also im Frühjahr 1921, gegeben sein kann, woraus sich klar ergibt, daß das Verfahren mit Absicht weit über den 8. November 1923 hinaus verschleppt wurde: denn die Möglichkeit zu seiner Einstellung durch die Staats- anwaltschast war ja eist nach dem Urteil im großen Hitler-Prozeß (1. Avril 1921) gegeben. Hier hat also ganz zweifellos die Aufklärungsarbeit des Unter- suchungsausschiisses des Bayerischen Landtages einzusetzen, der am 5. Oktober zusammentreten wird, um sich mit den Hintergründen des Hitler-Putsches zu beschäftigen. Das Strefemann-Interview. Ausbeutung durch Pariser Hetzblätter. Paris, 21. September.(Eigenbericht.) Selbstverständlich nutzt die Presse der Rechten nach der Tannen- berg-Rede und der Doorn-Botschast auch das Strcsemann-Jnterview aus, um unter völliger Verdrehung der Tatsachen daraus Folgerun- gen auf die Geistesverfassung des deutschen Volkes zu ziehen. So behauptet der„Tcm ps" wider besseres Wissen, daß die Republi- kancr in Deutschland keinerlei Widerspruch gegen die Doorn-Botschast an den Präsidenten der deutschen Republik erhoben. Das Blatt will seine Leser glauben machen, daß die wahren Ziele der deutschen Politik völlig andere seien als die, welche Stresemann in Genf „vorzutäuschen versuche". Genf, 21. September.(Eigenbericht.) Noch einer von hier datierten Meldung der Pariser„Jnsor- mation" soll Stresemann Sonnabend früh erklärt haben, daß sein dem..Matin" gegebenes Interview von der ganzen deutschen Delegation gebilligt worden sei. Dazu ist sestzustellen, daß dem Gen. Breitscheid von einer Besprechung des Interviews in der Delegation nichts bekannt ist und daß er es auch nicht gebilligt hat. öelfort gegen Tannenberg. Pari». 21. September.(Eigenbericht.)' Ministerprästdent Poincare hat in Beifort vor der amerikani- scheu Legion eine neu« Rede gehalten. Er betonte, doh Belfort nach dem Kriege von 1870/71 die Z u f 1 u ch t st ä t t e sür alle gewesen sei. die die d e n t s ch e F r e m d h e r r s ch a f t nicht ertragen konnten. Frankreich müsie stets auf seine Ächerheit bedacht sein; so sehr es auch den Frieden wünsche, so hänge dieser doch mehr vom guten oder schlechten WillendesRachbarn.als von Frankreich selbst ab. Selbst der BöUerbunld.»em leider die Vereinigten Staaten nicht beigetreten seien, könne Frankreich nicht seine voll« Sicher- heit geben. Der Bericht üb« Stresemann? gestrige Rede in Genf steht auf d« dritte» Seite. Sowjetrussische Vertragstreue. Aufstellung eines estnischen Truppenteils im Wehr- kreis Leningrad. Rcvol, 23. September.(OE.) Die Bildung eine estnischen Truppenteils im Leninigradcr Wehrkreise wird von den estnischen Zeitungen als eine Heraus- f o r d e r n n g angesehen. Im Dorpater Friedensvertrag haben sich Estland und die Sowjetunion verpflichtet, die Bildung von Organisationen zu verhindern, die gegen die Staatsordnung des Vertragspartners gerichtet sind. Wenn nun in der Roten'Armee eine besondere estnische Truppe gebildet wird, die in ihrer Fahne, den Unisormsabzeichen(?) usw. ganz ausdrücklich die Ilmwand- lung Estlands in eine Sowjetrepublik als Ziel hinstellt, so müsse das die schwersten Bedenken hervorrufen. bulgarische polizeibeftien. Bcrantwortlich: der„Demokrat" Liaptschcff. Sofia, 21. September.(Eigenbericht.) Das gewalttätige Polizei regime besonÄers in den Provinzorten nimmt trotz oller Proteste der Opposition und Ver- sprechunzen des.Demokratischen" Ministerpräsidenten und Polizei- Ministers L i a p t s ch e ss kein Ende. Das Bauernorgan„Semedelski Sname"(Banernsahne) berichtet von unmenschlichen Grau- sam ketten in verschiedenen Dörfern, gegen politisch unliebsam« Bmiern verübt. So wurden in Rndjinzi vier Einwohner von den Polizisten bis z u r B e w u ß t l o s i g k e i t geschlagen. � Auf den zersetzten Körpern sind Schlagrvunden von 13 Zentimeter Länge und 7 Zentimeter Breite sestzestellt worden. In Bresowo wurde ein Bauer verhafte» und mit Fmistschlägen ins Gesicht traktiert, weil er es gewagt hatte, dem Liaplschess eine Bitte um Ermäßigung einer Gemeindesteuer vorzutragen. » Tschitscherin hat dem Völkerbund mitgeteilt, daß Sowjetruß- land an der Konferenz zur Beseitigung der Ein- und Ausfuhrverbote nicht teilnehmen wird. Abrüsten- Aufrüsten l•< Genf und Tannenberg. Herr Stresemann hat gestern in Gens über dte Abrüstung gesprochen. Man kann dieses Problem gar nicht ernst genug nehmen. Denn gegenüber den Besiegten, die sie zur Abrüstung zwangen, haben die Alliierten durch den Vertrag von Versailles die Verpflichtung übernommen, gleichfalls abzurüsten. Wird diese Verpflichtung nicht er- füllt, dann wird die Bewegung in Deutschland, die zum Auf- rüsten drängt, einen starken Antrieb erfahren, und die Gegner jeglichen Aufrüstens werden in eine schwierige Lage geraten. Hier liegt der Keim zu schweren äußeren und inne- rcn Konflikten. Man hat sich in Genf auf vorläufige vorbereitende For- mein geeinigt. Das weitere soll die allgemeine Abrüstungs-; tonferenz bringen, der man keineswegs mit übertriebenem Optimismus entgegensehen darf. Man setzt wohl die Hoff- nung auf das große Wahljahr 1928, das den Um- schwang zum Bessern bringen soll. Leider aber gibt es Staaten, in denen durch Wahlen nichts geändert werden kann, wie zum Beispiel Italien. Der faschistische Im- perialismus, der dort schrankenlos regiert— Ansätze zu ihm sind in allen Ländern vorhanden—, ist als aufrichtiger Befürworter einer allgemeinen Abrüstung schwer vorsicllbar. Wie immer man das Problem dreht und wendet, immer wieder kommt man zu dem Ergebnis, daß nur ein f e st e r Zusammenhalt zwischen Deutschland und Frankreich die Möglichkeit bietet, den Frieden Europas zu schützen und auch die internationale Wehrsrag? allmählich zu einer vernünftigen Lösung zu führen. « Wer die europäischen Dinge so betrachtet, der muß alles bedauern und alles bekämpfen, was geeignet ist, die deutsch- französische Zusammenarbeit zu stören. Dazu gehören die Kriegsgedächtnis- und Denkmalsfeiern auf beiden Seiten. Dazu gehört vor allem auch die Tannenberg-Rede Hindenburgs vom letzten Sonntag und der Kommen- tar, den Herr Stresemann gestern zu ihr im„Matin" ge- geben hat. Ueber die vielen Reden, die in Genf gehalten werden. hört man oft absprechende Bemerkungen. Man vernimmt den schönen Klang der Worte, vermißt aber die Entschlossen- heit zu entsprechenden Taten. Diese Kritik ist durchaus be- rcchtigt, trotzdem muß gesagt werden, daß die umständlichen Diskussionen von Genf unendlich nützlicher sind als die polemisierenden Reden, die im UmHerreisen zu Denkmals- feiern von Ministern und Staatsoberhäupten gehatten werden. Man spricht so viel, nicht nur in Genf, von der m o r a- tischen Abrüstung, vom Vergessen des Völterhasses, von der Notwendigkeit einer neuen Solidarität. Die Tannen- bergfeier mit ihrem ganzen Drum und Dran hat aber zu einem neuen Aufrüsten der Geister geführt und alte Wunden neu aufgerissen. „Es wird von uns verlangt, daß wir uns als die allein Schuldigen am Kriege bekennen: ein solches Be- kenntnis wäre in meinem Munde eine Lüge. Wir sind fern davon, jede Verantwortung dafür, daß es zu diesem Weltkrieg kam und wie er geführt wurde, von Deutschland abzuwälzen. Die Haltung der früheren deutschen Regierung auf den Hzaager Friedenskonferenzen, ihre Handtungen und Unterlassungen in den tragischen zwölf Iunitagcn mögen zu dem Unheil beigerragen haben, aber wir bestreiten � nachdrücklich, daß Deutschland, dessen Volk überzeugt war, einen Verteidigungskrieg zu führen, allein mit der Schuld be- lastet ist." So sprach der Außenminister des Kabinetts Scheide- mann, Graf B r o ck d o r f f- R a n tz a u an jenem Mai- tag des Jahres 1919 in Versailles, an dem der deutschen Delegation die Friedensbedingungcn überreicht wurden. Das war eine Stunde, in der über die Schuldfragö gesprochen werden muhte, und mit jenen Sätzen wurde, soweit dies in unserer Zeit überhaupt möglich ist, Endgültiges gesogt. Man braucht diese würdige, mutige und bis auf das letzte Pünktchen der geschichtlichen Wahrheit entsprechende Er- klärung nur mit der Kundgebung vom letzten Sonnlag zu vergleichen, um zu erkennen, was Staatsknnst und was da- Gegenteil von ihr ist. * Die geschichtlich denkwürdige Erklärung von Versailles ist fern von jener S-lbstgerechtigkeit, von der die Kundgebung des letzten Sonntag durchdrungen ist. Wäre der Kampf gegen die ungerechte Behauptung von der Allein schuld Deutschlands stets nur zur richtigen Zeit. am richtigen Ort und im Geiste jener Erklärung geführt worden� so wäre man auch in dieser Frage schon weiter. Aber für die letzte Kundgebung war jetzt nicht mehr die richtige Zeit, der Fuß eines Schlachtendenkmals war nicht der richtige Ort, und der Geist, der aus ihr sprach, ein anderer. Vergeblich wird man versuchen, der Welt eine hohenzollernsche Gefchichtslegende als historische Wahrheit zu präsentieren, und auch kein unparteiisches Schiedsgericht würde sie als solche anerkennen. Keine tönende Redensart- kann etwas an der Tatsache ändern, daß die eines zivilisierten Volkes unwürdigen politischen Zustände, in denen Deutschland vor der �erbstumwälzung des Jahres 1918 gelebt hat, zur Ent- stehung der Weltkatastrophe wesentliches mit beigetragen haben. Diese Erkenntnis ist längst schon in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes verbreitet, und wenn draußen der Wunsch besteht, sie möge für Deutschland geistiges All- gemeingut werden, so ist das begreiflich und berechtigt. Darum läßt sich auch das Aufsehen, das die Tannenbergfeier mit ihrer Purifizierung und Glorifizierung der Vergangen- heit erregt hat, wohl verstehen. Jedes Volk hat nach der Katastrophe des Weltkriegs Anlaß zur Selbstbesinnung und Selbsteinkehr, nicht zuletzt das deutsche. Keines sollte sich hinstellen und sagen: Alles, was wir getan haben, war Herr- lich und wohlgetan. » Die Regierung hat die Rede vom 18. September gebilligt, sie trägt also für den Schaden, der durch sie ent- standen ist, nicht nur die formelle, sondern auch die materielle Verantwortung. Die hat denn auch Herr Stresemann mit seinem Interview im„Matin" noch ausdrücklich über- nommsn. Daß er sich dadurch um einen guten Teil des Beifalls gebracht hat, den er sonst für seine gestrige Rede erhalten hätte, wird er selber am meisten bedauern: das ist aber nicht die Hauptsache. Die Hauptsache ist, daß im Ka- binett keine innerpolitischen Konzessionen ge- macht werden dürfen auf Kosten der deutschen Außenpolitik. Der Beschluß des Kabinetts war eine Konzession an die Agitationsbedürfnisse der Deutschnatio- \ n a l e n, die ihren Anhängern einreden, durch den„Kampf k gegen die Schuldlüge" könnten verlorene Gebiete wiederge- wonnen, aufgebürdete Lasten erleichtert werden. In Wahr- heit geht es ihnen darum, die ungeheure unsühn- bare Schuld zu bemänteln, die sie gegenüber dem deut- schen Volke tragen. Sie, die einen geistig nicht normalen Monarchen schalten und walten ließen, ihn in seinem tollen Treiben noch be- stärkten, jeden Abbau des persönlichen Regiments be- kämpften, mit unsinnigen Eroberungsplänen den Krieg ver- längerten und dem blutenden Volk politische Rechte oerwei- gerten, sie sind die wahrhaft Schuldigen an allem, was über das deutsche Volk gekommen ist. f Zersetzungsmanöver. RZ?B.-Spitzelei beim„Reichsbanner". Nachdem die kommunistischen Versuche, in sozialdemo- kratischen Organisationen und bei der Sozialistischen Arbeiter- jugend durch Spitzel Zellenbildung zu treiben, endgültig mißglückt find, soll zur Abwechslung wieder einmal das Reichsbanner daran glauben. Vor uns liegt eine Anweisung, die von der Bundesführung des„Roten Frontkämpferbundes" an„alle Ortsgrupen" hinausgegeben wurde. In ihr wird u. a. versichert,„daß die F ü h r u n g c n i n fast allen Gauen nach dieser Richtung hin voll- kommen versagt haben". Trotzdem werden die „versagenden" Führungen wieder einmal aufgepumpt. Auf nicht weniger als zwölf eng beschriebenen Schreibmaschinenseiten wird den Roten Front- kämpfern eingebläut, mit welchen Schlichen und Pfiffen sie sich an sozialdemokratische Arbeiter im Reichsbanner heran- pürschen sollen, um„die Opposition im Reichsbanner zu ver- stärken". Unter anderem wird den Roten Frontspitzeln emp- fohlen, den sozialdemokratischen Arbeitern vorzureden, der Die Philosophie öes„Ms ob". Don Dr. Lily Herzberg. � Heute begeht Hans Vaihinger feinen 7S. Geburtstag— ein Philosoph, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Sohn eines schwäbischen Pfarrhauses, im Tübinger„Stift" er- .Zogen, jener berühmten Anstalt, die die Tradition an so viele große Namen lebendig erhält, welche durch sie hindurchgegangen sind: Schelling, Hegel, Hölderlin, Strauß, Vischcr, Aeller und andere. Die ethisch-the istische Atmosphäre Tübingens verband sich mit dem frommen Milieu seines Elternhauses, um in dem Jüngling jene religiös« Grundstimmung zu erzeugen, die den Philosophen bis zum heutigen Tage erfüllt, trotzdem er wie wenig« dazu beigetragen hat, tote Puchstabengläubigkeit und Frömmelei zu brandmarken. Unter dem Einfluß von Herders„Ideen zur Geschichte der Menschheit" wandelte sich sein Theismus unmerklich mehr und mehr zu einem naturbegeisterten Pantheismus, der durch die Darwinsche Abstammungslehre kaum noch wesentlich vertieft werden konnte. Den Gegenpol zu diesen Einflüssen bildete der Idealismus Platos, dessen Mythen in ihm schon früh den Keim legten zur Ahnung dessen. was er sehr viel später mit dem glücklichen Namen der„Philosophie des„Als ob" bezeichnet hat. Stark beeinflußte ihn zu jener Zeit auch Schiller, mit dem er sich durch alte famkliäre Bande ver- bunden fühlte: sein Ururgroßvater, Pros. Balthasar Haug, war Schillers Lehrer, dessen Sohn, der Epigrammdichter Friedrich Haug, sein Freund gewesen. So versteht man, daß der Eindruck mancher Schillerscher Berse sich ihm unauslöschlich einprägt«, wie etwa die philosophischen Worte, die geradezu zur Grundlage seiner Philo- sophie wurden:„Nur der Irrtum ist das Leben und das Wissen ist der Tod." Kant und Schopenhauer bezeichneten die nädäten großen Marksteine auf Vaihingers Entwicklungswege. Bei Kant war es die kühne Lehre von der Idealität des Raumes und der Zeit, die ihn besonders bewegte, die Auffassung also, daß dies« nicht an den Dingen hasten, sondern menschliche Zutaten sind, und zwar unbedingt notwendige Zutaten, ohne die wir keinerlei Erfahrung machen können. Was ihn an Kant ober am meisten packte, das war dessen berühmte und berüchtigte Antinomien- lehre, die Entdeckung von den Widersprüchen, in die das mensch- liche Denken sich verstrickt, sobald es den Pfad der Metaphysik be- tritt. Dazu kam dann noch das Kantische„Primat von der praktischen Vernunft": das Handeln entscheidet, nicht das Denken. Nicht vergessen werden darf-der Einfluß Schapen- Hauers. Insbesondere wirkte auf Vaihinger dessen Lehre, daß der menschliche Verstand nur i,m Dienste des Willens stehe: Das ur- sprüngliche Mittel allerdings wird Selbstzweck. Auch in Baihingers Aufzeichnungen jener Zeit(etwa in den Iahren 1872 ff.) findet immer wieder das„Gesetz der Ueberwucherung des Mittels über den Zweck" Erwähnung. Dieses Gesetz wurde auch das Gesetz seines eigenen Lebens. Durch den Tod seines Vaters zu einer einträglichen Beschäftigung gezwungen, übernahm Vaihinger den Auftrag des Stuttgarter Ber- legers Spemann, einen Kant-Kommentar zu schaffen. Dieser sollt« nur Mittel zu dem Zwecke sein, ihm dt« materielle Basis zu sicher» Kurs der Reichsbannerführung gehe dahin,„das Reichs- banner als Prätorianergarde gegen die Arbeiter- schaft auszubilden, ohne sich dabei mit dem Stahlhelm oraani- satorisch zu verschmelzen�. Ganz offen wird den Gau- leitungen des RFB. der Zweck der Spitzelarbeit dargelegt: „Die ollgemeine Aufgabe des RFB. ist die B e f ch l« u n i g u n g der Zersetzung im Reichsbanner durch ein« richtig« Politik, die Vertiefung und Berfchärfung der Gegensätze zwischen Reichsbanner- sührung und Mitgliedermassen zwecks Loslösung möglichst großer Teile der Arbeiter im Reichsbanner und ihrer Gewinnung für den RFB." Das größte Bedenken hat jedoch die Führung des RFB. vor der Aussicht, daß die Sozialdemokratie eines Tages eigene Selbstschutzorganisationen gründen könnte. Deshalb wird schon im voraus angeordnet, daß gegen diesen mög- licherweise entstehenden Selbstschutz„ein entscheiden- der Kampf geführt" werde! Reben dieser zwölfseitigen Anweisung zur Zer- setzungsarbeit im Reichsbanner liegt uns noch eine nicht weniger als 22 Schreibmaschinenseiten umfassende Denkschrift vor, die gleichfalls von der Bundesführung des RFB.(Ressort Gegner) an alle Ortsgruppen und Abtei- lungen gerichtet ist und Material bietet, nach dem die RFB.-Spitzel andere Verbände und Parteien zu bekämpfen haben- Beide Schriftstücke zeigen, daß die besoldeten Se- kretäre der Kommunisten auch im RFB. nichts anderes zu tun haben, als Denkschriften zu verfassen. Die Ver- geblichkeit ihrer Zersetzungsbemühungen mußten sie wieder- holt öffentlich anerkennen. In solchem Falle helfen sie sich damit, eine neue Anweisung zu verfassen, die die vorigen noch um einige Kilometer überragt. Inzwischen empfinden aber die einfachen Funktionäre in den Ortsgruppen und Gauleitungen immer deutlicher, daß all die Anweisungen und Denkschriften nichts anderes als das Eingeständnis völliger politischer Pleite enthalten. Ihr Eifer vermindert sich in demselben Verhältnis, in dem die Anweisungen sich auf dem Papier verlängern. Sozialdemokratische Arbeiter innerhalb und außerhalb des Reichsbanners lassen sich durch die von der Kommu- nistifchen Zentrale und dem RFB. ausgehaltenen Spitzel weder verführen, noch imponieren. Sie lachen sie ein- fach aus! Die Sozialpolitik üer Gemeinden. Preußischer Städtetag. A. S. ZNagdcburg, 24. September.(Eigenbericht.) Die Mitgliederversammlung des Preußischen Städtctages, über deren Hauptreserate wir bereits gestern berichtet haben, war eine starke und eindrucksvolle Kundgebung für die soziale Arbeit der Gemeinden. Mit erfreulicher Klarheit betonten sämtliche Redner nicht mir.die Notwendigkeit einer gesunden und umfassenden Betätigung der Gemeinden zur Behebung der sozialen Notstände auf allen Gebieten, sie wandten sich dabei auch gegen die von manchen Kreisen des Unternehmertums noch immer vertretene Auffassung. als ob sich diese Sozialpolitik wirtschaftlich n i.ch t rentiere. Zwar brauchte man an sich Nicht danach zu fragen, denn es ist un- bestreitbar richtigQiäd es wurde auch von Rednern verschiedener Richtungen betont, daß nicht die Maschine, sondern der Mensch der Zweck des Wirtschaftens sei. Aber die Unternehmer mit ihren fortwährenden Klagen über die soziale Belastung und über die angebliche Verschwendung der Gemeinden gerade auf diesem Gebiete haben eine deutliche Erwiderung heraufbeschworen— und sie wurde ihnen auch zuteil durch die berufenen Träger kommunaler Selbsthilfe und die besten Kenner der sozialen Verhältnisse in den Großstädten. Besonders das warmherzige Referat der Genossin Luise Schroeder- Altona bedeutete einen Höhepunkt in diesen durchaus sachlichen Berawngen, zumal es auch auf die engen Zu- zur Weitersührung seiner eigenen Philosophie, deren Grundgedanken er in seiner Habilitationsarbeit im Jahre 1876 bereits niedergelegt hatte. Aber es kam anders. Die Beschäftigung mit dem Kant- Kommentar führte 18S6 zur Begründung der Zeitschrift„Kant- ftudien". Das Mittel überwucherte den Zweck: der Kant-Kommentar trat zurück hinter den neuen.Kantstudien". Als man 1964 den hundertjährigen Todestag Kants feierte, schien es unabweisbare Pflicht, zur Förderung der„Kantstudien" eine Kant-Ttiftung ins Leben zu rufen und zu deren Förderung wiederum die Kant- g es ellschaft. Sie nahm' alle Zeit in Anspruch, wurde wahr- Haft zum Selbstzweck, hat dafür aber auch fast so wie die„Philo- sophie des„Als ob" dazu beigetragen, den Namen ihres Begründers bekanntzumachen. So kam es, daß erst im Jahre 1966 die stärker werdende Kurz- sichtigkeit des Philosophen, die ihn nötigte, die ihm ans Herz ge- wachsen? Lehrtätigkeit aufzugeben, ihn zu der eigenen Arbeit zurück- finden ließ. Nach 2? Iahren wurde das alt« Wert wieder auf- genommen. Im Jahre 1911 erschien sein Hauptwerk, das nun erst in dieser Fassung den Namen der„Philosophie des Als ob" erhielt, unter dem es siegte. Erst jetzt war die Welt reif für dieses Wert, dem indessen ähnlich gerichtete Bestrebungen der deut- schen Positivisten, wie Avenarius und Petzold, der amerikanisch- englischen Pragmatisten, wie James und C. F. S. Schiller, und ganz besonders die Philosophie Nietzsches den Boden bereitet hatten. Die Vaihingerfche Philosophie behauptet, daß die Fiktionen be- muht falsche Annahmen sind, mit denen wir arbeiten,„als ob" wir an sie saubren, und daß wir mit diesen biologisch nützlichen Annahmen, trotz ihrer Falschheit, wichtige Ergebnisse erzielen auf allen Gebieten des Wissens und des Lebens. Hier liegen noch so reich« und vielfältix« Anregungen verborgen, daß wir dem greifen Philosophen, dessen Geburtstag heute von Atchängern und Freunden vieler Nationen gedacht werden wird, nur wünschen können, daß er noch recht viele von ihnen sich erfüllen sieht. Um den Schädel Schillers. Die„Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland" regte an, den seinerzeit von dem in Weimar geborenen Tübinger Anatomen Professor Froriep ge- fundenen Schädel Schillers, über dessen Echtheit sich die Meinungen vor Iahren stark erregten, in dem wieder aufgebauten Kassengewölbe beizusetzen. Daraufhin geht ihr jetzt«in Schreiben der Witwe Frorieps zu mit dem Porschlag, neuerdings bei der großherzog- lichen Familie um die Erlaubnis zur Oeffnung des Schillerschen Sarges nachzusuchen. Wie Frau von Froriep mitteilt, oerschloß sich der damalige Großherzog Wilhelm Ernst den Gründen Frorieps nicht, daß der von ihm gefundene Schädel der Schillers sei, doch widerstrebte es ihm, das Grab in der Fürstengruft, das sein Ahnherr und Goethe geschlossen hatten, zu öffnen und die Gebeine Schillers auszuwechseln. Er ordnete daher an, daß die nunmehr als richtig erkannten Gebeine Schillers in einen Holssarg gelegt und gleichfalls in der Fllrstengruil beigesetzt werden sollten. Würde jetzt bei einer Oeffnung des Schillerschen Sarges in der Fürstengruft durch Nach- Messungen festgestellt, daß die Annahme Frorieps zutrifft, so könnte man dem echten Schillerskelett den Platz in der Fürstengruft geben und dem lang« währenden Meinungsstreit ein Ende machen. sommenhange der Gesundheitsfürsorge, der Bolkskultur und de« Wohnungsbaues einging und so die enge Verbindung zwischen der materiellen Notlage der arbeilenden Tsiassen und den daraus entstehende» Gefahren: für das gesamte Volkswohl aufzeigte.— Nicht unwidersprochen blieb in der Debatte die von der Genossin Schroeder mit großer Bestimmtheit ausgestellte Forderung. daß sich die private Wohlfahrtspflege der behördlichen unbedingt einzuordnen habe. Daher nahm als Sprecher der Sozialdemokratie Genosse G ö r l i n g e r- Köln das Wort, um zu betonen, daß eine rationelle Wohlsahrtspflege nur durch den ent- scheidenden Einfluß der öffentlichen Organe möglich sei. Gegen die Versuche privater Wohlfahrtsvereinigungen, sich selbständig zu etablieren, müsie man um so stärker Stellung nehmen, als ja auch die freie Wohlfahrtspflege in erheblichem Wahe van den Gemeinden finanziert wird. Das Nebeneinanderarbeiten der Sozialversicherungen und der Gemeinden könnte beseitigt, die Zusammenarbeit wesentlich gefördert werden, wenn die Versicherten mehr als bisher zur M i t b e st i m- m u n g über die Berficherung herangezogen werden. Gute Erfolge hat man bei der Zusammenarbeit der Stadt mit den Versicherungen! in Köln erzielt, wo es gelang, eine gleichmäßige Gesundheitsfürsorge. für die Kinder der Versicherten und der Nichtoerstcherten zu gewähr-- leisten. Man müsse mit den geringen Mitteln, die zur Verfügung stehen, so rationell wie nur irgend möglich umgehen und jede Doppelarbeit vermeiden. Allerdings muß in der heutigen Zeit jede Sozialpolitik unzulänglich bleiben, die an die Ursachen des sozialen Elends nicht herankommen. Und das ist nur möglich, wenn. die Gesellschaftsordnung, in der wir stehen, abgeändert wird. Deshalb müsse jeder Sozialpolitiker dazu kommen, eine Umgestaltung der heutigen Gesellschaftsordnung zu fordern. Nach einem Zwischenspiel— die Kommunisten versuchten wieder einmal durch einen ihrer demagogischen und sachlich zum Teil sogar längst überholten Anträge die gemeindliche Sozial- Politik zu diskreditieren— wurde der von ihnen gestellte Antrag' dem Hauptvorstand überwiesen. In seinem Schlußwort appellierte Oberbürgermeister Bracht-Essen noch einmal an die ZNilarbell der Frauen bei der Bekämpfung der sozialen Not und hob hervor, daß man den Wert der Sozialpolitik nicht nur von der ethischen, sondern auch von der wirtschaftlichen Seite beurteilen müsse. Selbst unheil- bar Kranke sterben nicht, ohne lange Zeit hindurch Herde neuer Krankheiten zu sein. Die Gesund.heitsfürsorge bedeute für uns also praktisch eine E n t l a st u n g von größeren Verpflich- tungen, die eintreten, wenn neue Krankheitsfälle vorkommen. Diese Ausführungen deckten sich weitgehend mit den Feststellungen des Berliner Stadtmedizinalrats Dr. von Drigalski, der gezeigt hatte, daß die Kosten der Seuchenbekämpfung durch eine Steigerung der Leistungen wesentlich herabgesetzt werden können. Die ganze Veranstaltung war eine Kundgebung für den Wert und die Notwendigkeit der Sozialpolitik der Gemeinden gegenüber allen Anfeindungen profitwirtschaftlich eingestellter Unternehmer und gegenüber den Hemmungen finanzieller und verwaltungsmäßiger Art, die durch die Politik übergeordneter Behörden oder durch die verschieden geartete Entwicklung der einzelnen Zweige der Sozial- Politik entstanden sind und zum Teil entstehen mußten. Oer kommunalpolitische Neichstagsausschuß. Die zahlreichen Beschwerden der Städte und Gemeinden dar- über, daß ihre Interessen in der Reichsgesetzgebung nicht genügend Berücksichtigung finden, hoben bekanntlich auf dem Deutschen Städte- tag im Vordergrund der Beratungen gestanden. Reichstagspräsident Genosse Löbe hat nun in einer Rede einen ersten Schritt dazu an- gekündigt, um die Verbindung des Reichstags mit den Gemeinden enger zu gestalten. Er wird sich dafür einsetzen, daß ein kam- munalpolitischer interfraktionetler Ausschuß im Reichstag gebildet wird, der dann natürlich die?lufgabe hätte, die von der Regierung eingebrachten Borlagen daraufhin zu prüfen, welche Folgen sich aus ihnen für die Gemeinden ergeben. Dieser Vorschlag wurde von den Mitgliedern des Städtetage» sehr bei- fällig aufgenommen. Lebt Anastasia! Das Volk, soweit es— frei von roten Giften Auf schlichte llntertanentreue hält, Sieh! neuerdings durch Riesenüberschriften Vor eine Lebensfrage sich gestellt. Lebt Anastasia? Ward sie umgebrungen? Entkam sie? Starb sie? Blieb sie unversehrt? Serviert� wird dies in fünfzig Fortsetzungen Mal so'rum— mal auch wieder umgekehrt. Hugenbsrgs„Tag" ließ erst sie auferstehen. Als dos Interesse abzuflauen droht', Da schlug er wieder— hastenichlgesehen!— Mit der Enthüllungsserie ö sie tot. Aus der Prinzessin wurde— welch« Pleite!— Eine betrügerische Bauernmagd. Daun warf der„Tag" den Knochen aus die Seit«, Er hatte sich daran gesund genagt. Doch, ach, die Konkurrenz las auf den Knochen. Längst war das Fleisch noch nicht hinweggepolkt. „Der„Tag" von Hessens Großherzog bestochen", Posaunt die„Rundschau" aus.(Fortsetzung solgt.) Wie findet sich zuvecht in dieser Wirrnis Des Untertanen gläubiges Gemüt? Ahnt er, daß unter der Romantik Finns Auch hier nur dos Geschäftsinteresse blüht? Denkt er daran, wie schwer sein eig'nes Leben, Und jene Frau— ist sie ihm Hekuba?— Er hat mit Herz und Hand sich hingegeben An das Problem: Lebt Anastasia? Mich, von Lindenhecken. Eine Schule auf Rädern. Eine neu« Art des geologischen Unter- richts führte die Princeton-Universität in ihrem Sommerkurs für Geologie durch. Man richtete einen Pullman-Wagen für Zwecke des Unterrichts, als Schlaf-, Eh- und Erholungsräum ein, der die Schüler durch ganz Kanada führte. Bei Tag wurden die geologisch interessanten Ort besucht und Vorlesungen gehalten und in der Nacht bracht« der Zug die Teilnehmer an die Stätte ihrer nächsten Unter- suchungen. Sprech- and Lewegunaschor der Volksbühne. Bei den Vorführungen diese» Tbores. die im Rahmen der AuSitellung.Da» junge Deulschland" in der oorigen Woche stottsanden, muhten Hunderte von Besuchern wegen NeSersüNung wieder ninkehren. Infolgedessen wird die Vorsübrung am Dienstag, dem 27. Seplembrr, abends 7 Uhr, im Rahmen der Au»ftellunz wiederholt. vle erite Zazz-Oper in Berlin. Die Berliner Premiere der ersten Ja,,. Oper, die komponiert wurde:.I o n n y I v i e l t aus" von Ernst»rcnek, findet im Rahmen einer Festvorstellung de» Berein«.Berliner Pres«" im» S. Oktober in der Städtische» Oper statt. Zälschenüe Offiziere. Kriechen vor Wilhelm II. und verleumde« den ..Vorwärts". Der davongelaufene letzte Kaiser hat uns durch die Taktlosigkeit, mit der er sich zur Verkündung seines nicht mehr zweifelhaften Ruhmes in die Tannenbergfeier eindrängte, gezwungen, uns nach längerer Zeit wieder einmal mit seiner Person zu beschäftigen. Wir haben zu seiner Kennzeichnung bekanntes Akten Material und den Artikel eines deutschnationalen Reichstagsabgeord- neten benutzt. Gegen unseren Aufsatz wendet sich nun der sog. „Nationaloerband Deutscher Offiziere" mit einer Kundgebung, in der er nichts widerlegt, aber die„Verdienste" Wilhelms II. um die Armee feiert. Ueber diese„Verdienste" mag er sich aus den Memoiren W a l d e r s e e s u. a. belehren lassen. Der NDO. wärmt bei dieser Gelegenheit die alte Lüge auf, der„Vorwärts" hätte während des Krieges seinen Willen aus- gesprochen, Deutschland solle seine Kriegsflagge für immer streichen, ohne sie das letztemal siegreich heimgetragen zu haben, er hätte also Deutschlands Niederlage gewünscht. In Wahrheit hat der„Vor- wärts" während des Krieges alles getan, um eine Niederlage Deutschlands zu vehindern. Als die Blindheit der Regierenden Deutschland trotzdem in die Niederlag« getrieben hatte, brachte er einen Aufsatz des Inhalt»: Wenn dieser für Deutschland verlorene Krieg, wie es der feste Wille der Sozialisten sei, der letzt« sein solle, dann mühten auch die Alliierten dem deutschen Voll« billige Friedensbedingungen gewähren. Aus einem Aufsatz, der die Entente davor warnte, über Deutsch- land einen Rachefrieden zu verhängen und damit Reoanchegefühl« zu erwecken, hat man einen Wunsch des„Vorwärts" heraus- destilliert, Deutschland solle im Kriege unterliegen. Wir haben dieses Fälfcherkun st stück gleich das erstemal, als es uns begegnete, enthüllt. Es entspricht aber ganz den Gepflogenheiten des man- archistischen Offiziersverbandes, wenn er sich seiner trotzdem bedient. politischer Seleiüigmtgsprozeß. ».Sächsische Staatszeitung" gegen..Dresdener Volks- zeitung". Dresden. 24. September.(Eigenbericht.) Im Mai d. I. stand im sächsischen Landtag die Frage zur Ent- scheidung, ob das Mandat des kommunistischen Abgeordneten E w e r t, der in den sächsischen Landtag gewählt worden war und der in den Prozeh gegen die kommunistische Zentrale oerwickelt ist, gültig" sei. Damals erklärte der der Alten Sozialdemokratischen Partei angehörende Abgeordnete B e t h g e, der Chefredakteur des Regierungsorgans, der„Sächsischen Staatszeitung", ist, im Gespräch mit dem kommunistischen Abgeordneten Renner, wenn die kommunistische Partei gegen sein Gehalt als Redakteur der„Staalszeitung" stimmen würde, dann würde es ihm doppelt schwer fallen, seine Fraktion, also die ASPS., dafür zu gewinnen, dah sie für die Gültigkeit der Wahl Ewerts stimme. Dieses Verhalten Bcthges war in der„Dresdener Volks- zeitung" als ein politischer Erpressungsversuch be- zeichnet worden. Als einziger möglicher Milderungsgrund für dieses Verhalten konnte nur in Frage kommen, dah Bethge geistig nicht intakt sei. Es wurde dann weiter ausgeführt, die Regierung müsie Vethge auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Unter keinen Umständen dürfe er Redakteur der„Sächsischen Staatszeitung" bleiben. Wegen dieses Artikels hatte Bethge gegen den verantwort- lichen Redakteur der„Dresdener Dolkszeitung", den Genossen Sachs, Privatklage erhoben, über die am Sonnabend vor dem Amts- gericht Dresden verhandelt wurde. Die Verhandlung führte zu einem für Bethge wenig angenehmen Ergebnis. Die Anklage stützte sich auf die ZZ 18? und 186 StrGB. Wie sich aus der Urteils- begründung ergab, stellte sich das Gericht auf den Standpunkt, dah der Wahrheitsbeweis für den Vorwurf des politischen Cr- presiungsversuchs als geführt anzusehen sei. Genosse Sachs wurde lediglich wegen formaler Beleidigung nach§ 18? StrGB. zu 450 M. Geldstrafe verurteilt. das englische Dominium Ungarn, Auslieferunfl der Elektrowirtschaft— Gegenleistung für die Rothcrmcre-Aktion? Auf Wunsch der sozialdemokratischen Gemeinderatsfraktion wurde der Budapester Gemeinderat zu einer auherordent- lichen Sitzung einberufen, in der Genosse Karl Peyer die Ge- Heimnisse der sogenannten Talbotschen Elettrizitöts- zentrale zur Sprache brachte. Es handelt sich da um ein ungeheures Geschäft, durch welches die Stromversorgung Budapests und, nach der geplanten Elektrifiziening der Staatsbahnen, auch die Versorgung des Landes einer englischen Finanzgruppe übertragen werden soll. Die Regierung Bethlen hat, ohne den Gemeindsrat, sogar ohne den Magistrat zu befragen, mit der Talbot-Gruppe«inen Vertrag abgeschlossen, demzufolge die Engländer der Regierung eine Anleihe von 72 Millionen Goldkronen(4 85 Pf.) zur Errichtung einer Stromversorgungszentrale geben sollen, die diese englische Firma erbauen und betreiben wird. 40 Prozent der übrigens sehr hoch verzinslichen Anleihe sollen nicht in Dargeld, sondern in Waren, Maschinen und Industrie- a r t i k e l n gegeben werden. Unser Redner sagte, daß solche Waren- anleihen heute nur Kolonialvöltern aufgezwungen werden. Dabei ist die ungarische Elektroindustrie eine der bestentwickeltcn des Landes und durchaus konkurrenzfähig. Obendrein ist die neue Stromversorgungsanstalt gar nicht notwendig, denn die G e m e i n d e Budapest hat in Kelensöld eine nach den neuesten Methoden ein- gerichtete elektrische Zentrale, die Budapest und Umgebung mit Strom versorgt und die nach entsprechendem Ausbau auch die Eick- trifizierung der Staatsbahnen durchführen könnte. Die Regierung Hot aber ohne Befragung Budapests das Geschäft abgefchlosien und droht durch ihre Konkurrenz das städtische Werk zu ruinieren. Großes Aufsehen machte die Mitteilung Peyers, daß die Talbot- Gruppe denselben Antrag früher Rumänien gemacht hatte, aber so- gar die kurrupte rumänisch« Verwaltung hat es nicht gewagt, ein solches Geschäft abzuschließen. Als Peyer erklärte, dah das Talbot-Geschäft die Gegenrechnung für die Rolhermerc-Akllon sei, wurde er von der Mehrheit mit Schimpfworten über- schüttet— man rief ihm zu:„Gehen Sie nach Prag, dort halten Sie diese Rede!" � und vom Bürgermeister zur Ordnung gerufen. Um welchen fetten Bisten es sich da handelt, geht unter anderem auch daraus hervor, dah der Vertrag die Gemeinde zur Uebernahme von 130 Millionen Kilowatt Strom zum Preise von fünf Goldhellern verpflichtet. Als Sgchverständige die Unmöglichkeit dieses Preises bewiesen, ging die Talbot-Gruppe auf 3,4 Goldheller herunter! Das englische Panama ist aber noch obendrein mit einem ungarischen verknüpft. Die Allgemeine Kreditbank(das Haus Rothschild) ist der ungarische Vertreter der Talbot-Gruppe Nun hat die Regierung beschlossen, die Zentrale nicht in Budapest, sondern in Banhida, 80 Kilometer weit von der Hauptstadt, erbauen zu lassen, weil die Allgemeine Kreditbant dort ein Kohlend erg. Stresemanns /lbrüstungsreöe. Das Verbot des Angriffskrieges angenommen. Genf. 24. September.(WTB.) In der heutigen Nachmittagssitzung der Dölkerbundsversamm- lung hielt Reichsauhenminister Dr. Stresemann zur Ab- rüstungsfrage folgende Rede: „Als ich die Ehre hatte, vor dieser Versammlung in den ersten Tagen unserer diesjährigen Session zu sprechen, habe ich in meinen Ausführungen auf die außerordentliche Bedeutung hingewiesen, die dem Problem der Abrüstung zukommt. In Uebereinstimmung mit anderen Rednern dieser Hohen Versammlung bin ich der Auffastung, dah in dieser Frage eines der Kernprobleme des Völkerbundes liegt. In sachlich mächtigen Worten ist der Welt oerkündet worden, dah der durch den Weltkrieg herbeigesührten Ab- rllstung derjenigen Staaten, die sich den Friedensbedingungen ihrer Gegner unterwarfen, die freiwillige Beschränkung der Rüstungen anderer Völker folgen würde, um die Völker von dem Albdruck der Furcht, des Haffes und des Mißtrauens zu befreien und eine Entwicklung anzubahnen, die in friedlichem Wettbewerb die höchste Entwicklung der menschlichen Leistungen gewährleistet. Der Völkerbund wird in der Weltöffentlichkeit danach beurteilt werden, wie er sich mit diesem Problem auseinandersetzt und wie er Worte, die eine Erlösung bedeuten sollten, in die Tat um- zusetzen oermag. Es ist deshalb verständlich, daß die Erörterungen dieser Sestion um die Gedanken der Abrüstung und der Sicherheit der Völker sich bewegen. Deutlich trat in der Debatte das Empfinden der Ver- fammlung hervor, dah der Völkerbund infolg« dieses Problems geradezu in ein kritisches Stadium seiner Entwicklung ein- getreten ist, daß er sich entscheiden muß, ob er einer wirklich srucht- bringenden Zukunft entgegengeht. Zwei Grundsätze scheinen sich zunächst gegenüberzustehen. von Deutschland ist stets mit Rachdruck die Aussastung vertreten worden, daß es nicht angängig fei, den Deginn der allgemeinen Abrüstungsaklion noch von der Schassung neuer Sicherheiten abhängig zu machen. Das war auch der ganz eindeutige Standpunkt, auf den sich die Versammlung in ihrer vorjährigen Resolution gestellt hat. Demgegenüber schien sich neuerdings die Ansicht geltend zu machen, dah neue Garantien aus dem Gebiete der Sicherheit die Voraussetzung für den Beginn der Abrüstung bilden müßten. So ist es erklärlich, daß in der Oeffentlichkeit vielfach der Eindruck entstand, als ob der Völkerbund durch das Entwaffnungsproblem in eine gefährliche Sackgasse geraten sei. Ich begrüße es deshalb, daß es seitdem in schwierigen Ver- Handlungen gelungen ist, den Weg zur praktischen Arbeit freizulegen. Ich bedauere es nicht, daß in diesen Verhandlungen die Geister aufeinanderplatzten und daß man, statt die Zeit mit schönen Kompli- menten zu vertreiben, in klarer Ausarbeitung des Standpunktes der einzelnen Länder, miteinander in Kampf und Streit gelegen hat, bis man zu einer Einigung gelangte. Denn ich bin überzeugt, daß der Völkerbund um so mehr praktische Arbeit leisten wird, je freier und ungehemmter naturgemäße, in seiner Zusammensetzung liegende Verschiedenheiten der Auffassung nach Ausdruck ringen und ziiin Ausdruck kommen. Runmehr haben wir in der vom Herrn Derichkerstalter zuletzt vorgetragenen Resolution ein Programm vor uns, in dem die beiden Grundsähe der Abrüstung und der Sicherheit zueinander in das richtige Verhältnis gestellt werden. Die Methode, die man gefunden hat, um die gegebenen Sicherheits- garantien weiter auszuhauen, scheint mir durchaus e r f o l g v e r- s p r e ch e n d zu fein. Es ist selbstverständlich, daß Deutschland den Wunsch und Willen hat, bei den in Aussicht genommenen Arbeiten tatkräftig mitzuwirken. Die Gedanken, die in den Verträgen von L o c a r n o für den Westen und den Osten verwirklicht worden sind, werden sich in gleicher oder ähnlicher Gestalt unter Anpassung an die jeweiligen Umstände auch für die Verhältnisse in anderen Gebieten verwerten lassen. Die Verhandlungen in den ver- schiedenen Kommissionen haben aufs neue gezeigt, welch bedeut- same Rolle hierbei der Entwicklung des Schiedsgerichts- gedankens zufallen wird. Rlöge der Rame Locarno zu einem Symbol für die Sicherheit benachbarter Völker, für den Gedanken friedlicher Verständigung und den Gedanken de» Vertrauens unter den Rationen werden. So weitreichend aber auch die Möglichkeiten sind, die in dieser Richtung vor uns liegen, so dürfen sie keineswegs unseren Blick von der nächsten Ausgabe ablenken, die vom Völkerbund erstillt werden muß. Diese Aufgabe wird uns in der Resolution zu meiner Genugtuung mit voller Klarheit vor Augen geführt. wie immer sich auch die Arbeiten auf dem Gebiete der Sicherheil in ihrem verlaus gestalten mögen, die Resolution stellt fest, daß die erste Entwasfnungskonferenz einzuberufen ist, sobald die noch notwendigen vorarbeiten rein technischer Art zum Abschluß gebracht worden sind. Wenn, wie ich nicht zweifle, der jetzt von der Versammlung zu fassende Beschluß seinem Inhalt und Geist nach getreu durchgeführt wird, so wird damit eine wichtige Etappe auf dem Wege zu unserem Ziel erreicht sein. Sobald die allgemeine Abrüstung nur erst einmal auf allen Gebieten wirklich begonnen ist, werden die weiteren Schritte geringeren Schwierigkeiten begegnen und der Welt von selbst neue Faktoren der Sicherheit bringen. So wird sich der grundlegende Sah de» Völkerbundpaktes ver- wirklichen, daß die Erhaltung des Frieden» die Herabsetzung der Rüstungen fordert. Rüstungen können und dürfen nicht die Grundlage der Sicherheit sein! Sie sind nicht einmal mehr der sicherste Schutz und sie haben überdies unvermeidlich die Wirkung, den Nachbarn zu bedrohen. Das kft«in« naturnotwendige Tatsache, die auch durch friedliche Einstellung der Regierungen nicht völlig aus der Welt ge- tchafst werden kann. Wir in Deutschland sind heute oft versucht, unseren Nachbarn das Wort zuzurufen, das einst einem Bürger des alten Rom auf dem Foruni entgcgentlang, als er, bis an die Zähne bewaffnet, unter einer friedlichen Volksmenge erschien und leine Rüstung mit der Furcht vor Ueberfällen zu rechtfertigen suchte. stellte man ihm einfach die Frage:„(Zui.'» tibi sie timerv perrniwt!" „Wer hat dir denn erlaubt, dich so zu fürchten!" werk besitzt, besten Kohle die Zentrale speisen will. Sachverständige haben festgestellt, daß die kohle von Danhida zu diesem Zwecke nicht geeignet ist und außerdem Innerhalb fünfzehn Zähren die Sohlenvorräte erschöpft sein dürsten. Die Regierung besteht ober auf ihrem Plan, die Zentrale nach Banhida zu verlegen. Der Generaldirektor der Allge- meinen Krediibank ist Tibor Scitovszky, der Bruder des Innenmini st ers, welch letzterer zugleich die oberste Aufsichts- behörde der Gemeinde Budapest ist. Bor«inigen Wochen erklärte Herr Scitovszky, der Minister, daß der Gemeinderat arbeitsunfähig sei, daß er aufgelöst werden und ein neues Wahlgesetz die Zahl der Wähler um die Hälfte herabsetzen soll. Diese Erklärung de» Ministers des Innern erfolgte in dem Augenblick, als bei sozialdemokratische Widerstand gegen das Talbot-Geschäft und gegen die Errichtung der Zentrale in Banhida stärker wurde. Es ist dos Gerücht verbreitet, daß auch der Minister- Präsident Bethlen ein persönliches Jntereste an dem Zu- standekommen dieses Riesengeschäftes habe! Ich bin mir völlig klar darüber, wie stark die natürlichen Hemmungen sind, die Waffen aus der Hand zu geben. Ich erinnere mich der Wckrte, mit denen Herr B r i a n d kürzlich davon sprach, welch Sonnenglanz der Poesie, welch heroische Empfindung mit dem Gedanken„Waffen und Kampf" verbunden ist und wieviel schwerer es ist, den Gedanken des Friedens Formen zu geben, die dieser Aufwallung des Geistes gleichen. Deshalb ist es auch völlig verständlich, wie schwer psychologisch auf ein Volk wie das deutsche, das auf Jahrhunderte militärischer Tradition herabsah. der Gedanke der alleinigen Abrüstung wirkte, namentlich unter dem Gesichtspunkt der Bedrückung, auf die ich in meiner Rede zur Generaldebatte hingewiesen habe. Deutschland hat diese psychologischen Hemmungen unter Verhältnissen, wie sie schwieriger überhaupt nicht gedacht werden konnten, überwunden. Wenn diese Ueberwindung möglich war, so mit aus dem Grunde, weil hinter ihr der Gedanke stand, daß es sich bei dieser Abrüstung nicht handeln könne um den Gegensatz zwischen Militarismus und Abrüstung. sondern daß es sich hier um die Durchführung eines Grundsatzes handele, der neue Rlelhodcn und eine neue Aloral unter den Völkern herbeiführen wolle. Der Glaube der Menschen an eine bessere Zukunft, die einer trüben Gegenwart folgt, ist eine Macht und Kraft, die gerade der Völkerbund am höchsten schätzen sollt«. Lassen Sie diesen Glauben nicht erschüttern! Wenn da» Land, das einst als die stärkste Militärmacht der Well galt, heute abgerüstet ist, so sollte es für die anderen Staaten viel leichter sein, ihm jetzt zu folgen. Wir stehen vor einer gebieterischen Pflicht, deren Nichtachtung ganz sicher zu schwierigen Folgen führen würde. Wir haben also keine Wahl. Die ganze Institution des Völker- bundes kann nur dann lebendig und wirksam werden, wenn die Vorschrift der allgemeinen Abrüstung durchgeführt und damit die Voraussetzung gegeben ist für jene Atmosphäre, die notwendig ist für eine gemeinsame und solidarische Sicherung des Friedens, zu der sich alle hier im VAkerbund vertretenen Nationen bekennen. Lord Onelow-England unterstrich die Erklärungen des Bericht-- erstatters de Brouckere, daß durch die Arbeiten dieses neuen Aus- schusses„die Verpflichtungen des Völkerbundpaktes unverändert bleiben und weder verringert noch oermehrt werden". Onslow schloß mit der Hoffnung, daß der vorbereitende Ausschuß mit neuer Kraft ans Werk geht und daß bis zur nächsten Jahresversammlung ein gutes Stück auf dem Wege zur Abrüstung zurück- gelegt ist. Paul Doncour-Frankrcich glaubt, daß die Behandlung der Abrüstungsfrage nunmehr aus der Sackgasse herausge- kommen und der Weg frei ist, daß aber Präzisisrungen nötig waren, um auf diesem neuen Wege zur Abrüstung zu gelangen, die die wichtigste Aufgabe des Völkerbundes sei.„Könnte der Völker- bund alle anderen Aufgaben durchführen, aber dies« nicht, so wäre sein Bankerott besiegelt." Paul Boncour warnte vor Ueberstürzung dieser Arbeiten und erkannte wiederum die formelle Verpflichtung zur allgemeinen Abrüstung au» Artikel 8 des Paktes sowie das Recht der durch die Friedensverträge abgerüsteten Länder an, auf der Erfüllung dieser Verpflichtung zu bestehen. Zur Erreichung deS Zieles müsse schon bei den weiteren Arbeiten des Vorbereitungs- ausschusies eine andere gei st ige Atmosphäre wirtsam sein als bei den letzten Verhandlungen im vergangenen Frühjahr. Die Sicherheitsforderungen sollen nicht übertrieben werden, aber es müsse eine Kollektiosicherhei t geschaffen werden, die einen Ersatz für die eigenen Rüstungen bieten könne. Das Genfer Pro- t o k o l l, von dem allerdings heute nicht die Rede sei, stelle das Symbol dieser Gedankengänge dar. Dies« Kollektivsicherheit solle zunächst durch ein verallgemeinertes und garantiertes S ch i e d s- system mittels weiterer Verträge nach dem Muster des Loearno- Paktes gewährleistet werden.„Diese neuen Verträge haben nichts zu tun mit den alten Bündnissen und Interessen der alten Staaten- koalitionen. Sie dienen der Sicherheit und nicht dem Angriff." Zwischen dem neu zu schaffenden Sonderausschuß für Sicherheit und Schiedsgerichtsbarkeit und dem Vorbereitenden Ausschuß könne kein Dualismus bestehen. Den Erfolg der Abrüstungskonferenz glaubt Paul Boncour gewährleistet, sobald all« Bölkerbundsstoaten einoer- standen seien, ihre ganze Kraft einzusetzen, wenn der Rat in einem bestimmten Falle den Bruch der Paktverpflichtungen erklärt. Wenn dieser Wille aber nicht bestehe, so sei zu befürchten, daß die neue Resolution zur Abrüstung und Sicherheit ohne praktische und nützliche Folgen bleiben werde. Es sprachen noch Vertreter Australiens, Chiles, Finnlands und Rumäniens. Die Fortsetzung der Aussprache, für die noch drei Redner eingeschrieben sind, wurde auf Montag vormittag oertagt. verbot öes Angriffskrieges. Genf. 24. September.(Eigenbericht.) Die Vollversammlung genehmigte den Bericht Loucheurs über die Weltwirtschaftskonferenz samt Entschließungen. Daraus begrün- dete Sokal-Polen folgende Entschließung: Die Versammlung anerkennt die Solidarität, durch weiche die internationale Gemeinschaft verbunden ist, und sie ist beseelt von dem festen Willen, die Aufrechterhaltung des allgeineinen Friedens zu gewährleisten. Sie stellt fest, daß der Angriffskrieg nie- mals als Mittel zur Regelung von Streitfragen zwischen den Staaten dienen darf, und daß er deshalb ein internationales Ver- brechen darstellt. Sie ist der Meinung, daß ein feierlicher Verzicht auf jeden Angriffskrieg geeignet wäre, eine versöhn- liche Atmosphäre Z» schassen, die sich als günstig für die Fort- schritte der im Hinblick aus die Abrüstung unternommenen Arbeiten erweisen würde und sie erklärt: 1. Jeder Angriffskrieg! st undbleibtverboten. 2. Alle friedlichen Mittel sollen für die Regelung von Streit- fragen, die zwischen den Staaten entstehen könnten, angewendet werden, welcyer Natur immer auch diese Streitsragen sein mögen. Die Entschließung wurde dann in namentlicher Abstimmung einstimmig angenommen. Der Rcichsaußenminister beglück- wünschte als erster den polnischen Delegierten. Deutschland hat nach Warschau eine Beschwerde geschickt.. weil seinerzeit pMrcsche Behörden den Reichsdeutschen Gudermonn aus Gleiwitz durch ein Telegramm hinübergelockt und oerhaftet hoben. Ver Landtag wird am Montag feine Arbeiten nach der_Sommer> paui e mit den Beratungen des Hauptaus-schusses über'das Steuer- Vereinheitlichungsgesetz wieder aufnehmen. Die Verringerung der Rhcinlandbesehung war Gegenstand einer vertraulichen Besprechung der zuständigen Reichsbeamten mit General G u i l l a u m a t. Die Angst der litauischen Faschisten vor der freien Presse hat sie veranlaßt, unser Königsberger Parteiblatt für das Memelland zu verbiet e n. Wie in Paris-Clichy geschehen, soll auch in der sowjetukrainischen Hauptstadt C h a r k o f f eine Straße nach Sacco und Vanzettl benannt wenden. Eine Gewerkschaft hat es beantragt. Sekretär Lecoin vom Pariser Sacco-Vanzetti Komitee ist endlich 1 freigelassen worden, da er Füllers Landsleute nicht mehr in ihren ! Pariser Feiern stören kann, zumal diese vorbei sind. MMmiften unö tzeher! Heute Delcgiertenwahl zum Vcrbandstaq. Die Mitglieder des Verbandes der Maschinisten und cheizcr mähten heute Sonntag die Delegierten zu ihrem Verbandstag. Eine solche Gelegenheit kann die KPD. nicht vorübergehen lasten, ohne mit ihren bekannten Methoden Zersplitterungsarbeit zu leisten. In einem umfangreichen Flugblatt wendet sich der kommunistische Ltandtagsabgeordnete Kaspar an die Berliner Mitglieder des Ver- bandcs und fordert zur Wahl der Kandidaten der Oppo- s i t i o n auf. Die Kandidaten der Opposition sind nicht die berufenen und befähigten Vertreter der Berliner Mitgliedschaft zum Verbandstog der Maschinisten und Heizer. Wilhelm Seidel, der auch diesmal kandidiert, ist zur Genüge durch seine Tätigkeit auf dem Breslauer Verbondstag bekannt. Dort hat er auch nicht den geringsten Ver- such unternommen, etwas für die Berliner Mitgliedschaft zu tun. Was für einen Vertreter die Berliner Mitgliedschaft durch Georg W e h n e r t bekommt, hat die letzte Delegiertcngeneraloersammlung in Berlin klar beleuchtet. Darum. Kollegen, wählt nur solche Kandidaten zum Verbands- tag, die sich nichts vorzuwerfen haben und deren Person Gewähr bietet, daß die Interessen der Berliner Mitgliedschaft richtig ver- treten werden. Wählt darum nur die Kollegen Neinefeld, Snöfler und Siering. Das stnd die Kandidaten der auf dem Boden der G e w e r k- s ch a f t s c i n h e i t stehenden Berliner Mitgliedfchast. Laßt euch nicht gefallen, daß unsere Organisation ins Schlepptau einer uns fernstehenden Partei genommen wird. Darum alle Mann zur Wahl, alle Stimmen für Rcinefeld, Knöfler und S i e r i n g! Gehaltsforöerungen öer Angestellten. In der Berliner Metallindustrie. Im Gegensatz zu früheren Beobachtungen bringt die große Moste der in der Berliner Metallindustrie beschäftigten technischen und kaufmännischen Angestellten sowie Wcrkineister der bevorstehenden G e h a l t so e rha n dlü n g mit dem Verband Berliner Metall- industrieller ein außergewöhnlich großes Interesse entgegen. Bemerkenswert ist dabei, daß die Angestellten nicht nur die Abgcl- tung der nachweisbar eingetretenen Teuerung seit der letzten Ge- Haltserhöhung im Mörz dieses Jahres, sondern auch eine, den ver- langten Arbeitslei st ungan entsprechend« An- Passung ihrer Gehaltsbezüge ganz allgemein fordern. Bisher stand die angeblich oder tatsächlich schlechte Konjunktur dieser schon längst nötigen Gehaltsrevision hindernd im Wege. Ein solches Verlangen wird gewiß verständlich, wenn man sich die T a r i f h ö ch st g e h ä l t e r in den einzelnen Gruppen zahlen- mäßig vor Augen hält. So wird l-eispielsweisc für einen selb- st ä n d i g e n und verantwortlichen Ingenieur das Höchsttarifgehalt mit 318 Mark, das eines fremd- sprachlichen Korrespondeiüen und bilanzsicheren Buch- Halters mit 3113 Mark und dos eines selbständigen und l e i- tenden Werkmeisters mit 308 Mark bemessen. Daß die Bezahlung weniger qualifizierter Angestellten noch wesentlich geringer ist, versteht sich am Rande. Berücksichtigt man den re a l c n K a u f w c r t der angegebenen Höchstgehälter, so wird man sich sehr leicht ein Bild von der Lebenshaltung der A n g e st e l l t e n in der Berliner Metallindustrie machen können und dann auch begreifen, daß eine starke Verbitte- rung und tiefe Unzufriedenheit im Kreise der An- gestellten vorherrschend ist. Erfreulicherweise kommt diese Unzufriedenheit auch in einem starken Anwachsen der f re ige w e r k scha f i i i ch e n An- ge st elltenorganisationen zum Ausdruck, so daß also mit größerer Aussicht auf Erfolg an eine bessere Gehaltsregelung heran- gegangen werden kann. Es bedurfte allerdings einiger Jahre Praxis, mn die Angestellten davon zu überzeugen, daß die Arbeit- geber zwar sehr viel von sogenannten Leistungszulagen�, die über die eingangs erwähnten Tarifgehälter hinaus gezahlt werden sollen, gesprochen, praktisch aber gar keinen nennenswerten Gebrauch von einer solchen Möglichkeit gemacht haben. Das AfA-Metallkärtell hat deshalb nach voraus- gegangene» Beratungen der einzelnen AfA-Organisationcn gelaubt, dieser durchaus berechtigten Einstellung der Angestellten Rechnung tragen zu müssen und dem Verband Berliner Metall- industrieller eine Forderung unterbreitet, wonach die Tarif- gehälter in allen Gruppen generell um 20 Proz. erhöht werden sollen Die bevorstehenden Verhandlungen am Montag oder Dienstag werden zeigen, inwieweit die Arbeitgeber bereit sind, den berechtigten Fordenmgen zur Beseitigung dieser zweifellos skandalösen Entlohnung der Angestellten nachzukommen. Es wäre nur eine Selbstoerständlichkeih wenn die Herren Arbeitgeber, die sich bisher unter Hinweis auf die„schlechte wirtschaftliche Lage" gesträubt hoben, eine angemessene Bezahlung der Angestellten fest- zulegen, diesmal unter Berücksichtigung der doch unbestreitbar guten Konfunktur und der damit verknüpften größeren Gewinnmöglichkeit Neigung zeigen würden, einem so unhaltbaren Zustand ein End zu bereiten. Nahrongsmittel- unö Getränkearbeiterverbanö. Leipzig, 24. September(Eigenbericht.) Die Sonnabendtagung des neuen Indiistrieverbandes war aus- gefüllt mit den Wahlen zum Hauptvorstand und der Beratung des neuen Orgonisationsstatuts. In Borschlog gebracht und gewählt wurden als l. Borsitzender des Induftrieverbandes Genosse Bockert(Brauer), stellvertretende Vorsitzende Fritz(Denag), T r ö g e r(Brauer). F ü r ch t e n i ch t(Böttcher), Redakteur: L a n k c s(Denag), Kassierer: Fiedler(Fleischer), Sekretäre: Weber(Denag), R ö ß l e r(Müller), Meyer(Brauer), H e n s e l (Fleischer). Die Beisitzer werden nicht am Sitze des Hauptoor- standes, fondern aus den einzelnen Bezirken des Reichs gewählt. Hierauf wurde das neue Statut des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter ohne Debatte gegen wenige Stimmen angenommen. Emen Antrag,'der die Pensionierung der über 6 3 Jahre alten A n g e st e l l t e n des Verbandes verlangt, fand nach längerer Aussprache ebenfalls Annahme mit großer M�e h r■ h e i t. Als Vorsitzender des Verbandsausschuffes mit dem Sitz in Frankfurt o. M. wiirde Genosse W i t t i g gewählt. Die Entscheidung über den Ort des nächsten lBerbandstages wurde dem Houptvor- stand überlasten. Genosse Graßmann begrüßte es namens des ADGB., daß es zu der Verschmelzung gekommen ist. Großes sei damit ge- schaffen. Der Geist der Einheit hat den Aufstieg vorbereiten helfen, der der gesamten Arbeiterschaft zum Vorteil gereichen wird. Der Vorsitzende Bockert hob in seinem Schlußwort hervor, daß es gelungen sei, das Ziel, das sich die Verbände zu Beginn der Tagung gesteckt hatten, zu erreichen. Der Zusammcnfchluß zu einem Jndustrieverband werde auch nach außen hin von wuch- tiger Bedeutung sein. Der Abschluß der Tagung würde ziel- und richtunggebend sein auch für andere Verbände. Mit einem Hoch auf den Verband wurde am Sonnabendmittag die Tagung des neuen Industrieverbandes geschloffen. Sozialreattion m Dänemark. Die Arbeiterschaft rüstet zur Abwehr. Kopenhagen. 24. September.(Eigenbericht.) Eine Konferenz der dänischen sozialistischen Reichstags- fraktton und des Gewerkschaftsbundes, die sich im Austrage von 312 000 dänischen Arbeitern init der am 1. Okwber eintretenden Verschlechter und der Arbeits- lofenunterstützung beschäftigt«, nahm unter Ablehnung eines Antrages auf Proklamierung eines Generalstreiks zu den erörterten Problemen drei Resolutionen an. In der einen wird die Gleichgültigkeit der regierenden Liberalen gegenüber dem VeschM- gungsproblem festgestellt und die S o z i a l d« m o k r a t i e aus gefordert, ihr Krisenbekämpfungsprogramm sofort wieder im Parlament einzubringen. Die andere Resolution fordert die Regierung auf, fosort Notstandsarbeiten zu bc- ginnen und appelliert an die Kommunen, ihrerseits durch ver- inehrte Unterstützung aus ihren Dieiistkostcn die Not der Arbeitslosen zu mildern. Die dritte Resolution fordert all: gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zum Ein- tritt in die Sozialdemokratische Partei auf. Diese Beschlüsse schassen noch Zusammentreten des dänischen Reichstages am 4. Oktober zweifellos eine hochpolitische Situation.— Eine Sondcrkonfercnz, die von den radikaleren Gewerkschaften mit Referaten kommunistischer Führer abgehalten wurde, sand nur geringen Zuspruch und endete in einem ohnmächtigen Protest gegen die Politik der Sozialdemokratie und die Haltung des Gewcrkschaftsbundcs. internationale Seemanns-Konferenz. Der Zweck der Konferenz, die dieser Tage in Kopenhagen tagte, war Stellungnahme zum �K a m p f um den A ch l st u n d e n- tag. Wie der Vorsitzende der Secleute-Sektion innerhalb de? Jnter- nationalen Tronsportarbeiterverbandes, der Engländer H e n d f o n, erklärte, wird sich die Arbeitskonferenz des Völkerbundes 1929 mit der Arbeitszeit zur See befassen. Bis dahin müssen die Transport- arbeiter in der Welt eine Einheit geworden sein und sich in dem festen Willen, die 48.Stunden-Woche auf See einzuführen, fest zu- fammengeschlossen haben. Die Kopenhogener Konferenz rechnete mit der Möglichkeit, daß die Genfer Versammlung 1929 noch einmal das Verlangen der Seeleute auf internationale Einführung des Achtstundentages ab- weisen werde und behandelte die Frage:.Kann der Internationale Transportarbeiterverbond, wenn das Verlangen nach dem Acht- stimdentag in Genf abgewiesen wird, einen Well streik zur Erkämpfung des Achtstundentages durchführen? Was können die einzelnen in Frage kommenden Länder in einem solchen Streit leisten? Die Konferenz bestimmte, daß für den Fall der Ab- Weisung des gesetzlichen Rormalorbeitstoges zur See durch die Genfer Konferenz jede Transporlorganisation der Welt für einen internationalen Transportarbeiterstrcik zur Erkämpfung des Achtstundentages zur See vorbereitet sein muß. AfA-ZNetall-Kartell (Baad der technische» Angestellten und Beamten, Dcvtscker Tcrtseifteeuerband, zentralnerbaad der«»gestellten.) Dienstag. 27. s«,tcwbe'. 1»>.) Uhr. im Rardilchen s°s. Inralideuftr. 12S. «s».Zu»tti-»öroerIa«mlung. 1..Di« Wahlen jtte Bngest-lltennersichernng. Slelrrent«all-g-»ushäuscr.«. d. Zt..«-rsig-nd-r de« AtA-B-nde,. 2. S»el. lungaahm« zum Seholtsschiedsspruch. Bei der Wichtiglcit der Tagcsardniing sowie Bedeutung der zu sasscnden Bcschlüffe«rmarteu wir bestimmt da» Er- scheiuc» aller«sA-Funttianärc. AsA-Retalliartell.«»»thcr. Lange. Rothe. «cht»»-. SPD..D«rI,cugm»ch--! �Dienslag! 27.' 19 Uhr. im Kemerls-tiaftshoiis. Engelufer 21 R, Pranchr»vkrsammi»I>g. Ei Es ist Pslicht aller Partcigeiiossen, pünltlxh zu erschciitru. Zreie Scwcrtschaftsjugend Eroh-Berlin. Heute, Sonntag, kolgkiide Ber. onslaltiing: Sommeraus! lang! Spiel und Sport auf dem Öportplns! des DallSj., Aaumschulenwog[hinter Ruderhaus.Vorwärts"), �cghtn 7?z Uhr.■— Mitgliederversammlungen der Volloduhne E. B. gllr Mitglieder der Sonder. abteilungen 1—«0: Dienstag. 1. Dltoder. 29 l'bc in der Aula des Sophien- Lyzeums. WcinmciNerstr. 17. Einlast nur gegen Vorzeigung der Mitglicdslarle. Zngendgruppe de» Id«. Morgen, Montag, Ii»/) Uhr, finden folgende Ler. anslaltungen statt: Bczirl Tttdosien. Treptow:(iugeildheim Rc>che»deraer cir. Gfi. Verufskundlicher Arbcitsahend< Schumann).— Bczir! Roeden:?uqendheinr Donziger Str.«2, linke Bararte. Vortrag:.Die Varteien IN Deutsaslond lWaldmanni.— Bczirl Tcmpclhas: Iugeudheim Schule Scrmaiiiastr. Lichtdilderoortrag.__ IG. Verantwortlich tiir Politik: Richard B ernste,»: Wirtschaft:«.«listgelhoser: Gewerkschaftsbewegung: I. Steiuer: Feuilleton: De. Hohn Schikowski: Lokales und Sonstiges: Füg Karstadt: Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Borwärts.Buchdruckere» und Berlagsanftalt Paul Singer u So. Berlin£33 68, Lindenstraste 3. Hierzu 3 Beilagen,„Unterhaltung und Wissen�,..«», der FilEiwrlt Winter ulster mit RilekeBKnrt, bruan. Flausr.hstor, modern« Karomnsc. » u s Satlnella Sakko. A n i n 2rh., dunkle rnod. Farben M 98.00 ORIENT- TEPPICHE U.-BRÜCKEN DIREKTER ORIENT-EINKAUF KlaEIOE»STOFFE Tuch-Foul6-j aparte Streiken, reine Wolle i»"V K a s h a« neue Hcrbstinclangen, 130 cm htoOt/ Schattenrips Mantel-Velours Kamm garn-Kleiderware, J«r g e m u« t e rt e Me 1 a ng e n, II QA reine Wolle, ca. 100 cm ttäO reine Wolle, 140 cm Strickstoff-Ombre Velo n rs-N attö neue Webart, reine PC K/k der neus Complet-Stolf, W JCA Wolle, ca. 100 cmeJoflv reine Wolle, 130 c m Sakko-An zugpro-w* lrelh.)dunkelgraueMu$ter tlOoUv In. 2 reihig, dunkelgrau AA gestreift. 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Aber die schöne Zeit goldgerahmtcn, zuckersüßen, verlogen�latten Oeldruck-Kitsches ist vorüber, die„italienische Periode" ist nicht mehr die zur Reise des künstlerischen Talentes unerläßliche Bedingung, die heranwachsende Künstlergeneration kennt diesen Typ der Modelle schon nicht mehr, und so, wie sich die Kunst aus den Fesseln einer verlogenen Romantik freigemacht Hot, so haben sich ihr auch die Begriffe„Modell" und„Modellmorkt" gewandelt. Jede Stadt mit einer Kunstakademie hat heute ihren „Modellmarkt", und er ist ein« verdammt nüchterne Sache, die nichts, gar nichts mit dem süß-verlogenen Klischee jener Zeit zu tun Hot. Er ist glatt eine Arbeitsbörse, nur daß hier die Ware Mensch nicht nach ihrer Arbeitskraft, sondern nach der Schönheil oder Originalität ihrer Erscheinung gehandelt wird. Oerliner LNoüeUmarkt. Auch Berlin hat seine Modellbörse. Alle Montag von g— 12 können sich„Personen behufs ihrer Heranziehung als Modell" in der großen Halle der staatlichen kunstgewer beschule am Steinplah in Charlottenburg einfinden, und es wird reichlich, reichlich Gebrauch von dieser Erlaubnis gemacht. Um 10 Uhr sind schon olle Sitzplätze in der Halle vergeben, wohl sechzig bis achtzig Modelle warten da, rechts die Männer, links die weiblichen Modelle, auf ihren Ent- decker. Die meisten„in Zivil", nur vereinzelt sucht ein ,Lopsmodell" durch irgendeine besondere Tracht, ein buntes Kopstuch oder eine eigenartige Frisur, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Merk- würdigerweise gibt es, sowohl bei den männlichen wie bei den weib- lichcn Modellen fast nur zwei Altersklassen: Die Zungen von sechzehn bis zweiundzwanzig Jahren und die Alten, die„Charakterköpfe"! das Alter von 30 bis 50 ist am wenigsten oertreten, denn dann ist man zum Aktmodell zu alt, zum„schönen Charakterkopf" zumeist zu jung, es ist das Aller, in dem man als Modell wirklich am wenigsten Geschäfte machen kann, und nur der, der dann einen besonderen Typ repräsentiert und ihn durch„Ausmachung" unter- streicht, kann hossen, überhaupt einen Abschluß machen zu können. Diese Aufmachung freilich will gelernt sein, ober dann lohnt sie sicb. Z. B. kann ein« sünsunddreißigjährig« Frau an zwei„Markttagen" unbeachtet im Jackettkostüm sitzen— am dritten findet sie, durch ein rötliches Kopftuch und eine gestickte Bluse in ein«„russische Bäuerin" verwandelt, gleich drei Engagements! Und das rothaarige, nicht schöne und wenig gut gebaute Mädel neben ihr weiß recht wohl, warum sie in der Halle den Hut ablegt, aber den kornblumenblauen Gummimantel anbehält.... Kopf und /lkt. Die Mehrzahl der jungen Modelle steht..Ganzakt", d. h. auf Wunsch völlig entkleidet Modell, und die alten würden es vielleicht auch recht gern— wenn nur Nachfrage danach wäre. Denn„Akt is noch immer'ne Sache, die sich lohnt". Bekommt das„Schul- modell", dos in der Unterrichtsanstalt selbst arbeitet, doch schon für „Gonzakt" 1,20 bis ILO M., das ,Kops"- oder„Kostümmodell" aber nur 1 M. für die Stunde; Prioatmodelle werden noch besser bezahlt: 120 M. für Kopf, Aktmodellc 1,50 bis 2,50 M. Freilich erreichen diesen letzten Satz nur einige ganz wenige, besonders schön gc- wachsen« Menschen mit gutgepflegtcm und durchtrainiertem Körper, auch wird er nur bei kürzerer Sitzungsdaucr gezahlt, und diese wenigen haben es selten nötig, auf den Modellmarkt zu gehen, sie haben„feste Privatkundschast". So sonderbar es klingt: Auf diesem Markt sind die eigentlichen Berufsmodellc in der Minderzahl. Dos ist sehr leicht erklärlich, denn es gehört heut« schger ein„ausgezcich- netes Materiol" dazu, wenn jemand vom Modcllstehen leben will. Die hohen„Stundenlöhne" dürfen darüber nicht täuschen. Sellen gelingt es. an einem Tage mehr als vier Stunden zu besetzen, der Durchschnitt bringt es ober längst nicht so weit und wäre mit 16 Arbeitsstunden in der Woche schon recht zufrieden! Dorum ist das „Modellstchen" den meisten auch nur ein Notbehelf, dem sie je eher je lieber gern den Rücken kehren. ! � ,1 I-rMK.'A jfe v/ s\ M //§ HT£'jX i) /� 1• e»V" l/ A> l V\ Typen, die sich anbleien. Woher sie kommen. Ein Nolberuf ist das Modellstehen— und darum sind auf dem Modellmarkt auch alle Typen und alle Stände vertreten— von der unterernöhrten kleinen Näherin bis zur„momentan stellungslosen Bardome", von der alten Sozialrentncrin bis zum Dreijährigen, h-rr dem arbeitslosen Vater Helsen soll, die sieben hungrigen Mäuler der Familie satt zu machen. Und aus der Männerseitc ist es nicht anders: Da sitzt der abgebaute Kaufmann neben dem arbeitslosen Transportorbeiter und der„Gent" im modernen Sportanzug neben einem Stelzfuß, dessen charakteristischer Kops vielmals als„alter Landsknecht" die Ausstellungswände zierte. Ein neuer Typ aus dem Modellmarkl ist der arbeitslose junge Proletarier aus der proletarischen körperkullurbewegung, der, weil er zumeist ein glänzendes Köroer- Material darstellt, auch recht gern engagiert wird. Mit Ausnahme der alten Sozialrentner und einiger mit billiger Eleganz gekleideter junger Mädchen sehen aber alle, so bald als möglich wieder vom „Modellmarkt" zu verschwinden.— Da war ein alter Herr, dessen durchgeistigter Kops«ine bemerkenswerte„Neuerscheinung" aus dem Modellmarkte darstellte:— Ein alter Journalist, der. arbeitslos geworden, mit bemerkenswertem Mut den Weg zum Modellmarkt gefunden hatte, und der auch nicht allzu lange auf dem Markt blieb: Er sitzt schon wieder aus irgendeinem Redaktionssessel, und vielleicht hat er nun schon Distanz genug zu dieser Episode seines Lebens, daß er sie zu einem leichtplauderndcn Feuilleton umwandelte. Der .Landsknecht" aber hat ous allen gemalten Ruhm, von dem er doch nicht satt werden konnte, verzichtet und wieder den Leierkasten über die Schulter genommen: selbst der nährt seinen Mann besser.... Dann war einer, der nicht herausfand: Ein früherer Offizier, Oesterreicher, Aristokrat vom Scheitel bis zur Sohle; immer elegant angezogen, ein dünnes Kettchen ums Handgelenk geschlungen. Er stand„Akt" und„Kostüm"— und in der Paus« legte er den Damen Karten, und war durchaus angenehm davon berührt, wenn man ihm eine Schachtel Zigaretten neben die Karten schob. Jahrlang stand er Modell, der sportlich gestählte Körper hielt tadellos» jede Stellung fest... bis das Reseroekapital an Gesundheit, Training und Eleganz aufgebraucht war und er immer seltener als Modell genommen wurde... und dann verschwand.... Den Jungen aber ist die Rückkehr noch leichter, und über kurz oder lang finden fast alle wieder zurück zur Sttzreib- oder Näh- Maschine, zum Lagerbuch oder zur Drehbank, und darum zeigt der Modellmarkt fast alle Jahre«in anderes Gesicht und immer neue Gesichter, und vorbei sind die Zeiten, in denen nach der frommen Sage derselbe ehrwürdig« Greis als„Einsiedler in der thebäijchcn Wüste" und als„Büßende Magdalene" Modell stand, weil nackte Weibspersonen die Moralität der Malschüler zu stark gefährdeten. Ein wenig geschwindelt mag das sein; aber es ist in Wirklichkeit erst etwa 25 Jahre her, daß man— unter ollen möglichen Vorsichts- maßregeln— auch den Schülerinnen die Teilnahm« an Aktkursen gestattete— und an„gemischten Klassen" war damals noch gar nicht zu denken! IugenöaussteUung verlängert! Großer Erfolg: nahezu IVO 000 Besucher. Angesichts des alle Erwartungen übersteigenden Interesses, das die s�it dem 12. August d. I. im Berliner Schloß Bellevue befindliche Zlusstellung der deutschen Jugend„Das junge Deutschland" in der Oesfentlichkeit findet und das sich in einer ständigen lieber- füllung der großen Ausstellungssäle des Schlosses und noch mehr der Festhalle der Ausstellung ausspricht, hat die Lei- tung beschlossen, die Ausstellung für geschlossene Gruppen bis zum 5. Ottober ossenzuhalten. Für einzlne Besucher muß der Eintritt allerdings aus technischen Gründen, wie vorgesehen, am heutigen Sonntag geschlossen werden. Bisher sind bereits, ohne Einrechnung der Inhaber von Dauer- und Ehrenkarten, nahezu 100 000 Einzelbesucher in der Jugend- ausstellung gewesen. Darunter haben sich nicht nur zahlreiche Gruppen der Jugendverbändc selber aus allen Teilen des Reiches, die in Sonderzügen und Gesellschastssahrten eine oft vielstiindige Fahrt nach Berlin zum Besuch der Ausstellung nicht scheuten, de- funde», sondern auch viele Organisationen des Handels und der Industrie, der Lehrerschaft und Iugendpfleger, der Universitäten und wissenschaftlichen Institute hatten Kommissionen und Abordnungen entsandt. Nicht minder groß ist das Interdsse der ö f s c n t l i ch e» ÄLe Silbers dhiixirm c 66J Von fXcje BeaG lZlachdruck oerbotra A«torlfl-rt« IXffetcfrfcnng an» den» Englischen von Intia Goppel Boyd zerknüllte den Brief in seiner Hand und warf ihn gleichgültig auf den Tisch. „Sie diktieren gut," sagte er ruhig,„ich aber werde ihr die Sache erklären, wie sie wirklich ist, und sie wird—" „Das werden Sie nicht, denn Sie werden sie nicht wiedersehen. Mildred hat sich mit Willis Marsh verlobt, ich habe ihre Verlobung soeben unseren Freunden an Bord der Jacht mitgeteilt." „Und ich sage Ihnen, daß ich diesen Bescheid aus keinem anderen Munde als ihrem eigenen entgegennehme. Ich werde heute abend an Bord kommen." „In dieser Sache haben Herr Marsh und ich vielleicht auch ein Wörtchen mitzureden!" rief Wayland.„Ich rate Ihnen, machen Sie keinen Versuch, sich meiner Tochter zu nähern." „Und ich sage Ihnen, daß ich heute abend allein an Bord der Jacht kommen werde." Ohne ein weiteres Wort zu sagen, verließ der Präsident des Trusts das Zimmer, von seinem Trabanten gefolgt. 26. Als Cherry Malotte zur Fabrik kam, um ihren täglichen Besuch zu machen, sah sie, wie Willis Marsh und Herr Way- land das Kontor verließen. Sie war sehr erstaunt und eilte durchs Hauptgebäude, um Boyd zu suchen. Es herrschte noch dieselbe Geschäftigkeit wie am vorhergehenden Tage, und sie sah, daß die Männer die ganze Nacht hindurchgearbeitet «hatten; viele lagen in den Ecken, wo sie vor Müdigkeit um- gesunken waren, und schliefen. Die Chinesen führten ihre Arbeit mechanisch aus. ihre gelben Gesichter waren vor An- strengung ganz eingefallen: und an den Tischen saß noch die- selbe Mannschaft, flensend. schneidend, und der Haufen Fische neben ihnen schien niemals kleiner zu werden. Sie sah. wie einige Leute zu ihren Schlafplätzen schwankten, während andere so lange im Salzwasser gestanden hatten, daß ihre Füße geschwollen waren, und sie die Stiefel aufschneiden Mußten. Boyd stand in der Tür zum Kontor. Mit wenigen Worten erzählte er ihr von Herrn Waylands Drohung. „Glauben Sie, daß er dem Geschäft schaden kann?" fragte sie ängstlich. „Ich fürchte, ja." „Warum hat er sich so plötzlich gegen Sie gewandt? Und warum ist Fräulein Wayland Ihnen so böse geworden?" „Ich— ich weiß es nicht—" „Ich will wissen, warum! Ich bin Ihr Kompagnon, und George, Sie und ich müssen jetzt fester zusammenhalten als je. Lassen Sie uns nichts voreinander verbergen." „Vielleicht ist es besser, daß Sie den Zusammenhang erfahren," sagte Boyd langsam.„Mildred und ihr Vater haben etwas gegen Ihre und meine Freundschaft; sie reden sich alles Mögliche ein." „Also, ich bin der Grund?" „Die Angriffe sind ebenso gegen mich gerichtet. Marsh hat sich nach Ihnen erkundigt— und— allerhand über Ihre Vergangenheit erfahren— und die anderen glauben ihm, weil sie Sie ja nicht so gut kennen wie ich. Man faßt unsere Freundschaft falsch auf. Ich kann Mildred alles erklären, und werde es auch. Vielleicht kann ich auch Herrn Wayland davon überzeugen, daß er unrecht hat." „Was hat Marsh von mir gesagt?" fragte Cherry Malotte. Sie war bis in die Lippen erbleicht. „Er hat Dinge gesagt, die ich ihn noch zwingen werde, zurückzunehmen. Marsh soll sich bei Ihnen entschuldigen." „Er braucht sich nicht zu entschuldigen." sagte Cherry wehmütig,„denn wahrscheinlich hat er die Wahrheit ge- sprochen." „Die Wahrheit! Sie wissen nicht, was Sie sagen!" „Doch!" Sie erwiderte trotzig seinen Blick.„Wußten Sie denn nicht, wer ich bin? Hat Fräser es Ihnen nicht erzählt? Ich habe im Lager der Goldgräber gewohnt und das Los der Menschen in diesem Lande geteilt. Ich mußte zu allen Mitteln greifen, um mich über Wasser zu halten. Sie kennen ja das unbarmherzige Leben hier im Norden." „Das wußte ich nicht," sagte er langsam,„ich hätte nicht geglaubt—" „Haben Sie nicht auch das Leben gelebt, wie es sich Ihnen bot? Gewiß, ich habe Irrtümer begangen, aber welche Frau, die auf eigenen Füßen stehen und für ihren-Unterhalt sorgen muß. hat das nicht getan? Meine Vergangenheit aber gehört mir, sie geht niemanden etwas an, auch Sie nicht." Sie hielt inne, ihrer Stimme nicht mehr mächtig. „Und warum haben Sie das alles für mich getan?" fragte Boyd. „Wissen Sie es denn nicht?" Cherry versuchte durch Tränen zu lächeln. „Nein!" Er schwieg. „Das Wenige, was ich für Sie tun konnte, habe ich getan, weil ich Sie liebe." „Das— tut mir leid," sagte er,„ich ahnte nicht—" „Nein, Sie waren mit Ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt. Sehen Sie, ich lebte mein eigenes Leben und war leidlich zufrieden. Da kamen Sie, und alles wurde anders. Lange hoffte ich, daß Sie für mich fühlen würden, was ich für Sie fühlte. Schließlich aber merkte ich, daß ich vergeblich hoffte. Wenn ich Sic aber so ehrlich und uneigen- nützig in Ihrer Hingabe für jene Frau sah, dann dachte ich, daß auch ich nicht weniger uneigennützig sein wollte. Ich glaube, Boyd, ich liebe Sie aus ähnliche Weise, wie Sie Mildred lieben; denn es gibt nichts in der Welt, was ich nicht tun könnte, um Sie glücklich zu machen." „Nein, nein, ich will keine Opfer mehr von Ihnen an- nehmen!" rief er heftig.„Ich bin ein egoistischer Tor gewesen, Cherry, können Sie mir verzeihen?" Cherry Malotte stand eine Weile und blickte über den Fluß. Dann sagte sie:„Ich habe nichts zu verzeihen. Boyd, es war ein Traum, und jetzt sind wir alle erwacht. Leben Sie wohl." Damit wandte sie sich und ging langsam von bannen. * Wayne Wayland fürchtete, daß Boyd seine Drohung wahr machen und abends an Bord der„Grande Dame" kommen würde. Auf alle Fälle wollte er darauf vorbereitet sein, denn er wünschte nicht, daß es vor den anderen Passo- gieren zu einer Szene kommen sollte. Er überlegte die Sache mit Marsh, und dieser schlug vor. daß die Passagiere an Land kommen und bei ihm in der Fabrik speisen sollten. Wenn Mildred und ihr Vater dann allein auf der Jacht zurück- blieben, tonnte es keinen Skandal geben, mochte Herr Emer- fon auch so toll sein, ihnen eine Unterredung aufzuzwingen. „Außerdem," sagte Herr Wayland,„werde ich dem'Kapi- tän sagen, daß er mit der Flut die Anker lichten soll. Je eher Mildred von hier fortkommt, um so besser. Und ich hoffe, daß Sie uns begleiten werden." lFortjetzung folgt.) Körperschaften des Reiches, der Länder und Kommunen sowie ihrer Parlamente gewesen; fast taglich mußte die Ausstellung für diese der sozialen Gesundung unserer Jugend verant- wörtlichen Träger unserer Volkswohlfahrt Sondcrführungen durch die Ausstellung veranstalten. Auch das'Ausland hat an der Aus- stellung regen Slnteil genommen; es sind nicht nur in fast allen füh- renden Blättern des Auslandes längere Berichte über die Jugend- ousstellung erschienen und— besonders in den nordischen Staaten— Vorträge und Rundfunkhinweise auf die Ausstellung gehalten war- den, sondern es waren auch von Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen, der Schweiz, Rumänisn, Ungarn und selbstverständlich auch Oesterreich mit der Iugendpslegearbe'it detraute Persönlichteiten zum Studium der Ausstellung nach Berlin gekommen. Für Ansang Oktober wird noch der Besuch des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes Genf erwartet, dessen Präsident Sl l b e r t Thomas die Ausstellungsleitung gebeten hat, ihm und seinen Herren die Besichtigung der Ausstellung anläßlich der in Berlin stattfindenden 37. Tagung des Internationalen Arbeits- amtes zu ermöglichen. Der Schluß der Ausstellung für die Allgemeinheit erfolgt am heutigen Sonntag mit einer großen Freizeitkundgebung der IugendoerbSnde. Am Nachmittag wird in dem zum Ausstellungsgelände gehörigen Teil des Parks Bellevue noch einmal das muntere Treiben der Jugend mit ihren Boltstänzen, Kasperle- und Marionettcnspielen und Choroeranstaltungen zu sehen sein; nach Dunkelwerden wird der erste Vorsitzende des Reichsaus schusses der deutschen Jugendoerbände Ollenhauer in einer Schluß� kundgebung die anregende Ausstellung schließen. M öer letzten Reise. Die Tranerfeier für die Opfer der Flugzeugkataftrophe. Spänen ües Wohnungsmarktes. Zwei Vermittler verhaftet. Don der Kriminalpolizei wurden zwei gemeingefährliche Schwindler, die sich auf dem Gebiete der Wohnungsoer- m i t t l u n g betätigton, hinter Schloß und Riegel gesetzt. Ein 33 Jahr« alter Georg Kleinod hat mit diesen Betrüge- reien schon Ersahrungen gesammelt, die ihn eigentlich hätten bekehren sollen. Sie brachten ihm eine längere Gefängnisstvafe ein, die er erst zum Teil verbüßt hat. Von April bis Oktober beurlaubt, richtete er in der B r u n n e n st ra ß« 9 4 wieder ein kleines Bureau ein und machte bekannt, daß er Wohnräume aller Art zu vennieten habe. Di« Bewerber zahlten iin voraus durchschnittlich ltll) Mark, aber keiner von ihnen bekam auch mir einen einzigen Raum, weil der„Vermittler" ewfach keinen hatte. Als der Schwind- ler merkte, daß sich die Betrogenen an die Kriminalpolizei wandten, ließ er schleunigst sein Bureau in Stich und verschwand. Gestern wurde er in Lichtenberg ermittelt und festgenoinmen. Noch etwas anspruchsvoller als er, war ein 3S Jahre alter„Äunsttnaler" Erich Krause aus der E l ß h o l z st r a h e, der vor einem Jahre auch schon wegen eigenartiger W oh mi ng so e rm i ttlungen mit den Be. Hörden in Konfl-ikt kam. Weil er mit seiner Malerei keinen Erfolg hatte, so verlegte er sich jetzt wieder aus die„Bennittlung". Er versprach den Bewerbern Neubauwohnungen, schloß ebenso wie Kleinod Berträge ab und fälschte sie mit Stempeln des Wohnungsamtes. Kraus« ließ sich durchschnittlich 309 M. zahlen, ohne dafür etwas leisten zu können. Auch er wurde fest- genommen und mit Kleinod dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Dem einen find bereits 8, dem anderen 4 Betrügereien nachgewiesen. Wahrscheinlich haben aber beide noch mehr verübt. Manche Wohnungsuchende, namentlich jungverheiratete Ehepaare, mögen wohl noch hoffnungsvoll auf die ihnen zugesagte Wohnung warten. Alle, die mit den beiden zu tun gehabt haben, werden gebeten, sich bei Kriminalkommissar Dr. Wächter, Dienststelle D. 5 im Polizeipräsidium zu melden. Stockhiebe im Kinüerheim. Der Vorwurf schlimmer Prügelpädagogik wird gegen das der Stadt Berlin gehörende Kinderlandheim Gütergotz er- hoben. Ueber einen dort beschäftigten Lehrer Lenz ist bekannt geworden, daß er einen Schüler wegen eines Diktates mit einer reichlichen Zahl Stockhiebe hart bestraft hat. Er hat auch eine Masfenabstrafung von Kindern für zulässig geholten und an ein und demselben Nachmittag sieben Kinder geprügelt. Eine solche Erziehungswcise läßt darauf schließen, daß dieser Lehrer nicht am richttgen Platze steht. Ihm ist empfohlen worden, bis zum 1. Oktober„freiwillig" aus der Anstalt zu scheiden, sonst werde man ihn entlassen müssen Gemeldet wild, daß auch die Staatsanwaltschaft Gelegenheit erhallen werde, die Vor- gänge im Kinderlandheim Gütergotz zu prüfen. Der verschwundene Page. Das Verschwinden des Pagen Kurt Wahlich. über das wiederholt berichtet wurde, ist zum Teil aufgeklärt. Die Be- fürchtung. daß der Junge einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei, hat sich als grundlos erwiese». Wie die Landjägerei er- mittelt hat, ist Wahlich mit seinem Begleiter, dem ehemaligen Ar- tisten Wenzel, im M a n s f e l d i s che n aufgetaucht. Beide be- suchten dort die großen Jahrmärkte und wohnten ols Vater und Cohn in Hotels und Gastwirtschaften. Wenzel gab hier und da Borstellungen, Wahlich betätigte sich als Morkthelfer. Am IS. und 46. d. M. hielten sich die beiden in Hcttstedt auf und wohnten in einem Hotel. Bis zurn� 18. September waren sie in einem Gasthaus in Eisleben. Bei Schluß des Jahrmarktes reisten sie ab. Wohin sie sich jetzt gewandt haben, weiß man noch nicht. Schleiz, 24. September. In der Bergkirchc findet Sonntag früh 7 Uhr eine Trauer. frier für die Opfer der Flugzeugkalaslrophe statt. Die Trauerrede wird Oberpsarrcr Meyer halten. Di« Leiche des Prokuristen der Lufthansa, v. Arnim, ist bereits eingesargt. Di« übrigen Leichen werden am Sonntag ebenfalls aufgebahrt. Auch die Angehörigen der Verunglückten werden zu der Trauerfeier erwartet. Die Trümmer des Flugzeugs und der Motor sind am Sonnabend mittag abgefahren worden; sie werden von der Versuchs- anstalt sür Luftfahrt in Berlin noch einer weiteren genauen Prüfung unterzogen werden. Nachdem gestern Frau von Maltzan, die in Begleitung ihr«s Baters im Kraftwagen von Plauen aus in Schleiz eingetroffen war, an der Bahre ihres verunglückten Mannes geweilt hatte, fand ein T r a u e r g o t t e s d i e n st in d«r Bergkirche statt, an dem Legattonsrat v. Kaufmann vom Auswärtigen Amt. die Spitzen der Kreis- und städtischen Behörden und die Vorsitzenden verschiedener Korporationen und Vereine teilnahmen. Nach dem Gottesdienst wurde die Leiche nach dem Bahnhof übergeführt, von wo sie um 16,15 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zug« nach Plauen ge- bracht wurde. Die Leichen der übrige» Verunglückten sind in- .zwischen in der Bergkirche ausgebohrt worden. Die Stadt, die Kreisbehörden und die Kirche haben prachtvolle 5kränz« an den Särgen niedergelegt. Die Leiche v. Arnims wird wahrscheinlich nach Berlin übergeführt. Die Leichen der übrigen Derunglückten werden heute in ihre Heimat gebracht. Tragfiächenbruch infolge propellecbefthäöigung. Di« technischen Sachverständigen des Reichsverkehrs- Ministeriums, der Bersuchsanstalt sür Luftfahrt und der Lufthansa, die nach Schleiz entsandt worden waren, sind am gestrigen Sonn- abend nach Berlin zurückgekehrt, nachdem ihre Arbeit an Ort und Stelle vorläufig beendet war. Wie wir erfahren, ist die Kommission — entgegen anderslautenden Darstellungen— zu folgendem vor- läufigen Ergebnis gekommen, das aber, wie vorweg bemerkt wer- den muh, zunächst auch nur eine Annahme darstelli: Wahrscheinlich ist beim Start des Verkehrsflugzeuges in Schkeuditz nach der dort vorgenommenen Zwischenlandung durch irgendwelche noch unbekannte Einwirkungen, vielleicht durch Streifen Irgendeines Gegenstandes auf dem Flugplatzgelände, der zweiflügliche Holzpropeller etwas beschädigt worden, ohne daß es von der Flugzeugbesatzung oder von den Beamten des Flughafens bemerkt worden wäre. Diese anfangs nur gering- fügige Beschädiguno kann sich dann während des Weitsrflugcs immer mehr am Propeller durch nach und nach erfolgende Ab- splitterungen der aufeinandergeleimten Holzschichten ausgewirkt haben, und wahrscheinlich ist dann schließlich ein Propeller- f l ü g e l in der Gegend von Schleiz völlig abgesprungen. Da sich der Propeller, vom Führersitz gesehen, wie der Uhrzeiger, also rechts herum, dreht, mußte der Verlust eines Schrauben- flügels ein« mit außerordentlich starker Erschütterung verbundene Mehrbeonspruchung der linken Tragfläche der Maschine erzeugey, und zwar in einem solchen Maß?, daß das betreffende Trag deck dieser Beanspruchung nicht mehr gewachsen war. Diese mutmaßliche Erschütterung des Flugzeuges, die auch mit den Bekundungen der Augenzeugen übereinstimmen würde, wonach der Eindecker plötzlich«in„Ktteni".in.'der-Lutt gezeigt habe, war für den Piloten der Anlaß, sofort zum Gleitflug zwecks Notlandung anzusetzen. Im nächsten Augenblick aber hat sich wohl von der über alle Berechnungen hinaus beanspruchten linken Traosläche zu« nächst die eine, bald darauf auch wahrscheinlich die zweite Strebe gelöst, dos Tragdeck, seiner Stützen beraubt, klappte hoch und brach ab, woraus der Absturz erfolgte. Mit dieser Annahme würde sich auch eine Zeugcnbetundung decken, wonach der Motor plötzlich aus- gesetzt habe. Der Pilot hatte eben in diesem Augenblick das Gas weggenommen, um zur Notlandung zu schreiten. Böllig abwegig erscheint die von anderer Seite geäußerte Annahm«, daß der Führer der Maschine sich des kommenden Unheils schon seit einiger Zett während seines Fluges bewußt gewesen sei. Wie die Deutsche Lufthansa betont, war Charlett ein so zuverlässiger, erfahrener und vorsichtiger Flugzeugführer, daß er sofort zur Landung angesetzt hätte, wenn er sich des Schadens an der Maschine bewußt ge� worden sei. Sabotage ganz unmöglich. Die in verschiedenen Zeitungen bedauerlicherweise geäußerte Be- hauptung bzw. Vermutung, es könne als Uifache sür de» tief be- klagenswerten Unfall bei Schleiz Sabotage oder Nach-c lässigkeit bei der Mofchinenuberprüfung in Frage kommen, hat in den beteiligten Kreisen berechtigte Unruhe ausgelöst. Dia Luftfahrtabteilung des Deutschen Berkehrs, bundes teilt uns hierzu folgendes mit: Ein Sabotageakt kann für den sachverständigen Kenner der Kontrollverhältnisse im Lustverkehrbetrieb überhaupt nicht in Frage kommen. Jede im Flughafen eintreffende Maschine wird bis zu ihrem neuen Start in allen Teilen aufs sorgfältigste überprüft. Di« tätigen Monteure sind von Obermonteuren während des ganzen Arbeitsvorganges kontrolliert, diese wiederum von Meistern, denen nochmals ein verantwortlicher Obennsistec übergeordnet ist. Außerdem sind von der Aettkbsleitung eins Anzahl langjährig bewährter Monteur« als Kontrolleuro angestellt, die keine andere A u t g abe haben, als die Verlehr-- flugzeuge in allen Flughäfen der Lufthansa st än- big zu'kontrollieren. Jeder gefundene geringste Fehler wird schriftlich in dreifacher Ausfertigung protokolliert und der Direktion der Betriebsleitung, lowie den betreffenden Abteilung«- meistern zur Kenntnis gebracht. Schon geringfügige Fehler, die an sich noch nichts mit der Flugsicherheit zu tun haben, genügen, um die Maschine bis zur Behebung der Schäden sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Trotz dieser umfassenden Wertstattarbeit und Kontrolle, die allein schon die Sicherheit garantieren, werden unmittelbar vor Antritt jedes Fluges nochmals vom Kontrolleur Steuerorgane. Fahrge stell, Rumpf und Flächen eingehend untersucht, der mitfliegende Bordmonteur be- teiligt sich an dieser Kontrolle und nimmt außerdem im Beisein des zuständigen Meisters die Motorenprobe vor. Der Flugzeug- führer probiert ebenfalls Motor und Steuerorxane vor Antritt des Fluges. Diese mustergültige Kontroll«, welche sast übertrieben an- mutet schließt jeden Sabotagcackt völlig aus und garantiert außer- dem, daß die etwaige Nachlässigkeit eines einzelnen sosort von andc- ren gesehen und korrigiert wird. Das Aerhältnls zwischen dem fliegenden und dem Werkstattpersonal ist ein recht gutes, das B er- antwortungsgefühl aller Beteiligten langjährig erprobt und bewährt, wie die bisherige Sicherheitsstatistlk de- weist. Die Tatsache, daß der verunglückte Pilot Charlett sowohl wie der Bordmonleur Feiler seit vielen Jahren im Flugdienst erfolg- reich tätig sind, schließt auch«in Versagen von dieser Seite aus. Di« Ursache für diese in der Geschichte des deutschen Lustverkehrs bisher ohne Beispiele dastehmde Katastrophe kann also in remey, Falle im Versagen des technischen Lustverkehrspersonals gesucht werden. Lastkrastzug 10 Meter abgestürzt. Zwei Personen schwer verletzt. Ein schwerer Unfall, der leicht einen verhängnisvollen Aus- gang hätte nehmen können, ereignete sich gestern gegen �16 Uhr an der Ecke Wies«»- und Hochstraße im Norden Berlins. Ein caslkraslwagen mit Anhänger der Brauerei Schullhelsz-Patzen- hofer stürzte die etwa 19 Meter hohe Eisenbahnböschung hinab. Während der Chauffeur wie durch ein Wunder unverletzi blieb, wurde der Begleiter, der auf deni Anhänger saß und eine Passantin schwer verletzt. Der Unfall trug sich folgender- maßen zu: Ein unbeladener Lastkraftwagen mit Anhänger der Schultheiß-Patzenhofer Brauerei näherte sich um 1S,25 Uhr der Straßenkreuzung Wiesen-, Ecke Hochstraße. Plötzlich tauchte in der Fahrlwhn des Lastkraftzuges, von der anderen Seite kommend, ein Pferdegespann auf. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, riß der Chauffeur die Lenkung scharf herum Hierbei prallte der Wagen jedoch so heftig gegen die Bordschwelle, daß der Führer die Herrschaft über die Lenkung verlor. In ziemlichem Tempo bewegte sich der Lastzug auf den Bürgersteig und über- fuhr eine Frau, die gerade in diesem Augenblick die Unfall- stelle passierte. Dem Chauffeur gelang es nicht mehr, den Motor rechtzeitig abzustellen, der Lastzug riß den Zaun der Eisenbahn- böschung um, stürzte den etwa 19 Meter hohen Ab- hang hinunter und blieb hart an den Gleisen der Stettiner Borortbahn stehen. Sonderbarerweise hatte sich der Lastzug nicht überschlagen, und so lief der Unfall noch ziemlich glimpflich ab. Die alarmierte Feuerwehr nahm einig« notwendig« Auf- räumungsarbeiten vor und schaffte die schwerverletzte Frau, deren Personalien noch unbekannt sind, in bewußtlosem Zustande in das Birchow-Krankenhau». Es bestehr wenig Hoff- nung, sie am Leben zu erhalten. Der SZjährige Mitfahrer Wilhelm P. aus der Schllemannstrahe 8, der von seinem Sitz ge- schleudert wurde, erhielt auf de? Rettungsstelle in der Lindower- Straße die erst« Hilfe. » Bor dem Hause Pannierstraße 28.zu Neukölln trug sich! gestern um 16 Uhr ein eigenartiger Unfall zu. Bei Reparatur- arbeiten an einem in der dortstehenden Litfaßsäule eingebauten Transformator erfolgte plötzlich unter starker Flammenbildung«in Kurzschluß. Der 28jährige Monteur Karl Rückner aus der Muskauer Straße 16 wurde hierbei von ciner Stichflamme ersaßt und schwerverletzt. Die Feuerwehr schaffte ihn in das Urban, Krankenhaus, wo er bedenklich daniederliegt. Ein vierjähriges Kind ertrunken. Einen tragischen Tod fand gestern nachmittag das vierjährig« Kind Herbert des Bau, arbetters Peugers aus der Wiener Straß« 57 z. Der Kleine begab sich mit mehreren Spielkameraden nach dem Schiff- fahrtsronal. Die Kinder turnten an dem Geländer der Wiener Brück« herum, als plötzlich fzerbert P. den Halt verlor und köpf- über ins Wasser stürzte. Di« Mitspieler liefen zu- nächst kopflos davon und der Feuerwehr wurde erst Mit- teilung von dem Unfall gemacht, als es bereits zu spät war. Dia Unglücksstätte wurde längere Zeit mit Haken und Leinen abgesucht, ohne baß es gelang, die kleine Leiche zu bergen. prin/Mtr. ECKE Seb -Str Bettfedern doppelt gereinigt und gut entstäubt Qualitätsware sehr preiswert! Fertige Betten 1 Oberbett, 1 Unterbett. 1 Kissen, graurot Inlett mit(HtZ grauen Federn, zusammen äO-5ü Fertige Inlette rot graurot Oberbett....... 11.50 8.20 Unterbett....... 8.75 6.75 Kissen........ 3.15£45 Inlett-Reste 80 cm breit.. per Meter 55. 55 Pf. 130 cm breit....„ 1.45, 93 tzf. Bettwäsche Hemdentuch, starkfädig Oberbett, ca. 120 x 200..... 4.85 Kissen, 80 x80......... 1.60 Bettlaken Wäschastoff, starkfädig 2.45 Guter Dowlas, ca. 150X220.'t�. 5:25 Ueberlaken Guter Wäschestoff mit Hohl- k? 0- saum verziert, 150 x 250.....«J.VO Handtücher Gerstenkorn mit roter Kants,. 39, Pf. Drellhandtuch, Reinleinan.... 95 Pt Schlafdecken grau mit Streifen, eohöne weiche J Qualität 140x190........ 4.50 Daunendecken Enorm billig i Prima französisch. Daunenperkal, bunte Blumenmuster, mit Ä rjeit öcs yt�eines gilt sast ausnahmslos den Gebieten des Mittel- und Oberryeines, während der N i e d e r r h c i n mit all seiner charakte- rifti/chen Schönheit und seiner mehr als tausendjährigen Kultur viel zu Wenig bekannt ist. Vor einigen Tagen wurde der Festtag des IblXljöhrigen Be- stehens des berühmten Tantener Domes festlich begangen, der «m 11. September 327 geweiht wurde. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, daß man die eigenartige Schönheit des Niederrheines überhaupt entdeckt hat. Als der Maler Andreas Aschenbach auf einer seiner Fahrten nach Holland und der Nordsee irgendwo bei Kleve oder Geldern hängen blieb, und, wie er nach Hause berichtete, die Landschaft immerhin für lohnend genug hielt, ein paar Bilder aus ihr herauszuholen, herrschte allgemeines Erstaunen in dem Dussel- dors von 1840. Auch sein Bruder Oswald, der bekannte spätere Maler des südlichen Italiens, jand, als er auf die Empfehlung von Andreas den Rhein über Duisburg hinauffuhr, die dortige Gegend noch„abominabel eintönig und trostlos".„Was gibt es hier unten «iel zu malen als Wasser, Wiesen, Kühe und Pappeln" schrieb er entsagungsvoll an die Seinen zurück, um sich alsbald in die seuer» schwanger« Gegend der Bucht von Neapel zu stürzen. Heute würde Dswald Aschenbach, wenn er den Niederrhein wiedersehen könnte, ganz erstaunt sein über die vulkanische Natur, die er nun ähnlich wie die Landschaft um den Besuv angenommen hat. Aus tausend Schichten qualmt und lodert es jetzt an den Ufern des Stromes von Köln und Düffeldorf-Neuß angefangen und dann an Krefeld, Duisburg-Ruhrort und Homburg-Meiderich vorüber bis fast nach Emmerich. Der Gewerbeflsiß der arbeitsamen Menschen, die hier in großen Siedlungen zusammenhausen, hat das friedliche Bild des Niederrheines stellenweise ins Großartige zu einer Ay- klopenwerkstatt verwandelt. Die ungewöhnlich gedämpfte Ruhe, die ehedem über den Landstädtchen wie lanten, Rees, Orsoy, Calcar und Kleve lag, Ist überall gewichen. Doch es gibt noch ein paar köstliche Friedensinseln inmitten der Geschäftigkeit, die den Niederrhein ergriffen hat: Kaiserswerth wäre da zu nennen, das man von Düsseldorf im Nu erreicht und dessen Gebiet man schon zum Naturpark sakrosankt machen wollte. Und Zons, die mittelalterliche Beste mit ihren zerbröckelnden grauen Türmen und SUMmauerüberresten, das man nicht zu Un- recht als das„rheinische Rothenburg" gefeiert hat. Und Schloß Dyck, die stille Wasserburg bei Krefeld, die in den Abendstunden uns wie aus einem alten niederländischen Landschastsbisd anschauen kann, soll nicht vergessen werden, noch R e e d mit seiner ehrwürdigen zweitürmigen Kirche, die sich hoheitsvoll in dem hiermajestätisch ein- herwallenden Rhein widerspiegelt. An den Erstgräben um die Stadt N e u ß herum, an deren Bollwerken und Toren sich einst Karl der Kühne die Zähne ausgebissen hat. oder in dem Sreuzgang zu Tanten mit seinem Klostergärtchen, da läßt sich's noch träumen und sinnen. Aon der einzigen Erhöhung des Niederrhoins, dem Eltener Berg, streift der Blick weit über das ganze gesegnete Acker- und Weiden- land um Emmerich, Kleve und Nimwegen, in dessen jetzt zerfallener Kaiserpfalz Heinrich der Sechste, der mächtigste der Hohenstaufen, geboren ist. Drüben über dem Strom winkt Kleve mit der Schwanen- bürg herüber, vor der Lohengrin um Elsa von Brabant gekämpft hat. Der beinahe siebentausend Hektar große Reichswald schlingt ein breites grünes Band um das liebliche Städtchen, das in den letzten Jahren auch als Bad wieder viel von Holländern besucht wird. Die Zeit der Ländlichkeit und Einsamkeit für den Niederrhein war vorüber, da noch Gras aus den Marktplätzen der Städte wuchs und da» Glockengeläute zum Angelus abends das einzige größere Geräusch war. das man vernahm. �Der Strom, der bis vor kurzem nur wenige Dampfer und etliche Schlepper aus seinen Wogen ein- herstreifen sah, ist in unserem Jahrhundert die befahrenste Wasser- straße Europas geworden und hat neuerdings auch internationales Aussehen bekommen. Tagtäglich verkehrt ein Schiff regelmäßig zwischen Köln und London und ein Wasserslugzeug verbindet sogar bereit» zweimal am Tage da» alte Kolonia und Rotterdam, den wichtigsten Seehasen der Niederlande. Aber da» Aufgeregt«, das Lebensvolle, das heute an den Nieder- rhein gekommen ist, sagt den meisten Menschen weit mehr als die vergangene Saumseligkeit zu. die gewiß nur Bärenhäutern auf die Dauer behagen kann. Der Vorwurf der Schläfrigkeit, den man noch im vorigen Jahrhundert erhob, al» der Knabe Feuerbach sich schwer- mutig auf der Düsseldorfer Kunstakademie herumtrieb und keine Motive finden tonnte, läßt sich dem Niederrhein von heute nicht mehr machen.„. Auf eine Woche an den Rhein. Zu Beginn der Herbstferien läßt die Reichsbahndirekiion Stettin bei genügender Beteiligung«inen Sonderzug mit 33?» Prozent Fahrpreise vmäßiaung und E i lzug ges chw indigkeit von Stettin über Wannse« nach Köln und zurück von Front- furt(Main) über G ro ß- Li cht erf eld e- O st verkehren: der Zug tann auch von Berlinern benutzt wecken. Di« Fahrt bc- ginnt am Sonnabend, dem 1. Ottober, und endet am Sonntag, dem 9, Oktober. Emstetgebahnhof für Berliner Reisende ist Bahnhof Wannsee(ab 21.3S Uhr) am 1. Oktober. Der Fahrkartenver- kauf ist nur bei der Fahrkarienausgabe Berlin, Potsdamer Bahnhof. Der ermäßigte Fahrpreis Wannsee-Köln und zurück Frankfurt(Main) beträgt 24.20 M. Die„Landsmannschaftsfahrt" brttet jedem Teklnehnrer die Möglichkeit, die Zeit zwischen der An- kunst in Köln am 2. Ottober(9.13 Uhr) und der Abfahrt von Frank. furt(Main) am 9. Ottober(2.20 Uhr) entweder nach Belieben au»- zunugen oder auch sich der Gcsellschaft anzuschließen und die Fahrt im Rahmen des festgelegten Programms durchzuführen. Für alle Teilnehmer ist ein p o l i z« i l i ch e r Au s w e i s mit Lichtbild nötig, der kostenlos ausgestellt wird._ Kleingärtnerausstellung im Tchöueberger Nathans. Seit dem Jahre 1921 wurde heute zum erstenmal wieder eine Ausstellung des Bezirksverbandes der deutschen Reichsbahn- Kleinwirtevereine eröffnet. Die Hauptleitung dieses Ber- bandes liegt in Erfurt. Der Verband wurde bereite vor dem Kriege gegründet Die letzte Ausstellung fand in den Räumen des Schlosses Bellevu« statt, diesmal hat der Verband die Ausstellungsräume des ltepudlillsnlsrksr Abend am Mittwoch, dem 28. September. 20 Uhr. im Vikloria-Garlen, Wilmersdorf, Wilhelmsaue 114 Vortrag: Der Reichsschulgesetzentwurf Referent: Staalsfekretär Heinrich Schulz Alle Republikaner, beiondcrZ die Eltern, lind eingeladen. Erscheint in Massen, um die Bedeutung dieses GesctzcL kennen zu lernen. 9. Kreis Wilmersdorf der SPD. I IHM Rathairses Schöneberg gemietet. Alle 38 Bereinc von Groß-Berlin haben die Ausstellung mit ihren Produkten beschickt. Die Eisen- bahner haben größtenteils das Land für ihre Gärten von der Reichs- bahn in Pacht bekommen. Es handelt sich dabei vielfach um minder- wertigen Boden. Es ist deswegen um so höher anzurechnen, was die Vebausr diesem Boden abgerungen haben, der sonst brach gelegen hätte. Nachdem Berbandsoorsitzender Stelter die Begrüßungsrede gehalten hatte, eröffnete Dr. S ta p s s die Ausstellung. Außer pracht- vollen Herbstblumen und Früchten waren auch Erzeugnisse aus der Bienenzucht zur Schau gestellt. Bon besonderem Wert ist es, daß die Abteilung für Pflanzenschutz der Landwirtschaftskammer für Groß-Berlin die Ausstellung mit vielen Präparaten und Jnfor- mationstafeln beschickt hat. Die Reichsbahndirektion hat mehrere Preise gestiftet. Den ersten Preis wick der Derein Chorlottenburg, der aiich der größte ist, bekommen. Nochmals: das Elenü der Niefellanöpächter. Eine Rundfahrt durch die Stadtgüter. Bor einiger Zeit beschäftigten sich«in« Anzahl Berliner Tages- zeitungen, darunter auch der„Vorwärts", mit der Loge der Rieseltandunterpächter auf den Gütern der Stadt im Süden Berlins.- Ilm der Press« Gelegenheit zu geben, sich aus eigener Anschauung über die Bewirtschaftung von Riesclland zu informieren, vcranstältete der Auisichtsrat der Berliner Stadtgüter G. m. b. H. dieser Tage eine Besichtigungsfahrt durch das Nieseiland um Osdorf bei Groß-Lichterfelde. Bon den Großpächtern der Stadt Berlin haben eine Unzahl kleiner Pächter Rieselland abgepachtet, und diese Unterpächter er- hoben in den Zeitungen zahlreiche Beschwerden darüber, daß sie von den bewirtschafteten Feldern nickt den Ertrag erzielen könnten, der nötig wäre, damit sie ihre Unkosten decken können. Es wurde darüber geklagt, daß die Berieselung mit den Slbwässern aus der Stadt das eine Mal unzureichend, dann wieder so stark ist, daß die Ländereien überschwemmt werden. Die Bewässerung erfolgt auch oft dann, wenn das Land bestellt ist, es setze sich zuviel Schlick ab, dessen Beseitigung viel Arbeit und Unkosten verursache, der Pacht- zms sei zu hoch und die lausenden Pachtverträge zu kurzfristig. Bei der Rundfahrt durch die Rieselfelder wurde betont, daß die Riesel- selber besonders in diesem Jahre zwei'- bis dreimal soviel Abwässer aufnehmen muhten, als das in früheren normalen Jahren der Fall war. Das hat seinen Grund nicht nur in den zahl? reichen Niederschlägen dieses Jahres, sondern auch darin, daß durch umfangreiche Tiefbauarbeiten in der Stadt— Untergrundbahn- bauten— Druckrohroerlegungen notwendig sind, so daß die Ab- wässer nicht wie früher gleichmäßig verteilt werden können Unter der zu reichlichen Wasserzufuhr leiden aber, wie gezeigt wurde, nicht nur die Ländereien der Unterpächter, sondern auch im gleichen Maße die der Gcneralpächter. Natürlich wirkt sich das in finanzieller Hin- ficht bei den Unterpacht«?» stärker aus als bei den umfangreichen Ländereien der anderen. Wenn beispielsweise dem Gcneralpächter 20 bis 25 Proz. seine» bewirlschastet«n Bodens„versaufen", so kann er den Schaden möglicherweise durch iptensioere Bewirtschaftung des übriggebliebenen Landes wieder gutmachen,'Das Vielleicht un- mittelbar neben dem überschwemmten Land des Großpächters ge- legen« Feld«Ines Kleinpächters wird aber in seiner ganzen Au»- dehnuna unbrauchbar, ohne daß der Kleinpächter die Möglichkeit hat, den Schaden irgendwie wettmachen zu können. Besondere geklagt wurde darüber, daß viele Kleinpächter viel zu viel Land gepachtet hätten, so dag sie nicht in der Lage wären, es nutzbringend zu bebauen: die sachgemäße, intensive Bewirtschaftung eines kleineren Stückes Pochtland brächt« diesen Unterpächtern größeren Gewinn. Ganz allgemein ist ähnliches von der Bewirtschaftung de» Boden» durch viele Kleinpächter überhaupt zu sagen. Wer von den kleinen Leuten sein Land zu bewirtschaften versteht, und bei Rieselland ist das eine besondere Wissenschaft, erzielt auch Erträgnisse, die ihn Das Hörbild„Sahara" von Walter Mehring enttäuschte. Es fehlt« der Darbietung an Tempo. Immerzu gab es besinnliche Abend- pausen. Die Geräusche und Dialogbruchstücke waren säuberlich neben- einandergesetzt. Mehrings zum T«il recht schmissige Berse wurden zahm rezitiert. Das sollte die Stimmung einer modernen Reise von Berlin bis Algier sein? Höchstens die einer Familienfahrt noch Bansin. Uebrigens sollte man für alle Hörbilder einsehen, daß akustischer Naturalismus dabei wenig brauchbar ist. Der ein« Sinn, dos Ohr, soll so am Rundfunk ganz andere und viel mehr Ding« wahrnehmen als in der Natur. Bloße Photographie, von Geräuschen des Alltag» bleibt da tot. Ganz nett und unterhaltend war der heitere Wochenschluh, für den der Humorist Ernst P e t e r m a n n mit seinen Couplets aus eigener Feder sorgte.— Die Vorträge des Tages waren wenig ergiebig. Dr. Hellmuth F a l k e n f e l d» zweiter Teil seines Vortrages„Was bedeutet uns Wilhelm Roabe" war so un- lebendig, daß die gute Absicht des Vortragenden, Raabe wieder populär zu machen, durch sein« Aussührungen schwerlich erreicht sein dürste. Tes. befriedigen. Wer aber glaubt, Rieselland etwa wie Loubenkotonistenlond behandeln zu können. der wird in den allermeisten Fällen nicht die Aussaat ernten. Davon konnte man sich an gezeigten Bei- spielen überzeugen. Vielleicht ist auch der mangelnde Ertrag des Bodens darauf zurückzuführen, daß das Rieselland im Laufe der Jahre durch das jn den Abwässern mitgesührte Fett immer mehr verseift, so daß der Boden eben untauglich wird. Den kleinen Pächtern ist es nur ichwer möglich, durch Zuführung von geeigneten Chemikalien die Verseifung zu kompensieren. Jn einer Denkschrift, die den Pressevertretern ausgc- händigt wurde, hat die Gütervcrwaltung der Stadt Berlin die Klogen der Pächter im einzelnen widerlegt. Auch in der Denkschrift wird immer wieder die Notwendigkeit einer sachkundigen und rationellen Bewirtschaftung des Riesellandes betont. Nur einen Borwurf hat man nicht entkräftet und zwar den, wie es kommt, daß die Generalpächter setzt gute Gewinn« erzielen, während sie früher, als sie noch Administratoren der Stadt- Verwaltung waren, jährlich Zuschüsse aus dem Stadtsäckel benötigten. Zanitälsrat Dr. Otto Zuliusbucger in Schöneberg blickt am 26. September als S e chz i g j ä h r i g e r auf ein Leben geiftig-a« i Kampfes um bedeutsame wissenschaftliche Errungenschaften zurück.! Als Psychiater von Ruf ist er vielfach bei gerichtlichen Verhandlungen° wirksam gewesen und ist ein Bahnbrecher der Freudschen Psycho- analyse geworden. Die heute neu erhobene Forderung der Sicher» heitsverwahrung geistig unzurechnungsfähiger Verbrecher ist seiner Initiative entsprungen. Der Arbeiter-Samariler-Dund eröffnet neue Kurse. Lehr» plan: Beschreibung des menschlichen. Körpers, Llnatomi«, Physio- logie. Die Samaritertätigkeit, Verletzungen, blutige Verletzungen, unblutig« Verletzungen, Erkrankungen, Krankenbesörderung. Lehr- kurse: Weißensee: Dienstag, 27. September, Schule, Wilhelmstr: Steglitz: Dienstag, 27. September, Schule, Plantagenstr.: Mitte: Dienstag, 4. Oktober, Leibniz-Gyninasiiim, Mariannenplatz', Schöneberg: Dienstag, 4. Oktober, Schule, Fsurigstr. 57: Treptow: Diens- tag, 4. Oktober, Schule, Wildenbruch- Ecke Grätzstr.: Charlottenburg: Dienstag, 11. Oktober, Leibniz-Oberrealschuls, Schiücrstr. 125/126; Lichtenberg: Dienstag, 11. Oktober, Schule. Frankfurter Allee 37: Hermsdorf: Dienstag, 18. Oktober, Turnhalle, Roonstr: Pankow: Mittwoch, 12. Oktober, Schule, Schulstr.: Tiergarten: Donnerstag, 29. September, Schule, Schleswiger Uier 14; Wedding: Donnerstag. 29. September, Schule, Schulstr. 99: Prenzlauer Berg: Donerstag, 6. Oktober, Schule, Kastanienallee 80/81; Friedrichshain: Donnerstag, 6. Oktober, Jugendheim des Ostens, Große Franksurter Str. 16; Neukölln: Donnerstag, 6. Oktober, Schule, Rütlistr.; Kreuzberg: Donnerstag, 6. Oktober, Schule, Bergmairnstr. 60/65; Wilmersdors: Donnerstag, 13. Oktob«'-, Oberrealschule am Hindenburqdamm; Tem- pelhof: Freitag, 30. September, Schule, Königstr. Geschästzstelle: Berlin R. 4, Schröderstr. 9. Telephon: Amt Norden 3340. «r«i,I>igcndau«sS»h. Di« diesjährig««r»isj»gendk0'l'«r«n» wird. zum Z. und Dezember noch Rellin einberufenhagener Str. 5«. Wichtige Funktionärkonfrrenz. Tagesordnung-„Der Zieichcausfchust der DZP. und die Ausstellung„Das jung- Deutschland"." Sämtliche Funktionäre müssen er- scheinen.__ wellerb-rtcht der öffenllichen wett-idi-nststclle liir rcclin und Umoeg-nd lNachdr. veib.» Kühl und wechselnd bewoilt mit Regenichuuetn. siischc b-S starke Winde au» westlichen Richtungen.- Für Vevtschload U-berall tvechs-lnd bewölll, kühl und windig mit Negenschauern. ._.....„_____________________ JlJllJ]___________ w»'1 i'?— 1 i derqute neinvollene Koehu. Seeland Cerfraudtenffr. 20/21 oeoenob. Pet�he M Ä S S Ä R Y ZIGARETTE Was qeM über Stcdie und Berge kühn? Dos Ist der Flieger mit Seinem Bemin? Was geht«her Deltf-Massaiy mein Ucher? Unnötige Frage t m |lM» WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Könlgstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz dteaQ*(Wcdtei Glas Porzellan Steingut Weiß Porzellan mit Fehlem Speiseteller a«ch 2 5«ef 3 5 pi. Dessertteller...... 18pr. Terrine.......... las Kartoffelschüssel. I25 Sauciere......... 85pf. Salatschüsseln 42?' d 12s Platten. ovai 48?'. ws 225 Eierbecher........ 8?'. Tasse........... 18?'. 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Sobald die Wirkungen des englischen Kohlen st reiks überwunden, die englischen Kohlenlager aus- gefüllt waren, erschien England wieder als Konlurrent auf dem Weltmarkt. Wenn die englische Arbeitslosigkeit auch heute noch im Bergbau am größten ist— es feiern gegenwärtig mehr als � Mil- lion Bergleute und ein Viertel der englischen Arbeitslosen sind Berg- arbeiter—, so kündigt sich doch die neue Weltkohlenlag« in einem scharfen Wettkampf um die Märkte an. Auch die deutsche Ausfuhr begegnet steigenden Schwierigkeiten. Vor einem Jahre wurde noch etwa die Hälfte der deutschen Kohlenerzeugung aus- geführt, gegenwärtig sicherlich weniger als ein Viertel. Der Rück- gang ist allerdings, abgesehen von der Streikkonsunktur, die Folge der inzwischen eingetretenen deutschen Inlandskonjunk- t u r. Aber der deutsche Kohlenbergbau darf sich im Gegensatz zum Bergbau in anderen Ländern nicht beklagen. Im vergangenen Jahre machte er außergewöhnlich große Gewinne, stärkte seine Re- serven, nahm umfangreiche Abschreibungen vor. Dem Ausfuhr- rückgang entspricht eine fast ebenso große Steigerung des inlän- dischen Absatzes. In den von England bestrittenen Gebieten Deutsch. land» vermocht« zwar die englische Kohle ihren alten Platz wieder zu«robern, die Steigerung des übrigen Inlandsabsatzes bietet aber auch hierfür einen Ersatz. Ueberprodukkion.— Wiederkehr der allen Krise. Die Welterzeugung an Kohle war 1926 trotz des englischen Streiks etwas höher als die Vortriegsproduttion. Der Bedarf nach Kohle ist aber aus den bekannten Gründen zurückgegangen: Verbesserte Wärmetechnik, die eine viel bessere Ausnützung der Kohl« erlaubt, Ausbau von Wasserkräften, Verwendung von Oel im Schiffbau und in der Industrie an Stelle der Kohle, vor allem ober die ungünstige Loge der kohlenverbrauchenden Industrien in den meisten Industrieländern. Holland und Spanien in Europa, Südafrika und Australien in Uebersee sind Selbsterzeuger geworden. Auch die Kohlenförderung Indiens, Ja- pans und Chinas wurde erheblich erweitert, ja, es wurden, fo un- wahrscheinlich es klingt, in England selb st große neue Kohlen. selber erschlossen. In North Dorkshire wird jetzt ein Kohlenfeld, das bereits über 11 Millionen Tonnen produzierte und bald 29 Mil- lionen Tonnen erreicht haben wird, ausgebeutet. Die gegenwärtige franzöflfch« Produktion ist um etwa 14 Prozent, die belgische um 20 Prozent höher als die Vorkriegserzeugung. Wenn die eng- lisch« Produktion infolge der Ausfuhrkrise hinter der Vorkriegs förderung zurückbleibt, wird das durch die gestiegene Produktion in den Dereinigten Staaten und den anderen Ländern mehr als weit- gemacht. Der seit April im Gang befindliche Großstreik im amerv konischen Kohlenbergbau hat trotz der um ein Drittel gesenkten Wochenerzeugung nur vorübergehende Wirkung. Jedenfalls ist heute wieder eine Ueberproduktion von Kohl« zu verzeichnen. die in Ländern ohne starke Inlandskonjunktur die Wiederkehr der alten Kohlenkrife bedeutet. Mit welchen Mitteln möchte man in den verschiedenen Ländern die Krise überwinden? wo die Heilmittel?— Die englische..Lösung". Infolge der überragenden Bedeutung Englands als Produzent und Exporteur sind die dort nach dem Streik gemachten Heilversuche besonders wichtig. Bekanntlich ermächtigte ein während der Streik- dauer angenommenes Gesetz die Kohlsnunternehmer, die Arbeits- ze i t zu verlängern. Die Löhne der Bergleute werden nicht mehr für das ganze Land, sondern' bezirksweise festgesetzt. Die Löhne hängen vom Erlös der Kohlen ab, wobei bezirksweise ein außerordentlich niedriger Mindestlohn besteht. Infolge der ge- drückten Preise erhalten die Bergarbeiter heut« bereits den Mindest- lohn. Auf der anderen Seite ist auch nicht ein einziger Sanierungs- Vorschlag der englischen Kohlenkommission durchgeführt worden. Die letzte viel beachtete Veröffentlichung des Präsidenten der Kohlen- kommission, Sir Herbert Samuel, liest sich wie eine Anklage- schrift gegen die Regierung Baldwin, die ihr Versprechen gebrochen und von der Reorganisierung des Kohlen- bergbaues unter einseitiger Berücksichtigung der Kohlenmagnaten und der Grundbesitzer Abstand genommen hat. Von den Tausenden von Kohlengruben, deren Zusammenlegung empfohlen wurde, haben sich nur fünf oder sechs zusammengeschlossen. Auch der von der Kommission anempfohlene Erwerb der im Besitz des Hochadels befindlichen Grundstücks durch den Staat, die den Berg- bau mit hoher Grundrente belasten, wird unterbleiben. Auch der Transport und der Handel mit Kohlen bleiben weiter unwirt- schaftlich. Das Mißtrauen der Bergarbeiter bei der Verrechnung der Löhne wurde nicht beseitigt, das nur zu be- rechtigt erscheint, weil die Kohlen vielfach an die eigenen Konzerne und Handelsorganisationen zu niedrigeren als den Markt- preisen verkaust bzw. berechnet werden. So bleibt im englischen Kohlenbergbau, abgesehen von«inigen Fortschritten in der maschi- nellen Ausrüstung, a l l e s b e i m a l t e n. Die englische Kohlenindustrie will jetzt ein ähnliches Rabattsystem einführen wie dies die Stahlindustriellen bereits getan haben und Preisabschläge für Kohlcnverbraucher, die ihren Bedarf ausschließlich bei ihnen decken, gewähren. Auch sollen Fabrikbetriebe, die von der Oel- zur Kohlenfeuerung zurückkehren, begünstigte Kohlenpreis« erhalten. Im ganzen hat der englische Bergbau durch seine ver- lustreiche Konkurrenz die Schwierigkeiten der anderen Kohlenländer vermehrt, ohne die eigenen behoben zu haben. Rationalisierung im Bergbau. In anderen Ländern versuchte man die Krise durch Senkung der Kosten, das heißt durch Rationalisierung des Bergbaues durch- zuführen. Was in Deutschland erreicht wurde, ist bekannt. Folgende Statistik des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe ist für den Erfolg der Rationalisierung im Bergbau sehr aufschlußreich. Es wurde in den Bergwerken Preußens gefördert: In Tonnen pro Kopf der ms Steinkohlenbergbau insgesamt. 273,18 Steinkohlenbergb. Rheinl.-Wests. 277,77 Braunkohlenbergbau.... 1170,28 ergarbeiter: 1924 1925 1926 229,16 257,66 307,25 286,14 265,75 315,31 1115,51 1429,22 1539,92 Eine Rationalisierung der Kohlengewinnung durch satorische Maßnahmen— Zusammenlegung und Stillegung organi- —, wie durch technische Verbesserungen wurde weiter in großem Maßstab erzielt in der Tschechoslowakei, wo 1926 dieselbe Menge Stein- und Braunkohlen wie 1924 mit einer stark herabgefetzten Belegschaft gefördert wurde, in Belgien und im Saar- gebiet. Sogar in Rußland wurde ein im Verhältnis zur Kapitalkraft bemerkenswert hoher Grad der maschinellen Ausrüstung im Bergbau erreicht. Die Lasten der Rationalisierung werden freilich von den Bergarbeitern getragen, nicht allein in der Form vermehrter Arbeitslosigkeit, sondern auch durch gesteigerte Arbeitsintensität, die überall zur erheblichen Steigerung der Unfälle führte. Auch ist die Arbeitszeit der Berg- arbeiter trotz Rationalisierung nicht kürzer, eher noch länger ge- worden und«in« der erhöhten Ergiebigkeit der Produktion ent- sprechende Steigerung der Löhne ist nicht eingetreten. Monopolisierung des Inlandsmarktes. In Frankreich und Spanien, deren Kohlenbergbau fast nur für den inländischen Bedarf in Frage kommt, sucht man die Folgen der Ueberproduktion durch Absperrmaßnahmen zu überwinden und den Inlandsbedarf dem eigenen Kohlenbergbau zu sichern. Frank- reichs Kohlenbergbau ist zwar modern ausgerüstet, die Belegschaft der Bergwerk« besteht aber vornehmlich aus fremden Arbeitern, deren Leistungsfähigkeit geringer ist. Um die hohen in- ländischen Kohlenpreise zu schützen, sollen die bestehenden Kohlen- zölle auf das Fünffache erhöht werden, auch soll der inländische Kohlenbergbau auf den Eisenbahnen erhebliche Tarifvergünstigungen erhalten. Außerdem wurde kürzlich das Cysteni der Einfuhr- gen ehmigun gen, unter dem vornehmlich die englische und belgische, aber auch die deutsche Einfuhr zu leiden hat, eingeführt. In Spanien verbietet eine Verordnung Unternehmern, die auch Inlandskohle verwenden können, fremde Kohle zu verbrauchen. Auch der Bedarf j>er Eisenbahn muß zum größten Teil im Inland gedeckt werden. Für die Unternehmungen sind die Kohlenmengen, die eingeführt werden dürfen, genau vorgeschrieben. Jetzt wurde die Schassung eines Einfuhrmonopoltrusts, der den ge- samten Bedarf an fremder Kohl« einführen soll, in die Wege geleitet. Die Kosten dieser Sperrmahnahmen müssen freilich die Kohlen- Verbraucher tragen. Insbesondere werden die Produktions- kosten der Industrie erhöht, die Konkurrenzfähigkeit wird ge- schwächt, was letzten Endes auch den„geschützten" Bergbau keinen Nutzen bringt. Eia Univcrsalrezept. welches die Schwierigkeiten sämtlicher Kohlenhändler behebe« könnte, gibt es wohl nicht. Wo der Markt Verluste bringt, bedeutet Ueberproduktion letztlich Ueberkapitalisierung. Die Gewinnansprüche sind zu hoch. Die Folgen der Ueberkapitalisierung im Bergbau würden viel von ihrer Schärfe verlieren, wenn die Neben- Produktion der Kohle besser aus genützt und wenn Oel aus Kohle in großem Umfange hergestellt werden könnte. Jede Besserung der Inlandskonjunktur steigert den Kohlen- verbrauch; deshalb dient auch jede wirtschaftspolitische Maßnahme zur Intensivierung der Wirtschaft auch dem Kohlenbergbau. Das gegenwärtige K o h l e n du m p i n g auf der Grundlage künstlich verteuerter inländischer Kohlenprcis« ist also auch unter diesem Gesichtspunkt zu verwerfen. Würden die deutschen Kohlen- preise im Inland erhöht, wie dies von den Bergwerksbesitzern in letzter Zeit so häufig gefordert wurde, so könnte eine solche Preissteigerung nur«inen schweren Rückschlag für die inländische Konjunktur zur Folge haben. Davon würde der Kohlenbergbau am schwersten betroffen. Andererseits ist es klar, daß die gegen- «oritt auch W enn Sie etwas zur Fülle neigen, so können Sie dock der modischen Linie entsprechend gekleidet gehen, wenn Sie zu uns kommen. Hier finden Sie nämlich eine Auswahl an Kleidung für stärkere Damen, die wohl einzigartig ist. Seit jeher hahen wir uns die Pflege von Damen-Kleidung in großen und größten Weiten angelegen sein lassen. Namentlich durch unsere sehr ausgedehnte Sclhstfahnkation finden Sie hei uns Paßformen, die so geschickt sind, daß sie in jedem Fall die modische Linie widerspiegeln. Und sclhstverstandlich gelten auch hier die sprichwörtlich Oranienttr.40 »« Oranltaplalx Chautteettr.11 3 KönlsttraBe 33 Sal» Stettlaar Bahnhof An Bahnhof Aluanderriaa rnrw■'i.i,'K'.'ckW"*>-nnmaana I............................................ Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Montag zur Verfügung!— Schrlftl. Bestellungen können nicht berücksichtigt werden! wSrtigen Preisunterbietungen bei der Kohlenausfuhr und di« wilde Konkurrenz auf dem Weltmarkt nur zu schwersten Verlusten führen kann. Deshalb fordert die Internationale der Bergarbeiter mit Recht die internationale Regelung der Kohlen- Wirtschaft. Es ist nur selbstverständlich, daß die im Jnter- nationalen Verband der Bergarbeiter zusammengeschlossenen Organi- sationen sich eine solche Regelung nicht in der Form eines rein kapitalistischen Kartells, etwa nach Vorbild des internationalen Eisenkartells vorstellen. Was ihnen vorschwebt, ist eine Regelung unter Mitwirkung des Völkerbundes und unter aktiver Teilnahme der Regierungen, der Arbeitnehmer und der Verbraucher. Ausreichendes Verständnis hat sich dafür bisher allerdings weder bei den Zechenherren noch bei den Meistern des Völkerbundes ge- fundcn.__ A. H. Das Vieh der Landarbeiter. Weisheiten eines gelben Landarbeitcrführers. Um die Propaganda für die Einführung eines hohen Schweinefleischzolles wirksamer zu gestalten, haben sich die landwirtschaftlichen Unternehmer jetzt den Geschäftsführer des gelben Reichslandarbsiterbundes, Friedrich F u« s, verschrieben. Fues ließ in diesen Tagen in mehreren agrarischen Blättern einen Aufsatz mit der Ueberschrift„Die Deputatwirtschaft der Landarbeiter" veröffent- lichen. In dem Aufsatz steht zu lesen: „Das Rückgrat des Landarbeiterhaushalts ist feine Viehwirt- schaft. Aus dieser deckt er nicht nur seinen Bedarf an eiweiß- haltigen Nährstoffen(Fleisch, Fett, Eier, Milch usw.), sondern durch den Verkauf von Vieh und Viehproduktion muß er alle Ausgaben für Kleidung, Wäsche, ch ausrat und sonstige Kulturbedürfnisfe decken. Deshalb ist es für eine Landarbeiterfamilie von entscheidender Bedeutung für ihr Fortkommen und ihre Lebenshaltung, ob sie eine glückliche chand in der Viehaufzucht hat, und ob die Verkaufs- Möglichkeiten gewinnbringend sind." Wie so oft wird auch hier, und zwar von einem Landarbeiter- führer, der Viehwirtschaft der Landarbeiter eine Bedeutung zuge- schrieben, die sie leider nicht hat. Die Dinge liegen anders. Viehwirtschaft ist nur bei dem Teil der Landarbeiter denkbar, die Deputanten, das heißt solche Arbeiter sind, deren Arbeits- leistungen in der Hauptsache durch Naturallöhne abgegolten werden. Wir finden diese Arbeiter in bemerkenswerter Zahl eigentlich nur in Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Schleswig- Holstein und in wese.ntlich geringerem Umfange in Brandenburg und Schlesien. In ganz �Mittel-, West- und Süddeutschland tritt der Naturallohn hinter dem GeiMohn zurück. Man sagt nicht zuviel, wenn man behauptet, daß als Deputanten im Höchstfalle nur 10 Proz. aller land- wirtschaftlichen Arbeiter in Betracht kommen. Für die übrigen SO Proz. spielt der Naturallohn erst in zweiter Linie eine Rolle. Die Depu�atmengen sind in den Tarifverträgen vermerkt. Es erhalten die Deputanten pro Jahr in: Ostpreußen(Kreis Königs- berg) 30 Zentner' Korn, Pommern(Kreis Randow) 31. Mecklenburg. Schwerin 35, Provinz Brandenburg(Kreise Teltow, Niederbarnim) 20, Schlesien 25, Hannover(Kreis Hannover) 18, Schleswig-Holstein 30. Provinz Sachsen(Kreis Calbe) 13�, Freistaat Sachsen(Kreis Dresden) 15, Thüringen 16, Provinz Hesien-Nassau(Kreis Casiel) 17. Rheinprovinz(Kreis Köln) S, Freistaat Bayern(Bezirk Oberbayern) 3 Zentner Korn. Dieses Körnerdeputat ist, was vielfach übersehen wird, für die ganze Deputantensamilie bestimmt. In«inigen Provinzen muß davon noch der von dem Deputanten zu stellende Hofgänger miternährt werden. In dem Deputat liegt auch ein Teil der Be- Zahlung der Arbeitskraft der Deputantenfrau. Um ein übersichtliches Bild zu bekommen, haben wir für den Ernährungsbedarf einer vierköpfigen Familie 20 Zentner Getreide pro Jahr in Anrechnung gebracht. Das kann nicht falsch sein, weil als Selbstversorgerration während der Zwangswirtschaft auf den Kopf der landwirtschaftlichen Bevölkerung pro Monat 12 Kilogramm Roggen und 5 Kilogramm Gerste, zusammen 4,08 Zentner pro Jahr oder 16,32 Zentner für die ganze Familie entfielen. Bei diesem Bild ergibt sich folgender Zustand: Die Möglichkeit, Deputatgetreide verkaufen oder für die S ch w e i n e m a st verwenden zu können, bietet sich nur in sehr beschränktem Maße in Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Schlesien und Schleswig-Holstein In Bayern, Würtlembera, Westfalen, Rheinprovinz, Hessen-Nassau, Thüringen, Freistaat Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hannover und in der Provinz Brandenburg bekommen die Deputanten nicht einmal soviel Körnerdeputat, wie sie zur Unterhaltung ihrer Familie benötigen. Die Diehwirtschaft der Landarbeiter kann also schon deshalb nicht die von Fues gekennzeichnete Bedeutung haben, weil bei dem Gros der Landarbeiter alle Voraussetzungen dafür fehlen. Hinzu kommt die Beengtheit der den Landarbeiter zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten. Was sich die Landarbeiter normaler- weise an Viehwirtschaft leisten können, ist außer- ordentlich gering und reicht gerade zur Deckung des eigenen Bedarfes aus. Wollen sie aus der Viehwirt- schaft Nutzen ziehen oder sollen durch sie alle Ausgaben für Kleidung, Wäsche, Hausrat und sonstige Kulturbedürfnisse bestritten werden, so muß vom Munde abgespart und dem Magen Gewalt angetan werden. Die Nachteile heben hier die Vorteile wieder auf. Bei einer wirklich gewinnbringenden Diehwirtschaft wird aber das vom Munde abgesparte Deputatkorn noch nicht ausreichen Es muß Getreide zugekauft werden. Mit dem Zulauf von Getreide durch die Landarbeiter entsteht dann aber die von Fues nicht beantwortete Frage, ob es im Interesse der Landarbeiter verantwortet werden kann, das Futtergetreide durch Zölle zu verteuern? Man kann die Dinge drehen wie man will. Die Behauptung des gelben Landarbeiterführers ist nicht wahr, und sollte sie wahr gemacht werden, macht das die gelbe Zollpolitik unmöglich! Das weibliche, insgesamt 61 046(62 184) Personen. Außerdem wurden noch 21 969(22(882) Personen durch die E r w e r b s l o s e nh i ls e der Stadtgemeinde Berlin und 19 838(20 871) Personen durch die Krisenfürsorge unterstützt. Bei Notstandsarbeiten wurden 5015(4624) Personen beschäfsigt. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 21. September berechnete Großhandelsindexzisfer des Statistischen Reichsamts ist leicht von 139,6 auf 139,8 gestiegen. Die Gesamtindexziffer ist demnach gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer der Agrarstoffe um 0L Proz. nachgegeben, während die Indexziffer für Kolonialwaren gegen- über der Vorwoche um 0,7 Proz. angezogen hat. Die Index- Ziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,4 Prozent zurückgegangen: gleichzeitig hat diejenige der industriellen Fertig waren sich um 0,5 Proz. erhöht. Wozu und wird's was nützen? Nach einer Meldung aus London sollen dort Anfang Oktober Besprechungeuzwischen den industriellen Spitzenoerbänden einer Anzahl von Ländern stattfinden. Die Einladung geht von der „keäerstion of British Industries" aus. Soweit bis jetzt bekannt, wird die Teilnahme von Vertretern des Reichsverbaudes der deutschen Industrie sowie der entsprechenden Spitzenverbände Deutschösterreichs und der Tschechoslowakei erwartet. Die preußischen Sparkassen hatten am Ende des ersten Halb- jahrs 1927 ein Einlagenkapital von insgesamt 3,62 Milliarden er« reicht. Davon sind Spareinlagen 2,57 Milliarden. Seit Anfang 1927 sind 604,8 Millionen Mark neu zugegangen, so daß 83,6 Prag, der Vermehrung des gesamten Einlagekapitals aus die Spareinlagen ent- fallen. Bei der Verwendung der Gelder hat sich, abgesehen von der sestverzinslichen Anlage die Tendenz zur Gewährung kleinerer Kredit« weiter verstärkt. Von 67 000 neu gewährten Krediten entfallen 58 000 auf Kredit« bis zu 2000 M. Von den msgejsaant gewährten 748 242 Kreditposten lauten nur 21 892 auf Beträge über 10 000 M. Im Gesamtdurchschnitt erreicht der gewährte Eingelkredit ein« Höh« von 1787,10 M. Das neue Organ der deutschen Bauernschaft, der bäuerlichen, gegen das Großagrarierwm die Bauerninteressen selbständig wahr«», den Grohorganiisation, wird„Deutsche Bauernzeitung'' heißen und am 1. Oktober zum ersten Mal erscheinen. Die bisherigen Organe der mun zusammengefaßten bäuerlichen Verbände stellen ihr selbständiges ErfchÄnen mit diqetn'Äig«'rnfS!.:! FloHer Mantel, Wall- Ottomane, neuartige Plüsch- gamiemng. ganz gefüttert ff/l Mark 3 Sr$ m Fescher Filzhut " 4jo Hehr als Janseni Angestellte sind im Dienst für unsere Kunden tötig. 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Um den Wiederaufbau und die soziale Entwicklung der Gememdeoerwaltung hat Dametz sich sehr verdient gemacht. In dem bäuerlichen und klerikalen Ober- österreich haben die sozialen Leistungen des Linzer„Roten Rathauses" starke Werbekraft für die Gefamtbewegung. vortrage, vereine unö Versammlungen. # Reichsbanner. Schwarz Rot-Gold". SlschSftsIiilU: Berlin£ 14, Eebastianstr. 37/38,?oi 2 Tr Sonntag, 25. September. Kreis Rieverbarnim-Ost: Treffen siimi. lichcr Ortsvcreine in Herzfelde. Reucnhagen.Hoppegartcn.Birle». stein: Autofahrt nach Herzfelde. Treffpunkt Uhr Bahnhof Hoppcgarten. — Montag, 26. September. Prenzlauer Berg: Kameraden, die am Kursus teil- nehmen, treffen sich zur Besprechung 20 Uhr im Jugendheim Danziger Etraße. Nächste Iugendvollversammlung nicht am 27. September, sondern am 4. Ol- tober im Altersheim. Es spricht Kamerad Schittzingcr über„Jugend und Reichsbanner." Gäste willkommen. Anfang 20 Uhr. Fricdrichshain(Schuh- lvort): Versammlung 19)4 Uhr im Jugendheim Litauer Str. 18.— Dienstag, 27. September. Schoneberg-Friedenan: Achtung, Junjbonner! 20 Uhr Jugendheim Hauptftr. 15. Vortrag:„Jugendbewegung im Neichsbanner." Kamerad- schaft Insel: 20 Uhr Kameradschaftsversammlung bei Warth, Monumenten- steaße 32. Kamerad Mehlhose spricht über„Die innerpolitische Lage." Reu- tällu- Britz: 5. Kameradschaft(Jungmannschaft): 19 Mi Uhr Mitgl.-Vers, bei Balcwfki, Boddinstr. 57—Mittwoch, 2«. September. Wilmersdorf: 20 Uhr Biktoriagartcn, Äilhelmsaue, Kameradschaft Nord und Süd Saalschutz beim republikanischen Abend der SPD. Reuköllu-Britz: 1. Kameradschaft: 20 Uhr erweiterte Vorstandssitzung bei Wilke, Reuterftr. 47. Erscheinen aller Zug- und Gruppenführer Pflicht.— Reuköllu-Britz: Am 1. Oktober findet in Beckers Gescllschaftshaus, Britz, Ehausieestr. 7g, das 2. Stiftungsfest des Tambourkorps statt. Kameraden und Freunde des Korps sind eingeladen. Freie Schulgemciute Berlin-Bohnsbors. Montag, 28. September, 19)4 Uhr, im Restaurant„Zu den vier Jahreszeiten" öffentliche Protcstversammlung gegen den Reichsschulgesetzentwurf. Referenten F. Weigelt und F. Ausländer. Die Orchesterpereinigung Berliner Musikfreund« 8. B. spielt jeden Donners- tag 19)4 Uhr in der Aula des Askanischen Gymnasiums, Hallesche Str. 24/26, unter Leitung ihres Dirigenten Kapellmeisters Hans Gahlenbeck. Die beiden Hauptkonzerte in dieser Spielzeit bringen die„2. Sinfonie" von Brahms und die„Romantische Sinfonie" von Bruckner. Gute Streicher und Bläser werden gebeten, sich schriftlich an die Geschäftsstelle, Bcrlin-Reu-Tempelhof, Kaiser- korso 152, zu wenden. Das Typogravhifche Orchester, Dirigent Erich Gutzeit, vbt jeden Freitag 20 Uhr im Neuköllner Lereinshaus, Hermannstr. 11. Gesucht Bläser und Streicher. Musikfreudige Buchdrucker herzlichst willkommen im Kollegenkreise. schaft zur Bekämpfung des Verbrechens Krieg. Henry de Moni. Die Mit- glieder des Reichsbundcs haben gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte Ein- tritt. Gäste können eingeführt werden. Alle befreundeten Organisationen sind eingeladen. Arbeitcr-Abstinentenbund. Ortsgruppe Berlin. Montag, 26. September, 19)4 Uhr, Mitgliederversammlung Landsberger Str. 82, Hof links 1 Tr. Arbeitcr-Mandoliuisteubuud, Bezirk G roh. Berlin. Montag. 26. September, 20 Uhr, im Rofenthalcr Hof, Rofenthaler Str. 12, Mitgliederversammlung. Noten„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" gelangen zur Ausgabe. Der Britzer Mandolincnklub 1920 spielt dieses Stück zur Eröffnung der Versammlung; es wird deshalb um pünktliches Erscheinen ersucht. Berein sozialistisiber Bcrzte. Anläßlich des Inkrafttretens des neuen Reichsgcfetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltet der Ver- ein sozialistischer Aerzte eine öffentliche Versammlung Mittwoch, 28. Sep. tcmber, 20 Uhr, in der Schulaula Dorothecnstr. 12(Bahnhof Friedrichsiraße). Die Genossen Prof. Dr. Knack(Hamburg) und Luise Schröder(Altona), M. d. R., sprechen über das Thema:„Kampf gegen Prostitution und Geschiechtskrank- heilen." In der Diskussion werden Aerzte, Parlamentarier und Sozialpolitiker das Wort ergreifen. Gäste willkommen! Sriefkaften öer Redaktion. P. L., Tegel. An das Polizeipräsidium in Berlin.— St. A. 57. Nein Ihre Frau muh den Vertrag erfüllen.— 00. Schneider. Das Geld gehört dir Kameradschaft.— Enterbte Kinder. 1. Ja. 2. Nein. Z. Nein.— E. T. 25. Wer seine Arbeitsstelle ohne wichtigen cder ohne berechtigten Grund aufgegeben Gesang und Tanz im fröhlichen Weinberg. Das Berliner Kon- zerthans, bekannt als der„Clou", mit seinen 4009 Quadrametern Fläche, bietet in diesem Herbst den Berlinern ein möglichst getreues Bild der Weinlese. Die weiten Räume des„Clou" sind in Wein- berge verwandelt, wcitgedehnte Reoenhänge durch Künstlerhand her- vorgezaubert. Natürliche Rebenstöcke vervollständigen das Bild. Be- sonderes Interesse findet die alte rheinische Kelter, die täglich in Betrieb gesetzt wird. Winzerburschen tragen Trauben in ihren Rückenkörben zur Traubenmühle. Dort werden sie erst gemahlen und dann aus die Kelter geschüttet, die den Rebensaft abpreht. Unter dem Titel„Gesang und Tanz im sröhlichen Weinberg" wird täglich ein Winzerfest veranstallet, das allen Beteiligten durch Volkslieder, Weinproben, Illuminationen, Vorträge, nicht zu vergessen den Tanz, angenehme Unterhaltung bietet. Neben den besten Lagen und Spitzen, die der Weinkeller der Firma Hoffmann-Retschlag zur Verfügung hat, gibt es auch Schoppsnweine und Biere jeder Art. Die Komisch« Oper eröffnet am Sonnobenh, 1. Oktober, ihre Spielzeit mit einem von James Klein zusammengestellten neuartigen Revuestück„Die Welt applaudiert", welches von Paul Rosenhayn und Carl Bretschneidcr geschrieben, mit Texten von Fritz Rottcr und Felix Wölfs. Die neuartige Struktur dieses Bühnenwerkes besteht in einer Verbindung von Revue und Scnsationsschau- spiel. In den Hauptrollen sind be' Erich Poremski sowie Else Bcrna, Hans Albers, Johannes Müller, ... ieotc Roos-Rcutcr, Vicky Werkmeister irfw. Dos Stück wird von Direktor James Klein inszeniert, Choreographie George» Blanvalct. Da» älteste Berlincr Tcppichhaus Emil Lcsoore G. m. b. H., feit 46 Jahren einzigst« Berkaussstelle nur Orauienstr. 158/159, Nähe Moritzplatz, bringt in dieser Woche Riescnposten Tepipche, Brücken, Vorleger, zum Teil mit kleinen Fehlern, Läufer, und Bclagstoffe zu auherordcntlich> billigen Preisen zum Berkauf. Ebenso bietet sich Gelegenheit, besonders preiswerte Angebote in Diwandccken mit passenden Tischdecken und Rückwänden sowie die letzten Neuheiten in Gardinen, Stores, Bettdecken und Möbel- und Dckorationsstoffen zu erwerben. auc/i bis za 12 ffteneUs'Deutens $siddak£(c. ■asa Berti n. Leipziger 5tr 122'125mammm Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Wilmersdorf. Bekanntmachung. Der erste Nachtrag zur Kassensatzung ist vom Odervcrsicherungsomt genehmigt und tritt am Sonnabend, dem 1. Ok- tobcr 1927, in Kraft. Es sind die§Z 1, 6, 12 und 19 geändert. Druckcxcmplare dieses Nachtrages sind unentgeltlich im Kasseniokal an den Schallirn zu habe».... Ferner machen wir bekannt, datz ab 1. Oktober 4927 die Versicherungsgrcnze der Angestellten von 225,— Reichsmark auf 300,— Reichsmark pro Monat oder 3600,— Reichsmark pro Jahr erhöht worden ist.— Zuschläge, die mit Rück- ficht auf den Familienstand gewährt werden, wie Frauen- und Kinder» Zulagen, bleiben außer Betracht. Die Angestellten, auf welch« diese Voraus» setzungcn zutreffen, und deren Gehalt ohne Zuschläge 300,— Reichsmark im Monat nicht übersteigt, sind daher er- »eut vom Arbeitgeber zur Krankenkasse anzumelden. Di- Bestimmung, daß der Versicherte nach Ueberschreiten der Ver- sscherungsgrenze bis zum ersten Tage des vierten Monats nach dem Ueber. schreiten noch Mitglied bleibt, ist um berührt geblieben. Auf Grund des Gesetzes über Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenversich«. rung können ab 1. Oktober 1927 Haus- gehilfinnen nicht mehr befreit werden. SZir bitten, Anträge und Anfrage» dieser Art nicht an unsere Kasse zu richten, da wir nicht in der Lage sind, dieselben zu berücksichtigen und zu be, antworten. Im übrigen verweisen wir auf die Tagcsprcssc und auf die Bekannt. machungcn des Landesarbeitsamtes an den Anschlagsäulen. Berlin-Wilmcrsdorf, 23. Sept. 1927. R. Engelhardt, Vorsitzender. F. W i e m a n n, Schriftführer. teandeciten mit dazu passenden Tischdecken sehr preiswert! DiBan�s 655 �»1.150" TlSClÄ l75 550w85"- Sleppdeton ll85J750bU135»L TflliDetlüM" 75«».. 85* ReiSÄ! 8j51275wl25"- StfilaCS*™ 135 555 95.. Deoisites TeniiitMnns LT Emil efevre «. m. b. H. Berlin S. 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SilbMmlede Pom 1 Oltoder 1927 ad darf durch Be> stimmung des Borstandes die Auszahlung aller Unlerstlltzungen nur gegen eigenbändige Unterschrift erlo gen,»ur mit der einen Ausnahme, daß die Krankenunter» stätzung bei Schwertranlen durch Familien angehörige abgeholt werden kann, jedoch ist auch hier die Bestimmung, datz die letzte Auszahlun.1(bei Beendigung der Krank- heitl eigenhändig zu unterschreiben ist Um unseren illütgliedern die Gelegenheit zu geben, auch nach Ardeitsschlutz die ihnen > och zustehende Unterstützung abzuholen. find in Zukunft die Auszahiungsschaller jeden Freitag, abends von 4 bis 7 Uhr, geöffnet. Zn Frage lommt für Streik-. Maßregelungs- und Ilmzugsnnterstiitzung der Sstalter I im Parterresaal und für olle andeffkn Unterstützungen der Schalter IS im Parlerresagl. MlklSaslsMllle ill SfirrenDerk Der Vorstand veranstaltet für Arbeits- gerichtsbeisttzer einen Kursus in unserer Rirtschaftsschul« in DUrrenberg. Der Kursus beginnt am 24 OUoder und dauert b>, 12 November 1927. Kollegen, welche daran teiknehmen Mellen. muffen sich so einrichten, datz fie am 28. Ol- tober in Dllrrenberg eintreffen. Au« den selbstgeschriebenen Lewerdungen mutz her- vorgehen- Mitgliedschallsdauer im DMP.. Sllligkest im Verbände und in d« Arbeiter- bewcguug, gegenwärtige Fuizftton tm DML oder als Betriebsrat, od verheiratet. Alter de» Bewerbers, ob und inwieweit bisher bereits on Kurien teilgenommen und sonstige zweckdienliche Angaben. Diese Bewerbungen müssen dt» zum 1. Oktober bei der Ortsverwallung ein- gereicht sei». Für unsere Ortkverwaltung kommt ein Teilnehmer in Frage. We'tereAuskunst wird erteilt imZimmert de« VerhandshauseS, Linienstr 83/85. i>liit»ii!i! StekipeldettleZie �wn! vtenstag. 2T. September, nacfim ö Ahr, In Sn»ald» A»r«ln»h»ns, Skaliher Str. 126: SM" Versammlung oller In der Slempellnduslrle be- fchäftjglen Kolleginnen u. Kollegen. Tagesordnung: 1. Stellungnahme «um Abschluß eine» Tarifverlrage». 2. Freie Aussprache. 3. Verschiedenes. E» ist Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen 0l«n«tag. öea 21. S*p(«mb«c. nachm. -4 Uhr. Im parlerrosaak da» See- bandstzaujesa, vluienstrahe 63 66: Branchen Versammlung oller in der Chirurgie-Mechonit br- schäsiigten Kolleginnen u.Kollegen. Tagesordnung: 1. Das Arbeitslosen■ Versicherungsgesetz. 2. Branchen- «Ntgelegcnheilen 3 Verschiedene». zahlreicher Besuch wird erwarlet. vlanstag. den 27.Lep«»n>b«r. abends 1 Ahr, Im Saal 1 des Srnzertschaft». haufea,«agelufer 24 26 Branchenversammlung der Werkzeugmacher, wertzeug. Schleifer und Werkzeughärter. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Urich über:„Tarif oder tariflos". 2 Dislustion 8. Vranchenangelegrnheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Verkäufe Mltlevoch. den 28. September, nach- miltaaa 4', Ahr. In» vreadener Garte», Dresdener Skr. 46, Branchenverfammlung Tagesordnung: l. Bericht über den Lohn- und Rabmentarit. 2. Branchen- angelegenheiten..8. Verschiedenes. E» ist Pflicht eine» jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mlttmoch, den 28. September, abda. 7'l, Uhr. im Parterresaal de» per bar.dsyanfrs, Linienstr. 86 86: Branchenverfammlung ollcr Monlcure und Helfer aus den Eifcutonslruktlonsbelriebcn. Tagesordnung: I. Vericht über die in den Betrieben iiattgefunbenen Ver- Handlungen. 2. Stellungnahme und Be- ichintzfassung hierzu. 3. Branchenangeiegen- heilen. Da» Erscheinen aller Kollegen ist unbe- dingt erforderlich. Mittrvach. den 28. September, nachm. 6 Ahr, tn Groclda Aestsälan, Staliher Strohe 128: Branchenverfammlung oller io der Eifenmöbelludusirie be jchäfltgkc« Kolleginnen u Kollegen. Tagetordnung: Stellungnahme zur Tartsillndigung. Ohne Mitgtiedsduch kein Zutritt. Da» Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen ist unbedingt ersordertüt). Oannecsfag. ben 29. Sept., abends t'1% Ahr, In den Sophien-Sälen, Sophianste. 12/18, Branchenversammlung sämtl. in den Fahrsiuhlbelriebeo befchäsliglen Monteure uad Helfer Taaegordnung: Berichterstattung Uber die Verhandlungen mit dem Verband Berliner Metallindustrieller und Stellung- nähme dazu. Das Erfch-inen aller Kollegen ist un- bedingt erforderlich. Wachhund iSchäfers W> Ihcl mshave n erstratzc verkauft Stein. 82.• «um Ii Schnellnähmaschiueu ohne Anzahlung >m Fabrikpeel», 8 Mark Wochenratc, 807, liefert an Privat Postlagerkarle Berlin 21.______• Tafelwagen, Deziinalwagcn, Gewicht« reiswert. Geseg Wagner, Köpenicker» ratze nur 71, Hof. Kein Laden, dafür illigere Preise. Rähmafchiuen. Billige, erstklasflge Fabrilatc für Hausbedarf und Gewerbe. Wöchentlich 8,—. Fischer, Potsdamer. hentlich stratze 108.' Dürtopp.NähMoschinen gegen g-Piart. Wochenraten. Wlostk. Brunnenstratz» 185, zwischen Rosenthalerpiatz und Znvali- deustratze Norden 118. 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Für den in unserem Verlag erscheinenden»Von»- Ireund". sozialdemokratische Tageszeitung für Mittelbaden, suchen wir zu möglichst baldigem Antritt einen Redakteur zur Mllbearbeltung des politischen und Tolkswlrtschastllchen Teils. Praktische Erfahrung in der Redaktionstätigkeit erforderlich. Bewerbungen sind zu richten an die VeMstJUtS- leiinng der VtrloLsörncKerel'olüslreima 6. m. b. H, üarlirnbe. wamsircAe 28. TQdiHge ladiKnndläe Verkäuferinnen für die Abteilungen Damenkonfektion Herrenartikel Handarbeiten Trikotagen Glas, Porzellan Wirtschaftsartikel Hermann Tletz Bellc-Alliancc-Sfr. 1-3 Vorstellung vorm. 9—11, nachm. 5—6. Schreiberhauer Str. 2. Jugendlichen Im Aller von 14—18 Jahren kSnoen dort dchnellstens Arbeltsatellen nachgewiesen werden. STr. 454 ♦ 44. Jahrgang 5. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 25. September 1927 Heuchelei öerörauntohlenherren Der Rcichswirtschaftsminister als Sündenbock. Vom Deutschen Bergarbeiterverbmld wird uns geschrieben: Der Zlrbeitgeberverband übersandte am 20. September an die Arbeiterorganisationen folgendes Schreiben: Entsprechend unserer Zusage haben wir uns erneut an den cherrn Reichswirtschaftsminister mit der Bitte gewandt, durch Zu- summung zu einer geringen Erhöhung der'Kohlcnpreisc uns die Möglichkeit zu einer angemessenen Erhöhung der � ohne zu geben. Der Herr Reichswirtschaftsminister Haruns Heute eröffnet, daß er zurzeit aus allgemein politischcii Gründen einer Krhlcnpreiserhöhung nicht zustimmt. Wir bedauern diese Stellungnahme des Herrn Reichswirt- fchaftsministers im Interesse unserer Belegschaften und des Berg- bauet, da sie uns der Möglichkeit beraubt, eine auch von uns als e r w ü nfcht empfundene angemessene Lohn- erhöhung durchzuführen. Glückaus! Arbeitgeberoerband für den Braunkohlenbergbau E. V. Der Vorstand: gez. P i a t s ch e k. Die Geschäftsführung: gez. Grum brecht. Durch dieses Schreiben wird bestätigt, daß die Unternehmer aicht gewillt sind, die Forderung der Belegschasten zu er- füllen. Durch die Ablehnung ist der Kamps im mitteldeutschen Bergbau unvermeidlich geworden. Die Arbeiterschaft hat alle ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um die Hartnäckigkeit der Unter- nehmer zu brechen. Wir wissen, daß ein Teil der Unternehmer die reaktionäre Lohnpolitik der Piotschek, Leopold und Genossen als den Bergbau schädigend betrachten, doch sind diese einsichtigen Unternehmer in der Minderheit. Der starke Belegschaftswechsel sowie die überaus starke Abwanderung der alten eingearbeiteten Arbeiter haben diese Einsicht, wenn auch spät, ouskonimcn lassen. Die Abwälzung der Schuld auf den Reichswirtschafts- h» i n i st« r entbehrt nicht einer gewissen Komik. Es wundert uns nur, daß man diesen nicht auch für die schlechten Löhne der Broun- kohleuindustrie verantwortlich macht. Wir haben nwhrhastig als Arbeiter in der Braunkohlenindustrie keine Ursache, dem Reichswirt- schaftsminister Kränze zu flechten, aber den mitteldeutschen Arbeitern h wie der Ocfsentlichkeit einreden zu wollen, als sei der Reichswirt- schaftsminister der Schuldige, daß die Forderunge» der Arbeiter nicht erfüllt werden können, ist eine etwas starke Zumutung. Nein, Herr Piotschek, den traurigen Ruhm, in einer der bcst- flarierendslcn Industrien die schlechtesten£ohn. und Arbcitsverhält- uifse herbeigeführt zu haben, gebührt zu einem erheblichen Teil L h n c n. Wir find der Auffassung, daß der Reichswirtschaftsminister gewisse Ersahrunge» mit den Unternehniern gemocht hat, die ibn zur Vorsicht mahnen. Wenn der Reichswirtschaftsminister auf Grund seiner Unter- suchungen und Revisionen der Braunkohlenwerkc zu dem Ergebnis gelangt, daß die geforderte Lohnerhöhung ohne Preiserhöhung von den Werken getragen werden kann,, so hat er nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, gegen Preiserhöhungen zu votieren. Es kann nicht bestritten werden, daß trotz allen Lamentos die Gc- schäftsergebnisse der Werke von Jahr zu Jahr günstiger ge- worden sind. Die durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen sowie die Technisierung der Betriebe haben einen Grad erreicht, bei dem mit wenigen Menschen erhebliche Leistun- gen erreicht werden. Die letzten Jahre bilden einen schlagenden Beweis dafür, daß die Selbst to st en erheblich gefallen find. Ständiges Sinken der Belegschaften, stetiges «Steigen des Absatzes find zu verzeichnen. Gerade die ver- flofsenen acht Monate im lausenden Jahr zeigen eine Iörder- fleigerung, wie sie noch niemals erreicht worden ist. Anders läge die Sache, wenn tatsächlich unter Einbeziehung der Gewinne aus Nebenprodukten sich klar herausstellen würde, daß die erhobenen Fordeiungen der Arbeiter von den Werken nichts erfüllt werden können. In diesem Falle würde es ein Ver- brechen an den Arbeitern der mitteldeutschen Brounkohlcnindustrie sein, wenn der Wirtschaftsminister von seinem Vetorecht Gebrauch inachen würde: stehen doch die Löhne 3 0 bis IvstProz. unter de u Löhnen anderer Industriearbeiter. Die Angabe, daß der Reichswirtschaftsminister aus allgemein politischen Gründen zu seiner Stellungnahme gekommen sei, scheint nur vor- geschoben. Von der nunmehr eingetretenen Situation werden eine ganze Anzahl Werke nicht angenehm berührt sein. Wenn bei den großen Konzernen die ausgesprochene Hoffnung besteht, eine Anzahl Werte bei dieser Gelegenheit loszuwerden, so haben letztere kaum Lust, sich das schmerzstillende Halsband selbst anzulegen. Daß das Schreiben den Eindruck erwecken soll, als hätten die Vertreter der Organisationen die Unternehmer schließlich gebeten, sich zwecks Preiserhöhung an den Wirtschaftsminister zu wenden. ist mehr als originell. Wir stellen fest, daß wir zu keinem Zeitpunkt die Unternehmer gebeten haben, wegen der Kohlenpreisfcage zum Reichswirtschaftsminister zu gehen. Die nach dieser Richtung von den Unternehniern an uns gerichtete Einladung wurde mit aller Entschiedenheit abgelehnt. Die taktischen Manöver der Unternehmer, uns als V o r s p a n n für ihre Preispolitik zu benutzen, müssen scheitern. Wir haben unsere Forderung an die Unternehmer im Braunkohlenberg- bau als die zuständige Stelle gestellt. Wir haben mit dem Reichs- wirtschaftsminister in dieser Angelegenheit nichts zu tun. Unsere Antwort muh heißen: Unterschreiben der Kündigung. Gewerkschaften unü Serufsausbilüung. Aus dem Bureau des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes wird uns geschrieben: Die in dem Regierungsentwurf des Berufsausbildungsgesetzes aufgestellten Grundsätze für die Beschäftigung und B e r» fs a u s b> l d u» g Jugendlicher haben die Geiverkjchaften veranlaßt, sich sehr eingehend mit dem Entivurs zu beschästige». Ii, wiederholten Besprechungen der Sachbearbeiter der Verbände siir Lehrlings- und Jugendfragen, die niit den Bezirksfekrctären des ADGB. vom Bundesvorstand des ADGB. zusammenberufen waren, haben gründliche Beratungen der durch das Gesetz ausgeworfenen Fragen stattgefunden. Es ergaben sich dabei s n I g e n d e Haupt- forder u n gen, deren Ersüllung von allen Beieiligten für u n- bedingt erforderlich gehalten wird: 1. Das kommende Bcrussausbildungsgcsetz muh«ine u m- fassende Regelung darstellen, die für alle Zweige des deutschen Wirtschaftslebens Geltung hat. Die von der jetzigen Reichsrcgicrung beschlossene Nichteinbeziehung der Landwirtschaft und ihrer Nebenbetriebe in den Geltungsbereich des Gesetzes hat keine sachliche Berechtigung. Die dem post-Abonnenten vlieraid« man nur dem Naanvet, de, Deunchen Musiterverbandes. Berlin. Horn- mandantenstr. 63/61. Dönhoff 3277— 7& «eschiistszeU 9—5, Eonntag» 10— 2 Uhr «nf Wunsch: Bertreterdesuch. Sie regelmäßige Zustellung i>l<.vorwört«' � im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleiöet, bitten wir unsere Post« Abonnenten, So, Abonnement für öen kommenden Monat beim ja« stnnölgen Postamt sofort ja erneuern, fallt öle Post bat vezugtgelb noch nicht eingezogen haben sollte. Vorworts- Verlag G. m. b. h Gesetz beigegebenc Begründung kann nur die„wesentlich anders liegenden Verhältnisse" in der Landwirtschast als Grund für die Stellung der Regierung anführen, die eine Sonderregelung in Aus- ficht stellt. Jede solche Sonderregelung lehnen die Gewerkschaften entschieden ob. 2. Untrennbar von einer Regelung der Berufsausbildung find S ch u tz ni a ß n a h m e n für die heranivachsendc Generation. Die Gewerkschasten bedauern deshalb, daß die seit Jahren erhobene Forderung nach gesetzlicher Gewährung von regcl- mäßigem jährlichen Urlaub für olle erwerbstätigen Jugendlichen von dem Gesetzentwurf nicht berücksichtigt wird. Sie fordern deshalb, daß allen Jugendlichen unter 16 Jahren je drei Wochen Urlaub, und allen Jugend- lichen zwischen 16 und 16 Jahren je Zwei Wochen be- zohlter Urlaub gewährt wird. Weiler jst notwendig, daß das Berussausbildüiigsgesetz endlich den Mißstand beseitigt, daß Jugendliche f ü r den Besuch d e r B er u f s-(P sk i cht f o r t- bi'ldungs-ffchule Lohnausfälle erleiden., 3. Der Gesetzentwurf läßt die bestehend« Tatsache der t a r i s- lichen Regelung des L« h r v c r h ä l t n i s s e s gänzlich un- beachtet. Die Gewerkschaften müssen unbedingt darauf bestehen, daß auch im Berufsausbildungsgesetz ausdrücklich festgelegt wird, daß die tariflich« Regelung des Lehrlingswefens den Anordnungen der im Gesetz vorgesehenen paritätischen Ausschüsse vorgeht. 4. Die vorgesehene Uebertragnng der Ausgaben aus dem Gesetz an die bestehenden Handwerks- und Handels- k a m m e r n ist für die Gewerkschaften uniragbar, da diese Kam- mern reine Arbeitgeberorgane sind. In den mit der Ausführung des Gesetzes betrauten Organen müssen die Arbeitnehmer gleichberechtigt mitwirken können. Diese Gleichberechtigung ist in den A r b e i t s b e h ä r d e n gegeben, die infolge ihrer Zuständigkeit für die Gebiete der Berussberatung und Lehrftellenver- mittlung auch sachlich allein für die Durchführung des- Berufsaiisbildung-sgesetzes geeignet sind. Es find ferner eine Reihe von Abäiidcrungsvor- schlagen zu den Einzclvorschriften des Geseizentwurses ausgearbeitet worden, die für die beginnenden Beratungen im Reichs- wirtschaftsrat bestimmt'sind._ Gegen Sie Gewaltakte öer Negierung Litauens. Protest des Vorstandes des ZGB. Der am 16. September in Amsterdam versammelte Vorstand des Internationalen Gcwerkschaftsbundes nahm Kenntnis von der furchtbaren Lage der Arbeiterbewegung Litauens, den Masseuvcrhaftungen der Arbeiter, der Unterdrückung der gewerkschaftlichen Freiheit, der summarischen Ver- urteilung und Hinrichtung von zwölf Arbeitern, darunter fünf jungen Menschen unter 20 Jahren. Im Namen der organisierten Arbeiterschaft aller Länder gibt der Vorstand dcS JGB. seiner Entrüstung über diese Borkomm- nisse Ausdruck: er richtet einen energischen Protest an die litauische Regierung und fordert sie dringend auf, diesem jeder noch weiter ansteigen._ Die Notstandsarbeiter der Firma hclfmann und Winkel. Bau- stelle Alexanderplatz, welche keine Zuschläge erhalten hüben(für Ueberstunden, Steiiunarbeiten usw.) werden ersucht, sich zur Fest- stcllung und Befriedigung ihrer Forderungen sofort bei Wolfs, Jnvalidenstr. 47 v. III bei Reimann, in der Zeit zwischen S und 8 Uhr abends zu melden. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berti» DW 6S. Lindeustraße 3, für Groß-Verlin slet, un da» Bezirkesekretarioc. 2. Hos,> Trrv. recht,, ju richten. Vezirksvorstanü. Montag, den 26. September, 18 Uhr: Sitzung des erweiterte» Bezirksvorstandes im Konferenzzimmer der„Vorwärts'.Nedaktio.'!, Lindenstr. 3. Achtung! Kreisobleule der Zeitungskommissionen! Am Donnerstaa, 29. September, 19 Uhr. Sitzung im„Bk»rwärts"'Hcboude» Lindenstr. 3, 1. Hos 1 Tr. Jeder Kreis muß uubedlnqt vertreien sein. 2. Kreis Tiergarten. Mittwoch, 28. September, öffentliche Ver.— W fammiung in den Armmmshallen, Bremer Straße. Vortrag:„Gegen W tzß den Ne»d)sschulgcsctzen:wurf." Referent Stadtverordneter Adolph Ü Hoffmann. M 5. Kreis Ariedrichshain. Montag, 26. September, 21 Uhr, in den Lonrnins- sälen, Memeler Str. 67, Kreisvorstandssitzung mit den Abteilungsleitern. Die Abteilungen, die nockz nicht mit dem Kreiskafsierer abgerechnet haben, werden gebeten, os schnell nachzuholen.-- Bildungsausschuß: Montag, 26. September, 18� Uhr, Sitzung bei Melle, Petersburger Str. 4. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, 26. September, plinttlich 16' 2 Uhr. Sitzung der Bezirksveror dn etc n fraktio n. Tribünenkarten zur anschließenden Bezirt� Versammlung werden um 17V£ Uhr im Fraktionszimrncr ausgegeben. 7. Kreis Charlottenburg. Heute, Sonntag, 25. September, 11 Uhr im Staatlichen Schillertheater, Grolmann- Sefe Bismarckstraße, Jugendweihe der tfiroß-Verliner Arbeiterschaft. Weiherede.: Arthur Erispien, M. d. R. Frauen- und Männerchor Liedertafel Charloitcnburg, Mitglied des DA SB., Minstlertrio Manezpk, Opernsänger Nansen, Prolog: Marie Vorchardt. Karten für Exwa6)sene 75 Pf., für Kinder 40 Pf. an der Theaterkasse.- Dienstag, 27. September, UH*» Uhr, erweiterte Krcisvorftaudssitzung im Zimmer 1 des Rathauses. ». Kreis Wilmersdorf. Dienstag, 27. September. 2V Uhr, Sitzung des engeren Kreisvorstandes mit dem Bildungsaussäluß bei Schramm, Hoben. zollerndamm 2. Wegen der Wichtigkeit der Sackie muß jeder erscheine,'. 13. Krei» Tempelhof, Mariendorf, Marienfeldc, Lichtenrade. Achtung? Fol- gende drei Abende sind freizuhalten: Donnerstag, 6. Oktober. Vortrag: »Bürgerliche und sozialistische. Kultur." Referent Dr.. Kurt Löwenstein, M. d. R. Vorher: Musikalische Vorträge. Am Flügel: W. Friedrich.— Freitag, N. Oktober, Portrag Dr. Eberhard Preutzner:„Arbeitcrmusik und bürgerliche Musikkultur." Mitwirkende: Opernsänger Arno Echellenberger. Arn Flügel: Dr. Prenßner.— Sonnabend. 22. Oktober, Vortrag vom Kunstschriftsteller Julius Vab über:„Arbeiterdicküung". unter Mitwirkung von Albert Florath vom Staatstheater.— Eintritt für alle drei Abende zusammen 1 M., Einzelvortrag an der Abendkasse 56 Pf. 14. Krcis Reukölln. Montag, 26. September, 19 Uhr, im Rathaus Neukölln Frattionssitznng. 16. Kreis Köpenick. Mittwoch, 28. September, 18U Uhr. Kreis� vorftandssitzung an bekannter Stelle. Ebenfalls am Mittwoch. 28. Sep, tember, 10'.«, Uhr. im kleinen Saal des Stadttheaters, Friedrichstr. 6, Krcisfunktionärvcrfammlung. Vortrag:„Mieterfragen." Referent Landgerichtsrat Ernst Rüben. Vollzähliges Erscheinen sämtlicher Funk- [V. tionäre wird erwartet. rl £3 - 19. Kreis Pankow. Montag, 26. September, 18� Uhr, Fraktionssitzung mit den Pürgerdeputicrten im Rathaus Pankow, Zimmer 17. heute, Sonntag. 25. September: 8. Abt. Handzettelverbreitung von Rickert, Cteinmetzftr. 36a, aus. IT. Abt. Die Bezirksführer müssen unbedingt bis zum 30. September ihre Markenbestände beim Kassierer Karl Höhne abgerechnet haben. 32. Abt. Gruppen» und Bezirksführer müssen zwecks Onartalfckilnß unbedingt alle restierenden Beiträge kassieren und bis spätestens Mittwoch. 28. September beim Genossen Oskar Winkelmann, Memeler Str. 48a, abrechnen. ZNorgen, Alontag. 26. September: 24. Abt. Die Funktionärsitzung fällt aus. 29. Abt. 20 Uhr bei Burg. Prenzlauer Allee 189, Funktionärsitzung. 45. Abt.. PilnkUich 111'.. Uhr bei Wien-zirs, Reichenherger Str. 104. Sitzung sämtlicher Partei- ilrtb. Gewerkschaftsfunktionäre. Vortrag:„Die Preie.' Bildung der städtischen Werke." Referent Stadtrat Rudolf Schlichting. Alle. Funktionäre. müssen unbedingt wegett der. wichtigen Tagesordnung erscheinen. Dienstag. 27. September: 8. Abt. 19�4 Uhr öffentliche Versammlung im Nationalhof. Biilo». g strafte 37. Vortrag:„Für die Freie Schule— gegen den Reickisschul. m gesetzentwurf." Referent Professor Paul Oestreich. Die Mitglieder. D Versammlung am Mittwoch fällt aus. Männer und Frauen, erscheint|| in Massen! g 67. bis 73. Abt. Wilmersdorf-Schmargendorf. Achtung, siehe Krcisnachrichten. Mittwoch, 28. September: 3. Abt. ISZi Ulit im Soal 1 bes Gewrrkschastshausis. Engelulor 24 23, älorttan mit Lichtbildern:„OTobftnc Wohnkultur und tioitäroirtfdwft.' .,Vorwärts".Leskr und Eympathisirrenbe sind willkommen. Die Bezirk»- Illlirrr labrn nn. 25. Abt. ms Uhr im kleinen Saal de» Soalbau» Friedrlchohain, Am zrirdrichohain, Mitgliederoersammlung. Dortraa:„Der Äeich»schulgeset>. entwurf." Referent Bürgermeister Dr. Ostrowski. ,.VowSrts".Leser und Snmpaldisierenbe sind willkommen. Die Bezirksführer labe» Iiierzu ein. 38. Abt. Ist:. Ilde ptinktltch Mitgliederveesammlnng bei Seiimibt, Zruch!» straffe Z6l>. Tagesordnung: Bortrag:„Das neue Arbeitslosenverstchernngs- geseff" Referent Stabtnerorbneter Herwann Lempert. Kundgebung gegen das Bürgerblockschulgesetz. Alle Parteigenosien müssen wegen der Wich. tigkeit der Tagesordnung zahlreich und pünktlich erscheinen. Eingeführie Gäste sind willkommen. 3».. 4g.. 4t. Abt. Gemeinsame Mitgliederoeesommlung tllS Udr im geoff-n Saal des Bezirksamts tlreuzberg. Borckstr. II. Tagesordnung:„Aus der Waffenschmiede des Sozialismus." Mit Lichtbilder». Ansprache des Ge, nosien Richard Bartli. Quartett. 8t. Abt. Zriedcna». Voranzeige: Sonntag,?. Oltober, Trenunnki 8", liste zur Besiältigunq der Konsimianlagen in Lichtenberg. Endiialtestelle der Straffenbahn 6». Um 1U Uhr Besichtigung. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfohrt und Kinderschutz. 2. Ire!» Tiergarten. Dienstag, 27. September, llls Uhr, 3. Aurfusabend im Bezirksamt Tiergarten, Klopstockstr. 24, Zimmer 4. Referent Genosse John übet„Fürsorgeerziehung." Arauenveranstaltungen. 4. flrei« Prenzlauer Berg. Die am 27. September geplante Fnnltionärinnen, lonseren, kann umständehalber erst am Freitag, 3«. September, stattfinden. Die Genossinnen werden gebeten, sich diesen Tag sreizuhalien.— Am Treitag, 30 September, Besichtigung des Anibulatorinms Gderswalder Straffe(einziges Institut i» Deutschland) für tuberkulöse Binder, auffe.r. dem des Mütter- und Kinderheims Schdnhauser Allee. Treffpunsi: ll-'i»hr pünktlich vor der Anstalt Gsterswalder Straffe. Genossinnen anderer«reue tonnen sich anschließe». naggcn-Mmifli �25-8 Zu neuen, erheblich niedrißeren Preisen, und zwar nicht nur billiger, sondern auch vollkommener: Ausgeglichene Vierradbremse, Original.Bowen'-Eln- pedal-Druckschmierung. Batte- rte�ndung Luftfilter Oelfiltcr. Reservetank und alle weiteren Neuerunfien. Alle» dieses bei sparsamstem Verbrauch. In trrhnischef Beziehung, in konstruktivem Aufbau und In maschmeUer Gestaltung: Da» Beste de» beute Erreichbarenl RDLER tylSps Kein anderes Fahrzeug vereint Preiswürdigkeit und Vollkommenheit in so hohem Mabe. Bei der Sternlahrt nach Kreuznach erzielte Hans Coenen. 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Abt. im Uhr 1>ei________._____________..........,. nossin Mliina Todcnhagen Uber„Das neue Pflegeamt der Stadt Berlin. 8. Abt. iSii Uhr bei piickert, Steinmetzstr. SS-, Vortrag der Genossin Echeibcnhubcr über„Die Frau im Eherecht". Gäste willkommen. tz. Bbt. lft>n! Uhr 1bei Dobrolaw, SwinemUnder� Str. 11, Vactrag der Ge 15. Abt. im Uhr bei Obligo, Stralsunder Str. 11» Vortrag des Genossen Rechtsanwalt Dr. Halpert Uber„Die Reform des Strafgesetzbuches". Die Genossinnen werde» gebeten, recht zahlreich zu erscheine». 22. Abt. IllVe Uhr bei Bartusch. Fchmarnstr. 1, Ecke Föhrer Straße, Vortrag der Genossin Dr. Maria Krische Uber„Die Frau im Wandel der Zahl- hunderte". 28. Abt. im Uhr bei Heiles, Prenzlauer Allee 23g,„Löns. Abend". Bor. tragender Heinz Darthel._ 27. Abt. lg-/. Uhr bei Wootzmann. Gleimstr. 10,«ortrag ber Genossin Lisa Albrecht Uber.Körperpflege und Gymnastik". 2g. Bbt.. igth Uhr bei Riebe, Dunckerstr. 15, Vortrag der Genossin Elise Hainke Uber„Das Heidelberger Programm". Zt. Abt. lg-,-. Uhr bei Rostn, Gubener Str. IS, Vortrag der Senossin Irma Fechenbach Uber„Das Reichsschulgesetz". 35. Abt. 19% Uhr bei Otto, Rigacr Str.«5, Bortrag de« Genossen Martin kWigman» über„Die Frau im Eherccht". 3«. Abt. 19% Uhr bei Busch, Tilsitcr Str. 27, Vortrag de« Genossen Dr. Schütte über„Die Sozialdemokratie und die Abschaffung der Todesstrafe". 38. Abt. 13% Uhr bei Bartufch, Friedcnstr. 88, Vortrag der Genossin Dr. Morgenstern über„Wohlfahrtseinrichtungen der Stadt Wien". 42. Abt. 19% Uhr bei Höhlte, Vergmannstr. 0», Vortrag des Genossen Gerhard Pusch über„Erziehungsfragen". 43. Abt. 19% Uhr bei Wolf, Gräfcstr. 2«, Vortrag de- Genossen Kamm. 44. Abt. 13% Uhr bei Ewald, Skalitzer Str. 12«, Vortrag des Genossen Dr. Adolf Braun, M. d. R., über„Frauenarbeit keine Episode, sondern Dauerzustand". 45. Abt. 29 Uhr bei Winzler, Reichcnberger Str. 194, Vortrag ber Genossin Michaeli« über„Der Kampf um unsere Schule". 47. Abt. Der Fraucnabend fällt au«. Dafür treffen sich die Genossinnen am Montag, 3. Oktober, zum Krelsfraucnabend bei Rabe, Fichtcstratze. Vortrag de» Genossen Kamm Übel„Hau-frauensorgen und Wirtschafts. Politik". 48. Abt. 13% Uhr im„Alerandrlner", Alexandrinenftr. 37», Vortrag des Genossen Rochow über„Der Kampf um unsere Schule". Bericht vom Wochcntndkitrsus in Gohrisch. 5«. Abt. Eharlottenburg. 13% Uhr bei Licrsch, Kantstr. 02. 07. Abt. Eninewalb. 20 Uhr im Vahnhos-Reftaurant Grunewald Wurzdacher» Vortrag des Genossen Dr. Norbert Marr Uber„Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten". «g». 70 Ab». 19% Uhr bei T-ichmann, Holsteinische Str. 12.«ortrag des Genosse» Martin Stein Uber„Die Frau in der Politik". Genossinnen aus anderen Abteilungc» willkommen. 71. u. 72. Abt. Beginn des Kurses über„Einführung in die Gedankenwelt des Sozialismus". 1. Abend:„Geschichte des Sozialtsmus", bei Schäfer, Augusta., Ecke Detmolder Straße. Referent Genosse Hans Willig«. 80. Abt. Schöneberg. 13% Uhr bei Giirllch, Rüben»., Eck-«egasstraße. Vor. trag der Genossin Kunert über„Sozialismus und Ehe". Neukölln. 83. u. 90. Abt. 13% Uhr bei Wille, Reutsrftr. 47, Vortrag des G°. nassen Dr. Kawerau über„Groß.Berliner Schulwesen".— II. Abt. 19% Uhr bei Lüddicke, Karlsgarten., Ecke Fontanestratze, Vortrag de» Genossen Paul Iudrian:„Die Stellung der Frau in der heutigen Wirtschaft".— 92. Abt. 19% Uhr bei Pinncr, Berteledorfer Str. 9, Vortrag des Ge- nossc» Robert Keller:„Politische Satire".— 95. Abt. 19% Uhr bei Krieger, Lcssingstr. 9, Heiterer Abend. Die Fraucnadendletterinncn laden ein. Gäste willkommen.— Iii. Abt. 19% Uhr bei Lohma»», Wipperstr. 1819, Vortrag des Genossen Erich Fracnkel:.Heinrich Heine und unsere Feit". — 97. Abt. 13% Uhr bei Krüger, Emscr Str. 80/87, Eck« Neitzestraßc, Vortrag der Genossin Elfriede Ryneck über„Der Kampf der Frau in der heutigen Wirtschaft".— 98. Abt. 19% Uhr bei Teiche, Knesebeckftr. 185, Vortrag des Genossen Pietzncr Uber„Sozialversicherung". 101. Abt. Treptow. 19% Uhr bei Zanke, Kiefholzstr. 21, Vortrag des Senossen Landgerichtsrat Rüben über„Die Frau im Eherecht". 140. Abt. Borsigwalde. 19% Uhr bei Woitschach, Ernststr. 1, Bortrag de« Gc nassen Otto Bach Uber„Abrüstung". Arauenveranstalkungen am Dienstag, 27. September: 1. Abt. 19% Uhr bei Schicstng, Ackerstr. 1,„Bibelstund-". Vortragender Genosse Adolph Hoffmann. 14. Bbt. 19% Uhr bei Dottschalt, Putbusser Str. 24. Lichtbildervortrag Uber „Den Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten". Vortragende Genossin Dr. Wngodzinski. Wir bitten um zahlreichen Besuch. Gäste willkommen. 40. Abt. 19%. Uhr im Bezirksamt Kreuzbera, Porckstr. 11, gimmer 37, Bericht der Genossin Meyer vom Wochenendkurlus in Gohrisch. 102. Bbt. Baumschuleawcg. 19% Uhr bei Haß, Baumschulenstr. 72, Literarischer Abend, Vortragender Heinz Barthel. 120. Abt, Fried rjchsfelde. 10% Uhr bei Kottke, Prinzen., Eck« Gaprivlallee, Heiterer Abend. Vortragender Genosse Holemann. 131. Abt, Niederfchonhausen. 19% Uhr in der Gemeinschaftsschule, Bismarck. sträße, Fortsetzung der Lektüre von: Ein Held im Schatten, von Bröger. Wichtige Besprechungen. Gäste willkommen. Frauenveranskattungen am Millwoch. 2S. September: 54. Abt. Eharlottenburg. 19% Uhr im Zuaendheim, Rostnenstr. 4, Bortrag der Genossin Erna Kresse über„Oeffentliche Wohlfahrtspflege". 94. Abt. Sicukölln 13% Uhr bei Günther, Schillerpromenade 11, Vortrag des Genossen Michaelis über„Arbeiterhaushalt und Konsumgenossenschaft". 99. Abt. Britz.Buckow. 13% Uhr im Lokal Buschkrug, Britz, Rudower Str. 48, Portraa der Genossin Lisa Albrecht Uber„Körperpflege und Gymnastik". 103. Abt. Lbcrschöncweid«. 10% Uhr bei Imberg, Wilhelminenhafstr. 34, Heiterer Abend. Vortragender Genosse Hosemann. Alle Genossinnen und Genossen sind herzlichst cinneloden. Gäste willkommen. 137. Abt. Reinickendors-West. 19% Uhr im Volkshaus, Scharnweberstr. 114, Vortrag des Genossen Rotzoik Uder„ErwerbsIosenfUrforgr und Arbeits. lofenversscherung". Jungsozialisten. Gruppe Reiuickenborf: Montag, 20. Eeptember, im Zuaendheim Reinichen. dorf-Ost. Residenzstr. 43, Vortrag:„Die sittliche Zdee im Klassenkampf." Re. fcrent Felix Fechenbach. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde. Kreil Ritte. Montag, 20. September, fällt die Helfersitzung au». Mit!» wach, 28. September, Kreistanzcn Turnhalle Blumenstr. 77, 17—-19 Uhr. Don. nerstag, 29. September, Baden, 10 Uhr, Badeanstalt Oderberger Straße. Alle Helfer, die Mitglied des Deutschen Herbergsverbandes sind, gehen zur Jahres. «rfammluna MgWMabagWar'' W»*" 5. kreis anstalten am Wohnfchiff.B_____., geld nach Spandau ufw. 1,50 M. Parteigenostcn, deren Kinder nicht bei den Kinderfreunden sind, könne» ihre Kinder ebenfalls mitschicken. Anmeldungen unter Zahlung de» Geldes Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 17— 19 Uhr im Jugendheim Ebertystr. 12!' Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Dienetag, MW»______ sionlag, Mittwoch, Freitag 17—19 Uhr in den Sonntag. 25. September: 9: Morzenfeier. II: Juzendweiiie der Arbeiterschaft Qroß-Beriins(Ucber- tragunt Großes Schauspieitaaus). 14.30: Stunde des Brietmarkensammlers. 15: Was muß der Landwirt über Bodensäure wissen? 15.30: Märchen. 14.15: Romantische Figuren der Weitgeschichte. 17; Unterhaltungsmusik. 19: Die neue Herbstraode. 19.20; Das Erwachen der Weltstadt. 20: Die deutschatlantische Expedition. 20.30: Berliner Lieder. 22.30: Tanzmusik. Montag, 26. September: 15.30: Rechtsfragen für die Frau. 14.15: Technische Wochenplanderei. IT: Novellen von Meyrink. 17.30: Unterhaltungsmusik. 19.08; Neue Wege des Reisens. 19.30: Erziehung zum volkswirtschaftlichen Denken. 20.10; Sende- spiele:„Dolly", Operette von Hugo Hirsch. Dienstag, 27. September: 12.30: Die Viertelstunde tür den Landwirt. 14.15: Lagertlulen. 17: Unterhaltungsmusik. 19.05; Stunde mit BOcher«. 19.30: Humor in der Weltliteratur. 19.55: Vereiniachung der Reichs- und Staatsverwaltung, 20.30: Orchesterkonzert. Mittwoch, 28. September: 13.45: Qlockenspiel der Parochialklrche. 15.30: Die moderne Frauenbewegung. 14.15: Vom gesunden und kranken Fuß. 17: JugendhOhne. 17.30: Unterhaltungsmusik. 18.40: Wie erlange und benutze ich ein Postscheckkonto? 19.05: Die Hindenbnrg-Marken, neue deutsche Wohltahrtsbrlefmarken. 19.30: Rechtsfragen des Tages. 19.»: Der Aufbau der Materie. 20.30: Zola(tum 25. Todestag). 21.30: Kammermusik. 22.30; Herbst(MusikvortrSge, Lieder). Donnerstag, 29. September: 12.30: Die Viertelstunde fOr den Landwirt. 14.15! Kapitalanlage und Spekulation. 17: Das Leben und Dichten eines Vergessenen. 17.30: Schweizer Musik. 19.05: Die elektrischen Isolierstolfe und das große Publikum. 19.30: Von der Not unserer Sprache. 19.55: Die Zukunft der Goldwährung. 20,30: Schubert(Musikvorträge, Lieder). 22.30: Tanzmusik. Freitag, 30. September: 15.30! Der Qemeinschafuhanshalt. 14.15: Herbstarbeiten im GemUsegarten. 17: Unterhaltungsmusik. 18.40: Reise und Kursbuch. 19.05: Italienisch. 19.30: Politik als Kunst und Wissenschaft. 20; Sudermann(zum 70. Geburtstag). 22.30: Eine Stande bei Jean Gilbert(Musikvorträge, Lieder). Sonnabend, I. Oktober: 12.30: Die Viertelstunde kür den Landwirt. 14.30; Novellen von Paul Friedrich. 17: Unterhaltungsmusik. 19.05: Wie kommt der Glaubiger im Falle des Todes seines Schuldners an seinem Oelde? 19.30: Da» Schneidergewerbe. 20: Was bedeutet uns Wilhelm Raabe? 20.30: Blasorchesterkonzert. 22.30: Tanzmusik. Könlgswasterhatisen« Sonntag, 25. September: Ab 9: Uebertragung aus BerDa. I&30: Schaekfaak. 19; Fnaea a» OuukiaL 19.30; Die aozialen Instinkte bej Tieren and Menschen. Ab 21: Ucbcrtragang aus Berlin. Montag, 26. September: 14: Gehalt und Gestalt im KimsNrerk des Dichten, tt: Philosoph Seren de Gespräche. 17.30: Albrecht Dürers Reisen. 18.30: Englisch für Anfänger. 18JS: Praktische Vorschlage zur Förderung des Umsatzes, 19.20: Das Erntefest aal dem Lande. Ab 20.10: Uebertragung aas Berlin. Dienstag, 27. September: 14: Gehalt und Gestalt hn Kunstwerk dea Dichter». 17: Die alte» Kulturen Amerikas. 18: Vergleiche in Aulwertungssachen. 18.30: Spanisch f#r Anfänger. 18.55: Aug» Wolf. 19.20: Die Wander-Oper. Ab 20.05: Uebertragung aus Langenberg. Ab 22: Uebertragung ans Berlin. Ab 22.30: Uebertragung aus Hamburg. Mittwoch, 28. September; 14; Zeichnen und Modellleren w der gewerblichen Berufsschule. 14.30: Die alten Kulturen Amerikas. 17.30: Die komische Oper. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Mechanik. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Der amerikanische Konjunkturdlenst. 19.20: Wechselbeziehungen zwischen Erdkunde und Geschichte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 29. September; 14; Das Gesetz zum Schutz der Jugend gegen Schmutz und Schund. 16.30. Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 17: Von der schönen Zips und Ihren deutschen Bewohnern. 17.30: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Zum 70. Geburtstage Hermann Sudcrmanns. 19.20: Die Bedeutung de» Transportwesens für die Eorstwirlschait. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 30. September: 14: Der Durst, unser Freund und Feind. 14.30; Schulkundliche Fragen. 17: Rembrandts Schicksal. 18: Moderne Verkehrslragen. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wie liest man den Handelsteil einer Zeitung? 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, I. Oktober: 14: Heilpädagogischer Lehrgang and heilpädagogische Ausstellung. 14.30: Ans dem preußischen Kultusministerium. 17: Die Pflichten des Beamten außer. halb des Dienstes. 17.30: Zur Psychologie des Industriearbeiters. 18; Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Mechanik und Festigkeitslehre. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Englisch für Fortgeschrittene. 19.20: Heinrich von Kleist. Ab 20.30; Uebertragung aus Frankfurt. Ab 22: Uebertragung aus Berlin. Jugendheimen Litauer Str. 18 und Gaßlerftr. 81 bei den Leitern der Kinder. freundegrupven. «reis Webdiag. Am 16. September starb unser langiähriger Helfer, der Genosse Hermann Krämer, nach längerem Leiben. Wir werden sein An- denken In Ehren halten.— kreishelfeefitzung am Freitag,»0. September, im Heim See- Ecke Turiner Straße., 20 Uhr.— Gruppe Schillerparl: Am Freitag beginnen unsere Bastelabende wieder. Die Eltern werden gebeten, die Kinder pünktlich zu schicken, da wir pünktlich den Raum räumen müssen.— Gruppe «esnndbrttnne»: Am Dienstag, 4. Oktober, wird In der Schule Gothenburger Straß« fweltliche Schule)«in« neue Gruppe ins Leben gerufen. Tref'- 17% Uhr vor der Schule. Am Donnerstag, 8. Oktober, 17% Uhr, in der Turnhalle Turnen und Spielen. Reuanmeldungen an den Gruppenabenden. 82. Abk. Steglitz. Jeden Dienstag 10—18 Uhr Spielen im Heim Albrecht. stratze 47. Sterbetafel der Sroß-Serliner partet»Grganisation � 4. Atzt. Adolf Iaeadiu» ist am Mittwoch plötzlich verstorben. Die Beerdigung findet Montag 9 Uhr in Weißenfe« auf dem Jüdischen Friedhof, Alte Holle, statt. Zahlreiche Beteiligung wird erwünscht. Sport. Die Ringkämpfe im Sportpalast. Steinte(Stettin) und GTo ck s ch(Berlin) standen sich am Freitagabend im Entscheidungekampf gegenüber, der äußerst flott geführt wurde. Der Stettiner siegte erst nach 56 Minuten, durch Doppelarmzug. Im zweiten Entscheidungekampf des Abends reichten sich van Riet(ch o l l a n d) und Schachschneider (Berlin) di« �ände; der Kampf mußte leider nach 8 Minuten abgebrochen werden, da sich der Berliner bei einem Niederfall eine schmerzende Leberquetschung zuzog. Der Elberselder Kunst zwang Schlesier Pagrzeba durch seine größere Kraft auf die Schultern. Die beiden Schwergewichter P e n n tz k i(Deutschpol«) und ch. K a w a n(Wien) trennten sich nach zwei Gängen ohne Re» sultat. G. G r ü n e i s e n gelang es, dem Wiener F. K a w a n in 18 Minuten durd) Armzug am Boden abzufangen. » Der Pol« Sztetker wurde gestern von Sonden- Mandel, dem stärksten Ringer de« DRB.. öffentlich heraus- gefordert. Obwohl von dem Internationalen Ringerverband gegen Mitglieder des DRD. feit längerer Zeit ein Startverbot besteht, so hat Sztekker doch di« Erlaubnis bekommen, gegen Mandel antreten zu dürfen. Beide haben je 500 M. deponiert, die dem Sieger zu- fallen sollen. Der Herausforderungskampf wird sofort bis zur Entscheidung ausgetragen und findet bereits dm Montagabend statt. Luxen am Saiserdamm. Für den am kommenden Freitag stattfindenden Groß- t a ni p f t a g in der Arena am K a i s e r d a m m ist das Programm bereits aufgestellt. Es werden kämpfen: Halbschwergewicht: Kreuch!(Schweiz) gegen Max Dieckmann(Deutschland). 6 Runden, 6 Unzen, weiche Bandagen. Bantamgewicht: Otto Ziem- d o r f(Deutschland) gegen G e r a r d(England). 8 Runden, 4 Unzen. harte Bandagen. Halbschwergewicht: Ex-Europameister Fernand« D e l a r g e(Belgien) gegen Meister Hein Domgörgen (Deutschland). 10 Runden, 5 Unzen, weiche Bandagen. Schwer- gewicht: George Cook(Australien) gegen Ludwig H a y m a n n (Deutschland). 10 Runden, 4 Unzen, harte Bandagen. Ringrichter ist Sainson-Körner. Die Preise der Plätze betragen 2 bis 12 M. Vorverkaufsstellen im Passage-Laden 30, Hackebeil: Kommandanten- straße 65 und Kurfllrstendamm 70, bei Reschke, Potsdamer Str. 86, der Stuhrschen Buchhandlung, Kursürstendamm 13, und in der Arena am Kaiserdamm._ Rennen zu karlshorst am Sonnabend, dem 24. September. 1. R e n n e n. 1.(Breisteiisel(Palchte), 2. Thalysia(Weiß), 3. Magnolie(Kraule). Toto: 60:10. Platz: 16. Ist. 13: 10. Ferner liefen: Welker- fcheihe. Tulliutz, Marc Anlvn, Dau, FamvS, Lelkeä, Baiih, Ma Berthe, Dassy II. Caesar II, Vezua, Twastep. 2. Rennen. 1. Rosenkömg(o. Bötz), 2. Barcarolc(Maicivsti), 3. Feuer mal(Lewicki). Toto: 62: 10. Platz: 22, 2i, 32: 10. Ferner liefen: Theano, Berefina. Philister, Laokoon. Frustra. 8. Rennen. 1. Opar(Hauser), 2. Rilvrnell(Kränzlein), 3. Nioalin (Derschug). Toto: 35:10. Platz: 14. 10. IS: 10. Ferner Uesen: Helleiponl. Eraziella, Blitzlicht, Forna, Maktabi, Perseus, Hahensels, Sbannhild, Farren. 4. Rennen. I. Rheinland lantic(Schenk). Toto: 6l: 10. Platz: 20. 17. 40: 10. Ferner liefen: Chrlslinchen, Postillon, Königsadler, Willa. Per Dark, Gross, Tannkönig. Leinen ist das Kennzeichen für den gediegenen Haushalt.— Grünfeld-Leinen hei Weltru/J BERLIN Lelprtgcf Strshe M n W pjm i m» iwrT~gi a. rnrnTT res n h Landeshuter Leinen- u. GebUdvehereL Gröfltes Sonderham kör Leinen o.WUdia Durch einen jähen Sohicksaleschlerg, der sie in Arn- Übung ihrer Berufspflichten ereilte, wurden au« unserer Mitte gerissen die Herren Prokurisl Volkmar v. Arnim-Nechlin Flugzeugführer Willy ChaHeftt und Bordmonteur JOS6f FgIIGT Wir stehen in tiefem Schmerz an der Bahre dieser so plötzlich Dahingeschiedenen, die wir stets als lisbe Kollegen und Mitarbeiter kennengelernt and hoch geschätzt haben. Ihr Andenken, das sich für ans mit dem Vorbild musterhafter Pflichterfüllung verbindet, werden wir stets in Ehren halten. Die Angestellten und Arbeiter der Deutschen Luft Hansa A.CL Danksagung', Für die herzliche Teilnahme bei b. Einäscherung meine« lieben Mannes, un- fere» Vaters, Schwieger» u. Großvater» Emil Marquard sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten. Insbesondere dem Herrn Redner de» Verband«« der Sleindrucker und Lithographen iür die herzlichen Worte am Sarge, unseren besten Dank. Anns Marquard. geb Helblng Familie Ddhrlng. Von der Reise zurück. Dr. Elkan Facharzt für Langenlefdea Charlottenburg, KnesebeckstraSe 48/69. Danksagung. Für die herzliche Teilnahm« bei ber Einäscherung unseres lieben Vater« ftronU Huht sagen wir allen Verwandien. Frenn- den und Bekannten sowie dem Herrn Redner für die trostreichen Worte, dem Neuköllner Sängerchor, den Ge- nassen von der 95 Abt der SPD., der Firma Lindslröm und rhemaligen Arbeitskollegen unseren herzi. DanL Im Namen der Hinterbliebenen Fried» Schnitze, geb. Huht. Von der Reif« zurück! Dr. med. MlierMle yvmSapakh. Arzt, Eharlottenburg, B:»marckstraße 8(Knie). r 500 Landparzcllcn v. 60 PI. bis M. 1,75 pro Qm direkt am Bahnhof Ahrensfelde II. Verkauf täglich Im Bahnhofsrestaurant Büttner. 200 Landparzcllcn ca. 20 Min. v. Bilk. Fredersdorf, 40 Pf. p. □ m an. Verk. Sonnt, Dienst u. Sonnabends i.Restaur,„Zu den drelLinden" yRleger. Berlin CZS.lionlnrtlsir.S� Zudierhranhc Fragen Sie Ihren Arzt üb. A.Siegers Anti- diabeticum und verlangen Sie kostenlos dlesbezügl. hochinteressante Schriften durch Fr.LDw, Walldorf B 37(Hessen). Velour-Teppiche Velour-Läufer öcos-läufer Markt Pnma parkg Phrno. axxJ. Sfreifen che ZOO 300 250 350 300 400 Boucle... ei- di. Smyrna Mk. 26»— 35.- 50.- 46.- 75.- 05.— llperscr..... 78.— 108.— 148.— Brücken» Diwan« und Daunendecken enorm billig. Smyrna-Fa&rililepüldi- Verhau! 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Neukölln AenninibmlT. 2G und Hermannstr. 10 (TaI.Neuk.i759) (o-. tfnfe Hapllän- Uaaiahah assrr ! C. U Ocker, Berlin* Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3841 J Unterhaltung unö Missen die Kanonen. Von Puck. Es stand eine Kanone in Belgien. Gerade, als das große Sterben zu Ende ging, war auch sie gestorben. Eben hatte sie noch einem aus sie zuruckcnden Tank eine Granate in den Bauch gejagt, da sahen die Kanoniere, wie schon rechts hinter ihnen die eigene Infanterie in heiligen Sprüngen das Hintergelände aussuchte und khatigelbe Stoßtrupps sich kaum 200 Meter vor ihnen einnisteten, und sie meinten, daß sie ihre Pflicht getan hätten und gingen eben- salls stiften. Die Kanone aber konnte nicht mehr mit, und ein paar Tage später wurde sie im Triumph durch die Straßen eines kleinen belgischen Städtchens geschleift. Ja, und dann landet« sie in einem großen Schuppen und war recht froh, daß die ewige Schießerei zu Ende war, als sie eines Tages wieder herausgezogen wurde, gs- waschen und abgekratzt. Strasse Männer gingen um sie herum, die eine Sprache redeten, die weder deutsch noch französisch war— denn i e beiden hatte die Kanone in den vier Kriegsjahren gründlich gelernt. Ein anderer Mann sprach französisch auf sie ein. Er rühmte die Kanon«, als sei sie nicht ein schnödes Beutestück von den Be- siegten, sondern ein ausgezeichnetes Siegerfabrikat. Sie sei noch so out wie neu, beteuerte er— Quatsch, eigentlich bin ich schon längst ausgeichossen, dachte die Kanone. Und sie könne mit Leichtigkeit auf höhere Schußweiten gebracht werden, rühmte er weiter— damit ich noch früher platze, höhnte das Geschütz für sich hin. Und treff- sicher sei sie, natürlich, als echtes Kruppsches Fabrikat— schon längst ousgescyossen, schon längst ausgeschossen, brummte sie dazu. Zum mindesten e t w a � mußten die fremden Männer aber ge- glaubt haben, denn ein paar Tage später spürte das Geschütz man- kenden Boden unter sich, fand es sich zusammengestaucht in einein niedrigen, dunklen Raum mit anderen Kanonen gleichen Kaliber«, sah es durch eine runde Luke viel, viel Wasser das manchmal ganz über die Scheiben ging. Aber der allgemeine Gedanke, daß es nun wieder wohin ging, wo man schießen sollte, traf doch nicht zu. Daran war der Wind schuld, der den Schoner mit den Geschützen sechs Tage lang verzögerte, und der böse Wind, der gerade In diesen Tagen zeigte, daß es doch ein schlechtes Geschäft sei, sich mit Ihm herumzuschlagen. Und doch wurden die Geschütz« wieder Objekt kriegerischer Ver- Wicklungen, denn erstens hatte der General, der sie gekauft hatte, sie nicht bezahlt, zweitens hatte das Land, in dem sie nach dem Sturm angekommen waren, sich während der Reise darauf besonnen, daß die Durchfuhr von Kriegswaffen zu jenem General die zukünftigen Handelsaussichten mit dem Land, das er bekriegte, trüben konnte und verweigerte aus Neutralitätsgründen die Weiterreis«, drittens be- hauptete eine aus einem stellungslosen Adligen, einem Fabrikanten, einem ehemaligen Zahlmeister und drei brotlos gewordenen Mittel- ständlern, die sich deshalb als eigen« Nation etabliert hatten, be- stehende„Regierung*, daß sie als Nachfolgerin des pleite gegangenen Generals rechtmäßig« Besitzerin der Geschütz« sei und oerlangte sie ausgeliefert— natürlich auf Kredit. Aber dieser Krieg wurde mit unendlich viel Tinte von schwitzen- den Advokaten und keifenden Händlern ausgetragen, in der ab» gestandenen Luft hochwürdiger Landesgerichte und endete wie das Hornberger Schießen, nämlich damit, daß das hochweise Gericht ver- fügte, daß infolge der revolutionären Umwälzungen der rechtmäßige Besitzer der Kanonen zurzeit nicht festgestellt werden könnt«, di«se also von dem gegenwärtigen Jnhändehabenden zu verwahren seien. So kam der Reeder Sossussen, Besitzer dreier Schoner und eines Motorleichters, seßhaft in einem der Staaten rund um die Ostsee, in den Besitz von vier Kanonen, Sosfussen, der der friedlichst« Mensch in der Welt war. Was schon daraus hervorgeht, daß er sein« Schiff« während des Weltkriege» nie ohne doppelte Bersicherung auf Fahrt geschickt hatte. Aber schließlich war er nun Besitzer von vier Kanonen— deren Transportkosten er noch nicht einmal bezahlt er- halten hatte—, und Sossussen war nicht gewohnt, irgend etwas als totes Kapital unverzinst liegen zu lassen. Und im übrigen war er ein guter Patriot und ein guter Demokrat. Das erster« mehr, das letztere weniger war auch C. C. Elausen, der sich Rittmeister nannte und eigentlich die Ergänzung zu Sossussen war, denn er war überall dabei gewesen, wo es was zu hauen gab, von der sranzöstschen Fremdenlegion bis zu dem letzten Freikorps im Baltikum und in der Ukraine. Auch C. C. Clausen war zurzeit totes Kapital, und mit den Kanonen war er insofern verwaisdt, al» er seinem Freund« Sossussen die ursprünglich so hoffnungsvoll einträchtig« Fracht be- sorgt hatte. ' Erst lacht« Sossussen, als E. C. Clausen ihm, an die Kanone gelehnt, im dunklen Schuppen seinen Schlachtplan mitteilte. Aber schon am nächsten Tage hatte er sich die Sache berechnet, und am dritten Tage brachte das Lokalblättchen wie zufällig«inen Arttkel, in welchem von der unseligen Unruhe In der Welt die Red« war und dem schwachen eigenen Daterland und dem Inneren Gewissen jedes Patrioten und Demokraten. Und dieses innere Gewissen, das war die Moral des Arttkels, müsse jedem Patrioten und Demo- kraten sagen, daß er schon im Frieden sich üben müsse für die Ver- teidigung des Vaterlandes, und, da da» von den gesetzlichen Jnsti- tutionen festgelegte Heer keinen Raum für dies« ständig« Uebung gäbe, in freiwilligen Korps seinem Vaterland« freiwillige Bvrarbeit für die kommenden schweren Wirren leiskn. Das war der erste Artikel. Im zweiten wurde sehr viel de- richtet von dem segensreiche» Wirken der von der Regierung zu- gelassenen Freikorps in der Hauptstadt für die wehrhaft« Crtüchti- gung der Jugend, und es wurde bedauert, daß„in unserer Gegend* kein solches Freikorps bestehe, denn gewiß würde der wehrfähige Teil der Bevölkerung mit Freuden die Gelegenheit benutzen, seinen Beitrag zum Beispiel einem freiwilligen Küstenschutz zu leisten. Das in der Residenz erscheinende Arbeiterblatt schrie zwar Zeter und Mordio über die„düsteren militaristischen Pläne der Heringskapita- listen von X.', aber Sossussen und Clausen kannten ihre Leute besser, und Sossussen hatte wirklich ein reines Gewissen, er dachte nicht an Krieg, weder noch innen noch nach außen.— Die Kanonen, bisher altes Eisen in Sossussen» ältestem Lager- schuppen, wurden plötzlich aktuell. Plötzlich entdeckt« ein pensio- nierter Artilleriemajor die unbedingt« Notwendigkeit einer„Ein- greifbatterie* gerade an der Küste bei X., ein Leutnant aus der Residenz begutachtete mit Kennermiene die Geschütze, der Maler- meister des Orte» versah sie mit einem funkelnagelneuen Anstrich, worauf si« acht Tag« zum Trocknen und zur scheuen Bewunderung der kleinen und der großen Kinder auf dem Platz am Hafen stehen mußten, die Ortsbewohner wurden Patrioten, die sich dl« Kopie über die Abwehr eines Bombardements auf ihren Hafen und ihre 23 Fischerschuten zerbrachen. Der Malermeister, der die Geschütze auf Kredit angestrichen hatte, war damit zum geschworenen An- Hänger einer„Hasenbatterie* geworden, mit Staatszuschuh versteht sich: die sechs Musikanten de» Ortes wurden sechs tausendzüngige Bei der Tonneaberger Denkmalsenlhüllnag wurde außenpolttischer Parademarsch geäb«.— Agitatoren für eine„Freibatterie*, nachdem sie sich unterderhand von C. C. Clausen hatten versichern lassen, daß eine solche Batterie natürlich ohne eigene Kapelle undenkbar sei und nur sie als solche mit freien Uniformen und fester Entlohnung— in Frage kämen. Die beiden Parlamentarier des Kreises, der konservative und der liberal«, bemühten sich, den Kanonen ihre tiefste Reverenz zu er- weisen: der Konservative,„weil unser kleines Land nur stahlhart« Wehrhaftigkeit gegen die Teufelsklaucn der Großmächte zu sichern vermag*, der Liberale, weil er in ihnen den Mittelpunkt sähe, um den sich„ein Stück echt demokratischen Selbstschutzes* zu kristallisieren beginne. So konnte es nicht ausbleiben, daß mit allerhöchster Billigung der Regierung die vier Geschütze zur„Küstenbatterie Selbsthilse* wurden, mit 300 eifrigen Gymnasiasten, Landwirischastsschülern, Kommi» und Fischersöhnen als Kanonieren in todesschwarzer Uni- form mit silbernem Totenkopf und goldenen Kragenlitzen, mit eii»er eigenen Regimentskapclle und Liebesgaben von den Geschästslculen de» Ortes, mit zwei Instruktionsunterosfiziercn von. dem nächsten stehenden Artillerieregiment, die noch nie so gute Tage verlebt hatten. (Und die dasselbe dachten wie die Kanonen über ihre Mannschast/ nämlich„Lausejungen*.) Was ist«in Krieg ohne Siegesfeier, was ist ein Freikorps ohne Stiftungsfest? Da» Sttftungsfest, dafür sorgte C. C. Clausen, der sich nun Artilleriekapitän nannte und mit dem pensionierten Artillerie- masor zusanimen sich ein Reitpferd teilte, dafür sorgte Sossussen, der als Schatzmeister der Batterie nicht nur dafür zu sorgen hatte, daß die Mannschaft der Batterie für die Ehre, für das Vaterland frei- willig Geschützexerzieren zu dürfen, auch kräftig Beitrag bezahlte, son- dem auch dafür, daß der Reeder Sosfussen, der die Geschütze zur Verfügung stellte, und der Lagerschuppcnbesitzer Sossussen, der die Geschütze in seinem Schuppen aufbewahrte, zu ihrem Geld« kamen. Außerdem war natürlich der Artilleriekapitän C. C. Clausen, der in selbstloser Weise seine ganze Arbeit dem vaterländischen Unter- nehmen widmet«, dafür mit einem festen Monatsgehalt zu ent- schädigen, es war ein Festmahl für die beiden Slbgeordneten— denn man war natürlich parteipolitisch neutral—, für einen Gastoffizter des nächsten Artillerieregiments, für einen Vertreter der Regiening und für den Bürgermeister des Ortes zu arrangieren. So reisten C. C. Clausen und Sosfussen nach der nächsten Artillcriegarnison, holten Manöverkartuschcn und das Patronat d«s Kommandanten über di« Freiwilligenbatterie, holten Konfettt und Sekt für die Taufe der Geschütze und die Ehrengäste. Mit schmetternder Reveille, wehenden Girlanden und spiegelnden Zylindern, mit ordengeschmückten Brüsten und erwartungsvollen Ballkleidem kam der große Tag. Di« ganze Gegend bezahlt«, ohne mit der Wimper zu zucken, die drei Kronen„zur Förderung ver Wehrhaftigkeit", die Landwirtschaftsschüler und Gymnasiasten sprangen um di« Geschütze, al» könnten diese wirklich schießen, und al« die etsste Manöoerkartusche loegebrannt wurde, stieß C. C. Clausen seinem Gaul die Sporen In die Welchen, daß er wohl oder übel kampfwlltig hochgehen mußte. Di« Festreden klangen, markig und ehern, die Saxophone heult«» in kriegerischen Tönen Foxtrott und Chorleston bis zum nächsten Morgen. C. C. Clausen aber machte Kasse, kurz nach Mitternacht, als noch die Geister des Alkohols ihm da» Geldzählen gestatteten. Tausend Kronen Nettoüberschuß stellte er fest und schwor sich, in sedem Jahr zur Ehre des Vaterlandes da» ♦ — während in voorn ein„Auserwählles Instrument de» Himmel»* sich al» die Ursache aller 5iege anpries. Stistungssest der Batterie festlich zu begehen. Und monatlich 200 Kronen brachte dem Reeder Sosfussen die Ausleihe der Gsschiitze an den Schatzmeister Sossussen, und von Staatszuschuß im nächsten Jahr« hatte nicht nur der konservative, sondern auch d:r liberale Abgeordnete gesprochen. Berauscht von dem Alkohol der Gegenwart und den betäubenden Aussichten der Zukunst, sank Sossussen schließ- lich an einer seiner Kanonen nieder. Seine unsichere Hand tätschelte zärtlich das eiserne Rohr. Er war zufrieden. War die Welt nicht wirklich gerecht? Der schlimme General, der ihm noch nicht einmal di« Fracht bezahlen konnte, war besiegt und gestürzt worden, er aber, der die Kanonen dem Vatcrlande er- halten, heimste seinen klingenden Lohn ein. Nein, man mochte gegen Kanonen im allgemeinen sagen, was man wollte— und er war gc< wiß.kein Freund von Krieg und Mord und Totschlag, aber diese hier, seine Kanonen hatten ihre Existenzberechtigung. Gerade in diesen Zeiten, wo das Frachtgeschäft zum Borhungern slau war. Sossussen schnarchte«in, überwältigt von seiner eigene» Tüchtig- keit. Verwundert glotzten die plumpen Rohre über ihn hinweg. Als wenn sie platzen wollten vor Lachen... Die fliegende Insel. Sine Wanderung auf Sylt. Von Armin T. Wegner. Schöpfungsskunde. Ueber dem Meere hebt sich ein schmaler Streifen, blendend wie Schnee. Von einem breiten Rumpfe dehnen sich nach Norden und Süden zwei endlose bleiche Dünenbänder wie die ausgebreiteten Schwingen eines Vogels. So gleicht die Insel Sylt einer gewaltigen Möwe, deren Flügelspitzen bei List und Hörnum ruhen und die sich schlafend aus die Welle» niedergelassen hat. Den vorgestreckten Kopf mit dem Morsumcr Kliff dem Lande zugekehrt, dort, wo jetzt der neue Eisenbahndamm wie ein dünner Wurni an ihrem Schnabel hängt, treibt sie, sich auf dem Wasser wiegend, dem Festlnnde zu. Meer und Wüst«: nirgends stärker als in diesen beiden offen- bart sich die gewaltig? Größe, nirgends tiefer das Grenzenlose, das ewig Wandelbare des irdischen Weltalls und die Schwäche des Men- schen. Diese Insel aber hat von beiden zugleich ihr Wesen empfan- gen. Um ihre Küsten breitet sich da» rollende Meer, aus ihr selbst aber, wie aus der traurigen Oede der Saljara, bewegt sich rieselnd der Boden unter unseren Füßen, und es wunderte uns nicht, jähen wir, mit breiten Schritten durch den tiefen Sand watend,«ine Kara- wane vorüberschreiten. Wandernd und unstet ist ihre Gestalt, und wie der Bogel Phönix trägt sie auf ihrem Rücken Menschen, Tiere und Häuser dahin, unbekümmert um di« Last, die sie nicht suhlt und von der sie von Zeit zu Zeit mit einem leisen Zucken ihrer Flügel «in Stück in das Meer stürzt. Einst am zweiten Tage der Schöpfung sprach ihr Vater, die Luft: ein Geschöpf will ich machen au. Wind und Wasser, ein Bild, das mir gleich seil Und ihre Mutter, das Meer, rauschte zur Antwort: ein Geschöpf laßt uns machen aus Wasser und Sand, ein Bild, das uns gleich fei! Da einten sich Wasser und Luft zu heulender Hochzeit, rissen die Küste voni Festland, spülten de» Sand au» der Tiefe empor, und sie formten ihr Kind, schmaler als einen weißen Gedanken, als eine fliegende Insel und gaben ihr den Leib eines Vogels, mit aus- gebreiteten Flügeln schwebend zwischen Himmel und Wasser... So schufen sie Sylt. Gemäß der westarpschen Ermahnung auf dem Deutsch- nationalen Varleitag. sich anständig zu verhalten, be- schloß die-.kreuz-Zeltung*. die Reichsflagge nicht mehr herabzureißen, sondern nur noch mit Dreck zu bewerfen. Zwifchen zwei Bertiner Rechtsblältern findet zurzeit wegen einer mehr als ungewissen Dame ein Duell statt. das selbst den Boxkampf Tunney— Dempsey in den Schatten zu stellen verspricht. --------- Die Regenbogentüste. Ich steiqe den Hügel von Brönshaag hinunter über dos sagenumwobene Hünengrab und wende mich von Kämpen nach Osten. In sanfter Neigung fallt die Heide zum Wattenmeer, ein weicher Teppich schwillt unter meinen Füßen— grünendes Neuland. Immer seltener werden die einsamen, mauerumgürteten Friesenhöfe mit ihrem breiten schwarzgewordenen Strohdach, den erhobenen Pumpen- schwengel iiber dem Brunnen wie ein Einhorn in die Luft ragend. Auf der Weide umher liegen träumende Pferde, nur zuweilen hebt sich im Halbschlaf ihr Schweif vom Boden wie wehendes Gras. Aus den Wiesen ragen die kleinen grauen Buckel der Lämmer, eine fleisch- gewordene Masse. Wie alt ihre Stimm« klingt, als hätten sie hier schon tausend Jahre gelegen. Die Widder heben die grauen Hörner und schauen dich an mit den Augen Wotans. Das schwarze Kraut der Krähenbeere hängt sich an meine Schuhe, die kleinen rosa Köpfe der blühenden Glockenheide schwingen im Wind, das Katzenpfötchen, das feingliedrige Blattwerk der Diinen- rose. Musik! Musik! Wie über mir in der Luft die Rotschenkel flöten, die Lerche ihr Herz austropst. Seeschwalben lassen sich von dcn Wolken bis auf die Erde fallen. Der Wind singt, das Meer singt, meine Füße läuten im Gras. Am Rande des Wattenmeeres bleibe ich stehen und schaue nach der äußersten Spitze der Insel hinüber. Schmal und weiß, in schlankem Bogen wölbt sich ihre nördliche Schwinge vor mir, bis sie an der Spitze des„Ellenbogen" sanft in das Meer taucht. Ich sehe sie vor mir als eine siebenfarbige Linie: das schwarze Wasser des Wattenmeeres, das helle Grün der Uferkante, das leuchtende Rot und Violett der blühenden Heide, das flammende Rotgelb der Ginster- hecken, das silberne Weiß der nackten Dünenkette, das Graubraun ihrer von Strandhafer bewachsenen Höhen und darüber das Blau des Himmels. Sieben Farben sind es, wie die Farben des Sonnen- spektrums— ein zitternder. RegenbgKkn zieht sich die Küste um das in der Mittagsglut schlasende Meer. Müdigkeit steigt mir süß in die Augen. Die weichen Polster des Heidekrauts heben sich unter uns wie schwellende Brüste. Auf duftenden Kissen liegend, reiße ich einen Grashalm aus und nehme ihn zwischen die Lippen. Er schmeckt nach Salz. Komm, setze dich zu mir, Gefährtin! Wie auch deine Lippen nach Wind und Meerwasier duften. Dein Mund ist ein Salzfaß, deine Haare, wild und zerweht wie die Halme des Dllnenhafers, flattern im Wind. Sieh, unser Bett ist auf einem Regenbogen gemacht, schwebend zwischen Himmel und Erde. Ich neige den Kopf zurück, über mir heben Vögel sich in das tiefe Blau. Ich sehe dich an, und auch meine Blicke sind zwei Vögel— sie entschweben in deinen Augenhirmnel. Wo bist du, Erde? Der Wind schreibt in den Sand. ; An der äußersten Spitze von Sylt schaue ich von der Höhe auf das Meer. Unter mir breitet sich die mächtige Wanderdüne, ein gewaltiger Berg, deren loser unbewachscner Sand unter den Wind- flößen'wie die Haut eines mächtigen Tieres ernttert. Wie ein Gletscher, endlos und totenhaft, steigt er unter mir auf, die Füße versinken darin, der Schritt erlahmt. In weitem Bogen aber stürzt sich der Wind aus der Höhe und zieht mit geheimnisvollem Finger Zeichen in den nackten Sand. Wind, was schreibst du? Ich schreib«, was ewig unverständlich und unbegreifbar bleibt, was süß und dunkel zugleich ist, was du immer wußtest und doch nie wissen wirst. Ich singe das schweigende offene Geheimnis, die Melodie dieser Welt. Ich schreibe sie in die Wolle der Lämmer, in den schwarzen schweren Schlick des Wattenmeeres und in die glatte Sandbrust der Dünen. Wild trommelt es in meinen Ohren, ich erhebe mich und gehe weiter die Dünen entlang. Plötzlich tönt über mir kreischendes Schreien. Ich bin auf der äußersten Sandklippe in eine Brutstätte geraten. Dünn tönt das furchtsame Piepsen der jungen Möwen ous dem Dünengras, laut warnend antworten aus der Höhe die Mütter. Jetzt löst sich eine aus der Schar und schießt steil wie ein Pfeil auf mich herab, mich durch ihren wilden Flügelschlag zu ver- jagen. Dicht über meinem Kopf wendet sie sich und steigt wieder zur Höhe. Immer dichter umsaust mich die flatternde Schar, ängstlich schütze ich mit dem Mantel die Augen und entweiche, rückwärts- jchreitend, vor ihrem Angriff, während ihr Flügel fast mein Haar streift und der Sand unter meinen Füßen aufstaubt. Wind, was schreibst du? Ich schreibe die ewige Lust, die Liebe und die Mutterbrunst dieser Erde, ich schreibe das wilde, fanatische Stöhnen der Geburt. Ich schreibe es auf das feuchte Fell der Robben. Ich schreibe es in den rosigen Leib der Wolken, die schwanger sind und den Regen ge- bären, ich schreibe es auf die Nüstern brüllender Stiere. Immer wilder orgelt der Wind. Die ganze Luft ist von kleinen Sandkörnern erfüllt, wie beißender Hagel trommeln sie gegen das Fleisch unserer entblößten Füße und die Fenster unserer sich schmerz- hast schließenden Augen. Ein dichter grauer Schleier liegt der Staub über der Küste. Die Dünen kochen von Sand. Nachts in der niederen Bretterhütte erwache ich aus dem Schlaf. Das Dach, die hölzernen Wände biegen sich unter dem Sturm wie dünne Segel. Ich blicke durch das Fenster und sehe im Mondschein die Wolken gleich weißen Dünen hoch in den Himmel steigen. Aber, wie? Täusche ich mich? Das ist nicht der Mond, das ist eine gewal- tige runde Stallaterne am Hals eines Wolkenpserdes. Schwankend bewegt es sich d-n steilen Grat der Küste hinauf, und die Laterne schaukelt an ihrer Schnur. Unsere Insel aber wird zum Schiff, um krachend im Dunkel an der Himmelsklippe zu scheitern. Und wieder höre ich die Stimme des Windes: Ich bin der ewige Mord dieser Erde, der Schrei ihrer Schmerzen und das Seufren der Sterbenden. Ich schreibe es in die zerfetzten Segel der Schiffe, in abgerissene Baumzweige und zerbrochene Fensterscheiben. Ich jage die Dünen wie eine Staubwolke vor mir her, und der Strich niein'er Feder ist hundert Meilen lang. Ich habe Rantum zerstört, seine Kirche ins Meer geworfen. Sieh den Lavastrom an, den Aschen- regen des Bulkans, sie brennen auf und verlöschen: ich aber stürme seit tausend Iahren dahin. Wüste bin ich, und Wüste treibe ich vor mir her. Bon schlafloser Unruhe erfaßt, steige ich aus dem Bett, kleide mich an und gehe noch einmal an den Strand hinunter. Mühsam kämpfe ich gegen den Sturm, das Meer brüllt, die Erde üttert. Sinnend starre ich auf die Spuren des Wmdes zu meinen Füßen. Wird es mir niemals gelingen, diese rätselvollen Zeichen zu deuten? Wie ein loses Tuch flattere ich mit meinem Mantel den Strand ent- lang. Fremd und geisterhaft sieht die Landschaft aus, im bleichen Licht liegen die Dünen wie die Krater des Mondes. Ist dies noch die Erde? Hat mich der Sturm bis zum Monde hinaufgeweht� Angst faßt mich. Bin ich allein auf diesem verzauberten Stern? Ich schreie. Die Dünen rauschen. Sind hier noch Menschen? Zitternd eile ich nach der Bretterhütte zurück und bleibe ateni- schöpfend vor der Tür stehen: ich muß mich an den Pfosten halten, um nicht unizufallen. Nein, jetzt fühle ich es deutlich, es ist nicht der Sturm, es ist der eilende Flug der Jrsel selber, der die Luft um mich zischen macht. Deutlich fühle ich, wie unter mir die Schwinge des gewaltigen Vogels sich leise hebt und senkt. In rasender Eile fährt sie durch den nächtlichen Raum. Plötzlich zischt etwas zu meinen Füßen. Wie eine Schlange schnellt ein Windstoß an mir vorüber: halt, jetzt werde ich es erkennen, ein klares Zeichen, langgeschwungcn wie ein S. Wind, was schreibst du? Ein Fragezeichen.» Der Vogel der Erde. Der Himmel ist blau, das Wasser leuchtet. Wieder sitze ich oben auf einer Düne zwischen zwei Meeren. Der Sturm ist vorüber, ruhig setzt meine Insel ihren Flug durch den schweigenden Sommer- tog fort. Sie kennt ihren Weg. Ihre ausgebreiteten Flügel um- fangen liebend ihr Kind, das Wattenmeer, fliehend entweicht es, sie spielt danüt, sucht es zu haschen. So strebt sie zwischen Wasier und Himmel schwebend dem Ziele zu, einmal wieder zum Lande zu lommen, von dein sie genommen ist. Und wie sie fliegt der größere Vogel, die Erde, mit uns allen dahin. Sie kennt ihren Kurs: wie ein sicheres Flugzeug gleitet sie in jagender Ei.« an den goldenen Fischen der Sterne vorbei, die Erd-.� diese gewaltige Möwe, die sich auf den Wellen des Weltalls zu wiegen scheint, einmal wieder zur Sonne zu kommen, von der sie genommen ist.___ vas pariser Verbrechermuseum. Wie die Pariser Polizei einen Irauenmörder entlarvte. � Das Kriminalmuseum, das die Polizeipräfektur von Paris an-� gelegt hat, nimmt eine ganz besondere Stellung unter den Kriminal- sommlungen der Welt ein, es übertrifft sogar Londons berühmtes Schwarzes Museum von Scotland Pard. Wer Gelegenheit gehabt hat, einen Vergleich zwischen den Kriminalmuseen von Paris, London und New Port zu ziehen, wird zweifellos das Pariser Museum als das bemerkenswerteste bezeichnen. In einer langen Reihe von Zimmern sind unzählige Vitrinen mit unheimlichen Erinnerungen an berühmte Verbrecher untergebracht. Hinter einer Glaswand sieht man unter anderem ein kleines Buch, das einen schwarzen Einband besitzt. Es ist das berühmte Notizbuch des Frauenmörders Landru, in dem er alle feine Liebschaften eingc- tragen und genau die Beträge aufgezeichnet hat, die er für die Eroberung jeder Frau ausgegeben hat; auch über seine Einkünfte hat der Mörder Buch geführt. Aus einem Blatt kann man z. B. lesen:„Marie Maching, Witwe, 32 Jahre alt. Nahm sie ins Odeon- Theater mit. Eine Loge öl) Franken. Mittagessen im Cafe Dreher 35 Franken. Hat ein Vermögen von tölXX) Franken." Auf der anderen Buchseite steht ein schwarzes Kreuz. In einer anderen Vitrine liegt eine große Mauserpistole, deren Griff noch Blutflecke aufweist. Die Waffe hat einmal dem berühmten Automobilbanditen Bounot gehört, der von einem riesigen Polizeiaufgebot in feinem Hause, wo er sich verbarrikadiert hatte, belagert wurde. Er wurde tödlich verwundet in Hast genommen. In einem Glasschrank hängt: eine gewöhnliche Lederjacke, die mit kleinen Nägeln verschen ist. Diese Jacke wurde von dem berüchtigten Apachen Lacombe getragen. Es war unmöglich, den Apachen mit den Händen anzufasien, da die kleinen Nägel dieser eigenartigen Rüstung die Haut verletzten. In einem großen Spiritusglas kann man eine verstümmelte Frauenhand sehen. Sie gehörte einst der schönsten Lebedame von Paris, Madame de Martine. Eines Tages fand die Polizei im Bois de Boulogne' ein« zerstückelte Fraucnleiche. Der des Mordes verdächtige Mann wurde verhaftet und mit der Leiche seines Opfers konfrontiert. Er wollte sein« Schuld nicht gestehen. Die Polizei grisf nun zu einem anderen Mittel. Um Mitternacht öffnet« man die Tür seiner Zelle und warf dem Verhasteten die abgehauen« Hand seines Opfers ins Gesicht. Dies« grausige Ueberraschung beraubte den Verbrecher seiner Widerstandskraft: er brach zusammen und legte ein vollständiges Geständnis ab Der Besucher des Museums kann auch eine Kollektion von langen und krummen Mesiern betrachten, mit denen eine Madame Dumolard die Leichen ihrer Dienstmädchen zerstückelte, bevor sie ihre Opfer beraubte. Man sieht ferner einen vergifteten Dolch, mit dem eine der berüchtigstcn Apachenfrauen von Paris, wegen ihres goldroten Haares„Goldhelm" genannt, ihre Rivalinnen tötete. Ein Druck auf einen Knopf im Griff genügte, um einen Tropfen augenblicklich tötendes Gift dem Opfer einzuimpfen. In einem besonderen Eckzimmer findet man die unheimliche Kollektion von mehreren Hunderten abgehackten Beinen. Diese Sammlung wurde in dem Keller eines Hauses, das einer Mädchenhändlcrin gehörte, gefunden. Nachdem ihre Opfer ihr kein Geld mehr ein- bringen konnten, ermordete sie die Mädchen, brannte das Fleisch mit Salpetersäure von den Knochen und zerstückelte die Gebeine. Sie starb zwei Tage vor dem Beginn ihres Prozesses. Imen-Miiiitelstllsse IZ 2.50 öosensiosse����S 3; 00 Jtolc{olfloffeWro�m�6*eÄ 5.73 normatarttg (Sc.« Abseite....... Meier Herrenslosse 10; Meter .Meter Lonegalfiosse uoontr.it. Kostüm- u. Mantelstoffe�� ISO em breit mod. SlufL Meter 3.75 �laNe!!? �?u?w°ll.ssuteQtiat. itirglezder, Wersloffe V�.''�.� T.30 00 0.95 ? 23 0.70 0.60 chwiirz.Dr.1—» Paar 0.30 ©t.4-5 Paar 0.40 Kinderslrümpse-�s-�••• 0.50 Serren-Soilen Ä Äamenfttümpfe'«'«St« Eeweb-. 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Koüendorfplati j KurfOrst 2091,93 8 Uhr: Hopgla, wir IM von Emst Toller In/. Erwin Piscator 1 libn, SMnwi, VtHharur. i Said. Grihi. Graudi.' laactcaaa. HolliNan, Siata. Sladrd. Dienstag, 26. Sept. 25. AclHHimna Grossos gComische Oper Premiere Sonnabend» den I. Okiober(ft Uhr) James Klein's neuariijes Revue-Stuck in 25 großen Bildern Die Well applaumeil— Verfaßt von JumesKlelia, Paul Rosenhayn, Carl Bretschneider, Text« v. PHtz Rotter u. Felix WoIH, Musik*. Egen, Doelle usw. In Szene gesellt von James Klein. Endlich die v.Publlkum langersehnte Theater-Senialionl Nähereserstnaihder Premiere ZOO Mitwirkende ♦ Unter Anderen; Hans Albers ipiiannesNOller Eriöi PoransHi SirMwskyäStneii Th.Königsrätz St. Hasenh. 2110. 8U. Der dreimal lofe Pefer Donnerstag: Zum I. Male: Die Schwester Komödienhaus Norden 6304. SU- Heute, Mittwoch und Donnerstag; der„Habiina Dybuk Freilag i. I.Male Hokusp�Dt Berliner Theater Dönhoff 170. 8U. Leonie Elsa Benta Beate BOM-aenfcr Vidi» Wemnettier Vorverkauf(auch för d:e Premiere) ab Dienstag n. folgende Tage a. d. Theaterkasse Thalia-Tleater 8 Uhr Der rote Hahn aeiie CHARELL- Inaaenlernng MaiPaiieoberg Rita Qeora Bendow Jankuhn SzökaSzakall Werkmeister Westermeier Jadfson Boys ToosliiDe Girls Stg. nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorst. zu halben Preisen Vorvemaut 10-6 Dtir PlaBitariun an Zoo firllsj. Jsuklntlkslir Stritt Noll. 1578 Der Stern enhimmalsuf der Reise von Berlin eseh dem Aequatsr Vorführungen; 4'/» 6, 7«/,. 9 Uhr. Eintritt I M. Kiste int. IS Mm 9.6011 Theater am Kottbnsser Tor Kottbusser Straße». Taglich 8 U. u. Sonntagnehm. 3 U. .Elite-Sänger r in ihrem Sxblager-Programm I 1 Volkspreise von 50 Pf. bis 2�0 M. Sonntagnechmittag•• firofte FaiaUien VorstcUnnß Volles Progr. KI. Preise v. 40 Pf. b. 1,75 M. Größter Lacherfolg!_ Reichshailen-Theater Anfang 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzeit in der Möllerst, aß« Nachmittags: Halbe Preise, volles Programm. J»'C aönheff.Brett'l: Variete, Konzert, Tanz onFIIHvon WAITHS RUTTMANN f vQHlDWOHfneL I Off KOMPCN/ST . PALAS'i | LUOme KLOPftR. I XyMSTLLlUNOtHi 1 4*6*8* JUi Montag, 26. September nadun. I1/, mir [Sonntag, 25. September nachmittags 2 Uhr BRINGKÄMPFE üeuta abend S.SO ringen tun die(25) Entscheidung F. Kawan— Ooekseh Pinetzki- vanRiel ferser ringen: Schulz— Pogrzeba Sztekker- R. Grüneisen Eintritt 1— bis 5.- Mit. SPORTPALAST REGIE: FRED N1BLO EIN FIRJT NATIONAl-FILM DER J&efitta. DER GROSSE ERFOLG! 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Artkcr Hill. Isrt« Kcttno,EMkl:B.Sanfl. Graf. H. ISisdilti Preise 1. 2. 3 M. usw. Lustsplelhaus 8'/, Uhr „FiiiioiaDtik" Hose-Theater 4 Uhr 8«/. Uhr: Die Nasdiinen- bauerv. Berlin Philharmonie 7«/- Uhr KONZERT des Philharm. Orch. Gin,. Prof. J. Prflwer Th. im Adrairalspalast Täglich»>,. Uhr" 2 Heute Sonntag W Vorstellung.l 3 Uhru-S'/jUhr] Itiim. te ssetk kor- sWIasq:i hiläPrtiC 1 Die neue HALLER DFVHF ..Wana iinil wo!' Kaffee Hag steht einzig da. Hein anderer Bohnenkaffee, der ihn ar> Qualität übertrifft oder ihm an De � kommlichkeit gleichkommt. Es ist auch für Sie ein vollendeter Genuss, Kaffee Hag zu trinken. Geschmack und Aroma sind nicht zu überbieten. Das Paket kostet R.M.IQO. NUR| KAFFEE HR Bhsmsnspenöen jsbet An iteint p t ei sts ett Pnnl C.oIIets. norm. 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