flbenöausgabe Nr. 461 ♦ 44. Jahrgang Ausgabe B Nr. 22S BeauasJebingurtflcn und Anzelgenpttlf« find in der Morgenausgabe angegeben «Udaflioa: STD. BS, Liadeustrah« 3 Aerafprocher: VSnhoN 292— 292 ZfiL-KOtefTc Sojlaldemottal SnliB Derliner VolksdlNkt ( 10 Pfennig) Donnerstag 29. September 1 927 Berlag und Anzeigenabteilung! Teschäftszett«>4 dt, d ilhr Verleger: Vorwilrln-verlag«vmdtz. »er«» StD. 98, cindenstrotze 8 Zerusprecher i VSnhosl 292- 29« Zcntralorgan der Sozialdemohrati fcljen Partei Deutfcblands Städte gegen Schulgesetz. Bedenken und Forderungen. Der Widerstand gegen das Reichsschul- e s e tz ist besonders stark in den Städten, die die schweren, � hultechnischen und finanziellen Folgen dieses Gesetzentwurfs in ihrer ganzen Härte zu spüren bekommen. Daher ist die Entschließung von Interesse, die der Deutsche Städte- t a g jetzt zu Keudells Vorlage veröffentlicht. Die Spitzen- organisation der Städte hat darauf verzichtet, ein bestimmtes weltanschauliches oder kulturpolitisches Programm aufzu- stellen und sich in ihrer Kritik auf die verwaltungsmäßigen Gesichtspunkte beschränkt. Aber auch so sind die Bedenken und Forderungen, die vdrgebracht werden, ein scharfer Protest gegen das reaktionäre Gesetz. Die Resolution lautet: 1. Die Gemeinden betonen mit allergrößtem Nachdruck, daß bei der Durchführung der Bestimmungen der Reichsverfassung die Organisation des Schulwesens so gestaltet werden muß, daß eine tatsächliche Beeinträchtigung des geordneten Schulbetriebes und damit ohne wesentliche Minderung des vorzugsweise den Gemeinden zu verdankenden Hochstandes unseres Voltsschulwesens sowie eine fortgesetzte Beunruhigung des Lebens in den Gemeinden vermieden wird. Die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebes müssen des- halb im Reichsgesetz völlig klar und im Einklang mit den Bedürf- nissen der Schuloerwaltung und der Schulsinanzen festgelegt werden. Die in dem Gesetzentwurs enthaltene Regelung— insbesondere§ 9 — ist durchaus unzulänglich. 2. Die Rechte der gemeindlichen Selb st Verwaltung als der gesetzlichen Vertretung der Gesamtheit der Gemeindebürger müssen auch den Elternrechten gegenüber gewahrt werden. Die zuständigen Verwaltungsorgane der Gemeinde sind daher zu maßgeblicher M i t w i r k u n g- im Entjcheidungsversahren durch das Reichsgesetz zu berufen. 3. Auch den Gemeinden als solchen muß reichsgesetzlich das Recht zur Anfechtung der über die Anträge getroffenen Eni« fcheidung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren zugebilligt werden, insbesondere dann, wenn eine Zulassung von Antragsschulen gegen den Willen der Gemeinden ausgesprochen wird. 4. Zu fordern ist endlich, daß der Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden abgeändert wird und die den Gemeinden aus der Durchführung des Gesetzes erwachsenden Mehrkosten ersetzt werden. Sozialistische Kommunalpolitiker zur Schulvorlage. Wesentlich weiter als diese Entschließung des Vorstandes des Deutschen Städtetages geht ein Antrag, den die sozial- demokratische Fraktion auf der Magdeburger Tä- gung der Städteorganisation eingebracht hat und der dem Vorstand überwiesen wurde. Dieser Entschließungsantrag hat in seinem ersten Absatz, der die Resolution des Städte- tages abändern sollte, den folgenden Wortlaut: Der Deutsche Städtetag hält es für seine Pflicht, vom k u l t u- rellen, schultechnischen und finanziellen Ge- sichtspunkte aus den entschiedensten Einspruch gegen den Reichsschulgesetzentwurs zu erheben, der die versassungsmähigc Stellung der Gemeinschaftsschule als Regelfchule b e- s e i t i g t, das Schulwesen der Gemeinden in unheilvoller Weise zersplittert und den Gemeinden in einer Zeit' größter finanzieller Beanspruchung und größter sozialer Verpflichtungen neue unnötige Lasten auferlegt. Im übrigen schließt sich die sozialdemokratische Reso- lution der Fassung des Städtetages an. Es ist dringend zu fordern, daß bei der Beratung des Schulgesetzes vor den Parlamenten die schweren Bedenken und Einwände der Städte und Gemeinden berücksichtigt werden. Geschieht das, so wird sich bald herausstellen, was die Sozialdemokratie und die Lehrerorganisationen von vorn herein betont haben, daß das Gesetz in dieser Form u n- möglich und undurchführbar ist. Stresemann über Genf. „Um die Menschheit verdient gemacht!� Paris, 29. September.(Eigenbericht.) Dr. Stresemann hat sich gegenüber dem Berichterstatter des„Petit Parisien' in Genf über die deutsch-französifchen Beziehun- gen geäußert:„Nicht zufällig hat uns der Weg nach Genf über L o c a r n o geführt. Wie oft hat man uns vor Locanro erklärt, daß die Tätigkeit Deutschlands im Völkerbund nicht von den deutsch-französifchen Beziehungen abhängen solle und daß Deutschland nach Genf gehen müsse, um im Gegenteil den Zwist, der unsere beiden Länder trennte, auf internationales Gebiet zu tragen. Indem wir über Locarno gingen, haben wir den Willen noch einer völlig anderen Politik betont, einer Politik nicht des Kampfes, sondern der Zusammenarbeit. Wir haben die Ansicht ge- habt, daß die deutsch-sranzösische Annäherung unserem Eintritt in den Völkerbund vorangehen müsse. Ich brauche kaum darauf hinzuweisen, daß diese Zusammenarbeit natürlich erst ihren vollen Erfolg für den Weltsrieden haben kann, wenn gewisse Probleme, von denen der dauernde Ausgleich zwischen unseren beiden Ländern abhängt, gelöst sein werden." Briand und ich haben der Versuchung widerstanden, Prestigepolitik zu treiben. Wenn die jetzige Session des Völkerbundes bei ihrem Schluß den Völkern den Eindruck hinterläßt, daß man trotz aller Schwierigkeiten in Genf klarundoffen und ohnechintergedanken sprechen kann, ohne«in anderes Ziel ckls die Schaffung des internationalen Ver- trauens, und daß selbst die schwierigsten Meinungsverschiedenheiten zu einem loyalen und befriedigenden Abschluß gebracht werden können,. dann darf man mit Recht sagen, daß die 8. Völkerbund- session sich um die'Menschheit verdient gemacht Hot." Revision üer Grenzen?• Tiamand für die Beseitignug, nicht für die Verschiebung der Grenzen. Marschau, 29. September.(Eigenbericht.) Ein« Erklärung des Genossen B r e i t s ch e i d über die Lösung der deutschpolnischen Grenzsragen auf dem Wege einer Aufhebung der bestehenden Paßschwicrigkeiten und durch Abschluß von Handels- vertrügen wird hier emsthast besprochen. Man stellt diese Erklä- rung in einen gewissen Gegensatz zu den Worten L ö b e s auf der Interparlamentarischen Konferenz in Paris.(? Red. d.„V.") In diesem Zusammenhang veröffentlicht ein großer Teil der Presse ein Schreiben des Genossen Diamand an die deutsche Sozial- demokratische Partei, in dem er auf de Gefahren, die in dem Bestreben, die Krenzrevision heute schon durchzuführen. liegen, hinweist. Diamand erklärt, daß kein Staat zu einer Grenz- revision, die ein gutwilliges Abtreten gewisser Bezirke an die Nach- barstaaten bezweckt, veranlaßt werden könnt«. Was wird, so fragt Diamand, wenn die friedlichen Bemühungen, die diese Frage ins Rollen bringen, scheitern sollten. Diamand bekennt, daß»uch er die heutige Art der Grenzen als unhaltbar betrachtet. Sie müssen einen anderen Charakter bekommen und ebenso fallen p>ie die mittelalterlichen Städtemauern. Es könne aber keines- wegs eine Verschiebung der Grenzen in fremdsprach liche Gebiete erreicht werden. Die Sozialisten, so erklärt Dnmand schließlich, haben wichtigere Aufgaben vor sich als die Revision von Grenzen. Masienausschlüsse in Moskau. Eine oppositionelle Geheimdrnckcrei aufgehoben. Moskau, 29. September. Der Vorstand der Moskauer Kontrollkommission der Kommn- nistischen Partei hat den Ausschluß von 14 Oppositionellen aus der Partei wegen der Gründung einer illegalen parteifeind- lichen Organisation beschlossen, die sie gemeinsam mit einer Gruppe parteiloser Intellektueller vornahmen: sie standen zum Teil ossen mit sowjetfeindlichen Elementen in Beziehungen. Die Organisation besaß eine G e h e i m d r u ck e � e i, in der sowohl ge- Heime Parteidokumente als auch parteifeindliche Dokumente der Opposition vervielfältigt wurden. An der Spitze dieser Organi- sation standen alte AnhMger Trotzkis, darunter M r a t s ch k o w s k i, Vorsitzender eines Moskauer Trusts; er leitete die Gsheimdruckerei und stellte den dort beschäftigten Parteilosen geheime Partei- dokumente sowie parteifeindliche Schriftstücke zur Verfügung. Meißgarüiftische Bluttaten in Litauen. Erschießungen von Gefangenen. Von der litauischen Grenze erhalten wir folgenden Bericht: Die blutig« Repression des mißglückten Ausstände- dauert fort. Der letzte bekannt« Fall betrifft die Erschießung eines zwanzigjährigen Tugendgenossen Kasys Maschejka, der als rühriger Werber für die Sozialdemokratische Partei und die Gewerkschaften unter den Arbeitern seines Wohnbezirks außerordentlich beliebt war. Maschejka war wegen Beteiligung an der Aufstandsbewegung ver- haftet worden und wurde gefesselt von zwei Polizisten von der Stadt Wiltawischkis nach der Stadt Mariampol geführt. Unterwegs wurde er von den Polizisten e r s ch o s j e n. Dieser Mord ist anscheinend aus höheren Befehl zurückzuführen, denn semer Jugend wegen hätte Genosse Maschejka auch vom Feldgericht nicht zum Tode verurteilt werden können. Einer der beiden Poli- zisten, die die Bluttat verübt haben, hatte bereits im Jahre 1926 einen jungen sozialdemokratischen Lehrer, einen Genossen Batis, erschossen. Ueber den Tod des Kownower Stadtverordneten Genossen M i l t u l s t i(siehe Morgenausgabe vom 27. September. Red.) wird jetzt bekannt, daß unser geflüchtete Genosse, nachdem er um- zingelt worden war. sich ergeben wollte, trotzdem aber von den Polizisten erschossen wurde. Die Verston, wonach er in einem Feuerkampf den Tod fand, ist nachträglich von den Behörden erfunden worden. Dementi. Das Bureau des Reichspräsidenten erklärt entschieden, daß weder der Abg. Gras Westarp, noch sonst irgendein„Außen- stehender" irgendwelchen Einfluß aus Hindenburgs Tannenbergrede genommen habe. verhasten! verhasten! Tie Spannung in Italien. Von der italienischen Grenze wird uns geschrieben: Im Anschluß an einen Anschlag gegen zwei Offiziere der faschistischen Miliz in Ravenna sind 200 Personen verhaftet worden. Bei den Verhaftungen geht es zu wie bei einer Treibjagd. Faschisten auf Lastautos suchen die Gegend ab, und die Liste der„Kommunisten" wächst in erstaunlicher Weise, da vielfach persönlicher Haß, Habgier oder Rachsucht die Namen diktieren. Die beiden Miliz- offiziere M u t y und M o r i g i wurden auf offenem Markt von dem Kommunisten M a s s i r o l i mit dem Revolver an- gegriffen: beide wurden verwundet und töteten ihrerseits den Angreifer. Gemein ist, daß die Presse den Ueberfall als„aus dem Hinterhalt" erfolgt bezeichnet. Der Angreifer ist den Faschisten offen entgegengetreten, in der absoluten Gewiß- heit, seine Tat mit dem Leben zu bezahlen, da er als ein- zelner sich gegen eine Anzahl Bewaffneter wendete und auch, weil bei jeder politischen Gewalttat die Lynchjustiz in Italien heute Sitte ist und öffentlich empfohlen und verHerr- licht wird. Was man den Antifaschisten an Recht der Not- wehr abgezogen hat— der sardische Abgeordnete L u s s u sitzt noch heute, weil er einen Faschisten niederschoß, der nachts in seine Wohnung einstieg—, hat man den Faschisten als Recht auf Lynchjustiz zugelegt. Aber von„Hinterhalt" spreche man gefälligst nicht; Anschläge aus dem Hinterhalt waren die auf M a t t e o t t i und A m e n d o l a, echt faschi- stische Anschläge vieler gegen einen. Wir verherrlichen die Tat des Kommunisten von Raoenna wirklich nicht, ob wir sie auch in ihrer geschichtlichen Bedingtheit verstehe», aber wir wollen doch deutlich hervorheben, daß sie berghoch über den„echt faschistischen Taten" steht, von deren Ertrag die Täter ausgiebig leben können. Gleichzeitig mit dem Kesseltreiben von Raoenna hat das „Spezialgericht" in Rom seine trockene Guillotine wieder in Arbeit gesetzt. Unter der Anklage, eine kommn- nistische Aktionsgruppe gegen die Sicherheit des Staates ge- gründet zu haben— der Zeitpunkt der Gründung und des Wirkens ist, nach der Anklageschrift, unbestimmt(»io!)— waren 16 Kommunisten von Brindisi seit November vorigen Jahres in Untersuchungshaft. Hauptbelastungs- zeugen: Polizisten, Sträflinge, die man den Gefangenen als Zellengenossen gegeben hatte, und ein paar Burschen, die bei dem Hauptangeklagten als Friseurlehrlinge angestellt waren. Interessant ist weiter, daß der Oberstaatsanwalt den Standpunkt vertrat, daß zum Begriff der V e r s ch w ö- rung gegen den Staat ein Zusammenkommen oder irgendeine Art der Versammlung nicht erforderlich ist! Gibt es schon einen Fernverkehr ohne Draht, warum soll es da keine Verschwörung ohne Kontakt der Verschwörer untereinander geben? Das Urteil lautete auf je acht Jahre für Conchiglia und Ostuni, auf sechs Jahre kür Ribezzi, für fünf andere auf fünf, vier oder drei Jahre; sieben Angeklagte wurden wegen ungenügenden Schuldbeweises„freige- sprochen". Diese Formel des Freispruchs erlaubt die An- wendung der Polizeimaßnahme der Verschickung, aber diese ist ja ohnehin für jeden Antifaschisten erlaubt und anwendbar! Das beklagenswerte Attentat, dem der Vizekonsul Rar- d i n i zum Opfer gefallen ist, ist natürlich auch nicht dazu angetan, entspannend zu wirken. Aufforderungen zu Repressalien in der Presse, wie sie auf die Zerstörung von Pinedos Flugapparat folgten(welche Zerstörung de- kanntlich durch das unvorsichtige Handhaben einer Zigarette durch einen jungen Amerikaner veranlaßt, aber den italieni- schen Antifaschisten zur Last gelegt wurde), sind diesmal nicht zu verzeichnen. Ob Exzesse vorgekommen sind, läßt sich bei dem Verbot der Presse, über so etwas zu berichten, nicht sagen. Große Freude herrscht über die Schweizer Gerichtsentscheidung, die 23 italienische Flüchtlinge, die ohne Ausweispapiere die Grenze überschreiten konnten, zu zwei Tagen Haft und zur Ausweisung verurteilt. Merkwürdig ist. daß heute alle Italiener„Kommunisten" sein sollen. Der offiziell-faschisttschen Lesart zufolge hat doch der Faschisnius den Kommunismus ausgerottet; schenkt man aber den heutigen Berichten Glauben, so hätte er ihn zu einer bitzher unbekannten Bedeutung und Wirksamkeit gebracht, denn alles, was in der Welt an Unrecht geschieht oder an Unrecht erduldet wird, geschieht durch Kommunisten oder wird von ihnen erduldet. Verhaftet wurden dieser Tage der frühere Vizesekretär des Verbandes der Seeleute, Genosse P o g g i und der einheitssozialistische Abgeordnete von Alessandria, Z a n z i, beide, um polizeilich verschickt zu werden. Einen einzigen Lichtblick— man sieht, wir sind bescheiden— bildet das Urteil wegen der Flucht T u r a t i s, bei dem das Gericht von Saoona das politische Motiv der Grenzüberschreitung verneint hat und so auf zehn Monate Haft anstatt'auf fünf Jahre Zuchthaus erkannt hat, wie sie der Staatsanwalt beantragt hatte. Das Urteil bedeutet, daß das Gericht die Gefährdung an Leib und Leben, der sich Turati ausgesetzt hat, als Grund der Flucht Turatis angesehen hat; man konnte nicht so weit gehen, diese Gefährdung als Recht- fertigung anzusehen. Immerhin hat man aber den Grundsatz aufgestellt, daß der �Wunsch, sich politischer Ver- folgung zu entziehen, noch nicht den Begriff des politischen Motivs der gesetzwidrigen Auswanderung begründet. Es ist seit langer Zeit das erste mutige Urteil, das ein italienisches Gericht gefällt hat. v Die erhöhte innerpolitiscke Spannung trifft zusammen mit dem ständigen Wachsen der Arbeitslosig- k e i t, die sich als unvermeidbare Folge an die Aufwertung anschließt. Wir können getrost behaupten, daß die offiziellen Angaben über die Zahl der Arbeitslosen falsch sind: die Arbeitslosigkeit ist groß und wächst beständig. Hand in Hand geht die H a l b a r b e i t s- zeit und das Herabfchraubcn der Löhne. Der Faschismus scheint nun auf dem Standpunkt zu stehen, daß diese Dinge keine politische Bedeutung haben, so lange man zu verhindern weiß, daß sie einen Widerhall in der öffent- lichen Meinung finden. In Wirklichkeit hätte das Regime von einer redlichen Darlegung der Situation nur Vorteil. Man würde aus ihr ersehen, daß die Regierung eben nicht in der Lage ist, die Wirtschaft zu regeln. Statt dessen sagt heute das faschistisch-orthodoxe Kleinbürgertum:„Mussolini sieht noch eine Weile zu, ob die Unternehmer die Krise de- seitigen: tun sie es nicht, so schlägt er drein, wie er es bei den Hausbesitzern getan hat." Diesen Vertrauensseligen wird ihr Glaube wenig helfen. Wenn es bei der Wirtschaftskrise mit dem Dreinschlagen getan wäre, so hätte Mussolini diese erlösende Tat schon längst vollführt.... Man füge die innere Z e r i s s e n h« i t in der Faschi- stischen Partei hinzu, wie sie in den beständigen Ausstoßungen und Wiederaufnahmen in die Partei zu Tage tritt. So ist heute jener B a r b i e l l i n i Podeftat von Piacenza, der wegen unbe rechtigt en Tragens von Orden oer- urteilt worden ist und als Austraggeber der Mörder des Kriegskrüppels Lertua nicht verurteilt werden konnte, weil die Kammer die Autorisation zum Strafverfahren verweigert hat. Erst hatte man ihn wegen moralischer Unwürdigteit aus der Faschistischen Partei ausgestoßen, um ihn dann, auf Grund eben dieser Unwürdigkeit, wieder aufzunehmen und zu den h ö ch st e n E h r e n st e l l e n zu erheben. Und das alles frißt in der Tiefe, ohne Dränage nach außen, wie sie in einem modernen Lande die Presse darstellt. Mit dem Problem des völligen Versagens der faschistischen Presse beschäftigt sich das Organ des Unterstaatssekretärs der Kor- porationen, Äottai. Ohne zu sagen, daß der Schaden der faschistischen Presse dadurch verringert wird, daß sie von Tag zu Tag weniger Leser findet— Italien dürfte das einzige Land der Welt fein, in dem man zahlreiche gebildete Leute findet, die prinzipiell keine Zeitung mehr an- rühren—, nagelt es die unheilvolle Wirkung der all- gemeinen Lobhudelei an.„Mit dem System des präventiven Lobes, das mit vollen Händen ausgestreut wird, ohne Gefühl für das Ziemliche und unter Nichtachtung jeder moralischen und intellektuellen Wertung," schreibt die Zeitung,„sind wir glücklich dahin gelangt, daß das Publikum, dem man heute, ivie in einem Kino, so viel falscheHelden vorgeführt hat, die durch Selbstreklame zu Rettern des Vaterlandes ge- worden find, auch den wirklich verdienten Männern miß- traut und in seinem Urteil diese mit jenen zusammenwirft." Erst hat man jeder Kritik den Maulkorb umgebunden und heute wundert man sich, ohne die Waffe der Kritik sich das Geschmeiß der Streber und Geschäftemacher nicht vom Leibe halten zu können. Freilich erschüttert diese Situation die materielle Macht des Faschismus nicht: er hat weiter Gewehre und Panzerautos, Knüppel und Benzin, Staatskasse und Gesetz in Händen. Aber das Bewußtsein der seelischen Isoliertheit verschärft seine Abwehrbedürfnisse. Reben das durch die sporadischen Attentate der Gegner vermehrte Gefühl der Unsicherheit tritt das Bedürfnis der Ablenkung von der inneren Parteimisere. Das ergibt eine gute Konjunktur für die Reaktion. Der SIeil um die Kriegsschuld. Laut„Echo de Paris" hat Pomcare seinen Ministerkollegen das Versprechen abgenommen, vor dem Wiederzusammentritt des Parlaments s48. Oktober) keine Reden mehr zu hallen. Der 2.(pktober. Zum Verbot der kommunistischen Gegenkundgebnng. Die Kommunisten hatten zwar zum 2. Oktober zu einer Gegenkundgebung gegen die Geburtstagsfeier Hindenburgs im Lustgarten aufgerufen, sie hatten es aber selber keinen Augenblick für möglich gehalten, daß diese Gegenkundgebung zugelassen werden könnte. Sie hatten ihr Verbot mit der Sicherheit eines astronomischen Ereignisses erwartet und es nicht nur zuvor schon— in Form der bekannten Falschmeldung über eine Pressekonferenz des Polizeipräsi- denken— angekündigt, sondern sich auch schon nach Sälen zur Abhaltung von Versammlungen in geschlossenen Lokalen umgesehen. Sie wußten, daß nach der geltenden Praxis Kundgebungen in gegensätzlicher Richtung am gleichen Tage nahe beieinander nicht zugelassen werden, weil die dadurch entstehenden GefahrenfürLeibundLebenzu groß sind. Erst kürzlich ist in Potsdam eine schwarzweißrote Störungskundgetchng, die sich gegen eine Veranstaltung des Reichsbanners richtete, dem Verbot verfallen— kein Mensch konnte annehmen, daß die zum 2. Oktober angekündigte Kundgebung der Kommunisten ein anderes Schicksal haben könnte. Der Entrüstungslärm, den die Kommunisten wegen dieses Verbots vollziehen, ist leere Komödie, zu der die Theater- proben schon vorher abgehalten, die Stimmen schon vorher geschmiert worden sind. Die kommunistischen Arbeiter, denen man dieses Theater vorführt, täten besser, darüber nachzudenken, wieso es mög- lich geworden ist, daß man in Deutschland den Geburtstag des Präsidenten der Republik als ein monarchisti- s ch e s Propagandafest begeht. Waren sie bei der Präsidenten- wähl der Parole der Sozialdemokratie gefolgt, so würde Herr v. Hindenburg heute noch als pensionierter General in Han- nover spazieren gehen. Rur durch die kommunistische Zer- fplitterungsparole, nur auf den Schultern des„Transport- arbeiters T h ä l m a n n" ist der gegenwärtige Reichspräsi- denk in sein Amt gelangt. Was sich am Sonntag begeben wird, ist eine Folge der" kommunistischen Taktik. der verschämte»Kaiserhof". Er flaggt schwarzweistrot und schwarzrotgold. Das Hotel„K a i s« r h o f" hatte angekündigt, daß es anläß- lich eines heute stattfindenden Festmahls für die ausländische Press« zum ersten Mal« neben anderen ausländischen Flaggen schwarz- rotgold zeigen würde. Es hat dieses Versprechen gehalten— wie, das ist freilich eine ander« Sache. Auf dem Hauptflaggen- maft wurde die preußische Fahne gesetzt, rechts daneben steht die schwarzweißrote, links von ihr die heutige Reichsfahns schwarzrotgold. Man hat also in demonstrativer Weise die heutigen Reichsfarben nebensächlich behandelt. Es kann unter diesen Umständen auch nicht gut davon die Rede sein, daß der „Kaiserhof" die berechtigte Fordenmg der republikanischen Behör- den, die Reichsflagge bei festlicher Gelegenheit in würdiger Form zu zeigen, erfüllt hätte. Wie wir hören, nimmt der Magistrat der Stadt Berlin an dem Essen, zu dem er geladen ist, nicht teil. Wir erwarten, daß auch die preußische Regierung und diejenige des Reiches den weniger schönen als bequemen Ausweg, den das Hotel„Kaiferhof" aus dem von ihm heraufbeschworenen Flaggenkönflikt gesucht hat, nicht anerkennen und der festlichen Veranstaltung fernbleiben wird. Strafmilüerung bei Trunkenheit. Eine drohende Verschlechterung des Strafgesetzbuches abgewehrt. Der Strafg« se hau s schuh des Reichstages setzte heute die Beratung des 8 13 des Regierungsentwurfs über die Frag« der Zurechnungsfähigkeit fort. Im Vordergrunde der Beratung stand der von den Demotraten und dem Abgeordneten Kahl gestellte An- trag, die Strafe bei solchen Bewußt f« in sstSrungen nicht z« mildern, die auf selbstverschuldeter Trunkenheit beruhe. Genosse Landsberg wandte sich entschieden gegen diesen Antrag. Er hob hervor, daß die Sozialdemokratische Partei ganz gewiß gegen den Alkoholmißbrauch sei und daß insbesondere in der Arbeiter- jugendbeweguyg alles geschehe, um den Alkohol zu bekämpfen. Schon vor dem Kriege habe die Sozialdemokratische Partei zum Schnaps- boykott ausgcfordert und es sei im Lause der Jahre erreicht worden, daß immer mehr Arbeiter in den Fabriken Miich, Kaffee und Tee trinken, anstatt des Schnapses. Die Sozialdemokratische Partei lasse es gewiß in den Bemühungen um die Volkserziehuivj auf diesem Gebiete nicht fehlen. Der demokratisch« Antrag aber werden nicht erreichen, was er wolle, da sehr schwer festzustellen sei, wann eine Trunkenheit auf S e l b st v e r s ch u l d e n zurückgeführt werden könne. Vor allem hafte dem Antrage etwas Klaffen- gesetzliches an, da die Gefahr bestehe, daß eine solche Bestimmung vor allem nur gegen die Arbeiter angewandt werde. Die Angehörigen anderer Vclksllassen sei vor dem Rausche gefeil Ein Wohlhabender könne vor Exzessen im Altohol sehr einfach dadurch geschützt werden, daß er im Auto nach Haufe geschafft würde. Der Arbeiter, der seine Festlichkeiten wegen schlechter Wohnungsverhält- niss« in der Kneipe feiern müsse, komme dort leicht mit anderen Menschen in Konflikt. Es würden vor allem die Arbeiter durch ein Gesetz, das den demokratischen Wünschen entspreche, getroffen werden. Auch Abg. wunderlich(D. Ap.) wandt« sich gegen den demokrati- schen Antrag aus juristischen Gründen. Reichsminister hergl wünscht« entsprechend dem Vorschlage des österreichischen Gesetzbuches, das eine Bestimmung ausgenommen werde, nach welcher im Falle selbstverschuldeter Trunkenheit oder im Falle eines Rauschzustandes die Strafe gemildert werden könne. Es soll im Belieben des Richters stehen, ob er bei selbstverschuldeter Trunkenhell die Strafe mildern wolle oder nicht. Ein entsprechender deutschnationaler Antrag wurde eingereicht. Abg. Haas(Dem.) wendet sich gegen den deutschnationalen Antrag. Genosse Rosenfeld weist darauf hm. daß eine Kann- Vorschrift, wie sie jetzt die Deutsch imtionalen beantragten, die Gefahr einer klassenmäßigen Anwendung des Gesetzes noch erhöhe. Er warne davor, durch die Einführung des freien richterlichen Ermessens in diesem Teil des Gesetzes neue Möglichkeiten für eine Klassenjustiz zu schaffen. Genosse Diltmann hebt hervor, daß alle Anträge, die sich auf die selbstverschuldete Trunkenheit bezögen, den Mangel Hütten, dem Richter die schwierige und kaum lösliche Aufgabe zu überweisen, festzustellen, wann eine Trunkenheit selbst verschuldet sei und wann nicht. Genosse Saenger betont die ungeheuren Gefahren des Alka- Holismus. In Bayern sei festgestellt, daß von zwanzig Verletzten des Mordes und Totschlages und der Körperverletzung mit tödlichem Ausgange nicht weniger als 17 in unmittelbarem Zu- sammenhang mit dem traurigen Ausgang gestanden hätten. Das Strafgesetz gebe dagegen keinen Schutz. Wolle man wirklich gegen die Gefahren des Alkohols schützen, so schaffe man Volts- Häuser und treffe man noch andere ähnliche Mahnahmen. Bei der Abstimmung wurde der sozialdemokratische Antrag, der auch solche Bewußtseinsstörungen berücksichtigt wissen wollte, welche auf der Störung des Trieblebens beruhen, gegen Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Angenommen wurde nur, und zwar gegen die Deutschnationalen, ein sozialdemokratischer Antrag, nach welchem bei wesentlicher Verminderung der Zurcch- nungssähigteit die Strafe nicht, wie es im Gesetzentwurf heißt, gemildert werden kann, sondern zu mildern ist. Bei der Abstimmung der Anträge, die sich auf die Trunkenheit bezogen, ergab sich, daß zunächst der demokratische Antrag, nach welchem selbstverschuldete Trunkenheit nicht berücksichtigt wer- den darf, gegen die Demokraten und Abg. Kahl abgelehnt wurde. Alsdann wurde auch der deutschnationale Antrag, der bei selbstverschuldeter Trunkenheit und anderen Zuständen es dem Richter überlassen sollte, die Strafe zu mildern, mit 13 Stimmen der Deutschnationalen, des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei gegen 14 Stimmen der Sozialdemokraten, Deutschen Bolkspartei und Demokraten abgelehnt. Der letzte pariser Ziegenhirt. von Kurt Lenz. pari», Ende September 1927. Das ist doch kein Schutzmonnspsiff? Der Fremdling auf der Straße bleibt stehen. Das klingt doch wie im verlassenen Dorf Bignasco hinter Locarno, wo gerade zweimal in der Woche der Post- böte hinkommt. So eine rechte, verlorene Schweizer Gebirgsgegenv liegt iii diesem Trillern. Und dahinten sieht auch schon dos erste Horn hervor, das zweite, das dritte: Fünfzehn Ziegen marschieren langsam über das Pariser Straßenpslaster, links vom Schäferhund begleitet und rechts von Soucaze, den, letzten Pariser Ziegcnhirt. Vor 20 Iahren gab es ihrer noch 60. Heute ist er allein übriggeblieben. Gleichgültig schauen sich Ziegen und Straßenpassanten an. Es ist, als gähnen sie sich gegenseitig Langeweile zu. Anscheinend finden die Menschen die Ziegen interessanter als diese ihr Publikum. Denn kaimt würdigt eine Ziege die Spaziergänger eines flüchtigen Blickes. Auch Soucaze ist längst daran gewohnt, immer bestaunt zu »verden. In lnngsainem Gang zieht er durch den Süden von Paris täglich am Außsnministerium und an der Deutschen Botschaft vorbei bis vor die Deputiertenkammer. Er hat eine Schlinge um den Kops, an dessen Ende vor dein Magen ein größerer Kasten hängt: „Fmimge de Chevres(„Ziegenkäse") steht darauf. Und Soucaze hat seine festen und seine flüchtigen Kunden. Andre Berthon, der koin,»unistische Abgeordnete, hat ihm sogar neulich gleich eine ganz« Ziege abgekauft. Die Ziege soll Berthon noch langweiliger gesunden haben als die anderen Menschen, woraus beide später große Freunde »vurden. Der Ziegenstall steht außerhalb der Pariser Mauern. Wo der »'an Berthon ist, weiß ich nicht. Soucaze weidet in Banves. Als er jung war, war der Pariser Vorart Banves einer der still zurück- gelegenen Orte, der noch die ganz« folgende Woche über im Munde aller Mitglieder der Familie war, wenn dies« am vergangenen Sonntag einen Ausflug bis in dieses Ausland gewagt hatte. Heute fährt nian init besonderen Schnellzügen Sonntags früh von Paris an den Mseresstrand von Deauville oder Dieppe und ist abends wieder in der Hauptstadt. Banves liegt jetzt»nitten iin lärmenden Pariser Berkehr. Würde jemand erzählen, er wäre nach Banves gefahren, man inüht« ihn auslachen. Denn das ist nichts. Heute»Verden in Banves die Ziegen so bewundert wie einst daselbst die ersten Autos.', Morgens früh zieht Soucaze nach Banves mit seiner Flöte und seiner Herde. Auch die fahrenden Pariser Glasarbeiter flöten, auch d'e fahrenden Korbflechter. So ein fallender Pariser Glaser läuft longsam über die Slraße, mit seinem Gestell auf dein Rücke». In den» Gestell befindet sich sein Handwerkszeug und eine Anzahl Glas- scheiden in verschiedener Größe. Er braucht nur die Straße lang zu flöten, und man weiß, von wen, der Ton kommt. Eine ganz andere Flöte hat der Korbmacher, der meist mit einem ganz kleinen Pferdegespann durch die Stadt kommt. Und wieder einen anderen Ton geben die vier Löcher von Soucazes Flöte. Sie klingt wie eine liebe Schweizer Schalmei. Die Autos sausen an den Ziegen vorüber, und Ziegenunfälhe sind bisher nicht zu vermelden. Natürlich haben sich auch bereits die Amerikaner der Angelegen- heit liebreich angenommen. Vor einigen Monaten wurde Soucaze init seinen Ziegen von ihnen gefilmt, und einige Zeit später stand er bei einer Pariser Filmgesellschaft»nit seinen Ziegen Modell. Doch liebt er diese Art Reklame nicht. Er ist etn wirklich bescheidener Ziegenhirt des alten Schlages, der das Großstadtleben überhaupt nicht sieht. Ieannot, die Ziege, die Berthon bekam, soll kommunistisch ge- worden sein. Sie kann schon„Moskau" meckern und sich gegen alle ihre Kameraden unschön benehmen. Das hat jedoch in der hiesigen Kommunistischen Partei allerhand Furcht über«ine zu große Jntelli- genz von Ieannot hervorgerufen, und so plant man bereits ein Aus- schlußverfahren gegen dies« gefährliche Ziege. Bernard Show al» Konkorist. Wie so mancher berühmte Mann, hat auch Bernard Shaw seine Jugend in bescheidenen Verhältnissen verlebt. Noch in den achtziger Jahren war er ein kleiner, völlig unbe- kannler Bureauangestellter. Die englische Angestelltenzeitschriit„The clerk hatte nun den witzigen Einsall, Shaw nin ei» Borwort für ibre Broschüre„Fachvereinigung der Kontoristen" zu bitten, und bereit- willig erfüllte der Dichter diesen Wlinsch.„Mit einem Seufzer der Erleichterung," so schreibt Shaw,„habe ich bereits mit zwanzig Jahren die Tätigkeit eines Bureauangestellien aufgegeben. Mein erster Jahreslohn betrug die„riesenhafte" Summe von 18 Psund, die böchste Gehaltsstufe, die ich je hätte erreichen können,»väre 84 Pfund gewesen. Vierzig Jahre nachdein ich das Bureau verlassen botte, ging ich zufällig durch die Straße, in der sich meine frühere ?lrbeitsstätte befand. Ich Halle eine geschäftliche Angelegenheit bei einem Notar zu erledigen, und bei dieser Gelegenheit fiel inir ein. daß sich in deinselben Hause, in dem ich meine Tätigkeit ausgeübt hatte, ebenfalls das Bureau eines Notars befunden hatte. Ein Schild am Haus« belehrte mich, daß der Notar noch immer seine alte Kanzlei inirehatte, und ein passender Bonvand, das Hans zu betreten, »var für mich gefunden. Ich stieg die altbekannte Treppe hinauf und guckte durch die Glastür in»nein altes Bureau, mußte jedoch zu meiner Enttäuschung feststellen, dnß mein alter Platz nicht mehr vorhanden war. Ich ging nun noch eme Treppe hinauf, um den alten Notar auszusuchen, der jedoch nicht anwesend war. Ich sprach nur seinen Gehilfen, der zltgleich das Ehrenamt�eines Küsters bekleidete. Da er ein ziemlich leutseliges Wesen zur Schau trug, begann ich mit ihm zu plaudern und erwähnte auch, daß ich vor vierzig Iahren in diesem Hause als Kontorist gearbeitet halte. Sofort verwandelt« sich bei diesem Geständnis das leutselige Wesen dies-s„kirchlichen Würden- irngers" in tiesste Verachtung. Stolz hielt er mir vor, daß er im Gegensatz zu mir vierzig Jahre hindurch dieselbe Stellung inne habe." Ein Punkt. Es ist schon viele, viele Jahre her. Ich war au» der kleinen Stadt nach Berlin gekommen und hatte mein« erste Stellung angetreten. Mit 40 Mark im Monat mußte ich auskommen. Von meiner Wohnung in einem Mädchenheim im Zentrum der Stadt mußte ich täglich einen weiten Weg bis zu meiner Arbeitsstätte zurücklegen. Mittags fuhr ich hin und zurück mit einem Sechser- omnibi»s. Obwohl all der Glanz und die Pracht in den Schaufenstern nicht für mich da rvaren, stand ich stets berauscht vor den Auslagen. Ich»vor dos glücklichst« kleine Mädchen in Berlin. Bis ich in einem Schaufenster Spitzen ausgestellt sah. In einen der Spitzenkragen halt« ich mich verliebt. Viermal am Tage stand ich vor diesem Schaufenster und liebäugelte mit /.meinem" Kragen. Er verfolgte mich im Wachen und Träumen. Mit jede»» Tag« wurde es schlimmer. Der Kragen hatte völlig Besitz von mir er- grisfcn. Bor jedem Spiegel sah ich mich mit diesen Spitzen geschmückt. Meine Sehnsucht wurde unerträglich und ich beschloß, den Kragen zu kaufen. Wovon wußte ich allerdings nicht. Er kostete 4 Mark. Zuerst klügelte ich mir ein Sechser-Sporsystem aus. Ich fuhr nicht mehr Omnibus, machte einen weiten Vogen um jeden Obst- wagen und ging geschlossenen Auges vor den Schokoladengefchäften vorbei. Schließlich nahm ich nicht mehr einen Psennig mit, nnr um nicht in die Gefahr zu kommen, etivas auszugeben. Jeden Morgen ging ich ein wenig angstvoll zu dem Schaufenster, immer in der Furcht, es könnte sich ein anderer Liebhaber für den Kragen gefunden haben. Endlich nxir der Erste da. Ich flog in der Mittagspaus« zu dem Spitzengeschäst, zitternd vor Glück. Mit Herzklopfen gii»g ich in den Loden uiid bat mit erstickter Stimine um den Spitzenkragen aus dem kleinen Schaufenster links. Die Verkäuferin sah mich ein wenig von oben herab an. Sie fragte noch einmal, während sie blitzschnell mein blaues Mousfelintleidchen mit den weißen Punkten mustert«. „Ja, ja, den Kragen!" Ms ich das Wunderwert in Händen hielt, sah ich auf dem weißen Etikett die Worte:„Preis 40.00 Mark". Groß und deutlich 40.00 Mark. Ich hatte unaufhörlich hinter der Vier einen Punkt gesehen. Einen ganz dicken Punkt! Ach, ich hatte mir nicht vorstellen können, daß ein Spitzenkvagen so viel kosten könnte, wie ich den ganzen Monat über verdient«. Bon diesem Tatge an lernte ich die Großstadt mit anderen Augen sehen._ Grete Saenger. Kamme» jänger Volon Erl geslorden. Im k2. LebenSjabr starb in Dresden einer der groj en Sänger aus der Schuch-Zeit, der Lperniänger Anton Erl. Erl war von 1872 dis 1912 ohne Unterbrechung in Dresden tätig. Zum ersten Mal« werden in der Oktober-AuSftellung de« Sturm, Potsdamer Sir. 13t n. in Deutschland die Zbcaterdckoralionen, Theater- kostüme und?>>bncnkonslrukt!onen von Alexandra Exter, der Leiterin de» TekorationSwesenS am»tudio de« Moskauer.tzünsllertbcaterS und des MeSkaner NamniertlieaterS aezeigt. Die Ausftellung wird ain 2. Ottober, mlltags 12—2 Uhr, rrässtiet und ist täglich von 1l>— v Uhr,«onlUaat voir 11—2 Uhr zu besichtige». Mbeiterwohlfahrt und Reichsbahn. Wie die Bahnverwaltnng die Kinderverschickuug erschwert. Man schreibt uns: „Mitte Juli schickte die Arbeiterwohlfahrt des Bezirks Branden- burg-Grenzmark 3V schwächliche und zum Teil kränkliche Kinder auf sechs Wochen nach dem Kindersanatorium Weilmunstcr im Taunus .zur Kun Die Eisenbahnverwaltun«, hatte, weil es sich um kränk- liche Kinder handelte, diesen sowie den Begleitpersonen sür die chin- und Rücksohrt gestattet, den D-Zug zu benutzen. In Weilmünster angekommen, liehen sich die Begleitpersonen vom Bahnhossvorsteher und vom Inspektor des Sanatoriums die Abliescrung der Kinder auf dem Fohrschein sür die Hin- und Rückfahrt bestätigen und traten, nachdem sie das Sanatorium und seine Einrichtungen eingehend be- sichtigt hatten, die Rückreise an. Am Morgen bei der Abreise von Weilmünster war nicht mehr die nötige Zeit, um alle Formalitäten mit dem Fahrschein zu erledigen, und die Begleitpersonen fuhren auf ihre eigenen Kosten nach Frankfurt a. M. Am Schalter in Frankfurt a. M. wurde ihnen anstandslos gegen Zahlung von 11,90 M. der Fahrschein ausgestellt, und ungehindert wurde die Reise nach Berlin angetreten. Auch auf dem Potsdamer Bahnhof konnten beide die Sperre passieren. Später sand der Borsteher des Potsdamer Bahnhofs heraus, dah die Begleitpersonen— die auch den Zuschlag sür den V-Zug mit entrichtet hatten— gegen die Beförderungsvorschriften verstohen hatten und forderte„nachträglich eine Nachzahlung von 45.10 M. Weil einmal der D-Zug zu Unrecht benutzt wurde und dann, weil die Fahrt nicht über Weil- bürg— Gießen, sondern über Frankfurt a. M. angetreten war. Di« Zahlung des Geldes ist trotz wiederholter Mahnung bis auf den heutigen Tag nicht erfolgt, weil die Betreffenden glauben, in ihrem Recht zu sein. Eventuell sollen die Gerichte entscheiden. Nach Verlaus von sechs Wochen mußten die OTNder wieder abgeholt werden. Dazu wurde den Begleitpersonen, diesmal drei, anstandslos die Hin- und Rückfahrt im D-Zug bewilligt. Auch den Kindern, denen anfänglich eine sechzehnstündig« Eisenbahnfahrt im Eilzug und ebenfalls über Frankfurt a. M. vorgeschrieben wurde, ist dann auf eingelegte Beschwerde hin die Fahrt im D-Zug über Gießen— Magdeburg zugestanden worden. Die Räcksahrt war für die Kinder und die Begleitpersonen gerade nicht sehr angenehm, denn trotzdem von der Verwaltung des Sanator'umz besonder« Abteile bei der Eisenbahnverwaltung für die Kinder bestellt waren, war der ganze Zug vollständig überfüllt, und die Kinder mußten einen Teil ihrer Reise eingepiercht stehend im Gang und noch dazu in der Nacht, zubringen. Die Eisenbahnverwaltung macht �sich darum keine Kopfschmerzen, aber die Arbeiterwohlsahrt, der die Gesundheit unserer Kinder am Herzen liegt, und die aus eigenen Mitteln für die Unterbringung der Kinder im Sanatorium Taufende von Mark opfert, muß mit aller Entschiedenheit verlangen, daß die«rholungs- bedürftigen Kinder und ihre Begleitpersonen bei solchen Transporten von der Eisenbahnverwaltung anders als bisher behandelt werden. Will die Eisenbahnverwaltung in irgendeiner Weise derartigen Transporten entgegenkommen, so soll sie es ganz tun, und nicht durch solche kleinlichen, bureaukratischen Verordnungen sie fast zur Unmöglichkeit machen. Bedauerlich ist auch das Urteil, das manche im Eisenbahnverkehrsamt sitzend« Beamte über die Begleitpersonen haben, indem sie erklären, daß diele in den meisten Fällen solche Transportreisen als Erholungsreisen benutzen. Mögen hier und da derartige Dinge vorkommen, doch die von der Arbeiterwohlsahrt ent- sandten Begleitpersonen müssen sich solche Verdächtigungen ganz ent- schieden verbitten. Hoffentlich wird ihnen bald Gelegenheit gegeben werden, die Erlebnisse, die sie bereits bei Kindertransporten mit einzelnen Eisenbahnbeamten gehabt haben, in die Oessentlichkeit zu bringen."nd Kriegerhinterbliebenenfürsorge vertretenen Verbände der Kriegsopfer testen zu der gestern offenbar von der Neichsregierung an die Tagespress« gegebenen und durch Rundfunk verbreiteten Mitteilung betreffend die Vorschuß- Zahlungen für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinter- blieben« berichtigend folgendes mit: Die Presjenotiz wird in der Oeffentlichkeit zu Irrtümern Anlaß geben. Die vom Reichstagsausschuß beschlossene Rentenoorschuh- Zahlung beträgt für die Kriegsbeschädigten monatlich 24,63 Proz., für die Hinterbliebenen jedoch nur 7,37 Proz. und für Kapitulanten nur 11,47 Proz. der bisher monatlich gezahlten Rentenbeträg«. Die Vorschüsse sollen End« Oktober für die Monate Oktober und Ro vember zusammen mit der Novemberrente zur Auszahlung gelangen. Jernheizbetrieb in Charlottenburg unü Steglitz. Di« Fertigstellung der Heizröhrcnkanäle in der Gegend vom Knie ist zum 1. Oktober durchgeführt worden. An diesem Tag« werden sämtlich« Leitungen in Betrieb genommen, so daß alle angrenzenden Häuser nunmehr an das Fernheizwerk Charlotten bürg angeschlossen werden können. Inder Berliner Straß« sind auch sämtliche Hausanschlüsse jertiggestellt, so daß diese Häuser ebenfalls vom 1. Oktober ab geheizt werden können. In den übrigen Straßen, durch die Fernheizleitungen gehen, sind die Hausanschlüsse erst teilweise betriebsfertig, da«in Teil der Hausbesitzer die Anschlüsse erst später bestellt hat. Auch sür diese Häuser wird aber noch im Laufe des Ottober der Heizbetrieb durch das Fernheizwerk aufgenommen werden. Auch in Steglitz ist der Hauptleitungsbau vollendet: an den Haus- anschlössen wird noch gearbeitet. Der volle Betrieb wird ebenfalls noch im Ottober ausgenommen. „Fünf Mark mehr Renten." Den Jnvaliditäts-Bersorgungsbcamten spielt ein Schwindler, der es auf alte Rentnerinnen abgesehen hat. Er spiegelt ihnen vor, daß er„im Austrage der Versicherungsgesellschaft" komme, um ihnen mitzuteilen, daß sie vom nächsten Monat ab 5 M. mehrRente erhalten sollen. Das sei aber noch nicht alles. Auch aus der Hindenburg-Spende sollten sie eine Unterstützung be- kommen. Die alten Frauen sind darüber natürlich sehr erfreut, weil si« ja nicht wissen, daß die Hinderburg-Spende sür einen ganz anderen Zweck bestimmt ist. Sie schenken dem Mann volles Vertrauen, geben ihm Auskunft über ihre Person, weil er angeblich das Ratio- nale neu ausnehmen muß und wundern sich auch nicht, daß er sich einen Vorschuß oder Schreibgebllhren zahlen läßt. So erbeutet der Gauner, der jetzt besonders in Lichtenberg inid.im Osten und Norden der Stadt auftritt, Beträge bis zu 10 Mark. Er Ist etwa 45 Jahre alt, hat«ine Glatze und ein bartloses, volles, frisches Ge- ficht und trägt einen dunkelblauen Anzug und eine Hornbrille. Die alten Rentnerinnen seien dringend vor ihm gewarnt. Aufklärungsaktion des Hauptgesundhcitsamts. Mit dem Inkrafttreten de« Gefetzoe zur Bekämpfung ter Ge- schlechtskrantheiten hat auch eine Aufklärungsattion des Hauptgesundheitsamtes der Stadt Berlin ein- gesetzt. Wie notwendig solche Aufklärungsarbeit gerade in den Ber. liner Stadtbezirken ist, beweist der Besuch dieser Versammlungen. Eine beispielstveife am 27. d. M. in der Schule Krautstr. 49 vom Gesundheitsamt Friedrichshain veranstaltet« Ver- lammlung war schon vor 7 Uhr überfüllt. Auf tem Schulhof drängie,, sich noch gewaltige Menschenmengen, so daß noch zwei Parallelverjanimlungen in der Turnhalle und aus dem Hof stattfinden mußten. Den Ausführungen der ärztlichen Referenten sowie des Stadtrats Genossen Günther als Dezerns-nt des Gesundheitsamtes Frisdrichshain fanden das stärkste Interesse bei den Versammelten. Es wurde durch diese Bersainmlung der Be- weis erbracht, wie notwendig solche aufklärende Tätigkeit in den Kreisen der Bevölkerung ist. ?n vier Tagen über öen fitiantiti Amerikanische Schiffsbauplänc. Die amerikanische Schisfahrt, die sich wegen ihrer besondere-» wirtschaftlichen Struktur in Gefahr befindet, im Ueberjeevcrkehr gegenüber den anderen maßgebenden Schiffahrtsnationen in Rückstand zu gerate», will energische Versuche machen, ihre Stellung zu halten und darüber hinaus sogar die Vormachtstellung im nord- atlantischen Verkehr zu gewinne». Nachdem im vorigen Monat die ersten Experimente eiver Kombination von See- und Luftverkehr mit dem Dampfer„L e v i a t h a n", der ehemalig«-» deutschen „Vaierland", gemacht worden sind, von der aus man auf dem Wege von New Port nach Europa ein Flugzeug aufsteigen und mit Post vorausfliegen ließ, erscheint jetzt ein« amerikanische Reeder-, Schiff- bauer- und Eisenbahngruppe mit einem neuen imposanten P r o- j e k t für den Nordatlantikverkehr aus dem Plan. Diese Gruppe. die vom Präsidenten des amerikanischen Reederverbandes H. B. Walker geführt wird, will zwischen Long Island und Europa einen Erpreßdienst einrichien, in dem die Fahrt über den Allantik nur vier Tage dauern soll. Der Dienst soll mit täglichen Ab- fahrten eingerichtet werden. Für besonders eilige Passagiere will man ein Flugzeug mitführen,&is, analog den„Leoiathan"-Ver- suchen, auf See aufsteigen und dem Schiff voraussliegen soll. Zur Durchführung des Dienstes sollen 10 Schisse mit j e 20 000 Tonnen Raumgehalt und 100 000 bis 130 000 DL- Turbinen gebaut wcxden, die eine Geschwindigkeit von 35 See- meilen entwickeln. Da die Dampfer etwa 240 Meter lang sein sollen — ein reguläres Schiff von 20 000 Tonnen ist nur 180 bis 190 Meter lang—, muß eine der Kren zerform ähnliche Schiffs- g e st a l t entstehen. Die Dampfer bieten Raum sür nur 500 Tonnen Ladung und 400 Passagiere 1. Klasse, während die großen europäischen Dampfer bei zirka 21 000 Tonnen Raumgehalt über 1000 Passagiere und 11000 Tonnen Ladung aufnehmen können. In deutschen und englischen Schisfahrtskreisen steht man darum den amerikanischen Plänen noch skeptisch gegenüber, obwohl die Väter des Projekts schon energisch bei den vorbereitenden Arbeiten zu sein scheinen. Ein Beauftragter ist unterwegs, die Landungsvcr- höltnisse in den Kanolhäfen zu studieren, und in einer Versuchs- anstalt werden bereits Versuche mit Modellen der Schnellschiffe ge- macht._ Die Ueberschtvemmungen im„Erpetal". Das zum Verwaltungsbezirk Köpenick gehörende„Erpetal" bei Friedrichshagen wird immer wieder von Ueberschwemmungen heim- gesucht, die den dort angesiedelten Bewohnern schweren Schaden bringen. Hilfe sür die Geschädigten und Abwehr der Ueberschwem- mungen fordert die sozialdemokratische Stadtoerord- netenfraktion in folgendem D r i n g l i ch k e i t s a n�t r a g: „Die Ueberschwemmungsgefahr im sogenannten„Erpetal" inner- halb des Verwaltungsbezirks Köpenick droht zu einer Wirtschaft- lichen Katastrophe für die dortigen Anlieger und Klein- partenpächter zu werden. Die Stadtvero�netenversammlung be- schließt daher: Der Magistrat wird ersucht, sofort die nolwendigen Maßnahmen einzuleiten und die entsprechenden Mittel zwecks Re- gulierung des Erpefließes zur Verfügung zu stellen," Echter Stahlhelmsteist. ' Im„Stahlhelm", dem Bundesorgan des Scldte-Verbandes, findet sich in Nr. 34 unter Bunbesnachrichten diese Notiz: „Kamerad Paul N. hat unter eigener Lebensgefahr ein Kind vom Tode des Ertrinkens gerettet. Ihm ist vom preußischen Staatsministerium die Rettunqsmedaille am Bande verliehen. Kamerad Alfred M. hat im Ostseebad Heiligendamm unter eigener Lebensgefahr einem Ertrinkenden das Leben gerettet. Kamerad M. besitzt aus seiner Dienstzeit beim 3. Garde-Ulonen-Regiment bereit» die Rettungsmedaille. Der erste Bundesführer spricht den beiden Kameraden sür den bewiesenen echten Stahl- Helmgeist seine vollste Anerkennung aus." Wir fragen: Was hat Lebensrettung mit„echtem Stahlhelm- geist" zu tun? Ist nicht der Versuch, bedrohtes Leben zu retten, die selbstverständliche Pflicht eines jeden gesitteten Menschen? Hätten die beiden Männer ihr« anerkennenswerte Tat vielleicht unterlassen, wenn sie zufällig nicht Mitglieder des„Stahlhelms" wären? Es handelt sich um eine Anmaßung des Herrn Bundesführers, die auf sie selbst zurückfällt. O- Große Veruntreuungen beging ein 30 Jahre alter Adolf M., der seit sechs Iahren in einer hiesigen Fabrik für medizinische Artikel den gut bezahlten Posten eines Kassenführers bekleidete und volles Vertrauen genoß. Eine Revision ergab jetzt, daß er im Lause des letzten Jahres mit gefälschten Quittungen 21 000 Mark ein- gezogen und für sich verbraucht hat. Der Ungetreu« wurde festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Größer« Gewinne, die ihm od und zu zufielen, brachte er gleich wieder durch, u. a. einmal nicht weniger als 14 000 M. Fernsprechverkehr mit Budapest. Zwischen Berlin und Duda- vest sind zwei unmittelbare Kabelleitungen mit guter Sprechverstöndigung in Betrieb genommen worden. Zurchtbarer Taifun über üen Philippinen. k»va Personen getötet. New York, 29. September. XBte an» Manila gemeldet wird, ist die bereit» im vorigen Jahre wiederholt heimgesuchte Insel Luzon von neuem durch einen Taifun verwüstet worden. Ueber 500 Personen wurden getötet, und ebensoviele verletzt. Die Ortschaft Vater wurde ver- nichtct. Annähernd 5000 Menschen sind obdachlos. Gefährliche Notlandung Thea Rasches. New Port, 29. September. Bei einem Schauflug in Quincy(Massachusetts) mußte die deutsch« Fliegerin Thea Rasch« in 700 Meter Höhe zur No t l a n d u n g übergehen, da plötzlich der Motor ihres Flugzeuges aussetzte. Da sie fürchtete, auf dem Zuschauerplatz landen zu müssen, ging sie auf S-unpfgelände nieder. Das Flugzeug wurde beschädigt, die Pilotin blieb unverletzt. Ein Zugführer irrsinnig geworden. Innsbruck, 29. September. Wie die Blätter zu dem Eisenbahnunglück bei Fran- z« n s s e st e melden, ist der Lokomotivführer, dsr mit einem Slrbeiter der einzige war, der sich retten konnte, infolge des Schrecks irrsinnig geworden. Fast 2 00« OOO Mark Geldstrafe für Spritschieber. Hamburg. 29. September. In dem neuen Haniburger Spritschieberprozeß wurden 2 3 An- geklagte zu n-ehrmonatigcn G.'sängnisstrafcu und insgesamt an- niheriid zwei Millionen Mark Geld st rase und zum Wertersoß von 29 000 Liter geschmuggeltem Sprit verurteilt. i Der Konflikt in Mittelöeutschlanü. Kündigung am 2. Ottober. Für das mitteldeutsche Braunkohlengebiet wird n 2. Oktober eine flroße Konserenz die Kündigung beschliehen. Gegenüber gewissen Tendenzmeldungen, die von einem Scheitern der Streikbewegung im mitteldeutschen Araunkohlenberg- bau sprechen, weil die Kündiaungszettel am 26. September den Werken nich: eingereicht und oie Funktionärversammlungen abge- blasen worden seien teilt der Verband der Bergarbeiter Deutschlands mit, daß von einer Abschwächung der Bewegung keine Rede sein könne. Die Kündigungszettel sollten bis zum 26. September unterschrieben werden. Das ist in einem Umsong geschehen, an dem die Unternehmer keine Freude haben dürften. Bei den verschiedenen, an der Bewegung beteiligten Verbänden war«ine Kündigung sofort nach dem 26. September überhaupt nicht vorgesehen._ Gewerkschaftliche Entwicklung. Cbcrt und der ehemalige Steinsetzerverband. Genosse K n o l l, Sekretär des ADGB. und ehemaliger Vor- sitzender des Steinsetzerverbandes, schreibt uns: In dem Artikel im gestrigen Morgenblatt„Gewerkschaftliche Entwicklung" heißt es an einer Stelle: „Es sind aber bei weitem keine 3l> Jahre her, als der frühere Steinsetzerverband durch Vermittlung des verstorbenen Genossen Ebert beim Bouarbeiterverband anklopfte, ober mit einer em- schiedeneis Geste abgewiesen wurde." ijier muß dem Genossen Steiner als Verfasser des Artikels ein Irrtum unterlaufen sein. Ich bin von 1K92 bis 1926 Vor. sitzender des ehemaligen Steinsetzerverbandes gewesen. Aber in dieser ganzen Zeit ist weder der Genosse Ebert noch sonst jemand jemals beauftragt worden, beim damaligen» Bauarbeiterverband wegen eines Anschlusses an denselben anzufragen oder zu vermitteln. Ebensowenig ist mir von solchen Vermittlungsversuchen etwa unter stillschweigender Duldung seitens des Steinsetzerverbandes oder seiner Organe etwas erinnerlich. Richtig ist, daß der verstorbene Bömelburg hinsichtlich einer Angliederung der Steinsetzer an den Bäuarbeitrrverband anderer Meinung war, als die Leitung des heutigen Baugewerksbundes. Aber das ist lediglich in gelegentlichen freundschaft- lichen Gesprächen zum Ausdruck gekommen, niemals, soweit ich mich erinnern kann, in offiziellen Kundgebungen eben deshalb, weil zu solchen niemals eine Veranlassung gegeben worden ist. Im übrigen hat gerade Bömelburg oftmals für den Stein- setzerverband lebhafte Gefühle dek Freundschaft und Hochschätzung bekundet, was sich gelegentlich eines sehr schweren Kampfes der Steinsetzer auch praktisch ausgewirkt hat. ♦ Von einer„offiziellen Kundgebung" oder von irgendeiner offiziellen Verhandlung war in dem Artikel auch nicht die Rede. Bevor man dazu übergeht, vergewissert man sich, ob bei der Gegen- parte! auf ein« günstig« Aufnahme gerechnet werden kann. Das „sreundschaftliche Gespräch", auf das ich anspielte, fand 1919 in Kopenhagen anläßlich des Internationalen Kongresses statt. Es war zwar sehr kurz, abe� nicht weniger eindringlich. I. S.-I. J öeitrogspfiicht zur Arbeitslosenversicherung. Am 1. Oktober tritt das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbcitslosenoersicherjing in Kraft. Hierzu teilt das Reichsarbeits- Ministerium zur Behebung von Zweifel folgendes mit: Soweit Arbeitnehmer gegenwärtig von der föeitragspflichl zur Erwerbslosenfürforgc befreit, nach dem neuen Gesetz aber versicherungspflichtig sind(städtische Haus- gehilfe», landwirtschaftlich« Arbeitnehmer mit drei- bis sechsmonatiger Kündigungsfrist), erlöschen die laufenden Befreiungen mit Ablauf des 36. September; vom 1. Oktober sind für diese Per- sonen B e> l r ä g e z u l e i st e n. Ist di« Beschäftigung dagegen auch nach dem neuen Gesetz beitragsfrei, so gilt die Befreiung weiter und zwar vorläufig ohne daß die Befreiungsanzeige erneuert werden müßte. I Vorschußzahlungen an die Reichsbahnbeamten. Der Verwaltu nasrat der Reichsbahn beschloß, nach den vom Reich aufgestellten Grundsätzen vom 1. Oktober ob auch Vorschuß- Zahlungen an die Reichsbahnbeamten zu leisten, bis di« endgültige Regelung feststeht. Tariferhöhungen jollen On diesem Jahr nicht niehr nötig sein._ Schlichtungs- und Gewerbeaufsichtsbehörde. Engere Zusammenarbeit in Preußen. Die engen Beziehungen zwischen Tarifvertrag und Arbeitszeit- regelung haben dem preußischen Handelsmini st er schon früher Veraplassung gegeben, di« Ausmerksamteit auf ein enges Zu- sammenarbeiten zwischen den Reichs- und Landesbehörden zu lenken. Wie-der Amtliche Preußische Pressedienst einem neuen Erlaß des Ministers entnimmt, ist dieser, soweit die Schlichter insbesondere vor der„bindenden Rege- lung" nach 8 6s Abs. 3 der Arb«itszeitverord»ung«in« Besprechung mit Ge-werbeaussichts- oder Vergrevierbeamten für angezeigt halten, damit einoersianden, daß im Interesse der Bejchleuni» g u n g in Fällen, in denen nur« i n Gewerbeaussichtsbeamter oder Bergr«vierbeamt«r für den örtlichen Bereich der bindenden Rege- lung zuständig, ist, der. sich bittet. Die Kosten zur Last. Schlichter diesen Beamten einer solchen Reise fallen unmittelbar zu der Staatskasse Lohnforderung der Chemiearbeiter. Zür zwischentarifliche Regelung der Löhne.- Die im Fabrikarbeiterverband organisierten Funktionäre der chemischen Industrie waren am Di«nstag abend versammelt, um einen Vortrag des Genossen Schlimme vom ADGB. über das„Gesetz für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung" cntgegenzu- nehmen. Nach dem beifällig ausgenommenen Referat versuchten zwei „unentwegte" Kapedisten klarzumachen, daß durch diejes Gesetz die Arbeiterschaft schwer geschädigt werde. Im Schlußwort verstand es der Referent in glänzender Weise, ihnen di« notwendige Absuhr zuteil werden zu lassen. Anschließend berichtete der Branchenleiter Poch über die.zahl- reich eingelaufenen Anträge, die eine zwischeniarifliche Regelung der Löhne fordern. Die Versammelten waren ein- mütig der Auffassung, daß g«oen die Teuerung, die nach Fällung des Schiedsspruches im März d. I.«ingetreten ist, etwas geschehen muh, um die Arbeiterschaft der chemischen Industrie vor der äußersten Not zu schützen. Die chemische Industrie sei sehr gut yt der Lage, die Arbeiterinnen und Arbeiter besser zu entlohnen. Poch erklärte in seinem Schlußwort, daß das Chemiekartell in den nächsten Tagen zusammentreten wird, um zu dieser Frage Stellung zu nehmen und um Verhandlungen für eine zwischentarisliche Regelung der Löhne anzubahnen. Folgende Entschli«ßung wurde einstimmig der Ber» bandsleitung und dem Chemiekartell überwiesen: Die heute in„Dörings Festsäle" tagende Versammlung des Der- bandes der Fabrikorbeiter, Gruppe chemische Industrie, ist der Ansicht, daß der im Frühjahr 1927 abgeschlossene Lohntaris durch di« stetig steigende Teuerung aller Lebensmiftel und Gebrauchsartikel über- holt ist. Mit Eintritt der kalten Jahreszeit und der fortschreitenden Teuerung muß sich di« wirtschaftlich« Loge der Arbciterfchaft un«rträg. lich gestalten. Da der Lohn für die chemisch« Industrie noch bis zum 31. März 1928 läuft, muh versucht w:rden, eine zwischentarisliche Regelung zu erreichen._ Zur Lohnbewegung der Gold- und Silbersihmiede. Verschleppungstaktik der Unternehmer. Die letzte Bronchenvcrsammlung der im Metallarbeiterverband organisierten Gold- und Silbcrschmiedc hatte di« Organisation beauf- tragt, die mit den einzelnen Firmen abgeschlossenen Haustarife zu kündigen und den Abschluß eines Lohn- und Rahmen- tarifes für die gesamte Branche zu fordern. Neben einer allge- meinen Erhöhung der bestehenden Löhne um 16 Pf. pro Stunde war die tarifliche Festlegung von Mindesteinstellungslöhnen, sowie die tarifliche Regelung des Urlaubs, der Ueberstundenbezahlung und der sonstigen Arbeitsbedingungen verlangt worden. Der Metallarbeitcroerbond hatte die Haustarise frühzeitig am 2. September zum Ende dieses Monats gekündigt, um den Unter- nehmern genügend Zeit zur Beratung der gestellten Forderungen zu lassen. Ein Teil der Firnen hat bis heute auf die Forderungen über- Haupt noch nicht geantwortet, d«r andere Teil hat in mehr oder minder trockener Form den Eingang der Kündigungsschreiben be- stätiqt. Es wurden lediglich mit einer einzigen Firma Verhandlungen geführt, die ober kein Ergebnis hatten. Die Unternehmer haben es anscheinend darauf angelegt, di« Verhandlungen m ö g l i ch st hinauszuschieben uiid erst dann zu oerhandeln, wenn die gule Konjunktur wieder abgeflaut ist. Die zu gestern abend nach dem Dresdener Garten einberufen« und stark besuchte Versammlung der in der Gold- und Silberbranche Beschäftigten war über diese Taktik der Unternehmer sehr entrüstet. Sie beauftragte nach einer eingehenden Debatte den Metallarbeiter- verband, die Unternehmer nochmals schriftlich zu Verhandlungen aus- zufordern, die' bis zu einem bestimmten Tennin stattfinden müssen. Sollten die Unternehmer auf di«se Schreiben der Organisation bis zum Anfang der nächsten Woche nicht geantwortet haben, so soll das als ein- Ablehnung der direkten Verhandlungen betrachtet und umgehend der Schlichtungsausschuß zur Entscheidung ange-�' rufen werden. Die Versammelten beschlossen weiter, ab 1. Oktober jede Ueber stunde abzulehnen und auch keine Tarife abzu- schließen, in denen die aufgestellten Forderungen restlos nicht ver- wirklicht sind. Die Stimmung der Versammlung ließ keinen Zweifel darüber, daß die Berliner Gold- und Silberschmiede gewillt sind, wenn die U»tternel>mer sich weiterhin halsstarrig zeigen sollten, ihre minimalen Forderungen gegebenenfalls auch durch einen Streik durchzusetz«n. Keine Antwort deS allrussischen Gewerkschaftsrats. I• London, 29. September.(TU.) D«r Generalsekretär des Gewerkschaftskongresses, Citrin«, erklärte heute auf eine Anfrage, ob auf den Beschluß des Gewerk- schaftskongresses, die Zusammenarbeit mit den russischen Gewerk- schaften nicht mehr fortzusetzen, irgend eine Rückäußerung des allrussischen Gewerkschaftsrates erfolgt sei, verneinend. d!e Solidarität über die Religiosität. Lei den Textilarbeiiern in Indien. In Bombay haben nach längerem Kampfe die streikenden Textilarbeiter trotz der großen in der Texfilindustrie zurzeit herrschenden Arbeitslosigkeit einen vollenErfolg erzielt. Die Betriebe, die die Bedienung von drei Webstühlen durch einenMann erzwingen wollten, haben nachgegeben und sich zur Beibehaltung der alten Bedingungen bereit erklärt. Die etwa 5666 Mann betragende Belegschaft der bestreikten Unternehmer hat daraufhin die Arbeit wieder aufgenommen. Am Streik waren sowohl Hindus wie Mohammedaner beteiligt und a l l e B e r f u ch e der Arbeitgeber, die religiösen Gegensätze für ihre Zwecke auszunutzen, sind an der Solidarität der Arbeiterschaft gescheitert. Die Textilarbeiterorganisation hat durch den erfolgreichen Kamps sowohl an Mitgliederzahl wie an moralischer Autorität erheblich gewonnen. 41 666 372 Hektar 86 598 863» 4 666 341, 1,4 694. 94 346„ 192 128. Verbindlichkeit im Ostoberschlcstschen Berkbau. Warschau. 28. September. Der Arbeitsminister hat den von den Arbeitgebern abgelehnten Schiedsspruch für den ostoberschlesischen Bergbau, der eine Erhöhung der Löhne um durchschnittlich 8 Proz. vorsieht, für verbindlich erklärt._ Die englischen Gewerkschaften und der 3G&. Cdinburg, 29. September. Der Rat des Kongresses der Arbeitergewerkfchaften«rörterte gestern di« Beziehungen des Kongresses zu dem Internattonalen Gewertschaftsbund in Amsterdam. Wie erinnerlich, war zwischen den beiden Organisationen ein Konslikt ausgebrochen, dessen Ursprung die Vorschläge d«r britischen Vertreter zum Zweck der Reorganisie- rüg des Internationalen Verbandes war. Der Rat, der von dem Kongreß der Arbeitergewerkschasten ermächtigt worden war, die internationale Lage der Arbeiter zu«prüfen, teilte mit, daß eine Zusammenkunft zwischen seinen Mitgliedern und dem Vollzugsausschuß des Internationalen Ge- w e rks cha f t s b u n de s auf den 18. November d. I. in London festgesetzt wurd«. Wirtschaft v:e»Scholle' der Landarbeiter. Mieviel Deputat land gibt es? Bei den Unterhollungen über die Bodenbesitzverhältnisse in Deutschland wird dem Deputatland der landwirtschaft- lichen D« p u t a t a r b e i t e r s«hr oft von den landwirtschaftlichen Unternehmer eine große Bedeutung zugeschrieben. Es sei zusammen- genommen eine so große Fläche wie sie von den wenigsten er- wartet werde.., Was es damit auf sich hat. läßt in deutlichster Weise i«ne Tabelle in d«m Bericht über die letzte Betriebszahlung erkennen, die die Zahl der land. und sorstwirtschastlichen Betriebe und deren Flächen nach Art der Bodenbenutzung und dem Besitz- Verhältnis aufzeigt. Die Tabelle, in der auf Drängen gerade des Deutschen Landarbeitcrverbandes über dos Deputatland erstmalig besonders berichtet wird, bringt über das nach Hektar errechnete Be- sitzverhältnis folgend« Angaben: Gesamtfläche........ Davon: Eigenes Land.... . Pachlland..... Deputatland.... Aufgeteiltes Allmendland Sonstiges Land... In einer anderen Tobelle des Berichtes über die Betriebs- Zählung wird ausgerechnet, wie sich das Besitzverhältnis prozentual unter der Bedingung ausnimmt, daß von der Gesamtfläche als landwirtschaftlich genutzte Fläche 69,6 Proz. in Frage kommen. Das Bild sieht so aus: Eigenes Land.......... 86.6 Prozent Pachtland........... 12.4» Deputatland......... 0.Z, Rufgeleikted Allmendland..... 0,2 r Sonstiges Land......... 0,5. » Mit diesen Angaben stellt sich das Gegenteil von dem heraus. was über das Deputatlan�. der landwirtschaftlichen Teputatarbeiter vielfach behauptet wird. Das Deputatland macht eine so geringe Gesamtfläche aus, daß von ihr am zweckmäßigsten überhaupt gar nicht gesprochen wird._ Arbeitsloge Ende September weiter günstig. Die Gesamtlage des Arbeitsmarktes im Reich hat sich, nach den Berichten der ein- zelnen Arbeitsämter, auch in der vierten Septemberwoche in der bisherigen günstigen Weis« weiter entwickelt: in eini- gen Bezirken haben jedoch Entlassungen nach Beendigung von Außen- arbeiten begonnen. Die Belebung in der Eisen-, Metall-, Ma- schinen- und chemischen Industrie sowie im Textilgewerbe hält jedoch den Rückgang noch auf. In der Landwirtschaft trägt die Hack- sruchternte zur Entlastung bei. Im Bergbau ist die Situation un- verändert. Lkrantwortlich Illr Politik: Richard Brrastri»! Wirtschaft: 9. tiliagrihöser: Tewerkschaftobewegung: Z. Stria«»; ffruillrton: Dr. Zah» Schikowaki; Lokales und Sonstige»:?r>d ltarstadt: Änzriaen: Ttz. stock«; sämtlich in Berlin. -Berlaa: Vorwärts-Berlag 9. rn. b H., Berlin. Druck: Vorwärt».Buchdruckcr«t und LrrlagsanstaU Paul Singer u To., Berlin EW 68, Lindenftrag« 3. Übler Mnndgerneh wirkt abstoßen». Hihlich gefärbte Zähne entstellen da» schdnfte Antlist. Beide Sch»nhe>t,feliler werden oft schon durch einmalige« Putzen mit der herrlich erfrischenden Zahnpaste Chloroelont beseitigt. Di« Zähne erholten schon nach kurzem Sedrauch einen wundervollen Elfenbeinglanz, auch an den Seitenflächen, bei gleichzeitiger Benutzung der dafür«igen» konstruterlen Chlurexloilt-Zahii- bUrat«! mit gezahntem vorstenschnitt. Faulende Speisereste in den Zahn- Zwischenräumen at, Ursache de» üblen Mundgeruch» werden gründlich damit beseitigt, versuchen Sie e, zunächst mit einer kleinen Tube zu 60 Psg. Chloro- dont-ZnhnbUrst« für stinder 70 Pfg., für Damen Mk. t.» lweich« Bor. stenl, für Herren Mf. 1.25(harte Borsten). Rur«cht in dlau-grüner Originalpackung mit der Auflchrift„4,'bIoro»i«»nt" Überall zu habe». TOIAL-AUSVERKAUF Wegen vollständiger Aufgabe des Herrengarderoben-Spexlalgeschäfles QertraudtenstraBe 34. Das gesamte vorrätige Lager und die noch im Auftrag befindlichen Waren müssen in ganz kurzer Zeit vollständig ausverkauft werden. Es gelangen zum Verkauf mehrere 1 ausende feinste modernste fertige Herren-Anzüge, Mäntel, Hosen usw. Die Preise sind rücksichtslos herabgesetzt, zum Teil weit unter Einkaufspreis! v Blaue und farbige Herren>lacketl-Ansilge» Tanz-, Smoking-, Frack-Anzüge, Herren-Herbst- und Wlnler-Mflntel, Herren-Loden- und Oumml-Müntel, gestreifte Herren-Kammgarnhosen, Konflrm anden-Anzüge, Jünglings- und Knaben-Anzüge und Hüntel Benutzen Sie diese beispiellos günstige Gelegenheit zum Einkauf Ihres Herbst- und Winterbedarfs.— Kommen Sie möglichst vormittags.— Riesen-Auswahl. Herrenbekleidung Gertraudtenstr. 24 gegenüber der Pefilldrdie