Nr. 242. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. sid Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. " Mittwoch, den 16. Oktober 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. hausener Mordthat gegen die Sozialdemokratie Kapital zu fchlagen. Das Zentrumsorgan schrieb noch am Dienstag Morgen: " Es wird der Sozialder: okratie schwer fallen ihn von ihren Rockschößen abzuschütteln. Natürlich wird fie feine That verurtheilen und Meyer als Anarchisten hin ftellen. Wo hört aber beim gemeinen Mann der Sozialiſt auf und fängt der Anarchist an?" Bum Fall Bismarck- Bötticher schreibt man uns: " " " Die Ermordung des Fabrikanten Schwark. Die Bismarc'sche Enunziation der Hamburger Nachrichten" Die Aufklärung, und zwar eine amtliche Aufklärung, hat im ganzen und großen die sachliche Richtigkeit unserer Ausüber den Charakter der Mordthat, die in Mülhausen von führungen vom Sonnabend bestätigt. Vielleicht hätte man besser dem Arbeiter Meyer an dem Fabrikanten Schwarz begangen wurde, ist bereits erfolgt. In der nämlichen Müssen wir denn das Berliner Blatt der Zentrums- gethan, bei dieser Gelegenheit gleich die richtige" Summe Nummer, in der die streng ordnungsparteiliche" partei an den Attentäter Kullmann erinnern? anzugeben, welche man zur Tilgung der Berg'schen VerbindlichStraßburger Post" das gestern von uns mitgetheilte Als Fürst Bismarck versuchte, den Kullmann der feiten und zur Verhinderung( nicht blos zivilrechtlicher) Weite Telegramm des Kaisers an den Statt Bentrumspartei an die Rockschöße zu hängen, haben die rungen dem Welfenfonds entnommen hatte. Alle Gingeweihten wissen, halter von Elsaß- Lothringen über den Mord Vertreter der Partei mit voller Entrüstung und mit vollem daß die von dritter Seite( wohl mit Absicht) angeführte Ziffer an dem Fabrikanten Schwarz in Mülhausen wiedergiebt, Recht diesen Versuch sie zu diskreditiren zurückgewiesen. viel zu klein ist. Thatsächlich entfernt sich der wirkliche Bes bringt sie aus Mülhausen, 12. Oktober, folgende Und dabei war Kullmann, so hirnverbrannt und vertrag nicht allzu weit von einer Million. Zuſchrift: wahrloft er war, doch immer noch von politischen Motiven " Obgleich noch immer die Aufregung über den gräßlichen geleitet. Keinen schlagenderen Beweis für die Versumpfung Gelegentlich werden wir übrigens noch auf diese BisMord hier in den Gemüthern nachzittert, hat sich die Stimmung der Bentrumspartei giebt es wohl, als daß jetzt die„ Germania" marc'sche Auslassung durch andere sachliche Hinweise doch insofern wieder beruhigt, als man die That jeht richtiger die Sozialdemokratie für die Mordthat eines notorischen Gin balbes Gingeständniß liegt darin bereits vor. Jetzt über von ihm verwandte Welfengelder zurückkommen. zu beurtheilen anfängt. Auch in den weiteren Kreisen sieht man jetzt ein, daß der anfänglich mit solcher Hartnäckigkeit genährte alten Verbrechers verantwortlich machen fill. Gedanke von einer Verschwörung oder dergleichen ganz ausgeschlossen ist und es sich nur um die vereinzelte That eines hiruverbrannten Menschen handelte. Der Mörder Andreas Meyer ist, wie glaubwürdig versichert wird, nicht mehr soweit zur Besinnung gekommen, daß er die ihm zugeschriebenen Aussagen von den anderen" hätte machen können. Es ist auch nicht festgestellt, daß Arbeiter in Thann, wie man hier erzählte, von dem Verbrechen gewußt hätten. Hervorgegangen war dieses Die Sozialdemokraten machen die eifrigsten Ver. Köcher der Pfeil( aus bis jetzt unaufgeklärten Zwecken) aufflog, im Gerücht offenbar aus der Thatsache, daß Meyer in letzter Zeit fu che, um den Möeber Andreas Meyer in Mülhausen Verdacht, noch weitere ähnliche Ausplaudereien zu planen. mehrfach zu verschiedenen Personen gesagt hatte, bevor er gebe, von sich abzuschütteln. Aber er ist doch Blut von Erst später, als man sich über diesen Punkt vergewiffert hatte, benutte gehe noch ein anderer. Ernsthaft hat das aber niemand ge- ihrem Blut und nommen. Ein Mitwisser Geist von ihrem Geist steht man die ganze Angelegenheit, um Herrn Bötticher ein Bein zu der Warner, welcher dem jetzt Erdoch nach der Straßburger Post" fest, daß ihm mordeten jenen bekannten Brief schrieb muß allerdings vor der Kopf durch die Lehren der Sozialdemokratie verwirrt wurde. stellen und ihn für seine angeblichen Machenschaften bei dein handen gewesen sein!" Ferner bringt die Frankfurter Zeitung" über die An- anle, die ihn gekannt haben, wissen zu berichten, daß er, seitdem Sturze des Fürsten zu strafen. Letzterer hält ihn, neben dem er Sozialdemokrat geworden, nicht mehr arbeiten wollte und daß Legationsrath von Holstein und Herrn Theodor Kayser, gelegenheit folgende Mittheilung: seine beständige Redensart war, er wolle nicht mehr für die bis auf diesen Tag neben bestimmten Hofplaneten" für den Kapitalisten arbeiten. Deshalb hat der Raiser ganz Sauptschuldigen. Recht, wenn er in seinem Telegramm in dem ermordeten Hauptschuldigen. Fabrikanten ein Opfer der von den Sozialisten ge Wäre Kaiser Wilhelm übrigens nicht von vornherein pflegten Revolutionsstimmung sieht." felfenfest( irrthümlich) davon überzeugt gewesen, daß " Die Erinordung des Fabrikanten Schwarz ist von einer ganzen Anzahl von Blättern alsbald als ein anarchistisches Attentat bezeichnet worden; man wußte genau anzugeben, daß der Mörder Komplizen in anarchistischen Kreisen habe und diese Kreise überhaupt schon vor der That Aufregung" verrathen hätten. Wie unser Korrespondent heute mittheilt, ist durch Polizeirath Zahn aus Straßburg nunmehr festgestellt, daß in der Ermordung die That eines hirnverbrannten Einzelnen zu erblicken sei. " Werden jetzt diejenigen, welche ohne weiteres auf die Berdächtigungen gegnerischer Blätter hin die Sozialdemotratie der Mitschuld an dem Morde bezichtigten, ihr Unrecht eingestehen? Von allen derartigen Angriffen hat uns am meisten gewundert, daß wir auch der Germania" unter den Blättern begegneten, die den Versuch machen, aus der MülJeil " Bier Tage. Aus dem Russischen von Wsse wolod Garschin. ( Schluß.) " Noch schlimmer allerdings ist das Gebahren des frommen erst begreift man, weswegen die Bötticher- Berg'sche Enthüllung Reichsboten". Reichsboten". Man muß sich die obige Mittheilung der seinerzeit zu erst in Friedrichsruh die Wirkung einer KnallStraßburger Post" vergegenwärtigen, um den folgenden bombe ausgeübt hat. Man fürchtete dort augenscheinlich, daß gehässigen Ausfall gegen die Sozialdemokratie voll würdigen bei dieser Gelegenheit die neugierige Deffentlichkeit sich einzu können, der erst in der Abendnummer des Blattes vom gehender mit der Verwendung welfischer Gelder befassen könnte. Dienstag das Licht der Welt erblickt hatte, während am Bielleicht hatte man auch den hochgestellten Schüßen, aus dessen Morgen bereits die vorstehenden Aufklärungen vorlagen: Es ist schon schlimm, wenn auf bloßem Verdacht hin es sich bei der Bötticher'schen Enthüllung um einen Bisunserer Partei die Verantwortlichkeit für die Mordthat des marc'schen Vendetta Att handelte, so wäre die peinliche Meyer aufgebürdet wird. Wir können indeß nicht scharf( für gewiffe, maßgebende" Auffassungen sehr charakteristische) genug gegen diese Nichtswürdigkeit des Reichsboten" uns verwahren, der angesichts der amtlichen Eingeständnisse noch Affaire vielleicht für Herrn v. Böttcher doch nicht so günstig veran der Anschuldigung festhält. Das kommt auf Berleum- laufen, wie das thatsächlich der Fall gewesen. dung wider besseres Wissen hinaus. Nüßen wird unseren Gegnern allerdings eine solche Art der Befehdung eben so wenig wie jede andere, die sie versucht haben. Sie fallen selbst in die Grube, die sie uns graben wollen. Daß man heute in Friedrichsruh so thut, als hätte man an einer prozessualischen Klärung dieser mysteriösen Angelegenheit ein besonderes Interesse gehabt, darf darum auffallen, weil doch dabei Fürst Bismarc Hauptzeuge infommodirt" worden wäre. Dann hätte als der fünfte, der sechste... Tod, wo bist du? Komm, komm, hole mich! Der Tag vergeht, die Nacht nach ihm; alles bleibt unverändert. Es wird Morgen und immer ist's noch dasselbe. Noch ein Tag geht vorüber. Es ist unmöglich, jenes starre Entsetzen zu fassen, das sich meiner nach dem schrecklichen Vorfall bemächtigte. Ich Lag regungslos, mit halbgeschlossenen Augen. Der Aber der Tod kommt nicht, nimmt mich nicht, und ich Wind drehte sich fortwährend, bald wehte mir reine frische liege da in der schrecklichen Sonnengluth und habe keinen Luft entgegen, bald drang der Gestank wieder auf mich ein. Tropfen Wasser, um meine entzündete Rehle zu beneßen, Mein Nachbar wurde an diesem Tage fürchterlicher, als es und der Leichnam verpestet mir die Luft. Er ist jetzt ganz D, verfluchtes Gebüsch! warum umgiebst du mich wie irgend eine Beschreibung wiederzugeben vermöchte. Als ich aufgeplatzt. Miriaden von Würmern kommen aus ihm eine dichte Heckfe? Man kann nicht hindurchsehen; nur einmal die Augen öffnete und hinsah, schauderte ich; ein hervor; wie geschäftig sie sind! Wenn er aufgezehrt sein an einer Stelle ist zwischen den Zweigen eine Deffnung, Gesicht hatte er nicht mehr, es war von den Knochen ab- wird und nichts als die Knochen und die Uniform von wie ein Fenster, da kann ich weit hinausschauen, bis in den gefallen. Das schreckliche Knöcherne Lächeln, erschien ihm übrig bleiben, dann kommt die Reihe- an mich, und Hohlweg hinab. Da ist, glaube ich, der kleine Bach, aus mir so grauenhaft, so entseßlich wie nie zuvor, obgleich dann werde ich auch so sein. Sem wir vor dem Gefecht tranken. Ja, da ist ja auch die ich schon mehr als einen Schädel in der Hand gehabt und riesige Sandsteinplatte, die als Brücke über den schon ganze Köpfe präparirt hatte. Dieses Skelett in der Bach gelegt ist. Da werden sie gewiß hinüberreiten. Uniform mit den blanken Knöpfen machte mich zittern. Die Neden verhallen. Ich kann ihre Sprache nicht unterIch kann ihre Sprache nicht unter" Das ist der Krieg," dachte ich, das ist sein Bild". „ Das scheiden, in der sie sich unterhalten, mein Gehör ist Die Sonne glüht und brennt wie zuvor. Hände und ebenfalls geschwächt. Herr Gott! wenn das unsere Leute Gesicht sind mir schon lange verbrannt. Den Rest des find! Ich werde ihnen zurufen, sie müssen mich auch Wassers habe ich ausgetrunken. Der Durst quälte mich so vom Bach aus hören. Das ist besser, als Gefahr zu laufen, sehr, daß ich trot meines Entschlusses, einen kleinen daß ich den Baschibusucken in die Klauen falle. Was Schluck zu nehmen, die Flasche mit einem Zuge leerte. kommen sie denn aber so lange nicht? Die Ungeduld verzehrt mich; ich bemerke sogar nicht mehr den Geruch der Leiche, obgleich er keineswegs schwächer geworden ist. Und plöglich erscheinen an der Brücke über den Bach Rosaten. Ich sehe blaue Uniformen, rothe Streifen an den Hosen, Piken. Es ist ein halbes Hundert. Voran auf prächtigem Gaul ein schwarzbärtiger Offizier! Raum haben sie den Bach hinter sich, so dreht der Offizier sich im Sattel um und ruft: Vorwärts- Trab!" Die Sträucher regen sich und flüstern, wie wenn sie sich leise unterhielten:" Siehst du, du stirbst, stirbst, stirbst!" Siehst nie wieder, siehst nie, siehst nie!" antworteten die Büsche auf der anderen Seite. " Ja, hier kann man sie auch nicht sehen!" ertönt es Laut neben mir. Ach, warum habe ich die Kosaken nicht angerufen, als sie Ich zittere, komme aber sofort zur Besinnung. Aus mir so nahe waren! und wenn es auch Türken gewesen dem Gebüsch blicken mir die guten blauen Augen Jakow, wären, es wäre doch besser. Sie hätten mich gequält- leff's, unseres Gefreiten, entgegen. eine Stunde oder zwei, und so, wer weiß, wie lange ich" He! Schaufeln!" ruft er; hier liegen noch zwei, noch liegen und mich quälen muß. Mutter! liebe Mutter! einer von unsern, einen von den Ihrigen!" Du wirst dir das Haar ausraufen und mit dem Kopf an die Wand schlagen, du wirst den Tag verfluchen, an dem du mich geboren hast, und der ganzen Welt fluchen, daß sie den Krieg erfunden zur Qual der Menschen. Halt! halt! Um Gottes willen helft! helft, Brüder!" Doch du und Mascha, ihr werdet wohl nichts von schreie ich, doch das Getrappel der derben Pferde, das meinen Leiden erfahren. Leb' wohl, Mutter! leb' wohl, Raffeln der Säbel und die laute Unterhaltung der Kosaken meine Braut, mein Lieb! Ach, wie schwer, wie bitter! Ich übertönen meinen heiseren Schrei. Sie hören mich nicht! fühle einen Stich im Herzen. " Schaufeln sind nicht nöthig! Ihr braucht mich nicht zu verscharren, ich bin lebendig!" will ich schreien; aber nur ein schwaches Stöhnen dringt zwischen meinen zusammengeklebten Lippen hervor. Herr Gott! Lebt er wirklich noch? Herr Jwanoff! Kinder! hierher! Unser Herr lebt noch! ruft die Aerzte schnell her! Nach einer halben Minute gießen sie mir Wasser in den Mund, Wasser und noch etwas; dann verschwindet alles. D, verflucht! Ich falle ermattet mit dem Gesicht auf Es ist wieder das weiße Hündchen. Der Hausknecht Gleichmäßig schaukelnd bewegt sich die Tragbahre vordie Erde und fange zu schluchzen an. Aus der umgefallenen hatte kein Mitleid, er schlug es mit dem Kopfe gegen die wärts. Die gleichmäßige Bewegung wiegt mich ein; bald Flasche fließt das Wasser, mein Leben, meine Rettung, Mauer und warf es dann in die Grube, wohin der Kehricht mache ich auf, schlafe dann aber wieder ein. Die vermein Todesaufschub; aber ich bemerke es erst, als nicht geworfen und das Spülicht gegossen wird. Aber es war bundenen Wunden schmerzen nicht. Ein unaussprechlich mehr als etwa ein halbes Glas Wasser übrig geblieben nicht todt und quälte sich noch den ganzen Tag. Und ich wohliges Gefühl durchströmt meinen Körper... ist, das andere hat die durftige, ausgetrocknete Erde ge- bin unglücklicher, als das Hündchen war; denn ich quäle Ha- a- alt! Absetzen! Träger, vierte Ablösung vor! 1) mich bereits drei Tage, morgen ist der vierte, dann kommt Faẞt! hebt! trunken. Ausdruck und fuhr dann fort: Deutsches Reich. 3u der Mär von der Hammerstein Gou. vernante bemerkt die Wolfs- Zeitung": " " Die Sache stimmt nach unseren Informationen nicht. Die Gouvernante hat mit den Briefen nichts zu thun, ist daher auch nicht von politischen Gegnern Hammer Die Reife Hammerstein's in die stein's bestochen worden. Schweiz, für die er übrigens Empfehlungen von sehr einflußreicher Seite in der Tasche hatte, hatte einen Besuch bei Flora Gaß zum Zwecke, aus deren Besitz Herr v. Hammerstein gewisse Dokumente seines Lebens zu erlangen wünschte." Die National- Beitung" schreibt ferner: man aber bei der eigenartigen Natur des Berg'schen Zu- 1 mich zum Fürsten Bismarck, um mich von ihm zu ver- I... Mir ist das Herz schon lange schwer über diese unsammenbruches und der damit verbundenen Umstände vielleicht abschieden. Es war wohl die schwerste Stunde meines Lebens. aufhörlichen Gedentfeste, Reden, Toaste und einförmigen gewiffen Paragraphen nachträglich näher treten müssen, welche Thränenden Auges tüßte ich ihm die Hand, dankte ihm für Beremonien, bei denen unsere Fürsten und unser Publikum veralles Wohlwollen, das er mir bewiesen, und bat ihn, bummeln. Die Phrase und die offizielle Liebenswürdigkeit haben von bestimmten amtlichen Unterlassungen handeln. zu glauben, es waren mir schon allerhand Gerüchte zu Ohren uns so gesättigt und uns so wenig vorwärts gebracht, daß ich Wer uns verstehen will, wird keine Schwierigkeit haben, es zu gekommen daß ich nie etwas gethan, was mit der Treue unseren Deutschen von ganzer Seele wünsche, sie möchten sich einfaffen. Vielleicht hilft jemand in Stralsund nach. gegen ihn nicht vereinbar wäre. Er antwortete mir, er seye mal zehn Jahre all dieser langweiligen und gemeinschädlichen Fürst Bismarck hätte also bei einer gerichtlichen Aus- auch gar nicht voraus, daß ich einen Treubruch gegen ihn Festfeiern enthalten, wäre es auch nur, um unsere höchsten durch das begangen hätte oder eines Treubruchs fähig wäre; aber er müsse Herren zu turiren, welche jetzt das ganze Jahr. einandersehung sicherlich keinerlei Lorbeern eingeheimst. boch sagen, daß ich ihn in dem Kampf gegen den land fahren, bald Soldaten, bald Zivilisten anlobend, und zeit Nicht ungestraft mischt man sich in so geartete Konturssachen." Kaiser nicht so unterstüt hätte, wie ich wohl für eruste Gefchäfte gar nicht mehr gewinnen. Diese besorgt der Die Enthüllungen über den Zwist Bismarck- Bötticher gekonnt. Hierauf konnte ich nichts erwidern, denn sonst hätte Majordomus." sind auch sonst ins Rollen gekommen. Aus beiden Lagern ampf gegen den Kaiser nicht geben tönne. Abgesehen hiervon, reich und Deutschland 1875 vor dem Ausbruch eines neuen ich erklären müssen, daß es für mich, einen Beamten, einen Diplomatenkünfte. Es ist bekannt, wie nahe Frankliegen gleichzeitig heute Mittheilungen vor, die je nach der war es auch nicht augängig, daß ich eine Meinung, die ich Jahre Krieges standen. Der ehemalige französische MinisterpräſiHerkunft ganz widersprechende Aufschlüsse über die Amts- lang gegen den Fürüten Bismard vertreten ,, aufgab, weil der entlassung des Fürsten Bismarck und sein Ver- Raifer fie theilte. Die zweite kritische Periode liegt erst kurz dent Duc de Broglie bringt jetzt über diese kritische Zeit hältniß zum Staatssekretär v. Bötticher ertheilen. Die eine hinter uns..... Die Wahl des Fürsten Hohenlohe allerhand neue Enthüllungen, die nur das interessante Mittheilung wird dem„ Lokal- Anzeiger" durch einen ist teine plötzliche gewesen. Der Kaiser hatte an ihn haben, daß sie wieder einmal einen Blick hinter die KouBerichterstatter mitgetheilt, dem turz nach dem als einen fünftigen Reichskanzler wohl schon lange ge- lissen der hohen europäischen Politit" gestatten. Es han Sturze des Grafen Caprivi, in den Tagen, als dacht, wenn auch nicht gerade für den jezigen Zeitpunkt, wie delt sich da in der That um geheimnißvolle Unterder Justizminister v. Schelling sein Entlassungsgesuch benn überhaupt der Kaiser für jeden Don redungen, Hofintriguen, Höflichkeiten oder Unhöflichkeiten eingereicht hatte, der Staatssekretär v. Bötticher Der Kaiser ist überhaupt sehr vordenkend, und wenn er afruntenen Staatsmännern mühsam und raffiuirt entlockt uns den Nachfolger schon in Bereitschaft hat. zwischen den Diplomaten, Damenpolitik, Geheimnisse, die sein Herz ausschüttete. Der Minister gab danach zunächst weilen leberraschungen bereitet, für ibn werden und dergleichen mehr. Das beängstigende dabei ist seiner Sehnsucht nach der Ruhe eines Oberpräsidentenposten giebt es teine leberraschungen." Der letztere Hinweis, daß der Kaiser zwar Ueber- nur, daß in der That heutzutage noch die europäischen " Die schwerste Zeit meines Lebens war die, als Fürst Bis- raschungen vorbereite, daß für ihn selbst es aber keine Völker in die verzweifelte Lage kommen können, die Kosten marc aus dem Anite schied. Man hat mir vorgeworfen, baß Ueberraschungen gebe, paßt vermuthlich auch auf andere derartiger Berluftrirungen" ihrer Staatsmänner mit ich an dieser Berabschiedung die Echuld trüge... Ich habe Vorkommnisse als nur Ministerentlassungen. Im übrigen ihrem Blute zu bezahlen. im Gegentheil das mögliche gethan, was irgend in meinen Kräften lag, um zu verhüten, was bann freilich unausbleiblich geht aus den Herzensergüssen des Herrn von Bötticher wurde. In häufiger Wiederholung bin ich schon vor Jahren bei hervor, daß er eine sehr weiche Natur ist, die Den Fürsten Bismarck vorstellig geworden, er solle doch dem es mit niemand geru verderben wollte, nicht mit dem Kaiser Andrängen des Reichstages nach Erweiterung des Arbeiter und nicht mit dem Kanzler. Den Baum auf beiden fchutzes nachgeben, sei es durch ein umfassenderes Verbot der Schultern zu tragen, ist nun aber ein unmögliches KunstFrauen, Kinder- und Nachtarbeit, sei es durch Ausdehnung der stück. Der Kanzler seinerseits verlangte von ihm die entSonntagsruhe. Der Fürst war dafür nicht zu haben. fchiedenste Folgsamkeit, die nur ein Feudalherr von seinen Mein, itu Er blieb unerschütterlich bei seiner Meinung, soviel ich ihm auch Hinterfassen oder Schildknappen beanspruchen kann, eine zuredete, ganz im Gegensatz zu der wohlwollenden Nachgiebig- Folgsamkeit, auch wenn es sich um Widerstand gegen den teit, die er mir gegenüber früher in zahlreichen Fällen an den Tag gelegt. Ich kam ganz ausgezeichnet mit ihm aus, Kaiser handelte. Dieser Auffassung von der Allgewalt des besser als einer meiner Vorgänger, Delbrück und Hofmann, Reichskanzler über die Beanitenschaft giebt folgender neuester und als die Staatssekretäre im Auswärtigen Amt, mit denen er Erlaß aus dem Sachsenwalde in den Hamburger Nach fich auch nicht immer recht vertrug.... Mit dem Raiser richten" Ausdruck: So viel wir gehört haben, sind die Briefe, welche der stand Fürst Bismard anfänglich ganz ausgezeichnet. Der Kaiser ,, Daß der Staatsminister von Bötticher immer schon andere Hier von Borwärts" befigt, solche an den Freiherrn v. Hammerstein, blickte förmlich zu ihm auf und erkannte seine Autorität willig Ansichten als Fürst Bismarck in den Arbeiterfragen gehabt hat, die im Besitz der Nation" befindlichen aber von ihm gean, wie ich überhaupt allezeit gefunden habe, daß der Kaiser ist ohne Zweifel richtig; er war aber nicht in der Beschrieben." fachlichen Gründen, die angemessen vorgetragen werden und rechtigung, eine andere Ansicht als die des ReichsWas den Vorwärts" betrifft, so irrt die„ National- Zeitung". enſicht als bie bes weichen auf einen solchen angemessenen Vortrag hat er natürlich als tangler3 zu vertreten, am allerwenigsten hinter dessen Es sind auch bereits von uns Briefe veröffentlicht worden, die Kaiser Anspruch in ausgezeichneter Weise zugängig ist. Der Rücken, denn er war als Staatssekretär des Innern der von Herrn v. Hammerstein geschrieben waren. dag s Kaiser hat ein erstaunlich schnelles und durchdringendes Auf direkte Untergebene des Reichskanzlers und hatte also die Ver- In Herford Halle, das bisher durch Freiherrn fassungsvermögen. Wenn man ihm Vortrag hält, so genügen pflichtung, mit diesem zu gehen oder auszufcheiden. Zum Mit- v. Hammerstein vertreten wurde, findet die Reichstags- Erfaziahl einige Worte, um ihn sofort erkennen zu lassen, worauf es eigent- gliede des preußischen Staatsministeriums aber war er als Nach am 22. November statt. lich ankommt. Das ist ein großer Vorzug. Fürst Bismarc folger Delbrück's und Hoffmann's lediglich ernannt, um dort die verstand es nun nicht, die Dinge so vorzutragen, daß Ansichten tes Reichskanzlers zu vertreten, wenn derselbe perfön polnischerfeits der Rechtsanwalt Radwanski aufgestellt. Bu In Pleß Rybnik ist für die Reichstage. Erfahwahl die Borstellungen bei dem Kaiser Eingang lich nicht dazu im stande war. Auch beim Kaiser hatte fanden. Der Fürst, der eine große Autorität bei dem Kaiser Herr von Bötticher nicht die Berechtigung, an- feiner Empfehlung kündigt die polnische Preffe an, er werde in genoß, sprach zum Raiser autoritativ, und so mußte ofere Auffassungen als die feines Borgesezten Reichstag Mitglied der Zentrumspartei werden. Zentrumsorgane es denn kommen, daß dem Kaiser dies nicht gerade gefiel und zu unterstützen. Sowohl beim Kaiser wie im Barlament erklären indeß feierlich, daß sie an dem bekannten militärfrommen die Meinung in ihm in den Vordergrund trat: er sei doch nun war er verpflichtet, der Sonntagsruhe und den werden wir eine Kraftprobe zwischen den deutschen und polnischen Zentrums- Finanzmann Freiherrn v. Huene festhalten. Somit einmal von Gott an die Stelle gestellt, an der er stehe, um nach Gingriffen in die Familie durch Verbot seinen Gaben und Kräften und nach seiner Auffassung die Re- resp. Beschänkung der Frauen- und Kinder Katholiken in Pleß- Rybnik erleben. gierung zu führen. So tam es, wie es fommen mußte: Der Raiser arbeit zu widersprechen. Beides hat er unterlassen und-1½ Jahre Suchthaus und fein Flucht. und Fürst Bismarck verstanden sich schließlich nicht mehr. Bergeblich wir glauben, daß die Meinungsverschiedenheiten, die zum Aus- verdacht! Aus Hildesheim schreibt man der Rheinischstellte ich dem Fürsten Bismarck vor, daß es nothwendig sei, dem scheiden des ersten Reichstanzlers führten, im Kabinet, besonders Westf. Arb. 3tg.": Wegen Verleitung aum Meinetd lebhaften Wunsche des Kaisers in Sachen des Arbeiterschutzes, der aber bei Immediatvorträgen sich der besonderen Befürwortung wurde vom hiesigen Schwurgericht der Thierarzt Meyenberg übrigens meinen Anfichten völlig entsprach, nachzugeben. Es war durch Herrn v. Bötticher erfreut haben." aus Gronau zu 1/2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Er hatte in furz vor der Ratastrophe, daß mir von einem Kollegen berichtet Die absolute Rückgratlosigkeit gegenüber dem Vor einem Beleidigungsprozeß einen als Beugen vorgeladenen wurde, der Kaiser und Fürst Bismarck hätten eine Aussprache gesetzten" bis zur Verlengnung der eigenen Ueberzeugung Schmiedemeister zu einer falschen eiblichen Aussage verleiten miteinander gehabt, die zu einer vollen Verständigung und einem und Unterstüßung gegen den Kaiser, das ist es, was wollen. M. war einer der enragirtesten, Antisemitenführer lückenlosen Einvernehmen geführt hätte. Ich war hocherfreut Hannovers und heßte namentlich bei seinen Fahrten über darüber, und da der Kaiser sich zum Frühstück bei mir angesagt der Fürst Bismarck von seinen Untergebenen verlangt, er, and in der gehässigsten Weise gegen die Juden. Meyenhatte, ging ich zum Fürsten Bismarck, um ihn zu fragen, ob er der stets sich brüstete, ein treuer Diener seines Herrn und berg, der reich begütert ist, wurde trotz der hohen mich gleichfalls mit seiner Anwesenheit beehren wolle. Ich wollte willenloser Ausführer von dessen Befehlen zu sein. Der Strafe nicht verhaftet!- Wenn man bedenkt, daß in den dem Fürsten Bismard meine herzliche Befriedigung über das aus- Widerstand gegen den Kaiser bei Meinungsverschieden- letzten Wochen mindestens ein Dutzend sozialdemokratischer sprechen, was ich gehört hatte. Ich fand aber den Fürsten in heiten wäre an fich verständlich, wenn nicht der, Redakteure wegen Fluchtverdachts verhaftet worden ist, obwohl böfefter Laune, und auf meine ersten Worte hin fragte er, ob ich ber ihn jetzt verkündet, seinerseits für seine eigene Politit es noch nicht einmal sicher ist, daß sie die ihnen zur Laft gelegten denn wirklich glaubte, daß er zu den in Nede stehenden Maßregeln sich stets mit dem Willen seines Kaiserlichen Herrn" zu Majestätsbeleidigungen wirklich verbrochen haben, so muß man feine Zustimmung geben würde! Er werde in den Staatsrath kommen. becken versucht und alle Gegner seiner eigenen Bolitik systemia- gestehen, daß in seiner Dehnbarkeit der Begriff des Fluchtverdachts - diese Theilnahme des Fürsten an der Staatsrathssigung hatte tisch der Reichsfeindschaft bezichtigt hätte. Thatsächlich hat mit dem des groben Unfugs konkurrirt. man mir als die Besiegelung des Einvernehmens hingestellt Ueber das Kraftgefühl der Herrn vom aber nicht um zuzustimmen, sondern um seine entgegenstehende Fürst Bismarck jeden politischen Geguer rachsüchtig ver: 3entrum entrüstet sich die Kölnische Btg.", die sich eine Meinung zu vertreten. Als ich nach Hause kam, war der folgt, der ihm gegenüber eine Selbstständigkeit der Ueber- 3entrum entrüftet sich die Kölnische 3tg.", die sich eine Kaiser, der sich verfrüht hatte, schon da. Der Kaiser war in zeugung zu wahren suchte. Dieses Doppelspiel ist die richtige mund berichten läßt:„ Wir sind die Herren der Situation; was Aeußerung des Dr. Lieber in einer Voltsversammlung zu Dortfröhlichster Stimmung. Auch er erzählte, daß er mit dem Fürsten Stöckermoral. wir wollen, geschieht!" Bei einem Zentrumsmanne tann man Bismarck zu voller Verständigung gekommen sei. Ich konnte es diefe naive Renommage wenigstens noch verstehen, bei einem nicht übers Herz bringen, ihm geradezu zu sagen, daß er sich in deg und das Nationalliberalen würde sie tödtlich lächerlich sein einem Irrthum bezüglich des Fürsten Bismarck befinde. Ich erärgert gerade die Kölnische so sehr! wähnte blos, daß der Fürst in den Staatsrath fommen wolle. Der Kaiser vernahm das mit größtem Erstaunen, denn -Der Kommandirende ist Peter Janitsch, unser Lazarethoffizier, ein großer, bagerer, sehr guter Mensch. Er ist so groß, daß, wenn ich die Augen nach seiner Seite hin wende, ich beständig seinen Kopf mit dem spärlichen, langen Bart und seine Schultern sehe, trozdem die Bahre von vier stattlichen Soldaten auf den Schultern getragen wird. " Politische Uebersicht. Borg Berlin, 15. Oktober. " Aehnlich sprechen sich das Volk" und selbst die agrarische Deutsche Tageszeitung" aus und die ultramontane Kölu. Volkszeitung" sagt: " Die russische Grenzverlegung. Ueber den der Fürst, meinte er, hätte ihm gefagt, er werde dem Staatsrath Genoffen begegnet selbst in der bürgerlichen Presse ent- preußischen Dorfe Polanowo verübten Raumord Die Umneunung der Anklage gegen Pfund und drei russischen Grenzsoldaten in dem fernbleiben. So war das Mißverständniß unheilbar geworden, man verstand sich hüben und drüben nicht mehr. Was Fürst schiedener Mißbilligung. So schreibt die National- Beitung": schreibt man der Täglichen Rundschau":" Es sei voraus Bismarck zur Erklärung seines Beharrens in der oppositionellen Wir können nur wiederholen, daß die Umnennung, geschickt, daß der zur Gemeinde Polanowo gehörige Ortstheil Stellung angeführt hatte, das war als eine Zustimmung auf- da sie die Verweisung vor eine andere Strafkammer zur Studziniec( Kreis Witkowo) aus Abbauten besteht, welche 2 Kilo. gefaßt worden. Als die Entscheidung getroffen war, begab ich folge hatte, dringend der Aufklärung bedarf; wenn fein meter von der russischen Grenze bezw. den russischen Grenzposten Gehöft fößt mit seinem Garten an die einleuchtender Grund dafür angegeben wird, muß der be entfernt liegen. hifchen Grenze bezw. den russischen Greuzposten unruhigende Eindruck entstehen, daß die Staatsanwaltschaft bei Grenze. Dasjenige, auf welchem die Blutthat sich ereignete, liegt großen Gerichten sich unter Umständen die über den einzelnen 2 Kilometer von der Grenze entfernt. Die brei Grenzsoldaten Fall erkennenden Richter aussuchen könne und in der That tamen Freitag, den 11. d. M., abends nach 9 Uhr mit ihren aussuche." Waffen in die Schankwirthschaft der Wittwe Wawrzynkiewicz und tranten Echnaps, Liför und Bier. 6 Liter Schnaps wollten sie noch mitnehmen. Als die Tochter Helene das Einfüllen des Getränks besorgte, wurden die bereits im Bett befindliche Wittwe Unseres Erachtens haben alle Parteien, die an dem Zu- Wawrzynkiewicz in der Wohnstube, und die in der Küche bes standekommen der Juftizgesetze mitgewirkt haben, das gleiche fchäftigte Magd Apollonia Krenz von den Soldaten erschossen. Interesse, darüber zu wachen, daß nichts gegen den Geist derselben Bei dem ersten Schuß und dem Geschrei wollte die Tochter aus dem Schantzimmer zur Mutter laufen, wurde gefchieht. Von allen anderen Erwägungen abgesehen, muß schon einem ihr Soldaten in den entgegenkommenden das„ Heute mir, morgen dir" dazu mahnen. Man hätte die in Sie fiel um Unterleib geschossen. und stellte sich todt. Rede stehende Straffache von vornherein Dirl und Genossen" Die Tochter bat, nachdem die Raubmörder alles durch nennen können; es lag anscheinend sogar näher, den im Alphabet zunächst stehenden Namen für das Rubrum zu nehmen. Vielleicht sucht und eine Beute von etwa 200 Mark in baarem Gelde ge= beruft sich darauf auch die Anklagebehörde. Aber nachdem macht hatten, noch einige Kolbenschläge über den Kopf und Hals einmal ein anderes Rubrum gewählt war, hätte man dieses beibehalten sollen, um jeden Schein einer tendenziösen Umnennung zu vermeiden. Die Umnennung war unseres Erachtens unter allen Umständen ein Mißgriff." Beter Jwanitsch," flüstere ich. Was denn, mein Lieber?" You Beter Jwanitsch beugt sich zu mir herab. 12 Peter Jwanitsch, was hat der Doktor gesagt, werde ich bald sterben?" " Was fällt Ihnen ein, Iwanoff? gar kein Gedanke daran; Sie werden nicht sterben, alle Knochen sind ja heil. So ein Glückspilz! kein Knochen, teine Arterie beschädigt! Aber wie haben Sie sich diese vierthalb Tage am Leben erhalten? was haben Sie gegessen?" Nichts." Und getrunken?" ... Zu der Anklage gegen Liebknecht wegen seiner Eröffnungsrede auf dem Parteitage schreibt ein Rorrespondent der Voff. 3tg." aus Breslau: von aber erhalten, es ist aber trotz ihrer schweren Verwundungen noch Hoffnung auf Erhaltung ihres Lebens vorhanden. In dem Hause war außerdem noch eine zu Bett gegangene zehnjährige Entelin der Schankwirthin, Theodora Ciclewicz, welche die Sol baten so lange im Bett würgten, bis sie wie todt dalag. Darauf haben die Mörder Mutter, Tochter und Enfelin mit dem vors gefundenen Spiritus begossen und in Brand gesteckt. Der Brand hat aber nur die Tochter angefohlt. und Mutter theilLeiche der dem Enkelin find von " Ich nahm dem Türken die Feldflasche ab- Peter Jwanitsch, jest kann ich nicht mehr sprechen, nachher." Es handelt sich dabei um eine Anklage wegen Majestäts- weise Nun, in Gottes Namen, schlafen Sie, mein Lieber!" beleidigung, die gegen ein Parteiblatt in Hannover ergangen ift. Brande unbehelligt geblieben, da die Flüssigkeit, mit der sie Ich schlafe ein, verliere das Bewußtsein. Nach dem Bericht dieses Blattes sollte Liebknecht in seiner Be- übergossen worden sind, nicht Spiritus war. Nachdem die Sol. Ich erwachte im Divisionslazareth. Um mich herum grüßungsrede zu Beginn des Parteitages eine jetzt beanstandete daten fortgegangen, lief die wieder zu sich gekommene Enkelin stehen Doktoren, barmherzige Schwestern, und außer diesen Aeußerung gethan haben. Aufmerksame Zuhörer meinen jedoch, herüber zur nächñen Bauernwirthschaft, welche ihr Onkel, der sehe ich noch das bekannte Geficht eines Petersburger Pro- Daß eine ungeschickte Berichterstattung 2iebknechts Sohn der Wittwe W., besitzt. Dieser hat die Mutter aus dem fessors, der sich über meine Füße beugt. Seine Hände sind Worte falsch wiedergegeben habe." Feuer gezogen und den Brand gelöscht. Tochter und Nichte blutig. Er macht sich da mit meinen Füßen noch in Ueber die zahllosen patriotischen" Gedenkfefte glauben zwei der Räuber wieder zu erkennen, diese sollen bereits früher einmal in der Schänke gewesen sein. Der GemeindeWeilchen zu schaffen, dann wendet er sich an mich: äußerte sich Gustav Freytag, dem man sicher nicht vorsteher war Sonnabend früh mit der Enkelin bei der russischen Na, junger Mann, Ihnen ist Gott ja gnädig gewesen; undeutsche oder gar revolutionäre Gesinnung nachsagen Grenzwache. Ein verdächtiger Soldat soll verhaftet sein. Die Sie werden wieder gesund werden. Ein Beinchen haben tann, so vernünftig, daß seine Worte allen feftfeiernden Aufregung über den Vorfall ist hier ganz außerordent wir Ihnen abgenommen; na, das ist ja ne Kleinigkeit! Philistern einmal sehr deutlich unter die Nase gerieben lich. trotzdem man sich an verschiedene kleinere Grenzverlegungen Können Sie jetzt sprechen?" werden müßten. Er war aufgefordert, zur Einweihung des durch russische Soldaten gewöhnt hat."- surly to dom Ich kann sprechen und erzähle ihm alles, was hier Niederwald- Denkmals dem Rhein. Cour." einen Festartikel München, 14. Oktober. Ueber die Privatrecht 3 zu liefern, schrieb jedoch: rom poised and hiperhältnisse in Bayern machte in der Sigung der niedergeschrieben steht. M Der General- Anzeiger" schreibt an der Spitze seiner„ Politischen Wochenschau" am 13. Oktober: Abgeordnetenkammer am Sonnabend der Justizminister v. Leonrod| waltungskörpern zu erlangen; in Brüssel, seinen Vorstädten und Was solcherlei Zeitungen über unseren Parteitag für ein bei Gelegenheit eines Gefeßentwurfes betreffend Abänderung des in einigen der Industrie Orte gelang es in der That, Urtheil haben würden, mochten seine Verhandlungen verlaufen, Notariatsgefeges folgende interessante Bemerkung:" Nach den Vertreter der Arbeiterpartei zu wählen. Sie traten zu einer Zeit wie sie wollten und gleichviel zu welchen Ergebnissen führen, verschiedenen Rechten, die wir haben- und es sind deren ihr Amt an, als die belgische Arbeiterpartei noch in ihren An- ließ sich denken. Aber sie haben sich in der That selbst über27 verschiedene Partitularrechte! die theils fängen fleckte, als sie noch mit ganz unglaublichen Vorurtheilen, troffen. dunkel, theils lückenhaft sind und sich vielfach widersprechen, ist Verdächtigungen und Gehässigkeiten zu kämpfen hatte; daß man es sehr schwer zu entscheiden, ist zu interveniren oder nicht." ihre Vertreter Petroleure nannte, war der geringste Vorwurf. Da fann man allerdings das baldige Zustandekommen eines Aber unsere Genossen haben; den Beweis ihrer Tüchtigkeit gedeutschen Zivilgesetzbuches mit Sehnsucht herbeiwünschen. liefert, geradeso wie ihre Partei sich zu emer beherrschenden Stellung in Belgien emporgerungen hat. Die Arbeitervertreter haben in den Verwaltungen von Brüssel und anderen Städten, die sich vorher nie um die Arbeiterinteressen gekümmert hatten, das Prinzip des Minimallohnes für städtische Arbeiten durch= gesetzt, fie haben bestimmenden Einfluß auf die Einrichtungen der öffentlichen Wohlfahrt erlangt, und soweit das im Lande des schwärzesten Klerikalismus möglich war die Schulverhältnisse, reorganisirt, haben Fachschulen und FortbildungsAnstalten angeregt und durchgesetzt. Und das alles troz ier Feindseligkeit der bürgerlichen Bentralgewalt, die nur zu oft eine kommunale Selbständigkeit und die volksthümlichen Reformen zu zerstören fuchte und zerstörte. Schwere und mannigfache Aufgaben bleiben den kommunalen Politikern der belgischen Arbeiterpartei noch zu lösen, aber das, was sie erreicht haben, darf uns die frohe Buversicht geben, daß sie siegreich fortfahren werden in ihrem Kampfe für das allgemeine Wohl. Ein Gegenstück zum Fuchsmühler Fall weiß das„ Bayerische Vaterland" zu berichten: Die Grund besizer des Weilers Hiebishofen, BA. Neu- Ulm, bezogen seit langem jährlich von dem Hospital Ulm, zu welchem sie leibfällig waren, Brennholz. Das Hospital wollte dieses Brennholz ablösen, was die Berechtigten verweigerten und weshalb es zum Prozesse kam, der einige Jahre dauerte. Während der Dauer des Prozesses wurde jedoch das Holz jedes Jahr richtig vertheilt. Schließlich wurde der Prozeß zu gunsten der Berechtigten entschieden und von dort an bis heute erhalten diese ihr Holzrecht unverkürzt. Man sieht daraus, daß auch die aus Holzgerechtsamen entspringenden Streitigkeiten bei einem verständigen Benehinen der betheiligten Parteien friedlich beigelegt werden können. Und im Fuchsmühler Fall ist man eben von gewisser Seite nicht verständig vorgegangen trog aller Betheuerungen der Herren Minister. an Frankreich. In der bayerischen Rammer nehmen sich unsere Die französische Kolonialarmee. Die An Genoffen mit Eifer der Sache des Volkes an. Betreffs der regungen, die der Bericht Cavaignacs über das französische Heer Fuchsmühler Sache hat der Abgeordnete Grillenberger folgenden gegeben hat, werden in der Form von Gesezesanträgen demnächst Antrag eingebracht:„ Die Kammer wolle beschließen, zu erklären: die Kammer beschäftigen, und zwar zunächst der Entwurf über Die in den Sigungen der Abgeordnetenkammer vom 2. und die Formirung der Kolonialarmee. Nach den telegraphischen 4. d. Mts. abgegebenen Erklärungen der Staatsregierung über Meldungen des„ Wolff'schen Bureaus" wurde der Effektivbestand die Vorgänge in Fuchsmühl find unzulänglich und nicht geeignet, der Kolonialarmee ungefähr 98000 Mann betragen, darunter 27 000 die verfassungsmäßige Verantwortung der Staatsregierung zu Mann auf die übrigen Kolonien entfallen und 4000 Mann würden Farbige. 44 000 Mann würden auf Algier und Tunis, 50 000 entlasten. Die zuständigen Behörden haben den berechtigten Klagen und Beschwerden der Holzbezugsberechtigten Bauern in Frankreich verbleiben. Das hierdurch gewonnene neue Armeevon Anfang forps würde einen Effektivbestand von 19 460 Mann haben; nicht die pflichtgemäße Beachtung geschenkt und sich im ganzen Verlauf der Sache den Verhältnissen dasselbe soll möglichst nahe der Ostgrenze garnisoniren. Der Gesetzentwurf schätzt die Ersparnisse, welche durch die in keiner Weise gewachsen gezeigt. Nachdem die bedrängten Reduktionen der Garnisonen in Algier und Tunis erzielt würden, Bauern dadurch geradezu zur Selbsthilfe gedrängt worden waren, wußte die Verwaltungsbehörde keine andere Lösung herbeizu auf über 20 Millionen Franks; dagegen würden die Ausgaben führen, als das Militär zu rufen und demselben in überstürzter durch die Erhöhung des Effektivbestandes in den anderen Haft die Macht zu übertragen, wodurch Blutvergießen entstand Kolonien um 17 Millionen Franks vermehrt. Durch die Erspar und der herzlosen Gewinnsucht eines einzelnen sogar Menschen- nisse an dem Effektivbestande Frankreichs würde eine Gesammt leben geopfert wurden. Die Kammer spricht wegen dieser ersparniß von 4/2 Millionen Franks erzielt. Vorgänge der Staatsregierung den Staatsregierung den entschiedensten Tadel Die Fremdenlegion soll beibehalten bleiben und den Der Pariser GemeindeKern der Kolonialarmee bilden. Nach der„ Augsburger Abend Zeitung" erheben fich in der fleritalen und der liberalen Fraktion rath bewilligte 10 000 Franks für die aus Madagaskar heim Bedenken, ob der Antrag nach der Verfassung über gekehrten Soldaten und 20 000 Franks für die Ausständigen in haupt zulässig sei. Nach der gleichen Quelle wird die Regierung Carmaux. Einspruch dagegen erheben, daß der Antrag in der Kammer zur Italien. Berathung gestellt wird. Die Regierung vertrete den Standpunkt, daß die Kammer nicht das Recht habe, durch einen Beschluß ihr ein Tadelsvotum auszustellen, sie stehe nicht unter der Kammer, sondern unter dem König oder Regenten. Dieser allein habe das Recht, sie zu tadeln oder zu loben. aus." Neue Truppenfendungen nach Afrika, das ist die nächste Folge des großen italienischen Sieges über die Abessynier. Die offiziellen Kreise betonen, wie das für jeden, der die Kolonial: geschichte sei es welches Landes immer verfolgt hat, von vorne herein vorauszusehen war, daß die Niederwerfung des Die bayerische Regierung hat dem Landtage einen Gesetz- abessynischen Gegners jetzt unerläßlich und jedes Zögern entwurf zugehen lassen, der die Errichtung einer das ganze oder Zurückweichen verderblich sei. Crispi's gestrige Königreich umfassenden öffentlichen Vieh- Versiche Unterredungen mit dem Vorsteher der Kolonialabtheilung Boselli rungs- Anstalt auf Gegenseitigkeit vorsieht. Die und mit Sonnino, dem Finanzminister, der aus finanziellen Versicherung wird sich bis auf weiteres" nur auf Verluste Gründen widerstrebt, werden damit in Zusammenhang gebracht. durch Umstehen oder Nothschlachtung von Rindvieh und Ziegen Der italienische Säkularmensch befindet sich in einer argen beziehen. Die Verwaltung und rechtswirksame Vertretung der Klemme: kann man den Krieg einerseits nicht abbrechen, so kann Anstalt wird der Brand- Versicherungskammer übertragen. Ge- man ihn andererseits auch nicht fortführen, denn man lebt im bildet wird die Auftalt durch die zu einem Landesverbande ver- kompleten Dales. Mit Riesenschritten eilen die regierenden einigten Orts- Vichversicherungsvereine, soweit diese das von der Kreise Italiens ihrem unentrinnbaren Untergange entgegen. Anstalsverwaltung aufzustellende Normalstatut annehmen. Rumänien. Desterreich. Bukarest, 14. Oftober.( Ministerwechsel.) Türkei. Da Vorbereitung zu den Reichsraths. Neuder König nicht in die Auflösung der Deputirtenkammer einwahlen. Der neue Ministerpräsident Graf Badeni soll allen willigte, hat das Kabinet Catargi feine Entlassung eingereicht. Länderchefs und Bezirkshauptmannschaften den Auftrag ertheilt Der König berief heute den Führer der Liberalen, Demeter Sturdza, haben, alles für die Vornahme allgemeiner Reichsraths- Neuwahlen zu einer Besprechung. erforderliche vorzubereiten. Wenn es auch richtig ist, daß das neue Ministerium Schwierigkeiten haben wird, in dem am Konstantinopel, 15. Oktober. Die Lage hat sich wenig 22. Ottober zusammentretenden Hause eine verläßliche Mehrheit zu erlangen, so ist doch die Auflösung des Abgeordnetenhauses geändert. Gestern und heute fanden Konferenzen der Botschafter nicht wahrscheinlich. Denn allgemeine Neuwahlen würden ein Englands, Rußlands und Frankreichs mit Said Pascha über die völlig verändertes Haus ergeben, mit welchem insbesondere die armenische Reformfrage statt; eine baldige Verständigung ist zu Hauptfrage des ungarischen Ausgleiches nur schwer zu lösen wäre. erwarten. Trotzdem Polizei und Gendarmerie mit Ruhe und Bielleicht will Graf Badeni mit dieser Verordnung einen ent- Burückhaltung vorgehen, flüchten sich einzelne Aengstliche doch scheidenden Druck auf die Linke ausüben, um sie gefügiger zu noch in die Kirchen; einige bisher gesperrt gewesene armenische machen.- Von der einen, eigentlichen Hauptfrage der Geschäfte sind heute wieder geöffnet worden. österreichischen Politik, der Wahlrechtsfrage, hört man leider dabei nichts: Das Ministerium Badeni wird halt auch fortwursteln" wollen und durch zeitweilige Neuwahlen des allgemeinen Reichsrathes für das bekannte angenehme Schaukeln mit den bürgerlichen Majoritäten und Minoritäten sorgen, immer vorausgesezt natürlich, daß die energische Boltsbewegung, die die Sozialisten geschaffen haben, nicht über kurz oder lang dem be haglichen Spiel ein kräftiges Halt macht. " " Ueber die Beschießung einer türkischen Stadt meldet die Kreuz- Zeitung" aus Konstantinopel: Bei der Hohen Pforte ist die Nachricht eingetroffen, daß die englischen Kriegsschiffe Sphing" und" Pigeon" die türkische Stadt Babara im Vilajet Basra auf der türkischen Halbinsel Katar am Persischen Meerbusen beschoffen und zerstört haben. England will seit einer Reihe von Jahren die Schuhherrschaft über die an der Ostküste Arabiens gelegene Insel Bahrein ausüben, welche wegen ihrer Perlenfischerei große Bedeutung hat. Schon seit Monaten treuzt die zum indischen Geschwader gehörige Sphinx" in diefen Gewässern. Die Stadt Babara liegt in der Nähe der Insel. Der unmittelbare Anlaß zu dem plöhlichen Vorgehen der Engländer ist nicht bekannt. Ostasien. " - Das Urtheil gegen die fünfundzwanzig Husaren. Der„ N. Fr. Pr." wird aus Przemysl berichtet: Nach langer, mehr als 4 Monate dauernden Untersuchung fand am 4. d. M. die Affäre der Ermordung des Husarenwachtmeisters Dioszegi vor dem Kriegsgericht in Przemysl ihren Abschluß. Als Angeklagte er schienen vor den Schranken 25 Husaren, welche den Wachtmeister Dioszegi in Brattowice bei Rzeszow buchstäblich in Stücke ge-- Ueber die Mekeleien in Kutscheng hatte der hauen hatten. Die Anklage lautete auf Mord, begangen außer britische Konsul, welcher zu der Untersuchungskommission Dienstes. Das Kriegsgericht wurde aus Offizieren und Soldaten gehört, eine Unterredung mit dem Vizekönig von Futien. Das des 12. Husarenregiments, das in Lemberg garnisonirt, zusammen- Ergebniß derselben war das Uebereinkommen, daß weitere 18 gesetzt. Sechs Tage nahm die Verhandlung in Anspruch, am 4. d als schuldig erkannte Gefangene hingerichtet und die übrigen wurde das Urtheil gefällt. Da die Deffentlichkeit bei der friegs- durch die gegenwärtige Kommission abgeurtheilt werden, welche gerichtlichen Verhandlung ausgeschlossen ist, kann man feine zur Fällung des Todesurtheils ermächtigt wurde. Dieser Ausgang Details derselben mittheilen. In die Deffentlichkeit ist nur wird der Nachricht von dem Ultimatum des britischen Admirals so viel gedrungen, daß zehn Hufaren, darunter ein Korporal, für zugeschrieben. schuldig befunden wurden. Zwei Husaren wurden zum Tode, acht zu Festungshaft verurtheilt, fünfzehn wurden freigesprochen Ueber den Aufruhr in Korea wird mitgetheilt, und am 7. d. aus dem Garnisonsarrest entlassen. Tas Urtheil daß während der Verwirrung, die durch den Angriff der Antiübergab der Vorsitzende des Kriegsgerichts dem Festungsfomman- reformpartei auf den königlichen Palast entstand, die Aufrührer danten Feldmarschalllieutenant loszkowski, der es sammt den in das Schlafzimmer im Balaste eindrangen und drei Frauen Aften nach Wien an den obersten Militärgerichtshof abschickte." ermordeten, wovon eine muthmaßlich die Königin gewesen ist. Damit hätte, falls sich diese Nachricht wirklich bestätigen sollte, diese Affäre ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Genfer in Erinnerung aller, daß Dioszegi von den Soldaten deshalb er Liner Parteitag im Spiegel der mordet wurde, weil er sie in der unmenschlichsten Weife miß großkapitalistisch- konservativen handelte und fujouirte. Uebrigens sei gleichfalls in Grinnerung gebracht, daß die erste Meldung über die Verurtheilung von dreizehn Husaren zum Tode bisher von feiten der Militärbehörden noch unwidersprochen ist. Bei dem geheimen Militärgerichts- Verfahren wird die Wahrheit taum je an den Tag die tommen. Belgien. Prelle Breslau's. Breslau hat drei große Blätter, die mehr oder minder offen Intereffen der verschiedenen Richtungen des konservativen Großkapitalismus vertreten. der Auf der Vorversammlung zu dem sozialdemokratischen Parteitage in Breslau äußerte Herr Liebknecht, daß die Sozialdemokratie, wenn der Staat den Kampf gegen sie eröffne, ihren Mann stände und zu kämpfen wissen werde; die Sozialdemokratie sei nicht zu besiegen, wenn auch dem Manne, der dies versuche, noch so viel Bajonnete zur Verfügung ständen. Entweder gehe das Deutsche Reich zu grunde, oder die Sozialdemokratie siege. Dies sind zwar leere Nedensarten, aber immerhin beweisen sie, daß die Sozialdemokratie von dem Gedanken an den Kampf gegen Staat und Gesellschaft und ihren Sieg über beide erfüllt i tift, mit einem Worte, daß sie sich thatsächlich als Feind im Lande" fühlt. Wir glauben nicht im entferntesten daran, daß die, Sozialdemokratie jemals den Staat besiegen fann, das äußerste der Ziele, welche der sozialistischen Bewegung durch die Natur der Sache gesteckt sind, ist die Zerstörung irgend einer staatlichen Einrichtung, nicht aber die Unterwerfung. Aus den Ruinen wird stets neues Leben erblühen, und dies neue Leben wird das Unkraut der Sozialdemokratie bald wieder von sich abstoßen. Allein der Staat hat die Pflicht, im eigenen Interesse, sowie int Interesse seiner Angehörigen der Möglichkeit einer solchen Katastrophe dadurch vorzubeugen, daß er den Kampf gegen die Sozialdemokratie rechtzeitig mit allem Nachdruck und allen gefeßlichen Mitteln aufnimmt und die Sozialdemokratie verhindert, unter dem Schuße der Gesetze so stark und mächtig zu werden, daß sie einen gewaltsamen Umsturz versuchen kann. Im allgemeinen hat der Parteitag nur bestätigt, daß die Sozialdemokratie lediglich von der Verneinung und von der Kritik lebt und nichts zu schaffen vermag, was durchführbar wäre und Bestand verspräche. Der„ General- Anzeiger" geht mit in weiser Borsicht dem„ Unkraut der Sozialdemokratie" möglichst maßvoll um. Unter seinen mehr als 80 000 Lefern in Schlesien sind leider die Proletarier in ungeheurer Mehrheit, und diese könnten doch gar zu leicht eine gröbere Ausdrucksweise übelnehmen. = " Solche Rücksicht braucht die tohlschwarze Schlesische Bolts Beitung", das Leiborgan des Kardinal- Fürst Bischof Kopp und des Grafen Ballestrem, nicht zu nehmen. Sie befindet sich angesichts des Verlaufes unseres Parteitages in vorzüglicher Laune. Jetzt nämlich kann's den ultramontanen Sozialistentödtern gar nicht mehr fehlgehen. Es ist gar kein Bweifel mehr. Bebel(!) wird die Sozialdemokratie vernichten. Er wird sich in die feste Ueberzeugung hineinärgern, daß die Masse der Partei, mit Singer an der Spite, theils aus Dummheit, theils aus selbstsüchtiger Bosheit, ihn schnöde verlaffen und verrathen habe und daß sie gar nicht mehr werth sei, von einem Manne, wie er es sei, gehalten und geleitet zu werden. Der Gegensatz zwischen dem autoritativ ge= wordenen Bebel und der" demokratischen" Mehrheit muß sich weiter zuspißen und schließlich wenigstens zu dem Verluste dieser angesehensten Kraft, wenn nicht gar zu einer förm lichen Spaltung in zwei oder gar drei Theile( Bollmar, Bebel, Schippel) führen. Wenn sich dann die Vollmarianer mit den Bebelianern und den Schippelianern und alle den anderen ianern" in den Haaren liegen, dann hat natürlich das letzte Stündlein der Sozialdemokratie geschlagen, doch wenn nur um Gotteswillen die Regierung nicht wieder auf den unseligen Einfall geräth, den verruchten Religions, Staats- und Gesellschaftsfeinden durch ein Umsturzgesetz auf die Beine zu helfen. " Lassen wir doch, ruft die Schlesische Boltszeitung" aus, die Sozialdemokratie in dem Fett ihrer eigenen Dummheiten ruhig weiter schmoren. Ein neues Ausnahmegesetz, eine neue Aera der Verfolgungen und sofort wird Bebel mit den anderen zusammen in voller Eintracht und Entschlossenheit den Kampf wieder aufnehmen. Warum sollen die Herren immer das Glück haben, daß im gefährlichen Augenblick die Dumm heit der Gegner ihnen aus der Patsche hilft. " Der Verstand der hochkonservativen und riesig gelehrten Schlesischen Zeitung" reicht an diese spißfindige Superklugheit Sie hat ihren der Schlesischen Woltszeitung" nicht heran. legten großen Sonntagsleiter mit der tröstlichen Ueberschrift: Der geistige und sittliche Bankrott der Sozialdemokratie" versehen, und versichert, daß, wenn man die Resultate, welche das als Parteitag ausstaffirte Spettafelstück gezeitigt hat, mit dem Getöse vergleicht, mit dem der Parteitag in der sozialdemokratischen Presse angekündigt wurde, bei den geistig so hochstehenden und sittlich so unantastbaren fonservativen Gegnern der sozialen Umsturzpartei zunächst kein anderes Gefühl, als das der tiefsten Verachtung, aufkommen kann, denn die Debatten über das Agrarprogramm hätten die Sozialdemokraten im ganzen Uebermaß ihrer erbärmlichen Feigheit enthüllt. " " Grade in dieser Debatte trat die zitternde Furcht vor den Geistern, die sie gerufen und nun nicht mehr bannen können, in erbärmlichster Gestalt hervor, sowohl bei den Befürwortern wie bei den Gegnern des Entwurfs. Bebel sprach von der Unzuverlässigkeit der sozialdemokratischen Wähler, benen die letzten Konsequenzen der Partei zu sehr an die Nieren gingen, die im entscheidenden Augenblicke davonlaufen" würden und denen doch etwas geboten" werden müßte; Bebel's entschiedene Gegnerin, Genossin" Bettin aus Stutt gart, freischte mit wutherstickter Stimme ihre Warnung vor dem Haß der getäuschten Hoffnung" in den Saal hinein. Die Befürworter des neuen Programms also wollen unter allen Umständen aus Angst vor den bethörten Wassen schon jetzt diesen Massen etwas bieten, wenn es auch weniger ist, als andere auf dem Boden der bestehenden Ordnung kämpfende Parteien zu geben bereit sind. Sie wollen der erregten Menge etwas hinwerfen, weil sie an der baldigen Erreichung im tiefsten Innern überhaupt an der Erreichung der nebelhaften utopischen Ziele der Partei verzweifeln. Die Gegner des Entwurfs aber verzweifeln an der Leistungsfähigfeit der Partei überhaupt und wollen aus derselben Angst vor den Massen und vor deren aus unerfüllten Hoffnungen" hervorquellendem Haß" jeden Versuch vermieden wissen, ihrer Anhängerschaft etwas anderes zu bieten, als die alten Versprechungen fünftiger Glückseligkeitsutopien." Es ist also aus mit uns, radikal aus! Der Giftbaum der Sozialdemokratie schwankt haltlos hin und her, weil seine Wurzel gelockert ist. Daß die Art, die ihn fällen soll, scharf und blaut erhalten werde bis zur Stunde der Entscheidung das soll die ftete Sorge fein derjenigen, deren Herz schlägt für die Ehre und Größe des Vaterlandes. Den letzten Kampf mit dem bereits trafilos dahinfiechenden Demagogenthum vorzubereiten, ist die dringendste, unaufschiebe barfte Aufgabe unserer nationalen Gesetzgebung." " Das erste ist die Schlesische Zeitung", die Vertreterin der freifonservativen Großindustriellen und der vornehmen Latifundiens Brüffel, 14. Oktober. Die belgische Arbeiter befizer Schlesiens; das zweite die„ Schlesische Volksztg.", die die Aber ansehen mußte sich ein hoher Adel und ein verpartei blickt in diesen Tagen auf eine zehnjährige Betheiligung Juteressen des rechten Flügels der ultramontanen Partei, der ehrliches Publikum von Breslau das„ Spektakelstück" doch einund Großagrarier an der kommunalen Politik zurück. Seit dem Jahre 1878, der katholischen hohen fatholischen mal, und so heißt es in derselben Sonntags: Nummer zum Gründung der sozialistischen Partei in Belgien, fochten unsere Geistlichkeit verficht; das dritte der Breslauer General Schluß: Genossen unablässig für das eine Ziel des allgemeinen Wahl- Anzeiger", der wie alle seine Namensvettern in Deutschland Eine sehr rege Hör- und Schaulust hatte der Parteitag rechtes; haben sie es auch bis heute noch nicht vollständig er- eine Schöpfung des bekannten Unbekannten, eines in möglichstes auch in weiten Kreisen des Breslauer Publikums erweckt. reicht, so saben sich doch die Regierung und die herrschenden Dunfel gefüllten Konsortiums von Börsenkapitalisten ist, Unter den der sozialdemokratischen Partei nicht angehörigen Parteien genöthigt, mehrfach den Forderungen der Arbeiter Kon- Blatt, das ausschließlich im Dienste zinshungriger Kapitalien in Zuhörern gewahrte man hiesige Gelehrte, Geistliche, Rechtszeffionen zu machen. Unter dem verstümmelten Wablgesetz von allen Farben schillert, bei allen möglichen Gelegenheiten aber anwälte und auch zahlreiche Damen; jeder war bemüht, recht 1683 1588 war an einen selbständigen Sieg der Sozialisten nicht zu besonders byzantinisch monarchistische Speichelleckerei treibt schnell zu erfahren, welcher der Delegirten denn Bebel, Liebdenken und so vereinigten sie sich denn vor zehn Jahren mit den und in widerlichstem Heroen"-Kultus vor den Bismarck, Crispi knecht oder Auer u. s. w. sei; den Millionären unter den " Proletariern" Liberalen, um wenigstens einige Sige in den kommunalen Ver- und anderen Säkularmenschen" auf dem Bauche rutscht. Singer und Dr. Arons- und der Siebens " " ein zu theil." finder. Partei- Nachrichten. = zahl der weiblichen Delegirten wurde ganz besondere Beachtung stehende wichtige Bestimmungen enthält: Wo das Bedürfniß| bei den in Frage kommenden, den Absichten des Gesetzgebers dazu vorhanden ist, kann durch königlichen Beschluß eine Arbeits- zuwiderhandelnden Mühlenbesitzern nicht in Arbeit zu treten. Fürwahr, intelligente, fittlich hochstehende Leute diese kammer für eine oder mehrere Gemeinden gegründet werden. Unserer Ansicht nach zeigt das wieder, in welch großem Wider Vertreter der herrschenden Gesellschaft, der obersten Zehntausend, Zweck der Arbeitskammer ist: Die Förderung der Interessen fpruch richterliche Entscheide mit den Interessen des arbeitenden der Edelsten und Besten! sowohl der Unternehmer wie der Arbeiter durch das Einziehen Bolkes stehen können, und wie nothwendig andererseits die von Erkundigungen über alle Arbeitsangelegenheiten; dem Reich, Schaffung wirklicher Koalitionsfreiheit für die Arbeiter ist. der Provinz und der Gemeinde mit Rath über die Interessen Die Lithographen und Steindrucker der Schweiz stehen der Arbeit zur Seite zu stehen; den Streitigkeiten zwischen in einer Bewegung für Verkürzung der Arbeitszeit. In Bern Von der Agitation. Vergangenen Sonntag hielt Genosse Unternehmern und Arbeitern vorzubeugen beziehentlich solche bei- haben sie in einigen Geschäften den neunstündigen, in Basel Bebel in Reichenbach i. Schl. eine Volksversammlung ab, in zulegen. Mitglieder der Arbeitskammern können alle männ- in allen Geschäften den 9/2 stündigen Arbeitstag durchgesetzt. der er über das Thema sprach:„ Warum muß die Sozial- lichen wie weiblichen Niederländer sein, die das Alter Der Berner Einleger und der Berner Gipserstreik sind Demokratie siegen." Die auch stark von Gegnern besuchte Ver- von 30 Jahren erreicht haben, in der betreffenden Gemeinde beendigt, jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Im Streif stehen fammlung verlief auch in materieller Beziehung ausgezeichnet feßhaft sind und seit einer gewissen Zeit als Unternehmer oder noch die St. Galler Bierbrauer wegen Einführung der für die Partei, indem eine Einnahme von nahezu 170 M. erzielt Arbeiter thätig waren. Um Wähler zur Arbeitskammer zu sein, Bürcher Arbeitsordnung. Die streikenden Zürcher Glaser unterwurde. Außerdem sprachen im Eulengebirge Auer und Liebknecht, muß man das 25jährige Alter erreicht haben und die vor- werfen sich dem Spruche eines aus unparteiischen Personen ge= erwähnten Eigenschaften besigen. erwähnten Eigenschaften besitzen. Das zur Beendigung von bildeten Schiedsgerichts. Die Zürcher Hafner haben ihre ersterer in Weigelsdorf und Langenbielau und letzterer ebenfalls Streitigkeiten zu ernennende Schiedsgericht wird aus einer gleichen Forderungen nur in zwei Geschäften noch nicht durchgesetzt.in dem lehtgenannten Orte. Sämmtliche Versammlungen waren Anzahl von Unternehmern und Arbeitern zusammengesetzt. Die Den Generalstreik wollen die Basler Posamenter erklären, überfüllt. Thätigkeit des Schiedsgerichts ist nicht obligatorisch. wenn von den Fabrikanten die vereinbarten Abmachungen beZu den Stadtrathswahlen in Barmen hat der dortige leber soziale Aufgaben der diesmaligen Legislatur: treffs eines garantirten Minimal Tagelohnes von 4 Fr. nicht Sozialdemokratische Verein folgendes Programm als Grundlage periode in Dänemark schreibt man uns: Dem dänischen Folfe- eingehalten und die fortgesetten Maßregelungen nicht eingestellt der Agitation empfohlen: 1. Unentgeltlichkeit der Zehrmittel an thing ist ein Gesez entwurf über die Beaufsichtigung werden. Neue Verhandlungen mit den Fabrikanten unter Hinzufämmtlichen Volksschulen. Verpflegung der bedürftigen Schul- der Dampfteffel auf dem Lande vorgelegt. Die ziehung des Regierungspräsidenten des Kantons Baſelstadt find in 2. Errichtung eines aus Vertretern der Stadt, aus Initiative hierzu ist auf einen Antrag des sozialdemokratischen Ab- Aussicht genommen. Wegen Abschaffung der Sonntagsarbeit, Aerzten und Erwählten der Arbeiter zusammengesezten Arbeits geordneten Andersen in der Sigungsperiode 1892/93 zurückzuführen, obligatorischer Benutzung des von den Arbeitern errichteten amtes zur ständigen Ueberwachung der Arbeits-, Wohnungs- und Ser damals abgelehnt wurde. Ein Jahr darauf legte der Justiz- Arbeitsnachweises wollen die Basler Bierbrauer mit den Ernährungsverhältnisse der arbeitenden Bevölkerung. Koſten- minister dem Landesthing einen Gesetzesvorschlag vor, der auf Unternehmern neuerdings in Unterhandlung treten und im Falle freie Arbeitsvermittelung seitens der Stadt. 3. Beseitigung des dem Andersen'schen Antrag beruhte und vom Landesthing auch der Ablehnung ihrer Forderungen die Arbeit niederlegen. Der führung städtischer Arbeiten zur Einhaltung eines achtstündigen scheiden haben wird. Der Gefeßentwurf beſtimmt, daß größere die Einrichtung einer Gemeindewerkstätte für Arbeiter und KleinSubmissionswesens. Verpflichtung der Unternehmer bei Aus- angenommen wurde und über den jetzt der Folkething zu ent- Berner Schuhmacher Fachverein verlangt vom Stadtrath Normal- Arbeitstages, sowie eines Minimallohnes von 3,50 M. Dampskessel und Kessel, mit denen eine besondere Gefahr ver- meister mit Rücksicht auf die dunkeln, fleinen, kurz ungefunden pro Tag. Möglichste Uebernahme der städtischen Arbeiten bunden ist, nur Personen überlassen werden dürfen, welche Räumlichkeiten, wo die Schuhmacher meist zu wohnen und zu in eigene Regie. 4. Uebernahme der bestehenden und noch zu entweder das Maschinisteneramen gemacht oder eine arbeiten gezwungen sind. Die Anregung zur Errichtung von errichtenden lokalen Verkehrsmittel in die Verwaltung der Stadt. näher bezeichnete Prüfung abgelegt haben und im Besize Zentralwerkstätten geht vom Berner Arbeiterfekretariat aus. 5. Uebernahme der Straßenreinigung auf Rechnung der Stadt. eines Fähigkeitszeugnisses find. Zur Wartung fleinerer Eine ähnliche Forderung, nur in größerer Ausdehnung stellt der 6. Abschaffung aller indirekten Steuern. 7. Befreiung der zu Dampfkessel darf man nur Personen verwenden, welche ein schweizerische Schneider- und Schneiderinnen- Verband an den beiden Vorstufen zur Einkommensteuer zu veranlagenden schriftliches Zeugniß vorlegen können, daß sie wenigstens sechs die zuständigen Behörden. Er verlangt die Errichtung von Personen( Einkommen unter 900 M.) von den Kommunalsteuern. Wochen bei der Kesselwartung und Kesselreinigung thätig gewesen Zentralwerkstätten zunächst in sämmtlichen größeren Städten der 8. Verweigerung aller städtischen Gelder zu sogenannten patriotischen und darin von einem Kundigen unterwiesen sind. Die ersteren Schweiz, um den schädlichen Folgen der Hausindustrie Einhalt oder Sportzwecken. 9. Jnangriffnahme nützlicher städtischer Arbeiten werden als Kesselwärter ersten Ranges, die letzteren als solche zu thun. Der Zentralvorstand ist beauftragt, die einleitenden bei vorhandener Arbeitslosigkeit. 10. Errichtung eines Kommunal: zweiten Ranges bezeichnet, wenn sie mindestens drei Monate nach Schritte zu unternehmen. Friedhofes. 11. Gründung einer städtischen Feuerversicherung dem 12. Oftober 1889 der Wartung einer Dampftesselanlage vor- Die drei großen Arbeitseinstellungen in Holland dauern, für Mobilien und Immobilien. 12. Verbesserung der Armen gestanden oder Dampfteffel versorgt haben, und wenn von der wie uns von dort geschrieben wird, unverändert fort. Der Streit unterstügung. Die Anverwandten der Unterstützten, die ein steuer: Fabrikaufsicht teine Klage wegen grober oder wiederholter Ueber- der Amsterdamer Zigarrenarbeiter währt jetzt schon pflichtiges Einkommen unter 1200 M. haben, dürfen zur Ersatz- tretung der für die Wartung der Kessel getroffenen Bestimmungen länger als zehn Wochen. Schade ist, daß die Fabrikanten viele leistung der aufgewandten Unterstützung nicht herangezogen erhoben wird. Es bedurfte also erst der Initiative eines Bigarren außerhalb Amsterdams fabriziven lassen können. Die sozialistischen Abgeordneten, um die Regierung zur Vorlage eines Arbeiter bedürfen dringend der Unterstüßung, wenn der Streif Polizeiliches, Gerichtliches 2c. so selbstverständlichen Gesetzes zu veranlassen. gewonnen werden soll. Im Streit der Diamanta Ein Prozeß wegen groben Unfugs ist gegen den Redakteur Dem Landesthing ist ein Gesezentwurf überarbeiter hat man versucht, durch Vermittelung eines Undes Stettiner Voltsboten" anhängig, weil er einem Arbeitsgerichte und Schiedsgerichte vorgelegt. Dieser parteiischen die Beendigung herbeizuführen. Dieser VermittlungsLeitartikel die Ueberschrift Gin National Schlachtfest" gegeben war von dem Abgeordneten Bramsen dem Foltething von 1893/94 versuch ist jedoch gescheitert. Zwar erklärten fich hat. In früheren Jahren ist vom„ Volksboten" dieser zwar vorgelegt und, nachdem er in der Kommission namentlich auf die Fabrikanten bereit, eine Bohnregelung durch eine berbe, aber unzweifelhaft nur einem ethischen Beweggrunde, Antrag des sozialdemokratischen Abgeordneten Hörfum erheblichen aus Fabrikanten und Arbeitern bestehende Kommission feststellen nämlich der Sympathie für den Völkerfrieden entsprungene Aus- Aenderungen unterzogen worden war, angenommen. Alsdann zu lassen, aber auf die Forderung der Arbeiter, die Fabriken zu druck wiederholt gebraucht worden, ohne daß die Justiz Anlaß lag der Antrag dem Landesthing vor und wurde in erster Lesung Bundesfabriken zu machen, gingen die Fabrikanten bis jetzt nicht genommen hätte, dem Redakteur den Prozeß zu machen. Sich vom Amtsrichter Dr. Becker in Dresden verurtheilen angenommen, aber beiseite gelegt, weil die Regierung erst Grein. Ein Theil der Bourgeoispreffe, namentlich das gewissenlose kundigungen einziehen wollte, in wieweit die Unternehmer im fundigungen einziehen wollte, in wieweit die Unternehmer im Handelsblatt", versuchte durch Verleumdungen Zwietracht zulaffen, hatte Genosse Emil ungwi aus Pieschen be- Handwerk und in der Industrie ein solches Gesetz wünschten. zwischen den kämpfenden Arbeitern zu fäen. Es hieß in anntlich feine Luft. Lungwiß erhielt vor längerer Zeit ein Da das der Fall war und auch die Fachvereine zustimmten, tam dem Blatte, daß die große Blatte, daß die große Mehrzahl der Diamant amtshauptmannschaftliches Strafmandat in der Höhe von 30 M., das Gesetz zur zweiten Lesung, aber dann sprachen sich einige arbeiter durchaus nicht wünsche, daß die Fabriken weil er als Vorsitzender der Turnerschaft Bieschen mehrere Handwerksmeister in öffentlichen Versammlungen dagegen aus zu Bundesfabriken gemacht würden. Nur auf Betreiben minderjährige Personen als Mitglieder zugelassen hatte. Er trug und daher wurde eine nochmalige Umfrage veranlaßt, die aber des Streiffomitee's werde diese Forderung aufrecht erhalten. auf richterliche Entscheidung an und kam vor die von Amts- feine neuen Gesichtspunkte ergab. Die Fachvereine dagegen forderten Daß diese Behauptung unwahr ist, ergab sich aus einer schriftrichter Dr. Becker vertretene Abtheilung des Schöffengerichts. Er dringend die schleunigste Einführung des Gesetzes. Der Entwurf lichen Abstimmung, die das Komitee der Arbeiter über die Frage lehnte den Vorsitzenden als befangen ab und ging mit seiner sehr unterliegt nun abermals der Entscheidung des Landesthings; er veranstaltete. Nicht weniger als 4573 Stimmen wurden für, eingehenden Ablehnungsbeschwerde bis vor das Oberlandesgericht, läuft darauf hinaus, daß durch Wahl von den Unternehmern und nur 74 Stimmen gegen die Bundesfabriken abgegeben. wurde aber abgewiesen. Man entschied, daß kein Grund vor- und Arbeitern Arbeitsgerichte errichtet werden, um in Streitig Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerther, da die Geldmittel liege, an der Unbefangenheit des Amtsrichters zu zweifeln. Am feiten, betreffend bestehende Arbeitsverhältnisse, zu entzur Unterstüßung der Streifenden nicht ausreichen. Auch der Sonnabend stand nun Lungwig wiederum vor dem Amts- scheiden. Um Streitigkeiten über zukünftige Arbeits- Streit der Glasbläser in Maastricht dauert une richter Dr. Becker. Vor Eintritt in Die Verhandlung verhältnisse möglichst vorzubeugen, tonstituirt das Arbeitsgericht verändert fort; Bermittelungsversuche von unberufenen Personen gab er folgende Erklärung ab: Wenn auch die höheren sich als Schiedsgericht mit der Aufgabe, zwischen den Parteien scheiterten. Instanzen über die angebliche Unbefangenheit des Amts zu vermitteln. Auch hier haben die Handwerksmeister wieder richters Dr. Becker entschieden haben, so fann mich dies doch das ihrige gethan, um das Zustandekommen eines so nothwennicht von der Ueberzeugung abbringen, daß Amtsrichter Dr. Becker digen Gesetzes hinauszuschieben, und die Unternehmer find thatsächlich gegen uns befangen ist. Ich habe nun teine Luft, gegen wieder und wieder gehört worden, während dem dringenden mich trotzdem von Amtsrichter Dr. Becker verhandeln zu lassen Verlangen der Arbeiter nach Beschleunigung nur sehr lau Folge und ziehe meinen Antrag auf richterliche Entscheidung zurück, gegeben wird. unterwerfe mich also der ausgeworfenen Strafe." Darauf veranlaßte der Amtsrichter die Schöffen zu einer Wanderung ins Berathungszimmer und das Ergebniß war, daß das Gericht Lungwig wegen Ungebühr zu einer sofort vollstreckbaren zweitägigen Haftstrafe verdonnerte. Ob Lungwiß über den Amtsrichter Dr. Becker dadurch anderer Meinung geworden ist, möchten wir einigermaßen bezweifeln. werden. " gelangt. Soziale Ueberlichk. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allent solche über Organisation tragen. Versammlungen. In einer öffentlichen Versammlung aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter, die am 14. Oktober bei Reller, Koppenstr. 29, tagte, hielt Rölle aus Hamburg einen beifällig aufgenommenen Vortrag über den Werth der Organisation. In der Diskussion polemisirte der Zwicker König gegen die Ausführungen, die der Referent über Unterflügungsfragen der Gewerkschaften gemacht hatte; er war jedoch Ausstände oder Aussperrungen, müssen fiets den Stempel der betreffenden nicht im flande, die Versammlung zu seinen Ansichten zu befehren. Hildebrand theilte dann mit, daß die Sammlungen Die Bäcker Harburgs stehen im Kampf um die Durch für die Beschickung des vorjährigen Kongresses mit einem Defizit führung folgender Forderungen: Die Unternehmer sollen 1. bei abgeschlossen haben; diese Angelegenheit mit den Delegirten Bedarf den Arbeitsnachweis der Gefellen wie bisher benußen; und der Kommission zu regeln, wurde der Agitationskommission 2. auf größte Reinlichkeit in den Betrieben halten, besonders für überlassen. Von den Liquidationskommissionen der aufgelösten Zur Frage der Abänderung der Arbeiterversicherungs. Waschgefäße sorgen, die sonst nicht im Betriebe( zum Gießen oder Bord Branchenvereine wird erwartet, daß sie in der nächsten öffentGesetzgebung versichert der Ausschuß des Verbandes der deutschen streichen benutzt werden; 3. da, wo sich die Gesellen in Koft und Logis lichen Versammlung Rechnung legen. Hierauf wurde bekannt Berufsgenossenschaften auf grund von in maßgebenden beim Unternehmer befinden, soll ein reinlich gehaltener Schlaf- gegeben, daß der Streik bei Hirsch u. Dallach, Stralauer Kreisen eingegangenen Erfundigungen, daß bei der Reichsregierung zur Zeit nicht die Absicht bestehe, Zweige der Arbeiter- raum, sowie für jeden Schläfer ein sauberes Bett zum Allein- ftraße 58, zu gunsten der Arbeiter beendet ist. Die Beschwerde versicherung zu vereinigen und die Organisation zu vereinfachen, schlafen beschafft und für genügende, nahrhafte Kost Sorge ge- König's, weshalb den organisirten Arbeitern 9 M., ihm und tragen werden.. 22 Meister haben diese Forderungen bewilligt, anderen Unorganisirten aber nur 6 M. Unterstüßung gezahlt sowie daß auch die Ueberweisung der neuen Novellen zur Unfall 33 noch nicht. Der Jnnungsvorstand will den 2. und 3. Punkt der worden seien, rief noch eine längere Debatte hervor, in der die versicherung an den Reichstag sobald nicht zu erwarten ist. In Forderungen bewilligen; in Beziehung auf den Arbeitsnachweis Mehrheit der Redner die Anschauung vertrat, daß die Agitations. letter Zeit find allerdings mehrfache, zum theil einander widersprechende Nachrichten über bevorstehende einschneidende verlangt er aber, daß dieser von einer aus 3 Meistern und 3 Gesellen fommission recht gehandelt habe; wer sich für derartige Fälle Aenderungen in der Arbeiterversicherung in die Presse bestehenden Kommission kontrollirt werde. Dagegen läßt sich füglich eine höhere Unterstützung sichern wolle, solle sich der Organisation nichts einwenden, aber bemerkt muß werden, daß die Gesellen den anschließen. Eine offizielle Widerlegung ift Don feiner Meistern den gleichen Vorschlag schon früher gemacht haben, Im Frauen und Mädchen- Bildungsverein Eintracht Seite erfolgt. Die Millionen, die an der Sache hohes Interesse haben, dürfen aber verlangen, daß endlich von ohne daß diese damals darauf eingegangen wären. Die Ver von Reinickendorf und Umgegend hielt in der außeramtlicher Seite eine bündige Erklärung abgegeben wird, waltung des Arbeitsnachweises lag übrigens noch bis Ostern d. I. ordentlichen Generalversammlung Frau Göbel einen sehr amtlicher Seite eine bündige Erklärung abgegeben wird, ausschließlich in den Händen der Gefellen; erst nachher rissen die sympathisch aufgenommenen Vortrag über die Arbeiterinnen ob und wann etwas Greifbares zu erwarten ist. Fortgesetzte Meister die Leitung an sich. Die Gesellen fordern jetzt also nur bewegung. An der Diskussion betheiligte sich Frau Noack. Sprünge ins Dunkle vermehren nur die allgemeine Unsicherheit Eine Boltsversammlung hat sich für Hierauf wurde Frau Noack wieder zur ersten Vorsitzenden geauf diesem Gebiete. Der Verband der Berufsgenossenschaften den alten Zustand zurück. ihre Forderungen erklärt. Daraus vornehmlich ist die jetzige wählt und Frau Müller zur zweiten. schöpft offenbar aus der Quelle des Reichs- Versicherungsamtes. Nachgiebigkeit des Innungsvorstandes zu erklären. Zu wünſchen Es ist indessen ein ein offenes Geheimniß, daß zwischen ist natürlich, daß es zur Einigung kommt, wofür ja die Grund- Depeschen und letzte Nachrichten. dem Reichs Versicherungsamt und dem übergeordneten lage jetzt geschaffen ist. Reichsamt des Innern seit längerer Zeit eine emJu Halle a. S. haben sämmtliche organisirte Böttcher der pfindliche Spannung besteht, alt deren Behebung es nicht beigetragen hat, daß die neuen Entwürfe zur Ruckelt'schen Faßfabrik, acht an der Zahl, die Arbeit Unfallversicherung über den Kopf des Reichs- Versicherungsamts niedergelegt, weil der dortige Obmann des Böttcherverbandes hinweg an den Bundesrath gelangt sind. Eine lebhafte Strömung entlassen worden war. Die nicht der Organisation angehörenden über 2000 Personen zur Landiagswahl. Nach 20 Minuten wurde Nach dem Streit im demselben das Wort entzogen. Anderen Rednern wurde ebenfalls gegen das unentwegte Streben des Reichs Versicherungsamts, übrigen 15 Böttcher arbeiten weiter. auch in anderen als Rechtsprechungsfragen eine mehr selbständige Sommer hatte Herr Kudelt erklärt, er werde der Organisation Stellung zu erlangen, ist nicht zu verkennen. Daß das Amt über keinerlei Hindernisse in den Weg legen; jetzt hat er den Obmann die augenblickliche Lage der Dinge genau informirt sein sollte, ist entlassen, weil dieser die jüngeren Leute zum Anschluß an die Organisation aufheße" und ihn dadurch schädige". taum anzunehmen. Krankenkassenwesen. Die Müller Rosenheims in Bayern stehen seit mehreren Der Bauhandwerker- Krankenkasse ( E. H.) in Berlin, der Kranken- und Begräbnißkaffe der Wochen im Streit. Am 12. Oftober ersuchten die Ausständigen chirurgischen Instrumentenmacher, Bandagisten und Berufs- den Magiftrat, er möge in amtlicher Eigenschaft die Herren genoffen( E. H.) in Berlin, der Hilfe"( freie eingeschriebene Mühlenbefizer auf die gefeßliche Sonntagsruhe hinweisen und Hilfskaffe) in Heide, der Krankentaffe für das Kirchspiel Nien sie bewegen, fich den Gefeßen anzupassen. Dem Wunsche wurde stedten( E. H.) und der Allgemeinen Krankenkasse für Neu- fegleich entsprochen. Der Magistrat lud die Mühlenbesitzer zu Huppin ift vom preußischen Handelsministerium die Be- einer Besprechung ein, doch leisteten die Herren feine Folge. scheinigung ertheilt worden, daß fie, vorbehältlich der Höhe des Ein Mühlenbefizer verstieg sich sogar soweit, daß er den aus. Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Kranken- führenden Beamten die Unterschrift über die erfolgte Ladung verweigerte. Die Münchener Post" schreibt hierüber:„ Die versicherungs- Gesetzes genügen. Streifenden fordern ihre gesetzlich gewährleistete Sonntagsruhe und es erscheint sonderbar, daß die Behörde nicht einfach verfügt, brach eine Panik aus. daß die Arbeitgeber sich dem Geseze unterordnen müssen, ansonsten die vorgesehene Bestrafung eintritt." " V Elsaß- Lothringen hatte bei der Berufszählung am 14. Juni 1 622 718 Einwohner, was gegen den Bevölkerungsstand vom 1. Dezember 1890 eine Zunahme von 19 212 bedeutet. Die männliche Bevölkerung nahm um 17 530 Personen, die weibliche nur um 1682 zu. Der Bezirk Unterelsaß hatte 630 873, der Bezirk Oberelsaß 473 402 und der Bezirk Lothringen 518 443 Gin wohner. " " Leipzig, 15. Ottober, abends 10 Uhr 52 Min.( Privats Depesche des„ Vorwärts".) Liebknecht sprach im Pantheon vor das Wort entzogen. Mülhausen im Elsak, 15. Oktober.( B. S.) Wie der Expreß" meldet, hat die Polizei gestern fünf Personen verhaftet, welche viel und vertraut mit dem Mörder des Fabrikanten Schwart, dem Arbeiter Meyer, verkehrt haben. Die Verhaftung erfolgte auf grund§ 189 Str.-G.-B. Die gerichtliche Vorunter fuchung ist eingeleitet. Eine sechste Person wurde vorläufig verhaftet. Budapest, 15. Oktober.( B.$.) Jn Totfalu erschoß dey Johann Michalki den Gutsbesitzer Josef Berkovics, der ersteren pfänden ließ. Der Mörder wurde verhaftet. Trient, 15. Oktober.( B. H.) In verschiedenen, am Fuße des Montebaldo gelegenen Ortschaften der Provinz Berona fanden in den letzten Tagen ziemlich heftige Erdbeben statt. In Malufine stürzten die Rauchfänge ein und unter den Einwohnern Aehnlich lauten die Berichte von Castello. Die meteorologische Station in Verona berichtet, daß daselbst Erdbodenbewegungen beobachtet worden waren. Grund dieser Erdbeben vermuthet man die schon oft wahrgenommenen vulkanischen Bewegungen in Montebaldo. Da das Reichsgericht die in der Gewerkschaftsbewegung feit vielen Jahren gebräuchliche Aufforderung Buzug ist fernzuhalten!" für strafbar erklärt hat, so würden die um die gesetzliche Sonntagsruhe fämpfenden Müllergesellen Rosenheims vermuthlich auch noch Gefahr laufen, wegen groben Unsugs" angeklagt zu werden, wenn sie ihre Berufsgenossen öffentlich auffordern wollten, wurden. Als Charleroi, 14. Oktober.( W. T. B.) In der Kohlengrube Aulniats" bei Anderlues fand eine Entzündung von Schwefelstoffen statt, wobei eine Person getödtet und zwei verwundet Arbeitskammern sollen in Holland gegründet werden. Die Regierung hat einen Gesezentwurf ausgearbeitet, der nachVerantwortlicher Redakteur: Frih Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 242. vor Gericht. Mittwoch, den 16. Oktober 1895. ein 12. Jahrg. Staatsanwalt Lorenz in Erfurt feien dem„ Romantiker auf dem Throne" daher nur an dieser 10000 Mart auf 87 Bücher.( Eine Vergleichung mit dem VorBetrachtungen über einen todten Preußenkönig zu ergehen; es auf 84 268, von 601-3001 Mart auf 102 182, von 3001 bis über Stelle, der Unterhaltung halber, paar zeilen der jahre ist diesmal gerade für die kleinsten Guthaben ebenso wenig Erinnerung gewidmet. Friedrich Wilhelm IV. starb im möglich, wie für die größten, weil der diesjährige Bericht die GutAus Erfurt erhalten wir folgenden Bericht: Wahnsinn. Halb hatte ihn die Erinnerung an die Revo- haben von 1-21 und von 21-61 Mart, die bisher getrennt aufEin Prozeß von außergewöhnlichem Interesse wird am lutionszeit frant gemacht, halb trug er den Keim zur Geistes- geführt wurden, zusammenwirft und die über 601 Mart anders als Mittwoch das hiesige fönigliche Schöffengericht beschäftigen. Am frankheit schon seit jungen Jahren in sich. Barnhagen von Ense bisher eintheilt. Was diese Neuerung" soll, ist nicht ersichtlich; 20. November 1893 hatten sich die Redakteure der hier erscheinen- erzählt schon aus der ersten Regentenzeit die furiosesten Ge- sie macht die Sparkassen- Berichte nur noch unbrauchbarer, als sie den sozialdemokratischen Thüringer Tribüne", Gustav Hülle und schichten von der wunderlichen Geistesverfassung des Königs. leider schon sind.) Von dem rund 168 Millionen Mark betragen Hermann Ranh vor der Strafkammer des hiesigen königlichen Der scharfe Beobachter konstatirt von dem Monarchen, dem es den Gesammtguthaben können auf die 159 033 Bücher mit 1 bis Landgerichts wegen Beleidigung mittels der Presse zu verschmeichelte, mit seinem Esprit zu brilliren, eigenthümliche 61 M., wenn man den Durchschnitt zu 31 M. annehmen darf, antworten. Auf die Frage des Vorsitzenden, Landgerichts- Raths Symptome. 5 Millionen Mark gekommen sein.( Im Bericht sucht Schimmelpfeng, an den Angeklagten Raub: ob er sich schuldig ,, Daß der König überall Reden hält und sogar in man man eine Angabe dieser Bahl vergeblich.) Die kleinen Ew. " H nommen. bekenne, antwortete Rauh: Ich bestreite, mich einer Beleidigung Erörterungen sich einläßt, macht seinem Talent alle Ehre und Sparer sind also an dem ganzen gewaltigen Sparsegen nur sehr schuldig gemacht zu haben, zum mindesten bin ich mir bei Aufzeigt seine Persönlichkeit vortheilhaft, aber es ist ein gefährlicher gering betheiligt. Noch deutlicher geht das aus der Gruppirung nahme des inkriminirten Artikels feiner Beleidigung bewußt ge- Glanz, der leicht zum Schaden ausschlagen kann."( Barn- der Einzahlungen nach der Höhe der Beträge hervor. Von wesen. Darauf versetzte der Erste Staatsanwalt Lorenz, der die hagen, Bd. 2 S. 208.) rund 38 Mill. Mart, die 1894/95 in 526 295 Fällen eingezahlt Anklage in jener Verhandlung vertrat: Sie leben ja nur von Der König reift e gern und viel, es war als ob die innere wurden, kommen auf die Beträge von 1-21. 178 960 Fälle Beleidigungen!" Der Angeklagte Hülle erhob gegen diese Bemerkung Raftlosigkeit seiner Natur, die Size des raschen Blutes, das mit zusammen nur 2083 100 m.! Wieviel auf die Beträge unter des Ersten Staatsanwalts Protest. Letzterer versetzte darauf: Drängen und Treiben dieser unftäten Phantasie sich einen Augen- 10, 5 und 3 M. bis herab zu 1 M. tommt, das erfährt man Gerade Sie sind ein gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Ver- blick Ausdruck zu verschaffen suchte in diesem königlichen Pomp, niemals aus den Berichten. Würden auch diese Zahlen mitge= leumder und Ehrabschneider." Hülle bat den Vorsitzenden um den er dabei zu entwickeln beliebte."( Prut I, S. 542.) theilt, so würde es sich zeigen, daß die arbeitende, besizlose BeSchuh, lekterer zuckte jedoch mit den Achseln. Der Erste StaatsDie Baulust des Königs ist ungeheuer, doch fast nur auf völkerung, obwohl sie in Berlin die überwiegende Majorität anwalt sagte darauf zu Hülle:„ Wenn es Ihnen nicht paßt, so Kirchen, Schlösser und Kunstgebäude gestellt, auf bildet, doch nur als bescheidene Minorität unter den Sparern beschweren Sie sich über mich." Dieser Vorgang veranlaßte a uten des Pruntes."( Barnhagen 2. 321.) vertreten ist. Wir haben das an früheren Berichten wiederholt Hülle, gegen den Ersten Staatsanwalt Lorenz die PrivatbeleidiSelbst von erlauchten Geistern der Zeit wie von Herwegh genauer gezeigt. Wenn also der diesjährige Bericht sagt, die gungstlage anzuftrengen. Da die Parteien in ein und demselben Ge- wurde dieser König zu Anfang merkwürdigerweise ernst ge- städtische Sparkasse sei die für die Bevölkerung Berlins volts meindebezirk wohnen, so mußte Hülle zunächst die Klage bei dem 1841 die wahnwißige Verordnung erließ, in welcher er den Ab- gänzend hinzugefügt werden, daß aus den Reihen des arbei Es erregte Unwillen, als der Monarch am 11. August thümlichste Wohlfahrtseinrichtung der Gemeinde", so muß erSchiedsmann des Bezirks, in dem der Privatangeklagte seinen Wohnsiz hatte, einreichen. Der Schiedsmann sette einen Termin druck der von seinem Vater am 22. Mai 1815 erlassenen Ver- tenden Voltes nur wenige in die Lage kommen, fich ges zwecks Sühneverfuchs an und lud die Parteien vor. Der Privat- ordnung, das Versprechen einer Verfassung betreffend, verbot. legentlich dieser volksthümlichsten Wohlfahrtseinrichtung" zu beangeklagte, Erste Staatsanwalt Lorenz, beantwortete jedoch die Auch seine reaktionären Pläne gegen freiheitliche Vereine und dienen. Aus diesem Grunde hat es auch wenig oder nichts für an ihn ergangene Vorladung mit folgendem Schreiben: Zeitungen, sein blindes Wüthen gegen diese Kinder einer neuen die Lage der Berliner Arbeiterbevölkerung zu bedeuten, wenn der Wohlgeboren benachrichtige ich ergebenst, daß ich die Vorladung Beit, feine anachronistischen Maßnahmen zum Schuß des Hand- Magiftrat wieder einmal mit Befriedigung berichten darf, daß zum 4. d. M., vormittags 11 Uhr, erhalten habe. Ich beantrage werts erregten allgemeines Befremden. die städtische Sparkasse weiter sehr erfreuliche Fortschritte" Aufhebung des betreffenden Termins, weil der Schiedsmann in der der königlichen Romantit in einer Nacht hinweg und als Die Sturmfluth des 18. März 1848 schwemmte die Schrullen macht. Sache, um welche es sich handelt, unzuständig ist. Was ich ge der weiße Schrecken nachher wirklich noch in blinder Wuth toben arg mitgespielt. Wer wäre noch in Berlin, dem es bei Nennung Leipziger's Nache. Wir haben dem unglücklichen Manne fagt habe, habe ich, amtlich thätig, und in amtlicher Eigenschaft, fonnte, that er es im Nameneines nunmehr offenkundig zur Charakteriſtik des Angeklagten und zur Begründung der dem Wahnsinn verfallenen Fürsten. Als er zum Mühe kostete, sich das Lachen zu verbeißen? Jezt aber ist für des armen Duellanten" und seines trostlosen Blättchens nicht Höhe des Strafantrages, gesagt. Ich beantrage, den Redakteur Hülle in diesem Sinne zu bescheiden und ihn von der Aufhebung letzten Male der Sigung seines Staatsministeriums präsidirte, ühe kostete, sich das Lachen zu verbeißen? Jetzt aber ist für des anberaumten Termins zu benachrichtigen. Lorenz, Erster war seine letzte Regierungshandlung die Bestätigung von elf ihn die Stunde der Vergeltung gekommen. Der Beleidigte rast, Staatsanwalt". nachdem er sich an dem vorgeftrigen Telegramm„ Wenn unser Der Schiedsmann tam infolge dessen persön Todesurtheilen. lich zu Hülle und erklärte diesem, indem er ihm den Brief des Der König starb am 2. Januar 1861 im Wahnsinn. E3 Bolt sich doch ermannte" Muth geholt: So lange nicht grundsäglich und planmäßig das, was erforderlich und nach Maßgabe Ersten Staatsanwalts zeigte, daß er unter solchen Umständen den gab wenig Menschen in seinem Reiche, die ihm eine Thräne der bestehenden Geseze möglich ist, geschieht, um zu verhüten, bereits anberaumten Termin aufheben müsse. Hülle nahm sich nach geweint hätten. daß Schandblätter wie der Vorwärts" täglich aufs neue ihre von dem Schreiben des Ersten Staatsanwalts eine Abschrift und Professor Adolf Wagner hat gestern bei der Ueber- perfiden Verhegungen und Berleumdungen im Volfe verbreiten, sandte diese Präsidenten des Erfurter tönig- nahme des Rettorats der Berliner Universität eine große Rede so lange es nicht gelingt, die Maulhelden dieser Partei zum lichen Landgerichts mit der Bitte, Remedur zu schaffen. gehalten über die Bedeutung der wissenschaftlichen National Schweigen zu bringen, so lange wird es leider" u. s. w. u. s. w. Daraufhin ordnete der Landgerichts- Präsident die sofortige An- otonomie als Universitätsdisziplin und die Stellung dieser Wir hätten dem armen Duellredakteur auch ohne dies geglaubt, beraumung eines neuen Sühnetermins an und verlangte binnen Wissenschaft zum Sozialismus und zur Sozial: daß er sich schwer ärgert. 24 Stunden Nachricht von dem Geschehenen. Hülle wandte sich demokratie." Derartige offizielle Reden, die nun einmal außerdem beschwerdeführend an den Justizminister mit dem An- auf jeden Fall geredet werden müssen und wie ein Verhängniß nach Chifago abgereift sein, um sich dort als Rechtsanwalt Kanzler Leift soll, wie die„ Germania" zu melden weiß, trage: Den Ersten Staatsanwalt wegen Ueberschreitung seiner auf dem verstaubten Universitätsleben unserer Zeit lasten, sind strafe nehmen zu wollen. Der Justizminister gab die Beschwerde Herren Professoren, in stilgerechter Form eine große Menge prügler Manieren bei. Amtsbefugnisse in Sachen der Terminsfestsetzung, in eine Ordnungs- in der Regel eine günstige Gelegenheit für die würdigen niederzulassen. Hoffentlich bringen die Amerikaner dem Weiberan den Oberstaatsanwalt zu Naumburg ab und dieser theilte von Gemeinplägen ihren Hörern in furzer Zeit ein Wofür der Staat keine Mittel übrig hat. In der Hülle mit: Er habe keine Veranlassung, den Ersten Staats- zuflößen. Längst find die Tage dahin, wo akademische Reden Bolts- Zeitung" lesen wir: Nach zwanzigjähriger Thätigkeit an anwalt Lorenz in eine Ordnungsstrafe zu nehmen. Letterer sei Ereignisse waren, und Adolf Wagner ist nicht der Mann, gute ber hiesigen Webeschule hat ein Lehrer der Anstalt wegen seines jedoch wegen seines Verhaltens gegen den Schiedsmann rektifiziet Sitten der alten Zeit wieder aufleben zu lassen. Es war voraus vorgerückten Alters und törperlicher Leiden sein Amt niederlegen worden. Der inzwischen stattgefundene Sühnetermin verlief zusehen, daß Wagner die Gelegenheit benutzen würde, sich gegen müffen. Der Herr, welcher nicht pensionsberechtigt ist, wurde fruchtlos, da der Privatangeklagte, Erste Staatsanwalt nicht er die Anzapfungen der Großindustriellen à la Stumm zu wenden; beim Magiftrat dahin vorstellig, ihm mit Rücksicht auf seine langschienen war. Hülle strengte daraufhin gegen den Ersten Staatsanwalt für uns hat das ein sehr untergeordnetes Interesse. Was jährige Thätigkeit im städtischen Dienst und seine troftlose Lage die Privatbeleidigungsklage auf grund der§§ 185 und 186 des Wagner über sein eigentliches Thema sagte, hat er seinem als Beihilfe eine Unterstützung zu gewähren. Da der Bittsteller Straf- Gesetzbuches an. Das Amtsgericht lehnte jedoch den An- eigenen Lehrbuch entnommen, wo man es nachlesen kann Vermögen nicht besißt und bei seinem hohen Alter er ist trag auf Eröffnung des Verfahrens ab, da der Erste Staatswenn man will. Was er über die Sozial: 67 Jahre alt in seinem Berufe als Musterzeichner nennens anwalt in Ausübung seiner amtlichen Thätigkeit gehandelt habe". demokratie und ihre geistigen Herren sprach, war eine furze werthes nicht mehr verdienen kann, so hat der Magistrat bei der Infolge eingelegter Beschwerde hob das Landgericht diesen Be- Wiederholung seiner Vorträge im sozialpolitischen Ferienkurse, Stadtverordneten Versammlung den Antrag gestellt, ihm eine schluß auf und erkannte, daß das Verfahren zu eröffnen sei. hob sich aber auf jeden Fall wohlthuend ab von den unanstän- Jahresunterstützung von 500 M. aus Gemeindemitteln zu ge= Nunmehr erhob der Oberstaatsanwalt in Naumburg den digen Schimpfereien beispielsweise des Herrn Oldenberg. Wenn währen. Ein Antrag des Magistrats an den Handelsminister, Kompetenzkonflikt. Daraufhin hatte sich am 5. April d. J. das übrigens Herr Wagner immer noch der Ansicht ist, daß der dem alten Herrn auch staatlicherseits eine laufende Unterstützung tönigliche Ober- Verwaltungsgericht zu Berlin mit der Angelegen Sozialismus nicht nur vollkommenere, sondern wesens zu gewähren, wurde abgelehnt mit der Begründung, daß das heit zu beschäftigen. Das Ober- Verwaltungsgericht beschloß andere Menschen zu seiner Verwirklichung voraussetze, so er Ministerium für eine solche Unterstützung keine Mittel zur Verjedoch nach längerer längerer Verhandlung, behufs Feststellung lauben wir uns, ihn auf die ihm ohne Zweifel bekannte Kritik fügung habe. der Vorstrafen des Hülle, die Atten von den Land C. Schmidt's in Braun's Archiv aufmerksam zu machen, nach der Dem Magiftrat, so meint die„ Bolts- Zeitung" am Schlusse gerichten zu Elberfeld und Erfurt einzuholen und vertagte er bei wiederholter Lektüre vielleicht das irrthümliche seiner ihrer Betrachtungen über diesen Fall, aber mag die ablehnende deshalb den Termin. Am 5. Juli cr. fand nun vor dem Ober- Meinung verbessert. Haltung des Handelsministeriums die Lehre geben, daß er seine Verwaltungsgericht ein neuer Termin statt. Nach längerer Verhandlung kam das Ober- Verwaltungsgericht zu folgendem Allerhand Anekdoten bringen die Blätter von der Mittel zusammenhalten müsse und daß er nichts übrig habe für Beschluß:„ Der Gerichtshof hat in dem Umstande, daß der gefirigen Universitätsfeierlichkeit. Ein eigenartiger Zwischenfall Kirchenbauten und ähnliche Zwecke, daß er auch nicht in der Staatsanwalt die inkriminirte Zwischenbemerkung außerhalb des ereignete sich, wie die Abendpost" meldet, vor der Rede, als Lage sei, dem Fiskus für militärische Zwecke unentgeltlich städtische Plaidoyers gemacht, eine Ueberschreitung feiner Amtsbefugnisse wollte sich die Gidesurkunde nicht finden und da bei dem Prof. Wagner den Eid leisten sollte. Trotz eifrigen Suchens Terrains abzugeben. Ja, wenn der Magistrat die Kourage hätte! nicht erblicken können, zumal dieser Zuruf vom Vorsitzenden nicht Suchen Schlüffel oder dergl. mit lautem Klirren zur Erde fielen vember wieder geöffnet werden. Die Handwerkerarbeiten, durch Die Wärmehallen am Alexanderplatz werden am 1. Norettifizirt worden ist. Andererseits hat aber der Gerichtshof erwogen, daß Hülle wohl mehrfach aus den§§ 185 und 186, nie aus dem Saal und aufgeregt wieder hereinstürzte, entstand eine leinen Verdienst schaffen konnten, sollen wieder aufgenommen wogen, daß Hülle wohl mehrfach aus den§§ 185 und 186, nie- und ferner einer der Pedelle mit flatterndem rothen Mantel die sich die dort weilenden Personen im vorigen Winter einen mals aber aus§ 187 des Straf- Gesetzbuches bestraft worden ist, etwas peinliche Situation. Erst nach mehreren Minuten fand sich die werden. der Staatsanwalt daher zum mindesten in fahrlässiger Urkunde auf der Rednertribüne, und Professor Wagner, dem man Weise seine Amtsbefugnisse überschritten. Der Gerichtshof lebhafte Erregung anmerkte, konnte den Eid endlich leisten.- Die Sternwarte am Encke- Platz soll nach Dahlem ver läßt es dahingestellt, inwieweit die Bemerkung des Staats- Allgemeines Aussehen soll es erregt haben, daß nicht ein einziger legt werden. Das Geräusch des Straßenverkehrs, der Dunstkreis, anwalts eine Beschimpfung iſt, jedenfalls war der Staatsanwalt Vertreter des Kultusministeriums und auch sonst keine einzige den der Verkehr und die qualmenden Schornsteine erzeugen, die nach Lage der Dinge nicht zu einer solchen Bemerkung berechtigt. offizielle Persönlichkeit der Rede des Professors Wagner bei Ablenkungen der Magnetnadel, die durch das elektrische Rabelnet, Der Einwand des Staatsanwalts, er habe die Bemerkung nicht das die Straßen durchzieht, hervorgerufen werden, erschweren ein genaues Arbeiten außerordentlich und machen es zeitweise geradezu unmöglich. Hierzu kommt noch, daß die Sternwarte, die in der Zeit von 1882 bis 1885 von Schinkel erbaut wurde, weder in bezug auf Raum, noch auf innere Einrichtung den modernen Ansprüchen der astronomischen Wissenschaft genügt. Jst denn in heutiger Zeit für solche Kulturzwecke wirklich Geld in juristischem Sinne gebraucht, kann nicht in betracht kommen, Lokales. wohnte. " 0 da Bemerkungen eines Staatsanwalts in einer Gerichtssitzung Die städtische Sparkasse hat 1894/95, wie der eben er nur in juristischem Sinne verstanden werden können. Der Ge- schienene neueste Verwaltungsbericht sagt, weiter erfreuliche richtshof hat daher beschlossen: den Konflikt aufzuheben und dem Fortschritte gemacht." Vom 1. April 1894 bis 31. März gerichtlichen Verfahren seinen Fortgang zu geben". Das 1895( in Klammern für 1. April 1898 bis 31. März 1894) Erfurter Amtsgericht hat daraufhin zum Mittwoch, den 16. d. M., wurden in 526 295( 481 370) Fällen zusammen 37 965 394 die öffentliche Verhandlung in der Privatklagefache des( 34 356 406) Mart, also pro Fall durchschnittlich 72,14( 71,37) locker zu machen? Redakteurs Hülle gegen den Ersten Staatsanwalt Lorenz wegen Mark eingezahlt und in 341 972( 327 199) Fällen zuöffentlicher Beleidigung vor dem Schöffengericht anberaumt. ſammen 80 766 169( 29 486 404) Mart, also pro Fall durch Hälfte aller Berliner Straßenbrunnen in großen Buchstaben ge Kein Trinkwasser! Diese Warnung steht an reichlich der schnittlich 89,97( 90,12) Mart zurückgezahlt; wobei die zu geschriebenen bezw. abgehobenen Zinsen nicht mitgerechnet sind. schrieben; meistens an den vorsinthfluthlichen, holzumkleideten Der Ueberschuß der Ein- über die Rückzahlungen war 7 199 225 Brunnen, doch auch vielfach an neuen, die mit gußeisernem GeUnter zahlreicher Betheiligung ist am Sonntag ein( 4870 002) Mart. Das Guthaben der Sparer betrug Ende häuse versehen sind. Wenn der Erwachsene von diesem Wasser braver Parteigenoffe, der Schlossermeister Wynderny, von seinem März 1895 faft 168 Millionen Mark, über 11/2 Millionen mehr trinkt, hat er selbst es zu verantworten. Aber wie stehts mit als im Vorjahre. Bei gleichmäßiger Vertheilung auf die den Kindern? Die Brunnen sind fast durchweg so eingerichtet, Sterbebause, Poststraße 6 aus beerdigt worden. Namentlich aus dem ersten Wahlkreise, wo der Verstorbene ob feines ftillen, gesammte Berliner Bevölkerung wären auf den Kopf 94,22 m. daß schon ein dreijähriger Knirps im ftande ist, sich Wasser zu eifrigen Wirkens geehrt war, hatten sich viele Freunde ein- gekommen; dagegen Ende März 1894: 89,28 und Ende De verschaffen. Der fann bekanntlich noch nicht lesen und denjenigen gefunden, die für ihn auf dem Friedhofe der Freireligiösen Ge- ember 1892: 83,93, 1891: 81,93, 1890: 80,35, 1889: 76,34 M. Kindern, die es können und doch das gesundheitsschädliche Waffer Die Zahl der in Händen des Publikums befindlichen Spar- ab. Vielleicht ersinnen in den langen Winterabenden die Techniker genießen, geht das rechte Verständniß für ihre Unvernunft meist meinde, der er angehört hatte, eine würdige Trauerfeier verbücher war Ende März 1895: 509 732, das sind 25 369 mehr des Magistrats eine Vorrichtung, die es ermöglicht, daß das anstalteten. Nachdem der Bieber'sche Männerchor ein Grablied als im Vorjahre. Auf jedes Buch kam durchschnittlich ein Gutgefungen hatte, widmete Genosse Waldeck Manasse dem Todten einige tief empfundene Worte, worauf die anwesenden Deputationen Ende Dezember 1892: 306,24, 1891: 302,30, 1890: 299,73, möge vor jenen reichshauptstädtischen Brunnen in Schule und einige tief empfundene Worte, worauf die anwesenden Deputationen haben von 319,47 M.; dagegen Ende März 1894: 312,32 und Basser aus solchen Brunnen nur Erwachsenen erreichbar ist. Die Schwierigkeit soll allerdings nicht verkannt sein. Inzwischen ihre Kränze mit entsprechenden Widmungen aufs Grab legten. 1889: 294,99 M. Das sind erhebliche Zunahmen, Die Anwesenden gingen mit dem Gelöbniß auseinander, im Sinne aber leider beweisen diese Zahlen, die alljährlich in den Be: Haus gewarnt werden. des Verstorbenen der Sache der Menschheit ferner zu dienen. richten über die Sparkasse paradiren, herzlich wenig für Von der Wannseebahn. Im Zehlendorfer Anzeiger" Friedrich Wilhelm IV. ist am gestrigen Tage vor ein Steigen des Wohlstandes der Berliner Bevölkerung oder auch steht ein in seiner Faffung luftiges, inhaltlich aber höchst 100 Jahren geboren worden. Aus Anlaß dieses Gedenktages ist nur der Sparkassen- Interessenten. Zu diesem Zweck müßten beschämendes Gingesandt zu lesen:" Das Wappen der Wannsee die Berliner Presse zum großen Theil mit Betrachtungen über mindestens die Sparbücher von Stiftungen, Korporationen u. f. w. bahn! Mitbeamte! Es ist ein himmelschreiender Unsinn, daß die Person des Monarchen und über die Zeit, zu der er sich außer betracht bleiben, deren oft recht hohe Einlagen die Durch auch hier an der langsam und sicher fahrenden Wannseebahn vermessen in Widerspruch sekte, erfüllt. Höchst respektwidrig schnittszahlen erhöhen. Die wirkliche Wertheilung des noch das Abzeichen des geflügelten Rades geführt wird. zeigte sich dabei selbst die vor Loyalität gegen lebende Fürsten Gesammtguthabens auf die einzelnen Bücher ist übrigens, wollen eine Eingabe machen, daß uns als passendes Ehrenzeichen überquellende„ National- Zeitung"; das Blatt hat den Muth, dem wie sich denken läßt, sehr ungleich. Ende März 1895 fam ein ein Rad mit zwei Schnecken verliehen werde. Wer mitunterverstorbenen Hohenzollern die bittersten Wahrheiten nachzusagen. Guthaben von 1-61 Mart auf 159 033 Bücher, von 61-151 Mart zeichnen will, melde sich unter Chiffre Halbe Kraft" im ersten Uns Sozialdemokraten würde es schlecht anstehen, uns in langen auf 88 527, von 151-301 Mart auf 75 685, von 301-601 Mart Märterhäuschen. Ein Heraldiker." Wir Der Fernsprech Verkehr mit Detmold, ebenso der mit zu Tode gekommen ist. Es erscheint vielmehr zweifellos, daß er Soppe statt. Die Staatsanwaltschaft vertritt Staatsanw. Eger. Grau Senz ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein Gespräch bis in der Dunkelheit gestolpert und selbst topfüber die Treppe 3 Minuten beträgt 1 M. Ebenso ist der Fernsprech- Verkehr hinabgestürzt ist. zwischen Köln( Rhein) und Aachen einerseits mit Brüssel, Antwerpen, Lüttich und Verviers andererseits eröffnet. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von 3 Minuten beträgt im Verkehr von Aachen mit Lüttich und Verviers 1 M., von Aachen mit Brüssel und Antwerpen, sowie von Köln mit Lüttich und Verviers 1,50 M., von Köln mit Brüssel und Antwerpen 2 M. -O er Nachdem einige Zeugen bekundet haben, daß der Angeklagte die in Nede stehenden Beleidigungen in öffentlicher Versammlung Durch einen Schlächterwagen wurde gestern das zwei wirklich ausgestoßen hat entgegen der Behauptung des Anwird der angetretene den Küster Schulz gebraucht worden jährige Töchterchen Rosa des Schlossermeisters Konizer aus der geklagten sei von ihm auch das Wort„ Schurke" mit bezug auf Koblantstraße überfahren und am Unterschenkel so bedeutend Wahrheitsbeweis der Verhandlung gezum Gegenstand macht. Prediger Runze von der St. Johannis= Kirche verletzt, daß es in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Die Untersuchung über den Todt des Rentiers Schmidt fann sich der Einzelheiten wegen des inzwischen vergangenen in Potsdam- Schmidt wurde mit einer Ropfwunde in seiner langen Zeitraumes nicht entsinnen. Er weiß wohl, daß einmal Wohnung todt aufgefunden beschäftigt nach der Meldung einer Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien, aber welcher Art, verDie Billethändler treiben auch am Zirkus Renz wieder Korrespondenz jetzt auch die Berliner Kriminalpolizei. Man schätzte möge er nicht anzugeben. Der Angeklagte erhält die Erlaubniß, ihren Unfug. Ein Leser schreibt uns, daß er am Sonntag schon die hinterlaffenschaft Schmidt's auf 200000 M., es wurden aber dem Zeugen einzelne von ihm behauptete Thatsachen ing un halb elf Uhr, also eine halbe Stunde vor Rassenöffnung, an nur 85 000 W. ermittelt. Unter einem Geldspind fand sich eine Kaffette, Gedächtniß zurückzurufen. Eines Sonntags im Jahre 1888 der Kaffe den Bescheid erhalten habe, daß die billigeren Pläge aus welcher 600 Mart, die vorher darin waren, verschwunden so erzählt der Angeklagte- habe er wiederum bemerkt, daß für den Abend längst ausverkauft seien. Schon am Tage vorher in mußten die Zwischenhändler alle Billets aufgekauft haben, denn find. In einem Nebenzimmer fand man ein blutbeflecktes Beil. der Küfter Schulz nach beendeter Taufbandlung einen Griff in im selben Augenblick als das Publikum von der Kasse abgewiesen Ferner wurde ein an Schmidt adrefsirter Brief, unterzeichnet mit das Taufbecken gethan und mehrere größere Münzen, die von Wilhelm" ermittelt, in welchem Schmidt aufgefordert wurde, den Taufzeugen geopfert worden waren, herausgenommen und wurde, boten diefe Herren die Billets zum zweiten Blaß mit ber Herbſtparade in Berlin beizuwohnen, und aus deffen Inhalt in seine rechte Beinkleidertasche geſteckt habe. Die Tasche fet 50 Pf. und 75 Pf. Aufschlag aus. Sollte es der Direktion denn nicht möglich sein, die Zwischenhändler von der Kaffe zurückzu- hervorgeht, daß Schmidt ein diesbezügliches früheres Gesuch ab- dabei naß geworden. Seine erwachsene Tochter habe ihn, den zurückzugeschlagen hatte. Nach diesen neuen Entdeckungen ist der Gang Angeklagten, dies Manöver auf aufmerksam gemacht, weifen? er braucht der Untersuchung in ganz neue Bahnen gelenkt. habe aber erwidert: Ach, laß ihn, mehr wie wir." An einem September Sonntage Beim Einzug des Zirkus Nenz in Berlin ift der Die umgebaute Gertraudtenbrücke wird schon in den Arbeiterschaft leider wieder das alte ergerniß gegeben worden. Serviette gefunden haben, die auf dem Stuhl in der Sakristei Wie früher schon, so wurden auch diesmal nicht allein die Pferde nächsten Tagen dem Verkehr übergeben werden; es wird die desselben Jahres will der Angeklagte einen Geldbetrag in einer Ing. Dies Geld habe der Küster Schulz aus dem Taufbecken ge= von Soldaten in die Ställe geführt, auch die Reinigungsarbeiten weitbreiteste Brücke Berlins sein. im Zirkus ließ die Direktion durch Mannschaften der hiesigen Polizeibericht. Am 14. d. M. vormittags wurde in einer nommen und es zwischen der Serviette versteckt, um es sich nach Der Angeklagte Garnison vollziehen. Ist die Direktion der alte Herr Renz Mälzerei ein Angestellter bei Benutzung eines Fahrstuhls gegen der Entfernung des Predigers anzueignen. soll als vielfacher Millionär gestorben sein aus petuniären die Mauer gedrückt und schwer am Kopfe und an der Brust berief sich nun auf das Zengniß des Predigers Runze darüber, Gründen wirklich nicht im stande, aus dem Heere der Arbeits- verletzt. In der Hafenhaide wurde in der Nähe des früheren daß er ihn damals zurückgerufen und auf das Geld in der Serlofen die nöthigen Hilfskräfte heranzuziehen? Oder liegen sonst Pionier Uebungsplatzes in der Erde verscharrt die Leiche viette aufmerksam gemacht habe. Prediger Runze, der im Begriffe Gründe vor, welche eine Bevorzugung des Militärs gebieten eines neugeborenen Kindes aufgesunden. Mittage wurde gewesen sei, einer Beerdigung beizuwohnen, habe angeordnet, daß Die Direktion thäte gut, von dieser Häßlichen Gepflogenheit, die auf dem Blücherplatze eine Frau turch einen Geschäfts: das Geld in einen Schrank gelegt werden möge. Der Beuge felbst in bürgerlichen Kreisen Kopfschütteln erregt, hinfort abzu- wagen überfahren und am Kopfe sowie an den Armen Runze vermag sich selbst auf Borhalt dieses Vorganges nur laffen. schwer verlegt. Am Elisabethufer fiel ein obdachloser Schlosser dunkel zu erinnern, jedenfalls habe er demselben damals fein Ge Eine größere Einbrecherbaude hat in der Sonnabend hästischen Ranal und erlitt, indem er mit dem Kopfe auf den gahin, daß Küfter Schulz einmal versucht haben solle, ſich vom Geländer, auf dem er eingeschlafen war, in den Luisen- wicht beigelegt. Eine fernere Behauptung des Angeklagten geht Nacht in dem Hause 18 der Kaiser Wilhelmstraße debütirt, istorines port liegenden Kahnes aufschlug, eine bedeutende den Inhalt von zwei Sammelbüchsen anzueignen. Es ſeien in jedoch bei Ausführung des Diebstahls gestört worden. Einige Wunde am Kopfe und anscheinend auch innere Verlegungen. der St. Johannisfirche elf Sammelbüchsen vorhanden, die nach Partiewaarenhändler hatten einen größeren Posten Herren- und Damentuche gemeinschaftlich gekauft und schafften denselben in Nachmittags wurde in der Lothringerstraße ein vierjähriges Beendigung des Gottesdienstes in einen Korb gestellt und nach zwei großen Fuhren nach einer Wohnung des obenerwähnten Mädchen durch einen Geschäftswagen überfahren und schwer am einem Nebenraum getragen wurden. Hier wurde der Inhalt auf Fuße verletzt. Eine Frau fiel bei einem Besuche in einem einen Tisch geschüttet und dann gezählt. Schulz habe nun hierbei Hauses, um von da aus die Theilung der Waaren vorzunehmen. Hause in der Kaiserstraße infolge eines Fehltrittes das Manöver ausgeführt, zwei ungeleerte Büchsen unter die geIn der Nacht vom Sonnabend zu Sonntag wurden die Thüren von der Treppe und erlitt einen Bruch des Unterschenkels. leerten zu stellen, jedenfalls um sich den Inhalt später anzueignen. Der der Wohnung gewaltsam geöffnet, die Einbrecher schleppten dien einer Schankwirthschaft in der Novalisstraße entstand Angeklagte will damals den Prediger Feller hinzugerufen und ihm die Waaren, die ste mitnehmen wollten, auf einen Stapel zusammen; abends eine Schlägerei, bei der ein Maschinist von seinen aus noch ungeleerten Büchsen gezeigt haben. Der Zeuge Prediger die Zahl der ausgewählten Gegenstände war so groß, daß zum Buhältern bestehenden Gegnern bedenklich verletzt wurde. In Feller vermag sich dieses Umstandes ebenfalls nur so dunkel zu mindesten ein großer Möbelwagen zum Transport derselben einem Schanklokale in der Flottwellstraße schoß ein Kaufmann erinnern, daß er sich darüber nicht äußern kann. Der Verdacht, erforderlich war. Irgend ein Umstand hat jedoch den Massen- beim Spielen mit einem geladenen Revolver einem Mädchen in die daß Küfter Schulz eine unehrenhafte Handlung habe begehen diebstahl im letzten Augenblick verhindert. V Brust. Die Verlegung scheint leicht zu sein. In der Nacht zum 12. d. m. versuchte in einem Gasthofe in der Invalidenstraße ein Mann sich zu erschießen und verletzte sich schwer am Kopfe. Im Laufe des Tages fanden vier unbedeutende Brände statt. 1081 Witterungsübersicht vom 15. Oftober 1895. Wegen Verlegung amtlicher Siegel ist jetzt ein Rir dorfer Gemeindediener zur Anzeige gebracht worden. Der Eigenthümer T. in Rixdorf, so wird uns berichtet, erhielt dieser Tage ein amtliches Schriftstück durch einen Gemeindediener gut gestellt und bemerkte sofort, daß das Siegel, mit welchem das Schreiben verschlossen, erbrochen war. Er führte darüber sofort bei der Gemeindeverwaltung Beschwerde und in seiner Gegenwart gestand der zur Verantwortung gezogene Gemeindediener, daß er das Siegel erbrochen habe, um Kenntniß von dem Inhalt Stationen. des Schriftstücks nehmen zu können. Herr T. hat die Sache der Staatsanwaltschaft angezeigt, da der betr. Beamte im Dienste belassen worden ist und noch heute dem Publikum die amtlichen Schriftstücke zu überbringen hat. slurs 52 gan Auf der ersten Nacht Omnibuslinie Belle Alliance, Hamburg Friedrich-, Chausseestraße soll jetzt binnen kurzem von 11 Uhr Berlin abends bis 4 Uhr morgens ein 10 Minutenverkehr eingerichtet Wiesbaden werden. München Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke IIN WNW( Stala 1-12) Wetter Temperatur NOT nach Celsius Swinemünde 763 WNW 3 heiter 9 765 N 2 bedeckt 9 764 23 3 bedeckt 10 764 Stia bedeckt 766 2 wolkig 10 764 Still halbbedeckt 7 738 Still bedeckt 3 746 MSM 1 bedeckt 8 758 GGD 3 Nebel 14 767 763 NOD DND 4 bedeckt 1 wolfenlos Aberdin Koloniales. Zu unserem neulich gebrachten Bericht über Wien. die Zustände der Laubenkolonie Südost geht uns von dem Wirthe Haparanda. Wanzlich die Mittheilung zu, daß der Pachtpreis im dritten Jahre Petersburg nicht 90 Pfennig, sondern 70 Pfennig betragen habe; dieser Cort Preis wäre auch geblieben, wenn der Verein Südost den Generalpächter nicht um 200 Mart überboten hätte. Darauf hätte Herr Paris. Wanzlich dasselbe geboten; es sei aber ein Irrthum, anzunehmen, daß er als Wirth einen Pfennig bei der Pacht verdient hätte. Das von ihm gelieferte Bier sei brei Jahre hindurch für gut befunden worden; erst nach dem Zwischenfall hätten die Pflanzer am Getränk etwas auszufeßen gehabt. Es sei ferner unrichtig, daß Herr Wanzlich gesagt habe, die Kolonisten hätten das Feld bis zum 1. November zu räumen; er hätte nichts gegen die fernere Benutzung des Feldes gehabt, wenn er nicht in der seiner Ansicht nach begründeten Furcht gelebt hätte, daß der Verein Südost ihn ausmiethen werde. And dem Kulturstaat Preußen. Der Schlächtergeselle Müller, der den Raubmord auf das Ehepaar Mevers in Westend beging, foll, wie ein hiesiges Blatt meldet, am Mittwoch Morgen in Plößensee hingerichtet werden. 78 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 16. Oktober 1895. Ruges, zeitweise aufklärendes, vorwiegend nebeliges, etwas fühles Wetter ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beifung. des um wollen, sei ihm jedenfalls nicht gekommen. Sodann wurde der Zeuge Schulz vernommen. Zum ersten Falle äußerte er sich dahin, daß es Gebrauch sei, das dem Taufbecken entnommene Opfergeld zunächst zwecks Abtropfens auf einen Nohrstuhl zu legen und es dann mittels der Serviette, die immer über der Stuhllehne hänge, vollends zu trocknen. An jenem Tage möge eine Bergeßlichkeit vorgelegen haben, die aber nicht ihm zur Last gelegt werden könne, da er sich mit dieser Arbeit nicht befasse, sondern dies damals zu den Obliegenheiten des Angeklagten Teßmann gehörte. Auch die übrigen von dem Angeklagten aufgestellten Behauptungen führte der Zeuge Schulz theils auf Ge hässigkeit, theils auf Untenntniß und Irrthum zurück. Der folgende Beuge, jetzige Kanzlist Dräger, ist der Vorgänger des Angeklagten als Kirchendiener in St. Johannis gewesen. Als derfelbe bekundet, daß der Küster Schulz ihn wiederholt mit Taufscheinen zum Prediger zum Unterzeichnen geschickt habe, ohne ihm das Kontrollbuch mitzugeben, erklärt der Zeuge Schulz, daß dies eine der gemeinsten Lügen sei, die ihm je vorgekommen. Der Vorsitzende rügt diese Aeußerung. Prediger Runze weiß, daß die vom Zeugen Dräger behauptete Thatsache dennoch der Wahr heit entspreche, er selbst habe schon Taufscheine zum Unterzeichnen zugeschickt erhalten, ohne daß, wie es Vorschrift sei, das Kontrollbuch beigefügt gewesen sei. Er habe sich dann einen Verinerk gemacht, um sich später von der erfolgten Eintragung in das Beuge Schulz giebt zu, Kontrollbuch zu überzeugen. daß dies vorgekommen sei, wenn es an Beit gefehlt habe. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß die so unfraffe Bemerkung des Zeugen Schulz dann gerechtfertigter sei. Der Zenge Dräger behauptet ferner, daß der Küfter Schulz ihn einmal bei der Theilung der Gebühren übergangen habe. Zeuge Schulz weist diesen Vorwurf mit Entschiedenheit zurück. Zeugin Ww. Rossow foll bei dem Zeugen Schulz einen Leichenwagen erster Klasse bestellt und beAnd der Johannis- Gemeinde. Unter großem Andrange zahlt, aber nur einen solchen zweiter Klasse geliefert erhalten von Mitgliedern der Johannis Gemeinde in Moabit wurde haben. Es soll ihr nicht gelungen sein, das zuviel gezahlte vom Küfter Schulz zurückzuerhalten. Der Zeuge gestern vor der IX. Strafkammer hiesigen Landgerichts I eine Geld weist nach, daß er den ganzen Betrag Anklage wegen wiederholter Beleidigung gegen den früheren Schulz Kirchendiener der Johannis- Kirche Joh. Karl Friedr. Ze ßmann an die Kirchenkaffe abgeliefert hatte, von dieser hätte die Frau verhandelt. Die Thatsachen, um welche es sich handelt, find den zuviel gezahlten Betrag reklamiren müssen. Ober- Berwaltungsgerichtsrath Arnold hat die Disziplinar. bereits Gegenstand eines Disziplinarverfahrens gewesen, welches ungunsten des Angeklagten ausgefallen ist. Auch untersuchung gegen den Angeklagten Teßmann geführt. Er habe Der Zusammenstoß zweier Züge auf der Strecke Rigdorf- 3u hat im 1888 Jahre bereits auf An- sich davon überzeugt, daß die gegen den Küfter Schulz erAntrag Johannisthal, von dem bereits gemeldet, hat sich Abends furz nach 7 Uhr ereignet. Ein leerer Arbeiterzug fuhr mit voller geklagten ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft gehobenen Beschuldigungen den höchsten Grad der UnwahrFahrgeschwindigkeit auf einen nach Schlesien bestimmten Güter- schwebt. Die Strafanzeige des Angeklagten ist vom Erften scheinlichkeit gegen fich hatten. Dagegen hatte er es für zug, und zwar nicht wie gemeldet, infolge falscher Weichenstellung, Staatsanwalt zurückgewiesen, auf die Beschwerden des An- wahrscheinlich, daß der Angeklagte Teßmann an einer Art Bersondern wegen Zurückspringens derselben, ein Vorkommniß, das geklagten haben auch der Oberstaatsanwalt, der Juftigminister folgingewahn leide. Benge Freiherr v. Gannstein hat als Rendant der Kirchenbei neuen Anlagen öfter zu beobachten ist. Die Maschine des und schließlich auch das Kammergericht die Denunziation zurückArbeiterzuges demolirte hierbei zwei Wagen des Güterzuges gewiesen. Der Angeklagte hielt am 22. Februar d. J. im Hohen- faffe St. Johannis die Bücher des Zeugen Schulz geprüft und der Bandelstraße eine öffentliche Wolfs feine Unregelmäßigkeiten gefunden. Dieser Zeuge sowie der einen Bierwaggon und einen mit Tuchballen beladenen Waggon zollern- Saale in vollständig, während die Maschine selbst aus dem Geleife sprang, versammlung ab, in welcher er über das Thema„ Gewalt folgende, Superintendent Gielen erklären, daß der von dem und sich quer über die Schienen warf. Der Lokomotiv- und Recht" und" Wie weit erstreckt sich die Gewalt der Angeklagten erhobene Vorwurf, fie hätten etwaigen Unregelmäßigführer, wie auch der Heizer haben ziemlich erhebliche Kontusionen Behörden" sprach. Er soll darin den Küfter Schulz beleidigt leiten des Küsters Echulz gegenüber ein Auge zugedrückt, völlig erlitten, so daß sie vorläufig feinen Dienst verzichten tönnen. haben, indem er behauptete, er habe die Rechnungsbücher ge- aus der Luft gegriffen fei. Der Schaden beläuft sich auf über 20 000 Mt. Der ziemlich fälscht und die gezählten Gelder zwar eingetragen, die un- Staatsanwalt Eger hielt den angetretenen Wahrheitslange gehemmte Verkehr auf den zwei Geleisen ist gestern Abend gezählten aber für sich behalten. Ferner soll er den Küster beweis für völlig verfehlt. Nachdem der Angeklagte durch alle Echurke" und" Betrüger" genannt haben. Er hat auch den möglichen Instanzen belehrt worden sei, daß seine Beschuldigungen wiederhergestellt worden. Gemeinde Kirchenrath der St. Johannis- Kirche beleidigt, indem gegen den Küfter Schulz unbegründet seien, habe er dennoch in Verhaftet wurde durch Beamte der Berliner Kriminalbehauptete, daß dieser um die angeblichen Ber- öffentlicher Versammlung seine Schmähungen wiederholt. Der polizei hier auf Requisition der Neu- Ruppiner Staatsanwaltschaft untreuungen des Stifters Schulz gewußt und diese bemäntelt einzige Milderungsgrund, der dem Angeklagten zur Seite stebe, sei Der Steuererheber Vogler, der vor acht Tagen nach Unter- babe. Schließlich hat er öffentlich darüber geklagt, daß er die feine geringe Bildung und mangelhafte Intelligenz. Er beantragte schlagung amtlicher Gelder flüchtig geworden ist. Vogler wurde ihm zustehende Pension nicht bekommen fönne und man ihm bei der Echwere der Beleidigungen und der Hartnäckigkeit, mit nach dem Amtsgerichts- Gefängniß zu Neu- Ruppin gebracht. fein Recht vorenthalte. Die gesammten Verhältnisse, die sich um der der Angeklagte vorgegangen, eine Gefängnißstrafe Ueber die Höhe der Summe der Unterschlagungen ist nichts diese Behauptungen grnppiren, sind schon im Disziplinar- von vier Monaten. Der Gerichtshof stellte dem Küster Schulz ebenfalls das bekannt; falfche Buchungen haben es dem ungetreuen Beamten verfahren zum Gegenstande einer eingehenden Beweisaufnahme geermöglicht, längere Zeit hindurch sein Vergehen zu verbergen. macht worden. Das Urtheil des Konsistoriums lautete auf Dienst- Zeugniß aus, daß die ihm gemachten Vorwürfe völlig unWegen Sittenvergehend ist der verheirathete Bierverleger enthebung des Angeklagten und hebt hervor, daß die volle begründet seien. Der Angeklagte fei zu vier Monaten GeR. in der Wilhelmstraße zur Anzeige gebracht worden. R. soll Haltlosigkeit der Beschuldigungen des Angeklagten eriviefen wor- fängniß verurtheilt und dem Beleidigten, Küster Schulz, sowie sich an seinem sechszehnjährigen Dienstmädchen vergangen haben. den fei. Derselbe habe eine so unglaubliche Gehässigkeit, Unver- dem Kirchenrath von St. Johannis, die Befugniß zugeip ochen träglichkeit und Verblendung gezeigt, daß man fast Zweifel an worden, den Tenor des Erkenntnisses in Evangel, firchl. AnAus der Selbstmordchronif. In dem Gasthof Invaliden feiner Zurechnungsfähigkeit erbeben könnte. Wenn man auch zeiger" und im„ Lokal- Anzeiger" zu veröffentlichen. straße 126, fehrte am Montag Abend um 8 Uhr ein junger auf sein sehr beschränktes Verstandesvermögen Rücksicht nehmen Mann ein, der von Eberswalde fam. Er begab sich gleich auf miffe, fo habe er sich doch durch sein von beispiel- Prügelpädagogif. Wegen Körperverlegung im Amte ist fein Zimmer und schien schon frühzeitig zur Ruhe gegangen zu lofem Haß getriebenes Verhalten der Achtung und des vom Landgerichte Köslin der Lehrer Guftav Ott aus Greifenhagen zu 30 Mark Geldstrafe verurtheilt worden. sein. In der Nacht um 28/4 Uhr hörte der Hausbiener in dem Vertrauens feines Amtes im höchsten Maße unwürdig gezeigt. 3immer einen Echuß fallen. Der Fremde hatte sich eine Re- Der Angeklagte hat gegen dieses Urtheil des Konfiftoriums Be- Einem zwölfjährigen Knaben sollte für das Lied„ Ich bin ein volverfugel in die linke Schläfe gejagt und wurde schwer ver- schwerde bei dem Evangelischen Oberkirchenrath eingelegt, ist aber Preuße" mittelst des Rohrstockes etwas mehr Interesse eingeprägt legt und bewußtlos in ein Krankenhaus gebracht. Aus auch mit dieser abgewiesen worden. Troß dieser von allen werden. Ott legte ihn übers Knie und prügelte ihn, traf ihn aber nicht nur auf das Gefäß, sondern auch einem hinterlassenen Briefe, den der Lebensmüde, ein möglichen Instanzen ihm gekommenen Belehrung, daß die von dabei Papiermacher M., an seine in der Linienstraße dienende Schwester ihm aufgestellten Beschuldigungen völlig grundlos feien, hat er am Kopfe, sotaß dort blutunterlaufene Striemen entstanden. Tas Gericht hat vorsätzliche Körperverletzung festgestellt und an gerichtet hat, ist nicht zu ersehen, was ihn zu dem Selbstmord- die letzteren in der erwähnten Versammlung wiederholt und er versuche veranlaßt hat. In Groß- Lichterfelde tödtete sich in erklärt auch vor Gericht, daß er trotz alledem dabei bleiben müsse. genommen, daß der Angeklagte sich der Widerrechtlichkeit seiner In seiner Revision ver der Nacht zum Dienstag um 2/2 Uhr in seiner Wohnung am Ibm komme es nur darauf an, sein Recht zu erhalten und Handlungsweise bewußt war. Marienplage der 46jährige Buchhändler Herz, ein vermögender nachzuweisen, daß er zu unrecht feines Dienftes entlassen worden sicherte der Angeklagte, die Absicht der Mißhandlung babe ihm Mann, in einem Anfalle geistiger Umnachtung. fet. Es ist deshalb eine große Zahl von Zengen geladen worden, fern gelegen. Das Reichsgericht verwar jedoch das RechtsBezüglich des eigenthümlichen Todesfalles des Ser- unter ihnen Superintendent Gielen, Prediger Dr. Runze, mittel, da alle Momente des strafbaren Thatbestandes ausgeanten enda vom 1. Eisenbahn- Regiment, welcher am Defonomierath Dr. v. E austein, Polizeilieutenant v. Schock, reichend festgestellt seien. Es ist bezeichnend, daß die Mishandlungen der armen 2. d. Mts. früh morgens in dem Flur des Hauses Vorffir. 48 Prediger Feller, Prediger Na a gel und der frühere Kontodt aufgefunden wurde, hat die Untersuchung teine bestimmten fiftorialrath, jetzige Ober- Berwaltungsgerichtsrath Arnold. Schulkinder, welche sich Lehrer zu schulden kommen lassen, Anhaltspunkte dafür ergeben, daß B. durch die Schuld anderer Die Berhandlung findet unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors meistens mit einer geradezu auffälligen Wilde gefühnt werden. " er " Wann wird der Stock überhaupt feine unwürdige Rolle in der Boltsschule ausgespielt haben? Unseres Erachtens sollte die Selbstachtung schon die Lehrer veranlassen, den Unterricht nicht durch Prügel zu entweihen. Gegen den Buchbindereibefizer Haman aus der Beuthstraße stand am Dienstag vor der Straffammer in Moabit Termin in einer Berufungssache an. Es handelte sich um den unseren Lesern gemeldeten unfittlichen Angriff, dessen Herr Haman sich einer seiner Arbeiterinnen gegenüber schuldig ge macht haben sollte. Herr Haman war vom Schöffengericht freigesprochen worden; der Staatsanwalt hatte jedoch gegen das freisprechende Urtheil Berufung eingelegt, zu welcher, wie gemeldet, gestern Termin anstand. Die Verhandlung mußte aber vertagt werden, da der Angeklagte nicht erschienen war. Auf Antrag des Staatsanwalts beschloß der Gerichtshof, Herrn Ha man zum nächsten Termin vorführen zu lassen. 10% uhr, bei Röuig, Neue Friedrichstr. 44. Jeder Kollege willtommen. Barbiere, Friseure, Perückenmacher, Zweigverein Berlin. Abends Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, den 16. Oktober, abends 8½ Uhr, im Kommandanten- Garten, Kommandanten= straße Nr. 10-11: Berfammlung. Aufnahme neuer Mitglieder. Landsleute, Damen und Herren, find willkommen. Vergnügungsverein ,, Italia". Mittwoch, den 16. Oftober, abends 9 Uhr, Arbeiter- Bildungsschule. Während der Ferien vom 1. bis infl. 20. Oftober fällt der Unterricht in beiden Schulen aus. Die Bibliotheken und Lesezimmer sind jedoch allabendlich von 7%-10% Uhr geöffnet. Dieselben befinden sich Waldemarstr. 14 und Müllerstr. 179a. The Vermischkes. Stadt Mülheim insoweit geschädigt wurden, als nunmehr die des Verbandes beziehentlich Bergrößerung seiner Mitgliederzahl städtische Rheinbrücke mit ihrem Passirgeld von 4 Pf. für den die Unternehmer gehindert werden, mit den Arbeitern nach Personenverkehr brach gelegt war. Seit dem 4. August tam es Willkür zu verfahren. Die Versammlung war sehr gut besucht. auf dem Mülheimer Werftplatze zu fleinen Aufammlungen, die von den Schiffen der älteren Gesellschaft absteigenden Passagiere wurden belästigt und angegriffen, bis es schließlich an brennenden Feuerwerkes einem Abende, als wegen eines auf dem Rheine abzuauf dem Werftplate sich eine größere Menschenmenge Menschenmenge angesammelt hatte, 311 jenen bedauerlichen Ausschreitungen kam, über die wir seinerzeit aus- mestariter- Bildungsschule. Währ führlichst berichtet haben. Auf dem Werfte befindliche Annoncenuhren, ein Wetterhäuschen und sämmtliche Laternen wurden ertrümmert, ein vollbesetztes Boot der alten Gesellschaft, das an der Landeſtelle anlegen wollte, wurde gezwungen, unterhalb der Steinwürfe schwer verletzt und andererseits zahlreiche Bassanten Stadt die Passagiere auszusehen, die Polizisten wurden durch durch Säbelhiebe verwundet. Am darauffolgenden Tage, einem Schiffsunglück an der Ostseeküste. Die Danziger Bark Sonntage, wurde gegen Abend der Krawall noch stärker, die Jupiter" ist in der Nacht zum Dienstag auf Hela gefirandet. Polizei, durch Gendarmerie und Kölner Schuhmannschaft ver: Die Mannschaft erreichte im eigenen Boote das Land; das Schiff stärkt, drängte die nach Tausenden zählende Menge mit blanker ist verloren. Waffe von dem Werftplage in die Straßen zurück, wobei aus der Nacht- Schnellzug von Breslau nach Beuthen ist in Nacht Dienstag zum 1 Uhr beim Bahnhof den Häusern heraus Schüffe abgefeuert und Steine und Eisen- der theile auf die Polizisten geschleudert wurden. Der Krawall Laurahütte entgleift. Die Entgleisung, welche 250 Meter wiederholte sich am darauffolgenden Abend vor dem Rathhause. vom Stationsgebäude stattfand, wurde durch einen Schienenverursacht. Die Lokomotive und der Packwagen Erst nachdem der Landrath und der stellvertretende Bürgermeister bruch eine energische Aufforderung an die Bürgerschaft zur Einstellung pafsirten die Stelle ohne Unfall, die nachfolgenden vier Personender Feindseligkeiten unter Androhung der Verhängung des Bewagen entgleiften und wurden ungefähr 200 Meter mitgeschleift. verschiedene lagerungszustandes erlassen hatten, wurde es ruhiger. Die Ver- Der Zug war schwach besetzt; drei Passagiere wurden leicht, ein handlungen werden etwa vier Tage dauern. Passagier schwer verlegt. Sämmtliche Personenwagen sind unbrauchbar geworden. Die Lokomotive und der Packwagen konnten die Fahrt fortsetzen. In der noch schwebenden Disziplinar Augelegenheit gegen den Rechtsanwalt Dr. Frih Friedmann ist, wie die Bolts- Zeitung" meldet, das Verfahren in der Berufungsinstanz noch nicht abgeschlossen. Es sind verschiedene Beschwerden gegen Friedmann bei dem Ehrengericht der Anwaltskammer eingebracht. Von dem Ahlwardt'schen Organ wurde seinerzeit geradezu zur Beschwerdeführung aufgefordert. Ein Anhänger Ahlwardt's, der Schriftsteller v. Sojeci, hat gegen Friedmann, der ihn damals in einem Prozesse vertrat, die Angelegenheit aber in letzter Stunde einem Amtskollegen übergab der Angeklagte wurde damals zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt Beschwerden bei der Anwaltskammer erhoben; er glaubt, daß die Niederlegung der Vertheidigung seine Verurtheilung zur Eine Depesche des Bureau Herold vom Dienstag Morgen Folge gehabt habe. Der Hauptbelastungszeuge soll noch auf dem meldet des weiteren: Die Zahl der im Mülheimer KrawallSterbebette gestanden haben, einen Meineid geleistet zu haben. prozeß geladenen Zeugen hat sich von 80 auf 150 erhöht. Zeuge Von dem Vorstand der Anwaltskammer ist an Herrn v. Sojecki Landrath Niesewand konstatirt, daß 43 Polizeibeamte gegenüber folgendes Schreiben eingelaufen:„ Die von Ihnen unterm 27. Mai d.J. einer tausendköpfigen Menge einen schweren Stand hätten, gegen Herrn Rechtsanwalt Dr. Frizz Friedmann hierselbst bei der immerhin sei aber durch das zu frühzeitige Eingreifen fönigl. Staatsanwaltschaft eingereichte Beschwerde ist von der die Erregung geschürt worden. Entgegen der Anletzteren zunächst an den unterzeichneten Vorstand der Anwalts- flageschrift versichert der Landrath, Bürgermeister Steinkopf, dem tammer zur Kenntnißnahme abgegeben worden. Wir haben es man die Hauptschuld an der Entstehung des Exzesses( es handelte für angemessen erachtet, weitere Recherchen in dieser Angelegen fich bekanntlich um Ermäßigung des Fahrpreises von 20 auf heit vorläufig auf sich beruhen zu lassen, da gegen den genannten 10 Pf.) beimaß, habe damals von Marienbad aus energisch, Rechtsanwalt ein ehrengerichtliches Verfahren schwebt, dessen aber erfolglos gegen die Herabsetzung protestirt. Den VerhandAusfall möglicherweise von Einfluß auf die Entscheidung in lungen wohnte eine große Menschenmenge bei. dieser Sache ist. Sie werden seinerzeit weitere Bescheidung erhalten. Berlin, 7. Oftober 1895. Der Vorstand der Anwaltstammer. gez. Lesse, Geh. Justizrath, Vorsitzender." Wer begnadigt wird. Der Premier Lieutenant a. D. Hermann Winter wurde im vergangenen Jahre wegen Sitlichfeitsverbrechens zu zwei Jahren Zuchthaus und fünfjährigem Ehrverlust verurtheilt, welche Strafe er in Görlig verbüßte. Dem Verbrecher ist jetzt, wie ein hiesiges Blatt erfährt, der Rest der Strafe nebst Ehrverlust erlassen worden, was seine sofortige Haftentlassung zur Folge hatte. Ueber den Mülheimer Krawallprozeß, der gegenwärtig vor dem Schwurgericht zu Köln verhandelt wird, enthält die " Frankfurter Beitung" einen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: Ein Aus Wien wird berichtet, daß Fräulein Marie Schwarz, bisher Leiterin einer Volksschule im 6. Bezirk, zur Direktorin an der Mädchen- Bürgerschule im 9. Bezirk, Galileigasse, ernannt wurde. Fräulein Schwarz ist die erste Bürgerschul- Direktorin in Wien, ihre Ernennung die erste Folge der in betreff der Befegung der Direktorstellen an Mädchen- Bürgerschulen vom LandesSchulrathe erlaffenen Verfügung. Dynamitexplosion. Nach einer Meldung österreichischer Beitungen aus Nürschau bei Pilsen explodirte dort vorgestern vor dem Schachthaufe der Pantraz- Zeche eine Dynamitpatrone, wodurch 60 Fensterscheiben zertrümmert wurden. Der Betriebsleiter der genannten Zeche wurde durch Glassplitter leicht verwundet. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Briefkasten der Redaktion. Dem Berl. Tagebl." geht aus Köln die folgende Meldung zu: Die Vernehmung der Zeugen dauert fort. Die Gendarmerie sowie die Polizisten geben zu, scharf geschossen zu haben. Aufsehen erregender Zwischenfall passirte, als der Vertheidiger nachwies, daß ein Widerspruch zwischen den Aussagen des Bolizisten Gysen und zweier Beuginnen beſtehe, und deshalb die wir bitten bei jeder Anfrage ehie Chiffce( Saver Buchflaben oder eine Zahl) Brotokollirung der Aussagen des Polizisten beantragt, worauf Der Staatsanwalt jenen Bertheidiger als einen Denunzianten hinstellte. Sämmtliche zehn Vertheidiger er Iärten hierauf, die Vertheidigung niederzulegen, was jedoch durch die Erklärung des Staatsanwalts, Assessor Schell, verhütet wurde, daß er jenen Vorwurf zurücknehme. Versammlungen. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend abends von 7-8 Uhr statt. H. Schulz. lins ist nichts davon bekannt. 2. ist auf Reifen. 21. B. 0. 0. Für die vorehelichen Schulden Ihrer Ehefrau haften Sie nicht. E. 2. 39. Uns nicht bekannt. Che 3612. 1. Der Ehebruch ist Scheidungsgrund und strafbar ist er, wenn seinetwegen die Ehe geschieden und Strafantrag innerhalb drei Monaten nach Scheidung gestellt ist. 2. Nein. 3. Zunächst Antrag auf Sühnetermin beim Amts-, dann Klage beim Landgericht. D. M. 48. Wenden Sie sich in beiden Fällen beschwerdeführend an die Schuldeputation und theilen Sie uns das Resultat der Beschwerde mit. upad Augeklagt sind 17 Personen; über 80 Beugen kommen zur Vernehmung. In der Anklage werden die Vorgänge wie folgt In einer Versammlung der Barbiere hielt am 10. Ot geschildert: Seit einer Reihe von Jahren bestand in Mülheim tober Kollege Meyer einen beifällig aufgenommenen Vortrag ein Dampfschiffs- Unternehmen zur regelmäßigen Verbindung über den Untergang des Kleingewerbes. Dann unterzog Kollege zwischen Mülheim und Köln, das 1886 in eine Attiengesellschaft Staroffon die Behandlung einer Kritif, die der Barbier umgewandelt wurde. Die Billets fofteten 25 und 20 Pf. An- stuben- Inhaber Körner seinen Gehilfen angedeihen ließ. Dieser, fangs dieses Jahres schufen dann ein früherer Beamter dieser der in der Versammlung anwesend war, nahm die betreffenden, var Briefkaffen der Expedition. und der Rheder Faßbender ein von Starosson gerügten Aeußerungen mit der Entschuldigung Konkurrenzunternehmen, das für 10 Pf. den Verkehr zwischen zurück, daß sie in der Aufregung geschehen wären. Die Sache ist Für die Familien der im Effener Meineidsprozek Mülheim und Köln vermittelte. Diese gegenseitige Unterbietung dadurch erledigt. Dann erstattete die Agitationskommission Be- Verurtheilten gingen bei uns ferner ein: rief eine tiefgehende Erregung hervor, die insbesondere auch die richt. Zum Vertrauensmann wurde gegen 1 Stimme Starosson Rothe Hochzeit, Langen- Buchholz 6,50 M. Bezahlt von einem Berl. Pußer 4, Beamten der beiden Gesellschaften erfaßte. Alsbald tam es zu gewählt, zu deffen Stellvertreter Simson. D. Dittmar, Berlin 10,-. Bon dem einem Zusammenstoß, bei dem nur durch einen glücklichen Ju der Schöneberger Verwaltung des Deutschen rothen Bezirk 602, Müllerstr. 4,10. Ein Schnorrer aus der Zufall größeres Unglück verhütet wurde. Die Erbitterung Metallarbeiter- Berbandes, die jüngst thre viertel- Grimmstr. 3 1,05. Unbekannt 1,-. Von den rothen Arbeitern theilte sich bald den Kreisen der Bürgerschaft mit, die auf seiten jährliche Generalversammlung abhielt, sprach Dr. Heinrich der Hof Silberwaarenfabrik 1,50. Gebrüder Petersfeldt des neuen Unternehmens stand, zumal die Frequenz sich durch die Konkurrenz gehoben hatte. Geschürt wurde die Erregung Vortrage folgte die Abrechnung über das 3. Quartal, die durch Ueberschuß aber besonders dadurch, daß man den Bürgermeister von Mül den Kassirer Wilhelm Schmidt gegeben wurde. Darnach Gesammelt bei einer Hochzeit bei A. Schulz, Köpenick 2,25. heim, Steinkopf, der zugleich Aussichtsrathsmitglied der Dampf betrug die Einnahme 228,30 M., die Ausgabe 142,35 M., der Kindtaufe in Köpnick 1,60. Gesammelt vom rothen Westen 9,80. schifffahrts- Aktiengesellschaft war und seine Stellung nicht nieder Bestand also 85,95 M. Der Kassirer erhielt einstimmig Decharge. 6 Maler 2,50. Gesammelt Faldensteinstr. 15 beim gemüthlichen legte, den Vorwurf machte, daß er dem allgemeinen Interesse zu unter Verbandsangelegenheiten machte der Bevollmächtigte be- Budifer 1,95. Gesammelt bei einer Kindtaufe in Johanniswider gar keine Schritte thue, um durch Abschaffung des fannt, daß im letzten Vierteljahre dem Verband infolge dessen thal 2,50. 25 Pf.- Billetpreises die Ursache der Aufregung zu beseitigen, und fräftiger Agitation 62 Kollegen als Mitglieder beigetreten sind, Summa 55,25 M. Bereits quittirt 12 642,07 m.; in Summa dieser Fahrpreis beibehalten wurde, obgleich die Interessen der wobei er hervorhob, daß eben nur durch) fortgesette Stärkung 12 697,32. Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 16. Oktober. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Der Evangelimann. Schauspielhaus. Maria Stuart. Deutsches Theater. Die Mütter. Berliner Theater. Die Grille. Leffing Theater. Gräfin Frizzi. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Reise nach dem Mars. Nachmittags: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Neues Theater. Der Militärstaat. Schiller- Theater. Die Maler. Residenz- Theater. Der Rabenvater. Vorher: Aber die Che! Adolph Ernst- Theater. Parade: bummler. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplat- Theater. Ein Kind der Liebe. Vorher: Ein kleines Mißverständniß. National Theater. Medea". Theater Unter den Linden. Der goldene Kamerad. American Theater. Bulgarien in Berlin. Die Millionenerbin von Rixdorf. Reichshallen- Theater. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Zum 43. Male: Schulz über Darwinismus. Dem beifällig aufgenommenen Bau Coloffer, Miltefeftum Schnißers Rub Wilmersdorf, durch Grünberg 4,50 M. Friedrich Wilhelmstädt. Theater] National- Theater. 25/26. Chauffecstr. 25/26. Heute: Zwei Vorstellungen Der Liliputaner. Abends 71/2 Uhr. Zum 55. Male: Die Reise nach dem Mars. Nachmittags 3 Uhr: Schneewittchen und die heben Bwerge. Kinder nachmittags halbe Preise. Konzerthaus Sanssouci Kottbuserstr. 4a ( nahe am Oranienplay). Heute, sowie jeden Donnerstag und Sonntag: ol Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. bei Kessler, Kottbuser- Play. Grossartiges neues Programm! Zum Schluß: Bureau Bammelmeyer. Urkomisches Ensemble von Meysel. Freitag: Victoria- Brauerei. Varadebummler. Castan's Panopticum. Besetzung der Hauptrollen: Anna Bäckers, Josefine Dora, Ida Schlüter, Adolph Ernst, Julius Eyben, Hugo Haßkerl, Richard Jürgas, Guido Zielscher, Karl Weiß, Georg Worlitzsch. Anfang 71/2 Uhr. Rein Aufgeld. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Friedrichstr. 165. ! Salambo? Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend er mäßigten Preisen. Gastspiel des Frl. Georgine Sobjeska vom tgl. National- Theater zu Agram: Medea. Trauerspiel in ŏ Atten von Franz Grillparzer. Regie: Mar Samst Morgen: Die Braut von Messina. Central- Theater. Alle Jakobtr. 30, Emil Thomas a. G. Novität! 3um 42. Male: Novität! Eine tolle Nacht. Große Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 5 Bildern von Wilh. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. In Szene gesetzt v. Dir. Richard Schultz. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Bum 43. Male: Eine tolle Nacht. Fren- Palast Burgstraße Nr. 22. Schreien hilft nichts! Thatsachen beweifen! Stephan& Olivier non plus ultra aller Gymnastiker. Die Matadore der Luft!" Thränen werden nicht gelacht, aber gefchlucht über W. Fröbel's Blanznummer Paradebummler! Dazu das Riefenprogramm ohne jede Konkurrenz in Berlin dastehend! Kommen! Sehen! Staunen! Anfang: Wochentage 71/2 Uhr, Sonntags 6 Ubr. Entree 30 Pf. Schiller- Theater. ( Wallner Theater.) Mittwoch: Die Maler. Donnerstag: Bum 1, Male: Wilhelm Tell. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/48 ( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Ganz neues Spezialitäten Programm. Wer ist der Vater? Posse von Anno. Musik von Grimm. Regie: E. Stempel. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Entree 10 Bf., 30 Pf. Morgen: Dieselbe Borstellung. Direktion: R. Winkler. Walhalla- Theater. Oranienstr. 52, Moritpl. neb. Wertheim. Weibliche Maikäfer. Operette. Am Monat Mai. Liederspiel. Urania 2,-. Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). 19 Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Kaiser- Panorama ( Passage). Diese Woche: Erste Reise durch das intereffante Irland. Fünfte weiſe durch das malerische Tirol von Reutte bis Bozen. Eine Reise nur 20 Pf. Vereinsbillets. In Kürze: Das Ideal Edisons. Durch grosse Concurrenz find wir gezwungen, stets Sensationelles zu bringen! Eine exceptionelle Novität ist? Das Mannweib!!! Alfred Bender, Das schöne Modell!!! sowie sämmtliche Spezialitäten. Anf. 8, Sount. 7 Uhr. Entree 50 Pf. bis 2 Mart. Passage- Panopticum. 42 Mädchen vom andern Ende der Welt ( Samoa). Mlle. Mary Arniotis!!! jeden Abend 10 Uhr Kaufmann's Variété- Theater Königstrasse, Kolonnaden. Ferner: Das neue Programm. Herzlichen Glückwunsch unserm Freund und Genossen August Schiwa nebft seiner jungen Frau zu ihrem heutigen Hochzeitstage fenden einige Genossen von den Nothen des 174. Wahlbezirks. 958b Belle- Alliance- Theater Belle- Alliance- Strasse No. 7/8. Sonntag, den 20. Oktober 1895, nachmittags 2½ Uhr: Volksvorstellung unter Regie von Julius Türk: 232/7 13um ersten Male wiederholt: Ein Volksfeind. Schauspiel in 5 Aufzügen von Henrik Ibsen. Eintrittskarten à 60 Pf. sind in den bekannten Geschäften zu haben. Die Verloosung beginnt um 1½ Uhr. Gegründet 1845. Circus Renz. Karlstrasse. Gegründet 1845. Mittwoch, den 16. Oktober, abends 72 Uhr: C Extra- Vorftellung. Festliche Begrüßung und Willkommens- Huldigung, der ReichsHauptstadt und ihren Bewohnern dargebracht vom gesammten Herren- und Damenpersonal, in einer besonderen Art arrangirt vom Direttor Fr. Renz, endigend mit einer Polonaise. Auftreten des hervorragendsten Schulreiters der Neuzeit Herrn Ritter von Renroff mit seinem Schulpferde Skobeleff. Besonders erwähnenswerth Original! Der phänomenale Baguettesprung. Original! wie solcher bisher von keinem Reiter mit Pferd in gleicher Weise ausgeführt wurde. 國 Joujou hippique mit 12 Freiheitspferden. Das Vollendetste der Pferdedressur, wie solche bis jetzt noch nicht gesehen wurde. Vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. Povero, 4 jähr. Bollblut- Rapphengst, in allen Gangarten der hohen Schule dressirt und geritten von dem anerkannt besten Schulreiter der Welt Mr. James Fillis. Zum ersten Male: Hurdle- Race( stehend), ausgeführt von Mr. Fassio auf einem eigens hierzu dressirten Springpferde. Erstes Auftreten der Schulreiterin Miß Blanche Cooke mit dem Schulpferd Sylvan uud dem Springpferd Harras. Doppel- Jonglerie zu Pferde, ausgeführt von Mr. James und Mr. Charles Jee. Auftreten der vor züglich erzentrischen Clowns Gebrüder Villand sowie der Clowns Alexis Der beliebte Original- August Mr. Lavater Lee. Alles Nähere aus Plakaten und Austragezetteln ersichtlich. Gewöhnliche Preise. Donnerstag, den 17. Oktober, abends 71/2 Uhr: Grosse ExtraVorstellung. und Busto. Franz Renz, Direktor, Königl. Kommissionsrath. Mitgliederversammlung Deutscher Holzarbeiter- Verband. der Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der ( Zahlstelle Berlin.) Heute Abend bei Schöning, Stallschreiberstr. 29: Kombin. Sihung der Ortsverwaltung Dachdecker Deutschlds. und der Werkstatt- Kontrollkommiſſion. ( Einigkeit). E. H.-K. Nr. 69. Filiale Berlin findet am Sonntag, den 20. Oktober, vormittags 10/2 Uhr im Lokal des Hrn. Gorn, Kleine Markusstr. 10, statt. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 3. Quartal 1895. 2. Wahl des Ortsvorstandes. Mitgliedsbuch legitimirt. 54/2 Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis und die Herberge der Stellmacher Berlins befinden sich jetzt Elsafferstraße 9. Die Arbeitsausgabe findet vormittags von 8-10 Uhr statt. 41/8 Die Agitationskommission. Hohe Provision zahle ich dem, der mir dazu verhilft, einen Konsumartikel in Fabrit- Kan34332* tinen 2c. einzuführen. Adr. unter A. B. 52 Exped. d. 3tg. Gardinen- Reste passend zu 1-4 Fenster unter Fabrikpreis! Nur gute, dauerhafte Quali täten werden angefertigt. 34152* M. Hildebrand, Besprechung von Anträgen zur nächsten Generalversammlung. Montag, den 21. Oktober 1895, abends 8½ Uhr, in Brochnow's Festsälen: Aussercrdentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Unsere bisherige Thätigkeit im Verband und unsere nächsten Aufgaben. 2. Event. Beschlußfassung auf Erhebung einer Extrasteuer für den lokalen Streitfonds. Achtung! Lederarbeiter. Achtung! Oeffentliche Versammlung aller in der Lederfabrikation beschäftigten Arbeiter ( als Weißgerber, Lohgerber, Färber u. s. w.) am Mittwoch, 16. Oktober, abends 8 Uhr, bei Gründel, Brunnenstr. 188. Tages Ordnung: = 1. Der Steinlein'sche Streit. 2. Wahl einer Kommission zur Regelung der Frage betreffs der internationalen Konferenz. 3. Gewerkschaftliches. 107/11 Der Vertrauensmann. Achtung! Achtung! Arbeiterinnen und Genosfinnen! Donnerstag, den 17. Oftober 1895, abends 8½ 1hr, in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 2123: Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: Dresdenerstr. 117, parterre. verordneten- Wahlen? Referent Stadtv. Zubeil. 2. Diskussion. Möbel- Gelegenheitskauf Bum Umzug Oranien- Straße 73, Hof I., Künſtl. Zähne Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 18. schmerzlos eingesetzt, festsigend. Reparaturen sofort. Weniger günstigste Gelegenheit für Brautleute, Hotels, Steparatur, Spittermatt Dr. Thompson's Seifenpulver M* ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. Echt Btonsdorfer Likör, à Liter 1,20 m., 5 Liter 5,50 m., 10 Liter 10 M. Echten alten Nordhäuser, à Liter 1,- M., 5 Liter 4,50 M. Ingber, Getreidekümmel, Wachholder, à 2. 1 M., 5 2. 4,50 m. 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