Mbenöausgabe ■i 1 1 um.....—— mmg-m— mi Hr. 465 ♦ 44. Jahrgang Ausgabe 0 Nr. 230 »«zug-tbidwsmiÄ»« vnb«njriflfitsttff» ftnb in der Movg«n VSnhoft 202— ZOT Zcntralorgan der Sozialdemokratifd�en parte» DeutPchlande Gegen Keuöells Schulgesetz. Bremen lehnt den Entwurf in der jetzigen Form ab.— Baden stellt einschneidende Verbesserungsanträge. Michaelis. Bremen. 1. Oktober.(Eigenbericht.)- Um die Bremer Regierung zu einer klaren Stellungnahme zum Rcichsschulgesetz zu zwingen, das die seit hundert Iahren von jeder kirchlichen Beeinfluflung freie Bremer Dolksschule zerschlagen würde, hat die sozialdemokratische Bürgerschaftsfraktion am Freitag durch eine Interpellation den Bremer Schulsenator zu einer grundsätzlichen Aeußerung veranlatzt. Namens des Senats erklärte Senator Dr. Spitta in der Bürgerschaft unter anderem folgendes: »Der Senat kann dem Entwurf des Reichsschulgesetzes in der vorliegenden Fassung nicht zustimmen, da der Senat gegen den Entwurf schwere verfossungsrechlliche. kulturelle, schullechnifche und finanzielle Bedenken hat Er hat daher für die Behandlung im Rcichsrat«ine große Anzahl von Abönderungsanträgcn gestellt. Insbesondere wird er sich dafür einsetzen, daß die Bremische Volksschule in ihrer geschichtlich gewordenen Eigenart erhalten bleiben wird. Von der Gestalt, die der Gesetzentwurf durch die Verhandlungen erhalten wird, hängt es ab, ob der Senat im Reichsrat für oder gegen das Gesetz stimmen wird/ Saöen stellt verbesterungsanträge. Karlsruhe, I. Oktober.(Eigenbericht.) Das badische Staatsministerium hat sich im Verlaufe dieser Woche in mehreren Sitzungen«ingehend mit dem R e i ch s s ch u l» gesetzentwurf befaßt. Die Beratungen führten im Verlause der vergangenen Nacht zu einer Einigung. Der§ 20 des Entwurfes sieht bekanntlich vor, daß in den Simultanschulländern das Gesetz erst fünf Jahre später in Kraft tritt. Bei der Ver- ständigung innerhalb der badischcn Regierung ist diese Frist mit einer Verlängerung auf 12 Jahre vorgesehen. Besonders wichtig ist auch, daß von Baden aus gefordert wird, daß bei der Umwandlung der Simultanschulen in eine Konfessionsschule eine Dreiviertelmehrheit sämtlicher Eltern der Kinder erforderlich ist. Der badisch« Antrag bedeutet also einen ganz erheblichen Fortschritt gegenüber den Bestimmungen in dem Gesetzentwurf der Reichs- regierung. Es wird auch eine Verbesserung des§ 2 dahin erstrebt, daß der Borranz der Gemeiuschasisschule scharf im zukünftigen Reichs- schulgeseh hervorgehoben werden soll, und es soll weiter angestrebt werden(§ 12), daß eine Befragung der Erziehungsberechtigten über die Rückumwandlung einer Schule erfolgen kann. Hinsichtlich der Erteilung des Religionsunter- r i ch t e s wird von der badischen Regierung die in Baden geltende Regelung gegenüber der im Reichsschulgesetz vorgeschlagenen erstrebt. Im übrigen stimmte die badische Regierung im allgemeinen den Anträgen zu, die die preußische Regierung zum Reichsschulgcsehent- wurs gestellt hat Allerdings wünscht die badische Regierung, daß auch die preußischen Anträge in manchen Punkten noch eine Verbesserung erfuhren. Sämtliche Anträge, die die badische Regierung stellen wird, sind einstimmig vom Kabinett be- schlössen worden. Amerika üroht mit Zollkrieg. Tas„Weifte Haus" spricht von Einfuhrverbot gegen Frankreich. Washington, 1. Oktober. Die französische Antwort ans die amerikanische Bote im Zoll- »arisstreil wird hier mit Spannung erwartet. Ans der französischen Botschaft soll erklärt worden sein. Iran»reich habe seit Zahr- Hunderten die 5 ü h r u n g im Samps um E u r o p a s internationale Probleme übernommen: der amerikanische Zollkampf sei lediglich das jüngste Beispiel dieses Sampfes. Amerikanische kreise sind indessen nicht geneigt, ganz Europa mit der französischen Handelspolitik zu idenlislzieren. obwohl die Talsache, daß im Anschluß an den d e u» I ch- sronzösischen Handelsvertrag die sran- zösischen Zölle auf Amerikas waren erheblich erhöht wurden, von einigen Blättern als e'ne gemeinsame Aktion der beiden Länder gegen die amerikanischen Tarismauern(falsch) gedeutet wurde. Seit mehreren Tagen beschäftigt sich die Regierung mit der Frage, ob Zuschlagszölle oder ein Einfuhrverbot aus französische Waren Amerika irgendwie schädigen würde. Es war daher sehr bemerkenswert, daß Im Weißen Haus, das allein über Embargo oder Strafzölle entscheiden kann, bekanntgegeben wurde, der Berband amerikanischer Scidensabrikanten habe mitgeteilt, er könne im Falle eines Embargo den Seidenbedars Amerikas vollkommen im Inland decken: der Textiloerband habe eine gleiche Mitteilung an das weiße Haus gerichtet. Diese Mit- keilungeu sind an die Adresse Lyons gerichtet, dessen Seidenindustrie hauptsächlich für den Export nach Amerika arbeitet. Bezüglich Parfüms und anderer Artikel, die bisher aus Frankreich kamen, erörtern die Handelszeitungen die Möglichkeit eines Bezugs aus Deutschland oder England. Alles dies läßt doraus schließen, daß die vereinigten Staaten auf ihrem Standpunkt be- harren werden. Zrankreich spricht von»geringfügigen Interessen�. Paris, 1. Oktober. Gestern hatte Handelsminister Bokanowski mit dem amerikani- schen Geschäftsträger Whitehouse eine Unterredung über die Handels- bcziehungen. Frankreich habe den lebhaften Wunsch, die VerHand- lungen mit Amerika fortzusetzen, ohne daß sie zu irgendeiner Po- lemik Anlaß geben. Es handele sich um sehr beschränkte Interessen, denn die sranzösischen Zolltariferhöhungen bezögen sich nur auf einen geringen Prozentsatz der ame- rikanischen Einfuhr nach Frankreich. Die französisch« Re- gierung wisse, daß im Aurtausch zu den Konzessionen, die sie Amerika zu machen bereit sei, auch die Washingtoner Regierung Frankreich einige Tarisabschläge zugestehen werde nach Maßgabe und in der Form, in der die amerikanisch« Zollgesetzgebung das erlaube. Auf diese Weise würde der Grundsatz der Gegenseitigkeit gewahrt werden, ohne den Frankreich keine Möglichkeit habe, mit den anderen Nationen Handelsverträge nach Art dessen, den es mit Deutschland abgeschlossen habe, zu unterzeichnen. Sozialüemokraten gegen Nliliz. Ein Antrag auf Abrüstung im Schweizer Nationulrat. Bern, I. Ottober. Im Nationalrat hat der sozialdemokratische Nationalrat S i g g(Zürich) den Antrag«mgebracht, den Bundesrat zu ersuchen, angesichts der vom Völkerbund garantierten Neutralität der Schweiz an die Abrüstung heranzugehen und beim Völkerbund anzufragen, ob er die Garantie für die Sicherheit des Landes über- nimmt, wenn das schweizerische Milizheer durch eine einfache Polizeitruppe ersetzt wird. Oer Sitz ües europäischen Stahispnüikats. Luxemburg will sich durch Schiedsverträge sichern. Luxemburg, 1. Oktober.(Eigenbericht.) Wie hier verlautet, sind in Genf Schiedsverträge mit Frank- reich und Belgien ausgearbeilei worden. Später beabsichtigt man auch einen Vertrag mit Deutschland. -* Das zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien eingeklemmt« Ländchen von einer Biertelmillion Bewohnern ist heute Sitz des europäischen Stahlsynditats, auch gelegentlicher Tagungsort von Konferenzen der Sozialistischen 53 n t e r- nationale. Es Hot angesichts seiner Lage wechselvolle inter- nationale Geschicke gehobt. Im l8. Jahrhundert zwischen Oesterreich und Frankreich hin und her geschoben, wurde es auf dem Wiener Kongreß 1815 zu einem„selbständigen Großherzogtum" und beut- schen Bundes st aat gemacht, aber dem König der Nieder- lande als Entschädigung für den Verlust seiner naflanischen Erb- lande zugeteilt: Stadt und Festung blieben aber deutsche Bundes- festung. In der Julirevolution schloß es sich an das sich vom Norden losreißende B e l g i e n an, kam wieder an den niederländischen König zurück und erhielt im Lauf« der Jahre eine Verfassung und seinen eigenen Statlhalter. Als Bismarck 1866 im Kriege mit Oesterreich den Deutschen Bund auflöste, wurde Luxemburg selbständiger Staat— und von Napoleon begehrt, der es dem Niederländer abkaufen wollte, um sein Kaiserreich zu vergrößern. Aus Preußens Einspruch kam es beinahe schon 1L67 zum Kriege: da aber beide Großmächte ihn noch nicht führen wollten, einigten sie sich im L o n- doner Pertrag und erklärten Luxemburg zum neutralen Staat unter Garantie der europäischen Mächte. Jedoch blieb Luxem- bürg im preußischen und deutschen Zollgebiet. Di« Neutralität wurde ebenso wie die belgische durch den deutschen Einmarsch schon vor der belgischen verletzt, ohne daß es freilich deswegen zu Weite- rungen kam. Seitdem ist Luxemburg, ebensowenig wie Belgien, kein neutraler Staat mehr, sondern gleichberechtigtes und gleich- verpflichtetes Mitglied des Völkerbundes. Zu den Verhand- lungen von L o c a r n o wurde Luxemburg nicht hinzugezogen: auch Hot Deutschland nicht, wie sonst mit seinen Nachbarstaaten, mit ihm einen Schiedsvertrag abgeschiossin. Wirtschaftlich gehört es seit dem Weltkrieg« zu Belgien. So ist es verständlich, daß die Luxemburger Regierung das Bedürfnis empfindet, die inter- national« Situation des Löndchens durch Abschluß von Schieds- vertrügen mit den weit größeren Nachbarstaaten zu festigen. Tfchiangkaischek in Japan. Der grofte General des Südens bei seinen Feinden. Tokio. 1. Oktober. Tschiangkalschek ist vorgestern in Japan«ingetroffen. Gut unterrichtete Kreise glauben nicht an ein« Reise Tschiangkaischeks nach Amerika und Europa. Niemand nimmt an, daß er die politische Bühne verlassen hat. Man glaubt, daß er sich in Nagasaki oder Osaka niederlassen wird, wo er nur zwei Tage von Schang- hat entfernt ist. so daß er jeden Augenblick zurückkehren kann, wenn die politische Lage«ine Gelegenheit dafür bietet. Ein berühmter Reichskanzler und eine berüchtigte Resolution! Tage sind vergangen, feit die„Well am Montag" jenen Briefwechsel zwischen dem Exkronprinzen und dem Kanzler a. D. Michaelis veröffentlichte, mit dem auch wir uns am Abend desselben Tages beschäftigten. Keiner der beiden Beteiligten hat seine Echtheit bestritten. Zweifellos also hat man es hier mit Dokumenten zu tun, die einen wert- vollen Beitrag zur Geschichte des untergehenden deutschen Kaiserreichs bilden. Es sind Dokumente eines Systems, das an seiner eigenen Unfähigkeit und Infamie verendet ist. Man braucht sich nicht lange auszuhalten bei den Klagen des Sohnes über die eigenartige„Persönlichkeit" seines Vaters. Diese Persönlichkeit ist zu bekannt, und nicht weniger bekannt ist die Familienähnlichkeit zwis6)en dem kritisieren- den Sprößling und dem kritisierten Erzeuger. Dieselbe Halt- losigkeit, dasselbe Taumeln zwischen den Extremen! Eben erst hatte der Exkronprinz selber eine höchst„flaumacherische" Denkschrift verfaßt, als er sich schon wieder über die„Flau- macherei" anderer beklagte. Er war inzwischen von Luden- d o r f f„wieder aufgepumpt" worden. Nichts mehr von dieser Gesellschaft! Was den Briefwechsel wichtig macht, das ist das Ge- ständnis des Reichskanzlers a. D. Michaelis, einen niederträchtigen Betrug am Deutschen Reichstag verübt zu haben. Am 20. Juli 1917. nach dem Sturze Bethmann Holl- wegs, hatte der Reichstag jene berühmte Friedens- r e s o l u t i o n angenommen, in der er erklärte,„einen Frieden der Verständigung und der dauern- den Versöhnung der Völker" zu erstreben. Mit einem solchen Frieden seien„erzwungene Gebietserwerbun- gen und politische wirtslbaftlicli? oder finanzielle Verqewalti- gungen unvereinbar". Alle Pläne zur wirtschaftlichen Ab- sperrung und Verfeindung der Völker nach dem Kriege seien abzuweisen, die Schaffung internationaler Rechtsorganisatio- neu sei tatkräftig zu fördern. Die Reicktstagsmebrheit, bestehend aus Sozialdemokraten, Zentrum und Fortschrittlern, hatte sieb damit zu einem Frie- den bekannt, den heute ganz Deutschland sehr gern haben möchte. Seit neun Jahren sind alle volitischen Bestrebunaen Deutschlands darauf gerichtet, den Frieden von V-rsailles so weit zu mildern, daß er sick, wenigstens in einigen Punkten dem vom Reichstag aufgestellten Friedensideal einigermaßen annähert. Damals war es der Zweck der Resolution, einen trag- fähigen Baden für Friedensverbandlungen zu schaffen. Es bandelte sich um cm'v moralische Offensive mit den» Ziel einer baldigen Beendigung des Krieges. Es war eine Zibscae an den Wahnwitz des Annexionismus, ein Apvsll an die Völker, die Waffen niederzulegen, um einen ehrlick??:» Frieden zu schließen, einen Frieden, der für Deutickssand die Selbfterbaltung, die Rettung bedeutet haben würde. Bethmann war gestürzt, Michaelis war ernannt worden. Ein Berwaltungsbeamter preustilch-muckerischer Prügung, als Politiker gänzlich unbekannt. Seine Berufung war ein ausgesprochener Narrenstreich, zugleich ein? Bau- kcrotterklärung des herrsckenden Systems, das über keine besseren Männer mehr o-'-fügte. Man mag über die St�om- männer der Entente sagen, was man will, auf alle Fälle waren sie Intelligenzen, mit lanaiährigen nolitifchsn Ersah- rungen ausgestattet. Ihnen stellte nun Wilhelm II. einen Michaelis gegenüber sozusagen als politischen Führer des deutschen Volkes in den Stunden schwerster Gefahr. Herr Michaelis wußte nichts von Politik. Er glaubte aber, daß das Wesen der Politik aus Hinterlist. Verschlagen- hell und ordinärem Betrug bestehe. In diesem Sinne begann er jetzt die ihm gänzlich unbekannte Kunst zu üben. Um die Friedensrcsolution war ein heftiger Streit ge- führt worden. Hof und Oberste Heeresleitung hatten vernebm- lich geknurrt. Als man sah, daß dies keinen Eindruck machte. griff man zur V e r st e l l u n g. Mochte die Vertretung des deutschen Volkes was immer beschließen, schließlich machte man doch, was man wollte— man brauchte es also gar nicht auf einen Kampf ankommen lassen, ja man konnte sogar tun, als ob man einverstanden sei. Herr Michaelis verstund nichts von Politik, er war nur der fromme Knecht des Hofes und der Generalität. In den Verhandlunaen mll dem Reichstag stellte er sich— vielleicht auf höhere Weisung—, so, als ob er im wesentlichen einoer- standen wäre. Der Reichstag unterlag dieser T ä u s ch u n g. Er unterlag ihr so sehr, daß zunächst die später so berüchtigt gewordenen Worte, in die er seine öffentlich- Z u st i m n» u n g zur Friedensresolution einkleidete—„wie ich sie auffasse"— kaum bemerkt wurden. Danach aber setzte sich der korrekte Beamte, der fromme Mann hin und schrieb an den Kronpinzen: Die berüchtigt- Resolution ist mit 212 gegen 126 Stimmen bei 17 Stimmenthaltungen angenommen. Durch meine Interpretation derselben habe ich ihr die größte Gefährlichkeit geraubt. Man kann schließlich mik der Resolution jeden Frieden machen, den man will. — Dann wurden die Kredit« bewilligt, gegen die Stimmen der unab- hängigen Sozialdemokraten. Nach dieser Leistung, die den Konflikt beilegte, wurde der Reichstag geschlossen. Herr Michaelis rühmt sich, das deutsche Volk in seiner verfassungsmäßigen Vertretung und damit die ganze Welt betrogen zu haben I Er hat dem Reichstag unter falschen Vorspiegelungen die Kriegskredite herausgeschwin- delt und schrieb dazu hämisch:„Nach dieser Leistung wurde . der Reichstag geschlossen." Offenbar glaubte er, auf die „Kaiserliche Hoheit", die er mit den untertänigsten Floskeln anwinselte, einen guten Eindruck zu machen, wenn er den be» trogenen Reichstag mit höhnischer Ueberlegenheit des Tones behandelte. Dazu hatte er freilich am allerwenigsten Berech- tigung, denn so kläglich schwach auch der Reichstag zum Un- glück des deutschen Volkes war, so hatten doch die meisten Ab- geordneten immer noch mehr politischen Verstand im kleinen Finger, als dieser unfähigste aller offiziellen„Staatsmäner" in seinem Kopfe besaß. Welchen Wert, welche Bedeutung hatte die Friedens- refolution des Reichstags unter solchen Umständen noch? Das feindliche Ausland traute ihr nicht, es sah in ihr nur„eine Falle". Die deutsche Politik wurde in der ganzen Welt als über alle Maßen zweideutig und verlogen angegriffen. Und wer hat heute den Mut, zu behaupten, daß sie etwa ehrlich � und aufrichtig gewesen wäre? Oder gehört Herr Michaelis auch zu denen, die— nach dem Wort des Reichspräsidenten v. Hindenburg—„mit reinem Herzen" Krieg geführt haben? Am 1. August 1917 erließ Wilhelm H. einen Aufruf, gegengezeichnet von Michaelis: Unsere Feinde strecken die Hand nach deutschem Lande aus. Sie werden es niemals erlangen. Sie treiben immer neue Völker in den Krieg gegen uns. Das schreckt uns nicht. Wir kennen unsere Kraft und sind entschlossen, sie zu gebrauchen. Ei« wollen uns schwach und machtlos zu ihren Füßen sehen, aber sie zwing en uns nicht. Unseren Friedensworten find sie mit Hohn begegnet. „Unseren Friedensworten sind sie mit Hohn begegnet." Aber wer hat diese„Friedensworte" mit schärferem Hohn Übergossen als der Reichskanzler Michaelis! Welcher Abgrund der Heuchelei! Der Frieden, den der Reichstag wollte, ist nicht erreicht worden. Die ersten, die ihn hintertrieben, waren die wirk- lichen Machthaber des alten Systems, vor allem die Herren von der Obersten Heeresleitung. Ein Jabr später folgte der jähe Absturz aus aller phrasenhaften Ruhmredigkeit in eine klägliche Bitte um Waffenstillstand. Herr Michaelis war inzwischen längst wieder in der Der- senkung verschwunden. Aber durch seinen Abgang wat das herrschende System von seiner inneren Verlogenheit nicht befreit worden. Leider hat diese Verlogenheit stellen- weise sogar den Krieg überlebt— noch hat das deutsche Volk in breiten Schichten nicht begriffen, daß sie eine der tiefften Ursachen des Zusammenbruchs gewesen ist.,.. Der Zoll Tresckow. Die Z?eme derer um Keudell vor Gericht. Als Herr von Keudell Reichsminister des Innern wurde, stand er als Angeklagter vor dem Reichstag. Teil- nähme am Kapp-Putsch, Teilnahme an den Rüstungen staatsfeindlicher Organisationen, Teilnahme an gesellschaft- licher Aechtung des Rittergutsbesitzers Hasso vonTresckow waren die Anklagepunkte. Herr von Keudell hat sich nicht von der Anklage gereinigt, er wurde trotzdem vom Zentrum in Gnaden als Reichsminister zugelassen. Die De- datte um Keudell schloß mit einem AktderUngerechtig- k e i t. Der Reichskanzler Marx deckte Keudell und be- schuldigte Tresckow des Vertrauensbruchs und des Verrats nationaler Landesinteressen— ohne eingehende Prüfung, ohne den so von ihm schwer beleidigten Mann gehört zu haben. Herr von Tresckow sucht nun sein Recht vor Gericht. Er klagt gegen den Major von Soden st ern von der „Deutschen Zeitung", und gegen Major Rad icke, die beide öffentlich den Vorwurf des Vertrauensbruchs gegen ihn Erstes kiemperer-konzert. Eine Verheißung für das Sroll-haus. Nicht das erste, aber das bedeutungsvollste. Ein neuer Geist zog in das Kroll-Haus ein. Wir dürfen erwarten, daß dieser Tat des sinfonischen Dirigenten die zweite des Thcatermannes bald fol- gen wird. Es gibt wenig« Musiker von dieser Besessenheit, von dieser hymnischen Pracht, von dieser um Musik kämpfenden, für Reinheit der Musik werbenden Kraft. Ein halb neues Orchester ist zu einer unvergleichlichen Disziplin in wenig Wochen erzogen. Die Unerbittlichkeit des strengen Führers lebt sich in der Straffheit eines männlichen Rhythmus, in der Farbsreude der Instrumental» melodie aus. Ein Temperament, beherrscht vom Willen zur For- mung, ein« Romantik neuer Zeit mit der Ablehnung heißen Ueber- fchwangcs, mit dem Kommando, zur Linie, zum Bauwerk hin zu steuern. Die O-Dur-Suite von Bach wird Symbol dieser außer- rewöhnlichen Energie, dieses letzten Willens, Musik um ihrer selbst willen zu geben. Klemperer entchront in einer einzigen Stunde das deutsch« Kapellmeister-Birtriosentum. Wenn man ihn feiert, wie kaum einen anderen Berliner Musiker, so gilt das nicht allein dem Techniker, der da«in erzieherisches Werk vollendet, ehe er es zur Diskussion stellt. Sondern es ist der Reflex einer endlich wieder ehrlich gewordenen Musikbegeisterung. Undenkbar, undankbar wäre es, auch im Rückblick auf diesen Abend, etwa eines Furtwängler oder Walter zu vergessen. Groß« Formate können nicht dadurch, daß sie sich überschneiden, einfach wegaeklotscht werden. Aber die Ziele sind andere bei jeder-dieser Individualitäten. Und Klempe- rers Ziel heißt Verjüngung der Musik, Derlebendigung durch Sauberkeit der handwerklichen Arbeit, des geistigen Aussaugens. Die Monumentalität der Bach'schen Ouvertüre wurde so noch nie wirksam. Und die Air, in ihren Vor» und Nachschlägen merkwürdig verändert, glitt aus der sühlsamen Region gesungener Lyrik noch nie so nivelliert, so eben, klar und kühl in das Fahrwasser Bach'schen Stils. Ich sage nicht, das sei die einzige Religion, die Seligkeit verspricht. Aber es ist eine aus persönlicher Begnadung. Sie wurde »an allen, die anwesend waren, laut gepriesen, von allen denen ckuch. die das Anderssein um jeden Preis lieben. Diese letzte Sachlichkeit löste sich in den Tänzen wieder in Tem- Vrornent und Schwung auf. Schnabel spierte'(nach Dach) das l>Moll-Konzert Mozarts mit den Kadenzen Beethovens. Man wsiß. wie er das macht, mit welcher oereiften Beseelung, welcher filigranartigen Eleganz und welchem Gefühl für die schwebende Melod*. Di« Einheit zwischen ihm, Klemperer und dem Orchester trw- eine r-Lige, nachdem der Dirigent das kurze, aber bedeutende Vorspiel'jie aus fernen, uuirdischen Regionen heraufbeschworen b'tre. Es war so. als hätten Kapellmeister und Solist gelegentlich die Rollen getauscht, Klemperer dichtet« die Poesie des Klaviers im Orchester nach, Schnabel versenkte sich in die Wesenhaftigkeit der erhoben haben. Die Verhandlungen sind vom Amtsgericht Berlin-Mitte auf den 4. und 8. Oktober angesetzt worden. In der am 8. Oktober beginnenden Verhandlung wird eine um- fangreiche Beweisaufnahme geführt werden. Es sind als Zeugen geladen: Reichsinnenminister von Keudell, Rittergutsbesitzer v. S y d o w, Rittergutsbesitzer M. d. R. von der Osten-Warnitz, Leutnant d. R. P r e u ß, Leutnant a. D. von derLanken, Ordenskanzler Borne- mann, Generalleutnant a. D. S a l z e n b e r o. Die Institution der gesellschaftlichen Feme der Ostelbier wird vor Gericht stehen, zugleich die Rolle, die der heutige Reichsinnenminister dabei gespielt hat. Der Reichskanzler Marx hat allen Anlaß, diesen Prozeß genau zu verfolgen. Deamtenhetze gegen öen Magistrat. Schwarzweistrote Unverschämtheiten. Der Magistrat hat durch Verfügung vom 14. September 1927 die Beschaffung von Reichsflaggen auch für Siedlungs- Häuser der Berliner Siedlungsgesellschaft angeordnet. Die Beschaffung erfolgt auf städtische Kosten und soll so beschleu- «igt werden, daß die Reichsflaggen schon am 2. Oktober ge- zeigt werden können. Wie wir bereits mitteilten, hat die Deutschnationale Volkspartei, Ortsgruppe Tempelhof, da- gegen ein Flugblatt verbreitet, in dem es heißt: „Bewohner de, Tempelhofer Feldes! Gebt auf die ungewöhn- lichen und ungeschickten Beeinflussungsversuche in der Flaggenfrage von seilen der Stadt und der Siedlungsgesellschaft die r e ch t e A n t w o r t, indem alle am 2. Oktober 192? Schwarz- Weiß-Rot flaggen! Weg mit jeder ängstlichen Bedenklichkeitl Sie ist den neuen Metternichen gegenüber Feigheitl" Unterzeichnet ist dieser Aufruf: Dr. M u s s e h l und E. S p r i e. Beide sind städtische Beamte, Herr M u s s e h l ist Stadtrat und Studienrat, Herr S p r i e städtischer Ober- inspektor. Beide fordern öffentlich zur Bekämpfung der An- ordnungen ihrer vorgesetzten Behörde auf und beehren sie mit der Bezeichnung„die neuen M e t t e r n i ch e". Im Munde von schwarzweißroten Reaktionären übrigens eine reizende Beschimpfung!_ Die tzinöenburg-�lmnestie im Reiche. Ganze 73 Fälle. Amtlich wird mitgeteilt: Aus Anlaß seines 89. Geburtstages hat der Reichspräsident aus Borschlog des Reichsministers der Justiz in7S Fällen Strafen, die von Gerichten des Reichs erkannt worden sind, im Gnadenwege erlassen oder gemildert. Er hat sich serner entschlossen, sein« sämtlichen Strafanträge wegen Beleidigung zurückzuziehen und bei den Länderregierungen die Begnadigung der wegen Vcleidi- gung seiner Person bereits abgeurteilten Personen in Anregung zu bringen: die Länderregierungen haben sich berell erklärt, dieser An- regung zu entsprechen. Die Länder haben ihrerseits den 89. Ge- burtstag des Reichspräsidenten zum Anlaß genommen, in gleicher Wesse für Strafen, die von ihren Gerichten erkannt worden sind, Einzelgnadenerweise in größerer Anzahl zu bewilligen oder in Aus- ficht zu nehmen. Eia /M der Klassenjustiz In Sapern. München, 1. Oktober.(Eigenbericht.) Die bayerische Hindenburgamnestie umfaßt 299 Personen, darunter sämtliche Räierepublikaner bis auf zwei. Unter den beiden, die weiter im Zuchthaus bleiben müssen, ist der Metzger L i n d n e r, der am Tage des Eisncrmordes im bayerischen Landtag den Ab- geordneten O s« l der Bayerischen Volkspartei durch Revoloerschüsse tötete und den Genossen Auer schwer verwundete. Diese Ausnahme von der Amnestie ist eine schreiende Ungercch- tigkeit. Das Attentat L i n d n e r s war die Folge der Erregung, die die Ermordung des Genossen Kurt Eisner durch den Grafen A r c o hervorgerufen hatte. Dieser Graf Area, der Eisnermörder, Instrumente, denen er Klang und Form seines Spiels anpaßte. Zuletzt Ianaceks Sinfonietta,«in höchst interessantes, vom Geist mährischen Volkstums gespeistes Werk, schlicht in der Thenia- tik, abrupt und ungeschlossen in Durchführung und Entwicklung, auffallend im Kolorit der Blasinstrumente(12 Trompeten). Frei von tiefer Gedanklichkeit unterhalten diese tänzerischen Sätze und er- regen, zwingen zur Gefolgschaft. Klemperer dirigierte auch dieses Werk auswendig. Großer, ehrlicher Erfolg für den greisen Kompo- nisten, den jugendlichen Interpreten, das Orchester. Stürmisch be- jubest und gerufen, erschien Klemperer oft, den Taksstock in der Hand. Möge er ihn viele Jahre, eifernd und nieinals zufrieden, im Kroll-Haus schwingen. Ein Anfang ist gemacht, der Vollendung heißt. Wir hoffen auf ein immer wieder erneutes Anfangen. Kurt Singer. - Drei Me Hokuspokus. Kurt Götz betätigt sich im Komödienhaus als-Universal- künstler:«r sührt Regie, spielt die Hauptrolle, und dazu die Neben- rolle eines armseligen Stückeschreibers, und den spielt er nicht nur, er ist leibhaftig der Autor des famosen Lustspiels„Hokuspokus", und in Wirklichkeit ist dieser Verfasser gar nicht armselig, sondern ein Mann von liebenswürdigem Talent und vielen gute» Gaben. Das Stück fängt schon sehr lustig an. Der Theaterdirektor ver- sammelt ein paar Bekannte um sich, um ihnen eine(bei Theater- Direktoren nicht sonderlich erstaunliche) Ervssnung zw machen. Er ist pleite. Die Kassiererin meint, die Schuld an diesem bedauerlichen Unfall trügen die Abonnenten, denn sie zahlten im Soinmer das Geld, und im Winter, wenn es der Direktor brauche, sei es schon alle. Da blitzt ein Hoffnungsschimmer auf. Der Dramaturg hat ein Stück des berühmten Dramatikers im Schubfach liegen, und dies Stück geht sogleich in Szene. Es ist ein« sehr merkwürdige Mischung von Seiisotionsschausjjiel, Pirandellosch-r Gedankenakrobatik und Bernard Shawscher Satire. Die schöne Frau Kjeruls ist angeklagt, ihren Mann ermordet zu haben, und alle Indizien sprechen gegen sie. Einen Tag vor dem Urteilsspruch passiert dem Gerichtspräsi- deuten etwas sehr Sonderbares. Ein etwas mystischer Herr Bille beweist ihm schlagend, daß ihn sein Freund in der nächsten Nacht er- morden will. Als beide, der Gerichlsherr und der Freund, starr vor Staunen sind, eröffnet er ihnen, es sei alles nur Hokuspokus ge- wesen. Er hat nur zeigen wollen, wie blödsinnig es ist. sich auf In- dizien zu verlassen. Dann bezichtigt er sich selbst des Mordes. Die Spannung des Parketts steigt bis zur Siedchitz-, und die Lösung der vielfach verknoteten Wirrnisse läßt, wie in sonstigen Senjations- schauspielen, kein schales Gefühl zurück. Denn Kurt Götz jongliert mit Gedanken und Eiissällen. Er machte den Zuschauern famosen Hokuspokus vor. Er bezaubert wirk- lich und wahrhaftig das Publikum, und das Nett« ist, es sind über- mutige Einfälle und gar nicht oberslächlich« Gedanken, mit denen Götz voltigiert. Genau besehen, ist das Spiel zwar spannend, aber undramatisch. Im zweiten Akt, in der Gerichtsszene, redet immer nur einer und lehr lange, aber wie und was er redet, das ist ganz prächtig. Der Vorfitzende erwidert da dem Verteidiger:„Es wurde zum Tode verurteilt, dann zu Freiheitsstrafe begnadt�t, sehr bald erhielt er Strafaufschub. Er ist heute Direktor der Süddeutschen Lufthansa, und die Hindenburgamnestie hat den Strafaufschub für ihn in endgültige BegnadU gung umgewandelt. Die Gnade hier, und die Grausamkeit dort— sie machen diese Amnestie zu einem Akt empörender Klassenjustiz. Der Januschauer gratuliert. Mit dem Gut Neudeck als Gescheuk. Dem Reichspräsidenten wurde heute vormittag neben anderen Geschenken, so einem großen Porzellanseroice aus der Preußischen Manufaktur als Geschenk der Reichsregierung, auch die Urkunde überreicht, durch die der Reichspräsident von Hindenburg Eigen- tümer des Gutes Neudeck in Ostpreußen wird, das bisher einer Ver- wandten von ihm gehörte. Der Kauf wurde durch Beiträge reicher Industriellen und Landwirte bestritten, in deren Namen ein Komitee heute die Urkunde überreichte. In der längeren Namcnsliste dieser Abordnung, die heute beim Präsidenten der deutschen Republik vorsprach, finden wir neben den Herren Ravene und Rießer, bekannten Vertretern des Berliner Großkapitals, auch Herrn Elard Olden- bürg auf Ianufchaul_ Die Seforgten. Hüter der Kinderseelen. Aus rechtsstehenden Blättern ertönt folgender Angfsschrei: „Wie au» Kressen besorgter Eltern mitgeteill, ist Kindern ver- schiedener Schulen, besonders Lyzeen, von deren Lehrern bzw. Lehrerinnen eröffnet, daß sie am Sonntag im Stadion an einer Ausstellung teilzunehmen hätten, die die schwarzrotgoldene Fahne darstellen solle, dementsprechend hätten die Kinder ihre Kleidung ohne eigenen Schmuck usw. zu lassen. Die Anord- nung dieser Maßnahme soll von dem Provinzial-Schulkollegium ausgegangen sein, und zwar auf Vcrsügung des Preußischen Staatsministeriums. Also auch hier wieder Hineinzerrung der Kinderseelen in den politischen Tages st reit der Alten. Und dos nun auch hier noch, wo die Kinder sich so gefreut hatten, ihren Hindenburg zu sehen. Der Ersolg wird sein, daß viele Kinder fernbleiben." Logik, Logik! Die verfassungsmäßige Nationalflagge bedeutet „politischer Tagesstreit". Wenn man die Kinder gegen diese aufhetzt, so ist das ebensowenig ein„i)ineinzerr«n der Kinderseelen in den politischen Tagesstreit", wie wenn man sie vorher unter der schwa.-z- weißroten deutschnationalen Parteifahne marschieren läßt! Uns ist diese Aussorderunz zum Boykott der Schuloeranstaltung ein neuer Beweis, daß die Rechtskreise die Hindenburgseier lediglich zu parteipolitischer Propaganda auszuschlachten be- strebt sin.._ /lschingers Patentlösung. Jedem seine Flagge! Der Aschinger-Konzern, Haupttreiber im Hotcl-Flaggenkrieg. hat eine Patentlösung gefunden, um im„Kaiser hos" seine „sürnehmen" Gäste und in den B i e r st u b e n die Arbeiter zufrieden zu stellen. Auf dem K ai s e r h o f- H o t e l hißt der Konzern die Reichssahn« auf einem Nebenmast. In den Aschinger- Bierstuben wird dagegen die schwarzwelßroke Fahne auf den Nebenmast gesetzt. Ueber den Eingängen zu den Bierstuben ist seit gestern abend die Reichssahne zu sehen. An versteckter Stelle ist aber auch die schwarzweißrote Fahne gehißt. Die Lösung ist vielleicht klug aus- gedacht. Es bleibt aber fraglich, ob diese Doppellösung die Arbeiter, die in den letzten Wochen glaubten, ihr Bier in den anderen Lokalen trinken zu müssen, veranlassen wird, ihre Meinung zu ändern. woldemaras in Berlin. Zu Verhandlungen über das Memellmd ist aus der Rückreise von Rom der litauische Ministerpräsident Wolde niaras in Berlin eingetroffen. Der Präsident des Memeler Landesdirektoriums. Schallnus, ist ebenfalls hierher gekommen. kommt hier nicht auf die Vernunft an, sondern auf die Strafprozeß- ordnung." Der Zeuge wird gefragt:„Was haben Sie denn ge- macht, als Sie Herrn Kjeruls ins Wasser gestoßen halten?" Er antwortet:„Ich habe noch«in paarmal Hallo gerusen, aber es hat sich niemand gemeldet" Ueberall gibt es lustige Anspielungen, am spaßigsten ist die Karikatur auf Deutschlands klügsten Theaterkritiker Alfred Kcrr. den der Thcatexdirektor immer mit Herr Knorr an- redet. Kurt Götz als Darsteller spielt wieder mit seiner unnachahmlichen liebenswürdigen Blasiertheit. Er ist der unbeweglichste Schauspieler Berlins. Aber mit seinen gemessenen Gesten und seiner sparsamen Mimik erzielt er nachhaltigere Wirkungen als der quecksilbrigste Mime. Hermann B a l l e n t i n spielt seinen Verteidiger leise, hastig, beißend ironisch lind mit der hastenden Sachlichkeit, die Verteidigern angeboren ist. Valerie von Martens ist eine rnatci- dolorosa im Gesellschaftskleid. Walter Steinbeck und Ernst S t a si l- R a ch b a u r als Gerichtsherren platzen vor Würde. Der echte Thealerdirektor Barnowski braucht keine Sorg« zu haben. Mit diesem Stücke wird er nicht pleite gehen. ___ Ernst Degner.� Fredcricus als Operetlenheld. Das Residenztheater speku- liert auf den faszinierenden Klang des Fridericusnamens, sonst ist kein anderer Grund für die Neueinstudierung von Snagas mittel- mäßigem Singspiel„Der Leibtutscher de s redericus Rex" vorhanden. Und der Verfasser Gustav Ouedenfeldt spekuliert ebenfalls die Gesinnungstüchtigkelt der Schwarzweißroten. denn die Handlung könnte auch am Hofe Ludwig XV. oder des englischen Königs vor sich gehen. Daß der königliche Leibkusscher die Liebschaften eines kleinen Prinzen deckt,— in diesem oalie handelt es sich um den späteren Friedrich Wilhelm II-—: braucht nicht notwendig in Potsdam zu geschehen, das wäre auch in Paris oder in Madrid möglich. Sonst zeichnet sich das Libretto kaum durch originelle Einfälle aus. Alles verläuft in dem üblichen Scfcma. Die Menschen sind so wundervoll brav, daß es wieder einmal eine Lust ist, in der besten aller Welten zu leben. Fredericus hat nichts weiter zu tun, als sich um die Intimitäten seiner Diener. schaft zu kümmern. Auch eine königliche Beschäftigung. Eigentlich müßte dieser Regem in Pantoffeln und Schlasrock herumlaufen. Die Musik Snagas bevorzugt neben Marschmelodien das sentimentale Gartenlaubengenre. Sehr einfallsreich in Melodien ist Snaga gerade nicht Der Komponist leitet die Aufführung. Das Orchester ist unwahrscheinlich dünn besetzt, jede Provinzbühne, die einiger» maßen Niveau wahrt, weist Besseres auf. Auch die Auführung bleibt im Mittelmäßigen. Theo Lucas in der Titelrolle hat einen hübschen Tenor mit allerdings unfreier Höhe, unterstreicht aber zu stark jede Pointe. Bei George Burghardts Fredericus genügt Porträtähnlichteit. Nur Gustaf I a h r b« ck mit seinem gut ge» schulten lyrischen Bariton, mit seiner fundierten Technik und seinem dezenten Spiel überragt den Durchschnitt. F. S. Ergaussühenngen der Doch«, vientzog: R cri nissnn et-TS.:.ItnI'enllcheZ Gastspiel." Ivittw. Rcnaislance-Tb..'»ItalieniichcZ Gaftpul.»(Zniino. Tb.:.Die Pama vom Meiioval." Frell. Dt. K>> n st l e r- T h.:.Siist'»." Renaisiaiicc-Th.:.ItalienischcZ Gastspiel." Th. amKurjürsten- dämm:.Höhensonne." Die Nöte eines ltanötreises. Verfehlte Wirtschaft.- Heimftätteufabotage.— Landarbeiterelend. Frankfurt a. d. O.(Eigenbericht.) Vor den Toren der Reichshauptstadt liegt der Kreis Lebus, in dessen Verwaltung einst der spatere Feldherr von Zäckerig. Keudell, geineinsam mit seinem Busenfreund« von Kamecke, der nach Beginn der Keudellschen Ministerherrlichkeit schleunigst die Treppe hinauffiel, alz junger Assessor tätig war. Das war zur Zeit, als Herr Kleiner, der jetzige Präsident des Deutschen Giroverbandes, den Kreis regierte. Wie regierte es sich doch damals so bequem! Die Sozialdemokratie, durch ein schmachvolles Wahlrecht von den Kreiskörperschaften ferngehalten, existierte für die Herrschenden kaum. So konnte ein« Politik gemacht werden, die ganz nach dem Herzen der Junker war. Wies der Kreis auch damals schon wichtige Jndustriepunkte auf— Fürstenwald«, Brieskow-Finkenherd—, so tat man doch ganz, alz wäre das Land Lebus ein einziges I unkerparadies. Das wurde Anfang ISIS«in wenig anders, als die Sozial« d e m o k r a t i e ihren Einzug in den Kreistag hielt und auch ln den Kreisausschutz eindrang. Herr Kleiner fühlte recht bald, daß sich sein« Zeit erfüllt habe. Er wechselt« nach Berlin hinüber, und an die Spitze des Kreises trat«in ehemaliger Voltsschullehrer aus Charlottenburg, Herr P a u t f ch, der sich als Anhänger der Fort- schrittspartei schon eine Zeitlang im politischen Leben getummelt hatte und von dem das Gerücht ging, daß er ein überzeugter Demokrat sei. In der Stickluft von Seelow, das Junkerlaune einst zum Sitz der Kreisverwaltung bestimmte, ist er, allzusehr der Friedfertigkeit zugeneigt, schnell schwach geworden. Er vergaß republikanische Notwendigkeiten, die nur für den oberflächlichen Beurteiler im Aeußerlichen liegen, z. B. die Beschaffung von R e i ch s f l a g g e n für die Gebäud« der Kreisverwallung. Das Kreisverwaltungsgebäude hat erst in diesem Jahr« erstmalig die Farben der Republik gezeigt, als Herr Pautjch sich längst in die beschauliche Ruhe eines Regierungsbureautraten geflüchtet hatte. Aber abgesehen von solchen Bersäumnissen hat die Aero Pautsch dem Kreise viel Unsegen gebracht. Die Kreiebank, einst ein blühendes Unternehmen, wurde unter einem Günstling des früheren Landrats, dem„Generaldirektor" Alfred Kleemann, der sich demnächst wegen Betrugs und Untreu« vor Gericht zu verantworten haben wird, zugrundegewirtfchaftet, ein treiskommunalcs Unternehmen, eine Ziegelei, durch vertehrte Maßnahmen an den Rand des Ruins gebracht, bis kein anderer Ausweg mehr blieb als die Verpachtung zu für den Kreis ungünstigsten Bedingungen. Die von der Aufsichtsbehörde verlangte Sanierung tostet den Steuer» zahlern vorerst jährlich 10 Prozent Kreissteuern. Bei der Liquidation der Kreisbank ergab sich d«r reizende Tatbestand, daß zu einer Zeit, als der Herr„Generaldirektor" die bedrohliche Lage des Unter- nehmens längst kennen mußt«, den früheren privaten Gesellschaftern, zumeist vermögenden Leuten, unter denen sich auch der Führer der Deutschnationalen im Kreise, von Stünzner-Karbe, befindet, der dreifache Geschäftsanteil in Goldmark ausbezahlt worden war. Dem selbstverständlichen Derlangen, die zu Unrecht erhobenen Beträge wieder herauszurücken, widersetzten sich die Gesell- schafter. die sonst gern. mit ihrem Patriotismus und ihrer Sorg« für den Kreis prunken. So ist denn«in Prozeß des Kreises gegen sie notwendig geworden. Di« vi«len Schwierigkeiten, in denen de, Kreis steckt, haben dem jetzigen Landrat, der kein Nominal-, sondern ein wirklicher Demokrat und Republikaner ist, Veranlassung zu der Bemerkung gegekxn, daß er sich ganz in der Rolle des Konkurs» Verwalters sehe. Aus alle Fälle hat er«in« sehr üble Erb- schuft antreten müssen. Keine Sorge ist in diesem Lugenblick größer als die der Schaffung von Landarbeiterheimstälten im Kreise. Unter der Führung der Sozialdemokratie hat der Lebuser Kreistag im März d. I. Mittel zur Gewährung der sogenannten Spitzenbeträge und zur Zinsverhilligung für Land» arbeiterheimstätten bewilligt, für welche der Staat unverzinslich«, zu tilgend« Gelder zur Verfügung stellt. Mit süßsaurer Miene, innerlich zerknirscht, mußte der bürgerliche Mischmafch-Bloik der Sache zu- stimmen, ja, sein Wortführer, Graf Hardenberg, ein Intimus des Exkronprinzen und Freund der Femeleute, betonte in öliger Rede, daß er und sein« Freund« das Siedlungswert in I«d«r Weis« fördern würden. Die Praxis hat etwas ganz andere», nämlich die Sabotage der Landarbeiterheim st ätten durch die Junker gezeigt. Durch Dorent Haltung des notwendigen Baugelände, wird da» sozial und kulturell so wichtige Werk Hinlertrieben. Dafür siedeln einige Großagrarier auf eigene Faust. Sie greisen zwar nicht in die eigene Tasche, aber sie besorgen„ihren" Arbeitern die Gelder und suchen ihnen die Meinung beizubringen, daß die Kreissiedlungsgenvssenschast gar nichts leiste, sie, die Junker, ab«r desto mehr. Es geht ja allmählich den Wahlen entgegen. und da muß das arg ramponierte Ansehen ein wenig wieder ausgefrischt werden. Das Ideal der Junker bleibt die Werkswohnung, di« Wohn-, Schlafzimmer, Küche und Abstellgelegenheit in einem Raum vereinigt, wie es beispielsweise in dem Machtbereich des Grafen Rochus L y n a r in©«es« im Spreewald ist. Die Werks- wohnung bietet den Borteil, mißliebige Arbeiter, die sich etwas linksverdächtig gemacht haben, kurzerhand an die frische Luft zu setzen. Di« neuzeitliche Rechtsprechung der Mieteinigungeämter ist diesem menschenfreundlichen Streben kaum hinderlich. W«r sich aber untersteht, auf diese unbestreitbaren Tatbestände einmal hinzuweisen, der wird von den Junkern als„Hetzer" angeschrien. Sie, di« ihre Klasseninteressen in bekannter Rücksichtslosigkeit wahrnehmen, verübeln es ihren Gutsangehörigen zumeist sehr, wenn diese durch das Mittel der Organisation besttebt sind, ihr kultur- widriges Dosein zu verbessern. Unter dem unausgesetzten Druck der Junker sind nur allzu viele Sutsarbeiter kleinmütig und furchtsam geworden. Statt dem Terror ihrer Bedrücker die Macht einer starken, in sich gefestigten Organisation entgegenzusetzen, haben sich vielerortcn die Landarbeiter in das Heerlager der Indifferent«» geschlagen oder sind gar zu den verächtlichen„Gelben" gestoßen. In den sogenannten Atamanen, den„nationalen" Aufbaujünglingen. ist den Landarbeitern in manchen Gegenden«in neuer Feind erstanden, der sich den Junkern für ein kümmerliches Taschengeld anbietet. Wir rufen die öffentliche Meinung auf, daß sie sich des freudenarmen Schicksals der Landarbeiter annehm«. Aber da» Wert der eigenen Befreiung kann schließlich doch nur di« Sache d«r Landarbeiter selbst sein! Momzewftis�tissthliiß aus der PPS. Wegen weiterer Teilnahme am Kabinett Pilsudski. Warschau. 1. Ottober.(Eigenbericht.) Der Minister für öffentliche Arbellen im Pilsudfki-Kabinett, Moraczewski. ist jetzt in aller Form aus der polnischen Sozia- listischen Partei ausgeschlossen worden. Di« Parteiinstanzen hatten ihn wiederHoll«rufgefordert, gemäß der Opposllionsstellung der Partei sein Ministeramt niederzulegen. Da Moraczewfki, der persönlich mll Prlsttdski aus dessen revolutionärer Kampfzell her eng befreundet ist, dieser Aufforderung nicht ncichkam, hat das oberste Parteischiedsgericht auf Ausschluß erkannt. Der Porteworstand ist diesem Beschluß beigetreten. Moraczewsti war schon als t. t Staatsbahn-Oberingenieur 1907 in das österreichische Parlament gewählt worden und hat 1918/19 die erste Regierung der polnischen Republik geleitet. Er hat auch m dem jetzigen Kabinett zweifellos noch am stärksten soziale und demckratische Ansichten vertreten, aber die Rechtswendung des Pilsudski-Kurses nicht verhindern können. Vorzensur in polen! In den Geslhäftsstellen der Lodzer Zeitungen erschien Polizei und ließ sich die neuen Nummern vorlegen. Vor dieser Durchsicht dursten die Zeitungen nicht ausgegeben werden! Das bedeutet nicht weniger als die Wiedereinführung der zaristischen Methoden! polnische Lehrer in Litauen entlassen. Warschau, 1. Oktober.(Eigenbericht.) Die Amtsentsetzung von 160 polnischen Lehrern in Litauen wogen Nichtbeherrschung der litauischen Sprache hat in Polen große Erregung hervorgerufen und die antilitauischen Ge- fühle von neuem verstärkt. In Wilna und anderen Litauen nah«- gelegenen Städten haben Protestversammlungen getagt. Daß Polen selbst einmal ähnlich gegen deutsche Lehrer in Oberschlesien vorgegangen ist, wird jetzt in der polnischen Oeffentlichteit begreiflicherweise nicht erwähnt._ Der Mittelmeerbunö. Paris glaubt den Dementis nicht. Paris, 1. Ottober.(Eigenbericht.) Die Pariser Presse, besonders die der Linken, bespricht mit aus. gesprochenem Mißtrauen di« Zusammenkunft Chamberlain- Primo de Rioera. Man glaubt nicht, daß der spanische Diktator nur aus reiner Höflichkeit den englischen Außenminister auf der Insel Mallorca besucht hat, sondern vermutet eine wichtig-? Aus- spräche. Trotz aller englischen und spanischen Dementis, die der Begegnung jede politische Bedeutung absprechen wollen, ist man beunruhigt. Man hat in Paris nicht vergessen, daß kaum ein Jahr noch der Zusammenkunft Chamberlaln-Mussolwi in Lioorno der Pakt von Tirana abgeschlossen wurde, durch den der italienische Diktator Hand auf Albanien legte. Der Verdacht, daß auf Mallorca«in Mittelmeerbund Italien-Spanien- Griechenland unter Führung Englands gegründet worden ist, wird immer bestimmter. Der füüafrlkanifche Ztaggeti streit. Sm»ts am Reden verhindert. Johannesburg, 1. Oktober. In Bloemhof kam«s anläßlich einer politischen Versammlung, bei derMinisrerpmsiöem General a.d. S«n u t s das Wort ergreifen sollt«, fi stürmischen Auseinandersetzungen mit den Nationalisten. Diese p r e n g t e n die Versammlung, wobei ein Handgemenge entstand. Schließlich wurden die Anhänger Smuts aus dem Vor- sammlungslokale verdrängt, und die Nationalisten feierten ihren Sieg durch Zerreißen einer britischen Flagg«. Später wurde«in der südafrikanischen Partei gehörender Basar von den Nationalisten gestürmt. Die«trclligkellen hängen mit der Flaggenfrage zusammen. Dem General Smuts wird von General Hertzog vorgeworfen, daß er sich in kurzer Zeit von einem Baren» führer zu einem der energischsten Verfechter der englischen Interessen in Südafrika verwandett Hobe. Da». Leben im Schanseusler. Eines der großen New Yorker Warenhäuser der S. Avenue hat in seinen großen Schnusenstern eine vollständige Wohnung, aus drei Zimmern und Küche bestehend, eingerichtet: selbst«n elegantes Badezinnner fehlt nicht. In dieser Wohnung lebte«üne Frau während der vergangenen Wochen in aller Oeffentlichkeit, um für die Gebrauchs- und Lurusgegenstände, die man in den verschiedenen Abteilungen des Warenhauses kausen kann, Reklame zu machen. Ihre Tätigkeit begann Miß Kimby, so hieß di« junge Dame, indem st« sich vor den Augen der Straßen- bummler ihr Frühstück im Bett servieren ließ: im Schaufenster las ste Bücher und Zeitungen, hier erledigte sie auch ihre Korrefpon- dcnz, nicht einmal ihre Mahlzeiten konnte sie unbeobachtet ein- nehmen, denn um diese Zeit staute ssch die Zuschauermenge vor dem Schaufenster in geradezu beängstigender Weise. Nachmittags veranstaltete Fräulein jtimbn regelmäßig einen kleinen Fünf-Uhr-Tee, zu dem stets einig« ihrer Freundinnen erschienen, und meist behielt sie diese auch noch zum Abendessen da, das ebensalls in voller Oestent- lichkeit eingenommen wurde. Das junge Mädchen scheint sich an ihr Leben'in der Oestentlichkeit rasch gewöhnt zu haben, denn sie bewegte sich völlig unbesangen in ihrer Wohnung, spielte Klavier. wählte ihre Toiletten für di« verschiedenen Gelegenheiten, kurzum, sie führte das Leben einer großen Dame, deren Mittel es ihr ge- statten, ihr Leben so behaglich wie möglich zu gestalten. Zu ihrer Be- dienung hat Fräulein Kimbn ein Mädchen zur Verfügung, das ihr gleichzeitig als Köchin und Kammerzofe dient. Dieses Mädchen benützt ihre häuslichen Arbeiten, die verschiedenen modernen Apparate, die man in dem Warenhaus kaufen tonn, und deren Anwendung den Zuschauern vor dem Fenster auf diese Weise ge- zeigt wird. Ein neues französisches Soldatentted. Bon einem elsässischen Parteigenossen wird uns geschrieben? Kurz nach dem letzten Besuche Ppincarös in Mülhausen wejlte ich in meiner Vaterstadt. Durch das Zentrum der Stadt schlendernd hörte ich plötzlich hinter dem Ratthaus fröhlichen Gesang. Wgz war los? In einem Räume des Ratstanfes fand Musterung der jungen Rekruten(Conscrit?) statt. Uad wie überall sangen auch dies« jungen Burschen, um sich hinweg- zutäuschen über die Dinge, die ihrer in einer langen Mlitärzeit, meist fern der Heimat, harren. Was aber fangen die elsässischen Rekruten? „Ich Hab mein Herz in Heid« lb«rg verloren" Die Sanderablettunge» der voll.bShnr e. jj bieten ihren Mitaliedern im Lauke des Jabres neben fünf Aussubrungen im Theater am Bülowplav. Theater em?chis!bauerdomm und Thalin-Tbealer fünf Vorileklunaen der Pisca!or-Pübne. Tie baden aber nichts mit dem Abonnements der Piscator- Bilbne cu tun. Milglliberausnabmen in die Tonderabteilungen der Volts- bübne können noch jederzeit erfolgen: Anmeldungen find an die Geichähs- lt'llen der VoltSbüdne C 25. Sinienilrasc 227. N« so. Plwz der Republik 7 oder an-in- der Zahlstellen d-S Vereins»u richten. 2n der«alerle Zohmme» hlnrichien im Wrstl-rhan«. Sell-biicNr. Z. wird die Ansstelluna Albert Birtle am Tonnkag. dem 2. Oklober, geichiofien. Lm An ichlug daran wird vom 4. bis 20. Otlobcr ein? Tonder- ausstellung von 2 u c i e n A d r i o n veranstaltet. Di« Ausstellulig von Laurent fr Keller wird bi«»u diesem Termin verlängert. Der«uvstsaloo Hirzel-Spanier. Schillstrahe 6, am Lütowplatz. stellt im Ottober deutsch« Architetliiren und Landschaften de« Maler» Erich Kux au«. Tie Ausstellung ist täglich von 10—18 Uhr geöffnet.> Der Sträflingsaufstanü in Toulon. Rcnandel fordert Untersuchung der Zustände im Marinegefängnis. loulov. 1. Oktober.(Havas.) Im Marinegefängnis haben sich weiter« Zwischenfälle nicht er- eignet. 80 Meuterer befinden sich auf dem Fort. Man hat die Ueberzeugung, daß sowohl die Zwischenfälle an Bord des Kreuzers „Ernest Renan" wie auch die im Marinegefängais aus den Einfluß von außen her zurückzuführen seien. Der„Matin" benchtet, daß der größte Teil der Meuterer des Marinegcfängnisses sich erst Sonnabend vormittag ergeben hat. Die ganze Nacht hindurch hatten sie sich' in ihren Zellen ver- b a r r i k a d I e r t, die sie durch Löcherschlagen in die Wände und Decken miteinander verbunden hatten. Fünfzig Gendarmen besetzten di« Korridore und forderten die Gefangenen auf, die Türen zu öffnen. Da die Ausforderungen evsolglos blieben, wurden d i e Türen mit Aexten eingeschlagen, und erst jetzt ergaben sich die Meuterer nach kurzem Kampf. Sie wurden nach dem Fort Malbousque gebracht. Die Meuterei ist darauf zurückzuführen, daß das Gefängnis stärker belegt war. als es den Bor- schriften entsprach. Die Gefangenen mußten daher zu je zehn oder zwölf in einer Zelle untergebracht werden. Sie stellten dauernd Forderungen, besonders wegen des Essens. Die Gefängnisver- waltung hatte beschlossen, die Rädelsführer" in das Fo.t Malbousque zu überführen, wo sie schärfer überwacht werden können. Bon dieser Absicht hatten die Gesängen«» auf einem bisher nicht entdeckten Wege Kenntnis erhalten und beschlossen, sich dieser Maßregel zu widersetzen. Als di« Gefängniswärter den Befehl ausführen wollten, entstand di« Meuterei. Ein weiterer Zwischenfall hat sich wahrscheinlich im Zusammenhang mit dieser Meuterei aus dem Panzerkreuzer„Ernest Renan" in Toulon ereignet. Als die Matrosen zum Empfang des Essens an- treten sollten, weigert« sich die ganze Besatzung, das verabreichte Essen anzunehmen. Der Kommandant des Schisfes be- gab sich darauf in Begleitung von mehreren Offizieren in die Küche und„stellte fest", daß an dem Essen nichts auszusetzen sei. Der Besatzung wurde daher der strikte Befehl erteilt, die Nahrung zu essen. Die meisten Ntatrosen kamen, wenn auch unwillig, diesem Befehl nach, zahlreiche jedoch nicht. Die vier Wortführer wurden verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis gebracht. Renaudel hat vom Marineminister eine Untersuchung über die Zwischenfälle im MarinegefSngnis in Toulon sowie über die hygienischen und Betöstigungsv«rhältniss« im Gefängnis gefordert. Nachspiel zur Tannenberg-Reüe. Eine Belehrung für die„Tägliche Rundschau". Herr Mmisterialdirektvr z. D. Sp i e ck e r schreibt uns: Da» Blatt des wieder zurückgekehrten Herrn Reichsaußenmi- Ministers, die„Tägliche Rundschau", hat es für richtig be- funden, mich für einen Artikel des„Reichsdienste» der deutschen Presse, der über Hindenburgs Kriegsschulderklärung bei der Tonnenbergfeier ein krittsches Wort gesprochen hat, verantwortlich zu machen und der Wandlungsfähigkeit zu zeihen. Di«„Täglich« Rund- schau" erblickt diese Wandlungsfähigkeit darin, daß ich früher di« Kncgsschuldfrag« ganz anders g« wertet hätte, heute aber, da mich die „Tägliche Rundschau" mit den kritischen Aeußerungen dxs„Reichs- dienstes" identifiziert, gegen mich selbst„hetze", wie da»' Platt jo witzig sagt. Di«„Tägliche Rundschau", an deren Intelligenz und Loyakstät man in einem Augenblick, in der sie mit der ihr gesinnungsverwand- ten„Nachtausgabc" einen nicht gerode amüsanten Boxkampf wegen einer unsäglich unwichtigen„Anastasia-Legende" aufführt und aus- gerechnet von der Hugenbergschen Bruderpresse ssch einen„Tief- stand der Journalistik" attestieren lassen muß, aus Mitgefühl nicht zu hohe Ansprüche stellen soll, wird aber vielleicht doch noch einsehen können, daß man sehr wohl ein entschiedener Bekämpfer der Kriegs- schuldlüxe sein kann und trotzdem oder vielmehr gerade deswegen die feierliche Kriegsschulderklärung von Tannenberg als«inen poli- tischen Fehler ansehen darf. Und vielleicht versteht die„Tägliche Rundschau" darüber hinaus auch noch, daß man es ablehnen kann, für diesen Fehler den Herrn Reichspräsidenten verantwortlich zu machen und es für die Würde und das internationale Anfelzen des greisen Reichspräsidenten von Hindenburg durchaus nicht förderlich findet, wenn die verantwortlichen amtlichen Stellen dem Herrn Reichspräsidenten zunächst eine feierliche Erklärung vor aller Welt abgeben lassen und sofort hinterher versichern, daß das amtlich nichts zu bedeuten hätte und die amtliche deutsche Politik mit der Kriegsschulderklärung Hindenburgs gar nicht» zu tun hätte. Die Ehrfurcht vor dem 80jährigen Reichspräsidenten verbietet es mir, diesen ersten Versuch amtlicher Deckung des Herrn Reichs- Präsidenten in dos alltäglich« Deutsch zu übersetzen, und Ich versage es mir auch, mit der„Täglichen Rundschau" in eine Polemik über«Ine Reih« noch anderer, politisch auch nicht uninteressanter Dinge, die mit dieser bedauernswerten Entgleisung, amtlicher Stellen zu- sammenhängen,«inzutreten. Ich habe bis zum heutigen Tage noch nicht ein« Zeile gegen die jetzige Reichsregierung, eines ihrer Mit- glieder oder ihre Tätigkeit geschrieben und kein östenrliche» Wort gegen ste gesprochen, weil ich das Zustandekommen dieser Regie- rung für nötig gehalten und auf dem Standpunkt gestanden Hab«, daß, wie jede andere, auch diese Regierung erst nach ihren Werken beurteilt werden dürft«. Ich gestehe allerdings, daß heute die'Versuchung stärker wird, Wirten und Wollen unserer Reiche? egierung einmal im Zusammenhang und in ihren Triebkräs- ten zu überblicken und insbesondere auch eine Bilanz der Stresemannschen Außenpolitik zu ziehen. Was Strefemann aber mit dem Artikel der„Täglichen Rund- schau" zu tun hat? Wahrscheinlich ebensoviel wie ich mit dem Artikel des„Reichsdienstes". Sie halten mir entgegen, daß ich dem„Reichsdienst" aber doch wohl näher stünde als Herr Strese- mann der„Täglichen Rundschau"? Nun, zugegeben— dafür ist aber der„Reichsdienst" auch unvergleichlich besser als die„Tägl-� Rundschau". präsentiert üas Gewehr! Reichswehrehrenbezeugung vor der Gtahlhelmuuiform. Reichspräsitentenpalais. Düsterberg und S e l d t e, die Häuptlinge des Stahlhelms, fahren im Kraftwagen vor. Der Reick?- wehrposten präsentiert das Gewehr. Vor der Umform des Stahlhelms. Vereinbarung im GaftWirtsgewerbe. Lohnerhöhung von 3,50 bis 5 Mark. Die wir bereits mitgeteilt haben, trat gestern das Schiedsgericht unter dem Vorsitz des Schlichters von Brandenburg zu- lammen, um den Konflikt im Berliner Gostwirtsgewerbe zu schlichten. Die Verhandlungen zogen sich von 11 Uhr bis 7 Uhr abends hin. Es wurde schliehlich ein Schiedsspruch gefällt, der gegenüber der Forderung von einer Lohnerhöhung von 6,— Mk. in den End- löhnen eine Erhöhung von 3,50 b i s 5,— M k. die Woche festsetzte Do aber ein erheblicher Teil der Angestellten des Gastwirts- gewerbes in Kost und Logis steht oder eines von beiden erhall, wird außer den sogenannten Endlöhnen auch eine Berechnung für Kost und Logis festgesetzt. Di« in dem Schiedsspruch festgesetzte Berechnung war derart, daß die Vertreter des Zentraloerbandes so- fort erklärten, der Schiedsspruch sei für sie u n a n n e h m b a r. Infolge dieser Erklärung fanden sofort direkte Verhandlungen zwischen beiden Parteien stall, die zu einer vorläufigen Ver- einbarung führten. Nach dieser Vereinbarung wird von beiden Parteien die Lohnerhöhung von 3,50 bis 5,— Mk. die Woche o n- genommen und tritt mit dem 1. Oktober in Kraft. Ueber die anderen Fragen finden im Laufe der nächsten Woche direkte Ver- Handlungen statt. Dieser Vereinbarung hat die Ortsverwaltung des Zentraloerbandes der Hotel-, Nestau rant- und Kafseehausangestellten. die gestern abend zusammentrat, ihre Zustimmung gegeben. Unveränderte Laae im Hrauerstreit. Keine Anrufung des Schlichtungsausschusses. In dem Streik der Brauereiorbeiter, der am gestrigen Sonn- abend eingesetzt hat und allgemein durchgeführt worden ist. hat sich bisher keine Aenderung der Situation ergeben. Bisher find von keiner Seile Schritte eingeleitet worden, um die beiden Partelen zu neuen Verhandlungen zusammenzubringen. Verschärfung in Westsachsen. Ablehnung des Schiedsspruchs. Dresden. 1. Oktober. fEigenbericht.) 3n der sächsischen Textitindustrie hat sich die Si- tuatlon verschärft. Eine überaus stark besuchte Versammlung von Delegierten aus ollen Teilen des wesisächsischen Tarif. gebiels in Glauchau faßte einstimmig folgende Entschließung: .Die am 1. Oktober 1927 im Schützenhaus in Glauchau ver- sammelten Texlilarbeilervertreler lehnen den Schiedsspruch für Westsachsen vom 27. September 1927 ab. Die Zkichlberückslchtigung der Arbeilersorderuugen in Verbindung mit der langen Laufdouer zwinge» die Arbeiter zur Ablehnung. Daß die Industrie höhere Löhne zahlen kann, beweisen eine große Anzahl Abmachungen in den letzten Tagen, die weit übe? den Schiedsspruch hinausgehen. Dke versammelten Texkilarbeltervert reter sprechen der Verbands- leilung das Vertrauen ans und erklären sich bereit, alle Maßnohmen durchzuführen, die geeignet sind, die berechtigten Forderungen der Textilarbeiter durchzusetzen." Streik üer Zahrstuhlmonteure. Bauarbeiter, Lbt Kontrolle. Bei der Urabstimmung am Freitig und Sonnabend in den Groß-Berliner Fahrstuhlbetrieben haben von den beschäftigten Mcrn- teuren und Helfern rund 90 Proz. für Streik gestimmt. Die Funktionäre nahmen gestern nachmittag im Verbandshaus der Metallarbeller zu dem A bftimmungsergebnis Stellung und be- schloffen nach eingehender Beratung, daß am Montag früh in allen Groß-Verlincr Fahrstuhl- und Aufzugsbetrieben die Arbeit eingestellt wird. Nicht bestreikt werden jedoch die Betriebe Otto u. Weiß, I. P. D i e m und die Firma Schneider u. Fischer, die die Forderungen der Fahrstuhimonleure anerkannt haben. Für die sretgewerkschafllich organisierten Arbeiter dieser drei Betriebe werden am Montag vom Metollarbeiterverband Arbeitsberech- tigungskorien ausgegeben. Die Streitenden erwarten, daß besonders die Bauarbeiter die arbeitenden Fahrstuhl- und Aufzugsmonteure und ihre Helfer kontrollieren, ob sie Berbandsbuch und damit llbercin- stimmende Arbeitsberechtigungskarte bei sich haben Alle Arbeiter, die n i ch t im Besitze dieser beiden Legitimationen sind, sind Streik- b r e ch e r. Di« Funktionär« beschlossen weiter, daß dringend notwendige Reparaturen an Fahrstühlen und Aufzügen in Kranken- Häusern. Kliniken und Krankenkassen ausgeführt wer- den müssen. Diese Arbeiten werden aber nur durch Vermitt- lung des Metallarbeiteroerbandes den nichtbesireiktcn Firmen zugewiesen. Die Zentralstreikleitung ist telephonisch zu er- reichen unter Norden 107 88._ Lohnverhanülungen bei üer Neickspost. Die Crinheitspaitolc der Bürgerblockregierung. Am Freitag vcrhandclle>ni Rcichspostministerium die All- gemeine Deutsche Po st g e w e r t s ch a s t(Mitgliedschaft im Deutschen Perkehrsbund) wegen einer zwischentariflichcn Lohnerhöhung. Der gegenwärtige Lohntarif läuft noch bis zum 31. März 1928. Von den Vertretern des Rcichspostministeriums wurde genau wie im Reichsfinanzministerlum den Staatsarbeitern erklärt, daß einer allgemeinen Lohnerhöhung aus tarisrechtlichen und taris- polllischen Gründen nicht entsprochen werden könnte. Sie erklärten sich nur zu einer Nachprüfung der Ortslohnzulagen bereit, und falls sich hierbei ergibt, daß in der vergleichbaren In- dustrie höhere Löhne ge�ahll werden als bei der Reichspost, eine Angleichung durch die Erhöhung der Ortslohnzulagen erfolgen soll. Demgegenüber wurde von den Gewerkschaftsvertretern erklärt, daß die Löhne bei der Reichspast mll dem Ansteigen der Preise für Lebensmittel und Bedarfsartikel nicht gleichen Schritt ge- hallen haben. Der Notlage der Arbeiter könnte nur durch eine allgemeine und fühlbare Lohnerhöhung gesteuert werden. Durch eine Nachprüfung der Ortslohnzulagen würde der Notstand der Arbeller nicht befestigt. Da eine Einigung nicbc erzielt werden konnte, wurden die weiteren Verhandlungen oertagt. Sie werden mit dem Reichspost- minister Dr. wchätzel weitergeführt werden. /lngefteUte üer Metallindustrie! Der BSArZ. lehnt ab. In der letzten AsA-Funktionärversammlung wurde unsere Stellungnahme im wesentlichen beeinflußt durch die sicherlich zu erwartende Ablehnung des Schiedsspruches seitens des BBMJ. Diese erwartete Ablehnung liegt noch Ablauf der Er- klärungsfrist nunmehr vor, so daß unsererseits der Antrag auf Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches gestellt worden ist. Wir bitten die Funktionäre, entsprechend den Beschlüssen der vor- erwähnten AsA-Funktionärversammlung dasür Sorge zu tragen, daß in allen Betrieben umgehend nach vorheriger telephonischer Verstän- digung mit uns Betriebsversammlungen angesetzt wer- den, um zu dieser Situation Stellung zu nehmen, d. h. alle Ange- stellten über die Lage aufzuklären. AfA-Metoll-Kartell. Günther. Roth«. Lange. Tarifverhanülungen im Speüitionsgewerbe. Der Zentralverband der Angestellten hatte das mit dem Verein der Spediteure abgeschlossene Tarisabkommen(Manteltarif) mit Wirkung zum 30. September aufgekündigt. Daneben forderte er eine Erhöhung der Gehaltssätze. In den Berhandlungen vom 29. September wurde � festgelegt eine Erhöhung der bis zum Februar 1927 in Kraft gewesenen Gehaltssätze um'lO Proz. Dauer des Abkommens bis Ultimo Dezember 1927. Der Manteltarisoertrag wurde bezüglich des Urlaubs für ältere Angestellte, bezüglich der Bestimmung für jugendliche Angestellte im I. Jahre noch der Lehre, beziiglich der Beschränkung der Lehrlingszahl u. a. m. oerbessert. Bezuglich der Arbeitszeit vereinbarten die Parteien an Stelle der bis- herigen S3-Stundcn-Woche folgendes: Die Arbeitszeit beträgt 48 Stunden. Mit Genehmigung des Angestelltenrats dürfen bis zu 5 Ueberstunden pro Woche geleistet werden. Jede Ueberstunde ist zu bezahlen mit ein Zweihundertstel des Gehalls plus 25 Proz. Zuschlag. Der Manteltarisvertrag läuft vorläufig bis zum Ullimo September 1928. Beranllvortlich für Volittt: Dr. Turt Eeqtr; Wirtschaft: ch. ltlinA«lhöf«r; chrwerklchoftsbeweguna: Z. stein«; Feuilleton: Dr. Zohn S-bikow»Ii: Lokales und sonstiges:»ritz»arstädt: iln�eigen: Tl,. SloNe; sämtlich in Berlin. Lerlaa: Borwärls-Beriag C>. m. b H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckeret und Bcr'agsanstal« BciiI Singer» Co Berlin EW LS. Lindenstratze z, Hierzu S Beilagen,.Blick In die«Schenoelt-,„Unt-rh-Unng uab Bilsen- und ,L-» der Zilmmelt''. ff£*?.___ üdergidt man nur dem Zlacknve«, de» BbR& 3B9» Deutschen Multkerverbande«. Berlin, ftvm- BiR HIB*! jIiI n IB Ii I- wand-menstr. 63/64. Dönhoff 3277-73. «fvMlISwUllilsHV«-lchiiktsz-it 9-5, Sonntag, 10-2 Uhr. Bis Wunsch: Bertreterbesuch. Kleid P Ü R I) f: A // B R ß S T I9AM EST KI/E IDUSr CS I» E I Z W A B E Uf J u m p erblusej s«hr guter gestreifter Flanell Jumperbluse reinseid. 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