Nr. 466 � 44. Fahrgang Groß-Berlin 15 Pfg. Mosgabe A Nr. 2Z7 Auswärts 20 Pfg. mit„Volk u*$ Zeit" Bezugspreis: � W-««ntNch 70 Pfe»»!� m»»atN>b. V St»»zelgenpreise. 3,- iSeitfismitf odMa* iwbtbcr. ▲ Av ▲' MM»t* e i n f» a I tt 0« ÄBimawiDc Unter Streifband im In- und fgrW�f�ii frWil a. A\ A.N A\>�k.\�5MX K A. HB Itile 80 Pfennla. ReN°me,e>le Ausland S.N Reichsmari pro Monat. Ball-ßrtjfT�BkX JH 5/— Sietifismart. ,«leine Amciflen* _ BB! WK! �Sm�WsWKI BBf SD MW«U/ � das settaedruckte Wort« Wenn ia ........ DA i«zv �D» DD �D // DW D» DD DI Bn( WM Iz�!.' k,uI»Ma»wel fettaebiuefte Worte), SJet Botmarto- müder muftetet. H W M H■ KB H HH H /V Hl lebe, weitere Wort IS Wennia. ten Sonntag-beilage.Boll und geit�>dH lrMB H H H �HHEI HH H LS H H/ Stellenaelu»« da, erste Wort sow-.e den Beilagen Unterhaltung MM•pM H H■ HHH HH B�H B! ÄL 15 Wennia. lebe, weitere Wort und Wissen..«us der»Umwelt. IPp?- i M H H M W HHH H 10 Biennia. Worte Uber 15 Bu». grauenstimme"..�r«Inder. MM M, JBIM. 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Dieses Wort ist nicht gesprochen worden. Darum wird heute in Berlin und anderwärts mit Schwarzweißrot gegen Schwarzrotgold aufgetrumpft. Die Regierung— wie konnte sie auch!— hat nichts getan, um zu verhindern, daß der Geburtstag des Präsidenten der Republik gewissermaßen als monarchistische Familienfeier begangen wird. So als eine Art Kaisergeburts- tagsfeierersatz. * Der kaiserliche GeneralfeldmarschaU v. Hindenburg ist nun seit zweieinhalb Iahren Reichspräsident. Man darf feststellen, daß er in dieser Zeit, abgesehen von kommunisti- schen Unerheblichkeiten, nur von den Völkischen be- schimpft worden ist. Nur eine Organisation hat es für notwendig gehalten, ein ausdrückliches Verbot gegen die Be- teiligung an der Feier dieses 80. Geburtstags ergehen zu lassen: das war Ludendorffs„Tannenbergbund". chindenburg und Ludendorfs! Wir hoben am heutigen Tage ebensowenig wie an anderen Lust, uns in die Gesellschaft Ludendorffs öder Thäl- manns zu begeben. Ebensowenig aber in die Gesellschaft derjenigen, die mit der Person des Achtzigjährigen Götzen- dienst treiben. Man tut Herrn v. Hindenburg, auf längere Sicht gesehen, keinen Gefallen, wenn man ihn neben Caesar. Napoleon und Bismarck stellt. Die erstaunliche Laufbahn, die der bis dahin gänzlich unbekannte 67jährige General im Ruhestande von 1914 bis 1925 zurückgelegt hat, ist keineswegs dar-. auf zurückzuführen, daß er die Eigenschaften eines Säkular- menschen besessen hätte. Immerhin— Hindenburg und Ludendorff!— wenn man sich erinnert, daß der eine bei der Reichsprösidentenwahl vom Frühjahr 1925 fast fünfzehn Millionen Stimmen erhalten hat, der andere nicht viel mehr als den dreißigsten Teil davon, so gibt das zu denken. Es zeigt, daß das deutsche Volk auch in seinen politisch weni- ger erleuchteten Schichten Unterschiede des C h a r a k t e r s zu würdigen weiß. -e Im übrigen ist die Republik so gesund, daß ihr auch die Art, wie der 80. Geburtstag ihres Präsidenten gefeiert wird. nicht schaden wird. Es ist doch ein heulender Widerspruch in sich, daß die Monarchisten so überschwänglich einen Mann feiern, der nach der demokratischen Weimarer Berfas- sung, durch Volkswahl an die Spitze des Reiches gelangt ist. Angenommen, Hindenburg wäre wirklich der außerordentliche Mann, als den sie ihn feiern— wäre dann nicht gerade die Wahl dieses Mannes der beste Beweis für die Richtigkeit des republikanisch-demokratischen Prin- zips? Allerdings darf man sich von diesem Argument, das logisch durchschlagend ist. keine durchschlagende Wirkung auf die Monarchisten versprechen, weil eben Monarchismus das Gegenteil von Logik ist. Aus der monarchistischen Unlogik entspringt ja auch die Tatsache, daß der Gencralfeldmarschall des Kaisers Präsident der Republik werden konnte. Aus ihr entspringt ebenso die Enttäuschung der monarchistischen Kreise darüber, daß diese Wahl keineswegs zu einer Erschütterung der Republik führte — die sie mit ihr erstrebt hatten— wie das Unbehagen, mit dem die republikanische Bevölkerung dieser eigenartigen Reichspräsidenten-Geburtstagsfeier unter den Fahnen der Monarchie gegenübersteht. » Das Wahlergebnis vom 26. April 1925 hat die Republik nicht erschüttert, wohl aber hat es die Kräfte der äußersten Reaktion innerhalb der Republik erheblich gestärkt. Die Kommunisten schreien heute über den schwarzweißroten Ee- burtstagsaufmarsch wie am Spieß, sie vergessen dabei ge- flissentlich. wieso er möglich geworden ist. Die Sozialdemokratie hatte zum ersten Wahlgang am 29. März den preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun präsentiert. Er erhielt aber nur die sozialdemokratischen 7,8 Millionen Stimmen gegen 10,4 Millionen, die auf den Kandidaten der Rechtsparteien, den Volksparteiler I a r r e s entfielen. Marx bekani die 3,9 Millionen Stimmen der Zentrumswähler. Thälmann die 1,9 der Kommunisten, Hellpach, der Demokrat, Held, der Bayer, erhielten 1.5 und eine Million Stimmen. Ludendorff blieb mit einer Viertelmillion letzter. Im zweiten Wahlgang trat an die Stelle von Iarrcs H i n d e n b u r g, der Kandidat L o e b e l l s und des Bürger- rat». Die Sozialdemokratie tat alles, um seinen Sieg zu verhindern. Darum entschied sie sich in sinngemäßer Anwendung des bei den früheren Reichs- tagswahlen bewährten Prinzips des„kleineren Hebels" für Ma rx. Sie verzichtete auf eine eigene Kandidatur im zweiten Wahlgang, nicht weil sie etwa bei Herrn Marx be- sondere Vorzüge vermutet«, sondern eben nur, weil sie nicht Die Straßenbahner für Streik. Streikbeginn wird von der Organisation festgesetzt. lieber den am Donnerstag gefällten Schiedsspruch, dessen Inhalt wir im wesentlichen bereits mitgekeilt haben, beteilig- ten sich von 13 030 Befchäftiglen 12 141. Davon haben 11 31g für Ablehnung des Schiedsspruches, also für Streik und 822 für seine Annahme gestimmt. Der Abstimmung ferngeblieben sind 889. die fast alle Urlauber und Kranke sind. Diese Abstimmung zeigt, daß die Erbitterung unter den Straßenbahnern seit der ersten Urabstimmung noch gestiegen ist. Zu diesem Abstimmungsergebnis nahmen gestern abend die Funktionäre der Straßenbahner in einer überfüllten Versammlung im Gewerkfchaflshaus Stellung. der Sekiioasleiter des Verkehrsbundes. Genosse Hitler. gab in der Versammlung nochmals den Standpunkt der Organisationen bekannt, die entsprechend den gesetzlichen Be- stimmungen daraus bestehen müssen, daß der Streik nicht schon am Sonntag früh aufgenommen wird, sondern erst nach dem Ablauf der Erklärungssrist, da- mit die Organisationen die Führung in diesem Kampf über- nehmen können. Die Erklärungsfrist läuft ZNontag früh 10 Uhr ab. Zufolge der gespannten Situation war die Diskusfion in der Versammlung zwar manchmal stürmisch, aber dennoch durchaus sachlich. Es wurden alle Momente ernst abgewogen. Zm Miktelpunkl der Debatte stand natürlich die Frage des Streikbeginus. Die Funktionäre, die für den Streik- beginn am Sonnlag früh eintraten, taten dies lediglick) wegen der Befürchtung, daß kurz nach dem Ablauf der Erklärungs- frisi der Schiedsspruch für verbindlich erklärt würde und den Straßenbahnern und der Organisation dann die Hände gebunden seien. Der andere Teil der Funktionäre war der Auffassung, daß der Ablauf der Erklärungsfrist erst abgewartet werden müsse, um die Organisationen nicht von der Führung der Bewegung auszuschalten. Xach einer bis fast um Mitternacht anhaltenden Debatte wurde mit knapper Mehrheit beschlossen, den Streik nicht am Sonnlag früh beginnen zu lassen, fondern die weiteren An- Weisungen der Organisationen abzuwarten. Monarchistische Provokation. Westarp stempelt Hindenburg zum Wegbereiter der Monarchie. Der Führer der stärksten Regierungspartei des Reiches, Graf Westarp, hat die offizielle Geburtstagsfeier für den Präsidenten der Republik in Hannover benutzt, um in einer P r o p a g a n d a r e d e für die Monarchie die Kaisertreue des Präsidenten der Republik zu betonen. Graf Westarp führte bei der Hindenburg-Feier in der Stadthalle zu Hannover unter anderem aus: „Wir lassen das Gedächtnis des kriegerischen Ruhmes nicht erkalten, den unser Volk sich wieder und wieder zur Ver- teidigung seines Daseins, seiner Freiheit und seiner Ehre erworben hat. Untrennbar verknüpft mit der Geschichte des Heldentums der Völker ist die Geschichte der Kriegskunst und Kriegssührung, In ihr bildet ein klassisches Kapitel das, was Preußens Könige und Feldherren, was der töniglich-preußische Generalstab, van dem Großen Kurfürsten über Friedrich Wilhelm I. zu Friedrich dem Großen und seinen Generälen, von Blücher und Gneisenau über Clausewitz und Boyen zu Wilhelm I., Moltke und Roon, über Gros Schliefsen zu Hindenburg und Ludendorff, geleistet haben. Gewissenhafter als der in preußischer Zucht und Ordnung groß gewordene jetzige Herr Reichspräsident kann niemand sich an die gesetzlichen Grenzen seiner Stellung halten, gewissenhafter aber auch niemand die so umschriebenen Pflichten erfüllen. Bekannt ist, daß beispielsweise im Winter 1926/27 der unerschütterliche Widerstand des Herrn Reichspräsidenten gegen die P o l i t i- sierung der Reichswehr den entscheidcdcn Einfluß auf die Verhandlungen über die Regierungsbildung ausübte. Am schwersten wird ihm die Entscheidung gefallen sein, ob er um seines Gewissens und seiner geschichtlichen Verantwortung willen den Eid aus die Verfassung leisten und an ihn gebunden die Führung der Regierung übernehmen könne. In seiner Lebens- beschreibung hatte er der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die gegenwärtige Sturmflut wilder politischer Leidenschaften und tönender Redensarten sich wieder oerlausen werde. Dann wird aus dem ewig bewegten Meer völkischen Lebens jener Felsen wieder austauchen, an dem sich rinst die Hoffnung unserer Väter geklam- mert hat und auf den vor fast einem halben Jahrhundert durch unsere Kraft des Vaterlandes Zukunft vertrauensvoll gegründet wurde: Das deutsche Kaisertuml Der felsenfeste Charakter dieses Mannes liegt so offenkndig vor aller Augen, daß wiemand glauben wird, ein Hindenburg habe diese Hoffnung um die Gesinnung, auf der ste beruhte, preisgegeben. Es war vielleicht da» schwerste Opfer, das er seinem Vaterlande gc- bracht hat, diesem in seiner jetzigen Staatsform seinen Dienst zur Verfügung zu stellen. Richtig ist. daß Hindenburgs. dem deutschen Reich trotz aller Staotsumwälzungen gehaltene Treue Reich und Staat stark ge- festigt haben. Sie trug schon im Reoolutionvwinter reiche Früchte. Gleiche Verdienste um die Erhaltung und Kräftigung von Reich und Staat weisen die zweieinhalb Jahre der Präsidentschaft aus. Wir wären die letzte«, sie zu verkennen: ihren Inhalt und ihre Größe wird erst die Geschichte ganz würdigen. Aber je größer der Dank ist. deu die Schwere de» hierfür ge- brachten Opfers erfordert, um so weniger ist es berechtigt, bei der Bekundung dieses Danke» den Unterschied der Begriffe von Republik und Reich, von jetziger Staalssorm und dem Staat al, solchen zu vermischen, und wir, die wir Hindenburgs Vorbild folgend, unseren Dienst in unbedingter Hingabe an das Vaterland tun, entnehmen daraus das sittliche Recht, an unserm, durch die geschichtliche Ueberlieferung uns geheiligten Ideale der Skaatssorm festzuhalten und seiner Verwirklichung vor- zuarbeiten. Auch seinem Zukunstsideal bereiiet der Monarchist allein dadurch den Weg, daß er gleich hlndcn- bürg dem Vaterland unbedingl und In jeder Lage dient. Darüber. ob die republikanische parlamentarische Siaatsform die rechte ist und sich bewähren wird, gehen die Meinungen auseinander und wird die Zukunft entscheiden. Der deutschnationale Führer hat in dieser Rede dem Präsidenien der Republik eine Rolle und eine Gesinnung unterstellt, die unvereinbar ist mit dem Amt und mit dem Eid, der mit diesem Amt verknüpft ist. Er hat ihn den Monarchisten als Vorbild gezeig: für die Politik, die die Deutschnationalen als Regierungspartei betreiben: in der Republik und ihrer Regierung die Wiederaufrichtung der Monarchie vorzubereiten. Diese Rede, eine Provokation aller Republikaner, geht die Regierung in ihrer Gesamtheit an. Sie muß erklären, ob sie damit einverstanden ist, daß der Führer der stärksten Regierungspartei dem Präsidenten der Republik den Stempel des Wegbereiters der Monarchie aufdrückt. Das Schicksal der Preußenanleihe. Noch keine Klärung. Die Frage der Preußenanleihe hat immer noch keine Klärung erfahren. Das Merkwürdige ist, daß es jetzt keiner gewesen sein-will, der bei dem Abschluß dieser Anleihe Schwie- rigkeiten gemacht habe. So erklärt jetzt auch der Reichsbank- Präsident Dr. Schacht mit aller Entschiedenheit, daß er in der Besprechung beim Reichsfinanzminister entgegen ver- schiedenen Pressemeldungen keine Angriffe gegen die Finanz- politik der Länder und Gemeinden gerichtet habe. Die Reichs- dank enthalte(!) sich durchaus einer solchen Kritik im einzel- nen, weise aber auf die allgemeinen Schwierig- k e i t e n hin, die durch zu hohe Auslandsverschuldung ent- stehen müßten. Die Beflissenheit, mit der die verschiedenen beteiligten amtlichen Stellen ihre Unschuld an den so plötzlich aufgetretenen Abschlußschwierigkeiten nachweisen wollen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß nach übereinstimmen- den amerikanischen Meldungen die Hemmungen zum Anleihe- abschluß von Berlin ausgingen. Die bekannte Be- weisführung. daß die Preußsnanleihe nicht produktiv sei, muß geradezu grotesk erscheinen angesichts der Tatsache, daß seinerzeit die bayerische Kirchenanleih», die doch sicherlich nicht produktiven Zwecken diente, von der Be» ratungsstelle anstandslos genehmigt wurde. wollte, daß der kaiserliche Feldmarschall, der Kandidat der Rechtsparteien und des Bürgerrats Präsident der Republik werden sollte. Die Kommunisten blieben bei chrem Thälmann. Sie erzielten mit ihm 1.9 Millionen Stimmen, während Hinden- bürg 14,6, Marx 13,7 Millionen Stimmen erhielt, finden- bürg siegte mit einer Mehrheit von rund 960 666 Stimmen, die er ausschließlich der kommunistischen Zer- splitterungsparole verdankte. Nichts ist klarer als dies: Hätten die Kommunisten, die doch schon im ersten Wahlgang ihre Stimmen gezählt hatten, darauf verzichtet, auch für den zweiten einen Kandidaten herauszustellen, dann wäre Herr o. Hindenburg heute nicht Präsident der Deutschen Republik. Denn die kommunistischen Arbeiter wären dann zum größten Teil ihrem gesunden Instinkt gefolgt und hätten für das„kleinere Uebel" gestimmt, wie es die fozialdemokra- tischen Arbeiter vor dem Kriege bei unzähligen Reichstags- ftichwahlen mit geschlossener Disziplin getan hatten. Jetzt zetern sie über das, was sie selber ange- richtet haben. „Hindenburg-Republik?"— Durch euch ist sie es ge- worden! * Es hat Leute gegeben, die meinten, der 86. Geburtstag Hindenburgs würde als ein Tag der„V o l k s e m e i n- schaff gefeiert werden können. Das hat sich, wie die vor- stehenden Auseinandersetzungen zeigen, als eine Utopie er- wiesen. Wir gestehen, wir sind den Deutschnationalen gar nicht böse, weil sie durch ihre Hetze gegen Schwarzrotgold, durch ihre Propaganda für eine schwarzweißrote Präsidenten- feier mit dem Klappern des Parte ikassierers im Hintergrunde diese Utopie zerstört haben. Das schafft nützliche Klarheit. Auch ohne dieses freundliche Erinnerungszeichen hätten wir am heutigen Tage nicht vergessen, daß die Wahl Hinden- burgs zum Reichspräsidenten ein Sieg über die Sozial- demokratie war, ein Sieg des Großbürgertums und seines politisch unaufgeklärten Gefolges über die Arbeiter- klaffe. Wir haben nichts dagegen, wenn die Sieger vom Frühjahr 1923 den heutigen Tag als Nachfeier ihres Sieges begehen, denn sie erinnern uns dadurch an unsere Pflichten, an unsere großen Ziele, die nur im Kampfe zu erreichen sind. Ihre Angst und ihre Wut richtet sich nicht gegen das wirre Häuflein der Kommunisten, dessen Ungefährlichkeit und relative Nützlichkeit für ihre Zwecke sie längst erkannt haben, sondern gegen uns. Heute demonstrieren sie mit ihren schwarzweißroten Fahnen gegen die Republik, die von uns geschaffen ist, und gegen alles, was wir auf dem Boden der Republik ferner erstreben. Vergebliches Mühen! Die„Hindenburg-Republik" ist Episode. Die Demokratie, die Republik in einem Lande kavitalistischer Ueberreife mit einer überwälti- genden Mehrheit von arbeitenden Menschen trägt ihr Entwicklungsziel in sich. Unsere Aufgabe ist es. der Eni- Wicklung kämpfend die Bahn zu bereiten: Bon der„Hin- denburg-Republik" durch Demokratie zur Arbeiter- r e p u b! i?. Eine Reichsamneftie, Sie keine ist. 73 ssälke— Nnmen immer noch nicht bekanntgegeben. Amtlich wird mitgeteilt: Die von dem Herrn Reichspräsidenten aus Anlaß seines 86. Geburtstages vollzogenen Gnaden- erweise betreffen Strafen, die vom Reichsgericht, vom Staatsgerichtshof zum Schutz« der Republik und von außerordentlichen Gerichten des Reiches erkannt worden sind. Sie sind vorzugsweise solchen Personen zuteil ge- worden, die aus politischen Beweggründen gehandelt haben. Dabei ist auf politische Einstellung der Verurteilten, soweit sie etwa in der Tat zum Ausdruck gekommen ist, keine Rücksicht genommen worden. Berücksichtigt sind bei den Gnadenerweisen vorzugsweise Taten, die zeitlich länger zurückliegen, i n s b e- sondere in die Jahre 1S2S und 1924 fallen. Von den 161 Personen, gegen die zurzeit wegen Hochverrats und anderer politischer Delitte Strusen der Gerichte des Reichs vollstreckt werden. sind 70 begnadigt worden. Im ganzen sind 7 3 Personen mit Gnadenerweisen bedacht worden. Mehrere tausend Gnaöenerweise in Preußen. Der Amtliche Preußische Presiedienst meldet: Im Einvernehmen mit dem Reiche hat das Preußische Staats- Ministerium aus Anlaß des 86 Geburtstages des Herrn Reichs- Präsidenten die Erteilung von Gnadenerweisen in um- fangreicherem Maße in Aussicht genommen. Das Nähere über die dafür gegebenen Richtlinien ergibt sich aus der Allgemeinen Verfügung des Preußischen Justizministeriums vom 2. Oktober 1927. Danach wird es sich bei den Gnadenerweisen, abgesehen davon, daß sie sich auch auf Geldstrafen erstrecken, nicht nur darum handeln, durch Erlaß Ermäßigung oder Aussetzung bereits in Derbüßung begriffener Strafen Haftentlassungen zu bewirken, sondern es wird in zahlreichen Fällen, in denen die Strafen noch nicht angetreten sind, eine völlige Abstandnahme von der Vollstreckung in Frage kommen. Die Gnadenerweif« werden nach Eingang der erforderten Be- richte im Laufe der nächsten Woche n ausgesprochen wer- den. Es läßt sich zurzeit noch nicht übersehen, wie hoch ihre Ge- samtzahl sich belaufen wird: c» ist jedoch zu vermuten, daß es sich um mehrere lausend handeln wird. Besondere Berücksichtigung haben die Verfahren wegen B e- l e i d i g u n g oder Beschimpfung des Reichspräsidenten gefunden. Der Reichspräsident hat die von ihm gestellten Straf- anträge, soweit dies nach dem Stande der Verfahren möglich war. zurückgenommen. In den Fällen, in denen es sich nur um Beleidigung handell, wirb das Verfahren« i n g e st e l l t wer- den. In den Fällen, in denen eine Beschimpfung des Reichs- Präsidenten zugleich«in Vergehen gegen das Gesetz zum Schutze der Republik enthäll, werden die Verfahren, soweit es gesetzlich zulässig ist, niedergeschlagen. Geld- oder Freiheitsstrafen, die in solchen, mit der Penson des Reichs- Präsidenten unmistelbar im Zusammenhang stehenden Verfahren rechtskräftig erkannt und noch nicht vollstreckt sind, werden er- lassen. öegnaüigungen In den Ländern. Karlsruhe, 1. Oktober. Aus Anlaß des 86. Geburtstages des Reichspräsidenten sind auch in Baden zahlreiche Einzelbegnadigungen ausgesprochen worden. Bei Verurteilungen wegen sogenannter politischer Vergehen wurde die Erteilung von Gnadenerweisen besonders sorgsältig geprüft. Vrminschwelg. 1. Oktober. Das braunschwciglsche Slaalsministerium hal im Benehmen mit dem bleich und den übrigen deutschen Ländern beschlossen, in etwa 66 Fällen Einzeibegnadigungen auszusprechen. Dessau. 1. Oktober. Auch das Anhaldifche Staatsmimsterium wird eine Amnestie erlassen, vornehmlich für politische Vergehen und Hand- lungen, die aus Rot begangen sind. Bremen, 1. Ottober. Der Bremer Senat hat bei 121 Gefangenen tells vollen, teils bedingten Straferlaß sowie Stroffuilderungeu. eintreten lassen.. v. v. v. Eine schwerrzweitzrote Sammelparole. Die BVV.(Vereinigten Vaterländischen Verbände) des Herrn v. d. Goltz, die aus einem Vorstand ohne Gefolgschaft und ohne Ziel bestehen, sehen sich bemüßigt, aus Anlaß des Hindcnburg- Geburtstages wieder einmal etwas von sich hören zu lasten. Der VVV.-Vorftand hat beschlossen, sich einmütig aus den Standpunkt zu stellen, daß die kommenden Monate zur Borbereitung auf die entscheidenden Wahlen 1928 durch Bildung einer schwarzweiß- der ölinöenhunö. Bon Alphonse Etoztecc. (Berechtigte Uebersetzung von Dr. Ernst Levy.) Das Schicksal dieses armen Pudels, der plötzlich seinen Herrn verloren hatte, war mir wirklich zu Herzen gegangen. „Pfiff! ist der Hund des alten Blinden, den Sie so oft in unserem Viertel getroffen haben. In der vergangenen Woche ist er gestorben," sagt« mir der Mann, der sich de« Hundes erbarmt hatte. „Wollen Sie ihn zu sich nehmen?" Ich betrachtete Pfiff!. In seinen Augen lag etwa» Menschliche», er schien zu sagen: „Antworte doch ja. Du wirst sehen, daß ich«in gute» Hunde- nieh bin." Ich ließ mich erweichen. Aber Pfifft mußte eine gründliche Auslaugung mit Seifemvaster über sich ergehen lasten, bevor er seine natürliche Weiß« wiederfand. Er leistet« Widerstand. „Ach. Pfifft, man sieht schon, daß der Blind« dein»eußeres oernachlässigtel Ich habe darin eingewilligt, dich zu mir zu nehmen, aber für deine Flöh« bedanke ich mich!" Ich rieb meinen neuen Gefährten sorgfältig mit dem Schwamm ab und setzte ihm dann ein ausgiebiges Mahl vor. Er verschlang das Fleisch, oerschmähte aber das eingeweichte Brot. Das überraschte mich, denn man hatte mir oersichert, daß sein seliger Herr ihn nur mit alten Brotkrusten ernährte. Bestrebt, es ihm möglichst gemütlich zu machen, schlug ich ihm im Vorzimmer auf einem alten Kisten ein Lager auf und sagte zu ihm: „Gute Nacht, Pfifft, schlaf gut, mein Liebling." Er wälzte sich mehrmals auf dem Kisten herum, knabberte eine Zeitlang haran und ließ sich zu guter Letzt auf dem Fußboden nieder. Di« Macht der Gewohnheit! Als Pfifft mich am folgenden Morgen laut gähnen hörte, trottete er voller Freude in mein Schlafzimmer und leckte mir die Hand. „Ei. da bist du ja! Na, wie haben wir heute nacht geschlafen?" Cr sah mich mit seinen treuen Augen an und stieß«in furcht- bar ulkiges Gekläff aus. Das sollte anscheinend heißen: „Dielen Dank, recht gut. Und du?" Kaum war ich aus dem Bett heraus, da schleppte Pfifft mein« Hose, meine Weste und zuletzt mein« Jacke heran. „Aber du bilt ja mehr als ein Hund, du bist ja«in leibhaftiger Kammerdiener! Man sieht, daß du im Dienste eines Blinden standest, der es nicht nötig hatte, sich zu rasieren. Leg die Weste und den Nock wieder dahin, wo du sie gefunden hast, und gedulde dich einen Augenblick Als Pfifft mich zum Ausgehen fertig sah, stürzte er aus meine» Stock und brachte ihn mir, dann hockte er nieder, als wart« er auf etwas. Ich öffnete die Tür und dachte, er würde mir folgen. Kein Gedanke! „Nanu. Pfiff!, warum kommst du denn nicht?" Er begann zu kläffen, womit er mich ohne Zweifel daran erinnern wollte, daß ich ihn anbinden muhte. Welch ein braver Blindenhund! Er brauchte die Leine um den Hals. Er hott« jedwede Regung von Selbständigkeit verloren. Da band ich ihn an, und wir machten uns auf den Weg. Auf der Straß« mußten mich die Leute für einen Blinden hatten. Pfiffi zog an mir herum, als wäre ich ein Handwagen. Er wollte mich unbedingt führen und schleppte mich hartnäckig durch Straßen hindurch, die ich am liebsten vermieden hätte. Nur allzu bald fand ich die Erklärung für sein seltsames Gebaren. Wir waren vor einem Schlächterladen angelangt. Pfiffi setzt« zum Sprunge an und stibitzte ein Schnitzel von der Fleischdank. Das tat er mit solcher Geschwindigkeit und Geschicklichkeit, daß ich ihm sicherlich Beifall gezollt hätte, wäre ich nicht ein ehrlicher Mann gewesen. Ich wurde vor Aerger über und über rot. „Du hast ja eine seltsam« Auffassung davon, wie man die Frage der Ernährung löst! Dergleichen Scherze gefallen mir nicht, Pfiffi... Mit einem Schnitzel fängt es an und mit einem Strick um den Hals endigt es..." Er schaute mich an wie ein Kind, das um Verzeihung bittet, dabei aber knabberte er ohne irgendwelche Gewisten-bisse weiter an seinem Schnitzel. „Ja, ja. Pfifft, du mußt dich von Grund auf ändern, wenn wir gute Freunde bleiben wollen." Eine Stunde später setzte ich mich auf der Terraise eines großen Boulevardcafes hin. Obgleich es erst halb zehn war, war die Hitze unerträglich, und es faß schon eine statlliche Anzahl durstiger Gäste da. .Kellner, einen Wermut mit Selterwoster." Ich zog meine Zeitung hervor und veriiefte mich in die Lektüre der neuesten Nachrichten. Da mir mit dem Hute auf dem Kopf zu heiß war. legte ich ihn auf einen Stuhl neben mir. Einige Minuten verstrichen. Mit einem Male fühlte ich. wie mir jemand auf die Schulter klopfte. Es war der Geschäftsführer. „Na, kommt mein Wermut endlich?" fragte ich ihn. „Ihr Wermut?" grinste der,„auf den können Sie lange warten! Seien Sie so gut und ziehen Sie schleunigst Leine, aber so rasch es geht." „Was!?" „Das Betteln fft auf der Terrasse de» Easö» oerboten." „Das Betteln!?" „Tun Sie doch nicht sol Wenn da» ein neuer Trick sein soll, roten Front auszunutzen feien. Nächste Aufgab« hierzu müste sein, unter Zurückstellung alles Trennenden im Lager der nottonalen Bewegung alles zu sammeln, was bereit sei, sich in die schwarzweißrote Wahlfront zum politischen Kampfe des nächsten Jahres einzugliedern. Hierzu fei die Bildung eines schwarz- weißroten Wahlausschusses der nattonalen Bewegung nötig, dem als erste Aufgabe die Verhandlung mit den politischen Parteien zur Herstellung einer gemeinsamen Front zufalle. Damit haben die DBB. des Herrn von der Goltz einen ihrer zahlreichen schwarzweißroten Sammelrufe um einen neuen oer- mehrt. Erfolg haben die Herren mit derartigen Spähen bisher ebensowenig gehabt, wie mit chrem Bettelbrief um finanzielle Unterstützung bei der Reichswehr. Keuöells Zlaggenpläne. Die„Germania" wird unruhig. Di« durch das„Berliner Tageblatt" aufgedeckten Flaggenpläne des Herrn von Keudell, die Handelsflagge Schwarz- w e i ß r o t mit der schwarzrotgoldenen Gösch durch einfaches Reichs- gefetz zur Rattonalflagge erklären zu lassen, haben die„German! a" unruhig gemacht. Sie tritt den Beweis dafür an. daß ein solches Vorgehen verfafsungsoerletzend fein würde und schreibt schließlich: „Am Borabcnd des Geburtstags des Reichspräsidenten möchten wir in keine Debatte über den Flnggenstreit eintreten. Aber wir erwarten» daß durch eine klare und einwand» freie Feststellung von amtlicher Seite solchen Gerüchten der Boden entzogen wird, und daß darüber hinaus Garantien gegeben werden, die die Ausführung solcher Pläne unmöglich machen." Der Ton der Besorgnis ist unverkennbar, nur müßte die „Germania" die Garantie von ihrer eigenen Partei fordern. Alles, was Herr von Keudell sich bisher geleistet hat, und was er sich in Zukunft noch leisten wird, kann er nur, weil und insoweit die Reichstagsfraktion des Zentrums es zuläßt. VSIkij»- Kowiies. Dresden. 1. Oktober.(Eigenbericht.) Am Sonnabend ist es gelungen, der Täter habhaft zu werden. die die E b e r t- E i ch e in den Schilleranlagen in Bautzen mit roher Gewalt zerstört haben. Es handelt sich nicht gm kommumsttschs Zettelankleber, wie die Bautzener Polizei vermutet hatte, sondern um zwei Dautzener Nationalsozialisten: den 18 Jahre alten Kaufnmnn Walter Jetzk« und den 27 Jahre alten Lohnbuch- Halter Willi Handrick. Beide haben nach längerem Verhör ein Ge- ständnis abgelegt. Sie reden sich aus Trunkenheit hinaus. Wolöemaras bei Strefemann. Die dcutsch-litauischcn Besprechungen. Die Verhandlungen Stresemanns Mit Woldemaras haben gestern nachmittag begonnen und werden in der neuen Woche fort- gefetzt werden. Die Frage der Zusammensetzung des Direktoriums für das Memelgebiet gewinnt besonderes Inter- effe, well als Anwärter auf den Posten des Präsidenten des Direktoriums der hinlänglich durch feine deuffchenfeindlichen Methoden bekannte, und von hen Memelländern unmißverständlich abgelehnte Schwellnus sich ebenfalls nach Berlin auf den Weg gemacht hat. Das litauifch-fafchistische Bestreben geht dahin, in dem Direktorium außer dem Präsidenten noch ein zweites von den fünf Mllgliedern zu haben, zwar mcmelländi scher Herkunft, aber Zweifels- frei lttauifcher Gesinnung. Von dieser litauischen Forderung aus werden die Verhandlungen über die Zusammensetzung des Direk- toriums ausgehen._ Vereinigung Republikanische Presse. Die Berliner Ortsgruppe der„Vereinigung Republikanische Preise" trifft sich am D o n n« r s- tag, dem 6. d. M., abends 8 Uhr, im Demokratischen Klub. Viktoriastr. 24. um aufzufallen, dann können Sie mir leid tun. Verziehen Sie sich mitsamt Ihrem Hunde, aber ein bißchen dalli, wenn ich bitten darf. „Mein Hund? Aber wo ist denn mein Hund geblieben?" Als ich jetzt um mich schaut«, sah ich Pfiffi der von Tisch zu Tisch ging, schön machte und den belustigten Gästen dabei den Hut hinhielt. Ich rief ihn voller Zorn zurück. „Schämst du dich denn gar nicht?" Sein Blick schien zu sagen: „Weshalb ärgerst du dich denn? Die Sache war doch so gut im Zuge." Tatsächlich hatte er schon zehn Groschen eingeheimst. „Ich schulde Ihnen ein« Erklärung," sagte ich zu dem Geschäfts- führer. „Ja, ja, die Geschichte kennen wir schon... Schieben Sie schleu- »igst ab, das ist dos Gescheiteste, was Sie tun können." Der wackere Pfifft! Ich hatte nicht den Mut, ihn zu miß- handeln, aber ich sühlte mich trotzdem recht gedemütigt, als ich mich unter den spöttischen Blicken des blöden Gesellen und unter dem Gelächter der Gäste enffernte. Theater am Zoo.„Ach, wie so trügerisch— Generaltitel für drei Einakterlustspielchen von Rudolf Presber. Ein Stück Illusion, das verloren geht. Einmal geht die Treue der Frau verloren, dann wieder der Backfisch, der geheiratet werden soll, und dann die Spekulation am schwarzen Bdrsentag. Für jede ver- lorene Illusion ein Ersatz: sür die verlorene Frau sitzt schon ein neues Weibchen im Klubsessel._ Für die verlorene Braut wird d:e Schwiegermutter geheiratet. Für die verlorene Spekulation kommt ein unverhofftes großes Los usw. Das denkt sich Presber alles sebr oemütlich aus und er beploudert es, und er bequasselt es auch. Es ist nicht immer kurzweilig, aber auch nicht immer langweilig. Zwei Schausvicler sind zu entdecken: Ludwig Stössel.der nur noch einen handfesteren Regiffeur braucht, um ein ordentlicher und ernst. basier Komiker zu werden, und Fräulein Kohlmann, dos viel Talent und noch wenig Routine besitzt. M. H. TJ. krejcl. Di« tschechische Sozialdemokratie feiert dieser Tage gleichzeitig mit dem Jubiläum des ZYjährigen täglichen Er- scheinens ihres Zentralorgans„Pravo Lidu" den 66. Geburisiaq des Redakteurs des literarischen Teils dieses Blattes Gen. F B. Krejci. Krejci ist ein angesehener ffchechischcr Schrilist�ßer, in dessen Werken sich seine sozialistischen Anschauungen spiegeln. Seine Kri- tiken im„Präov Lidu" haben viel zur kulturellen Erziehung der tschechischen Arbeiterschaft beigetragen. Er gab Monographien über bedeutende Dichter und Denker heraus, essayistische Werke, Romane, Novellen und Dramen. Der Sozialismus Ist«hm„Der Traum einer neuen Kultur"(so lautet der Titel eines seiner früheren Wertes und in seiner Verwirklichung erblickt er vom Standpunkt des Aesthsten und Künstlers den Uebergang„In ein« bessere Welt", wie seift 'letztes essayistisches Werk heißt. Das Jubiläum des Gen. Krejci wird auch von tschechischen literarischen Kreisen geseiert. Oer De'tkricg-�llw ist von der interalliierten Rhemlandkommiffion sür daS besetzte Gebiet verboten worden. Nr. 466 ♦ 44. Jahrgang 1. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 2. Oktober 1927 Die Hurg im Sumpf. Ausgrabung einer alten Wendenburg in der Nähe Berlins. Es uerlohnl sich schon, d!e Erlaubnis des Dr. Kiekebusch, Direktors der vorgeschichtlichen Abteilung unseres Märkischen Museums, zu nutzen und an einem sonnigen Montagmorgen aus dem Groß- ftadthausermeer hinaus nach Mittenwalde zu fahren, wo„gebuddelt" wird. Bequem ist sein Unternehmen nicht. Diesmal haben sich die Denkmale einer alten Zeit auf einem nassen Wiesenplan versteckt, der in einem etwa halbstündigen Weg von Mittenwalde nach Grotz-Machnow zu liegt, umspült von einem Zufluß der Rott«, diesem malerischen alten Kanal, der dem Freunde der Mark schon von Königswustcrhausen aus bekannt ist. Im Vorgefühl jour- nalistischer Entdeckersreuden hängt das Auge an dem lieblichen Bilde der Landschaft, während unversehens der Fuß bis über die Knöchel in eine Wasserpfütze tappt und beim Herausziehen der rechte um so tiefer hineingerät. Die Animosität der beiden Begleiter, die an- scheinend den gleichen Weg haben, ist mehr als in einer Beziehung berechtigt, denn wie sollte man zu einem Menschen, der in Halb- schuhen über eine überschwemmte Wiese läuft, Vertrauen fassen können. Aber alles löst sich in Wohlgefallen wieder auf, ein frischer Herbstwind und die Sonne trocknen ebenso rasch, wie sie vor 1500 Jahren den Mann>m Sumpf getrocknet und gewärmt haben, dem dieser Besuch gilt. Das Ziel der Wanderung ist auch erreicht, sie schließt an einer leichten Bodenerhebung, die ganz sanft, wie ein an- gefahrener Erdbuckel aus ebenen Feld liegt. Der Volksmund hat diesem Trockenplatz den Namcn„Pennigsberg" gegeben, obwohl vom Berg keine Spur zu'sehen ist. Die Pfennige mögen Münzsunde gc- wesen sein, die ein Bauer hier einmal beim Umpflügen gemacht hat. Das Geheimnis öes pennigsbergs. Schon die bloße„Sage" genügte, den Gelehrten auf eine Spur zu lenken und zu untersuchen, was es mit dem Pennigsberg für eine Bewandtnis hat? Daß er es mit einer vorgeschichtlichen Sicdelung zu tun haben würde, begründete er weiter damit, weil die ganze Umgebung eines der umfangreichsten und schönsten Aundgebieic darstellt, die die Mark und darüber hinaus wohl ganz Deutschland be- sitzt. Der uns nächst gegenüberliegende„Weinberg" aus Groß-Mach- nower Flur, ein sandiger und magerer Waldrücken, barg außer- ordentlich reiche Funde eines germanischen Gräderseldes. Am Ende des Feldrains am Pennigsberg ist an einer kahlen Stelle ein Fund- gebiet aus der Steinzeit sesigestelll, aber noch unerforscht. Hinter der Chaussee nach Groß-Machnow wurden Gräbersunde gemacht, die zum Unterschied von den erstgenannten Gräbern der Semnonen dem Volksstamm der Burgunden zuzehören. Was birgt nun der„Pen- nigsberg"? Der Journalist, gewissermaßen auf den Gefilden der Vorgeschichte landend, notiert bereits im Geiste Bronze und Gold- sunde. Er nimmt gern von dieser vorausgeschickten topographisch- archäologischen Erklärung des Ausgrabungsleiters Kenntnis» aber wo bleiben die- Funde des Pennigsberges, der Stoff, die Sensation, die er mitzubringen versprochen hat? Vorläufig ist nicht viel zu sehen, es ist da an dem Erdhügel nur ein wenig gegraben,„Schützen- grüben" sind gezogen und am Anfang des Hügels liegt ein etwa 4st Quadratmeter großer Raum ausgestochen, in dem der Himmel sich in den Wasserpsützen spiegelt. Bandmatz, Schnur und Maßstäbe werden hin und her gezogen, es ist, als sollte der Boden für einen Neubau ausgehoben werden. Der berühmte Archäologe scheint jedoch anderer Ansicht zu fein als der unzufriedene Gast, sein echt Berliner Humor blitzt bei jedem Satz hindurch und seine Hilfskräfte fühlen sich angefeuert durch seine frischen Unterweisungen, die neue Erwar- tungen enthüllen. vor 1500 Jahren. „Damit Sic nun wissen, worauf sie stehen," wendet sich Dr. Kieken- busch an den Journalisten,„wir befinden uns innerhalb der Um- grenzung eines alten wendischen Burgwalls! Das wird für Sie um so überraschender klingen, wenn Sie die vorerwähnten Fundorte der Umgebung mit ihren verschiedensten Völkergemisch zum Vergleich heranziehen. In dieser vorgeschichtlich eng besiedelten Landschast hat also auch noch der Wende gesessen". Die völkerkundlichen Merkmale der Wendensiedlung, obwohl sie bereits in die neuere Zeit hinüber- spielen(es ist bekannt, daß sie von den Askaniern aus der Mark langsam zurückgedrängt wurden), zählen doch zu den schwer zu er- forschenden archäologischen Ausgaben, weil meist ihre Siedlungen im Sumpf liegen. Auf dieser Stelle, wo der Journalist steht und seinen Blick aus das malerische Städtchen M i t t e n w a l d e mit seiner schönen Moritzkirche und dahinter auf die Funktürme von Königs» Wusterhausen richtet, hat eine Wcndenburg als Vorposten gestanden und schnell notiert er:„Der Wendensürst am Funkturm!" Aber was könnten diese Dinge schon bedeuten, wenn nicht sein Cicerone es oer- stehen würde, die Geschichte an der Hand seiner Grabungsurkunden lebendig zu mach.-n und darüber hinaus den Faden sortzuspinnen bis zur neuzeitlichen Heimatforschung. Man hört und schließt, wie dieses vielumstritlene Gebiet gewissermaßen als Schlüssel zu dem großen Eingangstor nach dem Osten gegolten hat. wie die Völker ganz wie in moderner Zeit durch Kriege und Ueberfälle sich die große„Heer- straßc" sichern wollten, die noch heut« im Volksmund kurz„Die Straße" genannt wird, und die von Stettin über Berlin als Umlege- ort, weiter über Neukölln, Britz, Buckow, Mittenwalde nach Sachsen hineinführt. Wie Mittenwalde, eine deutsche Stadtgründung, als Riegel gegen die drängenden Meißener entstand und wie der Wende sich zwischen den vielen Feuern nicht behaupten konnte. Aber er hat sich bis zum äußersten gewehrt, das zeigt die Stärke des vefesti- gungswolls, der mehrere Meter breit ist. Der Archäologe zeigt auf einige sanfte Erdlinien, die ringsum im Bogen um den Hügel oer- lausen. Heute zieht der Pflug darüber hin, doch die alten Bauern der Umgebung erzählen, daß sie mit den Steinen aus ihren Steckern in ihrer Zugend die Chaussen gepflastert haben. die Neste öes wendischen SurgwalZs. Bei dem inneren Wall kommt es dem Archäologen darauf an, die genaue Lage, sowie Art und veschassenheit des Walls wissenschaftlich zu untersuchen. Diese Forschung ist ihm wichtiger als et- waige Funde an Urnen und Schmuckstücken, die genugsam bekannt sind. Auf dem Pennigsberg sind Roste und Fundamente eines solchen wendischen Burgwalls freigelegt worden. Zm Bilde der Erd- schichten zeichnen sich die Spuren der gewesenen Balkenlagen ungefähr wie Mandeltortc im Sand, selbst für den berufsmäßigen Geologen als solche kaum erkennbar. Manchmal schlingen sie sich in eigenartigen Wellenlinien, auch in der Form von„Auge n" mit einer weißen Sandpupille in der Mitte. Diese Erscheinungen sind an Reste der Pennigsburg bei Mittenwalde. t A Die Balkenlagen im wendischen Burgwall. dieser Fundstelle zum erstenmal einer genauen Betrachtung unter- zogen worden, was grundlegend für alle wissenschaftlichen Unter- suchungen gleicher Art sein wird. Die„Augen" sind Querschnitts von Langhölzern, die- an den Seiten um den Splind herum durch die Ablagerungen heruntergedrückt wurden, nachdem sich das Holz be- reits in seine Fermente aufgelöst hatte. An manchen Stellen ist die breiartige Masse noch als Holzfaser zu erkennen, wieder an anderen sind ganze Stücke und Balken von sechs Meter Länge aufgefunden. Mit kleinen Kratzern und Handspaten wird Schicht aus Schicht zenti- meterweise abgetragen, die Zeichnung der Balken kommt wunder- schön zwischen dem weißen Sandgrund hervor. Man erkennt deutlich, wie ein mit Schwellen gepflasterter Gang um den Ringwall herum lies. Aus einem Fleck sind die 5)ölzer als Mauer kreuzweise übereinandergelegt und mit Sand utzd Feldsteinen verkittet. Stück für Stück wird sorgsam abgeschabt und freigelegt. Der Zeichner unterdessen, ein alter 72jähriger begeisterter Slltcrtumssreund, trägt alle wissenschaftlichen Feststellungen über Lage und Verlauf der Bal- kenschichten, der Steine, Knochen und Scherben, die sich hier und da befinden, mit minutiöser Genauigkeit in eine Karte ein, manchmal ist das nur ein Ausschnitt von einem halben Quadratmeter. Aber sonderbarer Weste passen diese Einzelzeichnungen, zu denen sich dann noch farbige Skizzen, Photographien u. a. gesellen, haarscharf in die Gesamtkarte des Grundrisses. » „Das ist unsere neue Methode der archäologischen Forschungen," erklärt der Expeditionsleiter. Der Journalist dagegen bückt sich beim Heimgehen nach einem Scherben, von dessen Art hunderte auf den> gepflügten Acker rings um den Wall liegen. Er weist mit der Derzic- riing unter seinem Rande auf die Wendenzeit, wie olle die anderen. Ebenso wie der aufgefundene Burgwall sprechen die Geschichte und der Kenner liest an ihnen das Werden. Blühen und Vergehen der Völkerschaften, die uns diese wenigen Spuren ihrer Kultur hinter- lassen haben. 1] �Zement. CRoman von Fsodor Gladkoro. Ist es Dascha— oder ist es nicht Dcischd? Eine Frau im roten Kopftuch, m einer Mannerbluse, stand im schwarzen Quadrat der Tür und schaute ihn mit den starken Knoten der Augenbrauen über der Nase an, und in ihren Wimpern erzitterte Verwunderung und Auf- schrei. Und als sie Gljebs Lächeln begegnete, zuckten und flogen die Brauen und aus den Augen spritzten Bachlem. Ist es Dascha— oder ist es nicht Dascha? Das Gesicht(das Muttermal am Kinn, die Stupsnase) und die Haltung des Kopfes beim aufmerksamen Blick... das ist sie, Dascha. Aber alles andere— man kann es in einer Stunde nicht aufzählen— ist fremd, nicht weiblich, etwas, was er früher nie gesehen hatte. � „Dascha... Frau... mein Täubchen!..." Und trat zu ihr, mit den Stiefeln über den Beton knarrend, u:-d öffnete seine Arme, um Dascha zu umfassen. Und konnte sein Herz nicht zurückhalten, nicht zurückhalten die Harmonika des Lachens auf seinen Wangen. Und Dascha, wie sie in der Türe stand, auf der ersten Stufe der Treppe, kaum war sie vor Gljeb zusammengezuckt — so erstarrte sie im Drange zu ihm und im Kampfe gegen ihre Weiberschwäche. Und konnte nur in der Blutwelle, die sie ganz übergoß, flüstern:„Bist du das?... Ach, Gljebl.. Und in den Augen, in der schwarzen Tiefe ihrer Augen, loderte, wie ein Feuertropfen, eine unbewußte Angst. Da nahm sie Gljeb in seine Mannesarme, daß ihr die Knochen im Rücken krachten, stieß mit seinem stachlichten, unrasierten Mund auf ihre Lippen— und sie ergab sich seinem Willen und die Erinnerung versank im Rausch. »Run, du lebst also, bist gesund... mein Täubchen? --- Hast mich nicht erwartet, oder bist du als Witwe herum- spaziert?" Und sie konnte sich von ihm nicht losreißen und stammelte kindlich-sinoend:„Q du, Gljeb! Was ist das?... Ich wußte nicht... d Gljeb!" Aber dies Gefühl sprang nur einen Augenblick aus ihrem Herzen, und in diesem Augenblicke fühlte Dascha die alte Gewalt Gljebs über sich. Damals(vor drei Jahren), als sie noch ihrer Häuslichkeit lebte und bräutlich blühte mit den Geranien am Fenster, damals war ihr diese Mannsgewast süß und ersehnt, und es wahr gut, sich willenlos und geborgen in seinen Armen zu fühlen. Aber Gljeb war es noch nicht gelungen, sie mit all seinen Muskeln zu umklammern, um sie in seine Arme zu nehmen, wie ein Kind, und sie ins Zimmer zu tragen, wie es in den ersten Tagen ihrer Ehe war— als Dascha fest, aber freundlich und vorsichtig seine Arme herunterwarf und mit spöttisch erstauntem Lächeln ihn von unten her befremdet ansah. „Was ist mit dir, Genosse Gljeb? Sei nicht so wild— beruhige dich.. Und sie ging eine Stufe herunter und lachte. „Du bist allzu toll für die friedliche Umgebung... Der Schlüssel steckt im Schloß. Kannst dir Wasser auf dem Kocher wärmen. Tee und Zucker ist nicht da, auch kein Brot. Gehe zum Betriebsrat und schreib dich ein, damit du deine Ration bekommst." Und wieder ging sie eine Stufe tiefer. Sah ihn an und lächelte versteckt, und in ihrem Gesicht war Sorge... eine fremde, nicht Daschas Sorge. Das ist keine Kränkung— das ist ein Schlag.'Er ging zu einem Menschen und stieß mit dem Kopf gegen eine Wand. Und er fühlte Scham und Schmerz. Die Arme waren noch geöffnet und ein Lächeln zitterte noch immer auf seinem Gesicht. „Was ist das, zum Teufel!... Wieso Genosse?... Hältst mich zum Narren, Teufelsweib?" Dascha war schon die Treppe hinuntergegangen, stand vor der Pforte und schaute ihn an und lächelte. Ist es Dascha— oder ist es nicht Dascha? „Ich esse in der Stadt Mittag, in der Küche der Volks- ernährung, und Brot bekomme ich im Parteikomitee. Geh, Gljeb, zum Fabrikkomitee und registriere dich dort für eine Brotkarte.... Zwei Tage werde ich wohl wegbleiben. Bin ins Dorf kommandiert.... Und du ruh dich inzwischen von der Reise aus." „Wart'!... ich verstehe nicht... seit wann bist du mir Genosse?... Erzähle mir wenigstens, in was für eine Veränderung ich da hineingeraten bin...." „Ich bin in der Frauengruppe... kannst du denn das nicht verstehen?" „Und Njurka? Wo ist denn unsere Njurka?" „Im Kinderheim. Geh, ruh aus... ich habe keine Zeit, Gljeb. Wir werden später sprechen... ruh aus!" Sie ging rasch mst festen, großen Schritten weg, schaute nicht zurück, und das rote Tuch auf ihrem Kopfe lockte ihn, rief und lachte. Und dann, vor dem Mauerloch, schaute Dascha zurück und winkte mit der Hand. Gljeb stand auf der Stiege und schaute betroffen der weggehenden Dascha nach: er konnte nicht verstehen, was eigentlich geschehen war. Er war nach Hause gekommen, traf seine Frau Dascha. Drei Jahre hat er sie nicht gesehen. In diesen drei Iahren war er durch Donner und Schrecken des Krieges gegangen. Diese drei Jahre hatte auch Dascha durchwandert. Was für einen Weg hatte Dascha genommen? Er weiß es nicht. Und wieder trafen sich ihte Wege an einem seltsamen Kreuzungs- punkte. Bis zur Heirat liefen ihre Wege nebeneinander, verflochten sich und verschmolzen dann in eins. Und dann rissen die Ereignisse sie auseinander, schleuderten sie nach verschiedenen Seiten, und sie gingen auf ungeebneten Pfaden, ohne voneinander zu wissen. Ist Dascha weiter gegangen, oder sind sie einander fremd geworden und fanden sich nicht in ihrer früheren Liebe? Drei Jahre. Was ist alles in diesen drei Iahren mit der Frau ohne Mann geschehen? Was waren für Dascha diese drei Jahre, die für Gljeb ein Sturmlied grausamer Ereignisse waren? Er ist in sein Nest zurückgekommen, das er einstmals in menschenleerer Nacht verlassen hatte. Da ist das Werk, wo er schon als kleiner Junge, von Oel, Rauch und Metallstaub durchtränkt, gearbeitet hatte. Und das Nest ist leer... und seine Frau Dascha, die sich nicht losreißen konnte bei der Trennung, war zu ihm nicht wie eine Frau, ging an ihm vorbei, wie das kalte, unfreundliche Gespenst eines schreck- lichen Traumes. Gljeb setzte sich auf die Treppe und fühlte plötzlich, daß er müde war. Nicht davon, daß er vier Meilen vom Bahn- hos gegangen war, er war von den drei Iahren müde und von diesem unverständlichen Empfang Daschas, der ihn durch unerwarteten Schmerz tief verwundet hatte. (Fortsetzung folgt.) Kampf den Gesthlechtskrankheite»! Berlin und das neue Gesetz. Das in diesem Jahre vom Reichstag beschlossene Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten trat am 1. Oktober in Kraft. Ansang September sind die preußische„Ausführungs- Verordnung zum Reichsgesetz" und eine„Vorläufige Anweisung zur Durchführung des Reichsgcsetzes" erschienen, nach denen die„G e- sundheitsbehörden"(im Sinne des Gesetzes) von den Selbstverwaltungsorganen zu schaffen sind. Als Berliner Ge- sundheitsbehörden für die Angelegenheiten der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten werden das Hauptgesundheits- amt und die Bezirksgesundheitsämter der 20 Vermal- tungsbezirke in Erscheinung treten. So erwächst der kommunalen Gesundheitssürsorge auf Jahrzehnte hinaus ein weiteres großes Feld segensreicher Arbeit. Gilt es doch, die G e- f ch l e ch t s k r a n t h e i t« n, die zu den schlimmsten Fein- den der Menschheit gehören, einzudämmen, indem man bei ihrer Bekämpfung den Spuren des„Vaters" des neuen Gesetzes, des vor einigen Jahren verstorbenen sozialdemokratischen Arztes Professor B l a s ch k o folgt. Besonders begrüßenswert ist es, daß mit dem Inkrafttreten des Gesetzes ein Schandmal unserer Zeit beseitigt wird: die Reglementierung der Prostitution. Alle Sonder- regelungen, die Angehörige des weiblichen Geschlechts bisher mit einem Makel behafteten, werden aufgehoben. Männer und Frauen, die im Verdachte stehen, die Geschlechtskrankheiten zu übertragen, find nach dem neuen Gesetze völlig gleichgestellt. Die Maßnahmen Serlins. Welche Maßnahmen muß min die Berliner städtische Ver- waltung treffen, um die Ausgaben, die das Gesetz der Kommune auferlegt, zu erfüllen?— Neben dem Ausbau und der Verbesserung de? vorhandenen llnkersuchungS', Beratungs- und Behandlungs- stellen, die der Betreuung von Geschlechtskranken dienen, muß eine Anzahl neuer solcher Stellen geschaffen werden. Man geht hierbei von dem Grundsatz aus, jeder Beratungsstelle eine Behandlungs- stelle anzugliedern. Poliklinische Behandlungsstellcn bestehen jetzt bereits im Krankenhaus Moabit, im Rudolf-Virchow-Krankenhaus, in den Krankenhäusern am Friedrichshain und am Urban und im Krankenhause Eharlottenbug, Kirchstraße. Zunächst werden in den drei großen Bezirken Prenzlauer Berg, Neukölln und Lichtenberg Behandlungsstcllen neu eingerichtet werden. Im Bezirk Mitte wird das bisher im Polizeipräsidium untergebrachte Ambulatorium als- bald, in andere Räume verlegt und als Beratungs. und BeHand- lungsftell« eröffnet werden. So werden binnen kurzem in allen Verwaltungsbezirken Beratungsstellen und in den neun größten Berliner Bezirken kommunale Bchandlungsstellen vorhanden fein. Jedem, der auf Grund des Gesetzes Anspruch aus Behandlung auf kosten der Stadt hat, soll dann— von Ausnahmefällen ab- gesehen— freigestellt werden, ob er sich in einer Behandlungsstelle oder von einem frei tätigen Arzt behandeln läßt. Wenn Personen nach Beurteilung der Beratungsstelle minderbemittelt" sind, so werden ihnen(was besonders wichtig ist) die Kosten nicht vor- schuhweise gewährt, sondern, soweit keine Krankenkasse oder dergl. als Kostenträger in Frage kommt, seitens der Stadt von vornherein endgüttig übernommen. Zwangsbehanölung. einem besonderen Ambulatorium vorgenommen! Hoffentlich wächst jedoch das Verständnis aller kreise der Bevölkerung für die Be- kämpfung der Geschlechtskrankheiten bald in dem Maße, daß diese Zwangsmaßnahmen immer seltener vorgenommen zu werden brauchen. Freilich gibt es geistig minderwertige Personen beiderlei Geschlechts, die ihre Mitmenschen auf das schwerste ge- sährden, Leute, bei denen man ohne Anwendung von Zwangs- maßnahmen nun einmal nicht auskommt. Bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten wird man auf die Bereitstellung einer genügenden Anzahl von Krankenhausbetten dauernd fein Auge zu richten haben. Auch wirtschaftliche Fürsorgemaßnahmen werden sich, namentlich im Interesse der Familien der Geschlechtskranken, bald als ganz unentbehrlich erweisen. Mittel, die der Vorbeugung gegen Geschlechtstrank- heilen dienen, werden in den Beratungsstellen und in den Rettungsstellen dauernd zur Verfügung stehen. An der Durch- sührung des neuen Gesetzes sind auch die Versicherungsträger stark beteiligt. Für Berlin kommen insbesondere die Krankentassen und die Landesversichcvungsanstatt Berlin, die seit Jahren am Köllnischen Platz eine eigene Beratungsstelle stir Geschlechtskranke unterhast, in Betracht. Ilm künftig recht eng Hand in Hand zu wirken, ist die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Haupt- gesundheitsamt und den Berliner Versicherung s- trägern in Aussicht genommen. In dieser Woche, kurz vor dem Inkrafttreten des Gesetzes, wird die Bevölkerung durch eine große Auftlärungsaktion mit dem Wesen der Auswirkungen des Gesetzes bekannt gemacht.„Geschlechtskrankheiten und Nachkommen- fchaft".„Geschlechtskrankheit und Arbeitstraft" und„Die neuen Wege bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten"— so lauten die Vorträge, die im Rohmen dieser Aufklärungswoche, an der neben dem Hauptgesirndhditsamt die Versicherungsträger, G e- werkschaften und die Dolksgesundheitsorganisa. t i o n e n beteiligt sind, gehalten werden. Mögen sie dem segens- reichen Werke der hygienischen Dolksbelehrung dienen! Möge jeder bedenken, daß der Kampf gegen die Geschlechts- trankheiten seinem eigenen und seiner Familie W o h l g i lt! Dr. Alfred K o r a ch. Eine tzinöenburgöebatte. Und wieder ein kommunistischer Nein fall. pie außerordentliche Bezirksverordnetenversammlung de» Be- ß'.rks Wedding beschäftigte sich mit einem Dringlichkeitsantrag der KPD., nach dem die Bezirksversammlung beschließen sollte, daß die D alnahme an der Geburtstagsfeier des Reichspräsidenten v. Hinden- bikrg in den Schulen des Bezirks Wedding verboten werde, da sie zur Propaganda des alten monarchistischen Gedankens ausgenützt werden solle. Der Fraktionsredner der KPD. erging sich in w ü st e m G e- schimpfe auf den Reichspräsidenten. Demgegenüber führte Genosse Kiefer, der Fraktionsredner der wPD., aus: Unsere Stellung zu dem Reichspräsidenten ist bekannt. Wir achten in jedem Mann, der durch den Willen der Mehrheit des Voltes zu diesem Amt berufen ist, den Repräsentanten der deutschen Republik. Darum nehmen wir Stellung gegen die Bestrebungen der nationo- listischcn Kreise, die Person des Reichspräsidenten für ihre Zwecke zu mißbrauchen. Jeder Republikaner weiß, daß es den Deutsch- nationalen am 2. Oktober darauf ankommt, eine schwarzweißrote Demonstration zu veranstalten und ihre Gegnerschaft gegen die Republik aufs neue zu bekunden. Mit großer Mehrheit wurde der vom Genossen Kieser eingebrachte Antrag angenommen: DI« Be- zirksversammlung hält die Verwendung von Schulkindern zum Spalierbilden anläßlich der Feier des 80. Geburtstages des Reichs- Präsidenten v. Hindenburg im Stadion in Rücksicht auf die gesund- heitlichen Gefahren für die Kinder für unverantwortlich. Das Bezirksamt wird ersucht, den Magistrat zu oeranlassen, beim Pro- vinzialschulkollegium auf ein Verbot der Teilnahme an der Spalier- bildung hinzuwirken. Den Eltern und Lehrern des Bezirks Wedding wird empfohlen, eine Beteiligung von Schulkindern an der Geburts- tagsfeier des Reichspräsidenten v. Hindenburg abzulehnen, da sie eine Propaganda des monarchistischen Gedankens werden soll. Die Deutschnationalen hatten bei der Rede des kommunistischen Redners den Saal verlassen. Bei dem nächsten Dringlichkeitsantrag der KPD., den Spiel- und Sportplatz im chumboldthain sofort freizugeben, wetterte W i tz k«, der Vorsitzend« der KPD., gegen die Anlegung von Tennisplätzen. Der starken Entrüstung folgte betretenes Schweigen, als Stadtrat Ku lisch erwiderte, daß die Anlegung der Tennisplätze auf Drän- gen des Arbeiter-Sportkartells und auf besonderes Drängen des kommunistischen Führers Oehlfchläger er- folgt fei! Zum Schluß u»irde ein Antrag der KPD. angenom- men, welcher fordert, daß aief den Bahnhöfen der Untergrundbahn Bedürfnisanstasten eingerichtet werden. Schwur, zwcihrotas aus Bezirk Tiergarten. Das Bezirksamt legte eichen Antrag vor, über die Unterbringung der schulärztlichen FürsorgLstellen. Für eine solch« Stelle sind in der Wichmannstraße Räume für eine Friedensmiet« von 3300 M. gemierer worden. Die drei übrigen Schulärzte sind im Gesundheits- amt des Bezirks untergebracht. Genosse H S d i ck e begründete unseren Antrag, die neu gemieteten Räume zum 1. Oktober 1328 zu kündigen und die Schulärzte möglichst dezentralisiert und in den Schulen unterzubringen. Er führte aus, daß engstes Zusam- menarbeite» zwischen Schularzt und Schule uner- läßlich ist und daß die räumliche Trennung dieser Forderung wider- spricht. Die Richtlinien der Zentrale sind bereits vor einem halben Jahre veröffentlicht. So wäre es möglich gewesen, die Vorlage bester vorzubereiten und der Versammlung rechtzeitig vorzulegen. Bürger- meiskcr D o f l e i n gab zu, daß die getroffene Regelung nicht zweck- mäßig sei. Er entschuldete sich damit, daß er kein Recht habe, sich in den Schulen nach geeigneten Räumen umzusehen. Er hoff«, mit Hilsejter Mitglieder der Bezirksversammlung die Verbindung mit den Schulen zu bekommen. Demgegenüber wies Genost« H ä di ck e darauf hin, daß vier Mitglieder der Versammlung in der Schuldeputation sind und daß die Verbindung sehr gm rechtzeitig hergestellt werden tonnte. Ein Antrag der Fraktion der Mitte, den Magistrai zu ersuchen, den Eheschließungssaal im Standesamt 3 neu Herrichten zu lassen, wurde angenommen. Dann erfolgte eine längere Aussprache über den Neubau des Krankenhauses Moabit. Nachdem die Baupläne bereits feit Jahren vorlagen und die Bau- rote bewilligt war, wurde sie nicht freigegeben, weil di« Pläne im letzten Moment beanstandet wurden. Genossin Dr. F r a n t e n t h a l fragte an, was das Bezirksamt unternommen habe, um die Freigab« der Dausumme zu erreichen. Di« Baupläne stammen aus der Vor- kriegszeit und sind veraltet, es ist aber zu beanstanden, daß man nicht rechtzeitig daran gedacht habe, die Pläne der Neuzeit«nt- sprechend umzuarbeiten. Es ist ferner zu bemängeln, daß das Be- zirksamt überhaupt keine Borlage in dieser Sache gemacht Hab« und alle Initiative der Versammlung überlaste. Das Bezirksamt wird ersucht, olle Schritte zu unternehmen, um eine schleunige Freigabe der Mittel zu erwirken. Bürgermeister D o s l e i n erklärte, daß bereits Verhandlungen mit dem Magistrat eingeleitet sind und die Entscheidung wahrscheinlich in der nächsten Woche fallen werde. Di« Deutschnationalen hatten deii� Antrag gestellt, das Bezirksamt möge aus Vorbehaltsmitteln eine Summe für die Hindenburg-Spende be- willigen. Pohl begründete den Antrag in der üblichen demagogischen Art und erhielt vom Genossen W e i n e r eine kräftige Abfuhr. Da- nach zogen die Deutschnationalen ihren Antrag zurück, weil ihnen die Sache zu„unwürdig" erschien. Immerhin eine erfreuliche Selbst- erkenntnis! Ein Antrag der Fraktion der Mitte wünschte, daß für die Schulen schwarzrotgoldene Flaggen beschafft werden. Der deutsch- nationale Studienrat D i e s n e r bekampite diesen Antrag. Er ge- stand seine unwandelbare Liebe zu schwarzweihrol und er- klärte im Übrigen, die Stadt sei für dies« Frage„nicht zuständig". Er beantragt« Uebergang zur Tagesordnung. Die KPD. verlangte für die«chulen die rote Fahne, die die SPD.„treulos verlassen" habe, di« Farben der„Dchiebcrrepublik" lehnlcn st« auch ab und verhalfen so der Rechten und ihren antirepublikanischen Tendenzen zum Siege. Genosse P ä r s ch gab ihm die gebührend« Antwort. Er kennzeichnete das beschämende verhallen der Kommunisten, die immer die Arbeil der Reaktionäre besorgen. Die Versammlung lehnte den Antrag auch mit der Begründung ab, daß die Stadt nach ihrer Meinung nicht zuständig sei. Ein kommunistischer Antrag, die Hohenzcllernbuder aus den Diensträumen zu entfernen, wurde von der Linken und der Mitte angenommen. Schließlich begründete Genest« W e i n e r unseren Antrag, Personen, die von der Liste der Wohnungssuchenden gestrichen worden sind, weil sie es verabsäumt haben, das neue Zählformular auszufüllen, wieder in die Listen aufzunehmen. Er führt« aus, daß von lölDO Eingetragenen nicht weniger als 8000 gestrichen worden sind, Personen, die feit 1321 eingetragen waren und hofften, jetzt eine Wohnung zu be- kommen, haben durch dies Versehen ihren Anspruch verloren. Diese Härte muß wieder ausgeglichen werden. Der Antrag wurde ange- nommen. wohnungsiöpU in potsüam. Wozu Geld da ist, wozu nicht... Im„Potsdamer Volksblatt" vom 1. Oktober ist folgendes zu lesen: Dem Oberbürgermeister von Potsdam, Herrn Rauscher, sind 12 000 M. für Ausbau eines Repräsentationssaales bewilligt worden. In der Lennästrahe 62 wohnt der Ar- beiter Warnte, und zwar in der Wohnung seiner Schwie- gereltern. Diese besteht aus zwei Stuben, einer kleinen Kammer und einer Neinen Küche. Die ein« Stube wird von drei Erwachsenen und vier Kindern benutzt, in der anderen sind drei Erwachsene untergebracht. In der Stube ist seit zehn Iahren nichts gemacht worden, die Fenster sind überhaupt nicht fest zu schließen. Der Ofen ist feuergefährlich, weil in den Kacheln kein Futter ist, auch find die Ofentüren nicht zu schließen. In der anderen Stube regnet es an vier Stellen durch, das Dach kann nicht gemacht werden, well sich niemand hinaufbegeben will, da Balken und Latten ver- fault sind. In der Kammer sind Küchensachen untergesteltt, schlafen kann man nicht darin, weil es durchregnet. Sie ist nur anderthalb Meter breit. Bis jetzt sind in diesem Hause drei Fälle von Typhus aufgetreten. Eine junge Frau liegt feit vierzehn Tagen im Kranken- haus, vor zehn Tagen ist auch eine Verwandte von ihr eingeliefert worden, vor vier Tagen eine andere Mieterin. Der Abort ist in einem miserablen Zustand, er besteht aus drei Klosetts, die von 30 bis 36 Personen benutz! werden. Spülan'age ist seit Iahren �nicht mehr vorhanden. Zweimalige Schreiben ergaben'stets abschlägige Antworten. Vor einiger Zeit wandte sich der Arbeiter W a r n k e an das Gesundheitsamt. Medizinalrat Dr. P e t e r s« n- P o t« � dam schrieb ihm zurück, er möchte sich„eine möbiierteWoh- n u n g" nehmen. Dazu ist W. aber nicht in der Lage, da«r seine Familie ernähren muß. Als Kommentar setzt das„Volksblatt" hinzu: Wie wäre es, wenn einmal Herr Rauscher sich diese Wohnung ansähe oder wenn die Stadtverwaltung beschließen würde, die 12 000 M., die sie für Rauschers Speisesaal ausgeben will, für die menschenwürdige Herstellung solcher unwürdigen Wohnungen zu verwenden. 5ritz wafchowsti gestorben. Wieder ist einer von den alten Genossen dahingegangen: Fritz' W a s ch o w s k i, von Beruf Gärtner, schloß sich frühzeitig der Ar- beiterbewegung an und wirkte noch in der sozialistengesetzlichen Zeit für unsere Jdden. Sein Wirkungskreis war der 6. Berliner Wahl- kreis. Infolge seiner intensiven Tätigkeit wurde Waschowski wiederholt gemaßregelt. In den neunziger Iahren bekleidete Waschowski das Amt eines Vertrauensmannes der Partei. In der Oranien- burger Vorstadt war sein besonderer Wirkungskreis. Das Kenn- zeichnend« an seinem Charakter war seine unerschütterliche Treue gegenüber der Partei wie auch den Freunden. Wer ihn zum Freunde hatte, wußte, daß auf ihn unter allen Umständen Verlaß war. Er mußte später, um seine Existenz zu fristen, einen Milch- Handel beginnen. Jahrelang Hot er in aller Frühe den Zeitungs- spedllionen den„Vorwärts' mit seinem Fuhrwerk gebracht. Seine Pünktlichkeit war über alles Lob erhaben. Waschowski war kein Freund vieler Worte. Ihm kam es auf die Tat an. So hat er weiten Parteitreisen als Vorbild in der Pflichterfüllung gedient und alle Genossen, die ihm näher gestanden haben, werden einen treuen Freund vermissen, sein Andenken aber in dauernden Ehren halten. Die Einäscherung findet Mittwoch 4 Uhr im Krema- torium Gerichtstraße statt.__. ff« Fest b« galtwicn S»ih»clt feierte gestern Herr Reinhold Weder mit seiner Frau Luise geb. Pützold, Berlin SO ZK, Neichenberger Str. Kl-, v.IIl. �lonopolctannsu» Oberbett echt türkisch rot odtr gold, lila, iraisa Inlett, indan- A;fZ__ thranfarbig, 130x200...4L0.75 Halbdaunen- Oberbett acht tflrkiach rot od. gold, lila. frais« Inlttt, indanthrenfarbig 4k}6.y5 Kissen- Inlette rat und rotrosa gestreift, zum Teil mit kleinen Fehlem, ca. 80X80 30% herabgesetzt! Kissenbezüge mit Lang uttten- Ver- � ziorung•••••••• JL»45 mit Hohlsaum und reich q belekt.••«••••••• Ueberiaken guter Linon, reich be- o atlekt.......... 0.7v> halbleinen mit handge--fn me aogenem Hohlsaum... Handtücher Orellhandtuch, grautot ga» grsv streift.......... 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Elegante Garnitur mit Handstickerei lind breiter Spilzenvorzierung,&-- Maecobatlst 2 teilig.....(J./J Herichtskuriosa. Gericht und Auriosa!? Bedeutet dos nicht einen Widerspruch in sich selbst? Hat die Vorstellung vom Gericht nicht immer etwas Tragisches an sich? Durchaus nicht! Wollte der Humorist und der Satiriker in den Gerichtssälen Motive für sein geistiges Schaffen suchen, er fände sie in Hülle und Fülle. Nicht ollein in den Be- leidigungsprozessen: auch bei anderen Gelegenheiten. Hier drei solcher Gerichtskuriosa! „Fischquälcrci". Wissen Sie, was„Fischquölerei" ist? Eine Abort von Tier- quälerei. Sie wären vielleicht nicht auf den Gedanken gekommen, daß es so etwas geben kann. Anders Frau S.. die in einem Berliner Warenhaus täglich 25 Pfund Fische für 5« Katzen kaufte, die sie zu betreuen hatte. Sie wußte ganz genau, was Fifchquälerei ist. Nicht etwa, weil sie ihren Katzen Fische vorsetzte. Nein! Als ihr eines Tages schien, daß der Verkäuser einen lebendigen Fisch abschuppte, stellte sie gegen chn Strafantrog wegen Tierquälerei— also wegen boshafter Zufägung von Qualen. Bor dem Gericht machte sie mit einer vor innerer Erregung bebenden Stimme ihre Aussagen: es war fürchterlich anzuschauen, wie das arm« Tier mit dem Schwanz auf und ab machte, auf und ab, einfach fürchterlich. Dabei mochte sie eine Handbewegung, daß man annehmen tonnte, es habe sich, wenn nicht um den Schwanz eines Walfisches, so jedenfalls um den eines Haifisches gehandelt. Sie will mit eigenen Augen gesehen haben, wie der Berkäufer den Fisch mit dem Netz aus dem Bassin heraus- gensmmen hat und chn ohne betäubt zu haben, abzuschuppen begann. Der Berkäufer, Leiter der Fischadteilung, erklärte, baß er die Dame wohl kenne, daß sie ihn jedoch niemals auf seine angebliche Fisch- quälerei aufmerksam gemacht hatte. Er sei sich nicht bewußt, je einen lebendigen Fisch abgeschuppt zu haben. Die Bewegungen des Fisch- schwanzes müssen wohl Reflexbewegungen gewesen sein. Nachdem die Strafanzeige gegen ihn gekommen sei, habe man ihn i» eine andere Abteilung versetzt und das Verfahren wegen Tierquälerei hindere ihn augenblicklich in den Polizeidienst« nur zum Schein eingegangen. Während der eigenartigen Unterhaltung, die bereits eine Weil« gedauert hatte. kam der Postbote in die Wohnung. Der„Sittenbeonite" erklärte ihn für verhaftet und den Inhalt feines Postbeutels für be- schlagnohmt. Als der Postbote von ihm Ausweispapiere verlangte, legte er ihm eine Postkarte vor, die an die Hausangestellte adressiert war. Der Postbeamte merkt«, daß es mit dem Manne nicht ganz richtig fein müsse, er redete ihm gut zu und konnte schließlich seiner Wege gehen. Als der inzwischen herbeigeholte Polizeibeamte seinen„Kollegen von der Sittenpolizei" mitnehmen wollte, weigerte er sich, mit ihm zu gehen, da der Beamte ohne Tschako sei. Und als schließlich«in zweiter Polizeibeamter mit einem Tschako erschien, bezweifelte er auch die Rechtmäßigkeit von dessen Uniform. Ats er einige Stunden später im Polizeirevier erwachte, wußte er überhaupt nicht, wi« er dahingekommen sei. Die Anklage lautete auf Amts- anmaßung, Bedrohung, Widerstand und Freiheitsberaubung. Das Gericht sprach den Angeklagten aus dem§ 51 frei— er Hab« im pathalogischen Altoholrausch gehandelt, hieß es in der Begründung. Anch ei»„Märtyrer der Wissenschaft". „Wenn Sie ein streng wissenschaftliches Horoskop haben wollen, das Ihre Zukunft voraussagt, so brauchen Sie nur eine Mark post- lagernd unter Chfffr«.... einzuschicken." So ungefähr lautete das Inserat, das der K2jährige„Astrologe" in den Zeitungen erscheinen ließ. Und da es doch von großem Nutzen fein kann, etwas über die Zukunft zu erfahren ,um demgemäß die Gegenwart einzurichten, so sehlle es auch nicht an Einsendern. Der Astrologe arbeitete aber nach der wissenschaftlichen Anleitung eines bekannten Buches, in dem für jeden Tag des Jahres Horoskope für alle Menschen, die an diesem Tage geboren sind, zu lesen waren. Man brauchte nur geschickt aus der Menge von Behauptungen, die für den betreffenden Tag in dem Buch aufgestellt waren, eine gewisse Anzahl zusammenzustellen, und das Horoskop war fertig. Doch wie immer gibt es Undankbare. Während die einen dem Astrologen in Dankesschreiben ihre An- «rkennung aussprachen, fanden sich andere, die sich von ihm betrogen glaubten. So mußte der 62jährige vor dem Richter erscheinen. Er verteidigte seine„Wissenschaft" und seine Horoskope mit großer Energie. Der Richter zeigte aber wenig Verständnis für diese selt- same Wissenschast: er verurteiste den Angeklagten zu einer Geld- strafe von 8 Mk. und verlieh ihm außerdem Bewährungsfrist. Der Verurteilt« erklärte jedoch, Berufung einlegen zu wollen. Ein „Märtyrer seiner Wissenschaft"! Kunftgewerbeschule wird Arbeitsgericht! Die Räume in der Zimmerstrasse reichen nicht mehr aus. Das neue preußische Arbeitsgericht ist außerordentlich überlastet. Im ersten Jahre seines Bestehens dürsten an diesem Gericht 96 666 Klagen zu erledigen sein. Die starke Inanspruch- nähme des Arbeitsgerichts hat dazu geführt, daß zunächst einmal die Zahl der Kammern zu vergrößern ist. Statt wie ursprünglich vorgesehen 37 Fachkammern wird das Gericht im Oktober 41 Kam- mern aufzuweisen haben. Sodann aber zeigt sich, daß die Räumlich- keilen in der Zimmerstraße viel zu klein sind. Der ursprünglich Mittwoch, den 5. Oktober. ISVz Uhr(abends 7llU Uhr) Große Kundgebung gegen den Bürgerblock in den Pharussälen. Müllerstrahe 142, grosser Saal Referent: Hans Vogel. M.d.R. und des Parteivorslandes Arbeiter, Angestellte, Beamte, Republikaner kommt alle und erhebt Protest gegen den Vürgerblock! vorgesehene Plan einer Ausstockung des Gebäudes ist der hohen Kasten wegen fallen gelassen worden. Es schweben jetzt zwei Projekte zur Lösung der Raumfroge. Einmal will man das Arbeitsgericht teilen und einen Teil der Sitzungssäle nach dem Alexanderplatz verlegen, zweitens aber joll das Arbeitsgericht zunächst teilweise— später gänzlich— in der früheren Kunstgewcrbeschule in der Prinz-Albrecht-Straße untergebracht werden. Das Gebäude der ehemaligen Unter- richtsanstalt am Kunstgewerbemuseum gehört dem preußischen Finanzfiskus, ist von diesem aber an einen Konzern vermietet. Sobald der Vertrag mit dem betressenden Konzern ob« gelaufen ist, würde dos ganze Gebäude dem Arbeitsgericht zur Per- jügung stehen.__ vas Haus in See Sonne. Zu einer Besichtigung der Tageskur statte für rachi- tisch« Kinder in der Laster st r. 19/26 hatte gestern das B e- zirksomt Friedrichshain eingeladen. Wie der Bürger- Meister Genosse M i« l i tz in seinem Bericht über die Entstehung der Kurstätte erwähnte, befinoet sie sich auf dem Gelände der B ü r g« r- h a u s w i« s« n, di« die Grenze Berlins nach Stralau hin abjchlossen. Die vorläufige Anlage, die dringendsten Bedürsnissen der Übervölker- ten Wohnbezirk« abhelfen soll, wird bei der Ausgestaltung des um- liegenden Geländes als Freiluftflöche— essind hier Anlagen für Spiel« utro Sportplätze geplant—, eine wesentliche Vergrößerung erfahren. Schon in ihrem heutigen Charakter zeigt sich die Anstalt in einem sehr freundlichen Gewände:: Die Liegehallen, dir einen ge- pflegten Rasenplatz umschließen, die Togesräume, Badezimmer, Goroerobc, Aeftrahlungszimmer u. a. sind bis auf ihr« kleinsten Ein- richtungen vorbildlich für ihre Zwecke zu nennen. Di« Tagesturstätt« für rachitische Kinder, die hier meist im Säuglingsalter hergebracht werden, will durch vorbeugende Behandlung gefährdete Kinder vor der furchtboren Proletarierkronkheit bewahren, die ihr« Ursache in den ungenügenden Wohnverhältnissen und der sozialen Not vieler Familien im Bezirk findet. Die Anstalt wird imstande sein, auch in den Wintermonaten 66 Kinder täglich zu betreuen, in den Sommertagen erhöht sich die Zahl auf 86. Zweckmäßig ausgewählte Nahrung und ausgiebige Liegekuren in der Sonne, sowie ärztlich« und inedizinische Behandlung gewährleisten bereits in einigen Wochen ein günstiges Resultat. Wohl wurde in den Aussprachen der ärztliche Fachberater auch erwähnt, daß die Heilung leider oft keine vollständige ist, da die Kinder durch die häuslichen Mißstände dann wieder der Gefahr einer Ansteckung neu ausgesetzt sind. Aber im Interesse der Volksgesundung, die durch das Bestehen der Anstalt in einem arbeiterreichen Bezirk gleichzeitig aufklarend wirkt, ist die Anlage in allen ihren Tellen zu begrüßen. Zapfenstreich in der Wilhelmstraße. Reichspräsident v. Hindenburg hatte gestern abend im Marmor- saal am Zoo ein Zusammentreffen mit seinen alten Offizieren. Bon dort au» fuhr der Reichepräsident zu seinem Palais zurück, wo ihn eine große Menschenmenge erwartete. Um 9,15 Uhr marschierten «hn Musikkorps der Reichswehr auf dem Vorhof des Palais des Reichspräsidenten auf. Vor dem Palais nahm eine Ehrenkompagni« Aufstellung. Der Reichspräsident zeigte sich auf dem festlich ge- schmückten und mit Scheinwerfern beleuchteten Balkon des Palais. Nachdem die Kapelle eine Reihe alter Armeemärsch« gespielt hatte, wurde die erste Strophe des Deutfchland-Liedes gesungen. Räch der Kundgebung kam es zu kleinen T u m u l t j z e n« n vor dem Palais. Die Demonstranten hatten die Schupoabsperrungen durch- brachen und wollten de» Reichspräsidenten, der sich nach dem Per- klingen des Deutfchland-Liedes zurückgezogen hotte, durch dauernde Zurufe veranlassen, sich noch einmal auf dem Balkon zu zeigen. Erst nach mehreren Stunden gelang es der Polizei, wieder normale Zu- stände vor dem Palais herzustellen. idpfer öes Tages. Vor dem Haufe Hermannftraße 169 zu Neukölln ereignete sich gestern nachmittag ein schwerer Unfall. Der Führer einer in ziemlich schneller Fahrt daherkommenden Kraftdroschke wollte einem an der Bordschwelle stehenden Schiebekarren ausbiegen. Dabei unterschätzte er jedoch die Entferirung und prellte Mit dem Kotflügel gegen den Wag.m, der zur Seite geschleudert wurde. Die Eigentümerin des Wagens, eine I6jährige Frau Martha Richter aus der F r a n z--K ö r n c r- S t r a ß e 12 zu B r i tz, wurde von der Zugstange so unglücklich am Unterleib ge- troffen, daß sie bewußtlos zu Boden sank. Die Ver- unglückte wurde mit schweren inneren Verletzungen in das Buckower Krankenhaus übergeführt, wo sie unmittelbar nach der Einlieferung starb. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. — Ein anderer schwerer Unfall trug sich um 15 Uhr auf dem Stettiner Dorortbahnhos zu. Trotz der Warnungs- rufe des Bohnpersonals versuchte der 74jährigc Reisende August Prüfer aus Zepernick, Bucher Chaussee 28, auf den letzten Wagen des gerade ausfahrenden Zuges zu springen. P. glitt dabei so unglücklich aus, daß er unter den Wagen geriet. Er wurde nach kurzer Zeit geborgen und durch das Städtische Rettungsamt in die Universitätsklinik in der Ziegelstraße gebracht, wo schwere innere und äußere Verletzun- gen festgestellt wurden. Sein Zustand ist ziemlich bedenklich. Um 26.36 Uhr wurde an der Straßenkreuzung Mohrunger Allee und Heerstraße die 48jährige Hedwig V a l e s t a von, Kurfür st endamm 144 von einer Straßenbahn über- fahren und schwer verletzt. Die Verunglückt« starb auf dem Wege zum St.-Hildegard-Krankenhous. Die Leiche wurde poli- zcilich beschlagnahmt. * (Ein achtjähriger Knabe beim.Krebsen"«rinmten. Das Opfer allzu großer Leichtsertigkeit wurde gestern nachmittag der achtjährige Werner Klug aus der M a r e s ch st r a h e 15. Mehrere gleichaltrige Spielkameraden, darunter der kleine K.. hatten gehört, daß es im Neuköllner Schifsahrtskanal Krebs« gäbe. Die Jungen kletterten die Uferböschung hinunter und began- nen zu„krebsen". Werner K. muß sich zu weit ins Wasser gewagt haben, denn plötzlich verlor er den Booen unter den Füßen und ging unter. Die alarmierte Feuerwehr suchte längere Zeit ohne Erfolg nach der Leiche des Ertrunkenen. Dachstuhlbrand in Berlin N. Mit der Bekämpfung eines größeren Dachstuhlbran- des waren gestern abend drei Löschzüge der Feuerwehr im Hause Schliemann st rohe 22 fast drei Stunden lang beschäftigt. Das Feuer wurde erst von Possanten bemerkt, als aus den Dach- lu k en bereits meterhohe Flammen h e r v v r s ch l u g en. Der Feuerwehr, die noch sehr kurzer Zeit unter Leitung des Bouratcs Steiner an der Brandstelle erschien, gelqng es, den Feuer Herd einzudämmen. Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis nach Mitternacht. Die Entstehungsursache konnte nicht mehr ein- wandsrei ermittelt werden. Der weithin sichtbare Feuerschein hatte eine große Schar Neugieriger angelockt, so daß die Schutz- polizei Absperrungen vornehmen mußte. Der strafrechtliche Schuh der Arbelkskrast. Ueber dieses Thema wird am Montag, dem 3. Oktober 1927, abends 814 Uhr, im Reichs- tagsgebäud«, Saal 25, der Genosse Professor Dr. Radbruch aus Heidelberg ein Referat holten, an welches sich eine eingehende Aus- spräche der. juristischen und gewerkschaftlichen Fach- m ö n n e r anschließen wird. Eventuelle Anmeldungen sind an den Genossen Ernst Rüben, Kurfürst 8374, zu richten. Schiffsuntergang in öer Ostsee. Sieben deutsche Seeleute ertrunken." Bergen. 1. Oktober. Ein 2666 Tonnen großer deutscher Oelleichter geriet im K ors F j o r d in der Nähe von Bergen auf Grund und brach auseinander. Die an» sieben Mann bestehende Besahung, die in das Takelwert flüchtete, konnte, obwohl ein Rettungsdampfer nach der Strandungsstelle geschickt wurde, nicht mehr gerettet werden, da sie von der hochgehenden See sortgespült wurde. Zwei Leichen wurden bereits aufgefunden. Spinale Kinderlähmung auch in Bayer«. Die spinale Kinderlähmung hat sich in Kempten(Schwaben) weiter ausgedehnt. Bis Donnerstag waren fijns Fälle gemeldet. Dazu kamen am Freitag noch drei Fäll«, die anfangs als Verdachtsfälle bezeichnet wurden, sich aber nunmehr als wirk- liche Erkrankungen erwiesen haben, so daß die G e s a m t z a h l der Erkrankten acht beträgt. Die Kranken sind isoliert, und die nötigen Maßnahmen gegen eine weitere Ausdehnung der Krankheit amtsärztlich getroffen worden._ Zrelrel'glöle Gemeinde. Sonntag vonn. Il Uhr, Pappelallee 15.* Bortrag des Herrn Dr. M. Brie:„Frank Wedekind al« Sexualelhlker." Harmonium:„Du bist die Ruh"(Schubert). Gäste willkommen. Am 1. Oktober ds. IS. feierte der bei der flirma L. Späth in Berlin« Baumlchulenweg tätige Garteninspektor Herr Gustav G u t t z e i t tn voller körperiicher und geistiger Frische sein SvjävrigeS Dienstjubiläum. Die Firma L. Späth ehrte den Jubilar durch eine besondere Feier. wcNcrbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Lerltn vnd Ilmgegend (Nachd. verb): Ziemlich mild und stark bewölkt, vereinzelt Rege», aus- srischende Winde.— Für Deutschland: Bon Westen nach Osten fort- schreitende vorübergehende Wetterverschlechterong. �VINTERSORGEN_ KLEIDER FREUDEN! Die Saison beginnt! Das älteste und grösste Stoffgeschäft Deutschlands SEIDE-SAMT- WOLLE Krepp- Georgette reine Seide, fcewthrte Qualität, t» den /? � lu W DM u, uic iT&cicr»uii it*. ii�yu neuesten Farben, 98/IOO etn breit, Meter M. vF.oU und 70 cra breit......... 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I*7.50 Fortseteung des Konfektion«- Riumungs-Verkaufs» Beyer-Schnitte zu Cords-Stoffen CORDS DAS HAUS DER GUTEN QUALITÄTEN (SliarloHtnfiraßt und OCurfurßanAatnm, an Jtr(SoreIt~ den Vmh.'�dlungcn die Firmen van' der Zypen und Charlier in Köln, die Düsseldorfer Eisenbahnbedarfs A.-G. und K i ll! ng Ii. Sohn in Hagen. Auch die Gebr. Schöndorff A.-G. in Düsseldorf soll in diesen Ring einbezogen werden.— Auch in der mitteldeutschen Wa'ggonindustrie niit Einschluß Hannooers sollen sich unter dem Einfluß der d e u t s ch e n Reichs- bahn Fusionsbcstrebungen geltend machen, die zu einer Klärung drängen., Das westdeutflsie Zemenksyndikat senkt die Preise— aber wie! Die Zementinduftrie übt bekanntlich auf den deutschen Inlandsmarkt eine besonders rücksichtslose Prcisdiktatur aus, um auf der anderen Seite im Ausland ein desto schärferes Dumping zu betreiben. Die Industrie fühlte sich in ihrer Monopolstellung so gesichert, daß sie nicht einnial während der schweren Krise auf dem Bau- markt in den letzten zwei Jahren Preisermäßigungen vornahm. Der eine Erfolg dieser Politik war, daß eine Anzahl Außenseiter durch Unterbieten der Syndikatspreise den Verbandswerken scharfen Abbruch taten. Als Gegenmaßnahme war schon vor längerer Zeit eine Senkung der Zementpreise erwartet worden, die bei den gesunkenen Gestehungskosten auch ohne weiteres hätte durchgeführt werden können. Die jetzt vom West deutschen Z e in e n t v e r b a n d vorgenommene Preisermäßigung wirkt aller- dings wie ein Hohn. Mit Wirkung vom 1. Oktober wird der Preis je 19 Tonnen, der etwa 199 bis 455 M. kostet, um eine Mark(!!), das ist noch nicht ein viertel. Prozent cnnäßigt. Was das Zementsyndikat mit dieser großzügigen Maßnahme bc- zweckt, ist nicht ganz ersichtlich. Es wird mit dieser leeren Geste weder den Außenseitern irgendwie schaden können, noch auf die Oesfentlichkeit auch nur den geringsten Eindruck machen. Bedeutende Steigerung des kasiabfatzes. Der Absatz der beut- s ch e n K a l i i n d u st r i e hat sich nach den Wochenbericht des Bank- chauses Z. M. G u m p e l, Hannover, bis in die letzte Zeit hinein sehr günstig gestaltet. Im September dürften insgesamt 1 159 999 Doppelzentner Reinkali gegenüber 825 999 Doppelzentner im Vergleichsmonat des Vorjahres abgesetzt sein. Damit würden sich die Absatzzahlsn von 1. Januar bis 39. September 1927 auf insgesamt 19 034 999 Doppelzcnter gegenüber 8 725 999 Doppelzentner in der gleichen Zeit des Vorjahres erhöht haben, was einem Mehrabsatz von 1 399 999 Doppelzentnern entspricht. Bei einem Wert von 14,50 M. je Doppelzentner Reinkali ergibt sich für die Kali- industrie in diesen neun Monaten ein Mehrverdienst von fast 19,9 Millionen Mckrk. Dazu kommen noch 8,7 Millionen Mark aus der Preiserhöhung im Dezember 1926, die sich bereits im Frühjahr voll auswirkte. Auch die Aussichten für den Monat Oktober sind ausgesprochen günstig. Tteue Projekke des Aarbenlcusts. Auf der Aufsichtsratssitzung des Farbentrusts, die am 8. Oktober stattsindet, werden wichtige Fragen zur Verhandlung kommen. Wie seit Tagen an der Börse gerüchtweise verlautet, trügt sich der Farbentrust mit dem Gedanken, eine weitere Kapitalerhöhung vorzunehmen. Diese Absicht wird allerdings in einer soeben veröffentlichten Erklärung der Ver- waltung bestritten. Außerdem stehen auf der Tagesordnung die zur- zeit schwebenden Verhandlungen mit den Vertretern der chemischen Industrien Englands und Frankreichs. Auch die in letzter Zeit bekanntgewordenen erneuten Ausdehnungsbestre- b u n g e n des Farbentrusts in der nordischen Stickstoffindustrie wer- den zur Sprache kommen. Bekanntlich hatte sich die ehemalige Badische Anilin- und Sodafabrik A.-G. 4>ei dem Aufbau der Sal- peterwerke der Rorsk Hydro Elektrist Kraelstow A. S. beteiligt und bereits 1925 eine Interessengemeinschaft mit diesem fllh- renden nordischen Chemietonzern erstrebt, die seinerzeit aber nicht zum Abschluß kam. Wie verlautet, soll von dem Farbentrust bereits ein Angebot auf A k t i e n t a u s ch an die nordische Gesellschaft ergangen sein. Reue Verluste bei der köpenicker Rikrilfabrik. Die Köpenicker Nitritfabrik mußte im Mai d. I. ein« Zusammenlegung des Aktienkapitals von 2,9 auf 9,4 Millionen Mark vornehmen. Um den Betrieb überhaupt weiterführen zu können, wurden durch Wiedererhöhunq des Kapitals auf 2 Millionen Mark neue Mittel beschafft. Der jetzt veröffentlichte Abschluß für 1926 weist trotz der durch die Zusammenlegung des Kapitals erzielten Buchgewinne einen neuen Verlust von 631 999 Mark auf. Allerdings soll jetzt nach dem Geschäftsbericht die technische Reorganisation des Betriebes durchgeführt fein, so daß bei steigender Pro- duktion der Kohle- und Materialverbrauch erheblich verringert werden konnte. Was der Vorsitzende aber auf der Gencraloer- sammlung erklärte, war für die künftige Entwicklung des Unter- nehmen? wenig erfreulich. Wenn sich auch die Verwaltung von der Arbeit der rationalisierten Betriebe viel verspricht, ist doch für das laufende Jahr mit Sicherheit ein neuer Verlustabfchluß zu erwarten. Dagegen erhofft die Verwaltung von dem im August ab- geschlossenen Abkommen mit dem Farbentrust, das den bisherigen scharfen Konkurrenzkampf in der Säurefabrikation beendet, eine durchgreifende Besierung des Absatzmarktes. Ucber die endgültige Sanierung, an der bei dem jetzigen und dem kommenden Verlustabschluß die Gesellschaft nicht vorbeikommt, ver- lautet« noch nichts, da erst in den nächsten Monaten die Ergebnisse von 1927 überblickt werden können. Der Umsatz im letzten Jahr hat sich erhöht, obwohl die Belegschaft auf die Hälfte verringert wurde. vortrage, vereine unö Versammlungen, # Reichsbanner.Schwarz-Rok-Gold". GeschZltsstelle: Berlin E 14, Eebaltianstr. 87/38, Kok 1 Tr. Sonntag, 2. Oktober. Nreuzdcro: Arbeitsdienst im Neuköllner Schtitzcnhaus. Lichtenberg nebst Untergruppen: Bas gesamte Tum» bourkarps steht um 14 Uhr in Bundestleidung mit Instrumente» auf dem Sportplatz lsriedrichsselde. Uebcn für Potsdam. Niemand darf fehlen.— Montag, 3. Oltober. Arrnzberg: UN» Uhr Zungmannschaft II Versammlung bei Krepp. Planuser 78. Vortrag des Bczirksp. Kam.«önke. Iungmonnschast III im Jugendheim Wrangelstr. 128,„Sie Bedeutung der Presse."— Wilmerodors: 20V, Uhr Zug» und Gruppensilhrervrrsammlung bei Kroitz, Holsteinische, Eike Ealtciner Etrajje. Der allgemeine Kameradschaftsabend wird verschoben und findet am 18. Oktober im Biktoriagartcn statt. Reuköllu.Biitz: 1. Kamerad- schaft 3. Zug 20 Uhr Zugveifammliing bei Lehmann, Westcrstr. 19—20. Erscheinen Pflicht filr alle aktiven und passiven Kameraden. Lichtenberg nebst Untergruppen 20 Uhr wichtige Sitzung des Rodfahrerzuges bei Zimmermann, ??riedrichsselde, Walderscrstr. 78. Aussprache iiber Propaganda, und Korso. Ohrt am 18. Oktober. Erscheinen Pflicht. Borfigwald«: 20 Uhr Woitschach, Ernststr. 1. KameradschaftsversaMmlung mit Bortrag itber„Reichsbanner und Gewerkschaft". Erscheinen Pflicht. Reichsbund der KriegsicfchSdigten, Kriegsteilnehmer»ab Hinterbliebenen, Bezirk Wcddiug, Mon'ag, 3. Oktober, 20 Uhr, Mitgliederversammlung, Ehausseestr. 84. Patzcnhoskr.— Ortsgruppe Nordost 4: Mitgliederversammlung Slcnstag. 4. Oktober, 20 Uhr, in den Uuions.Festsälen, Ercifswalder Str. 222. Kriegsopfer bc, Stadtbrzirlo Fricdrichsfclde und Lichtenberg: Oeffentliche Versammlung, 3. Oktober, 20 Uhr, in Tempels Eefellschaftshaus, Prinzen, allee 43. Referent Kamerad Mcnde. Bund der Ausländsdeutschen. Dienstag, ll. Oktaber, 20 Uhr, im Lehrer- vereinshaus Monatsvcrfammlung der Ortsgruppe Berlin. „Eine notwendige Wissenschaft." Unter diesem Titel peranstaliet der Arbeiter.Abstinentenbuud Sonntag, 9. Oktober, in der Jugendherberge Rowawcs unter Leitung seines Bundesvorsstzenden eine Aussprache-Arbeitsgemeinschaft, in der die Probleme eröriert werden, die auf Grund des heutigen Standes der Alkoholfrage fiir die Arbeiterbewegung bedeutungsvoll sind. Anmeldung und Auskunft: Alfred Burghardt, Eharlottenburg, Eriinstr. 28. Umbau der Konditorei Schilling. Di« Konditorei Schilling, ein Stück Alt-Berlin aus dem Jahre 1843, die in der Friedrichstadt begründet wurde und im Jahre 1991 ihren Hauptbetrieb nach dem Westen verlegte, hat ihre Räume, Kurfürstcndamm 235, einem Umbau mit gleichzeitig«? Vergrößerung unterzogen. Es ist hier einmal nicht dem allgemeinen Gesetz voll- ständiger stilistischer Umkreinpelung Rechnung getragen, sondern man war bemüht, dem Alter dieser Stätte sein« Reverenz zu er- weisen, indem die Umwandlung in einer außerordentlich wohlge- lungenen Verquickung der Antike mit dem Modernen vollzo,gen wurde. Durch hohe, von Pilastern flankierte Durchbrllche, fällt der Blick aus«ine reizvoll angelegte Architektur! zierliche Art der Ornamentik, Wandpilaster mit Skulpturen, in einem antiken Grau gehalten, belebt durch blau-silberne Farbtöne. Die großen Wand- selber sind im Gegensatz hierzu in einem aprikotfarbigen Damai't mit Dessins nach einem alten Original bespannt. Die Räume sind in zarten, sandfarbenen und hellgrünen Tönen gehalten: den Haupt- räum schmücken zwei italienische Gemälde aus dem 17. Jahrhundert und eine Vitrine mit Porzellan aus der staatlichen Manufaktur. lieber einige Stufen gelangt man in einen kleineren, intimen Raum. Arn Eingang befindet sich die Verkaufsstelle, die in schlichter, fach- sicher Einrichtung alles Notwendige enthält. Der Umbau erfolgte durch den Berliner Architekten Misniewjki und die Finna Gebr. Bauer und es ist den beiden gelungen, eine behagliche, zweckent- sprechende Gaststätte zu schaffen. Der neuen Gefchmadsnchkung der deutschen Gardinen-Industrie Rechnung tragend, hat die Iirma Vertrieb von Erzengnisseu fachf. G-rdinensabrite-, Iahona Pellot u. Co., G. rn. b. H., besonders schöne Sortimente zusammen- gistellt, denn»och nie bat es so duftige, so glanzvolle und lichtspendcnde Gardinencrzeugnisse zu billigen Preisen gegeben, wie sie fetz� von der welk- berühmten söchfisehen Gardinenindustrie hervorgebracht werden. Wir empfehlen vor Neuanschaffung die Besichtigung der Lager obiger Firma und vcrweifen noch auf das Inserat in dieser Nummer. Ausnahmepretse bei der Firm» Teppich-Bursch, Spandouer St». 32. Die Ankiludigungcu dieser Firma werden von dem kaufenden Publikum mit ganz besonderem Interesse verfolgt, da es bekannt ist, dass fede dieser Extravera»- staltungen eine» großen Vorteil!» sich dirgt. Die Ausnahmepreise erstrecken sich aus Teppiche, Läuferstoffe und sehr viele Artikel der Gardinen- und Möbel- sioffabteilung. Ein Inserat in der heutigen Nummer gibt einen Auszug aus der Liste der sehr preiswert zum Verkauf gestellten Artikel. Bclmonte n. Ea. Wer eine gute l!hr, einen schönen Schmuckgegenstand, Silber-, Zier- oder Gebrauchsgegenstände usw. kauten will, findet bei der allbekannten Firma Bekmontc u. Co., Leipziger Str. 97, zweites Geschäft Königstr. 30, reichhaltige Auswahl zu vorteilhaften Preise». Wenn man die wuiidcrbarcn Auslagen der Firma betrachtet, wird einem die Wahl für ei» schönes Geschenk nicht schwer. Warum stoße» wir un, darau, daß das kleine, nützlich« Röllchen, sedem bekannt und von vielen begehrt,„Kau"-tabok genannt wird? Kein Mensch denkt daran, diesen Tabak zu„kauen", sondern genießt ihn ebenso unauf- fällig wie Bonbons. Jedenfalls ist der Kauwbakgenuß viel angenehmer und ästhetischer als das Gummikaucn. Der wertvolle Gehalt des Kautabaks des- infiziert auch die Mundhöhle und regt die Magensäfte an. Priemer haben meistens gesunde, schneeweiße Zähne und beste Verdauung. Zu einem Versuch besonders geeignet Kauewacker-Iwist(Nr. 9J, der berühmte Nordhäuser Hcrrcnstift. Dsrnen- Pullover teilw. reine Wolle, in. künstlicher Seid«, Mk, Damen-Westen reine Wolle, mit farbigem Besatz.... Mk. Herren-Pullover reine Wolle, gute Qualität........ Mk. Herren- Westen reine Wolle, kameihaarf., gerauht.... Mk. Kinder-Pullover reine WoQe.,««»,»»». Mk. 7.—» Mk 6.95 7.15 13.50 15.75 6.50 Damen-Strömpfe Wolle platt, Doppelsohle, mod. Farben, Mk. Damen- Strümpfe Wolle mit künatL Seide, farbig..... Mk. Herren-Socken elegante J.cquard-Dessins, gute Qualitjl, Mk. Herren-Socken Reine Wolle, elegant gestreift...... Mk. 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Erneuerung des Bundesvorstandes. Dresdeu, 1. Oktober(Eigenbericht.) Auf dem Bundestag des Deutschen Vaugewerksbundes sprach am Freitag nachmittag Genosse Dr. Bachem- Berlin über die Stellung der Gewerkschaften zur Wirtschaft, ins- besondere zur Bauwirtschaft. Der Redner kam zu dem Schluß, daß die Gewerkschaften die Entwicklung der Wirtschaft nicht den Kapitalisten überlassen dürfen. Die Gewerkschaften seien die zuständigen Vertreter der Arbeit bei der Leitung der immer mehr sick konzentrierenden Produktion. Die Gewerkschaften mit ihrer Sachkunde und ihren Erfahrungen müßten bei der Ge- staltung der Wirtschaft als gleichberechtigt« Partner her- angezogen werden. Dasselbe gelte auch für die B a u w i r t s ch a s t, wo die Bauhütten bereits beachtliche Vorarbeiten für ein so- zialeres Wirtschaften geleistet hätten. Ueber die deutsche Bauwirtschaft sprach E l l i n g« r- Berlin, Geschäftsführer des Verbandes sozialer Baubetriebe. Er empfiehlt die Unterstützung der Bauhütten und betont, auf diesem Gebiete dürfe man weder allzu mißtrauisch noch allzu zaghaft sein, wenn man praktische sozial« Fortschritte erreichen wolle. Im Anschluß an diese Borträge werden verschiedene Entschließungen und Anträge im Sinne der Ausführungen der Referenten ange- nommen. In einer dieser Entschließungen verpflichtet der Bundesvorstand und Beirat erneut die Baugewerkschaften und so- mit all« Bundesmitglieder zu tatkräftiger Hilfe in der Durchführung der Bedarfs- und Gemeinwirtschoft. Beim Bericht über die Festsetzung der Anstellungsbebin- gungen im Bund«, die der hierfür eingesetzte Ausschuß be- schlössen hat, gab es eine lebhaft« Aussprache für und gegen den Ausschuhbeschluß. Die Vorlag« des Ausschusses wird nach Ableh- nung namentlicher Abstimmung schließlich mit großer Mehrheit an- genommen. „ Am Sonnabend vormittag erfolgt« die Wahl de» Bundesvorstände» nach den vom Vorstand selbst gemachten Dorschlägen, und zwar mit 263 von 283 Stimmen. Paeplow, Wohnk und Oden- t h a l scheiden wegen Alters aus. 1. Vorsitzender wird Bern- hard, 2. Scheibel, 3. Tönnies, bisher Sekretär. Kassierer bleiben K o b e r und Brandmohr, Redakteur bleibt Schmidt, Generalrevisor Töpfer, Sekretäre sind Silberschmidt und T h i e l b«? g; neu treten als Sekretäre ein K n ö s- Franksurt am Main und Werner- Stuttgart. Es wurden noch gewählt 7 Fach- gruppenobmänner und 11 Mitglieder des Bundesausschusses. An die Wahl schloß sich ein« den abgehenden Bundesvorstands- Mitgliedern gewidmete Feier st und e. Bernhard widmete den ausscheidenden obengenannten Alten, dem bereits ausgeschiedenen. aber anwesenden Glaseroertreter Eichhorn sowie dem wegen Krankheit zurückgetretenen Bezirkslefter Frech- Erfurt Worte des Dankes und der Verehrung und hebt insbejondee in einer Schil- derung seines Lebenslaufes die Verdienste Pasplows für die Partei und Gewerkschaften im allgemeinen, insbesondere aber für die Bau- arbeiter, den Baugewerksdund und die Bauhütten Herr.r. Bern- hard überreicht dem Abgehenden sein goldgerahmtes Oelbild als Dank. Auch die anderen scheidenden Alten erhalten kleine Andenken an ihr erfolgreiches Wirken. Elltnger widmet den Abgehenden warme Worte für den Verband Sozialer Baubetriebe. Graß- mann solche für den ZlDGB., Meißner für die österreichische Bauarbeiterorganisation sowie im Namen der Bauarbeiter-Jnier- nationale, deren Vorsitzender Paeplow noch bleibt. Paeplow wie die anderen Geehrten sprechen ihrerseits ihren Dank aus, indem sie olle oersprechen, daß die Aemternicderlegung für sie t e i n Stillsitzen bedeuten werde. Nach einem Schlußwort Bernhards schloß die stimmungsvolle Sitzung mit einem Hoch auf den Baugewerks- bund und mit dem Sang des ersten Verses der Audorffschcn Arbeiter-Marseillaise._ Die Praxis öer Arbeitslosenversicherung. Ausbilnung der Beisitzer. Mit dem 1. Oktober ist das neue Gesetz über Arbeitsver- mittlung und Arbeitslosenversicherung in Kraft ge- treten. Bon dessen sachgemäßer Durchführung hängt für die Jnter- essen der Arbeitnehmer außerordentlich viel ab. Slus diesem Grunde kommt der Ausbildung nicht nur des Verwoltungsper- so n als, sondern auch der ehrenamtlich tätigen Funktionäre der Arbeiter und Angestellten in den Verwaltungsausschüssen große Bedeutung zu. Der AfA-Bund hat es als eine der ersten Organisationen übernommen, einen besonderen K u r s u s für die Beisitzer in den Verwaltungsausschüsscn der Arbeitsämter abzuhalten. Der Kursus, der in der Zeit vom 2. bis 13. Oktober im Erholungsheim des Bundes der Technischen Angestellten und Beamten in Sonder- hausen in Thüringen stattfindet, hat die Aufgabe, die ehrenamt- lich in den Organen der Reichsanstalt tätigen Vertreter der AsA- Verbände mit den Grundgedanken des neuen Gesetzes vertraut zu machen und sie für ihre verantwortungsvolle Arbeit, die sie be- sonders in der ersten Uebergangszeit erwartet, vorzubereiten. Der Präsident der neuen Rcichsanstcllt, Geheimer Regierungs- rat Dr. Syrup, wird im Rahmen dieses Kurses zwei Vor- träge über die wichtigsten Problem« der Arbeitsmarkt- Politik halten. Ueber die einzelnen Zlbschnitte des neuen Gesetzes und seine Durchführung sprechen die zuständigen Referenten aus dem Reichsarbeitsminifterium, Ministerialrat Dr. L e h f e l d und Regierungsrat Dr. B e n g a. Für die Fragen der Praxis— Be- rufskunde, Eigrmngsprüfung, Arbeitsvermittlung— sind als Referenten der Leiter des Arbeitsamts Oberhausen. Jülich, und der Leiter des Verufsamts Elberfeld. Bökenkrüger, gewonnen. Die Borträge beschränken sich jedoch nicht nur auf das Gesetz, sondern es wird versucht, die damit im Zusammenhang stehenden Fragen in weiterem Rahmen zu betrachten. Die wirtschaftlichen Probleme, die für die Beurteilung des Arbeitsmarktes von Bedeu- tunq sind, werden von dem Leiter der wirtschaftspolitischcn Abteilung des AfA-Bundes. Dr. S u h r, in dessen Händen die Leitung des Kurses liegt, bearbeitet. Die gewerkschaftlichen Fragen behandelt das Mitglied des Vorstandes des Zentralvcrbandes der Angestellten, Schröder, der als Borstandsmitglied der Reul)sanstalt unmittel. bar in der Praxis der Organisationen dieser neuen Reichsbshörde. tätig ist. Lohnbewegung in öer Süßwarenioövsirie. Notwendigkeit einer Neuregelung. Eine vom Deutschen Nahrungs- und Genußmittel-Arbeiter-Ber- band einberufene überfüllte Branchenversammlung der Süßwaren- und Genußmittel-Jndustrie nahm Stellung zu den ab 1. Oktober gellenden Lohnsätzen. Genosse H« tz s ch o l d berichtete über den seinerzeit im März de» Jahres zustandegekom- menen Schiedsspruch, der die automatische Steigerung der Lohn- sätz« um 2 Proz. bis zum 31. Januar 1928 vorsieht. Die Zeit der deutschnationalcn Regierung hat es leider mit sich gebracht, daß ein wahrer Wucher mit Lebensmitteln und Bekleidungs- gegenständen«ingesetzt hat. Jetzt muß die Arbeiterschaft unter diesem schweren Verhängnis leiden. Bei den verschiedensten Firmen der Branche ist die Arbeiterschaft sehr unruhig und erbittert an die Ge- schäftsleitung in ihrer Not mit Forderungen herangetreten. Einig« Unternehmer haben auch die große Not der Arbeiterschaft«ingesehen und Zulagen über den Mindestlohn gewährt. Ander« haben Versprechung en gemacht, ober nicht gehalten. Diese Zustände Achts»cr,eich»i, ficht wieder»« A.LrhrgS»»« vor, die sich aus dem«-biete der Noliswirtschaft, Betrieb»- wrrtschastsledre, de»«rbeit-eecht», der Sozial?olitik, de»«eOcrkschaft»w,scn» »nd»er kiulturpolitil bewegen. ,86» laiche Kö-er, die(eincrtei Vorbildung besitzen oder sich von vornherein nicht sSr ei» bestimmte» Lehrgebiet entscheiden wollen, best-hen vier«in- fSheungoturs», die in der Sauptsach« die Stellung de« Arbeiter» znm Staat»nd zur Wirtschaft behandrln, die Frage der Stellung der Frau im Erwerb»-»nd Bernfslcben besprechen. Einer dieser Eiaführnngslurse trägt drn Titel»britische« geitungslcse«- und soll seinen Teilnehmern»eige», wie Meldnugcn»nd Meinnngoäutzerungcn der Zeitungen über mlrtschafUiche,»ali- tisch«»ad soisialpolitisehe Ereignisse gelesen, bcnrteilt, auf ihre Ursachen und ZnsammenhSng« xnrückgefährt werden können. Wir empfehlcn allen«ewerlschaftsaeiuisien möglichst zahlreiche Beteilig»»» an dlese» Kursen. Unterrichtaveiicichnisse sind in den Ortoverwaltnngen und i»r Zimmer tZ de,«ewerkschaltshanse» zu habe». Lehrb«rat»»g». s»,cchst»»d«» finden Rontaas und Freitag« zwischen I und 7 Uhr im Sewerlschaftlhau», Eugelnfcr 2t 2S, 1. Stack, Zimmer b, statt. Angestellte der Brauereien! Mittmoch, 5. VItobrr, 2» Uhr, in Haverland» Festsälen. Luise-saal, öfse»t. lich« Versammlung aller Angestellten der Berliner Brau-rei-n. Tagesordnung: U Stellung nahm, zum Streik der Arbeiter. 2. Unsere eigenen Forderungen. ZdA., Ortsgruppe Berlin. Achtnag- Fliesenleger! Montag, Z. Oktober, l» Uhr, im Gewerkschoftshau», großer Saal, gemeinsame Versammlung der Fliesenleger. Erscheinen aller ist Pflicht. Deutscher«augcwerkobuad, Fachgruppe der Fliesenleger. Z-tustriedau Held u. Frauck««kti«»gcse»schast. Die Vaudelegierten der streikenden Putzer find verpflichtet, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Freie Sewerkschast-jugend Srotz-Bcrlin. Heute folgende Veranstaltungen: SSdkrei«: l8Vi Uhr im Jugendheim Tenipelhof, Eermaniastr. 4—(i..Ein halbes Jahr Kreisarbeit in Wort und Bild"(LichtbilderoortragZ.— Bord- und Westkreis: 17 Uhr im Jugendheim Weitzcnsec, Parkstr. llb,„Dem Winter ent- gegen." Eröffnung unserer Sonntagsheime.— Morgen folgende Per- anstaltung: Achtung, Gruppenleiter! Die Teilnehmermcldungcn für da» Jugendtreffen Berlin— Rathenow der Zentrale übermitteln. Die Jugend» zentrale ist- bis 1» Uhr geöffnet. Zugendgruppe des ZdA. Morgen Montag, Illzö Uhr, finden folgende Ver- anstaltungen statt: Bezirk Slldost-Treptow: Jugendheim Reichenbcrgcr Str. bo. Gruppcnbesprechung»nd Festsetzung de» Arbeitsprogramms. Bezirk Tempclhof: Jugendheim der Schul« Eermaniastr. 4/6. Heimbesprechung und Festsetzung des Arbeitsprogramms. Bezirk Norde»: Jugendheim Danzigcr Etr. 62, Baraclc 7. Heimbesprechung und Festsetzung des Arbeitsprogramms. Sfii. a, (Die dem Kpediinehmep enlsfehenden ▼ Kosten betragen nur 5% der Kreditsumme. | gweigniederlassung ßeplin• W.8• Mapkgpa£ensipaße28.�''�y' Die Warenhäuser der Firma 8Ä für alle Weren spÄ,'»: Sie kauffen su ggeichen Preisen uria Jeder bar*öhlöBide K u n d S Tnd zahlen beim Kauf 25 Prozent des Kaufbetrages bar an. In den Warenhäusern MEBMAKNJiETS' Frankfurter Alice, WllmorSdorfer Str. und Chausseeslr. »Süsrr 0.95 mssx-.m Fallenstores| Tg"«to«e»«' 200 cm 0W»M°�2.°5.90 l2cmlange 150 hodi modemer bei enormer Sondw Serien Serie>«?T S.?5 handgearbeiteter SffiS.ÄSf.OWI ?\tet.o= kel-• SP� ... rüstnng. W cm wÄtÄ».®-85 rbeUsstpres wJS||»11-75 u. 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Qottfned Angerer, Text Siegbert Salter)(Op. 149) Frülilitties eucinisnd i9Z9i (Walter Ohremr erhältlich, sensit schreiben an—— Mem&mMß*», (�acUtxdwciicUA "(Böhte Homophon-Company bGH Berlin SVos, Alexantirinenstr.iOS / Hr. 466 ♦ 44. Jahrgang 4. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 2. Gktober 1427 Miosea Image, ffit dies« Rubrik sind Berti» SS S». Liudeuftraß« t, Parteinachrichten für Groß-Serlin Net» aa da» Beziriesekretartat. - Hos, J Trr». recht»,»u richte, «arbereituagskursa, ,a« AasnahmeprSfaag für die«obls-brt»schale. Sartaeriauea» uad iiindcrqariurriaaeasemiaar beginat ia? Ravember. Mel. duaaea mit Lebeaalaas and Zeagaiiabschristea find za rick>t«a aa den Bezirk». «a-fchaß sie«rbeiterwahlfahrt aad«iaderschatz, Berli, S«.«ü, Siadea- ktraße erteilt. 2. Aas. 2 Treppea, Zimmer 1, Dart wird auch aähere ilaakaast l. Are,, Ritte. Die am Dienstag fällige Zkrelsrarstandsfisiuag findet umständehalber erst am Mittwoch, d. Oktoder, l9>H Uhr. bei Dabrohlaw, Ewinemllnder Str. U, statt. 2. Kreta Tiergartea. Montag, Z, Okiober, 20 Uhr. erweiterte Kreisoorstands» sthang bei Artiger, Baiilihstr. 10, Um 19 Uhr kommt die Geschäfts» leitung des Kreise» ebendort zusammen. Z. Kreta Wedding. Die Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde erSssnet am Dienstag. 4. Oktober, eine Kinderfreundegruppe in der weltlichen Schule, Gothenburger Straße, Die Genossinnen und Genofsca werden ersucht, ihre Kinder an den Saiel» und llebungsstunden Dienstag und Freitag aon Id—A Uhr teilnehmen zu lassen. 4. Kreia Prrazlaaer Berg. Dienstag, 4, Oktaber, 20 Uhr, Eitung des er- weiterten Sreisnarstande, bei Klug, Danziger Str, 71, lZ. Kreia Deinpelhof, Marieodarf, Marienfeld« und Lichtenrade. Wir«eisen nochmals auf die bereit, veröffentlichten drei Borträge hin: Dienstag. 4. Oktaber, 19% Uhr, im Festsaal des Gnmnasiums. Demvelhos. Dortrag de» Genossen Dr. Kurt Lowenstein über �Bürgerliche und sozialistisch« Kultur". Borber musikalischer Bortrag. Am Flügel Willi Friedrich. Freitag, 14. Oktober, Bortrag de» Genossen Dr. Eberhard Preußner llber »Arbeitermusik und bürgerlich« Musikkultur", unter Mitwirkung von Arno Schellenberger. Sonnabend. 22. Oktober, spricht Julius Bob über »Arbeiterdichtung". Mitwirkender Albert Floratb vom Staatstheater. Eintritt für alle drei Borträge 1 M. Karten bei allen Funktionären und In den Konsumgenossenschaftsveikaufsstellen.— Krrialciter! Montag, pünktlich 19H Uhr. Kreisvorstandssißunq im Restaurant.Lur Linde", Dempelhof, Friedrich. Karl-, Eck« Wcrderftraße. Lokal von Primus. 77. Kreia L>chte»b«rg. Mittwoch, Z. Oktober, I9ib Uhr. Sreimorstands. sißung bei Aldrecht. Boxhagener Str. 62. heuke, Sonntag, 2. Oktober: !4. Abt. Asse Bezirksführer wollen umgehend neu«, Mart.-nmaterigi von ihren Gmivvenführern abholen. 30. und 81. Abt. Schöneberg. Friedenau. Besichtigung der Konlumgnlagen in Lichtenberg um 10 Uhr. Drcffpunkt: Endhaltestelle der Linie 09. Süd- westkorso. Ecke Daunusstraße, 811 Uhr. Interessiert« Mitglieder und Freunde des 11. Kreise» sind eingeladen. 47. Abt. Die Bezirlztübrer werden ersucht, die Monatsschriften umgehend abzuholen von Friedrich, Mariannenplaß 22. Morgen. Montag, Z. Oktober: Zi Abt. Kammnnale Kommission: 1911 Uhr bei Krüger, Engcluker 23. Alle kommunalpolitisch tätiaen Genossinnen und Genosse» müssen erscheinen. 4. Abt. iflih Uhr bei Brandis, Elrafauer Str. 10, Funktioniirsißung. Z3. 9lit. Die Bezirkssührer rechnen mit dem Kassierer Ben. Goßlerfir. 1, ab. Bücher und Marken sind mitzubringen. Bestimmt erscheine», evtl. Ber. treter schicken. 70. Abt.«ilweredarf. 20 Uhr pünktlich bei Kraiß, Lolsteinisch« Str. 00. Abt»ilung»varstg"d-situ,ng mit sämtlichen Funktionären. W, Abt. Mariendars. 19 Uhr Halen die Bezirkssührer Flugblätter van Ztien» darf ab. IK. Abt. Oderschäueweid«. 101b Uhr bri Imberg, ZSilhelminenhafhosste. 34, FunktionarsißunD. 110. Abt. ttchtenberg. SO Uhr Im Lokal KSHn, Aarmannenstr. Z3. wert.» die SPD.»Freidenker zu ein« Ausspräche eingeladen. Dienstag. 4. Oktober: >0. Abt. 1911 Uhr bei Trllmver, Flensburg« Str. 3, Funktionärschung. 130. Abt. Sabannisthal. lO'-j Uhr bei Sobin. Roonstr. 2, Sißung sämtlicher Funktianare. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrk und Siaderschnh: 2. Kreia Ziergartcu. Dienstag. 4. Oktober, 19H> Uhr. im Bezirksamt Tier» garte»,«lopstockltr. 24. 4. Kursusobcnd. Bortrag:.Di» Aufgaben de» Pslegeamtes. Beferentin Frau Eberhard vom Pslegeamt in Schaneberg. Interesßerte Genossinnen und Gcnosicn sind«ingelad-n. 3.«rei, FriedriSahai». Der«arstand der Arbestcrwohlsahrt und dir Od. leute der Kommunalen Kommission treffe» sich Dienstag, 4. Oktober, I91b Uhr, bei Bartusch, Friedenstr. 83.»» 0. Kreia»reuzberg. Dienstag. 4. Oktaber. Besichtigung der«usstellung .Das fung« Deutschland". Treffpunkt 13 Uhr ror dem Schloß Bellevue gemeinsam mit dem 7.«reis Eharwttenburg.___ 7. Kreta Eharlattendur«. Dienstag. 4. Ottober. Besichtigung der Ausstellung .Da» junge Deutschland". Treffpunkt 13 Uhr vor dem Schloß Bellevue. BerbUliate Karten werden dort ausgegeben.__ 3. Kreia«pnudau. Besichtigung dex Auast-llung.Das luuge Deutschland en. Kreuzbera Montag, L. Oktober, 1S� Uhr, bei Rabe. Fichtestr. ru, »reiasrau-nab-nd. Mitwirkende: Rufirgr»«>«d«�-,ier>ug-ndWd«i. «esangsvorträge der«euosstn Glaser. Turnoorsührungen der Frauen. obtetluug Süden,«enosie Sann» Kamm spricht, üb«! Hausswuensorgen. Um recht«� Beteiligung wird«such. L ederbach« find w' iubr.ngeo. Doranzeige: Dannerstag. 0. Oktaber, 191h Uhr. bei Kr.iocr, Srimmstr. 1. 1. Kursusadend:„Einführung in die Ideenwelt des Soziallsmus. Refe. «ntin Marie Sunert, M. d. L. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 2. Oktober: 9: Morgenfeier. 11.30; Platzmusik. 14.30: Stunde des Briefmarkensammlers. 15: Die Bedeutung der deutschen Pflanzcnzüchtong für das In- und Ausland.. 15.30: Jugendstunde. 16: Ucbcrtragung der Hindenburg-Fcicr aus dem Stadion Berlin-Oruncwald. 17; Unterhaltungsmusik. 19.30: Anonyme Brietschreiber. 20.30: Konzert..22.30: Tanzmusik. Montau, 3. Oktober: 15.30; Die Lektüre der GroSstädterin. 16: Technische Wochenplauderei. 16.30: Novellen. 17: Gitarre-Trio. 17.30: Cello-Vorträge. 18.20: Der Sternhimmel im Monat Oktober. 18.45; Erziehung zum volkswirtschaftlichen Denken. 19-30: Ucbcrtragnng aus der Staatsoper„La Traviata". Oper von Verdi. 22.30: „Aus Italien**, Lieder- und Musikvorträge. Dienstag. 4. Oktober: 12.30: Die Viertelstunde für den Lendwirt. U: Onitel Doktor eis Märcken- erzähler. 16 J0; Tedor von Zobeltitn tu keinem 70. Geburtstai. 17: Unter- ballnnssmusik. 18.10: Stunde mit Büchern. 19.05; MnsikhSren nnd Mosik- «reiebunr. 19.30: Des Steeden nach Portbildnne in der deutschen Beamten- Schaft I9JS5: Erscheinungen nnd Theorien des Okkultismus. 20.30: Berliner Schauspieltheater. Mittwoch, 5. Oktober: 13.43: Glockenspiel der Parochialkirche. 13.10». Auswirkung der Treuen- bewejnng im Parlament. 16: Rundschau für Blumen- uad Gartenfreunde. 16.30: Jozendb&hne. 19.03; KSrperbeschldlrnneen und Tod durch elektrischen Srrom. 19.30: Soiialpoliiische Umschau. 20: Der Ausbau der Materie. 20.30: Vortrajr. 21: Stunde der Lebenden— Musikvortrlge. 22.30: Unterhaltunzs- mnsik. Donnerstag, 6. Oktober: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Neue Erlahrangea mit Trockcabelr- und Korzbcizverfahren. 16J0; Andreas v. Ady, der Dichter des modernen Ungarns. 17: Unterhaltungsmusik. 18.30: Technische Fortschritte Im Autoraobilbau. 19.35: Deutschland, das Herz Europas. 20.10; Scndespielc „Die Czardasfürstin", Operette von Kaiman. 22-30: Tanzmnsik. Freitag, 7. Oktober: 15�0: Mütter berühmter Männer. 16: Der reisende Kaufmann im Dienste unseres deutschen Wirtschaftslebens. 16-30: Unterhaltungsmusik. 1M0; Italidhisch. 19.30: Politik als Kunst und Wissenschaft. 19.55: Weltanschauung und, Gesundheit. 20.30: Norwegischer Abend— Musikvorträge. 22.30: Lieder- und Musikvorträge. Sonnsbend, 8. Oktober: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Aktuelle Vergangenheit. 16.30: Unterhaltungsmusik. ISJO: Medizinisch-hygienische Plauderei. 19: Der Prohletnkreis der Astrologie. 19.55; Neues vom Himmel und von der Erde. 20.30;„Sahara**. Danach: Heiteres von Sling. 22-30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag,?. Oktober: Ab 9: Uebcrtragung aus Berlin. 18: Der Mythos Im Wandel der Zeffen. 19; Frauen um Goethe. 19.30; Die sozialen Instinkte bei Tieren nnd Menschen. Ab 20-30; Uebcrtragung aus Berlin. Montag, 3. Oktober: 16; Shakespeares Hamlet. 17: Deutsche Essayisten. 18: Die Notwendigkeit der Förderung Junger Talente. 18.30: Englisch für Anfänger. 18-55; Das Truthahn, ein Wildvogel. 19.30: Uebcrtragung aus Berlin. Dienstag, 4. Oktober: 16: Shakespeares Hamlet. 17; Deutsche Essayisten. 18: Die neue Ver- glcichsordnung zur Abwendung des Konkurses. 18-30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Zum 175. Geburtstage A. F. F. v. Knigges. 19.20; Tierdichtungen. Ab 20.30: Uebcrtragung aus Berlin. Mittwoch, 5. Oktober: 16: Die Musikberatungsstelle des Zentralinstituts. 16.30: Franrösich. 17: Einführung in die Geologie. 17-30: Aus Friedrich Llcnhards Werken. 18; Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Konstruktionselemente. 18-30: Französisch für Anfänger. 18.55: Die allgemeine soziale Bedeutung der Wohnungsfrage. 19.20: Zahnärztlicher Vortrag. Ab 20,30: Uebcrtragung ans Berlin. Donnerstag, 6. Oktober: 16: lieber Jurendpslete» 16.30: Erziebanzsberatnnr. 17: UeberlraKunz aaa Berlin. 18: Deutsche Musik in Siebenbfirter. 18.30: Spanisch iür Fort- resehilttene. 18.55: Steuerliche Fraren des Bauervstandes. 19.20: Hugo Wolf. Ab 20.10: UeberiraginE aus Berlin. Freitag. 7. Oktober: 16. Wie schütze ich mich»egen Arteriosklerose? 16.30: Sprechtechnik. 17: Grundlagen des modernen Staatensysterns. IS: Werkslolte in der Auto- mobilindustrlo. 18-30: Englisch für Anfänger. 18,35: Die Ergebnisse des Deutschen Städietages. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag liir Aerrte. Ab 20: Uebertragung aus Frankfurt. Sonnabend, 8. Oktober; 16: Korrschrifidiktate. 16.30: Aus dem Zentralinsritüt für Ergiehung und Unterricht. 17: Die Verwaltungsakademie. 17.10: Die Psychologie in der Arbellerdichtung. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Konstrnktions- elemeuie. 18.30: Franrösisch für Fortgeschrittene. 18.58: Englisch für Fortgeschrittene. 19.20: Heinrich von Kleist: Der Dramatiker. Ab 20.30: Uebar» tragung aus Berlin. 7. Keeis llhorlottenburg. Mittwoch, ö. Oktober, Beginn de» Kursus:.Gin» tührung in die Wirtschaftspolitik." Zugendhetm,«osinenstr. 4, 1914 Uhr. Referent Genosse Zaduezvnski. Zortseßungsabende: 19. Oktober, 2. und 28. Rouemder und 7. Dezember. 10. Kreis gehlendorf. Montag, 3. Oktober, Beginn de» Kursus:„Einführung in die Wirifchcstspoittik." Referentin Mctbild« Wurm, M. d. R. Lokal Schnorre, Potsdamer Str. 3, um 191b Uhr. Fortseßung: 7. November, S. Dezember. 2. Januar und 3. Februar. 14. Kreis Reukbll». Mittwoch, 5. Ottober, I91L Uhr, Beginn de« Kursus: „Einführung in die Gedankenwelt den Sozialismus." Referentin: Minna Dodenhagen. Fortfeßungsadende: Freiing. 14., und Mittwoch, I». Oktober. Z«.»rei, Steinickendoes. Dienstag, 4. Oktober. 20 Uhr, Funktlonärtnnen. kouferen, in Reinickendorf.Ost, Kauptstr. 43, Nimmer 60, Berwaltungs. gedäude. Bericht vom Kursus in Oberkießn.Uhle. Referentin: Mari« Ramm. Bericht vom Kursus in Gohrisch. Referentin Helene Schräder. Sämtliche Funitionärinnen des Kreises müssen erscheinen. Agitation und Arbeiterwohlsahrt. Außer den Berichten wichtige Besprechung. Jrauenveronstaltungen am Monkag, 3. Oktober: 4.«dt. 19', Uhr bei Brandl». Stralauer Str. 17.»ortraa:.Ueber die BibeL" Referent Adolph Soffmann senior. 13. Abt. 10'.. Uhr bei Müller, llferstr. 12, Heiterer«den». Bortragender Genosse Hosemann. 32. Abt. 191, Uhr im Stadtbad Friedrichshain, Schillingbrücke. I Tr.. Bor. trog des Genossen Oderstcdtfektetär Schumann und Besichtigung der Badeanstalt. 44. Abt. Die Genossinnen«erden gebeten, sich recht zahlreich an dem Krei». srauenabend dei Rabe. Fichtestr. A, zu beteiligen. 46. Abt. Die Genossinnen beterligen stch restlos an dem Kreisfroiienabend. 84. Abt. Lankwiß. Uhr bei Lehmann. Kaisor-Wilhelm-Str. 20131, Bortrag:„Der proletarische Mensch." Referent Hans Willige. 97. Abi. Reukolln. Die Genossinnen treffen sich 714 Uhr morgen, Bahnhof Hermannstraße zur Fahrt nach Potsdam. Gäste willkommen. 33. Abt. Achiungl Der Frauenabenh muß umständehalber auf Dienstag, 11. Oktoder. verlegt werden. Die Genossinnen beteiligen sich an dem «reistrauenabend äm Freilag, 7. Oktober, bei Schmidt, Fruchtstr. 36a. 123. Abt. Kaulsdorf. Dienstag, 4. Oktober. 20 Uhr. bei Hübner, Wilhelm. Ecke Bahnhofstraße. Frauenabend. Die Genossinnen werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Arauenveraasiattungen am Mittwoch, 5. Oktober: 124,. Abt.«ahlsdorf.Süd. 1916 Uhr bei Dieß. UHIandstr. 18. Vortrag:.Laus» srauensorgen und Wirlschgfispolitik." Referent Sans Kamm. <3 91. Abt. Renas*. Teilnehmerkarten für den Kursus„Weltfchöpsung und Lebenswerdung". Referent Genosse Wilhelm Mietg«, sind de! den Be. zirkssllhrern unenigeltlich erhältlich. Der Kursus umsaßt vier Abende, und zwar: Freitag, 7., 14., 21. und 28. Okiober, im Lokal oom Genossen Wilhelm Lüddeke. Narlsgartenstr. 12. Anschließend an jedem Bortrag findet eine kurze Diskussion und Fragenbeantwortung statt. Es ist daher für jeden Teilnehmer zweckmäßig, an den genannten Abenden pünktlich 20 Uhr anwesend zu sein. Iungsozialifieo: Groß. Berlin. Alle Iungsozialisten. die Mitglieder der Sonderabteilungen der Boltsbühne sind, müssen der wichtigen Tagesordnung wegen am Dienstag, 4. Oktober, zur Miigliederuerfommlung um 20 Uhr der Sonderadieilungen in der Aula des Sophie-Realgumnasiums. Weinmeifterstraße, erscheinen.— Gruppe Süden: Wir treffen un» zu unserer Abendueranstaltung heule. Sonn- tag. um 19 Uhr, Friedridifiraße Ecke Unter den Linden.— Gruppe Reintcken. darf.Ost. Montag, 3. Okioder. 20 Uhr. im Jugendheim, Seebad. Residenz. siraße 49, Vortrag:»Seine, der sozialistische und politische Dichter." Bor. tragende Elisabeth Reckzeh Arbeilsgemeinschafl der Kinder freunde: Mittwoch, B. Oktober, Helfernersammluna in ber Lindenstr. 3, im Jugend, heim um 20 Uhr. Tagesordnung: Lichtbrldervortrag vom Zeltlager und unsere Revolutionsfeier. Die Kreisleiter werden gedeien. die Listen der fln- haber von roten Ausweisen und Führerausweisen der Bahn umgehend ein. zureichen. Wohnung und Gruppe muß mit angegeben werden. Bezirk Kreuzberg. Die Eliernversammlung muß leider auf unbestinnuic Zeit verschoben«erden, da es nicht mäalich war, einen Raum zu bekommen. Wann die Veranstaltung stattfinden wird, wird an dieser Stelle bekennt» gegeben. Eharlottenburg. Montan. 3. Oktober. Elternabend. im Jugendheim, Rasinenstr. 4, um 20 Uhr. Referent Sanitätstat Dr. Luliusbutger. Thema: „Evtwicklungsilorungen jm Eeelenleben." Wir bitien um zahlreichen Besuch. Die Kinder, die die Daldurfghrt mitmcdicn, treffen sich um',T. Uhr cur Etraßenbahnhos. Eßgeschirr und Decke nicht vergessen. Kreis Frledrichshai». Treffpunkt zur Baldurfahrt Montag, 3. Oktober. 1v8 Uhr morgens, Echlesischer Bahnhos, an der Post sFruchtstraßel. Gruppe Straiauer Biertel: Treifpunlt%7 Uhr Rudolfplaß. Gruppe Ballen platz: 7 Uhr. Warschauer Straße Ecke Romintener Straße. Mitzubringen sind: Bröl. Schmiere und Belag für zwei Tage, Kulturbeutel sSeife, Handtuch, Zahn. hürsie»fw.L Eßnapf. Trinkbecher, EäffcL Decke, warme Kleidung. Es sännen nod) Kinder mitkommen. Diese melden sich 148 Uhr am Treffpunkt Schlcsischen- Bahnhof. Koste» l.äü Mk. 82. Abt. Steglitz. Jeden Dienstag von 16—18 Uhr Spielen im Heim. 136. Abt. Re.aickenders.Oft. Treffpunkt zur Bafdurfahrt: Montags 3. Oklober, 8 Uhr, vom Bahnhos Gesundbrunnen. Mitzubringen wie de: Friedrichsbain. Sonntag, 2. Oktober. Uebungsobenb zur Werbefeier für beide Gruppen im Jugendheim. All« Kinder müssen erscheinen. Schöneberg. Friedenau. Elternversgmmlung am Montag.'S.' Oktober, im Lokal Knops. Miihlenstr. 7, allgemeine Aussprach« über„Unsere Arbeil". Kret» Schäneberg. Friedenau. Gruppe Freude: i6— 9 Jahre) Dienstag und Freitag 5—7 Uhr. 4. Oktober Zeichnen und Tuschen. 7. Oktober Singen. 11. Oklober Basteln. 14. Oktober Gesellschaftsspiele. 18. Oktober Lichtbilder. Zl Oktober Bosieln. 25. Oktober Märchenlesen, Etegreisspiele. 28. Oktober Zeichnen und Tuschen.— Gruppe Ausstieg:<9—12 Jahre) Dienstag und Frei- tag 5—7 Uhr. 4. Oktober Lesen und Diskutiereo. 7. Oktober Singen. iL Okiober Zeichnen. 14. Oktober Tanzen. 18. Oktober Lichtbilder. 21. Otto, her Zeichnen. 25. Oktober Basteln. 28. Okiober Siegreitspiele.— Gruppe Flowwe empor:<12— 14 Jahr«) Donnerstag 143— 1a8 Uhr. 6, Okiober Sing.:'. 13. Okiober Baliein. 20. Ottober Vortrag:„Vom Zunftgesellen zum freien Arbeiter." 27. Oktober Zausestunde. Diese drei Gruppen tagen im Fugend. heim Hauptstr. 15.— Srupv« Friedeuau: Jeden Montag und Donnerstag von '-6 bis 148 Uhr In der Schule Offenbacher Straße, Heimnachmittag. Sterbetafel üer Groß-Serltner parteieGrganifation~\ 118. Abt. Lichtenberg. Mittwoch, 28. September, verstarb unser Genosse W. Tauche. Friseur, Rüdigerstr. 39. Wir werden ihm ein ebrende. An. deuten bewahren. Beisetzung am Montag. 3. Oktober. 1514 Uhr, aus dem Zentralfriedhos. Wir bitten um rege Beteiligung. ;> Tüialen UKd Pkk nittknagttt »cker gratis! 51 Zählt 1870-!W7 Sie«ballen ab Titnag, 4««». Sipitmbet bis INenlag, 4t* s. Oknbti»27 aal Kall««>*4 Kaba« d«l ein»4«r«* us*'/. Pt4. a«fwltl« 2««*«» gratis*n4 groar«WnsotUI Sackte als 51« stall««>n4 staka» kaastn. tzii l« 10» Slam«?«««>1:4 Pf4. Zatk«? adgtgeve«. ... �AV% M!'«' EINLADUNG zur Besichtigung meiner Ausstellung „DER GUT GEDECKTE TISCH" in meinem Hause Leipziser Str. 20-22 AUS MEINEM HERBST-ANGEBOT: Waschstolle Bumiroltai« PhantMiMtoff« für Kleider, Blneen o. Jamper, lebhefte Matter, Breite(& die »7e-........ Meter M. BeanveUcner Eider-Fleiiell, Jeequerdnaeter. für Merze«- i«ek« a Merzen] ecke«, Breite Kern........ Meter M. Benraollene neu eile für Hemden, Blasen und Scblef- enrttgs. Bedeckte Streiten- ■alter. Breite 79 cm. Meter M. 0-95 1.80 0-90 Wäsdiestolle Mafldtc, für Verne», and � Klader-Leiberiech«, 88 om br.. B-dg u.t.-....... 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Mein lieber Mann, unser guter, allzeit auf-, rechter Vater, Schwiegervater und GroSvater, | der Molkereibesitzer ftlcdrldi WasdiowsM I wurde uns am 30. September, vormittags 10'/, Uhr, I viel zu früh durch den unerbittlichen Tod entrissen. 1 In tiefster Trauer zeigen dies an Minna Waidiovski Fritz Wasdiowski und Frn Hulda, gib. fiaiti Willi Hrosditl und Frau Marie, geb. Vaübuvski und 6 Enkelkinder. I Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem S. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium 1 Gerichtstraße statt Zurückgekehrt Dr. Max Elpern Fadiarzi l.Haiit- a.fiesAfedimeiden 40 6ro»e FranKturver Str. 40 Bon her Rode zurilck! N. meki. MilllerMle yotnSopniH. Arzt, Tharlotfenburs, Bismorckftraße 3(«nie). Noch schwerem Leiden verschied am 30. September unsere liebe anulftt. Schwieget-, Großmutter und Schwester, Frau Marie Sicher geUclNlze im 78. Lebensjahre. Die« zeigen tiefbelrllbt an Zatnilie Sicher, Zantilie Malier, «openhagener Straße 5 Die Einäscherung findet am Miti- woch, dem a. Oktober, IS Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt Gerhard Kohnen Dm Hans für Volktklaidand and Bcrnfskleldnng NEUKÖLLN aermannstralFe 16-21 OüDlsibeilletanaMMW UMlummnllnlrrMm. Vom 1. Ottober 1927 ab darf durch Be» stimmung des Vorstandes die Auszahlung aller Unterstützungen nur gegen»igen- händige Unterschrist erfolgen, nur mit der einen Ausnahme, daß die Krankenunter. stätzung bei Schwerkranken durch Familien- angehärige abgeholt werden kann, jedoch ist auch hier die Bestimmung, daß die letzte Auszahlung fbei Beendigung der Kranl- heil) eigenhändig zu unterschreiben ist. Um unseren Miigiiedern die Gelegenheit zu geben, auch nach Arbeitsschluß die ihnen noch zustehende Unterstützung abzuholen, find in gukunst die Auszahlungoschalier seden Freitag, abends von« bis 7 Uhr, geöffnet. Zu Frage fommi für Streit-, Maßregelungs- und Umzugsunierstiitzung der Schalter 1 im Parterresaal und für alle anderen Unterstützungen der Schalter 10 im Parterresaal. «chkuns,? VWlleMWll Mit Wirkung bom 28. September ab gelten nachstehend aufg« ührie Stundenlöhne: Bantlcaipnec.......... 1,47 1 ZuuggeseNrn im ersten Jahr nach beendeter Lehrzeit... 1,20 M. Junggesellen im zweiten Jahr nach beendeter Lehrzeit... 1.21 M Die caudzulag. beträgt pro Tag 0,— M Wir ersuchen alle Kollegen, der Per- waltung umgehend die Betrieb« bekannt' zugeben, in denen diese vorgenannten Stundenlöhne noch nicht gezahlt werden. Mll!lttliler.Wler.Wnnlilljel. WerMWetimevl Dienstag. 4. Ott., abend» 7'/, Ahr in den ArntlnhaUen, Kommandantenstraße 58/59. Branchen Versammlung Tagesordnung: L Vortrag über: Ol« nielfnirfsikaffs tonfeccnj in Qualltür, aüe Grössen............ Ä Pf. J95 Leinenwaren Wischtücher ÄSSR cq»»frs«- 70 «derrot, ge«.a.geK, ca. J5)J5 em, Stock OCTPt Stück/ Opt Küchenhandtücher p.. Reinleinen, gc»». pjr\ ardaa, ca. 45II0O, abgepaaat, gea and geb............ StOA/ S/PL Küchenhandtücher wr—r. 05» Drellgevehe mit Imntar Kante, goo. and gA...... 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Diese Kammern nahmen das Recht für sich in Anspruch, als Ver- tretungen der Gesamtheit der Berufsangehörigen zu sprechen, als ob es in der Wirtschaft nicht auch Arbeiter geben würde. Die Arbeiter- und Angestelltenschaft hatte weder irgendeinen Einfluß auf diese Institute, noch eine gleichwertige öffentlich- rechtliche Einrichtung aufzuweisen. Der Umsturz konnte nicht vorübergehen, ohne Sicherungen für einen Einfluß der Arbeiter und Angestellten auf Fragen des Wirtschaftslebens, auf die wirtschaftliche Gesetzgebung u. a. schon im Vorbe- ratungsstadium zu bringen. Der erste Minister für soziale Verwaltung der Republik, der leider schon lange tote, aber unvergessene Genosse Ferdinand H a n u s ch, ließ sich durch das Gesetz vom 26. Februar 1S20 bzw. 1. Oktober 1920 damit beauftragen, für jedes Bundesland eine„Kammer sür Arbeiter und Angestellte"(Arbeiterkammer) zu errichten. Diese bllden nun ein Gegengewicht gegen die Handelskammern der Unternehmer und ihre gesetzlichen Aufgaben sind: den Be- Hörden und gesetzgebenden Körperschaften Berichte, Gut- achten und Vorschläge über sozialpolitische Angelegen- heiten im weitesten Sinne, über sozialpolitische Gesetzentwürfe, behördliche Vorschriften und über die Einrichtungen und An- stalten zur Förderung des Gewerbes, der Industrie, des Handels und des Verkehrs usw. zu erstatten, an der Ge- )werbe- und Wirtschaftsverwaltung, an Statistiken und Er- Hebungen über die Lage der Arbeiter mitzuwirken. Ein- r i ch t u n g e n und Anstalten auf den verschiedensten Gebieten zur Hebung der Lage der Arbeiter und A n g e st e l l t e n ins Leben zu rufen, zu verwalten oder daran mitzuwirken. Die Ministerien und Landes- r�gierungen sind verpflichtet, einschlägige Gesetz- entwürfe und besonders wichtige Verordnungen im Vorbe- ratungsstadium den Arbeiterkammern zur Begutachtung zu übermitteln. Die Behörden, Handelskammern, die öffentlich- rechtlichen Gewerbeorganisationen, Sozialversicherungsan- stalten, Gcwerkschaftsorganisationen und die Betriebsräte sind zur Auskunftserteiluna und Unter- st ü tz u n g verpflichtet. Zur Bestreitung ihres Auf- wandcs wurde den Kammern das Recht gegeben, U m- lagen vom Lohn zu erheben. Diese Mitwirkung der Arbeiterkammern an Gesetzgebung und Verwaltung gibt ihnen Einfluß auf die Gesamtwirtschaft. Betriebsräte, Gewerkschaften und Arbeiterkammern ergänzen sich gegenseitig in der harmonischsten Weise, arbeiten nicht siegen- oder nebeneinander, sondern im besten Einvernehmen zusammen. Naturgemäß hat sich auch unter den Kammern wieder eine 2lrt Arbeitsteilung herausgebildet. Die großen gemein- fomen Fragen werden von den Arbeiterkammer- tagen, der Vereinigung der Vorstände aller Kammern be- handelt, mit deren Geschäftsführung die Wiener Kammer betraut ist. Die größte Bedeutung kommt neben der Wiener wohl der Grazer Kammer zu, die die zweitgrößte im Staat ist. Mit alleiniger Ausnahme der Vorarlberger Kammer werden alle Kammern von einer freigewerkschaft- I ichcn Mehrheit verwaltet. Die Konstituierung der Kammern fiel in die Zeit der Inflation. Die kämpfenden Gewerk- schaften konnten die Statistik nicht so pflegen, daß sie den Unternehmeroerbänden gegenüber stets mit dem nötigen Zisfernmaterial gerüstet sind. Es war daher eine gerade- zu zwingende Notwendigkeit, daß die Arbeiterkammern vor allem Abteilungen für Statistik einrichteten. die besonders die Lohnstatistik zu pflegen haben. Sie erfaßt nunmehr periodisch die Gesamtindustrie einschließ- lich des Bergbaues. Die Arbeit wurde allmählich auf die Beobachtung der Wirtschaft überhaupt ausgedehnt. Die Wirtschaftsberichte der Kammern, die an- nähernd vierteljährlich erscheinen, geben auch Konjunktur- betrachtungen, halten Jndexberechnungen und-Veränderungen der einzelnen Gewerkschaften fest, um so die Preisentwicklung und das Verhältnis der Löhne hierzu aufzuzeigen. Um die Ergebnisse zu veranschaulichen, wurde die Form g r a p h i- scher Darstellung gewählt. Auch sür Ausstellungen werden solche Arbeiten' angefertigt. Alljährlich erscheint das ..Wirtschaftsstatistische Jahrbuch" der Wiener Kammer, das auch Material der anderen Kammern enthält. Die L e h r l i n gs sch u tzst e l l e n der Arbeiterkam- mern ergänzen wirksam den Lehrlingsschutz der Gewert- Butt. Schaufenster «o beachten/ ßs'monfe Reizend* GcSchcflfce Öl bekannter PreüwardigkeU Moderner Schmuck/ Qualität*- Uhren Silberne Bettecke and Geräte/ Juwelen Kaufen SU Sehmuck und EdelgeräU, diu bleibenden WeeC buhallen/ oiiger Straße 97 n der ChurloUeeuCrafie nd Königifraße 30 i d. Neuen t nedrUhetn schaften und die nur zu oft versagende Lehrlingsfürsorge der Behörden. In 80 bis 90 Proz. aller Klage-, Beschwerde- und Vermittlungsfälle konnte ein Erfolg erzielt werden. Großen Umfang hat die B i l d u n g s a r b e i t der Kammern angenommen. Durch Schulung der Vertrauens- männer und Betriebsräte die sozialpolitische Schutzgesetz- gebung wirksam zu machen, das Bildungsniveau der Ar- beiterschaft allgemein zu heben, das Verständnis für die Fragen der Zeit zu vertiefen, das sind die Leitgedanken, die durch Abhaltung von Kursen verfolgt werden. Auch Kurse für fremde Sprachen und medizini'sch-hygienische wie naturwissenschaftliche Kurse werden veranstaltet. Die künst- lerisch-kulturelle Bildungsarbeit der Arbeiterkammern wird nicht vernachlässigt. Mit besonderer Sorgfalt werden d i e Feste der Arbeiterschaft, 1. Mai und 12. No- v e m b e r(Republikfeiertag) künstlerisch gestaltet. Die Ar- beiterkammern unterstützen daneben noch die Bildungsarbeit B�zirksaassdiiift Kr Arbeilerwohllahrl Montag, den 3. Oktober, 20 Uhr, im Berliner Rathaus, Zimmer 109, Königstraße Wohlfahrtskonfferenz Thema: Die Mitarbeit der Jugend in der Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge Referent: Genosse Prof. Dr. hoaigsheim-Söl«. Alle beruslich oder ehrenamtlich in der Fürsorge tätigen sowie alle inter- essierten Genossen und Genossinnen sind herzlich eingeladen.— Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. anderer Arbeiterorganisationen, zum Teil durch Zuwendung von Geld und durch Arbeitsgemeinschaften mit ihnen. Die eigene Bildungsarbeit der Kammern wird im e n g st e n Einvernehmen vor allem mit den Gewerkschaften, aber auch mit den übrigen Organisationen der Arbeiterschaft durchgeführt. Eigene Arbeiterrechts st ellen der Kammern er- füllen etwa die Aufgaben der Arbeitersekretariate in Deutsch- land. Bezirks-(Amts-) und Gewerbegerichte verlangen in strittigen orbeitsrechtlichen Fragen Gutachten von der Ar- beiterrechtsstelle, denen entscheidende Bedeutung zuerkannt wird. Wichtig und umfangreich ist auch die Tätigkeit der Mietauskunftsstellen. Die Kammern haben vom Anbeginn alle B e st r e- bungcn der Arbeiterklasse moralisch und finanziell unterstützt, die eine Hebung ihrer Lage zum Ziele hatten. Bedeutendes ist sür die„Kinder- freunde"- Bewegung geleistet worden; manches Kinder- heim konnte nur dadurch entstehen, daß die Kammer hilfreich beistand. Als eine Selbstverständlichkeit wurde es immer wieder betrachtet, allö jene Aktionen zu unterstützen, die den Massen der Arbeitslosen das Leben erleichtern sollen, und auch bedeutende finanzielle Aufwendungen für eigene Notstandshilfen werden nicht gescheut. Der A r- beitersport, zum Massensport geworden, wird von den Kammern unter Aufwendung beträchtlicher Mittel tatkräftig unterstützt. So hat die Kammer in Graz einen Sport- platz errichtet, der zu den schönsten im Staate zählt. Diese Kammer hat übrigens im Eisenerzrevier Leoben-Donawitz eine Zweigstelle errichtet, die sehr stark benutzt wird. So umfassen die Aufgaben und die Hilfe der Arbeiter- kammern die Arbeiter- und Angestelltenschaft auf deip ganzen Dr. Helmuth F a l t e n f e l d schloß seinen Zyklus„Was be- deutet uns Wilhelm Rtwbe?" mit dem Thepia„Roabe, der Weise.' Dieser weitaus lebendigste Abschnitt der Vortragsreihe war in In halt und Darstellungsweise wirklich dem Verständnis der Zuhörer angepaßt. Der Vortragende charakterisierte den Philosophen Raab« an Hand seiner Werke und faßte das Ergebnis seiner Betrachtungen in den treffenden Satz zusammen: Der Dichter besitzt eine Weltan- schauung, ober er mißbraucht sie nicht. Dieser Raabe, Künstler wahrhafter Weltanschauung im kleinen, stiller, lächelnder und wissen- der Philosoph, könnte wirklich manchem Gehetzten in unserer Zeit wieder Freund werden.— lieber das Schneidergewerbe sprach im Rahmen der Vortragsreihe„Das deutsche chandwerk" sehr eingehend, mit technischen und kulturpolitischen Erläuterungen, Theodor Kes- ling.— Der Abend brachte ein Blasorchssterkonzert des Eym- phänischen Blasorchesters Groß-Bcrlin unter Kapellmeister Artur Zander. Besonders erfreulich dürste vielen Funkhörern die Mil- Wirkung Rest Langers an diesem Abend gewesen sein. Ganz richtig kann man diese Berliner Aortragskünstlerin zwar erst wür- digen, wenn man sie auch vor sich sieht. Doch auch so war es ge- nußreich, den schauderösen Balladen von Friedrich Wilhelm Schulz«, von Eskimo und Eskimaid und den anderen schönen Dingen wieder einmal zuzuhören, die sie mit so viel Schmiß vor.zu- tragen weiß. Ihr getreuer Komponist und Begleiter Stephan Meise! saß auch diesmal am Flügel. tcs. Lebenswege. All ihre Arbeit leisten sie aber immer im Einoer nehmen mit den Gewerkschaften und der Partei. Gerade deshalb ist ihre Arbeit eine für das Proletariat fruchtbare. Wenn es auch in vielen Fällen be- scheidene, den großen Massen unsichtbare Kleinarbeit ist, so ist sie darum nicht minder unentbehrlich geworden, wie die Ar- beit der Gewerkschaften oder der Partei. Immer mehr wird der Wert der von der Kammer geleisteten Arbeit auch den Massen bewußt.____ Nachtsiugverkehr 6erlin- Hannover. Ausbau der Bodcnorgauisation. Als erste Teilstrecke des innerdeutschen Luftverkehrsnetzes soll die Linie Berlin— Hannooer mit Leuchtfeuern gekem, zeichnet werden. Zu diesem Zweck sollen leuchtende Wegweiser, die von vorhandenen Starkstromleitungen gespeist werden oder mit flüssigem Gas gefüllt sind, dergestalt aus der ganzen Streck« angc- ordnet werden, daß der Flieger, sobald er das hinter ihm liegende Licht aus den Augen verliert, das nächste Leuchtfeuer schon wahr» nehmen kann. Durch Ausstellung dieser Wegweiser wäre auch eine einwandfreie Führung des Flugzeuges während des Nachtslugverkehrs gewährleistet. Für eine etwa nstwcndig werdende Notlandung ollen einige Plätze mit kreisendem Licht eingerichtet werden. Mit Beginn des Winterflugoerkehrs am 15. Oktober soll bereits«ine Strecke des Luftweges Berlin— Hannover mit solchen Leuchtsignalen ausgerüstet werden, während der restliche Teil im Lause des Winters fertiggestellt werden soll. Die Vorteile, dir sich für den Flugverkehr aus dieser Einrichtung ergeben werden, dürsten die kostspieligen Anlogen der Beleuchtung auf einer so ausgedehnten Flugstrecke bald aufwiegen. Sollt« sich der Nachtslugverkehr durch Errichtung solcher leuchtenden Wegweiser bewähren, so sollen auch die anderen Hauptlinien des deutschen Luftverkehrs mit Leucht- signalen ausgerüstet werden.____ Die S traßenbahnbeiriebsgesellschosl teilt mit: Zur Erleichterung des Verkehrs am Monatswcchsel sind künftig W e.r t m o r k e n für Stroßenbahnmonatskarten und Uebergangsmanatskarten von der Straßenbahn zur Hochbahn am c r st c n und letzten Werktage jedes Monats aus allen Straße nbah.n Höfen bis 20 Uhr erhältlich, sonst werktäglich von 8 bis 16 Uhr und am zweiten und vorletzten Werktage im Monat van 8 bis 18 Uhr. Schüler- Monatskarten werden von Monat Oktober d. I. ab an Schüler und Schülerinnen erteilt, die nachweislich eine öffentliche Schule be» suchen und das 18. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Nach dem vollendeten 18. Lebensjahre wird die Fahrpreisermäßigung n'cht mehr gewährt. Diese Korten berechtigen nicht zu Fahrten zum Besuche von Fach- und Fortbildungsschulen. Berechtigung?- scheine zur�iahrpreisermäßigung für Jugendliche werden aus den Betriebsbahnhöfen werktäglich von 9 bis 16 Uhr, am ersten, zweiten, vorletzten und letzten Werktage im Monat von 9 bis 18 Uhr neu ausgestellt und erneuert. In der Hauptausgabestelle. Leipziger Platz 14, werden vom 27. bis zum 4. des folgenden Monats An- träge auf Ausstellung oder Erneuerung van Berechtigungsscheinen nicht angenommen. .?ür Tischler. Drechsler. Beizer und Polierer ist in der Berliner Tischlei schule(Städt. höhere Fachschule), Straßmaimstraß« 6. ein neuer Abendkursus unter Leitung eines Spe.zialfachmannes im Beizen, Polieren und Farbenmischen ab 3. Oktober wöchentlich zwei oder vier Stunden eingerichtet worden. Es ist hiermit jedem Tischler usw. Gelegenheit gegeben, sein fachliches Wissen unter besonderer Berücksichtigung der modernen Färb- und Beiztechnik bedeutend zu erweitern._ Sport. Rennen zu Hoppegarken am Sonnabend, dem I. Oktober 1927 I. Rennen. 1. Mulatte(Böhlke), 2. Vineta(Binzenz), 3. Portland (Grahl), Toto: 13: 10. Platz: 18, 17, 31: 19. Ferner üesen: Eseu, San Marco, Ruwenzori, Tarnbelm. Triebe! g. Allterlust. 2. R c n n c n. 1. Farinelli(Varga). 2. TeukroS(Grabsch), 3. Lieder- kränz(W. TarraS). Toto: 15: 19. Platz: 13, 24: 19. Ferner liefen: Narcch. Frmin. 3. R e n n e n. 1. Altenbera lKrablch), 2. PalamedeS(Sbert), 3. Ori- ginal(Barga). Toto: 57: 10. Platz: 22. 23, 23: 10. Ferner liefen: Pom- pejus. Hurone, Pharisäer. AmcnophiS, PcrS, MaravcdiS. OrthoS. 4. Rennen. 1. Favorit(Böhlke), 2. Graue Theorie(M Schmidt). 3. L-ibküralll-r lSchönfifch). Toto:«2: 19. Platz IS. 14. 29: 10. Ferner lielen: Domfalke, J-Iam. Pardar, HcroS de Legende, Gherarda belle Notli, Kikeriki», Madame Pompadour. 5. Rennen. I. Palll(Bleuler). 2. NiirclluS lO. Schmidt), 3. Scrapis (Grabschi. Toto: 434:10. Platz: 88, 19, 19:10 Ferner liefen: Wanderer, Eisenkanzler, Fockcnbach Hödur, Fllrileiibrauch. Olympier. 6. R e n n e n. 1. Mallorka(Schmidt), 2. LotoS(TarraS), 3. Jhkaste (Zchmisch). Toto: 49:10. Platz IS, 25, 25:10. Ferner liefen: Selecia, TaSna, Ferrara. 7. Rennen. 1. Avec Dieux. 2. Himalaya, 8. La Piave. Toto: 09:19, Platz 22, 18, 28:10. Ferner liefen: Borgia, Bonhcur, Lindwurm, Riickficht, Pan Robert, Gradatim, Otavi. Sozialistische flrbeiterjugenö Groß-öerlin. Montag, 3. Oktober: Werbebeziet Prenrlauer Berg: Fortsetzung der Funktionärlonferenz vom Lk. Ceptembcr,'.20 Uhr, IN der Lchiile Ereifenhagener Str. 58. Tagesordnung:„Der Reiibsoiisschutz?euischcr Iugciidocrbönde" und die Ausstellung „Das junge Deutschland". Sämtliche Funklianäre miisten erscheinen. GKOSSEK MODEWETTBEWERB Preise ron insgesamt Wir fordern alle seltstÄcIineiderncIen Damen Berlins zu einem W�etttewerL aul! jMlit geringen M.itteln sidi kütsdi zu madien, ist die Aufgate! Wer das sdiönste Hertstkleid sdineidert, wird preisgekrönt! 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Auf«Stund unserer Bekanntmachung vom 6. April 1927 stellen sich die vettüllsspreise für Mens üb 1. SN. 1927 bM auf weiteres wie folgt: A) Für Hausbrand: Frei Kellir/Trdsteschoß gel �" U M« ab Lager bei jeder Menge Salonformat gepackt 1.65 M. eschsitte Halbsteine Mengen berechnen: hsitlet 1.63 15». unter einem je Itr. bei Abnahme von weniastenb 1 Rtr 30 Ztr. 80 silr. IAO IM. 1.75 M. 170 SR. U 1.78 1.7» Zentner >/, Zt. . 10 Psd. Ealonformai « Pfg. 43„ 17» ■ 173 ; 1.68; ab Lager Halbsteine «0 Pfg. «. 16. 1.63. sind zu B) Für gewerbliche, industrielle und Zentralheizungszwecke ln Fuhreck von SO Zentnern an: Frei gellersikrdaeschob -k o.a.. in i« Zentner bei Abnahm« ab Laaer in" n(m m.n|nrtrnA jeder Meng, Zalonbritetta gepaßt I 55 M. geichllttet 158 r»' von wenigstens 30 Ztr 200 Ztr. 1 70 M. 1.63 SOI. I.KS. 1.61„ 1.63. 1.56. 1.68. 181. 18 jil. Indusirieformat>.53 Bei Lieferung frei Hof dee Verbrauchers kann auf den frei«eller Erdgefchosi fesigefetzlen Preis ein Abschlag oon 7 Pfg. f, geniner gewahrt werben. «Vi« an biefer Stelle am 27. September 1927 veröffenl. lichten infolge eines Drucksehler» unrichtigen Preif« sind hiermit richtig gestellt. Wiegedllhren und Hochlragelahn bleiben unverändert. Ardeiisgemrinschas« des Berliner Uritetthanbets®. tn. b. H. Berlin W 62, den 30. September 1927. 1 Für Ikdeu Wt'aoi Mam� Dlii n nur gimraoilft prlrmt. ?>er berithmte �aneroacker-Pav- tabak wird von oer Firma G A. fanewackee in Aardhausen ie\t 10 Iahren hergestellt Die Er« fahrungen einet Jahrhunderts und die Verwendung edelster Rohstoffe machen et ervarlich, daß Kenner stetS autdrüiklich Hanewacker verlangen. Merten Sie sich:.da«e»acker"l Allgemeine Vi-tLicrslllceolcasse kerlln-tlorden. Der 22. Nachtrag zur Satzung, enthallrnd «enderungen der tzK 20, Dl. 28, 31.»la, SO.i. 52 und III ist vom Oberverstcherungsamr Berlin aenehniigt Warden Druckftllck« des Satzungsnachlrages sind imgaffenlotal Beriw. Friedri-h-Kari-UferS, und in den Zweigstellen erhältlich. Der vorfkand, Reudeckcr, Vorsitzender. Neue Kokspreisel Mit Wirkung ab 3. Oktober 1927 bis auf weiteres hat die Koks-Vereinigung Berlin 1925 O. m. b. H. folgendt Preise frei Keller bei Lieferung in Fuhren nicht unter 30 Ztr. von jeder Sorte festgesetzt je Zentner In Reichsmark Gaskoks, Stück........... 7�3 dto. Brech I 60—90 mm und Brechll 40—60 mm......... 2.41 Brech III 20— 40 mm..... 2,16 Berliner Schmelzkoks, Stück...... 2,41 dto. Brech I 60—90 mm 2,57 dto. Brechll 40-60 mm 2.63 dto. Brech III 20—40 mm 2,36 Original Westfil. Zechen- Schmelikoks, Stück...... 2.46 dto. Brech I 60— 90 mm 2.78 dto. Brech II 40—60 mm 2,98 dto. Brech III 20—40 mm 2,12 Orig. EsthweilerZechen-Sehmelikoks, St. 2,46 dto. Brech I 60— 90 bzw. 50—80 mm 2,7« dto. Brech II 40—60 brw, 35—50 mm 2.98 dto. Brech 11120— 40 bzw. 20— 35 mm 2.82 Hammonia Schmelzkoks, Stück.... 2,46 dto. Brech I 60—90 mm 2,78 dto. Brech II 40—60 mm 2,98 dto. Brech III 20—40 mm 2.82 Original Oberschles. Hüttenkoks. Stück 2,33 dto. Würfel I 60—80 mm 2,60 dto. Würfel II 40—60 mm 2,74 dto. Nu« I 24— 40 mm 2.47 Niederschles. Zechenkoks, Stück.... 2.17 dto. kleinstückiger Stück..... 2�7 dto. Brech-Würfel 60—90 mm... 2.72 dto. Brech-Nuß 1 40—60 mm... 230 dto. Brech-Nuß II 20— 40 mm... 2,48 Koks-Vereinigung Berlin 1925 Q. m. b. nT lieh empfehle: ] Dannige Gänsefedern rum Selbstralfien ff. 130-50 I 1 Kleine Rnpffedem, küllfertig..••■•••••!». 4JO-5XC I 1 Welche Halbdaunen, wunderbar füllend M. 530-6.« I lEIite 3,4-Daunen..............•-•••••-»30.73t I ■ Gerissene Federn, gat füllend, M. 330, 430, 430, 5.« 1 I Schneeweiße, dannige.................. M. 630-7.« I [Wunderbar« bannen.................... 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Es war etwa um die Zeit des Sommers um welche dem damaligen Generalstabschef Faltenhayn die Leitung des Krieges an der Westfront abgenommen wurde, weil er dem Drängen des dcut- schen Kronprinzen, Verdun unter allen Umständen zu Fall zu bringen, nachgegeben und damit den zu jener Zeit schwächsten Punkt der deutschen Front vor aller Well hatte blohlegen lassen. Der Grund, weshalb der alte Herr so plötzlich ging, blieb auf die Dauer kein Geheimnis. Zuerst sickerte die Nachricht vom zweiten Stock des Großen Hauptquartiers in Mezieres über das luxuriöse Offiziers- kasino nach dem Erdgeschoß in Küche und Keller, von dort in die Zitadelle, um von da aus in alle Richtungen zu zerslattern und leise geraunt in den Unterständen und Schützengräben vor Verdun wieder aufeinanderzustoßen. „Wißt ihr schon, das Abenteuer ist vfsiziell verurteilt?"— „Wir wissen!"— Pst— ein Offizier!" Doch wurde die Hoffnung Tausender, daß nunmehr ein Ende käme, die Vernunft siegen werde, zuschandcn. Im Gegenteil, immer toller wurden die Kämpfe um die einzelnen Forts von Verdun. � Immer mehr Menschen und Tiere und Kriegsgeräte verschwanden in den tückischen Schlommlöchern, dem fließenden Sonde jener Gegend, und immer neue Divisionen wurden eingesetzt. Wer dort in» Treffen kam, der tat gut daran, entweder seine Rechnung mit dem Leben abzuschließen und in vollem Bewußtsein eines unnützen Opfers zu sterben, oder, wenn er das nicht konnte, stumpfsinnig wie ein Tier mit in den feurigen Strudel zu laufen. Denn zu Stenay saß einer,«in noch junger, hochmütiger Mensch. welchem man die Macht über Leben und Tod Hunderttausender in die Hand gegeben hatte. Durch die Truppen aber ging ein Raunen, daß dieser junge Mann, als er vom Sturze Falkenhayns hörte, in Wut mit den Zähnen geknirscht und den Ausspnich getan habe: „Nun erst recht!" Die um Verdun liegenden Truppen, soweit sie dem Oberbefehl des deutschen Kronprinzen unterstanden, wurden in engem Gürtel zusammengezogen, um in Quartieren, Woldlagern und Unterständen des stündlichen Abrufes gewärtig zu sein. Die Zeitungen aber wurden mit Nachrichten oersorgt, daß Hunderttausende deutscher Männer mit Ungeduld den Augenblick erwarten, in dem sie die Er- laubnis erhielten, gegen den Feind zu stürmen. In Wirklichkeit wünschten diese Soldaten wohl alle, daß der Kelch des Leidens an ihnen vorübergehen möge. Denn der Mensch läuft nicht gern in den sicheren Tod und wenn sein Leben ein noch so armseliges ist. Die ineisten ober sehnten sich nach Pflug und Schraubstock und danach, nicht ständig bis an die Knöchel im Blute waten zu müssen. In, Frühsommcr wurde vor Duaumont ganz rasch die erste bayerische Division eingesetzt. Da war ein bayerischer Major, das Kernbild eines Mannes und bei seinen Leuten beliebt. Dieser Offizier mußte den Wahnsinn des Geschehens wohl ganz ersaßt haben. Denn als ihm eine Ordonnanz am Margen, als es noch dunkel war, den schriftlichen Befehl �um Vorrücken überbrachte, ließ er den Mann erst wieder außer Zimmers gehen. Dann aber zog er in ohnmächtiger Wut den Säbel aus der Scheide und schlug damit so lange die dürftig aus Brettern zusammengenagelten Möbel seiner Stube in Fetzen, bis er wieder kalten Blutes geworden war. Und was er dabei in machtlosem Zorne und an Verwünschungen nach Stenay hinschrie, das kann sein Bursche erzählen, wenn er noch lebt. Der Major kann es nimmer, denn er lag am gleichen Abend, ein sehr stiller Mann, oben auf den Hügeln der Cöte sroide terre. Das bayerische Leibinfanterieregiment, das 10. und 11. Rcgi- mcnt, das Rescrveregiment 39 und das badijchc Fußartillerieregi- ment 11 aber stürmten um diese Zeit noch immer an diesen Höhen und um das Dorf Fleury. So lange, bis sie unter unsäglichen Mühen des Widerstandes Herr waren. Andern Tags begann dann der Gcgensturm der Franzosen. Die Toten lagen hausenweise, die Erde wurde lebendig, oerschlang Lebende und Tote. Dos Stöhnen und Schreien klang in Wellen zum Himmel. Und der unersättliche Boden trank Ströme rauchenden Blutes. Die schauerliche Bedeutung des Wortes:„Nun erst recht!" kam den vielen hämmernd ins Be- wußtsein und lieh sie zornig die Zähne llbereinanderbeißen. In tausend Hirnen schrie es immer wieder:„Es hat ja gar keinen Sinn!" Aus dem Munde von Mann und Offizier wurde da» Wort immer wieder gesprochen. Und immer wieder wurden die Massen vorwärts gejagt. Vielleicht mar es der Wille der Taufende im Feuer, der den Willen des einzelnen im bequemen Quartier zu Stenay brach und die Veranlassung gab. daß am Abend de» zweiten Tages die Stellung aufgehoben ward. Vielleicht aber auch hatte den einzigen vor der ungeheuren Blutschuld ein Grauen erfaßt. Die Schlacht war mit Dunkelwerden abgeflaut. Hie und da grollt es noch aus der Ferne. Dünste der Schlacht erfüllten die warme Nachtlust. Die Deutschen mußten sich zurückziehen und lagen er- schöpft in notdürftig errichteten neuen Stellungen aus blanker Erde umher. Ein ungeheurer Zorn, der nicht von der verlorenen Schlacht verursacht war, hat in jener Nacht die Division beherrscht. Doch wurde es immer ruhiger und stiller in der Gegend. Selten, daß der Schlag einer Axt, der Schall des Pickels, das Aufstoßen eines Spatens zu vernehmen war. Weiter oben aber, am Rande des Bois hassoule, eines Wäld- 'chens, dessen südwestlicher Rand in freie Gegend sah, ging etwas Geheimnisvolles vor sich. Da huschten dunkle Gestallen hin und her und schleppten und sägten. Dazwischen klang der dumpfe Schlag des Hammers. Steine wurden herbeigewälzt und getragen. Manches zornige Stöhnen tönte dazwischen. Dann trugen die dunklen De- stalten mit schweren Schritten, beinahe liebevoll vorsichtig, etwas Geheimnisvolles herbei und legten es nieder. Stricke schleiften raschelnd über dürre Beste. Etwa» Hohes wurde langsam steil auf- gerichtet. Spaten klirrten, Steine klangen übereinander und dann war alles wieder ruhig wie zuvor. Die Morgensonne zündete über östliche Hügel und spann ein mildes, rotes Feuer über die Gegend. Sie warf Ihr Licht mitleidig und unbarmherzig zugleich auf den kleinen Hügel, der dem Bois hassoule unmittelbar vorgelagert ist, und vergoldete das hohe Kreuz, welches dort über einem Steinhaufen aufgerichtet war. An ihm hing, sorgsam mit Stricken festgebunden, ein toter Der höhere Sinn. ,vater, warum haben üie alle fthworz-weiß-rote Zahnen!' .Um die Republik zu verhöhnen!' »Und warum lassen fie Hindeaburg hochleben!' „Dummer Junge,«eil er Präsident von der Republik isil' Soldat vom 10. bayerischen Regiment, dem tags zuvor unweit jener, Stelle die tödliche Kugel erreicht hatte. Der Tote hing in voller Uniform mit ausgespannten Armen und gesenktem Haupt« in der Geste des Geopferten. Der Anblick war ungeheuerlich und dennoch achtunggebietend groß und unendlich rührend zugleich in seiner Symbolik. Die Blicke Tausender waren auf das Kreuz gerichtet. Viel« standen tief er- schüttert entblößten Hauptes vor ihm und über manch hartes Ge- ficht soll eine Träne geflossen sein. Zu Füßen des Kreuzes aber war eine Tafel befestigt. Aus ihr befanden sich einige Worte, deren Sinn nach Stenay deutete. Als dann ein höherer Offizier zornroten Gesichtes die Tafel ab- riß, flogen ihm düstere Blicke zu. Es war ja doch zu spät! Das Kreuz wuchs, ward vom Sonnenslammen umloht. Die weitausgespannten Arm« des loten Soldaten schiene» Welten um- spannen zu wollen.. Die Kunde von dem Kreuz ging von Mund zu Mund und wie ein Lauffeuer durch die Reihen der Tausende. Die Blicke der ganzen Gegend und alle Feldstecher waren zum Bois hassoule gerichtet. Nach einigen Stunden wurde das Kreuz aus höheren Befehl entfernt. Aber der Gedanke, der aus ihm strahlte, war lebendig geworden. Die Blicke der Mannschaften brannten, diejenigen der Offiziere waren ernst, die Mienen nachdenkend. Sosort setzte scharfe Untersuchung ein und eine hohe Belohnung, deren Sumnie in die Taufende ging, wurde für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Diese Verkündigung begegnete eisigen Gesichtern. Wiederum einige Stunden später erhielt die Division ihre Ablösung. Das Kreuz mit dem toten Soldaten vom 10. Regiment am Bois hassoule aber wird in der Geschichte weiterleben und seine Wir- kung tun. Seefahrt nach Rheinsberg. Bon Armin T. wegner. Di« dunkle Silhouette der Stadt stand wie eine schwarze Augen- brau« über dem hellblauen Wasser. Die Sonne hatte einen weißen Teppich über die einsamen Straßen der kleinen mecklenburgischen Stadt gelegt. Wir gingen, den letzten Proviant zu besorgen. Um zwölf Uhr mittags stachen wir in See. Die Uhrglocke der Kirche holt« zum Schlage aus, langsam wie Kanonendonner rollt das Echo ihrer Schläge durch die einsamen Straßen. Wir waren vier Menschen an Bord, ein Orientale au» Trapezunt, seine Konstantinopeler Gattin, ich als Führer des Schiffe» und die Gefährtin. Unser Segelboot hieß„Gtnevra" und trug fünfzehn Quadratmeter Leinewand. An der Haoelschleuse hielten wir an, und als wir endlich Einfahrt erhalten, werden wir durch einen Spreekahn so dicht an da» Wehr gedrängt, daß unser Boot unter der Gewalt des einströmenden Wassers wie ein Fisch an der Angel zu tanzen beginnt. Aber kaum haben wir unter der Eisen- bahnbrücke den Röblinsee erreicht, saßt uns der volle Wind im Rücken, und gleich einem Wasserhuhn, das mit ausgebreiteten Flügeln dicht über die Flut streicht, läßt die„Gineora" mit gewölbtem Segel den See hinter sich. Wir gleiten in ein dunkle» und stilles Fließ, einen märchenhaften Arm der Havel. Eichen recken ihre alten, halb. kahlen und gewundenen Aefte wie dämonisch« Schlangen. Sind wir in China? Di« erste» herbsllichen Blätter treiben wie eine Flotte kleiner gelber Dschunken aus der dunklen Fläche an uns vorbei. An der Steinhavelmühle betraten wir noch einmal das Ufer, die Schleusensteuer der Mühle zu entrichten, schweigend betrachtete das hohe Gebäude sein mächtiges rotes Bild im Spiegel: die Lust des heißen Sommertage» lostet« schwer über dem Hof. Endlich fanden wir im Verwaltungszimmer der Mühle einen zwölfjährigen mürrischen Knaben und baten erschöpft um etwas Trinkwasser. Der Knabe schüttelte unwillig den Kops.„Wo gibt es hier Wasser?" Da streckt er die Hand aus und deutet durch das Fenster hinüber. Ich bitte ihn um ein Glas, das auf dem Fensterbrett steht: aber vcr- geblich suche ich nach einem Pumpenschwengel. Da erst begreife ich, daß seine Geste dem schwarzen und fauligen Wasser des Kanals selber galt. Eine Frau erscheint, um mir keisend das Glas zu ent- winden. Dos Gesicht meines orientalischen Freundes sieht mich in sasiungslosem Entsetzen an. Er crinnett sich an ein heiliges Gebot seiner türkischen Heimat:„Dem Bettler, dem Bedürftigen, dem Fremden verweigere ein Glas kaltes Wasser nicht und schicke ihn von deiner Tür nicht mit leeren Worten zurück!" Des Abends fanden wir die zwei einzigen Zimmer des kleinen Dorfkruxes besetzt: wir schliefen, die Frauen in einer Bauernstube, wir Männer im Heu, während die Rotten uns über die Füße liefen. Aber schon in der ersten Morgensrühe sind wir wieder auf dem Wasier, heller Wind wäscht uns Stirn und Wangen, schüttelt die Kleider. Mit sanftem Singen streift unser Boot das Schilf der Ufer. Oer Mittag versammelt uns um ei» Feuerloch. Bon den Dampf- molken des halbfeuchten Holzes umgeben, hiipfen in einer Kupfer- psanne in der Butter unsere panierten Schnitzel. Als wir noch lagern, treibt am Ufer ein zu seltsames kleines Hausboot vorüber wie eine schwimmende Hütte. Wir laden uns selbst bei ihrem Besitzer zu Gast; es ist die Sommerwohnung eines Berliner Architekten. Die Wände sind auf einem allen breiten Fischerprahni ausgebaut und aus der Innenseite mit Paneelen von Mahagoni bekleidet: hoch über dem Dach stottert ein breites Segel. So verbringt sein einsamer Besitzer die Sommertage in seinem schwimmenden Schneckenhaus von Kanal zu Kanal und von wee zu See gleitend, um irgendwo in einer schilf- umwachsenen Bucht zu ankern. Schwarz blieb das kleine Haus hinter uns. als wir schon im Wasser des EUenbogensees trieben. Aber plötzlich schlief der Wind ein, sinfte.- und reglos stand die starre Loubwand des Waldes am Ufer. Wir zogen das Schwert ein, die keuchende Arbeit des Ruder- Handwerks beginnt. Endlich am Nachmittag passierten wir die Schleuse von Straßen, das Durchgangstor nach der Müritz und den mecklenburgischen Seen. Ich ging in dos Dorf, einen Brief zur Post zu geben: aber der einzige Briefkasten des Ortes war besetzt,«in Schwärm Bienen hatte sich gerade in seinem Innern niedergelassen und in wilder Aufgeregtheit schwirren die Bienen um den offenen Deckel. Ratlos lasse ich die Bewohner oon Straßen vor ihrem neuen Bienenhaus zurück. Oh füßes Gefühl des Gleitens und der Bewegung! Schon nimmt uns ein neuer See aus. Die Waldufer öffnen sich wie ungeheure schwarze Flügel, lassen uns durch, falten sich wieder zusammen. Korn- selber drängen sich hinab an das Ufer. Die ungeheure Abgeschieden- heit eines Sommernachmittages liegt über See und Land, wie man sie nur abseits der großen Heerstraßen findet. Am User ein Kind, die Gänse hütend. Ein einsamer Schnitter. Stille. Schweigen. Der kleinste Gegenstand der Natur gewinnt Bedeutung, wird einen Augen- blick zum Mittelpunkt der Welt. Zwei Stunden ruderten wir auf den Turm einer Ziegelei zu, dann löste ihn der Kirchtum des Dorfe» ab. Am nächsten Morgen lag die warme Liebe der Sonne über dem Land. Bei der Schleuse von Wolssbruch betraten wir preußisches Gebiet. Wie schnell wechseln Länder und Grenzen in dieser kleinen Welt! Der Schleusenmeister von Wolfsbruch ist«in ehemaliger, langgedienter Feldwebel aus der Zeit Wilhelms des Zweiten: er trägt den Schnurrbort jener Epoche.„Wo kommen Sie her?" fragt er uns.„vom Stechlinsee!"—„Ach," sagt er lächelnd,„aus dem Geheimratswinkel der Mark." Der Mittag verließ uns auf der Terrasse der„Zechliner Hütte". Der Horizont, der sich allmählich umzogen hatte, dunkelte tiefer, wir hatten kaum die Mitte des Sees erreicht, als der Sturm los- bricht. Der Hmimcl wird schwärzer als die Tinte. Die dunkle Haut des Sees erzittert unter den finstere» Stößen de» Windes, der unier Segel bi» dicht auf die Flut hinabdrückt. Bon den Böen auf» und niedergerissen schwankt unser Mast wie die Nadel eines Kompasses. Die Frauen in unserem Boot schreien auf, ihre Gesichter sind toten- hlaß. Eine Garbe gelber Blitze flammt in den Wolken auf, betäubend, prasselnd fährt die große Trommel des Donners auf uns nieder. Zugleich beginnt ein heftiger Regen zu stürzen, aus den Kopf, auf die Schultern, tropft von den Ellenbogen auf die Knie, füllt den Boden des Bootes. Erleichtert landen wir endlich am jenseitigen Ufer einer Brücke, um auf einmal die Entdeckung zu machen, daß wir einen Rucksack im Gasthaus vergessen haben. Wir setzen die beiden Frauen in eine Zeltbahn gehüllt unter einem Baume aus und fuhren noch einmal zurück. Aber als wir nach einer Stunde wiederkehrten, find sie verschwunden. Der Sturm hat etwas nachgelassen, geduckt stehen die Bäume in triefendem Regen, es ist gleichsam, als hätten sie ihre Schultern eingezogen, während ihnen der Regen über die grüne Schürze herabläuft. Wir gehen über die nassen Wiesen, das Wasser trompetet in unseren Schuhen, während der Nebel unsere rufenden Stimmen verschluckt. Dann treten wir in den verlassenen Hof eines kleinen gepflegten Gutes. Vergeblich blicken wir in die Fenster der Gesindehäuser, in die Türen der Ställe, als ein« junge Frau uns aus dem Hause des Gärtners winkt. „Nicht deutsch sprechen," sagte sie lächelnd,„ich Russin!" Wir folgen ihr in das Haus und finden die Frauen am warmen Herde, an dem trockend ihre Strümpfe hängen. Auf dem Tisch dampft der Samowar, vor dem die gefüllten Teegläser stehen. Die frische Gestalt eines Mannes tritt auf uns zu. „Meine Frau spricht nicht deutsch," entschuldigte er sich.„Ich bin vier Jahr« in sibirischer Gefangenschaft gewesen. Dort haben wir uns kennengelernt. Man hatte mich aus dem Felde als gefallen gemeldet, und nach der Sitte meiner Heimat hatte man in unserem Dorfe schon die Totenglocken geläutet. Ich habe meinen eigenen Totenschein gesehen." Auf der Diele spielten zwei Kinder. Fragend blickten sie uns an, und es war, als schliefe noch in ihren Augen der schwermütige Widerschein der weiten russischen Steppe. Die Dunkelheit fiel, und noch immer wollte der Regen nicht nach- lasien. Wir konnten hier über Nacht nicht bleiben. Wieder machten wir uns durch die feuchten Wiesen auf den Weg nach dem Boot. Noch immer jagt der Sturm, aber seine Richtung ist günstig. Einen Augenblick zitterte das große nasse Segel wie der lahme Flügel eines angefchosienen Fasans, dann jagte die„Ginevra" vor dem Sturm dahin. Der schwarze Himmel schreit. Irgendwo hinter den Wolken wohnt noch der schwache Widerschein des Feuers; unheimlich wühlt ein Brausen in dem kochenden Waffer. Irgendwo dort hinter den Ufern stehen Bäume im Wald, sind Tiere und Menschen in den Häusern und lauschen geborgen auf das wilde nächtlich« Gebet der Natur. In kaum einer Viertelstunde lag der finstere Rheinsberger See hinter uns. und fast wären wir in die in einer Bucht auf- gestellten gespenstischen Netze der Fischer gefahren, als wir im letzten Augenblick in der Dämmerung das Einfahrtszeichen des Kanals' erblicken. Da taucht plötzlich eine dunkle drohende Masse dicht vor uns auf, wie ein Walfisch, der aus der Tiefe gestiegen. Wir stießen einen lauten Warnungsschrei aus, da wird in der Kabine des Motor- bootes Licht angezündet, und fast mit den Bordwänden aneinander- streichend gleiten wir lautlos aneinander vorbei. Nun herrscht vollkommene Nacht. Ein zähes schwarzes Tuch steht der Regen vor uns. Dort, einige hundert Meter weit, mußte Rheinsberg liegen, aber kein Haus, kein Licht, kein Geräusch verrät die Stadt. Angespannt lauschend erwarten wir. jeden Augenblick krachend gegen ein Boot, einen Pfahl, eine steinerne Mauer zu stoßen. Immer weiter gleiten wir in die Dunkelheit wie in einen finsteren Berg. Da endlich knirscht Sand unter unserem Kiel, wir landen(oh Wunder des Zufalls) zwei Häuser weit neben dem Gasthaus unter dem Pavillon des alten Fritz. Eine Stunde später sitzen wir umgekleidet in dem erhellten Saal, Lichter. Gesang, festlich« Kleider. Menschen gleiten im Takt der Musik vorbei. Komm, Geliebte! Lege den Arm auf mein« Schulter, wirf das Haupt in den Nacken und tanze! Die„Cöelgdse öer£ujr. Zum 75. Geburtstage ihres Entdeckers Sir William Ramsay. Die Lust besteht bekanntlich aus Sauerstoff und Stickstoff. Früher nahm man an, daß dies die einzigen Bestandteile der Lust seien, und erst seit der Arbeit des im Jahre 1916 verstorbenen berühmten englischen Physikers und Nobelpreisträgers Sir William Ramsay, der heute seinen 75. Geburtstag hätte feiern können, wissen wir, daß die Luft auch andere Gase enthält, die wir als„Edel- gase" bezeichnen. Dies« Gase unterscheiden sich von den beiden Haupt- sächlichen Bestandteilen der Luft durch mehrere physikalische Eigen- schaften. Während die anderen Bestandteile sich mit anderen Stoffen oerbinden, sind die Edelgase jeder Verbindung abhold. In früheren Zeiten nahm man an, daß die Luft ein Element sei, d. h. ein unteilbares Ganzes, ein Urstoff, wie man auch annahm, daß Wasser, Feuer und Erde neben der Luft als gleichberechtigte Elemente beständen. Es sind kaum 390 Jahre her, daß der belgische Physiker van Helmont diese Anschauung als irrig nachwies und seststellte, daß die Luft aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzt sein müsse. Und erst im Jahre 1774 haben die beiden Gelehrten Pristley und Scheele festgestellt, daß Souerstosf und Stickstoff diejenigen Teile seien, aus denen die Luft besteht. Fernerhin stellte die Forschung noch fest, daß auch geringe Mengen von Wasserdämpsen und Kohlen- säure in der Lust enthalten seien. Nun waren die Ergebnisse der wiffenschaftlichen Forschungen abgeschlossen. Do trat William Ramsay auf, der auf neu« Eigenschaften der Luft hinwies. In Gemeinschaft mit Rayleigh stellt« er im Jahre 1894 mit Hilfe der Spektralanalyse fest, daß die Luft auch verschwindend geringe Mengen eines Gases besitze, das bisher unbekannt war, und das er mit dem Namen„Argon" bezeichnete. Dieses Gas hat weder Geruch noch Geschmack, verbindet sich mit keinein anderen Stoff und ist bisher in seinen Eigenschaften noch unergründet. Im Verlauf seiner Arbeiten fand er noch drei andere Elemente, die gleichfalls unbekannt waren und auch als Edelgas bezeichnet werden mußten, da sie jede Verbindung mit anderen Bestandteilen der Luft aus- schloffen. Diese drei Gase nannte er„Neon"(das Neue),„Tenon" (das Fremde) und„Kripwn"(das Verborgene). Es waren also jetzt bereits in der Luft vier neue Edelgase durch Ramsay sestgestellt worden. Damit war aber die Erforschung des Luftmeeres noch nicht beendet. Im Jahre 1868 hatte gelegentlich der Beobachtung einer Sonnenfinsternis der französische Astronom Iannsen ein Gas entdeckt, das er„Helium" nannte, und zwar in Ableitung von dein griechischen Wort Helios— Sonne. Dieses Gas wurde durch den Spektro- graphen in der Chromosphäre der Sonne festgestellt, die entsteht, wenn die Mondscheibe die Sonnenscheibe ganz bedeckt und nur am Rande der Sonne strahlend« Fackeln aufflackern. Ramsay ober stellte dann fest, daß dieses Helium nicht nur in der Sonne vorhanden ist, sondern sich auch in upserer Lust befindet. Damit war das fünfte Edelgas in der Luft entdeckt. Das Helium hat in der Folgezeit auch eine Bedeutung als Luftschisfülluug erlangt, da es die Eigenschaft besitzt, unentzündlich zu sein. Nun kommt Helium in der Luft in so geringen Mengen vor, daß es kaum als Füllung für Luflschisse beinitzt werden könnte, wenn nicht Amerika über eigenartige Quellen verfügen würde, aus denen dos Helium in genügenden Mengen herausströmt. Außer dem Helium, das auf diese Weise zu technischen Zwecken verwendet wird, ist man auch dabei, die anderen Edelgase menschlichen Zwecken dienstbar zu machen, da man in der Lage ist, einige in genügenden Mengen auf künstliche Weise zu erzeugen. So wird.z. B. Neon zur Erzeugung eines rötlichen Lichtes für Reklame- zwecke benutzt. Es sei noch darauf hingewiesen, daß auf ein Kubikmeter Luft kaum slioo Kubikzentimeter Kripton und kaum Icnou entfallen. Daraus geht hervor, daß die Beimengung der Edelgase zur Lust nur äußerst gering ist, und es ist darum nicht verwunderlich, daß viele tausend Jahre vergingen, bevor der Mensch diese geheimnisvollen Gas« entdeckt hat. Eine gewalfige Erdbebenkalostrophe, von der dl« Well uichls erfuhr. In diesen Tagen der weltumspannenden Nachrichtenüber- mittlung durch Radio, Kabel und Telegraph, der transatlantischen Flüge und des Telephondienstes hat sich an einer Stelle der be- wohnten Erde eine der größten Katastrophen ereignet, von der die Welt zunächst nichts erfuhr, bis endlich zwei Monate später die erste Kunde davon eintraf.„Zeit und Entfernung sind überwunden, aber es gibt noch verborgene Stellen auf der Erde," bemerken dazu die amerikanischen Zeihmgen, die die ersten Nachrichten erhalten haben. Zu diesen Stellen gehört augenscheinlich Kansu,«ine Pro- vinz in der nordwestlichen Ecke von China, zwischen Tibet und der Mongolei. Am 23. Mai wurde ein starkes Erdbeben von den Seismographen der Erde registriert, aber es konnte nicht festge- stellt werden, wo es stattgefunden hat. Es war nach den jetzt vor- liegenden Nachrichten eine der größten Erdbebenkatastrophen, die die Welt bisher erlebt hat. Das Erdbeben verwüstete ein Gebiet von 199 mal 399 englischen Meilen im Geviert und tötete gegen 199 999 Menschen, aber die übrige Welt wußte nichts von diesem Ereignis, bis ein Brief von dem Leiter einer katholischen Mission in dem betroffenen Gebiet in Schanghai eintraf und am 28. Juli veröffentlicht wurde. Der Bericht stammt dem Schanghaier Korrespondenten der Associated Preß zufolg« von Mgr. Theodore Buddenbrock, dem Haupt der Mission in Liangchowfu in der Provinz Kansu, der zur Zeit der Katastrophe in Sisiang war. Er berichtet darin:„Am 23. Mai war der verhängnisvollste Tag in der Geschichte des nordwestlichen Kansu. Die Naturgewalten forderten ein schreck- liches Opfer von Menschenleben; es war ein Erdbeben so furchtbar, daß ich glaubt«, das Ende der Welt wäre herbeigekommen. Wir haben an dem Rande der Ewigkeit gestanden, und daß wir ent- kommen sind, geschah nur wie durch ein Wunder. Die volle Größe des Unglücks ist noch nicht bekannt und wird vielleicht nie bekannt werden. Die Zerstörung der Postanstalten und der Telegraphen- stationen erklärt es, daß keinerlei Nachricht in die Außenwelt drang. Der Verlust an Menschenleben beträgt viele Tausende und soll sogar 199 999 überschreiten. Das Elend der Ueberlebenden ist unbeschreib- lich. Zweifellos handelt es sich hier um eine der größten Katastrophen der Welt, die internationale Hilfe erfordert. Wir brauchen Medizin, Nahrungsmittel und Geld. Wir leben in Lehmhütten, und unsere Brüder eilen von Ort zu Ort. Die Oberschwester in Sisiang war in der Messe und wurde getötet, als die Kapelle eiystürzte. Als ihre Leiche aufgefunden wurde, sah man, daß sie zwei Kinder deckte, die' noch am Leben waren. Sisiang, unser größter Ort, wurde voll- kommen zerstört. Hunderte von Dörfern erlitten dasselbe Schicksal. Liangchowfu mit einer Bevölkerung von 89 999 Menschen, wurde dem Erdboden gleichgemacht, nur einige nackte Mauern stehen noch. Auch Kulanz, südlich von Liangchowfu, existiert nicht mehr. Süd- westlich von der letzteren Stadt hatten wir viele schöne Missionen. Jetzt sind sie alle dahin. Unser Dorf ist unter die Berge begraben, die einsttirzten." Ein lohnendes Geschäft. Nach neueren Berichten amerikanischer Reisender, die sich besonders für die wirtschaftlichen Verhältnisse in Tibet interessiert haben, scheint es, als ob die in ihren Grundlagen noch«venig geklärte Existenz der dortigen Klöster sich hauptsächlich aus die Tätigkeit der Priester bei Zeuselsaustrcchungen stützt. Da nach dem Glauben der Bevölkerung die Welt von zahllosen Dämonen erfüllt ist, werden bei jedem Unglück und jeder Störung des täglichen Lebens einige Lamas aus dem nächsten Kloster geholt, die dann die nötigen Zeremonien zur Vertreibung der feindlichen Geister durch- führen. Jede solche Beschwörung kostet Gebühren nach einem festen, sehr umfangreichen Tarif, und»ach den Lebensverhältnissen der Mönche zu schließen, scheint das ein lohnendes Geschäft zu sein. Aerzle in Ehina. Die Chinesen wollen europäische Kultur- errungenschastcn einführen. Doch in Krankheitsfällen lassen sie sich, wenngleich sie Unmengen europäischer Patentmedizinen verschlucken, von ihren eigenen heilkundigen Landsleuten behandeln. Tatsächlich kommt in China aus 749 999 Einwohner nur ein europäisch aus- gebildeter Arzt, während man in Westeuropa auf etwa je 1499 Menschen einen Arzt zählt. Guier Wollhui, moderne Jus Xassekäufer finden unsere Waren billig. Mehr als ein Viertel aller KSufer kaufen bei uns gegen Kasse. Sie bezahlen die gleichen Preise wie die Teilzahlungskäufer. */ Zu diesen billigen Kassepreisen ohne Aufschlag verkaufen wir mit V* Anzahlung u. 3 Monatsraten, bei Käufen über i-OO Mark 'hjlmahlmgn.S JAomkraleB. 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Dazwischen wird eine Liebesgeschichte zart ange- deutet. Und auch ein Hochstapler tritt auf. Die Verbindung zwischen technischen Einrichtungen zeigen läßt, außerdem aber auch in die Liebesaffäre oerwickelt ist. Die Handlung bleibt also durchaus kon- vsntionell, das Neue stellen allein die Aufnahmen aus dem Betrieb der Funkstund« dar. Hier klafft ein Bruch. Die Handlung ist ohne Rundsunkphotographien möglicl brauchen keine Handlung. Der auch keinen Ausgleich. Es sind geboten worden, doch warum die verlorene Liebesmüh, wenn der Regisseur nicht die einzelnen Leistungen zu steigern versteht. Ein« einzige witzige Situation ist vorhanden, der Fünkenthusiost erblickt zum erstenmal bei irgendeiner Gelegenheit Alfred Braun und stellt fest, daß Alfred nur ein Mensch und kein Gott ist. Hier hat Oswald Einfälle. Er gibt die Ohren, die Haare, den Mund in Großauf- nähme. Die» streift beinahe das Groteske, und vielleicht wäre der Film als Groteske interessant geworden. In der vorliegenden Form weiß er kaum zu fesseln. Viele Mängel sind aber vergessen, da Werner Krauß die Hauptrolle spielt. Er gibt diesen Rundfunkenthusiasten als abseitigen Menschen, der sich wenig um die Welt tümniert; er bemnunt sich wie ein Kind, wenn er alles neugierig betastet und kein Verbot be- achtet. Mit trippelnden Schritten geht er unangefochten durch das Leben. Und am Ende, nachdem er feine Liebe begraben hat, er- schüttert er durch seinen beherrschten, schmerzlichen Blick. Der Erfolg des Film» ist nur Krauß zu danken. F. S. ,ver Kampf öes voaalS Westhof. � Üfapalaft am Zoo. Ein Film, der den Namen eine» Regisseurs, der sonst nur guten Durchschnitt bedeutete, in helles Ltcht rückt. Dr. FritzWend» hausen hat au» dem nicht sonderlich tilmgeeigneten Romanstoff Felix Holländers«inen ausgezeichneten Film gemacht, voll Lebendig- teil und Tempo. Der Ansang freUich bleibt schwer. Die psycho- logisch« Basis de» Roman» tonnte dem Film keinen Halt geben. Donald Westhof wird hier nur gezeigt als Junge in den Pubertäts- jähren mit der Empfindlichkeit und Reizbarkeit des erblich belasteten Neurasthenikers. Vielleicht wäre doch manches lebendiger, auf spätere Zusammenhänge stärker hindeutend geworden» wenn.Jmre Raday als Darsteller des Donald weniger farblos gewesen wäre. Um die Entwicklung dieses Knaben verständlich zu machen, der au» Menschlichteitsgefühlen, aufgepeitscht von der Erotik eines ersten Liebeserlebnisses, zum(scheinbaren) Mörder wird, um diesen Donald Westhof zu zeichnen, hätte der Darsteller in tausend Nüancen der Seele schillern müssen. Aber die Besetzung dieser Rolle war der einzige Fehlgriff des Regisseur». Der Mutter des Donald lieh Lina Lossen ihre ge- haltene trauliche Zärtlichkeit; rührend und schön, ohne schrillen Ton, zeichnete Erna M o r e n a ihre Schwester Leni. Drei glänzend« Typen waren Paul Henckels als verknöcherter, starrer und doch seiner inneren Einsamkeit bemitleidenswerter Profesior Westhof, Oskar Homolta als lebensgieriger Justizrat Lessing, Hermann Balle ntin als alkoholseliger Schankwirt. Der Schieber Kuß- maul wurde von Nikola Malikofs in Maske und Spiel etwas überbetont. Elizza la Porta als Weibchen, gedanken- und herz. los. war bemerkenswert gut, und auch Karin Evans, die noch wenig«igen« Nüancen finbei, füllte ihre Roll« als Gegenspielerin des Helden finnvoll aus. Noch lobend zu nennen: Daleska Stock und Emilie Kur Doch das wesentliche an diesem Film war, wie der Regisseur in dieser nicht übermäßig packenden Handlung die Situationen sil- misch entwickelt«, die Darsteller gegeneinander stellte, so daß, wenn auch nicht das Ganze sonderlich interessierte, stets die Spannung von einem Bild zum nächsten geweckt wurde. Kaum je entstand eine matte oder gar tot« Stelle.. Unterstützt wurde die Arbeit des Rs- gisseurs von den hervorragenden photographischen Leistungen Kurt C o u r a n t s und Günther R i t t a u s, deren Arbeit den besten amerikanischen Filmaufnahmen ebenbürtig an die Seite gestellt zu werden oerdient._ T e s. »Sigamie.� (Lebapalafk.) Früher schwärmte man im Film für den Gattenmordprozeß in Fortsetzungen voller Rührungen und Sensationen. Jetzt möchte man auf die Folgen der Gesetze aufmerksam machen. Das ist unbestreit- bar ein Fortschritt. Aber Max Glaß' Manusript läßt alles zu wün- schen übrig. Bei solchem Film muß man für Anschauungen ein- treten und man kann sie propagieren, wie man will. Man halte da- für werben können, die Eheschließungen zu erschweren, die Schei- düngen zu erleichtern oder man hätte den Rat erteilen sollen, sich überhaupt nicht um gesetzlichen Formelkram zu kümmern, aber man hätte nie und nimmer— wie es im vorliegenden Falle geschah— ein Tänzerin, die in einem Vorstadt-Varietä auftrat. In dieser Handlung liegt schon ein Zwiespall, der für das Thema Bigamie gar nicht nötig ist. Wäre man nur von der Tatsache einer zerrütteten Eh« ausgegangen, wäre der Klempnermeister eine klarere Figur ge- worden. Die Künstlerin ist als Hausfrau unordentlich, sie macht dem Mann die Ehe zur Hölle und schließlich geht die ehemalige Tänzerin mit einem früheren Kollegen auf und davon. Das brave Bürger- mädel schafft dann im Hause des Klempnermeisters Ordnung. Als es sich Mutter fühlt, drängt es zur Ehe. Jedoch, eine Scheidung in Ab- Wesenheit des einen Teiles ist praktisch so gut wie unmöglich. Durch Fälschung bekommt der Mann einen Totenschein seiner Frau. Nun kann er die gewünschte Ehe schließen und es folgt ein glückliches Familienleben. Das wird von der �verstorbenen" Frau gestört, die vom Liebhaber verlassen, krank zurückkommt und ihr Recht verlangt. Des Kindes willen, das der Mann von der anderen Frau hat, begeht sie in einer Aufwallung von Rührung Selbstmord. Der Mann aber wird— so was kommt im Film vor— freigesprochen. Bei der Uraufführung weinten viele der zuschauenden Damen herzzerbre- chend, folglich verspricht der Film ein gutes Geschäft. Jaap Speyer führte die Regie. Er führte den Film zu keinen Höhepunkten und brachte so vor allen Dingen Heinrich George um seine Leistung als Klempnermeister, denn er mußte, dem Regisseur folgend, von vornherein seine Rolle viel zu schwer und vielversprechend anlegen. Ernst Verebes sab man als Tänzer und als Liebhaber, er war recht gut, doch war seine Rolle mehr als bescheiden. Anita Dorris, eine Neuerscheinung, gefiel allgemein als braves Mädel. Maria Jacobini, als Darstellerin längst bekannt, wurde von Speyer tatsächlich neu entdeckt. So gut hat man diese Schauspielerin wirklich noch nie gesehen. Erschütternd ist sie als heimkehrend« Irau, die durch alle Qualen eines leidvollen Lebens gejagt ist._— g. ,vb' immer Treu unü Nrölichteit.* (Gloriapalast.) In diesem Film produziert sich R e i n h o l d Schänzel als Regisseur, Hauptdarsteller und Manuskriptverfasier, das läßt von vornherein Mangel an Selbstkritik befürchten. Und es wird auch des Guten etwas zu viel getan, man sieht Reinhold Schänzel gar zu oft, womit natürlich nicht gesagt sein soll, daß er eine einzige Szene schlecht spielt. Das Manuskript, Alfred Schirokauer zeichnet mit ver- antwortlich, ist zuwellen ohne jeden Zusammenhang, es zeigt peinlich deutlich, daß es nur geschrieben wurde, um Reinhold Schünzel Spiel- gelegenheiten zu schassen. So sehen wir ihn vororst als Mädchen- liebling auf dem Rummelplatz. Dort bekommt er ein Karussell zur Hälft« geschenkt, er verkauft seinen Anteil, doch wird ihm das Geld in einer Bar gestohlen. Dann wird er von Herrn Rabach, der sein Geschäft an Herrn Meindel verkaufen will, für Herrn Meindel gehalten, von Herrn Meindel für Herrn Rabach, von Frau Rabach für einen Masseur und zum Schluß bekommt Reinhold.Schänzel 10000 M. und sein Mädel aus der Schießbude vom Rummelplatz. Schünzel liebt ehrliche, komisch tragische Menschen. Dementsprechend spielt er auch seinen Orje Puff. Um sich gegen den Star zu be- haupten, mußten all« übrigen Darsteller ihre Episodenrollen viel zu wichtig nehmen und sie in einer durchaus nicht wünschenswerten Aufdringlichkeit spielen. Wunderbar war Rosa V a l e t t i als Karussellbesitzerin Fedora Bratfisch, in deren Gesicht die Geschichte einer großen Vergangenheit steht. Doch, warum schenkt sie dem Orje öeklage öes vorwärts Duff zur Hälfte das Karussell? Tut sie es aus Geschäftsinteresse? Liebt sie ihn? Im Film wird's nicht geklärt. Lydia P otechina muß als Frau Rabach nur durch massive, nackte Körperlichkeit wirken. Diese Massierszenen sind ziemlich gewagt: obwohl sie viel belacht werden, sind sie jedoch durchaus nicht nach jedermanns Geschmack. Vor allen Dingen ist Lydia Potechina zu schade für solche Wirkungen, denn diese Darstellerin kann doch spielen. Prächtig sind der Rummel- platz, das Barleben und die Lichtreklame der Großstadt geschildert, aber die filmische Entdeckung oll' dieser fabelhaft wirkungsvollen glitzernden Herrlichkeiten geschah schon ein bißchen reichlich lange vor diesem Film._ e. b. »Oer goldene Abgrund.' (primuspalast.) Der Film beginnt dekorativ mit einem großen Schifssbrand. Zwei kleine Mädchen, Zwillingsschwestern, geraten bei diesem Un- glück auseinander. Die erste wird von einem frommen Mönch auf einer welt«ntlegcnen Südseeinsel erzogen, die andere entwickelt sich in Berlin zu einer der sagenhaften, mondänen Frauen, um derent- willen sich Männer ruinieren oder ähnlichen Unfug betreiben. Dies ungefähr der Auftakt, und dann setzt eine fabelhaft« Kientoppiad« ein. Auf d«r Insel hat sich eine Räuberbande hauslich niederge- lassen, die von einer Frau kommandiert wird. Diese Frau reagiert hin und wieder ihre sadistischen Neigungen mit Hilfe einer Peitsche an dem geretteten kleinen Mädchen ab. Und in Europa entdeckt ein unwahrscheinlich finsterer Mann mit dem beliebten hypnotischen Blick, daß ausgerechnet die kleine Insel im Weltmeer den Rest des sagenhaften Atlantis vorstellt. Mit geretteten Selbstmördern unt«r- nimmt er dorthin eine Expedition, und unter diesen Herren befindet sich ein irgendjemand, der... nein, es geht nicht mehr. Sämtliche Finger machen Ueberstunden, um die Handlung auseinanderzuhalten. Aber es geht nicht. Das ganz« Reservoir« der Kinospannungen wird geöffnet. Selbstmorde, Vulkanausbrüche, verborgene Schätze, Ueber- fälle, Morde. Giftschlangen, glückliches Ende, Wettrennen mit dem Tod« gehören zur Tagesordnung. Schließlich siegt natürlich das Gute in strahlender Großaufnahm«. Wenn man von jeder Wirklich-' keitsdarstellung absieht, dann ist dieser Film prachtvoll, mit Span- nung geladen, wild phantastisch, im anderen Falle bleibt er er- barmungswürdiger Kitsch. Der Standpunkt allein entscheidet. Der Regisseur Mario B o n n a r d hall die Dinge gut auseinander, ver- steht sich auf Spannung, Steigerung und wäre der richiige Mann, Kolpoctageromene zu verfilmen. Liane Haid gibt die Doppelrolle. Sie ist als Naturkind überzuckert und als Mondäne beschränkt sie sich auf das übliche Schema. Werner-Kahle macht in finstere Filmdämoni«, die anderen haben kein Gesicht, nur Hans A l b e r s ist von einer schon beinahe grotesken Blasiertheit.— t. , Sturmflut.� (Emelkapalast.) Die Uraufführung dieses Films fand als Wohltätigkeitsoor- stellung zum Besten der Wohlfahvtseinrichtungen des Reichsver. bandes der Deutschen Presse statt. Die Erwartungen waren durch den festlichen Rahmen besonders hochgeschraubt; die Enttäuschung über diesen Film war um so bitterer. Damit zum Schluß auf der Leinwand sich zwei Li«b«spaare präsentieren, wurden durch heil- lose» Nichtkönnen Meer und Schiffahrt veralbert. Der Regisseur Willy R« i b e r führte oen Film von Katastrophe zu Katastrophe. Die Darsteller wurden hauptsächlich als Briefschneiber und Briefempfänger beschäftigt. Das geschah aber nicht um des Filmes willen, sondern um die Filmtexte unterzubringen. Die waren allesamt auf «in ziemlich begriffsstutziges Publikum zugeschnitten. Wenn z. B. des Sturmes Allgewalt alles vernichtet, erscheint auf der Leinwand der Text.Orkan". Mitunter waren die Erklärungen durch Worte freilich recht angebracht, denn so erfuhr man wenigstens, daß die rivalisierenden Bräute in der Kirche beteten, da die Photographien die Annahme erweckten, die Frauen übten sich in der Darstellung der siamesischen Zwillinge. Wenn der Regisseur nicht weiter konnte— und das kam leider sehr oft vor— griff er zur Großaufnahme. Um aber durch Großaufnahmen zu wirken, müssen unbedingt Beleuchtung und Schminkkunst verstanden sein. Hier z. B. hatten die Schau- spieler dick« Augen, als ob sie wenig glimpflich an«inem Boxkampf teilgenommen hätten, und durch unglückliche Schatten wurden ihnen die Nasen abgefressen. Von den Schauspielern waren Dr. Man- n i n g und Karl P l a t e n sehr gut, ihnen konnten weder Re> gisieur noch Photogroph etwas anhaben. Harry Hardt ver- sagte, auch der sympathische Oskar Marion kam nicht zur Gel- tung; Dorothea Wieck wirkte diesmal wie eine blutige An- fängerin, und Helen von Münchhofen war nicht diskutabel. — fl- Der Kampf des Donald W esthof Ufa-Palast am Zoo Stacheldraht W«-Th«ter Kunürstendanun 26 Die Frau Im Schrank Mozartsaal l I Chang Ufa-Pavillon in allen UFA• THEATERN anläSlich des 80. Geburtstages .Unser MckspriMmt auitien � Fi« I lla-C* Ein Ufa-Film • Der Meister von Nürnberg üfa-THeater Alexanderplatz S v e n g a 1 i Ufa- Tbealer Friedrichstraße Der Meister von Nürnberg UCt-Palwt Üb immer Treu und Redlichkeit Gloria-Palast Svengali Ufa-Theater Friedrichshain Die selige Excellenz Ufa-Theater W einbergsweg Die heilige Lüge Ufa-Theater Weißensee Die Vorbestraften Ufa-Theater Turmstraße #Z>:c fcau Im Schrank.� (Mozarl-Saal.) e Kommissur KomiscHie Oper i'/.Uhr. Aliaoendlich SV.Uhrj James Kleina ncuariiges Revae-- S 1 0 ck| in 25 Bildern Die WeBt appiaudiert.. >200 Unier anderen. «ans Albers: Else Verna Johannes Müller:: Erich. Poreraski:: Beate Roos-Rcuier[ | Vlok) Werl meistcr usw. usw.] ' Theaterkasse ab 10 Uhr I ununterbrochen trebffnet 1 1 Piscatorbütine IM. a. Hollenborfpiati Kurfürst 209),-93 8 Uhr üoppla. wir leiieo von Ernst Toller Ina. Erwin Plscator aha. SMiawa. Willhatnir. Bush. Braiti. Oiaiudi. iummiaa, Hollnna. Siata, StitM. Freit4g, 7. Okt. 12 U. NaclilTorsteminit .Blaae Blase" sowjetruss. Klein- kunstbühneMoskau zum I.Male in Deutschland. Deutsche Begleitw. Curt Bofes. Pitiis f. KaihinnMIint: i, 2. 3,*, 5 u. 6 Mk. CASINO-THEATER« uhr mr dnnHler riectt APS.OktQb.:D!ePaDla voi Metropol. Aosschneiden! Gutschein I— 4 Fers. Fauteuil nur 1,10 Sessel nur 1,60 M. HMLER1 REVUE »Wann w wo-* THEATER M ADMIRALSPAUST Heutei . Sonntags- VorsteU. 3 u. SVt Uhr ' Hadtm. die ganze VorsicUong xu Halben Preisen Heute 2 Vorstellungen Nachm. 3M ermäßigte Preise! Volles Programm. Im Rahmen desOkt.-äpielpIans; E!liSDiio&ii?-EroestiaQ Düren ir.it ihren 18 Tänztrrnen und TSnzern- ieriinerlllH-TriS Neukölln.>2? Lahnsir. 74 7S 1 Noilendort 7360 Die Oktober- Vsriei6-Revne Sonnabends u. Sonntags 2 Vorstell. 330 u. 8 Uhr— 3� zu ermSQigten Preisen das ganze Programm. OeutsdiesTliealei Morden 10334—37 3 Uhr, Ende 11 Uhr TroiiDifl.[reuiila Sdnuspiel tob Skakaptirt Kammerspiele Norden 10334—37 Z», U. Ende 10'/, U Ihr Mann loshDirl?lm Paol Gerald* Die Komödie Bismarck 2414/7516 VU Uhr, Ende 10'/, Zinsen Komödie )n Bernard Sha Heute II Uhr nachts Zum 1. Male: ileMadiMievDe Die liditer von Berlin Sonntags 1 Vorgteltun-en 41,1. U;11 Uhr Drosses Dia neue CHARELL- Inescnieran« mit MaiPailenberg Sita Georg Bendow Jankuhn Szöke Szakall Werkmeister yi/estermeler looshi�e Dirls Stg. nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorst. zu halben Preisen Ververkenl 10-« nur Trianon-Th Täglich St/4 Uhr: Snka Glässtier Irr einer Ihrer~ Paraderollen W»lll!l!II Lustspiel v.Verneuii Preise I,2,3M. usw. Sonntagnachm. 4U. So ein Mädei WAITHER RUITMAN N TAU jP tiuci 1 ysi: 11 ■ 31 NfON/KHf Ml/VK V lW1fC*iU*OMtUfC 1 0lR*O*fVHiSr OlßlOltMT ENTZIEH« Reichshallen-Theater [Anfang 8 Uhr u. Sonntagnachm. 3 Ubr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzeit in der MüllerstraBe Nachmittags: Halbe /ZsA» Preise, volles Programm. Dönhoff- Brelt'l: VarieU, Konzert, Tanz ZOOLOGISCHER GARTEN jfQuarium w heate am I. Sonntag Im Mona! S je 50 Pf. Kinder die Hälfte. Z # Ab 4 Uhr; GROSSB� KONZERT G OOGOOOOOOOOOOSOSOVOO Hose-Theater 4flhr:liänseiQ.CrElel «>/, Uhr: Die Maschineit' baner v. Berlin Lustspielhans SV, Uhr „FilmroiaDtik" Theatsr des Westens 8 Uhr: Gastspiel Prltzl Massary Eine Frau von Formati SPORTPALAST Beute 8.30 rlncen(32) Huthonen-hinetzKi Cm dile Entscheldungr H. Kawan— van Ricl G. Grüneisen— Kopp Ftroer ringen: Favre- Stelnke. Eintritt 1— bis 3— Mk. CIRCUS 100 lOnrenDnil viel aotel Kaiserallee(gegenob. stadtp.) Telefon: Pfnlzbnrg 2950. Tägl.8 Uhr. Mittw.u.Stg. ndi Badim. 3 Uto. Preise'•0 Pf.— 5 M., D?T!r. iiiadnkilbe Prei». ZU Montag, den 3. Oktober nachmittags l'/s Uhr Oasiatisenddrie« -i- SlAui- SOMZu Z.TI11 DER GROSSE ERFOLG! fftu WOCHENTAGS: Z.. 7»»» � SVNNT�G�: z» Ai. 7.. [tuuia-Tueaier 8 Uhr Der rote Hahn iillmtarj-BätiDm Ots. Künstler-Tb. 8 Uhr „Die Dame von Maxim" Lessing-Theater 8 Uhr „Bönig fieicridi IV" Walhall«- Theai. Täglich 8V, Uhr: flm RDdesheimer SdiloD steht eine Linde Ein Spiel von Liebe, Lenz und Wein mit Gesang u. Tanz. Parkett statt 4 Mk. lägt, auch Sonntags nur 60 PL Sonntag 4 Uhr: Sdineewütdien Parkett v. 30 Pf. an tlirnovsKt-eijfcnen Th. Kbniggrätz. St. Hasenh. 2110. 8 U Die SM» Komödienhaus Norden ö3ö4. Ab Montag S1/« U. Hokuspokus Berliner Theater Dönhoff 170 8 U. Leonse HAMBURG- AMERIKA LINIE HAMBURG PlanetariDm am Zoo Virlisg. Joadiimsthaler Strali Noll. 1578 OerStemenhimmelauf dar Rai te von Berlin nach dem Aaquatar Vorführungen: 4»/,. 6, 7,/a, 9 Uhr. Eintritt 1 M. Kinder Bit. 15 iabrtn 0.50 II- Th. im Admiralspalas) Täglich Uhr 2 Heute Sonntag Vorstellung.! 3 Uhru.8l/4Uhr Hadim. die ganze Vorstellung rn halb. Preis Die neue HALLE« BEVDE JaDDüDilwor Neue» Theater am Zoo Täglich 8 Uhr „Adiwitiotriigerisi— 3 kiiltn IN« m Sil Prnbtr Residenz-Thoater Täglich 81/. Uhr: DerUiliMerilei FriderioisRei Preise 1 bis 10 Mk. Philharmonie 7'/, Uhr KONZERT des Philharm. Orch. Dliig. Prof. J. Prüwer BlnmeHspcaden jebec Art UeteK preiswert Paol(.'olletz, ooetn. iitlurt Wey» Marlannenstraße 3, Ede Nauiuinitraße Ami Mormpi.iaSUS �KäkMAmA -XVAO ah Frühjahr 1923 regelmäßfger dreiwöchentlicher Passagferckiezm HAMBURG-HAUFAX über Cobh(Qucenstown) DAMPFER„WE S TP HAU A" und«THURINGIA" Ersfe Abfahrt 15« Fcbraar 1928 Vonüglufit nhakJirtsdegenhtU hilf dtuUdtm Dampfern mit deatscfierVerpfiesang o. Bedientins. Anfragen und Platshelcgungen bd der HAMBURG-AMERIKA UNIE HAMBURG I/ AESTERDAMM ts etmd den Reisebüros und Vertretungen an allen größeren Plätzen. des In- und Auslandes. Vortrotungon In Berlin: Für Passage: Relaebureaus der Hamburg-Amerika Uni«, WS, Unter den Linden 8 n. am Zoo, Hardenbergstr. 29a-e. Poseidon Schiffohrts- A.-G., Potsdamer Str. 103 a. Für Fracht: Schlffsfrachtonkontor<3. m. b, W 8. Unter den Linden 8. J? Berliner Konzerthaus CLOU � Nachmittags: Großes Kaffee- Konzert ei Abends Gesang und Tanz � 8-2 im fröhlichen Weinberg Most� aus Trauben frlach gepreBt. 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