Nr. 243. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 17. Oktober 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. von in verund in dem Verzicht auf die populäre Entscheidung Nun fällt es uns nicht ein, etwa mit Pindter II. über Soll's Säbelherrschaft fein? Fähigkeit zu entsagen erfordert. Wer geneigt ist, dem König Richtigkeit oder Unrichtigkeit dieser interessanten geschichtsImmer frecher geberden sich die Wortführer der Reak- aus seinem Friedensschluß einen schweren Vorwurf zu machen, philosophischen Betrachtung uns auf eine Erörterung einder ziehe zum Vergleich das Zugeständniß der Einführung des zulassen. Mit bombastischen Prahlhänsen seines Schlages tion. Unverhohlen wird darauf hingearbeitet, dem Volfe gleichen, allgemeinen Wahlrechts heran das feine letzten Rechte zu nehmen. Den Staatsstreichtrompetern uns in noch schwerere Berrüttungszustände läßt sich nicht sachlich diskutiren. vom Schlage des Grafen Mirbach sind in ordnungs- gestürzt hat und, da nufere militärische Kraft, Uns interessirt sein Bombast als Symptom der Zeitparteilichen" Blättern aller Schattirungen mehr oder wie sich alsbald herausstellte, zur Erreichung des Ziels vollströmung. Wir fragen deshalb auch nicht: wie kommit er minder verblümte Aufforderungen zum Ümsturz der be- ständig genügte, entbehrlich war." zu dieser Ansicht und aus welchen Gründen? sondern: stehenden Staatsordnung nachgefolgt. „ Aber der erste Schritt, der die gedeihliche Entwicklung ver- weshalb plagt er jetzt damit heraus und zu welchem 3 we ck? Die Beseitigung des allgemeinen Wahlrechts, die Verlegte und uns auf die falsche Bahn führte, war 1848 gethan: Aussprechen das, was ist, halten wir mit Lassalle Wahlimmer für die beste Politik. Dazu gehört auch die nichtung des Versammlungsrechts, die völlige Knebelung der Dir haben seit dieser Zeit das Joch von systemen auf dem Halse, in welchen Breffe werden eifrig befürwortet. So ist auch dem alten schiedenen Stufen und Formen der unterwühlenden Wiregner zu zwingen, auszusprechen, was für Pläne ſie in Reptilienblatt, das Pindter I. gegründet und das von fungen- die Agitation, die Voltsumbuhlung ihren Wirrköpfen umherwälzen. Und so wünschen wir Pindter II. in seinem Geiste weiter geleitet wird, in der und der Appell an die niederen Leidenschaften, denn auch Auskunft klipp und klar darüber: Was gegenwärtigen Periode der Reaktionsgährung wieder der um sich auf diesem Wege politisch in die Höhe zu schwingen, für ein Biel" erstrebt ihr? Was soll uns aus Muth geschwollen zu einer Attacke gegen den letzten Reſt eine beherrschende Rolle spielen. An dieser Schwäre frantt seit den schweren Zerrüttungszuständen" herausführen, in der 48er Errungenschaften. dem Revolutionsjahr und den Ergebnissen, die wir ihm danken, die uns uns das allgemeine gleiche und direkte WahlDen äußerst passenden Anlaß dazu gab der hundertsteunser ganzes inneres politisches Leben, und vergebens würde man recht gebracht hat? Was für ein Ziel erstrebt ihr Geburtstag König Friedrich Wilhelm IV. Es iſt, als ob ich auch nach einem Ausgleich umsehen, den die Einsicht der auf mit Verherrlichung der militärischen Kraft, die allein zur solcher Basis beruhenden Boltsvertretungen in irgend einer Hin Gründung des Reiches genügt hätte? der Geist dieses Romantikers auf dem Thron, der bekannt sicht geschaffen hätte. Die Erfolge des Jahres 1870/71 wurden lich in der Nacht des Wahnsinns endete, wieder umginge mit militärischen Mitteln errungen, die der Boltsvertretung der sich auf die Bajonette stüßt, der Absolutismus wie in Soll's die Säbelherrschaft sein, der nackte Absolutismus, und in die Reptilien gefahren wäre, die in dem Pindter- in heißem Kampf abgepreßt werden mußten. Und im blatt ihr Wesen treiben. Sie äußeru sich aber also über übrigen wir sicher nicht nicht ungerecht, wenn wir Rußland? die 48er Revolution: sagen, daß kraftvollere Bethätigungen der Regierung wohl Euer ganzes Treiben, eure schwülstigen Rundgebungen ,, Man stellt diese Revolution jetzt vielfach als ein Ereigniß auch unsere Volksvertretungen für einige Beit auf die drängen zu diesem Schluß. Soll's die Säbelherrschaft sein? hin, das wohl mit manchen unliebſamen Begleiterscheinungen Höhe einer den Voraussetzungen genügenden Haltung mit hinauf- Also thut nicht mehr blöde, nur heraus mit der Sprache! belastet gewesen wäre, im ganzen uns aber doch politisch ge- geriffen haben, daß aber ohne solche übernommenen Fermente der fördert hätte. In Wahrheit war diese Revolution mit ihrer Be- Kraft in ihnen regelmäßig alsbald Berflossenheit und Unfruchtbarfudelung der alten preußischen Treue nicht nur ein Schand- feit, wenn nicht Schlimmeres, platgegriffen haben." fleck in unserer Geschichte und überaus tindisch in ihrem ganzen Wesen, sondern auch die Quelle aller der Uebel, an denen unser inneres politisches Leben bis zur Stunde am schwersten frankt. Sie war nicht nur unter moralischen Gesichtspunkten eine Verirrung und ein Aergerniß, fondern auch in politischer Hinsicht, um es deutsch heraus zu sagen, eine Dummheit folgen schwerster Art. Die Zeiten des Jahres 1848 waren die denkbar ungeeignetsten 11111 mit Volksvertretungs. einrichtungen, bis zum Schlußstein des Gebäudes, vorzugehen. Denn ganz Deutschland stand damals unter dem Bann von Theorien und Anschauungen, die auf fremdem Boden gewachsen waren und für deutsches Wesen und die deutschen Bedürfnisse nicht paßten, womit nicht gesagt sein soll, daß sie für das Ausland zuträglicher waren. So fonnte das Drängen der öffent lichen Meinung, ihren ungeläuterten, unreifen Vorstellungen und Die Fruktifizivung des Affentäters Mener Wir thun dem Verfasser obigen Weisheitsergusses wohl fein Uurecht, wenn wir annehmen, daß er sie nicht aus der Tiefe seines eigenen Reptilienbewußtseins geschöpft, sondern daß, um seine schwülstige Rhetorik anzuwenden, irgend ein aus ist in ein neues Stadium getreten, zu dessen Würdigung der gegenwärtigen Situation übernommenes Ferment der man die Reihenfolge der Ereignisse genau beachten muß. Kraft" ihm dazu den Muth gegeben hat. Zunächst hatten allerhand ordnungsparteiliche Blätter Wenn jetzt auch das unterwürfige Reptil glaubt, sich als an der Mordthat in Mülhausen so lange ihre staatstraftgenialischer Brahlhaus im Kampfe gegen die Bolts- retterischen Fähigkeiten geübt, bis sie nach ihrer Ansicht dem rechte geberden zu dürfen, so soll man das nicht unter- Morde den Verdacht eines politischen Charakters genügend schätzen. Das Reptil pflegt stets eine feine Witterung zu ang eheftet hatten. Damit war für sie natürlich die Schlußhaben für die Windrichtung. Heimst es für seinen Ueber- folgerung hinreichend gerechtfertigt, daß die Sozialdemoeifer hin und wieder Fußtritte ein, so darf es sich damit tratie die Schuld auch an diesem Vorkommniß trage. trösten, daß die Gunst derer, denen es dienen will, ihm Allgemach stellten sich aber überzeugende Gegenbeweise deshalb nicht verloren geht. heraus. Es wurde ermittelt, daß Meyer im Jahre 1883 Da ist nun in dieser schwülstigen Reaktionsverherrlichung wegen Diebstahls mit einem Monat und im ihrem frankhaften Zustand entsprechend, damals nur auf die hauptsächlich die Stelle beachtenswerth, in der behauptet Jahre 1885 wegen Diebstahls mit 18 Monaten Einführung von Institutionen hinaussteuern, ben die deutschen Volkskörper aus seinen gesunden und historischen wird, daß unsere militärische Kraft zur Er- Gefängniß bestraft worden. Der Polizeikommissar Wachsthumsverhältnissen herausrenkten. Die Ansätze zu reichung des Zieles vollständig genügte", Zahn, der die Untersuchung in Händen hatte, nahm schließ einem nicht nach einem fremden, blutleeren Schema und daß deshalb die Einführung des allgemeinen Wahl- lich keinen Anstand zu erklären, daß er das Verbrechen des fonstruirten, sondern auf lebenswahren Potenzen auf rechts entbehrlich war. Wie aus dem Zusammenhange Meyer für die individuelle That eines hirnverbrannten gebauten Boltsvertretungsorganismus( foll wohl der ver- hervorgeht, war jenes Ziel" die Begründung des Reichs. Menschen halte. einigte Landtag" jenes doppelt destillirten Junkerparlaments Nach der Auffassung Pindter II. hätte man sich den Luxus Zu der nämlichen Zeit, als diese amtliche Aufklärung fein) riß der Sturmwind auseinander: es war die Tragik des des allgemeinen Wahlrechts vollkommen sparen können. Mit über den Fall in die Deffentlichkeit drang, ereignete fich Schicksals Friedrich Wilhelms IV., daß er, wenn er Frieden mit seinem Volte haben wollte, seine weiseren Gedanken Blut und Eisen wurde das Reich begründet; mit Blut und nun plöglich etwas allgemein Unvorhergesehenes. im Stich lassen und dem Unverstand nachgeben mußte. Eisen ließe es sich vertheidigen auch gegen die Reichsfeinde Der gegentheilige Entschluß hätte ein hohes Maß von Festigkeit im Innern. 1 Ein Derrückter.[ Nachdr. verboten. Kampf und Ende eines Lehrer 3. Roman von Joseph Ruederer. Demi Kaiser waren in der Einsamkeit seines Jagdschlosses bis dahin nur die älteren Zeitungen vor Augen gebracht Trompete mit schmerzzerrissenem Tone, der jedesmal scharf in grauer Hose und Joppe mit grünem, goldverziertem aus der Melodie drang und weithin scholl über die todes- Kragem aufrecht dasteht, den hohen Filzhut mit dunklem starre Einsamkeit des schweigenden Hochthals. Mit felt- Seidenbande in der zusammengetrampften Rechten, während samem Echo antworteten dann die grauen Felsen, die massig er mit dem linken Arm sein weinendes Kind umfängt. An und schwer auf den kleinen Gottesacker herabschauten. der gebräunten, wetterharten Haut der hageren Wangen Fest verschlossen ruhten die Gehöfte des einsamen Hoch- Dort, inmitten vergoldeter und moosumrankter Kreuze, sieht man die vertrockneten Spuren von zwei dicken gebirgsdorfes. Senkrecht über ihnen, hinter den aufragenden bewegte sich ein langer Bug zu einer offenen, langen Grube. Thränen, die in den mächtigen, graubraunen Vollbart grünen Matten und Wäldern, wuchsen die abenteuerlichen Ein weißer Marmorstein, der einzige des ärmlichen hinabgeronnen sind, aber das blaue Auge blickt sicher Gestalten zerklüfteter Steinfolosse in den wolkenlosen| Kirchhofs, krönte sie und leuchtete hell in der Sonne über und fest auf den Geistlichen, der im schwarzen TrauerHimmel empor. Heiße Luft brütete in den verödeten Wegen dem dunklen Grabe. ornate an das Grab tritt und lateinische Worte aus einem des Dorfes. Nur das Niederplätschern des glitzernden Unsicher gehend kamen die blasenden Musikanten heran. silberbeschlagenen Buche abmurmelt. Ein furchtsam dreinBrunnenwassers in die schlammerfüllten Tröge vor den Sie hielten die Notenblätter empor und wichen nach der schauender Junge als Ministrant antwortet ihm laut und weißen Häusern mit braunen Holzgiebeln und Altanen Seite aus, um einer schwarzen Fahne Platz zu machen, die stoßweise. unterbrach die schwere Stille. von pausbackigen Schulkindern vorangetragen wurde. Die Jetzt waren die Gebete beendet. Der Priester klappte sonntäglich gekleideten Kleinen befanden sich offenbar in das Buch zu, hob die goldbesetzte Brille von der kleinen, großer, fast freudiger Erregung über das seltene Ereigniß einer scharf liniirten Nase leicht in die Höhe und ließ sie wieder Beerdigung; hastig kletterten sie auf das ausgeworfene Erd- fallen. Dann räusperte er sich und begann mit scharfer Zwei sanfte, grünbewachsene Hügel ragten daraus her- reich der braunen Grube und blickten mit erwartungsvollen Stimme die Leichenrede. vor. Der eine trug das alte Kirchlein mit der niederen Augen auf die Nachkommenden. Langsam, im Takte der Friedhofsmauer und dem hart angrenzenden Pfarrhause, Musik, brachten vier graubärtige Männer in blauen Radder andere die neuerbaute, mit rothen Ziegeln gedeckte mänteln den mit einem Bahrtuch bedeckten Sarg heran, den Schule. Weiter zurück in der Hochwiese, die sich wellen- sie sorgfältig zu Boden setzten. förmig zu den Bergen hinaufzog, lag zwischen verstreuten, Wie sie begonnen hatte, so brach die Musik jetzt ab, hohen Tannenbäumen das mit wildem Wein umwachsene Forsthaus in grellstem Sonnenglanz. Der ganze Ort schien von der brennenden Sonne in den Schlaf gelullt und träumte zwischen dichten Obstbäumen und wuchernden Gebüschen. Auch hier wie unten im langsam ansteigenden Dorfe die gleiche Ruhe und Verlassenheit, die bleierne Unbeweglichkeit der brodelnden Luft. freischend und mißtönig, während die beiden Glöckchen im niederen Kirchthurme mit harten Klängen noch eine Weile weiterbimmelten. Zuerst zählte er die sehr einfachen Lebensdaten der geschiedenen Frau Förster Balder auf, dann stockte er eine Weile und sprach endlich von ihren schweren Leiden, das er als eine Gnade Gottes pries, weil es vielleicht der Dahingegangenen Vergebung im Jenseits erwirken werde, Vergebung für alles, was sie auf Erden gefehlt habe. Den Anwesenden aber möge dieser Todesfall wieder eine ernste Mahnung sein, zu beten und des sicheren Endes zu gedenken, auf das sich der Mensch alle Tage und alle Stunden vorbereiten solle, weil es jeden zu dem ewigen Richterstuhl zerre, vor dem nur jener Barmherzigkeit zu hoffen habe, der auf Erden ein Gott wohlgefälliges Leben führte. Die Männer zogen die schwarze Hülle ab, legten grüne Papierkränze mit Todtenblumen auf den Sarg und ließen Da plöglich, der langgezogene, schrille Laut einer ihn unter athemlofer Stille der versammelten Menge, die Posaune, jäh hervorbrechend, doch gleich darauf von ver- sich inzwischen schwerfällig um die Begräbnißstätte gruppirt schiedenen, ziellos durcheinander wirbelnden Instrumenten hatte, in die Grube hinab. Aechzend schnitt die Last in die Wie aus starrem Fels gehauen stand der Förster treischend übertönt, bis sich allmälig durch die häßlichen Seile und verschwand langsam in die Tiefe. während dieser kurzen Ansprache am Rand des Grabes. Dissonanzen eine breite, getragene Weise herausarbeitete, die Krampfhaftes Schluchzen tönt aus der Versammlung. Die leis zitternde Hand, mit der er sein Kind etwas traurig hinter der Kirchhofsmauer hervorfam, in abgemeffenem Ein junges Mädchen lehnt sich, ihr Antlig verbergeud, an fester an die Brust drückte, verrieth allein die Erregung, Takte, seierlich und ernst. Manchmal überschrie sich eine die breite Brust eines starken, hochgewachsenen Mannes, der die in dem schweren Manne vorging. Er ließ den worden, die sich einer Ausbeutung des Falles gegen die Sozialdemokratie befleißigt hatten. Daraufhin entsandte er an den Statthalter von Elsaß- Lothringen sein bekanntes Telegramm, dessen Veröffentlichung nicht nur uns eine Ueberraschung bereitete. Wie uns nämlich mitgetheilt wird, war die Depesche dem offiziösen Wolff'schen Tele� graphenbureau überantwortet und in die Provinz übersandt worden. „Infolge einer dringendenDepesche der Berliner Zentrale wurde die Ausgabe indeß i n h i b i r t, bis dann mittags wieder eine Depesche einlief, welche die Veröffentlichung freigab— wahrscheinlich, weil inzwischen das„Bureau Herold" sich der Geschichte bemächtigt hatte. Daraus scheint mit ziemlicher Deutlichkeit hervorzugehen, daß es irgend einer Stelle in Berlin lieber gewesen wäre, wenn die Depesche nicht oder nicht im vor- liegenden Wortlaut veröffentlicht worden wäre." Die kaiserliche Depesche war nun aber einmal am 14. Oktober im Wortlaut veröffentlicht worden. Es war ein unangenehmer Zufall, daß die kaiserlichen Schluß folgerungen aus den veralteten Zeitungsberichten zn der thatsächlichen Situation, wie sie durch die offiziösen Richtig- stellungen des Polizeikommissars Zahn geschaffen war, durchaus nicht mehr paßten. Da ereignete sich wieder eine Ueberraschung. Am folgenden Tage, 15. Oktober, ging aus Mülhausen gleichfalls eine Depesche in die Welt, die besagt, daß mehrere Leute verhaftet wurden, die verdächtig seien, um die That des Meyer gewußt zu haben. Charakteristisch ist, daß diese Meldung hierher in zwei 'sungen gelangte. Die(auch gestern von verschiedenen Fa uns mitgetheilte) durch das„Bureau Herold"' verbreitete Depesche sagte: „Wie der„Expreß" meldet, hat die Polizei gestern fünf Personen verhaftet, welche viel und vertraut mit dem Mörder des Fabrikanten Schwartz, dem Arbeiter Meyer, verkehrt haben. Die Verhaftung erfolgte auf grund§ 139 Str.-G.-B. Die gerichtliche Voruntersuchung ist eingeleitet. Eine sechste Person wurde vorläufig verhaftet." Da war der einzige Verdachtsgrund also der, daß die Verhafteten„viel und vertraut" mit Meyer verkehrt hatten. Dagegen wußte eine der„Straßburger Post" aus Mülhausen gemeldete und hierher weiter beförderte Depesche zu erzählen: „daß am Montag sechs Genossen des Mörders Meyer unter dem Verdachte, von den, durch ihn geplanten Verbrechen Kenntniß gehabt und Anzeige bei der Behörde unterlassen zu haben, auf grund des ß 133 Straf- Gesetzbuchs verhaftet und in Untersuchung gezogen wor- den sind." Auf grund dieser Massenverhaftung fühlte sich denn auch die patriotische Presse wieder vollauf berechtigt, den durch die Depesche des Kaisers sanktionirten Vorwurf der Mitschuld gegen die Sozialdemokratie von neuem und mit verstärkter Kraft zu erheben. Wir bedauern, daß wir auch jetzt wieder dazu bei- tragen müssen, diesen schönen, die Ordnungspresse so sehr ehrenden Aufschwung des patriotischen Gefühls in der Blüthe zu knicken. In später Stunde erhalten wir noch aus Mülhausen folgendes Telegramm: „Aach bisheriger Untersuchung ist das Motiv zur Ermordung des Fabrikanten Schwartz wahrscheinlich Privatrache. Meyer ist vor Jahren als Ausetzer in der Fabrik Schwartz von Schwartz einmal misthandelt worden. Mehrere Personen wurden verhaftet, weil sie vertraut mit Meyer ver- kehrt haben." Wir wissen zwar, daß auch noch so überzeugende Beweise die Meute der Ordnungspresse jetzt nicht mehr von der Fährte der Sozialistenhatz abbringen werden. Man wird sich an die Thatsache der sechs Verhaftungen klammern, um daraus alle möglichen Schlußfolgerungen zum Nachtheil der Sozialdemokratie zu ziehen. Zur Fruktifizirung von Attentaten hat die Reaktion von jeher, wenn ihr der Witz vollständig ausgegangen war, als ihrem letzten Hilfsmittel gegriffen. Aber die Leute müssen uns nur nicht glauben machen wollen, daß sie selbst im Innersten jetzt noch an das abgeschmackte Zeug glauben, das sie gegen die deutsche SozialdemokraUe wegen der Privatrache eines notorischen Verbrechers in Mülhausen vorbringen.— Geistlichen, der sich ihm nur halb zugewendet hatte und beim Sprechen niemals zu ihm aufsah, nicht aus den Augen und verfolgte ihn auch jetzt noch, wo der Priester alle Anwesenden für die arme Seele der Verstorbenen zu einem andächtigen Vaterunser aufforderte. Mit tiefen Tönen fielen die Bauern in das vor- gesprochene Gebet ein und die plärrenden Frauenstimmen kreischten dazwischen. „Der Herr geb ihr die ewige Ruh, und das ewige Licht leuchte ihr. Amen, Amen, Amen." So summte es, dreimal wiederholt, in der Runde. Mechanisch gingen die Lippen der Betenden auf und nieder. Die Hände der Weiber hielten den Rosenkranz, die der Männer den runden Filzhut empor, aller An- dächtigeu Augen aber irrten dabei neugierig über die offene Grube zum Förster hinüber, der schwer athmend nach oven sah. Ein Meer von grellem Lichte fluthete ihm entgegen und traf seine gerötheten Augen. Laugsam senkte er den geblendeten Blick hinab in die Begräbnißstätte, wo sich vom gelben Sargdeckel ein silberfarbenes Kruzifix zwischen den zerknitterten Blättern der Kränze heraushob. Starr und nachdenklich betrachtete es der Förster. Das letzte Amen war verklungen. Hastig warf der Geistlich e drei Schaufeln Erde hinunter. Dann trat er zu dem Förster, machte ihm eine ungelenke, steife Verbeugung und lispelte mit vorgeneigtem Kopfe:„Gelobt sei Jesus Christus!" Der Angeredete erwiderte nichts und hielt seine Blicke fest auf die Grube gebannt, aber das Mädchen an seiner Seite rief schluchzend„in Ewigkeit! Amen!" und gab dem Priester die Hand, ehe er mit den Fahnenträgern und dem Ministranten aufbrach, um nach der Sakristei zu gehen. Alles wich vor ihm auseinander und drängte zum Grabe heran. Dort gab der Förster, der den Kopf herab- senkte, daß sich der lange Bart in der Mitte abbog, das wurmstichige Grabscheit wie geistesabwesend einem Manne, der während der Begräbnißfeier gleich hinter ihm ge- standen hatte. Es war ein Mensch mit dichtem, hellbraunem Haar, mit kurzgeschnittenem Backenbart, groß und breitschultrig, polikipche Ltebcrflcht. Berlin, 16. Oktober. Was heißt„ermannen"? Aus allen den Versuchen, die letzte kaiserliche Kundgebung gegen die Sozialdemokratie zu verwerthen und zu deuten, halten wir am mittheilens werthesten den schnurrigen Kommentar, zu dem die „Kreuzzeitung" in ihrer gegenwärtigen düsteren Büßev stimmung gelangt ist: „Man nehme die kaiserlichen Worte doch einfach, wie sie lauten! Sie richten sich weder an die Regierung, noch an die Parlamente, sondern an d a s V o l k selbst. Was heißt denn nun aber„ermanne n"? Wer handelt wie ein echter Mann? Ernst Moritz Arndt giebt in einem bekannten Ge- dicht die schöne Antwort auf diese Frage:„Wer beten kann"! Das deutsche Volk kann die Sozialdemokratie nur dann überwinden, wenn es innerlich sich aufrafft; wenn es, d. h. wir alle Buße thun wegen unseres Abfalls von Gott, wenn wir wahre Christen werden, die da wissen, daß das Gebet eine Macht ist, das Ueble zu überwinden. Innere Ein- kehr fordert seine Maje st ät vom Volk, von uns allen, dann wird es uns mit Gottes Hilfe gelingen, das Böse in und um uns zu besiegen." Hoffentlich gelingt es den Erben Hammerstein's, das Böse in ihnen selbst und um sie herum durch mannhaftes Beten recht gründlich zu besiegen. Wenn sie mit dieser schwierigen Aufgabe fertig geworden sind, werden wir am Kampfe mit ihnen eine um so größere Freude haben.— Reform oder Repression? Unter diesem Titel leit- artikelt in ihrer letzten Nummer die„Leipziger Zeitung", das Organ der sächsischen Regierung, und beantwortet die Frage natürlich: Repression! Interessant ist, daß das Regierungsorgan, welches sich viel darauf zu gute thut, in sozialpolitischen Dingen Wegweiser und Bahnbrecher gewesen zu sein, die vollkommene Aussichtslosigkeit von„Reformen", eingesteht. Alle bisherigen„Reformen" hätten nur der Sozialdemokratie genutzt; und wer„Sozialreformen" wolle, müsse erst die Sozialdemokratie lahm legen. Also Repression mit obligatem Staatsstreich gegen das allgemeine Wahlrecht. Die„Leipziger Zeitung" hat recht— alle„Reformen" — das heißt, was s i e unter„Reformen" versteht: nämlich „Reformen", welche die soziale Frage nicht„lösen", son- dern sie für die Reaktion und den Kapitalismus ausnützen wollen, sind aussichtslos, und können nur der Sozialdemo- kratie nutzen. Bleibt die„Repression". Wie aber, wenn die„Repression" dieselbe Wirkung hätte, wie die„Reform", d. h.„nur der Sozialdemokratie zu nützen"? Hoffentlich steckt»no�eu bei der Landtagswahl die sächsische Sozialdemokratie den Weisen der„Leipziger Zeitung" ein Licht auf!— Der Prozeß gegen unsere Kollegen Pfund, Dierl und Rautmann findet am 29. Oktober statt. In Sachen Pfund äußert sich die„Breslauer Morgenzeitung" folgender- maßen: ....... Das aber darf schon heute gesagt werden: als ein glückliches Vorgehen wäre die„Umnennung" nicht zu be- zeichnen, wenn die Staatsanwaltschaft dadurch in der That, wie der „Vorwärts" ohne weiteres annimmt, die bewußte Strafsache gerade vor die eine bestimmte Strafkammer hätte bringen wollen. Bei der Berathung der Umsturzvorlage wurde in einemfort betont, man inöge doch Vertraue» zu de» Gerichten haben. Gut! Möge aber die Staatsanwaltschaft mit dem Vertrauensbeweis vorangehen und alles unterlassen, was auch nur den Schein von einer Ab- sichtlichkeit zuläßt. Das Rechtsgefühl ist eine so empfindliche Sache, daß man es gar nicht zart genug behandeln kann." Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt heute, für ein Agrarierblatt sicherlich ganz bemerkenswerth: Die Prozesse gegen sozialdemokratische Redakteure. Berlin, 16. Oktober. Eine hiesige, sonst leidlich anständige Korrespondenz schreibt: „In politischen Kreisen sieht man mit einiger Spannung der bevorstehenden Verhandlung der Preßprozesse entgegen, in welche sozialdemokratische Redakteure verwickelt sind. Es wird vielfach angenommen, daß die Gerichte hohe Strafen ver- hängen werden." Wir müssen gestehen, daß wir solche Aeußerungen für sehr bedauerlich halten, weil solche„Annahmen" oder„Erwartungen" von sozialdemokratischer Seite zu einer Verdächtigung der Richter benutzt werden können.— Wir glauben nicht, daß die Gerichte jetzt gerade hohe Strafen verhängen werden, sondern wir glauben, in eitlem städtischen, schwarzen Salonanzug. Aber das Feste und Massive der ganzen Erscheinung wurde be- einträchtigt durch eine nervöse Unruhe, die den starken Körper fortwährend in allen Gliedern bewegte. Am merk- würdigsten war das häufige, gewaltsame Aufreißen der Augendcckel, wodurch die niedere Stirne immer in schwere Falten gezogen wurde. Fast sah es aus, als wollte er sich durch die zuckende Bewegung vor übermannender Müdig- keit schützen, die aus den verschwommenen, hellbraunen Augen sprach. Als er nun den Spaten ergriff, um der Tobten den letzten Gruß zu geben, fing er so heftig zu weinen an, daß es ihn schüttelte. Die Schaufel in der Rechten, das weiße Tuch vor den Augen, blieb er dann vor der Grube stehen und schluchzte unaufhörlich fort. Eine peinliche Stockung in der allgemeinen Beileids- bezeugung trat ein; alles blickte auf den sonderbaren Mann. Der starke Schmerz schien ganz impulsivisch zum Ausdruck gekommen zu sein, und er �ab sich ihm beim Abschied von dem Sarge haltlos hin, wie ein kleines Kind. „Gelobt sei Jesus Christus! Herr Lehrer!• tönte es neben ihm. Der Wirth des Dorfes entwand, indem er sich an- dächtig bekreuzte, das Grabscheit mit sanftem Griffe der Hand des Sckmerzvergessenen, warf wohlgemessen und abgewogen etwas Erde hinab, sprengte sich aus dem kupfernen Weihwasserkessel einige Tropfen ins Gesicht und blickte mit seinen ergebenen, wässerigen Augen gar kläglich den Förster an, zu dem sich jetzt durch die Menge ein kräftiger, untersetzter Mann Bahn brach. Er war mit der gleichen Uniform bekleidet, wie der Leidtragende, und versäumte nicht, ein Kreuz zu schlagen, das er nach jeder Richtung der Brust und Stlrne scharf markirte, ehe er die dumpf aufschlagenden Steine hinunterschleuderte. Sein oartumrahmtes Gesicht mit den stark vorstehenden Backenknochen, der stumpfen, breiten Nase und den kleinen, geschlitzten Augen hatte einen ordinären, rohen Ausdruck und fügte sich schlecht in die wehmüthige Trauermiene, die er zur Schau tragen wollte. (Fortsetzung folgt.) daß die Richter nach Recht und Gewissen dasjenige für strafbar erklären werden, was sie stets für strafbar erklärt haben würde». und daß sie gegebenenfalls diejenigen Strafen verhängen werden, die sie jedenfalls verhängen würden.— Wir wünschen von Herzen, daß die unerhörten Ausschreitungen der Sozialdemokratie geahndet werden, aber wir wünschen auch dringlichst, daß dabei auch der leiseste Anschein vermieden werde, als wenn die Sozial- demokraten anders als nach strengstem Recht und Gesetz behandelt würden.— Stellt sich bei den Prozessen aber heraus, daß unsere Gesetze gegen die Ausschreitungen der Sozialdemokratie nicht ausreichen, nun so müssen, wir haben das schon oft betont, neue Gesetze geschaffen werden. Zu den Majestätsbeleidigungs-Prozeffeu gegen die sozialdemokratische Presse. Angebliche Maiestälsbeleidigung. Zur verantwortlichen Vernehmung war am 14. d. M. der ver- antwortliche Redakteur der„Brandenburger Zeitung", Genosse E. Wolfgang vor Gericht geladen. Es handelte sich um den Artikel„Hohenzollernsches" in der am 23. September beschlag- »ahmten Nummer 214 dieses Blattes. Die„Hamburger Nachrichten" haben es jetzt schwer, um den wachsenden Verlegenheiten in Friedrichsruh eine Ablenkung zu verschaffen. Auf die Bismarck-Böttichcr- Enthüllungen reagirt das Blatt mit einer Auskunft, die sich der Form nach gegen eine Bemerkung der„Weser- Zeitung" kehrt: Die„Weser-Zeitung" wundert sich über die Verwendung großer Summen aus dem Welfensonds für die Solvenz des Verwandten eines Ministers. Das Bremer Blatt sollte sich doch selbst sagen, wie wenig wahrscheinlich es ist, daß Fürst Bismarck den alten Kaiser bewogen haben würde, mit so großen Summen einzutreten, wenn es sich nur um einen Stralsunder Bankdirektor ge- handelt hätte. Auf die Politik des Reiches würde es doch nicht von Einfluß gewesen sein, ob ein einzelner Bankdirektor sich unlautere Sacken zu schulden kommen ließe." Das bestätigt indirekt die Mittheilungen unseres Kor- respondenten. Etwas verspätet ferner sucht das Organ von Friedrichs- ruhe die Enthüllungen über Für st Bismarck's Be- ziehungen zu Herrn v. Hammer st ein zu ent- kräfien durch folgende Ausführung: „Nach einer Mittheilung im„Vorwärts" hat Herr v. Hammer- stein in einer Wahlversammlung in Stolp am S. November 1888 erklärt:„Als meine Wähler mich 1831 in den Reichstag schickten, da berief mick der Reichskanzler telegraphisch nach Varzin." Fürst Bismarck hat damals— 1881— wohl kaum gewußt, daß dieser Freiherr von Hammerstein überhaupt existire resp. daß er in Pommern anwesend sei und daß er Redakteur der„Kreuz- Zeitung" werden würde. Herr von Hammerstein ist in arzin erschienen, nachdem er sich angemeldet und um die Annahme seines Besuches gebeten hatte. Unter solchen Umständen einem neuen„Kreuzzeitungs"-Redakteur zu sagen:„Ich will Sie nicht sehen!" das hätte ein Ergebniß der alten Deklaranten-Ver- stimmung sein können, aber es wäre nicht ministeriell gewesen." Na, wenn auch der Freiherr damit geflunkert hat, daß die Initiative zu dem Besuche vom Reichskanzler aus- egangen sei, so wird doch nicht bestritten, was er als Inhalt einer Unterredung mit dem Kanzler angegeben hat. Darüber hätte er sich damals auch in jener Versammlung nicht getrauen dürfen, wesentliche Unwahrheiten zu sagen. Damit ist aber bewiesen, daß der Kanzler den Kreuzzeitungs- Redakteur als politischen Bundesgenossen zu schätzen gewußt und zu verwerthen gesucht hat.— Deutsches Reich. — Zum preußischen Vereinsgesetz wird sogar im„Hamb. Korr." darauf hingewiesen, daß das geltende Recht im freiheitlichen Sinne gerade im Interesse der bürgerlichen Parteien einer Abänderung bedürfe durch Aufhebung des Verbots der Verbindung von politischen Vereinen untereinander, ein Verbot, das selbst den loyalsten Staatsbürger veranlaßt. Formen zur Umgehung zu suchen. Dergleichen sei weder zweck- mäßig noch würdig. Ebenso ungerechtfertigt wäre es, das Verbot der Theilnahme der Frauen. Schüler und Lehrlinge am politischen Leben auch auf die ge- selligen Veranstaltungen politischer Vereine anzuwenden.„Das Familien-Winterfest und das Sommergartenfest bilden aber für zahlreiche politische Vereine namentlich in stillen Zeiten überaus werthvolle Bindemittel; ohne sie würde die Vereinsthäligkeit gerade auch der bürgerlichen Parteien wesentlich beschränkter werden. Auch hier sucht man sich nothgedrungen dadurch zu helfen, daß das Kind einen anderen Namen bekommt. Allein, abgesehen davon, daß dieses Verfahren denn doch vielfach zu durchsichtig ist, bleibt auch hier der Mißstand der Anreizung zu gewohnheitsmäßiger Umgehung des Gesetzes." Weiterhin wird auch auf die Mißstände hingewiesen, welche aus der Behandlung der gewerblichen Fachvereine als politische Vereine entstehen.— Wenn am Vereinsgesetz geändert würde. so müßte man bei ungerechtfertigter Auflösung einer Versamm- lung dem Beschwerdeführer für diejenigen Fälle, in denen durch eine gesetzwidrige Handhabung der Versammlungspolizei ein durch die Aufhebung der Verfügung nicht wieder gut zu machender Schaden beigefügt wird, das Recht beilegen, in dem Beschwerde- oder Klageverfahren zugleich Schadenersatz von der Orts-Polizeibehörde zu verlangen. Aehnlich wie über die Buße in dem Beleidigungsverfahren vor dem Straf- richter würde über die Anfechtung der polizeilichen Verfügung und den Schadenersatz-Anspruch in ein und demselben Verfahren — was den Schadenersatz anlangt vorbehaltlich des etwaigen Regresses der Polizeiverwaltung an den Beamten— zu ent- scheiden sein. Daß Schadenersatz-Klagen, selbst wenn die Gerichte gegen die Behörden entscheiden würden, wofür jede Gewähr fehlt, niemals für eine politische Partei oder eine wirthschaftliche Jnteressentengruppe ein Ersatz für eine vereitelte. Versammlung sein werden, braucht nicht weiter auseinandergesetzt zu werde». Uebrigens werden die durchschlagendsten Gründe eine Ver- befferung des der Reaktion auf den Leib geschnittenen Vereins- gesetzgebung nicht herbeiführen.— — Ein Margarine-Gesetzwird,wiederosfiziöse„Ha>nb. Korr." in Erfahrung gebracht hat, vermuthlich im Laufe der nächsten Reichstags- Session von feiten der verbündeten Re- gierungen vorgelegt werden. Man wird sich erinnern, daß in der letzten Tagung von der agrarischen„Wirthschaftlichen Ver- einigung" ein Entwurf eingebracht worden war, dessen rigorose Vorschriften nicht nur bei Margarine-Fabrikanten und Händlern, sondern auch in land- und milchwirthschaftlichen Kreisen auf schwere Bedenken stießen. Ter Entwurf kam nicht mehr zur Verhandlung. Die in ihm vertretene Tendenz soll nach dieser offiziösen Erklärung nun durchaus nicht den von der Re- gierung gehegten Absichten entsprechen. Man will hier keineswegs das legitime Margarine- Geschäst, dessen wirth- schastliche Berechtigung und Nützlichkeit vollauf anerkannt wird, bedrängen, sonderu nur eine Gewähr dafür schaffen, daß einerseits keine Vermengung der Butter mit Margarine, andererseits keine Verfälschung der Margarine selbst statlsindet. Uebrigens haben die angestellten Erhebungen ergeben, daß die Gefahr der Margarine-Verfälschung ganz erheblich übertrieben worden ist. Die Richtung des Gesetzes soll einfach dahin gehen, daß. wer reine Butter kaufen will, diese ebenso sicher erhält, wie der, der reine Margarine will, solche bekommt. Ein Verbot des Verkaufs beider Fellstoffe in gemeinsamen Lokalen ist Keineswegs be- absichtigt; vermuthlich würde eine solche Maßnahme auch nicht zum Vortheil für die Butter ausschlagen.— — Zentral- Genofsenfchaftsrasse. Der„Reichs- Anzeiger" veröffentlicht eine königliche Verordnung, betreffend die Bildung des Ausschusses bei der Zentral- Genossenschaflskasse. Die wichtigsten Paragraphen derselben lauten: § 1. Der Ausschuß der preußischen Zentral-® enossenschafts lasse besteht aus: 1. dem Direktor der Kasse, 2. je einem Kommissar des Finanzministers, des Ministers für Landwirthschast, Domänen und Forsten, sowie des Ministers für Handel und Gewerbe 3. den sonstigen auf je drei Jahre von den vorgenannten Ministern zu berufenden Sachverständigen, 4. die Gesammtzahl der Mitglieder hat dreißig nicht zu übersteigen. § 3. Der Ausschuß ist wenigstens einmal jährlich, sonst nach Bedarf, von dem Vorsitzenden unter Mittheilung der Tages- ordnung zusaminenzuberusen. Mit Genehmigung des Vorsitzenden können auch nachträglich Gegenstände auf die Tagesordnung ge setzt werden. Z S. Dem Ausschuß ist Kenntniß von dem gesammten Stand der Geschäfte zu geben; er ist berechtigt, seinerseits Vorschläge über die etwa gebotenen Maßregeln zu machen.— Insbesondere ist der Ausschuß gutachtlich zu hören über: 1. die Grundsätze für die Kreditgewährung, namentlich die Höhe des Zinsfußes die Fristen und die Sicherheitsleistung; 2. die Grundsätze für die Annahme von Spareinlagen; 3. die Bilanz und die Gewinw berechuung.— Allgemeine Geschäflsanweisungen und Dienst instruktionen sind dein Ausschuß alsbald nach ihrem Erlaß zur Kenntnißnahme mitzutheilen. — Die Umfrage in Sachen der Apotheken reform, welche von der„Pharmaceutischen Zeitung" einge leitet worden ist, hat folgendes. Ergebniß gehabt: Es sind bis zum 10. Oktober 2143 Antworten eingegangen. Davon haben gestimmt: 1. für die Realkonzession 939, 2. für das gemischte System 735, 3. für die Verstaatlichung 127, 4. für die Niederlassungssreiheit 55, 5. für die reine Pev sonal-Konzession 21, 6. für verschiedene Systeme 229, 7. Genaue Antworten abgelehnt 7. Von den 229 Einsendern. welche für verschiedene Systeme gestimmt haben, haben sich ent- schieden: 160 in erster Linie für Realkonzcssion, 63 für das ge mischte System, 2 für Personalkonzession, 4 für Niederlaffungs freiheil. Dr. Bötiger, der Redakteur der„Pharmaceutischen Zeitung", wird nunmehr eine Denkschrift über das Apotheken wesen ausarbeiten und allen maßgebenden Behörden, sowie, wenn es nöthig ist, auch allen Reichstags- und Landtags-Abgeordneten überreichen.— eber die Briefe deS Freiherrn v o H a m ny/l stein bringen die Zeitungen täglich neue Ver muthzMen. Es genügt uns dies zu konstanliren. Wir haben die Aufgabe, all das richtig zu stellen, was andere Blätter en und ersinnen.— München, 16. Oktober. Kammer der Abgeordneten Aus der Tagesordnung stehen drei Anträge Lerno(Zentrum). Ratzinger(Bauernbund) und Löwen st ein(Sozialdemo- k r a t) auf Zl band er ung des Hei mathsgesetzes. Der Minister des Innern Freiherr v. Feilitzsch erklärt, die Regierung stehe noch heute auf dem Standpunkte des Antrages Lerno, welchen die Kammer der Reichsrüthe abgelehnt habe. Die Regierung erwäge. auf welchem Wege die Einwände der Reichsrüthe zu beseitigen seien; sobald diese Erwägungen zum Abschluß kämen, würde sie einen Gesetzentwurf auf Abänderung des Heimathsgesetzes ein- bringen.(Beifall.) Angesichts dieser Erklärung zieht Lerno seinen Antrag zurück. Im Laufe einer längeren Geschästsordnungs Debatte erklärt Freiherr von Feilitzsch, er könne über den Zeitpunkt der Einbringung keine bindende Erklärung ab- geben; die Sache werde jedoch für eine brennende erachtet und die Vorlage baldmöglichst fertig gestellt werden. Darauf zogen auch Dr. Ratzinger und Löwenstein ihre Anträge zurück. Auf der morgigen Tagesordnung steht die geschäftliche Ve. Handlung des Antrages Grillenberger, betreffend die Ertheilung eines Mißtrauensvotums an die Regierung. Die„Franks. Ztg." schreibt zum Antrag Grillenberger und zur Charakterisirung des Zentrums ganz treffend folgendes: „Ein dem Ministerium zu ertheilendes formelles Mißtrauens- votum ist in deutschen Parlamenten nicht zu häufig, in Bayern genießt der Antrag sogar den Reiz der Neuheit, da eine Be- schlußfassung in dieser Form bisher nicht vorgekommen ist. Das neue an dem Antrag vermehrt offenbar das Unbehagen, niit dem die Politiker der beiden großen Parteien ihn sichtlich aufgenoimnen haben. Gan� besonders das Zentrum versetzt er in eine nicht geringe Verlegenheit, die sich in allerhand Seitensprüngen offenbart. Diese Partei weiß sich in Bayern, manchmal mit Geschick, inanchmal ziemlich tölpelhaft, den Anschein eines besonders rücksichtslose» und unerschrockenen Vorgehens zu verschaffen. Sie ist reformfreundlich bis in die Knochen, sie steckt voller weit- ausschauender Pläne, sie will die volksthümlichste Politik, sie wüthet bei passender und unpassender Gelegenheit gegen die Minister— aber im entscheidenden Moment thürmen sich ihrem Vorgehen immer unüberwindliche Hindernisse entgegen und es bleibt alles beim alten. Was hat sie in der letzten Session nicht alles an wirlhschaftlichen Reformen versprochen— um hinterher wie Kronos die eigene» Kinder zu verschlingen. Ein klassisches Beispiel ihrer Schaumschlägereien bildet auch die Behandlung des Wahlrechts. Unzählige Male hat sie dessen Reform den Wählern zugesichert, als aber die Möglichkeit dazu vorhanden war, warf sie sich durch die Fiktion der Unmöglichkeit einer Verfassungsänderung unter der Regentschaft die Thür selbst vor der Nase zu. Ganz genau nach diesem Muster arrangirte sie die Fuchsmühler Interpellation. Die entscheidenden Fragen wurden möglichst abgeschwächt gestaltet, dann aber ein großes Wortgefecht mit einer„vernichtenden" Kritik elablirt, das den Minister» gewiß nicht angenehm ge wesen ist, das aber nach den getroffenen Veranstaltungen resultatlos verlaufen mußte. Die Zentrums-Abgeordneten hüteten sich sehr wohl, in ihrer Opposition über eine gewisse Linie hinaus zugehen, die es ihnen nach eingetretenem Waffenstillstand gestaltete, mit de» Minister» wieder in der allen Weise hinter den Koulissen zu verhandeln, wie das der Kammerpräsident seinen Wähler» ja so schön geschildert hat. Keiner der Zentrunrsredner erhob in der Debatte den Ruf:„Fort mit den Ministern", das überließ man der Presse, deren nachträglicher Lärm praktisch be- deutungslos war und nur den Ziveck hatte, den Wählern die „Mannhaftigkeit" derer vom Zentrum in Brillantbeleuchtung zu zeigen... Aber freilich, wenn das Zentrum wieder einmal vor die Entscheidung gestellt ist, komme» abermals die„unüberwindlichen Schwierigkeiten". Ganz ähnlich wie bei dem Wahlrecht sucht man auch jetzt eine Kulisse, hinter der man sich verstecken kann, um im eutscheidenden Moment nicht Farbe bekennen zu müssen. Das Vorgehen der Sozialdemokraten ist gewiß ungewöhnlich, weil es nichts anderes bedeutet, als eine geschlossene Debatte wieder zu beginnen und zu korrigiren. Aber es handelt sich dabei weniger um die Form, als um die Sache. Wäre das Zentrum innerlich so überzeugt von der Unfähigkeit des Ministeriums, von dessen Gefährlichkeit und Schädlichkeit, die Formfrage wäre gewiß das geringste Hinderniß eines entsprechenden Vorgehens. Aber wie schon so häufig in der Geschichte des bayerischen Parlamentarismus, so muß man auch diesmal streng unterscheiden zwischen dem, was den Wählern gegenüber behauptet und den Mini st ern gegenüber getban wird. So klug. nun nicht plötzlich das Vertrauen zu den Ministern auszusprechen. sind die Ultramontane» natürlich. Den Mantel, den sie zur Bedeckung ihrer Blöße umschlagen, finden sie in der Verfassung. Sie behaupten — und die Minister wie die„Liberalen" schließen sich ihnen an— die Beschlußfassung über ein Mißtrauensvotum gehöre nicht zu den verfassungsmäßigen Obliegenheiten der Kammer. Daber beruft sich das Zentrum auf seinen Charakter als„monarchische Partei", die nicht in die Befugnisse der Krone in der Ernennung und Entlassung der Minister eingreifen wolle. Das klingt sehr schön, es ist aber doch nicht viel mehr als eine Phrase, die durch die Vergangenheit wider- legt wird. Denn das Haus in der Prannerstraße ist schon öfter von ähnlichen Stürmen durchtobt worden wie sie die Sozialdemokraten jetzt herbeiführen möchten. Der jetzige Reichskanzler wurde als bayerischer Minister durch ein Mißtrauensvotum der Kammer gestürzt, das die Ultramontanen� die sich damals„Patrioten" nannten, herbeiführten; 1875 sprachen die Ultramontanen gleichfalls dem Gesammtministerium ihr Mißtrauen aus, obgleich sie doch auch damals eine „monarchische Partei" darstellten. Der Unterschied zwischen damals und jetzt ist von untergeordneter Bedeutung; damals wurde das Mißtrauen in einer Adresse votirt, während die Sozialdemokraten lediglich einen formellen Beschluß herbeiführen wollen. Die Adresse greift aber genau so viel oder so wenig in die Prärogative der Krone ein, wie der Beschluß. In dem einen wie in dem anderen Falle steht es der Krone frei, dem Votum der Kammer nachzukommen oder nicht. Beschlu gefaßt und abgestimmt werden muß jedesmal und die Krone kann, wenn sie das vorzieht, in dem einen wie in dem anderen Falle an das Volk appelliren, sie kann auch— wie 1375 geschah— einen Beschluß ebenso unbeachtet lassen� wie eine Adresse, obgleich die Situation zwischen Ministerium und Parlament dadurch äußerst gespannt werden müßte. Denn dadurch, daß ein Parlament seine Meinung über das Ministerium äußert, wird ein Land noch nicht parlainentarisch regiert, dazu gehört denn doch das Uebergewicht der Beschlüsse des Parlaments. Die Frage ist von größerer Bedeutung, weil sie eine Macht- frage für den Landtag, d. h. für das Volk darstellt. Kein Par- lament kann eines seiner Rechte preisgeben, ohne Verrath am Volke zu üben. — Die Annehmlichkeiten der Vereinsgefetz werden auch schon dem Zentrum fühlbar, was übrigens den frommen Schwarzen durchaus nichts schaden kann. Aus München berichtete nämlich Sigl's„Vaterland": Der hiesige Arbeiter-Wahlverein desZentrums gilt nun auch schon als„staatsgefährlich"! In einer Versamm- lung, die er am Sonntag in Giesing hielt und der auch der Abgeordnete Dr. Frank beiwohnte, wurde über alles Mögliche und noch einiges gesprochen. Als der Schriftsetzer Völkel zur „römischen Frage" sprach, gefiel die Rede dem überwachenden Polizei kommissar nicht, der den Vorsitzenden aufforderte, Völkel das Wort zu entziehen. Als nun ein anderer Redner, Schlosser Schirmep meinte, dazu habe der Kommissar kein Recht gehabt, er« hob sich der Kommissar, setzte die Amlsmütze auf und verlangte vom Vorsitzenden, daß auch Schirmer das Wort ent- zogen werde, und da nun Schirmer ihm zurief, die Mütze abzunehmen, löste der Kommissar gegenüber der �..allgemeinen Entrüstung" die Versammlung auf und forderte auf, den Saal zu verlassen. So hochgradig soll die„Erregung" gewesen sein daß der Kommissar Bedenken trug, sich ungefährdet entfernen zu können, was ihm aber„zugesichert" wurde.— Der Arbeiter Wahlverein will gegen die Auslösung dieser Versammlung„Protest erheben".— Charakteristisch scheint uns an der Mittheilung besonders. daß es sich um einen Arbeiter- Wahlverein handelte. Daß die Versammlungen anderer Zentrumsvereine heute, nach- dem das Deutsche Reich längst nach Kanossa gegangen ist, irgendwo aufgelöst worden wären, davon haben wenigstens wir noch nichts gehört.— - Geschäft und Politik. Hinsichtlich einer anti- semitischen Kandidatur im zweiten Dresdener Wahlkreise (Johannstadt) wird der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung" gemeldet, daß sich die Antisemiten gegen Zahlung einer Abfindungssumme (man munkelt von 556 M.) bestimmen ließen, von einer eigenen Kandidatur abzustehen. Die lange Ungewißheit scheint demnach daran gelegen zu haben, daß man sich nicht über den Kaufpreis einige» konnte Oesterreich. — Das Arbeitsprogramm des Kabinets B a d e n i. In erster Linie will man das Budget noch vor Be- ginn des Budgetjahres fertigstellen. Außer dem Budget sollen nach den bestehenden Dispositionen noch das aus dem Herren- hause zurückgelangte Gesetz über die Verfälschung der Nahrungs- mittel und das Gesetz über das statistische Arbeitsamt vom Ab geordnetenhause erledigt werden. Der Wahlreform-Entwurf des Grafen Badeni wird jedenfalls noch vor den Weihnachtsfeier- tagen dem Abgeordnetenhause unterbreitet werden. Aus dem Programm der Frühjahrssession würden dann die Verhandlung über die Wahlreform, die Berathung der Exekutionsordnung und die Beendigung der Steuerreform stehen. Finanzminister Dr. v. Bilinski hegt den Wunsch, die Steuerreform zum Ab 'chlusse zu bringen.— Ungarn. — Die Demonstration in Agram anläßlich des Besuches des Kaisers habe» sich wiederholt. Aus Agram wird hierüber telegraphirt: Bei den Diensttägigen Kundgebungen vor der serbischen Kirche bewarfen Studenten das Gebäude der serbischen Bank mit Steinen. Hierdurch wurden mehrere Fenster zertrümmert, auch sollen mehrere Personen verletzt sein. Um die Menge zu beruhigen, wurde an der Kirche neben der serbischen auch die kroatische Fahne -zehißt. Die Gendarmerie zerstreute die Ruhestörer mit gefälltem Vajonnet. Die Serben riefen:„Es lebe der Kaiser!" was die Kroaten mit dem Rufe:„Es lebe der König von Kroatien!" er« widerten. Die Demonstrationen dauerten bis 6 Uhr abends, um welche Zeit die serbische Fahne auf der Kirche eingezogen wurde, worauf ofort Ruhe eintrat. Bei den Nachmittags- Demonstrationen machten Polizei und Gendarmerie von den Waffen energisch Gebrauch, mehrere De- monstranten sowie ein Polizist wurden verwundet. Während der Fahnen-Krawalle, welche den ganzen Nach- mittag über angehalten hatten, mußte die Gendarmerie mit blanker Waffe einschreiten; doch trat abends nach Einziehung der serbischen Fahne vorübergehend Ruhe ein. Kaum aber war die Gendarmerie abmarschirt, so kam es zwischen Serben und Kroaten zu neuen Zusammenstößen, so daß die Polizei abermals einschreiten mußte. Auf beiden Seiten erfolgten mehrere Ber« wundungcn. darunter einige ziemlich schwere.— Der Rechtshörer Frank war gestern Nacht wegen Jnsulti- rung der ungarischen Fahne mißhandelt und zur Polizeistation gebracht worden, wo ihm die Wunden verbunden wurden. Um Revanche zu nehmen, zogen heute Vormittag 33 Juristen mit der Universttätsfnhne nach dem Jelacies-Platz, wo die mitgebrachte ältere ungarische Fahne öffentlich verbraunt wurde.— Belgien. — Lockfpitzelei. Wir haben schon vor einigen Tagen unseren Lesern die Mittheilung gemacht, daß der sozialistische Deputirte Alfred Defuisseaux, der 1889 in dem großen Komplot« Prozeß in contumaciani verurtheilt war, von den Geschworenen einstimmig freigesprochen ist. Wie sehr recht wir nrit unserer Annahme hatle», daß niemandem die Verhandlungen unangenehmer seien, als der belgischen Regierung, die ehr konipromittirende Enthüllungen zu erwarten hatte, das be- tätigt sich jetzt, wo ausführlichere Meldungen über den Gang des Verfahrens vorliegen. In der Sitzung vom 16. Oktober wurden, wie wir der K. Volksztg." entnehmen, alle Zeugen verhört, die schon in dem Prozesse von 1889 eine Rolle gespielt haben. Während der damalige Untersuchungsrichter Oblin be- hauptete, Defuisseaux habe die Anwendung von Gewalt- maßregeln gepredigt und ihm fielen thats Schlich die damaligen Unruhen, Brandstiftungen und Dynamitanschläge zur Last, stellte die Verlheidigung durch geschickte Zwischenfragen fest, daß die Hauptbelastungszeugcn Pourbaix, Andrs und ein ge- wiffer Adam in der That Polizeispitzel waren, was bis zum letzten Augenblicke jedermann, dem Gerichtshose sowohl als den Angeklagten aus dem Jahre 1389 unbekannt war. Pourbaix halte Defuisseaux wiederholt in seinem Aufenthalt an der französischen Grenze aufgesucht und ihn auf. gereizt, die Grenze zu überschreiten, ja einmal sogar telegraphisch die Ankunft Defuisseaux', die das Zeichen zum Losschlagen sein sollte, bekannt gemacht. Das alles wurde unwiderleglich dargethan durch Verlesung mehrerer Briefe Pourbaix' an die Sicherheitspolizei. In seinem Plaidoyer, das am Nachmittage begann, begründete der Staatsanwalt zunächst rein formell die Erhebung der An- klage, weil ein Abwesenheitsurtheil gegen Defuisseaux vorliege, sodann thatsächlich, weil er überzeugt sei. daß er eine Revolution habe entfesseln wollen Obwohl er übrigens nicht glaube, eine Verurtheilung des Angeklagten erreichen zu können, dessen ehemalige Mitangeklagte schon zweimal freigesprochen wären, so müßten doch die Geschworenen bedenken, daß er ziveifellos eine revolutionäre Bewegung habe entfachen wollen: er habe behauptet, durch den allgemeinen Ausstand das allge» meine Stimmrecht haben erwerben zu wollen, offenbar durch eine Revolution, bei der er sogar an eine Einmischung des Auslandes gedacht habe; in der Arbeiterbevölkerung habe er den Klassenhaß genährt, die revolutionären Artikel und die Verschwörung, auch die Verlheilung von Dynamit, alles sei sein Werk. Der Vertheidiger Picard griff mit Schärfe den merkwürdigen Widerspruch in der Rede des Staatsanwaltes an, der erst die Anklage habe fallen lassen und dann zwei Stuude» die Geschworenen für ein Schuldig bearbeitet habe. Nachdem der zweite Vertheidiger nochmals ausführlich dargelegt hatte, daß v om Staate bezahlte Polizeispitzel die Hauptmacher gewesen seien, machte der Staatsanwalt in seiner Replik die charakteristische Bemerkung, daß er zwar an die Schuld des Angeklagte» glaube, aber nicht der Ansicht sei, daß in der gegenwärtigen Lage die Gerechtigkeit verlange, ihn zu bestrafen: er glaube, hier als oppor- tunistischer Politiker handeln zu müssen! Mit recht entgegnete Picard, er wisse kaum noch, vor wem er stehe, denn es handle sich hier dämm, Gerechtigkeit zu finden, nicht Politik zu treiben. Nach kurzer Be- rathung sprachen die Geschworenen, wie gemeldet, den Freispruch. Die charakteristischen und wichtigen Lehren dieses Prozesses sind aber wohl zu merken: erstens, daß die belgische Regierung 1389 durch bezahlte Spitzel die Arbeiterbewegung in die Bahnen der Gewalt lenken und dadurch für immer unterdrücken wollte, und zweitens, daß auch in Belgien allgemach die Politik zu einem ausschlaggebenden Faktor der Rechtspflege wird. Der erste bedenkliche Schritt dazu ist in voller Oeffentlichkeit von dem Brüsseler Staatsanwalt vor den Geschworenen gethan. Con'ost quo le prernier pas qui coüte— nur der Anfang ist schwer. Für unsere deutschen Leser können wir vielleicht noch hinzu- fügen, daß es in Deutschland keine Polizeispitzel giebt— wie Herr Brausewetter von hoher Gerichtsstelle herab bekannt gemacht hat. Frankreich. Paris, 14. Oktober.(Eig. Bericht.) Kammer- und Ge- m e i n d e r a t h s- W a h l e n. Bei der gestern in Lyon statt« gehabten Abgcordnetenwahl, bei der es sich darum handelte, an stelle des verstorbenen Regierungs-Abgeordneten Guichard einen neuen Abgeordneten zu wählen, ist der bisherige sozialistische Gemeindernth Bonnard mit 2793 Stimmen als Sieger aus der Urne hervorgegangen. In M o n t l n g o n. das durch den ver- storbenen Genossen Thivrier vertreten war, der bei den all- gemeinen Wahlen von 1893 in der Stichwahl gegen den Regierungs» kandidaten gewählt wurde, kommt es auch diesmal wieder zu einer Stichwahl; und hat auch Herr Vacher diesmal 466 Stimmen mehr als der sozialistische Kandidat Lätang erhalten, so kann man doch hoffen, daß der Sitz den Sozialisten erhalten bleibt, da deren Kandidat mit dem ihm folgenden sozial-radikalen Kandi- baten um 966 Stimmen mehr auf sich vereinigt haben als der Regierungskandidat.— Im hiesigen fünften Wahlbezirke und zwar im Sorbonne-Viertel fand gestern eine Gemeinderathswahl statt, bei der die meisten Stimmen auf Genossen Andre Lefövre, einen Redakteur der„Petite Ropublique", entfielen. Kommt es auch zu einer Stichwahl, so ist doch kein Zweifel, daß dieser Sitz für die Sozialisten gewonnen ist, da selbst der ihm zunächst olgende Kandidat ebenfalls ein Sozialist ist. Man sieht, daß üs zur Vernichtung der Sozialisten die Herren Bourgeois sich noch ein wenig werden gedulden müssen.— Ruhland. St. Petersburg. Abschaffung der Prügel» straf e. In der Generalversammlung der„Kaiserlichen freien ökonomische» Gesellschaft", deren Präsident Graf Heyden ist, wurde beschlossen, alles aufzubieten, um die schmachvolle Prügel- strafe auch für die Personen des Bauernstandes abzuschaffen.— Rumänien. — Das konservative Kabinet wurde durch ein liberales ersetzt.— Türkei. Koiistantinopel, 16. Oktober. Das armenische Komitee hat gestern in Galata und Stambul abermals die Sperrung jener armenischen Geschäfte herbeigeführt, welche in den letzten Tagen geöffnet worden waren; heule wurde das Gleiche in Pera ins Werk zesetzt. In der Kirche in Pera haben neuerdings wieder 156 und in der in Galata 66 Flüchtlinge Zuflucht gesucht.-Der Grund hierzu liegt in einigen in de» letzten Tagen vorgekommenen Zusammen» stößen in den Vorstädten von Stambul und am Goldenen Horn in Kasstm Pascha und Hasköi, deren Opfer sich der Zahl nach nicht genau feststellen lassen. Außer auf diese jedenfalls uu- dedeutenden Vorgänge ist die neue Flucht in die Kirchen Haupt» 'Schlich auch anf die Eriverbs- und Obdachslostgkeit der bedrohten armen Klasse» und ferner auf die Furcht der in den kürkischen Vierteln vielfach isolirt Wohnenden zurückzuführe», zuletzt auch auf die aä hoc gerichtete Agitation des armenischen Komitees, dessen ungeschwächt fortgesetzte Thätigkeit auch aus anderen Anzeichen klar hervorgeht. Auch unter der türkischen Be» völkerung hält die ausgeregte Stimmung an, Haupt» Schlich infolge alarmirender Gerüchte, so z. B. über bevor- 'tehende große Zugeständnisse an die Armenier. Es werden immer noch Plakate an den Moscheen und Straßenecken gefunden. die eine sehr erregte Sprache führen. In den letzten Tagen wurden abermals Verhaftungen und zwar auch unter den Türken vorgenommen. Nach einer Meldung der„Daily News" aus Konstantinopel hat am 9. Oktober in Slkhissar, 126 Meilen von Konstantinopel, türkischer Pöbel Armenier angegriffen, wobei fünfzig Personen -tetödiet und eine große Anzahl verwundet wurden. Da gerade Markttag war, wurde der Markt geplündert; die Behörden 'chützten die Christen nach Kräften. Der„Daily Chronicle" meldet aus Konstantinopel vom 14. Oktober, der britische, französische und russische Botschafter unterzeichneten gestern in völliger Uebereinstimmung die Vor» chläge, die sie der Pforte unterbreiten wollten, und übergaben ic dann Said Pascha. Bis 4 Uhr nachmittags war noch keine Antwort eingelaufen, was als ein ungünstiges Zeichen an- tesehen wird. Sollte noch eine weitere Verzögerung eintreten, ind die Botschafter entschlossen, der Pforte ein Ultimatum zu überreichen, welches fast dieselben Forderungen aufstellt, wie der Reformvorschlag vom II. Mai, indem nur auf die Anstellung eines christlichen Oberkommissars verzichtet wird, Der in einzelnen Blättern aufgetauchten Nachricht, daß die Verhandlungen über die Reform in Armenien aus dem Gremium ber brei Initiativmächte auf das europäische Konzert übertragen feien, wird die Thatfache entgegengehalten, daß über diese Frage nur die Botschafter Englands, Rußlands und Frankreichs verhandeln. Das Die Militärsperre ist in Kassel wieder über ein Lokal verhängt worden, wo unsere Parteigenossen verkehren. mehr so ferne, wo die Militärbehörde in Cassel entweder sämmt Volksblatt für Heffen" meint hierzu:„ Die Zeit ist jetzt nicht liche Lokale sperreu oder wenn dies nicht angängig ist auf die Sperre ganz verzichten muß. An den Lokalbefizern selbst liegt es, diesen Zeitpunkt alsbald herbeizuführen, indem sie ein fach ihre Lofale je der Partei zur Verfügung stellen." Die Delegirten der drei Botschaften, welche das armenische uns gelassen. Die Größe und Bedeutung unseres Fortschritts er gerichteten Telegramm diesen gestern melden, daß die ersten ach Reformprojekt vom 11. Mai ausarbeiteten, hatten gestern eine hellt am deutlichsten aus der Thatsache, daß unter je 1000 abgegebenen Glasarbeiter, die von Rességuier nach Carmaux geschickt wurden Konferenz mit dem Generalsekretär des Auswärtigen, Munir Bey, giltigen Stimmen 344 im Jahre 1891, 359 im Jahre 1893, am nachdem sie die wahre Sachlage erkannt haben, morgen wieder in welcher sie das Reglement für die Verwaltung der armenischen 11. Oktober 1895 dagegen 433 auf die Kandidaten der sozial- abreisen werden. Die Solidarität der Arbeiter hat eben über Provinzen aufstellten. Die drei Botschafter trafen später mit dem demokratischen Partei fielen. Vor vier Jahren eroberten wir alle Ränke Rességuier's den Sieg davongetragen. Diese acht Minister des Auswärtigen, Said Pascha, zusammen und genehmigten von 40 Bezirken 22, vor zwei Jahren 26 von 52, heuer dagegen Arbeiter waren auch in der gestern Abend in Carmaux stattdas Reglement, welches jetzt der Sanktion durch den Sultan harrt. 34 von 53. Das Jahr 1891 brachte uns in 8, das Jahr 1893 gehabten Protestversammlung, die von ca. 5000 Personen besucht Die Botschafter erwarten heute die Antwort des Sultans. Die in 15, der verflossene Freitag dagegen bereits in 24 von 53 Be- war, erschienen, wo sie mit lebhaftem Enthusiasmus empfangen endgiltige Regelung der Frage wird im Laufe der Woche durch zirken absolute sozialistische Majoritäten. Schreiten wir in dem wurden und einer derselben, der Glasarbeiter Renon, erzählt die Verkündigung des das Reglement einschließenden kaiserlichen selben Maße weiter vorwärts, so werden wir in zwei Jahren hatte, unter welchen Vorspiegelungen er und seine KaDefrets erhofft. Das Reglement enthält auch die Bestimmung, mindestens ebensoviel Stimmen auf unsere Listen vereinigen, wie meraden nach Carmaux gelockt wurden, aber erkennend, daß daß der kaiserliche stellvertretende Kommissar zur Ueberwachung unsere sämmtlichen Gegner zusammen. man sie hinters Licht geführt, sich geweigert hatten, der Reformen Christ sein soll. brüdern zu werden. So wird nun Herr Rességuier zu seinem in die Fabrik zu ziehen und zu Verräthern an ihren Arbeitsauch noch den Spott zu tragen haben. In der Versammlung, Schaden, der ihm aus der Anwerbung dieser Arbeiter erstanden, bat, haben nebst ihm noch die sozialistischen Abgeordneten die von Jaurès präsidirt wurde, der die 8, Streitbrecher" vorgestellt Groussier, Gérault- Richard, Desfarges, Millerand, Toussaint und Antide Boyer das Wort ergriffen, um sowohl das Vorgehen Rességuier's wie das der Regierung und deren Handlanger ge= - Ein neuer Erfolg der Insurgenten. Nach Die sozialdemokratische Partei Dänemarks hat dem Folke- bührend zut beleuchten. Das gleiche geschah auch in einer Drahtmeldung der C. N. of G." hat am 2. d. M. der thing einen Gesetzvorschlag eingereicht, der die Einführung der der am Nachmittage in Albi stattgehabten Protest= Insurgentenführer Maceo nach fünfstündigem heftigem Kampfe geheimen Abstimmung für die Wahlen zum Reichstag ausspricht. versammlung, in der nebst Millerand, Faurės, Géraultdie Spanier unter Navarro bei Linares, an dem Berge von Zur Begründung führte Genosse Olsen aus: Wir wünschen Richard und Compayré auch der demokratische Senator Magota, vollständig geschlagen. Spanischerseits wurden fünf durch diesen Antrag einen freieren und ungehinderten Gebrauch Delpech das Wort ergriffen hat, um zu erklären, daß er sich Offiziere getödtet, zehn verwundet und 380 Soldaten getödtet des Wahlrechtes herbeizuführen. Zugleich haben wir im Geseß dieser Manifestation anschließe, weil er als alter Republikaner eine Beit, 8 Uhr abends festgesetzt, vor welcher die Wahl- darüber empört sei, wie die Regierung alle ihre Versprechungen, Die Gesammtzahl der auf spanischer Seite seit Beginn des handlung nicht geschlossen werden darf, damit keinem Arbeiter in den Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern unRuba- Feldzuges infolge Krankheit Gestorbenen und in den Ge- die Möglichkeit abgeschnitten wird, sich an der Wahl zu be- parteiisch handeln zu wollen, so offenfundig Lügen strafe. Die fechten Gefallenen beläuft sich nach einer telegraphischen Meldung theiligen. Endlich schlagen wir vor, daß jeder Kandidat vier zu gunsten der Streifenden erhobene Eintrittsgebühr aus Havannah auf 185 Offiziere und 1810 Soldaten. Diese Männer wählen kann, die freien und ungehinderten Zugang zu sammlung war von ca. 2000 Personen besucht Zahl dürfte kaum den Thatsachen entsprechen. Uebrigens fehlt den Wahllisten haben, um zu verhindern, daß einzelne Männer Reineinnahme von 600 Fr. Während diese Versammlung in Albi die Mittheilung, wie groß die Zahl der an ansteckenden Krank- einen Druck auf die Wähler während der Abstimmung ausüben. heiten Gestorbenen ist. Todtenliste der Partei. In Nürnberg ist der Polier Wilhelm Flaxmeier, langjähriges Mitglied des dortigen Die Krisis des Schwefelbergbaus Wahlvereins, aus dem Leben geschieden. in Bizilien. und verwundet. Kuba. " war. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " die Verergab eine tagte, hielt Jules Guesde in Montluçon ebenfalls 2000 Personen besucht war und ein Reinerträgniß von 500 Frts. zu gunsten der Streifenden eine Konferenz, die von über abwarf. Gleichzeitig fand auch in Reims eine große Versammlung statt, in der Mirman die Regierung als Agenten und Mitschuldigen Rességuiers gebührend brandmarkte und worauf Rom, 12. Oftober. Wegen Beleidigung des Ortsvorstehers von Greußen war ihm zu Ehren ein" Punschabend" gegeben wurde, bei dem eine Der Bergbau überhaupt ist in Italien verhältnißmäßig un- der Parteigenoffe Wilhelm Schmidt, Redakteur der zu gunsten der Streifenden vorgenommene Tellersammlung über beträchtlich; er beschäftigt nur 55 000 Arbeiter. Aber von diesen Voltsstimme" in Frankfurt a. M., vom dortigen Land- 400 Frks. ergab. Bei solchen Beweisen der Theilnahme und In seinem Solidarität mit den Glasarbeitern von Carmaux, zu denen sich 55 000 find allein beim fizilischen Schwefelbergbau 38 000 Mann gericht zu 300 M. Geldstrafe verurtheilt worden. beschäftigt. Auch für Sizilien ist freilich eine Industrie, welche Revisionsantrage berief sich Schmidt beim Reichsgericht darauf, noch das heutige Votum des Pariser Gemeinderaths 38 000 Personen beschäftigt und also, wenn man die stark ver- daß er zur Zeit des Druckes der Nummer als Reichstags- gefellt, das ihnen zwanzigtausend Franks zuweist, tretene Kinderarbeit in Rechnung bringt, höchstens 150 000 Per- Abgeordneter in Berlin gewesen sei. Die Revision wurde jedoch kann es keinem Zweifel unterliegen, daß diese zum Siege gelangen fonen ernährt, feineswegs der ausschlaggebende Faktor für das verworfen, da der Brief mit der Notiz ja auch schon früher ein- werden. Soweit unser Pariser Korrespondent. Wie der Telegraph wirthschaftliche Wohl oder Elend der Bevölkerung; der weit- gegangen sein könne, was nicht widerlegt sei. aus größte Theil der sich etwa auf 312 Millionen belaufenden -Das Reichsgericht verwarf die Revision, die Redakteur berichtet, soll inzwischen ein Individuum, dem es übrigens ges Einwohnerzahl der Insel ist beim Betriebe des Ackerbaues ver- Tauscher von der Schwäbischen Tagwacht" gegen lungen sei, zu entkommen, auf den Direktor Refféguier einen wendet. Gleichwohl macht eine Krisis in der Schwefelproduktion das Urtheil des Stuttgarter Schwurgerichts eingelegt hatte, Revolverschuß abgegeben haben, wodurch dieser leicht gestreift für zwei sizilische Provinzen, Caltanissetta und Girgenti nahezu wonach er wegen Gotteslästerung drei Monate Gefängniß zu worden wäre. Einem Gerücht zufolge stehe wegen dieses Attentats eine Lebensfrage aus; und die gegenwärtige Schwefelfrisis wirkt verbüßen hat. Das Vergehen soll in einem Leitartikel der die Verhaftung des Deputirten Jaurès bevor. Der Kassirer des Streiffomitees Charpentier fei verhaftet worden, weil er den um so nachtheiliger, da die gleichzeitig in Sizilien vorhandene Schwäbischen Tagwacht" enthalten sein. Der Parteigenosse Arno Dörr, wegen Meineids. neuangeworbenen Glasarbeitern Geldzuwendungen machte, damit Ackerbaukrisis die einstweilige Herübernahme der entlassenen Schwefelbergleute in den Ackerbaubetrieb unmöglich macht. verdachts" im Prozeß des Genossen Fleißner aus Pirna ver- fie Carmaux verließen. Unter den Ausständigen herrsche große Die Ursachen der augenblicklichen Krisis, welche zur haftet, bleibt in Haft. Wie die Sächs. Arbeiter- Zeitung" meldet, Aufregung. Es bleibt abzuwarten, ob die Nachricht von dem Attentat Schließung vieler Schwefelgruben geführt hat, sind einerseits in ist das Kautionsanerbieten der Frau Dörr vom Dresdener Geder leichtfertigen Ueberproduktion der unwissenden Grubenbesitzer richt mit der Begründung abgelehnt worden, daß Kollusions- nicht bloßer Schwindel ist, der den Zweck hat, eine Verhaftung zu suchen. Da die Schwefelausfuhr aus Sizilien sich vom Jahre gefahr vorliege( Gefahr der Verdunkelung des Thatbestandes einer der im Streifgebiet anwesenden sozialistischen Deputirten herbei1860 bis zum Jahre 1893 von 144 000 auf 368 000 Tonnen ge- Handlung). Hoffentlich wird es recht bald zur richterlichen Ent- zuführen und dadurch die streikenden Arbeiter ihrer thätigsten steigert hatte, so nahmen die Grubenbesitzer an, sie würden um scheidung kommen, damit Genosse Dörr, für den der Prozeß aller Bertheidiger zu berauben. Denn das, nicht Aufhetzer sind sie. so mehr Schwefel verkaufen, je mehr sie zu tage förderten. So Voraussicht nach günstig ausfallen muß, von der Qual der Unter- Die franzöfifche Bourgeoisie ist, was ihre ganze Geschichte häuften sich unverkaufte Vorräthe an, die sich von Jahr zu Jahr suchungshaft befreit wird und zu seiner geängstigten Familie seit 1789 lehrt, bei der Verfolgung ihrer selbstsüchtigen Zwecke am wenigsten blöde. Das wollen wir von vornherein vermehrten und nothwendigerweise den Preis des Schwefels auf zurückkehren kann. dem Weltmarkte herabdrückten. Es ist statistisch nachgewiesen, In Mülhausen i. E. weht der Wind gegenwärtig den deutschen monarchischen Zeitungen für den daß der Niedergang der Schwefelpreise in direktem Abhängigkeits: selbstverständlich noch schärfer, als das schon früher der Fall Fall entgegenhalten, daß sie unserer Partei das in Carmaux angewesene öffent- geblich begangene Attentat mit mehr Erfolg an das interverhältnisse zu der Masse der zu tage geförderten Vorräthe steht. Eine zum 16. Oktober anberaumt 100 Reichstags- Abgeordneter Bueb nationale Ehrenkleid heften zu können glauben, als das MülDie Grubenbefizer haben diesen Sachverhalt selbst jetzt noch nicht liche Versammlung, begriffen, denn sie fordern nichts dringlicher von der Staats- über den letzten Textilarbeiter- Streit referiren sollte, ist hauser Attentat, mit dessen gesinnungstüchtiger Verwerthung fie auf den Sand gerathen find. Sollte in Carmaux ein Attentat verübt worden regierung, als daß diese ihnen Magazine zur Aufbewahrung auf Anordnung des Bezirkspräsidenten vertagt" worden so fürchterlich möglichst großer Schwefelvorräthe baue. Zahlreiche Spekulanten, wegen der Ordnung und öffentlichen Sicherheit, wie der also wirklich welche sich im Weinhandel ruinirt hatten und nun in Schwefel betreffende Paragraph des aus dem Jahre 1868 napoleonischer fein, so verurtheilen es die französischen Sozialdemokraten wir als die That eines verspekuliren, unterstüßen dieses Verlangen der Grubenbefizer, St. Ludwig ist der Posamenter Gottlieb Schwab, schweizerischer rückten oder verlumpten Menschen, der mit der großen und Reaktion stammenden Vereinsgesetzes besagt. In dem benachbarten genau so entschieden wie welches die Regierung in der That erfüllen zu wollen scheint. In Wirklichkeit dürften ganz andere Mitel nothwendig sein, Nationalität, der seit 1874 in Burgfelden bei St. Ludwig ansässig reinen Bewegung des um die Abschaffung allen Unrechts ringenden um dem fizilischen Schwefel- Bergbau aufzuhelfen. Die Lage war, am Sonntag verhaftet worden, weil er eine Geldstrafe von und deshalb jedes Verbrechen verabscheuenden organisirten desselben ist außer durch die planlose Ueberproduktion auch 40 m. nicht bezahlt hatte. Die Strafe betraf unerlaubte Sol- internationalen Proletariats nichts zu thun hat, und dessen That dadurch verschlimmert worden, daß das früher thatsächlich portage" und bezog sich auf die Vertheilung von Einladungs. lediglich der Gesellschaft aufs Konto zu setzen ist, die die bestehende Monopol Siziliens für die Schwefelproduktion jest zetteln zu einer während des letzten Posamenterstreits stattgehabten sozialen Zustände erhalten will, innerhalb deren verbrecherische theils durch die Schwefelgewinnung in Japan und in Spanien, Gewerkschaftsversammlung. Die Arbeitskameraden Schwab's legten Charaktere möglich sind. theils aber durch die künstliche Herstellung von Surrogaten für die 40 m. zusammen und bezahlten die Strafe, worauf man die den Schwefel verloren gegangen ist; so hat Gizilien namentlich Schwab aus der Haft entließ. Dafür erhielt er am Month den Markt in England und Nordamerika eingebüßt. Sizilien Ausweisungsordre. Das Klassenbewußtsein der Arbeiter Ausweisung sordre. Das Klassenbewußtsein der Arbeiter Berlin, 16. Oktober.( B. H.) Der Präsident der Vereinigten wird, wenn überhaupt, den Weltmarkt nur dann wiedergewinnen wird durch solche Maßnahmen natürlich nur gefördert. Staaten von Nordamerika Grover Cleveland hat durch Vera tönnen, wenn sowohl in technischer, als in sozialer Beziehung der Betrieb der Schwefelproduktion völlig umgestaltet wird. In mittelung des Botschafters, Generals Runyon, das deutsche Auswärtige Amt gebeten, dem Kapitän des Schnelldampfers der technischer Hinsicht ist der Betrieb der fizilianischen Schwefelgruben einfach vorsintfluthlich; das wird man schon daraus erHamburg- Amerikanischen Packetfahrtgesellschaft ,, Suevia" Adalbert kennen, daß dort der Schiefel, anstatt durch mechanisch bewegte Ausstände oder Aussperrungen, müssen stets den Stempel der betreffenden F. M. Krech einen schweren filbernen, innen vergoldeten Pokal zu überreichen als Dank des Präsidenten für die Rettung der Karren, auf dem Rücken der Menschen und zwar vorzugsweise Die streifenden Steinbildhauer Dresdens beschlossen die Ar- Mannschaft des amerikanischen Schiffes Mary E. Amsden" am auf dem Rücken von Knaben auf die Oberfläche befördert wird. Wie durch die Nichtanwendung moderner Technik, so wird der beit zu den alten Bedingungen aufzunehmen, wenn die Meister sämmt- 26. Februar d. J. auf hoher See durch Kapitän Krech. Mannheim, 16. Oftober.( B. H.) Der Kassirer Richard Betrieb der fizilischen Gruben durch das in Süditalien so liche Ausständige wieder einstellen. Wie noch erinnerlich sein wird, start verbreitete soziale Schmaroberthum, d. h. durch die Menge handelte es sich bei dem Streik darum, daß die Meister das Maier bei der Deutschen Union- Bant ist nach Unterschlagung überflüssiger Zwischenpersonen vertheuert. Während die wirklichen Schärfen der Werkzeuge und deren Transport nach den Arbeits von 150 000 m. flüchtig geworden. Wie weiter gemeldet wird, Arbeiter in den Gruben so schlecht gehalten werden als dies, ohne plägen, was bisher Sache der Gehilfen war, auf ihre Kosten glaubt der Staatsanwalt dem Defraudanten auf der Spur zu fie sogleich arbeitsunfähig zu machen, überhaupt möglich ist, zahlen übernehmen sollten. Sie lehnten das ab, ebenso den Vorschlag, fein. Einen Theil des von Maier unterschlagenen Geldes hofft die Grubenbefizer einen übermäßig hohen Tribut an allerhand das Gewerbegericht als Einigungsamt über die Streitfrage ent- man zurückzuerlangen, da er am 8. d. M. bei der Rheinischen Leute, die zwar keine technische Bildung besigen, aber ihnen die scheiden zu lassen, und lehnten weiter jede Verhandlung mit Streditbank hierselbst ein geschlossenes Depot auf den Namen Da die betreffenden Behörden seines Kindes, das noch minderjährig ist, hinterlegt hat. direkte Abmachung mit den Arbeitern ersparen, dabei aber einen der Lohnkommission ab. Paris, 16. Oktober.( W. T. B.) Der Matin" sagt in wesentlichen Antheil am Ertrag in ihre eigenen Taschen leiten. Sowohl wie die Baumeister und Architekten den Meistern Dieses System von Arbeits- und Ertragsverpachtung reicht vom die Frist für die Lieferungen verlängerten, in der Hauptsache einem Artikel über die Abgrenzung der deutschen und Grubenbesitzer bis in die Arbeiterkreise selbst hinab; denn auch aber, weil zahlreiche indifferente Arbeiter den Meistern aus der französischen Befihungen an der Sklavenküste: unter den Arbeitern selbst haben Oberarbeiter die Arbeit der Moth halfen, so war der Ausstand nicht länger aufrecht zu er- Hauptsächlich wird das Gebiet von Borgu streitig sein. Die HinterUnterarbeiter in Entreprise und zahlen ihrerseits Lohn an diese. halten. Immerhin haben die Meister den Delegirten der land- Doktrin ist den Rechten Frankreichs günstig. Dieselbe wird Den letzten aber( sagt das Sprichwort) beißen die Hunde; und Streifenden versprochen, diese alle wieder einzustellen. Dieses feineswegs entkräftet durch die Entdeckungen der deutschen so ist das Schicksal der in die Hände der Oberarbeiter gegebenen Versprechen, das hoffentlich in jedem einzelnen Falle gehalten Reifenden Wolf und Gruner, welche in Borgu durch die franKnaben, welche in den sizilischen Schwefelgruben als Lastthiere wird, ist mit eine Folge der guten Organisation der Bildhauer. zösischen Reisenden Decoeur und Alby überholt wurden; die verwendet werden, wohl das äußerste, was an sozialem und es mit ihr, und dadurch mit dem auch technisch tüchtigsten leßteren haben mit dem Herrscher Nitti und dem Könige Baribas moralischem Elend gedacht werden kann. Um freilich den Betrieb Theile der Gehilfenschaft, nicht ganz zu verderben, liegt im einen Vertrag abgeschlossen, laut welchem diese Fürsten sich unter den Schuh Frankreichs stellen. Im übrigen werden die Untertechnisch und sozial in einer Weise umzugestalten, daß er wieder Interesse der Meister. handlungen von beiden Seiten jedenfalls mit dem lebhaften Ver langen nach Verständigung geführt werden. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über " Organisation tragen. fonkurrenzfähig werden könnte, würde wahrscheinlich auch der In Leipzig- Lindenan haben sechs Schlosser der Wechsel der Besizer nothwendig sein. Ob freilich der italienische Partetboden- Fabrit von Schulze die Arbeit wegen Staat hinreichendes moralisches Element und soziale Kraft in sich Lohndifferenzen niedergelegt. enthält, um seinerseits diese Umgestaltung des Betriebes überWegen Entlassung zweier Seher ist in der Druckerei nehmen zu können, ist sehr zweifelhaft. Eher würden wohl ausländische Industrielle und Technifer hierzu im stande sein. Dem der liberalen Reichenberger Beitung"( Böhmen) von italienischen Staate bleibt zur Wiederherstellung der Konkurrenz- fämmtlichen Angestellten die Arbeit niedergelegt worden. In fähigkeit der Schwefelproduktion immerhin ein wesentlicher Bei folge dessen erscheint das Blatt in beschränktem Umfang. trag zu leisten übrig er kann und sollte den Ausfuhrzoll auf fizilischen Schwefel, den er erhebt, aufheben und ein wachfames Auge auf die betrügerische Spekulation in der Schwefelproduktion haben. Partei- Nachrichten. " Depeschen und lehte Nachrichten. Carmaug, 16. Oktober.( W. Z. B.) Der Urheber des Mordversuches auf den Direktor Rességuier ist noch unbekannt. Gestern Abend nach Verübung des Anschlages nahm die Polizei in dem Bureau des Ausstands- Ausschusses eine Haussuchung vor, wobei 8000 Frants beschlagnahmt wurden. Sodann umstellte die Polizei das Hotel, in welchem Jaurès und drei andere sozialistische AbUeber den Streik in Carmang verbreitete am 13. Df- geordnete nebst mehreren Ausschußmitgliedern sich aufhielten und tober der Telegraph die Nachricht, der Hüttendirektor Refféguier verhinderte jeden Verkehr mit der Außenwelt; erst am Morgen habe 300 Arbeiter neu eingestellt und in dieser Woche würden 80g fich die Polizei zurück. Carmang, 16. Oftober.( W. T. B.) Ein Verkäufer antrotz des Streiks drei Defen angeblasen werden. Im Gegensatz zu dieser offenbar aus kapitalistischer Quelle herrührenden Mit- archistischer Blätter Namens Guilhem ist als Urheber des Mordtheilung schreibt unser Pariser Korrespondent unterm 14. Oftober: versuches gegen den Direktor Rességuier verhaftet worden. Serr Rességuier hat entschieden Pech. Da schickte er im ganzen London, 16. Oktober.( W. T. B.) Das, Reuter'sche Bureau" Wie glänzend der Wahlfieg unserer Mannheimer Lande Agenten umber, um Arbeiter für Carmaux zu gewinnen, erfährt, daß der jüngsten Meldung über ein angebliches BontParteigenoffen ist, das ergiebt sich, schreibt die Voltsstimme", un nachdem es ihm unter der Vorspiegelung, daß die Arbeit bardement der Stadt Babara am Persischen Meerbusen eine Verauch aus einem Vergleich mit den Ergebnissen der Wahlen von wieder aufgenommen worden sei und so und so viele Defen wechselung mit den bereits am 21. August gemeldeten Unruhen 1891 und 1893. Während wir 1891 noch 2076 Stimmen hatten, wieder in Betrieb gesetzt wurden, gelungen, einige Glasarbeiter auf der Insel Bahrein zu grunde liegt. Die in der Meldung die 1893 auf 2666 anwuchsen, betrug unsere Stimmenzahl am nach Carmaux zu locken, was natürlich gleich in allen tapita- erwähnten Kriegsschiffe" Sphing" und" Pigeon" find seit jener 11. Oktober d. J. 4187. Der nationalliberale Vorsprung, der listischen Blättern triumphirend verzeichnet wurde, begaben Zeit bei keiner kriegerischen Aftion betheiligt gewesen. New- York, 16. Oktober.( B. H.) Der weltberühmte Elektrobei den voraufgegangenen Wahlen 343 und 582 betrug, ist nicht sich dieselben Arbeiter anstatt in die Glasfabrik in die mit ihren Kameraden gemeinsame techniter Franklin Popp wurde gestern durch einen 3000 Volt nur eingeholt: wir sind vielmehr heute auch bei den Landtags- Streitversammlung, wahlen in der Stadt Mannheim an erste Stelle gerückt Sache zu machen. So konnte denn auch das Vertheidigungs- starken Strom getödtet, als er eine von ihm selbst erfundene und haben den nationalliberalen Gegner gleich um 668 Stimmen hinter tomitee in einem an alle französischen Glasarbeiter- Gewerkschaften Maschine in Betrieb setzen wollte. um Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Echöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Vading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen " 1. Beilage zum„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. und Nr. 243. Sklavenhandel unter deutscher Reichsflagge. Eine Robert Schmidt. Donnerstag, den 17. Oktober 1895. " 12. Jahrg. # fäulen erfahren, sie wollen dagegen nicht bemerkt haben, das Maß der politischen Rechte sich nach der Größe des Gelddaß am Fuße des betreffenden Plakats der Vermerk stand: beutels zu richten habe. Zum Schluß merkt der edle SozialistenNur Mitglieder haben Zutritt." Von den Zeugen hat nur ein tödter wohl, daß sein hohles, die platteste Geldsacksherrschaft Ich nehme hiermit die in dem inkriminirten Artikel des Er hatte sich eine Karte furz vor Beginn der Vorstellung gelöst verwaltung stußig machen möchte und verspricht deshalb noch ein einziger, der Schuhmann Schulz, der Vorstellung beigewohnt. proklamirendes Gewäsch wohl selbst Liberale über die Güte der StadtVorwärts" vom 3. Dezember 1893 Nr. 284 gegen die Person und war dabei gleichfalls in ein Buch eingetragen worden. Der ander Mal" sich mit den Forderungen der Sozialdemokratie in des Herrn A. Woermann erhobene Beschuldigung, derselbe habe Amtsanwalt hielt das Verfahren der Angeklagten für ein dem Flugblatt" beschäftigen zu wollen. Aber Wort halten, verSklavenhandel betrieben und die Schiffe der durch ihn vertretenen solches, wodurch das Gesez umgangen werden solle, er beantragte ehrter Sozialistentödter. Sie leisten uns im Kampf gegen den Rhederei zur Beförderung von schwarzen Sklaven wissentlich Aufrechthaltung des Strafmandats. Zunächst nahm der Ver- Indifferentismus bei den Stadtverordneten Wahlen ähnliche hergegeben, wodurch er sich der strafbaren Theilnahme oder theidiger, Rechtsanwalt Dr. Grelling das Wort: E3 handle Dienste, wie Freiherr v. Stumm sie uns durch seine ReichstagsBeihilfe zum Sklavenhandel schuldig gemacht, als unbegründet sich zunächst um die Frage, ob die Hinckeldey'sche Zensurverord- reden im allgemeinen leistet. zurück. Berlin, den 14. Oktober 1895. nung vom Jahre 1851 rechtsgiltig sei. Dies sei vielfach an- Die bevorstehenden Stadtverordneten Wahlen sehen gezweifelt worden. Er müsse behaupten, daß durch die Ver- unsere Herren Liberalen" bereits in Angst und Schrecken. In ordnung der Artikel 27 der preußischen Verfassung, den liberalen Bezirksvereinen, in Hausbesitzervereinen und wo welcher jedem Unterthanen die freie Willensäußerung sonst die Herren liberalen" Stadtverordneten noch das große durch Wort, Schrift, Schrift, Bild oder bildliche Darstellung Wort führen, wird die Frage der Kommunalwahlen eifrig und gewährleiste, beeinträchtigt werde. Allerdings müsse zu mit heißem Bemühen ventilirt, natürlich nur im sozialistenfeindTheater- Köllerei vor Gericht. gegeben werden, daß der Polizei das Recht zustehe, Aufführungen lichen Sinne. Einer der freisinnigen Hauptrecken ist der Stadtstaatsgefährlichen oder unfittlichen Inhalts zu verbieten, diese verordnete Fähndrich, welchem nachgesagt worden ist, daß er Eine interessante Streitfrage beschäftigte gestern die 145. Ab- Befugniß ergebe sich aber nicht aus der Zensurverordnung von ein Kartell der Liberalen mit den Konservativen und Antisemiten theilung des Schöffengerichts. Der Vorstand des Theatervereins 1851. Abgesehen hiervon aber sei es unerfindlich, warum dem anstrebe, um den zu erwartenden Sturm der Sozialdemokraten Versuchsbühne" hatte am 7. April d. J. im Zentral- Theater freien Flügelschlage der dramatischen Kunst plötzlich unnüße auf das Rothe Haus siegreich abschlagen zu können. Herr Fähndrich eine Vorstellung veranstaltet, welche nach Ansicht des Polizei- Feffeln angelegt werden sollen. Die Polizei habe unter den bestreitet dies natürlich und versichert hoch und theuer, daß ihm präsidiums eine öffentliche gewesen sein soll, weil auch Nicht- verschiedenen Ministern und Polizeipräsidenten den freien daran liege, die liberalen Prinzipien aufrecht zu erhalten," mitglieder gegen Entgelt zu derselben Zutritt gehabt haben sollen. Bühnen freie Bahn gelassen und erst, nachdem im Abgeordneten wenngleich er bemüht sei, die Sozialdemokraten aus dem rothen Der erste Borsitzende des Vereins, Dr. Bruno Wille, erhielt hause im Februar der Minister v. Köller sein Mißfallen über Hause herauszudrängen. Herr Fähndrich scheint sich merkwürdigerdeshalb einen Strafbefehl über 30, der Regiffeur Lessing die Aufführung der Weber" ausgesprochen, habe der Feldzug weise für den geeigneten Mann hierzu zu halten, und sucht den Raffirer Mertel einen solchen über je 20 und gegen die freien Bühnen begonnen. acht Schauspieler und Schauspielerinnen wurden als Mitwirkende ihre Existenz und haben sämmtlich Klagen gegen das Polizei- gar voll nimmt und in der Vernichtung" der Sozialdemokratie Letztere kämpfen jetzt um Befähigungsnachweis hierfür zu erbringen, indem er den Mund an der unerlaubten Vorstellung in eine Geldstrafe von je 3 M. präsidium bei dem Ober- Verwaltungsgerichte angestrengt. Der schon jetzt großes leistet, jedenfalls größeres als am Tage der genommen. Sämmtlich beantragten sie richterliche Entscheidung Wind habe sich plötzlich gedreht und die Vorstellungen, Wahlschlacht. und zum theil erschienen sie heute persönlich vor Gericht, um die Jahre lang So erzählte er lehthin in einer Versammlung von der Polizei unter Beistand ihrer Vertheidiger, Rechtsanwälten Dr. Grelling sehen wurden, als private private ange- seinen andächtigen Zuhörern, die Mandate der dritten Abtheilung sollen nun plößlich öffentliche geworden seien durch die Sozialdemokratie sehr gefährdet. Diese Partei und Jonas, ihren Einspruch zu begründen. Dr. Grelling beantragte sein. In subjektiver Beziehung haben die Angeklagten sicher nicht sei der größte Feind der Freisinnigen speziell auf wirthschaftdie Verhandlung zu vertagen, bis eine Klage, welche vom das Bewußtsein gehabt, eine öffentliche Vorstellung zu ver- lichem Gebiete und diesen Gegner Vorstand des Vereins„ Versuchsbühne" gegen den Polizei- anstalten oder an einer solchen mitzuwirken. Der Versuch der anzufassen, habe man keine Veranlassung. mit Glaçéhandschuhen präsidenten wegen der von ihm getroffenen Maßnahmen beim Polizeibeamten, eine öffentliche Vorstellung herzustellen, sei er denn Und so legte Ios: Ober- Verwaltungsgericht eingeleitet sei, entschieden sei. Es werde durchaus mißglückt. Die Statuten der Versuchsbühne seien Stadtverordneten beschränke sich darauf, Parteiagitation zu be Die Thätigkeit der sozialdemokratischen der Beweis angetreten werden, daß weder objektiv noch volle Vereinsstatuten, die darin enthaltenen Bestimmungen treiben und Sonderinteressen zu vertreten, obwohl es Ehrensache fubjektiv ein Verstoß vorliege. Der Gerichtshof lehnte den über das Recht an den Theatervorstellungen Bertagungsantrag ab, weil es sich hier nur um einen den zeigen sei, die Allgemein- Interessen wahrzunehmen. In den folgenden fundamentalen Unterschied zwischen Unterschied zwischen einem gewöhn Jahren seien Fragen von großer Wichtigkeit zu behandeln, als tonkreten Fall handele, der durch die Zeugenvernehmung würde lichen Billetverkäufer und dem Erwerber einer Mitglieds Gewerbe- Ordnung, Einverleibung u. f. w., welche große Umsicht aufgeklärt werden können. Der Hauptangeklagte Dr. Wille tarte. Der Schuhmann Schulz sei zweifellos Mitglied des für die Kommunal- Interessen erfordern, welche erklärte, daß der Vorstand des Vereins beschlossen hatte, darauf Vereins geworden, selbst wenn er kein Gefühl" dafür ge- Sozialdemokraten bekanntlich nicht zu finden sei, und dergleichen bei den zu achten, daß zu der in Rede stehenden Vorstellung nur Mit- habt habe. Wenn man nun auch noch die Schauspieler an- mehr. Sind dies nun allerdings auch nur Worte, nichts als glieder Zutritt erhielten. Die Verabfolger von Einlaßkarten flage, so arbeite man offenbar nach berühmten Muſtern". feien deshalb angewiesen worden, jeden Käufer einer Ginlaß sei dasselbe System, nach welchem man Korrektoren und lich, daß die Herren, Liberalen" gräßliche Angst haben. Daß EsWorte, so ist aus ihnen doch die Thatsache offenkundig ersicht farte als Mitglied einzutragen. Schon im März sei eine Drucker für den Inhalt von Zeitungen mit verantwortliches den übrigens mit Vorstellung geplant gewesen, die aber vom Polizeipräsidium machen wolle. abgeleugneten Kartellbestrebungen Mit den Schauspielern müßten dann auch die doch wohl etwas auf sich untersagt worden sei, weil auch den Mitgliedern der Theaterarbeiter und die Souffleuse angetlagt werden. auf sich hat, beweist die Thatsache, Neuen Freien Boltsbühne" der Zutritt zu ermäßigten Preisen ge- Schöffengericht habe gewiß keine Veranlassung, dieses System versammlung die Versicherung abgegeben hat, daß, wenn man Gin daß der bekannte Herr Weigert in einer liberalen Wählerstattet sei. Diese Ausdehnung sei für die am 7. April an zu fräftigen. Aber auch die Veranstalter müßten freigesprochen ihn, Weigert, als Kandidaten aufstellen würde, sich auf ihn auch beraumte Vorstellung vermieden worden und da nunmehr eine werden, weil sie unter feinen Umständen eine öffentliche Vor- die Stimmen der Konservativen und Antisemiten vereinigen Beanstandung seitens des Polizeipräsidiums nicht stattgefunden, stellung veranstaltet haben oder veranstalten wollten, sondern würden. Man hat dem Herrn Weigert seinen sehnsüchtigen so hätten sich der Vorstand sowohl wie die Mitglieder im guten höchstens wider ihren Willen durch die Praktiken der Polizei Wunsch allerdings nicht erfüllt und einen anderen Kandidaten Glauben befinden müssen. der Mitwirkenden, aus der beabsichtigten Vereinsvorstellung eine unbeabsichtigte erwählt, von dem man sich augenscheinlich mehr Erfolg verspricht. der Schauspieler Stock, machte zu seiner Entschuldigung öffentliche geworden sei.- Rechtsanwalt Jonas schloß Ob dies etwas helfen wird? Die Sozialdemokratie wird ihre geltend, daß er als Schauspieler, der vom Regiffeur fich diesen Ausführungen in jedem Punkte an. Der Gerichts- Siege erfechten, mögen die Gegner nun ein freifinnig- tonservativLessing zur Mitwirkung gegen Bezahlung hinzugezogen hof, unter Vorsitz des Amtsrichters Ment, erkannte nach ganz antisemitisches Kartell bilden oder nicht. Herrn Fähndrich dürfte worden sei, gar nicht das Recht habe, feinen Auf furzer Berathung auf Freisprechung der sämmtlichen es etwas schwer werden, die Sozialdemokraten aus dem Rothen traggeber darüber zu befragen, ob die Vorstellung erlaubt sei Angeklagten. Er hielt zwar die Zensurverordnung an sich Hause hinauszudrängen", oder nicht. Was würde wohl Herr v. Hochberg, der Intendant für rechtsgiltig, war aber der Ansicht, daß die Theatervorstellung ,, drängeln" sagt der Berliner: der königlichen Bühne, sagen, wenn ein Schauspieler eine solche vom 7. April nicht als öffentliche zu charakterisiren sei und der Frage an ihn richten würde? Schuhmann Schulz nur als Mitglied Zutritt zu der Vorstellung erlangt habe. Tokales. " " Zu der Angelegenheit des Superintendenten Spandau, der nach der vom Magistrat gegebenen Auskunft Es wurden vier Zeugen vernommen, Beamte, welche vom feine Mutter nicht ausreichend unterstützen konnte, erhält die Polizeipräsidium beauftragt worden waren, Ermittelungen Volts Zeitung" in Ergänzung der von uns am 13. d. M. darüber anzustellen, ob die Vorstellung eine öffentliche sei. Die gebrachten Mittheilungen einen Bericht, der die Sache noch um Zengen haben dies in der Weise gethan, daß sie sich nach den einiges interessanter macht. Es wird dem Blatte geschrieben: verschiedenen Zahlstellen begaben und eine Eintrittskarte verDie Mittheilungen des Vorwärts" über die Interlangten. Sie haben diefelbe gegen Zahlung einer Mark erhalten, Zur Stadtverordneten Wahl. Das Flugblatt, welches pellation in der Stadtverordneten- Versammlung sind im wesent wobei sie allerdings ihren Namen und ihre Wohnung angeben seitens des sozialdemokratischen Komitees am letzten Sonntag zur lichen richtig. Der Sachverhalt ist in genauer Darstellung mußten, die in ein Buch eingetragen wurden. Die ihnen aus Vorbereitung der Stadtverordneten- Wahlen in Berlin verbreitet folgender: Vor etwa zwei Jahren ging die betreffende Anfrage gehändigte Karte war mit der Aufschrift Mitgliedskarte" und wurde, liegt Herrn Eugen Richter gewaltig im Magen. In von dem Vorstand der Reichenheim'schen Stiftung mit ihrem Namen und Wohnung versehen. So wurden einem fast anderthalb Spalten langen Leitartikel, überschrieben in Berlin beim Spandauer Magistrat ein. Sie lautete mehrere Kriminalbeamte Mitglieder des Vereins Versuchsbühne". Nichtsnukige Demagogie", quält er sich mit dem Verfuch ab, dahin, ob der der Superintendent Hensel in der Sie wollten indessen von diesem Umstande gar kein Bewußtsein die reaktionäre freisinnige Stadtverwaltung von allen Vorwürfen Lage sei, für seine Mutter und einen tranten gehabt haben, obgleich der Vorsißende ihnen vorhielt, daß es reinzuwaschen; er lobt insbesondere das rückständige Steuer- Bruder ausreichend zu forgen. Die Antwort doch nicht üblich sei, daß man bei Lösung eines Theater- oder und Schulwesen, sowie die Verwendung städtischer Gelder des Magistrats Iautete verneinen d. Die nunZirkusbillets nach Namen und Wohnung gefragt werde und für das„ Sedanfest", versucht mit Kothwürfen Lassalle, mehr vor Jahresfrist verstorbene Mutter war Lehrer dann eine Mitgliedskarte erhalte. Zwei der Zeugen hatten Bebel, Liebknecht und unsere Vertreter im Rothen Hause wittwe und bezog natürlich eine Pension, die freilich zu ihrem die Bezugsquelle der Eintrittskarten durch die Anschlags- zu treffen und verficht zornig den manchesterlichen Grundsatz, daß Unterhalt nicht ausgereicht haben mag; der Bruder war an= " Friedrich Engels und der Marxismus. " " wie " Hier nun war es, wo sich die Meinungen zweiten; hier war d. h. die Form der gesellschaftlichen Evolution, ihr Gesetz, zu und ist der Scheideweg für das, was man die realistische und finden. Es lag im Keime wiederum in der Hegel'schen Lehre die idealistische Deutung der Geschichte nennen mag. Was ist vom dialektischen Prozeß, der sich in der Weise vollzieht, daß ein es, das das Menschengeschlecht vorwärts treibt? Ist es das Begriff in sein Gegentheil umschlägt" und sich dadurch ( Fortsetzung aus Nr. 240.) Gute, das Jdeale, sind es die edlen Regungen des Herzens? zu einer höheren Einheit entwickelt. Dieser Prozeß", Die Uebernahme des Grundgedankens des Hegel'schen Oder sind es die gewöhnlichen und alltäglichen Triebe, sind es d. h. die Weiterentwickelung durch die unausgesetzte Systems vom unendlichen Prozesse mußte für die prinzipielle die materiellen Sorgen, die Interessen", die bestimmend einwirken Ausbildung von Gegensätzen alle Hegelianer Auffassung vom Wesen der menschlichen Gesellschaft mit- und sich mächtig genug erweisen, den Idealen und ihrer Be- ununterschiedlich für Gegentheil zu sagen pflegen- und ihre bestimmend sein: auch diese konnte nur als im unausgefeßten thätigung Schranken zu setzen? Und hier ist es, wo Mary und Auflösung zu höheren Formen des Seins beherrscht, wie wir Flusse befindlich, als unausgefeßt sich umwandelnd angeschaut Engels mit Entschiedenheit lehren: das Intereffe" be- wiffen, nach Engels- Mary die gesammte Natur, also" auch die werden. Mary und Engels haben damit nur die zur Herrschaft herrscht die Menschenwelt. Ihm, also im grunde den schlechten, menschliche Gesellschaft. Das Gesetz dieser Gesellschaft kann ringende Idee der ,, Entwickelung"( Comte!) auch ihrerseits als die unedlen Seiten des Menschen, dem Bösen, hatte Hegel gesagt, ver- mithin gar kein anderes fein als der dialektische Prozeß. Welche grundlegende anerkannt. Die Idee der Entwickelung, die dazu danken wir alles, was wir menschlichen Fortschritt nennen. Die aber hinwiederum können allein die„ Gegenfäße" sein, in denen sich bestimmt war, die Jdee des ordre naturel( natürliche Ordnung) Bethätigung des Idealen ist nur innerhalb der Schranken mög- die Geschichte vollzieht? Da die Grundlage aller wirklichen Geschichte gleichsam abzulösen: jenen Glauben an eine historisch vergangene, lich, die ihm die grausame Realität des Materiellen läßt. Es die materiellen Produktionsverhältnisse find, offenbar nur Gegensätze vollkommene gesellschaftliche Ordnung, wie er alle moderne Sozial- bedurfte nun noch einer Präzisirung dessen, was unter dem In- innerhalb dieser selbst, oder da sich mit bestimmten Formen der philosophie bis dahin beherrscht hatte. Das revolutionäre Beit- tereffe" der materiellen Faktoren in der menschlichen Gesellschaft zu materiellen Produktion bestimmte Intereffen verknüpfen alter des Kapitalismus findet in der Idee der Entwicklung erst verstehen sei, und das, was Mary und Engels die materialistische Interessengegenfäße. Und da sich diese Interessengegensätze in den ihm adäquaten( angemessenen) gedanklichen Ausdruck. Geschichtsauffassung" genannt haben, war im Entwurf fertig. gegenseitigen Reibungen der Interessentengruppen, d. h. der Aber die Lehre, daß alle wirthschaftliche und gesellschaftliche Die Sorge für das Materielle bethätigt sich nun offenbar syste- sozialen Klassen, äußern werden, so können wir auch sagen:„ die Ordnung der steten Umwälzung ausgesetzt ist, bedeutet allein noch matisch im Wirthschaftsleben des Menschen und dieses wiederum Geschichte aller bisherigen Gesellschaften ist die Geschichte von feine Entwickelungstheorie; sie giebt nur den Rahmen für eine wird charakterisirt, wird eigenthümlich gestaltet je nach den Klaffenkämpfen". Diese Klassentämpfe sind jedoch nur der folche ab. Was weiter zu thun war, war die Aufstellung des Produktions- und Austauschverhältnissen, das heißt je nach den äußere Ausdruck des Gegensatzes, der sich im Inneren des Postulates( Forderung) der Gesetzmäßigkeit in diesem steten Formen, in denen die Menschen wirthschaftliche Güter produziren materiellen Produktionsprozesses herausgebildet hat. Dieser Werdeprozesse. Damit war man unmittelbar vor die und sie ihrer Bestimmung, dem Verkehr zuführen, wenn Produzent innere Gegensatz, auch„ Widerspruch" geheißen, wird erzeugt Frage gestellt: welche denn die treibenden Kräfte seien, von denen und Konsument nicht dieselbe Person sind. dadurch, daß daß die Form des Wirthschaftslebens, also die jene beobachtete und gelehrte Umwälzung, jene Revolutionirung Die Entwickelung der materiellen Produktion" wurde somit rechtlichen Formen, in denen sich die Erzeugung, Vertheilung des Gesellschaftslebens ausging. Auch hier ertönte es um jene als die Grundlage alles gesellschaftlichen Lebens und daher aller und so weiter der Güter vollziehen, nicht mehr den ProduktivZeit, als das marxistische System konzipirt wurde( im Geifte entwirtlichen Geschichte" betrachtet( Mary); es wurde die Ent- frästen einer bestimmten Wirthschaftsstufe entsprechen. Diese, standen), von allen Zungen: die gesellschaftlichen" Faktoren sind deckung" gemacht, daß überall und immer die politi- also die Fähigkeiten, Kenntnisse und Geschicklichkeiten der es, die das menschliche Zusammenleben beherrschen, im Gegensatz schen Zustände und Ereignisse ihre Erklärung finden Menschen, die Natur ihren Zwecken dienstbar zu machen, find zu den staatlichen" oder„ politischen". Wenn wir erst eine in den entsprechenden ökonomischen Zuständen"( Engels); den überkommenen Formen des Wirthschaftslebens über den fozialphilosophische Dogmengeschichte besitzen werden, wird man es wurde die Geschichtsauffassung begründet, die alle Kopf gewachsen, rebelliren gegen diese und erzeugen infolge finden, wie diese instinktive Reaktion gegen das soge historischen Ereignisse und Vorstellungen, alle Politik, dessen Störungen im wirthschaftlichen Prozeß. Es fann nannte staatliche, politische Element zunächst nur der Philosophie, Religion aus den materiellen, ökonomischen Lebens- der Zeitpunkt endlich nicht ausbleiben, wo diese GegenGlaube an die Gesellschaft", von der man noch sehr wenig verhältnissen der fraglichen geschichtlichen Periode erklärt" fäßlichkeit zwischen Form und Inhalt unerträglich wird, dann wußte, der entscheidende Faktor für die Ausbildung der( Engels), und wie die Fassungen sonst noch lauten mögen, ist für die Form die Zeit erfüllt: der neue Inhalt, d. h. das wichtigsten Sozialtheorien, auch der marristischen, wurde. So die alle an Schärfe und methodischer Korrektheit sehr viel zu neue( technische) Können sucht sich eine ihm adäquate Form: viel also wußte man oder glaubte man zu wissen: 1. die wünschen übrig lassen, daher auch keineswegs sämmtlich genau die rechtliche Organisation wird entsprechenden Aenderungen Ordnung der menschlichen Gemeinschaft ist dem Wandel aus übereinstimmen: ein Grundübel aller marxistischen Lehren, auf unterzogen, eine neue höhere Einheit, d. h. eine vollkommenere gesetzt, ist der Entwickelung unterworfen; 2. dieser Wandel das ich den Leser schon aufmerksam gemacht habe. Gesellschaftsordnung ist das Ergebniß. Wie es wohl dann ge= untersteht bestimmten Gesetzen; 3. die treibenden Kräfte, die Sämmtliche Elemente für eine Theorie der sozialen Ent- legentlich in ganz Hegelschem Jargon präzisirt wird: ein Zustand diese gefehmäßige Entwickelung hervorbringen, find gesellschaft- wickelung waren nunmehr bei einander, nachdem man auch die wird negirt", d. h. es entwickelt sich im Schooße der Gesellliche" Faktoren. Aber innerhalb der Gesellschaft: welche treibenden Kräfte der Gesellschaft bloßgelegt hatte. Es galt nun schaft ein ein Gegensatz; dieser Gegensatz" wird dant. Faktoren?! noch, die Art und Weise festzustellen, wie diese Kräfte wirken, aufgehoben, was man Negation der Negation heißn " " " = " 1 " dauernd krant. Das Einkommen des Herrn Hensel beträgt 1 Dort können die ausgelernten Lehrlinge das Probeftück beim Die Angst der Ordnungshelden vor der Sozialdemokratie nicht, wie von Herrn Münch in der Stadtverordneten- Ver- Lehrmeister anfertigen, welchem man das Vertrauen schenkt, daß äußert sich gar oft mit einem Stich ins Komische. Eine Mahnung, fammlung angegeben wurde, etwa 4500 M., sondern im ganzen der Lehrling die Probe- Arbeit in Wirklichkeit unter Aufsicht des bei der Einem förmlich die Thränen über die Wangen laufen, gegen 8000 M. Und zwar bezieht er als Geistlicher Lehrmeisters selbst arbeitet. Auch der Sohn des Obermeisters richtet die Krieger Zeitung Parole" unter Der Ueber3600 Mart, als Kreis Schulinspettor 2400 Mart Flick lieferte den Prüfungsmeistern ein Gesellenstück, bestehend schrift ,, Gedenkt der Reservisten!" an alle und freie Wohnung sowie Einnahmen aus Sporteln und in einem vollständigen Anzug aus Jacket, Hose und Weste, Patrioten", indem sie darauf aufmerksam macht, daß es dergleichen. Gin Sohn des Herrn Hensel ist Offizier, welches bei Beurtheilung der Prüfungsleistung als genügende Arbeit an der Zeit sei, auf die jüngst entlassenen Reservisten der Herr Superintendent selbst ein streng Orthodoxer. anerkannt wurde, so daß der Lehrling Flick als Gefelle in die acht zu geben und dafür zu sorgen, daß sie nicht Die Affäre erregt peinliches Aufsehen in Spandau. Der Innung aufgenommen wurde. Bald nachher trat aber das den Werbern für die Sozialdemokratie" in die Hände Interpellant hat, wie man annimmt, die Sache durch einen Gerücht auf, daß der neue Geselle das Gesellenstück mit Aus- fallen. Die Sozialdemokratie streckt ihre Fangarme nach ihnen Vertrauensbruch erfahren. Das betreffende Schriftstück ist an- nahme der Hose- garnicht selbst gefertigt, vielmehr fein aus, sorgt dafür, daß sie schnell Arbeit be. scheinend aus eineni Attenbündel entfernt und nachträglich wieder Vater das Jacket zugeschnitten und ein Geselle, kommen, und rechnet dann darauf, daß die ihr zu Dank Vereingeheftet worden. Sonnabend Abend ließ der Oberbürger- namens Philipp, es gearbeitet habe. Die Gelegenheit, der pflichteten treue Genossen" werden. Dem fann entgegengearbeitet meister sämmtliche Beamten zusammenkommen und hielt eine Gewerbebeputation des Magistrats von dieser angeblichen werden dadurch, daß jeder, wer es vermag, unaufgefordert Ansprache, worin er sie ermahnte, solche Personen, die etwa amt- Unterschiebung" des Obermeisters Kenntniß zu geben, fand sich in das Geschick solcher Arbeitsuchenden eingreift, indem er liche Angelegenheiten verrathen, zu ermitteln und zur Anzeige zu bald. Das aus Innungsmeistern bestehende Kuratorium der ihnen Arbeitsgelegenheit nachweist und ihnen überhaupt den bringen." Fachschule brachte bei der Aufsichtsbehörde den Obermeister Weg, bald in geordnete Erwerbsverhältnisse zu kommen, bahnt. Der gute Bürgermeister. Der Vorwärts" wird noch manche, Flick zum Dirigenten der Fachschule in Vorschlag und der Arbeitslosigkeit und wiederholt vergebliche Versuche, Arbeit zu den patentirten Kämpfern für Ordnung, Religion und Sitte un- Stadtschulrath Dr. Bertram wollte gerade diese Ernennung erhalten, drücken die jungen Leute herab und ersticken das angenehme Wahrheit ans Tageslicht fördern. bei der Regierung befürworten, als ein Protest Ehrgefühl." Da finden dann, wie es weiter heißt, leicht die von vier Lehrern der FachAls ob er für die Kühnemänner arbeite, geberdet sich bildungsschule bei ihm einlief, worin diese Herren liegen schließlich der Verführung! Jeber, wer einem Reservisten und Fort- Einflüsterungen der Volksverführer Gehör und die Aermſten era ein Berichterstatter in einer von ihm der hiesigen Presse zuges sandten Mittheilung. Sie behandelt das seit der Gummischlauch- gegen die Wahl des Herrn Flick außer verschiedenen anderer Arbeit verschafft, rettet unter Umständen einen affäre besonders interessant gewordene Thema„ Die Polizei Gründen wegen der geschilderten Unterschiebung des Gesellen Menschen vor Unheil und Verderben. stückes feines Sohnes Einspruch erhoben. Die Folge dieses gegen die Arbeitslosen" in den folgenden interessanten Protestes war, daß Herr Flick nicht zum Dirigenten der Schule baren, als in diesem herzerweichenden Aufruf. Die Sache liegt Drastischer können unsere Feinde ihre Ohnmacht kaum offenAusführungen: Die Arbeitslosen- Statistit beschäftigt, wie wir hören, zur ernannt wurde, sondern daß dieses Ehrenamt dem zweiten Ober- bekanntlich leider so, daß die Interessenten der heutigen Gesell Zeit die politische Abtheilung des Berliner Polizeipräsidiums. Da meister Gewcke übertragen wurde. Obermeister Flick begnügte sich schaft wohl telfach mit patriotischen Worten und verbitternden Die Zahl der Arbeitslosen mit dem Herannahen des Winters im aber nicht mit dieser Abweisung, sondern strengte gegen einen Brutalitäte aber gar felten mit hilfsbereiter That den Staat Wachsen begriffen ist und schon jetzt diejenige des Vorjahres bei der Unterzeichner des an den Schulrath Bertram gerichteten Pro- zu retten uchen. Und das wissen auch meistens die zur Entweitem übersteigt, so bat die genannte Behörde ein sehr testes, den Fachschullehrer Schneidermeister Friedrich Nebel, die laffung ekommenen Reservisten. umfangreiches Material zu bewältigen. Soweit wir über die Beleidigungsklage an. Mit dieser wurde aber der Kläger abMit einer nenen Art von Quackfalberei auf sozialem Intentionen der Regierung unterrichtet sind, hat dieselbe ben gewiesen, weil durch die Beweisaufnahme festgestellt wurde und, besten Willen, der Noth der Arbeitslosen nach Kräften zu steuern wie es im Erkenntniß wörtlich heißt, der Beweis er Geete tritt der be- rühmte Apollo Cunow auf den und auch die Gemeinde wird in dieser Hinsicht das Ihrige bei- bracht ist, daß des Klägers Sohn für seine fast aus Plan. Er hat den heroischen Entschluß gefaßt, die sogenannte vom schließlich Water geleitete Gesellen- faiserliche Botschaft vom Jahre 1881 zur Ausführung zu bringen tragen. Andererseits aber muß auch dafür Sorge getragen werden, Prüfung nicht gefertigtes Jacket, nach seiner Ansicht haben im wesentlichen nur die Minister daß allen Ausschreitungen, wie sie in früheren Jahren zu ver- welches der Kläger zugeschnitten und der Gefelle Philipp schuld, daß die dem alten Kaiser zugeschriebenen Gedanken nicht zeichnen waren, von vornherein die Spige geboten werde, und gefertigt hatte, als eigene Arbeit untergeschoben, daß ferner diefes in die praktische Politit überfest find. Herr Louis Cunow, der alle dahin abzielenden Maßregeln im Interesse der öffentlichen Jacket bei der Prüfungsleistung als genügende Arbeit zur Förderung seines Unternehmens ein Blatt, die„ StaatsOrdnung zu treffen, ist Aufgabe der Polizeibehörde. Diese wird des Sohnes des Klägers mitgegolten hat." In der nun rundschau", gegründet hat, veranstaltete also am Dienstag eine abgehaltenen Obermeisterwahl famen die Ungehörigkeiten des große öffentliche Voltsversammlung", die beinahe eine solche sich daher auch darüber schon jetzt schlüssig zu machen haben, ob Obermeisters bei den Prüfungsarbeiten seines Sohnes zur Sprache geworden wäre, wenn nicht leider das erforderliche Volk gefehlt fernerhin überhaupt noch Versammlungen der Arbeitslofen, welche erfahrungsgemäß meist zu Straßen und verursachten eine so erregte Sigung, daß es nicht möglich hätte. Vor ungefähr 30 Personen erzählte der Einberufer( nach aufläufen, 3usammenrottungen und öffent: war, das gerichtliche Erkenntniß Flick wider Nebel, was all Ahlwardt'scher Manier für 20 Pf. à Person), daß er wirklich lichen Aufzügen führen, zu gestatten fein gemein verlangt wurde, zur Verlesung zu bringen. Die Ver- und wahrhaftig die Absicht hat, das gesammte deutsche Ein großes Kontingent zur Masse der Arbeits- fammlung wählte den Vorsitzenden des Bundes deutscher Volt glücklich zu machen lofen stellen übrigens in neuerer Zeit die Angestellten der Schneider- Innungen, G. Krause, Niederwallstr. 21, zum Ober- für die in letzter Beit überhaupt schon mehr wie zuviel gethan fei. Aus dem Wust von Gemeinplägen, mit denen der ab= Taufmännischen und gewerblichen Geschäfte, meister, ber die Wahl dankend annahm. gedankte„ Schifferkönig" seine Zuhörer langweilte, war zu ent= über deren Unbotmäßigkeit allerwärts bittere Klage Von der Arbeiterbehandlung am Bau der Kaiser nehmen, daß er Kampf gegen das Großkapital, gegen die Börse geführt wird. Viele dieser Leute zeigen sich nachlässig im Dienst, Friedrich- Gedächtniskirche giebt ein Brief Kenntniß, und gegen die Sozialdemokraten anfündigt. Ein paar Stilfind Ermahnungen unzugänglich und spielen sich überhaupt der von einem föniglichen Regierungsbaumeister einem blüthen aus der Programmrede des einzigen" und wahrhaften" auf, als erhielten sie jeden Augenblick eine andere und Maschinisten zugesandt wurde. Auslegers der kaiserlichen Botschaft wollen wir dem Leser hierbei zwar beffere Stellung. Zahlreiche Brinzipale, gegen welche gleich offeriren. Der Plan der Sozialisten, daß alle aus einem oft förmliche Verschwörungen des Personals zu tage Bottich essen sollen", ist sehr schön, aber er wird sich nicht er treten, haben sich daher entschlossen, ihre Arbeits- Kaiser Friedrich- Gedächtnißkirche füllen". Herr Cunow hat mit den Arbeitern ganz andere Abträfte auf das äußerste einzuschränken. Von fichten, er will ihnen einen Sporn an's Herz(!) legen, damit sie der Thätigkeit der Gewerbegerichte haben die Prinzipale fich emporarbeiten können zu Kapitalisten". Nach der Diskussion, im allgemeinen teine günstige Meinung." in der ein Antisemit eine große Baute gegen Juden, Pfaffen und Sozialdemokraten hielt, nahm der Herr Gunow nochmals das Wort. Er übertrumpfte seinen Vorredner noch darin, daß er auch die Staatsbürger Beitung" für verjudet ansah. Um 10 Uhr hatte die trostlose„ Volksversammlung" ein Ende. werden. Was Wahrheit und was Dichtung an diesen Ausführungen ift, muß ja die Zeit lehren. Das eine läßt sich aber nicht beftreiten, daß sie namentlich in ihrem zweiten Theile von den patentirten Kämpfern für Besitz und Bildung und ihren bekannten Seborganen für außerordentlich zeitgemäß erachtet werden. Uebrigens hat die Polizei ordnungsgemäß angemeldete Versamm: Iungen nicht zu gestatten", sondern die erfolgte Anmeldung einfach zu bescheinigen. ein von ihm Das Schriftstück lautet: Bau der Berlin NW., Händelstr. J. N. 2208. " Berlin, den 9. Oktober 1895. nicht nur die Arbeiter, Herrn Maschinist H.! Sie find gestern wegen Ungebühr von Herrn Prof. Vollmer von der Baustelle entfernt worden und haben dadurch Ihre sofortige Entlassung verwirkt. Ich fordere Sie nun auf, fich fofort auf der Baustelle einzufinden, damit ich Ihnen andere Beschäftigung für das Ihnen bereits gezahlte Monatsgehalt von 37,35 M. anweisen kann. Sollten Sie diesem Ersuchen nicht Vom Unterrichtswesen im Staate der Intelligenz. nachkommen, so werde ich dem zuständigen Gericht sofort Anzeige In der Bossischen Zeitung" lesen wir:" Welch traurige Schulerstatten und Ihre Bestrafung auch wegen verschiedener Beleidigungen verhältnisse noch in nächster Nähe Berlins bestehen, geht aus gegen Herrn Professor Vollmer und den Monteur Franz be- einer zuschrift hervor, die uns aus Waidmannsluft im Kreise antragen. Niederbarnim gesandt wird. Es heißt darin: Der Lehrer der Sie haben sich zum Arbeitsantritt sofort in meinem Bureau hiesigen Schule mußte gestern( Montag) 16 Kinder wegen Mangel Leibniz, an Plaz nach Hause schicken. Von den 73 Kindern, die in einer zu melden. einklassigen Schule unterrichtet werden sollen, sind also jetzt 16 Kinder ohne Unterricht und die übrigen 57 müssen sich mit 48 Gigpläßen behelfen, weil die zuständige Gemeinde von Lübars nicht für Schulbänke gesorgt hat und den Schulhausbau, trotzdem das Schulgrundstück schon seit einem Jahr gekauft ist, auf zwei Jahre hinausgeschoben hat. Es wäre dringend erwünscht, daß hier endlich die Regierung ein Machtwort spräche, damit der artige Zustände aufhören." Ja die Regierung. Als wenn man bei uns die Groschen der Steuerzahler nicht für das herrliche Kriegsheer nöthiger hätte! Rgl. Regierungs- Baumeister. Der Arbeiter, dem dies Schriftstück zugegangen ist, hält die darin enthaltene Drohung unseres Erachtens mit recht für gesetzlich unstatthaft und will sich aus diesem Grunde ebenfalls an den Staatsanwalt wenden. Von der Ehrsamkeit des Handwerks, wie sie im Innungswesen zuweilen verkörpert ist, giebt ein Versammlungsbericht, den wir in der Volls- Zeitung" finden, ein recht anschauliches Bild. Herr Theodor Flid war vor drei Jahren an stelle des ausscheidenden Obermeisters Röppen auf eine dreijährige Periode zum Obermeister der SchneiderInnung gewählt worden. Die Innung, welche eine Fachund Fortbildungsschule unterhält, besitzt auch die Vorrechte aus § 100 Absatz f der Reichs- Gewerbe- Ordnung, wonach die außer halb der Jnnung stehenden Meister zu den Kosten der Wohl- Sanitäre Mißstände. In der jüngsten Sihung des Haus fahrtseinrichtungen der Innung herangezogen werden können. und Grundbesitzer- Vereins„ Gesundbrunnen" fand die auffallende Diese Fach- und Fortbildungsschule wurde auch von dem Thatsache ihre Bestätigung, daß die Schulräume der 78. und Sohne des Obermeisters besucht, der Oftober 1892 also 79. Gemeindeschule in der Wriezenerstraße noch nicht an die Dor drei Jahren seine Lehrzeit beendet hatte. Wie bei Kanalisation angeschlossen sind. Die Wohnungen der Rektoren allen Innungen, so war auch bei der Schneider Innung und Schuldiener haben zwar Anschluß an die Kanalisation, die vorgeschrieben, daß der ausgelernte Lehrling eine Probe- Arbeit, Schulräume aber nicht. Die 2000 Schulkinder müssen noch das sogenannte Gesellenstück, anfertigen mußte. Während nun immer Abtritte alten Stils benutzen. Der Verein beschloß eine bei anderen Innungen ein solches Gesellenstück bei den Prüfungs- Petition an den Magistrat und das Polizeipräsidium um Abhilfe meistern oder in den Fachschulen unter Aufsicht gefertigt werden dieser schreienden Mißstände. Um was nicht alles in Berlin muß, besteht bei der Schneiderinnung dieser Zwang nicht. petitionirt werden muß. 10 Gedankenfreiheit in Preußen. Dem Prediger Schäfer der humanistischen Gemeinde war bekanntlich vom Provinzialschulkollegium verboten worden, in der Sittenlehre und Religionsgeschichte Unterricht zu ertheilen, weil er der pantheistischen Weltanschauung huldige. Auf die hiergegen beim Kultusminister erhobene Beschwerde hat das Provinzialschulkollegium, dem die Literarisches. Wie aus dem Gesagten schon hervorgeht, unterscheiden wir Technik durch die Erfindungen des letzten Jahrhunderts. Haus vor. Auch die gestrige Aufführung von Grillin der marxistischen Evolutionstheorie stets zwei Entwickelungs- Die tapitalistische Aneignung hat zur Folge eine immer stärfere parzer's Medea" ging vor einem zahlreich versammelten reihen: eine negative, zerstörende, und eine positiv aufbauende. Bentralisation" der Produktion, d. h. Berringerung der Pro- Publikum vor sich, welches der Dichtung mit Aufmerksamkeit zu Auf der einen Seite werden Störungen, Unzuträglichkeiten, Miß- buktionseinheiten( Betriebe), Beseitigung aller Zwischenglieder folgen suchte. Die Titelrolle hatte Frl. Sobjesta aus Krakau stände erzeugt, die langsam den Bau der bestehenden Wirth( Mittel- und Kleinbetriebe, älterer Produktionsformen u. f. w.) als Einleitung eines Gastspiels übernommen; in der Darstellung schaftsordnung ins Wanten bringen, auf der anderen Seite und entsprechende Verallgemeinerung des proletarischen Arbeits gab sich ein fleißiges Studium und tüchtiges Erfassen bilden sich pari passu die Bedingungen für eine höhere Gesell- verhältnisses, so zwar, daß schließlich einer kleinen Anzahl der Dichtung zu erkennen. Einige ihrer Mitwirkenden standen schaftsordnung heraus, d. h. entwickeln sich die Produktivträfte, von Kapitaleignern die große Menge der proletarisirten Ar- allerdings nicht besonders auf der Höhe; so hatte namentlich Herr organisirt sich die menschliche Arbeit und steigert ihre Leistungs- beiterschaft gegenübersteht; die Entfaltung der Produktivkräfte Schwendler als Jason teinen guten Tag; aber im ganzen läßt fähigkeit zu immer höheren Stufen der Volltommenheit. äußert sich in der kapitalistischen Wirthschaftsordnung in steter sich der Aufführung ein guter Erfolg nachrühmen. Das Gelingen Dieses sind die Grundzüge der engels- marrischen Gesellschafts- Verbesserung der Produktionsmethode, vor allem in unausgefeßter ist außer der Gastin namentlich dem Fräulein Grieb zu philofophie. Vergrößerung der Betriebe, d. h. Erweiterung der Stufen- danten, welche die Königstochter Kreusa mit Anmuth und innigem Ihr Standpunkt, das leuchtet auf den ersten Blick ein, mußte leiter der Produktion, wodurch dann wiederum immer mehr Empfinden zu geben wußte. in theoretischer wie praktischer Hinsicht entscheidende Konsequenzen Naturkräfte dienstbar gemacht werden, immer größere Aufgaben nach sich ziehen; ich meine: mußte einen ganz bestimmten, scharf gelöst werden können; mit einem Wort: der Produktionsprozeß ausgeprägten Einfluß auf die Entwickelung der sozialen Wiffen wird mehr und mehr aus einem isolirten zu einem gesellschaft schaft wie auch der sozialen Bewegung, so weit sie von margifti- lichen: die Produktion verwandelt sich aus einer Reihe von Fran Lily von Gizycki ist aus der Redaktion der von schem Geiste erfüllt waren, ausüben. Einzelnhandlungen in eine Reihe gesellschaftlicher Atte, und die ihrem verstorbenen Manne, Prof. Georg von Gizycki, gegründeten Für die Entwickelung der sozialen Theorie war zunächst Produkte aus Produkten einzelner in gesellschaftliche. Der Wochenschrift ,, Ethische Kultur" ausgetreten. Aus ihrem Abschiedseinmal entscheidend, daß von dem allgemein sozialphilosophischen Gegensah, der Widerspruch, in der kapitalistischen Wirthschafts- worte an die Lefer heben wir den Schluß hervor: Standpunkt der Marxisten aus die Wissenschaft vom Wirthschafts- ordnung ist also, furz gefaßt, der zwischen tapitalistischer An- Während des halben Jahres seit meines Gatten Tod habe leben, die Dekonomit, in den Vordergrund des Interesses gerückt eignung und gesellschaftlicher Produktion. Er tommt zum Aus- ich mich mit allen Kräften bemüht, die Ethische Kultur" in den wurde. Denn für alle gesellschaftlichen Zustände war die Ge- druck in den beiden Geißeln der modernen Gesellschaft: den Bahnen zu erhalten, die er ihr vorgeschrieben hatte. Da aber staltung und Entwicklung der ökonomischen Grundlage bestimmend; Krisen und dem Pauperismus. Durch diese wird die Gesellschaft die Zeitung ausschließlich in den Händen des verantwortlichen folglich galt es, diese zu erforschen. Die Richtung dieser For jeweils an ben Rand des Abgrundes gebracht und schließlich Redakteurs liegt, war es mir unmöglich, meine Ansichten zur schung fonnte aber auch nicht zweifelhaft sein. Da sich das bei Strafe des Unterganges" gezwungen werden, die den ent- Geltung zu bringen. Wirthschaftsleben nach immanenten( ihnen eigenthümlichen) Ge- wickelten Produktivkräften, d. h. dem vergesellschafteten Profetzen gestaltet, so galt es, diese Gefeße zu entdecken, und diese duktionsprozeß entsprechende Rechtsordnung, nämlich gesellschaft Gefeße fonnten wiederum nur Entwicklungsgeseße sein. Vor allem liches Eigenthum an den Produktionsmitteln, einzuführen. aber wandte sich naturgemäß das Studium der gegenwärtigen Wie dieser ganze Auflösungs- und Neubildungsprozeß innerGeschichts= Wirthschaftsepoche zu, d. h. stellte sich zur Aufgabe, halb des fapitalistischen Wirthschaftssystems am letzten Ende auf „ das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu die Ueberkapitalisation, d. h. die Attumulation von„ Mehrwerth", enthüllen". Dies aber und nichts anderes ist der letzte End- dem über den Betrag des dem Arbeiter gezahlten Lohnes der awed" des Rapitals", jenes ungebeuren Werkes von Karl Mary Kapitalistenklasse zufließenden Werthbetrage, zurückzuführen ist, Es ist ganz logisch, daß das Hauptwerk der marxistischen Sozial will das Kapital" darthun. Es versucht zu diesem Zwecke eine philofophie ein ökonomisches System ift. streng quantitative Auffassung der wirthschaftlichen Vorgänge zu gewinnen und diese selbst, als objektiven Normen unterworfen, darzustellen. ( Schluß folgt.) " Der Artikel in Nr. 87 Der Raiser und die Sozialdemokratie" schien, so hoffte ich, einen Wendepunkt zu bedeuten: rückhaltlose, Scharfe Kritit, fern von aller hohl tönenden Moralpredigt hatte ja auch unter der Leitung meines Mannes die Ethische Kultur aus der Masse der anderen bürgerlichen Zeitschriften vortheilhaft hervorge gehoben. Durch die während meines Urlaubs von Herrn Dr. Foerster allein zusammengestellte erste Oktober- Nummer( Nr.40) sah ich meine Hoffnung nicht nur vernichtet, ich sehe mich auch gezwungen, meinen Namen aus dem Titel und aus den Spalten des Blattes zurückzuziehen, denn der im ersten Artikel enthaltene Angriff auf die politische Gesinnung meines Mannes, der zustimmend abgedruckte Artikel des Herrn von Egidy, welcher gleichfalls in verlegender Form der Sozialdemokratie, zu der mein Mann sich zählte, entgegentritt, Kunst und Wissenschaft. die Kriegsverherrlichung in einem anderen Artikel das alles fonnte von mir nicht anders, als durch meinen sofortigen Rücktritt Auch in der tapitalistischen Wirthschaftsordnung, kein Das National- Theater, welches zu unserem Bedauern sich beantwortet werden. Bweifel, vollzieht sich derselbe Prozeß, der alle menschliche Ge- eine Weile in den ödesten Effektstücken versucht hat, bringt seit Denjenigen Lesern, welche vom Anfang an die Ethische sellschaft beherrscht: auch in ihr entwickelt sich der Gegenfas einiger Zeit wieder die Werke unserer Klassiter zur Aufführung. Kultur verfolgt haben, brauche ich kaum noch zu versichern, wie zwischen den Rechtsformen der Produktion und den sich wie es scheint, steht sich auch die Kaffe nicht schlecht bei schwer mir der Abschied von meines Mannes und meinem geweiter entfaltenden Produktivkräften, also zwischen der tapi diefer Wendung zum befferen; bei einigen Gelegenheiten, die wir meinsamen Werke fällt. Aber ich stehe vor einem Unabänder talistischen Aneignung und der immer mehr gesellschaftlich uns nahmen, im Theater des äußersten Ostens gute Stücke an- lichen. Ich habe die Quinteffenz der sozialistischen Kritik des modernen Wirthschaftssystems schon an der Spiße dieser Blätter wiederzugeben versucht; hier sei noch folgendes zur Ergänzung nachgetragen, das nun erst auf grund dessen, was wir im Vorstehenden gelernt haben, verständlich wird. werdenden Produktion und der mächtigen Steigerung der zusehen, fanden wir meistens ein vortrefflich besuchtes Berlin, 6. Oktober 1895. Lily von Gizydki." Angelegenheit noch einmal überwiesen war, wie bürgerliche Blätter melden, entschieden, daß es bei dein früheren Bescheide fei» Bewenden behalte. In einer am Montag Abend abgehaltenen Versammlung der Gemeinde theilte Prediger Schäfer mit, daß er beabsichtige, die Angelegenheit vor das Gesammt« Ministerium zu bringen, da er in Stettin nicht in seiner Lehr- thntigkeit gehindert werde und im Allgemeinen Landrecht aus- drückiich gesagt sei, daß kein Einwohner des preußischen Staates in der freien Religionsübung beeinträchtigt werden solle. Die Freie Vereinigung der Zivilbernfsmusiker ist in diesem Herbst wieder mit dem Plane hervorgetreten, in verschiedenen Lokalen der Stadt dem minder zahlungsfähigen Publikum zu einem bisher ungewohnt niedrigen Entree eine gute musikalische Unterhaltung zu bieten. Diesen„Abonnements. Konzerten", deren zweites am Dienstag im äußersten Norden der Stadt veranstaltet wurde, ist gewiß das beste Gelingen zu wünschen, und wir wollen hoffen, daß ihnen ,n der arbeitenden Bevölkerung das nöthige Berständniß entgegen gebracht werde. � Freilich ist dazu auch von feiten der Konzertleitung einiges Entgegenkommen und etwas mehr Aus- merksamkeit als bisher erforderlich. Sticht was die technische Ausführung an sich betrifft; die konnte sich, wenn sie auch nicht mnstergiltig war, doch immerhin hören lassen. Wohl aber will uns scheinen, als ob an der Zusammenstellung des Programms noch sehr viel zu bessern wäre. Bon den zwölf Nummern, welche der Zettel enthielt, waren nur sehr wenige, die man nicht in jedem Gratisbierkonzerte zu hören bekommt, und auch die paar Stücke, die besserer Art waren, konnten durchaus nicht als besonders musterhaft gelten. Bei einem Orchester von SO Mann bilden Konzertnummern, die mit demselben Effekt von einer 12 Mann starken Kapelle vorgetragen werden können, eine Un« gercchligkeit dem Publikum gegenüber und eine Verschwendung der Kräjte vom technischen Standpunkt aus. Es sei gern von uns zugegeben, daß von einem populären Konzert ein flotter Walzer und selbst ein Potpourri nicht ganz ausgeschlossen bleiben kann, aber viel mehr»och haben die Werke unserer Heroen im Reiche der Töne Anspruch, auf dem Programm eines Orchesters zu stehen, das sich befähigt und berufen fühlt, die arbeitende Bevölkerung musikalisch zu erziehen. Wir sprechen den Wunsch aus, daß das nächste Konzert der Zivilberufsmusiker seinem Publikum wirklich gutes bieten möge. Unsere guten Landleute. Die polizeilichen Milchprüfungen haben im Monat September das überraschende Ergebniß gehabt, daß die sogenannte Äauernmilch, die mit Fuhrwerk aus den Vor- orten nach Berlin gebracht wird, einen weit schlechteren Gehalt hatte, als die sogenannte Bahnmilch, die von Berliner Milch- Händlern verkauft wird. Jnsgesammt wurden 7791 Prüfungen vorgenommen. In 43 Fällen mußten die Vorräthe wegen zu leichten Gewichts durch Vernichtung aus dem Verkehr gezogen werden, wobei 297 Liter Milch weggegossen wurden. Der Direktor des statistischen Amtes der Stadt Berlin und Herausgeber des bekannten statistischen Jahrbuchs, Prof. Richard B ö k h, feiert am 29. Oktober sein S0 jähriges Beamtenjubiläum. Bökh gilt für einen der hervorragendsten Statistiker der Gegen- wart. Der Revolver im CafS Chantant. Der 30 Jahre alte Zigarrenhändler Otto H. befand sich in der Nacht zum Dienstag mit mehreren Freunden in einem Chantant in der Flottwellstraße. H. legte wiederholt im Scherz einen scharfgeladenen Revolver auf einen seiner Freunde an, bis plötzlich der Schuß losging und eine der Sängerinnen, welche in unmittelbarer Nähe saß, an der linken Brustselte verletzte. Mit gellendem Aufschrei stürzte sie zu Boden. Sie wurde nach der Unfallstation in der Wilhelmstraße gebracht, wo sich die Verwundung zum Glück nur als ein Streif- schuß herausstellte. H. wurde verhastet. Alls der Polizei- wache entfernte man noch mehrere Geschosse aus dem Revolver. Ter Schlächtergeselle Müller ist gestern früh in Plötzensce hingerichtet worden. Einige besonders staatserhaltende Blätter, wie„Neueste Nachrichten" und„Staatsbürger-Zeitung", schwelgen förmlich in der ausführlichen Schilderung dieses traurigen Vor- ganges, aus dem sie ihrem Publikum eine Reihe inöglichst „pikant" zugestutzter Einzelheiten serviren. Muß das ein Futter für diese Sorte der um Konservirung der göttlichen Weltordnung kämpfenden Presse gewesen sein! Es wird bezeichnender Weise von diesen Blättern ganz besonders hervorgehoben, daß unter den Personen, welche zu dem Hinrichtungsakte eingeladen waren, sich allein acht Offiziere und sechs Militärärzte befanden. Neber eine ZlnSschreitung angehender Vaterlands vertheidiger meldet ei» Berichterstatter: Ein Rekruten-Abschied hat am Dienstag Abend Anlaß zu turbulenten Szenen gegeben. In dem B.'schen Schankloknle in der Gollnowstraße feierte ein«. Anzahl zum Militär ausgehobener junger Leute Abschied. Dabei geriethen die stark Angetrunkenen mit mehreren im Lokal an- wesenden Gästen in Streit, der damit endete, daß die zukllnstigen Rekruten einen Herrn mit Bierseideln derartig mißhandelten, daß derselbe blutüberströmt mit zahlreichen Verletzungen aus den Straßendamm hinausgeschleift wurde. Auch ein zweiter Gast wurde' thätlich angegriffen. Glücklicherweise trafen jetzt mehrere Schutzleute am Thatort ein, denen es gelang, mehrere der Excedenten festzunehmen. Zwei derselben, die sich wie vir- zweifelt zur Wehr setzten, mußten geknebelt nach der Wache ge- schafft werden. Eine weibliche Leiche, die mindestens vier Wochen im Wasser gelegen haben muß, wurde vorgestern in der achte» Morgenstunde unter großem Menschenauflauf an der Bellealliance- Brücke gelandet. Gleichzeitig mit dieser in der Großstadt leider nicht seltenen Meldung giebt ein Berichterstatter folgendes „Siinunungsbild": Wer glaubt, daß in Berlin bei solchem trau- rigcn Schauspiel nur menschliches Mitgefühl zum Ausdruck kommt, denkt zu gut. Es giebt nur zu viele Großstadtmenschen, die selbst im Anblick des Todes ihren Spott nicht zurückhalten können, und so fanden sich auch vorgestern Patrone, welche die Landung des armen Wesens, das da ausgelitten, mit Redens- arten begleiteten, die sich zum theil nicht wiedergeben lassen. Es waren Leute, die ihrer Kleidung nach den sogenannten besseren Ständen angehörten, während ein einfacher Arbeiter bezeichnend äußerte:„Na, wer ist das wieder geivesen?" und ein zweiter: „Wahrscheinlich nichts zu essen und zu beißen gehabt!" Und als das vom Volksmunde in grausigem Hohn„Selbstmörder- kutsche" getauste traurige Gefährt angerollt kam, überbot man sich förmlich in zotigen„Witzen". Wenn die frivolen Maulhelden die Leidensgeschichte des armen Weibes kennen würden oder nur einen Gedanke» dafür hätten, vielleicht würde sich der letzte Funke von Ehr- und Schamgefühl in ihnen regen. Zum Vergnügen geht wahrlich keiner in den Tod. Durch Neberfahren wurde am Mittwoch früh her K6jährige Arbeiter Karl Reinicke aus der Skalitzerstr. 66 schwerverletzt. Gegen S'/a Uhr befand sich der Fuhrmann Haseloff aus der Prinz Handjerystr. 67 mit feinem mit Koaks beladenen Wagen auf der Kottbuserbrücke und fuhr nach Rixdorf in vor- schriftsmäßiger langsamer Gangart hinunter, als Reinicke, der die Zurufe des Haseloff wohl nicht hörte, dem Wagen voraus- ging und nicht auswich. Haseloff suchte das Pferd anzuhalten, es gelang ihm das jedoch nicht, da der Wagen die Brücken- böschung hinabrollte. Reinicke wurde vom Pferde zu Boden ge- stoßen. Ein Vorderrad verletzte ihn bedeutend am Kopfe, ein Hinterrad ging ihm über ein Bein, so daß er an diesem einen komplizirten Bruch erlitt. Man brachte den Verletzten mit einer Droschke in das Krankenhaus am Urban. Ein schwerer Unglücksfall durch herabfallendes Mauer- werk ereignete sich gestern früh um 7 Uhr vor dem Hause Gips- straße 5. Das noch aus dem vorigen Jahrhunderl stammende Gebäude ist total morsch und seit dem 1. d. M. geräumt worden, um einem Neubau Platz zu machen, Auf dem Hofe ist bereits mit den Abrißarbeiten begonnen, während sich am Vorder- hause»och kein Bauzaun befindet. Das Gesims am Dache des Vorderhauses ist derartig verwittert gewesen, daß schon lange die Gefahr des Herunterfallens drohte. Gestern Morgen trat diese Katastrophe denn auch ein; die Bewohner der engen Gipsstraße hörten einen gellenden Schrei, dem ein donnernder Krach folgte. Ein Arbeiter und ein junges Mädchen, die sich auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstätte befanden, wurden aus dem Schutte hervorgezogen und nach dem gegenüberliegenden Hanse Sir. 32 getragen. Der herbeigerufene Arzt konstatirte, wie ein Berichterstatter meldet, außer Quetschungen der Füße und vielen Kopfwunden leider auch starke innere Verletzungen. Der sofort requirirte Kopp'sche Krankenwagen brachte die schwer Verletzten nach einem Krankenhause. Slnfsehrn vernrsachte gester» Bormittag in der Leipziger straße die plötzliche Erkrankung einer Dame, welche in einer Droschke erster Klasse fuhr. In der Nähe der Friedrichstraße brach das Droschkenpferd plötzlich zusammen und verstarb nach wenigen Minuten. Dieser Todeskampf versetzte die jedenfalls sehr nervöse Passagierin derartig in Aufregung, daß sie mit einem Aufschrei in die Polster des Koupees zurücksank und ohnmächtig wurde. Da sich die Dame trotz aller Bemühungen nicht von der Ohnmacht erholen konnte, wurde sie nach einem Krankenhause gebracht. Die Meldung„Mittelfener im Berliner Theater" alarmirte Mittwoch in früher Morgenstunde die Feuerwehr. Als letztere am Brandorte eintraf, stellte es sich heraus, daß glücklicherweise eine größere Gefahr nicht vorlag. Es waren nur Brennmaterialien im Keller, wahrscheinlich durch Selbstentzündung, in Brand gerathen. Erschossen hat sich Dienstag Nachmittag in seinem Komtoir in der Motzstraße 12 der Kaufmann Matton, ein Mann von 52 Jahren. Polizeibericht. In der Nacht zum 15. d. M. wurde an der Ecke der Ackerstraße und Elsafferstraße eine Frau durch einen Geschäflswagen überfahren und am Unterschenkel schwer ver- letzt.— Am 17. d. M. morgens wurde im Landwehrkanal, an der Bclle-Alliance-Brücke, die Leiche einer etwa 30 Jahre alten Frau angeschwemmt.— Auf dem Werder'schen Markt fiel nachmittags ein Arbeiter von einem Kohlen- wagen und zog sich eine bedelltende Verletzung am Kopfe zu.— — Ein Kaufmann erschoß sich in seiner Wohnung in der Moritz- straße.— Abends stieß ein Schankwirth einen angetrunkenen sich vor seinem Schanklokale in der Belle> Alliancestraße auf- haltenden Maler gegen das Vorgartengitter, wobei sich dieser eine erhebliche Verletzung an der Stirn zuzog.— In der Trunken- heit fiel ein 22 jähriger Arbeiter von der Eisenbahnbrücke in die Spree; er wurde jedoch von einem ihm sofort nachspringenden Kaufmann so lange über Wasser gehalten, bis er von mehreren in einem Handkahne herbeieilenden Männern herausgezogen wurde. WitternngSiibersicht vom 16. Oktober kSSS. Wetter-Prognose für Donnerstag, den 17. Oktober 1895. Etwas wärmeres, ziemlich trübes Wetter mit geringeren Regensällen nnd�Käßigen nordwestlichen Winden. Berliner W ut t e»b» r e a u. bring ericht? [die soll Schö kratischl |tn hiesigen Land �eidigung schuld! Beleidi. belle Hülle orenz gesprochen en wurde Gevirhks� Staatsanwalt vor as Wolff'sche Telegraphenburea Bei dem am Mittwoch vor d Beleidigungsprozeß des sozialder gegen den Ersten Staatsanwalt wurde der Staatsanwalt der B> und zu 50 M. Geldbuße verurlhkilt. Dem das Recht der Publikation zugesprochen. Vor etwa drei Jahre» hatte das hiesige Patentbureau von H. u. W. Pataky einen ihrer Angestellten entlassen, weil er hinler dem Rücken der genannten Firma für eigene Rechnung ein Geschäft abgeschlossen hatte, mit dessen Erledigung die Firma betraut war. Diese Thalsache hatte das erwähnte Palentbureau ihrer Mandantschaft durch ein Rundschreiben zur Kenntniß gebracht und als Antwort darauf wurde von dem früheren Angestellten ein Zirkular verbreitet, welches in den schärfsten Ausdrücken gehalten war und von den schwersten Beleidigungen der Inhaber und der Geschäftsführung des genannten Bureaus strotzte. Zu diesem Zirkular aber war der Angestellte von dem Kaufmann Robert N o a angestiftet worden, welcher sich mit dem früheren Angestellten zum gemeinsamen Betriebe eines Patentbureaus vereinigt hatte. Das erwähnte Zirkular wurde in 5000 Exemplaren auf Kosten der Firma Rod. Noa u. Ko. gedruckt und mit den Geschäftsbriefen genannter Firma insbesondere unter der Kundschaft des Patent- »ureaus H. u. W. Pataky verbreitet. Vorgestern hatte sich der Kaufmann Robert Noa wegen Mitthäterschaft bezw. Beihilfe bei dem Zustandekommen und der Verbreitung der Scdmäh- chrift auf die von der Firma H. u. W. Pataky erhobene Privatklage zu verantworten. Obwohl der Angeklagte egliche Schuld bestritt, wurde ihm diese durch eine umfangreiche Beweisaufnahme, insbesondere durch seine eigenen Kopirbücher nachgewiesen. Die S. Strafkammer des Land- gerichts I verurtheilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 500 M. und Tragung sämmtlicher Kosten. Der Vorsitzende be- merkte bei der Urtheilsverkündung, daß auf Freiheitsstrafe er- kannt worden wäre, wenn nicht das Gericht zu gunsten des An- zeklagten angenommen hätte, daß er an die Wahrheit 5er ihm von dem früheren Angestellten gemachten Angaben ge- glaubt hätte. Zur Warnung für Freunde hämischer Zeitungs-Annoncen kann folgende vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelte Privatklage dienen. Ein Kaufmann suchte einem andern, mit dem er sich veruneinigt hatte, dadurch etwas am Zeuge zu flicken, daß er sich in Zeitungsannoncen bereit erklärte, ausgeklagte Forderungen auf den Betreffenden aufzukaufen. Er soll auch insofern einen Erfolg erzielt haben, als ihm eine derartige Forderung zum Kaufe angeboten worden sein soll. Das Schöffen- gericht erblickte in jener Annonce eine grobe Beleidigung des Privatklägers und verurtheilte den Angeklagten zu 50 M. Geldstrafe und Tragung der Kosten. Eine Verhandlung, die gestern vor der dritten Straf- kammer des Landgerichts I stattfand, entrollte ein kleines Bild aus Berlin bei Nacht. Am Nachmittage de? 20. Juni hatte der Schiffer Wünscher seinen Lohn für längere Zeit erhalte». Am Abende ivankte er in der Fennstraße von Kneipe zu Kneipe. Die beiden Angeklagten Martha Klose und Viktoria Reich, welche auf der Straße dem Männerfang oblagen, schloffen sich dem Halbtrunkenen an, der nun die Bier- und Schnapsreise mit den beiden Mädchen fortsetzte. Die letzteren hatten bald bemerkt, daß Wünscher außer Geld im Portemonnais noch einen Hundertmarkschein in seiner Brieftasche barg. Die Reich bat ihn, ihr ein Paar Schuhe zu kaufen. Wünscher erklärte sich dazu bereit. Nach längerem Suchen fanden sie noch einen Laden offen. Als die Reich die Schuhe erhallen hatte, bat auch die Klose um ein Paar, wobei sie ihrer Bitte durch Küssen und Umarmen Nach- druck zu geben suchte. Bei dieser Gelegenheit wußte sie unbemerkt dem Halbtrunkenen die Brieflasche aus der Tasche zu ziehen. Sie steckte sie der Reich zu, die sie schnell in ihre Tasche legte. Jetzt nahm die Klose von dem Ankauf der Schuhe Abstand und drängte zum Fort- gehen. Der Schiffer erwachte am folgenden Morgen mit ivüstem Kopf, die Erinnerung an die Ereignisse des Vorabends hatte ihn aber nicht völlig verlassen. Als er die beiden Diebinnen ermittelte, war von seinem Hundertmarkschein nichts mehr vor- handcn. Vor Gericht entschuldigten sich die beiden Mädchen mit sinnloser Trunkenheit. Die vielfach vorbestrafte Reich wurde zu einem Jahre Zuchthaus, die Klose zu n e u n M o n a ten G e s ä n g n i ß verurtheilt. Von Herr» Jos. Arthur v. Sojecki erhalten wir zu der gestern von der„Volks-Zeitung" mitgetheilten Nachricht in Sachen Dr. Fritz Friedmann die folgende Zuschrift: In der heutigen Nummer Ihrer geschätzten Zeitung haben Sie in einem Artikel:„In der noch schwebenden Disziplinar- Angelegenheit gegen den Rechtsanwalt Dr. Fritz Friedmann-c." die Behauptung ausgestellt, daß ich„ein Anhänger Ahlwardt's" sei. Abgesehen von anderen Unrichtigkeiten in diesem Artikel ist besonders die vorstehende Behauptung nicht richtig. Ich bin ebensowenig ein Anhänger des Ahlwardt, wie einer anderen bestehenden politischen Partei. Ich bitte Sie höflichst, diese Berichtigung an der ihr zu- kommenden Stelle in einer der nächsten Nummern Ihres ge- schätzten Blattes gefälligst aufnehmen zu wollen. Hochachtungs- voll v. Sojecki, Dresdenerstr. 33 II. I» einem Zivilstreit der Orts-Krankenkasse der Handlungs- gehilfen gegen einen Arbeitgeber wegen fahrlässiger Verletzung der ihm nach§§ 49 und 50 des Krankenversicherungs-Gesetzes obliegenden Anmeldepflicht hat das hiesige Landgericht eine Fahrlässigkeit nicht darin erblickt, daß der Beklagte sich zur schriftlichen Anmeldung einer einfachen Postkarte bedient hat. Die Postkarte war nach glaubwürdigem Zeugniß richtig adresstrt, soll aber nicht angelangt sein. Die 16. Zivilkammer sagt nun: „Die Reichspost ist, wie gerichtskundig, eine zuverlässige Behörde. Der Beklagte durfte daher annehmen, daß die qu. Postkarte der Klägerin ordnungsgemäß zugestellt werde. Eine Außerachtlassung der gehörigen Aufmerksamkeit und Vorsicht ist in einer solchen Annahme nicht zu erblicken." Fnchömiih! in Rnstland. In Woltschansk, �Gouvernement Charkow, begann dieser Tage ein Prozeß gegen 356 Bauern, welche der eigenmächtigen AbHolzung eines größexen Fichten- waldes angeklagt sind._ Vevmipcsztes� Die Cholera in Aegypten. AuS Alexandri en wird vom Mittwoch berichtet: Bis gestern Abend sind 16 Neu- erkrankungen an Cholera und 9 Todesfälle i» Damiette zu ver- zeichnen, von denen vier auf den gestrigen Tag entfallen. Tie Cholera tritt nur in milder Form aus, alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Arbeiterristko. Im Dorfe B o u h y bei Revers(Frankreich) platzte der Kessel einer Dreschmaschine. Hier- durch wurden 7 Personen getödtet und eine verwundet. AuS Petersburg wird berichtet: Die westliche Strecke der sibirischen Eisenbahn bis zum Flusse Ob ist fertig gestellt.— In Baku begann eine Naphtha-Fontäne zu springen, welche täglsch 300 000 Pud Naphtha giebt. Briefkasten der Redakkion. ßlr bltten bei jeder Anfrage eine Chiffre sZwsi Buchstaben oder eine 8(cht) anzugeben, unter der die Anlivort ertheilc werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Mittwoch, Freitag und Sonnabend abends von 7—8 Uhr statt. S. 70. 75, Nadloff, Liebenwalde 97, S. 15, W. B. Görlitz: Ja.— O. S. 100. Lassen Sie auf Kosten des Wirlhs die Reparatur durch einen Töpfer vornehmen.— F. B. 300. Das ist verschiede».— Landsbergerstr. 67, Strohwittwer» F. K. K. H.: Nein.— August. Lassen Sie sich vom Ge- meindevorsteher bescheinigen, daß Sie zur Tragung der Kosten unvermögend sind. Beantragen Sie ferner beim Amtsgericht Berlin II Anberaumung eines Sühnetermins, reiche» Sie dann das Attest des Gemeindevorstehers beim Landgericht II mit dem Antrag, Ihnen das Armenrecht z» bewillige», cm. Nach dein Aufenthalt Ihrer Ehefrau müssen Sie bei den Polizeibcchörden der verschiedenen Orte, wo sie sich aufhielt, Erkundigungen einziehen. — Friedenstr. 64. Wegen Beleidigung kann aus 3 M. bis 600 M. oder auf 1 Tag bis 1 Jahr Gesängniß oder Haft er- kannt werden.— Strom 51. Der aus der Landeskirche Aus- getretene ist erst vom Schluß des auf die Austrittserklärung folgenden Kalenderjahres ab nicht mehr verpflichtet, persönliche Kirchensteuer zu zahlen. Zu einem vor seinem Austritt be- schlossenen außerordentlichen Bau muß er bis Ablauf des zweiten Kalenderjahres, zu den Leistungen, welche nicht aus der persön- lichen Kirchenangehörigkeit beruhen muß er wie jeder andere Gläubige und Heide beitragen(zum Beispiel Grundstückslasten). — P. K. Unverständlich, wollen Sie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde vorsprechen.— P. D. Neuer Termin muß stattfinden; daß Sie den Arzt nicht besuchten, schadet Ihnen. Sie können den Besuch nachholen. - Choriner, M. R. 93, H. M. 396. Ja.- W. T. 1373. I. Nein. 2. Ja. 3. Auf Theilzahlungcn braucht die Gläubigerin sich nicht einzulassen.— G. B. Nein, falls keine Polizeiverordnung dort die Arbeit am Sonntag untersagt.— F. B. O.. S. 96. Nein.— Klempner Max I. Armenrecht für sich und das Kind erwirken und klagen. — St., Berlin. Sie müssen zahlen.— Emil. In Rixdorf. -- E. L. Sprechen Sie gelegentlich in der juristischen Sprech- stunde vor.— O. P. 100. Der Vertrag läuft ohne Kündigung mit dem 22. Oktober ab.— G. E. 166. Für eine Klage auf Ehescheidung ist das Landgericht zuständig, in dessen Bezirk der Ehemann wohnt. Der Ehescheidungsklage voraufgehen muß ein Sühnetermin beim Amtsgericht desselben Bezirks. Bis zur Trennung kann es, wenn es schnell geht, ein halbes Jahr dauern. Die Höhe der Kosten richtet sich nach der Höhe des Vermögens.— F. F., Hohen-Schönhausen. 16 M. jährlich. — M. R. 46. Widerspruch erheben.— H. K.. Nirderschönh. Uns unbekannt.— H. W. 67. Das hängt von der Erheblich. keit der Thatsache und von allen Umständen des Falles ab. — Stuckateur F. B. 1. und 2. Ja. 3. Das aktive, nicht das passive.— R. M. Soldinerstraße, M. A. Hirschberq, B. 10«. Nein.- L. M. 5. 1. Ja. 2. Nein. - P. 69, N. 99. G. B. 100., K. 100: Ja.- R. P. V. Sie werden das Gewünschte am leichtesten durch Anfrage, wo Ihre Braut geboren ist, beziehentlich wo damals ihre Ellern lebten und sodann durch Anfrage bei dem Kirchspiel verfahren.| Gesellschaft.- 24. Nein; die Klage hätte feine Aussicht auf Erfolg.| Druckschriften find duzendmal von uns veröffentlicht. Sie be War Ihre Braut bevormundet, so befindet sich ihr so befindet sich ihr G. B. 100. In Eberswalde. Wenden Sie sich an die finden sich mit Ihrer Ansicht, daß Restaurationen geschlossene Geburtsschein in den Vormundschaftsakten.- S. D., dortige Forstakademie. W. Brandenburg. Schriftliche Ant- Räume" feien, mit der Rechtsprechung in Widerspruch. 2. Nein. Chauffeestraße. Wegen Berichtigung des Zeugnisses steht wort ertheilen wir nicht. Verklagen Sie den Wirth auf Vor- 13. Unverständlich. Postabonnent Meißen. Die betreffende dem Dienstmädchen der Weg offen, einen dahin nahme der Reparatur. H. D. 67. Ohne Einsicht in die kann Zeugniß ablegen; ob ihr geglaubt wird, hängt nicht von gehenden Antrag bei dem Polizeipräsidium zu stellen. Statuten nicht zu beantworten. M. D. 47. Lehnen Sie jenem Umstand ab. Hildesheim. Vertrauensmann ist Karl -A. 365. Ja; ausführliche Antwort finden Sie in der Bahlung ab; soweit ersichtlich, liegt Verjährung vor.-C. Bone. Stephan, Schuhstr. 14. 3. Beilage des Vorwärts" vom 29. September unter„ Soziale Wenden Sie sich an einen Arzt. Röhe. Ein griechischer Gelehrter. Rechtspflege"( Seite 2). R. E., G. J. Kopsch, W. D. 85,- E. N. 21. Der Hausindustrielle muß für die von ihm beBriefkasten der Expedition. N. W. 115. Nein. Briefliche Antwort zu ertheilen, müssen schäftigten Arbeiter fleben. Für sich selbst muß er kleben wenn wir ablehnen. K. F. 238 und Prahler. Sprechen Sie in er Tabat- oder Textilindustrieller ist.- N. H. Charl. 1. Bis Für die Familien der im Essener Meineidsprozek der juristischen Sprechstunde gelegentlich vor. H. F. und zum 14. 2. Nach zurückgelegtem 4. Lebensjahre kann der außer Verurtheilten gingen bei uns ferner ein: A. 2. Sch. Auskunft über Kliniken, Empfehlungen von eheliche Erzeuger eigene Erziehung des Kindes verlangen. Das Michel 1,10. Gemüthlicher Mittagstisch, Fredersdorf 2,35. Aerzten, Anwälten u. s. w. geben wir nicht. P. B. Ja. Vormundschaftsgericht kann jedoch festsetzen, daß das Kind einer Tischlerei von König u. Komp., Friedrichsbergerstr. 23 3,-. StockVertrauensmann in B. 1. Als Vertheidiger müssen alle mütterlichen Pflege auch fernerhin bedarf oder daß der holm. Gesammelt von einer Gesellschaft, der nicht Münter und bei einem deutschen Gericht zugelassenen Rechtsanwälte, sowie Vater zur Erziehung unfähig ist und daher ferner Alimente zu Hammerstein angehören, 1. Rate 25,-. Marburg a. d. Lahn, von die Rechtslehrer an deutschen Hochschulen, ferner der Ehemann zahlen hat. 3. An den Gemeindevorsteher, dann an das Gericht Sozialdemokraten und Nichtsozialdemokraten d. J. B., 2. Rate für seine Ehefrau und der Vater, Adoptivvater oder Vormund ist der bezügliche, ausführlich wiederholt hier wiedergegebene 40,-. Für ein nichtgetrunkenes Geburtstags- Achtel von Gustav eines Minderjährigen zugelassen werden. Andere Personen Antrag auf Bescheinigung des Unvermögens, beziehentlich auf R. 3,-. Rekrutenabschied der Lederarbeiter Kirchhain i/ 2. 5,50. tönnen vom Gericht als Vertheidiger zugelassen werden. Bewilligung des Armenrechts zu richten. M. Nicht der Fall. Dirig. Verb. B. U. 15,-. Schwiebus. E. B. 25,-. 2, Die Bestimmungen über Verjährungsfristen sind keine ein- H. E. 1. und 2. Nein. 3. und 4. Steht im Adreßkalender. Summa 119,95 M. Bereits quittirt 12 697,32 M.; in Summa heitlichen für ganz Deutschland. 3. Nein. 4. Geschlossene- Karl Krüger. 1. Die Vorschriften über Verbreitung von 12 817,27 M. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 17. Ottober. Opernhaus.( Kroll's Theater.) Lohengrin. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas a. G. Novität! 3um 43. Male: Novität Eine tolle Nacht. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Wilh. Mannstädt und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. In Szene gesetzt v. Dir. Richard Schultz. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. Romeo und Julia. Berliner Theater. Göz von Ber- Nacht. Ber- Nacht. lichingen. Leffing Theater. Gräfin Friki. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Reise nach dem Mars. Nenes Theater. Der Militärstaat. Schiller- Theater. Wilhelm Tel. Residenz- Theater. Der Rabenvater. Vorher: Aber die Ehe! Morgen: Zum 44. Male: Eine tolle Walhalla- Theater, Oranienstr. 52, Morigpl. neb. Wertheim. Weibliche Maikäfer. Operette. Im Monat Mai. Liederspiel. Adolph Ernst- Theater. Parade Alfred Bender, bummler. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplat- Theater. Ein Kind der Liebe. Vorher: Ein kleines Mißverständniß. National Theater. Medea". Theater Unter den Linden. Der goldene Kamerad. American- Theater. Die Millionenerbin von Rigdorf. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag: Zum 1. Male: Wilhelm Tell. Freitag: Wilhelm Tell. Adolph Ernst- Theater. Zum 44. Male: Paradebummler. Besetzung der Hauptrollen: Anna Bäckers, Josefine Dora, Ida Schlüter, Adolph Ernst, Julius Eyben, fowie sämmtliche Spezialitäten. Anf. 8, Sonnt. 7 Uhr. Entree 50 Pf. bis 2 Mart. Konzerthaus Sanssouci Kottbuserstr. 4a ( nahe am Oranienplay). Heute, sowie jeden Donnerstag und Sonntag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 f. Vorverkauf 40 Pf. bei Kessler, Rottbuser- Play. Grossartiges neues Programm! Zum Schluß: Hugo Haßkerl, Richard Jürgas, Guido Bureau Bammelmeyer. Zielscher, Karl Weiß, Georg Worlitzsch. Anfang 71/2 Uhr. Bein Aufgeld. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Urkomisches Ensemble von Meysel. Freitag: Victoria- Brauerei. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater Passage- Panopticum. 25/26. Chauffeestr. 25/26. Gastspiel der Liliputaner. Jeden Abend 71/2 Uhr: Die Reise nach dem Mars. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Große Kinder- Vorstellung. und die heben Schneewittchen Zwerge. Kinder nachmittags halbe Preise. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. & 42 Mädchen vom Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Feen- Palast Burgstraße Nr. 22. Schreien hilft nichts! Thatsachen beweisen! Stephan& Olivier non plus ultra aller Gymnastiker. „ Die Matadore der Luft!" Thränen werden nicht gelacht, aber geschlucht über W. Fröbel's Glanznummer Paradebummler! Dazu das Riesenprogramm ohne jede Konkurrenz in Berlin dastehend! Kommen! Sehen! Staunen! Anfang: Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Louis Keller's Festsäle Koppenstraße 29. Größtes u. schönstes Etablissement der Residenz. Jeben Sonntag. Mittwoch: Humor.- Soiréen der hier so beliebten Hamburg. Sänger Steidl, Böhmer, Harnisch, Ehrke, Ottwald, Ehrhardt, Werner- Müller. Jeden Sonntag: Gr. Doppel- Concert Castan's Panopticum. ber Hamburger Sänger und des Berliner Concert- Orchesters Friedrichstr. 165. ! Salambo? Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt! Ganz neues SpezialitätenProgramm. Wer ist der Vater? Posse von Anno. Musik von Grimm. Regie: E. Stempel. Anf. Wochent. 8, Sonntags 6 Uhr. Entree 10 Pf., 30 f. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Direktion: R. Winkler. " Kaiser- Panorama ( Passage). 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Daß eine große Zahl von Bauhandwerkern infolge solcher Verluste durch den Bauschwindel, die sich vielfach wiederholen, nicht in der Lage ist, das Geschäft weiter zu führen, und mindestens die Arbeiter nicht pünktlich oder gar nicht bezahlen kann, ist selbstverständlich. # " Aus der ganzen Anordnung der Hypotheken geht hervor, wie die Schiebung" gemacht worden ist. Die in solchen Sachen erfahrenen Materialien- Lieferanten haben sich an zweiter und dritter Stelle ihre Forderung nach den Baugeldern gesichert. Den dann noch bleibenden Rest bis zur Summe, für die man das neu zu erbauende Grundstück übernehmen wollte, nehmen die Donnerstag, den 17. Oktober 1895. thekenrechte 2c.( Bestellung einer Vorzugshypothek innerhalb der Grenzen der Sicherheit, die für Mündelgelder gefordert wird), und in der Richtung des Vertragsrechtes, so daß die" Stroh männer Wirthschaft" erschwert wird, erfolgen müssen. Das„ Wie" werden die Arbeiter der Erwägung der dazu Berufenen gerne überlassen. = 12. Jahrg. bedingungen; Einführung des achtstündigen Arbeitstages in allen städtischen Betrieben zur Minderung der Arbeitslosigkeit, dieser tapitalistischen Seuche", die eine nothwendige Begleiterscheinung der heutigen Wirthschaftsweise und daher nur mit dieser völlig zu beseitigen sei; Schaffung von Einrichtungen, die es den Straßenarbeitern ermöglichen, die Arbeitspausen in geschlossenen Räumen Die Petition ist augenblicklich noch Gegenstand der Ver- zu verbringen( Beifall); die Errichtung eines städtischen Arbeitshandlung im Ausschusse des Berliner Gewerbe nachweises mit fostenloser Arbeitsvermittelung; die Errichtung gerichte und wir mögen diese Verhandlung durch näheres eines Gesundheitsamtes; den Erlaß eines Ortsstatuts betreffend Eingehen auf die Frage vorläufig nicht stören, sondern wollen den obligatorischen Besuch der Fortbildungsschulen für Arbeiter nur den Standpunkt, der Arbeitervertreter des Aus- unter 18 Jahren. Erinnert sei auch an die Nothstandsschusses hiermit weiteren Kreisen klarlegen, damit eine ein- anträge, an die Unterstützung des Antrages, die Nebergehendere Besprechung und eine Agitation in den Kreisen der Bau- nahme der königlichen Leihämter in städtische Verwaltung arbeiter dadurch eingeleitet wird. Weil er der Gerichts- Beitung. er # betr., an die geforderte unentgeltlichkeit der Lehrmittel 2c. Alle diefe Anregungen, erklärte Redner, seien in den ersten Jahren auf sehr steinigen Boden gefallen, die sozialdemokratischen Vertreter hätten Spott und Hohn über sich ergehen lassen müssen, doch sei Wer auf dem Gewerbegericht zu thun hat, sollte von dies anders geworden. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten 10000 M². der Ww. Nordgauer vorweg. Sie hat also für einer prinzipiellen Entscheidung des K a mmergericht 3 Notiz hätten sich Beachtung und Achtung in fortgesetzt größerem Maße 160 750 M., von welchen noch das Damno" für die Bau nehmen, die am 14. Oktober vom Strafsenat desselben gefällt errungen, und zwar in demselben Grade, als deren Stimmen selber und für die 10000 M. der vierten Hypothek abzu- wurde. Der Konkursverwalter Fischer hatte seinerzeit auf dem stiegen, d. h. ausschlaggebend wurden. Unsere Vertreter hätten ziehen ist, das Grundstück erworben, das mindestens 188 150 M. Gewerbegericht die Gläubiger eines bankrotten Unternehmers zu im Rothen Hause zwar harte Arbeit zu verrichten, doch seien sie werth ist. Sie hat etiva 30 000 M. gewonnen auf Kosten der vertreten und präsentirte dem amtirenden Vorsitzenden zwei Voll- folche gewöhnt. Für sie sei der Kampf Lebensbedingung, deshalb beraubten Bauhandwerker. Dieser„ Gewinn" ist durch die Hypo- machten, die er als nicht stempelpflichtige dadurch glaubte würden sie auch nicht erlahmen.( Bravo! und Beifall.) the fenordnung möglich geworden, indem ein ganz mittelloſer fenntlich gemacht haben ชิ้น daß Auch in anderer Beziehung hätten die sozialdemokratischen Stadta it ihre Strohmann als angeblicher Besitzer des zu bebauenden Grundstickes ins Hypothekenbuch eingetragen wurde, von dem die ausSpize die Worte sette:„ Objekt unter 150 Mart" verordneten jede Gelegenheit benutzt, ihre Grundsätze zur Geltung gefallenen Handwerker nichts erhalten können. diese Vollmachten nicht mit Stempelmarten zu bringen, von der Anschauung ausgehend, daß die Wohlfahrt Manipulation ist aber durch die bestehenden Gesetze gedeckt. Die ganze versehen hatte, wurde Fischer vom Schöffengericht zu einer Geld: der Bürgerschaft oberstes Gesetz sei. Redner erinnerte an die strafe von 12 Mark verurtheilt. Das Gericht nahm an, die Verwendung von städtischen Geldern zu anderen als gemeinDieses Verfahren wird gewöhnlich so offen betrieben, daß es in Wollmachten wären nur dann nicht stempelpflichtig gewesen, wenn nüßigen Zwecken, an Verschönerungsprojekte( Ententeich) 2c., woder ganzen Geschäftsführung der Bauleitung zu tage tritt. Der der angeführte Bermerk im Texte gestanden hätte. Die Strafgegen unsere Vertreter energisch Einspruch erhoben. Der Thätig Geldmann", der eigentliche Bauſpetulant, traut seinent vor- tammer Dagegen war anderer Meinung, und sprach F. auf die feit der sozialdemokratischen Stadtverordneten sei es vornehmlich geschobenen Strohmann nicht über den Weg. Er giebt ihm also non ihm eingelegte Berufung frei. Sie meinte, auch so, wie auch zu danken, daß die Kommunalsteuer- Reform einigermaßen die Baugelder und die ferneren als Hypothekenschuld ein- es geschehen, seien die Vollmachten genügend als stempelfreie vernünftig ausgefallen wäre. Wenn auch nicht alle Wünsche erfüllt getragenen Summen keineswegs in die Hand, sondern besorgt kenntlich gemacht. Die Staatsanwaltschaft und als Neben worden seien, so brauchten die Wähler mit der Thätigkeit ihrer die nöthigen Zahlungen bis zu der vereinbarten Höhe selbst. Der„ Strohmann" erhält Kläger von diesen Geldern selbst nur die sie damit begründeten, daß es aus Provinzial Stenerdirektor legten Revision ein, Vertreter doch nicht unzufrieden zu sein. Die Steuerreform dem Inhalte habe vor allem die Miethssteuer, die von Anbeginn an von der einen geringen Theil. Er sucht dafür am Ende der einer Urkunde nach dem Gesetz hervorgehen müsse, ob Fraktion bekämpft worden sei, in Wegfall gebracht. Gefallen sei Bauarbeiten so viel als möglich Lohn den Bauarbeitern nicht das Objekt unter 150 m. und sie stempelfrei sei. Nur der In- sie wesentlich aus Angst vor der Sozialdemokratie.( Großer Beifall.) zu bezahlen, wozu er den ebenfalls mittellosen„ Subunternehmer" halt entscheide über die Stempelpflichtigkeit. Wenn außerhalb des Die Kommunalsteuer- Reform sei ebenfalls mit einem Tropfen dazwischen schiebt, der ihm für ein geringes dabei hilft. Wäre der Stand des Baugeschäftes ein solcher gewesen, daß Textes ftebe: Objekt unter 150 M.", so genüge das noch lange sozialistischen Dels gefalbt worden; noch vor 15-20 Jahren es gelungen wäre, das Grundstück für mehr als 188 150 Mart Landgerichts auf und erkannte auf Verurtheilung. Es sei richtig, erinnerte noch an die harten Kämpfe, die die Fraktion mit den nicht. Nach langer Berathung hob der Senat das Urtheil des wäre eine derartige Steuerreform nicht dentbar gewesen. Redner rechtzeitig zu verkaufen, so wären die Bauhandwerker bezahlt daß der Inhalt einer Urkunde entscheidend sei für ihre Stempel- Hausbesitzern zu beſtehen gehabt hat. Die in der Versammlung diese worden, es wäre keine Klage über Bauschwindel erhoben worden, pflichtigkeit, ein Vermerk über dem Worte„ Vollmacht“ sei aber igen, meinte Singer, seien noch nicht die schlimmsten man hätte alles sehr in Ordnung gefunden. seien durch die langen Kämpfe bereits tirre" geworden( Heiter Auch heute noch fallen die Abwickelungen solcher Schwindel- lein Theil der Vollmacht. feit), schlimmer feien die vereinigten Hausagrarier außerhalb der bauten durchaus nicht alle, ja nicht einmal in ihrer Mehrzahl Vom Glend der Konfektionsarbeiter. Wegen Unter- Stadtverordneten- Versammlung. Um die Kräfte der sozialdemo so verhängnißvoll für die betheiligten Bauhandwerker aus. Es schlagung hatte sich der Schneider Friedrich R. am Dienstag vor fratischen Vertreter im Rothen Hause zu stärken und der gelingt vielmehr fortwährend noch einem erheblichen Theil der dem Schöffengericht am Landgericht I zu verantworten. St. war jetzigen Mehrheit im Hause zu zeigen, daß die Mindermittellosen vorgeschobenen Personen, zu einem Ordnen des Schuld- Monate lang arbeitslos gewesen, seine Frau lag an einem beit„ draußen" doch die Mehrheit für sich habe, sei es verhältnisses zu gelangen, das den Bauhandwerkern Be- Lungenleiden schwer barnieder und die beiden Kinder im Alter nothwendig, daß die Wähler ihre Vertreter energisch unterfriedigung und den Strohmännern noch einen Gewinn von 4 Jahren und einem halben Jahre schrien nach Brot. ftüßen und mit aller Macht daran gehen, die Zahl der bringt. Die Zahl der Subhastationen ist in letzter Zeit zwar Alles, was man irgendwie versetzen konnte, war bereits ins Pfand- fozialdemokratischen Stadtverordneten erheblich zu vermehren. gewachsen, es ist aber immer nur ein tleinerer haus gewandert. Das furchtbare Leiden der Frau verhinderte Diese Nothwendigkeit ergebe sich auch in Rücksicht auf die vorTheil der Schwindelbauten, der zur Subhastation kommt. F. auch dann am arbeiten, als ihm von der Firma Stier in zunehmende Umwandlung des Pferdebahnbetriebes in elektrischen Das erklärt auch ausreichend den Sonst räthselhaften der Kommandantenstraße Jackets zu dem Hungerlohn Betrieb, die unabweisbar sei, da die Verkehrsmittel nicht aus Umstand, wie es kommt, daß sich immer wieder Bauhandwerker von 1 M. 75 Pf. zu nähen gegeben wurden. Er mußte die reichten und Berlin in dieser Sache hinter anderen Städten weit finden, die, obgleich ihnen der ganze Geschäfts- Arbeit, trotzdem sie etwa 9 oder 10 M. die Woche einbrachte, zurückſtehe. Diesem Zustande müsse ein Ende bereitet werden betrieb des Bauschwindels und die Gefahr, aufgeben, da die Wachen und sonstigen Hilfsleistungen, die er und dazu seien Männer benöthigt, die nicht das Interesse von der sie dabei ausgefeßt find, genau bekannt an seinem tranten Weibe und den Kindern zu verrichten hatte, aktiengesellschaften, sondern das der gesammten Bürgerschaft im ist, doch immer wieder in solche Geschäfte sich einlassen. In der sein ganzes bischen Kraft in Anspruch nahmen. Es war jedoch Auge haben. Die Pferdebahn- Gesellschaft habe sich zwar bereit Mehrzahl der Fälle kommen sie eben mit gutem Profit heraus. fein Stückchen Brot im Hause und in der Verzweiflung blieb R. erklärt, ihren Pferdebetrieb in elektrischen umzuwandeln, jedoch Die Bauschwindler sind gute Kunden, die die Güte der gelieferten nichts übrig, als sich gegen das heilige Eigenthum zu ver- nur um den Preis einer Konzessions- Verlängerung, nd hier Arbeiten und der Preise nicht bemängeln. Die Bauhandwerker gehen. Er versetzte einige der von ihm für die Firma schieden sich unsere Wege. Es müsse zu verhindern gesucht werden, treiben ihr Geschäft wie ein Lotteriespiel und schreien über Be- Stier gefertigten Jackets, welche er noch im Hause hatte. Selbst- daß dieser Kapitalistengesellschaft auf eine weitere lange Reihe trug, wenn sie verlieren. verständlich mußte R. der Firma bald seine von der höchsten von Jahren hinaus die Ausbeutung des Verkehrsbedürfnisses Der„ Geldmann" hat sich für die Gefahr des Verlustes Noth eingegebene Handlung gestehen und in flehentlichen Worten monopolisirt werde. Noch wichtiger sei die Frage der Eindurch den Antheil am Raube, den er dem„ Strohmann" über- bat er, von einer Strafverfolgung abzusehen, er wolle auch den gemeindung der Vororte. Auch hierfür seien die Erfahwahlen Lassen muß, gedeckt. angerichteten Schaden auf Heller und Pfennig zurückerstatten. von Bedeutung. Es müßten Männer gewählt werden, die diese Würde sich die„ Konjunktur" bessern, würde auch sofort die Herr Stier, der Konfektionär, blieb aber unerbittlich; der Unter- Frage von großen Gesichtspunkten aus betrachten, nicht aber Klage der Bauhandwerker über Bauschwindel wieder auf- fchlagungsfall" des Schneiders R. wurde zur Strafanzeige ge- fleinlich und engherzig behandeln. Bei dieser Gelegenheit kam hören. bracht und das Schöffengericht verurtheilte den Angeschuldigten, der Redner auf den Oberbürgermeister 3elle persönlich zu Anders aber stehen die Bauarbeiter dem Schwindel gegen der mit seiner Familie auch heute noch im größten Elend darbt, sprechen, insbesondere auch auf deffen berühmtes Wiener Inüber. Sie haben im höheren Grade einen Anspruch darauf, zu 20 M. Geldstrafe oder 4 Tagen Haft. Somit ist dem Recht terview, das von Singer unter großer Heiterkeit der imposanten daß ihre Lohnforderungen einen Schuß genießen. genüge geschehen. Versammlung einer launigen Kritik unterzogen wurde, wobei er Veranlassung nahm, gegen einige Aeußerungen des Oberbürger meisters die Richtigkeit der Wiedergabe derselben in der Presse vorausgesetzt Verwahrung einzulegen. So sprach er Herrn Wenn der Bauhandwerksmeister sich aber in die Den Rechenschaftsbericht der sozialdemokratischen Belle jeden Schein eines Rechtes ab zu dem Ausspruche, daß Gefahr begiebt, so kann man ihm in der Regel entgegenhalten: Fraktion in der Stadtverordneten- Versammlung erstattete die Sozialdemokraten Standale provozirten. Auch sei es nicht Du hast gewußt, was du thatest. Du hast auf Gewinn am 15. d. M. Stadtverordneter Singer in einer allgemeinen zutreffend, daß die Freifinnigen mandatsmüde seien. Nicht die spekulirt, aber verloren. Du mußt tragen, was du ver- Versammlung der dritten Wählerklasse, die den großen Saal von Unlust, mit den Schreiern zu kämpfen", sondern die Erkenntniß schuldet hat." Keller in der Koppenstraße bis auf den letzten Platz gefüllt hatte. ihrer Ohnmacht veranlasse sie, immer mehr auf die Mandate Der Arbeiter aber, dessen Lohn die Spekulation verschlingt, Zwölf Jahre, so führte der Redner etwa aus, seien die Sozialdemo- der dritten Wählerklasse zu verzichten.( Sehr richtig! Bravo! ist nicht in der Lage, aus eigener Kraft sich vor dem Schaden fraten nun im Rothen Hause vertreten. Diesmal aber seien die Wir erachten es, meinte Singer, als einen Fortschritt, daß zu schützen. Er hat nicht die Gelegenheit und auch Ersatzwahlen von besonderer Wichtigkeit, weil durch die kom- Männer in die Stadtverordneten- Bersammlung hereingekommen nicht die Geschäftstenntniß, um zu wissen, daß das munale Steuerreform eine Verschiebung in den Wählerklassen sind, die nicht hinter verschlossenen Thüren verhandeln, sondern Stück Arbeit, das er anfertigt, die Mauer, die er aufführt, das stattgefunden und die dritte aus der zweiten einen bedeutenden frei und offen ihren Standpunkt vertreten, und hierin werden Dach, das er richtet, den Ofen, den er sett oder Zuwachs erhalten habe. Die Wähler der dritten Klasse wir uns durch) teine Interviews hindern lassen.( Buruf: den anderen Bautheil, den er zusammensetzt oder an- würden daher gut thun, mit aller Energie in den Niemals!) Zustände, wie die geschilderten, die dem Baugeschäft den Charakter eines Hazardspieles für die Bauhandwerker geben, sind unter keinen Umständen wünschenswerthe und gesunde. Versammlungen. " " " bringt, für eine Spekulation gemacht wird, die leicht Wahlkampf einzutreten, da die Mandate nicht wie die gebratenen Redner ging dann noch auf die Schulverhältnisse ein und mißglücken kann, und daß er in diesem Falle seinen Lohn ver- Tauben in den Mund geflogen kommen würden.( Bustimmung.) zeigte, daß hier durchaus nicht alles Gold ist, was glänzt, hier liert. Ihm wird auch nicht zum Ausgleich im Falle des Ge Seit dem Einzuge der Sozialdemokraten ins Rothe Haus fei so wenig wie auf dem Gebiete der Wohlthaten“ und der lingens ein höherer Lohn gezahlt. Der Bauarbeiter eine lebendigere Theilnahme an den Verhandlungen zu ver- Armenverwaltung, mit denen die freisinnige Majorität im Rothen spekulirt nicht, er arbeitet. Und die große Arbeits- zeichnen. Hätten die Vertreter der Sozialdemokratie leider auch nicht Hause und in kleinen Konventikeln sich jederzeit brüste. Wir Tofigkeit zwingt ihn, die Arbeit da zu suchen, wo er sie gerade findet, viel Positives zu erwirken vermocht, so wären fie doch in der wollen keine Wohlthaten, teine Armenunterstüßung, meinte obne sich viel um die näheren Umstände zu kümmern. Es ist also Lage gewesen, viel Schlimmes zu verhüten. Bereits vor zwölf Singer, die mit dem Verluste des Wahlrechts bezahlt werden bitteres Unrecht, daß er für die Sünden anderer, auf deren Ent- Jahren hätten sie den Grundsatz aufgestellt, daß das städtische muß. Wir wollen einen Zustand schaffen, der die Armenunterschließung er feinen Ginfluß hat, durch Verlust seines Lohnes Eigenthum an Straßen und Pläten in Beziehung auf Verkehr stüßung überhaupt unnöthig macht. Wenn sich jene Herren mit leiden muß, wenn diesen ihre Spekulation mißlingt und sie ihn und Beleuchtung nicht durch Privatgesellschaften ausgebeutet ihren Wohlthaten" brüsten und damit prahlen, daß sie mehr nicht bezahlen können. Wir sehen dabei ganz ab von werden dürfe, vielmehr die Stadt die Pferde- Eisenbahnen direkte Steuern zahlen, als die Arbeiter, so sollen sie doch bedem Fall, der leider auch oft genug vorkommt, und Elektrizitätswerke in eigene Regie zu übernehmen denken, daß sie erst durch die Arbeit der Armen in die Lage vers daß schwindelhafte Unternehmer gerade auch habe, um sich damit große Einnahmequellen zu erschließen, setzt worden sind und werden, diese Steuern zahlen zu können. darauf spekuliren, daß sie dem Bauarbeiter während sie sich jetzt mit Brocken begnüge, die die progigen( Lebhafte Zustimmung.) den Lohn nicht zahlen wollen. Der Arbeiter kann also Aktiengesellschaften ihr von ihrer Beute hinwürfen. Troßend auf Singer schloß mit einem feurigen Appell an die Wähler der mit Recht einen besonderen staatlichen Schutz fordern. Es ist ihre Mad, t zeige die Pferdebahngesellschaft sich unzugänglich dritten Abtheilung, die sozialdemokratische Fraktion im Rothen daher sehr wohl verständlich und ganz gerechtfertigt, wenn gegen alle von unserer Seite energisch geforderten Reformen, die Hause zu unterstützen und zu vermehren. Wollen Sie, sagte die Arbeiter Vertreter des Berliner Gewerbegerichtes an in der Deffentlichkeit einen lebhaften Widerhall fänden. Diese er zum Schluß, die Verhältnisse bessern, wollen die Vorsitzenden dieses Gerichtes einen Antrag Vorschläge und Forderungen zu realisiren hindere die Mehrheit Sie, daß unsere bisherige Thätigkeit mit Er gerichtet haben, der den Ausschuß des Berliner Geder Stadtverordneten ihr materielles Interesse. Sei doch die folg und fruchtbringend weiter geführt werde, werbegerichts ersucht, an den Bundesrath folgende Pferdebahngesellschaft Fleisch von ihrem Fleisch und deren dann wählen Sie am 8. November Sozialdemo Bitte zu richten: Intereffe das ihrige. Aehnlich verhalte es sich mit der Elektrizi- traten!( Stürmischer Beifall.) Den Bundesrath ersucht der Ausschuß des Berliner Ge- tätsgesellschaft. Es ergebe sich hieraus die Nothwendigkeit, da- Folgende Resolution wurde hierauf einstimmig an werbegerichts für Gutachten und Anträge, den gefeßgebenden für zu sorgen, daß dieser Widerstand gebrochen, daß genommen: Die heute am 15. Oktober in Kellers Festsälen Körperschaften einen Gefeßentwurf vorzulegen, welcher dahin auch fommunalen Gesetzen der sozialistische Stempel stattfindende öffentliche Kommunalwähler- Versammlung erklärt geht, ein gefeßliches Vorrecht für Arbeiterforderungen bei ein- aufgedrückt werde.( Beifall.) Geschehen fönne dies nur sich mit den Ausführungen des Stadtverordneten Paul durch Vermehrung der Zahl der sozialdemokratischen Stadt- Singer voll und ganz einverstanden. Sie erblickt in der ThätigEin bestimmter Vorschlag ist absichtlich in diesem Antrage verordneten.( Zustimmung.) Der Redner ging nun auf die An- keit der sozialdemokratischen Stadtverordneten eine unbedingte nicht gemacht. Es sind von seiten der Bauhandwerker und ver- träge ein, die im Laufe der verflossenen zwölf Jahre von der nothwendige Vertretung für die Wahrnehmung der Interessen schiedener Korporationen und politischer Parteien schon eine Fraktion gestellt worden sind, und erläuterte sie in furzen Zügen, der proletarischen Bevölkerung der Reichshauptstadt und macht folche Reihe von Vorschlägen vorgebracht, daß es unnüß erschien, wiewohl sie für sich selber sprächen. Aus der langen Reihe es infolge dessen jedem Wähler der dritten Abtheilung zur diese noch zu vermehren. E fommt por allem darauf mögen besonders hervorgehoben und in Erinnerung gebracht sein Pflicht, auch bei der diesjährigen Stadtverordnetenwahl am an, einen Druck auf Regierung und Gefeßgebung aus die Anträge, welche bezweckten: die Umgebung der ausbeutenden 8. November für die Kandidaten der sozialdemokratischen Partei zuüben, daß fie endlich in der Sache zu ernsten Zwischenunternehmer durch direkte Vergebung städtischer Arbeiten energisch einzutreten." Echritten gelangen. Es besteht auch in den Kreisen der an Arbeiterorganisationen oder doch wenigstens Verpflichtung Ein kleiner Mißton wurde in die Versammlung dadurch geArbiter kein Zweifel darüber, daß die nothwendigen Schritte der Unternehmer zur Anerkennung der von den betreffenden Ge- bracht, daß Genosse Basuer der Fraktion einen Vorwurf der Gesetzgebung in der Richtung der Aenderung der Hypo- wertschaften festgesetzten oder mit diesen vereinbarten Arbeits- daraus konstruirte, daß sie den Stadtverordneten Borsteher " tretenden Subhaftationen einzuräumen." " 911+ Eine gutbesuchte Kommunalwähler Versammlung, die am 13. Oktober bei Henke, Naunynstraße, tagte, hatte zur Aufgabe, die sozialdemokratischen Kandidaten für den 13. und 15. Bezirk zu ernennen. Zunächst referirte Wilte über die Dr. Langerhans bei deffen 75. Geburtstage beglückwünscht bat. 1 städtischen Arbeitsnachweises abschlägig beschieden ist. Das worden ist, infolgedessen fönne fie eher als eine gebeime benn als Singer entfräftete diesen Vorwurf unter Zustimmung der Ber- Echreiben erfuhr eine scharfe Kritil. Im Anschluß daran führten eine öffentliche gelten. Der Einberufer, Altgefelle Arndt, versammlung, indem er darauf verwies, daß man als Sozialdemokrat Kollegen, die im neugegründeten Innungs- Sprechbureau Arbeit wahrte sich dagegen mit der Bemerkung, daß die Versammlung nicht aufhöre, Mensch zu sein, und die einfachen Pflichten des An- gesucht hatten, Beschwerde darüber, daß man sie auf alle mögliche sämmtlichen Werkstellen durch Einladung bekannt gegeben worden standes und der Höflichkeit nicht zu ignoriren habe. Art zu veranlaffen suchte, dem Chriftlichen Verein junger Männer ift. In der Versammlung ließen sich mehrere Kollegen in die beizutreten, in dessen Vereinshaus das Sprechbureau sich be- Vereinigung der Schmiede aufnehmen. Gesetze selber achten, das ergab sich aus dem Bericht des Kollegen der Wäsche- und Kravattenbranche sprach am 9. Ottober findet. In wie weit die Bäckermeister Gottes Wort und die Im Berein sämmtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen Scholz. Es sind seit dem Bestehen der Sonntagsruhe 54 Bäckereien von ihm und einigen anderen Kollegen kontrollirt worden und Genosse Waldek Manasse unter großem Beifall über den Wirksamkeit der sozialdemokratischen Fraktion im rothen Haule da fand man das erstaunliche Resultat, daß 27 Bäckermeister die Kampf ums Dasein. Kollege Stanowsky gab dann den Sonntagsruhe übertraten. Sechs davon wurden zur Anzeige ge- Ausgaben 128,60 m., mithin blieb ein Bestand von 194,85 m. bracht. Wegen der in Aussicht stehenden Altgesellenwahl tam Der Kassirer erhielt Decharge. Für Bons wurden an Fräulein man überein, in der nächsten öffentlichen Versammlung dafür ein Rissow 42,40 m. abgeliefert. Erwähnt sei noch, daß, wie zutreten, daß die feit einigen Jahren geübte Methode, die Wahl Kollege Graß hold mittheilte, noch im Laufe dieses Monats eines Gesellenausschusses zu verweigern, nicht mehr befolgt werde. in betreff einer Erhöhung der Atfordlöhne einzelner Fabriken Man gedenkt, organisirte Kollegen in den Gesellenausschuß bringen eine Versammlung abgehalten werden wird.- Der Biblio. Bäckerei- Urbeiter herbeigeführt werden können, so würde wenigstens worauf hierdurch besonders aufmerksam gemacht sei. zu können. Sollte dadurch keine Verbesserung der Lage der thetar, Sollege Schüsler, wohnt Griebenowstraße 20, neues Agitationsmaterial geliefert werden. und über die Nothwendigkeit, die Zahl der Hechte im städtischen Karpfenteich möglichst zu vergrößern. Seine Ausführungen, die er mit einem energischen Aufruf an die Wähler schloß, bei der kommenden Wahl ihre Pflicht zu erfüllen, wurden von den Stadtverordneten Gottfried Schulz und Hente wirkungsvoll ergänzt. Nach einem fernigen Schlußwort Wilte's wurden die Genossen Th. Meyner und Gottfried Schulz, bie zur Zeit den 15. und 13. Kommunal- Wahlbezirk im städtischen Parlament vertreten, wieder als Kandidaten proflamirt, ersterer für den 15., letzterer für den 13. Bezirk. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie trennten sich die Versammelten. : oder Der Verband aller in der Metallindustrie be Die öffentliche Versammlung der Holzarbeiter, die am In einer öffentlichen Versammlung, die am 18. Oktober... in Keller's Festfälen, Koppenstr. 29, seine Bezirks- gehalten wurde, war von etwa 1500 Personen besucht. Der schäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am 14. Oktober in Keller's großem Festsaal, Roppenstraße 29, ab bei Zubeil tagte, hielt der Parteigenosse Heinrich Schulz einen interessanten Vortrag über das Thema:" Die Dichtkunst versammlung für den Diten ab. Kollege Paul Litfin bot Verbandsvorsitzende Karl Kloß aus Stuttgart hielt ein Referat vor und während der 48er Revolution". Dem mit lebhaftem über„ Glorian Geyer, eine Charakterstudie aus dem deutschen führte etwa aus: A13 1889 auf dem internationalen Arbeitereinen lehrreichen, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über:„ Kapitalistische Produktion und Arbeiterorganisation". Er Beifall aufgenommenen Vortrage schloß sich ein gemütliches Bauernfriege", wobei er zeigte, daß von den Männern, die in kongreß in Paris die Delegirten der verschiedenen Länder über Beisammensein an. Versammlungen solcher Art werden während der Wintermonate jeden Sonntag in demselben Lokal abgehalten. Stellung eingenommen haben, in der Woltsschule fast nichts ge- Bericht erstatteten, wurde die Frage aufgeworfen, welches Land Dieser so bedeutungsvollen Bewegung eine hervorragende die Lage des Proletariats und über das Verhalten der Bourgeoisie die anmaßendste Bourgeoisie besitzt. Nachdem über alle Was will die Arbeiter Bildungsschule in Zukunft lehrt wird. Länder berichtet worden war, stellte man fest, daß die für das arbeitende Volk leisten? Diese Frage erläuterte Die Kollegen aus der Werkstatt von Böse u. Ko. waren zu gleichem Maße das Bestreben. der Vorsitzende der Bildungsschule, Schriftsteller Heinrich der Versammlung besonders eingeladen und zum theil auch er Bourgeoisie überall in gleicher Maße Schulz, am 14. d. Mts. in einer Volksversammlung im Wedding- schienen. Es famen verschiedene in dieser Werkstatt herrschende hat, die Arbeiter auf die niedrigste Stufe der Lebenslage Tie deutschen Delegirten hatten gleich part. Nach den Darlegungen des Referenten hat die Arbeiter- Uebelstände zur Besprechung und man empfahl den Kollegen, herabzudrücken. Bildungsschule ihre wahre Aufgabe nunmehr erkannt und wird dafür Sorge zu tragen, daß alle dort Beschäftigten der Organi- falls feinen rosigen Bericht abzustatten; er erinnere nur an König bestrebt sein, diese nach Möglichkeit zu erfüllen. Diese Aufgabe fation beitreten, dann werde es auch in dieser Werkstatt gelingen, Stumm, der seinen Arbeitern vorschreibt, was sie denken, wie sie bestehe nicht darin, das allgemeine Wissen vieler Einzelner zu befriedigendere Zustände herbeizuführen. Zum Schluß machte der leben sollen, ob und wann sie heirathen dürfen, der ihnen alles vervollkommnen, sondern lediglich diejenigen, die einen Wissens- Vorsitzende die Anwesenden auf die Bibliothek aufmerksam, die ver gebietet, je nachdem es ihm in den Kram man habe ein Bild, wie es krasser in drang in sich fühlen und das Bestreben haben, sich der Sache sich jetzt im Restaurant von Reichert, Adalbertstr. 15, be- paßt, und Land hervortreten könne. Ter Redner des Proletariats zu weihen und vermöge ihres erweiterten Wissens findet und jedem organisirten Kollegen unentgeltlich zur Ver- feinem anderen erläuterte hierauf die für den Sozialismus weiter zu wirken, in den hauptsächlich in Betracht fügung steht. Ursachen dieser Verstlavung der tommenden Lehrfächern zu unterrichten und diese seien: Nationalarbeitenden Klassen und warf zuletzt die Frage auf: ökonomie, Geschichte, Deutsch und öffentliche Gesundheitspflege. Angestellten Deutschlands hielt Genoffe Hammacher einen Bedrückung entgegentreten zu können? Die Bourgeoisie predige In der letzten Sihung des Zentralvereins der Burean Was haben die Arbeiter zu thun, um der schier unerträglichen Mit dem Unterricht würden Rede- Uebungen verbunden sein, um die Schüler für ein selbständiges Wirken zu befähigen. Die beifällig aufgenommenen Vortrag über das sogenannte Recht auf dem Arbeiter Bedürfnißlosigkeit und verweise ihn auf die bekannten Elementarfächer 2c. seien in Wegfall gekommen, da die Arbeiter Arbeit. Die Versammlung wählte dann den Kollegen Kempf Size'schen Kochrezepte. Diesem Zynismus der herrschenden Klasse Bildungsschule die Zwecke einer Fortbildungsschule nicht erfüllen zum Kassirer und den Kollegen Münch zum Beifiker. Dem gegenüber sich zu wehren, gebe es für die Arbeiter nur das Mittel solle, ebenso wenig wie die Zwecke einer Arbeiter- Akademie. Sie Vorstande wurde aufgegeben, von den in der letzten Nummer des der Organisation. Der Gedanke, der in der Resolution des solle vielmehr nur befähigte Genossen ausbilden, um für die Bureau- Angestellten" geschilderten Zuständen des Bureaus des Pariser internationalen Kongresses niedergelegt ist und alljährlich Sache des Sozialismus unter den Arbeitern weiter zu wirken. Rechtsanwalts Pick, sowie von allen Fällen frasser Ausbeutung am 1. Mai immer größeren Massen verständlich gemacht wird, Jeder Arbeiter sei willkommen, der den erforderlichen Idealismus der Angestellten den Vorstand der Anwaltskammer in Kenntniß müsse auch in der Praxis tief und fest Wurzel fassen. Karl Marx den Arbeitern zurief:„ Probesize, um die unvermeidlichen Opfer zu bringen. Am nächsten zu sehen. Zwecks größeren Zusammenschlusses der Bureau- An- Wenu Montag werde der Unterricht seinen Anfang nehmen. Redner gestellten unter einander wurde beschlossen, im Winter am ersten letarier aller Länder, vereinigt Euch!" so habe er damit ersuchte um zahlreiche Betheiligung. Die Diskussion ergab die Sonntag jeden Monats gesellige Abende zu veranstalten. sicherlich nicht gemeint, daß sie nur bei der Maifeier zusammenZustimmung zu dem vorstehend kurz skizzirten Plane der Arbeiter- Während des Winterhalbjahrs werden monatlich wieder zwei kommen und bald darauf wieder dem Stumpfsinn verfallen, Vereinssizungen abgehalten. sondern er dachte sich dabei den dauernden Zusammenschluß der Bildungsschule. " Die Lederarbeiter( Portefeuiller) beschäftigten sich in Masse. Werde diese Mahnung beherzigt, so rücke man mit Die Stuckateure Berlins und Umgegend nahmen in einer gut besuchten Vereinsversammlung mit der Firma Heine jedem Jahr jenem Maitag näher, der dem Proletariat die Erihrer lehten Vereinsversammlung einen Vortrag des Genossen mann u. Cie. Es soll dort vorkommen, daß grobe Echimpflösung bringen werde. Mit der Organisation der Massen müsse Manasse über den Kampf ums Dasein sehr beifällig auf und worte gegen Arbeiter gebraucht wurden. Den Kollegen die Sammlung von Kampfesmitteln Haud in Hand gehen und beschlossen dann, den zweiten Punkt der Tagesordnung wurde empfohlen, auf Versprechungen von Fabrikanten nicht so schrittweise auf die Verkürzung der Arbeitszeit gedrungen Stellung zur Lohnkommission", einer öffentlichen Versammlung ohne weiteres einzugehen, um sich vor Echaden zu bewahren. werden. Leider sei unter den Holzarbeitern Berlins von zu überweisen. Die Kollegen F. Grüneberg, Bachmann, An stelle des ausgeschiedenen Kollegen Poschmann wählte neuem der Streit um die Form der Organisation ent Diener, Dellmann und Schenk wurden in das Ver- man den Kollegen Brandenburg in die Arbeitsnachweis- brannt; der lokale Verein soll angeblich mehr Kampfesmittel aufgnügungs- Komitee, Kollege Pa pfe in die Arbeitsnachweis Kommission. Die Vertrauensleute wurden ersucht, fleißig bringen fönnen, als der Verband. Dem halte er entgegen, daß Kommission gewählt. Der Antrag, tägliche Kontrolle der im Material zu sammeln und es dem Obmann Alb. Schulz, Arbeitsnachweis eingeschriebenen Kollegen einzuführen, wurde Gitschinerfir. 66, zuzusenden. bis zur Generalversammlung zurückgesetzt. Kollege Schulz rügte noch, daß Kollegen, die Arbeitshilfe gebrauchen, sich zum theil des Arbeitsnachweises nicht in richtiger Weise bedienten. B = Der Streits nicht immer nöthig sind; durch die Macht und Stärke der Organisation sei es möglich, dem Unternehmerthum unter Der Verein Berliner Droschkenkutscher ehrte in seiner Umständen auch ohne Streit Bugeständnisse abzuringen. Der stattgehabten Mitgliederversammlung für das dritte Vierteljahr Redner schloß seinen Vortrag mit der Mahnung: The die zunächst das Audenken der verstorbenen Mitglieder Schwarz Schwärmer für eine neue Lokalvereinigung an die Gründung In einer Delegirtenversammlung der Musikinstru- und Herrmann in üblicher Weise und nahm sodann den herantreten, sollten sie genau prüfen, ob dann ihre Interessen menten- Arbeiter, die kürzlich bei Schulz, Oranienstraße, ab- Bericht des Vorsitzenden Knütter über die Thätigkeit des besser gewahrt sind, als im Zentralverband.( Großer Beifall.) gehalten wurde und zu der Delegirte der Werkstätten Euterpe, Bereinsbureaus entgegen. Die schriftlichen Arbeiten erstreckten Die Diskussion drehte sich, wie in den früheren Versammlungen, Wiesner, Seidel, Krause, Otto, Grand, Nieber, Bechstein, sich auf Anfertigung von 110 Protokollen und 425 Korrespon- um die Frage: für oder wider den Berband? Echließlich wurde Grünauerstraße, Neumeier und Leyom, Mechanikfabrit, eingeladen denzen. An Fundsachen wurden 406 eingeliefert, von diesen 220 mit großer Mehrheit eine Resolution angenommen, laut der die waren, wurde unter anderem mitgetheilt, daß in verschiedenen reklamirt und für diese 363,70 M. Jinderlohn gezahlt. Neu Versammlung die gegenwärtige Geschäfte konjunktur für sehr in eine Bewegung zur Besserung Werkstätten Ueberstunden verlangt würden. Man sprach sich im beigetreten find dem Verein 46 Mitglieder. Der Verein zählte geeignet betrachtet, um großen und ganzen scharf gegen die Ueberstunden aus und ver- am 1. Oftober 837 Mitglieder und verfügte über ein Vermögen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse einzutreten. Sie erwartet, daß langte von der Organisation energisches Einschreiten. Eine die von insgesammt 1812,72 M. Nachdem der Vorstand entlastet war, die bestehende Organisation, der Deutsche Holzarbeiter- Verband, Fabrik von Schmidt und Eommerfeld betreffende Angelegenheit wurde über die Abhaltung eines üblichen Wintervergnügens Beschluß die Leitung der Bewegung in die Hand nimmt, wogegen sich die wurde bis zur nächsten Vereinsversammlung vertagt. Von den gefaßt. Diesem zufolge foll im Januar n. J. bei Reller in der Versammelten verpflichteten, dafür zu wirken, daß alle HolzDelegirten fehlten 10 Mann. Koppenfiraße ein Wiener Mastenball stattfinden. Das Nähere arbeiter Berlins der Organisation zugeführt werden. wird noch bekannt gegeben werden. Verhandelt wurde sodann 3. Punkt der Tagesordnung wurde als erledigt betrachtet; einige Ju einer Mitglieder Versammlung des Fachvereins über einen von einem Mitgliede gestellten Antrag auf Errichtung zu diesem Punkt gestellte Anträge wurden deshalb nicht der Abder Musikinstrumentenarbeiter hielt Genosse Sassenbach einer Sterbekasse. Dem Antrage zufolge follten die Mitglieder- ſtimmung unterzogen. Mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung einen intereffanten Vortrag über die Währungsfrage. Kollege beiträge von 60 Pf. auf 70 Pf. erhöht und im Sterbefalle eine ging die Versammlung auseinander. Köppen legte sein Amt nieder, daß er in der Werkstatt- Unterstützung von 50 W. gewährt werden. Nach eingehender BeKontrollkommission inne batte; an seiner Stelle wurde Kollege rathung wurde dieser Antrag abgelehnt. Die weiteren VerhandIn einer Versammlung sämmtlicher Vertrauensa eute der Berliner Metallarbeiter, die von König gewählt. Kollege Wust row berichtete über die AnMäther zum 14. Oktober nach dem Louisenstädtischen Konzertgelegenheit der Klaviaturfabrik Buchholz, wo durch einheitliches lungen betrafen interne Vereinsangelegenheiten. Auftreten der Kollegen eine Lohnerhöhung von 10 pCt. für die Schmiede. Am 9. Oktober wurde in der Ressource, Kom haus berufen war, tam es zu einer sehr lebhaften Aussprache Epielraumhobler erreicht worden ist. Dieselben Erfolge sindu mandantenstr. 57, eine im Auftrag des Gesellenausschusses der zwischen den Anhängern der verschiedenen Organisationsformen. verzeichnen bei Echmidt u. Eommerfeld auf Boden un bei Berliner Schmiede- Innung einberufene öffentliche Versammlung 9 at her eröffnete die Debatte über den einzigen Punkt der Manthey u. Sohn auf Umbau. Bei Hoff baben die Regen abgehalten. In vielen früheren Versammlungen war die Frage Tagesordnung: Der augenblickliche Stand der Berliner Metalleine Lohnaufbefferung von 1 bis 2 m. pro Stück erreich Bei des Herbergswesens besprochen und schließlich eine Kommission arbeiter Bewegung", mit einer geschichtlichen Darstellung der der Schilderung der Verhältnisse der Mechanikfabrik von Rexow eingesetzt worden, die die Schaffung eines den Zeitverhältnissen Entwickelung der Bewegung seit dem Jahre 1890. Er verwies wurde ein Fall zur Kenntniß gebracht, wonach der Fabrikant entsprechenden Arbeits ausgabe- Deglements in die Wege zu leiten dann darauf, daß zur Zeit in Berlin etwa 11 000 Metallarbeiter Lerow 39 Arbeiterinnen von ihrem färglichen Verdienst je 1 M. hatte. Als die Kommission mit ten nöthigen Vorarbeiten organisirt seien, obwohl die Organisation hier keine einheitliche als Strafgeld abgezogen hat. Kollege Drabnik verlas dann fertig war und nun mit der Innung verhandeln wollte, wäre, da neben dem Berliner Metallarbeiter Verbande noch die Abrechnung der Liquidations- Kommission und Kollege Scholz wurde sie von deren Obermeister an den Gesellenausschuß ver- Filialen des Deutschen Metallarbeiter Verbandes und außerdem Das sei gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Allgemeinheit bestrebt sein wiefen. Diefer nahm sich der Sache mit aller Energie an und eine ganze Reihe Branchenorganisationen beständen. werde, die noch vorhandenen Schulden decken zu helfen. Die so konnte in der öffentlichen Versammlung am 9. Oktober Kollege lediglich dem Umstande zu danken, daß bisher unter den Bere Metallarbeitern frot der so verschiedenartigen Zahl der neu aufgenommenen Kollegen betrug die stattliche Ziffer Lange Bericht erstatten. Danach haben die gestellten Forde- liner rungen bei der Innung Auffang gefunden. Strittig ist aber noch Auffassung über die beste Organisationsform nicht der In einer Mitgliederversammlung des Verbandes der der Kostenpunkt, ferner handelt es sich noch um die Personen, artige beftige Rämpfe vortamen, als in einzelnen anderen Die Versammlung habe nun den Zweck, Gold- und Silberarbeiter hielt fürzlich Dr. Paul Bern die die Arbeitsausgabe zu regeln haben, und um die Fälle, no Gewerkschaften. ist, in dringlichen Fällen festzustellen, wie es möglich sei, unter Beiseitelaffung der ft ein einen beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema: der Herbergswirth berechtigt ist, Arbeit zu schicken. In Der Dis- trennenden Momente gemeinsam zu arbeiten. Gerade jetzt, in Die moderne Gesundheitspflege und das Proletariat. Kollege felbft jemand in Faber unterzog dann verschiedene Werkstätten einer Stritif. fuifion wandten sich die Kollegen Schmidt, Helm, der Zeit der sich stetig bessernden Konjunktur, müsse alles verund Kopischte gegen das Verhalten der mieden werden, was zu Zwistigkeiten Anlaß geben könnte. Auf eine Anfrage des Kollegen eischel, wie es denn mit dem Saifer Arbeitsnachweis stände, er scheine nicht mehr ordentlich zu Meister in diefer Angelegenheit. Wenn es sich um einen Diefe günftige Gelegenbeit müsse ausgenügt, die Stellung der funktioniren, theilte Kollege Brückner mit, daß in nächster unentgeltlichen Arbeitsnachweis handle, dann seien die Herren Berliner Metallarbeiter dürfe nicht erschüttert werden. Seduer nicht zu haben; ferner sei es verwerflich, dem Herbergswirth ein bebt als ein dazu ungeeignetes Mittel ein vom Deutschen Zeit Wandel geschaffen werden würde. Arbeitsausgaberecht zu übertragen, da die Arbeitsuchenden dann, Metallarbeiter- Verband verbreitetes Flugblatt hervor. Er stellt Der Verein der Einsetzer Berlins und 1mgegend hielt wie jetzt, darauf angewiesen blieben, sich den ganzen Tag bis in eine Ausführung desselben richtig, wonach sich die regelmäßigen am 6. Oftober feine ordentliche Generalversammlung ab. Nach die Nacht hinein auf der Herberge aufzuhalten. Mindestens Beiträge der Mitglieder des Berliner Berbaudes so hoch stellen der dort gegebenen Abrechnung waren im 3. Quartal Einnahmen müsse eine bestimmte Zeit des Tages zur Arbeitsausgabe an follen, als die der Mitglieder des Deutschen( Zentral-) Verbandes. zu verzeichnen 348 m. 92 Pf., Ausgaben 189 M. 45 Bf., fomitüiffe gefeßt werden, damit der Arbeitsuchende weniger auf Redner betont ausdrücklich, daß die freiwilligen Beiträge für den blieb ein Kassenbestand von 159 M. 47 Pf. Die Versammlung bas Wirthshausleben angewiesen sei. Die Kollegen öffentlichen Fonds der Berliner Metallarbeiter mit dem Berliner wählte in die Arbeitsvermittelungs Stommiffion die Kollegen ichmann, Dörgelob, Lange und Schmiedemeister Berbande und feinen Beiträgen nichts zu thun hätten, wie es Rohmann, Giersberg, Vogel, Rau, A. Meier, Poppe sprachen sich dahin aus, daß das Entgegen- nach dem Flugblatt scheine. Der öffentliche Fonds diene allge= Schule und Rathenow, und bewilligte für die Familien kommen der Innung nicht furzerhand zurückgewiesen werde; meinen Zwecken und werde vom öffentlich gewählten Vertrauensder Effener Verurtheilten 10 Mart. etwas werde der jebige Zufland doch verbessert. Meister Poppe mann der Berliner Metallarbeiter verwaltet, als welcher, wie Der Fachverein der Väcker hielt am 8. Oktober in insbesondere erklärte, daß er schon vor 20 Jahren in der Be- im vorigen Jahre ausdrücklich festgestellt sei, auch ein Witg ied Buste's Salon, Grenadierfir. 33, seine von nahezu 2/3 aller wegung gestanden hätte, daß die Mißstände in der Herberge des deutschen Verbandes gewählt werden könnte. HoffMitglieder besuchte erste ordentliche General- Ver- schon damals existirt hätten und nie auszurotten wären. Wenn mann, Mitglied des Deutschen Metallarbeiter- Berbandes, erörterte sammlung ab. Seit der am 17. März d. J. erfolgten man den Passus in dringenden Fällen" nicht annehmen wolle, hierauf ganz speziell die Organisationsfrage und befürivortete Gin fleiner auf das wärmste die Zentralorganisation. Er bedauerte lebhaft, Gründung hatte der Verein eine Gesammteinnahme von wäre man ein Feind des Kleinmeißlertbums. 274,86 W., die Ausgabe betrug 161,84., es blieb also ein Handwerksmeister fet auf Hilfe angewiesen, sobald eine daß die Mehrheit der organisirten Metallarbeiter Berlins dieser der Gesellen stattfände. Von den ihre Eympathie verjage. Redner ist der Meinung, daß sich der Baarbestand von 112,52 M. Die Bibliothek, die zu einem großen Arbeitsaussetzung Theil durch Schenkungen zu stande tam, enthält 68 Bände im Kollegen Schmidt, Helm und Kaiser wurde Herrn Berliner Verband auf den öffentlichen Fonds stüße, und stellt Qeribe von 75,05 m. und wurde fleißig in Anspruch genommen. Poppe flar gemacht, daß das Handwerk nicht durch den die Schaffung eines besonderen öffentlichen Fonds seitens der Der Werth des Inventars beträgt 48,40. Es ist also ein Arbeiter, sondern durch den Großkapitalisten ruinirt wird. Die zentralorganisirten Berliner Kollegen für den Fall in Aussicht, Gesammtvermögen von rund 251 M. vorhanden. Der Verein Diskussion endete damit, daß die Versammlung das vorgelegte daß die derzeitigen Anhänger des Berliner Lokalverbandes dem hat 79 beitragzahlende Mitglieder. Vorträge wurden 4 gehalten. Arbeitsausgabe Reglement an den Gesellenausschuß mit der deutschen Verbande auch später fernblieben. Er schließt mit den Zunächst wurde wurde Szarszewski zum Revisor gewählt Maßgabe zurückverwies, für die Schaffung eines unentgeltlichen Worten: Wollen Sie der deutschen Bewegung einen Dienst leisten, und dann das schon fürzlich im Vorwärts" besprochene Arbeitsnachweises zu nirten. Genügt wurde nech, daß die Ver- dann verfügen Sie den bedingungslosen Anschluß an den VerEchreiben des Magistrats diskutirt, wonach die Errichtung eines sammlung nicht durch Annonce im Vorwärts" bekannt gemacht band der Metallarbeiter Deutschlands.( Lebhafter Beifall bei den von 71. Anhängern der Zentralorganisation.)-Groß tritt gegen den gelernten Schleifern zu befeßen. Wie in der Versammlung mit-| Polizeibehörde hat auch diese angekündigte zweite Rezitation deutschen Verband auf. Hartmann, Angehöriger des Berliner getheilt wurde, arbeiten nur 8 Warmorschleifer; im übrigen sei verboten. Nun hat hoffentlich Grimmitschau Ruh. Verbandes, führt aus: Die Hauptsache sei, daß jeder Kollege sich Herr Fint bemüht, eine alte Frau, welche früher Granitfanten überhaupt organisire, nicht aber dürften sich die verschiedenen polirte, und sonstige sich anbietende Arbeitsfräfte anzulernen. Melt versuchten in der Nacht vom Montag zum Dienfiag aus Die zum Tode verurtheilten Verbrecher Sobczyk und Organisationen gegenseitig aufreiben. Man müsse sich die Von einigen Steinmetzen wurde gerügt, daß die Arbeits- dem Gefängniß in Beuthen auszubrechen. Auf dem Korridor kam Bewegung ruhig entwickeln laffen, irgend welchen Zwang von einstellung planlos vor sich gegangen sei, indem dem Ver- es zu einem Stampfe mit den Gefängnißaufsehern, die den Ausder einen oder anderen Seite schädige sie nur. Redner trauensmann erst nach vollendeter Thatsache Mittheilung bruch zu verhindern vermochten. hält den deutschen Verband für nicht im stande, allen seinen gemacht worden wäre. Weiter wurde bedauert, daß von den Pflichten nachzukommen, wogegen aus der Versammlung heraus neun Marmorschleifern nur einer der Organisation angehört. der französischen Barte Pacifique" wird aus uit gemeldet: Ueber die Kollision des deutschen Dampfers Emma" mit lant protestirt wird. P. Litfin erklärte: Von dem Augenblick Mehrere Redner wollten nur den Organisirten eine Unterſtüßung Die Kollision erfolgte" nachts fünf Seemeilen westlich vom an, wo eine Organisation der andern hindernd in den Weg zugebilligt wissen. Nach längerer Debatte fand eine Resolution Dudgeon- Leuchtschiff. Die Nacht war hell; die" Emma" fuhr trete, babe lettere allen Anlaß, jene zu bekämpfen. Wenn der Annahme, wodurch der Streik zwar als berechtigt anerkannt, mit voller Gewalt mittschiffs in die Backbordseite der Pacifique", Deutsche Metallarbeiter- Verband sich in Zukunft beim Werben jedoch das Bedauern ausgedrückt wird, daß die Ausständigen die letztere fant nach 15 Minuten. Das Schiff hatte 25 Pervon Mitgliedern nicht anständiger gegenüber dem Berliner Ver- gegen die Beschlüsse der Gesammtheit verstoßen haben, indem sie fonen an Bord, acht davon sprangen auf den Dampfer Emma", bande betrage, dann werde man ihm das Lebenslicht ausblafen. rechtzeitige Meldung unterließen. Dem organisirten Kollegen 16 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. am misaliadell ( Große Unruhe.) Aber das sei noch garnicht nöthig. Man folle wurden 12 M., den unorganisirten 9 M. wöchentliche Unter- fünf wurden von ihren Booten gerettet. Der Kapitän, sein endlich aufhören, dem Berliner Verbande entgegenzutreten. Gestützung zugebilligt. Die Verhandlung über den zweiten Punkt zwölfjähriger Sohn, der Lootse, zwei Maaten und sieben schehe das, dann werde man über kurz oder lang zu einer Ver- der Tagesordnung Die Mißstände in einigen Marmor- Werk Matrosen ertranfen. Die" Emma" ist start beschädigt, die einigung beider Richtungen kommen. Es ließe sich ein Kartell- stätten" vertagte man bis zur nächsten Berlammlung, bie n Boote der„ Pacifique" wurden zerschmettert, so daß die Mannverhältniß anbahnen. Man müsse die günstige Konjunktur ge- Sonntag, den 8. November, in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 20, schaft fich nicht retten konnte. Die Ueberlebenden wurden in Hull meinsam ausnügen. Lange, Zentralist, erklärt die eben statt- abgehalten wird. gelandet. T findende Aussprache für sehr gut und wünscht gleichfalls mindestens einen Waffenstilstand. Er empfiehlt den Vertrauens- Brik und Umgegend nahm in seiner letzten ordentlichen folgende Einzelheiten berichtet: Der sozialdemokratische Wolfe- Bildungsverein von Nebenfluß der Wolga) werden der Ueber das Unglück auf der Oka( einem schiffbaren Nebenfluß der Wolga) werden der Magdeburger Zeitung" Leuten beider Richtungen, einander gewissenhaft in die Hände zu Generalversammlung den Bericht des Vorstandes entgegen. telegraphisch gemeldeten Katastrophe ist bei der Dorfe Osery, Der Ort Der bereits arbeiten, wovon er sich sehr viel für die Verbefferung Daraus ist zu erwähnen, daß im verfloffenen Vierteljahr sechs dem sog. Kolomna'schen Manchester, belegen; auf der gegenüber der Beziehungen zwischen allen organisirten verspricht. Vom Vertrauensmann für Berlin, dem Genossen zählt jetzt 60 Mitglieder und an Kassenbestand find 16 M. 30 Pi. Selischino. Die Bevölkerung der Dörfer liefert die Arbeiter für Kollegen Vereinsversammlungen abgehalten worden sind. Der Verein liegenden Seite der Ola befinden sich die Dörfer Redkino und Näther, wünsche Redner, daß er jegliche öffentliche Stellungnahme vorhanden. Der Kassirer erhielt Techarge. Genosse Knobloch die Fabriken in Ofery. Die Ratastrophe erfolgte an einem Martt zur Frage der besseren Organisationsform oder zu gunften einer wurde zum Bibliothekar gewählt. beftimmten Organisation vermeide. Die Versammlung wird hierauf burch Mehrheitsbeschluß veitagt. In ca. drei Wochen öffentliche Bauhandwerker- Versammlung ab der aus zwei ungetheerten Booten tage, um 8 Uhr abends. Die von den Fabriken und vom Markte In Weißensee wurde am 9. Oktober im" Prälaten" eine zurückkehrende Voltsmenge füllte den nicht großen neuen Brahm, findet die Fortsetzung statt. bestand, derartig an, Die Fensterfrage auf den Banten beschäftigte eine öffent- wie aaf Kommunal- und staatlichen Bauten vorkommenden Miß vorgekommen und immer glücklich abgelaufen. Dieses Mal sollte gehalten, wo Genosse Silberschmidt die sowohl auf privaten daß er start überlastet war. Derartige Fälle waren auch früher lid Töpferversammlung, die am Montag in Fey's stände einer scharfen Kritik unterzog. Vor allem erörterte er die es anders tommen. Eine Kontrolle war nicht vorhanden, die Elon in der Brunnenstraße abgehalten wurde. Daudert betonte, daß bereits zum sechsten Male Stellung zu Verhältnisse, wo weder eine vorschriftsmäßige Bude noch ein möglichen Gewinn zu thun war. So begann denn der überfüllte Der Referent auf dem Bau Leu in Weißensee, Albertinenstraße, herrschenden Aufsicht führte der Fährmann, dem es natürlich um den größt dieser Frage genommen werden muß. Leider hätten die Behörden Abort vorgefunden worden sei. Ferner wies er auf einen vom Brahm, ungefähr 30-40 Meter von dem redkinoschen Ufer ent sich durchaus ablehnend verhalten und die Arbeiter in ihrem Maurermeister Koh I met geleiteten Bau hin, der sich in Rix- fernt, mit einem Boote Wasser zu schöpfen und zu finken, wobei Kampfe für Leben und Gesundheit nicht unterstützt. Redner wird hervorgehoben, daß durch den lang andauern Kloset sehr schlecht beschaffen und enthalte nur für einen Mann fielen. Als erster rettete sich der Fährmann und flüchtete, Von dem dorf, Kaiser Friedrichstraße, befindet( Echule). Dort sei das der halbe Brahm in die Tiefe ging und die Infassen ins Wasser den Fensterstreit im Gewerbe die Regelung der Sache Raum. Auch die Verhältnisse auf verschiedenen Zimmerpläßen während 150 Personen mit dem Tode des Ertrinkens tämpften. sehr erschwert wurde; besonders der ungünstige Ausgang des vor unterzog der Redner einer Kritik. Nach der Diskussion, an der Auf das Hilfegeschrei kam die Dorfbevölkerung zum Ufer gerannt; jährigen Fensterstreits sei darauf zurückzuführen. stüßung wurden gezahlt im Jahre 1890 an 486 Ausständige Vortrag entsprechende Resolution einstimmig angenommen. An Unter- fich Rokot, Frenz und Rieß betheiligten, wurde eine dem doch waren keine Boote vorhanden. Am Ufer befanden sich 10 223 M, im folgenden Jahre an 497 Mann 11116 M. Jm Balken, die ins Wasser gerollt wurden, auf denen sich dann viele Jahre 1892 fostete der Fensterstreit 10 987 m., welche für der allgemeinen Kranken- und Sterbetasse ber metall: eigener Lebensgefahr die Ertrinkenden. Besonders zeichnete sich Die Ortsverwaltungen der Filialen der 3., 4., 5. und 6. Wahl- Abtheilung retteten. Die Bauern warfen sich ins Wasser und retteten mit 536 Personen verwendet wurden, während im nächsten Jahre arbeiter haben eine Konferenz am Sonntag, den 20. Oftober, vormittags ein Bauer Iwan Rasoreny aus dem benachbarten Dorfe Runowo an 662 Streitende die Summe von 11899 m. verausgabt ift. Erheblich geringer als in den Vorjahren war die abends 8 ühr, Ziegelfir. 10. An stelle des verhinderten Fräulein von Alten mehreren mit dem Tode Kämpfenden in die Tiefe gezogen wurde Beutsche Gesellschaft für ethische Kultur. Donnerstag, den 17. Oftober, aus, der 9 Personen rettete, bei dem zehnten Rettungsversuch aber von Streifunterstützung im letzten Herbst; es ist 211 Mann die Summe von 3417 M. gezahlt. Der Referent abends 9 uhr, Restaurant Wille, Andreasstr. 26. damals an Herr Geheimrath Prof. Förster über:„ Die Befämpfung der Leidenschaften" und ertrank; er hinterläßt eine hungernde Familie, die unlängst Arbriter- Radfahrerverein Berlin", Donnerstag, den 17. Ottober, meint, daß die gegenwärtige Situation im Gewerbe nahe legt, durch einen Brand ihre lezte Habe eingebüßt hat. Die aus dem die Frage fünftig anders als bisher zu behandeln; man müsse tober fällt der Unterricht in beiden Schulen aus. Die Bibliotheken und Lese- losen, versuchte man auf ausgedeckten Matten in primitivster Arbeiter- Bildungsschule. Während der Ferien vom 1. bis inkl. 20. Ot Waffer gezogenen Ertrunkenen, vielleicht auch nur Besinnungsvon dem Modus der Streikunterstützung Abstand nehmen und immer sind jedoch alle millerstr. 19.0% hr geöffnet. Diefelben befinden Weise durch Schaukeln ins Leben zurückzurufen, doch vergebens, die Kollegen veranlassen, aus Ueberzeugung in energischer Weise fich Waldemarstr. 14 und für die Forderung weiter einzutreten. Der Redner legte der bei Schröder, Wiesenstr. 39. Tele- u. Diskutirklubs. Donnerßag. Dieggen, abends 8 Uhr, es wurde keiner hierdurch gerettet. Ein Arzt war nicht vor: Bersammlung eine Resolution vor, die wir auf besonderen Neue Zeit, abends 8 Uhr, Boyenir. 40, bei handen und niemand dachte daran, einen solchen aus der nur drei Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Wunsch hier wörtlich folgen lassen: Klub der Freunde bei Guast, Buttbuserstraße 32. Werft entfernten Fabrit von Schtscherbakow in Dfery zu holen. Sozialistischer Lese- und Distutirflub, Reichenbergerstr. 157, Sizung. abends 8% Uhr, Anwesend war nur der Feldscheer des Dorfes, dem es auch geDonnerstag, abends 8 1/2 Uhr, bet Seidel, Gerichtsstr. 19. August Geib, abends 9 Uhr im Restaurant Zubeil. Lese- und Diskutirflub Reimer. Situng jeden lang, einen der Leblosen ins Leben zurückzubringen. Als die an der Oberfläche befindlichen Menschen aus dem Wasser gezogen waren, Kollegia, bei Böcker, Naunynstr. 78. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Donnerstags: begaben sich die Lebenden nach Hause und die Leichen wurden am wahrer Jatob, Simeonftr. 23 bei Flict. Hoffmann. Mehr Licht, Weißenfee, Elsaßstr. 16 bet Straßburger. korea, Borndorferstr. 17 bei Ufer niedergelegt, während die Bauern des Dorfes mit einem Netz und hierauf mit Haken sich an die Ausfindung der übrigen 25 Frauen und 17 Männer, aufgefunden. Wie groß die Zahl Verunglückten machten. Jm ganzen sind 42 Ertrunkene, der Umgekommenen ist, wird die Zeit erst lehren, da man annimmt, daß ein Theil derselben von der sehr starken Strömung Dorfglöcklein, fortgetragen wurde. nicht, Steglig, Schloßfir. 66a, Zur Börse. Teutsch- Wilmersdorf, Berlinerstraße Nr. 40 bei Klingenberg. Baget Absturz einer Luftschifferin. Aus einer Höhe von 1000 Nowack. Harmonie I, Tempelhof, Dorffir. 18 b. Gerth.- Steinießer Fuß stürzte in Monrovia( Kalifornien) die Luftschifferin Nellie Sänger dor, Stuftanten Allee 28 bei Fiebiger. Flöter fcher Gefang: W. Hagel herab, indem der Fallschirm, mit welchem sie sich von verein, Koppenftr. 47 bei Wilhelm Lorenz. Kürschner, Weinstr. 11 bei Feindt. Sängerchor Berliner dem Ballon herablassen wollte, den Dienst versagte. Sie schlug Arbeiter Gesangverein Dranten burger Borstadt, Ackerstr. 123 bet Martens. mit dem Kopfe zuerst auf den Boden und war auf der Stelle Westpreußischer Männer Gesangverein, Blumenstraße 32 eine Leiche. bei Reich. Abeiter Gesangverein Morgenroth IV, Röpenick, bet Schulz, Schönlinderstraße Der Kommandant der freiEin Feuerwehr- Rapport. bei Schermann. Arion II, Arkonaplay 1 Butun ft III, Velten i. d. M., Wilhelinstr. 19 im Hotel willigen Feuerwehr eines belgischen Städtchens sandte kürzlich an W. Grunow. Liedes Echo, Reichenbergerstr. 118 bei stöppen. Treu und den ihm vorgesetzten Präfekten einen Bericht über einen Brand, bei siedemann. Fest, Lebuferstr. 5 bet Nemiz. Gersten ähre( Brauer), Blumenstr. 38 den die Algemeine Versicherungs- Presse" in möglichst treuer Gefangverein Junge Eiche, Sandstr. 1 bei W. Gleife. Alpenröstein, Bergstraße 60 bei Hilgenfeld. Gefangv. Oberon, gewöhnlich gegen Abend die Nacht gekommen war Alte Jakobsir. 68 bet Dieffenbach. Alpenrose, Forsterstr. 22 b. Tilgner. niedergelegt hatte, um im Schooße des Schlafes zu ruhen, wurde ich schmidtstr. 83 bet Fechner. Morgenroth 1, Rummelsburg, Türr Gefangverein Widerball, Naunynstr.'86 bei plöglich geweckt durch Geschrei, das nach Feuer rief. Da ich auf Strett.-Gefangverein Morgengrauen, Neue Friedrich fir. 44 bei Röllig. Der Stelle errieth, daß es sich um ein Feuer handelte, das brannte, Gesangverein yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bei Maschestt. Die heutige am 14. Oftober tagende öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend beschließt, die Fensterfrage zur Prinzipienfrage jeoes Kollegen zu machen, und ist der Ueberzeugung, daß jeder Kollege, welcher zur Erkenntniß feines menschlichen Werthes gelangt ist, soviel Interesse für den Schuß seiner Gesundheit an den Tag legt, daß er, auch ohne dafür wie in bisher üblicher Weise in klingender Münze entschädigt zu werden, auch ferner mannhaft und mit gewohnter Des weitereit machte die Bersammlung es jedem Kollegen zur ernsten Pflicht: 1. Von dem bereits seit Jahren innegehaltenen Termin, vom 15. Oftober a b, auf feinem neu anzufangenden Bau mit der Arbeit zu beginnen, ehe nicht die erforderliche Verdichtung des selben vor sich gegangen ist. 2. Auf angefangenen Banten, welche noch nicht zur Hälfte fertig sind, find nur die angefangenen Stücke fertig zu stellen. 3. Bauten, welche über halb fertig sind, sind zu vollenden. 4. Als dicht gilt derjenige Bau, auf welchem jeder darauf arbeitende Kollege vor Zug geschützt ist." Die Debatte, an der sich auch die Vertreter der zentralen Richtung betheiligten, ergab in allen wesentlichen Punkten Uebereinstimmung mit dem Referenten. Die Resolution wurde dann gegen sieben Stimmen angenommen. Die beiden Punkte: Wie gestalten wir unser Vorgehen in Zukunft? und die Bericht erstattung der Delegirten von der Gewerkschafts- Kommission Gieshoit. Ecke. mann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten Arbeiter Hängerbund Berlins und Umgegend. Bersihender Ad. Neu11 nor: llebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder.- Gesangn Freund an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Abends 9 bis bei Rette, rubling stuff, Bilowſtraße 59 bet Werner. fchaft I, Brunnenfir. 143 bei Fischer. Vorwärts II, Schönhauser Allee 28 schluß, Oranienstr. 121 bei Oswald Grauer. 9. 1 Brezel Borax, Manteuffelstr. 9 bei Oft- und 11 Augustin. Berbetter- Gefangverein 3 theta, Raftat in te ti bei Uebersetzung fo wiedergiebt: Herr Präfett!" Mis geſtemy mie Edelweiß III, Wolliner str. 62. mich wurden zusammen verhandelt. Hagen, der bisherige Des Gesangverein Vorwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 89, Bis- erhob ich mich und bemerkte einen glühenden Schein in der Rich" teit, Bücklerstr. 49 bet Schuhmacher. Geselliger Klub der alten gezeigt hatten, benn ohne sie wären die grauen, wie in beit Damen. legirte, legte den Anwesenden die Beschlüsse der Gewerk- marchshöhe". schafts- Kommission dar und knüpfte hieran seine Be- Neumeisterftr. 5.- Glasarbeiter, Köpenick, Rosenstr. 101 bet Troppens. hörnern Allarm blasen und vereinigte mich mit meinen Mannschaften, trachtungen über die geringe Betheiligung an den in Kollegen Sängerlust, Werder a. S., Kugelweg. - Gesangverein Feldblume, Lübbenerstr. 30 bet Mener. Gefangverein um uns nach der Brandstätte zu begeben. Dort angekommen, fühlte freifen vorgenommenen freiwilligen Sammlungen. Der Vertrauens- Restaurant. Edelweiß III, Wollinerstr. 62, ich das Bedürfniß, Appell abzuhalten, und ich fand, daß wir alle Männerchor Süd- Ost, Köpenickerstr. 191 bei Foge. manu Melzer gab eine Uebersicht der eingelaufenen Gelder um merscher Gesangverein", Langeitr. 65 bei Owezared. vollzählig waren. Unglücklicherweise hatten wir in der Ueberund konstatirte zahlenmäßig den Rückgang der Sammlungen, der Freiheitstlänge III, Luckenwalde, Jüterbogtstraße bei W. Size. Männer- Gesangverein Süd West, Chamiffo- Play 4 bet R. Shloff. stürzung der Gile unfere Sprigen vergessen und waren daher gesich auf den wenig zufrieden stellenden Ausgang des letzten Fenster orbeerzweig, Swinemünderstr. 35 bei Hübner.- Eintracht I, nöthigt, auf den Rath des Herrn Bürgermeisters mit Töpfen das streits und auf den Organisationsstreit zurückführen läßt. Nieder- Schönweide, Grünauerstraße bet Streiter. St. Urban", Naunyn Wasser aus einer füße zu holen, das sehr schlecht roch, wobei Beschlüsse zeitigte diese Debatte nicht. straße 44 bei Lütte. Als Delegirter Freiheitsgloden, Wörtherstr. 39 bei Buchholz mir übel wurde, und als es nichts mehr zu brennen gab, ging zur Gewerkschafts- Kommission wurde e ch gewählt. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. das Feuer aus. Darauf habe ich meine Mannschaften angeredet Am Alle zuschriften den Bund betreffend sind zu richten an: B. Gent, Montag Abend soll in einer öffentlichen Versammlung Dresdenerstr. 107/108, 1. Sift. IV. Dennerstag: Rauchklub Brüderlich und dankte ihnen für den Muth, den sie bet ein Situationsbericht über den Fensterstreit gegeben werden. Moabiter, Emdenerstraße bei Schirmer. Die Aufhebung des Generalstreifs und Eintritt in den partiellen Streit beschloß am 15. Oktober im Englischen Garten" eine recht zahlreich besuchte Vergolder Versammlung. Diesem Beschlusse ging die Berichterstattung über das Ergebniß in den einzelnen Werkstätten voraus. Das Gesammtresultat war für die Versammelten nicht vollkommen zufriedenstellend. Bum theil wurde dies mangelnder Solidarität zugeschrieben, wobei man besonders über die weiblichen Kollegen Klage führte. Von 50-60 in betracht kommenden haben nur vereinzelte solidarisch gehandelt. Andererseits betrachteten die Unternehmer den Streit als eine Machtfrage, in der sie sich einig waren, den Arbeitern nichts zu bewilligen, zu welchem Entschluß der bewußte Schiedsspruch nach Meinung einiger Redner wesentlich beigetragen hat. Aus dieser Thatsache besonders ertlärt man sich die Heftigkeit des Kampfes und dessen lange Daner. Es ist bereits die sechste Woche, in der ca. 400 Streifende mit 4000 M. wöchentlich git 11ter ſtützen find. Angesichts der ganzen Situation wurde den Kollegen, in deren Werkstätten nennenswerthe Erfolge erzielt worden sind, aufgegeben, dort die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Arbeit hat dagegen dort zu ruhen, wo die Juhaber den Forderungen gänzlich ablehnend gegenüberstehen. Im Anschluß hieran wurde die Nothwendigkeit hervorgehoben, die bisher versäumte Aufklärung der Kolleginnen eifrigft nachzuholen. Allen Kollegen und Kolleginnen wurde es zur Pflicht gemacht, der Organisation tren zu ble: ben resp. ihr beizutreten, damit das bisher Errungene feitgehalten werden kann und neue Mittel gesammelt werden, um im gegebenen Falle das noch nicht Errungene durchzusetzen. syra, abends 9 Uhr im Restaurant Johannisstr. 20. Gefang-. Turn- und gesellige Bereine. Donnerstag. Gefangverein Hause waren, heute zerstört. Wir haben dagegen den Tod eines Männerchor von 8-9 Uhr Notcuftunde; von 9-11 Uhr Uebungsfiunde das erschlagen worden ist, ohne daß es sagen konnte wie". Suchsdorf fcher der unfrigen zu beklagen, und zwar das Schwein von Franz, bei Brüning, Rosenthalerfir. 11-12.- Gefangverein Jugendfreuden, Ich bezeuge bie Genauigkeit dieses Berichtes, indem ich zur Männerchor. Abends von 9-11 Uhr bei Wernau, Rosenthalerstraße 57. fropfenverein Wedding, abends 8% Uhr Sigung beim Restaurateur Beglaubigung mit mir zeichne Sévère- Méjuste, FeuerwehrWolff, Gerichtstr. 44. Bergnügungsverein Alpen grün, abends von Kommandant. 9-11 Uhr mit Damen bei Voltmann, Beusselstraße 32. Gefelliger Verein Frohsinn bei Geite, Swinemünderfir. 20, abends 9 uhr, Sigung mit Der telegraphische Verkehr zwischen Leuchtschiffen und Donnerstags 9 Uhr bei Rausch, Sufitenstr. 9. Geselliger Verein Sertha, technischen und wissenschaftlichen Kreise unausgesetzt beschäftigt. Tambourverein Froh- Frei. Uebungsstunde Montags und der Küfte ist von so großer Wichtigkeit, daß seine 3ösung die abends 9 Uhr Sizung Adalbertstr. 51. Rauchtlub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Münsberg, Louisenufer z2. Wir haben vor einigen Monaten über Versuche berichtet, welche straße 8. Rauchtlub Kernspise, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorfer auf dem Wannsee unternommen wurden, um Schiffen vom Lande Rauchtlub Pfeifendedel, Abends 8 Uhr, bet eratsch, aus elektrische Beichen zu geben; dabei wurde die Fähigkeit des angestr. 24. Rauchflub Felfenfest bei H. Schmidt, Köpenickerstr. 171. Christburgerstr. 46. Stattiub Grand Schwarz, abends von 9 bis 11 Uhr bei G. Stein, Waffers, die Elektrizität zu leiten henuut. Ein anderes System ist jetzt von dem Engländer Evershed vorgeschlagen und soll in Verein Stenographenschule, 8-11 Uhr: unentgeltlicher Unter nächster Zeit auf dem Leuchtschiff„ East Goodwin bei den unterricht und uebungsstunde für Schüler und Erwachsene, Annenitraße Nr. 9. abends 9 Uhr, Unterricht und nebung in der ganz vereinfachten Arends'schen erprobt werden. Arends'scher Stenographen Berein" Apollobund", Seydelstr. 30, Goodwin Bänken an der Küste der Grafschaft Kent in England etenographie. straße 49( Wedding). Bitherflub Gleichheit, Uebungsstunden abends 9 Uhr bei Neumann, othringerfraße 105.- Bitberklub eimathstlänge 1895. Neue Hoch Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage abends 8 Uhr. Geselliger Arbeiterverein Hoffnung bei Butler, Vergnügungs- und Touristenklub Frete Brüder, abends 9 Uhr bei Moll, Adalbertstr. 21. Ruderverein Borwärts, abends 9 Uhr in den Oranienballen. Oranienfraße 51. Stattlub Sanfter Heinrich b.. Brandt, Reichenbergerfhaße 122. Etattlub süd, abends 8½ Uhr, im Botal von Paul Müñer, Gräfefir. 31. Statflub Grand Schwarz, abends von 9-11 Uhr bei Dalldorferstr. 31. E. Stein, Christburgerstraße 46.- Stattlub Grün Wenzel bei Schmidt, Le Cercle de Conversation Française se rassemble tout les jeudis soir à 9 h. dans son local„ Zum Patzenhofer", Leipzigerstr. 136. 1 " Bei diesem System wird nicht die Leitung des Wassers, sondern die sogen. Induktion benutzt, d. i. die Thatsache, daß eine elektrische Leitung von Strömen durchflossen wird, wenn in ihrer Nähe Ströme erzeugt oder zum Aufhören gebracht werden, besonders also, wenn in raschen Wechsel Ströme erzeugt und beseitigt werden. Der Strom, welcher durch einen automatischen Unterbrecher einige tausend Mal in der Sekunde unterbrochen wird, wird auf dem Lande in beliebig langen Zwischenräumen geschlossen und durch ein untersceisches Kabel auf dem Meeresboden bis zu der Stelle geleitet, 100 das Leuchtschiff verankert verankert ist; an biefer Stelle wird sich das Echiff aufolge der wechselnden Windrichtung in einem Eine öffentliche Versammlung der Steinarbeiter, die gewiffen Umkreis bewegen, und un diesen Kreis ist das Kabel am 15. Oftober im Louisenstädtischen Konzerthaus tagte, beschäf geführt, ebe es zur Batterie auf dem Lande zurückkehrt. So ost tigte sich mit der Arbeitseinstellung der Marmorschleifer bei der Die fächsische Polizei gegen die deutschen Klaffiter. und so lange es von den schnell unterbrochenen Strömen durchFirma Fink, Blücherplatz 2. Nach den Angaben des Ver Erft Gerhart Hauptmann, dann Soethe, Freiligrath und Grabbe flossen wird, enthehen in einer auf dem Schiffe befindlichen trauensmannes hat der Streit seine Ursache in der Nicht- verboten. Nachdem die von dem Rezitator Senf- Gera hier vorige Induktionsvolle ebenfalls elektrische Ströme, welche um ein vergütung des von den Schleifern bei ihren Arbeiten benöthigten Woche angekündigte Rezitation des Gerhart Hauptmann'schen Telephon herumgehend, deffen Membran in Bewegung setzen; und von ihnen selbst zu beschaffenden Materials( wie z. B. Bim- Schauspiels Die Weber" von der Polizeibehörde verboten worden aus der längeren und fürzeren Daner der summenden Töne des flein, Blei u. s. w.) und in 10-25 prozentigen Abzügen war, so heißt es in einer Korrespondenz der Sächs. Arb.- 3tg." Telephons bei dieser Bewegung läßt sich ein Alphabet zusammenvom Tarif. Von den 9 Mann, bie die Arbeit aus Crimmitschau, kündigte derselbe für nächsten Freitag feßen, mittels deffen man genau wie bei der gewöhnlichen niedergelegt haben, sind nur noch 4 zu unterstützen, abermals diefe Nezitation an und zwar mit dem Bemerken, daß, Morfetelegrapbie beliebige Nachrichten bequem übermitteln kann, die übrigen haben sich anderweitig Arbeit verschafft. Lem wenn abermals ein Verbot erfolgen solle, Dichtungen von jedoch, wie man ficht, nur vom Lande nach dem Schiff, nicht auch Fabrikanten ist es bisher nicht gelungen, sämmtliche Pläge mit Goethe, Freiligrath, Grabbe u. f. w. vorgetragen wirden. Die in umgekehrter Richtung. " Vermischkes. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Offen Berlins. Sonntag, den 20. Oktober 1895, abends 6½ Uhr, in Albrecht's Salon, Memelerstr. 67: Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen Dr. Weyl über: Kopf und Magen." Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Entree 10 Pf. B 954b Aditung! Achtung! Arbeiterinnen und Genossinnen! [ Achtung! Barbiere. Noack's Festsäle, Neue Friedrich- Strasse 20 befindet sich der Arbeitsnachweis des Verbandes der deutschen Barbiere Friseure und Perrückenmacher. Es empfiehlt die Benutzung desselben. 964] Frik Preuß, Gastwirth. Möbel- Kaufgelegenheit. Donnerstag, den 17. Oftober 1895, abends 8½ Uhr, nehmbaren Preise verkauft werden. Ganz be= in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 2123: Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Welches Interesse haben die proletarischen Frauen an den Stadtverordneten- Wahlen? Referent Stadtv. Zubeil. 2. Diskussion. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Arbeiterinnen und Genossinnen, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. 1/4 Die Vertrauensperson: Frau Gerndt. Arbeiter! Arbeiterinnen! Donnerstag, 17. Oktober, abends 81/2 Uhr, in ,, Süd- Ost", Waldemarktr. 75: Große öffentliche Volks- Versammlung. Tages- Ordnung: Bum Umzug passendste Gelegenheit für Brauts leute, Hotels, Wiederverkäufer, Pensionate 2c. In meinem entschieden größten Möbelspeicher, Neue Königstraße 59, I., sollen sofort circa 300 Wohnungseinrichtungen, verliehen gewesene und neue, nur gediegene Möbel zu jedem an= sonders zu empfehlen ist der große Vorrath verliehen gewesener Möbel, welche noch fast neu find, und zum halben Preise abgegeben werden. Durch sehr große Gelegenheitsfäufe zu fabelhaft billigen Preisen ist es mir möglich, schon ganze Wohnungs- Einrichtungen für 90, 150, 300 Mt. zu liefern, ebenfalls hochfeine, herrschaftliche Einrichtungen von 500-5000 Mt., also billiger als jede Concurrenz und billiger als in jedem Ausverkaufsgeschäft wegen Umzugs, Hausabriß 2c. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung, ohne Preiserhöhung. Kleiderspind 12 Mart, Kommoden 6, Küchenspind 12, Stühle 2 Mart. 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Bei der für die gesammte Arbeiterschaft gleich wichtigen Tagesordnung bewahrungsspeicher lagern, werden durch erwartet zahlreichen Besuch Der Einberufer. Anatomischer Vortrag zugleich Ein Blick in das Innere des Menschen am Freitag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr, in Moabit, Kronenbrauerei, Alt- Moabit 4749. Die Entstehungs- und Krankheitsverhütungslehre, sowie die Heilung der Lungen-, Magen-, Milz-, Leber-, Nieren- und Darmleiden durch Natur949b heilkunde wird besonders vorgetragen, Referent: Herr Otto Grundmann, pratt. Naturheilkundiger. Gäste, Damen und Herren willkommen. Entree 10 Pf. Moabiter Naturheilverein. Graveure und Ciseleure. eigene Gespanne transportirt und aufgestellt auch nach außerhalb. Wer noch will reell und billig kaufen. Dura. Ankauf auf Auktionen u. von Konkursmassen bin ich in der Lage, jedes Stüd billiger zu verkaufen als alle anderen Geschäfte. Ich verkaufe daher: Hochelegante Winter- Paletots von 5 M. 75 Pf. an bis 36 M. 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Oktober 1895, beim Kollegen Hoffmann ( Englischer Garten), Alexanderstr. 27c1 General- Versammlung. Zages Ordnung: Gustav Lucke Waarenhaus Berlin, 131. Oranienstr. 131. 1. Bierteljahres- Bericht des Kassirers und der Rechtsschutz- Kommission. Hohenzollern- Mäntel 2. Erfahwahl des Vorstandes und der Rechtsschutz- Kommission. 3. Ausschluß 53/ 1* derjenigen Mitglieder, welche am Sedantage illuminirt haben. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um regen Besuch bittet Der Vorkand. J. A.: Günther. NB. Gleichzeitig werden die Mitglieder auf§ 4 des Statuts aufmerksam gemacht. Achtung! 69/5 Achtung! Formstecher und Tapetendrucker Berlins. Oeffentliche Versammlung und Winter- Joppen. Wollfutter, Mufftaschen, von einer Lieferung zurückgeblieben, Hälfte Kostenpreis. Reste zu Knaben- Anzügen spottbillig, Gelegenheitskauf Herrenhosen- Reste von 3 Mark an umsonst zugeschnitten. am Sonnabend, den 19. Oktober 1895, abends 8% hr, Münzstr. 4, Engel. bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Diskussion. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. 96/8 Für die ,, Brauerei des Verbandes der Gast- und Schankwirthe für Berlin und Umgegend" ( Bürgerliche Brauerei) Arbeitsmarkt. Achtung! Parquetbodenleger! Die Kollegen der Firma Rosenfeld& Cie. haben wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. Die Werkstatt- Kontrollkommission werden Bestellungen entgegen genommen auf dem Komptoir der Brauerei Am Tempelhofer Berg 6, sowie bei den Herren Robert Brunzlow, Landsberger Allee 28; Otto Deneke, Müllerstraße 182; Carl Ebel, Schönhauser d. Deutschen Holzarbeiter Verbandes. Allee 79; Albert Henke, Alexanderplatz 4; Carl Klugmann, Nene FriedrichLöbel, ſtraße 20 a; Carl Lange in Friedrichsberg, Stronprinzenstraße 16 A. Lähe, Bogenfängerinnen [ 8441L Lehrterstraße 48; H. Nümann, Eldenaerstraße 7; Wilh. Schmidt, Schönhauser Allee 103; Otto Schulze, Colbergerstraße 17; Otto Wegener in Weißensee für Steindruckschnellpressen suchen Lothringerstr. 89; A. Zöls, Röpnickerstr. 62. Meisenbach, Riffarth u. Co., Schöneberg, Hauptstr. 7a. Schildermaler, dauernde Arbeit, verlangt Matthies, Wilhelmstr. 130.[ 9596 Rum, anerkannt gut, Literfl. à 1,10, 1,60, 2,10 m., bei 5 Flaschen 10 Pf. billiger 3101L Glühwein- Extrakt, ausgezeichnet, Liter 1,20 m. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeer- Saft, vorzüglich, Liter 1,20 M. Medicin. Ungarwein, befte Qualität, Literflasche 2.10 M. Cognac fine Champagne à Fl. 3,50,** à Fl. 4,50,** à Fl. 5,50 M. empfehlen und senden einzelne Flaschen frei Haus Berlin * Eugen Neumann& Co. 6 a Belle- Alliance- Platz 6a. 81 Neue Friedrichstr. 81. Schuhmacher auf gewendete Arbeit( Jahrschuhe u. Ballschuhe) finden in u. außer dem Hause lohnende Beschäftigung.[ H* Schuhwaarenfabrik Heinrich Töpfer, Dresden- Neustadt, Magazinstr. 6. Tücht. Rock- und Paletotschneider per sof. gesucht. 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Verantwortlicher Redakteur: Fris Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.. 3208L