Kr. 470 ♦ 44. Jahrgang Musgabe H Kr. 2Z4 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Ptenniq, monatlich E- Rcichsmart nocflus wilBot. Unter Etreifbant Im In» nni Ausland 5.90 Reichsmark pro Monat. Der„zZorwiirts' mit der Auftrtrr. ten Sonntagsbeilage.Volk und Ieit� sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen",»Aus der Filmwelt", ..SVtoucnftimme".»Der Sinder» freund",»Iugend-Borwitr�s".„Blick in die Biicherwelt" und„Kultur. arbeit" erscheint wochentäftlich zwei. Mal, Sonntags und Montags einmal. Telegromm-Adressi: .Sozioldamokro» verlin» Morgenansgabe � 4 Derlinev VolkstrlÄkt Grotz-Berttn Pfg. Auswärts l» Pfg. Anzeigenpreise: Die eiuspaltiae Ronpareille» »eile 50 Bfennia. Reklainezeile 5,— Reichsmart.»Kleine Anzeigen" das settgedruckte Wort 25 Biennia lzulässsa zwei iettaedruckte Woriel. jedes weirrre Wort!2 Bkennia. Stellenaeluche da, erste Wort 15 Bfennia» jedes weitere Wort 10 Bfennia. Worte Ober 15 Buch» ssaben zählen flir zwei Worte. 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Die Landesregierungen selbst haben zusammen mit der Regierung am Montag nach einer eingehenden Aussprache die Abhaltung einer Sonder- konserenz beschlossen, die eine Neuregelung des Verhältnisses zwischen Ländern und Reich erörtern soll. Man wird politisch oon diesen Tagungen wenig zu erwarten haben. Denn die Abänderung der Verfassung ist nur mit einer Zweidrittel- Mehrheit möglich und sie bedürfte einer so eingehenden Vor- beratung, daß man heute überhaupt noch nicht absehen kann, wie es gelingen soll, die widerstreitenden Interessen und Auffassungen aufeinander abzustimmen. Der Reichsfinanz- minister Köhler, der sich so gern als Beschützer der s ü d- deutschen Seele aufwirft, hat selbst die Widerstände ge- nährt, die jetzt gegen seine Finanzpolitik auftreten. Die jetzige Diskussion über den Einheitsstaat ist ein über- aus interessantes Symptom der st euer- und finanz- politischen Krise, in die der Bürgerblock hineinge- schlittert ist. Dos Steuervereinheitlichungsgesetz stößt in Bayern auf stärksten Widerspruch, und diese Opposition wird geteilt von Württemberg und Baden, nachdem eine Kon- serenz der süddeutschen Finanzminister in der vorigen Woche in vertraulicher Sitzung den Vorstoß gegen die Reichs- rcgierung organisiert hat. Auf der anderen Seite stehen die norddeutschen Staaten und diejenigen Länder, die durch die neueren Tendenzen der Finanzpolitik in immer größere Schwierigkeiten geraten sind und nun nach einem Ausweg suchen. So hat am Montag, nach Mitteilungen aus demokratischer Quelle, der Hamburger Bürgermeister Petersen erklärt, der bestehende Zustand könne nicht länger andauern. Auch Preußen ist ja bekanntlich der Meinung, daß die Ent- Wicklung zwangsläufig zum Einheitsstaat führen muß. Um so deutlicher aber trat der bayerischeMini st erpräs i- d e n t Held auf, der trotz seiner bisherigen Mißerfolge wie- der die Forderung erhob, die Erzbergersche Steuerreform müsse zurückrevidiert, die Finanzhoheit der Länder wieder» hergestellt werden. Das sagte der Vertreter des Landes, dessen Finanzkunst bereits bei der Einführung der inittelalter- lichen Kopfsteuer angelangt ist und das ahne Alimente des Reiches nicht leben kann. Daß Helds Gedankengänge nicht von allen süddeutschen Staaten geteilt werden, dafür spricht die Tatsache, daß in Hessen schon seit längerer Zeit der Gedanke erörtert wird, einen engeren Anschluß an das Reich zu suchen, etwa in der Form, daß Hessen zum R e i ch s l a n d erklärt wird. jedenfalls wird— voraussichtlich im November— die Sonderkonferenz stattfinden, die den Gedanken des Einheits- staates behandeln soll. Inzwischen aber stehen die großen schwebenden Vorlagen der Reichsregierung vor neuen Schwierigkeiten, die deren Erledigung in Frage stellen und den Reichstag geradezu zur U n f r u ch t- b a r k e i t zu verurteilen drohen, wenn die Vorlagen im Reichsrot scheitern. Die süddeutschen Staaten fordern Zuschüsse zur Besoldungsreform. Der Reichsfinanzminister lehnt sie ab. Dafür hat er die Aufgabe, das Steucrverein- heitlichungsgesetz durchzubringen. Die süddeutschen Staaten lehnen es ab. Sie wollen sich ihre Zugeständnisse vom Bürgerblock möglichst teuer abkaufen lassen, nachdem sie bereits die Biersteueranteile als Vorschußzahlung darauf ge- schluckt haben. So ist der Bürgerblock in einer schlimmen Sackgasse angelangt. Man muh bezweifeln, ob es ihm ge- lingen wird, auf dem Wege der bewährten Kompromisse sich herauszufinden, die den Föderalisten den Nacken steifen, während über den Einheitsstaat geredet wird. . öaperns§oröerungen und„Reformen'. Die Forderungen noch Erhöhung der Reichszuschüsse für die Lander werden vor allem von Bayern vertreten. Bayern besitzt ein« durchaus veraltete, sehr kostspielige und aus der Franzvsenzeil stammende Bcrwaltung. Außerdem Hot Baiiern,«s rein politischeu Gründen, die Besitz- und Realste uern nicht in erforderlichem Maße ausgebam, wie dos in anderen Ländern, z. B. in Preußen, der Fall ist. Es will auch .weiterhin, wobei politische Gründe eine Rolle spielen, dieser Not- wendigkeit aus dem Wege gehen. Da dos Reich sich aber gvgcnüber den bayerischen Ansprüchen ablehnend verhält, denkt man in München daran, die sin an- ziellen Mittel aus Kasten der kleinen Beamten einzusparen. So wird in Bayern augenblicklich der Gedanke erörtert, den Abzug vom Grundgehalt des ledigen Beamten über den Satz hinaus zu erhöhen, den das Reichssinanzministerium vorgeschlagen hat. Auch sollen die Ausrückungszeiten von zwei auf drei Jahr« erweitert und die gerade für den kleinen Beamten so außerordentlich wichtige Regelung des Ueber- ganges von der alten in die neue Besoldungsordnung verändert werden. Das sind alles Maßnahmen, die in erster Linie den kleinen Beamten treffen. Sie bezahlen eine veraltete Bureaukratie in Bayern, deren Existenz von politischen Gesichtspunkten diktiert wird. Reichsbesolöungsorönung und Länder. Gestern vormittag fand unter dem Vorsitz des preußischen Finanzministers Dr. H ö p k e r- A s ch o f f in den Räumen des preußischen Finanzministeriums eine Äonlercnz der Finanz- ni inj st er der Länder statt, die sich mit der B e s o l d u n g s- r e f o r m und vornehmlich mir der Deckung der durch sie den Ländern entstehenden Kosten beschäftigte. Vertreter fast aller Länder waren anwesend, die ihre Berechnungen der erheblichen Mehrkosten vorlegten und übereinstimmend der Forderung Aus- druck gaben, daß dos Reich nach Vorlage- der neuen Besoldungs- ordnung nun auch die Pflicht habe, die Länder bei der Auf- bringung der Kosten hinreichend zu unterstützen. iA . V« Der Mufstanö in Militür will der Präsidentenwahl vorgreifen. M e x> k o. 4. Oktober. Amtlich wird gemeldet, daß die beiden Präsidentschaftskandl» itzglen. General G o m e z und General S e r r a n o. gemeutert haben. während ihr Gegner. General O b r e g o n, ein Arennd des Präsi- dcnten Calles, bereit Ist. sie zu betämpsen. Es ist also möglich, daß die»Wahl" des Präsidenten auf den Schlachtseldern entschieden wird. Sonnlag traten S00 Offiziere und Soldaten der Garnison Mexiko- in Ausruhr. Aehnliche, obwohl nicht so ernste Unruhen sollen in Torreon und in Veracruz ausgebrochen sein. Präsident Calles hat eine Erklärung veröffentlichen lassen, in der es heißt: Ich bin entschlossen, die revolutionäre Bewegung der Generale Serrano und Gomez ein für allemal zu unter- drücken. Beide sind Verräter. Die Regierung wird sie bekämpfen und vernichten. Die von Serrano in lorreon enl- sesfelte Meuterei wurde nach dreistündigem Kamps niederge- warfen. Sämtliche aufständischen Offiziere wurden gesangen- genommen und die Soldaten entwaffnet. Alle werden vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Der versuch zweier Regimen- ter, in Veracruz zu meutern, erfolgte aus Anstiften des General» Gamez. Putschgeneral Serrano hingerichtet! Mexiko.< Oktober. General Francisco Serrano. einer der beiden meuternde« Präsidentschaftskandidaten. wurde nebst IS seiner Anhänger von eegierullostreueu Truppen lm Staat Morelos gefangengenommen. vor ew Kriegsgericht gestellt, zum Tode verurteilt und h i u g c r i ch. t e t. Die Metdung über die gleichzeitige Exekution Carlo V i d a l s, des früheren Gouverneurs des Staates Chiopas, ist noch nicht bestätigt. Nach einer weiteren Meldung soll das Parlament die Mitglieder ausstoßen, die die Kandidatur der Putschgeneräle unterstützt haben— eine nur als ousgedrungene Rotwehr verständliche Maßnahme. Neserviftenkreüite in Frankreich abgelehnt. Die Linke stimmt im Finanzausschuß gegen den Antrag Painlev�s. Paris, 4. Oktober.(Cigenberichl.f Die Finanzkommijfioa der Kammer hat mit acht gegen sieben Stimmen die vom Kriegsminister Painleoe beantragten Kredite für die Einberufung der Reservisten im Zahre lSZS abge- lehnt. Die Linke stimmte gegen die Forderung der Regierung. In politischen Kreisen erblickt man in dieser Abstimmung mehr ein« Geste als eine Tat von weittragender Bedeutung. Man nimmt an, daß. bis der Etat im Plenum beraten wird, es der Regierung gelungen fein wird, vielleicht durch einige Konzessionen die Mehrheit umzustimmen. Die erfolgte Ablehnung hängt aller- dlngs zumindest indirekt mit den Zwischensälle» zusammen, die sich in den lehkea Wochen an verschiedenen Plätzen unter den einberufene« Reservisten ereignet haben. Diese Reservistenübungen sind natürlich im Polle sehr unpopulär und die Abgeordneten der Linken wollte« ossenbar zeige«, ohne sich dadurch mit den Revolteu zu solidarisieren, daß auch ihnen diese Einberufungen sehr un- sympathisch sind, weitere politische Sonseguenzen. wie v B. der Rücktritt Painleve» oder gor iw Anschluß daran eine Regterungs- krise, sind ei ast weilen nicht zu erwarte«. öaöen und das Schulgesetz. Für die Erhaltung der Timultanschule im Geiste der Perfaffung. Der Reichsrai hat, gestern mit der Beratung des Kcudcllschen Schnlgescgentwuries begonnen. Es liege» eine Reihe von wichtigen Verbesterungsanträgen der Länder vor, darunter Anträge Badens, die aus ein« Erhaltung der S i m u l t a n s ch u l« n in Baden abzielen. Ueber die Bedeutung dieser Anträge schreibt uns Genosse a e b I e r- Karlsruhe als Vertreter der Ar- bcitsgemeinschast sozialdemokratischer Lehrer in Baden: Nach einer Reihe von Sitzungen des badischen Kabinetts in der Frage des Reichsschulgesetzes ist nunmehr eine E i n i- g u n g zwischen den Mitgliedern der Staotsregierung erfolgt, die im Interesse nicht nur der badischen Schule, sondern auch der Schulgesetzgebung des Reiches begrüßt werden muß. Man sagt vielleicht nicht zuviel, wenn man über das Schul- politische hinaus in dieser Einigung ein allgemein- politisches Ergebnis von besonderem Werl sieht. Es ist selbstverständlich, daß die Regelung der Rcichsschul- gesetzgebung, wie sie die badische�Regierung wünscht und durch ihre Vertretung im Reichsrat propagieren wird, weder dein klerikalen, noch dem liberalen, noch dem sozial!- st i s ch e n Schulprogramm entspricht. Es wird der Versuch gemacht, den grundsätzlichen Standpunkt der Reichsverfnssung. wie er im, Artikel 14S, 1 nieder- gelegt ist, das Recht und die Stellung zu geben, auf welche die Regelschule der Reichsverfassung Anspruch hat. Nach dem Willen der badischen Regierung soll der.§ 3 des v. Keudellschcn Entwurfes so abgeändert werden, daß klar und deutlich der V o r r a n g der G e in e i n s ch a f t s- schulen im künftigen R c i ch s s ch u l g e s e tz gewahrt ist. Damit ordnet sich die badische Regierung, die aus Zen- trum, Demokraten und Sozialdemokraten besteht(wobei das Zentrum zurzeit die Mehrheit hat, was man besonders be- achten möge), in die Reihe derer ein, die in erster Linie die Einheitlichkeit des gesamten deutschen Volksschulwesens erstreben. Die Reichsverfassung hat in ihrem Artikel 174 bekannt- lich bestimmt, daß die Simultanschulländer beson- ders zu berücksichtigen seien. Herr v. Keudell glaubte das durch ein schulpolitisches Moratorium von fünf Jahren ge- nügend zu tun. Das ist nun schon an sich«ine recht äußerliche Art„besonderer Berücksichtigung": sie ist aber auch in ihrer Art sehr ungenügend. Deshalb hat die badische Regierung für eine Erhöhung dieser„Schonfrist" auf zwölf Jahre plädiert: wohl aus der Erkenntnis heraus, daß sich in diesen zwölf Iahren einigermaßen übersehen läßt, was eigentlich praktisch bei der Reichsschulgesetzgebung in den anderen Ländern herauskommt. Wesentlicher aber ist das andere Moment: die große lchulpolitische Front für die Simultanschule in Baden. Sie umsaßt alle Parteien mit Ausnahme des Zentrums(und der Kommunisten, die aber in Baden gerade ans diesem Gebiete keine Bedeutung haben). Die besondere Sicherung, die deshalb für die badische Schule gefordert wurde, besteht nun darin, daß bei der Umwandlung einer Simultanschule in eine Bekenntnis-(oder weltliche! Schul« eine Dreiviertelmehrheit sämtlicher Eltern der Kinder erforderlich ist. Es leuchtet ein. daß diese Bestimmung, wenn sie Gesetz werden sollte, in hohem Maße geeignet wäre, die init Recht van allen Einsichtigen am meisten gefürchtete Zerschlagung und Atomisierung des Schul- ivesens zu verhüten: vor allein in den Gemeinden, die konfef- sionell gemischt sind, und das sind gerade in Baden eine sehr große Anzahl auch von kleinen Städtchen und größeren Dörfern. Bei der Einstellung der überwiegenden Mehrheit des badischen Volkes bis weit in die Kreise der Katholiken hinein wird wohl nicht daran zu denken sein, daß urtter diesen Berhältnisscn die bestehende einheitliche Schule zertrümmert werden kann. Ein weiterer Fortschritt besteht darin, daß auch eine Rückumwandlung der Schule— also etwa einer Konfessionsschule in eine simultane— möglich sein soll, sobald die Eltern dafür sind. Damit ist gewiß ein Ausgleich zwischen dem Elternrecht und Staatsrecht gefunden, wie überhaupt der Borschlag der badischen Regie- rung sich de� preußischen Denkschrift anschließt, die ebenfalls von dem Gedanken geleitet ist, daß hie höheren Rechte des Staates in der ganzen Frage eine»nhsprerliende Berücksichti- gung verdienen. Dagegen geht in der Frage des R e l i g i o n s u n t e r- r i ch t s die Stellungnahme der badischen Regierung in ge- wissem Sine weit über den Keudellschen Entwurf hinaus, indem sie den Religionsunterricht überhaupt von jeder staatlichen Beaufsichtigung und Einfluß» nähme befreit wiffen will. Diese Frage wird in Nord- deutschland, wo seit langem der Religionsunterricht nicht eine Sache der Kirche, sondern des Staates ist, nur schwer verstanden. Und doch scheint für den, der die Verhältnisse in Boden kennt, diese AuslieferungdesReligions- Unterrichtes an die Kirchen diejenige Regelung zu sein, die gerade mit modernen Auffassungen eher zu begrün- den ist als die norddeutsche Einfügung dieses Unterrichtes in den staatlichen Betrieb. In Baden gibt die Kirche die Lehr- plane für den Religionsunterricht, sie beaufsichtigt ihn, sie läßt ihn durch Geistliche und Lehrer erteilen, wobei aber kein Lehrer zur Erteilung gezwungen werden kann. Tatsache ist, daß der Staat wie Kirche, Lehrer und Geistliche mit dieser Regelung zufrieden sind. Eine große Reihe von technischen Schwierigkeiten sind dadurch ausgeschaltet. Wenn also die badische Regierung auch in dieser Frage einstimmig votiert, so hat sie hier nicht nur die Kirchen, sondern auch die Lehrerschaft hinter sich. Und damit sind wir schon in die p o l i t i s ch- k r i t i s ch e Betrachtung der Stellungnahme der Regierung ein- getreten. Im Zentrum dürfte man erkannt haben, daß in Baden mit der Propagierung der Konfessionsschule keine großen Ernten einzuheimsen sind. Vor allem aber hat man erfreulicherweise diese Frage unter allgemeinpolitischen Ee- sichtspunkten betrachtet. Schon vor einigen Wochen konnte man in dem führenden Zentrumsblatt lesen, daß„das grund- sätzlich Bessere nicht unter allen Umständen in der Praxis des Lebens das Bessere ist". Und in seiner Nr. 270 vom Sonn- tag, dem 2. Oktober, schreibt nun der„B a d i s ch e B e o b- achter" dazu: „Auch die badische Regierung mußt« den 8 l7< der Reichs- Verfassung beachten, dessen Sinn der ist, daß in Simultanländern, wie Baden, Konfessionsschulen nicht ausgeschlossen werden dürfen. Indem man in der badischen Regierung in dieser Beziehung sich streng an die Verfassung hielt, und sich damit auf den Standpunkt stellt, daß Baden bezüglich der Einführung der Bekenntnisschule keine Ausnahme gegenüber dem übrigen Reich für sich fordern dürfe, h a t man freilich für die Praxis zugleich von dem Recht Gebrauch gemacht, die Bekenntnisschule nur unter den obengenannten Erschwerungen zuzulassen. Das mag von unserer/ Standpunkt aus unerfreulich sein: das Recht, solche Erschwerungen zu oerlangen, läßt sich aber verfassungsrechtlich nicht bestreiten." Und dann kommt noch ein drittes für das Zentrum: das ist die besondere parteipolitische Seite dieser Frage. Der„Badische Beobachter" knüpft nämlich an seine Betrach- tung folgende Sätze an, die an sich nicht dazustehen brauchten, die aber im Zusammenhang mit der Heidelberger K o n f e- renz Dr. Wirths und der anderen Vorgänge im Zentrum besonders interessant klingen: „Es bedarf also zur Wahrung des Schulfriedens nicht der ab- wcgigcn Politik, wie sie der Altreichskanzler Dr. Wirth bezüglich des Reichfchulgesetzes bisher empfehlen zu sollen glaubte. Politisch« Klugheit hat in Baden einen gangbaren Weg der Verständigung gesunden, ohne daß Grundsätze preisgegeben werden mußten. Wir haben von Anfang an empfohlen, den Reichsschulgesctzentwurf nicht sowohl als undiskutierbar zu bekämpfen, als ihn als brauchbare Grundlage für weitere Verhandwngen anzusehen. Auch Dr. Wirth hätte besser daran getan, sich von vornherein auf diesen Standpunkt zu stellen: aber es soll uns freuen, wenn er jetzt dahin zurückkehrt, von wo er einst ausgegangen ist. Wir hoffen, daß er unseren Stand- punkt heute wieder teilt, insbesondere, nachdem er sieht, daß der Weg des Zentrums in Baden zu einer annehmbaren Verständigung auch nach links geführt hat." Damit ist ein politischer Wink hinausgegeben, den man nicht übersehen sollte. Daß wir Sozialdemokraten selbstverständlich ebenso wie das Zentrum in dieser Stellungnahme der badi- schen Regierung nicht der Weisheit letzten Schluß sehen, braucht gar nicht besonders betont zu werden. Aber die badische Sozialdemokratie hat ja schon auf dem Offen- burger Parteitag 1922 sich in der Richtung eingestellt, daß die Simultanschule zu erhalten ist, sie hat um der Ein- heitlichkeit des Schulwesens willen im Landtag sich für die Erhaltung der Simultanschule eingesetzt, sie hat auf dem Kieler Parteitag 1927 in dieser Richtung sich bewegt, die sozialdemokratischen Lehrer haben in ihrer Mann- heimer Kundgebung vom Februar 1927 den gleichen Willen bekundet: man darf also sagen, daß in der Stellung- nähme der Regierung auch mit zum Ausdruck kommt, daß nur durch den Einfluß der badischen So- zialdemokratie in Regierung, Landtag und im Volk es überhaupt möglich ist, die einheitliche simultane Volksschule m Baden zu erhalten. Hoffen wir, daß auch der R eichstaa,in dessen Hand letzten Endes die Ent- scheidung liegt, den Willen des badischen Voltes achtet! Keine Gratulationen der Locarno-Mächte. Eine Folge der Tannenberg-Rede. Mit Ausnahme des Präsidenten Coolidge haben nur die Staais- oberhfßipter der mittleren und kleineren Mächte den Reichspräfi» de.Uen von Hindenburg zu seinem 89. Geburtstage persönlich beglück- wünscht. Die Staatsoberhäupter der Locarno- Mächte, also Englands, Frankreichs, Italiens, Belgiens, Polens und der Tschechoslowakei, haben sich hingegen nicht gemeldet. Der einzige Glückwunsch, der von dieser Seite dargebracht wurde, bestand in dem gemeinsamen Glückwunsch des in Berlin akkreditierten diplomatischen Korps, den der päpstliche Nuntius Pacelli überbrachte. Die„Frankfurter Zeitung" teilt hierzu mit, daß die Regierungen der Locarno-Mächte bereits unter sich vereinbart hallen, ihre Staats. oberhäupter zu einer besonders herzlichen persönlichen Beglück- wünschung Hindenburgs zu veranlassen. Infolge der Tannen- berg-Rede sei jedoch dieser Plan wieder aufgegeben und umge- kehrt ein völliges Stillschweigen beschlossen worden. Die Darstellung der„Frankfurter Zeitung" entspricht, wie wir bestätigen können, durchaus den Tatsachen. Das demokratische Blatt kritisiert diese vereinbarte Haltung als einen Verstoß gegen die inter- nationalen Gepslogenheiten. Auch wir registrieren mit Bedauern diese Tatsache als einen weiteren Beweis jener Verschkech- ternng der außenpolitischen Atmosphäre, die seit dem Regierungsantritt des Bürgerblocks immer deutlicher in die Er- scheinung getreten ist._ Zweierlei Alaß bei der ftmneftie. Rechtsradikale werden amnestiert— Linksradikale auf Probezeit entlassen. Sluttgark, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Die aus Anlaß von Hindenburgs 80. Geburtstag in Württem- berg erlassene A m n e st i e ist sehr dürftig ausgefallen. Es wurden nach amtlicher Mitteilung 67 Strafgefangene entlasten und 229 weitere Verurteilte mit„G n a d en e r w e i s e n" bedacht. Wie sich jetzt herar�gestellt hat, sind zahlreiche wegen leichterer politischer Vergehen Verurteilte von der Amnestie unberührt geblieben. Vier Kommunisten, die seit Dezember 1923 bzw. März 1924 in Haft sind und von denen drei zu je 6 Jahren, einer zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden, also den größten Teil ihrer Strafe schon hinter sich haben, wurden entlassen, jedoch im Gegensatz zu zahlreichen Rechtsputschi st en nicht amnestiert. Sie erhiellen nur„be- dingte Strafunterbrechung mit Probezeit bis zum 1. Oktober 1936". Es heißt in der ihnen mitgegebenen„Belehrung für bedingt Begnadigte": „Wer solchen Strafaufschub erhält, wird damit noch nicht von der Strafe befreit: vielmehr wird ihm durch Bewilligung einer Probezeit erst die Gelegenheit gegeben, sich einer künftigen Begnadigung würdig zu zeigen." Man hat es also auch bei dieser Amnestie nicht Unterlasten können, zweierlei Maß anzuwenden, und den für die Republik viel gefährlicheren Rcchtsradikalismus in unbegründeter Weise zu begünstigen. Die Alimmerkistc der Reichswehr. Die Untersuchung des Spar- kommistars Dr.« ä m i s ch über die Zusammenhänge zwischen Reichswehrministerium und Phöbus- F i l m- A.- G. ist abgeschlossen. Das Ergebnis dürfte nach einer Verständigung mit dem Reichsfinanzminister in nächster Zeit der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. Es wird auch langsam Zeit! Die aufgelöste Glpmpia. „Die Form habe« die Hunde zerschlage»---- ... den G eist konnten sie aber nicht töten!" So schrieb ein Mitglied der verbotenen.Olympia" an seinen Gesinnungs- genossen. Die.Hunde"— das waren die republikanischen Behörden: der„Geist"— war der des Putschismus, der mon- archistischen Restauration... Es handelt sich hierbei um einen Brief, der gestern in der Ge- richtssitzung der Großen Strafkammer am Landgericht 11 in der Berufungssache gegen die Olympia verlesen wurde. An- läßlich eines Zusammenstoßes zwischen Kommunisten und Rechts- gerichteten am Steinplatz fand man bei einem verhafteten rechts- radikalen Jüngling ein Mitgliederverzeichnis. Die Polizei- behörde nahm an, daß hier die Fortsetzung der aufgelösten Olympia- gruppe Nr. 14 in Frage komme. Die im Verzeichnis aufgezähllen Mitglieder der Gruppe„Kameradschajtliche Vereinigung"— so nannte sie sich— wurden auf Grund des Rcpublitschutzgesetzes zur Verantwortung gezogen. Das Gericht erster Instanz sprach die 13 Angeklagten frei. Der Staatsanwalt Halle gegen das Urteil Be- rufung eingelegt. Die Große Strafkammer aber verwarf gestern die Berufung des Staatsanwalts und sprach auch ihrerseits die An- geklagten frei. In der Urteilsbegründung hieß es unter anderem, es s e i n i ch t erwiesen, daß die.Kameradschaftliche Vereinigung" eine Fort- setzung der Olympia vorgestellt habe. Als Beweis dafür, daß die neue Vereinigung die Republik nicht bekämpfe, führte der Vorsitzende, Landgerichtsrat Krüger, den Um- stand an, daß einer der früheren Olympiamitgliedsr an seinen Or- ganisationskollegen einen Brief gerichtet habe, dem das Rundschreiben ihres Führers Meiding beigelegt war: es hieß da:„Weircre Kommentare bedarf das Rundschreiben nicht." Ans diesem Brief könne man zwar den Eindruck gewinnen, daß die „Kameradschaftliche Vereinigung" eine Fortsetzung der Olympia sei. Ein anderer Brief jedoch behaupte direkt, daß die.Kameradschaftliche Vereinigung keine Fortsetzung der allen Olympia vorstelle. Dies ist der gleiche Brief, in dem der famose Satz zu lesen war:„Die Form haben ja die Hunde zerschlagen können, den Geist konnten sie aber nicht töten." Ein besterer Beweis dafür, daß es sich nicht um eine verkappte Olympiaorganisation handle,.st allerdings nicht denkbar. Die Mitglieder der.Kameradschaftlichen Vereinigung" durften gestern erhobenen Hauptes den Gerichtssaal verlassen. Ihr Geist lebt, ihre Form ist vom Gericht gesetzlich anerkannt worden. Protest gegen Schacht. Stadtparlamcnt gegen Anleihebeschränkung. Frankfurt a. 4. Oktober.(Eigenbericht.) Die Stadtverordnetenversammlung hat am Dienstag ein« von sämtlichen Parteien mit Ausnahme der Kommunisten und der Wirt- schaftspartei eingebrachte Resolution angenommen, in der gegen die Behandlung der Frankfurter Auslandsanleihe durch die Berliner Beratungsstelle protestiert wird. Trotzdem das Reichs- finanzministerium die sechsprozentige 66-Millionen-Anleihe der Stadt Frankfurt, die in Amerika unter außerordentlich günstigen Be- dingungen aufgenommen werden kann, genehmigt hat, macht die Berliner Beratungsstelle auf Betreiben des Reichsbankpräsidcntcn Dr. Schacht Schwierigkeiten. Die Frankfurter Stadtverordneten protestieren deshalb gegen diese unverständliche Kreditbehinde- rung, die den Kredit der deutschen Großstädte auf dos schwerste schädigen muß. Sie verlangen vom Reichskabinctt eine klare Stellungnahm«, die den großen wirtschaftlichen Interessen der Ge- meinden Rechnung trägt. In der gleichen Sitzung wurde die Neuwahl von drei be- soldeten Stadträten vorgenommen. Es wurden gewählt: Stadt- rat Dr. Michel, Frankfurt a. M., Sozialdemokrat; Oderschulrat Dr. Möller, Berlin, Demokrat, und Dr. D o l l m a r, Solingen, Zentrum. Frau Pangalos hat sich der Athener Polizei gestellt und ist mit anderen Putschverdächtigen ins Gefängnis gebracht worden. Das heldische Telephon. von Hermann Schiihinger. Nicht allein bei uns werden heldische Geburtstage gefestet und Tannenbergfeiern zelebriert, um kriegerische Heroen noch bei Leb- zeiten nach Walhall zu befördern und mit dem Weihrauch strategischer Gottähnlichkeit zu bewedeln. Auch in Frankreich versteht man dieses Geschäft sehr wohl und holt sich den Anlaß zu immer neuen Apotheosen meist aus Deutschland heran. So hat bekanntlich der deutsche Stabsarzt Rochs in einer tiefgründigen Broschüre den schlagenden Beweis erbracht, daß der deutsche Rückschlag an der Marne lediglich dem gesundheitlichen Klaps etlicher Militärs, der Arterioslterose bzw. der Nerven- und Willensschwäche des Generals v Moltke, des Generals v. Bülow, des Oberst Löwenstein und des Oberst Hentzsch zu danken sei. Prompt hakt der General Nudant im„Temps" hier ein und konstatiert: Das stimmt! Eure Leute sind armselige Schwächlinge gegen unseren Joffre und unseren Gallien! gewesen! Das waren noch Kerle! Nerven wie Eisenstricke! Während Gallien! in Paris saß und Joffre an der oberen Seine im Hauptquartier, besprachen sie ganz gemütlich, wie wenn es sich um die banalste Geschichte gehandelt hätte, die große, sieghafte Operation der Marneschlacht! Und zum Beweis dafür zittert er den Telephoninspektor des Pariser Fernamts Gutenberg: der hat das sieghafte Gespräch mit- angehört und weiß— heute nach 13 Jahreru— noch jede Silbe haargenau: Galliern:„Sind Sie's, Joffre?" Joffre:„Jawohl, ich bin's!" Gallieni:„Ich höre eben, daß die Deutschen auf Meaux marschieren!" Joffre:„Ah!--" Gallieni:„Was machen Sie? Schlagen Sie eine Schlacht? Geben Sie acht! Jetzt ist der Zeitpunkt zum schlagen da!" Joffre antwortet nicht. Gallieni setzt ihm weiter zll. Der Ton seiner Stimme wechselt. Er wird erregt, fast zornig. Gallieni:„Was zögern'Sie noch? Was überlegen Sie noch? Jetzt ist der Augenblick da! Jetzt oder nie! Ich greife an!" Jofsre scheint immer noch nachzudenken. Er antwortet zögernd: „Warten Sie!" Eine Gesprächspause tritt ein. Aus dem„Hauptquartier" hört man ein Stimmengewirr, da» ununterbrochen weiterdröhnt. Zehn Minuten verstreichen(2 Uhr 20 nachts). Plötzlich erscheint Gallieni wieder am Apparat und rust: „Joffre! Joffre!" Keine Antwort. Er geht wieder weg. Fünf Minuten später aufs neue: „Joffre! Jofsre! Sind Sie nicht mehr da? Das ist ja un- erhört, einfach keine Antwort zu geben!" Seine Sttmme zittert. Die Telephonistin ist starr vor Schreck. Unterdessen hört man im Hauptquartier immer noch reden. Gallieni hört offenbar die Stimme des Stabes und schweigt. Plötz- lich erscheint Joffre wieder am Apparat und sagt, wie wenn« wüßte, daß sein Kontrahent noch am Telephon hängt: „Jawohl. Ich schlage die Schlacht!" . Gallieni wird ganz ruhig:„Ganz bestimmt?" Joffre:„Jawohl!" Gallieni:„Gut so. Ich greife an!" Aus! Das Gespräch, das natürlich gar nichts Neues oder Außer- ordentliches besagt, sondern nur beweisen soll, welch vorzügliche Nerven der alte Marschall Joffre gehabt habe, läuft nun seit Wochen durch die ganze französische Tagespresse und wird mal von General Nudant, mal von General Gouraud mit einer Liebe wiedererzählt, die zeigt, wie sich ein ganzes Volk in eine mehr oder minder historische Episode— sei es nun der Marneschlacht oder von Tannenberg— vergaffen kann! Früher hat man Federbllsche von berühmten Generalen, den Rock des alten Fritz oder den Degen Napoleons aufbewahrt, heut- zutage werden sogar Trompeten und Eisenbahnwagen glorifiziert. Den Eisenbahnwagen, in dem Erzberger den Waffenstillstand unter- zeichnen muhte, haben sie schon zweimal zwischen Paris und dem Wald von Compisgne hin und her geschoben, dem Hornisten Scllier, der den Frieden bei Arras„ausblies", haben sie kürzlich die Trom- pete genommen, und so wird jetzt nichts anderes übrig bleiben, als daß man den Telephonkasten im Fernamt Gutenberg heilig spricht! Hoffentlich spricht sich das nicht in Deutschland herum. Sonst erleben wir noch was! Goekhes Ahnenbilder wieder in Frankfurt. Die berühmten Ahnenbilder der Frau Rat Goethe sind nach langer Abwesenheit wieder nach Frankfurt am Main zurückgekehrt. Sie galten bisher für die deutsche Goethe-Forschung als verloren. Die Bilder ver- erbten sich als Familiengut von Generation auf Generation, und kamen vom Großvater Goethes, dem Schultheißen Tsxtor, in die Hände des Bruders der Frau Rat, dem Schöffen Johann Wilhelm Friedrich: Textor. Der Sohn dieses Textor nahm sie 1884 mll aus fein Landgut Pallanza am Logo Maggiore Dort oerstarb er als letzter Träger dieses berühmten Frankfurter Namens während des Weltkrieges. Die italienische Regierung belchlagnahmte das Besitz- tum Textors und stellte die Bilder unter Sequester. Die Villa Textors wurde von der Stadtgemeinde Pallanza angekauft, die sie dem in Pallanza geborenen General Cadorna zum Geschenk machte. Nach langjährigen schwierigen Verhandlungen ist es dem Freien deutschen Hochstilt tn Frankfurt am Main gelungen, von der italienischen Regierung die Aufhebung der Beschlagnahm« zu er- reichen und die wertvolle Bilderreihe zur Ueberfühyung nach Frank- surt frei zu bekommen. Theater in Finnland. Helsinki, im Herbst. Finnland ist«in Bühnenparadies: Man findet auf den Brettern und im Zuschauerraum echte Theaterfreude. Das Gute wird, auch vom allereinsachsten Landpublikum, instinktiv gewählt. Die Gefell- schoft ist nicht so gespalten, nicht so kapitalisiert und nicht so proletarisiert wie bei uns Daher ist ihr der Weg zur Kunst auch wirtschaftlich erleichtert. Der Bühnenquerschnitt ist hervorragend. Finnland hat nur ein« große Stadt, Helsinki(Helsingfors). aber allein zehn sehr ansehnliche finnische Stadttheater im Land« und drei Schwedenbühnen Außerdem besitzt es üder 266 Arbeitertheater, dessen Spielgrundlag« ein höchst literarisches Repertoire ist das sich in nichts von dem der Bürgerbühnen unterscheidet Diese Arbeiter- bühnen sind sämtlich Dilettantentheoter: nur einige von ihnen haben ein paar Berufsschauspielcr in ihren begeisterten Reihen. Gespielt wird meistens in den Volkshäusern der einzelnen Orte. Eine Karten- vertriebsorgonisation nach dem Muster des deutschen Volksbühnen- Verbandes ist hier fremd, aber finanziell leiht die in Finnland sehr mächtige Sozialdemokratische Partei ihre Unterstützung. Auf der anderen Seile ist auch kein Vergleich möglich mit den zahllrsen deutschen lächerlich hcrumdilellierenden bürgerlichen Theater-.Klubs". Die Finnen sind von Natur aus begabt: der Ehrgeiz, ans dem Kunst- können gleich«inen Hauptberuf zu machen, ist in der Natur seltener als in unseren kaltgrauen Städten. Es geht hier den Leuten wirtschaftlich besser als bei uns. Aber Verständnis für die Probleme der Zeit ist vorhanden: Toller, Kaiser, die anderen alle würden zufrieden sein, wenn sie sähen, wie sie hier auf Arbeiter- und Berufsbühnen gespielt werden. Im übrigen findet man hier alles, was sonst mit Erfolq über die europäischen Bühnen gegangen ist. Soeben hat das schwedische Theater Hasenclevers „Bessere Herren" lmittelmößig) herausgebracht, das Nationaltheater sich u. a. für den Winter Zweig-Ben Jonsons„Volpone" urtd Werfels „Paulus unter den Juden" gesichert. Ob die finnischen Stücke gut sind, ist schwer zu sagen, da ja kaum etwas davon ins Deutsche übersetzt wird(während Ada Narra in Berlin alles Wichtige aus dem Deutschen ins Finnische überträgt), und vom bloßen Sehen her man natürlich nicht urteilen kann. Immerhin scheint es als ob nur die etwas tragische Tatsache, in keiner Weltsprache verfaßt zu sein, die Stück« von A r v i K i v i m a s und L a u r i H a a r l s hindert, so bekannt zu werden, wie sie«s vielleicht verdienen._ Gottgetreu. Ea« V eutsche Theater und seine 1N>>eI eder veraiistalten zugunsten der sich in ichwierigen Serbältnissen befindlichen Witwe OZkar Sauer« eine S ch a u s v i« l e r v o r st e I l u n g von„Troilus und Cresiida". Der Eilö» wird vollständig Frau Oskar Sauer überwiesen, da iawobl da« Deutsche Tbeater seine Räume, wie die Schauspieler ibre Kräsie unent- geltlich zur Versügung stellen. Die Vorstellung findet Sonnabend, den 3. Oktober.>/,t2Ubr nacht», im Deullchdn Theater ila». Karten sind an der Kasse des Deulschen Theaters und bei der Genossen- schast erhältlich. Berliner vewegungichäre Laban. Unter perlönllcher Mtarbelt Rudols von Labans wollen die von Martin Gleisner geleiteten neu- gegründeten„Berliner Bewegunaschöre Laban' neben tänzerischer Körper, schuluug den Gedantcn des Laientanze» im Bewegungschor in breitere Kreise tragen. Auskunst in der UebungSjlätte, Slsasser Str. 26. Strasrecht und /lrbeitersthaft. Der Schutz der Arbeitskraft. ZZor ber„Vereinigung sozialdemokratilcher Juristen' sprach am Montag in einer statt besuchten Versammlung, an der auch eine Reihe sührender Gewerlschaftler teilnahmen, Genosse Professor R a d b r u ch über den Schutz der Arbeitskraft in dem Entwurf zum neuen Strafgesetzbuch. Genosse Radbruch stellte eingangs seines Dortroges die Tat. sache fest, daß die Last der Strafgesetze im wesentlichen auf die Schultern der besitzlosen Klassen solle, die Vorteil« dagegen, vie es biete, allein der oer mögenden Klasse zu- nug« kommen. Von den 36 Abschnitten des Strafgesetzbuches schügen 24 den Staat und die herrschende Gesellschaftsjchichl: nur 6 tommen sowohl der Bourgeoisie wie auch dem Proterariat zugute. Bestimmungen, die der Eonderlog« der Arbeiterklasse � gerecht würden, gibt es überhaupt f a st g a r n i ch t. In Ver- öindung mit den Beratungen des Entwurfs im Reichstag werden bestimmte Forderungen laut, die in Zukunft der Arbeitskrast einen größeren Schutz zu gewahren imstande sein sollen. Dieser Schürf der Arbeitskrast müsse in drei Richtungen vor sich gehen. Es gilt erstes, die Substanz der Arbeitskrost gegen Ver» letzung und Gefährdung zu schützen; zweitens, die Arbeitskraft gegen Ausbeutung und gegen Ver- nichtung ihrer Reproduktionskraft zu sichern; und drittens, die freie Verfügung der Arbeitskraft inner- halb des abhängigen Arbeitsverhältnisses zu gewährleisten. Bei der Behandlung dieser drei Probleme müsse fedoch noch die Vor- frage gelöst werden, ob nicht durch gewisse Bestimmungen des Strasgejetzbuches die Freiheit der Arbeitskraft gefährdet werde. Das herrschende Strasgefctzbuch bedeute tatsächlich ein« solche Gefahr. Oer Erpressungsparagraph kann z. B. auf Arbeiter in Anwendung gebracht werden, die durch Streikandrohung eine Lohnerhöhung erzielen wollten; die Bestimmung über die Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze kann in Bewegung gesetzt werden, wenn Streikaufsorderungen mit Kontraitbruch verbunden sind. Der Paragraph über groben Unfug bedroht die Streikposten, und dem Betrugs- Paragraphen fallen Arbeiter anHeim, die auf untarifliche Löhne eingehen, hinterher ober für sich den Takislohn geltend machen. Der Entwurf zum neuen Strafgefetzbuch bringt«ine un» zureichend« Verbesserung des Erpressunxsparagraphen und einen ousbausähigen Betrugsparagraphen; er bedeutet aber ein« Verschlechterung der Bestimmungen über strafbare Ausforderung und über groben Unsug. Ganz neu und äußerst gefährlich ist der Z 238 des Entwurfes, der unter gewissen Bedingungen die Behinderung der l e b e n s- wichtigen Betriebe unter Strafe stellt. Gefährlich und leicht anwendbar gegen die Arbeiterschaft können sich auch die neuen Wucherbestimmunaen des Entwurfs auswirken. Völlig ungenügend ist im Entwurf der Schutz der Arbeitskraft gewährleistet. Der Schutz der Freiheit des Arbeiters und An- gestellten innerhalb des Arbeitsverhältnisses wird eigentlich nur in den 289 und 297 Abs. 2 vorgesehen; der Mißbrauch des Abhäugigkeitsoeihältnisses zum außerehelichen Beischlaf und zum widernatürlichen Verkehr wird da mit Strafe bedroht. Es fehlt der verschärfte Schutz der Lehrlinge gegen Mißhandlung. Die Straibarkeit der Androhung mit Dienstentlassung müßte für gewisse Fülle gegeben sein. Die Sicherstellung der Ar- beitskraft gegenüber Ausbeutung und Hunger- löhnen müßte durch Sonderbestimmungen ermöglicht werden, die ii. a. die Vereinbarung untertariflicher Löhne seitens des Arbeit- nehmors unter Strafe stellt. Die Verletzung der Substanz der Arbeitskraft endlich könnte durch eine andere Fasjung des Körper. verletz ungsparagraphen und durch den Schutz der Arbei straft gegen Gefährdung gewährleistet werden.. r Am der Diskussion, die vom Genossen Dr. Sfegfrled Wein- b e r g eröffnet wurde, nahm eine große Anzahl von führenden Gew' lschafklern teil. Es sprachen u. a. die Genossen Scheffel, Weck. H o f nt e i st e r, A u f h ä u s e r und Tornow. D i- bei wurden eine ganz« Reihe äußerst wichtiger B.'denken zum Ausdruck gebracht. So wurde u. a. gesagt, daß der Z 238 zu einem ausgesprochenen Antistreikgesetz ausorten könne. Aehn- lich wie die zivilrcchtliche Behandlung des Arbeitnehmers erfordere feine strafrechtliche ein Sonderrecht;«in Beispiel dafür liefere England. An Stelle eines Individualrechtes müßte das Kollekt iure cht der Gewerkschaften treten; notwendig sei ein besonderer Schutz der Funktionär«, der Betriebsräte. Schließ- lich wurde darauf hingewiesen, daß der Schutz der Arbeitstraft am besten durch die Entwicklung des Arbeitsrechtes gewährleistet würde._ Lanörat Krüger verurteilt. Drcst Antrags des Staatsanwalts auf Freisprechung. Bor dem Großen Schöffengericht Hannooer fand am Montag die Verhandlung gegen den ehemaligen Landrat des Kreises Linden. Genossen Krüger, statt, bei der es sich um die Geschäfte der Kreis- tommunalkasse in der Zeit der Deflation handelle. Krüger war, als Angriffe wegen dieser Geschäfte erfolgten, bis zur Erledigung des Verfahrens vom Minister in den einstweiligen Ruhestand ver- setzt worden. Die Zeugenvernehmung gestaltete stch außerordentlich umfangreich und ergab zum mindesten in strafrechtlicher Beziehung nichts Belastendes. Dies war auch der Eindruck des Staatsanwalts. der mit Hinsicht auf das Beweisergcbnis die Anklage fallen lieh und selber Freisprechung des Angeklagten beantragte. Anders aber urteilte das Gericht. Es ließ zwar ebenfalls die meisten Punkte der Anklage fallen, griff dann schließlich aber einen heraus, bei dem es sich um eine Darlehnsgewährung an den Republikanischen Klub Hannover handelte. Obwohl das Gericht selber in der Begründung ausführte, daß in keinem Falle der Aachweis erbracht fei. daß Krüger sich selber aus kosten des Kreises zu bereichern versucht habe. und daß der Vorteil des genannten Darlehns lediglich den republi- kanischen Klub» zuteil geworden sei, erkannte das Große Schöffen- gericht auf die hohe Straf« von sechs Monaten Gefängnis. — Genosse Krüger hat gegen da, Urteil Berufung eingelegt. » Di« Methode, sozialdemokratische bzw. republikanische Beamte strafrechtlich zu infamicren, ist nicht neu. Wir denken an die Thü- ringer Fälle War ch, Hermann. Stölzel, Spatz, Loeb usw. Auch hier erfolgte mehrfach in erster Instanz Verurteilung, während die höhere Instanz fast in allen Fällen dos Urteil korrigieren mußte. Die Geschäftsgebarung der Kreissparkassen in der Zeit der De- flation ist zweifellos ein unerfreuliches Kapitel. Es sind in dieser Zeit der völligen Umwertung aller Werte zum Teil Geschäfte ge- macht worden, die für die Kassen äußerst verlustbringend gewesen sind. Solche verfehlte Kalkulationen sind damals aber auch ganz anderen Instituten und sogar für äußerst geschäftskundig geltenden Privatbetrieben unterlaufen. Bösen Willen aber haben die Gerichte ollemal nur dort ange- nommen, wo ein Sozialdemokrat al» Landrat für die Kreis- spartasse die Verantwortung trug. Als jedoch einmal gegen einen rechtsstehenden Landrat, einen sogenannten„Fachbesmten", wegen eines Fslles Anzeige erststtet«nrde, d« einem anderen ganz parallel lag, wegen dessen kurz vorher ein sozialdemokratischer Land- rat verurteilt worden war— da lehnte die Staatsanwaltschaft ein Einschreiten ab. indem sie den— Fachbeamten mit mangelnder Wahlprogramm öer Arbeiterpartei. Verhinderung schädlicher Einzelprogrammc. London. 4. Oktober.(Eigenbericht.) Am zweiten Dcrhandlungstag des Blackpooler Arbeiterpartei- Kongresses brachte Ramsoy Maedonalddie Resolution ein, welche die Erekutioe der Arbeiterpartei auffordert, in Gemeinschaft mit der Unterhausfroktion der Arbeiterpartei ein Gesetz- und Derwaltungs- Programm für eine zukünftige Arbeiterregierung auszuarbeiten. Dieses Programm soll der nächsten Iahreskonferenz oder, falls vor ihrem Zusammentritt Neuwahlen ausgeschrieben werden sollten, einer außerordentlichen Parteikonferenz vorgelegt werden. In seiner Begründungsrede sprach Macdonald den Wunsch ans, Ministerpräsident Baldwin möge auf dem komnienden konservativen Parteitag der Ration mitteilen,„wie lange er fortzufahren gedenke, die Macht in seinen Händen noch weiter zu m i ß b r a u ch e n." Dann polemisierte Macdonald gegen die Behauptung, die Ausstellung des Programms sei bei der ständigen Deränderung der politischen Lage unmöglich: ein solcher Einwand könne die Arbeiterpartei nicht treffen, da ihre Aufgaben grundlegender Natur seien und es bleiben würden, bis die Gesellschaft sie erfolgreich erfüllen werde. Ein solches offizielles Programm möge gewisse Unannehmlichkeiten mit sich bringen, aber inoffizielle Programme brächten noch größere mit sich. Die Partei hätte unter Programmen einzelner in den jüngsten Iahren mehr zu leiden gehabt als unter irgend welchen parte!- offiziösen Aeußerungen. Ein solches Programm würde es den Funktionären der Partei unmöglich machen, mit einem Dokument vor die Nation zu treten, das als wohlerworbene Auffassung der Partei zu betrachten sei. Die Resolution fordere die Exekutiv? keineswegs auf, im Detail Norschriften darüber zu machen, was eine zukünftige Arbsiterrcgierung etwa im ersten Regierungsjohr« an gesetzgeberischen Arbeiten zu leisten hätte, sondern sie wünsche die Skizzierung eines Planes, den die zukünftige Arbeiterregierung. welche hoffentlich die Parlamentsmehrheit haben werde, Schritt für Schritt auszuführen in der Lage sein werde. Abg. Lansbury, äußerst links in der Partei, unterstützte den Beschlutzantrag aufs nachdrücklichste. In der folgenden Distusstvi» mußte die Konferenz selbst in diesem Jahre wieder einen tvmmu- nistischen Redner, den Führer der Miuderheitenbewegung Pollit, anhören, da er von seiner Gewerkschaft als Delegierter entsandt ist. Der Liverpooler Beschluß— Ausschluß der Kommunisten- bezieht sich nämlich nicht auf die Delegierten der Gewerkschaften. Pollit äußerte die Vermutung, die Exekutiv« werde statt ehies sozio listischen Programms ein Programm ausarbeiten, das die Zustim- mung und Unterstützung der Liberalen suche. H e n d e r s o n'ant wartete, seine Erfahrung in den letzten vier Wahlen habe gslehrt. daß ein solches Programm wie das vorgeschlagene unerläßlich sei. Private Meinungsäußerungen einzelner Kandidaten hätten die gesamte Partei oft kompromittiert. Nach ausführlicher Aussprache, in der verschiedene Redner Be- fllrchtungen hinsichtlich des Programms aussprachen, stellte Mac- donald abschließend fest, daß der Glaube an den Sozia- l i s m u s die Verfasser des Programms bei der Aufstellung der Aufgaben einer künftigen Arbeiterregierung leiten werde. Die Reso- lution wurde hierauf einstimmig angenommen. Zu Beginn der Nachmittagssitzung begrüßte Georg H i ck s die Konserenz im Namen des Generalrats der Gewerkschaften; er sagte. die konservative Regierung drohe sich rasch zu einer topitalisti» schen Diktatur zu entwickeln. Nach Besprechung de» Gewerk« schoftsgesetzes nahm die Konferenz eine Resolution an, in welcher sich die Arbeiterpartei verpflichtet, alles daranzusetzen, daß dieses Antigewerkschaftsgesetz abgeschafft werde. Die Konferenz protestierte hierauf gegen den Justizmord an Sacco und Banzetti. Die Delegierten erhoben sich zu Ehren der beiden Opfer der amerikanischen Klassenjustiz von ihren Sitzen. Kenntnis und Erfahrung entschuldigte. Der nicht fachmähig vor- gebildete Sozialdemokrat war bestraft worden, weil er diese Er- sahrung nicht hatte. Geringe tzilfe für Katastrophenopfer. Der sächsische Bürnerblock stimmt sozialdemokratische Anträge nieder. Dresden, 4. Oktober.(Eigenbericht.) In der heutigen Sitzung des Sächsischen Landtages wurde die Regierungsvorlage über die Bewilligung von Mitteln für die von der Unwetterkatastrophe betroffenen Gebiete angenommen. Die von der Regierung geforderte Summe von 13 Millionen 300 006 Mark wurde auf 13 Millionen 700 000 Mark erhöht. Di« sozialdemokratische Fraktion hatte ein« Anzahl Anträge eingebracht, die eine über die Vorschläge der Regierung hinaus- gehende Unterstützung der Geschädigten forderte. So verlangte sie u. a.. daß den besonders geschädigten Gemeinden eine Summe von 600 000 Mark zur Verfügung gestellt werde, daß Arbeiter und Angestellte, Kleinhandwerker und Landwirte sowie die gemeinnützigen Unternehmunzen mit hundert Prozent zu en tsch ädige n seien. Außerdem sahen die sozialdemokratischen Anträge" vor., daß 4 Millnrnen als erster Teilbetrag eines über 7ü Jahre zu verteilenden Gesamtbetrages von 30 Millionen Reichs- mark zur Errichtung von Talsperren im Unwettergebiet ein- zustellen wären. Alle diese Anträge wurden von den Regterungsparkelen einschließlich der ASPS, abge- lehnt. Gegen die Stimmen der Oppositionsparteien, die ver- langten, daß schon am nächsten Dienstag eine Londtagssitzung statt- findet, wurde der Landtag bis zum 1. November vertagt, obgleich reichlich Beratungsstoff vorliegt. Den Regierungsparteien ist offen- bor daran gelegen, zu verhindern, daß die Oppositionsparteien an dem Verhalten der Regierung Kritik üben könnten. die Erschließung märkischer Kohlenselöer. Eine preußische Notverordnung gegen die Rohstosf- spekulation. Der Ständige Ausschuß des Preußischen Landtages gab am Dienstag einer Notverordnung seine Zustimmung, durch die dem preußischen Staat auch in der Provinz Brandenburg und dem Stadtgebiet Berlin sowie in den noch nicht erfaßten Gebietsteilen der Provinz Sachsen und Niederschlesien die Aufsuchung und Gewinnung von Steinkohle, Erdöl, Erdgas usw. zugesprochen wird. Begründet wird die Notverordnung, die Spetulationsaus- wüchse verhindern soll, mit dem neuesten Ergebnis der geologischen Untersuchungen. Deutschnationale, Deutsche Bolkspartei und Wirt- schaftspartei sprachen sich gegen die Notverordnung aus, da sie einen ' Eingriff in das Eigentumsrecht darstelle. Sie blieben aber mit ihrem Antrag auf Ablehnung der Notverordnung in der Minderheit. * Das Plenum des Preußischen Landtages, das nach den Sommerferien am 11. Oktober wieder zusammentritt, wird vier bis fünf Sitzungen abhalten und sich dann auf etwa 14 Tage vertagen. In der Zwischenzeit soll der zuständige Ausschuß d i e Beamtenbesoldungsoorlage beraten. Litauen verlangt Auslieferung. Lettland soll das Asylrecht opfern. Riga, 3. vklober. Räch dem Putschversuch in Tauroggen flüchteten drei der Teilnehmer nach Leltland. wo man sie zwar auf freiem Fuß belassen, aber unter polizeiliche Aussich« gestellt hat. Aus kowno ist nun die Nachricht eingclrosscn. daß Litauen die Auslieferung dieser! drei Flüchtlinge beantragen will, und zwar mit der Begründung, daß' sie in kroktingen auf den Kreispolizeichef ein Attentat unternommen! und Ihn schwer verwundet hätten: die» sei nicht ein politisches, sondern ein kriminalverbrechen. Deutsche Gelehrte als GiSeshelfer öer Diktatur. Kowno, 4. Oktober. Während die Linksparteien sich gegenüber dem kam- Menden Volksentscheid über die Verfassungsänderung im ganzen, jetzt noch der Tauroggener Katastrophe, passiv verhalten, ent- faltet der klerikale Block eine emsige Tätigkeit gegen die Regierung. Nachdem in einem Memorandum das D e r f a s s u n g l- referendum als ungesetzlich und unzweckmäßig bezeichnet «orden ist und alle Katholiken Litauens zur Stimmenthol- tung bei der Volksabstimmung aufgefordert worden sind, kündigt die klerikale Parteileitung nunmehr an, daß sie nach de? Ernte ihr« besten Köpfe zur Agitation gegen das Referendum auf ein« Rundreise durch das Land entsenden wird. Di« Regierungspress« nimmt den Kampf auf. Die Regierungsblätter führen zugleich eine heftige Polemik gegen den Parlamentarismus an sich; er habe sich in allen Ländern, vielleicht mit Ausnahme England«, überlebt, und selbst bei Völkern, die ältere und besser konsolidierte Staatswesen haben als die Litauer, gelte der Parlamentarismus schon als er- lcdigt. Zur Begründung dieser Meinung führen die«fsiziösen Blätter Zitate aus den Schriften bekannter Staotsrechtslehrer an, und zwar werden dabei fast nur deutsche Seiehrte zitiert. UeberfäUe öer Vermummten. Tolle Ausschreitungen des Kukluxklau. Birmingham(Alabama), 4. Oktober. In Alabama wurden über 90 Personen von Lermummten angegriffen, ihrer Freiheit beraubt und mit Peitschen g e- schlagen. Die meisten Angreifer trugen die Gesichtslarven und Kapuzen der Mitglieder des Kukluxklan. Einig«.ihrer Opfer sind an den Folgen der Mißhandlungen bereits gestorben. Andere haben schwere Berletzizugen davongetragen. keine Milde! Dieses Gebot Seipel herrscht weiter. Der Iustizausschuß hat die Eirizelbcrat'.ing über den sozialdemokratischen Juli-Amnestieantrag abgelehnt. Zwecklosigkeiten. i. „Alle Kunst ist zwecklos', verkündet Oskar Wild« im Lorwort zum Dorion Gray. Der Präscntiergriff ist eine Kunst. Zwecklos ist er außerdem. Die Deutschen sind ein künstlerisch reichbegabtes Volk, und Deutschsein heißt bekanntlich, eine Sache um ihrer selbst willen tun. Ergo hat Reichswehrminister Geßler den Präsenttorgrifs in der Reichswehr wieder eingeführt. Im Krieg war dieses Schaustück etwas aus der Mode gekommen. Weil man mit Präsentiergrifs weder feindliche Gräben nehmen nach eigene verteidigen kann. Das Verjailler Diktat verbietet unserer kleinen Armee Lust- schiffe, Tanks, schwere Artillerie und Gas. Aber den Pröseniierzriff und den Parademarsch— die kann keine Macht der Welt uns nehmen. Will auch kein« Macht der Welt uns nehmen. Dieweil beide kriegsoerwendungsunfähig sind. Alle Kunst ist zwecklos. Gibt es einen stärkeren Beweis für die Friedfertigkeit Deutschlands als die Wiedereinführung des Prä- jentiergriffs? II. In Leipzig versammelt sich ein Senat des hohen Reichs- g e r i ch t s. Zur Durchführung des größten Prozesses, der je das höchste Gericht Deutschlands beschäftigt hat. Alles ist da: der Vor- fitzende, der Senat, der Oberreichsanwalt, ein SiKb von kleineren Gehilsen, ein Berg Akten, der selbst das Barniatgericht vor Neid erblassen machen müßte. Bloh die Hauptpersonen fehlen: die An- geklagten. Man hat allerdings gewußt, daß st« nicht kommen würden. Man weiß auch, daß das Gericht nicht in der Lage ist. die durch Immunität Geschützten herbeizuzitieren, nachdem es selber die Wünsche des Reichstags unberücksichtigt gelassen hat. Aber Recht muh doch Recht bleiben. Weswegen der Termin, zwar unnütz, aber demonstrativ angesetzt worden ist. Auch die Justiz ist eine Kunst. Das corpus juris des römischen Kaisers Iustinian definiert die Justiz als„die Kunst des Gerechten und Guten'. Das ist unsere Justiz nun gerode nicht. Aber sie ist die Kunst, stch zu blamieren, so gut man kann. „Der Bestand des Deutschen Reiche» beruht auf der Durchführung des Rechts. Jeder Staat der da« nicht beachtet, gibt sich selber auf', sagt Senatspräsident Niedner. Ausgerechnet er. Wir sind übrigens durchaus seiner Ansicht, wobei wir allerdings unter Durchführung des Rechts nicht nur eine solche gegen Kommunisten. sondern auch gegen Ncchtsputschisten verstehen. Dies zu verkennen. ist auch ein« Kunst, aber ein« Kunst, in der dos Reichsgericht keines- weg« unerfahren ist. Alle Kunst ist zwecklos. Aber noch zweckloser ist es wohl, das Reichsgericht von der Tatsache überzeugen zu wollen, daß die Durchführung des Rechts gegen„rechts' bis heute auf dem Papier steht. Und daß es dagegen, solange die Staatsgewalt— ohne die Justiz— nur begnadigen, nicht bestrafen kann, nur einen Aus- gleich gibt: die allzu scharfe Durchführung de« Rechts gegen links zu bremsen. vom Srauereiarbeiterjlreik. Ein Appell der Streitleitung. Fach de« 5estfte>I«»ge« der ZentralstreiNettung ist das«or dem Streik zum Versand fertige Bier in den Brauereien auf. gebraucht. Die Zenlralstreikleitung macht deshalb alle Gastwirte und Vier- Händler darauf aufmerksam, doch das vier, das sie seht noch aus den Brauereien abholen oder abholen lassen, von Streik- brechern abgefüllt und zum Versand fertiggemacht wird. Als Streikbrecher betöligen sich kaufmännische und technische An- gestellte der Vrovcreien. die auch die Lehrlinge zur Streitarbeit zwingen. An die Sa st wirte und Bierhändler richten wir dos dringende Ersuchen, den streikenden Brauerei- arbeitern nicht in den Rücken zu fallen und das Abholen oder das Abholculassen des Biers zu unterlassen. An die kaufmännischen sowie technischen Angestellten richten wir ebenfalls die dringende Bitte, den um die Verbesserung ihrer wlrlschofllichcn Lage kämpfenden Brauereiarbeilern nicht in den Rücken zu fallen, sondern jede Streikarbeit zurück- zumessen, so wie es die vrauereiarbciter bei dem Streik der kaufmännischen Angestellten auch getan hoben. Die Zenlralstreikleitung. Was die Brauereien sazzen. Der verein der Brauereien Berlins und der Umgegend gibt der Presse eine Darstellung über den Streik, mie sie seinem Inter- essenstandpunkt entspricht. Die Arbeiter seien unter Tonfbruch in den Streik getreten, ohne oon dem leinen geMerkichastlicken Mittel, der Anrufung der Schlichtungsinstan.zen. Gebrauch zu machen. Den Brauereiorbeitcrn seien schon im Laufe des Jahres, am ?. Februar und am l. Iuii, Lohnerhöhungen gemährt worden. Wieviel— darüber schweigt sich die Darstellung aus. Die zum 1. Oktober gestellte Forderung einer Lnhnerböhung um wöchentlich 10 M. bedeute eine Zulage von etwa 20 Proz. Die Brauereien hätten eine Lohnerhöhung oon 3 M. angeboten, womit die Löhn« für Gelernte avf ö? M. und für Ungelernte(chofarbciter, Stalleute und dergleichen� aus 48 M. die Woche gekommen wären. Dem Fahrpersonal sei eine Erhöhung auf 40,Z0 M. zugestanden worden, wozu noch Zehrgelder treten. Außerdem hotten die Unternehmer für den Fall einer weiteren Mieterhöhung.roch eine automatisck e Erhöhung der Löhn- zugesichert. Di- Brauereiarbette? erhielten außer den Löhnen noch wertvoll« Sachbezüge, wie z. B. den Frei- trunk und sozial« Leistungen auf Grund§ 616 BGB. Mit ihrem Angebot stünde die Brauindustrie wie bisher auch in Zukunft mit an erster Stelle. Der Streik erstrecke sich auf 21 Brauereibetriebe und eine An- zahl Nebenbetriebe, Mälzereien und Niederlagen. Durch die plöß- liche Arbeitsniederlegung hätten die Streikenden» icht etwa die Brauereien, sondern in erster Linie die Gastwirte treffen wollen. Die Brauereien hätten Borkehrunoen getrosten, um durch Ein- stellung von Arbettskrästen, das heißt also von Streikbrechern, den Notbetrieb ausrecht zu erhalten und auszubauen. Hierzu sei bemerkt, daß die Brauereien zunächst nur eine� solche Zulage von zwei Mark zugestanden. Erst vom 1. April nächsten Jahres ab sollte«ine wettere Zulage von einer Mark erfolgen, unter der Bedingung, daß die Brauereiarbeiter sich bis Ende September 1928 mtt ihren Löhnen tstlegen wollten, obwohl die Wirkungen der fortschreitenden Lebensmittel- verieuerung sich kaum auf ein Biertelsahr, geschweige denn auf ein volles Jahr übersehen lassen. Erst während der zweiten Verhandlung machten die Brauereien das Zugeständnis, bereits ob 1. Oktober ZMark zuzulegen bis zum 1Z. Februar 1928. Eine Erhöhung der Zehrgelder für das Fabrpersonal wurde abgelehnt, ebenso ein Zuschlag von 5 Proz. für die Aushilssarbeiter. Durch Urabstimmung hoben die Braucreiorbetter be- schlössen, das?sngebot der Brauereien als ungenügend ab.zu- lehnen. Der Streik bildet kein Hindernis für weitere Verhandlungen, fall? die Brauereien bereit find, weitere Zugeständnisse zu machen. Wenn die Brauereien sich der Gastwirte so woblwollend annehmen wollen, dann müssen sie dafür sorgen, daß. der Streik so bald als möglich beendet wird. Sie können, es, wenn sie nur wollen. Durch Erklärungen wie die vorliegende wird an dem Streik nichts geändert. Die Brauereiarbeiter werden ihn solange fortsetzen, bis sie eine ihren berechtigten Wünschen besser entsprechende Regelung ihrer Arbeitsbedingungen erzielt haben. Daß die Brauereien trotz des Streiks ihren Betrieb aufrechterhalten können, das glauben sse selber nicht. Wollen sie nicht den Herrenstandpunkt herausheben, wird sich durch Berhandlunaen sehr wohl eine Lerständigung erzielen, und der Streik wesentlich abkürzen lassen. Die Antwort üer Metallarbeiter. Auf die Scharfmacherei iu Rheinland-Westfalen. Essen, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Der Deutsche Metallorbeiterverband sowie der Gewerkverein Deutscher Metallarbeiter(Hirsch- Duncker) veröffentlichen folgende Kundgebung: „Die Eisen- und Stohlindustriellen der nord- westlichen Gruppe haben der Arbeiterschaft und der gesamten Oesfentlichkeit wiederholt Proben ihrer a.rbeiter- feindlichen Einstellung gegeben und neben dem ständigen Drängen auf Verlängerung der Arbeitszeit unter Ausnutzung der größten Röte der Arbeiterschaft während der Inilationszeit sowie trotz steigender Leistungen die Verdienste der Arbeiterschait durch rigorose Kürzungen der Akkorde nnd Prämien erheblich vermindert. Die vom Reichsarbeitsminister am 20. Januar 1926 herausgegebene Verordnung über die Unterstellung eines Teiles, der Hochofen- und K o k e r e i a rdc it.r r.' unter den Sj 7 �dcr Arbeitszestverard' nung wurde von der Nordwestgruppe mit allen möglichen und nn■ möglichen Mitteln bekämpft. Als im Juli 1926 eine geringe Lohnerhöhung durch Verbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches festgelegt wurde, wurde dieser Spruch von den Unter. nehmcrn der Nordwestgruppe durch einen Beschluß vom 21. Juli 1926 sabotiert. In diesem Beschluß wurde den Mitgliedsmerken unter Androhung einer Vertragsstrafe auterlegt, bis zum 16. August 1926 6 Proz. der Belegschaft zu entlassen. Jetzt kommt ein neuer V o r st o ß hinzu. Um die Durchführung der Verordnung des Rcichsorbeits- Ministers vom 16. Juli 1927, die die Slohl- und walzwerksarbciler ob 1. Januar 1928 ebenfalls dem§ 7 der Arbeitszeit- Verordnung unterstellt, sowie die durch Schiedsspruch vom 20. Juli festgelegte Verkürzung der Arbeitszeit für die Wcitervcr- orbeitung zu verhindern, hat die Nordwestgruppe eine Streikkasse angelegt, um bei künftigen unvermeidlichen Kämpfen kleinere und mittlere Werke im Kampfe gegen die organisiecle Arbeiterschaft zu unterstützen. Die Schlichwngsinstanzen und das Reichsarbeits- Ministerium sollen beseitigt werden. Die Gewerkschaften haben in Verfolg dieser Frage ein Gutachten vom Reich Zwirtschaftsrat an- gefordert, um die noch sehlenden Hochofenarbeiter ebenfalls dem Z 7 der Arbeitszeitoerordnung zu unterstellen. Die Gewerk- schatten werden unbeirrt durch die Maßnahmen der Zlrbeitgeber diese Politik weiter verfolgen und die Interessen der Arbeiterschaft rücksichtslos wahrnehmen. Sie betrachten es als ihre vornehmste Aufgabe, die Arbeiterschaft v»c jeder ll»lerneh«erwillkür zu schützen. Arbeiter der Eisen- und Stahlindustrie, lernt aus diesem Vor- gehen der Arbeitgeber und stellt ihnen eine geschlossene Front gegenüber!� der Streik bei Wqrner, Marienfette. Aussichlsvolle Verhandlungen im Ganze. Wie wir bereits gestern früh kurz mitteitten. ist die Belegschaft der Wertzeug- und Maschinenfabrik Fritz Werner, Maricnfeld«, in den Streik getreten. Die Firma Hot die Forderung aus Erhöhung der Löhne und Akkorde um 16 Prozent abgelehnt. Schon im Mo' forderten die Arbeiter eine Lohnerhöhung und die Aufbesserung der äußerst schlechten Akkordpreise. Die Firma verstand es jedoch, die Verhandlungen über diese Forderung monatelang hinzuziehen. Sie lehnte es auch ob, in dieser Angelegenheit Verhandlungen mit dem Verband Berliner Metall- industrieller und dem Deutschen Metallarbeiterverband zu führen. Die jetzige Forderung auf ein« 16prvzentige Lohn- und Akkord- pr«is«rhöhimg ist auch schon vor einiger Zeit gestellt worden. Auch hier Hot die Firma die Verhandlungen so lange verschleppt, bis der Arbeiterschaft endlich der Geduldsfaden gerissen ist und sie die Arbeit mit Genehmigung der Organisationen geschlossen niedergelegt hat, Gestern wurde mit den Gewerkschaften Über die Beilegung des Streiks oerhandelt. Die Firma hat sich, soweit wir erfahren, bereit erklärt, das Äolonnenakkordsystcm zu verbessern und auch die schlechten Akkordpreise auf- z u b c s s e r n. Die Verhandlungen sind aber noch nicht zum Abschluß gekommen, besonders wegen der Frage der allgemeinen Erhöhung der Stundenlöhn«. Heute vormittag sollen die Verhandlungen fort- gesetzt werden. Die Streikenden worden heute vormittag. 10 Uhr, zu dem Ergebnis der Verhandlungen Stellung nehmen. Loh»vewegu»s Lee SchrtHmacher. Di- Versammlung der Schuhmacher der Mechanischen Zieparatm» Werkstätten am 3. Okwber hat das oon den Inhabern dieser Work- statten angebotene Lohnabkommen mit überwältigender Mehrheit abgelehnt und beschlossen, weiter« Verhandlungen, die bereits zum S. Oktober angesetzt sind, zu führen. Die nächste Versammlung findet heut« um lOi-i Uhr in den Andreassestsälen, Andreasstrahe 21 (Kleiner Saal) statt. Di« Arbeiter werden wiederum ersucht, alle- samt zu erscheinen._ Ausspcrrltng und Streik in der Schuhfabrik Reiß. Zlm 3. Oktober entstand in der Schuhfabrik Reiß, Neue König- stroß« 80a. ein Konflikt in der Zwickerei, der den Inhaber veran- laßte, die in der Zwickerei beschäftigten Arbeiter auszusperren. Die Arbeiter der übrigen Abteilungen haben am Dienstag beschlossen, in den Streik zu treten. Der Betrieb ist gesperrt. Noch keine Einigung in Solingen. Köln. 4. Oktober.(Eigenbericht.) In der Solinger Metallindustrie ist die Aussprache. die vom Schlichter herbeigeführt worden war, um zwischen den Ber- tretern des Arbcitgeberverbandes lind der Gewertschosten eine Ver- ständigung herbeizuführen, ergebnislos verlaufen. Wenn jetzt die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches nicht erfolgt, ist mit der Aussperrung zum 6. Oktober zu rechnen. Von ihr würden 30 000 Arbeiter betroffen werden. Kampf auch im rheinischen Sraunkohlenbergbau! Die Unternehmer lehnen den Schiedsspruch ab. Köln, 4. Oktober.(Eigenbericht.) Der für den mittelrbei nischen Braunkohlenberg- b a b gefällt« Schiedsspruch, der bereits oon der Revierkonferenz des Deutschen Bergarbeiterverbandes angenommcn worden ist, hat jetzt auch die Zustimmung der Funktionäre des Gewerkvereins ch r i st- licher Bergarbeiter gesunden. Die christlichen Bergarbeiter sprechen in einer Entschließung aus, daß der Schiedsspruch zwar nicht den berechtigten Fordeningen der Bergarbeiter auf Ber- kürzung der Arbeitszeit aus acht stunden entspricht, daß er auch keinen Lohnausgleich bringt, aber die Konferenz hoffe, daß es luild gelingen werde, den Lohnausgleich herbeizufüchren. Sie spricht gleich- zettig die Hoffnung aus, daß es den Kollegen im mittel- deutschen und ostdeutschen Braunkohlenbergbau bald gelingen möge, die dort sehr niedrigen Löhne auszubessern und ungefähr min- bestens dieselbe Schichtzeit wie im rheinischen Braunkohlenbergbau zu erlangen.— Der Arbcitgebcrverband im rheinischen Braunkohlenrevier hat den Schiedsspruch o b g e l« h n t. Neugliederung de? Handelsministeriums. Im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe sind vom 1. Okiober an die Angelegenheiten des Handwerks, der Gcwerbeförderung. des Genossenschaftswesens und des Einzelhandels zu einer besonderen Unterabteilung zusammengefaßt morden, deren Leitung dem Ministerialrat Schindler übertragen wurde. 5achgruppe Stuck- und Gipsbau. Achtung, koksaschepuheri Dos Tarifamt hat in seiner Sitzung am 29. September jolgendcn Beschluß gefaßt:»Auf Lautem wo die Aussparrung für Lichtleitungen bei Koksoschcwänden vorgenommen wird, erhöht sich der Preis bei Akkordarbeiten pro Quadratmeter ob 16. September 1927� um 2�4 Pfennig. Ab 6. Okiober 1927 wird dieser Satz aus den erhöhten Preis zugeschlagen." Dies zur Kenntnis der Kollegen. Wir er- suchen, überoll dort, wo die Aussparrung vorgenommen wurde, den Preis nachzuverlangen.___ Die Fachgriippenleitung. Zsrei« Taoerllck-stjugciid Srnh-Berlin. Hcutc. Mittwoch, WA Uhr, tejun tii««Srimpcn: Rcukiiln: ffituppcutifim Iugrndheim Bergstr. 29, Hot. Hcim» besprcchun», Aussprache Uber Kctrirbsvrrhältnigr.— S»t»r«str»: Grupprp- hetin Etädtischrs?»?cndtiritn Slorckstr. tl. Kabrikqrüänd«. Srimbcsprcchung., ■— Moabt«! Iiigendhcim Lehrter Str.\$IW. S-imbesiirschung: Loetragssort. Jctmita;„Seruolvrodl'me."— Stordring: Sruppenheim Iupendhetm Eher«. »alder Str. in. Hcimdesprcchung. Berbaudsbuch uni» Acimausweis mit- bringen.— Baumsitnlenwrg: Jugendheim Baumsckmlenmcg, Ernstsir. IS. Keim- besprechung: Aollege Lud erzählt uns vom EpieNeitrrtursus in Glah.— Wcißenice: Jugendheim Partslr. SS. Heimbesprechuna.— Zentrum: Jugendheim Zehdemcher Str. 24 W. Keimdesprechnng. Zutritt nur mit Hetmauswei, und Derbandsbllch.— Eharlottendurg: Jugendheim Deutsches Ztranienkaffcn. Haus, Berliner Str. IZ?. Hcimllcsprechung! Wanderliederabend.— Jugend» veranstaltnngen in der Anltnrabteilvng de» DRB.: Programm: 1. Wild und Mensch im Gebirgsschnee. 2. Tierwelt in der Nordsee.— Arei« Oberipree: Die Musikobteilung lldt ab Ig'h Uhr im Jugendheim Niederschön cweide, Berliner Str. AI: Zngcndgruppe de» ZdSl. Heute. Mittwoch. 19Vs Uhr: Osten: Jugendheim der Schule Litauer Str. 18. Bortrag:»Das NeichskonlordaL' lNachow).— Nentöllz: Jugendheim Nogatstr. 53. Wir besuchen die Bersammlung des Werbebeuirks.— Eharlottenbnrg: Jugendheim Rosinenslr. 4. Heimbesprechung und Festsehung des Brbcitsprogramms.— Nordwest: Jugendheim im Real» aqmnasium Schleswiger Ufer 14. Aeimbesprechung und Festsehung des Ar- veitzprogramms.— Wedding-cbesu-dbrnonen: Jug-ndheim Schönstedtstr. l. Kurze Seimbesprechung Im Anschluß hieran gehen wir gemeinsam zum Werbebezirt.— Spandau: Jugendheim Lindenuser 1. Heimbesprechung und Feftseßunq des Arbeitsprogramm». Dentsche« Metallarbeiteroerband. Ortsveemaltunq Berlin. Bersammlung aller in der Weißmeiallindustrie belchästigten Arbeiter und Arbeiterinnen morgen, Donnerstag. 15'- Uhr, im Lokal van Esiefing. Wassertorslr. Tl. Elellungnahme zu dem vom Schsichtungsausichuß getöllten Schiedssvruch. Ber- schiebenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsvormaltuag. Berantwartlich für Politik: Dr. Eurt Getier; Wirtschaft: 8. Kllsgelhöser; Scwerkschaitsvewegunq: St. stßlorn: Senillelou Dr. John Schiiowski: Lokales: und Sonstiges: Friß Karstadt: Anzeigen: Th. Elockc: sämtlich in Berlin. Bersog: Borwärts-Berlag® m. b 6., Berlin Druck: Borwiirts-Buchdruckeret und Lerlagsanstalt Paul Singer v Co Berlin EW 68. Lindenstraße 3, 91"»« Z Beilagen und..Unterhat tu»a nnd Willen'. WERTMEIM Leipziger Str.(Vereand-Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz mj|iriirnm(ntminiiinnn!nnmimnfiiiiniiiiinimiiMiii(iimriiiiimmM!miiijiimiiinin Sportanzug| Kieler Anzug j Kinderkleid dunkel gemustert, haltbarer Stoff, ganr| guter, blauer Melton-Cheviot,m. Ärmel- 1 lebhafter Schollenstoff, in Falten ver- 1 gefüttert, für ca. 5 b. 14 Jhr., f. ca. 5 Jhr.| Stickerei, für ca. 2-12 Jhr., f. ca. 2 Jhr.| arbeitet, Länge 50-85 cm, Länge 50 cm| 1125 11 25 2 S0 Hädchenkleid| |us reinwöll. Popeline od. gemustertem 1 Stoff, Lange 60- 90 cm, Länge 60 cm 1 n«de weitere GröPe 1 M mehr) (lede weitere GrÖffe I M mehrt (Jede weitere OrÖOc 60 Pf. mehr) 8 75 (J«de weitere Größe 1,95 mehr) iiiiiinmrMiiimmmiMmminironminnnHnciinmnHUJimmiininiiinnmiiiiminnimmMnimrimimiunHnimimiiwi»iimiiiimiHiiiiimiiww | Mau Cheviot für«. 2 bis 10 Jahre I gemusterter Stoff, für ca. 2 bis 8 Jahre| für ca. 2 Jahre| für ca. 2 Jahre 2S Kieler Pyiack 1 Knabenmantel für ca. 2 bis 10 Jahre t gemusterter Stoff, für ca. 2 r ca. 2 Jahre I für ca. 2 Jahre 775 j 11 50 Odda weiter« CrSllc 7b Pf. nwfcf) Oed« weiten CifSD« 1,56 n»»>, Kinderkleid if, mit Tresse je ftempelle ihn mit zu den besten Amateuren. Auf der alten Friedenauer Bahn stürmte er gegen die Elite der deutschen Amateure und gewann das chauptfahren mit einem Preise von 500 Mark. Schon 1901 wurde Krüger Berufsfahrer, um aber bald durch den damaligen Dauerfahrer Struck den Motor kennen- zulernen, lind auch hier blieben die Erfolge nicht aus. Sein erstes größeres Rennen als Schrittmacher fuhr er für den Münchener Jos. Fischer im 24-Stunden-Rennen in Friedenau. 1903 holte Krüger mit dem Amateur Audemars-Schweiz die Weltmeisterschaft, nachdem er vorher von einer englifchen�Fohrradfabrik als Schrittmacher ver- pflichtet worden war. Einen Sturz in Hannover, der eine Zerfplitte- rung des llntcrsihenkels brachte, überwand der Fahrer gut. Dann führte Krüger verschiedene bekannte Männer: Buisson-Frankrcich, Anton Huber-Münchcn, der hinter Krüger auf der Bahn in Han- nover neue Rekorde ausstellte, und die Weltmesster Robl und Dickentmann schlug, ferner S a l z m a n n- Heidelberg, D e m k e- Berlin und Bedell-Amerika. Mit allen Fahrern konnte Krüger große Erfolge erzielen, die er im Jahre 1910 mit Gustav Jankc vermehren konnte. Der alte Europameister S t e l l b r i n k fuhr ebenfalls hinter Krüger mit Erfolg. Im Kriege war der Schritt- macher Krattradfahrcr. Nach dem Kriege fuhr er für Appelhans, Bauer, Lcwanow, Wegmann-Schweiz, Sawall und Möller. Befon- ders der letztere verdankt Krüger einen seltenen Ausstieg. Am Sonn- tag hatte der Hannoveraner zum letztenmal die Führung dieses be- wahrten Fahrers. Sie endete mit dem Siege Möllers. Werner Krüger hängt nun die Lederjacke an den Nagel, um als Rennbahn- direktor tätig zu sein. Die Lücke, die er mit seinem Abgang hinter- läßt, wird schwer zu füllen sein! Renneu zu Karlshorst am Dienskag. dem 4. Ottober. t. Rennen, t. Tibet tKlofe), 2. Perlenfischeraftler.Härlebildner nennt, weil sie das Wasser.hart" machen. Hartes Besser aber— da» sollte jede Hausfrau wisse»— Ist zum Wasdjen unaeeianei. weit es erstens die Schaumbilduno stark behindert und ferner da» Waschmittel in seiner Waschwirkung beeinträchtigt. Hartes Wasser.frißt" Seife. Der Vorgang erklärt ssch so, daß der Kalk einen Teil der im Wasdimtltel enthaltenen Seife als' sich bindet und dadurch die Bildung einee woschkräktigen Lauge verhindert. Das vorherige Weichmachen des Wassers Ist deshalb dringend er- forderlich Zum Glück gibt es einen sehr einfachen Weg dazu. Matt löst einfech vor jedem Waschen, d, b. vor Bereitung der Lauge(das ist wichtig!) einia» Land voll Henkels Bleichsoda, die man ja zum Einweichen der Wäsche ohnehin gebeaudst. In dem mit kaltem Wasser gefüllten Kessel ans und gibt danach erst das Waschmittel»u. Auf diele Weise erzielt die Hauskrau da» schönste weidie Wasser. Die Cchaumbildung ist wesentlich höher und das Waschmittel erfährt eine ungleich bessere Auswertung. Altbewährt bei Störungen der Ve�dauungS' und Haraorgane und bei Stoffwechselkrankheiten Faebinger Tersandstelle, Berlin SV II ScbDneberger Str. 16 a. Tel. Lillzow 8269-61 und Ausstellung der Berliner Städtische Gaswerke Akt.-Ges. Fernruf: Kurfürst 3592-94 AlTI KdflSbdCl 12"13 Fernruf: Kurfürst 3592-94 Kostenlose Beratung der Hausfrauen durch besonders ausgebildete Hausfrauen* Die Helferinnen des Hausdienstes stehen auf Wunsch der Hausfrau auch am eigenen Herde jederzeit hilfreich zur Seite» Näheres bringt die Gasrechnung der Werke: aav�- Mus der Partei. Mexiko, Arbeiterbewegung zählt zurzeit in den beiden Dorla« Huanajuato, Hidalgo, Mexiko, Quere- torv und Zacateras— werden von Arbeitorgouverneuren regiert. partemachrtchten Wtntexdunge» IL»»tele Stobra fiod •((lio®««8 ehtbenftrofir 1 für Groß-Serlin flttt an das«ejtrtsfrfretoriot. «. Kot. i Trev. recht»,«« richte,. Ii. Ittel» Renköll». Donnerstag, Ottober, Uhr, erweiterte Kreis» «orstandssitzung an bekannter Stelle.— Der Sammelpunkt zum Abmarsch mit dem ü eichsbund der Kriegsbeschädigten nach Treptow ist am Eonn- tag, S. Oktober, 14� Uhr, Boddinplast.— Dvran»eige: Montag. 10. Ol- toder, Kreissunktionärveriammlung in den Passagefeslsälen, Bergstrahe. 4 Krei» Köpenick, grete Sch-laemeiod«! Donnerstag, S. Oktober, 10� Uhr, in Köpenick, Echlohstr. 27, M tgliederoersammlung. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. heule, Mittwoch, 5. Oktober: 2L Vit. Di« Bezirksflibrer holen um lS Uhr von Ztadzay, Brüsseler Str. 4Z, die neu« Monatoschrist»Unser Weg* best mmt ab. O. Abt. Ächtung, Bezirkstllhrcrl Monatsschriften für die Mitglieder find sofort vom Genossen Eusc, Allensteiner Str. 7, und vom Genossen Süde, Landsberger Allee 43, abzuholen. Morgen, Donnerskag, 0. Oktober: ich. Abt.],H Uhr hei Lojack, Begmestr. 8, wichtig« Sitzung sämtlicher Partei» d Gewerkschaslssunkt'onäre. S». �ibt. lS's, Uhr bei Dusch, Tilsiter Etr. ZI, Funktionärsitzung. 4 Uhr, Im Sitzungssaal des Bezirks» omts Mitte, Klosterstr. 08, 1» Abend des Schulungskursus:»Di« rechtlichen Grundlagen des Fürsorgewesens." Referontin Dr. Hcllingrr. Znter- essierte Genossinnen und Genossen sind eingeladen. Arauenveranstalkungen: Z. Kreis vebding. Donnersiag, 8. Oklober, 19)4 Uhr, Bxginn des Kursus: »Die Berfassung her deutschen Reoublik" im Ledigenheim Lchönstedtstr. 1. Rcserentin Clara Bohm-Schuch, M. d. R. Fortfetzungsadend«: 13., 20., 27. Oktober, 8. November. " Krei- Friedetckshain. Freitag, 7. Oktober, ISlö Uhr.»ei Schmidt, Frucht. ''"----------~.. Bericht vom Kursus tn strotz» AOa.____..__________________.. Oberkicxmühle.? eferentin Genossin GrdAinger. Bericht vom Vi'g. endkurlue in Gohrisch. Nekerentin Senossi—-'» Genossinnen unbedingt erforderlich. Kreissrouenobend. Tagesordnung: in Genossin Grötzinger.»eria>... Nekerentin Genossin Schröter. Erscheinen aller forderlich. Krei, Kreutberg. Donnerstag, 0. Oktober, 19)4 Uhr, bei Krüger, Grimm- strotze 1. Beginn de» Kursus!»SinfÜhrung in die Gedankenwelt de» Sozialismus." Ncfcrentin Rari« Kunert, M. d. L. Fortsetzungsabendc: 18., 20. und 27. Oktober. 14. Krei» Neukölln. Leute, Mittwoch, 5. Oktober, 19)4 Uhr, Beginn de« Kursus!„Einführung in die Gedankenwelt de» Sozialismus." Neferenti« Minna Todenhogcn. Lokal Stahmann, Münchencr Str. 42. Fortsetzung«» abend«: 14. und 19. Oktober. 15. Kreis Treptow. Freitag, 7. Oktober, 19)4 Uhr, in 9!!eberschönewetde Im Zeichensaal der Gemeigdeschule Berliner Eckr Kasielwerder Strotz« Beginn des Kursus:»Einführung in die Wirtschaftsvolitik." Referent Iaduzinski. Fortsetzungsabende: 14., 21., 28. Oktober und 4. November. 105. Abt. Adlershof. Heute, Mittwoch, 5. Oktober. 19)4 Übt, bei Bogel, Bis» marckftr. 74, Froucnabend.»Ernstes und Heiteres." Bortragender Heinz Barthel. ZungsoziaUsten. Spielgemeinschaft der Arbeit«: wvch, 5. Vl'obei. 19)4 Uhr. Bei Schönebeeg, Hauptstr. 18, Harzaavgi... sitzung der Zuugsoz'aliftca. Siaterarbrit, Oegoailatioa«an zentral«!»««r anstaliuugen für Sroh-Berlin. �l»» l., n n»::.»l � Gruppe Mitte: Heute, Mittwoch, 5. Oktober, 20 Uhr, Im Zugend- »3 heim de« Bezirksamt» Mitte, Gormann- Eck» Kehdenick«! Stratze. Bruno A Schönlank liest aus eigenen Werken. Parteigenossen und Säst« will- gZ kommen. Der Gruppenabend am Freitag fällt aus. S et Arbeiterjugend und Zoagsozialistea. Heut«, Witt- Uhr. Buben de» Spiclaemeluschast Im Zugendbelio 8, H-rzgavlImmee. Bericht über»i« Arbeitsaiuschutz- GrUppe ReutZl» 7k- tzenik. Mittwoch, ö. Oktober, 20 Uhr, im Heim Berg. strotz» 29. Zimmer 10, Orgonisaivrifches und Vortrag:»Die soziale Schichtung des deutschen Boike» nach der Berusszählung 1923. [ Sterbetafel der Hroß-öerliner partei-Grganifatton � 8. Abt. Am b. Oktober verstarb im Alter von 02 Jahren unser Genosse Louis Zakobett, Melchiorftr. 28. Wir werde» ihm ein ehrende» An. denken bewahren. Einäscherung Donnerstag, 0. Oktober. 19 Uhr, im Krema- iorium Baumschulenweg. Wir bitten um recht rege Beteiligung. 21. Abt. Unser langjähriger Genosse Friedrich Waschowskl- Plantagrnstr. 7 suicht Kartagostrotze) ist am 30. September verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung heute, Mittwoch, 8. Oktober, im Krematorium Gericktstrotz». Um rege Beteiligung wird gebeten. Treffpunkt 15)4 Uhr bei. Hofsmann, Prinz.Eugen.Str. 7. »5. Abt. Reuköllu. 69. Bezirk: Unsere Genossin Pauline Schippo- reit. Steinmetzftr. 74, ist nach langem Leiden oerstorben. Wir werdm ihr ein ehrendes Andenken bewahre». Einäscherung Donnerstag, 0. Oktobrr. 14 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um recht rege Be- teiligung._ SoHialistisWe Arbeiterjugend Groß-Serlin. Airechaoug der Beiträge, Ausgabe der»Jugend voran' Fugend". Di« Bsttkeestub« ist heute von 17 bis 19 Uhr geöffnet. ...........—«saal des Bezirk: und der»Arbeiter- 2. Unsere zirtsamt« Kreuzberg, Borck- und Ziel« der Sozialistische» interarheit. 8. Berschicdenes. LbleilungsmitgNederversammlungen heule 19'� Uhr: Wedding: Heim Duriner Eck- Seestratze.— Humaunplatzt Heim Ebers- walber Str. in.— Andreasplatz: Heim Am Ostbahnhof 17.— Hoheuschöa, b»»seui Heim Freienwalder 61t. 8/6.— Reichen beegee Viertel: Heim Reichen- beraer Sit. 68.— Eharl-tt-nburg.R-ed! Leim Olbersteatze.— Spandau! He'm Lind?nuser I.— Lhaelottenbneg: Schule Eharlottenstratze.— Falkenbeeg: Heim Am Falkenbera Iii.— Fricbrich»bagen: Rathaus Feiedrichstr. 87.— Fried- »ichrfelde, Schlotz. Ecke BerNnce Strotze.—«aulsdorf! Schule Adolfstraße.— Reu-eicktenberg, Bestalozzi-Lozeum, Prinz-AIbert�tratze.— Arledr>ch»ha>»: Heim Dießelmetierstr. 2/6. R»fea«halee«»estabt- Rilgliedek-ersammlung sitllt� aus. da Funktionär. Versammlung. Treffpunkt 1804"' platz: Heim Tilsiter Str. 4/o.„. Tresivunkt zur Funktionärversammlung....... Mitgliederpersammluna der Abt. Tempclhaf findet erst am Sonnabend 20 Uhr Im Keim statt.— Zichtenbeeg-Ritt»! Heim Dosseste. 22.»Die Denkmäler Berlin» in satirischer Betrachtung." ZveNrrberich» der SffentNchen Wetter dienfistelle verstn und Umgegend (Rachd. vetv.) ZSollig bis heiter, am Tage einzeln« Regenschauer, weiter- bin lehr niedrig« Temveraturrn.— Jnr veuiichlaa»: Jni ganzen Reiche goribestand de» herrschenden WitierungScharaklers. X n s b s n-s< i s I s x warm eekvtteet. to Ods-Iat onä : Uh für 8. . cd, U 21.50 16.50 Pyjacks, t-Picb. zo ac Knaben-Kieler Anzüge kltnar U*lton Cheviot, für 8 Jahr« 4 O U 23.50 20..'0'~ Jünglings- Schul- Anzüge haltbar® Cberiots.«efflttefte Knie- od QO BroeohHvboPO Gr 38 M 43.- 39.- OU." Jünglings- Sport- Anzüge mit Knickerbocker, neueete Mneterung Qß Gr 3» II 53- 47.- OO." Knaben-Kieler Anzüge Jünglings-Sakko-Anzüge »a» nlnvall. blsiiSn M.lto»- Oft»o mlttelfarblre Ctjevlot«, roorfsrn« Forrren o Q »a< ntnwoll. blansn M.Itaa- G»».!»>. OC»a (»ne» Ho.e, für 8 J.bra.. 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Im Laufe von dreiviertel Iahren ist das die siebente Peränderung des Preises für Reichs- bankkredite. Der Diskont wurde verändert. am 12. Januar 1f)2S von 9 auf 8 Prozent 27. März 1926 7. Juni 1926 B. Juli 1926 11. Januar 1927 10. Juni 1627 4. Ollober 1927 8 7 «'/, 6 5 6 7 6'/, 6 S 6 7 Die Plötzlichkeit.— Ueberraschend starke ilnspannung. Im Gegensatz zur letzten Diskonterhöhung am 10. Juni hat die Reichsbank nicht wie auch sonst abgewartet, ob die erste Woche nach dem Monatsend« eine ausreichende Entlastung bringt. Sie hat den Diskont sofort heraufgesetzt, nachdem ihr die starke Inanspruchnahme zum Septembergunrtolsschlutz bekanntgeworden mar. Sie rechnet also nicht damit, daß eine ausreichend« Eni- lostung in der ersten Monatswoche eintreten könnt«. Di« Inanspruchnahme der Reichsbank zum Septemberschluß ist allerdings überraschend groß. Vielleicht nicht unbeeinflußte Meldun- gen, daß sie nicht außergewöhnlich gewesen sei, haben getrogen. Eie ist auch größer als jemals in diesem Jahre. Es vermehrten sich Ende Dez. Jan. Febr. März Aor. Mai Juni Juli Aug. Sept. trnn Mill. Mark) die Wechselbestände um 416 35 396 505 393 548 477 224 569 510 . Lombarddarlehen um 55 72 142 SS 50 52 125 38 42 IIS d. Papieruml. b. ReichSb. um 454 519 619 659 629 578 670 604 603 684 Riemals zum Monatsende in diesem konjunkwrstarken Jahre hat die Vermehrung der Summe aus neuen Wechseln und Lombarddarlehen die chöhe erreicht wie zum Septemberende. Nie» mal? in diesem Jahr war der Abschluß von Reichsbanknoten und Rcntenbankscheinen zum Monatsende so groß wie diesesmal. Aber auch die Rotenbilonz zeigte niemals eine ähnlich starke Anspannung. Das Verhältnis von tatsächlichem Roten- Umlauf und Notenumlaufgrenze, die durch die Gold- und Devisen. bestände bestimmt ist, war niemals ähnlich gespannt: Ende Dez.192S März Noten und Schulden: Banknoienumlauf.. Z 7Z5 3 589 tRentenbankscheines. 1 164 1 095 Giroeinlag. d. Wirtsch. 648 616 Kredite an die Wirtschaft: Lombardkredite... 84 81 Wechselkredite... 1 829 1 963 Rotendeckung: durch Gold.... 1 831 1 852 1 803 durch Devisen... 519 203 67 Juni Juli Aug. Sept. 27 (in Millionen Mar» 3 815 3 928 3 935 4 182 1 017 1 008 1 007 989 669 553 724 630 147»4 67 154 2 495 2 512 2 662 2 992 1 301 1 853 1 852 179 157 154 durch Gold n.Devis. zus. 2 350 2 055 1 870 1 980 2 010 2 006 Deckungsverhältnis:. für Roten durch Gold und Devisen... 62,9 57,3 49,0 50.4 51.1 48,0 Während Ende Dezember bei 3,73 Milliarden Notenumloui und vierzigprozentiger Zwangsdcckung die Möglichkeit zur Ausdehnung des Notenumläufe gegenüber der vor- bandenen 62,9prnzentigen Deckung noch sehr groß war, ist sie Ende September 1927 bei 4.18 Milliarden Notenumlauf auf fast ein Drittel zurückgegangen. Das heißt, die Reichsbank ist an die Grenze ihrer Tätigkeit zur Kreditausdehnung überhaupt gerückt. Das ist von ganz besonderer Bedeutimg deshalb, weil im November wieder rund 290 Millionen Mark Rentenbankschein« eingezogen werden müssen.. Daraus ergibt sich zweierlei: erstens ist die Diskonterhöhung von 6 auf 7 Proz. aus Währungsgründen notwendig. Der Reichsbankkredit mu ß-verteuert werden, weil die Reichsbank den Rotenmnlaus nicht mehr erweitem darf. Zweitens; der .Kreditverteuerung, die aus der Diskonterhöhung folgt, wird, wenn durch ausländischen Kapital- und.Kreditzusluß kein Ersatz geschossen wird, bis in den späten Herbst noch eine besondere Kredit- Verknappung folgen, die sich aus der Verringerung des Um- laufs an Rentenbankscheinen zwangsläufig ergibt. die öegrünüung Schachts. Der Reichsbankpräsident hat, anders als sonst, zur Begrün- düng der Diskonterhöhung keine wirtschafts- oder kon- junktiirpolitischen Argumente angeführt. Er hat in der gestrigen Zentralausschußsitzung folgendes gesagt: .Der Ausweis der Reichsbank perZO. September zeigt eine starke neue Inanspruchnahme. Die gesamte Anlag« ist gegenüber der Vorwoche um 623 Millionen aus 2992 Millionen Mark aeftiegen. der Wechselbestand allein um 510 Millionen auf 2746 Millionen Mark. Entsprechend ist der Rotcnumlauf In der letzten Septemberwoche um 6.35 Millionen auf 4132 Millionen Mark, der Umlauf an Rentenbankscheinen um 49. Millionen auf 989 Millionen Mark gestiegen. EinschNeßlich Vrivakbanknolen und Scheidemünzen sind wir mis. hin für Ende September aus die bisher nicht erreichte Zisser von rund 6.15 Milliarden Mark. Zahlungsmittelnmlaus gekommen. Di« Deckungö.ziffern der Noten durch Gold allein sind auf 4 4.3 Prozent, die Deckung der Noten durch Gold und deckungssähige Devisen ist auf 48.0 Proz. zurückgegangen. Die Roten- reserve der Reichsbank nach Z 28a BG. betrögt nur noch 832 Mil- lionen Mark. Die gesamte Kapitalanlage, die Ende Mai 192? un- mittelbar vor der letzten Diskonterhöhung 2583 Millionen Mark betrug, stellte sich Ende September aus 2992 Millionen Mark: es ist also ein« Steigerung um 406 Millionen Maick zu verzeichnen. Der Wechselbestand allein, der Ende Mai 1927 sich auf 2421 Millionen Mark beziffert«, ist am 30. September 192? um 325 Millionen aus 2746 Millionen Mark angewachsen. Besond«? bemerkenswert ist, daß das Niveau trotz der Auf- und Abbsweaung sich ständig ver- schoben Hot. Die Zunahme gegenüber dem Vormonat betrug Ende Juni 73 Millionen. Ende Juli 18 Millionen. Ende August 149 Mil- lionen und End« September 84 Millionen Mark. Di« Laufzeit der zum Diskont eingereichten Wechsel hielt sich im aanzen ziemlich unverändert auf der Ende Mai erreichten Höh«. E, betrug in Tagen die Durchschnittliche Sauszeit der Banken- BerlallSzeit ainreichungen «»d» Mai.,... 86.8»0,7 . Simi.... 84,8 53,4 . Juli..... 36,5 24,8 '»ugvst.... 83,8 23D , September., 86.9 3�3 Der Notenumlauf der Rcichsbank ist leit Ende Mai 1927 um 463 Millionen auf 4182 Millionen Mark End« September ge- stiegen. Auch hier ist eine ständig noch oben gerichtet« Tendenz zu erkennen. Die Steigerung jeweils gegenüber deni Bormonat betrug Ende Juni 96 Millionen, Ende Juli 113 Millio- nen, End« August 7 Millionen. Ende September 247 Millionen Mark. Der Umlauf a» Rentenbantscheinen ist von 1033 Millionen Ende Mai auf 989 Millionen Mark Ende September zurückgegan- gen. Der Umlauf von Privotbanknoten zeigt keine wesentlichen Peränderungen, der Umlauf an Scheidemünzen ist seit Ende Mai um etwa 40 Millionen Mark gesteigert worden. Di« Deckungsziffern zeigen solgende Bewegung(in Prozenten): »SÄi."."5 durch®0lb durch Gold durch Gold durch Gold u. Deoisrn allein u. Devisru allrin Ende Mar.... 50,9 48,8 39,9 38,2 . Juni.... 49,0 47,2 38.7 37,3 . Juli.... 50,4 45,8 40,1.36.5 . August... 51.1 47,1 40,7 37,5 , September.. 48,0 44,3 38,8 35,8 Die Ainssähe für INonatsgeld und bankgirierte Warenwechsel zeigen seit Monaien steigende Tendenz, ver Sah für bankgirierte Warenwechsel war bis gegen End« 3uli stets unter dem Reichs- bantsalz, seitdem Ist er darüber. Di« Entwicklung der G e l d v« r h S l t n i s s e wie die Gestal- tung des Status zwingen demnach zu einer Diskonterhöhung: das Reichsbonkdirektorium hat beschloffen, mit Wirkung von heute ob den Bankdiskont von 6 Proz. auf 7 Proz., den Lombordsatz von 7 Proz. auf 8 Proz. zu erhöhen." ver Gefangene der Situation. Rur vier Zeilen widmet de- Reichsbankpräsident de,? Ver- Hältnissen auf dem Geld- und Kapitalmarkt und der Wirtschaftslage, die sonst ausführlicher erörtert werden. Er weiß, unter Wöhnings- gesichtspunkten ist die.Kreditanspannung kolossal: er weiß, daß er lange genug gewortet hat, um die Erhöhung nicht besonders recht- fertigen zu müssen. Er stellt das durch die drei Zeilen unter Be- weis: Warenwechsel mit Bankunterschrift kosten schon seit Ende Juli mehr alz den Reichsbanksatz. Der Reichsbankpräsident spricht damit eine bittere Wahr. h e i t aus. Er sucht mit der Diskonterhöhung wieder den Anschluß an den Geldmarkt, den die Reichsbonk bis gegen Ende 1926 über- Haupt nicht hotte, den sie mit der Diskontermäßigung auf 5 Proz. im Januar 1927 mit Gewalt stabilisieren wollte und dem sie jetzt mit dem Diskont wiederum nachläuft, nur nicht nach unten, son- dern nach oben. Der Reichsbankpräsident ist immer noch der Ge- sangene, nicht der Herr der Situation. Die Reichsbank muß den Diskont erhöhen: dos kann objektiv unterstellt werden. Aber der Reichsbankpräsident setzt sich mit seiner bisherigen„Politik" in Widerspruch: die Diskonterhöhung ver- größert die Spanne zwischen den Zinssätzen des Auslandes und des Inlandes. Di« langfristige und die kurzfristige Auslandsverschul- dung wird gefordert, ate tr bieder dnkämpst hat.- Dä« ausländische Angebot wird wegen- der Zinsspannung groß sein. Die Hsländifche Nachfrage nach Anslandsgcld wird wachsen, weil der Inlandskredit teurer wird. Die Politik des Reichsbankpröiidenten'ist voller Wider- spräche. Die Diskonterhöhung ist da: die Wirtschaft hak mit ihr ' zu rechnen. Die Wirkung wird stark sein: aber sie darf nicht übertrieben werden. Die Börse hat sofort mit starken Kursverlusten geanl- wartet. Kursrückgänge bis zu 24 Punkten wurden gemeldet. Der Alarm ist aber nicht zu vermechseln mit der endgültigen Wir- k u n g. An sich gibt die Diskonterhöhung nur einer schon be- stehenden scharten Geldsvannung Ausdruck. Das Geld kostet jetzt auch bei der Reichsbank, der konjunkturellen Hochspannung«nt- sprechend, mehr. Fragt sich, inwieweit die Kredit Verteuerung bei der Z e i�t r a l b a n k auch eine allgemeine Kredit v e r k n o p- p u n a in der W i r t s ch a s t zur Folge haben muß. Diese ist zu befürchten, und sie würde einen Rückgang der Beschäfti- g u n g für die Arbeiterschaft bedeuten. Insofern ist die Diskonterhöhung«in Symptom der schweren Gefahren, die— nicht zuletzt durch die Schuld der Reichsbankleitung— jetzt am Horizont der Wirtschaft auf- tauchen. vier Prozent Nückoergütuag bei öer KSö. Die.Konsumgenossenschaft Berlin verteilt für dos Jahr 1926/27 eine Rückvergütung von 4 Proz. In den letzten Iahren ist do.nit die Rücka-rgütung von 2 auf 8 und von 3 auf 4 Proz. der von den Mitgliedern durchgeführten Einkäufe erhöht worden. 1 492 994,58 Mark werden für 1926/27 als Umsatzrückvergütung den Mitgliedern gutgeschrieben. Die Erhöhung der„Dividende" der Konsumvereinsmitglieder aus 4 Proz. ist sehr erfreulich. Sie ist ein starker Deweis dafür, daß nicht nur wirtschaftlich gearbeitet worden ist, sondern daß auch der klingende Nutzen für die Mitglieder immer größer wird. Zu be- grüßen ist die Feststellung tn den Mitteilungen der.KGB., daß man «in« Rückvergütung von 4 Proz. für die Zukunft als Norm festlegen möchte. Die darüber hinaus erzielten Ueberschüss« sollen zur Erhöhung der Leistungssähigkeit verwandt und den Mitgliedern als Kapitalvermögen dienstbar gemocht «erden.__ Weiler« günstige Berichte des Stahlwerksverbandes. Di« in- löndische Eisenkonjunktur hat nach dem Bericht des Stahl- werksverbande ss im September unverändert angehalten. Da nach der) Ansicht des Derbandes die bisherigen Aufträge nur auf Grund totsächlichen Bedarfs erteilt wurden, ist ein plötzliches Abbrechen der Inlandsnachfrage nicht zu erwar- t e n. Für Formeisen, Oberboumaterial, Stab- und Bandeisen liegen noch Aufträge vor, die auf 2— 3 Monate ausreichende Beschäftigung sichern. Auch der G r o b b l e ch v« r b a n d, der einige größere Auftröge für Schiffsbleche erhielt, kann die ihm angeschlossenen Werke für mehrere Monate beschäftigen. Wie in den vorhergehenden Monaten wurde auch im Sevtember das Ausfuhrgeschäft wegen der niedrigen Weltmarktpreise weiter vernachlässigt. wachsende, Sparkapilal der ländlichen kredilgenossenschasten. Der Einlagebestond der im Reichsverband der deutschen land- wirtschaftlichen Genossenschaften zusammengefaßten rund 13 000 ländlichen Spar-»»d Darlehnskassen betrug noch einer Erhebung am L Juli etwa 676.7 Millionen Mark. Davon entfallen aus Sparetolagen 446 Millionen Mark und auf Em» lagen in laufender Rechnung 230 Millionen Mark. Seaettüber dem Stand vom 1. Januar 192? sind die Gesamteinlagen uin 92.2 MWonen Mark gestiegen un» haben bereits wieder 43 Prozent des Dorkriegsbestande» Ende 1913 erreicht. Gewinne öer Lanüwirtfchast. Billige Produktionsmittel— teure Produkte. Jahrelang Hot in der agrarischen Diskussion eine Frage eine besondere Roll« gespiell: die Preisschere. Unter der Preisschere ver- stand man das Absinken der landwirtschaftlichen Produktenpreise bei steigenden Produktionsmittelpreisen. Zwei Kurven, die diese Preise darstellten, sahen ähnlich aus wie eine geöffnete Schere. Seit etwa eineinhalb Jahren ist nun diese Schere nicht nur geschlossen, son- dern nach der umgekehrten Seit«, das heißt, z u g u n st e n der Landwirtschaft geöffnet. Folgend« Kurve, die die Indezziffern für Kunst- dünger und Stickstoff auf der einen Seite, Agrarprodukte und Roggen auf der anderen Seite, darstellt, führt dies deutlich vor Augen: MO 130 160 ISO Ho 13o Ho 110 &R0Si>H/WDELSINI)EXZIFFH*N. PREISE V0N;19n«100 i v \j * K*•## 5 V*..V/ 5 i-».»/ v-ÄKSTOPf...--""\ i/. Uhr DerUibkutsdieriles FridBritDJ Rex Sonntag 3V, Uhr »u halbsn Prsissn. Orossei idiaBjplelliaas. End« Die B«U« CHARfiLL- InMDPioa'ang mit MaxPaileolierg Ulla Georg Bendow Jankuhn SxBke Szakall Werkmeister Westermeler iadrson Boys MM Girls Stg. nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorst zu halben Preisen VorverHanl 10-« Uhr Tb. int Idninlspalas Täglich 8V. Uhr Die neue HALLER- REVÜE Theater des Westens 8 Uhr; Gastspiel Prltzl Massary Eine Fran von Format Lustsplslhaus 8'/, Uhr JinunaDtik" Planelarinm an loa Iirlüj. JndiisrtlalvSlrali Noll 1578 Der Himmel der Heimat Halbe Kasienprelse Eintritt 0�0 M. aide idL II JUrta 5,25 1. TB nun-Theater 8 Uhr Der rote Hahn WatBaiia-Theai Täglich 8V, Uhr: An RDdesheiner Sdilofi steht eine linde Ein Spiel von Liebe. Lenz und Wein mit Gesang u. Tanz Parken statt 4 Mk rägl. auch Sonntags nur«0 PL Rose-Theater 8V. Uhr: Die Masditnen- baucr w. Berlin VlinteK Marien Rdüc"> gcltdttct EdinoiiiiiGoy�iieslfaDDfireD mit ihren II Tcinirinncn nd Tämrrn. Theater am Kottbosser Tor Kottbusser Straße 6. • Täglich 8 U. u. 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DeolsdierllEtallsilitMM «ck"°ns» MS.'bezlrk Die angesaglettinoraritihrung besASS- Bezirkes am Freitag, bem7.Ott»ber, abenb« 8.18 Uhr, in d« SuItarabteUung stndel wegen Sonde ruorstellung nicht statt. via vetaeaemaltnag. Relchshallan-Theaier Anfang 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr £* Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzelt KN In der MällerstraBe jy Nachmittags: Halb« /SfiS Pre,'se4 vollea Programm. M! Dönhoff- Brett'l: Varieti, Konzert, Tanz Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher Filiale Berlin Im Alter von 62 Jahren veroehied nach schwerer Krankheit unser Bezirksleiter Louis Jakobeil 34 Jahre stand der Verstorbene als VorkRmjjfer in unseren Reihen. Sein Wirken und seine rastlose Tätigkeit werden in der Filiale Berlin unvergessen sein. Die Einäsohernng findet statt am Donnerstag, dem 6. Oktober, 19 Uhr, im Kramatorinm Baomeobnlenweg. Die Oriiverwaltung. Am 3. Oktober verstarb unser stellvertretender Vorsitzender, Herr Louis Jakobeif Seit Jahrzehnten gehörte er zunächst dem Vorstande der Ortskrankenkasse der Maler, später dem Vorstande unserer Kasse an. Stets hat er die Interessen seiner Auttraggeber, der Versicherten, und darüber hinaus die Gesamtinteressen der Kasse wahrgenommen. Trotz seines Leidens, das ihn in den letzten Jahren quälte, blieb er der treue Mitarbeiter in unserem Vorstande. Wir erleiden einen großen Verlust und werden das Andenken des Verstorbenen stets in Ehren halten. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 6. Oktober 1927, 19 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt Der Vorstand und die Direktion der Allgemeinen Ortskrankenkasse der Stadt Berlin. Erfinder' die neue, wirklich gnte Erfindungen zu ver- lausen haben, bitten wir zunächst nur um Adiefienangabe um B. 2 an die Haupl- etzpediiia» des..Bar- wärt»-. Lindenstr. Z Bltrniettspenileii '«bw Ari iltit«»rrtatii Paul Golletz. vorm. Rehin Uero MariaimenilraBe 3. Ecke Naunyniiraß« Amt Maritzpi. i« OS Vom Okiober ob be- Jindel[Ich mein Ge[thöfl Neue Könlgllrafieferlle Ecke vom Alexander- Platz). Die Rflume sind neu— Ich bleibe das alle Papierhaus L.3UERGENS � AM AI EXANDEÜPLATZ Am Z. Oktober 1927 verschied unser Vorstandsmitglied, Herr Louis Jakobeif Der Entschlafene gehörte seit über 15 Jahren unserem Verbandsvorstand, bezw. dem Vorstand der früheren Zentralkommission der Krankenkassen an. Er war einer der Mitbegründer des Vorläufers unseres Verbandes, des Berliner Arbeiter-Vertieter-Vereins. Seine ruhige, sachliche Art, seine große Kenntnis der Probleme der Sozialversicherung, sein Wirken für ihre Erhaltung und ihren Ausbau haben ihm Anerkennung und viele Freunde erworben, die aufrichtig um ihn trauern. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem 6. Oktober 1927, 19 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Verband der Krankenkassen Im Bwxirk de» OberverrtchoruBgsamU Berlin Der Vorstand. Ergebnis des Preisausschreibens„C~Jyer ClJiJcL der frohen cdlunden Preise von insgesamt 9999 M.