Hr. 474 ♦ 44. �ahrgakg Ausgabe H Nr. 241 Bezogspreis: Wöchentlich 70 PKniti«, monatlich C.- Zieichsmart voraus»ablbar. Unter Streifband im Zn. und Ausland S.S0 Reichsmar! pro Monat. ?ier.vorwärts' mH der illustrier» ten Sonntagsbeilage.Toll und Zeit" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen*.»Aus der ssilmwelt". ..Frauenstimme*,»Der Kinder. freund*. Lugen d-Dorwärts*..Blick in die BItcherwelt* und.Kultur. arbeit* erscheint wochentSstltch zwei. mal. Sonntags und Montags einmal. Tclegramm-Adressc! .Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Rerlinev Volksblskt Groß-Berlin tv Psg. Auswärts 13 Pfg. Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille. üeile k0 Pfennig. Reklameteile b.— Reichsmark.»Kleine An,«igen* das ictiaedruckte Wort iö Psenni» l.ulössta üniti settocdrnckie Woriel. jedes weilere Wort 12 Pfennig. Stellenaciuche das erste Wort lä Picnnia, jedes weitere Wort Iii Picnnia. Worte Uber 15 Bück» stoben»äblen slir iwe! Vörie. Arbeitsnrarlt Keile Kfl Plennia. sianiilienan.eiaen für Abonnenten Seile 40 Picnnia. Anzeigenannabnie im Haupigesckiöii, Lindenstraste 3. wocheniöglich ron S1 2 bis 17 Uhr. Zentralorgan der Sozialdemokrattfchen parte» Deutfcblands Neüaktion uns Verlag: Serlin EW. SS, Linöenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Freitag, den 7. Oktober 1927 vorwärts-verlag G.m.b.H.. Serlin SW. SS. LinSenstr.Z Postscheckkonto: Berlin S7 SZ»- BonNont«!»anl»er Arbeite»,«ngeftelteo »od Beamten. Wall sie.»«: Piskonto-Srlellschalt. ScnaRtcntaRf Lindensie. 3. Neue Mfthlage öes Sürgerblocks. Diktatur Schachts über die Auslandsanleiheu.— Dr. Brauns soll die Lohn- bewegungen drosseln. Am Donnerslag nachmittag fand cin« sogenannte Chef- besprechung der Reichsministerien statt. Berotungs- gegenstände waren die Frage der Ausländsanleihe bzw. der beim Reichsfinanzministerium eingerichteten Beratungsstelle für Auslands- onlcihen und Fragen der Preis- und Lohnpolitik. Mit den Ergcb- nissen der Besprechung wird sich das Kabinett bereits am Freitag nachmittag beschäftigen. Rcichsbankpräsident Schacht war, entgegen anderen Meldun- gen, bei der Chesbespreäiung nicht zugegen. Wie der„Soz. Pressedienst" erfährt, lagen ober den Beratungen bestimmt formulierte Vorschläge des Reichsbankpräsidenten' für eine A c n d e- r.ung de r R ich t l i n i en für die Tätigkeit der Anleihe- beratungs stelle und für eine Aenderung ihrer Organisation vor. Die Richtlinien beziehen sich vor allem auf eine Aenderung des gegenwärtigen A b st i m m u ng s v e r f a h r c n s in der Be- ratungsstcllc und auf Schaffung einer Berufungsinstanz bei der Beratungsstelle. Bis jetzt wurden die Anträge auf Genehmigung einer Auslands- anlcihe mit Stimmenmehrheit gutgeheihen. Es konnte also eine Anleihe, wie das ja bei der Preußenanleihe der Fall war, gegen Aujfasjung und Stimme der Reichsbank genehmigt werden. Die Vorschläge Sck'achts zielen dahin, daß für die Genehmigung einer Anleihe Einstimmigkeit erforderlich ist. In der Praxis bedeutet das die Ablehnung einer beantragten Anleihe schon für den Fall, wenn sich der Vertreter der Reichsbonk in der Be- ratungsstellc gegen die Anleihe ausspricht. Gehl dos Kabinett auf diesen Vorschlag Schachts eins dann verleiht es ihm in der Genehmigung der Anstandsonlejhen diktatorische Gewalt. Bis jetzt war ferner auch der Spruch der Beratungsstelle end- gültig und abschließend. Die Schacht'schen Borschlägc sehen auch hier eine Aenderung vor, und.zwar soll die Beratungsstelle durch eine Berusuugsinstonz ergänzt werden. Diese Berufungsinstanz soll das Reichskabinctl sein. Dieser Borschlog ist in hohem Maße gefährlich. Stimmt dieses Reichskabinett in seiner Mehrheit den Schachtschen Plänen zu, so wird es zunächst, solange es lebt, zunächst auch der Entscheidung der Reichsbank folgen, die ja den Ausschlag gibt. Darüber hinaus aber wird jede strittige Anslondsanleihe ein Gegenstand des politischen Kuhhandels, was die tollsten Perspektiven sür die öffentliche Finanzwirtschast er- öffnet und statt einer amtlichen ein« politische Be- ratungsstelle schafft. Soweit die Beratungen über die Lohn- und Preispolitik in Frage kommen, scheint es gewisse Kreise zu geben, die dem Reick)?- arbeitsminister wieder einmal arbeiterfeindliche Richtlinien für die Schlichler suggerieren wollen. Nachdem man durch falsche Wirtschasts. und Zollpolitik die Teuerung gefördert Hot, will man anscheinend die Lohnbewegung der Arbeiterschaft durch Maßnahmen der Exekutive drosseln. Der Anspruch der Arbeiterschaft nach höheren Löhnen ist begründet in der Steigerung der Preise und in der Per- teuerung des Lebensunterhalts, die, wenn mau den Forderungen der Arbeiterschaft nach höheren Löhnen nicht entgegen- kommt, zu Arbeitskonflikten führen müßten. Beschlüsse oder Empfehlungen des Reichskabmctts in dieser Frage, die den Reichs- arbeitsministcr für seine Instruktionen in scharfmacherischem Sinne festlegen, wären der Anfang einer sozialpolitischen Zwangswirtschaft, gegen die sich die Oeffentlichkeit und die ganze Arbeiterschaft auf- bäumen muß und wird. Aovemberwahlen in Sraunschweig. Tozialdcmokratiscizcs Mißtrauensvotum mit 24 gegen 22 Stimmen abgelehnt. Vraunschweig. 6. Oktober.(Eigenbericht.) Oer Lraonschweigische Landtag hat am Donnerstag beschlotsen, sich mit dem ZS. November auszulösen und die N e u- wahlenom Z 7. November stattfinden zu lasse». Die sozialdemokratische Landtogsfroition hotte, um einen früheren wahllermin zu erreichen, ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung eingebracht, dos jedoch mit 74 zu ZZ Stimmen bei einer Siimmenlhaltung abgelehnt wurde. Ein Abgeordneter der Demokratischen Partei fehlte. Die vier Abgeordneten der Mirtschaflspartei, die seit drei Monaten in offener Opposition zur Regierung stehen, versäumten, die Sonsegnenzen aus dieser Opposition zu ziehen._ Zur Erhöhung üer Seamtengehälter. Keine neuen Steuern. Ueber die wirtschaftlichen Folgen der Erhöhung der Beamten- gehälter wurde in Ministerhcsprechungcn weiterbcroten, an denen die Minister der am meisten beteiligten Ressorts teilnahmen. B e- schlösse gegen etwaige Preis- und Lohnbewegungen sind, wie gemeldet wird, erst später zu erwarten. Die Ministerkonferenz der Länder ist zu Ende ge- gangen, ohne daß«ine Verständigung zwischen Reich und Länden: über die Aufbringung der Mittel erzielt wurde. Steuererhöhungen, auch die vorgeschlagene Erhöhung der Umsatzsteuer, sollen vennieden werden. Ueber die Mehraufwendungen der Länder sür die Bcamtenbesoldung werden folgende Ziffern mitgeteilt: in Preußen 180 Millionen, Bayern 38, Sachsen 45, Baden 17, Thüringen 12, Braunschweig 4 und Oldenburg 3 Millionen. Lanütagsbeginn in Memel. (?m Sozialdemokrat Vizepräsident. Memel, 6. Oktober. Der neugewählte(zweite) Landtag ist vom Gouverneur Merkys eröffnet worden. Es jehllen nur zwei von den 29 Abgeordneten. Der Gouverneur verlas in litauischer und dann in deutscher Sprache eine Erklärung, au» der sein Standpunkt hervorging, der Landtag sei vor ollem ein Wirtschaftsporloment und müsie lein .ffauptaugenmerk auf die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Memel- gebiet? leirkcn. Die Sprachenfragc stelze sür die Zentral. > eqierung im Vordergründe. In jeder öffentlichen Schule müsse der Unterricht in litauischer und deutscher Sprach« er- teilt werden. Auch der Landtag dürfe sich nicht ausschließlich der amen der beide« gleichberechtigten Landessprachen bedienen. Dia Richter müßten die beiden Landessprachen beherrschen. Zum Präsidenten wurde Abg. von Dreßler(Landwirtschosts- partei> mit 22 von 27 Stimmen gewählt. Die drei Litauer gaben ihre Stimmen für einen anderen Abgeordneten ab, die beiden Korn- n l'nisten enthielten sich der Stimme. Erster Vizepräsident ist Schul- rot Meyer(Volksp.), zweiter Vizepräsident Bcrtschns(Soz.). Die Litauer beteiligten sich an dieser Wahl nicht mehr: sie lordcr», daß die Präsidenten die litauische Sprache beherrschen. Selgraöer Forderung in Sofia. Schluß mit den Terrorbanden: Belgrad. 6. Oktober. wie verlautet, beschloß der Ministerrat, in Sofia einen ener- gischen Schrill zu unternehmen. Die jugoslawische Regierung wird die Auflösung der mazedonischen Organisationen fordern. Sollte die bulgarische Regierung hierzu unfähig sein, so fordert„Novosti*. daß mit dieser Ausgabe ein fremder Staat als der Beoustrogle de» Völkerbundes bctrant werde. 4- Dieses Lorgehen ist durch zahlreiche Terrorakte bul- garischer Sendling« in Südslawisch-Mazedonien verursacht, den letzten Anstoß dazu hat die heimtückische Ermordung des jugoslawischen Generals K o w a t s ch e w i t s ch in der mazedonischen Stadt Stip gegeben. Tschangtsolin vernichtenö geschlagen. Einnahme Pekings in Zlussicht. London, 6. Oktober. Nach Meldungen aus Washington haben die Schansitruppen die Truppen Ischangtsolins vollständig geschlagen, so daß unter dem gemeinsamen Drucke des Generals peng, des Gouverneurs von Schonst und der Südlruppen die Armeen Tschanglsolins zusammengebrochen sind. Nach Pekinger Berichten verlies die Schlacht bei Ehengting an der Eisenbahnlinie peking-hankan, woran S0 000 Mann beteiligt gewesen sein sollen, zuungunsten der Nordtruppen. In Peking wird mit dem bevor st ehenden Fall der h a u p l st a d t gerechnet. Immer wieüer Spionageprozejse. Todesurteile in der Sowjetukraine. Moskau. 5. Oktober. Das Gericht in K o m e n c z- P o d o l s k schloß die Verhandlung gegen 50 Peisonen, die der Spionage auf dein Boden der Ukraine zugunsten Polens seit 1924 angeklagt waren. Fünf chauptang«klagte wuede« zu» Tode, die übrigen zu fünf bis zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Genf- öerlin. Der Vcrwaltungsrat des IAA. in Berlin. Genf, 6. Oktober.(Eigenbericht.) Direktor Atbcrt Thomas vom Internationalen Arbeitsamt ist mit seinem kabinetlschef und einigen höheren deuljchen Beamten am Donnerstag vormittag »och Berlin zu der am nächsten Dienstag dort beginnenden 3 7. Tagung des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtc abgereist. Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes tagt vom 10. bis 15. Oktober zum ersten Male auf Einladung der Reichsregierung in Berlin. Seit 1889 hat cin inter- nationales Gremium für sozialpolitische Fragen von solcher Bedeutung nicht wieder in der Reichshauptstadt getagt. Es ist reizvoll, eine Parallele zwischen der damaligen von Bismarck einberufenen Konferenz und der nächste Woche zusammentretenden Verwaltungsratssitzung zu ziehen. Da� inals eine exklusive Diplomatenkonferenz, heute die Tagung der höchsten Leitung des Internationalen Arbeitsamtes, in der neben den Diplomaten die beiderseitigen Vertreter der Wirtschaft gleichberechtigt Sitz und Stimme haben. Damals eine Konferenz ohne fest umrisfenes Programm, heute die regelmäßige Tagung eines Organs der internationalen Arbeitsorganisation, die in den sieben Jahren ihres Be- stshens durch die kluge Tatkraft ihres Leiters, des Genossen Albert Thomas, und durch die wachsame und energische Mitarbeit der Arbeiteruertreter im Verwaltungsrat imd auf der Arbeitskonferenz ein neues organisches Glied im sozial- politischen Wiederaufbau geworden ist. Wir kennen die Grenzen der Wirksamkeit dieser neuen Organisation und wissen, daß sie nur stark sein kann, wenn starke Arbeiter-, Angestellten- und B c- amtenorganisationen in der ganzen Welt sie stützen und sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Das hindert uns jedoch nicht, die Wichtigkeit dieser Einrichtung für den sozialen Fortschritt anzuerkennen und daran zu er- innern, daß das Internationale Arbeitsamt errichtet worden ist als eine Konzession an die organisierte Arbeiterklasse, die die Anerkennung ihres Rechtes nach den Blutopfern des Krieges verlangte. Roch sind viele Wünsche der Arbeiterklasse auf An- erkennung ihrer Rechte nicht erfüllt. Roch kämpfen wir in den verschiedeneu Ländern um die Befestigung und den weiteren Ausbau des Arbeitsrechtes gegen entgegenstehende politische und wirtschaftliche Interessen. Das Internationale Arbeitsamt kann in diesem Kampfe um die Anerkennung und die Durchsetzung des Arbeitsrechts der Arbeiterklasse wertvolle Hilfe leisten. Seine bisherige Tätigkeit und seine Ergebnisse können für die Arbeiterklasse nur A n- sporn sein, innerhalb der Grenzen jedes einzelnen Landes 'iir die Durchführung der Beschlüsse der Arbeitskonferenzen zu wirken. Das ist schließlich die besondere nationale Auf- gäbe der Arbeiterklasse aller im Internationalen Aroeitsamt vereinigten Länder. Der Verwaltungsrat beeinflußt stark die Politik des Arbeitsamtes. Von den 55 Staaten der Internationalen Arbeitsorganisation sind 22 durch Diplomaten oder Unter- nehmer oder Gewerkschaftsführer in ihm vertreten. Die großen industriellen Staaten erhalten durch ihre Vertretung in ihm den größeren berechtigten Einfluß, auf den sie billigerwcise Anspruch haben. Durch diese Zusammensetzung sichert sich der Rat die moralische Antorität, die notwendig ist. uni die internationole Sozialvolitik von der Idee und den Entscbließungen in die ronhe Wirklichkeit zu überführen. Die Tagesordnung der Verwaltungsratzsitzung ist dies- mal sehr umfangreich. Reben der Entgegennahme des Direktorialberichtes über die Tätigkeit des Amtes im letzten Vierteljahr, der einen sehr interessanten Einblick in das viel- scitige sozialpolitische Aufgabengebiet des Amtes gewährt, hat der Verwaltungsrat eine Anzahl wichtiger Entscheid»»- gen zu treffen. Die wichtigste ist die Festsetzung der Tages- ordnung für die Arbeitskonferenz für 1928. Es sollen die ,.F e st s e tz u n g von M i n d e st l ö h n e n" und die„U n- f a l l o e r h ü t n n g", die bereits auf der Tagesordnung für die nächstjährige Konferenz stehen, sowie die Arbeits- losenoersicherung oder die Eingeborenen- arbeit zur Beratung gelangen Die bsiden letzten Fragen sind für eine internationale Behandlung reif. Es dürfte nicht sehr leicht sein, zu entscheiden, welche von beiden die dringlichere ist. Für 1929 ist zu beschließen, ob neben der bereits fest- gelegten außerordentlichen Seeleutekonferenz, auf welcher über den Achtstundentag für Seeleute, den Schutz der erkrankten und verwundeten Seeleute in den Häfen ver- handelt wird, auch noch eine ordentliche Arbeirskon- f e r e n z stattsinden soll. In diesem Falle wird die Bern- tung der Kündigung des Arbeitsvertrages für Angestellte in Aussicht genommen. Von besonderer Bedeutung erscheint weiter der Bericht üb« die sozialpolitischen Beschlüsse der W e l t w i r t» schaftstonferenz und die Entschließungen der letzten Arbeitskonferenz. Besonders die letzteren geben in der Regel die Anregung zur Behandlung neuer Aufgaben. Unter diesen Entschließungen erscheinen besonders beachtenswert der Antrag des belgischen Genossen Mertens über die I n v a l i d i t ä t s-, Alters- und Hinterbliebenen- Versicherung und der Antrag des schweizerischen Ge- Nossen S ch ü r ch über die Arbeitszeit der Ange- st e l l t e n. Beide Anträge werden sicherlich nach sorgfäl- tiger wissenschaftlicher Vorbereitung durch das Internatio- nale Arbeitsamt auf einer der künftigen Arbeitskonferenzen zur Verhandlung gelangen. Schließlich hat der Verwaltungsrat noch Berichte über die Arbeitsverhältnisse in den Kohlenberg- werken, über den F l ü ch t l i n g s d i e n st, über den Ausschuß für geistige Arbeiter, über Arbeits- l o f i g k e i t und über den Haushalt entgegenzunehmen. Die Fülle des Beratungsstoffes zeigt, daß die Tagung, wie immer, eine arbeitsreiche sein wird. Wir wünschen diesen Beratungen den besten Erfolg. Schließlich noch ein Wort zur Einladung der Reichs- regierung. Die Reichsregierung hat den Berwaltungsrat wohl nicht nur eingeladen, um einer Höflichkeit zu ge- nügen, sondern hoffentlich auch um ihr besonderes Interesse für die sozialpolitische Arbeit des Internatio- nalen Arbeitsamtes zu bekunden. Diese Initiative be- grüßen wir und hoffen, daß dieser freundlichen Geste die Erklärung zu künftiger aktiver Mitarbeit an den Aufgaben des Internationalen Arbeitsamtes folgen möge. Daran hat es früher oft gefehlt. Genosse Grote- wohl weist gerade jetzt in einem bemerkenswerten Aufsatz in der Monatsschrift des ADGB. auf diesen Mangel hin. Deutschland schneidet in bezug auf die Ratifizierung der Uebereinkommen der Arbeitskonferenz im Ver- gleich mit den anderen großen Industriestaaten sehr schlecht ab. Es wäre also um so mehr, am Platze, daß nach der Verwaltungsratssitzung die aktive Mitarbeit Deutschlands an den Aufgaben des Internationalen Arbeits- amtes besonders durch eine tatkräftige Ratifizie- rungspolitik zum Ausdruck gelangt. Was ist Notwehr? Ttrafgeset?ausschuß und die Frage der Interessen- abwägung. Der Strafgesetzausschuß des Reichstages beendigte gestern die Besprechung über den Notwehrparagraphen. Es handelt sich hauptsächlich darum, ob, wie es im Regierungsentwurf heißt, nur derjenige wegen einer in der Notwehr begangenen Handlung ftrafirei sein soll, der sich gegen einen Angriff verteidigt, wenn der von der Verteidiwing zu erwartende Schaden nicht außer Verhältnis zu den durch den Angriff drohenden Schaden steht. Der Kritik des Genossen S a e n g e r schloß sich Abgeordneter K o e n e n an, dessen Ausführungen in dem Vers gipfelten:„Es kann der Frömmste nicht auf Freispruch rechnen, wenn es den Klassenrechtlern nicht gefällt." Die A b st i m m u n g e n über die von der sozialdemo- kratischen Fraktion gestellten Abänderungsanträge wurden bis nach Beendigung des Notstandsparagraphen zurückgestellt. Nach§ 25 soll als im Notstand handelnd straffrei sein, wer eine an sich strafbare Handlung begeht, um eine Gefahr abzuwenden, wenn ihm oder dem Gefährdeten unter pflichtmäßiger Berücksichti- gung der sich gegenüberstehenden Interessen nicht zuzumuten ist, den drohenden Schadenzu dulden. Genosse S a e n g?r wendete sich gegen die Jnteresfenabwagung, die man einem im Not- stand Befindlichen nicht zumuten, könne. Wenn ein Schiffbrüchiger sich zu retten sucht und einen anderen von der rettenden Planke ins Wasser stoße, könne man unmöglich von ihm oerlangen, daß er vor- her die sich gegenüberstehenden Interessen gegeneinander abwäge. Alsdann wurde die Beratung auf morgen vertagt. Vorher schlug der Vorsitzende Abgcordnter Kahl nur noch vor, als Sachverständige darüber, ob das Strafmündigkeits- alter von 14 auf IS Jahre heraufgesetzt und eine weitere Zwischenstufe auf das 20. Lebensjahr etwa eingeführt werden solle, den Oberarzt Dr. Krämer von der Charit« und Eine Messe des Lebens. Konzerlumschau von Kurt Singer. Unter vielen Schrullen, die man jenseits des Kanals und des Ozeans liebt, dürfte nicht die schlechteste sein, Geld in Kunst umzu- sctzem Bei uns in Deutschland gibt es Möglichkeiten, für ein gutes Musikstück, das einem Forum von Sachverständigen vorgelegt wird, Stipendien zu erhalten. Also ein Honorar für eine abgelieferte Ware, für eine perfekte Leistung. Vorbedingung: sie muß gefallen. Frau Elisabeth Sprague C o o l i d g e macht es un, gekehrt. Sie überreicht einem Zluserwählten einen Dollarscheck— und der also Preisgekrönte schreibt ein Werk für Kammermusik. Die Verantwortung zwingt den Komponisten gewiß, sein Bestes herzugeben. Aber ein Zurück gibt es nicht mehr. Respighi, Bloch, Bliß und andere haben auf diese Weise Musik dem guten Mäzenatentum geopfert. Auch Arnold Schönberg ist unter den Auserwöhlten. Er war es immer, aber fein Name bedeutet ja ein Programm, und deshalb gehört dieses dritte Streichquartett, op. 30, wieder zu denen, die von Kampf und .Vollendung, Krampf und Besinnung, Leben und Tod erzählen. Schön- borg kennt anscheinend keine Kompromisse mit Welt und Publikum oder gar mit dem Musikantenwm. Aufhebung der Tonleiter, Ver- ichwinden der Tonarten, der Sequenzen, der üblichen Harmonik, Zer- hämmern jedes gemütlichen, geniüthaften, bequemen Melos— das ist schon festverankert, selbstverständliche Boraussetzung seiner Arbeit. So kommt es, daß auch iin op. 30 die Partitur schöner aussieht, als llingt. Der einzige lebende Musiker, der nicht davon abzubringen ist, gegen die Gesetze aller bisherigen Klang- und Musik-Aesthetik zu rebellieren. Er bestätigt den Lebenswert dieser seiner höchsteigenen Musikidce durch immer stärkere Vertiefung des thematischen Geistes. Denn Themen und Motive hat auch er, und es ist ein Vergnügen, die kontrapunktischen Schönheiten, die Logik der Durchführung, die Leidenschaft der Verzahnung von Motiv und Rhythmus zu erleben. Die Haltefähigkeit, die Gedächtniskraft dieses Gehirns ist außerordent- lich, das Gefühl für Bewegung und Stimmenselbständigkeit geradezu nnheimlich. Im Adagio gibt sich die beseelte Musikernatur Schön- bcrgz am sreiesten aus, frei von jeder Rücksicht aus die eigene Rück- sichtslosigkeit. Hier scheint ohne Bruch ein Wandel des Krampfs zur Besinnung, des Kampfs zur inneren Vollendung erreicht. Hart im Räume stoßen sich die Sachen. Ist Schönberg der musi- kalische Philosoph eine� Idee, die ihm heilig wurde, so ist Frederick D c l i u s nur besessen, von dem Wunsch, laut, jubelnd, edel und frei singen zu können, bis der Weltgesang die Menschen umsängt mit Liebe, Wonne, Preis. Eine„Messe des Lebens" ini Tanz und Jubel nicht ohne die Schatte» der mitternächtigen Sorge, des grübeln- den Leids. Wo er aber die Herzen erobert, da ist Hymnus, da ist lautere Lust geboren. Nicht jene Lust, die tiefe Ewigkeit will, nicht jenes Rauschen in höheren Gefilden, zu dem die Wenigen streben, die Wenigsten Hinsinden. Alle können teilhoben an diesem Mohnruf an den großen Willen, an die'Wende aller Not, an die Notwendigkeit, die vor kleinen Siegen bewahren soll, um den großen Sieg des be- freiten Lachens zu erleben Ein Jubilieren, ein Emporpeitsche» der Herzen zur Brüderlichkeit, religiöses Verweilen beim Blick in das Auge des Lebens, ein toller Tanz über Stock und Stein in chorisri'cr Leidenschast. ein mystisches Euchen nach dem Eiland zwischen Gut und Boje:«in Resignieren vor der Einsamkeit, ein zauberhaftes Her Londgerichtsdirektor Franke vom Berliner Jugendgericht zu hören. Genosse R o s e n f e l d wünschte außerdem die Zuziehung des Pro- fesiors o. D ü h r i n g in Frankfurt a. M., und der Ausschuß beschloß alsdann, alle drei Herren am nächst«» Donnerstag zu hören. Kirchenfreizeit statt �chtstunöentag. Fromme Wünsche des Kirchlich-Sozialen Kongresses. Dieser Tage fand in Düsseldorf der 25. Kongreß des«vange- lisch«» Kirchlich-Sozialen Bundes statt. Er endete wie üblich mit der Annahme von Entschließungen, deren eine sich für Keud«lls Schulgesetz erklärt. Der reaktionäre G- i st, der aus dieser Kundgebung spricht, präsentiert sich in geradezu kindlicher Form in einer anderen Resolution, die hier wiedergegeben sei: „Der Kirchlich-Soziale Kongreß begrüßt jede kirchlich» soziale Annäherung zwischen Arbeitgeber- und Arbeit- nehmerschast, insbesondere die Abhaltung von evangelischen K i r ch e n f r« i z e i t e n, sei es jür Arbeitgeber und Arbeitnehmer im besonderen, sei es für beide Seiten gemeinsam. Es wird dadurch die Atmosphäre geschaffen, aus der die Ä r b e i t s g e» meinschaft zwischen Arbeitgebcrtum und Arbeitnehmerschast auf kirchlich-nationalem Boden neu erstehen kann." Kein Wort von den sozialen Forderung en der Ar- beiterschast, die sich bereits freuen soll, wenn in einem besonderen Raum Erbauungsstunden abgehalten werden, die sogar das hohe Glück genießen darf, mit den Unternehmern zusammen kirchliche Feierstunden zu halten. Predigt und Gebet statt aus- kömmlicher Entlohnung und Achtstundentag— eine herrliche Lösung für die reaktionären Sozialpolitiker! Die deutschen Arbeitgeberoerbände werden über diesen Ausweg geradezu begeistert sein müssen—, wenn sie nicht auch hier wieder entdecken sollten, daß die Verkürzung der' Arbeitszeit für Betstunden eine„unerträgliche Belastung der Produktion" und ein „freventlicher Anschtag auf die Oeiswngsfählgkeit der deutschen Wirt- schaft" ist. Sonst jedenfalls pflegen die Arbeitgeber In dieser Art auf Forderungen nach mehr Freizeit zu antworten. Die denkende Arbeiterschaft wird sich jedenfalls dafür bedanken, ihre Interessen von Leuten vertreten zu lassen, die ihren gerecht- fertigten sozialen Wünschen ein„Bete und arbeite" entgegen- stellen._ Sowjetgas. „Rote Fahne" vom S. Oktober: „Diese Nachricht ist geeignet, der deutschen Arbeikerschaft den Ernst der Kriegsvorbereitung zu zeigen. In den Werken der deutschen chemischen Industrie wird der kommend« Gas- krieg vorbereitet. Deutschland in der Giftgas- Produktion aller Welt voran! Jetzt ist kein Ableugnen mehr möglich! Der wahnwitzige Gaskrieg, ein un- be schreiblich grauenhaftes Morden, wird in der deutschen Rüstungsindustrie vorbereitet." Stalin am 2. Oktober laut„Prawda": „Wir haben 37 Fabriken für Giftgase und Brandbomben ein- gerichtet. Wir rüsten. Der Krieg, den uns die Westmächt« aus- zwingen werden, ist unvermeidlich. Ich fürchte, daß er schon 1928 da sein wird." „Prawda" am 2. Oktober: „Sowjetrußland kann keine Glückwünsche nach Berlin richten. Der deutsche Reichspräsident wird aber noch den Tag erleben, da der zweite Weltkrieg Europa durchtoben wird. Von der Klugheit Deutschlands wird«s abhängen, ob es nicht zum Kriegs- schemplatz zwischen den Sowset» und Westeuropa wird." Siebcnunddreißig Eiftgassabriken in Rußland— aber Deutsch- land in der Giftgasproduktion oller Welt voran? Das ist die Methode: galtet den Dieb!" Abzug der französischen Besahung aus Diez. Wie der Vertreter der Telegraphen-Union aus zuverläsiiger Quelle erfährt, werden die noch hier liegenden Truppenteile der französischen Besatzung am 28. Oktober endgültig die Stadt verlassen. Eine neu« Belegung er- folgt nicht, so daß die Stadt endlich nach annähernd neunjähriger Besatzungszeit frei wird. aufbeschwören des hellen Mittags, Jagd nach dem Glück, bange» Fragen nach Zweck, Ursprung, Sinn, Ziel, Gang des Leben«. Ist es nicht Torheit, zu leben? Aber Wein und Lochen und Glück be- zwingen die Welt, Lust ist tiefer noch als Herzeleid. Zu all diesen weisen und rauschenden Zarathustra-Jdeen formt D e l i u s eine Musik, die den rhapsodischen Schwung mit jenseitiger Kühle mischt. Hier und da an der Oberfläche der Wirkung, im Chorsatz aber fast durchweg die Seelenfarbe des dichterischen Vorwurfs beschwingend, festhaltend, reifmachend zur Empfänglichkeit. Ein vornehmes, edles, musikgeladenes Werk. Gewiß, 20 Jahre alt, und in der melodischen Linie von Wagner»„Tristan" beeinflußt. Stlmmungseklektiker auf der ganzen Linie zwischen Spannung des Leidens und Entspannung der Freude. Aber auch diese Geister höherer Lebensart tun uns not, wenn die Genies aufhören zu sprechen, oder wenn sie fehlen. Hätte Delius heute noch die Kraft zur Feder zu greifen: er schenkte uns ein« Messe des heutigen Lebens. Sie wäre konziser, geschlossener, einheitlicher: aber sie wäre nicht mehr so quellend schön. Vergessen wir nicht, daß er sie dem uns unvergessenen Musikphilosophen Fritz C a s s i r e r gewidmet hat, dem hier ein herrliches Denkmal errichtet wurde. Carl S ch u r i ch t leitete das Werk. Er hat es aus dem Schlaf der Versunkenheit erlöst, hat es orchestral und chorisch aewandelt, bat ihm in unerhörter, heiliger Arbeit die Schlagkraft verliehen, die ihm innewohnt. Kein Wort des Dankes wäre zu gering, um diese geniale Nacharbeit zu kennzeichnen. Chor und Orchester auf seltener Höhe, die Leonard und van der Beer, Meader und S ch« y(der geradezu bravourös einsprang!). Dem Geistigen des Werks fast, dem Gesanglichen ganz gewachsen... Eine Musteraufführung, der eine Wiederholung guttäte. Und die Konsuln mögen es sich überlegen, wie sie einen Mann von den künstlerischen Kapazität eines Schuricht an Berlin fesieln! War die Woche auch durch Klemperer und Schuricht als hochwertig stigmatisiert, so sei doch auch der solistischen Abende ge- dacht: Slezak erwarb sich neue Freunde. Er singt freier, frischer, mit besser geschultem Ate»,, wenn auch noch nicht ohne schnelle Er- niüdung. Schlusmis ist im lyrischen Gesang vollendet, der Ballade gegenüber matt. Hanns Wolf verspricht als Pianist mancherlei, kann aber die Formlosigkeit einer Sonate op. 21 von Szymanowski nicht zu einer persönlichen Leistung wandeln. „Boheme" in der Staaksover. Gerade die gangbarsten Opern brauchen Auffrischung. Die Staotsoper setzt die Arbeit der Neuinszenierungen an der..Boheme" Puccinis fort. Das erste Bild, musikalisch die Krone aller Puccinischen Szenen, war selten noch so frisch, so idyllisch und sroh bei aller Gedrücktheit des Milieus. Das zwei!« Bild des Weihnachtstrubels im yuartier Urin hatte etwas volkstümlich Ausgelassenes, Sasliges, Polles, sieh aber immer wieder für intime Augenblicke Platz und Sllem frei. Das sei Karl Holz gedankt, der sich allerding« in der echten Pariser Straße, die ihm Aravantinos hingebaut hatte, besonders wohl fühlen durfte. Die Führung behielt Meister Blech, der scharf ins Zeug ging, wen» die Leidenschast der Partitur ihn packt«, der zart blieb, wenn Liebe das Hauptwan im Text der Musik mar. Mimi: das ist Maria Muller. Ich kenne keine Sängerin, die einer so liebens- werten Figur menschlich näher käme, die auch gesanglich die Weichheit der Noblesse so unterstreichen darf, ohne aus sich herauszugehen. Fast Deutjchwnö und der Zranktireurkrieg. Eine belgische Entgegnung. Brüssel. 6. Oktober. Die belgische Telegrophenagentur veröffentlicht eine Erklärung. in der die Behauptung deutscher Blätter zurückgewiesen wird, der belgischen Regierung seien die Schuldbeweise für den Frank- t i r e u r t r i e g, die sich aus Artikeln belgischer Blätter vom August und September 1914 ergeben, so unangenehm, daß sie die Entfernung der Zeitungssammlungen aus den beiden ersten Kriegsmonaten aus den öffentlichen Bibliotheken angeordnet habe. Die belgische Tele- graphenagentur betont, sie sei ermächtigt, aufs entschiedenste zu er- klären, daß eine derartige Anordnung niemals erteilt worden sei. « Die deutschen Blätter, die diese und ähnliche Behauptungen aus- gestellt haben, sind durchweg rechtsstehend, also regierung?- freundlich. Die Reichsregicrung wäre in der Lage, ihren Einfluß auf diese Blätter geltend zu machen, damit sie nicht immer wieder durch solche Behauptungen den Eindruck erwecken, als fühle sich das amtliche Deutschland verpflichtet, die Vorgänge bei den Kämpfen in Belgien im Sommer 1914 zu decken. Wir lehnen eine solche Solidarisierung entschieden ab und wir glauben, daß auch im Aus- wärtigen Amt keine Neigung verspürt wird, sich in dieser Frage auf» hohe Roß zu setzen. Das von den deutjchnationalen Blättern seit einigen Wochen ausgegebene Schlagwort vom..schlechten Ge- wissen" Belgiens muß— nicht nur auf die belgisch« Bevölkerung—- wie eine Herausforderung wirken. Estlands Außenpolitik. Erklärungen des Außenministers. Reval. 6. Oktober. Außenminister Dr. Atel erklärte bei einem Presseempiemg. daß die baltischen Außenminister in Genf nicht über das Verhältnis zu Rußland und eine Neutralisierung der ballischen Staaten ver- handelt haben. Dagegen habe er mit Dr. Strcsemann Verhandlungen über den Abschluß eines deutsch-e st nischen Handelsvertrages angebahnt. Deutschland verbinde gemäß dem Reichstags- beschluh von 1924 diese Frage mit der Frage der Regelung der B e- Zahlung für die enteigneten Güter deutscher Reichs- angehöriger. Demgegenüber weise Estland darauf hin, daß man die Entschädigungsfrage notwendigenfalls durch ein Schiedsgericht der Lösung zuführen müsie. Bezüglich der Zusammenarbeit der ballischen Staaten betonte der Minister, daß nach seiner festen lieber- zeugung die Zukunft der ballischen Staaten Estland, Lettland und Litauen nur unter der Bedingung gesichert sei, daß diese Staaten in politischer und wirtschaftlicher Beziehung sich so eng als nur möglich zusammenschlössen. Dieser Bund werde stark genug sein, die Unabhängigkeit der Staaten gegen irgend welche Angriffe von außen zu verteidigen. Sozialisten verteidigen die preststeiheit. Warschau, 6. Oktober. Wie der sozialistische„Robotnik" mitteill, hat das polnische Pressesynditat an den Abg. Dr. Liebermann(PPS.), der im Sejm gegen die Pressedetret« Pilsudskis gesprochen hat, ein Dank- schreiben gerichtet._ Säumige Gnade. Da Thüringen, trotz der Anmeldung der Regierung, noch keine Gnadenerweise zum Geburtstage de» Reichspräsidenten Hmdenburg erlassen hat, richtete die sozial- demokratische Fraktion des thüringischen Landtages eine Anfrage an die Regierung, in der es heißt, ob das Kabinett bereit sei, dem Land- tag« Mitteilung über die Begnadigungen, die Zahl der Fälle. ihre strafrechtlichen Merkmale und die amnestierten Strafzumessungen zu machen. In Toulon ereignete sich wieder ein Zwischenfall: Mairosen und Krtegsmarineingenieure gerieten in einem Rummetyark in Streit. Einer der Matrosen stürzte sich auf einen der Ingenieure, als dieser seinen Ofsiziersausweis zeigte, warf ihn zu Boden, traktierte ihn mit Fußtritten und entkam unerkannt. schien es allerdings, als schonte sie sich, als wollte sie Krankheit durch Vorsicht im Ansetzen der Töne cho>rakterisi«ren. Dennoch: unvergleich- lich persönlich liebenswert. Helge Roswaengl ist wiederum eine Tenorentdeckung. Frisch, klar, schlank, rein und ausladend, un- gequält dieser lyrische Tenor, der auch nichts Starres in der Be- wegung hat. Mit Habit, Scheidl, Helgers ein prachtvoll diszivli- niertes Ouwrttuor. Gitta A l p a r als Musette— wir haben schon bessere gehört, und auch die Alpor hat Partien, denen sich sich inner- lich näher fühll. Aber sie gefiel in ihrer heiteren Unbekümrnertheit. K. S. „Die Astrologle Im Spiegel des modernen Welkblldes" lautet« das Thema, über welches Robert Henseling in einer vom Bunde der Sternsreunde veranstalteten öffentlichen Versammlung sprach. Er untersuchte, ob das astrologische Lehrgebäude denn wirklich für die vielen, die der Astrologie gläubig anhängen und denen sie Herzenssache ist, heute noch irgendeinen Lebenswerk haben kann. In unserer Zeit können viele Menschen weder in der modernen Astronomie und Naturwissenschaft noch in den so sehr differenzierten und spezialisierten Geisteswissenschaften Erfüllung ihrer Sehnsucht finden, wohl aber, wie sie glauben, in der Astrologie. die ihnen den Zusammenyang des Lebensschicksals jedes einzelnen Menschen mit den Gestirnen und dem gesamten Kosmos darzulegen versprecht. Daraus erklärt sich die Berbreitung der astrologischen Seuche, denn um eine solche handell es sich. Der Vortragende zeigte, wie aus der Noturbeobachtung der primetiven Menschen die Fehlschlüsse gezogen wurden, auf denen da» astrologisch« Lehrgebäude ruht. So gall, um nur ein Beispiel zu nennen, den primitiven Menschen der Mond, der nach seinem Zusammentreffen mit der Sonne sich von selbst wieder füllt, als das von selbst wachsende, und wurde zum Symbol der fruchtbaren Mütterlichkeit. Zugleich wurde ihm Feuchtigkell zugeschrieben, weil nach mondhellen Nächten der Reis und Tau besonders stark zu sein pflegt. In der Astrologie verleiht er deshalb den unter seinem Einfluß Geborenen in ihren: späteren Leben Beschäftigung mit dem Wasser in irgendeiner Form, als Seeleute, Fischer und dergleichen. Auf solchen bandgreiflichen Fehlschlüssen beruht das gesamte astrologische Lehrgebäude. Dem- gegenüber betonte Henseling. wie gerade die moderne Wissenschast die Einheitlichkeit des gesamten Kosmos nachweist. Denn sie zeigt, daß dasselbe Gesetz in einem Atom und Molikül waltet wie in Weltsystemen von Milliarden und Millionen von Sonnen, in Stern- hausen und Nebelflecken der allerverschiedensten Größe und Gestalt. Die Bewegung jedes einzelnen Körpers und Sternsystcms erfolgt so, daß sie sich der Harmonie des Ganzen einfügt. lind auch das araanische und geistige Leben wird von den polaren Gegensätzen beherrscht, wie zum Beispiel die höchste Glücksähigkelt an die höchste Leldfähigkeit gebunden ist. So zeigt gerode die wissenschaftlickc Betrachtung der Dinge die unlösliche Verbundenheit jede» einzelnen Menschen mit dem All in ganz anderer und tröstlicherer Weise als der astrologische Wahn. Bt. Die Kroll Oper beginnt zu früh. Man schreibt uns: Einige Opernausführungen der Kroll-Oper, in den letzten Togen war e; der..Rosenkavalier" und der„Schatzgräber", beginnen schon um 7 Ubr. Jjt sich die Venvaliung der Kroll-Oper nickst darüber klar, daß diese Zeit für das Heer der W-rltätigen zu früh angesetzt ist? Gewiß dauern die Bovftellungen recht lange, aber man wird lieber Arbeiterpartei und Außenpolitik. Beschluß des Blaikpooler Kongresses. London. 6. Oktober.(Eigenbericht.) D�m Arbeiterparteitag in B'.ockpool wurde von der Erekutioe eine Entsck,ließung zur Außenpolitik vorgelegt, die sich für da- Genfer Protokoll erklärt und auf die Gefahr verweist, die sich aus Souderabmochungen zwischen Einzclstraten ergeben können; gefordert wird, daß der Völkerbund sich in Zukunft wergere, Ver> träge einzutragen, die mit dem Völkerbundsstatut in Widerspruch stehen. Die Entschließung erklärt, daß die Weigerung der britischen Regierung, einen allgemeinen Schiedsiierichtsvertrog abzuschließen und die sogenannnte fakultative chaager Klausel zu unterzeichnen, einer Friedenspolitik widerspreche; die Entschließung mißbilligt die Hiltung der britischen Regierung in der vorbaettenden Cnt- wesfnungskommission und weist darauf hin, daß das Mißlingen der Ceeabrüstungskonferenz die Notwendigkeit des Abschlusses von vor. hergehenden Abkommen für die Beilegung von Streitigkeiten be- wiesen habe.' Diese Seeabrüstungskonferenz habe gezeigt, daß Großbritannien und den vereinigten Staaten mehr ov der De- herrschung der See im Kriegi falls als an der Abrüstung gelegen sei. Dieser Abschnitt der Resolution schließt mit der Forderung nack) neuen Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Die Entschließung verurteilt weiterhin das Verhalten der konservativen Regierung gegenüber Rußland und gelobt, normal« politische und wirtschaftliche Beziehungen auf der Basis der gegenwärtigen Einmischung wiederherzustellen. Zur Frage der englisch-chinestschen Beziehungen erklärt die Resolutmn, die fortdauernde Unsicherheit der chinesischen Derhältniff« dürfe England nicht daran hindern, das vertrauen der chinesischen vationalbewegung durch Einhaltung striktester Neutralität im Bürgerkrieg zu gewinnen. Die Sendung britischer Truppen wird als unnötige Aufreizung beklagt und die sofortige Rückgängigmachung gefordert. In der Begründungsrede betonte E r a m p, daß olle inneren und sozialpolitischen Maßnahmen unwirksam sein müssen, falls nicht «ine im Sinne dieser Resolution gestaltete Außenpolitik betrieben werde. Im Gegensatz zur Arbeiterregierung, der es in ihrer kurzen Regisrungszeit gelungen sei, eine neue inter» nationale Atmosphäre zu schaffen, hätten die jetzt Herr» schenden Klosien einen sicheren Frieden nicht herbeiführen können. Cramp sprach gegen eine radikale Gegenresolution, eine neue Ar- beiterdelegation nach Rußland zu engenden. Cramp betonte, daß es bereits genug und übergenug solcher Delega- l> o n e n gegeben habe. chierauf bekämpften drei kommunistische Gewerkschaftsdelegierte die Resolution der Erekutioe, besonders das darin enthaltene Be. kenntnis zum Genfer Protokoll. Der Kommunist Pollit betonte, daß Frankreich und Polen für das Protokoll wären, weil sie an dem Protokoll profitierten, während Deutschland, das eine R e- oision des Verfailler Friedens wünsche, d!« Grundsätze des Protokolls ablehne.(?) Macdonald antwortete, daß das Genfer Protokoll und eine ähnliche Konvention die not- wendige Voraussetzung für jegliche Reolsion des versailler Vertrages bilden müßte. Unter gespanntester Aufmerksamkeit des Kongresies erklärte Macdonalv, seine Erfahrungen in Genf hätten ihn gelehrt. daß man in Genf— sobald man nur das Wort Revision von Der- fnillcs erwähne— die Geister der Toten durch die Konferenchalle gleiten zu sehen und dos Donnern der Kanonen zu hören glaube---- Nachdem die Gegsnresolution verworfen worden war, nahm die Konferenz die Resolution der Exekutiv« mit überwältigen. der Mehrheit an. Die neugewähKe Exekutive weist weitgehend« persönliche Veränderungen auf. Den Aenderun- gen koinmt jedoch keinerlei politisck?e Bedeutung zu. Mac» d o n a l d. der von nicht weniger als 62 Organisationen als Schatz- meister der Partei vorgeschlagen worden war, wurde ohne Gegen- kandidoten wiedergewählt. Neue Völkerwanderung. Die Hölle der Mandfchureifiedier. einen Schluß um �t2 Uhr gutheißen, wenn die betreffende Oper erst um ÜS Uhr anfängt, als«inen 7-Uhr-Beginn und einen dem- entsprechend früheren Schluß. Am härtesten werden natürlich die Mitglieder der Volksbühne getroffen, die sich doch zu einem hohen Prozentsatz aus Angestellten zusammensetzen und die es nur durch ein Hetzen vom Geschäft in, Theater möglich machen können, um 7 Uhr zur Stelle zu sein, ganz abgesehen von dem Vcrkaufspersonal, das erst um 7 Uhr seine Arbeitszeit beendet. Jedes Boltsbühnenmitglied hat nur zwei Opernvorstellungen im Epieljahr und wenn es noch auf eine davon wegen des zu frühen Spielbeginns verzichten muß, so ist das sicher keine Förderung des Volksbühnengedankens, sondern eine Schädigung, verursacht durch eine allzu bureaukratische Lerwaltungsmaßnahme. Um eine Reform des Musikunterrichts in England. Der Musik- referent im Erziehungsamt der englischen Regierung Hielt dieser Tage aus einem Kongreß der Mustklehrer eine Rede, in der er«ine durchgreifende Reform des englischen Musikunterrichts, ausgehend vom Gesangsunterricht in den Schulen, ankündigt«. Im Mittel- Punkt der musikalischen Erziehung sollen künftig die alten Volks- lieber und Volkstänze stehen. Gegen das Ueberhandnehmen des Jazz auch in der Schul- und Hausmusik fielen scharfe Worte; der Jazzmusik wurde nichts geringeres vorgeworfen, als daß sie dein Kommumsmus den Weg ebne. Die Ruften sind bekanntlich ent- gcgengefetzter Meinung und verbieten ihrerseits die Jazzmusik, weil sie bürgerlich und korrupt sei. MendelefoHa-Bartholdn-vreis. Das Kuratorium der.Felix- Mendelssohn-Bortholdy-Stlftuiig hat unter Vorsitz des Direktors Schreker den Mendelssobn-Bartholdy-Preis für ausübende Ton- künltler den Herren A. Bernstein lSwdierender der Hochschule für Musik in Berlin) und H. Rennen(Studierender der Hochschule für Musik in Köln) zugesprochen. Der Preis für Komponisten wurde für 1328 zurückgestellt. Sphärenmusik des Nordlichts? In den Gebieten des nördlichen Urol sind in letzter Zeit wieder ausgedehnte Nordlichterscheinungen beobachtet worden In russischen Zeitungen wird nunmehr allen Ernstes behauptet, daß nach mehrfachen Berichten diese Erscheinungen von einer seltsamen Musik in den Lüften begleret gewesen seien. Da für hie nächste Zeit Wiederholungen dieses Phänomens erwartet werden, hat sich eine Kommission von_ Dhysikern nach Beresow be- geben, um dort diese Bericht« nachzuprüfen und, falls sie sich bewahr- heiten. Untersuchungen über den Zusammenhang mit photographischen und Schallplattcnaufnahmen durchzuführen. Die Sl�dieogemelnlchaft ifir wlsjcv choftllch« Heimatkunde Sei der Staatlichen Stell« für N a' u r d. n t m o l p fl e a- in PienKen beginnt am J3. die erste Vorlesung diele» vterteljaSre». T-IlneSmerkarlen und nähere Zluitunst bei der Melchästsstelle der Llaatlichen Stelle sür Natmdenkmalpflege, Bcrlin-Schöneberg,«Srunewaldstr. S/7 lFeruwrecher: Lützow SSOO). .Uebrr dl« Ausgaben de, osckerbuudrake,' ist»on der Genstr inier� nationalen Etudjenslellc ein Prc>»aii»ichrcihen für Studenten ausaelchrteben. Der Preis ist ein Stipendium an den nächsten Gcnser Sommnlchut'urien. Nähere» bei der Liga jür Völlerbund. Riukden, im September.(Eigenbericht.) Eine der größten Wanderungsbswegungen vollzieht sich in den letzten Jahren aus dem Nordosten Chinas nach der nördlichen Mandschurei. Eine Million Siedler hat die über- völkerten und durch Kriege zerrütteten Provinzen Schon- t u n g und T s ch i l i verlassen, um sich in dem sruchtbaren, aber menschenarmen„Wilden Westen Chinas" eins neue Existenz zu suchen. Die Gelder für diese Auswanderung der mittellos gewordenen Kleinbauern werden durch ein ebenso einfaches wie grausames Mittel aufgebracht. Der Mehrzahl dieser Armen hat ihre Töchter in die Bordelle der Küsten st ädte Chinas, der Strait Settlements und Koreas verkauft und ist mit diesem Blutgeld alz Zehrpfennig auf die Wanderung gegangen! Karawanen von Zehn- taufenden Menschen bewegen sich zu Fuß und auf Karren mit ihren letzten Habseligkeiten über die große durch die Chinesische Mauer führende Heerstraße. Gleichzeitig treffen Schiffsladungen Emigranten täglich in dem mandschurischen Hasen Dairen ein. Das Charakteristikum dieser Arme-Leute-Karawanen ist das Fehlen der verkauften jungen Mädchen und aller jungen Männer, die in die Armeen des Nordens und Südens als Soldaten ge- preßt worden sind. Männer und Frauen in mittleren Jahren haben mit ihren greisen Eltern und den jüngsten Kindern die müh- selige Wanderung angetreten. Haben sie das Land ihrer Sehnsucht erreicht, dann beginnt ihre Not von neuem. Der Krieg mit dem Rivalen um die Heimstätte fängt an, und ist ein Stückchen Land mühselig erkämpft, dann bc- ginnt der Kamps mit dem Boden und dem ungewohnten Klima. Die Emigranten erhalten Fahrpreisermäßigung auf den Eisen- bahnen, Männer und Frauen über 50 und Kinder unter zehn Jahren freie Fahrt. Die reichen chinesischen Kaufmannsgilde» der großen Städte, durch die die Auswanderer ziehen, haben Suppen- küchen eingerichtet und die zahlreichen Landsmannschof- te n von ehemaligen Bewohnern der Provinzen Tschili und Schon- tung Hilfskomitees ins Leben gerusen. Trotz dieser mit großen Mitteln, Weitblick und ZZerständNis durchgeführten Hilfsaktion v e r/ a g t das Wohltätigteitswert vor dem Riesenurnfang der zu lösenden Ausgab«. Der Weg von de? alten zur neuen Heimat ist für die Landstüchtigen eine kette fürchterlicher Tragödien. Tausend« von gebrechlichen und alten Leuten erliegen ünter- wegs der Witterung, dem Hunger und den anderen Strapazen der Reise. Ein« endlose Reihe Gräber säumt di« Wanderstraße als schreckliche Meilensteine für die später Kommen- den. Nicht weniger grausam als das Schicksal der Alten ist das Schicksal der Kinder, denn die größten Strapazen beginnen erst, wenn das Bahngebiet verlassen ist und noch hundert« Meilen in unwirtlichem Lande zurückzulegen sind. Dann werden die Kinder für die Hungrigen und die Müden zur unerträglichen Last, die über Bord zu werfen Rettung des eigenen Lebens und der Zukunft bedeutet! Säuglinge und Kinder bis zu zehn Jahren werden zu hunderte» in den großen Städten zurückgelassen. verzweifelte Mütter werfen ihre Kinder aus den Eisenbahnwagen, wenn der Zug einen Fluß übersetzt. Das Aussetzen von kleinen Kindern in Fetzen von alten Kleidern oder in Zeitungspapier auf den Eisenbahnstationen gehört zu den Alltäglichkeiten. Das Ganze ist«in Bild gewaltig und grausam wie aus den Urtagen der Menschheit. Vielleicht wächst aus dieser Völterwonde- rung wenigstens für einen Teil dieser Armen und Schwachen neues Heil und ein« bessere Zukunft. Wichtiger aber noch als diese Hoffnung ist die Erkenntnis von der Unzulänglichkeit einer Organi- 'sation, di« solches Grauen möglich macht. Hitlers Pläne zum Mai 1923. Der bayerische Untersuchungsausschuß beschließt uuvereidete Vernehmung des Jnstizminifters. München, 6. Oktober.(Eigenbericht.) Der zweit« Tag des Parlamentarischen Unter- suchungsausschusses des Bayerischen Landtags brackste ein vierstündiges Referat des Mitberichterstattcrs Gen. Dr. H a e g n e r, der an HandißMr Akten eingehend über die Zusammenhänge des 1. Mai 1S23 Aufschluß gab. Er stützte sich zunächst auf dos Protokollbuch der Kampfverbände über die Sitzungen der Arbeitsgemeinschaften der Kampfverbände vom 4. Februar bis 30. April 1923. Als politischer Leiter in dieser Arbeitsgemeinschaft fingiert« der frühere deütschnationale I u st i z m i n i st e r Dr. Roth, als militärischer Leitsr Äri ebek. als Führer des ausschlaggebenden Verbandes der Notionalsvziaiisten Hi t i« r Feiner waren eine Reihe Leute von den übrigen vaterländischen Verbänden sowie aktive Reichswehrosf»! ziere beteiligt, darunter der Festungskommandant von Ingolstadt, Oberstleutnant Hoff- mann. Dsr Zweck der Sitzungen war, ein einheitliches Zie' der Kampf- oerbände für die„innere Reinigung" festzulegen und die Staatsregierung durch ständigen Druck diesem Zie! geneigt zu machen. Don Anfang an wurde die Umgestaltung der Staatsregierung im Sinne der Kampfverbände betrieben. Es sollten insbesondere Innenminister Dr Schweyer und der Polizeipräsident N o r tz verschwinden. Aber die ehrsieizigen plane der nakionclsozialistischen Zührerclique bcschränkisn sich nicht auf Bayern. Die välkische Umwälzung sollte sich auf das ganze Reich er- strecken. Einen anderen Zweck konnte die dauernde Bcr- bindung der Arbeilsgemeinschast mit dem damaligen Reichskanzler Euno nicht haben. Für die Finanzierung der Arbeitsgemeinschaft sorgte neben Herrn Z e l l« r, dem Vorsitzenden der Vaterländischen Verbände Münchens, vor allem auch Kommerzienrat Zentz. Bereits in der Sitzung vom ll. April wurde die Aussasfung der Arbeilsgemeiuschast ausdrücklich dahin interpreliert, daß eine Gewähr für den Weiter- bestand der bayerischen Regierung nicht übernommen wird. Hitler war auch für die Ausnahme des Kampses gegen die Bayerisch« Volke parte!, denn auch sie pfeife ans dem letzten Loch. Als der Stoalsgerichtshof in Leipzig gegen Hitler, Weger und Dietrich Eckart VerHast ungsbe fehle erließ, wollte die Arbeitsgemeinschaft damals schon die bayerische Regierung»wingai. die verhastungsbesehle nicht durchzuführen und das Republikschutzgesch für Bayern auszuheben. Oer vruck auf Sie Negierung. In der Sitzung vom 26. April wurde beschlosien, die Maifeier der Gewerkschaften zu verhindern. Di« Stauisregierung wurde unter drück gesetzt und kam den Verbänden insoweit entgegen, als sie den geplanten Maifcierumzug verbot und nur Teilzüge zum Festplotz g«stattetc. In der Kitzung vom 39. April wurde die Sachlage besprochen und beschlossen, nachdem Hitler für aggressivstes Vorgehen eingetreten war: die Aktion wird bewafsnel gemacht. Ausführungen der Vezirkssiihrcr der Vaterländiscben Verbände entnahm der Polizeipräsident, daß die Arbci'er in München am l. Mai in den Straßen zusammengedrängt und wie tolle Hunde niedergeschossen worden sollten. Diese Feststellung machte der Polizeipräsident in seinem amtlichen Bericht an den Staatsanwalt. Gleichzeitig, also am 30. April, hatte Dr. Roth im Auftroge der Kampsoerbände wiederholt Versuch« unternommen, den Innen- minister zur Verhängung des Ausnahmezustandes zu veranlassen. Bei einer Besprechung Roths wil Kn-lling und Schweyer kam es-u einem scharfen Zusammenstoß zwischen den beiden Ministern- Snilling war geneigt. den Aorderuugen der Lampfverbände entgegenzukommen.»nährend Schweyer sich aus deu Loden der Slaalsautonlal stellte. Inzwischen hatten die Kampfverbände ihre militärischen Rüstungen für den 1. Mac in die Wege geleite«. Die Vaterländischen Verbände wurden durch Befehl ihrer Bezirksführer für den Morgen des 1. Mai alarmiert. Auch Feiierwasfen sollten mitgebracht werden. Einen ühniicheii Befehl erließ der Bund Oberland. Die Nvtionolsozialisten hatten ihre aus- wältigen Stohtruppführer am 28. April tn München zusammengerufen und den Ausruhr durch Decktelegramm« für den i. Mai vereinbart. Diese Telegrainm« gingen am 30. April mit- tags ins Land hinaus. Als Zweck der Alarmierung wurde der Schutz der Stoatsrexieruna ausgegeben� Daraus sehten sich aus ganz Bayern nationalsozialistische Trupps, zum Teil in voller Be- waffaung, gegen München in Marsch. In München wurden d'e Nationalsozialisten für den 30. April, abends 7 Uhr, mit roten Alarmzetteln alarmiert. Aussagen Beteiligter ergaben, daß Alarm mit roien Zelketn Abrechnung mit dem inneren Aeind bedeutete. Kriebel haste inzwischen einen militärischen D. S s e h t für den 1. Mai ausgearbeitet, der an die iknterführer weitergegeben wurde. Die Hauptpunlt« dieses Befehls lauteten: Die Arveils- > gomeinschaft der Kampfvcrbände wird di« Mitsührung roter Fahnen bei der Maifeier verhindern und die Einzelumzüge zerstreuen. Di» Aufgabe ist ohne Schuhwasfen zu lösen. Macht der Gegner von Schußwassen Gebrauch, so ist der Widerstand mit den gleichen Waffen zu treffen. Jede Gruppe nimmt auf Lastkraftwagen laichte und schwere Maschinengewehre sowie Gewehre mit ausreichender Munition mit. Jede Gruppe sorgt für entsprechende Sanitätsausrüstung und Mitnahm« von Aerzten. Gegenmaßnahmen See Neg erung. Diese Vorgänge veranlaßten den Ministerrat, von auswärts Reichswehr und Landespollzsi nach München herbeizuholen. K n i I- l i n g war derweilen nach Berlin gereist. Der Ministerrat lehnte nach wie vor die Verhängung des Ausnahmezustandes ab. Zum putsch dereit. Die Truppen der Kampfoerbände traten gegen 3 Uhr früh den Marsch nach Obcrwiesenseld an Im Morgengrauen drangen sie unter Mißbrauch von Ausweisen in die schwach ge- sicherte Kaserne der Reichswehr und holten Waffen aller Art auf Lastkraftwagen heraus, sogar Geschütze der Reichs- wehr versuchten sie, allerdings vergeblich herauszuholen und weg. zufchleppen. Auf Grund dieser Sachlage gab Innenminister Dr. Schweyer wiederholt den Befahl au?, die irregulären Kampfverbände zu entwaffnen und aufzulösen. General D a n n« r, der den Oberbefehl über Reichswehr und Landespolizei übernommen hatte, führte auf Grund der Weisungen des Polizciministers die Eitz- treisung der Kampsvcrbände auf dem Oberwiesenfeld durch. Uch einen Durchbruch der bewaffneten Verbände gegen die Theresienwi-se, wo die Maifeier stattfand, zu verhindern, wurden die Abmarschstraßen vom Obcrwiescnfeld abgeriegelt und Befehl gegeben, bewaffneten Widerstand mit der Echußwaste zu brechen. Dieser Sehishbesehl wurden den Ratsonliisozialisien durch einen Reichswehroffizier sofort wieder verraken. Jetzt entschloß sich Hitler, seine Aktion abzubrechen. Die Polizei gewährte, nachdem er sich verpflichtet hatte, di« Massen abzulegen, sr»i«n Abzug. In kleinen Trupps zogen die Ratio. nalsozialisten in die Stadt, wo es zu gelegentlichen kleineren Zu- fanimenstößen mit den Arbeitern kam. Am Abend des 1. Mai hielt Hitler dann eine Versammlung seiner Anhänger im Zirkus Krone ab, und seine Unterführer fluchten auf die Staatsregicrung, daß sie den Tag nicht zur Durchführung der inneren Reinigung benutzt hatte. Gärtner wirü als Zeuge gelaüen. Nach der Berichterstattung Hoegners unternahm das deutsch- nationale Mitglied dez ilntersuchnngsausschusses ein« Enklaflung»- ossensive zugunsten des Justizministers Gürtner. Der deutschnotio- liale Frokt'oneführer verdächtigte die beiden Berichterstatter in der unglaublichiten Weise, indem er ihre Referate alz oberflächlich und «inseitig bezeichnete, obgleich e- zugestehen mußte, daß er die Akten selbst gar nicht kannte. Es kam wieverholt z» f ch o r f« g Z u- s a m m e n st ö ß« n. Das Ergebnis war schließlich der einstimmige Beschluß de» Ausschusses, in der Freilagssihung den Zustizminister Gürtner. den tondgerichtspräsidenten S l e n g l e i n. den Landgerichtsrat Dresse und den Ministerialrat Dürr als Zeugen zu vernehmen, um festzustellen, ob durch gesetzwidriges Eingrelse« des Zuftizminifler» Gürtner d», Sirasversohren gegen stiller und Genossen ncljm-.it> nd schließlich elv-esiellt wurde, vi« Vereidigung dieser vier Zeugen wird nicht vor ihrer ver- nehmung. sondern erst in einem spateren Zeitpunkt vorgenommen werden. Kampf in öer berliner tzolzmönstrie. Heute Streikabftimmung. Die Funktionäre der Berliner Holzindustrie beschäftigten sich gestern abend in einer stark besuchten Versammlung im Gewerk- schastshaus mit dem Ergebnis der LohnoerhaMungcn, die mit den Berliner Holzindustriellen geführt wurden. Der Berliner Beooll- mächtigte des Holzarbeiteroerbandes, Genosse B o e s e, gab den Funktionären einen eingehenden Bericht von den Verhandlungen. Die Funktionäre hatten bekanntlich die Ortsverivoltung beauftragt, die Lohntarise zum 30. September zu kündigen und eine Lohn- Zulage von 13 Pfennigen auf olle bestehenden Lohne zu fordern. Mit den in der„Babeho" zusammengeschlossenen Unter- nehmcrn wurde insgesamt viermal verhandelt. Diese Unternehmer machten in jeder Verhandlung nur tropfenweise Zugeständnisse. Ihr letztes Angebot war ab 1. Oktober eine Zulage von sechs Pfennigen pro Stunde und ab 1. November eine Zulage von weiteren zwei Pfennigen. Trotzdem die Verhandlimgskommissio», um doch noch eine Verständigung zu cnnöglichcn, mit ihrer Lohnforderung b i s auf 13 Pfennige zurückgegangen war, wurde auch diese Forderung von den Unternehmern als völlig uirdiskutabel a b g c- lehnt. Mit den Vereinigten Verbänden Pacihschcr Richtung wurde nur einmal verhandelt. Diese Unternehmergri'ppe war nur bereit, die. Löhne um fünf Pfennige zu erhöhen und in dem Vertrag«ine Klausel auszunehmen, nach der eventuell ciatretende Mieterhöhungen während der Vertragsdaucr auf die Löhne zugeschlagen werden sollten. Genosse Bocse betonte, datz die Verhandlungen aus der ganzen Linie als gescheitert betrachtet werden müssen und die Funktionäre nun darüber zu ent- scheiden chaben, ob die Forderungen durch den offenen Kampf durch- gesetzt werden sollen. Ein Annehmen der Angeboic oder nochmalige Verhandlungen oder gar ein tarisloser Zustand könne für die Ber- lincr Holzarbeiter nicht in Frage kommen. Die Berhandlnngs- lommission ist nach einer eingebenden Beratung zu der Aufiaisung' gekommen, daß der Kampf, den die Unternehmer ihren Arbeitern aufzwingen wollen, aufaenommen werden müsse. Nach einer ganz kurzen Debatte legten die Funktionäre ihre Auffassung in folgender einstimmig angenommener Entschließung nieder: „Das van den Arbeitgeberverbänden gemacht« Lvhnange- b o t entsprickst in keiner Weise den gesteigerten Lebenshaltungskosten und wird von den Funktionären des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes, Dcrwoltungsstelle Berlin, einmütig abgelehnt. Die noch imnier im Steigen begriffene Teuerungswelle erfordert einen Lohnausgleich entsprechend der von den Funktionären auf- gestellten Forderung. In Anerkennung aller Bemühungen der Verhandlungs- kommission, den Frieden im Holzgewcrbe zu erholten, sind nunmehr die Verhandlungen als gescheitert zu betrachten. Infolge dieser von den Unternehmern heraufbeschworenen Situation ist ein Kampf unvermeidlich, für den allein die Unternehmer die Veront- wortung trogen. Die Funktionäre befürworten deshalb, die aufgestellten Forde- rungen durch einen Streik durchzuführen, und erwarten von den Mit- gliedern, daß sie sich an der heute, Freitag, in ollen Betrieben vor- zunehmenden Urabstimmung beteiligen." Das Abstimmungsergebnis muh am Sonnabend in der Zeit von 2 bis 4 Uhr nachmittags in den Lokalen, wo sonst die Bezirksvertraucnsmännorversanimlungen sind, abgegeben und dann sofort von den Bezirksöbleuten dem Bureau des Holzarbsiterverbandes bis f p ä t e st c n s 6 II h r n a ch in i t t a g s übermitlcit werden. Für den Bezirk Südwesten muffen die Abstimmungsergeb- niifc im Lokyl Mittcnwalder Straße 10 und für den Bezirk Ober- fchöncweide im Lokal Pophal: Wilhclminenhofstr. 18, abgegeben werden. An der Urabstimmung haben sich n u r die Mitglieder des Deutschen Holzorbeiterverbandes zu beteiligen. Vom Srauereiarbeiterftreik. Die gestrigen Vorverhandlungen. wie wir bereits berichteten, hat Herr ßewrrberat Körner als Vorsitzender des Schlichkungeouxfchustes von Amis wegen in den Lohnkonflikk vermittelnd eingegriffen und die Parteien zu Vonnerstag IS Uhr geladen. Die Aussprache sühric zu einer Verein- b a r u n g. die als Grundlage zu weiteren Verhondiuvzen dient. Diese Verhandlungen werden heule nachm'ttag um t4 ktbr beginnen. Streik üer hoteihanSWerker und Transportarbeiter. 3m Kampf um den Achtstundentag. Der zwischen den freien Gewerkschaften und dem Verein Ber- liner Hotel- und verwandter Betriebe E. D. abgeschlossene Lohntoris für die.Handwerker und Transportarbeiter war zum 30. September abgelaufen. Auch der Manlelvertrog war von den Tarisorgani- satwnen zum 30.«eptember gekündigt worden Die Gewo-ksch-zstcn halten neben einer Anzahl Verbesserungen der sozialen Lsitiinmungen des Vertrages die Herabsetzung der 53- bis 56 st ü n- d i g e n Arbeitszeit auf 48 Stunden gefordert. Ferner wurde auf alle behebenden Löhne eine Zulage von wöchentlich 3 M. verlangt.' Da die freien Verhandlungen mit den Hotelbesitzern zu keiner Verständigung sührtcn, wurde oin 5. Oktober vor dem tgristichen Schiedsgericht umcr Vorsitz des Grwerborats Körner weiter osr- handelt. Auckz Kier konnte eine Einigung nicht erzielt werden, so dag schließlich noch etwa fünfstündiger Verhandlung mit der Stimme des Lorsitzenden ein Schiedsspruch gefällt wurde, der im wesentlichen folgendes besagt: Die Zlrbcitszeit beträgt grundsätzlich acht Stunden täglich, kann jedoch, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Be- triebe? es erfordern, vorübergebend bis zu 5 3 S t u n d e n in der Woche verlängert werden, tzür die Mehrarbeit über 48 Stunden ist außer dcm'tarissichen Stundenlohn«in Zuschlag von 15 Proz. zu zahlen. Dieser Mantelverlrag soll bis zum 31. Oktober 1928 gelten. In der Lohnfrage trägt der Schiedsspruch den Forderungen der Arbeiter überhaupt nirbt sidechnung. Er sieht im Gegenteil er- hebliche Lohnkürzungen, und zwar»on l bis 6 M. tzro Word? vor. Das LohnobtomnrcN soll bis zum 31. März 1928 lauten. Zu diesem Schiedsspruch nahm gestern abend eine überfüllte Ber- samnilung der Handwerker und Transportarbeiter der Berliner Hotelbetriebe in den Musikcrsäicn Stellung. Sämtliche Diskussionsredner lehnten in sachlicher, aber bestimmter Form den Schicds- spruch als völlig unannehmbar ab, nicht nur we�en der Dauer des Lohnabkommen? und der darin norgejehenen Lohn- kürzung. sondern vor allem auch wegen der Nichtberücksichtigung dor Forderung aus restlose Einführung des Achtstundentages. In der geheimen Abstimmung wurde der Schiedsspruch fast e i n st i in m l g o b g e lc b n t. Für die Schichtarbeiter, die zu der Versammlung nicht erscheinen konnten, wird sofort«ine Urabstimmung in den Betrieben vorgenommen, deren Resultat bis lzeruc Freilag mittag IL Uhr im Bureau des Metalloibeiterv-rbandes abgegeben werden muß. Die Versammlung beschloß ferner, die Arbeit am Sonnabend früh einzustellen. Am Montag vormittag 10 Uhr ist im Rosent Haler Hai eine Versammlung oller Streikenden, zu der jeder, der nicht Streik- postcn stehen muß. zu erscheinen hat. Streik in der Berliner Weißmetallindustrie. Die Arbeiter m der Weißmetallinduftrie nahmen am Donnerstag zu dem am Dienstag gefällten Schiedsspruch für die Weiß- Metallindustrie und den ihr angeschloiienen 16 Betrieben Stellung. Zunächst wurde lebhaft bedauert, daß die �voraesehenen Lohn- Zulagen von fünf Pfennigen für Facharbeiter, drei Pfewiigen siir Arboitcriiincn, zwei Pfennigen für Jugendliche und der Akkordzuschlog von zweieinhalb Prozent durchaus un- zureichend sind und der Teuerung keineswegs entsprachen. Besonders scharf wurde auch die Form des Schieds» s p r u ch e s kritisiert, der diese Zulagen obendrein auf nur«inen Teil dor Arbeiter beschränkt und den bisher schon besser gestellten Arbeitern die Zulage absichtlich vorenthält. Mit überwältigender Mehrheit wurde beschlossen, diesen unzu- länglichen Sckziedssprirch abzulehnen und in dcnStreik einzutreten. Der Zeitpunkt der Arbeitsniederkegung wurde der Organifotionsleitung überlasten. Es kommen etwa 600 Arberter in Frage, die besonders gut gewerkschaftlich organisiert und diszipli- nicrt sind. die Verhandlungen bei der Hochbahn. heule Aortführung der Dcsprechnngen. v. 5>. Am gestrigen Donnerstag fanden zwischen der Direktion der Hochbahn und dem Deutschen Verkehrsbund Verhandlungen üb er den Manteltarif und die damit im Zusammenhang stehenden Fragen statt. Es wurde im Laufe der Unterredung eine gewiss« E n>- I p a n n u n g der Lage und auch eine A n g l e i ch u ir g zwischen deir Parteien erzieh. Am heutigen Freitag soll die Konferenz sortgesegr werden. Im Anschluß an die Besprechung mit der Direktion fand eine V e r s a mmlung der Hochbahn funktionärc statt, in der die Gewerkschaftssührer über den Stand der Dinge berichteten. eine Versammlung der Hochbahnfunktion äro statt. O r t m o n n vom Verkehrsbund berichtete über das Ergebnis der Verhandlungen. Die Versammlung verlief erregt, da die Kommu- nisten einen befristelon Streikbeschluß verlangten. Nach loiigwierigen Debatten wurde dieser Antrag jedoch abgelehnt, und die Vcrsamm- lung beschloß, am Sonnabend eine U r a b st i in m u n g durchzuführen.__ Streik in den mechanischen Schuhreharaturwerkstätten. Nachdem die am 5. Oktober geführten Verhandlungen mit den Inhabern der mechanischen Reparaturwerkstätten gescheiter« sind. haben die Arbeiler der Betriebe H- Leiser N a ch f.(93 Personen). William D u l b e r g(25 Personen) und L. M a n d e l b a u in (23 Personen) den Streik.in der Versammlung am Mittwoch be- schlosien und sind am Donnerstag einmütig in den streik eingetreten. Die Arbeiter der übrigen Werkstätten, soweit bisher Verhandlungen " wurden, konnten sich dem Streik nicht sofort anschließen, das Vertragsoerhältnis noch nicht abgelaufen ist. Die Kollegen dieser Betriebe haben jedoch strengste Solidarität zugesichert. Die drei vorgenannten Betriebe sind gesperrt. Die„Wanderratken". »t»e Tnivpe jitan« itiinstl».»cccnftolicn fit Sc* Zcotelserbo-d der Mit- gestellte» die eeste vigauis-tiore-ufsübr»»» ihre, Pr»aral»m» unter dem Titel .Wo« nn, sehli!» am Sonntag, 9. Oktober, 11',» Uhr, im Phobuinolost«m Anhalte« Bahnhos. Die Pressenorftellung bewie» die Gute der Beranftallnuz. so doh der Belmst sehr eMPsohlen werde» la»n. Interegente« mit Oegnni- iatier.sor'swe!, erhalte«»och Tinteittatarie» auch an Sonntag ad 11 Uhr im Phöbaspalast. Sintriitaprei» 1,2» M. einschl. Kardeeobe»nd Siener. Serie«rwerilchastaingend chroh-Beelin. Heute 1»!) Uhr tagen die Seuppen: Hermannnlatz! Srupvenheim Jugendheim Eanderstr. n, Cae Hobrechtstraße. Seimbesprechunii.— Schäneweide: Grnppenhetin g»ci-ndheim Lansenrr Str. 2, $atec Saal. Heimbesprechung, Uiederabend.— Weddiag: lstruppenheiin Stadtbad Wedding, Gerichtitr. stöbst. Heimbrsprechung und Liederabend.— Norb» tinq: Gruppenheim Jugendheim Euerowalder Sir. 1», Zimmer 12. Portrag' .Seruolpuchleine."— Aeppelinploh: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Heimbesprechung, Sfortrag:.Was soll uns das Theater sein?"— Slordirr'», Sirgschnr: I9>«— 22 Uhr Uebung in der Schule Greifen» Hagener Str. Ib«Rote Schules.— Besnch Rathenow: Heute ießicr Tag zur Terlnnhmenieidi'ng. Di« Iugerdzcntraic ist bis Ist Ubr geöönet.— Achtung. Funktirnäre! Wonlag. IN. Ottober, Ist' Uhr. Im Inzendheim des DWP.. Lintensir. SZsstö, l. portal 2 Tr.. gusammenknnst aller Gruppenleitungen. Vortrag:..Lustsahrt und Arbeiterbewegung." Referent Slugzeugstihrer Walter Binder. Unser Werben. Oraanisaierisches, Zutritt nur gegen Vorzeigung de, Sunktionärausmeises und des Bebbandshvches. Zngendgruppe b-s ZdA. Heute. Sreiiag. Ist', Uhr, kokaeude Veranstaltn», gen: Lichtenberg: Eelanasraum des. Realgymnakum» Pariaue 12. Gruvven. besprechunq und Frstsebung des Arbeitsprogramms.— Siibwest: Jugendheim Belle-Alliaitre-Str. 7/10. Heimbesprechung und Festsetzung des Arbeit». Programms. Verantwortlich siir Politik: Dr. ttnet Geyer; Wirtschaft:®. tilingeshäser; ■"" irti: Lokales: ■ Berlin. �_______... Vorwärts-Buchdrurkeret und CctlaasaniloT« Paul Sinaer« To. Berlin SW SS. Lindenstraße S. Hierzu 2 Beilagen,.Unterhaltung und Wissen" und.Stadtbeilage". Veronlworllich Mr Poimr: Dr. Tuet Geyer; uHinicnart: i». xnngcni Sewerkschattsbewegunz: Fr.»tzlorn: Feuilleton Dr. John Schikowsli: Lok> und sonstiges: Fritz«arstädt; Anzeigen: Sh. Glocke; sämtlich in Berlik Verlan: Norroärt».PrrIag S. m. b H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdru« preise soweit Vorrat; Fleisch, Fische, Obst u. Gemüse werden nicht rugesandt Blut- u. Leberwurst 72p/. Leberwurst keine, funä 1.80 Landleberwurst Pfund 1.20 Dampfwurst... Pfund 1.20 Grobe Mettwurst pm. 1.30 Mortadella..- Pfund 1,30 Speck feil, Pfd. 1.28 mager 1,38 Jagdwurst.... Pfund 1.45 SchinkenpolnischePfd-1.45 Sölz- u. Filetwurst Pfd 1,50 Pökelfleisch gekocht, Pld. 1.65 Bierwurst.... Pfund 1.65 Frisches Fleisch Katbskamm u. Brust.. p/uno Kalbsnierenbraten... nud Schweinebauch u4B1*"*"ä Schweinekamm HammeEvorderfieisch r<°-d Hammelrücken....... rh»d Querrippe............ n™* Schmort eeisch K-�; Kavier, Speer u. Kamm Gehacktes ptd. 80». Liesen p». Prima Ochsenfleisch gefroren Suppenfleisch......... Pk-d 56?/. Kamm u. Brust....... pw-d 60 pt LS pi. 96 pf. 95 pt 98 pf. 98 pf. 1C4 80 pi. los Iis 90pl Weiße Bohnen Linsen r», kochend, Pfd 23 Pf. Neue Linsen Pfund 3s pi. Vlkloria-Erbsen rfund 30 Pf. Viktoria-Erbsen 35 pi. Gelbe Erbsen poi.,Pfd 32 pi Pfund 14 pf. Bruchreis•.. ptund 19 pr. Burma- Reis• Pfund 22 n. Italienischei Reis pm 26 p' Patna-Reis...Piund 28 Pf Amerik. Reis.. Pfund 34 Pf Zitroncn- Görungsgeiränk Vcrfcauh Drogen-Ablel'uns Ausschank: In den Erfrischungsrfiumcn Zigarren- Abieilung Sempali �4& leirfxt u. an-/ p/ genehm. St. Kisle SO SüJdc 7.1 S Indiana leidit und tetn. Sid(. Khie SO Stüde O.SO 20 Pt. Commcrcial � femer G ' ll5ller vollfet». Pfund' Talg... I-Pfund Pekcf 50 Pf. Kokosfett 1-Plund-Tafel 55 Pf Margarine... Pfund 53 Tafelbutter...Pfund 2.04 Dänische Butter Pfd. 2.18 Konserven Reineclauden...... 1.20 Mirabellen........ 1.25 '3 Doa« Br.- U.Schnittbohnen 56 Pf. Junger Spinat.... 44 rf Junge Erbsen...__nf mit Karotten,'/tD. 45 Pf. 78 Pf Aprikosen"?rDo«70Pf- 1.30 Ananas Hawaii, SSch«lb«n 1.30 Tomatenmark ilallenlsch. i kleine Dosen 50 Pf- Rindergulasch.... 1.60 Oelsardinen....>/. Klubdose 48 Pf- D. 78 Pf. KonfltOren, 2>Pfund-Elmep Pflaumen Im Orangen 1.15 Johannisb., Aprikosen 1.20 Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren 1.40 Ananas 1.65 Junge Erbsen miiieifein 95?'. Junge Erbsen»»br fei» 1.45 Pfefferiinge...... 82 Pf. Pflaumen sT.in 66 SwnSOif. Wein Preise für Vi Hasche ohne Glos. San Antonio milder spanischer Botwein.......... 1.05 Tarragona«t, ans..................... 1.15 1925 Niersteiner gui« ah 1924 Ockfener Bocksteiner sthr-nopre�ender 1 Saarwon 1924 Langenlonsheim. Sonnenborn' 1921 Päcser Burgunder) 1924 Cues-Berncasteler Rosenberg v01"'10™- 1924 Norheimer Kirschheck«i«g«nr. Alter Malaga»»>««» oder dunkelbraun 1925 Liebfraumilch ,UBc Art 1 1923 Fleurle Wramger Burgunder......... J Johannisbeerwein ro>> vorzugliche Quai, vom f«b, ui«r Deutscher Weinbrand 8»«d.«bgeiagert. � � 1.35 Iso rgvXX] inf. Nsheweln'S 2 M IM 3.80 Preiselbeeren Musäpfel groll«. Pfund 10 Pf Tafeläpfel«»«. ptund 15 Pf Bergamotten..Piund 16n. Graue Renetten Ptd. 16 Pf. Graubirnen...Piund 20 Pf. Kranzfeigen ncu«.pid. 30Pf. ...... 9 Pfund In Goldtrauben tranzss. 45 Pf. Bananen.. Pf"nd 48 Pf. Weißkohl..... Piund 4Pf. Rotkohl u. Möhren Pfd. 5 Pf. Kürbis im Ganzen. Ptund 6 Pf Wirsingkohl ho'ifnd. Pfd. 9 Pf Fettbücklinge Seelachs geiäuchcrl.Pfd 45 Pf. Schellfische zer. Pld 45 Pf. ..Pfund u. 4S Pf. Schleibücklinge«'"» 43 Pf. Spickaa!ep(d 2.30 ßd 46Pf. Fische ScheSlfische.........«• 32 pt Seelachs ab»« Kap'.««ze Flieh«, ricsd 28 Pt Goldbarse»h»-«»>>»...... pi«>d 30 KabeijaU ohne Kopf, ganze Fltd-e, Wand 34 PL Roizungen f». 25 Fischiilet 40 pl Spiegeikarp«en, Hechte-�"»5 1" GetiügeS u. Wild MaSigänS0 nB�srltdic..... Ilund 1 23«a Fettgänse ausgeschlachtet Racfcennacke, Plond i.15 KealenilOcke... Ptundman von Ffodor Glndtow. Keine Türen, die sind aus den Angeln gerissen. Spinn- gewebe, mit Zementstaub durchwoben, hängt in modernden Fetzen herum. Und dort, aus der Finsternis des unermeßlich wetten Leibes weht ein dumpfer, schimmliger Gestank und aller verarbeiteter Staub. Das Halbdunkel zitterte und dröhnte mit dem klingenden Echo der vergessenen Verödung, Brücken, Treppen, Galerien, Transmissionen, Hebel, Röhren, Leitungen:— aufgetürmte. mit Schmutz durchsetzte Schutthaufen. Und der berauschende. säuerliche Geruch des Zements. Die riesenhafte Schwere des Schlotes mit den herausgerissenen Ofentüren. Die Luft heult wie ein Wasserfall in dem von Staub überfluteten Trichter. plätschert wie ein zottiger Wirbelwind und stößt und zieht Cljeb in den tönenden Schlund hinein. Früher hatte eine kupferne Türe den heulenden Schlund mit sicherem Verschluß zugekorkt und der Schlot zog mit betäubendem Dröhnen und Donnern die feurigen Gluten aus dem bauchigen Zylinder der rotierenden Oefen. Ueber die bleiern knarrende Treppe stieg Gljeb hinunter und ging mit tönenden Schritten an den Fenstern vorbei, die mit Staub wie mit Reif bedeckt waren. Und nur eines drückte ihn nieder, so nieder, daß er sich als Nichts, als puppenhafter Schatten fühlle— das waren die riesengroßen Zisternen der rotierenden Oefen. Einst wälzten sie mit Geheul und kosmischem Pfeifen, von Höllenflammen lodernd, ihre glühenden Ungeheuerkörper, und neben ihnen waren die Menschen, von Feuer begossen, nur lächerliche, winzige Ameisen. Wie kupferne Bögen und Kaktusse muteten diese seltsamen, verknoteten und spiralförmigen dickbäuchigen Röhren über und neben den Oefen an. Und wieder Trans- Missionen, an den Wänden entlang kletternd, durch die Luft fliegend.„n- ..Ach, Gesindel! Pack... Was sie aus dieser großen Kraft gemacht haben...- Wie weit sie es gebracht haben... diese Taugenichtse!.. Durch lange nachtschwarze Tunnel ging e? in die Maschinenabteilung. Ein dichtes, ruhiges, blaues Licht— ein strenger Tempel der Maschinen. Der Boden mit bunten Kacheln in schachförmigem Mosaik bedeckt. Und die Diesel- motore stehen wie Götzenbilder aus schwarzem Marmor, gold- und silbergeschmückt. Sie stehen fest und sicher, ab- gegrenzt, in langen Reihen— zur Arbett bereit: ihnen nur einen Ruck geben und sie werden zu singen und tanzen an- fangen, mit ihrem spiegelnden Metall. Und die Schwungräder sind lebendig in ihrem Fluge, und es scheint, als ob die fette, von Oel und Schwefel durch- tränkte Luft mit heißen Wellen Gljeb entgegenströme. Die Dieselmotors stehen in Reihen wie Alläre, verlangen ihre Opfer. Und die Schwungräder stehen und fliegen. Er be- rührte sie mtt der Hand, sie sind unverrückbar, mtt der Erde verwachsen.— Gewalliae Kristalle— zur Explosion bereit. Hier war alles wie früher, rein und schön, und aus jedem kleinsten Teile der Maschine atmete liebevolle, menschliche Fürsorge. Wie früher glänzte der Boden mtt seinen Kacheln, und der Staub hatte die Fenster nicht berührt. Die Scheiben (eine Unzahl) zitterten im Mderspiel der blauen und bernstein- farbenen Lichtstrahlen. Hier lebte der Mensch noch hart- näckig, und durch den Menschen lebten und waren vor Er» Wartung gespannt— die Maschinen. Und dieser Mensch, in blauer Bluse und Käppi, lief aus einer Gasse, die die Dieselmotors trennte, heraus, wischte seine Hände mit Werg ab, und das Weiß seiner Augen und Zähne leuchtete. Das Käppi war auf seine Rase gedrückt, und die Nase glich dem Käppi, der Schnurrbart stand in roten Borsten im Gesicht, und er war selber stachlig, zäh, auf- mertsam. Freund!... Du?... Was bist du für ein wackerer Regimentstommissar... habe gefühll, daß du lebst und nicht tot zu kriegen bist... wußte, daß du kommen wirft, daß wir mtt dir das aste Karussell wieder aufziehen werden... nun, das ist schön... wie ich mich freue, Freund... laß dich mal mtt unseren Maschinensäften wieder einschmieren.... Das ist er, Brynsa, der Mechaniker, der alle Kamerad. Hier ist er geboren(sein Vater war auch Mechaniker), ist zwischen den Maschinen aufgewachsen, und diese Maschinen waren seine Well. Gljeb und Brynsa haben die Kindheit zusammen verbracht und sind gemeinsam als Arbeiter ins Werk gekommen. „Laß dich anschauen!... Krieger!... Hast den Helm aufgestülpt, aber nur deine Rase und der Stern sind ge- wachsen!... Und deine Hände und Füße erkenne ich— sie gehen stramm, packen hart an...." Gljeb brüllte vor Freude und öffnete seine Arme, um den allen Freund zu umschlingen. „Brynsa. Teufelskerl!... Bist du noch isier?... Warum hast du nicht auch Säcke an?... wie das ganze Fabrikgesindel? Machst hier Feuerzeuge?... Es schaut bei dir hier so aus, als ob du jeden Augenblick diese Höllen- Maschine loslassen willst." Brynsa packte Gljebs Hand und schleppte ihn in einen engen Gang zwischen die Dieselmotore. „Schau nur, Freund, diese Teufel!... Siehst du, wie sie aussehen?... Wie sauber sie bei mir sind, wie junge Mädchen.... Nur ein Wort: Brynsa. fang an! Und dieser ganze fröhliche Mechanismus wird sich zu drehen anfangen, wird den eisernen Marsch wieder trommeln. Maschinen brauchen dieselbe Disziplin, dieselbe lebendige Hand wie deine Armee.... Und wenn ich bei den Maschinen bin— werde ich selber zur Maschine.... Geht ihr alle zum Teufel mit eurer Politik, eurem Hunger, euren Keilereien. Schlagt euch dort, haut euch die Schädel ein, ertrinkt in Blut, hol euch der Teufel, das geht mich nichts an. Für mich gibt es nur eins: die Maschine und ich, wir sollen wie eine Seele sein... „Brynsa!... Ich kenne deine Hände, du hast goldene Hände: Wie schön das ist!... Ziegen sind hier? In drei Teufels Namen!... Laß nur die Windbeutel, die Nichts- tuer mit ihnen herumspielen.... Feuerzeuge wirst du nicht machen?... Bist ein Satan!... Hast dich eingegraben zwischen deinen Maschinen, hast dich nicht gerührt, fühlst nicht unser verändertes Leben.... Mit einer Kanone bringt man dich nicht heraus...." Brynsa blieb plötzlich stehen, riß die Augen auf, starrte Gljeb an. „Hall!.,. Geh lieber gleich, wenn du zu mir mit Agttation und Versammlungen gekommen bist. Damit wirst du mich nicht packen, Bruder! Du bist bei den Maschinen und nicht in einer Versammlung. Du weißt das, und wenn du es weißt— so schweig. Was ich jetzt anfange? Früher wurde hier gearbettet, und jetzt— jetzt sind alle Wege mtt Müßiggängern besät. Manchmal verirrt sich so öln Luder hierher, bekommt Prügel von mir; der beste Platz für diese Schwätzer ist das Fabrikkomitee. Ha, ha, wie die Menschen toll geworden sind von lauter Fresse aufreißen!... Sind vor lauter Faulenzen toll geworden: Faulenzen und Fresse aufreißen ist e>n und dasselbe. Hier kann man mit großen Worten nichts ausrichten, hier sind Maschinen, und Maschinen sind keine Worte. Maschinen sind Hände und Augen. (Fortsetzung folgt.) der„Deutschen Zeitung", der für das Geschreibe Piechottkas gerade- flehen mußte, war anwesend. Herr Bär erklärte mit aller nur wiin- schenswerten Offenheit, die einem bis ms Marl deutschen Mann so gut ansteht, daß er den Beweis für die Behauptungen Piechottlas nicht antreten könne. Er fei bereit, eine Eni- Ichuldigung auszusprechen. Ms der Borsitzende, D r. Warten- b« r g e r. diese Erklärung in m ö g l i ch st schonender Weise für den Angeklagten in Vorschlag brachte, bat Herr Bär mutig, derselben noch folgenden Zusatz hinzuzufügen:„Ich erkläre, daß ich es für ausgeschlossen halte, daß Herr Reichsbankpräsidcnt Dr. Schacht mit irgendwelchen unlauteren Machenschaften ir Ver- bindung gebracht werden kann." Einen vollkommeneren Zurück- zieher als diesen kann man nicht gut verlangen. Rechtsanwalt Dr. Regel erklärte deshalb, den von ihm vertretenen Nebenkläger Dr. Schacht zur Zurücknahme des Strafantrages gegen Bär zu ver- anlassen._ Die spinale Kinderlähmung. Wie schützen wir unsere Kinder vor Ansteckung? In einigen Teilen Deutschlands hat in den letzten Wochen die spinale Kinderlähmung einen geradezu epidemischen Charakter angenommen, und es ist nicht verwunderlich, daß dadurch weite Kreise der Bevölkerung mit Furcht und Schrecken erfüllt sind. Bis heute ist leider ein Heilserum gegen die Krankheit noch nicht gesunden, dennoch aber stehen wir ihr nicht machtlos gegenüber.' Die spinale Kinderlähmung ist«ine Infektionskrankheit des kindlichen Alters. Selten erkranken Erwachsene. Meistens handelt es sich um Kinder im ersten bis vierten Lebensjahre. Ein- gangspforte der Krankheitserreger und die Art der Uebertragungen sind noch nicht sicher. Einzelne glauben, daß die Erkrankung vom Nasenrachenraum ausgehe. Epidemisch tritt die Krankheit besonders im Sommer und im Herb st auf. Es läßt sich nun durch Aufklärung und zweckmäßiges hygienisches Ver- balten der Weiterverbreitung Einhalt tun. Hierbei ist die Zu. sammenarbeit von Arzt, Behörde und Publikum von besonderer Wichtigkeit. Durch den polizeilichen Melde- zwang kommt jeder Fall zur behördlichen Kenntnis, und es werden von Amts wegen die notwendigen Absonderung?- und Desinfektions- maßnahmen«ingeleitet. Deshalb ist es notwendig, daß. vor allem das Publikum keine Krankheitsfälle zu v er heimlichen sucht und schon bei geringstem Verdacht einen Arzt zu Rote zieht. Durch Merkblätter usw. wird die Bevölkerung über das Wesen und die Form der Krankheit, ebenso wie über die zu beobachtenden Bor, sichtsmaßnahmen aufgeklärt. Da sich die Krankheitserreger in den Körperausscheidungen vor- finden, so sind von allgemeinhygienischenMahnahmen besonders diese zu beachten: 1. Huste niemanden an. 2. Halte beim Husten oder Räuspern stets ein Taschentuch vor den Mund. 3. Unterlasse nahe Berührung, wie z. B. das Küssen. <. Benutze nur eigene Hand- und Taschentücher. 5. Halte deine Eß- und Trinkgeräte abgesondert von denen des Kranken. 6. Wasche dir häufig die Hönde. 7. Schütze die Speisen vor Fliegen ünd vernichte die Fliegen, wo du kannst: denn auch sie können die Krankheit übertragen. Die Befolgung dieser Vorschriften ist auch für Gesunde von größter Bedeutung, da diese, ohne selbst zu erkranken, doch Krank- heltslräger und damit Weiterverbreiter der Erkrankung sein können. Wenn so der Weiterverbreitung der Krankheit wirtsam entgegengearbeitet werden kann, vermag andererseits auch der Arzt bei der jchon ausgebrochenen Erkrankung häusig erfolgreiche Hilfe zu leisten. Hierher gehören neben der sonstigen Behandlung besonders elektrische und orthopädische Maßnahmen. Es ist durchaus falsch, anzunehmen, daß die gefürchteten Lähnmngserscheinungen eine notwendige Folge der Krankheit selbst sind, vielmehr kann in vielen Fällen die Verkrüppelung der Glieder durch geeignete Lagerung während der Krankheit ver- hütet werden. Schließlich sei noch bemerkt, daß durchaus nicht s e d e Erkrankung zu Lähmungen und Verkrüppelungcn führen muß, sondern daß, ganz abgesehen von den leichten Fällen, in denen die Lähmung rasch völlig zurückgeht, eine Heilung oft noch nach Monaten unter geeigneter Behandlung erfolgt. Haushaltungslisten unü unnötiger Steuerärger. Ain 10. Oktober sind die Haushaltungslisten für die Personen- standsaufnahme dieses Jahres auszufüllen. Es liegt im eigensten Interesse jedes einzelnen, die Listen genau auszufüllen. Auf diese Weise kann sich mancher unnötige Berührungen mit dem Finanzamt und Aerger ersparen. 1. Bist du Angestellter, so schreibe in die Berufsspalte nicht etwa Kaufmann, sondern kaufmännischer Angestellter. Das gleiche gilt bei allen Berufen, bei denen es Bezeichnungen gibt, die nicht er- kennen lassen, ob der Betreffende selbständig ist oder nicht. Zum Beispiel Apotheker, Architekt, Elektrotechniker, Mechaniker usw. Unterläßt man das, so erhält man die erforderliche Stenerkarte nicht von dem zuständigen Bezirksamt zugesandt. Eine solche ist aber Vor- aussetzung bei der Berücksichtigung der Steuerermäßigungen, bei Steuerabzug vom Arbeitslohn. Fehlt sie, so muß der Arbeitgeber volle zehn Prozent vom Gehalt oder Lohn abziehen. Tut letzterer das nicht und berücksichtigt er etwa aus Gutmütigkeit die Erniäßi- gungsgründe, so setzt er sich der Bestrafung aus. Der Fehlbetrag aber wird bei der Lohnsteuerkontrolle zuungunsten des Angestellten nach- gefordert. Langwierige Verhandlungen und Schreibereien sind außerdem die Folge der Nichtberücksichtigung des vorstehenden Hin- weises. 2. Mancher, der aus der Landeskirche ausgetreten ist, hat sich darüber gewundert, daß er zur Kirchensteuer veranlagt worden ist. Leider ist mancher hieran selbst schuld. Er hat nämlich selbst oder etwa durch«inen Beauftragten d i e S p alte Religion unrichtig ausgefiillt und statt Dissident aus irgendeinem Grunde evangelisch, katholisch oder israelitisch eingetragen. Darauf erfolgt mit Recht seine Heranziehung zur Kirchensteuer. Steuerfrei ist aber nur, wer rechtswirksam aus der Landeskirche ausgetreten ist. Wer das nicht ist, der kann seiner Steuerpflicht nicht etwa dadurch ent- gehen, daß er Dissident hinschreibt, denn alle diese Fälle werden r achgeprüst. Dr. Oslcm. Sozialüemokratie und beamtenbesolöung. Die Beamten vertrauen nur der Sozialdemokratie. Der Werbcausschuß der Post- und Telegraphenbeamten und -Anwärter hatte zu Mittwoch eine öffentliche Postbeamtenversamm- lung in Haverlands Festsäle einberufen, in der der Genosse Ferdinand Bender über das vorstehende Thema reseriertc. Der Referent wies nach, daß die nun endlich bekannt gewordene Regierungsvorlage sich wieder für die unteren Gruppen unsozial auswirkt. Der Jubel der bOOO aus dem Mitteldeutschen Beamtcntag in Magdeburg bei der Rede des Reichsfinanzministers Köhler habe bereits einertiefenErbitterung Platz gemacht. Die dem Reichstag zugegangene Vorlage lasse jeden ideellen, sozialen und demokratischen Zug ver- missen. Der Klassen st andpunkt der Vorkriegszeit soll wieder aufgerichtet werden. Die Reaktion ist auch bei der Be- soldungsregelung auf dem Bormarsche. An vielen Beispielen zeigte Genosse Bender, daß wieder die höheren Beamten das Fett abschöpfen werden Das ist die Frucht der Bürgerblock-Regierung. Um das Uebel mit der Wurzel auszurotten, gibt es nur em Mittel: jeder Beaml« muß sich mit den Arbeitern und Angestellten in eine Kampffront stellen und i n d e r SPD. mitkämpfen. Einmütig wurde folgende Entschließung angenommen: „Die am 5. Oktober 1927 in Haverlands Festfälen versammelten Post- und Telegraphenbeamten sprechen der SPD. für die schon bis- her geleistete Arbeit zur Herbeiführung einer wirklich sozial gerechten Besoldungsordnung ihren Dank aus. In dem jetzt vorgelegten Besoldungsentwurf der Reichsreqierung können die Dersammesten unmöglich eine sozial gerechte Besoldungs- regelung erblicken, wie sie so oft und schon so lange versprochen wurde. Die Versammelten erwarten deshalb oonderSPD., zu der allein sie Bertrauen haben, daß die Sozial- demokratisch« Partei auch weiter alles versuchen wird, um eine gerechtere Besoldungsregelung in den parlamentarischen Körper- schaften durchzusetzen."_ Ein �uto fährt in eine �rbeitskolonne- Drei Arbeiter schwer verletzt. Auf der Chaussee Potsdam— Micha Udorf sind über 100 Arbeiter mit der Ausbesserung der Chaussee be- schästigt. Am Donnerstag, nachmsttags gegen 4 Uhr, fuhr plötzlich in der Nähe der Iägerschicßstände ein B e r l i ne r A u t o in schneller Fahrt gegen einen Sandwagen. Der Kutscher wurde zur Erde geschleudert, kam unter einen Teerwagen zu liegen und wurde schwer verletzt. Auch ein Arbeller, der auf dem Teerwagen saß, wurde heruntergeschleudert und kam unter den Sandwagen zu liegen. Auch er erlitt schwere Verletzungen, ebenso ein dritter Arbeiter. Die Insassen des Autos, das vollständig demoliert wurde, kamen mit Schnittwunden im Gesicht und an den Händen davon. Die Potsdamer Polizei sperrte die Chaussee für den Ver- kehr ab._ Fabrikfeuer in Berlin SO. Die Feuerwehr war gestern abend in der Reichenberger Straße 78/79 mehrere Stunden lang mit der Bekämpfung eines großen Fabrikbrandes beschäftigt. Auf dem umfangreichen Fabrik- grundstück mit mehreren Höfen haben verschiedene Betriebs ihre Wertstätten. Im dritten Slockwerk des ersten Ouergebäudes sind die Räume der Buchdruckerei von B.. die sich bis zum Seitenflügel des zweiten Hofes erstrecken. Kurz nach 7 Uhr wurde in der Buch- druckerei ein Feuerschein wahrgenommen. Zahlreiche Fenster- scheiden zerplatzten und sprangen laut tliörend zur Erde. Die Feuer- webr traf mit mehreren Läschzügen unter Leitung des Baurates M ä d e r an der Brandstätte ein. Die Flammen hatten inzwischen auf den ganzen Betrieb übergegriffen und fanden an Papieroorräten, Druckfarben usw. reiche Nahrung. Baurat Mäder ließ das Feuer von den beiden Höfen über zwei mechanische Leitern und über die Treppenhäuser mit sechs Schlauchleitungen an- greifen. Nach zweistündigem Wassergeben war die Hauptgefahr beseitigt. Die Aufräumungsarbeitcn dauerten bis nach Mitternacht. Der Schaden dürfte ziemlich erheblich sein, da wertvolle Druckerei- Maschinen zum Teil vernichtet, zum Teil schwer beschädigt worden sind. Besonders bedeutungsvoll waren gestern die Ausführungen des Dr. Karl Hagemann, des künstlerischen Oberleiters des Bureaus der Funkstunde. Er stellte mit seinen Darlegungen„D i e K u n st des Rundfunks" sich und sein Programm den Funk- Hörern gewissermaßen vor. Man wird abschließend über seine Aus- sührungcn erst nach dem zweiten Bortrag urteilen können, der in der nächsten Woche folgen soll. Diesmal gab Dr. Hagemann in le- bendigen Darlegungen einen Ueberblick über Aufgaben und Möglich- leiten der Funkkunst, dieser in technischer wie in geistiger Beziehung modernsten Kunst.— lieber einen Dichter zu urteilen, von dessen Werken man nur weniges, noch dazu nur in Uebersetzungen kennt, fft schwer. Andreas von A d y, von Dr. Balfried L o h m a n n, der seine Dichtungen im Rundfunk interpretierte, als„der Dichter des modernen Ungarn" etikettiert, mutet eigentlich nicht übermäßig mzdem an. Er scheint ein Talent, das dem klassischen ungarischen Dichterkreis entsprossen ist. Aber warum läßt man im Rundfunk Verse nicht von dazu Berufenen rezitieren? Dr. Lohmann war gewiß befähigt, über den Dichter zu sprechen, aber er hätte darauf ver- zichten sollen, Verse von ibm zu sprechen. Seine allzu primitiven Rezitationen wirkten peinlich.— Eine flotte Aufführung von Kaimans.Csardasfürstin" beschloß den Tag. Die tempe- ramentoolle Musik dieser Operette und die gute Besetzung der Rollen machten dieses Sendespiel zu einer recht erfreulichen Funkangelegen- heit.> tes, Gegen den Sansmenn Heinrich Sklarz stand am Donnerskag vor dem Schösfengericht Mitte ein« Berhandlung wegen öffentlicher Beleidigung eines Berliner Rechtsanwalts an, den er anläßlich seiner bekannten Sonierungsgeschäste den Vorwurf der Bestechlichkeit gc- macht hatte. Ein Mitangeklagter, der mit Sklarz zusammen diese Beschuldigungen erhoben hatte, ist längst abgeurteitt worden, da- gegen konnte gegen Heinrich Sklarz bisher, obgleich der Fall schon Jahr und Tag schwebt, nicht ein Urteil gesprochen werden. Er war wieder nicht erschienen. Das Gericht ordnete an, Heinrich Sklarz sofort durch die Polizei vorführen zu lassen Nach einigen Stunden kam aber der Bescheid, daß Heinrich Sklarz nicht auffindbar sei. Nunmehr mußte die Verhandlung doch vertagt werden, es wurde aber zum nächsten Termin die zwangsweise Borführung von Sklarz angeordnet. D 1230 in Lissabon gelandet. Pari». 6. Oktober. Nach hier vorliegenden unbestäligten Nachrichten ist da» Zunkers-Ozeanflvgzeng D 1230 heute 16 Uhr in Lissabon gelandet. Revision im Spritweber-Prozeß verworfen. Leipzig, 6. Oktober. Der zweite Strafsenat des Reichsgerichts hatte heute die Re- vision im Spritweber-Prozeh zu verhandeln. Revision hatten an- gemeldet Friedrich Wilhelm Weber, Johannes Käding und Max Leithinger, gegen die Gefängnis und hohe Geldstrafen verhängt worden waren. Das Reichsgericht Hot alle drei Revisionen ver- morsen. Die Kosten fallen den Verurteilten zur Last. Demgemäß bleibt es nunnKchr bei den Urteilen, nach denen der Drogist Johannes Käding zu 13 Monaten Gefängnis. 100 000 Mark Geldstrafe und 25 000 Mark Wertersatz, Weber wegen Hinterziehung von Drannt- weinmonopoleinnahmen zu fünf Monaten Gesängnis, 100 000 Mark Geldstrafe sowie 20 000 Mark Wertersatz und der Ingenieur Max Leithinger aus Berlin-Dahiem wegen Beihilfe zur Hinterziehung von Branntweinmonopoleinnahmen zu 5000 Mark Geldstrafe und 1000 Mark Wertersatz verurteilt wurden. Die anderen acht An- geklagten erhielten Gefängnis- bzw. Zuchthausstrafen bis zu einem Jahr sechs Monaten und hohe Geldstrafen wegen derselben Delikte. Zweites Opfer der Offenbacher GaSvergiftu-g. Osfenboch a. Nk. 6. Oktober. Die gestrigen Phosgenvergiftungen im Betriebe der I. G. Farbeninduftrie haben noch ein zweites Opfer gefordert. Der unter schweren Verqiftungserscheinungen ins Krankenhaus ein- gelieferte Chemiker Dr. Weber ist heute ebenfalls gestorben. Ein deutscher Mörder in Holland verhastet! Die Kriminalpolizei von Amsterdam hat einen zurzeit als Kell- ner beschäftigten Sljährigen Deutschen festgenommen, der von den deutschen Justizbehörden wegen eines angeblich von ihm im Jahre 1919 in Weener, Hannover, verübten Raubmordes an einem Handlungsreisenden verfolgt wird. Die deutschen Justiz- behörden haben bereits das Auslieferungsoersahren ein- geleitet._ Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerskag. dem ö. Oktober. 1. Rennen. 1. Pallas(Cfong). 2. Ping Pong(Pföitfc), 3. Maisahrt lHöllein). Toto: 24- 10. Plot: 14, 45, 22: 10. Ferner Uesen: Schnee- berg, Goldalma, Kasbek, Dämmerilmidc, Licht< Alberich. Finsternis, Paliadio. 2. R e n n e n. 1. EiSbraiit(Grabsch), 2. LokusiasLatendorff), 3. Storni- braut lJaekcl). Toto: 20: 10. Platz: 14. 52, 65: 10. Ferner liefen: Certosina, Fortrolt, Tirili, Goldamsel, Etkiino, Bincula, Rheinsonne, Königskerze, Mohrenbiume. Paradenia, Octave. 3. R e n n e n. l. Borgia(O. Schmidt), 2. Osiri» tHuguenuO, 3. Gourmet tSchönfilch). Toto: 27: 10. Platz: 14, 19, 37: 10. Ferner liefen: Lindwurm, Tricbkratt, MailleboiS, Pan Robert, Morgenstern. 4. Nennen. 1. Pelopea, VfB.» Köpenick und ÄTB. Pankow, Wcistcnlec und Amateure lRcnnbahn), Teu- tonia 0g und BEB. 16(Ehrlstianiastraße), Union und Lantwih, Srarta und Bavaria(Lichtenberg, Hauffstraße), Woltersdorf-Luckenwalde und Berlin 12. Jüterbog und Luckenwalde V, Luckenwalde n und Kolzenburg, Luckenwalde III und Hertha, Frankenfelde und Frisch Auf, Wannsec und Tcmpelhof, Beelitz und Eharlottcnburg, Schöneberg und gösse», Teltow und Llndcnhof. Spielanfang erstmalig ösh Uhr. Borher spielen die unteren Mannschaften. Hockeyspiele am Sonnlag, 9. Oktober. In der Abteilung A treffen sich in Schönholz die dortige Freie Turnerschaft t und die Frei- Turncrschaft Elmrlottcnburg 1 löVi— 17 Uhr. Wenn auch nach den bisherigen Ergebnissen die Schönhalzer das bessere und flüssigere Ecfllg« für sich Hab— lottcnburg ihrem nie �.. W müßte Schönholz gewinnen. Im anderen Spiel in der Schönhauser Aller von 10— llfh Uhr trifft die Sport! B. Nordost auf die Freie Turncrschaft Lichtrnit bcra 2 I. Das Spiel ist sehr offen, doch dürften die Nordoster mit knappem Dorsprung siegen. In der Abteilung I! dürfte die Freie Turncrschaft Ehar» lottcnburg 2 Sieger llbco den Sportverein Moabit bleiben. Das Spiel findet von 14— ISIH Uhr in Eharlottcnburg statt. In der Schönhauser Allee von 16— 17Va Uhr spielen Fichte 1 I gegen Schmargendorf 1, wo Ficht- 1 alles hergeben muß, wenn sie glcichauf bleiben wollen. Weitere Spiel«! Sportverein Fichte 1 II gegen Freie Turnerschaft Schmargendorf 2 Schönhauser Allee 13'!. bis 15 Uhr. Nordost 2 gegen Lichtenberg. Sportler 2 8'4— 10 Uhr Schönliaufsr Allee. Schönholz 2 gegen Freie Turncrschaft Nordring 2 in Schönholz. Schönholz 3 jB** Mo"'____ Eharlottenbürgcr Jugend 13)4— 14)4 Uhr in Schönholz. Frauenspicle: ASB. gegen Sporwerein Moabit 2. Sportl. Bg. Nordost Jugend gegen Lichtenberg- ortlcr.Zugcnd 12)4—13 Uhr Schönhauser Allee. Schönholz-Iugcnd gegen Fichte 1 gegen Frei« Turnersch. Schmargendorf 15—16 Uhr Schönhauser Allee und Freie Turnersch. Schönholz gegen Freie Turnersch. Eharlottcnburg von 14)4—15)4 Uhr in Schönholz._ Arbeiler-Radfahrer Bund„Solidarität. Touren für Sonntag,«. Oktober. Bez. 2. Ort»g«. Reolölln: Streifzllge durch den Grunewald. Start für beide Abteilungen 8 Uhr Bahnhof Hermann. straße.— vrt»gr. Eharlottenburg: RUdersdorfcr«alkberget Start 8 Uhr. Wach. nower Schleus«: Start 13 Uhr Galvanistr. 13.— Bez. 31, Ort»gr. Reioicken- darf! 1. Abt.: 8. 10. Kloster Lehn in: Start 22 Uhr. 9. 10. Sticnitzsce; Start 8 Uhr Kastanienwäldchcn. 2. Abt.: Agitationstour nach Commcrfeld: Start 8 Uhr Antonienstr. 61.— vet»gr. Riederfchönbaufen: Jagdschloß Stern! Start 8 Uhr Schönhauser Allee Ecke Bornholmer Straße.— vrt»gr. Lichtenberg: Ihrcnsfelde. Streifzüge t Schneider: Start 7 Uhr Jung. Ecke Oderstraße.— Ort»gr. Pankow: 8 Uhr Iugcndtour. 13 Uhr Falkcnihorft. �tart Lousttzcr: Platz.— 4. Abt.: 10 Uhr Ahrensfelde fHeringstour). Start Weberwiese.— 5. Abt.: 8 Uhr Streifzüge durch den Osten. 13 Uhr Biesdorf-Süd lIäacrheim). Start Landow berger Platz.— 6. Abt.: 7)4 Uhr Streifzüge durch den Norden. 13 Uhr Etolv, . J|L �.atz.— 6. Abt.: 7'4 Uhr Streifzüge durch den'Nordcn. 13 Uhr Stolpe fWaldsännike). Start Schönhauser Allee 164.— 7. Abt.: 13 Uhr Glienicke tSchnltzeljagd). Start Kolonieftr. 147.- 8. Abt.: 8. Oltober, 18 Uhr, Schorf. Heide. Start Waldenserstr. 1».— 9. Abt.: 12 Uhr Zalkenhorst. Start Schul. straße 114.— 16. Abt.: 6 Uhr Kloster Chorin. 8 Ubr Rüdersdorf. Start Comeniusplatz.— 11. Abt.: 13 Uhr Tour am Start Blochplatz.— 12.«bt. (Motorfahcer): Nauen über Storkow. 8 Uhr Start Schlestschcs Tor. Touristenvereln„Die Naturfreunde", Ienkrale Wien. dcrger»Str. 66. Wusuaoens.— Avt. we uuvvrounen: Freitag, 7. L-crover, 20 Uhr, im Heim Lortzingstr. 19. Geschäftliches.— Abt. Treptow: Freitag. 7. Oktober, 20 Uhr, im Heim Elsenstr. 3. Geschäftliches.— Gemischter Chor: Freitag, 7. Oktober, 20 Uhr, im Altersheim Danziger Slr. 62.— Photogemein.. schalt: Montag, 10. Oktober, 13)4 Uhr, im Heim Ebortristr. 12. Außorordcnt» "Vfernwis vcrfichlvon RaachkaUur, Maffaiy-Delfi & EDEL M l. 2.»«uaa�tta, X 10 Oftoöft, N Ilhr. toi K«>m HA#iEB«dTiHtfaBi»XaK4. Ä16JL �ditutixtai Siontag, �__________— w-.. taUtoaUtt..- ÖU füt S-nat-g, 9. Sltob-r, g. Sonntag, den 9. Oktober. Partie nach Rowawes. Treffpunkt it, am Bahnhof Stralau. Rummelsd uro. Absahrt 7 LS Uhr.«Säst« 10. Oktober. 20 Uhr, tlullurverein entsendet einen Delegierten. Kulturauoschußfitzung bei Sicvert, Kantstr. Z. Partemachrichten Etasrnbungen für diese Rubrik sind ■ ttUa V« 08 Ltudauttraße 8 für Groß-Serlin Net» an da» Bezirtolekretariar 8 Hol. 2 Ire», recht». ,u richte» 8 Krei, Prenzlauer Werg. Sonnabend. 8. Oktober, 20 Uhr, Sitzung der Z«itung»kommilfion bei Burg. Prenzlauer Aüee 189. Alle Kommission»' Mitglieder und die Spediteure müssen unbedingt erscheinen. Heule, Zrcilag. 7. Oktober: 2».»Vf. 191; Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189, müssen sämtliche Bezirk». sührer Marken und die neue Monatsschrift»Unser Weg" abholen. tz8 Abt. 20 Uhr bei B-rtusch. Friedcnstr. 88, außerordentlich wichtige Funk. t'onärsitzung. All, Bezirkssührer müssen erscheinen oder für Vertretung sorgen. 77. mit Schl-ebe 85. Abt. lern. Werderstrafi werden gobeten. die neue Spedition abzuholen. 129. Abt. Friebricksselb«. arstandssttzi Ävnatssch irtft„Unser Weg" umgehend von der Uhr hei Schwarz, Eaprivialle», Funktionär- fitzung. Di» Unterkassierer können dort zugleich die Monatsschrift„Unser Weg in Empfang nehmen. Morgen. Sonnabend, S. Oktober: 25. Abt. 20 Uhr bei Krämer,«kotheniusstr. X Sitzung sämtlicher Funktionäre. Gewerkickaitsbuch und letzte.BorwSrt,",QuiItung find mitzubringen. Abt. All« Genossinnen und Genossen beteiligen(ich an der Werdefeier der Sozialistischen Arbeiterjugend Schönhauser Borstadt um 191; Uhr Schul- aula Schänfließer Str. 7. Ansprach, Genosse Adolph Hostmann. Eintritt». karten zum Preis« oon 20 Ps. find an der Kasse erhältlich. 31. 17. Abt. Grunewald. 20 Uhr im Bohnhof»«staurant Grunewald Bannerweih«. Alle«Senossinnen und Genossen werden gebeten, sich recht zahlreich zu beteiligen. »ingeladen. 20 Uhr nnen uni...W...»________________ Die Genossen de, 9. Kreise» find besonder, 98 Abt. Lt»t«., elde.«ll, tätigen«tzenossen ...._______„ eksiiidrer und sonstigen___.W_... t«fsen sich um 20 Uhr heim Genossen«rull. Lankwitzer Str. 10, zu einer wichtigen Funktionärsitzung. 88 Abt. Marienbors. 20 Uhr bei Reumeyer, Schönederger Str. 08, Funktionär, fitzung. Die Mariendorfcr B«zirk»oerordneten haben edeniall»»u erscheinen. 98 Abt. Renköla. 19V4 Uhr hei Schröder, Steinmetzsir. 52. Funktionärsitzung. Erscheinen ist PMcht.— Di« Genossinnen und Genossen beteiligen sich Sonntag, 9. Oktober, an der Demonstration de» Reichsbunde» der Kriegs- beschädigten. Sammelpunkt KU Uhr Boddinplatz. Von dort nach Treptow. 218 Abt. Lichtenberg. 19>z Uhr bei Kluck«, Schesselstr. 10, Funktionärsitzung. Die Gewerkschaft», und«Senosscnschaftsfunktionäre find ebenfalls eingeladen. Sonntag, S. Oktober: 17. Abt. 10 Uhr Herbftfeier im großen Saal der Hochschulbrauerei. See. Ecke Amrumer Straße. Karten find zu haben bei allen Bezirk». sübrern und an der Abendkasse. Alle Freunbe und Bekannte sowie die �V»rwärtz"�»ser und Sympathisierenden find herzltihst eingeladen, Nberaid« man nur dem Rachwet« de» Deutschen Musiteroerdande«. Berlin, Kam- Mandant, nftr. 01:08 Dönhoff 1277-70 Pelchäftszeit»—1. Sonntag» lo-I Uhr Auf Wunsch: vertreterbesuch. ________ All« SKilglteber treffen sich tzur Teilnahm, an der Demo». stratiou de» Reichsbunbe» der Kriegsbeschädigten 141; Uhr< «es der Kriegsbeschädigten 141; Uhr r Nossen treffen sich 1314 Uhr bei nach dem Boddinplatz in Brgle aus da» Boddin. bei Teich, Knesebeck. leitung de» Reiths. Neukölln.»8 Abt. tichsi platz.— 98 Abt. Di« ftraß« 135, ZUM Abmarst banne rkorp». Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt uod Sinberfchutz: z. Kreta Tiergarten. Achtung! Eonntaa. 9. Oktober. Befichtiguna de» Gr. ziehungsheime» Maidirieden" bei Lichtenrade. Treffpunkt: Potodamee »ingbahnhef UN» 914 Uhr pünktlich. Abfahrt 9,40 Uhr. Interessierte G«. nossinnen und Genossen find eingeladen. � � 7. K«i» Charlottenbnrg. Heut«, Freitag, 7. Oktober, 181j Uhr, un Rathau», Bismarckstraße, Zimmer 170, Akten au?gabe. Rege Beteiligung dringend rrtorterlich. Zungsozialisten. »«ß, Belli»! Die«brnppevleiter werden gehet»», die»onainpragra»»- für Ropember iertigzustellen»nd sie ans der Gesamt»- rarstaltnnz am Mmetag, lg. Oktober,»n den«««offen Kurt ginge Unan» adMgebe». Gruppe Schäneberg: Heute, pünktlich 20. Uhr, im Jugendheim Houptstr. 15, Harzgaisiiimmer, Dlskusswnsabend:„Klassische Kunst und G«. sinnungstheater. Morgen, Sonnabend, 0. Oktober, Fahrt nach dem Landheim r.-....-"-■«- tz(Al Heims am BrunnenplaX Eingang Orthstr. 19. Laden, Bortrag:„Etatsfragen. Referentin Käthe Kern. Pünktliches Erscheinen ist nnbedmgt erforderlich.— Grane Süden: Heut«. Freilag. 20 Uhr. in der Zuristlschen Sprechstunde, Lindenstr. 0, Politisch.satirischer Abend:„Hindenburg.Seburtsiagsfeter." VezirkS'Mieterausschuh. Sitzung der Abteilnngsmieterveetrete«, der im Wobnnngswese» titi- gen Stadt, und Bezirteocrordnetcn usw. am Dienoiag, 11. Oktober, 19 Uhr, in den Soohiensälen, Sophienstr. 17/10 sSochzeitssanl). Snge»- »rdnnng: 1..Di« Neuorganisation de» Berliner W-hnnngnba»«." R«. serent Stadtrat Herme». 2. Bericht de» Genossen Ernst»üben übe«: .Die Reichstagsoorlagen zur Bericklechterung de» Rieterschntz«,»nd z«, «ck-afsnng eine, soziale» Rietrechtee." Z. Borbereitung der«erdemoche. I AtteU"' WMG Jede »ng muß unbedingt«ertrete» sei». Merbeausschuß sozialdemokratischer Polizeibeamlen Groß-Verlin: SPD.. Polizei beamie, Achtung! heute, Freitag. 7. Oktaber. 19>; Uhr. in Haverland« Fcstsäle», Ren« Friedrichstr. 38«ingaug Rockstraß«. Zimmer 8 wichtig« Sitzung. All« LPD..PoIizeiieamt«n werbe» ersucht, bestimmt»» «rschriue». Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Riederschiuhause»: Sonntag. 9. Okiober, Fahrt. Air treffen UM um 8 Uhr am Fried« nsplatz skirche). Riizubringen sind 20 Pf. Sterbetafel der SrosySerliner partei-Grganisation] «ebeiisgemeiufchnst de, kindersrend«,»rria Renlöll». Von unserer Sruppa estraße ist am 1 Oktober unser lieber Freund Werner Kl U g beim Spielen am Stichkanal ertrunken. Beisetzung am Sonnabend, 8. Oktober, -------- dhof To"" Elbestraße Spielen 1414 Uhr. aus dem neuen Zakoblsriedhof in Neukölln, Hermannstr. 99. W:r werden ihn aus seinem letzten Wege begleiten. Tressen: Gruppe Elbestraß» l3V, Uhr am Bahnhof Kaiser-Friebrlch-Straße. All« anderen Gruppen um 14 Ubr vor dem Friedhof. Alle Gruppen beteiM Fceuilde und Bekannte werden gebetcn, sich anzusö So�ialististbe flrbeiteefugenü Groß-Serlln. Abrechnung de« BeUrngamarkrn, Ausgabe der Oktob«r-„Jugend voran" und der„Arbeitcr.Iugend". Abteilungsmitgliederversammlungen heute. i9M llhr: Moabit I: Schule Waldenserstr. 30.— Genefelder-Bientel: Keim Danziger Straß« 02.(Arbeitsgemeinschaft fällt au».)— Stralauer«iertel: Heim Soßler» straße 01. kottbuffe« Tor: Heim Reichenberaer Str. 00.— Eharlattenbneg: Heim Bosinsnstr. 4.— Halenlee: Schule Ioachtm.Friebrich�tr. 35/30.— Britz: Rathaus. Shausseestr. 48.— Köpenick: Leim Grünauer Str. 5.— Baumschule». weg: Seim Ernststr. 10.— Riederschjineweid«: Schule Berliner Str. 31.— Tegel: Heim Bohnhofstr. 15. * Moabit 0: Heim Lehrter Str. 18/19...konfessionell«»der frei« Schulif" w- Rasenthaler Borstabt: Heim gebbenicker Str. 25.„Ausbau, Zweck und Ziel« der GAI."— Weißenieer Heim Barkstr. 50. Mareel-Salzer-Abend(nicht Bolls. tanzadend).— Wörther Platz: Heim Danziger Str. 02. Kründungamstglieder. Versammlung.— Fronfsurter Viertel: Lokal Borkowlli, Schreiner- Eck« Wake beperstraße.„Warum Arbeitcrjuaend?"— Schäneberg 1: Heim Hauptftr. 15. Fllns.Minuten.Reicrate:..Unser« Arbeit"— Renkäll» 01: Spielleut« Uebunga» abend 19 Uhr in der Schule Kopfstraße.— Renköla V und VI:«elterengruppe: Erstmalige Besprechung im Heim Rogatstr. 53. Interessenten w«-diN gebeten, zu erscheinen.— Kankedorf: Schule Advlsstraß«.„Das Lehnswese» im Mittel. alter."— Reinickendors.Wtft: Heim Eeidelstr. 1.„Das Wandern."— Sieden. schär. Hansen: Lokal..Wilhelmshoi". Kaiser-Wilhelm- Ecke Eichenkraß«..Heim. abend.— Paalow.Rord: Heim Görschstr. 14..Bub und Mädel, 1. Tail. Serbebe, Irl Kren, barg: Lindenheim, Sprechchorprabe. Jede Gruppe muß oertreten sein. Morgen, Sonnabend, Funktionärtursua. Werbebezirk Reukill»: Heben de» Tambourkorps im Keim Steinmetzstr. 114. Werbefeiern bzw. Einführungsabende mit bes. Programm: Andrea»platz: Schmidts Gesellschastshau».— Halenheid«: Rades Festfäl«.— Lichtenberg-Rord: Heim Parkaue 10. Morgen. Sonnabend. S. Oktober: «chö-h-nse- Vorstadt: Schulaula Schdnflietz-r Str. 7.«erbeseier. Sin. tritt»karten zu 20 Pf. sind an der Kasse erhältlich. Werbebezirk Reutölln: Prob« zur Werbeseier in Rosenthal im Heim Eanner Straße. Alle Mitwirkenden vom Sprechchor.Spielmanna Schuld" müssen er. scheinen. Kommt alle zur Probe. Vorträge, vereine unü Versammlungen. » Reichsbanner. S chwarz Rot tvold-. mfgm Geschält, stelle: Berlin€ 18 Sebaltianstr 07/10. Hot 2 Tr. Freitag, 7. Oktober. Friedrichshain: Sportabt. 1»>4 Uhr Turnhalle M»« Memeler Straße. Uebunarn für den 30. Oktober. Keeuzberg: Abt. 1 20 llhr Bersammlung bei Seehak, Aillibald-Aleiis-Str. 5. Rcuwahl de» Ab» teilungsvorftandes.— Keeia Rteberbarnim-Rord: So., b. 8., I9>.4 Uhr, Kreis-! sttzung im Eitzungesaal de» Gaubureau« Sebastianstr. 37/30. Erscheinen jede» Borsitzenden unbedingt notwendig.— Sonntag, 8 Oktabez. Ritte: Antreten 8 Uhr Neuer Markt. Fahrt noch Potsdam. Pflichtveranstaltung. Tiergarten: Antreten zur Fahrt nach Potsdam: Moabit 8 Uhr Vhf. Bellevue(Abfahrt 8,18 Uhr): West-n 8,30 Uhr Potsd. Fernbhf.(Abfahrt 8LZ Uhr>. Semeinsamer Treffpunkt! Bhf. Potsdam 9,20 Ubr. Nachzügler 1244 Uhr Potsd. Fernbhf. Kreuzberg: Pilichtantreten 8'1 Uhr Potcb. Bhf. mit Tambourkarp» uich Fahnen zur Fahrt nach Potsdam. Absahrt 3D5 Uhr. Bannmeile deachtenl Eharlatteuburg: 7 14 llhr Absahrt vom Berkehrslokal nach Potsdam. Pslicht. ranstaltung. Vollzähliges Erscheinen der Kameraden erwünscht. Wilmera- it(: Antreten mit- Musik und Fahnen zur Fahrt nach Potsdam. 12 Uhr Bhf. EhaÄbg� NMzckrter Platz. Pchäneb-rg.Frjed-nau: 8'4 Ubr Antreten des gesamten Ortsverein» auf dem Rudols-Wilde-Platz zum Ausmarsch nach Potsdam. Steglitz(Kamerabsch-st): 1144 Uhr Antreten Düppelplatz zur Fahrt nach Potsdam. Jeder aktive Kamerad muß teilnehmen. Tempelhof: 9V4 Uhr Antreten am Bhf. Tempelhos mit Epielmannszug und Fahnen zur Fahrt nach Potsdam. Pflichtveranstaltung.«eniölln.Britz: 10 Uhr Treffen-chuz-nhaus. Trepto»(sämtliche Aam-ravschtsten): 14 Uhr an der koinerichule m ftdpcnitf antreten. Beteiligung an der Bootstaufe der Wasserfp-rtabt. Im Auichluß "''- im Bendtnschloß. Pflichto-ronstaltung. Köpenick: Antreten mit Mufik und Fahnen mit Ortsverein weihe der Wasserfportadt. Pilichtveranftaltung. Spsrtplatz ______ lbe» Ab 7 Uhr allgemeiner Arbeitsdienst für oll- Kameraden, welche !« Veranstaltung in Potsdam nicht mitmachen. Pantow: Pflichtveranstaltung. 10 Uhr Bornhplmer Straß» Ecke Schönhauser Allee Bntr-teu sämtl:ch«-«am«- raden, Spielleut« mit Fahne, zur Fahrt nach Potsdam. Rachrninendlenst ladet ein. Reinlckenbnrs: 8 Uhr Antreten Straße am Wannseebahnhof zur Fahrt nach Potsdam. Pflichtveranstaltung. Hermodors(Kameradschaft): 7,13 Uhr Abfahrt von Hermsdorf nach Potsdam. 8 Uhr Treffpunkt vorWannfeedahnhoi, Potsdamer Platz. Pstichtveranstaltung. Erlner: 9,59 Uhr Abfahrt zur repu- blikanischen Kundgebung Potsdam. Hennigsdorf: Pilichtveranstaltung Bot»- dam. Antreten 8>; Uhr Bahnsteig Hennigsdors. Teltow: 914 llhr Ruhlsdorfer Platz. Bahnfahrt nach Potsdam.— Friedrtchshain: Sonnlag. d. 9., 10V4 Uhr. Antreten mit Musik und Fahnen auf den Sammelplätzen der Kameradichost zur Fahrt nach Potsdam. Fahrgeld 1L0 M. Sämtlich- Kameraden haben anzu- teeteiz. Radfahrerad,«ilung: Fr., d. 7., 20 Uhr, Versammlung de: Busch. Tilstter Str. 27. Sonntag, d. 9., 8 Uhr, Petersburger Platz. Fahrt nach Potsdam. Balkebnnb Raturschutz e.». Sonntag, 9. Oktober. ....."■"''~" iig. ________ 7,41 Uhr ab Bahnhof Fläming-Wanderung Rummeln— Sonntagslart« nach Belz:g egl. Führer Dr. Hilzheimer.— Donnersrag. ai. vimnct, Hr. 0/7, Mitgliederversammlung. Vortrag Universitäisprofessor Dr. De«. :„Brutpslegeinstinkie bei Insekten."— Sonntag. 23. Oktober, 9 Uhr, Punkt vor�m Bahnhos Potsdam(ilhrj.� Zührer Dr� Wülsten. 11(Nähe Hermann- Kollegenkreise. Friedr! Nirmeu waldstr gen er:. Tresspunkt Tnpograponwe» vrawger. unr,grnr arn.. Frrltag Ä> Uhr im Neuköllner Bereinshaus, Hermannstr. platz). Mustklreudig« Buchdrucker herzlichst wlMommen im. BerNn«, vrchesternerei».«referndo 187-". Uebunasabend leden Freitag 20 Uhr im Beretnslokal Wichertstr. 04. Streicher und Bläser w-M-mmen. Urbriter-SaMariterlal-n»« Beelin. Geschästsstrlle: N 4, Echtitderstr. 9. Telephon Norden 8340. Abt. R-inickenborf: Es beginnen«olgende L-hrkurfe: Dienstag, 11. Oktober, Reinickendorf-Sst, Lindauer Straße, Baracken Montag. 10 Oktober, Rwnickendorf.West, Scharnweberftr. 114. Montag, 17. Oktober. Tegel, Schdneberger Str. 3, Jugendheim. Beginn 19V4 Uhr. Reg« SeteaiBung erwünscht,— Abt. Tempelhos: kursusbeginn Freitag, f. Oktober, 13 Vi Uhr, Schule Maritndorf, ktznigstrasie, Zimmer 30. deschädigte», Kriegsteilnehmer und Krlegerhint«, Ui«»«»«». Oetigrnp« Renkill»: Sonntag, 9. Oktober, Ausvmrfch aller Kriegs R»ich, band»er Kriegsb »tiKo«»««. uciHznppe vitnivuni connias/».-"'" �- opfer ZieukMn» zum 10. Siistungsfcst der Ortsgruppe nach Treptow, Irmers Festsäle, Am Treptower Park 27. Treffpunkt Uhr am Boddinplatz. Re. publikaner Neukölln», unterstützt unser« Feter durch rege Bet«ll:gung. Bei ungünstiaer Witterung Beginn de» Festes um 10 Uhr In Irmers Festsälrn. publikaner Neukölln», unterstützt unser« Feter durch reg ungünstiger Witterung Beginn de» Feste, um lii Uhr m„ "lübtjche s-zialbemeiratisch« A-btit.r»eganiiatu>n Paal« Zia., Ort-grappe la. Sonntag, 9. Oktober, 20 Uhr. Versammlung im Saal de- Jüdischen Gemeinde. Rosenttr. 2/4(Nähe Bahnhof Börse). Thema: ,Der Wendepunkt'M Zionismus. Referent L. Kaplanski, Mitglied der Exekutive der Eozwlistischcn � Znternationale» Arbriter.Zbobnnd. Montag 19f4 Uhr wichtige Mitglieder- Versammlung im Jugendheim Yorckstr. ll. usw. »!e «ugu ofll.j Katarrh-Bonbons i Huste! Sie lösen den Schleim, wirken deslnfizterend und schützen vor Ansteckung. Ein Beutel kostet nur 50 Dt. Der zunächst nur einen Bersuch machen will, um sich von dem vorzügliche» Geschmack und der lösenden und desinfizirrenden Wirkung zu überzeugen, der kann schon für 30 Pf. einen Probebeutel kaufen. Die Hustostl-Katarrh-Bonbons It> jeder Apotheke und Drogerie ZU baden.... groß« Erleichtern»» der taglichen Pntzarbeii findet b>« Hausfrau»r Bim, dem hervorragenden Putz- nnd Scheuermittel der Sunlicht-Gesellschaft. Bim reinigt rasch und gründlich alles, was in Haus und Küche häufiger sorg. iültiger Reiniguna bedarf. Di« handliche Dim-Streudof« ermöglicht eine» fpariamen, autgievigen Verbrauch. Diese Vorzüge machen Bim(edel praf. iischen Haussrau unentbehrlich. v«! bors: Antreten Jüeitkels- Scheuer~Pulvjec in* handlicher Sitcuflusche! Sichert fparfatn/te /erWendung Wintermäntel 9' l°a<* Haena, a. waa. aaev aaA Art gamvel Stofie��l(••edmiekr. Abeait«. la Tertchlcd Karaten. I« aack 08-. 00.. 40-. 38 ll.— Wlnlcr-Polclols HPV rpn.vilctfpr« Rflckenlalt« a.Gurt t-danklen. i tiil Ulaf ICI tiftürb od. kftriertca Stoffen mit Akceitt. ,s oftcb OooUUI.«0... 75.� 65� ÄU 45� «a.B« .' rengo,»co warz. Cheviot oder CskimoaU U o. QaaUti* 100.. 90�. 85� 75... 70.� 65.- 55.- ftodi-Pflietois SÜT.-Kn.t.. i» b Oualiti«» Art 100�. 90... 08.. 73 70.- D�tCP.IIlCfPr ÜOckaa ahat Habt, allen aack|. •»JestG«. UOIU.cUotaea za tr.z.n. enIUUnditat HaOarzatA«na»odara»emust Sloiiaa 93—, 90.—. 00—> zu SO- IO. 10. 00- ?Z. mäßigen Preisen «leier st«««....»™, «tickaral, tat bUueo Siollee.(Ol 3|ihriga...... wo» Knoben-Clsier MaLÄ,1'..» deila ia oaeb Unat o. Gr. 1 3iäkrl|a 38—. 30—. 1830. 11 Damen- Winfennöntel vr...Ä2 flotte Idaiaaamc Formen. 53— 2S. Oomen-Teionrsmanfci Farben, mit Pldaeh«der Felzbeaata 16.—. SS. Oflomoneüfiolel SlrÄÄ'� mit aatxflckead Traaeaalaraiaraaf, la aaek An W— 44.— Jfc2:n die Projekte schars- gemacht, weil das deutsch-amerikanische Vorgehen die von England beabsichtigte Kreditsperre stört. Es gibt Leute, die nicht ganz grundlos sich fragen, ob bei der gegenwärtigen Wirtschasts- und Finanzlage Rußlands und der scharf aggressiven Haltung Englands das Risiko aus solchen Geschäften nicht zu groß ist. Endlich ist überhaupt zu fragen, ob die öffentliche Hand mit der Vergebung ihrer Kreditgarantie, die letztlich immer eine Subvention ist, nicht vorsichtiger umgehen muß. Auf der anderen Seite könnte sehr wohl bald der Zeitpunkt «intreten, wo, wie bei den ersten Russenkrediten, Konjunktur- gründe eine derartige Förderung von Auslandsaufträgen nahe- legen. Ohnehin handelt es sich heute erst um ein Projekt, dessen Ausführung noch monatelang auf sich warten lassen wird. Sehr zu beachten wäre, daß die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im Osten die allgemein« wirtschaftliche Position Deutschlands in der Welt fördern könnte. Deutschland hat selbstverständlich kein Interesse daran, wenn die Russengeschäste sicher sind, um Englands willen davon abzusehen. Zunächst wird das Reichswirtschaftsministerium ausführlich und erschöpfend Auskunft zu geben haben. Am Reichstag wird es dann liegen, nach gründlichster und sachverständigster Prüfung seine Zustimmung zu dem Geschäft zu geben oder zu versagen. Hüterverkehr üer Reichsbahn steigt weiter. In der Woche zum 24. September ist die arbeitstäglichc Wagen- gestellung der Reichsbahn weiter von 138 000 auf 158 600 leicht gestiegen. Tabellarische Aebersicht seil August in 1000 Stück. Woche wöchentlich' 1927 1936 1027 1926 3i. 7.— 6. 8. 897,3 773,5 149,6 129,3 7. 8.— 13. 8. 896.0 785,1 149 3 130,9 14. 8.— 20. 8, 894,6 800,4 149,1 133,4 21. 8—27. 8. 912,0 828,3 152,0 138,1 28. 8.— 3. 9. 918,4 824,6 153,1 137.4 4. 9.-10. 9. 928,0 824,3 154,7 137,4 11. 9.— 17. 9. 947,8 842.2 168,0 140,4 18. 9.-24. 9. 051,3 848,1 158,6 141,4 Die Preispolitik ües Aünüholzfpnüikats. ,< Hokuspokus Beniner Theater DönhofflTO. 8 U L&onta 4o.na<.a- rnesi Täglich B'. Uhr: Am ROdeshsiiner SüiloB steht eine ÜBde Parkett statt 4 Mk 'ägl. auch Sonntags nnr 00 PL Sonntag 4 Uhr: Schnee-witf dien Parkett von 30 Pf. an Oper cb S'.'.Uf Komische 41/« Uhr. AllabcndJlcti g'�Uhrl Janaes Klafins | ecaertSg'Os Rct««• Sidck' In 25 Bildern Die Welt applaudiert.. 200 MITWIRKENDEll Thentertcoaae ab 10 Uhr I ununterbrochen gteüttnet 1 1 Neaes Theater am Zoo Täglich S Uhr .,Ach wie so trügerisch— 3 hkütre Akte vtn lud Prasber EHoGoy�tMlyain mit Ihren 13 T nierlnnm sei Hima. DeotsdioiMler Norden 10334— 37 8 Uhr, Ende tl Uhr Zum 23. Male; Ifciiüja.Ma Irötatpiti ni liulstjtjrt Karamerspiele Nortlen 10334— 37 «V.U. Ende lO'fjU. Ihr Mann ISrittM rtn Pia' üaMy Die Komödie Bismarck 3414/7376 SV. Uhr, Ende ItP, Zinsen Komödie von Bernard Shaw Piscatorbiibne Ihert. 3. hollttnlotlpWi Kurfürst 2091/9J 8 Uhr: Koppla. wir leben von Ernst Toller Inz. Erwin PiscatOr Etln. Sldutva, äiflbMsir. Easdi, Ginn. GraoMfi, HiMKnags, rtoununn, An». mm. Freitag, 7. OkL II U. Nacnirorsteiltrng „Biaae Blase" sowjetruss. Klein- kunstbühneMoskau »um 1. Male in Deutschland. Deutsche ßegleitw. Cur! Bote. heiu f. Iii HidJiwrstiHoaa: 1, 2, 3, 4. S U. 6 Mk. Theater des Westens 8 Uhr; Gastspiel Frlul Massary Eine Frau von Format rnaiia-Ttieaier 8 Uhr Der rote Bahn Trianon-Th Täglich 8'. Uhr: Eriks Gtässner in Koplo�tSdulfi Preise 1.2.3M. usw. Sonnab.4 Uhr kl. Pr. Hantel und Greiel Sonntag 4 Uhn So eh» Mädel illiaSofrüiUn 'Iis. Kfinstler-Th HeaieVI, Uhr Premiere Justiz üessing-Thcater 8 Uhr .tieig Seisrith IT Hose-7beater SV. Uhr: Die MatcMnen- baaer t. Berlio ThTim Adnirals�list Täglich SV. Uhr Oi« neue »ALLEe REVUE Sonntag 6 Vorstellung. 3 Uhru.S'/.Uhr Sa*m. Ii« Vw- sfdtBM m hii". Ptth. Plaoetarioin am Iso VirUej. JMdiiBtlliilir Straft Noll. 1378 Oer Stern onhiminelsut der Reise von Berlin nach dem Aequator Vorführungen: 4'/«. 6, 7'/„ 9 Uhr. Eintritt I M. Rirdr«itf. 15 Ishrw O.SflP. fiesideez-Theater Täglich 8'/, Uhr DorliibkDtsijioriies Fridericesilei Sonntag 3'/» Uhr zu halben Preisen. Lustsplelhans SV. Uhr .FilniHtir Sie führen die Bursfe- Inlerieren brlnrt HRPOLOl 'Auch bis zu.M0& Monatsraten y�ßtaddafz Berlin, Leipzig** Str. 122-12i Renaissance-Theater Hardenbergstr. 6, Steinplatz 90!. SM Mi Gastspiel Gramatica: Die K&mcliendamc. ■■ Vorverkauf ununterbrochen. Relthshailen-Theaier Anfang 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eins Hochzell In der Müllorati aßo Nachmittags- Halbe Preise, volle« Programm. u&nhoD-erett'l: VariaM, Konzert, Tanz Theater am Koübasser Tor I KnttbuBser StraOe 0. Täglich h u. u. Sonntagnehm. 3 U. Elite> Sänper in ärofeer Form In Ihrem ärote Bambenprogramm 1 Volkspreise von JO Pf. bis 2�0 M. Sonntagnechmlltag.. Groff« FamUien-Torttellacä Volles Progr. KI. Preise v. 40 Pf. b. 1,75 M. Wöch. Teilzahlung Heg. Herren- a.SJSS'- fertig>!•" ZU auBorgewOhnlich billigen Preisen Garantio f. guten Sitz u. gute Verarbeitung Jolius Fabian MaBsAnetderel Große Frankfurter Str. 37 Kalo Laden! Nur II. Etagel Bitte genau auf Straße und Kausnummer zu echten I • V"' � Boi Gicht. Ischias\ ÄMZcit-u.KapsschmnI. Ahsmna. Snpxs.! EitäLungsknintheilen habsn ITifi?>>g>,i-gcb!ett»n hgnforniggn» drwäiirf. fin Vnl'iub fibeijcugtl VIM besorgt das Übrige Eine angefeuchtete Bürste, ein wenig VIM, und fort ist aller Schmutz— wie weggezaubert! VIM scheuert Holz, Metall, Glas, Steingut, Email und Linoleum, ohne zu kratzen und anzugreifen. Prächtig reinigt VIM schmutzige Hände. „Sunllcht1* Mannheim VIZSf SonnUig, ben 9. Ottober. Darntiflaga 9V, Ahr, In den.Sophie» SSI««", Sophfenstr. 37 13 Branchenversammlung der Eisen-, Reoolverdreher und -drehertnnen sowie Rundschletser. tcg»sokbn»nq! Sie Lohn» und Arbeiteoelhälinifs« in der Bronchi im tstzfen holden Jahr. Ohne Älifgltededuch kein Zufrtfl. Bollzählfge« Erscheinen Iii notwendig _____ Vf« Orl»e«c»aH»a». 0�mm OtE PRAU MiT pßM Ä£6/£'£R,cW MICHEL Sprechapparate von 1.50 M. wöchentllcli SHERLOGK- GESELLSCHAFT in.b.H., BERLIN Hackeecher Markt 2- 3, Telephon Norden 4791-93 Dasfcuesf« SiQuJhreKin i jstb&unsvn&- troffen | JhrerBesicht'- i(Uekhitim Ci> VgtBiSff- kfiiÄ 1 merksam jnaten ri/ows: ItänjonRy �osenfhaIer-5tr.46-A7 yfikeNeuGSchönhauser-Sfc*™ rs» -Uppen MONA MARTENSSON , GUSTAF MOLANDER 0 MARMORHAUS"ss»" .r?,.., Unterhaltung unö �Biffcn � M öer langen Straße. Skizze von Walter Hoffmann. Der alte Landstreicher wickelt« sich umständlich seinen Fuß- läppen zurecht, ehe er mir antwortete. Endlich begann er: ..Du willst also wissen, wie ich auf die Landstraße gekommen bin?" sagte er. Das Lächeln war in seinem von Furchen durch- zogenen G?sicht kaum zu erkennen. „Du bist noch ein zu junger Hund, daß man dir die Frage ver- Übeln könnte. Wie ich auf die Straß« gekommen bin—?" Er schüttelte den Kopf.„Natürlich hat das Schicksal schuld. Du muht wissen, wenn es einem Menschen schlecht geht oder er ist herunter- gekommen, dann hat immer das Schicksal schuld." Wir saßen im Chausseegraben der Landstraße, die nach N. führt. Es war Abend. Im Westen war der Himmel blutrot. Längs der Westseite der Landstraße zogen sich weite Kornfelder hin, während auf der anderen Seite«in Kiefernwald stand. Der Schein des roten Himmels lag auch auf dem Gesicht des seltsamen Menschen, der sich mehr als dreißig Jahre auf fast ollen europäischen Landstraßen herumgetrieben hatte. Jawohl, ein seltsamer Mensch war es, der da vor mir faß, das wußte ich, trotzdem ich nur ein„junger Hund" war. Denn dreißig Jahre lang Bäcker oder Schuster sein kann jeder, aber dreißig Jahre lang die Straße, die harte, lieblose Straße als Heimat zu haben, das kann nicht jeder. Dreißig Jahre lang kein Wort von Liebe hören. Dreißig Jahre lang nur mit Strolchen, Verbrechern, Vagabunden und Polizisten verkehren, oft jahrelang nicht in einem Bett schlafen, hungern und frieren— das kann nicht jeder. Und was das schlimmste ist, die qualvollen Stunden der ersten Jahre, wenn es zum Zurückkehren zu spät ist und ihm klar zum Bewußtsein kommt, was für ein Hundeleben er führt, was für ein Lump er ist. Wenn er dt« heiße Sehnsucht, die unbeschneibliche wahnsinnige Sehnsucht, die ihn aus die Landstraße gejagt hat, verflucht. Was kann er dafür, wenn er eben nicht arbeiten kann, wenn« leben— leben will und nicht schuften von früh bis abend für nichts. Was hat er davon, wenn er von der Jugend bis zum Alter jedes Jahr dreihundertsechzig Tage gearbeitet hat, und hat doch nichts, als daß er sagen kann: Ich habe ein anständiges Leben geführt. Diese Gedanken hatte ich als junger Arbeiter, der ein«„gute Sielle", gute Eltern und gute Möglichkeit zur Weiterbildung tm Stich gelassen hatte, weil ich eben der Lockung der Straße nicht widerstehen konnte. Weil ich kein Arbeitstier für den Bourgeois werden wollte. In Bitternis und Not faßte ich oft den Entschluß, umzukehren, aber ich blieb, und jenes seltsame Vogantenleben, das mich mit der Zeit bald da und dort hin trieb, wurde mir vertraut, und die Straße wurde mir lieb. Die Stimme des alten Landstreichers riß mich aus meinen Be» trachtungen: „Sieh mal den fetten Kerl, der da kommt mit seiner Tochter, Gymnasiallehrer, schätz' ich. Siehst du, das könnt' ich jetzt auch sein, und ich würde einen besseren abgeben. Kommt sicher vom Abend- spaziergang. Sieh nur, wie stolz er seinen dicken Bauch trägt. Ganz der Mann, ohne den die Welt nicht bestehm kann." Er lachte spöttisch vor sich hin. „Siehst du. das ist er. der Bürger, die gute deutsche Staatsstütze. der entrüstet nach einem Schutzmann spähen würde, wenn ich ihn um ein Fünfpsennigstück anbettelte." Der Dick« ging stolz an uns vorüber, aber das Mädchen sah sich mehrmals neugierig um. Wir lachten laut auf, und der Dicke be- schleunigte seine Schrille. „Wenn der zu Hause ist, dankt er Iehova, daß er an un» vorbeigekommen ist. ohne den Gehrock beschmutzt zu haben," sagte der Alte immer noch lachend,„der arme, jämmerliche Tropf, ich seh' ihn schon morgen wieder den Buben die Geschichte von der ollen Hetuba«inbläuen. Was bin ich doch für ein Herr gegen ihn!" Er zupfte einen Grashalm ab und taute daran. „Inwiefern soll er bloß besser daran sein wie ich— daß er sein Federbett hat und seinen Morgenkaffee? Oder seine Alte oder seinen Skatklub? Nein," sagte er,„dessen Leben ist beschissener als meines. Der muß noch seine Jahre abmachen und ich muß noch meine Jahre abmachen. Seinen Sarg begleiten die Würdigen der Stadt, und meinen Nasenquetscher der Hund des Totengräbers. Da» ist der einzige Unterschied." E« war mll der Zeit dunkler geworden, die rote Lohe am Himmel war verschwunden. Es war Frieden in der Natur. Di« Grillen zirpten. In der Ferne sahen wir jetzt auch die Lichtor der Stadt aufblitzen. Der Alte stand auf. „Ich will jetzt schlafen gehen," sagte er. Er wies mit der ausgestreckten Hand über die Kornfelder auf «ine alleinstehende Lustscheun« hin. «Siehst du die?— Das Lager vertausch' ich nicht mit einem Federbett." Und vertraulich fügte or hinzu:„Und eine Alte brauch' ich nicht zum Einschlafen, gegen derlei Gefühle sind wir tm» prägniert." Er reichte mir die Hand. „Servus, junger Kamerad." „Servus." Ich sah ihm noch eine Weil« nach, wie or den Wiesenrain ent- langstapfte. Warf dann meine Fiedel auf den Rücken und peilte der Stadt zu._ Staudamme unö Talsperren. von Ludwig Pilz. Di« Unwetterkatastrophen der vergangenen Monat«, vor allem da» neue entsetzliche Unglück in der Schweiz und Tirol, ließen spontan in der V-fsentlichteit die Frage entstehen, ob nicht durch den Bau großer Talsperren solch« Katastrophen verhindert, oder in ihrer Aus- Wirkung gemildert werden könnten. Es ist kein Zweifel, daß der ungeheure Schoden, der durch die Unwetterkatastrophen Z. B. in Sachsen verursacht wurde, ein Biel- fache? der Summe ausmacht, die für den Bau großer Staudämme und Talsperren notwendig gewesen wäre. Wenn man also aus Sparsamkeit vom Bau der Talsperren abgesehen hat, so war dos eine Sparsamkeit am falschen Orte, die neben den finanziellen Der- '»st»» noch Opfer a» Mcnfchenlebcu gefordert hat. Anders liegt die Frage, inwieweit Talsperren und Staudämme wirklich die Der- heerungen solcher Wasiermasien vereiteln oder mindern können. Der Bau von Talsperren, d. h. von Staudämmen zum Schutz gegen dos Hochwasser erfolgt In Deutschland erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit. Es gibt dagegen in der Geschichte sehr alte Beispiele von Staudämmen und Staumauern. Auch diese wurden meist zur Isolierung des Flußwassers und zur Vermeidung von Ueber- schwcmmungen angelegt. Man baut« einen Damm, um einen Stau- lee zu erhalten und von diesem aus in Zeiten der Dürr« genügend Wasser, das in den Zelten dos Hochwassers angesammelt wurde, ableiten zu können Zum anderen Teil auch wurde aus dem Stau- decken oder dem Stausee da» Wasser durch Kanäle ins Innere des Landes zur Fruchtbarmachung trockener Gegenden geleitet. Solche Staudämme haben schon die alten Aegypter am Nil gebaut. Der heut« trockenliegende Mörissce ist durch einen Staudamm erzeugt worden, der wahrscheinlich schon 1900 vor Christi vom Könige Ame- »von üer 5elöherrntribüne am Tannenbergüenkmal hat man mich heruntergewiefen. von üiefer stolzen Tribüne wirö mich keiner vertreiben!" nemhet III. gebaut wurde. Ebenso ist der Nitokrissee am Euphrat ein Staubecken, das die alten Assyrer schon viele hundert Jahre vor Christi erbaut haben. Auch in Indien und Ehina befinden sich heute noch die Reste gewaltiger uralter Staudämme. Im 17. Jahrhundert nach Christi wurden dann auch in Indien wieder große Staudämm« aus Stein gebaut, die einen Umfang bis zu 1ö0 Kilometer hatten. Die größten modernen Stauanlagen sind die gewaltigen Nilstaudämme von Assuan in Aegypten. Auch dies find gewaltige Steindämme, mit denen das Hochwasser des Nils geregelt wird. Die Unversehrtheit dieser Staudämme bedeutet das Schicksal aller flußabwärts liegenden Gebiete und ihrer Bewohner. Deshalb sind die Nilstaudämme stets das Haupttampfobjekt zwischen den Engländern und den Eingeborenen Aegyptens und des Sudans gewesen. Wer diese Staudämme beherrscht, beherrscht Aegypten. Amerika hat als erstes Land begonnen, eiserne Staudämme und später Staudämm« aus Eisenbeton zu bauen. Die bedeutendste eisern« Stauanlage ist die von Ash-Fock in Arizona. Heute baut man auch in Europa bereits Staudämme aus Eisen und Eisenbeton. Nach der Erfindung der Wasierturbine dienten die Staudämme nicht mehr nur der Regulierung des Hochwassers, der Speisung von Kanälen, der Bewässerung oder auch der Trinkwasserversorgung, man benutzte die in den ungeheuren Wassermcngen ausgespeicherte Energie zur Erzeugung elektrischer Kraft. Infolgedessen verbindet sich heute mit dem Begriff der Talsperre im allgemeinen gleichzeitig der Be- griff einer Wasserkrastanlage. Die Schweiz und die skandinavischen Länder, die über große Wasserkräfte verfügen, sind auf diesem Ge- biete bahnbrechend gewesen und beziehen heut« den weitaus größten Tell ihrer elektrischen Kraft, der Kraft, mit der die Schweiz selbst ihre gesamten Eisenbahnen treibt, aus der weißen Kohle, der Wasier- traft der Gebirgsbäche. In Deutschland ist es besonders Bayern und Süddeutfchland, die begonnen haben, mit großen Talsperren nicht nur die Hochwassergefahren herabzumindern, sondern auch noch große Mengen elektrischer Energie dabei zu erzeugen. Die größte deutsch« Talsperr«, zurzeit auch dl« größte Europas, ist die Edertalsperre im Waldeckfchen Gebiet. Die 135 Kilometer lange Eder, die bei Gunthershausen in die Fulda mündet, war früher durch ihre Hochfluten eine der schwersten Gefahren für Waldeck und Hessen-Nassau. Heute ist diese Hochwassergefahr fast völlig beseitigt. Der Staudamm erreicht bei Waldeck eine Höhe von 42 Metern, das Staubecken hat einen Fassungsraum von 202 Mit- lionen Kubikmetern, und das aus diesem Staubecken gespeiste Kraft- wert Hemsurt liefert bis zu 12 500?Z. elektrische Energie. Auch die Möhnetalsperre zählt mit unter die größten Stauwerke der Neuzeit. Die Möhne, ein rechter Nebenfluß der Ruhr, die als Ahe bei Brilon entftiringt, und bei Neheim mündet, ist bei Günne in einem riesigen Staubecken aufgefangen worden, das 130 Mil- lionen Kubikmeter Wasser faßt. In Schlesien sind in den letzten Jahrzehnten eine ganze Anzahl von Talsperren entstanden. So die Talsperr« bei Breitenhain, die Queistalsperre bei Marklisia und die berühmte Bobertalspcrre bei Mauer, die 50 Millionen Kubikmeter Wasser faßt. Eine der größten Anlogen, die noch im Ausbau be- arisfen ist. sind die um das Murgwerk im Schwarzwald gelagerten Talsperren an der Murg, der Raumünzach und dem Schwarzenbach, die einen großen Teil Badens mit elektrischer Kraft versorgen. Die Kohlenerfparni» und der stetig steigend« Bedarf an elektri- scher Energie, wird die Entwicklung des Talfperrennetzes in Deutsch- land ständig fördern. Aber die Katastrophen in Sachsen, im Harz und in der Schweiz sowie die Ueberschwemmungen in fast allen Teilen des Reiches zeigen, daß nicht nur vom Gesichtspunkt der Energiegewinnung aus, sondern auch im Interesse der Sicherung der vom Hrchwasser bedrohten Gebiete und ihrer Einwohner der Bau von Talsperren schneller gefördert werden muh, al» dies bisher der Fäll war,. Der Verkehrsschutzmann. von Ernst hoferichler. Lange Zeit schlugen an die Straßeninsel, die einst ein kunst- liebender Monarch der Stadt zum ewigen Vermächtnis erbauen ließ, die Wogen des Verkehrs nur mit der Brandungsstärke einer Sitzbadewanne.... Der händedruckwarmo Abendwind wehte Trambahnbillette, Wattepfropfen Schwerhöriger und den Haarausfall aus Parterre- zimmern über den Aspholt der Insel hin. Ja— und einmal sogar das Kautschukgebiß der ersten Wagnersängerin der städtischen Oper. Ein Schutzmann fing das Gebiß mit seinem Seitengewehr wieder ein und erstattete Meldung auf dem polizeilichen Fiüidbureau. Da- durch wurden die Behörden auf den zunehmenden Verkehr dieses Platzes aufmerksam. Zunächst wurde dann inmitten der Insel eine Bedürfnisanstalt mit drei Klassen errichtet. Von allen Straßen- richtungen her strömten Bedrängte diesem Haus der Menschenrechte zu; Droschken, deren Kutscher man aus dem Innern des Pavillons pfeifen hörte, bildeten stauende Reihen. So— daß sogar Fremd« davor ratlos im Baedecker blätterten, weil sie vor dem„Kleinen Opernhaus" zu stehen glaubten.... Und so wuchs der Verkehr von Tag zu Nacht wie Spinat in einem Mietsgarlen. Da ließ das Polizeipräsidium auf der gefährlichen Insel eine Ordnungstafel mit sechsunddreißig Verkehrsoorschriften anbringen, die vor dem Ueber- queren des Platzes von jedem Fuhrwcrkslenter zu lesen waren. Denn Unkenntnis des Gesetzes schützt nicht vor Strafe. Knäuel von Fußgängern, Radfahrern und Automobilen schoben sich nun vor dieser Ordnungstafel hin und her. Die Beruseklassen aller Fahrgeschäft«, vom Mietchausfeur bis zum Möbeltransporteur, trafen dort unwillkürlich zusammen— und hielten davor sogar ihre Beratungen über Tariferhöhung und Sterbekassenbeiträge ab. Bis eines Tages ein selten eiliger Landtagsbote mit schwerwiegenden Beschlüssen seine Dienstmappe so unglücklich an die Tasol stieß, daß sie wie ein ver- rostetes Grabgitter rücklings in den Staub des Verkehrs siel.-- Der Herr Polizeipräsident unterbrach seinen Urlaub. Bis Mitternacht fanden geheime Beratungen statt. Die Aufstellung eines Verkehrsschutzmanns wurde einstimmig beschlossen. Damit hoffte man dem wachsenden Verkehr endlich gewachsen zu sein. Und in der Gestalt des Hilfswachtmeisters Jakob Saumweber entstand der Stadt der erste Verkehrspolizist. Die Tageszeitungen brachten spaltenlange Artikel. Bald stand Jakob Saumweber nicht nur in- mitten des Verkehrs, sondern auch im Mittelpunkt jeden Interesses. Die ganze Stadt pilgerte zu jener Straßeninsel, auf der er sedem Auegeher, Fruchteiswagen und Hundekarren die Richwng wies und freigab. Es war«in Genuß, sich von einem Manne, der bisher Raubmörder in Fesseln schlug, enllaufene Lehrmädchen zurückbrachte, Polizeistunden verlängerte, Nackttänze aufhob und maulkorblose Hunde erschoß, ohne sträfliche Folgen anhalten, verweisen und eine Richtung anweisen zu lassen. Bald gab es viele, die absichtlich zehn- mal hintereinander den Platz der Verkehrsinsel überquerten— und immer gegen die Vorschrift, damit sie von ihm, dem Vertehrsschutz- mann, Zeichen und Winke für ihr ferneres Fortkommen erhielten. Familienausflüge, Tanzunterhaltungen, Preisksgelschicben, Erkneipen und andere Lustbarkeiten wurden immer seltener, weil die Straßen- Insel mit dem Derkehrsschutzmann bald zum originellsten und billig- sten Vergnügen geworden war.... Und so gab es stündlich mehr Verkehr. Jakob schlug, räng und wedelte Richtungen vor sich her, daß die weiß-blaue Verkehrs- Manschette dabei schon zweimal aus die Dachrinne des gegenüber- legenden IVuses geschleudert wurde. Dann durfte es keinen Verkehr mehr geben, bis die Feuerwehr sie mit Hilfe von zwei Schlauch- lagen in den Arm des Polizisten heruntergespritzt hatte. Hilfewachtmeister Jakob Saumweber blieb lange der Fels, auf den die Wogen sprangen. Und bis in sein tiefstes Privatleben hinein wurde er Verkehrs- Polizist. Draußen in der Natur gebot er den vorstehenden Allee- bäumen, zurückzutreten, den Flüssen auszuweichen und anzuhalten— und den Winden, rechts vorbei zu wehen. Und selbst in seiner schutzmännlichen Ehe wurde jeder Verkehr auf den Sinn seiner poli- zeilichen Vorschrift umgestellt. Eines Abends wurde die Raserei auf der Straßeninsel aber der- ort aufgetürmt, daß in Jakobs Hirnkasten ein verkehrstechnischer Kurzschluß entstand. Er gab falsche Zeichen— und wurde zermalmt. Daraufhin wurden zehn, fünfzig und hundert Polizisten zu gleiäier Zeit aufgestellt, sie alle aber kehrten nicht mehr zurück. Run ließ der Polizeipräsident das Polizeigebäude direkt auf diese Verkehrs- infel verlegen, damit er persönlich— auch noch von seinem Schlaf- zimmer aus— den gigantischen Verkehr leiten tonnte. Aber es wurde immer mehr Verkehr, der sogar das ganze Gebäude mit sich riß.--- Da war der Platz wieder frei. Und niemand gab es, der sich noch als Hüter auf die Insel stellen wollte. Und der Verkehr nahm ab. Verebbte. Bald lag die Straßen- insel wieder einsam da.... Wie ebedem wehten Trambahnbillette, Wattepfropfen und Haarausfall darüber hin.... Und so oft die Wagnersängerin der städtischen Oper an dem Platz vorüberging, hielt sie ihr Kautschukgebiß mit gekrampften Händen fest.--- wie der Fisch die Schwimmhöhe erkennt. Jeder Fisch ist dem Leben innerhalb einer bestimmten Wasserhöhe angepaßt. Um diese Höhe ständig einhalten zu können, so daß er nie zu hoch oder zu tief schwimmt, besitzt er ein Organ, das ihm stets die ihm lebens- notwendige Schwimmhöhe angibt. Dieses Organ ist die Schwimm- blase. Die Schwimmblase enthält immer genau so viel Gas, um die Wirkungen des in jeder Schwimmhöhe wechselnden Wasserdruckes auszugleichen, und daher ist der Gasgehalt der Schwimmblase auch regulierbar, indem zwei Drüsen je nach Bedarf Gas ausscheiden oder aufnehmen, damit der Fisch stets ein dem umgebenden Wasser gleiches spezifisches Gewicht beibehalten kann, da beim Hochfchwim- men die Blase größer wird, während sie sich beim Tiefschwimmen verkleinert. Jedes Zuviel im Hoch- oder Tiefschwimmen erkennt der Fisch also in erster Linie an einer unnatürlichen Vergrößerung oder Verkleinerung seiner Schwimmblase. Die Tätigkeit der Schwimmblase steht außerdem bei vielen Fischen in engstem Zu- sammenhang mit der Funktion des bei ihnen in der Regel besonders großen Gehörorgans, des Labyrinths, da jede Bergrößerung oder Verkleinerung der Blase auf das Labyrinth einen Reiz ausübt und damit den Fisch sogleich-zu einer zweckmäßigen Schwimmbewegung — Höher- oder Tieserschwimmen— veranlaßt. Beim Flußbarsch z. B. besitzt die Schwimmblase sogar zwei kleine hornsörmige Anhänge, die unmittelbar ans Labyrinth heranreichen, wogegen bei anderen Fischen die Verbindung zwischen Schwimmblase und Laby- rinth durch kleine Knöchelchen hergestellt wird. Durch dieses, dem Fisch durch das Labyrinth vermittelte Erkennen der Beschaffenheit seiner Schwimmblase bemerkt er also sofort jede Aenderung seiner Schwimmhöhe und kann sich somit imnier in der Wasserlage halten, der er angepaßt ist. Den sogenannten Bodenfischen, die sich ständig am Boden der Gewässer aushalten, fehlt sowohl die Schwimmblase wie auch die entsprechende Labyrintheinrichtung. Geburten-Rekord. In Amevika soll eine erst dreißigjährige Negerin Großmutter geworden sein. Sie sowohl wie ihre Tochter haben sich mit 14 Jahren verheiratet und jedesmal nach einem Jahre eine Tochter geboren. Wenn die Familie in diesem Tempo fortfährt, so wird die detreffende Frau mit 45 Urgroßmutter, mit 60 Ururgroßmutter werden können, und, falls sie ein Alter von 90 Iahren erreichen sollte, bereits die sechste Generation ihrer Nach- kommen erleben tönneu, ein Rekord, der wohl einzig dastehen dürste, Leipziger Str. Alexanderpiatz Prankfurter Allee/ Beile-Alllance-Str./ Brunnenstr./ Kottbuser Damm/ Andreasstr./ Chausseestr. 2SI WohlfaSirls-Lo&terie des Katholischen Deutschen Frauenbundes Lose Stück 50 Pf. sind an allen Kassen unserer sämtlichen Häuser erhältlich Frisches Fleisch Berliner Scblacbthansware Pa. Säiveicebandlobee Bellere, Plued 9Sp(. PuSäiweiDBSdiliikeD.......... p�nd 1,08 PfLSöiweisekaiiiiniL-Sdiiilto.sehwaTt.1,12 Pa.SüiweiDekotel8tt........... 1,20 Pa,P9kellifinini................. pf«Bdl,10 Pa. Kassler»».«»d...... Pfand 1,15 Pa. Eisbein mit Spltxbein....... Pfand 72Pb Pa,RÖ4eDl8ll bratfertig,.......Pfund%Pt, Kalbskainffl.................... Pfand 88pt. Kalbskealcn KI» s Pfd. aekirer».Platt, lfd. 1,14 Pa. MmarkleiSÄ üenle. v.Xn neben. Pfd.l ,28 Pe.EaiWeiveisÄ(vi-i,, mpp«) pf°vd 98?!. Pa.Kiiiierieber................ pinnd98pf. Pa-Oebadiles................... pinndSOpt. Gefgicrfieisch PnOcbsen-Soppeoiisissb..... pfnnd56pf. Pa.öcbsen-Gniascli............ Pfand 78p,. Pa-HapunelTonierfleisiii...... pwnd 8öpt. Pa.BaiiffliBlrnck0B............. Pfnnd92pf. Pa.Sis!i6rb6nea fmc........ pt-nd 58p,. Pa,Knb6nl6r.................. pfnnd 28p,. SCbWBlPBkiplB mit Fottbacka.... Pfand 52rt Kcnieaahgtbe vorbehalten. foviwwiihwMtm Qebr.Qerste....Fluad 22pf. Weizenmehl....ptund 22 pt. Äuszugmehl....Pfund 24pi. Langbohnen... Pfand 25?,. Haferflocken....Pfand 25p,. Graupen mittelfein, Pfd. 27p,. Italienischer Reispfd.26pf, Blue Rose-Reis ptund 34p,, Karolinen-Reis Pfnnd 45?,. Eier-Fadennude!npH.48Pi. Makkaroni itai.Art,Pfd.65pt Spaghelii........ Pinnd75Pi. Margarine, ptand 52, 62pi. Speiselalg i-p,(L-p»k. 50p;. Kokosfett I Pfund PaketSSPt. Bralensdimalz Pfund 85 Pf. Qrasbuller...... Pfand 1,80 Dänische Buller Pfd. 2,20 ■artsf'eln and(emSse sind vom Versand uegeaebleaau. Wurstwaren Berl.MeNlourstpid8yp. EÜlZlvM...... Pfand 9 5 Pf, SvelklvUrst. Pfnnd SZ Pf SWm.'Lebkrlo.p,d.9ZP, MllhWM Pfand l, ZV ZMhMtst....Pfand LZV Silötsheimer Pfand j, ZV ss. Merwurst p.dlrZv Mettwurst!� i, Zv Echinkemurft pfd l,8v m. W Vom 1,70 li.8s>smi�«/k ktuvt«F«" fett....... Pfund 1,25 mager.... Pfand 1, ZA Cchtnkem'velk Pfand 1,75 ElhjNkeNttktN Pfand 1,29 /r» 8llpI»O«I>LIUle?Ptd. ven TD?, an MWgS! Brathühner........ Pfand 1,40 iitti.'iiiii.-iiüiiiiumiiiiiiHi v?__■*.___ ,4«ic totlieft............... pro Pfnnd 1 tifiv............ Pfund Toni f 05 an HBySCSlHcSsdl Pfund von 45pf an liiiiiitwiniiiiiitiniuiiiiiiii Wasche und ßäuclierwaren Konfitüre Eimer ca. 2 PlcL Erdbeer.............. 1,35 Kirsch................ 1,40 Aprikosen............ 1,20 Johannisbeer....... 1,2» Orange............... 1,10 Vertauf soweit Vorrat. j&JXjLiAMAMMCLL (TPVTrplWHrlrTr V, DotjO Brech-u.Schniflbohn.56pi. Jg. Erbsen m.gwchn.Karottaa 76pi. Prinzessbohnen mitt. 80pi. Plefferlinge........... 82?,. Berliner Allerlei..... 82p,. Jg. Erbsen fein........ 1,30 Jg. Erbsen»ehr fein...1,45 Gem. Gemüse fein...1,45 Heidelbeeren......... 1,— Stachelbeeren........ 95 p,. Süsskirschen m. stein.. 1 ,25 Ananas................. 1,30 SpilzkäSCKartusa-lFfd 60?,. Allg. Stangen.. P;und62pf. Holländer..... Pfund 82p,. Edamer......... Pfund 82?,. Tilsiter vollfatt..... Pfund 98Pf. Emmenfhaler 1,60 *) Nur Leipziger Str. Alsxrndcrplatr, Frankfurter Al.'ee, Kottbuaer Damm > Ausserdem:! Kiifee O10 frlseh gebr., Pld. r. UM an PerlKatfee ö80 Pfund A» Gemüse uttdSbK! Weisskohl............ Pfand 4?t. Rotkohl................. Pfand 5p, Wirsingkohl......... Pfand 9e,. M9hren gcweecbea........ Pfand 5pt Kochbirnen.......... ptand 1 0p, KochäpSel............ Pfund 10?,. Essäpfel.......... Pfand 15, 29 a, Essbirnen..............?,»»'. 20p, Bananen................ Pfand 42?, »Sebit, Tischweine 1924 er ßfirkiieüner FeasrberB 1926 er Ganbickelheimer vor- »tt blich�r Eheinwein Weisser Tarraäow............> SoimeQ�artnor roter spanischer Desftenweln............... Original Insel-Samosfetteüss.. SOSana vorzg:l. Bordeaux- Wein. .Monopol der Ea.HermtnnTIets 1924erSernäBr VofieisanJ... 1925;rWUtiii{er Hoslarbsrä. 1923 er Badesbeiiner Kiesel... 1925er Nlenteiier Domtal... in yorzQgl. Qualitäten Vi Fl IS25 lü Fla?ch. 12M Flasche � sa 10 Fiasch. 15t» Flasche 2CLi 10 1* losch. 1850 Extra b 1 1 1 i at: VtFloiche Original DonTQ-PartveiD 2 35 | T�raflgl abgeladene Qualität, 10 Fi. 21 ,00 Preise ohne Flasche! Webwaren-Werbe-Verkauf AussergewBhnllch billige Preise VerbaDd der Litliosrapiieo. Stein- dracker and verwandten Bernte. Unser MitzUeb, bet Sttlnftnitfcc Paul Uthof Ist am 3. Oktober Im«Der oon 7 t Zah. ren aerNorben. Die Einäkcherang findet am Freitag, dem 7. Oltaber, 76 /, IIl>r. im Krematorium in der Serichtstraße statt. Unser SßüigtUb, der eiclnbrudct Ernst Gunzel ist am 4. Oktober 1927 Im Alter oon U Jahren nerstorden Die Beerb!- aiing findet am Lonnabend. dkm S Oktober. IZf/z Uhr. aus dem Friedhof der Eophienqemeinde in der Freien» mo, der Strotze(an der Prinzenalice) statt. Wir werden den Kollegen»In ehren. de» Andenken bewahren und ersuchen um rege Beteiligung. Oer Ortavoratand der Mltglledscbaft Berlin. Wa�cner- Diener Wee kann noch 8 Karten snorberste Bethen) sitz die Schwcrgemichis- meifterjchasl im Sooripoiast an aua- wörtigen Sportamann adtrelen's Eil. angedote sauch einzelner Plötze) nebst Preis unier I. A. 4749 befördert Moaae, Köln um Rhein. K AI O T KAI O T Warme Kleidung für den Winter! Herren- Winter-Paletots II reihig, mit Saratk ragen, schwarz und A fT ras ren go..... W. 88.— 78.— 58.— J»" Herren- Winter- Ulster Puokol raeliortor Ciioviol uni und mit A Ueborkaro.... M. SS— 58.- 68.- Herren- Sacco-Anzöge I u. II reihig, modern# Formen, gute Verarbeitung... M. 78.— 58.— 48.— Herren-Sport-Anzüge •�u. 4 feilig, neue Sportmuetcr, ballbare C« Qualitäten..... M. 74.- 64.— 54.—•rj. Winter-Loden- Joppen ■werech. Formen, warm gefütu halt- 4 A � ß? bare Qualitäten M. 29.— 22,- 16.— MlLmi 3 Herren-Loden-Mäntel imprftgnlTfer Slrichiodeu. SchlOpfer- o. 4 Q Bozener Formen.. M. 45.— 39.— 26.— Knahen-Winter-Mäntel Ulater und Kieler Pijaoke A CA M. 18— 14.— 12.— Jünglings-Winter- Ulster tnoderue bräunliche Farben M. 65.— 59.— 48.- OSf." KÖNNEN fi-IOR IN O Obige Artikel sind nur in folgenden 5 Geschäften erhältlich: AlexanderstraBe 12/ Rosenthaler Straße 53/ Turmstraße 30 a Neukölln. Bergstraße 65/ Friedrichshagen, Friedrichstraße 76 K AI O T K AI 0 T CCHytiqul 4444- Da müssen Sie sofort etwas tun, sonst werden Sie ihn samt der Heiserkeit, dem Schnupfen, der Vcrschleimung usw. sobald nicht wieder los. Lassen Sie sich nicht erst die ganze Auswahl von Hustenbonbons vorlegen, sondern verlangen Sie ausdrücklich und bestimmt Hustosil Katarrti Bonbons.Das sind die richtiflen! Die Hustosil-Katarrh-Bonbons desinfizieren Ihre Mund- und Rachenhöhle und sind deshalb auch ein wirksamer Schutz gegen Ansteckung. Ein Probebculcl kostet 30 Pfg., ein Original-Beutel mit doppeltem Inhalt nur 50 Pfg. In fast jeder Apotheke und Drogerie erhältlich. Erfinder* die neue, wirMch gute Erfindungen zu orr- fausen Haben, bitten wir zunächst nur um Adressenangabe unt B, 2 an die Haupt. espcMttan des„Bor. »örta*. Linden sta 3 <---> gesunden Schlaf und damit«in« Kriflifung de» gante □ Nerven- e aar durch den echtta .Baldravin* PatentarntLfeach. antar Nr. 342681. Er enthält aBmtl. Extraktivatolfei(rh'An Mo. ahrräd. ________________ Wttler- räder. Monopoiräder. bildschön« Rennmaschinen. entzückende, schnellausrndo Straßenrenner, lcchsjahrige Garantie, kauizwangloler Lagerdesuäz. Fahrrad- rahmen 18,—, Kassaräder 38,—. Schlatt». Weinmeisterstraße vier.* Kaufgesuche Kodngidille. Silbersachen. Kinn. Blei, Ouecksslder Goldlchmelze Ehristionat, «övenickerstraße 39 lAdald�rtstraße)» Verschiedenes Liebrooll« Auslunst, Untersuchung 2 Mark.(Aerztlich geprüft.) Frau Rothe, Warschauerstraße 82. Eingang Boxhagenerstraße._ Auch Sonntags_• B-rtrouensoolle Untersuchung. Heb- »mme Kriesten. Reue Königstraße 37. Alexanderpiatz.____________• Detektivburea» Staschel. Chaussee� straße 77 Fernsprecher Rorden 7885. Beobachtungen. Ermittelungen Au». künfte allerorts.« Vermietungen Zwei-Zimwer-Wohanng, nahe Dahnhof Frankfurter Allee. Miete 24,—. reno- viert, Hauswirtvertraq, vermietet D. Rindfleisch, W 50, Rankestraße 23 (10— ISH). Arbeitsmarkt Stellenangebote Antokarsr. erstklassige Ausbildung, Lehrfilm, mäßige Preise ssahrmeisrer Walter Sohst, Tempeihos, Berliner. straße 59.* PßrfcktB Ballerie- irad Mbedier-lötciiaiiüo stellt sofort ein R. Saabs GmbH., Batteriefabrit. Berlin, Neand«rstr.4 Arbollodurschan bis 17 Jahre verl. Schraubeufabrik llirsdertl»..Kaiserstr.4t Lelilsttimmsf eompl. Kg.-. 633.-. 740.-, 800.-, 875.-.• Speisezimmer u'hSTS! 570.-, 620.-, 825.-, 1005.-.• Herrenzimmer HäbTsS 428.-, 528.-, 698.-, 778.-