Kt. 476 ♦ 44. Jahrgang Ausgabe A Nr. 242 Morgenansgabe Groß-Berlin tv Pfg. Auswärts 15 Pfg. Bezugspreis: SSochenllich 7« Menuta. monatlich k— ZieiÄiimark vorano»ablbar. Unter Streifband im In» nnd Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. ?!er �Vorwärts" mit der illustrier. Im Sonntagsbeilage.Volk und 3eü" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen*..Au» der gilmwell". .Frauenstimme*..Der»inte» lecund"..Iugend-Lorwärtz*..Blick >» die Biichcrwelt* und„Kultur. orbeit* erscheint wochentäglich zwei. mal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: .Sozialdemokrat vcrlla« » 4/ Nerlinev Volksblatt Anzeigenpreise: Die einsvaltia« Nonvareille» »eile SO Diennia. RcNametcile k.— Reichsmark, �kleine An, eigen* das fcltaedruckte. Wort T5 Vienn'N ksnlalsso»wet settaedruck'.e Wortes. iebes weitere Wort l? Vkennig. Eiellengesuche das erbe Wort 15 Vienniq. Icdes weitere Wort 10 Vfennig. Worte über 15 Buch- stabcu ,Lhlen tUr ,w-I Worte. 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Daß der zuständige Minister Dr. SiHweyer nicht unterrichtet war, ändert strafprozeßgerichtlich nichts an dieser Tatsache. Zur Beurteilung der Frage, ob der Putsch vom S. November verhindert worden wäre, wenn das Verfahren vom l. Mai rechtzeitig abge- schlössen worden wäre, muß man sich vor Augen halten, daß dos Verfahren über die Vorgänge des 1. Mai keinen großen Schaden hatte und wohl höchstens beschränkte Freiheitsstrafen herausgekom- laen wären. Lediglich aus Gründen der Sicherheit und Ruhe kam ich nach Anhörung des staatsauwaltjchaftlichcn Berichts zu. dem Entsllzluß, das Verfahren auf einen späteren Zeitpunkt zu vertagen. Putschisten gegen Bechernregicrung. CS beginnt nun ein lebhaftes Frage- und Antwortspiel. Der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. hoegner fragte den Zeugen, ob chly bekannt gewesen sei, daß die Nationalsozialisten an den- selben Sammelplätzen ausmarschieren wollten, wie die freien Gewerkschaften, ob er serner wisse, daß die Kompsverbände sich bewußt waren, daß sie eventuell gegen die Regierung handeln würden. Gürtner bejahte diese Frage. Eine weitere Frage, ob dem Minister nicht vorgeschlagen worden sei, den Prozeß, nachdem München nicht geeignet war, an einem anderen Orte durchzusühren. verneüite der Zeuge. Anschließend folgte die Vernehmung des Londgerichtspräsidenten Stenglein, dem damaligen l. Staatsanwalt in München. Dieser äußerte sich über den Gang des Vorverfahrens und berichtete, daß nach Abschluß der Ermittlungen im Zlugust eine Weisung des Justizministeriums gekommen sei, über die bisherigen Erhebungen ein R e j u m e ein- zusenden. Dem Zeugen war dieser Ausgang nur recht, weil durch die Staotsonwaltschost die Verantwortung für den weiteren ZZerlaus abgegeben werden konnte. Bei der Besprechung mit dem Iustizminister über dos von dem Staatsanwalt ongesertigte Restim« sei der Borschlag gemocht worden, daß der Generalstoats- kommisiar Kohr verständigt und über den für die Verbandlung geeigneten Zeitpunkt gehört werden sollt«. Er sei auch noch jetzt der sesten Ueber, zeugung. daß. wenn der Hitler-Putsch vom S. November nicht gekommen wäre, die Stellung Kohrs und damit die potltisch« Konsolidation eine derart gefestigte gewesen wäre, daß der Prozeß noch im November hätte stalksinden können. Er habe nie den Ein- druck gehabt, daß es sich darum handelte, in einer mit dem Gesetz nicht zu vereinbarenden Weise auf das Verfahren einzuwirken. Der nächste Zeuge, der Strafrechtsreferent im Justizministerium, Ministerialrat Dürr, erklärte, die Justiz sei allerdings der Auffassung, daß ein Strafverfahren so rasch wie möglich durchgeführt werden müsse. Damals Hobe man aber vor der Frage gestanden, ob es ver- antwortet werden könne, daß zu diesem Zeitpunkt der Prozeh ge< führt wird. Dabei sei in Betracht gezogen worden, daß durch eine Verurteilung wegen§»27 die nationalsozialistische Bewegung kaum aufgehalten worden wäre. Jedenfalls hätte die Hauptvcrhandlung die größte Beunruhigung hervorgerufen. Auf eine weitere Frage erklärte der Zeuge, daß in der ganzen Angelegenheit mit dem Iustizminister Besprechungen stattgesunden hätten. Erst bei der letzten Besprechung sei dann der Beschluß gefaßt worden, Weisungen an die Staatsanwaltschaft ergehen zu lassen. Der Zeug« konnte sich aber nicht mehr erinnern, jemals mit dem Referenten der Staatsanwaltschaft gesprochen oder telephoniert zu haben. Auf eine Frage des Abgeordneten Dr. Hoegner erwiderte der Zeuge, er glaube sich erinnern zu können, daß der Iustizminister mit dem Ministerpräsidenten über die Angelegenheit gesprochen habe und auch dieser der Auffassung war, daß das Verjähren in dem jetzigen Zeitpunkt nicht durchgeführt werden könnte., Letzter Zeuge war Landgcrichtsrat Dresse, der in dem Verfahren die staatsonwaUschastliche Voruntersuchung geführt hatte. Er sagte aus, daß nach der Vernehmung Dr. Roths am 1. August das Vor- verfahren im Sinne des Volksgerichtsgesetzes abgeschlossen war. Dann sei vom Ministerium die Weisung gekommen, eine» Sitzungsantrag erst dann zu stellen, wenn die ent- sprechende Weisung vom Ministerium komme. Nach dem 1. April 1924 habe er an einer Besprechung mit dem Justizminister teil- genommen, um über die weitere Behandlung zu beraten. Der Zeug« machte hierbei selbst den Darschlag, das Verfahren nach§ 154 der neuen Strafprozeßordnung einzustellen, weil, wie er wörtlich erklärte. nach dem, was mir am 1. April in der Llutenburgitraße erlebt Hafen(Urteil im großen Hitler-Prozeh) nichts anderes mehr möglich war. Was dos Gerücht über das angebliche Telephongefpräch be- trifft, so glaubt der Zeug«, daß es sich um eine Verwechslung mit einem anderen Telephongespräch des Ministerialrats Dürr handelte, der di« Staatsanwaltschaft aufgefordert hatte, ihre Beschwerde gegen den Bewährungssristbeschluß im Hitler-Prozeß zurückzuziehen. Der Ausschuß verzichtet auf Vereidigung. Nach dieser Zeugeiwernehmung kam der Ausschuh überein, a u s die Vereidigung der Zeugen zu verzichten. Ein Vorschlag des deutschnationalen Vertreters, der Ausschuß solle eine den Justiz- minister rehabilitierend« Erklärung formulieren, wurde vor- läufig abgelehnt.— Die nächst« Sitzung, die für den kom- Menden Mittwoch anberaumt ist, wird vertraulich sein. Kampf sem KeuüeUschen Schulgesetz! Stellunguahmc der Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfrak- t i o n beschäftigte sich am Freitag mit dem Reichsschulgesetz- cntwurf der Rechtsregierung. Die Aussprache ergab volle Einigkeit darüber, daß der Keudellsche Entwurf auf das schärfste abzulehnen ist und alle Bestrebungen zur Konfessionalisierung der Volksschule abzuweisen sind. Von einer formulierten Stellungnahme wurde vorläufig ab- gesehen, da zunächst das Ergebnis der Beratungen des Reichsrats über die Anträge der Länderregierungen abge- wartet werden soll. Die sozialdemokratische Reichstagsfrak- t i o n hat als Redner zum Reichsschulgesetzentwurf die Abgg. Schreck und Dr. L ö w e n st e i n bestimmt. Ueberfüllte Volksschulklagen in Preußen. Der Reichs st ädtebund, die Organisation der kleineren Slädt«, hat sich an den preußischen Kultusminister gewandt und auf einen Beschluß des Landtags Hingewiejen, der das Stoatsininiste- rium ersucht, die festgesetzte Schülerzahl, bei deren Ueberschreiten «ine Volksschulklasse als überfüllt gilt, von 60 auf höchstens 50 herabzusetzen. Daraufhin hat der preußische Kullusminister ein« Antwort erteilt, in der es heißt, daß der Anregung des Landtags. die festgesetzte Schülerzahl, bei deren Ueberschreiten«in« Volksschul- klasse als überfüllt gilt, von 60 aus 50 herabzusetzen, bei der wirt- schaftlichen Notlag« der Schulverbände zurzeit nicht 1 ähergetretev werden kann. Trog dieser unhaltbaren Zustände wog? es die Reichsregierung, das Keudellsche Gesetz einzubringen, das die Schullaste» der Ge- meinden noch erhöht und dabei das deutsche Schulivesen um Jahr- zehnte zurückwirft! * Der zuständige Ausschuß des Reichsrats hat am Freitag die erste Lesung des Reichsschutgesetzes beendet. Mir der zweiten Lesung will man am Montag beginnen. Die dritte Lesung soll so erfolgen, daß das Gesetz am 17. Oktober dem Reichstag vor- gelegt werden kann. Der Wiederzusammentritt des Reichstags zu diesem Termin ist so gut wie sicher. Rakowfkis Abberufung gefordert. Die französische Note in Moskau überreicht. Poris. 7. Oktober wie h a v a s mitteilt, hat der französische Votschaster in Moskau heute vormittag vom Minister des Auswärtigen. Btiond, die letzten Z n st r u k l I o« e n erhallen, um offiziell die Abberufung Rakowfkis zu fordern. Er.werde diese Znstruktiouen heule abend T s ch i l s ch c r i n in Form eines motivierten Schreibens mitteilen. Die verschiedenen zwischen Frankreich und Rußland ausgetauschten Noten werden zweisellos morgen nach Beendigung des Ministerrats verössentlicht werden. l arbeitet. In allen Landesministerien findet es fast ausschließlich in Rücksicht auf hauswirtschaftliche Schulen Beachtung, und auch dieses Gebiet wird nur zu oft von Männern bearbeitet. Daß die Haus- srauen selber in ibrer ganz überwiegenden Mehrheit ihren Beruf im Gegensatz zu allen anderen Berufszweigen empfinden, ist ebenso- wenia oerwunderlich wie daß bisher die Zusammenarbeit zwischen den Angehörigen der verschiedenen Berussgruppen mit den Haus- stauen erst in den allerersten Anfängen bemerkbar ist. Selbst die Ingenieure stehen der Zufammenarbett mit den Hausfrauen noch fern. Es wird im luftleeren Raum berumkonstruiert mit dem Er- folge, daß zahllose gutgemeinte Einzeldinge nicht zu gebrauchen sind und ungebeure Werte vergeudet werden. Ingenieure und Haus- frauen sollten gemeinsam ein Programm für die praktische Einzel- arbeit aufstellen und gemeinsam nach ihrer Lösung suchen. Die Reichsforschungsgesellschaft müßte nach den Borschlägen von Frau Dr. Lüders in gemeinsamer Bearbeitung z. B. mtt dem Reichs- kuratorium für Wirtschaftlichkeit, dem Deutschen Normenausschuß, der Hauptstelle für Wärmewirtschast, den Organisationen der Haus- stauen usw. die einzelnen zu bearbeitenden Gebiete bestimmen, das Material zu den gesamten Fragen planmäßig sammeln, sichten und, soweit nötig, zur Verfügung sür den öffentlichen Gebrauch halten. Sie bäile ferner die Pläne aufzustellen, nach denen Laboratorium»- und praktische Versuche zur Lösung bestimmter Ausgaben an.zustellen und ihre Ergebnisse zu oerarbeiten wären. Sie hatte ferner Mittel berettzuhalteu für dl« Erforschung neuer Herstellung»- und Arbeit»- demokratie gearbeitet, sie haben sich als treue Helfer der Deutschnationalen im Kampfe gegen die Sozialdemokratie er- wiesen. Die Deutschnationalen sind während des Wahlkampfes in einige Verwirrung geraten. Graf Westarp, der am Donnerstag in Hamburg sprach, kann davon erzählen. Er bezeichnete die Stresemannsche Außen- Politik als notwendig— die Hamburger Deutfchnatio- nalen haben in der Agitation das Gegenteil behauptet. Er verteidigte die Haltung seiner Partei in der A u f w e r- tungsfrage— worauf die entrüsteten Inflationsopfer ihm in entrüsteten Zwischenrufen die Haltung seiner Partei in der Frage der Ruhrentschäditzung entgegen- hielten. Zum Schluß wurde er ausgepfiffen. Ueble Er- fahrungen für den Chef der stärksten Partei des Bürger- olocksl Gefängnis für antisemitische Verleumder. Kopsch zu einem Monat Gefängnis verurteilt. In der Sache Kopsch und Genossen verkündete nach zwei- stündiger Beratung das Schöffengericht Neukölln folgendes Urteil: Der Verleger und Schriftsteller Kopsch wird wegen Beleidigung des Ministerpräsidenten Braun zu einem Monat Gefängnis verurteilt: der Nebenkläger erhält die Publikationsbefugnis des Urteils im„Berliner Tageblatt", im„Lokal-Anzeiger" und„Vor- wärt»": alle Exemplare der Broschüre.Herr Ministerpräsident Braun, wer ist Oppenheimer?" fallen der Beschlagnahme an- heim: die Platten und Formen sind zu vernichten. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Paulus u. a. aus: In der Broschüre ist da» in Frag« kommend« Protokoll vollständig falsch zitiert worden. Die an dieses falsche Zitat angeschlossenen Ausführungen waren aber im höchsten Grade ge- eignet, den Ministerpräsidenten Braun in der Oefsentlichkeit ver- ächtlich zu machen. Das Gericht konnte sich dagegen nicht die Meinung des Staatsanwalts und Nebenklägers zu eigen machen, die Broschüre habe die Auffassung vertreten, daß Braun sich auch persönlich Gelder zugeeignet habe. Auch der Ministerpräsident selbst hatte ja als Zeuge gesagt:„Es fehlt nur noch, daß mir auch di.-fer Vorwurf gemacht würde." Die Angeklagten Bake. Unger und K r a m« r waren da- gegen freizusprechen. Es konnte nicht festgestellt werden, daß sie bei ihrer Unkenntnis über die Unterlagen der Broschüre sich deren beleidigenden Charakters bewußt gewesen waren. So das Urteil. Herr Kopsch hat sich erst im letzten Augenblick dazu bequemt, zu erklären, daß er die Drucklegung der Broschüre nicht veranlaßt hätte, wenn ihm der Text des Protokolls be- könnt gewesen wäre. Der Verfasser der Verleumdungsschrift hat aber feige gekniffen, nachdem er unter dem Pseudonym „Spectator" in der Vorbemerkung zu seiner Schmähschrift das Maul so voll genommen hat. Er sagt da wörtlich in Fettdruck: „Doch wenn Herr Ministerpräsident Braun, der von Herrn Oppenheimer in einem einzigen Falle die runde Summe von vier Million enGoldmarkfürdiesozialdemokratische Landagitation aus einem Brett bekommen hat, in dieser Sache ein Tänzlein wagen will: wir sind bereit, Herr Ministerpräsident." Ministerpräsident Broun hat das Tänzlein gewagt. Herr Spectator läßt aber in aller Seelenruhe seinen anttsemttischen Ge- sinnungsgenossen, Herrn Kopsch. zu einem Monat Gefängnis ver- urteilen: er denkt gar nicht daran, selbst das Tänzlein zu wagen. Da halle Genosse Landsberg wohl recht, als er in seinem Plä- doyer sagte, daß ihm selten ein Fall vorgekommen sei, wo der vom Angeklagten angebotene Beweis so fehlgeschlagen hätte wie hier. Es ist nicht anzunehmen, daß die antisemitischen Fälscher und Ehrabschneider durch diesen Prozeß eines Besseren belehrt werden. Ist ihnen diesmal der Lügenfeldzug mißlungen, so werden sie ein anderesmal irgendeine neue Gelegenheit wahrnehmen, ein ähnliches Fälscherkunststückchen zu versuchen. Eine Balkanspionogezenirale in Prag will die rumänische Polizei aufgedeckt haben, jedenfalls hat sie mehrere Leute verhaftet. Für wen sie spioniert haben sollen, wird nicht gemeldet. verfahren, über den tatsächlichen Nutzen z. B. krastsparender Ma- schinen und Geräte im Verhältnis zu deren Anschaffungspreis und der tatsächlich im hauswirtschaftlichen Betrieb durch sie erreichten Ersparnis. Eine neue„Ausstellung der jungen Talente". Die Deutsche Kunstgemeinschaft wird auch im Januar nächsten Jahres «ine„Ausstellung der jungen Talente" veranstatten, und zwar sollen diesmal außer den Malern auch die jungen Bildhauer gezeigt wer- den. Die Ausstellung wird diesmal wiederum von der Kunstjugend selbst zusammengestellt, und zwar wird ein Ausschuh von drei Künstlern, die selbst zu den Einsendern gehören, au» den«ingejand» len Werken 100 Bilder und 50 Plastiken auswählen. Die Aus- stellung wird wieder in den Räumen der Deutschen Kunstgemein- schaft im Berliner Schloß gezeigt werden. Als Förderer haben ihre Mitarbeit zugesagt der Staatssekretär Heinrich Schulz, Vorsitzender der Deutschen Kunstgemeinschaft, Geheimrat Ludwig Just!, Direktor der Nationalgalerie, und Geheimrat Woetzoldt, Generaldirektor der Staatlichen Museen, Berlin. Die EInlIeferung für die Ausstellung soll zwischen 23. und 30. November d. I. erfolgen. Seilritt Amerika» zur Berner Urheberrechlskonoenlion? An- läßlich der letzten Besuche amerikanischer Verleger in Europa und auch in Berlin wurde auch die Frage des Beitritt» der Vereinigten Staaten von Zlmerika zur Berner IIrl)«berrech!skonoention behau- delt. Die amerikanischen Vertreter haben«rtlärt, daß von feiten der Berlagsanstaltcn der amerikanischen Regierung eine Denkschrift eingereicht werden wird, die im Interesse der ständig wachsenden literarischen Beziehung Amerikas mit den europäischen Ländern den amerikanischen Beitritt zur Konvention als notwendig und wünschenswert bezeichnen soll. Di« Verschiebung der Urheberrechts- konferenz m Rom von Oktober dieses auf da» Frühjahr des nächsten Jahres dürfte u. a. dazu dienen, Zeit für die notwendigen Verhand- lungen mit den Vereinigten Staaten zu schaffen. Soweit die ame- rikanischen Verleger über die Haltung der amerikanischen Regierung unterrichtet sind, sind die Chancen sür einen Beitritt günstig. Ausbauschrlen In Frankreich Auf Antrag des Unterrichts. Ministers Herriot hat der französische Ministerrat beschlossen, einen Kredit von 58 Millionen Franken bei der Kammer anzufordern, der dazu verwandt werden soll, ein« Anzahl von höheren Schulen in Aufbauscbulen umzuwandeln, deren Besuch kostenfrei ist. In diesen Schulen sollen ausgesuchte Schüler aus ganz Frankreich zu ihrer wetteren Fortbildung auigenommen werden, und'war nur solche. die die erforderlichen Prüfungen bestanden haben. Später will man diesen Versuch weiter ausbauen. ZStiruag durch die Za-i,srele Sunüschon. Wrn 14., 15 Ubr. wird Prot. Hermann Sandkudl eine öffentlich« Führung durch die Adtellung.Ncl>a!ise Zhmtt* im SandesauSilellungdgedölide am Lebrter Sabndos»eranflalten. Karten«rhölllich im Bureau der Jurhfreien im 1!ande»au4siellunz»g«bäud«. Anruf- Han'a 414. S Handlungen, datz die Wirkungen des Streiks sich bei längerer Streikdauer weit unangenehmer bemerkbar machen als bisher. Es erscheint daher sehr fraglich, ob bei Fortsetzung des Streiks größere Zugeständniste zu erreichen sind und nicht vergeblich schwere Opfer gebracht würden. Noch allem— auch dem, was hier nicht ausgesprochen werden kann— darf gesagt werden, daß die Funktionär« den Streikenden die Einigung auf dieser Grundlage mit gutem Gewisse» empfehlen können. Die Entscheidung und damit auch die Verantwortung liegt bei den Streikenden selber. * Vom P o st a m t E. 2 erfahren wir, daß dort die Verwaltung ihre eigenen Autos zur Verfügung stellt, um Streik- brecherbier heranzuschaffen. Wenn durch Versehen eines Beamten sich die Benutzung eines Autos �notwendig macht, muh dieser Beamte die Kosten dafür tragen. Ständig weist die Post- nerwalwng darauf hin. daß die Angestellten der Post sich w ä h- rend des Dienstes des Alkoholgenusses enthalten sollen. Trotzdem wird jetzt aus Kosten der Reichspost Bier hcrangeschasft. Hall«S die Reichspost für ihre Pflicht, den streiken- den Brauern in den Rücken zu fallen? Die Streikleitung macht uns darauf aufmerksam, daß Bier von auswärtigen Brauereien herongefchafst werden koun. Um zu verhüten, daß auf Umwegen Stroikbrecherbier unter falschem Aushang- fchild verkauft wird, ist jedoch eine Anfrage an den Verband der Lebensmittel- und Getrönkeorbeiter vor Bezug von auswärtigem Vier angebracht. Achtung, Brauereiarbeiter! Heute Sonnabend, vormittags Ist Uhr. Versammlung aller Funktionäre im»Rosentholcr Hos", Roscntyaler Straße ll/12. Zutritt haben nur die Funktionäre. Sämllichc streikenden Brauereiarbeiter müssen sich ebenfalls heute nachmittag l Uhr in ihren zuständigen Streiklokalen einfinden. DIc Streikleitung. der Hochbahnkonflikt. heute Verhandlungen vor dem Schlichlungsausfchuy. Di« Hochbahngefellschast teilt der Presse mit, daß sie sich veranlaßt gesehen hat, den Schlichtungsausschuh abzurufen, well dos Personal, ohne das Ergebnis der Verhandlung ab- zuwarten, ein« Urabstimmung über Streik oder Arbeit anberaumt bat. Die Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß ist nun- mehr aus Sonnabend mittag l2 Uhr anberaumt, die Urabstimmung des Personals daher auf Montag verschoben morden. Um was geht der Streit? R S. gibt hierzu folgende Darstellung: Bei der Omnibusgsjellschaft ebenso wie bei der Hochbahn ist man an sich bereit, sich aus den Voden des für die Straßenbahner gefällten Schiedsspruchs zu stellen. Die Schwierigkeiten der Eini- gung. liegen jedoch darin, daß das Personal zwar die a ch>- stündrge Arbeitszeit durchsetzen, nicht dagegen den Ab- zug für die aussollende neunte Arbeits st und« tragen will. Es wird vielmehr bei achtstündiger Arbeitszeit der Lahn, der sonst für neunstündige Tätigkeit gezahlt worden war, verlangt. Aboag und Hochbahn oerweigern bisher diele Regelung. die beide Institute selbstverständlich nicht unwesentlich belasten tMTdc. da im Durchschnitt bei der verkürzten Arbeitszell der Lohn- ai.sfall für die Angestellten rund 13 M. pro Monat betrogen würde. Auch bczügiich der gesteioerien Soziallasten verlangen die Angestellten einen Ausgleich, der zu Losten der Verkehrs« Unternehmungen gehen mühte. der Kampf in öer verliner Holzinüuftrie. Anrufung des Schlichlungsausschuffes. Di« B8.-Korresponden.; berichtet: Gemäß den Beschlüsten der Funktionäre des Holzarbeilerverbandes ist am gestrigen Freilag w ollen Betrieben der Berliner Holzindustrie, etwa 3 an der Zahl, eine Urabstimmung über die Frage de? Eintritts in den Streik durch- «führt worden. Das Ergebnis wird erst im Laufe des heutigen i-onnabends festgestellt werden. Ein etwaiger Streik würde etwa 18 000 Holzarbeiter umfassen. Inzwischen hat aber einer der in Frage kommenden Arbeitgebervcrbände, die Bereinigten Ber- bände der Berliner Holzindustrie, den Eck) lichtungzaus- schuh angerufen. Unter diesen Umständen kann damit gerecbnet werden, daß die Funktionäre, die heute zu dem Ergebnis der Urabstimmung Stellung nehmen, zunächst abwarten werden, ob der Schlichtunqsausschuß. was allerdings sehr schnell erfolgen müßte, die Parteien zu Verhandlungen über den Lohnstreit laden wird. x S August krause gestorben. Nach langen, schweren Leiden ist der vielen Berliner Metall- orbeitern noch in bester Erinnerung stehende Kollege August Krause in Dresden verschieden. Die Kollegen, die vor und während des Krieges stch in der Berliner Metallarbeiterbewegung betätigt haben, werden sich sehr gern noch der Person und des Wirkens des Kollegen Krause erinnern. In früher Jugend kam Krause zur Gewerkschaft und hat sich stets in vorderster Reihe als ehrenamtlicher Funktionär betätigt.— Dom Jahre 1901 bis zum Jahre 1919 war Krause Mitglied der B r a nch e n k o m m i s s io n der Maschincnarbeiter, aus ber später die Branche der Hobler, Bohrer, Stoßer und Fräser hervorging. Einige Jahre stand er seiner Branche als Branchen- Vertreter vor. Im Jahre 1919 in die engere Bcrwallung gewählt, gehörte er dieser bis 1919 ununterbrochen an. Im Jahre 1919 hat Krause sein langjähriges Berliner Wir- kungsfeld verlassen, da er als B e z i r t s s e t r c t ä r nach Dresden ging Er hat nun an dieser Stelle im hauptamtlichen Funktionär- Verhältnis seine Arbeitskrast nnd seine Fähigkeiten weiter in den Dienst der Metallorbeiterbewegung gestellt. Ein schweres Herz« leiden, dem er jetzt.zum Opfer fiel, hatte in den letzten Iahren seine Gesundheit stark erschüttert. Di« Berliner Metallarbeiter werden dem Kollegen Kraule für die idealistische Arbeit, die er für sie leistet«, stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. Deutscher Metallarbeiter-Berband, Ortsverwallung Berlin. Streik der AufMgsvll'ltteure. Die Arbeiter der Firmen G ü n p e l, Köpenick«? Str. 154, W« n z l a f f, Oronienstr. 189, Keil u. G o., Hobrechtstr. 07. M o n« tagebureau, Nürnberger Str. 41 und Fischer, Hahenzvllern- dämm 61, haben sich bisher dem Streik der Aufzugsmonteurc nicht angeschlossen. Wir weisen nochmals darauf hin, daß nur diejenigen Auszugs- Monteure und Helser Berechtigung zur Arbeit haben, wo die Forde- rungen von den Firmen anerkannt sind. Als Zluswcis dient die Arbeitsberechtigungskarte. Wer diese Karte nicht vor- weisen kann, ist als Streikbrecher zu betrachten. {, Die Arbeiter der benannten Betnebe wrrden nochmals auf- gefordert, sich unverzüglich den streikenden Kollegen anzuschließen. ,_ Die Zemralstreikleituiig. Der wieöeravfstieg der Hewerkfchasten. Eine kräftig« Aufwärtsentwicklung im Mitgliederbestand der freien Gewerkschaften ist nach der vom Dorstanü des Allgemeinen Deutschen Gewerkschoftsbundes geführten vierteljährlichen Mitglieder- stotistik gegenüber dem Schluß des Borjahres zu oerzeichnen. Die jüngste Feststellung, die sich auf den Stand End« Iun- bezieht. ergibt 4 145 574 Mitglieder gegen 4 003 267 Ende März und I 933 931 im Dezember 1926. Gegenüber dem Schlußstand des Bor- jahres ist eine Zunahme von 211 643 Mitgliedern gleich 6,4 Proz. eingetreten. Wie aus weiter?» Meldungen erstchllich ist, hall diese Aufwärts- bewcgung der Mitgliederzahl noch an, wenn auch für Ende Sep- tcmber noch keine abschließende Zahl gegeben werden kann. Die neuen Beamteu�haltep in Deukelilanc] .1100 iokj ürromnifeOO i'UHimmiiiiiiiiiiiiiiiiii 1501 1400 ■ 1364 «000 JaKres�eKalt In Mark Kaufkraft der Hark im Au|u5(:mT=68.*Pf. al�oo «■1603 4100 W?>ledens�eKa1t 1844| r« 31 9 1800 ni<910 N eues GeKalt "lllMlMlllll.llüllll MOOO imiiinuiiiMiuiiiniiiiimuiiiMinimiinniminiiimnifnMniiiiHiiiiiimiiiiifiiiiiiiiiiiii h», & ,1800 ■ 1010 ' 4 865 aifiiiiiMinitti�HiiiifiMiiiuiijiiiiMniHiiiiitiniiiuuitiHiiiiiiiiiiiiiiuttniiutiiuHiiiiiiiiiiiMiiiiiinuii A Anfan|s �eKal t 490O EEn d�ekal t 5000 •3411 „100 L 0 43 die Verhältnisse in üer Lustfahrt. Aehnprozentige Lohnforderung bei der Lufthansa. lieber das Thema.Luftfahrtperfonal und Luftfohrtpcllllik" refe« rierte in einer Versammlung des Berliner Luftfohrtperjonals am Mittwoch im Restaurant Bergschloßhöhe in Neukölln Genosse Bin- der, Rcichsabteilungsleiter der Luftfahrtnbteilung des Verkehrs- bundcs. Die Entwicklung der Luftfahrt fei von größter Bedeutung. weil dadurch Kontinente und Menschen einander näher gebracht werden. Di« Arbcllerlchast muß darüber wachen, daß die Luftfahrt nur friedlichcnZwecken dienstbar gemacht wird. Darum ist es notwendig, in ministeriellen und anderen für die Luftfahrt maßgebenden Stellen Einflußzugewinnen. Um die Jntcressco des Perso- nals der Luftfohrlunternehmen wirksam zu vertreten, bedarf es vor allem einer starken gewerkschaftlichen Organisation. Sachse berichtete über die B« r h a n d I u n g e n. die bisher mit der Direktion der Lufthansa wegen einer Erhöhung der Löhne geführt worden sind. Entsprechend den gesteigerten Lebenshaltungs- kosten ist eine Erhöhung aller Löhne und Gehälter um 10Proz.gefordert worden. Diese Forderung soll auch bei den heutigen Verhandlungen mit der Lufthansa aufrechterhalten werden. Die Betriebsräte werden die bcoorstchendsn Entlassungen auf ein Mindestmaß herabzudrücken suchen und gegen etwaige unberech- tigte Kündigungen die notwendigen Schritte unternehmen. In der D i s k u i s i o n wurden verschiedene M i ß st ä n d e zur Sprache gebracht. Besondere Klage wurde über die unhygie- nischen Einrichtungen aus dem Flugplatz Staaken ge- führt. Abhilf« ist dort dringend notwendig. Binder macht« noch darauf aufmerksam, daß bei allen Ber- trägen, die nach dem Ausland abgeschlosten werden sollen, vorher eine AuskunftderOrganisotion einzuholen ist. Mü einem Appell zu reger gewerkschaftlicher Agitation wurde die Versammlung geschlosten._ Der München Glnbbarher Textilkonflikt. Jin Lohnstreit der Münck�n-Giodbacher Textilindustrie, der sich bedenklich zugespitzt hat, haben die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 10 Prozem auf die Zeitlöhne angeboten. Dieses Angebot ist sür die Arbeiiiichiner unannehmbar, da bei chm die Akkord- l ö h n er gänzlich leer ausgehen würden. Der hartnäckige Widerstand der Unternehmer gegenüber den Forderungen der Textilarbeiter erklärt sich aus einer falsche» Einschätzung der Widerstands- kraft der Organisationen. Die Unlernehmer sind aber arg auf dem Holzweg, wenn sie glauben, noch dem großen Krcselder Kampf sei die Textilarbeiterlchoft in Münchcn-Glastbach gezwungen, klein bei- zugeben. Ohne eine befriedigende Lohnregelung auch für die Akkordlöhner kann der Lohnstreit in der München-Gladbachcr Textilindustrie nicht gelöst werden.__ Der oberfchlefischc Montanschicdsspruch abgelehnt. Der am 22. September für Oberschlesien gefällte Schiedsspruch über die Gehaltssorderung der Angestellten in der Montanindustrie, mich dem ab 1. September eine Zprozentige Erhöhung der Gehäller eintreten sollt«, ist von Arbeitgebern und Arbeitnehmern abgelehnt worden._ Zu Firn incns„Ginhcitsfront"-Stertenpfcrd. Von berufener Seite wird uns zu der Notiz mit dieser Ueber- schrift in Nr. 472 des„Vorwärts" berichtigend mitgeteill: Die Notiz enthält einige unrichtig« bzw. ungenaue Angaben, die den Sinn des Bejchlustes des Generalrals der ITF. wesentlich abschwächen und zu falschen Aufsostungen Beranlassung zu geben geeignet sind Es ist in dem richtigen Text im 1. Absatz nicht die Red« von„Bewegungen und Demonstrationen", sondern es heißt,„daß die Sekretäre sich an Unternehmungen und Veranstaltungen nicht beteiligen oder mitwirken" usw. Ferner muß es im 2. Absatz nicht heißen„um einen Streit über die Richtlinien der Tronsportarbeirer.Internationale zu vermeiden", sondern„u n d um einem Richtung- st reit in der ITF. vorzu- beugen" usw. Gemeint ist mit R i ch t u n g s st r c i t natürlich der Streit zwischen Amsterdam und Moskau, der den Gewerkschaften der verschiedensten Länder so ungeheuren Schaden zugefügt hat und der noch heute— auch bei uns in Deutschland— eine so zerstörende Wirkung ausübt.____ Gesperrter Gostwirlsbetricb. Einer jener wenig empsehlens- werten Gastwirt«, die grundsätzlich organisiertes Personal nicht be- schäftigen, ist der Gastwirt Iogenburg, der in der Hasenheid« das gleichnamige Cafe betreibt. Sein Betrieb ist«in Taubenschlag. Daß die tarifliche Arbeitszeit bei weitem überschrillen wird, ist bei ihm selbswerständlich. Bei der Gewerbeaufsicht und beim Polizei- Präsidenten ist Anzeige erstattet. Der Betrieb ist silr organisierte Ge- Hilfen gespert SPD.. Nu-ttmickc«! Bezirk 7 Zrattionsecrkammlung Sonnabmb, 8. Oktober, 20 Uhr, bri Wondtkc, Kerlin-Schbaeberz, Dahnstr. 2S. Er. Ichctnrii brinftcnd erforberlich. anstaltungen: Ban Heute, Sonnobrnd, folgende Ber- iigeildbeim Raiim�chulenveg, Ernststr. 16. Sonntag. 10 Ildr. Treffen juje bejn Iug?nd. ur Hausaaitatioi'— Iugendlnrse! Freie Gewerkschafisfnaend Hroß.Berl'n. ifdmlcilwcg: 3"»_•..—-■-'..... v__ Xnv airheilor.'iomnrtitr.rt rr» i 4 Liederabend.— Süd!reis: Morgen, Sonntag. 1v Isbr. Treffen vor dem. � heim Bergstr. 29, zur Hausagitation— Inaendlntse! Ab Mitte OCtobcr be werden— Wirtschaftswesen. � �Äus der Geschichte' der Arbeiterbewegung, mit besonderer Bertirtsichtiaung der Gewerkschaftsbewegung."..Gewerkschaftliche Zugendbewegung." gewerkschaftliche Zirgcnbarbeit."„Jugendpsychologie." Meldungen zur'Teilnabme durch die Iugendgruppcn. Zugendgruppe des AdA. Alle Zugendmitglieder beteiltgeu sich an der Ber» anstaltung„Die Danderratten" morgen, Sonntag, 11% Uhr, im Pboebuspalast (am Anhalter Bahnhof). Äarten durch die Zugendfitbrer der Bezirke erhältlich. Zentralverband der Schornsteinfeger. Monats Versammlung Montag. Isi. Oktober, 17 Ubr, in Haverlands Festsälen, Neue �nednchftra&e. Stellungnahme zum Ergebnis dey Lohnverhandlung. Verantwortlich für PoNtlt! Dr. Eurt Geyer; Wirtschaft: G.«lingelhöfer; Gewerkichaftsbewe:ung: Fr. Etzkor»; Ferilleton Dr. J.�ha Schikowski: Lokales: und Sonstiges: Fritz ßarstadt; Anzeigen: Th. E locke; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Verlag G. m. b H., Berlin. Druck: Vorwärts-Bumdruckeret und Berlagsanstal» Baul Singer u Co Berlin SD 68 Lindenstratze S- Lierz« 2 Beilaaeu und..Uuterdaltuna und Wifteu* rKar�sHK�snK�sHK�xBK��BsnK* muc+mm Sophien-SSIej SophSenstr. 18« Norden 9296 u. 12643 � Für Vereine und Versammlungen£ I L in Jeder Größe tHn Bitten-©AroritdwWn. ISSi*--•- B �stinTdo 3U«J3ro< kam, unscro Cxrpp versihveaZ Zn Zecke« Ptuck der Tifclnargarlnc«Prifcfa* Resi" nrlant« flu> tnti* de« i 'CCUfi tm diess bayarifchsKerrnNMÄanno—. aa den% A• ntAi„zl 4.27A. mm. m. !Z1krnM� höchste h&k'im imn Wohlgefchma�:™'- Ipftfenun* und MpsnMilL), RtsHUasMcferei: Vtmtcr d«r V.ltW. kfürnberr. Reti-Ateator, Btrllo II04S» Neao Kdofgstr. J7. Tel; Kftolgsudt lSSZ, mx, 1867, flt. 476 ♦«.�tgoog esnnotsn», 8.®«0»tt 1457 Bluttat ües Schrift Ermordung der Sekretärin. Eine furchtbare Tragödie spielte sich gestern nachmittag im Hause Eunostr. 48 zu Schmargendorf ab. Der bekannte 5 l jährige Schriftsteller Herr man George Schessauer tötete, vermutlich nach einem vorangegangenen Streit, fein« Zsjähcige Sekretärin, die hilfsreferentin Katharina v. Meyer durch einen h e r z st i ch mit einem Trauchiermeffer. Unmittelbar nach der Tat stürzte sich Scheffauer aus dem Aenster seiner im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung, nachdem er sich noch zuvor einen schweren hals- schnitt beigebracht hatte, aus den hos hinab. Er starb bereits aus dem Wege zum Wilmersdorfer Krankenhau». Zu der Tragödie, deren Motive noch in völliges Dunkel gehüllt find, werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Schriftsteller herrman George Scheffauer. ein Deutsch- amerikaner, der 1676 in San Franziska geboren wurde und in seinen Büchern hauptsächlich Themen über das Leben in den Ber. einigten Staaten behandelte, bewohnte seit vielen Jahren in der Cunostr. 48 eine größere, gut eingerichtete Wohnung. Der jetzt im 51. Lebensjahre stehende verheiratete Mann hatte zu seiner Unterstützung als Sekretärin die 28jährige hilfsreferentin Kathanna v. Meyer, eine Tochter der verwitweten Exzellenz A. v. Meyer, die in der Kyffhäuser Str. 24 zu Schöneberg wohnte. Frau Scheffauer hatte sich vor längerer Zeit von ihrem Manne gerennt und lebte mit ihrer kleinen Tochter in Süddeutschland. Gestern gegen%1S Uhr hörten Mieter des zweiten Stockwerkes aus der Wohnung Scheffauers gellende hilsernse ertönen, die plötzlich verstummten. Wenig« Minuten später erscholl vom Hof her ein dumpfer Fall. Die aufmerksam gewordenen Hausbewohner eilten an die Fenster und sahen Scheffauer aus den Giesen des Hofe» liegen. Er hatte am hals und an den Händen mehrere tiefe Schnitt- wunden. Man alarmiert« das städtische Rettungsamt, das Sch., der nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab, in das Wilmersdorfer Krankenhaus in der Achenbachstraße einlieferte. Dort tonnten die Aerzte jedoch nur noch den auf dem Wege Ein sensationeller Kampf ums Kinü. Das befolgte Gelübde. Vor mehr als Jahresfrist erregte in Verlin die Entführung dersiebenjährigen Tochter eines Kaufmanns, des Dr. her. mann Jllig aus der Paulsborner Straße SO, außerordentliches Aufsehen. Di« Gattin des Dr. Jllig hatte gegen ihren Mann die Ehe- f ch e i d u n g beantragt, und Dr. Jllig war in zwei Instanzen wegen chewidrigen Verhaltens als Alleinschuldiger verurteilt und das ein- zige Kind dieser Ehe, die kleine Rosemarie, der Mutter zugesprochen worden. Bevor noch von dem Ehemann die dritte Instanz gegen diese Entscheidung angerufen werden tonnte, st a r b im März' 1§2S die seit längerer Zeit leidende F r a u I l l i g. Da unter diesen Um- ständen nach den gesetzlichen Bestimmungen das Kind wieder hätte zum Vater zurückkehren müssen, nahm die Mutter, nachdem sie noch kurz vorher die kleine Rosemarie nach außerhalb in ein hrim ge< bracht hatte, ihrer Schwester, einer Frau Schmidt, auf dem Sterbe- dett das Gelübde ab. das Mädchen nie in als an den Vater auszuliefern. Sowohl Frau Schmidt wie ihre Mutter, Frau Rose, und chr« Schwester, Fräulein Rose, hielten darauf das Kind versteckt und verrieten auch der Polizei nichts. Gegen alle drei wurde darauihin ein Strafverfahren wegen Kindesentführung eingeleitet. Frau Schmidt wurde in Haft genommen, aber wieder evtlaisen. In dem Prozeß wurde dann die Großmutter und Fräulein Rose frei- gesprochen, Frau Schmidt dagegen wegen Kindesentsüh- r u n g zu einer Geld st rase von 660 Mark verurteilt. Auch in der hauptvcrhandlung verweigert« sie die Auskunft darüber, wo das Kind versteckt gehalten wurde, und von diesem Standpunkt ging sie auch bei späteren Nachforschungen der Polizei nicht ab, so daß gegen sie eine neue Anklage wegen sortgesetzter Kindes entführung „ Zement. ÜXoman von Fjodor Gladtow. Gljeb strich zärtlich über die glänzenden Teile der Maschinen und schaute Drynsa unverwandt mit feuchten, etwas trunkenen Augen an. „Was hast du, Freund, für eine lebendige Organisation! — Magst nicht weggehen! Und wie das Werk hier versaut ist, und wie die Menschen versaut sind!... Warum steckst du hier, zum Teufel, und plagst deine Hände bei diesen Maschinen, wenn das Werk ein Stall ist. ein Schutthaufen und die Arbeiter Nichtstuer sind. Landstreicher?... Lauf nur auch weg. solange du nicht krepiert bist." Brynsa zitterte im Krampf vom Käppi bis zur kleinen Zehe. Die Muskeln in seinem Gesicht zuckten, oerzerrten es bis zur Grimasse. Als ob das herz in Brynsa zerspringen wollte, sein Blut brauste auf in trunkener Wut. Mit voller Wucht schlug er mit seiner Faust auf den glänzenden Panzer der Dieselmotors und erstickte fast. „Das Werk muß wieder leben, Gljeb.... Das Werk kann nicht sterben... es verlangt nach dem Leben, sonst frißt es uns auf.... Du weiht nicht, wie die Maschinen leben?... Nein, du weißt nicht.... Man kann den Verstand verlieren, wenn man das sieht und fühlt. Wer kennt das? Ich kenne es... nur ich!" Nie war Brynsa in solch einer Verzweiflung gewesen. Er war bei den Maschinen geblieben und ist mit den Maschi- nen stehen geblieben. Als die Dieselmotor« still wurden und die Menschen über sie hinweg in dichten Masten zur Revo- lution, zum Bürgerkrieg, in den Hunger und in das Leiden gegangen waren— war er im Schweigen des Maschinen- Hauses geblieben. Er lebte so, wie die Maschinen lebten, und war ebenso einsam, wie diese strengen glänzenden Mechanis- men. „Geh weg von hier, störe mich nicht. Aber merke es dir: das Werk muß wieder lebendig werden. Wenn Maschi- nen da sind, Freund, so können sie nicht ruhen, sie arbeiten sogar dann, Bruder, wenn sie stehen.... Ach, wenn du das verstehen könntest!... Ob du's fühlst oder nicht, du mußt alles tun, um das erste Streichholz anzuzünden?... Merke dir das, und denke jeden Augenblick daran... — Selbstmord des Täters. dorthin eingetretenen Tod feststellen. Inzwischen war die 163. Re- vi erwache am Berkaer Platz 1 benachrichtigt worden, die sofort meh- rere Kriminalbeamte nach der Cunostrah« entsandte. Die Beamten verschafften sich gewaltsam Einwß in die Wohnung. Den Ein- tretenden bot sich ein Bild des Grauens. In der Mitte des Ar- beitszimmers lag Katharina v. Meyer mit einer Wunde in der herz- gegend in einer großen Blutlache auf dem Fußboden. Der hinzu- gezogene Arzt stellte den Tod fest. Der Stich, der mit großer Wucht mit einem Tranchiermester ausgeführt worden war. muß auf der Stelle tödlich gewirkt haben. Die Hände der Toten wiesen ebenso wie die Hände des Täters starke Schnittwunden auf, so daß zwischen beiden ein heftiger Kamps stattgefunden haben muß. Davon zeugen auch einige umgeworfene Gegenstände, die auf dem Fußboden des Arbeitszimmer» lagen. Die Leiche des Mädchens wurde polizeilich beschlagnahmt und in das Charlottenburger Schauhaus gebracht. Die Wohnung wurde bis aus weiteres versiegelt. Bei der Durchsuchung des Zimmers wurden keinerlei Briefe vorgefunden, aus denen man aus die Gründe zu dieser Tragödie schließen könnte. Wahrscheinlich ist es ganz plötzlich zu einem Streit gekommen, in dessen Verlauf Scheffauer«in auf dem Schreibtisch liegendes Tranchiermesser ergrifsf und die Tat vollführt«. Daß Sch. den Mord in einem Anfall von Geistesgestörtheit vollbracht haben könnte, ist kaum anzunehmen, da er noch am Donnerstag abend im Kreise einer bekannten Familie geweilt haben soll, ohne daß ihm irgendeine Erregung anzumerken war. « herman George Scheffauer, dessen erste Schriften in den Jahren 1S1Z— 1918 in englischer Sprache erschienen, wurde in Deutschland vor zwei Iahren durch sein Werk„Das geistige Amerika von heute" bekannt. In der letzten Zeit wurde sein Name mit dem von Thomas Mann als Herausgeber einer modernen Romanserie genannt. Et war auch Sekretär der deutschen Gruppe des internationalen literarischen PEN.-Klubs. erhoben wurde. Inzwischen hatte die Großmutter beim Vormund- schaftsgericht beantragt, die Sorge für das Kind dem Vater zu ent- ziehen. Das Gericht hat nun zunächst angeordnet, daß die kleine Rosemarie Jllig in einem Erziehungsheim in hermsdors bei Berlin untergebracht werden solle. Daraufhin hat Frau Schmidt freiwillig das Kind selbst aus dem Kloster in v b e r ö st e r r e i ch, in das man es zuletzt gebracht hatte, abgeholt und noch Hermsdorf gebracht. DaS neue Garagengebäude für den Ttadtfuhrpark. Das Stadtreinigungs- und Fuhramt hatte die Ver- treter der Presse zu einer Besichtigung des am S t r a l a u e r Platz im Bau begriffenen Garagenaebäudes für den Sradt- fuhrpark eingeladen. Der Stadtfuhrpart wurde im Jahre 1916 ins Leben gerufen und diente insbesondere zum Transport der ratio- nalisterten Lebensmittel und Brennstoffe. Da die Einrichtung sich bewährte, wurde sie auch nach dem Kriege beibehalten. Für die Zentralocrwaltung der Stadt Berlin sowie für die Bezirke 1 bis 6 unterhält der Stadtfuhrvart Personen- und Lastkraftwagen. Er hat zurzeit 45 Lastwagen, Lieferwagen ckird Attenwagen sowie 20 Personenwagen, und er beschäftigt an Fahr-, Werkstatt- und Vermal- tungspersoiml 223 Personen, außerdem noch eine Anzahl Aushilss- arbeiter. Der Stadtfuhrpark wurde nach dem Kriege im Marftall- gebäud« am Schloßplatz untergebracht. Auf Betreiben der Feuer- polizei mußte die Glaohalle des Marstollgebäudes ausgegeben werden. Daher wurden die auf dem Grundstück des Viktor! äspeichers in der Köpenicker Straße befindlichen Garagen, die früher der Abrag gehörten und inzwischen in Privatbesitz übergegangen waren, um- gebaut und dort der eigentlich« Fuhrbetrieb nebst einer Betriebs- Werkstatt untergebracht, während die hauptwerkstott aus einem städtischen Grundstück in der Persiusstraße eingerichtet wurde. Im Mai dieses Jahres beschlossen die städtischen Kärperschasten dl« Er- Gljeb nahm Brynsas Hand und schüttelte sie in freudiger Erregung. „Freund! Recht hast du!... Das Werk muß arbeiten, wenn es ein Werk ist. hier hast du meine Hand: wir werden das Werk in Gang bringen! Mag ich sterben, mag ich ein Krüppel werden, aber das Werk wird leben.... Wirtlich! Laß deine Dieselmotors nur gesattelt dastehen.... Wir werden alles dazu tun, Freund, mit allen Fasern... 4. Brüder. Im Souterrain des Hauses der Fabritleitung, im engen, schmalen Korridor drängten sich im süßlich-dunsttgen Dampfe des feuchten Zementes Haufen von Arbeitern herum, und es roch dort nach feuchtem Dampfbad und braunem Tabaks- qualm. In diesem schmutzigen Rauch waren auch die Menschen vom grauen Staube der Steinbrüche und Straßen ebenso schmutzig wie das Grün rings umber und die Gebäude des Werkes. Sie waren trüb, verwascyen und hatten alle e i n Gesicht, als ob sie nächtliche Schatten wären. Und rund herum ein jahrmarktähnliches Getöse, ein sinnloses Treiben und viehisches Lachen, das die Wände erschütterte, und ein Brüllen. Sie schrien in wüstem Durcheinander über die Rationen, über den Fraß in den Küchen, über Petroleum, über die Zuschüsse, Feuerzeuge und Ziegen, über die armen. arbeitenden Menschen, auf deren Nacken alles mögliche Ge- sindel herumreitet. Und die Tür zum Zimmer des Fabrikkomitees war offen, und auch dort war ein durchdringender, rauchiger Schmutz, Haufen von Arbeitern und stinkender Schweiß gestockten Müßiggange». Gljeb wurde nicht erkannt, als er sich durch das Gedränge hindurcharbeitete. Menschenscheu und trübe, mit verstecktem hasse, stierten alle Augen auf seinen Helm mit dem Stern, auf seinen Orden der Roten Fahne. Und man schaute ihm nicht nach, vergaß ihn, war gleichgüstig wie gegen alle Menschen: treiben sich denn nicht genug Kommissäre und allerlei Menschen mit und ohne Aktentaschen im Fabrik- komitee herum? Bor der Tür tanzte ein Bursche in einem weißen häub- chen, mU einem Mieder über seinem Rock und einer Schnurr- bartbinde auf den rasierten Lippen. Ein dichter Haufen von Menschen preßte ihn zusammen und er arbeitete sich mit seinen Ellenbogen durch, schrie mit Weiberstimme und bewegte sich affektiert, wie in einer Schaubude. richtung eines Garagebaues in Verbindung mit einem Verwallungs- gebäudc am S t r a l a u e r Platz, in dem außer dem Verwaltungs- burcau auch noch Bureaus anderer städtischer Dienststellen unter- gebracht werden sollen. Zunächst wurden Keller und Erdgeschoß hergestellt, die Fundamente sind aber für den Ausbau von weiteren zwei Geschossen bemessen. Auf dem Hofe xoird«in Tank von 66 666 Liter Fassungsvermögen eingebaut. Sämlliä)« Gebäude werden aus Gießbeton hergestellt. Der Kies gelangt vom Kahn mittels eines Transportbandes direkt in die Bctonmisch- Maschinen. Der Gießturm für den Gerätebau ist 36 Meter hoch, der Gießturm für das Verwaltungsgebäude 58 Meter. Der Rohbau der Garagen ist fertiggestellt. Man hofft, mit dem Rohbau des Ver- waltungsgebäudes in zwölf Wochen fertig zu sein. Garagenbau, Gerätelager und hos werden am 15. Oktober durch den Stadtfuhr- park in Benutzung genommen werden. Das Verwaltungsgebäude wird im Frühjahr benutzbar sein. ?n den Karten ftanö's geschrieben. Verhängnisvolle Prophezeiung. „Wie alle« gekommen ist, weiß ich Nicht: ich bin erst richtig zum Bewußtsein gekommen, als die Mutter des von mir erschossenen Samuel Glaser um Hilfe rief." So bekannte unter Schluchzen der wegen Totschlags, Bedrohung und Hausfriedensbruchs vor dem Schwurgericht lll angeklagte stellungslose Meinrad Waii- g o r a, ein mit einem Schluck- und Sprachfehler behafteter und mit wenig körperlichen Reizen ausgestatteter 26jähriger Mann. Am 23. Januar d. I. hat Waligora den Kellner Samuel Glaser in der Wohnung der Mutier des Getöteten, in die er mit vorgehaltenem Revolver um die Mittagsstunde gewaltsam ein- gedrungen war, überfallen und niedergeschossen. Mir der Ehefrau Glaser hatte Waligora ei» Liebesverhältnis, das erst seinen Ansang nahm, als Glaser im Sommer vorher von seiner Frn» weggezogen war. Die Eheleute Glaser hatten in demselben Hause gewohnt, in dem die Eltern des Angeklagten wohnten. Eiserjucht auf seinen eigenen Bruder und den Ehemann Glaser beherrschten den Angeklagten völlig. In die Vorgeschichte spielt eine Pro- phezeiung einer Wahrsagerin hinein. Die Kartenlegerin halte ihm aus den Karten vorausgesagt, daß er mit der Frau, die er liebe, doch nicht zusammenkommen werde, denn sein eigener Bruder, der ihn schon mit einer anderen auseinandergebracht habe, werde auch die einzige Frau, die ihn je geliebt habe, ihm abspenstig machen. Das sei ihm durch den Kops gegangen. Gegen seinen Bruder Hans, der ihm wirklich schon einmal sein« Braut weg- genommen hatte, sei er von einer rasenden Eifersucht beseelt gewesen. Am Abend vorher dabo er beobachtet, daß der Bruder seiner Geliebten Beilcheu schenkte. Da habe ihn die Wut gepackt. Was passiert sei, wisse er nicht, denn er sei erst zur Besinnung gc- lommen, als er Frau Glaser mit dem Kops durch die Fensterscheibe gestoßen hatte. Vorher hätte er viel getrunken. Der Angeklagte ist nach seiner Darstellung in die Wohnung der alten Frau Glaser ge- stürmt, hatte diese unter Vorhaltung des Revolvers mit einem Faust- schlag beiseite geschleudert und war dann in das Schlafzimmer Glasers gestürmt, der noch im Bell lag. Glaser sprang hilferufend heraus. Ohne ein Wort zu sagen, knallte Waligora ihn nieder.„Ich habe Frau Glaser abgöttisch geliebt, denn sie war der erste Mensch, der sich meiner annahm, während olle anderen mich wegen meines Sprachfehlers verspotteten.(Weinend:) Noch heute hänge ich an ihr mit allen Fasern meines Lebens. Die ärztlichen Sachverständigen bezeichneten den Angeklagten Waligora für verantwortlich sih seine Tot. Allerdings ,>' oinrh und ein M e n s äi mit minder- wertigen Gefühlen. Staatsanwaltschaftsrat Bergsr-Langs- seid beantragte gegen Waligora 5 Jahre 1 Monat Zuchthaus und mehrjährigen Ehrverlust. Das Schwurgericht III verurteilte Waligora nach längerer Beratung wegen Totschlags zu 6 Jahren Zucht- Haus und 6 Jahren Ehrverlust unter Anrechnuag der Untersuchung?- Haft.__ Kühner Ausbruch eines Einbrechers. Der berüchtigte Gcldschrankeinbrecher Franz Kirsch, der in seinen Kreisen nur kurzweg„K ö n i g" genannt wurde, ist gestern nachmittag von einem Sammeltransport, bei dem er von chamburg nach Sonnenburq gebracht werden sollt«, entwichen. Kirsch gehörte in Berlin zur Kolonne der.„W e d d i n g- K n a ck e r", unier- nahm aber auch mitunter Abstecher in die Provinz und das Reich. Er hatte zehn Jahre Zuchthaus zu verbüßen. Kürzlich war er zu „Ach, gestatten Sie mir, mich Ihnen vorzustellen... Verzeihung!... Ach, greifen Sie nicht nach meiner Larve! ... Ach, Bürger ich bin eine anständige Sowjetproleta- rierin.... Ach. rührt mich nicht an, kitzelt mich nichtl" Oh, du Aepfelchen, wohin rollest du, kommst in den Betriebsrat, findest deine Ruh.... Und die Menschen beantworteten seine Lieder und Schreie mit entzücktem Brüllen und Lachen. „Ein niederträchtiger Gesell!... Dieser Mitjka!... chauer, Teufel!... Harmonikaspieler... ihn holt weder der Teufel noch der Pope noch die Sowjetgewalt.... Nie- mand kommt ihm bei, diesem Ungeheuer!..." In der Tür gitterte und wand sich wütend ein kleines halbkreptertes Männchen. Man sah nur seine lodernden Augen unter der knochigen Stirn, zwischen den Backenknochen. Der Schlosser Gromada.... Gljeb erschrak: wie es diesen Menschen zusammengedreht hatte in diesen, drei fahren. „Genosse, laß das Zotenreißen! Es ist eine Schande und Schmach, sich so herzurichten, und so weiter.... Können wir ... uns selber nicht verstehen...." Und konnte nickt zu Ende sprechen, Mitjka unterbrach ihn:„Ach, Genosse Betriebsrat, entschuldigen Sie, verzeihen Sie, binden Sie Ihre Nerven in ein Vündelchen und stecken Sie es mit einer Stecknadel an den Nabel.... Gestorben! .. Krepiert!... Gerührt und erschüttert!... Ich leg das Mieder aufs Parkett, die Hosenträger als Wagen, als Zügel den Kragen, und wenn ich so in voller Parade lvssaTjren kann ... dann fahre ich zu einer Demonstration... prrr.. Und wieder gebürdete er sich wie ein Clown, arbeitete sich mit den Ellenbogen zum Ausgange durch und die ganze Menschenmasse kroch ihm, entzückt von dem Schauspiel, nach. Gljeb ging ins Zimmer und stellt« sich hinter die Arbeiter an die Wand. An dem Tisch des Fabrikkomitees saßen der bucklige Loschak, der schwarze, durch und durch verrostete Schlosser, und der kleine Gromada. Loschaks Brust lag über dem Tisch wie ein Stück Anthrazit, und sein Kopf, in einer von Fingern abgegriffenen, glänzenden Mütze, mutete auch wie ein Stück Anthrazit an. In seinem Gesicht— eine zerquetschte Nase und verschwollene, blutunterlaufene Augen. Er saß da wie ein stummer Steingötze, und Gromada war aufgeregt, spritzte Speichel um sich, sprang auf, setzte sich wieder, krachte mit den Knochen(das war der Stuhl, der unter diesem Menschen ohne Sitzfleisch krachte) und schrie alle an und wehrte sich gegen alle.(Fortsetzung folgt.) Hllöungsarbeit im Winter. Vorbereitung für das Wahljahr 19Ä8. Die Berliner Arbeiterbildungsschule verfolgt das Ziel, der or. ganifierten Arbeiterschaft sozialistisches Wissen zu ver- Mitteln und dadurch der politischen und wirtschaftlichen Bewegung eine feste Grundlage zu geben. Im Vordergrunde der sozialistischen Schulungsarbeit muß mehr als je politische Z w e ck s ch u l u n g stehen. Die Bildungsarbeit ist in den Mittelpunkt des politischen Lebens hineingestellt. Sie verläuft nicht außerhalb der politischen und wirtschaftlichen Bewegung des Proletariats, sondern ist un- trennbar mit ihr verbunden. Nach wie vor ist ihre H a u p t a u f- gäbe die Schulung der Funktionäre und des p r o l e- tarischen Nachwuchses. Aber neben dieser Aufgabe ver- folgt sie auch das Ziel, auf breitere Kreise der Arbeiterschaft ein- zuwirken, ihr Klassenbewußtsein zu wecken, ihr Wissen zu vertiefen, ihnen stärkeren geistigen und seelischen Antrieb zu geben. Besonders dringend erscheint diese Arbeit jetzt, am Bor- abend großer sozialistischer Entscheidungen. Das Jahr 1928 bringt uns nicht nur Wahlen im Reich, in Preußen, in den Gemeinden, sondern auch Wahlen in England, Frankreich und Amerika, die von weittragen- der Bedeutung für die weltpolitische Entwicklung sein werden. Wenn die Anzeichen nicht trügen, ist der politische Tiefstand der letzten Jahre überwunden, überall ist die Welle der sozialistischen Bewegung im Ansteigen begriffen. Mit ihr wächst nicht nur der politische Machtwille der Arbeiterschaft, sondern auch ihr Bildungsdrang, ihre Sehnsucht nach chebung uich Durchgeisti- gung ihrer eigenen Bewegung. Diesen Zielen zu dienen, ist Auf- gäbe unserer Bildungsarbeit. Ihnen ist auch das nachstehende Pro- gramm unserer Arbeiterbildungsjchule angepaßt. Neben den Kursen, die der politischen, wirtschaftlichen und kul- turellen Schulung unserer Genossen dienen, haben wir auch einen Kursus eingerichtet, in dem Rechtsfragen behandelt werden. Waren die Arbeiter bisher nur immer Obickt der Rechtspflege, so sind sie doch auch heute schon, wenn auch leider nur in geringem Maße, berufen, bei der Ausübung der Gerichtsbarkeit mitzuwirken. So als Beisitzer bei dem Gewerbe- und Kaufmanns- gericht, oder auch bei der Strafkammer als Jugend- gerichtsbeisitzer oder Schöffen. Die hierzu nötige Ge- (etzeskenntnis zu vermitteln soll der Zweck dieses Kursus sein. Rechtsanwalt Dr. Holpert unterrichtet vom 2S. Oktober ab jeden Dienstag, abends von 7� bis 9 Uhr im Schulsaal der Ge- meinde. und Staatsarbeiter, Iohannisstr. 14/13. Wir lassen nun«ine Zusammenstellung sämtlicher Kurse solgen. 1. KreiS— Mitte: Staat und Seriastuus. Lchm: Studttnrat Tr. F. Hennigsen.— Jeden Dienstag in der Sophienschule. Wem- meisterslr. 18/17. Beginn Dienstag, 18. Oktober. s. Kreis— Tiergarten: Kulturpolitik und Sozialdemokratie. Lehrer: Studienrat Erwin Marquardt.— Jeden Montag in der Klopstoastr. 2i, Zimmer 4. Beginn Montag, 23. Januar 1928. 3. Kreis— Wedding: Die Bersassung der Deutsche» Republik; unter besonderer Berückiichtigung der Stellung der Jrau. Lehrer: Clara Bohm-Tchuch.— Jeden Dienstag in der Borwartsexpedition, lltrechter Straße, Ecke Müllerstraße. Beginn Dienstag, 18. Ottober 1927. 3. Kreis— Wedding: Probleme der Weltpolitik. Lehrer: Genosse Gregor Bienstock.— Jeden Donnerstag in der Borwärtse�pedition Utrecht« Straße, Ecke Müllerstraße. Beginn Tonnerstag, 28. Oktober. 4. Kreis— Prenzlauer Berg: Die Frau im Wandel der Jahr- Hundertc.— Lehrer: Tr. Marie Krische.— Jeden Dienstag in der Schule Danziger Straße 23. Beginn Dienstag, 24. Januar 1928. 4. Kreis— Prenzlauer Berg: Probleme der Weltwirtschast. Lehrer: Dr. Gregor Bienstock.— Jeden Freitag im Bezirksamt Danztger Str. 84, Zimmer 311. Beginn Freitag, 21. Oktober 1927. �. 5 Kreis— Friedrichshain: Sozialdemokratie uud rlußcnpollttt. Lehrer: Studienrat Erwin Marquardt.— Jeden Dienstag in der Schule Peius- burgcr Straße 4. Zimmer 2. Beginn Dienstag, 18. Oktober 1327. 8. Kreis— Kreuzberg: Krnndbegrisfe der ökonomischeu Lehren von Karl Marx. Lehrer: Tr. Gregor Bienstock.— Jeden Dienstag im Bezirks- amt Kreuzderg, Porckstr. 11, Zimmer 29. Beginn Dienstag, 18. Oktober 1927. 7. Kreis— Charlottenburo: Perfassungskunde. Lehrer: Dr. F. Hcrtncck. Jeden Donnerstag im Jugendheim Rosincnstr. 4. Beginn Donnerstag, 27. Oktober 1927. 3. Kreis— WilnierSdors: Kulturpolitik uud Sozialdemokratie. Lehrer: Studienrat Erwin Marquardt.— Jeden Freitag in der Hindenburg- Obcrreallchule, Wilmersdorf, Seepark. Beginn Freitag, 21. Oktober 1927. 11. Kreis— Schöncberg: Die politischen Programme der sozialistischen Arbeiterbewegung als Marksteine der politischen Entwicklung. Lehrer: Studienrat Erwin Marquardt.— Jeden Montag in Schöneberg, Mattin- Luther-Straße 88, bei Will. Beginn Montag, 17. Oktober 1927. 12. Kreis— Steglitz: Staats- und Bersassungslehre. Lehrer: Rudolf Abraham.— Jeden Freitag in Steglitz, Gruncwaldstraße, Lesehalle der Stadtbibliothck. Beginn Freitag, 21. Oktober 1327. 13. Kreis— Tempelhof'Mariendors: Kulturpolitik der Sozialdemo- Iratie. Lehrer: Studienrat Erwin Marquardt.— Jeden Donnerstag in der Mittelschiils Mattendorf, Kursürstcnstraßc. Nadelarbcitsraum. Beginn Donnerstag, 29 Oktober 1927. 14. Kreis— Neukölln: Tie heutige Wittschaftspolitik des Sozialismus. Lehrer: Dr Jakob Marschack.— Jeden Dienstag in der Mädchenmittel- schule, Neukölln, Donaustr. 123. Beginn Dienstag, 18 Oktober 1327. 14. Kreis— Neukölln/Britz: Geschichte der Arbeiterbewegung. Lehrer: Stadtrat Albett Sorlitz.— Jeden Donnerstag im Lehrerzimmer der 48./49. Gemeindeschule Britz, Ehausieestraße. Beginn Donnerstag, 20. Oktober 1927. 15. Kreis— Treptow Miederschöncweide: Europäisch« Probleme. Welt- Politik und Bölkerbiind. Lehrer: Wolszang Schwarz.— Jeden Tonners- tag in der Schule Niedcrschöneweide, Hasielwerder Straße. Beginn Donnerstag, 29. Oktober 1327. 18. Kreis— Köpenick: Europäische Probleme nnd Weltpolitik. Lehren Dr. Sturm.— Jeden Freitag in Köpenick, Schloßstr. 27 1. Beginn Freitag, Ll. Oktober 1327. 17. Kreis— Lichtenberg: Tie politische» Parteien l» Deutschland. Lehrer: Georg Raible.— Jeden Donnerstag in Licknenbcig, Deichselstraße 28, Bibliothek. Beginn Freitag, 21. Oktober 1927. 18. Kreis— Weißens«: Tie Wirtschastspolttik der Sozialbemolratic. Lehrer: Dr. Kutt Bloch.— Jeden Dienstag im Schulgebäude, Wilhelm- straße 42, Weißenlee. Beginn Dienstag, 18. Oktober 1927. 19. Kreis— Pankow: Probleme der Weltpolittk. Lehren Dr. Gregor Bienstock.— Jeden Montag im Jugendheim Pankow, Kissingenstraße 48. Beginn Montag, 17. Oktober 1327. 29. Kreis— Reinickendorf: Die politische» Patteic» In Deutschland. Lehrer: Georg Raible.— Jeden Dienstag in der 1. Gemeindesckiule, Rcinickcndors-Ost, Lindauer Straße, Zeichensaal. Beginn Dienstag, 18. Oktober 1927. Kursus für Elternbeiräte: Aufbau uud Aufgaben der weltlichen Schule— Reichsschulgesetz. Lehrer: Genosse Richard Schröter.— Jeden Dienstag in der Sophicnschule, Wemmeisterstraße 18/17. Beginn Diens- tag, 25. Oktober 1927. Kursus für Schöffen und Laienrichter: Etrasrecht. Lehren Dr. Zur. Halpcrt.— Jeden Dienstag im Schulsaal des Gemeinde- und Staats- arbeiterverbandes, Johannisstr. 14/15. Beginn Dienstag, 25. Ottober 1927. Anmeldungen werden bei Beginn der Kurse im Schullokal uno im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstraße 3, zweiter Hof, zwei Treppen, Zimmer 8,«ntgegengenommen. Die Hörgebühr betrögt für 16 Doppelstunden drei Mark. einem Terniin nach Hamburg gebracht worden und sollte gestern in die Strafanstalt zurücktransportiert werden. Bei einer Wagen- kontrolle in Nauen stellte es sich heraus, daß der„schwere Junge" aus seiner Einzelzelle entschlüpft war. Man hatte ihn dort aus Gründen der Borsicht untergebracht und ihm außerdem di e H ä n d e gefesselt. Mit Hilfe einer Stahlsäge hatte er sich der Fesseln entledigt, den Fußboden des Waggons ausgesägt und die Bretter soweit herausgebrochen, daß er durch di« Oeffnung hin- durchkriechen kannte. Seine kühne Flucht muß er zwischen Paulinen- aue und Nauen bewerkstelligt haben. Obwohl die Landjägerei zu Pferde und zu Rad sofort umfassende Streifen unternahm, war von Kirsch nichts mehr zu sehen. Unbewachte Juwelen. Tie diebische Portierfrau. Der große Zuwelendieb stahl in der Hohenzollern- st r a ß e, der im letzten Sommer erhebliches Aufsehen erregt hat. beschäftigte gestern das Amtsgericht Mitte. Die Juwelendiebin hat:« sich in der Person der Portierfrau des Hauses, Elise H o r n. zu ver- antworten. Gestohlen waren Brillanten und Schmuckgegenständ« im Werte von etwa 46 609 M. Der Chemiker. Dr. S. war mit seiner Frau viel auf Reisen und hatte während der Zeit der Angeklagten Horn die Aufsicht der Wohnung, übertragen. Auch als Frau S. plötzlich starb und der Witwer nach seiner Besitzung in Werder übersiedelte, blieb die Portierfrau die Hüterin der großen Wohnung, zu der sie die Schlüssel hatte. Eines Tages vermißte Dr. S. bei der Durch- ficht der Schmucksachen seiner Frau ein wertvolles Stück. Bei den Nachforschungen stellte sich heraus, daß noch ein« Reihe weiterer Schmuckgegenstände fehlten. Spuren eines Einbruchs waren nicht vorhanden. Es konnte also nur jemand den Diebstahl ausgeführt haben, der Zutritt zu der Wohnung hatte. Bei einer Haussuchung wurde dann aber in der Wohnung der Por- tierleute der Smaragdring mit Brillanten gefunden. Frau Horn leugnete. Nun wurde auch die Wohnung der Schwester durchsucht, und da entdeckte man schließlich das Versteck für einen Teil der Brillanten in einem Trommelrevolver. An Stell« der Patronen waren die Brillanten in den Lauf gesteckt war- den. Nach monatelangem Leugnen gab nun Frau Horn zu, die Juwelendiebin gewesen zu sein, sie behauptete jedoch, daß sie den größten Teeil der sehlenden Schmucksachen in den Landwehr. kanal geworfen habe. Trotz eifrigsten Absuchenes des Wasser- laufes sind di« Schmucksachen bisher nicht gefunden worden. Bei dieser Darstellung blieb sie auch gestern vor Gericht. Rechtsanwalt Dr. Lothar Welt bezeichnete die Tat der Angeklagten als die Tragödie einer Frau im gefährlichen Alter. Diese Tatsache allein gebe die psychologische Erklärung für ihr« Handlungsweise. Die Angeklagte erhielt 6 Monat« Gefängnis. Das Ausland über Sie Ambulatorien. „Tie medizinische Organisation der Zukunft." Die Einrichtung der Berliner Krankenkasien, vor allem der Ambulatorien, wurden kürAich von dem Präsidenten der University Chicago, Prof. Mi l l i s, besichtigt. Er hat daraufhin an den Direktor der Krankenkassen, Genossen Julius Cohn, ein Schreiben gerichtet, in dem er erklärt: „Ich bin dankbarer, als ich in Worten ausdrücken kann, für den überwältigenden Eindruck, den ich bei dem Besuch Ihrer Ambulatorien empfangen habe. Schon dieser Desuch ollein lohnte die Reise von Chicago nach Europa. Ich hatte viel davon gehört, ober was ich sah. übertrifft alles, was ich zu sehen erwartet hatte. Die Ambulatorien sind wundervoll, sie sind gut organisiert, ordent- lich und sauber, glänzend ausgerüstet und vorbildlich geleitet. Die Diagnostik- und Behandlungsräume sind sicher- lich weit besser, als man sie sonst sogar bei hervorragrnden Speziä- listen finden kann. Dabei hat das Ambulatorium aber noch den besonderen Vorzug, billig zu sein. Diese Einrichtungen Übertressen alles, was wir in ähnlicher Art in Amerika haben. Rur zu sehr wünsche ich, solche Einrichtungen in Chicago zu haben. Diese Ambulatorien vermitteln«in Bild von der medizinischen Organisation der Zutunft." Diese Anerkennung, die die Ambulatorien auch von Vertretern des Auslandes finden, sind ein ehrenvolles Zeugnis für visiere Krankentasien, sie zeigen auch, daß bei ihrer Einrichtung ein erfolgverheißender zukunftweisender Weg beschritten wurde. Um Sie 8000 Wohnungen. Der Haushaltsausschuß der Etadtoerordnetenoersamm- lung beendete gestern die zweite Lesung des Vertrages mit d e r„B« w o a g", in der bekanntlich die HolMann-Haberlandgrupp« und die Sozialen Bauhütten zusammengeschlossen sind, wegen des Baues der 8000 Wohnungen. Es wurden die folgenden Ver. befserungen der ursprünglichen Bedingungen durchgesetzt: An Stelle der halbjährlichen Zinszahlung tritt eine Vierteljahr- Ii che, wodurch rund eine Million erspar» wird. Die Verbesserung des Auszohlungsturses der amerikanischen Atsleihe kommt restlos der Stadt zugute, jegliche Gewinn« der„Bewoag", di« 5 Prozent des Gefamtkapitals übersteigen, versallen der Stadl. Die Schluß- abstimmung über den Bertrag wurde bis zu der am nächsten Dienstag stottsindenden Sitzung ausgesetzt. Inzwischen soll nach einem sozialdemokratischen Antrage der Schrobsdorf- Konzern, dessen nachträgliches Angebot bekanntlich günstiger zu sein schien als das der„Bewoag". dem Magistrat die detaillierten finanziellen Grundlagen seines Projektes einreichen. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die Stadtverordnetenversammlung in der nächsten Woche endgültig das Projekt verabschieden wird. Münzferasprcchräuber. Vor dem Erweiterten Schöffengericht Charlottenburg hatten sich gestern die stellungslosen Kausleute Chontre und Scherl« wegen einer Reihe von Beraubungen von Posttelephon- appa raten zu verantworten. Zuerst hatten die Angeklagten dieses Gewerbe in Frankfurt a. M. betrieben und es dann in Berlin fortgesetzt. Mit einem Nachschlüssel öffneten sie auf Bahnhöfen und m Restaurants die Geld kästen an den T« l e p h o n'a u t o- waten und plünderten sie aus. Sie waren auch geständig, das in Frankfurt in 18 Fällen, in Berlin in etwa 46 Fällen getan zu haben. Das Schöffengericht verurteilte die ibeden Angeklagten. die schon erheblich vorbestraft waren, und gegen die Zuchthaus- strafen beantragt worden waren, zu je 1 Jahr 2 Monaten �—®'n ähnlicher Fall beschäftigt« vor einigen Tagen das Schöffengericht Mitte. Hier handelte es sich nur um einen B ersuch. Ein I8jähriger Schlosserlehrling, der von Hause ent- laufen war und sich seitdem herumtrieb, wurde dabei abgefaßt, als er einen Telephonkasten erbrechen wollte. In dieser Verhandlung wurde festgestellt, daß Fernsprechautomaten eine Alarmleitung direkt zum Polizeirevier haben. Das wußte der Ange- klagte nicht, und während er noch bei der Arbeit war, wurde er sestgenommen. Der junge Bursche erhielt 6WochenGefängnis. Nächster Sonntagsausstug nach Hamburg. Die Reichsbahndirektion Berlin teilt mit. daß der für Sonntag. den 9. Oktober, vorgesehene Sonderzug 4. Klasse zu ermäßigten Fahrpreisen bestimmt verkehren wird. Der Zug fährt ab Lehrter Dahnhof 6.32 und trifft in Hamburg um 11.33 ein. Gegen Mitternacht Ist der Zug wieder in Berlin.— Acht Tage später, am Sonnabend/Sonntag, dem 1ö. und 1ö. Oktober, wird die Reichs- bahndirektion Berlin bei genügender Beteiligung«ine Sonderfahrt nach dem Riesengebirge veranstalten. Der Zug fährt am Sonn- abend mittag, ab Bahnhof Friedrichstraß« 13.22 und ist um 19.18 in Hirschberg, um 26.33 in Oberschreiberhau und 26.68 in Krumm- hübel. Die Rückfahrt erfolgt am Sonntag abend ab Krummhübel 17.12, ab Oberschreiberhau 16.33 und ab Hirschberg 18.16. Ilm 6.22 ist der Zug wieder in Berlin, Bahnhof Friedrichstraß«. Di« Fahr- preise betragen nach Hirschberg 12,66 M., nach�Oberschreiberhau 14,— M. und nach Krummhübel 13,— M. Der Fahrkartenverkauf beginnt am Montag, dem 16. Oktober. Sil Jahre Zuchthausstrafe. Dem Erweiterten Schöffengericht Mitte wurde gestern wiederum der Masseneinbrecher P a u l B u ch m a n n, der sich in seinem Berufe als Artist bezeichnet, vorgeführt, um sich wegen eines Einbruchs aus dem Jahre 1922 zu verantworten. Der Angeklagte ist, obwohl er erst 33 Jahre alt ist, schon mit sehr vielen Jahren Zuchthaus bestrast worden, die er auch schon verbüßt hat. Bemerkenswert an ihm ist, daß er im Laufe des letzten Jahres von zehn verschiedenen Gerichten zu der Höchststrafe von je 13 Jahren Zuchchaus oerurteilt worden ist, und von anderen Stellen zu etlichen weiteren Jahren Zuchthaus. Im ganzen hat er bisher an Einzel- strafen, wie er selbst gestern angab, 268Iahre Zuchthaus er- halten, braucht allerdings nur einmal 13 Jahr« Zuchthaus ins- gesamt absitzen. Gleichmütig gab er auch diesen neuen Stroffall un- umwunden zu und berichtete, er habe winde st ens 366 Ein- brüche verübt. Er sei auch in Bayern, in Hamburg, Preußen und Sachsen deswegen schon abgeurteilt worden, aber er könne das alles nicht mehr auseinanderhalten. Buchmann erhielt eine neue Straf« von 3 Jahren Zuchthaus und Hot damst seinen Rekord auf 211 Jahre Zuchthaus gebracht. Eröffnungsfeier der Humboldt-Hochschule. Den Auftakt zum 86. Studienjahr der Humboldt-Hochschule, das mit den Vorlesungen des kommenden Wintersemesters beginnt, bildete eine in der Aula des Sophienstädtischcn Gymnasiums ver- anstaltete Feier, der zahlreiche Gäste beiwohnten. Der erste Bor- sitzende der Hochschule, Dr. B. Gaster, erinnert« in seiner mit herz- lichem Beifall aufgenommenen Ansprache an die Gründung der Hochschule im Jahre 1877. Trotz großer Kultur- und Wirtschafts- latastrophen, wie Weltkrieg und Inflation, sind die Borlesungen nie unterbrochen worden. Mit einem Hinweis auf den neuen reich- baltigen Lehrplan und der Mahnung, im Sinne der großen geistigen Führer, besonders ober Alexander von Humboldt, zu arbeiten, schloß der Redner seine Aussübrungen. Im Anschluß an diese Ansprachen ehrte Dr. Ernst Cohn-Wiener durch einen Lichtbildervortrag drei Künstler. Er sprach über K ä t e K o l l w i tz, die in diesem Jahre ihren sechzigsten Geburtstag beging, dann über den achtziqiährigen Max Liebermann und über Böcklin, dessen Geburtstag sich zum hundertsten Male jährt. Tonntagsdienst der Aerzteschast in Berlin. Die Aerzteschast in Groß-Berlin hat einen Sonntagsdienst eingerichtet, der es ermöglicht, daß die Aerzte ihrer Sonntagsruhe pflegen, und daß den Patienten jeder- zeit eine sofortige ärztliche Hilfe ermöglicht wird. Zu diesem Zweck ist Berlin m Bezirke«ingeteilt und für jeden Sonntag ein Arzt bestimmt, der in einer gedruckten Liste in den Apotheken und bei den Aerzten namhaft gemacht wird. Der Patient hat sich in erster Linie an seinen behandelnden Arzt zu wenden und wird in dessen Wohnung Auskunft bekommen, für den Fall, daß der Arzt von der Sonntagsruhe Gebrauch macht und der dafür zuständige diensthabende Arzt eintritt. Er hat sein Urteil mitgebracht.. Der seltene Fall, daß ein Angeklagter sein Urteil gleich mit- bringt, ereignete sich auf dem Potsdamer Amtsgericht. P a w e l s ki, ruft der Justizwachtmeister auf. Mit Siegeriyien« tritt Pawelski vor die Anklagebank. Vorsitzender:„Sie werden beschuldigt, im November 1922 Ihrem Logierwirt verschiedene Sachen mittels Einbruches gestohlen zu haben.' Angeklagter:„Alles schon abgemacht. Hier ist mein Urteil.' Und zum Erstaunen dcs Gerichts überreicht Pawelski eine Urtei'.saussertigung, wonach er am 17. Juli 1923 in dieser Sache zu 14 Togen Gefängnis verurtei lt ist.„Zeigen Sie mal her", meinen Staatsanwalt. und Borsitzender. Pawelski reicht das Urteil iwesichtig aus den Richter- tisch hin, hält es aber t ra m p f ha s t mit beiden Händen fest. Amis- anmalt:„Lassen Sie uns das Urteil hier.'„Nichts zu machen, Herr Staatsanwalt', meint Pawelski entrüstet.„Das gebe ich n i ch vor die Welt aus den Händen. Hat mir der Herr Staatsanwalt an- geklagt, soll er nachprüfen, ob ich nicht schon verurteilt bin.' Die Sache wird zur Nachprüfung vertagt, und erhobenen Hauptes verläßt Pawelski den Gerichtssaal. Direktor'Thomas in der Jugendausstellung. Der Ausstellung des Jungen Deutschland wurde zum Schluß die Ehre zuteil, Herrn Direktor Albert Thomas, der zur Tagung des Verwaltungsrates des Internationalen Ar- beitsamtes in Berlin weilt, bei sich zu sehen. Direktor Thomas. der alles mit großem Interesse betrachtete, war besonders über die Sozialpolitische Abteilung sehr erfreut. Die Ergebnisie aus den erstmalig bei Jugendlichen unternommenen Rundfragei« seien für eine internationale Regelung der Freizeit von großer Bc- deuwng._ pelzwarenetnbrecher nutzten die jüdischen Feiertag« zu einen» großen Streich« aus. Sie rechneten damit, daß sich in einem Geschäft in der Wilmersdorfer Straße während der Feiertage nie- mand werde sehen lasten und beschlossen, es auszuräumen. Als am Freitagmorgen das Geschäft wieder geöffnet wurde, entdeckte man den Einbruch und stellte fest, daß die Verbrecher nicht weniger als für 60666 Mark Feh- und Nerzpelze mitgenommen hatten. Verlängerung der Ausstellung„Die Mode der Dame". Die Berliner Ausstellung„Die Mode der Dame', deren End« ursprünglich auf den 16. Oktober festgesetzt war, ist mit Rücksicht auf den außer- ordentlichen Besuch, den die Ausstellung aus Berlin, aus dem ge- samten Reich und aus dem Auslande zu verzeichnen hat, noch b i s zum 3 6. Oktober einschließlich verlängert worden. Abfahrt ües V 1230 verkboben. Lissabon, 7. Oktober. Infolge des bei den Azoren herrschenden Sturmes hal das Flugzeug V 1230 die Abreise auf morgen verschoben In der Hoffnung. daß das welker dann einem Slarl günstig ist. O Di« deutschen Flieger wurden am Freitag auf der deutschen Ge- sandtschaft in Lissabon empsangen und statteten sodann dem Staatsoberhaupt General Carmonn einen Besuch ab. Am Nach- mittag wurde von dem Chef des Marineflugwesens, Admiral Gago Coutinho, und den portugiesischen Fliegeroffizieren für sie ein Emp- fang veranstaltet. Zwei britische Militärflugzeuge zusammengestoßen. London. 7 Ottober. Auf dem Flugplatz der Fliegerschule in Stamford stießer. zwei Militärflugzeuge zusammen. Einer der Piloten wurde verletzt; ein Flugzeug ging in Flammen auf. Im Tennls.Wettkamns London— Berlin in London schlug Frau Gvdfrey-England Frau Nebbach mit 6:1 und 6: 4, Herr Sharpe-England Herrn Hartz mit 6:3, 6:1, 6:3. wellerbettchl der öffeutlichen wetterdieuststell« vertta uud Umgegend (Nachdr. verb.) Woltiq. ohne erbebliche Niedcrichläqe, ziemlich mild, bei leichten Noldwcslwindcn.— Zär veubchland: Im Osten noch leichte Reqen- fälle, sonst meist wollig bei wenig geänderten Temperaturen. Im Süden leicht« Srwärmutig. Technische Eigenschaften, Handlichkeit und Beliebtheit bei dem Publikum verschafften dem Elektrolux-Staubsauger seine führende Stellung. 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Abenteuerstück Das Mädchen aus Wild-West. nuüia-Tbeaier 8 Uhr Der rote Hahn Th/imldmiralspalar Täglich S1/, Uhr Cle neue HAllEB REVUE Jannoimwo!' 2 Sonntag Vorstellung. 3Uhru.8'/,Uhr Slose-7heatcr 4 Uhr HlDttlDnd Grete) W, Uhr; Die Masdilnen- bauer v. Berlin ilMtirtüliin Ots. KDnstler- Th. 8 Uhr Justiz »Lessing-Theater 8 Uhr , Köllig«Binridi IV" Sanontr-ÜihDe- Th.Kdnigträtz St. Hasenh. 2110. 8U. DieSdiwistei Komödlrnhaus Vörden 6304.»s*i4 Hokuspokus Berliner Theater Dönhoff 170. 8 U Löonie Residenz-Theattr Täglich 8>/, Uhr Oerleilikuttdieriles R i. /#-v-J mK mm*''*2 Älochtm Ke �erjllÄLeyer mÄ'tna DsMetDissIeT Horden 10334—37 i Uhr, EndeTl Uhr Tro!lDiD.Cresiida Sdaaipiti m üukrpti™ Kararaerspiele Norden 10334—37 Ztr. U. Ende lO'/j U Ihr Mann Inhlltl n> Pnl trtnlfr Die Komödie Bismarck 2414/7516 t'/, Uhr. Ende 10«/, Zinsen Komödie von Bernard Shaw 9t a oh r n f. Am 2. Oktober 1927 entechlief nach kurzer schwerer Krankheit unser langjähriger Verwaltungsdirektor, Herr Gustav Cassi. Seine Treue und sein unermüdlicher Pfliphteiter, mit dem er 37 Jahre die Verwaltung unserer Anstalt geleitet, sichern ihm unseren unvergeßlichen Dank. Ehre seinem Andenken! Auitichlirat und Direktorium der Penuomanttall der Genouaucbaft Deutscher Bühnenangehörigen. PiscatorDQhne Hut. l HolleniHrlplati Kurfürst 2001/83 8 Uhr Doppla. wir lelieD von Ernst Toller Inz. Erwin Piscator 'dt. Stobnwi, Ktilfegrae, Susdi. Grillt. Grnidi. iiminug. äolinau. Sima. Heute 12 Uhr nachts letzteiladihorstellaiig „Biane Binse" sowjetruss. Klein- kunstbühneMoskau zum I.Male in Deutschland. Deutsche Begleitw. Cart Boök. Pniüt. Iii llidilYonWIiH . 2. 3, 4, 5 u. 6 Mk. Grosses Di. neu« CMARELL- InDseniorang MaiPilenlieTg ßlta Qeors Bendow Jankuhn SzökeSzakall Werkmeister Westermeier Jaisoa Boys MM Girls Stg. nachm. 3 Uhr ungekürzte Vorst. zu halben Preisen Torverkaai 10—0 Uhr Planelariom am Zoo v'irllaj. 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Sie Orteoetaaltang. „Ein Bild aus meiner Hühneraugenzeit— 1 Heut kenn' ich„Lebewohl"*— daher die Heiterkeit.. l" •) Gemeint ist natürlich das berOhmte, von vielen Aerzten empfohlene Hubncrouiccn- Lebewohl und L. bcwohi« Ballenechclben, Blechdose(8 Pflaster) 7s Pfg. Lebewohl. pubbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel Bäder) SO Pfg«. erhältlich in Apotheken und Drogerien. enn Sie keine Enttäuschungen erleben wollen, verlangen Sie ausdrücklich das echte Lebewobl ia Blechdosen und weisen andere, engeblich.ebenso gute" Mittel zurück. & >"•>•s»'v i'--v.. .•-':--u k..'".) cUppm , GUSTAF MOLANDER film a..o. MARMORHAUS Bismarck iseo URAUFFÜHRUNG V0?,VI�UF WOCHENTAGS: 5" 2" 0" 12-2 UHR SONNTAGS/ rs S1S Vs 0" Nr. 476 ♦ 44. Jahrgang 2. Heitage-öes Damm to Sonnabenö, S. Oktober m? Millisröengejchenke üen Hausbesitzern Gegen die Hauszinsfteuerpläue der Reichsregierung. Wie groh die Bedeutung der Hauszinssteuer ist, wird leicht unter- schätzt. Das Aufkommen an Hauszinssteuer betrug im Rechnungsjahr 1920/ 26 nach der Reichsiinanzstatistik 1,26 Milliarden Mark. Davon dienten 674,5 Millionen Mark zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs von Ländern und Gemeinden und 566 Millwnen zur Förderimg der Wohnungsballtätigkeit. Im Rechnungsjahr 1926/27 betrug das Aufkommen etwa 1,44 Milliarden, von denen zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs 751,85 Millionen und zur Förderung der Bautätigkeit 685,55 Millionen verrvandt wurden. Im laufenden Jahre 1927/28 ist mit einer weiteren Steigerung zu rechnen, und nach den jetzt geltenden Bestimmungen würde im Jahre 1928/29 das Aufkommen weiter ansteigen. Diese wenigen Zahlen zeigen, daß die Hauszinssteuer eine der wichtigsten Steuerquellen Deutschlands ist. Sie zeigen weiter, daß der Wohnungsbau in stärkstem Umfange von der Höhe der zur Verfügung stehenden Hauszinssteuer. mittel abhängig ist. Nur die Steigerung der zur Verfügung 'stehenden Haus,zinssteuermittel von 1925 zu 1926 um fast IM Millio- nen Mark ermöglichte die Vermehrung der Wohnungsproduktion: während 1926 rund 190 OM Wohnungen neu geschaffen wurden, waren es 1926 rund 220 000. Die Hauszinssteuer ist also sowohl als Steuerquelle für Länder und Gemeinden wie als einziges wirksames Mittel zur Beseitigung der Wohnungsnot unent- behrlich. Ist sie auch eine gerechte Steuer? Der H a u s b e s i tz ist die einzige große Wirtschoftsgruppe. deren Jiiflaiionsgewinn steuerlich mit Nachdruck erfaßt wird. Es ist unae- recht, daß die anderen Inflationsgewinnler nicht ebenfalls schärser herangezogen werden. Damit ist aber noch nicht gesagt, wie be> denkeirlose Artikelschreiber gelegentlich annehmen, daß die Haus- zinssteuer u n g e r e cht sei. Sie ist der einzige Erfolg eines richtigen Gedankenganges, der zur allgemeinen Besteuerung des Jnflations- gewinne- logisch hätte führen müssen, aber nur teilweise in der Praris durchgesetzt werden konnte. Die Hauszinssteuer ist eine gerechte Jnflationsgewinnsteuer, darum muß an ihr festgehalten werden. Sie stellt auch keine übermäßig hohe Steuer dar; vielmehr stick» die besteuerten Hausbesitzer durchaus in der Lage, die Hauszinssteuerlast aufzubringen. Seit dem Beginn der Haus- zinssteuergesetzgebung�im Jahre 1924 wurde die Miete vielfach erhöht mit dem ausdrücklichen Zweck, erhöhte Mittel aus der Hauszinssteuer für Länder- und Geineindefinanzen und für den Wohnungsbau zu erhalten. Dabei wurde fast bei jedem Gesetz- gcbungsakt ein Teil der eintretenden Mietserhöhung aus dem emen oder anderen mehr oder weniger krummen Wege den Haus- besitzern zugeschanzt. Günstige Lage der Hausbesitzer. So ist es gekemmen, daß heute die Lage des Hausbejiges im groben Durchschnitt durchaus günstig ist. Dafür gibt es untrüg- liche Anzeichen. Zunächst sind die Häuserpreise kräftig g e st i e � e n. Dann aber zeigt gerade die erstarkende Propaganda gegen die Beibehaltung der Hauszinssteuer, die Tatsache, daß eine ganze Partei, die sogenannte Wirtschaftspartei, nur für den Kampf gegen die Hauszinssteuer geschossen wurde, weiter die all- gemein oerbreitete Erscheinung, daß der Hausbesttz in der Lage war, trotz Hypathekcnauswertung und Hauszinssteuerlast in großem Um- fange noch eine neue Verschuldung aufzunehmen und aus den Wieterträgen zu verzinsen, aufs deutlichste, daß dem Hausbesttz schon wieder große Mittel aus den Mietcrtrögen zur Verfügung stehen. Man darf auch daraus schließen, daß unter dem Gesichtspunkt der Leistungsfähigkeit der Besteuerten die Hauszinssteuer gerecht ist. Man muß weiter feststellen, daß es ein großer Betrug an den Mietern, d. h. an der Moste des deutschen Volkes, wäre, die Haus- zinssteuer zu ermäßigen; denn die Mietsteigcrung der letzten Jahre diente ja noch dem Willen der gesetzgebenden Körperschaften der Stelgerung des Hauszins st«ueroufkom mens und nicht der Vermehrung des Einkommens der Hausbesitzer. Aendert man nachträglich die Verteilung der Miete zugunsten des Haus- besitzes, so macht man sich eines Betrugsmanöoers schuldig, wenn man nicht gleichzeitig mindestens die diesjährige Mieterhöhung rück- gängig macht. Steuerpolitik als Wahlgeschäft. All diese Ueberleqimgen spielen bei den Entscheidungen der Reichsregierung in der Hauszinssteuer keine Rolle: denn für sie kommt es nur darauf an. die Stimmen der Wirt- schaftspart ei für die Koalition zu sichern. Darum soll nach dem Willen der Reichsregierung die Hauszinssteuer gesenkt werden. Wäh- rend das tatsächliche Aufkommen der Hauszinssteuer bei erheblich verbesserter Lage des Hausbesitzes im Vergleich zu allen Vor- jähren nach der eigenen Annahme der Reichsregierung und den jetzigen Sätzen der Hauszinssteuer. die in den einzelnen Ländern außerordentlich verschieden bemessen sind, sich aus 1700Millio- nen jährlich beläuft, will die Reichsregierung das Steueraufkommen auf 1 5 0 0 M i l l i n e n Mark senken. Tatsächlich aber fehlt ihren Vorschlägen jede zureichende Begründung dafür, daß es ihr wirklich möglich sein wird, mit den vorgeschlagenen Steuersätzen auch nur diesen Ertrag zu erzielen. Bergleicht man diese Sätze m>t den zurzeit in Preußen gülligen, so ergibt sich das folgende Bild: In Prozent der Friedensmiete sitid zu zahlen snach Angaben des Zcntralverbandes deutscher Haus- und Grundbesitzervereine):. in Preußen bei 0 Proz. VorkriegShyp.-Belastung 0 10 20 80 40 50 60 70 80 90 100 15 v. H. 20., 25,, 30.. 35.. 42,, 46 I' 48., 4«.. 48.. 48.. na dem Entwurf der Re'chsregierung 16», z V. H. 20.. 23"s 26-/. 30 3SVz 3«*/« 40 43V, 46*/, 50 TOtt Ausnahme der obersten und der untersten Staffel, die prak- tisch bedeutungslos sind, ist also in allen Fällen diencueStaffe- lung der Sätze niedriger als die geltende preu- frische. Eine Erhöhung der vorgeschlagenen Sätze um 10 Proz. würde noch nicht ausreichen, um die neuen Satze den alten anzu- passen. Erst eine Erhöhung um 15 bis 20 Proz. würde wieder etwa den gleichen Ertrag an Steueraufkommen brmgen wie di« gegen- wärtigen Sätze. Der Vorschlag der Reichsregierung will das Gesamt- aufkommen um 15 Proz. v e r m I n d» r n. Die Regierungsvorlage sieht nun freittch vor. daß das neue«ui- kommen von 1500 Willi men Mark so vertat werden soll, daß die heute dem Wohnungsbau zur Verfugung stehenden Mittel unver- kürzt bl-ihen. Eine gesetzlich« Garant,« dafür wird aber nicht geschaffen. Vielmehr wird ausdrücklich eine Aufsorderung an dies Länder gerichtet, an Hauszinssteucrmitteln iür den Wohnungsbau zu; sparen, damit sie so erhöhte Mittel sür ihren allgemeinen Finanz-', bedarf zur Verfügung haben. Das wird natürlich geschehen;, denulk die Finonzenot der Länder ist groß: es wird geschehen aus Koste tu der Zahl und des Mietpreises der neu zu errichten» denWohnungen. An diesem letzten Punkt ist aber der Hausbesitz besonders int«« essiert. 1926 und 1927 war es stellenweise bereits möglich, die Miete.,> gönnen, daßeingroßerTeilderdcutschcnErntedurch in Neubauwohnungen nahe an das Mietniveau der Zlilwohnuiigei t, von 120 Proz. Friedensmiete heranzubringen. Werden die Haus> zinssteuermittel verkürzt, so ist die Folge, daß die neuen Woh-, nungen teuerer werten und weiter, daß das gesamte Miel-/ niveau höher liegt, als es notwendig wäre. Dann kann auch der-« alte Hausbesitz mit neuen Mieterhöhungen rechnen. Im Gegensoju zur bisherigen Praxis sieht der neue Entwurf vor, daß solche M i e t I erhöhungen nicht mehr von Erhöhungen auch der Hauszinssteuer begleitet fein sollen. Der Entwurf enlhälk also noch ein grojzes Zukunsts- gescheut an den hausbesitz. Die jetzige Regierungskoalition plant zum 1. April 1929 eine nei le Mieterhöhung. Beträgt sie auch mir 10 Proz. der Friedensmiel f, so bedeutet das abermals eine Mehreinnahme von rund 500 Millio-> nen Mark jährlich für den Hausbesitz. Schließlich soll ein Teil der Steuer, der etwa ein Fünftel das Aufkommens bringen würde, in den Jahren 1931 und 1934 je ,zinr Hälfte abgebaut werden. Faßt man di« Wirkungen dieser unp. der geplanten Gesetzgebung für den Hausbesttz zusammen, gang, abgesehen von dem versprochenen weiteren Abbau der Wohnungep zwongswirtschaft, so sieht sein Gewinn an Jahres»- einnahmen etwa so au«: am 1. April l 928... 200 Mill. M. durch Steuerabbau , 1. Avril 1929... 500,, Mieterhöhung . 1. April 1931... 160,,, Steuerabbau . 1. April 1934... 150, Sleuerabbou Zusammen 1000 Mill. oder 1 Milliarde Mark Das entspricht einem Sapitalwerl von 12% Milliarden. also der Reparationsschuld von 5 Zahren. Das deutsche Volk soll nach dem Willen der Reichsrcgicrung i den nächsten Jahren fast soviel an den Hausbesitz schenken, wie-js an Reparationen aufzubringen hat. Dieses Geschenk muß die Wi ß- kung haben, die Mieten zu steigern und die Wohnungsnot dm jfh ein ungeheures Wohnunqselend zu ersetzen. Der Entwurf dp r Reichsregierung kleidet diese unvermeidliche Wirkung der neu an Hauszinssteuergesetzgebung in die sanften und unendlich hohnoolla i Worte:„Die Wohnsitten unterliegen gewisien Veränderungen pasien sich neuen Verhältnisien cm." Unumgängliche Forderungen. Was müssen demgegenüber unsere Forderungen sein? Jeher Abbau der Steuer ist zu unl erlassen, und ohne Mieterhöhung sind die St e u e r s ä tz e m i t 2 0 P r o z.' h ö h e-r aipzujetzen, als'hfre Reichsregierung vorschlägt. Von jeder künftigen Mieterhöhung nnützz der größere Teil der öffentlichen Hand ausschließlich für depi, Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden. Ein gcriu»- fllgiger Abbau der- Steuer darf erst im Jahre 1932 erfolgen, in dezHi dem Hausbesitz durch die Kündigung der Llufwcrtungshypothekeq i tatsächlich erhöhte Lasten entstehen müssen. Angesichts des Feljh bedarfs von rund 1,2 Millionen Wohnungen muß der Finanzsanteil der öffentlichen Hand auf 700 Millionen Mark b eschrän tH und der ganze Ertrag, den die Steuer darüber hinaus bringt, der�i Wohnungsbau zugeführt werden. Erst wenn die Zins- und Amorti, sationsbeträge aus den zur Förderung des Wohnungsbaues ge. währten Hauszinssteucrhypotheken d i e H ä l f t e des jährlich für dci, Wohnungsbau zur Verfügung stehenden Stcueranteils über« steigen, darf mit dem langsamen Abbau der Steuer begonnen werden, der sich seinerseits über einen Zeitraum von m i n d e st e n q 20 Jahren erstrecken muß. Auf diese Weise kann allein das, Problem der Wohnungsnot gelöst werden. Nicht nur für Iahrc„ sondern für Jahrzehnte, wie es notwendig ist. Das deutsche Volks dos Krieg und Inflation ertragen hat, muß davor geschützt we-r« den, vor neuein in das Wohnungselend der Vorkriegszeit und die Zwangsknechtschoft der Hausherren zu versinken. der Arbeit des Konjunkturinstituts zu ersehen ist, ihren Besitz in viel höhcrem Ausmaß verschulden mußten als die großen Land- Wirte, um bei dem niedrigen Kurs und den hier bereits gegeißelten enormen Abzügen der Roggenrentcnbotik überhaupt etwas Geld in die Hand zu bekommen. Großagrarier und großograrische Banken haben sich auf dem Rücken der kleinen Bauern zu dessen?lusbeutung zusammengefunden. Ob sie sich ebenso zusammenfinden werden, um das sin"'>"e Unrecht wieder gutzumachen? Sicher nicht! Die üeutsthe Ernte wirü gut. Trotz des Reichslandbuudes. Reichslandbund hat ein mächtiges Geschrei darüber be- Der die Wetterschäden vernichtet worden sei. Zu durch- sichtigen Zwecken, wie wir sofort festgestellt haben. Es ging ihm um neue Kredite und neue Subventionen, keineswegs ab« um wirkliche und nachdrückliche Hilfe für alle diejenigen Einzelgebietc und Einzelfülle, in denen ernsthaft« unverjchuldete Schäden vorlagen. Eine Schätzung des Statistischen R e i ch s o m t s, die mit Absicht sehr spät vorgenommen worden ist, um olle Wetberschäden berücksichtigen zu können, bestätigt-jetzt, daß der Reichslond- bund maßlos übertrieben hat. Die Durchschnittshektar- «rträge liegen trotz der zweifellos beachtlichen Verminderung durch die / Wettcrschäden bei fast allen Getreidcarten über den Ertrögen des 1 vorigen Jahres. War die Ernte des vorigen Jahres auch nicht gut. und ist in diesem Jahre die Qualität auch ungünstig, so ist noch den Feststellungen des Statistischen Rcichsamts eine um 15.1 Proz. bessere Ernte als im vorigen Jahre zu erwarten. Die Roggenernte wird um 13,5, die Weizenerute um 19,0, die Gerstenernte um 8,5 Proz. höhere Erträge bringen. Nur bei Hafer bleiben die Durchschnitt- ertrage pro Hektar hinter dem Vorjahre zurück. „/to ihren Kruchten sollt ihr sie erkennen." Zur Mitteilung des„Vorwärts" vom 27. September unter dieser Ueberschrist, schickt uns die D e ut s ch e Werst A.- G., Ha m- bürg,«ine Berichtigung. Sie ist leider kein«: aber wir teilen sie mit.„... daß die Deutsche Werft im Falle der Auflösung der Ilm«- stützungskasse sür Angestellte und Arbeiter den von ihrer Rechts- Vorgängerin gestiftelen Betrag von 3000 M. für sich beanspruche, ist u n w nj) r. Nach§ 10 der Satzung der Unterstlltzungskasse steht den Stiftern im Falle der Auflösung der Kasse aus Wunsch das Recht zu, den von ihnen gezahlten Gründungsjonds zurückzn- verlangen. Ob die Stifter von diejem Recht Gebrauch mache», ist bisher noch nicht erörtert worden. Di« Forderung des An- gestelltenrats, das Vermögen der Umerstützungskajje gekündigte» Angestellten zuzuführen, ist satzungsgemäß u n z u l ä s si g..."— Soweit die Berichtigung. Dazu sagt uns unser Gewährsmann: die neu« Direktion hat auf Anfrage mitgeteilt, die UMerstützuugstasl« der Reiherstieg— Deutsche Werst A.-G. würde ausgelöst. Weiter, daß der Fonds von 5000 Mark der Werst zufalle. Die Anregung der Angestellten, das Geld den gekündigten Angestellten zuzuwenden, wurde mit der Begründung abgelehnt, daß die Angestellten darauf keinen Anspruch hätten. Der frühere Chef der Firma, Herr Freytog, habe der neuen Leitung nahegelegt, entweder di« Kasse bestehen zu lassen, oder die Wünsche der A n- gestellten in E r wag u ng zu ziehen,- Die neue Direktion könne da-r, wenn sie es nur wolle. Aber gerade' an diesem Will e n hapere es. Die„Berichtigung" ist also bestenfalls ein Streit um Worte. Mag die Direktion doch einfach erklären, ob sie den natürlichen und von den Stistern gerechtfertigten Wünschen(nicht„Forde- rungen") der Angestellten entsprechen will. So verteidigt sie nur ein nicht bestrittenes objektives Recht. Den Mangel des guten Willens, worauf es ollein ankommt, kan« sie bis letzt nicht bestreiten. Ilm den aber geht es hier, wo die Fragv der sozialen Gerechtigkeit aufgeworfen wurde. Roggenschulüen. Untz wieder die Großen gegen die Meinen. Zu dem von uns schon wiederholt behandelten Problem ders Roggenverschuldung gibt das Institut für Koujunklurforschung in seiner Verössentlichung über die Agrarkredite einige wichtige uickl interessant« Angaben. Die gesamten noch laufenden Roggenschuld«, betragen demnach 19 246 864 Zentner Roggen. Davon entfallen; 12% Millionen Zentner auf Betriebe von mehr als 100 Hektack Fläche. Auf klein- und mittelböuerliche Betriebe fallen nur 1,6 Mich lionen oder etwa 8 ProzeM der gesamten Rsggendarlehen. Die. geforderte schenkungsweis« Hergabe von Reichsmittew, die von der; Oesfentlichkeit bereits abgelehnt wurde, würde also in der Haupt- fache eine neue Subvention für die Großagrarier darstellen. Dabei ist es nicht richtig, daß diese Herren durch ihre Roggen», schulden allgemein schwere Verluste erlitten haben. Mehr als 21 Prozent der den Großbetrieben gegebenen und noch laufenden Roggendarlehen wurden bereits im Jahre 1923, also zu «in« Zeit, in der der Schuldner fast immer mehr als den Nennwert, manchmal sogar 200 Prozent des Nennwerts ausbezahlt bekam, aup- genommen. Berücksichtigt man ferner die große Kaufkraft, die Roggendarlehen während der Inflation sür sämtliche Produd- ticrnsmittel besaßen, so kann man wohl sagen, daß ein großer Tejl der großagrarischen Roggenschuldner an ihren Roggendarlehen bn- trächtliche Gewinne gemacht hat. Ein Moment von wahrlich großgr Bedeutung.. � Ganz anders liegen die Dinge dagegen beim Klein betriatz. Zwar ist die Gesamtbelastung der kleineren Betriebe gering. Dqe Großgrundbesitzer haben jedoch dafür gesorgt, daß zu den Ze'teq.- wo die Ausnahme von Roggendarlehen groß« Kursgewinne bracht,:, vor allem sie selber Roggenkredite bekamen. Die Bauern mußton bis 1924 warten, bis sie für einen Zentner Roggenschuld nicht mehr 16 Mark, wie ein großer Teil der Großagrarier im November 19213, sondern nur noch 2 bis 4 Mark ausbezahlt bekamefn. Die Herren Kollegen vom Großbetrieb hatten erst den Rahm der Milch abschöpfen müssen, damst der kleine Bauer sich mchl Magen daran verdirbt. Damit und mit der Teuerung des Jahres 1924 hangt es Bichl auch zusammen, daß dt« kleineren Schulduerbetrieb«. wie dies qus l Deutschlands Kunstseide- Import um das Viersache höher als 1926. Der ständig wachsend« Weltoerbrauch an Kunstseide zeigt, daß diese noch sehr junge Industrie sich auf dem Weltmarlt neben der Baumwoll- und Wollindustrie durchgesetzt hat. In Deutschland hat der Bedarf an Kunstseide im Zusammenhang mit den, Ausschwung der Wirtschaft und dem gehobenen Lebeiis- standard der Bevölkerung einen ganz«normen Umfang angenommen. Obwohl die auf erheblich erweiterter Produktionsbasis arbeitende deutsche Kunstseideindustrie seit Anfang des Jahres bis zur Grenze ihrer Leistungssähigkeit beschäftigt u>ar, konnte sie auch nicht oimäherick» die Nochfrage des Inlandes befriedigen. So inußte der Warenhunger durch gesteigerte Einfuhr be- friedigt werden, die vom Januar bis August 1927 mit rund 65 190 Doppelzentnern im Werte von fast 57 Millionen Mark die Einsuhr in der eicksprechenden Zeit des Vorjahres um das Vierjoche übertrifft. Der Löwenanteil an der Kunstseideeinfuhr entfällt aus Italien mit rund 28 100 Doppelzentnern, dem Holland mit 12 250 Doppelzentnern folgt. Während Italien seine Einfuhr gegen- über 1926 um das Vierfache erhöhte, konnte Holland in den ersten acht Monaten 1927 seine Einsuhrzifscru nach Deutschland sogar um das Achtfache steigern. Es liegt hier der typische Fall vor, wie ein« Hochkonjunktur die Woreneinsuhr hebt, weil die inländische Fabrikation die Nachfrage nicht befriedigen kann.— Demgegenüber weift die Aussuhr deutscher Kunstseide mit 25 300 Doppelzentner» nur eine unwesentliche Steige- r u n g gegen 1926 aus. Auffallend ist der fast 40prozentig« E x- portrü-ckgang nach den bisherigen Hauptausfuhrläudern, den Bereinigten Staaten, der Schweiz und der Tfchechei, der nur durch die Erschließung neuer Absatzgebiete ausgeglichen werden konnte.— Nach amerikanischen Schätzungen wird die Well- kunstseideproduktion in diesem Jahre etwa 250 gegen 200 Millionen englische Pfund(450 Gramm) betragen, sich also in einem Jahre um 25 Proz. erhöht haben. Hinter Amerika mit 75 Millionen Pfund Produktion steht Deutschland mit 36 Millionen Pfund an zweiter Stelle, dichtauf gefolgt von Italien mit 33 Millionen Pfund Jahresproduktion. Sammelanleihe für die mittlere Industrie abgeschlossen. Zu den durch den Zwischenfall mit der Preußenanleihe zunächst gefährdeten Auslandsanleihen geHärte auch jene Zchmnillionen-Dollaranleihe der Landesbankenzentrale, deren Erlös für die Kreditgewährung an die kleine und mittlere Industrie bestimmt ist. Wi« jetzt gemeldet wird, ist die Anleihe unter Zustimmung der Beratungsstelle zum Zlbschluß gekommen. Sie kostet 6 Proz., läuft 24 Jahre und kann nach fünf Jahren gekündigt lvcrden. Die Zlnleihe ist eine Sanniielanleihe, die in Westfalen, Nieder- und Oberschlesieu, Sachsen, Ostpreußen, Hessen, Thüringen, Pommern und dortige öffentliche Banken gegen hypo- thekarische Sicherungen weitergegeben werden soll. Ofsenbar Hof die Tatsache, daß die Anleihe für industrielle Zwecke bestimmt ist, ihre Genehmigung vor der Festlegung neuer Richtlinien bei der Beratungsstelle erleichtert Zu den neuen großen»ussengeschästea. über dt« wir berichtet haben, wird mitgeteilt, daß«in Antrag auf die Gewährung der Reichsgarantie für einen 120.Milli»nen-Kredit bei der Reicl>sregie rung noch nicht eingegangen sei. Es könne deshalb dazu noch k-nne Stellung. genommen werden. Großstaöt-Menschentum. Berlin als Weltanschauung. In diesen Tagen haben in Berlin unter Führung des Genossen Professor Paul Oe st reich erfahren« Jugenderzieher, Sozial- Politiker uni> Hygieniker das Wesen der Großstadt, ihre Wirkung auf die Menschen und ihre kulturelle Ausgab« im W«rdegang d«s Menschtums sehr gründlich und teilweise sehr klug und weise be- sprachen. Sechzehn Hauptoorträg« gliederten sich um drei Haupt- themen: Großstadt, Tatsache und Problem:— Großstadt als Forderung:— Erziehung des Stadtmenschen. Eine Tageszeitung hat leider nicht den Raum, auf die Vorträge einzugehen. Wir greifen daher aus der Fülle heraus, was zum zweiten Thema: Großstadt als Forderung von Genossen Viktor Noack über das besonder« Wesen Berlins und seine soziale Wirkung gesagt worden ist: Berlin wurde lebendig mit seinen tausend bunten Lichtern, die Straßen und Plätze mit märchenhaftem Glanz schmücken,— mit seinem rasenden Verkehr, den geheimnisvolle Macht vor der Kata- stroph« des Chaos bewahrt,— mit dem zarten Spinngewebe der Antennen, die sich wie«in feines Nervennetz über Dächer breiten, und mit den tausenden Kabeln und Rohrleitungen, die unter zäher Haut der Dämme und Gramtplatten wie das Adergeflecht des riesenhaften Organismus das pulsierend« Leben leiten,— mit ge- waltiaen Verwaltungsgebäuden, Kasernen der Armee von Arbeitern, Angestellten und Beamten, die diesen Organismus mit ihrer Arbeitskraft erhalten. Wir vernahmen Dröhnen der Weltstadtsinfonie, die in stilleren, dunkleren Seitenstraßen zu leisem, wie unterirdischem vulkanischen Grollen abklingt und in gewaltigem Krescendo zu rollendem Donnern, Vvochen und läsen anschwillt, wenn die Straß« sich den Hauptadern der Stadt nähert, weiten Staubbecken, wo das .......~ 6s. Re�■» M Wir hörten von den ISS Millionen Fahrgästen der Berliner Hoch Leben tosend brandet, wo Casös, Restaurants, Kinos und dergleichen mehr Lichtfülle durch breit« Fenster und Portale verströmen lassen. bahn, den 813 Millionen der Berliner Straßenbahn im Jahr« 1928, — von den annähernd IS Millionen der Berliner Hochbahn allein im Monat Mai 1927 und mehr als 70 Millionen Fahrgästen der Ber- liner Straßenbahn allein im Monat August 1927,— von den 19 758 Fohrzeugen, die im Berlauf von acht Stunden— je Minute 38— eine einzige Straßenkreuzung passierten. Bei solchen Zahlen wurde einem die tiefe Verbundenheit, Schicksalsgemeinschast aller Existenzen durch gemeinsam« Abhängigkeit vom Ganzen klar. Wir alle stehen im praktischen Leben gleich wie Arbester im Industrie- großwerk am gleitenden Arbeitsbanoe, wobei jeder für seinen Teil und auf seinem Posten mitschasfen muß am Ganzen. Diese Verbundenheit aller Cinzelleben gestaltete der Redner al« das besondere Wesen der Großstadt. Er bezeichnete es mit dem Begriffswort Totalität. Er erläuterte diesen Be- griff als ein Einordnen de» einzelnen in Gemeinschaft, als Er- fassen der Persönlichkeit in ihrer Gesamthest von der Gemeinschaft und ihre Einspannung in soziate Totalität,— al» Erheben der Ge- meinschaft zum Zweck und Ziel persönlichen Dasein» überhaupt, al» freiwillige» Dienen dem Ganzen mit allen Kräften und Begabungen. Er deutet an, daß auch die individuelle Famllienform ießltch sich zu einer größeren, feiner organisierten sozialen Ge- meinschaft entwickeln werde, die so beseelt wäre von Zusammen- aehörigkeitsgefühl, daß jedes Glück wie jedes Unglück, jede Luft wie jedes Leid, i«de Freude wie jede Trauer des einzelnen vom anderen tnitempfunden, mitgetragen und begriffen würde als Mstorleben des Ganzen. Eine Gemeinschaft, wobei jeder geleitet ist von frei- williger Beschränkung persönlicher Wünsche auf den engen Spielraum, den Mitmenschentum stet läßt: ein« Gemeinschaft, in der jeder Mensch freiwillig für sich wie für den Nächsten gleiches Recht al» Gesetz gellen läßt Da» sei heute noch utopisch: aber die Utopie sei Leitstern, male dos Ideal, woran wir glauben müssen, wenn wir nicht wie Spieß- gesellen als Lebensaufgabe ansehen wollen: daß die Futterkrippe immer gut gefüllt sei. Die Großstadt sei klügste Lehrmeisterin, Er- zieherin, mächtigster Agitator für diese Auffassung, und darin llege auch wichtigste Kulturausgabe, sozialethische Mission, die sich bei einer Stadt w,e Berlin auf die gesamte zivilisierte Well erstrecke. ichwellen der Eyeichewungszayten. Auf 100 UK) Veutiche lan 1913: 27,9, 1923; 55, 1924; 57,8, 1925; 58,8 Ehescheidungen, und in Berlin sogar 186,3, im Hamburg 168,5. 1918 zählt« die Statistik in Preußen 18800 Eheprozesse. 1924: 33 200, 1925: 33 700. 1926: 36 500: 1926 also trotz der Bevölkerungsvenninderung doppelt so viele wie 1913. Selbstmorde wurden in Preußen(ohne Saargebiet) gezählt: 1923: 7863. 1924 8590, und 1923 haben 52 Proz., 1926 sogar 63 Proz. mehr Männer als Frauen da- Leben weggeworfen. Wie immer soziologisch« Entwicklung sich unter wirtschaftlichem Zwang vollzieht, so drängt auch geaenwärtiaWirtschaft»- not, nicht zuletzt Wohnungsnot Menschen zur Ueberwindung de» individuellen Egoismus, zu seelischer und veZtandesmäßiger sozio- listischw Einstellung auf Totalität, aus das allen gemein- Ichflfttiche große Ganze. Redner zeigt« an Beispielen, wie viele Wirtschoft»faktoren von der hinreißenden Gewalt dieser Zusammenv hänge erfaßt sind,— wie Totolitätseinstellung einfach unsere Zeit Pfarrer Heumanns Heilmittel stets euch vorrätig in den Niederlagen: Ktons• Apomeke Berlin N3I, Anklamer Straße 36. Adler- Apotbehe Berlin- Friedonan, Rheinstraße 16. Prledrlcb- Wiibelm- Apetbcue CharlottenburK 2, Leibnustraße 106, Beeges•»votbeUe Berlin 0. Gubener Straße 83 ttfm'etxer. 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Bodenresormerisckes Bodenrecht, da, jdem Gemeinwesen Obereigentum am Grund und Boden sichert— wie etwa unser heutiges Erbbau- und Reichshejmstättenredst— dient dem Gedanken der Totalität, dem großen, edlen Gemeinschaft». geöanken. So findet man auch in Kleinhaussiedlungen, die auf 'bodenveformerischem Bodenrecht aufgebaut find, einen Genossen» ischaftsgeist. der dem Totalitätswesen nah« kommt. In großen Zügen wurden hier Grundlinien einer Well- Anschauung aufgerissen, die man als spezifisch wettstädtische— sogen tmir berlinische— bezeichnen darf, die aber in ihrem Wesen nicht« anderes ist als das Ideal eines vollkommenen. Sozialismus. die Washingtoner Raüiokonferenz. Ein„Rndio-Locarno". AZashingkon, 6. Oktober. In der gestrigen Plenarsitzung der Radiokonferenz wurde die vcm der amerikanischen Delegation entworfene Geschäftsordnung mit �einigen Abänderungen angenommen. Bei der Verteilung der Bor- sijje für die die eigentliche Arbeit leitenden Ausschüsse wurde 'Deutschland einstimmig der Vorsitz im dritten Ausschuß über- tregen, der die Vorschriften ausarbesten soll für den Dienst zwischen beweglichen Funkstalionen(Seeschiffahrt, Luftschiffahrt und Eisenbahn) sowie zwischen diesen und den festen Stationen. Außerdem bearbeitet diese Kommission die Bestimmungen über den sogenannten S o nd er d i e nst» und zwar Radiopeilung, Funk- lsnüerdienst, Zeit», Wetter- und Ersmeldedienst. Sicherheitsdienst aus Gastverein wirb wohl hier das Nachsehen: haben. gegen Fichte 4. Abt. um 16 Uhr In 4 Echäneberg.Sporllcr gegen Wittenau um platz. An Frauenspielen finden statt: I.......--.---- gegen Fichte 2 1 um 10 Uhr tn der»ymaststratze: Lude nwalbe gegrn Fichte 1. Abt in Luckenwalde: Fichte i. Abt. t g-g-n ASC. I um 14 Uhr und Fichte-Spielsb«. gegen Schmargendorf um 1« Uhr In BaumschuI.nwea In d.r 4. Gruppe Spandau gegen Fichte so um 15 Uhr in Spandau, Fallenhagener Chaussee: Adlershof gegen Fichte 16 um«Uhr In«dlershof, verlängerte Helblqstratze: Lichtenberg 2. Abt. fährt nach Brandenburg In der 6.»rupp« behalten die Platzoerenie feie Punkte. lp'elen: Fichte Td. Abt. gegen Moabit um IZtzi Uhr in Reinickendorf. S-M-rfee: Fichte-Rved gegen Degel um 15 Uhr in Reinickendorf. Scharnw-berstratze, und Fichte« gegen Fichte. Moabit um 14 Uhr in Hohenschönhausen, Sammerstratze. Fichte. Süd hat am Sonntag in Nariendorf, an der Rennbahn, Nunzlan lSchlesten) zu Gaste. Die 2. Mannschaften spielen um 15V. Ilhr und die 1. Mannschaften u« 1664 Uhr. Weitere Gesclls»-st-sviel- 6nd: Fichte 28 I»gen S'em-dorf um 18 Ukst!» --.....-------: gegen Grotz-Berlin-Fentrum um urner gegen Fichte-Rordost um ___ �_ SSpenick-Frauen gegen Sparta ü» 16 Uhr in Köpenick. Sriefkasten öer Neüaktion. G. r. 26. Rein.— G.». 1. Rein. Es darf st« aber nur uttt Dienst. Leistungen handeln. 2. Es gilt nur der neue Vertrag.— K. M. 10S. Roch gültig.— A.«. 65. t. Gegen den ablehnenden Bescheid gibt e, kein R-chis. mittel. 4. E» wird die Invalidenrente gewährt.— Matte III. Di« ttstndigung ist nur für den Schluß eines Salendermonat» zulässig. Sie hat spätesten« am 15. ein« Monat« zu erfolgen. Da» bayerische Allgäu ist wegen feiner ALpenmllch berühmt. Da» duftende Bergwieken gibt der Milch da» wundervolle Aroma, das«n auch Gra» den Bergwiefen gibt der Milch da» wundervolle Aroma, da» wir in der„fttfchen R-ss wiederfinden. Denn die„frische Rest', dl« bayerische Aeenmargarine, ist mit Alpenmilch und«itaminen gebuttert. neue WZ �Dassmd die wahren Jhx Seißnflockeni Wie alles Bewährte haben auch die Lux Seifenflocken viele Nachahmer gefunden. Es gibt für Lux Seifenflocken keinen Ersatz zur Pflege und Reinigung aller zarten Gewebe. Lux Seifenflocken werden nie offen verkauft I Achten Sie auf die blaue Originalschachtel. Normalpackung SO Pfg. 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Er liebte es, in seinem Damastschlafrock gehüllt, der Muße zu pflegen und auf seiner Gitarre Romanzen zu klimpern, während der Kanarienvogel im Bauer sein« Triller dazu schmetterte. Ich. Iwan Dmitrijewitsch Putilin, war sozusagen sein Adjutant.— und es ist lustig, daran zu denken, was für Dinge wir beide zuweilen aufstellten. Eines Tages läßt er mich zu sich rufen und erklärt mir:„Weißt du, Iwan Dmitrijewitsch, mir scheint— Sibirien bleibt uns beiden nicht erspart!"—„Wieso Sibirien?" frage ich.—„Deshalb, mein Lieber, weil bei dem fran- zösischen Botschafter, dem Herzog Mantebellv, ein silbernes Service verschwunden ist und weil unser Kaiser Nikolai Pawlowitsch dem Oberpolizeimeister Galachow befohlen hat, da, Service zu finden. Galachow aber hat mir und dir den Befehl erteilt, den Raub unbedingt herbeizuschaffen, sonst— sagt er— jag' ich euch beide dorthin, wo der Pfeffer wächst."—„Wozu denn gleich mit dem Pfeffer drohen— vielleicht finden wir das Service auch so." Wir machten eine Razzia auf dos Diebsgestndel, unterzogen alle einem Verhör— nein, niemand hatte den Diebstahl verübt. Uebrigens nahmen die Kerle selber unter sich eine regelrechte Unter- suchung vor— besser als unsereiner. Sie beteuerten:„5wan Dmitrijewitsch, gottlob, wir wissen doch, was da» für'n Ding ist. Wir sind bereit, durch einen Kuß auf das Heiligenbild zu schwören, daß wir dieses Service nicht geklaut habenl"— Was tun? Wir berieten uns mit Scherstobitow und wußten nicht ein noch aus— da legte jeder sein Scherflein zusammen und für die Summe bestellten wir bei Ssasikow ein neues Service genau nach den Mustern und Zeich- niing?n.di« den Franzosen verblieben waren. Als das Service fertig war, trugen wir'» sofort aus die Feuerwehrwache, damit die Feuer- wehrleut« es tüchtig mit den Zähnen bearbeiteten: denn es muhte so aussehen, als ob's in Gebrauch gewesen wäre. Wir erstatteten das Service den Franzosen zurück und warteten nun aus unsere Be- lohnung. Da plötzlich läßt mich Scherstobitow rufen.—„Nun, Iwan Dmitrijewitsch— sagt er—, jetzt ist uns Sibirien totsicher."— ..Nanu, warum denn?" frage ich.—„Darum— sagt er—. weil Galachow mich heute zu sich befahl, mit den Füßen trampelte und mich mit den unglaublichsten Schimpfworten angeschnauzt hat: „Wenn du und der Putilin schon die richtigen Gauner seid, so gaunert wenigstens so. daß ihr mich nicht dabei hereinlegt. Gestern auf dem Hojball im Palais fragt der Kaiser den Montebello:„Na, sind Sie mit meiner Polizei zufrieden?"—„Außerordentlich, Euer Majestät," erwidert er,„Euer Majestät Polizei hat nirgends ihresgleichen. Am Morgen schafft« sie mir das von ihr gefundene Service zur Stelle. und abends vorher gestand mein Kammerdiener, er habe eben das- selbe Service einen, Ausländer verpfändet, der sich insgeheim mit solchen Geschäften besaßt, und mies mir als Beleg die Quittung vor,— so daß ich also jetzt zwei Service besitze." Da haben wir nun unser Sibirien, Iwan Dmitrijewitsch!"—„Ach, wozu gleich Sibirien sage ich—, ober immerhin, die Sache steht faul."— Er spielte ein wenig auf der Gitarre, wir hörten dem Kanarienvogel zu und be- Ichlossen sofort zu handeln. Wir ließen auskundschaften, was der Botschafter im Augenblick mache. Man meldete uns. daß er gerade dabei fei. mit dem Eäsarewitsch- Thronfolger zur Jagd zu fahren. Ich lief schleunig zu einem mir bekannten Kaufmann am Apraksin-Markt, der die Livreen für die Botschaft zu liefern pflegte und daher das ganze Diener- personal gut kannte.—„Sag mir, mein Teurer, wann ist dein Geburtstag?"—„Nach einem halben Jahre."—.Könntest du deinen Geburtstag vielleicht schon übermorgen feiern und olle Dienstboten der Französischen Botschaft dazu einladen,— für die Bewirtung sorgen wir." Na, er hat ja immer unsere Kante gehalten, und so sagte er auch jetzt: ja. Wir veranstalteten bei ihm einen großartigen Ball. Es ging hoch her. In der Morgenfrühe mußten alle per Droschke nach Hause geschafft werden: die Franzosen waren ganz von Sinnen— sie konnten kaum den Eingang ihres Hauses finden und brummten wirr vor sich hin. Bitte, ihr müßt nicht glauben, daß dem Wein etwa ein betäubendes Pulver oder Kraut beigemischt war. Nein, der Wein war rein, aber die Franzosen sind nun mal schwäch» liche Leute: ein kräftiger Trunk wirft sie sofort um. Um 3 Uhr nachts fand sich der Dieb Icscha ein. Das war ein Mensch,— sag ich euch, eine Seele von Mensch! Ein goldenes Herz, sanftmütig, dienstfertig und von einer Geschicklichkeit, wie ich sie sonst bei keinem gesehen habe. Er sah fast ununterbrochen im Kittchen und genoß unser vollstes Vertrauen. Das war keiner von der Sorte der heutigen Diebe! Er ruh« sanft in Gottes Schoß! Er kam also und brachte einen Sock mit.„Da seht— sagte er—, zählt mal nach, ich ?laub', es ist alles!" Wir zählten mit Scherstobitow die Sachen M.ch: zwei Löffel mit eingraviertem Wappen zuviel.„Warum hast du das gemacht. Iascho? Warum hast du Ueberflüssiges mit- eingesteckt?"—„Ich konnte mich nicht im Zaume halten." sagt er. Am nächsten Tage fuhr Scherstobitow zum Oberpolizeimeister Galachow und sagte ihm:„Erbarmen Sie sich, Euer Hohe Exzellenz. es sind ja gar kein« zwei Service da. So wie's nur eins gab, so gibt's auch jetzt nur ein». Und diese Franzosen sind ja bekanntlich ein leichtsinniges Volk, dem man nicht aufs Wort glauben darf."— Einen Tag später kehrte der Botschafter von der Jagd heim. Er sieht und staunt: wieder steht nur ein Service da, und das ganze Diener- personal ist noch grün und blau von der Zecherei und stößt mit den Köpfen gegen die Türpfosten. Der Botschafter spuckte auf die ganze Sache und sprach zu keinem mehr davon. kritze- krähe. Bon Max Dortu. Kritze-Kratze war glücklich. Ueberglücklich war Kritze-Kratze. Drei hochgefüllte Nester, ausgefüllt mit Lebensmitteln, nun möge der Winter kommen. Kritze-Kratze war ein Eichkätzchen.� Ein sauberes Eichkätzchen. Ein schöne» Eichtätzchen, wie es kein schöneres im ganzen Bergwalde gab. Sein Pelz war rotbraun, seine Augen wie blank« schwarze Perlen— und sein Schweis war eine rote Fahne, die es stolz auf- recht trug. Anders, als der große Schleicher des Woldes, als der listige Fuchs, der da seine Fahne immer gesenkt hält, und sie durch allen Dreck und Speck schleift. Kritze-Kratze war mein Freund. Es kannte mich ganz genau. Kam ich in sein Waldquartier, dann hatte es mich bald entdeckt. Hinter irgendeinem Baumstamm erscholl plötzlich ein lustiges Schürr- schurruu, und dann hörte Ich, wie seine Pfötchen mit den scharfen Krallen in die Rinde des Baumes einschlugen: kritze-kratze— und oben am Ast schaute das kluge Köpsleln Kritze-Kratzes auf mich her- ab. Da» Köpflein so lustig, so schelmisch, die blanken spitzbübischen Augenperlen, die dreieckigen Oehrchen steif, mit den schwarzen Fransen dran, da, Näschcn und Mäulchen wie ein Affengesichtchen — und dann, husch— im Gleitsprung aus einen anderen Baum bin- über. Rief ich: Ei. Kritze-Kratze. wo biste denn hin, ich sehe dich nicht, dann warf es vom hohen Fichtenbaum«inen Tannenzapfen auf mich herab. Und kritze-kratze. schürr.schurruu. ging's schon wieder auf einen anderen Baum. Hier war e», da war es, es begleitete mich auf meinen Gängen durch den Wald. Jawohl, Kritze-Kratze war mein Freund. Wir verstanden uns, wir hatten die gleiche Liebe: den Wald! Und Kritze-Kratze ist nun glücklich, überglücklich, es hat drei volle Winternester. Eines droben in der schwarzen Krone des alten Kiesernboume». Eine« im Eichbaum, wo der Blitz einmal einen Pst abriß. Und das dritte Nest hat Kritze-Kratze im Ahornbaum. Nun möge der Winter kommen. Kritze-Kratze wird nicht hungern. Da sind Haselnüss« und Eicheln in den Nestern. Früchte des Waldes. Aber Kritze-Kratze hat auch'n bißchen gestohlen, drüben im Schloß- park, bei den Walnußbäumen und bei den Edelkastanien— auch deren Früchte sind in Kritze-Kratzes Nestern. Der Schloßpark mit dem allen Ritterbau, einst ein hochfeudaler Edelsitz, jetzt der Besitz eines großstädtischen Finanzbarons, der sich neben' den allen Ritterbau ein blitzblankes Landhaus bauen ließ. Ja, Kritze-Kratze hotte gestohlen. Walnüsse und Edelkastanien— aber wie hatte e» gestohlen, hier kommt's drauf an. unter Einsetzung seines Lebens hatte es gestoblen: die Walnüsse und die Kastanien. Die große Gefahr war der Blitz und der Donner, oder besser: der Jäger des Schlosses! Piff-Paff, hatte es gemacht— und ein armes Brüderchen oder Schwesterchen war tot. Ein halbes Dutzend rotbraune Genossen hatte der Jäger dem Kritze-Kratze abgeschossen, die Hunde hatten die toten Eichkägchen gefressen. Aber Kritze-Kratze hatte Glück gehabt, es war klug, es war flink, flinker als die Büchse des Jägers, Kritze- Kratze lacht: Schürr-schurruu! Krieg' mich! Und wie war's denn eigentlich, für wen ließ Allmutter Natur die Nüsse und Kastanien wachsen? Sicher zunächst für die Eich- kätzchen. Die Menschen hatten ja noch andere Nahrung. Für die Menschen waren ja die Nüsse nur Raschereien. Für Kritze-Kratze aber waren sie da» Fleisch jju den Kartojseln der Tannenzapfen. So dachte das Hirnchen des Kritze-Kratze mit logischer Richtigkeit. Aber sein kleines Herzchen fühlte über die Hobgier der Menschen doch keinen Haß, dazu war es viel zu edel und rein. Es liebte ja mich, und ich war doch auch ein Mensch, auch einer von der allergrößten Raubtierspezie». Ach, die Tiere sind viel edler als wir! Ei« leben — und lassen leben. Wir? Wir morden aus Habsucht. Kritze-Kratze. das ober war dein Unglückstag. du machtest dem Schloßpark noch einmal einen letzten Besuch, du wolltest im Mäulchen noch zwei Walnüsse davontragen, die sollten dann sicher die letzten sein— und bei diesen letzten geschah das Unglück: Piff-Paff,' der Jäger hatte abgebrannt, Kritze-Kratze ließ vor Schreck die Nüsse fallen— es empfand Schmerz, in den Vorderpfoten, es humpelte davon— es war im Walde, nun schnell den Fichtenboum hinauf— aber. 0 weh!, es ging nicht mehr kritze-kratze: das Schrot des Jägers hatte die beiden Lorderpfötchen des armen kleinen Eichhörnchens zer- schmettert. Di« scharfen Krallen hatten keine Sehnen mehr, die Sehnen waren zerrissen. O wehe, wehe, Kritze-Kratze. Was nun? Kritze-Kratze vertroch sich, mühsam hatte es sich bis zum morschen Eichbaum geschleppt, der unten halb ausgefault ist, da hinein kroch Kritze-Kratze. Und e» mußte nun die Nacht über beim faulen Holze sitzen, statt oben im windgeschaukelten Nest, das mit Moos so sehr warm ausgebettet war, und seine gute Vorratskammer enthielt. Und hier unten, bei dem grün phosphrejzierenden Holze, da hieß es nun hungern. Hungerte Kritze-Kratze? Ach nein, vor Schmrzen spürte es keinen Hunger. Mtt seiner kleinen schwarzrosigen Zunge leckt« e» an den zerstörten Pfötchen, die waren vom schwarzgeronnenen Blute ganz hart geworden, verschwollen waren sie. Es half aber kein Lecken mehr, was kaputt war— das war für immer dahin. Armes Kritze-Kratze. mein Liebling, auch all dein sommerlicher Fleiß war dahin, umsonst hattest du in deine drei Rester eingeerntet, ich sollte dich nie wiedersehen. Ein« Woche lang saß Kritze-Kratze nun schon in der Höhle de» faulen Eichbaumes. Sein« Seele wollte den Körper verlassen. Die Tierseele schickte sich an zur letzten Reise, dahin: wohin auch die Menschenseelen fahren, ans Herz der Allmutter Natur. Kritze-Kratze war im Sterben ohne Haß und ohne Zorn. Es erlebte wie im Traume noch einmal all die Schönheit seines freien Waldleben». Es hörte das Rauschen in den Wipfeln der Bäume. Es sah den rosigen Sonnenaufgang. Es hörte den Gesang der Vöglein und den Gesang der Quelle. Es sreute sich an den Korallen der roten Tollkirsche. Und mit ganzem Herzen war es bei dem sozialistischen Fleiß der braunen Ameisenvölker. Das war Kritze- Kratzes letztes Fühlen. Der Rabe hatte dem Fuchs» verraten, was da unten in der Höhlung des halbverfaulten Eichbaumes los fei. Und der Fuchs. dieser listtge Schleicher des Waldes— der hatte seine Mahlzeit ge- halten— er fraß die todeskranke Kritze-Kratze auf. Nur den Schweis, diese schöne rote Fahne, die Kritze-Kratze immer so stolz ausrecht trug, den ließ er liegen. Ich habe diese Fahne gesunden. Und nebenbei fand ich auch die beiden schwarzverquollenen zerschossenen Pfötchen, auch die hatte der Fuchs nicht gemocht. Ich steckte den Schweif meines Freunde» Kritze-Kratze und feine Pfötchen in meine Tasche. Und dann ging ich dahin, wo die sturmgestürzte Ficht« liegt. Da habe Ich lange gesessen. Und wenn ich euch sage, daß ich geweint habe— dann werdet ihr mir sagen: daß ich ein großer Narr sei!_ wie man cln Schiff verhaftet. Di« Vorstellung ist seltsam, daß man ein Schiff verhaften könnte wie einen Menschen. Aber eine solch« Verhaftung kommt vor, wenn man das Fahrzeug auch freilich nicht mtt Handschellen fesseln und auf die Polizei schleppen kann. Jedoch gibt es auch Gefängnisse für Schisse, denn manche große Höfen haben ein besonderes Dock, in dem verhastete Schisse fest- gemacht und in sicherem Gewahrsam gehatten werden, bis der Eigen- tümer sie auslösen kann. Im allgemeinen jedoch geht es bei der „Verhaftung" eines Schisses nicht so zu. Der Poliz-ibeamte kommt an Bord, weist dem Kapitän seinen Verhaftungsbefehl vor und nagelt das Dokument an den Mast. Das Schiff ist dann ein Gc- fangen» und darf sich nicht mehr aus dem Hafen fortbegeben. Noch häusiger vollzieht sich freilich die Beschlagnahme eines Schisses durch einen Gläubiger in der Weise, daß einfach die Besitzrechte an dem Fahrzeug so lange auf ihn übertragen werden, bis der Schuldner seinen Verpflichtungen nochgekommen ist. Weigert sich ein Kapitän. den Anordnungen des Polizeibeamten zu gehorchen, gibt er Voll- dampf, um das freie Meer zu gewinnen und sich dem Arm des Gesetzes zu entziehen, dann kann der Beamte sofort die Hascnpolizei zu seiner Hilf« herbeirufen. In England sind solche Verhaftungen besonder« häufig, denn nach englischem Gesetz hat jeder, der irgend- welche Dienste auf dem Schiff verrichtet hat, das Recht, die Bezah- lung von dem Besitzer zu fordern und sich, falls er nicht befriedigt wird, direkt an das Schiff zu halten. Wer also eine Forderung an den Eigentümer besitzt, kann Instrumente, Segel. Ansrüstungegegen- stände aller Art beschlagnahmen, und wenn die Forderung groß genug ist, das ganze Schiff für sich in Anspruch nehmen. Es kommt nicht selten vor, daß ein Schiff, das die ziemlich hohen Benutzung»- kosten des Docks rn einem Hafen nicht bezahlt, angehatten wird, wenn es ausfahren will, und nun als Gefangener in dem Dock verbleibt. Auch wegen einer allzu großen Ladung, die die Vorschriften über. schreitet, oder wegen Betrügereien bei der Versicherung werden Schifte verhaftet. Ein Fahrzeug, das auf hoher See irgendein Ber- brechen begeht, indem es ein anderes Schiff beschädigt, wird sofort bei der Eeepolizei gemeldet und kann überall da nach englischem Gesetz verhaftet werden, wo es sich auf eine Entfernung von S Kilometern irgendeinem Hafen des englischen Weltreiches nähert. Elektrische Abstimmung. Der Finnische Reichstag bemüht sich, technisch das modernste Parlament in Europa zu werden. Schon im vorigen Jahr« wurden im Plenarsaal mehrere Radioempsöngcr installiert, um den Verlauf der Reichstvgsverhandlungen zu über- tragen. Inzwischen hat man eine ncue Anlage installiert, durch die künftig die Abstimmungsergebnisse auf elektrischem Wege festgestellt werden. Am Pult eines jeden Abgeordneten sind zwei Kontakte angebracht, ein Ja-Kontakt und ein Nem-Kontakt. Diese Kontakte sind durch Leitungen mtt einem elektrischen Zählapparat verbunden, der sich am Pulte de» Reichstagspräsidenten befindet. Außerdem verfügt der Präsident über einen Kontakt, der eine grüne Sigrwl- lmnp« entzündet, die für all« Reichstagsabgeordneten sichtbar ist. Di« Einschaltung dieser Lampe bedeutet den Anfang einer Ab- ftimmung. Die Reichstag sabgeordneten drücken dann ihrerfett» ent- weder auf den Ja- oder Nein-Kontakt; eine kleine Birne zwischen den beiden Kontakten zeigt durch Aufleuchten, daß der Zählapparat die Stimmen notiert hat. Werden beide Knöpfe gedrückt, so bedeutet das Stimmenthaltung. Die Möglichkeit, bei einer Abstimmung mehrere Sttmipen durch eine Person abzugeben, besteht nicht. Ist die Abstim, nung vorbei, dann setzt der Reichstagspräsident durch einen wetteren Kontakt an seinem Pult den elektrische» Zähler in Bewegung. Er gibt im Verlaufe einer Minute mif einer leuchtenden Tafel das Gesamtresultat der Abstimmung ollen Abgeordneten sichtbar zu erkennen. Kinfeabmtgai ttr bitft Rubrik sind Bertis SA•& Lindrvitratze 3, Partemachrichten für Groß-Serlkn Nets«s da» Bezirk»Iekretari»i. 3. K»I, 3 Ire», recht»,»s richten 11. Ittel» SchZseberg.Zriedenau. Montag. 10. Oktober, 30 Ubr. Sitzung der Aeitungekammilsion in der Spedition Beiziger Str. 27. Älle Abteilungen mit Isen unbedingt vertreten sein. �1 I!>,-t D lk. Krei, Zienlöll». Montag. 10. Oktober. 10'� Ilbr, in den Passage. � kälen, Bcrgsir. 147, Kreisfunktionärveriainnilung. Vortrag:„Probleme ?! der internatioimlen Arbeiterbewegung." Referent Senoffe ssurtwiinglcr. M-- Die Genvslen beteiligen sich am Sonntag, 9. Oktober, am Umzug sH de» ReiSiabundeo der Kriegibeschbdlgte». Treffpunkt...... 3 Voddinplotz. 14% Uhr auf dem erscheinen. Weitere Anmeldungen werden entgegengenommen bei folgenden menofsen: Willam, Alte Dahlwitzer Str. 73: Monte, Dahlwitzer Platz 3: «riegel. Glienicke- Str. 27; Pohl. Elisabetbstr.. K. 13. Krei» Pankow. Montag, 10. Oktober,!!>>'. Uhr, im Ratbauo Pankow, großer Eitzungssaal, ssraktionositzung mit den Preisteleqierten. Erscheinen unbedingt erforderlich. K ArbeNsgemeinschafi der Sladerfreuad«. «Ml» Reukolln. Gruppe Bergstraße: Morgen. Sonntag.». Oktober, Zahrt in» Blaue. Treffpunkt 7 Uhr Ringdahnhof. Fahrgeld 50 Pf. * Der Senofle Stadtrat Albert Krause, Teltow, begeht heute sein 25jähriaes Parieijubiläum. Schon frühzeitig kam der Genosse Krause Kur Organisation und hat stets vorbildlich für die Meie der Partei und der allgemeinen Arbeiter. bewegung gewirkt. Dir hoffen, den Genossen Krause noch recht lange in unserer Mitte zu sehen und wünschen dem Jubilar das Beste. vrtsverei» Teltow. Sozialistische?lrbeiterjugenö Groß-öerlin. Achtung, Ableiluug»ltittrl_______ Srptembrr) sowie Monatsprogramm« fiir Die Berichtsbogen für da» 3. Quartal fIuli— November müssen abgeliefert werden. heule. Sonnabend, S. Oktober. 19� Uhr SchZnhaufee Dorstadt: Schusanla Schiinfließer Str. 7. Wcrbefcier. Eintritt ' I M I l t heule. Sonnabend. 8. Oktober: 37. Abt. 20 Uhr bei Pfeiser, Lousburastr. 2, Flinliionilrsstzung. Erscheinen ..» �bedingt erforderlich, da wichtige Angelegenheiten zu erledlaen sind. 1.4. Abt. Mahlsdorf. 2i) Uhr wichtige s?unktionLrss�una im Lokal Nordstern, Hönower Str. 49. Erscheinen unbedingt erforderlich. Morgen, Sonnlag. 9. Oktober: 48. Abt. Die Genossinnen und Genossen treffen ssch S Uhr am B-rwaltunas» grbanb« Lichtenberg, Rittergutstr. 10/30, znr Beftchtigung. Zahlreiches Er. scheinen wird erwartet. Reuköss». 80. Abt. Treffpunkt der Genossinnen und Genossen um 14tz0 Uhr nm Boddinplatz ,i,r Demonstration. 31. Abt. Besichtigung der ssonsum. genossens-liakt in Lichtenberg. Trcffpiink! 7?l Uhr vor ber?rrka»fsstell« Nilnchener Straße. Für Ziachzllgler 0 Uhr Rittergiitstraße, Bcrwaltunas- aebalche. Zur Demonstration des Reichsbunbes ber Kriegsbeschädigten treffen sich die Genossen»m 14% Uhr Boddinplatz. Arauenveranstallungeu. 3». Abt. Die Genossinnen treffen ssch zur Konsumbestchtigung Sonntag, 0. Ok- tober, 9?� Uhr, an der Hochbahnno�ion Hallesches Tor. fahren mit der Hochbahn bis Warschauer Brücke, dann mit der Straßenbahn bis Ritter- gutstraße. Rege Beteiligung, auch von feiten der Genossen, wirb erwartet. gliederversammlung. Derbcbezirk Krenzberg: Lindcnheim isunktionörkonferenz. »erbebezirk Neukölln: Probe zur Werbefeier der Abt. Rofenthal im Heim Canner Straße. Alle Mitwirkenden vom Sprechchor �Spielmanns Schuld� müssen erscheinen. Kommt alle zur Probe. Morgen. Sonnlag. 9. Oktober: Söünischer Platz! Treffpunkt zur Konsumiesichtigung Uhr vor dem Konsum. Lichtenberg, Ritiergutstraßc. Erfcheint olle!— Kohenschzahaulen: S Uhr Arbeitsdienst Schulaula Räbcrnstraße. 10'!. Uhr Treffpunkt zur Demon- nration Weißensecr Weg. lg Uhr Werbeseier in der Schulaula Rödcrnstraße. —- Westen Ii Fahrt. Treffpunkt Wj Uhr Bahnhof Biilowstraße.— Tempelhof. Mariendors: Bestchtigung des Wefthafens. Treffriinkt» Uhr Bahnhof Tempel. hos.— Saulebors: Wanderung nach der Dubrvw. Treffpuntt 7': Uhr am Dahnhof Kaulsdork. Gäste willkommen.— Lichtenberg-Mitte: Wanderung. Treffpuntt 7 Uhr Elralau-Bummelsburg. Kosten 50 Pf.— Rcinickenborf.West: Leim Scidclstr. l. Bunter Abend.— Lermsborf: Fahrt in den Krämer. Treff. Punkt 0% Uhr Waidmonnslust, Eiche Dianost. 00 Pf. Unkosten sind mitzu» bringen.— Pankow-Roeb: Werbelag.— Roseathal: Werbeseier im Lokal Schneider, Lauptstraße. Tresfpnnkt zum Umzug 15 Uhr Bahnhof Rosenthal. Parteigenossen, unterstützt uns durch euren Besuch! Werbebezirk Krenzberg: Lindenbeim, g Uhr pünktlich, Fortsetzung des Funk. tionärkurfus. 14 Uhr treffen sich olle Gruppen zur Demonstration in Rosen. thal auf dem 1. Los des„Vorwärts". Wertebezi et Repföls: Werbeseier in Rosenthal. Treffpunkt Itziß Uhr Bahnhof Reukölln. Unkostenbeitraa 50 Rf. Rote Fahnen und Mullkinstrnmentc mit- dringen. Nachzügler Rosenthal, Lokal Schneiders Garten, Hauptstraße. vortrage, vereine und Versammlungen. Reickisbanner„Sdinmri Not-Gokb" . Geschäktsstelle: Berlin c 14. Sebastionstr 87'38. Ho» 2 Tr Sonntag, 3. Oktober. lOih Uhr Antreten mit Mussk und Fahnen ans den Sammelplätzen der Kameradschaften zur Fahrt nach Potz. dam. Fahrgeld l.20 M. Sämtliche Kameraden haben anzutreten. Radfahrer. abteilung 8 Uhr Petersburger Platz. Fahrt nach Potsdam. Prenzlauer Berg: Pflichtantreten mt Fahrt nach Ppisdom. Abfahrt 12,00 Uhr n»m Bhf. Aler. Reutölln.Britz! Pffichtantreten mit Mussk und Fahnen l4>, Uhr Boddinplatz zur Kriegsbeschädigienocranstaltung nach Treptow. Lichtenberg nebst Unter- gruppen: 11 Uhr Antrelen mit Tambourkorps und Fahnen aus dem Bahnsteig Stralau-Rummelsburg zur Fahrt nach Potsdam. Psiichlvcranstaltung. Bdlces- Hof iKameradschaft): Pffichtantreten in Banncrkleidung 13ftz Uhr Baldccke zur Teilnahme an der Bootstaufe der Wassersportabt 9 Uhr auf dem Platz gegen. über dem MTV.-PIatz an der Birkenalle» Handballtraining. Oranienburg i Kameradschaft!: Antreten lOsh Uhr Bahnhof. Abfahrt nach Potsdam. Wasser. fpoetabt.: 8 Uhr sämtliche Kameraden Arbeitsdienst fFahrtenfperrel. 13 Uhr Abmarsch oom Bootshaus zur Kornerfchule. 14 Uhr Antreten KSrnerichul«, Köpenick. Teltow sKrei»>: Sämtliche Orlsvereine trcsfen sich in Potsdam 12 Uhr im Restaurant Becker, Lindenftraße.— Wontag, 10. Oktodee. Ehartotten dueg: 20 Uhr Beriammlung der Kameradschaft Stuttgart bei Grimm. Kaiser.Fr:edrich- Straße. Steglitz iKameradfchaft): 20 Uhr Versammlung bei Schulz, Birkbuich» straße 90. Vor allem werden auch die passiven Mitglieder gebeten, zu er- scheinen. Neulöllu-Britz: 1. Kameradschaft: Piinktlich 19>4 Uhr Kameradschoff». Kottbusser Klaus», Kottbusser Damm SO. Ab 21'« Uhr lAblershof .— Reu- kölln-Britz:.3 Kameradschaft: Sonntag, d. 9., Pflicktantreten pünktlich 14 Uhr. 1. Zug Steinmetzstraße Ecke Schillerpromenade, Zug Eberl Knesebeck. Ecke Kranoldstraße, 3. Zug«arlsgartcn» Eck- Wissmannstraße. Versammlung in der Kotibusscr Klause, Kottbusser Damm 90. Ab 21>» Fehnenbesschtigung und gcmlltliches Beisammensein mit Damen Adle sKameradfchostl: IS Uhr eiusammcnkunft im Jugendheim Roonstraße.— dolin �' Aibcit-gemeinschatt der'proletarischen VoltÄanzlreilc. Sonnabend.� 8. Ok- tober. Treffen vor dem Potsdamer Bahnhof zur Tanzfahrt nach Zogen 17% und 20% Uhr: außerdem am Sonntag 8,10 Uhr. Ziaäzllgler, die Sonntag um 12 Uhr ab Berlin fahren, werden in Zossen von der Bahn abgeholt. In nächster Feit erdftnen wir im Bezirk Prenzlauer Berg und Wedding je einen neuen Kursus. Meldungen erbeten an Bernhard Kühl, Berlin NO 55, W:ns- � Arbeiter.Samariterkolonne Berlin. Geschäftsstelle: R 4, Schrädcrstr. 9. Telephon Nord'n 3340. Mitgliederoerfammlungen haben folgende Abteilungen: Montag. 19. Oktober: ssriedtichshain: Jugendheim des Ostens, Große grauk- fiwter Etr. 10. Schäneberg: Roscntdal. Eder-str. 06. Temvclhof: Lind-sch, Mariendorl, Königstr. 44. Krcuzberg: Ruhr, Blllcherssr. 39. Wcißenfee: wtärk», Eharlottcndurger Eck- Tassostraße.- Diensta,. 11. Oktober: Scrmsdorf: Turn. Halle Roonstraße.— Mittwoch, 12. Oktober: Mitte: Krause, Mariannenplatz 22. — Donnerstag, 13. Oktober: Pankow: Iugendhe-m Kissingenstraße. Lichtenberg: Rothorf, Riqaer Str. 95. Ticrgartrn: Leulch, Bredow- Ecke Wi-I-tstraße. Treptow: Lokal Wildendruch- Ecke Grätzstraße.— Freitaa, 14. vltobrr: Eieglitz: Schnudt, Lichterfclde, Roonstr. 39.— Broinn der Verlammlungen l9'h Uhr. Esperastooeiellschaft Eharlottenbsrq. Montag, 10. Oktober, 21 Uhr, Nestau. rant„Zur Hütte", Eharlottenburg, Kaiser-Friedrich-Etr. 53. Vorführung r-vr Gpamaphonvlatten vom 19. Welt�-sperantokongreß in Danzig. Gäste w ll- kommen.— Montag, 10. Oktober, 20 Uhr, beginnt in der Kaiser-Friedrich- Schute, Eharlottenburg, Knesebeckstr. 24»fSa»ignnvlatz!, ein neuer Unterricht»- kursus Mr Anlängrr. Anmeldungen im Unterrichtslokol. Berliner Arbeitcr-Schachllub. Abt. Lichtenberg: Dienstag. U Oktober, Derbeneranstaltung. Simultanspiele bis zu 30 Brettern, Gäste» und Bbss- turniere. Anmeldungen zum Unterricktskurfus für Anfänger und vort- geschritten« werden angenommen. Eintritt frei. Sviellotal: Gürtel- Ecke Tosso- straße, bei Rohrbrck. Beginn 20 Uhr. Gäste herzlich wiMommen... Arbeiter-Espeeantobunb. Monatsverlammlunq Dieustaa. 11 Oktober, Schule Gipsstr. 23s. Gruppenabende: Mittwoch: Kruppe Wedding im Jugendheim Ecestr. 57, 19%-— 21's. Uhr. Gruppe Norden im Jugendheim Lortzing- Ecke Graunssrahe. tgr-i— 2m Uhr. Donnerstag: Gruppe Osten im Jugendheim Am Ostbadnhos 17. Freitag: Gruppe Zentrum in der Schule Givsstr. 23*, 19 � bis 21 t- Uhr. Amika rondo: 25. Oktober Nestaurant Kastanienwäldchen. Diriopp-Nähmafchinen gegen H-Mark., Wochcnraten. Wlossk. Brunncnstraße>85. »wilchrn Rolenthalervlatz und Inoali- denstraße � Rorden II�_! Nirfeuumsatz. Kinderwagen. Zwillings- wagen, Klavvlportwagrn. Kinderbetten,! Metalldettcn. Korbmäbel. allerniedrigste l Preise, allerlulanteste Teilzahlung. Fest- angestellte gegebenenfalls ohne Anzah-> lung. Ball. Große Frankfurterstraße 47, gegenüber Markusstraße. Lctzlelilünzüiutlik. Wäsche USA Anzüge 18, Paletot» 12, Federbetten Stand 23 an, Leihhaus Reinickcn. Iwrferstraße US, Netteldeiüilatz. Keine Lombardwareu.' Wenig getragen» Fr-ck-nzüa«. Sm». kinganzüge, Gehrockanzüge, Iackettan- lüge. G-dardinemäntel. Gummimäntel .9«, Jack Eutawan-Anzüg« Taillenmäntel, tür jede Figur passend. Spezialität: Bauch» anzllge. spottbillig Haipern. 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