5lr. 4SS ♦ 44. Jahrgang Musgabe A Nr. 244 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Pfennia, monatlich S.- Zieichsmari voraus»ablbor. Unter Streifbant im In. untl Ausland b.R Reichsmark pro Monat. Ter„Vorwärts� mit der illustrier» ten Sonntagsbeilage.Boll und Zeit" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wifien*.»Aus der fsilmwelt", „Israuenstimme".»Der Kinde» freund"..gugend-Borwärts".»Blick in die Bitchermelt" und»Kultur. arbeit" erscheint wochentäglich zwei. mal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Ad reffe: »Sozloldemolrat verlin- Derliner Volksblatt Groß-Berlw- tO Pjg. Auswärts 13 Pfg. Anzeigenpreise: Die«intpaltia« Nonvareilie. »eil« 80 Vf-nnia. Retlame, eiie 5,— Reichsmark.»Kleine Anzeigen" das fettacdruckte Wort 25 Pfenn'a fzuläflia zwei fettaedruckte Woriel. Icde« weitere Wort l? Dlennia. Siellenaeluch« das erste Wort 15 Vk-nnia. fedes weitere Wort Ig Bfennia. Worte über 15 Buch» stoben zählen für zwei Worie. Arbeitsmarkt Zeile Sg Dkennlo. lsamilienan, eigen für Abonncnlen Zeile Ig Biennia. Anzeigenannahme im Sauptgcschäit. Lindcnftrahe S, wochentäglich von S'b bis 17 Uhr. �envralorgan äer 8o2ialclemokratifcken Partei veuttcklanÄs Reöaktlon uns Verlag: Serlin Sw. b8, Linüenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Dienstag, den II. Oktober 19�7 Vonvärts-Verlag 0.m.b.h.. Serlin Ew. öS, Änüenstr.A «»ftscheo-nt»- Berlin 37 SS»- Bn-NoiU«:«NN« der Arbeiter. Angestelten nnd Beamte». Wnllftr. IS: Otikrato-Selelschast. Debrfitenkafs« Lindenftr. I. Streik üer hochbahner. Beginn heute 5 Uhr morgens. von 5405 Abstimmungsberechtiglev beteiligten sich au der Urabstimmung der Hochbahner über den Schieds- spruch 5015. Davon stimmten 4428 für Streik, 571 für Annahme des Schiedsspruchs. 16 Stimmen waren ungültig. Es hobeu also rund 80 Vrozenl der Abstimmungsberechtigten und rund 68 Prozent der Abstimmenden für Streik gestimmt. Gestern abend traten noch die Auoklioaäre der Hochbahuer zusammen, um zur Durchführung dieses Ve- fchlusics Stellung zu nehmen. Nach einer ausführlichen Diskussion, in der das Zür und Wider reiflich erwogen wurde, uud in der die Gewerkschafts- Vertreter auf die Konsequenzen eines Hochbahnerstreiks hin- miesen, wurde in geheimer Abstimmung mit 106 gegen 4 Stimmen beschlossen, sofort in den Streit zu treten. Der Streik beginnt für das gesamte Personal der Hochbahn heutefrühum5llhr. Die Rolstandsarbeilen werden von dem Personal ausgeführt. Der Lohnkampf in üer tzolzinöuftrie. 96 Prozent für Streik,-i— 1300 bereits im Ausstand. Die von der Berliner D�rwatlung des Deutschen holzarbetler. Verbandes vorgenommene 11 r o b st i m m u n g ist unter starker Beteiligung der für diese Bewegung in Aragc kommenden Mit- glieder durchgeführt worden. Es haben sich«ehr als 06 Pro;. aller abgegebenen Stimmen für den Streik ausgesprochen. Damit ist der Kamps für den Abschluh eine» Lohnabkommen» aus der Grundlage der ausgestellten Forderungen beschlossen. Zn einigen Betrieben mit etwa lZ00 Beschästigtea ist es bereit» zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Die übrige« Betriebe werden die Beschlüste der am Donnerstag in de» Audreas-FeftsSlen tagenden Funktionärversammlung abwarten. Die Anternehmerverbäudc beider Richtungen haben ihre Mit. glieder angewiesen, die von ihnen gemachten Lohnangebote auszuzahlen, um damit die Unzusriedeuheit abzudämmen. Daß sie mit dieser Taktik die Arbeiterschaft nicht beruhigt hoben, ist ihnen durch die Einmütigkeit des Strelkbeschlustes bewiesen. 3m Laufe des gestrigen Ilochmittags erhielt die Berliner Her- waltung des Deutschen holzarbeilerverbande» die Mitteilung, daß beide Unleraehmerverbände um ein« Vermittlung des Schlichlungsausschusses nochgesucht haben. Gewerberat Körner will versuchen, die Parteien ohne Schlichtung». kam«er näherzubringen. Ob es ihm gelingen wird, eine die «rbeilerschas« befriedigende Lösung zu finden, ist sehr zmeiselhast. Die Holzarbeiter sind nicht gewillt, von ihren gerechten Forderun. gen Abstand zo nehmen und werden den ihnen aufgezwungenen Kampf zu führeu misten. Die notwendigen Vorbereitungen, die für die Funktionäroer. sammlung zu treffen sind, werden in einer am heutigen Abend um 7 Ahr in Boeter» Festsälen, Weberstrahe 17. stattfindenden Ver- waltungssihung festgelegt werden. Labours Parteitag. Die Festigung der englischen Arbeiterbewegung. E.'lV. London, den 9. Oktober. / Der Kongreß der Arbeiterpartei in Blackpool hat weniger dramatische Auseinandersetzungen, erregle Szenen und unerwartete Abstimmungsergebnisse erlebt als irgendeiner seiner Vorgänger seit 1918. Die britische Arbeiterbewegung steht im Zeichen der K o n s o l i d i e r u n g und der Borbereitung. Der Konsolidierung nach dem Generalstreik und den unendlich tiefen Wunden, die er der britischen Arbeiterbewegung geschlagen hat-, der Vorbereitung auf die nächsten Neuwahlen die normalerweise für herbst 1928 zu erwarten sind. Auf das vergangene Jahr zurückblickend kann die Labour Party, was die innere Konsolidierung und organisatorische Entwicklung anbelangt, durchweg zufrieden sein. Die Organisationen in Stadt und Land haben den Liverpooler Beschlüssen über den Ausschluß der Kommunisten keinerlei ernsten Widerstand entgegengesetzt! gegenüber den wenigen Ortsgruppen, die dem Parteitagsbeschlusie nicht Folge leisteten, hat die» Exekutive den korporativen Ausschluß aus der Partei angeordnet. Gleichzeitig hat die Partei überall dort, wo eine Ortsgruppe losgetrennt werden mußte, eine neue Organisation ins Leben gerzisen und so den loyalen Mitgliedern der ausgeschlossenen Gruppen Gelegenheit ge- geben, sich von der Gemeinschaft mit den Kommunisten los- züsägän. Alles in allem genommen kaiin man sagen, daß das innere Ringen mit den Kommunisten im Schöße der Arbeiterpartei für den Augenblick zumindest als ah- geschlossen gelten kann. Zwar ist es einzelnen Kommu- nisten noch immer möalich, als' Delegierte ihrer Gewerk- schaffen auf den Kongressen der Arbeiterpartei zu erscheinen, aber sie bilden keinerlei Gefahr mehr. Der Elan der komnyi- nistischen Bewegung Großbritanniens ist seit dem Zusam- menbruch des Generalstreiks gebrochen. Hand in Hand mit dieser Ueberwindung des kommunistischen Einflusses von innen heraus geht eine gewisse geistige 2lnnäherung zwischen den verschiedenen Richtungen sozialistischen Denkens und sozialistischer Taktik im Schöße der Bewegung selbst. Die Auffassungen der Gewerkschastsvor stände und der Exekutive der Arbeiterpartei haben sich einander stärker angenähert als das noch vor drei, vor zwei Jahren möglich scheinen konnte. Man braucht nur die beiden programmatischen Reden,, mit denen die Kongresse der Gewerkschaften und der Arbeiterpartei eingeleitet wurden. miteinander zu vergleichen, um diese Behauptung bestätigt zu finden. Fügt man hinzu, daß das vergangene Geschäfts- jähr eine, früher völlig undenkbare Annäherung und Ber- bindung zwischen der politischen Arbeiterbewegung und der Genossenschaftsbewegung gebracht hat. so wird mit der Behauptung nicht zu weit gehen, daß die britische Arbeiterbewegung zu Ende 1927 geschlossener und gefestigter dasteht als dies jemals der Fall gewesen ist und sein konnte. Auch organisatorisch kann die Partei mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden sein. Der Bericht der Exekutive an den Kongreß weist eine Vermehrung der Ortsgruppen und angeschlossenen Organisationen um einhundert und eine Ver- mehrung der Mitgliedschaft um vierzehnhundert neue Mit- glieder auf. Daß dieser Zuwachs im wesentlichen einem Fortschritt in den ländlichen Distrikten zuzuschreiben ist, kann als besonders hoffnungsvolles Zeichen gelten— hängt doch das gesamte politisch-parlamentarische Schicksal der Arbeiterpartei von der Eroberung des ländlichen England ab. Ungebrochen durch die verheerenden Folgen des General- steeits, entschlossen, den niedrigen Angriff, den Baldwin in seinem Gewerkschaftsgesetz gegen die Parteikasse der Arbeiter- partei führt, zu begegnen, hat die Partei nunmehr in Block- pool die geistige Vorbereitung des Wahlkampfes in Angriff genommen. Der Parteitag hat selbst teilweise schon das Aktionsprogramm einer zukünftigen Arbeiterregiernng fest- gelegt. In den einzelnen Resolutionen zur Lage im Bergbau, zur Arbeitslosenversicherung, zur Erziehungspolitik, zum Gewerkschaftsgesetz, zur Finanzpolitik wird man bereits einzelne feste Programmpunkts finden können. Im übrigen aber hat die Exekutive die Partei beauftragt, in Gemeinschqft mit der Fraktion der Arbeiterpartei im Unterhaule ein geschlos- jenes Programm auszuarbeiten. Dieser Auftrag hat eine Zwiefache Bedeutung und bezweckt die Schaffung eines Wahlprogramms und eines A k t i o n s p r o- g r a m m s für eine zukünftige Arbciterregie- rung. Wie notwendig eine solche programmatische Fest- legung der Forderungen der Arbesterpartei geworden ist. haben während der letzten Neuwahlen und seither anläßlich von Nachwahlen zahllose Einzelfälle bewiesen. Die große Meinungsfreiheit, die die britische Arbeiterbewegung traditionell ihren Funktionären einräumt, hat zu einer weit- gehenden Verwirrung der Begriffe geführt. Private Mei- nungsn wurden, innerhalb und außerhalb des Parlaments, von Kandidaten und Abgeordneten als Forderungen der Partei proklamiert und einzelne Truppen und Konventikel Hab« mit privaten Akttons- und Wahlprogrammen die Marx hat Wird er Herrn v. Tresckow die Ghrenei lim den Reichsinnenminister n. K e u d e l l zu decken, der den Boykott gegen den Gutsbesitzer hasso v. Tresckow mitgemacht hatte, hat der Reichskanzler Marx im Reichs- tqg behauptet, Herr v. Tresckow habe sich eines„groben Vertrauensbruches" schuldig gemacht. Die Beweisaufnahme in der gerichtlichen Verhandlung am Sonnabend hat er- geben, worin dieser-„grobe Bertrauensbruch" bestand. Tresckow war im vorigen Jahre aufgefordert worden. Mann- schaffen des Jungdeutschen Ordens zur Bildung von P u t s ch- formationen zur Verfügung zu stellen. Es war ihm gesagt worden, daß die Bildung dieser illegalen Truppen auf Wunsch der Reichswehr erfolge. Da Tresckow an der Richtigkeit dieser Behauptung— wie sich nachträglich her- ausstellte, mit Recht— zweifelte, zog er durch seinen militärischen Verbindungsmann General Salzenberg Erkundigungen bei der Reichswehr ein. Durch die Weiter- gäbe der vertraulichen Nachricht an den General und an die Reichswehr, sollte v. Tresckow nun den„groben Vertrauens- bruch" begangen haben, wegen dessen er von den Guts- besitzern— unter Mithllfe v. Keudells!— boykottiert wurde. Auf Grund dieses Ergebnisses mußte natürlich das Gericht die beiden erreichbaren Angeklagten, v. Soden- st e r n und B a d i ck e, wegen Beleidigung v. Tresckows verurteilen. Die wegen ihrer Immunität unerreichbar gebliebe- nen wirklichen Angeklagten waren jedoch die Minister Marx und o. Keudcll.- Run teilt der Jungdeutsche Orden durch seine Tages- zeitung mit, daß er den Reichskanzler, noch bevor er seine Erklärung im Reichstag abgegeben hatte, von dem wirklichen Sachverhalt unterrichtet habe. Er gibt den Brief wieder, den er damals an ihn schrieb, und man ersieht daraus, daß dort schon alles das klar und wahrheitsgetreu dargelegt wurde, was jetzt vom Gericht festgestellt worden ist. Nachdem Marx trotzdem seine Erklärung abgegeben statte, richtete der Orden einen zweiten Brief an ihn. Inhalt: Da der Kanzler trotz vorhergehender Aufklärung öfsenllich den Vorwurf des„groben Vertrauensbruchs" gegen v. Tresckow erhoben habe, muffe er dies auf Grund einer anderen Darstellung des Sacstverhalls getan haben. Man bitte also„um gefällige Mitteilung, welcher Tat- b e st a n d der Behauptung. Herr v. Tresckow habe sich eines groben Vertrauensbruchs schuldig gemacht, zugrunde liegt". Beide Briefe ließ der Reichskakzler unbeantwortet! Nachdem nun durch da» Gericht der«irkliche Tatbestand festgestellt ist. wird Herr Marx aus süddeutschen Kreise» öas wort! kläru»tg abgeben, die er ihm schuldig ist? telegraphisch bestürmt, er möge seinen Borwurf gegen v. Tresckow öffentlich zurückziehen. In einem dieser Telegramme heißt es: „fterr Reichskanzler! Dos h ö ch st e Gut eines jeden Deut- schen ist die Ehr«. Sie haben gegen unseren Bruder v. Treskow im Reichstag den Vorwurf groben Vertrauensbruches erhoben und damit feine Ehr« aufs schärfftc angegriffen. Wir erwarten von Ihnen, daß Sie nunmehr diesen Vorwurf öffentlich zurücknehmen und» den Beamten, der Sie falsch unterrichtet hat. zur Rechenschaft ziehen." Der„Reichsdienst der deutschen Presse" will wissen, daß der Reichskanzler beabsichtige,„bei der nächsten Gelegen- heit" eine Erklärung zum Fall Tresckow abzugeben. Aller- dings sei es„natürlich nicht ausgeschlossen, daß man z u- nächst abwarten wird, ob gegen das Gerichtsurteil Revision eingelegt wird oder nicht". Ein solches Abwarten wäre nichts anderes als eine un- männliche Flucht hinter juristische Formalitäten. Wenn Herr Marx auch jetzt noch nicht weiß, was er zu tun hat, so wird es wohl notwendig werden, ihm i m R e i ch s- tag das zu sagen. Reichstagsbeginn: 1 8. Oktober. Der Reichstogspräsident wird den Reichstag zum Dienstag, dem 18. Oktober, nachmittags 3 Uhr, einberufen. Auf der Tagesordnung steht alz erster Beratungsgegenstand die Schul- vorläge. Außerdem enthält die Tagesordnung noch eine Reihe anderer Beratungsgegenstände. Der Reichsrat tagt. Besoldunpsvorlage und Rciehssehulgesctz. Die verewigten Ausschüsse des Reichsrats haben am Sannaberid die erste Lesung der Beomtenbesoldungsvorlage abge- schloffen. Di« zweite Lesung soll am Mittwoch vorgenommen werden. so daß schon in der Vollsitzung des Reichsrats am Donnerstag die Borlage vom Reichsrat verabschiedet iverden kann. Diese Reicharatsvollfftzung ist für Donnerstag 18 Uhr anberaumt worden Die zweit? Lesung des R«! ch« s chu l g e setz e n t wu rf s in den Reichsratsausschüssen soll gleichsallt am Mittwoch beginnen und dann am Donnerstag fortgesetzt werden Für die endgültige Verabschiedung diese« Gesetze- durch den Reichsrat ist«ine Reichsratsvollsitzung aus Freitag 11 Uhr wamtiagf emberafm«erden. Aufmerksamkeit der veffentlichkeit gesucht. Als Folge hat sich, nicht nur in den Reihen der Anhänger der Arbeiter- bewegung selbst, eine gewisse Unsicherheit über Ziele und Aufgaben der Partei eingestellt, sondern dieser Zustand hat insbesondere dazu geführt, daß die bürgerliche Presse in politisch gespannten Augenblicken und während der Wahl- kämpfe die Oeffentlic�keit über die wahren Ziele der Arbeiter- partei, unter Hinweis auf unautorisierte Aeußerungen pro- grammatischen Charakters, nur allzu leicht irreführen tonnte. Im engeren Sinne wird dies Wahlprogramm natur- gemäß nur dann zum Aktionsprogramm, wenn es der Arbeiterpartei nach geschlagener Schlacht möglich sein sollte, eine Mehrheit im Unterhaus zu mustern. Es soll dann die Regierung der Arbeiterschaft beileibe nicht in eine Zwangs- jacke schnüren, die sie jeder Bewegungsfreiheit beraubt. Aber es soll den Vertretern der Arbeiterschaft in der Regierung einen Plan geben, den sie schrittweise, aus eigener Ver- antwortlichkeit heraus zu verwirklichen haben.„Jedesmal," so stellte Macdonald bei derErörterung des Charakters dieses Pro- grammes fest,„sobald wir eine gewisse Etappe verwirklicht haben, werden wir auf den Plan hinweisen und feststellen können. was wir bereits geleistet haben und was nunmehr in Angriff genommen werden muß: zuletzt wird die Arbeiterpartei an der Regierung ihre Versprechen eingelöst haben und die Nationen, nicht nur unsere eigene, sondern auch andere Nationen werden uns dafür segnen, daß wir unsere Idee der Gerechtigkeit in Gesetz iznd sozialen Umbau verwandelt haben." Es ist unverkennbar, daß die Regierung Baldwin eine Art von„U e b e r f a l l s w o h l e n" auszuschreiben gedenkt, falls und sobald sie einen taktisch günstigen Augenblick zu entdecken vermag. Die Arbeiterpartei wird das nicht schrecken: sie ist weder organisatorisch noch geistig unvorbereitet. Unter welcher Augenblickskonstellation die Regierung immer zu kämpfen gedenkt. Labour Party wird mit dem ganzen Ge- wichte eines ernsten Arbeitsprogramms vor die Wähler treten. Das mag taktische Nachteile haben, den Sieg der Arbeiter erschweren. Aber die Führer der Partei sind sich bewußt, daß ein Zufallssieg, aus der Laune des Augenblicks und eines überaus fragwürdigen Wahlsystems geboren, schlimmer wäre als eine Niederloge. Die Spuren schrecken. Vom Augenblicke ihrer Geburt an hatte die gegenwärtige Regierung Baldwin darunter zu leiden, daß sie ihre Mehr- heit einem Wahlmanöver verdankt. Die Arbeiterpartei aber braucht eine Mehrheit, die aus dem Bekenntnis der Nation zum Sozialismus geboren ist. Das ist der tiefere Sinn und Zweck des Programmbeschlusses von Blackpool. die fibfinüung üer Stanüesherren. y' Das Reich sabotiert Prcuftcn. s verstärkt sich immer mehr der Eindruck, daß die Frage der ndung der Standesherren vom Reich auch weiter- auf die lange Bank geschoben werden soll. Schon in der letzten Iuliwoche sind die preußischen Bedenken zu der vor- geschlagenen reichsgesetzlichen Regelung dem Reichskanzler von dem preußischen Ministerpräsidenten übermittelt worden. Nachdem Preußen seit zwei Monaten o hn« Zl ut wo r t blieb, erfolgte am 21.; September« in e dringllche-M.ahnung, die gesetz» sich« Regelung schleunigst in Angriff zu nehmen. Darüber sind auch schon wieder f.ast 3 Wochen verflossen, ohne daß vom Reich ernstliche Anstalten zur Berwirklichung der preußischen Forde- nrngen getroffen werden. Wird die reichsgesetzliche Regelung noch weiter hinausgeschoben, so muß Preußen am 1. Januar 1928 wiederum für nicht» und wieder nichts die Summe von mehr als lfiyoyy M. an die Siandesherren zahlen. Aber das scheint die Herren vom Bürgerblock wenig zu kümmern. Auch die Hohenzollern wistern Morgenlust. Sie machen hinsichtlich der Auslegung des Vertrages zwischen Preußen und der Vermögensverwaltung allerlei Schwierigkeiten, so daß die Anrufung des in dem Vertrag vorgesehenen Schiedsgerichts nicht unwahrschein- lich ist. Insbesondere die Anrechnung der seit 1919 den Hohen zollern gezahlten Vorschüsse stößt bei dem ehemaligen Königshause ans Widerstand, ebenso beansprucht«» noch Vermögenswerte, d>« im Vertrage nicht ausdrücklich geregelt find, wie das Gebäude de» Hausarchios in Cha-lottenburg, den Bauhof in Potsdam und anderes mehr. Man versucht jetzt olso, auf den verschiedensten Umwegen da« Volk noch mehr zu betrügen, als es schon betrogen wurde... Im Zeichen des Bürger- blocks! Saperns Defizitwirtschast. Neue Forderungen an daS Reich. München. 10. Oktober.(Eigenbericht.) Der bayerische Finanzminister hielt im bayerischen Land- t a g, der am Montag zu seiner letzten Session.zusammentrat. eine länge.« Rede, wobei ihm die Verhandlungen während der letzten Wochen mit dem Reichsfinanzminister als Grundlage dienten. Nach den Darlegungen des Minister» hat Bayern zurzeit eine Staatsschuld von 3 35 Millionen Mark, für die es ab lLZg pro Jahr 3 4 Millionen Mark Zinsen zu zahlen hat. Dazu kommt jetzt noch durch die Besoldungserhöhungen ein jähr- licher Mehrbedarf im Etat von 58 Millionen Mark. Darüber hinaus werden die bayerischen Gemeinden mit 36 Millionen Mark belastet. Da die Einnahmen des bayerischen Staates sich nicht mehr erhöhen lassen, sondern im Gegenteil Steueraussäll« zu besürchten sind und über die Mehrzuweisung an der Biersteuer für Bayern infolge des preußischen Einspruchs erst noch der Staatsgerichtshos zu entscheiden hat, bleibt nur«ine Drosselung der Ausgaben übrig. Trotzdem bleibt ein Fehlbetrag, desien Deckung nur auf dem Wege möglich ist, daß das Reich dem Lande neue Ein- nahmen eröstnet. Die bayerische Regierung hat daher im Reichsrat neuerdings eine Aenderunq des Finanzausgleich» beantragt, die dahin geht, den Anteil der Länder an der Einkommen- und Körper- schaftssteuer von 75 auf 8l> Prozent zu erhöhen und gleichzeitig den sogenannten Entbehrungsfaktor(Z 35 des Finanzausgleichsgesetze») von 2v auf 10 Prozent herabzusetzen. Der$aU Nakowsti. Echte Entrüstung, Wahlmache oder Petroleumintereffen? Am Freitag abend hat der französische Botschafter in Moskau Jean HerbeUe in Moskau die Note überreicht, durch die die fran- zösische Regierung nunmehr offiziell zum Ausdruck gebracht hat, daß die Person des russischen Botschafters in Paris, Ralows ii, Ihr nicht mehr genehm sei. Mit anderen Worten: Frankreich verlangt Rakowskis Abberufung und Ersetzung. Dieser Schritt kommt insofern überraschend, als sein« Vor- geschichte volle sechs W o ch e n alt ist und inzwischen es den An- schein hatte, als würde sie nicht weiter verfolgt werden. Es handelte sich ursprünglich um folgenden Zwischenfall: Rakowski hatte zusammen mit anderen sowjetrussischen Politikern seine Unterschrift unter«in Manifest gesetzt, in dem e» untet anderem hieß, die Soldaten der Armee kapitalistischer Staaten hätten die Pslicht, im Falle eines Konfliktes ihres Landes mit Sowjetrußland Partei für Rußland zu er- greifen. Es ist ganz unbestreitbar, daß«»im höchsten Grad« ungehörig ist: daß«in aktiver Botschafter ein Dokument mit unterschreibt, das«ine glatt« Aufforderung zur Meuterei ü n d D« s« rt td n an die Heeresangehörigep fremder Länder dar- stcllt. Sicher ist, daß sich Sowjetrußland sä etwas von einem in Moskau akkreditierten Diplomaten auf keineu Fall gefallen lassen würde. Einige Pariser Blätter, vor allem der„Matin" und der „Figaro" griffen den Vorfall auf und oerlangten die Ab- berusunz Rakowskis. Sofort ließ Rakowski ausdrücklich erklären, daß er mit seiner Unterschrift selbstverständlich niemals daran gedacht hätte,' die Soldaten der französischen Armee zur Meuterei aufzufordern: jene Kundgebung habe«inen ganz allgemeinen Charakter gehabt, und beziehe sich nur aus solche Länder, die in einen Krieg mit Sowjetrußland verwickelt werden könnten,' was natürlich bei Frankreich nicht der Fall sei... Es hatte zunächst den Anschein, als ob sich die französische Regie- rung mit diesem förmlichen Rückzug« Rakowskis begnügen wollte, und vor allen: B r i a n d war bestrebt, den Zwischenkall als erledigt zu betrachten. Er fuhr von Genf auf einen Tag nach Paris, um auf den Ministerrat in diesem Sinne einzuwirken, und man hatte den Eindruck, als ob er mit seinem maßvollen Standpunkt durchgedrungen wäre. Nach seiner endgültigen Rückkehr aus Genf setzte jedoch der Feldzug eines Teiles der Pariser Presse hestiger denn je ein, und da einige Mitglieder des Kabinetts, insbesondere der Iustizminister B a r t h o u und der Innenminister S a r r a u t, stark antibolsche- wistisch eingestellt sind, mußt« Briand schließlich nachgeben. Der Botschafter Herbette, der augenscheinlich versucht hatte, die Ange- legenheit dilatorisch zu behandeln, um genügend Zeit bis zu einer Beruhigung der Gemüter zu gewinnen, ist jetzt veranlaßt worden, den Abberufungsschritt offiziell zu vollziehen. Vielleicht ist das nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß I s ch i t s ch e r i n mehrmals ostentativ erklärte, Rußland werde Rakowski nicht fallen lasten. Hätte der Volkskommissar etwas mehr Zurückhaltung gezeigt, dann wäre möglicherweise die Angelegenheit tatsächlich«ingeschlafen. Eine nachträgliche Rechtfertigung für ihr Verlangen hat die französijche Regierung darin gefunden, daß Rakowski die Vorschlär« seiner Re- gierung zugunsten der französischen Gläubiger der Vor- kriegsonleihen ocröffentlicht«, ohne dazu die Zustimmung der Pariser Regierung zu haben. Dieser Versuch, unmittelbar auf die Interessenten einer sowjet-französischen Verständigung zu wirken, ist ihren Gegnern so peinlich gewesen, daß sie daraus einen neuen Bor- wand für die Abberufung Rakowskis gemacht haben. Aber es gibt noch andere Ursachen, die offenbar zur Zuspitzung des Konfliktes beigetragen haben. Einmal die sich in Frankreich Häusenden an t i m i l i t a r i st i s ch« n Zwischen fälle, die von der kommunistischen Presse maßlos aufgebauscht und verherrlicht werden und die infolzedesien der Reaktion dos Spiel erleichtern. Der Nationale Block braucht eine Wahl- p a r o l«. Im Jahre 1919 hat die Porole der„bolschewistischen Ge- fahr' den durchschlagenden Erfolg der Rechtsparteien ermöglicht. Dies« hoffen nun, die jetzigen antimilitaristischen Kundgebungen in Verbindung mit dem Fall Rakowski als neue Wahlparole bis zum Frühjahr benutzen zu können. Ob sie damit Glück haben werden, läßt sich noch nicht sagen, aber es zeigt sich wieder einmal. daß der Kommunismus durch feine Kraftmeiereien der beste Zu- treiber der Reaktion ist. Indesien ist die Angelegenheit damit noch nicht erschöpft. In den linksgerichteten Pariser Blättern(nicht nur in der kommunistischen „Humoniti") wird angedeutet, daß der F-ldzug des„Matin", des „Figaro" und der gesamten Rechtspresse vor allem darauf zurück- zuführen sei. daß die b rit i s ch- h oll ä n d i s ch e Petroleum- g r u p p e(Royal Dutch), die durch die sowjetrussischen Enteixnungs- maßnähmen am Kaspischen Meer und im Kaukasus'große Verluste erlitten hatten, hinter diesem sowjetfeindlichen Feldzug steh« und daß ihr Aufstchtsratsvorsitzender, der Holländer Deterding�besonders nach Paris gefahren wäre, um sene Blätter für diesen Feldzug zu subventionieren. Nach den französischen Presseunsttten zu urteilen, wäre diese Lesart gar nicht von der Hand zu weisen, in- dessen hat der„Matin" die„Humanite" bereit» auf Schadenersatz wegen Verleumdung oerklagt. Die Links presse hat sich bis zuletzt gegen dieses Treiben ge- wehrt. Da» geschah vor allem wegen der Persönlichleit Rakowskis. der in französischen demokratischen Kreisen sehr p o p u l ä r sit. Er ist ein halber Franzose, hat in Frankreich studiert und seinen Doktor der Medizin an der Universitär Mont- pellier gemacht. Er verkehrt als Botschafter ständig in Pariser Lite- rcilenkasfeehäusern, und da» gefällt den deinotratischen Franzosen sehr gut. Außerdem soll er sich tatsächlich bemüht haben, bei den russisch-französischen Schuldenausgleichsverhandlungen den Interessen der kleinen Sparer gerecht zu sein. Der französische Vorsitzende der Schuldenkommission, der frühere Minister de M o n z i e, hat sich erst vor wenigen Tagen ausdrücklich für die franzosenfreundliche Gesinnung Rakowskis verbürgt. Wenn nun trotzdem jene Partei im französischen Kabinett die Oberhand ge- wonnen hat, die Rakowskis Abberufung verlangte, so ist das ein Beweis dafür, daß eben der Druck eines Teiles der Presie, gleichviel. ob ihre Entrüstung echt oder finanziert war, so stark wurde, daß sogar Briand ihm wider Willen weichen mußte. Schutz vor Ken Kulturschützern! Von Hans Dauer. Ein« Reihe Nürnberger Organisationen, die nun entweder un- gezügelt einer schwarzwcißroten Weltanschauung frönen, wie der Ortsverband Nürnberg der Vereinigten Vaterländischen Verbände Bayerns und der Ring Schworzweißrot, oder Kunstspießertum treiben, wie der Atbrecht-Dürer-Verein, oder so undurchsichtigen Zielen nachstreben, wie der„Pcgnesische Blumenorden" und der „Industrie- und Kulturverein", Nürnberg(wieso Kultur? wird man hior fragen dürfen), hat einen geharnischten Protest gegen den Film „Der Meister von Nürnberg" losgelassen, der„das deutscheste Werk Wagners mißbrauche" und folgendes Gesetz vorgeschlagen:„Werke, die«ine allgemein« Bedeutung für die Kunst, die Bildung oder die Erbauung der Bevölkerung haben, dürfen nach dem Tode des Ur- Hebers nicht derart geändert oder bearbeitet'werden, daß dies offen- bor ihr Ansehen oder ihren Wert beeinträchtigen würde." Hieran fällt zunächst einmal, wie häufig bei Formulierungen solcher Deutsch- männer, das mangelhafte Deutsch de« letzten Satzdrittels auf. Dann aber ist zu sagen: die deutsche Kultur möge in Gnaden davor bewahrt bleiben, daß diese Sorte Kulturträger hierzulande einmal zu diktieren haben. Es sei dahingestellt, denn e» ist dies im Rahmen dieser Betrachtung völlig unerheblich, ob der angegriffene Filck gut oder schlecht,«in Meistsrstück oder«in Schmarren ist. Darüber mögen sich die Filmkritik und der Zuschauer ein Urteil bilden und je nach ihrer Ueberzeugung das Werk über den grünen Klee loben oder nach Herzenslust verreißen: heilig aber, wie das Recht auf Leben, muß unter allen Umständen das Recht auf die Leistung, auch auf die dümmst« und unfähigste bleiben. Man mag die dumme und unfähige Leistung verlachen und verhöhnen, ablehnen und boytot- tiere». Das alles ist eine Sache für sich. Aber sofern sie nicht in ein Rechtsgut Dritter«ingreift, darf man ihr nicht das Recht auf den Versuch bestreiten, die Aufmerksamkeit de- Publikums auf sich zu ziehen. Es ist unzweifelhaft schon bitter an deutschen Geistesheroen ge- sündigt worden. Viele Dialektparodien auf Gedichte von Goethe und Schiller sind schandbar blöd. Während des Krieges wimmelten die nationalen Blätter von stupidesten Derballhornungen klassischer Zitate, die den Zweck erfüllen sollten, dichterische Dergangenheit in den Dienst triegswütiger Gegenwart zu stellen. Eines unsäglichen Attentates auf Goethe erinner« Ich mich zum Beispiel noch heute: Unter allen Wassern Ist U./ Don Englands Flotte spürest Du/ Kaum einen Hauch/ Das Schiff zersprang, daß es knallte/ Warle nur bald«/ Zerknallst Du auch. Die läppische Verfilmung einer Oper kann nicht weniger, als die Publizierung solcher Geschmacklosigkeiten es ist.«in Gradmesser geistiger Hohlheit sein. Gewiß. Aber es darf niemandem genommen werden, sich als ein Narr zu dokumentieren. Noch viel weniger geht es an, daß ein paar überflüssig« Vereinsmeier mit dem Begriff des.Funstdenfmals" und dem des„Mißbrauches historischer Ver- gangenheit" ein emfältiges Spiel treiben. Das fehlt uns nach dem Schmutz- und Schundgesetz und einer häufig engstirnigen Filmzensur gerade noch, daß irgendwelche an sich vielleicht sehr wichtige und weihevolle Geisteswerke von Unberufenen nun einfach willkürlich zu Nationalheiligtllmern erklärt werden und unantastbar sein sollen. Als vor dem Kriege eine ganz lustige Operette„Die lustigen Nibelungen" auf dem Theatermarkt erschien, setzte Bayreuth Himmel und Hölle in Bewegung, daß die Aufführung untersagt werde. Erfreulicherweise waren die Anstrengungen vergebens. Es ist der sonatisch-humorlose. kulturreaktionäre Lokalpatriotenstandpunkt he» Hauses Bayreuth, der au» dem Verlangen �rach Abschnürung der Parodier- und Variierfreude spricht. Wie immer man zu Wagner oder denen stehe, die die unerbetenen Kullurteutonen mit ihren bayerischen Bierbäuchen vermutlich schützen möchten: dazu sind diese Dichter und Denker denn nun wohl doch zu groß, al» daß zu de- fürchten stände, ihr Werk könnt« durch Verfilmungen, und seien es die minderwertigsten, beschädigt werden. Sogar die Diskreditierung durch ihre Beschützer werden sie überdauern. Veba.Polast.konzert des Deutschen INusikeroerband«». Die Ortsverwaltung Berlin hatte für das erste Konzert dieser Saison das tüchtige Rundfunkorchester unter Bruno Seidler- Winkler. als Solisten Konzertmeister o. Spanowsti, Karl Iöken und Cornelius Bronsgeest verpflichtet. Auch aus der offenen Bühne des ein klein wenig unterakustijchen Leba-Palast-Saales bewährte sich das Rundfunkorchester in allen seinen Darbietungen als erst» klassige Körperschaft, die von Seidler-Winkler so trefflich diszipliniert ist. daß er mit den denkbar einfachsten Bewegungen oll« gewollten Wirkungen herausholt. Nur müßten die Streicher in polyphonen Durchsührungstetlen etwas mehr zu präziserer TonentfaUung an- gehalten werden. Die Unterordnung der einzelnen Instrumental- gruppen und das Zusammenspiel ist sonst mustergültig. Der Glanz- punkt der Matinee war Straußens Meisterwerk„Till Eulenspiegels lustige Streiche". Voran ging die„Obcron"-Ouverture, die in ihrem Einleitungsteil etwas ,u steif geriet, aber nachher die ganze wunder- same Webersche Romantik brachte. Eine seltene Ausgrabung wqr Soendsens Legend«„Zorahayda", die sich ihrer hübschen, spielerisch unterhaltsamen Musik halber durchaus verlohnte, wenn auch der Inhalt für die groß« sinfonische Form nicht ausreicht. Dvoraks rassiger„Corneoal" bildete den Beschluß der sinfonischen Vortrags- folge. Auch die Begleitungen der Solisten waren vortrefflich.— F r a n z v. Spanowsti war im ersten Satz der Laloschen„Lin. fonie espagnos" noch nicht ganz auf der Höhe, spielte aber dann das Andante sehr seelenvoll und tonschön und das rhylhmisch-pitante Rondo mit feinster Delikatesse. Ganz hervorragend vrocht« er die Soli in,„Till Eulenspiegel" und der„Legende". Karl Iöken kämpst noch immer gegen AtemheMmnisie und die Schwierigkeiten der Verbindung zwischen Tonansatz und Lippendorstellung, so daß bei hohe» Stellen manch« übermäßigen rhythmisaien Dehnungen mit in den Kauf genommen werden müssen. Aber sein großzügiges Temperament und sein reiches Innenleben gestalteten„Walthers» Preislied" und die Äuftrittsarie Vaeco de Gamas trotzdem zu«cht künstlerischen Leistungen. Herrn Kammersänger und Direktor Bronsgeest dagegen kann man nur mit aller Deutlichkeit an- raten, seine Konzerttätigkeit endgültig zu beschließen. Die senile Müdigkeit, mit der er den wunderbaren, sunkensprühenden„Wotans Abschied" vortrug, die Ausdruckslosigkeit, mit der er die herrlichen, tief ergreifenden tragischen Gedanken Wotans kaum rein äußerlich dem Verständnis der Hörer näherbrachte, waren peinlich. In zwei Duetten mit Iöken zusammen bewährte er sich als routinierter Cnsemblesänger. H. M. wo stammen die Meteorsteine her? Der Meteorologe G. T. Prior vom Naturwissenschaftlichen Museum in London stellte die Resultat« zusammen, die sich bei der Untersuchung von 849 Meteo- riten ergaben. Dabei wurde als Verhältnis von Eisen zu Stein 2,5 festgestellt, während man auf Grund neuerer geophysikalischer Ar- beiten für das Verhältnis von Eisen zu Stein in der Zusammen- setzung der Erde 4,5 annimmt. Hieraus ist zu folgern, daß die Kör- per, aus denen die Meteoriten stammem den dichteren Planeten unseres Sonnensystem» nicht ähnlich fein können. Der Prager Geo- log« Robert Schwinner vertritt auf Grund seiner Untersuchungen die teilweis« noch bestrittene Ansicht, daß die Meteorsteine von einer kleinen erkalteten und zerplatzten Sonne stammen. Ein russisches Pompeji. Am linken Ufer des Dnjester sind nach den Berichten Moskauer Blätter in der Nähe des Dorfes Skurti die Ruinen einer alten griechischen Kolonie entdeckt worden. Man hat ganze Straßenzüge freigelegt sowie Häuser, deren Mauern noch mit alten Fresken bedeckt sind, öfsenUiche Denkmäler, Statuen und eine Fülle interessanter Funde. Die Berichte sprechen daher von einem „russischen Pompeji, aber es fehlt leider an Geld, um dies« wich- tigen Grabungen methodisch durchzuführen. 10 Milliarden Eier. Der Welthandel in Eiern weist für 1926 die runde Ziffer von 10 Milliarden auf. Dabei sind nur diejenigen Eier gezählt worden, die auf dem Wasserwege verfrachtet wordei sind. Der Wert dieser Eier wird in der internationalen Statistik mit 200 Millionen Dollar angegeben. Interesiant ist. daß in der Weltverschiffung erstmalig die Vorkriegszohlen annähernd erreicht worden sind. Emma uad 3nra(Sramolico werden idr Gabipiel im Renaissance- Theater bis i»m 14 d. M. verlänq,, n. Zur?l»isüh> uiui(lelannen: Dieii4Iaa: „fiiedfa Gabler", Mittwoch und DonnerSlag:»Der Schattrn", Freiiaz: .Die Kametiendamc". 3m Komidienhaus« findet Sonnabend, abend» II1/, Ubr. eine Sinn- spieler-Nachlvorslellung von.Holu«-Botu«' sur die Wobljahrl». lassen der Böhnengenossenlchast statt,«illetiverlaus nur im BezirlSoerband der Genossenschatt, Zimmer 10. 3m Lesiiuqmuseum bält am U. 20 Uhr. Pros. Mlnde-Pouet den steitvortraa zur Feier des 150.«ebiirtstaqe« von Heinrich v.Kleist. Aus den Werken de» Dichter» svricht S m i I K ü b» e. Zu Bcginu fingt Ann! Schaitschneioer mit dem Berliner Mänuerchor .Germania an ihr« Üinder". Der S ntrilt tit frei. Kulturverseinerung oder Su»M»mv» 7 Der norwegische Verlag G Y l d e n d a l beabsichtigt, anlählich de» hundertjährigen Geburtstage» von Henrik Ibsen eine GedächtniSauSgabe seiner Wert« herausjugeden. dl« In nur 1000 Exemplaren mit allen.Feinheiten der vuchdru-kertunst gedruckt werden und von der jede» Exemplar 1000 Kronen kosten soll. Mussolinis Lohnpolitik. Der patriotische Schrei nach Hungerlöhnen. Vau der italienischen Grenze, Anfang Oktober. Ohne die sentimentale Ausmachung, die die erst« Lohnredultion dieses Frühjahrs begleitete, ohne freiwilligen Verzicht und ent- sprechende Huldigungstelegramme der„Arbeiteroertreter", ist am 3. d. M. vom Direktorium der faschistischen Partei eine weitere Lohnverkürzung über die italienischen Arbeiter oerhängt worden. Von den ohnehin gekürzten Löhnen wird ein weiterer Abschlag in der höhe von lO bis 20 Pro). gemacht werden. Der Instanzenweg, durch den{ich in einem„geordneten Lande" derartige Ereignisse vollziehen. Ist der folgende: In Rom hat der Generalsekretär der saschi st Ischen Partei die Vertreter der Konföderation zusammenberufen. Vertreten waren— das ist interessant, weil es einen Begriff gibt, wie es um die proportionale Vertretung der Arbeiter steht— die Konfäderation der Industrie, die der Landwirtschaft, des Handels, der Transporte zu Land«, der Transporte zur See, die des Bank- wesens(lauter Unternehmeroerbände) und die der A r> beitersyndikate. Unter dem Vorsitz des Parteisekretär» und in Anwesenheit der Unterstaatssekretär« der Korporationen und der Volkswirtschaft hat man des langen und breiten diskutiert, natürlich unter Abwesenheit der Presse und ohne dieser etwas über den Ver- lauf der Diskussion mitzuteilen. Es war kein einziger Ar- beiterzugegen und kein Vertreter von Arbeitern, nur der von der Regierung ernannte„Präsident" der Konföderation der Syn> dikate, der in jungen Jahren revolutionärer Syndikalist und auch Buchdrucker war. Die Unternehmer haben im Namen ihrer Kon- fäderation die Notwendigkeit neuer Lohnoerminderungen geltend gemacht, wie das jede Unternehmerschaft in Krisenzeiten zu tun sucht. Nur haben es die italienischen Unternehmer aus lauter Patrio- tismus getan. Diesen patriotischen Schrei»ach hungerlöhnen hat dann Seine Exzellenz der Parteisekretär Turati dein Direk- torium überbracht, worauf Mussolini zu befehlen geruhte, daß eben- dieselbe Exzellenz der syndikalen Versammlung vom 6. Oktober„die einzuhaltende Linie und die durchzuführenden Beschlüsse über- Mitteln" solle. Die Beschlüsse setzten fest, daß die Lohnverminderung nicht weniger als 19 und nicht mehr als 29 Proz. betragen soll. Die Anträge sind bei den„intersyndikalen Komitees" zu stellen, die vom Korporationsministerium und vom Generalsekretär der Partei Instruktionen erhallen werden. Diese intersyndikalen Komitees sind unlängst geschaffene Organe der faschistischen Partei, die die Aus. gäbe haben sollen, die syndlkale Organisation im faschistischen Geiste zu lenken. Man könnte die Säche auch in weniger Worte kleiden und einfach sagen: Di« stalienischen Unternehmer haben beschlossen, alle Löhne zu vermindern und haben von der Regierung die Durch- sührung ihre» Beschlusses erlangt. Da» ist der nackte Tatbestand. Das feierliche Drum und Dran ist nur Wortgeklingel. Es ist natür- lich, daß die Unternehmer danach streben, die Löhne zu oermindern. Gerade den technisch rückständigen Betrieben erscheint dies als de- quemste Form zur Verminderung der Herstellungskosten. Die Ge- schichte der Produktionstechnik hat gezeigt, daß Industrie und Land- Wirtschaft zur Anwendung vervollkommneter Moschinen und arbeit»- sparender Prozesse gezwungen Werden mußten durch den hohen Preis der menschlichen Arbeitskrast. „wo die Arbeit leuer ist. wird st« gespart" ist ein alter volkswirtschaftlicher Erfahrungssatz. So war und ist es«ine geschichtliche Funktion der Arbeiterorganisation, dem Unter- nehmerbestreben nach Verringerung der Herstellungskosten einen Wall entgegenzusetzen nach der Seite der Lohnverkürzungen, so daß sich diese» Bestreben noch der Seite der technischen Fortschritte wenden muh. In Italien hat man nun aber künstlich— d. h. durch politisch« Vergewaltigung— den Wall entfernt, den die Gewerkschaften darstellten, und so ist die Lohnreduktion da» natürlich« Bett, in das sich unter dem Druck der Wirtschaftskrise die Betriebspolitik des Unternehmertum» ergießt. Wir stehen an der Schwelle des Winter», und die Arbeiter gehen ihm mit einer Lohnverminderung entgegen, die im Durch- schnitt ein Viertel de» im Herbst 1S2K bezogenen Lohnes ausmacht. Niemand kann behaupten, daß die Ausgaben de» Arbeiters für seine Lebenshaltung sich um ein Viertel oder auch nur um ein Fünftel verbilligt hätten. Gerade die Arbeiterfamilien, die vielfach auf Kredit ihre Waren entnehmen müssen, ziehen verhältnismäßig wenig Bortest aus dem Preisrückgang, der außerdem in vielen kleinen Städten überhaupt nicht zu spüren ist. Wenn man auf den Gedanken verfallen ist, in besonderen Fabrikbäckereien ein besonderes Arbeiterbrot zu backen— ein Regierungsdekret in diesem Sinne soll in Vorbereitung sein—, so liegt dieser Maßnahme eben die Tatsache zugrunde, daß die Arbeiter mit den neuen Löhnen sich das Brot der„besseren Leute" nicht mehr werden kaufen können. Was sich vorbereitet, ist ein Notwinter mit viel Arbeitslosigkeit, viel Halbzeit- arbeit und mit Zehnstundentag für die Privilegierten, die trotz der erhöhten Kaufkraft der Lira für zehn Stunden weniger verdienen werden als sie vor zwei Iahren für acht Stunden verdienten. Als Folge dieser Arbeitsverhältnisse wird die Kaufkraft der großen Masse sinken und sich also die Absatzkrise verschärfen. Nun hört man wohl in den maßgebenden Kreisen sagen(und es ist sogar in der maßgebenden Presse gelegentlich zum Ausdruck gekommen), daß ohne Verkürzung der Kaufkraft der Massen keine Vc mderung der Detailpreise eintreten kann und daß, um diese Kaustraft zu vermindern, kein anderes Mittel zur Verfügung steht, als eben die Verminderung der Löhn« und Gehälter. Freilich, in der sich selbst überlasten«» Wirtschaft ist dies der Mechanismus, durch den sich in Krisenzeiten die Preise regulieren. Aber man hat doch in Italien keine sich selbst überlassen« Wirtschaft, man lebt doch in einem„korporativen Regime", worunter man die Regulierung der Wirtschaft von oben verstanden wissen will. Wenn diese faschistische Rationalisierung, die sich durch staatliche Regelung der Preise, der Bevölkerungsbewegung, des Dalutamarktes, der Banken, der Arbeiterlöhne usw. geltend macht, kein anderes Mittel weiß, um die Preise dem gehobenen Geldwert anzupasten, als eine Entbehrungskrise der arbeitenden Massen mit xiner durch sie be- dingten Anstauung der Waren In den Lagern, bis der Druck dieses Stocks Handel und Industrie zum Verschleudern der Ware zwingt. so muh man sagen, daß sich diese„Harmonie" auch in dem Regime des„Uisser fair laissez aller" verwirklichte. Ohne die Dazwischen- kunft des Staate» und der faschistischen Partei wäre die Wirt- schaftskrise wahrscheinlich auch gekommen; denn jede andere Re- gierung hätte sich auch zur Aufwertung der Lira entschließen müsten. Aber die sich selbst überlassene Krise hätte wenigstens eine ge- fchlostene und kampfbereite Arbeiterbewegung vorgefunden, die es den Unternehmern schwer gemacht hätte, den Ausweg aus der Krise einzig und allein in der Lohnverkürzung zu suchen. Im faschistischen Regime haben die Unternehmer keinerlei Widerstand gefunden: die Verminderung der Arbeitslöhne vollzieht sich glatt wie die Gewährung einer beliebigen staatlichen Konzession. Der Staat garantiert dem Kapital die Lieferung billiger Arbeitskrast. Das Unternehmertum beantragt, der Staat bewilligt, und niemand anders hat dabei mitzureden. Daß die bewilligte Lohnverkürxung mehr als zehn Millionen Arbeiter trifft, tut nichts. zur Sache. Wegbleiben vyn der Arbeit können sie nicht; denn wenn sie es zu Dritt tun, machen sie sich des Verbrechen» de» Streiks schuldig. Sich in einen anderen Ort begeben, um das Arbeite- angebot an ihrem Ort zu vermindern, ist ihnen auch nicht möglich: denn als Arbeitslose werden sie von der Polizei abgeschoben. Au»- wandern können sie noch weniger, denn sie bekommen keinen Paß. In all diesen Dingen hat das„lai-ser fair laisser aller", dos Gehen- und Geschehenlasten, des verruchten Liberalismus aufgehört. Da»„freie Spiel der Kräfte" fängt erst wieder an, wenn der Ar- beiter dasitzt mit seinem Wochenlohn, von dem er und die Seinen unmöglich satt werden können. Der Staat und sein Zwangsmechanismus hat die Dinge nicht sich selbst überlassen wie der übelbeleumdete„Liberalismus", aber er hat seine ganze Interventionsenergie mit der Knebelung der Ar- beiter verausgabt. Nun möge sich die neue Harmonie gefälligst„in Freiheit" vorstellen, nachdem einer der Kontrahenten, an Händen und Füßen gefesselt, am Boden liegt! die Hamburger Wahl. Die Tozialdemokratie in stetigem Vormarsch. Die Hamburger Wahl hat im rechten bürgerlichen Lager ernste Stimmung hervorgerufen. Von gan� wenigen Aus- nahmen abgesehen, wird jede Schönfärberer beiseitegelassen und die Tatsache offen zugegeben: Niederlage des Bürger- tum. Menetekel: es ist die Presse der Rechten, die das Hamburger Erlebnis unter diesem Gesichtspunkt würdigt. Aber deutet sie die Flammenschrift an der Wand richtig genug? Es ist notwendig, das Hamburger Ergebnis mit den Resultaten der Reichstagswahlen von M a i und D e z e m- der des Jahres 1924 zu vergleichen. Die folgende Tabelle gibt eins Zusammenstellung der Ergebnisse in übersichtlicher Form: Die Sozialdemokratie hat ihren Anteil an der Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen stetig gesteigert von 27,8 über 32,2 auf 38,1 Proz. der Stimmen. Die Kommunisten hatten bei den Jnflationswahlen vom Mai 1924 18,1 Proz. der abgegebenen Stimmen erreicht, im Dezember 1924 sank ihr Anteil auf 14,2 Proz., er ist jetzt wieder auf 16,9 Proz. gestiegen. Wie weit bei diesem Erfolg der kommunistischen Partei lokale Verhältnisse, wie weit Nachwirkungen der Krise und der Arbeitslosigkeit gewirkt baben, ob nicht die Bürgerblockvolitik zum Rückfall manches Arbeiters in unfruchtbaren, ftaatsoerneinenden Radikalismus geführt hat, läßt sich bei einer Teilwahl nicht entscheiden. "Än gewaltigen Wachstum der Stimmen von Sozial» demokratie und Kommunisten aber liegt ein stürmischer Protest gegen die Bürgerblockpolitik, eine Kampfansage, die den Parteien des Bürgerblocks zu denken geben muß. Der Anteil beider Parteien an der Zahl der abgegebenen Stim- men stieg von 46,9 über 46,4 auf 55 Prozent! Alle bürgerlichen Parteien haben bei den letzten Wahlen absolut und relativ verloren. Faßt man Deutschnationale und Völkische zusammen, so ergibt sich seit Mai 1924 folgende Entwicklung: > Pro», der adaeaedenen SNmmev Moi U Dezemdrr 24 Oftnder 71 DeutsKnationole.. 19, S 21.S 1S.8 Nationalsozialisten.. 6.9 2.S 1,t> Zusammen' 28,8 16,8 Der Rückgang dieser beiden Parteien zusammen ist stärker als bei jeder anderen bürgerlichen Partei. .Freuz-Zeitung" und.Lotal-Anzeiger" führen den Rückgang der bürgerlichen Stimmen auf den Zndifferentismus des Bürgertums zurück: Wahlfaulhest des Bürgertums, deshalb Ansteigen der roten Flut. Die rote Flut steigt, sie steigt auf jeden Fall, nicht nur durch die Wahlfaulheit im Bürgertum! Berechnet man für Hamburg das Verhältnis der sozialdemokratischen Stimmen zur Zahl der Wahlberechtigten, so ergibt sich folgende Entwicklung: Mai 24 Dezember 24 Oktober 27 21,7 Proz. 24.8 Proz. 28.6 Proz. Wir marschieren? Im Bürgerblocklager aber streitet man sich, wer die Schuld an der Niederlage trägt. Die„Deutsche Tageszeitung" gibt die Schuld der Deutschen Volks- Partei: .Es muß noch ein politisches Moment vorhanden sein, da» der Linken einen so enormen Auftrieb oerleihen konnte. Dies«, politische Moment aber dürft« in einer Koalition» struktur zu suchen sein, die der Neigung für sozialistische Staat-kunst so ungemein för- derlich ist. Nun, in Hamburg standen die Deutschnationalen außer- halb der Regierung, dafür herrschte dort die oielgerühmte große Koalition mit dem Erfolge, daß unter ihrem und dem Szepter des Demokraten Petersen die Marxisten die absolute Mehrheit in der Bürgerschaft erringen konnten! Damit erweist sich unsere viel bekämpfte Ansicht erneut als richtig, daß die große Koalition die revolutionären Kräfte der Linken nicht bindet, sondern stärkt, dafür ober die bürgerlich« Mist« entscheidend schwächt." Die„Tägliche Rundschau" wieder schiebt die Schuld den Deutschnationalen zu. Sie klagt über den Kampf der Deutschnationalen gegen die Volkspartei und mahnt: ..Will man im Reiche ebenfalls die jetzige Koalition erhalten, so muß man auf der Rechten d i e politische Ein st ellung der Mittelparteien berücksichtigen. Bereits bei den kom- menden verschiedenen Landtogswahlen wird man diese Mahnung beherzigen müssen, um eine ähnlich« Enttäuschung zu ver- meiden, wie sie zweifellos die Hamburger Dahlen der b ü r g e r- lichen Rechten gebracht haben." Die Flitterwochen des Bürgerblocks sind vorbei, und der Katzenjammer kommt nach. Aber Hamburg ist erst ein Vor- spiel. Eine drohende Wolke hängt am Bürgerblockhimmel: Wahljahr 1928! Die politischen 5olgerungen in yamburg. Hamburg. 19. Oktober.(Eigenbericht.) Das am Montag amtlich errechnete und mit den gemeldeten vor- läufigen Zahlen im wesentlichen übereinstimmende Wahlergebnis der Hamburger Bürgerschaftswahlen bestätigt den starken Zug nach links. Leider ober wird sich die starke sozialdemotratisch-tommunistische Mehrheit(99 Mandate von 169) nicht voll auswerten lasten. Die Kommunisten denken gar nicht daran, verantwortlich im Interesse der Arbeiterschaft mitzuarbeiten. Die Bekämpfung der So» zialdemotratie ist ihnen alles. Das läßt die kommunistische „V o l k s z e i t u n g" am Montag in ihrer Stellungnahme zu dem Mahlergebnis deutlich erkennen. Sie weih nichts Bester««, als zehn Forderungen aufzustellen, die in den Betrieben erörtert werden sollen. Eine Wandlung der Hamburger kommunistischen Partei ist jedenfalls sehr unwahrscheinlich. Es dürfte deshalb— wie das .Hamburger Echo" feststellt— voraussichtlich zwar bei der bisherigen Regierungskoalition bleiben, ohne daß sich die Sozial- demokratie aber«inen Zwang oder eine Bindung über das Maß ihrer Forderungen, die sich au» dem neuen Machtverhältnis ergeben, von den Koalitionsparteien auferlegen lasten würde. E» fei nicht parteipolitischer Machthunger, der st« dazu treibe, sondern, das Gefühl der verdammten Pflicht und Schuldigkeit, die sie gegenüber den proletarischen Wählern zu erfüllen habe. Die große Vertrauens- kundgebung. die das Wahlergebnis für die Sozialdemokratische Partei Hamburgs bedeute, würde nunmehr ihren Dank und ihre An- ertennung in besserer sozialen Fürsorge, in unermüdlicher Tätigkeit der sozialistischen Vertreter für das Wohl der Be- v ä l k e r u n g finden. Unter den bürgerlichen Blättern lasten die den Deutschnationalen nahestehenden„Hamburger Nachrichten" ihre Niedergeschlagenheit am deutlichsten erkennen. Di« Deutschnationalen hatten al» ihr Ziel 59 bis 55 Mandate angegeben, statt dessen sind sie aus 25 Mandate zurückgegangen. Der Katzenjammer hat also seine Be- rechtigung. Das volksparteiliche Organ, der,.Hamburger Korrespondent", hält den künftigen Einfluß der Sozialdemokratie für so stark, daß die Volksparteiler in der Regierungskoalition nicht mehr mitmachen könnten und wirft deshalb die Frage auf. ob diese Bürgerschaft nicht schon nach Ähresfrist der Auflösung oerfällt. Ein Wahlsieg auch in Zed$. Warschau, 10. Oktober. Die Stadiratswohlen in Lodz hoben gestern den So. zialdemokraten«inen starten Erfolg gebracht. Sie errangen mit ungefähr 56999 Stimmen 22 bis 25 Mandate von insgesamt 75. Die Deutschen erhielten 9 bis 19 Mandat«, wovon 6 bis 7 auf die deutschen Sozialdemokraten entsollen. Di« früher sehr mächtig« nationale Arbeitspartei tonnt« nur 6 bis 7 Mandate erzielen. Sehr schlecht haben die Nationaldemokraten mit 3 und die P i l s u d s ti- An- Hänger mit gar nur einem Mandat abgeschnitten. Di« Jude» haben ihren bisherigen Besitzstand behauptet. Auf die ungültig er- klärte kommunistische Liste wurden 53 999 Stimmen ab- gegeben, also fast ebensoviel wie auf die sozialdemokratisch« Liste. wegen des Faschistenubersalls aus den tschechischen Jltlnisterlal- rat Botet in seiner Sommerwohnung, zum Zweck des Attenraubes, wurden drei Männer zu schwerem Kerker zwischen vier und sechs Monaten oerurteilt. Lettlonös Linksregierung gefährüet. Opposition im linken Flügel der Sozialdemokratie. Riga. 19. Oktober.(Eigenbericht.) In dieser Woche tritt das lettische Parlament zur Entscheidung über den lettisch-russischen Handelsver- trog zusammen. Die rechtsbürgerlich« Opposition kämpft mit allen Mitteln gegen die Ratifizierung dieses Vertrages. Mit seiner Annahm« bzw. Ablehnung steht oder fällt die gegenwärtige Links- regierung. Wahrscheinlich aber ist für die Ratifikation des Ver- träges im Parlament eine Mehrheit vorhanden. Immerhin drohen der Linksregiening nicht nur von der Oppo- sition und der mit ihr verflochtenen Wirtschaftskreise, sondern auch au» den eigenen Reihen größer« Gefahren. Die Sozial- demokratisch« Partei Lettlands hat«inen linken Flügel, besten» Führer, Dr. Fritz Menders, jetzt seinen Austritt aus dem Zentralvorstand ankündigt. Dr. Menders ist der Verfasser einer aufsehenerregenden Broschüre über„Die Vereinigten Staaten von Osteuropa". Er ist sachlich keinGegnerder Zielensschen Außen- Politik, die eine Verständigung mit Rußland anstrebt, aber er und der ganze linke Flügel sind gegen das Derbleiben der Partei in der Koalitionsregierung, da er es taktisch für richtiger hält, als Oppositionspartei in den Wohlkampf zu ziehen. Da» Froh- locken der bürgerlichen Preste über ein« bevorstehende„Spaltung" der Sozialdemokratischen Partei ist trotzdem verfrüht. Zweifellos aber würde ein Austritt Menders aus dem Zentraloorstand in dem gegenwärtigen kritischen Augenblick ein« Schwächung der parlamentarischen Positton der Soziallsten bedeuten. Die Tagung des verwallungsrales de» Internationalen Arbellsamtes begann am Montag im Reichsarbeiis- iiiinisterium mit Ausschnßberatungen, die die einzelnen Fragen der Tagesordnung vorbereiteten. Die öfsentliche Tagung beginnt am Dienstag nachmittag drei Uhr. Am Montag abend fand ein Emp- fang de« Berwaltungsrates durch di» Vereinigung der Deut- schen Arbeitgeberverbände statt. Spalten, spalten... Die Bezirksleitung Baden der Kommu- niftlschen Partei Deutschlands veröffentlicht in der„Arbeiterzeitung" eine Erklärung, die sich mit der Bildung einer Fraktion der .Linkskommunisten im Mannheimer Bürgeraus- schuß" befaßt. Dieser neuen Fraktion gehören die wegen an- dauernder Verletzung der Parteibeschlüsse von der KPD. ausge- schlossenen Stadtverordneten Faulhaber, Ried und Frau Schenk an. „Tarifvertrag ein Unglück. Die Lohnpolitik des BBMJ. Gestern fanden nochmals Verhandlungen statt zwischen dem Verband Berliner Mctollindustrieller und dem Metallkartell als Vertreter der Gewerkschasten. Die Herren vom VBMI. erklärten, daß sie über dos Angebot, das sie bei den ersten Verhandlungen gemacht hatten, nicht hinaus gehen könnten. Sic wollen also den Ungelernten, die setzt bereits 71 Pfennig die Stunde nach dem bestehenden Lohntoris mindestens erholten, nur öS Pfennig zubilligen, also eine Lohnherabsctzung durchführen. Den Angelernten bietet der VBMI. gnädigst 75 Pfennig an, den Gelernten„sogar" 81 Pfennig die Stund«. Grundsätzlich will der VBMI. auch nichts wissen von einer anderen Abstufung. Die Vertreter des VBVtll. versuchten durch einen großen Rede- schwoll und«inen umfangreichen Auswand von faulen Argumenten ihre grundsätzliche Gegnerschast gegen jeden Tarifvertrag zu verbergen. So erzählten sie u. a., daß höher« Löhne als die von ihnen angebotenen eine„neue Znflatiou" nach sich ziehen würden. Ganz abgesehen davon, daß diese Inflation längst da sein müßte, wenn dieses Argument zuträfe, denn in den Betrieben der Mit. glieder des VBMI. werden höhere Löhne gezahlt, die zum Teil 50 bis 60 Pro;, über den Löhnen liegen, die die Unterhändler besBBMI. als das Höchstmaß der Löhne angeben, wenn unsere Währung gerettet werden soll, so gibt es kein Argument, das mehr doneben trifft, als das von der„neuen Inflation". Ein« In- flotion tritt ein, wenn der Staat mehr ausgibt als er«innimmt. und diese Ausgaben durch die Banknotenpresse bestreitet. Die Ausgaben eines Industriestaates wie Deutschland werden sich immer.steigern, wenn zur Unterstützung unproduktiver Kräfte große Summen aufgewendet werden müssen, d. h. wenn die Kauf- kraft der großen Massen so gesunken ist, daß diese die erzeugten Produkte nicht kaufen können. Je niedriger die Löhne, desto geringer die Kaufkraft. Die Einnahmen eines Industriestaates hängen gleichfalls im wesentlichen ab von der Höhe des Einkommens der arbeitenden Masien. Je niedriger die Löhne, desto geringer das Steueraufkommen. Man kann also mit gutem Recht behaupten, daß m einem Industriestaat nur dann die Währung gesichert ist, wenn die Löhne gesteigert und die unproduktiven Unternehmergewinnc gesenkt werden. Aber daß alle diese und andere Argumente ähnlichen Kalibers nur faule Ausreden der Herren sind, dre im VBMI. das große Wort führen, beweist der Ausspruch eines der Unternehmer- Vertreter, der«inen T�t rifv ertrag als ein Unglück bezeichnete. In diesem Ausspruch offenbart sich die Geistesverfassung dieser führenden Scharsmachergruppe im Unternehmerlager. Die Funktionäre der Berliner Metallindustrie werden in den nächsten Tagen Gelegenheit hoben, zu diesen Verhandlungen Stellung zu nehmen. Das Metallkartell hat noch den gestrigen Ver- Handwagen beschlosien, diese als gescheitert zu betrachten. Es wird aber vor allem an den Arbeitern und Arbeiterinnen der Berliner Metallindustrie liegen, ine Unternehmer zum Abschluß eines Tarifvertroges zu zwingen, und zwar eines Vertrages, der für die Arbeiterschaft erträglich ist, wenn ihn die Unternehmer auch als Unglück betrachten. Lohnüruck ist sie Parole. Tcho« wieder eine BerbirrdlirHkcitserklrirung. Der Schiedsspruch für die we st sächsische Textil- induftrie ist vom Reichsarbeitsministerium für verbindlich erklärt worden.( Diese Derbindlichkeitserklärung gehört mit zu den U n b e> g re i f l i ch k e i t e n, die im Rcichsarbeitsministerium allmählich zur Regel geworden sind. Ob mit dieser Verbindlichkeitserklärung der westsächsischen Textilindustrie für die nächste Zeit der Friede gesichert worden ist? Die Beantwortung dieser Frag« wird davon abhängen, wie die Unternehmer die Lohnerhöhung für die Akkord- a r b e i t e r zu regeln gedenken. Gemeinsearbeiter und Magistrat. Die Stadtverordneten nrüsscn den Wechsel einlösen! Die Funktionäre der Berliner Kämmereivcrwaltung, der Städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizität s- merke, der Gasbetriebsgesellschaft und der Char- lpttenburger Wasfarwerl« beschairigum sich, gestprn abend in einer stark besuchten Versammlung in den Syphienscilen mit der Ablehnung ihrer zwischemarislichgu Lohiliarderungeo durch den Berliner Magistrat. Genosse P o l c n s k e legte �nächst eingehend die Gründe dar, die die Organisation veranlaßt haben, eine zwischeiUarijlichc Lohnerhöhung zu fordern. Die Forderung nach einer Lohnerhöhung von 10 Pf. pro Stunde ab 1. September sei keinesfalls überspannt und könne von den Städtischen Werken bestimmt g e.t r a g e n werden. Es braucht nur daran erinnert zu werden, daß die Reingewinne der Städtischen Werke und Betriebe im Jahre ungefähr 3 0 0 0 bis -fOOOMark pro Kopf der Beschäftigten betragen. Es ist geradezu ein Skandal und für die Lohnpolitik des Magistrats bezeichnend, daß man auf der einen Seite dem D i re k t o r des von der. Stadt Berlin übernommenen SpandauerEGektrizitäts- Werkes auf Jahre hinaus ein Gehalt von 40000 Mark jährlich garantiert, für die städtischen Arbeiter jedoch, die ein Monatseinkommen von ungefähr 160 bis 180 Mark haben, ein« Erhöhung dieser unzureichenden Löhne verweigert. Nachdem die«tadtverordnetcnoersammlung einstimmig de- schlössen hatte, dem Magistrat zu empfehlen, den städtischen Arbeitern eine zwischentariflich.' Lohnzulage von 10 Pf. pro Stunde zu ge- währen, mußte man annehmen, daß der Magistrat diesem Beschuß ebenso einstimmig beitreten würde. Es ist mehr als unbegreif- lich, daß in der betreffenden«itzung des Magistrats sämtliche bürger- lichn Mitglieder, von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen, gegen diese Lohnznlage gestimmt haben. Man kann sich diesen Ilmjall der Bürgerlichen nur dahin erklären, daß die bürgerlichen Stadtverordneten für deu Beschgß in der Annahme gestimmt haben» daß ihre prominenten Vertreter im Magistrat diesen Beschluß wieder zu Fall bringen würden. Es erweckt weiter den Anschein, als ob neben dem Reich auch die städtischen Wertsleitungcn einen Druck aus die bürgerlichen Vertreter im Magi st rat haben, den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung zu revidieren. Die Tariskommission ist nach eingehender Beratung der Situation zu der Ausfasiung gekommen, daß trotz des Magistratsbeschluffes an einen Tanivertragsbruch nicht zu denken fei. Die Tarifkommission war sich aber auch darüber klar, daß die Ablehnung der Forde- , Hing nicht ihr Fallenlafsen bedeuten kann. Die Organi- |Sophien-Säle] [ Sophienstr. 18* Norden 9296 u. 12643[ 2 Für Vereine und Versammlungen 2 8 in Jeder Größe O■■ y sation wird sich heute an die Stadtvervrdnetenfraktioncn sämtlicher Parteien wenden und von ihnen verlangen, daß sie den Wechsel, den sie den städtischen Arbeitern ausgestelst haben, auch einlösen. Wenn sie noch etwas auf perföriliche und politische Ehre geben, können sie sich unmöglich damit abfinden, daß sich der Magistrat über diese Beschlüsse einfach diktatorisch hinwegsetzt. Nach einer ausgiebigen Debatte, in der die Empörung über das Verhallen der bürgerlichen Magistratsmitglieder, aber auch eine vor- bildliche gewerkschaftliche Geichlossenhell zum Ausdruck kam, wurde e i n st i m m i g eine Entschließung angenommen, in der die Ent- rüstung gegen den Magistratsbeschluß zum Ausdruck kommt. Die Reichsbahn schwimmt im Gelü. Für die Eiserrbahucr aber ist fetn Geld da. Die R e i ch S bah n ge felis cha f t hat es bis jetzt noch immer nicht für nötig zehallen, einen Berhandlungs- termin zur Neuregelung der Löhne anzusetzen. Der Herrn Generaldirektor läßt sich Aeit. Will die Reichsbahn dadurch, daß sie den Organisationen die kalte Schulter zeigt, den Eisenbahn- arbellern sagen,, daß sie alle Hossnung auf Lohnerhöhung ausgeben solle»? Dia Neuregelung dar Cisanbahnerlöhno ist fällig: sie ist notwendig, sie ist möglich. D«r A-U g u stabs chlu ß der Reichsbahngesellschaft zeigt aus seiner E i n n a h m« s ei t e wieder ein Rekordergebnis. Per- fanenverkehr 153 044 000 M., Güterverkehr 275 441 000 M., sonstige Einnahmen 31 960 000 M., zusammen 461 334 000 M. Aus- gaben: Persönlich« Ausgaben 176 478 000 M., sächliche Ausgahen 115 002 000' M., Ausgaben für Erneuerung der Anlagen 6? 440 000 M.. Ausgaben der Betrisbsrechnung 354 019 000 M. Für die ersten acht Monate des lausenden Jahres betragen die Gesamt- einnahmen 3 263 108 000 M., Ausgaben 2 576 876 000 M. Be- trieb»Überschuß 686 232 000 M. In Wirklichkeit dürfte der Ueberschuß noch größer sein. Die Gesellschaft hat bis zum August für Erneuerung 413,4 Millionen Mark berellgeftelll. Für den gleichen Zweck Hot sie im ganzen Jahrs 1026 nur rund 456,8 Millionen benötigt. Dieser Auswand scheiill der normale zu sein. Behauptet doch die Gesellschaft im Geschäftsbericht für 1926, daß sie mit diesem Betrage„ihre Verpflichtungen, die Reichsbahnanlogen ordenUich zu unterhallen und zu erneuern, voll erfüllt Hobe". Haben die unverhältnismäßig hohen Ausgabenzisfern in diesem Jahre etwa den Zweck, den Belriebsüberschuß nicht zu groß erscheinen zu lassen? Die Liquidität des Reichsbahn- Unternehmens ist größer denn je. Nach dem Abschluß vom August und nach den mit Sicherheit zu erwartenden guten Resulloten der kommenden Monate ist die Hallung der Gesellschaft gegenüber den Lohnforderungen ihrer Arbeiter, gelinde gesagt, unoer- ständli ch. Die Forderungen der Eisenbahnorbeiter sind berechtigt. Sie wünschen einen Ausgleich für die gestiegenen Kosten der Le- benshaltung und eine Bezahlung der größeren Arbeits- l« istung, durch die ollein erst solche Rekordeinnahmen wie im Juli und August möglich gewesen sind. Wie Lohntämpfe nicht geschlichtet werden. Zum Lohnkampf der Solinger Metallarbeiter. Mit welcher Fremdheit manche Schlichter oft an die Erledigung ihrer Ausgaben herangehen, dafür liefert die Hallung des Schlichters für dos Rheinland, Dr. Ivetten, in dem Tariistrelt der Solinger Metallindustrie einen neuen Beweis. Seit Wochen stehen in Solingen Teile der Arbeller der«tahl- und Schncidewareninduftrie wegen Lohnjorderungen und Neuabschluß eines Rahmenvertrages in S t r e'i k. In den Kampf der Parteien griff zunächst ohne Anruf der Schlichtungsausschuß Bergisch-Land ein und fällte einen Schiedsspruch, der den Forderungen der Solinger Arbeiter nicht ent- sprach. Dieser Schiedsspruch wurde von dem Deutschen Metoll arbeiterocrband und von den Unternehmern abgelehnt. Dr. Joetten hat jedoch diesen Spruch von„Amts wegen" für verbindlich erklärt, troßdem beide Parteien, Arbeiter wie Unternehmer, de» Schlichter ersuchten, die Verbindlichkeilserklärung nicht auszusprechen. Die Arbeiter sind über das Vorgehen des Schlichters aufs äußerste empört. Mit der Verbindlichkeilserklärung scheinen auch die Unternehmer nicht einverstanden zu sein, wie folgender Vorgang beweist: Wegen der Einzelstreiks hallen die Unternehmer zum 6. Oktober die Aus- s p e r r u n g der gesamten Metallarbefter der Solinger Industrie angekündigt. Als min om Morgen des 6. Oktober die Verbindlich- kellscrklärung des Schlichters bekannt wurde, gab der Arbeitgeber- verband an seine Mitglicderfirmen Anweisung, daß die Aussperrung aufgehoben sei, die getroffenen Kündigungen also nicht wirksam würden, die Arbeller aber nur mll eintägiger Kündigungsfrist bisher 14tögiae— beschäftigt werden könnten. Die Arbeiterschoit betrachtete diese neue Verschlechterung ihres Arbeitsverhälttiisses als Herausforderung und legte nun auch in den wichtigsten Betrieben die Arbeit nieder. Der Kamps wird jetzt nach der Ver- bindlichkeitserklärung des Lohnschiedsspruchs in Solingen gegen die Verschlechterung des Arbeitsverhällnisfes und für einen o n n e h m- baren Rahmenvertrag geführt. Unwillkürlich muß man die Frage auswerfen: Was ist denn nun durch die unglaubliche Derbindlichkeitserklärung des Schlichters erreicht? Den Arbellern wurde zwar ein ungenügender Lohn- schiedsspruch ausgezwungen, die Erhaltung oder Wiederher- stellung des Wirtschaftsfriedens wurde jedoch nicht erreicht: im Gegenteil: durch die Vorgänge der letzten Tage sind KampfeswiLc und Erbitterung in den Reihen der Arbeiter nur gestiegen. Verschärfung tznd Verlängerung des Arbettskatnpfes— kann dfes der Sinn der Schlichtungsordnüng sein? Die Verbindlichkeit?- erklärung eines Schiedsspruchs ist ein H o h e i t s a k t des Staates. Wir fragen:„Leidet unter dem Streich, den sich der Schlichter in Solingen geleistet hat, nicht die Stoatsautorität? Von dem Mißtrauen der Arbeiterschaft, das durch derartige Vorgänge geradezu gewolljam gegen die Schlichtlingsorgane wachgerusen wird, braucht man erst gar nicht zu reden. An eine baldige Beendigung des Kampfes in Solingen ist jetzt nicht mehr zu denken. Die Solinger Industrie muß mit einem langen Wirtschaftskampl rechnen._ Der Lohnkampf in üer Aigarreninüustrie. Streik vnd Aussperrung in Leipzig. In der Leipziger Z i g a r r en i n d u st r te beschloisen die Fachgruppen der Sortierer, Kistcnmacher, ,rertigmach«r und Bloll- orbeller die Arbeit niederzulegen, da die Unternehmer die Lohn- sorderung von 20 Proz. glattweg ablehnten und keinerlei Entgegen- kommen zeigten. Nach dem Streikbeginn bei Haschte und Dathmann haben die Firmen die übrige Belegschait ausgc- sperrt. Gleichzclliq hat die Firma Haschke und Dathmann den Arbeitern in chren Filialbetrieben Frankenberg. Schöneck und L e i s n i f gekündigt. Die Tabakorbeiter, die bisher mll geradezu erbärmlichen Hungcrlöhnen abgespeist wurden, sind fest entschlossen, den Kampf solange zu führen, bis sie den Unternehmern abgerungen haben. was sie zum Leben notdürftig gebrauchen. Achtung, Srauereiarbeiter! Mitllooch vormittag 10 Uhr Funktionärversammlung im Ge» werkschaftshcms, Engelufer 24/25,«aal I. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Einladung gestattet. Die Streikenden haben sich zur Vor nahinc einer eventuellen Urabstimmung am M i 1 1 m o ch a d l Uhr nachmittags in ihren Strcillokale.n auszuhallen. Mittwoch abend 7 Uhr Sitzung der Lohnkommijsion und der Streikobleute im Kleinen Saal von Büttner, Schwcdter Str. 23. Die Streikleitmtg. Freie Seseellih-steisz«»!» S>r»h. Berti». Heut«. Dienstag, 19 u Uhr. tagen du Gruppen: Zrantfurter Blle«: Grupvcnheu». ötgdt. Augendhelln en-uer Siraffe IS,?, immer». Bortrag:.Gewertschaiten als«achwaltcr der Arbeits. Uralt?— Landsberger Ptag:-Nruppenheen: Dirttelmcnerstr. ö. Lirdevobend. Lichtenberg: Gruvpenheim?ugeni>h«im»psleftr. J3. Bortrag: ,.D«r JBeuich her Bilbhcit und Barbarei."— Trrptsm: Gruppcnhcim Schule Wildenbxuch. Ilraßc öZ—»l tSartzirnnterl. EinMhrungsabrnd— Belg: Sruppenheim Chauilec., Elte Haniiemannstraßc. Lustiger Abcnd. Wir teixrn.— Humboldt: Äugendhrnn.Lortzing., Eck« Graunstrahr. lV-Minutru.Aelerate.— Schö-rweibe: Grupvenbeim Zugendhcim Laufener Str. 2 lBoter Saall. Spiel- und Lieder- obeud.— Zugeudabicitung de, Deutschen Berlchrsbuude,: Jugendheim Engel- ujer St— 25.„Helleres vom Werltag." Iugeudqruppe dr» ZdB. Heute, Dienstag, Turnabend van 20—22 Uhr in der Turnhalle der Schul« Baruther Str. 20. Leitung: Lehrer Schran. Turn- lachen mllbringen. Berlag: Borwär:«.Ber!ag G m. b H.. Berlin. Druck: Borwarts-Buchdruckeret und Btrlagsanstal» Paul Singer u Co. Berlin 6® 68. Linbcnstrabr 3. Sirrin Z Beilaae» End..Untcrboltuna und Willen". isl- 5u n en e hta öl frauen viooe Qedeulvnq ,d\eJ\om/roncR. kennen. Sie schalen den herzhaften Geschmack u. sind von seiner Bekomm» lichkeih überzeugh Machen Sie es ebenso. Sie werden die Vorzüge öesJ•< . HAUSE BAU ✓ Nr. 480 ♦ 44. Jahrgang J. Seilage öes Vorwärts dienstag» 11, Gktober 1027 Ein Sieölungsfkanöal. Wie Kriegsbeschädigte betrogen wurden. Ein« Tochtergesellschaft des„Invalidendank", die„Gemein- nützige Siedlungsgesellschaft m. b. H.', hatte in Klein-Schönebeck bei Friedrichshagen«in früheres Gut erworben. Auf diesem Gut sollten etwa 100 Schwerkriegsbeschädigte angesiedelt werden. Die Finanzierung der Siedlungsbauten sollten die Kriegsbeschädigten dadurch unterstützen, dah sie ihre Rente kapitalisierten und dieser Gesellschaft zur Verfügung stellten. �iuch eine Suchführung! Nachdeyr ein Teil der Bauten begonnen war, stellte diese Siedlung sgesellschast ihre Zahlungen ein. Die Kriegsbeschädigten wählten aus ihrer Mitte eine Kommission, die mit dieser Siedlungsgesellschast Verhandlungen aufnahm. Das Er- gebnis dieser Verhandlungen war niederschmetternd. Wenn Staat und Reich nicht eingreisen, muh mit der Tatsache gerechnet werden, dah durch leichtsinnige Spekulation dieser Siedlungsgesell- schaft die Kriegsbeschädigten um ihr Geld gebracht worden sind. Die Kommission der Kriegsbeschädigten ist in der letzten Woche bei den sozialdemokratischen Abgeordneten im Landtag und Reichstag vor- stellig geworden und hat dort um Unterstützung ihrer Bestrebungen, die Siedlungshäuser für die Kriegsbeschädigten zu retten, noch- gesucht. Wie weit es dem Ein greisen der Abgeordneten gelingen wird, den.Kriegsbeschädigten ihr Siedlungshaus zu retten, muh abgewartet werden. Auf unsere Anfrage ist uns von unseren Genossen im Landtag mitgeteilt worden, dah sie, sobald sie weiteres Matertal in Händen haben, bei den Behörden vorstellig werden wollen, um zu veranlassen, dah die halbfertigen Siedlungsbauten zunächst einmal zu Ende gebaut werden. Wie wir weiter hören. haben die Kriegsbeschädigten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts I gegen de» Geschäftsführer der Siedlungsgefell- schaft erstattet. Dem Geschäftsführer wird vorgeworfen, dah er keine ordentliche Buchführung geführt habe. Seine Buchführung bestand aus einem Taschenbuch, in dem nicht einmal die notwendigsten Angaben enthalten waren. die Vorgeschichte des Skandals. liest« die Borgeschicht« dieses unerhörten Siedlungsskandals erfahren wir noch folgendes: Der Lnvalidendank' begann vor einigen Jahren mit der Ansiedlung von Kriegsbeschädigten in der Umgebung Berlins. Um diese Ansiedlung in grohem Mahstabe durchzuführen, wurde eine Gesellschaft gegründet, die als Tochter- gesellschaft des„Jnvalidendank" dieses Siedlungswerk durchführen sollte. In der Nähe von Klein-Schönebeck, zwischen Kalkberge und Friedrichshagen, wurde ein Gut gekaust. Etwa 120 Kleinhäuscr mit einem Garten sollten aus diesem Gelände er- richtet werden Die 120 Schwerkriegsbeschädigten sollten durch Kapitalisiening ihrer Renten das Siedlungswerk finanziell unter- stützen. Die Gesellschaft hoffte dann noch 600 000 M. Hauszins- stcuerhypotheken und 120 000 M. Hypotheken der Köpenicker Bank aufzutreiben. Bevor die Entscheidung des Wohlfahrtsministers über die Bewilligung der Hauszinssteuerhypotheken gesollen war, begann die Gesellschaft mit dem Bau dieser Häuser. Während des Baues wurden dieser Gesellschaft für 20 Häuser Hauszinssteuerhypotheken zugesprochen. Da aber 64 Häuser schon im Bau waren, muhte die Siedlungsgesellschast Kredite aufnehmen, so dah das ganze Vorhaben in kurzer Zeit überschuldet war und die Gesellschaft ihre Zahlungen e i n st e l l t e. Die Kriegsbeschädigten hatten in- zwischen ihre Berliner Wohnungen ausgegeben und waren ge- zwungen, in die halbfertig gebauten Siedlungshäuser einzuziehen. Mit Mühe und Not gelang es dann den Kriegsbeschädigten, so viel Mittel auszutreiben, um die Häuser einigermaßen fertig zu bauen. Noch heute sind sämtliche Häuser ohne Wasseranlage und ohne elektrischen Lichtanschluh. Die Straßen sind überhaupt noch nicht reguliert, so daß die Zufahrt zur Siedlung erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Die Kriegsbeschädigten haben ihre Rente aufgegeben, um ein Siedlungshaus ihr eigen zu nennen. Mn 32. Stelle... Dei Gesellschaft ist überschuldet. Die Kriegsbeschädigten muhten feststellen, dah ihre kapitalisierten Renten nicht ge- sichert sind. Erst an 32. Stelle sind in den letzten Tagen di« Rentengelder der Kriegsbeschädigten eingetragen. Nach den Be- stimmungen des Hauptoersorgungsamtes tonn eine Rente nur dann kapitalisiert werden, wenn sie bei dem Siedlungsvorhaben gesichert eingetrogen ist. Es muß erwartet werden, daß die Untersuchung dieses Siedlungsskandals auch darauf ausgedehnt wird, ob das Hauptoersorgungsamt nachlässig oder vertrauensselig ge- handelt hat. tzastpspchose. Der tobende Angeklagte. Ein Tobsuchtsansall. d«n der Drogist Willi Thierlein«litt, als er gestern zusammen mit dem Kaufmann Erich Nitzschka der Berufungsstrafkamm« des Landgerichts II zur Aburteilung sorge- führt wurde, rief nn Gerichtssaal«inen aufregenden Austritt hervor. Sogleich beim Betreten der Anklagebank begann Thierlein zu brüllen und machte Miene, über die Anklagebank zu springen und sich aus einen der ihm Gegenübersitzenden ,zu stürzen. Der hinzu- eilende-Justizwachtmeister sah sich deshalb gezwungen, einzugreisen, wo? wieder be! den als Zeugen anwesenden Angehörigen großes Geschrei hervorrief. Deshalb mußte die Mutter des Zlngeklagten den Saal verlassen, der Angeklagte abgeführt und die Sitzung für einig« Zeit unterbrochen werden. Als sie dann sortgcsetz! werden sollte, und der Angeklagte wiederum in den Saal geführt wurde, war es mit ihm nicht besser geworden. Bon neuem brüllte er wie ein Wilder und schrie, ohne daß sein angeblicher Feind zu erkennm war. tn einem fort-„Dort sitzt er, der Hund, der an meinem ganzen Elend schuld ist, er will nur meine Mutter heiraten." Da er wie vorher versucht«, über die AnNagebank zu klettern und sich beim Festhalten noch ungebärdiger als vorher zeigte, kam es zwischen ihm-»nd dem Justizwachtmeister zu einen« sörmlichen Ringkampf auf der Anklagebank. Beruhigungsversuche des Verteidigers und seines Mitangeklagten in der Dorführungszell« nützten nur soviel daß Thierlein nicht mehr tobte, sondern immer vor sich hinnrurmelte: „Dort sitzt er, der Elende", als er zum dritten Mal« in den Saal geführt wurde, um eine Fortsetzung der Derhandlung zu versuchen. Obermedizinalrat Dr. Bürger lvor der Ansicht, daß keine reine Simulation vorlag und es sich vielleicht um «ine H a f t p f y ch o s e handele. Jedenfalls wäre der AngeNagte im Augenblick nicht verhandlungsfähig. Thierlein und Nitzschke sind keine unbeschriebenen Blätter, denn Thierlein wurde im Jahre 1022 wegen versuchten Mordes und Nitzschke wegen versuchten Totschlages im Jahre 1021 ju 6 Jahren 2 Monaten bzw. 5 Jahren 4 Monaten Zuchthaus verurteill. Beide hatten sich im Görlitz« Zuchthaus kennengelernt und sollen dann nach ihrer Entlassung gemeinschaftlich einen schweren Einbruch verübt haben. Desivegen wurde Nitzschke zu Jahren und Thierlein zu 3 Jahre» Zuchthaus oerurteilt. Hiergegen hatten beide Berufung eingelegt, rveil sie einen Alibibeweis führen und dadurch ihre Unschuld bew-nsen wollen. Mit Rücksicht aus das ärztliche Gutachten blieb den« Gericht nichts weiter übrig, als die Sache zu vertagen. Gewerkschaftlicher Rundsunkoortrag. Heute spricht um 10.30 Uhr der Stadtverordnete Genosse Georg R o g a tz, Geschästssührer der Ortsverwaltung Berlin des Bundes der technischen Angestellten und Beamten, durch den Berliner Rundfunk über dos Thema„Die An- gestellten in der inodernen Wirtschaft". Die gesunkene Koklenmahlanlage. Eine technische Meisterlcistnng. Im Großkraftwerk Klingenberg der Bewag vollzog sich am vergangenen Sonnabend in aller Still« ein b a u t e ch n i s ch e s E r. eignis ganz besonderer Art, das als eine Art Gipfelleistung beut- scher Ingenieurkunst bezeichnet werden darf, nämlich die Hebung des großen 40 Wie t er hohen Gebäudes der Kohlen- Mahlanlage. Die Fundamente dieser großen Mühlei«, die die Steinkohle zu Staub mahlen, hatte» sich aus dein Baugrund, bei dem allenthalben der einwandfreie Berliner Sand angetroffen wurde, infolge ganz eigenartiger, bisher noch nicht bekannter Schwingungen gewisser- maßen kortzieherartig in den Boden eingegraben. Diese Mühlen haben allerdings auch Abmessungen, die weit über alles bisher Dagervesen« hinausgehen. Hätte man da? ganze Ge- bäude von vornherin auf Pfählei, gründen wollen, so wäre dies bei dein vorzüglichen Baugrund als eine Berfchwendung erschienen. Nun mußt« nachträglich die Stützung dieser Mühlenfundamente durch Betonpreßpfähle ausgeführt werden, wodurch ihre Senkungen auch tatsächlich zur Ruhe gekommen sind. Da nun aber der ganze Bau- grund beständig durchrüttelt wurde, stellte sich ein N a ch s a ck e n der Fundamente für die eisernen Rohmenbinder dieses Mühlen- und Silogebäudes heraus. Hieraus ergab sick> die Notwendigkeit, die Setzungen der Rahmenfüß« wieder zu beseitige««, was nunmehr auch al'änzend geluirgen ist. Die Schwierigkeit der Aufgabe geht daraus hervor, daß bei einem tatsächlichen Stützenwiderstand van 1300 000 Kilogramm einig« Säulen bis zn etwa 15 Zentimeter zu heben maren, ohne daß der Zusammenholl des Gebäudes gestcht werden durste. Wäre diese Hebung in einem Ruck erfolgt, so wären zweiffellos die Fenster urid Steine der 50 Meter langen und 40 Meter hohen Gebäudervand herausgebrochen und hätten Menschen und Maschinen gefährlich werden können. Die Setzunzen, die sich in etlva zwölf Monaten vollzogen hatten uird genau gen, essen worden waren, wurden nun stufenweise in einem Togwerk von zwölf Stun- den wieder rückgängig gemacht, wobei man sich den monatlichen Senkungskurven genau anpaßte. Man rollte also gewissennaßen den Senkungsfilm umgekehrt, aber wesentlich schneller wieder ab. Dieser Grundgedanke hat sich durchaus bewährt. Di« Umfassungswand, die 10 Zentimeter nach außen überhing, steht infolge der Hebung wieder lotrecht. Die Arbeiten wurden unter der Leitung der Erbauerin des Kraftwerkes der AEG.(Bautechnisches Bureau» nach den Bor- schlagen und uiiter Mitwirkung von Pros. Dipl.-Ing. Gehler- Dresden und Zivilingenieur Dipl.-Ing. S ch o i m- Berlin von den, bouausführenden Eisenwerk I u ch o- Dortmund ohne jeden llnfoll durchgeführt. Trogwerke aus Eisenbeton wären durch derartig große Berschiebungen sicherlich zerstört worden. Di« eisernen Rahmeii dagegen, deren Dehnung dauernd von den Bertretern des Material- prüfungsomtes Dahlem genau gemesien wurde, haben dank der Zähigkeit des Eisens keinerlei Schaden erlitten. Demonstration der Kriegsbeschädigten. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten seierd am Sonntag lein zehntes Stlstungsfest mit einer Demonstration durch Neukölln und Treptow und niit einer Saalveranstaltung in den Prachtsälen an« Treptower Park. Am Boddinplatz in Neukölln sammelten sich die Festteilnchmer. Unter Dorantritt des Neuköllner Tambourkorps marschierte der �»g noch Treptow. Außer den Kriegsbeschädigten hatten die Sozialdema kratische. Demokratische Partei und das Reichsbonner ihr« Miü glieder zur Teilnahme ausgenisen. Die Beteiligung war außerordentlich st a r k. In der Soolveranstaltung gelangte ein ausgezeichnetes Programm zur Borführung. Die Freie Turner- schalt zeigte rhythmische Uebungen. Besonder? gefielen hier die in« Takt von Schiffsn, oschinen vorgeführten Uebungen. Der Frei« Männerchor Berlin umrahmte das Programm init guten Gesangs- vortrügen. Der Bertifter des Bundesvorstandes des Reichsbuiide; für Kriegslreschädigte schilderte die Aufgaben der Kriegsbeschädigte««- arganisation, die einmal darin bestehen, den Kriegsbesch öb i g- t e n zu Helsen und zum anderen im Volke für den G e i st der Dolksversöhnung zu«verben. Die Stadtverordvktenversainmlung hat ihre nächste Sitzung am Donnerstag um 16% Uhr. Auf der Tagesordnung steht unter anderem wieder die Wohnungsbauvorloge. �Zement. £stommU essen... ganz so wie wir... damit hättest du anfangen sollen... Hallo, Brüder!... Bist zu uns gekommen, Bruder, dann kriech unter unsere Decke, aber dein Bauch will essen..." „Genossen, Genosse Tschumalow ist unser Arbeiter, ist unser... Er hat doch in den Kämpfen gelitten... und so und weiter..." Gljeb stand auf, stülpte den Helm auf. „Brüder!..." Er schrie mit einer Stimme, die nicht für diesen Winkel berechnet war, schrie aus voller Brust, wie er es in der Armee getan hatte. Die Arbeiter blieben stehen, sammelten sich wieder in Haufen, blieben angenagelt an ihren Plätzen. „Brüder... mag es so sein... mag es wahr fein... der Bauch will essen... Hab dort gekämpft und werde auch hier täinpfen. Werde fürs Wert kämpfen, Brüder... Werde sterben, bersten, verrückt werden... aber das Wert werden wir instand setzen... ich werde mich verbrennen, aber das Wert wird doch wieder rauchen... die Maschinen werden surren. Meinen Kopf darauf... Die Arbeiter schauten verlegen und erstaunt, stampften auf einem Platz herum. „Setz das durch Gljeb! Das sag ich dir... das ist gut... Nur zu, Freund... Und mein Buckel wird's aus- halten. Gut ist es!... Gromada lachte, lief um den Tisch herum, brannte im Fieber. Gljeb zuckte zusammen, verschluckte sich durch einen Krampf im Hals. Hinter dem Fenster, auf dem Betonweg, sich schwer auf einen Stock stützend, ging ein zusammengebückter, Herr- schaftlich aussehender alter Mann. Nein, das ist kein alter Mann, das ist ein großer Mensch mit einem silbernen Bärtchen. Das ist— Ingenieur Kleist... Wie damals trat er Gljeb wieder entgegen. (Fortsetzung folgt.) j das kommt vom Kämmen! Der blonde Einbrecher verrät sich selbst. Uebertrieben« Eitelkeit wurde einem jungen, aber nicht mehr uyerfohrenen Einbrecher zum Fallstrick. Der LSjährtge Willy B r e t t n e r war auf sein langes blondes chaar sehr stolz und pflegte es sorgfSltig. Alle Augenblicke zog er seinen Kamm aus der Tasche, führte ihn über den„Bubikops" und warf jedesmal die Haare, die dabei zwischen d?n Zinken hängen blieben, achtlos beiseite. In Frohnau wurden min In der Zeit vom 26. September bis zum 6. d. M In kleinen Villen und Landhäusern nicht weniger als sechs Einbrüche verübt. An allen Stellen fanden die Kriminal- bcamten ausgekämmtes blondes Haar, das sie sorgfältig iammelten. Es war Immer dasselbe. In der vergangenen Nacht wurde endlich ein Einbrecher ertappt. Wächter waren auf ein« Villa aufmerksam geworden, durchsuchten sie fanden zunächst Spuren unter einein Bett und dann einen sremden jungen Mann im Keller, wo er sich hinter Kohlen versteckt hatte. Auf dem Polizeipräsidium siel er gleich durch sein übersorgfältig gc- kämmtes langes Haar auf, das mit dem gesammelten genau über- einstimmte. Man liesi nun den Ertappten ein Weilchen allein. Sobald er sich unbeobachtet glaubte, griff er dann auch wieder zum Komm. Jetzt sagte man ihm auch die früheren sechs Einbrüche auf den Kops zu und zeigte ihm die ganze Haarsammlung. Da legte er gleich ein Geständnis ab und Srgerte'sich schwer über fein« Eitelkeit und die„verdammte Angewohnheit". Von der Beute aus allen Einbrüchen wurde nicht viel mehr ge> funden. Brettner hatte fast alles sofort in der Münzstratze oerkauft. Fabrikbrand in Lankwitz. Die Lichterfelder Feuerwehr war gestern nachmittag in der Sie mens st rast« ZS zu Lankwitz mit der Be- kämpfung eines größeren Brande» fast drei Stunden lag beschäftigt. Auf dem Hof« des Grundstückes befindet sich ein einstöckiges Fabrikgebäude, in dem eine Isolationswerstätte ihre Räume hat. Aus bisher noch nicht einwandfrei geklärter Ur- fach«, vermutlich aber durch Selbstentzündung von Isolationemass«, entstand um 15.20 Uhr Feuer, da» an Harzen, Oelen usiv. reiche Nahrung fand. Al» die Feuerwehr an der Brandstätt««intraf, branm« da» Gebäude unter riesiger Quolmentwicklung lichterloh. Die Flammen hatten bereit» auf die Dachkon st rukrion einer an- grenzenden Garage übergegriffen. Durch starkes Wasiergeben au» mehreren Schlauchleitungen konnte das Feuer nach einstündiger Löschtätigkeit niedergekämpft werden. Di« Aus- räumungsarbeiten dauerten bis um 18 Uhr. Dann verschwand er auf Nimmerwiedersehen... Ein« empfindlich« Straf« erteilt« das Schöffengericht Mitte dem Kaufmann Erich Palm, der in raffinierter Weise durch Heiratsversprechungen eine ganz« Reihe von jungen Mäd« chen und Frauen geprellt hat. Palm betreibt diese»„Gewerbe" schon seit einer Reih« von Jahren und ist bereits zweimal deswegen be- straft worden. Iejst waren wieder fünf Leidtragende als Zeugen gegen ihn vor Gericht aufgetreten. Der 30jährige Mann hatte sich al» ehemaliger Offizier ausgegeben. Gleich nach der Verlobung lieh er sich von feinan Dräuten unter irgendsineni Borwand Geld. Er scheute sich aber auch nicht, den vernauenoseligen Frauen Uhren und Ring« wegzunehmen. Nachdem er seinen Zweck erreicht hatte, verschwand er auf Nimmerwiedersehen. Palm war eigentlich für das Zuchthaus reif und wurde nur mit Rücksicht auf fein offenes Geständnis und seine Minderwertigkeit nach einmal nur mit Gefängnis bestraft, jedoch verhängte das Ge- richt eine Strafe von drei Iahren Gefängnis und drei Jahren Ehr- Verlust. Siebzig Jahr«. Unser Genosse, der Steinmetz Herm. Franke, Schöneberg, Kaiser-Fricdrich-Str. 18, Mitglied der 78. Abteilung, begeht am heutigen Tage seinen 70. Geburtstag und am 4. November fein ZSjähriges Parteijubiläum. 1882 kam er zur Arbeiter- bewegung und ist seit dieser Zeit gewerkschaftlich organisiert. Stets war er ein eifriger Verfechter der Ziele unserer Partei. Wir wün- scheu ihm einen recht glücklichen Lebensabend. Dillige Fischlage. Am Dienstag und den folgenden Tagen kommen zum Verkauf: frische grüne Heringe, pro Pfund 18 bis 20 Pf., j« nach Größe und Herkunft der Länder, ferner lebende Edelkarpfen, pro Pfund von 1,25 M. a», je nach Größe. Die Vcr- kaufsftellcn sind durch Plakate kenntlich gemacht. Ein Sind in der Regentonne. Auf dem Laubengelände in der Werberg st raß« zu Tempelhof stürzte gestern nachmittag das 14 Monate alte Kind des Arbeiters K. aus der Berliner Straße 95 in einem unbeobachteten Augenblick in eine gefüllte Regentonne. Zum Glück wurde der Unfall schon nach kurzer Zeit bemerkt und das Kind, da» bereits da» Bewußtsein verloren hatte, tonnte von der alarmierten Feuerwehr nach langwierigen Be- mühungen ins Leben zurückgerufen werden. Die Schneiderkurse der„Werksreude" beginnen am Dienstag, dem 11. Oktober. Jeder Teilnehmer kann an eigenem Material unter guter sachverständiger Anleitung nach eigenen Entwürfen arbeiten. Es wird Anleitung bei der Selbstanfertigung, Beratung bei der Wahl des Stoffes sowie der Form erteilt. Die Kurse finden in der Zeit von 19.30 Uhr bis 22 Uhr In der Potsdamer Straße 104, Ein- gong Kurfürftenftrah«, statt. Di« Festsetzuno des Wochentages er- folgt nach Verabredung. Anmeldung schriftlich an„Wertsreude" oder am ersten Abend. Der erste Poftflvg«ach Westindien. Amsterdam, 10. Oktober. Leutnant Koppen, der in seinem dreimotorigen Fokker-Flugzeug „Po st taube" vom Flugfeld Schi pH ol bei Amsterdam zu einem Flug noch Batavia in Niederländisch-Indien aufgestiegen war, ist heut« früh 5.15 Uhr in Batavia eingetroffen. Er hat die ungefähr 15 000 Kilometer lange Strecke in neun Etappen zurückgelegt. Das Flu�eug ist dos erste, das Post von Holland nach Niederländisch- Indien befördert hat. 4« Personen an Fleischvergiftung erkrankt. Eltville. 10. Oktober. Nach Genuß von Fleischwaren aus einer hiesigen Metzgerei sind über 40 Personen an Vergiftungserscheinungen erkrankt. Ein franzöfistber Süöameritaflug. Die Flieger Costes und Lebrix über dem Qzcan. pari». 10. Okiober. Die beiden französischen Flieger Costes und Lebrix sind heule vormittag 9 Ahr 42 ZNIuulea mit dem Flugzeug„Rungesser. Coli" zum Südamerikaflug aufgestiegen. Di« beiden Flieger wollen ihr Ziel in vier Etappen erreichen. Die erste Zwischenlandung soll in S t L o u i s in Nordwestafrika, an der Münde des Senegals, erfolgen. Das ist eine Entfernung von 2500 Kilometern. Die zweite Landung ist für Natal in Ostbrasilien, die dritte in Rio de Janeiro beabsichtigt. Das Flugzeug, das die Namen Nungeffer und Coli trägt, ist ein Breguet- Doppeldecker mit einer Sende- und einer Empfamzsstalioii Die Maschine hat jedoch nur«inen KOO-LS.-Motor und führt 2800 Liter Benzin mit sich. An Bord befinden sich 600 Kilogramm Briefpost, Zeitungen und zwei kleine Pakete an den Präsidenten von Argentinien. Der Start ging ohne Schwierigteiten vor sich, das Wetter soll für die Durchführung des Fluges denkbar günstig sein._ Großer Geubenbranü. vauhen, 10. Oktober. Am Montag vergangener Woche entstand in der Grube„Olba" des Oftlaufitzer Braunkohlenwerk» in Kleinfaubernitz ein Gruben- brand, dem bereit» drei Bergorbeiter zum Opfer ge- fallen sind. Da keine Aussicht auf Rettung der Grub« besteht, sind die Löscharbeiten wegen Gefährdung von Menschenleben einge- stellt worden. Man beschränkt sich nur noch auf die Bergung des Materials. Rund 2 60 Arbeiter sind durch die Aufgab« der Grube arbeitslos geworden. Eisenbahnunglück in Frankfurt a. M. Frankfurt a. ZN„ 10. Oktober. Nach einer Mitteilung der Eisenbahndirektion Franksurt a. M. entgleisten heut« 19 Uhr heim Rangieren auf dem Bahnhoi Bebra fünf Güterwagen. We Wagen stürzten um. Dabei kam ein Ran- gierer unter«inen Wagen zu liegen und wurde erdrückt. Internationale Konferenz für Psycho technlk. Gestern wurde im Bölterbundsamt für geistige Zusammenarbeit in P a ri» die 4. Inter- nationale Konferenz für Psycho technit,arakteristisch. Oskar Wild« nimmt eine Sonderstellung ein. Theodor L o o s spricht alles mit einer edlen Schwermut. Besser gewählt sind die englischen Kompostttonen. doch dies„Land ohne Musik", wie Oskar A. H. Schmitz England bezeichnete, hat wirklich außer Volksliedern keine originelle Musik hervorgebracht. George M e a d e r hat einen schlanken, ausdrucksvollen Tenor, und Bruno Seidler-Winkler dirigiert mtt einer Hingabe, die Kompositionen Beethoven» würdig gewesen wäre. Dr. Hans E r d m a n n spricht über„Musik und Film". Er zählt auf, begnügt sich mit der Auszei6>nung einer Ent- wicklungslime. Zuerst freies Phantasieren des Klavierspielers, dann mehr oder minder sinnvolle Potpourris und zum Schluß eigentliche Filmmusik. Kritik wird nicht geübt, und wo bleiben die Ausblicke? Sehr gut übrigens bie Bemerkung, daß der größte Teil der Mensch- hett heute ihre musikalischen Wünsche im Kino befriedigt sehen. F. S. In der Rooellenstunde am Montag liest Wando von Poell- n i tz die Schiller-Nooelle„Die schwere Stunde" von Thomas Mann. Die Rszitatorin glaubt diese gemeißelte Sprache nur durch gedehntes, betontes Sprechen meistern zu können. Sie legt jedes Wort aus die Goldwage, und gibt dadurch der Dichtung ein« Schwere, an die Thomas Mann nie gedacht Hot. Und dann übersteigt Wando von Poellnitz den dramatischen Ausdruck und zerreißt dadurch die epische Linie. Es ist aber nicht notwendig, Thomas Mann vorzu- tragen, wenn man diese Dichtungen nicht nachgestalten kann. Im Nachmittagskonzert singt die Sopranistin Helene E l» n e r- Renner Lieder von Brohms und Schumann. Die Stimme hat eine gut fundierte Mittelloge und Höhe, aber der Ausdruck, die geistige Durchdringung der Lieder lasten manchmal zu wünschen übrig. Prachtvoll Paul Schramm, und auch der Violinist Henry Holst ist ein sicherer Techniker. Abends spielt das Guarnerl-Quar- tett vollendet Mozart. Vorher spricht Hans R e i m a n n sprühend, witzig, geistreich wie immer. Eine gute Teilung des Programms, aber Mozart müßte vorangestellt werden. Merkwürdig, daß die Funkstunde dos Sotirfpiel ständig an den Ans ng setzt. Umgekehrte Wcltordnung. Dr. Karl Loewenberg gibt einen Ueberblick über „Die modern« Wanderbühne". Er sollte aber mehr dt« Notwendigkeit einer Wanderoper in den Bordergrund seiner Betrawtungen stellen, denn dieses Projekt, feit Iahren diskutiert, hat heute, da viele Stadt- theater daran denken, ihre Oper abzubauen, größte Aktualität gewonnen. F. S. Sport. Riogerwettstreit im Sportpalast. Szkekker-Polell Sieger. Der ausgezeichnete Pole Sztekker konnte am Sonnabend über den größeren und auch schwereren Wiener K a w a n«inen weiteren beachtenswerten Erfolg verzeichnen: nach einer Ringzeit von 1 Stunde 32 Minuten gelang es ihm mit einem blitzschnellen Schleudergriff aus dem Stand seinen Gegner zu besiegen. Der Finne H u h t a n e n traf auf den schweren, aber sehr gewandten Letten Lefkinowicz. Mit einem von dem Letten gefaßten Doppel- nelson stand der Finne wie so oft auf und zog seinen schweren Gegner rückwärts herüber, dabei fiel dieser derart aus den Hinter- köpf, daß er benommen liegen blieb und au» dem Ring getragen werden mußte. Sieger blieb damit der Finne nach einer Ringzeit von 1 Stund« 20 Minuten. K a w a n wurde auch am Sonntag von dem finnischen Ringerphänomen H u h t a n e n nach einem beinahe zweistündigen schweren Kampfe besiegt; auch in diesem Treffen nutzte der Finne einen Angriff seines Gegners für sich aus. Sztekker rang mit dem schweren Letten Lefkinowicz, beide gingen über die ersten Gänge mtt großer Behutsamkeit. Paraden des Polen endeten in einem Angriff. Einigen Kopszügen konnte der Lette trotzen: als aber auf einen Kopfzug noch ein schneller Armzug folgte. landet« er auf den Schultern: Ringzeit 1 Stund« 2,20 Minuten. Da- mit ist Sztekker Sieger in diesem Wettstrelt geworden. Um den zweiten und dritten Platz ringen noch Kawan und Lefkinowicz._ Kehraus bel Rfitt! vewolf holt sich das»Kriterium�! Auf der R ü t t- A r e n a gab es vorgestern den letzten dies- jährigen Start: Walter Rütt brachte da»„Kriterium der Affe", ein Einzelfahren, und hatte hierzu Fahrer von Namen verpflichtet. Das Rennen selbst ging über 100 Kilometer und sah zwei Läufe vor. D« w o l s- Belgien holte sich im« r st e n Lauf die m e> st e n Punkt« und belegte in 1 Stunde 15 Min. 27,1 Sek. den ersten Platz vor Tonani, Bauer, Buschenhagen und Miethe. Verlies der erste Lauf nicht besonders bewegt, so gab es im zweiten wiederholt« Bor- ftöß«. die den Fahrern Dewolf, Miethe und Rouffe einen Rundengewinn«inbrachten. Auch Dauer und Tonam wollten hier mittun, doch waren ihre Bemühungen erfolglos. Der Punktjäger Dewolf dominierte auch im zweiten Laus vor Miethe, Rouss« und— eine Runde zurück— Tonani und Lorenz. Kroll und Buschenhogen wurden mtt je einer Strafrunde bedacht: sie hatten ohne Grund die Räder gewechselt. Das Gesamtergebnis: 1. D e wo l s 53 P.. 2. Miethe 21 P.. 3. Rouffe 13 P. Em« Runde zurück: 4. Tonani 44 P.. 5. Bauer. 21 P.. 6. Lorenz 12 P.. 7. Mou- ton 5 P., 8. Souchard 4 P. Im vorangegangenen Landerkampf siegten die beut- scheu Farben, die durch Lorenz und Buschenhagen vertreten wur- den. Belgien(Dewolf-Rouffe) belegte den zweiten Platz vor Frank. reich(Mouton-Souchard). Auinufer. Wettbewerb ans der«Ütt-Areaa. Wie tat vorigen Jahre, will Rütt auch in diesem Jahre wieder auf seiner Arena«inen Ausrufer-Wettbewerb veranstalten. Zugetaffen sind alle auf öffentlichen Straßen oder Plätzen stehende oder wandernde Der» käufer von Zeitungen, Obst, Gemüse, Fischen, Schokolad«, Blumen- erde usw.. serner Lumpenhändler, Hausierer usw. Meidungen an die Rütt-Arena bis Mtttwoch. 12. Oktober. 15 Uhr. Der Wettbewerb beginnt am Sonntag, 16. Oktober, 15 Uhr. Rennen zu Marieadorf am Montag, dem 10. Oktober. 1. Rennen, l. Lette Liebe sF. Mill«), 2. Nebelkapp«>Heckerk),! g. M-r-Iprediger tSefttzer). Toto: LS: 10. Platz: 14, tS. SO: 10. Ferner liefen: Nimmeriatt, Barearole, Phramide, Tatan, Ladhlbip, Britton. 2. R e n n e n. l. Kurfürst tHulbi, 2. Karo-Bube(Tb. MillS), 2. Wein- brand lTreuberz). Toto: 18: 10. Platz: 15, 88. 29: 10. Ferner liefen: Mentor I. Sulevlpiegel. Radiola, Cbarlcy Worlhq. Carl Eugen, Jrrteufclchen. i Vota FriSco, Cri'pa, Potsdam, Cirano, Blaumeife, Ahrenberg, Johannis- j feuer. Schnadahüpfl. � �. «.Rennen, t Ftametta lg. Mlll«), yniii qrraei(ßernjer), 3. Denk- münze tLautenberger). Tolo: 19:10. Platz: 17. 21, 49: 10. Ferner liefen: Linscolt fmr, Ouitte B., MrS. BoSworlb. Ocea» Eirl. Katzbach. Llleh 33.. Ratter, Altgold, Nammerfanger, Pechiackel. 4. Rennen. I. Friefin lJ. MMS). 2. SttlaS(Befitzerl, 8. Parin enio tTb. MillS). Toto: 28: 10. Platz: 1». 18. 12:10. Ferner liefen: Agitator, Anita Worthy, Hallore, Graf BrUex, Theolrat, Alpfpltze, Dominiu», Nipplach«. ».Rennen. 1. Guy Bacan(Ch. MillS), 2. Nachtfalter(I. MillS), 3. Franlet(A. Firm). Toto: 13: 10. Platz: 12. 12, 16: 10. Ferner liefen: FAS, Lockung, True Fox, Northern Polo. 6. R e n n e n. 1. Koudster Jim.(Retzki). 2. Mlnnl Halle(Tlchauer), 3. Kerriaan jun.(Befitzer). Toto: S«: 10. Platz: 17, 19. 24: 10. Ferner liefen: Friedrich Rex. Ingrid Halle,«armaid, Kasimir, vrilon Prinz. Erifa, Susi Leyburn. Charade, Hötzenfonne. 7. R- n n e n. 1. Invasion(Weiß), 2. Erster Wolferfomer lLemzer). 3. Turiddu tLautenberger). Toto: 3S: 10. Platz: 23, 25, 23: 10. Ferner liefen: Prinz Adbell, ZIrwoithy I, Notula, Carl Alexander. Heideprinz 1, Unheil. Arnjried, vuflfchlster, Ocean Girl, Clemali« blau, Prinzeß Fortuna, Dawfon WatlS, Fenelon. Gawein, Barometer. 8. R c n n e n. 1. Armenier(Knipnadel ju».), 2. Einsicht(Lemzer), 3. AmantuS lTigrtn). Toto: 61: 10. Platz: 17. 70. 40: 14. Ferner liefen. Anker l, Baron Gabler, Ostmark, Kroschel, Dolman. FriedrichSdor, Adeline, Propeller. Efft. Lombardei. Camvanula, Ostgrenze, Alarich, Karten- fpieler, Monvstato», Hippologe, Erbprinz fun. 9� Rennen. 1. Justinian< Jaust jim). 8. Eckstein(Lemzer), 3. Frida Magowan«Ch. MillS). Toto: 41:10. Platz: 14.13, N- 10. Ferner liefen: ManzanareS, WainSca, Peter Harvester, Baron Silvester, Dolorit. Wetterbericht der Sffenllicheu Wetter dienststell« Berlin und Umgegend (Nachdr. verb.) Weiterhin beständig und heiler, nacht» neblig und Boden- iroilgefahr.— Für veulfchlan»: Ziemlich heiter bei wenig geänderlc» Temperaturen, stellenweiie Rachlfröfte. Unser MenlchenSberlchntz»«» S Millionen auf verringertim Reichsacbiet zwingt seit Iahren allgemein zur Sparfamleit und erklilrt die stark, Nachfrage nach einem preiowrrtrn, dabei wohischmeckendcu llafsccgetrünk zur Gcnllge. Rornfianck— gesund wie da» tSglich« Brot, da» weitverdreitetr ikrzrugni» des Welthaufe« Heinrich granck Sühn« S. m. b. H.. Berlin-Lubwigsdurg, kommt diesem Antrieb zu wirtschaftlicher Lebcnohaltung auf da» glücklichste entgegen und hat dadurch eine autzcrordentlich« Absatzsteigerung zu o«r»»ichnen.u richten S. Krei» Friedrich»;«!». Mittwoch, 12. Oltober, Udr, Bezirkzoersamm. lung im Rachaus, Etadtocrordnetcnstjuugssaol, ikinlogkarten ab 18% Uhr beim Tenossen Fischer, Eingang Epaiidaucr Straße, 17. 5t«ei» Lichtenberg. Sonncrstag, 13. Oktober, 19 Uhr, Sitzung des Bildung». ausfchusse» in der Bibliothek, Weichselstr. 28. Alle Mitglieder müssen er- scheinen. Um 19% Uhr Eröffnungsfeier. MZtglieüerverfammlunqen unS ZaKlabenöe om ZNiliwoch. 12. Oktober. 19% Uhr. 1, Abt, Schule. Augustftr, W, Lortrag:„Souale Gesetzgebung". Rcferentin Gertrud Hanna, M. d. L. 2. Abt. Ohngemach, Äommandantenlir. 88, Dortrag:„Bölkerbund und Ab» riiitung". Referent Lan» Turtz, 3. Abt. Saal I de» Eewerkschaftsbause», Sngelufcr 2AI25, Vortrag:»Der gigantische Kamof der Klassen im Wellenausmatz", Referent Wilhelm Landa. 4. Abt. Werbcversammlung nünktlich 19 Uhr in der Aula der S. Obcrreal- schule. Kleine Frankfurier Str. 9, Bortrag:»Die Stellung der Soiial- demokrati« im heutigen Staat". Referent Genosse riörgiebel, Politriprässdent. Ii. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus und'indet am 2ener Str. 42. 28. Abt. Zahlabende. Bctirk 64. 63: Bltlmke, Belforter Str. 18: 69 bi» 79: Bartelt, Wärtber Str. 19. Bortrag:„Die Revolution von 1918". Referent Ernst Neumann. 71: Wegner. Dörther Str. 36: 76 bi» 78: Richter. Lagenauer Str. 5: 83 bis 87: Rechenderg, Eboriner Str. 49: 88, 89: Zundel, Kastanienallee 29/39, Vortrag:„Dir englische Arbeiterbewegung". Referent Wilhelm Flöcrke. 99 bis 92: Meger. Oderberger Str. 89. 29. Abt. Altersheim, Dantiger Str. 62, Vortrag:»Ertiehung«rr Politik". Referent Genosse Oltersdorf. 31. Abt. Zahlodend« bei Goldschmidt, Stvlvische Str. 36. Res»ent Genosse Barthel. Meißner, Echivelbeiner Str. 84. Referent Genosse Herbst. Haberer, Bornholmer Str. 9. Referent Gustav Kichlretter. 32. Ait. Gruvventablabcnde in den bekannten Lokalen. 33 Zahlabende bei Soffmann, Etralauer Allee 17. Vortrag: Krieg..V»- brechen und sotiale Rot". Referent Mar Gillmesster. Kienitz. Eimon-Dach. Straße 24. Bortran:»Berusshngienr". Referent Dr. Albert Stein. Wertalla, Sohcnlobcstr. 3. Portrag:»Reichswehr und Republik". Referent Kurt Großmann. 34. Abt. Zahlabcnde Im Bereinstimm» d» Eomeniusfäle, Memeler Str. 97, Vortrag:„Genossenschaftswesen". Rcfrrenttn Gertrud Lobahl. Mücke. Warschauer Str. 17, Vortrag:„Das neue Strafrscht". Referent Hans Bauer. Rossen, Gubener Str. 19, Vortrag über Fritz Reuter. Referent Wilhelm Techen. 33. Abt. Zahlobende. Bombe. Boigtstr. 23. Bortrag:„So/sialvollttk". Referen- tin Luise Käbler. M. d. L. Otto. Rigaer Str. 83, Vortrag:„Da, neue Luise eitslo Referent' Otto Mcst. 3. und 4. Gruvit«:'Wittschuß. Pct«r»durg» Str. 3, Vortrag:.Fletschvergssluna" sPoehütung Schnitt». 37. Abt. Zal, labende. 1. B»irk: Z-vke. Ederttistr. 9: 2.. 3. Ebertnstr. 19: 4., 3., 6. Betirk: Ralchke. Matternstr. 14. Folgrns.»eßerent Genosse Bezirk: Z»asch. 38. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Bezirk 188: Späth, Georgen. kirchstr. 63, Poetrag:„Sozialismus und Demokratie". Referent Rechtsanwalt Dr. Theodor Tichauer. Di« übrigen Bezirke erhalten nach Möglichkeit Referenten durch den Abteilungsleiter. 39. Abt. Fugendheim, Lindenstr. 8. 2. Löf 8 Treppen. Vortrag:„Deutschlands Außenpolitik". Referent Heinrich Eträbel. Ausgabe der neuen Monats- schritt„Unser Weg". 49. Abt. Bezirlsamt Kreuzbera. Porckstr. 11. Zimmer 37/8«, Vortrag:»Soziale Gesetzgebung und Arbeiterschaft". Referent Gustap Link. Die Bezirkssührer laden bestimmt zu dieser Versammlung ein. 41. Abt. Gruvpcnverlammluvgen in folgenden Lokalen: 1. Clbrandt. Lank- witzstraß« 6, Bortrag:»Sozialdemokratie und Bürgerblock". Referent Se- nosse Riedel, Mitglied des Rcichswirtschaftsrats. 2. Schuster. Ebamisso- platz 4, Bortrag:„Die Zollkämpfe im Reichstag" Referent Etadtverord- netcr Eichbcrg. 3. Lutze. Bergniannstr.»3: 4. Mtlide, Gneifenaustr. 6». 42. Abt. Lokal Bader, Fllterboger Str. 7, Bortrag:„Der Etat im Bezirk Kreuzberg". Referent Bczirksverordneter Robert Gerber. 43. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 44. Abt. Schulaula, Reichend»»« Str. 44/45, Vortrag:»Deutschland» Stellung in den wirtschaftlichen und politischen Kämpfen d» Nachkriegszeit". Referent Studienrat Dr. Sturm 43. Abt. Zahlabende bei Wicnzirs, Roichenbera» Ett. 194: Liedig, Wiener Straß« b8. Referent Karl Litke: Minnig. Lausstz« Str. 43. Vortrag:»Der Reichsschulgesetzentwurf". Rcferentin Irma Fechenbach, Matschenz, Förster Straße 9. 49. Abt. Burckbardt. Görlitzer Etr. 32, Dortrag:„Beamte und Arbeiter". Referent Dr. Siegfried Rosenfeld. M. d. L. Diekusston. P-rtei-ngelrgc». h-it-n. Rege Beteiligung wird gewünscht. 47. Abt. Zablabende bei Timve. Naunvnstr. 69 Ecke Adolbertstr.: Lire, Nounynstr. 9; Lehmann, Mustau« Str. 1- Ecke geughokstraßei Sirdentopf, Muskaucr Str. 55; Bortrag:»Dil Ereignisse in China. Referent Willy Schneider._ 48. Abt. Gliestng, Festfäle, Wassertorstr. 9«, Bortrag:»Proletarmt und Staat". Referent Ärtur Crispien, M. b. R. Charlottenburg. 31. Abt. Zahlabende: 1. Bezirk: Echellbach, Königin-Clifabeth- Straße 6, Bortrag:»Kommunalpolitik. Referent Stadtrat Wilhelm Rri- mann. 2. Bezirk: Jäger, Sophle-Charlotte.Etr. 88. 3. Bezirk: Dörre, Danckelmannstr. 1«, Vortrag.— 32. Abt. Büttner, Kailerin-Augufta. Allee 81, Borlrag:»Der Reichsschulgesetzentwurf". Referent Dr Kallmann.— 33. Abt. straße 2. 4. bi» 7. Jugendheim, Rvstncnst dcutung". Referent S dr. Liegmund dorser Str. 21, Vortrag:.Recht und Gesetz". Referent Recht Alfred Klee. Partclangelcgrnhetten.— 39. Abt. Liersch. Vortrag:»Da» neu» Arbeitslosenverstcherungsgesetz". Res«: tadtrat Ernst Reuter.— 3». Abt. Reimer, Wilmers- Referent Rechtsanwalt ll'r. —'" Kantstr. 92, ____■ WWW VWI ercnt Eduard loch»? M." d. L.— 37. Abt. Zahlabend'e: 1. Gruppe: Arndt, Kantstr. 31, Vortrag:„Die Aufgaben der Bezirks- und Wohlfahrtsvorsteher". Referent Genosse Czarlinskt. 2. Gruppe: Thunack, Wtelanbstr. 4, Bortrag:„Die Internationale". Referent Josef Ernst.— 5«. Abt. Rankehau», Ranke. straße 4. vorn 4 Tr., Bortrag:..Kommunalpolitik". Referent Bllrgermetpcr Dr Ostrowski. Abrechnung und Revisionsbericht vom letzten Quartal. üeMte fllslallaiiißitßr-VBrIiaßil VerwaUungsstelle Berlin. Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Revisor Qustav Rieß am 4. Oktober gestorben ist. Die Einäscherung findet am Milt- woch. dem>2 Oktober. 16>, Uhr, im Krematorium Derichistraße statt. Rege Beteiligung wird»wartet. Waekra» Uns» Kollege, der Maschinenschlosser Martin Gutge Lichierttid» Sir. 17, ist am 28. September gestorben. Ehr« ihre« Andenken! Vi« Orlooerwaklnag ÜMNMMdM-IM!! Achtung! JJxftsxtzjftgsx Achtung! Di« Biiriedsiäte- Zeiischrift Nr. 29 ist ersckienen und konn gegen Vorzeigung der L-gitimalionskarie des Betriebsrats- odmannes in unserem Bureau, Zimmer 3. oder nach 4 Uhr im Zimmer 4 entgegen» genommen werden. Heule, Dienstag, den 11. Ottoder. nachmittags 4 � Uhr, In Ematd» vereinshan». Statlher Str. 126 Versammlung oller in der Weihmetall-Zndustrie beschäjt üollessiuneu u. Solleflen. Tagesordnung: Stellungnahme ßum Vergieichsvorschlag de» Tchiichtcr« von Groß-Bcriin. Mitgliedsbuch legitimiert. voanerstag. denlä vttaber, abend» tzahr.tiuS'hunqalaaldesa-rband»- hanse», civieostr. 63 85 Branchenversammlung der hilssorbeiler(Lager-, Saal- uad Hosarbeiter, Packerinnen. Packer. Wertzeug- u. Zeichnuags- ousgcber. kransührer, Anbinder, Aohrstuhlsührer, Elettrokorreu- fahrer, Auiomaienhelfer. Atta- orbeiier, Eilengiehereiarbeiter). Tagesordnung: 1. Die Teuerung. Mietpreiserböhnng am l. Oktober und unier« Tarlstöhne. 2 Berbanbs- und Branchenangeiegcnheiten. Mitgtiedsduch legittmtert. Zahlreich» Besuch wird erwartet. vi« Ortovermaltung. Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie tu, Ifen lein sicheres Mittel gegen diese Plage- geister, Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, ober sie packen nicht immer das Uebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirNich erprobtes Mittel, und Si« sollen es selbst versuchen, ohne dost e» Sie etwas tostet: aber«h« ich Ihnen mehr sage, lesen Si« deu folgenden Brief: Ich bin von der Wirkung Ihres wundervollen Präparates„Gichtosint" förmlich überrascht, es hat nicht nur meine Hoffnungen erfüllt, sondern bei weitem über» troffen, wofür ich Ihnen meinen herzlichsten Dank an dieser Stelle ausspreche. Schon am zweiten Tage nach dem Gebrauch von Gichtostnt waren die fürchterlichen Schmerzen, die mir des öfteren die ganze Nachtruhe raubten, nicht mehr so heftig und tonnte ich daher, seit einigen Iahren zum ersten Mol«,«inen erquickenden, ruhigen Schlaf finden. Seitdem ließen die Schmerzen täglich immer mehr nach, und kann Ihnen heute zu meiner größten Freud« mitteilen, daß all« Schmerzen spurlos verschwunden sind und ich mich wieder wie neu geboren fühle. Hochachtungsvoll I. M i. M. Solche Brief« besitze ich Taufende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurück- geblieben« harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäur« aber dient das G i ch t o s i n t. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben. Teilen Sie uns Ihr« Adresse auf einer Postkarte sofort mit und adressieren Si« diese an: Generaldepot der Diktoria-Apotheke, Berlin A 275, Friedrichftraße 19; e« geht Ihnen dann vollständig kostenfrei ein« Probe Gichtostnt mit weiteren Aufklärungen und genauer Ge- brauchsanweifung zu. Wenn Sie sich überzeugt haben, so steht es Ihnen frei, mehr von dem Mittel zu beziehen, oder es in einer dortigen Apotheke zu kaufen. Gichtostnt ist in allen Apotheken zu haben. kiÄ das Beste ist gut genug für meine Kund seil ait! fstoter tertEkfipWwein,»r Bowi» tu. u.so Fßtes'orsdesrApWwoin.ca. is°i«...Ltr.0.73 ksiiui. M. Bessarl-OUs/wBin.-».14"/,. I,tr. o.as kOar stü.IobsimlsLesiwais,«. m, Ltr. 7.05 Fürgemier: siih.Spcz.-Otslwcia«». 1 11/, Ltr. 1.05 Ersöl'assliSerEiiHietnfClii, c«. m%,»uü Ltr. 1.45 Ersttlasslger Tennulwsln Ltr. 1.85 Lffl,« ISTfCiGllS..119...... Ltr. 1.35 Ediier firieüi. Ueukitveln,»u.. Ltr. 1.40 Echter lelner Malaga,«uü....Ltr. 1.60 Editor Saoaio.Mach mich frihiidi', Ltr. 1.90 Editor issBl-'.tmoi, tos..... Lir. 1.90 Echter Jsuro-Porlzcm,.üb.... Ltr. 2.80 t etiler Pepsinvelo, für Kranke,>,. Ltr. 1.30 Liköre- Wembrand- Jamaika-Rum Prirn» stm nmll ksrsclm. se»/,..Ltr. S.95 Primi jun•Som-Yersdut,«-i...Ltr. 4.45 Ii Illll-llim-V, K'h, Tternm.. Ltr. 5.20 Ii inic-Verschnitt. 38-1...... Ltr. 4.45 Fsins'Br Tifel-Allimlt........ Ltr. 2.95 Fctester Keinhrtnil-Vcrschn.*" si-™ Ltr. 3.20 Feins er echter Wemtrand,*** st-m Ltr. 4." 0 P Edolltitöre, das Feissli bu se»/,... Ltr. 4.45 tlimbeer.j Kirsch', ZitrcnensaH m. feinster Raftiande ein/lekccht, Ltr. 2»— V/eiBwelne, beste Qualitäten...... pro Flasche ohne Glas von 1.15 an Rot» U. Bordesux. Weine...... pro Flasche ohne Glas von 0.95 an Größtes Spezialgeschäft seiner Art In Deutschland Verkauf direkt vom Faß— Kostproben kostenlos! Weingroßhandiung- Likörfabrik: Kauptgeschtifli BrunncnslraBe 42 Sfeglltx: Schloßsfr 121; Moabit: Wllanacker Str. 25; ChansseeBtr. 76; MOller* iraße 144; NcultöCin: Borifucr KtraSe i:<; Clisirlolfonburfl: Wllmersdorfer Straße 157; Berlin:(irflnauer Str. IS; Petersburger Str. 60; fiioppenstr. S7. Neuerökfnung weiterer Vcrkaursslellcm OberschAnotveide: Wllhelmlncnhofstraße 40; Pankow: Wollanlcstrafle OS; Spandau: Pofsdamer StruCe 23. 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Fillalani Setltelmartt Ving, nnt liefe Srydrlstr, Wollftratzr 21—22 zwischen Rotz- hi Jnlesstrxh» W, WifaUbutget Plötz S, Eck» rtautenaustratza »nb lPiaatztnUrqstt 39, am Nollenoorlplatz i Mevaeal ich firt— ltlJiittr VrtlSfataloa aratis mmmm Fortschritt heißt Befreiung von Aer» ger, den kleinliche Unvoll» kommenheiten verursachen. Der neue ErdaUHehel» offner öffnet die Erdal* Dose spielend« der Gebrauch von Erda! wird einem Vergnügen. Eröffnung des Einzelverkaufs an Private in unserem Fabrikgebäude Dienstag, den 11. Oktober 1927, vormittags 9 Uhr Verkauf eigener und fremder Fabrikale Strickwaren, Strümpfe Bett- u. Leibwäsche, Handtücher, Frottiertücher, Gedecke, Strick-, Woll- und Seiden-Kleider SlraBenbahnverblndung: Linie 60, 61, 62, 63. mgi Linie 8, 14.— Eisenbahnverbindung i Bahnhof Welßensee. Brdal Marke Rotfrosch war nicht zu verbessern, deshalb schufen wir eine bessere Packung. «2. Zlbt. Siemenfft.ikt Lokal Heidekrag, Nonneadaarm. MIee, Bortragr.vi« wirtschaftspolitische Lage." Referent Dr. Heidenreich. ««. Abt. Haleusce. Sandmann, Wesifäiisare Elr.<2, Vortrag:»Sozialdemo- traten im Etadtparlament". Referent Stadtverordneter Hans Wogwod. Wilmersdorf. Kg. Abt. Andreas, Pfalrburzer Str. ST), Vortrag:„Wirtschaft s. läge und Lohnpolitik". Referent Genosse Klingcchofcr.— ,0. Abt. fitoih, Holsteinische Str. 60, Vortrag:„Die ftnbtifdjcn Werke". Rescrcnt Stadtrat Rudolf Echlichtina. Erscheine» ist Pflicht.— Tl. Abt. Jonas, Durlacher Ecke Bruchsaler Straße, Vortrag:„Werden, Bedeutung und Auswirkung des Fraucnftimmrechts mit Rücksicht auf das nächste Wahljahr". Resercnt Dr. Adolf Braun.— 72. Abt. Schäfer, Augustastr. 3h Bortrag:„Die Teuerung, ihre Ursachen und Auswirkungen". Resercnt Willi) Rogge. J. Abt. Schmargendorf. 19 Uhr pünktlich. Lokal Forsthaus, Warncmllnder Straße, Vortrag:„Die Bedeutung der Bank der Ardeiter, Angestellten und Beamten. Referent Dr. Friß Echönherr. 7«. Abt. gehlendork. Die Mitgliederversammlung fällt aus und findet erst am Mittwoch, lg. Oktober, im Lokal Kaiserhof statt. 74. Abt. G-Hag. Siedlung. Miltwoch, 12. Oktober, 19 in Ahr, gahlabend im Waldhaus, Spandauer Str. lö. 76. Abt. Dahlem. Schilling, Königin-Luisc-Str. 42, Bortrag:„Was ist und was will der Monismus?" Referent Bruno Theek. Schäneberg. 7S. Abt. gahlabende: 1. Bezirk: Wandtke, Bahnstr. 25. Refe. rcnt Genosse Kaster. 2. Bezirk: Küllmer, Hauptstr. 8. 3., 4. Bezirk: Roscnthal, Ebersslr. 66, Vortrag:„Die Ideen, und Begriffswelt des proletarischen Menschen". Referent Genosse Francke.— 79. Abt. Zahl. abende: 1. Bezirk: Arndt, Baußcner Str. lg, Vortrag:„Die Reaktion in Deutschland. Was ist zu tun?" Referent Eeuosse Eschbach. 2., 3. Bezirk: Erunow, Geßlerstr. 13, Vortrag:„Rußland und England". Referent: Wilhelm Lewinski. 4., 6., 6. Bezirk: Groß, Sedanstr. 17, Vortrag:„Der Kampf um die Staatsmacht". Referent Kurt Michaelis. 7. Bezirk: Podfzus, Sachscndamm Ecke Reichardtstratze, Vortrag:„Rcichsunfallversiche» rung". Referent Genosse Rissel. 8. Bezirk, Siedlung Lindenhof: Lokal Achtcnhagen, Röblingstraß«, Vortrag:„Der Kampf um die Staatsmacht". Referent Genosse Willige. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist Pflicht.— 80. Abt. Selmholß-Dymnasium, Rubensstraße, Vortrag mit Lichtbildern:„Das Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechts- krankheiten". Referent Dr. Mryer.Vrodnitz. 81. Abt. griedenau. Zahlabendc: 1. bis 3. Bezirk: Klabe, Handjerystr. 60—61: 4. bis 6. Bezirk: Baginski, Etubenrauch. Ecke Taunusstraße, Vortrag: „Sozialpolitik und Fürsorge". Referent Stadtverordneter Robert Rohde. 82. Abt. Steglitz. Kohlabende: 1., 2., 3., 4. Bezirk: Schellhafe, Ahornstr. 16: 6., 6. Bezirk: Selix, Bismarckstr. 66: 7. Bezirk: Südcndc, Mündts Fest. sälc, Lichterfelder Str. 17, Vortrag:„Das sozialdemokratische Pressewesen". Referent Franz von Puttkamer: 8., g. Bezirk: Wernicke, Bcrlinicke Ecke Rugestraßc. 83. Abt. Lichtersclde. Lokal Reinh. Schmidt, Roonstraße Ecke Hindenburgdamm, Bortrag:„Verkchrssragen des 12. Bezirks".— Tic Genossen von Lichter. felde-Ost und»Süd treffen sich zum gahlabend beim Genosscu Paul Krafft, Heinersdorfcr Etr. 17. <6. Abt. Lankwitz. Lehmann, Kaifer-Wilhelm-Etr. 29/31, Vortrag:.tzDie SPD. und die kommunale Arbeit in Groß-Bcrlin". Referent Georg Madcrholz. 83. Abt. Tempelhof. Zahlabendc: 1. Bezirk: Lokal Mendt, Borussiastr. 71: 3., 4. Bezirk: Primus, Zur Linde, Werder. Ecke Friedrich-Karl-Straße: 6. Bezirk: Lokal Lange, Ringbahnstr. 4. Referent Genosse Thiele; 7. Bezirk: Lokal Happeldt, Gottlieb-Dunckel-Str. 11. Referent Genosse Wille. 86. Abt. Mariendorf. Zahlabendc: 1., 2., 7. Bezirk: Reumeyer, Echäneberger Straße 68; 3. bis 6. Bezirk: Niendorf, Chousseestr. 19: 8. bis 10. Bezirk: Schröder, Friedenstr. 6. Tätigkeitsbericht der Bezirksverordneten.„Was erwarte» die Marieirdorfer von dem Etat für 1928?" 87. Abt. Marienfelde. Zahlabend bei Schuster, Kirchstr. 68, Vortrag:„Die Werbcwoche". 88. Abt. Lichtenrade. Schule, Roonstr. 2, Mitgliederversammlung. Erscheiueu aller Mitglieder ist Pflicht. Wichtige Tagesordnung. Neukölln. 89. Abt. Zahlabendc: 1. bis 4. Bezirk: Grommeck, Sanderstr. 10. Referent Genosse Schneider. 6., 7., 8. Bezirk: Will«, Reuterstr. 47. Refe. rcnt Genosse Michaelis. 6., 11., 12. Bezirk: Huch, Pannierftr. 53. Refe. renk Genosse Gültler. 9., 10., 18., 19. Bezirk: Fischer, Hobrechtstr. 64. Referent Genosse Schubert.— 90. Abt. Mitgliederversammlungen in sol- genden Lokalen: 13. Bezirk: Rüdiger, Lohrnühlenstr. 36. Referent: Ge- nosse Nndahl. 15. und 26. Bezirk: Jahn, Fuldastr. 45. Referent Genosse Rektor Schulz. 16. und 25. Bezirk: Ianicke, Iansastr. 11. Referent Ge. nosse Otto. 17. und 24. Bezirk: Lehmann, Tellstr. 8. Referent Genosse Stadtverordneter Schäfer. 22., 23. und 36. Bezirk: Schabeiko, Weichsel. straßc 5. Referent Genosse Dr. P. Levi. 34. und 43. Bezirk, Kleislner, Mllnchener Str. 53. Referent Genosse Dr. E. Witte. 35. Bezirk: Ideal. kassno, Weichselstr. 8.— 91. Abt. Zahlabcnde. 20., 21. und 39. Bezirk: Köster, Karlsgartcnstr. 4. 40. Bezirk: Lüddecke, Karlsgarten ftr. 12. 50. Be. zirk: Lokal„Zum Flughafen", Mahlower Str. 10. 38., 41., 49. Bezirk: Mäuselcr, München« Str. 23. 37., 42. und 48. Bezirk: Stahmann, Mün. chcner Ecke Reuterstraße.— 92. Abt. Zahlabende. Bezirke 31, 44, 45, 55: Lokal Kaiser-Friedrich-Str. 173 Ecke Roseggerstraße, Vortrag:„Das Kon- kordat". Referent Dr. Max Schütte.— 93. Abt. Zahlabende. 57. Bezirk: Keßler: Treptower Str. 91, Vortrog:„Europäische Kriegsgefahr" Refe. rent Emil Barth senior. 36., 58., 81. und 85. Bezirk: Thormählen, Hertz- bergftr. 22, Vortrag:„Außenpolitik". Referent Dr. Alexander Schönberg. 82. und 97. Bezirk: Lokal Zur Eiche, Kaiser-Fricdrich.Str. 112, Vortrag: «Zu neuen Kämpfen" Referent Etadrat Willi Kühne. 83., 84., 95. und 99. Bezirk: Pritzkow Richardstr. 53, Vortrag:„Das Arbeitslofenversichc. rungegesetz". Referent Hermann Harnisch, M. d. L. 96. und 98. Bezirk: Äöuig, Eannersir. 14. Siedlung im Bärwinkcl: Dortrag:„Eherecht". Refe. rent Genosse Ernst Ruhe».— 94. Abt. Zahlabendc: 51., 52., 68., 76. Be. zirk: Lokal Schröder, SteinMctzslr. 52. 64., 65., 66., 67., 77., 78. Bezirk: Lokal Günther, Schillerpron, enade 11. Vortrag:„China und sein Welt- Programm." Referent Ernst Falck.— 95. Abt. Lausch, Hermannstr. 199, Vortrag:„Reich, Staat und Städte." Referent Stadtrat Radtke.— 96. Abt. Zillmer, Rogatstr. 56, Vortrag:„Der Reichoschulgesetzentwurs". Referent Lehrer Viktor Krüger.— 97. Abt. Zahlabende. Bezirk 79, 89, 90, 91, 92: Kutzki, Lcinestr. 1. Bortrag:„Der Aufbau der llnternehmerorgani» sationen". Referent Bernhard Krüger. Bezirk 104, 105, 106: Krüger, Emser Str. 86/87 Ecke Rcißestraße. Bortrag:„Ferdinand Lassalle als Mensch und Kämpfer". Referent August Niemann.— 98. Abt. Zahl» abende: Bezirk 107. 108: Krüger, Kncs-beckstr. 48: 109.. 113.. 114. Bezirk: Gutzman», Mariendorfcr Weg 1. 110., III., 112. Bezirk: Becker, Delbrück- itraße 55. 99. Abt. Britz-Vuckow. gahlabende in allen Bezirken.— Bezirk Groß. Siedlung: Lokal Buschkrug, Rudower Etr. 43, Vortrag:„Sozialdemokratie»nd Wirt- schaftspolitik". Referent Kurt Heinig, M. d. R. 100. Abt. Rudow. Lokal Krüger, Bcndastr. 71, Iahlabcnd. Alle Mitglieder werden um ihr Erscheinen gedcic». 101. Abt. Treptow. Zahlabende: 1., 2 Bezirk: Stephan, Graeßstr. 1. Vor. trag:„Indien". Referent Genossr Furtwänaler. 3. bis 5. Bezirk: Oettinger, Kiefholzstr. 33/34. Achtung I Am 13. November findet die B«. stchtigung des Großkraftwerk» Klingenberg statt. 102. Abt. Baumschulenweg. Borgmann, Kiefholzstraßc Eckr Banmschulensiraße, Werbevcrsammlung. Vortrag:..Reichsschulg-setzcntwurs und Sozialdemo. kratie" Referent Dr. Richard Lohmann. Die Gcnossinnen und Genossen werden gebeten, recht zahlreich Gäste einzuführen. 103. Abt. Obcrschöuewcide. Imberg, Wilhelminenhofstr. 34, Lichtbildervortrag: „Au, der Waffenschmiede der SPD." Wir erwarten vollzähliges Er. scheinen sämtlicher Mitglieder. 104. Abt. Ricderschöncweide. Lolal„Zur Brückenklausc", Brückenstr. 15. Vor. trag:„Die Taten der Bürgerblockrcgierung". Rescrcnt Adolf Wuschick. 105. Abt. Adlershof. Lokal Vogel, Bismarckstr. 74, Dortrag:„Der Rcichsschul. gesetzentwurf". Refereni Felix Fechenbach. 106. Abt. Johannisthal. Lokal Schreiner, Friedrichstr. 6, Vortrag:„Das Arbeitslofenversicherungsgesctz". Referent Georg Reich. 107. Abt. Falkeaberg, Alt-Slienickc. Achtung! Mitgliederversammlung Mit!. wach, 12. Okiober(nicht wie irrtümlich angegeben am Donnerstag), im Lokal Zobian. Köpenickcr Ecke Grünauer Sträßc, Vortrag:„Der Reichs. schulgesetzentwurs". Referent Lehrer Faust. Die Bezirksführcr laden be- sonders ein. 108. Abt Ksvenick. Stodttheater, Friedrichstr. 6, Vortrog:„Partei und R-jch«. banncr. Referent Johannes Stelling, M. d. R. Die Reichsbannerkam«. raden sind eingeladen. 109.«bt. Friedeichshagen. Scholz, Friedrichstr. 81, Bortrag:„Der Bankerott der BUrgerblockregierung". Referent Viktor Schifs. Berichte. 116. Abt. Grünau. Zahlabcnd bei Werner, Köpenicker Str. 125, Bortrag: „Das Leben Ferdinand Lassalles". Referentin Margarete Schenkalowsky. Gäste sind eingeladen. III. Abt. Bohnsdorf. Zahlabend bei Heimann. Waltersdorfer Str. 100. Lichtenberg. 115. Abt. Seipkc, Kronprinzensir. 47, Ecke Echarnweberstraße, Bortrag:„Der Reichoschulgesetzentwurs". Referentin Hedwig Wochenheim. - 116. Abt. Lokal Albrecht, Boxhagener Str. 62, Dortrag:„Die moderne Ardeiterwohlfahrt unter Berücksichtigung der Lichtcnberger Verhältnisse".— 117. Abt. Schule, Lückstr. 60, Vortrag:„Der Reichsschulgesetzentwurf". Referent Rektor Max Kreuziger.„Warum Arbeiterwohlfahrt?"— 118. Abt. Tempel, Gudrunstr. 7, Varl rag:„Die Aufgaben der modernen Wohlfahrts. pflege". Referentin: Dr. Hellinaer.— 119. Abt. Cecilien.Lxzeum, Rat- hausstr. 8, Vortrag:„Zweck und Ziele der Arbcitcrwohlfahrt. Referent Genosse Michlcnz. Es wird um zahlreiches und pünktliches Erscheine» gebeten. 120. Abt. Friedrichsfcld«. Lokal Tempel, Prinzenallee, Vortrag:„Der Reich». schulgesetzentwurs". Referent Dr. Sicgsried Kawerau. 121. Abt. K-rlshorst. Deutsches Haue, Eiolzenselsstraße, Dortrag:„Arbeits. lofenverficherung". Referent Genosse Vollmerhaus.' 122. Abt. Diesdorf. Die Mitgliederversammlung fällt au». Die Mitglieder werden ersucht, die Versammlung der Freien Schulgemeindc zu besuchen. 123. Abt. Kaulcdorf. Lokal Esserich, Frankfurter Str. 55, Vortrag:„Der Reichsschulgesetzentwurf". Referent Stadtschulrat Ullrich. 124. Abt. Mahlsdors. Zahlabendc bei Anders, Bahnhofftr. 37, und im Lokal Nordstern, Hönower Etr. 48. Vortrag in beide» gahlabende»:„Die Ar. beltcrwohlfahrt". Erscheinen ist Pflicht. 125. Abt. Weißensee. Wirtshaus»um Pierdemarkt, Schönstraße, Portrag:„Der Deutsche Reichstag im Weltkriege"(aus dem Parlamentarischen Unter- suchungsausschuß). Referent Dr. Julius Moses, M. d. R. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. 127. Abt. Hohenschönbansen. Schule, Freienwalder Str. 5/8, Vortrag:„Wirt. schaftspolitische Maßnahme» der Rechtsrcgicrung als Ursachen steigender sozialer Kämpfe". Referent Theodor Kotzur. 128J1ZO. Abt. Pankow. Zahlabcnde 1. Bezirk: Roack. Kaiser-Friedrich-Str. 53, Bortrag:„Amerikanische Bertehrsvcrhältnisse au» eigener Anschaunng". Resercnt Hermann Amberg.— 2. und 2e. Bezirk: Willncrs Brauerei, Berliner Str., Lichtbildervortraa:„Au» der Welt de» arbeitenden Voltes". Vortragende Genossin Gotthels.— 3. Bezirk: Dreier, Kisstngcnslr. 4, Vortrag:„Soziale Gesetzgebung". Referent Dr. Fritz Schloß.— 4. Bezirk: Türkisches Zelt. Brciteftr. 14. Vortrag:„Sesangenensürsorge". Referent Max Krüger.— 5. Bezirk: Wolfs, Grunow» Ecke Schulstr.. Bortrag: .Rationalistische Politik". Referent Gustav Fuhs.— 6. Bezirk: Reumann, Mendel str 17. Bortrag:„Arbeiterdichtung". Vortragender Gustav«letnert. — 7. Bezirk: Sänaerheim. Floraftr 93. Vortrag:„Die Einstellung de» Arbeiter» zum neuen Staat". Referent Genosse Völkel.— 8. Bezirk: Forst- bau, Wollankstr. 115. Bortrag:„Hinein in den Staat*. Referent Robert Keller.— 9. Bezirk: Dohnkc, Wollankstr. 31, Bortrag:„Berufsberatung". Siefereilt Genosse Sckmrfftedl. Helnersdarf: Kahlabend im Lokal Tlnniusstr. 58. Bortrag:.Die Recht« der Schöffen und Geschworenen". Referent Rechtsanwalt Odornicker. Restloses Erscheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. 131. Abt. Niedcrschöuhanscn. Lokal Wilhelmshof, Koiser-Wilhelm-Str. 64, Vor- trag:„Bürgcrblock und Sosialdemokratie". Referent Erich Kuttner, M. d. L. 132. Abt.»lanleuburg: Lokal Klug. Dorfstr. 2, Vortrag:„Arbeiterschaft und Polizei". Referent Ernst Lildcbrandt. 133. Abt. Buchholz. Rossack. Hauptstr. 71, Vortrag des Genossen Josef Müblmann. 134. Abt. Buch. Lokal Göpfcrt, am Bahnhof. Bortrag:„Das Konkordat. Referent Erich Fracnkcl. Gäste willkolnmcn. 135. Abt. Karow. Lokal„K»m Pankgrasen", Pankgrasenstr. 3. Vortrag: „Bürgerblock und Sozialdemokratie. Referent Robert Fendcl. 136. Abt. Reinickendorf-Ost. Zahlabende: 1. bis 6. Bezirk: Rochaus, Residenz- straße 156. 7. bis 10. Bezirk: Eleinbach, Schillervromenade 48. 11. bis 14. Bezirk: Spindeler, Eccstr. 3. 15., 16. Bezirk: Rcnmann, Provinz. straße 108. 17. bis 21. Bezirk: Brückner, Provinz., Eck- Frllhlingstraße. 137. Abt. Rciaickendorf-West. Gemeinsamer Kahlabend im Bolkshaus, Schorn. weberstr. 114. Vortrag:„Das Arbeitslosenverflchcrungsgesctz." Referent Rudolf Karsten.. � 138. Abt. Hermedorf. Lokal Okrent, Bahnhof., Ecke Berliner Straße. Bor- trag:„Der Reichsschulgesetzentwurs." Referent Rektor Richard Schröter. Geschäftliches. Rege Beteiligung wird erwartet. 139--------.------—||--«— ____________ vcrsicherungsgelctz," 2. Teil, mit den Aussllhrungsdest:mmung?n. Referent Genosse Rotzolk. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Svmpathisicrcnde sind eingeladen. Abt. 140a Wittenau. Lokal Schulz, am Bahnhof. Vortrag:„Politische Streit. richter." Referent Paul Iudwan. 141 Abt. Rosentbal und Riederschönhausen-West. Gemeinsamer Zohlabend bei S-bwesig(frllhcr Milbradt), Waldcrscestr. 5. Vortrag:„Da» Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten." Referent Dr. Norbert Marx. Um zahlreiches Erscheinen sämtlicher Mitglieder wird dringend gebeten. 143. Abt. Waidmannslust. Lokal Dreißig, Waidmannstr. 4. Portrag:„Bürger- liche oder soziale Republik." Referent Stadtrat Eugen Rosemann. Donnerstaq, 13. Oktober. 5.«bt. 19(4 Uhr bei Engel, Barthelstr. 7, wichtige Funktionärsitzung. Er. scheinen ist Pflicht. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfabrt und Sinderschutz. 5. Krel» Friedrichshain. Heute, Dienstag, 11. Oktober. 19(4 Uhr, bei Rosin, er Str. 19, 1. Abend des Schulungskurfus:„Die Kriegsbeschädigten Gubener_______.______„JP__--------._ und Kriegerhinterbliebenenfllrlorge und»Versorgung." Referent Genosse Mcnde vom Reichsbunb der Kriegsbeschädigten. Interessierte Genossinnen und Genossen sind eingeladen Zrauenveranstallungen. 97.«bt. Renkölla. Heute, Dienstag, 11. Oktaber, 19(4 Uhr. treffen sich die Genossinnen bei Krüger, Emser Etr. 86-87. 28, Au». Zungsozialifien. Heute. Dienstag. 11. Oktober. Gruppe Lichtenberg: 19(4 Uhr in der Bibliothek, Weichselstr. 2l spracheabend.— Gruppe Tcmpclbos.Mariendors: 20 Uhr im Jugendheim Tcmpelhos, Gcrmaniostr. 4—6, 1. Abend der Vortragsreihe„Agrarpolitik." Referent Viktor Noack. Sterbetafel üer Groß-Serllner Partei-Grganifation 35. Abt. Es ist verstorben der Genosse Ferdinand Förster am Donnerstag, 6. Oktober. Seine Einäscherung findet am Mittwoch, 12. Oktober, 15 Uhr, in Baumschulenweg statt. 57. Abt.«haelottcnburg. Unser Genosse Dr. Leon s t k I n, Herberstr. 8, ist feinem schweren Leiden erlegen. Wir wollen diesem treuen Kampfer des Praletariats ein ehrendes Andenken bewahren. Sozialiftisthe flrbekterjugenü Groß-Serlln. Achtnag, Abteilungsleiter! Die Berichtsbogen für das 3. Quartal(Juli bi» September) sowie Monatsprogramme für November müssen abgeliefert werden. „Das lungc Deutschland." Im Anschluß an die Ausstellung spricht Erich Ollenhauer am Donnerstag, 13. Oktober, 20 Uhr, in der Festhall« de» Schlosse» Bellevue über„Internationale sozialistische Jugendarbeit. Jugendliche 30 PU Erwachsene 1 M. heute. Dienstag. 11. Oktober. ISVa Uhr. Einführungsabende mit besonderem Programm. Brvnnenplatz: Schule Wiesen., Ecke Pankstraße.— Schönhauser Borstadt! Schule Driesener Str. 22.— Senefeldcr-Liertel: Heim Tanziger Str. 62.—» Hasenhelde: Heim Porckstr. 11-— Renlölln I: Heim Sander», Ecke Hobrecht» ltraß«.- Neukölln VI: Heim Kanner, Ecke Böhmische Straße.— Reinickcndors. Oft: Seebad, Restdenstraße. Wcdding-Rord: Heim See». Ecke Turiner Straße. Mitgliederversammlung. — Fallplatz: Schule Eberswalder Str. 10.„Alt-Berliner Humor."— Rose». thalcr Vorstadt: Treffpunkt zur Hausagitation 18(4 Uhr Rosenthaler Platz (Normaluhr). Erscheinen aller Genossen ist Pflicht.— Schineberg I: Helm Hauptstr. 15.„Was sagt uns das Kommunistische Manifest?"— Westen II: Leim Bülowstr. 88.„Sexuelle Fragen," 1. Teil.— Wilmersdorf: Heim Wilhclmsaue.„Arbeiterdichtung."— Mariendorf: Alte Schule, DorFtr. 7. „Die proletarische Jugend im Kampf für den Sozialismus."— Neukölln II: Seim Stcinmetzstr. 114. Mitgliederversammlung.— Neukölln ni: Heim Wanz. lickstr. 7, Hof.„Das Rcichsschulgesetz."- Reukell» IC: Heim Rogatstr. 53. „Das Kuchthausbuch."— Köpenick: Heim Grünauer Str. 5. Aelterengrnppe: „Religion, Kirche und Sozialismus."— Hermedoef: Schule R oanstraße, 1 Tr., Zimmer 26„Unterm Sozialistengesetz."— Reinickendorf-West- Heim Seidel. straße 1„Alte Bundesstaate): uswD— Panlow-Rord: Leim GiWchstr 14. Ucbungsabend.— Halen sc«: Schule Ioachim-Friedrich-Str. 35— 36.„Völkerbund und China."_ vortrage, vereine und Versammlungen, Reichsbanner„Schwär, Rot-Gold" GelchältsNelle: Berlin S 14. Sebastianstr 37/38. Ha' i In G Lichtenberg nebst Untergruppen: Dienstag, U. Ottober, Uhr, Platzkonzert auf dem Augustaplatz und 20� Uhr auf dem Wilhelm» platz in ssriednchsfelde. Sämtliche Kameraden haben in Bundeskleidung auf beiden Plätzen den Ordnerdienst auszuüben. De* 3. und 4. Zug trifft sich um 19 Uhr bei Kam. Werner.— MittivoK, 12. Oktober. Mitte: Samtliche Käme- raden der 4. und 5. Kameradschaft nehmen an der Kundgebung der SPD. in der Oberrealschule Kleine frankfurter Str. ß, in der Polizeipräsident Zörgiebel spricht, teil. Prenzlauer Berg: 20 Uhr sämtliche Sportler Turnhalle Greifen. Hagener Straße, Einteilung. Köpenick(Kameradschaft): 19� Uhr spricht Kam. Stelling im großen Saal des Stadttheaters in Köpenick in der Mitgliederver. fammlung der SPD. über„Partei und Reichsbanner". Wir ersuchen alle Käme. raden sich daran zu beteiligen.— Donnerstag, 13. Oktober. Mitte: 20 Uhr Versammlung der Iungkameraden und Eäiutzsportlcr bei Gorni,��Gart?nftr. 6. Prenzlauer Derg, Kameradschaft Falke: Versammlung u» 20 Uhr bei Zeuge, schaft Balkan bei Bogel, Iablonskistr. 9.— Ritte: Die 6. Kameradschaft beteiligt sich am Mittwoch, 12. �Oktober, 19� Uhr, an� de? Kundgebung der SPD. in Büttners Festsälen, Schwedter Straße. Gauvorstand. Die Sanitätszugführer und deren Stellvertrete? versammeln sich am Sonnabend, 15. Oktober, 18 Uhr, im Eauburcau, zu wichtiger Besprechung. Freie Mensche« i. V. Bezirk Tiergarten. Dienstag. 11. Oktober, 19� Uhr, Lehrter Str. 18, Zimmer 1, Bezirksadend:„Unsere Ziele". Den Sieg errin gt däiS größere Können. Wen dos Beste leistet, der hat den Ruhm und die Gunst. Siegreich h leiht die vom Beifall umtoste Sosetti«luno Berlins meisigerauchie 4L Cigoreiie Nr. 4«0 ♦44.�af>rgoft0 2. Seilage öes vorwärts Vienstag, 11. Oktober m7 Kartellkrise für Zement. Rebellion der großen Werke.— Außenseiter drücken die Preise. In den deutschen Zementkartellen kriselt es schon lange. Jetzt rebellieren die Großen gegen die Kartellpolitik. Am 30. Juni hatte unter Führung des W i ck i n g-Konzerns die überwiegende Mehr- heit der dem We st deutschen Zementverband angeschlosse- neu Unternehmern ihre Mitgliedschast zum 1. Januar 1928 gekündigt. In der Zwischenzeit haben die Beteiligten noch keine Einigungs- sormel für die Erneuerung des Syndikatsvertrages gefunden, so daß mit der Möglichkeit einer verbandslosen Zeit in d-r bisher bis zur Höchstform durchorganisierten Zementindustrie gerechnet werden muß. Das Auffliegen des Westdeutschen Ver- bandes würde aber nicht allein auf das Gebiet der westdeutschen Werke zurückwirken, sondern durch dos Erlöschen der Verträge mit dem Nord- und Süddeutschen Zementverband würden auch diese Verbände und damit die gesamte deutsche Zementindustrie in Mitleidenschast gezogen werden. Die Verbandskündigung im Juni konnte nicht überraschen. Das Auftreten neugegründeter Außenseiterwerke auf dem Portland- zementmarkt hatte die den Verbänden angeschlossenen Unter- nehmen, und zwar in erster Linie die stärksten und am besten durch- organisierten Werke, schon in den Frühjahrsmonaten beunruhigt. Die überspannte Preispolitik der Syndikate, die aus der Sicherheit einer Monopolstellung heraus im Inland angewandt wurde, ermöglichte es den Außenseitern, die Preise be- deutend zu ermäßigen und trotzdem noch gut zu verdienen. Zwar versuchten die Syndikate mit den brutal st en Mitteln die Außenseiter durch Aufkauf von Kaltlagern und Erwerb von Grund- stücken, der den neuen Werken die Verbindung zum Fluß- und Bahntransport abschnitt, zu erdrosseln, doch konnten sie damit der Auhenseiterbewegung nur teilweise Herr werden. Auch hatten die rigorosen Maßnahmen gegen die Zement Händler, denen ein Zusammenarbeiten mit Außenseitern nachgewiesen und daraufhin der hohe Händlerrabatt entzogen wurde, nicht den gewünschten Erfolg. Neben den Portlandzement fabrizierenden Außenseitern tritt die Konkurrenz der Hüttenzementindustrie, die einen gering- wertigeren ober erheblich billigeren Zement auf den Markt bringt, immer stärker in Erscheinung. Am unangenehmsten macht sich dieser neue Konkurrent natürlich in Westdeutschland, der Heimat der Schwerindustrie, bemerkbar, wo in den letzten Monaten bei dem Klöckner-Konzern, der Gutehoffnungs- Hütte und dem Stahlwerk H o e s ch sehr leistungsfähig« Zementwerke errichtet wurden. Auf der Kohle fußend, die einen wichtigen Kostenfaktor der Zementindustrie darstellt, können die hülkenwerke ohne Schwierigkeil die Syndikalszemevl- preise um 4L— S0 Proz. unlerbieleu. Bisher besteht zwar noch ein Kartellvertrag zwischen dem West- deutschen Portland- und dem Hüttenzementverband in Düsseldorf, der eine bestimmt« Preisdifferenz in sich schließt, jedoch machen sich mit dem Erstarken der Hüttenzementindustrte schon jetzt Strömungen bemerkbar, die auf Auflösung dieses Ver- träges hinarbeiten. Da die Zementpreise von den Syndikaten so angesetzt sind, daß auch die am teuer st en arbeitenden Werte noch daran verdienen, so ist es erklärlich, daß die besten Werke, wie der Wicking-Konzern, rebellisch werden und nicht aus Kosten ihres Absatzes die unrentablen Werke mit Hilfe der starren Verbandspreise durchschleppen wollen. In diesen Preisdifferenzen liegt der Kern der ganzen Verbands- trise. Zwar wird von den Zementverbänden immer wieder daraus verwiesen, daß der Zementpreis seit zwei Jahren stabilisiert sei, während Gestehungskosten(Kohle, Löhne usw.) gestiegen seien. Es wird jedoch nicht hinzugefügt, daß in der schweren Baumarkt- trise 192S, wo die B a u st o f f p r e i s e st a r k fielen, der Zementpreis unverändert hoch blieb und auch heute noch trotz des Ansteigens der übrigen Baustoffe über dem Reichs- index für Baustoffe liegt. Die Zementindustrie könnte die bestehenden Schwierigkeiten mit den Außenseitern und die kommen- den mit den Hüttenwerken sehr leicht beseitigen, wenn sie sich zu einer wirksamen Preisermäßigung entschließen würde, anstatt sich mit einer Herabsetzung der Preise um% Proz., wie sie kürzlich erfolgte, vor der Oeffentlichteit lächerlich zu machen. Daß sie dazu ohne weiteres in der Lage ist, zeigt ihre hohe Rentabilität der Werte, die 1926 im Durchschnitt bereits 7 bis 10 Proz. betrug. Auch die sehr interessanten Verhandlungen des Norddeutschen Zementverbandes mit der ober- schlesischen Montanindustrie lassen darauf schließen, daß die Zementindustrie die Preise herabsehen kann, wenn sie nur will. Die oberschlesische Montanindustrie, die bereits eine eigene Gesellschaft zur Errichtung von Zementwerken gegründet hatte, ver- zichtete auf den Bau von Außenseiterfabriten, nachdem ihr der Norddeutsche Zementverband, wie es vorsichtig heißt, besonders günstige Lieserbedingungen eingeräumt hatte. Daß in diesen Bedingungen erhebliche Preisermäßigungen enthalten sind, ist ohne weiteres klar. Was aber einer Industrie« gruppe recht ist, sollte dem Baugewerbe und der gesamten deutschen Wohnungswirtschaft zehnmal billig sein. Oder halten die Syndikatsherren die Vertteter der Länder und Kommunen für so großzügig, daß sie bei der Verteilung öffentlicher Bauaufträge weiter die hohen Verbandspreise zahlen, während in industriellen Geheimabkommen von rein privatwirtschaftlicher Bedeutung die Preise ermäßigt werden? Wie der Deutsche Zementbund mitteilt, wird für 1927 mit einem Gesamtversand von rund 7 Millionen Tonnen gerechnet. Damit hat der Absatz das bisherige Rekordjahr 1913 wieder erreicht und den Durchschnitt der drei letzten Jahre um fast 30 Proz. übertroffen. Daß trotz dieses glänzenden Absatzes die gesamte Leistungsfähigkeit der Werke nur zu 60 Proz. aus- genutzt ist, zeigt mit aller Deullichkett die Sinnlosigkeit der Zkeugründungea. die produktionstechnisch überhaupt keine Existenzberechtigung hätten, wenn sie nicht durch die rücksichtslose Preispolittk der Syndikate. künstlich gezüchtet würden. Im übrigen hat die Monopol- stellung der Zementindustrie, die durch den hohen Schutzzoll von 25 Proz. des Wertes bisher von ausländischen Werten nichts zu fürchten hätten, durch den Abschluß des deutsch-sranzösi- scheu Handelsoertrages bereits ein kleines Loch erhatten, da auf dem süddeutschen Markt das Eindringen der elfässischen Industrie schon fühlbar wird. Wohl oder übel werden die Zement- syndikate daher dieser neuen Konkurrenz bei ihrer künstigen Preis- Politik Rechnung tragen müssen. Wie sich die Dinge im Westdeutschen Verband bis zum Ablauf des Kündigungstermins entwickeln werden, ist noch nicht zu ersehen. Soviel steht fest, daß er unter den bisher geltenden Preis- und Ouotenbestimmungen nicht wieder zusammenkommt. Sollte der Starrsinn der Syndikatsleiter es zur Auflösung kommen lassen, die Preisdittatur aus dem Zementmarkt aufhören oder nach späterem Wiederzusammenschluß gemildert sein, so könnte die Krise in den Zementverbänden sich auch volkswirtschaftlich nur nützlich erweisen. B— e. Reichsamt und ReichslanöbunS. Merkwürdige Praktiken des Statistischen Reichsamts. Als wir seinerzett(.Vorwärts' vom 13. August, Nr. 380) aus der amtlichen Statistik den Schluß zogen, daß der landwirtschaftliche Großgrundbesitz bei der Erhebung der Reichssteuern vor dem Klein- besitz bevorzugt werde, glaubte der Landbunddirektor Herr v. S y b e l in seiner Erwiderung(vergl.„Vorwärts' vom 21. August, Nr. 394) feststellen zu sollen, daß das Organ des Statistischen Reichsamts, die Zeitschrift.Wirtschaft und Statistik', sich unglücklich ausgedrückt hätte. Wir fanden seine Darlegungen sehr eindrücklich und erblickten in ihnen«inen guten und willkommenen Auszug aus dem großen Bande 337 der.Statistik des Deutschen Reiches über die Vermvgensbesteuerung vor und nach dem Kriege'. Aber der Land- bund bzw. das ihm ergebene Reichsemährungsministerium bohrt« beim Statistischen Reichsamt, und das Reichsomt hat ihm einen neuen Bärendienst erwiesen. Das neueste Heft von„Wirt- (chast und Statistik' enthält einen Nachtrag zu dem Aufsatz über .vermögen, Umsatz und Einkommen der deutschen Landwirtschaft'. Der„Nachtrag" beginnt mit den Worten:„Aus den auf Seite 633 Absatz 3 verösfentlichtien Zahlen, die dem Band 337 der Statistik des Deutschen Reiches entnommen sind, ist in der Presse, wohl infolge einer mißverstandenen Ausdrucksweise, mehrfach der Schluß gezogen, daß die Veranlagung zur Vermögenssteuer die Klein- besitze? unter Schonung der großen schärfer erfaßt hat. Zu derartigen Schlüssen Stellung zu nehmen, ist nicht Ausgabe der Stattstik. In vorliegendem Falle ist jedoch die Bedeutung des ver- öffentlichten Zahlenmaterials in wesentlichen Punkten mißverstanden worden. Das gibt Veranlassung, zu den veröffentlichten Zahlen einige Erläuterungen zu geben.' Da unseres Wissens nur der„Vorwärts' mit dieser Anrede ge- meint sein kann, müssen wir uns zunächst wundern, daß uns das Statistische Reichsamt Mißverständnisse vorwirst, ohne zu sagen, worin sie bestehen: denn die.Erläuterungen', die dann folgen, beschästigen sich nicht mit unseren Ausführungen und bringen keinerlei Material zur Klärung der umstrittenen Frage bei, von der das Statistische Reichsamt selbst sagt, daß zu ihr Stellung zu nehmen nicht Ausgab« der Statistik sei. Im Gegenteil bestätigt das Sta- tiftische Reichsamt weitgehend unsere Auffassung. Es führt wört- lich aus: „Der Vermögenssteuer 1924 lagen die Wehrbeitrags- werte zugrunde, bei denen noch vielfach die kleineren Betriebe mit Rücksicht auf ihr je Flächeneinheit höheres Gebäude- und Jnventartapital verhältnismäßig höher bewertet worden sind, ins- besonder« soweit die Bewertung nach dem gemeinen Wert erfolgt ist. Diese Ungleichmäßigkeiten zu beseitigen war u. a. Ausgabe der für diese Veranlagung gesetzlich angeordneten Berichtigung der Wehrbeitragswcrt«: ob trotzdem in dieser Hinsicht in g«- wissem Umfange eine verschiedenartige Bewertung stattgefunden hat, kann aus den Statistischen Ergebnissen nicht entnommen werden.' Das Statistische Reichsamt stellt also fest, daß die Grundlage der Vermögensveranlagung für den Kleinbesitz nach- t« i l i g war. Es behauptet, man habe versucht, diese Ungerechtigkeit zu mildern. Ueber den Erfolg dieser Bemühungen könne es aber nichts feststellen. Wir fragen das Statistische Reichsamt, ob es wirk- lich ganz unmöglich ist, die berichtigten mit den ursprünglichen Wehrbeitrogswerten nach den einzelnen landwirtschaftlichen Betriebs- größentlassen zu vergleichen und fordern es auf, wenn irgend möglich, einen solchen Vergleich vorzunehmen. Dann wird sich, ja zeigen können, wem die Berichtigung zugute kam, dem Groß- oder dem Kleinbesitz. Als feststehende Tatsache darf aber wohl angesehen werden, daß auch der erste sich erfolgreich bemüht hat, die Werte seines Besitzes möglichst tief herunterzudrücken. Es ist unwahr- scheinlich, daß den landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetrieben das ebenso gut gelungen ist. Denn die Berichtigung der Wehrbeitragswert« erfolgte, genau wie die Neubewertung des landwirtschaftlichen Besitzes, unter hervor- ragender Mitwirkung der völlig vom landwirtschaftlichen Groß- grundbesitz abhängigen Landwirtschaftskammern, die die Interessen ihrer Dorstandsmitglieber und die ihrer guten Freunde dabei Ichwerlich vernachlässigt haben. Das Statistische Reichsamt zieht daraus, daß eine Neubewertung stattgefunden hat, den kühnen Schluß, daß für diese späteren Bermögenssteuer/>eranlagungen aus der Veranlagung für 1924„keinerlei Schlüsse gezogen werden können". Offenbar hält der Landbund es nict� gerade für opportun, daß die klaren Zahlen der amtlichen Statistik'als Maßstab agrarischer Steuergerechtigkeit verwandt werden. Das gibt aber dem Statistischen Reichsamt noch nicht das istecht, zu behaupten, daß die Dinge so stünden, wie sie eben nicht stehen. Es ist unrichtig, daß die neuen Veranlagungen auf anderer Grundlage aufgebaut waren als die von 1924: die Gesetze haben sich freilich geändert, aber ihre Auslegung liegt in den Händen derselben Interessen- t e n. die 1924 nach der amtlichen Stattstik den Grohbesitz so niedrig veranlagten. Hier hat das Stattstische Reichsamt mit den Worten „andere Grundlage' den wahren Tatbestand verdunkelt. den vor wenigen Monaten noch Gen. Hertz im Steuerausschuß des Reichstages unwidersprochen dahin charakterisieren konnte, daß die Vertreter des Großgrundbesitzes allgemein zu niedrige Werte für sich durchzusetzen verstanden. Auch im Statistischen Reichsomt sollte der Unterschied, der zwischen theoretischer Gesetzgebung und praktischer Gesetzeshandlung besteht, nicht unbekannt sein. Die Grundlagen der letzten blieben aber unerschüttert und sind nicht .andere' geworden. Der Reichslgndbund braucht sich dieses„Nachtrags' nicht zu freuen. Er stallt amtlich fest, daß in der Vorkriegszett die von uns behauptete Steuerungerechttgkeit bestand, und er bringt nicht den geringsten Beleg dafür, daß das in der Nachkriegszett anders geworden ist. Gegen öen Wucher der Sanken. Rebellion von Industrie und Handel?— Es wäre Zeit! Der.Vorwärts' hat sofort nach der Diskonterhöhung, als die Vergrößerung der Zinsspanne durch die privaten Banken bekannt wurde, diese als ungerechtfertigte Verteuerung des Kapitalpreises und als Wucher gebrandmarkt. Jetzt wird bekannt, daß die großen wirtschaftspolitischen Organisationen der Industrie und des Handels gegen die Willkür der Banken zum ersten Male sich nachdrücklich aus- lehnen wollen. Im Reichsverband der Deutschen In- d u st r i e und im Reichsverband des deutschen Groß- undUeberseehandels haben Besprechungen stattgefunden, um gegen die von den Banken vorgenommen« Vergrößerung der Zins- spanne Schritte zu unternehmen. Die beiden Spitzenverbänd« sind jetzt auch miteinander in Fühlung getreten, um sich nach Möglichkeit über«in gemeinsames Vorgehen zu verständigen. Noch in dieser Woche soll ein« endgültige Stellungnahme und eine gemeinsame Beschlußfassung erfolgen. Dieses Vorgehen ist zu begrüßen. Es ist in hohem Maße be- dauerlich, daß es nicht schon sehr viel früher geschehen ist. Daß es geschieht, ist sicher eine Folg« davon, daß die günstige Konjunktur- entwicklung der Privatwirtschaft etwas mehr Ellenbogenfreiheit gegenüber den Banken geschaffen hat. In der Tat besteht nach wie vor«in privates Bankenkartell In Deutschland, das sich durch seine Kartellmacht« heute ebenso wie schon vor drei' Jahren außerhalb der Preisgesetze des Geldmarktes bewegt und insbeson- der« die Zinsspanne willkürlich diktiert. Hoffentlich ergreift auch die Reichsbank die Gelegenheit, die Hilfe, die ihr aus der Jnvustri« er- wächst, zu einer gesunden Kapitalpreisregelung zu benutzen. Me wird Zhnen, Herr Reichswirlschaflsminister? Im vorigen Dezember hat es mit Recht Aufsehen erregt, daß der Rcichewirt- slhaftsminister seinen vorher ablehnenden Standpunkt gegenüber den Anträgen auf Erhöhung der Kalivreise aufgegeben hat. Wie falsch das war, hat die Entwicklung der Kaliindustrie in diesem Jahre gezeigt'. Wie das Bankgeschäft C. M. Piepenbrink in Düsseldorf in einer Sonderuntersuchung feststellt(es ist auch allge� mein bekannt), ist der diesjährige Absätz des Kalimarktes rapid ge- wachsen. Seit Anfang 1927 ergibt sich gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres ein M« h r a b f a tz von 1,31 Millionen Doppelzentner. Da die Preise gegenüber dem vorigen Jahre erhöht worden sind, ergibt sich'für die ersten neun Monate 1927 gegenüber dem Vorjahre eine Mehreinnahme von rund 29 Millionen Mark. Selbstverständlich hat der große Mehr- absatz die Selbstkosten erheblich gesenkt. Eine Preiserhöhung war also vollständig überflüssig. Sie war aber auch in hohem Maße für die Kaliverbraucher schädlich, denn die 30 Millionen Mark, die der Reichswirtlchastsminister, zusammen mit den rabatthungrigen Vertretern der Landwirtschaft im Kalisyndilat, der Kali- industrie zugeschanzt haben, hätte die Landwirtschaft sparen und zu noch größerem Kaltbezug oder zur Intensivierung der Be- triebe verwenden können. In Preisfragen hat der Herr Reichswin- schaftsminister später ja etwas gelernt. Es ist aber jehr bedauerlich, daß er bei den Kalipreisen dieses klassische Beispiel un- sinniger Preiserhöhung verantwortlich mit- geschaffen hat. 20 Millionen Dollar langfristiges Auslandsgeld hat sich jetzt auch die C o m m« r z- u n d P r i o a t b a n k in New Park verfchasst(für zehn Jahre), nachdem ihr die Deutsche Bank mit 25 Millionen Dollar(für fünf Jahre) vorangegangen war. Man wird annehmen können, daß auch bei der Comnierz- und Privatbank dies« Anleihe der Umwandlung kurzfristiger Schulden in langfristige dienen fall. Wie schon bei der Deutschen Bank, werden auch in diesem Falle in New Pork verzinsliche Dollarnoten ausgegeben. Neues Geld, das muß festgestellt werden, kommt damit nach Deutschland nicht hin- ein, weil es sich nur um eine Schuldumwandlung handelt. Beteiligungen In zehn verschiedenen Währungen weist in ihrer Bilanz die Bant für elektrisch« Unternehmungen in Zürich aus, die wohl als die bedeutendste internationale Holding- Gesellschaft für Kraftwerke und elektrische Aerkehrsunternehmungen anzusprechen ist. Auf ihr Kapital von 51,5 Millionen Schweizer Franken verteilt sie für 1926/27 eine Dividende von 10 Proz. gegen 8 und 9 Proz. in den Vorjahren. Unter den Beteiligungen werden 30 bedeutende Kraftverkehrs- und Finanzierungsgesellschaftcn ae nannt, darunter acht deutsche Kraftwerke und Elektri z i t ä t s s i r m e n. Die Beteiligungen sind mit 37,5 tum rund 10 Millionen mehr als im Vorjahre) Millionen Franken ausgewiesen. An Vorschüssen und Einzahlungen auf Syndikatsbeteiligungen werden rund 35 Millionen Franken unter den Aktiven aufgeführt. Be- merkenswert ist, daß die Züricher Holding- Gesellschaft auch nicht»ncr heblich an der neuen K o h l e v e r e d l u n g s- A G. n n d den Schwel werken Minna-Anna beteiligt sind, die bekanntlich dem AEG.- Konzern gehören. Nur Chlorodont die Qualitäts-Zahnpaste von mehr als 5 Millionen Menschen allein in Deutschland als bestes Zahn- und Mundpflegemittel im Gebrauch. Besondere Vorzüge: 1. macht die Zähne blendend weiß, 2. entfernt häßlich gefärbten Zahnbelag, 3. beseitigt unangenehmen Mundgeruch, überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf.— große Tube 1 Mk.— Chlorodont-Zahnbürsten 1.25 Mark, für Kinder 70 Pfg. Chlorodont- Mundwasser Flasche 1.25 Mark. Man verlange nur Chlorodont vauerruüern auf der Gberspree. Scharfe Rennen— gute Zeiten! Auf der Oberspree fand am Sonntag vormittag das Dauer- rudern der freien Ruder- und Kanuoereine statt. Start und Ziel befanden sich beim Bootshaus„B o r w ä r t s", gegen- über dem Plänterwald. Die Strecke, Bootshaus Vorwärts— Rohr» mallinfel— Köpenick(Wendepunkt)— Bootshaus Vorwärts, ist etwa 17,5 Kilometer lang. Wenn man van kleinen Hemmnissen auf der Strecke, verursacht durch rücksichtsloses Fahren einiger Motorbootsbesitzer, absieht, sonnten die einzelnen Rennen bei verhältnismäßig günstigem Wetter, reibungslos abgewickelt werden. Man sollte eigentlich vor- aussetzen, daß die nicht an einem Rennen beteiligten Sportboote allen im Rennen liegenden Booten, die �ja durch eine große Start- nunimer leicht erkennbar sind, nach Möglichkeit Raum geben, das wäre sportliche Pflicht. Auch wäre es zu wünschen, daß der Wasser- schütz in dieser Hinsicht etwas mehr Entgegenkommen zeigen würde. Die einzelnen Rennen selbst waren äußerst scharf, so daß 'gute Zeiten, besonders von den Junioren, gefahren wurden. Die Vereine haben wieder guten Nachwuchs. Der Vierer für Junioren, der die beste Besetzung aufzuweifeir hatte, wurde von einer Ansüngerwannschaft des Ruderoereins„Vorwärts" in sehr guter Zeit gewonnen. Der„Einer" war gleichfalls gut de- setzt und auch hier wurden durchweg gute Zeiten erzielt. P a e tz e l von der„Bereinigung der Ruderfreund«" gewann vor Schramm vom„Vorwärts". Den Doppelvierer für Junioren ge- ivann der„Ruderverein Freiheit" vor der„Pichelsberger Ruder- gesellschast". Das Hauptrennen der Ruderer, der Doppelvierer für Senioren, wurde von der guten Mannschaft der„Pichels- bergcr R u d e r g e se l l s cha f t" vor einer Mannschaft des Rudervereins„Vorwärts" gewonnen. Es wäre interessant gewesen, die bisherige, alte und ungeschlagene Mannschaft des Ruderoereins „Vorwärts", die leider diesmal nicht gemeldet hatte, im Kampfe mit der Pichelsberger Mannschaft zu sehen. Zu dem Ä a n u r e n n e v, bei denen die Strecke für die ge- mischten Mannschaften aus 9 Kilometer verkürzt war, waren 49 Mel- düngen abgegeben. Erstmalig ivaren Rennen für„Dreier" und „Vierer" ausgeschrieben. Vergleicht man die Zeiten der Dreier- mit denen der Vierermannschaften, so hat die kombinierte Sieger- mannschaft„C o l l c g i a- B u t a b" vom Dreierrcnnen für Junioren eine sehr gute Zeit gefahren. Das Vierer- rennen gewannen die„Freien Kanufahrer Berlin" vor den „Freien Schwimmern Charlottenburg". Sehr gut schnitt der „Freie Kanu verein Stralau" ob. Bon fünf Rennen, die er besetzte, konnte er vier gewinnen. Auch die PRG. konnte ein Rennen gewinnen. Das Doppelkajakrennen für Senioren wurde von der„Freien Kanuvereinigung ischweissterne" gewonnen. Die Mannschaft der„Freien Kanufahrer Berlin", welche die beste Zeit fuhr, kam hier um ihren Sieg, weil sie nach den Vorschriften der Wettfahrordnung nicht hätte starten dürfen. Sie mußte daher disqualifiziert werden. arpkbnilie: Ruderer, Eine, mit Ltcurrman»! t. Ruderfieunbe Min.: 2. Rorviirts ÜS.öö Min.— D»ppcl,i»cici für Junioren: greilieit 87,10'» Min.— Doppel, weier fiir Senioren: Rudcrfreunde 84,-43l,i Min.— Doppelzweier für üiqderer übet 35 Jahre: ssrejhcit 92.1?1:. Min. P Ricmcnoierer für Znuioreu: I ipcmätto Tö.i" OTm.:'2;z?vfiIicit 77,44',:. Min.- Doppelvierer für Junioren: I. Jtnhcit 75,04 Min.: 2. PRS. 75.4, i. Min.— Dovpeloicrer für Senioren: I ToBffi. 72,33 Min.: 2. PorwSrt» 74,35� Min.—«annfahrer. Doppeltajak, ZUufsr 2a: J. PRG. 47,18',: Min.: 2. Schwiminer-Charlottenburg 52,0i>'4 Min. ZilafU 4a: T. Kanuvercin Stralau Sa.5S'4> Min.: 2. ssichtc' 52,2t g: Min. «läge-a. Junioren: 1. Äanurcrein Stralau 103,8 Min.: 2. Schwcifsternr t07„55?u Min. Ataffr 2a Rnlönqer: 1.»anuoerein Stralau 110,37� Min.: 2 Rrconianio 112,38-7. Min. klaffc 5a Senioren: 1. Schweifsterne 102,273i Min. Dreier für Junioren: 1. Collezia-Biitab 93,52-s Min.: 2. Jrcie Turnrrfchait 07.33 Min.— Vierer: 1. Z«B. 90,54% Min.: 2. Schwimmer Charlottenbnrg 95 Mi»._ Die Werksportvereine. Eine Rundfrage der Gewerkschaftsschule. Der Leiter der Berliner Gewerkschaftsschule, Genosse F. F r i ck e, !>erösscntlicht jetzt das Ergebnis einer Rundfrage unter den Betricbsrät«n der Berliner Großindustrie über den W c r k s p o r i: Douach existieren zurzeit in 2 5 großen Werken Sport- a b i e i l u n g e n, die bei einer Gesamtbelegschaft von 153 000 Be- schästigten rund 7500 Mitglieder aufweisen. Die meisten dieser Ber- eine wurden auf Beeinflussung der Firma gegründet, fast alle erhalten auch Zuschüsse von den Unternehmern. Die Sportkleidung wird in 21 von 25 Bcreinen geliefert. In vier Ver- einen wird kein Beitrag erhoben, die anderen Bcrcine erheben geringe Beiträge 16 Betriebe stellen Sportplätze usw. zur Ver- fügung: in manchen Werken genießen die Sportler Sonder- Vergünstigungen. Fr icke kommt zu dem Schluß, daß die iltzertsportvereine in den weiiaus meisten Fällen ein Mittel der Unternehmer sind,„die Arbeiterschaft zu neutralisieren, ihr Interesse von allen Fragen abzuwenden, in denen der Arbeitgeber«in« SleUungnahm« nicht wünscht". Er sagt ganz richtig, daß es den Firmen nicht darum zg tun ist, die Gesundheit der Arbeiter zu fördern, da jllr diese Zwecke die vorhandenen Arbeiter-Turn- und Sportvereine vollauf genügen. Scharf« Be- kämpfung der Werksportvereine ist daher ge- boten, zumal viele von ihnen im gelben oder deutschnationalen Fahrwasser segeln.___ Aunktionarfchulungskurse der„Ralurfreunde". Unter zahlreicher Beteiligung führte der Gau Brandenburg des Touristenvereins„Die Naturfreunde"(Zentrale Wie») für seine Funktionäre in Wistbrandenburg am 24. und 25. September in Kirchmöser an der Havel und für die Lausitz und Ostbrandenburg am 8. und 9. Oktober in K o t t b u s.zwei gut verlausene«chulungsturse durch Es galt dabei vor ollem das theoretische Fundament für die Gruppenarbeit zu stärken. Auch aus Landsberg an der Warthe und Frankfurt an der Oder waren Ver- treter erschienen. Im ersten Teil sprach der Gauobmonn, Genosse Willi B u l a n- Berlin, über„Geschichte und Sinn derNaturfreunde- b e w e g u n g". Aus der historischen Entwicklung heraus skizzierte er dabei Wesen und Inhalt der Wanderbewegung überhaupt und der proletarischen insbesondere. Praktische Hinweise aus die Tätig- keit in dieser Bewegung gab Genosse Fritz Menzel- Berlin in seinen Darlegungen über„F ü h r« r b i l du n g". Fragen im Wandertechnischen, in der Ralurbetrachtung und in den praktischen Erziehungsausgaben auch bei der Charakterbildung wurden zur Linie dieses Themas. Den ideellen Charakter des Wanderns� behandelte Genosse Adolf L a u- Berlin in seinen Referaten über„Soziales Wandern" und„Die Naturwissenschaft im Dien st e unserer Arbeit". Anregende Diskussionen zu allen Punkten zeigten die große Anteilnahm« der Funktionäre. Gaumeisterschaflen in..Solidarität". Der Gau 9(Provinz Brandenburg) des Arbeiter Radfahrer- bundes Solidarität bringt am Sonnabend, dem 15. Oktober, im Soalbau Friedrichshain seine Meisterschaften im Kunst- und Rcigcnfahren Radball- und Rodpolospiel zur Austragung. Zu den ausgeschriebenen Wettbewerben liegen 55 Meldungen vor. Jüterbog, Friedrichshain N. L., Pritzerbe und Neukölln haben ihre Jugendmannschaften gemeldet. Ihre Damen entsenden die Ortsgruppen Luckenwalde und Reinickendorf. Im Achter-Farbenreigen werden die Mannschaften von Neukölln, Luckenwalde, Friedrichshain N. L., Caputh und Rathenow gegen den Bundesmeister an den Start gehen. Je vier Mann- schaften werden im Sechser-Kun st reizen der Klasse A und B um die Gaumeisterschaft kämpfen. Bei den Kunstfahrern liegen acht Meldungen vor, hier dürste es schwer sein, den bisherigen Goumeistern Mulack-Burdack, Köpenick, die Meisterschaft streitig zu machen. Im A ch t«"r- K u n st r e i g e n Klasse A geht der bisherige Bundesmeister Luckenwalde ohne Gegner an den Start. Bei den Radbali- und Radpolospielen dürfte es zu interessanten Kämpfen kommen, da insgesamt 23 Meldungen vorliegen. Die Ausscheidungsspiele im Radball beginnen um 14 Uhr, die Vorwett- bewerbe im Reigen und Kunstfahren um 17 Uhr. Das Haupt- programm beginnt um 19 Uhr. Es dürste für alle Anhänger des Saalsportes«in genußreicher Abend sein. Ein- trittskarten im Borverkauf 1 Mark sind im Fahrradhaus „Frisch Aus", Leussesstraße 19, bei Rückert, Steinmetzstraß« 36 a, bei Reinke, Grünauer Straß« 17, bei Wittschuß. Petersburger Straße 5, bei Glade, Schönhauser 2UIee 164, erhältlich. Sportverkehr mit Rußland gesperrt. Mißbrauch der Richtlinien durch die KPD. Die Kommunisten haben es nun glücklich soweit gebracht, daß der„Arbeiter-Turn- und Sportbund" sich genötigt gesehen hat. den sportlichen Berkehr mit Rußland vorläufig zu sperren. Bekanntlich hatte die Luzerner Sport-Jnternationale auf dem Pariser Kongreß Richtlinien festgelegt, unter deren Beob- achtung ein sportlicher Verkehr mit den ihr fernstehenden Verbänden stattfinden tonnte. Diese Richtlinien sehen vor, daß der Verkehr nicht zu politischen Zwecken ausgenützt werden darf. Die KPD. und der von ihr betreut« „Rote F r.o n t.t ä m p f e r b u n d" haben sich skrupellos über diese Bestimmungen hinweggesetzt und in den Städten, in denen sie Ein- fluß haben, mit den Russen politische Demo»- strationen veranstaltet, bei denen die üblichen Reden gegen die„Sportreformisten" geschwungen wurden. Die russischen Sportler haben sich diesem Mißbrauch nicht immer zu entziehen ver- mocht, wenn auch zugegeben werden mag, daß sie von dem Treiben ihrer deutschen Genossen wenig erbaut waren. Um den Be- schlüssen der Internationale und den mit den Russen getroffenen Bereinbarungen Geltting zu verschassen, saßt« der Bundesvorstand am 8. Oktober in Nürnberg folgenden Beschluß: Infolge der Nichtachtung der auf dem Pariser Kongreß der Luzerner Sport-Internationale beschlossenen Leitsätze durch die Russen, die deutschen Kommunisten und den Roten Frontkämpfer- bund sieht sich der Bundesvorstand genötigt, allen sportlichen Verkehr mit Rußland solange abzubrechen, solange die Russen, die KPD. und der RFB. nicht daraus ver- z i ch t e n, Besuche russischer Sportler bei deutschen Arbeiter- sportlern zu reinen parteipolitischen Zwecken auszunutzen." Die anderen Verbände werden di«s-.,n Beispiel gewiß folgen. Die Russen mögen nun ihren hiesigen Parteifreunden klar machen, daß sie nicht gewillt sind, sich von ihnen im sportlichen Verkehr mit Deutschland behindern zu lassen. Dann wird sich weiter darüber reden lassen. * ' Wie bereits von uns mitgeieilt wurde, haben an einer privaten Spritztour hiesiger Arbeitersportter nach Rußland auch drei t e ch- Nische Funktionäre der Bundesverwaltung teilgenommen. Leider hasten diese Genossen sich auch beschwatzen lassen, eine von Rußlands Machthaber» inspirierte Resolution zu unterschreiben, deren Schlußsatz in versteckter Form einen groben Angriff gegen unsere Partei enthielt. Den genannten Funktionären, von denen einer der SPD. angehört, hat nun der Bundesvorstand das Vertrauen entzogen und sie ihrer Aemter für v e r l u st> g c r- klärt. Da sie aber inzwischen ihren Fehler eingesehen haben, ist von der Durchführung des Beschlusses abgesehen worden. 27 000 neue Mitglieder im Bund. Der Arbeiter-Turn- und Sport-Dund erlebt nicht nur eine starke technische Aufwärtsentwicklung, auch die Mit- gliederbewegung ist sehr ersteulich. 1926 nahm der Bund um ins- gesamt 62 000 zu(einschließlich der Kinder) und stieg aus 753 000. Das erste Vierteljahr l927 ergab einen Zugang von 12 000 Er- wachsen««, das zweite Vierteljahr von 15 000, so daß der Bund um insgesamt 27 000 Mitglieder in einem halben Jahr zunahm. � Die Ergebnisse der ersten Serienkämpse der Arbeileritthteten: Norden 93— Nord West: 1. Runde 7: 7 Punkte, 2. Runde 7:7 Punkte: Libertas 96— Eiche 1900; 1. Runde 7:7 Punkte, 2. Runde 8:6 für Eiche 1900: Alt-Wedding— Luckenwalde: 1. Runde 8:6 für Luckenwalde, 2. Runde Sli; 5)2 für Alt-Wedding. Kämpfe in der Woche vom 9. bis 15. Oktober, 20 Uhr. Berolina— Spandau Turnholle, Neukölln, Thomasstraße. Lichtenberg— Friedrichsfeld«— Siegfried 09 Turnhalle, Lichtenberg, Bürgerheimstraße. Handballspiele vom Sonntag. JTichle-Sill) Iiotlc fich 411 ihrem Werbefpirltäg B u n 4 la n(Schlrsten) zu einem Rrtourspiel verpflichtet. Die 2. Monnlchnit konnte über Fichte. Silo einen Sieg vo» 4:2<9: 1> erringen. Bei einem flotten Spiel konnte 811114- lau mit zwei Toren in Führung gehen. Erst Iur4 vor der Paus« holte Fichte auf. Nach der Pause entwilkrite' sich ein Mittclfeldspiel, fast alle Nngriffe cndetrn bei den Bcrteidigcrn. Trohdem konnte Fichie noch»meimal ein- senden.— Tie Frauenspirle fielen folgendermaßen aus: Fichte 94 ?egen Moabit 5:9(8:9). Fichte ist überlegen und kann in schneller Ncihen. olge drei Tore buchen. Roch der Paus« fonnte Moabit das Spiel offener ge- stalten. Fichte 5 gegen Schönow 9:1<9: lt. Brandenburg 2. 9lbt. gegen Lichtenberg 2 9:3(0: 2). Brandenburg hielt den Sturm zu eng, wodurch Lichtenberg leicht hindern konntr. Fichte 18 gegen Adlershof 9:6(9:3). Schmargendorf gegen Fichte-Spietabteilung 9: 9. Fichte-Nord gegen Tegel 9:1(9:9). Fichte 9 B gegen Spandau 2:2(2:0). hockeyresullale vom 9. Oftober. Gruppe A: Die Freie Turnerfchaft Schönholz 1 hatte hie Freie Turner- schaft Chariottendurg 1 zu Gast, und hatte stark zu kämpfen, um mit 3: 9 Sieger zu dleiben. In den ersten 29 Minuten halten die Gharlottcnburgcr das llcbcrgcwicht und drängten stark. Aber die Berteidigung der Echönholzer — gut unterstützt von den Läufern— ließ es zu feinem Erfolg kommen. Auch bis zur Mitte der zweiten Hälfte war da» Spiel sehr offen und verteilt. Erst in den letzten 29 Minuten, als sich das äußerst fchnelle Tempo bei den Ehar- lotteiiburgcrn bemerkbar machte, konnte Schönholz den Sieg sicherstellen. Sine große Zuschauerzahl umsäumte das Spielfeld und delohnt« mit reichlichem Bei- fall die Leistungen der Spieler.— Die beiden Neulinge der Gruppe A lieferten in der Schönhauser Allee ihr fällige» Bcrbandsspiel. Sportliche Bereinigung Nordost siegte knapp und verdient 3: 2 über die Freie Turncrschaft Lichten. Heeg 2 I. Wenn sich auch beide Gegner von der letzten Serie her kannten, vermißte man bei Nordost da» sonst so gefällige Spiel. Trotz guter Einzel. leistungen konnte fich der Sturm nicht finden. Di- Lichtcnbergcr waren eifrig bei der Sache, doch zu körperlich. Sonst zeigten sie wenig.— Weitere Resultate: Gruppe P; Freie Turnerfchaft Schmargendorf gegen Sport- verein Fichte II 4:2, Sportverein Moahit-Eharlottenburg 2 5:1, Freie Turnerschaft Graß.Berlin.Nordring 2— Schönholz 2 1:1, AEB. Fichte 1 11 gegen Schmargendorf 2 1:2, Sportverein Nordost 2— Lichtcnbcrg.Sportlcr 2 7: 2, Schönholz 3— Moabit 2 5:1, Nordcst.Iugend— Lichtenberg-Sportler-Jugend 5: 2, Eharlottendurg-Iugend— Schönholz.Iugend 3; 2, ASB. Fichte I-Frauen gegen Schmargendorf-Fraucn 2: 9 und Eharlottenhurg-Fraucn— Schönholz. Frauen 1: 9. Zum herbstwaldlmtf. Dt? Herbstwaldlauf der Leichtathletiksparte am Eonn» tag, 30. Oktober, der vom Sportverein„M o a b i t" durch die Jungfern. Heide mit Start und Ziel am WassersporLplatz Plötzensee durchgeführt wird, muß nichk nur eine Heerschau der Waldläufer werden, sondern vielmehr einen Massenaufmarsch de? Ardeitersportlcr des Preises I jeglicher Sparte bringen. In allen Wettkampfklassen erfolgt neben den der LS." angeschlossenen Bereinen eine Sonderwertung für die Bereine anderer Sparten, wie Turner, Turnspieler. Schwimmer, Ruderer, Schwerathleten, Fußballer, Rad- fahrer usw. Ein Wettbewerb über 3000 Meter ist in Klasse A offen nur für Spieler(Handball, Hockey, Fußball) und in Klasse ö offen nur für andere Sparten, beide Klassen ebenfalls mit Sonderwertung der gleichzeitig als LS.-Mitglieder Gemeldeten und der nur zu anderen Sparten gemeldeten Mit- ! glieder. Tamit ist auch den Spielern usw., die nur im Sommer sich der Leicht- ' athletik widmen, Startgelegenheit zum Waldlauf für ihre Spielmannschaft ge- i geben. Je nach Beteiligung wird in diesem Wettbewerb die Mannschafis- wertung für die einzelnen Spielarten und Sparten getrennt erfolgen. Alle Sportgcnossen und-genossinnen treten geschlossen zum Propagandalauf an! Hier ist eine Beteiligungswcrtung für Vereine und Abteilungen nach dem Verhältnis ihres Mitgliederbestandes ausgeschrieben. Trainings» gelegenheit Sonntags 9� Uhr auf der Rennstrecke(Umkleidelokal„Wald- Hütte", neben Wassersportplatz Plötzensee). Treffpunkt hierzu 9 Uhr Bahnhof Beusselstraße. Meldeschluß 23. Oktober bei Wilh. Schüler, Berlin NW. 21, Alt-Moabit 93. * Das erste gemeinsame Training der Vereine zum Herbftwaldlauf brachte am Sonntag vormittag vom Wassersportplatz Plötzensee aus rund 60 Teilnehmer(Männer, Jugend, Frauen und ältere Sportler) an den Ablauf. Vertreten waren die Vereine: Athletik-Sport-Club, Fichte-Nordost, Flchte- Moabit, SV. Moabit, Freie Sck'wimmcr Norden, Vorwärts-Norden und Bor- wärts-Neukölln. Die einzelnen Laufstrecken find abwechslungsreich gewählt. An die Arbeiterschaft von Teltow. Der Arboitrr-Sviiiantrrfmnd, Kalonnr Tolivw, beginnt am Mittwoch, 19. Oktober, mit einem neuen Lehrgang fllrerste Hill e. Di« ärzi» lichr Leitung hat Frau Dr. Alexander, BerUn-Friedenau. bereitwilligst ünet. Nammen. Beginn des Lehrganges 29 Uhr im Lokal ttuplch. Hoher Steiuwcg. Es kann allen Arbeitern und Erwerbstätigen in ihrem eigenen Zntcresie nur geraten werden, a» dem sturfus teilzunehmen. Anmeldungen im Ueoungs- lokal und bei Otio Gcrickc, Siahn-dorf, Hauptstr. 3, sowie bei allen Aebeitce. famariterii.— Am Mittwoch. 12. Oktober, findet eine Zufammenkunn aller Interessenten für Zupfinstrumente und Bioline» zur Bildung einer Man» dolinengrupve im Lokal Linke, Hamburaer Platz, um 19'� Uhr statt.— Liebhaber des Schachspiels tresfe» sich Montags und Dienstaqs led-r Woche bei Meier, Zehlendorfer Straße. Turnstunden finden Dienstags und Freitag» im Schüßenhaus statt. S a na e s st u n d r n, Gemischter Ehor, Mittwochs hei Llnfe, Hamburger Platz. Männer: Dienstags be: Zefchke in .Stahnsdorf. Die erwerbstätige Bevölkerung von T-I«ow und Umgegend wirb auf diese Beranstaltuiigen ausmerkfam gemacht und um Unterstützung gebete»! Iiu.Jitsu Nordost. In dieser Wochr ist der T r a i Ii! Ii g» a b e II d statt Donnerstag am Mittwoch, 12. Oktober. 19-22 Uhr, Turnhalle Eyriftburger Straße 7.— Ziv-Jitsu-Percinigung-Weißens, e. K u r s u s b c ginn Dienstag, 18. Oktober, 29 Uhr, Turnhalle Goethestraß-: regelmäßig Dienstag» und Fee:. tags 29- 22 Uhr. Anfragen Auskunft in der Geschästsstelle, Restaurant Rade. mächer, Gustav-Adolf-Etr. 153.. Ruder» ercin Eollegia 1X95,«. B.. bietet ab 15. Oktober den N-ueintretend-n Gelegenheit, in heizbarer Baisinruberanlage sich im Nudern auszubilbrn. A»- Meldungen werden entgegengenommen jeden Freiing 20', 2 Uhr»m Bereinsloral Thunack, Cborlottenburg, Wiclandstr. 4... � � Freie Sportvereinigung Scköneberg. Während ber Herbst- unb Winter- monate finden die Ucbungsabende wie folgt statt: Turnsportler (Männer): Montag und Donnerstag 20-22 Uhr Belziger Straße; Alters. t u r n e r: Freitags Mittelschule. Rätherstraße: Frauen: Freitags Uhland- schule; Iungmädchcn: Montag und Donnerstag 11. Schule,(Sbcrr-'traßc; Kinder: Montag und Donnerstag 13-20 Uhr(Änabcn untere Halle. Mädchen obere Halle Ebcrsstraße: Leichtathleten: Dienstags 20—22 Uhr Mittel» schule Rätherstraße. Jeden Sonntag Waldlauf in Zehlcndorf. Fußballer; Versammlung jeden Freitag bei Lehmann, Jugend Donnerstags. Schwimm. a b t e i l u n g: Freitags Badeanstalt Deunewitzstraße; Abt. Linde n b 0 f: Freitags im Genossenschaftsheim.— Handball» und Fußballsviele jeden Sonntag Dominieusplatz. Interessenten zu allen llebungsabenden willkommen.— Eine neue Iungmädchenabteilung wirb Donnerstag, 13. Oktober, in der Turnhalle der 11. Schule(Eingang Ebersstraße, neben ber Badeanstalt) eröffnet. Mädch"« von 1-1— 20 Iahren, bU Interesse an Gymnastik, Turnen, Spiel und Sport haben, willkommen. Uebungsabend jeden Montag und Donnerstag IL— 20 Uhr. Arbeiter Schwimmvcrei» Welle. Berlin. Dienstag. 11. Oktober. 19 Uhr, Quartalsvcrsammlung in den. Com:nius-Eälen, Memeler Straße. Jeden Mitt- wochadend Ergänzungssport in der Schulturnhalle Scharnwebcrstr. IS, Kinder von 18— 20 Uhr und Jugendliche von 20-22 Uhr. Donnerstag 19% Uhr Schwimmwartesitzung bei Hagen, Simplonftraße. Schwimmübungsstunden jeden Sonntagvormittag von 9— 12 Uhr im Stadtbad Friedrichshain, An der Schil* lingsbrücke 2.... Touristenvereiv„Die Ra�ursreundc". Zentrale Wien. Abt. Friedrichshain: Dienstag, 11. Oktober, 20 Uhr, im Heim Ebertvstr. 12.— Abt. Friedenau: Dieiistätz, II. Ot'vder. 29»hr, im Seim Offenbacher Sie, 5».—«dt. Norden: Dienstoq. 11, Oktober. 29 Uhr. im beim Sonnciiburger Str. 29,— Abt. Webbinpö�Dienstä». II, Okioben 29 �uhr. im Seim Turiner, Elke Seestrnße. Geichäklliches.— Abt. Teeoto«: D.icn»loq, 11, Oktober. 29 Uhr. im Seim Elfen- streike X Hölmäbend,- Abt. Pankow: Dienst«». XI. Ottiber. 29 Ahe, t« Hemr Göissths», 14, Brcttspieladend,— Be«envnqschve: M>Ilwoch,- 12. Oktober.. Schule Demvelhofer Ben(Schöncbcrg),— Abt. Südost, Iuacndnruppe: Mittwoch, 12. Okiodcr, 29 Uhr, im Seim Neichenhernee Str. 99. Lichtbildervortraq: Rügen. —»bt. Steglitz! Mittwoch, 12. Oktober, 29 Uhr, Albrechtstr. 43.— Abt. Prenz. lauer Berg: Donnerstag. 13. Oktober, 2« Uhr, Altersheim Danziger Str. 62, „Pfnchoiogir".— Ab«,»einilkendarf: Donnerstag. 13. Oktober. 20 Uhr, im Heim Seebad. Vortrag.- Abt. Tiergarten: Donnerstag, 13. Oktober. 29 Uhr. im Heim Lehrter Str. 18—1».— Abt. Lichtenberg: Donnerstag. 13. Oktober. im.Heim Barkaiie 19, Diskulsionsabend.- Abt. Reoköln: Donnerswg. 13. Oktober. 29 Uhr, Steilimrtzstr, 114.-«dt, Südwest: Donnerstag. 13. Oktober, im Seim Porckstr. II,— Natnrwissenschaftliche Abt.: Donnerstag, 13. Oktober, 29 Uhr. Iobamiisftr. 13, linket Seitenflllgek. 2?r.- Abt. Mahlsborf! Donner». tag, 13. Oktober. 29 Uhr. im Seuti Eaulidotf, Adolfftr. 25.— Faltbootabt.: Doiinerslag. 13. Oktober. 29 Ubr. im Selm Landsberger Str. 59,„Faktboot- fahrten in Nord imd Süd."— Reinickenborfi Donnerstag, 13. Oktober, 29 Uhr. außeiordentlichr MitgliedcrvcrsäNiMlung im Heim Reiniekendorf-Welf, Seidel- Arbeiter-Schützenbonb, vrfsqrnope Berlin, Die»»t«g, 11. Oktober; Abt: Fricdrichshain: Srort 20 Uhr bei Wcnichel. Riibersdorfer Str. 51, Abt, Wilmee». dorf: Sport 29 Ubr bei ktroiß. Holsteinische Sir.«9.«bt, ReukMn: Sport I»>4 Uhr bei Dolff, Prinz-Handjcrn-Str. 87._ Zede zweite Nacht von Berlin nach Machen. Wenn einer, von Motorbooten dichtauf besileltek, fn 9 Stunden von Dover nach Calais schwimmt, so wird er als aewaltiger Held gefeiert. Jedes Kind kennt seinen Namen, jeder Zeitungsleser sein Bild. Wer aber nennt femals emen von den tausend Unbekannten, die Tag sur Tag und"lacht sür Nacht ihre unsichtbare Heldenarbeit verrichten, ohne datz es ihnen irgendeiner besonders dankt! Wer kennt zum Beispiel den Lokomotivführer Heinrich H ü h n k e, der seit 24 Stchre" jede zweite Nacht den grauen Schlaswagenzug Berlin— Halle -Nürnberg-München und zurück fährt? Er erzahlte unserem Berichterstatter: „Ich kann Ihnen sagen: ein 5)öllenkrach ist da vorne auf der Maschine! Meine 120 Fahrgäste, die merken ja nichts davon. Die können schön ruhig schlafen. Die brauchen keine Angst zu haben, daß ihnen mit meinem Zug was passiert. Ich kenne meine Strecke so gut wie meinen Nachhauseweg vom Anhalter Güterbahnhof zu Muttern, die morgens schon auf mich wartet. Mit'ner großen Kanne Kathreiners Malztaffee ouf dem Frühstückstisch. Ich trinke meine drei.ivier Tasten unl» schlafe dann wie'n junger Gott bis nachmittags um dreie. Dann gehe ich in Zivil, mal mit Muttern, mal allein spazieren» bis es abends wieder los geht. Ob ich auf Fahrt auch este und trinke? Sechs dicke Butterbrote mit Leberwurst und meine Zweiliterkanne Kathreiners Malzkaffee I Der schont Herz und Nerven und tut wohl! Ob heiß ober kalt, mit oder ohne Zucker! Er schmeckt sehr, se-hr gut und-» 12 Tasten losten nur ö Psennige. Also bitter rru Unterhaltung unö issen öelloge ües vorwärt» Hamburg! �Süh, Hein, üe annern hebbt tom Geburtsüag flaggt, tom Wahlüag flaggen wi,- wer to letzt flaggt, flaggt am besten!" Jugenöepisoöe. von Anla Simon. Am Ab«nd eines stillen Tages begab sich noch etwas, was völlig unerwartet kam und die Bewohner des Vorortes fast so alarmiert hätte, daß sie die Polizei benachrichtigt hätten. Und damit hätten sie eine große Torheit begangen, denn es wäre wieder einmal be- wiesen worden, daß alle Plätze viereckig sind und all« Straßen auf- geteilt und in die Ratshäuser der Bezirke führen, nicht aber mehr in die Winde, in die Landstraßen und zu Gott. Das Ganze hatte mehr Humor und W-eltfreudigteit, als es bei einem gesitteten, normalen Bürger des 20. Jahrhunderts gemein- hin anzutreffen ist. Francis Goldbear hatte von seinen Eltern nichts geerbt. Jr- gendwann waren sie gestorben. Di« Tante, die ihn damals zu sich genommen hatte, war auch gestorben, und das gerade in dem Augenblick, da er vom Hafen in wilder Hast herauflaufend, sie zum ersten Mole fragen wollte, wie es mit seiner Mutter und seinem Vater gewesen war. Er hatte mit zwei anderen fünfzehnjährigen Jungen die Mittagspause am Hafen stehend verbracht, bis die Fabriksiren« sie sämtlich zurückrufen würde, mit nichts anderem beschäftigt, als ab und zu ins Wosier zu spucken und nur bemüht, dies mit viel Kraft zu tun, wenngleich die Hände in den Hosen- laschen vergraben blieben. Dies« drei fchlocksigen, baumligen Jungen hotten alle helle Stirnen über unverwandten, leuchtenden Augen, in die die Welt ganz gut hineinpaßte. Da war nichts anderes drin — in diesen Augen— als der gute Ausdruck unvorgefaßter Mei- ming gegenüber allem, was geschah oder geschehen konnte. Und als sie so dastanden nebeneinander, der Jim, der Charles und der Francis, da platzte noch etwas anderes unter ihren Füßen ins Wasser, als dos, was sie selbst so gemächlich und so zeitoertreibend zwischen den Zähnen heruntersandten. Eine Neine Jolle hatte die Verbindung gemacht zwischen dem Land und einem großen Ueberseedompfer im Hasen draußen, und hatte die Mannschaft den ganzen Tag schon hin und her getragen, denn morgen sollt« die Aussohrt in die Ferne angetreten werden. und die jungen und älteren Männer oller Dienstgrade hatten noch manches zu tun. Ehe das Fest« unter ihren Schuhsohlen davonlief, wollten sie es noch einmal mit starkem Schritt durchstampfen, mit jachem Atem umspannen und die Wollust fühlen, wenn die zähe Erde braun und stark an ihren Füßen klebt. So hatte selbst der Obermaat nicht genug acht gegeben und die 'chlanke Jolle hatte mit leichtem, unbesorgtem Tänzeln«in hübsch gebundenes, zierliches Paketchen über Bord gehen lassen, das mit herüber sollte auf den großen, weihen Ozeandampser. Bielleicht hatte er mit der Spitze des Ruders selbst das Unheil angerichtet. Doch Francis Goldbear spuckt« nicht länger zwecklos wie bisher, vielmehr mit schneller Absicht den Kaugummi in leichtem Dogen aus und sprang ins Wasser, wo dos zierliche Päckchen gerade verschwun- den war. Es war tief genug an dieser Stelle. Die in der Jolle Hatten nur erst begriffen, was los war, als Francis schon wieder auftauchte, das zierlich gebunden« Weiße in der Hand ihnen pudel- naß und triefend überreichte, schon wieder ans Ufer schwimmend. Han jour, mcssicursl Die Sirene ruft. Mit langen Jungen- beinen läuft man zurück zur Arbeit und trocknet schnell genug im iauer-heißen Raum, der schwelt vom Schweiß der nackten Körper derer, für die dos tägliche Brot an diesem Ort so unnatürlich wächst. Gut! Francis hatte die Sache fast schon vergessen, denn Jim und er wollten heute abend noch ihr Glück im Würselspiel ab- schätzen und schnell durch den„der lange Korridor" gcnannten Ab- schneid« noch Hause gehen. Da wartete aber«in sauber angezoge- ' lies Bürschlein vor der Tür, in grauem Drillichanzug mit Matrosen- mutze, und trat geradezu auf Francis hin. Der wurde rot bei solcher Ehr». Und da? saubere Bürschlein hatte tausend Dank zu bestellen vom Kapitän Goodsen für die Rettung des Päckchens. Vom Kapi- tän Goodsen selbst! Er solle ihm ein Stück Geld überreichen, aber wenii etwa dem Francis daran löge mitzufahren, auf dem großen Ozeandampfer morgen hinaus in die Welt, dann solle er es sagen, dann dürfe er mitkommen. Abends um 0 Uhr wird dos letzte Ver- bindungsbvo, vom User abstoßen und wenn er wolle, solle er nur pünktlich da sein und sich bereithalten. Donnerschlag!! Das Bürschlein ist schon ab. Linksumkehrt! Schon um die Ecke ab! Donnerschlag!!--- Da stehen die drei. Der Jim. der Charles, der Francis! Und ihm. dem Francis, gilt es. Was soll er? Was? Was wollte er? Wllrselnd sein Gluck beweisen? Heute abend? Was ist da noch zu beweisen? Die drei Halbwüchsigen sehen sich groß an mit jenem hellen, un- voreingenommenen Blick, aber es ist doch, als sei etwas zwischen sie gefallen, hätte sie auseinandergesprengt, so daß der eine jetzt ganzevllein und ganz wo anders steht. Zum Teufel noch einmal! Jungens, Jungens! Ich gehe, ich werde..... Er sieht es noch vor sich: das blaue, wehende Band mit der goldenen Aufschrist„Pacific" auf der Mütze, ob« schon nicht mehr genau, ob das wirtlich darauf gestanden hat? War es nicht etwas -mderes? Dielleicht„come her«", vielleicht„sarewell"? Es wird mm fremd ums Herz da innen, und mit einem Male fetzt er sich in Bewegung, rennt und läuft und überspringt sich und steht vor Tantes Haus und will's ihr sagen, daß er heut« abend fortfährt in die Welt. Er kommt nicht gleich dazu. Denn auf der Stiege sind unbekannte Menschen. Man sagt ihm. es wäre Trauriges geschehen, sie sei aber doch lange krank gewesen, und nun sei es wohl bester so, die Kraft hätt' nicht mehr hingereicht zum Leben und sie sei tot. Di« Tante tat? Das ist wohl heut' ein sonderbarer Tag? Tot, was ist das? Tot?-Er— Francis— fühlt sich heut' fo lebend wie noch nie..Wie fall er„tot" sich vorstellen?— Auf ihrem Bett iieat still und leblos und sehr seltsam in sich abgeschlossen eine alle Frau Eine alte Frau jetzt nur— nicht seine Tante! Die blaue Mütze niit�dem fliegenden Band, das zierlich ver- schnürte Paket,«ine tote Frau in seiner Tante Bett, Farewell— come here, was ist das alles? Traum vielleicht?„Dummer Traum, ich will erwachen!� Jedoch die„Pacific", das herrliche Schiff, der Ozean, der Kapitän:„Rein, ja, nein, ja-ja, es ist doch— ist doch wahr!" Schnell, schnell! Ein Köfserchen vom Schrank dort oben, hin- ein, was nur hinein kann. �Die lieben Bücher, der Katechismus liegt dazwischen, so, etwas Strippe, Hammer. Nägel, Seife, ein Spiegel, Hemden, der Sonntagsanzug. Und hier die Bilder seiner Ellern-»Ach, ich will doch mal die Tonte fragen, sie will mir noch vom Bater und von der Mutter etwas sagen!— Die Tante? Sie— Gott, sie kann ja nicht, sie ist ja jetzt die tote alte Frau. Sie wird mir nichts mehr sagen. Ich kann sie nicht mehr fragen!" O. Fran- cii, o, Francis! Doch die Stunde duldet keinerlei Begreifen. Er stürzt davon!— Längst steht Francis mit seinem Köfserchen am Ufer, als das letzte Boot die letzte Mannschaft- heranträgt zur stolzen„Pacific". Und Jim und Charles' find auch gekommen und-sehen ihm sehr seltsam nach:„Kamerad, heut' abend beweist du dein Glück: Käme- rad, du, ja— wir nicht!" Und Francis ruft noch laut und fest, doch brüchig klingt es ihnen schon herüber: Farewell— farewell— farewell! Das Master wogt. Bunt hängt die Welt am Mast. Heut' hier und morgen dort. Des Francis Augen werden groß, und in den Tag verschlungen fühlt er seinen jungen Sinn erwachen und hinge- geben jedem Augenblick. Di« fremden Länder! Küsten von ernster Schönheit fliegen vorbei: das Paradies stand hier— nein dort. Tropische Glut vermählt sich mit phantastischen Düften. Und gren- zenlose Weit«! Felsen ragen, Landzungen lecken gierig in die sal- zige Flut, Seeleuchten flackert postellzart und schaumbehaftet bis zum .flachen Horizont, bewegt und ewig. Spritzendes, Wogendes, Tan- zendes ringsher und Himmel unbewegt und fern darüber. So Wachen, herrlich lange Wochen.... Am liebsten sitzt der Francis, pfeifend vor sich hin, auf einem großen Kringel, den das schwere und geteerte Seil macht, unten an der linken Bugseite, wo die Kühe und Kälber verfrachtet sind. Und es gibt richtig schöne Melodien, wenn so der Wind pfeift, die Maschinen rhythmisch dröh- neu, der Francis singt, die Wellen brausen und das liebe Vieh mit seinen Husen aufschlägt auf dem hohlen Plankenboden. Da kann man imnier sitzen, träumen und Vergnügtes sinnen. Doch hilft der Junge auch, wenn wieder mal ein Hafen kommt, in den das Schiff anläuft. Waren verden verladen, Waren werden verstaut. Der große Leib der Pacasic hat Platz für viel« Dinge aus aller Welt. Und Francis hilft mit, was er kann. Und alle Männer gehen dann an Land. Fast scheu erst, abwartend. Das Fest« unter die Füße! Und Warmes in die Seele! Drängend die Sehnsucht in den Adern und im Blick!_(Schluß folgt.) Urwelterinnerungen. Von Willy Ley. Als Charles Darwin auf seiner Weltumsegelung als junger Naturforscher aus dem Pampaston das Skelett eines eiszeitlichen Großsäugeticres ausgrub, kam ihm zum ersten Male der Gedanke, ob das von Linne aufgestellte Dogma, daß alle Tierarten schon bei Erschaffung der Welt gesondert erschaffen worden seien, auch wirNich stimme. Auf den oielbesagten und wenig besungenen Galäpagos- inseln kam diese Erkenntnis dann klarer, und die Frucht der Ueber- legungen war Jahre danach das Buch von der Entstehung der Arten. Während man sich allgemein ablehnend und abwartend verhielt, griff in Deutschland Ernst Haeckel die neue Lehre mit oller Energie auf und ging auch sofort daran, die ersten Stammbäume aufzustellen. Einige Jahre später getang ihm dann der damals überraschende Fund, daß die Entwicklung der Tiere im Ei(bzw. im Mutterlcibe) und die oermutete Entwicklung der betreffenden Tierart in der Ur- zeit ganz ausfallende Parallelen zeigte. Der Asse, so hieß es, der in der Urwelt die Stadien des einzelligen Wesen?, der Zellgemeinschaft, des Zellbechers(Gaftrula), des Wurmes, Fleisches, Reptils und Urfäugers gegangen war, ging bei seiner persönlichen Entwicklung noch einmal andeutungsweise denselben Weg. Haeckel nannte das das biogenetische Grundgesetz, jetzt sagt man, weil man inzwischen auch einige wenige Ausnahmen entdeckt hat, biogenetische Regel. Nun erhob sich natürlich auch sofort' die Frage„Warum"?. Warum machte der Afie oder der Frosch oder der Sonstwo? bei seiner persönlichen(ontogenetischcn) Entwicklung noch einmal die des ganzen Stammes(phylogenetische Entwicklung) durch? Warum glichen sich, nun einmal wissenschaftlich ausgedrückt, Phylogenese und Ontogonese so auffällig?-- Daß sie es tun und taten, steht fest, daß sich allerlei Schlüsse daraus ziehen ließen, auch,— aber lvarum? Eine direkte Ontogenese(die Fremdwörter sind ja nun klar) war« doch viel einfacher, und die Natur macht doch sonst nur selten Ueberslüssige». Die einfachste Antwort wäre ja nun, daß hier eben einer der Fälle oorliogi, wo etwas Pleberflüssiges gemacht wird. Aber das genügte nicht. In der ersten Zeit nach der Erkenntnis der biogenetischen Regcl ,. dacht« man darüber gar nicht nach, man hatte damit zu tun, sich über auaeiifölligere Dinge klar zu werden und nach dem inneren Anstoß der Entwicklung zu suchen. Ob es kleine Abänderungen (Bariattonen) oder groß« Sprünge(Mutationen) seien, darum ging der Streit. Ob vielleicht die Entwicklung nur im Keimplasma liegt oder im fertigen Tier. Ob sich erworbene Eigenschaften, z. B. ein neuer Instinkt oder auch etwas Körperliches, wie ein durch Recken nach Baumblättern länger gewordener Hals, vererben könne oder nicht. Einige dieser Fragen wurden entschieden, andere nicht. Die nach der Möglichkeit der Vererbung erworbener Eigenschaften beispielsweste unter Umständen bejahend. Ein Schüler Haeckel«, Richard Semon, rollte die Frage nach der inneren Urjache der Parallelen zwischen Onto- und Phylogenese wieder auf. Und beantwortete sie auch gleich. Und einige andere Fragen mis. Diese anderen Fragen waren sonderbare Experimente, die Roux in Halle gemacht hatte. Nämlich die der halben Froschembryonen. Er war darauf durch eine Beobachtung des Tieffeeforschers Chun gekommen. Chun hatte nach Stürmen von manchen wirbellosen Seetieren regelrechte halbe Exemplare erbeutet. Aber nur nach Stürmen. Es schien, als wüchsen sich diese halben Tiere wieder zu ganzen aus. Man nahm nun an, daß die halben Tiere so entstanden waren, daß durch die Sturmwellen befruchtete Eier der Ti«re, die sich einmal gerade geteilt hatten(ein befruchtetes Ei ist nur eine Zelle, die sich dann in 2, 4, 8, 16, 32 usw. teilt), auseinande-rgerissen worden waren und jede Zelle sich zunächst zu einem halben Embryo ent- wickelt hatte. Roux konnte den Wahrheitsbeweis führen, indem er Firscheier, die auch gerade sich einmal geteilt hatten, auseinander- schüttelte oder die eine Zelle mit einer Glühnadel tötete. Aus diesen Zellen wurden dann regelrechte halbe Froschembryonen, die auf einer gewissen Stufe die sehlende Hälfte«rgänzten. Was hatte dos nun wieder veranlaßt? Semon gab als Antwort nur ein Wort: Mneme! Zu deutsch etwa soviel wie Gedächtnis. Er erinnerte an die Macht des Gedächtnisses beim Menschen. W«r einmal etwas Auf- regendes erlebt hat, beispielsweise eine Löwenjagd, der braucht Jahre danach nur das Bild eines Löwen zu sehen, um sofort sich an die ganze Jagd mit allen Einzelheiten zu«rinnern. Semon sagte nun nicht, die Parallele zwischen Ontogenele und Phylogenese sei ein„Körpergedächtnis",— er meinte, dasfelb«! was bei uns das Gedächtnis veranlaßt, mache auch diese körperlich« Parallele. Erwirke ebenso- die Ergänzung des halben Frosch- embryos zu einem ganzen. Man hat in der Fachwissenschaft wenig zu dieser Lehre gesagt und man kann sich des Verdachtes nicht erwehren, das dies ltdiglich auf ein Nichtoerstehen beruht. Ganz leicht zu fassen ist das ja wirk- lich nicht, aber wenn man erst einmal den Kern der Sache begriffen hat, leuchtet es durchaus ein.-» Man hat nämlich nun auf einmal auch etwas, was die Atavismen denkmöglich macht. Slls Atavismen bezeichnet man die sonderbare Geschichte, daß manchmal plötzlich bei einem Menschen körperliche Eigenschaften hervortreten, die den tierischen Borfahren zukamen, sonst aber fehlen. So z. B. mehrfache Brustwarzen, eine weiße Haarlocke auf dcr Stirn(bei den Tieren die Blesie). riesige Muttermale, die dcr Mediziner mit einem bezeichneten Augdruck „Tierfellnaevi" nennt und anderes. Auch hier ist die Semonsche Mnemotheorie die beste Erklärung. Ob es auch geistige Atavismen gibt und wieweit manche Geistes- krankheiten vielleicht geistiae Rückschläge aus Vorfahrenstufen sind, steht noch nicht fest.— Man redet neuerlich soviel davon, daß die Drachensagen der Völker Erinnerungen an die Dinosaurier seien. Erinnerungen aus der Zeit, da der Mensch selbst noch Tier war. Man bekämpft diese Ansicht von vielen Seiten. Aber nuirum soll sie denn gar so widersinnig sein, wenn doch auch der Körper Erinnerun- gen aus dieser Zeit aufbewahrt und manchmal ans Tageslicht bringt? Wir stehen noch ziemlich am Anfang der Forschung, und wer weiß, wie weit die Parallelen auch zwischen körperlich« und geistig« „Mneme" noch gehen mögen. DentsdiesTMr Norden 10334—37 3 Uhr, Ende II Uhr TroilDso.[re»ida Sdiaüjpiil m Uuktsptin Kammerspiele Norden 10334—37 3'/. U. Ende IOVjU Ihr Mann luhpiil ni Pill Gmld; Die Komödie Bismarck 2414/7516 3'/« Uhr. Ende 10»/' Zinsen Komödie zn Bernard Shaw Volk s büh ne ldssl« an BQIowplati S Uhr: Kabale o. Liebe Tt in SdiKtbauenltniii 8 Uhr, Dazü: Der �ematlidie Kommissär Komische Oper [ i'/t Uhr. Allabendlich 8,/. Hillini, Mnismiirl o, i Strotwilir-blihn» Th.Koniggrätz. St. Hasenh. 2110. 8 U. Dil SM« Komädicnhaus Norden 6304. ö*/4 flokuspohus Berliner Theater Dönhoff na 8U LOonie IheaHr des Westens 8 Uhr: Gastspiel Prlul Masaary Eine Frau von Format olltebirrflölion Oft. Künstler- Th 3 Uhr Justiz Lcsilng-Thetter 8 Uhr „KSnii Heinridi IV" Freitag 7 Uhr: Uraufführung Sdtladcrhaunee i-Theater Täglich ff/. Uhr DirleibliQtsdierdes FriPetitiisRei wamaiia• meai Täglich SV. Uhr: Hin Redesheinter SdiloS steht eiee Linde Parkett statt 4 Mk. ägl. auch Sonntags nur 60 PI. Der rote Halm h. im Idmiralspalas Täglich 8>/, Uht Die neue flALLER- REVDE Arbeiter, Angestellte und Beamte sollen sich nach den BctcfalQsien des Gewerksdzafls- kongresset, des Afabundes, des Allgcm. deutschen Beamtenbandes and der Genossenscfaaftsiage nur versickern bei dem eigenen Unternehmen der Volksfürsorge Gewerksdiafllidi- Genossensdiafilidie Versldienmgs-Ahflenßescllsdiafl Auskunft erteilt btw. Material versendet kostenlos die Redmungsstelle I Berlin 5 42, Ritterstr. 126, oder der Vorstand der VolksiQrsorge In Hamburg 5, An der Alster 58�59. Planetarium am Zoo falisj. Janfiimittiilor Sltih Noll. 1578 OsrStarnBnhimmslauf der Rsits von Berlin neeh dem Aequetor Vorführungen. 4>/» 6, Vit, 9 Uhr. Eintritt 1 M. Rliide nt. 15 iehtn 0.50« Lustspielbeus 8>/, Uhr MlWM" PKHmannoiiie Uhr IFOIIiE-KOIlZEin des Philharm. Orch. OltKi. Prof. J. Prüwer Unv-Sinf.-Schubert Viol.-Konz. C-Moll Aulin(Veit) 2. Sinf.-Brahms Renaissance-Theater Steinplatz 901. Heute 8 0.:£nima Oramatlca: Ibsen Hedda Gabler ZU Dienstag, 11. Oktober nachmittags 1% Uhr Tbeater am Kottbusser Tor Kottbneser Straße 6. Täglich 3 U. u. Sonntagnehm. 3 U. Elite- Sänger I > Broker Form In Ihren Bombenpr . rogrnmm I Volkspreise von 50 Pf. bis 2.50 M. Sonmaenachmiitag.. Grobe Famuiea-Vorsieunaa Volles Progr. KI. Preise v. 40 Pf. b. 1.75 M. Verkäufe DLrtopp.Nühmafchinrn gegen Z-Mart. Wochenraten ffilofif. 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