Nr. 4*6 ♦ 44.?ahrgaag Ausgabe A Nr. 247 Bezugspreis: SSSättaüiA TO Wmnia. manaifiA S.- Xeiiiamnzl voraus wilbar. Unter Streifband im Ja. und Ausland 5M Reichsmark vro Monat. Der vorwärts' mit der illustrier» ten Sonntagsbeilage.Soll und Seil* lowie den Beilagen �lnterdaltnng und Bisten"..Aus der iplmwelt". Frauenstimme",.Der Sinder. freund"..Iugeud-Dorwärts"..Blick in die BiicherwsH" und Kultur. arbeit" erscheint wochentaglich»wei» mal. Sonntags und Montags einmal. Telegramm-Adreste: »Sojioldeniolral Berlin" Morgenansgabe Berliner Volltsblnkt Groß-Berlin tv Pfg. Auswärts RS Pfg. Anzeigenpreise: Die«iuivalttg« Nonvareille, »eil« SO Psennia. ReName, eil« 8/- Reichsmark,.«leine«»»ige»" das fettaedruckte Wort 22 Piennia fzuISlsta ,wei ietiaedruckt« Wortes. iedes weitere Wort 12 Dfennia. Stellenaefuche das erst« Wort IS Bfennig. Iedes weiter» Wort lu Bkennig. Worte Uber IS Buch- stoben»Zblen für ,wei Worie. Arbeitsmarkt Seile 80 Dfennia. isomilienantelgen für Abonnent-» Seil» 40 Bfennia. 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Dezember hinein keinerlei Abstimmung haben, aus der heraus auch ein auflösungsbereiter Ministerpräsident einen Vorwand zur Auflösung gewinnen könnte. Aber warum sollte Genosse Braun den Landtag über- baupt auflösen wollen? Die preußische Regierung sitzt so fest im Sattel, daß weit und breit nicht die geringste Gefahr für sie zu erblicken ist. Sie hat eine geschlossene Mehrheit und ? legen sich eine total zerfahrene Opposition, die ich vor nichts mehr fürchtet als vor dem kleinsten Erfolg. Aus dem Gerede über die Auflösung spricht nur die maß- lose Angst der Deutschen Volkssiartei vor Neuwahlen. Diese Angst ist denn freilich auch voll berechtigt— aber die Herren müssen ihre Angst noch einige Zeit mit Fassung tragen._ Gegen öie Todesstrafe. Bchchlust der ftrafrechtliche» Bereinigung der Berliner Anwälte. Di« Strafrechtlich« Vereinigung der Berliner Anwälte hat gestern in einer gut besuchten Versammlung säst einmütig gegen die Todesstrafe Stellung genommen. Das Referat hatte Senaispräsident F r e y m u t h. An der äußerst regen Diskussion beteiligten sich Dr. Löwenstein. n. Gerlach. Dr. Bendix, Dr. Alsberg, Dr. Nübell, Dr. Kurt Rosen- feld, Rechtsanwalt Bloch und Rechtsanwalt Somter. Angenommen wurde eine vom Gcnosien Dr. ffalpert eingebrachte Resolution, die die Abschaffung der Todesstrafe fordert. Die Ilaggenverorömmg bleibt! Abrechnung mit den Schwarzweitzroten im Landtag. Rakowfti von Moskau abberufen. Dovgalcwsky von Tokio nach Paris verseht worden. Varls. Ii Oktober. Me havas bertchlek. hol die S owjelreglerung offlzlell am Quai d'Orfay vou der Abberufung des Sostchafters Ra- kowsti Seuatms gegeben. Die Sowjelregierung gedenk», an feiner Stelle den ehemaligen volkskommifjar für poflwcsen und derzeitigen Sowjetgesandten in Tokio Dovgaiewsky zum Sowjetbolschoster in Paris zu ernennen._ Kommunaler Fortschritt in Polen. Ucbcrall sozialistische Wahlsiege. Warschau. 13. Oktober.(Eigenbericht.) Die Gemeindewahlen in einer Rech« von kleineren polnifchen Städten, deren endgülliges Ergebnis erst jetzt vorliegt. zeigen die gleiche Tendenz wie das Wahlergebnis von Lodz. Ueberoll haben die Sozialisten gewonnen, während die Rechtsportelen verloren und die eigentlichen Pilfudski-Gruppen recht schwach blieben. Die sozialistische Presse entwirft bereits«n Arbeitsprogramm für ihre Gemeindepolitik in Lodz, das bisher wohl die r ü ck st ä n- big st e große Industriestadt Mitteleuropas war. Der bisherige rechtsstehende Magistrat hatte für diese Stadt von 600 000 Einwohnern— ohne die große» nichr eingemeindeten Dororte— noch nicht einmal eine Kanalisation und eine städtische Wasserleitung geschossen. Die Gzeanfliegerin gerettet. Bon einem Ozeandampfer aufgenommen. V e w stark, 13. Oktober. Da» Flugzeug Ruth Elders �Amerizaa ffilct" ist in unmittelbarer Röhe eines holländischen Dampsers auf See niedergegangen. Die Znsasten des Flugzeuges sind gesund und wohlbehalten. Ruth Elders ho« der Vorher Vertretung von„Jlsfocwted preß" drahtlos mitgeteilt, daß fie aus hoher See niedergehen mußte. 3a öer Nähe der Azoren. Wie der Amsterdamer Verichlerslatler des WTB. ans Anfrage bei der Direktion der«otterdamer Schisfswerst. der da» Oellankschiss .Sareudrecht" gehört, in Bestätigung der bisherigen Meldungen ersährk. hat die«Bar endrecht" das amerikanische Flugzeug American Girl nordSflllch derAzoren aufgefunden und deren Znsasien an Lord genommen. Der Kapitän der„Bar endrecht" beabsichtigt, die Flieger am Sonnabend vormlktag ans den Azoren, vorausflchllich im Hafen von hart«, an Tand zu setzen, fall» die Flleger htermU etnoerflanden Pud. Gestern hatte der Preußische Landtag einen großen Tag: Flaggendebatte. Das Oberverwaltungsgericht hat be- kanntlich entgegen einem Erlaß des Preußischen Staats- Ministeriums entschieden, daß die Städte am Verfasiungstag flaggen könnten, wie sie wollten.(Fast am gleichen Tage hat das thüringische Oberverwaltungsgericht entschieden, daß die Städte keine Sowjetfohnen heraushängen dürften. Aber es gibt keine Klassenjustiz!) Danach hat die preußische Regierung mit Zustimmung des Ständigen Ausschusses eine R o t v e r- ordnungmitGesetzeskraft erlassen, die den Städten befiehlt, am 11. August die Reichsfahnen zu zeigen. Wegen dieser Selbstverständlichkeit große Entrüstung bei den Deutsch- nationalen, der Wirtschaftspartei und den Völkischen. Große Entrüstung aber auch bei den Kommunisten, die, obgleich die Städte nicht die Sowjetfahne zeigen dürfen, doch ver- zweifelt für die Freiheit der Städte kämpfen, wenigstens schwarzweißrot zu flaggen. Und schließlich große Entrüstung bei der Deutschen Volkspartei, die seinerzeit, während der großen Koalition in Preußen die Anweisung des Staats- Ministeriums an die Gemeinden mitbeschlossen hat, aber jetzt mit den Deutschnationalen um die Wette diesen„unerhörten Eingriff in die Selbstverwaltung mit flammender Entrüstung geißelt." Narrenspiel! Ministerpräsident Genosie Braun, Innenminister Ge- nosie G r z e f i n s k i und als Redner der preußischen Land- tagsfraktion Genosie L e i n e r t sagten den Rechtsparteien deutlich auf den Kopf zu, daß ihrer Abneigung gegen die Flagge der Republik nur der Haß gegen den Volksstaat und dieheimlichcLiebezumaltenObrigkeitsstaat zugrunde siegt. Unter wütenden Entrüstunasrvfen der Deutschnationalen bezeichneten sie die schwarzweißrote Fahne als das, was sie ist, als die Fahne der schmählichen Niederlage im Weltkrieg, die Fahne der Kapp- und Hitler-Putschisten, die Fahne der Erzberger- und Rathcnau-Mörder, die Fahne der ewig unbelehrbaren Anhänger des ewig Gestrigen. Auch die Demokraten und das Zentrum blieben den Herren von rechts nichts schuldig, und der Zentrumsredner Abg. Bergmann sprach sehr kühl aus. daß die Deutsch- nationalen, unbekümmert um alle im Reich unterschriebenen Richtlinien, heute, wie früher, die verfassungsmäßige Reichs- fahne würdelos schmähen. Zum großen Kummer der Rechten erblickte er darin einen Beweis chres mangelnden R a t i o n a l g e f ü h l s. Auf eine Kampfabstimmung ließen die Oppositions- Parteien es heute nicht ankommen: Angst vor Neuwahlen!— Die Notverordnung ging für lange Zeit in den Verfasiungs- ausschuß, d. h. sie bleibt in Kraft. Am Freitag soll der Landtag zur neuen Besoldungs- ordnung Stellung nehmen. * Aul der Tagesordnunc? des Loitdtags stand gestern die Be- ratung der vom Staatsministerium am 8. August 1927 mit Gesetzes. traft erlassenen Flaggenoerordnung. Innenminister Grzestnski führte aus: Dos Staatsminifierium habe seit Jahren in immer wiederholten Verordnungen die Auffassung vcrtretei:, daß es not- wendig sei, am Bersasiungstagc bei der Beiiaggung der Staats- und Gemeinde gebäudc den Reichsjarben Schwarzrotgold den ihnen gebührenden Platz einzuräumen und die nötige Achtung zu erweisen. Auch im Jahre 1927 Hobe das preußische Staotsministcrium wieder einen solchen Beschluß gesaßt und ihn in einer Anordnung niedergelegt, die sich auf«inen Beschluß vom 16. Juli 1924 stützte. Während die Anordnung von 1924 ohne weiteres pasiiert«, ist aber der Beschluß für das Jahr 1927, der am diese Anordnung zurückging, angefochten worden, und zwar einmal von der Stadt Hohenstein in Ostpreußen im Der- waltungsstrcitversahren, wobei es sich um die Pflicht zur Aisichafsung schwarzrotgoldener Fahnen handelte, und dann von der Stadt Potsdam auf dem Klagewege. Der Minister rekapituliert den Verlaus der Klage und das Urteil und fährt dann fort: Die Staats- regierung befand sich nach diesem Urteil des höchsten preußischen Verwdtungsgerichts in einer Zwangslage. Das Interesse der Autorität der Staatsregierung erforderte es, den einmal eingenommenen Standpunkt durchzuhalten und zu versuchen, die sehlende Rechtsbosis nachträglich zu schassen. Da der Landtag nicht versammelt und die Angelegenheit dringlich war, ist mit Hilfe des Ständigen Ausschusses die Notverordnung zustandegekommen. Ich habe mich ge- wundert, daß die Mehrheit im Ständigen Ausschuß für diese Not- Verordnung nicht größer gewesen ist(Lachen rechts), daß insbe- sondere die Dolkspartei dieser Notverordnung nicht zugestimmt hat. Letzten End« tst« doch so, daß hier ein Staatsminlsterial- erlaß angefochten isi, an dem die Herren der Volkspartei, als sie noch in der Regierung waren, mitgewirkt haben.(Lebhaftes Hört, hört! b. d. Mehrheit.) Es handelt sich um eine» Staatsministerwlerlaß. dem Sie(zur Boltspartei) zugestimmt haben, und von de« Sie auch annahmen, daß die Rechtobasi» vorhanden sei. Die Stadt Potsdam hat den Staatsgerichtshof angerufen. Wir werden abwarten, wie er entscheidet. ZNeiue» Erachtens liegt die Nachprüfung der Voraussetzungen einer solchen Notverordnung dem Staalsgerichlshos gar nicht»b. denn die Formulierung de» Art. 158 der Verfassung ist bewußt so, daß dem Ermessen der Slaatsregierung und des Varlaments weitester Spielraum gelassen wird. Wenn die Stoatsregierung glaubt, es sei richtig und zweckmäßig, den Art. 155 anzuwenden, dann ist es Sache des Landtags, das später zu bestätigen oder die Verordnung aufzuheben. Es ist behauptet worden, daß die Vorgänge bei der Beschlutz- fassung im Ständigen Ausschuß nicht der Geschäftsordnung cni- sprachen. Darüber hat der Landtag zu entscheiden und nicht ein außerhalb des Landtags stehendes Gremium. Die Art, wie die Gesetze im Landtag erledigt werden, ist Sache der Regelung durch die Geschäftsordnung. Es ist weiter behauptet worden, daß durch die Notverordnung die Staatsregierung sich«inen Eingriff In die Selb st Verwaltung habe zuschulden kommen lasten. Das ist ein nicht ernst gemeinter Einwand. Der Minister kommt dann aus die deutschnotionalen Anfragen zu sprechen, die im Zusammenhang mit dem Flaggcnkonslltt der Stadt Berlin mit de» Hoteliers eingebracht waren und sich auch mit dem Berliner Oberbürgermeister Bötz beschästigen. Er erklärt dazu: Ich muß sagen, dah ich«ine Methode, wie sie in der Kleinen Anfrage des Abg. Roth(Dnat.) zum Ausdruck kommt. bisher noch nicht erlebt habe. Es wird darin ein Zeitungsartikel, der wahrhchtig von journalistischem Anstandsgefühl sehr weit enl- ternt ist, zitiert und gefragt, was die Staatsregierung tun wolle. um, auf Grund dieses Zeitungsartikels, gegen die Stadt Berlin und ihnen Oberbürgermeister einzuschreiten. Die Slaatsregierung dankt es Herrn Oberbürgermeister Bötz, daß er in der entschiedensten weise das. was von der Staats- regierung für uotwendig gehalten wurde, für Berlin durchführte. (Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Herr Oberbürgermeister Bäh kam dadurch in einen gewissen Kon- flikt mit erheblichen Kreise» der Bevölkerung und hat trotzdem, ob- wohl er das vorher wußte, seinen staatspolitischen Standpunkt durch- geführt.(Erneuter Beifall links.— Zurufe rechts.) Di« Staats- regierung dankt ihm das und hat sich ihm ja auch durch den bekannten Beschluß zur Seite gestellt. Sie wisien, daß«rsreulichcr- weise die Difserenz»» mit den Hoteliers durch eine Vereinbarung inzwischen aus der Well geschajst wurden. Es bleibt bemerken?- wert, daß diese Angelegenheit nur dadurch erledigt werden konnte, daß die Stadt Berlin und der preußische Staat mit aller Deutlichkeit zeigten, daß die Reichssarben schwarzrotgold und nicht anders sind. (Lebhafter Beifall links und in der Mitte.) Im weitereiz Verlauf der Debatte ergreift Miuifterpräsiüent Sraun das Wort, desien Ausführungen in der anhaltenden Unruhe des Hauses auf den Tribünen kaum verständlich sind. Der Ministerpräsident oerweist nochmals auf dos Urteil des Oberverwaltung?- gerichts und erinnert daran, dah dadurch die in den früheren Jahren ergangenen Verordnungen der preußischen Regierung über die sloggung am Dersassungstage gleichfalls ihre Geseszeskraft verloren haben würden, was die Flaggensrage an sich angeht, erklärte der Mnisterpräfidenl weiter, so glaube ich nicht, daß es in dieser Frage einen Ausgleich gibt. Ich habe persönlich in Weimar mich gegen die Aufrollung der Flaggensrage gewendet, weil ich die schweren Konflikte, die sich jetzt auswirken, vorausgesehen habe. Wie die Dinge aber jetzt liegen, sind als Reichsfarben schwarzrotgold festgestellt. Es müßte daher nicht nur für die Behörden, sondern s ü r jeden Deutschen selbstverständlich sein, daß die | schwarzrotgoldenen Farben zu achten sind.(Lebhafter i Beifall links und m der Mitte.) Die schwarzrotgoldenen Farben ! müssen heut« ebenso geachtet werden, wie unter dem alten System die schwarzweißroten.(Lebhaste Zustimmung links und in der Mitte— anhaltende Unterbrechungen rechts.) Gewiß kann mau. wie schon von den Rednern aus der Rechten gesagt worden ist, aus diese Weise keine Liebe zur Republik erzwingen. Das alte System hat ebensowenig Liebe für sich erzwingen können. Aber wir tonnen verlangen, daß auch diejenigen, die innerlich mit ihrer Austossunq zum ollen Reich stehen, Verfassung und Gesetze achten.(Großer Lärm rechts). Bon den Rednern der Rechten ist gesagt worden, man müßte auch den Symbolen der Bergangenheit Achtung entgegenbringen.(Sehr richtig I rechts.) Ich stimme dem zu. Diese Dinge stellt man pietätvoll in einem Museum auf.(Gelächter und große Unruhe rechts.) Glauben Sie(nach rechts), daß, wenn man heute in einem Museum die kurbrandenburgjsche Seeslagge sieht, das vielleicht ein« Miß-" achtung der Symbole der Bergangenheit ist?(In dem anhaltende» Lärm mif der rechten Seite des Haulcs geht ein großer Teil der Ausführungen des Ministerpräsidenten verloren.) Man ton» auch die alten schwarzweißroten Farben so als Symbol einer endgültig verflossenen Vergangenheit achten, aber man darf sie nicht als Symbol für die heute bestehend« Staatsform zu verwenden suchen. Der Ministerpräsident stellt fest, daß er bereits 1922 in einem Schreiben an den Reichskanzler entschieden gegen die Absicht Stellung genommen habe,«ine schwarzweißrot« Reichs» dienst flagge zu schaffen. E« gibt nach der Reichsversosiung nur eine schwarzrotgoldene Nakionalslagge und d!« fchwarzweiß- rot» Handelsflagge mit der ESsch. Alles ander« widerspricht dem klaren Wortlaut dar Berfasstmg. vir Ztaakaregierung wird«ch In Zokunfl jfhfn Versuch einer anderen Auslegung enlschiedt-n cnlgegenlreken. Die Veulschnallonalen haben sich noch dem Einlriti In die veichsregierunq verpslichtel. die Rcichssarbcn?u achten. Die Farben ihrer Minister sind schwär, rolgold. vamii ist nicht in EinNang zu bringen, wenn einer ihrer Minister kürzlich er- klärte. Schwarzrotgold sei eine Porteisahue.(Dauernde lär- menk« Lurufe rechts� Reichsbanner!) Bei dieser Praxis der Deutschnationalen worden wir in der �laggenfrage nicht zu einer Einigung kommen, denn die ganze plaggenfrag« ist ja nichts weiter als der Kamps z w i s ch e n de m ölten und dem neuen Regime. Deswegen werden wir die Flagge der Republik besonders hochhalten und mit unnoch- sichtiger Schärfe gegen diejenigen vorgehen, die sie angreifen. Jeden- falls wird die prcuhifche Siaotsregierung sich in dieser Haltung nicht irremachen lassen.(Stürmischer Beifall links und in d«r Mitte; Zischen rechts.) (Weiterer Landtagebericht in der 3. Beilage.) die rettenüe zweite Instanz. Herr Marx will keine Erklärung abgeben. Der„I u n g d e u t s ch e" teilt mit, daß ihm ofsiziös mitgeteilt worden fei. daß der Reichskanzler sich nicht zu der Angelegenheit T r e s ck o w äußere, sondern erst ein rechts- kräftiges Urteil abwarten wolle. Also Flucht in die zweite Jnstanzl Herr Marx hatte es seinerzeit eiliger, es genügte ihm ein W o r t K e u d e l l s und einer anderen Stelle— der „Fungdeutsche" behauptet, ein Wort G e ß l e r s— um einem Mätburger die Ehre zu nehmen. Jetzt genügt ihm nicht ein- mal ein Urteil Sines preußischen Gerichts, um seine rasche Behauptung nachzuprüfen. Der„Jungdeutsche" richtet an den Reichskanzler die folgenden Fragen: „Wie hat Herr von Keudcll Ihnen den Sachverhalt ge- schildert, in welchen Punkten wich dessen Darstellung von der Ihnen seitens des Iungdcutfchen Ordens gegebenen und vom Gericht als richtig bestätigten Darstellung ab? Sie haben die Behauptung aufgestellt:„Die Herren haben den Verkehr mit Herrn von Tresckow deshalb abgebrochen, weil er einen grobenVertrauensbruch begangen hat, indem er vertraulich zu behandelnde Dinge preisgab. Bei diesen Dingen handell es sich— ich kann das mit aller Bestimmtheit hier erklären— weder um Dlktaturbe strebungen und ihre Bekämpfung, noch um irgendwelche Putschpläne. Soweit meine tat- sächlichen Feststellungen." Ist Ihr«„tatsächliche Fest- stellung" durch das Gerichtsurteil nicht doch er- schüttert? Fühlen Sie nicht nunmehr die Verpflichtung in Würdigung des Gerichtsurteils, wenigstens die Bestimmtheit Ihrer Behauptung einzuschränken? Bon Ihnen, Herr Reichskanzler, nicht von Herrn von Kcudell. erwarten wir ein« Antwort." Aber Herr Marx hat Zeit. Einem ungerecht Verdäch- tigten die Ehre wiedergeben, das gilt nicht Man wird ihn also dort stellen müssen, wo er zur höheren Ehre des Bürger- blocks seine falsche Behauptung aufstellte— i m R e i ch s t a g. malien, wie die Genehmigung der Satzungen, durch den Houptaus- schuß zu«ledigen. Das Elektrizltätsgesetz«rilt danach mit rück- wirkender Kraft ab t. April 192? in Geltung. Das Kapital beträgt bekanntlich 89 Millionen Reichsmark. Die Frage der Besetzung der Verwaltung, Direktion und Aussichtsrat, wird voraus- sichtlich schon in nächster Zeit geklärt sein. In großen Zügen steht be- reits die Besetzung des Aufsichtsrates fest, die Verteilung der Man- date erstreckt sich bekanntlich auf Vertreter des Staates, des Preußen- Parlamentes und der übrigen Elektrizitätswirtschaft. Der Sitz der Gesellschaft ist Berlin. Die Knute ües fiuslanöskapitals. Die zwei Seiten der„Deutschen Tageszeitung". Gestern morgen verössentlichten wir unter der lleberschrift: „Kampf dem Bürgerblock!" die sozialdemokratische Inter- pellation über die Wirtschafts- und Sozialpolitik der gegenwärtigen Reichsregierung. Unser Borgehen hat in der großagrarischen „Deutschen Tageszeitung" ein Echo gefunden. Sie spricht von„demagogischer Perfidie, bei der man kaum mehr an bloßen Unoerstand glauben kann," und fährt fort: „Ginge es nach sozialistischem Rezept, so erdrosselt« man den Innenmarkt, stellte dafür das deutsche Volk vollends unter die Knute desauslän bischen Kapitals und streute dann das Geld mit vollen Händen aus." „Unter die Knute des ausländischen Kopitals!" In der gleichen Nummer der„Deutschen Tageszeitung" finden wir übrigens mit Fettdruck in der Handelsbeilag« dies« Spitzen- Nachricht: SO-Millionen-DollaranleiHe der Renienbank-Kreditanstalt. Wie der DHD. in Bestätigung anderer Meldungen erfährt, hat die DeutscheRentenbank-Kredltanstalt mit der National City Company, New Vork, eine neue landwirtschast- liche Anleihe, also die dritte Ausländsanleihe, in Höhe von 59 Millionen Dollar unter folgenden Bedingungen nun- mehr abgeschlossen: Jahreszinesatzfi Prozent, Auszahlungz- kurs 92X Prozent. Tilgung 1 Prozent, sofort beginnend, zu- Züglich ersparter Zinsen. Laufzeit§3 Jahre. Die Bedingungen entsprechen im allgemeinen denen der zweiten Am.erika- Anleihe; nur ist der Auszahlungskurs diesmal Prozent höher(bei einem Zeichnungspreis von 95� Prozent)." Die Rentenbant-Kreditanstalt aber Ist eine rein a g r a r l s ch c An gelegenheit! Die Knute des ausländischen Kapitals droht— wie das Beispiel zeigt. Die staatliche ClektrageselistKast genehmigt. Das Elektrizitätsgcsetz tritt in Kraft. Bor dem Plenum des Preußischen Landtags fanden gestern die Beratungen über den Gesetzentwurf über die Zusammenfas- sung der staatlichen preußischen Elektro-Unter- nehmungen und Beteiligungen in einer selbständigen Gesellschaft statt. Ohne große Debatte wurde mit überwältigender Mehrheit die Zusammenfassung der preußischen Elektrizitätsgesellschasten in einer Gesellschaft genehmigt. Nach dieser Zustimmung des Landtags sind noch einige For- Suche nach einer Regierungsmehrheit. Die Nöte der Thüringer Nechtsregierung. Weimar, 13. Oktober.(Eigenbericht.) Die Mehrheitsverhöltnists im Thüringer Landtag liegen auf des Messer» Schneide. Die Regierungsmehrheit im Plenum be- trägt 29 gegenüber 27 Oppositionellen. Bier von den Regierungs- treuen und ein Oppositioneller sind Wild«, gehören keiner Fraktion an und sind deshalb nicht in den Ausschüssen vertketen. Hier hat des- halb die Opposition die Mehrheit. Das hat die Regierung in den letzten Togen schon mehrfach gespürt. Die zwei aus der demokra- tischen Liste gewählten Abgeordneten sind deshalb auf der Such« nach einem dritten Wann, um wieder ein� Fraktion bilden zu können. Zu- nächst sind sie als Gäste in den Ausschüssen ausgetaucht, hören zu und halten Umschau nach dem dritten Mann. Run hört man, daß mit der Wirtschaftspartei verhandelt wird, um einen jetzt der I Wirtschaftspartei, früher der demokratischen Partei angehörigen Ab- geordneten für die Demokraten freizumachen. Dieser Abgeordnet« würde sozusagen aus Kredit von der WirtschaflS- an die demokratische Partei abgegeben worden. Der Aelleslenrot des Reichstag» ist sür Dienstag, den 18. Oktober, 14 Uhr, zu einer Sitzung einberufen worden, um die Dispo- sitionen für die am Dienstag beginnende Plenartagung des Reichs- tags zu treffen. Dsrstg als Aeuge geladen. Bcfchltlft des bastcrischcn UnterfvchungsnusschufseS. München. 13. Oktober.(Eigenbericht.) Das Ergebnis der Donnerstogsitzung des Unterjuchungsous- ichuisez ist die Annahme eines Antrages des sozialdemokratischen Mitberilhterstatters, zur Ergänzung der Aussoge des Iustizministers Gärtner nun auch den ehemaligen Innenminister Dr. S ch w e y e r zu vernehmen. Schweyer soll darüber gehört werden: 1. Welche staatspolitischen Gründe haben sür die Durchführung des Straf- Verfahrens gegen Hitler und Genossen gesprochen. 2. Hätten die Sichcrheitsoerhältnisse des bayerischen Staates im Aiugust 1.923 die Durchführung eines solchen Strafverfahrens gestattet? Auf Antrag de» sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. H o e g n e r wurde ferner beschlossen, von der Regierung jenen außerordentlich wichtigen, bis- her aber geheimgehaltenen Bericht einzujorder», den die bayerischen Regierungspräsidenten im August 1923 über die politische Loge an den Innenminister erstaltel haben. Schließlich kündigte der Mitberichterstatter noch ein« Reihe weiterer Beweisen träge an. Bor allem sollen jene Per- sönlichkeiten als Zeugen vernommen werden, die in den Akten als die Geldgeber der Hitler-Beweoung des Jahres 1923 ge- nannt sind. darunter auch der Oeiker der Lorsiawerke verlin, und weitere Zeugen sollen darüber Auskunft geben, welche Ve- Ziehungen die Sampfoerbönde zur Reichsregierung und zur boyeri- schen Regierung unterhalten haben. Unter den hier angeforderten Zeugen befindet sich auch der ehemalige Reichskanzler Euno. Bon Bedeutung ist schließlich auch das Beweisthema, welche Be. Ziehungen die Arbeitsgemeinschaft der Kampfoerbände zu Rupprpcht von Mttelsbach unterhalten haben. Hier sollen u. a. Rupprecht selbst sowie sein ehemaliger Kabinettsches Graf Soden gehört werden. Deutschnationalem Verlangen zufolge traf dann der Ausschuß auf Grund der bisherigen Erhebungen die F e st st e l l u n g, daß das Gerücht, als ob der bayerische Iustizminister Gürtner die Staatsanwaltschast zur Einstellung des Verfahrens gegen Hitler und Genossen angewiesen habe, sich als unwahr erwiesen hat. Diese Feststellung bedeutet natürlich nur eine Rettung des Iustizministers Gürlner nach der rein kriminellen Seile. Die Beurteilung des o e r- fassungswidrigen Verhaltens Gärtners durch Hemmung des Bersahrens(§ 69 der bayerischen DerjassungsUrkunde) bleibt der Be- sthlußfassung des Ausschusses nach vollständigem Abschluß der bis- herigen Erhebungen vorbehalten. Die näckste Sitzung des Untersuchungsausschusses mit der Ver- nehmung Schwcyers findet erst in der kommenden Woche statt. Sefpels Nächstenliebe. Nach Bedarf Bundeskanzler oder Geistlicher. In der Jahreshauptversammlung der Ehristlich-sozialen Der- einigüng für Niederösterreich hielt der österreichische Bundeskanzler Dr. S e i p« l ein Referat, das auch folgende Sätze enthielt: Man hat sich bel den Sozialdemokraten vielleicht vorgestellt, leichtes Spiel zu haben weil der Bundeskanzler ein Geistlicher ist und als solcher für absolut« Milde sein mäste. Aber es ist ein Unterschied zwischen Milde und Schwäche und nicht alles, was wie Mild« aussieht, oerdient diesen Namen. Herr Seipel mag sich beruhigen: die Sozialdemokcati« kennt die Geschichte und hat daher keine Illusionen. Si« weiß, daß schon seit Jahrhunderten die Vertreter der Geistlichkeit die Gebote der Nächstenliebe und Milde mit Hilfe sophistischer Spitzfindigkeit in Grausam- k e i t und Strenge umgedeutet haben— genau wie e» jetzt Herr Seipel tut, der fein säuberlich den Dundeskanzler vom Geistlichen trennt, wenn beide auch der gleiche Prälat Seipel sind. ver Jemeousschuß des Landtages beschloß, vom 2. bis S. Nn- vember weitere öffentlich« Sitzungen abzuhalten, um das bisher be- schlostene Programm, insbesondere den Fall Pannier, weiter zu führen. peter. Von Gustav Hugo. Heute also habe ich Peter hinausgeworfen. Warum? fragen Sie. Ich hatte ihn vor die Wahl gestellt: entweder einen onständi- gen Lebenswandel zu führen, oder auf der Stelle mein Haus zu verlassen. Und da zog er seinen Lebenswandel meinem soliden Hause vor. Dieser Halunke... Peter ist teinesfallz mein Sohn. Jemand bracht« ihn einmal, vor vielen Iahren, als er noch winzig und hilflos dalag und mich freundlich und zutraulich anlächelte mit seinen schwarzen Augen. Mitleid ergriff mich, und ich nahm das Baby zu mir. Ach. wie ändern sich die Zeiten... Peter wuchs heran, wurde groß und stark. Aber auch srech, boshaft und eigensinnig. Ich gab mir die größte Mühe, versuchte Güte, die nichts fruchtet«, versucht« eiserne Streng«, die nichts fruchtete, ich ließ ihn hungern, sperrte ihn ein. Er aber schlug Lärm. tobt« und veranstaltete einen Krach, daß die Nachbarn gerannt kamen, mich«inen gemeinen Schinder nannten und mein Leben bedrohten. Ich war nicht so vergnügungssüchtig, um als Lynch. objett figurieren zu wollen, und ließ den Gauner lieber heraus. Mit einem höhnischen Grinsen schritt er an mir vorüber. In meinen Fäusten zuckt« es. Kaum sah er die offene Tür. flugs war er im Garten. Ich Ihm natürlich nach—, doch da war er schon über die fünf Meter hohe Mauer. Ich schalt, fluchte, drohte, bat, flehte. Ich versprach ihm ein Königreich— Peter sah drüben im Straßen- graben und feixte. Drei Tage und drei Nächte blieb er verschollen. Dann kam «r plötzlich wieder. Abgehetzt und geschunden, beschmutzt, mit vielen Wunden und sehr ausgehungert. Reue? Ha! Sprach kein Wort, ging in di« Küche, nahm, was gerade da war, verschlang es wie ein Wolf, ging ins Bodezimmer, den starrenden Schmutz abzuwaschen. Doch nie habe ich erfahren, wo sich der Kerl herumgetrieben hat. Ich prophezeite ihm ein Ende mit Schrecken, ich malte ihm die Hölle. Ich versuchte Philosophie, drohte mit Zwangsanstalt und Erziehungsheim. Er blieb wie ein Eisberg und zupft« gelangweilt an seinen Nägeln herum. Berging ein Tag in Ruhe, leii dieser Auswurf in meinem Hause weilte? Daß ich keine heile Base mehr besitze, habe ich aller- dings nur ihm zu verbanken. Diese Zerstörung-wul scheint über- Haupt pathologisch zu sein. Ich hätte ihn rechtzeitig unter ärztliche Behandlung bringen sollen, vielleicht wäre noch etwas Anständiges aus ihm geworden. So verfiel er von Tag zu Tag— nicht körperlich, v nein, aber moralisch. So geriet er in die Klauen des Satans: Eine» Tage» nämlich oermißt« ich meine goldene Uhr. Ich j sucht«, Ich fragte, ich kehrte da» Haus um— nichts. Bis mir der furchtbare Verdacht aufstieg: Peter! Ich nahm mir ihn vor. Cr hörte mich ruhig an, tat. als wüßte er nicht was ich mein«, zuckle die Achseln und zupfte an seinen Nägeln. Da begab ich mich zu seiner SchlasstÄte. Und unterm Kisten-- was lag da, meine Uhr! Mein« arme Uhr. Verbeult, ohne Blas, zeigerlos... Nun, das wird jedermann ohne weiteres einsehen, war das Maß voll. Er war alt genug, um für sich selbst zu sorgen, ich lehnte jede Verantwortung für sein Fortkommen ob. Ich stellte ihn vor das obenerwähnte Ultimatum, und er ging von mir, kühl und spöttisch, ohne Träne. Hoffentlich seh« ich ihn niemals wieder. Rabenvögel soll man nicht im Hause halten. Sic stnd undank- bore Wesen. Und Peter war ja ein Rabe. Deutscher Schriststellertag. Die deutschen Schriftsteller beschäftigten sich, wa» sie leider viel zu wenig tun. auf ihrer Tagung in Barmen und Elberfeld auch mit der sozialen Lage ihrer Mitglieder. Der Borsitzende eine» von ihm gegründeten und geleiteten Kartell» deutscher Geiste». arbeiter, Dr. Otto Everling, wollte ihnen neue Weg« für Ausbau unserer Sozialpolitik zeigen. Er erklärt, baß die Unsicherheit nicht nur der Lebenslage, sondern auch de» Lebensunterhalt» in den letzten Iahren ein« weit größere geworden sei. Dagegen könne nur helfen, wenn man di« Sozialpolitik nicht auf das materiell« Gebiet beschränke, sondern als Kulturpolitik erweitere. Dadurch schösse man den geistig täligen Mitbürgern einen im höheren Grade ausnohmesäigen Boden, also, geschäftlich gesprochen, ein größeres Absatzgebiet für die Werte der Kunst und Lüerotur. Ein« einfache Ausdehnung unserer Ha�rdarbeiter-Schutzgesetzgebung auf di« geisti- gen Arbeiter gehe nicht an. Einzelne Varschläq« über Ausbau unserer Steuer- und Wirtschastegesetze, ub:r da» Arbeitsrecht und besonders das Urheberrecht müste er den besonderen Dereinen über- lassen. Unser Gesetzgeber sollte sich bei jed-m Gesetz fragen, welch« Einwirkung das neue Gesetz auf die geistig« Mittelschicht haben würde. Unser« neue Versastung erkläre zwar im Artikel 137, di« Arbeitskraft stehe unter dem besonderen Schutz der Versastung, ober unsere neuen Gesetz« scheinen die geist'a« Arbetlstrast vergessen zu haben, so z. B. das große Gesetz über d'e Arbeitsgerichte. Er bittet die Organisationen sür di« einzelnen Beruf« um sorgfältig« Angabe ihr«r Wünsche.(Der eingesib lagen» Weg«rslbeint un» richtig, doch steht er hiernach noch im Ansang.) Herbert Eulcnberg sprach über d«e Nriwendigkeit einer Spitzenvereinigung des Schrifttums. In lauaiger Weiie empfiehlt er den Kollepen zunächst persönlich unter sich mehr Einigkeit domit sie sich nicht, wie leider so olt. wie ein H-ulen bälgender Spatzen den Mitbürgern zeigen. Eine Verschmelzung der verschiedenen Schriftstelleroereine hält er für aussichtslos Man möge versuchen, eine Zentralstelle.zu bilden, also nicht einen neuen Berein, sondern nur eine Art Vermittlungsstelle, die di« gemeinsamen Angelegen- heiten bearbeite. An der Spitze dürfe aber kein Dichter oder söge» nannter„Prominenter" stehen, sondern ein geschäftsgewundter Organisator, der die durch ihre Einigkeit stark gewordenen Vereine gegen Verleger und Korrespondenzbureaus bester oertreten werde. (Also auch in dieser Frag« ein« Feststellung der Erfolglosigkeit der bisherigen Bemühungen und Empfehlung eines neuen Versuchs, der übrigens von dem tagenden Deutschen Schnftstelleroerband und dem Schutzverdand schon ausgenommen war.) Ausstellung der Rlonuskrlple Emile Zola». Die 25. Wiederkehr des Tages, an dem Emile Zola durch einen banalen Zufall seinen Tod fand— er erstickte in seiner Wohnung infolge von Gasaus- strömung— hat der Nationalbibliothek in Paris Anlaß gegeben, gemeinsam mit der Familie des großen Schriftstellers eine öffentliche Ausstellung seiner Manuskripte vorzunehmen. Die Ausstellung um- faßt die eigenhändige Niederschrift einiger der besten Werke Zolgs, wie„Der Fehltritt de» Abbe Mouret".„Der Zusammenbruch" und „Der Totschläger". Do» letztgenannt« Manuskript ist über und über mit roten Bleistiftnotizen bedeckt, und auf jeder Seite kann man sehen, wie sehr Zola den ursprünglichen Text seiner Arbeiten ver- änderte und erweiterte. Auf der Ausstellung erblickt man auch ein Exemplar der„Abende von Mödan" mit einer Eintragung voy Guy de Maupassont und einer eigenhändigen Niederschrift der Rede, die Anatole France am Grabe Emile Zolas hielt. Reue» au» der Krebsforschung. Die Beobckchtung, daß die Arbeiter in den englischen Spinnereien einen besonders hohen Prozentsatz an Krebskranken stellen, hat jetzt zu neuen Unter- suchungen Anlaß gegeben. Der Arbeitgeberoerband hat gemeinsam mit der Fabritinspektipn beschlosten, eine regelmähiqe Untersuchung der Arbeitskräfte, und zwar vierteljährlich, durchführen zu lasten. Es besteht die Vermutung, daß die Krankheitsursache in einer täglich vielfach wiederholten Reibung einzelner Körperstellen an den Ma- schinenteilen zu suchen ist. Bei den Spinnereiarbeitern anderer Länder, die die gleichen Maschinen handhaben, ist zwar eine ähn- liche Häufigkeit der Krebserkrankungen nicht festzustellen, doch nehmen die englischen Aerzte an. daß dies auf die leichtere Kleidung der Arbeit« in diesen anderen Ländern zurückzuführen ist. .Der ttixstlettsäie Einzenanzl tft da» Tdema de» zweit, n Mend«. da» , a L8," rtlf Wallmann, die i'eitetin der Berliner Winman-Schule. ttn Rabm,n de» VorliapSzytlu».Der moderne Tan," für die L.» 0 1?(.»'bandelt. Die VeranNaltunn findet am Montag, dem 17. Cllooer, 20 Udr, in der Aula de« ctz y m na lliim» zum Grauen K l o ll e r. Klosterllr. 74.„all. Einlagtarten kosten 70 Ps. So, verliner Siasovle.Orch«iler veranilaltet am Sonntag im Vach-Saal einen B e e t h o v« n. B r a b m s. A b e n d. Die beiden Konzerlmeiiier Uambmon(Bwiine) Zcelander(Cello) spielen da» Konzert für Bioline und Bioloncell von Brahms. gerner gelangt a. a. die 5. Sinfonie von Beelbooen zu Gebör.»» Rudolf ooo Codan verlegt am 16. Oktober seinen Wohnsitz nacb Berlin. , J;/ 8 8 � 8 d b> s ch e Jniiilut Laban, da» bisher seine Slatle In Würzburg hatte, überfiedcit gleichzeitig nach Berliii-Gruiretval». Gillltrafie 10." dof deustcher Ifiea'etoor elluraen in Strahb nro. Die Bräfeffitr in Strasburg bat die Abhaltung von deulschen Thcatei Vorstellungen in Sliast- bürg verboten. Dem Sden-Tbeater, da» leil M-nalen Borstellungen deutscher GasttruppS veranstaltete ift edenfalI5 dte Beschäftigung deutscher Gasttrupps verböte« worden. Sesolüungsvorlage x Zmanzausgteich Reichsrat besteht ans 8O Proz. Ueberweisung.— Reichsregierung beschließt Doppelvorlage.— Bayern lehnt die Vorlage ab. Der Neichsrot beschäftigte sich gestern mit der Ernennung der Gcmeindevertreter im Verwaltungsrat der neuen Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- Versicherung. Der Ausschuß des Reichsrats schlug vor. von den süns chauvtvertretern, die den Gemeinden zustehen, drei dem S t ä d t e t a g, einen dem Landkreistag und einen dem Land- gemeindetag zuzuweisen, von den süns Stellvertretern zwei dem Städteag. drei dem Stodtcbund und einen dem Landkreistog. Ministerialdirektor Irick beantragte namens der preußischen Regierung, dem Städtetag vier Hauptvertreter und den fünften dem Londgemeinde�og zuzubilligen. Dafür soll« der Städtetag einen Stellverteter weniger, der Landkreistag einen Stell- vertrete? mehr bekommen. Keheimrat Weigert(Reichsarbeitsministerimn) bat, an dem Ausschußbeschluß festzuhalten. Preußischer Staatssekretär wcismann beantragt namentliche Abstimmung über den preußischen Antrag. Nach weiterer Debatte wird der preußische Antrag mit A5 sfünfundreißig) gegen 33(dreiunddreißig) Stimmen abgelehnt. Gegen den Antrag stimmten die preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg. Pommern, Grenzmark, Niederschlesien, Oberschlesicn, Hannover. Westfalen und Rheinprovinz sowie die Länder Bayern, Sachsen, Württemberg, Thüringen, Anhalt und Meiklenburg-Strelitz. Es blieb bei dem Porschlag des Ausschusses. Der Reichsrot wandte sich sodann der Beratung der neuen Vesoldungsordnung zu. Bei dem Bericht des Ausschusses ergibt sich, daß die Ausschüsse wichtige Abänderungsanträge empfehlen. Der wichtigste Antrag der Ausschüsse ist der, einen neuen 8 2Sa enizufügen: „Das Ainanzansgleichsgeseh wird geändert wie folgt: 8 22 Abs. 1 Sah 1 erhält folgend« Fassung: Von d«m Auskommen an Einkommen st euer- und Körperschafts st euer vom 1. Oktober lg27 ab erhalten die ä u d e r S 0 v. h." Aur Begründung führte der Berichterstatter aus: Es wurde von fast sämtlichen Ländern darauf hingewiesen, daß sie nicht in der Loge seien, die Kosten für die neu« Besoldungsordnung, die sa auch für die Länderbeamten durchgeführt werden muß, aus eigenen Mitteln aufzubringen, daß insbesondere«in« neu« An- spannung der Rcalsteuern unmöglich, auch wesentliche Mehr- einnahmen aus Einkomm«»- und Körperschoftsst«uern nicht zu erwarten seien, solange die Beschränkung d«r Einnahme aus der Lohnsteuer in Kraft sei. Darum bleib« nur der Weg einer Aenderung des s in der Einz«lbcratuna die Abänderungsanträge ange nommen werden, behält sich die Reichsregierung für den Spezialfall Doppelvorlage vor. § 24 der Schlußoorschristen bestimmt, daß Aenderungen d«r im Besoldungsgesetz vorgesehenen Amtsbezeichnungen durch den Reichspräsidenten erfolgen. Hierzu bemerkte Staatssekretär Dr. Weißmann(Preußen): Wir erbitten von der Reichsregierung die selbstverständliche Erklärung, daß Aenderungen der Amtsbezeichnungen nur im Sinn« der Rcichsversassung erfolgen können. Ein Vertreter des Ministers des Innern er widerte: Die Reichsregierung versteht unter ,.Amtsbe.z«ichnungcn" nur solche, deren sich jeder in«inem Amt Befindliche ohne be- sondert Berl«ihung bedienen darf. Der Antrag der Länder, die durch die neue Besoldung?- ordnung«ntstehenden Mehrausgaben dadurch zu erleichtern, daß ihr Anteil an dem Aufkommen der Einkommen- und Körperschaftssteuer von 75 auf llliProz. erhöht wird, stieß b«i dem V«rtr«ter der Reichsregierung auf Widerspruch. Der Antrag wurde trohdem angenommen,«taatssekrctär Dr. P o p i tz von» Reichssinanz- Ministerium erklärte daraufhin, daß sich die Reichsregicrung yiit diesem Beschluß nicht abfinden könne und dem Reichstag nunmehr eine Doppelsassung unterbreiten werde. Bayern beantragte dann ein« befondere Ber- günstigunz für die finanziell schwachen Länder durch eine Aenderung des Finanzausgleichs. Dieser Antrag wurde mit Zg gegen 27 6timmen abgelehnt. Dafür stimmten Bayern, Württemberg, Baden, Thüringen. Mecklenbura-Schwerin, Oldenburg, Vraunschweig. Anhalt. Lipp«, Mecklenburg-Strelitz und Schaumburg-Lippe. Der bayerische Gesandte gab daraufhin die Er- klärung ab. daß die bayerische Regierung nach Ablehnung der von ihr beantragten Aenderung nicht rn der Lage sei, der Vorlage zu- zustimmen. Die Besoldungsordnung wurde dann mit Mehrheit an» genommen. Jrankreichs Angebot an Ungarn. Die Budapester Regierung veröffentlicht die französische Note. Budapest. 13. Oktober. Das llngarische Telegraphen-Eorrefpondenz-Bureau meldet: Aus dem von dem ehemaligen Generalsekretär im jranzösischen Aus- wärtigen Ami Paleologue an den Pariser rumänZchen Gc- sandten D i a m a n d i gerichteten und von der rumänischem Regierung offiziell veröffentlichten Schreiben wird in der ausländischen Press« schlechthin die Folgerung abgeleitet, daß im Jahre 1920 zwischen der ungarischen und der französischen Regierung überhaupt keiner- lei Verhandlungen stattgefunden haben. Da dies den Tatsachen zu- widerläuft, hält es die ungarische Regierung für notwendig, nach- folgende Note zu veröffentlichen, die der damalige französische Hohe Kommissar in Ungarn, Fauchet, im Austrage der französischen Regierung am 24. Juni 192» an die ungarsiche Regierung gerichtet hat. Die Note hat folgenden Wortlaut: Herr Minister! Im Austrag« meiner Regierung habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz zur Kenntnis zu bringen, daß ich in Verfolg der in Paris im Ministerium des Aeußsren geführten Berhand- lungen die Ermächtigung erhielt. Eurer Exzellenz nach- stehende Erklärung abzugeben: „Die französische Regierung ist überzeugt davon, daß die rasilse Wiederherstellung des Wohlstandes Mitteleuropas— was ein wesentliches Element der Stärkung des allgemeinen Friedens bildet — nicht anders erreicht werden tonn als im Wege der gegen- s e i t i g« n Mitwirkung der interessierten Staaten. Die sran- zösische Regierung ist dementsprechend geneigt, jede Berhand- lung zu erleichtern, die dieserhalb zwischen der rumänischen, t s ch e ch o s l o w at i s ch c n und jugoslawischen Regierung einerseits und der ungarischen Regierung andererseits eingesetzt werden, mit dem Zwecke, zwischen ten genannten Staaten und Re- gierungen«in verständnisvolles Derhältnis zu schassen, das die notwendige Grundlag« eines derartigen Zusammenwirkens bildet. Di« französische Regierung ist, sich den von ihr unterschriebenen Friedensvertrag getreu vor Augen haltend und geleitet von der Erklärung, die in der von den alliierten und assoziierten Mächten an die ungarische Friedensdelegation gerichteten Mantel not« ent- halten ist, bereit, ihre guten Dienste bei jedem auf eine sreundschaft- liche Einigung zwischen Unoarn und seinen Nachbarn abzielenden Schritt anzubieten, der den Zweck verfolgt, alle Ursachen der Feind- seligkeiten auszumerzen zur allgemeinen Zufriedenheit der inter- essierten Parteien. Dieser Schritt wurde unter den in der erwähnten Mantelnoke gestreisten Bedingungen den Zweck verfolgen, einesteils gewisse wirkschaslliche und ethnographische Ungerechtig- kellen gutzumachen, andernleils die zur Sicherung des Schutzes der Winderheiken bereits geschaffenen Brstsw.- mungen zu ergänzen. Namentlich ist die französische Regierung bereit, der ungarischen Regierung die Ausnahme von Verhandlungen mit den benachbarteü Regierungen zu erleichtern, damit in bezüg aus die gegenseitige Frei hei' des Verkehrs, sc-wis auch die Freiheit im Der- kehr von Eisenbahn, Post und Telegraph, Finanzfragen. Wasser- angclegenheiten usw. das gegenseitige Verhältnis eine innigere Regelung erfahre, und zwar in dem Maße, daß die Abkommen in Einklang gebracht werden können mit jenem Vertrag, an denu Frankreich als eine der alliierten und assoziierten Hauptmächt« teilhat. Diese Erklärung tritt mit dem Tage in Wirkungstraft, da die mit Frankreich getroffenen Abmachungen, der ungarischen Gesetzgebung entsprechend, voll und ganz Geltung er- langt haben Es erfüllt mich mit Freude, daß ich auf diese Weise der Dolmetsch der Regierung der Republik sein kann, und ich benutze die Gelegen- hest, um den Ausdruck meiner Wertschätzung für Sie, Herr Minister, zu erneuern. Der Hohe Kommissar der französischen Republik: M. Fauchet. Angesichts dieses Dokumentes ist es schlechthin unoerständlich, wie der frühere Generalsekretär des Quai dDrsay Paläologue jetzt ein Schreiben an den früheren rumänischen Gesandten richten tonnte, um alle Behauptungen über ein derartiges Angebot Frank- reichs an Ungarn zu dementieren. Andererseits ist es auch sehr merkwürdig, daß die ungarische Rogierung erst jetzt, also fast drei Wochen nach den ersten Eni- hüllungcn des„Magyar Orsjag", mit diesem entscheidenden Dokument herausrückt. Da» Budapester Auswärtige Amt hatte zunächst ge- schwiegen, sodann war Gros Bethlen sonderbarerweise bestrebt, die Angelegenheit als bedeutung?los Hinzust-Ren. Die vorstehende Note beweist, daß nicht nur unverbindliche Besprechungen zwischen nicht maßgebenden Unterhändlern stattgefunden haben, sondern daß der ofsizielle französische Sldrtreter in Budapest einen förmlichen Schritt in der Richtung einer Vertragsrevision zugunsten Ungarns unter- nommen hatte. Die Note Fouchets spricht nicht ausdrücklich von den Gegen- l e i st u n g e n Ungarns— nämlich der militärischen Hilfe für Polen gegen Sowjet-Rußland—, deutet sie aber durch die Wendung von den„mit Frankreich getroffenen Abmachungen" klar genug an. Sozialpolitische Gegensätze. Die Tagung des Internationale« Arbeitsamtes. Der Verwaltungsrat des Internationalen Zlrbeilsomtes hatte gestern einen außerordentlich arbeitsreichen Tag. Es imponiert aber nicht jo sehr die Masse der Berhandlungsgegenstände, als vielmehr die Qualiiät der Debatten. Dem Uneingeweihten wird häufig die T r a g w e i t« der Verhandlungen nicht gleich klar Die Beratungen drehen sich nur darum, ob' die internationale Sozialpolitik vorwärts- getrieben oder ob sie gehemmt oder gar zurückgetrieben werden soll. Mit welchem Scharfsinn und welcher Zähigkeit die Unternehmer- Vertreter es verstehen, die einfachsten Dinge zu komplizieren, um zu verhindern, daß es in der internationalen Sozialpolitik vorwärts geht, das nötigt manchmal zur Bewunderung. Sie finden allerdings bei den Vertretern der Arbestergruppe eine Reih« von Gegnern, die ihnen durchaus ebenbürtig sind. Hier ist jedoch ein Unterschied zu machen: während bei den Unternehmern Fraktion?- zwang herrscht, immer in allen Fragen einheitlich abgestimmt wirt», deutsche und französische, holländische und englisch« llnternehmer immer sich zusammensind«n, fehlt es leider bei der Arbeitergruppe an dieser Einheitlichkeit. Und das ist eins Schwäche, die auch das überragende Talent und die nimmermüde Wachsamkeit der Mehrheit der Arbeitervertreter nicht immer auszugleichen vermögen. Die Regierungsoertreter, soweit sie nicht direkt unter dem Kommando ihres respektiven Uniernehmervertreters stehen, wie das gegenwärtig bei der englischen Regierung zutrisst, schwanken oft in ihrer Entschließung, so daß die Gruppe, die geschlossener austritt, natürlich im Vorteil ist. Im Lause der gestrigen Beratungen kam zunächst ein Antrag des französischen Uniernehmervertreters Lambert Rtbot zur Verhandlung, eine Kommission einzusetzen, die die Frage der R a t i. f i z i e r u n g e n prüfen soll. Der Antrag schien ganz harmlos und man konnte den Eindruck haben, als seien die Unternehmer, in deren Namen Lambert Ribot sprach, besonders darüber besorgt, daß die Ratifizierungen der internationalen Abkommen nicht schneller vor sich gehen. In Wirklichkeit sollt« die Kommission nach der Ausfassung der Unternehmer, die Lambert Ribot möglichst zu verbergen suchte, Entschuldigungsgründe suchen, die die Nichtrotifizierung der Ab- kommen rechtfertigen jollen. Die Beratung dieses Antrages wurde schließlich auf die Ianuartagung verlegt und dem Antragsteller ausgegeben, seinen Antrag genauer zu umschreiben. Es kam dann die Festsetzung der Tagesordnung der Arbeitskonferenz für 1929 zur Verhandlung. Dem Widerstand des englischen Regierungsoertreters war es gelungen, die Frage der Zwangsarbeit der Eingeborenen von der Tages- ordnung der Arbeitskonferenz für 1928 abzusetzen. Durch diesen Ersolg ermutigt, beantragte der englische Regierungsoertreter, daß auf die Tagesordnung der Arbeitskonferenz für 1929 nur die Frage der Zwangsarbest der Eingeborenen als einziger Beratungsgegen- stand gesetzt werde. Vorgesehen war für 1929 die Frage der Arbeitslosenversicherung und mindestens eine von zwei Fragen, die besonders die Angestellten betrifft, und zwar die der Kündigungsfristen und die der Arbeitszeit der Angestellten. Es gab ein« außerordentlich scharf» Debatte, in der besonders Iouhaux den englischen Regierungsoertreter scharf an- faßte, während von den Unternehmern der Holländer Corth van der Linden mst möglichst harmloser Miene die Debaste zu ver- wirren bestrebt war. Schließlich aber zog der englische Regierung»- Vertreter seinen Antrag zurück, mst der Begründung, daß die eud.- gültige Entscheidung darüber, ob noch ein zweiter oder dritter Punkt auf die Tagesordnung der Konferenz von 1929 gesetzt werden soll, der Ianuartagung des Derwaltungsrats zu entscheiden vorbehalten werden soll. Der hollSndifche Unternehmervertreter beantragte, daß bis zur Ianuartagung das Amt einen Bericht über die Frage der Alters- und Invalidenversicherung machen soll, damit auch darüber eventuell abgestimmt werden soll. Scheinbar hatten die Unternehmer also den Wunsch, möglichst viel Sozialpolitik zu machen. In Wirklichkeit kam es ihnen daraus an, durch die Zersplitterung der Arbeit des Amtes zu erreichen, daß bis zur Ianuartagung keine einzige der verfchie- denen Fragen spruchreif wird, so daß die Unternehmer sagen können, angesichts der ungenügenden Vorbereitungen der Fragen muffe man auf eine Behandlung auf der Arbeitskonferenz von 1929 verzichten. Der Antrag des holländischen Unternehmervertreters wurde abgelehnt. Es kam dann der Bericht der B e r g b a u k o m m i s s i o n zur Verhandlung, an der auch Cook mitgearbeitet hat. Diese Kommission hat eine Untersuchung angestellt über die Löhne und Arbeits- bedingungen der Bergarbeiter, deren Zweck ein Der- gleich der Arbeitszeit sowohl wie der Löhne ist. Die Kommission hat ihre Beratungen so weit varwärts getrieben, daß noch vor Ende dieses Jahres der Bericht fertiggestellt werden kann. Es wurde dann u. a. noch ein Bericht der Kommission über die A r b- i t s l o s i g- keit, u. a. auch in Verbindung mit der Rationalisierung verlesen. Neben einer Reihe von technischen Fragen und Budget- fragen wurde schließlich die nächste Tagung des Verwaltungsrats auf den 30. Januar 1928 festgesetzt. Man hofft, daß der Berwaltungs- rat heute seine Beratungen beenden kann. Wen fforthp begnaüigt. Der Massenmörder in weihen Handschuhen. Der ehemalige Oberleutnant K a r l K m e t t y von der ungarischen Nationalocmee hat den Redakteur Franz Falus von der Buda- pester Zeitung„Est" wegen Beleidigung verklagt, weil das Blatt geschrieben hatte, daß Kmetty eigenhändig jn weißen Handschuhen seine Opfer gehenkt habe. Dieser Kmetty war seiner Zeit, als die erste Hängeperiode des Horthy-Regimes obgefchlofsen wurde, nach Italien gegangen. Unter dem Druck der OeffeMlichkeit mußte die ungarische Staatsanwaltschaft seine Aussicserung betreiben, und dies« erfolgte auch, aber„nur wegen schwerer Verbrechen", von denen die Morde ausdrücklich ausgenommen wurden. Das Miliiärgencht Stuhlweihenburg sprach Kmetty schuldig: des Vergehens gegen die Sicherheit de« Lebens, des Derbrechens der schweren Körperverletzung, des Vergehens gegen eine öffent- liche Institution, des Derbrechens der öfsentlichen Gewalttätigkeit, 1 begangen durch Erpressung, des Vergehen» der leichten Körper- Verletzung, der tätlichen Insultierung und der Tewaltiätigkeit. be-! gangen durch widerrechtliche Verhaftung. Die Gründe Witten: Kmetty hat den Profesturskandidoten Hugo Gabor ermordet, den Hauptmann Josts Nagel mit dem Gewehrkolben, einem Ochsenziemer, der Wasserkanne geschlagen, an den Wagen gebunden, die Treppen entlang geschleift, auf einen Ziegelhaufen geworfen: einem Kutscher, der mit dem Automobil Kmettys zusammen- gestoßen war, durch vorgehaltenen Revolver zweitausend Kronen zu erpressen versucht und, als der Kutscher nicht zahlen konnte. ihm die Pserd« ausgespannt und weggeführt: Ferdinand Hahn in die Albrechtkaserne geschleppt, ihn dort mit einem Ochsenziemer mißhandelt, ihm auf den Kopf getreten, mit einem nägel- beschlagenen Stock auf die Stirn geschlagen, seinen Unterleib mit Fuß st äßen mißhandelt und ihn krummgeschlosien; dem Postsekretär Ludwig Pongracz eigenhändig fünfundzwanzig Stock st reiche versetzt; Stephan Toth oerhastet und in die Albrechikaserne geschleppt; einen Mann namens Feher in die Kaserne geschleppt und alle diese Personen mit einer Peitsch« mißhandelt; aus Anlaß einer Holzrequisttion den Forstmeister des Grafen Wadar Zichy verhaftet und entwaffnet. Für all« diese verbrecherischen Handlungen wurde Kmetty vom Honoed- gerichi seiner Auszeichnungen und seines Offiziersranges ver- lustig erklärt und zuzweieinhalbIahren schweren Kerkers oerurteilt Nach der Abbüßung seiner Strafe ging Karl Kmetty daran, seine durch Zeitungsartikel verletzte Ehre wieder herstellen zu lasten. In der Budapester Berhondlung bot Falus den Wahrheits- beweis für all sein« Behauptungen, vornehmlich aber dafür an, daß Kmetty eigenhändig in Glacehandschuhen seine Opfer aufgehängt hat. Er verlangte, daß die Slkten darüber beim Militärgericht«In- gefordert werden. Kmeitys Verteidiger entgegnete, daß Kmetty für die Vollstreckung dieser„Bolksurteile" von dem Reichs ver- weser Horthy Amnestie bekommen habe; hierüber sei«in Beweis überhaupt nicht zulässig, da die italienische Regierung seine Auslieferung wegen dieser Taten verweigert habe. Da zog Redak- ! t«ur Falus aus feiner Tasche eine Photographie, dl« dar- stellt, wie Kmetty behandschuht einen Mann auf einen Baum aufhängt. Als der Vorsitzende Kmetty fragt«, ob die Photographie richtig sei, erklärte er, daß er die Aussage verweigere, weil ihm aus der Beantwortung der Frage Schade,, erwachsen könnte. Als der Vorsitzend« in ihn drang, sich doch zu äußern, erwiderte er, man wolle�in ihm die nationale Armee und deren Oberkommandanten b l o ß st e l l e n und darum könne er nur in einer geheimen Berhondlung Auskunft geben. Das Gericht ordnete tatjächlich für kurze Zeit den Ausschluß der Oefsenilichkeit an. Dann legt« Falps ein Exemplar des„Esii Kurir" vor: darin war eine andere Photographie abgebildet, aber dieselbe Szene: Kmetty in Handschuhen, hängt einen andern Mann aus. Die Unterschrist lautete:„Dies ist nicht Tibor Szamuely(der kommunistisch« Terro- rist, der sich vor Ergreifung erschossen hat. Red.), sondern Karl Kmetty" Kmetty bestritt, daß das Bild ihn darstelle und redete sich darauf aus, daß das Bild undeutlich wi- Als auch der Bor- sitzende Zweisel äußerte, legte Falus die photographisch« P l a! i e vor und bezeichnete den Gehängten mit seinem Namen. Schließlich trat Vertagung zur Herbeischaffung der Militärgerichts- alten ein! Arbeitslosenversicherung und Landarbeiter. Eine notwendige Klarstellung. Aus den Kreisen des christlichen Zentralverbandes der Deutschen Landarbeiter ist dem Deutschen Landarbeiter- verband wiederHoll vorgeworfen worden, er sei schuld daran, dah nitftt alle Land- und Forstarbeller in die Arbeitslosenversicherung einbezogen wurden Der Deutsche Landarbciterverband habe die Forderung auf Schassung einer besonderen Versicherung sür die landwirtschaftlichen Arbeitnehmer in Gemeinschaft mit den Arbeit- gebern aufs schärfste bekämpft Demgegenüber stellt der Deutsche Landarbeiterver- band folgendes fest: Es ist richtig, daß die Vertreter des Deut- fchen Lanhrrbeitervcrbandes hei verschiedenen Verbannungen, be- sonders aber im Reichswirtschaftsrat und un Reichstag, den Ge- danken einer S o n d e r v e r si ch» ru n g mit aller Entschiedenheit abgelehnt haben. Sie habe» das getan, weil der Verband grundsätzlich Gegner jeder Sonder- Versicherung ist und weil feststeht, daß die Landarbeiter bei dieser Äersicherung-art viele Verschlechterungen mit in Kauf nehmen müssen. Deshalb kann aber der Deutsche Landarbeiterverband noch lange nicht dafür verantwortlich gemacht werden, daß das landwirtschaftliche Gesinde in das Arbeitslofenversiche- rungsaesetz n-cht einbezogen wurde Der Verband ist bei jeder Gelegenheit in Verbindung mit der Sozialdemokratischen Partei für die unbeschränkte und gleichberechtigte Ein- beztehung aller land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter n aas Gesetz eingetreten. Wenn es dazu nicht kam, oann deshalb, weil sich vor allem die Deutschnationale Vo-kspart«i. d. h. die Partei, der der Verfitzende des Zentralverbandes der Land- arbeller als Reichstagsabgeordneter angehört, dagegen ge- wandt hat. Im übrigen müssen die Vertreter des Zentralverbandes darauf aufmerksam gemacht worden, daß li« es waren, die der Nichteinbeziehung des landwiftfchaftlichen Gesindes d i e Wege geebnet haben. In dem ersten Plan, den sie für die Schaffung einer Sonderoersicherung eingereicht haben, steht zu lesen: „Der Kossenausschuß der landwirtschaftlichen Arbeitslosenlass« kann im Einvernehmen mit dem Reichsamt für Arbeitsvermittlung bestimmen, daß neue Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschost versicherungsfroi ist, sosern der Arbeitnehmer in die häusliche Gemeinschaft des Arbeftgebers aufgenommen ist(ländliches Ge- jinde).' Roch diesem Plan wollt« der Zentraloorbaich die E» t s ch e i- dung darüber, ob das landwirtschaftliche Gesinde Unterstützung be- ziehen soll, dem Kassenausschuß überlassen. Wer dt« Verhältnisse kennt, weiß, wie das in der Praxis sich auswirken würde. Dem landwirtschaftlichen Gesind« würde es danach nicht viel besser ergehen als heute. Bei der Gestallung des Arbeftslofenoersicherungsgesetzes sind für die Landarbeiter zweifellos erhebliche Fort- schritte erreicht worden. Trotz mancher> Schwierigkeiten ist eine ZZerständigung erziell worden über das Maß dessen, was unter den gegebenen polltischen Machwerhältnissen den Landarbeitern an Ar- beitslosenschutz geboten werden kann. Nicht nutzloseStreite- r e i« n sind setzt notwendig, sond«rn«ingehende und planmäßige Unterrichtung der Landarbeiterschait über das Ar- beftslosenoersicherungsgefetz und über chre darin liegenden Recht«. Streik im Serliner holzgewerbe. Mit großer Mehrheit beschlösse«. Zu d« gestrigen außerordenllich gut besuchleu FunkllouSrver- sommlung der Berliner Holzarbeiter berichtete Genosse Loese noch einmal ausführlich über die Lohnverhaudlungen. dir erfolglos ab- gebrochen werden mußten, well die Unternehmer gegenüber de« berechtigten Forderungen der Arbeiterschaft kein Entgegeokommeu zeigte,», von den Unternehmern ist der Schlichtungsansschuß an- gerufen worden, der Freitag vormittag in dem Konflikt eine Entscheidung herbeiführen soll. Genosse Loese empfahl, den Schied»- sprach des Schlichlungsausschusses noch abzuwarten und erst heule abend in einer neuen Funklicmörversammlung die endgültigen Be- schlüsse zu fassen. Die Versammlung beschloß jedoch nach längerer Aussprache, heute. Freitag, in allen dem ZNanteltarlf unterstehenden Betrieben sofort in den Streik zu treten. Der Streik der Srauereiarbeiter. Irrefuhrende Preffelnformntiouen der llnternchiner. Der„Verein der Brauereien Berllns und der Umgegend' wendet sich in einem längeren Schreiben wieder einmal an die Berliner Presse« um die O c f f e n t l> ch k e: t gegen die streikenden Brauerei» arbeller zu beeinslussen. Die Unternehmer machen darin ein« Milchmädchenrechnung auf, die sich einem Umllngeweihlen gegenüber ganz nett ausnimmt, dem Kenner der Verhältnisse aber sofort als eine bewußte Irreführung der Qesfentl ichkell in die Augen springt. Sa wird für die««lernten Arbeller ein Jahreseinkommen von 2704' M. angegeben, was einem Brullowochenlohn von 52 M. entspräche. Wenn auch ein Teil der gelernten Brauereiarbeiter sohrelang ununterbrochen bei einer Brauerei beschäftigt ist, so hat doch ein nicht aeringer Teil genau so wie die Jndustriearbeller unter Arbeitslosigkeit zu leiden und erreicht demzufottz« nicht das angeführte Jahreseinkommen, hier hat die Rechnung der Un- ternehmer also schon ein Loch, Eine grobe Irreführung der Ooffentkichkeit ist aber die Behauptung,„daß die Bezüge der Brauerei- o r b e i t e r— abgesehen von Saisongewerben(Baugewerbe und dergleichen)— sich mft an der Spitz« der Löhne bewegen'. Tatsache ist, daß unter den Berliner Tariflöhnen z. B. die B r a u e- reiarbeiterlöhn« erst an lZ. Stell« stehen. Dabei muh weiter berücksichtigt werden, daß die Brauereiarbefter feste Wochenlöhne erhallen, die Tariflöhne der übrigen Berufe zum größten Teil aber nur aus dem Papier stehen, well dies« Arbeller meist im Akkord arbeften und mehr als den Tariflohn verdienen. Die Unternehmer behaupten in dem Schreibe« weiter, daß die Löhne der ungelernten Arbeiter sell dem Kriege um 60 P r o z. erhöht worden feien, während der Reichsindex gegenüber der Vorkriegszell nur eine Verteuerung der Lebens- hallungskosten um 47 Proz. ausweist.'Abgesehen davon, daß dieser Reichsindex aus von uns schon wiederHoll angeführten Gründen die seit dem Krieg« eingetretene Teuerung nicht richtig wiederspiegell, bedeutet nach unserer Rechnung die Erhöhung der Löhne der ungelernten Arbeller von 30 M wöchetftlich in der Vor- kriegszeit auf 43 M.. wie sie zurzeit sind, nur ein« Steigerung um 30 Proz. Die Löhne der gelernten Arbeiter sind in dem gleichen Zeitraum sogar nur um 33 Proz. gestiegen, was in dem Schreiben wohlweislich nicht angeführt ist. Es erübrigt sich, auf die welleren Einzelhellen dieses Schreibens einzugehen, da sie genau so„objektiv' sind wie die vorstehend triti- sterten. Wir können den Brauereiunternehmern nur empfehlen, nicht fortgesetzt den makellos auf hohem Roß Sitzenden spielen zu wollen und eine Mohrenwäsche nach der anderen an sich vorzunehmen, sondern sich anstatt dessen lieber ernstlich zu bemühen, eine Verständigungsgrundlage zu finden. Einigung bei der ftboag. Arbeitszeitverkürzung um eine halbe Stunde. Bevor gestern der Schlichtungsausschuß im Tarifkonflikt der Aboog einen Schiedsspruch fällen konnte, ist es zu einer freien Vereinbarung zwischen den Parteien gekommen. Der abge- schlössen« Vergleich bringt für dos Personal eine ganze Reih« von Verbesserungen. So ist ein« Verkürzung der täglichen Arbeltszeit um eine halb« Stunde durchgesetzt worden. Sie beträgt nach der neue» Vereinbarung einschlleßlich der Pausen und Rebe narbellen neun Stunden täglich. Die bisher gezahlte Pauschal« sür die Nebenarbeiten wird für Fahrer um 23 Ps„ sür die Schaffner um 20 Pf. und für die Hof arbeit« um 10 Ps. pro Tag erhöht. DieÄrankenlöhne still» so festgesetzt worden, daß die Arbeit« im Falle ein« Krankheft 00 Proz. chres Nettolohnes erhalten. Für das üb«!0 Jahre beschäftigt« Personal ist ein« EchShimg des Urlaub« erreicht worden. Gleichfalls ist auch der N a ch t z u f ch l o g für die Hofarbefter um 10 Pf.«höht und die Kündigungsfristen für Schafft»« und Fahrer nach sechs- monotig« Dienstzeft von 7 auf 14 Tage verlängert worden. Durch dieses Abkommen ist der Tarifkonslift bei der Aboag au? friedlichem Wege beigelegt worden. Foharegeluag im öerliner öäckecgewerbe. Die Lohnbewegung im Berliner Bäckergewerbe ist zum'Abschluß gebracht worden. Nachdem die Verhandlungen zwischen den Parteien ergebnislos verlausen waren, kam es zu einem Schiedsspruch, den die Bäckermeister ablehnten. Der Verband beantragte daher �i? Derbtndlichkellserklärung des Schiedsspruches, worauf die Partei vi» nochmals an den Verhandlungstisch gebracht wurden Der Schieds» spruch wurde nach einigen geringen Abänderungen angenommen. D« Spitzenlohn für gelernte Bäck« beträgt jetzt 34,50 M.. im L Jahr noch der Lehre 40 M wöchentlich. Der Lohn für Ver- käuferinnen beträgt 33 M., für angelernte Hllfsarbeller 30„30 M. Di« Lohnzulage erfolgt anstatt ab 1. Oktober erst vom 8. Otto- b e r ab. Sind auch nicht alle Wünsche der Bäckerei arbeller durch diesen Lahnabschluß«füllt, so ist doch das neue Lohnobkommen zeitlich unbegrenzt, so daß die Möglichkeft offenblieb, bei weiter« Verteuerung d« Lebensmittel eine entsprechende Lohn- reg»llierung vorzunehmen._ Oer Konflikt in Mittelüentschlanö. heule Verhandlungen im Reichsarbeiismlnisteriuw. Z»ir Beilegung des Lohustreil» im mitleldeulschen Braunkohlenbergbau siud für Freilag. ll llhr. ver- haudluugeu im Reichsarbeilsminislerium anberaumt»vorden. Ergebnislose Verhandlung im rheinischen Braunkohlenbergbau. Die Verhandlungen über den Echiedsspmch für den rheinischen Braunkohlenbergbau am Donnerstag>>»> Reichsarbeitsministerium sind ergebnislos verlaufen. Die En>> scheiinmg über die von den Unternehmern beantragte D e r b i n t». lichkeitserklärung liegt jetzt beim Reichsarbeftsminister. Slchiodssvructt für Andcruacft-Neuwied. Koblenz. 13. Oktober. Der Schlichtunosausi chuß fällte in der 2lrbeftsze!tsrage sür dos Mrtlchostsgebiet Anderrwch-Neuwied einen Schiedsspruch, der für die 40. bis 34. Wochenarbeftsstunde«wen Zuschlag von 18 Proz. »ull» von der 35. Stunde an«inen solchen von 2o Proz. vorsieht. Cifcttialinct. Am Montag, 17. Oktober. ISVj Uhr, ist im»erein?- i hau».atdost", Berlin, Michoelkirchstr. 28.1 lumveir der ASpenicker y Straße und Zannowitzbrilcke). eine Sitznog«llet im Einheitmieibanb: orgonisierte» Parte igen« gen. Die Tagesordnung wird dort bekannt- t-j ?«geben. In'Anbetracht der gegenwärtigen Situation ist es mebr denn tJ c erforderlich, daß nicht nur sämtliche streife, sondern überbaupl£4 all« Parteigenosse» vertreten sind, da neue» und intereiianie»■, Material vorliegt. Parteibuch legitimiert. Der Werbeansschuß., Jugendgrupp, de« ZMI. Heute, Kreitag. Id'ti Uhr: Bezirk Lichterbe.,: Kesangsraum de» Zlealgnmnasium» Parkoue 12. Literarischer Abend.— Besirt SLdweft: Jugendheim Letle-Mlionce-Sir. 7—10. Bortrag: bürgerliche- pro- letarlsche Jugendbewegung" sNang).__ Freie««vertschaftsjvacnd Sroß-Berli». Heute, Freitag. ISZ» Uhr. tagen di« Truppen: HeruiaunptaH: Gruppenheim Jugendheim oaitderstt. 11. vae »Obtecuiltoßc. Vortrag:„Das Arbeitsrecht."— Schölleweide: Sruppcnhenn Jugendheim Laufener Str. 2. Zwter Saal. Slnführungsabenb.— Aedding: Druppenheim Stadtbad Wedding, Sertchtstr. Kb— S9. Bortrag:„gum.Entwurf eine» Berufsansbildungsgesege».—«ordri-g,>Z>ruppenI>e>m Ing-ndhein: Eber»walder. Sir. UZ, Zimmer 12.(Tierische»— Satirisches.— Aeppelinpksß: Gruppenheim Siädt. Jugendheim Turiner, Sdc Seestraße. Vortrag:„Zweck und Ziel der stsz."— RordIeci».Zl»gsch-r! Uebungsadend in der Greisen. Hagener Str. SS, Bote Schule, Ä lassen, immer, pon IL?, bis 22 Uhr. SPD.-Bnchbrncker. Fraktiansstßungen: 4. Bezirk: Mvnlag, 1". Oktober. 18 llhr. im Zlestanrant„Prachtfäle be- Ostens": ß. BeArk(Baumschuleaweg»: Sonnabend. Ib. Oktober, 20 Uhr. bei roß. Baumschutenstraße: oonntag. 16. Oktober, 10 Uhr. Reiche nberger Str. IM._ Der Frokti-o-norstonb. »er-ntwarllich für Politik: Dr. E-rt Seger:«irlschaft:».»Ungelhiiee: Gewerkschaftsbewegung: Fr.«ßloro: Feuilleton Dr. John Schitaw«!,: Lokales: und Sonstiges: Friß starftäbt: Anzeigen: Zh. Gwcke: sämtlich i» Berlin _.---- 1.«.'" Berlin. Druck: Porwärts-Buchdruckere» Berlaa: Porwärts-Berlag G m b H.. und Perlagsanstal« Paul Singer o Hierzu.1 Beilage»», Ed Berlin SW 68, Linbenstraße 3. und �lnterholtnllg und Wissen". prelb« soweit Vorrat; fleisch, fische, Obst v. Gemüse werften nicht niLesanftt. Sved-M» Zitroaen- GÄrungsgetrSnk Verksot Droeen-Ableflan« Au«schank: Im 00 Schinkenspeck Pfund 1.80 Nußschinken 1-95 Italtstreti. iBSKttiler llrati. MtnuMc Speckwurst.. Pfund S5Pf. Mettwurst welche u. grob« 1.30 Teewurst.... Pfend 1.65 Kochbirnen groB«.Pfd. lOPf. Musäpfel»ro»«. Pfund 12 Pf Bergamotten.. Pfund 16 Pf. Rosmarinäpfel Pfund 13 Pf. SchOner v. Boskop 18« Butterbirnen• Pfund 20 pf. Bananen iam«i»c«. ptund 40 n Zitronen neu». ou»«>d 40Pf. WeiKkohl..... Pfund 4 Pf Rotkohl u. Möhren pm. 5 Pf Kör bis bn Oaneen, PInnd'SPf. Wirsingkohl HeiiMd. Pfd. 9 Pf Allg. Stangenkäse. iw 60 p, Holländer, EdamerPid SOPf- Speisetafg i-Pfd.-Paket 50 Pf Gouda dänischer, Pfand 80 Pf, Kokosfett 1-Pttmd-T«fel 65 Pt Tilsiter vollf, pid g8Pf 1.15 Margarine Pfund 52, 58P' Steinbuscher.Pwnd S2Pf. Tafelbutter I..Pwnd 2.05 SchweiTer�Z i.io�i.so Dänische Butter Pfd. 2.18 Haferflocken....... p,™* 24p, Weizenmehl..Pfund 2 2 Pf. Makkaron! em-b. pm 46pi. Weizengrieß..Pfund 26Pt Eier-Schnittnudeln 45Pf. Hartgrieß•...Piund 23 Pf Eier-Fadennudeln m 50 Pf. Hühner-Bouilion-Wörfel',��50 Pf. s? 95 Pf. a°2.25 Suppenpulver 1.95 Gebrannt Kaffee 2 10 Haushalt-Misch.Pinnd 2 60 Globus-Misch. Piund 3,80 Sonder-Misch. Pfund 3 m Residenz-Misch. Pfund 4.20 Oiympia-Mlsch. Pfnnd 3.40 Elite-Mischung Piund 4,60 Schoko! acte 40» SandgebSckwd�SpidOSPf. Schmelz-Relief'«pw 45pi Milchkaramelien p{j 25 Pt. Spefse-Sorke w p« 40 � Konserven � w Do»« Stachelbeeren.... 95 Pf. Br-u.Sehnittbohnen 56 Pf. Birnen Halb» Pmchi____ im Junger Spinat»- 44 Pt Ananas Hawaii,# scheib«» 1�0 Karotten»"»«•. u.». 80 Pt Erdbeeren«st v 83Pf 1.55 Leipziger Allerlei.. 33Pt Bienenhonig.„.md,. Gemüsserbsen.... 65 Pf. 1 pfand-ciaa f-ZO gm» z.2o Junge Erbsen mmcltafn g5Pf. Rindergulasch... 1.60 Pfefferlinge..... 82 Pt Würstchen pomsp«" 95« Pflaumen sTeh. 66 5�80Pt 0elsatf� 48Pt S. 73Pf Konfitüren, 2>P(und-Elmer Pflaumen Im Orangen 1.15 Johannisb� Aprikosen 1.20 Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren 1.40 Ananas 165 Wein Pnta. rtb"1 ftsst/u oAjm O/m» Weißer Johannisbserwetn irachiig. mnd....... Im San Antonio milder spanischer Be>tveln....... 1925 Siefersheimer Höllberg 1922 MÖdOC prrlswtrfer Bordeaux.......... 1923 Serriger Hindanburglay wachst. Pme. Slaalsdomäne, rassiger Saarwein 1925 Niersteinar Domtal kriing. ansprechend. 1921 CrO Gobineau guter Bordeaazwch»..... 1921 Brauneberger Riesling hium. vioermoa«! 1924 Oppenheimer Goldberg>-rZstlg. voiiwum. 1921 Graves du Budos 8�r Tarragona ro%«0, vo» ra#............ uer Orig. franz. Weinbrand„Fine Dolfi" 6.20 ) 1.05 140 lao 220 1.35 Frisches Fleisch Kalbskamm u. Brust..rfa.d 84 n. Kalbsnierenbraten...pf»d94pt Querrippe............ r/v-d 80 pt Rfnderkamm u. Brust p.«.d 85 pt Schmorfleisch Ro",be"ml'KD°� los Hammelvorderfleisch pf-d 94 pt Hammelrücken....... pf»- 1« Schweinebauch BU1<*"Ä 92 pt Schweinekamm 95 pt Gehacktes?»«. 80 pl Liesen ptd. 95 pt Kavier, Speer u. Kamm pi-a lio Prima Ochsenfleisch oerore» zu Tagespreisen Geflügel u. Wild Suppenhühner...... rw»« 90 pt» Suppenhähne, Bratgänse pw. Poulets.................... 1 2s»» Stopfgänse aBg«ruch«..... Pfand lao« Wildenten............ Las.. kasanen 2*0« Z-s- Hasen................»«w 5ss« Fische Grüne Heringe uinc dMauAe, na. 16 rt Schellfische............ Pfand 30 n. Goldbarse oh« Kopf...... Pfand 32 Pf. Scholien.......... pfa.« 20«. 34pt Kabeljau Oh"« Kopf, ß»»s» Pfand 42 Pt Lebende Spiegelkarpfen pul Iis Fettbückiinge...Ptund 33 38p,. BDckiinge Klelar, Piund 42Pf. Seeaal>e<>uch«n Pfund 1.05 Makrelen gtmudi. pid 60 Pt Spickaale Pf 2.30 m 48p« Nr. 486 ♦ 44.�ahrgakg 1. Heilage öes vorwärts 5reitag, 14. Oktober 1427 Schulkampf vor öem Staötparlament Proteste gegen Keudells Reichsschulgesetzentwurf. Zu dem Kampf um die Schule, der jetzt im Reichstag aus- gefochten wird, hatte gestern auch die Berliner Stadtoer- ordnetenversammlung sich zu äußern. Anträge der sozialdemokratischen Fraktion, der kommunistischen Fraktion und der demokratischen Fraktion wandten sich gegen den Keudell- schen Schulgesetzentwurf, der in kultureller, schultechnischer und finanzieller Hinficht verhängnisvoll für die Schule zu werden droht. Die Deutschnationalen oersuchten, die Besprechung dieser An- träge zu verschleppen, aber es gelang ihnen nicht. In der Be- gründung des sozialdemokratischen Antrages hob Gen. Kawerau hervor, daß der Gesetzentwurf die Jugend für die Kirche zurückgewinnt und die Lehrer zu Funktionären der Kirchenorganisation machen will. Stadtfchulrat Genosse N y d a h l wies auf die Zersplitterung des Schulwesens hin, die von der Durchführung dieses die Konfessionalisie- r u n g auf die Spitze treibenden Gesetzes zu erwarten ist. Der deutsch- nationale Troll hatte den Einsall, zur Berteidigung des Keudell- schen Attentats gegen die Schule sich auf die Verfassung der Republik zu berufen. Das darin festgelegte Bestimmungsrecht der Eltern über die Schule beanspruchte er für evangelische und katholisch« Eltern, die endlich— sagt« er— zu der ihnen zugesicher- ten Gewissensfreiheit kommen müßten. Der Reaktiv- när fordert Gewissensfreiheit! Man möchte lachen, wenn dieser Kampf um die Schule nicht so bitter ernst wäre. «- Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte in der gestern ab- gehaltenen Sitzung der Stadtverordneten der Vorsteher� Genosse Haß des am Mittwoch abend verstorbenen früheren Oberbürgermeisters Mermuth mit ehrenden Worten. „Trauernd gedenken die Bertreter der Stadtverwaltung der Der- dienste des Verstorbenen um die Stadt und ihrer Bevölkerung. Im Jahre 1312 gewählt, fiel der größte Teil seiner Amtszeit in eine Zeit der größten wirtschaftlichen und politischen Umwälzungen: de» Krieges. In dieser Zeit wurden große Anforderungen auf kommunal- politischem Gebiet« an Mermuth gestellt und er hat besonder» in der Fürsorge um die Sickerstellung der Ernährung und um die ärmer« Bevölkerung außerordentliches geleistet. Im Vertrauen auf fein« Mitarbeit bei der Schaffung der neuen Einkeitegemeinde Berlin blieb er Oberbürgermeister, trat dann aber 1320 zurück." Die Ber. fammlung ehrte das Andenken des Verstorbenen in der üblichen Weis«. Den Platz de» Vorstehers ziert ein Strauß roter und weißer Nelken, die eire Schleife in den Stadtfarben zu- saminenhält. Anlaß gibt die 12 3. Sitzung, die der Dorsteher Genosie Haß leite:, � otaMi. Merten(Dem.) dem Dorsteher den Dank für seine objektive, ge- rechte Geschäftsführung aus. Mit Takt» Liebenswürdigkeit und viel Verständnis habe der Vorsteher sein schweres Amt verwaltet: dafür wissen ihm die Fraktionen dank. Oberbürgermeister Vöß schloß sich für den Magistrat dem Glückwunsch an und rühmte besonders die tatkräftige, liebenswürdige und reibungslose Zusammenarbeit zwischen Vorsteher und Magistrat. Ein Antrag der Dentschnationalen, die Vortage wegen de» Baues der 8333 Wohnungen bevorzugt zu behandeln, wird nach ausgiebiger Geschäftsordnungsdebatte gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Im Rahmen der Tagesordnung be- gründet nunmehr Stadtv. Goß(Komm.) einen Antrag seiner Fraktion. Gegen öen Neichsschulgefetzentwurf. In dem Antrag wird der Magistrat ersucht, von der Reichs- regierung die Zurückziehung de« Entwurfs zu for- dern. Der Vertreter DerNns im Reichsrat soll gehalten werden. gegen den Entwurf zu stimmen. Gemeinsam mit diesem kom- munistischen Antrage werden Anträge unserer und der demokratischen Fraktion behandelt. Der Antrag der sozio ldemotrati. schen Fraktion hat folgenden Wortlaut: „Die Stadtverordnetenversammlung erhebt vom kulturellen, schullechnischen und finanziellen Gesichtspunkt aus den e n t- schieden st en Einspruch gegen den Reichsschulgesetzentwurf, weil er die verfassungsmäßige Stellung der Gemeinschaftsschule als Regelschule beseitigt, den Weg zur allgemeinen weltlichen Einheitsschule versperrt, das Schulwesen der Stadt in unheilvoller Weise zersplittert und der Stadt in einer Zeit größter finanzieller Beanspruchung und größter sozialer Ver- pflichtungen neue unnötige Lasten auferlegt." Die D e m o k r a ten betonen in ihrem Antrag, daß der Ent- wurf gegen dieReichsverfassung verstoße und daß er eine schwere Gefahr für die Einigkeit und Geschlossenheit sei. Er ist geeignet, das hochentwickelte Berliner Schulwesen völlig zu zev- splittern. In einer Zeit schlimmster finanzieller Bedrängnis belaste er die Kommune in außerordentlicher Höhe. Es werde daher erwartet, daß der Berliner Vertreter im Reichsrat gegen den Ent- wurf stimme.— Bei Leginn der Debatte verlassen die Rechts- Parteien den Saal. Nach einer ausgiebigen Polemik gegen den Entwurf als solchen wandte sich der kommunistische Redner gegen die Schulpolitik der Sozialdemokratie. Er meinte, im Reichstag lönne die Sozialdemokratie das ablehnen., was sie in Preußen gut- heiße. Im übrigen sei die Haltung der Sozialdemokratie katastrophal» Für das Linsengericht der Errichtung einzelner weltlicher Schüler verrat« die Sozialdemokratie ihr Schulprogramm(!). Goß er- klärte am Schluß seiner Ausführungen, tvß die Kommunisten von „Berlin als der immer noch fortschrittlichen Stadt- gemeinde" eine Ablehnung des Gesetzentwurfs erwarten. Im Auftrage derfozialdemokratifchen Fraktion begründet� Stadtv. Dr. Kawerau / den Antrag. Nicht nur im Volke sei der Keudellsche Reschsschul- gesetzentwurf scharf beobachtet worden, sondern ddr von überall kommend« Protest hätte sogar den Regierungqkarren erschüttert. Die Durch den Entwurf aufaeworfen� Frage ist von ausschlaggebender Bedeutung für das deutsche Volh Der Ent- wurs, der angeblich im Namen der Religion gemocht ist. bedeutet in Wirklichkeit nur den Versuch, der Kirche die Jugend zurückzugewinnen. Das sorgfältig abgestufte Aussichtssystem ist auf jeden Fall unerträglich, weil die Aufsichtspersonen immer nur den kirchlichen Organen entnommen werden müssen und die Lehrer lediglich Funktionäre der Kirch« werden. Ist die Volksschule erst erobert, kommen die höheren Schulen hinterher; ist d«r Stein«rst im Rollen, gibt es kein Halten mehr. Durch den neuen Entwurf wird der Kampf um die Schulform bis in die Familie getragen. Unterschriftensammler werden die Frauen in Abwesenheit der Väter besuchen, sie zur Zustimmung zur Errichtung von kon- fessionellen Schulen veranlassen und den Vater auszuschließen suchen. Legt der Vater dann nicht ausdrücklich bei der Behörde Protest gegen die Unterschrist seiner Frau ein, so gilt eben die Unterschrist eines Teiles der Erziehungsberechtigten maßgeblich für die Einschulung de» Kinde». Genosse Kawerau besprach dann die Auswirkung des Entwurfs auf Berlin im einzelnen und stellte fest, daß durch die Herausnahme der andersgläubigen Kinder aus «vangelischen und katholischen Schulen die Errichtung einer Unzahl neuer Schulen nötig wird, die selbstverständlich den Etat Berlins ganz außerordentlich belasten werden. In Groß- Berlin werden etwa 1« jüdische und SS katholische Klassen neu eingerichtet werden müsien. Das ist der Erfolg des Keudellfchen Entwurfes. wir wollen die eine, deutsche, weltliche Schule, darauf kommt es uns an! Aus der Erfurcht vor der Seele des heranwachsenden Kindts legen die Sozialdemokraten flammenden Protest gegen den Reichsschutgesetzentwurf«in.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Nach der Rede des Genosien Kawerau beantragten die Deutschnationalen durch ihren Fraktionsvorsitzenden. Stadtverordneten Lüdeke, die Vertagung der Debatte über den Reichsschulgesetzentwurf und die sofortige Bornahm« der Beratung des Wvhnungsbauprojektes. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Deutschnotionalen und der Volkspartei abermals abgelehnt. Für die Demokraten sprach Stadtverordneter Hildebrandt. Auch er wandte sich mit Energie gegen den Keudellschen Entwurf, besprach seine Auswirkungen auf das Schulwesen im allge- meinen und auf die Berliner Verhältnisse im besonderen. Hildebrandt kam schließlich zu dem Ergebnis, daß aus kulturpolitischen, pädagogischen und finanziellen Erwägungen der Reichsschulgesetzentwurf untragbar sei. Die Stadt Berlin hätte alle Veranlassung, ihren Vertreter im Reichsrat anzuweisen, gegen den Entwurf zu stimmen.— Stadtverordneter Troll(Dnat.) pole- misiert« gegen die Sozialdemokratie, die in Schuldingen, da wo sie es konnte, ihren Willen durchsetzte, und sich dabei in Widerspruch zur Verfasiung brachte.(Lachen bei den Soz i— Zuruf:„Weil Sie sich dauernd gegen die Schule vergingen!)„Wer sich so gegen die Verfassung versündigte," erklärte Troll mit Emphase,„hätte kein Recht, gegen den Gesetzentwurf zu protestieren!"(Stürmisches Ge- lächter bei den Soz.) Der Redner brockte als besondere Gründe für den Keudellschen Entwurf die Zustimmung der im. ewangelischen Gemeinschaftsbund zusammengeschlossenen Elternbeiräte und— des Stahlhelms vor. Schallende Heiterkeit brachten diese Bemerkungen dem Redner«in. Troll meinte am Schuß seiner Rede, daß keine Möglichkeit bestehe, die Verfasiung auszufühen, wenn der vorliegende Entwurf der Ablehnung ver- fallen sollte! Vom Magistrat sprach Stadtschulrat Genosse Ztydahl: Der Vertreter Berlins im Reichsrat, Bürgermeister S ch o l tz, habe ihn, den Stadtschulrat, beauftragt, zum Reichsschulgesetz- entwurf Stellung zu nehmen und Gegenvor- schläge auszuarbeiten, die der Bürgermeister denn auch im Ausschuß des Reichsrats vertreten habe. Der Entwurf eines Reichsschulgesetzes muß nach dem Willen der Verfassung so aus- sehen, daß eine zu starke Zersplitterung des Schulwesens verhindert wird. Das ist aber bei dem vorliegenden Entwurf durchaus zu befürchten, ebenso wie festzustellen ist, daß durch ihn di« kulturelle Höhe unsere» Berliner Schulwesens herabgedrückt wird. Der Charakter der Schulen als Konfessionsschulen beraucht nicht mehr betont werden, als es jetzt schon eben durch die Konfessionsschulen ge- schieht, über die noch nie Klagen aus kirchlichen Kreisen gekommen sind. Auch im Interesse der Lehrer wäre es zu be- dauern, wenn der Entwurf Gesetz würde. Berlin, das hauptamtlich« Schulaufsichtsbeamlen bestellt, müßte es bedauern, wenn nun auch noch eine kirchliche Aussicht dazugesügt werde. Auf jeden Fall muß eine Lösung gefunden werden, di« ein« Einheitlichkeit des Schulwesens sichert und die Bildung von Zwergschulen ver- hindert. Die Steigerung der Kosten wird ganz außerordentlich sein; es sei kaum zu glauben, daß der Entwurf in dieser Frag« Gesetz werden kann. Ein Mitbestimmungsrecht der Gemeinden bei der Er- richtung neuer Schulen muß gefordert werden, wie überhaupt zu fordern sit. daß Verhältnisse erreicht werden, die«ine ruhige � Entwicklung des Schulwesens gewährleisten. Bei dem vor- liegenden Gesetzentwurf besteht allerdings die Befürchtung, daß das Gegenteil erreicht wird! Stadtverordneter Galle(Z.) war der Ansicht, daß die Stadtver- ordnetenversammlung eine bindende Entschließung über den Ent- wurf doch nicht fällen könne und daß deshalb mehr mitgearbeitet und weniger geredet werden solle. Nachdem noch Stadtverordne'«r Mielke für die Dolkspartei geivrocken hatte, wurde die Debatte und die Versammlung vertagt. Am kommenden Dienstag findet eine außerordentliche Sitzung statt, die um 6 Uhr beginnt. � Tjf Kl"1?-> Die sozialdemokratische Fraktion hat zu der Frage der Lohnaufbesserung der städtischen Arbeiter folgenden Dring- lichkeitsantrag eingebracht: Nach Zeitungsberichten ist der Magistrat dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung auf Erhöhung der städti- schen Arbeitcrlöhne um 13 Pf. die Stunde nicht beigetreten. Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, der Magistrat wird ersucht, mit dem Gemeinde- und Staatsarbeiter- verband hierüber in Verhandlung zu treten. Die sozialdemokratische Fraktion war bereit, den Antrag ohne Aussprache dem Magistrat zu überweisen. Da ds« Deutsch- nationalen aber Widerspruch erhoben, muß er den geschäftsordnungsmäßigen Weg gehen. 12] �Zement. fKoman von Djodor©teMotv. Verwirrt durch den Rausch des Blutes trug er sie auf das Bett und fiel mit ihr hin. zerriß ihr Hemd und um- klammerte wie eine Spinne ihren Körper, der ihm immer wieder entschlüpfte. Sie riß sich los, schlug, ohne zu schreien, ihre Zähne fletschend, um sich, und ihr Körper, zusammenge- krümmt und verkrampft, wand sich ohne Scham vor An- strengung hin und her. Durch einen Stoß ihres Fußes schmiß sie ihn auf den Boden und sprang wie eine Katze zur Tür und sah ihn nicht an, atmete schwer und ordnete ihr Hemd. „Laß das, Gljeb, sonst wird es schlecht sein. Ich habe gelernt, für mich einzustehen. Leg dich hin und komm zur Besinnung. Solch eine Sprache paßt für mich nicht. Gljeb. Bist ein Kämpfer und hast dir noch nicht einmal deinen Ber- stand erkämpft..." Ganz betäubt fühlte Gljeb, wie wilder Schmerz in seiner Seele tobte, und dieser Schmerz der Seele war stärker als die Kränkung. Man darf sie nicht schlagen. Im Krieg muß man schlagen— zu Hause gibt es andere Arbeit. Wo steckt denn in ihr der Feind, ein so starker, nicht zu fassender? Er saß auf dem Boden, lehnte sich mit dem Rücken an das Bett und knirschte bezähmt mit den Zähnen vor Schmerzen im Hirn. Dascha zuckte mit den Augenbrauen, lächelte und ging in die Ecke zu ihrem Bett. „Lösch das Licht, Gljeb, und leg dich. Du muht dich aus- ruhen. Bist vor Uebermüdung toll." „Dascha, Täubchen. wo ist unsere Liebe? Bist du vor lauter Arbeit ganz verhext und hast aufgehört. Weib zu sein?" „Leg und beruhige dich, Gljeb. Ich bin müde geworden vor Ärbeit. Morgen werde ich wieder ins Dorf komman- diert zur Organisierung der Frauengruppe, und dort in jener Gegend gibt es Räuberbanden. Sind wir denn vor dem Tode gesichert? Mach keine Dummheiten, Gljeb." Sie ging zum Tisch, löschte die Lampe. Legte sich. rascheste mit dem Hemd und wurde still. Gljeb hörte nicht einmal ihren Atem. Er saß im Finstern und wartete. Schmerz und Kränkung. Ein Brennen in der Seele. Dascha so nah und fern. Er wartete auf ihre Stimme, ihr Herz. Er wartete— Dascha wird zu ihm kommen, wird, wie früher, seinen Kopf an ihre Brust drücken und ihm etwas zuflüstern, wie eine Freundin, eine Mutter. Da liegt sie, fremd, mit einer verschloffenen Seele, und er ist allein mit seiner Sehnsucht, seinem Schmerze. Leije ging er zu ihr, setzte sich neben sie, legte seine Hand auf ihre Schuster. „Dascha, liebkos' mich doch wie früher... Ich war doch in Feuer und Glut und habe lange keine Liebkosungen ge- spürt..." Und da nahm sie seine Hand und legte sie an ihre Brust. „Wie dumm du bist, Gljeb... so stark und so dumm... nicht Gljeb... jetzt nicht, ich habe keine Kraft für Lieb- kosungen. Beruhige dich, die Stunde wird schon kommen für dich, für mich... ich habe ein steinernes Herz für die Liebe, und du, du bist heiß und für dich habe ich noch keine Worte. Geh. schlaf..." Er schaute, der Einsame, in das blaue Fenster. Der Himmel klang von Sternen, und irgendwo, wahrscheinlich in den Bergen, dröhnte mit tönendem Echo aus den tiefsten Tiefen der Erde ein ferner Donner. Der Wald sang in den Schluchten, im nächtlichen Nordostwind. Er stand auf, hob seine Faust und ließ sich schwer auf das Bett fallen. „Ich werde schon erfahren... ich werde nicht... Hüte dich... Ich habe mich noch nie ergeben, nie bis zum heutigen Tage. Denk daran!..." Dascha schwieg, kalt, nah und fremd. 2. Das Kinderheim. Gljeb hatte in der Frühe im Schlafe das Gefühl, als ob das Zimmer kein Zimmer wäre, sondern ein leeres Lo-ch Don dem Fenster zur Tür und von der Tür zum Fenster wehte und wirbelte und winkte wie mit Tüchern die vom Frühling geschwängerte Luft. Er öffnete die Augen, ins Fenster sprang die Sonne. Dascha stand am Tisch und band das feurige Tuch um ihren Kopf. Sie sah ihn an und lächelte, und in ihren Augen war ein bernsteinfarbenes Flimmern. „Bei uns hier kann man nicht bis ein Uhr, wenn die Sonne schon wie eine Trommel dröhnt, schlafen, Gljeb. Ich habe schon einen Bericht für die Frauengruppe und Kinder- horte ausgearbeitet und einen Kostenanschlag für Wäsche und Möbel. Hab alles schön ausgearbeitet... aber wo sollen wir das Geld hernehmen? Wir find so bettelarm. Müssen unserem Parteikomitee einen Stoß geben, damit es der Bourgeoisie etwas abzwackt. Don heute ab werde ich mich mit allen meinen Kräften für die Sache einsetzen... Du, du hat Njurka noch nicht gesehen. Rüttle dich endlich auf, gehen wir zusammen ins Kinderheim. Es ist hier nebenan." „Gut, gehen wir zu Njurka... Bin schon fertig!... Dascha, komm man ein wenig zu mir." Dascha lächelte wieder und trat mit einer Frage in ihren Morgenaugen zu ihm. „Nun, ich komme... was weiter?" „Gib mir deine Hand. So. Mehr brauch ich nicht— nimm sie. Die alte Dascha und die neue Dascha, aber viel- leicht bin ich auch selber nicht mehr der Schlosser, nicht mehr Gljeb? Nun gut... wir müssen umlernen... Jetzt scheint auch die Sonne anders als früher." „Ja, Gljeb, die Sonne und das Brot, beide sind anders geworden. Ich warte, beeile dich." Dascha ging bis zum Kinderhelm Gljeb voran, ging auf dem Weg, zwischen Sträuchern und Hecken, verschwand zwischen ihnen und loderte wieder mit ihrem roten Tuche auf. Und Gljeb fühlte, daß sie mit Absicht von ihm weglief. Wollte sie ihn reizen oder hatte sie Angst vor ihm? Dascha, in der ein Geheimnis ruht. Weib bleibt immer wieder Weib und die Weiberseele ist eine Schildkröte. Das Kinderhelm„Krupskaza" ist dort in der Schlucht. von Gärten umklammert. Deutlich hebt sich das rote Dach mit den Schornsteinen hervor. Die Mauern sind aus rohem Stein fest zusammengefügt, mit Zement übergössen. Die Fenster sind groß wie Türen und offen, und aus der dunklen Leere tönt ein vielstimmiges vogelartiges Geschrei. Geschrei und Gezwitscher tönt auch aus dem grünen Gebüsch. Das Haus ist zwei Stock hoch, und jeder Stock hat Balkons, massive Treppen, Veranden und attische Vasen. Und dort, auf der Veranda sonnen sich wie reife Melonen Kinder- köpfchen. Die Gesichter, man sieht es schon aus der Ferne, sind mager und knochig. Sind es Mädchen oder Knaben? Man kann sie nicht auseinanderkennen. Sie tragen alle lange, grauen Hemden und die Pflegerinnen, auch grau, mit weißen Tüchern, vergehen vor Hitze unter der Sonne. (Fortsetzung folgt.) Lockerung öer Zwangswirtsthast! Der preuhische Minister für Volkswohlsahrt Hai dem preußischen Staatsrot eine Verordnung über die Lockerung der Mohnungszwangswirlfchaft vom 4. Oktober d. 3. über- fandt. Danach wird u. a. folgendes angeordnet: Werden durch Teilung einer unbenutzten Wohnung von fünf oder mehr Wohnräumen neue, räumlich und wirtschaftlich selbständige Wohnungen hergestellt, so finden auf die neuen Wohnungen die Vorschriften des Wohnungsmangel- gcfehes mit Ausnahme der§§ 2, 8 und 17 r. 1 feine Anwendung. Das gleiche gilt, wenn im Einverständnis mit dem Mieler durch Teilung einer benutzten Wohnung der gleichen Größe neue räumlich und wirtschaftlich selbständige Wohnungen her- gestellt werden._ Milüernüe Umstände wegen Dämlichkeit. „Bergmann vom Börsenvorstand" pumpt beim Rcichsbankprästdentcn. Die Menschen haben oft sonderbar« Vorstellungen!«ehr naive Ansichten hatte zum Beispiel über den Verkehr der Finanzleute untereinander der stellungslose Kaufmann Hans Bugge, der sich gestern wegen eines plumpen Versuches, den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht um 12 llOY Mark zu prellen, vor dem E r w c i t e r- tcn Schöffengericht Mitte zu verantworten hatte. Der junge Mann fühlte sich seinerseits nach Moabit, wo er oft schon als Angeklagter„mitgewirkt" hatte, hingezogen und suchte als Kriminalstudent aus den Verhandlungen zu lernen. Eines Tages besuchte B. eine Verhandlung, bei der es sich um die Beleidi- gung des Reichsbankpräfidenten anläßlich des schwarzen Freitags handelte. Dort wurden die Namen verschiedener Finanzleute genannt. In der Vorstellung des Bugge mußten das intime Freunde des Reichsbankpräsidenten sein. Am nächsten Tage schrieb er an Dr. Schacht einen.Brief, den er selbst zur Reichsbant brachte: „Herrn Dr. Schacht. Berlin(Reichsbank). In dringenden Ge- jchästssachen in dem Werner-Wert wollt« ich bitten, meinem Boten für mich im Brief 12lX)v Mark zu übersenden. Bitte dem Boten zu sagen, daß er sich nach Siemens-Stadt(Werner-Werk), Tele- sunkenabteilung, begeben soll. Ich lasse ihn mir dort vorführen. Ferner erbitte ich gleichzeitig die Mitteilung, wann ich morgen im Laufe des Tages ein« Rücksprache haben kann. Aber am Nachmittag, da ich vormittag mit L i ch t e n h e i m zusammen sein werde. Für die Hilfsbereitschaft herzlich dankend, ergebenst C. Bergmann. 8. Bitte Boten zu sagen, daß er bis spätestens 1 Uhr im Werner-Werk sein soll.", Der„Bote" wurde selbstverständlich sofort festgenommen. Bergmann vom Börsenausschuß und Bankier Lichtenheim waren Zeugen in dem Schacht-Prozeß. Der Angeklagte war g e st ä n d i g und entschuldigte sich nur damit, daß er geistig nichl ganz gesund sei. Er hätte wegen der schweren Urkundenfälschung und des versuchten Betruges nach seinen einschlägigen Vorstrafen Zuchthaus bekommen müssen! Landgerichtsdirektor Fiel.itz begründete im Urteil aber, daß der Angeklagte schon wegen seiner Dummheit mildernde U m st ä n de verdiene, weil er mit einem so plumpen Manöver an einem Mann wie den Reichsbankpräsidenten«inen Betrug versucht habe. Der Angeklagte erhielt 6 Monat« Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten Unter- suchungshaft. Die Bewährungsfrist, um die der Angeklagte mit der Begründung gebeten hatte, daß das Gefängnis für ihn nicht die„richtige Gesellschaft" sei, wurde ihm vom Gericht nicht gewährt.__ Tiergartenfleüüerer. Vrwischt, weil sie einander betrügen wollten! Gerade als sie die Beute verteilten, wurden gestern früh drei Fledderer, ein Paul G., ein Walter Th. und ihr?„Freundin" Frieda K. überrascht und festgenommen. Frieda hatte sich am späten Abend vergeblich nach einer„B e k a n n t s cha s t" um- gesehen. Da besuchte sie mit ihren beiden Freunden, Leuten, die den Tiergarten unsicher zu machen pflegen, ein Lokal, in dem ein junger Mann, ein Bayer, auf ein Abenteuer zu warten schier� Man lud ihn zu einer Spaziersahrt durch den Tiergarten ein. Unterwegs st a h l ihm Frieda K. die Brieftasche, dann ließ man halten, setzte den Gast aus Bayern hinaus und fuhr nach dem Bahnhof Zoo zurück. Dem Chauffeur war die Sache v e r- d ä ch t i g vorgekommen. Er machte einem Kriininalbcamten der Bahnhojswache Anzeige, und dieser überraschte die drei, als sie in einem benachbarten Lokal gerade dabei waren, das erbeutete Geld zu teilen. Sie wären damit wohl schon fertig gewesen und entkommen, wenn Th. nicht versucht hätte, die beiden anderen zu„trampeln", das heißt: um ihren Anteil zu betrügen. So waren sie in Streit gerate», und die Verteilung hatte sich ver- zögert. Alle drei wunden dem Untersuchungsrichter vor- geführt. Wer aber der Bestohlene ist, weiß man noch nicht. Er wird ersucht, sich bei der Kriminalpolizei zu melden. „Ein tppifiher Wohnungswucherer/ Wieder ein Fall Rudolph. Zusammenstoß und Verkehrsstörung. Gestern gegen 16 Uhr kam es an der Ecke Leipziger- und Charlotten st raße zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einer Straßenbahn der Linie �3 und einem Geschäfts- a u t o. Der Anprall erfolgte mit so großer Wucht, daß der Straßen- bahnwagen aus den Schienen geworfen wurde. Das Auto wurde schwer beschädigt. Der Führer, ein 34jähriger Wilhelm Schirmer aus der Schillerpromenadc 52 zu Reinickendorf und der Mitfahrer Hans Fischer aus der Ncanderftraße 11 erlitten am Kopf und an den Händen schwere Quetsch- und Schnittwunden. Sie erhielten auf der Rettungsstelle die erste Hilfe. Die entgleiste Straßenbahn konnte erst nach 20 Minuten durch einen Gcrätewagen wieder flott gemacht werden. Während dieser Zeit stockte der Verkehr, was zu langen Wagenansainmlungen führte.— Auf der Charlottenburger Chaussee, zwischen der Siegesallee und dem Brandenburger Tor, wurde beim Ueberschreiten des Fahrdammes der SSjährige I u st i z r a t Adolf B l u m e n t h a l aus der Klopftockstrahe 45 von einer Straßenbahn der Linie 78 angefahren, zu Boden ge- schleudert. Der alte cherr trug eine schwere Gehirnerschütterung da- von, an deren Folge» er in der Charite starb. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Ausstellung im Schöneberger Rathaus. Wie von den Wissenschaftlern der Tierarzt oder Apotheker etwas über die Achseln angesehen wird und nicht ganz dazu rechnet, so stehen bei den Malern die Kopisten zwischen den Lagern. Sie sind nicht ganz schassende Künstler und doch keine Kunstgewerbler. Aus dieser Notlage haben sich die Berliner kopierenden Künstler dieses Vahr im April zusammengeschlossen und jetzt zu,» erstenmal«ine Ausstellung veranstaltet. Diese Ausstellung ist nicht einmal so sehr aui den Verkauf angelegt, es sind z. B. auch viele Bilder aus Privat- besitz darunter, um die Lebensberechtigung dieses Kunstgebietes zu beweisen. Wer kennt sie nicht die fleißigen Maler in den Museen, die sich so ernsthaft bemühe» die Farben der alten Meister wieder- zusinden, nicht nur weil nicht alle Sterbliche sich Originale kaufen können, nein auch weil sie Freude haben sich in die Auffassung der Verstorbenen hineinzulegen. Es gehört vielleicht die verhängnisvolle Kunst des Nachahmens dazu und viel Selbstverzickst aus Originalität. Was im Schönebergcr Rathaus gezeigt wird ist durchweg gute Arbeit. Man sieht Kopien von bekannten Werken von Murillo� Goya, Reim brandt, Tizian, Bottizelli, Rasfael, Hals, Dürer usw., deren Originale teils in Madrid, Rom, München, Paris. Florenz und Berlin hängen. Technisch stellen diese Kopien oft Meisterwerke dar und der Ausdruck In unserer Sonntagsnummer berichteten wir über den Haus- besitzer Willi Rudolph aus der K o l o n i e st r a ß e 124, der wegen Wohnungswucher zu 5 Ol) Mark Geldstrafe verurteilt wurde.„Eine Seele von Mensch" nannten wir ihn, und das ist er in der Tat. Gestern stand er wieder vor Gericht, weil er einem seiner Mieter einen ungebührlich hohen Mietzins abgefordert hatte. Allerlei Dinge, die sicher auch die zuständigen kommunalen Behörden inter- essiercn werden, kamen dabei ans Tageslicht. Für 25 Wohnküchen, frühere Pferdeställe, die im ganzen von ungefähr 46 Personen bewohnt werden, sind nur zwei Klosettsund drei Wasser- l e i t u n g e n vorhanden.. Als Rudolph am Sonnabend nach seiner Verurteilung nach Hause kam, brüllte er wie ein Wilder aus dem offenen Fenster heraus:„Ihr Wucherbande, ihr Schweinehunde. ihr Lumpen, euch werde ich schon kriegen!" und erging sich in ähnlichen Unslätigkeiten. Am Sonntagmorgen wies er das halb- gelähmte Töchterchen des gestrigen Klägers mit rohen Schimpfworten vom Hofe. In dem Fall selbst, der gestern zur Verhandlung stand, be- kündeten beide Sachverständigen auf Grund genauester, für den Angeklagten denkbar günstiger Berechnungen, daß Herr Rudolph für die gemietete Wohnung noch immer 16 Prozent zu viel Miete verlangt hat. Rudolph selbst versuchte sich aus alle erdenk- liche Art herauszureden. Sein Vermögen von 35 600 M.. so sagte er, brächte ihm keine Zinsen, bei dem Haus buttere er zu, und in seinem Radiogeschäft verdiene er auch nichts. Verwundert fragte ihn der Vorsitzende: Ja, wovon leben Sie denn eigentlich?" Aus der Verhandlung ergab sich freilich, daß sich sein Haus allein mit 15 Prozent verzinste. Im Gegensatz zu beiden Sachverständigen stimmte einzig die Schätzung des Mieteinigungsamtes mit der Forderung Rudolphs überein. Der Sachverständige Böhme freilich legte an Hand von Beispielen dar, daß sehr viel bester« Woh- nungen in der gleichen Gegend billiger vermietet würden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft ging mit dem Angeklagten scharf ins Gericht. Er nannte ihn,„wenn es auch hart klingen möge, einen typischen Wohnungswucherer" und beantragte eine Geld- strafe von 2 5 6 M. Das Schöffengericht Wedding verurteille Rudolph zu 150 M. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten des Ver- fahrens. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß, wenn auch der Fall nicht so schwer läge, wie der am Sonnabend ver- handelte, doch ohne Zweifel Wohnungswucher vorläge. Wann endlich wird solchen Vampiren der Großstadtwohnnng, unter deren Treiben gerade die ä r m e r e Bevölkerung zu leiden hat, das Hanwerk wirklich gelegt werden können? Kegeo den Eeidissdiustieselzenlwiirl! Der Sozialistische Kulturbund veranstaltet am Sonntag, dem lö. Oktober. 11 Uhr, im Berliner Rathaus. Königflr. tBürgerfoal), eine grölte Protestkundgebung mit der Tagesordnung: „Dei' Reichsschulkampf." Redner: Reichslagsabg Alwin Saenaer, München/ Landlagsabg. Dr. Hildegard wegfcheider, Berlin OberstudiendirektorDr.kawerau. Ludwig Diederlch. � Daneben sprechen Vertreter der Bemerk« schasten, der Angestellten und Beamtenverbände, der Eltern- beiräte, der Kinderfreunde und anderer Organisationen.— Tie .Veranstaltung wird umrahmt von Gesängen eines Kinderchors. Arbeiter, Angestelite, Beamte erscheint In Massen I ist gut getroffen. Ein Rundgang durch die Ausstellung hat soviel Beschauliches an sich, wie man es selten heute findet. Die Not der Kopisten ist unbeschreiblich, es sind wohl viele unter ihnen, die „stempeln" gehen, um nur die Farben kaufen zu können. Die neuen Innenarchitekten lehnen jede Bildbekleidung der Wände ab, wenn man ober nicht unbedingter Anhänger dieser Theorien ist, sollte man doch wirklich manchen Farbendruck ersetzen, und warum dann nicht mit Kopien alter Meister, die von Menschen unserer Zeit nach- geschossen worden sind mit Liebe und Können. Der Kavalier von Sanssouci. Er wollte Geld für ein Kosestündche«. Einen bösen Reinfall erlebte ein« junge Hamburgerin, Frau B., auf einem Ausflug nach Potsdam, den sie am 36. Juli unter- nahm. Die Dam« besuchte auch den Park von Sanssouci, und plötzlich ertönte es neben ihr:„Gestatten, Dr. Berg". Der Herr erbot sich, die Schönheiten von Sanssouci genauer zu er- klären. Die Dame nahm an, und nachdem das Pärchen einige Stun- den sich im Park ergangen hatte, folgte auf einer Marmorbank ein K o s e st ü n d ch e n. Bald war der schöne Sommernachtstraum in Sanssouci zu Ende, und beim Zluseinandergehen versprach der Herr Doktor, recht bald zu schreiben. Ein Mann, ein Wort! Schon nach einigen Tagen erhielt die junge Frau in Hamburg einen Brief, in dem sie Dr. Berg auffor- derte, umgehend 366 Mark postlagernd unter H. B. nach Potsdam zu senden, andernfalls werde er ihrem Gatten von dem Schäferstündchen in Sanssouci Mitteilung machen. Frau B. übergab die Angelegenheit klugerweise der Polizei, und diese sandte einen fingierten Brief nach Potsdam. Dort wurde ein Kri- minalbeamter am Schalter mehrere Tage lang ausgestellt, und dann kam ein Herr, der nach dem betreffenden Brief fragte. Der Polizei- beamte faßte zu, und der Herr Doktor entpuppte sich als ein 26jäh- riger Kaufmann Max Fischbach aus Potsdam. Gestern stand er wegen versuchterErpressung vor dem Potsdamer Schöffengericht. Der Angeklagte gab die Tat zu, will aber aus momentaner Not gehandelt haben, zumal er'Frau und zwei Kinder zu ernähren hat, Der Staatsanwalt beantragte sechs Wochen Gefängnis, das Schöffengericht unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Mermuth erkannte auf einen Mo- n a t Gefängnis bei einer Strafaussetzung von drei Iahren. Die Strafaussetzung wurde ausgesprochen, da das Gericht annahm, daß die Tat aus Not und Leichtsinn begangen worden sei. Dem Angeklagten wurde eine Geldbuße von 3 6 6 Mark auferlegt, die in monatlichen Raten gezahlt werden darf. Achtet auf eure Kinder! Das zwei Jahre alte Söhnchen des Kraftwagenführers M., der mit seiner Familie in einer Laubenkolonie wohnt, hat gestern einen traurigen Tod gefunden. Frau M. kochte für das Kind Milch ab und stellte den Tops auf den Küchentisch, vor dem der Kleine am Boden saß. Während sie sich dann umwandte, um die Stubentür zu schließen, erhob sich unversehens der Kleine, faßte nach dem Topf und riß ihn um. so daß sich der ganze heiße Inhalt über seinen Körper ergoß. Trotz ärztlicher Hilfe, st a r b er im Königin-Elisabeth-Hospital. Nachlese. Man schreibt uns: Ein Waldspaziergang mit dem Durchblick auf das glitzernde Wasser eines unserer fließenden Seen ist gewiß köstlich. Der schöne Waldbestand hinter dem Freibad.Tegelort, gegenüber der Schulinsel Scharfenberg, ist jetzt eine solche Stätte des Entzückens. Nein— er könnte dies sein, wären ihm nicht die Spuren der Waldschändcr nur allzu deutlich aufgezwungen! Papierfetzen ohne Zahl, von Regenschauern verwaschen, dann von der Sonne wieder gesteist und gehärtet, in allen Größen und Formen, wohl auch von Zeitungen aller Richtungen abgerissen— das unterbricht, deckt und schändet aus weite Strecken die stadt- umwärts selten und so noch kostbarere Schönheit des W a l d g r a s- b o d e n s. Die Freud« des Entzückens wandelt sich in Empörung und Ekel gegen solche„Mitbürger", die fetz» noch, nach jahrelanger unausgesetzter Mahnung in Schule, Presse und— vernünftigem— Elternhaus immer noch nicht wissen, daß man im Walde nichts wegzuwerfen hat. Oder es sind Vlenschen, die nicht anders können. als ihr« Roheit an wehrlosen Objekten auszulassen Bildeten doch alle anstündigen Berliner einen freiwilligen Wa.dschutz zur Bewahrung unserer Wälder vor schändlicher Verschmutzung! Sternwarte Treptow. Karten*um Vorzugspreise von 60 Pf. sind im Bureau des BezirkSbildunaSauSIchuifeS zu haben. Die Karten gellen iür alle Plätze zu emem beliebigen Film- oder Lichtbildoortrag. Die deutschen Flieger wieder gelandet. In Wilhelmshaven und bei Lissabon. lieber den Ozeanflügen scheint kein guter Stern zu stehen. Nachdem die Insassen der„American Girl" des Flugzeugs von Miß Clders. wie an anderer Stelle des Blattes mitgeteilt, auf dem Ozean treibend, geborgen werden konnten, ist auch dem deutschen heinkel. Flugzeug V 1220 nach der gestrigen Panne schon wieder ein neues Malheur passiert. Ein Telegramm au» Wilhelmshaven meldet: Das Ozeanflugzeug v 1226 überflog gestern mittag kurz nach 12.36 Uhr die Jgdestädte Wilhelmshaven und R ü st r i n- gen. Nach einem Schleifenflug landete das Flugzeug an der Seefliegerablauf st elle. Da aber heftiger Seegang herrschte, war es nicht möglich, an dieser Stelle das Flugzeug zu halten. Daraufhin wurde den Piloten ein günstiger Platz im Vinnen- Hasen angewiesen. Nach kurzem Ausenthalt an der Seefliegerablaus- stelle erhob sich das Flugzeug wieder und flog an den W e st h a f e n. wo es niederging. Die Landung erfolgte glatt. Sofort nach der Landung wurde der Anker geworfen, und die Flieger begaben sich auf das Gelände der Wilhelmshavener Schiffswerft und Marine- Bauanstalt, um sich mit Warnemünde telephonisch in Verbindung zu setzen. Kurz nach der Landung des Flugzeuges trafen zwei Marine- ofiiziere ein, begleitet von Mannschaften, die für die Absperrung des Geländes sorgten. Das Flugzeug liegt in einem versteckten Winkel des Hasens. An Bord war der Funker tätig, der an der Radio- anlage Reparaturen vornahm. Die Flieger, die sich zurzeit noch auf dem Wcrftgelände befinden, lehnen jede Auskunft darüber ab, wann der Weiterflug angetreten werden soll. Wie wir erfahren, ist die Landung der V 1220 in Wilhelmshaven, darauf zurückzuführen, daß der Kühlerdefekt sich als noch nicht ganz behoben heraus st ellte und erst eine vollständige Instandsetzung erforderlich ist. Maschinendefekt bei V 1230. Lissabon, 13. Oktober. Das deutsche Flugzeug V 123 0 ist heute gestartet, mußte aber nach der Ueberfliegung Lissabons wegen Moschinenstörung wieder landen. Wie dazu ergänzend gemeldet wird, hat einer der Motoren schlecht gearbeitet, weil die elektrische Zündungs- anlage durch die gestrigen schweren Regenfälle beschädigt ist. SchwarzrotgolS in Kopenhagen. Von einem Teilnehmer an dem Fußballwettkampf in Kopenhagen gehen uns folgende Zeilen zu:„Mit den Uebcrschriften„Sie lebnen im Ausland die Reichsflagge ab. Würde- lojigkeiten bürgerlicher Sportler" wurde(in der 1. Beilage zur Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 5. Oktober 1627) ein sachlich nicht zutressender Artikel eingeleitet. Es wurde die Vehauptung aufgestellt, daß die Vertreter des Deutschen Fußball- bundes in Kopenhagen beim Länderkampf Deutschland— Dänemark ausdrücklich verlangt hätten, daß„nicht die schwarzrotgoldene Fahne, sondern di« grünweiße Vereinsfahne des Deutschen Fußbollbundes gehißt werde. So kam es, daß zum«rstenmal in Kopenhagen ein Fußball-Länderspiel ausgetragen wurde, bei dem nicht die Farben des Landes der auswärtigen Gäste gezeigt werden, usw."— Ich war selbst Teilnehmer der Expedition und bin daher orientiert. Der Artikel enthält mehrere Irrtümer. 1. Am Stadiongebäude war die schwarzrotgoldene Fahne, am Eingang die deutsche Handelsflagge ausgezogen, und nur auf dem Spielfeld selbst wehte die grünweiße Flagge des Deutschen Fußballbundes, 2. Als wir am Vormittag zum Stadion kamen, war bereits geflaggt— mit Ausnahme der Bundcssahne— und es ist niemand eingefallen, irgendwelchen Anstoß daran zu nehmen. Von einer Ablehnung der Reichsslagg« kann daher keine Rede s«in." Wieder Erdstöße in Oesterreich. Wie die meteorologische Anstalt mitteilt, ist gestern um 5 Uhr 32 Minuten früh wieder einleichtesErdbeben festzustellen gewesen, das in einigen Bezirken deutlich wahrgenommen werden konnte. Bei der meteorologischen Zentralstelle sind auch vom Sem- mering Nachrichten eingetroffen, denen zufolge gegen 5 Uhr. 26 Minuten früh an verschiedenen Stellen des S c:n m e r i n g- .gebietes Erdstöße gespürt wurden, die keinerlei Sachschaden verursachten. Eine neue Rheinbrücke. Gestern wurde die neue Rheinbrücke Duisburg- Hochseld-Rheinhausen in Anwesenheit des Präsidenten der Reichsbahndirektion ohne besondere Feierlichkeiten dem Verkehr übergeben. Die Brücke vermittell den Verkehr zwischen dem Ruhr- gebiet und dem Unken Rheinufer nach Krefeld, Aachen und Holland. Der ursprüngliche Plan, den Personen- und Güteroer- kehr getrennt auf je einer zweigleisigen Brücke über den Rhein zu leiten, scheiterte an den Bestimmungen des Versoiller Ver- t r a g'e s. Die Genehmigung zum Brückenbau wurde durch die Besatzungsmächte nur unter der Bedingung erteill, daß die alle Brücke, die dem starken Verkehr nicht mehr gewochsen war, sofort nach Fertigstellung der neuen Brücke abgebrochen würde. Die neue Brücke hat mit der Eisenkonstruktion und den Flulbrücken ein« Gesamtlänge von 9 3 5 M e t e r und kostete 8MillivnenMark. Eine tschechische Schule für ein Kind. Während in den deutschen Schulen noch immer über 66 bis 70 Kinder in jeder Klasse sitzen, hat.der deutsche Ort A n n a t h a l bei«chultenhofen jetzt eine tschechische Schule erhallen. Sie hat einen Lehrer und sage und schreibe e i n Schulkind. Weil dieser«kandal aber doch zu groß ist, Hot sich der tschechische Verein nach Prag gewandt, damtt von dort Waisenkinder der Schul» über- wiesen werden. Der überall sonst geübte Versuch, deutsche Kinder der Schule zuzuführen, glückte nicht.' der dunkelrote von üer flhr. Der weiße Wein vom Rhein ist in der Hauptsache berühmt und populär und die Namen all der Orte, wo ein besonders gutes Tröpfchen wächst, sind zur Genüge bekannt. Aber am Rhein gedeiht auch ein guter Rotwein, jener würzig« Dunkelrote, der den Namen Waldpforzheim überall bekannt gemacht hat. Das Ahrtal, eines der reizvollsten Nebentäler des Rheines, ist die Heimat dieses Weines. Bald, nachdem die Bahn das Rheinuser verlassen hat und der Kirchtum von Sinzig einen letzten Gruß vom Rhein herüberwinkt, nehmen waldige Höhen den Schienenweg in ihre Arme. Vom steilen Basallkegel der Landskron grüßen die Trümmer der Feste, die im Anfang des dreizehnten Jahrhunderts der König von Schwaben als Trutzburg gegen den Erzbischof von Köln errichtete. Wenig später schon hält der Zug aus dem Bahnhof von Neuenahr. Das muntere Leben in den Straßen, die zahlreichen Hotels und Restau- rants verraten dem Fremden bald, daß er sich in einem beliebten und vielbesuckten Heilbad und Kurort befindet. Tatsächlich benutzen alljährlich 20 000 Kurgäste die heilkräftigen Quellen van Neuenahr. die besonders gegen allerlei Stoffwechselkrankheiten(Nierenleiden, Zuckerkrankheit usw.) Erfolg verheißen. Am Kurhaus vorüber be- tritt man den Kurpark, zwischen dessen blumengeschmückten Anlagen die warmen Quellen dem Boden entspringen. Auf schattigen Pfaden unter mächtigen alten Bäumen gelangt man an das Ufer der Ahr und nach kurzem Spaziergang stromaufwärts stehen schon die Haus- mauern von Ahrweiler. Welch ein unvermittelter Gegensatz zwischen dem Ort, den man eben erst verließ und demjenigen, der sich erschließt! In Neuenahr der moderne Kurort und hier ein stilles Städtchen, rings von knorrigen Mauern und Türmen umgeben, das sich sein mittelalterliches Aussehen nahezu unverfälscht auf unsere Tage bewahrt hat! Durch das finstere Ahrtor, das ein mächtiger, aus rohen Quadern gefügter Torturm schützt, gelangt man in die Stadt und fühlt sich alsbald von der Atmosphäre des Mittelalters umweht. Freundlich« Giebelhäuschen, von braun gestrichenem Fachwerk durch- kästet, geben dem Ort ein liebenswürdiges, altertümliches Aussehen, und wo auch immer der Blick über die altersgrauen Stadtmauern oder durch die gewölbten Tordurchgäng« schweift, dort fällt er auf reiche Weinberge, an denen in Reih und Glied, dicht bei dicht, die stangengestützten Rebstöcke«mporklettern. Vorüber an dein gotischen"Lourentiuskirchlein, das fast sieben Jahrhunderte über sich binwegziehen sah, verläßt man durch das mit Kranzgesims und Seitentürmchen geschmückte Obertor die Stadt, uud nun erst beginnt das Ahrtal dem Wanderer seine ganze Schönheit zu erschließen. Zur Linken und zur Rechten ragen, soweit der Blick reicht, waldige Höhen und Rebenberge. Aus der weltbekannten St.-Peter-Schente In Waldpforzheim klingt der Gesang froher Zecher. ?mmer mehr verengt sich das Tal der Ahr und bald führt die Straße durch eine zerklüftete Felsenfchlucht, aus der senkrecht die 60 Meter hohe, finstere Schieferwand der„Bunten Kuh" emporragt. Hunderte von Metern hoch steigen die rebenumstandenen Schiefergebirge empor, an deren Fuß die Ahr dahinrauscht. Von steilen Felsen her ab grüßen die spärlichen Mauerreste der im Anfang des 18. Jahr- bunderts zerstörten Soffenburg. Dann steigt der Weg stärker und stärker bergan und nach gut dreistündiger Wanderung oder kaum "'»stllndiger Fahrt von Neuenahr auf der aussichtsreichen in reiz- vollen Kehren dem Ufer des Stromes folgenden Autostraße ist Altenahr, das Ziel der meisten Ahrtalwanderer, erreicht. Wenn die Müdigkeit verflogen ist, wird man durch frischgrünen Mischwald den bequemen Fußpfad zur Burg Altenahr hinansteigen und den prachtvollen Rundblick genießen, der sich aus luftiger Höhe hinab über das gestaltungsreiche Tal der Ahr öffnet. Man wird zwischen den altersgrauen, rauhen Mauerresten der tausendjährigen Ahr- grafenburg hindurchklettern, wird von der Zinne herab Menschen und Wägelchen dort drunten auf der Landstraße gleich winzigem Spielzeug erschauen und je länger' man von hier oben den wunder- vollen Blick genießt, um so mehr wird man denen recht geben, die dos Ahrtal als eines der schönsten Nebentäler des Rheins bezeichnen. Der Berliner Fremdenverkehr steigt. Der Berliner Fremdenverkehr hat eine wesentliche Zunahme erfahren. Bei einein Vergleich der Zahlen der im Viertel- jähr Juli/September 1927 in Berliner Hotels usw. polizeilich gemel- deten Fremden mit denen desselben Vierteljahrs 1926 ist nach den Monatsnochweisungen des Statistischen Amts der Stadt Berlin«ine Steigerung des Fremdenverkehrs um fast 50 000 oder 12,1 Proz. festzustellen. Ein besonders starkes An- steigen weist die Zahl der Auslandsfremden auf. Man ver- zeichnet eine Steigerung des Ausländerverkehrs von 14 100 oder 2 3,2 Proz. Für 27 von 34 europäischen Auslandsstaaten ist jetzt eine größere Zahl von Anmeldungen Gnsthoffremder festgestellt worden als im Vorjahre, aus drei Staaten war die Zahl der Gäste dieselbe und aus vier Staaten weifen sie ein Sinken der Besuchszisser auf. Von den europäischen Staaten hat Oesterreich mit 5900 die meisten Hotelgäste nach Berlin entsandt. Die Zahl der d e u t- Freie Sozialistische Hochschule. Neben den wisienschaftlichen Seminaren, deren Programm durch den Reichsausschuß für sozia- listische Bildungsorbeit, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, zu beziehen ist, veranstaltet die Freie Sozialistische Hochschule in diesem Winter wieder eine Anzahl populär-wissenschastlicher Einzelvorträge. Der erste Vortrag findet am Sonnabend, dem2 2. Oktober, im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Straße 3, statt. Prof. Dr. Erik Nölting, Franktfurt a. Main, sppricht über das Thema:„Die Demokratie als staatliches und soziolo- gisches Proble in". Einlaßkarten zu 50 Pf. sind an folgenden Stellen zü haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses. Linden- straße 3. 2. Hof, 2 Tr.. Buchhandlung I. H. W. Dietz, Lindenstr. 2, Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstr. Ecke Luisenufer, Zigarrcngeschäft Horsch, Engclufer 24/25, Tabakoertrieb. Jnselstr. 6, Verlag des Verbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5, ,.Wertfrcudc"-Bücherstuben, Potsdamer Str. 104, Berliner Gcwert- Ichaststommifsion, Engelufer 24/25. Hrog-Serliner Partemachrichten. Alle für diese Rubrik bestimmten Einsendungen sind nicht an die Redaktion des„vorwärts" zu richten, sondern an den Bezirks- verband Groß-Berlin. Bureau Fischer. SW. 6t, Lindenstr. 3, 2. hos. links 2 Treppen. -?"'• Ti'-S-rt'»-«NC Jugend veranstaltet heute IS'.- Uhr in der«irchner. schule, Zwinglistr. 2. eine Iugendfeier. Eintritt so Pt. Alle Partei. genosstnncn und.genossen werden gebeten, sich daran zu betcUigen. 13. 8tti» Zemvelhof. Di« Mitglieder de» jtreisiildungsausschusse»«erden dringend gebeten, eine halbe Stunde vor Beginn des Portrages von Dr. Preugner ither„Arbeiter-Mussl und bürgerliche Musikkultur heute, Freitag, lt. Oktober, lSlh Uhr, im ffestsaal des Gymnasium» Tempclhof, jiaiser.Augusta.Straße, pünktlich anwesend zu sein. Alle«arten sind heute abend abzurechnen. lt.«rei»»enkSüu. Heute, Freitag, 20 Uhr, Kinovorstellung im stöbt. Saalbau, Dergstr. 147. Zur Aufführung gelangt„Der schwarze Sonntag". Russischer Rcoolutionsfilm.«arten zum Preise von 60 Pf. an der Abend. lasse. lt.»reis Renkelln. Der«ursusabend ist mit Rücksicht auf den Lichtbilder. Vortrag de, Bildungsousschusses aus Freitag, 21. Oktober, verlegt. heule, Areilag. 14. Oktober: >l. Abt. Rcvkölln. 13% Uhr«ursusabend des Genossen Dilh. Miethge über „Weltschöpfung und Lebcnswerdung" bei Lüddccke,«arlsgartenstr. 12. Jungsozialistische Vereinigung. Groh. Berlin: Di» Gruppenleiter, die noch kein Monatsprogramm für Ro. vember abgegeben haben, werden aufgefordert, diese bis zum 1«. Oktober dem Genossen«urt Zingelmann, Echöncberg, Frisi-Reuter-Etr. 3, zuzuschicken.— Achtung, Arbeitsausfchuh! Montag. 17. Oktober, tagt der Arbeitsausschuß um lS'.z Uhr im kleinen Zimmer des Zugendheimes Lindenstr. 3.— Spirlaemei». fchaft: 1g>t Uhr im Zugendheim Sauptstr. 1Z, Schönederg(Hesseniandzunmer), Brobe der Revue„Affentheater ISLi". Unbedingtes Erscheinen fcdes einzelnen Mitgliedes erforderlich.— Gruppe Mitte: 20 Uhr Schulaula Gipsstr. 23» Aus. spracheabend. Sonntag Wanderung durch den«rämer. Abfahrt Sonntag 7.40 Uhr vom Etettiner Brrortbhf.— Gruppe Wedding-Sesnudbrnunen: 20 Uhr pünktlich im Jugendheim des Ledigenheims am Brunnenplafc, Eingang Orth. straße 10, Laden.„Der Entwicklungsgcdankc der materialistischen Gefchichts» auffassung von«arl Marx." Referent Genosse Paul Lohmann. Die älteren Mitglieder der EAI. sind willkommen.— Gruppe Süden: In der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag. Sonntag Fahrt nach Bernau— Liepniß. see. Treffen>48 Uhr Stctt. Borortbhf.— Grupp« Schöncberg: Jugendheim Sauptstr. IZ. Pünktlich 1914 Uhr Vortrag:„Was ist Religion und was bleibt für den Sozialisten." Referent Genosse Pfarrer Schmidt. Zlrbeiksgemeinschaft der kinderfreunde: Gruppe Baltenplaß: All» Eltern der 38. und 37. Abt. sind zu heute 143 Uhr im Lokal von Busch, Tilsiter Str. 27, eingeladen. Wichtige Gruppen. angelegenheiten. Arauenveranskalkungen: 17.«reis Lichteuderg. 20 Uhr Beginn des Kursus über„Kulturkampf in der Gegenwart, Bibliothek Weichselstr. 28. 19� Uhr daselbst Funktionärinnen» desprechung. Es wird um vollzähliges und pünktliches Erscheinen gebeten. Morgen, Sonnabend, IS. Oktober: 47. Abt. 1914 Uhr Lerbstfeier im großen Saal de, Gewerkschaftshause», Engel. ufer 24. Mitwirkende: Theo Maret lRezitation), Grefe Werner und Hans Gerk« lLieder zur Laute),«arl Litke lAnfprache), Musikcrverbanb u. a. Eintritt 80 Pf. Parteifreunde und„Vorwärts".L«sei sind freundlichst eingeladen. 122. Abt. Biesdorf.Slld. 20 Uhr bei Dieß,«öpenicler Straße, Portrag des Genossen Rogge übe:„Agrarpolitik der Partei". Gäste sind willkommen. * 91. Abt. Große öffentliche Werbeversammlung am Mittwoch, 19. Oktober, 1914 Uhr, im Restaurant Bergschloßhöhe,«arlsgartenstr. 8—11, großer Saal. Referent Genosse Emil Borth. Thema:„Bllrgcrblockpolitik und Sozialdemokratie." Arbeiter, Angestclltc und Beamte, erscheint in Massen! Sterbetafel üer Groß-öerliner Partei-Grganifation 9. Abt. Genossin Paulinc Zänichen, Wil-na-ker Str. 35, ist am Mittwoch verstorben. Ehre ihrem Andenken. Die Einäscherung findet am Sonnabend 20 Uhr Gerichtstraße statt. Wir erwarten rege Beteiligung. 35. Abt. Unser langiährigez Parteimitglied, Genosse«arl Becher, ist am 10. Oktober vorstorben. Di« Einäscherung findet am Eonnabend, 15. Oktober, 14 Ubr, im«r�natorium Baumschulcnwcg statt. Alle Genossinnen werden gebeten, sich an der EinLfcherung zahlreich zu beteiligen. Sozialistische slrbeiterjugenü Groß-Serlin. «»Meldungen ,»r Arbeitsgemeinschaft llber„Wirtschaftslehre*(Leiter Genosse Abraham) werden im Zugcndsekrctariat noch schriftlich und mllndlich entgegengenommen. Die Vorbesprechung für die Teilnehmer findet Sonnabend, 22. Oktober. 19 Uhr, im Lindenheim statt Achtung, Abteilnagsleitcrl Die Beri6>isbogen für das 3. Quartal(Juli bis September) sowie Monatsprogramme für November müssen abgeliefert werden. Abrechnung der Beitragsmarken usw. heute, Freitag, zwischen 1? und 19 Uhr. „Da, i»ng« Deutschland." Im Anschluß an die Ausstellung spricht der Genosse Dr. Viktor Engelhardt über„Gemeinschaft in der Kultur als Auf. gab« sozialisfischer Zugend am Dienstag, 18. Oktober, 20 Uhr, in der Fest» Halle des Schlosse» Bellevue. Zugendliche 80 Pf., Erwachsen« 1 M. Die Biicherswde ist geöfipet von 17— 19 Uhr. heule. Freilag. IS� Uhr: Werbefeiern und Einführungsabende mit bes. Programm. Weißensee: Heim Parkstr. 38. Lichtbildervortrag:„Geschichte der SAI."— «ottbnsser Tor: Heim Reichenberger Str. 88.— Britz: Morgen Werbefeier in der Aula der 47.'48. Gemeindeschule, Chausscestraße. Lortragsfolge: Sing» Des Berliner Rundsunkintendanten Dr. Karl Hagemanns Bortrog über„die Kunst des Rundsunks" behandelle diesmal eines der Hauvtgebiete des Funkprogramms:„Das Funktheater". Die zum größten Teil programmatisch zu wertenden Ausführungen des neuen Funkintendanten fanden gewiß ein zahlreiches, gespannt lauschendes Publikum. Von den Darlegungen Dr. Hagemanns war zunächst etwas Negatives erfreulich: die Schärfe der indirekten Kritik. Revueübertragungen, gegen die lange Zeit vergeblich pro- testiert wurde, wurden von ihm energisch als akustisch unergiebig und daher bedeutungslos abgelehnt, ebenso die meisten Operetten- Übertragungen: auch das Schauspiel formt in der Uebertragung kein oder höchstens ein schwach angedeutetes Hörbild. Geeignet zu Üeber- tragungen ist die Oper mit unkompliziertem Textbuch und das Oratorium. Doch wichtiger als Uebertragungen ist für den Rund- funk das Gebiet der Sende- und Hörspiele, wobei unter Sendcspiel das bereits vorhandene dramatische oder musikalische Werk in der Bearbeitung und Aufführung für den Rundfunk zu verstehen ist, unter Hörspiel das eigens für ihn oerfaßte Werk.— Der Tag war sonst reich an wertvollen, gut gesteigerten Vorträgen in Wissenschaft- licher, unterhaltender Art. Derd Frickes heitere, wenn auch nicht immer ganz ungezwungene witzige Ausführungen über„den verbesserten Baedeker', reformiert durch Reiseberichte der verschiedensten Schriftsteller, bereiteten Freude.— Musik am Nachmittag: das sich Beethoven wie Alban Berg gegenüber gleichermaßen bewährende Wiener Kölisch-Streichquartett. Am Abend: Bran- denburgische und Berliner Volksmusik aus allen Tagen, aus der umfangreichen, pon Musikfreunden vor dem Kriege zusammengebrachten Sammlung„Musikalische Wahrzeichen deutscher Städte". Diese musikalisch wie naturgeschichtlich interessanten Dar- bietungen wurden vom Blas-, Trompeten- und Posaunenchor aus- geführt und von Dr. Johannes Radloff erläuternd eingeleitet. Tes. kreis her SAI., Eprechchor, Nezttatlonen, Ansprache, Musik. Zugendspiel. Sin- tritt 30 Pf. Beginn 20 Uhr. Eltern und Parteigenossen, besucht unsere Feiern! Werbebczirk Tiergarten: Werbefeier in der Aula der Sirchner.Oberrealschute, Zwinglistr. 2, mit bclonbcrem Programm, u. a. auch Lichtbildervortrag:„Ich fahr' in die Welt". Unlostcnbcitrag 30 Pf. Beginn 19!- Uhr. * Nordost: Heim Donziger Etr. 82. Dichterabenb.— Rosenthnler Dorstadt: Heim Zehdenickcr Str. 25.„Geschichte der Arbeiterjugend."— Scncfeldcr. Viertel: Heim Danzigcr Str. 62.„Politisch. satirischer Abend."— Zentrum: Heim Landsderger Str. 50.„Jugend und Partei."— Andreasplatz: Realgrnnna- sium,«opoenstr. 78..Leben und Wirken in der SAI."— Frankfurter Viertel! Lokal Borkomfki, Schreiner-, Ecke Waldeverstrahe.„Bursche ü»b Mädel in der EAI."— Petersburger Viertcl: Arbeitsgemelnschaft ab heute, 20 Uhr, bei der Genossin Rothe, Hcidcnscidstr. 10. Hos Port.- Stralaucr Viertcl! Heim Soßlerstr. 81.„Körperkultur."— Süden: Heim Porckstr. tl fBezirksamtf. „Warum Sozialistische Arbcitcriugend?"— Schönederg l: Heim Sauptstr. 15. „Was sagt uns das Kommunistische Manifest?"— Vaumfchulenweg: Heim Ernststr. 16.„Tagcspolitische Fragen."— RicderschSncwribe: Schule Berliner Strotze 31."Humoristischer Abend."— Treptow: Heim Elscnstr. 3.„Was wir wollen."— Friedrichsfclde: Heim Schloß., Ecke Berliner Straße.„Die roten Falken."—«anlcborf: Schule Abolfstraße. Vortragsreihe.— Paulow-Nord: Heim Görfchstr. 14.„Bub und Mödcl."— Hasenheide: Beteiligung an der öprcibchorprobe im Lindcnheim. Serbcbeziek Neukölln: Beteiligung an der Werbefeier der Abteilung Britz. Spielleute: Wanzlikstraße. * Lichte rfelde: 15./16. Oktober Schlltzenfahrt nach Bernau— Ueßborf. Treff» Punkt>420 Uhr am Rathaus Steglitz bzw.',419 Uhr Stctt. Borortbhf. Spiel. und Sportgeräte mitbringen._ vortrage, vereine und Versammlungen. Reichsbanner»Sckwari Rak Gold" Geschäftsstelle: Berlin S 14. Sebastianltr 87»: 10 Uhr Treffen Scblltzsnhaus.«dvenick: Spiel der Knortmannsckast pon 9 bis 12 Ubr auf dem Städt. Sportplatz in der W-nd"nschloßstraße. 10 Ubr Wilhelm». bof, Mitglieberverlammlung:„Republik". Pankow: 13 Ubr sämtliche Radiabrer Marktplatz Pankow. Abler»baf,«ameradschait Sportgrupve: 9 Ilhr auf bem Platz gegenüber dem MTB.-Platz. an der Birkenallee, Handballtraining.— Prenzlauer Berg,«ameradschait Nordkav: Kamerad Robert Schlller, Schipcl. beiner Str. 24, ist om Dicn-tog früb plötzlich verstorben. Die Einäscherung findet am Sonnabend, 15. Oktober, 18>4 Uhr. Im Krematorium Gcrichlstraßc statt. Treffpunkt aller Kameraden 159» Uhr bei Sachctzki. Meickobrnd der Kriegsbeschädigten, Ortsgrupv« Neukölln. Außerordentliche Generalversammlung Freitag, 14. Oktober, 19'4 Uhr, im Ideal»«asino, Weichsel» straße 8._ Sport. Renne« zu Hoppegarteu am Dovaerskag. dem 13. Oktober. 1. Nennen. 1. Original(Reher), 2. Nikotin(Böhlke), 3. Cavrioi (Hollein). Toto: 39; 10. Platz: 13, 11. 14: 10. Ferner liefen: Allrabio, Tcuoia Bizantina, Ping Pong, Prwce oj Thüle, Daheim, Maidi, Christinchen, Sweet Heart, Fridolin. L. N e n n e n. 1. Wien(Böhlke), 2. Preußenstolz(Hahues), 3. Partisane (O. Schmidt). Toto: 19: 10. Platz: 13. 15, 15: 10. Ferner liefen: Stlicnfce, Beluga, Filigran, AdaminuS, Oriave, Marconi, OrSka, Orestes, Rheinsonne. 3. Rennen. 1. towenherz II(Krabsch), 2. Domsalk«(Varga), 3. Feenkänigsn(O. Schmidt). Toto: 35:10. Platz: 15. 17. 13:10. Ferner Uesen: Favorit, Waldmeister, Labneck, Bundschuh, Ostrau, Aiida, Oberon 71. Graue Theorie, Maisahrt, Marizza, Laetitia. 4. Rennen. 1. Fockenbach(TarraS), 2. Freiweg 77(HayneS), 3. Hartschier(S-ijdik). Toto: 21: 10. Platz: 12, 13. 15: 10. Ferner liefen: Limanova, Kralsritter, Silbersalan, Olvmpier. 5. R e n n e n. 1. LuvuS(O. Schmidt), 2. Fürstenrus(Krabsch). 3. Gold- Wächter(Korb). Toto: 30: 10. Platz: 14, 35, 24: 10. Ferner Uesen: Wanderlust, Heluan, Comtesse Nancy, Tintorelto, Geselle, Gerald, Anlon, Jawalch, Ota.' 0. Rennen. 1. StoTzenselS(Blume), 2. Ra'antra(O. Schmidt), 3. OsiriS(Huguenin). Toto: 78: 10. Platz: 38. 18, 18: 10. Feiner Uesen: Boryia. Tannenberg 77, Senow, MailleboiS, Fundin, Lindwurm, Gourmet, Fillipov. 7. R e n n e n. 1. Jrrländer(HaYneS), 2. Majesta(O. Schmidt). 3. Signoi a(Osang). Toto: 18: 10. Platz: 13, 14: 10. Ferner Uesen: Richtlinie, Intimus. . Wodurch find Dyspeptiker nicht an strenge Diät gebunden? Es ist ein« allgemein anerkannte Tatsache, daß manche Speisen leicht Verdauungsstörungen hervorrufen. Wenn man seine Kost. auf reizlose Speisen beschränken soll, kann Unvcrdaulichteit ein- treten. In vielen Fällen aber ist Unverdaulichkeit ein Ueberschuß von Säure und Speisegärung im Magen. Anstatt sich einer Hungerdiät zu unterwerfen, müssen Magenleidende vor allem darauf bedacht sein, wie sie den Ueberschuß an Säure und Gärung be- seitigen. Um dies schnell und prompt herbeizuführen, nehmen Sie einen halben Kaffeelösfel Biserirte Magnesia oder zwei bis drei Tabletten in etwas Wasser, nach dem Essen oder jedesmal, wenn Sie Schmerzen verspüren. Dies neutralisiert die Säure uud beseitigt die übermäßige Gärung der Speise. Holen Sie noch heute in Ihrer Apotheke eine Packung Biserirte Magnesia zu M. 1.50; nehmen Sie sie wie vorgeschrieben, dann brauchen Sie sich nicht an eine strenge Diät zu halten oder zu befürchten, daß Schmerzen oder Unbehagen auftreten. Wichtig: hüten Sie sich vor Nachahmungen und bestehen Sie daraus, nur die echte Biserirte Magnesia zu erhallen, die den Namen Bismag Ltd. London trägt. vis nissische Sitte- hei Tisch iu rauchen, bürgert sich gllmählich auch bei uns ein. Venn niemals ist die Zigarette pausenfüllendes Etwas, sondern stets 1 Streik im Selgaswert pi'ntfch. Wie schon kurz gemeldet, befindet sich die Belegschaft des Oel- goswerks Pintsch. das auf dem Gelände der Deutschen Reichseisen- bahn(Betriebsbahnhof Berlin-Rummelsburg) liegt, feit dem 12. Oktober im Streik. Seit 1!-� Jahren betreibt die Firma Julius Pintsch, Berlin, Andreasstrohe 70/71, in vierzig verschiedenen Eisenbahnknoten- punkten Deutschlands Oelgaswerke. In diesen Werken wird aus Teer das Gas für die Beleuchtung und Beheizung der Eisenbahnwoggons für die Deutsche Reichseisenbahn herge- stellt. Di« Arbeiter dieser Werke sind an Zahl sehr gering und schwanken zwischen drei bis fünfzehn Beschäftigten. Im Oelgas- wert Rummelsburg werden zurzeit dreizehn, im Winter bis achtzehn Personen beschäftigt. Solange die Arbeiter der Organisation fernstanden, herrschten hier Zustände, die jeder Beschreibung Rotteten. Bis März d. I. wurden in dem Wert siebzig bis achtzig Stunden wöchentlich gearbeitet. Zwischen den Weckiselschichten von der Rocht- zur Morgenschicht lagen nur sechs Stunden Ruh«. Das Entleeren von Reiniaerkästen, eine der ungesunde st«n und gefährlichsten Arbeiten der Gasbetrieb« überhaupt, wird ausnahmslos nur Sonntags besorgt, weil man sonst mit der geringen Arbelterzohl nicht auskommt. Alle Hinweise auf die Unfall- verhütungs- und gewerbepolizeilichen Vorschriften verhallen, weil das Werk auf dem Eisenbahngeländ« liegt und unter der Aufsicht der Eisenbahn steht, vielmehr stehen soll. Um dieser kurz angeführten Mihstände Herr zu werden, schlössen sich die Arbeiter dem Verband« der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Branche Gaswerke, o». Seit April d. I. versucht nun die Organi- sation das Arbeitsverhältnis wriflich zu regeln. Im Laufe der Zeit waren drei Sitzungen vor dem Schlichtungsausschuß und jedesmal wurde die Angelegenheit von dem Beauftragten der Firma Pintsch, Herrn Wies« unter den fadenscheinigsten Gründen verschleppt. Als nun die Ardeiter auf Grund der jetzt herrschenden Teuerung 15 Pf. Lohnzulage pro Stund« ve: langten, erklärt« man schiankweg, mit der Organisation nicht zu verhandeln. Die Löhn«, die augenblicklich für diese gesundheitsschädliche Arbeit gezahlt werden, schwanken zwischen 80 und 95 Pf. pro Stunde. Sie liegen um 10 bis 15 JJf. unter den Löhnen gleicher Kategorien der Berliner Gasarbeiter. Am Mittwoch wurde noch einmal von der Arbeiterschaft versucht, zu Lohnverhandlungen zu kommen. Sie wurde von der Firma dahin beschieden, sich drei bis acht Tag« zu gedulden. Inzwischen wollt« man versuchen, hinter dem Rücken der Organisation der Arbeiter mit anderen Organisationen eine Rege- lung zu treffen. Dies« Brüskierung führt« dazu, daß die Arbeiter die Arbeit geschlossen niederlegten. Die Notstandsarbeiten wurden solange verrichtet, b's sie von den Ingenieuren der Firma Pintsch, die jetzt Nousrecherdienste leisten müssen, übernommen wurden. An der organisierten Arbeiterschaft Berlins liegt es, dafür zu sorgen, daß, wenn auch die Belegschaft klein ist, der Herr-im-Hause-Stondpunkt der Firma Pintsch ein für allemal überwunden wird. Es wird deshalb gebeten, Arbeitsan nähme auf dem Oelgaswert zu verhindern. Zur Lohnbewegung See Eisenbahner. Mehr Leistung— mehr Cohn! Die Verhandlungen der Deutschen Reichsbahngesellschaft mit den Tarifkontrahenten zur Neuregelung der Löhne werden am kommenden Dienstag wieder aufgenommen. Die Reichsbahngesellschaft hat sich etwas lange Zeit gelassen, bis sie sich bereit erklärte, sich abermals zusammen mit den Eisenbahnergewerk- schastcn an den Verhandlungstisch zu setzen. Die Eisenbahner warten mit Ungeduld darauf, daß die Reickzsbahngesellschaft in der Lohn- erhöhungssrage endlich Taten sehen läßt. Die glänzende Geschäftslage der Deutschen Reichsbahngesellschajit, die nicht allein auf die Konjunktur der deutschen Wirtschost zurückzuführen ist, wurde vor allem erst dadurch möglich, daß sich das Personal zu Arbeitslei st ungen bereit fand, die weit über der Normallei st ung lagen. Die letzte Lohnregelung im April d. I. brachte jedoch den Eisenbahnern keinen Ausglich für die gestiegenen Kosten der Lebenshaltung und keine Bezahlung dieser Mehrlei st ung. Im Geschäftsbericht der Gesellschaft vom Jahre 1926 kann man nachlesen, daß„der Mehrverkehr in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres Hoch st lei st ungen oerlangte und an Arbeiter und Beamte hohe Anforderungen stellte. Ihrem Arbeits- eifer und ihrer Pflichttreue ist es gelungen, diese Anforderungen zum Wohl der deutschen Wirtschast und damit auch unseres Unser- nehmen» zu«.füllen". Im Juli 1926 wurden zusammen 3 475 006 Wagen gestellt �nd die damit direkt oder indirekt zusammenhängende Arbeit wurde von 714 066 Arbeitern und Beamten erledigt. Auf den Kops der Belegschaft umgerechnet, ergibt sich eine monatliche Leistung, die mit der Gestellung von 4,87 Wagen zusammenhängt. Eine solche L e i st u n g ist nach den Ausführungen der Gesellschaft nicht etwa die Norm, sondern nur durch außerordentlichen Arbeits- eifer und hohe Pflichttreue möglich gewesen. Im Juli des laufen- den Jahres mußten 3 905 000 Wagen gestellt werden. Ein Personal von 726 259 Köpfen war für die damit verbundene Arbest erforder- lich. Das sind pro Kopf und Monat 5,38 Wagen— eine Steigerung gegenüber dem Juli des Vorjahres von 10,5 Proz.I Im August waren noch höhere Arbeitsleistungen zu verzeichnen. Für 4 059 000 gestellte Wagen waren 727 732 Arbeiter und Beamte vor- handen. Das ist«ine Arbeitsleistung von 5,58 Wagen pro Kopf und Monat oder«ine Steigerung von 14,6 Proz. Waren die Leistungen des Vorjahres nach der Auffassung der Gesellschaft bereits Höchstleistungen— wie bezeichnet man dann die erheblich höheren Leistungen in diesem Jahr? Für die Gesellschaft ist es bequem und billig, die De- restwilligkeit des Personals zu Mehrleistungen im Geschäfts- bericht lobend zu erwähnen. Damit ist jedoch den Eisen- bohnern nicht gedient. Zur Erhaltung ihrer Arbeitskraft haben sie erheblich höhere Löhne nötig: denn die bisherigen Löhn« wurden immer erst dann erhöht, wenn die Preise für Lebensmittel und die Wohnungsmieten schon längst gestiegen waren. Die Reichsbahngesellschaft muß endlich aufhören, sich taub zu stellen, und die Empörung der Eisenbahner als Machwerk der Or- ganisationen zu bezeichnen. Die Stimmung unter den Eisenbahnern ist niehr als kritisch. Die Gesellschaft hat es in der Hand, durch eine anständige Aufbesserung der Löhne, die sowohl die Teuerung als auch das erheblich gesteigerte Arbeitstempo innerhalb der Betriebe berücksichtigt, die Wogen der Empörung zu glätten. Sie ist nach dem glänzenden Abschluß- ergebnis der ersten neun Monate dazu durchaus in der Lage. Die Lohnbewegung öer Keichsarbeiter. Der Reichefinanzminisler zur Aussprache bereit Der Reichsfinanzminister hat den Organisastonen der Reichsarbeiter mitgeteilt, daß er bereit ist, sie zur Aus» spracke über die Lohnsrage zu empfangen. Ein Termin für diese Aussprache ist noch nicht f e st g e s« tz t. Hoffentlich läßt die Anberaumung des Verhandlungstermins nicht mehr lange auf sich warten. Die Verteuerung der Lebenshaltung wartet auch nicht._ Der Konflikt in den österreichischen Sensenwerken. Linz. 13. Oktober. Die Arbeiterschaft der österreichischen Sensenwerke stimmte mit überwiegender Mehcheit einein Vermdttlungsvor schlage zu und ermächtigte den Metallarbeitsrverband auf dieser Basis einen neuen Kollektivoertrag abzuschließen. Auch in der Vollversammlung des Sensenwerkoerbandes wurde das Kompromiß angenommen, so daß Ansang der nächsten Woche die Arbeit wieder aufgenommen werden kann.__ Mrbeiterfpsrt. Freie Turnerschast Groh-DerNa. Ein? neue Kinderabtrilung eriiffnet die Freie Tvrneischaii Groß. Berlin heute, Freitag, 14. Oktober, in der Earteustr. 107. Di« Turnzeiten sind wegen der herrschcndcn Lurnhallenlnaopheit nur Freitage oon 1»—» Uhr. Auch hier haben die Parteigenossen die Möglichkeit, ihr« Kinder einem Verein anzuvertrauen, der anerkannter Weise sich der Jugend vorbildlich annimmt. In der glrichen Turnhalle turnen Miinner und Jugend Montag» und Donnerstag» von 20—22 Uhr. Di« Frauen, und Iungmiidchenabtcilung turnt Dien». tag» und Freilag» von 20—22 Uhr in der Turnhalle Zehdrnicker Str. 17—18. Arbeiter-Radfahrer-Bulld„Solidarität-. Touren für Sonntag, 18. Oktober. Bez. 2, Ortsgruppe Neukölln: Buckow. Start 1i4 Uhr Lhf. Hermannstrab«.— vrtigrnpp« Adler-Hof: Zossen— Mitten, walde. Start 13 Uhr Biomarckstr. 29.— Ortegrupp« Lharlottcuburg: Ii. Okt., Start 18 Uhr zum Eausaalfest: li. Okt. Paussn. Start Galvanistr. 13.— O�cgruppe Schöurberg: Zlhlendorf. Karlstr. 12. Start 1« Uhr Etuhenrauch. strob« in.— Bez. 21, Ortegrupp««einickendors: 1. Abt.: Durch die Zungfern. Heide zum Saldkater. Start 13 Uhr KastanienwSIdchen. 2. Abt.: Fuchsjagd. Start 12 Uhr Antonienstr 81.— Ortsgruppe Lichteuderg: Fuchsjagd Marzahn, Allee 2b«.— Ortsgruppe Ltralau-NummeUburg: Fuchsjagd im Marzahner Wäldchen, anschließend Hcringsessen, Tllrrschmidtstr. 40. Touristenverein„Die Naturfreunde-, Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, 19. Okwbcr, 20 Uhr, Sophien. Lvzeum, Wein. meisterstr. 18—17, Monatsvcrlammlung. Vortrag:„Streifzitge durch die Märchen, und Sagenwelt nach klassengeschichtlichen Srundsäßen." Referent Fr. Wendel,»äste willkommen.— Abt. Sharlittenbur«: Freilag, 14 Oktober. 20 Uhr, Spreestr. AI. Vortrag Ellen Deidler.— Abt. Siidost: Fretlag, 14. Otto. Slsenstr. 3.— Abt. Brig: Sonntag, 18 Oktober, Bernau— Liepnitzsc«. Treff. Punkt 7 Uhr Bhf. Hermannstraß«.— Phetogemeinschast: Montag, 17. vkloder, 19t4 Uhr, Sbertystr. 12.— Am. Schöucberg: Montag, 17. Oktober, 20 Uhr, Hauptstr. 13.___ Hockeyspiele am 16. Oktober. Kruppe A. Aus dem Andreas-Hofer-Platz in Pankow um 13.30 hat der und müßte Sieger bleiben.— Kruppe C- Andreai.Hoser.Plaß Pankow 2! Lichtenberg Sportler 2 um 13 Uhr! Gruppe D um 9 Uhr in der Normannen» slraße: Lichtenberg 2: Fichte 12. 2. Zugendgrupp, Kharlottenburg: Nordost 2 in Westend. Frauengruppe: Pankow: Schmargendorf 14.30 Andreas-Hoker. Plaß. Ficht« 1: Lichtenberg Sportlerinnen 14-30 Uhr Schönhauser Allee. Sharlottendurg: Schönhol» um 18 Uhr im ffriedrichshain. gegen Leimiger Mannschaften finden statt in der~ AST n: Leipzig.Wurzen. Im Friedrichshain um.....- Ost N, um 1530 Fichte 10, 1: Leipzig.Ost I. Die Leipziger Sportgenossk» haben sich weiter start verbessert und dUrflcn drn Berlinern einen harten Kampf licfcr». Degen Fichte 10 dürften beide Mannschasten der Gäste gc- Winnen._ Fußball am Souulag. Bon den wenigen zum Austrag gelangenden Serienspielen interessieren in erster Linie die Begegnungen zwischen Berlin 12 gegen Jüterbog(Stegllß, Lcssingstraß«) und dl« in Luckenwalde zum Austrag gelangende» Trcfscn Luckenwalde I gegen Luckenwald« U sowie Luckenwalde III gegen Teltow. Nach den bisherigen Ergebnissen zu urleilen, dürften die Platzvereine die besseren Kewinnaussichten haben, doch besonders in Lokallämpfcn sind schon des öfteren Ueberraschungen zustand- gekommen.... In den Desellschaflsspielen, die diesmal stattfinden— am nächsten Sonntag beginnt wieder überall der hart« Kampf um die Punkte, um den Auf» bzm. Abstieg— stehen solgende Spiel« auf dem Programm. Am Bahnhof Stralau. Rummclsbuig< Konaststraß«) hat Llchtcnberg I, Ficht« Gesundbrunnen einen guten zweitilassigen Berein zu Gaste, der sich nur schwer bezwingen fassen wird. Bavaria weilt in Spandau und dürft« es hier genau so werden. Oranienburg spielt gegen Ficht« RO, Amateur« gegen Teutonia 10(Erer Schönhauser Allee), Sparta gegen Lanlwitzn Lichtenberg. Handballspiele am 16. Oklober. In der 1. Gruppe stehen stch Bohnsdorf und Neukölln 2.«dt. in 2Sohnsdors, Schul,-ndorfer Straße, aegenüber. In der 2. Gruppe spielen Köpenick und Erkner in Köpenick um Iii,: Uhr; Lichtenberg 3 gegen Kaulsdorf um 10 Uhr in Fri-drich-sclde. Tre-kowallee: Fichte 8 gegen Rowawe, um 18 Uhr in Höh-»- schönhauscn, S-mmerstraße: Bicsdorf grgen Rieberschöneweid« um 18 Uhr in Biesdorf, Lessingplatz. In der 3. Gruppe spielen Licht-iibcrg.Sportter gegen Fichte 7 um 18 Uhr in Friedrich-f-Id-, Treskowallce: Ficht-»gegen Neukölln 1 um 18 Uhr in Daumschulenweg. In der 4. Krupp« spielen«SE g-g-n Ficht«. Süd um 1K Uhr in Treptow, ,Arugallee: Klausdorf gegen Füchte«OB um 18 Uhr in Klausdorf. Di« 5. Gruppe steht zwei der wich-igst-n Eo.ele vor: Droß-Berlln. Wedding gegen Schönow um I�!.UHr>n R->nlckendors, Schorn. weder st raße, und Tegel gegen ffichie-Rord um 18'A Uhr in Tegel, Korso. In der 8. Gruppe spielen Echönederg-Sportler gegen Brailb.nburg. Eporiler IIA Uhr in Schönebcrg, Dominicusplatz. und Fichte 22 gegen Moabit um 14 Uhr in Hohenschönhausen, Sommerstraße.— An F r a u e n s p l e I e n finden statt: Luckenwalde gegen Schmargendors in Luckenwalde:«SC. gegen Lichtenberg 1 um 15 Uhr in Treptow,«rugalle«! Lichtenberg 2 gegen Re�illn 2 um 15 Uhr im Lichtenbcrger Stadion; Spandau gegen ijich;«* um Uhr —-......... n'Sn..rT.,. aiMcrafmf nerton Fichte 9B um 15 Uhr ein äußerst schnelle» Tempo liebenden Mannschaften, ein schöner Kampf zu erwarten und stch-r da» int-ressantest- Spiel des Tages. Im anderen Spiel treffen stch die Freie Turnerschaft Lichtenberg 2, 1, und die Frei, Turner. schalt Eharlottenburg 1 um 10.30 in der Normannenstraße. Wir erwarten die technisch besseren Charlottenburger ol» Sieger.— Gruppe s. Um 10.80 in der Schönhauser Alle« Roland 1: Moabit 1, und dürft« Moabit einen leichten Sieg haben. Um 13.80 Ficht« 12, 1! Lichtenberg Sportler I. BorauzstchtNcher Sieger Lichtenberg. Schmargendorf 1 spielen tn Westend gegen Charlottenburg 2 um J-V UlJt im-Clullcliut UJvt V«">> Ju Uhr in«Metshof, verlängerte Heibigstraße: Schönow gegen Moabit um IgM- Uhr und Tegel gegen Ficht« 9 A um 15Vi Uhr in Tegel. Gra�Nöd-rn.Korso! Groß. Berlin-Wedding gegen Ficht-.Woadit um 14-, 4 Uhr in Re.nick-ndorf, Schar». weberstraße, und Fichte 22 grgen Fichte-Rord um 13 Uhr in Hohenschönhausen, Sommerstraße._ Maauschoftsschachkämpfe 1927/28. «ennte«, 16. Oktober, 10 Uhr, nehmen die B'ttkämpf« de» Berliner Arbeit.r�Schachklub» in der S. und r-Druppe ihren Ansang E, spulen in der E- Gruppe: W-iß-nse» I-Ostkav I, Lehderstr. 122(Ecke>br«ls»w-lder Straße). Gstden I— Norden I, Mu-kauer Str. 10: Eharlottrndurg Ii-Nordwest I, Bi». marckstr. 37: Humboldthain I-Westend I. Boltastr. 19.- E-Grupp«: West-nd II gegen Memel l. Sophi-.Tharlotte.'-tr. 88:«önigswdt II-Gart«nplatz I. Fr.eden. straße 81: Schiverpari II-R-ukölln.Nord II. Müllrrstr. 70: Lichtenberg III gegen Reinickendorf. Ost II. Gürtels Ecke Dossrstroße: Nordring ll-ßfrtcp II, GftimfU. 10.- Meisterturnier 9. Runde am Montag. 17. Oktober,>m Kartell. verband, Landsderger Str. 82. Hof 1 Te...», Ka»W«ttlämpse Beilin Breslau. Sonntag. 18. Oktober, findet der Kampf um bi« Gaumeisterfchost in Görlitz zwischen Berlin und Br-»Iau statt. Die Berliner bstrsten die besseren Aussichten haben........ Weetebezirk Siid-u. Die Abteilung veranstaltet Freitag. 14. Oktober, 20 Uhr, im Eplellokal, L-nkwitzstr. 3, ein Propagandafplet gegen Reukölln. Gäste willkommen._ Verschieden«. Hockeyspiele. Sine» der interessantesten Spiel« am Sonntag, 18. Oktober, ist da» dritte Treffen de» Bunde«m-:ster, Würzen mit dem ATD. 2n Anbetraä>t der Reuumstcllung de, der«-reine ist e» schwer, den Sieger testzustellen. Die Spiele finden in Lichtenberg auf dm Norm-nnenpl-tz statt und deginnen um 14 Äu-Zitsu-Kursn«. DI« Sportliche Bereinigung. Llchtenberg-Friedrichs. feld« 04, e. B., eröffnet Montag, 7. November, Turnhalle Bürgerheimstr. 2, einen Iill-Iitsu-Kursu». Kosten 3 M. Anmeldung an Kurt Ruth, Lichtenberg, �""«rdeUe-.Spott. und Kulturl« rtell Eharlottenburg. Freitag. 14. Ottober, 20 Uhr. Kariclldcl-gicrtcnsttzung im Heim, L-idnizstr 2, HM Part. 1. Frei», 1. Bezirk. Iusammeniurnen der geübten Reckturner für die»e. zirk-reckrie», zum«orführungsweitslreit Dienstag, 18. Okmber, Lichtenberg, Turnhalle B-rlau«(Wöllcndorkstraße, Näh« Stadtbahnhof Frankfurter Allee). ��«rbeitee.RÄahmrvesei»»raß-Berliu.� Sonnabend, 13. Oktober, 20Uhr. Nachttour Krummen See. Sonntag, 18. Oktober, 7 Uhr Krummen Sce-�Sche»- kendorf. 13 Uhr Spindl-r-feld. Berliner vir. 18, Restaurant Budrach. Motor. fahrer dieselbe Tour. Start 1 Std. später. Start Waldemarstraße, Ecke Alle Freunde de» Tennissport» seien darauf auimerksam«r- macht, daß da, kommend« Winlertraining gerade den Anfängern beste Gr. legenheit gibt, stch für die kommende Spielzeit theoretische und technische Kenntnisse anzueignen. Die Tennisadtcilung der Freien Turnerschaft Ehar. lottenburg beginnt»m 17. Oktober mit ihrem Hallentraining in der 13. Ge- meindeschule, Charlottenburg, Pestalozzistr. 40, 20— 22 Uhr. Schriftliche An» fragen an Schulz«, Eharlottenhurg, Lchloßstr. 18.. n»„. 25 Jahr« Spart.Elub Lueich. Au» Anlaß seine, 23ikhrig-n Bestehen» oer. an stallet der SE. Lurich Sonntag, 18. Oktober, 15 Uhr. in den Gelamträumen der.Prachisäle om Märchenbrunnen". Am Friedrichshain 30,«in- groß« Sport. Vorstellung, verbunden mit Bannenpeih«.. Vuartier« für Ländeewettkampf Deutschland Schwei,. Sonntag. 18. Olwber. 10 Uhr, Mereede». Palast, Reukölln, Lermannstr. 212(18. All« Ouartiergeber. auch solch«, die stch erst noch zur Aufnahm- auswärtlger Gäste entschließen wollen(Nacht vom 15. zum IS. Oktober), werden gebetcn, stch am Sonnabend. abend ab 8(20) Uhr im Lammellokal, Gew-rkschast-hau», Engelufer 24 2a, zweck» Abholung der Gäste einzufinden. SÄLEM ZIGARETTE, «k afflm MdhihuUi&ti m&ßk- \/tyi4wMü& fei jm*%uq! 2Mark. wüchentl. Teilzahlung liefere Elegante Herren- Qarflcrolie fertig und nach Maß unter Garantie für tadellosen Sitz U.Verarbeitung, nur Qualitätsware eigener Herstellung zn honHorrenzios niiunen Presen \M\ LKiiniDerg OranienstraDe ISO, I und Chausseestraße 1(Eiogans EUisser Str.) Bitte auf Straße und Hausnummer zu achten. Nr.«t»«4.7-h-g-t>s l�Ot!tDOCt0 Jtett«s, U.«tot« 1947 Awifthenbilanz zur Zerngassrage. Oeffentliche und private Organisationskonkurrenz. Die Ruhrzechcn sind vom Programm zur Tat übergegangen. Sie suchen in chrem Kampf für die kalte Privatisierung der bisher öffentlichen Gasrente mit allen Mitteln den Eindruck zu erwecken, als ob sie Erfolge erziell hätten. Die Städte stehen nicht nur auf der ganzen Linie in erfolgreicher Abwehr: sie organisieren selbst die Ferngasversorgung. Die Oeffentlichkeit Hot ein Anrecht auf eine objektive Darstellung des gegenwänigen Standes der Ding«. Berlin und die Gebiete an der Wassertante lehnen die Pläne der Ruhrindustrie nach wie vor ab. Anders liegen die Berhältnifse in der Provinz Veslfaleu. Die Städte Dortmund, Bochum. Witten, Herne, Gelsenkirchen und Münster haben schon lange keine eigenen Gaswerke mehr im Betrieb, sondern nur eigene Gasverteilungsanlagen. Das zur Verteilung kommende Koksofengas wird von den Zechen Krupp. Lothringen, Gclfenkirchner Bergwerks-A.-G., König Ludwig, Radbod und anderen bezogen. Die Städte Hagen und Soest haben neben eigenen Gaswerken Ferngasbezug. Als Lieferant kommt hier in Frage die Bereinigte Elektrizitätswerke Westfalen G. m. b. H., Dortmund. Von den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen werden außerdem noch 3» Städte und Landgemeinden mit Gas oersorgt. Die VEW. erzeugen das Gas auch nicht selbst, son- dern sind bloß Zwischenhändler und beziehen das Gas von Krupp, Lochringen. Graf Schwerin. Dcutsch-Luxemburg(Vereinigte Stahl- werke), Gewerkschaft Westfalen, Thyssensche Gasgesellschaft, Hamborn usw. Die VEW. sind Eigentümer der Zechen Alle Haase, Gottes Segen und Karoline. Aus diesem Grunde sind auch Verhandlungen mir der A.-G. für Kohleverwertung über ein Zusammengehen ein- geleitet worden. Die VEW. sollen sich in einem neu abzuschließen- den Bertrage verpflichten, das von ihnen für ihr Versorgungsgebiet weller benötigte Gas, soweit es nicht schon von den genannten Zechen geliefert wird, in Zukunft nur noch von der A.-G. für Kohleoer- wertung zu beziehen. Die A.-G. für Kohleverwertung will die VEW. in ihrem seicherigen Zsersorgungsgebiet als alleinige Verteilergefcll- fchaft anerkennen. Der Landeshauptmann der Provinz Westfalen hat dann den Plan gefaßt, die Provinz Westfalen zu einer einheitlichen Gas v e r- t e i l u n g s gefellfchaft zusammenzufassen. Die A.-G. für Kohlever- wertung sollte bei Bildung der neuen Gesellschaft ausgeschaltet werden. In einer Besprechung am 21. Juli in Dortmund ist die A.-G. für Kohleverwertung von ihrem ursprünglichen Standpunkt, wonach sich die Provinz Westfalen verpflichten soll, die gesamten von der Provinz Westfalen benötigten Gasmengen ausschließlich von der A.-G. zu beziehen, abgekommen. Am 11. August 1927 ist dann auf kommunaler Basis die Gründung einer„Ferngasver- s o r g u n g Westfalen©, m. b. H." erfolgt. Die Kapitalbeteiligung ist folgende: Provinz....-....... ,20 Proz. Kreisfreie Städte... 13„ Kreisangehörige Städte....... 3. Landkreise 13„ Landgemeinden.......... 5, Bereinigte Elektrizitätswerke Westfalen.. 40 Die VEW. ist ein rein kommunales Unternehmen. in welchem 31 Städte und Landkreise der Provinz Westfalen, außer- dem die Stadt Barmen und der Kreis Lingen zusammengeschlossen sind. Gegenstand des neuen Unternehmens ist die Beschaffung. Fortleitung und Wellerveräußcrung von Ferngas. Der Abschluß eines Vertrages mll der A.-G. für Kohleverwertung steht bevor. 3m östlichea Teil der Rheinproviaz liegen die Verhättnisse ähnlich wie im industriellen Teil der Provinz Westfalen. Die Städte Essen. Barmen. Mühlheim, Neuß, Remscheid, Solingen und Sterkrade haben seit Iahren nur noch Ver- teilerwerke und sind nicht Erzeuger. Die Städte Duisburg. Elberfeld. Oberhausen haben noch eigene Gasanstallen. beziehen aber außerdem Zechengas. Als Lieferzechen für diesen Bezirk gelten Gewerkschaft Viktoria. Machias, König Wilhelm. Vereinigte Helene und Amalie, August-Thyssen-Hütte-Hamborn, Zeche Osterfeld, Deutsch- Luxemburg. Bergwerk-Hüllen A.-G. und die Zechen des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerks. Am 27. Juli 1927 hat eine Besprechung der kreisfreien Städte. Landräte, kreisangehörigen Städte, Landgemeinden, Oberpräsidium und Regierungspräsidenten der Rheinprovinz stattgefunden(ohne Bezirk Trier, der eine Gasversorgung vom Saargebiet plant). � Der Landeshauptmann hielt die Gründung einer Gesellschaft für Fern- gasversorgung der Rheinprovinz für notwendig, ohne daß die beab- sichtizte Gründung der Gesellschaft keinerlei Monopol erstrebe. Es stehe den Gemeinden, welche glauben, durch unmittelbare Berhand- lung besser zu fahren, frei, auch künftig ihr Gas zu beziehen, ohne Benutzung der VermiUllingsgefelljchoft. hessen-ttdssml. Zum Studium der Gasfernversorgungsfragen ist in Kassel vor Monaten ein Ausschuß gebildet worden. Direkte Verhandllingen mll der A.-G. für Kohleverwertung sind seither nicht geführt worden. Die zwei größten Städte Kassel und Hanau wollen die Gruppengas- Versorgung auf kommunaler Grundlag« ausbauen. Mll einer Reih« betelligter Gemeinden sind die Verhandlungen zur Schaffung einer Gruppengasversorgung schon soweit gefördert, daß ein Vertrags- abfchluß erfolgen kann, sobald die Frage des Wegerechts geklärt ist. Es soll eine Interessengemeinschaft gebildet werden. Für den Bezirk Nassau kommt ebenfalls eine Gruppen- gasversorgung in Frage. Die Verhandlungen gehen insbesondere von den Städten Frankfurt a. M.. Mainz, Wiesbaden, Höchst und Hanau aus. Im R h e i n g a u ist bereits im kleinen Stil eine Gruppengasversorgung durchgeführt worden: ebenso hat Höchst eine umfangreiche Gruppengasverforgung ausgebaut, die schon ein erheb- liches Gebiet umfaßt. Hannover, Sachsen. Thüringen. In der Provinz Hannooer bestehen schon Gaswerke seit längerer Zeit, welch« an umliegende Gemeinden Gas liefern. Von der Stadt Hannover ist eine Ferngasversorgung der engeren und weiteren Umgebung geplant. Die Provinz Sachsen hat zur Vor- bereitung einer künftigen einheitlichen Gasfernversorgung Richtlinien aufgestellt, die für die Provinz und die Kommunaloerbände bei der Freigabe von Straßen für Gasfernleitungen maßgebend fein sollen. Danach darf dem Unternehmer in den Verträgen mit den Gemeinden und mit Besitzern der zu benutzenden Straßen kein Ausschließ- l i ch k e i t s r e ch t für die Durchleitung von Rohren gewährt werden. Der Prooinzialausfchuh ist ermächtigt worden, den Provinzialver» band an kommunalen oder gemischtwirtschasllichen Unternehmungen, welche der öffentlichen Ferngasversorgung dienen, zu beteiligen. Für Darlehen von derartigen Unternehmungen soll der Provinzialaus- fchuß bis zur Höhe von S Millionen Reichsmark selbstschuldnerische Bürgschaft übernehmen. Bon den bestehenden Ferngas- Versorgungsanlagen sind die beiden größten Netze im Besitz der Thüringer Gasgesellschaft. Weiterhin sind eine An- zahl Orre an das gemischtwirtschaftliche Gaswerk in Wittenberg ange- schlössen. Der Continental-Gasgesellschaft gehört das Gaswerk Bad Sulza, an das ebenfalls eine Anzahl Orte angeschlossen sind. Bon der Stadt Erfurt, den Thüringischen Werken, der Provinz Sachsen und der Thüringer Gasgesellschaft in Leipzig ist die„Großgaswerke Erfurt 21.-G:* mit einem Grund- kapital von 1 Million Reichsmark gegründet worden. An diesem Unternehmen ist die Stadt Erfurt mll 60 Proz. des Aktienkapitals beteiligt. Außerdem haben sich die obengenannten Unternehmungen zurGasfernverforgungErfurtA.-G. mit einem Grund- kapital von 300 000 M. zusammengeschlossen. Diese Gesellschaft soll das erforderliche Fernleitungsnetz ausbauen und die Gasabnahme übernehmen. Auf Antrag des Thüringischen Mini st e- r i u m s für Inneres und Wirtschaft wurde em Unterausschuß gebildet zum Studium der einheitlichen Ferngasversorgung Thüringens. Bayern, Württemberg, Oberschlefien.- Der Bayerische Städtehund steht auf dem Stand- punkt, daß eine Gasfernversorgung vom Ruhrgebiet aus für die Städte und Gasabnehmer Bayerns nicht zweckmäßig ist. Der Etädtebund empfiehlt den Ausbau der Gruppengasversorgung in Anlehnung an die größeren kommunalen Gasmerke. Verhandlungen mll der A.-G. für Kohleverwertung sind bisher von keiner Stadt geführt worden. Eine rein kommunale Lösung des Fernverforgungsproblems wird in Württemberg versucht: Aufteilung in Großgasver- sorgungsbezirke. Gasversorgung in jedem Bezirk durch ein Haupt- gaswert, späterhin Verbindung der Hauptgaswerke untereinander durch direkte Leitungen. Im Freistaat Sachsen wird die Gruppengasversorgung gefördert durch den Wirtschaftsverband Sächsischer Gemeinden, der neben seiner Tätigkeit auf dem Gebiete der Elektrizitätswirtschaft der Gruppengasversorgung die Wege ebnet. Es besteht«in be- sonderer 2lusschub für Ferngassragen, der durch Vertreter der A.-G. Sächsischer Werke, des Finanz- und Innenministeriums sowie der Kreditanstalt Sächsischer Gemeinden zu einer staatlich-kommu- nalen Arbeitsgemeinschaft zur Ferngasversorgung aus- gestaltet wurde. Daneben spielen die Thüringer Gasgesellschast bzw. die von ihr abgezweigte Ferngasversorgung Ostsachsen A.-G. eine Rolle, die aber in den letzten Jahren Staat und Gemeinden als Teilhaber aufnehmen mußten. In O b e r s ch l e s i e n hat die Ferngasversorgung durch die Gruppengaswerke Fortschritte gemacht. Die Verwaltungen der Städte Deuthen und Hindenburg haben am 29. August einen Vortrag ab- geschlossen, der die Gasversorgung der beiden Stadtgebiete regelt. Es ist eine Gesellschaft gegründet mll der Bezeichnung„Verbands- gaswert Beuthen-Hindenburg-Oberschlesien G. rn. b. H.". Es wird angestrebt, von Hindenburg aus das vberschlesische Gebiet zu einer Gruppengasversorgung zusammenzuschließen. Zusammenfassend ist zu sagen, daß die Pläne der A.-G. für Kohleverwe�tung bis jetzt, abgesehen von dem natürlichen Weichb'ld Westfalen, nirgends durchzusetzen waren. Im westfälischen Industrie- gebiet bestand schon vor Gründung der A.-G. für Kohlever- wertmig keine kommunale Gaserzeugung mehr. Die Arbeit der Ge. sellschast dürfte sich wohl auch in Zukunft auf das Industriegebiet von Rheinland und Westfalen beschränken. Deutsche flutos in Paris. (Bon unserem Sonderberichterstatter) W. Paris, im Oktober. Die gegenwärtig hier stattfindende 21. Internationale A u t o m o b r l- A u s st e l l u n g. an der sich acht Länder, nämlich 2lmerrka. Belgien, Deutschland. England, Frankreich, Italien, Oester- reich und die Schweiz beteiligen, gibt einen interessanten Ueberblick über den internationalen Automobilbau. Am zahlreichste» ist natu?- gemäß die Industrie Frankreichs vertreten. Die französische Auto- mobilindustrie erstreckt sich auf eine große Anzahl von Firmen, von denen mehrere weitaus höhere Produktionszissern aufweisen, als man sie in anderen europäischen Ländern findet. In dieser Be- Ziehung hat man sich auch in Frankreich die amerikanischen Her- stellungskosten als Richtschnur dienen lassen, ist aber trotzdem seine eigenen ZLege gegangen. Das Automobil hat hier in Frankreich sich bereits in einem viel viel größerem Maße die Gunst der breiten Volksschichten erobert, als dies etwa bei uns in Deutschland der Fall ist. Das Interesse auch einfachster Volkslreisc ist ein außer- ordentlich großes. Es drückt sich dies auch in dem außerordentlich starken Besuch des„Salons" aus. Man hat hier erkannt, wie sehr doch das Automobil geeignet ist. ein Gebrauchsfahrzeug zu sein. Wie das Automobil immer größere Kreise anzieht, erhellt auch aus der Tatsache, daß sich der B« st a n d an Kraftfahrzeugen im Jahr- 1926(er wird mll etwa 380 000 Fahrzeugen zu veranschlagen feint gegenüber dem Vorjahre(1923) um rund den vierten Teil vermehrt hat. Für dos Jahr 1927 dürfte der Zuwachs noch größer sein. Wie sich der Bestand gehoben hat, so ist mll ihm gleich- zeitig auch die P r o d u k t i o n g e st i e g e n, die sich im Jahre 1926 auf annähernd 200 000 Fahrzeuge bezifferte. Es sind dies allerdings keine amerikanischen Zahlen: sie sind aber vor allem gegenüber Deutschland viel höher. Die Zahl der Automobllerzeugcr ist hier noch recht groß, dürste aber mit der Zeit zurückgehen, da sich kleinere Firnien schließlich auf die Dauer doch nicht halten tonnen. Es werden hier recht gut aussehende Gebrouchswagen zu au- nehmbaren Preisen gelleiert. Beispielsweise kommt die kleine viersttzige Limousine von Peugeot(mll etwa 4 steuer- pferdigem Motor nach unserer Formel) auf etwa 3000 Ml. Citroen ist etwas teurer. Ebenso auch Renault, der hier sehr groß fabriziert und sich neuerdings auf den kleinen Sechs- zvlindermotor verlegt hat. der schließlich doch auch unter den kleinen Wogen dem Vierzylinder den Rang ablaufen wird. Nachdem zum erstenmal auch wieder Deutschland auf dem Pariser Salon ausstellt, muß die Ausnahme die deutschen Firmen hier interessieren. Es wird den deutschen Erzeug- nissen hier ein großes Interesse entg ausgestellten Mercedes-Bei Hinblick auf den Namen, den diese her hier hat, werden sich auch hier wieder Liebhaber für ihre Wagen finden. Großes Interesse bringt man auch dem Horch-Achtzylinder entgegen, der in seiner Klasse durchaus konkurrenzfähig ist und es auch ohne weiteres mit den Amerikanern seiner Klasse aufnehmen kann. Durchaus günstig steht das Geschäft für die deutsche Zubehörindustrie, die sich wieder allmählich gut einzuführen beginnt. Wie es auf dem Gebiet des Motorrades aussieht, ist heute noch schwer zu sagen. Wohl sind die ausgestellten BMW.-Motorräder hier nicht teure? als gute englische Maschinen: man darf aber nickt außer Ach: lassen, daß das Motorrad in Frankreich in keiner hohen Gunst steht. Das Motorradsohren ist hier nicht entfernt sö verbreitet wie in England und in Deutschland. Es haben zwar hier eine ganze Anzahl französischer Motorradfirmen ausgestellt, darunter sind jedoch nur verhältnismäßig sehr wenige neuzeitliche und voll- endete Konstruktionen anzutreffen. Sewegliche Konjunkturpolitik. Zentralisierung und organisierte Verteilung der öffentlichen Aufträge. Der„Vorwärts� hat schon sehr frühzeitig, noch während dos Arbeltsbeschaffungsprogramm diskutiert wurde, auf die Bedeutung der organisierten Verteilung öffentlicher Austräge für die Ausglei- chung der Konjunkturen hingewiesen. Wie wir wissen, schweben auch im Reichswirtschaftsmini st erium größere Pläne, die Vergebung sämtlicher öffentlichen 2lufträge in Deutsch- land zu systematisieren und die Aufträge, je nach der Konjunktur, einzusetzen oder zurückzuhalten. Im Zusammenhang damit sind Nachrichten aus den Der» einigten Staaten sehr beachtlich, wonach man auch dort ver- sucht, durch die konjunkturpolitische Bewirtschaftung öfsentlichcr?luf- träge die Konjunkturentwicklung möglichst zu stabilisieren. Man kommt dazu wegen der, wie man meint, unoerkennbaren Derschlech- terung der geschäftlichen Lage in den Vereinigten Staaten. Dabei wird auch in den Vereinigten Staaten richtig erkannt, daß ohne eine zentralisierte Beobachtung und Verteilung der Aufträge dos Ziel nicht erreicht werden kann. Wie auch m Deutschland, gehen drüben die Kommunen, Einzelstaaten und selbst die einzelnen Ressorts der Regierung bei der Vergebung der öfsentlichen Arbeiten selbständig vor. Der Gedanke der konjunkturregclnden öffentlichen Auftragsvergebung ist zwar in Amerika nicht neu; man greift aber jetzt auf die früher schon vorhandenen Pläne zurück. So wird der noch nicht verwirklichte Plan zur Schaffung eines föderativen Departements der öffentlichen Arbeiten wieder aufgegriffen. Dem Departement werd« eine jährliche Auf- tragsfumme von über eine Milliarde Dollar zur Verfügung stehen, um entsprechend der Konjunkturlagc die Durch- vsrFen alle Energien einer gütigen Natur zu WohlbeKacre: Kraft und Schönheit, xum Aufbau aller KörperKräft« 6!e sütligen und stdmen woblfeiler und nacnnaltlgei» als©ine essfertige Kost anderer Ärf und beseitigen|eöe geistige und Körperliche Ermüdung, q ö 1 stählt den Sportkraft verjüngt um führung der Arbeiten entweder zu bsschleunigen oder sie auf einen geeigneten Zeitpunkt zu verschieben. Auch in Deutschland können derartige Maßnahmen bald«ine dringende Notwendigkeit werden, ganz abgesehen davon, daß sie eine Dauerbedeutung haben, selbst für die Preisbewegung in guten Konjunkturzeiten, die durch die zeitliche Verschiebung öffent- licher Aufträge nach unten beeinflußt werden könnt«. Bei den Ar- besten, die die Reichsstellen zusammen mit den Ländern und Kom- munen in Deutschland durchzuführen haben werden, wird auch ein Faktor zu beachten seim der in den Plänen bisher vernachlässigt wurde. Das ist die Einschaltung der neugeschaffenen Arbeitsprovinzen, weil sich bei ihnen in vieler Einsicht erst der Maßstab finden läßt, wie öffentliche Aufträge nicht nur zeitlich, sondern eventuell auch gebietlich zu verteilen sein werden. wieüer 50 Millionen Dollar für die Landwirtschast. Die drille Auslandsanleihe der Renlenbank-Sredllanstall. In New Pork wird jetzt eine Zv-Mstlionen-Dollar-Anleihe für die deutsche Rentenbank-Kreditanstalt ausgelegt werden. Es ist das die dritte ausländisch« Kroßanleihe, die die Rentenbank-Kredttanstalt seit dem Jahr« 192Z zur Finanzierung des landwirtschaftlichen Kredit- bedarss in New Uork auflegt. 192S wurden 25 Millionen, später wurden 30 Millionen, jetzt werden 50 Millionen Dollar begeben. Insgesamt sind ez 105 Millionen Dollar, also über 440 Millionen Mark, die die Rentenbank-Kredttanstalt ver- nnttelt. Die Anleihe ist mit 6 Proz. verzinslich, läuft 33 Jahre und wird mit 95'A Proz. gezeichnet. 10 bis 12 Millionen Dollar werden für europäische Zeichnungen reserviert.(England. Holland. Schweden und die Schweiz.) Der Prospekt enthält auch einige Mitteilung«« über die Gewinne der Rentenbank-Kreditanstalt im laufenden Jahre. Er bezisfert sich in den ersten acht Monaten dieses Icchres aus 9,8 Millionen Mark gegenüber 13,6 Millionen im ganzen Jahre 1926. Auslosungsrechke der Anlelheablösungsschuld. Am 10. Oktober tand eine Auelosung von Auslosunasrechten mit den bis Mitte August dieses Jahres ausgegebenen Nummern von t bis 60 000 statt. Gezogen wurden aus den beiden Serien von je 30 000 je 1000 Num- mern. Bekanntlich wird der sünffache Nennbetrag mit Zinsen für zwei Jahre abzüglich 10 Proz. Kapitalertraassteuer ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt zum 31. Dezember d. I. für Berlin bei der Reichsschuldentasse, Oranienstraße 106/109, im übrigen bei den Reichsbankanstaltcn. Dos Ziehungsergebni» wird im „Deutsch«, Reichsanzeiger" vom 12. Oktober und in der allgemeinen Borlosungstabells(Grünberg-Schlesien) vom 15. d. M'bekanntgegeben, die von sämtlichen Sparkassen und Banken gehalten wird. Also doch nicht! Wir hatten die Meldung einer Berliner Äorre- sponL«nz wiedergegeben, wonach der Reichsverband der Deutschen Industrie und der Reichsverbaich des Deutschen Groß- und Ueber- seehandels eine'Aktion gegen die Vergrößerung der Zinsspanne durch die privaten Banken vornehmen wollten. Wir hatten uns darüber gefreut. Unser« Freud« war um- sonst! die Nachricht wird dementiert. Wir dürfen also s«st. stellen, daß wir den großen Industrie- und Handelsorganisationen, obwohl sie über die Verteuerung des Kredits nicht genug jammern können, doch zuviel Vernunjt und zuviel Mut zug«- traut haben. Si« mucken nicht gegen den Bankenwucher aus: sie kuschen! „Skandal Im Braunkohlenbergbau"— Berichtigung. Im vor- letzten Abschnitt unseres gestrigen Artikels„Skandale im Braunkohlen- berghau" blieb ein störender Druckfehler stehen. Unterzeichner des mitteldeutschen Arbeitgeberschreiben» vom 20. September, der auch an den Skandalen im Ostelbischen Syndikat beteiligt war, ist nicht Herr Petschek, sondern Herr Piatschet. Die Krage öer Strasmünöigkeit. Die Sachverständigen vor dem Strafgesetzausschntz. Die gestrige Reichstages war Strafgesetzausschusses Behandlung der l ich en'gewidmet. Ein sozialdemokratischer Antrag Sitzung des der strafrechtlichen des Jugend- oerlangt die Heraufsetzung der Strafmü>,digk«it auf das 16. Lebens> jähr, und die Einführung einer besonderen Altersstufe zwischen 18 und 20 Jahren. Zunächst wurden die drei Sachverständigen Professor v. D ü h r I n g, Professor K r a m« r und Landgericht«- direktor Franke gehört. Ihrer Vernehmung lagen die d«n sozial- demokratischen Anträgen entsprechenden Fragen zugrunde? Abg. Saenger lSoz.) nahm'zu seinen Ausführungen das Wort: Heut« sei undenkbar, was noch in den sechziger Jahren in Preußen geschehen sei. daß ei» Staatsanwalt eine Anklage wegen Braiibstistung gegen ein sechsjähriges Kind erhob. In D ä n e m a r t beginnt jetzt die volle Strafmündigkeit bei de», 21. Lebensjahr, in Finnland hör« die Strafunmündigkeit erst mit dem vollendeten 15. Jahre auf. Auch in Deutschland müsse das Strafalter der Jugend heraufgesetzt werden. Schon 1913 habe ein Konservativer sich in, Deutschen Reichstag für die Herausseguna des Jugendftraf- alters ausgesprochen und eine Grenze von 16 Jahren für diskutabel erklärt. Der sozialdemokratische Abgeordnete Stadthagen habe damals schon denselben Antrag gestellt, den die Sozialdemokraten jetzt stellen: Herauisetzung des Strafmündigkeitsalter, auf 16 Jahre. Mit dem 14. Lebensjahr verlasse nicht überall die Jugend die Schule. Oft geschehe das erst mit dem 15. oder 16. Jahre. Auch nach der Entlassung aus der Schule und den, Elternhnuse müsse noch eine gewisse Zeit vergehen, bis Strafmündigkeit eintrete. Die Frage des Kriininalitätsalters der Jugend sei eine der wichtigsten Fragen des Strafrechts. Die Jugendlichen, die ganz besonders unter den sozialen Mißständen, vor allem der Wohnungsnot und der Ausbeutung litten, müßten mindestens bis zum 16. Lebensjahr vor jeder Strafe geschützt werden. Ministerialdirektor vumke warnte vor einer einfachen Ueber- nahmc ausländischer Gesetze, da der Reisegrad der Jugend In den nerschiedenen Ländern verschieden sei, und auch die in de» einzelnen Ländern möglichen Erziehungsmaßnahmen nicht die gleichen seien. Sachverständiger Professor v. Dühring: Die Grenze d«r Strafmündigkeit muß aus da, 16, Lebensjahr herausgesetzt werden. Das ist das mindeste, was notwendig ist. Eigentlichsei dieErhöhun g auf das 18. Jahr das Gegebene. Die Frage des Straf- mündigkeitsalters könne überhaupt nicht noch dem Kalenderjahre vernünftig geregelt werden. An sich sei eine individuell« Be- u r t e i l» n g der Frage notwendig. Ein großer Teil der Jugend sei intellektuell nicht aus der Höhe. Es gebe geistig Zurückgebliebene, die besondere Behandlung verdienten. Gerade nach dem 14. L«b«ns- jähr entwickelten sich die Ding«, welche die sittliche und rechtliche Beraniwortimg herabsetzen. Die Zelt von 14 bis 16 Jahren sei dl« aller ungeeignetste, um eine volle Verantwortlichkeit der Jugendlichen eintreten zu lassen. Professor kramer äußert« sich dahin, daß allerdings die Entwicklung nicht bei allen die gleiche sei, daß man aber«ine bestimmt« Grenz« festsetzen müsse und am besten das 14. Lebensjahr beibehalte, als den Zeitpunkt der Schulentlassung. Wenn die Jugendlichen erst im Be- rufsleben stehen, müßte eine Bestrafung eintreten können. E r- ziehungsmaßnahmen richten nichts aus. Strafver- fahren fei auch vom erzieherischen Gesichtspunkt notwendig. Trotz- dem gebiete die erzieherische Wirkung einer Strafe das Strafmündig- keitsaller von 14 Jahren bestehen zu lassen. Landgerichtsdirekkor Aranke ging davon au«, daß alle Altersgrenzen willkürlich feien. Es handelt sich aber bei der Festlegung der Grenze nicht um ein Prinzip, sondern um«ine Zweck in äßigkeitssrage und da könne man sich mit dem gegenwärtigen Rechlszustand obsinden. wenn auch anzuerkennen fei. daß sich schon bereits viele Sachverständige für die Heraussehung auf dos Aller von 16 Zahretv ausgesprochen haben. Die Aburteilung Jugendlicher durch den'-trat- richter fei besser als seine Behandlung durch den Bormundschasts- richter. Csseiauchnotwendig.dahdieJugendrichter die Bierzehn- bis Sechzehnjährigen kennen- lernten, damit sie sie besser kennen, wen n I: e später wieder vor Gericht kämen.(!!!) Wenn die Jugendlichen nicht bestrast werden können, würden sie nur in �zur- sorgeerziehung zu nehme» sein, niemand aber könne behaupten, daß die Fürsorgeerziehung zu 100 Proz. bessere: außerdem konuten die Jugendlichen au» der Fürsorgeerziehung leicht entweichen, sie kämen eigentlich erst in den Gesängnissen zur Ruhe(!!!). Allerdings sei notwendig, die Bestimmung über das Strafreglfter zu mildern. Die Zrage einer Zwischenstufe. Bezüglich der Frage, ob eine besondere Altersstufe zwischen 18 und 20 Jahren eingesühr, werden soll, erklärte Prosesivr v. Dühring, daß eine solche Stufe notwendig sei. Proiessor Kramer, daß er gegen solche neuen Altersstufen sei. das vielmehr ausreiche, die Achtzehn- bis Zwanzigjährigen im Strafvollzug be- sonders zu behandeln. Landgerichtsdirekior Arante schloß sich Pro- fessor Kramer an. Er hob noch hervor, daß gewisse«trafen gegen- über Minderjährigen ausgeschlossen sein sollten, z. B- Todesstrafe, lebenslängliche Zuchthausstrafe und Zuchthausstrafe überhaupt. Auf eine Frage der Genoffin Pfülf, nach deni Einiluß d«r Pubertät auf die Willensbestimmung, erwiderte Professor Kramer, daß gerade in der Zeit der Pubertät die Jugend leicht von Trieben übermannt werde und oft nicht die freie Willensbestimmung habe. Auf weiter« Fragen der Genossin Pfülf bestätigte Prosessor Kramer, daß die Phantasietätigkeit bei den Jugendlichen stärker sei als bei den Erwachsenen, und daß auch Depressionen, die ein Strai- oerfahren mit sich bringt, besonders bei Jugendlichen ungünstig se>. Zluf Befragen der Genossin Stegmann antwortet« Landgericht,- direktor Franke, daß e« für den Jugendlichen ungünstiger sei. vor dem Vormundschaftsrichter zu stehen, als vor dem Jugendrichter, da der Jugendrichter größere Erfahrungen habe und auch leichtere Möglichkeit, die Unschuld zu ermitteln. Auf Befragen des Abg. SIScker erwiderte Professor Kramer. daß dos Strafverfahren den Jugendlichen mehr Rechte gebe. Auf die Frage des Genossen Mose» bestätigt Professor Krämer, daß bei Mädchen gerade um das 16. Lebensjahr herum eine bejondere Widerstandsfähigkeit gegenüber ungünstigen Einflüssen vorhanden sei. Auf Befragen des Genossen Rosenfeld gab Professor Kramer zu, daß gerade von seinem Standpunkte aus, noch welchem die Eni- lassung aus der Schule den maßgebenden Zeitpunkt bildet, die unbc- dingte Festlegung bei Bollendung des 14. Lebensjahres vom medizinischen Standpunkte gesehen falsch sei, daß man vielmehr das End« der Schulpflicht zusammenfallen lassen müsse mit dem Beginn der Strafmündigkeit. Auf die Frag« des Genossen Saenger. ob schon Ersahrnngen darüber gemocht worden seien, ob die �eraussetzung des Strafmündigkeitsallers von 12 auf 14 Jahren ungünstig auf die Zkriminalität gewirkt habe, erwiderte Professor Franke, daß ihm nichts darüber bekannt geworden sei. 9 APP?ra/a& M?*! rnif" - 1 Laukprechet�i. la-TAkh vSchilTell}. vfretarüSS ftuVorfübry. vmerbindji Sprechapparate von 1.30 N. wöchentlich SHERL0GK- GESELLSCHAFT m.b.H. BERLIN Hackescher Markt 2-3. Telephon Norden 4791-93 Offene Füße Kr«Tnpfo c i n d e Ueberwachunq ist das Ziel aller dieser Einrichtungen. Während hier In der Schönstedtstraßc nur innere Krank- h e i t e n behandelt werden, ist das Ambulatorium in der Bergstraße, das gleichfalls besichtigt wurde, für H a u t- und Kinderkrankheiten mid Heilbehandlung mit Wärme- und Höhensonne eingerichtet. Täglich erhalten durchschnittlich 120 Patienten, davon allein 80 bis 90 Kinder, Höhen- sonnebestrahlung. Interessant ist, daß für alle behandelten Kinder ein« Statistik geführt wird, natürlich in Groß-Berlin, so daß die nächste Generation als medizinisch beobachtet gelten kann. I» diesem Zusammenhange mag gleich noch mitgeteilt werden, daß in verfchiedenen Berliner Ambulatorien orthopädisches Tur- n« n unter Leitung von vorgebildeten Turnlehrern und-Lehre- rinnen abgehalten wird. Auch Sportberatungsstellcn sind eingerichtet. A e r z t l i ch e H i l s e ist jetzt auch abends, nachts und Sonntags durch telephonischen Anruf, Amt Alexander 0982/84, in dringenden Fällen zu erreiche». Daß gerade diese Ein- richtung einem zwingenden Bedürfnis entspricht, beweist die Tatsache, daß monatlich etwa 80 0— 900 Anrufe kommen. So bleibt nur noch der Wunsch, daß es dem Berliner Kassenverband gelingen möge, noch reckst viele solcher Einrichtungen zu treffen. Spiel- und Sportplätze in öerlin. Die Pflege der Leibesübungen, die bereits vor dem Kriege einen beträchtlichen Umfang angenommen hatte, hat nach dem Kriege, vor allem durch die erst dann einsetzende nachhaltige Förderung durch Reich, Staat und Gemeinden noch bedeutende Fortichritte gemacht. Nach einer vom Berliner Stadtamt für Leibes- Übungen vorgenommenen Zusammenstellung ergibt sich, daß sich in der Reichshauptstadt nutzer dem„Deutschen Stadion" und dem Sportforum" im Grunewald insgesamt 30 2 Spiel- und Sportplätze mit einem Flächeninhalt von 748.22 Hektar befinden. Die Mehrzahl dieser Sportplätze, nämlich 103, sind auf städtischem Gelände, 34 auf fiskalischem und 105 auf Privatgelände errichtet worden. Nicht gezählt sind diejenigen Privatplätze, die nur einem kleinen Kreis von Privatpersonen zugänglich sind. Die Per- Zahl, nämlich 5 0, entfällt auf den Bezirk Treptow: hier- von befinden sich 24 auf städtischem Gelände. Es folgen R e i n i ck e n- darf, Tempelhof, Pankow usw. mit 27. Z3 und 22 Plätzen. Dagegen haben die Bezirke Friedrichshain und Mitte je einen, der Prenzlauer Berg 3, Kreuzberg 4, Tier- garten 0 und W e d d i n g 12 Plätze. sderqibi man nur trm Nacknski, Sc« Deuilchen Musikrroerbandes. Bl-rUn. Ziom- mandantenftr. 63,(ü. Dönhoff 3277—71 Srlchitltszril 9—6, Sonntag» 10—2 Uhr Aus Wunsch i Nrrtrrlrrbesuch. Nur Chlorodouf die Qualitäts-Zahnpaste von mehr als 5 Millionen Menschen allein in Deutschland als bestes Zahn- und Mundpflegemittel im Gebrauch. Besondere Vorzüge; 1. macht die Zähne blendend weiß, 2. entfernt häßlich gefärbten Zahnbelag, 3. beseitigt unangenehmen Mundgeruch, überzeugen Sie sich zuerst durch Kau! einer Tube zu 60 Pf.— große Tube 1 Mk.— Chlorodont-Zahnbürslen 1.25 Mark, für Kinder 70 Pfg. Chlorodont- Mundwasser Flasche 1.25 Mark. Man verlange nur Chlorodont. Ms den Sezirken. s. Bezirk.— Ariedrichshaill. Ü.He außerordentliche Bezirksversammlung des Bezirks Fried- richshain hatte sich am Mittwoch u. a. nnl den Unfällen beim Untergrundbahnbauin der Frtinksurler Allee zu beschäftigen. Von ollen Seiten wurde strengste Kontrolle der Baugruben verlangt, damit alle Sicherungen durch die F'rmen getrosten werden. Lberbaural K e i s e r betonte, daß schon jetzt eine tägliche Kontrolle durchgeführt werde. Ein Dringlichkeitsantrag der Kommunisten, den Sozial- und Unsallrentnern die zu empfangenden Kohlen frei ins Haus zu liefern, fand einstimmige Annahme. Des- gleichen ein Dringlichkeitsantrag unserer Fraktion, zum Schutze des Publikums während der Nacht bis zur Eröffnung des Vorortverkehrs auf der B rü ck c von Stralau nach Treptow eine Polizeistreife einzusetzen. Bei der Weiterbcratung eines deutsthnationalen Antrags betonte Genosse Stadtrat Brückner in der zrortsetzung seiner Rede, daß dieErrichtungdcrBaracken nuf dem Stralauer Platz eine Notwendigkeit waren. Es läßt sich schon jetzt übersehen, daß das Verwaltungsgebäude des Stadtfuhrparks im Rahbau bis Mitte Dezember, in der Jnnenaus- ftattung bis März nächsten Jahres fertig wird. Gemäß den Ab- mochungen mit dem Stadtfuhrpark wird dann bis zur Fertigstellung des geplanten Arbeitsamtsgebäudes das Arbeitsamt hier Räume beziehen können. Eine weitere Belästigung des Publikums ist also entgegen der deutschnationalen Darlegung absolut nicht zu erwarten. Genosse Pohlin g unterstrich die Ausführungen Brückners und wies auf llngel>zuerlichkeiten hin, deren sich die Deutschnationalen bei solchen Aktionen iinmer wieder schuldig machen. Nach längerer Debatte wurde ein Abänderungsantrag der Kommunisten einstimmig angenommen, der baldige Fertigstellung der Bauten wünscht. Zur Frage des Haushalts betonte Bürgermeister Genosse M i« l i tz, daß der Haushalt im Änteresie der städtischen Wirtschast schon bis März fertiggestellt werden solle. Durch die völlige Aenderung der Kopitckbezeichnungen und sonstige Schwierigkeiten konnte bisher ein Druck noch nicht erfolgen. Er bitte daher, der Vorlage des Bezirksamts zuzustimmen, damit nach der Drucklegung der Haushaltsaus- fchuß sofort in sein-? Beralungen eintreten könne. Der Ueber- Weisung wurde zugestimmt. Eine weitere Vorlage des Bezirksamts fand gleichfalls einstimmig Annahme. Danach werden für die ein- maligcn Anforderungen f92S für Tiefbau 37 000 M., für dos Krankcnhalts 0g 600 M. und einige kleinere Beträge noch nochgefordert. Eine längere Debatte entfesielte ein Antrag der Kommunisten zum Reichsschulgesetz. Von unserer Fraktion »erwies Genossin Wengeis auf die Richtlinien des Magistrats, die in klarer Linie die Forderungen Berlins niedergelegt haben. Der Antrag fei deshalb überholt. Er verfiel schließlich der Ablehnung, nachdem ein Verbefferungsantrag gleichfalls abgelehnt worden war. Ein Antrag der Deutschnationalen beschäftigte sich mit der geplanten G r» n d s ch u l a u s st e l l u n g, in der auch eine Abteilung „Schteckenskaminer" Lehr- und Lernmaterial der alten Schule zeigen sollte. Herr Z e m k e(Dnatl.) sang dabei ein Loblied auf die Prügelst rase. Stadtrat Genosse G c n s ch betonte, daß das Bezirksamt nur die aus den Lehrer- kreisen für diese Auestellung erwachsenen An- regungen für die Fortschritte der Pädagogik fördern wolle. Im übrigen arbeite die Lehrerschaft mit Unter- stügiing der Kreisschulräte durchaus selbständig. Nachdem auch Genosse John die Notwendigkeit solcher Ausstellungen unterstrichen und auf den Charakter der Schule als Klasseninstmment hingewiesen hatte, verfiel der Antrag der Ablehnung. Zur Kleinsiedlerfrage im Bezirk Köpenick. Die Wohnungsnot hat viele Großstädter veranlaßt, sich in den Außenbezirken ein Stück Land zu erwerben, um sich darauf Wohn- lauben und später Eigenheime zu errichten. Gerissene Bodenspeku- kanten und Tcrraingefellschasten nahmen dies zum Anlaß, ihren viel- fach zweifelhaften Besitz unter Vorspiegelung von falschen Angaben über Bauweise, Vaumöglichteiten usw. unier Berechnung von Wucherpreisen an den Mann zu bringen. Zahlreiche Siedler sielen aus die Versprechungen hinein und gingen an die Ausführung von Wohnlauben und von kleinen Eigenheimen, so daß in den Außen- bezirken ein regelloses Bauen begann, das allen Bauordnungen und Landvcrmesiungen Hohn sprach und den Vororten in ihren Aus- läusern ein Wild-West-Ansehen gab. Die Bezirksämter waren des- halb im Interesse eines regelrechten Ausbaus vielfach gezwungen, teilweise durch drakonische Mittel, die wilde Bautätigkeit der Siedler zu verhindern, was natürlich einen Sturm der Entrüstung, der sich in Eingaben an die Behörden. Protestversammlungen u. dgl. äußerte, auslöste. Die Behörden konnten im Interesse einer geordneten Bau- weife von den gctrossenen Maßnahmen nicht abgehen, und so ist in vielen Kreisen der Siedler eine bedauernswerte Spannung zwischen Behörden und Siedlern entstanden, die unsere Anteilnahme um so mehr hervorruft, als die Leitung der in Frage stehenden Bezirks- ämtcr in Händen unserer Parteigenosien liegt. Es ist deshalb zu begrüßen, daß das Bezirksamt Köpenick aus Anlaß dieser Zwie- spältigkeiten folgende Richtlinien herausgegeben hat: Die zunehmende Bautätigkeit gibt Veranlassung, im Interesse der baulustigen Grundeigentümer erneut daraus hinzuweisen, daß Wohngebäude nur an ordnungsmäßig ausgebauten Straßen bzw. auf baureifen Grundstücken errichtet werden dürfen. Daß die betr. Straße endgültig regultvrt und ein Grundstück als ein baureifes an- zusehen ist, kann nicht daraus geschlossen werden, daß der Fahrdamm gepslastert und die Lürgersicige besestigt sind. Es kommt vielmehr noch darauf an, ob ein feststehender Bebauungsplan vorhanden, die Nutzgartenfläche genügend groß und der Grundwasserstand ein normaler ist. Die Errichtung von Wohnhäusern auf nicht baureifen Gruich- stücken kann aber vom Bezirksamt ausnahmsweise zugelassen werden, wenn das Baugrundstück nicht weiter als 200 Meter von der nächsten befestigten öffentlichen Ortsstraße entfernt liegt, und die unentgelt- liche Aufstellung des Straßenlandes sowie die Kosten des Straßen- ausbaues für die Stadt gesichert werden. Ferner wird darauf hingewiesen, daß die Errichtung von Wohn- lauben, das sind Baulichkeiten mit bestimmten Abmessungen, die ledig- sich zum vorübergehenden Aufenthalt in der Zeit vom 15. April bis 15. Oktober jeden Jahres benutzt werden dürfen, nur in bestimmten Gebieten gestattet ist. Auch können unter bestimmten Voraus- setzungen Sportshäuser, die in der Art der Ausführung und Größe begrenzt, sind, zugelassen werden. Abgesehen hiervon unterliegt die Bebauung aber noch Regeln und Vorschriften baupolizeilicher Art gemäß der Bauordnung der Stadt Berlin vom 3. November 1925, durch die eine einheitliche Be- bcmung des durch Eingemeindung erweiterten Berliner Stadtgebietes gewährleistet werden soll. Im Interesic der Bolksgeiundhcit sind die Bestimmungen bezüglich Zuläsiigkeit der Bebauung, die Möglichkeit der Grundstücksausnutzung, die Stockwerkszahl und Gebäudehöhe gegenüber der alten Bauordnung wesentlich geändert, so daß die iieuc Bauordnung zum Teil ganz neue Berhältnissc schafft. Es empfiehlt sich, schon vor dem Kauf eines Grundstücks, da» über kurz oder lang bebaut werden soll, sich über alle die Möglich- leiten der Bebauung des Grundstücks betreffenden Fragen zu infor- mieren, um Unannehmlichkeiten und Enttäuschungen vorzubeugen. Zluskunft in allen Bauangelegenheiten wird !n gemeindlichen Fragen in der Bau Verwaltung des Be- zirksamts Köpenick, Rathaus Köpenick, Zimmer 12, über baupolizeiliche Vorschriften dagegen bei der Bau- Polizei, Zimmer 4, an Wochentagen in der Zeit von 9 bis ll Uhr vorm. erteilt. Sessere Milch! Bon sachverstäichiger Seite wird uns geschrieben: „M ehr Milch!" fordern die bekannten Anschläge mit den drei erhobenen Milchbechern. Richtig, aber die Beschaffenheit der M'lch ist dabei nicht zu vergesien. Die Berliner Bevölkerung bekommt eine ganz minderwertige Milch und diese noch unter dem Schutze der Behörden: die sogenannte M a r k t m i l ch. Das ist eine Milch, welche 27 Gramm Fett im Liter hat. Aber«ine mittlere Milch hat 33 Gramm. Die bessere Landwirtschast, z. B. in Ostpreußen, kört sogar jede Kuh aus, welche nicht 35 Gramm Fett im Liter liefert, und schließt sie von der Nachzucht aus. Diese Ucberoorteilung der Bersiner, daß Milch mit bloß 27 Gramm Fett, an der also der fünfte Teil der natürlichen Fett- menge fehlt, lieferbar ist, stammt aus der guten alten Zeit, wo die Berliner Polizeibehörde ein feudal-agrarischer Borposten war, und die Polizeipräsidenten Herr von' und so und so hießen. Jetzt wäre es an der Zeit, den Berliner Kindern die natürliche Milch wiederzugeben. Diese 6— L Gramm Fett, welche ihnen vor- enthalten werden, sind von ungeheurer Wichtigkeit. Schon damals, als der verwerfliche Begriff �cr Marktmilch geschaffen wurde, wußte man, daß das Milchfett infolge seiner seinen Verteilung ungemein leicht verdaut wird. Die seinen Fettröpfchen wandern ohne weiteres durch die Darmwand in den Söftestrom des Menschen. Heute weiß man, daß auch die höchst wichtigen Vitamin« großenteils a» dem Fell hängen, diese Stoffe, ohne welche die kräftigste Nahrung nicht nährt, sondern zum Tode führt. Selbstverständlich ist die „Marktmilch" kein Naturerzeugnis, sondern ein Ergebnis der Be- arbeitung. Die Grvßmolkereien sagen wie die Mar«- milch gemacht wird selbstverständlich nicht gern. Es ist jetzt hohe. Zeil, daß die Berliner wieder unversäljchte Bollmilch bekommen. daß die Polizeibehörde kräftig angeregt wird, den unredlichen Begriff der Marktmilch zu beseitigen. Fette Milch wollen die Berliner— und saubere Milch. Ties im vorigen Jahrhundert, als ich Schuljunge war, sah ich auf einem unserer sächsischen Staatsgüter, wie unmittelbar vor dem Melken ein« Magd mit einem Eimer warmen Wassers von Kud zu Kuh ging und das Euter wusch und hinter ihr eine zwale mit neuem sauberen Walser, welche das Waschwasier vom Euter abspülte. Das Seihtuch wurde trotzdem benutzt. Auf preußischen Gütern wundert man sich über diese Mitteilung. Auch wenn die Kühe nicht bloß beschmutzt sind, sondern Krusten von Kot haben, wird irisch drauf los gemolken. Wenn die Peinlichkeit weit geht, wird mit einer Handvoll Stroh abgewischt. Den Erfolg sichr man an der Milch, die einen schwarzen Bodensatz gibt. In dcii großen Molkereien Berlins wird sie durch Ausschleudern davon befreit. Der entstehende„Zentrifugenschlamm" pflegt leider aus den Molkereiausstellungen zu fehlen. Er hat einen lieblichen Duft. Es ist selbstverständlich, daß alle K o t b a k t« r i e n, die von dein ungewaschenen Euter in die Milch gelangen, sich darin bis zur Ausscheidung des Zentrisugenfchlammes massenhaft v e r- mehren und nicht mitausgeschieden werden. Die Berliner zu- ständige Behörde sollte alle Milch, welche aus ungewaschenen Eutern geliefert wird, vom Markte ausschließen. Sie kann, wenn sie will. Was für ein sächsisches Bergmannsdorf vor 60 Iahren möglich war, dürfte sür die Reichshauptstadt in unserem hygienisch auf- geklärten Jahrhundert auch möglich sein. Solche saubere Milch, das wäre eine Marktmilch. ZuiilSen. Das kelt-ne 3>st der ftoldencn SoKzeit feierte kürzlich ein alter Leser des„Borwärts", der 7, PLScbwemesdilnkeD.......... Pl SdJWBinekaffimn-Si4nltoi;ehwan.l,08 Pfl-Scbveiflekotelett........... piuadl.tö PuPökelkumn................. Pfand 1,08 P iL Kassier Kamm and Spaar...... Plnnd 1,10 PB. Eisbein mit Spitzbein....... Plnnd 11 Vt. PS. SOCkGDtett bratfertig........ Pfund 92pi. Kslbskamm.................... Pfn�Pi. ÜBlbSkSDlBD bin 8 Pfund achtrera.'Biiltt. ,» ohne Haxe.......................Fluad l,lU Pusdunorüßiscb Keule o.Knoch.n1Ptd.l,28 PuHiuimBlwrOBillGiuh...... nud 94pt. PuRindBrieber................. pf.ndl.08 PaMaChißS................... Plnnd 78pf. PlLBlGlIßrtall aelbMaHgelaesen, Pfd. 58pf. Gefrierffleiich PiOchsfln-SnjUBnüflisch..... pmnd 56 1>. PiOchSBo-Coiasch............ pomd 78?. Pa-BamiDBlmdGrllGlsd!...... pmnd 80. x PaJaniiDBlrOckGn............. pmnd 88 pt. 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Die Notverordnung des Staatsministeriums zur Aus» führung des Reichsgesetzes zur Bekämpfung der Geschlechts« k r a n k h e i t e n wird nach kurzer Aussprache an den bevölkerungs- polttstchen Ausschuß verwiesen. Eine Notverordnung über die Gewerbe, und Handels» schulen wird vom Landtag bestätigt. Es folgt die Beratung der preußischen Flaggenverordnung. Nach einer Rede des Innenministers Grzesinskl, die wir an anderer Stelle wiedergeben, spricht Abg, v. Mntcrfeld(Dnat.): Der Flaggenwechsel war lediglich ein Ausfluß der Revolutionspsychos«. Wir achten die verfassungs- mäßige Rcichsfahne entsprechend den im Reich vereinbarten Nicht« l i n i e n. Aber das preußische Zentrum hat die ebenfalls vereinbarte Achtung vor der Vergangenheit oerletzt, indem es der Flaggennotverordnung zugestimmt hat.(!) Der 11. August ist überhaupt kein Feiertag, Wer be- oe stiert sich denn für den Tag, wo diese sogenannte Verfassung los- gelassen worden ist?(Unruhe links,) Gewiß, an Kaisers Geburts« tag war man früher begeisterter. Mit dem wirtschaftlichen Boykott gegen die Hotels hat sich die preußische Staatsregisrung lächerlich gemacht. Dürfen eigentlich Staatsbeamte noch in die Kirche cjehen, wenn die Kirche nickst die schwarzrotgoldene Fahne zeigt, die ihr nicht paßt? Nur unter Schwarzweißrot werden wir die deutsche Zu. kunft gestalten. Aber wir sind bereit, den Streit in Preußeil zu be- graben, wenn wir uns all« vereinigen auf die schwarzweiße Preußen« sahne.(Bravo rechts.) Abg. Lelnerl(Soz.): Die Notverordnung ist im ständigen Ausschuß geschästsordnungs- mäßig zustande gekommen. Dem Zentrum stand es srei, bei dieser Abstimmung zwei seiner E tz« der Sozialdemokratie abzutreten. Auch versossungsmäßig ist die Notverordnung nicht zu beanstanden. Ader die Rechts gründe find für die Deutschnationalen ja nur ein Vorwand. itte im Lanötag. ie Deutschnationalen Front. um gegen Schwarzrotgold anzurennen. Sie haben Schwarzrotgold als Parteifahne bezeichnet. Aber die Reichsfahn« war längst beschlossen, als das Reichsbanner begründet wurde. Um den Schutz der Reichssohne hat sich dann allerdings das Reichsbanner und sein Vorsitzender Lberpräsidenl Hülsing große Verdienste erworben.(Unruhe rechts.) jedenfalls größere Verdienste als die Richter, die Beschimpfungen der Reichssahne straffrei gelassen hoben.(Sehr gut! links.) Schwarzweißrot ist hingegen heute nur noch die d eu t s ch« nationale Parteifahne.(Widerspruch rechts.) Im Pro- gramm der Deutschnationalen Volkspartei steht wörtlich:„Wir wollen unter den alten Reichsfarben Schwrrzweihrot dein Kaiser- reich der Zukunft dienen."(Lebhaftes hört! hört! links.) Der jüngste Wahlaufruf der Deutschnationalen zum Königsberger Partei« tag schließt mit den Worten: „Wähll deutschnational, da, ist Schwarzweißrok!" (Hört! hört! links.) So begeistert sich für Schwarzweißrot dieselbe Partei, die das Republikschutzg�etz gegen di» Schwarzweißroten verlängert hat! Dafür hält dann Herr Schlange-Schöningen seine schöne Reden: nur mit dem Kaiser an der Spitze und unter Schwarzweißrot wird Deutschland die verlorenen Brüder zurückholen, und Herr Bork proklamiert Sck/warzrotgokd als die Fahne der vaterlandslosen Gesellen. In Wahrheit ist unter Schwarzweißrot Deutschland zusammengebrochen; unter«chwarzrotgold wird es wieder aufgebaut. Alle Rot und alles Leiden, dos innen. volitifch und außenpolitisch über die deutsche Republik gekommen ist. ist durch das zügellose Treiben der Schwarzweiß- roten verschuldet. Schwarzweißrok war der Kapp-Puljch und der hitler-Pulsch. Unter Schwarzweißrot ist Srzberger ermordet worden und Waller Ralhenau.(Sehr gut! links. Stürmische Unruhe rechts.) Vizepräsident Dr. wiemer: Diese Kritik an der früheren Reichs- sahne geht wohl über das Zulässige hinaus. Abg. Leinert(fortfahrend): In jedem Jahr wird am Mordtage auf dem Grabe der Mörder Rathenaus ein« ganze Anzahl Kränze mit schwarzweißroten Schleifen niedergelegt. So ist Schwarzweißrot das Symbol geworden der Monarcküsten, des Krieges, des alten Obngkeitsstaates, des gewalt- tätigen Angriffs gegen die Republik. Das weiß das Volk, und darum werden die Herren der Rechten es niemals wagen, den angekündigten Volksentscheid über d!« Reichsfahne wirklich durchzuführen. Wir werden unter Schwarzrotgold das deutsche Volk einer besseren Zu- kunft entgegenführen. Heraus aus der Katastrophe, in der das olle schwarzweißrote Kaiserreich geendet hat!(Lebhafter Beifall links.) Abg. Bergmann(Z.): Wir waren und stnd mit der Rower- ordnung«inverstanden.(Bravo! links.) Wir bedauern, daß selbst Parkclen. die an der Reichsregierung bekeiligt sind, die Reich-farben schmähen. Das schädigt Deutsch. lands Ansehen auch im Ausland. Mit der verfassungsmäßigen Fahne Schwarzrotgold kann sich keine ander« Fahne vergleichen. Wer Schwarzrolgold nicht achtet und nicht hißt, verrät damit sein mangelhaftes Ztalionalbewußtseia.(Große Unruhe rechts.) Wer wirklich das Vaterland über die Partei stellt, kann die verfassungsmäßige Fahne nicht beschimpfen losten. Wir ehren Schwarzrotgold als das Symbol der Vereinigung oller deut- schen Stämme und einer glücklicheren Zukunft. Der Vorwurf des deutschnationalen Redners, wir hätten durch die Por- schrisst am Verfassungstage die Reichssarben zu zeigen, die alte Fahne herabgewürdigt, ist uns einfach u n o e r st ä n d l i ch. Die Deutschnationalen hätten am Tag« ihres Regierungseintritt» erklären sollen, was Friedrich Wilhelm IV. 1848 erklärt hat: Ich habe mein Herz und mein Volk unter das ehrwürdige Banner des alten deut- schen Reiches gestellt. Avg. Dr. v. Eampe(D. Lp.): Wir wollen die piätätvolle Bor- ehrung der alten Zeit mit der loyalen Anerkennung der neuen Zeit verbinden. Deshalb weisen wir die Schmähungen des Abg. Leinert mit Entrüstung zurück. Jeder deutsche Soldat, der in den Krieg zog, trug schwarzweißrot im Herzen.(Lachen links!) Wir bestreiten die Zulässigkeit eine Notoerordnung und bekämpfen den Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden. Es folgt die im Hauptblatt wiedergegeben« Rede des Minister- Präsidenten Braun. Abg. Kasper(Komm.): Der Flaggenstreit ist ein rein- häuslicher Streit der Reaktion. Am Klassenstaat wird nichts geändert, wenn künstig die monarchistischen Beamten Schwarzrotgold zum Abort- fenster hinaushisseft. Wir schwingen weiter die rote Fahne.(Der Redner schwenkt eine rote Fahne.) In der weiteren Debatte bekämpft Abg. Seelmann-Eggeberl (Dnat.) die Rechtsgültigteit der Notverordnung, die Innenminister Grzesiaski verteidigt. Abg. Rufchke(Dem.) tritt für die Notverord- nung ein, Abg. Ladcndorss(Wirtschaftsp.) polemisiert gegen die preußische Regierung und den Oberbürgermeister Bäh. Abg. Voß (Volk.) erhält für Beschimpfung der Reichsfahne zwei Ordnungsrufe. Abg. Leinerl(Soz.): Während meiner Rede ist mir vorhin der Zuruf Landesverräter gemacht worden. Trotz der Frage des Präsidenten hat sich niemand dazu gemeldet. Ich stelle fest, daß der Zwischenrufer einer der Edelsten der Nation, Herr von Plewe, gewesen ist.(HörtI Hort! links.) Damit schließt die Debatte. Die Notnerordnung geht an den Dersassungsausschuß. Nächst« Sitzung Freitag 11 Uhr: Die neue Besoldungsordnung. Wetterbericht der öffentlichen wellerdienslslell« verlin und Umgegend (Nachdr. verb.) Meist stärker bewölkt und im ganzen etwa, milder mit einzelnen leichten Regensällcn. Mästjge Winde aus westlichen bis nord- westlichen Nichlungen.— Aar ventichloud: Uebcrall start bewölkt, in der nördlichen Hälfte Ziegenfälle: im ganzen ein wenig milder. Ein wertvolles Eeschenk an di« deutsche Jugend bedeuten die Palmin» Sammcllarten, die nnn letzt an jeder Tafel Palmin vMig lostenlos beigegeben werden. Jedem Psund des naturreinen Pflanzenfettes: Palmin mit dem Zlamcnszug Dr. Tchlinck, liegt eine„Polmin-Post" lDREM.) bei, die drei vielfarbige, beguom herauszulösende Kiletch«« enthält,«tlnstler von Ruf schufen die Bilder, belannte Pädagogen und Schriftsteller schrieben den Text dieser Sommelkarten. Wer seinen Kindern«ine rechte ssreude machen will, kaufe eine Tafel Palmin— hochcrprnbt seit fast»ler Jahrzehnten— mit der schönen„Palmin. Pnst". «gsseesee»«SSHS-KK Un ercm verehrten Denösten und VorstandsmitgNed der v qonsum.E-nnssenschoit ai Riciies-d Schreib Z und Frau 0, die herrlichsten Oll tfroüosific (•; gut» 23 sährlgen Ehejirbllänn» <0 I.A.: Der AhteiiugfisvorsiaaJ«,? «L der II» Abt Lichtenberg eeeeeeg*' Besonders'rirk»*n,,,niidl« IS Sa L1 >or n 9- .® ' Kleinen Anieigea � jpWfssf" de-, Vorwurfs lind«roffderp In ner Cesanit« Aufläse hillij*] DeDlsdierllelalWlerMiiii Sounnbcnb. den 15. ottober, nach- mittags 2 Ahr. in Ewalds!7esIjLIen Skaither Sit aste 120 Zw Versammlung'•c aller in den Suudcnbekriebeu be- ichäftigien Melalllchieiser, Galvaniseure. Hilssarbeiterinaen und Hilfsarbeiter. Tagesordnung: I. Bericht van den Lohnverhnndlungen 2. Dtskusston, zahlreicher Besuch wird envaiter _ PI« OttBoarisnltana Uüie fühlt sichfliefiebUng sowohl ÜK-PlS znr Miete wenn Sie alles, worin Sie ihn kleiden und betten, nur mit den zarten Lux Seifenflocken pflegen. Dadurch bleiben die Hemdchen und Jäckchen,. 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Oktober 1927 Unterhaltung unö AAissen Settage ües vorwärts Die kleine Hausfrau. Von Hans Wieland. Hoch droben im fünften Ctock, in einem düsteren, feuchten Man- sirdenstübchen. zwischen Schiefer- und Ziegeldächern und qualmenden Schornsleinen, da wohnt sie. die„kleine Hausfrau". Die kleine Hausfrau! Die Hausbewohner haben ihr diesen Namen, auf den sie sehr stolz ist, gegeben. Mit Recht! Eine junge, reine Menschenblüte ist's, kaum den Schulkleidern entwachsen und doch so beldenherzig und so wacker die Hände rührend, die jüngeren Geschwister bemutternd und auch— den Vater. Der Vater! Er ist ein Arbeiter, ein einfacher Proletarier, nicht bester und nicht schlechter wie die anderen, die unzähligen seiner Genosten. Der harte Daseinskampf hat ihm frühe die Schläfen mit stlbeograuen Fäden umwoben, das Herz verbittert und jeden Schein der Hoff- nun abgeblendet. Er grollt und flucht, wenn ihm der Glanz des Lebens vor die Augen tritt, und sucht sich oft in Wirtshäusern bei Schnaps und Bier den Rausch des Bergessens. Zu herb, zu bitter ist dies Erdenlos: zu streng, zu schwer der Kampf ums Leben! Früher, wie seine Frau noch bei ihm lebte, war's anders. Da galt er als einer der fleißigsten und nüchternsten, da plätscherte auch in seinem Herzen jener freudig strudelnde Quell der Hoffnung, der die Armen über die Nöte und Sorgen ihres Lebens so erhaben stimmt. � Aber sie war ihm eine undankbare Lebensgefährtin. Eine von jenen, die sich dos Eheglück mrr in schönen Kleidern, in Kinohäusern und Tanzlokalen zur vollen Erkenntnis bringen können. Und so hielt sie es bei ihm, dem ruhigen, pflichterfüllten Mann nicht aus. Bei Nacht und Nebel brannte sie mit einem anderen durch. Lieh ihren Mann und ihre drei unmündigen Kinder im Stich. Und alle Sorgen, und alle Mühen lasteten sich nun auf den schmalen Rücken der Erstgeborenen. Und die trat das verantwortungsreiche Amt an mit der Hoffnungsfreudigkeit ihrer fünfzehn Jahre. So wurde sie die kleine Hausfrau. Frohsinn und Heiterkeit erfüllen ihr jugendfrisches Gemüt. Mit hellen Augen lacht sie in das Leben hinein, als empfände sie nicht die Schwere desselben. Sie spielt mit dem Kätzchen in ihrer freien Zeit, hascht es und liebkost es, und ihre Wangen glühen gleich den Blumen am Fenster. Niemand weih, dah ihr das Kätzchen und die Blumen allein die Kraft verleihen, die schweren Lasten des Lebens mit frvhlachendem Blick, in die Zukunft hinüberzutragen. Aber manchmal füllen ihre Augen auch Tränen, dann weint sie heiß und fchmerzecfüllt in die Stille der Nacht, wenn sie den polternden Schritt des Daters kommen hört, und er dann in das Zimmer stolpert mit glasigen Augen und halboffenem, branntwein- dunstendem Munde. Denn sie arbeitet dann meist noch-, sie näht Blusen für eine große Schneiderwerkstatt, so weit ihr die Besorgung der kleinen Wirtschaft und die Pfleg« der Geschwister Zeit erübrigen. Kein Wort des Borwurfs richtet sie an ihren Bater, keine Träne kommt in ihre Augen, solange er noch in der Swbe herum- wirtschaftet: aber wenn dann seine schweren, unregelmäßigen Atemzüge an ihr Ohr dringen, dann faltet sie die schmächtigen Hände und preßt sie an das Gesicht und weint... weint all das drückende Weh von ihrem Herzen. Und dann kam jener unglückselige Tag. Der 4. Mai. Es war ein Freitag. Der Dämmerung Fittiche hatten sich längst in die dunkle Nacht zusammengefallet! Ein fternenleuchtendes. mondstrahlendes Firmament lagerte sich über die Riesenstadt. Und die Luft war so rein, so k�r. Herbeigeweht für die Maschinen- und ruhatmenden Lungen. Die kleine Hausfrau lehnte an der Fensterbrüstung und genoß mit vollen Zügen die kostbaren Gaben der Natur. Ringsum war es still, so still! Selbst der Lärm der Strohe ruht«. Alles schlief— schlief in tieffter Ruh. Nur das Mädchen schlief nicht, aber es träumte. Sah sich hinübergeleitet in eine lichtere Zukunft, die so glücklich, so unsagbar glücklich! Ja, plötzlich war es ihr, als würde die althergebrachte Weißheit Wirklichkeit: Der dunklen Nacht folgt lichter Tag. Da fährt sie leicht empor. Schleicht in die Mitte des Zimmers und lauscht. Und dann erhellt sich ihr Gesicht. Der Bater kommt! Sie eilt an die Türe, öffnet sie. Der liebe Vater! Wann— seit langer Zeit war er an einem Freitag so früh heimgekommen!? � Sic will ihm entgegengehen— aber da ist er schon an der Tür, schiebt sich schwerfällig ins Zimmer. Das Mädchen starrt ihn an-- sie will ihn begrüßen, die Stimme droht zu versagen: Er ist wie immer an den Lohntagen betrunken. „Tag. Mädchen! Du bist noch immer aus? Ja. ja— du bist'n braves Kind. Jawoll!'n braves Kind! Horch mal, ich Hab mit dir was zu reden!" Der Kleinen legt sich's wie eine eiserne, sestgeschmiedete Kelle nms Herz. Eine bange Ahnung bemächtigt sich ihrer. Sie drängt sich ängstlich in die Ecke am Fenster. Sie weiß nicht, wie es kommt: Zum erstenmal fürchtet sie sich vor dem Vater. Und wieder die heiser«, kurzatmige Stimme: „Warum versteckste dich denn, Mädchen? Haste Angst oder biste deinem Bater böse?" „Nein— nein, lieber, lieber Bater, warum sollte ich bose fem? '.'Das mein ich auch. Na, dann komm mal her und horch zu: Ich b'N nämlich gekommen, um gleich wieder zu gehen, verstehst«? Jawohl! Ich muß gleich wieder weg... und... und.. Das Folgende zersetzt sich in ein unverständliches Murmeln. Die Kleine zittert vor Angst und Erregung. Und da ein kurz her- vorgcstcßencs Wort:„Geld!" Ihre Beine drohen zu schwanken. Des Vaters Worte sind ihr unverständlich! Er will Geld? Was soll das? Er bekam doch heute seinen Wochenlohn. . Sie sagt es ihm. Er lacht auf. Aber es ist kein natürliches Lachen. Vielmehr der angstschreckende Ton der Ucberreizung. -Futsch ist er... fillsch!!! futsch!!!. Beim Mauscheln!!! Ab- gegaunert haben sc'n mir! Jawohl, abgegaunert... die... die Lumpen! Ich muß ihn wiederholen, gleich, sofort! Und dazu brauch ich Geid. jawohl, Geld! Sichste, und darum bin Ich gekommen. Du muht mir was geben, jawohl, du hast..." Er zischt die letzten Worte durch die zusammengepreßten Zähne fcenac,_■________-________ i_______.. Das Mädchen bebt vor Angst. Von ihren Augen rollen plötzlich Tränen: „Nein, Bater, nein, das darf ich nicht geben. Du könntest es auch noch verspielen— und dann müßten wir hungern." Die Wut steigt in ihm auf. Die Wut auf jenes Mädchen, das ihm die Wiederherbeijchaffüng des Geldes vorenthält. Ist er der Vater oder ist er es nicht? Hat sie als sein Kind ihm nicht zu ge- horchen? Und wie das Fauchen eines beutehungrigen Löwen keucht er hervor:„Los!! Gib das Geld raus!!! Los! Los!!" .„Vater, lieber Vater," hängt sie plötzlich an seinem Halse,„sei doch vernünftig, sieh, ich darf nicht, nein, ich darf ja nicht." Dos war das letzte, was den zornbebenden Mann treffen konnte. ?m Ministerium. „Abbau der Lohnsteuer verlangk die Soziaidemokraiie? Da können wir viel radikaler sein. Die Lohnsteuer ist doch uur ein Teil des Lohns. Bauen wir den ganzen Lohn ab!" Er hebt sie empor, ein schriller Schrei, ein dumpfer Fall und von sich geschleudert sieht der Rasende am Boden den Körper seines wehrlosen Kindes. Still... totenstill wird's dann ringsum! O Biel gibt es nicht mehr zu erzählen von der kleinen Hausfrau. Sie hatte sich in dem, was sie tat, nicht verändert, aber, in dem. wie sie es tat, war sie eine andere geworden. Fleiß und Gewissen- haftigkeit behaupteten ihren'alten Platz: nur Frohsinn und Heiter- keit waren ihrem Herzen entschwunden. Ein müdes Antlitz schaute in den nebelgrauen Tag. Die Rosen auf ihren Wangen waren ab- geblüht wie die.Blumen am Fenster, seitdem sie sie nicht mehr pslegte. Und eines Morgens war das Kätzchen verschwunden, es vermochte die Traurigkeit seiner Herrin nicht zu überwinden. Auch mit dem Vater war seit jenem Abend eine Veränderung vorgegangen: Er war über Nacht ein müder Greis geworden. Cr trank auch nicht mehr. Es schien, als habe er eine ehrwürdige Scheu vor jeincm Kinde. Bon jenem Unglücksabend war nichts mehr er» wähnt worden. Er sah sie immer bleicher und stiller werden. Und dos zehrte an ihm. Wenn sie doch nur einmal das Wort an ihm richten wollte, nur einmal noch ein Liedchen singen, ihr Lachen seinem Ohr näherbringen. Aber nichts— nichts! Und der Herbst kam und ging. Der Winter zog ins Land und die Bäume standen kahl und leer. Die Glocken kündeten den Einzug eines neuen Jahres. Die lleine Hausfrau lag auf dem Krankenbett. Der Arzt hatte sie untersucht und den Kopf geschüttelt und wieder untersucht und dann den Alten zu sich herangerufen. „Ein sonderbarer Fall! Ich weiß nicht! ich weiß nicht... Sagen Sie mal, hat die Kleine vielleicht mal einen schweren Fall getan?" Aschfahl lehnt der Gefragte plötzlich an der Tür, er kann nicht antworten, sein Stimmband ist wie gelähmt. „Mein Kind! mein armes Kind!" kommt es dann kaum hörbar. Und wie ein Berzweifelter stürzt er in seine Kammer, wirft sich mit dem Gesicht auf sein Bett und... weint. Zum erstenmal kommen dem harten Mann die Tränen. Und wieder wird es Tag, und wieder wird es Abend. Er sitzt an dem Krankenbette seines Kindes. Und auf seiner Hand ruht eine magere, kinderleichte Hand. Nur Haut und Knochen noch. Aber sie lastet schwer, zentnerschwer auf ihm. Und zwei wachsbleiche Lippen stammeln verzeihend« Worte. Vater, Vater, guter Vater, sei liSb zu ihnen, zu den Kleinen, sei lieb, sei lieb, wie du's bisher gewesen...!" Der Morgen graute. Die Petroleumlampe war längst aus- gebrannt Noch immer kniete der olle, müde Mann am Totenbett und weinte, weinte heiße Tränen über das junge, glückselige Gesicht seil»» armen Kindes— der kleinen Hausfrau, Der arbeitenöe Balzac. Bon Emil Ludwig. In den uSchgen Tagcn erscheint im Nowohlt-Derlog, Kerlin,<7mil Ludwig» neueste» Werk:„stuust und Cchicksal. Vier MIdniise. Rcru» drandt, Veetdoven, Weber und Volzoc." Wir sind in der Lage, s6:ou heute einen Abschnitt aus dem Essay„Valzac" zu verijfseutlichen. In Schweigen liegt die nächtliche Mansarde, auf dem breite» Tische brennt die Oellamp«, der gewaltige Schädel eine? Mannes beugt sich hinter dem grünen Schirm auf das Papier. Kein Laut im 57aus umher: nur durch das sommerlich geöfftretc Fenster, aus der Tiefe da unten, hinauf ans Dach des steis«n Hauses rauscht der Schlaf von Paris. Der letzte Tänzer hat den Frack längst neben sein Bett geworfen, die ersten Händler, die nach den Holle» laufen werden, sind noch nicht munter, denn es ist 3 Uhr, und selbst die Liebenden erwachen nur zu leichtein Flüstern, dos hinter tausend Mauern, Wänden und Türen verhallt. Nur der ein« sitzt mit überwachen Sinnen an seinem Tisch und macht mit hastig sprühender Feder die weißen Bogen schwarz, die er stapelt: das ist der Türmer von Paris, der Mann, den sein Geschick bestimmt«, die Stunden des Jahrhunderts abzulauschen, hoch über der Wellstadt, Nacht um Nacht, ein Wächter seiner Zeit. Nur daß er nicht an eine Glocke schlägt: er schreibt sie auf die Bogen, die Geschichte dieser wunschvollen Menschen, die jetzt da unten schlafen, die Legende ihrer Seelen, wie sie lieben, laufen und leiden, wenn sie wachen, aber auch die ihrer Brüder draußen in Frankreichs Pro- vinzen, den engen und den weiten, denn so weit reicht sein Blick aus der Mansarde. Und wie er hier sitzt, beinahe ein Menschenalter, mehren und sammeln sich die Gestalten, und wie er sie durcheinander- schiebt, Menschen von jeder Art, bilden die Hunderte, es bilden zweitausend eine durchwimmelte Weit für sich, Abbild der Gegen- wart, Mikrokosmos. Jetzt steht er auf,' seinen Kameraden aufznwecken, denn dieser ganz westliche Mensch hat zum einzigen Gefährten in den langen Nächten einen Morgenländer, ohne den kann er nicht sein, den Kaffee, der ihn immer belebt. Wenn er jetzt vor den Spiegel träte, der beim Bett« hängt, es würde ihm eine Möychsgsstait entgegen- treten, klein, in weißer Kapuzinerkutte, die Kordel weit gelassen, denn er ist schon recht dick geworden van so vielem Sitzen, auch der immer offene Hals, dieser Stiernacken ist zu fett für einen Mann von Anfang dreißig, und das Gesicht ist gerötet wie bei kurzatmigen Menschen. Eine große Nase ragt aus dem Ricsenschädel, unter ihr wölben sich sinnlich dick« Lippen, alles, Doppelkinn und buschig schwarze Haare, scheint an diesem Mönch Gemitzsucht zu verraten, Genüsse von grober Substanz. „Aber nie gab es etwas," erzählt sein Freund, der Dichter Gautier,„wie dies« Augen. Sie hatten Leben, Leuchtkraft, Magnc- tismus, trotz täglicher Nachtwachen war die Sklera rein, durchsichtig, blau durchädert, wie die eines Kindes oder einer Jungfrau, und faßte zwei schwarze Diamanten ein, die für Augenblick« Goldreflexe durchblitzten: Blick«, um durch Mauern und Herzen zu stechen, um Tiere zu zähmen, Augen eines Herrschers, eines Dompteurs." Und doch ift die Kutte keine Verkleidung. Dieser Mann, der weder wie ein Dichter aussieht noch eigentlich wie ein Franzose, dieser gedrungene kleine Mensch mit den groben Zügen eines Emporkömmlings, der nur auswärts drängt, um obe» zu tafeln, dieser halbe Mönch, den selbst sein raffendes Auge zwar gus der Reihe brutaler Energisten, doch nicht in die Reihe betrochtsamer Geister zu führen scheint, verbringt in Wahrheit drei Biertel jeder vierundzwanzig Stunden, verbringt Jahrzehnt« in der Klausur, die er sich auferlegt, einsam schreibend. Denn wenn es jetzt bald Morgen wird und laut, wenn die Setzer an ihre Kästen treten, noch müde und mürrisch, dann finden sie Stöße von Bogen mit der herrlichen, aber wechselvollen Schrift von Balzac, und sie seufzen, denn das ist schwer zu lesen, und dock) muß es rasch sein, denn dieser Autor hat nie Zeit:«in halbes Dutzend Male läuft der Junge von der Druckerei zum Autor und zurück, nun fangen die Korrekturen an und nehmen kein Ende. Was er nachts im Rausch der Stille hingeworfen, das hämmert er im kühlen Licht des Morgens neu, da werden ganze Seiten eingeschoben, an- gesteckt, Kreuze und Sternchen, Pfeile und Tierzeichen weisen auf neue Sätze und Worte, alles wird durchgcklopft und abgehorcht, sechs-, acht-, selbst zehnmal geht ein Bogen zurück und alles schnell wie für einen Journalisten. Denn die Zejtungen warten meist schon auf das neue Romankapitel, die Verleger auf das Ende eines lange versprochenen Buches. Aber auch ohnedies verlangt er dos Ge- schriebene sofort in der Distanz des Druckes zu sehen, läßt auf sein« Kosten tagelang Korrekturen machen, bis die grollenden Setzer er- klären, sie arbeiten nicht länger als eine Stunde Balzac. Um Mittag tritt ein Freund ein, ihn abzuholen: da steht er glühend, dampfend da in der Ucberhitzung des Siegers, denn jede Nacht ist«ine neue Schlacht, dann hat er Riesenhunger, ißt viel und einfach, streicht sich Butter mit Sardinen auss Brot, erzählt und ist meistens guter Dinge, immer der Unterhaltende, immer in Bewegung, in Plänen, Geschäften, Projekten, in Ruhe nie, fast niemals in, Genüsse. Balzac war immer ein Gehetzter. Tcommeljchlag seit Erschaffung öer Welt. Wie all mag wohl die Trommel sein? Ein Mitarbeiter der italienischen Zeitschrift„Minerva" sucht es festzustellen. Sicher ist, daß die Trommel seit uralten Zeiten bei allein, was in der Welt geschah, eine bedeutsame, klangvolle Rolle gespiett hat: bei kirch- lichen Festlichkeiten und bei Triumphzügen, bei schmerzlichen An- lassen und bei der Verbreitung wichtiger Nachrichten, nicht zuletzt natürlich als Instrument, das der ganzen übrigen Musik de» Rhythmus gab. Was nun ihre Ansänge angeht, so ist man über- zeugt» daß sie das allererste Musikinstrument des Menschen war: man nimmt an, dah der Urmensch durch seinen eigenen toktniäßigen Gang auf den Trommeltakt gebracht worden sei, und daß er dann den Klang seiner Schritte künstlich nachgeahmt habe. Man weiß, daß es heut« noch wilde Bolksstämm« gibt, die kein einziges Musik- instrument kennen: die Trommel aber kennen sie alle, und mit ihr begleiten sie in geradezu erschütternder Weise ihre Gesänge. In den urältesten Geschichten schon wird der Trommel Erwähnung ge- tan: aus ehrwürdigen Hieroglyphen weiß man, daß sie schon in Aegypten der Pharaonen gut bekannt war. Eine öl) Zentimeter hohe Trommel mit einem Durchmesser von 80 Zentimeter wurde im Jahre 1823 bei Ausgrabungen an der Stätte der allen ägyptischen Stadt Theben gefunden: noch heute sind in Aegypten kleine Trom- mein, wie man sie schon zur Pharaonenzeit gekannt haben dürfte, in Gebrauch. Sir William Lane beschreibt eine alte ägyptische Holz- trommel mit Perlmutterintarsien, die bei bestimmten Gelegenheiten in den Frauengcmächern geschlagen wurde. Die Aethiopier aber sind der Ansicht, dah die Trommel von einem ihrer Götter erfunden worden sei, und zwar unmittelbar nach Erschaffung der Welt. Auch in der Bibel wird die Trommel wiederholl erwähnt, und es ift bemerkenswert, daß sie bei fröhlichen Anlässen von den Frauen ge- schlagen wurde. Die Griechen uick» die Römer trommelten mit Bar- liebe bei den Bacchus- und Cybelefesten: erwähnenswert ist auch eine Handtrommel, die im Jahre 336 p. Chr. die jungen Spartaner bei ihren Kriegstänzen inspirierte, Ihr Bruch H >e ein schlechtlitzendes und iöstiges Federbeuchband«der solche Bänder vorlchllmwer» sich da» Leiden und lann » enisieht Bruchcinilemmung, die overiert werden wuß wird immer größer, wenn Sie ein schlechtlitzendes und iöstige» Gummiband tragen. Durch s—'"""' Sur Todesursache werden.«Es und den Tod5 Uhr. im .strematorium Baumschulenweg. Kies- hoizltratze. statt— Zlege Beteiligung »wartet via Oeisverrvottung Am Mittwoch»erstarb nach langer. schwerer, gcbuldtg ertragener Kran!» heit meine innigsigellebte Frau. unsere lieb«, gut» Mutter, Frau psuline Jänichen Utcr im Alter oo» vü Iahren, In tiefstem Schmerz Odo ZSnichen. Gertrud und Otto als Kind.r. Berlin hlv. 21, de» lZ Oltober lS27. Di« Einäscherung findet am Sonn- abend, beul lö Otioder. 20 Uhr, un streniatoriuin Gerichlstrahe Natt. IMes mealer lorden 10334—17 i Uhr, Ende 11 Uhr IroilosiiMs �diaoswl von vh3kssc83re Hammsrspiele Norden 10334— 37 '.".U Endel0'r,U Ihr Mann lmkosii»» P»l Sen!«T die Romodie Sismacck 2414.7516 'fi Uhr. Ende ll>',z Sinsen Komödie eon Bernard Shaw Danksasuna Asten Bundrsgeildknnnen und Se- nassen, Kollegen Freunden, Be- lannten»od Berwandlen, sowie den s Fichte.Mtlg.i-Sern, die unserem lieben | Leoenslaineraden Ernst Selkrit dg» letzte Geleit gaben, spreche» wir hiermit unseren Dan' ür die br- j w.csene Auiel nähme aus. Ella Ssiileit, gab. siarcsidardt und.»ho ltar hilar,. PlscatorbOhne heat. i. Dolleoiihilglat) Kurfürst 2091,93 8 Uhr löüPlä. wir Ieüed von Ernst Tollet Im. Erwin Piscaior Sonntag. Ks.Oktobei II'/, Uhr vorm. ÄlittHerr- Haiisf? veranst vom Verlag „Der Ucberblich" Mitwirkende Praf, JjJ. rr. Rtrje-r, Ceehdi. Ointn, Kichiv. Xerlur. juu. Wichlet«. 1.1 ilijtr ovrnnki-rlM« Tu. ftdatjüriM. St ' lasenh 2110. 8Ü. DlsSdiweitP! 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Slaaember 1827, IN der gelt ron 10(41 bis 19 Ii) Uhr.in Nathauskcller, Schloßstraße. L» wällen sind 20 Vertreter und 40 SteZoerereter. Gewählt w ed gemäß den Bestimmungen drr Wahlordnung nach den Grund. sätzen der B erhielte» swahl. Das Wah. recht ist in Person auszuüben. Für die Wahlen sind dem Bor, stand« Bnrschiagsltsten, und zwar getrennt si!v Arbeitgeber und Versicherte bis RslcIiikslIsn.TkssiSi' Ansang b Uhr u. Sonntag nsesim. 3 Uhr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochzell in der Müllerstraile Nachmittags: Halbe Preise, volles Programm. uönhofl-BreU'l: Variete, Konzert, Tanz Verkäufe lliielenumsatz. Kinderwagen, Zwillings. , wagen, Slappspvrtwagsn, Kinderbetten, Metallbettc», Korbmöbel, alleruirdrigste Preise, aüerlulanteste Teilzahlung Fest. angestellte gegebenenfalls ohne Anzah. lung. Ball, Große Frankfurterstraße 47. gegenüber Markusstraße._• inen, Dillige. erfMassige :s und Gewerbe. »«» 18. viioter 1827 einzureichen. Zliur dt» zu diesem Termin ein, � werdin. .. sicher Vereinlaungen von Arbeit. hrnern,'oder von Verbänden solcher Vereinigungen, sowie Arbeitgeoern oder ron Versicherten. von Arbeitgebern ober gereichte Wahivorsdiläze kännen beräcksichttstt Zugelassen sind'Vorschlagsl.sben wirtschal! gebern und Arbeitnehmern, oder von Pcibün Porsd.lagsltsten von Arbeitgeoern oder ron Versicherte Die Voeschlagslisten wirtschastliche« Vereinigungen Arbeitnehmern ober von verbänden solcher Vereinig zur Bertrctung der Vcre souen unterzeichnet sein. Fabrckate sllr Hauobedars und Wöchentlich 8,--. Fischer. Potsdamer. straße 108. ' Lcd Ifitf j n g s stSWl Watt He lsi» Arzüge 18, Paletots 12, Federbetten 'Stand 23 an. Leihhaus Aeinicken. dorierftrahe 105, Nctieibeckplatz. Kein« Lombardware».' solcher Vereinigungen müssen von den d-r Vereinigung»der des Verbandes g-srtzlich berufenen Per. Arbeitnehmern zur Aertrclun. en unterzei... Barschiagslifte» von Versicherten müssen von mindesten, 40 Wahlberechtig. ten der betressei'den Gruppe, die der Arbeztgedervertreter von mindesten, 40 Stimme» der Gruppe unterzeichnet sein. In jeder Vorschlaaslifte von Arbeitgebern oder von Versicherten ist ein Vertreter der Liste und ein Stellvertreter desselben au, der Mitte der unter. zeichneten zu benennen. Der Wahivors-biagsvertreter oder dessen Vertreter ist berechtigt und ver. pfsichtet, dem Vorstände die zur Beseitigung etwaiger Anstände ersordeciichen Erklärungen abzugeben. Verb und: sie Borschlagslisten sinb gemäß 5 8 d-r Wahlordnung zulässig. Die in den Vahlvorschläg.'n einzeln dezeichneten Bemcrder sind unter fort. lausenden Nummern aukzusührcu, welche die llUiheiifolge ihre, Benennung ausdruckt und nach Familien, und Vornamen. Berus und Wohnort zu de- zeichnen, Bei Versicherten ist auch der Arbeiigeher, bei dem sie beschäftigt sind, anzugeben. Mit den Wahlvorlchlägen für Versicherte ist von jedem Bc. werbcr eine Erklärung darüber vorzulegen, daß er zur Annahm« der Wähl bereit Ist. Die eingereichten WahlvorschlSge liegen vom 81. Ortober bis 12. Slovem. bor 1827 im Kassenlvkal, Gutenbergftr. 88, während der Dienststunden von 8—13 Uhr zur Einsicht aus. Die Arbeilgeber! und M�tgsiederverzc'.chnisse können bis zum 28. Oktober 1827 behufs ctwa'ger Einsprüche geaen die Süchtigkeit der sich an« den Ver. zeichnissen ergebenden Wahl- und Stimmenberrdniaung im Kassenlokal während der Dienststungen eingesehen werben. Einsprüche sind bis zum 28. Okiober b. I. unter Beifügung von Beweismitteln, beim Borstande zu erheben. Die Stimmabgabe ist an die rechtzeitig eingegangenen WahlvorschlSge ge. bunden. Die Wadlvorschkäge werd-n in der Reihensolge Ihre, Einganges in der deirefsenden Gruppe mit Ordnunnenummern versehen. Di« siir jeden Dahloorschsag in Betracht kommende Ordnungsnummer wird von dem Vor, stand« mittel» 8>>ents>cher Bekanntmachung mitgeteilt werden. Sind aus gültiaeu Wahlvorschiägen im ganzen nur so viel wähwar« Bewerber benannt wie Vertreter zu wählen sind, so gelten sie al» gewählt. Sind weniger Bc. «erber vorgeschlagen, so gelten d'es»«bensalls als gewählt. DI, noch fehlen, den Vertreter berust das versicherungsomt aus der Kahl der Wählbaren. Die Stimmabgabe am Tage der Wahl ersolgt durch einen Stimmzettel, «elcher dl» kür d�e betreskende Gruvpe bezeichnete Ordnungsnummer des Wahlvorschlagcs enthält. Die Ssimmzeitel müssen von weißer Farbe und 10 mal 8 em groß sein. Wahlberrchiigt und wählbar stnd die volljährigen Arbeltgebcr und Versicherten der Kass«. Ferner hat sich jeder Wahlberechtigte, soweit er seiner Perlon nach Nichi bekannt, bei der Wahlhandlung m't einer Leaüimation zu versehen. S, ist die» für die Arbeitgeber die letzte Beitraasgnittung, für dl» Versicherten«ine vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigung. L-gitimationsformulare zu diesem Zweck werde, den ArbeUgedeckfi zu. gesandt. Diejenigen Mitglieder, hi, Srwerbslosenunterftützung beziehen, haben sich hie Legitimation vom Arbeltsamt Eöpenick ousftellen zu lassen. Freiwillige Mitglieder haben die Ouittungolarte als Ausweis, vorzulegen. iberlin-Eöpcnick, den 14. Oilober 1827. Der Vorstand. Vita» ick»l. Vorsitzender. Fr. Rurcktzi», Schristfsthre,. Illeatsr sm koNbasser m Kottbuascr StrnBa 6. Täglich 8 v. u Sonntagnehm. 3 HJ. Elite- Sänger in grober Form In Ihrem Bomhenprogramw I , Volkspreise von 50 Pf. bis 230 M- Senatatnaehmlitaii aroke pamiuen-Vorsteiiiiiig V«IIm Pfogr. Kl. 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