Abendausgabe Nr. 4SS 4 44. Jahrgang Ausgabe B Nr. 242 «-MS-btdlilauns«» und«m-lMNdrils» lind in du Morg«n o r k. um dori da« erste deuliche Krlomt. Gastspiel nach dem Kriege zu ablowicien. Die Premiere findet am!7 No- nember im Eentm h-Tbcater, dem größten amerikanilche» SchauIpielbauS, ilalt. Zur Aufiiibrung gelangen: Statrspeaie«„SommernachiSlianm", Schillei«»Kabale und L ebe", Büchners.Danton« Tod", HosmannSihalS „Jedermann", Goldonis.Tiener zweier Herren", Tolstoi«.Lebender Leich- nam», Langer«.Peripherie" und voraussichtlich Maughams„Viltoria". Dl« mohemmedanisckien Zernsal mcr innen gegen den Schleier. Trotz de« Einspruchs der Regierung von DamaSluS bat die Agitation der mohammedanfichen Frauen lür die Ablcgung de« Schleier« In keiner Weise nachgelassen. Fünsdundei I Mobammedanerlnnen baben belchlone», eine Telegalion an den sranzöstichen Oberkommilsar in Beirut zu schichen. damit er ihnen die Erlaubnis erwirke, ohne Schleier aus die Straße zu gehen. Eine Berichtigung. Das Attentat auf Alfons. Zu unserer Notiz:„Das Attentat aus Alfons"(Nr. 484) sendet uns die„Telegraphen-Union" folgende Berichtigung: l) Es ist unwahr, daß die TU. mit der von ihr unter Vorbehalt verbreiteten Agromer Meldung„einem unzuverlässigen Gewähr»- mann aufgesessen ist". Wahr ist vielmehr, daß die TU. unter der Ueberschrist:„Eine mysteriöse Angelegenheit.— Ein angebliches Attentat auf König Alfons" am 13. September d. I. als erste Meldung in dieser 'Angelegenheit mit allem VorbehoU eine Nachricht aus Wien wieder- gegeben hat. der zufolge das Ägramer Bureau der Agentur Avala um 15 Uhr einen Funkspruch von chaoas und um 18 Uhr einen Funkspruch von Reuter aufgesangen haben wollte, in denen von einem Zlltentat auf den König Alsans die Rede war. In derselben Meldung hat die TU. mitgeteilt, daß sie alsbald an ollen schnell erreichbaren Stellen Erkundigungen über die Richtigkeit' dieser Meldung eingezogen hat, aber weder in Paris noch in London, noch in Genf,»och in Berlin, noch in Wien, noch von der spanischen Grenze eine Bestätigung dieser Meldung erhalten konnte. Ebenso| hat die TU. in derselben Meldung erklärt, daß die spanischen Bot- lchaften in Paris und London die Attentatsnachricht als holt- lose Gerüchte bezeichneten und. ebenso wie die Berliner spanische Botschaft, nichts von derartigen Vorgängen wüßten. 2) Es ist insbesondere unwahr, daß die Meldung nur von bester unterrichteten Stellen dementiert wurde. Wahr ist, daß die TU. von sich aus auf die Unglaubwürdiakeit der Zusammenhänge unter ausdrücklicher Quellenangabe der Der- antwortlichkeit des Agramer Bureaus der Agentur Avala hin- gewiesen hat. 3) Unwahr ist, daß die TU. gezögert habe, einen Irrtum in der Attematsmeldung sofort zuzugeben. Wahr ist vielmehr, daß die von dem LeUer der Agramer Filiale der Agentur Aval« auf diesem geradezu verbrecherisch an- mutenden Wege beabsichtigte Irresühruna der Zei- lungen des In- und Auslandes, insonderheit der Balkanländer, nur durch die Vorsicht der TU. verhindert worden stt. 4) Unwahr ist, daß die TU. aus Sensationsmache eine solch« Meldung fabriziert hat. Wahr ist, daß die TU. von vornherein mit Ihrer Meldung nur die A b d r o s s e l u n g der— wie sich jetzt herausstellt— in dem Agromer Bureau der Agentur Avala fabrizierten Meldung beab- sichligtc. 3) Unwahr ist. daß die TU.„noch vier Tage später die min- bestens sehr merkwürdige Entstellung der Meldung verteidigt hat". Wahr ist. daß die Erklärung der TU. vom 17. September sich nur gegen die durch das WTB. in Deutschland verbreitete Erklärung der Avala richtet«, die die nachweisbar« Verantwortlichkeit ihrer Agramer Zweigstell« in der Attentatsangelegenheit auf die TU. oder deren Aaramer Vertreter abwälzen wollte. 6) Unwahr ist serner, daß die TU. durch das Dementi der Agenturen Avala und chavas„in große Verlegenheit geraten sei" und deshalb die ganze Schuld auf das Agramer Bureau der Avala abgewälzt habe. Wahr ist vielmehr, daß, wie aus dem von ihnen nicht wieder- gegebenen Teil der Erklärung der TU. vom 12. Oktober hervorgeht, der Leiter der Agramer Filiale der Agentur Avala, Herr P u l a n i c, unter der Last der Beweise bereits unumwunden zugegeben bat, die Fälschung der erwähnten Haans und Reuter-Funksprüche unter Mißbrauch der Namen dieser Agenturen begange» habe. Wahr ist außerdem, daß die Pariser Vertreter der TU. aus An- Weisung der Berliner Chefredaktion zweiinal in den Abendstunden des 13. September bei der Redaktion der Agentur Haoas telephonisch nachgefragt hat, ob ihr etwas von dem Attentat auf den König von Spanien beannt sei und ob eine solche Meldung von Haoas ausge- geben wurde. Beide Male ist von der Havas-Agentur tele- phonisch geantwortet worden, daß ihr eine derartige Meldung nicht bekannt und daß keine solche Meldung von Havas ausgegeben worden fei. * Die„Telegraphen-Union" bestätigt und bekrästigl, daß es sich im Fall der Falschmeldung.über das Attentat aus den Konig von Spanien um«ine geradezu oerbrecherische Irreführung gehandelt hat: sie schreibt sich aber selber das Verdienst zu, diese Falsch- Meldung„abgedrostell" zu haben. Wir können ihr dieses Verdienst nicht zuerkennen. Ein Bureau, das mehr auf Solidität als auf Sensation hält, hätte sich mit einer kurzen Warnung vor der Agramer Schwindelnieldung begnügt, es hätte nicht eine groß ausgemacht« Meldung gebracht, deren sensationelle Neberschrift zum Abdruck geradezu anreizte. Die Wirkung lzat man ja in gewisten skrupellos redigierten Organen der Rechts- presse beobachten können. Welches Unheil durch sensationell« Falschmeldungen der Presse, besonders in aufgeregten Zeiten angerichtet werden kann, lehrt die Geschichte. Darum halten wir es für unsere Pflicht, den Bericht- erstattungsbnreaus auf die Finger ,zu sehen, und wir werden diese Pflicht auch künftig üben. Mäöchenmorö tn Ouer-Westfalen. Ter Täter st-Nt sich in«crlin. Ein grausiges Verbrechen wurde am Mittwoch niorgen in Buer-Erle in Westfalen entdeckt. Auf einer Wiese, die an den Hos der Schlächterei von Bethen in der Wilhelmstraßc, mit der eine Speisewirtschaii verbunden ist. angrenzt, wurde 10 Meter von der Straße emjern, die I!) Jahre alte Paula Jung, die ebenjalls in der Wilhclmftraße wohnte, ermordet aufgrsunden. Dem Mädchen war mit einem Messer die Kehle durchschnitten worden: außerdem hatte sie noch mehrere Stiche und Schnitte in den Hals erhalten. Eine große Blutlache ließ daraus schließen, daß das Verbrechen am Fundort ausgeführt worden war. Der Verdacht der Dortmunder Mordkommission, die den Tatbestand aufnahm, siel als- bald auf den 25 Jahre allen Sohn des Inhabers der Schlächterei und Speijewirtschast, einen Konditor Anton B a t h e n, der ver- schwunden war. B. hatte mit dem Mädchen ein Verhältnis gehabt, und man vermutete, daß er sie nach einem Streit umgebracht habe. Di« Mordkommission traf sofort umsosseiwe Fahndungsmoßnahmen. Gestern abend erschien nun der slüchtigr Bathen in Berlin auf der Wache de» 3. Reviers in der Chausseestraße und st c l l t e s i ch d e r P o l i z r i. Er gibt zu, das Mädchen im Streit >-'ü dem Messer v:rlctzt zu haben, bestreitet aber die Absicht der Tötung. Wie er sagt, habe er, als er das Mädchen bluten sah, noch versucht, mit einem Tuch die Blutung zu stillen. Er sei so auf- geregt gewesen, daß er nicht mehr sagen könne, wie sich alles ab- gespielt habe. Ein Messer wurde bei ihm nicht gesunden. Ohne irgend welche Papiere mitzunehmen, lies er zum Bahnhof und fuhr nach Berlin in der Hoffnung, hier unbekannt zu bleiben und Arbeit zu finden. Nachdem er ohne Geld planlos umhergeirrt war. sah er keinen anderen Ausweg mehr als selbst zur Polizei zu oehen, zumal er in der„Dortmunder Zeitung" gelesen hatte, daß das Mädchen tot sei und er gesucht werde. Dothen wird heute der Mord- inspektlon der Kriminalpolizei vorgeführt werden. Ueberfall auf der Oberbaumbrücke. Von drei unbekannten Männern wurde gestern abend um 18 Uhr der 40 Jahre alte Tistler Ewald Witt vom Weidcnwcg 58, der sich aus dem Heimwege befand, überfallen. Er wurde so schwer «ißhandelt, daß tx einen vvceschenkelhruch erlitt, und muht«— Der Oft-Weft-Ozeanfillg gelungen. Tie Franzofen in Brasilien gelandet. Die französischen Ilieger Sofies und C e Prix, die gestern in Sl. Louis in Senegal(weslafrikauifche Küste) zum Jfluge über den Attautischen Ozean aufstiegen, sind um 1l.40 Uhr abeuds(3 Uhr früh mitteleuropäischer Zeil) in pari 17 a l a l(Brasilien) eingetroffen. Die französischen Flieger haben damit die große Flugleistung, den Ozean von Ost nach West zu überqueren, in glänzender Forin vollbracht. Es ist das erstemal, daß einem Flug- zeug die Bezwingung des Ozeans in der Oft-West-Richtung gelungen ist. Die vielen, die es bisher versucht haben, scheiterten an der Gefährlichkeit der Ausgabe, die vor allem durch ungünstige Gegen- winde erschwert oder unmöglich gemacht wurde. Die meisten Flieger, die es versuchten, sind diesen Gegenwinden zum Opfer gefallen und Cost« und L« Brix haben es vielleicht nur dem Umstand« zuzu- schreiben, daß sie die s ü d l i ch e. noch nicht beflogene Route wühlten, die sie vor dem furchtbaren Schicksal der anderen bewahrte. Die Ozeanstugstreckc Mischen der Küste von Senegal und Port Natal an der brasilianischen Küste ist übrigens die kürzeste aller bisher gewählten Flugrouten. Heute kein Weiterflug von üeu Azoren. horla, 15. Oktober. Di« Besatzung des Iunkers-Flugzeuges V 1230 gewährte den Pressevertretern auf Horta ein Unterredung, in der unter anderem ausgeführt wurde: Der Start von Lissabon erfolgte in der Dämmerung bei schlechtem Wetter. Aus See klärte sich das Wetter zunächst auf, doch trat gegen Mittag eine Verschlech- terung mit starken Nordwestwinden, hoher See, niedrigen Wolken und Regenschauern ein. Dicht bei den Azoren war die Wetterlage sehr schlecht. Um 13,15 Uhr Greenwicher Zeit befanden wir uns über Ponta Delgada. Um 14,20 Uhr nahmen wir Zielrichtung, und die Ziellondung erfolgte im Hafen von Horta. Die Besatzung und Frau Dillenz sind wohlauf und in bester Stimmung und erfreut über den herzlichen Empfang aus Horta. Das weitere Ziel ist New Park über Neusundland. Allerdings ist der Weiterflut in dieler Jahreszeit von der Wetterlage stark abhängig, und es heißt zunächst warten. Die Iunkers-Maschine und die Junkers Motoren haben glänzend gearbeitet. Die Flugstrecke betrügt etwa 950 Seemeilen, die in zehn Stunden zurückgelegt wurde. Die Flug- höhe betrug 300 bis 600 Meter. Zum Etappen- Occanflug horta, 15. Oktober(11 Uhr deutscher Zeit). Di« amerikanische Fliegerin RuthEldersstan Bord des hol- ländischen Dampfers„Barendrecht" hier eingetroffen. Dos Iunkers-Flugzeug v 1230 liegt wetter im Hafen von Horta sicher verankert. Die Besatzung wartet klares Wetter ab. Gestern abend hat ein Dauerregen eingesetzt. Ungünstige» Flugwetter. Die Iunkers.Flieger haben ihre ursprüngliche Zlbsicht, bereits am heutigen Sonnabend nach Neufundland weiterzusliegen, fallen gelassen, da heute früh ungünstiges Flugwetterüber dem Westatlantik gemeldet wurde. Sobald die meteorologischen Verhältnisse es erlauben, soll der Statt zur zweiten Ozeanttappe erfolgen. Auch die H e i n k e l- M a s ch i n e O 12 20 hat für heute wegen schlechten Wetters im Kanal auf den Weiterslug von Amsterdam nach Vigo verzichtet. der Rettungsstelle nach dem Krankenhaus« gebracht werden. Geraubt wutt>e ihm nichts. Ob es sich um«inen Racheakt oder eine Personenverwechselung handelt, steht noch nicht fest. Witt kannte noch nicht vernommen werden. Er kann die Täter, die trotz sofort aufgenommener Ermittlungen der Kriminalpolizei des 86. Reviers noch nicht gesaßt sind, nicht näher beschreiben. .v»lt»tiiinliche' Justiz. „Beschränken Sie Ihre Berufung auf das Strafmaß?"„Ja." Verteidiger kosten Geld. Der Staat stellt aber einen Anwalt imr bei Verbrechen oder, wenn die Sache dem Gericht besonders kompliziett scheint. Was heißt aber kompliziert? Der eine wird in einer schwierigen Situation sich vielleicht selbst besser ver- leidigen als«in Anwalt, der andere ist selbst der einsachsten Sache nicht gewochsen. Hier ei» jchlageudcs Beispiel! Der Provisionsreijend« F. hat gegen ein Urteil e riter. Instanz Berusuna eingelegt. Er war zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Der Vorsltzerrd« des S ch ö f s e n g e r i ch t s ist überzeugt, daß der Einzelrichter chn wegen Unterschlagung zu. Recht oerrrrteill hat. Er fragt deshalb den Angeklagten, indem er ihm die Anwort fast in den Mund leat:„Be- schränken Sie ihre Berufung nur das Strafmaß?!„Ja!" Mit anderen Worten: Der Angeklagte gibt zu, sich schuldig ae- macht zu haben, bittet jedoch nur um eine geringere Strafe. Da verzichtet auch der Staatsanwalt auf feine Berusung. Gleich hinterher zeigen aber die Zsusfllhrungen des Angeklagten, daß er sich für unschuldig hält.„Das interessiert uns nicht." sogt der Richter:„Sie haben ja selbst zugegeben, daß Sie schuldig sind, und haben ihre Berufung aus dos Strafmaß beschränkt."„Das habe ich nicht verstanden, Herr Richter.".Aber Sie haben ja schon verzichtet." Der rechts vom Richter sitzende Schösse, anscheinend «in Kaufmann, rückt näher zum Vorsitzenden und wechselt mit ihm einige Wott«. Daraus der Richter zum Angeklagten:„Also, Sie behaupten, mich mißverstanden zu haben und wollen die De- rufung in vollem Maße ausrecht erhallen?"„Ja." Der Vor- sitzende zum Gerichtsschreiber:„Wollen tüe das bitte protokollieren. Herr Sraatsanwalt, was sagen Sic dazu."—„Der Angeklagte hat die Berusung auf das Strafmaß beschränkt, die Zurücknahme dieser Einschränkung ist unzulässig." Das Gericht entkernt sich zur Beratung. Fünf Minuten später kehtt es in den Gerichtsjaol zurück, und der Vorsitzende verkündet, daß sein Widerruf nach ständiger Rechtsprechung des Reichsgerichts unzulässig sei.„Also, An- geklagter, es ist eben nichts zu machen,«s geschieht Ihnen auch kern Unrecht. Sie werden doch zugeben, daß Sie eine Unterschlagung begangen haben."„Aber nein, Herr Vorsitzender." Hotte F. eine Unterschlagung begangen? Das möge der durch Poragraphenwisien nicht getrübte Sinn des Lesers cnifchciden. F.. Provisionsrcisender in Tabatwaren, hat bei S., dem Tabakhändler, Anspruch auf 700 M. Prooisionsgelder. Trotz rviederholter Mahnungen«rhäll er im Laufe von vier Monaten nicht das, was ihm zukommt. Um mit seiner Frau leben zu können— außerdem fürchtete er den Bankerott seines Arbeitgebers—, verausgabt er 500 M. aus den Summen, die er von der Kundschaft einkassiert Hot. Sein Prinzipal, Herr K., kommt nach Berlin, ist anfangs sehr ärgerlich über die Verausgabung der Gelder, einigt sich aber hintor- her mit seinem Stadtreisenden. Der Prinzipal schickt F.«rnen Kontoauszug über 700 M., auf dessen Rückseite zu lesen ist. daß er einverstanden sei, die 700 M. Prooisionsgelder durch die v«- ausgabten 500 M. als oerrechnet zu betrachten. F. arbeitcr weiter. Einige Monate später läßt einer der Kunden einen Wechsel zum Protest gehen. Er kann nicht zahlen, ein Teil der oerrechneten Provision muß rückgängig gemacht werden. Es entstehen zwischen beiden erneut Uneinigkeiten. K. erstattet Straf anzeige wegen Unterschlagung. Hinterher gerät er in Konkurq und geht nach Kanada. F. wird aber wegen Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. In der Begründung heißt es, F. habe auf Grund der Vollmacht des K. die Gelder einkassiert, er durfte sie aber ohne Einwilligung des Eigentümers nicht ver- ausgaben. Juristisch ein unanfechtbares Urteil! M« aber vom Standpunkt des Rcchtsbewußtseins des Volkes? Die B»- rusungsinstanz hat an Stelle der verwirkten Gefängnisstrafe ein» Keldstras« von 50 M. festgesetzt. Wäre es aber nicht richtiger, der Richter würde in jedem ein« zelnen Falle dem Angeklcgten erklären, was es bedeutet,»die Be- rufung auf das Strafmaß beschränken"? Und was ist das für ein« reichsgerichtl'che Judikatur, die einem derartigen Miß- oerstehen seitens des unverbildeten Angeklagten nicht Rechnung trägt?_ Kundgebang der Kriegsopfer Bersin». Große öffentliche Kundgebung am Sonnlag, 16. Oktober, 10 Uhr, im W a l h a l l»- Theater. Weindergsweg 19/20. Bundesvorsitzender Ehrsstoph Pfändner. Gauvorsitzende Emilie Döring sprechen über die Forderungen zur 5. Novelle. Die Kundgebung ist einbrnife» Reichsbundd««-Kriegsbeschädigten, Eisenbahnzufammenftoß in Sraunschweig. Drei Beamte getötet. Braunschweig, 15. Oktober.(Eigenbericht.) In der Stacht vom Freitag zum Sonnabend fuhr in Braun- schweig ein Güterzug in die Flanke einer Wagengruppc. Die vorderen Wagen des Zuges wurden hochgehoben und dcr Packwagen zusammengedrückt. Der Zugführer und zwei Zugschaffner, die sich im Packwagen des Güterzuges befanden, wurden getötet. Der Betrieb wird aufrecht erhallen, Zu dem Unglück meldet ein Sonderberichlerstatter noch folgcpde Einzelheiten: Der von Qrbisselde kommende Güterzug 8?02 hatte etwa 180 Achjen und war mit Rüben beladen. Sluf einem Nebengleis hielt ein anderer Güterzug, desien letzte Wagen auf einem Weichengleis standen. Aus diese ist der einfahrende Güterzug aus- gefahren. Die beiden letzten Wagen des haltenden Güterzuges wurden dabei zertrümmert. Die Lokomotive des einsahrenden Zuges entgleiste und bohrte sich tief in die Erde. Dcr Heizer und dcr Loky- moiivsübrcr tonnten sich im letzten Augenblick durch Zlbspringen retten, sonst wären auch wohl sie verunglückt, da der Puster des Tenders in den Führerstond hineingedrückt wurde. Dcr soigends Packwagen wurde von dem nachdrückenden Zuge in die Höhe gehoben und schlug um:«r wurde von einer Seite vom Tender eingedrückt, auf der anderen Seit« von den nachfolgenden Rübenwagen. Der isZock- wagen stand fast senkrecht in die Höhe. Zwei nachfolgende Güter- wagen wurden zur Seit« geschleudert und lagen zertrümmert aus dem Gleis. Die Bergungsarbenen gestalteten sich äußerst schwierig. Die Leichen der verunglückten drei Beamten wiesen Schädel- und Beinbrüche auf. Es ist anzunehmen, daß sie sofort tot waren. Ihre Leichen wurden nach der Leichenhalle des Landeskrankenhauses gebracht. Neue Verbindung im Westen. Mit dem henttgen Tag hat dcr äußere Berliner Westen eine neue lang ersehnte Verkehrsoerbindung erhallen. Die Aboag hat mit der Autobuslinie 7«ine Verbindung zwischen Zehlendorf und der Kolonie Grunewald bzw. Halens« geschaffen. Der Wagen sährt von der bekannien Autobusendhaliestelle an der Halenseer Brücke ab, geht durch die Hubettusallee, Franzensbader- und Berkaer Straße(S ch m a r g c n- darf) die Warnemünder Straße, die Ceeilicn- und die Thielallee lD a h l« m), trifft hier auf den Endbahnhos T h i e l p I a tz der Untergrundbahn, geht weiter durch die Ihne- und Sophie-Eharloitc- Straße, stellt hier den vielen Gehag-Siedlern die sehr notwendige Verbindung her, geht durch die Riemeister und Hauptstraße weiter, ziirr Wannseebahn am Bahnhof Zehlendors- Mitte und endet nach etwa einem Kilometer Fahrt durch die M a ch n o w e r S t r a ß e am neuen Hindenburg-Krankeu- haus. Die Wagen der neuen Linie haben den Nachteil, daß sie wieder nicht dreiachsig sind, den Fahrgästen also keine ruhige Fahrt vermitteln. Ebenso vermißt man die Rotorenveutilaiion. Im übrigen weisen sie den bekannten Typ aus. Sehr bemängelt wird, daß in Zehlendorf der erste Wagen erst kurz vor 7 Uhr früh abgeht. Auch der frühe Schluß am Abend(um 23,40 Uhr) ist gegen den bisherigen Zustand, der zwischen Thielplatz und Zehlendors einen Pendelverkehr vermittelte, eine Verschlechterung. Wenn die ganze Strecke in den späten Abendstunden nickst lukrativ sein sollie, müßte man den Pendelverkehr wieder ausnehmen. Berlin hat zwar Polizeistunde um 3 Uhr. aber die Verfehrsunternehmen kehren sich nicht daran. An sich stellt die neue Berbindung eine wesentliche Verbessening des bisherigen Zustandes dar. Die Linie 7 bildet mit der Linie 20 die seit Iii Jahrzehnten vermißte Querverbindung des Westens. Linie 7 gilt als Zubringerlinie zur Untergrundbahn. Vom Autobus 7 zur Untergrundbahn kann man für 20 Pf. um- steigen, in umgelehtter Rechenfolge, leider auch hier nöch nicht. Z?ener auf dem Magerviehhof. Aus dem Mogerviehhof in Friedrichsselde brach heute früh gegen 5 Uhr ein Feuer aus, das zu allerlei übertriebenen Gerüchten Anlaß gab. Bon der Continentol-Aspholt A.-G. werden die Aspholtierunpsarbeitcn für die feit langem erneuerungsbedürftigc Biesdorfer Chaussee vorgenommen. Auf dem Magcrviehhof wurde ein größeres Notgebäude errichtet, in dem u. o. d r e i T a n k- wagen mit Asphaltmasse Ausstellung gesunden haben. Kurz vor 5 Uhr brach aus noch unbekannter Ursache Feuer aus, das in wenigen Minuten auf alle drei Wagen übergrifs. Die leichibrennbare Masse gab den Flammen reiche Nahrung und ein« bohe Feuersäule stieg auf. Zum Glück gelang es der alarmierten Feuerwehr, den Brandherd, bevor das Feuer noch größere Ausdehnung annehmen konnle, einzukreisen und das Feuer»ach zweistündiger Tät'-ckeit durch starkes Wassergeben niederzukämpfen. 119. Abtetlong. Lichtenberg. Die Genossinnen, die an der Konferenz teilnehmen, tresten sich Sonntag oormütag zwischeir 9.15 und 9.30 Uhr vor dem Eingang von Werch-iin, Leipziger Platz. Der Drauerelarbeiterstreik beendet. In der Funttionärversammlung der Braueretarbeiter, die heut« narmittag im Kewerkschastshaus tagte, gab Genosse H o d a p p vom Verband der Lebensmittel- und Getränkearbeiter zunächst einen Bericht über die gestrigen Verhandlungen vor dem Schlichter, die zur Verbindlichkeilserklärung des am Dienstag gefällten Schieds- fpruches führten. Cr stellte fest, doh der Kampf von den Streikenden in mustergültiger Geschlossenheit geführt wurde und knüpfte daran die Hoffnung, daß auch in Zukunft alle Bewegungen mit der gleichen Geschlossenheit geführt werden mögen. Die ziemlich aussührliche Debatte wurde vornehmlich von An- hängern der sogenannten„Opposition"' bestritten.»„ 20., 21., 22., 24. Di« Wupper. 17. Florian Geyer. IS. Amph'- treon. 1»., 23. Peer Gynt.- Schillrr.Theatrr: l«., IS., 20., 21., W., 23. Flüif yon ber Jazzband. 17. Di« Journalisten. IS. Prinz Friedrich von Homburg. 24. Musik.— Tratsche« Theater:?i» 17. Troilu» und Eresiida. Tb IS. Doro- thea Angermann.— Kammerspiel«: Ihr Mann.— Die KomSbie: Zinsen. Zlachtnorstcllnng: Resson-Revue Di« Lichter von Berlin.— Theater am Mellen. harsplah: Hoppla, wir leben!— Theater i» der Köaiggräher Strah«: Die Schwester.— Somödienhaa«: Holuspotus.— Große» Säiauspielhau«: Der Milad».— Theater de, Weste»»: Sine Frau von Format.— Kamlsche vp«r: Alle» nackt.— Deutsch«, ttitnstler.Zheater: Justiz.— Lastspielh»»»: Filmromantik.— Leffiag-Theat«»: Schinderhannne,.— Theater am tturftrstcn- dämm: Höhensonne. 22.: Stachtvoesiellung(10% Uhr): Da» bist du.— Triana«. Theatrr: Frau Präsidentin.— lltesideaz.Theater: Der Leidkutscher de« Frille. ricu» Rex.— Theater ia der Kammandaatenpraß«! Der Rrgimcnts-Papa.— Berliner Theater: Leoni«.— Reue, Theater am 8«»: Di« lustigen Thema- Komödien.— Di« Tribüne: Spiel im Schloß.-»enaigonee-Theater: Giovanni und Tnnabella.— Wolhallo-Theater: Am Rüdesheimrr Schloß steht eine Linde. — Rose-Thcoter: Die Maschinenbauer von Berlin.— Tafino-Theoter: Di« Paula vom Metropol.— Theater i» der Klosterstraßr: IS., 22., 23. Jüdische ...... j. � jtahalc und Liebe.— Schloß- - Theater i» der Lüß-wstraße: Galante _______________________ Bann und wo!—«iatergarten: Variete. — Sealai Internationaleo Variete.— ZI«!ch»hallea»Theat«r! E:ettiner Sänger. — Theater am Kottdvsiee Tor: Slite-Sänger. Ztachmittagoreraaftaltaag«». Volkobiha«. Theater am Bülomplaß: lS., 23. Sin Sommernachtotraum. Thrate» am Schisfbaaerdamm: 1«., 23. Searge Dandin.— Schiller-Ihe-ter: 22., 23. Prinz Friedrich von Som- bürg.— Große« Schauspiel hau»: l«.. 23. Der Mikado.- Thea«»« am«ae- fürfteada»»: 21., 2S„ 23. Hau» im GIllck.- Trionoa-Iheatcr: II. Mar und Moria.— lltesideaz-Theater: IS.. 22.. 23, Schneeweißchen und Rosenrot.— Zhearcr>» der Kommaallaatenfteaße! II., 2S. Di« Javanische Vupp».— Reue, Theater am Soa: II.. 1»., 23.«indermärchrnvorstelluttg.-«alhalla-Theater: 18. Die Punpense».—«ose-Theater: 22., 23. Hänsel und Gretel- Theatr, ia de««losterstraße: 10., A„ 23. Rotkäppchen- Schlosipark-Theater Steglitz: II. Anneliese von Drsiau.— Theater>m Sbintabpalaft: II-, 23. Wann und wol— Seal«: 10., 22., 2». Jnteenalianale» Bar, et».—»eichahalen.Thcater: 10.. 23. Siettiner Siwher.— Theata» am Kottdassr,«or: 10„ 23.«lite�änger. rtllch für Pallttk: De.«»rt«irtschaft:». Kllagelhätr,; aftodeweguna: Fr. Gtztar»! Feuilleton Dr. Joh» Schitowoti: Lokair«: onstigeo:' Fr,»«arftitht: Anzeigen: Th.«lock«! sämtlich in Berlin. Lerantwortllch Gewcrkschaftebei. and Sonstig»»:_— ,,-----.._-_..—------------.---------. Verlag: Borwärto-Verlo»«. m. h H„ Berlin. 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