Mbenöausgabe Nr. 501 ♦ 44. �ahrgaog Ausgabe S Nr. 244 K in btt Marxenau-aab« enQtttiea ■ctaMaa: SD. M. Cln»cn|tca(|«» ?«nspr»ch«r: VSohoss 292— 292 M.-1f Sejlaftmaftal Scclla Vevlinev Volksblerkk (10 Pfennig) Sonnabenü 22. Oktober 1�27 Verla« und SutetscaatttUaM: ««schiiftszait 8W bt« 8 Uhr Occtegct: vor« Sri»- Verlag GmbH. Verl!» OD. 99. e>»b«,stralz» 9 ?«r»sprecher, VSnhaff 292— 292 Zei\trn\ovgan der Sozialdemohrati fchen Partei Deutfcblands Ver Reichstag will Serien. Die sozialdemokratische Ttreikinterpellation abgesetzt. Kleine Vorlagen. Vor dem Zusammentritt des Plenums war heute der Acltestenrat des Reichstags beisammen, um sich mit der Geschäftslage des Hauses zu beschästigen. Er wird dem Plenum vorschlagen, sich heute bis zum 22. November zu vertagen. Bis dahin sollen die Ausschüsse Zeit zur Vorberatung der inzwischen in erster Lesung erledigten Gesetzentwürfe tagen, also der Schuloorlage, der Bcamtenbesoldungsordnung und die Novelle zum Versorgungsgefetz. Die Tagesordnung der Sitzung am 22. November soll dem Präsi- denten überlaflen bleiben. Es soll dann bis zum 20. Dezember ohnr Unterbrechung durchgetagt werden, in dieser Zeit soll auch die erste Lesung des Etats erledigt werden. Die Plenarsitzung des Reichstages begann um 12 Uhr. Zuerst wurden ohne Debatte in allen drei Lesungen oerabschiedet: ein Gesetz- cntwurf über die Mündelsicherheit von Wertpapieren und Forderungen, ein internationales Uedereinkommen über die Krankenversicherung der Arbeitnehmer in Gewerbe und Handel und der Hausgehllsen, sowie über die Krankenversicherung der Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, und schliehlich«ine van sämtlichen Parteien eingebrachte Novelle zur Abänderung des Ge- setz« über die Beschäftigung vor und nach der Nieder« k u n f t. Dann führte da» Haus die erste Beratung der Novell« zur Ab- änderung des Reichsoersorgungsgcsetzes zu Ende. Abg. weber-Düsieldorf(Komm.) wünschte ein« grötzere Derück- sichtigung der Ansprüche der Kriegsbeschädigten bei der Lieferung von Kärpcrersotzstücken, eine Besserung der Hellanstaltspflege und ein« wesentlich größere Erhöhung der Grundrenten. Damit ist die Aussprache beendet. Di« Vorlage geht an den Ausschuß. Nunmehr sollen die Interpellationen der Sozial- de m 0 k r a t e n und der Kommunisten über den Streik im Braun- kohlenbergbau folgen. Dazu ergreift dos Wort Äeichsarbeitsminister Dr. Brauns: Wie Sie wissen, ist gestern der Schiedsspruch gefällt worden. Wir erwarten in den nächsten Stunden die Mitteilung der beiden Parteien, ob sie den Schiedsspruch annehmen oder nicht. Falls nicht beide Parteien annehmen, werde ich noch heute über die Frage der V e r b i n d> i ch k e i t s e"r k l ä r u n g entscheiden..Aus der Tat- (och, daß sich beide streitenden Parteien über die Einzelheiten einer ercntuellen Wiederaufnahme der Arbeit am Montag freiwillig ge- einigt haben, darf man wohl den Schluß ziehen, daß auf beiden Seilen der Wunsch und di« Hoffnung ans Wiederaufnahme der Arbeit am Montag besteht. Abg. Dr. Scholz(D. Vp.i beantragt Absetzung dieser. Gegenstandes von der Tagesordnung, da nun feine Erörterung aus allgemeinen Gründen verfehlt sein würde. Abg. wel»(Soz.): Der Ricsenkompf d«r Braunkvhlenbergarbeitcr ist mit solcher Ruhe und solcher Tatkraft ohne irgendwelche Ausschrei- tunzen(Oho, rechts) geführt worden, daß er an sich einer Unter- stjitzung durch Reden im Reichstag nicht bedürfe. Aber nichtsdefto- weniger wäre es sehr gut gewesen, ivenn die Führer des Berg- orbcitcroerbondes, die unserer Fraktion angehören, vor dem ganzen Volke dargelegt hätten, welch« Gründe diese noch nicht dagewesene Geschlossenheit und diesen vorbildlich geord- nelen Kampf der Bergorbeiter hervorgerufen Hab«. Auch die Ver- logcnhcit eines großen Teiles der bürgerlichen Presse müßte hier festgestellt werden. Wir stimmen deshalb gegen den An- trag Scholz, und werden die Anträge der Kommunisten insoweit unterstützen, daß wir für ihr« Beratung stimmen! unsere Stellung zu diesen Anträgen selbst werden wir in der Debatte zum Ausdruck bringen. lBeifall links.) Zlbg. Stöhr(Natsvz.) spricht gleichfalls gegen den Antrag Scholz. Der Arbeitsminister selbst werde sich dwh nicht oerhehlen können, daß ein wirklicher Friede ick Braunkohlenbergbau durch diesen Schiedsspruch nicht hergestellt werden könne. Abg. Koenen(Komm.) protestiert gegen diesen Antrag, der den Reichstag wie Schulbuben behandle. Man müsse vom Wirtschasts- minister hören, ob die Kosten dieses Schondspruchs wirklich der Bevölkerung durch eine Brikettoerteuerung aufgelostel werden sollen. Die Regierungsparteien seien zu feige, um Stellung zu nehmen. (Lärm rechts. Glocke des Präjident«».) Abrechnung mit dem Terror- gefchrei der Unternehmer und mit den Poltzeimaßnahmcu der Regie- nmgen sei unumgänglich notwendig. 'Abg. lvraese Mecklenburg(Dölk.) bedauert, daß der Reichstag nicht die Kraft Hab«, eine Aussprache über diese Angelegercheit zu ertragen. Abg. llrbahv»(Linker Komm.) oerlangt gleichfalls die Bespre. chung der sozialdemokratischen Interpellation. Präsident£56«<«llt nunmehr mit. daß die Interpellation a b- gesetzt sei, da die Regierung sie heule nicht beautworlcn»volle und die geschästsordnungsmäßige Frist noch nicht abgelaufen sei. Auf Antrag de» Abg. Scholz(D. Vp.) wirb beschlossen, auch die zu dieser Interpellation eingebrachten kommunistischen Anträge von der Tagesordnung abzusetzen. Für die Zlbsetzung stimmen mit den Re. gieruugsparteien auch die Demokraten. Die weiter auf der Tagesordnung stehend« erste Berotung de» Handelsabkommens zwischen Deutschland und Frankreich wird von der Tagesordnung a b g e s« tz t, da mehrere Fraktionen ihre Beratungen noch nicht abgeschlossen haben. Es folgt nunmehr die erste Beratung eine» Gesetzentwurfs über die Abrede zwischen der deutsche» Regierung und der Regierungs- iominissioa des Saargebiets über Angelegenheiten der Sozial»er- sichrnrng des Saargebiets. Die Sitzung dauert an, Die Unternehmer lehnen ab! Gewerkschaften schlagen Annahme des Schiedssprnchs vor.- Die Lohnerhöhung beträgt 11 V« Prozent. halle. 22. Oktober.(Eigenbericht.) heute vormittag 11 Uhr traten zunächst die Organisa- tionsleitungen der Gewerkschaften zu einer internen Beratung zusammen, um zu dem Schiedsspruch Stellung zu nehmen, der gestern abend im Beichsarbeitsministerium für den mitteldeutschen Brauntohlenbergbou gefällt wurde. Die Beratungen zogen sich bis gegen 1-Uhr hin. Es wurde festgestellt, dag die Lohnerhöhung, die infolge des Schiedsspruchs eintritt, zwar hinter der Forderung der Gewerk- fchaften erheblich zurückbleibt, aber immerhin insgesamt 11� P r o z. auf die bestehenden Löhne beträgt. Aus diesem Grunde wurde beschlossen, der Delegierten- konferenz. die um 1 Uhr zusammentritt, die Annahme des Schiedsspruchs zu empfehlen. Mit Rücksicht auf den Beschlust der Unternehmer, den Schiedsspruch abzulehnen, wird der Delegiertenkon- serenz vorgeschlagen, bis zur Entscheidung des Reichsarbeits- Ministers über die Berbindtichkeitserklärung in Per- manenz zu tagen. Auf Rachverhandlungen, die einer Berbindlichteits- erklärung vorauszugehen pflegen, haben beide Parteien ver- z i ch t e t. Lehnt der Reichsarbeitsminister die Verbindlichkeitserklärung ab. dann geht der Streik weiter. Die Entscheidung der Delegiertenkonferenz über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs steht bei Redaktion». schluh noch aus. die Unternehmer lehnen ab! halle. 22. Oktober.(WIV.) Der Arbcitgcberverband sür den Braunkohlenbergbau Hai den gestern gefällten Schiedsspruch abgelehnt. Das Schriftstück parter Gilberts. Eine Warnung.— Die Regierung verheimlicht das Schriststülk. Die Utikteilungen, dir wir heute in unserem MorgcnblatI über den Schrii» de» Reporationsogenten gegen die deutsche Finanz- polilik brachten, bestätigen sich. Die wir hören, handelt es sich dabei nicht um einen formellen Einspruch gegen die Gesetze, die der Rechtsblock jetzt vorgelegt Hot. Insbesondere ist es unsinnig, zu behaupten, daß der Reporationsagcnt die Erhöhung der Beamtengehälter verbieten wolle. Bielmehr ist die umfangreiche Denkschrift nicht» anderes als eine Fortsetzung de» letzten Zwischenberichte». den Parker Gilbert ol» Reparolionsagent erstattet hat und in dem er bereits auf die Gefahren der deutschen Finanz- Politik in ihrer Rückwirkung aus die Reparationszahlungen hingewiesen hat. In diesem Zusammenhange kritisiert er die finanziellen Wirkungen der geplanten Gesetze, insbesondere»ach der Richtung hin. daß die Länder nunmehr neue Ansprüche an den Rcichssäckel stellen. Zu einem Einspruch gegen die Beomlenbesoldung Hot der Reparolionsagenl kein Recht und er mahl sich dieses auch nichl an. Der Reichsfinanzminister Hai heute mit dem Reparalionsagcnten eine Besprechung über die in der Denkschrift angeschnittenen Fragen. Ein Ergebnis dieser Besprechung ist bis zur Stunde nicht bekannt. warum Parker Gilbert warnt. Die Situation, in der der Reparationsagent seine Warnungen erhebt, ist von der Regierung des Rechtsblockes und von ihrem Vorgänger dem Kabinett Luther-Schlicben in leichtfertiger Weise heraufbeschworen worden. Als der Deutschnationale Herr v. S ch l i e b e n Finanzministcr war, schwamm das Reich im Geld. Zunächst verwandte man diese Uebcrschüsse zu Zuwendungen an die Industrie. Dann unter dem Finanzminister Reinhold setzte der Ab- bau der Besitz st euer n ein. Unter dem Beifall der Industrie hat man die Reserven früherer Reichshaushalte durch Senkung der Besitzsteuern beseitigt, noch ehe die Frage der Beamtenbesoldung erledigt war. Erst nachdem man so durch die Kürzung der Reichsein- nahinen den Haushalt an den Rand des Defizits gebracht hat, begab man sich an die Ausarbeitung der Bcsoldungs- Novelle. Gleichzeitig aber, während die Besitzstenern gekürzt wurden, leistete man sich Verschwendungen größten Ausmaßes. Durch seine Zollpolitik hat der frühere Reichs- finanzminister v. Schlieben zunächst die R e p a r a t i o n s- v e r p f l i ch t u n g e n Deutschlands mutwillig um ö<10 Millionen Mark erhöht. Erst seinem Nachfolger R e i n h o l d gelang es, von dieser Mehrbelastung einen großen Teil herunterzuhandeln, immerhin bleibt die Tatsache bestehen, daß die deutsche Regierung durch das Verschulden des Herrn v. Schlieben ohne jeden äußeren Zwang 200 Mll- lionen Mark über den normalen Reporationsetat hinaus zu zahlen hat. Weitere Verschwendungen traten in diesem Frühjahr ein, als die Reichsregierung die B i e r ft e u e r- Überweisung zur Beruhigung süddeutscher Proteste beschloß. In der Linie dieser Berschrocndungspolitik liegt es ferner, daß die Reichsregierung die Schuloorlage einbrachte, ohne überhaupt etwas über ihre finanziellen Aus- Wirkungen sagen zu können. Für den Reparationsagenlen mußten alle diese Maßnahmen, zu denen übrigens auch das Liquidationsschädengesetz gehört, um so befremd- lichcr sein, als gleichzeitig die Klagen über die U n t r a g- barkeit der Reparationslosten auf deutsch- nationales Kommando von Tag zu Tag stärker wurden. Verfehlte Finanzpolitik. Mangel an Verantwortungs- gefühl und an Selbstdisziplin einer in sich uneinigen Re- gierung haben also zu dieser warnenden Kritik des Repara- tionsagenten geführt. Im Interesse des deutschen Volkes muß man es bedauern, daß es dahin gekommen ist. Soweit sich die Kritik des Reparationsagenten gegen die B e a m t e n- b e s o l d u n g richtet, greift sie in soziale Interessen des deutschen Volkes ein, wozu der Reparationsagent kein Recht hat. Zlber wir mußten es ja erleben, daß unter dem Beifall der Rechtsparteien und sogar der Bölkischen der Präsident der Deutschen Reichsbank die Aufnahme fremder Anleihen abgedrosselt hat, was ebenfalls zu einer Gefährdung des sozialen Lebensstandards führen muß. In seinem Be- streben, Steuern und Rcparationslastcn entgegen den Bc- stimmungen des Dawes-Vertrages auf die Schultern der breiten Volksmassen abzuwälzen, den Besitz aber zu entlasten, hat man in der Reparationspolitik einen Z i ck- z a ck k u r s getrieben, der sich jetzt an dem ganzen Volke rächt. So trägt die Reichsregierung die Verantwortung für die Konsequenzen, die sich aus dem Schritt Parker Gilberts für die zukünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik ergeben können. Einheitsfront Znüustrie- Reparationsagent. Daß die Stellung des Reparationsaaenten nicht un- beeinflußt von den Interessen des Unternehmertums erfolgt ist, dafür erleben wir gerade in dieser Stunde den schlagend- sten Beweis. Am Tage nachdem der Reparalionsagent seinen Bericht dem Finanzministerium übergeben hat, nämlich an, Freitag, faßten Präsidium und Vorstand des R e i ch s o e r- bandes der deutschen Industrie folgende Entschließung: Der Reichcoerband verkennt nicht die staatspolitische Rot- wendigkeit einer durchaus angeniesseiien Besoldung der gesamten Beamtenschaft, insbesondere auch derjenigen Beamten- kategorien, die durch eine langjährige Bcrussvorbildung große wirt- schastliche Opfer bringen mußten. Nur aus diese Weis« kann ein mustergültiges und arbeitssrsudiges Berufsbeamtentiim erhallen bleiben. Mit besonderer Sorge betrachtet der Reichsverband dabei die Lage vieler richterlicher Bcamren. Das erst jüngst bekanntgewordene Gesamtousmaß der durch die Regierungsvorlage bedingten Aufwendungen gibt jedoch vom Standpunkte der gejomlen Volkswirtschaft zu den größten Bedenken Auloh. weil die etotsmäßigc Deckung ohne schwere Erschütterungen nicht möglich erscheint. Deshalb sollt« ein« Erhöhung nur insoweit erfolgen, als die tatsächlichen Gesamtbezüge der einzelnen Beamten- kategorien hinter der allgemeinen Entwickelung zurückgeblieben sind. Di« in der Bergangenheit stattgehabten Umstufungen bedürfen bc- sonderer Prüfung. Hier sprechen also die deutschen Industrie- f ü h r e r das aus, was der Reparationsageut zur Grundlage seiner Kritik macht., Vie Regierung schweigt. Genaue Einzelheiten aus der Denkschrift sind nicht be- kannt. Es ist ein unerhörter Skandal, daß das deutsch« Volk aus der amerikanischen und der französischen Presse die dürstigsten Hinweise auf den Hinweis der Denkschrift empfangen muß. Das deutsche Volk wird von einer solchen Kritik betroffen. Die Regierung des deutschen Volkes schweigt. Sie läßt allen Mutmaßungen den größten Spielraum. � die Hetze gegen Wien. Ter„Loral-Anzeiger" schwindelt weiter. Das Hugenberg-Vlatt glaubt auf die rasche Widerlegung, die letzhin seine Wiener Schwindelmeldung gegen die Wohnungsbau- Politik der sozialistischen Stadtverwaltung durch unsere Berössent- lichung erfahren hat, mit neuen Korruptionsbeschuldigungen ant- warten zu sollen. Wir begnügen uns mit einer punktweisen Er- widerung:* 1. Der Schaden bei Bausandlieferungen beträgt nicht 290 000, sondern nach amtlicher Erklärung im Gemeinde- rat— 10000 Schilling! 2. Der Betrüger Haas fitzt in Haft und ist seiner Stellung sofort enthoben worden. 3. Gemeinderat I s e r ist nicht Obmann des Technischen Ausschusses, das ist vielmehr Gemeinderat Schmidt. 4. Die Erneuerung und Auswechslung schlechter Par- kettsußböden ist nur in einem geringen Teil der Te- meindewohnungen erforderlich und kostet auch nicht an- nähernd 16 Millionen Schilling, wie der„Üokal-Anzeiger" be- hauptet. 5. Bauschäden sind nicht infolge schlechter Ziegel aufgetreten: es ist lediglich nach dem noch unvollendeten Wohnungsbau in Heilioenstadt auf angeschwemmtem Boden der Donauniedcrung eine Bodensenkung eingetreten, der durch Berstärkung der Fundomente entgegengetreten wird. Die Gemeinde läßt den gesainten dortigen Baugrund durch Profssior S a l i g e r von der Technischen Hochschule, der eine international anerkannte Autorität ist, genau untersuchen. Räch dem bis fetzt erzielten Befund dürfte die notwendig« Befestigung des Baues möglich fein und ge- lingen. Solle das nicht möglich fein, so würde die den Bau aus- führende Pnoatuntcrnehmung schadenersatzpflichtig sein. Nicht ein einziger Gcnieindebau wird bezogen, ehe die Benutzung nicht durch die behördliche Bau- kam miffion freigegeben ist. An den bereiis fertigen und bewohnten Geineindebauten mit ihren etwa 26 000 Woh- nungen ist nicht der geringste Bauschaden aufgetreten. Bodensenkungen kommen in der ganzen Welt vor, nian kann sie nicht voraussehen. 6. Es ist unwahr, daß falsche Behaupiungen von der Wiener Gemeinde nicht berichtigt werden. Im Gegenteil geht die Stadt- Verwaltung unausgesetzt mit Berichtigungen vor, und wenn ihre Aufnahme verweigert wird, bringt sie die Klage ein. So ist soeben erst das Sozialistenverleumdungsblatt„Freiheit" des Erpressers Weiß wegen Richtaufnahnie einer städtischen Be- richtigung zu 100 Schilling Geldstras», den Kosten und zum Abdruck der Berichtigung in der gesetzlich vorgeschriebenen Weise verurteitt worden. Diesen Mitteilungen fügt unser Wiener Korrespondent noch hin- zu, daß die Heiligenstädter Bodensenkung am Freitag durch eine Extraausgabe der christlichsyzialsn„Reichspost" austrompetet worden, aber ichon gestern abend im Gemeinderat vollkommen befriedigend aufgeklärt und besprochen worden ist: aber das katholisch-llerikale Hauplorgan ist offenbar dem evangelisch-jüdischen„Lokal-Anzeiger" als Quelle gerade recht. pilsuüskis„letzter versuch'". Ter nach Hanse geschickte Sejm soll doch wieder zusammenbervfen werden! Warschau. 22. Oktober. Aus der gestrigen Ministerratssitzung wurde dem osfiziöscn„Glos Prarvdy" zufolge beschlossen, eine ordentliche Scjmsession für die ersten Tage des November einzuberufen und ihr den Budgctvov» anschlug für 1928/20 vorzulegen. Dieser lautet auf 2270 Mill. Zloty und w-'d gegenwärtig beschleunigt fertiggestellt. Ein derartiger Ver- such der Zusammenarbeit mit dem Parlament, nachdem es soeben erst brüskiert worden ist, wird dadurch begründet, daß mangels Zu- ftandekommens eines ordnungsmäßigen Budgets vor dem 1. April 1928 die Regierung verfassungsgemäß an den Rahmen des alten Budgets gebunden bliebe. Immerhin wird das Schicksal auch der ordentlichen Tagung im allgemeinen skeptisch beurteilt. Die ossiziöse „Epoka" erklärt, die Budgetsession werde„den letzten Versuch" mit diesem Parlament bilden, das Parlament werd« die Gelegenheit Der Einheitsöeutsche. von Jonathan. Er ist an jedem Stammtisch zu treffen. Sobald ihm dos dritte Liler die Zuge gelöst hat, schimpft er auf das„deutsche Erbübel". Das Erbübel ist natürlich die nationale Zerrisienheit, die traditionell« deutsche Zwietracht. Ihr stößt er— ein zweiter Florian Geyer— den Maßkrug mitten ins Herz. Der Einheitsdeuische ist ein wackerer Patriot. Hört man ihn reden, so ist man gewiß, daß er sein Herzblut literweise für Einigkeit und Recht und Freiheit verspritzen möchte. Nur... Nur in der Praxis, da hapert«s. Macht nämlich wirklich jemand einen Vorschlag, der ans dem Weg« zur deutschen Einheit einen Schritt vorwärts bedeutet, dann gerät der Einheitsdentfche vor Zorn außer Rand und Band. Dann wachsen ihm die„Abers" und.Ledochs" wie Pilze nach dem Sommerregen. Gewiß, das Erbübel der Zwietracht muß beseitigt werden. Was ist der deutlichst« Ausdruck dieses Erbübels'/ Die Zersplitterung Deutschland» in so und so viel einzelne Staaten. Also sort mit den Urberresten der Uneinigkeit, fort mit den 17 größeren und Neineren Bakcrländern zugunsten eine» einigen deutschen Reiche»? O, nein! Da» ist öder Unitarismus, mechanistische Gleichmacherei, Ausgeburt inarxistischer Denkweise. Gewiß, das Erbübel der Zwielrach« muß beseitigt werden. Aber andererseits verlangt die völkische Eigenart von Schaumburg-Lippe, verlangt das speziell« Waldeck-Arolsensche Heimalsgejühl volle Berücksichligung. Stärkung der Reichsdesug- niste? Sleuerobechoheit des Reiches? Das wäre Aushöhlung der Länder. Und so etwas duldet das Gemüt des Einheitsdeulschen nicht. Denn er bekämpst in erster Linie die geistige Zerrissenheit. Deswegen ist er ein erbitterter Gegner der staatlichen Einheitsschule. Di« konfessionellen Eigenarten müssen natürlich berücksichtigt werden. Mindestens fünf verschiedene Schultypen braucht der Einheitsdeutsche zur Befriedigung seines Einheitsgefühls: evangelische, katholische, Gemeinschaftsschule, Weltanschouungsschule und weltlich« Schule. Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz! Inkonsequenz?— O, nein: nicht in den Niederungen des oll- täglichen Daseins, im Geistig-Symbolifchen muß die deutsche Einheit errungen werden. Deshalb wäre die schwarzrotgoldene Reichsflaggc als äußeres Symbol der deutschen Einheit zu verehren? Abermals nein! Wie könnte dem Einheitsdeutschen«ine einzig« Fahne ge- nügen. Er verlangt„daneben" auch die nötige Beachtung für die Farben der Vergangenheit, sein Herz schwelgt im Flaggenkompromih. Er sieht sein Emheltsstreben erst befriedigt, wenn neben der ver- fastungsmößigen Flagg« des Deutschen Reiches noch mindestens die Handeksflagzc mit der Gösch, die schwarzweißrote Fahne ohne Gösch, die Kriegs! legge, die Landesslagz«, die Stadtflogge und die Hotel- sahne gehißt werden. ' haben, den Siaaishatishalt von sich aus zu verabschieden. Jeder Aersuch, politisch« Wünsche durchzudrücken, würde aber verhindert werden. Hethlen als Schwinüler. Der tschechische Unterrichtsminister straft ihn Lugen. Paris, 22. Oktober. Der gegenwärtig in Paris weilende tschechoslowakische Unterrichtsminister Hodza äußerte sich gegenüber einem Bertretcr des„Petit Parisien", daß er sich zu seinem Bedauern genötigt sehe, die Angaben des ungarischen Mini st erpräsidenten Grafen Bethlen über Verhandlungen wegen einer Grenzrevision zu dementieren. Derartige Verhandlungen hätten niemals stattgefunden. Es wäre absurd gewesen, im November 1918 über derartige Dinge zu sprechen. Er, Hodza, sei damals in omt- lichcm Austrage in Budapest gewesen, um mit Karolyi über die Zurückziehung der ungarischen Truppen zu ver- handeln, die die Slowakei besetzt hielten. Zur Erörterung habe lediglich die Linie gestanden, auf die sich die Truppen zurückziehen sollten. Es sei bedauerlich, daß ein Staatsmann wie Graf Bethlen sich aus polltischen Gründen verleiten laste, Verhandlungen einen Charakter zu geben, den sie nicht besesten hätten. Ein Techniker als Sotfchafier. DowgalewskiS Laufbahn. Moskau, 22. Oktober. Der neu« Sowjeibotschafter in Paris, Balerian Dowgalewsti, ist 1883 geboren. 1913 erwarb er in Toulouse das Diplom als Elektroingenieur. Di« letzten Jahre vor der Revolution war er in Paris in einer großen clektroiechnischen Firma tätig. 1917 kehrte er noch Rußland zurück und bekleidet« ein« Reihe verant- wortungsvoller Posten in verschiedenen Städten. 1921 wurde er zum Bolkskommissar für Post und Telegraphenwesen er- nannt. Sein« Diplomotenloufbahn begann mit seiner Ernennung zum Sowjetgesandten in Schweden. Im Februar 1927 wurde er als Botschafter in Japan ernannt. Der petljura-Prozeß üehnt sich aus. Ueber IL« Zeugen zu vernehmen. pari», 22. Ottober. Der Prozeß gegen den Mörder des ukrainischen Hetmanns P e t l j u r a nimmt größeres Ausmaß an, als das Gericht Ursprung- lich angenommen hatte. Die Verhandlungen, mit deren Abschluß man am Sonnabend rechnete, werden bis weit in die nächst« Woche hineinreichen. Der Nebenkläger hat die Ladung von picht weniger als 33 Zeugen verlangt, während die Verteidigung auf der Der- nehmung von sogar 92 Zeugen besteht. Mesopotamien will in öen völteebunü. König Aeisel verhandelt mit London. London, 22. Oktober. Dem König Feisal vom Irokstaat wurde eine Reihe von offiziellen Besuchen abgestattet, darunter von Sir Austen Chamber- lain. Am Sonntag ist der König Gast von Ormsby-Gore, dem Kolonialminister. Am Dienstag beginnen die eigentlichen Berhand- lungen über die englisch-irakischen Beziehungen. König Feisal ließ «ine Erklärung oeröffentlichen, wonach die Entwicklung des Irak- staates dergestalt ist, daß eine Revision der Verträge not- wendig wird. Die Vertreter des Jrakstaates glauben, daß sie die Stabilität der dortigen Verhältnisse nachweisen können und daß daher ihr Staat in der Lage sei, dem Völkerbund bei- zutreten. Die Frage der Wehrpflicht habe mit den Ver- Handlungen nichts zu tun, da sie eine innere Angelegenheit des Irakstaates sei, wofür das Parlament und die Regierung des Irak zuständig wären. Aber selbstverständlich bleibt die deutsche Zwietracht dos Erb- übel, für dessen Ueberwindung er kämpft. Nur die Leute kann er nicht ausstehen, die praktisch für die deutsche Einheit etwas tun wollen, durch Einheitsstaat, Einheitsschule, Einheitsflagge. Sie sind Verräter des Einheitstraums, Verräter seines Idcalismusl Denn Idealismus bedeutet ihm: immer davon schwätzen und nie danach handeln. Das grüne Kleid. von Walkher Appell. Sie werden dos wenig schön von mir finden, und wahrscheinlich ist es auch wirklich nicht schön von mir: ich schlafe abends ein mit dem Wunsche»ird wache morgens auf mit dem gleiche», heißen Wunsche, daß das neu« Kleid einer jungen Frau, die auf unserer Straße wohnt, recht bald Form und Farbe verlieren, recht bald abgetragen und un- scheinbar sein,— ja, daß es dünn und fadenscheinig und brüchig werden und eines, hoffentlich nahen Tackes zerreißen möge. Das ist mein sehnlichster Wunsch. Und dabei hat die junge Frau mich in keiner Weise gekränkt oder mir etwas zuleide getan, ivofür ich auf diese Weis« eine kindlich« Rache könnt« haben wollen Sondern, im Gegenteil, die junge Frau, die eine nette junge Frau, mir aber nicht näher�ats vom Sehen bekannt ist,— die hat mir eigenttich immer nur Freud« gemacht. Unbeabsichtigt und unbewußt, selbstoerständ- lich, aber dos gehl ja wohl jedem so. daß er in seiner Nachbar- schast ein Wesen hat, das er gern sieht, das er bei passender Gelegen- heit persönlich kennenlernen möchte, um ihm manches Güte und Schöne und Liebe zu sagen. Sie können mir glauben, wie sehr das mit dem Kleid mich selber drückt und wie ich geradezu darunter leide, so oft ich die junge nette Frau, der ich so gern Gute, sagen und tun möchte, nur sehe... ohne daß ich es doch irgendwie ändern könnte. Denn die Sache hängt so zusammen: Das Kleid, das ein grünes Kteid ist, war im Schauienster eines Modenhauses ausgestellt.„Dos könnte mir gefallen," sagte meine Frau,„bitte, kauf es mir!"„Mir gesällt es, tagte ich wahrheits- gemäß,„nicht so gut wie jenes lila-braun-gestrcifie da hinten."„Aber ich möchte gern das grüne. Es würde mich sicherlich gut kleiden." Wodurch mein Widerspruch nur noch gestigert wurde. Ich kann nicht dafür, daß ich so bin... aber ich bin nun einmal so. Kein» der vielen Argumente meiner unermüdlich redenden Frau tonnt« mich umstimmen, moderner Schnitt, Indanthren. Kostenpunkt und was sonst noch war mir so einerlei wie die Mcndtrater und der Andro- meda-Nebel. Fest stand für mich nur, daß das grüne Kleid nicht gekaust werden würde. Jedes andere, ober das grüne nicht. Um aber die tagelang immer wiederholt« Bitte doch nicht rund heraus und schroff abzuschlagen, sagte ich einmal mit sehr ernster Miene: „Ich Hobe mir heute das grüne Kleid im Schaufenster nochmals sehr lange und sehr genau angesehen. Und Hab.? auch einen zu- fällig vorbeigehenden Bekannten, der Fachmann isi, um sein: Mci- nung befragt. Er hat mir in allen Punkten Recht gegeben und dringend abgeraten. Di« Machort sei Blust, der Stoff tauge nichts. und auf die Farbe war« erst recht lest» Verlaß." Ob meine Frau dos Cr bleibt in öer Dranche. Teutschnt/tionaler Generalsekretär wird Pferde- Händler. Schon seit längerer Zeit trieb in Hannover der dortige Gene» rolsekretär der Deutschnationalen Volkspartci namens Hensel in Gastwirtschaften und öjfcntlichen Lokalen ein« Hetzpropaganda, die jeden vernunftigen Menschen zur Empörung bringen mußte. Er bezeichnete sämtliche Reichsbannerangehörige als Feig- linge vor dem Feinde und als Marodeur« und behauptete, die meisten von ihnen wären„desertiert". Dagegen nannte er Wil- Helm II. den größten Kriegshelden der Weltgeschichte, dem allein es in der Zukunft möglich sein würde, Deutschland wieder zur Welt- macht zu bringen. Neuerdings hat Generalsekretär Hensel politisch« Stoatsvereine gegründet und sich als deutjchnationcrfer Parteihäuptling dadurch her- vorgeton, daß er den Außenminister Dr. Strelemann als den größten Lumpe» Deutschlands bezeichnete, was durch den Hannoverschen„Volkswillen" aufgedeckt wurde und durch mehrere Zeugen zu belegen ist, die bereit sind, ihre Wahrnehmungen aus ihren Eid zu nehmen. Hensel bezeichnete Stresemann weiter als Vaterlandsverräter, der erschossen werden müßte. Außen- dem zieh Hensel Stresemann der Bestechlichkeit. Dabei ist er offenbar in die Zwickmühle gekommen, denn die Angehörigen der Deutschen Bolkspartei in Hannover wollten sich diese Beleidigung ihres höchsten Parteichefs nicht ge- fallen lasten und unternahmen die notwendigen Schritte, um den deutschnationalen Sekretär zur Rechenschaft zu ziehen. Die Deutsch- nationale Volkspartei hat daraufhin Herrn Hensel aus seiner Stellung entlassen. Auch sie hat sich zu der Austastung durch- gerungen, daß Hensel über dos sonst bei den Deutschnationalen üb- liche Maß hinausgegangen ist. Wie der„Volkswille" meldet, hat der ehemalige deulschnationale Parteigeneral jetzt einen Pferde- Handel angefangen. Solcher Pferdehondel ist nicht ohne.-Seitdem die deutschnatio- nalen„Hamburger Nachrichten" die Kenntnis galizischer Pf«rdc- Handelsmethoden als erste Voraussetzung deutschnafionaler Staats- mannschaft bezeichnet haben, kann Herr Hensel leicht vom Pferde- Händler zum deustchnafionalen Minister avancieren. Deutsch-öfterreZchische Rechtsgemeinschast. Am Sonntag, dem 23. Oktober 1927. findet in Berlin eine Besprechung von Bertretern des österreichischen Nationalrechts und des Deutschen Reichstags über die Strasgesetzreform statt. An dieser Besprechung nehmen teil: als Vertreter der österreichischen Volksvertretung der frühere Innenminister Dr. W a b e r, Dr. R i n t e l e n und Genosse Dr. E i s l e r. als Vertreter des Deutschen Reichstags die Abg. Kahl, Emminger und Genosse Kurt Rosenseld. Es dürfte das erstemal sein, daß direkt« Berhand lungen von Parlament zu Parlament zwischen Deutschland und Deutschösierreich stattfinden. Zm Auswärfiqen Aueschuß d« Reichstags wurde die Diskussion über die Genier Lerhandlungcn fortgesetzt. Die Besprechungen, an denen sich auch der Reichsminister de» Auswärtigen Dr. Stresemann wiederholt beteiligte, konnten jedoch wegen der vorgerückten Zeit nicht zu End« geführt werden und werden daher am kommenden Montag fortgeführt. 3m vudapesler Kommunistenprozeß ist bisher noch jedem der massenhaft Angeklagten schließlich das Wort entzogen worden: ireilich hatten sie vorher geschildert, wie b e st i a l i s ch die Horthq- Polizei sie m'ßhandelt hat.— Der Poriser Rechtsarnucilt und Stadtverordnete B o ist im Avstrage der sranzösischen Liga der Men- schenrechie in Budapest eingctrosscn und hat den Gerichtspräsidenten wegen der Mißhandlungen befragt. Die Unwelterschäden in Preußen. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages schloß die Erörterungen über die Unwetter- schäden in Preußen ab und beschloß, das Staatsmimstennm zu ersuchen, zur Behebung der Schäden und zur Linderung der Be- trossenen ausreichende Mittel zu Notsrandsunterstützun- gen usw. bereitzustellen. geolcuibt hat, weiß ich nicht. Ihre Bitte hat sie jedenfalls nicht mehr wiederholt. Noch einer Woche aber, oder etwas früher oder etwas später, kam sie und sagte:„Denk nur, die nette junge Frau, du weißt schon, die hat sich das grün« Kleid gekaust."„So," sogt« ich reserviert— da fuhr sie auch schon sort:„Nun werden wir ja sehen..." Wie mir schien, gor nicht ironisch oder triumphierend, sondern ganz ein- fach, wie man das so sagt: nun werden wir ja sehen... Dennoch aber, verehrte Leserschaft: Begreifen sie, und verzeihen sie noch dieser Darlegung des Sachverhalts nieinen heimtückischen Wunsch?_ Eine Rlärchenrcvue. Marcellus Schiff er, Bsrsaster wir- kungsooller Miniaturrevuen, hat jetzt auch den Kindern eine Revue geschenkt,„Hans im Glück". Sie hat von ihm Stil und Witz auf ihren sicherlich erfolgreichen Lebensweg mitbekommen. Mit einem Minimum an Krtlistenaufwatü) und Requisiten sind die vier- zehn wirksamen, lustigen Bilderbuchbilder geschossen, die in der Nachmittagsvorstellung im Theater am Kurfür st endamm von Kindern und Erwachsenen bejubelt wurden. Die primitive Art der ganzen Schisser-Reouen kommt dieser besonders zugute: denn die Einfachheit, mit der der Stoff behandelt und reoucmäßig zurechtgemacht wurde, ist Schisser natürlich. Keiner der Revuegestalten ist die Naivität zum Zwecke thier Verkindlichung ausgeklebt worden, sondern Schisier hat gleichsam die Menschen solange sacht und vor- sichtig geschält, bis die Naivität �von innen her durchleuchtet. Diese Echtheit spüren die Kinder, nid an dieser Echtheit freuen sie sich. 'Auch ionst hatle man die kindlichen Zuschauer vernlinftigerwest: sehr ernst genommen. Die besten Darsteller der Taggcr-Bühne waren sär sie atiiaedoten worden: Hans Dette, Elisabeth Neu- man», Martin K o s I e ck. A l e x c> v. T o r« n s t y, Else Ehser u. a. Zahlreiche Tänze wurden anmutig von der begabten Ilse A i g d o r vorgesührl. Die Musik hatte Paul Strasser der Revue wirkungsvoll angepaßt. Sie wurde rnisgesührt von Wein- t r a u b s Synkopators. die wirklich für ihren innsikalischcn Hmnor einen Platz in der Unsterblichkeit verdienen. Die Musiker holten sich denn auch von ihren kleinen Zuschauern noch einen Ertra- beifall, der in dem jubelnden Ruf:„Noch mal. noch mal!" gipfelte. T e s. ErstavsiShravge« der wockie. Alost. Rose-TS.:.ESarley» Zarte'. De»« erst. D o l k« b ü b n«:.Peer Eynl". Oper am Platz der RevaSltk:„Doktor Kauft'. Tb. in der.»oniagrätzcr Str.: Gustav III'. Tb. am K ur s ü r st en d a m m:„Die S-se".— Zreil. Kammer spiele:.Mnya". Nene» Tb. am Zoo:„Die Hotel- la'te". T b. i n der K o m m a» d n n t e n s> r.:„Schön seh'n wir au»". — 5l)l) Personen fassen wird, will die Stadt ein In Berlin schon längst empfundenes Bedürfnis nach großen Tagungsräumen befriedigen. Auch soll die Halle als Konzert- haus ausgebaut werden, so daß hier«ine Stätte für große Musik- aussührungen geschaffen wird. Mehrere kleine Sitzungsräume für 30 bis 100 Personen werden der Halle beigegeben. Die Leistungen der Stadt sollen abgegolten werden durch ein« Beteiligung mit 80 Proz. an den gesamten Bruttoeinnahmen aus Eintrittsgeldern der L a u a u s st e ll u n g. Der Mogistrat legt jetzt den Stadtverordneten den Entwurf des Ber- träges zur Genehmigung vor. Eisenbahnunglück auf üer tzeiüekrautbahn. Vier Wagen entgleist.— 22 Verletzte. Auf der Reinickendorf- Liebenwalder klein- bahn, der sogenannten„heidekroulbahn", ereignete sich heute früh gegen g Ahr ein folgenschwerer Zusammenstoß zweier Personenzüge, vier Wagen wurden umgeworfen und stark beschädigt. 22 Reisende, zum großen Teil Siedler an der Lieben- walder bzw. Groß- Schönebecker Strecke, trugen mehr oder minder schwere Verletzungen davon. Folgende Einzelheilen werden zu dem Unglück, das erste, da» sich seit rund 2S Dohren in diesem Ausmaß aus der Liebenwalder Kleinbahn ereignet hat, mitgeteilt: Di« Kleinbahn wird auf der ganzen Strecke eingleisig be- trieben. Nur kurz vor und hinter den Stationen ist der Betrieb mehrgleisig, damit die zu gleicher Zeit aus entgegengesetzten Rich- tungen kommenden Züge an einander vorbei können. Heut« srüh herrschte in dem Wald- und Wiesengelände zu beiden Seiten der Bahn dichter Nebel, und man konnte kaum aus acht bis zehn Meter sehen. Um 8,57 Uhr lief der aus Reinickendors-Rosenthal kommende Personenzug Nr. 2 in Schönwalde ein. Im selben Augenblick hatte auch der aus Richtung Basdorf kommende Personenzug N r. 3 den Bahnhof erreicht. Aus bisher noch ungeklärter Ursache kannte der Zugführer des Basdorfer Zuges seine Maschine nicht zum Halten bringe>» und fuhr dem BerlinerPer- scnenzug in die Flanke. Bier Wagen 3. und 2. Klasse wurden äuo den Schienen gehoben und stürzten um. Das Bahn- und Zugpersonal, soweit es bei dem Zusammenstoß nicht selbst verletzt wurde, machte siH mit HUfe von Reisenden an das Rettungswert. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit konntm 22 Verunglückte ge- borgen werden. Inzwischen trafen an der Unfallstelle aus Mühlenbeck und Schönwalde zwei Acrzte ein, die den Verletzten die erste Hilfe leisteten. Bon der Direktion der Kleinbahn wurden bei Bekanntwerden des Unglücks sofort zwei Hilsszüge nach Schönwalde entsandt. Zum Glück stellten sich die Folgen als nicht ganz so schwer heraus, wie«s zuerst den Anschein hatte. 18 Per- soncn kamen mit leichten Verletzungen davon, vier dagegen mußten in schwerverletztem Zustande in das Krankenhaus übergeführt werden. Die Strecke war in beiden Richtungen gesperrt. In den Mittagsstunden konnte der Betrieb durch Pendelverkehr wieder auf- genommen werden. Der Unfall hat unter den zahlreichen Siedlern größte Aufregung verursacht, da die Forderung nach«wem Ausbau dieser Bahnlinie und Einbeziehung in den Vorortverkehr bisher immer vergeblich gestellt wurde. Die Folterkammer öer Werkstoffe. Eröffnung der Werkstoffschau am Kaiserdamm. Ein gekränkter Mime. Wilhelm, unser Imperator, Zornentbrannt zum Schwerte greift, Denn ihn wurmt, daß der Piscator Höchstihn auf die Buhn« schleift. Rasch von seinen Rechtsanwälten Siebert und W. Löwenseld (Ohne Juden geht es selten) Ward ein Schreiben hergestellt: ..Rechtsverletzung offenkundig Ist d«s Kaisers Bühnenbild, Da derselbe noch labundig Und zu dulden nicht gewillt, Daß sein Abbild über Bretter, Die die Welt bedeuten, trabt." lSolchcr Bretter, deucht mich, hätt' er Vor d«m Kopse einst gehabt.) Doch als Lehre folgt: Erkühne Dich den darzustellen nie,* Der schon von der Wellenbühne Abgetreten ist— und-wiel Mich, von Lindenhecken. Rechtsradikale Radaubrüder im Ludapesler Ralionallheater. In der Umgebung des Nalionaltheaters, in dem Freitag abend die von rechtsradikalen Kreisen beanstandete Premiere eines Stückes von Szomory stattfand, hotten sich zahlreiche Person«» eingesunden, die gegen Szomory, g«gen den politische und nioralijche Einwendungen erhoben werden, demonstrierte». Teilweise benahmen sich die Demonstranten so lärmend, daß vier Abteilungen berittener Polizei die Menge zerstreuen mußien. Als sich die'Ansammlungen wieder- holte», griiscn noch zwei weitere Abteilungen berittener Poliz«! ein. Die Vorstellung im Theater begann ohne jeden Zwischenfall. Bor Beginn des dritten Aktes jedoch� wurden von der Galerie zwei mit Ammoniak gefüllt« Flaschen in den Zuschauer- räum geworfen, die ob«r niemand verletzten. Die Vorführung kannte dann ohne weiter« Zwischensälle zu Ende geführt werd«n. Die Polizei hat im Zusammenliang mit d«n Kundgebungen vor dem NaiiCmaliheater 84 verdächtige Personen in Gewahrlom genommen, darunter den Journalisten Koloman Zsabka, der ein« der beiden mit Ammoniak gefüllten Flaschen in den Zuschauerraum geworfen hatte._ «» l>«»kma> ffir«rtvr»«baul» wild am 23. Oktober in Ch-rleoille, der«eburtSltadt bei Dichters enthüllt werden. vussladu»,«ine,»llgrlechilche» Tempel». Sie»u« Neapel gemeldet »ird, wurde bei Ausgrabungen am kfude eine» Hügel» in der Nähe va» velia ein griechischer Tempel au» dem d. oorchrisllichen szahrhundert entdeckt, per bü'.ilchllich seiner iluZwaß» alle bisher belannlen Vairmke dieser»Irt übertrifft. Di« Umbände deulen daraus bin, daß sich an dieler Stelle der Sitz der unter dem Namen.löleaten' bekannten Philosovhenichule defand. tzliitzerdem worden«ine aleichsall» au» griechischer Zeit stammende Stratz« s-wid»wet weitere Tempel und die Res!» ewiger Haujer sreigelegt. Jetzt ist die größte der drei Messehallen, die neue Auto- Halle am Koiserdamm, das Ziel oller derjenigen, die dem inneren Wesen des Materials, dem Werkstoff nachspüren wollen. Denn di« Qualität jedes Erzeugnisses ist schließlich vor ollem bedingt durch die Qualität des Wcrkstofses und seine richtige Verwendung. Um die Borzüglichteit und äußerste Verwendbarkeit des Materials nachzu- weisen, wird es in dieser mit Maschinenzyklopen aller Art gefüllten Halle furchtbaren Martern unterworfen. Es wird gerissen, gestoßen, gespannt, mit gräßlichen Säuren so unaufhaltsam bearbeitet, bis schließlich bei der höchsten Steigerung der Faktore der erwünschte Bruch, der ersehnte Riß eintritt. Weit mehr als 200 Material- Prüfmaschinen führen den Besucher der Werkstofsschau in das moderne Prüfwesen ein. Schlagoersuche, Biegeversuche,. Zerreih- versuche, mikroskopische Versahren usw. werden gezeigt und durch besondere Schaubilder eingehend veranschaulicht. Erster Ruaögang. Den Uebcrgang von der Außenwelt in die Geheimnisse des Materials vermittelt eine mächtige glänzende Kuvserschale van 5 Meter Durchmesser und 1,70 Meter Tiefe, die ein deutsches Walz- werk für eine Brauerei hergestellt hat. Dieses Schalenmonstrum steht als Wahrzeiche» vor dem Haupteingang, zur Seite eines Stahl- Hauses, dessen Möbel ebenfalls aus Stahl gefertigt sind. Beim Eintritt In die Halle überschreien sich die Maschinen, die gewisser- maßen zusammengehalten und in«inen Abschluhrahmen gesaßt werden durch«ine richtige Kronanlag« zur Bedienung des mechanischen Prüffeldes. Ein elektrisches Prüffetzd, das den Hintergrund der Halle einnimmt, tritt in Tätigkeit, Schlag auf Schlag, ähnlich dem Geknatter von Maschinengewehren, folgen die Entladungen hochgespannter Wechselströme. Dann wieder«in Prasseln, lautes Knistern, bisher ungewohnte Geräusche «rschallen im Raum, übertönen all«e, was von Moschinen und Apparaten an„Lärm" verursacht wird. Aber, bis zu dem im Hintergrund der Halle aufgebauten Prüffeld ist ein weiter Weg. Eine mit allen neuzeittichen Einrichtungen ausgestattete und in vollem Betrieb besindliche Versuchsanstalt zeigt die Prüfschau, es wird gezeigt, welch harten Prüfungen di« Werkstoffe standhalten müssen, bevor sie für die einzelnen Verwendungszwecke eingesetzt werden. Hier wird Messing zwischen zwei Zangen einer Zerreißmaschine eingespannt, gestreckt, bis zur Grenze seiner Haltbarkeit. In einer anderen Abteilung wird gezeigt, wie Werkstoss«, insbesondere Stahl, beim Glühen und Härten behandelt werden müssen, um die jeweils erwünschten wertvollsten Eigenschasten sicherzustellen. Aber noch andere Ausgaben haben sie zu erfüllen: Es sollen mit diesem Prüf- verfahren auch geeignete Herstellungsweisen und zweckmäßig« Zu- samm«nsetzung«n ermittelt werden. Es soll darauf hingearbeitet werde», daß ber Absall und der Ausschuß vermindert wird. Täglich laufen Tausend« von schrver belasteten Eisen- und Straßenbahnwagen über die Schienen. Besonders groß ist hierbei di« B e a n- spruchung a n Kreuzungen und Welchen. Die ver- schiedenen Prüfmaschinen, mit denen man diese Borgänge nachahmt, haben hier Ausstellung gesunde». Um geeignetes Material für Wogensedern herauszusinden und untersuchen zu können, hat man Prüfmaschinen geschaffen, mit denen alle di« Beanspruchungen nach- geahmt werden können, die der Werkstoff tatsächlich erfährt. Man sieht vauprüfmaschinen, di« innerhalb von 24 Stunden rund v i« r in i l l i o» e n m a l den Werk st off bc- und entlasten. Infoige ihrer Größe fallen hier auch die Prüfmaschinen aus, mit denen Drähte, Ketten und Seile untersucht werden. Seile, wie sie in Fahrstühlen, in den Förderschächten der Bergwerke, für Drahtseilbahnen, für die großen Ueberiandleitungen unserer elektrischen Kraftzentralen verwendet werden. In der chemischen Abteilung werden die auf unseren Hüttenwerken eingehenden Rohstosfe, Zwischen, und Fertigerzeugnisse durch Aussührungen von Analysen untersucht. Bon größerer Bedeutung ist hierbei zum Beispiel die Becinslussung der metallurgischen Umsetzungen während der Schmelz- verfahren. Fortlaufend entnimmt man aus dem Schm«lzbade Proben, di« man analysiert, um sich so ein Bild von der Zusammen- setzung der Schmelze zu machen. Alle diese Anlage» werden hier im Betrieb vorgeführt. Aufgabe der merallurgischen Prü- f u n g ist«s, sich eine genaue Kenntnis von den Aenderungen zu machen, die sich beim Schmelzen und Erstarren und weiter während der Erhitzung und Abkühlung innerhalb der Metalle und Legierun- gen vollziehen. Zur Urnersuchung werden Schliffe hergestellt. Die Proben werden dann unter dem Mikroskop geprüft und durch be- stimmte pholographische Einrichtungen aus die Platte gebannt. In der physikalischen Abteilung werden Längenm«>sungen ausgeführt Hierbei ist von bejon- derer Bedeutung die Kenntnis des Verhaltens des Werkstoffes bei verschiedenen Temperaturen. Aber auch das VerlMten d«s Werk- stoffes bei Beanspruchungen durch den elektrischen Strom muß er- mittelt werden, um das Material zu finden, dos für unsere viel- scitigen elektrischen Maschinen und Geräte verweichet werden kann. Bon besonderer Bedeutung ist hierbei die belehrende Abtei- lung, in der eine eingehende Darstellung und Erläuterung all der Erscheinungen gegeben wird, die untrennbar mit dem Wesen der Metall« und der Eigenart der 5)erstellungsbedingungen verbunden ist. Wertvoll ist, daß an fertigen Stücken gezeigt wird, welche F e h l e r bei der Herstellung, bei der Weiterverarbeitung und Wärmebehandlung möglich sind. Gezeigt wird ferner, wie man dies« Fehler erkennt und vermeidet. Richtige und falsche Konstruktionen sind nebeneinander gestellt, um durch Gegenüberstellung von„falsch" und„richtig" auf die sachgemäße Verweichung der Metalle hinzu- weisen. Besoichers beachtenswert sind auch die Kojen, in denen man über die Verwendungsmöglichkeiten»nd über die verschiedensten Arten unserer Stahlsorten Auskunst erhält. Hier ist großer Wissens- stosf zusammengetragen. Genannt seien hier nur die Werkzeug- stähle und die hochwertigen Soicherstähle, die nicht nur hitzebeständig, sondern auch säurefest sind. Während, vom Eingang aus gesehen, di« rechte Seite der Holle die Werkstoffübersicht Eisen und Stahl bringt, vennittelt uns di« link« Seite ein Bild der Herstellung uick» Verwendung der Nichteisenmetalle. Man findet hier das Kupfer und seine Legierungen. Hierauf folgt Nickel und schlichlich Blei und Zinn. Auf der Galerie sind die leichten Metalle, Aluminium und Magno- sium mit ihren Legierungen Zink und Kadmium untergebracht. Die Edelmetalle zeigt man in einem besonderen Raum. Zum Aufbau und vor allen Dingen zur Inbetriebnahme der über 200 aufgestellten Prüfmaschinen und Apparate auf der Werk- stoffschau war es erforderlich, etwa 30 000 Meter elektrische Leitungen und Kabel neu zu installieren. Der Strombedarf aller Maschinen und Anlagen beträgt etwa 1500 Kilowatt. Dos entspricht einer Leistung von mehr als 2000 Pferdestärken. Für die Laboratorien und insbesondere für das der Wärmebehandlung die- nend« Prüffeld sind Gasanschlüsse großer Querschnitte hergestellt worden. Der stündliche Gasverbrauch beträgt etwa 200 Kubikmeter Neben den Gasröhren mußten auch Wasserleitung«» Und Abflußrohre neu verlegt werden, und zwar insgesamt etwa 200 Meter Leitungsmatcrial. Die Beleuchtung der Halle wird durch eine Anzahl neu eingebauter Beseg-Sonnen wesentlich verstärkt. Die Lichtstärke der gesamte» Beleuchtungsanlage dürste mit 300 000 Hefner-Kerzen nicht zu hoch«ingeschötzt sein. Die Schau wurde heute vormittag durch eine Be grüßung»- anspräche des Dr.-Ing. W e n d t im Namen der die Werkstoff- schau veranstallenden technisch-wissenschaftlichen Verein« und dprch den Reichswirtschastsmlnister Dr. C u r t i u s e r ö s s n e t. Dr. Wendt führt« aus, daß die Entwicklung der Technik im wesentlichen von der Entwicklung des Werkstosses abhänge. Er wies hin aus dt« uneigen-. nlltzige Arbeit, die bei dieser Ausstellung im Interesse der Industrie und der Allgemeinheit geleistet worden s«i. Reichswirtschaftsminister C u r t i u s sprach allen, die an dieser Ausstellung mitgearbeitet hatten, seinen Dank aus und hob insbesondere hervor, daß die Werkstofftagung in Verbindung mit der Werkstofsschau im Gegensatz zu Ausstellungen und Messen aufklärend und belehrend, aber nicht obsatzwerbend wirken soll«. Der Konkurrenzkamps der Firmen, der den Ausstellungen das charakteristische Gepräge gebe, fehle hier voll- kommen. Der Minister schloß mit dem Wunsche, daß die große technisch« Veranstaltung dem In- und Auslande«in Bild geben möge von dem Hochstand unseres technischen Schaffens und d«r Fruchtbarkeit der Verbindung von Wissenschast-und Wirtschaft. Mit diesem Wunsche eröffnete der Minister die Werkstossschau. Die Feier schloß mit einem Rundgang, bei dem die einzelnen Abteilungen der Werk- stoffschau durch berufene Fachleute ausführlich erNärt wurden. Regaleinsturz in einem Kaufhaus. 5 Angestellte verletzt. Heute mittag g«g«n 12 Uhr ereignet« sich in dem Kaufhaus Ionoß u. Co. in der Belle-Alliance-Strahe 7 ein Unglücksfall, d«r unter den zahlreichen Kunden und den Ber- käuserinnen große Erregung hervorrief und das Gerücht verbreitet«, daß mehrer« Menschenleben zum Opfer gefallen seien. In der im ersten Stock befindlichen 5zerrenstiefelabteilung stürzte plötzlich ein großes Regal, da» die ganze Längswand de» Raumes einnahm und in dem sich etwa lll 000 bis 15 000 Kartons mit Stiefeln befanden, zusammen, und zwar so, daß sich das Regal aus bisher nicht geklärten Ursachen nach vorn üderneigt«. Die zer- splitternden Holzlatten und die lausende von Stiesel paaren be» gruben mehrere Verkäuferinnen unier sich, der«n Angstschreie sich mit denen des anwesenden Pudsikums rxrmischten und beinahe eine Panik unter dem hauptsächlich aus jüngeren weib- lichen Angestellten bestehende» Personal h«rovrrlefe». Da es unmöglich war, mit den vorhandenen Kräften das Gewirr von Stifel- kartons und Holzgestängen zu durchdringen und die Verletzten zu bergen, wurde die Feuerwehr alarmiert, d!« sofort einen Zug mit mehreren Rüstwogen an die Unfallstelle sandte. Der Feuerwehr gelang es nach halbstündiger Arbeit, unter den Trümmern süns verletzte A n g c st c t l t« lzervorzuziehen, von denen die eine, ein Fräulein Seidel, eine schwerere Verletzung davongetragen hatte und im Krankenwagen des Reitungsamtes zur Unfallstelle gebracht werden mußie, währe, die ond«ren mit lzilfe der Feuerwehrbeamten ebenfalls ärztlicher Behandlung zugeführt wurden. Ration»lsozialiftische Krakeeler. Nach Schluß einer Wählervarsammlung, die di« National- sozial! st isch« Deutsch« Arbeiterpartei gestern abend in den Hohenzollernsälen in Charlottenburg veranstaltet hott«, kam es gegen 23 Uhr am W i l h e l m p l a tz und einige Zeit später in der Umgebung derGedächtnistirche zu Zusammenstößen mit der Polizei. Größere Trupps Halbwüchsiger zogen trotz des polizeilichen Verbotes durch die Straßen des Westens und b»- löst igten Passanten. Den Anforderung:» der Polizei bcamten, auseinanderzugehen, leisteten die Burschen zunächst nichi Folge. Erst als am Wilhelmsplatz acht der Houptschreier Zwangs- gestellt wurden und den Weg nach dem Polizeipräsidium antreten mußten, zogen es die übrigen Krakeeler vor. schnell das Feld zu räumen. In der T a u e n tz i e n st r o ß e erfolgten einige Zeit daraus nochmals vier Zwangsgcstellungen ivcgcn Widerstandes gegen Polizeibcamte._ vie„notleidenden' Hausbesitzer. Bor dem Krieg« vflegtc man mit einem nassen und einem heiteren Auge von den notleidenden Agrariern zu sprechen. Heute sind diesen bedauernswerten Staatsbürgern die notleidenden Hausbesitzer zur Seite getreten. Um all ihren Jammer einnml auszuschütten, hatten beide, landwirtschastlicher und städtischer Grundbesitz Arm in Arm, gestern K l i e m s F e st- säle mit wohlbeleibten Damen und Herren gefüllt. Da sprach für den N e i ch« l a n d b u n d der Landtagsabgeordnete H t l g e r- Spiegelberg. Die höchste Crrungenfchast der Revolution ist für ihn, daß heute landwirtschastlicher und städtischer Grundbesitz zusammengehen, selbstverständlich um Mieter und Landarbeiter in Schach zu halten. Der Abgeordnete und Generalhausbesitzcr L a d c» d o r f hat es vor allen Dingen mit dem behördlichen Bar- teilungssystein zu tun. Nach seiner Ansicht hob«,, die Hausbesitzer allein zu bestimmen, und wehe dem Mieter, wehe der Behörde, die eiwas dazwischenzureden wagt! Bei den kommenden Wahlen haben die Besitzenden i» Stadt und Land ihre Pflicht zu tun brechen, sich auf den Boden des Klassenkampfes stellen und Mahnahmen ergreifen, um dem Schlichtungsschwindel ein Cnde zu bereiten. Nachdem die Bersammlunq>n geheimer Abstimmung die Be- igtung eines neuen Orrsstotutenentwurfs der Derwaltung abgelehnt hatte, wurde von den Kommunisten«ine ausgiebige Debatte über d'« von ihnen eingebracht« Cntschliehung entiacist. linsere Genossen blieben den kommunistischen Phrasenhelden die Antwort nicht schuldig. Die Versammlung beschloh zunächst mit groher Mehrheit d-ie S t r e i ch u n g des Wortes„s o z i a! d e m o k r a t i s ch e" yizd i e'h n t c dann auch die gesamte Cntschliehung mit noch gröhcrer Mehrheit a b. Da« Berlmlten der Kommunisten vor der zweiten Abstimmung verdient aber, einmal kubz beleuchte! zu werden. Als G.-noise Osten vor der entscheidenden Abstimmung die Versamm- lung daraus ausmerkiam machte, dah die Annahme dieser Cntscflie- hung füi' sämtliche Branchen bedeute» würde, dah sie nie mehr den Schlichtungsausschuh anrufen dürfen, riefen die Kommunisten, dah sie das nicht so gemeint hätten. »sie hatten bloh v�o m A D G B. verlangt, daß er Mah- nahmen gegen den Schlichtungsschwindel fordern soll. Dieses Be- kenntnis wurde von der Mehrheit der Bersammlung mit schallendem Gelächter quittiert, zeigte es doch, wie wenig ernst».s den Kommu« nisten mit ihren Forderungen ist. wenn sie selost dafür gerade- siehcn sollen. Man fordert eben gern von anderen etwas, was man selbst nicht durchführen will. Generalversammlung ües Cinheitsverbanöes. Kampfstimmung gegen die Reichsbahnverwollung. Am 20. Okiober iond in Schmidts Gesslischosishaus die General- Versammlung des Cinheiisverbandes der Cisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Berlin, für dos Z. Quartal statt. Die Bersammlung stimmte zunächst einer von der Ortsnerwallung Berlin eingebrachten ! Resolution zu, die den streikenden Bergarbeitern in Mitteldeutschland die wärmste tr y in p a t h i e ausspricht. Aus dem Geschäftsbericht, den der l. Bevollmächtigte W i n k l e r gab. ging hervor, dah die Preisentwicklung für alle iebensnotwendi- gen Bedarfsartikel einschliehlich der Mielscrhöhung nicht ohne Ein- miß auf die an und für sich schlechten Cisenbahnerlöhne geblieben ist. ln rjand umfangreichen, von der Reichsbahnoerwaliung heraus- gegebenen Zahlenmaterials konnte der Nachweis geführt werden, daß die Reichsbahn ungeheure Gewinne aus Kosten de» Personal» hat, die bereits 1 Milliarde überschreiten. eingesteckt hat, die bereits 1 Milliarde überschreiten. Der Ge- ircrolb'rcftor D o r p m ü l l e r halte es nicht einmal sllr notwendig, stichhaltige Gründe für seine ablehnende Haltung anzugeben. Cr stütze sich lediglich auf den durch den letzten Schiedsspruch ab Ok- tober zu zahlenden einen Pfennig, der als Ausgleich für di« Breissteigerung aller Bedarfsartikel einschließlich der zehnprozentigen Mietsteigerung für genügend erachtet wurde. Dieser Taktik mühten di« Cisenbahner den gröhten Widerstand entgegensetzen, um ihre Existenz zu behaupten Es gelte zunächst die Indifse- renten, die selbstoerständttch die. größten Kritiker seien, gegen di« drohenden Gefahren mobilzumachen. Die' nötige Aufklärung müsse aber auch unter den Beamtenkollegen durchgeführt werden, wenn sie in ihren Hoffnungen bei künftigen oder jetzigen Gehalts- regelungen nicht enttäuscht werden wollen. Lehnen sie es weiterhin ab. gemeinsam mit den Lohnempfängern um die Hebung ihrer so- ziolen Lag« zu kämpfen, so stellen sie sich bewuht unter das Diktat der Reichsbahnverwaltung. Hierauf rechnete der Referent mit dem Verhalten der Dien st- st e l l e n l e i t e r ab, di« in demagogischer Weise versuchen, die Cisenbahner für die siebente Schicht sSonntagsarbeit) reis zu machen, desgleichen aber auch mit denjenigen Betriebs- raten, die bereits diensteifrig Zugeständnisse darin machten. Wie unter einer derartigen Einstellung die Gewerkschaftsinstanzen die gesorderte Arbeitszeitoerkürzung für Schichtarbeiter auf a ch t Stunden einschliehlich einer Revision der Dienstdauervorschriflen durchführen sollen, bleibt den Ileberstundenschiebern selbst überlassen. Biel Schuld an diesen Zuständen tragen diejenigen Ortsbeamtenräte und der Bezirksbeamtenrat, die ihre vor- nehmst,'Aufgabe darin erblicken, freigewerkschoftlich organisierte Kol- legen aus der Dienststelle unmöglich zu machen, aber sonst jede Initiative vermissen lassen. Große Anforderungen wurden an die Orts- Verwaltung gestellt, der bei den Güterbodenarbeitern eingerissenen Schinderei Einhalt zu gebieten, weil die Beamten und Hilfsbeamten mit den Rollkutschern gemeinsam diese Ausbeutungsmet leiden unterstützen. Fruchtbringende Arbeit konnte geleistet werden für das in den Bahn- betriebswerken eingesiihrie Zeitaufnahmeversahren, desgleichen f ü r die Gepöcktroger, die durch ein überholtes System beim Ab- schließen der Gemeinschaftsordnungen durch den Allgemeinen Eisen- bahneiverband wiederholt in ihrem Einkommen geschädigt wurden. Di« Mitgliederbewegung ist als stabil zu bezeichnen, trotz der grohen Fluktuation, die mit allen Mitteln durch die Funktionäre unterbunden werden muh. Di« Bildungsarbeit macht er- srenliche Fortschritte, was ein gutes Zeichen ist für die geistige Auf- wärtsentipiltlung der Mitgiiedfchast. Di« geschäftsführend« Ortsverwaltung hotte nach wie vor neben der Erledigung der Lerwallungsgeschoste viel Arbeit zu bewältigen. Durch die Teilnahme an Bersommiungen, Verwaltungssitzungen, Berhandlungen usw., die sich auf 159 beliesen. Aus dem gedruckt vorliegenden Kassenbericht, den der Kollege Iaser gab, ging hervor, dah die Fiiianzgebarung gesund ist. Der Ortskassenbestand hat sich im 3. Quartal wiederum um 3000 M. erhöht. Die Revisoren haben Kaste und Belege in bester Ordnung gesunden. In der Diskussion wurden gegen die Geschäftsführung kein« sachlichen Einwendungen gemacht. Di« Redner der Opposition wandten sich gegen die Taktik bei der Lohnbewegung und gegen die lanzfristigen Schiedssprüche. Eine Anzahl Anträge, eingebracht von der Engeren und Er- weiterten Ortsverwaltung, wurden mit großer Mehrheit angenom- men. Der Antrag der Opposition sKreis VI), der Bezug auf den Ausschluß Hollmanng wegen oerbondsschädigenden Berhaltens beim Gewerkschastssest nimmt, und der der Ortsoerwal- tung das schärfste Mißtrauen ausspricht infolge Fehlens jedes prole- tarischen Denkens, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Mit dem Hinweis, alle Kraft« einzusetzen und gegenseitig Soli- darität zu üben, um die reaktionäre Einstellung der Reichsbahn- Verwaltung und der untergeordneten Stellen zu brechen, schloß die Bersammlung in später Abendstunde. Der Solinger Streik beenüet. Lohnerhöhung 5 bis 20 Proz.- Arbeitszeitverkürzung. Rodevormwald, 22. Offober.(HUB.) Unter dem Vorsitz de» Stadlomlmanns Becker- Barme« vom Staatlichen Schllchtungsausschnß für da» Bergische Land schlössen dt« streitenden Dartelen der Melallindustrie eine dön Löh ri'kämpf beendende Bereinbarung, durch die eine Lohnerhöhung um Sbi» 20 Proz. eintritt. Da» Abkommen gilt vom 24. d. M. ab und kann mit Monatsfrist frühesten» zum 30. April 1928 gekündigt werden. 3n bezug aus A r b e i t» z e i t und Z u s ch l ä g e für Mehrarbeit fällte der Schsichter zwei Schiedssprüche, wonach da» zum 31. Okto- ber 1927 gekündigt« Arbeitszeitabkommen vom 1. November an wieder in Kraft tritt, die Ueberzeitarbeit aus vier Stunde« pro Woche zu beschränken Ist und die Zuschläge hlersür aus 15 bi» 25 Pkoz. sestgesetzi werden. �usgleichsbeweguag im Seriiaer lkinzelhanüel. Für die Handelkhilfsorbeiter des Berliner Einzelhandels war vom Dcrkchrsbund im März ein Lohnubkommen abgeschlossen war- den, das die Lohne in der Branche bis zum 31. Marz 1928 regelt. Das Abkommen enthält die Bestimmung, daß die Parteien nach den, l. Januar 1928 über eine Erhöhung der Löhne in Verhandlungen treten können, wenn eine wesentliche Vertcuernng der Lebenshaltung cintreterr sollte. Der Berkehrsbnnd hai\ schon jetzt»m solche Berhandlungen nachgesucht, da insolge der unvorhergesehenen Verteue- rung sämtlicher Lebensmittel und Bedarfsartikei die vereinborten Löhne unhaltbar geworden sind. Die Unternehmer hoben aber Ber- Handlungen über eine zwischentarifliche Lohnerhöhung bisher obge- lehnt, da nach ihrer Aussassung die Leben-Haltungskosten»her ein- fallende, als steigende Tendenz zeigen. In einet Konierenz der gesamten im Berkehrsbnnd organisierten Arbeiterräte und Vertrauensleiite des Berliner Einzelhandeis wurde die Bekanntgabe der Haltung der Unternehmer mit großer Eilt- rüstung aufgenommen. Die Funktionare betonten, daß der Reich»- index, mit dem die Unternehmer so gerne operieren, nicht im ent- sermesten die wirkliche Teuerung widerspiegelt. Es wurde fest- gestellt, daß eine Anzahl Berliner Einzelhandels- firmen durch Sonderabmachunge» mit ihrer Beiegschast außer- tarifliche Zulagen gewährt haben und damit die Notwendigkeit einer zwischentarislichen Lohnerhöhung anerkannten. Besonder» wukde daraus hingewiesen, dah� das Verhalten der Unternehmer des Einzelhandeis nicht im Einklang steht mit den grohen Problemen, die sie kürzlich aus ihrer Tagung aufgeworsea haben. Dort haben sie sich dafür ausgesprochen, daß mit einer Senkung der Preise ein« Erhöhung der Löhne gleichlaufen müsse. Es hat fast den Zlnschem, als ob diese Reden mit unverbindliche Komplimente an die Konsumenten gewesen sind. Di« Funktionäre beauftragten ihre Organisation, von der Fnr- de rung aus zwischentarifliche Lohnerhöhung nicht abzugehen«nd sie mit größerem Nachdruck als bisher zu vertreten. Virtfihastsbeihilfea in Potsdam. In der gestrigen Stvötverordnetensitzunq wurde beschlossen, den städtischen Arbeitern als W i r t s cha j t s b- i h i l f e ein« bis zum 15. November zahlbare Weihnachtsbeihilfe von 35 Mark für Verheiratete und 25 Mark für Ledig« zu zahlen. Ferner wurde eine Wirtschaftsbeihilse für die Volks- und Mittelschul» lehret in gleicher Höhe wie für die städtischen Beamten bewilligt und der Antrag dahin erweitert, daß die Beihilfen auch den Hinterbliebenen der Lehrer gezahst werden sollen. Bürgermeister Dr. Dehms machte darauf aufmerksam, dah die recht- iiche Gültigkeit dieses Beschlusses nach den gesetzlichen Bestimmungen zweifelhaft sei, wie schon der Bürgermeister in Nowawes kürz- sich in gleicher Angelegenheit ausgeführt hebe. Schiedsspruch für das westfälische Srauereigewerbe. Lohnerhöhung um 14.8 Prozent. Dorimund, 21. Oltobcr.(Mtb.) Im Lohnstreit im Brauereigewerbc des östlichen Westfalen und des Freistaates Lippe iiird Osnabrück wurde cm Schiedssvruch gefällt, der die Lohnsätze mit Wirkung vom 6. September 1927 ab um 14,8 Proz. erhöht. Der Schiedsspruch hat Gültigkeit bi» zum 31. August 1928 und kann von diesem Zeitpunkt ab mü«in- monatiger Frist gekündigt werden. Zeigt inzwischen der Reichs- index ein« Veränderung um 5 Proz., so steht es jeder Partei zu. vor Ablauf der Gültigkeit eine Aenderung der Lohnsätze zu ver- langen._ Lohnbewegung pfälzischer Land- und WeinbergSarbeiter. Bad Dürkheim. 21. Oktober.(Mtb.) Die Kreisleitung des Deutschen Londarbeiterverbandes hat infolg« der Verteuerung der Lebenshaltung für die Land- und Wein- bergsarbeiter der Pfalz die Lohnregelung vom 20. Juli 1927 g e- kündigt und eine Erhöhung der seitherigen Löhne um 25 Proz. gefordert. Die Berhandlungen werden spätestens in der Woche vom 23. bis 31. Oktober stattfinden. 102 000 Zimmerer organisiert. Der Zimmererverbond Hot«inen ansehnlichen Mitglieder- Zuwachs zu verzeichnen. Heb« 102 000 Kameraden einschließlich 12 000 Lehrlinge sind Mitglieder des Berbandes. Im Reichsgebiet gibt es nach der amtlichen Berusszählung rund 180 000 Er- werbstätige im Zimmerergewsrbe. Der Streit in der Polnischen Diskontbank beigelegt. Warschau. 22. Oktober.(MTB.) Der Streik in der Polnischen Diskontbank ist gestern noch mehr als«inmonaliger Dauer mit einem Vergleich beigelegt worden. Den Bankangestellten ist«ine Gehaltserhöhung von 10 bis 30 Proz. zugestanden worden. Heute wird die Arbeit sowohl in Warschau als auch in den anderen Zweigstellen wieder ausgenommen werden._ ver verkehr»bund veranstollek morgen. Sonntag, nachmittag 157 Uhr in der Treptower Sternwarte einen dramatischen Filmvortrag mit herrlichen Naturaufnahmen aus dcm Hoch- pebirge(Der heilige Berg). Eintrittspreis 50 Pi. einschliehlich Gar- derobe.. Kasiineroffnung 1 Uhr. Gäste, sind willkommen. Theatee öer Woche. Vom»3. Cktobcr bi« 30. Cktobcr 1937. SttUUfc««; Xfent»»« B»to»platz: 23., 24., 23., 2». Nodale nutz Li»«»». J7., 23.. 29., 30., 31. Peer(Sunt.— Ttzalia ZHealn: Der rate Hahn.— Oper an Platz brt Sepmblil; 23. Zosat. 24. Zar und Zimmermann. 25. Dse»er. taufte Vraul. 26. Waffenschmied. 27.. 30. Dr. IZaust. 23. Pofenkaxaller. 29. ätleifterfingcr. 31. Carmen.— Städtische vp«e ebaelattenburg: 2Z.> 27.. 31. Iannq spielt auf. 24.. 29. Orpbeu» und Euradike. 23. Meiltersinger. 26. grec. schütz 29. Sin Masken doli. 30. Nigaletto.— Schanspielhaa« am»endarxe,. merkt: 23., 30., 31. Peer Kant. 24., 25., 27., 29. Die Wupper. 26. Maß für Maß. 23. Marian Keaer.— Schiler-Theatee«darlatteadnrg: 23� 25.. 27., 29.. 39., 31. güns van der Zowchand.-z Musik. 26. Hervde, und Mariamne. 26. Peer Kant.— Deutsche, Theater: Dorothea Pngermann.— Sammerspiele: Ihr Mann. Ad 26. Maua-- Die Somödie: Zinsen. Rachtaorstrllunji: Nelson- Reaae: Die Lichter von Berlin.— Piseatoe.Ptjhu«: Hoppla, mir leben!-- Theolee in der Slfniparätzer Straße:?i» 24. Die Schwester. ZId 25. Knstav III. — Somidieuhan,: Hokuspokus.— Kroße» Schaulpleltzaus: Der Mikado.— Theater de» Kesten»: Eine Zrau von Format.— Deutsch«, ftünftler. Theatee: Iiiftitz.— Lustspielbaus: Filmromantik.— Hrsstutz- Theater: Schinderhanne,.- Theater am Sursürftrndam«: 23.-26. Höhensonne. Ad 27. Die Hose. 29., 30. NachtnorsteUnno. Till Uhr: Da» bist Du.— Triaaau'Theater: grau Präst. dentin.— Nrs!d«nl>. Theater: Wer ist der Pater.— Zeutral-Ttzeater: Die pe- schiedene Frau.- Theater iu der«»mmaudauteustraße: 33.-25. Der Reaimenis. Papa. 26., 27. geschlossen Ad 26. Schön sehn mir aus.—»etrupal-Ttzeat«»: Die Tugendprinzesstn.— Berliner Theater: Bis 26. LConie. Ab 29. Der Keister. Zug.— Neue» Theater am Zu»: Die luftigen Thoma-ftomödien. Ad 26. Die Hotelratte. Die Trilüne: Spiel im Schloß.—»lei«, Theater: Kesesselte We!l.- W-Iner lheater: Andre Hofer.— Reuaistauee.Theatei: Giovanni und Annabello.— Balhasta'Theatee: Am Nüdeaheimer Schloß steht eine Linde. — Nose-Zheoter: Chorlen« Tante.—»aflu- Zhealee: Die Paula vom Metropol. — 2theater IU der Slssterstraße: 22.. 23., 24.,?>., 29., 30, Jüdische» Kastspirl. '23.. 26. Jedermann und Apostrlspiel. 26.«adale und Liebe.— Schloßpars. Il>-»ter Steglitz: Wiener Bin«.— Theater iu der Lützowftraße: Die Frau ohne N!ß.- Theatee I««dmiral»p»l»st: Wann und mo.— Wiutergarteu: Zntee. nationale» Paeiet».— Seal»: Inteentionales Dariet». Nachmittag»»»» st ellnngeu. PalksbShu»: Theater am Büla». platz: 23 Sin Sonimernachtslranm. 30. Nabair und Liebe.— Tdaliu-Thrater: Der mntigr Seefahrer.— Schiller. Theatir Tharlattrnbiirg: 23. Ptinj von Horn. buifl.— Thea?), de» Westens: 23.. 30. Alt-Seidelderg�— Theater am Surfürften. dämm: 26., 29., 30. Hans im Glück.— Nrstdrnz.Thratrr: Echneeweihchen und Nofeneot.— Theatrr in der«»mmaudantenftraß«: Dir javanische Puppe— Kalhasta.Theater: 26. Dornröschen.»- Nasr.Theater: 29.. 39. Hänsel und »relel.— Theater iu b«t«lafterstnaße: 26., 29., 30. Roitävvchrn.— Schloß. »arkThrate» Steglitz: 23. Annelirse von Dessau. 29. Notkäppchen. Peranlworllich sür Politik: De. Gurt Gepe': Wirischaft:».»ltug-Ihäse-! Gewerkschallsl-ewegung: Fr. Ktzkora;»rnisteloN' Dr. Zahn Schikom»«!: Loialrs: und Eonftigrs: Zet» Narftädt: Anzeigen: Th.«locke! sämtlich in Berlin. Perlag: Pormärli-Perla« K. m. d H.. Berlin.' Druck'' Borwärt�Buchdruckerel und Berl-gsanstal» Paul Singer u So. Berlin EW 6». Lindenstraße 3 gibt bis au' weitere» AaiQtze. Ulster, Paletot» tu Fabrikpreisen ab. Bitte, überzeugen Sie sich. KalsfirWlIhelm-Straöe 24. Hr. Ohne Anzahlung emilvarzeilea qm OJD— 100 M, monatlich 30.— Adzahl. erkanst chelp, Ver»«. Bitzomftr.« Kücken u«u rum alle» preß» w>(Utlstftr .etü.'Zl«tz«.. 3S« 70 ch '«idüHIW».JtaM-. 70 ch 1701. „Berti" OS ch 1481. (trichlr-Sidua„lieT 1X5» 1701. üiltoabtltzh. Mos KS ch 481. luutelliiB(liitr Ibiiiisktr Kditn. KQdieniiiObci-Bfliu Lasen Idn. Uikanr Strab 1 Ecke Oranlcmtr., nahe Morltzpiatr BeflfederDp Daunea direkt gu» der Fabrtt an Priogle. Seiche xraue Auptfedern. Pfaud oau 50 Pf. au piewe Säuseseber, zum Seldstschleißeu. Piund von 30 Pf. tzu Betflcdcrnlabrlli Sdiwan BranNeadr. 18» Zadrtkgedäude per» Was bedeutet fasan? Unter der Schufzmarkc FASAN bringen vir Schübe für Damen und Herren auf den Markt, die sidi durch hübsches gefälliges Aussehen, guie bequeme Paßformen, ausgewähste Roh- 5 söffe, sorgfältige Arbeil und besonders billige Preise vor allen anderen im Handel befindlichen Schuhmarken auszeichnen. FASAN- Schuhe werden zu folgenden Einheitspreisen verkauft: Marke Fasan...... M. 12.50 Marke Silberfasan.. M. 16,50 Marke Goldfasan.. M. 19.50 Die neue Marke Fasan hat sich In kurzer Zeit so gut cingeführl, daß nach wenigen Monaten schon die dritte Verkaufsstelle in Berlin eröffnet werden konnte FASAN Sehuh Q. m-b. H. O., Wandjauer»Ir. 5t S. Kottbimer Damm 78 Schöneberg;' I Zu noch niel dagewesenen Preisen bringen wir Stores, Gardinen, Bettdecken Künstler-Gardinen in besten QualiUten für S.90. 7.80, 8.90 M. Maibotoros in allen Webearten 1.78, 4.80, 8.80 8.- M. Qardinon-Reoto Umi-UthD. Uint-hBhr rum halben Preis. - Einzelverkauf von 9—7 Uhr.- buial'&ardiiieD-WeMD NeokOUn, Eertfffr.fi? 8 Stock, am Rin-bahnhof Kein Lacken I Berliner lllk-TrlO Nauköllo, W Ukaitr.lVTH Auf Teilzahlung Berren-, Damen-Garderobe Anzüge, Qumml-Mäntel, Kleider HOBEL bis 18 Monuteraten Schlaf-, Speiee-, Herrenzimmer Küchen, EinzelmBbol, Federbetten UnM Gr. Frankfurter Str. 34 (Ullvl(StrBusbdrger PfaU). MM Lcsdau*s Korbmöbel (sltafcti torar» Apart« Muster MäBige Preis« Ilvi-Iih» t- totitf: NenkClIn innspihntr. n ni Henmannstr. 16 (Tel.Ntuk.1739)