Abendausgabe Nr. 531 B 266 44. Jahrgang WZcht-Qich TD Pfuvlig.»»»latlrch S<— Reichsmar!, voraus injffwr Unict Stwifbani Im Zu» nt Äuslaud S�OSctdjsmarl pro ZlonaT. • D«r»BorwSrts* mit der wustrier» teu Koirntaasbrilage.Dolt und geit� sowi« den Beilagen„Unterhaltung und Wilsen"..Au, her Filmmelt�. „StaMbftlage,•.Frau-nftimme", �v-r fttndccfcantb,»Zugend-Vor. wiirtz".„Blick in die BüchermeÜ". �tulturarbeit" und �lcchnck" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag» und Rontag» einmal. Berliner Volksblatt Sonnabend 12. November 1927 10 Pfennig Sie einspaltige Zlonpoeeillezcil» «» Piennig ZteilamezeUe 5.— Reichsmark. ,.lt leine Anzeigen" da» stiege- druckte Wort ZS Pteunig l zulässig zwei feUgedrultt« Worte) jede» weiter« Wort lZ Psennig. Stellengesuch« da» erste Wort ld Psennig. jedes weitere Wort 10 P> ennig. Wvite llder ld Buchstaben zählen iür zwei Worte,«rdeitsworlt Acile so Pfennig Familienanzeigen Ilr Abonnentengelle tOPsennig.An, eigen- annahm« im Hauptgeschäft Linden- strageZ. Wochentag l ponS>/,bis 1? Uhr. Jentvalorgan der Gozialdemokvattschen Oavtsi Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhnss RS— 2S7. Telegramm-Adr.: Sozialdetnokrat Berlin Vorwarts-Berlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin S7ö3st.— Banllonto: Bank der Arbeiter, Angestellte» und Beamten Wallst:. Pst. Dislonto-vesellschafi, Tepositenkasie Lindenstr.S Aussperrung i»»« Zigarrenindustrie Anweisung des ltniernehmerverbaudes.— Scharfmacherei im Großen! Di« A'.issperrungsleitung des Reich-oerbandes Deut- scher Zigorrenhersteller hat am Z. November m Berlin folgende Be- schlüsie gefaßt: 1. Um in keiner Weise eine etwaige Unklarheit bestehen zu lassen, wird folgende Anweisung erteilt: Ab Montag, dem 14. November, dürfen sich kein« Arbeiter mehr«n den Betrieben befinden. Die Bezirtsgruppen und Ortsgruppen haben die Durchführung zu kontrollieren. Etwaige Verstöße sind sofort der Zentrale des Reichsverbandes Deutscher Zigorrenhersteller zu melden.~ 2. Nach Abschluß der Aussperrung darf aus eine Zeit von acht Wochen t«ine M i t g l i e ds s i r m a«inen Ar- b e i t e r e i n st e l l e n. der zur Zeit des Aussperrungsbeginns bei einer anderen Mugliodsfirina beschäftigt, war. es sei denn, daß ein Einvernehmen zwischen den beiden Firmen herbeigeführt wird. Der Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller wird die Ver» bände des Rohtobakhandcls und des Tabakwarenhandels über den der Industrie aufgezwungenen Kamps aufklären und sie ersuchen, den damit in den Geschäftsbeziehungen entstehenden SchwleriHkeiten verständnisvoll Rechnung zu tragen. Sollte seitens einzelner Ar» beitsämter an ausgesperrte Arbeiter Erwerbslosen- Unterstützung bezahlt werden, so ersuchen wir unsere Mit» glieder. uns hiervon unverzüglich Mitteilung zu machen, damit wir «in derartiges gesetzwidriges Verfahren abstellen können." vi« hungerpeitsche der Aussperrung soll ihr« Wirkung nicht verfehlen. Deshalb bemüht sich der Reichsverband der Aussperrer, der„Gefahr" vorzubeugen, daß«twa einem ausgesperrten Zigarrenmacher Erwerbslossnuntersrützung gezahlt werden könnt«. Die Unterstellung gegen die Arbeitsämter, die in dieser Acmstruktrn der Scharfmacher liegt, richtet sich von selbst. Nun er st recht au»reichende Unterstützung der Ausgespsrrten. um die Spekulation der Aussperrungs» leituNg zujchanden zu machen! Bemerkenswert ist, daß diese Aussperrungsleitung ihre„Auf- klärungs"-Kampagne damit ciickeitet, zunächst den Zigarrenfabri- kanten selber die Auffassung zu suggerier«», der Sohnkampf sei rhnen aufgezwungen. Diese falsche Behauptung soll In der Oesfenllichkeit wiederholt werden, um die öffentlich« Mei- «u na irrezuführen. Das wird den Herren nicht gelingen! «ie könnten jedoch zur Aufklärung wesentlich beitragen, wenn sie die Oeffenllichkcit därüber unte.rrichten wollten, welcheLöhue sie bisher gezahlt haben, wie hoch das Wochen- «inkommen eines Zigarrenmachers ist. Denn nur dann, wenn der Reichsverband den Nachweis liefert, daß dieses Wocheneiirkommen wenigstens zur notdürftigen Ernährung einer Familie ausreicht, könnte er seine W e i g e r u ng rechtfertige«. keinen Pfennig m«hr zu zahlen. Die Berufung auf den Tarifvertrag ist hinfällig geworden, nachdem der Reichs- verband selber den Tarifv«rtrag durch seine Aussperrung g«- brach«» hat. Zur Generalaussperrung von weit über 100 000 Zigarren arbeitern wurde der Reichsverband nicht durch ein Bäckerdutz«nd von Streikenden, sondern durch seine Schorf- macher gezwungen. Jeder Versuch, den Spieß umzudrehen, zu jammern, daß durch«inige Werkstattstreiks der Rcichsverbond zur Aussperrung aller Zigarrenarbeiter und-arbeitennnen„gezwungen" worden sei. verfällt von vornherein der L och e r l i ch k e i t. Bon Montag ab liegen alle Zigarrenarbeiter ausgesperrt auf der Straße, mit alleiniger Ausnahm« der Arbeiter in den drei Zigarrenfadriken der GEG. Die GEG. sperrt nicht aus. Si« wirk» sich sicherlich nicht dem Diktat unter werfen, kein« ausgesperrten Arbeiter einzustellen, falls die infolge der Aus» sperrung verstärkte Nachfrag« nach GEG.-Zigarren ein« Ver- mehrung ihrer Produktion erfordert. Bei größerem genossenschaft- licheu Interesse könnte die GEG. anskatt drei Fabriken heute deren etwa 20 habe». Sie hätte damit»inen weit größeren Einfluß auf die Zigarrenfabrikatiou und so auch auf eine bessere Gestallung der Lohn, und Arbeitsbedingungen dieser bisherigen Elendsindustris. Schiedsspruch für die Textilindustrie. Im rechtsrheinischen Aussperrungsbezirk. . Im Lohnkompf der Textilarbeiter im rechtsrheinischen Bezirk hat die unier Vorsitz de? Schlichters In Dortmund am 11. November tagend« Schlichterkainm««tuen Schiedsspruch gefällt. Danach wird der höchstorbciterspitzenlohn von S7 auf 65 Pf. erhöht, dgs sind 14 Proz. Die Akkordlöhne erhöhen sich in Auswirkung des Spruche? von 4 bis 20 Proz., der Akkord» Zuschlag wird von 1 2'/s auf 15 Proz. erhöht. Di« zu- lässige Mehrarbeit wird von bisher sechs Stunden auf drei Stunden pro Woche beschränkt. Morgen, Sonntag, trill in Barmen eine große Funttio- närkonferenz der Textilarbeiter zusammen, um zum Schieds» spruch Stellung zu nehmen. Die Erklärungsfrist läuft bis Sonntag nachmittag 4 Uhr. Sollte einer der beiden Parteien den Schiedsspruch ablehnen, so finden ver- einbarungsgemäß am Sonnlagnachmlltag im Rathaus« Barmen weitere Verhandlungen über die Derbiydlichkeitserklä- rung des Schiedsspruches unter dem Vorsitz des Schlichters statt. Oanzig am Scheidewege. 1 Wie die Oeutschnationalen für polonisierung sorgten. E. L. Dauzlg. 11. November. Die Freie Stadt Danzia steht augenblick im heftigsten Wahlfieber. Am 13. November soll das „Im Nahmen des Völkerbundes." Oer fühflawische Nerirag Hai keine Spihe gegen irgendjemand- erkläri Vriand. Paris, 12. November. Der gestern von Briand und Marinkowitsch unter» zeichnete Vertrag wird amtlich„Freundschafts- und Schiedsgerichtsvertrag" genannt. Bei der Unterzeichnung habe« die beiden Minister, so wird amt- ltch erklärt,„Gelegenheit gehabt, die vollkommen übereinstimmende« Ansichten der französischen und der jugoslawischen Regierung über alle die beide« Länder betreffende« Fragen festzustellen sowie de« festen Gntschluß, in vollkommenem Einvernehme» mit de« durch den Völkerbund verfolgten Werk alle ihre Be- mühungeu für die klonfolidierung des Friedens auf der Grundlage derbestehendeuVerträge fortzusetzen". I« einem von beide» Minister« gemeinschaftlich ver- anstalteten Presieempfang erklärte Briand,„der Ver- trag enthält selbst verständlich keine Spitze gegen irgend jemand". Allen, die guten Willens sind, steht der Beitritt offen. Er kann der keim für ein neues Locarno sei«. Er entspricht vollkomme« den Grundsätzen des Völkerbundes". Ein südslawlsch-ftanzösifcher handelsverirag«ird demnächst unter zeichnet. Südslawlea hat sich bereit erklart, über die Forderungen französischer Inhaber von serbisch-südslawischen Anteilen— sie verlangen Zinszahlung nicht in eniwerleteu. sondern in Goldfraute»— einen Schiedsspruch anzunehmen. Zustimmung links- schweigende Kühle rechts. Paris. 12. November.(Eigenbericht.) Die Sinksprefs« bezeichne: den Vertrag als ein« deutliche Warnung an Stötten, um den Faschismus zu wsitereu Prova- kationen im Westen und Osten des Mittelmceres abzuschrecken. Die Rechtspresse äußert keinerlei Befriedigung, aus Sorge davor, den Faschismus zu verstimmen. Antiitalienischer Beifall in Södslawien. Belgrad, 12. November.• Zur selben Stunde, in der der franzäsisch-südslawischc Pakt in Paris unterschrieben wurde, fand in Laibach, das reichen Flaggen» schmuck angelegt hatte, eine Demonstration vor dem f r a n z ö- sisch en Konsulat statt. Mehrere Redner zollten Frankreich Lob und Anerkennung sür seine Haltung. Eine scharfe englische Kritik. London, 12. November. Der„Manchester Guardian" schreibt: Der französisch-sugosla- wische Vertrag bezweckt, wie olle von Frankreich seit Ende des Krieges abgeschlossenen entsprechenden Verträge, hauptsächlich die durch den Versailler Vertrag und andere Friedensverträge neu ge< kchafsens Landkarte Europas zu verewigen, wenn nötig mit Waffengewalt. In Paris wied der Einfluß dieses Vertrages sowie de? gesamten Netzwerkes einkreisender Bündnisse, van denen er dos letzte Glied ist, auf L o c a r n o vollkommen übersehen. „Times" erklärt, der Vertrag gehe nicht über den französisch- rmnäntschen und den fronzöstsche-tschechoslowakischen Vertrag hinaus. Die Verschiebung der Unterzeichnung um mehr als 18 Monate habe ihren Grund nur darin gehabt, daß Frankreich eine B e u n r g h i- gung Italiens vermeiden wollte. Die Meinung, daß der Vertrag militärische Verpflichtungen Frankreichs ent- halte, sei nicht ernst zu nehmen, da heute jeder französische Staats- mann die Uebernahme militärischer Verpflichtungen auf der Balkan- Halbinsel ebenso entschieden ablehn« wie England. setzten häufig auptet wird, daß Danzig vor der Gefahr stände, bei einem der Sozialdemokratie„an Polen verkuppelt" zu Schon diese Stimmungsmache ist kennzeichnend für ahlfieg der Sozialdemokratie werden. Schon diese Stimmung. �. die Angst der Deutschnationalen vor einem großen Wahlerfolg der Sozialdemokratie. Die Fragen der Danziger Außenpolitik stehen im Mittelpunkt des Wahlkampfes. Danzig wurde durch den Frieden von Versailles zu einer Freien Stadt geinacht, die mit der Republik Polen ein gemeinsames Zoll- gebiet bildet. Seine frühere Bedeutung als Handelsstadt hatte Danzig vor dem Kriege mehr und mehr eingebüßt und war mit feinen Werften, seiner Artilleriewerkstatt und Ge- wehrfabrik zu einem Hauptplatz der deutschen Kriegsindustrie geworden. Mit Kriegsende stand Danzig vor der Frage der Neuorientierung seiner Wirtschaft. Als natürliches Hinterland für feine Friedensindustrie und seinen Handel kam nach Lage der Dinge nur die Republik Polen in Frage, und die Dannger Sozialdemokratie forderte deshalb immer wieder, daß Danzig mit Polen ein friedliches Verhältnis suchen möchte. Solcke Verständigungspolitik wurde aber jahrelang da- durch erschwert, daß in Polen nationalistische Regierungen früher bestrebt waren, den Einfluß Palens in Danzig über die vertraglichen Rechte hinaus auszudehnen. Anderseits wollten auch die seit 1920 im Danziger Senat herrschenden Deutschnationalen von einer Verständi- gungspolitik nichts wissen. Ihr Ziel war nielmehr, Danzig g l s b l u l e n d e W u n d e i m O st e n offen zu. h o lf e n. Alle Differenzen mit Polen wurden daher nicht durch direkte Verhandlungen mit Warschau erledigt, sondern man brachte sie immer wieder vor den Völkerbund in Genf zur Entschei- dung. trotzdem die Danziger Deutschnationalen dielen Völker- bundlichen Schiedsrichter bei jeder möglichen Gelegenheit beschimpften. Ihr Parteiführer nannte im Volkstag den Völkerbund offen eine„Spottgeburt von Dreck und Schmutz". Kein Wunder, daß bei einer solchen Einstellung der maß' gebendsten Regierungspartei Danziqs Erfolge in Genf m e> st negativ waren. Die hauptsächlichsten Ergebnisse dieser deutschnationalen Außenpolitik waren für Danzig die, daß ihm das beliebte Seebad West erplatte genommen und zu einem polnischen Munitionshafen umgebaut wurde, daß Danzig neben der eigenen Post auch noch eine polnische Post bekam und daß die Danziger Zollverwaltung Polen unter- stellt wurde. Angesichts solcher offensichtlichen Mißerfolge der bisherigen Danziger Außenpolitik wagen es aber die Deutschnationalen trotzdem, sich in der deutschnationalen Reichspresse als die einzigen Hüter der Unabhängigkeit Danzigs hinzustellen, besonders aber die Sozialdemokratie des Verrats am deutschen Danzig zu beschimpfen. Die DanzigerSozialdcmokratie hat sich stets dafür eingesetzt, daß Danzigs deutscbeKuIturaufrecht erholten bleibt. Eine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, daß Danzig in der Hauptsache eine deutsche Stadt ist. Wie gering der polnische Bevölkerungsanteil in Danzig ist, zeigt am besten das Wahlergebnis von 1923. Damals wurden insgesamt 164 099 Summen abgegeben, wovon die Polen 7200 erhielten. Inzwischen ist es gerade das d e u t s ch° nationale Großagrariertum und das deutsch- nationale Unternehmertum gewesen, das dauernd aus niedrigster Profitsucht heraus für eine P o l o n i s i e- rung der Danziger Bevölkerung wirkt. Jahr für Jahr werden etwa 10 900 Saisonarbeiter nach Danzig hereingeholt, trotzdem eine große Anzahl von Danziger Land- arbeitern arbeitslos ist. Von diesen Polen bleiben jährlich eine ganze Anzahl in Danzig zurück und verstärken so das polnische Devölkerungselement. Dafür werden Danziger Landarbeiter zur Auswanderung gezwungen: sind doch im vorigen Jahr annähernd tausend Danziger Industriearbeiter durch den deutschnationalen Senat nach Argentinien geschickt worden, während man Danziger Land- arbeiter zwang, auf den Gütern der ostpreußischen Groß- agrarier zu arbeiten. Ebenfalls war es der deutschnationale Senat, der für die polnischen Industriearbeiter schon vor Iahren die Demobilmachungsbestimmnngen außer Kraft setzte und es dadurch ermöglichte, daß in den letzten Jahren über 8000 Industriearbeiter aus Polen nach Danzig zu- gewandert sind, die einen Teil Danziger Arbeiter aus ihren Arbeitsstellen verdränaten! Es sind also gerade die Deutsckinationalen, die in Wirklichkeit Danzig mehr und mehr iiolonisieren, weil ihnen die polnischen Proletarier willigere Ausbeutungsobsekte sind, als der kulturell höher stehende Danziger Arbeiter. Ein weiteres Kampfobjekt der Parteien bei dieser Wahl bildet die von der Sozialdemokratie geforderte Berfas- sungs- und Berwaltungsreform. Danzig. em Staatswesen von 350 000 Einwohnern, leistet sich den Luxus, eine Regierung von 22 Köpfen und einen Volkstag von 120 Abgeordneten(!) zu unterhalten. Allgemein ist der Wunsch in der Bevölkerung, daß bei diesen Einrichtungen abgebaut wird. Aber die Deutschnationalen wollen ebenso wenig von einer demokratischen Verfassungsreform wie von einer groß- zügigen Verwaltungsreform etwas wissen. Ihre ganze Auf- bauarbeit in dem jungen Staat war vor allem von dem Ziel geleitet, möglichst viele fchwar.zweißrote Portelanhänger in gut bezahlten Staatssteven unterzubringen. Als höhere Beamte bei der Schupo und beim Zoll wurde ein« große Anzahl ehemaliger deutscher Offiziere, Kapp-Putschisten und baltischer Barone angestellt, die zwar auch heute noch keine Ahnung von der Verwaltungspraxis haben, aber um so strammer in schwarzweißroter Gesinnung beim Stahlhelm machen. Es ist ein geradezu grotesker Zustand, daß die kleine Freie Stadt Danzig weitmehrhöbereDeamte hat, als die frühere Propinüalregierung Westnreußens zusammen mit dem Danziger Magistrat. Kein Wunder, daß 50 Prozent der Staatseinnahmen für die Unter- Haltung dieies aufgeblähten Beamtenapparatcs ausgegeben werden müssen. Die Folge dieser deutschnationalen Beamtenvolitik ist ein ungeheurer Steuerdruck, der auf allen Bevölke- rungsfchichten lastet. Das hat eine Rebellion selbst in den Schichten wachgerufen, die bisber zu den treuesten Stützen der Deutschnationalen gebörien. In den Kreisen des Mittel- st a n d e s ist die Empörung über diese deutfchnationale Regiererei allgemein. Leider sucht man aber einen völlig falschen Weg, um mit der deutschnationalen Mißwirtschaft aufzuräumen. Es hat in Danzig ein Gründun gsfteber »onneuenParteien eingesetzt, wie es wohl bisher kein Staat erlebt haben dürfte. Einundzwanzig verschie- dene Parteien zogen in den Wahlkampf. Die meisten dieser neuen Parteien sind Absplitterunqen von den Deutichnatio- nalen und den Liberalen, die in ihrer Enttäuschung über die bisherige deutschnationale Mißwirtschaft nun die konfusesten Rettungsprogramme für Danzig aufstellen. Außer den großen politischen Parteien gibt es drei verschiedene völkische Liften, zwei Fischerltsten, eine /»ypothekenscbuldnerpartei, diverse Aufwertungsparteien und sogar den Wahlvorschlag eines christlichen Arbeitnehmers und religiösen Lieilsapostels nach Art des kürzlich verstorbenen Propheten chäußer. Einig und geschlossen steht nur die Soztaldemo- k r a t i e da. Ihr Aufbauvrogramm für Danzig findet um so mehr den Beifall der Wählermassen, als sie in dem einen Jahr der Mitregierung 1925/26 beweisen konnte, daß ssch die sozialdemokratische Verständigungsvolitik viel wirtfchafts- fördernder auswirkt als die deutlchnationale Katastrophen- Politik. Danzig siebt am 13. November tatsächlich am Scheidewege. Soll die Freie Stadt Danzig weiterhin von einer alldeutschen Beamtenclique und deutlchnationalen Großagrariern regiert werden, oder soll diese Stadt in Zu- kunft gemäß ihrer Bedeutung als Kandels- und aufstrebende Industriestadt eine Regierung erhalten, die sich der Mission bewußt ist. daß Danzig ein f r i e d l i ch e r M i t t l e r zwischen Deutschland und Polen werden muß? Rur diese Mittler- und Verständigungspolitik ist in der Lage, auch Danztgs Deutschtum zu erhalten, weil dann die einheimische Danziger Arbeiterschaft in Danzig selbst Beschäftigung finden kann und nicht wie bisher zur Auswanderung gezwungen ist. Berichtigung. In dem Bericht über die letzte Sitzung des Straf» gesetzausschusses des Reichstags ist von einem sozialdemokratischen Antrag die Rede, der die„Berechtigung der Anwendung des bedingten Straferlasses" fordert. Es mutz selbstverständlich„Er- Weiterung" heißen. Die angebliche Beseitigung deutscher Grabinschriften in Südtirol wird von dem Präfekten in Bozen dementiert. rn—B-Bm—mmmmmmmmimammmmmmmmmmmmmmmmmmmmammm „Weh dem, der lügt." (Schillertheater.) D»» melancholische Grazie und de? Hang des Einsiedlers, trotz aller persönlichen Trübsal und Verlassenheit nicht die Freude an dem Glauben an die Menschheit aufzugeben, da» war jahrzehnelang das Wesen Grillparzers. Nirgends in der Geschichte des deutschen Theaters hatte sich wiederum ereignet, daß ein Dramatiker ein ganzes Mcnfchenalter hindurch seine Werte schafst, ohne an das Theater ge- langen zu wollen. Drama auf Drama hat Grillparzer in die Schatulle gelegt, da er gegen dos Modetheater seiner Zeit nicht auskommt. Das � tun sonst nur noch Dilettanten, die da» Ringen um die Form und den seelischen Stoff nicht kennen und sich ohne Verantwortung am Basteln der Won« und Szenen vergnügen. Doch Grillparzer war das Genie, und er war ein visionäres Genie, da er fern von der Bühnenpraxis die originellsten und sichersten Theaterstücke baut, die noch erhöht und veredelt werden durch eine kostbare, tief bewegend« Lebensweisheit. Als Heinrich Laube die Grillparzerschen Dramen neu entdeckt und am Wiener Burgthecrter aufführt, wird dem zurück- gesetzten und«nttäuschten Dichter eine späte Gerechtigkeit zuteil. Diese Gerechtigkeit müssen wir ihm auch hnite noch gönnen. Die Schönheit seines Werkes ist nicht gealtert. Das Lustspiel„Weh dem, der lügt" birgt den schönsten, symbolischsten Inhalt. Jugend und Alter sind nicht verfeindet, sondern oerbriidert. Jugend lehnt sich an das Alter, Alter stützt sich auf die Jugend. Das ist die Zivilisation, das bedeutet die Zusommenarbell aller Lcbensgenerationen. Es dokumentiert sich das Gesetz von der Erhaltung der Menschenkraft, das ebenso wichtig ist wie dag all- gemeinere Gesetz von der Vergänglichkeit aller Substanzen überhaupt. Do dem so ist, kann der fröhlichste und gesundeste Abenteurer die un- gelenken Barbaren überlisten, ohne daß er sich wie ein Spitzbube aufführt. Grillparzer hat diese Wilden und närrischen Halbwilden feines Lustspiels als ein heiterer Schöpfer auegcstallet. Es fehlt nicht die Traurigkeit der schmelzenden Melodie des Oesterreichers, doch er will alle Geschöpfe aussöhnen, die über die Erde gestreut sind. Soll dieses Lustspiel vorzüglich aufgeführt werden, so braucht es die heiterste Phantastik des Regisseurs und entzückende Sprecher, deren Zunge niemals stolpert. Wir sollen wundervoll und geheimms- voll überredet und berauscht werden, wenn wir diese Worte ver. nehmen, die niemals verzuckert, sondern stets inbrünstig sind. Der Regisseur Erich Engel setzte die Stofflichkeit des Lustspiel» zu inafsiv und realistisch. Der Wigwam der Barbaren, von P i r ch a n gebaut, glich einem dürftigen Kafferntraal, er hätte ein Urwald- l ngrtüm st.'N müssen, und die lustigen Ungeheuer, die dieses Haus oiisspeit, sollten noch viel märchenhafter in ihrer ungezähmten AloUgkeit skl.i. Herr von Ledebur ist zwar ein lüsterner, feine .'.'lcdheit grunzend bcsthleckersbJc Urwaldhäuptling, doch er Ist kein Ehrhardt lobt die ,�ote Krönt". Oer Ziechtsputschist begeistert sich für den bolschewistischen Nationalismus. Vor der Kreisgruppe Unterweser de» Stahlhelm sprach dieser Tage der bekannte Rechtsputschist Kapitän Ehrhardt. Nach den„Bremer Nachrichten" führte er u. a. aus: Der Rote Fronttämpserbund ist in vielen Orten aus- gezeichnet diszipliniert und ein bewußter Kämpfer für seine Sachs. Mir ist dieser Kämpfer allemal noch lieber als der Pazi- fist aus dem Reichsbanner. Es kann auch der Tag kom- men, wo Stahlhelm und Roter Frontkämpferbund Schulter an Schulter stehen. Der schlimmste Feind der nationalen Bewegung ist das Reichsbanner. Das Reichsbanner ist der Stoßtrupp für die Internationale, ihm gilt in erster Linie unser Kampf. Das Ziel des Stahlhelms aber ist. daß er einst die große Mutter aller übrige» nationalen Verbände wird.... Wir wollen durchaus nicht mit dem Bollchewismus zusammen- gehen, aber ich wollte, wir hätten in Deutschland einen solchen» Ilationalismns, wie Rußland den Bolschewismus. Rußland ist das einzige Land, das einen deutschen starken Nationalstaat wünscht. Daher führen uns unsere Wege außenpolitisch nach Osten. Heute find wir in der Außenpolitik auf dem Punkt angekommen, wo wir zur Offensive übergehen können. Mir ist es ganz egal, was für eine Flagge ich habe, wenn sich nur das Volk unter dieser einen Flagge einigt und gemeinsam unter ihr den Befreiungs- kämpf kämpft. Ich bin ein entschiedener Gegner des Anschlusses Deutfchö st erreich s. Deutschland Ist so krank, daß es so einen kranken Körper wie Deutschösterrcich wirklich nicht gebrauchen kann. Die erste Folg« würbe sein, daß wir im Reichstag eine inter- nationale Mehrheit hätten. Jeder hat die Freunde, die er oerdient. Den Kommu- nisten kann man zu ihrem neuen Freund nur alles Glück wünschen. Haussuchung bei der KpO. In der Zentrale der Kommunistischen Partei wurde heute mittag auf Anordnung des Oberreichsanwalts durch die Berliner Kriminalpolizei«ine Haussuchung veranstallet. Die Haussuchung steht offenbar im Zusammerthäng mit dem immer noch nicht erledigten Hochverratsprozeß gegen die Zentrale. Oer-12. Rovember in Wien. Nossenaufmarsch der Wiener Sozialdemokratie. w i e n. 1Z. November.(Eigenberichts Die Massendcmou st ratio» der wiener Sozloldemo. kroken zum Jahrestag der Revolution Ist uuler ungeheurer Beteiligung reibunslos verlaufeu. Die Spitz« des Demonstrationszvaes bog um%10 Uhr am Schwarzenbergplatz iu die Ringstraße ein und marfihterte über den Ring au der Oper, dem Parlament und dem Rathaus vorbei bis zum Schottenlor. wo die Auflösung des Zuges programmäßig erfolgte. Das Ende des Zuges verließ deu Schwarzenbergplah kurz vor 12 Uhr mittags. Der Zug der vemouftranten ging in die Hundert- taufende: Trotz Zwanzlgerreihen dauerte der Vorbeimarsch mehr al» zwei Stunden. Es wurden keinerlei Zwischenfälle gemeldet. Die Polizei verhielt sich sehr zurückhaltend uud es war nur weaig daooa zu sehen. Da der Revolutionstag Staalsfelertag ist. waren alle Betriebe uud Geschäfte geschlossen. Straßenbahn und Ringbahn verkehrten jedoch im Elaverständais mit deu städtischen Behörden und den Gewerkschaften, um die Rückbeförderung der Demonstranten in die Außenbezirke zu erleichtern. wie«. 1Z. November. „Der Tag der Republik", so heißt es in einem Aufruf des Parteioor- standes.„sieht die Republik beherrscht von einer Regierung, die Märchmkaloß. Schlicht, munter, zuversichtlich spielt Veit Harlan den Küchenjungen, der ohne hundsföttische Schliche das gebräunte Häuptlingssräulein entführt. Doch es ist der Moment zu bewälligen. da dieser Naturbursche plötzlich in die Nähe der unbegreiflichen Schicksalsmächte g«ät. Man hat noch im Ohr die Zauberstimme des unsterblichen Josef Kainz. der dieses Seelenstück zu einem groß. artigen schauspielerischen Wunder machte. In diesem Augenblick ver- sagt Harlan. So starke Melodie besitzt er nicht, obwohl er immer mehr zu einem vollkommenen Techniker des Gemütes wird. Lribert Wäscher bereichert seine Tölpelrolle mit angenehmen Clownerien, die anerkannt und belacht werden. Kraußneck rödet die Philosophie des Stückes mit väterlicher Heide vhafiigksit, nur manchmal ein wenig zu laut im Akzente der Salbung. Da? Mädchen, das wild und zart, gefügig und entschlossen zugleich ist, wird von Renöe Stobra wo gespielt, gut, lustig, taktvoll, täppisch, sie weicht den komödiantischen Extremen aus. Diese» Mädchen soll bald ein schlaues Hexlein, bald ein träumerisches Jungfräulein darstellen. Es ist schwer, hier den richtigen Ton zu finden und die Uebertretdiing zu vermeiden. Max Hochdorf. „Gretchen" im Trianontheaker. Diese Groteske der Herren Gustav Davis und Leopold L i p s ch ü tz, ein« Parodie auf die Moral der kleinen Prooinzstadt und auf die Moral im allgemeinen, ist mit mehr Behagen als mit Witz gesegnet, hat aber den Borzug. mit einer außerordentlich dankbaren Rollo aufzuwarten. Das kleine Gretchen vom horizontalen Gewerbe rettet zuerst die Existenz des Magdalenen-Heims für gefallene Mädchen und bringt es dank ihrer Beziehungen zum Landessürsten fertig, daß ein vergessener Marktslecken zum Range einer Stadt erhöht wird. Dafür wird sie auch Ehrenmitglied des Sittlichkeitsvereins. Aus der Such« nach einer Rolle für Erika G l ä ß n e r hat das Trianontheater diese Groteske wiederentdeckt. Zwar wird die Glößner diesmal nicht im Bett vor- geführt, überhaupt in keiner intimen Sitnaiion, es geht diskreter zu, beinahe anständig. Unentwegt redet dieses kleine Gretchen. und es ist wundervoll, wie die Gläßner vor sich hinschnattert, kieckst, gluckst. halbe Wort« verschluckt und Eindeutigkeiten zweideutig macht und dazu mit verschmimmenden Augen lächelt. Neben ihr Kurt von M ö l l e n d o r f als Landessürst, der sich mst schöner Konsequenz ständig abwechselt. Etwa» blaß und vielleicht zu wenig charmant. Martin K e t t n e r ist ein Bürgermeister vou Äadrlburgscher Prä- gung. Die Regie Robert Pirks bleibt streng unpersönlich. F. S. Die Glot. a. seinen Ausweis der Bsrgmannschen Sportvereinigung und Einladungskarten zu einer Veranstaltung enthielt. Der Beraubte war so benommen, daß er nach Hause gmg und erst später Anzeige machte. Drei Geldschrankeinbriiche in einer Nacht. Unmittelbar oor Toresschluß machten Geldschrankeinbrecher einer Kaffeerösterei auf dem Grundstück Neukölln am Was- se r 12»och einen unerbetenen Besuch. Der Betrieb hatte seine im Erdgeschoß gelegenen Geschäftsräume gut zu sichern beschlossen. An dem H ntereingang waren diese Arbeiten bereits ausgeführt. Heut« sollten sie an dem vorderen Zugang vorgenommen werden. Dann hätten Einbrecher aller Boraussicht nach keinen Zutritt mehr be- kommen. Ob sie diese bevorstehende Sperre ausgekundschaftet haben e>der ob der Zufall spielte, steht dahin. Jedenfalls schloß eine Bande in der vergangenen Nacht die Dordertür am Flur mit einem Nach- schlüsiel auf, ging durch den Laden in das Kontor, schweißte den Geldschrank aus und erbeutete rund 3l>00 Mark. Auf dem Grundstück Linden st raße 60161 hatten es dir Knacker auf«in« S p i rH u a s« n g r o ß h a n d l u n g abgesehen, die vorn im Erdgeschoß auch ein kleines Restaurant betreibt. In dieses drangen die Spezialisten mit Nachschlüsseln ein. knabberten einen Geldschrank auf, fanden ihn leer, entnahmen der Ladenkasie 80 Mark und begaben sich dann in die Hinterräum«. in denen sie in einem zweiten Geldschrank jedenfalls größere Deute«nvarteten. Sie hatten auch bereits«ine Seitenwand bewältigt und den Knabber an den Jnnenpanzer angelegt, als st« gestört und zur Flucht ge- zwungen wurden. Bei der Molkereigenossenschaft in der Bahnhof- st raße 1 zu Niaderschönhausen erging es ihnen nicht bester. Unbemerkt kamen vier Mann über das ausgedehnte Grund- frück hinweg und ln die Bureauraum« hinein. Wäbrend sie hier noch an der Arbeit waren, sah ein Landposten um 3 Uhr Licht in dem Gebäude. Cr begab sich nach dem Hos, um nach der Ursache der verdächtigen Erscheinung zu forschen. Das müsten aber auch die Knacker gemerkt haben. Sie sprarnten nach einer artderen Seit« zum Fenster hinaus, riefen ein in der Nähe hallendes Auto, mit dem sie wahrscheinlich auch gekommen waren, heran und jagten davon. Ha�ppkrcuzterror an dcr TVchnifrf'c« Hochsck'ule. Man fie-ri-sti« uns! jw-ta-e, n-s Sck-Hfmnf�tinen- b a u s an der Technischen Hochschule Charlottenburg sind ?>. r G st r R vu- blik nicht vereinbaren losten. Antisemitische Studenten mit rorndq- t'■ t.-• rrf�ast ftobi. ltsiert zu haben. Studenten jüdischer Abkunft können nur unter den größten Schwierigkeiten einen Arbeitsplatz im Zeichen- fr r*-»(P••. i s('■-■" rrt ihren Zeichentisch erbrochen, ihr Material gestoh- l e n oder beschädigt, ihr« Zeichnungen mit Tinte b e- schmiert und unbrauchbar gemacht. Aus diese Art sollen Juden vom Studium des Schiffmaschinenbaus überhaupt serngehallen Das kleine Lehrmädchen klagt! Sie Sünden der Väter. Ein Urteil, dem man nicht allzu viel soziales Verständnis nachsagen kann, fällte das Landesarbettsgericht Berlin. Ein Lehrmädchen war fristlos entlassen worden und klagle auf Fortsetzung des Lehroerhältnistes. Die Klägerin war ursprünglich als gewerbliche Arbeiterin in dem Betrieb(es Handell sich um ein IuwelengeschäsO tätig gewesen, dann aber infolge ihrer guten Führung und ihrer zufriedenstellenden Leistungen in eine tauf- männisch« Lehre aufgerückt und hatte so Aussicht, in einem Jahr eine gehobene Stellung zu erhalten. Da wurde sie plötzlich enilasten. Als Grund war„Erschütterung des Vertrauens' an- gegeben. Was aber war tatsächlich vorgekommen? Der Lehrherr hatte eines Tages in der Zeitung eine Notiz gelesen, der zufolge ein Arbeiter wegen Unterschlogung zu zwei Iahren Gefängnis ver- urteill worden war. Da der hier Derurtellie denselben Namen hatte wie das Lehrmädchen, rief der Chef dieses ins Pnvatkontor und legt« ihr den Zeitungsausschnitt mit der Frage vor, ob der Derurteille ihr Bater wäre. Das Lehrmädchen erklärt« davon nichts zu wisten, nahm den Zeitungsausschnitt mll nach Haus, angeblich vm sich zu informieren. In den nächsten Tagen fragt« der Chef das Mädchen wiederholt nach der Angelegenheit, erhiell jedoch nur aus- weichende Antworten. Schließlich stellt« sich herou», daß der Verurteilte tatsächlich der Vater war. der in einer anderen Iuwelegfirma einige Diebstähle begangen hatte. Darauf wurde da» Lehrmädchen fristlos entlassen, nicht weil der Dater gestohlen Halle, sondern weil es dem Chef die Verfehlung des Daters verschwiegen hall«. Der Chef lellet daraus«ine Er- fchütterung des Vertrauens her. Das Landesarbellsgericht gab dem Chef recht. Indem es die Klage des Lehrmädchens auf Fortsetzung des Lehrverhällnifles abwies. Das.Lehrmädchen siegt also auf der Straße, es hat kaum Aus- ficht, jemals wieder eine kaufmännifche Lehrstelle zu erhosten. Und das, weil der Vater sehst«. Das selbstbewußte Lehrmädchen. Ein vierzehnjährige, Lehrmädchen steht als Klägerin vot dem Arbeitsgericht. Ein bißchen sehr frech und naseweis, aber auch sehr hübsch und niedlich. Daraus bauend, daß niemand ihrem hübschen Lärvchen ernstlich und lange anhaltend böse sein könne, glaubte sie sich klein« Schmpplgkeiten auch threr Lehrmeisterin gegenüber erlauben zu dürfen. Außerdem erschien sie unregelmäßig und mit großen Berfpätungen auf ihrer Lehrstelle. Nun war cndsich ihrer Lebnueisterfti doch die so lange geübt« Geduld geplatzt. Sie versetzte ihrer Untergebenen, als diese wieder einmal zu spät kam. nach einer reichlich schnippischen Antwort eine kleine Backpfeife. Darauf war das„empfindlich aetrvfsene' klein« Fräulein höchst entrüstet fortgelaufen und im Geschäft nicht mehr erschienen. Sie klagte nun auf Auszahlung des Gehalts. Der Richter fragte die Deklagte nach der Richtigkeit der Aussage.„Ja, das stimmt! Alter ich glaub«, das hätte jeder an meiner Stelle genau so gemocht. Außerdem bin ich auch selbst mll schuld, daß mir das Mädel über den Kops gewachsen ist. Ich Hab« ihr viel zu viel durchgehen lassen, weil ich das übermütige Dina selbst sehr lieb habe. Das geht ja auch daraus hervor, daß ich mehr ols einmal zu Ilse h'ngeschickt habe und ihr sagen ließ, sie soll« ihre Stelle wieder ontreten.' Der Richter redet der kleinen Ilse begütigend zu und man einigt sich, daß die Klage abgewiesen und die Kleine morgen wieder auf ihrer Stell« erscheinen wird, nachdem der Arbeiisrichter noch der Beklagten«inen Verweis wegen der Backpfeife erteill hat. Und nun sprühen die Blcniaugen über- müsig und triumphierend zu der Beklagten hinüber. Und die reißt die Tür auf, halb zornig und halb lochend:„Dummes Ding! Nun komme aber morgen auch, aber um 8 und nicht erst um 10 Uhr!" Und leiser zu den Umstellenden:„Weiß Gott, ste kann doch alles mit einem machen, wenn sie einen so spitzbübisch anschaut." 80 Zentimetern Verschiebungen eintreten muß. was die Gefäbr- dung der Akustik, die bekanntlich im alten Opernhaus vollkommen war, und zu deren Zerstörung sehr wenig gehört. Warten wir das erst einmal abl Es gibt ja genug Leute, denen das alles gleichgültig ist. Darüber ließe sich reden. Ist es aber auch gleichgültig, daß ein rasend ge- wordener Amtsschimmel Millionen und aber Millionen unseres Vermögens für eine Schändung von Kunstwerken hinausfeuern darf? Dr. Paul F. Schmidt. Anatole Franc« Gehirn. Unmittelbar nach dem Hinscheiden Anatole Francas hatten bh Aerzte Guilleaume und Dabreuil-Eham- bardel der Leiche das Gehirn entnommen, um es einer genauen Untersuchung zu unterziehen. Die beiden Aerzte haben setzt der Akademie der Medizin in Paris Bericht über den Desund erstattet. Während das Durchschnittsgewicht des Gehirns eines Erwachsenen rund l3S0 Gramm beträgt, zeigte das van Anatole France nur ein Gewicht von 1017 Gramm. Der Befund bestätigt aufs neue, daß zwischen dem Gewicht des Gehirns und den geistigen Fähiake'.trn kein Zusammenhang besteht. Dafür zeigt aber auch da» Gehirn des berühmten Schriftstellers ln feinen Windungen bemerkenswerte und ungewöhntiche Einzelhellen. Dief« besondere Struktur hatte, wie die Aerzte ausführten, das Ergebnis, die Odrrfiäche der grauen Substanz außerordentlich zu erweitern, so daß das Gehirn, was es an Gewicht verlor, an Oberfläche gewann. Die Qualitüt überwog hier eben die Quantität. Das Gehirn zeigte eirie dewunderungs- würdige Form und wird von den Aerzten als ein wahres Kleinod bezeichnet. Erüauijührtiagea der Wecke. Almil. Tb. d. Seiten«:.Frisquita'.— Zi-Iidciiz-Ai.:„DaS R ä t t e I von KonnerSreuth'. Mttw. Na!iialIa«Th.i„HanneleS H! m meliabrl' Donnerst. Schaufpiel- fint«!.Kaufmann von Venedig'. Are«. Th. i d. Klosterslrahe: „Eratil'. Sorntab. Teuisches Kü nülerthcater:„Chicago'.•— Renaissance-Tb:„Bürger S ch i p p c l'. 3m«enaiflanc« Theak« findet Scntriog, nachmittag 4 Ubr eine«ussührung .Hiavannl und Amiabella' zugunsten der Hedwig Wangel-Hilfe statt. 3m Mnfenm für Meereskunde ipricht Tien«tag.« Ildr. Dr..Köster über .Schmuckforme» de« Schiffes(Mit Lichtbildern.) ßetfha Feist rmd Ihr««ammertanzgnume Lotte«uerda«. Ilnnh»siez nnd Scrnvbine Kinne veranstalten am 13., 20 Ubr. im B a ch- kB l t» t h n e r). Saal, Lfitzrwflr. 76, einen lanzadend mit vollständig neuem Piogramm ras Defizit der Ftankfuflet ZNafikausstellung soll eine halbe Million betrazen. «In den Och es Iheater«n»tflnn. Da« Deutsch« Hau« in Brünn toll durch-wen Zu bau tür Tb-aterzwe-k«-rwellert werde». Der vaupla» ist vo» der Eladt zur Beisügunz gestellt. vee Ilatur forscher Prof. wtihetm Zahannfe».»wer der fich besonder» durch sein« SrbUchlelltuiitersuchungen bekanntgemacht hat. Ist w Sopen. Hagen, 70 Jahre alt, gestorben. ver erste«kaak. der die ZenerWlatwn, nnterstüh«. Di« ichwediiche Ziegiciuug bat soeben 100 000 Kronen für da« im Bau begriffen« Krema- Imunn tn Selfingborg bewilligt, da« eine Muüeranlag« der Feuerbestattung werden soll. E« ist da« erstemal, daß«lue Siaattregterung der Feuer- desiatkttg eint materielle Förderung zuteil«erden laßt. von werden, und has soll feit Jahren auch durchgesetzt worden sein. So , schlägt man zwei Fliegen mit einer Hakenkreuzkiappe: man tobt als Burfch feine Gewalttäterneigung aus und bewahrt sich für ! später vor Wettbewerbern, die um so lästiger sein können, als auch 1 unter den Juden baukonsiruksive und mathemasische Talente vor- Händen sind. �. Es Ist nicht bekannt, ab die akademischen BeHorden schqn oersucht haben, die oersasiungs- und hochfchulsotzungsgemäße Gleichberechtigung der Studenten ohne Rücksicht ous Ab- stammung oder Glaubensbekenntnis zu sichern und wenn fa, mll welchem Erfolg? Diese Frage dürfte auch das preußische Unterrichtsmini st erium interessieren. Unsere Werbekundgebungen. Di« Parteiwerbewoche geht zu End«. Noch drei Tage werden die rüstigen Werber an der Arbeil sein, um treppauf, treppab den Arbeitern die Werbeflugblätter in die Wohnung zu tragen. Mit großen Fackelzügen hat die Werbewoch« begonnen, mll großen Saal- kundgebungen, in denen die Führer der Partei di« sozialdemokra- tischen Forderungen oertreten, wird sie geschloffen. In Lankwitz veranstalteten die Genossen in Lehmann» Fest- sälen in der Kaifer-Wilhelm-Straße eine sehr gut besuchte Werbe- lundgebung, in der Landtagsabgeordneter Genosse Hermann H a r- n i s ch referierte. Genoff« Harnisch gab in seinen mit fachlichem Material belegten Ausführungen«ist Bild von der Tätigkeit der Neichsreglerung unter der Führung des fchwarzblauen Blocks. Die Verdienste dieser Regierung in der Sozialpolitik, in der Schulpolitik und nicht zuletzt in der Wirtschaftspolitik gkosiiert« der Redner unter großem Beifall der Berjammlung. In feinen Ausführungen wies der Redner darauf hin, daß nur im Zusammenschluß aller sozial-- ' denkender, aller für den Wiederaufbau zusammenstehender Kräfte das Werk von Weimar unangetastet bleibt und weiter ausgebaut werden kann. In der Diskussion sprach ein Anhänger des >..Deutschen Vorwärts", der seine mehr als verworrenen Aus- sührungen schloß mit dem Ruf:„Trotzdem wird die Dummheit siegen,' welch« Feststellung verdienten Beisoll fand. In der Der sammlung wurden außerordentlich viele Neuaufnahmen gemacht. Der Btldungsausschuß des Wilmersdorfer Bezirks veranstaltete in der Aula der Hindenburg-Schul« im Rahmen der Werbewoch« einen durchaus gelungenen Frauen-, Film, und Bor- Iragsabend. Die Darbietungen wurden von Musikbeiträgen«ine» sehr guten Schülertrio» umrahmt. Nach den herzl'chen Be- grüßungvwvrlen der Genossin Ungerer lieh man den Film„Die Kinderrepublik Seekamp' ablaufen. Der Film, der nichts verschönern will, sondern nur nackte Te.tsachen gibt, wirkte wieder aus alle Anwesenden. Es gibt wohl keine geeignetere Em- richtung, um di« Idee des Sozialismus in die Praxis umzusetzen, als diese Kinderrepublik. Die Seelust wurde In die Schulaula übertragen und alle hatten den Wunsch, auch einmal nach Seekamp zu kommen. Nach dem X Teil sprach Lehrer Hahn ein paar Worte für die Errichtung der dritten weltlichen Schul« im Westen und zwar in Wilmersdorf. Genossin Weascheider hatte«' noch diesem Film, der besser wie alle Worte Zeugnis von dem Geist von Seekamp ablegt«, nicht leicht, aber sie vermochte es trotzdem, noch«inen Begeisteiungsapplaus zu erringen. Sie sichrl« aus. daß d'e Kinderrepublik Teekamp überhaupt nicht möglich ae- wcsen wäre, wenn hinter Ihr nicht die große Orgrnrüollon der SPD. Astanden hält«. Wie nösig aber Mfje große Orgonffotlon ist, steht man wieder bei den Versuchen, die Volksschulen zu Konfession!-- schulen zu machen. Unsere Bürgerblmtreglerung, die uns das Schundaesctz geschenkt hat. hat zwar Konsessionsschulen einzuführen. aber die Ermäßigung des Schulgeldes juir Schulen ist mit dem Budget nicht in Einklang zu bringen. Wir sind aber mit unserer Trägheit selber daran schuld. Wir haben Pflichten gegen unsere Jugend, wir haben den Krieg nicht oerhindern können, die kommen- den Generationen können vor neuen Kriegen nur geschützt werden, wenn alle an dem großen Werk der Sozioldemokrätie mitarbeiten. Da» höckste Gut des Menschen ist der Mensch selber. Wir haben bei den Kindern gesehen, dgß nur in Freiheit Gutes gedeiht: haben wir den Mut zur Freiheit, dann öffnet sich uns der Glauben an den Menschen! � Todessprung au# dem vlerteu Stockwerk. Aus dem Küchenfenster chrer im vierten Stockwerk de» Hauses Belle-Allianc e-Platz 7/8 gelegenen Wohnung stürzt« sich beute früh die 78Iährige Witwe Berta W. auf d«n Hos hinab. Di« alle Frau war ans der Stell« tot. Das Motto zu dem Derzweislungs- schritt ist Krankheit. Di« Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt urtd in das Scktauhaus gebracht.— Ani di, gleite Weif« verübt« in den heutigen Vormittagsstunden die 60jährige Witwe Rosa Sch. in der Wttzlebener Straße 63 Selbstmord. Infolge eines Nervenzusammenbruches stürzt« sie sich au» dem o i« r t e n S t o ck w e r k aus die Straß« hinaus. Ein hinzugerusener Arzt kannte nur noch den Tod feststellen. ver Z. Kongreß für alkoholfreie Zugenderzlehuna wird vom 13. bis 16. November in Berlin stattfinden. Die zwei Hauptsragen, die besprochen werden sollen, sind: die Tätigkeit der Schul« im Kampfe gegen dzp Alkoholismus und die Gesetzgebung zum ' Schutze der Jagend vor den Alkoholgesahren. Ais Einleitung und Begründung dafür sollen wissenschastlichc Dorträge gehalten werden, um die besondere Wirkung der alkoholische» Gr- tränke aus die Jugend darzustellen. Am zweiten Tag werden unter anderem Parlamentarier verschiedener Parteien zu Worte kommet,. Dcr dritte Tag wird insbesondere die Frage des Nüchternheiisunter- richts behandeln. Zu den Protektoren des Kvrgc«"xz gchört auch der Reichstagspräsidcnt Genosse Löbe. Das Hochwasser im Westen. Gingen des Neckar und des?iheins. Nachdem sich da? Hochwasser im Laufe des Drnnerstag allmöh- sich zu oerlausen schien, hat sich am Freitag ein« neue Hoch- wnsserwelle des Neckar eingestellt, die jedoch bis zur Stunde den Äöchstpunkt des gestrigen Standes noch nicht erreicht hat. Vom Oberlauf des Neckar kommen Meldungen, daß be- sonders die kleineren Nebenflüsse aus dem Gebirge große Wassermengen mitbringen. In Heidelberg erreicht« das Hochwasser in der vergangenen Nacht den Höchst- stand und seitdem fällt«s ständig. In Mannheim kxll der Neckar sein Vorland weithin überschwemmt. Die Flut steht am Bahn- dämm. Da der Rhein einen tieferen Wasserstand hat. stießt der Neckar mit reißender Gefchwindipkeit dahin. Die Fluten führen Gartenzäune, Holz und Fässer mit Das bereits fett vorgestern genicldete Anschwellen der Neben- sliisse des Rheins infolge starker Regengüsse und die Unwetter- katastro�phe im Quellgcbiet des Rheins haben nun auch ein Steigen des Unterlaufes zur Folge. Der Wasserspiegel hat sich in Köln in den letzten 24 Stunden von l,88 Meter aus rund 4 Meter gehoben und steigt stündlich weiter. Die untersten Uferwege am Werftgelänbe und die. Wiefen aus dem Dorslutgelände sind bereits überichwemmt. Di« rheinaufwärts gehenden Schleppzüge werden durch die starke Strömung be- hindert.— Aus Koblenz wird geme'det. daß der Wasserstand auch dort eine Höhe von über 4 Meter erreicht hat Die Schiffsbrücke mußte auf beiden Seiten verlängert werden. Schneefälle in Süddeutschlant». Bei sinkender Temperatur— der Fcld-'erg meldet 7 bis 8 Grad unter Null— schneit es neuerlich auf den Hohen, wo die S ch u e e. decke bereits eine Stärke von zehn Zentimeter erreicht hat. In der vergangenen Nacht hat es auch in den Tälern leicht geschneit. Die Temperaturen liegen hier um den Gefrierpunkt herum. Eine Hochwassergesahr durch die starken Regensälle der jüngsten Zeit ist infolge Einsetzens der Kälte vn� b--* nicht mehr zu erwarten._ 5- 8cels iArledrlchetiainU Mcmta,. 14 Nove ntter. lll'/.Ujc » 5"na d-i Busch. Tilfiter Str. 27. Mitgliedsbuch der Partei teMmtert. Theater der Woche. Dom 13. November bis 21. November. ___•««fito»»!«»: Trrr(Bunt. Sh»te»«chlffbane.. osmrn: Tchiebe? des Äiuhms(Eine Patrotencomitö�l. ThtUia.Sdeotori Der nti chodn.- Do«« am Pia»»et«cpntlil: 13. S.ojtnfaoalltc. 14 Poris CobnnOB) 15. poCnrnnna ftwäblunatn. l«., 17., lt gefchlofhn. JB., 2(1. .*i.„ S'Onfo. � etdbtlfi,» Oirr.«darlottrndnnit Ii, Ii ZSfaroo uub ineltfann. 14V as. vrphrus und ikurndite. 1«. Parsivul.. 17 Mast.-nbaU l». Sroubvjouc. üu. inftün und Zfotd«. 21. Isnni, Intel:«uf,— ZUbanlolil.' l!™».t«"»"-»»wumt lii in. P.cr(Synl. 14. tle fflus»a 15. Minna $VÖ«G kiihelm. J* � M.t Ä. Der Äoufcianri wn Vcntvio. 1«. L�oernadrnü: sstBoroo VOchzell. JO. Boflcnfleiris«od.- Cteatetteoln,«bariottendorn, iii'J}*! �7..�«'!!»»». ixt i««- l«. 31. isiinf«II der tu. �r.nzgr.rorich»«n chvmoum 1«. He»dm und MarioMn«.- Deutsche« Zchente»! Dörnchen Aligcrn-ann.-»ammee ptcle- Mona. Iii. Set Seibis. �ochtuortleaunoen; Die Lichter»«II Belli N. II.,\b.-eschlogen.«b IB. Ncueinstudierung.— Sie«ornebie: Zinsen. Pi»eo«or.«>lbne. SIestcr am «oBenbotfoUS:-Iaipi;ttn die Zwmanows, der«lieg und da« BlSlk. dos gegen »achtvorftellung: Blau»»lufen.— Theater in da« sts.i«rälter Ifc* li, rH;~ ftonrtbienhiiiiiii Holuspoku«._16. Die Schwester.— «-»»»ipielh«»»� Der Mikado.- Thealer de» Besten«. 13. ffine Sraa SSi-nViTS?'. 86- L-Wifch, Cpee:«Hltro natfi!- Seattle. Äflnnict-Sbeater: Zusti». Ab 10.(Ihicoqo.— Lustipielhau»! Zimmer Sit. 13. 1«.«espenster._«ejfino.itbeatet; Schinderhanne».— Theatee am«arsSeste». »amm: Die Dose. 1«. Liederabend.— Zrlansa-Theater: cdrelche». ib. Toten» »au,.—»«fidca,. Theater. Wer ist der Vater?-Hb 11. Ja« Sattel nun Nennersreuth.- Theatee in de, ftammanbantenfteahe: 13,-15. ctflSn sehn mit oufc IS. Der Sciosttufet. 17.- 21, 2chbn fefin wir am.— Retrapal-Tyeate». Paganini.— Berliner Iheater: Der Geister, ug.— Neue, Theater am 3»a. Die Hotelratte— Die Tribüne: Lpiet im Schiost.—«leine« Theater. Die Senublif befiehlt.-«allner. Theater: 12.— 14. geschlossen. 15. Die Linder.— »enaissaUee-Tbeater: 13.- IS. Giovanni und Annabetla. Ab l!i Bürger ischlvpel.— Salhalla.Theatee: Am Südesheimer Schsost steht eine Linde. Ab 1«. Hannele, Himmelfahrt— Mofc-Theater: Charten« Tante. 15. Jugend.— «afino-Theater: Dir Paula vom«eirvpof.— Tbeater i» her«lofterstraste: 12.. 14. Der Herr Genalor. 13. Wae ihr wollt. Id., 1k. Iohonn-«feu,r. 11. 20 Liebe. 13., 19, 21. chrotik- Schlohpaek-Theater, Siealitz: 12.-13. Gaavarone. l«, 20.«indertragödie. 1).— 19. Wal, erträum.— Thea er ln der Llldamstrahe, Die grau ahne Nüst.— Theatee Im«dmiralevalast: Wann und wo.— Wiuterparten upd Aeala: Internafonates Bariri«.—«eichahalleu. Theater: Stettiner Sänger.— Theater am tt-ttbusser Zoe: Cllte.-dnger. Slachmittaaeveraastaltuagen. BoNebühue. Theater am Bilamplah: 13. Sin Sommernachtotraum. Thalla-Theatee: Der mutige See» labrer.—«»aufp'elba», am GerdarmeawarU: i«.«rlmhllb.—«ar-mer. tvlele: 20. Zleveinstudierung.— Theater be» Westen,: 13. Alt-He delberg. 19 Peterchens Mondfahrt.— Dheoiee»m«nrfgrstendamm: Jana im®IÜ(f.— Trianon-Theater: 18. Mar und Mori».— Theater in»er»»«maudaate«. »»aste: 13. Die?avanifchc Puppe.—«envissanee-Theatee: U.(Bionannl und Annabella.— WalhaBa-Theater: 13. Die Puppenfee. 18. Hänsel nah«reff —»afe-Theater: 16. Jugend. 1»„ 20. Darardschen.— Theater i« der stlf Reale: Schneewittchen.- Schlastpark-Theater, Stegllh: 12. Sotkgprerer. Wiener Blut. �er mit dem Oreischichiwechsel! Oie Antwort der Metallarbeiter. Essen. 12. November.(ClgeaberUfef.) 2lnc Bezirkskonferenz der Geschäftsführer und Aunktio- n.rc des ventschen Metallarbciterverbande» nahm StSÜnag zu den Verhandlungen in Berlin über den Antrag der Arbeitgeber, die Durchführung der Verordnung vom 16. Juli 1927 betreffs Anterflellung der Stahl- und Walzwert». arbeiter unter den 8?der Arbeik»z«itverordavng über den 1. Januar 1923 hinauszuschieben. Die Konserenz billigte einmütig die Haltung Ihrer Unterhändler, die dahin ging, dah e» für den Arbeitgeber- und den Deutschen Metallarbeiterverband keine Auseinandersetzung geben kann über die Durchführung der Verordnung, vielmehr nur über die all- gemeine Einführung der achtstündigen Arbeit»- zeit, de, Lohnausgleichs und allgemeiner Lohnerhöhungen. Streit in der westdeutschen Kanalschiffahrt. Schiedsspmchloha von 3,78 M. den Unternehmern zu hoch. Bochum. 12. November.(Eigenbericht.) Nach Mitteilungen des Deutschen Derkehrsbundes Hot heut«, Sonnabend vormittag, in Durchführung des am Freitag abend in sämtlichen westdeutschen Konalhäfen gefaßten Beschlusses der Streik in der ganzen westdeutschen Kanalschifs» fahrt eingesetzt. In sämtlichen Zechenhäfen von Oberhausen bis Herne ruht die Arbeit. Darüber hinaus wurde die Arbeit in folgenden Kanalhäfen niedergelegt? Dort- mund, Nhein«, chamm, Münster. Schapenbnrg. Leer, O-nabrück, Minden, Hannover, Emden. D-e Ursachen de? Streits liegen in Lohndifferenzen. Der Deutsche Verkehrsbund fordert für dos Kanolschiffahrtsperfonol «ine durchschnittliche Lohnerhöhung von IS Proz. Der Dogelohn der Matrosen betrug seit M. Februar 1926 5 M.: er ist om l. März dieses Jahres auf SLS M. erhöht und durch neuerlichen Schiedsspruch aus S,78 M. festgesetzt worden. Die A r b e l t- gebe r lehnten diesen Schiedsspruch ab und erhoben Einspruch gegen die vom Deutschen Berkehrsbund beantragt« Verbindlichkeitserklärung. In der westdeutschen Kanalschifsahrt liegen die Tarifverhältnisie besonders ungünstig, da der tarifsähigeit Arbeitnchmerorganisation, dem Deutschen Verkehrsbund, kein tariffähiger Arbeit» geber verband gegenübersteht. Der Schiffohrtsverein für die westdeutschen Kanäle hat sich f ü r t a r i f u n f ä h i g erklärt. Seit längerer Zeit müssen die Lohnoerhandlungen des Deutschen Perkehrsbundes mit 22 einzelnen Firmen geführt werden. Es ist durchaus mit der Möglichkeit einer Ausdehnung des Streiks auf die aus dem Reich fahrenden Fahrzeuge der Kanalreedereien zu rechnen. Die Wahlkundgebung des AfA-Buudes Glänzender Abschluß der Wahlagitation. DauscnKe von weiblichen und männlichen Angestellten waren dem Rute des Ortskartells Berlin des AsA-Bundes zu einer öfs entlichen Wahltundgebung am Freitag abend in den Sophiensälen ge- folgt. Biete chundertc von Kollegen konnten wegen Uederfüllung von Saal Und Galerien selbst dann«och kernen Einlaß finden, als die Tische aus dem Saal entfernt worden waren. Wenn mm auch ein großer Teil der Dersaminlungsbefucher in drangvoll fürchterlicher Enge mit einem Stehplatz fürlieb nehmen mußte, so fanden doch die Ausführungen der beiden Referenten, Genossen Dr. Ä r o n c vom Deutschen Wert in ei st erverb and und Aus- Häuser vom A f A- Bund«ine ebenso oufmerkfame als geistig rege Hörerschaft. Die Referenten verstanden es ober auch, das an sich trockene Thema der Aufgaden der Angestelltenosrsicherung der Vertrauensmänner und des Hauptausschuffes in einer Weife vorzu- trogen, daß sie abwechselnd von heiterer Zustimmung und stür- mischem Beifall unterbrochen wurden. In der anschließendem Aussprache wurde einem Vertreter de? DHL. eine Redezeit von 13 Minuten eingeräumt, während die Anhänger des AfA-Bundes nur füni Minuten sprechen durften; außerdem erhielt der Vertreter des DHV. als e r si e r Redner das Wort. Er zog es aber angesichts der Stimmung der 2krsammelten vor, feine Anhänger aufzufordern, mit chm den Saal zu ver- lassen. Es trat jedoch keinerlei Entlastung der Uederfüllung em, denn der DHV. hatte überhaupt keine Anhänger, und sein Vertreter verließ als einziger unter dsm Hohngelächler der Versammelten den Saal, ohne auch nur mit einem Wort« versucht zu haben, den Aue- führungen des Rejerenten fachlich entgegenzutreten. Nach diesem erheiternden Zwischenfalle hotten die Genossen Peters vom Dutab, E m o n t s vom Allgemeinen Verband der Bantangestellten und die Genossin Ehlert vom ZdA wieder dos Ohr der Versammelten, während die übrigen sechs eingezeichneten Redner infolge eines Schlußantrages nicht mehr zum Wort kamen. Di« prächtig verlaufene Kundgebung endete mit Annahm« folgender Entschließung, gegen die sich eine Hand erhob, woraus zu schließen ist, daß dieser eine Horchposten des DHV. infolge der Ueberfüllung den Saalausgang nicht hatte rechtzeitig gewinnen können. „Die am 11. November 1927 in den Sophiensälen in Berlin in einer überfüllten Kundgebung versammelten Berliner Angestellten unterstützen als Wähler der Vertrauensmänner der Angestelltenver- sicherung einmütig die im Wahlaufruf des AsA-Bundes enthaltenen gerechten und erfüllbaren Forderungen. Sie weisen die böswilligen unwahre» Behauptungen, die die Gegner, unfähig, sachliche Widerlegungen vorbringen ui können, über die Ansichten des AsA-Bundes verbreiteten, mit Entrüstung zurück und richte» an die Berliner wahlberechtigte Kollegcnschast den Appell: Wählt morgen die AfA-Listen. »Wahlsiege� der Angestelttenreaktton. In den über 1099 Wahlbezirken zu den Angestelltenversicherungs- wählen ist der AfA-Bund nicht überall mit eigenen Listen vertreten, so daß in einigen Wahlbezirken der Liste der„Hauptverbände� keine Gegenliste gegenübersteht. So kann denn die„Deutsche Tages- zeitung" In ihrer Frcitagabcndausgabe berichten, daß in 21 Wahl- bezirken sich ein„glänzender Sieg der Hauptoerbände" ergeben habe, da von 189 Sitzen der Hauptausschuß 179 und der AfA- Bund nur vier erhallen habe. Das heißt denn doch den Tag vor dem Abend loben. Ruhiger werden und las Gesamtergebnis abwarten. Sotten die Lithographen„christlich" werden? Das Organ Stegerwolds,„Der Deutsche", brachte dieser Tage«inen Artikel qe-gen den Verband der Litho» graphe», der die Ueberschrist trägt:„Ein ganzer Bcrufsstand jall sozialdemokratisch gemacht werden." Was ist geschehen? Füx den Geltungsbereich des Chemigraphentarifes ist wiederum ein Zwangs taris abgeschlossen worden. Das ist fiir den Berus kein Zlovum: denn ein solcher Zwangstarif bestand bereits in den Jahren 1994 bis 1913 llnd von 1919 bis 1923. Ausschließlicher Zweck dieses Zwangstariies ist, den Beruf wieder in Ordnung zu bringen. Die guten Arbeitsverhältnisis der Gchilse» sind nur aufrecht.zu erhalten bei guter Qualitätsarbeit. Da aber die Fachleute unter den Unternehmern immer mehr verschwinden und mir rein kauf- männische Grundsätze ausschlaggebend sind, ist die Qualität der Er- Zeugnisse außerordentlich zurückgegangen. Beide Vertragsverbände wollen daher alle Berufsangehörigen zur Hebung des Be» riifes heranziehen und damit seinen' Niedergang vorbeugen. Der Zwangstarif richtet sich nicht gegen anders- organisierte' Gehilfen oder gar. wie„Der D e u t s ch schreibt, gegen die christlichen Gewerkschaften. Das Reich sarbeits- Ministerium bat schon vor Jahren entschieden, daß die wenigen Mit- ? lieber der christlichen Gewerkschaften bei den Tarisverhandlungeu em Vertretungsrecht beanspruchen können. Die B e r d ä ch t i» g u n g« n des„Deutschen" sind daher völlig grundlos: denn der Verband der Lithographen Hot nicht nötig, mit den Mitteln der Zwangsorganisation sich Mitglieder heranzuholen: 99 Pro.z. der vor-- handenen Gehilfen sind im Verband der Lithographen organisiert._ Streik in der Maschinenfabrik Auerbach. Infolge von Lohndisferenzen traten heut« früh von 79 Arbeitern der Maschinenfabrik Auerbach, Grünauer Str. 17. 6a in den Streik ein. Der Betrieb wurde geschlossen, so daß etwaige.Arbeitswillige" überflüssig sind._ Oer englische Bergbau in Not. Di« Kolgen des Sieges der Zechenbesiher. London. 11. November.(Eigenbericht.) Eine Deputation des englischen Beroarbeiterorrbandes. bestehend aus dem Präsidenten Smith und R i ch a r d s o n, sprach am Freitag bei dem britischen Arbeitsminister oor. um ihn auf die dringende Notwendigkeit eines Eingreifens der Regierung zum Zweck« der Hebung der Notlage des Bergbaues aufmerksam zu machen. Die Deputation stellte fest, daß die Zahl der Arbeits- losen im Bergbau im gegenwärtigen Augenblick mehr als 25 99 99 beträgt und sich die Loge von Tag zu Tag verschlechtere. Die Vertreter der Bergarbeiter forderten u. a.: 1. Abschasfung des Achtstundentages im Bergbau(d. h. Wicderein- sührung der Siebenstundenschicht), 2. zwangsweise Zusammenlegung der Industrie, 3. Beschleunigung des Hausbaues, 4. finanzielle Hllfe zum Ausbau der Industrie für die Verarbeitung von Nebenpro- dukten. S. Pensionen für Bergarbeiter vom 69. Lebensjahre an. Der Arbeitsminister oersprach, die Anregungen des Bergarbeiteroerbandes sofort zu beraten. Aerantwortlich fiir P-Iitik: Dr. Wut Srzrri Wirtschaft: 9.»li»a«ldZfe't Srwrrlschaftsbewreliitg: z. Site,»«: iZcuillrton:«. H. Tölchrr: Solale» und Sonsligks: ßritz«arstSdt! Snzriqcn: Td. Slacke; sämtlich in Brrlin. Srrlaa: Harwärts-llerlag S m b H.. Berlin. Druck: Lorwärtr-Buchdruckerrt und Lerlassanfial» Paul Singer v Co. Berlin SD 68, Siitdcnftrafit 8. REomme LIM'! Beispiellos billig!! 2 Worte, die zu Sonder leistungen verpflichten Prüfen Sie unsere Angebote« besichtigen Sic unsere Schaufenster« und Sic werden finden« dft£ wir nicht zu viel versprochen haben! beispiellos biliiser Berlin N 39 ChausseestraBe 61-62 Kleiaer-Stotfe Oberhemden-Stoffe""«tt 55 rr Waxh-Kunstseide«i&.58pf. Strick- Schottefl mit... utr. 58 Ff. DainanfSÄÄ�TÄl« Reinw. Popeline 1.65 Mantelstoffe"b-o»?. 1-85 Reinw. Popeline r*b£>bridtr 2.85 Reste und Abschnitte rea Mo Ben»Her Art, eowie angestaubte Wäsche z. T. bis 60 0/o herabgesetzt. 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