Morgenausgabe 7lr. 535 A 223 44. Jahrgang Wöchentll» K Vfrarig. MsnaiQA fftidwmit, eoTau«»ab Idar. Unter Streifband Im Z». und Ausland oAj«etchsmart pro Monat. « »et SonoSrta* mit der Illulkier. len Sonntaaebeilage.Boll und aeit* sowie den Beilagen.Unierdaltung und Dissen-.«u, der Filntwelt*. «Sladibetlage-,.Frauenstimme-, »Der«inderfreund-, �Zugend-Vo» wärt»-..Blick in die Bltchermclt", .Kulturarbeit- und Technik- erscheint wochentdglich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal. Berliner Volksblall Sonntag 15. November 1922 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswäris 20 Pf. Die ein ip a It ige Nonvareilleieile «0 Pfennig. Reklamezeile 6— Reiche- mark.kleine Anzeigen" das iettge- druckte Dort 2� Pfennig(zuiijfsig zwei seitaedru ckte Worte) lebe» weitere Wort >2 Pfennig. Stellengeiuche das erste Wo« lb Pfennig, jedes weitere Wort 20 Pfennig. Wo«e über lä Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmaett 8-----'------------- Zentralorgan der sozialdemokratischen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhofs 292— täT. Telegramtn-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vonvärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkoilto: Berlin 37 5ZK.— Bankkonto: Bank der Arbeit«, Angestellten nnd Beamten Wallstr. SS. Ditkontö-Gesellschaft, Deposttenkasse Lindenstr. 3 Der Werbewoche lchter Tag. Oer Ginn der Werbung. Don Rudolf Dreitscheid. Die Werbewoche ist zu Ende. Ihr ziffernmäßiger Erfolg läßt sich noch nicht übersehen. Wir hoffen, daß die Zahl der Männer und Frauen groß ist. die wir aus chrer politischen Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit aufgerüttelt haben und die nun in die Reihen des kämpfenden Proletariats ein- getreten sind. Nicht um unferetwillen haben wir geworben. sondern gerade im Interesse derer, die draußen stehen. Wir haben keine oereinsmeierifche Freude an der Verstärkung des Bestandes unserer Partei oder an dem Eingang erhöhter Mitgliedsbeiträge. Die Partei ist uns Mittel zum Zweck. Sie dient dem arbeitenden Volk. Sie dient ihm um so besser und wirksamer, je deutlicher es selbst sein Ziel erkennt und je bereitwilliger es Hand anlegt an das gemein- fame Werk. Der Kampf für die breiten Massen des Prole- tariats kann nur siegreich ausgehen, wenn diese Massen nicht bloß Nutznießer sein wollen, sondern auch selbst zur Tat schreitea. « Die Werbewoche ist vorüber. Die Wer» b u n g nicht. Sie dauert an. Sie vollzieht sich setzt nur wieder auf dem gewohnten Boden. Wir suchen weiter zu werben durch unser tägliches Tun, durch unsere Politik. Und die, die neu hinzugekommen sind, sollen uns dabei Gehilfen sein. Sie sollen mit uns den immer noch Zweifelnden und Zaudernden durch die Tat beweisen, daß die Sozialdemokratie für sie da ist. Daß sie eintritt für eine Wirtschafts- und Staatsordnung, die den Arbeitenden die Stellung gewährt. die ihnen gebührt, und daß sie auch, so lange die Herrschaft des Kapitalismus dauert, all ihre Kraft daransetzt, die wirt- schaftlich« Lage des Proletariats zu verbessern und feine politische Macht zu vermehren. Die Verwirklichung des Sozialismus haben wir vor Augen. Wir bereiten der Zu- kunft die Bahn, indem wir der Gegenwart genügen. Wir warten nicht mit verschränkten Armen auf den Tag der Erfüllung, wir tniumen auch nicht davon, sein Hereinbrechen gewaltsam beschleunigen zu können. Für uns bringt jedes Morgenrot einen neuen Tag der Arbeit, die nicht immer im üblichen Wortsinne heroisch ist. die aber die sicheren Funda- mente für das Haus legt, in dem wir wohnen wollen. • W i r streben nach der Macht im Staate und über den Staat. Wir wollen sie auf dem Wege der Demo- kratie erreichen, dem einzigen, der nicht ms Chaos führt. Wir müssen deshalb die Mehrheit in der Volksvertretung erringen. Wir wissen, daß das nicht olles ist, aber wir wissen, daß es ungeheuer viel bedeutet. Wir stehen vor der Erneuerung des Deutschen Reichstags, und daß sie sich in unserem Sinn vollziehe, ist unsere nächste große Aufgabe. Ordnungsmäßig liefe die Zeit des gegenwärtigen Parlaments erst im Dezember 1928 ab, aber alles spricht dafür, daß das Volk früher an die Urnen gerufen wird. Es knistert vernehmlich im Gebälk der Regierung. Es gibt unter den Aoalitionsparteien Meinungsverschiedenheiten auf fast allen Gebieten. Die Risse können verkittet werden, aber die Gegensätze bleiben bestehen. Die Deutschnationalen erschrecken das Zentrum mit ihren unverhüllten monarchistischen Kund- gedungen. Die Zentrumsarbeiter grollen wegen der sozialen Reaktion. Die Führung der Partei lehnt offen eine aemein- same Wahlfront nzit den Anhängern des Grafen Westarp ab. Was die beiden noch zusammenhält, ist das Interesse am Zustandekommen des Schulgesetzes und die Angst vor der Blamage, die ihnen ein Auseinanderfallen des Blocks bereiten würde. Die Deutsche Polkspartei steht zwischen ihnen und versucht vergeblich, eine Linie zu finden, die sowohl ihrem sogenannten Liberalismus wie den Ansprüchen der Bundes- genossen entsprechen würde. Diese Tragikomödie kann noch eine Weile weitergehen, aber selbst in den Reihen der Koalition rechnet män nur noch mit wenigen Monaten, und ihre Mitglieder suchen bereits verzweifelt nach Wahlparolen. ch Die Sozialdemokratie braucht nicht zu suchen. Sie hat ihre Schlachtrufe. Es sind die alten, mit denen sie von jeher in den Kampf gezogen ist und neue, die gerade die Regierung ihr Tag für Tag liefert. Ihre erste und selbstverständliche Parole ist der Sozialismus, und aus ihr ergeben ssch die anderen, die der Ge�enwartsarbeit angepaßt sind. Wir wollen die republikanische Staatsform verteidigen sowohl gegen Angriffe mit bewaffneter Hand wie gegen die systematische Unterhöhlung, wie sie die Rechte betreibt. Aber wir wollen nicht, daß diese Revublik eine Republik der Besitzenden bleibt. Wir fordern ihre soziale Ausgestaltung. Wir fordern in erster Linie den Achtstunden- tag, eine Besserstellung der Kriegsopfer und ihrer Hinter- bliebenen, eine mr"'�—'— m"-'-------"—'IV"" und Kleinrentner, losen, eine Wohnungspol und moralischem Elend schützt, kurzum, wir wollen ein beschleunigtes Tempo in der Sozialreform. Dazu gehört vor allen Dingen auch einerhöhterAnteilderArbeiter am Produktionsertrag. Die Wirtschaft hat sich belebt, und die Minister, die bei ihrem Amtsantritt in Pessi- mismus machten, verheißen jetzt die Dauer der günstigen Konjunktur. Aber den Nutzen aus ihr zieht das Kapital. während die Reallöhne der Arbeiter sinken. Die Partei muh stark werden, damit sie einen Einfluß auf die Verbesserung der Lebenshaltung üben kann im Streit gegen die Preispolitik der Kartelle und gegen eine den agrarischen Interessen dienende Handelspolitik. Wir haben des weiteren eine Steuerverteilung anzustreben, die die Massen entlastet. Der Ruf der Groß- industri« nach einer allgemeinen Herabsetzung der Abgaben wird von uns nicht aufgenommen und insonderheit lehnen wir«in« Beschneidung des Besteuerungsrechts der Gemeinden uich seine Kontrolle durch Behörden oder Wirtschaftsverbände ab. Gespart muß� werden, wenn Deutschland seine Kriegs- gläubiger befriedigen soll, aber man spare an überflüssigen Ausgaben. An denen für das Heer, an denen, die erwachsen aus dem Reben» und Gegeneinänderarbeiten der Organe, die die Zerreißung des Reichs in eine ganze Reihe von Glied- staaten geschaffen hat. Wir haben die Fürsten nicht zum Teufel gejagt, um anderthalb Dutzend Regierungen zu konser- vieren: unser Ziel ist die Einheitsrepublik. Dieses innerpolitische Programm ließe sich erweitern, wir könnten von der Justiz, von der Schule, von den Kultur- Problemen ganz allgemein sprechen. Wir dürfen uns hier mit der Feststellung begnügen, daß wir auf all diesen Gebieten das Gegenteil von dem wollen, was der Bürger- block will. » Was die auswärtige Politik anlangt, die Be- Ziehungen Deutschlands zu den anderen Staaten und Völkern, so liegen die Dinge insoweit anders, als wir im großen und ganzen mit der Art, wie sich die gegenwärtige Regierung um Frieden und Ausgleiche bemüht hat, einverstanden sind. Aber hier gilt es die Hemmungen zu überwinden, die bis jetzt die Anwesenheit der Deutschnationalen im Kabinett bereitet hat. Das Auftreten ihrer Führer und Anhänger im Lande gefährdet immer wieder den Glauben an Deutschlands Ehrlichkeit und Gradlinigkeit. So lange unsere Politik mit diesem Ballast beschwert ist, werden wir nicht weiterkommen. Wir werden die vorzeitige Räumung der Rheinlands ebenso wenig erreichen wie die Revision der Dawes-Gesetze. Wir werden es auch nicht dahin bringen, daß Deutschland im Völkerbund entschlossen an die Seite derer tritt, die aus dieser Organisation ein wirtlich brauchbares Instrument für die Verhinderung des Kriegsausbruchs machen wollen. Wir wissen, daß der Völkerbund auch in seiner vollendeteren Gestalt keine unbedingt sichere Garantie des Friedens darstellt. Er ist unfähig, die Wurzeln des Uebels zu beseitigen. Das ist Sache der internationalen Arbeiterschaft. Aber er kann gewisse Dämme gegen die Flut errichten, und daran haben wir mitzuwirken. Das aber wieder kann mit Aussicht auf Erfolg nur geschehen, wenn demokratische und wirklich friedensgewillte Regierungen die Geschicke der Nationen leiten. Um stark zu werden für die Erfüllung dieser Pflichten, haben wir geworben. Wir werben weiter, damit dem traurigen Mißverhältnis ein Ende bereitet wird, in dem die Zahl der Arbeiteroertreter im Parlament zu der Zahl der van ihrer Arbeit lebenden Bevölkerung im Lande steht. Wenn die Hoffnungen der Revolution von 1918 nur zum geringen Teil gereift sind, so liegt es nicht, wie billige Weisheit versichert, an der Unfähigkeit oder dem Verrat der Parteien und ihrer Führer. Schuld trägt die Arbeiterschaft selber durch ihre Gleichgültigkeit und ihre Zer- r i s s e n h e i t. Wir können die Ernte nicht einbringen, so lange die Mehrzahl derer, die ihrer Früchte teilhaftig werden sollen, müssig beiseite steht. Sie zur Mitarbeit, zur Kampf- gemeinschaft heranzuziehen, bleibt unsere Aufgabe auch im politischen Alltag. Vorwärts zum Einheitsstaat. Ministerpräsident Braun zum Gilbert-Memorandum. Hamborn, 12. November.(Eigenbericht.) Der preußische Ministerpräsident Braun sprach am Sonnabendabend in Hamborn über die politische Lage. Die Lohnbewegungen, so führte er dabei aus, sind die unausbleiblichen Folgen einer preistreiberischen Zoll- und M o n o p o I p o l i t i k, durch die die Preise für die notwendigen Lebensbedürfnisse derart gesteigert worden sind, daß die Arbeiter, Angestellten und Beamten auf Erhöhung ihrer Löhne und Gehälter dringen müssen. Der Konkurrenzkampf der Industrie auf dem Weltmarkt darf nicht vor- nehmlich auf dem Rücken der Arbeiter ausgekämpft werden. Nötig ist eine vernünftige Zoll- nnd Handelspolitik, die unter der Herr- lchast des Bürgerblocks jedoch unter starten agrarischen Hemmungen leidet. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam der Minister- Präsident auch auf die A n l e i h e p o l i t i k zu sprechen, wobei er der Auffassung der Reichsregierung beipflichtete,„daß jede unter Berücksichtigung der heutigen Gesamtlage nicht dringliche oder un- wirtschaftliche Ausgabe in Deutschland, sei es aus Auslandsanleihen oder aus anderen Quellen, unbedingt zu vermeiden sei.� Leider so fuhr er fort, ist m> Reichshaushalt diesen Grundsätzen nicht immer Rechnung getragen, was u. a. die Filmgeschäfte des Reichswehrministeriums beweisen. Der Behauptung in der Denkschrift des Reparations- a g e n t e n, daß die Gemeinden und Länder,„als Ganzes ge- nommen, über ihre Mittel leben", widersprach Braun. Die Mittel für die den Ländern und Gemeinden obliegenden Aufgaben auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiete kann die heulige Generation nicht allein aufbringen, hier muß eine gesunde Kredit- Politik eine Verteilung auf spätere Generationen vornehmen. Prevßeu hak in den Jahren nach dem Kriege eine überall» vorfichllge Anleihepolitik gelriebe nt Seine Anleihen Im Betrag» von etwa 330 Millionen stellen eine v»r�ch w i n de n d e Belastung dar gegenüber dem Vermögen des preußischen Staates. Die Anleihen Preußens sind nur zu produktioeo Zwecken, vornehmlich für Badenocrbesserungrn. Hase»« und Wegebauten sowie zur Rationalisierung der staatseigenen Betriebe verwendet worden. Auf das Schulgesetz eingehend, bemerkte der Minister- Präsident, daß die Kostenfrage, wie bei vielen Reichsgesetzen der letzten Jahre, nicht hinreichend gewürdigt worden ist: „Daß erhebliche, in die Millionen gehende Mehrkosten durch die Aussühruog des Schulgesehe» entstehen werden, ist außer Zweifel. Diese Mehrausgaben sind völlig onproduttiv. Wie notwendig die Erhöhung der Beamtengehälter ist, erhellt daraus, daß sie auch nach den vorgesehenen Erhöhungen zumeist noch längst nicht die Friedensrealgehälter erreichen. Das Problem, die öffentlichen Lasten zu verringern, kann nicht gelöst werden durch Niedrighaltung, der Besoldung, sondern durch eine durchgreifende Reform der Ber- w a l t u n g. Der unrationelle, komplizierte, staatsrechtliche Aufbau des Reiches muß von Grund aus geändert werden. Der jetzige Zustand, mit seinen zahlreichen kleinen und kleinsten Ländern mit eigenen Regierungen, Parlamenten und Berwaltun- gen, kann auf die Dauer nicht aufrechterhalten werden. Den Luxus einer derart unrationellen Berwallüng kann sich kaum ein reiches Land, geschweige ein verarmtes, wie das Deutsche Reich, leisten. hier kann nur durch die Vereinheitlichung des Reiches unter Berücksichtigung der Stammeseigenheiten und der Verschieden- heiten in der wirtschaftlichen und kulturellen Struktur der einzelnen Reichsgebiete in einer weitgehenden Provinzautonomie wirksame Abhilfe geschaffen werden. Es bleibt nur das Vorwärts zum Einheitsstaat, der allein die notwendige Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung ermöglicht." • � ♦ Di« Reichsregierung hat— wie der„Soz. Pressedienst' erfährt— eine Umfrage an die Länder gerichtet, um deren Standpunkt hinsichtlich der Verbilligung und Dereinsachung der Verwaltung kennenzulernen. Abgelehnter Heßversuch. französische Kriegsbeschädigte wollen Maginot nicht hören. pari». 12. November. sEigenberichk.) ©er Versuch der frauzösischeu kriegsleilnehmerverbände. sich auf elue gemeinsame' Verlretung der Znteresseu der Kriegsopfer zu elnigen. hat bereits in der ersten Sitzung de»„Songresses der Ge- neralstaaten des blutenden Frankreich" in Versailles zu einem klag» lichen Fiasko geführt. Es genügte, daß Herr Magioot. der ehemalige Sriegsminister poincorSs und Organisator der Ruhr» besehung. sich bemühte, die polltischen Leidenschaften aufflammen zu lassen, um einen T u m u l t zu entfesielu. der die sachlichen ver» Handlungen unmöglich machte. Alle Bemühungen des Prä- sidiums. Alaginot Gehör Zu verschassen, blieben vergeblich. Die den Linksparteien nahestehenden Delegierten blieben bei ihrer weige» rung. einen so fanatischen Nationalisten und Sriegsheher zu Worte kommen zu lassen. Llmsteltung im Zentrum. Oer Chefredakteur der„Germania" entfernt� Durch Wolffs Bureau wird eine„geschäftliche Mitteilung" verbreitet, die einen völligen Umschwung in der Zen- t r u m s p o l it i k zu verschleiern bestimmt ist. Hier der Wortlaut: Zwischen der Kölner Görres-haus m. b. H.(Verlag K ö l- nische Voltszeitung) und der Germania A.-G. für Der- lag und Druckerei in Berlin ist heute,„um- eine einheitliche Vertretung des Zentrumsprogromms und der Jnter- essen des katholischen Volksteils zu erreichen," eine Izr t« r e f s e n- g e m e i n s ch a f t abgeschlossen worden. Beide Blätter, die„Kol- nische Volkszeitung" und die„Germania" bleiben in ihren Ber- lagen und Redaktionen selbständig: es soll indes so- wohl in außen, und innenpolitischen Fragen eine enge Fühlungnahme zwischen den beiden führenden Blättern er- reicht werden. In den Aufsichtsrat der Germania werden Vertreter der Kölnischen Volkszeitung eintreten, und umgekehrt soll eine Ver- tretung der Germania im Verwaltungsrat der Kölnischen Volks- zeitung sichergestellt werden. Der bisherige Hauptschriftleiter der Germania, Herr Orth, scheidet aus seinem Verhältnis zur Germania aus und übernimmt die Leitung des Berliner Bureaus der Kölnischen Volkszeitung. Der bisherige Leiter dieses Bureaus, Herr Dr. Buhla, ubernimmt die Hauptschristleitung der Germania. Mit vielen Worten wird hier die einfache Tatsache um- schrieben, daß in dem Kampfe der bisherigen offen republikanischen Ziedaktion der„Germania" und der durch den monarchistisch-reaktionären Abgeordneten v. Papen vertretenen Aufsichtsratsmehrheit die Redaktion besiegt, wurde. Die Geldmächte waren wieder einmal .stärker als die ehrlichste Ueberzeugung der Redakteure. Herr Orth, der an der festen republikanischen Linie der Redaktionsführung festhielt und dem der Abg. v. Papen erst vor kurzem einen aus dem Hngenberg-Lager bezogenen Journalisten zur Kontrolle hinsetzen wollte, ist auf der Strecke geblieben. Er darf in Zukunft die im Zentrum sehr weit nach rechts geneigte„Kölnische Volks- zeitung" informieren, den Ton in der„Germania" aber wird ein bisheriger Mitarbeiter eben dieses zentrümlichen Rechtsblattes angeben. Man weiß also, wie die „Germania" in Zukunft zu bewerten sein wird: als Organ des Herrn v. Papen, eines deutschnationalen Agrariers in Zentrumskleidung! „Mbelungenireue" übers Grab hinaus. Muß die deuffche ZUpublik auch noch Berchtold verteidigen? Das Auswärtige Amt zählt unter anderem auch ein Kriegsschuld- referai, an dessen Spitze Geheimrat Friedrich Stieve steht. Di« bisherigen Arbeiten dieses Forschers zeugten von anerkennens- wertem Fleiß, und besonders feine Abhandlung über die kriegs- treibende Politik Iswolskis stellt«inen ernsthasten wisienschastlichcn Bestrog zur Erforschung der Kriegsschuldsrage dar. Die neue Arbeit Stieves„Rußland und der Weltkonflikt im Lichte von Kronzeugen", dir im Berlag für Kulturpolitik, Berlin, er- fchiemm tsti fordert jedoch zu einer grundsätzlichen- Kritik heraus. Der Kuftipf gegen die Legende der e i n s e i t i g e'n deutschen Kriegsschuld mag historisch berechtigt sein, einen praktischen Wert besitzt sie für Deutschland aber kaum mehr, da an der Behauptung der alleinigen Schuld, sofern sie überhaupt durch den Artikel 231 tatsächlich ausgesprochen wurde, was übrigens mit guten Gründen bestritten wird, kein ernsthafter Politiker im Auslände mehr festhäll. Eine einseitige Aufdeckung der Kriegsschuld von Ententestaats- männcrn, wie sie auf deutscher Seire in den letzten Iahren betrieben wurde, bringt aber— auch auf Kosten der geschichtlichen Wahrheit— die Deutsche Republik in den Verdacht, als ob sie sich verpflichtet fühlte, das alte Regime um jeden Preis zu rechtfertigen. Wir sind gewiß die letzten, die die Schuld des zaristischen Rußland verkleinern wollen, aber wir müssen gegen den Versuch Einspruch erheben, nicht nur die deutsche, sondern obendrein noch die österreichisch- ungarische Vorkriegspolitik zu verteidigen. Stieves neue Arbeit richtet sich in der Hauptsache gegen das Memoirenbuch von Sasonow„Sechs schwere Jahre", das zweifellos viele Unrichtigkeiten enthält, denn der frühere russische Außenminister ist einer der Hauptkriegsschuldigen, und sein Rechtfertigungsversuch mußte naturgemäß eine Unzahl von falschen Behauptungen enthalten, deren Widerlegung für den deutschen Kriegsschuldsorschcr eine lockende Ausgabe darstellte. Aber diese Ausgabe ist bei Stieve in eine Der- tcidigung der k. und k. Balkanpolitik ausgeartet, die im. höchsten Grade unangebracht ist. Darüber hinaus besteht das Buch Stieves zur Hälfte in einer Sammlung von Beiträgen aus der Feder nicht nur von Deutschen, sondern auch von k. und k.„Kronzeugen". Nicht allein der ehemalige deutsche Staatssekretär von Iagow kommt dabei zu Worte, was vom Standpunkt der Wilhelmstraße noch ver- ftändlich wäre, sondern mutz Oesterreicher, wie Baron Spitz- müller, Graf Hoyas, Graf Szapary und Graf Leo- pold Bcrchtold! Dieser verhängnisvolle Mann— der unseres Wissens übrigens inzwischen die tschechoslowakische Staatsangehörig- keit gewählt hat— entwickelt ebenso breit wie kaltschnäuzig die be- kannte Habsburgische These der Unoer in cidbarkeit und Notwendigkeit eines Präventivkrieges gegen Serbien. Dies in einem Buch, für das ein aktiver deutscher Diplomat verantwortlich signiert und dessen Erscheinen wohl vom Auswärtigen Amt in jeder Beziehung unterstützt worden ist! Dieser Art von„Nibelungentreue" können wir keinerlei Ver- ständnis entgegenbringen. Wenn der leichtfertige Kriegstreiber, der im Juli 1914 am Ballplotz regierte und bald danach von seinem eigenen Herrn davongejagt wurde, sich zu rechtfertigen versuchen will, so- mag er das tun— aber nicht auf Kosten des außenpolitischen Rufes und möglicherweise gar auf Kosten der deutschen Steuerzahler. Katholische Bekenntnisse. „Oer Zusammenhang zwischen Religion und Leben durchschnitten." Im letzten Heft«der„Bonner Zeitschrift für Theologie und Seel- sorge", herausgegeben im Auftrag« der theologischen Fakultät, gibt einer der Herausgeber, Professor Dr. Wilhelm Schwer, in einer Sammelbesprechung eine Uebersicht von dem Stand der neuerdings von katholischer Seite vielfach erörterten Frage„Kirche und Volt" Einleitend stellt Schwer fest, daß die heutig« S- e l s o r g« in einem Zweifrontenkampf stehe. Don außen bedroh« sie die zu> nehmende Entvölkerung der Kirche und der Kirchen im Innern die um sich greifend« Erkaltung des religiösen Lebens, das bei nur allzu vielen auf die mechanische Erfüllung gewisser kirchlicher Pflichten zusammengeschrumpft sei. seinen Eifr fluß auf das Leben und die Lebensführung dagegen völlig eingebüßl habe und sich in sittlicher Hinsicht kaum noch über das üblich« Durchschnittsmaß äußerlicher Wohlanständigkeit erhebe. „In Massen hat die Arbeiterschaft fast aller über- wiegend katholischen Länder der Kirche de» Rucke« gekehrt"-- Diese„furchtbare Wirklichkeit" sei zuerst auf der Kon- ferenz katholisch-sozialer Arbeiterorganisationen im Jahre 1924 mit unwidersprechlichen Ziffern festgestellt und seitdem vielfach besprochep worden. Schwer gibt sodann eine Auslese von Aeußerungen aäs einer Anzahl der ihm vorliegenden Schriften: Wer unter den regelmäßigen Kirchenbesuchern wesentlich mehr als«in Drittel der Seelenzahl sucht, gibt sich einer Täuschung hin---- Betrachten wir unsere Beichtstühle und Kommünionbänte, so könnten wir für den Augenblick vielleicht wundere glauben, wie katholisch unser« Umwelt noch'ist. Aber lassen wir uns doch nicht täuschen! Ist es nicht Immer derselbe, manchmal verhältnismäßig kleine Prozentsatz der Pfarrei, der uns überall entgegentritt---- In einer Zeit großer sozialer Erschütterungen und geistiger Umwälzungen, auf einem so wildzertlüfteten und ungleicharngen Gebiet, wie es die modern« Großstadt darstellt, kann ein« Seel- sorgemethode nicht mehr zum Erfolge auf breiter Front führen, die in einer lange Jahre gleichgebliebencn Art in Predigt. Gottes- dienst und Sakromentenempfang nur den beschränkten Kreis derer umschloß, die aus innerem Antrieb oder aus alter Gewohnheit oder aus äußeren Gründen die Kirche besuchen... Roch einmütiger, so folgert Schwer, werde anerkannt, daß nicht nur das öffentliche Leben als solches sich fast ganz dem Einfluß des Christentums entziehe, sondern daß auch „viele von denen, die ihren äußeren kirchlichen Obliegenheiten noch nachkommen, sich außerhalb der Kirchenwände ohne Bedenken und Widerstand auf der breiten Straße der Mode mit fort- treiben lassen". Roch vollständiger vielleicht sei endlich auf Wirtschaft- lichem und sozialen Gebiete der Zusammenhang zwischen Religio» und Leben durch- schnitten; immer wieder„betonen es Stimmen aus Arbeiterkreisen, daß der katholische Unternehmer sich im allgemeinen nicht vom n i ch t k a t h o l i s ch e n Unternehmer unterscheide". Schwer beschäftigt sich besonders eingehend mit der Betrachtung, die Professor Dr. Pf liegirr in der Wiener Pastoralschrtft..Der Seelsorger"(Januar 1927) über das Derhältnis der Seelsorge zu Proletariat und Sozialismus angestellt hat. Pfliegler stellt die Frage, woher her Sozialismiks, der bereits in Wien und anderen österreichischen Diözesen die Mehrheii aus seiner Seite wisse, seine Wirkung, seine Anziehungskrast auf die Massen Hab«. Er sieht den Grund darin, daß der Sozialismus für unzählig« Menschen in die Stellung eingerückt sei. die für ander« die Reli- g i o n einnehme: er gebe ihnen ein Ziel, fürda»siekämpfen und leiden, gebe ihnen gegenüber ollen Fragen der Welt und. de» Lebens«ine so sichere Stellung, wie sie s o n st n u r d i«- Religion gebe. Was werde ihnen die scharfsinnigst« Wissenschaft- liche Widerlegung de» Sozialismus auch auf der Kanzel sein? Nichts! Was werde seder Angrist gegen sie ausrichten? Er werde ihren Derstand nicht überzeugen, aber ihr Herz tödlich iresten und noch mehr verhärten. Bevor nicht die Seelsorg« da» anerkannt und ihr Vorgehen nach dieser Erkenntnis eingestellt habe, werde sie das Bertrane« der Masse« nicht wiedergewinnen und aller seelsorgerlichen Behandlung werde der Boden fehlen. Diese„ausrüttelnden Worte", wie Schwer sich ausdrückt, hatten eine lange Reihe von Antworten und Zujchristen aus dem Kreise des Seelsorgekleru» zur Folg«. Ein Teil davon, auch Ptlivgler gehört dazu. ist überzeugt, daß der Sozialismus, wenn auch unter zeitweiligen Rückschlägen, zum Siege kommen lverd«. Darum fragt ein Landpfarrero „Haben wir die Pflicht, uns im Nomen der Kirche, im Namen Christi, der herausziehenden neuen Gesell- schaftsordnung entgegenzustellen? Haben wir das Recht dazu? Ist es nicht vielmehr der allergrößte Fehler gewesen, oen wir begangen haben, daß wir dieses Emporringen zur Geltung der Arbeit und ihr Herrscherrecht m der Welt nicht vorhanden und nicht recht, mindestens nicht zur rechten Zeit, begriffen haben? Haben, so fragt der Geistliche w«iter. die Priester Christi auch nur die mindeste Ursache, sich immer wieder für die b u r g e r- liche Welt gegen die Arbeiter zu stellen? Und wenn wirklich die kommend« Umwälzung gewaltsam vorgehen und viel- leicht auch manchem Priester das Leben kosten wird:-- Es wäre wirtlich schade, wenn wir nur leiden müßten wegen der bürgerlichen Weltordmrng. die ohnehin d e m gange geweiht sein wird: es wäre schade um sedes Loch in unserer Haut, um jede» Tag. an dem wir hungernd umherirren werden, um jeden Stein, den man uns Priestern nachwerfen wird, wenn es einzig nur deswegen wäre, weil wir Priester uns fiir die kapitalistische Wirtschaft irgendwie eingesetzt hätten. Eine zweite Gruppe von Zuschristen fordert eine gründliche Absage der katholischen Wirtschaft», und Sozialethik an Kapitalismus und Liberalismus, und von dritter Seite wird vorgeschlagen der Ausbau der Karitas und gründliche Reform der See! sorge durch Psarrsekretariat, Pfarrkartothek, Psanhelfer und-Helferinnen. In eine Erörterung dieser Vorschläge wollen wir uns hier nicht einlassen, ebensowenig' soll hier der Frage nähergetreten werden, ob die Kirche noch die Macht und die Kraft hat. die Läsung der sozialen Frage bestimmend zu beeinflussen.. Hier soll nur die gegenwärtig« Lag« der Kirch« an einigen Aeußerungen aus dem eigenen Lager beleuchtet werden. Zum Schluß sei nur noch erwähnt, wo» Schwer seinem eigenen oben erwähnten Urteil über die Röte der katholischen Kirch« hinzusügt: „Ueber diesem Tatbestand einer äußeren und inneren Krisis des kirchlichen Lebens vermögen auch die vielen Deranstaltungen nicht hinwegzutäuschen, die seit einigen Iahren auch aus katholischer Seite m in die Augen fallendem Elser in Szene gesetzt werden. Leicht verrät vielmehr ein« allzulaute Auf- machung und das krampfhafte Bestreben, mit großen Zissern hervorzutreten, dem Tieferbllckenden«ine geheim« inner« Unruh.« und das nervöse Bemühen, die Schwächen der eigenen Position vor sich selbst und anderen«n wenig zu verdecken." August Erdmann. Protest gegen Trotzkis Ausschluß. Solidariiätsertlärung mii den Verhasteten.« Der Ausschluß Trotzkis und S i n o w j e w s aus dem Zentralexekutivkomitee der russischen kommunistischen Partei wird von neun Mitgliedern des Zentral- k o m i t e e s und der Z e n t r a k k o n t r o l l k o m m i s s i o n mit einem Protestschreiben beantwortet, das deutlich er- kennen läßt, daß eine Versöhnung zwischen den streitenden Richtungen nicht mehr möglich ist. Es heißt in diesem Schreiben: „Verachtung und Ekel reifen in der Arbeiterklasse dieser Politik gegenüber. Derjenige, der dies noch nicht begriffen hat, konnte sich auf der Demonstration der Leningrader Proletarier am 17. Oktober 1927 davon überzeugen. Di« Tat- fachen sprechen für sich selber. Die Wahrheit kann man nicht ver- heimlichen. Das Proletariat Leningrat«, das drei Revolutionen vollbracht hat, hat feine Sympathien der Opposition gegenüber demonstriert. Der Ausschluß des Genossen Trotzki und Sinowjew, der die Krönung einer ganzen Reihe von Verbrechen gegen die Partei bildet, ist der lßersuch, sich der Kritik der Opposition am Bor- abend des Parteitages zu entziehen. Von dieser Kritik sich'Zu be- freien, wird aber dem gegenwärtigen Polbureau durch nichts ge- lingen,— weder durch Ausschlüsse, noch durch Ver- leumdungen. noch durch Betrug, noch durch Mundtot- machen. Wir Alilglieder des ZK. und der ZKK. erklären, daß wir uns voll und ganz mik allen Handlungen und Erklärungen der Genossen Trotzki und Sinowjew und aller anderen unserer auegeschlossenrn Genossen solidarisieren, daß alle ihre Schrille mit unserem vollen Einverständnis unternommen wurden, daß wir für jeden Ihrer Schrille und für jede ihrer Erklärungen, besonder» für da» Drucken und verbreiten der©latlsom der Solschewlki- Leninisten(der Oppo» j'llon) die Verantwortung voll und ganz und bi» zum äußersten übernehmen. Wir erklären, daß. in welche Lage auch Immer die wild- gewordene Gruppe der Spalter-Stalinisten uns oersetzen mag, wir zusammen mit den Genossen Trotzki. Sinowjew, Serebisakow, Preo. brjaschenjki, Scharow, Sorkis und Tausenden Proletarier-Leninisten, zusammen mit den-Grundkadcrn unserer Pmei die Sacke der Lenin. scheu Partei, der Leninschen Revolution des Oktobers von 1917, der Leninschen Komintern— gegen die Opportunisten, gegen die Spalter, gegen die Totengräber der Revolution verteidige« werden. Diese Erklärung ist unterzeichnet von Awdeew, Baka- jew. Jewdokinow. Lisdin, Muralow, Peterson, Kamenew. Rakowski, Smilga. Sie stellt die Fraktion Stalin vor die Notwendigkeit, mit Trotzki und Sinowjew gemeinsam eine Reihe führender alter Bolschewiki auszuschließen. Der Schlußsatz ist unmißverständlich, er sagt deutlich: ver- haftet uns, wenn ihr es wagt! Spannung Paris— London. Englischer Pressefeldzug gegen den Bertrag mit Südslawiea. Paris. 12. November.(Eigenbericht.) Ausländische Pressenachrichten, daß Griechenland und Bulgarien dem Frankreich-Iugoslawien-Bertrag beigetreten seien, werden hier als haltlose Kombinolionen dezeichnet. Anlaß zu diesen Gerüchten scheint eine Unterredung M a r i n k o w i t s ch» mit dem ehemaligen griechischen Außenminister Po litis gegeben zu' haben, die ober lediglich ein persönlicher Meinungsaustausch der beiden Staat»- männer war und mit dem französisch-jugoslawischen Bertrag nicht» zu tun hat. Wenn Briand auch am Freitag erklärt Hot, daß der Vertrag als Teil eines Balkan-Locarno» anzusehen sei, so ist da» keineswegs dahin zu verstehen, daß Frankreich das System seiner Freundschaften und Biinbnisse auch auf ander« Balkan. staaten auszudehnen wünschte, zumal man in Pari» sehr wohl weiß. daß eine solche Politik nicht nur den f r a n zö s i s ch- i t a l i« n i- scheu Gegensatz verschärfen, sondern auch in London auf heftigen Widerstand stoßen würbe. Die ungewöhnlich scharfe Kritik«ine» großen Tell» der«ngli- scheu Presse am Dertragsabschluh hat In Pari»«In« st a r k e D« r- st i m m u n g hervorgerufen. So bezeichnet d»„Temps" die vom „Daily Telegraph" und„Daily Expreß" ausgestellt« Behauptung, daß der französisch-jugos-awische Vertrag eine unverkennbar« Spitze gegen Deutschland enthalte, als eine„perfide Brunnen- Vergiftung". Der„Temps" erklärt«s für außerordentlich be- dauerlich, daß gerade von England her versucht wird, nicht nur die Spannung zwischen Frankreich und Italien zu verschärfen, sondern auch in die deutsch-franzästschen Beziehungen neues Mißtrauen zu tragen. Haslbeiehl gegen©rofessor Förster ist nach amtlicher Erklärung des Oberreichsanwalts nicht erlassen. Die Seele des Arbeiters. psychologische Fragen in der Freien Sozialistischen Hochschule Auf Einladung der Freien Sozialistischen Hoch- schule- sprach gestern im Herrenhause der Vorsitzende der Schweizer Sozialdemokratie und langjährig« Leiter de» Arbeiterbildungswesens in der Schweiz Genosse Ernst R e i n h o r d t» Bern über„Psycho- logische Prol�lem« der Arbeiterbewegung"'. „Was wisien wir eigentlich von der Seele des Arbeiters"? fragte er�„Was kennen wir von seinen inneren Konflikten? Wie könnten wir unsere Kenntnis für die Vertiefung und Verbreitung unserer Bewegung auenutzer.?" Allein die bürgerlich« Psychologie hat sich bis heute im Interesse des Kapitalismus mit seelischen Vor- gängen im Arbeiter befaßt. Es galt, die Arbeitsleistung der Ar- beiter zu steigern—. so entstand die P-s y ch o t e ch n i k. Die Ar. beiterbewegung hat aber allen Grund, die Ergebnisi« der bisherigen psylbaloris�en Forschung in ihren Dienst zu. stellen. Der Marxismus schließt nicht die frei« Willenstätigteit des Menschen aus. Die wirtschaftlichen Bedingungen, in denen der Ar- beiter lebt, schaffen in ihm die psychologischen Boraussetzungen, die ihn zum Träger des Sozialismus machen. Diese psych-ologischen Vor- a"?seb',ngen werden aber durch die Umwelt, in der er lebt, durch Familie, Schule, Betrieb verschüttet. Der Selbsterhaltungs» trieb wird in ihm zum Schaden des A r t er h o l t u n g s- triebe? künstlich gezüchtet. Ausglab« des Koziolisinus ist es, diese die Menschheit vorwärts treibenden psychischen Elemente voll- wertig werden zu lassen. E» genügt nicht, die Borstellungswelt der Arbeiter intellektuell zu beherrschen, es gilt, seine Gefühlswelt zu beeinflussen und umzugestalten. Um das zu können, bedarf es des Wissens um die Seele des Arbeiters. Man kann wohl sagen, daß die Unkenntnis hier nicht selten die llrfofc manniofaltiger Fehlgriffe gewesen ist. Sowohl in der Bceinslnssung der Jugend durch die Partei als auch in der Er- ziehungj der Kinder durch sozialistisch« Eltern; sowohl bei Füh- rung von Mosienaktionen als auch in der Stellungnahme zu oppo- sitionellen Gruppierungen innerhalb der Parteiwelt. Die Sozial- demokratische Partei könnt« in dieler Hinsicht so Meiches von dem Katholizismus lernen, der m der Beherrschung der Seelen von seinem Standpunkt aus Vorbildfiches geleistet hat. Es wird sich darum handeln, den Arbeiter mit neuen Gefükfl»werten zu erfüllen, eingedenk dessen, daß es sich ni*t allein um politische und wirtschaftlich« Errungenschaften für den Menden handelt, son- dern um die Kulturdurchdrtngung de« ganzen Menschen. Dies wird aber nur möglich durch die Erforschung des Seelenlebens des Ar- beiters. Die Verwirklichung dieser Aufgabe, so schloß Genosse Pein» Hardt, erfordert die Schaffung eines besonderen Forschung e- i n st i t u i s. Der Arbeiterbewegung wenden ans dieser Erkenntnis neue mächtige Kräfte zufließen. Siresemann gegen Hergi. Es gibt keine Enttäuschung!- Volkspartei und„liberale Grundsätze". halle a. d. S., 12. November.(Eigenbericht.) Heute» abend wurde der Partestäg- de» Landeswahttretse» Holle- Merseburg der Deutschen Bolkspartei mit einer öfsentlichen Ver- svmmlung begonnen, in der der Reichsaußenminister Dr. Strese- mann da» Referat hielt. Stresemann polemisierte zunächst in temperamentvolle? Weise gegen die Mainzer Rede seine» Ministerkollegen H e rg t, der von einer Enttäuschung in der Außen- Politik gesprochen hatte. Stresemann sagte: niemand habe da« Recht, von Enttäuschung über die deutsch» Außenpolitik zu reden. Der das Deutschland von heute kritisiere, der wöge daran denken, daß noch nicht zehn Jahre seit der größten Katastrophe der Weltgeschichte vergangen seien. Als zweiten nationalen Mann nahm sich- Stresemann den Stahlhelmführer Seldt« vor, der in Chemnitz erklärt hat, daß der Stahlhelm oubenpolitisch nach Osten orientiert sei. während die Orientierung de, Iungdeutschen yrdens noch Westen ging«. So leicht, meinte, Stresemann. seien die auswärtigen Fragen nicht zu lösen.' In dem zweiten Teil seiner Rede führte Stresemann mit Bezug auf die Beanstandungen Parker Gilberts aus, daß eine Ge- fährdung der deutschen Währung ebenso wenig eintreten würde wie eine Gefährdung der Durchführung der internationalen Derpslich- wngen.- Die Mrlschast sei zum Teil auf ausländischen Krediten lofläch. lich ausgebaut. Diese Kredite waren ober nichi nur notwendig. sondern werden auch in Iuknnst notwendig bleiben. An keiner Stelle seiner Beonstandimgen habe der Reparationsagent von einem Uebermaß wirtschastlicher Kredite gesprochen. Schwierigkeiten für die Zukunft sehe er nur darin, daß die Grenzlinie dessen einmal erreicht werde, was wir verzinsen und amortisieren können und müssen. Ausländsanleihen seien nur soweit berechtigt, wie sie zu hundert Prozent produktiven Kräften nutzbar gemacht werden. Unsere Situation sei nicht so glänzend. wie sie sk'-eine. Die Kritik des Reparationsagenten richte sich in erster Linie gegen die konstruktlon de» Reiche«. Manches der von Parker Gilbert gebrauchten Worte der Kritik entbehr« nicht der Berechtigung. Wir dürsten nicht den Eindruck eines reichen Boikes vortäuschen. Ziehe man die Bilanz der Bauten, Umbauten usw.. so frage man sich, ob die Verhältnisse dazu angetan waren, derartige Au-'flsbkn zu macke» In manchen Gegendeit sei ein starker Drang nach wirtschaftlicher Betätigung, ober auch die Kommunalanleihen müss.'N produktiv oerwandt weichen. Wenn nur durch Steigerung der Steuerschraube die Anleihen verzinst und amortisiert werden könnten, dann seien Anleihen von Uebel. Don einer Umgestaltung oder Zurückziehung des Besoldungsgesetze», ebenso von einer Der- önderunq des Liquidotlonsschädengesetzes könne keine Red« lein. Beide Besetze bergen nicht die Gefahr der Finonzkrise in sich. Dos Gesamtkabinett werde die einzelnen Ressorts zwingen. Kürzungen In dem Etat vorzunehmen. Die gewallige Ueberorgauisalion lasse sich vichi ausrech». erhalten. Es gebe Länder, die zwar nicht einem anderen größeren Land« an- geschlossen werden wollten, die aber bereit seien. R e i ch s i a n d zu werden. Dieser Entwicklung stehe die gegenwärtige Verfassung entgegen. Darum sei eine Aenderung der Lerfassung von- nöten. Da» Reich befinde sich in einem finanziellen Derhäitnis zu Ländern und Gemeinden in der Lage der Dame ohne Unterleib, da es keine Exekutivgewalt habe. Der Reporationsagent sei zwar der Meinung, daß dos Reich gegenüber den Ländern zu loyal-fei Herr Held in München sei dagegen anderer Meinung. Zum Reichsschulgesetz erklärt« Stresemann. daß die Volkspartei die endgültige Stellungnahme zu diesem Gesetz it, acht Tagen ans ihrem Reichsparteitag in Braunschweig entscheiden werde. Keine Drohung, so sagte Stresemann mit erhobener Stimme, könne sie jedoch veranlassen, die liberalen Grundsätze der Vplkspartei auszugeben.„Solche liberalen Grundsätze wegen de» Reichsschulgeseges aufzugeben, dos sei fern von uns."?ln der Aufbringung der Mittel für die neuen Schulsysteme dürfe nach seiner Meinung das Reich daran nicht beteiligt werden. Cr anerkenne den Elternwillen, aber er wünsche nicht, diesen Elternwillen durch Eine bürgerliche Blocktragödie. Motto: Wer hat den KS e...7 Papa Marx:„Einen schönen Dlockkäse habe ich mir mitgebracht.. „Und wie herrlich er stinkt.. »Oer soll mir noch bis zu den nächsten Wahlen schmecken!" --- nanu?---" Angestelltenversicherungswahl! Heute Wahltag! Kaufmännische und Bureauangestelltel wählt zur Angestelltenoersichcrungswohl die Liste v Liste des Zenlralverbande» der Angestellten(AfA). Techniker! wählt zur Angestelllenversichernugswahl die Liste E Liste der Techniker, Rund der lechnlscheu Angestellleu und Beamten(AfA). Werkmeister! wählt zur Angeslelltenversichcruagswahl die Liste F Liste der Werkmeister. Deutscher werkmeiflerverbaud(Sitz vliss-l- darf)(AfA). Baukaugestellte! wählt zur Angeslelllenverstcheruugswohl die Liste(x Liste der Bankangestellten. Allgemeiner Verband der Deutschen Vonkangestelllea lAfA). Alle in der Angestelltenversicherung versicherten Mitglieder der freien Arbeilcrgewerkschaslen weiblichen und männlichen Geschlechts sowie alle Mitglieder der AsA-Gewerkschaften, die keine eigene Liste ausgestellt haben, wählen bei der Angestellteoverstcherungswahl die Liste N „Freie Liste"(AfA). Alle hier ousgesührten AfA-Listea sind miteinander verbunden- Die AfA-Wahlzentrale befindet sich am Wahltage im Orts- bureau des Zentralverbandes der Angestellten. SW. 61, Belle- Alliance-Straße 7/16, Spezialfernsprecher des Ortskarlells: Berg- mann 5424. Allgemeiner Fernsprecher: Bergmann 542�—5430. Errichtung neuer nicht lebensfähiger Schulen zu unterstützen. Das Deutschtum sei das erste und die Religion das zweite, das Höchste aber sei der religiöse Fried« und die Zusammen- fassung der nationalen Kräfte. Am Schlüsse seines Referats mokiert« Stresemann sich über die Demokratische Parlei, die bereits jetzt den Wahlkamps begönn«. Auch er sei nicht der Ansicht, daß der Reichstag eines natürlichen Tode» sterbe. Aber er wolle keine Wahlrede halten, denn er sei kein Parteifanatiker. Konfessionalisierung der Schuten? Sozialdemokrattscher Protest im Äildungsaussthuß. Der Bildungsausschuß des Reichstages beriet gestern weiter über § 4. der die Bekenntnisschule behandelt. Ein Seschäftsord- nungsantrog Rönneburg(Dem.), zunächst d«nj§ 2 zu beraten, der die drei verschiedenen Formen der deutschen Bolksschule(Gemein- schastsschul«, Bekenntnisschule und weltliche oder Weltanschauung»- schule) aufzählt, wurde abgelehnt. Abg. Dr. Löwenstein c s wisse n. Sie sind deshalb ihrer wache auch gor nicht sicher und ebendeshalb auch die geradezu drakonischen Maßnahmen. die die L e i>ü ng des Relchsvcrband«? Deutscher Z i ga r r e n her st e ll e r beschlossen hat. Diese scharfen Anord- nunge» find ct/lärlich, wenn man sich vergegenwärtig!, welche st a r k e O p p o s i tjro n gegen die Aussperrung sich unter den Unternehmern geltend gemacht Hai. Es muß viel Mühe gekostet hoben, die widerstrebende Opposition gegen den Aussperrungsmabn- sinn zum Nehorsam und zur Unvernunft zu zwingen. Brutal und frivol ist die vom Zaune gebrochene Aussperrung. Brutal und frivol ist die Erklärung der Unternehmer vor dem Reichsarbeitsministcriiim, daß sie weder grundsätzlich noch wirtschaftlich in der Lag« seien, irgendein Zugeständnis zu machen. Sollen dcnn die Löhne, dl« selbst noch der Meinung bürgerlicher Blätter, wie.z. B. der„Fron k- LurterZeitun g", nieke ausreichen, um des Lebens Notdurft zu töen, verewigt werden?'Das Elend der Zigarren- urbeiter ist Lohnelend. Familienelend und Wohnungselend. Himmelschreiend« Zustände herrschen in den Tabakarbeiterdöriern. Wer je einmal in seinem Leben«inen Blick in d-e Arbeits- und Lebensverhöltnisie der von Entbehrung und Krankheiten zermürbten Tabokarbeiterschait, vor allem auf dem L a ii d e geworfen hat, der empfindet Ekel und Grausen vor der Aussperrungsbrutalität der Zigarrenfabrikanten. Da» Tabakarbeiter- elend, vor allem auf dem Lande, erinnert stark an dos berüchtigte Weberelend früherer Äabrzehnt«. „Dir sind ciu dahinsiechendes Volkl" Dieser Berzweislungsschrei, der in den Tabakarbeiterversammlurgen Südwestdeutschiands laut geworden ist, wird begreiflich wenn man weiß, daß io manche Tabakarbeiterin ganze neun Mark die Woche verdient, wovon ncch drei Mark für die Pklesc der Kinder abgeben die tagsüber sonst irnendwo untergebracht werden müssen, weil die Mutter in die Fabrik gehen muh. Nicl't Hütten sondern nur Wohnhöhlen sind es, in denen Tausende von Tabak- arbe'terfamilien Hausen müsien. Es-st etwas faul in der Ziqarrenindustrie, wenn die Produktion nur aufgebaut ist auk solchem Arbeitere'end. Können die Zigarrenfabrikänren wirklich»ic-'-t zahlen? Bei den Zigarrenoreisen? Warum kann die GEG., die Großeinkaufs- genosienschaft, bessere Arbeitsverhältnisse bieten? Warum sperrt die GEG. nicht aus? Wenn die Z'garrenfttbrikanten mit der genassenschaktlichen Produktion nicht mitkönnen, dann haben sie sich selbst gerichtet. Leber 33 000 im Südwesten ausgesperrt. Mannheim, 12. November. Nachdem sich eine Aenderung in der Lage der Zigarrenindustrie bis heute picht ergeben hat. trat nach dem Beschluß des Arbeitgeber- Verbandes die von diesem ausgesprochene Kündigung ab heute in Kraft, so daß ob Montag auch in der P f a I z und in ll n t e r b a d e n sowie in st e l s e n sämtliche Zigarrcnsabriken stillstehen Die Zahl der vom Verband Stiddeutsiber Z-aaerenkabriken aus" sperrten Arbeiter beträgt ZZ 525. Oberbaden besitzt einen eigenen Bezirk, so daß entsprechend der späteren Kündigung dort erst nach vier Tagen die?lrbeit eingestellt werden wird. Lohnkämpfe in der Textilindustrie. Forderungen und erfolgreiche Lohnabschlüsse. In der Textilindustrie Westthüringens wurde von den Ardeitern eine Lohnforderung von 30 Proz. angemeldet Di« Unternehmer lehnten diese Forderung glatt ab und riefen den Schlichtungeaueschuß Eisurt an. In M ü n st e r l a n d wurde für die Textilindustrie ein neues Lohnabkommen abgeschlossen, wonach die Löhne ab 1. No- oember um 10 Proz. erhöht werden. Das bedeutet für die unleren Lohnklassen(Bierzehn- bis Achtzehnjährige) eine Erhöhung bis zu 20 Proz. Di« Akkordsätze wuiden je nach der Höhe der Ueberoerdienste um 3 bis 10 Proz. erhöht. In der niederr Heinis che n Seidenweberei wurden durch ein neues Lohnabkommen die Zeitlöhne um 10 Proz. erhöht. Zugleich erfolgte eine G l e i ch st e l l u n g in der Entlohnung der F r a u e n mit der der Männer, wodurch für die Frauen ejn« Erhöhung bis zu 23 � Proz. herauskam. Neben der Erhöhung der Zeitlöhn« erfolgt« eine Erhöhrmg de? LttorblShne' um 1 bis S Proz. Im Herforder Bezirk wurden die Textilardetterlohne durch ein Abkommen, das vom 1 November 1927 bis 31. Mai 1928 läuft, um 10 Proz. erhöht. Ebenso erfolgte ein« Erhöhung der Akkordsätze. Oer Kampf in der rheinischen Textilindustrie. Die Llnternehmer nehmen an. Barmen. 12. November. Der für die rheinische Textilindustrie gestern in Dortmund gefällte Schiedsspruch ist vom Arbeitgeberverband heute früh an- genommen worden. Die Arbeitnehmerorganisationen werden erst: morgen früh Stellung nehmen. Im Falle einer Ablehnung wird der Schlichter morgen nachmittag die Berbindlichkeitsarklänmg aus-- sprechen. Streik und Aussperrung im Bezirk Süd-Haunover. . Hannover. 12. November. Im Bczirk der Textilindustrie in Süd-Hannover und dem Süd- Harz sind Lohndisferenzen ausgebrochen, die jetzt nach dem ergebnis. lasen Leilaus eingeleiteter Verhandlungen zur Niederlegana der Ar- beit in vier Betrieben in Göttingen, Einbeck und Lindau(Harz) ec- führt haben. Als Gegenmaßnahme hat der Arbeitgeberverband für die Textilindustrie in Süd-Hannover die allgemeine Aus- I p e r r u n g angeordnet._ Wahlsthwindel! Angestellte, gebt ihnen die Antwort! Der von dem Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband und seiner Gefolgschaft oerbreitete Wahlschwindel, die AfA-Verbände wollten die Angestelltenverstcherung ruinieren, ist in folgender Form, offenbar voin GdA., gestern früh auch in die„Morgenpost" lanciert worden: „Die sreigewerkschaftlichen Verbände wollen die Angestelltenversicherung in die Invalidenversicherung einordnen." Selbstverständlich ist davon kein« Rede. Was unsere frei- gewerkschaftlichen AfA-Verbände wollen, ist der Ausbau der AngestelltenversiHerung im Interesse aller Angestellten. Verschärfung im Kanalschifferstreik. Der Deutsche Berkehrsbund hat, um jeder Möglichkeit zur Schwächung der Streikaktion in der westdeutschen Kanalschisfahrt durch Umdisponierung von Gütern über Rotterdam vorzubeugen, beschlossen, sämtliche Rhelnschifse, die derartige Frachten ausführen, zu bestreiken. Mit der Niederlän- dischen Binnenschisferorganisation, dem»Centraal« Bond", wurden die entsprechenden Verhandlungen bereits aufgenommen. Das Pootspersonal des staatlichen Schleppbootmonopol» weigert sich, die Boote der bestreikten Kanalreedereien zu befördern. Verantwortlich für Volitik Dr tazt»«,«»!«Irtschatt: 9. Sewertschafiobrweftuna: Z. Steinet; ffmineton: M. b Sitdiec; Lokale» und Sonstige,: ffeig«arftadt:»n, eigen: r».«leOe: sämtlich m Serlln Verlag: Vorwärts.Vrrlag(6 m b 6.. Berlin Druck: VarwSrt�Vuchdruckeret und Verlaosanslal' Pont Sn-aer n tlo Verlin SW IS Linb-nklrgS- t. Sier,u 4 Beilagen,„Unteibaltuna»ab Villen�»Ab der ffilB-fBett*. 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Überhemd Perkal, gefütt, Faltbrust, eKrag.,Klappm.,gew.u.gepl.'Jaam Weiß. Oberhemd.... m. Pikeefalteneinsatz u. fest. /■ ÜU Mansch., gewasch, u. geplatt. Trilcolotte- Oberhemd mit2Krjgen,ge5tr. u. gemust. N a c k t h e m d m. färb. Besatz, Qe o fr bunt bedr. O-tO Gobelin 40 x 60cm mmmm 40x60 stJ»s Kissenfüllungen Rein Javakapok, färb. Jskoneitbezug, rund 4J cm 0. 40x60 cm." Rone Ktnbclts- P r« 1 " f ll»ond Q 4-) -322 Halbdauneafdllnna Diunenoai st, runu 4 jcm 0, 40/60, oval 30 60. Rolle 50 ig. Damenschirm Halbfelde, schwarz und braun.l 2tlg.,m(xl. Griffe: für Herren, mit Futteral VF** Ein Pasten Stubenhand tü«her. schweres halbleinen« j 40 Jacq.-Gewebe, 57x120 X IMBK Taschentücher f.Dwnen, Batist m.Hohis. u. Schweiz. Sticker.- Ecke■ BoO BSttteklni Karton"!aaa EinstofTk ragen Marke„N J", halbsteif. 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Das liegt einfach an der Entwicklung Berlins und daran, daß es seit dem Aufblühen der jungen Weltstadt gar keine eigentlichen Berliner Fischer mehr gibt, weil es auch keine sozusagen «.-«geborenen Fische mehr gibt. Ja, früher... Aus alten Zeiten. Früher war die Spree wirklich ein Fischerparadie», und die Berliner Fischer waren große Leute, von deren Taten und mehr noch von deren Sünden alle alten Urkunden voll sind. Sa bezeugt doch schon im Jahre 1407 Petze Dines„Dat die Berlinsche und Eöllnsche vischer unrechte Pischerci dreven in der niederen Sprewcn", und l480 muß eine markgräslich« Verordnung festsetzen, daß die Berliner Fischer die Unterspree nur mit sechs 5lähnen befahren dürfen imd nicht„pulserei und Rapennetze" gebrauchen dürfen, d. h., daß ihnen noch einmal alle Raubfischerci auf Kosien der Spandauer Fischer ernstlich untersagt wird. Wo sind die guten Zeiten hin! Nim ist dem johrhundertlangen Streit zwischen den Berlinern und den Ticswerderschen einfach dadurch ein Ende gemacht, daß es in der Unterspree kein« Fische inehr gibt. -Zement. ZKoman von Fjodor Gladkow. „Genosse Tschibis, ich weiß nicht, was du darüber denkst. ober dieses Gesindel im Volkswirlschaftsrat, das gehört an die Wand gestellt." � „Ja. ja, und die Forstverwaltung und das Komiaissanat für Außenhandel. Und noch und noch..." „Kann man nicht das ganze Exekutivkomitee an die Wand stellen?" „Ja. Der Volkswirtschaftsrat. das ist ein Nest, das man nicht so leicht mit nackten Händen packen kann. Du wirst dich bis zum Bersten anstrengen müssen, mit deinem Werke und deinem Bremsberge. Hier muß man fest und sicher drauf- losgehen.". „Was sagst du zum Vorsitzenden des Volkswirtschafts- rates, Genosse Tschibis. Ich habe ihn beim Vorsitzenden des Exekutivkomitees fest aufs Korn genoinmen, habe aber durch diese Zielscheibe— ins Industriebureau hineingstroffen." Tschibis sah wieder lang auf das Meer, auf die Berge und Wolken, die wie Schneehaufen in der tiefen Bläue schwammen, und in seinem Gesichte tauchte auf und ver- schwand immer wieder, wie ein Spinngewebe, ein kindliches Lächeln. „Tschumalow, hast du einmal Menschen gesehen, die er- schössen werden sollen?" „Ja. im Krieg. Zuerst schüttelte es mich, wenn ich daran dachte, wie ihre Augen hüpften, und innen, bei mir, da heulte es gang hundemähig..." „Ja, wirklich, ihre Augen hüpfen, und ihr Körper ist tot und sehr schmutzig. Solche sterben schweigend, noch während ihres Lebens. Wen schlägst du vor als Jäger auf den Volks- wirtschaftsrat und die Forstoerwaltung? Du mutzt daran denken, daß die klügsten und pflichttreuesten Arbeiter— Dummköpfe sind. Sie können sehen und nehmen.. Der Uniformrock war Gljeb über der Brust eng gewor- den und störte seinen Atem. Er stand auf und verschluckte sich vor Lachen. Setzte sich wieder und legte seine Faust vor Tschibis auf den Tisch. „Du bist unbezahlbar. Genosse Tschibis." Und Tschibis sah ihn wieder durch das Netz seiner Wim- pern an und wurde verschlossen und fern. „Schramm ist ein fester Kommunist und würde für seinen Die heute verödete Spree. Man kann«s den Fischern wirklich nicht verdenken, wenn sie � auswandern, denn ein frisches und wohlriechendes Wasser ist unsere alt« Spree wirklich nicht niehr, davon können wir uns an heißen Sommertagen schon im Vorübergehen überzeugen, und Untersuchun- gen des Spreewassers, die im Auftrage der Fischerinnung ange- stellt wurden, ergaben auch, daß dieses Wasser in den Sommer- monaten so wenig Sauersloss enthält, daß nicht einmal der be- scheidenste llklei davon leben kann. Daran ist. neben den Ab- wässern der Fabriken, vor ollem Sie Berliner Kanalisation schuld, deren Notauslässe in die Spree münden. Die Sinkstosse der Kanalisation können von der langsam fließenden Spree nicht so schnell wegtransporkierl werden und bilden auf dem Grunde des Fluß- bettes einen faulenden, gärenden Schlamm; eine Selbstreinigung des Wassers kann auch nicht erfolgen, weil in dem steinernen Bett der Spree alle Wasserpslanzen sehten, und so Hot jeder Fisch, der mal bis unterhalb Treptow schwimmt, bald„die Nase voll von Berlin". Ein« Ausnahme Inacht allein der Aal, der sich bei seinen geheimnis- vollen Wanderungen zum Meer auch von dem dreckigen Schlamm Berlins nicht aufhalten läßt. Darum ist die Aalsischerei auch die einzige Fischerei im eigentlichen Berlin, die noch wirklich ausgeübt wird, und verwundert sehen die Verliner am Mühlendamm immer dem Herausheben der-Aalreusen zu. Wer würde es glauben, daß der Fischer hier bis zu öll Zentner Aale pro Jahr fängt! Für die anderen Fische aber sind die Abwässer der Berliner Kanalisalion glattweg Gift, und so passiert es mehr als einmal, daß die Berliner Fischer, wenn ein großer Regenguß droht, die Motorboote eilig vor ihre Fischkästen spannen und so schnell wie möglich mit ihren Fischen .Landpartie" machen, bis sie oberhalb Treptows vor den Notaus- lässen der Kanalisation in Sicherheit sind. Tun sie dos nicht, so Die aar„auf Widerruf gestatteten Fischkästen bei Neu- Kölln am M asser. Apparat sterben wie ein Holzklotz. Das ist ein Kommunist, den man ausgeweidet und aus dessen Hülle man eine Vogel- scheuche gemacht hat, vor der die Spatzen keine Angst haben. Eine Vogelscheuche ist ein Ideal, aber in den Fetzen sind alle möglichen Schweinereien versteckt. Dummtöpfe sind besser, weil sie verstehen, klares Wasser zu trüben... Weißt du, was Notwendigkeit ist, Tschumalow? Die Notwendigkeit fühlen, ist eines, und sie kennen, ist etwas anderes. Laß es nicht zu, daß sie sich in einen Götzen verwandelt, sonst wirst du einsam sein in der Welt, und sie wird auf deine Schultern niedcrrasseln. Die Welt ist dadurch unbequem, daß die Nächte über sie immerzu kriechen. Du mußt es verstehen, die Notwendigkeit in eigene Gedanken zu verwandeln, und die Nächte werden dich nicht durch Gespenster erschrecken.. Gljeb sah Tschibis mit unruhiger' Besorgnis an, und es kam ihm vor, als ob Tschibis' Kopf wachse und in den Knochen krache unter dem Drucke des Hirnes, und als ob die Hände nicht genug Platz fänden auf dem Tische und sich wie Schlangen hin und her wänden. „Genosse Tschibis, was hast du gegen Schuk zu sagen? Ist er deiner Meinung nach ein schlechter Dummkopf?" „So! Wollen wir jetzt aber Schluß machen. Schick ihn mir morgen, wir werden ihn als Laufburschen in den Volkswirt- schaftsrat und in die Forstoerwaltung schicken. Nun geht jetzt... Nimm dir einen ständigen Passierschein zu mir." Er wandte sich weg, ohne ihm die Hand zu geben. Drückte auf eine elektrische Glocke am Türpfosten. Bor der Tür drehte Gljeb sich noch einmal um und sah wieder ein fremdes Gesicht. Er wollte noch irgend etwas sehr Wichtiges sagen und tonnte sich nicht erinnern, was. „Genosse Tschibis, hast du Lenin gesehen?" „Das ist ganz egal...gesehen.. nicht gesehen.. Gljeb lächelte und zog ungläubig an seinem Helm. „Lügst, Genosse Tschibis, du hast Lenin gesehen..." Heiße Tage. 1. Arbeiterblut. Die Tage brannten nicht in der Sonne: der Himmel war mit kleinen, weißen Wolken bedeckt, es gab zu wenig Luft für die Lunge, und die Stadt und die Berge und die Menschen und die Häfen wurden vom Winde gepeitscht und schlugen Purzelbäume in diesem steinernen Wirbel. Gljeb lief— der Helm war ihm auf den Hintertopf ge- rutscht— in den Gewerkschaftsrat, in das Parteikomilee (sofort eine allgemeine Versammlung der Partei einberufen!), in den Gewsrtschaftsrat der Eisenbahner(Genossen, beschleu- können sie sich daraus gesaßt machen, in ihren Kästen eine groß« Portion„Schlafburschen" vorzufinden und damit einen empfindlichen geschäftlichen Berlust zu erleiden, denn bekanntlich hat der Berliner »och von der guten cilten Zeit her eine große Abneigung gegen den Kauf toter Fische. In der Havel steht es besser. Biel besser steht es mit der vom preußischen Staat verpachteten Havel, deren Pächter allein schon aus den Angelkarten eine E'n- nähme von 12 000 Mark hat; diese Einnahme wird nun gedrittelt: Ein Drittel erhält der Staat, ein Drittel der Pächter als Gewinn- anteil, und für das letzte Drittel muß er für Ergänzung des Fisch- bestandes sorgen. Außer diesen selbstversorgenden Angelbrüder», sind die Berliner fast durchweg auf fremde Fische augewiesen, die zum Teil recht weit herkommen. Die Neujahrskarpfen, die ach den Berliner Tisch kommen, sind oft recht weit gereiste Leute. Em kleiner Teil kommt aus der Lausitz und aus Schlesien, der überwiegende Teil aber aus Ungarn, aus Jugoslawien und aus Südfrankreich oder aus Norditalien, und so lebenszähe Fische, wie Aal«, hat man sogar schon aus Nordafrika nach Berlin importiert. Die Heimatlosen. So spannt der Bertiner Fischhandcl das Netz seiner Bezugs- quellen viel weiter, als der Laie anzunehmen geneigt ist, und dem- gemäß sind auch die durch ihn umgesetzten Summen recht erheblich. Alan rechnet mit einem Durchschnittskonsum von 4% Pfund Süßwasserfisch pro Sopf der Bevölkerung, und es lagern jährlich ollein in der Fischkastenanlog« der Berliner Fifcherinnung bei Neu-Kölln am Wasser für 3 Millionen Mark Karpfen und für S Millionen Mark andere Fische. Dazu kommt noch«in Import von lebenden und toten Fischen in Körben, SpezialWaggons und Tronsportfässern im Werte von 10 Millionen Mark, so daß im Fischhandel schon allein für Süßwasserfisch« doch erhebliche Summen umgesetzt werden. Trotzdem scheint es. als ob die undankbare Weltstadt gar keinen Platz für die Nachkommen ihrer Begründer mehr hat. Di« Berliner Fischer sollen schon wieder mit ihren Fischkästen ziehen, zum 1. April 1928 sind sie gekündigt. Zwar will man ihnen die Benutzung des Platzes bei Neukölln am Wasser„gunstweise" noch etwas länger gestatten, ober nur aus Widerruf mit sofortiger Wirkung. Nun ist es sidjer richtig: wenn der Mittellandkanal vollendet ist und der ganze Mühlendamm entsprechend dem dann zu erwartenden starken Schiffsverkehr umgestaltet werden muß, dann ist für die Fischkästen der Berliner Fischer hier nicht mehr der richtige Platz. Aber der neue ihnen zum Ersatz angeboten« Platz in dem Graben an der Unterwosserstraße wird von ihnen wegen des mangelnden Stromes und der Enge des Gewässers als durchaus ungeeignet bezeichnet: dazu kommt, daß in zwei Iahren die neue Großmarkthalle in der Beufstl- straß« fertiggestellt sein soll, und daß dann wieder ein neuer Platz für die Fifchkästeu notwendig wäre. Die Anlage kostet ober unae- fähr Z0 00V Mark. Dos ist eine Summe, die sich auch von einer wohlhabenden Innung nicht leicht in so kurzer Zeit zweimal auf- bringen ließe, und die Fischerinnung hat in der Inflation auch den größten Teil ihres Vermögens verloren. Auf„gunstweise Gestattung" und auf Widerruf mit sofortiger Wirkung aber kann man wenig Vertrauen setzen, wenn die Entzichung dieser Gunst für viele der Fischhändler mit der Vernichtung ihrer Existenz gleichbedeutend wäre. * Es wäre dringend zu wünschen, daß die maßgebenden Stellen sich in der jetzt einsetzenden Saison einmal vom Nutzen und von der Notwendigkeit der Fischkastenanlage bei Neu-Kölln am Wasser über zeugten, sie würden dann, besonders wenn sie sich in den frühen Morgenstunden hinbemühen würden, wohl ein zutreffenderes Bild von der Bedeutung dieser Anlage bekommen, als in der Mittags- stunde eines toten Sommertages. Und dann läßt sich wo?)l trotz der Kündigung noch«ine Regelung finden, die sowohl den Fischern und der Berliner Bevölkerung, wie den Interessen des Wasserbau- omts gerecht wiich, denn es ist eine schlimme Geschichte, wenn man sozusagen nur gunstwcise und auf Widerruf existieren darf. nigt den Abtransport der Zisternen zu den Raffinerien!), in die Fabriksleitung, in die Majchinengebäude— dort ist Brynsa, sind die Dieselmotor« zur Arbeit bereit. Schidkij schnappte mit seinen Nasenflügeln nach Luft und schlug ihm mit aller Wucht auf den Rücken. „Tschumalytsch, hol dich der Teufel!... Spann deine Kräfte statt der Maschine ins Werk, du wirst es um hundert Prozent rascher in Bewegung bringen. Man müßte dich nach Europa kommandieren, damit dort ein ordentlicher Wirbel entsteht." „Machen wir! Wir gehen nach Europa und machen dort einen Wirbel..." „Die Hauptsache ist, Tschumalytsch, vergiß nicht, daß du ein Kommunist bist... Alles muh bis zum Weißglühen mit Revolution durchtränkt werden. Das ist die Hauptsache. Unser ganzer Aufbau ist keinen Pfifferling wert, wenn kein rotes Schmiederfeuer in ihm sein wird. Denk daran und schau ohne Schwanken in die Zukunft." „Ja, wir gehen fest drauf los, Genosse Schidkij... Die Hexerei besteht darin... alles in Schwung zu bringen, es nicht stehenbleiben lassen— aber es auch nicht zu überdrehen." „Ich liebe dich, Tschumalytsch..." Und auch bei Gljeb blähten sich die Nasenflügel vor Erregung auf. Er lief zu Luchawa. Aber Luchawa war wie gewöhnlich nicht im Gewerkschoftsrat, er konnte nicht zwischen den Wän- den der Zimmer des Gewerkschaftsrates sitzen bleiben. Jeden Tag. von früh bis abends, lief er in die Verbände, in die Unternehmungen und ging an Ort und Stelle in die klein- sten Details der Produktion und des Lebens der Arbeiter ein, er berief Extraversammlungen, schlichtete Konflikte, deckte Müßiggänger auf und schrieb auf der roten Tafel die Heiden der Arbeit ein. Er jagte selber in die Fabriken und Werke, in die Wirtschaftsorganisationen, Ernährungsorganisationen. Wirbelte die Papiere wie Federn auf, befahl, verlangte, zün- dete, jagte Angst ein, rief Stürme der Begeisterung hervor. Und war nie gequält, kannte keine Uebermüdung— nur in seinen Augen brannte»nauslöschbar ein fieberhaftes Feuer. So war er in die Seele der Arbeiter gedrungen. Gljeb hinterließ ihm Zettelchen: „Eisenbahnerkomitee einen Stoß geben. Den Dolkswirtschaftsrat wegen seiner Sabotage und Schlamperei in die Zange nehmen. Dem Betriebsrat der Naphtharaffindrien über de» Schädel hauen."(Fortsetzung folgl.) Letzter Gang. Beerdigung der Opfer der Köpenicker Tragödie. Die Opfer!>cr Köpenicker Traaödie vom vorigen«annta� sind gfstm» zur letzten Ruhe geleitet worden, zuerst der 21jährige Zeichner Richard M i, t h l i n g, dann der 2lijährige chasenarbeiter Willy Wut he. Graue Nooemllerstimmung lag über dem Köpenicker Friedhof. Die Angehörigen de» Miethling hatten sich die Teilnahme der Kommunisten an der Bestallung verbeten. Trogdem hatten sich Z»v Rot» flrontkämpser dazu eingefunden. Als die Angehörigen an ihren Reihen vorbeigingen, rief ihnen die eine Schwester des Toten erbittert zu:«Sehen Sie doch nicht die Mutter an!" Bevor l-rr Sarg geschloffen wird, dürfen die Leidtragenden noch einen letzten Blick auf den Toten werfen. Erschütternde schreie der Verzweiflung über den so plötzlichen, fo gar mcht fatzbaren Derlutt des einzigen Sohnes, des einzigen Bruders.... In der kalten Arledhofsholle. Ein katholischer Geistlicher sucht den Angsl>örigen Trost zuzusprechen. Im ganzen eine taktvolle Rede, die sich jedes Angrisss auf Andersdenkende enthält. Der Vrrtrete? der Kirche rühmt die treu« Pflicht- erküllung de» Gestorbenen gegen Eltern und Geschwister, gegen die Idee, für die er gearbeitet hat.«Wir wollen nicht klagen und nicht Anklage erheben, wir wissen nichts über die tieferen Beweggründe, die zu der Katastrophe geführt habet." Der Sarg wird hinauege- tragen, wird in das Grab gesenkt. Die Mutter schreit aus:«Mein Richard, wer hat dich zu der Tot verleitet!" Der katholische Geist- liche und die Angehörigen von Richard Miethling hotten es ver- mieden, die Gesühle derer zu verletzen, die nicht so denken wie sie Ilm so mehr tot da» der Wortführer der Kommunistischen Par- tei bei der Bestattung von Willy Ruthe, eine Stunde später. Erst ein Auszug der Roten Zrontkämpier mit Schalmeienmusik voran, «;l» wenn es zu einer karnevalistischen Parade gehe. Der Bezirks- verordnete Kahler au» Köpenick gab dem Friedhofsinsprktor die be- ruhigende Erklärung ab, daß nichts passieren werde, da er die Ae- ftlmmungen kenne. Am Grabe rühmte ein Dertreter der kommu- nistischen Jugend die?krbeit, die die beiden Gestorbenen geleistet hotten. Dann spricht Kahler zum Teil einen Leitartikel der..Roten sVchne". zum Teil eine Anklage... gegen die anderen. E, fei nicht wahr, so erklärt» er, dah die drei snngen Kommunisten den Glauben an ihre Sache verloren hätten. Im Geaenteil. es sei ihnen zu lang som gegangen, sie wollten schneller vorwärt, und darum hatten sie ihr Loben sortgcworsen. Schuld an ibrem Tode sei nicht der Kam- munismus, sondern die Bourgeoisie. Und unerhört sei es, dah man den Roten Frontkämpfern die Teilnahme an der Beerdigung Mieth- lings oerboten habe. CE* sei sogar mit der Polizei qedroht worden. lDa» ist nicht wahr, die Polizei hat sich um diese Dinge überhaupt nicht gekümmert. D. Red.1 Wenn die Angehörigen de» Miethling unser sich bleiben wollen,»bne de» Lärm der Rolen Frontkämpser, so lötte der kommunistisch: Grabredner in dieser Stunde wenigstens ebenso viel Takt ausbringen können wie der Vertreter der Kirch«. An offenen Gröbern mag man klagen und schwören, aber nun soll nicht- schimpfen. Wenia erhebend wirkt« es zum Schlüsse der ilcier, ok» der Anführer der Roten Frontkämpfer von der Höhe des Grab- gerüske, au», über die Köpfe der Trauerversammtung hinweg, laute mititärische Befehle an seine Truppe ausgab. * Wie wir ersahren, Hot sich das Befinden des drsrten Opscrs der Könenicker Tragödie, Albert Hook, verschlechtert. Sein Zustand ist sehr ernst, es besteht nur noch geringe Auesicht, ihn selbst unter Verlust de: Augenlichts am Leben zu erhalten. Versuche mkt Tatzrfchcmdruckern. Auf der Linie 177, die zwischen Zoo und Lichtarielder-Süd verkehrt, sind, in den letzten Monaten versuchsweise drei Fahr- s ch e i n d r u ck e r verschiedener Modell« in Betrieb genommen worden, mit denen bekanntlich sämtliche Straßenbahn- schaffmew zur Vereinfachung und Befchleumgung der Fahrschein- ausgäbe ausgerüstet werden sollen. Diese automatischen Fahrschein- drucker verabfolgen durch Kurbeldrehung Fahrscheine mit all den Kennzeichen, die auf den bisherigen sertiggedruckten Fahrscheinen burch mehrmalige Lochung hervorgerufen werden mußten. Die Fahrscheine erhalten durch den Apparat auch selbsttätig den Aufdruck der Liniennummer, der Fahrtrichtung, des Streckenabschnitts und Stundenzahl.� Die hierzu erforderlichen Drucktypen sind auf Oefraudanten aus Seeleunot. Lluierschlagungen im biochemischen Verein. Mit der Wirtschaft im biochemischen Verein, in dem die bei der Kasse beschäftigt gewesene Buchhalterin H. innerhalb eines Jahres ISVOl) Mark unterschlagen hotte, mußte sich das Groß» Schöffengencht beschäftigen. Die 3unvcrt Jahre Strafentlasseneu-FürsorKe. Der Berliner«Derein zur Besserung der Straf- aefangenen" feiert« am Sonnabeird dl« hundertste Wiederkehr seines Grllndungstagcs. Vor hundert Iahicn, im November 1527, entstand er al» ein beschcld«n«r Versuch, die vom Staat vernach- läffigte Pflicht der Fürsorge für Strofentlosiene notdürttig zu erfüllen. In der F« st s i tz u n g, die der Verein unter Beteiligung „Uler Bei treter von Behörden, Anstalten und Vereinen abbielt, erwähnt« der Festredner, Geheimer Admiralitätsrat a. D. Dr. F«- lisch auch das, was vor Entstehung des Bereins der Staat auf dem Gebiet der Entlussenenfürforge getan hatte. Viel war das wirklich nicht, was er da aus der Geschichte der Strasentlaffenen- Fürsorge mitteilen konnte. Der Redner mußte seststellen, daß selbst heute un» noch manches Problem beschäftigt, das bereif» den Grün- dern de» Vereins vorschwebte. In dem EMwurs des kommenden Strafvollzugsgesetzes fft die Entlasienenfürsorg« gesetzlich festgelegt. Di« Reih« der Gratulanten, die dem Verein ihre Wünsch« überbrachten, wurde eröffnet vom Justizminister Dr. Schmidt. Er erklärte, daß er die ganze Schwere der Pflicht,«inen zweck- mähigen Strafvollzug zu erreichen, empfinde. Für die Stadt Berlin sprach Stodträlin Genossin W e y l. An die r.eschichtlichen Bei räch. tungen des Festredners anknüpfend, wies sie darauf hin, wie long- sam in den hundert Jahren seit Entstehung des Vereine die Eni- micklung der Entlaffenenfürforge bisher gewesen ist. Stadtverordnet» Äenoffin Todenhagen, die den Verwaltungeausschuß der G«. longenenfürsorg« vertrat, hob hervor, wie sehr die Asozialität Gesellschast für Gesetzesoerletzungen machen ist. VezirksverbanS Verlin C?PO. (Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin Heute, Sonntag, den-13. November 1927, vorm. 11 llhr, im„Mercedeo-paiast" in Neukölln, Hermannstraße: ßevogutmnsfeier veröunden mit parteiweihe Gesang/ Film/ Sprechchor, Rezitation Sintrstt 50 Pfennig.- Einlaß 10 Uhr.- Aahrverbindvng: Untergrundbahn Station Doddinstraße.— Karten stnd an der Kaff« erhältlich. verantwortlich der Zu i Tagung religiöser Sozialsten. Der Landesverband Preußen vom Bund rill. iöfer Sozialisten Deutschland» hat in Berlin am ?. und lS. Rovember sein» Hauptversammlung. Die Sonn- abendsitzung bracht« den Geschäftsbericht des Lorsitzenden G ö r i n g- Berlin. Der Landesverband Preußen hat jetzt 060 Mitglieder. (Höring betonte, daß der Bund nach seinen Grundsätzen in inmgster Beziehung gu den freien Gewertschasten und den sozia. listischen Parteien stehen wolle, um der proletarischen Bewegung ZU dienen. Bei der Soziaidemotratie werde die Be- wegung d«r religiösen Sozialisten mehr und mehr verstanden, die KPD. aber habe in Brandenburg ihr« Mitglieder bei Zuoehörigreit fc—------------ Parteiausschluß''' zum Bund der religiösen Soziallsten mtt bedroht. -.--- V' I—"•••-V � 1*4.( LI rz L/t fL ISlll. Orr der Besprechung des Berichtes fuhrt« Pfarrer P iecho wj ki- Neukölln aus, daß nach der Stellungnahme des Kieler Parteitages zur Religionssrog« die religiösen Sozialisten der Sozialdemokratie «ine Parität mit den Freidenkern beanspruchen zu dürfen glauben. Der Redner legte eine Entschließung vor, die für die kommenden Wahlen die Unter st ützung der Sozialdemokratischen Partei zur Parole der religiösen Soziali st en macht. Eine andere Entschließung, von Gorina-Berlin und Pfarrer Eckert- Mannheim vorgelegt, betont den Klassenkampf. Die Besprechung wird heute sortgesetzt.__ Sie ielephom'ert mii dem„Chef". Eine pakeffchwindlerin ünS zwei Helfer verhastet. Eine raffinierte Schwindlerin, der unzählige Boten, Botinnen und Kinder von Heimarbeiterinnen in die Hände fielen, trieb seit März d. I. in allen Teilen der Stadt ihr Unwesen. Ein junger Laufbursche brachte fie gestern endlich zur Strecke. Jungen und Mädchen, die für Geschäfte Pakete zu besorgen hatten, auch Kindervon Heimarbeiterinnen, die für die Mütter fertige Waren austrugen, wurden von einem Fräulein a u f der Straße angesprochen und aufgefordert, ihr die Pakete abzugeben und für den Ches einen anderen Gang zu erledigen. Die Dome selbst wollte, wie sie sagte, ans Weisung des Chefs das Paket besorgen. Gingen die jungen Boten darauf nicht ein, so drohte sie mit dem Chei. Sie führte die Austräger in irgendein Lokal, ließ sich einen �ernsprechanschluß geben, angeblich mit dem Geschäftsin- Haber und ließ dann den Austräger selbst den Hörer nehmen. Der vernahm dann immer am anderen Ende eine Männerstimme, die ihm gehörig den Kops wusch und verlangte, daß er sofort den Weisungen des«Fräulein Schulz" folgen solle. Das half stets. Die Zurechtgewiesenen machten sich mit dem erdichteten Auftrag auf den Weg und das Fräulein verschwand mit den Paketen. Gestern kam die Schwindlerin endlich an den Un- rechten. In der D e m m i n c r Straße sprach sie einen Lehrling an, der sich nicht einschüchtern ließ. Er verstand es, die angebliche Beauftragte des Ehefs unter Rede und Gegenrede an einen Schupo- beamten heranzubringen und ließ sie sestiiehmen. Aus der Wache protestierte die«Dame" lebhaft dagegen, daß man sie allein auf die Aussage eines Jungen hin derartig behandle. Sie weigerte sich, Irgendwelche Auskunft über ihre Person zu geben. Die Kriminal- Polizei, der sie vorgeführt wurde, erkannte sie aber bald als die vi e l- gesuchte Schwindlerin und stellte sie als eine 29 Jahr« alte frühere Näherin Margarete Voigt fest. Scharf ins Gebet ge- «ommen, gab sie endlich 90 Fälle zu, die ihr ohnehin nachgewiesen werden tonnten. Verübt hat sie wahrscheinlich doppelt soviel. Eine Wohnung will die Verhaftete nicht gehabt haben. Wie sie behauptet, hat sie sich immer in Herbergen und kleinen Hotels aufgeholten. Bon den erbeuteten Sachen ist nichts mehr da. Das ist kein Wun- der, denn sie hatte zwei Helfershelfer und Hehler, die mit Erfolg die«Chefs am Telephon spielten. Sie mußten vom Ertrag mitleben. Noch längeren Beobachtungen und Ermittlungen gelang es den Beamten der DienMelle C. 6. auch diese beiden ausfindig zu machen und festzunehmen, in der Linienstr. 71 einen Schlächter Ernst S ch e u z o w und in einem Quartler in der Ruppiner Str. 42 einen Händler Johannes Krüger. Beide hielten sich unangemeldet in Berlin auf. Beide sind geständig und da» saubere Trio wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Weitere Geschadigte, die noch keine Anzeige gemacht haben, werden gebeten, sich bei Kriminal- bezirkssekretär Stiller im Zimmer 320 des Polizeipräsidiums zu melden._ Der Koffer im Nene« See. Gine ganz harmlose Aufklärung fand ein Vorgang im Tier- garten, der zunächst Verdacht erregt halle. Arbeiter sahen, wie eine Frau in Schwesterntracht einen Handkoffer in den Reuen « e e warf und dann davonlief. Sie holten den schwimmenden Koffer heraus, fanden ihn m i t Wäsche gefüllt und entdeckten darunter ein Schwesternkleid und Ausweispapiere. Die Inhaberin dieser Papiere wurde ermittelt und es ergab sich, daß sie selbst sich de» Koffer« entledigt hatte. Sie hatte eines Tages verreisen wollen und den Koffer auf dem Stettiner Bahnhof in Verwahrung gegeben. Dann wurde ihr der Gepäckschein gestohlen und der Koffer hinter ihrem Rücken abgeholt. Bald darauf erhielt die Schwester von dem Wirt eine« Logis in der Novalisstraße die Äufsorderung, die bei ihm entstandene Logisrechnung zu bezahlen und dagegen ihr Gepäck wieder in Empfang zu nehmen. Als sie hinkam, wunderte sich der Wirt nicht wenig, eine andere Dame vor sich zu sehen als die, die bei ihm gewohnt und die Rechnung nicht bezahlt bestens Berechtigung habe. Der eigentümliche Herr hatte sich übrigens in den letzten Jahren selbst schon zweimal wegen fahrlässiger Tötung infolge seiner Heilbehandlung vor Gericht zu verantworten Als Zeuge behauptete er, daß er von dem ousschweifenden Leben der Angeklagten keine Ahnung gehabt habe. Vors.:«Haben Sie nicht auj; Kosten der Angeklagten und mit ihr zusammen eine Vergnügungsreise nach Dresden gemacht?" Zeuge(verlegen):«Sio hatte Appetit, mal nach Dresden zu fahren, und da habe ich sie b<- gleitet." Vors.:«Die Angeklagte behauptet, daß sie derartig unter Ihren Einfluß geraten sei, daß sie in s e e l i s ch e N o t geriet und die Beziehungen lösen wollte, von Ihnen aber zum Bleiben gezwungen wurde." Zeuge:«Das ist absolut unwahr." Vors.:«Sind Sie nicht vom Vorstand über die Beziehungen zur Verantwortung ge- zogen worden?" Zeuge:„Das ist eine glatte Lüge." V o r f.: «Sie stehen unier Eid." Zeuge:„Ich kann mich nicht entsinnen, daß so etwas vorgekommen ist." Auf die Frage des Verteidigers, ob dem Zeugen nicht selbst vor- geworfen worden sei, daß er von der veruntreuten Summe 3000 M. hinter sich gebracht habe, da die Angeklagte die entwendeten Belräga nur auf 8000 bis 9000 M. beziffert, erklärte Sch., daß das absolut unwabr sei. Während seiner Kassenfiihrung hätte ose etwas gefehlt. Das Gericht rechnete der Zlngeklagten als Milderungsgrund an, daß ihr die Unterschlagungen durch die Mißwirtschaft im bio- chemischen Verein sehr leicht gemacht worden seien und daß sie bei den Verschwendungen von den?lngestellten und Sch. unterstützt worden sei, da diese Bedenken haben mußten, woher das Geld stamme. Derbalb fiel die Strafe sehr milde aus und lautete auf .iechs Monate Gefängnis. Eine Bewährungsfrist der Ange- klagten zu bewilligen, hatte das Schöffengericht Bedenken. hatte. Das war die Diebin gewesen, die den Gepäck- schein gestohlen hatte. Das Schicksal des Koffers veran- Iahte die Eigeniümerin. sich seiner und des Inhalts zu enttedigeir. Die großen Verkehrsproblems. Die Frledricb-List.Gcsellschvft e. B- veranstaltete eine Diskussion über da» Thema«Berkehrsprobleme der Gegenwart�. Roch dem mehr theoretisch gehaltenen Referat des Professors Friedrich Lenz, Gießen, sprach der Direktor der Deutschen Rcichsbahngesell- sihaft, Staatssekretär a. D. Bogt, De'liir, über die Verkehrspro- blemo der Deutschen Ne'chsbahngesellschaft. Die Deutsche Reichsbahn verschließe sich keineswegs den großen Aufgaben, die sie in Anbetracht der gegenwärtigen schwierigen Lage der deutschen Wirtschast zu erfüllen habe. Die Reichsbahn muffe ihr Torissystem der neuen Struktur der deutschen Volkswirtschaft anpa-ssen. Durch immer weitergehende Itzdioiduakifferung der Tarife müsse ein Ausoleich herbeigeführt werden. Die neue Struktur der deutschen Volkswirtschaft charakteri- siert sich durch«ine erheblich« Auseinanderziehung des gesamten Pre-»nioeaus gegenüber dar Vorkriegszeit. Die Reichsbahn hava daher auch in Anbetracht dieses sehr verschiedenen Preisniveaus eine Auseinandsrziehung der Gütertarif« von vier auf süns Frachtprelsklaffen vornehmen müssen. Ferner habe sich die Notwendigkeit ergeben, neben der einhe'tlichen Waqenladeklassa von siinszehil Tonnen auch Wogen zu süns und zehn Tonnen noch weiter zu besonderen Torissätzen laufen zu lassen. Auch habe man vom Kilometertarif zum Stasseltaris übergehen müssen, womit die deutsch« Wirtschast im allgemeinen einverstanden�- sc'. Nach einer eingehenden Begründung der Staffeltariforgan»- satio,, und der örtlichen Sonderiarifmoßnahmen erörterte der Red-- ner die Beziehungen Zwilchen den verschiedenen Transportwnter- nehmungen. Er ging auf das Zusommenarbeiten zwischen dein Luftverkehr und Eisenbahn und zwischen Kraftwagenverkehr unk, Eisenbahn ein. Er bedauerte, daß heute noch vielfach ein unregei- mäßiges Nebeneinander der verschiedensten Transportunternehmun- gen vorbanden sei. Zwischen Wasserstraßen und Reichs- bahn sei eine vereinbarungsgemäße Berkehrsteilung nicht angängig. da d'e Waste: srachien nicht gebunden werden könnten. Eisenbahn und Schiffahrt sollten aber durch Konturrenzmaßnabmen ihren alten Besitzstand gegenseitig nicht willkürlich schädige». Die Grenzen der Wirtschaftlichkeit, die sich sür Luft- und 5lrastwagenverkehr heraus- bilde» ivcrdeii,»sind zurzeit noch n'thf mit Sicherheit erkennbar. Da- her seä auch bei der Investierung neuer Kapitalien in derartigeil Derkehrsnnterilehmnngen größte Vorsicht geboten. zweckmäßig, eine Vergrößerung des Eisenbahnnetzes wenn eine Zlusschl-eßnng anderer Wirlschostsgebiete Verkehrsmittel wirtschaftlicher sei. Es sei nicht vorzunehmen, durch andere Oie WeröeorSeit unserer Genossen. Unsere Werbearbeit ist rüstig vorwärts geschritten! Das zeigte auch die stark besuchte Versammlung der Arbeiter, Angestellten und Beamten der behördlichen Betriebe Neuköllns, die vorgesteri, in den P a s s a q e f e st s ä l e n in der Bergstraße stattsand. Genosse Künstler gab eine Darstellung der� Sünden des Bürgerblocks und schloß mit dem Appell, sich der Sozialdemokratie an- zuschließen, die bei den Wahlen den Besitzbürgerblock hinweg- fegen werde. Wie recht unser Redner hatte, zeigte die ein- st i m m i g e Annabme einer Resolution, die sich scharf gegen die Politik des Bürgerblocks wandte. In der Großen Frankfurter S t r a ß e 30 sprach Büraenneister Genosse Mielitz vom Bezirksamt Friedrichshaiii. Tressend beleuchtete der Redner d.e Versprechungen der Rechts- Parteien, die nicht gehalten würden, und die Richtigkeit seiner Annahme, daß er mit Recht glaube, an diesem Welch der Sozial- demokrati« neue Zlnhönger geworben zu haben, zeigte der st a r k e Beifall am Schluß seiner Rede. Auch mit diesen Versamm- lungen können wir zufrieden sein! Die Kordernnq der Kriegsopfer. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbsiebcnen hat In der Zeit vom 1. bis 9. November in 21 öffentlichen Versammlungen in allen Tejlen Verlins zu der durch die von der Reichs-' rezierung dem Reichstag vorzekegten 5. Novells zum Reichsrer- sorgungsgesetz geschaffenen Situation Stellung genommen. Die Re- serenten Gauletter Mend«. Gauvorsitzender Ebert und die Gau- sekretäre Schubert und Schwarz kritisierten in eingehender Weise die Mängel der Regierungsvorlage und erläuterten die Gogenforde- rung der großen Knegsbeschädigtenorganisation. Di« stark besuchten. teilweise überfüllten Versammlungen haben eine Entschließung an- genommen, iu der von der Hallung der Regierungsparteien des Reiches Kenntnis genommen wurde, die den Kriegkopfern nicht etwa eine Erhöhung ihrer Bezüge, sondern sogar«ine Ver- schlechterung in Aussicht stellt. Die Krieovopjer erwarten, daß endlich ihr« bekannten und berechtigten Forderungen gesetzlich anerkannt werden. Novemberfeier der Kreuzberger Klnderfreonde. Im Tivoli sin Bezirk Sreuzberg fand eine Novemberfeier der Kinderfreund« statt, die besonders gut verlies. Mannigwltige Darbietungen unser»» Nachwuchses zeugten von dem Gemeinschaftsgeist, der unsere Jungen und Mädel beherrscht, und die bunte Folge der Darbietungen brachte eine zukunitssroh« und hvsfnuna-volie Stimmung hervor. Genosse Lüdtk« fordert« in seiner Zlnsprache zum Helfen und Mitwirken auf. Das gemeinsam« Lied«Brüder— zur Sonn«, zur Freiheit!" schloß die schöne Feier. Ltm den Grünherger. Der Satz:„Alter Wein, guter Wein" kommt zwar bei dem guten„Griiirberger" nicht so ganz zu wahrer Bedeutung. Er hat so was von einem bissigen, versauerten Alten und seit Johannes Trojan in seinem Gedicht„Achtundachtzigcr Weine" vom Grün- bergsr Tröpschen behauptet hat, er sei ein Wein für Mucker, hat sich sein scblechter Ruf bei allen Zeitgenossen festgesetzt. Gewiß hält er einen Vergleich mit den Rheinweinen nicht aus, und manche Jahrgänge, leider auch der gegenwärtig«, sind nicht gerade lobens- wert. Doch muß man eben immer wieder bedenken, daß Grünberg die nördlich sie Wcinbaugegend der Welt ist, wo ost- mcls d'e so notwendig« Sonne fehlt. Grünlvirgs s ch l« s i s ch e r W e i n b au verdankt sein« Eni- stehung fränkischen Einwanderern, die Gründer der Stad: hatten die Kenntnis des Weinstockes mitgebracht. Die ausgedehnte und intensive Beschäftigung der Bewohner mit diesem Erwerbszweig gab der Stadt ire Möglichkeit, auch in schweren Zeiten, die der ZOjährige Krieg mit sich brachte, auszu halten. Noch vor 50 Jahren gehörte das Grünberger Land zu den größten woinbautreibenden Orten Deutschlands. Der Westen hat jedoch feit longer Zeit den Ruf Grünbergs zurück- gedrängt. Jetzt werden Anstrengungen gemacht, die Anbanslächc, die beute MV Morgen ausmacht, z» vergrößern. Durch Anwen- düng moderner Bodenbenrbeitungsmethodcn und durch sachgemäße B-Haniliing der Gewächse, vor allen Dingen jedoch durch richtige Auswahl der für Grimberg besonders geeigneten Gswächssorten, soll Wandel geschaffen werden. Man will auch das wahllose Durch. einander von blauen und grünen We'nen, deren Reike zu verschie- denen Zeiten erfolgt, beseitigen, um die Felder ertragfähiger zu machen. Dieses Durcheinander ist auch die Ursache der sogenannten „S chi l l e r w e i n c"(die Weine schillern trübe und ausdruckslos) unter den Grünberger Erzeugnisieii. Daher pflanzt man auch heute bere'ts zum größten Teil de» ertragreichen„S y l v a n e r", sowie den„Tr am iner" und versucht es mit dem Rießling und dem „Gewürztraminer" Auch Kreuzungen zwischen rheinischen und heimischen Sorten werden in den Grünberg umgebenden Bersu.chs- gärten zusammengestellt.". Doch nicht nur als Weinbausiadt bat sich die Stadt Grünbcrg einen Nomen gemacht. Die große Grünberger Meindestillatian gibt den Winzern von vornherein die Gewähr, daß sie ihre Erzeug- nisie gut abfetzen können, besitzt Grünberg doch die größten We! n b re n n e r e i en Deutschlands. Und der Grünberger Weinbrand ist in aller Welt wohlbekannt und wird viel gelobt, im Gegensatz zum Grünberger Wein, der nun einmal keinen besonders guten Ruf hat. Mitte Oktober begann in Grünberg, der schlesischen Weinbaustadt, die Traubenlese, und zwar die 777., denn 1900 konnte Grünberg sein 750jähriges Ws'nbaujubiläum feiern. So hat jedes Fleckchen auf Erden irgend etwas Bedeutsame», und es ist Sache der fleißigen Chronisten, die Menschheit davon zu unterrichten."_ Kundgebung gegen Kulkurreakklon und Kriegshetze Am Don- nerstag, dem 17. November. SO Uhr, sprechen in der Aula Ziegel- ftraße IS die Genossen Dr. Paul L e v i. M. d. R., über den «trafgesetzentwuri, Prof. Paul O e st r e i ch über den Reichsschul- geseizentwurf, und Hsinrich Strobel, M. d. R., über Kriegs- dicnstv«rweigerung. Leitung: Gertrud Baer, Mitglied der Jntec- nationalen Exekutive der Internationalen Frauenligen für Frieden und Frerhest. Deraiistalter: Deutscher Pazifistischer Studentenbund. Schwerhörige! Am Bußtag, Mittwoch, dem 16. November, 20 Uhr, findet eine Mitgliederversammlung der schwer- hörigen SPD.-Genossen im Jugendheim, Lindenftr. 3, zweiter Hof, 3 Treppen, statt.— Genosse Hamrs Kamm spricht über:„Sozia- l i st i s ch e B u h t a g s f e l e r". Hierzu werden alle Mitglieder und Sympathisierende eingeladen. Die weltliche Schule in der pulbusser Straße veranstaltet bis zuiii 16. November eine Buchermesse und eine Ausstellung van Arbeiten auf dem Gebiete des Werkunterrichts, des Zeichen- und Nadelarbeitsunterrichts. Geöffnet ist die Ausstellung wochentags von 5 bis 8 Uhr, Sonntags von 10 bis 4 Uhr. Im Wintergarten hat sich, unmerklich fast, in den letzten Jahren die Uebung herausgebildet, bei der Programmzusammenftellung besonderen Wert aus den Tanz zu legen. Die Tauzdarbietungen an dieser Stätte sind fast in jedem Programm bemerkenswert. Was da» Daymelmaballett bietet, kann unzwciselhast als ein Höhepunkt varietemäßigcr Tanzkunst angesprochen werden Diese Tänzerinnen wollen weder mit den Arme» noch mit den Beinen Wcltanschailiing machen. Sie wollen nichts anderes als sagen: Seht, wir sind da Seht, so sind wir; jung, schlank, beweg- lich, schön. Und wir können tanzen... tanzen, weil es uns Freude macht. Und so tanzt denn dieses junge, reizende Volk den Zuschauer in eine geradezu beseligte Stimmung hinein. Dazu eine aanz unubertresflich geschma�volle Kostllmierung und Ausstattung. Betty C a ni p s o n und Marianne W i li k e l st e r n müssen genannt werden. Maria Samada und.0 e r t h a E a s a» i begleiten einige Tänze mit ihrem Gesang.— P i le t t o sollte nickt Rastelli sein wollen und nicht einmal Piletto, sondern schlicht deutsch chans Krause. Und wenn er dann seine Nervosität ablegt, wird er nickt mcbr so viel peinliche Versager haben, denn er kann als Balljongleur etwas.— Wenn Claire W a l d o f s und Leo P e u k e r t sozusagen einen Schnauzenboxkamps aussechten, so sollte vor Lachen kein Auge trocken bleiben, ober der Skctsch enthält manches Ernste und Nachdenkliche.— H u n t e r, der betrunkene Gast, macht seine spaßige Sache brillant. Auch die Kopistand- Cauilibristen Blum und die Stegakrobaten Earr und Parr sieht man gern Luror gelingen die Imitation der Mandoline und der hawaiischen Gitarre besonders gut.— Das Winteraartcn- orchester hat seit dem Weggang Snagas endlich wieder in Hans Roth einen vollgültigen Dirigenten, der sich mit gutem Gelingen auch der Moderne zuneigt. Kabarett der Komiker.„Selbst Ist der Mann", sagt Kurt R o b i t s ch e k und konferiert. In Abwesenheit des Ansagers, feine Künstlerschar eigenmllndig Launig, mit den ulkigsten Bonmots auf die diversen Tagesereignisse. Als" erste erscheint Lilian Helten. eine vielseitig Begabte, sie fiept und das sogar samos: dann schwingt sie geschickt das Bandonion und zuni Schluß brilliert sie am Xylophon. Willy Rosen, immer derselbe, forsche Tastenreiter, der durch seine kessen Rhythmen bezwingt. Sehr lustig der komische Musikalatt G i b b s and D o o d l c, die auf den eigenartigst konstruierten Musikmaschinen mit Hilfe ihrer eigenen prächtigen Mundfertigkeit Töne fabrizieren. Der Stern der KabareUi'stinnen, Ilse B o i s, in sehr guten Parodien der verschiedenen Brettl- großen. Die alkoholumwitterte Piepserel einer ältlichen Diva vom Montmartre, die macht ihr keiner nach. Max Adalbert, der Wiedergekehrte, in all seiner oollsaftigen Schnoddrigkeit, gepaart mit köstlichster Doofheit, erheiterte in einem Einakter„Die gute Empfehlung", chans R e i m a n n bringt lustige Söchseleien und zum Schluß steigt wieder die Rhsinschundfilmlitcraturpnrodie„Du holdes K i nd v om Rhein" mit der köstlichen Ilse Bois als Rheintöchterlein, Max Hansen als verkappter Duodezfürst und Paul Morgan als Wirt. Und immer noch sitzt und schwitzt man unentwegt und unbequem von 9 bis 1 auf Kinderstühlchen bei Siedehitze. Aber das neue Heim wird jedesmal trostreich in Aus- sicht gestellt. Wir glauben schon nicht mehr dran. Eine Siebzigjährige. Genosii» Emilie Lecher, Berlin- Köpenick MLggeiheimer Sir. 13, begeht am 14. November ibren 70. GeburtZtag. Die Jubilarin gebärt der Partei seit 1835 an und nimmt noch, in körperlicher und geistiger Frische, rege an allen Veranstaltungen teil. ve;lrf»h!ldnog,au»sch«h Groß-verNa. Nächste Theattrvorstellemg am Sonulag, dem 4. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Staatlichen Schilter-Theater Chailottcnburg. Ausgeführt wird„Ein besserer Lcrr", Lustspiel von Hasenrlevcr. Preis der Karle 1,30 M. Karten sind in allen betalinten Verlaiijsitellen und im Burcan des BezirtsbUdungs- auslchusses, Lindenilr. 3, 2. Hos II, stimm er 8. zu haben.— Sternwarte T r c p t o w: Karlen zum eimässigten Preise von 60 Pj. für alle Plätze sind im Bureau des BczstkSblldungsausichuiseS zu babeu. Prolelarischc Jeierslunde. Somiiag, den 30. November, vorm. 11 Uhr, Im Kroßen Schaulpielhaus, Kvrlftiatzc:„Die Revolutio n". Der Sprechchor sür Proletarilche Feierstunden unier Leitung von Aidrrt Ftoraih spricht daS„Reqnim" von Toller. Einzeliprccher sind Heinrich Wille vom SiaalSibeatcr und Ilse MusäuS. Musikoltch nnlermalt wird das Werk vom Berliner Sinfonieorchester unter Leitung von Emil Bohnke. Eintritts- karten zum Preise von 1 M. sind in allen bekannten VeikauiSstellen. sowie überall da, wo Plalaie aushängen nnd im BezirkSblldungSauSschutz, Lindcn- slratzc 3, 2. Hos H, Zimmer 8, zu haben. Republikanisches Fest am Rhein. Unser diesem Titel veranstaltet daS NcichSbanner schwarz- Rot-Eoid Berlrn-Kreuzberg am Sonnabend, ll>. N o v cm b c r, ein gcielligcS Beisammensein in. den «''csamträumeii des Berliner KonzeÄhmiscS iClou), Malier ftr. 86. DaS Fest steht im Zeichen von Schwarz-Ziot-Kold. Oberbürgermerster Dr. Bog däit die Feilariiprachc Ein Prolog, ei» Fabncneinmarich, rheinische Sänger, rbciniichcr Jubel und Trubel hrrd Tanz auj drei Flächen bieten Kewäbr sür schöne Stunden. Eintritt 1 W. Kartenrarrkaus an der Abend- kossc findet nicht statt. Vorperkaui im Garrbureau de» Reichsbanners, Scbastianstr. 37/38. fünfmal zum Tode verurtteil! Fünfmal zumTode verurteilt wurdeave�en sünsfachen Giftmordes vom Scljwurgericht Weiden in Bayern der 30jährige Porzellanarbeiter Karl Müller von Josephshoj, der mit seiner zweiten Frau angeklagt war, seine erste Frau, seinen Schwieger- vater, zwei Kinder aus erster und ein Kind aus zweiter Eh« durch Gift aus der Welt g e s ch a s s t zu haben. Der Verdacht ist dadurch aufgekommen, daß alle fünf Personen in nicht viel mehr als I a h r c s f r i st starben. Die Untersuchung der Leichen lzatte keinen Zweifel gelassen, daß sie durch Arjenik vergiftet waren. In der viertägigen Verhandlung, in der 83 Zeugen auf- traten, wurde ein äußerst t rüdes Charakterbitd aus dem dunkelsten Bayern entrollt. Der nun zum Tode Verurteilte, d«r Bor- sitzender eines christlichen Radfahreroereins gewesen ist, und seine Mitangeklagte zweite Frau ergingen sich vor Gericht in den wüstesten gegeqscitigen Beschimpfungen und Verdächtigungen. Die Frau, deren Freispruch allgemein überraschte, hat sogar im Gefängnis nut einem anderen Gefangenen die Ehe vereinbart, falls ihr der- zeitiger Mann zum Tode verurteilt würde. Die gefälschten Ungarnpapiere. In der Affäre der ungarischen Anleihesälschungen ist am Freitag ein Pariser Industrieller namens Fallois verhaftet worden. Weitere Verhaftungen an der ungarischen Grenze stehen noch bevor. Der Ches der Budapester Polizei ist in Paris ein- getroffen, um zusammen mit den Pariser Behörden an der Unter- suchung teilzunehmen. Autotunne! New Bork— New Jersey eröffnet. Der Auwtunnel zwischen New Dort und New Jersey, der größte Berkehrstunnel der Welt, ist eröffnet worden. Massary-Privat, die neue 4-Pfg.- Zigarette ohne Mundstück hat alle Raucher aufgerüttelt, die gleichgültigen und die verwöhnten./ Ja, ist denn das möglich: für 4 Pfennige eine vollwertige, überaus milde Zigarette von köstlichster Eigenart?/ Es ist möglich! Allerdings: die Packung mußten wir schmucklos einfach halten. Aber den Tabak haben wir uns etwas kosten lassen!/ Auch der Laie, auch der Gelegenheitsraucher merkt sofort, daß Massary-Privat eineganzaußer- gewöhnliche Leistung verkörpert. Machen Sie einen Versuch: Sie werden aufs angenehmste überrascht sein. assary-Privat ohneAtun dsiuch rund u. flach mild u. Hürnig istTahak!(Urteilen Deunen-KIeid reinwollener Ripo, tipc fescher Plisseerock, m abgetönter Garnierung, Größe 42 bis 46 jlOefiheiinl | Leipziger Str.(Versand-Abi.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz| EXTRA-PREISE Vormittagskleid Nachmittagskleid Compos�kleid Wolltrikot, moderne Sportform, feine Biesenstepperei, abgesteppt. Faltenrock, 42-48 25 M Veloutine, einseitig. Glockenrock, vornehme Biesenverarb. moderne Farben, Größe 42-48 46 M reinwoIl.Zibeline u. kashaart. Stoffe, Jumperform, Faltenrock, einseit abgesteppt, 42-46 24 M Pullover Wolle, in neuen 1 r Färb. u. Mustern 1 0 U Jumper Pullover Crtpe de Chine, Handhohls. vornehm. 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Es ist hier unterscheiden mir uns grund- sittzllch von der„Roten Fahne"— nicht unsere Gewohnheit, in die Reihen der Arbeiter, die in einer Lohnbewegung stehen, V e r- wirrung hinein.zritragen. Ader gerade um der Klarheit willen müssen wir, ongesichlo der hinterhältigen und verleumderischen Behaup- tungen der»Roten Fahne" während der letzten Tage und Haupt- sächlich am Sonnabend früh, einiges über die Bewegung der Ber- liner Eisensormer sagen. Di«„Rot« Fahne" schreibt in ihrer gestrigen Morgenausgabe tn dem Kommentar zu dem tendenziös ausgemachten Bericht über die Iunttionärversammlung der Eisenfonner am Freitagabend u. o. folgend«,: „Da» Eingreifen des Derbandsvorftandes zeigt jedem Arbeiter klar, dast hier wieder nach der alten«formistiich-soziatdemokra. tischen Aerrätertaktik die Interessen des kapitalistischen Staates gestützt, die kapitalistische Wirtschast vor„Crschüttenmz" bewahrt werden sollen-... .. Der Schllchteronruf kann nur den einen AweaUe versammelten anstellungs- und bejörde- rvngsrriirn Beamten der Stadtgcmeindc Berlin rnjtn den städtischen Körperschaften zu, bei der Neugestaltung einer B e rl i n« r V«| o i- d u n g s o r d n u n g jahrelanges Unrecht, das an anstellungs-»ud deforderimgsrcifen Beamten begangen worden ist, endlich wieder gutzumachen. Insonderheit muß s v s o rt der herabwürdigende Zustand— für hochqualifizierte Arbeit minderes Recht und geringere Bejoldung zu en— beseitigt werden. Sozial gerecht ist die Gleichsteklmig der Iiichiplanmäßigen mit den plaimiäßigen Beamten: szziol gerecht ist, daß jeder Beamte, der eine Acrivallungsp'.üsii'.ip abgelegt hat, sofort die Bezüge der entsprechenden Gruppe erhält. Die RDK. wird ausgefordert, sich mit allen Mittel» dafür ein- Zusetzen, daß die vorgenannten beiden Hauptpunkte in einer neuen Besoldungsordnung sür die BeanUen der Stadtgenieinde Berlin ver- ankert werden. Außerdem sind folgende 5)auptgr>indsätze in einer neue n B«- s o l d u» g s o r d n u n q zu veraiilern: 1. Verringerung der Zahl der Besoldungsgruppen. 2. Erhöhung der Gnlndgehöltcr in der Weife, daß auch in der untersten Gruppe der neuen Bcsoldungsordnnng eine im Verhält- vis zu den Kosten des Lebensunterhalts und zu den lulturelle.i Bedürf nisten ausiönnnltchc Existenz gewährleistet wird. Deingcmäß sind die Spannungen zwischen den Gruppen von»Uten nach oben zu verringern. Ferner ist ein? frühere Erreichung des Endgebolis vorzusehen. Die Dienslollersstusen sind innerhal!) der Gnippe gleich- mäßig zu gestalten. st. An Stelle von Wohnungsgcld ist Onszuschlag zu gl währen. 4. Las Bejoldungsdienstalter ist zu verbessern, das Diätardiensj- alter ist herabzusetzen. ä. Der Auistieg In höhere Aeniter muß allen Beamten bei Be- Währung Im Dienst zugkmqlilh sein. Soweit ein Nachweis der hier- für erforderlichen Keniitiills« noiwcadig ist, ist es bedeutmigslos, wo diese erwai ben sind und aus welcher Lauftzahlt der Leamto her- vorgegangen ist. 6. An Stell« der zweijährigen Auinicklinq in die nächste Ge- haltsstuse ist die cinsährige Ausruckung einzusuyren. Kampf in fterSchwerindustrieöesSastgebietS OeSavouierse Un(ernf(?mcrt>ot unter der Aicheiterschasi SS&t*>*** \ iS T �-Können Sic ncli eine Vorstciiunj H____ 1________??? � ung davon maclien v/aa bleibt, wcan die oknekin so viel bcsprockenen niedrigen C fr A- Preise nock akgebaut werden? Eine durckg'rcifende Herabsetzung unserer Preise kat stattgefunden, und Sie werden— wenn Sie zu uns kommen— selbst zugeken, dal? es ganz fakclkaft ist, für wie wenig Geld Sic jetzt die sekönste Wmtctkieidung kei uns kaufen können. FavtasicMaatel im»eh»»«» Mostera 850 17 50 O ttom»a>Mäat«l l)üi«ck mit PJs garaicrt \ Velours-Mantel Ä Ottoman-Mantcl roet n. 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Wilmersdorf, Friedrichshasen: Viktoria-Säle, Wilhelmsaue. Gesellschaftshaus, Inh. Ww. Schröder. St. Hubertus, Inh. Maus. Gatt Mignon und Restaurant Büttner, Friedrichstr. MralKM dal Botel-, Bette«- oed tale-lojestelllee Zwelgrerein üroB-Berlin, ElsSsserstr. 86-88. Tel. Korden 1613, 604. DeetiieflietallaMsr-SerBaoe Spielplan unserer ftallucableiluna- 3« Ken Wache vom 14. bin 20. SentaBex; 1. Snaur. der(Etabätjnqet(Sitten und Vedriiuche der Eakimas). 2. Schr»'!- und Schreibwsrkzeuge alier und neuer Arle. 3. Luftig« Syziene$r. 1. 3» der Sache out 21. bis 27. Saaeutder: 1.®a» Werde» de« Menschen(von der Siftpfangni« di» �ur Seduri). Hab1- Für Jugendliche verbalen. Hersteller Cod-gUm, jiursiirsten. dämm 14.16. 2. Htilauellon und Pabeiuren. \ jn einer Silbersuchasarm. 5» de« Wache oom 28. Ron. die 4. Dez.- l. Huer durch dae Kaub Lb dal Krim« (eine Reite»an Marokko bis zum rlllunttichen Ozean). 2. Redlenslaubfeueruna. 3. Scherben bedeuten Slilck(Humor). Zn der Woche vom 6. bis II. 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Aul der anderen Seite profitieren die geldgehenden und die Nachbarländer Deutschlands (Tschechoslowakei, Oesterreich, Schweiz» selbst Polen) von der deutschen Inlands? onjunktur— besonder» Infolge des hohen deutschen Preis- Niveaus— durch Forcierung ihrer Slusfuhr. Aber erst eine Be- trachtung im einzelnen läßt für die Weltwirtschaft die Zu- sammenhäng« zwischen Konjunklur und Außenhandel erkennen. Länder mit Vinnenkonjuuklur. In Ländern, wo ein Konsunkturaufstleg des inneren Marktes besteht, steigt die Einfuhr, wie dies an Deutschland deutlich zu erkennen ist. Außer Deutschland kann man heute allerdings wenig andere Beispiele nennen, weil von großen Ländern gegen- wäriig nur Deutschland ein« starke Inlandskonjunktur hat. Doch zeigt z. B. auch das kleine Ungarn, wo nach Jahren schwerer Wirtschaftskrise dank der Belebung der Bautätigkeit in diesem Jahre «ine Konjunktur einsetzte, eine ähnliche Entwicklung wie in Deutsch- lond: sehr erhebliche Steigerung der Einsuhr, die durch Vergrößerung des Einfuhrüberschusses die Hondeisbilonz wesentlich„vcrfchiechlerie". Auch in Oesterreich führt« die Konsunkinrbelebung zu einer starken Einsuhrsteigerung: wenn die österreichische Handelsbilanz dennoch keine Steigerung der Einsuhrüberschüffe aufweist, so nur wegen der stark oermehrten Ausfuhr nach Deutschland infolge der deutschen Sonderkonsunktur und der günstigen Preisdifferenzen. Wenn auch die Entwicklung des englischen Außenhandels ein Problem für sich bildet, dos hier nicht behandelt werden soll, so muß hier doch puch England genannt werden. Di« englisch« Einfuhr in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ist fast lo hoch geblieben, wie im oergangsnen Jahr, obwohl in diescm Jahr keine Kohleneiniuhr nötig war und auch die Preise der einaesührten Waren und Roh- ftokfe infolge des allgemeinen Preisrückgangs auf dem Weltmarkt niedriger waren. Auch das ist auf die Besserung der inländischen Konjunktur nach Abschluß des Kohlenstreiks zurückzuführen. Ztachlussende konjunklur und Keifen. In Ländern, wo sich eine Lonsunkturverlangsomung Zeigt, wie' in den Bereinigten Staaten und Belgien, sehen wir den umgekehrten Vorgang, eine Stelgerung der Ausfuhr bei sint enden Einsuhren. Im Falle Belgiens ist dieser Zusammenhang ganz klar, während In den Dereinigten Staaten noch besondere, in der Preisentwicklung einiger wichtiger Waren liegende Gründe mit- veramwortlich sind, weshalb dieses Beispiel nur mit Vorsicht an- gewendet werden darf. Die außerordentlich hohe Äktioiiät der tschechoslowakischen Handelsbilanz, die sich in letzter Zeit noch wesentlich erhöhte, ist neben der schon erwähnten Aussuhr- steigcrung noch Deutsck.lond ebenfalls darin begründet, das der innere Markt nicht aufnahmefähig ist. Am kraflesten zeigt sich der hier geschilderte Zusammenhang zwischen Konjunktur und Außenhandel in jenen Ländern, wo eine Wirtschaftskrise herrscht. Am bezeichnendsten dafür ist die Lage de« Ausfuhrhandels in Frankreich und In Italien. In diesen beiden Ländern hätte man seit der Steigerung des Wertes des fraazöstschsn Franken und der. italienischen Lira eigentlich«inen Rückgang der Ausfuhr erwarten sollen, weil jene Länder infolge der Steigerung des Außemvertes ihrer Währung den Bor- svcung auf dem Welimartt, der in den niedrigeren Produktionskosten beizriindei war, hätten einbüßen müssen. Das Gegenteil ist einge- treten: di, Ausfuhr Frankreichs und Italiens entwickelte sich im laufenden Jahr recht günstig. In Frankreich ist sogar in letzter Zeit «n srheblicher Ausfuhrüberschuß festzustellen, während In Italien der übliche Einfuhrüberschuß trotz großer Getreideeinfuhren nicht zunahm. Diese- Entwicklung ist ohne Zweifel aus die Krise des inneren Marktes in jenen Ländern zurückzuführen. Da ein Preisabbau auf dem inneren Markt, der der Geld- Wertverbesserung entsprochen hätte, nicht eingetreten ist» die l m 1 1 ii 1 1 1 ii ii i----;------—- Löhne dagegen vornehmlich in Jtosien in ganz drastische? Weise gesenkt wurden,«nistand«ine große Krise des inneren Marktes bzw. wurde die feit längerer Zeil bestehende noch verschärft. Die lLe h r s e i t e dieser Lage ist, daß die Unternehmer sich die größte Müh« geben, ihre Waren im kaufkräftigeren Ausland ab- zusetzen. Italien profitiert dabei von der außerordentlich günstigen Weltkonjunktur für K u n st f e i d e, Fraickreich für seine Schwer- i n d u st r i e von der internationalen Rohstahlgemeinfchoft, die Frankreich nicht nur einen gesicherten Absatzmarkt in Deutschland garantiert, sondern darüber hinaus noch Vergütungen aus den hohen Sirafzahlungen der mehrproduzierenden deutschen Schwerindustrie in die Ausgleichskasse, die für die französische Eisenindustrie wie Exportprämien wirken. vedeutuug der Zvährungsschwankuugea. Obwohl die meisten Länder zur Goldwährung übergegangen find, gibt es eine Anzahl Länder, in denen sich die Wirkungen der Baiutaschwankungen im Außenhandel noch stark fühlbar machen. Für Frankreich»nd Italien wurde schon gezeigt, wie die Erhöhung des Geldwerts den Außenhandel in einer sonst ungewöhnlichen Weis« beeinflußt«. In Dänemark und Norwegen führte aber die große Steigerung.des Geldwertes im letzten Jahr zu einer scharfen Ausfuhrkrif«, von der sich die dänische Aussuhr in letzter Zeit bereit» weitgehend erholen konnte, während die Schwierigkeiten in Norwegen weiter andauern. Doch vermögen auch die kleineren, bei der Goldwährung noch möglichen Schwankungen des Geldwerts (zwischen den beiden Goldpunklen) den Außenhandel zu beeinflussen: so hat z. B auch die in letzter Zeit eingetretene Abschwäch ung de» Dollar» die Steigerung der amerikanischen Ausfuhr und um- gekehrt hat die gleichzeitig erfolgte Befestigung des Pfund-Sterling- Kurses die Steigerung der englischen Einfuhr sehr begünstigt. Im übrigen handelt es sich bei diesen letzteren Dalutaschwankungen um beabsichtigte Dorgäng«: durch Tiefholtung de» amerikanischen Zins- fußes wollte man den Abfluß von kurzfristigen Anleihen nach Eng- land und damit die Aussuhr omerikomscyer Daren(Getreide und Baumwolle) in dieses Land erleichtern. Der Welkhandel wächst. Im ersten Halbjahr 1927 hat der Welthandel gegenüber dem ersten Halbjahr 1926 eine erhebliche Vergrößerung erfahren. Nach der Zusammenstellung im Oktoberhest von„Wirtschast und Statistik' hat sich der Umstch von 26 Ländern um 5,8 Pro.z. erhöht. Mengenmäßig ist die Umsatzsteiqcrung ncxh bedeutend größer. Gleichzeitig hat nämlich dos Preisniveau des Weltmarktes, insbe- sondere infolge des Preisrückgangs für Spinnstoffe und Gummi. einen Rückgang um 5,2 Prvz. erfahren. Bei Berücksichtigung dieser Preissenkungen ergibt sich im ersten Halbjahr 1927 gegenüber dem ersten Halbjahr 1926 ein« mengenmäßige Steigerung des Weithandels um 11,6 Proz. Im Sinne unserer Darlegungen kann man die Ursache dieser Steigerung der Umsätze hauptsächlich darin erblicken, daß in den meisten Jndustriesändera keine Konjui�tur besteht und deshalb dies« ihr» Ausfuhren in einem viel höher«» Maß« zu sterern vermochten, als ihr« Einfuhren zurückgingen. Der Ausbau der inter- nationalen Handelsbeziehungen durch Hand.elsverträg«, der in der letzten Zeit ebenfalls Fortschritte macht«, bildet ein« weitere Ursache für die Steigerung der Welthandelsumfätze. A. H. Die Ein- und Ausfuhrfreiheit. Nach den jetzt vorliegenden Einzelheiten läßt sich das Genfer Abkommen gegen die Ein, und Aussührverbot« etwa dahin charakterisieren, daß ein Rahmenvertrag mit immer noch vorläufigem Charakter sertiggesiellt wurde, dessen end- gültiger Wert erst zu beurteilen sein wird, wenn man übersehen kann, welch« Staaten durch«ine Ratifikation ihre Zustimmung geben. Der Wert des ganzen Vertrages ist also nach jeder Richtung hin nur bedingt. Einen Fortschritt gegenüber früheren Versuchen die Hemmnisse de» internationalen Warenverkehrs zu beseitigen aber einzuschränken, bedeutet er insofern, als endlich einmal für die positive Arbeit noch dieser Richtung Grundlagen geschaffen worden sind, die sich in der Gesetzgebung auswirken können. Die Beratungen dieser ganzen Frage gehen ja bis aus die Konferenz von Genua im Jahr, 1922 zurück. 1924 beschloß dann das Wlrischafts- komitee des Völkerbundes die ersten Richtlinien eines solchen Ber- trage», die praktisch soviel Ausnahmen zuließen, daß damit nichts anzufangen war. Jetzt endlich Hai man ein Berrrao.swerk sormu- liert, das zunächst einmal die allgemeine Billigung der wichtigsten europäischen Winschaftsstaaten und einiger anderer Länder gesunden hat, sonst aber auch nur den Charakter einer Kund- g e b u n g trägt, bis die Stellungnahme der einzelnen beteiligten Regierungen vorliegt. Treten die 18 bisherigen Unterzeichner dem Vertrag endgültig bei, so ist etwa von Mitte oder Herbst 1928 ab eine wesentlich« Einschränkung der bestehenden Ein- und Ausfuhrverbote z» erwarten. Diejenigen Berdote, die dann noch In Geltung bleiben, haben die Billigung der Vertragsstaaten, können vielleicht auch noch aus dem Wege über einzelne Handels- vertröge oder über die schon jetzt vorgesehene Revision des gesamten Abkommen» unter Wahrung der gegenseitigen Interessen weiter abgebaut werden. So war z. B. bei den gegenwärtigen Verhandlungen das Fest- halten Englands an seinem Farbeneinfuhrverbot der Anlaß dafür. daß Deutschland aus seinem Kohlenausfuhroerbot beharrte. Achnlich lagen die Dinge im internationalen Eisenverkehr, wo«ine Reihe von Staaten noch Vorbehalte gemacht Hot. Dagegen hat nicht nur Deutschland die B-seitigung des Einfuhrverbots für Filme, Stickstoff und Rohaluminium zugesagt; Oesterreich will sein? A u I om o b! l e i n f u hrs p erre..ufheben, Frankreich will fremde Uhren nicht mehr von seinem Land ausschließen, die Tschechoslowakei hat aus dos Ausfuh» verbot für Häute und Felle verzichtet— und so ließen sich noch«ine ganze Reihe von Fällen an- führen, in denen man auf eine wirklich« Erleichterung des Weli- warenaustausches hoffen kann. Bedingung ist jedoch dafür, daß nicht in der Zwischenzeit, nämlich bi» zum 1. Februar nächsten Jahr«, einzeln« Regierungen umfallen und Forderungen im Protektion ifti- schen Sinne stellen und daß nicht etwa die für Mitte nächsten Jahres vorgesehene weitere Konferenz infolge einer aus diese Weise ver- änderten Situation das Abkommen rückmärts revidiert. Der Berlauf der letzten Veehandiungen berechtigt jedenfalls die Teilnehmer zu einigem Optimismus. Zwar hat sich klar gezeigt, daß derallgemeineAbbau der Ein- und Ausfuhrverbote vorläufig noch nicht möglich ist. Die nationalistisch« WiNschofts- 'gesiunung vieler Staaten und mancher einsluhreichen Gewerbe- zweige verhindert jene Schwenkung zum Frei- Handel, die das verarmte Europa, auch im Interesse der brest m Masten, besonders notwendig hat. Aushöhlung des RW E. Das Heniflasneh für die Ruhr!- Vr. Vöqler fchließi mit sich selbst den Vertrag! *■■y.v"v"- I- V, J: VI\ Vor einigen Tagen ging die Mitteilung durch die Presse, daß da» von Preußen, dem Reich und zahlreichen Kommunen kon- trcllierte Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk feine Ferngas- anlagen in eine eigen« Gesellschaft einbringen wolle. Jetzt wird übereinstimmend gemeldet, daß zwischen dem RWE. und der A..G für Kohleoerwertung Verhandlungen vor dem Ab- schluß stehen, die nur noch der Zustimmung der beiderseitigen Aus- stchtsräte bedürfen, wonach die A.-G. fllr Äohleoerwertung dä» Ferngasnetz des RWE. übernimmt. Den Gegen- wert solle das RWE. te'ls In bar, teils in Aktien der A.-G für Kohleverwertung erhalten. Diese Mitteilungen erfordern die höchste Aufmerksam- k e I t aller verantwortlichen Stellen in Preußen und im Reich. Es ist uns nicht» darüber bekannt, daß die Dertreter Preußens. de» Reichs und der Kommunen in RWE. über die Zweckmäßigkeit ScHSallosigheU Wohl dem, der sie nicht kennt, die Schlatloslg- kclt, meist eine Folge Dbcrrelrter Nerver.? Nicht frisch und munter watht man auf, sondern schlapp und mQde, halb and halb schon so für die Tages- arbelt unbrauchbar. Nehmen Sie dieses scheinbar kleine üebel nicht von der leichten Leite I Dr.Zinssers Tee gegen Schlaflosigkeit Ist Infolge seiner Zusammensetzung aus den entsprechenden Ki Sutern und Arzneipflanzen vor. vorzüglicher Wirkung bei Schlaflosigkeit und schwachen Nerven, Einen Versuch damit werden auch Sie gewiB nicht bereuen. Ihr Tee gegen Schlaflosigkeit hat mir gehören. Schon nach ganz kurzer Zelt konnte ich des Nachts einige Stunden schlafen. Das Angst- gefüht während der Nacht ist verschwunden, Heute, nach 4 Monaten, hat sich das Leiden noch nicht wieder eingestellt Karl Kropp, Kiedrich i. Rhelng. Mehr als T2000 solcher Anerkennungen erhielten wir In den letzten 3 Jahren. Dr. Zlnssers Tee gegen Schlaflosigkeit ist in jeder Apotheke erhältlich, wo nicht von ans direkt Paket M. IAO. Machen auch Sic einen Versuch I Um so rascher kenn Ihnen geholfen werden. Dr.Zlnsse[&Go.,6.iiLlilLel|!Zlg75 1898(fe�rflodet. Coaere Qareotft i Wir zahlen Ihnen den vollen Betrag zurück, wenn Sie bei Anwendung von Di. Zlnssers Schlaflosigkeitstee keinen Erfolg erziel tnl Der Kaffeekönig der Well ein Dcufstfter, namens Francisco Schmldf, konnte weder lesen nodi schreiben. Cr war aber der beste Kolonisator, den Brasilien vielleicht je gesehen hat. Über 16 Millionen Kaffeebdume. die steh auf 52 Plantagen verteilten und Ci-uten bis zu 300000 8ack ergaben, nannte er sein' Cigen. Das ßerz der Kaffeegegend Ist seine Sfammplantage Monte fllegre. Die Kaffees dlesei Plantage wandern allldhrlldi tn die ROstmaschlnen der Kaifee Bog, um dort, vermischt mit hochwertigen zentralameri« hanischen Kaffees, die so sehr beliebte Kaffee ßag« Mischung zu ergeben. 3n unserem sonnenarmen Klima Ist der Stoffwedisei selten stark genug, am das mit dem edlen Kaffee« gelrdnk von uns aufgenommene schädliche Coffein genügend auszuscheiden, deshalb wird der Kaifee ßag coffeinfret gemacht. Der coffeinfreie Kaffee ßag ist das Ergebnis hochwertiger Piantagenzudii tmd die Köstlichkeit seines Hromas ist unübertroffen. M Kaffee ßag schont MM ßerz und Heroen >eses Schrittes befragt worden find, der einen sehr wesentlichen Teil des RWE. der öffentlichen Kontrolle und auch der öffentlichen Rntzniehung entziehen würde. Die Feststellung muß Aufsehen erreg'N. daß der Abschluß des Vertrages„nur noch der Ge- rcehi.ng der beiderseitigen AufsichtsrütL" bedürfe. Einmal«r- ßorderr auch der vorläufige Vertragsabschluß die Zustimmung des ganzen Aufsichtsrats und nicht nur des von Dr. Vögler geführten Präsidiums des RWE. Sodann aber würde in dem vorliegenden Fall, wie die Dinge praktisch liegen, der„Per- trag s"- Abschluß nur fingiert sein, da Herr Dr. Vögler als ausschlaggebendes Aufsichtsratsmitglied im RWE. und in der A.-G. für Kohleoerwertung die Vertragskontrahenten in einer Person vereinigt. Aber auch die Sache selbst begegnet äußerst schwerwiegenden Bedenken Der Oeffentlichkeit würde durch den Vertrag nicht nur die Kontrolle über einen wichtigen Teil des RWE. entzogen. Es tritt auch eine materielle Schädigung des RWE. ein, da olle Vorteile des späteren Netzausbaus und der Absatzver- größerung einseitig auf die private Essener Gesellschaft übertragen und außerdem überflüssigerwcise mit deren Aktien auch das Risiko der A.-G. für Kohleverwertung vom RWE. übernommen würde, das heute noch sehr groß ist. In der Aktienübertragung läge keine auch nur entfernt gleichwertige Entschädigung, weil ab- gesehen von dem Risiko das RWE. auf die Gewinnausschüttung der A.-G. für Kohleverwertung keinen nennenswerten Einfluß hätte. Außerdem könnie eher oerlangt werden, daß der Ausbau der rheinisch-westfälischen Ferngasversorgung iin Anschluß an das RWE. erfolgt, da die A.-G. für Kohleocrwertung bis heute über- Haupt noch nicht produziert und die Hereinnahme der Thysienschen Anlagen noch immer mehr als fraglich ist. Um für die A.-G. für Kohleverwertung lediglich als Sprungbrett zu dienen, sind die Gasintercssen des öffentlich kontrollierten RWE. denn doch wirklich zu schade. Verleumdung öffenilicher Werke. Die„Deutsche B e r g w e r k s z e i t u n g" hat am 10. No- vember mitgeteilt, daß die Preußischen Kraftwerke Ober- weser A.-G. in Kassel, bekanntlich ein öffentliches Werk und das Kernstück der neuen Preußischen Elektrizitäts-A.-G., eine Preis- erhöhung vorgenommen habe. Daran wurde der Kommentar geknüpft, daß die Abnehmerkreise daraus eine Preissteigerung auf br.xiter Linie fürchten. Da» Vorgehen des staatlichen Werks sei um so unverständlicher, als die Regierungsvertreter stets behauptet hätten, die Beamtenbesoldungsresorm könne aus laufenden Mitteln oedeckt werden und dürse unter keinen Um- ständen den Vorwand für Preissteigerungen abgeben. Die Wirkung dieses Kommentars ist greisbar. Preußen als öffentlicher Unternehmer wird herabgesetzt. Wir, lassen dahingestellt, ob das nur leichtfertig geschehen ist. Da eine Anfrage aber sofort Klarheit geschaffen hätte, muß auf Absicht geschlossen werden. Von der Preußischen Elektrizitäts-A.-G. wird nämlich mitge- teilt, daß es sich um die o e r t ra g s m ä ß I g vorgesehene Um- legung von in den Vertragspreis nicht eingerechneten Steuern handelt, zu deren Uebernaftme die Stromkäufer sich verpflichtet hatten. Dabei handelt es sich um 3 Proz. des Strompreises, das sind pro Kilowattstunde etwa«in Siebentel Pfennig. Von einer Preiserhöhung wegen Gehalts- oder Lohnerhöhungen ist gar keine Rede. Das Vorgehen der„Bergwertszeitung* kann nicht scharf genug verurteilt werden. Es ist ein Stück jener gewissenlosen Hetze gegen die öffentlichen Werke, die seit dem Brief des Reparations- a g e n t e n die öffentliche Meinung starker als je zu vergiften sucht. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 13. November: 9: Morgenfeier. 11.30: Orchesterkonzert. 14.30; Stande des Briefmarkensammlers. 15; Die ttirtschaltliche und soziale Bedeutung der Elektrizität in der Landwirtschaft. 15.30: Eunkhelrzelmajut. I6J0: Unterhaltungsmusik. 19 05: Parforcejagden in Deutschland. 19.30: Die Welt der deutschen Mystik. 30: Die wiitschaftliche und soziale Erneuerung des dunklen Erdteils. 30.30; Musikvorträge, 22.30: Tanzmusik. Montag. 14. November: 15.30: Die Frau im Handel. 16: Technische Wochenplaudcrei, 16 30; Novellen. 17: Konzert. 18.30: Berlin und seine Literatur. 19.05; Vom Wesen des deutschen Berufsbeamtentums. 19.30: Öestaltungswille und künstlerische Kultur des Werktätigen. 19.65: Neues vom Himmel und von der Erde. 20-30: Lieder- und Musikvortrfige. Anschließend Sendespiele:„BrOderleta fein", Altwiener Singspiel. Von Leo Fall. 22.30; Lieder, Mnsikvorträge. Dienstag. 15. November: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt, 16: Stunde mit Büchern. 16.30: Wilhelm Raabe 17.15: Nachmittagskonzert. IS 15: Die Berliner Museen. 18.45: Persönliches von Oerhart Hauptmann. 19.45: Zu Oerhart Hauptmanns Geburtstag. 20.30; Uebertragung ans Breslau. Mittwoch, 16. November: 9: Morgenfeier. 16.30: Nachmittagskonzert. 18.45: Die Christusdarslellung" in der Kunst. 19 30:..Die Legende von der heiligen Elisabeth", Uebertragung Großes Schauspielhaus. Erstes Oratorium von Franz Llszt. 22.30: Konzert. 3000 neue Mitglieder für den Konsum. 3n einem Monat!— Zm Oktober über 4 Millionen Umsah. Die große Werbearbeit hat im Oktober zu 3007 Auf- nahmen in die Konsumgenossenschaft Berlin geführt, eines alles bisher dagewesene in den Schatten stellende Ziffer.(Beispielsweise wurden im ganzen Jahr 1924/25 nur 2628 neue Mitglieder aufgenommen.) Fünf Sonntage im September und Oktober haben 18 000 Personen zu Betriebsbesichtigungen nach Lichtenberg gesührt, die vom 28. Oktober bis 7. November abgehaltene Sonfumwerbe- schau Halle nicht weniger als 42 000 Besucher. Im Umsatz wurde im Oktober mit 4 044 724 M. zum zweiten Male die Viermillionengrenze überschrillen(das erstemal im W e i h n a ch t s monat 1926), gegenüber dem Oktober vorigen Kahves ein TNehr von 24,2 Prozent. Die Warenhäuser haben ihren Umsatz um 66,4 Prozent, die Vekleidungsgösellschoft„Hoffnung" um 61,4 Prozent gesteigert! Die Spargelder wuchsen um 398 099 auf 18 256 878 M. 1818 neue Sparkonten wurden errichtet- In der Fehlen- dorfer Gehag-Siedlung und in Reinickendorf-West, Berliner Str. 84, wurden neue Lebensmittelstellen, in Reinickendorf-West, Berliner Straße 79, eine neue Fleischabgabestelle errichtet. Abschwachung auf dem Arbeitsmarkt. Auf dem Berliner Arbeitsmarkt scheint der Höchststand des Be- schäftigungsgrades überschritten zu sein. Die Arbeitslosigkeit hat ins- gesamt eine Zunahme opn 1056 Personen erfahren, so daß der augenblicklich« Stand 137 954 beträgt Zu bemerken ist jedoch, daß bei den männlichen Personen ein geringer Abgang zu verzeichnen ist und die gesamte Zunahme auf weibliche Personen entfällt. Wesentlich beeinflußt wurde die Entwicklung durch zurückkehrende Kräfte aus der Landwirtschaft und von anderen Außen- und Erdarbeiten. Wenn diese Arbeiten teilweise auch noch ihren Fortgang nehmen, so ist doch die Inangriffnahme neuer Projekte ins Stocken gekommen. Aber auch in einzelnen In- dustrie- und Gewerbegruppen läßt sich eine merkliche Verschlechterung feststellen. So verzeichnet das Bekleidungsgewerbe einen recht starken Zugang besonders an weiblicheii Kräften. Desgleichen ist der Krästebedars in der Metallindustrie und im Baugewerbe zurückgegangen, so daß auch diese freigewordenen Kräfte den Arbeitsmorkt belasten und in anderen Berufen infolge der verhältnismäßig geringen Aufnahmefähigkeit ebensowenig unter- kommen können. Es waren 137 954 Personen bei den Arbeitsnachweisen e i ng e- tragen gegen 136 898 der Vorwoche. Darunter befanden sich 92 606(92 908) mäimliche und 45 348(43 995) weibliche Personen. Unterstützung bezogen 68111(67 061). davon Arbeitslcsen- Unterstützung 37 602(37 089) männliche und 14 652(14 318) weibliche, zusammen 52254(51 407), Krisenunterstützung 11441(Ii 298) männliche und 4416(4376) weibliche, zusammen 15857(15 674) Personen. Außerdem wurden noch 23 458(23 827) Perfvnen durch die Erwerbs- lssenhilfe der Stadtgemeinde Berlin unterstützt. Bei Notstands- arbeiten wurden 4544(4633) Personen beschäftigt. Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 9. November berechnete Grohhandelsindexzisfer des Statistischen Reichsamts be- trägt gegenüber der Vorwoche: Agrarstofse 137,1(135,5), Koloinal- iparen 133,2(132,8), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 134,4 (134,0), industrielle Fertigwaren 154,1(154,0), Gesamtindex 140,0(139,3). Die Gesamtindexziffer ist demnach gegenüber der Vorwoche um 0,5 Proz. gestiegen. Der dritte Teil von Walter Mehrings Sendespiel ,L i e Sahara" füllte den Unterhaltungsteil des Abends. Manche von den Fehlern, die in den ersten Tellen störten, sind behoben; die Veranstaltung wirkte geschlossener. Die Geräusche griffen stärker in- einander und waren auch besser zusammenkomponiert, woran Theodor Mackebens geschickt untermalende Musik nicht ohne Verdienst war. Nur sollte man künftig durchaus vermeiden, die Klänge von Gramniophonplotten in völlige Stille hineinzuschickcn. Sie wirken dann leicht als mumifizierte Wissenschaft. Aber ein wirklich eindrinz- liches Hörbild der unheimlich-geheimnisvollen Wüste vermittelte die Darbietung nicht. Sie wirkte mehr wie eine Revue der Wüste. Mehrings sehr knapp gefaßte Prosaeinleitung gestaltete dagegen außerordentlich packend das wirkliche Erlebnis„Wüste".— Er- freulich wie stets war der Experimentalovrtrag Prof. Dr. Gustav Leithäusers, der den Empfang ferner Stationen, besonders solcher mit Langwellensendern, außerordentlich gut vermittelt«.— Ministerialrat Dr. Alfted Bayer zeigte in seinem Zyklus„Selbst- sucht und Menschenliebe", daß auch in der Liebe und Ehe die Selbst- sucht das beherrschende Moment ist, und daß erst dort eine Berück- sichtigung der Empfindungen des anderen wirklich eintritt, wo Der- nunst die vrimitioen Gefühle regelt und veredelt.— Dr. Bruno Borcharot sprach unter dem Titel.ällom Fahren" über das Wunder der Bewegung, die die Menschen wohl in verhältnismäßig geringen Größen wahrnehmen, obwohl wir die rasende Bewegung der Erde um sich selbst und um die Sonn« nicht empfinden und von ihr überhaupt Jahrtausende lang nichts wußten. Tes. Donnerstag, 17. November; 1230: Die Viertelstunde für den Lanzlsvirt. 16.15: Albert Daudistel. 17: Hausmusik. 18.30: Aus der Qeisteswerkstatt des Ingenieurs. 19.05: Fremdsprachliche Vorträge. 19 30: Das Recht der Luftfahrt. 20: Deutschland, das Herz Europas. 20.30: Internationale Schulden, Reparation und Dawes-Plan. 21: Sinfoniekonzert. 22.30: Funktanzstunde. Freitag, 18. November: 15 30:- Aufbewahren vorf Nahrungsmitteln für den Winter. 16: Dichtung und bildende Kunst. 16.30; Unterhaltungsmusik. 18.30: Die Sportschau des Monats. 19.05; Italienisch 19�0: Weltanschauung und QeaucJheit. 20: Uebertragung aus dem Herrenhaus. 21: Romanzen für Violine, 21.30: Volkslieder- Duette. 22.30: Lieder, Musikvorträge. Sonnabend, 19. November: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.30: Unterhaltungsmusik 18.20: Die Grundlagen der deutschen Kulturpolitik. 18 50: Selbstsucht und Menschenliebe. 19,30: Uabettragung aus der Städtischen Oper, Charlottcnburg;„Der Troubadour", Oper von Verdi, Konigswusterhausen. Sonntag, 13. November; Ab 9: Uebertragung aus Berlin. 16 30: Schachfnnk. Ab 15: Uebe tragung aus Berlin. 18: Das Ringen der Zeit. 18.30: Die Pf'anze als t-finder. 19. Märchen, Mythen und Legenden primitiver Volker. 19.30: Vorlesung aus Märchen und Legenden. 30.15: Uebertragung aus Leipzig. Ab 22: Ucber- tragung aus Berlin. Montag, 14. November; 16: Die Volkshochschule im Berufs- und Bildnngswesen unserer Zeit. 17: Minnesang und Epos. 18: Neuzeitliche Atomtheorie. 18 30: Englisch für Anfänger. I8L5: Staatliche Förderungsmaßnahmen auf dem Gebiete der,>,er- zucht und Tierhaltung. 19.20; Aktuelle BuchtOhrungsfragen. Ab 20.30: Ueber- tragung aus Berlin. Dienstag. 15. November; 16: Die Volkshochschule im Berufs- und Bildungswesen unserer Zeit 17; Minnesang und Epos. 18: Steuerstrafiechl und SteuerstraJ verfahren 18.30: Spanisch für Anfänger. 18 55: Vorlesung Carl Langes aus eigenen Werken. 19.20: Zum 60. Geburtstag Ernst Zahns. 20.15: Lebertragups Frankfurt. Ab 22: Uebertragung ans Berlin. Mittwoch, 16. November: Ab 9: Uebertragung aus Berlin. 18: Die Lutherstadt Wittenberg. Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 17. November:' 16; Erziehung durch künstlerische Kräfte. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Das Deutschtum in Rumänien. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.-5: Was kann die Ländwirtschaft von sich aus zur Forderung der Viehzucht und Viehwirtschalt tun? 19.20: Das Volkslied. 19.45: Der hohe Gaumen und seine schädliche Einwirkung auf den Organismus. Ab 21: Uebertragung aus Bcrl.n. Freitag, 18. November: 16: Sinn und Wesen der Eheberatung. 16.30: Sprechtechnik. 17; Die Musik im Zeitalter des Minnesangs. 17 30:-Hauptfragen der Ethik. IS: Ferngas. 18 30: Englisch lür Anfänger. 18.56: Orundzüge der gegenwärtigen deutschen Handelsverträge. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 20: Uebertragung aus Breslau. Ab 22: Uebertragung aus Berlin, Sonnabend, 19. November: 16: Pestalozzi und Holzapfel. 17: Krltninalpoliiische Forderungen� 4-r letzten Zeit und ihr« Erfüllung durch die Strafrechtsrelorm. 17 30: Mittelalterliche Städte und Städtewirtschaft. 18: Technischer Lehrgang fOr Fach- arbeiter. 18.30: Französisch Idr Fortgeschrittene. 18J>S: Englisch für Fortgeschrittene. Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Scrlin. Die Stcuolntinnefcfeilartcit müssen heute, Tonntag, vormittag bis 10 Uhr im Mercedce-Palaet abgerechnet metben. Sömll.che grob« tote Fahnen müssen beute, Tanitlaa, zur Sfeuofullottefeier mitgebracht tnerben. Sksirtzocrftanh und Revisoren müssen pünttlich 9 Uhr im Mererdes-Tafaft fein. Äunbgtbung„Die Jugend gegen den Allohol" am Freitag, 18. RotKmber, WH Uhr, in der Stadthalle. Alnfterftrahe. Redner: Genosse Eollmann, SÄ. b. R., Genosse Dr. Zultuzburger, Genossin Nlara Bohm-Schuch, Ä. d. R.-Alle anderen Veranstaltungen fallen au». heule. Sonnlag, 13. November: ütevalutlonffeier verbunden mit Parteiweihe 11 Uhr Im Mereedea-Palag ")t. Alle S, nippen müssen sich beteiligen und ihre bringen.— Treffpunkte der Smppen: Tempelhof: Berliner Straße.<19 Uhr Heimabend.)— Lichtenberg. West: OH Uhr am Feuermelder Borhagener Play.— Lichtenbeeg-Rord: 10 Uhr Echruarzer Adler.—«efnndbrnnnen: H10 Uhr Pringenallee, Ecke Wattstrahe.— Werbebeqirk Pankow: ST.eftlofe Beteiligung an der Revoliitionsfeier In Neukölln. Die Abteilungen fahre» einzeln dorthin.— Werbebezirk Schöneberg: lülh Uhr U.Ihf. Hermannplag. Fahnen und Musikinstrumente mitbringen. «erbebezirk Sckäneberg I: Selm Hauptstr. 15. Lefeabend:..Zement."— Steglitz I: Heim Albrechtstr. 47a. 18 Uhr Heimabend.— Friedrichshagen: Frieditchstr. 87. Hetinabend.— Reinickendorf-Ost. Seebad, Restdenzstr. 46. Heimabend.— Reinickendorf-We?: Heim Seihclftt. 1. Heimabend.— Tegel. ülevolutinnsfeier der Partei.— Reukölln: Heim Bergstr. 29, Zimmer 19.— Derbebezirk itreuzberg: Lindenheim. 20 Uhr:„80 Jahre Sommumstifthcs Manifest." Morgen, Montag, llhr: Sicgltei*: Uebungsabend pünktlich 19% Uhr im Lindenheim. SeiBenfec: Heim Parkstr. 38. Fritz-Zleufer-Abend.— Zriedenau: Heim Offenbacher Etc. öa.„Sciigionsfrogcn."— Eharlotfenbnrg.Rord: Heim Olber* strafte.„Die Geschichte der Arbeiterpartei.�— Reukölln II: 20 Uhr Hauptpost Treffpunft zur ssunff.otiärsttzuno.— Paulo nt-Tiid: Schule Kaiser.Friedrich. Strafte 58.„Seftiebscrlebmffe"— Werbebezirk Dchöneberg: Funktionär. schi-lungskurflls im Heim Hauptstr. 13.— Werbebezirk Teftowkanal: Jüngeren, kurfuo im Heim L'chterfelde, Heim Albrechtstr. 14a.„Die Theorie des Luzia- lismus." Beginn 20 Uhr. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Im Institut für Hdrpeebildnng, stantstr. 158—157(gegenüber dem Theater des SBcftcns) spricht Hauptmann o. D. v. Beerfelde am Dienstag, 15. Rovem- der, 2014 llhr, über„Slcgenccolion, Wiedergeburt, neue Schöpfung." Eintritt frei. Nach Beginn de, Bortrages wird der Eingang gefchfdsssn. Orchesterverefnignna Neukölln. Leitung: Alfred ss.ofolleck. Uebungsabende: Montags von 20—22 uhp in der Äula der Walther-Rathenau-Sdiule, Neukillln, Boddinstr. 34. Streicher willkommen. Beitrag wird nicht erhoben. kesangsgemeinfchast Zlenkelln(früher. SHofebcrn d'�ltguto). Dienstag, 13. Zlo- nember, 20 Uhr, Bortrog des Musttlehrers Eiinthrr über»Musik- und Gesang»- reform." Gilfte willkommen. Tintritt frei. Bund entschiedener Tchulreformer. Ueber das Thema„Völkerbund und strirdensarziehuttg" sprechen am Dienstag, 15. November, IS'V Uhr pünktlich, in der Aula de, Werner.Siemens.Nealgnmnasium». Hohenstaufenstr. 47— 18 fer>«olonne. Lchröderftr. 9. Telephon Norden 3940. Abt. Welftenfee: Wonatdverfommlung Montag. 14. November, bei Störte, Charlottenburger, Ecke Dassoftrafte: Abt. Neukölln: Freitag, 48. Zipvcmber, Schule NÜtUstrafte. Beginn 154-, Uhr. Schach- Werbeoeeorffoltuno. Die Abteilung Lichtenberg des Berliner Arbeiter-Schachklubs hält Dienstag, 15. November, 30 Uhr, In ihren Spiel- räumen, Gürtel-, Ecke Dosseftrafte, bei Rohrbeck, eine Werbeveranstaltung ab. Der Verband für Frefdenkertuw und Fenerbeftaitung, e. B-, veranstaltet am Totensonntag<30. Zlooember), 14'4 Uhr, eine Toten-Eedächtnisfeier im Theater am Vülowpfatz fDolksbühne).- 17. Bezirk{Bcrlm-Liihtenbctg): Donnerstag, 17. November, 19U, Uhr. Aula des cScilien-Lnzeums, M:t- gliederverfammlung.._.. Bund Berlin für«ivheitslnrzfchrift. Uebung>n allen Sefchwindigkeite.r irden Freitag von 20-22 llhr im Französischen Symnasium. Zfeichetagzulpr«. am Reichsfagszebäude. Neue Kurse zur Erlernung der ssinheiisiur. chriff.50« Anfang Oktober an. Auskunft erteilt Fritz Plaufchinn, Berlin-Zehlenoorl, Waldemarftr. 8._ xi'Uerberichl der öffenUicheu Wetterdienststelle Bettin und Urngcgent� (Aachdr.»erb.) Weitet hin ziemlich fall und meist bewölkt, keine wesenllichetts diiedei schlage. Nachts Frost.— Für veulschlan»: Im Osten noch etwa» Regen oder Schnee, rbenio im Aipenvattand, sonst meist trocken, int allgemeinen noch ctlva« AhkliHluna. Kinderwäsche bei Grünfeld. Man glaubt, bei einer Puppenschau zu sein, wenn man all die entzückenden Kleinigkeiten sieht, die so zum Bestand eines, allerdings verwöhnten, kleinen Erdenbürgers gehören. Ganz wie die Große» hat man seine Strumpsbästdchen mit Rosette, Strumpshatter, Pyja-' nnis und zartduftige Nachthemdchen. Die ganz Kleinen ruhen in Baby-Bettkörben, reizend bespannt mit gesticktem Voile. Das Zimmerchen ist weiß möbliert, mit bespritzten Wänden, dazu passende indanthren gefärbte Fensterbekleidung, alles in lallen, fröhlicheit Farbtönen gehalten. Die kleinen Kleidchen sind sehr hübsch oer- arbeitet, aus Bordüren-Voile, bestickt mit Blumen und Kränzchen. Schon viel verwendet man für diese Zwecke die Handstickmaschinen, deren Arbeit von einer richtigen Handarbeit kaum zu unlerscheideit ist. Spielhöschen aus Rips, aus Gummistoff: Kleider für die etwas Größeren aus Waschsamt, alles indanthren gefärbt, also lust-, licht- und waschecht. Puppchen und Puppenmama sind egal geklcidei, kurzum das Ganze gleicht einem richtigen Puppenladen. Für Bade- und Planschzwecke gibt es lustige Badetrikots, bunt gehalten, dazu passende Schuh« und Kappe und allerlei komisches Gummigetier. Für nasse und kalte Tage sieht man hübsche Wollklcidung, ebenfalls in bunten Farben und netter Verarbeitung. Sorgen Sie vor für die kalte Zahreszeit! Diese Mahnung zu beherzigen, ist Ihr eigenster Vorteil. Hierzu dienen Ihnen bestens die Propagandatage des bekannten Aarenhanfes H. Joseph n. So., Neukölln, Berliner Str. 51— 05, die darum so bedeutsam zu werden versprechen, weil in 40 groften Spezialabteifun- §kn der einheitliche Wille z::m Auedruck gebradst wird, durch herooeregend illige Angebote besonders hochwertiger Lualitute» die Möglichkeit aufter» ordentlicher Ersparnisse zu bringen, die Sie veranlassen fällten, schon jetzt Ihre Weihnachtseiiikifufe vorteilhaft zu tätigen. Propagarbatage bei H. Zo eph v. Co., Neukölln, zum stwecke geoftzügiger Kundenwerbung und den alten Kunden das Haus in empfehlende ürmnerung zu bringen, ein wirklich großes Ereignis. Zm Saalbon Zriedrichshoin feiert einer der führenden Gefangvereine des ?euffd>en Arbeiter-Sangerbunde». der Gefangverein der Schuhmacher, am Frei. tag. 18. November, fein ßlljähriges Jubiläum. Der Verein hat weder Mühe noch Kosten gescheut, diesen Iubeliag durch ein erstklassiges Gefangsproiiramm .einzuleiten und für feine verehrten Softe ein aufterord-ntliches Spezialitäten. Programm erster L.räf.e von der Seala und Wintergarten zu engagieren. Der Verein bietet den Verehrern des Gesanges für den billigen GinirUrspre s von 50 Vf. einen jtenuftteid'en Abend. Also auf»um ffriedrichshain! Der Begründer und 8en;otch»f der bekannten HerrenkonfekFonsfirma Gchnl» Meister am stottbusser?oc, Herr M. Schulmeister, feiert am Tonntag, 13. No- vember, das Fest der goldenen Hochzeit MuFZktkN beginnen ineine Verfcaufitope für fehlerhafte llachzcuge.— ILommen Sie rechtzeitig! Halbwollener Flanell lür Ktnderkieldcr und Bkiaen, Q( In xarf farbigen Karomustern« X. Breite"»n rm M. KnslischerHaneil Qr Klndrrklrlder, Bluten und dilafansOKCielnfarb�ffettreift 4� md klrln karirrt, Br.Tftcm, M« r Berlin VV Leipziger Strasse 20-22 Unterhaltung unö Missen Zagd auf einen Menschen. Don Robert Reumann. Die Breinse stöhnt an vier Radachsen und das lange Automobil schiebt sich eben noch ein paar Fuß weiter um die scheinwersergrelle Eck« m die Nacht der Nebengasse hinein. Dann steht es und zittert, Üicht erlischt, an die Scheibe klopst wieder klagend Straßendunkel und Rcgenstrich. An mir vorüber springen die beiden Geheim- Polizisten durch den ousgestoßenen Wagenschlag hinaus in den klatschenden Pfützcnspiegel des Vorstadtasphaltes, stehen einen Äugeichlick lang schoftstiefelig in ihrer mißmutigen Angcspanntheit am blaiikgelvaschenen Gehsteig und schlagen sich dann in die Schwärze des nächsten Haustors. Ich folge, indes der Wagenlenker vorne den Pelzkragen bochschlägt und in sich selber versinkt. Das Fahrtier hat ausgeatmet, liegt tot— stellt sich tot. Eine trüb« Straßenlaterne, regen�ogenumrandet, flattert kaltes Gaslicht und Trostlosigkeit. DnljsjN«', rechts, links, stürzen verschicfte Gassenfronden dreißig Schritt nah in Nacht. Berlin, Osten, November. Im Hausflur bei den zwein steht ein dritter. Ich werde vor- gestellt Ich heiße Herr Doktor. Ich bin der Herr von der fremden Presse, dem man es gestattet hat. Der Neue ist Herr Philipp— ein Mensch, grau in grau, angetan wie ein Arbeiter, tragenlos, ohne Schaftstiefel(also kein Polizist) und mit einem gelben Kindevgcsicht. An Stirn und Schläfe fehlt ein Stück Kopf und ist durch einen -veihen Hautsetzen ersetzt. Er weiß zu berichten, daß„er" nicht im Haus ist.„(Er*— das ist der Gesuchte, das Iagdwild, der Scheck- dctrüger, Kassendieb, Messerheld und verwegene Ausbrecher—<5., H.ofcf S., von dem man weiß, daß er im Haus Nummer elf, um die Ecke rechts sich verkrochen hat. Man liegt seit heute vormittag vor dem Tor auf der Lauer. Er kam nicht, er ging nicht. Das Fenster droben steht offen, gähnt schwarz.„Waren Sie oben?*„Ja, vor- mittags. Die Bude� ist leer. Jetzt zuerst in die Kneipe. Er kommt jede Nacht gegen eins.*„Es ist Zeit. Wir gehen hin.*„Drei Beamte sitzen schon dort. Vorsicht. Er schießt. Er hat zwei Re- vvlver.* Hinaus in die Regenböen. Zwischen Automobil und Laterne unter dem kleinen Vordach des versperrten Lebensmittelgeschäftes fleht eine Prostituierte und glotzt herüber. Da wir vorbeigehen, zischt ihr Herr Philipp ein knappes Wort zu. Sie schrickt auf, geht. trippelt, lauft mit kurzen Schritten die Gasse hinunter, wirft sich um eine Ecke. Gafsen entlang, durch Regen, rechts, dann links gradeaus. Ganz plötzlich springt uns Musik an, ein vieltönig metallenes Klappern. Hinter einer niederen Glastür, vorhangverhangen, liegt Licht und Stimmengewirr. Auf der Scheibe hocken Emailbuchstaben, spärlich. Mindschief verschoben— stehengebliebene Zahnstümpfe eines zer- .störten Gebisses. „Wer hinein?*„Er wird schießen." Herr Philipp will allein in die Kneipe; wir sollen warten. Dann zu mir:„Drei sind drinnen Wenn Sie mitgehen wollen? Sie halten sich abseits: die Gefahr ist. picht groß." Er �schiebt sich breit durch.die Tür. In fünf Minuten soll ich ihm folgen. Die Schaftstiefel stehen schon BHiben in einem Haustor. Los, langsamen Schrittes. Durch die aufgestoßene Tür schlägt ein« Welle Geruches. Dunst, Lärm, Grelle Weiße, Azetylenlampen- licht liegt breit auf einem kahlgetünchten Mauergeoiert. Papier- wimpcl schreien nüchterne Festlichkeit in den Raum. An mir vor- über treibt mit Ruck und Schleisschritt, gezogen von Ecke zu Ecke, trag quellend und in sich wirbelnd in kleinen Wirbeln, schiebend. geschoben, ein Trupp Tanzender. Der ganze Raum, jeder Mensch, jedes Weib, jedes Glas, jedes Licht ist Bewegung. Irgendwo in diesem Gewoge sitzt der Gesuchte. Sitzt in einer Falle und weiß es nach nicht. Hat zwei Revolver in der Tasche und lacht, tanzt, sauft Wein. Fühlt nicht, daß irgendwoher drei Augenpaare Ihn an- schauen, vier' Augenpaare, irgendwoher, aus Ecken oder durch die Türritze drüben, oder aus der Vermummung eines dieser Tänzer hervor. Auch der mit dem halben Kindergesicht, Herr Philipp, ist untergetaucht im Gewirr und verschwunden. Tanz, Takt, Musik. Licht, Fahnen und Weindunst. Plötzlich hockt nah vor mir in der Biegung des Tanzes, abge- löst hingesetzt über die Schulter einer Prostituierten, ein sehr hartes Männergesicht mit abenteüerlich ausladendem Kinn. Das eine Auge steht scharf und wach an der Braue. Aber über dem andern liegt«in breites, neues, rötliches Pflaster, kürzlich erst hingesetzt ofsenbar, vor Stunden, vor einer halben Stunde— verstellt, macht ..... IIII„IL,I„IIII..... I....... I.IIIIIILIIIIIIIII.I.JI.,l„..l.,II.I.IIUIIIin Arbeitslos. Im Rhythmus stampfen die ZNaschiueu, Die Transmissionen gleiten pfeilgeschwind. Oel tropft auf Kugellager stet und stet. Rad heiße Kraft aus dem Dynamo geht, Der all das Radgewirr mit Leben speist. Es kreischen Sägen! Zeilen wimmern schrillt— So viel der Arbeit, Rur meine Kraft liegt still!— Der rote Racksleinbau strahlt Arbeil aus. Aus großen, breiten Zenstern bahnt sich Licht Den Weg auf weites, dunkles Feld, Rnd wie ein warnend Zeichen ragt der Schlot Scheinbar zum Wolkenwirr.— Rur ich Hab keine Arbeit und kein Brot!— » Der Regen peitscht auf dünngewehlem Kleid, Rad Hunger krallt sich schmerzend im Gedärm Und hetzt den Reid!— Dann speit das große Tor die Menschen aus. Müd ist ihr stampfend Gehn. Schwer ihr Gesicht und bloß. Doch Arbeit haben sie und ein ZuHaus.— Rnd ich bin arbeitslos! A. E. Zruchter. unkenntlich. Hier ist einer vermummt. Hier ist einer wachsam. Jäger? Gejagter? Aber er ist schon wieder niedergetaucht, die Schwenkung des Tanzschrittes hat an seiner Stelle das schmale, aus- druckslose Elendsgesicht seiner Partnerin in die Helle gerückt. Andere Paare, Kulissen, werden durcheinandergeschoben. Einer, ein Dicker, rothalsig, hat seinen Rock abgelegt und tanzt mit eivem scharf- gesichtigen Weibsbild. Er speit mit irgendeinem Miistkzerfetztsn Satz und prustendem Lachen dos Wort„Moabit* in den Raum. Dann ist es ein Großer, Vreitbrüstiger, der mich ins Auge gefaßt Hot und auf der Stelle sich wiegend und trippelnd zum Takt der Musik über den schmalen Rücken und Kopf der abgewandten Tänzerin her mir in das Gesicht starrt. In seinen Augen ist etwas Fortgerücktes, ungreifbar Abwegiges wie bei Menschen, die unmerk- lich schielen. Sein Riesenkörper steckt in einem schwarzen, prallen Sakko, das an den Aermeln z» kurz ist. Er ist kragenlos, trägt eine blumige Wollwcste und hat den steisen, schwarzen Rundhut aus der schwitzenden Stirn geschoben. Seine Hand, breit über den Rücken der Partnerin hingelegt, ist sleischrot und hat das plumpe Eigen- leben eines grausamen Tieres. Ist er es? Die Tasche des prallen Anzugs ist von etwas Schwerem gebauscht. Er hat seinen Blick von nur endlich gelöst, hat sich abgewandt, und jählings herum- gcschwentt ist seine Partuerin für einen Augenblick an meine Seite geraten. Ich sehe, daß das keine Frau ist, sondern ein hagerer, völlig bartloser Mensch mit einem grauen Gesicht, die langen Haare aufgebürstet zu einer gelben Dirnenfrisur. Ein Weibermantcl hängt ihm von den schmächtigen Schultern. Er spricht! Spricht nah neben mir mit einer hohen, heiseren Frauenstimme zu dem Riesen hinauf, spricht geziert und sich windend in mühseligem Schriftdeutsch.„Sie müssen wissen,* so lammt es zwischen den gemalten. Lippen hervor, „Sie müssen wissen— ich bin gegen jede neue � Bekanntschaft sehr skeptisch. In diesem Lokale..." Der andere lallt etwas mit bc- lcgter Stimme, geil, gierig, mühsam gebändigtes Raubtier. Dann wieder Musik, Zug, Schwenkung, Kulissen. Plötzlich hat sich eine Gasse nach hinten gegen den Schanktisch geteilt: dort steht Herr Philipp, neben der Wirtin, einer Dicken, Fahlen mit beleidigten Zügen, steht dort lässig über die metallene Kante des niederen Aufbaues gelehnt, hat seine Faust in die Hosen- tasche geschoben und spricht anscheinend sehr ruhig mit einem Men- sehen, der. grauhaarig, schlank, in ein dunkles Samtwams gekleidet, m seinem Aussehen die Mitte halt zmischeb Tanzlehrer und nerkysy- menem Diplomaten. Das ist er! Scheckfälscher!. Vier, acht, elf Menschen stehen und horchen auf das Gespräch. Jetzt? Jetzt! Aber da löst sich alles wieder in Gleichgültigkeit. Jener Schlanke setzt sich auf einen Sessel und raucht. Herr Philipp ist beiseite ge- treten, und ich sehe, daß er cinci» zuzwinkert, einem stillen Trinker, den ich bisher nicht beachtet hatte. Der schiebt sich langsam zur verschlossenen Tür, die neben dem Schanktisch über drei Stufen hinauf nach der Seite führt, ossenvor gegen den Hausslur. Herr Philipp ist inzwischen wieder unter die Tänzer geglitte». Eiiien Augenblick später sehe ich ihn an der Gassentür. Unter dem schnelleren Takt des Klaviers haben sich die Tanzenden zu einem tollen Schleisen, Stampfen, Drehen erhitzt. Aber dazwischen, mitten durch.und die Wände entlang, ist irgendwie ejue planvolle Perschie- bring— Blicke, Bewegung, kleine Gebärden. An der Tür zur Gasse stehen vier große Männer in gespielter Gleichgültigkeit. Herr Philipp ist wieder verschwunden. Der Tanz wird schneller. Ein Weib singt, lacht, kreischt. Ich habe mich in den Winkel rechts hinten geschoben und stehe plötzlich vor dem Kiai'ier. Es spielt— und kein Mensch sitzt davor. Em Orchestrion. Geisterhände rasen über die Taften, drücken sie nieder, hüpfen, spielen Triller, Staccati, Ka- denzen in grauenvoller Gcspensterlebendigkcit: Da fliegt drüben die Tür auf. Tanz stockt. Plötzlich Stille. Stille. Nur das Klavier hämmert weiter. Ein Gespenst spielt „Valencia". Es sind die beiden Schaftstiefel, die draußen gewartet haben. Ohne Erregung. Herr Philipp steht schon bei ihnen. Ich trete hinzu. „Es ist nichts. Kommen Sie. Schnell." ÄZir sind, drqußen, wir laufen. Hinter uns speit das Orchestrion sein Geklapper durch die offene Tür in den Regen heraus. Dann, verlischt's an der Ecke, Wir laufen.„Er war nicht in der Kneipe. Er ist zu Hause. Er muß sich im Abtritt versteckt haben, so oft jemand die Treppe hinaus- gekommen ist. Wir haben die Marie abgesongen. Sie wollte zu ihm. Jetzt schnell, schnell." Die Gaste. Däa Haus. Zcqet Wartende. „Sie sind schon voraus." In den Flur. Taschenlampe, lieber die Treppe. Neben mir knackt die Sicherung eines Revolvers. Hinter einem Türspall Gezische!, Augen, ein Nacht-Gesicht. Weiter Treppen. Im drillen Stockwerk eine offene Tür. Dunkle Küche, das Zimmer lampenhell. Ein Polizist, ein« Frau— dünne Stahlkette um das Gelenk, Haar wirr. Tisraugen, gehetzt. Weißes Eisenbctt in der Ecke, darüber ein Bild, Dreifarbendruck: Fürstfnbcgegnung. Daneben ein Blumenstilleben, aus einer Zeitschrift geschnitten, mit vier Reißnägeln festgemacht. Schmatz. Wanzenspuren. Kleiner Cisenofen, erlvschen. Der Gamaschenmensch bückt sich, schaut im Kreis. Dann wütend:„Auegebrochen!" Der Polizist:„Unmöglich. Mes bewacht." Durch die Tür herein vom Flur«in Kleiner im Regenmantel.„Er Shakespeare. Don Max Doriu. Shakespeare kam unter Donner und Blitz zur Welt. Nachte. Im Herrenwalde zerschmetterte der blanke Himmelsstrahl«ine tausendjährige Eiche, das war die Sekunde von Shakespeares Geburt. Shakespeares Jugend war einsam. Seine Mutter dachte an sich. Der Bater dach« an die Pacht, an die schwer zu prägenden Gold- stücke, die er alle Jahre dem Grundherrn ins Schloß tragen mußi«, für die Nein« Ackerrundung, es waren noch keine zwanzig Joch. Shakespeare das Kind liebte den Wald, die Sonne, den Bach, den Raben, die Wolken und den Sturm. Das war Liebe genug. Die Menschen haßte der junge Shakespeare, alle in einem: im Schloßherrn. Der war stolz und hart. Ritt er durch die Stadt, dann sah er nicht auf die Kinder. War er im Schloß, dann um- gürtete er sich mit hoher Mauer. Und seine Armbrustschützcn hielten am Schloßtor grimmige Wacht. Shakespeare der Jünglind. Er ward Jäger, ein heimlicher Fallensteller, im Wqld«. er jagte den Fuchs, den Dachs und die Wildkatze. Des Schloßherrn Leibjäger erwischt« den Fallensteller, das war Waldbruch— peitscht den Waldbrecher öffentlich aus, am Markte! Und es geschah. Da ward die Seele des Jünglings Shakespeare revolutionär. Und in der nächsten Nacht schlug der Blitz ins Herrenhaus, er zerschmolz den bleiernen Greisen am Turmdach. Ein üppiges Mädchen geht durch die Stadt. Ihre Augen sind weich wie graue Wolken. Ihre Lippen sind roter Wellenschwung. und ihre Brüste zeigen Formen� wie Bulkane.— Dieses Mädchen wird Shakespeares Frau.— Shakespeare genießt, sinnlich, seine Seele bleibt kalt. Die Raben im Walde lachen ihn aus: Nun trägst du Fesseln! Aber der Freiseinwollende leidet kein« Fesseln. Streit mit der Frau, der auf den Zähnen scharfe Barsten wachsen. Shakespeare stürmt davon, für immer, hin zur Metropolis, die ist der Knoten der Welt. Der Geist Shakespeares will mit scharfem Schwert« die Verknüpfungen des Lebens zerschneiden. Erkennen will er, klar sehen, klar losen. Vorerst noch alles mehr intuitiv gewollt: aber im Geiste doch schon der entworfen« Plan: die große Frage des Lebens. da»„Warum?": die soll in London gelöst werden. Shakespeare ist Darsteller des Lebens, Schauspieler. Was ihn ernst bewegt, eben: das Leben zu durchforschen, das packt er zunächst im Spiele an. Er lernt Gunst und Mißgunst der Menge verstehen und verachten. Er wird verwundet vom Neid der Kollegialität Er verkriecht sich in sich: vor den Menschen: nur im Spiele wird er geöffnet sein: und da ist er«ine strahlende Perle, aus halb ge- össneter Muschel. Wer ein rechtes Herz am rechten Fleck hat: der hrrcht auf, i«ner junge Schauspieler dort: der deutet Leben! Shakespeare im mittleren Alter. Ein halber Unternehmer. Mit drei Genossen hält er«in eigenes Theater. Er selbst spielt nicht mehr mit— und doch spielt er mit, als Autor läßt er die Spieler wie Marionetten tanzen. Shakespeare hat Erfolge. Erfclge? Dummheit, wer versteht ihn denn? In London keine zehn Menschen. Und London ist der Knoten der Welt. Aber seine Dramen werden doch gespielt? Der Hof ke-mmt, der ganze Adel ist da, die Geistlichkeit wittert mit ge. fährlichen Nüstern— alle Großen und Einflußreichen suchen etwas im Spiele Shakespeares— was denn? Sich selbst. Sie riechen etwas. Man ahnt— aber man kann nur kalb folgen. Shakespeare seziert die Seelen der Vornehmen und Reichen und der Geistes- tyrannen, er legt alle Blößen frei— aber neben der Blöße funkelt etwas, daß ist.Größe, echtes wahres Menschentum, gewachsen zu irdischem Äottuin. neben irdischer Teufelei Teufel und Gott reichen sich die Hände. Shakespeare schießt Pfeile, auf alles Laster, und die Lasterhaften suchen ihre wunden Stellen— im Drama des scharf- sehenden Thcaterbesitzers. Man gibt Beifall. Das ist so die große Mode. Aber im Geheimen haßt man ihn: diesen Wahrheilssehreiber. Wie, kann man ihn beseitige»? Gift? Dolch? Henker? Damit kommt mqn ihm nicht an. seine Dramen sind da— die würden weiter gespielt. Eng- land hat die dlozna Charta. Aber wie entledigt man sich dieses nörgelnden Geistes? Setzt den Spottkübel an. Bei Hose bilden sich Cliquen: der Shakespeare ist ein Narr, man streut das aus: Zucker in die Wunden der Getroffenen, Fürst und anderes Lumpenpack werden nichts mehr fühlen..Schon pseift man ein Stück von ihm aus, vom großen Narren. Er rächt sich: Da habt ihr, was ihr wollt!, er hält ihnen in einem neuen Stück den Spiegel vor. Doch die Großen wollen wieder nicht sehen und hören Das Volk aber versteht mit dem Herzen: der da, der Theatcrschrerber, der geißelt, was wir alle hassen. Shakespeare wird liebend. Sein Herz spaltet sich,«in Myrten- bäumlein wächst aus der Herzenswunde. Shakespeare liebt ein« Marmorstatue: so schön ist sie, die Angebetete: schreitender Marmor, Blut ist drin, kochendes Blut, und sie trägt«ine Krone von schwarzem Golde. Und ihre Augen sengen sein« Wimpern. Er schreibt ihr Sonette. Sie ist von Hofe, angesteckt vom Spott gegen den Dramen- schmied, sie lacht, sie schickt seine Sonette zurück, eine Haarlocke von der Echimmelstute aus dem Marstall ist dabei. Aus. Darbei Shakespeare schäumt. Schäumt er, vor Wut? Nein, er leidet. Er schäumt vor kaltem Leid. Er ist nicht geboren, um Liebe zu empfangen, so will er denn Liebe schenken! für die Ewigkeit. Er schreibt hundert Sonette, an einen imaginären Freund, dem schreibt er— die Marmortönigin mit der schwarzen Krone meint er..Sein Schmerz befreit sich— durch Gestaltung. Er atmet wieder auf. Und er greift zum Letzten. Mit Schlägel und Meißel hämmert er ein Monument, aus Granit das alle Welt verstehen und anbeten wird— nur nicht die Zeitgenossen, vielleicht doch— aber es werden nicht mehr als zehn sein, die ihm wirklich folgen können. Sein« Zeit ist irrsinnig, in Tyrannenlüge und in Knechtsinn, eine Zeit: in der man gesichert nur als Wohnsinniger leben kann, und das nicht einmal. Hamlet gibt da» Exempel. Und Macbeth ist sein« letzt« Rache gegen die Herrschenden: Bitte! so seih ihr. Und nun: die Zeit der Fruchtbarkeit und dig Freude am Ge- stalten ist dahin. Shakespeare ist ausgerieben, vom Leben selbst, er: der das Leben, gestaltend überwand, er zerbrach früh am zahne- fletschenden Molcch Leben. Shakespeare flieht: fort vom halben Ruhm, der vom Neid und vom Spott vergällt ist. Fort. Fort. Fort. Wohin? Zurück zum Ausgang. Zu den Wäldern, zur Sonne im Wolkenrahmen, zur Weisheit des Raben, zum Kinde Quelle, zum Bruder Sturm. Shakespeare ist wieder im Heimatstädtchen. Alles, was ihm einst Familie hieß, ist tot. Aber neue Familie ist ihm geuxichsen, Brüder und Kinder. Brüder sind ihm die Arbeiter, die einfachsten Menschen Und alle Kinder des Städithens springen ihm nach, wenn Opa Graubart schlürfenden Schrittes durch die Straßen geht. Sein Herz ist wie ein Magnet, aus den die Kinder fliegen. Er und die Kinder verstehen sich, im Gefühl: das Leben wäre. schön, wenn es in kindlicher Reinheit und Güte und in Gemeinnützlichkeit strahlen würde. Shakespeare spuckt aus vorm Herrenschioß.l Aber nachts würfelt er mit den Sternen. Er gestaltet aus sich nicht mehr dos menschliche Leben— sondern still für sich gestaltet er in ueffter Brust das Drama des Sternenlebens: Aufstieg, Blüte, Zerfall— alles geregelt von der harten Notwendigkeit. Aber zwischen den Eni- wicklungsphascn blüht das goldene Genießen des schöpferischen Augenblicks. Sternenmütterlichkeit. Shakespeare ist alt und krumm. Er wuchs aus dem Boll, heraus — und zum schwarzen Humusboden des Volkssinns kehrt er zurück. Der Umgang seiner letzten Jahre war eiir Verkehr mit Arbeitern und Haydwerkern. Er mied den falschen Geist seiner Zeit, den Geist der Intellektuellen. Er suchte das immer Natürliche oller Zeiten: die hämmernde Arbeit. Abends saß er im- Wirtshchus. Bei den Freunden, bei den Maurern, Zimmerleuten und Schmiede». Shakespeare hatte von London her den Beutel gut gefüllt, er wußte vom Wert des Geldes: Geld kann bedingt frei machen. Und bei den Freunden ließ Shakespeare die gcldenen Füchse aus seinem Beistel springen, auf dem Eichentisch der Schenke. Er spendierte. Nelly. die schlanke Kellnerin mit den Bernsteinauqen, die fährt aus: Korn- bier, Gerstenbrand und manchmal gar Trockenwein— Sekt geheißen. Brüder trinkt, wir versaufen den Ungeist unserer Zeit, wir tragen ihn hinterher auf den Hof, in den Rinnstein des Lebens. Eines Morgens war Shakespeare tot. Diese Nacht hatte es gewittert. Der Blitz zerschlug im Städtchen den Kirchturm, der war nun ein Trümmerhausen. Shakespeares Grab. Der Rabe sitzt daraus— und denkt. Shakespeares letzte Freunde, die Arbeiter, setzten ihm den Grab- schmuck. Der Zimmermann sägte, hobelte und nagelte«in großes Schrägkreuz,«in Kreuz mit eigensinnigen schiefen Armen. Der Maurer setzte ums Grab ein kleines Steinmäuerchen, keine Ein- frie>igung, sondern einen Abschluß: da herinnen ruht die Welt! Und an jede Ecke des fußhohen Steinmäuerchens setzte der Schmied ein eisernes Pfeilerchen, alle viere verband er mit einer schwebenden Kette, die hing viermal im Bogen. Diese Kette war dle Freude der Kinder, vielleicht gaben sie ihr einen tieferen Sinn: sie schauketteu darauf. »uß auf dem Dachboden sein. Di« Tur ist anzekehnt.' Allc auf und hinaus. Nur der Polizist reiht das Weib zurück in die Küche. Sie heult auf. Die Dachbodentür ist aus Eisciv Man umgeht st« von links. Schuxirzer Spalt klasft. Man blendet das Licht ab. Nevoloer. Drunlen, HUlb auf der Treppe, gedrängte(Bestchter, aus dem Schlaf gezerrt, blaß. Gezifchel. Ruf ins Dunkel:„Sie— drinnen: heraus! Hände hoch!* Horchen. Stille. Noch einmal:„Heraus!* Dann die Tür aufgerissen und Licht. Dachboden. Kein Mensch. Ein Kinderbett, umgekehrt. Fühe nach oben, auf einem Koffer. Lildrahincn. Ein Trog. Zwei Eimer aus Blech. Ein Kasten mit zerbrochener Tür. Ein großer Blumentopf mit dem Stumpf einer Palme. Drei Kisten. Waschtisch au« Eisen. Daraus-ine offen« Schachtel mit Dominosteinen, einem Blechleuchter und dem Kops «iner Puppe. Spinngewebe, grau, dichte?eßen. Quer durch, schräg durch Schwärze und über dem Boden kriechend das Gesparr- des Daches. Erschreckter Staub flirrt in Lichtkegeln. Hoch, hart, rot- ziegelig zwei Schächte: Kamin. Dunkel lauert dahinter. Ruf noch einmal:„Heraus!* Und Schweigen. Jetzt langsam vor, gcduckt ins Gerüinpel. Sprung. Katzentritt, Revolver, Laterne. Das Ende des Raumes: Gesparr. Also wieder genarrt? Rechts ein kleiner Berfchlag, leichte Holztür, angelehnt. Auf und Licht. In der Ecke links hinten hängt vom Balken ein Strick. Am Strick in der Ecke links hinten hängt«in Ungewisses, schwarz Lastendes. Schwankt leise im Zugwind. Die Luft zerrt an Kleidern. Da beginnt fich's langsam zu drehen mit der Windung des Stricks. Braunes Haar läßt ein Ohr frei. Es leuchtet im Licht der Blend- laterne abgelöst, weift aus der Schwärze. Das Ungewisse dreht sich uxiter im Zugwind. Ein Gesicht haucht sehr langsam ins Licht, wird groß wie ausgehender Mond. Gesicht eines stillen Menschen mit geschlossenen Lidern. Ein kleiner Schnurrbart, gewichst und aufg-xwirbelt, sitzt kokett auf der gelb- lichen Lippe. Man hat einen Tag lang einen Toten belauert. Jrdenwo drunten im Hau?, in der finsteren Küch«, heult«in- Weiberstimme langgezogene Klagetöne durch die zerrissene Dunkel- heit. „Das Blatt kenne ich ja gar nicht!" Don Wilhelm Dock. Unsere jüngeren Genossen haben sicher keine Ahnung, wie un- Scheuer schwer früher die Agiiation für Partei und Presse war. lnfang der sechziger Jahre war die große Rkasse der Arbeiter nicht nur politisch stumpfsinnig, sondern obendrein unserer Sache noch völlig abgeneigt. Das war kein Wunder, weil sie gesamte Presse über die Sozialdemokratie das Blaue vom Himmel zusammenlog und wir außer dem„Sozialdemokrat* keine einzig- Zeitung besaßen, die die Verleumdungen uns Entstellungen zurückweifen konnte. Wir agitierten deshalb um so mehr für den„Sozialdemokrat*. Da hatte ich und mein Nebenarbeit: in Hamburg uns folgenden Plan aus- geklügelt: Wir gingen mit unseren gelesenen Nummern des„Sozial- dcmokrat* In kleine Restaurationen, wo nur Arbeiter verkehrten, schoben die beiden Exemplare unseres„Sozialdemokrat* unbeobachtet unter die aus den Tisch liegenden Zeitungen. Dann nahinen wir kic, daß der Wirt es merkte, in die Hand und lasen darin. Sobald der Wirt an unseren Tisch kam, sagten wir, daß das ein gutes Blatt sei. Er lah dann ganz verwundert das Blatt an und meinte, das kenne er ja gar nicht, die Zeitung hätte ein Gast liegen lassen. Wir ontwortetcn darauf, daß es aber ein gutes Blatt sei, wenn wir es immer bei ihm lesen könnten, würden wir regelmäßige Gaste werden. Und— er abonnierte. So hatten ich und mein Nsbengesell« im Herbst 1867 elf Gastwirte als Bezieher des„Sozialdemokrat* ge- Wonnen. Zu seiner Zeit war das ein großer Erjolg. Das„Radio". Humoreske von Karl Ettlinger, München. Großmama hatte Geburtstag und ich mußte ihr etwas schenken. Sonst schenke ich Damen immer ein Fläschchen Parfüm, aber Groß- mama parsümiert sich schon lange nicht mehr, ja, ich glaube, st« hat sich nie parfümiert. In ihrer Jugend galt gut riechen noch als unmoralisch. Was schenkt man einer Oma? Einen Lehnstuhl hat sie schon und auf mein Lichtbild legt sie keinen Wert. Ich bin nämlich keines- wegs ihr Liebling senket: ihr Lieblingsenkel ist Better Gustav, unser Familientrottel. Halt, ich schenke ihr«In Radio! Mittags, während Großmama Ihr Nickerchen hielt, legte ich in der guten Stube die Leitung und abends erschien ich mit Empfangs- gerät un'» Lautsprecher. „Grüß Gott, liebste Oma. ich wünsche dir zum Geburtstag alles Gute, und hier habe ich dir auch etwas Schönes mitgebracht.* „Jc.) danke dir, lieber Karl!— O. wie hübfch!— So ein schwarz- lackiertes Nähkästchen habe ich mir schon immer gewünscht!* „Das ist kein Nähkästchen, liebe Oma, das ist ein Radio. Etwas Hochfeines! Damit kannst du Berlin, London. Basel, Prag, Paris, Moskau. Mailand hören!* „Wie entsetzlich!* stöhnte Großmama.„Weshalb tust du mir Greisin das an!* „Wieso entsetzlich,* sta'mte ich.„Du hörst damit die wunder- schonst? Musik, Lorträge, Opern! Hier, durch diesen Lautsprecher!* „Ach so,* meinte Großmama nachsichtig, während ich die Leitung anschloß,„früher nannte man dos ein Grammophon!* „Nein, liebste Oma. dies hier ist etwas ganz anderes, eine ganz neue Erfindung!* JO Gott!— Es ist sehr, sehr lieb von dir!— Aber weißt du. Karl, ich will mit neue» Ersindunge» nicht« zu tun hoben. Meistens explodieren siel— Do hatten wir einmal«ine mechanisch« Pe- troleumlampe, dein verstorbener Onkel Oskar hatte sie mir geschenkt, du warst damals noch nicht geboren, und auf einmal bums explo- vierte sie!* „Das ist hier vollkommen ausgeschlossen, Omal Diese Erfindung beruht aus elektrischer Grundlag« und—* „Und auf einmal kriogt man«inen elektrischen Schlag, oder es gibt KurzsckLußl* Ich biß mir auf die Lippen und versuchte, das Radto auf eine Sendestation einzustellen. Aus dem Lautsprecher drangen einige abscheuliche Töne: ksss--- tütutütutütutütü— rchchchch- iiiiüii--- gägägä--- „Es ist wunderschön,* bestätigt« Oma mit ergebener Leidens- mien«.„Wirklich hüvsch! Aber nun tue mir den einzigen Gefallen und laste Anna das Radio hinaustragen!* Niir kam die©alle hoch.„Aber du hast ja noch gar nicht richtig gehört!* bockte ich und drehte an dem Kondensator herum. ..Und auf«inma! explodiert es!* wehklagte Oma. „Jetzt Hobe ich eine Station! Nun hör mall* Und dos Radio verkündete: ,„.. Wenden wir uns nun der Zoologie dieses Landes zu. Das dekonnleste Tier dieser Gegend ist das Slinkiier. Obwohl klein und unscheinbar, spritzt es aus einer Drüse eine Flüssigkeit aus, welche den Menschen bis auf vier Wochen unerträglich oerpestetl* „Schöne Sachen machst du!* sagte Großmama. In einem Tone, als ob ich der Erfluder de« Stinktieres wäre. verbissen hantierte Ich an dem Radis, wn das Stinkt!« an» der Leitung zu kriegen. Und jetzt meldete sich eine ander« Stimme: �... zu den schwierigsten Buchstaben des englischen Alphabets, dem th. Ich mache es Ihnen einmal vor: ßßßßß! Noch einmal: ßßßßß! Legen Sie die Zunge vorne an die Zähne und dann mit leichtgeössnetem Mund: ßßßh! Bitte, verehrte Hörerinnen und Hörer, nochmals: ßbßßl Noch einmal ßhßhl* „Mein Gott, jetzt soll ich auch noch ßhhß machen!* wimmerte Oma.„Bitte, lieber Karl, tue das Radio hinaus, ehe es explodiert! Damals die Petroleumlampe, hie machte auch ßßhß, und dann auf einmal, bums, explodierte sie. Du warst damals noch nicht geboren.* Meine Ehre stand auf dem Spiel, ich mußte Oma zum Rund- funk bekehren! Jetzt gerade! Und wenn tausend Petroleumlampen vor meiner Geburt explodiert stndl Mich mühsam beherrschend, schrauble ich an sämtlichen Knöpfen des Empfangsgeräts— Musik kam näher—, ah, jetzt Hab ich was eingesengen!* Eine scheußliche Frauenstimme quäkte: „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans, mit dem Knü lüber Hans, beum Tanz....* „Es ist aus„Traviata*!* log ich.„Caruso singt?* „Wenn es aber doch explodiert?* behorrt Großmutter weiner- lich. Mit einem Ruck stellte ich das Radio ab. Ich hatte eine Wut in mir, eine Wut auf Oma. auf das englische th, auf das Stink- Ii«, aus mich, auf den Hans, aus das Knü, auf die„Traviata*, auf die ganze Schöpfung! Ich beneidete die Petroleumlampe um ihr Vorrecht, zu explodieren. Oma schien Mitleid mit mir z» haben. „Komm, setz dich ein bißchen zu mir, Karl!* sagte sie sonst.„Wirk- lich, es ist wunderschön, das Radrio! Es macht mir sehr viel Freude! Aber du sclltest nicht so viel Geld für mich ausgeben! Wirklich allerliebst, das Radriol Weißt du, wenn ich setzt abends so allem bin, dann setze ich mich vor das Radrio und höre ein bißchen ßßßß. oder Eaniso,— wirklich. Ich bin dir sehr dankbar! Ich bin sehr froh, daß ich Radrio habe!* Und dann, nach einer Pause: „In welchem Geschäft hast du das Radrio eigentlich gekauft? Ich möchte es nämlich gegen eine Wärmeslasche umtauschen!* Meviel eine Spinne frißt. Jemand fing ein« Spinne, wog sie ganz genau, schloß sie dann in einen kleine» Käfig ein, um einmal ihre Kreßlnst festzustellen. Er fand, daß sie morgens das Viersache ihres Gew'chtes, mittags das Neunfache und abends dos Dreizehn- fache ihres eigenen Gewichtes verzehrte. Wenn die Eßlust eines Mannes, der l6!l Pfund schwer ist, sich im gleichen Verhältnis äußern würde, dann hätte er zum Frühstück einen ansehnlichen Ochsen, zum Mittagsmahl abermals einen solchen sowie«in halbes Dutzend fettgcmästeter Schafe nöt g, und zum Abendesten würden ihn zwei Ochsen, acht Schafe und vier Schweine erst sättigen, Dünnstes Gold!— ein Hunderttausendsiel Millimeter! Durch ein neues Verfahren gelang es Dr. Karl Müller in der deutichen Physikalisch-Tcchnii'chen Reichsanftolt Goldmembranen von etwa ein /lunderttausendstel M Uimeter Feinheit zu gewinnen. Das bedeutet gegen bisher ein« Berfsine.ung um das Zehnfache! Ueber die tech- Nischen Ausnutzungsmögtichkeitcn berichtet ter Entdecker selbst in der „Umschau*. Aus beigegebenen Bildern läßt sich erkennen, daß so dünne Goldmembranen völlig durchsichtig sind. Urteilszustellung durch Funkspruch. Wohl zum erstemnal In der Geschichte des Rechtswesens ist jetzt von einem australischen Gerichts- Hof deschlostea worden, ein Urteil durch Funkspruch zuzustellen. Der Prozeß betras die Eigemunisrechte an einer Kokosnußpflanzung in der Slldse«, und in Anbetracht der Dringlichkeit und der wirtschast- lichen Auswirkungen des Urteils wurde beschlossen, beiden Parteien das Resultat umgehend durch Funkspruch mitzuteilen. Bamett-MZsGe Träserhemd V Tflägesrhstnd«t,,. o23 mit V*i*oCAenne8-Spits«........................... Hemdhose sfss.br�., 3" Prinzessrock.**«».9» sie breit«« Stiokcr-tl................................ m Kerve«-Avtiösl PerHtH'Oöemnid 4* Nachthemd ssäu....... 3" Nachthemd as.zu a» mit Val«Bol?D>m-Spltu trieb tugfintitt........... Strumpfhalter- Gürtel i»» gutor Jicqmti, fcnite t orm.««u(«mlu>ilbi.r. UrUlar I Hüfthalter 2" Hßrrcn-Hcciltößmd oÄ™.0� 4°° Sßifistblnder ää 95p,. 1" Hßrrßfl-\l,oilhatÄrr�.r'.r.beo 4» HerrßD-iiegßnscbirin 6tt KeMose 295 Handschuhe ' Schwedisch 1M Kavvafiepvev �.ä�90 Strümpfe «ttteVzkebfivümpfe t43 rf-.Uiv alten«, ,4* Dameu......................■ ünfer* Aevtte Sivümpfe O50 Kur Ummca, mit batondeier Vcretirkuag____ Meg. KantastesoSen 45 t« rt> I g, sus fTBtl-IP Bit Ist, mit Spltü gir- nim.......... Hemd Beinkleid, guter Wischeiitotr, w!l breX SUckrrrl- «nsite.......... Onhn ucgekleidet, mit H&ar nnd OC_. Olluy Schlifittgeu, 2,90, 1,75, VDPt Erstllngsöiiby 2'° PnppeßbßttÄ�awi3® Psppßnwless fÄÄsi 2°° Kugßigßlßnkpoppe Sflmüut. 3" Spielware« iamperseböne GuninlscbüßßÄdÄ�; iUtnPßfSCtlUrZß Witn»dn Krctoww Haaskißld Zephir, heuuiwg.. BarcbeutHIßlö m. Ig. Atnnela, Or.-B-iS 4» EiSßnbObÜli. SeklMei, n 904 90f> C„ mit Weilt............. 4 1 yOM. Giockßnro!lßr«200l9095pt mit Haar u. 38 WWW Scül ifaugen 030 Ußferaato Jlgtr*.......... 95?.. Tarnapparüi�Äfli�dbeo Han.sclii'b, Beek and Sebaa'kelbra.t«> «!!!ii!ililell..a.,2�1°-ss stebeuf KSV.I-SS.dSp, et indianer-Garnitar 95 p«. Mripziger Strasse« Aiexanderplau* Frankfurier ftiiee« BeHe-A3llanse>S?rasse Brunnenstr.« Kottbuser Damm• Wilmersdorf er Str.« Andreaistr.« Chausseestr. Mr Bcrrtn, cAi bwraden cht *tark*r Johle...,.............| WeSsswaren Samen-Krawatte OK : i obscü earoen or»ini«>:.t.... KmiUMm RipWinttur I25 ivru;:«ii Uta Mlnuch' iten. moderne Karben... 1 y5 her Säume uenvarni�iuiig em Lederwaren BesuchstaW Atgamnetui �Ä.Ä-.B.r 285 Sriestafche sm.«Äf Bijouterien Blonrettendul Mpoka-ib�......... 3752M Slmerbieisttst Ä,.b.!.r.i00'000 � 285 •ÄSE r 2» 95» LMVKMZWSS« Nr. SZS» 44. Jahrgang 4l* Gonniag, 43. November 492? parteinachfichten�M�sürGroß-Berlin lLins»«t»»n»-n ffir ki-k» n»K mu � ffilajeabonB« fät dkse Rubrik find Berti» SB«. Lwdeustrab« 3, stet» an bs» B t jirbf etretartat 2. Hof, 2 Trep. recht», ia richte». 1. Rtcis. Dienstag, 15. November, liHa Uhr, findet im G-merkschaftshaus. Engclufer 24~S5«Stöger Saal), ein Lichtbildernortrag»?os neue Thina� statt. Nach dem Vortrag geselliges Beisammensein, eintritt 50 Pf. Die Genossen sind eingeladen. 2. ttrei, Tiergarten. Freie Schulgemeinde: Mittwoch, lS. November(Puß. taz), 18>1 Uhr, im Lokal Artushof, Pcrleberger Str. 2S, Elternabend. Kaste, durch Mitglieder eingeführt, sind herzlichst willkommen. It. Krei» Renkälln. Donnerstag, 17. November, 2. Filmvorstellung im Städti- schen Saalbau, Bergstr. 117. Zur Aufführung gelangen:„Namenlose Helden."(Ein Antikriegsfilm.) Das Treffen der weltlichen Schulen in Duis- bürg und Beiprogramm. Eintrittskarten zum Preise von«» Pf. bei den Abteilungsleitern und im Parteiburcau, Neckarstr. 3. 20. 5!rei» Reivickendors. Die Fortsetzung des stursus findet am Dienstag, 15. November, in der 1. Kemeindeschule, Lindauer Strotze, um ISlh Uhr statt. Erscheinen sämtlicher stursusteilnchmer dringend erforderlich. i2S./lZg. tzlbt. Pankow. Kinokarten find unbedingt bis Sonntag ItVH Uhr beim Eeuosicn Kubig abzurechnen. Das Nesultat der Werbewochc ist den zu» ständigen Abteilungsleitern zu übergeben. heule, Sonntag, lZ. November: 35, Abt. Alle Mitglieder treffen sich zur Werbearbeit pünktlich D Uhr bei Otto, Rigaer Str. 85. Die Funktionäre erscheinen bereit» um»>4 Uhr ebenda. Erscheinen aller ist dringende Pflicht. <3. Abt. Echmargendorf. Pünktlich 1» Uhr treffen sich sämtlich« Genossen im Forsthaus, Warnemllnder Stratzc, zur Werbearbeit. Wichtige Besprechnng der parteigenösstschen Beamten. 71. Abt. Zchlendors. uy. Uhr Treffpunkt aller Kenosfinnen und Genossen Bahnhof Zehlendors-Mitte. 138. Abt. Rclniekendorf.vft. S Uhr Flugblattverb reitung, 1. bi» 8. Bezirk: Nochaus, N-stdenzstratze, Ecke Echönholzer Weg. 7. bis 12. Bezirk: Stein. bach. Schillerpromcnade. 13. bis 15. Bezirk: Spindler, Seeftr. 7—«. 18. bis 18. Bezirk: Neu mann, Prooinzstratze. 19. bis 21. Bezirk: Brückner, fftÜHIing-, Ecke Prooinzstratze.— Die Bezirke 2, 5, 8, 11, 11 und 17 holen das Material von der Spedition Wahle, Prooinzstratze, bestimmt ab. Morgen, Monlag, 14. November: 1. Abt. A Uhr Sitzung der Parteisuvktionäre Ackerstr. 1. 27. Abt. lgih Uhr Werbeorrsammlungen in folgenden Lokalen: Mehlberg, Kaudtzsir. 8: Bogdanowitz, Sonnenburgcr Str. 1? Woohsmann, Gleim» stratze 10; Lücke, Kopenhagener Etr. 12.— Für den Zahlabend bei Zeuge findet die Wcrbeverfammluna am Dienstag, 15. November, bei Blessin, Etargarder Str. 3, statt. Di« Nesultat« von der Werbewach« müssen bis zum 18. November beim Kasstercr sein. 33. Abt. ISlh Uhr Sitzung der Elternbeiratskandidaten und der Eltern- beiräte der E'meindeschulen Nr 220, 227, 255, 281 und 35 bei Lojak, Benmestr. 8. Aeutzerst wichtig« und dringende Besprechung. 12. Abt. 20 Uhr bei Wicrsdorsf, Uvbanstr. 8, Funktionärsttzung. Erscheinen unbedingt erforderlich. 15. Abt. 20 Uhr bei Wolfs, Forster Str. H, Sitzung des Abteilungsvorstandes, der Gruppen, und Bezirksführer und der Leiterinnen der Frauen. Tages. »rdnmig: Weihnachten. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, da noch mehrere Sitzungen stattfinden. «3. Abt. Lichterfeld«. Alle Bezirksführer und sonstigrn tätigen Genosssnnen und E-nossen treffen sich um 20 Uhr bei Fritz Quandt, M-ltkrstratz«, Eck- Hinbenburgdamm, zu einer wichtigen Funktionärsttzung. Erscheinen ist Pflicht. 117. Abt. Lichtenberg. 191� Uhr bei Krüger, Tllrrschmidtstr. 33, Fnnktisnär. sitzung. Resultate mitbringen. Abt. t21.i Mahledorf-Süd. 20 Uhr Mltgliedcrpersammlung bei Dietz. UHIond. stratze 18. Bortrag:„Preutzcnpolitik." Referent Hans Turtz, Erscheinen sämtlicher Genossinnen und Genossen wird erwartet. Käste stnd will» kommen. Dienstag. IS. November: 18. und II. Abt. Die Genossinnen und Genossen werden hiermit zu der am Dienstag, 15. November, 19 Uhr. in der Echulaula, Bochumer Str. Sb, stattfindenden Filmvorführung der Konsumgenossenschaft sreundlichst ein, geladen. Eintritt frei! 28. Abt, 191» Uhr bei Beinlich, Wcitzenburqer Str. 1, Mitgliederversamm. lung. Bortrag:„Sozialdemokratie und Wohnungswesen." Referent Gr- noss« Most. Erscheinen aller Mitglieder ist Pfiicht. Werbekundgebungen am Dienstag, dem 15. November: Schöneberg-Jriedenau: liW Uhr in der Aula der Hohen- zollernschule, Belziger Ecke Eisenacher Str. Redner: Dr. Rudolf Hilferding, M. d. R. Heiligenfee: 20 Uhr im Lokal Weidmann, Am Flugplatz. Redner: Erich Fraenkel. Frauenwerbeveranstaltungen. Heute, Sonntag, de« 13. November, 15�4 Uhr: Pankow: Film- und Vortragsnachmittag im Kino Tivoli, Pankow, Berliner Str. 27. 1.„Der Kreuzzug des Weibes". Ein packender Film zur Frage der Bevölke- rungspolitik. 2. Ansprache der Genossin Juchacz. Montag, den 14. November, 1S� Uhr: Friedrichshain: Film- und Vortragsabend im Lokal„Königs- dank", Gr. Frankfurter Str. 117. 1. Film„Der Kreuz- zug des Weibes". 2, Ansprache der Genossin Dr. Hilde Wegscheider. Sreuzberg: Film- und Vortragsabend bei Rabe, Fichtestr. 29. 1. Film„Der Kreuzzug des Weibes". 2. Ansprache der Genossin Johanna Kühn. Die Sängerriege der„Freien Turnerschaft, Abt. Wedding, hat ihre Mitwirkung zu- gesagt. Karten sind noch bei der Kreisleiterin zu haben. »2. Abt. RenkAl». Pünktlich 20 Uhr gahlabend. Bezirk- II, Ä, 30 bei K-utcr, Harzer Etr W. Bortrag.— Bezirke 27. 28, 32, 33 bei Kijnig, Wildenbruch. Ecke Aeserstratzc, Vortrag:„Wirtschaftsdemokratie." Rcfe- renk Kurt Heinig, M. d. R.— Bezirke 31, 11, 15, 55 bei Wolsf, Kaiser. Friedrich. Eck« Roseggerstratze, Bortraa.— Bezirke 18, 17, 59 72, 73 bei Schneider, Rasenstr. 7, Bortrag,— In ollen g-blobcndcn autzer wich. tigen geschäftlichen Mitteilungen Feststellung der Ergebnisse der Werbe- ....woch« Erscheinen aller Abteilungslnitglieder dringende Pflicht. Äijviaswusterhanseo. 101h Uhr Bahnhofshotel Öffentliche Bersammlung. Es sprechen Stadtverordneter Wonwod und Gemeindevertreter Iakobsohn über„Die Bürgerblockpvlitik im Reich und in der Gemeinbe Königs-' wusterbaufen, eine Gefahr für die Arbeiterschaft!" Ferner Bericht. erstattung der sozialdemokratischen Gcmeindcveriretersrotlion. Partei- ocnossenl„Vorwärls''.Leser! Agitiert für guten Besuch.— Mittwoch sBuhtag)- 18 Uhr, im Parteilokal zum„fäiegeskranz", Mitgliederversammlung. Aufnahme neuer Mitglieder! Gemütliches Beisammensein. Frauenveranstaliungen: 1. Krci» P-enzlancr Berg. Dienstag. 15. November, pünktlich 20 Uhr. im Bezirksamt Dan, iget Sit. 64, Zimmer 311, Kursusabend:„Einführung in die Sozialpolitik". Referentin Genossin Luise Schröder. 8. Itrel» WUmersdors. Mvniag. 11. November. 191h Uhr. im M Biktorlagarten. Kleincr Saat, Wilhclmsauc, gemütliches Beisammen» sein. Ansprache der Genossin Scheibenhuber. Heitere Rezitationen, D Musikvorträge, gemeinsamer Gesang. Tanz. Eintritt nur 30 Pf. M Garderobe frei. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Ägrtcn sind noch an der Kasse zu haben. lZ Frauenveranslaltungen. Montag. 14. November, 19% Uhr: 28. Abt. Bei Altmann, Rykcstr. 2. Vorirog der Genossin Erna Bllsing: „Typen aus der Türkei." Um rege Beteiligung wird gebeten. FrauenveranstalkunLen. Dienstag. 15. November, 19% Uhr: 20. Abt. Bei Stenzel, Echwedenstr. 13, Vortrog der Genossin Hedwig Wachenheim über:„Dig Frauen und die kommende Wahlbewcgung. Die Genossinnen werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Gäste willkomme». 23. Abt. Bei König, Otavistr. 37, Vortrog des Genossen Heinz Barthcl. „Roman und Film". 71. Abt. 20 Uhr ssrauenlefeabend bei Schnorre, Potsdamer Str. 3. 85. Abt. Tewpelhof. Bei Primus, Tcmpclhof, Friedrich.Äarl» Ecke Werder. stratze. Gäste willkommen. Rcnkölln. 93. Abt. 191z Uhr im Jugendheim, Eanner» Ecke Böhmische Stratzc, Dortrag mit Lichtbildern:„Unser Kampf um die Volksgesundhcit," Vor- tragender Etadtarzt Dr, Georg Löwenstein, Gäste sind herzlichst will. kommen.— 97. Abt. 191b Uhr treffen sich sämtliche Genossinnen bei Krllger, Eniser Str. 88/87. 1111 Abt. Bohnsbors. Bei Heimann, Bobnsdorf, Waltersdorfer Str. 100, Lichl» bildervortrag:„Die proletarische Frau— das proletarische Mädchen". Vortragende Genossin Hertha Wotthclf. Um rege Beteiligung wird gebeten. Bezirksausschutz für Arbeiterwohlsahrl und Kinderschuh: 18. Kret» Köpenick. Montag, II. November, pünktlich 19 Uhr, Schulung»- kursus im Rathaus Köpenick. Genossin Dr. Noedcr spricht über:„Er» holungsfürforge"(Fortsetzung). Alle Eenossinnen und Genossen sind herz,. lichst eingeladen. Achtung, Elternbeiräte! Der Kurs»,„Aufbau und Ausgabe» der weltliche» Schule" ist besoaber, für die Genosse«, die a» weltlichen Schulen tätig sind und für bi« Reugeünbung weltlicher Schule«»oa Bedeutung. Anmeldungen werden eutgegengenommen im Aursuslokal Weinmeisterslr. 16 17, Sophien-Schulc, Zimmer 2, am Dienstag, 15. November, von 20 bis 211z Uhr. Einheitsverband sozialistischer Handel- und Gewerbetreibender und sonstiger Berufe: werbeoersammlung der Ortsgruppe Srotz-Berliu am Donnerstag 17. Ro- vember, 20 Uhr, im»ewcrlsch-fisbaus, Engeluser 21/25,«»uferen, saal. Tog»»- Ordnung: Vortrag:„Barum mutz der kleine Haudcl-»üb Gewerbetreibeude soziolbemokratisch wählen?" Rcserent Vertand-vorfitzender Plottke. DUkusstgp. Berbaudsongelegenheiten. Verschiedenes. Sympathisierende der SPD. atz, Säfte herzlichst willkommen. 1- Dil 92. Abteilung Reuköll» begeht Sonnabend, 19. d. M,, in den Hohen» staufen. Sälen, Kottbusser Damm, das Fest der Weihe ihre» neuen Banners, Die Fest- und Weiherede hält Genosse Peter Gratzmann, M. d. R„ Borsitzender des ADBG. Zungsozialisten: Gruppe R-iuickendors.vft: Montag, 11. November, 20 Uhr, Im Jugendheim, Seebad, Ressdenzstr. 19, Gruppenabend, Kinderfreunde Grotz-Berlin: Sreis Tiergarten. Gruppe"August Bebel am 1?. November: Basteln im Heim Waldenscrstraße.— KüZeugruppc am 16. November Basteln im Heim Waldenserstraße. Äreis Eteglij,. Dienstag von 16 bis 18 Uhr Spielen im Heim. Kreta Aremberg. Gruppe Südwest. Sonntag, 13. November, Treffe« Zur Groß'Berliner Revolutionsfeier 8% Uhr Jugendheim, Borckstr. 11. der seine Tonz and flbend öerl-raudfen�r. 20/21 gw�kh-iktnch« « O N blerren.l�albscbube m-l-xrostappe, teinste kiabmen- Qpdeit.................... Herren-Schnür- � ä Stiefel mit Ringsbesafz. B leimte Rahmenarbelt....... JL öiv Pa. Boxc.-Hcrrcn- � a Schnürstiefel Ring»,'g /R besetz, feinste Rahmenarbetf JL JE Chromlack-Hcrren- Schnürschuhe echt Goodyear ged............ Damen-Ladtspangcn- Sdiuhc mit Durcbbruchver- zierungen, amerikanischer Absatz.. Prima schwarz u. braun echt Boxe.- Spangenschuhe mit reizendenVerzlerungen, leimte Rahmenarb..bequem.TroHeur- absatz, ganz besond. preiswert 12" 2» Eleg. Lack- n. marineblaue Boxcalf-Bindc«� � Spangenschuhe m. 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Ire Swße Pause einer langen Erkrankung hat He nun Porten lange von Berlin ferngehalten. Als sie jetzt wieder zu Ihrer Premier« erscheinen konnte, winkten ihr viel«, viele Hände Grüße und Will- kommen zu. rsie hat ein große» Publikum, das ihr treu ergeben ist und ihre Qualitäten zu schätzen weiß, auch wenn der jeweilige Film nicht gerade aufs beste ausschlägt. So lebhaft die„Große Pause' einsetzt, und so hübsch« Zwischenspiele in den späteren Alten auch eingeschaltet sind, so ist die Handlung und ihr« Durch- führung n ganzen doch wen g einleuchtend. Fred Hildenbrandt und Walter«Upper, die oeiantwortlich dafür zeichnen, muten dem Zu- schauer vieles zu, was dieser nur schwer in den Kauf nimmt. Die große GeigenküMerin, die ihre Triumphe feiert wie'nur«ine tjiln'diva. ist-trade kein verlockendes Thema, denn ihr« Kunst kann der Filn.besr�cr nicht erproben, und da» Milieu der Diva kennt er schon rur Genüge. Aber rasch kommt Bewegung ins Spiel, die Künstler!» geht zum Entsetzen ihres langjährigen Verehrers und treuer' Beraters mit einem jungen Burschen durch, der sich ols Ktiroierspicler bei ihr einschnuiggeln will und einen sehr oer- dächligen Eindruck macht. Aber siebe da: er ist«in Gras und Sohn einer reichen Familie: man heiratet in London und kehrt zurück. Aber da sietzt nun die Familie, die in ihrer ganzen Rückständigkeit und Voreingenommenheit porträtiert wird, mif ihrer gräflichen Klitsche. Man muß Rücksicht ans sie nehmen; die Eh« wird also ' geschieden, damit die Künstlerin dann in die Familie des Gatten »ingeiiiyrl und dort die allerhöchst« Approbation erlangen kann. -inzwischen tritt die lange Pause ein: der Grasensohn oerliebt sich in die junge muntere Kusine, und die Künstlerin hckt Zeit, um einzu- srhen, was sie ihrer Kunst schuldig ist. Sie gewinnt natürlich— sie müßte nicht Hcnny Portens Augen und Liebreiz haben—. die gräfliche Familie im Nu. obwohl sie fast alle vor chrem Geigen. spiel die flucht ergreifen. Aber sie sieht bald genug ein, wie die Dinge stehen, und da sie nicht zugunsten der gräflichen BorurteUe auf ihre Kunst verzichten will, we ß sie ihren geschiedenen Gatten davon zu überzeugen, daß er viel besser zu seinem Kusinchen paßt. Sie Hilst den beiden zueinander und tanzt auf ihrer Hochzeit. Es gibt noch eine sehr sentimentcile Szene, da die Künstlerin auf ihrem tOl)<)00. Dollar-Kontrakt verzichtet und lieber dafür ihren alten Freund als Ehepartner annimmt, der sie und ihre Kunst in Treue pflegen wird. Heber Hcnny Porten ist erireulicherweiie nichts Neues zu sagen: Sie ist die alte Junge geblieben, und willig folgt man ihren Spuren und freut sich der fraulichen Wärme, die von ihr ausgeht. Livio'Kavonelli schmiegt sich ihrer Art— als Verehrer— an. Der Grafensohn Walter S l e z a k s braucht— scheint es— nur jung zu sein, um seiner Rolle zu genügen. D. »Der fidele Bauer." (Mozartsaal.) Nach langer Zeit endlich eine Operetienverfilrnung, die das Dllrchschnittsnioeau überragt. Selbstverständlich war in dieser Serie, die mit Bergers„Walzertraym' begann, Leo Falls„Fideler Lauer" fällig, der im Jahre 1910(eine Uraufführung erlebte und jahrelang das Standardwerk der deutschen Opercttenbühne blieb. Di« Handlung ist au: Oberbayern in den Spreewald verlegt; das war nicht un- bedingt erforderlich. Vielleicht erscheint die Umstellung in bild- technischer Beziehung notwendig, denn die Aufnahmen vom Spree- mald, diskret in den Ablauf der Handlung eingefügt, bietet«in naturhastes Milieu für das dramatische Geschehen. Eine andere Aenderuirg ist dagegen begrüßenswert. Die Vorgänge werden«nt- sentiineMalisiert und dem Zuschauer' menschlich nähergebracht- «chematisicnmgen der Operette fallen fort. In der Operette bei- spielsweisc sind die Schioiegerelt-rii des profesioralen Bauernsohnes nichts weiter als Karikaturen ans adlige Lerschrobercheit Die Tochter rettet allein dt« oiiiicfic-n. Hier jedoch zeigen sie Dersländnis, sind liebenswürdig und kultivieren überhaupt keine Ächrnllen. Es cnt- steht wirtlich«in VoUsstllck, vor ollem dank der genialen Gestal- lungskrast von Werner Kro.uß, der einen waschechten nieder- sächsischen bäuerischen Dickschädel ans die Szene stellt. Dieser Mathäus Reuthen in der Operette heißt er Scheichelreuter, ist ein bodenständiger Bauer, prim tiv und ungebrochen in seinen Empsin- düngen, siair und unbeirrbar in. der Erreichung seines Ziels, ein Humorist des Dorfes, und trotz aller Geldmiseren«in oujrechter, stolzer Mensch, der darunter leidet, daß sein Sohn aus irgendeiner vornehmen Anwandlung heraus den einfachen Later verleugnen w ll. Neben Ihm Leo P e u k e r t als Bürgermeister Lindoberer, der nie so posenlos, echt und ohne Juchhehnmor gespielt hat. Mathias Wiemann, vom Deutschen Theater, ist Stefan, der Sohn. Vielleicht handelt es sich hier um sein Debüt am Film. Ein verheißungsvoller Auftakt, denn Wiemann ist tn seiner stillen Zurückhaliung ein ausgezeichneter Filmschauspieler, der mit kurzen Strichen einen Charakter anzudeuten versteht. In dem geschlossenen Ensemble stört nur Carmen D o n i. Sie gibt eine Spreewäldenn für den KursürsteiHamm. Sie kommt über Solonelcganz nichb hinaus und bleibt starr und ausdruckslos in der Geste. Der Regisseur Franz S e i tz hat es verstanden,«ine Operettenhandlung menschlich auszudeuten. Er entgeht der Gefahr, im Salonmäßigen, Mondänen zu versanden. Selbst der Bierenthusiasmus der Couleurstudenten wird nur erwähnt, da er zum Verständnis der Handlung notwendig ist. Unbedingt verdient dieser schlicht« und im rein Bildmäßtgen vollendete Film alles Lob._ F. S. »Die Venus von Venedig." (phoebus-palast.) Es wäre«in« klein« Katastrophe, wenn dies Diebsmädel von Venedig, die schöne Carlvtta, die den Beinamen„Die Venus von Venedig" führt, nicht gerade von Conftance Talmadg« so heiter, so ausgelassen, so vollendet gespielt würde. Dieses in Amerika nach- gemachte Venedig mit feinen Kanälen, Palästen und Gondeln ist zwar sehr ftilecht, aber die Menschen, die darin austreten, sind um so im- wahrscheinlicher. Diese Diebsbande, die die Carkotta als Hanptstor beschäftigt, ist üblicher Kitsch, und dieser Racker von Mädchen, dos seine Schönheit auch in Lumpen offenbart, ist auch nur eine Film- lizenz. Und vollends der junge, reiche Amerikaner, der in Venedig Altertümer sammelt und die schön? Diebin entdeckt und zum an- ständigen Mädchen erziehen will, ist nur im Film denkbar. Aber man vergißt dieses alles und noch mehr, wenn man die wirklich entzückenden Aufnahmen, die im leichtesten Plauderton dahingleitende Handlung und vor allem die Talmadg« steht. Conftance Tal- mo dg e ist uns schon von der.Lwill-ngsschwester' her bekannt, ober hier gibt sie ein Seitenstück zu der.Kiki". der gleich entzückenden Roll? ihrer wirkliche� Schwester Normo. Sie ist ihr in vielem verwandt, sie hat dieselbe munter« Lonne, die gleiche Schelmerei und die Freude am koketten Spiel. Sie ist wirklich spitzbübisch bi» in die Finger- spitzen und weiß ein Mäulchen zu ziehen, wie nur eine im Film- amerika. Aber darüber hinaus hat sie doch sehr viel Ausdruck, nicht nur in den Beinen, mit denen sie sich als Spring- und Schwimm- künstlerin auszeichnet. Wie sie die Lust zum Stibitzen überwindet, wie sie die große Dame ln den gestohlenen Kleidern spielt und sich schließlich auf dem großen Ball als gewandte Diplomatin zeigt, das ist von höchstem Charme. Ihr Partner Antonio M v r« n o sekun- diert mit Geschmack dabei. Die Photographie und die Lauten sind erstklassig, so daß der Gesamteindruck„famos amüsant" ist. r. »Die berühmte Frau." (Aebo-palast- Airium.) Das deutsch« Lichtspielsyndikot hat vieles aufgeboten;«s führt einen Filmstar L i l y D a n> i t a, den ungarischen Dramatiker Melchior L e n g y e l als Manuskripwerfaster und Robert Wien« als Regisseur ins Treffen. Aber das Ziel dieses großen Aufgebots war mir, die Damita ins rechte Licht zu stellen, ihr Gelegenheit zu geben, in den mannigfachsten Toiletten sich zu präsentiere» und ihre Schön- heit zu offenbaren. Lengyel hat sich nicht sehr angestrengt, er hat die Geschichte der Künstlerin, die sich in den reichen Aristokraten oerliebt, aber dann zu ihrer Kunst und zu dem sie ok» Künstlerin oerstehenden Mann zurückkehrt, noch einmal gestaltet, ohne gerade neu« Pointen hinzuzufügen oder neue Abarten erfunden zu haben. Es gibt also Bilder aus dem Ballettmilieu. Di« klein« Sonja ist trotz ihrer Jugend schon eine berühmte Tänzerin; ihr Manager, dem sie so vieles verdankt, sieht mit Verehrung zu ihr aus. aber der jung« spanische Kavalier entführt sie im Sturm. War vorher Barcelona prächtiif im Bilde vor uns erstanden, so gibt es jetzt herrliche Szene- rien eurer j panischen Dillegiatur. Zwischendurch werden die uns wenig zusagenden Reize eines Stierkampfes in einer unermeßlichen Arena vorgeführt. JDie Ellern des Adeligen machen Schwierigkellen. Inzwischen ist die Truppe der Tänzerin wieder nach Barcelona gc- kommen: der Star ist erkrankt, alles drängt auf �onja«in, wieder auszutreten. Sie harrt bei der Pflicht aus, bis ein Nichts, der Klang einer Drehorgel, die Tanzgeister auf's neue in ihr wach ruft, die ihr Verlobter gebannt zu haben glaubt. Trotzdem kehrt sie nach ihrem erneuten Triumph auf der Bühne zu ihrem Berlobten zurück. Aber der hat inzwischen eingesehen, daß er ihr den Weg zu ihrer Kunst nicht versperren dars und sie freigegeben. Der Tanz und ihr ewig getreuer Verehrer Gerold haben sie wieder. So wenig wie Lengyel hat auch Wiens sein Palent eigentlich nicht ausgenutzt, sondern sich daraus beschränkt, ein gdreuer Diener des Mamifkripks und— der Damlla zu sein. Marwick Ward gibt ihm ein interessant charakteristisches Gepräge. Der junge Aristokrat bleibt dagegen ziemlich farblos. Alles Licht fällt eben auf Lily Damita, die seit ihrem ersten Auftreten an Nüancenreichtum bereits gewonnen hat, wenn sie auch, wie zumeist die schönen Fvauendar- stellerinncn. noch wenig Vertiefung im Spiel« zeigt. r. »Der Anwalt des Herzens." (Capitol). Es ist zu begrüßen, daß der Film für die Abschaffung der Todesstrafe eintritt, aber es ist wenig überzeugend, wenn er eine ernst« Tendenz in den Rohmen eines mittelmäßigen Lustspiel» ein- spannt, wenn die Liebe wieder einmal als einzige» Ärguineill aus- gespielt wird. Außerdem ist das ganz« verworren. Ein intcrnatio- naler Juriftenlongreh in Rio de Janeiro kann kaum die Todesstrafe aus. der Welt schaffen. Dies ist aber die Zloraussetzung des Films. Ein bekannter, europäischer Jurist, glühender Enthusiast für Bei- bechalttmg der Todesstrafe, verliebt sich aus der Reis« in«ine junge Dame, die kurz vor Brasilien unter Mordverdacht verhaftet wird. Schließlich läßt sich der Detektio durch einen hohen Scheck bestechen. Iii Rio plädiert nun der Jurist gegen die Todesstrafe, und am Beilage des Vorwärts Schluß präsentieren sich Detektio und Verhaftete als Sekretäre der „Liga für Abschaffung der Todesstrafe". Der Verlobungskuß des glücklichen Endes erscheint in Großaufnahme. Di« Verfasser Werner Scheff und Wilhelm Thiele rechnen überhaupt nicht mit der Wirklichkeit. Die gespielte Verhaftung kann wohl einen Laien täuschen, doch keineswegs einen Juristen. Nun braucht der Film wie jede andere Kunst sich nicht eng an die Wirklichkeit zu klammen:, er muß es aber tun, wenn er ein aktuelles Problem diskutieren will. Vor allem wirkt es peinlich, daß diese Frag« Ig er in mondäner Fassung behandelt und mit Tatsachen gerechnet wird, die nicht existieren. Was aus diesem Film gemach! werden könnte, zeigt der An- fang: die Vorbereitungen zu einer Hinrichtung, der Abschied des Verurteilten von feiner Frau. Um so schlimmer, daß dann dos Hergebrachte breit ausgesponnen wird. An sich ist die Handlung recht geschickt geführt; der Regisseur Wilhelm Thiele versteht es, den Zuschauer bis zuletzt im Ungewissen zu halten, versteht es, Spannung zu erzeugen, er bleibt aber bei der Schilderung des Bord- Icbcns in der Schablone. Lebensfreude wird allein durch Eharleston und Sekt ausgedrückt. Im Film ist oben Sekt der höchste Ausdruck mondänen Lebens. Und Li! Dogover kann Eharleston tanzen und kunstvoll dos Scktglas balancieren, sie lächelt und bewegt sich mit ersterbender Grazie, mit der sie in letzter Zell ständig auf- wartet. Schade, daß diese ehemals wandlungsfähigc Schauspielerin jetzt völlig schematisiert worden ist. Jean M u r a t ist ein lieben?- würdiger, harmloser junger Mann, Stohl-Nachbauer und Miercndorsf lieben ein« gefestigte, männlich« Haltung, und Gertrud Eysoldt spielt prachtvoll ein armes, vom Leben zertretenes Weib. F. S. »pat und patachon auf dem Pulverfaß." (Emelka-Palast.) Pat und Patachon wellen zurzeit in Berlin und werde» hier llimulluarifch gefeiert. Gellen diese Ehrungen nun wirtlich den Kunst- lern oder wollen die Schaulustigen nur ihr eigenes Talent zur Spalierbikdung erproben? Es kann wohl niemand den ganzen Rummel einwandfrei deuten. Im Emelka-Palast erlebte ein neuer, sehr irmvahrscheinlicher und ein zugleich sehr ulkiger Film der beiden seine Uraufführung. Ebensowenig, wie man e,n Clown-Entree erzählen kann, kann man den Inhalt eines Pat- und Patachon-Filmes angeben. Verde verrichten mal wieder mit viel Wichtigkeit Arbeiten, von denen sie in der Tat nicht» verstehen. Ob sie neue Ideen bringe», ob sie alte Ideen verwerten, sie spielen stets sich selbst als Originale. Es gibt bei ihnen keine Entwicklung, es gibt bei ihnen keinen Nieder- gang, sie bleiben sich gleich. Sie sind naiv, jedoch meilenweit«nt- sernt von der Naivität der Amerikaner, die auf die Dauer ver- ärgert. Bei Pat und Patachon sst zwischen Naivität und gesundem Empfinden ein« Linie. In ihrem Spiel, man braucht nur den Gang der beiden zu betrachten, ist viel Artistisches. Sie pressen in der Bewegung das Letzt« aus sich heraus. Sie sind Tölpel und wurzeln in der Bürgerlichkeii. Ihnen steht der Gcsellschaitsanzug; es macht ihnen Freude, Narren zu spielen, dos alles weiß man. Sie sind keine elenden Spaßmacher, sie sind wvhlsituierte Bürger. Und vielleicht ist gerade das mit ein Grund ihre» Erfolges. Das„Lach« Bajazzo' hat man sich übergehört, die Stimmung ist umgeschlagen, heute liebt man im Film, in der Manege, auf der Barietäbllhne sman denke an Track, an die vier Bronetts, an die drei Barraceias) den Spaßmacher, der so nebenbei durchblicken läßt;„Ich hab's ja gar nicht nölig, euch was»or- zumachen." e. b. » Wochenendzauber." (pnmuS'palast). Dieser Wochenendzauber ist absoluter Kitsch, ober der Filln ist so ausgezozen, daß er unbedingt zum Reißer wird. Das rührselig« Bolkssuick vergangener Zellen hat man aus da? mohernsie frisiert durch Freizeitfreuden, La irben kolome-Ldylle- und dergleichen zeit- gemäße Einlagen mehr. Nachdem man zuerst gesehen hat, wie der reiche Imige. mit egosstischen Freundinnen sein Geld verbringt, wird man nachher Zeuge, wie der mir scheinbar Arme das uneigennützige Mädel aus dem Brüke findet. Also, das Mädel ans dem Volke mit dem goldigen Herzen wird belohn! für Hilfsbemtschost und Moral durch den Ehegatten aus besseren Kreisen. Der Mamiskrtptverfasser Franz Ranch hat sich mithin an? der Wirklichkeit ziemlich weit venlüchiet und ist dabei tief in die Kieilloppromautik hineingeraten. Als Darsteller marschierten viele Lichlinge atij. Man darf Harry Liedtke nicht für den Fehler verantwortlich machen, daß er, der Weltmann, sich als Kellner lo ungeschickt benehmen muß. Er muß eben als Eintäitzer, als Straße»Händler usw. die Arbeit für sich und die Zuschauer als Amüsement auffassen. Fritz Kam- p e r s war ein kesfer, lebenstüchtiger Berliner. Durch die Film- titel wurde seine Leistung sehr lebendig und sehr drastisch unter- strichen. Beifall über Berfall wurde dem Darsteller und dem Text gezollt. Maria Paudler war das herzige Mädel, und Ltssi A r n a und Jwa W a n j a die Weibchen, die Geld durchzubringen oerstehen. Schade, daß der Durchschnistsnim setnen Rachwuchs immer in derartigen Rollen einzuführcu pflegt. R. W. Fe I n s Regie verhalf der Oberflächlichkeit zu einem Triumph. Auf der Bühne feierten.Luise Werckineffter und Harry Lambcrß- Paullen Wochenend. Es handelte sich rnn zrffcmnnengeftoppeUen Blödsinn mit der Freude an der Zote. c. b. SiQu.lfirdüK , jsfbeiunsem�] \ /roffenvtyZZn 1 JljrerBesxamM /, Uhr Peer fiynt 8 Uhr Schieber des Rohms Die Komödie Bismarck 2414/7516 8'/4 Uhr. Ende 10-, Zinsen Komödie von Bernard Shaw S�KomlsdieOperS«! Neaartlgca Remc-StOck Jllles Nackt 3 I(Nach d. gleichn. Paris. Revue .Toul nu"). 200 Mitwirkende! Original• Pariser Kostüme Sonnt. 3' jUnr: Vollständige Vorstellg. zu kleinen Preisen Jeder Erwachs. I Klrd frei Parkett 3,5» Mk. I» Uhr Bußtag!« VKr l Einmaliges Gastspiel prominenter Bühnenkünstler! I Die ■■■i• I ingen! [Schauspiel in 4 Äkteo v. Dreyer. Kleine Schauspielpreise 1—6 M. Theaterkasse ununterbr.geöffn. Piscalorböhne iheat. l Hollendorlpliti Kurfürst 2001/93 Täglich 8 Uhr Raspolin. dis Romanows. der Krieg ond das Kolk. das gegen sie aofsfand von Alexey Tolstoi und Schtschegolew Insc. Erwin Piscator Tägl. 12 Uhr Nachts Wiederauftreten der„BlaoaD Blasen" BUSSIAS IM GROSSEN SCrlAUS�IELHAUi DIE LEGENDE DER HEILIGEN ELISABETH » 1C09 Mit WIRKENDE• u.». Deila Reinhard, Erna Hochdorf-Olsen,| Cornelis ßrensgeest, Bruno Kittel« Beginn pUnktllch BK Uhr« Heute Eetzter Tag! Nollendon 7�6- GkOCSC und weitere 9 Internat. VarletAstara Sonnabend* u. Sonntag« le 2 Vorstellungen 3* u.§ Uhr— 3 � zu ermSßigten Praison da« ganze Programm. üiosjej öiaosplsiW. Ii rigi 3 U. 01* neue CHARILL- Inaxc'-'o nng mit Max Psüenbern Rita Georg Beo(low Janknhii SzSke Szskall Verkme sier Vsstermeler Jackson Boys Snnsbine Güls Ausst Pro.'. Stern Uirig. Dr. Römer Mittw., Sonn ab-, Sonnlag pachmitt. o Uhr Werne- Krauß in OnelseaaiL Kleine Preist Vorverkanf IO-0 Diu CASINO-THEATER suhr LotbrlngerstraUe 37. Nor noch wenige AuftChrungen I Die Paula vom Metropo). Auudineidenl Gutschein 1— 4 Pers. Fauteuil nur 1,I0M_ Sessel nur 1�0 M. !HMLER! 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Komödicahsas Morden 6304. v»/« Bußtag M« ühn Die Schwester Maria Orska Berliner Theater Dönhoff 170, b1/, Der Geisterrag Büß ag 8' g Uhr: JBcr�iclslcrra� Regie: ROBERT WIENE mit Llft*¥ A PflTA LISSY ARNA W A R W I C K WA R D FRED SOLM ALEXANDER GRANACH ARNOLD KORFF Bühnenbild: Pholoaraphle: WERNDORFF KANTUREIC D. L. S. Film der F. P. S. Produktion AuI�Usr�ührisgtum 10 Minuten Karneval Schau karnevalistischer Kostüme aus den Modewerkstätten der Schule Reimann Nene* Theater am Zoo Täglich 8 Uhr Die Hotelratte Operette v. Brommc iila Mt, Pa»l Htidtmn 'allnbirfliliMi Bts. Kflnstler-Th. 8 Uhr Justiz Jeden Mittw„Sbd. Und Sonntag: 4 Uhr: Marionettea, Kindcrvo, stetig. Ltsslng-Thcmer 8 Uhr Metropoi- Operettenhaus auch BuBtagl Tägl. 8''4 Uhr Paganlni ÜMtb, tu Frau UUr. '«iki Smk, Edoard üiko- > di. Udt Riiulhatso. tili ürtT. Artkr H«ll i.«, Jeden SSSÄ-S1/, balbe Prelie Revue der 20 best Märchen Friedeslndteass Fahrt In* Märchenland 1 Abends 8 Uhr Her noditiüRe Zeit! .neu wettet tun ei« weit- Wocben- taqsi Sonntags; ..... M j> fiSk KAISERALLEE <�> LLEE tCKt BERUrten STRASSE INH.: HzRBERT POLKE Vorverkauf ab 11 Uhr ununterbrochen LETZTER SezWWMI 1 Mitgl. d Deutsch. Arb.-Sängerbd B I Freitag, 18. Nov., abds. 8 Uhr j ' ira Saalöao FnedrMiain I z.Fe er seines 3i> jähr. Bestehens I ] OesanasanllOliranOen' Chormeister: Max Dürre sowie GroRe BQlmensdiao! Das Beste vom Besten vom Theater und Varietä | ABSddleftend: T A N Z t{ im Vorverkauf einschl. Tanz und Steuer nur SO PI. wamatia- rneai Täglich 8' 4 Uhr: Am RDdesbeiioer SdiioB steht eine Linde Parkett statt 4 Mk lägl.auch Sonntags nur 60 PI. Sonnlag nehm. 4 U Die Pappenfee Parkett v. 30 Pf, an. Tbaila.Theater 8 Uhr Oer rote Hahn Plaoetanam am Zoe Itrlbf. Iwkimtkilsr Stril- Noll. 1578 OwStarnenhlminelaal Ist Reit« van Barlin nach dam Aequator Vorführungen. 4-/» 6. 7'/> 9 Uhr. Eintritt I M. Hadvnt.lSlahmn.SOII. Rose-Tbeater 4 Ohr: Donirüsdien Uhr CharleysTanle Philharmonie Tl, Uhr J. des Philharm. Orch, Dirij. Prof. J Prfiwer unt gefl. Mitwirkg von Clda Lau(Ges.; Eden- Palast Charlottenburg Kais.- Fried r.-Str. 24. Säle v. 400-600 Pers. fassend. Vereinszimmer von 20.100 Pers. stehen d. werten Vereinen zur Verfügung. Ba.ck'S&&I/Lützo-wstr.76 Dienst den IS. Novemher iffff abends 8 Uhr T&nz&bend Hertha Feist mit Kammertanz�tuppc Karben zu 1/ 8/ 4-, 6/ 8 Afari Bote& Bode, A~ Wertheim u-Abendhasse STOFF■ SCHflÄT AUSSTELIUNGSHALIEN AM KAISERDAMM ?2.CHT06ER wsläNCMMBER Iiis bisIZistihrvorin.,«bis 7 Uhr nachm., C» bis au abends £xpcrimcntaI-V ortrag im Höchst spannungs- Prüffeld(i Million Volt). Geöffnet: Täglieh von» l'hr vormittags bis 10 Uhr abds. Eintrittakarton zum Preise von 1.50 M. sind an den Äusstellungskassen sowie an den Schaltern der Stadt- nndBingbahn. derHoch- undUntergrrnnd- bahn und bei den SchaSnern der Straßenbahnlinien: 52, TS, 75 und 93 zu haben. Theater am Kottbusser Tor Kottbasser Straße 6. Täglich 8 U- u. Sonntagnehm. 3 U. Elite- Sänger Im �rotten Novemberproxramm Volkspreise von 50 Pf. bis 2�0 M. Sonnlagnachmittag; Grone Famuien•TorsielltuiS Voiles Progr. Kl. Preise v. 40 PI, b. 1.75 M. I Reichshallen-Theater Anfang 8 Uhr u. Sonntag nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Zum Schluß: Eine Hochxeti in der Mfilleratraße Nachmittags; Halbe Preise, volles Programm. Uönh off• Br etl'l i VarieU, Konzart, Tanz Heute Sonntag letzter Tag! In der Prinzenallee 54 T. Moabit 4821. 100 Löwen Ctrcns tinpllBB Sctmeicer Ab 10 U. Tierschau, Raubtierfütt usw. 3 u. 8 Uhr(nachm. Kinder halbe Pr.); Sportpiogramm «er- Geheizter Winterbau."WWW Ab 17. Moabit. Wullenweh frslr, 6 r sei Z? Toten-Gedaditnisfeier Sonntag, den 20. November 1927(Totensonntag) HVa Lnr(2'/, Uhr nachmittags) im Tlieater am BQlowplatz(Volksbühne) veransta tet vom Verband für Freidenkertum und Feuerbestattung; E. V. Einlaß 13'/» Uhr Eintritt 70 Pfennig Program m 1. Harmonium Herr Wilhelm Scholz 2. Trauergesang,. Schubert BerlinerSchubert-Chor, Dirigent; Herr Walter Hähnel 3. a) Chor der Toten Ferd. Meyer b) Der schnellste Reiter ist der Tod..... Geibel Herr Heinrich Witte(Staatstheater) 4. a) Lento aus„Orpheus".... Gluck b) Adagio a.d.Son „path�tique".. Beethoven Herr Professor Robert Zeiler (Violine), Herr Hermann Hopf (Ceiio), Frau Anna Hopf- Geidel(Harfe), Herr Wilhelm 5. Ansprache: ZumGedächtnisder Toten(Herr Max Sievers) 6. Die Nacht... Schubert Berliner Schubert-Chor 7. a) Prometheus. Goethe b) Eins und Alles Goethe Herr Heinrich Witte(Staatstheater) 8. a) Romanze.. Glinka • b) Trio.... Oelschläger c) Trio.... Frommer Herr Professor Robert Zeiler (Violine), Herr Hermann Hopf (Cello), Frau Anna Hopf- Geidel(Harfe) 9. Morgenlied... Rietz Berliner Schubert-Chor 10. Harmonium Herr Wilhelm Scholz 5€ 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g 5g Scholz(Harmonium) Blnlaßkarten sind bei den Hanskassierern nnd tn der Hanpt. Verwaltung, Qaelsenaiistr. 41, zu baben. 5g 5g (5g 5g 5g 5g e-y- Ovy<~s /■ Cy- e-y/ x— y x-V/ vgr N3r XCF XÖ SÖ" yQ-jCf 5*�* Trlanon-Th. Täglich 8l/4 Uhr: ErcKa Sißssner in Grctchen Sonntag 4 Uhr KOnstier-iCasperleth. darauf Max u. Marlis Theater In der IimBiiiftBfnutr, 8 Uhr: Oer große Erlolg MaOn sehn wir ensi m. Henry Bender Dönhoff 50 3 Besidaaz-Theater Ab Morgen täglich STJhr: DasRäiselvon Konnersreuih akt Schauspiel von S Wiihelmy Sonntag nehm 4 D. Frau Holle Lotte Konz..D:r. C A&. Ebner Bußtag. 16. Nov., S Uhr Admlralspa.as Peodor Einziges Konzert SchalJapin Lehmann Kiepura 1 Am ElWurafltgil: S. Rachmanoff» Michael Raucheisen I Prcramm(Ende 11 Uhr) u.a. Schallapln: Woiga- sthiffer.d.beid.Grenadiere, Szene a.BorisOodunow, Arie des Leporelio, div. russ. Arien und Volkslieder. Lehmanni Arien a. Tannh, Turandot, Freischütz, Gebeta.Tosca Kiepura t Ay, Ay, Ay, v.Perez, Arien a. Turandot, Rigoletto, Casanova, Mädch. a. d. goid. Westen. Duett: Aus Wunder d.Heliane v. Komgold 3an Bote& Bock, Wertheim. Admiralspalast| Sonntag. 27. Nov., vorm II1/» TU.». Kurfürstcndamm Claude Anet spricht Ober„Femme* russes". Bote& Bock, Wertheim Wirklich gute und doch billig» BETTFEDERH kein« Rohware,«andern haltbare, gründlich gereinigt«22012 1V13S0 1SSSS4 239315 264026 2S5255 320110 359531 1 04«ewiun» gu 300 M. 873 9488 20954 26225 31471 36971 60700 68124 62834 70445 74662 91 1 10 97117 102383 108169 1 1 1762 II 6497 119196 124427 139602 143418 144050 145389 146688 152947 169393 172655 189829 190021 208953 221154 243594 252387 263574 255468 262942 267714 271984 283507 292917 296438 304616 31 1752 31 9691 332727 338245 338669 362417 363749 368777 371281 374033 .256«»winn. gu lSO CT. 2729 3379 5754 12404 14569 15747 20893 23637 24312 27900 23536 30I3I 34061 39044 39558 40770 46620 52409 59915 62137 62755 66379 71279 74142 75464 771 12 78208 ??] Sin �««0890 94760 1 05270 1 06225 1 07380 1 08550 111512 Uii22 Uft9? 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