Morgenausgabe Nr. 540 A 224 44. Iahrgang DSchentli» A> Vfnniis.«»»atlich z,— Reichsmari, voraus»ahlbar. Unter Etreifdand im In» und Ausland o.sv Reichsmari pro Monat. * Der.LorwSrts" mit der illuliricr- ten Sonntagsbeilage..Boll und Zeit" sowie den Beilagen.Unterhaltung und Liflen*.Au» der ffilmwelt". �tadtbeilag«..Fraueustimme", .Der Rinderfreunb",.Iugend-Vor» tDärts",.Blick in die Bücherwelt", .Kulturarbeit" und.Technik" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, U f Aeriiner volesblatt Oiensiag 15. November 192? Groß-Äerlin 1V Auswärts-15 Pf. Die ein'p a l« ig» Nonparetlrezeil' S0 Pfennig. Reklamezeile 5— Reichs- mart„Nieine Anzeigen" da, tettge- dvuckte Wort 2ö Piennig(zUAffig zwe� fettgedruckte Worte! jede» weiter« Wäit IZ Pfennig, Stellengesuche da» eiste Wort lb Pfennig, fede, weitere Dort 10 Pfennig. Wort« über 15 Buchstaben »Lhlen illr zwei Worte, Arbeitsmarkt Keile soPfennig. Familienanzeigen iür TbonnentenZecke«Pfennig Anzeigen- annahm« im Hauptgeschäft Linden- stratze ll. wochentägl, von S'/, bis l7 Uhr Jentraloegan der Sozialdemosvattfchen HSartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff SS2— 2Ä7. Telegramm»Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Vertag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37ö3K.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Ansestellten und Beanrten Wallstr. k!5. Diskonto-Gesellschost, Depositenkafle Lindenstr. st Minister Schiele verteuerl den KinderbreU Erhöhung des Maiszolls geplant.— Großagrarische Iniereffenienpolttik im Reichskabinett. Die Wähler der Deutschnationalen haben in den letzten Jahren oft genug Anlaß gehabt, sich verwundert zu fragen, wozu die Deutschnationale Partei eigentlich in der Regierung ist. All die schönen Wahloersprechungen sind vor den Er- fordernissen der.praktischen Politik" in nichts zerronnen. In der Außenpolitik werden die Deutschnationalen, wenn auch widerstrebend, auf der Linie der Locarno-Politik festgehalten; die Sparer und Rentner sind in der Aufweriungsfrage un- bedenklich betrogen worden; nur ein letztes und höchstes Gut gibt es, das angeblich olle Opfer in den großen Fragen der Politik rechtfertigt: die Wirtschaftspolitik, die Handhabung des Regierungsapparates im Dienste der wirt- schoftlichen Forderungen der Großagrarier und des Reichslandbundes. Ein glänzendes Beispiel für diese Handhabung des Re- gierungsapparates im Dienste der Interessen einer t l e i- nen großagrarischen Clique bietet gerade der gegenwärtig zur Diskussion stehende deutsch-jugo- slawische Handelsvertrag. Es kann auf den ersten Blick keine harmlosere Maßnahme geben, als die in dem Handelsvertrag vorgesehene Zollermaßigung für Futter- m a i s von 3,20 M. auf 2,50 M. je Doppelzentner. Im Gegenteil, jeder, der für einen Abbau der Zollschranken auch auf landwirtschaftlichem Gebiet eintritt, und jeder Volkswirt- schaftlich Denkende, der eine Zollermäßigung vor allen Dingen bei den Rohstoffen und Halbfabrikaten für notwendig hall, muß diese Zollermäßigung begrüßen. Ist doch der Mais vor allen Dingen ein Rohstoff für die Schweinemast, und Hunderttausende von kleineren' Und mittleren Landwirten haben daher ein Interesse daran, nachdem die in der Bor- kriegszeit so billige russische Fustergerste auf dem Wellmarkt fast verschwunden ist, in dem Mais, einen neuen und wohl- eilen Rohstoff für ihre Schweineproduktion zu gewinnen, Gegenüber diesem Abbau eines Stückes der Zollmauer schien «s nur ein kleiner Schönheitsfehler- zu sein, daß die Zoll- ermäßigung nur dem Futtermais, nicht aber dem zur industriellen Weiterverarbeitung eing'e- führten Mais zugute kommen soll. Zwar handelt es sich bei der industriellen Weiterverar- beihing von Mais um nicht unwesentliche Interessxn der Bolkswirtschaft und der großen Derbrauchermassen, werden doch aus Mai» wichtige industrielle Hilfsstoffe(Dextrin, Stärke) hergestellt, vor allem aber auch Massen- Nahrungsmittel wie Puddingpulver, beispiels- weise das bekannte Maizena, und Nährmittel für die Kinder-, Kranken- und Säuglingsernäh- r u n g. Dieser kleine Schönheitsfehler bekommt aber ein ganz anderes Gesicht durch eine Nachricht, die in diesen Tagen durch einen Beschluß des preußischen Kabinetts der Oeffent- lichkeit zur Kenntnis gekommen ist. Das R e i ch s m i n i- sterium für Ernährung und Landwirt- s ch a f t beabsichtigt nämlich, bei der Differenzierung zwischen Nährmittelmais und Futtermais durch einseitige Senkung des Futtermaiszolles nicht stehen zu bleiben; es will diese Differenzierung noch ganz gewaltig übersteigern, indem gleichzeitig mit der Zollscnkung für Fnttermais der Zollsatz für Jndustriemais von I,2V M. auf 5 M. erhöht, also nahezu verdoppelt werde» soll. . Der landwirtschaftliche Gewerbezweig, zu dessen Gunsten hier der Maiszoll erhöht werden soll, ist die Kartoffel- stärkefabrikation, also ein Berwertungzzweig des deutschen Kartoffelbaues. Run ist es zwar außerordentlich schwierig, glaubhaft zu machen, warum gerade in der Gegen- wart ein Lebensinteresie des deutschen Kartoffelbaues be- droht sein soll, da wir nicht nur im vorigen Jahr bei einer knappen Kartoffelernte schwindelnd hohe Kar- toffelpreise hatten, sondern die Kartoffelpreise auch in diesem Jahre weit über den Borkriegspreisen liegen, obwohl das Ernteergebnis wesentlich besier war als im vorigen Jahr. Ist doch die Kartoffelernte von 1927 um nicht weniger als 6 Millionen Tonnen größer als die des Vorjahres, eine Menge, die fast ebensogroß ist wie der gesamte Speise- kartoffelbedarf der städtischen Bevölkerung tn Deutschland. Es wirkt sich hier die im letzten Sommer geschaffene E r- H o H u n g des K a r t o f f e l z o l l e s aus, die noch dadurch veicktarkt wird, daß gegenüber dem einzigen Lande, das wesentliche Kartoffelmengen nach Deutschland liefern könnte, nämlich Polen, noch immer der Kampfzoll von 2 M. je Doppelzentner in Geltung ist. Zum Schutz der Lebensinter» «ffen des Kartoffelbaues ist also alle» geschehen und weit mehr noch, als nötig wäre und als den Derbrauchern gegen- über verantwortet werden kann. Run aber ist wiederum die Kartoffelstärkeindustrie in Rot. denn durch die hohen Kartoffelpreise ist ihr Rohstoff teuer geworden, und sie fürchtet die K o n k u r r e n z der Maisstärkeindustrie, deren Rohstoff„nur" durch einen Zoll von 3,20 M. je Doppelzentner verteuert ist. Klarer kann das Arbeiten der agrarischen Zoll- erhöhungsmaschine gar nicht dargestellt werden. führen, die vor allem in Hessen erschreckend deutlich zum Ausdruck gekommen ist. Daneben ist ein neues Anschwellen der sozialistischen Flut nicht von der Hand zu weisen. Es hat fast den Anschein, als ob wieder eine sozialistische Welte durch Europa geht, die, wie die englischen Gc- meindewahlen und norwegischen Storthingwohlen zeigen, bereits andere Länder erfaßt hat. Für die bürgerlichen Parteien ist auch der gestrige Wahlsonntag ein ernstes Warnung? signal." Am 27. November erfolgt die Abrechnung mit der Braunschweiger„Ordnungs"regierung! Marx und Gtresemann in Wien. Trinksprüche und Freundschaften. Eine unglaubliche Aeußemng. Oer NeichSverband der Oeoffchen Industrie gegen die Verfassung? Herr Oberregierungsrat Dr. Zldametz ist ein beurlaubter Staatsbeamter, der im Reichsverband der Deut- schen Industrie Fragen des Berfassungsrechts und der Verwal- tungs- und Berfassungereform bearbeitet. Er hat auf den Tagungen des Reichsoerbandes des Deutschen Groß, und Ueberseehandels, der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels, und zuletzt auf der Führertagung des Reichslandbundes über die von ihm behandelten Fragen Vortröge gehalten. Bon Herrn Oberregierungsrat Dr. Adametz wird eine aufs erste «nglaubliche Aeußerung auf der Führertagung des Reichs- landbundes berichtet. Sie steht aber in dem vom Reichslandbund veröffentlichten P r o t o k o l l und ist so lang« wahr, als sie nicht widerrufen wird. Nach diesem Protokoll hat sich der deutschnationale Abgeordnete Dr. E v« r l i n g gegen den Einheitsstaat mit folgenden Worten gewendete■ ♦. � ....McM nion denn nicht, daß die Gründe für den Einheitsstaat dreifacher Art sind: J. die republikanische Idee, 2. die demokra- tische Idee und 3. der parlamentarische Zweck? Wollen wir sparen, dann weg mit dem Parlamentarismus!" Oberregierungsrat Dr. Adametz hat in der Diskussion sich dagegen vorwahrt, daß er sich nicht gegen den Parlamentaris- VMS gewandt hätte. Cr sagte: „Wirst man un» vor, daß wir den Parlamentarismus nicht erwähnt hätten, so habe ich ausdrücklich das gellende System als verfehlt bezeichnet. Damit meinte ich den Parlamentarismus, den ich auchausdrücklich nannte. Im übrigen lautete mein Thema: Untersuchung der verwaltungsrechtlichen Möglich- kellen im Rahmen der Weimarer Verfassung." Wir müssen Herrn Oberregierungsrat Dr. Adametz, den be- urlaubten Staatsbeamten, und den Reichsverband der Deutschen In- dustrie fragen, was dieses Bekenntnis zum antiparlamentarischen System, dos nur ein Bekenntnis zum Faschismus oder zu einer anderen Form der Diktatur sein kann, bedeutet? Der Parlamen- tarismus ist die Grundlage der Weimarer Berfassung. Man kann den Parlamentarismus nicht als verfehltes System bezeichnen, wenn man die Weimarer Berfassung anerkennt. Wir fragen: H a t der Reichsverband der Deutschen Industrie seine Stellung zur Verfassung geändert? Hat der be- urlaubte Staatsbeamte Oberregierungsrat Dr. Adametz sich so über das parlamentarische System geäußert, wie der Berhandlungs- bericht des Reichsiandbundes es behauptet? Wenn nein, dann muß die Oeffsntlichkeit eine entsprechende Er- klörung verlangen. Die Oeffentlichkett muß klar sehen können, womit es beim Reichsverband der Deutschen Industrie und bei be- urlanbten Staatsbeamten zu rechnen hat! Der schwarzweißwte Hammel. Ein pommerfches Idyll. Wir berichteten neulich von einem Stahlhelmschwein. Es hat jetzt ein Gegenstück in Gestalt eines schwarz weißroten Stahlhelmhammels gefunden. Und das kam so: In G i n g st auf Rügen feierte der Stahlhelm ein Stiftungsfest, zu dem der Rittergutsbesitzer Heidborn-Unrnw«ineu Hammel als Haupt- gewinn der Verlosung gestiftet hatte, aber unter dar ausdrücklichen Bedingung, daß der Hammel mit einer schwarzweiß- roten Schleife geziert durch den Saal geführt werde. Ohne sich der unfreiwilligen Komik bewußt zu werden, gingen die wackeren Gingster Stahlhelmer auf diese Bedingung«in. ia, in ihrem pa- triotischen Uebereifer schmückten sie den Hammel nicht nur mit einer schwarzweihroten Schleif« am Halse, sondern auch noch mit einer zweiten am— Schlanze! So wurde das edle Tier unter ungeheurem Beifall und patriotischen Klängen der Musikkapelle durch den Festsaal auf und ob geführt. Daß der Wirt des Lokals es gewann, war«in« besonders einsichtsvolle Fügung des Himmel«. Da» tückische Schicksal aber hatte gewollt, daß die Redaktion unseres Stralsunder Parteiblattes, der.Vorpommer" von der Spende des Herrn Heidborn und der seltsamen Bedingung vorher. Kenntnis erlangt hatte. Sie entsandte einen stillen Beobachter zu der Feitlichle l, der au» eigener Wahrnehmung die obigen Borgänge der Oeffentlichleit schlldern konnte. Und so bekam denn das Stahl- hclmschwein einen S t o h l h e l m h a m m« l zur Gesellschaft. Fehlt nur noch ein Stahlhelm o ch s e. Aber kein« Sorg«— Herr E e l d t e wird ihn schon stiften. Dr. Marx und Dr. Stresemann sind am Montag vor» mittag in Wien eingetroffen, wo sie als Vertreter des Deutschen Reiches von der Bevölkerung herzlich empfangen wurden. Am Abend fand beim Bundeskanzler S e i p e l ein offizielles Diner statt, auf dem Seipel und Marx Trinksprüche austauschten. Der Bundeskanzler führte u. a. aus: .Das Wegstück, das unser Volk in Deutschland und in Oester- reich in diesen Iahren zurückgelegt hat, war voll von Widrigkeiten und Mühen ohne Zahl, aber es war ein Weg nach auswärts! Wer daran zweifelt, der nehme das nächstbeste Zestunqsblatt aus dem Jahre 192? oder auch noch 1924 zur Hand. Hoffentlich erschrickt er nicht nachträglich beim Anblick des Medusenhauptes, das ihm entgegenstorrt. Aber jetzt, Freunde, wenden wir unsere Augen dorthin, wo, wer noch Verantwortung für viele trägt, stets hinzublicken hat: Nach vorwärts, in die Zukunft! Denken wir daran, welch' ungeheure Arbeil noch zu leisten ist, dcunu, was erreicht wurde, nicht morgen wieder verloren gehe, damit dieser Erdtell jenen, die nach uns koimnen werden, als Garten, nicht als Wüste hinterlassen werde. Sind wir, ist die Welt für dies« Riesenarbeit schon ganz gut ausgerüstet? Mit den Blei- gewichten des starren Egoismus oder gar eines politischen Zynismus im Rucksack werden wir nicht die steilen Höhen er- klimmen, von denen aus der Weg in die sonnigen Täler des Frie- dens, der Gesittung und des Rechtes frei liegt. Sittlich« Werte müssen wieder das Ziel und der Inhalt aller Politik werden, nicht mehr bloß ihr gefälliges Mänielchen sein. Wenn wir dies sagen, wollen wir nicht über andere ur- teilen. Wir müssen gerecht genug sein, anmerkennen, daß die besonders hart« Zeit, die sich für uns an das Kriegsend« schloß, es uns erleichtert hat, Erkenntnisse zu gewinnen und aus- zusprechen, die anderwärts von den Fansaren des Sie- ges übertönt wurden. Aber schließlich werden sich alle dazu be- kennen; denn solange nicht die Rücksicht auf das Ganze und das, Vertrauen �n den Nochbar die Grundlage der europäischen I Politik sind, gibt es keinen gesicherten Frieden, keine Abrüstung, kein« Wirtschaftserholung, keinen wahren Fortschritt der Kultur m Europa. Daß die in London und Locarno ausgestreut« Saat bald zur Frucht reise, daß wir in naher Zukunft das große Erntefest des wirklichen europäischen Friedens feiern mögen, das ist unser innigster Wunsch. In seiner Erwiderung sagte Reichskanzler Dr. Marx unter anderem: Es ist hier nicht der Ort. dem im einzelnen nachzugehen. aber wir fühlen, daß beide Siaalen sich Schritt für Schritt vom Abgrund evlsernen und daß sichere Grundlagen gelegt sind zur Wiederaufrich- tu n g im Innern, zur Wiederer startung nach außen. Vieles hat sich in dieser, im Wirbel der Ereignisse uns unendlich lang erscheinenden Zeit geäntert. Manche Fortschritte sind schneller erzielt worden als wir zu erhoffen wagten. Manches Ziel, das leichter zu erreichen schien, ist noch immer in weite Ferne gerückt. Aber eines ist bei allem Wechsel geblieben, ein« E m p- f i n d u n g. die auch den Unterton Ihrer Worte bildet: Die Zuneigung und das verstehen zwischen Oesterreich ' und Deutschland. Zwischen unseren Herzen, unserer Freundschaft gibt es keinen Trennungsstrich. Wie könnte es auch anders sein! Gemein- sam ist unsere Sprache, gemeinsam ist unsere Kultur, gemein- sam auch der Lebensweg, den wir zu wandern hoben. Aus dieser Verbundenheit ergibt sich die Freundschaft zwischen uns, von der wir fühlen, daß sie uns alle immer weiter und tiefer er- greift. So sind wir zu Ihnen gekommen als treuer Freund zum treuen Freund. Gewiß, wir haben manches gemeinsam zu regeln, manch« Frage zu klären, auch manche Schwierigkeit aus dem Wege zu räumen. Wir wollen die Freundschaft auch äußer- l i ch betonen und sie durch unser Wiedersehen bekräftigen und ver- tiefen. Zum Schluß lud Dr. Marx den Bundeskanzler zum Gegen- besuch in Berlin ein. Oer AfA-Bund in Berlin führend. Ergebnis der Angestellienwahlen. Das vorläufige amtliche Ergebnis der Wahl der Vertrauens- inänner zur Angestelltenoersicherung am 13. November ist wie folgt bekanntgegeben worden: Es wurden insgesamt 138 933 güllige Stimmen abgegeben: davon haben erhalten die Listen der verbände des AsA-Buude» Berlin zusammen 52 208. Don den Listen des AfA-Bundes haben erhallen: die Liste des Zcutralverbemdes der Angestellten 30 071, die Liste der Techniker, Bund der technischen Angestellten und Beamten 7318, die Liste der W e r t m e i st e r vom Deutschen Werkmeisterverbond 6757, die List« der Bankangestellten vom Allgemeinen Der- band der deutschen Bankangestellten 3391 mrd die Fr ei e List e der übrigen AfA-Berbände sowie verschiedener freier Zlrbestergewerk» schoflen 4671. Don den Verbänden des sogenannten Hauptaus schusses haben erhallen die Liste A 31694, Liste B 33 222, Liste C 15 303. Der AfA-Bund ist in Berlin also führend: den» es ist zu berücksichtigen, daß der Gewerkschaftsbund der Angestellten(GdA.), der die L i st e B zur Wahl gestellt hatte, in seiner Zusammensetzung eine ähnlich« Organisation aufzuweisen hat wie der AfA-Bund. Danach hat der AsA-Bund also rund 20 000 Stimmen mehr Parker Gilbert wünscht Aussprache. Vor mündlichen Erörterungen. Der Reparationsagent Parker Gilbert hat— wie der ,Soz. Pressedienst" erfährt— in einem äußerst höflichen Schreiben an den Reichsfinanz mini st er den Empfang des Memoran- dums der Rerchsregierung bestätigt und gleichzeitig den Wunsch ausgedrückt, über die in dem Memorandum behandellen Probleme bald in mündliche Erörterungen einzutreten. Dies« Erörterungen stehen unmittelbar bevor. Der reparationspolitische Ausschuß der Reichsregierung wird unter dem Vorsitz des Staatssekretärs im Neichsfinanzministerimn Dr. P o p i tz tagen. Das Auswärtige Amt wird durch Winisterial- direktor Dr. Ritter, das Reichswirtschaftsministerium durch Minssterialdirektor Dr. E ch ä f f e r und das Reichsernährungs- mimsterwm durch Staatssekretär Dr. Hoffmann vertreten sein. Der Ausschuß soll, ergänzt durch Vertreter der großen Parteien, von Fall zu Fall zusammentreten, um gutachtlich zu den Problemen der Reparationspolttit Stellung zu nehinen. Der erst« Zusammentritt dürft« erfolgen, wenn die Aussprache zwischen Parker Gilbert und dem Reichssinanzminister zu bestimmten Ergebnissen geführt Hot._ Termin für Marx und Kendel!. 9. Januar— zweite Instanz im Prozeß Tresckow. Die Berufungsverhandlung in Sachen Tresckow gegen den Major B a d i ck e findet am 9. Januar vor dem Landgericht I in Berlin statt. Am 9. Januar wird Herr Marx sich nicht mehr hinter die zweite Instanz oerstecken können, sondern«ine Erklärung zum Falle Keudell-Tresckow-Marx abgeben müssen! Gack verstummt. Oie Geldquellen der Feme bleiben dunkel. Noch einmal erblitzte das umrändert« Monokel des Rechts- anwalls Sack am Montagabend vor dein preußischen Unter- juchungsaiisschuß. Aber der sonst so redefrohe Herr war schweigsam. Auf die Frage, wer dos Geld für hie Verteidigung der F>! m e mörder im Falle Pannier gegeben hät. will er auch jetzt keine Antwort geben. Bei der vorherigen Vernehmung halt« er zwar nicht mit Namen, aber durch die Beschreibung aus den Fähnrich Meder hingewiesen. Meder hatte auch zugegeben. Sack zur Uebernahme der Derteidiguyg erhalten. Aber auch gegenüber dem sogenaitntcn G e d a g, dem neben dem Deutschnationalen Handlungsgehllfenverband der Der band der weiblichen Handels- und Bureauängestellten angehört, hat der AfA-Bund einen beträchtlichen Vorsprung von Stimmen aufzuweisen. Stimmenzuwachs des AfA-Vundes. Aus dem übrigen Reich liegen erst vereinzelt Wahlergebnisse vor. Aber auch hier zeigen die bisher vorliegenden Mitteilungen, d a h d e r A f Ä> B ü n d die Stimm eözä hl erheb!>6) stetgern konnte. Für die nachstehenden Woykdxise ergibt sich folgendes Bild: 1927 1922 Erfürt-Land 36 0 Stimmen Luckenwalds 434 297. Kaiserslautern., 504 138. Crimmitschau 285 134. Glauchau-Stadt..... 245 138» Merane....... 273 138 Zwickau».,..,tz. 741 360„ Gotha........ 480 175 für die Angeklagten Stein, Aschenkampf und Schirmonn auf- gefordert zu hoben, wollte aber von der Herkunft des Geldes nichts wissen., Diesen Widerspruch sollte die nochmalig« Vernehmung Sack? aufklären. Sie tat es nicht. Gegen alle Fragen, die ihm unbequem sind, verschanzt sich Herr Sack hinter dem Anwaltsg«heimni?. Mit Mühe ist soviel aus ihm herauszubringen, daß er mit dem Geldgeber oder Geld Überbringer den Fähnrich Meder doch nicht gemeint habe. Nun aber wird es unangenehm für Herrn Sack. „Hatten Sie ein« ordnungsmäßige Buchführung?" fragt der Berichterstatter ttulkner. Zeuge Lack:„Darauf verweigere ich die Antwort." „Haben Sie die von dem unbekannten Auftraggeber über- trachten Gelder in normaler, ordentlicher Weise gebucht?", fragt der Berichterstatter weller. „Darauf verweigere ich die Antwort und berufe mich auf mein Anwaltsgeheimnis." Für den Sehenden ergibt sich allerdings aus dieser Antwort, daß die Buchungsmethoden des Herrn Sack in bezug auf diese Gelder wohl nicht so waren, daß Hetr Sack sich gern dazu äußert. Der Ausschuß berät, ob die Zeugnisverweigerung hier tatsächlich durch das Amtsgeheimnis gedeckt ist. gelangt« aber zu einer Der- tagung dieser Frage. Die Vernehmung Sacks geht weller. Heber nebensächlich« Dinge läßt er sich in gtoßer Brelle aus. Im Hauptpunkte' aber bleibt seine Antwort Schweigen. Der Berichterstatter kündet am Schluß an. daß er sich einen weiteren Beweis- a n t r a g vorbehalle. Er hoffe, auf einem anderen Wege zur Be- antwortung der von Sack unbeantworteten Fragen zu gelangen. Klar ist jedenfalls, daß hier einer der dunkelsten Punkt« der Angelegenhell Pannier liegt. Wie in allen früheren Fällen wird auch hier die Feststellung der geheimen Geldgeber der Schwarzen Reichswehr von den Beteiligten und ihrem Anhang mit größter Hartnäckigkeit verhindert. vürgermeister Neuber von Sulzboch in der Oberpfalz, seiner politischen Gesinnung nach den Deuts-chnationalen nahestehend, spekulierte— wie uns aus Regensburg gemeldet wird— seit Monaten mit dem Geld« der städtischen Sparkasse. Die Folge ist ein Fehlbetrag von über 100 000 M. Da» offizielle Ergebnis der inzwischen eingeleiteten Untersuchung steht zurzell noch aus. Ein Abgeordneter ins Gefängnis. Der radikalsozialistisch« Ab- ! geordnete Ehavagne war kürzlich wegen fahrlässiger Tötung zu drei Monaten Gefängnis venrrteikt worden. Er hatte mit seinem Auto emen Landwirt auf offener Straße überfahren und dann die Flucht ergriffen. Chavagne, der jede Schuld bestreitet, hatte Be- rusung eingelea». In zweiter Instanz wurde er jetzt zu sechs Monaten Gefängni» und 1000V Franken Schadenersatz verurteilt. Hansafloite und Bürgerbottich. Die im Bottich:„Letzt hatten wir gehofft, die Hansestädte würden uns ins Schlepptau nehmen, statt dessen segelt uns die ganze Flotte glatt davon!" Der Weg zum Einheitsfiaat. Eine Unterredung mit Ministerpräsident Dr. Rraun. Bochum, 14 Norxmber.(Eigenbericht.) 3n einer Unterredung mit Pressevertretern verbreitet« sich Ministerpritsident Dr. Braun über die Frage der Verwirklichung des Einheiisstaatzgedankens. Ministerpräsident Dr. Braun führte aus, daß das Einheitsstaatsprablem ein« Frage der verfassungs- mäßigen Bedingungen und der gegebenen politischen Machtverhältnisse sei. Bei votler Bewertung dieser Gesicht». punkte glajsbe er nicht, daß unter den augenblicklichen Umständen viel für die Vereinheitlichung des Reiches ZU erreichen ist, obwohl das Unhaltbare der jetzigen Verhältnisse selbst von den extremsten Födc- ralisten zugegeben werden müsse. Ein praktisch möglicher Weg. unter den bestehenden Be- dingungen vielleicht der am ersten erreichbare, zur Lösung der Ein- heitsstaatsfrage wäre der, daß die R e i ch s r« g i« r u n g die ihr nach der Verfassung zustehend« gesetzliche Vollmacht voll ausnutze. 3n diesem Falle blieben von den Ländern nur V«rwal- t u n g s b cz i r k e(Reichsprovinzen), so daß die jetzigen Parlamente tiberfliissig würden. Natürlich müßten die einzelnen Reichsprovinzen nnd Sclbstverwaltungskörper mit weitgehendem Auto- n o m i e r e ch t ausgestattet werden. Bei einem derartigen System von Reichspiooinzen könnten die Stamineseigenort der Bevölkerung sowie die wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse der einzelnen Gebiete volle Berücksichtigung finden. Selbstverständlich dürften die aus der partikukaristisch�goistifchen Einstellung gewisser Länder resul- tierenden Schwierigkeiten der Staatsvereinheitlichung nicht unter- schätzt werden. Er habe jedoch keine Befürchtung, daß bcispiels- weise Bayern nicht mlliaa6)en werde. Falls Bayern vor die Atternalioe gestellt werde, Einhei'sstaat oder Separakismns, könne die Frage nur zugunsten der Staalsoeceinhelllichung beantwortet werden. Om übrigen glaubt Ministerpräsident Dr. Braun, daß der Widerstand der Parlamente in den verschiedenen Ländern durch tue zu erwartende Volksbewegung für den Einheitsstaat be- seitigt wird, sobald die Reichsregicrung sich zu dem Entschluß auf- rafft, die ihr auf verfassungsmäßigem Wege durchaus möglichen Maßnahmen zur Bereinheitlichung des Reiches zu treffen. Der beste Weg zur Verwirklichung des Einheitsstaatsgsdankens fei, die öffentliche Meinung immer wieder an chand von konkreten Tat- fachen darauf hinzuweisen, welche unhaltbaren Zustände, welche außerordenlstche Velasiung der Allgemeinheit� und des einzelnen sich aus dem ungeheuer komplizierten Zustand des föderalistischen »Systems ergeben. Natürlich erfordere diese Propaganda richtig« Taktik und vor allem weiteste Berücksichtigung psychologischer Im- ponderabilien. Patentlösungpversuche könnten den Einheitsstaats- gedenken nur diskreditieren. Festsehung der Besoldungsgruppen. Die Äürgerblockniehrheit im Ausschuß kümmert sich nicht um die Derbesserungsanträge. Nachdem am Sonnabend bei der Beratung des Beamtsnbesol- dungsgesetzes im Ausschuß für den Reichshaushalt ein sozialdemo- kratischer Antrag abgelehnt worden war. der für den Gruppen- ausbau der neuen Besoldungsordnung das Besoldungssystem von 1.»2Ü«cgrunde legen wollte, traf in der Montogsitzung da« gleiche Schicksal einen Antrag des Demokraten Schult, durch den die'zwölf Besoldungsgruppen bei der Besoldungsordnung A der Regierungsvorlage In nur acht Besoldungsgruppen zusammengezogen werden sollten. Damit war die Regierungsvorlage als Unterlog« für die weiter« Beratung festgelegt, und der Ausschuß trat in dt« Verhandlung über die Besoldungsgruppe 12(1500 bis 2100 M., Wohnungsgeldzuschuß VI; 216 bis 528 M.) ein. chierzu lag U. a. ein sozialdemokratischer, vom Genossen Seppe! be- gründeter Antrag vor, die Besoldungsgruppe 12 ganz zu streichen und die dort aufgeführten Beamten in die Besol- dungsgruppe 11 einzureihen. Der Zlntrag wurde ebenso wie ein kommunistischer Eventualantrag abgelehnt und die Besoldung:- gruppe 12 in der Fassung der Regierungsvorlage genehmigt. Die Beratung wandte sich dann der Besoldungsgruppe 11 zu (lSOO bis 2200 M.. Wohnungsgeldzuschuß V: 288 bis 720 M.). Die Gruppe 11 umfaßt die Amtsgehilfen, Postschaffner, Botenmeister und Beamte mit ähnlichen Dienstverrichtungen. Die Genossen Stein- kvps und Lender beantragen, einen Teil der älteren Postschaffner und Leitimgsaufseher in Gruppe 10 überzuführen, ohne Rücksicht darauf, ob sie handwerklich vorgebildet sind oder nicht. Von den Regierungsparteien wurde beantragt, die Oberpostschasfner naä) Gruppe 10 zu übernehmen, und zwar für besonders wichtige Dienstposten im Päckereidienst, Geldzustelldienst, Vahnpostdienst usw. Unter Ablehnung aller Anträge der Opposition wurde der Antrag der Regierungsparteien angenommen und mit dieser Aenderung die ganze Gruppe 11. Es folgt die Besoldungsgruppe 10(vberbotenmeister, Ministeriol- amtsgehilfen, Maschinisten usw.. 1600 bis 2400 M., Wohnungsgeld- Zuschuß V). Bei dieser Gruppe bespricht der Deuts cimationale Schmidt-Stettin die Entwicklung des Begriffs M i n i st e r i a l- zulagcn, die hier zuerst auftauchen, und verlangt von der Regie- rung Auskunft, ob diese ursprüngliche Essenszulage nun neben den sonstigen Zulagen beibehalten werden müsse. Er habe genau berechnet, daß im Etat 1927 diese Ministerialzulage einen Betrag von 3 650 000 M. ausmache. Eine SOprozentige Erhöhung der Ministerial- Zulage, wie sie in Preußen vorgenommen sei, würde den Betrag aus 5 400 000 M. steigern. Ein Einbau dieser Zulage in das Gehalt würde dem Reich sicherlich erhebliche Kosten ersparen. Bon der Regierung wird daraus hingewiesen, daß Preußen bereits seit dem 1. April seine Ministerialzulagen um 50 Praz. erhöht habe. Borausstchtlich werde Preußen auf diese Ministerialzulage nicht verzichten. Wenn das Reich sie ablehnen sollte, würde man Ministerialbeamte erster und zweiter Klasie schassen. Ohne Frage könnte diese Frag« also nicht gelöst werden. Da eine große Zahl Wortmeldungen vorlagen, wurde die weitere Erörterung dieser wichtigen Frag« ausgesetzt. Oeuisch-polnischer Landarbeiierverirag. Nach dreijährigen Verhandlungen fertiggestellt. Am 14. d. M. wurde in Berlin zwischen der deutschen und der polnischen Regierung ein Vertrag über pol- nische landwirtschaftliche Arbeiter paraphiert. Für die Unt'rzeichnung des Vertrages, die in Warschau stattfinden soll, ist der 21. November in Aussicht genommen. Die Berhandlungen haben fast drei Jahr« gedauert. Dem endgültigen Abschluß gingen zwei Provisorien voraus. Gegenstand der Verhandlungen waren insbesondere Fragen der Anwerbung und Vermittlung, sowie der s o z i a l r e ch t- lichen Verhältnisse solcher''olnischer Arbeiter, die jährlich zur Arbeit in die deutsche Land üchast kommen und über die Winterzeit wieder nach Polen zurückkehren. Ferner' wurden auch die Verhältnisse derjenigen polnischen Landarbeiter geregelt, die sich jeit mehreren Jahren in Deutschland befinde». Hai Briand poincars betehri? Zwei Gonntagsreden und ihr Widerhall. Paris, 14. November.(Eigenbericht.) Die große außenpolitische Rede, die Briand am Sonntag in Nantes, der Hauptstadt seines Wahlkreises, gehalten und in der er sein Bekenntnis zur Politik von Locarno wieder- holt und seinem Entschluß zur Fortführung der deutsch- französischen Verständigungspolitik abermals über- zeugenden Ausdruck gegeben hat, wird von der gesamten französischen Linkspresse rückhaltlos gebilligt. Die Organe der Rechten dggegen beschränken sich darauf, einige der wichtigsten Sätze wiederzugeben und enthalten sich jeden Kommentars. Die den Linksparteien nahe- stehenden Blätter sehen in der Rede nicht nur eine neue Bekräfti- gnng der Friedensabsichten der sronzösischen Politik, sondern zu- gleich auch einen Beweis dafür, daß es Briand gelungen sein müsse. mindestens innerhalb des Kabinetts die Widerstände zu überwinden, auf die dort seine Politik bisher gestoßen ist. Einzelne Kommentare verweisen in diesem Zusammenhang auf die Mäßigung, die sich P o i n c a r ö am Sonntag in seiner Lersailler Red« auferlegt hat und folgern daraus, daß dieser Wert daraus legt, nicht länger als Gegner der deutsch-frai�ösischen Der- ständigungspolitik zu erscheinen. Der„Paris Soir" erklärt, das demokratische Frankreich habe Deutschland um Sonntag nochmals die Hand zur Ber- söhnung entgegengestreckt. Es sei nunmehr Sache des demo- t r a t i s ch e n Deutschlands, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Dazu gehöre vor ollem, daß das deutsche Volt dem unverantwortlichen Treiben seiner nationalistischen und imperialistischen Parteien ein Ende mache. Die letzten Wahl.'« in Deutschland hätten bereits«inen Sieg der Linksparteien ergeben, und es sei zu hoffen, daß die nach st en ReichstagswahLen diese Entwickel»ng verstärken und damit zu einer Festigung des Friedens in Europa beitragen. Slaier entlassen. Heute Znterxellotion im Unterhaus. ecrnde». 14. November.(Eigenbericht.) O s r a r S l a t e r ist am Montag aus dem Gefängnis Teterheod entlassen worden. Ramsay Macdonald drückte, von der Eni- lassung in Kenntnis gesetzt, Pressevertretern seine Hoffnung aus. daß die DeHörden jetzt eine nochmalige Untersuchung des Falles Slater vornehmen würden. Der Staatssekretär für Schottland, in dessen Ressort der Fall Slater fällt, wird am Dienstag in dieser Angelegenheit im Unterhaus interpelliert werden. VeniachlWgl Preußen die XundwuMaft? Abrechnung mit deutschnationaler Demagogie im Landtag. Der Landtag trat am Montag wieder zusammen. Der Präsident widmet zunächst dem verstorbenen Abg. Oetjenir Annahm« empfahl, die unsere Leser auf der ersten Seite des Houptblattes finden. Die Errlärungsfrist über Annahme oder Ablehnung dieser Vereinbarung läuft bis Sonnabend vormittag 11 Uhr. Die Raumnoi des Arbeltsgsrichis. Vor kurzem baben wir darauf hingewiesen, daß. die Räume, mit denen das Arvoitsgericht Berlin sich mehr schlecht als recht be- helfen muß, durchaus unzureichend sind. Seit der Brrösjenttichung unseres Artikels sind die aus der Raumnot des Gerichts emslandenen Mißstände noch schlimmer geworden. Nicht nur, daß nian neue Sitzungszimmer ohne Beratung? z immer eingerichtet Hot, sondern man greift schon zu dem Aushilssmittel, längst vorhandene Beratung? z immer als Sitzungs- »immer zu benutzen und Parteien, Zeugen und Zuhörer ivährend der Beratung auf den Korridor zu sch,cken. So entsteht auf den engen/ dunklen, nicht ventilierten Korridoren, die als einzige Warteräume für das Publikum dienen, ein unheimliches Gedränge und eine unerträglich verschlechterte Luft. Diese Mißstände sind geradezu skandalös und fordern schleunige Abhilfe. Kürzlich hich es, das Arbeitsgericht solle in dem früher von der Kvnstgewerdeschulc benuttten Gebäude in der Prinz-Albrecht-Straße untergebracht werden. Die Absicht ist an der zuständigen siskolische» Stelle vorhanden, es fragt sich aber, ob sie zur Ausführung kommt. Für den Fiskus spiest nämlich der Kostenpunkt eine große Rolle. Zwar ist das chaus der ehemaligen Kunstgewerbeschule siskalisches Eigentum, aber der Fiskus hat zurzeit kein Verfügungs- rech» Wer sein Hauz. Er Hot es nämlich, als die Kunstgewerbeschute auszog an den Kahn- Konzern bis jzum Jahre 1931 n« r m! e t e t. Der Lahn-Konzeru braucht für sein« Zwecke nur einen Teil des Gebäudes. Den größten Teil hat er weiter- vermietet. Unter anderem weilt ein Finanzamt als Untermieter im chrnise. Der Kahn-Konzcrn ist bereit, zwei Geschosse des lzauses dem Fiskus für das Arbeitsgericht zu vermieten. Der geforderte Miets- preis erscheint dem Fiskus aber zu hoch und deshalb liegt die Ge- sahr nahe, daß die zurzett zwischen dem Fiskus und dem Kahn- Kanzern schwebenden Verhandlungen an der Kostcnsrage scheitern und die Raumnot des Arbeitsgerichts für unabsehbare Zeit be- stehen bleibt. Es ist ein« Ironie, daß der Fiskus jetzt seine liebe Not hat. tm als Untermieter in fein eigenes chaus einzuziehen, das er vor Jahren vorschnell vermietet hat. Die in Aussicht genommenen Räume würden wobt für dos Arbeitsgericht passend fein. Jedenfalls kann es in den Räumen, die es jetzt inne hat, nicht bleiben, also müssen schleunig st geeignete Räume be- schafft werden, möglichst In der Nähe der alten. Versammlung der Berliner Handsetzer. Oer Vorstand wiedergewählt. Somitog vormittag nahm die seit November vergangenen Jahres im Ortsverein des Buchdruckerverbandes bestehende Vereinigung der Berliner Handsetzer in einer gut besuchten Per- sammlung in �llicms Festfälen' die Berichte über das erst« Der- einsjahr entgegen. Der Spartenvorsttzend« P l e t s ch gab in seinem ausführlichen Geschäftsbericht Aufschluß über die Tätigkeit des Vorstandes während des ersten Jahres, das ein Jahr de« Aufbaues ge- wesen sei. Obwohl die einzelnen Handsetzcrveroinigungen noch nicht «ms ein langes Bestehen zurückblicken können, nahmen doch bereits die Experten der Handsetzer an den letzten Manteltarifver- Handlungen teil. Eine Reihe von Sitzungen und Der- sammlungen wurden abgehalten, die zum Teil durch auf- klärend« Vorträge ausgefüllt waren. Umfangreiche Arbeit ist auf dem Gebier der Bildungsbestrebungen geleistet worden. Die Sparten haben in Gsineinschost mit der Ortsgruppe des Bllduilasverbandcs ein B i l d u n a s p r o gr a m m ausgearbeitet. Durch Kurf« In allen Zweigen des Buchdruckgewerbes sollen die beruslichen Kenntnisse erweiten werden. Die Haichsetzervereinigung zäl�t gegenwärtig rund 2 5 00 Mitglieder. Auch die noch Fernstehenden für die Bereinigung zu gewinnen, müsse eine Auf- gäbe für die Zukunft sein. Zur Lohnsrage sühne P'ietsch aus, daß es die Unter- nehmerorggniia.tlon nach einer Umfrage unter itiren Mitgliedern nunmehr endgültig äblehnte, in Lohnver Handlungen einzutreten, fotcngc der bestehende Tarif Gültigkeit hat. Der Tarif ist allgemeinverbindlich. Die Lohnocrein- bar u n g läuft bis zum 31. Marz 1928. Diesen Umstand suchen die Unternehmer, ungeachtet der inzwischen eingeiretenen Teuerung, rücksichtslos für sich auszunutzen. Bei späteren Lohnverhandlungen muß in erster Linie auf«ne Aufbesserung der Hand- setzerlöhne hingewirkt werden. Der gedruckt vorliegende Kassenbericht wurde von E I ch h o l z erläutert. Di« Lasse konnte trotz vielseitiger Ausgaben am 30. September mit einem Bestand von fast 3500 M. abschließen. In der Diekussi on ließen die K o m m u n i st e n olle Minen springen, um nachzuweisen, daß der bisherige Lorstand nichts getan Hobe und durch einen neuen Kommunistischen) ersetzt werden müssen Von einem ihrer Redner wurdc aber zugegeben, daß zwar die Arbeit des alten Vorstandes gut fei. daß ihm aber die Richtung nicht gefalle. Die durch ZettA vorgenommene Wahl de« Vorstandes hatte nach vorläufiger Feststellung folgendes Ergebnis: 400 Stimmen wurden siir dtc Liste der Amsterdamer Gewertfchafts- r i ch l u n g und 130 für die kommunistische Liste abgegeben, neun Stimmen waren ungültig. Somit bliebt Genosse P i e t s ch auch weiterhin Vorsitzender der Berliner Handsetzcroereinigung. Die Kommunisten, die Gobbey als Vorsitzenden präsentiert hatten, haben die wohlverdient« Niederlag« erlitten. Oer Streik in der westdeutschen Kanalschiffahrt. Entgegen anderslautenden Meldungen haben sich die Streikenden in der westdeutschen Kanaischiffahrt bisher keineswegs geweigert, leicht verderbliche Lebensmittel zu löschen. Die Streikaktion wurde in der ganzen westdeutschen Kanolschissahrt einheitlich durchgeführt. In sämUichen Hasenplötzen ruht die Arbeit. Die von dem Deutschen Vcrkehrsbund beantragte Ver- bindlichkeitserklärung des Schiedsspruches für die Kanal- schiffahrt ist, wie wir erfahren, offiziell abgelehnt worden. Oie Aussperrung der Agarrenarbeiter. Ttoch keine Gesamtüberficht. Di« Gesamtouzsperning der Zigarrenarbeiter und Arbeiterinnen sollte vom gestrigen Tage ab vollständig sein. Inwieweit der Beschluß des Reicheverbondes der Zigarrenhersteller durchgeführt ist, läßt sich noch nicht übersehen. Reue Meldungen liegen vor. aus H c t l b r o n n, wo die oor fünf Tagen crjolgle Kündigung von IIOOArbeitern abgelaufen ist, und aus Arnstadt und Plaue in Thüringen, wo etwa 170 Personen von der Aussperrung betroffen wurden. Räch dem Verhalten der Unternehmer, die durch ihre Aus- fperrung dl« Verbäyd« der Tabakarbe.lt er sprenge« zu können glauben, wird dieser Kampf sich recht hartnäckig gestatten. Di« Gesamtheit der organisierten Arbeiterschaft steht hinter den Ausgesperrten. Metallarbeiterstreik in ZSraunfchweig. vraunschweig, 14. November.(Eigenbericht.) In Braunschweig sind am Montag die Belegschaften oo« drei Betrieben der Metallindustrie in den Streik getreten, weil die Unternehmer die Forderungen aus Lohnerhöhung ablehnten. Die Ausdehnung des Streiks auf weitere Betriebe ist fphr wahr» scheinlich. Vorläufig sind an dem Streik 2000 Arbeiter be- teiligt._ Streik der Elektromonteure in Sachsen. Dresden, 14. November. Nach Mitteilungen des Deutschen Metallarbeiteroerbandes sind die Elektromonteure in Chemnitz. Dresden, Leipzig und Plauen wegen Tarisstreitigkeiten in den Streik getreten. Der Streik be. schränkt sich vorläufig auf die Firmen der AEG., Siemens-Schuckert, Siemens u. Halske, Pöschmann und Prkieg. Verhandlungen in der badifchen Textilindustrie. Zwecks Regelung des Lohnkonflikts in der badifchen Textil» industrie haben am Montag in Freiburg im Breisgau A e r- Handlungen begonnen. Die Arbeiterschaft besteht aus einer Lohnsorderung von lö Proz.: die Stundenlöhne von 23 bis 55 Pf. sollen auf 25 bis 53 Ps. erhöht werden und die Lohne der weiblichen Arbeiter von 22 bis 41 aus 25 bis 50 Ps. Ebenso wird eine ent- sprechende Steigerung der Akkord- und Branchenlöhne gefordert. Stillegung der badischen pflastersteinbetriebe. In sämtlichen staatlichen Pflastersteinbetrieben Lodens ist auf Anordnung der Oberdirektion des badischen Wasser- und Straßenbaues der Arbeiterschaft von den Betriebs- leitungen gekündigt worden. Die Kündigung wird damit be- gründet, daß die zur Verfügung stehenden Gelder für die Straßen- bepflasterung aufgebraucht, neue Geldmittel aber von der Regierung nicht bewilligt worden seien. Stellt die Regierung kein« neuen Gelder zur Verfügung, dann werden einige hun- dert Arbeiter arbeitslos. Schon mit Rücksicht auf den bevorstehenden Winter mit seinen beson» deren unvermeidlichen Hörten für die Srcinarbeiter sollte die badische Regierung neue Vorschüsse den Straßenbauomtern zur Berfügung stellen. Da die Kosten für die notwendige Bepflasterung der Straßen, besonders der verkehrsreichen, infolge der Verwendung des Klein- ptlasters wesentlich vesrintzert worden sind, können vi« finanziellen Schwierigkeiten kaum unüberwindbar sein Die Ausbesserung der. Straßen ist in Baden wie im Reiche gewiß kein Luxus. Für die notwendigsten und volkswirtschaftlich nutzbringenden Arbeiten, die zugleich Hunderten von Arbeitern die Sorge um das tägliche Brot ab- nehmen, muß Geld vorhanden sein. Ufitnat, SPD.»Kolia«b«iter! Am Donnerstaz, 17. Rsvemdir, ltNZ, Uhr. in Scknnkcls Festtäten, Brilckeiiflr.?,«criammtunß»Her EPD�Dcnossin. Sehr wichtige Tagesordnung. ZZolltShNge Beteiligung erwartet De, zraktionioorstaud. Achtnng, SP?..Sochbahnrrt Am Mittwoch. Ik» Uhr vormittags, bei Ewald, Slatiher Str. tA, Bersommlung aller Parteigenossen. Siefcrat de» Genolscn<5: graenkel. Wegen de? Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen oller Senossen dringend« Pflicht. Der Fraltionsvorstand. fc-, l-3 £3 fÜ Freie kommt, als ob dort ein lebendiges Wesen stehe, nicht Mensch, nicht Tier und doch lebend. Die Ranken der Passionsblume greisen nach den Schnüren, wie mit sich spreizenden Händen. Dann sieht es wieder aus als ob Schnecken chte Fühler ausstrecken und Spmnen sich von Ast zu Ast ranken. Zwei andere Ranken kämpfen gerade- zu um den Borrang, sich dem Licht zu nähern. Wie«chiangen � ringeln sie sich um die Schnüre. Man sieht Knospen gewaltig die Hülle sprengen und sich wunderbar entfalten. Und zum Schluß ein fast tragisch anmutendes Bild: An einer Kaktee steigt ewe dieser se'tsamen Blüten steil zum Licht und sprüht auseinander voll üppigen Lebens. Zlber während das Auge bereits eine neu« Blüte sich entwickeln sieht, w'rd die erst« matt und welk. Mude sinkt ihr schönes Haupt. Leben und Tod hier in eins. Dieser wunderbare Film, dem leider die gerade hier ganz unentbehrliche Musik fehlte, fand großen Beifall. Dann folgte die Preisoerteilung. Als Ehrenpreis« waren Porzellanvasen, mit dem Wappen der Stadt Berlin geschmückt, vorgesehen._ Die Wahlen zur Aerztekammer. Die diesjährigen Wahlen zur Aerztekammer Berlins haben für die sozialdemokratischen Aerzte ein Ergebn's gehabt. das sie sich als einen Erfolg buchen dürfen. Zum ersten Male kommen Kandidaten von einer sozialdemokratischen Liste in die Aerztekammer, sicher mindestens vier, oiellelcht sogar fünf. Sicher sind gewählt: Dr. Ja ff«. Dr. M e i e r- B r o d r i tz. Dr. Martha Wygodzinsti. Dr. Kollwitz junior, vielleicht auch noch Dr. Bruno Cohn. Ueber 100 Anzeigen gegen Ruppolt. Einige Gläubiger des ungetreuen Nachlaßpflegers Ruppolt haben jetzt den Antrag gestellt, über sein Der mögen das Kon- kursoerfahren zu eröffnen. Gegenwärtig ist daraufhin der Konkursoerwalter Dr. Heumann damit beschäftigt, die etwa noch vorhandene Konkursmasse festzustellen. Von dem Ergebnis dieser Feststellung wird es abhängen, ob diesem Antrage stattgegeben werden kann oder nicht. Inzwischen hat die Berteidigung des Ruppolt den von ihm angerichteten Schaden bei der Versicherungsgesellschaft, bei der sich Ruppolt gegen Regreßansprüche versichert hatte, dein Stuttgarter Berein für alle Fälle angemeldet. Wenn sich heraus- stellen sollte, daß Ruppolt nicht in verbrecherischer Absicht, sondern infolge eines Nervenzusammenbruchs seine ungetreuen Handlungen vorgenommen hat. so wäre es immerhin möglich, daß die Dersiche- rung den Sckaden decken muß. Diese Frage bedarf jedoch noch einer gründlichen Klärung. Sollte die Schadensersatzpslicht der Dersichr- ruligsgesellschaft anerkannt werden, so würden die Gläubiger voll befriedigt werden können. Der von Ruppolt verursachte Schaden beläuft sich nämlich auf etwa 200 000 Mark, eine Summe, über die der abgeschlossene Versicherungsbetrag lautet. Mit der Zeit find gegen den ungetreuen Nachlaßpfleger im ganzen über 100 Anzeigen emgelausen. -\ „211« Faustschlägen gegen?lughlatkverieiler." Man schreibt uns: Unter dieser Ueberschrift berichtet die„Rote Fahne vom 12. November völlig entstellte und unwahre Dinge, die sich im Anschluß an die Groß-Berliner Funktionärversommlung der SAJ. abgespielt haben sollen. Wir können feststellen, daß die Ereigmsse Folgen eines Treibens sind, das man nur als übles Spitzel- Unwesen bezeichnen kann ui»d gegen das sich die Mitglieder durchaus mit Recht zur Wehr setzten. Ausgelöst wurde im übrigen alles durch den tällichen Angriss eines Zettelvertcilers auf einen unserer Genossen, den man jetzt besonders diskretieren will. Die „Bonzen" der SAJ. haben keinerlei Angst vor der Werbearbeit des KIV., wie der Gewährsmann der„Roten Fahne" meint. Daß dieser Gewährsmann das Recht hat, sich über Rowdymethoden zu empören, mutz entschieden bestritten werden..-_____ Gastankexplosion in Pittsburg. Bisher 20 Tote und 120 Verwundete. Pittsburg(Dsnnsylvaiiien), 14. November. Im � Nordteile der Stadt ereignete sich eine folgenschwere Explosion eines großen Gastanks der Equitable-Gas- g e s e l l s ch o f t. Zahlreiche Personen sind gelötet worden. Die Explosion war so gewaltig, daß die Erschllllerung in der gesamten Umgebung verspürt wurde. VIetallteile deS riesigen Tanks wurden viele Straßen weil geschleudert. Zahlreiche Gebäude erlitte« Be- schädigungen. Sogar in dem entfernt gelegenen Geschäftsviertel gerieten die Häuser ins Wanken, so daß man dort zunächst an ein Erdbeben glaubte. Die ersten elf geborgenen Toten waren Arbeiter. Die Wucht der Explosion wird durch die Tatsache illustriert, daß man zentnerschwere Stücke von Tankstahl eine Meile von der Unglücksstätte entfernt aufgesunden hat. Drei Häuserblocks entfernt Der Sonntag brachte einen„Bunten Slbend", der seinem Namen alle Ehre machte. Man hörte Fritz Kampers mit Rezitationen, Marcelle Rahna von der Haller-Revii«, den rundfunkerprobten Robert Koppel mit nouen und älteren Schlagern und das Schlier- seer Birtuosentrio. Ueber„Di«, wirtschostliche und sozial« Erneue- rung des schwarzen Erdteils" sprach Dr. Wolter Hagemann. Ueber- raschend schnell wird die europäische Zivilisation, aber auch die europäische Kultur unserer Tage von den Einwohnern Afrikas auf- genommen, so daß man oft äußerste Prnnitivität und treueste Nachahmung europäischer Sitten und Gebräuche dort unmittelbar neben- einander findet. Am Montag eröffnet« Prof. Hans B a l u s ch e k eine Bortrogsreihe„Arbeit und Leben" mit dem Vortrag..Gestaltungswille und künstlerische Kultur des Werktätigen". Dem Werktätigen soll, wenn er Neigung dazu hat, auch die Möglichkeit geboten werd-n, sich künstlerisch fortzubilden— lautete die Forderung Prof. Baluscheks. Im Rahmen von Volkshochschulen und anderen Fottbildungs- instituten sollen für die verschiedenen Kunstgebiete von Künstlern geleitete Kurse eingerichtet werden, die natürlich mir der Erziehung von Kunstdilettanten, nicht von berufsmäßigen Künstlern, dienen können. Aber vielen Kürsusteilnehmern dürfte aus der zeichne- rischen oder bildnerischen Schulung auch praktischer Nutzen für die Berufsarbeit erwachsen. Vor allem aber würden die Kurse Kunst- sreud« und Kunstverständnis in weitem Maße verbreiten helfen.— Prof. Dr. Fritz Lehrend beendete seinen Zyklus„Berlin und seine Literatur" mit einer Betrachtung der Berliner Literaturkreise„Vor und nach der Literaturreoolution der achtziger Jahr«". Der Vor- tragende zeigte den Zusammenhang des Naturalismus der freien Bühnen und der neuen freien Bühne mit den ersten Dramen von Hauptmann, von Arno Holz und Johanne» Schlaf— mit dem Boden Berlins.— Wilhelm Flügel gab eine Schilderung des beut- schen Beamtenstonde». wie er im Deutschen Beamtenbund oraani- siert ist.— Am Nachmittag erfreute ein Konzert blinder Künstler. Der Bsinden-Männergesanaoerein„Heimatklänge" unter Leitung von H. A. Lanae zeigte in ein-r Anzahl schwieriger Chorwerke ausgezeichnetes Können und großes musikalische» Feingefühl.— Der Abend gab Erinnernngey an Alt-Wien mit Walzern von Lan- ner, Joses und Iobann Straüß und Leo Falls sentimentalem Sing- spiel„Brüderlein sein". T e s. wurde ein Straßenbahnwagen zertrümmert, und sämtliche Fahrgäste trugen Verletzungen davon. Alle Krankenhäuser von Pittsburg sind mit Verletzten überfüllt. Räch den bis jetzt vorliegenden Berichten haben über 20 Personen den Tod gesunden. Mehrere hundert sind verletzt worden. Ueber I8SS000 Rundfunkteilnehmer. Wie wir erfahren, betrug die Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. November dieses Jahres im Deutschen Reich insgesamt 1 823 177. Davon entfielen auf die Sendebereiche Berlin 383 008, Köln 403 422, Hamburg 219 139, Leipzig 189 771, Frantsurt a. M. 137 632, München 104 839. Breslau 95 466, Stuttgart 60 814 und Königsberg i. Pr. 29 068 Teilnehmer. Et-t»»du»g«u tut bitfc Allbrit sind Berli» ES 68,«iudtsstr-cht 3, parieinachn'chien rSl fürGroß-Berlin stets an bas Bejirtssetr etcriat 2. Hof, 2 Step, recht», ja richte». 2. greis Tleeg-eten. Hcitfe, Dirnstag. 15. Siavember, 19% Übt, im Sc- zirksamt.«iapsto-titr. 24, Fortsetzung des Äutfus:.Entführung lir beiz Sozialismus". Leiter Otto Meier. M. d. L. Piinttliche» erscheinen er. wünscht.— Frei« Echusgerneinde Tirrgarieu. Mittwoch, Ii. Siovembrr, Bußtag, 1S% Uhr. im Lokal.Artushof". Perleberger Str. 29, Eiter». -Send. Gäste, durch Mitglieder elngefiihr!, sind freundlichst willtommen. 17.»reis Lichtenberg. Freie Echulgem-i-d». Heute, Dienstag, 15. Ro. vembcr. 19% Uhr, in der Aula de» Tä-ilienlwieum», Rathauostr.«. Oeffcntlicher Lichtbildcroartrag. Thema:.Das Landschulheim Zrrpen. schleuse". Referent Schulfreund Lehrer Mä-kc. Mle Eltern, Lehrer und Freunde der Schule sind hcrjlichll eingeladen. Die Versammlung beginnt pünktlich. Eintritt frei..... 18. Stets Weiße» sce. Der«rbriterbildungskursu,„Die Birtschaslsp°!)>ik ber Sazialdemokralic", Refereut Dr. Dlrch. wird am Donneroiag nicht UN Jugendheim, sondern im Schnlhau,.«ilhclmstraße, weltergeführ:. heute, Dienstag, 15. Rovember: 22. Abt. Von 19 bis 20 Uhr Abgabe der Resultate und d«r»etätigtrn Aus. nahmen bei R-dzaq. Brllsieler Str. 43. Jeder Bezirkosührer ist verrflichtet 25. 8bt"�9% Uhr im Werneuchener Schloß, Elbinger Str. 97, Werbezaht- -b-nd. Referent Stadtverordneter Max«emnitz. Gäste find herzlichst eingeladen. 53.«bt. Eharlottenburg. 20 Uhr bei Lux. Huttenstr. 28, Funktionärsitzung. ' Resultate von der Derbewoche find mitzubringen. 88. Abt. Marienbors. l9% Uhr Zahlalend«: 1., 2. und 7. Bezirk: Reu- ntenet, Schöncberger Ecke fiaiserstraße. Referent Stadtvormund Becker. il. bis G. Bezirk: Riendors. Chaussccstr. 19. 8. bi» lü. Bezirk: Schräder, Friedenftr. 5. Referent Oderrcgierungsrat Dr. Hirschfeld. Renkolln. 99. Abt. 19% Uhr bci Schabeiko, Seichselstr. ö. Sitzung sämtlicher FunkiiouLrc.— 9« Abt. Die Bcz'rkssUhrer werden umgehend ersucht, dag gesamte Adrrsienmeterial ihrer Funktionäre dem 1. Schriftführer. Genosscn Otto Hamann, jun., Neukölln, Herthastr. 23/24, bei Borkenhageu,/ zuzustellen. 198. Abt. liöpenick. Die Aufnahmcscheine der neugewonnenen Mitglieder sind bis spätestens Donnerstag, 17. November, von 18 bi» 19% Uhr beim Se» nossen Schubert, Schloßstr. 27 I, abzugeben. Morgeu, Mittwoch(Buhlag). 16. ttouetnber: 3. Abt. Die für Mittwoch angesetzte Funktionärsitzung findet»tcht statt. Da, Werbcresultat ist dem Abteiiungskafsierer sofort zu melden. 8. Abt. Besichtigung des Wefthafcns. Treffpunkt: 19 Uhr Westhasenstraße. am Eingang de» Westhascns. Teilnahme sämtlicher Mitglieder erwünscht. 7. Abt. 19% Uhr Zahlabcnde: Döll. Bergstr. 71. Dam», Schlegelstr. 9. Naufer, Bovenstr. 19. Sude, Etrelitzer Str. 55. Betrau. Pflugftr. 1. Vortrag:„Politische Tagesfragen". Referent Martin Stein. 11. Abt. 19 Uhr bei Bcrger. Levetzowstr. 21, Funktionärsitzung. Die aus den einzelnen Bezirken noch ausstehenden Werberesultate sind mttzu- bringen._. 13. Abt. 19 Uhr bei Liehftfj, Wilhelmshaoener Eck- Birken ftraße, Funk:.-. närfitzung. Werbereluitaie sind mitzubringen..„. 15. Abt. 19% Uhr gemeinsamer Zahlabend bci Schmiedl, Binttoplatz?. Bor, rag:„Die Bedeutung der Konsumgenossenschaft für die Araeiter klaff«".' Referent Bruno Groppier. Wegen der wichtigen Tagesordnung oälsicn alle Eenossen erscheinen._ 2». Abt. 19 Uhr gahlaberch in der Schule. Gotenburg er Str. 2. Vertrag: „Okkultismus und HopNoss". Refcrcnt Scnsss« Poltersdorf. Säfte find ivillkommen. 38.«bt. 17% Uhr In Schmidt« Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 86». Lichtbilder- oortrae:„Die deutsch« vochscekischcrei Tin Lichte der Volkseruährnng und Vdirszukunft". Referent Otto Roth. Eintritt für Erwachsene 39 Ps.. für Sinder 10 Pf. Die Mitglieder der anderen Abteilungen des 5. Kreises sind herzlichst willkommen. 47. Abt. 9 Uhr wichtige Funktionärsitzung bei Suhnert, Muskauer Str. 12, Eck- Pücklerstraße. Besv rechung unserer Weihnachtsfeier und Verschiedene--. 49.«bt. Schwerhörige.".....' T" Milglicdervcrsan Hanns Kamm. herzlichst«ingeladen...„.., JG.«bt. Eh-rl-tteaburg. 19 Uhr pünktlich Funkttonärsttzung bei Ltersch. Kantstr. 82. Sämtliche Unt-nkassiercr haben zu erscheinen und mit ihren Listen abzurechnen. Bericht über dir Werbearbeit.„„ 95.«bt. Neukölln. 18 Ubr bci Sricgcr, Lessingftr. 9. Vortrag des Sen-fftn Oberüber. Thema wird dort bekanntgegeben. Bericht von der Werben wochc. Nachdem gemütliches Beisammensein.„,. 198. Ab«. Söpenick. 18 Uhr pünktlich Borstands,"itzuitg mit den Bezirisführern im Stadttheater. Fricdrichstr. 6, Eitzungszimmer. Donnerstag. 17. November: 33. Abt. B-eeinignng für Schul- 29 Uhr in der Aula. Chreubcrasti Schwierigkeiten bei der Erziehung de« Großstab Frau Lotte Behüte. Erscheinen aller ist Pflicht..„. � 35. Abt/ Lichtbildernortrag:„Aus dem Lebe» der weltlichen Schule" und „Wae will die wettlicke Schule? Rcserent Lehrer Heinrich Mäcke. in den Prachlsäien de» Ostens. Frankfurter Alle». Beginn pünktlich>9% Ubr. Es wird erwartet, daß all- parteigcnösüfchcn Eltern rrlcheinen. B,d Mittwoch. 1« November, berichten all- Genossen, insbesondere die Funktionäre, dem Genossen Adolf Viertel, Schreinerstr. 38. über die Er. qebnisse der Wersiewoche.,, 3«.«bt. Anläßlich der Eröffnung-in»r weltlichen Schule im Biehhofoiertel findet 19% Uhr in den Prachlsäle» de» Ostens. Frankwrl-r Allee 47. ein Lichtbildervortrag mit dem Thema:„Aus dem Leben der weltlichen wchuir. Referent Lehrer Heinrich Mäcke. statt. Alle interessierten Genossinnen und Genossen find hiermit eingeladen.„.. 93.«bt. Neukölln. 19% Uhr bei Zimmermann, Stuttgarter Str. 44, Fuuktto. närsitzung. Die Lehren der Wcrbcwoche. Arauenveranstallungen: 2. Srei» Tiergarten. Agitation und Arbeiierwohlsahrt. Donnerstag, 17. Ro- nember. 19 Uhr, wichtige Funlktonärinnensitzung bei Trümpcr, glcns- bnrgcr Str. 3. 29. Abt. Der Kursusabend am Dienstag, 15. November, fällt aus. Nächster »ursusabend am Dienstag, 22. November. 78. Abt. Schöncberg. Mittwotf� 16. November. 19% Uhr, aemlltNchcs Bei- fammcnfein bei der Eenolfin Krone. Tempcihofer Str. 16. Die Genossinnen sind alle herzlichst»ingeloden. 129. Abt. Feiedrichsfeldc. Dienstag, 15. November. 20 Uhr, Frauenabcnb bei Kottko. Prinzen., Erle Eopriviallcc. Bortrag der Genossin Elfe Schetbrn» huber über„Der Sinn der sozialistischen Frauenbewegung". Gäste sind herzllchst willkommen. Jungsozialisien. beute, Dienstag. 15. November. 29 Uhr, in der Bibliothek Weichsclstr. 2« Literorischer Abend.— Gruppe ReulSV« li Morgen, Mittwoch, 16. November, 20 Uhr, in der Echule Bergstr. IS Arbeitsgemein' schaft: �taat-aussassungen des 10. und 20. Jahrhunderts und Uder Anwendung in der Politik. Referent Studienrat Erwin Marquardt. Kinder freunde Grofz-Verlin. .. 15-, Rovember, findet um 29 Uhr in der Geschäsi-st-ll- die Hohn. jkein.Acbeitsflf'nelnfchott statt. Donnerstag, 17. Rovcmbcr, 20 Uhr. im Hetm Tieckfir. 18 V-Iferschule. Donncrsiag, 17. November. 20 Uhr. im Rathaus Nemolln tz-kMiNar 9 m ftrcitag, 18. November, findet um 19'.-� Uhr in der StaMhauc Hlofterftcassc die Kundgebung der Jugend gegen den Alkohol statt. z�'drn Swb?!fem5!ähl-n.«"chl-Ise» �ilig.., da auch wir Heimabend der Zehn, b!« Zwölfjährigen Dienstag« Mnk.lich" Ar trifft sich am Mittwoch traße. Befv�ämng unserer Weihnaattsteicr und<>crichievcne.-. hörige. 19% Uhr im Jugendheim. Lindenftr. 3, 2. Hof 3 Tr. rfammlung. Bortrag:„sozialistische Bußtagsfelcr". Referent m Gäste und Svmp-thisicrende, sowie alle Mitglieder sind >l. und Erzlehuagssragea. Stealauer Tor. rgstr. 24. Perfammlung. Thema:.�Besonder: :zl-hung des Kroßstabttindes". Refcrentnr kostet eine» Groschen.— Jeden Abenden. • chenosseuschafUiltz»egauifieete Parteigenosse» untz �>-ncssi»»«». die zur 24. n snUstrlner Platz 4) und 177. TConge Str. 85) Ware». abgabestc� der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend gehöre«, sind hier. ?\ 8»«ilnabaee an einer drinaenden Zusammenkunft am Mitkwoch sButz. ? w? l Lokal von«romphardt. Paul-SInzer-Str. 48, ein- geladen. Parteibuch legitimier«. öfil • Dos ideale 3Ct>*% Abfuhr-Konfekt V, ARNAUD (J)Iq .»..■ jn btauQt Packung. 5, , Lq istmJM afomatlsch. Cüxq__ sprochen weiche Wlsch.arvg. PDer Bachmann untefschaidet weichß u/ui hafte Ttlischungon bei dar CigatQtta. wie es weiches und hartes Wassert qibt. 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Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber«he ich Ihnen mehr sage, lesen Sie den folgenden Brief: Ich bin von der Wirkung Ihres wundervollen Präparats„Oichtosint" förmlich überrascht, es hat nicht nur meine Hoffnungen erfüllt, sondern bei weitem übertroffcn, wofür ich Ihnen meinen herzlichsten Dank an dieser Stelle ausspreche Schon am zweiten Tage nach dem Gebrauch von Eichtosint waren die fürchterlichen Schmerzen, die mir des öfteren die ganze Nachtruhe raubten, nicht mehr so heftig und konnte ich daher, seit einigen Jahren zum ersten Mal«, einen erquickenden, ruhigen Schlaf finden. Seitdem ließen die Schmerzen täglich immer mehr nach, und kann Ihnen heule zu meiner größten Freude mitteilen, daß alle Schmerzen spurlos verschwunden find und ich mich wieder wie neu geboren fühle. Hochachtungsvoll I. M. i. M. 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Residenz-Theaftr Tägl. 8'/, Uhr: Das Rätsel von Konnersreuth akt Schauspiel von S Wilheimy Bußtag nachm. 6 Uhr: Frau Holle Neues Theater am Zoo Täglich 8 Uhr Die Hotelratte Operette v.Bromme l itt Hcdn. Paul Kiiikniun Morgen Buhfag 8 lihr. Dornenweg Säumpiil«eo f. Philip». Hialia-Ileatsr S Uhr Der rote Halm Th. in iiniralspalas Täglich 8V. Uhr mm BEVÜE .Wani Diid woi' Metropol- lOperellenkaus auch Bußtag I Tägl.S'/. Uhr Paganini Opiisite vn ftZw Uhir. ■/iilha Sirak. Edaardliün > es, Lutie Pieteiniusen, lilli tirty. Mir Hill n.i, Philharmonie 8 Uhr KONZERT des Philharm. Orch. Virig. Arnold Ebel Arnold Ebel'sche Chorvereinigung. DieSchöpiung. J Huyän Wamalta• Tlieoi Täglich 8>', Uhr: Di Rsdesbainer IdiloSsteliteiBe Linde Parkett statt 4 Mk ägl. auch Sonntags nur 60 Pt. Bußtag; nachm. 6 Uhr: Hänsel u. Bretel Parkett v. 30 Pf. an. Lastsplcthaas " g'/i Uhr „Zimer Ilo.l3" Kose-Tleater 8V4 Uhr: CharleysTante Pianetarinn an Zoo '/erlaog. 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SteUcngesucbe das erste Wort(fen) 13 PfM jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Bachstabeo zählen doppelt 1 Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen blsfh-l'hrnachmittaes In der Haupt- exoedition des Vorwärts, Berlin SW. Undenstralleä, abgegeben werden. 1 Dieselbe Ist von morgensS''.-iilir bis 1 nebm. Slibr ununterbrochen gedlfnet Verkäufe' Tiichleee!. lompltff eingerichtet, preiswert verlauflich. Lagcrlarle 33. WIN mcrsdari 2._•■ Magdeburger werden allwöchenUich mit Olvcnsfedfer Landwurst frei Haus beliefert. Prima Bratwurst Pfund 2,—, In Rot- und Leberwurst Pfund 1,40. Näheres Lagerlarte 12Ü III, Postamt S. 42.* abrilate tilr Hausbedarf und Gewerbe. iöchcntlich 8.-. Fischer. Potsdamer- straße 103.______ Dürlopp-Nähmafchincn gegen 3-Mart- Wochenraten. Wlosst, Brunnenstraße 185. zwifdien Rofenthalerpiaß und Invaii benstraße. Norden 118. SriclentuiissZSlücße. VlZZrde us« Leihhau« Spiegrl, Chausseestrage 7. 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Als man im mitteldeutschen Bergarbeiterstreik die Braun- kohlenarbeiterlöhne die elendesten in Deutschland genannt hat, hat man den deutschen Zigorrcnarbeitern und -arbeiterinnen Unrecht getan. Ihre Lage ist noch unver. gleichlich elender: nach den amtlichen Angaben der Tabakberufsge- nossenschaft wurden im Jahre 1926 bei 85 609 Vollarbeitern(1 Voll- arbeiter--- 300 Tage X 8 Stunden gerechnet) eine Lohnsumme von 80,16 Millionen Mark festgestellt. Das entspricht einer Jahres- bezahlung von täglich 8 Stunden Arbeit(Brutt»!I) von 9Z7 Mark! Auf die Woche berechnet ein Lohn von noch nicht 19 Mark! Dos ist der soziale Hintergrund jener für ganz Deutschland vom Reichsverband der Zigarrenfabrikanten seit gestern vollzogenen Aus- spcrrung! Tarifbruch der Unternehmer— systematische Aushungerung— schwarze Listen! Es ist müßig, angesichts dieser einen erschütternden Tatsache über die Frage der Taristreue zu rechten. Vor dem G e- setz mögen die verzweifelnden Arbeiter und Arbeiterinnen in den wenigen wirklich zuerst bestreikten Betrieben im Unrecht gewesen sein. Die Unternehmer aber haben sich vierfach ins Unrecht gesetzt: durch die von ihnen gezahlten unqualifizierbaren .Hungerlöhne, durch die Nichtachtung der unbestreitbaren Tat- fache, daß die Arbeiter o e r b ä n d c die Taristreue nicht ge> krochen haben, durch die vom Reichsverband als Druckmittel verfügte Aussperrung sämtlicher deutschen Zigarrenarbeiter, wodurch er selbst die Taristreue auss schwerste verletzt hat. und durch die Tat- fache, daß die Zigarrenfabrikanten in scharfmacherischer Absicht und ohne durch die Wirtschaftslage dazu gezwungen zu sein, die Gcnerolausspcrrung angeordnet haben. Der Rcichsverband der Zigorrenhersteller hat das von ihm be- gangene Unrecht vertausendfacht durch Abreden mit anderen Arbeit- geberverbönden, daß lein Ausgesperrter irgendwo sonst Arbeit erhallen darf, daß seine Mitglieder bei Nichtbefolgung des Aussperrungsbefehls mit dem Hundertfachen des Jahres- beitrags bestraft werden, daß kein Ausgesperrter innerhalb acht Wochen nach der Aussperrung bei einer anderen Firma wieder beschäftigt werden darf, bevor sich die betreffenden Firmen miteinander über die«inzustellenden Arbeitnehmer verständigt haben (schwarze Listen). Planmäßiger Tarifbruch, systematisch organisierte Aushungerung von über 100 000 schuldlosen, ohnehin lebenslang unter der Hungerpeitsche niedergehauenen Menschen, schwarze Listen zum Boykott der Mißliebigen: damit haben die Zigarrenfabritonten in den Augen der Oeffentlichkeit sich selbst das I! r t e i l g e s p r o ch c n. Es ist nur selbstverständlich, daß schon aus moralischen Gründen die drei Fabriken der Großeinkaufs- gese lisch a st deutscher Konsumvereine(GEG.-Hamburg) diese Aussperrung nicht mitmachen. Steigeader verbrauch— sinkend« Sofien. Vergeblich hoffen die scharfmacherischen Unternehmer und Syndizi darauf, die Oeffentlichkeit müsse die ewige Klage über die schlechte Lage der Zigarrenindustrie als bare Münze nehmen, weil man die Tausende von kleinen in ganz Deutschlaich verstteuten Fabriken nicht übersehen kann. Aber es gibt amtliche Zahlen, aus denen alles gegen diese fortdauernden Klagen spricht. Nach den Ziffern der Tabakberufsgenostenschast nahmen Beschäft:- gung und Produktion der Zigarrenindustrie seit der Währungs- stobilisierung folgende Entwicklung: Zahl der Zigarrenfabriten.... Gesamtzahl aller Tabak- Boll- arbeiter(Vollarbeiter>--- ZOO X 8 Stunden gerechnet)..... Zigarrenarbeiter allein nach der Betriebsstatistik des deutsch. Äibak- arbeiter-Verbandes(wirkliche Personenzahl....... Versteuerte Zigarrenherstellung (Milliarden Stück)..... 1924 5 219 153 000 118 553 5,39 1925 4 891 1926 4 595 143 000 122 000 112161 113 495 5,75 5,9 Nach diesen Ziffern hat, wenn man die Zahlen der Erzeuger- betriebe mit den vom Tabakarbesterverband festgestellten Zahlen der Beschäftigten vergleicht, die Zahl der Betriebe schneller abge- nommen als die Zahl der Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Beob- achtung von Jahrzehnten zeigt, daß der Anteil der schlechtbezahllen weiblichen Arbeitskräfte ständig anwächst: er beträgt heute nicht weniger als 85 Prozent. Dagegen ist die Produktion seit 1924 ununterbrochen gestiegen. Mit einer beachtlichen Kon- zentration der Betrieb« ging daher bei steigender Produktion eine Verringerung des Arbeitsaufwandes einher, die noch sehr viel deutlicher erkennbar ist, wenn man ine steigende Produktion mit der Abnahme der von der Tobakberufsgenossenschaft e r- rechneten Dollarbester in Beziehung setzt. Lukrative Srobbetriebe.— Ein natürliche» Marktmouopol. Dabei ist der Umfang der grobbetrieblichen Produktion keineswegs so gering, wie man für die Zigarrenindustrie gewöhnlich annimmt. Eine Untersuchung au» dem Jahre 1926 zeigt, daß von 3147 untersuchten Betrieben hatten: bis 19 Arbeit. 2473 Fabriken m. schätzungsw. 25000 Arbeit. von 20 bis 99„ 493„„„ 20000 „ 100„ 199„ 95„„„ 12000„ „ 200„ 999„ 80., 32000„ 1000 und mehr„ 6„ 9000 Auf 86 ausgesprochene Großbetriebe mit über 200 Arbeitern entfallen danach über 40 000 Arbeiter. Obwohl diese Großbetriebe zweifellos mit verhältnismäßig niedrigeren Kosten arbeiten, selbst dann, wenn auch hier Handarbeit vorherrscht, profitieren sie von den durch die Kleinbetriebe niedrig gehaltenen Löhnen und von den durch die massenhaften Kleinbetriebe sicher nicht nach unten beein- slußten Proisen. Im Verhällnis werden in Deutschland nur sehr wenig ausländische Zigarren geraucht, und um die großen hoch- leistungsfähigen Fabriken mit einiger Aussicht auf dauernden Er- folg unterbieten zu können, haben die kleinen Fabrikanten wenig Gelegenheit. So ist der durch den Geschmack der Raucher praktisch monopolisierte deutsche Absatzmarkt für die großen Betriebe die Quelle einer hohen und für die überwiegende Mehrzahl der übrigen Betriebe einer ausreichenden Rentabilität. In der Tot hat man wenig von Schwierigkeiten gehört, die für die ganze Zigarreninduftrie gellen würden. Im Gegenteil, es gibt im Nord Westen und Nordosten eine Anzahl von als Schwerverdiener bekannten Großproduzenten. Die oft gehörte Behauptung von der Verdrängung der Zigarre durch die Zigarette und Pfeife dürfte, da seit 1924 die Zigarrenproduktion ununterbrochen gestiegen ist, indasReichderFabel gehören. Das glänzende Konjunktur- jähr 1927 aber dürste nicht nur die Zahl der Zigarrenrauchcr, sondern vor allem auch die gekaufte Qualität, den bezahlten Preis und den Gewinn der Zigarrenfabritonten beträchtlich er- höht haben. Kaum Sleuerrückstäade— aber vielfach Ucberstundenorbeit. Gin Merkmal dafür, daß es der Zigarrenindustrie im ganzen sehr gut geht, ist auch die Erfüllung der Steuerverpflich- tungen, bei der es km Verhältnis Zur Zigarettenindustric wenig Rückstände geben soll. Das ist um so wichtiger, afs nach der herrschen den Praxis die gekauften Banderolen erst nach der Erfüllung oller Privatverpflichtungen bezahll werden. Im Gegensatz zur Zigarettev- industrie waren in den Zigarrenfabriten noch äußerst wenig Buch- Prüfungen erforderlich. Auch die Lieferungsbedingungen und die zoll- und steuergesetz- lichen Bestimmungen sind für die Rentabilität und Zahlungsflüssig- keit der Zigarreninduftrie günstig: Rohtabak wird gewöhnlich unter Eigentumsvorbehall auf 6 M o n o t e Z i e l.geliefert, der Zoll gegen Sicherheit g e st u n d e t und die Banderolenzohlnng auf 3A Monate aufgeschoben. Zu einem gewissen Teil werden Lohn- und sonstige Kosten aus den langen Stundungen und Zahlungsauf- schüben finanziert. Dabei wird durch Steuerläger des Groß- Handel» den Fabrikanten vielfach die Lagerung abgenommen. Ein besonderes Merkmal der Rentabilität ist die vielfach herrschende laufende Ueberbeschäftigung. Ein uns be tanntes Großwerk läßt seit Monaten 54 bis 57 Stunden in der lEJs gih noch Uhcrrascliungoil i Massary-Privat, die neue 4- Pfg.- Zigarette ohne Mundstück hat alle Raucher aufgerüttelt, die gleichgültigen und die verwöhnten./ Ja, ist denn das möglich: für 4 Pfennige eine vollwertige, überaus milde Zigarette von köstlichster Eigenart?/ Es ist möglich! Allerdings: die Packung mußten wir schmucklos einfach halten. Aber den Tabak haben wir uns etwas kosten lassen!/ Auch der Laie, auch der Gelegenheitsraucher merkt sofort, daßMassary-Privateineganzaußer- gewöhnliche Leistung verkörpert. Machen Sie einen Versuch:Sie werden aufs angenehmste überrascht sein. assary-Privat ohneAtundstuch rund u. flach mild u. hlumlg W istTahak!(Urteilen fie seihst l) Woche arbeiten, bezahlt gern 15 und 25 Proz. Zuschläge, wird noch I über Weihnachten hinaus 57 Stunden arbeiten lassen und hat noch' massenhafte Aufträge für das nächste Jahr. Die llttlernehmer kämpfen für keine gerechte Sache. So ergibt sich aus allem, daß der Reichsverband der Zigarren- fabrikanten mit der Treu und Glauben ins Gesicht schlagenden Ge- faintaussperrung nicht der Verteidigung wirklich berechtigter und gerechter Interessen dient, wje er es wahr haben möchte. Die Zigarrenfabrikanten haben vielmehr bewußt zum Schlage ausgeholt, die Gelegenheit kleiner wilder Streiks beim Schopf packend, um ihre Belegschaften ans alle Fälle die Faust des Herrn spüren zu lassen, obwohl sie wisien, daß die Elendslöhne ihrer Belegschaften in Deutschland einzig dastehen. Sie handeln auch nicht ehrlich mit der Behauptung, daß sie sich nicht durch Streiks das Weihnachtsgeschäft verderben lassen wollen. Sie handeln viel mehr nur eigennützig, weil am 14. November, dem Tag der Aus- spcrrung. die Produktion für das Weihnachtsgeschäft seit Wochen beendet ist und ihnen die Aussperrung eine willkommene Gelegenheit ist, die den Markt von Schleuder- waren reinigt, die Nachfrage verschärst und die Preisbildung für die Fabrikanten begünstigt. In denselben Wochen und Monaten. wo die Fabrikanten ihre Haupteinnahmen erwarten, die Produktion aber zurückgeht, werden die Belegschaften auf die Straße geworfen, obwohl diese im ganzen Jahre nie so dringend ihren armseligen Lohn und ihre Beschäftigung brauchen, wie zum Winterbeginn und kurz vor Weihnachten. Die Sympathien gehören den Zigarrenarbeitern. Es ist für einen gerecht denkenden Menschen unmöglich, bei dieser Lage den ausgesperrten Zigarrenarbeitern nicht restlos feine Sym- pathie zu schenken. Fünfzehn Jahre lang haben die Zigarrenarbefter und-arbeiterinnen trotz ihrer Elendslöhne Tariftreue und einen wirklich guten Willen bewiesen; während 15 Iahren kam es zu keinem großen Streik. Schon einmal hoben in diesem Frühjahr die Zigarrcnfabrikanten zum Zweck der Aussperrung eine Gesamtkündigung vorgenommen, weil sie gerechte Lohn- crhöhungen in einem ihnen nicht passenden Maß erwarten mußten. Sie erreichten auch, daß das Rcichsarbeitsministerium die-Ver- bindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches ablehnte und so den Belegschaften einen durchaus u n gerechten Ätris ausdrängte. Nachdem jetzt dos Elend' die Fesseln gesprengt hat, die Fabrikanten den Elenden noch die Faust in den Nacken gestoßen haben, die Aus- sperrung von allen Verbänden mit einer Lohnforderung von 15 Proz. oder durchschnittlich 2,85 Mark für sechs Arbeits- und sieben Lebenstage beantwortet worden ist— muß die Oeffent- lichteit dem Recht der Zigarrenarbeitcr und-ar- beiterinnen zum Siege verhelfen. Kords Geheimnis. Käuferpsychologie und amerikanischer Automobilmarkt. Es ist nicht ohne weiteres richtig, wenn man das laufende Jahr. als ein schlechtes Jahr für die amerikanische Automobil- industri« bezeichnet, oder wenn man den sinkenden Automobilabsatz in Amerika als ein Zeichen derBerschlechterungderame r i- konischen Konjunktur betrachtet. Es. ist vielmehr so, daß die ganze Industrie sehr gut bejchästigt ist, bis oüf eine Firma, die ihre Produktion erst eingeschränkt und dann gänzlich eingestellt hat. Diese Firma ist aber niemand anderes als, Ford, der 1925 noch etwa 41) und 1926 etwa 30 Proz. aller amerikanischen Automobile herstellte. Es liegt auf der Hand, daß die Einstellung de r Produktion bei Ford nicht ohne großen Einfluß auf den Markt bleiben konnte. Erstens war der Fordwagen der billigste von allen, und nicht jeder, der Ford kaufen konnte, konnte auch einen anderen Wagen kaufen. Der billige Fordwagen verlor zwar allmählich seinen Absatz zugunsten der teueren Wagen; der Absatz blieb aber noch sehr groß. zweitens wird der Markt durch dos«Geheimnis von Ford",.Ford M y st e r y", desorganisiert! Hunderttausend«, die im Begriff sind, Autos zu kaufen, wart«» auf das Erscheinen des neuen Ford- Modells, um erst dann ihre Wohl zu tressen, wenn die neuen Fordwagen da sein werden. Infolgedessen kam der Ausfall d«r Ford- Produktion nur zum Teil den anderen zugute. In neun Monaten(Januar— September) dieses Jahres ist die gesamte Automobilproduktion im Vergleich mit derselben Periode 1926 von 3 648 788 auf 3 017 839 Wagen gesunken, d. h. um rund 630 000. Der Produktionsaussall bei Ford macht« ollein 895 000 Wagen aus, die übrige Industrie hat aber nur um 263 00 inehr, als im vorigen Jahre, produziert. Betrachtet man die Entwicklung der Produktion von Monat zu Monat, so findet man, daß die gesamte Industrie ohneFordsichbisAugust ungefähr so entwickelte, wie es nach der Erfahrung der vorigen Jahre zu erwarten war, wo die Produktion der übrigen Industrie aus Kosten von Ford von Jahr zu Jahr zunahm, d. h. so, als ob Ford weiter im vollen Umfang gearbeitet hätte. Werbekundgebungen. Heute. Dienstag, de« IS. November: Schöneberg-Friedenau: 19 K Uhr in der Zlula der Hohen- zollernschule, Belziger Ecke Eisenacher Str. Redner: Dr. Rudolf Hilferding, M. d. R. Heiligensee: 20 Uhr im Lokal Weidmann, Am Flugplatz. Redner: Erich Fraenkel. Frauenwerbeveranfialtung. 129/30. Abt. Pankow: Heute. Dienstag, den 15. November, abends 20 Uhr. bei Mees, Pankow, Berliner Straße Ecke Lindenpromenade, Vortrag des Genosten Dr. Friedeberger über:„Die Aufgaben der SPD. in der Sozialpolitik, ins- besondere im Hinblick auf die Gesundheitsfürsorge". Die Genossinnen werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen. Automobilindustrie ohne Ford Ford Aufsallend ist, wie im September 1927 die Produktion der Auto- Mobilindustrie auf die Höhe des vorigen Jahres zurückgekehrt ist, obwohl im vorigen September darüber hinaus noch 137 600 Ford- wagen produziert wurden, die jetzt vollständig fehlen! Als Ursache dieses Rückganges wird die starke Zurückhaltung der K a u f e r angegeben, weil das Erscheinen des neuen Fordwogens schon im Oktober erwartet wurde(was aber nicht geschehen ist). Als Zeichen der Konjunkturverschlechterung muß man den Rückgang der Automobilproduktion wohl mehr in dem Sinne auffassen, als dieser Rückgang selbst die Konjunkturentwicklung ungünstig beeinflußt. Wichtig und hochinteressant ist der Zusammenhang zwischen- Käuferpsychologie und Produktion, die»Fords Geheimnis" möglicherweise zu einem großen Geschäft werden läßt. Konzentration für Vergwertsmafchinen. die Zusammenschlußbestrebungen in der rheimsch-west- rauschen Bergwerksmaschinenindustrie haben wir schon kurz Mittei- Jung gemacht. Wie letzt im Geschäftsbericht der Maschinenfabrik f" ch in Herne ausgeführt wird, ist die Fusion derart erfolgt, daß die Gewerllchaft Schüchtermann u. Kremer in Dort- ssVnd mit der Baum A-G. verschmolzen wird und die neue Gesellschaft unter gemeinsamer Firmenbezeichnung vom t August ?n Aktion tritt._ Das zur Durchführung der Fusion von 2,4 auf 6,6 Mill. M. erhöhte Aktienkapital der Baum A.-G. verteill sich auf die beiden Partner in, Verhältnis 7: 4 zugrunsten von Schüch- termonn u. Kremer. Da dieses Unternehmen bereits über die Hälfte des allen Baum-Kapitals besaß und außerdem noch kurz vorher die Aufbereitungs» A..Ä. in Essen mit 200 000 M. Kapital aufqrtauft hat. ist sein Einfluß in der neuen Gesellschaft aus. fchlogiebend. Dieser Zusammenschluß dient ausschließlich dem Zweck der Ra- tionallsierung, da finanzielle Schwierigkellen bei keiner der drei Ge- sellschaften vorliegen. Insbesondere erwarten die Verwallungen durch Zusammenfassung der in diesem Maschinenfach sehr umfang- reichen Projektausarbeitung und der gesamten Betriebe große Kostenersparnisse. In chrem Geschäftsbericht klagt die Maschinenfabrik Baum zwar über die Einschränkungen, die ihr Absatz durch die Stillegungen von Gruben und Aufbereitungsanlagen in der Rationalisserungsepochs der Zechenindustrie erfuhr, jedoch zeigt der Abschluß, daß die M«- chaniscrung der arbeitenden Zechen diesen Ausfall zum mindestens wettmacht. Wie im vergangenen Jahre kann wieder eine Dividende von 5 Proz. gezahlt werden. Die von 1,4 auf 2,1 Mill. M. gestiegenen Anzahlungen und Verpflichtungen und die mit rund einer Million verdreifachten Vorräte, fertige Erzeugnisse und Montagen lassen eine verstärkte Tätigkest erkennen. Die Forderungen sind mit 2 Mill. M. etwas höher ausgewiesen. Die neue Gesellschaft, die eine Belegschaft von etwa 4 500 Mann hat, beginnt ihre Tätigkeit mit einem sehr guten Auftrags- bestand. Bei der Maschinenfabrik Baum sind die Aufträge gegen das Vorjahr verdoppelt und reichen bis zum Frühjahr, wäh- rend die kleine Ausbereitungs-A.-G. in Essen Aufträge von etwa drei Millionen mitbringt._ Neue Preiserhöhungen! Was denkt der Herr AeichswirtschostSminiffer? Di« einzelnen Verbände der Werkzeugindustrie haben ihre Preis« erhöht: Der Feilenbund um 10 Prozent, der Deutsche Sägen, und Maschinemnesserbund um 10 Prozent, der Deutsche Wertzeugbund vorläufig um 5 Prozent. Uns ist bekannt, daß der Herr Reichswirtschaftsminister Preis- erhöhungcn nicht nur nicht gerne sieht, fondern auch um die Senkung der Preise bemüht fein will. Der Arbeiterschaft gegenüber hat er sich im besonderen dafür stark gemacht. Wir haben heute keine be- sonderen Wünsche on den Herrn Reichswirtschaftsmimster; aber wir möchten die obige Meldung zum Anlaß nehmen, den Herrn Reichs- wirtschaftsminister darauf aufmerksam zu machen, daß fast täglich ähnlid)« Preiserhöhungen gemeldet werden. Fast alle gemeldeten Preiserhöhungen erklillrL, sich eindeutig au» dem Willen, die gegen- würtige günstig«'Konjunktur gründlich auszunutzen. Di- Preis- erhöhungcn stehen mit den Erklärungen des Herrn Reichswirtschafts- Ministers in Widerspruch. Große Steigerung der Hektarerträge für 1927. Die Preisbe- richtsftelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat hat ihre Erhebungen über den Hektarertrag der Ernte 1927 durchae- führt. Danach ergeben sich pro Hektar in Doppelzentnern für Winterweizen 19,2(1926 15,9), Sommerweizen 18,2(16,6), Winterroggen 14,3(13,2), Wintergerste 22,7(20,3), Sommergerste 16,7 (15,1), Hafer 16,6(16,7), Kartoffeln 136(116,7). Die Hektar- erträgnisse sind also durchweg bedeutend höher als im Vorjahre, wodurch die Uebertreibungen hinsichtlich der auch mengenmäßig schlecht ausgefallenen Ernte 1927 wohl ein für allemal abgetan sein dürften. Eine neue Zuckerkouvention? Wie aus Paris gemeldet wird. sollen aus der internationalen Zuckerkonferenz, die sell Anfang voriger Woche tagt, die Vertreter Kubas und die Pro- duzenten Deutschlands, Polens und der T s ch e ch o- s l o w a k e i sich sowell geeinigt habetu daß die Unterzeichnung einer neuen Zucker k o nve nti o n unmittelbar bevorsteht. In dieser Konvention verpflichtet sich Kuba, seine Produktion auf vier Mil- lionen Tonnen einzuschränken, während die Vertreter der europäischen Zuckerproduzenten die Anbaufläche nicht mehr erweitern sollen._ Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin. Kundgebung gegen de» Tchanlftättengcsetzentniuft ventber, 19J4 Uhr, in der Stndthalle Klosterstratze. Redl um Freitag, 18. Ra. Redner: Wilhelm Sollmann, Ohne Eintritts. . d. R., Clara Bohm-Echuch, M. d. R., Dr. Iuliusburger. _tte lein Zutritt. Erster politischer Znformatiousalend Sonnabend, 18. November, Uhr, im großen Saal des Bczirtsamts Kreutberg. Porckstr. U. Senosse Dr. P. Herh, M. d. R., spricht llber dos Thema:„Die Politik der jungen Se�cratwn." Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. heute. Dienstag, IS. November. 19� Ahr: Brnnncnptnh: Weltliche Schule Wiesen. Eck- Pankstraße..Alkoholfragen.- — Gesundbrunnen: Sckulc Eotcnburger Str. 2..Der Jugendliche vor dem Slrafrichter."— Wedding-Nord: Heim See. Ecke Turiner Straßc..Worum sind mir Kriegsgegner?"— Nordost: Heim Tanziger Str. 62..Die Eni. wicklungsjahre der Jugend."— Sencfelder-Bicrtcl: Heim Danziger Str. 62. .Achtstundentag und seine gesetzliche Regelung."— Zenrtum: Heim Lands- dcrger Str. 50..Heinrich Heine: Ruch der Lieder."— Dch-oeberg I: Heim Hauptstr. 15..Wir und die Gewerkschaft."— Eborlotteubuia: Heim Rosinen. straßc 4.„Revolutionäre Dichtungen."— Halensce: Schule Zoachim-Friedrich- Straßc 85.„Politische Morde und ihre Schandjustiz."— Lichterselb«: Heim Lichieitclde-Wlst, Albrcchtstr. Ua..Revolutionen und Putsche in Deutschlands — Reulella I: Heim Sander- Ecke Hobrechtstraße.„CAZ."— Neukölln II: Heim Ettenmetzstr. LH„Revolutionsgedenktag."— Neukölln IV: Heim Nogat- straße 53..6213. und Kirche. Reiaickendors-vst: Heim Restdcnzstraße. Literarischer Abend.— Rieberschönhausen: Schul« Bionienburger Sir. 76. „Unsere Zeitschrist."— Neukölln V: Heim Äanncr Straße. Proletarischer Dichtcrabcnd. Wcrdebczirk Lichtenberg: Iahn-Realgymnostum, Marktstr. 2/8...Politischer 2UPeitszirkel." Berbebezirk Schon«bc«: Svmnastikkursus 21—22 Uhr Tcmprlhoser Weg. Fahrt nach Zossen(nicht Tiefens««). Treffpunkt 18 Uhr Kaiser-Wilhelm-PIatz. Nachzügler Mittwoch früh 7 Uhr ebendort. Kursusteilnchmcr beteiligen sich. »ezirk Schöneberg: Enmna : Zossen(nicht Tiefenfee). -Mittwoch früh 7 Uhr eb Morgen. Mittwoch. 16. November: Bedding: 1 Uhr Inno! Hof: Fahrt Bernau. «t. Treffpunkt 7(4 Uhr Bahnhof Webding. Abends in» unter Abend.— Rosenthaler Vorstadt: Fahrt. Treffpunkt straße Ecke Wilhelmufer(Röhe Lehrter Bahnhof).— Tempel» Treffpunkt 7(4- Uhr Bahnhof Tempelhof. 18 Uhr Funk. tionoriitzung vkim Genossen Busse, Germaniastr. 45.— Lichtenberg. Nord: Fahrt mit Mitte und West nach Bernau. Treffpunkt 6% Uhr Bahnhos Frankfurter Allee.— Reichend« rgcr Viertel: Reichcnberger Str. 66. Satirischer Abend.— Spnvdane Heim Lindenufer l. Rezitotionsabcnd.— Wannfee: Schul« Char. loitenstraße. Heilerer Abend.— Kaulsbors: Schule Adolfstraße..Lypno!«." Werbcbez'rk Srenzberg: Das Heim bleibt geschlossen. Freitag: Beginn des Bildungskurius im Lindenheim pünktlich 18(4 Uhr. Alle Genossen, die nicht teilnehmen, gehen nach der Etadthallr. Ein« Gefahr für jeden bilden die Erkaltungen mannigfacher Art, dl« sich leicht Lu schweren akuten oder chronischen Krankheiten ou»n>achs-n. Da helfen vortrefflich die echten Emser Vorbeugungs» und Heilmittel: Kränchen, Pastille» und Quellfalz, feit alters bewährt gegen Katarrhe. Asthma, Husten. Heiserkeit, Berschleimung, auch Gripp« und deren Folgen, Magenläure kSodbrennen) sowie harnsaure Diathese. Dos aus natlirlichcm Emser Quellsal, hergestellte Emsolitch ist ein' Mundpflegemlktel Äan'ibäsondevs hochwertigen OuakWäten: es verhindert die Bildung von Zahnstein. Sämtliche echun Emfcr Erzeugnisse, in Apothekcn.. Drogerien,. Mineralwasserhandlungen und einschlägigen. Geschäften erhältlich.' tragen die bekannte Schußmarlc.Ems"; achten Sie daraus, um vor Fälschungeu oder Ersatz geschützt zu ftln. DeDMer MetalMiter-TeM Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Eisenformer Nermsnn Ihm am 13. Novemter gestorben ist.— Die Einäscherung findet am Donner»- tag. dem>7. November, 13 Uhr, im Kremaiorlum Gerichtstraße statt. Ferner verstarb unser Kollege der Schlosser Kurt Richter am 13. November.— Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem>7 Z!ov., 18 Uhr, im Krematorium Sericht- straßc statt. Ehre ihrem Andenke» l Rege Beteiligung wird erwartet Die Ortsverwaltung. Für die erwiesene Teilnaftme bei der Bestoltung meines lieben Mannes und Dalers Friedrich Drogge sagen wir allen Parteigenossen nnd Senolstimen. sowie auch den Kollegen und Kolleginnen, Freunden und Be- k-nnten. ebenfall» den Herren Roth und Gerber unseren herzttchften Dank Berlin-Neutälln. Verla Vioxxv and Sohn. leMMIMM-llMl! «MiZamnö.SewlismW viaastag, den kS November,»beut Z'l, Uhr. bei U ab. Maxstr. 12; veittMasleute-Sollselegz. Werlmm um Wer! Voaverstag, den 17. November. abend» 7'/i Uhr. in den„tfcmln- hallen",»owwandankenstr. U,89 Branchenversammlung Tagesordnung: 1 Bortrag de« KollegenFnrtwänglev ADKB j:.Prodl»me und Tendenzen in der Arbeiierdewegnng der Welt". 2. Diskusston. 8. Branche» angelegenheiten. Mitgliedsbuch, mit eine» der obigen Beiuie versehen, legilimtert Bollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Donnerstag, den II. November, naöhmtttogs A Uhr. bei Caafcc, Oanstber Slratze 2A Lehrlingsversammlung der Metalldrückerlehrllitge. Tagesordnung: t. Da« R- ich«. schulgesetz 2. Branchenangelegenheiten und Bcrlchiedene» INM~ Wegen dkr Wichtigkeit der Toaes» ordnung erwarten wie. daß all« Lehrlinge restlos erscheinen. Di« Beriraueusleut« find verpflichtet, für einen gute» Besuch Sorge zu nagen. Dt« Ortsserwalknng. Die zwei Kennzeichen der Echtheit Vor fast 40 Jahren hielt Palmin seinen Einzug in die deutsche Küche. Erfahrene Hausfrauen, denen die Geheim- (nisse der Kochkunst wie auch die Tugend wohlerwogener Sparsamkeit zu eigen waren, erkannten schon nach den ersten Proben die vielen Vorzüge dieses naturreinen Fettes, Seitdem fehlt es nicht an Versuchen, der Hausfrau statt des begehrten P almins irgendwelche anderen Kokos-Speise- fette mit fast gleichklingenden Namen und in täuschend ähnlichen Packungen in die Hand zu stecken. Achte darum beim Einkauf genau auf O{Palmin - das Wort — den Namenszug Dienstag 15. November 1922 Unterhaltung unö ÄAissen Beilage des Vorwärts Das Glas. (Zur Tagung der glastechnischen Gesellschaft.) Von Or. Hugo Kühl. Heber den Ursprung des Glases sind wir nicht orientiert. Cm englischer Forscher nimmt das nördliche Mesopotamien und den Kaukasus als die Heimat des Glases an,«r betont wohl mit Recht. daß die Syrier erst in Aegypten die Kunst verbreiteten, denn sie waren in der Zeit vor 13l1t) v. Chr. den Aegyptern in Gewerbe und Industrie überlegen. Tatsächtich sind auch Glassunde aus Syrien bekannt, die etwa aus der Zeit 2S00 v. Chr. stammen können.— Als aber die Glassabrikation in Aegypten einmal be- kannt war, breitete sie sich rasch aus, es währte' nicht lang«, bis das Glas im Lande der Pharaonen selbstverständlich war.— Im alten Theben hat man ein« der Königin Kamaka geweihte Schmuck- perle aus dem IS. Jahrhundert gefunden. Ob sie ägyptischer Her- kunst war oder das Geschenk des mächtigen syrischen Königs? Zuerst fand das Glas ausschließlich zur Herstellung von Schmucksteinen, Edelsteinimitatione», Verwendung. Man stellte, wie es noch heute in der Keramik zur Gewinnung von Glasuren geschieht, eine Fritte her, formte dann au- ihr Stäbe, die zu Schmucksteinen verarbeitet wurden. Damals kannte man sicher schon die noch heute ausgenutzte Farbwirkung des Braunsteins und Kupfers. Die Kunst. Gla-gegemtände durch Pressen in Formen herzu- stellen, übten die Aegypter erst um das Jahr 1200 v. Chr. In dieser Zeit wurde auch die Kunst, kleine farbige Glasstäbchen zu Mosaiks zusammenzusetzen, geboren, eine Kunst, die später bei den alten Römern zur höchsten Vollendung gebracht wurde. Ich erinnere nur an die Mosaikgemäld« des wiedererstandenen Pompeji. Auf den Reliefs der Königsgräber von Beni-Hassan am rechten Nilufer, die unter der 18. Dynastie also etwa 700 Jahre v. Chr. entstanden, sind neben anderen Gewerbetreibenden auch Glasbläser in voller Tätigkeit abgebildet, die Glasindustrie hatte in der Zeit also schon«ine groß« Bedeutung erlangt. Großartiges ist von den schon erwähMen Römern geleistet: die berühmten Barberini- oder Portlandvasen aus tief azurblauem Glas mü Figuren aus einer weißen opaken Masse gehören zu dem Schönsten, was wir aus oller Zeit besitzen. Prächtige Glasbecher aus dem vom Vesuv verschütteten, im vorigen Jahrhundert wieder ausgegrabenen Pompeji befinden sich im Museo Nationale zu Neapel. Schriftsteller der Antike berichten uns, daß man es oer- stand, auf mannigfache Weise Glas zu bereiten und zu färben,.so daß es— wie es an einer Stelle heißt— Hyazinthen, Saphiren. Onyxen, kurz Edelsteinen aller Art gleicht, und es gibt keinen Stoff, der zur Anfertigung von Spiegeln und zur Herstellung von Gemälden geeigneter wäre.' Am meinen erregt es unser Er- staunen, daß man in damaliger Zeit schon den heute so geschätzten geschliffenen Kristall kannte. Es heißt nämlich, daß von ollen Gläsern das reine, dem Bcrgkristall ähnliche Glas am schönsten sei. In späterer Zeit drohten aus ihm gefertigte Trinkgefäß« die goldenen und silbernen zu verdrängen, so daß das Konzil zu Tkbur, !'m den Wert der Edelmetalle zu heben, den Gebrauch gläserner ?lbendmahlskelche verbot. Wundervoll müsien auch die Glosgeröte der alten Perser ge- > oesen sein. Als einst Gesandte aus dem kunstfreuiiigen Athen an den persischen Hos kamen, staunten sie über die Macht, den Reich. >um und die Pracht des Perserkönigs und berichteten daheim, sie hätten aus herrlichen gläsernen Pokalen getrunken. Die Kunst, aus farbigen Glosstäben Schnwcksteme und Perlen zu formen, gelangte im 13. Jahrhundert n. Chr. in Venedig wieder zur Btüte. Es wundert uns nicht, daß gerade hier an der Pforte des Orients, wo so viel« Anregungen sich boten, das Kunst- gewerbe zu hoher Entwicklung gelangte. Vcnetianischc Glosperlen ivaren durch Jahrhunderte berühmt. Von den Venetianern tcr- lernten die Glasbläser des böhmischen und bayerischen Waldes die Kunst. Wundervolle Glassteine, Nachahmungen künstlicher Edelsteine, wurden hergestellt. Auch die Ansertigüng von Glasspiegcln inachte die Venetianer bolid berühmt. Infolgedessen war das Ge- werbe der Glasbläser so angesehen, daß der Senat alle, die sich der Kunst widmeten, zu Bürgern der Republik macht«, dem Adel erlaubte, ihr« Töchter zu heiraten, und den Nachkommen die Rechte der Väter einräumte, während die Ehe mit der Tochter eines sicheren Gewerbetreibenden den Verlust des Adels zur Folge hatte. In Deutschland können wir die Geschichte der Glasindustrie bis in das frühe Mittelalter verfolgen, wir haben geschichtliche Beweise, daß die Kirch« des bayerischen Klosters Tegernsee bereits «m 10. Jahrhundert mit bemalten Glassenstern geschmückt war. Di« Kunst durch Zusammenschmelzen von Mineralien als durch- sichttgen Körper Glas zu erzeugen, gehört sicher zu den ällesten Gewerben Mitteleuropas. In Gegenden, die reich an Brennstoffen waren, wie der böhmische und bayerische Wald, entstanden schon im frühen Mittelalter Hütten. Zum Teil künden noch heute Orts- namen von ihnen. Durch Jahrhunderte hindurch war die Grün- dung von Glashütten in waldreichen Gegenden, die in Holz Feuerungsmaterial und Alkalien lieferten, gebunden. Die Hütten selbst waren verglichen mit den modernen außerordentlich primitiv ausgestattet. Trotzdem wurde auf künstlerischem Gebiete bald großes geleistet. Die Entdeckung des Rubinglases ist mtt dem Namen des deutschen Chemikers Kunkel verknüpft. Das Aufblühen der chemischen Industrie, die all« Rohstoffe für die Glasfabrikation leicht und in ausreichender Qualität be- schaffte, die Erschließung der Bodenschätze, vnd in erster Linie der Gasheizung entriß die Hütten den Walddistrikten und förderte die Entwicklung großer Werke in industriell günstig gelegenen Gegenden. Als Siemens in Dresden den Regenerativgasosen um die Mitte de? vergangenen Jahrhunderts konstruierte, verschwanden die Oefen mit direkter Beheizung nach und nach, seine Einführung bedeutete für die Glashütten«inen ungeheuren Fortschritt, dos Gewerbe wurde zur Industrie. . In der Jetztzeit werden große Plätze für die Neugründung von Hütten bevorzugt, weil der Votteil, mit der Wiffenschast in engster Fühlung zu arbeiten und das Glas an Ott und Stelle absetzen zu können, den Nachteil erhöhter Beförderungskosten für die Mohstoffe überwiegt. Heute beherrscht die Forderung, für alle möglichen Zwecke gutes Qualitätsglas zu liefern, die Glasindustne, und deshalb muß ste mit der wissenschaftlichen Forschung Hand in Hand arbeiten. Ein lebendiger Ausdruck dieser Erkenntnis ist die Gründung der deutschen isiastechnischen Gesellschaft, der unsere größten Hütten angeschlossen stnd. Glas ist nicht mehr jeder beliebige durch Zu- sammenschmeizen glasbildender Metalloxyde mit Kieselsäure er- haltene durchsichtige Körper. Glas in techmschem Sinne ist nur das den gedachten Zweck erfüllende Schmelzprodukt, lieberoll werden die Anforderungen gesteigett. Die großen Ladenscheiben werden nicht mehr aus«infachen? ordinären Fe?,sterglos hergestellt, sondern aus besonderem Qualitätsglos, die Kriftallscheiben unserer Automobil« sind aus den Zweck völlig erfüllendem Glas gefettigt. Wir legen den Glasschmelzen die Gesetze der Physik und Chemie zugrurlde, wir berücksichtigen das kubische Ausdehnungs- vermögen der Rohstoff« zum Beispiel, wenn gegen Temperatur- ivechsel nnderstandsfähiges Glos erschmolzen wenden soll, wir prüfen die Druckfestigkeit und Elastizität, studieren das Licht- brechungsvermägen und die Fähigkeit des Glases. uMer Umständen als Lichtfilter zu wirken. Wissenschaft und Technik sind in gleicher Weise benniht, die Qualität des Glase» zn heben, denn ohne dos Glas fft unsere Kultur undenkbar. Sonnenblumeukerne. Von Leonhard Adelt. Genau vermag ich die Stunde nicht mehr anzugeben, zu der ich ?nit den ersten SonneNblumcnscholenspuckern Bekanntschast machte. Es ist in einer kleinen ntömsstschen Bahnstation, als ich«ine sonderbare Prozession von Eisenbahnern in sinisorm unter Führung eines e?nsig notierenden Ziviliste?? bemerke. Sie gehen im Gänsemarsch um Tisch, Bant und Theke des Wartesoales herum, stellen die An- Wesenheit von fünf Tellern und drei Teegläsern, darunter«inen zerbrochenen, fest n?id spucken dabei unausgesetzt einer dem anderen Soi?nenblu?nenschalen in den Rücken, während sie mit der Rechten ??«ue Munition aus der Tasche zum Munde fiihren. Als sie mit der Inocnturaufnohme fertig sind, stagt der«ine Eisenbahner:„Wem gehört das also jetzt?', woraus der Zivilist eindringlich demonstriert: „Dos gehört nicht dir, das gehört nicht mir— das gehört dem Staat." Ich denke: Pfui, welch abscheuliche Angewohnheit, sich gegenseitig anzuspucken! Aber so billig, mit einem lvesteuropäischen Nasen- rümpfen, soll icb nicht �daoonkom?nen. Denn fortan, tm Schiss, im Bahnahteil, auf der Straße, knabbert alles Sonnenblumenkernc. Der Grenzposten, der meinen Paß studiert, als ob er ihn lesen könne, beklebt mich währenddem mit ausgespuckten Schalen, wie mit Gcrichtsvollziehersiegeln, und wenn ich morgens auf dem Schnür- boden des Bohnwaggvns crnoachc, hat sich von rechts und links ein grauiveiher Sch??eesall ans mich gesenkt und ist an meinen Kleidern angetrocknet. Vergeblich die Hoffnung, daß der Vorrat einmal aus- gehen muß— an der kleinsten Station bieten gewiß zehn Weiber Sonnenblumenkern« seil. Dieses animalische Kauen ringsumher, dieses philosophisch gelassene Einanderanspucken macht mich auf die Dauer ganz nervps: man kann sich einfach nicht anders davor retten. als indem man mittut. Rasch entschlossen drücke ich dem nächstbesten Hökerweib«inen Papierschein in die Hand. Darauf gießt sie mir ein Wasserglas voll S on n e nblum enk e rn« in die Rocktasche... noch «ins... noch eins... noch eins... Himmel, will der Segen gar kein Ende nehmen! Verstohlen und ungeschickt klaube ich den ersten Kern mit den Fingern aus der Schale: er schmeckt wie afrikanische Erdnuß. Nicht übel und kein dümmerer Zeitvertreib als Zigarellenrauchen und Kartenspiel. Allmählich werde ich kühner und erlerne auch die volks- tümliche Technik: so geschickt mit den Zähnen aufzuknacken, daß der geröstete Kern im Munde bleibt, mährend die Schale in beschwingtem Bogen weit hinausfliegt. Das viekgeübte Laster wird zur normalen Lebensfunktion, und als ich in Odessa aussteige, bin ick schon soweit, daß ich meinerseits die Paßkontrolle bombardiere. Zwar, in der Großstadt Odessa spuckt nur das niedere Volk und nicht der fein« Mann— aber schließlich, der Scenum hat? seinen Priem, der Bankce sein Kaugummi, wir haben, weit poetischer, den Sonnenblumenkern. Ich bin entschlossen, nach meiner Heinckehr diese neu« Mode bei uns«inzuführen. Sie fft schmackhaft und gibt billige Gelegenheit, unangenehmen Me?ffchen seine Gefühle ebenso unzrveideutig wie unantastbar auszudrücken. Gefährliche Hausweinbereitung. Zu diesem Beitrag von Dr. G. v. Mendel, der hier am l. November ett'chien, sind uns eine Menge Zuschriften zugegangen. Der Direktor des Instituts für Zuckerindustrie, Dr. Spengler, gibt folgen- des Gutachten ab:. „Die Behauptung, daß Fuselöle, die durch Zlisatz von Rüben- zucker gebildet werden,„gerade voll emineirt giftiger, betäubender und schwer gesu?,dheitsschädigender Wirkung sind", trisst in keiner Weise zu. Rübenzucker vergärt erst nach vorangegangener Inversion »??d verhält sich dann bei der Gärung genau wie Frucht- und Traubenzucker. Schon lang«, bevor man Edelhesen verwendete,?var es üblich, viele Fruchtweine vor der Gärung stark zu zuckern, da der Zuckergehalt der Früchte nicht ausreichte, um einen haltbaren Wein(mit genügendem Alkoholgehalt) zu gewinnen. Nach ß 3 des Weingefetz�� darf sogar aus dem von inländischen Trauben gewönne- neu Traubenmost oder Weine, bei Herstellung von Rotwein auch der vollen Traubenmaische, Zucker, auch in reinem Wasser gelöst, zugesetzt werden, um eine?n natürlichen Mangel an Zucker ftzw. an Alkohol oder einem Uebermaß on Säure insoweit abzuhelsen, als es der Bejchassenhett des aus Trauben gleicher Art und Herkunft in guten Jahrgängen ohne Zusatz gewonnenen Erzeugnisses entsprich«. Der Zusatz an Zuckerwosser dars jedoch in keinem Falle mehr als ei» Fünftel der gesamten Flüssigkeit betragen. Hier ist also eiji Zusatz von Rübenzucker ausdrücklich aestattet, um einem natürlichen Mangel an Zllkohol abzuhelfen. Würden sich durch Bergärung von Rübenzucker besonders schädliche Fuselöle bilden, so wäre seine Verwendung im Weingesetz nicht ausdrücklich zugelassen." Die Weinhesenzuchtanstalten weisen darauf hin, daß eine Fuselbildung nur dann erfolgen kann, wenn leine Weinhcsen benutzt werden. Gerade bei Verwendung von Weinhesen entstehe keine Fuselbildung, und gerade um Las Entstehen einer Fuselbildung bei -der.Vergärung von Trau Hern, Frucht, und. Pflanzcrisästen zu oer- .meiden, solle man Weinhefen verwenden. Diesen Behauptungen scheint die Beobachtung des täglichen Lebens zu widersprechen. Gerade der Obstwein gibt starke Räusche, ja' alkoholische Vergiftungen. Run ist freilich bekannt, daß Obstwein infolge der starken Zuckerverwendung außerordentlich alkoholhaltig (bis zu 14 Proz!) sein kann. Ob aber daneben nicht auch die beson ders gefährlichen Fuselöl« mitwirken, wäre zu untersuchen. Freilich bleibt der Ausweg, daß die Fuselöle entstehe», weil wilde Hesen bei der Gärung im Spiel waren. Es scheint, daß spezielle wissenschaftliche Untersuchungen hierüber noch nicht vorliegen. Es wäre eine Auf- gäbe des Instittits für Gärungsgewerbe, Obstweinproben, die der häuslichen Kelterei entstammen, aus ihren Geholt an Fuselöl zu untersuchen. Uebermäßiger Alkoholgehalt des Obstweines bleibt auf alle Fälle schädlich. Alkoholgegner sind deshalb gegen jede Vergärung, weil dabei wertvolle Nährstoffe verloren gehen und empfehlen die gärungs- lose Fnichteverwcrtung. Den Anhängern von Obstwein enipsehlen wir, bis die Fuselöl- frage definitiv geklärt ist, jede wilde Gärung zu vermeiden und den Zuckcrzujatz so zu bemessen, daß kein übermäßiger Alkohol entsteht. Das große Wunder. Von Alf Xöd. Di« beiden Klempnergesellen Fransen und Eng waren gute Freunde und zwei gewallige Bummelfritzen. Sobald sie ihren Lohn am Freitagabend in der Tasche hatten, bezahlten sie Kost und Logis für die kommende Woche, und den Rest verjuxten sie. So ging es schon mehrere Jahre. Plötzlich geschah etwas: Am Morgen nach dem Rationoltag, wo die Norweger olle Puppen tanzen lassen, wurden die beiden ausgeschickt, das Dach eines kleinen zweistöckigen Hauses mtt«neuen Dachrinnen zu versehen. Fransen klettett also hinauf, um Maß zu nehmen, während Eng auf dem Hofe verschiedene Vorbereitungen trifft. Wie Fransen da nun so rückwötts auf dem Dach entlanggeht, den Zollstock in der Hand, und mißt und mißt, ist mtt einem Mal«, ehe er es sich ver- sieht, unten bei seinem Zechbruder. Alle Dächer haben ja irgendwo ein Ende, und Fransen war also einen Schritt zu weit gegangen. Trotzdem das Dach nicht hoch war. so war das doch eine bös« Ge- schichte mtt diesem Sturz. Im Krankenhaus wurde eine ernste Ver- letzung des Rückens festgestellt, die Lähmung in beiden Beinen nach sich zog. Das machte einen tiefen Eindruck auf Eng. Er ging in sich, machte einen Punkt hinter die lustigen Tage und besuchte seinen Kameraden täglich. Als nun der Lahme sowett wieder hergestellt war. daß er in einem Rollstuhl herumgefahren werden konnte, begann auch ein anderer, ihn zu besuchen— ein«ifttger Sektenprediger. der meinte, daß der hatt heimgesuchte Klempner nlehr als jemand anders nötig hätte, sich vorzubereiten für die„Wanderung auf den goldenen Straßen des Jenseits', wie er sich ausdrückte. Dgr Predikant kam eifttg, den Lahmen zu gewinnen. Eng, der immer zugegen war, lauschte jedesmal oftdächtig. Fransen dagegen schnitt nur saure Grimassen, wenn ihm sein früheres Ausleben vorgehalten und ihm die ewigen Wahrheiten anempfohlen wurden. Verstand denn der Kranke nicht, daß der Fall vom Dach nicht etwa ein gewöhnlicher Fall war?! Wie oft fielen Klempner vom Dach, vom fünften Stock herunter, ohne auch nur den geringsten Schaden zu nehmen? Rein, in Fransens Fall lag tiefere Bedeutung. Davon zeugte die Lahmheit. Gottes Finger hatte Fransens Nerven- netz berührt. So sprach der fromme Bruder. Aber Fransen war so verstockt, ja. selbst Eng meinte, Fransen sei ein zu verstockter Mann. Seitdem Enz mtt dem Trinken aufgehört hatte, ging es ihm so gut, daß er Fransen zu sich nehmen nick außerdem eine Nachbarin annehmen konnte, die Fransen psleytc und ihn vormittags ein bißchen in die Sonne fuhr. Eng selbst hatte angefangen, die Bei- Versammlungen des Predikanten zu besuchen und überschüttete auch Fransen mtt seinem göttlichen Snack. Der Lahm«, der seinem treuen Kameraden viel zu danken hatte, willigte zum Schluß ein. sich in die Bersommlungen fahren zu lassen. Er nahm nach bestem Ver- mögen an dem Erbauunxsleben teil, tat glücklich und zufrieden— alles des Kameraden wegen. Eng freute sich über Fransens gute Miene zum Spiel, glaubte aber an dessen Bekehrung ebensowenig wir on sein« eigene. Daß er religiös geworden war, lag nicht daran, daß seine Seele noch himmlischer Gnade dürstete— er nährte vielmehr eine große Furcht davor, daß der Herr st? seiner Unersorschlich- keit auch ihn eines Tages vom Dach fallen lassen und seinen Finger auch in sein Nervennetz stecken und es in Unordnung bringen könnte. Dem meinte er vorbeugen zu können, indem er ständig zusammen war mit„Brüdern" und„Schwestern". Aber— es ließ sich nicht leugnen— wenn fa gesungen und musiziert wurde, überkam einen doch weihevolle Stimmung, eine Art Festesfreude, und es war so seltsam und mystisch, wenn versucht wurde, Kranke durch Gebete und Handauflcgungen zu heilen, etwas, was übrigens niemals ttchtiz glückte. Aber gerade das mit den Heilungen interessiette Eng unge- mein, und ein dunkler Ehrgeiz beseette ihn, einmal selbst eine solche religiöse Fertigkeit zu erlangen. Einige Jahre vergingen. Fransen und Eng waren noch immer auf allen Betoersammlungen zu finden, doch keiner von beiden besaß den Freimut des Geistes, der den Sektanten den Schwung verleiht. Tos ganz« war für sie ein« Gewohnheit-sache geworden. Eines Morgens erwachte Fransen mtt einem wunderlichen Gr-� fühl. Cr schlug die Bettdecke zur Seite und starrte gespannt auf seine Beine, konzentrierte dann seinen ganzen Willen und— bewegte erst das ein« und dann das ander« Bein! Sein Gesicht wurde rot und dann wieder bloß, und der Schweiß perlte auf seiner Stirn. Wie ein Blitz schlug da ein Gedanke in ihm nieder, und er legte sich still wieder hin. Fransen ließ sich bedienen und henimfahren wie gewöhnlich. Nicht einer Seele erzähtte er von den lebhasten Gefühlen, die ihn bewegten, und endlich kam der Tag, wo er nach emsiger heimlicher Uebung sowett gekommen war. daß er sich ohne Hilfe vom Rollstuhl erheben konnte. Dann versuchte er einige Schritte zu gehen. Ihm schien, daß es nicht übel vorwärts ging. Sem guter Humor flammte wied«. auf. Hehe! lachte er. das ging verteufelt gut. Als Fransen sich bereits ordentlich gelenkig vorkam, entschloß er sich, seinem Freund mitzuteilen, daß es wieder bergauf ging mit ihm. Eng war natürlich ungläubig und wollte das erst mal bewiesen sehen. Dann staunte er aber doch. Als ihn Fransen jedoch zur Aus- führung seines Geheimplanes überreden wollte,- kamen ihm doch Bedenken. Aber Fransen ließ nicht lacker. „Die ganze Gemeinde wartet aus ein Wunder, jetzt kann sie's haben." „Aber das ist doch der reinste Humbug," wandte Eng ein. „Humbug hin, Humbug her— das hat nichts aus sich, wenn nur die Schar der Zweifelnden Frieden für ihre Seele finden,' antwortete Fransen eifrig.„Und vergiß nicht, an dem Tage, wo du mich auferstehen läßt, hat alles„?luf-die'Döcher-Kletteni' für uns ein Ende.--' Dies stimmte seinen Kameraden weich. Das Bethaus war wie gewöhnlich voll, als Eng mtt Fransen angerollt kam. Nach mehreren Proben zu Hause waren sie überein gekommen, das Wunder heute abend vom Stapel zu lassen, wenn die Stimmung günstig war. Und es war eine herrlich« Versammlung! Es wurde unauf- hörlich gepredigt und gebetet, und die hysterischen Glaubenslchreie hallten gegen die Wände. Als die Bersammlung in die rechte Ekstase gekommen war, rollte Eng Fransen zur Kanzel vor. Dick Gesichter der beiden waren beinahe unheimlich bleich und erstarrten vor Spannung. Mtt einer Stimme, die das Brausen der Wehklagen und der improvisierten Gnadeschreie übertönte, verkündete E>i(j, was er im Sinne hatte. Und während seine Hände die notwendigen For- malitäten über Fransen vornahmen, stimmte die Gemeinde ein Lied an. Ms dieses zu Ende war, hob Enge sein« Arme gen Himmel und rief: „Fransen, mein Bruder, steh auf und wandele!' Und siehe! Der lahme Mann stand von seinem Rollstuhl ans und ging. Der hysterische Wirrwarr, der nun entstand, versetzte Eng und Fransen in richtige Angst, jedoch war der Radau nur ein Zeichen dafür, daß all die Zweifelnden Frieden gefunden hatten. Seitdem brauchen Fransen und Eng nicht ein einziges Dach mehr zu erklimmen, um ihr täglich Brot zu verdienen: aber um so eifriger. erklommen sie die Predigerstühle in Stadt und Land und verkündeten das große Wunder. tBeeechtiM, Uebersehmis«»» d« Zi-rwechsche» vo» S r«» ck LKch ser.) Der Wert des Schachspieles. Zur Werbewoche des Arbeiter- Gchachbundes. Das Schachspiel hat noch nicht die Ausbreitung und Volks- tümlichkeit gefunden, die es verdient. Verschiedene Gründe sind es, die bisher hemmend der Verbreitung des Schachspiels entgegen wirkten. Vielfach besteht heute wie früher noch das Vorurteil, daß dieses Spiel nur etwas für die Intellektuellen, �Lr die Bildungsoder Geistesaristokrarie sei. Immer wieder findet man auch Leute, die sich besonders etwas darauf einbilden, das Schach zu kennen und es ablehnen, mit Anfängern eine Partie zu spielen. Bevor nun jemand meint, das Spiel wäre für ihn zu schwer, sollte er wenigstens den Versuch machen festzustellen, ob das richtig ist. Besonders für Menschen, die tagsüber körperliche Arbeit ver- richten, ist Schach ein vortreffliches Mittel, den Geist anzuregen und die vorhandene Gedankenkraft in Funktion zu fetzen. Es gibt aber auch eine Menge Menschen, die dann und wann dem Schachspiel„zugesehen" haben und nun der Meinung sind, daß sie derartiger„Stumpfsinn" nie interessieren könne. Das Gegen- teil ist der Fall, da es anerkannt kein Spiel auf der Welt gibt, das so geistreich ist wie gerade Schach. Denen, die mit diesem Vor- urteil behaftet sind, sei nur gesagt, daß sie Schach täglich spielen können und niemals erteben werden, daß sich«ine Porti« wiederholt! Ein anderer sehr wichtiger Grund, weshalb das Schach den Weg in die breit« Masse noch nicht finden konnte, sind die O rg a n i- s a t i o n e n selbst. Seit vielen Iahren haben wir Schachvereine. -bünde und-verbände, die das Spiel pflegen und«iftiq um die Fortbildung ihrer Mitglieder bemüht sind. Sie haben auch in ihren «atzungen den Satz, daß«s Pflicht eines jeden Mitgliedes sst, für das Spiel zu werben. Wir erleben in diesen Tagen d i e große Werbewoche des A r b e i t er- Sch a ch b un d e s und werden durch große Plakate an das Schachspiel erinnert. Eine richtig« Werbung für das Schachspiel muß jedoch noch anders auf- gezogen werden. Auf dem Lande und in der Stadt müssen die Mitglieder der Organisationen, besonders die Ellern, sich dafür«in- fetzen, daß das Kind schon in der Schul« das Schach- spiel kennenlernt. So nur wird Schach volkstümlich werden! Es wird sehr wenig Lehrer geben, die Schach nicht beherrschen. Zudem werden abends Frerkurfe eingerichtet werden können, in denen Erwachsene jeden Berufes gern und mit Liebe, Kindern und Erwachsenen die Kenntnisse des Schach beibringen. Wie viele erwachsen« Menschen gibt es, die an Winterabenden vor Lange- weile(nach ihrer Auffassung) sterben. Sehr viele würden die Freizeit durch Geistes-, Verstandes- und Willensbildung besser aus- nützen, wenn sie Gelegenheit gehabt hätten, Schach zuerlernenl Manches andere verderblich« Spiel würde ihrem Lebensweg fern- Darum sei darauf hingewiesen, daß Schach«in Kampf- spiel ist, in dem die Waffen der Gegner gleich sind. Kein Betrug ist beim Schach möglich, Klarheit und Offenheit beherrscht das Spiel. Das Schachspiel bedeutet«in Ruhen von Kraftanstrengung und ein Sammeln neuer Kraft. Vor 1000 Iahren brachten die Araber dieses Spiel zugleich Mit jenem mustergültigen Zisfernsystem, dos wir noch immer das arabisch« nennen, nach Spanien und übermittelten es sehr schnell ganz Westeuropa. Neben dem König(der natürlich„Der Schah" hieß) stand der V e s i r, den wir heute unter„D a m e" kenneu. Läufer, Springer und Turm bedeuteten Ratsherr, Ritter- f ch a f t und Städtemacht. Man sieht: durch eine Umbcnennung der Figuren könnte sehr wohl das Spiel für die heutige Zeit noch mehr an Wert gewinnen. Wie dem auch sei, allen fei zum Schluß gesogt: Matt werden kann im Schach nur der König! * Schach. Prvp-gaxda-xttl-mpl. Am Bußtag 20 Uhr findet im Woodit-r Gesellschoftalxiu», Wiclefstr. 24, die Werbe-Echachveiansialtung de» Berliner Arbeiter-Schochklud» statt. Außer dem traditionellen Nord-Elld-Wettkampf steht da» Programm Bereinswettkämpfe sowie«in große, Sasteturnier vor. Berein». wettkümofe und Simultanspiele sind vormittags ab 10 Uhr arrangiert. Die offiziellen Wettkämpfe beginnen 14 Uhr. Teilnehmer am Gäfteturnier melden stch eine halbe Stunde vor Spielbeginn. Nach Erledigung der Schachkämpfe beginnt 2V Uhr ein Konzertabend und ein Vortrag über„Arbeiterschach und Klassenkampfgedankc." Eintritt für die Gesamtveranstaltung so Pf. Zusammenturnen der Alien. Auch der alte Garh am Start. Ueber 400 Turnerinnen und Turner des 1. Kreises verbrachten am Sonnabend«ine gemeinsame Turn st und« in der Turn- Halle Prinzenstraße. Der Raum dieser Riesenhalle reichte nicht aus. olle TeUnehmer aufzunehmen, die Galerie war überfüllt!— Eingeleitet durch allgemeine Spiele, folgten modern« Freiübum- gen mst Musikbegleitung. Die Frauen waren durchweg elastischer und beweglicher. Aber trotzdem war jeder bei der Sache und gab sich redlichste Mühe, seinen Körper nach dem Vorbild des Leiters durchzuarbeiten. Das anschließende Geräteturnen beschäftigte im Gemeinschaftsturnen die Frauen am Pferd, Bock und beim Springen, die Männer am Barren. Die S ch l u ß f p i e l e belustig- ten sowohl Teilnehmer und Zuschauer: all« Alterswrnerinnen und -turner erlebten einen gutgelungenen, harmonffchen Turnabend.— Von den entfernetr liegenden Prooinzorten waren u. a. Lucken- walde und Brandenburg a. d. 4). gut vertreten: man konnte sogar den Mitbegründer des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, Turngenossen Otto Görtz, Brandenburg a. d. H.. begrüßen!— Das nächste Zusannnenhirnen nur für Männer findet am 28. Ja- nuar 1328 in der Turnhalle Mitlenwalder Straße, am Marheineke- platz, statt."_ Vuhnenlornen des 1. Bezirks. Der Borführungswettstreit, den der 1. Bezirk im Berlin-Brandenburger Kreis des Arbeiter-Turn- und-Sportbundes om Sonntag veranstaltete, litt unter dem Heroorragenden Eindruck, den man von dem Ländern» ettstrcit Deutschland-Schweiz vor vier Wochen mit nach chause nahm. Die Borführungen am Sonntag waren an sich gute Leistungen, sie standen aber in keinem Verhältnis zu denen des Länderkompfes. Vielleicht hat das Turnen auf der Bühne die Ausführenden unsicher gemacht, vielleicht war es aber auch Mangel an Aorbereitung. Einen erfreulichen Eindruck machten die Neuköllner Frauen mit ihren G y m n a st i k ü b u n g e n, die sich ebenso wie die älteren weiblichen Mitglieder der Freien Turnerschast Lichtenberg viel Beifall holten. Ein„Bodenturnen" von Lichtenbergs Männern und ein von drei Neuköllner Mädchen vor- geführtes T a n z f p i e l befchlossen die Deranftaltung. Großkampftag Sportlich eVereinigung Ttord-Ost. In den Andreas-Festsälen fand am Freitag der Großkampfabend der SportlichenBereinigung Nord- Ost ein volles chaus. Im Jiu-Jitsu erkämpfte sich Nord-Oft über Eoxon(Brandenburg) einen hohen 10: 2- Sieg. Im Fliegengewicht siegte Kort- mann(NO.)»n,.dio!— ssarkl>0. Pnuna.V. HENJATRDGOGD Die Bantamgewichtler Küster und Knoop trennten sich unentschieden. Im Federgewicht siegte Wolf(NO.) über Heiftncmn(S.) in 5.30 Minuten Jiurch Armhebel. Einen schnellen Sieg errang Flut(NO.) über Schumann(S.), indem er ihn in 15 Sekunden durch Arm- durchzug erledigte. In der I ug e n d r i ng e r kl a ss« rangen Wolcke(Eoncordia) und Knoll(NO.) unentschieden. Sarnowski(E.) siegte im Fliegengewicht in 5.25 Minuten über Lindner(NO.), Federgewicht: Hinze(NO.) Sieger über Hahn(Liberias). Mittel- gewicht: Stange(NO.) wirft Franke(Spandau) durch Abfangen der Brücke in g.10 Minuten. Mit einem Unentschieden trennten sich im Halbschwergewicht Dröndorf(Liberias) und Gast(NO.). Im Herausforderungskampf siegte Dumfki(NO.) über Schwedler(Voran). Interessante Boxkämpfe beschlossen den Abend. „Knochenköppe". Dieses Wort, das in keinem Wörterbuch zu finden ist, ist die „geist"reiche Erfindung eines sich Sozialdemokrat nennenden Sportlers, der seine Parteigenossen auf dem Spartentage der Leicht- athleten so titulierte. Daß dieser„Auchgenosse" überhaupt noch in der Partei ist, niinmt wunder. Besser wäre es schon, wenn solche Kämpfer, die sich für Rußlanddelegationen und Unterschreiben von Resolutionen gegen ihre Par- teigenossen mißbrauchen lassen, der Partei fern- bleiben. Man kann sich des Verdachts nicht erwehren, daß solche Menschen von der KPD- gebraucht werden, um Zellenarbeit > n d e r S P D. zu verrichten. Oder fehlt dem Kopfe dieses Mannes der Inhalt, um erkennen zu können, was für ihn notwendig wäre? Die Bureauräume des Stadlamtes für Leibesübungen, des Hauptausschusses für Leibesübungen und Jugendpflege und der Deutschen Jugendherbergen, bisher im Stadthaus Verlin, befinden sich vom 17. November ab Berlin N. 24. F r i« d r i ch st r. 110/112 (früheres Passage-Kaufhaus). Aufgang 6, IV. Stock. Fernruf: Norden 5105. 5108. Am 17. und 18. November ist die Dienststelle wegen des Umzuges geschlossen. Mniersporl im Film. Einen Filmabend über Eis- und Schneeschuhlaufen veranstaltet die„AWI."(Arbeiter- Wintersport-Interefsengemsinschast) am Bußtag, 13 Uhr, im Städt. Lichtspielhaus Neukölln, Bergstr. 147. Eintritt 50 Pf. Karten bei den Mitgliedern, im- Sporthaus„Fichte", Fackelstuben. Kloster. straße 62. Papiergeschäft M. Gau. W. 30. Kyfshäuserstr. 22. An- Meldungen zur Weihnachtssahrt ins Riesengebirg« baldigst an Wal- ter Roack, Berlin SW. 61, Belle- Alliance-Str. 77. Kundgebung der proletarischen Jugend gegen den Alkohol am'freitog, dem 18. November 1327. lg>/, Uhr. in der Sladthalle, S�osterstraße.— Redoer: Wilhelm Sollmoun. M. d. R; Dr. Zulius- burger: Clara Vohm-Schuch M. d. R.— Die Suudgebuag wird durch Gejaogs- u. rezitalorische varblcluogeu umrahmt— Clutrltt frei! Givbervser: Arbeiter- Abstinenten. Bund. Arbeil»ffem«inschafi der Siaberfteavde. Arbeiter-Samariter-Vund. S-.,irk»au»Ichutz iür Arbeiterwohl. fahrt nnd Sinterschutz. Sezirtsausschntz der SVV Freie Aogestelllen-Zugeud Serlw(AtA). Freie Sewelkichaftslugrad. 0rl»au»>chust verim de»«VGL Soz. Arbeiterjugend Gruh-Sertia. Tou> iftea-verelo„Die Naturfreunde'(Wien). Schwimmwettkämpfe in Hannover. Lebhaste Beteiligung der Berliner. Die„Freien Schwimmer" Hannover hatten zu ihrem fünf- ten großen H a l l e'n w e t t k a m p f sehr zahlreich« Meldungen der Bundesvereine aus dem Reiche, u. a. Magdeburg. Hildesheim. Bielefeld und Berlin, aufzuweifen. Die sportliche Ausbeute war wiederum gut. Hildesheim trat mit seinen jugendlichen Kräften besonders in Erscheinung. Auch Hannover kam zu schönen Erfolgen. Der Ver- anstalter hatte mit der Abwicklung seines Riefenprogrvmms olle Hände voll zu tun. Bier der besten Wasserballmannschaf- t e n standen sich am Schluß des Festes gegenüber. Das erste Spiel Freie Schwimmer Neukölln— Freie Schwimmer Hannooer ließ er- kennen, daß beide Mannschaften gleichwertig waren. Mst aller Energie suchte ein« Mannschaft die andere zu überflügeln und den Sieg an sich zu reißen. Beide Torwächter hatten Mühe, um den Ansturm abzuwehren. Die Neuköllner stellten den Sieger mit 5: 4 Toren. Di« Zuschauer kargten nicht mst ihrem Bei- fall und waren nicht parteiisch, wie man es ostmals erlebt. Das zweite Spiel Bundesmeister Weißensee— Hannover-Linden brachte eine groß« Ueberraschung. Die Berliner konnten bei der ersten Halbzest nicht verhindern, daß der Ball siebenmal von Hannover in ihr Tor eingesandt wurde. Weißensee mußte zweimal passieren lassen. Auf den Ausgang des Spiels war bei der zweiten Hälfte alles gespannt. Hannover spielte jetzt im tiefen Wasser. Weißensee sandte hintereinander mehrere Tore ein, so daß das Spiel schon 8: 7 stand. Am Schluß war es dann dem Bundesmeister ge- lungen, das knappe Ergebnis von 10: 9 Toren herauszuholen. Wir lassen einig« bemerkenswerte Resultate folgen: Rännerlagenstafette 4X1»» Weter: 1. Nenkälln 5.1»�: 2. Hannover.xinten 5.41. weibliche» Iugendbrustschwimwcn 100 Mete«, 14—16 Jahr«: 1. Äcnäland. Sild«»b«Im, 1.42. 2. Männlich«, JngknOfeiigill-bwimm«-, 16—18 Zaßre. 1. Wal. t«r. Sanm>v«r,Linden. 1.16,8. MSnn«rIr«ist!Ilch«im««n I»» Met««: I. Gätk«, Nenkälln, 2.39: 2. Knocke, Kannove«.Linden, 2.39,4; S. Dietschke, ReukiMn, 2.41,3. «ännerfrelstilstakett, 3X106 Mete«: 1. Neukölln 3.43,3; 2. Magdebuen-Termee-. leben 8.38,3. MSnneerLckenschwimme» 10« Mete«: 1. Frohn, Neukälln, 1.20; 2. Treder. Hilde-Heim, 1.26,4. Mä-neibrustschwimwen 100 Mete«: l. Bälle, Weißensee, 1.26,3; 2. Becker, Neukölln, 1.28,4. Hallen-Turn- und-Sportfest der Freien Turnerschast Groß-Aerlin am Bufttag. Morgen, Bußtag, findet das Hallen-Turn- und-Sport- fest der FTGB. in der Turnhalle Prinzen straße(unweit Moritzplatz) statt. Das reichhaltige Programm, das alle Gebiete des heutigen modernen Turnwesens streifen wird, bringt Sonder- Vorführungen der Männer, Frauen und Jugend, mit und ohne Musikbegleitung. Sportliche Wetttämpfe und ein Hand- bollspiel beschließen den Reigen der unterhaltenden Veranstaltung.— Beginn 15 Uhr.— Hallenöffnung 14.30 Uhr.— Unkostenbeitrag 50 Pf.— Kinder in Bogleitung Erwachsener 20 Pf. Ein Verleumder! Was in Berlin möglich ist. Im Verlag der Turnsportoereinigung des l.(Berlin- Brandenburger) Kreises des Arbeiter-Turn. und Sport-Bundes und offenbar auch in ihrem Auftrage herausgegeben, ist eine klein« Bro- schüre eines Alwin N i tz f ch k e erschienen, die sich mst dem Weit- kampfg«danken im Arbeitersport auseinandersetzt. Auf den Inhalt der Broschüre einzugehen, lohnt nicht, well sie nur längst Gesagtes wiederkäut. Aber gleich auf Seite 4 zitiert der Verfasser«ine kleine, vor Iahren erschienene Schrift des Geschäftsführers der„Zentral- kommisston für Arbeitersport und Körperpflege", Genossen Wil- d u n g, um zu beweisen, wie Wildung für den Wettkamps- gedanken eingenommen sei. Dabei wiederhost Nitzschke folgende Verleumdung gegen W., obwohl dieser bereits 1324 dem N. die gebührende Antwort erteilte: In einem vor dem Kasseler Bundestag de» Arbeller-Turn- und Sportbundes 1324 in d«r„Arbeiter-Turn-Zeitung" er- schienen«» Artikel hatte Derfasser vorliegender Schrift(also Nitzschke!— Red.) u. a. ausgeführt, daß die Gewährung und Entgegennahme von Geldern au» den Händen der kapitalistischen Gegenwartsregie» r u n g ganz naturgemäß zu einer Versumpfung der Ar» beitersportbewegung führen müsse: insbesondere würde Wildung, als Sekretär der Zentralkommission für Arbeiter- spart und Körperpflege und Vermittler zwischen den Arbester» sportlern und der Regierung von dieser auch dafür de- zahlt daß er die Arbeitersoortlerschaft in dem Glauben«rhäst, ihre Interessen seien— auch über die bloße Zuwendung von Geldern hinaus— dieser Regierung gegenüber gewahrt und ver- treten. In einer Entgegnung Wildungs(1324!— Red.) wurde die Ausstellung dieser Behauptung als eine„Gemeinheit" bezeichnet, zu der nur der Artikelschreiber fähig fest ohne nun näher darauf «inzugehen, ob diese Kennzeichnung nicht zu bewerten ist nach dem sranzösischen Sprichwort:„Freund, du Host unrecht, denn du wirst grob"—, möge dem Leser die Entscheidung darüber vorbehalten bleiben, ob' die in dem seinerzeitig«n ATZ- Artikel enthaltene Anschauung der Wahrheit entspricht oder nicht, und zwar an Hand der auf Seite 4 dieser Broschüre angeführten eigenen Aeußerungen Wildungs(über den Westkampfgedanken!— Red.). Einmal ausgesprochen, könnt« man diese Behauptungen als Aeußerungen eines kranken Gehirns ansehen. Durch ihre absichtliche Wiederholung aber, werden sie zu einer bewußten Derleum- d u n a des Genossen Wildung, gegen die kein Urtell scharf genug ist. Di« ganze hiesig« Arbeitersporlbewegung läuft Gefahr, sich selbst aufzugeben, wenn nicht allerschnellstens der Bundesvorstand von Leipzig aus solchen Derleumdern in den eigenen Reihen das Hand- werk legt. Es ist bedauerlich, daß von der Turnsportvereinigung soviel Selbstachtung nicht zu erwarten ist! Der Lußtags-Ivaldlcius des SV. Moabit. Um Bußtag findet der Mannschafts-Wald- und Geländelauf de» Sportvereins Moabit statt. BefonÄer» spannend wird diesmal der Wertkampf durch die Beteiligung von Sportlern au» dem Reiche verlaufen. DresdenKlotta entsendet «in« Mannschaft, di« von Berlin nicht geschlagen werde» dürste. Bon Fr«;. Sparten und Jugend über 2 Kilometer, für Schüler über 1 Kilometer, ffür die Frauen und Zungmädchen ist ein IlM-Meter-Einzellaufen ausgesckrieocn Dazu kommt ein Propaganda-Straßengeden für Männer über S Kilometer und Jugend über 2�5 Äilomctcr zur Austragung. 6tcrt und Z'.el(Joe Afn» tonisch« Straß?, gegenüber oer Hochschulbraueeei. Abiaus 14!� Uhr. Handball vom 13. November. Resultate Minuten nach Wiederbeginn mußte aber da» Spiel eine» Unfalls wegen ad» gebrochen werden. Luckenwalde-Sportabteilung konnte gegen Fichte 7. Rbt. o>» Wedding 1 gegen Groß-Berlin-Rosentbal 3:1 sl: 1). Rosenthal eroue, sich Wedding gegenüber al» stärkerer Gegner al» man ursprünglich annahm. Dem guten Zusammcnspiel Wcddings setzten sie energischen Widerstand entgegen, wo- durch sie bi» zur Pause wenigstens ein Unentschieden erreichen konnten. Niebeischäneweide gegen Mahlsdorf 7:0{3:0). Neukölln 1. Abt. gegen Schmargendorf 5:0(3:0). Fichte 9. Abt. gegen Fichte-Nord 0: 5(0:1). Fichte 22. Abt. gegen Brandendurg-Sportler 1:3{1:3). Schöneberg-Sportler gegen Fichte 4 7:0{4:0). Frauen: Adlershof gegen Groß. Verlin».'üben 1:0(1:0). Süden spielt zu wenig auf Deckung und Stellung und muß daher «Mer»hos dauernd den Ball überlassen. Die gute Torhüterin verhnrderte ei» höhere» Resultat. Fichte-Nord gegen Droß-Lerlin-Leddmg 2; 0(1: 0). Moabit gegen Fichte 5. Abt. 7:0(4:0)._ hockeyresulkale. Die Freie Turnerschast Sroß-Berlln-Rordring 1 erspielte sich einen 1: 0- Sieg über den ATB. Pankom,!. Groß.Lerlin Halle trotz geschwächter Mann» schalt etwa» mehr-om Spiel. Besonder» die Berteidigunq war m i'd-e Beziehung dem Pankower Sturm gewachsen, sprelte schnell und sicher, und was übrig blieb, war eine sichere Beute de» Torwächters. Pankow kompste bts zum Schluß, mußte sich ab«« dem Besseren beug-n. Die Freie Turnerlcha'r Schönhol, känterte die Sv«. Nordost 19:0 meder. Nordost ließ lein zu- sammenhangvolle» Spiel austommen und bestand au» elf Einhertev. achdnho z Kombination klappte sicher: sie waren ihrem Gegner stark überlegen.?««:« Turnerschast Eharlottendurg 1 konnte den Athletlk-Sportllub 5:1 gescksiagrn nach Hause schicken. Charlottenburg lies zu großer Form aus und lieserte d'n ASC.ern ein Spiel, wie man e, selten zu sehen bekommt. Beibe Mannschalt.n waren sehr simTsicher und schnell, doch waren die Charlottenburger am Schlusi die Besseren._ Tonristenverein.Di« N-tueseennd«', zentrale Wien. Crt«». Berlin: Mittwoch, 16. November, 19>!br, im Sitzungssaal de» Bezirksamt»»reu, Hera. Borckstr 11, Lichtbildervortrag.„Durch da, Mussollnische Sonnenlond" m.t 120 Aufnahmen. Einlaßtorten 30 Ps. an der Abendkasse.—«dt. Friedrich». Hain: Dienstag. 15. November, 20 Uhr, im Heim Edertnssr. 12.— Abt. Feiedenou: Dienstag, 15. November, 20 Uhr. im Heim Offenbacher Str. 5s.— Abt. Rorden: Dienstag, 15. Noveinber, fällt au».— Abt. Wrdding! Dieusiag. 15. November. 20 Uhr, Turiner Ecke Seestroße. Tanzabend.- Abt. r-rptow: Dienstag, 15. November, 20 Uhr, im Heim Elienstr. 3. Hewrabend.—«dt. «»»low: Dienstag, 15. November. 20 Uhr. Görschsir. 14.— Bewegu-gscho-' Uebungsobende finden jetzt jeden Mittwoch 20 Uhr in der Uebiingsltälle Erfasser Straße 28 pari, statt. Änsänger tännen beginnen{auch Monlag«. Donners- tag», Freitags).— Adt. Prenzlanee«eea: Donnerstag, 17. November, 20 Uhr. im Allersheim Danziger Str. 62. Vortrag:.Kirchenfe:ertage. Freie Tnenerschalt Snß-Beeli». Die Teilnehmer am Hallenturn- un» .sportfest müssen morgen, am Bußtag, pllnlllich 14!» Uhr m der Turn hall: Prinzenstraße sein._. Pichclsderger Rudergesellschxst 1914«.«. Die Sitzung am D'en»tos. 15.«0- vember. fällt aus. Nächste Sißung Dien»taa, 6. Dezember. Bußtag Herren> partir von Birkenwerder nach Bernau. Trekipunkt 8 Uhr om Stettiner Bor- ortbahnhof. Musikinstrumente nicht oergessen!_... Aebeiter-Sport- und Kulturkartell Chaelottendnrg. Derrine, d,e noch nicht Plakate und Eintrittikarten zur«artellversammluna abgeholt haben, sofort beim Kassierer Sportgevossen Karl Reinfch, Am Bolkshau» 1 HI, oder Mittwoch 20 Uhr im Heim Am Lützow abholen. Sport.Weebrabend In Schlnebera. Am Bußtag veranstalten die Turn. abteilungen der Freien Sportverelnlquna in der Turnhalle der Wittelschul- Nätherstraße{am Stadtparli einen Werbeahend, wozu alle Genossen mit An. gehörigen eingeladen sind/ Beginn 17 Uhr. In unler, Altersadteiluna werden noch Mitglieder aufgenommen. Uedungsabend jeden Freitag Turnhalle de- Mittelschule._ Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner.Schlvarz-Rot-Gold". Geschäft, stell,: Berlin S. 14, Sebastian str. 57/88, Hof 2 Tr. Dienstag, 15. Nonembee. Wrdding: �lladfahrettlbll �Slj�mjJ bei Bondtke, Schulst-. 74, um 19'.) Uhr. Peenzlnner«reg(Somercö schaff Humannplaß): Die Sitzungen finden von letzt ad jeden 8. Dienstag im Monat statt. Nächste Sitzung am 15. November bes Pohst. Gtargarder�Str. 19 Fried rich»dain{Kameradichaft Stralau): 20 Uhr Versammlung bei Wertalla, Hohenlohestr. 3. Wichtige Tagesordnung. Wilmer»dors: 20 Uhr Kameradschaft West{Halensee, Schmorgendorf, Grunewald) Versammlung bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Sleulölln-Britz! 2. Kameradschaft 20 Uhr wichtige Funk. tionärveesammlung Weichsel- Ecke Dolwustraße. 4. Kameradschaft 19') Uhr Versammlung Lindenparl, Chausseestr. 18. Erscheinen Pflicht. 19% Uhr Sani- täterüdungsstunde bei Srommek, Sanderstr. 10, Ecke Hobrechtstraße. Schäl»' deeg-Friedena»! Der gesamte Ortsverein zum Saalschutz. Tresspunlt lOsii Uhr Pelziger Ecke Eisenacher Straße. Kameradschast Insel 20 Uhr Mital.-Bers. bei Groß, Sedanstr. 17. Achtung, Iungdanner! An unserm Heimabend sprecht der Kamerad Dr. Adler lm Jugendheim Hauptstrr 15. Peenzlnuee De rg: Info Ige de» Bußtages finden die Versammlungen bereit» am Dien»tag statt. Kameradschaft Hemrich Wurr 20 llhr Versammlung bei Baronski, Pasteurslr. 6. RometaMihafi Wörth«« Platz hei Treuer, Kastanienallee 23.— Mittwoch, II. Oloncm der. Chaelottendnrg! 1944 Uhr Generalversammlung Edenpalast. «aiser-Friedrich.Str. 24.«il«er»dors: Vormittag« 10 Uhr wichtige Gruppe» führerversammtung bei«roiß, Holstelntsche Straß«. Karten für da» Republikanische Fest de» Ortsverein» Kreuzderg am 19. Novembee stirb beim Käme- raten Faulseit, Landhausstr. 4, zu haben. Lichtenberg nebst Untergruppen: Vormittag» 9'h Uhr Gesellschaftsbau» Friedrtch»felde. Wilhelmstr. 36. außer- ordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Wahl des gesamten Ort». vereinovorstande». Erscheinen aller Kameraden notwendig. Pankowi 16 Uhr Kameradschast-versammlung Pankow- Nord bei Neumann, Wendelstraße. Wintersport»»».: Anmeldungen für die Weihnachts-Skisahrt nach Oderwiesen. thal schnellsten» erbeten an Kamerad I.«r,»louer. SW 68, Markgrasenstr. 22. — Tiergarten: 15. und 16. November Ausflug nach Teupitz. Antreten 15. No- °'.mb»r. l8% Uhe Korl. Bht.. pünktlich! iAt'ahrt 16,28 Uhr.) Uederna»ttn Klein.Köri», Nachzügler dort Jugendherberge dl« 16. November. 0% Uhr. F-Hrprel» und Uebernackten etwa 3 M.—«onnerntag. 17. November. A �«x e �..„„,.„ � n.. t»s„-- z. r.> o er a M �__________ Uta der Klug.»«««««■■■* Kameradschaft Nordkap bei Sache«', Schipelbeiner Str. 10. Panlao: 17»; Ubr Jugendheim Görfchstr, l< humoristischer Dortraa-ablznd.»äste herzlich w-ll- kommen. Nachrichtendienst labet ein— Pankow: Die Kameraben werden ersucht, in B-nnerkleidung an der Beisetzung unsere» Kamerad'n Georg Veit riibnhal»: Schutzsportadt. M., b. 16.. 9 Ubr, Schlek. Bhf., Ecke Mada'straße «Nttkten.— Krenzfotg: SR!., d. u., jo Uhr, Sitzung ter Funktionär, mit erweitertun Borsiand bei Fuhlbrügge. Rostizstr. 29. wetterberlchl d«r äffentlichrn wekterdl-nststoll« L«rlln und llwgegenb lNachdr.»erb.) Ein wenig«Uder und meist stärker bewölkt mit einzelnen Niedei schlägen.— Für vrntlchwnd: Im Silben unb Südosten noch heiteres Weiter, mit Ichwachem Frost, lonft überall etwa» milder und ziemlich bewölkt mit tmztlaea Riederfchlözett, btjoitbtt# tat Westen Regen- lau«.