Morgenausgabe flr, 545 A 222 44. Jahrgang DSchintlIS?>> Pfennig.«onatNch Z<— Reichsmark, voraus«abIdar. Unter Streifband im Zn. uud Ausland ajo Reuhsmarl pro Monat. Sc »er.BorwZrt»� mit der wuftrier- teu Eonntagsdeilage.Voll und fleit* sowie den Beilagen..llntcrbalwug und Wilsen-.Au- der ffilmwclt'. »Ztadtbeilage.»Fr-ucnstimm--. .Der«inderfreuud-,.Sugend-Vor. wärts",„Blick in die Bgcherweit-. Kulturarbeit- und.Technik' erscheint wochentiiglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Berliner vottsblatt Freitag 1.8. November 1927 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die ein'v alt ige Nonvareillezeile 80 Pfennig. Rellameznle S— Reich»- mark.,?< leine Anzeigen" das fettgc- deuckte Wort Zb Pfennig ttu'aiiig zwei fettaedru ckte Worte) fedes weitere Wort 12 Pfennig. Elellengeiuche das erste Wo« lb Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte Uder IS Buchstaben zählen>ür zwei Worte. Ardensmarkt steil» KVPfennig. Familienanzeigen illr AdonnentenZecketoPiennig Anzeigen» annahm« im Kauptgelchaft Linden- strotze Z. wochentägl. von 8>/z bis N Uhr. Jentealoegan der Gozialdemoßratifchen Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—207. Telegranini-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 87536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wollstr. 65. Diskonto-Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstr. 3 Dsirogene Kleinrentner. Ans der deutschnationalen Praxis. Don Wilhelm Keil. Das parlamentarische Regierungssystem wäre längst er- ledigt, wenn sich alle Parteien die Methoden der Deutsch- nationalen zu eigen machen würden. Zügellose Kritik, un- wahrhaftige Versprechungen, unverantwortliche Anträge in der Opposition, feiges Ausweichen und völliges Ver- sagen in der R e g i e r u n g— das sind die hervorstechendsten Kennzeichen der deutschnationalen Positik. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns eine Fülle von Belegen hierfür gebracht. Das Verhalten der Deutschnationalen gegenüber den Kleinrentnern ist ein neues schlagendes Beispiel. Als O p p o f i t i o n s Partei hatten die Deutschnationalen den Gläubigern und Sparern im Jahre 1924 hundert- prozentige Aufwertung versprochen. Als R e- g i e r u n g s Partei beschlossen sie 1925 die Enteignung der Gläubiger und Sparer. Schärfste Erbitterung der Gläubiger und Sparer war die Folge. Im Jahre 1926 waren die Deutschnationalen wieder Opposition? partei. Run suchten sie die Gunst der schwer enttäuschten, verarmten Mittelschichten durch einen neuen agitatorischen Trick zurück- Zugewinnen. Sie stellten den Kleinrentnern eine r e i ch s- gesetzliche Versorgung in Aussicht. Wie ernst sie es damit meinten, ergab sich sofort, nachdem sie im Januar 1927 wieder Regierungs Partei geworden waren. An der Hand einiger, den Reichstagsakten ent- nommenen Tatsachen soll hier kurz gezeigt werden, in welch frivoler Weise die Deutschnationalen mit ihren Ver- sorgungsanträgen die Kleinrentner an der Nase herumführen. 1. Am 11. Juni 1926 beantragten die Deutschnatlonalen im Reichstag,„die Reichsregierung aufzufordern, mit tun• lieh st er Beschleunigung einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher unter Aufhebung der Fürsorgeverord- nung und entsprechender Aenderung des Finanzausgleichs- gefetzes den durch die Inflation um ihr Vermögen gebrachten Rentnern eine angemessene Versorgung reichs- gesetzlich gewährleistet". Einen Versuch, diesen Antrag zur Beratung und Annahme zu bringen, machten sie nicht. 2. Am 27. November 1926 brachten die Deutschnationalen durch Initiativantrag einen eigenen Gesetzentwurf ein, der im§ 1 bestimmte:„Die Kleinrentner haben, unbeschadet der grundsätzlichen Fortgewährung der zur Zeit des Jnkraft- tretens dieses Gesetzes von den Fürsorgeoerbänden gewährten Leistungen. Anspruch auf Gewährung einer Mindestrente. Der Schlußparagraph lautete:„Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündung in Kraft." Bis dahin befanden sich die Deutschnationalen in der Opposition. 3. Nachdem die Deutschnationalen anfangs 1927 wieder Regierungs partei geworden waren, dachten sie nicht mehr an ihren Gesetzentwurf, der nach den Schätzungen des Reichsarbeitsministeriums 300 bis 400 Millionen Mark Jahresaufwand erfordert, sondern beantragten, zur Be- teiligung des Reiches an der Kleinrentner f ü r s o r g e 25 Millionen zur Verfügung zu stellen. Die Ausschüttung dieses Betrages(der etwa ein S e ch st e l der erweckten Hoffnungen zu erfüllen geeignet war) an die Kleinrentner ist heute noch nicht abgeschlossen, weil die Fürsorgeoer- bände die Verpflichtungen ablehnten, die ihnen die Bürger- blockmehrheit aufzuerlegen versuchte. 4. Am 4. April 1927beschloß der Bürgerblock unter Führung der Deutschnatlonalen, die Reichsregierung zu ersuchen, in eine Prüfung darüber einzutreten, o b durch ein besonderes Gesetz die Versorgung der Kleinrentner geregelt werden kann. Dabei hatten die Deutschnationalen fünf Monate vorher ihren Gesetzentwurf schon eingebracht! 5. Am 28. Juni 1927 beantragte die S o z i a ld e m o- t r a t i e im Reichstag, von der Reichsregierung einen Gesetz- entwurf zu verlangen, durch den eine einmalige Abgabe von den großen Inflationsgewinnen vor- geschrieben wird, deren Ertrag zur Versorgung der Kleinrentner auf Grund eines reichsgesetzlichen Rechts- anspruchs verwendet werden sollte. Die Deutschnationalen suchten diesem in der Richtung ihres eigenen Gesetz» entwurfes liegenden Antrag durch Verweisung an den Steuerausschuß ein Begräbnis zu bereiten. Da aber die Sozialdemokraten sich gegen die Verschleppung ihres An- träges wehrten, fanden die Deutschnationalen am 5. Juli 1927 im Steuerausschuß den Ausweg, von der Regierung eine — Denkschrift über die Frage zu verlangen. 6. Am 21. Juli 1927 brachten die Demokraten einen Rentneroersorgungsentwurf ein. Am 18. Oktober lehnte die Mehrheit des Reichstags unter Führung der Deutsch- nationalen die Verweisung dieses Entwurfs an den Sozialen Ausschuh a b und erst nach Zwischenverhandlungen unter den Fraktionen gestatteten die Deutschnationalen am 21. Oktober die Verweisung an den Ausschuß. 7. In den Versammlungen de» Rentnerhunde» und tn deutschnatlonalen Lgitationsversammlungen b r ü st« t e n sich die deutschnationalen Führer(so Graf Westarp am 15. Oktober in Stuttgart) mit ihrem A n t r a g auf Schaffung eines Rentnerversorgungsgesetzes, den sie im Reichstag in der Versenkung hatten oerschwinden lassen! 8. Am 15. November widersprachen die Deutsch- nationalen im Sozialen Ausschuß des Reichstags der so- fortigen Beratung ihres eigenen und des demo- kratischen Antrags mit der Begründung, daß man sich erst auf Grund der zu erwartenden Regierungsdenkschrift ein Blld von den finanziellen Wirkungen machen müsse. Sie waren sich also bei Einbringung ihres Antrages der finanziellen Wirkungen nicht bewußt gewesen! Es bedurfte des ent- schiedensten Eingreifens der Sozialdemokratie, um durchzu- setzen, daß die Anträge am 22. November endlich im Aus- schuh zur Beratung kommen. Ist das möglich? So wird nicht nur der Kleinrentner, der von diesen Tatsachen Kenntnis nimmt, sondern jeder anständige Mensch erstaunt fragen. Möglich ist das, wie die Tatsachen zeigen. Aber es ist nur möglich bei der D e u t s ch- nationalen Volkspartei, die in ihrem skrupellosen agitatorischen Machtstreben keinerlei Hemmungen kennt und sich darauf verläßt, daß die verarmten Volksschichten durch die bürgerliche Presse nichts davon erfahren, wie sehr mit ihnen Schindluder getrieben wird. Oer Kinderbrei wird verteuert! Erhöhung des Maiszolls vom Michsrat angenommen. Der Reichsrat genehmigte in seiner öffentlichen Dollsitzung vom Donnerstagnachmittag, in der Minister v. Keudell den Vorsitz führte, den Gesetzentwurf über den Handels- und Schiffahrt»- vertrag zwischen dem Deutschen Reich und I u g o- s l a w i e n. Deni Gesetzentwurf ist ein Artikel III angehüngl, worin die Re- gierung die Erhöhung des autonomen deutschen Maiszolls von 3.20 aus 5 Mark vorgeschlagen Halle. Di« A u s s ch ü s s e des Reichs- rats hatten beschlossen, diesen Artikel abzulehnen. Als De- gründung für d)e Ablehnung wurde angeführt, daß die beabsichtigte Förderung des deutschen Kartoffelbaues durch eine solche Zoll- erhöhung für Mais nicht zu erreichen wäre, da eine Verdrängung der Kartoffelerzeugnisse durch Mais nicht zu befürchten sei und bei den höheren Gestehungskosten der Kartoffelstärke ein Zoll von mindestens 8,60 Mark nötig sein würde. Auch im Hinblick auf die allgemeine wirtschaftspolitische Einstellung Deutschlands, besonders auf dem internationalen Wirtschastskongreß, sei die Zollerhöhung für Mais abzulehnen. In der Vollversammlung beantragte Ministerialdirektor Ritter namens der Reichsregiernng die Wiederherstellung des Artikels III mit der Erhöhung des Maiszolls. Auf Antrag des preußischen Staatssekretärs Dr. W e i s m a n n fand über den Antrag der Reichsregierung namentliche Ab- st i m m u n g statt. Da» Ergebnis war. daß die Regierungsvorlage mit 35 gegen 32 Stimmen wiederhergestellt wurde. Gegen die Erhöhung des Maiszolls stimmten das preußische Staatsministerium, die Vertreter von Berlin, der Grenzmark Posen- Westpreußcn, der Provinz Niederschlesien, der Provinz Sachsen, der Provinz Hannover, der Provinz Hessen-Nasiau, der Rheinprovinz, ferner die Staaten Baden, Hessen, Hamburg, Mecklenburg- Schwerin. Anhalt, Lübeck, Waldeck, Schoumburg-Lipp«. Für die Erhöhung des Moiszolls stimmten die Vertreter der preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Öberschlesien, Westfalen und die Staaten Bayern, Sachsen, Württemberg, Thüringen, Oldenburg, Vraunschweig, Bremen, Lippe, Mecklenburg-Strelitz. Der Vertreter der Provinz Schleswig-Holstein enthielt sich der Stimme. Grafen, Freiherren, Herrschastsbesiher... Die Vertreter der preußischen Provinzen, die für den Schiele- zoll gestimmt haben, sind: Ostpreußen: Direktor der Ostpreußischen Landgesellschast, Frei- Herr von G a y l. Brandenburg: Dr. von Dallwitz, Rittergutsbesitzer, Vvmmern: Graf Vehr, Gutsbesitzer. Riederschlesien: Freiherr von Tschammer und Ouaritz, Staatssekretär a. D. Öberschlesien: Graf P r a s ch m a. Herrschaftsbesitzer. Westfalen: Dr. L e n s i n g, Buchdruckereibesitzcr. «- Die Jnteressentenpolitik hat gesiegt. Der Maiszoll soll erhöht werden und der Kinderbrei verteuert werden— zur höheren Ehre einer ganz kleinen Gruppe von Interessenten. zu denen der Reichsernahrungsminister Schiele gehört. Das Abstimmungsergebnis im Reichsrat ist nur dadurch zustande gekommen, daß fünf agrarische Vertreter aus preußi- schen Provinzen wieder einmal gegen das preußische Staats- Ministerium gestimmt haben. Der Zustand, daß Interessenten- Vertreter aus Provinzen im Reichsrat eine einheitliche Stimmenabgabe Preußens verhindern, wird allmählich zur Dauereinrichtung. Es wird Zeit, daß durch Gesetz für ein- heitliche Stimmenführung Preußens im Reichsrat ge° sorgt wird. Nicht minder skandalös ist die Abstimmung Sachsens. Ausgerechnet die Regierung eines durch und durch indu- striellen Landes mit durchaus proletarischer Bevölkerung stimmt für die Erhöhung einer Zollposition auf Lebensmittel zugunsten einer agrarischen Interessentengruppe I Herr Schiele hat jedoch dieses Zollgeschäft noch nicht unter Dach und Fach! Er wird den famosen Artikel 3 im Reichstag persönlich verteidigen und Rede und Antwort stehen müssen über seine persönliche Interessiert- heit in dieser Frage! Ein Kampf um das nackte Leben. Bei den ausgesperrten Zigarrenarbeitern im Eichsfeld. F. F. Rordhausen, 17. November. Das Etchsfeld gehört zu den schlimm st en Elends- gebieten der Zigarrenarbeiter. Don ein paar kleinen Städtchen abgesehen, suchten sich die Fabrikanten billige Arbeitskräste aus den katholischen Dörfern des landwirtschaftlich recht dürftigen Ge- biete«. Wenn man von Nordhausen her über Heiligen- st a d t noch dem Eichsfeld vordringt, geht's Immer an magerem Ackerland vorbei durch ärmliche Dörfer. Wir fahren mit dem Auto von Dorf zu Dorf, von Zigarren- fabrik zu Zigarrenfabrik, steigen da und dort aus, in Geisleden, Kreuzeber, Lengenseld unterm Stein, Geismar, Ershausen und enden unsere Fahrt im Zentrum der Eichsfelder Zigarrenindustrie, im allen Städtchen Heiligenstodt. Elf Stunden waren wir unter- weg», ohne Unterbrechung. Wir brauchten bald nicht mehr zu fragen, wo die Zigarrenarbeiter wohnen. Nach ein paar Stunden war es uns zur Gewißheit geworden: wo die elendesten Hütten flehen. wohnen die Zigarrenarbeiter. Zwölftausend gibt'« im Eichsfell) und ihre teilweise menschenunwürdigen Behausungen, Ihr entsetzliche» Hungerelend erinnert lebhast an da» Elend der schlestschen Weber in den vierziger Jahren des vorigen Jahr- hundert». Wie hier Menschen vegetieren, Menlchen mit Fleisch und Blut, mit Herz und Verstand, das ist so erschreckend traurig, daß die Empörung aller anständigen Menschen sich gegen diejenigen richten muß. die es mtt ihrem Gewisien zu vereinbarm verstanden, an der Schwelle des Winters die grauenvolle Rot der Zigarren- arbeiter noch ins Unerträgliche zu steigern, indem sie sie ans die Straße warfen. Der wöchenkliche vurchschnltkslohn schwankt ln dm einzelnen Dörfern zwischen 13 und 15,50 Mark. In Heiligenstadt steigt er auf 16,50 M. an. E» gibt aber viele Löhne, die weit unter Durchschnitt liegen. Die meisten Zigarrenarbeiter verdienen so wenig, daß sie von der Steuer befreit sind. Wenn man aus einer Wohnung herau-kommt, in der man schlimmes Elend sah, kommt der Gedanke: Dies war d a s S ch l i ni m st e. In den anderen Wohnungen wird's besser sein. Aber es ist nicht bester. Immer grauenvoller steigen: sich die Elendsbilder. Wir kommen zu einer christlich organisierten Fa- mtlie. Ein« elende Lehmhütt« sit ihre Wohnung. Nein, .Wohnung" sit ein« Uebertreibung, Aber wie soll man diese Hülle nmnen? In der engen, rauchgeschwärzten Küche sitzen zehn Personm wle dle Heringe zusammengepfercht. E» Ist der einzige geheizte Raum tn der Hütte. Hinten In der Ecke ein hagerer Mann. Schwarzhaarig, mit hohlen Wangen und vorstehenden Backenknochen. Die Augen liegen lles tn den Höhlen. Schwer lungenkrank. Zigarrenorbeiterschlcksal. Der Mann sit arbeitsunfähig. Seine neun Kinder— 7 W» 24 Jahre alt— sitzen um ihn herum. Zwei davon verdienen und geben zu Hause etwas ob. Di« Mutter ist Heim- « r b e i t« r i n, arbeitet für die Zigarrenfabrit und verdient wöchentlich 1» bis 11 Mark. Jetzt ist sie krank und liegt zu Best. Wir besuchen sie in der Schlafstube, die nicht heizbar ist. Nebenan ist noch ein Raum. Dort stehen fünf Bett- stellen. Strohfäcke sind darin und dünne überzogene Decken liegen darauf. Leintücher kann sich die Familie nicht ans 6) äffen. Sie sind zu teuer. In dies« fünf Veiten schläft die clfköpsige Familie. Gs ist nicht ganz ungefährlich, hier zu hausen. Der Balken der niederen Zimmerdecke droht«inzustürzen. Es geht den Mitgliedern des christlichen Tabakarbeiterverbandes nicht besser, al» den freigewerkschastlich organisierten. Da» gleiche Elend lastet auf allen. Wir sehen's in der nächsten Wohnung wieder. Don der Wand schaut der große Naza- rsner auf ein« f ü n f k ö p f i g e Familie. Drei Kinder sind noch schulpflichtig. Di« Frau versieht den ärmliche» Haushast. Der Mann verdient wöchentlich 12 bt» 13 Mark in der Zigarrenfabrik. Man gibt ihm fchlechfc Stückelarbeit, verweigert ober die Stückelzulage. Es ist«in Rätsel, wie die Familie mit 12 Mark leben kann. Di« Frau bestellt einen klein«» Kartoffelacker. Eine Ziege steht im Stall und das Holz für die Feuerung liefert der Wald. Wir rechnen gemeinsam, wie das Kunststück.zuwege gebracht wird, mit 12 M. den Haushalt zu bestreiten. Brot wird im Haus gebacken. Das Mehl dazu kostet in der Woche S M., Knochen für die Suppen 30 Pf., Fleisch ist ein unbekannter Luxus, Margarine 1,86 M.. Speck 1 M, Malzkaffe«, Del, Salz und sonstig«? Kuchenbedars 2,80 M., Licht 60 Pf., Zeitung 50 Pf. Damit sind di« 12 M. Wochenoerdienst aufgebraucht. A n N«u- nnschaffungen ist nicht zu denken. Beim Schuft«? bleibt man ewig schuldig. D«r Küchrmzeiiel macht nicht viel Kopf« zerbrechen. Früh Kaffee und. Brot, mittags Erbsen-, Linsen- oder Graupensuppe mit Kartoffeln, abends Kartoffeln med Brot. Das g«ht so die ganz« Woche mit nur wenig llboechslunq. Ich hörte einen asten Zigammmacherspruch auf dem Eichsseld: Kartoffeln ln der Frühe, Dez Rliitags ln der Brühe. Des Abends mit dem Kleid. karlosselu bis In Ewigkeit. Gän,z schlimme Zustöndr fanden wir bei einer Witwe, die mit ihren fünf Kindern und einem Enkelkind lebt. Di« Mutter ist tuberkulös. Das findet m-in oft. Ein Sohn hat Tuberkulose in oorgeschrlttenem Stadium, dl« underen Kinder sehen auch bleich und hohlwangig aus. Die Zweizimmerwohnung ist feucht. Nur di« nötigsten Möbelstücke stehen in ärmllchst«r Aussühning in der Stube. Ein« vicrund- zwanzigsührige Tochter verdient in der Zigarrenfobrik 11 M., die beiden Söhne, zwanzig und einundzwanzig Jahr« all, oerdienen 11 und 8,60 M., zusammen also 29 M. Wochenelnkommen für die Familie. Die anderen Kinder oerdienen noch nichts. Mit neun- undzwanzig Merk müssen diese sieben Menschen leben, fünf davon sind schon erwnchl«» und haben einen kräftigen Appestt. Wir rechnen dm Etat durch. Wieder ein ähnliches Ergebnis wie bei de 7 letzte» Rechnung, di« wir bei einer anderen Familie ausstellten. Weiter a-ht'z zu neuen. Hütten,, zu neuem Elend. 5» einem Mietshaus lebt eine Heimardeitertn allein mit ihren drei Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren. Sie Hot einen«in z igen Wohnraum von 16 Quadratmeter Bodsnfläche. Die Decke ist mit der Hand zu erreichen. In diesem Raum stehen zwei Betten, ein Kochherd, ein Arbeitstisch, daneben Formen, Pressen und anderes Aicheltsgeröt. Das Zimmer ist Schlofraum, Küche und Arbeilsraum zugleich. Die Mutter arbeitet täglich zehn bis zwölf Stunden. Wenn die Zwei größeren Kinder aus der Schule kommen, helfen sie Tabak nippen. Sie sind bleich, unterernährt und haben dünn« A«rmchen. Die Mutter sieht»lend und abgehärmt aus. In der Woche bringt sie es mitHilf« ihrer Kinder auf IKMart Verdienst. Wir besuchen noch eine Frau, die mit ihren vier Kindern lebt. Der Mann ist gestorben. Die Witwe ist setzt 57 Jahr« alt. Wir finden sie im Bett. Sie ist krank. Wir fragen schon gar nicht mehr, wo es fehlt. Wir wissen'-. Es ist di« Ta b a k a r b e i t e r- krantheit. Von den vier Kindern, dl« noch zu Haufe sind, ist «ine» kretinhaft. Die drei anderen— 16 bis 27 Zahre alt— verdienen zusammen 18 Atz. in der Woche als Tabakripper. S!« sind olle fkrophulö«. Hier ist di« elendeste Wohmmz. die wir gesehen haben. Die Fenster sind zer- brachen, in zwei Räumen stehen drei Betten für fünf Personen, kaum der nöttgste Hausrat ist da. Allen Bewohnern dieser furcht» bar ärmlichen Räume stehen Elend und Krankheit im Gesicht geschrieben. Di« Reihe könnt« fortgesetzt werden. Doch wezu? Wir wissen auch so. daß grenzenloses Elend im Elchsfett» daheim ist. Aber der Reichsverband Deutscher Zigarrenhersteller(RDZ.) läßt durch die Presse oerbreiten, die Löhne der Zigarrenarbeiter sähen so aus: Wickelmacher 31,40 M.. Roller 34,40 M., Sortier«? 38 M. Ich habe dies« Aufstellung vielen Zigarrenarbeitern und Arbeite- rinnen vorgelesen. Man hat mich gefragt, ob ich sie zum Narren halten wolle. Don solchen Löhnen wisse auf dem ganzen Eichsseld memand etwas. Di» Fabrikanten, die die Aussperrung nicht mitmachen wollten— es gibt im Etchsfetd eine ganz« Anzahl wurden durch den Terror des RDZ. unter Androhung hoher Konventionalstrafen gezwungen, ihre Arbeiter aus die Straße zu werfen. Da« hat ein« merkwürdige Folg«, dl« vom RDZ. sicher nicht beabsichtigt war. Dt« bisher Nichtorganisierten Zigarren- arbeit», die auch ausgesperrt wurden, dekamen durch das brutale Vorgehen der Fabrikanten«Inen glänzenden An» lchauungsunterricht über den Klassenkampf der Unternehmer . und suchen fetzt dl« Vertrauensleute des Tabakarbtiterverbandes auf, uni sich zu organisieren. In den Versammlungen der kämpfenden Tabakarbeiter ist«ine ausgezeichnete Sttmmung, die wohl am besten charakterisiert wird durch die Ditkussionsred« eines Ausgesperrten, der seinen Kollegen sagte: ,.In der Zeit des Krise und Kurzarbeit haben wir genug für die Unternehmer ge- hungert, jetzt wollen wir einmal zeig«', daß wir auch für unser« eigene Sache hungern können!" Die Fährt durchs Eichsseld bat es mir klar werden lassen: Hier wird kein alltäglicher Lohnkampf geführt. Der Kampf der Zigarren- arbeite? gegen die Willkür ihrer Fabrikanten tsteln Kampf um da« nackt« Leben! Sturmzeichen im Unterhaus. Baldwin obstruieri.— Ministeranklage in Gicht! e a« d o n, 16. Itzovember. In der heuilgen Antcrhaussihung richtete Genosse Ramsay Atzacdoaald Im Austrage der Arbeiterpartei an den premterminlster vor Beginn der Becalung des Filmgesetze» die Frage, ob er dem Unterhaus an einem Tage Rede flehen wolle, um über die wlrt- fchastllchc and soziale Lage im Bergbau und die Entschlüsse der Regierung Auskunft zu gebet». B a l d w i n antwortete, infolge der Eretgulsse am Vortage werde er der 0pposition kein« weiter« Gelegenheit zur Erörterung der Lage in der kohlenindustric geben. Atzacdouald erklärte darauf, die Opposition verlange eine Gelegenheit, die Haltung der Regierung und die veranlwori- l I ch k e i t valdwins zum Gegenstand einer Veballe zu machen. Dies wird geradezu als Ankündigung des Antrags auf Atzt- ntstcranklage angesehen; selbstverständlich wird die Arbeiter- parte! zu dieser Debatte, die nicht gut verweigert werde« tan». ihren Mißtrauensantrag gegen die Gefamlregierung wieder ein- bringen. Bürgerliche Zeitungen, einfchliehNch de» konservaliven „Evening Standard" neigen dazu, die Forderung der Arbeiterpartei. vom Premierminister Auskunst zu erhallen, al» gerechtfertigt anzuerkennen. Llngarndebatie im Oberhaus. Im Oberhaus tadelten gestern im Anschluß an eine pro- ungarische Anfrage des Lord Newton verschiedene bekannte Lords (Buckm aster, Carson) das Derhalten der rumänischen Re- gierung im Optantenkonflikt. Einer verglich sogar Rumänien mtt einem Aasgeier. Der Staatssekretär Lord Eushendens bedauerte jedoch diese Debatte als unzeitgemäß wegen der bevor- stehenden Entscheidung des Völkerbundes. Schwarzweißrote Wahlangst. Miigliederschwund in Hannover.— WerbebefehZ der parteileiiung„angesichts der kommenden roien Mut". Hannover, 17. November.(Eigenbericht.) In der Provinz Hannover hat dos Ansehen der Deutsch- nationalen infolge der volkescindlichen Zollpolitik der Reichs- regicrung so stark gelitten, daß die M i t g l i e de r z a h l dieser Partei ge s u n k e n ist. In den größeren Orisvereinen der Provinz Hannooer beträgt der Mitgliederrückgang im letzten Jahre b i s z u 3 0 Proz. Jetzt wollen die Deutschnationalen eine Werbewoche machen, um dem Miigliederschwund entgegenzutreten. In einer Mitgliederoersammwng de» deutschnationalen Kreis- verein» Hannover. Stadt und-Land, die bezeichnenderweis« wegen de» schwachen Besuches in der Aartenoeranda einer kleinen han- nooerschen Studentenkneipe stattfand, erklärte der Hauptbeztrkeleiter Seemann am Dienstagabend, daß es zwar an Geld für die Wahlkämpse gewlßnicht fehle, daß man aber den schweren Anschuldigungen von links wegen der„Ernährungspolitik" entgegentreten müsse. Besonders wichtig sei ee, in den' Kreisen der Lehrer für das Reichsschulgesetz zu werben. Leider werde der Entwurf zum Reichsschulgesetz von der Hannoverschen Lehrerschaft fast einstimmig ab-zelehnt. Das müsse anders werden. Die deutschnationale Gruppe beschloß darauf, eine öffentlich« Kundgebung für das Reichefchulgesetz zu veranstalten, und bewrlllgte die Mittel für umfangreiche Reklame und für eine Kundgebung der „Vaterländischen Jugend'. Die Angst vor den Wahlen ist groß. Der Hauptbezirtsleiter Seemann wies besonder» auf den Befehl der Parteileitung aus Berlin hin, der solche Werbetätigkeit zur Pflicht macbe„angesichts der kommenden roten Flut". Oeuifchnaiionale gegen Kyffhäuserbund Die Zieichssiagge darf nicht anerkannt werden! Die Aufforderung des Präsidenten des Kyffhäuserbundss General a. D. v. H o r n, der Reichsflaage die ihr gebührende Ehre zu erweisen, wird von der deutschnationalen H u g e n- berg-Presse totgeschwiegen. Die alldeutsche„Deutsche Zeitung" begnügt sich mit einer Wiedergabe der Kund- gebung. Das offizielle Organ der Deutschnationalen Volkspartei, die„Kreuz-Zeitung", fügt folgenden melancho- lischen Kommentar hinzu: General v. Horn hat recht, wenn er sagt, daß die Würdigung der Reichsbannerforben„hohe Anforderungen an Herz und Gemüt der alten Krieger" stellen muß. Denn gerade diese hängen mit allen Fasern ihre» Herzen» an Schwarzweißrot. Das Zugeständnis, da» der Kyffhäuserbund an Schwarzrotgold macht, ist eine Folge der Einstellung Preußen« zur Flaggenfrage. Es ist b e> dauerlich, daß der Zwang, den Preußen verfassungswidrig(I) ausübt, sich nunmehr auch gegenüber den allen Kriegern auswirkt. l Neu« Freunde wird sich freilich die Republik dadurch nicht erwerben. ' Man wird ihre Farben zeigen, wenn die Behörden kommen, und sich nur unter Schwarzweißrot versammeln, wenn sie fortbleiben. Verlegenheit und das Bemühen, möglichst schnell und unbemerkt über die Flaggenkundgebung des Kizffhäuserbundes hinwegzukommen, sind die Ursache dieser Haltung. Anders das Blatt des Landbundes, die„Deutsche T a a e s z e t t u n a". Sie spricht aus, was die anderen deutschnationalen Blätter verschweigen: die Aufforderung des Generals v. Horn ist eine Katastrophe für jene R i ch t- l t n i e n p o l i t i k e r, die sich durch das Versprechen, die Reicksflagge zu schützen und zu achten, die Aufnahme in die Relchcregleruna erkauft haben, um hinterdrein den Kampf gegen die Reichsflagge ln den Mittelpunkt ihrer politischen Propaganda zu stellen. Sie will deshalb nichts von An- erkennung der Reichsflagge wissen: Wir verstehen nicht recht, warum der Präsident des Kyffhäusor- bundes, also eines polttisch neutralen Verbandes, es für notig be- sunden Hot, ausgerechnet in einer Frage die Initiative zu ergreifen. die im Brennpunkt des Kampfes der politischen Parteien steht und erst von diesen ausgefochten werden muß, bevor die neutralen Gremien da» Wort ergreifen. Es Ist nämlich durchaus nicht so, daß die schwarzrokgoldene Flagge di« Relckisslagge sei. Die« zu unter- stellen, heißt bereits der endgültigen Klärung und Entscheidung eine» Meinungsstreite» vorgreifen Verfassungsgemäß hat das Deutsche Reich b e i d« F l a g g« n, di« schwarzrotgoldene und die schwarzweiß. rote, und da» Kampfziel der Linken geht gerade dahin, diese Tat- fach« zu v»rschleiern, um schließlich die schwarzweißrote« Farben völlig auszumerzen. Wenn nunmehr General von Horn al» Führer einer Organisation, deren Symbol die schwarzweißrot«» Farben sind, die alleinlge offiziell« Berechtigung der schwarzrotgoldenen Farben anerkennt, so erleichtert er damit— sicherlich unbewußt— der Linken ihr Spiel, schwächt praktisch die Stellung setner nationalen Freunde. Artikel S der Reichsverfassung bestimmt: di« Reichs- färben sind schwarzrotgold. Die Deutschnationale Volkspartei hat vor ihrem Eintritt in die Regierung feierlich versprochen, die Reichcverfassung anzuerkennen. Der Erguß der„Deutschen Tageszeitung" richtet sich also theoretisch viel mehr gegen di« deutschnationale Parteileitung, als gegen den General, der— feine deutschnationale Gesinnung vorausgesetzt— aus dem feierlichen Versprechen der Deutschnationalen die Konsequenzen zieht. Ihm in der Praxis daraus einen Vorwurf zu machen, heißt die L o y a l i- t ä t und die a n st ä n d i g e Gesinnung des Generals begeifern. Neinsall der Nachejustiz. Zuli�verbrecher" vom Schwurgericht freigesprochen. Wien, 17. November.(Eigenbericht.) Ani Mittwoch hatte sich vor dem Schwurgericht ein Teilnehmer an den Julldemonstrationen zu verantworten. Er war beschuldigt. an der Spitze einer großen Menge von Demonstranten mehrere Wachleute überfallen und entwofstiet zu haben. Der Prozeß«ndete mit einem großen Reinfall der Staatsanwaltschaft. Di« Wachleute konnten nicht einmal sagen, ob der Angeklagte sich wirtlich an den Demon- stratlonen beteiligt hat oder nicht. Die Geschworenen kamen unter diesen Umständen mit 10 gegen 2 Stimmen zur Verneinung der Schuldfragen, worauf Freispruch erfolgt«. So hat der erste Iuli-Fall, d«r vor dl« Geschworenen geboacht wurde, mit der schwersten Niederlag« der Anklagebehörd« geendet; vor den Schössensenaten, in denen beamtet« Richter mst entscheiden. sind Freisprechungen angeklagter Iuli-Demonstranten selten« Aus- nahmen. Marx, der Schwerhörige. Offener Brief deei Iungdeutschen Tresckov an den Kanzler. „Der Iungdeutsche" veröffentlicht den Wortlaut eines Briefes. den das MUglied des Jungdeutschen Ordens von Tresckow am 11. Oktober an den Reichskanzler Marx gerichtet hat. Tresckow nimmt darin Bezug auf die Erklärung des Kanzleres im Reichstag, in der er ihm— um Keudell zu schützen—„groben P e r- t r a u e n s b r u ch" nachgeredet hat. Tresckow spricht die Erwar- tung au«, daß der„sehr geehrt« Herr Reichskanzler" dies, Er- llärung, nachdem das Gericht ihre UnHaltbarkeit fest- gestellt habe, aus freien Stücken im Reichstage wider- rufen«erde. Dr. Marx aber stellt sich schwerhörig! Bi« zum 17. Ro- vember ist auf den Brief vom 11. Oktober kein» Antwort eingelaufen, nicht einmal ein« Empfangsbestätigung. Am 22. No> vember beginnt der Reichstag seine Verhandlungen. Wird Marx bi» dahin wenigstens sich auf seine selbstverständliche Pflicht be- sinnen? Zum Krach im Zentrum. Der bekannte Zentrumspubllzist und verantwortlich« Redakteur der„Deutschen Republik", T e t p e l. sollte auf Anregung maß- gebender Parteitnstanzen des Zentrums wegen„liebloser und ge- hässlger Kampsesweise" aus der Zentrumspartei ausgeschlossen werden. Die Zentrumsorganisation Derlin-Steglitz. der Teipel an- gehört, lehnte jedoch einen Ausschluß e i n st l m m I g ab. Neparationsausschust. Der Xelchsminister der Finanzen hat am Donner». tag mit den R« i ch s t a g s a b g e o r d n e t e n, die er in Zukunft bei der Behandlung wichtiger Reparationsfragen heranziehen wird, ein« einleitende Besprechung gehabt. Sie dient« der all- gemeinen Erörterung der lausenden Fragen und der Vorbereitung der kommenden Arbeit. Die Besprechungen, die vertraulich sind, werden demnächst fortgesetzt. Bereinigung„Republikanische Presse". Ja Hamburg wurde die Ortsgruppe Groß-Hamburg der Bereinigung republikanischer Press« gegründet, die durch Zusammenfassung der zur nochdrück- lichen Förderung der deutschen Republik bereiten Vertreter de« großhamburgischcn Schrifttums im Sinne der Berliner Vereinigung wirken wird. Als geßhäftsführender Lorsitzender wurde der Ver- lreier des Berliner Tageblattes, Dr. Frankenfcld, aewähtt. In den vorläiisigcu Arbeitsausschuß traten ein: Senatsrat Z i n n. Dr. H a u b a ch(Hamburger Echo), Dr. A l t e w i s ch e r(Ger- manta), Dr. W i n h a u e r(Hamburger Anzeiger) und Dr. M« n d« (Presseamt Hamburg). Das„korrigierie" prsiokoll. Eiue Musterleistung. Wir haben vor einigen Tagen aus dem Organ des Neichslandbundes ein Protokoll von der Fichrertagung des l�eichslandbundes zitiert, in welchem dem Oberregie- rungsrat Dr. Adametz eine scharfe Verurteilung des parlamentarischen Systems in den Mund gelegt wurde. Gegenüber der Forderung des deutschnationalen Abgeord- neten Dr. Everling„Weg mit dem Parlamentarismus! habe Oberregierungsrat Ädametz erklärt: „Wirft man uns vor, daß wir den Parlamentarismus nicht er- wähnt Hütten, so Hab« ich ausdrücklich da» geltende System als oerfehlt bezeichnet. Damit meint« ich den Parlamentarismus, den ich auch ausdrücklich nannte. Im übrigen lautete mein Thema: Untersuchung der ver< wattungsrechtlichen Möglichkeiten im Rahmen der Weimarer Der- fossung." So der Reichslandbund. Oberregierungsrat Dr. Adametz hat jetzt in einer Zuschrift an uns den Sachverhalt klar- gestellt. Dr. Adametz schreibt: Nach dem Stenogramm habe ich in der Diskussion folgendes wörtlich ausge- führt: „Mir ist vorgeworfen worden, daß ich den Parlamentarismus nicht erwähnt habe. Auch Ihnen, Herr Abgeordneter Everling, dürfte cs wohl bekannt sein. daß. wenn Sie den Parlamentarismus ab- schaffen wollen, dazu eine Aenderung der Weimarer Dersassung er- forderlich wäre. Wie Sie aus dem vorliegenden Programm ersehen, hatte Ich aber den Auftrag, lediglich die Möglichkeiten einer Der- waltungsreform im Rahmen der bestehenden Serfassung zu untersuchen. Ich hatte also keinerlei Veranlassung, auf den Parlamentaris- mus näher einzugchen. Daß ich im übrigen das System, da» sich bei uns in Deutschland leider herausgebildet hat, daß die parla- menkarisr, und zwar aller Parteien, dauernd in den Gang der Der- walkunq eingreifen, für verfehlt halle, und daß dadurch so viel un- nütze Aibeit in den Ministerien geleistet werden muß, die nicht in die Ministerien gehört, glaube ich in meinem Dortrag« zur Genüge her- vorgehoben zu haben." Obcrregierungsrat Dr. Adametz schließt mit der Bemer- tiiro, daß er diese Ausführungen in vollem Umfange auf- rechterhaste. Es ist überflüssig, die Berechtigunq der von Oberregie- rungrrot Dr. Adametz geäußerten Ansicht zu prüfen. Diese Ansicht ist eine Prioatmeinung. die, im Gegensatz zu dem Zitat des Nsichslandbundesorgans. die Verfassung nicht angreift. Das Protokoll des Reichssandbundes ist aber in einer Weife„korrigiert" worden, daß dem Vortragenden ungefähr las K-genteil dessen in den Mund gelegt wird, was er ge- sagt hat. Eine Musterleistung! Wahlergebnis nach Geschtechiern. Interessante Feststellungen in Mainz. Die Wahlen zum Hessischen Landtag fanden in Mainz ge- trennt nach Geschlechtern statt. Das Ergebnis war fofgeiii.es: Männlich WtiMW, Zentrum...... 3 902 7 499 Aolksrechtoartsl tAufwertung) 1188 1 369 Soziclbemolraii«.. 8 661 6 821 Demotraten...... 3 127 2 519 Kommunisten...... 1 878 999 Landbund....... 288 133 Deutschnationale..... 988 777 V Deutsche Lolkspartei... 1 707 1 571 Ausfallend ist die verhältnismäßig hohe Zahl an weiblichen Stimmen für das Zentrum. In erster Lim« dürfte das auf den Einfluß der Kirche zurückzuführen sein. Die Männer wenden sich von ihr, wie vor allem auch die männlichen Zentrums- stimmen in der crzkatholijchcn Stadt Mainz zeigen, mehr und mehr ab. Im übrigen aber zeigt auch die Mainzer Statistik, daß sich das Frauenstimmrecht mehr zugunsten der Rechts- und i t t o I p a r t e i« n als der Liulsparteien auewirtt. So haben die heftigsten Feinde des Frauen stimm rechts von ihm den größten Nutzen. Der Kamps um das Wshnrechi. Oie Dürgerblockmehrheit will von dauernder Sicherung nichts' wissen. Zm Wohnungsausschuß de» Reichstage» wurde am Doyneretaq der Abschnitt des M i c t« r s ch u tz g e s« tz e» beroten, der die Beendigung von MietvcrhSlln'ssen durch Kündigung oder Zeltabl.vus behandelt. 5m Laufe der Aussprach« verwahrte sich Abg. Silberschmidt tLoz.) gegen den Vorwurf, al» ob die sozialdemokra- tischen Äu<:-schuhnii!glie8cr Obstruktion trieben; sie wollten lediglich objrkt'o die Gründe der Regierung für die Vorlag« prüfen und jene Gründe» die den R« i ch» r a t zur Ablehnung veranlaßt haben. Die Mieter stünden schon jetzt unter dem Terror de» Permieters, na- mentlich die Mieter von Geschäftsräumen, die nicht nur um 10 oder 20 Prozent, sondern vielfach um Hundert« von Prozenten gesteigert wurden. Diese Praxi» habe die mittleren Existenzen vielfach ruiniert und deshalb stünden zum Deispiel in Berlin 2000 Läden leer. Derartige Auswüchse sprächen dafür, daß man in absehbarer Zeit, etwa in zwei Jahren, zu enem neuen Miet- und Wohnrecht lommen milsse, das den neuen Verhältnissen Rechnung trägt und scharf unterscheidet zwischen Eigentumsrecht an beweglichen und unbeweglichen Sachen. Den weiteren Abbau und die weitere Lockerung des Mieterschutzes müsse jeder ablehnen, der es mit der Zukunft unseres Volkes ernst nehme. Ter Deutschnationale Dr. Steiniger vertrat den Standpunkt, daß für«Ii» neu« Wohnrechtsgesetzgebung die Zeit noch nicht gekom- men sei. Abg. Lipinski(Soz.) machte den Vorschlag, auf die Beratung der manaelhaft begründeten Vorlage der Regierung zu verzichten und die Regierung aufzufordern, eine Vorlage über em neues, angemessenes Miet- und Wohnrecht zu schaffen. Für dessen Ausarbeitung könnten die i«tzigen Aarezungen und Anträge verwertet werden. Dieser Antrag Lipinski verfiel ledoch der Ablehnung. vi- Neuwahl de» Saar.eand-»ral» ist auf den 28. März 1928 festgesetzt. Zum erstenmal können auch im Saargebiet nicht ge- boreue,' aber 6 Jahr« hindurch ansässige Einwohner ein Mandat erhalten. Von den 30 Abgeordneten sind jetzt Zentrum 4. S o z i a l- demotraten 7. Deulsch-Saorländischc Bottspartei 4, Kommu- nisten 4 und Hausbesitzer 1. Die verschleppken Franzosen befreit. Sämtlich« von den Marokkanern entführten sech» Personen sind bei d«n sranzäsischen Posten eingetroffen. Ueber die Höhe des Lösegeldes ist noch nichts bekannt. Trotzki und Emowjew. Hier ruVvX. die öäMen!m\«& ermordet /9n „Hätten wir sie damals nicht ermordet,- wir trügen heute keine Ketten!" Oie Meuie der Apparaischiki. Systematischer Kampf gegen die Opposition. ZIloskaa, 17. November. In einer Parteiversammlung sagte der Moskauer Parteisekretär U g l a n o f, der oerschärfte Kamps zwischen Parteileitung und Oppo- sition habe alle„kleinbürgerlichen und sowjetfeindlichen Elemente" mobil gemacht. Heute könne man schon in Theaterlogen, in der Straßenbahn usw.„entsprechende Unterhaltungen" hören. Dieser Stimmung müsse schnell entgegengearbeitet werden, be- vor es zu einem höheren Wellenschlag komme. Es müsse energisch an das Dasein der Diktatur„des Proletariats" erinnert wer- den. Dann empfahl Uglanos eine milde Behandlung derjenigen Oppositionellen, die von den Führern irregeleitet, in- folge ihrer politischen Urteilslosigkeit in die Opposition ge- raten wären. Nur die„Unentwegten" müßten den eisernen Besen d«r Parteidisziplin zu spüren bekommen. Massenaus- fchließungen aus der Partei seien aber nicht wünschen?- wert. Aus Tifli» wird gemeldet, daß auf dem 5. Kongreß der Kommunistischen Partei Georgiens der öltest« Dol- schewik der KHutajueländer, Sakaja, in seiner Eröffnugsred« „die Austilgung des einzigen Seinen Fleckes aus dem Schilde der Partei", d. h. die Niederzwtngung der Opposition in Georgien, forderte. Er wies zugleich darauf hin, daß auf dein vorigen Par- teikongreß noch einige Vertreter der Opposition aufgetreien wären, an dem jetzigen aber nehme nicht ein einziger Opposi- t i o n e l l e r teil. Die Eharkower Sowjetblätter bringen alarmierend« Artikel und Berichte, in denen es heißt, zum erstenmal seit Beendigung des Bürgerkrieges hätten sich„reaktionäre, anarchistische und sozial- demokratische Elemente" wieder zusammengerottet, um die parte!- losen Arbritcrmassen gegen die Kommunistisch« Partei aufzu- Hetzen. Es werde für die Forderung agitiert, daß die Diskussion über Fragen, welche die Partei gegenwärtig beschäftigen, auch in allgemeinen Arbeiterversammlungen(d. h. also außerhalb der Partei) zugelassen werden soll: es werde ferner die falsch« Nachricht verbreitet, als hätte die Belegschaft der großen Charkow«? Clektromechanischen Fabrik beschlossen, den der Oppo- sition angehörenden früheren Sowsetbotschafter in Paris, R a- k o w s k l, zu bitten, einen Vortrag über die gegenwärtige Loge in der Partei zu hallen. Die normale Arbeit in den Fabriken werde von sowsetfeindlichen Elementen m jeder Weise gestört, die „ihre Machenschaften mit der Firma der Parteiopposition zu decken versuchen". Den Agitatoren und den Oppositionellen,, die vor einer offenen Aufh«tzung der parteilosen Arbeiter nicht mehr zurück- schrecken, droht die Charkower Regierungspress« mit der„e i s e r- n e n Faust der proletarischen Diktatur".— Vor seiner Rückkehr nach Moskau hatte R a k o w s k i«ine große Propaganda- reise durch die Ukraine unternommen. Sein« Versuche, in Par- teioersammlungen für die Opposition zu wirken, sind nach Berichten der Sowjetpress« überall gescheitert. Kuomintang und Kommunismus. Die Besetzung der Stadt H a n k a u, die das Hauptquartier des südchinestschen Kommunismus sein sollte, durch Nonkingtruppen mußte als entscheidende Niederlage der Ganzrotc» aufgefaßt werden. Indessen scheinen sie darauf in Kanton losgeschlagen zu haben. Au» Schanghai meldet nämlich der englische Draht unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete chinesische Quelle, daß am Mittwoch- abend in Kanton di« Arbeiterpartei unter der Führung Guangfatfuis r ersucht habe, sich der Stadt zu beinächtigten. ■RH Staatsiheaier. .Oer Kaufmann von Venedigs Jürgen Fehlings Shakespeare-Infzenierung im Staats theater, merkwürdig matt und sHinm imgsann im ersten Teil, mit Kort- n e r als Shyiock und der B e r g n e r als Portio, regte gestern das erwartungsgespannt« Publikum weniger an als auf. Es bil- deten sich regelrechte Parteien,«ine für Kortner. eine andere für die Leryner. Der überaus dauerhafte Jubel am Schluß war mehr demonstratio als begeistert. D g r. Der Feuerkampf zwischen den Parteien dauerte di« ganze Nacht und gewann immer mehr an Heftigkeit. Der Belagerungs- zustand wurde erklärt und die Tor« des europäischen Viertels ge- schlössen. Die Arbeiterparteiler sollen das Telegraph«namt besetzt haben. Die Kuomintangpartei bezeichnet sich nicht als Arbeiterpartei: wenn eine„Zlrbeiterpartei" gegen die Kuomintangherrschast aufsteht, werden das wohl Kommunisten sein. Zugleich mit diesen Vorgängen ist in Nanking die Leitung der Kuomintangpartei zusammengetreten, um das Verhältnis zum Kam- rnunismus zu behandeln. Der Vorsitzende der Nankingregicrung Wang erklärte in der Eröffnungsred«, die Nankingregierung werde i den bewaffneten Kampf mit dem Kommunismus aufnehmen und in friedliche Beziehungen zu den Großmächten treten. Ihr Bestreben gehe dahin, ein einheitliches China her- zustellen. Alls Beziehungen zur dritten Internationale würden abgewiesen werden. Im Bereich der Nordregierung, zu Peking, sind gegen 109 Russen verhaftet worden. Nach Durchsuchung wurden sie wieder entlassen, da sich der russische Konsul dafür eingesetzt hatte. (Sine Niederlage der Südarmee. Schanghai, 17. November. An der Eisenbahn Tientsin— Pukau nördlich von Mingkuang kam es zu erbitterten Kämpfen. 100 Schwerverwundete sind in Nanking eingetrofsen. Eine 60 000 Mann starke Südarmee unter General Hojingtsching hatte die Streitkräfte General Suntschuanfangs auf breiter Front angegnffon, wurde aber in der Richtung auf Mingkuang zurückgeworfen. Ihre Verluste sind sehr hoch, besonders hat sie unter Maschinengewehrfeuer zu leiden gehabt. Tie Nordtruppen haben die Verfolgung des ge- schlagen«! Feindes unterlassen. Infolge der Niederlage mußten alle in Nanking stehenden Reserven der Süchann-t z'te Front entsandt werden. Schwerverbrecher Kirsch festgenommen Durch seine Tätowierung verraten. Eine überraschende Wendung nahmen die Ermitklungen, die über zwei am Bußtag in B e e l l h festgenommene Einbrecher on- gestellt wurden. Beide waren nach einem Eiabruchsversuch In da» Stationsgebäude Belzlg, wo sie überrascht und g e st S r k wurden, aus der Station Beelitz festgeuom- men worden. Aach einem längeren verhör blieben sie dabei. Müller und wiese zu heißen. Beide machten über ihre Person möglichst harmlose Angaben. 3m Gegensatz dazu stand da» schwere Elnbruchswerkzeug. das sie mli sich führten. Schließlich wurde Müller aber als der berüchtigte Franz» Klrsch erkannt. Nicht nur das Signalement des Fahndungsaus- schreiben» der Berliner Kriminalpolizei lras aus ihn zu. sondern ganz sicher wurde man, als man an seinem Körper die bekannten Tätowierungen entdeckte. Er leugnete dann auch nicht mehr. Kirsch, der vor einigen Wochen aus einem fahrenden Trans- portzng kurz vor Nauen entsprungen war. nachdem er den B o d e n seines Abteils durchsägt halte, gibt an. daß er sich in der letzten Zeil nur noch in den entferntesten Vororten Berlins aufhalten konnte, da er durch die Polizei„zu sehr gehetzt" worden war. Jeden i zweiten Tag mußte er sein Quartier wechseln. Es scheint aber, als ob er in den letzten Tagen in Belh, einer Ortschaft in der Nähe von Beelitz, ein Unterkommen gefunden Halle, von hier ans hat er mit seinen Komplizen die Stallonskassen Erx leben und Genthln heimgesucht. Mit seinem Freunde, der immer noch Mese heißen will, wurde er. schwer gefesselt, von Landjägern und Beamten der Elseubahnüberwachung Magdeburg in das 2t m t-• gerichl Potsdam eingeliefert. Vorlegung sämtlicher neuen Skaatsverträge Frankreichs zur Billigung durch das Parlament zu beantragen, Hot die sozialistisch« Kammerfraktion beschlossen. vmloi Pusses, seit 1912 Sultan von Marokko, aber nur von Frantrcichs Gnaden, ist in Rabat gestorben. Der Sowjetbotschafter ln Tokio. Alexander Trojanowski. Vor- sitzender der Direktion des staatlichen Export- und Jmportbureaus im Handekskommissariat, ist zum Sowjetbotsrhafter in Japan ernannt worden. Die Sozialwahlen. Erfolge der freien Gewerkschasten. Ve! den ürbcHnehmern wie bei den Unternehmern verfolgt man mit besonderem Interesse den Ausgang der Wahlen zu den Organen derKrantenkassen und derAngestelltenversicherung. Die Unternehmer hatten für die Krankenkassenwahlen umfassende Vorbereitungen getroffen, um möglichst viel reaktionäre Elemente zu Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeisitzern zu machen. Dem rechtsstehenden Unternehmertum ist die ganze Sozialversicherung ein Dorn im Auge. Soeben erst hat sich der deutschnationale Reichstagsabgeordnete Treviranus auf einer Vertrauensmännerversammlung der Deutschnaiivnalen in Bielefeld besonders scharf für den„Abbau der kostspieligen und bureaukratischen Verwaltung bei der Versicherung" ins Zeug gelegt. Die Arbeiterfeinde, die ebenso gut wie andere Leute wissen, daß das Gerede über die zu hohen Verwaltungsspesen unbegründet ist— nach der reichsamtlichen Statistik betrugen bei den Ortxkrankenkofsen die Verwaltungskosten 1914 9.S Prozent der Ge° samtausgaben, 1924 7,8 und 1925 6,8 Prozent— wollen die Dummen gegen die Sozialoersicherung und vor allem gegen die Ortskrankcnkasien aufhetzen. Grund genug für die Arbeitnehmer, ihren Einfluß in den Organen der Sozialversicherung zu stärken. Erfreulicherweise zeigen die bisher vorliegenden Ergebnisse für die Ortskrankenkassen, Landkrankenkaffen und die Angestelltenversicherung einen kräftigen Ausstieg des frei- gewerkschaftlichen Elements. So wurden in Köln- Mülheim bei den Krankenkassenwahlen von 85 Wahlberech- tigten insgesamt 2772 Stimmen abgegeben, und zwar für die freien Gewerkschaften 1776, für die christlichen 949. Danach kommen auf die freien Gewerkschaften im Ausschuß 18, im Vorstand 5 Sitze, auf die Christlichen 10 bzw. 3. Bei der letzten Wahl vor dem Krieg im Jahre 1913 konnten die christlichen Gewerk- schaften über die freien Gewerkschaften noch einen Sieg erfechten.. Damais waren im Vorstand 5 Christliche und 3 Freie vertreten. Bei den meisten Krankenkassen von Köln und Umgebung ist es zu Vereinbarungen gekommen. So erhalten in Köln bei der Allgemeinen Ortskrunkenkasse die freien Gewerkschaften im Ausschuß 24, im Vorstand 7. die Christlichen 16 bzw. 5 Sitze. Bei der Allge- meinen Handwerkerkronkenkasie bekommen die freien Gewerkschaften im Ausschuß 28, im Vorstand 5, die Christlichen 12 bzw. 2 Sige. Ueber den glänzenden Erfolg in A a ch e n wo d i e f r e i e n Gewerkschaften 7 444, die Christlichen 4895 und die Hirsch- Dunckerschen 1077 Stimmen erhielten, haben wir bereits berichtet. Auch in Baden brachten die Ortskrankenkassenwahlen den freien Gewerkschaften schöneErfolge InKonstanz vereinigte die Liste der freien Gewerkschaften 1822 Stimmen auf sich, d. h. eine beträchtliche Zunahme gegenüber den letzten Wahlen; die christlich- sozial« Liste erzielte 1323 Stimmen. In V i l l i n g e n(Schwarzwald) dagegen erhielten die freien Gewerkschaften 1070 Stimmen, die Christlichen l268. chier haben die Christen durch Mobilmachung der ländlichen Wähler ihr« Stimmenzohl über die der freien Ge- werkschaften gesteigert. In F r c i b u r g(Vreisgau) vereinigte die freie Liste 4580 Stimmen auf sich: der Gewinn betragt 1400 Stimmen. Die„Christlich-Rationale Vereinigung" hat im Ausschuß einen Berlust von 2 Bertretern zu verzeichnen. In Baden- Baden erhielt die freie Liste 1153, die der Gegner 1088 Stimmen. Bon den Wahlen zu den Organen der Landkrankeukassen liegen«benfalls bereits Refullate vor. Im Kreise Goidberg- Hagnau beträgt die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 1999; die Wahlbeteiligung rund 33 Prozent. Es erhielten Stimmen: Die Lifte des Deutschen Landarbeiter- Verbandes 1477, die oereinigten Listen der Gutsbeamten, des Zentralverbandes der Landarbeiter, der christlichen Gärtnerocreini- gung, der Gutshandwerkergruppe und der Fachgruppe der Schweizer 522- Demnach entfallen von den 12 Ausschußsitzen 9 auf den Deutschen Landarbeiteroerband, 3 auf den christ- lichen Mischmasch. Im Vorstand sind dem Deutschen Landarbester- verband 4 und dem christlichen Mischmasch 1 Sitz sicher. Ueber den sechsten Sitz soll das Los entscheiden. Bei der Wahl im Kreise Tilsit-Ragnit wurden für die Liste des Deutschen Landarbeiteroerbandes 974 und sür die Liste des Zentralverbandes der Landurbeiter 213 Stiinmen ab- gegeben. Damit erhält der Deutsch« Landarbeiterverband 10 Vertreter, der Zentral verband der Landarbester 2 Vertreter im Ausschuß der Landkrankenkasie. Die Wahl im Kreise Stollupönen zeitigte folgendes Er- gebnis: Abgegeben wurden insgesamt 1355 Stimmen(rund 30 Proz. Wahlbeteiligung). Davon erhielten der Deutsche Landarbeiter- verband 1100, der Gewerkschaftsbund der Angestellten 155 und der Zentralverband der Landarbester 94 Stimmen. Demnach ent- fallen von den 8 Ausschuhsitzen 7 auf den Deutschen Landarbeiterverband und 1 auf den Gewerkschaftsbund der Angestellten Die vier Vorstandssitze dürften allein dem Deutschen Landarbeiterveiband zufallen. Dies« Resultat« zeigen, daß der Deutsche Landarbeiter- verband allenthalben den Sieg an seine Fahne heften konnte. Die Angestelttenwahlen in Verlin. Das amtliche Ergebnis. Auf die Listen de, AfA-Bundes entfallen insgesamt 14 Vertrauensmänner und 28 Ersatzmänner und zwar aus Liste v, Zentralverband der Angestellten 8 Vertrauensmänner und 17 Ersatzmänner; L'fte S, Bund der technischen An- gestellten und Beamten, 2 Bertrauensmanner und 4 Ersatz- Männer; Liste F, Deutscher Werkmeisterbund, 2 Vertrauensmänner und 3 Ersatzmänner; Liste G, Allgemeiner Bei band der Bankangestellten, 1 Bertrauensmann und 1 Ersatzmann und auf Liste 1k, Poliere, Zuschneider usw., ebenfalls 1 Berrrauensmann und 1 Ersatzmann. Auf die Listen A(DHB.), S(GdA.) entfallen je 9 Vertrauens- Männer und 18 Ersatzmänner, auf Liste C(weibliche Angestellte) 4 Bert:au«nsmünner und 9 Ersatzmänner. Di« Listen A, B, C, J, L, M und N wircn im �Hauptausschuß" der Gegner vereinigt, auf die insgesamt 28 Vertrauensmänner und 46 Ersatzmänner ent- fallen. Arbeitszeitverordnung und Verkehrsbetriebe. Eins für die Verkehrsarbeiter wichtig« Entscheidung über die Bezahlung der Ueber stunden bei Nichtbestehen eines Tarifvertrages fällte am 9. November das Düsseldorfer Arbeitsgericht. Der zwischen dem Verkehrsbund und der Rheinischen B a h n g e s e l l s ch a f t A.- G. in Düsseldorf abgeschlossene Taris- vertrag war am 30. Iirni dieses Jahres abgelaufen, ein neuer Taris- vertrag ober erst am 30. Juli mit Gültigkest ab 1. August ab- geschlossen worden. Fünfzehn bei der Gesellschaft beschäftigte Arbeiter klagten beim Arbeitsgericht auf Bezahlung der von ihnen in der tariflosen Zeit vom 1. bis 31. Juli geleisteten Mehrarbeit mit einem Z u- schlag von 25 Proz. gemäß§ 6a. der Arbeitszeitverordnung. Die Firma beantragte die Abweisung der Klage mit der Be- gründung, daß nach ihrer Auffassung dieser Paragraph der Arbeits- zeitvsrordnung für sie als Be r k e h r s u nt e r n« h.m e n nicht anzuwenden sei. Das Arbeitsgericht entschied jedoch, daß auch Per- k e h r sb e t rl e b e unter den Z 6a der Arbeitszeitoerordnung fallen und verurteilt» die Gesellschaft, den Magern für die tariflose Zeit den Zuschlag von 25 Proz. zu zahlen. In der Urtellsbegründung wird betont, daß du Mehrarbeit in Verkehrsbetrieben nicht anders bewertet werden könne als die in anderen Betrieben, und daß der Gesetzgeber eine Einschränkung bei den Verkehrsbetrieben unzweideutig im Gesetz ausgedrückt hätte. wenn er dies beabsichtigt hätte. Eine englische Indiendelegaiio«. Di« indische Delegation der britischen Gewerkschasten, be» stehend aus A. A. P u r c e< l und I. Ha ll s w o rth vom Verband« der Fabrikarbeiter hat am Donnerstag L o u d o n verlassen, um sich über Marseille nach Indien zu begeben. Di« Delegation, die sechs Monate unterwegs fein wird, soll zunächst, zum ersten Maie, die britische Gewerkschaftsbewegung auf dem ailindischen Gewerkschaftskongreß oertreten und hierauf die allgemeinen sozialen und die Arbeitsverhältnisse, sowie den gegenwärtigen Zustand der indischen Gewerkschast-organisation. die trotz erfreulicher Ansätze noch sehr in den Anfängen steckt, zwischen den britischen und indischen Gewerkfchaflssührern der Ge- danke erörtert werden, ob sich nicht ein« Entsendung von indischen Gewerkschaftsführern nach England zur Schulung ermöglichen läßt. Die nach England zu entsendenden Gewerkschafter würden in den britischen Gewerkschaftssekretariaten zu arbeiten haben und dadurch die britische Bewegung nach ihrer organisatorischen und administrativen Seite hin von innen heraus kennen lernen. Außer den Vertretern der britischen Gewerkschaften werden sich im Laufe des Wimers noch ander« britische Arbeiter- führer in Indien aushalten. Der Abgeordnete der Arbeiter» partei, Mardy Jones, wird sich Über Indien nach Java begeben, um die wahren Umstände und Tatsachen hinsichtlich des jüngsten Aufstandes der dortigen Eingeborenen festzustellen und der Heraus- geber des„New L« a d er" und Generalsekretär der Unabhängigen Arbeiterpartei, Fenner Brockway, geht zum Indische» National-Kongreß nach Madras. Berichtigungen. In dem Bericht über die Reichskonseren z der Bergarbeiter im gestrigen Morgenblatt ist u. a. die Rede von Arbeitskonwrern. Die Stelle muß richtig lauten:„Die Konferenz schloß sich der Auffassung des ADGB. an, die Arbeits- ä m t e r als die in Frage kommende Vertretung zu bestimmen...* Der A f A- B u n d in Polnisch- Oberschlefien besteht noch nicht solange, daß er sein fünfzigjähriges Bestehen feiern könnte. Er feiert« erst sein sünsjährlges Bestehen. Aufgehobene Sperre. Wie uns der Zentraloervand der Hotel-, Restaurant- und Caseangestelllen miileilt, wird die Sperre über die Destillalionsgeschäste In. R a b a n d, Elsässer Straß« Ii und 16 und Rügener Straße 14, ausgehoben. Die Differenzen sind beigelegt. SPD.-Mctolt-ubcitcr! Montag, 21. November, U<4 Uhr. Fraitiono- Versammlung in bon Musilersalen, Naiser-WUhelm-Str. LI. Wichtige Tagesordnung. Zutritt nur gegen Vorweis be» Partei- und Veroands- buche». De« Frattiovsvorstaud. Achtung, Si-mens.Schuckert.Werl« Sharlotte-burz! Heut- nach Arbeitsschluß ffraltionsversommlung aller EPD.-Ard-itei uub-An- gestellten im Lokal von Bcrgcr, Zagow» Eck« L-vctzowstraß«. Alle De- nassen müssen anwesend sein. Der grattionsvorstanb. Freie Eewertschaftsjugend Groß. Perlin. Heute, Freitag. lSZ4 Uhr. tagen die Gruppen: Hermaunplag: Gruppcnheim Jugendheim Canderstr. 11, Ecke Habrcchtstraße. Vortrag:„Berusswahl— Berufsberatung."— Schäneweid«: Gvuppenhe.m Jugendheim Loufener wti. 2, Zioter Saal. Portragssortsrtzung: „Jugend und sexuelle Frage."— Lichtenberg: Zugeirdhcim Scharnweuerstr. Ä, 19 Uhr. Einslihrungsabend.— Alle anderen Gruppen beteilige» sich an der Kundgebung„Proletarische Jugend gegen den Alkohol" in der Stadthall« Klostcrstraße um 10ZS Uhr. Fahnen und Wimpel mitdringen.— Achtung! Die L.chtüildcr sür Iugendhcrbcrgsausweise sind bis heute abend tn der Ingendzentrasc adgulicfern. Zugeadgrupp« de« ZdA.(Zentral oerband de« Angestellt»»). Heut« abend beteiligen sich alle Bezirke der Iugendgruppe an der Kundgebung der Prole» tarischen Fugend Grog-Berlin in der Etadthalle. Die Heimabende in den Bezirken Lichtenberg und Südwest fallen aus.— Morgen. Sonnabend, 20 Uhr. Slooember-Gedeulseier im Ortsbureau(Zioter Saatz. Fritz Weiaclt hält«inen Lichtbildervortrag über:„Eine Reife durch den Boandherd des Balkan." Verantwortlich für Politik: Wirtschaft:».«l-ug-IHL«--! Dr Gurt Sezer: � Gewerkschafisbewegung: z. Steiner: Feuilleton: K. H. Dölcher: Lokale» und Sonstiges: gr:tz Sarstadt: Anzeigen: Dd. Glocke: snmllich in Berlin Verlag: Vorwärls-Vrrlag GmbH.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Verlaasanstal' Paul Sinaer>> E« Berlin EW SL Lind-nstroh« L. Hierzu 2 Beilagen,»Uutelhaltung»ad Wisse»"»ad„Stadibeilage". üdergidi man nur dem Racknue«, de» Deutlchen Mustterverbande». Beriln. Som- mandantenftr S» St. Dilnhost 6277—7(1 Gelchiislszeit 9—8. Sanatag» 10— I Uhr. Aul Wunsch: vertreterbesuch. WERTHEIM fZ<Qftnolo** t&e* Qtns versal~ Ofüat*meapparat Preise soweit Vorrat; Fleisch, Fische, Obst u. Gemüse werden nicht rusesandt Frisches Fleisch Schweinebauch u. Biatt Schweineschinken 85 Pt 85 pt 82 p<. 85 pi 70 pt 95 pt 90 pi Iis 90 pt Prima Cefrierflelsch Suppenfleisch.......... Ptauck 52 PI. Rincferkamtn u. Brust 62 pt Hammetvorcferfieisch 78 pt «r, BIjf, Pfund ». Kamm, mit Bei lag.» Pfimd Kalbskamm u. Brust..««.a Kalbsnieren braten____ rfa»d Suppe nffleich.......... nun* Schmorfleisch Hammeivorcierfleisch pw Kaßier, Speer u. Kamm p<»d Gehacktes p». 72«. Liesen pm. Backobst Bosn. Pflaumen""i 30 pi Kaliforn.Pfiaum. pt-t. 58pi. Gem. 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Leberwurst hallesche, Pfund OB Pf Hildesheimer.. Piund 1.30 Mettwurst welche, Pfund 1.30 Teewurst..... P'und 1.60 Fische GrUne Heringe teiMt«. pfd. 13 pt 22?«. BratschoSlen........... pi°»d 24 pl Schellfische............ pi»»d 30 r«. Goldbarse........ pi-»d 30pl 38pt Rotzungen....... p.°°d 24 pl 40 pt Lebende Karpfen..... p.°-d Im« Lebende Hechte____ pi°»d 95pl«* Geflügel u. Wild Peltgänse Iclule......... Pfaad 1 M Hühner tri««!» geidtUdilel......Piund 1 OS an Kaninchen ge>IreUta.s>»eew»rten, Pick. 1 OS u HaSen geifrellt und sugevorfea, Pfand 1lO«n Hirschfleisch......... pi°°d 45 t an Käse u. Aiigäuer Siengen. Pld v 50�n Schweizer p!dT.08devr.i.45 Holländer». Fdarner 78Pi. Margarine Piunc 50, 53?!. Tilsiter 78»ni, hi 95 Pi 1.10 Speisetalg i-Pid Pakei 50 Pt Steinbuscher 90 v�- 1.05 Kokosfett i-Pmnd-Tafei sspt Tafelbutter pw°d 2m dänische Mund 220 i«f ßotwcla| Wein Preis* für l'i fiasdte ohne Glas. 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Die Berliner Stadtverordnetenversammlung erlebte gestern einen skandalösen Auftritt, den wieder einmal der zur Deutschen Volkspartei gehörende Herr F a l tz durch fein provozierendes Benehmen herbeisührte. In der Debatte über die nach dem Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten notwendig gewordenen Maßnahmen hatte die kommunistische Stadt- verordnete Frau chossmann-Gwinner über die Geschlechtskrankheiten und ihre Ursachen einiges gesagt, was cherrn Faltz nicht gefiel. Als er selber zu Worte kam. machte er eine hämische Bemerkung, durch die Frau chosfmann-Gwinner sich in ihrer Frauen- ehre aufs schwerste gekränkt fühlte. Es war begreis- lich, daß die Kommunisten in starker Erregung zum Rednerpult vor- drangen und stürmisch die Zurücknahm« der Aeußerung forderten. Aber Herr Faltz ist nicht der Mann, der es so ohne weiteres fertig brächte, etwas zurückzunehmen. Herr Dr. Meyer, der als Bor- stehelstelloertreter die Sitzung leitete, sah sich gezwungen, wegen andauernden Lärms die Sitzung auf einige Zeit zu vertagen. Als sie nach langer Pause wieder eröffnet wurde, wollte Herr Faltz ein« Erklärung abgeben, zu der inzwischen sein« eigen« Fraktion ihn genötigt hatte. Doh ihm das schwer wurde, ließ er schon in den einleitenden Worten erkennen. Die Kommu- nisten, di« ihn anscheinend überhaupt nicht mehr sprechen lassen wollten, drangen aufs neue unter Lärm zum Rednerpult vor. In dem von rechts her antwortenden Tumult mußte die Sitzung abgebrochen werden. » Zu Beginn der Sitzung sagte der Syndikus, Genosse Lange, in Beantwortung einer Anfrage zu, daß die Schulhausmeister, die I leine Reparaturen ausführen, in Zukunft in die Gehaltsgruppe 5 eingruppiert werden sollen. Eine Anfrage der Bolkspartei befaßte sich mit der Bebauung des Scheunenvierlels. Der Magistrat wurde gefragt, warum di« seit �langem festgelegten Bsba"ungspläne noch nickst verwirklicht seien. Stadtbaurat Genosse Dr. Wagner erklärte, daß die für die Bebauung besonders in Frage kommende Bausirma Schrobsdorff i» neuester Zeit mit Anträgen auf Gewährung von Mitteln aus der Hauszinssteuer an den Magsstrat herangetreten sei und daß die Verhandlungen darüber noch schweben, sedoch kurz vor dem Abschluß stehen. Die Lmnmuiiisten brachten zu der Anfrage einen Antrag ein, der fordert, rechts und Nnks der Volksbühne Grünflächen anzu- lesen. Die Deutschnationalen forderten die sofortige Behandlung dieses Antrages, damit er alsbald einem Ausschuß überwiesen werden könne. Schließlich wurde dementsprechend beschlossen, nach- den, noch Stadt oerordnter Pfarrer koch(Dnat.) angekündigt hotte, im Ausschuß die Politik des Magistrats in Sachen der Verwertung des Scheunenviertels einer eingelzenden Kritik zu unterziehen, Eine längere Aussprache entspann sich über die aus dem Ausschuß zurückgekommene Vorlage wegen der Durchführung des Reichs- gefetzes zur.... Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Stadtacrordnetc Frau hassmann-Gwinner(KPD.) erklärte die be- schlosscmui Maßnahmen �Abschluß von Verträgen mit der Bertiner Acr.zteschast und dem Apathekerverein) für eine wirkliche Be- lampsung der Geschlechtskrankheiten ungeeignet, da sie in der Hauptsache den Aorzteorganisotionen diene. Im übrigen fordert die Rednerin, daß die Geschlechtskrankheiten nicht nur medizinisch, i andern an der Wurzel des Hebels, der Wohnungsnot, e handelt werden. llnscre Genossin Dr. Frankenthal erklärt« es als allgemein bekannt, daß die Bekämpsung der Geschlechtskrankheiten bei den sdzialen Mißständen ansetzen muß. Hier sei aber nur der Organs- sationsplan zu beraten. Die Rednerin bedauerte, daß die Stadt Berlin in dem Vertrag mit der Aerzteschaft weitergehen mußt« als ursprünglich beabsichtigt war. Den Kranken kann am besten geholfen werden in mustergültig«inge- richteten Behandlungs- und Beratungsstellen. Eine von der kommunistischen Vorrednerin gefordert« Zwangs- behandlung geschlechtlich Erkrankter bezeichnet« Ge- nossin Frankenthal als ein« neue Reglementierung, der selbst die Kommunisten nicht zustimmen würden. Die Rednerin bat am Schlüsse ihrer Ausführungen um 2l>, nähme des von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten folgenden Antrages: .Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, bei den in Frag« kommenden Stellen des Reiches bzw. des Staates darmif hinzuwirken, daß der Stadt Berlin die Mittel zur Durchführung des Reichsgesetzes zur Bekämpfung der Ge- schlechtskrankheiten zur Verfügung gestellt werden." Bon der Deutschen Bolkspartei sprach Dr. Faltz zu der Vor- läge. Er polemisierte gegen die Rednerin der kommunistischen Fraktion und unterzog die Behauptungen der Frau Hossmann- Gwinner, die diese mit Bezug auf die Aerzteschaft und die Schuld der kapilalistiscken Gesellschaftsordnung an der Ausbreitung der Geschiechtskrantheiten gemacht hatte, einer Kritik, die in die bei ihm üblichen scharfen Ausdrücke und Zynischen Redewendungen gekleidet war. Es zeigte sich wieder einmal, wenn Dr. Falh spricht, gibt's krach! Zu Frau Hoffmann-Gwinner gewendet, sagt Dr. Faltz:.Wollen Sie wirklich nachspüren, wo die Dinge weinger sauber sind? Ich schlage vor, daß eine solch« Prüfung nicht stattfindet. Denn der- jenige, der stets meint, daß bei der Gegenpartei alles im argen liegt, muß doch besonders gute Kenntnisse aus dem Gebiete ge- sammelt haben. Er macht sich deshalb besonders verdächtig! Nach diesen Worten bricht bei den Kommunisten ein Proteststurm aus. Viele Mitglieder der Fraktion eilen auf die Rednertribüne; heftige Pfuirufe, Drohungen. Rufe:.provokoleur!!!".wir sind doch nicht im Ofizierskasino!"..Wollen Sie das zurücknehmen?" schallen durch den Saal. Das heftige Protestieren hindert Dr. Faltz am Weiterfprechen, der Verhandlungsleiter, Vorsteher- stellvertreter Meier(Dem.) schwingt unausgesetzt die Glocke, kann sich aber nicht durchsetzen. Dr. Faltz hat wieder einmal, wie früher schon mehrfach, durch sein.schneidiges" Auf- treten Spektakel, Protest stürme und Aufregung in die Versammlung gebracht, so daß schließlich die Sitzung unterbrochen werden mußt«. Der Aeltestenrat trat zu einer Sitzung zusammen. Nach Wiedereröffnung der Sitzung gibt Vorsteher- stellvertreter Easpari dem Dr. Faltz das Wort„zur Fortsetzung seiner Rede". Sofort prolestierken die Kommunisten aufs neue, indem sie dem Vorsteher zurufen, daß Dr. Faltz nicht mehr zu reden hätte. Sladtv. Lange(Komm.) ruft:„Er hat sich zu entschuldigen, sonst nichts!" Der Vorsteher unterbricht und bemerkt, daß Dr. Faltz das Wort zu einer Erklärung hätte. Dr. Faltz beginnt:„Ich habe mir den stenographierten Wortlaut meiner Red« geben lassen und stehe noch jetzt auf dem Standpunkt, daß eine Beleidigung der Frau Hoffmann-Gwinner nicht herauszulesen ist!"— Durch den nunmehr erneut ein- setzenden Lärm der Kommunisten wird Dr. Faltz am Weiter- reden verhindert. Die Krrnmunisten stürmen auf die Tribüne, ihnen ..voran Frau Hofsmann-Gwinner. Stadtv. Gäbel(Komm.) sucht seine Parteigenossen zurückzuhalten; Stadtv: Schwarz(D. Dp.) geht ebenfalls dazwischen. Der Redner verläßt schließlich die Tribüne, nachdem nunmehr bei den Deutschnationalen großer Lärm einsetzt. Als Stadto. Gabel(Komm.) reden will, ertönen von rechts laute Schlußrufc.fo daß schließlich der Borsteher di« Sitzung schließen muß. Die sozialdemokratische Fraktion hat folgenden Dringlich- keitsantrag eingebracht: Durch die anhallende Erwerbslosigkeit und die damit verbundene Nottage besteht in vielen Familien nicht die Möglichkeit. ihre Kinder zum bevorstehenden Weihnachtsfeste zu bescheren. Die Stadtverordnetenversammlung ersucht daher den Magistrat, den Bezirken Mittel zu bewilligen zwecks Bescherung bedürftiger Kinder und bei der Verteilung der Mittel die soziale Struktur der einzelnen Bezirke zu berücksichtigen. Wo sind die-10000 Mark geblieben? Der Fall des Kassenboten E. Eine dunkle Angelegenheit: Wo war das Geld geblieben? Halte der Kassenbote S. sich die 10 000 Mark angeeignet oder waren sie ihm gestohlen worden? Mit absoluter Bestimmtheit konnte darüber nur S. selbst Auskunft geben. Außer ihm vielleicht noch c i n Mensch: der Dieb, nämlich wenn überhaupt ein solcher hier seine Hände im Spiel gehabt hatte. Den Dieb hatte man aber nicht! S. sagte: Nein, ich war es nicht, es war der Dieb! Da werde nun einer klug. Auch das Gericht ist aus der Sache nicht schlau ge- worden und hat dekretiert: Es liegt dringender Verdacht vor, daß nicht der Dieb— der Dieb gewesen ist, sondern S. selbst. Da man aber den Dieb nicht hat und man dem S. nicht nachweisen kann, daß er der Dieb ist, so muß er freigesprochen werden. Die entscheidende Frage in dieser dunklen Angelegenheit war: hatte man durch den Riß in der Aktentasche— die affenartige Gewandtheit des Diebes vorausgesetzt— die 10000 M. entnehmen können oder nicht? Der Kriminalbeamte, der im Gerichtssaal den Dieb demonstrieren mußte, brachte dies auch ohne affenartige Gewandtheit fertig. Zwar erklärte der Leiter der Abteilung für Taschendicbftähle, daß S. unmöglich bestohlen sein könne, das Gericht sprach ihn aber doch frei. Die Dinge lagen konkret so. Die Boten S. und R. waren von der Firma Werner in Marienfelde beaustragt worden, von der Darmstädter und Nationalbank 4.1 000 Mark abzuholen. Einen Teil des Geldes gaben sie dort dem aus sie wartenden Kaffenboten der Firma; den Rest verteilte» R. und S. unter sich; letzterer packte in seine Aktenmappe etwa 26 000 M. Eigentlich mußten die Kassenboten laut Vorschrist zusammenbleiben. S. bat aber den R., vom Dönhofsplatz Leinwand zu holen, die er der Buchbinderei der Firma mitzubringen versprochen hatte. R. erklärte sich dazu bereit. An der Ecke Charlottenstraße wollten sie sich tressen. S. bestieg den dicht besetzten Vorderperron eines Wagens der Linie 69 am Spittelmarkt. Seine Aktenmappe hielt er bald am Henkel, bald unter dem Arm. An der Ecke Charlollen- straße traf er, wie verabredet, R. Beide bestiegen die Linie 99. Im Wagen saß zwischen ihnen ein junger Mensch. Die Akten- mappe hatte S. unten an seine Füße gelegt. Als S. dem Kassierer das Geld abliefern wollte, fehlten 10 0 00 M. Wo waren sie geblieben? Ja, wo waren sie geblieben? Das war die Frage! Weder R. noch S. hatten unterwegs etwas Verdächtiges gemerkt. Natürlich waren sie beide die ganze Zeit zusammengewesen. Lautete nicht etwa so die Vorschrist und hatten sie nicht etwa an der Ecke Char» lottenstraß« verabredet, in der Bank nicht zu sagen, daß sie vor schriftswidrig gehandelt hatten? Also, wo war das Geld geblieben? An der«inen Seite der Tasche hatte sich sa die Naht gelockert. Ei bestand da ein kleiner Riß. S. gab zu, das gewußt zu haben; er habe selbst einige Male den Riß schon zugenäht. Aber, meinte er, so groß sei er am Morgen nicht gewesen. Da müsse unbedingt semand unter- wegs ihn vergrößert und aus diese Weise das Geld der Tasche ent- nommen haben. Dje Polizei, diese ewsg mißtrauische Institution, wollte an den. Diebstahl nicht glauben und verhaftete S. Weshalb hatte er vert schwiegen, daß er sich unterwegs von R. getrennt hatte? Und wes- halb hatte er diesen nach der Leinwand geschickt? Die Sache schien sehr verdächtig. So mußte sich S. vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte verantworten: Zeugen traten auf, die Mitangcstellten des S. und Kriminalbeamte. Sachverständige wurden vernommen; ein Sattlermeister und der Kriminalkommissar Riemann, Diebstahls- versuche aus der Tasche wurden demonstriert und— die Geschichte endete mit einem Freispruch. Der Volkschor Osten. vldvAS., veranstaltet arb Sonnabend, 13. Nov. pünktlich 8 Uhr. in der Schulaula, Frankfurter Allee 37, einen»Kunst- und Werbeabend". Neben Liedervorträien bei genannten GborZ wirken noch Herr Walter Höhnet vom DAS.(Vortrag); dnS Künstlerduelt: Frl. Ruth Ingeborg Kelsch(Violine) und Herr L. W. S i m o n i(Flügel) mit. Der Eilitiitt iit vollständig kostenlos. Der(5 bor übt jeden Dienstag von 8 bis 19 Uhr abends in der Schulaula, Frankfurter Allee 37. 4t) �Zernent. �Roman oon Fsodor Vladtow. „Kommt doch her. Fertelchen.., ich führe euch nicht ins Heim... Nehmt euch lieber ein Stück Brot... Seid Ihr aber eine feige Bande!.. Die Tante ist so lustig und freundlich(wenn nur das rote Tuch nicht wäre!) und das Brot ist golden und schmeckt so gut wie Honig. Die Jungen schauten einander an, näherten sich ihr, feig, mit diebisch-schlendernden Schritten und streckten von weitem die Hände aus. Sie gab dem einen und dem anderen das Brot. Sie wollte das lockige Haar des zweiten streicheln. Er brüllte auf und rannte mit entsetzten Augen rasch davon. Njurta— ist im Kinderheim, und womit ist sie glück- licher als diese nackten kleinen Tiere? Bor einiger Zeit sah Dascha. wie Njurka zusammen mit anderen Kindern auf dem Hofe der Küche des Voltsernährungsrates in den Abfällen wühlte. Damals schien es ihr, daß Njurka schon gestorben und daß sie, Dascha. nicht ihre Mutter sei. daß Njurka dem Hunger und den Leiden durch ihre, Daschas, Schuld ausge- liefert fei. Und ihre flüchtigen Liebkosungen im Kinderheim kamen ihr nicht als Liebkosungen einer Mutter vor, sondern waren wie taube Blüten. Und von dem Haufen der Abfälle bis zum Kinderheimjrug sie Njurka auf ihren Händen, und ihr Herz tobte vor Schmerz. Badjin stand neben dem Wagen, das schwarze Leder glänzte matt, und er sah sie, unter der knochigen Stirne her- vor, aufmerksam an. „Setz dich, Genossin Tschumalowa, fahren wir." Und ohne auf sie zu warten, setzte er sich in den Wagen, der unter seiner Last«Kt all seinen Federn nachgab. Dascha setzte sich neben ihn und fühlt«, wie feine Hüfte und sein Fuß sie mit ihrer Schwere drückten. Badjin sah sie nicht mehr— er war verschlossen, kalt und streng wie gewöhnlich. „Mit dem Automobil kann man nicht hinfahren. In den Bergen werden wir sogar mit diesem Fahrzeug wie die Schnecken weiterkommen. Fürchtest du dich nicht vor den. Räuberbanden? Ich habe nichts anderes als eine Pistole i mit. Sollten wir nicht vielleicht ein paar Rotkavalleristen mitnehmen?" Dascha sah ihn an— hatte Badjin am Ende selber Angst? Aber sie merkte nichts: sein Gesicht war unbeweglich und hart wie immer— ein Bronzegesicht. „Wie du willst, Genosse Badjin, wenn du Angst hast, so nimm welche mit. Ich bin es gewohnt, ohne Begleitung in meine Kommandierungsorte zu fahren." „Also los, Genosse Jegorow." Und der Genosse Jegorow sah erschrocken einige Male dem Vorsitzenden des Exekutivkomitees ins Gesicht, wollte etwas sagen, traute sich aber nicht. Räusperte sich, putzte die Nase und nahm endlich die Zügel fester in die Hände. Solange sie über die Straßen in der Stadt fuhren, schwiegen sie, und Dascha war es ungewohnt angenehm und lustig, sich in dieser bequemen, weichen Schaukel schaukeln zu lassen. Auf der Straße sah sie Sergeij. Er nickte ihr mit seiner roten Glatze zu, und seine Locken flatterten wie rote Holz- späne um sein Gesicht. Und Schul blieb überrascht mit einem trüben Gesicht stehen, als er sie im Wagen sah. Badjins dicke Lippen krümmten sich voller Ekeljn einem spöttischen Lächeln. „Ich kannjuesen Kerl nicht leiden." „Genosse Schul? So?... Genosse Schul ist ein guter Drechsler und ein guter Kommunist. Genosse Schul liebt unsere Generale und Bureaukraten nicht... und ist sehr be- sorgt..." „Genosse Schuk ist einfach ein Taugenichts und Schwätzer. Solche Leute sollte man unbedingt aus der Partei jagen." „Nein, Genosse Badjin, Genosse Schuk ist gut und er sagt immer die Wahrheit. Und wenn er verschiedenes aufdeckt— so seid Ihr alle böse. Ist denn das richtig? Und ist es denn nicht wahr, daß Ihr alle, Ihr verantwortlichen Parteiarbeiter, die Arbeiterklasse nur von eurem Bureau aus seht?" „Du irrst dich, die Bureaus der verantwortlichen Ar- beiter sind der Arbeiterklasse näher als solche Ränkemacher, wie zum Beispiel dein guter Genosse Schuk. weil eben durch diese Bureaus alles geht: angefangen von den komplizierte- sten Staatsfragen bis zu den Kleinigkeiten des Lebens. Im Bureau eines verantwortlichen Parteiarbesters habe ich mich auch mit diesem Mann angefreundet." Er lachte, und sein Lachen klang nicht wie sonst, sondern wie Trommelwirbel: und sein Lachen und seine Worte lichen einander. Und dieses Lachen beunruhigte Dascha in eltsam-dunkler Weise immer wieder. Die Stadt war schon hinter ihnen. Sie fuhren durch ein Tal, links waren Weinberge, rechts Wald, noch nackt und grau und neblig, und die aufgeplatzten Knospen bedeckten wie mit Spinngewebe die Bäume. Sie liefen in Reih und Glied an ihnen vorbei in die dämmrige Leere hinein. Sie sind wie lebendig, die ersten Reihen gehen nach rückwärts und die rückwärtigen gehen mit Dascha nach vorne, und es scheint, als ob der Wald sich dreht, sich aufregt, irgendeine gewaltige Arbeit vollbringt, die er vor Menschenaugen oersteckt. „Nun, wie schaut es jetzt in deinem Familiennest aus. Einerseits— eheliche Pflichten: gemeinsames Bett und schmutzige Wäsche, andererseits— Parteiarbeit. Ich glaube, Ihr habt auch Nachkommenschaft? Du wirst wohl wählen müssen, entweder Frauengruppe— oder häusliche Sorgen. Dein Mann verlangt wahrscheinlich besondere Garantien. Er ist ein strammer Bursch— und hat eine gewaltige Faust." Dascha rückte in die Ecke: wie eine Welle wogte eine Un- ruhe in ihrem Herzen, in ihrem Kopf. „Mein Mann lebt sein Leben— und ich lebe auch mein eigenes Leben, Genosse Badjin. Wir sind vor allem Kom- munisten und keine Müßiggänger." Badjin lachte wieder wie eine Trommel und legte seine Hand auf Daschas Bein. „Du sprichst wie alle Kommunistinnen, aber das Bett bleibt doch das Bett. Uebrigens klingt es bei dir glaub- würdiger als bei den anderen: bei dir kommt es so aus dem Innern. Ich weiß es genau, wie schwer es ist, eine gemein- same Sprache mit dir zu finden." Dascha warf seine Hand von ihrem Knie herunter und rückte in den' äußersten Winkel des Wagens. „Die Kommunisten, Genosse Badjin, müssen immer eine gemeinsame Sprache in ihrer gemeinsamen Sache-finden." Badjin war wieder verschlossen und wie aus Erz ge- gössen. Er rückte von Dascha weg und in seinen Augen be- merkte sie Fünkchen, die sie schmerzhaft brannten. „Setz dich nur freier hin— ich werde dich nicht fressen..." Sagte es und verzog seinen Mund in einem verletzend- spöttischen Lächeln. „Ich habe keine Angst vor heinen Krallen, Genosse Badjin: wir kennen doch einander genau.. (Fortsetzung folgt.)' Oer Heitsarmeegeneral in Verlin. Am Bub tag veranstaltete die Heilsarmee in Berlin wieder die alljährliche Heerschau. Im Zirkus Busch fanden �werLcrsammlungen statt, am Nachmittag eine„Missions- Versammlung", am Abend eine..Heilsversammlung". General B o o t h, ein Sohn des alten Booth. jetzt selber schon ein Alter, war mit einem Stab hoher Offiziere aus England herübergekommen. in beiden Versammlungen zu sprechen und zu werben. Der Zirkus war am Nachmittaagut besetzt, am Abend bis aus den letzten Platz gefüllt. Da die Mitglieder der Heilsarmee ihre Uniformen trugen oder mindestens durch Mütze oder Hut erkennbar wurden, so war zu sehen, wie stark dieser feste„Stamm" in der Zuhörerschaft vertreten war. Die übrigen Vertreter der Versamni lung waren wohl, wie aus manchen Anzeichen geschlossen werden mußte, zum großen Teil schon„gute Freunde" der Heilsarmee. In der Minderheit waren Neulinge und Fremdlinge, die„nur mal sehen wollten, was bei der Heilsarmee tos ist". Der Zweck dieser Veranstaltungen, bußfertige Seelen zu retten und auch einiges Geld in die Kasse zu bringen, wurde ersüllt. Den Hauptertrog an Seeleu und Geld brachte die Abendversamm lung, aber auch in der Nachimttagsversammlung konnte die Heils armee sich schon„Siege" buchen. Bei der Heilsarmee versteht man sich aus die K ü n st c der S u g g e st i o n, denen die schwache Seele erliegt.. Die Regie war gut und olles klappte nach Wunsch. Erstaunlich war, mit wie geringem Aufwand an Gedanken die Redner ihre Werbearbeit betrieben. Auch die Reden des Generals machten da keine Ausnahme. Viel und immer wieder wurde von den Beziehungen des Menschen zu Gott gesprochen, ober die Be Ziehungen der Menschen untereinander wurden nur selten gestreist. Der Ausbau dieser Veranstaltungen war so, daß der Gang büß fertiger Sünder zu der vor der Rednertribüne aufgestellten B u ß-- b a n k die Krönung des Ganzen bildete. In den Reden tauchte zunächst eine nur leicht andeutende Erwähnung der Bußbank auf. Dann wurde erzählt, wie da und da die Bekehrung und Seelen- rettung gelungen sei. Am Nachmittag z. B. erfuhr man, mit welchem Erfolg in Indien und bei den Zulukoffcrn gearbeitet worden ist. Aber allmählich wurde immer deutlicher gemahnt, auch die eigene Seele retten zu lassen. Immer heftiger wurdc an den schwachen Nerven der Zuhörer und vor ollem der Zuhörcrinncn gerüttelt und gerissen. Unaufhörlich wiederholten sich mahnende und flehende Ansprachen, wie:.�z'omm, o Seele, komm zutGott. Tu' es noch heute, tu' es jetzt, tu' es sofort. Wir wollen jetzt olle zusammen singen— und während des Gesanges, liebe Seele, tust du es." Gesang, Trompeten, Ansprachen, Hallelujahgcschrei, taktmäßiges Händeklatschen wechselten afr und mischten sich ineinander. Eine erste schwache Seele erlog dem Ansturm, eine alte Frau schritt zur Bußbank und kniete an ihr nieder, lind dann folgten bald andere, meist Frauen, alte und junge, auch Kinder in noch schulpflichtigem Aller, schließlich auch Männer, aber die Frauen hatten die starke Mehrheit. Dazwischen wurde von einer ausschwärmenden Soldatinnen schar, die durch die Reihen streifte, fleißig Geld gesammelt, wobei möglichst niemand übergangen werden durste. ?m Schlußgesang, mit dem die Abendoersammlung endete, wurde dem„lieben Gott" für die Erfolge dieses Tages gedankt. Der nüchterne Betrachter wandte sich kopsschüttelnd ob von dem ganzen ochanspicl, diesem Zerrbild religiöser Werbung. „Or. phil. Schneider." Oer heiratslustige Schneiderlehrling von 52 Jahren.- Daß er nach berühmten Mustern mehr scheinen wollte als er war. wurde einem Heiratsschwindler zum Berhängnis. Ein 32 Jahre alter Emil Martins, der immer noch Schneider- l e h r l i n g ist und bisher keine Gesellenprüfung machte, sagte dem Handwerk Lebewohl und betätigte' sich als„v r>p K i 1. Srch n e i> d« r". der heiratslustigen Damen Wunderdinge erzählte. Angeblich wollt« er schon mehrere grundlegende Werke herausgegeben haben und augenblicklich mit kunstgeschichtlichen Forschungen beschäftigt sein. Seine schwungvollen Redensarten wußte er so geschickt vor- zubringen, daß seine Bräute— er hotte deren mehrere— ihm aufs Wart glaubten und ihm ohne Bedenken aus„momentanen Verlegenheiten" halfen. So prellte er zum Beispiel eine Berlinerin um bare(5 0 00 Mark und ließ sich dann nicht mehr sehen. Bor einigen Wochen war Martins nach Braunschweig übergesiedelt und hielt dort unter den Töchtern des Landes Umschau. Hier schien es ihm angebracht, ein anderes Märchen zu erzählen. Der Dame, deren Bekanntschaft er bald machte, berichtete er, daß er Aussicht habe, bei einer Großbank als Leiter der auswärtigen Handelsstatiftik einen"„fabelhaften Posten" zu bekommen, wenn seine Aus- bildung erst völlig abgeschlossen sei. Die Vertrauensselige hatte be- reits 3 0l)0 Mark an den künftigen Bankgewaltigen hergegeben, als ihr doch Bedenken aufstiegen. Sie ließ den vermeintlichen Doktor festnehmen und nun kamen olle seine Luftschlösser ins Wanten. Allem Anschein nach hat Martins in Berlin noch mehr Bekanntsckiaften gesucht und gefunden, alz bisher zur Kenntnis der Kriminalpolizei gekommen sind. Frauen, die ihm gutgläubig ihr Geld anvertrauten, werden gebeten, sich bei der Dienststelle D 2 im Polizeipräsßiium zu melden. Martins ist 1,7l1 Meter groß und trug mit Vorlieb« einen Gehrockpaletot und einen modernen Kneifer mit großen runden Gläsern, obwohl er. ganz gesunde Augen hat. Eine nette Tombola. Charlottenburger Hausbesitzer erschwindeln sich die Hauptgewinne. Gedenket der Obdachlosen! Die kalten Winternächte kommen heran. Jeden Abend klopfen Tausende frierender, hungernder, obdachloser Menschen an die Pforte des städtischen Obdachs in der Fröbelstraße. Die Stadt ist mit Erfolg bemüht, mehr als das gesetzliche Maß der Hilfe den Unglücklichen zuzuwenden, welche sie Nacht für Nacht in ihre Obhut nehmen muh. Obdach und Verpflegung allein aber reichen noch immer nicht aus, um den Schutzsuchenden zu helfen: vor allem fehlt warme Winterkleidung. Die Verwaltung des Obdachs bittet herzlichst. Kleidungsstücke, Mäntel, warme Unterwäsche, Strümpfe und Schuhwerk zu spenden. Jede Gabe, vor allem auch gebraucht« Stücke, ist nicht nur will- kommen, sondern auch geeignet, zol�lose Menschen, welche morgens wieder auf die kalte Straße hinaus müssen, vor Krankheit und noch Schlimmerem zu bewahren. Sendet Gaben aller Art an den Ver- waltungsdirektor des städtischen Obdachs, Berlin NOA5, Fröbcl- straße 15. Totengedächtnisfeiern. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmer und Äriegerhinterblicbeuen, Gau Berlin, veranstaltet a m Totensonntag, den 20. d. M., eine Feier zum Andenken an die im Felde Gebliebenen aus dem Garnison- friedhof in der Hascnheide. Der Abmarsch mit Musik«soll um 1?% Uhr vom Wassertorplatz, unweit des Kottbusser Tors, erfolgen. Di« Feier wird von Gesängen des Hegar-Ehors umrahmt werden. Die Totengedenkrede hall der Präsident der Liga für Menschenrechte, H e l l m u t von G e r la ch, für den Gauvorstand des Reichsbundes wird der Gauvorsitzende Paul Eberl sprechen, und an den Grä- bern der ehemaligen Gegner des Wellkrieges spricht der Gauleiter Paul Mende. Alle Kriegsopfer Berlins werden zur Beteiligung aufgefordert.— Der Ortsverein Treptow des Reichs- bauners Schwarz- Rot- Gold veranstaltet am Toicnsonn- tag eine Gedächtnisseier um 15 Uhr im Krematorium in Baum- schulenweg. Der Männerchor des 12. Bezirks vom Arbeiter- fängerbund und die Musikkapelle sowie dos Tambourkorps wir- ken mit. Die Gedächtnisrede hält Polizeioberst a. D. Schützinger. Um rege Betelligung wird gebeten. Der Ortsverein Neukölln des Reichsbanners ver« anstallet am Totensonntag«ine Gefallenen-Sedächtnisfeier auf dem Gemeindefriedhof Mariendorfer Weg und Britz. Der Ortsoer«» „Schiebung. Schiebung!" raunte man sich schon in der Dallnacht nach Schluß der Tontbola in den Kreisen des Charlotten- burger Haus- und Grundbesitzervereins zu. der am 13. März 1926 im Marmorsaal des Zoo sein Winterfest gefeiert hatte. Ausfällig war es ja auch, daß der erste Borsitzende Mühl- haus und der Schatzmeister Schröder es ausgerechnet waren, die die beiden Hauptgewinne, die Klubsessel gewonnen hatten. Erst nach einem Jahre kamen diese Dorgänge zur Kenntnis der Staatsamvallfchaft, und sie erhob gegen Mühlhaus und Schröder, die auch die Vorsitzenden des Vergnügungsausschusses waren, Anklage wegen Betruges. Zu der Hauptverhandlung vor dem Großen Schöffen- g e r i ch t waren gegen 30Zeugen aufgeboten, unter ihnen befand sich auch die Schauspielerin Resi Langer. Viele Zeugen hatten zahl- reiche Los« genommen, aber höchstens geringe Gewinne erzielt. Schon am Montag nach dem Boll hatte der damalige Geschäftsführer des Vereins, Schnate, einem Mitgliedc des Vergnügungsausschusses, dem Maurermeister Bothc, Mitteilung von recht auffälligen Vorgängen gemacht und hinzugefügt, daß er den beiden Vorstandsmitgliedern derartiges nicht zugetraut hätte. Bothe und Schnate waren am Vor- mittag zugegen gewesen, als Mühlhaus die z/!hn Hauptge- winne herausnahm und in einen Umschlag tat, den er ver- schloß. Diesen Umschlag sollte Schröder an sich nehmen, der ihn aber an Schnate mit der Weisung weiter gab, ihn abends zur Tombola mitzubringen. Als Bothe fragte, was das bedeuten soll«, antwortete ihm Mühlhaus, das oerstehe er nicht. Die Tombola nahm um 8 Uhr ihren Anfang. Zlber erst um i43 bis 3 Uhr morgens, gegen Ende der Verlosung, wurde Schnate ins Künstlerzimmer gerufen. Hier wurde ihm das Kuvert abgenommen. Die Lose wurden auf einen Pappdecken geschüttet. Mühlhaus nahm sich ein« Nummer heraus und steckte sie in die Westentasche. Dann sagt« er zu Schröder:„Na Albert, haste Deine Nummer noch nicht?" Schröder steckte sich dann ebenfalls ein Gewinnlos in die Tasche. Die übrigen Gewinne wur- den in eine Tombola geschüttet. So bekundete der Zeuge Schnate unterstützt von Bothe unter Eid. Die Angeklagten suchten die Glaub- Würdigkeit Schnates in Zweifel zu ziehen. Der Zeug« dagegen er- wähnte, daß er bald nach Einleitung des Strafverfahrens fr ist- l o s entlassen worden sei, angeblich weil er gegen den Vorstand intrigiert hatte. Staatsanwaltschaftsrat Ortmann hielt unter Be- rufung auf verschiedene andere Zeugenaussagen den Betrug der beiden Angeklagten vollständig für erwiesen. Gegen Mühlhaus, der bereits eine Vorstrafe von 2 Iahren wegen Untreu« aufzuweisen hat. beantragte er 6 Monate, gegen Schröder 4 Monate Gefängnis. Die Angeklagten gaben zu, die Hauptgewinne herausgenommen zu haben. Eine derartige Zurück- Haltung der Hauptgewinne sei allgemein bei Vereinsverlosungen üblich, damit der Anreiz zum Ankauf von Losen bis zum Schluß anhalte. Sie bestritten aber, sich selbst Hauptgewinne herausgefischt zu haben. Es fei der reine Zufall gewesen, wie bei manchen anderen Spielen. Das Tckzöfsengericht verurteilte beide Angeklagte wegen gemein- schaftlichen Betruges, und zwar Mühlhaus zu vier Monaten Gefängnis und Schröder zu 1000 Mark Geldstrafe. Mühlhaus wurde als der Hauptschuldige betrachtet, da er der„All- mächtige" im Hausbesitzerverein war. Das Gericht hielt den Zeugen Schnate für durchaus glaubwürdig. Ein Betrug habe schon darin gelegen, daß die Angeklagten bewußt Gewinnlos« zurückgehallen hatten. proßetsilIcke Feierstunde Sonntag, den 20. November 1927, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus, Karlstraße DIE REVOLUTION Der Sprechchor für proletarische Feierstunden unter Leitung von Albert Klorath spricht das Requiem" von Toller. Einzel- sprechet sind Heinrich Witte vom Staatstheater und Ilse Musäus. Musikalisch untermalt wird das Werk vom Berliner Sinfonie- Orchester unter Leitung von Smil Lohnte. Emtrittskarlcn zum Preise von t M. in allen bekannten Verkaufsstellen und im Bureau des BczirkSbildungsauSschusfcS, Lindenstr. 3, 2.®., Hi* tritt 12.30 in der Kaifer-Friedrich-Straße, Ecke Reuierftroße, an. Die Veranstaltung auf dem Genreindefriedhof Mariendorfer Weg findet um 14.30 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof Britz um 16.30 Uhr statt. Die Gesangverein«„Neuköllner Liedertafel" und„Solidari- tät" und das Reichsbanner-Mufikkorps wirken mit. Di« Festrede hall Kamerad Barsavti. Zu dem Dorfall im hause Oramenstraße 103. bei dem. wie wir gestern abend mitteillen, der 17jährige Lehrling Erwin Hruby aus der Lieanitzer Straße seine 13jährige Kusine Dorothea R. durch einen Kopfschuß schwer verletzte, wird noch folgendes mttgeteill. Der fahrlässige Schütze floh, nachdem er sah, was«r �angerichtet hatte, und irrte die Nacht planlos in den Straßen umher. Heute früh erschien er seh och auf feiner Arbeitsstelle, wo er von der Kriminalpolizei vernommen wurde. H. er- klärte, daß er nicht gewußt habe, daß die Waffe ge« laden war. Das Befinden des im Urbankrankenhaus schwer da- niederliegenden Mädchens ist unverändert. Kirschsaft mit Radium. Schwindeleien eines weiblichen Harry Oomela. Bor dem erweiterten Schöffengericht in Waldenburg (Schlesien) hatte sich die Hochstaplerin Ottilie Gerlach aus Berlin wegen zahlreicher Betrügereien zu verantworten. Sie hatte sich mit dem D o k t o r t i t c l geschmückt und spielte sich im Waldenburg«? Kreis als Privatdozentm auf, ohne die geringste wissenschaftliche Vorbildung zu besitzen. Ihre Opfer suchte sie fast nur in den sogenannten besten Gesellschasts- k r e i s e n, in die sie dadurch Eingang fand, daß sie mit ihren Beziehungen zum Exkaiser, dem früheren Herzog von Braunschweig und anderen Fürstlichkeiten prahlte. Die Patienten, die ihr auf den Leim gingen, behandelt« sie mit„Radium", das sie von einer Großtante geerbt haben wollte. Mit diesem„Radium" Die Programme des Mittwochs und Donnerstags sind in musi- kalischer Beziehung Höhepunkte. Im Nachtkonzert singt Ottilie Metzger-Lattermann mit ihrem gesättigten All, der selbst in der Höhe noch immer klangvoll ist, Lieder von Wolf. Schubert und Wagner, eine Sängerin von dramatischem Ausdruck, die aber trotz- dem niemals das Lied wie eine Opernarie behandelt und nie die melodische Linie zerreißt. Willi Fiala spielt auf der Viola zwei Sätze aus Rubinfteins L-Moll-Sonat« mit faszinierend weichem Strich, ohne aber süßlich zu werden, eine bei dieser Kompositton naheliegende Gefahr. Imposant wirkt die Uebertragung des Lssztschen Oratoriums„Die Legende der heiligen Elisabeth". Ueber die Anführung ist bereits an anderer Stelle berichtet worden. All- gemein sei bemerkt, daß das Oratorium die befriedigende Lösung des Problems darstellender Musik im Rundfunk bedeutet. Die Illusion wird hierbei am stärksten erreicht. Am Donnerstag abend spielt das Funkorchester unter Georg Szell Haydn und Mozart. Szell versügt trotz aber manchmal schon pedantisch berührenden Exaktheit über Grazie und tänzerische Lcichttgkeit, über Eleganz und Freude an rein formaler Schönheit. Der Donnerstag vermittelt jedoch zuviel klassische Musik. Es fehlt hier dem Programm der Berliner Funkstunde an dem harmonischen Ausgleich. Davon abgesehen, ist die Veranstaltung mit den Flötisten Lichienstem und dem Pianisten Karl Robert Blum von ersreulicker Frische und Lebendigkeit, von solidem künstlerischen Niveau. Borger liest Albert Daudistel aus seinem Roman„Wegen Trauer ge- schlössen". Hermann Kasack erweist sich wieder als Meister des biographischen und krllischen Essays. Kasack letzt kurze Schlaglichter, die die Persönlichkeit grell und scheinwerserhaft beleuchten. Professor Bonn beginnt seinen Zyklus: �internationale Schulden, Reparatton und Dawes-Plan" mit einer Betrachtung über Wesen und Entstehung der internationalen Schulden. Seit es internationale wirtschastliche Beziehungen gibt, sind die internationalen Schulden in die Erscheinung getreten, besonders da die wirtschaftlichen und politischen Fragen aufs engste verknüpft find. Die Smaten borgen Gelder ins Ausland, und zwar meistens Private an irgendeinen fremden Staat, manchmal auch ein Staat dem anderen, wie im Kriege England und Deutschland als wirsschaftlich stärkst« Mächte an ihr« Alliierten. Auf diese Weise sind die Auslandsanleihen entstanden. F. S. ließ sie Kirschsaft oder Chinarinde durchziehen und verabreichte das dann als Madikamente, die im Dunkeln«ngenommen werden mußten, damit sich dos Radium nicht verflüchtigte. Sie fand solchen Anklang bei denen, die nicht alle werden, daß zu Ehren der er- lauchten Zlerzttn aus Berlin Feste veranstallct und wette Autofohr- ten mit ihr unternommen• wurden. Für die Behandlung selbst nahm sie kein Entgelt, sie ließ sich lediglich die Radmm-Medikamente bezahlen, angesichts des kostbaren Stoffes allerdings reichlich hoch. Bor Gericht redete sich die Schwindlerin darauf hinaus, nur aus Mitleid mit der leidenden Menschheit die Aerztin gespielt zu ha bell. Das Urteil lautete auf sieben Monate Gefängnis, wobei der Schwindlerin, zugute geholten wurde, daß chr die Betrügereien durch die Leichtgläubigkeit und Urteilslosigkeit ihrer Opfer sehr leicht gemocht worden waren. Oer Winter im Anzug! Strenge Kälte in Schweden. Stockholm. 17. November. Schiffahrt nach den nördlichen schwedische» ist wegen der strengen Kälte eingestellt Dar schwedisch« Staatseisbrecher hat sich schon jetzt in die nördlichen Gewässer begeben müssen, um ein« Reihe von Fahr- zeugen aus dem Eis.zu befreien. P i t e a ist- bereits völlig und endgültig für diesen Winter eingefroren, Die Häfen worden. Voriräge,Vereine und Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz- Rot-Gold�. »«schSftistklle: Berlins Uhr bei Bensch, Wederstr. 1ö. Bericht von der kaugcneralvcrfammlung. Reiner darf fehlen. NeutöDn. Britz: Freiwillige Beteiligung am Republikanischen Fest be, Ortsvereins«rcuzberg im Slau, Mauer. straße 82— Sonntog. 20. November, ttrruzbrrg: 12' i Uhr Antreten am Bo.üertorplotz zur gemeinsamen Totenfeier mit dem Reichsdund der llriegs- beschädigten(Marsch nach dem Sarnisonfriedhof). NeukSlIu-Britz: Pflichtantrcten oller Kameraden mit Fahnen und Epielleuten lZZH Uhr Kaiser. Friedriä� Sit "...-----•••'*— Mariendorfer »»»«Rick: Am izmederlegunq auf dem»riegcrsriethos statt. Abmarsch 8Ü Uhr Bhf. Käpeuick mit Fahnen. Dir erwarten, daß sämtlich« Kameraden antreten und bitten um Unterstützung der Kameraden aus Bohn»� darf, Grünau und Friedrichshagen. Treptow: Sämtliche Kameradschaften An- treten 14-11 Uhr Baumschulenweg, Köpeniiker Landstraße Ecke Baumlchulenstraße, mit Mustk und Tambourkorps. Pfllchtveranstaltung. Druppcnfiihrer laden eiu und kontrollieren..Berliner Kameraden werd-n um Unterstützung gebeten. Sportplatz Fr!edr>ch»f«Ide: Achtung! 8—10 Uhr M'tte. 12— 1Z Uhr Prenzlauer Berg, 13—14 Uhr Friedrichshain, 14—15 Uhr Treptow. 15—16 Uhr Lichtenderg. Neinickevborf:!> Uhr Antreten auf dem Bahnhofsplatz in Tegel zur Toten. ehrung. Pflichlveranstaltung. Teltow: lOHH Uhr Antreten bei Link«. Kranz. n!«derlegung. Adlershot: Schutzsportgruppe 8—11 Uhr Arbeitsdienst Sportplatz hinter der Bahn tBirkcnwäldchcn). Braten mitbringen. Beteiligung fedc, Tchutzioortlers Pflicht.— Friedricheha-n: Bchutzsporiabteilung Co.. d. 19., 17% Uhr. Antreten Madai» Sie Fruchtstraß Verpflegung für einen Tag sind mitzubringen. Fr'uchtstraße zur Wandertour. Unkosten 3 M. Decke und Nrichsbund der Kriegsbeschädigte», Kriegsteilnehmer nutz Kriege tiinter. bliebeaen. Ortsverein Teltow: Cvnntag, 20. November, 19 Uhr, im Restau. rant„Weißer Schwan" Totengedenkfeier. Mitwirlende: Kammerorchester Linke und Blindenchor„Heimati länge" aus Steglitz. Saufelrctär Poetsch, Berlin, hält die Gedächtnisrede., Schutzverbavd der Untervermiete r. Versammlung aller Neuköllner Ummer. Vermieter Frsitag, 18. November, llllZH Uhr. im Deutschen Wirtshaus, Berg- straße 137. Reterat Rechtsanwalt Dr. Faß:.Der Begriff der eigenen Wirt. fchait des Untermieters." Eintritt frei. Gäste willkommen. Lolkschor Südosten, Ober-, Niederfchöneweide und Johannisthal, Mitglied des Deutschen Arbeiter. Sängerbundes. Sonnabend, 19. November, im Blumen. garten, Ooerschönewe!l>e. 29. Stiftungsfest, Instrumental- und Vokalkonzert. Beginn 20 Uhr. Eintritt I M. Humboldt. Hochschule. Im Rahmen der Veranstaltungen der Humboldt. Hochschul« finden 5 Conntagsfilhrungen:.Menschen, Tiere und Gestirne" statt. Die erste Führung hält Dr. S. Kodner durch das Prähistorisch« Museum mit dem Thema:„Alt�luropa" am 20. November um 10 Uhr Prinz-Awrecht�-tr. 7. Karten sind nur vor der Führung erhältlich. Dr. W. Poll!» hält am Sonn. ästend, 19. November, 29 Uhr, in d-r Doroiheenstr. 1? einrn Vortrag über: „Geist und Masch'ne, vom Manuskript zum fertigen Buch" tmit Film). Kart-n zu 1 M., für M tgl eher des W3V. 75 Vf., an der Abendkasse. «rchitckten. urd Zngenleurverel»»a Berlin. Montag, 21. Rooember, 20 Uhr, Mcistersoal, Köthener Str. 38, Vortrag mit Lichtbildern über„Slektri. sierung der Stadt-, Ring, und Vorortbahn." Vortragender"Vichsbgbnoderrat Brot. Dr.-Ing. Iacneckc. Karten in der Geschäftsstelle des Vereins, Wilhelm- straße 92/93._ Briefkasten der Redaktion. � Orbg. 27. I. Ja. Es ist doch Grundvermögen»orhanbe» T. Die Fr� mit dem werden m Uni 1927 abgelaufen. Für 1927. 3 MS« den Sie sich ln fedem W ..... M Betcheih zunächlt abgewartet Finanzamt A. oder 116,66 Reichsmark monatliche Verbindunch, dessen 3t. Rein.—». 199. Wöchentlich 26,92 Reichsmark _________ gegen Schnupfen #2 Wirkung frappant! Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlin. jkl»I>geb»»g»ege« de» Sch«»kst-tte«gesetze»twurs heute, Freitag, I». ZZo. «eulber, rS>4 Uhr, in der Stadthalle ltlrstcrstrahe. Redner! Wilhelm Eollmonn, M. d. N., Slara Kohm-Schuch, M. b. R., Dr. Zuliusburger. Ohne Eintritt--. karte kein Autritt. Erster politischer Zaiormotioneabend Sonnabend, IS, November, Ig>4 Uhr. im großen Laal des Bezirksamts lireuzderg, fjorckstr. 11. Genosse Dr. P. Herx, M. d, R.. spricht über das Thema!„Die Politik der jungen Generatwn." Ohne Mitgliedsbucki kein Autritt. Wrrbebezlrlsleiter und B.-B.: Sonnabend, IS. November, 18 Uhr, Sitzung im Sekretariat. Der Sivgkrei» trifft sich heute, Frritag, IS Uhr, vor der Etadthalle Kloster. straße zur Kundgebung. henke. Freitag. 18. November: alle Gruppen beteiligen sich au der Kundgebung i» der Stadthaie Klosterstrahe. Weihease«: Treffpunkt zur Kundgebung 18 Uhr Antonvlatz,— Britz: Treff. Punkt und Kartenausgabc für die Kundgebung 19 Uhr Rathaus,- Rosenthaicr Borftadt: Gruppenabend fällt aus, Daftlr Treffpunkt zur Kundgebung 18� Uhr Danzigcr Straße lBezirlsamt),— Westen l: Heimabend siilll aus. Dafllr Be. und mitzubringen, Wcrbebezirk Neukälla: Der Iüngerenkurfus fällt ans. Dafür geschlossene Beteiligung an der Kundgebung. Arbeiierspori. An die Dereinsvorstände. Die für die Frcitagmorgenausgabe des..Dorwärts" bestimmten kleinen Sportonzeigen der Vereine müssen in Zukunft spätestens Donnerstags bis Ii Uhr auf der Redaktion sein: technische Umstände-zwingen zu dieser Anordnung. Sport-Redaktion des„Vorwärts". Arbeitersporller der SPD. Fraktionsfitzungen Montag, 21. November. UHH Uhr:?, Kreis Tiergarten bei Krüger, Putlitzstr. 10. t. Kreis Prenzlauer Berg bei Soffmann, Lvchener «Straße 8. 8. Kreis Spandau bei Schwarp vorm. Rechenberg. Spandau, Lutherftr. S. Parteimitgliedsbuch ist in den Sitzungen vorzuzeigen. Fuhballoorschau zum Sonntag. Fichte-Nort ermartet in Reinickendorf, Echaruweberftraße. den Besuch des Slbteilungsersten, Adler 08. und wird verfuchen. auch diesmal einen Sieg zu erringen. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich, da Adler sich inzwischen vervollständigt hat. In Borsigwalde, Reue Ernst. Ecke Konradstraße, stehen sich Tegel und Bcltrn gegenüber. Leide Manuschaften sind auf allen Posten gut besetzt. Der Ausgang dieses für die Placierung in der Tobcllc von größter WichtigkeU erscheinenden Spiels ist fraglich. Zurzeit steht Velten an erster Stell«. In der Ehristianiastraße hat Alemanma Lirmensstodt zu Gast. Auf «» der gegen Bernau die bessere» Aussichten,>WW»WW WW�»WWW»>>>W»WW Sparta-Wedding gegen Elstal, Fichte-Gefunbbrunnen gegen Ketzin, Schönholz gegen Wacker 2-j, Sportfreunde gegen Amateure, Union gegen Blau-weiß, Hansa gegen Birkenwerder, Eachsenhaufen gegen Wittenau, ATV. Pankow gegen Helvetio. > Im Osten muß der Treptower Ballspielklub nach Friebrichshagen. Alb- Glienicke und Woltersdorf werden sich einen gleichwertige» Kampf liefern. Da. gegen sollten die Weißcnfecr aus Riederfchöneweide als Sieger heimkehren. Askanio hat Hertha 22. Oberfprec Ketschendorf und Fichte-Südost Sparta zu Gast. Stralau muß nach Fürstenwaldc und wird mit stärkster Elf antreten. Bon den Spielen der 2. Klasse interessieren besonders die Treffen Waltersdorf gegen Johannisthal, wo beide Ergner punktgleich sind, und Tasmania gegen Mllnchcbcrg. Weiterhin treffen»och zusammen: Sablow mit Ragow.. Bor. wärts 20 mit Merkur, Senzig mit Zeesen, Ricderlchmc mit Wildau, Eggersdori mit Richtcrswalde. Mahlsdorf mit Tasdorf, Eadowa mit Münchcberg. BSV. 16 mit Fichte 22, Kaulsdorf mit Lichtenberg II. Im Südwesten erwartet man mit besonderer Spannung den Ausgang des Neukölln hat Potsdam zu Gast, und Rowawes erwartet Bcrolino. Lichtenrade hat Hcrtha.Luckenwalde, den Tabellenersten, als Gegner. Beelitz spielt gegen Wannsee, NBE. gegen Trebbin, Teutonia 10 gegen Titania. Gcseilschastsspiele sind: Brandenburg gegen Aoltcrsdorf, Kreuzberg gegen Berlin 12, Lindenhof gegen Charlottenburg, Zehlendorf gegen Eintrachr. Die Spiele beginnen schon um ll>j Uhr. Handballspiele am 20. November. In der l. Gruppe findet in Brandenburg der Ortskampf zwischen der 1. und 2. Abt. statt. Odersprec spielt gegen Adlershof um lo Uhr in Nieder. schöneweide. Köpenicker Chaussee. In der 2. Gruppe spielen Nowawes gegen Niederlchöneweiöe um 13U. Uhr in Nowawes, Köpenick gegen Kaulsdorf um llöii Uhr in Köpenick, Morienftraße. In der Z. Gruppe spielen Groß.Berlin» Friedenau gegen Fichte 7. Abt. um 9 Uhr in Friedenau. Offendacher Straße, Lichtenberg 2. Abt. gegen Luckenwalde um 15 Uhr im Lichtcnderger Stadion. Fichte-Stid hat in der 1. Gruppe zwei Spiele zu absolvieren, um g Uhr gegen Berlin 12 und um 15 Uhr gegen Fichte lS. Abt. Fichte 2flA empfängt auch in Martendorf um lOVi Uhr Klausdorf. Das bedeutendste Treffen in der 5. Gruppe findet in Spandau, Falkenhagencr Clmussec, um 10 Uhr zwischen Spandau und Fichte.Nord statt. Groß.Berlin.Webding fährt nach Rathenow. Am Bahnhos Zepernick spielen um Uhr Schönow gegen Groß.Berlin. Rosenthal. In der 8. Gruppe spielt Schöneberg Sportler gegen Groß.Berlin. Weddinz 2 um 10% Uhr in Echönedcrg, Dominicus-PIatz, und Sportverein Moabit fährt nach Brandenburg zur Sporlabtcilung. An Fraucnfpielcn finden siatl: Luckenwalde gegen ASC. in Luckenwalde. Fichte Z. Abt. gegen Schmargen. dorf um 11% Uhr iii Baumfchulenwea. Brandenburg 1. Abt. gegen Spandau in Brandenburg. Adlershof gegen Fichte 4.'Abi. um 10 Uhr.in 9MUec«£jf, verlängerte Heldigftraßc, Lichtenberg 2. Abt. gegen Fichte 18. Abt. um 9 Uhr im Lichtenbcrger Stadion. Neulölln 2. Abt. gegen Fichte 9s um 10 Uhr am Dammweg, Tegel gegen Moabit um 15 Uhr in Tegel. Graf-Rädern-Korfo. und Schönow gegen Fichte 22. Abi. UNI 12% Uhr am Bahnhof Zepernick. Schwerathletik. SE. Berolino Neukölln, Leichtathletikabteilung. Trainingsodende jeden Montag und Donnerstag 20—22 Uhr Turnhall« Neukölln, Elbeftraße. ---—------ Freitag, tt 9.«t*aS*t, pemistaHiel der C®. Surich«ine» Boxkampfadend, der als letzt« große Prüfung für den im Januar stattfinden. den Länderkampf Rußland gegen Berlin(Lurich) gedacht ist. Außerdem finden Bozen sü, Schüler. Der SC. Lurich hat eine Dopabtrilung fUr Schüler eröffnet. Anmeldungen Montag und Donnerstag 20—21 Uhr Turnhalle Brom- bcrgcr Str. lt. Schwerathlctische» Lallensportfest. Der Sportklub Liberias veranstaltet am Totensonntag ein Hallensportfest in der Turnhalle Sophi-Eharlotte-Schul«, Scharrcnstr. 25. Anfang 15 Uhr. Eintritt-80 Pf. Schwerathletischer Sportabend in Moabit. Der Sportklub Siegfried 09 lMii. glied des AAB.) veranstaltet am Totensonntag 18% Uhr im Mooditer Gesell. Ichaftshaus. Wiclefstr. 24. einen Sportabend. SS. Berolina CSeufffln). Kreis. und Mitteldeutscher Meister, gegen SC. Siegsried 09. Beide Bereine haben schon beste Erfolge: ein harter Streit um den höchsten Titel des AAB. ist gewiß. Alt. Wedding- Sportfest. Sonntag, 20. November, veranstaltet der SC. Alt. Weddinq in den Pliarusfälen, Müllerstr. 142, sein 2. großes Sportfest unter Mitwirkung der Freie» Turnerschaft Groß-Berlin. Wedding<->. Mädchennbt.l. Aus dem Beiprogramm ragen besonders die 2 Lliri-Luri und Fir und Far hervor, welche beim Artistcnwettstreit so großen Anklang fanden. Beginn der Bcranstaltung 17 Uhr._ ArbeiterRandsahrerbund.. Solidarität". ■P...._... eeifzüge Jungfern. Heide. Start Wcderwiesc.— 5. Abt.: 13 Uhr Waidmannssust. Jugend Anti. kriegsmuseum. Start Landsberger Platz.— 8. Abt.: 19., 20 Uhr. Kerbst. vergnügen iBüttner). 20., 13 Uhr. Röntgental lPreußl. Start Schönhauser Aller 184.- 7. Abt.! i3 Uhr Tour am Start Soloniestr.>47.- 8. Adt..- lz Uhr Echulzcndorfer Forst. Start Waldenserstr. 19.—». Abt.: 13 Uhr Birkenwcrder. Start Schulstr. 114.— 10. Abt.: 19 Uhr Lichtbildervortrag lBereinslofols. Treffpunkt Gubener Str. 45.— lt. Abt.: 13 Uhr Tour, an» Start Blochplatz.— Bezirk 2l, Ortsgr. Köpenick: Friedhof Fricdrichsfelde. Start 12 Uhr Post. Ortsgr. Reinickendorf: Ziel am Start 9 und 13 Uhr Residenzstr. 109. Abt. 2: Ziel am Start 13 Uhr Anlonienftr. 8l. Hometrainerrennen der«rbeiter-Radsahre«. Die 8. Abteilung des ARB. Eolidoritäl begeht am Sannabcnd, 19. Ronember, 20 Uhr„ bei Büttner. Schwedter Sir. 2324. ihr Sportwerbefest. desteAend aus Konzert, Tanz. Radball und Radnplo. Besonders großes Interesse dürften die Hometrainerrennen auf der Büdne erwecken. Rennfahrer, die gewillt sind, ihren Sport im ARB. Solidarität zu betreiben, dielet diele Beranstaltung eine gute. Gelegenheit, sich den Arbeitcrradfahrern anzuschließen. Verschiedenes. Wander.Paddler»Havel" e.'B., Bootshaus Hkiligensee. Darfftr.?0. Sitzung Freitag, 18. November. 20 Uhr, bei Fuhrmann. Granu. Ecke Demminer Straße Gäste willlommrn. Anfragen an Walter Schlokat, Berlin RO, Prenzlauer Allee 202. Arbeiter-Radsahrerverei» Groß-Berlin. Sonntag, 20. November, 8 Udr, >»>W____.—.— nenplatz.________ Arbeiter-Schützenbund. Abt. Wedding. Sportabend Freitag, 18. November, 20 Uhr, bei Schauer, Utrecht« Str. 24. die altertn Jdiweßwtt dev Kicijjary privat find rufer eds gdiem. ßnd; JMassary~Dc]ft£}*&* Aiassary-Ritter 6 dA assary-Diplomat S�S Massary-Privat jetztaueh mit Qoldmmcbtück! Immer wieder ist aus Raucherkreisen der Wunsch geäußert worden, wir möchten Massary- Privat, die neue 4-P£g.-Zigarette ohne Mundstück doch auch mit Goldmundstück herausbringen./ Es ging nicht an, einfach das gleiche Mischungsverhältnis für eine Mundstück- Zigarette beizubehalten. ✓ Nach mühevoller Arbeit, nach immer wieder'neuen Versuchen haben wir eine Auslese von Tabaken zu jener glücklichen Mischung vereint, die Massary-Privat auch mit Goldmundstück sofort als außergewöhnliche Leistung erkennen läßt: als Wertzigarette, die weit über das Niveau der 4- Pfg.- Preislage hinausreicht Nun dürfen alle R micher sagen• Das istTa! ( Urteilen Sie seihst!) Sport. Oer VOR. zum Kall£ucke. Dor einifleit Tagen meldeten mehrere Blätter, daß der Direktor der Olympiaradrennbohn, Willi Lücke, eine Geld st rase von 1000 Mark erhalten habe. Er soll an einem Verlrage mit dem bekannten französischen Dauerfahrer Brünier einseitige Aenderungen vorgenommen haben, um sich seinen finanziellen Verpflichtungen zu entziehen. Dazu erläßt der Verein Deutscher Radrenn- bahne» eine Erklärung, in der es u. a. Heißt, daß die oben an- geführte Mitteilung„von privater Seite aus in die Welt gefetzt inorden� wäre.„Gegen Herrn Lücke", so heißt es weiter,„liegt big heute keine rechtsgültige Bestrafung durch die Sportbehörde vor." Im Laufe des gejtrigcn Tages teilte der Vorsitzende des LDR., Otto Hannover, noch folgenden Nachsah mit:„Ein Antrag aus Be- strafung unseres Mitgliedes Lücke liegt von keiner Seite vor." Soweit die Erklärung des DDR., die keine Erklärung ist! Hat der VDR die Absicht, diese Angelegenheit ins Reine zu bringen, so kann das am allerwenigsten durch eme Mitteilung geschehen, die aus die Entstehungsursachc der oben angeführten Beschuldigung gegen Herrn Lücke überhaupt nicht eingeht. Das nachzuholen ist Pflicht des VDR. Reaokahrertoll. Die Deutsche Rennfahrervereiniguna ladet ihre Mitglieder und Freunde zu einem Wmtersest, daS mit Kabareit. Ball und Tombola am Tonnabend, dem lZ. November, abends S Uhr, i» den Kafinoräumen des Leriincr Sportpalastes stattfindet. EintrilSkarten sind im Spmtpalast. Potsdamer Str. 7Z/72», Verlag Hackebeil. Kom- mandantcnslr. 65, und in den Sportgeschästen: Erich Aberger, Neukölln, Friedelttr. L7, Schiple. Komp GmbH.. Schöneberg, Tempelbofer Str. IL. F. Schmidt, Moabit, Stromitr. 56, erhältlich. Der Ueberschutz bei Festes fließt der U n t e r st ü tz u n g s k a s s e der Rennsahrer zu. Wetterbericht der Sfsenttichen welterdieuststelle verliu v»d Umgegend sNachdr. vcrb.) Weiterhin ziemlich trübe bei Temperaturen um Null. Un- bcdentcnde schnccsälle. leichte südöstliche Winde.— Jät veuischlana: Nur im äußersten Weilen ziemlich mild, sonst weiterhin Temperaturen um Null, bisonderS im Osten etwas Schnee. MidlüMMMl-Mlill! Um!»liilliiislSAn Um q-ut«. Zrellag, den l«. Zlooemver obenas. llhr im vorboodshau» Cinicnslratic 83 85 Branchenversammlung der Sauanichläger. Taaesordmung! I. Stellungnahme zu unserer Streikbewegung 2. Dieiusfion. In Anbetracht der'wichtigen Tageeorp nung werden die Kollegen ersucht, restlos die Berlammiung zu besuchen Kein Kollege darf schien. »8«»" Di« Funttionlire treffen sich in demselben Saal eine halbe Stui�c früher Motmei u. öerussgmssev Henke. Freitag den 18. Zlooember adends Z Ahr. ira Sitzungssaal de» Vervandshnnse», Liniensir. 83 LS ZM" Aufserordentliche"B»E velttavellsmSmeMilserm. PünUltches Srtchetnen ist Pflicht. Sonntag, den 20. Jtooembtr, vor mittag» 10 Uhr. in den„Stusiter sSIen-, Kaiser wilheim-Strasze 31 Branchenversammlung der(Eisen-, Zievolverdreher und -dreherinnen sowie Rundschleiser. Tagesordnung: I Schtichwngs- Wesen und Streltrecht. Referent: Kollege Enderle. 2 Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein tzulritt. Vollzähliges Er.cheinen wird erwartet Die Ortsverwatlung. M�ZvgkvdsuattionSr-Slllsus silrjlimllWeveittavevslellke! Morgen Sonnabend 10. Zlovember, odend» t Ahr. im verdand»hau» ClnienRtafie 83 SS: Zweiter Vortragsabend in unserem FuntUor är- Kursus Es spricht der Kollege Ott» Zisla über: »Der Deutsch!« Melallardeiter-Ber� and von seinem Lestehen, seinen Kämpfen. Aufi gaben und Zielen'. Die Betriebsräte und älteren Kollegen werden gebeten, die iugcndl. Vertrauens- ieule hieraus aufmerksam zu machen uud di-ielbe» zum Besuch anzuhalten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. vi« Zngendtaiumissi»« Freitag, 18.11 27 Staals-Oper Am Pl.d.Republ. itsatl. S(liaD5(ll»lh. Am GeDdinnanmarkl Anf. 7 Uhr: Figaros Hochzeit Fieitag.18. 11.27 StldtisdiB Opdr Bismarcks tr. ti.-TonuIV kl. Vi, Orpheusu. Earydike DeoMes Theater Norden 10334—37 8 U. Ende N V Dorothea kozemam v. Qerh. Hauptmann >!,: Max Reinhardt Kammerspiele Norden 10334—37 73/4 Uhr: Ende nach 10 Uhr. „Kaya" 'dunjitlmSiiMaCinlllln Regie: Gaston Baty Die Komödie Bismarck 2414/73)6 8'/. Uhr. Ende 10»/, Zinsen Komödie von Bernard Shaw Piscatorbüline ibeat. a. Nollenilgrfplih KurfDrst 2091/93 Täglich 8 Uhr Haspotit. die Bominon. Otr Krieg end das Volk. das gegen sie aufstand von Alexey Tolstoi und Schtschegolew- msc. Erwin Plscator TägI.12Uhr Nachts Wlederauftreteo der„Blauen Blusen" |,lteiidiit?-ll«>>»i» 31$. künstler-Th Heute gestbiossent Morgen 71/« Uhr: Premiere Chicago .cssInx-Theiier 8 Uhr MMilW! Neues Theater am Zoo Täglich 8 Uhr Die Hotelratte Operette v. Bromme tllu Heniy. Paul Hgidimun finge$ausfrau wicö feia SOn bis 2S0 M. nnlaenacbmittaz: «rohe Familien Vorstellung | Volles Progr. Kl. Preise v. 40 P(. b. 1,73 M. jaraowUf.kiaiHi. Tn. Kdniecralz St. Bergm. 2110 8— 10.25 Uhr: Gustav III von Stiindberg. Regie Vitter haraowuj Komödienhaas Norden 6304. 8.15—10 40 Uhr Zum 90. Male: Hokuspokus von Curt Götz Beniner Tbeaier Dönhoff 170. '.15—10.30 Uhr: Der Gclilcrrud Wamaiia-Tbeoi Täglich 8»/, Uhr: Hanneles Himmelfahrt v.Gerh. Hauptmann Parkett statt 4 Mk lägt, auch Sonntags nar 00 PL Sonntag nehm 4v. RotkSppchen Parkett v. 30 Pf. an. Theater in der faanuniliiitnilr. 8 Uhn Der große Erfolg («tioa sehn wir ansi IN. Henry Bender Dönhoff 50 3 Ii. in Admiralspalai Täglich 8«/, Uhr »ALLER REVUE Einen gesunde!» Schlaf und damit Kräfti�un; ganzen Nei "det ganzen Nervensystems erzielen Sie nur durch dan cctileo .Baldravin* PatentamtLffesch. unter Nr. 342682. Er enthält simfl. Extraktivstoffe d. BaHrian- Wurzel in kräftigen Sudwein gelost Alle Nachahmungen, die als ebensogut angeboten werden. weise min entschied, zurück. Zu haben in Apotheken und Drogerien. 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Dabei wird die Kritik des Reparationsagenten nicht nur als logische und konsequente Schlußfolgerung aus dessen früheren Kritiken bezeichnet, sondern die ganze Kritik des Reparationsagenten wird auch als richtig und be- rechtigt unterstellt. Wir bestreiten einem Reichsbankpräsidenten als Leiter der deutschen Währungs. und Kreditpolitik nicht das Recht. zur deutschen Finanz«, Anleihe« und Reparationspolitik das Wort zu ergreifen. Aber es will uns in hohem Maße verfänglich er- scheinen, daß das der Reichsbankpräsident Dr. Schacht tut, der in vielem in eigener Sache spricht und bisher noch nicht bewiesen hat, daß er in völlig eindeutiger Weise die Interessen der deutschen Ge- samtwirtschaft von den Sonderinteressen des deutschen Privat- kapitals zu unterscheiden vermag. Die RechtferNgung der Kritik des Reparationsagenten füllt die gute Hälfte des Schachtschen Artikels aus. Die halbjährlich veröffentlichten Berichte des Reparationsagenten, die sich in dem letzten Memorandum als lebenswichtige Fragen unseres Volkes er- wiesen häiten, seien viel zu wenig in Deutschland gelesen worden, ob- wohl sie die Lebensentscheidung des deutschen Volkes vorbereiten. Wären sie mehr gelesen worden— hier beginnt die Auswertung der Gilbertschen Kritik als Selbstverteidigung Schachts—, so wäre es nie möglich gewesen, daß man den Anlaß für das Memorandum in irgend« einer Intrige oder in irgendeiner Beeinflussung von dritter Seit« gesucht hätte. Schacht konzediert den Kritiken Parker Gilberts eine unerhörte Klarheit und Konsequenz nicht zuletzt deshalb, weil ihm die Kritiken in ihrer Auswirkung im Memorandum willkommen sind zur Verteidigung seiner Anleihepolitik gegen die öffentliche Wirt- schaft, obwohl Parker Gilbert sehr oft den schärfsten Tadel sür die fehlerhaste Kreditpolitik der Reichsbant gesunden hat. In der Kritik des Staatshaushalts sei vom Mai 1326 bis zum November 1926 eine durchaus einheitliche Linie festzustellen, die sich von der Kritik der Buchungstechvik im Reichshaushalt schließlich zu der Forderung gesteigert hat, im Reich, in den Ländern und Ge meinden mit Darlehen und Zuschüssen in Industrie und Landwirt- fchoft und mit Kaoitalanlagen in Industrie und Handel Maß zu halten. Im Junibericht 1927 seien bereits fast alle Gedanken enthalten, die auch im Memorandum wiederkehren, insbesondere die ständige Steigerung der Ausgaben und der unrichtig fundierte Finanzausgleich. Dr. Schacht legt größten Wert darauf, festzu- stellen, daß bereits die Berichte vor. Jahre 1926 die steigend« Tendenz der Anleiheausnohme von Ländern und Gemeinden kritisiert hätten und daß die Bemühungen der Rcich-bank und der Reichsregierung, wenigstens die Auslandskredite etwas zu zügeln, bis dahin nicht "'von Erfolg begleitet gewesen seien. In dieser nachträglichen Legi- timation seiner eigenen Politik verschweigt Dr. Schacht die mit Recht vom Reichsfinanzminister unterstrichene Feststellung, daß aste von Ländern und Gemeinden aufgenommenen Anleihen den Anforde- rungen der eigenen Produktivität vollauf entsprochen haben. Diese LegiklmaNon in eigener Sache durch die Kritik des Reparationsagenten wird von Dr. Schacht in oberflächlicher Weise für das Gebiet der Währungspolitik fortge- führt. Dr. Schacht nimmt den Maibericht 1325 für seine Anleihe- drosselungspolitik auch insofern in Anspruch, als dieser Bericht von der notwendigen Wiedergewinnung der Auslandsmärkte und der Einschränkung unnötiger Einsuhren gesprochen habe: ebenso der Iunibericht 1927, wo auf den Zusammenhang zwischen Einsuhr» Überschuß und Auslandsanleihen hingewiesen wird, und auf den ag des Reparationsaaer Auflegung der Anleihe als Durchkreuzung der Reichsbankpolitik be- trachtet. Von der im Juli 1926 aeschasfenen Rediskontmöglichkeit für Reichsschatzwechsel sei nicht Gebrauch gemacht worden, obwohl das Reich den offenen Geldmarkt für seine Kassenbedürsnisse hätte in Anspruch nehmen können und obwohl— auch nach der Meinung des Reparationsagenten— damit ein natürlicher Regulator für die Zinssätze am offenen Geldmarkt geschaffen und die Anhäusung von öffentlichen Fonds oermieden worden wäre, die ständig eine Ge- fahr falscher Verwendung in sich bergen. Auch hier spricht der Reichsbankpräsident in eigener Sache. Obwohl er zugegeben hat, daß feine Diskontpolitik in diesem Jahre falsch war, will er es hier so hinstellen, als ob er durch Fchl« öffentlicher Stellen zu seiner falschen Diskontpolitik gezwungen worden wäre voa dem Beispiel der Preußenanleihe sagt Dr Schacht veraeblich, daß es ein Beweis dafür sei, wohin die Politik des Gehenlasfens, des Uisser faire, treibe. Wenn der Repa- rationsa�ent tatsächlich in zwei Briefen(September und November 1926) kritisch zur ersten Preußenanleihe Stellung genommen und damals schon dieselbe Kritik geäußert hat wie zur zweiten Anleihe. dann muß man sich fragen, ob Preußen diese Kritik zur Kenntnis gegeben worden ist. Es ist nicht sachlich und verantwortlich gehandelt, wenn Schacht verschweigt, daß auch seine grundsätzlich ablehnende Stellung zu den öffentlichen Auslandsanleihen das Schicksal der Preußenanleihe bestimmt hat, und wenn er es so scheinen läßt, als ob die Initiative des Reparationsagenten allein entscheidend gewesen wäre. Diese Frage muß um so mehr gestellt werden, als der Widerspruch gegen die Preußenanleihe praktisch fallen gelassen worden und in dieser Tatsach« eine Desavouierung der Reichsbank zu erblicken ist. Schacht sieht Gefahren: einmal darin, daß auch jetzt wieder die Warnungen des Memo- randums von Parker Gilbert im Sande verlausen, zum zweiten darin, daß grundsätzliche Ariseinandersttzungen über die Frage des Einheitsstaates uns daran hindern werden, das nächste und not- wendigste praktisch zu tun. das heißt, die Verwaltungsreform, die ntrale Aufsicht der lokalen Finanzen in Angriff zu nehmen. Es ei notwendig und müsse möglich sein, sofort, ohne die großen Fragen es Unitarismus aufzurollen, praktische Finanzwirtschaft zu treiben, die allein uns einer definitiven Regelung des Dawes-Planes auf friedlichem Wege näher bringen könne. Für das Beschreiten dieses friedlichen Weges fordert Schacht Selbstzucht und Selb st- k o n t r o l l e, wobei er in folgenden Worten restlos die einseitige Kritik des Reparationsagenten sich zu eigen macht und selbst noch die unsäglich schwache Abwehr des Reichsfinanzministeriums ver- schweigt:.Der Reparationsagent sagt, daß wir zuviel aus- geben und zuviel borgen, und es gibt zahlreiche Deutsche, die das gleiche sagen. Es gibt aber auch solche, die der Mahnung, weniger auszugeben und weniger zu borgen, die Forderung ent- gegensetzen nach Erhöhung der Kaufkraft und stärkerer Zufuhr im Wege des Kredits. Aber auch wenn wir der letzteren Ansicht wären, würden wir entweder den Reparationsagenten überzeugen müssen, daß er unrecht habe, oder wir müßten uns trotzdem mit seinen Aus- sassung?n zu einigen suchen, wenn wir etwas erreichen wollen. Dabei kommt es aber nicht auf Worte an, sondern auf Taten. Wir müssen durch Taten der Welt beweisen, daß wir uns selbst kontrollieren können.... Zeigen wir, daß wir nicht nur im kausmännischen, sondern auch Im politischen Leben Berantwortungs- gefiihl besitzen, daß wir Selbstzucht und Selbstkontrolle kennen und zu üben gewillt sind." viel einseitige Kritik, kein praktischer Rat. Wir haben den Artikel ausführlich zitiert, damit man sehen kann, daß die Meinung von Dr. Schacht sich ausschließlich gegen die öffentlich en Finanzen und gegen die öffentlichen Unternehmungen richtet, und daß die Rat- schlüge von Dr. Schacht keine anderen sind, als die, seiner gegen die öffentliche Wirtschaft und die öffentlichen Finanzen gerichteten Politik mit einer platonischen, in nichts konkretifierlen Forderun Ausdruck zu geben. In Deutschland gibt es wirkli brennende Wirtschaftsprobleme. Die deutsche Land- Wirtschaft ist, ganz besonder» auch durch die von Schacht ge- förderte Politik, in einem Subventionssumpf ohnegleichen versackt. Kein Wort darüber, wie dieser Sumpf auszutrocknen ist. Den deutschen Gemeinden ist die Möglichkeit genommen, aus dem Wege ordentlicher Steuern ihre Aufgaben zu erfüllen. Kein Wort dazu, wie den Gemeinden � aus ihxei Verlegenheit gohqjfen werden soll. Kein Wort darüber, wie die Verwaltungsreform, die Ver« iaffungsreform praktisch anzupacken sind in einer Weise, die der Frage des Einheitsstaates auszuweichen erlauben würde. Von der Kritik und den Ratschlägen Dr. Schachts bleibt nichts als der Anschein, als ob- große Politik gemacht würde, und die Tatsache, daß sür die eigene unzulängliche Reichsbankpolitik Ausreden gesucht und ge» funden werden. was will Dr. Schacht? Die praktische Wirkung. Es ist kein Zweifel, dos deutsche Finonzproblem ist ein ernstes Problem. Nicht weil Parker Gilbert und nach ihm Schacht sowie die Privatwirtschaft Kritik üben, sondern weil die deutschen Finanzen und ihre sparsamste Bewirtschaftung auch«in wirtschaftliches Aufbau- Problem sind. Niemals wird die deutsche Arbeiterschaft sich in dem Willen übertreffen lassen, mit dem geringsten öffentlichen Aufwand die höchste Leistung zu erzielen. Aber die Frage der höchsten Leistung bei geringstem Auswand ist eine Frage des Kampfes zwischen reaktionärer Lureaukratie und Demokratie, zwischen privat- kapitalistischen Sonderinteressen und dem volkswirtschaftlichen Ge- samtinteresse. Wer die öffentlichen Ausgaben drosselt, wie es die Industrie will, um weniger Steuern zu zahlen, wie es die Groß- landwirtfchaft will, um mehr Subventionen zu erhalten, der löst das finanzielle Aufbauproblem Deutschlands nicht. Die öffentlichen An- leihen sind eines der entscheidenden Mittel, um aus lange Sicht der deutschen Konjunktur und dem deutschen Inlandsmarkt jene Stärke zu geben, die bei ausreichender Beschästigung der Industrie die Voll- aiMnutzung der Betriebe und die Senkung der Selbstkosten ermög- licht, die uns auch beim Export zugute kommen. Dafür müssen allerdings Zinsen gezahlt werden. Aber obwohl diese Zinsen' wegen de» produktiven Charakters der Anleihen die Wirtschaft nicht be- lasten, kämpft die Privatwirtschaft gegen diese Anleihen, weil sie die öfsentliche Wirtschaft, die dem Privatkapital verhaßt ist, stärken. An die Notwendigkeit ausreichender produktiver Anleihen auch für die öffentlichen Unternehmen will Dr. Schacht nicht denken. Gegen die öfsentliche Wirtschast zieht er in der Steuerpolitik und in der Anleihepolitik mit dem Privatkapital an einem Strick. Und wie die Industrie das Memorandum de« Großkapitals begrüßt, um zum schärfsten Schlage gegen die öffentliche Wirtschaft auszuholen, so sör- dert der Reichsbankpräsident die Politik der Industrie In seinem Artikel.So geht es nicht weiter" hat Hugenberg behauptet, wir seien ein völlig bureaukratisierter, ein halb sozialisierter und ein gänzlich lebensunfähiger Staat. Zollschutz sür die Landwirtschaft war sein« Forderung. Auf der Tagung des Langnamvereins hat Dr. Siloerberg festgestellt, daß jetzt in allererster Linie die Inanspruchnahme des Kapitalmarktes durch die öfsentliche Hand beschnitten werden muß. Die Regierungen in Deutschland hätten sich ein als stoatssozialistisch zu charakterisierendes Wirtschaftssystem zurechtgelegt. Man müsse von der Regierung verlangen, daß diese Grundsätze verlassen werden. Das wird fest- gestellt gegenüber einer Regierung, die eine Regierung der Schwer- industrie und der Großagrarier ist. deren Politik nichts ist als eine Erfüllungspolitik gegenüber den privatkapitalistischen Sonderwünschen. Was Hugenberg und die Schwerindustrie wollen, richtet sich gegen die Demokratie in jeder Form, wo nur die Demokratie dem Profit- und dem Herrscherwillen de» Schwerkapitals entgegensteht. Man mache der deutschen Oeffenlllchkeit doch nichts vor: privatkapitalistische Sonderinteressen des Schwerkopitals und der Großagrarier stnd es allein, die die sogenannten deutschen Wirt- schoflsführer heute interessieren und für die Dr. Schacht, ob er es deutlich sieht oder nicht, den Schrittmacher macht. Die Schwer- industrie Hot das Geld und will keine Steuern zahlen. Sie hat in der Regierung die Macht und will die öffentlichen Unternehmungen finanzielle so gründlich boykottieren lassen, daß sie ihm als reife Fruchl>n den Schoß fallen. Die Großagrarier aber wollen sich auf Kosten der Gesamtwirtschaft von den Schulden drücken, die sie als leichtsinnig« Landwirte sich aufgeladen haben und von denen sie wissen, daß eine starke Demokratie daraus Konsequenzen ziehen muß, die der Luderwirtschast in den großagrarischcn Betrieben ein Ende machen. Darum geht es heut«. Das ist der einzige InHall jener großzügigen Scharfmacherpolitik des Privatkapitals im ganzen Deutschen Reich, die die Kritik des Reparationsagenten lediglich zum Vorwand nimmt, um, gedeckt von ihr, gegen die Demokrati- fierung der Wirtschaft und eine wirtlich ver- nünfttge Wirtschaftspolitik vom Leder zu ziehen. Ltm das Beamien-Heimstatiengeseh. Oer Zweck des Gesetzes gefährdet. Wir erhalten folgende Zuschrift, die wir dem Reichsarbeits- minister dringend zur Beachtung empfehlen. Seit längerer Zeit ist das Beamtenheimstättengefetz von den gesetzgebenden Körperschaften oerabschiedet worden. Vergeblich jedoch wartet die Beamtenschaft auf die A u s f ü h r u n g s b e st i m- mungen, durch die das Gesetz erst seine praktischen Wirkungen haben kann. Es ist Sache des Reichsarbeitsministeriums, die Aus« führungsbestimmungen zu erlassen und die Verzögerung muß nach der früheren Haltung des Reichsarbellsminifteriums über« t a f che n.■»— In der letzten Zeit aber scheinen im Ministerium Schwierig- k« i t e n entstanden zu sein, die den Zweck des Gesetze« zu g e- f ä h r d e n geeignet sind. Gerade vom Reichsarbeitsmimsterium war miederholl betont worden, daß die Ausführung des Beamtenheim- stättengefetzes ein S« l b st h i l f e w e r k der Beamtenschaft sein solle. So ist es auch in der offiziellen Begründung zum Gesetz« zu lesen, in dem es heißt:„Die Durchführung des Sparvorhabens muß in vollem Umfange den Beamten überlassen werden, die sich an ihm beteiligen." Schon heute, in einem Zeitpunkt also, In dem man noch nicht übersehen kann, wie die Dinge laufen werden, sind 2296 Beamte Sparer beim Heimstättenamt der Deutschen Beamten- fchoft, d. h. 2209 Beamte führen bereits jetzt einen Teil ihres monat- lichen Einkommens an die Deutsche Bau- und Bodenbank in der Hoffnung ab. sofort nach Erlaß der Ausführungsbestim- mungen die Möglichkeit zur Gründung eines Eigenheimes zu haben. Mit dem Bevorstehen der F r o st p e r i o d« ist der Beginn der Bau- arbeiten aufs Ichwerste gefährdet, und es besteht die Gefahr, daß wieder ein halbes Jahr oder noch längere Zeit verloren geht, bis mll dem Bau der Kleinsiedlungen begonnen werden kann. Das Reichsarbeitsministerium mü�te wirklich in der Lage sein, mit Rückficht auf die siedlungswillige Beamtenschaft und unter Der- zicht auf bureaukratische Hemmungen und ressortmäßige Erwägungen, schleunigst die Aussührungsbestimmungen in einer den Zweck des Gesetzes fördernden Form endlich zu erlassen. Neuer glänzender Ikontonabschluß. Der Haniel-Konzern (Gutehofsnungshütte— Aktienoerein für Bergbau und Hütten- betrieb-Nürnberg und Gutehofsnungshütte Oberhausen A.-G.) weist einen Gesamtgewinn aus, der gegenüber dem Vorjahr von 4,37 auf 6,46 Millionen, also um 69 Proz. erhöht ist. Es werden 6 Proz. Dividende statt 6 Proz. im Vorjahr verteilt. Die Roheisen- erzeugung in Oberyaufen ist um 43,99, die Rohstahlerzeugung um 42,46 Proz. gestiegen! Da die Abschreibungen bedeutend erhöht sind, kommt in der um 1 Proz. erhöhten Dividende nur ein kleiner Teil der Mehrgewinne zur Ausschüttung. SIE BRAUCHEN ZUM WINTER VERWENDUNG BESTEN LEDERS u.ERST KLASSIQE VERARBEITUNG LASSEN DEN SALAMANDER SCHUH AUCH DEM SCHLECHTESTEN WETTER STANDHALTEN. NEUE SALAMANDER Große Schwankungen des Güterverkehrs. Der Güterverkehr der Reichsbahn zeigt in den letzten Wochen sehr große Schwankungen. In der Woche zum 5. November ist die nrbeitstäglicho Wagenstellung gegenüber der Vorwoche wieder von 172 SM auf 161800 zurückgegangen. Tabellarische UeberUcht seit September sin 1000 Stück) Woche wöchentlich 1927 1926 1927 1926 23. 8.— 3. 9. 918,4 824.6 153,1 137,4 4. 9.-10. 9. 928,0 824,3 154,7 137,4 II. 9,-17, 9. 947,8 842,2 158,0 140,4 18. 9.-24. 9. 951,3 848,1 168,6 141,4 25. 9— 1.10. 960,0 859,3 160,0 143,3 2. 10— 8 10. 962,8 880.3 160,5 146,7 9. 19,— 13. 10. 1007,8 901,9 168,0 160,3 16.10.-22.10. 098,3 931,4 180,4 165,2 23. 10.-29. 10. IC 34,9 950,0 172,5 168,3 30. 10.— 3. 11. 970,8 900,3 161,8 150,0 Das ist für eine Woche die stärkste Schwankung, die seit Mo« naten festzustellen war. Wie weit der Rückgang für die Konjunktur von Bedeutung ist— er könnte sich näinlich auch rein saisonmäßig erklären—, müssen die nächsten Wochen erst zeigen. Der Oktoberberichl der Reichsbahn meldet für den Monat Sep tember Einnahmen im Gesamtbetrag von 4AZ,64 Millionen. Für Betrieb und Unterhaltung wurden 296,75, für Erneuerung 66,89, für den Reparationsdienst SS,0, für Rückstellungen an die Ausgleichs- vucklags 8,71, für weitere Rückstellungen 10,90 Millionen veraus- gabt. Die Septembcr-Einnahmcn blieben im ganzen um 36 Mil- lionen hinter den Auguft-Einnahmen zurück. Für Neuanlagen wur- den im September 48,8 Millionen Mark aufgewendet. In dem Be- richt wird mitgeteilt, daß für die Erweiterung der Anlagen nicht nur die vorjährige„Rückstellung für Arbeitsbeschaffung", sondern auch der Vortrag aus dem Jahre 1926 herangezogen werden mußten. Diese Finanzierung sei nur vorübergehend möglich, aber notwendig geworden, da sich die Absicht nicht verwirklichen lasse, durch Ausgabe von Vorzugsaktien Gelder zu beschaffen. Bei den glänzenden Ein» nahmen der Reichsbahn ist die Bemerkung sehr dunkel, wonach aus laufenden Einnahmen Aufwendungen für werbende Anlagen beschafft werden müßten. Der österreichische ZNeialltrust nimmt seine Täligkeik auf. Die aus einem Zusammenschluß der fünf größten österreichischen Metall- unternehmen entstandene Vereinigte Oesterreichische M e t a l l w e r k e A.-G. beginnt jetzt ihre Tätigkeit. Diese besteht zunächst in umfangreichen völligen oder teilweisen S t i l l e g u n- gen verschiedener Messing- und Kupferwerke, denn von sämtlichen Betrieben sollen zunächst nur vier Werke voll arbeiten. Die Grün- dung dieses Trusts ist auf das Drängen des Deutschen Möns- seld-Konzerns zurückzuführen, der als führender Rohstoff- lieferant in der österreichischen Metallindustrie großen Einfluß be- sitzt und sich auch in dem neuen Trust die Führung gesichert hat. Da einige Großunternehmen, die B�rndorfer Krupp- werke und die Enzesfelder Metallwerke, sich der neuen Gesellschaft bisher noch nicht angeschlossen haben, Verhandlungen aber bereits im Gange sind, so kann mit weiteren Zusammenschlüssen gerechnet werden. Das Aktienkapital der Gesellschaft beträgt 6 Millionen Schilling. G.ündung einer neuen Warenhausaktiengesellschafk. Bon einem Dankenkonsortium unter Führung des Bankhauses Schlesinger, Trier u. Eo. ist eine deutsche Warenhausaktiengesellschaft gegründet worden. Das Aktienkapital beträgt 12 Millionen Mark. Das neue Ilntervehmsn ist zum gemeinsamen Einkauf eine Interessengemein- schaft mit dem Pariser Kaufhaus Valeries Lafayett« eingegangen. Die Aktienmehrheit wird in deutschen Händen liegen. Die Aussperrung der Zigarrenmacher. Ziund 110000 Arbeiter ausgesperrt. Nach einer Mitteilung des Reichsverbandes der deutschen Zigarrenhersteller ist die Aussperrung in den Zigarrenfabriken in allen Teilen des Reiches durchgeführt worden, so daß bisher rund 110 000 Arbeiter ausgesperrt und rund 1360 Firmen stillgelegt sind. In Oberbaden haben eine ganze Anzahl Zigarren- firmen die Absicht, dem Aussperrungsbeschluß des Reichsverbandes Deutscher Zigarrenhersteller keine Folge zu leisten. Bis jetzt haben«ur wenig« Fabriken die Kündigung aus» gesprochen. Die Schweizer-Swmpen-Fabriken haben sämtlich nicht gekündigt. Die Haltung der Zigarrenhersteller in Oberbaden zeigt mehr als deutlich, daß die Aussperrung schon jetzt glatt Fiasko gemacht hätte, wenn nicht der Reichsoerband mit schärfstem Terror gegen die Zigarrenfabrikanten vorgehen würde. Vom westdeutschen Kanalschifferstreik. Eine Konferenz der Leiter des Streiks in der westdeutschen Kanalschiffahrt trat am Mittwoch in Münster zusammen. In ge- schlosiener Sitzuna wurden über die weiter anzuwendende Taktik verschiedene Beschlüsse einstimmig gesaßt. Ueber die bisherigen Kampfmaßnahmen herrscht zwischen Streikleitung, Organisationen und StreikenS>en voll« Einmütigkeit. Bekanntgegeben wurde u. a., daß kleinere Reeder bei der zentralen. Streikleitung die Aus- Hebung des Streits für ihr« Fahrzeuge herbeizu- führen versuchten. Sie boten nicht nur die Erfüllung der Forderungen, sondern sogar den Rhein-Lohn an, wobei zu beachten ist, daß die Kanal matrosen heute 6,35 Mark, die Rhein- Matrosen 7,16 Mark Togelohn haben. Es ist kein Geheimnis, daß die Arbeltgeber nur unter dem Terror der Westfälischen Transport- A.-G.. der großen Kanal- reederei, zusammenhalten. Lnseratönmarodeure. Vetrügerische Vorspiegelungen. Der Ortsausschuß Groß-Berlin des ADGB. teilt uns mit: Die Slkquisiteure der„W elt am Abend" und der„Roten Fahne" wenden zur Eintreibung von Inseraten- abonnenten Methoden an, die auf keinen Fall mit der Moral der Arbetterpresse in Einklang zu bringen sind. Bei kleinen Gast- wirtcn kommen folgend« Schwindelmanöver zur Anwcn- dung: Es kommen ein oder zwei Herren, die mit der nötigen Beden- lung sagen:„Hören Sie mal, es soll hier bei Ihnen von der Gewerkschaft eine Zahlstell« errichte« werden. Als Gegenletstung müssen Et« sich aber verpflichten, in der„Well am Abend" ein Jahresabonnement einzugehen." Dann wird ein Vertrag vorgelegt, nach dem für das Jahr 166 M. zu zahlen sind. Das wird so geschickt gemocht, daß man sich zunächst mit 6 M. Teil- Zahlung begnügt. Nachher lauert der Gastwirt auf die Einrichtung einer Zahlstelle, die gar nicht beabsichtigt war. Statt desien kommt die nächste Zahl- karte mit der Aufforderung zu zahlen. Es muß an dieser Stelle dringend vor solchen Schwindelmanövern gewarnt werden, denn die Gc- werkschaften, die in ihren Zahlstellen und Branchen selbständig ge- gliedert sind, havsn mit derartigen Dingen nicht da« gering st«zu schassen. Zahlstellen der Gewerkschaften werden nur durch diese selb st eingerichtet. In Bäcker-, Schlächter- oder sonstigen Geschäften wendet man Methoden an, die nicht minder verwerslich sind. Weigert sich aber ein Geschäftsmann, so kommt die Drohung, daß man dann den betreffenden Geschäftsinhaber als.arbeiterfeindlich" der Arbeiterschaft bekanntgeben werde usw. Das ist besonders bei der „Roten Fahne" der Fall. Die Gewerkschaften haben bereits vor solchen Manövern gewarnt. Vergeblich. Wenn dieser Unfug, der die Arbeiterbewegung diskreditiert, nicht aufhört, werden die Ge- werkschaften die Berantwortlichen zu anderen Methoden zwingen. Einheit- nicht„Einheit". Fimmen.terrorisiert». Der Sekretär der Transportarbe'ter-Internationale, E d o FImmen. erklärte, wie uns aus Amsterdam gemeldet wird. anläßlich einer Konferenz der Schriftlettung des halbkommunistischen Blattes„Einheit", daß er die R e d a k t i on dieses Organs mit dem Ablauf dieses Jahres niederlegen weich«, da der Generalrat der Transportarheiter-Internationale ihn vor die Alter- n a t i o e gestellt habe, sich entweder von der„Einheit" zurückzu- ziehen oder auf seine Tätigkeit als Sekretär in der Internationale zu verzickiten. Fimmen mußte ohnedies wissen, daß man nicht zweeu Herren dienen kann, daß man der Einhett schadet, wenn man eine„Einheit" redigiert._ Vom Sieben- zum Achistunöentag zurück. Im Bergbau Spaniens. IAB. Auf Grund eines neuen Erlasses besteht ab 1. Oktober d. I. im Bergbau unter Tag und über Tag die achtstündig« Arbeits- zeit. Bei der Arbeit unter Tag wird die Ein- und Ausfuhr als Arbeitszeit gerechnet. Bereits im Jahre 1919 wurde für die Arbeiter im Bergbau unter Tage der Siebenstundsniag eingeführt. Die Rückkehr zum Acht- stundentag wurde mit der tatsächlich schlechten Wirtschaftslage des spanischen Bergbaues begründet. Die spanischen Bergarbeiter haben am 10. Oktober nach eingehenden Beratungen beschlossen, dem Erlaß zuzustimmen. Sie Wen sich nach dem Esten wohl, gleichviel, wie sehr Sie an Berdauungsstörungen, Säurebildung oder leiden mögen, Sie können sich fast sicher Erleichterung � hwerden nach dem Essen verschaffen, wenn Sie nur ein- fach einen halben Teelöffel voll Biserirte Magnesia in etwas warmem Wasser nach fever Mahlzeit einnehmen. 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Hinweg mit der biederen Trottelhastigkeit settgefresseuer Könige, der langweiligen Süßlichkeit tniehösiger Prinzen, den weinerlichen Christbaumschmucktugenden frömmelnder Jungfrauen. Ideale und Heldentum für die Kinder!— Aber neu« Ideale und neues Heldentum! Reue» über die Vererbung musikalischer Eigenschaslen. Das in gewissen Familien so häufige Austreten der musikalischen Begabung ist von der modernen Erblichkeitssorschung besonders eifrig studiert worden. Nachdem man bereits durch Umfragen ein reiches Mate- rial gewonnen hatte, hat jetzt der norwegische Psychologe Pros. Mjöen den Begriff der„musikalischen Begabung" schärfer bestimmt. Die Musikalität ist natürlich eine Bereiniguna vieler Eigenschaften, von denen Mjöen im ganzen 20 aufführt. Die wichtigsten sind: Unter- scheidungsfähigkeit für Tonhöben, Untencheidungosäbigkeit für Moll und Dur, Sinn sür Harmonisierung und absolutes Gehör. Mjöens Untersuchungen bestätigen die Annahme, daß zwischen der musika- lisch«» Begabung der Eltern und der Kinder ein enger Zusammen- hang besteht. Sind beide Eltern hoch musikalisch, so pflegen auch die Kinder über den Durchschnitt musikalisch zu sein. Völlig unmusi- kalische Eltern haben nie hochmusikalische Kinder. Im einzeliicn weicht freilich der Begabungsgrad der Kinder häufig, von dem der Eltern nicht unerheblich ab. Do» ist auch nicht anders zu erwarten, weil die musikalische Veranlagung der Eltern stets ein« zusammen- gesetzte Eigenschaft ist, und so wird nur eine ganz genau« Analyse der Erbanlagen der Eltern eine Voraussage sür die Anlagen der Kinder gestatten. Dabei ist e» auch notwendig, die Begabung der Verwandten zu erforschen, denn d>« Berücksichtigung der„Seiten- linien" isb nach Mjöens Ansicht besonders wichtig. Der nordische Gelehrte erwähnt in diesem Zusammenhang einen alten norme gischcn Spruch:„Du sollst ein Mädchen nicht heiraten, dos die einzige Feine in der Sippe ist." Die alten Wikinaer wußten also bereits, daß man, um die Eigenschaften eines Menschen zu er- kennen, die der Sippe berücksichtigen muß. Hauff gegen Schmutz und Schund. Zu Hauffs 100. Todestage von Gerhardt Neumann. Es gibt wohl kaum eine Zeit, in der nur gute Bücher geschrielreii wurden; man müßte denn schon sehr weit zurückgehen. Und es ist drnchaus nicht verwunderlich, daß es bisher In jeder Gemeinschaft eine Schicht gab. die leichte und seichte Lektüre verlangt. Mancher Benif zerstört förmlich die Aufnahmefähigkeit des Geistes. Aber ungleich viel häufiger erzeugt die Berufslosigkeit, Faulenzen und zer- mürbendes Leben jene Geisklosigkeit, die in ihrer verzweifelten Langeweile zum Schlechten, die Sinne auspeitschenden Buche greift. Deutschland erlebte in den Jahrzehnten um IWX»«ine unbeschreibliche Hochflut solcher Literatur. Neben einer Sonne wie Goethe konirten keine ander! Stern« leuchten. Goethe und Äotzebu« z. B. lebten in der gleichen Welt— und doch repräsentieren sie zwei Welten. Die rührselige(wenn auch gedankenarme), die tränenreich«(wenn auch kitschige) Welt Kotzebues mar der lesewütigen Masse leichter faßbar als die klassische Volleiidetheit Goethes. Die Ersatzliteratur der Richtung Kotzebuc schwoll immer stärker an und mst ihr die sensationshungrige Masse. Ein« Unmenge Romonschreiber und Dramendrechsler schleuderten eine Unmenge Bücher ins Pubtikum, und eine Unmenge Kritikaster half der Verbreitung nach. Das Schicksal solcher Autoren ist es dann sreilich stets, alsbald vergessen zu werden. Ganz gogen seinen Willen ist einer jener Modeschriftsteller in die bleibende Literatur geroten, und wenn er heute für einige Augenblicke ans Licht gezerrt wird, so geschieht es nicht um feinet-, sondern Hausse willen. Sein Schriftstcllerpseudonyin war H. C l a n r e n, im bürgerlichen Leben hieß er Carl Heun und war seines Zeichens ein Hosrat. Das bekannteste seiner' Werke war betitelt:„Mimili, eine Schweizergeschichte",«in Roman, dem man eins zugestehen muß: er wurde dem Geschmack derer, denen solche Lektüre Bedürs- nls war, glänzend gerecht. Dieses Wert erweckte in Wilhelm Hanfs den Gedanken, gegen diese Literatur einmal anzukämpfen, was seit den„Tenien", mit denen Goethe und Schiller gegen die Mittelmäßig- keit und Versumpfung zu Felde zogen, kaum mehr geschehen war. Später einmal sagt er, welche Gefühl« in ihm aufstiegen:„Gegen Gift hilft nur wieder Gift. Ich dachte nach Über Ursache und Wirkung jener Mjmili-Manier, ich betrachtete genau die Symptome. die sie hervorbrachte, u'.d ich erfand ein Mittel, woraus ich Hoffnung setzte. Aue denselben Stoffen, ss rach ich zu mir, mußt du einen Teig kneten, mußt ihn würzen mit derselben Würze, nur reichlicher überall, nur noch pikanter; an diesem Backwerk sollen sie mir kauen, und wenn es ihnen auch dann nicht widersteht... so sind sie nicht mehr zu kurieren, oder— es war nichts an chnen verloren." Nach diesem Rezept schrieb er den Roman„Der Mann im Mond" mit dem Untertitel„Der Zug des Herzens Ist des Schicksal« Stlmn�e". Alle? Erforderliche tot Hausf in die»„Backwerk" hinein, olle«, was das Publikum verlangte von einem Roman; Sentimen- talität» Naivität, leidend« Unschuld, LiebeMeiden und Liebessreuden, intrigierend« Fomilienzirkel. den guten Onkel, den reichen Grafen. den forschen Milllär, die schön« Komtesse und vor allem die ein- gehende Schilderung von Diners und Souper» und vom An- und AusNeiden und von ähnlichen Intimitäten eines reizenden Mädchens. Alle Finessen Claurens hatte Hauff studiert und äußerst geschickt angebrocht. Der Stoff selbst ist das übliche Thema jener Literatur« gattung: da» ahnungslose, engelsreine Mädchen, um das sich die Liebhaber drängen und duellieren; verschmähte Lieb«: zerstörte Lieb«; Gejellschastsklatich: Berrat und Intrigen;. Trennung und Der- zweiflung; schlichlich Wiederoereinigung und glückliches Ende. Hauff ließ den„Mann im Mond" im Herbst 1825 im Franckh- fchen Derlag unter dem Nomen Claurens erscheinen. Publikum und Kritik waren begeistert und glaubten, in diesem Werk« das Beste. dos Clauren je geschrieben Hab«, zu erkennen. Nur einer war nicht begeistert, und der ließ folgend«„Warnung vor Betrug" drucken: „Das bei Franckh in Stuttgart unter dem Titel„Der Mann im Mond usw." in zwei Teilen soeben erschienene Werk ist von dem durch sein Toschenbuch„Vergißmeinnicht" und ander« schöngeistige Schriften, unter dem Anagramm seines Namens bekannten Geh. Hai- rate Carl Heun nicht verfaßt. Dies für Buchhandlungen und Kauf- lustige zur Nachricht und Warnung." Diese Notiz vermehrte noch die Verwirrung, die bisher bei den Lesern de» Nomons entstanden war. Allmählich lichtete sich aber das Dunkel; Härr Heun fühlt« sich zu tief beleidigt und strengte deshalb eine Klage gegen Hauff an. Nun mußte auch von den fanatischsten Clauren-Anhängern der Zweifel weichen: Clauren hatte sich nicht selbst übertrofsen, sondern war übertrosfen wordenl Di« Klage wurde zugunsten Claurens enl- schieden. Doch machte sich Hauff darüber keine Sorgen; denn der vernünstige Teil der Leser und der Kritik hatte sich bereits für i h n entschiede». Von den kritischen Stimmen sei nur eine zitiert(aus dem.Literarischen Konoecsationsblatt"; 1885):„Die Claurensche Muse hat dem Herrn Papa Hörner aufgesetzt und»nd tinile» desselben ein Kindlein zur Welt gejördert, das der Liebe des Publikums un- gleich würdiger ist als die Sprößlinge, die aus der immer lauer werdenden Ehe als echtes Gesindel hervorgehen.... Im übrigen wäre die Novelle„Der Mann im Mond" eine der gelungensten zu nennen, die seit geraumer Zeit unter der großen Flut von Crzählun- gen erschienen; gelungener auf jeden Fall, als sie Herr Clauren je schreiben kann." Eine wohlwollendere Kritik konnte sich der Dichter gar nicht wünschen: er hatte zwar Clauren nicht vernichtet, aber doch erreicht, daß man auf den Unwert Claurens aufmerksam wurde. Hauff konnte daher in aller Ruhe an seinem geschichtlichen Roman „L i ch t e n st e i n" arbeiten und nach dessen Vollendung eine Reise noch Paris antreten. Es war Inzwischen da» Jahr 1827 heran- gekommen, der Prozeß war vorüber— da erwachte in Hauff noch einmal die innere Notwendigkeit, gegen Clauren auszutreten, und er schrieb die„Kontroverspredigt über H. Clauren und den Mann im Mond", die im März 1827 erschien. Hier sagte er dem.Publikum reclss deutlich die Meinung:„Doch von solchen Torheiten sollt« man nicht im Scherz sprechen, sie oerdienen es nichl, denn wahrer bitterer Ernst ist es, daß solch« Niederträchtigkeit, solche Wirtshabspoesi«, solche Dichtungen a U carte... wenn man den gebildeten Döbel in seinem Wohn läßt, als wäre die« dos Manna, so in der Wüste vom Himmel sällt, die Würde unserer Literatur vor un« selbst und dem Auslande, vor Mit- und Nachwelt schänden!" In dieser„Predigt" führt« Hauff dem deutschen Publikum mit all der Eindringlichkeit und Beredsamkeit, die ihm zu Gebote standen. die Lächerlichkeiten und Dummheiten der Claurenschen Muse vor Augen und schließlich den entsittlichenden Einfluß dieser Lettsire. Acht Monat« später starb Hauff, und so verlief dieses Kampf gegen Schmutz und Schund ergebnislos: denn Clauren lebt« bis 1851 und beglückt« die Welt noch mit mancher Mimili. Aber die Schluß- warte der Kontroverspredigt hat Hauff sicher nicht vollkommen umsonst gesprochen:„Wenn auch nur zwei, drei Herzen sich entrüstet von ihm abwenden, so habe ich sür mein Bewußtsein genug getan! Weiß ich doch, daß es in diesen Landen noch Männer gibt, die mir im Geiste danken, die mir die Hand drücken und sagen: Du hast gedacht wie wir!" rm_.. 7dßcljig,(M7Mät üi Jedßr b&ws/uin QuswcM Tiefewgro-ss und aul ss\ /V > i, |/, V> lllösulltlrii. Manlei 1 ßüonian- Mantel H OttomaiHtfantel j __ W id schwarz u. B balbaofDa- 'FHc�U W Marios. hald/H�eN B mass� mit Mt\ All H aui Dama-js6 B Pel*• Imiu- 4ll ■ iD,Plüschgarii.�' B tion besetzt Woehenrate 1.50 W Wochenraie 2» BWochenrate» I 1 wollnerVelours, [ sehr kleidsam Zahluna IN RATEN Olloian-Manieli TanzWeld IGrfine de Chine- Mm B CrÄpedeChi- 4/cn /]*1.■ nein modern. If�JU TW. fl Ballfarben.. 1U fesch., kleide. Wickel man t., blb. a.Damaa. Kleid.entr.ük. kend. Jugend- III. J liehe« Modell U/% Wochearat.2�0 B Woefa anrate 1.—■ WoehenraCI.SO Eleg.Pelziao el eint auf letner. a Saida Wechenrate 8.. ohne Preisauffdilag, Tmdüsßsn.b'PuAMm _ �mknvsinmSleU Bcachren_ NoA/M? Tummo�idüäm großm OJMUufiQmföf Schuhwaren. Teppiche, Qardinen. WässMar&i. Bournwollwom, LeiörBät-u Ttfdiwöfdie, Wolf-dSfrickwam. Trittöfagen, u. Oberhmdm. Unfere feXvgpqroßcrten Räumg (durch Hinzunahme der L Etage) BißtSfl ülWSfl(dnZLgdnfahMriR■■ßnnpPtrifQl �det v n»» Zahluna IN RATEN n ohne Preisouffchlag. 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Auf Grund dieses Gesetzes wurde dem König von Preußen olles mögliche und unmögliche zur Genehmigung vorgelegt. Nicht nur, daß die Benennung von Straßen und Plätzen der königlichen Genehmigung unterbreitet wurde, wurden auch alle baulichen Aende- rungen von chr abhängig gemacht. Wollte Berlin für den Eingang zum Friedhof der Märzgefallenen ein besseres Eingangswr schaffen, scheiterte die Ausführung daran, daß der König die Genehmigung verweigert«. Wollte Berlin aus eigenen Mitteln für die Anwohner des Friedrichshains ein« Brunnenanlag« errichten, wie beispiels- weise den Märchenbrunnen, mengte sich der König ein und verlangte eine Gestaltung, die seinem Willen entsprach. Er war doch„Sachverständiger' auf allen Gebieten! Es kam in Berlin so weit, daß kein Stein versetzt werden tonnte, wenn Wilhelm nicht zugestimmt hatte. Nach dem ZusammeiKiruch des wilhelminischen Systems ging das Recht de» König» auf da« Staat»millisterium über. In dem dem Landtag vorgelegten Städtebaugesetz ist«in si 27 enthalten, der die Feststellung von Fluchtlinienplänen für Berlin der Genehmigung de» Staatsmini st eriums unterwirft. Das gleiche gilt auch von Bebauungsplänen. Bemerkenswert ist, daß dies« Bestimmungen entgegen dem geltenden Recht auch auf die Berlin angrenzenden Gemeinden und Gutsbezirke ausgedehnt werden sollen. Dagegen ist Potsdam nicht mehr genannt, würde also in Zukunft wie andere Semeinden in Preußen behandelt werden. Di« Begründung zum Gesetz sagt, daß in Zukunft nur noch für„neue Bebauungspläne und wesentliche Aenderungen staatlich ge. nehmigter Bebauungspläne, wie etwa die Aenderung wichtiger Per- kehrslinien, ganzer Wohnviertel usw., und für Beschränkung staat- licher Grundstücke durch Fluchtlinienfestsetzungen' die staats- ministerielle Genehmigung erfordert werden soll. Diese Bestini- mungen zeigen, daß Berlin unter ein Sonderrecht gestellt werden soll. Es ist ganz abwegig, dieses Sonderrecht mft dem Hinweis zu begründen, daß Berlin»der Hauptsttz der Regie- rungsgebäude sei. Die allgemeine Praxi» ist die, daß bei Festsetzung von Fluchtlinien durch die Gemeinde alle Intereffenten die Möglichkeit des Einspruchs haben und daß über die Ein- sprüche die Beschlußbehörde, also der Bezirksausschuß entscheidet. Reichs- und Staatsbehörden haben genau wie der Privatinteressent die Möglichkeit, Einspruch zu erheben, wenn sie glauben, berechtigten Grund zum Einspruch zu hoben. Einsprüche müssen nach sachlichen Gründen behandest werden: nicht die Persönlichkeü oder die Be- Hörde, die Einspruch eingelegt hat, kommt bei der Prüfung de» Ein- fpruchs in Frage. In welcher Weise die Einsprüche weiter behandelt werden, ist gesetzlich geregelt. In der Sitzung des Landtagsausschusses wiesen unsere Genossen darauf hin, daß auf dem Gebiet« des Fluchtlinienwesens alles dafür spreche, ein beschleunigtes Verfahren durchzuführen und überflüssige Instanzen auszuschalten. Das Genehmigungsrecht des Staatsministeriums für Berlin bedeutet ein« Derlongfamung de» Verfahren». In anderen Ge- meinden Preußens hat der Staat ebenfalls einzelne Gebäude mid Grundstücke. Dort bleibt dem Staat auch nur das Recht wie jedem anderen Prioatinteresfeiüen: Berlin dürfe deshalb auch nicht be- sonders behandelt werden. Ein Beispiel möge hier Platz finden: Berlin setzt eine Fluchtlinie fest, wodurch eine bestimmte Fläche— wir denken hier an die Rehberge, die Eigentum des Fiskus waren— als Freifläche erklärt wird. In anderen Städten muß der Fiskus Einspruch erheben, wenn er mit dieser Festsetzung nicht einverstanden ist. In Berlin veranlaßt der Finanzminister einfach einen Staat»- miutsterialbeschluß, nach dem die Fluchtlinienfestsetzimg nicht genehmigt wird— und das lediglich aus fiskalischen Rück- sichten. Unsere Genosien haben bereits bei Beratung der Städte- ordnung im Plenum des Landtags bei der zweite» Beratung durcb gesetzt, daß die Benennung von Straßen und Plätzen in Zukunft durch Ortssatzungen erfolgen soll, nachdem ein Antrag abgelehnt war, die Benennung von einem Gemeindebeschluß abhängig zu machen, und daß diese Bestimmung auch für Berlin zu gelten hat.. Damit ist bereits das Genehmigungsrecht des Staatsmioisteriums zum Teil abgebaui. Wir verlangten, daß auf diesem Wege nunmehr weitergegang n werde» müsse, zumal der Wortlaut des§ 27 mit der Begründung nicht im Einklang stehe: schließlich seien Fluchtlinienpläne nicht ohne weiteres identisch mft Bebauungsplänen. Die Regierung wünschte Beibehaltung dieses Sonderrechts für Berlin. Von Vertretern der Volkspartei wurde beantragt, nur die für den historischen Teil des engeren Berlins ausgestellten Bebauungspläne in Zukunft der staatsminiftcriellen Genehmigung zu unterstellen. Bei der Abstimmung wurde der Antra g unserer Genossen auf Streichung des ganze» Paragraphen mft den Stimmen der Sozialdemokraten. Demokraten, einem Teil des Zentrums und der Kommunisten angenommen. Ob das Städtebaugesetz von diesem Landtag überhaupt verabschiedet werdeii wird, ist fraglich, immerhin ist der Beschluß für Berlin von symptomatischer Bedeutung. Carl Leid, M. d. L. Lim den Mieierfchuh. Sine Entschüeßung des ReichSbuudes deutscher Mieter. Der Gesamtvorstand de» Reichsbundes Deutscher Mieter e. D. Hot zu den Reichstagsverhandlungen zum Mieter- schutzgesetz Stellung genommen und folgende Entschließung gefaßt: „Der Gesamtvorftond des Reichsbundes Deutscher Mieter e. V. (Sitz Berlin) stellt mit lebhaftem Bedauern fest, daß sein Appell aus der Magdeburger Tagung vom 10./11. September d. I. hinsichtlich der Aufrechterhaltung und des Ausbaues des Mieterschutzes jawohl Zeitens der Reichsregierung wie seitens ter Regierungsparteien völlig unbeachtet geblieben ist. Die bis- herigen Verhandlungen des Wohnungsausschusies des Reichstages haben deutlich gezeigt, daß nur die Demokratische, die Sozial- Gyon den fiebenÜpel twundem wußten die Affen rief zu berichten.'Jedermann kennt die ß�tCLfTitclctt/ vielen find fite ein� großartiges Jielfieetlebms, und felbfi dfinlidie-f moderne IDander, wie die rWolkenkrcä$ett/— � /'J A �___ Jtodihdifir'urid(ffifidturme kommen ntur~>* � die Pyramiden unter den rfatoffdLbaaJ) ten der IDdfjind/ das tfifunfiere QimUng-Auslefe m3�i unter Jen'Ziga.retien.'Wtc bringen mit der(greif mg-Austefe eine QuaUtdisziga,, cettein der hervorragondßen frtifchung aus Samfoun mit mazedon ifdien Tabakcru. Audi die auf rationdlßz UDeife dafür in Anwendung kommende Qofdßlte—' peukung iß eine Jsfovitdt und garantiert zugleich für dh ßek. Jrtfihe des Qn* halis. flild im Qefchmack, von charabhrvollßem Aroma, würdig der großen—/? dggptfhen ffonige und P�ramidenerbauer, tft dufe Tigarette wie aefdiaffen, dem modernen Paucher unverafeidilidie C�enüjje,. zujjoenden. demokratische und ine Kommunistische Partei für die Forderung der Misterschaft auf Ablehnung des Kündigungsrechts des Ver- mieters eintreten. Ohne den entschiedenen Protest dieser drei Parteien wäre nicht einmal der Vertreter des Landes Sachsen nom Wohnungsausschuß gehört worden, um seine ablehnende Hal- tung im Reichsrat gegen die Abbaupläne der Reichsregierung be- gründen zu können. Der�Gesaintoorstand des Reichsbundes Deutscher Mieter protestiert aufs schärffte gegen diese Art der Behandlung der Frage des Mieterschutzes und die darin liegende Nichtachtung der Interessen und der Forderungen der deutschen Mieterschoft. In lctzter Stunde richtet der Bundesvorstand an die Reichsregierung und an die Länderregierungen sowie an die Regierungsparteien die dringende Mahnung, die wirtschaftlichen und sozialen Nöte der Mieterschaft gebührend zu würdigen und zur Vermeidung einer lrisenhaften Verschärfung der Gegensätze endlich den berechtigten Forderungen der organisierten Mieterschaft Rechnung zu tragen. Der gleichgerichtete Wille der Erwerbstätigen ist durch die einmütige Zustimmung der freien, der christlichen und der chirsch-Dunckerschen Gewerkschaften zu den Mietersorderungen zum Ausdruck gebracht morden._ Soziale Arbeit in Neukölln! Das Wohlfahrts- und Jugendamt Neukölln gibt in dem so- eben erschienenen Geschäftsbericht eine genaue Ueberstcht über die ge- waltige Arbeit, die in dem letzten Jahre geleistet worden ist. Es war das Jahr der ungeheuren Arbeitslosigkeit, das alle Kräfte, die Haupt- und ehrenamtlich tätigen Pfleger, stärkstens in Anspruch nahm. Ohne die Berufsfürsorger waren es rund 800 Personen, 580 männlich«> und 220 weibliche, die in den Wohlfahrtskommissionen arbeiteten. Schon einige Zahlen sagen, wie stark das Amt in An- spruch genommen wurde. An 061 Kleinrentner mit Ehegatten und Kinder wurden verausgabt 361 904,88 M. Desgleichen an 2791 So- zialrentner, außer ihrer Unfall- und Invastdenrente usw. 944 354,88 Mark. Di« sogenannten Gleichge st eilten erhielten 610 014,38 Mark. Einmalig« Unterstützungen wurden an 41 184 Antragsteller in Ihöhe von 1145 771,99 M. gezahlt. An Erwerbs- lose oder Krisenunter st ützte mußte allein in den letzten vier Monaten 45 270 M. Mietunterstützung gezahlt werden, um ihnen ihre Wohnung zu erhalten. Aus dem Wohltätigt«its- s o n d s wurden in besonders gelagerten Fällen 12 202 M. bewil- ligt. Zum Zwecke der vorbeugenden Fürsorge wurden an 75 Personen Darlehen in Höhe von 16879 M. gewährt. Die ärztliche Versorgung und Arzneien für Klein- r entner, Sozialrentner und sonstige Unter- st ü tz u n g s e m p s ä n ge r erforderte 173 057 M. Vom Krankenhaus Buckow wurden dem Wohlfahrts- omt 404 640 M. in Rechnung gestellt. Erfahrungsgemäß kommen von dieser Summe lchchstens 5 Prozent wieder herein. In der Trinkerfürsorge entstand für 32 Personen ein Kostenauf- wand von 16 123 M. Die Kosten für Unterbringung in Heil- und Er- hol ung statten, besonders in Lungenheil statten waren im Berichtsjahr besonders hoch. Für 168 Personen wurden 38 369 M. ausgegeben, davon allein für 130 Personen in Lungen- Heilstötten 35 330 M. Zur Betreuung der entlassenen Straf- und Untersuchungsgesangenen ist eine besondere Gefangenenfürsorge mit ehrenamtlich tätigen Pflegern eingerichtet, die vorbildlich arbeitet. unternommen werde«. Es grift wirklich nicht an, daß diese Kinder bei jedem Wetter schon um 4 Uhr aus den Betten geholt werden. Erfreulich ist, daß die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in Fürsorgeerziehung gebracht werden mußten, wieder zurückgegangen ist. Um so betrübender ist die Zunahme der Straffällig. keit der Jugendlichen. Unser« Fraktion im Berliner Rathaus hat sich Dank verdient, daß sie oeranlaßte, die bestehenden Heime für die erwerbslose Jugend auch weiterhin aufrechtzuerhalten. Auch wenn die Belegziffern infolge besserer Konjunktur zurückgegangen sind, dürfen diese Stätten unter keinen Umständen wieder verschwin- den. Sie inüssen zu einer stehenden Einrichtung werden. Wer an diesen Heimen mitarbeitet, weiß, daß es nichts Besseres gibt, als durch sie die JuUendlichen der Straße fernzuhalten. Wenn man denn noch bedenkt, daß Neukölln 8734 Kriegsbe- schädigte und Kriegshinterbliebene hat, für die 1 791 396 M. auf- gewendet wurden, ohne die einmaligen Unterstützungen, Bar- und Sachleistungen und sonstige Fürsorge, steht jeder, daß hier auf dem Gebiet der Wohlfahrt Großes geleistet worden ist. «wsendusgeu für diese Rudrit sind Berlla SWS«, L>»de»straß« 3. parieinachrichien�M� fürlSroß-Bertin stet» aa da,«ezirWfetretarwt 2. Hof, 2 Trep. recht», zu richte». »»WXWWItzinWWOWWWMXWWWWWIMWWWW 2. Vorfitzenden und den ftafTtttecn der Abteilungen de, 2.«reife, eben. falls bei«rllger, Putlitzstr. 1». 9.«rel» Wilmersdorf. Zu der aut Sonntag, 20. Rooetnber, u Uhr, im Kroßen Schaufvielhous stattfindcitben Proletarischen Feierstunde sind luxi, «arten zu 1 M. durch die Mitglieder de, Bildungsausschuss«, sowie durch >ssen Michel, Aachener Str.-W, zu'' I Großen Schaufvielhous stattfindeitden Proletarischen Feierstunde find noch zu l M, durch die Mitglieder d hbmann Genossen Michel, Aachei. WD 18. fttci« Weißensee. Die Genossen werden gebeten, die NcsuUat« von de haben. Die Fürsorge sieht ihre Hauptaufgabe in schnellster Arbefts- beschaffung, weil erfahrungsgemäß jede materielle Unterstützung versagt, wenn es nicht gelingt, den Strafentlassenen rasch unterzubringen. Ersreulicherweise konnten seit März 1927 72 Entlassene in Arbeit gebracht werden. In vier Altersheimen sind über 70 In- sassen, die zum größten Teil vom Wohlfahrtsamt unterhalten iver- den. Drei Tagesheime, die nur in den Wintermonaten geöffnet waren, hatten einen täglichen durchschnittlichen Besuch von 3Ä) Per- sonen aufzuweisen. Hier wird die Betreuung von ehrenamtlich tä- tigen Frauen besorgt. In der B o l k s s pe i s u n g wurden 146 547 Portionen unentgeltlich abgegeben und nur 8661 Portionen voll (25 Pf.l und 20 162 mit 10 Pf. bezahlt. Die Speiseanstalt In der Wonzlikstr. 7 ist jetzt auch Sonntags von 11 bis 13 Uhr ge- öfftiet. Um den Erwerbslosen die Möglichkeit zu geben, sich das Schuhwerk billig und grft ausbessern zu lassen, wurde im Januar in der H e r m a n n st r. 29 eine städtische Schuh- reparaturwerkstatt eröffnet. In dieser wurden am Ende des Berichtsjahres fünf Schuhmacher beschäftigt, davon vier als Nosstandsarbeiter. Die Rechtsauskunftsstelle wurde an 246 Sprechtagen von 11 542 Ratsuchenden in Anspruch genommen. Die Sprechstunden sind Montag und Donnerstag von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr vormittags. Es wäre wünschenswert, wenn diese Rechtsoustunsts- stelle an einem oder an zwei Wochentagen auch in der Zeit von 7 bis 8 Uhr abends offengehalten würde. Aufjdem Gebiete der Jugeirdfürsorge hat sich die K r ü p p e l f ü r s o r g e stark ent- wickelt. Es wurden 794 Knaben und 1123 Mädchen betreut. Immer noch werden recht viele Kinder zur Arbeit vor und nach den Schulstunden angehalten. Der größte Teil der Kinder wurde zum Zeitungaustragen verwandt. Hier muß von den einzelnen Organisationen«Mich einmal etwas Ernstliches Kommunale Konferenz Heute, Freitages. November,-19 Ahr, imBerNnerZlathaus, Saal ilOS(Eingang Iudenstraße) Tagesordnung: Kommunale Vildungsarbeit und Kunfipflege in Verlin. Referent: Stadwerordneter Genosse Erich Klatau.- Diskussion. Teilnahm eberechtigt sind die sozialdemokratischen MagistratSmit- glieder und Stadtberordneten. die Pürgerdeputierten der Devulation für Kunst- und BildungSwefen, die sozlaldrmokratiichen Leiter der BezirkS-VoltS- bildungSämter. eine Vertretung der Volksbühne, die Mitglieder vom Vezirls- bilhungSauSlchusi der Partei und je ein Vertreier der KreisbildungsauSschüsse und der BezirtSoerordneteniraltionen. Mitgliedsbuch der Partei ist Ausweis. Krastfahrübungsfeld in Lankwitz? In Berlin-Lankwitz an der Marienfelder Straße liegt die Kraft» fahrerkaferne der Reichswehr. Wie wir hören, beabsichtigt der Militärfiskus, das dahinterliegende Gelände, welches der Stadt Berlin gehört, im Tausch gegen Reichsgelände auf dem Tempelhofer Feld zu erwerben, um dortselbst einen etwa 16 Hektpr großen Uebungsplatz für die Kraftfahrer anzulegen. Abgesehen davon, daß schon das Borhandensein einer Kraftfahrerkaserne mit all ihrem Lärm für die Bewohner eines Ortsteiles außerordenllich störend ist, so ist es keinesfalls zu verantworten, daß im bewohnte» Gebiet, noch dazu in unmittelbarer Nähe des Lankwitzer Gemeindeparks, ein Uebungsfeld für Kraftfahrzeuge errichtet wird. Hierdurch würden die angrenzenden für Siedlungszwecke geeigneten Ländereien ihrer tatsächlichen Bestimmung entzogen werden. Außerdem ist damit zu rechnen, daß das in Tlusstcht genommene Gelände sich von allen vorhandenen Ländereien am besten für Siedlungszwecke eignet, während das weiter hinterliegende nur außerordentlich schwer erschließbar ist. Auch das Thüringer Biertel würde durch diesen Tausch schwer geschädigt und wahrscheinlich unbewohnbar werben In städtebaulicher Beziehung scheint es unerträglich, daß etwa 1 Kilometer rechts und links derMarienfelderStraße. die als spätere Hauptaussall st raße Anzusehen ist, sich nur untergeordnete milftärisch« Baulichkeften befinden sollen. Wir hoffen, daß die beteiligten Stellen vor Ausführung dieser Absicht stch über alle Folgen, die dieselbe für die Bevölkerung haben würde, nochmalz reiflich klar werden._ August Taeterow 70 Jahre. Unser aller Parteigenosse A u g u st T a e t e r o w. Berlin, Sebastianstr. 37/38, vollendet heute sein siebzigstes Lebensjahr. Taeterow wurde am 18. November 1857 in Richtenberg(Neuvorpommern) geboren, besuchte die dor- tige Volksschule und erlernte das Schneiderhandwerk. Der Zwanzig- jährige zog 1877 nach Berlin, wurde dort fleißiger Leser der sozialdemokratischen.Freien Presse�, regelmäßiger Besucher sozial- demokratischer Versammlungen, und pflichttreuer Teilnehmer der Kleinarbeit unserer Partei. An seinem siebzigsten Geburtstag kann er auch auf ein rundes Halbjahrhundert seiner Tätigkeit für die Sozialdemokratie zurückblickenD Uifter dem Sozialistengesetz stand Genosse Taeterow seinen Mann, unerschrocken bei der Verbreitung unserer verbotenen Zeiwngs- und Broschürenliteratur mitwirkend. Lebhasten Anteil nahm er auch an den Bemühungen, die Schneider gewerkschaftlich zu organisiere n, und er wurde Mitbegründer des Fochvereins der Schneider. In der Brandenburger Parteiagiwtion war er in führender Stellung tätig, und mehrfach wurde ihm von den Ber- liner Genossen das Bertrauensamt eines Delegierten unserer Par- teikongresse übertragen.'Nach dem Fall des Sozialistengesetzes gelang es ihm, bei der Reichstagswahi von 1893 in dem schwierigen Kreis Berkin I als Kandidat unserer Partei in die Stichwahl zu kommen, in der er aber unterlag. Von 1904 ab leitete er die Ortskranten kasse der Schneider, bis er wegen vor- gerückten Alters in den Ruhestand ging. Werixüuochi! bis Sonnabcnd, 19. Rooembu, dem Genossen Daeschoer zu übergeben. heute, Freitag. 18. November: I. Abt. 20 Usir bei Hllbner, Wilsnacker Str. 34, wichtige Funktionärssßung. Alle Mitglieder unb Funktionäre liefern die Werbelisten ab. Letzter Termin. 15. Abt. Die Resultate der Werbewoche sind bis Sonnabend, 19. Rovembcr, an den Abteilungsleiter Genossen Kahn, Demminer Str. 21, abzugeben. 23. Abt. Achtung, Bezirksfiibrer! Rechtzeitig bi« Anzahl der Neuaufnahmen beim Genossen Linsenbarth. Friedeberger Str. 11, angeben. 41. Abt. Die Gruppenleiter berichten sofort an den Abteilirngsleiter über den Erfolg der__________ Bilme reborf, 70. Ab«. 20') Uhr Diskussionsabent:.Die Landeooerrais. Prozesse." Referent Landgerichtsrat Dr. Loewenthal. Säst« willkommen. — 72. Abt. Sämtliche Resultat« ber Werbewoche sind unverzüglich an den Kassierer Genosse» Richard Daner. Augustastr. 35, abzuliefern. 8«. Abt. Mariendorf. Die Bezirksfllhrer liefern das Resultat der Derbewoche sofort beim Abteilungsleiter ab. »1. Abt. Renkölla. ISV) Uhr bei Ramin, Mainzer Str. 12, FunktionZrfitzunz. Erscheinen unbedingt»rforderlitb. 141. Abt. Roienthal und Riederichönhausen-West. All« Neuaufnahmen von ber Wcrbewochc bis spätesten» Freitag beim Genossen Weigel, Lind-nalle» 7, angeben. Um 18 Uhr wichtige Funktionärfitzung bei Frische, Nieberstraße. Abrechnung der Karten von der Rerolutionsfcier. Erscheinen aller Funk» tionärc ist Pflicht. Morgen. Sonnabend. IS. November: 34. Abt. 17 Uhr Besichtigung des rachitischen Kinderheims. Treffpunkt lbZ) Uhr vor dem Heim in der Laskerstraßc. gahlmch« Beteiligung ist erwünscht. 43. Abt. Die Genossinnen unb Genossen werben ersucht, sich zahlreich zum Herbstoergnügen um 20 Uhr bei Rabe, Fichtestr. 29, einzufinden. Di« Bczirksfiibrcr müssen bi» Freitag abend da» Ergebnis ber Werbewoche deim Kassierer melden. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Sinderschuh: 7. Krei» Sharlottenbneg. Heute, Freitag, 18. November, ISV) Uhr, Im Rathaus, Zimmer 178», Aktenausgabe. Es wird gebeten, die Lose abzurechnen. Achtung, Groß-BerlinI Jungsozia listen: Die Sruppenkonfereaz findet am«»»»atend, 1». November, im Semivarsaal der Freien sozialistische» Hoo lrbul«, Linden- Jjrahe 3, 1. S-I 4 Tl.. um 18Vö Uhr statt,«benda 18 Uhr Ardtit»an»ich»ß. �«nippe Schiweberg: Heut-, Freitag. 20 Uhr, im Jugendheim, Harzaau. zimmer, Vortrag:„Die Aufgaben der Freidenierbewegung.— Gruppe. Süden: Heute, Freitag, 20 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindcnstr, 3. Vortrag: „Bedeuten Lohncrhähungen neue Inflationsgefahren?"— Gruppe Mltt«: Der Gruppeoabend sollt aus. Wir beteiligen uns an der Iugendkundgcbung gegen Alkohol in der Stadtholle Klostrrstraße um 19» Uhr. Karten am Eingang. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfrenade: Zum Wochen endkursn» treffen wir uns um 18,23 Uhr Zug Lehrter Bahnhof oder 18,33 Uhr Bahnhof Zungfernheide. Nachzügler Sonntag 7,17 Uhr Lehrter Bahnhof. Wir beginnen pünktlich 9 Uhr am Sonntag. Sonnabend abend Spielaustauich, Bei der Revolutwnsfeier in den Prachtsälen am Märchen» brunnen ist eine größere rote Fahne versehentlich mitgenommen warben. Wir bitten um Abgabe in der Geschäftsstelle. Es ist Geleaenhcit, in der Jugendherberge für 30 bzw. 40 Pf. Mittagessen zu erhalte». Meldungen find sofort am Sonnabend zu machen. Kreis Eharlottenburg. Di« für Sonntag, 29. November, angesetzte Kinder. Vollversammlung muß zwingender Gründe wegen auf Sonnabend, Ig. Noormbee, verlegt werden. Sie findet pünktlich 10 Uhr im Jugendheim Rofinenstr. 4 statt. Kreis Neukölln. Freitag, 18. November, Boriuhrung des Serkampfilms „Die Zeltrepublik der Kinder" im Städtisihe» Eaalbau R-ukSlln, Bergftr, 147, 17 Uhr. Die Gruppe» tresfen stch ISgj Uhr vor dem Saalbau f pünktlich!). Gin Sclsrr von jeder Gruppe muß schon um sd�i Uhr zur Vorführung für die weltlichen Schulen im Saalbau sein. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation 31. Abt. Unser Genosse Richard Bahr ist am 18. Rovembcr ver. storbe». Seine Einäscherung findet am Sonnabend, 19. November, 16', 4 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Die Genossen uub Genossinnen werde» gebeten, sich zahlreich zu beteiligen. Die Genossen der 31» Abt. treffen sich 13 Uhr bei Eoldschmid«, Stolpisch« Str. 3«. Paul WHItrma». der amerikanisch« Iazzkinig, hat mit seinem Orchester die „Rhapsodie u, diu«" für„Electrola neu gespielt. Diese glänzend gelungene Ausnahme ist»ach dem neuen elektrischen Verfahren hergestellt und wird den,. nächst bei der Eleetrola Gesellschaft m. d. H., Berlin W8, Leipziger Str. 23, zu hören sein. EI» nnglanblichrr Andrang ist bei dem Ausverkauf der Firma P. Mau- heimer gewesen. Rur mit starkem Echupoaufgebot konnte der Andrang bewältigt werdin. Dies wird auch oirechtsertiat durch die guten Oliolitätcn. welch« die Kundsch'�-------- M freute sich,»u den Der Ausverkauf welche die Kundschaft in diesem Hause seft Za�ehntcn gewohnt ist, und jeder dem wirklich ein« wlnterliche Kälte«Intrat, so daß jeder zufrieden war, seinen n ganz besonders billigen Preiset setzte auch zur richtigen Zeit«in, I W l winterliche Kälte«mtrat, so da._____ W Winterbedarf bei dieser einzigartigen Gelegenheit decken zu können. en etwa» erwerben zu können. nämlich am ersten Tage, an tN MARKEN«zuckeb Ausaescmcsscin AUF«IHREN EINKAUF! »VERLANGEN SIE IN UNSEREN FILIALEN % EIN SPARBUCH ISERs FEE-GESCHÄFT Ü BER 1000 El HALEN