Abendausgabe Nr. 546 B270 44. Iahrgaag WSchentlich 70 Pfennig, monatlich Ii/— R-ichsmarl, voraus»ihlbar. Unter Stmfbaxt im Zn. und Susland d�V Reichsmarl pro Monat. Dar»LorwörtS t-n EonntU! mit der illustrier. W�.e�Bol5 und sowie d?n Pcilageu»llnterdaltung und Wissen".„Aus der ffilmwelt. .Etadtbeilage".„Fraucnstimme", �Der stindcrfreund"..Iugend-Bor- wärts",»Blick in die BItcherwelt", »Sulturarbcil" und.Technik" erscheint wochentöglich jweiwal, Lonntagz und Montags einmal. sw p> Berliner VoKsblatt Kreiisg IS. November 1.927 1V Pfennig pareiueiellc 80 Pfennig. Retlamezeile 5.— Reichsmark.„ZUetne Anzeigen" da» settgk- druckte Wort 2ö Pfennig f zulässig zwei fettgedruckte Worte) jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche da» erste Wort ld Pfennig, jedes weitere Wort ZV Pfennig. Worte Oder 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmaett Zecke 60 Pfennig Familienanzeigen mt AbonnentenZeilesOPfennig.Anzeigen- annahme im Hauptgeschäft Linden- {trage 3. wochentägl. von«>/. bis 17 Uhr. Isntrawegan der Sozialdemosvatischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher i Tönbnsf ZSZ— ZS?. Telegramm-Adr.: Soziald«no!!rat Berlin Vorwärts-Derlag G. m. b. H. Postschecklonto: Berlin SIZZK.— Bankkonto: Bant der Arbeiter. Angestellten und Beamten Wallstr. KZ. Dtskonto-Geselljchast, Deposttenkassc Lindenstr. Z Zwischen Giahlhelm und Gtresemann. Die Frakttoo Drehscheibe in Äraunschweig. Das Ordnungsregiment von Stahlhelmsgnaden in Braunjchweig geht seinem Ende entgegen. Der Stahlhelm allerdings hat immer noch Haffnungen. daß die Landtags« wähl eine neue Bürgcrblockmekirheit ergeben könnte. Er befiehlt deshalb den Rechtsparteien, wie sie sich oolitifch zu verhalten haben: Keine Koalition mit der Sozialoemokrotie, Abkehr voin Dawcsplan und Locarnopolitik. Da ist die Stresemann-Partei zwischen zwei Heubündel: einerseits möchte sie Stahlhelms st immen und Stahl- helmwahlhilfe, andererseits kann sie Strcsemann nicht um das Linsengericht der Gunst des Stahlhelms verkaufen... Man hat also zunächst dem Stahlhelm eine Erklärung gegeben, die dieser so auffaßte, daß die Volksparrei das «tahlhelmultimolum angenommen habe. Als nun die zwei- deutige Hallung der Volkspartei feftgenagsll wurde, hat man sich zu einer Deklaration beauemt. Die„National- liberale Korrespondenz- erklärt: „Durch eins mißverständlich gefaßt« Mitteilung des braunschweigischen Stahlhelms, ist in einem Teil der Press« die Behauptung aufgestellt morden, als habe der Landesverband der Deutschen Bolkspariei Braunschweig auf D«rlangen de« Stahlhelms di« Verpflichtung übernommen, die Locarnopolitik der Reichsrezi«ung zu bekämpfen. Diese Behauptung wider- spricht den Tatsachen. Der Landesverband Lravnschweig der Deut- schen Bollspartei hat lediglich erklärt, daß er bei der radikalen Einstellung der braunschweigischen Sozialdemokratie nicht daran denke, in eine Regierungskoalikion mit der braunschweigischen Sozial- demokralie einzutreten. Er hat aber bezüglich der Zluhenpolillk de» Reiches keinen Zweifel darüber gelassen, daß er sich mit vollem Der. stäadui, und volle« Vertrauen hin!« die von der Reichsregiernng. vom Reichspräsidenten, insbesondere vom Reichsavßemr.inisl« ver- tretme zielbewußte Realpolitik stelle. Der Vorstand der Deutschen Volkspartei des Landes Braunschweig hat, um all« Zweifel an der außenpolitischen Haltung der Partei zu zerstören, bereits am Montag eine dahingehend« öffentliche Erklärung abgegeben.' Das ist die Volkspartei, wie sie leibt und lebtl Sie ist für den Stahlhelm, aber auch für Stresemann, obgleich sich beides nicht gut vereinbaren läßt. Aber Angst hat sie bei Jet« ihrem Bekenntnis zu Stresemann! sie sich hinten dem breiten Rücken des Reichspräsidenten vor dem bösen Stahlhelm verkriecht! Man sieht deullich, wie Gegen die Todesstrafe. Bildung eines studentischen Aktionsausschusses. Im Zusammenhang mit den Beratungen des Reichstages üb« den Entwurf eines neuen Strafgesegbuches hat sich an der Universität Berlin ein Arbeitskreis gebildet, dem Studenten der verschiedensten politischen Richtungen von rechts bis links angehören, und ber sich die Bekämpfung der Todes- strafe und die Werbung für diesen Gedanken unter den jungen Akademikern zum Ziel segt. Der Arbeitskreis beabsichtigt, aufs engste mit dem geplanten Aktionsausschuß zur Lekämpsung d« Todesstrafe unter Führung Prosesior Liepmann» zusammenzuarbeiten. Die Unterzeichneten fordern die Studenten aller deutschen Universitäten und aller politischen Richtungen aus, sich dem Kampfe gegen die Todesstrafe anzuschließen. Zuschriften werden erdeten an Rudvif Sührtag, Berlin-Friedrtchshagen, Friedrichstraße Kl). Gerhard Heymann(Deutsche Finkenschaft). Raddotz(Berlin« Zemrum-Studenten). Heinz Krüger(Bereinigung sozialdem». kratlscher Studenten), Heinrich Lange(Deutscher Pazifistisch« Studentenbund). Erwin Fed«(Jüdische Gruppe). Gert Hossmann (Paneuropäischer Studentenbund). Rudolf Söhring(Deutscher demokratisch« Studentenbund), Kantorowicz(Freistudentenschast). Nur Sozialisten für den Anschluß. 3a einem befnedetea Europa möglich. Paris, 18. November.(Eigenbericht.) Der..Populaire' befaßt sich in einem längeren Artikel mit der Anschluß frage. Die politischen Schwierigkeiten seien augenblicklich zu groß, al» daß der Anschluß jetzt ohne Gefährdung des europäischen Friedens durchgeführt werden kann. Niemand könne ab« die beiden Länder hindern, den Anschluß stillschweigend durch vollkommene Anglcichung ihrer Verwaltung und Gesetzgebung zu vollziehen. Was dann noch sehlc, sei lediglich die A n e r t e n> n u n g einer vollendeten Tatsache. Diese„Ratifizierung' erschrecke aber immer noch einen Teil der europäischen Regierunzen. well sie die Fusion zweier Länder darstelle, und weil dann Deutsch- land bi» zu den Grenzen des Balkans und Italiens reichen würde. Man müsse sich in Berlin und Wien Rechenschaft darüber ablegen. daß der Abschluß sich nur dann vollziehen läßt, wenn Europa endgültig befriedet sei, wenn es wirklich abgerüstet Hab« und wen« es entschlossen den Weg zu den Bereinigten Staaten von Europa eingeichlagen Hab«. Schon daraus könne man ermesien. welch großes Jntereff« Deutschland an einer ausrichtige» Friedenspolitik haben müsse. Sowjeiboischaster Äffe begehl Selbstmord. Eine Folge des Ausschlusses von Trohki? Moskau. 17. November. Adolf Joffe, der seit'>»22 an Nervenentzündung litt, hat heute abend in Moskau durch einen Revolver- fchuß Selbstmord verübt. Der Grund zu der Tat ist die durch seine Krankheit hervorgerufene Nerven- Zerrüttung. Joffe, der 1 88? geboren wurde, nahm an den Brest- Litowsker Friedensverhandlungen teil und war dann 1918 erster Dowjetbotichafter in Teutschland. Er führte de« Vorsitz in der Sowjet- delegattou für die Berhandlnngen mit Pole«, war Mitglied der Sowjetdelegatiou für die Konferenz in Genna. Bevollr.lächtigtcr Vertreter in Peking und Bevollmächtigter der Sowjetregierung für die Verhaud- lungen mit Japan, schließlich Sowjetgesandter in Wien. Nach setner Rückkehr ans de« Auslande bekleidete Joffe de« Posten als stellvertretender vorfitzender des Hauptkonzesfionskomitees. In letzter Zeit wirkte er als Professor am Moskauer Institut für Qrieutforschuug. » Joffe hat sich als Diplomat Verdienste um Sowjet» rußland erworben. Er war ein zäher Diplomat, der es ver- land, sich Einfluß zu verschaffen. Sein Name spielle in den !r Xi ägen des Ausbruchs der deutschen Revolution eine Rolle. Unter der Anschuldigung, daß er sein Amt zu revolutionärer Propaganda in Deutschland mißbrauche, wurde er aus- gewiesen. Er war kein ausgesprochener Parteimann und kein Kämpfer im Fraktionsstrelt. der zu den Bolschewiti gehört, wie das Amen in der Kirche. Er war krank, gewiß— aber er gehörte zum engeren Freundeskreis von Trotzki, mit dem er in Wien in der Emigration gelebt atte. Es ist leicht zu erraten, was ihm den Revolver in die and gedrückt dat. Dieser Reoolverschuß, und die Tragödie der drei jungen Kommunisten von Köpenick— sie bezeichnen die Verzweif- lung jener Kommunisten, die aus dem Traum erwachend ihre Ideale zerbrochen finden. Hinausgeworfen! Moskau, tS. Zionember Wladimir Smiruo« ist vom Rat der volkskoinmifsare d« Sowjetunion von seinen Amtspsiichlen als Mitglied de» Kollegiums d« Statistischen Zentralverwaltung der Sowjetunion entbunden worden. Ebenso sind Sinowjew und M u r a l o w von den Amt». pflichten al» Mitglied« des Präsidium» d« staatlichen Plonwlrt- schastskommlssiou der Russischen Soziallstischen FSrderotiven Sowjetrepublik entbunden worden. Parteitag in 14 Tagen. Moskau, 18. November Der 15. Kongreß der Kommunistischen Partei der Union der Sowjetrepubliken ist aus den 1. Dezember in Moskau anbo- räumt worden. Auf der Tagesordnung stehen: Berichte des Zentral- komitees, der Zentralkontrollkomm sston, der Ze>itralrevisian?kow- Mission, der Bericht der Delegation der Kommunistijchen Partei im Exekutivkomitee d« Kommunistischen Internationale, Direktiven zur Aufstellung des fünfjährigen Bolkswirtschastsplanes, Fragen der Ar- beit auf dem Dorfe, Wahlen für die Zentrale der Parteiinstanzen. Zwischenfall im Gchulausschuß. Äürgerblockparteien und Regierung kuhhandeln.— Sozialdemokratische Kritik. Im Bildungsausschuß des Reichstags wurde heute der Kampf mn die Bekenntnisschul« sortgesetzt. Abg. Löwevsteln(Soz.) verlangte von der Regierung Auskunft darüber, was sie denn eigentlich meine, wenn sie im dritten Absatz des Z 4 sage, die Be- kemrtnisschuie erfülle die Erziehungsausgaben b« Volksschule»g e> maß dem Glauben, in dem die Kinder erzogen werden'. Wer soll« den Inhalt de« Glaubens bestimmen? Während dieser Aus- sührungen kommt es zu einein Zusammenstoß. Vertreter der Regierungsparteien verhandeln mit dem Vertreter der Reichsregie. rung. an den Löwenstetn seine Frage richtete. Dies« offenbare Mi�- achtung der Ausführung der Opposition wurde von Löwenstein ein« scharfen Kritik umerzogen. Wenn die Regierungsparteien sich mit der Regierung über ihr« Airträge vor den Sitzungen nicht einigen könnten, dann sollten sie den Bildungsausschuß vertagen. Herrn Dr. Runkel, der tn diese Zurechlweiiung eingeschlosien war, wollte sie keineswegs gefallen. Abg. Rönnebnrg(Dem.) beoniragl die Streichung des ganzen Absatzes 3 des§ 4. Diit« Absatz wolle die Bekenntnis- schulen in der Form der st a r r e n K i r ch e n s ch u l e schassen, wie wir sie in keinem Lande Deutschlands haben. Abg. hirnle(Komm.) kritisiert die terrorisistckfe Praxis der katholischen Kirche gegenüber den Lehrern, besonders in Bayern. Abg. Runkel(D. Bp.) behauptet, daß eiye dogmatische Bindung des ganzen Unterrichts nicht beabsichtigt sei. Ministerialdirektor Peleugar gibt eine ähnliche Erklärung ab; auf die Frag« Löwensteins will er spät« zurückkommen. Schulgesetz verfassungsändernd. Luf der Simullanfchultagung der DeutschenDvlts» Partei in Frankfurt a. M., über die wir bereits berichtet haben, machte Reichstagsabgeordneter Runkel in seinem Schlußwort bemerkenswerte Ausführungen über den ver- fassungsändernden Charakter des Reichsschul- gesctzentwurfes: „Er wies nach, daß die Verfassung nach Absatz 1 des Z IIb »ine Vorzugsstellung der Simuitanschule fordere, daß weitet aus der logischen Beziehung dc» Absatzes 2 zum Absatz 1 wie aus dem in Absatz 2 vorgesehenen besonderen Antragsrecht für die Bekenntnisschule und bekenntntsfrcie Schule die Vorzugs- stellung der Gemeinschaftsschule einwandfrei erkennbar sei. Nach den Erklärungen und Verhandlungen in Weimar muß die Gemeinfchastsschule der Simultanschule angeglichen werden, so daß auch die Gemeinschaftsschule als christliche Simultanschule zu fordern sei. Nach 8 174 stehe die Simultanschule in den Gebieten, in denen sie nach Gesetz oder Herkommen vorhanden ist. unter dem Schutz der Bersassung. Diesem Schvhrecht entspricht die Schonsrist de» Eni- wurfs in keiner Meise. Ebenso muß sie aber in jenen Gebieten, in denen die Bekenntnisschule historisch geworden ist und dem Willen der Erziehungsberechtigten entspricht, erhallen und gesichert werden. Der Begriff des geordneten Echulbetriebcs ist nicht noch allgemeinen Gesichtspunkten, sondern ortstümlich festzulegen. Er ist nach dem Berhällnis der Einzelschule zur Rarmalschuisorm des jeweiligen Ortes wechselnd. Rur so ist die Auslösung hochentwickelter Schuten in Zwergschulen zu verhindern.' Diese Erklärung ist bedeutsam. Herr Runkel ist der Wortführer der Volkspartei im Schulausschuß. Die Konkordatsverhandlungen. Falsche Alarmgerüchte. Die„V o s s i s ch e Zeitung' hat die Behauptung ausgestellt, daß die Berhandlungen üb« ein preußisches Konkordat bereits zu vorläufigen Vereinbarungen geführt hätten. Sie äußert Besorg- nisie, daß darin auch von der Schule die Rede sei: .Mag van den beteiligten Stellen auch noch so sehr der»oc- läufige Charakter dieser Vorhandlungen betont werden, jedenfalls geben sie zu d« Frage Anlaß, welche Recht- sich d« olaat gegenüber salchen Zugeständnjsie» an den Vertragspartner ge- sicher) hat. Denn die Wahrung d« staatlichen Souv«änitöt muß nach wie vor oberstes Gebot aller KonkordatsrnrhemMillf-rn sein. Deswegen wäre es sehr bedenklich, wenn etwa dg» kommende Konkordat, wie ein« sonst gut insormiert« Stelle be- hauptct, auch aus die Schule und die Schulpara- graphen der Reichsversasiung Bezug nähme. Solchen Befürchtungen gegenüber hat Kultusminister Becker bereits im Februar im Hauptausschuß des Preußischen Landtags crllärt: „Daß die Staatsregierung die zahlreichen hiernach zur Dlo- kusston stehenden Probleme nicht nur unter staatlichen, sondern unter konkret preußischen Gesichtswinkeln prüft, davon bllte ich Sie jederzeit überzeugt zu. sein. Das Beispiel anderer deutscher Länder kann für Preußen im einzelnen keines- i»egs maßgebend sei». Daß jede etwaige Vereinbarung sich im Nahmen der Reichsversasiung und der preußischen Verfassung zu hallen härte, ist selbstverständlich. Das mag auch diejenigen be- ruhigen, dl« besondere Besorgnisie für das Schulgebiet hegen.' Erklärung gilt auch heute noch, namentlich was dag Schulgebiet anbelangt. # diu Volksfreund. SitttichkeiLsfanatiSmuS gegen Volksgesundheil. Bon Dr. med. Alfred Korach. In der„Medizinischen Wel!" oom 12. November d. 0. hat Prof. Dr. Ud« in tSraz, seines Zeichens ein Kleriker, einen Ausiah „Zur ifrocse t«r Herstellung, der Einsuhr, des Verkaufs, der Anpreisung und des Gebrauchs der gcburtenoerhindcnchen Mittel" ver. osfentlicht. Dieser Artikel ist geeignet, in breitester Oefsentlichteit Aufsehen zn erregen. Ist doch wohl kaum je zuvor in einer der- artig schrosfen. geradezu unarblltlichen Art und Weis« der Standpunkt nerlrelfn worden, das, jegliche„soziale I n s i k« t i 0»" für d I e Geburtenoerhinderung, geschweige denn die der Unterbrechung l>vn Ächwangerichasten zu verwerfen sei. Udr sagt,!�e Ethik verbiete jedwede ljerslellmig und daher logilchrrwei� anch den Berkaus, die Anpreisung und den Gebroiich der geburtcnverhindcrnden Mittel. Deshalb diiric auch der Arzt, für de» dieselbe Moral zu gelten hob« wie für de» N'chtarzt. den Gebrauch solcher Mittel weder anraten noch verordnen. Da ferner die Pesriedigung des Geschlechtstriebs— wie Ilde sich ausdrückt~„überhaupt nur in der unoufläsllchen Einehe mit lebenslänglicher Ireueuerpilichtung erlaubt" sei, so sei bei der »heoretilchen Erörterung dieses Problem« wir zu erörtern, ob die Anwendung der»mpsangnisvcrhütsndcn Mittel in der lphc erlgvbt sei. Aber auch ,» der Ehe sei die Anwendung solcher Mittel, seien es mechamsche. seien es cheinifche, absolut oerboten. Wer keine Kinder haben chis, ha, als. das einzige wirksame und einzig erlaubte Mittgs die zfjfucllc Enthaltsamkeit und mir diese.' Doch es kommt noch»f'srfl s-zhian könnte vielleicht einwenden",»neint Siert Professor Ilde, .chßs, außer und in der Ehe zur Verhütung der A n st e ck u n g mit venerischen Krankheiten der Gebranch d«r Praser» egtiomittel gestattet sei und daß der Arzt wenigstens slir Hefen tfoll Präiervativmiltel verordnen oder anraten könne": aber auch dieser Fall halt nach Ildes Ansteht oor der Forderung des Jlttcn- ««sehe«, das da lautet:„Du sollst nicht Unkeuschheit treiben", nicht stand, lind zur Begründung fuhrt er an, der Geschlechtstrieb sei dem Menschen„nur gegeben in chinsicht aus das kommend« Dritte", er sei otsa Foripflanzungslrieb und dürse nur in der unanllöslichen Einehe befriedigt»»erden. Wer solche M llel, die einen derartig „st r 0 s l a s e n und zwecklosen" Geschlechtsverkehr sichern könnten, gebrauche, vergehe sich gegen diese sittliche Forderung. Nie- Mals könne aber das„medizinisch richtig" sein, was als„ethisch falsch," brlrachtel werden müsse. Noch allem diesen kann es nicht wundernehmen, wenn Herr Profeffpr Ilde nun verlangt, der Staat habe dafür Sorge zu tragen, daß die Jöerstellung gedurtenverhindernder Mittel»unter allen Um- ständen van vornherein restlos unmöglich" gemacht werdl. und Do- widerhandelnde schwer zu bestrase» seien. Da die Unsittlichkeit weit »erbreilet sei.„so müssen wir. di« Führer des Volkes, wir Aerzte Und Priester in erster Linie, den rücksichtslosen Komps gegen die Präservativmittel aufnehmen". Die Präservatiomiltelsrag« sei der wundeste Punkt der gesamten Sittlichleitsfrage. Die„geradezu lawincnhaite Ileberjchwemmung von Siodt und Land" mit„ver- brecherischen Schutzmitteln" sei das geonenhaste Symptom eines völligen Zujammenbrnchs unserer gesamten sexuellen Moral". Aerzt- iich« Pflicht sei es seiner Ueberzengung nach, ail« Maßnahmen zur Verhütung der Geburt zu verurteilen und darüber keine Aufklärung zu gehen." Der Gebrauch der empfängnisverhütenden Mittel stelle eine Entwürdigung der MenschetT dar. Zelbstpe, stündlich femlt äherr Pros. Ilde auch de» Sünden bock. „Poran soziosistiiche Kreise" Höllen sich der Frage der Anwendung von Pravenlipiintreln bemaihtigt. Wie ein„Signal bei sreier Fahrt für sex» eile Pelätiguilg" IVnn, zeichneten den gmyen Ernst der Zeit hie Worte, die Dr. Otto Bauer, der Führer der österreichischen Sozialdeiiiotr-ue», auf dem vorigen joziatdematratischen Parteitag in Liuf»«-ler stürmijdjem Beisalt in die Bulksmassen geschleudert br'be. Was waren die Warle Olto Bmiers, hie ihern, Ude so empört lialwn? Goiioiie Duo Pauer jagte damals:„Die Frone», iusbeson- ------- JLLli— LL±L— I.. i L.ll— mwew— Wl II|«l ,1 mmff «Oer Kaufmann von Venedig." Neueinstudierung im Staaischeater. Fm Staatliche» Schauspielhaus holst« gester» ein >p»»n>upgsg«Iodenes Publikum aus ritten großen Zlbend: Friß.Kortnex als Sbylock. allerdings in dieser Nolle fchp» früher erprobt, vor allem ober Siifabeth Bergners Einzug Ins Stmitstheaier. Da« mußte eine künstlerisch« Senlation werden. Lchon die ersten Bilder kühlten di« erwortungssrohen Zuschauer uierklich ab. Der Negisleur Jürgen Fehling verzichtete aus eln ptieinandergehen der einzelnen Szenen. Der Vorhang schließt sich isdesmal und gedämpfte Musik ertönt hinter der Bühne. Mit dieser Musik nach englische» Origiualwetsen aus Shakespeare« Zeit will er di« Verbindung schassen. Das gelingt»„ flnsung. allmählich aber wirken die ewig glelchbleibenden Klänge monptv» imd schließlich als störendes Beiwert. Shakespeares saroenpröchllgste Konu'die ist so lebendig, daß der Ziischuuer die Welt um sich herum vergißt, daß er erlebender Teiln«h,ner der Bühnrnvorgänge wlrd. Aber schon in den ersten Szenen fehlte im Stoalslheut'?- die Bejchwiugthel:. So kam es. daß der Zuschauer zu sich selbst zudücksand. und mit d-r Reflexion degnnti! Er»er glich Fehlings �igzenirrung mit anderen. Fritz ziaUo Echstudierung in der Bolksbührik vor zwei Jahren wurde ihm von neuem lebendig. Dainal« körnen aus allen Winkern die Kobolde aus die Bühne gesprungen, die Shakespeares Genie beschworen ststh dir Holl gebannt hatte. Da sprühte die Lust am lebendigen Theaier und eiUsachte das Publikum. Und der Handel das Juden Shqlock um ei» Pfund Fleisch seine, periößlichsten Feinde» Antonia wuchs hinaus über dir TrogSdir de? elnzrlnen, über die Tragik des Getretenen zur Tragödie eines ganzen Voltes. Da- Kheltoelcnd der Juden nickte in schaurige Wirklichteilsnäh«. Die Volksbühne, nicht fo reich mit Mitteln ausgestattet wie das Slautsthealer. konnte sich keine «lisabch Bergner als Porzia leisten. Und doch n*rr die damalige Vorstellung reicher an Phamastlk und an Iheatersrende. Friß Kortner ist Shylvck. Eine virtuose Leistung. Die Dämonie de» Hasse«, da« Austoben einer ungezügelten Nach« gegen den christlichen Widersacher findet bei ihm schaurigsten Ausdruck.' Ürv ä'imlich sein Aeußrres, fein» Verschlagenheit, selm gedämpfte Wut. da» Schwelen einer unterdrückten Leidenschaft. Wenn«r den ynbe- griff feiner Gedanken, das Wort Geld fast singend und inbrünstig <8— Held— hinausruft. dann kriecht uns das Entlegen an. Abc» dieser Shylvck packt nicht im Innerste», weil er nur anwidert. Er ist zu virtuos und schreit zu otel. Was der Regisseur an Stimmvnasgehalt nicht bietet, dos schagki uns da» Theotermunber Slisabeth Bergner. Ihr«nahen- fliraer ist zwar zu zart, ihre zerbrechliche Stimm« zu sanft, als daß fie in der Gericht, fzene«inen männlichen Anmalt ganz glaubhait machen könnte. Und doch überwältigt die wundersame Anmui dieser Schauspielerin immer wieder. Wie sie ihre Worte hinhoucht. wie sie die Augen ausschlägt, dos tst von einer Innigkeit, die kaum noch ctaw? Wirklich»? an sich hat. Eine Fee au, dem Märchen. fflonVk liegt es nun. daß trotzdem nicht dt« Iheakrstiminunz aufkämmt, die bei Vhaktspeau selbstverständlich ist'? Es liegt nicht »lletn an den merkwürdig phaMastelosen Bühnenbildern de» E ä l 0 r «kein, in denen-irr dürftiger Prospekt den Zauber Venedig« de« die jugendlichen Frauen, sind m öffentlichen Beratungsstellen über zweckmäßig«, gesundheitlich un'chädlichc Mittel zur Verhütung der Empsängm, zu unterrichten. E- wäre außerordentlich leicht- fertig, wenn wir nicht ausdrücklich sagten, der Abortus ist irrationelle, die Empfängnisverhütung der ra- tronelle Weg." Damit sagte Dito Baue? da», was Millionen denken und fühlen! Die Moralpredigten rrnd sclrrtststellerifchen Ergüsse des Ferro Prof. Ilde in d??„Medizinischen Welt" werden da» ungeheuer wichtige Problem der Geburtenregelung nicht zu lösen vermögen, wenigstens nicht ra isinem Sinne. Die Entwicklung treibt mit Naturnotwendigkeit und starker Beschleunigung zu einer scharfen Treu- tiitng zwischen„gewollt befruchtendem Verkehr" uird.gewollt nicht- belruchtendem Berkehr", wie der Berliner Sozialhygioniker Genosse Prof. K r 0 t j s h n sich ausgedrückt hat. Mit Hilie der Präventiv- mittel und einer weitgehenden sexualhygienischen Aufklärung der Leoölkenmg kann man zur Trennung zwischen gewollt besnrchten- dem Berkehr rrnd gewallt nichtbefruchtendem Verkehr gelangen. Man muß dahin gelangen— tm Interesi« der Bevölkerung— zweck? Verhinderung grenzenlosen Elend», da« sich heutzutage über« all aus der Welt den Aug«" derer, die sehen wollen, darbietet. illechnet man doch nach vorsichtigen Schätzungen mit-äOü 000 bis 600 000 Abtreibungen, die alljährlich in Deutschland sich vollziehen. Weder Gesängm«, nock? Zuck» ha»?, noch selbst die Todes- sirase haben jemals die Ilnierbrechrrng der Schwongerichaft zu ver- hindern vonnocht. Und nun will Herr Pros. Ilde diejenige» Men- scken, welche Präventiomiltel,„die einzig und allein imstande sind, unerwünschte Schwangerschaft und Abtreibungen zu verhindern", anwenden oder vertreibe», van Staats wegen streng bestrafen lasien. Welch ein Belksrreund! Münchener Landsriedensbruchprozeh. Schloß de? Aeveisaufnahme. München, 18. November. sEigenbericht.) In dem München»? Landfrieden» bruchprozcß wurde am Donnestag die Beweisaufnahme geschlossen. E» kamen noch ■20 Zeugen zu Wort, gräßtentells Augenzeirgen der bekannten Bor- oänge. Einer von ihnen, der in der Nähe des Primus-Palostes wohnt, Halle an dem Abend oom Fenster aus gesehen, wie Zwei de« heronmarschierenben hiiln-lleale ans dem Zage her»», and aof ein« Srvppe junger Sorschen zustürzie». Cr behauptete aus das be strmurtesi«, daß die Itollonalsozlalisten zuerst geschlagen hatten. Es habe von Ansang an den Anschein gehabt, daß die Natianolloziolisten nur zu dem Zwecke übe? die Straße rannten, um anzugreifen. Einer der jungen Arbeiter Hobe einen Schlag in» Gesicht erhalten, so daß er rückmärt, zu Boden fiel. Die weiteren Zeugenaussagen brachten keinerlei wesentlich neue Punkte.zutage. Der ganz« Prozeßoerlauf ließ im übrige» immer deutlicher erkennen, auf welch schwachen Füßen che Anklag« sieht. Sie Halle sich bei den metstea Angeklagten auf heillos verworrene polizeiliche Vernehmungen gestützt. An welchem Geiste sie geführt wurden, geht aus einer Aussage de, Zeugen Krug her- «or, dem der dien st habende Polizeibeamte erklärt hatte: „wen« ich ein Fakentreuzler wäre, dann hätte ich de» Revolver ge- nornmat und euch alle ntedergeschofieu!" Dieser Zeuge, ol» Reich, bannerrnann, bekundete u. 0. ouch, daß er mehrmals von j)aten- kreuzler» nächilicherweise von lückwärts überfallen und mißhandelt worden ist. Auch andere Zeugen berichten pon nationalsozialistische» Uebersällen auf wehrlose alleingeh-nd« Arbeiter. Damit war die Beweisausnahm« geschlossen. Aar Freitag werde» der Staatsanwalt und die Verteichger plächereu.. Der Staatsanwalt beantragt schwere Sesängnisfirafen. In, Münchener Lande�riehensdruchprozeß b«an trogt« ai» Freitag vormittag der Staatsanwalt nach zweistündig«» Plaidoyer gegen den«auptangekiggten Schott wogen Verbreche», des Landesfriedensbruchs, Vergehens des Rnufhandels und Verbrechens der Körperverletzung mit Todessolge eine Gesäiignisstrase von 3 Jahren 6 M an a i e u. ferner gegen K e i» d l wegen bringen soll. Da. wo Eösar Kein sarbenprächtige Bilder schassl, wirken sie überspitzt, joit grotesk, wie in den Szenen mit den drei Kästchen oder nn'Gerichissaal. Vollends tötet den Abend die Zu- fammenstellung de, Ensembles. Schon Kartner und die Bergner passen kaum zirsammeu. Wie man aber die harte und poesielos« Margarete Schön ol« Nerisia, wie man Erich Niel« einen mächtig kompakten Bastonio. und einen ledern würdigen Antonio kGüniher ftadang). der Bergner a» die Seite stelle» kann, ist schleierdost. Wo Fehlings Regie von der«chabltme abweicht, wie etwa im murn>«lnde>r Valksauflous der Gerichtsszsne, oder beim Prinzen von Marokko, der halb als Groteekklown halb als Wilder heransgeftelll wirb, da sind seine Einfälle verfehlt. In dem uneinheitlichen und langweiligen Eindruck de» Bdends sännen ouch vorlreffliche Episoden des L 0 i h a r M ü t h e l oder der S y b i l Rares leider nichts ändern. Jrgendnüe mußte sich di« Erwartungsfreude de« Publikum» entladen. Da die Jnfzmierung teineir Anlaß bot. schwenkte die Slim- muvg über aus die beiden töauptdarsteller. E» wurden erbiiierte Ruf- kämpfe ousgeiochten: chie Kortner, hi« Bergner'. Ernst D e g» e r. KammerlSnz«. Di« K a in m e r t a>r z g r» p p e Hertha Feist god einen Abtud i m B a ch- S a a l. Der Etil der Gruppe ist vex ihrer Leiterin. Sehr streng, stets becherrjcht, von vornehmer Eleganz und meist von einem melancholischen Wölkchen leicht beschattet. Den Solotänzen der Feist gibt diese Eigenart eine interessant» reizvoll« persönliche Note. Selbst die Gestaltung oerkrampster. angstlich-nervöser Ruhelosigkeit („Reflexe der Zeit") oder jähen Entsetzens(im sehr schonen zweiten Satz der„lönzr der Einiaurteit") oder slotler„Gesteigerter Rhythmen" vollzieht sich in sozusagen klassischer Liniensührung. Nie letzte Hin- gäbe, aber auch nie letzle» Sichausgeben. Schöpfen und Schafien aus dem Bollen. Geleitet, beberrlcht und beschränkt von einem weise zügelirden und wählenden Intellekt. Was bei der Meisterin Natur, Vorzug und Tugend ist, wird bei der Gruppe leicht Manier und Mangel. Am. wenigsten bei Lotte Auerbach, deren Wesen dem der Feist verwandt ist. Der sehnendes Ausbreiten, �inoufwachsen, überhaupt Lyrische» bester gelingt als die heftige Dramatik straffer Spannungen fbeide» In..Gelnmdener Form"!. Die in den drei „Tänzen der Ruße" selbstbewußte, in sich aejestigte Sicherheit. Er- geburrg und seelische Bsesenkung naniemlich in prachtvoller Arm- aktion sicher und stark zum Ausdruck bring»- bei aller untadeligen künstlerischen Vornehmheit letzten Endes aber doch monoton wirkt, Deutlicher bei S e r a f j n e Kinne, di« im iartäsen Tanz die strengen, ihr wesemeiremden iänz-nschen Rhythmen von Pantomimit ub-rwuchern läßt l�erstört» garm">. Am schlimmste« bei A n n y Fsigg die der herrschende Stil der Gruppe in Bahnen lenkt, die ihrer Natur ungangbar sind f. Tänze de» Leben,"!. Dies alle» gist oom ernsten, großen Stil. Sobald in d-r Gestaltung leichterer oder gar humoristischer Szenen der Zwang sich lockert, werden Seele und Körper vom Bann befreit. Das anscheinend schwere Bli-t parkt und schäumt. Dann tanzt die Klnne eine �ymne" mit hinreißend forschem Elan. Dann bnngt die Auarboch«inen lustigen..Jahrmarkt" mit Karu stell, Athleten. Tänzerin und Leise. je eines Verbrechens des Landessiiedensbruchs und eines B«gechen< wegen Raufhandels eine Gefängnisstrafe von i Jahren und gegen Lindlbauer eine solche von 2 Jahren 6 Monate» Gefängnis. Gegen die übrigen Angeklagten beantragte er Ec- fängnisstrofen von KbislOMonateu, Preußen �928. Fehlbetrag: 73,7 MMonen- vom Z�eich zu trage». Der preußisch» chaushaltsplon für das Jahr lOZS fBri'itoetot), der demnächst dem Landtag zugehen wird, sieht Ein- nahmen in chähe van 40ze>,8 Millionen Mark vor(im Aoriahr .zge.z Millionen Mark). Dem Eimrahmenvaranschlag stehen veranschlagte Ausgaben in Höh« von 4120,� Millionen Mark (8643 Millionen Mark) gegenüber. Es ergibt sich somit ein Fehl- betrag von 7 8,7 Millionen Mark. Da« Defizit«nt- spricht genau der Summe, die der preußisch» Finonzmtnister v v M Reich zur Deckung der Mehrausgaben infolge der Befoldungs- reiarm fordert. Die gesinnten Mehrausgaben für die Beioldungs- Neuordnung werden mit ZOZ Millionen Mark angegeben. Bon den Einnahmen entfallen 3,863 0 Milliarden Mark auf lausende Sinnahmen und sbs.O Millionen Mark aus einmalig« Ein- nahmen. Di« dauernde» Ausgaben werden mit 3.1838 Milliarden Mark und die einmalige» Ausgrckeu mit 304,7 Millionen Mark angegel««». Rsch dem ZZpxgnjchlaa erwartet man«ine Steige- rung der B e t r i e b s ü b e r s ch ii f f e gegenüber dem Varlahr von 70,4 Millionen auf 83,6 Millionen Mark. Die Einkünite aus Steuern und Abgaben sind mit 1410,6 Millionen Mark ongeietzt gegenüber 1288.4 Willionen Mark im vorigen Erat. Die Einnahmen der allgemeinen Finanzvermaltung sollen 3M Millionen statt 20,7 Millionen erbringen. Bei der ch a u s z i n» st e u e r rechnet man mit einem Gesomt- oilfkommen van 110.? Millionen Mark- Nach dieser«eronschlagnng erhöht sich der Anteil de» Staates um 43 Millionen Mark. Die Mehrausgaben erklären sich u. a. durch die gestiegenen Kosten für die gesetzliche Fürsorgeerziehung, durch neue Aniorderungen au? der Berziniung und Tilgung der Staatsschuld(Steigerung um 11 Mi' lioncn Mark) und die Steigerung d«r Mieten bzw. der Reichspost- karife. Die P v rt o« rh ä h u n g und die Mietpreissteioerung kofirn den preußischen Staat rund 13,2 Millionen Mark. „Landesverrai." Die Bekeimgung.�Republikanisch« Presse" veranstaltet am Donnerstag. 8. Dezember, einen Diskussionsabend, der sich mit denr Thema Presse, Republik und Strafgesetz, insbesondere auch mit der Materie der Londesnerraisprozessc de- schäftigen wird. Dos einleitende Referat Hot der Reichstagsabge- ordnet« Dr. vtto Lairdsberg übernommen. In wachsendem Maß« haben die sich häufenden Landesoerratsversahren, die sich ins- besondere ouch gegen Lerössenilichungen in der Presse richten, leb- hafte Beunruhigung in republikanischen Kreisen hervorgerufen, fo daß es notwendig erscheint, der mißbräuchlichen Anweii, dung de» Laudesverralsparagrophen zu innen- politischen Zwecken, der falschen Auslegung de» geltende» Rechts und der durch den neuen Strosgcsetzentwurf drohenden Per- schärsung mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Der v!«tussionsabe»d der„Republikanischen Presse" verdient deshalb ei»« besondere Aufmerksamkeit. Der Verein säe das Deutschtum t« Ausland bittet u»s, im Anschluß an eine Bemerkunq in dem Aufsatz„D i e DeutfcheN in Finnland" zum Airsdruck zu bringen, daß der Aerein, ru>« aus seinen Satzunge» und seiner Arbeit hervorgeht, sich als kulturelle llnteritützungsorganisation des Auslniiddeutichtums von jeder politischen Liellungiiahme fernhält, daß er insbesondere in der Elaggrnfrage strengste Zurückholt nng bewahrt ha:. ekennt sich doch ein erheblicher Teil der Veeeinsmitqlieder zur ichworzweißeoten Fahr«, wahrend dos mittel- und südosteuropäische Auilanddeuischtnnr hinter k«n großdeulschen Farbe, j ch w o r z- rotgold steht. kostonmamr zu glänzender Wirkung. Dann kommt schließlich ln ulkiger„Komödie" ein kleines Juwel auserlesener moderner Tanz- dramotik zustande. Die Kinn« zeigt sich unerschöpflich in originellen humoristischen,«cht tönzeeilchen Motiv«,, dl« Feist scheint in aus- gelassener Laune ihren eigenen Stil zu verspottcn, indem sie ihn zu zimperlicher chäherer-Töchter-Grozi« karikiert, und di« Fligg brillserr in unwiderstehlicher derber Komik, die offenbar ihr«genstes Gehi« bedeutet, dessen Pflege sie nicht vernachlässigen sollte. Da», n g in der Pewersting der oppositionellen Bestrebungen und Umtriebe heranreifen zu lasten. Denn es gehe nicht an. daß die Parteimofle gegenüber den Beschllisien der Parteileitung nur die Rolle eines stummen Zuschauers spiele. Jetzt aber sei der ein- heitfiche Parteiwille da und der D eze m b e r k o n g r« tz der Par- tei werde reinen Tisch machen. Skrypnyk ging u. a. auch aus die Stellung der Opposition zur nationalen Frag« ein. Die Opposition, die stet? als eins Aorkämpteein der grotzrussilchen kulturellen stegemonie in allen Sowjetlöndern aufgetreten sei, spiel« stch jetzt plötzlich zu d e m a g p- gischen Werde zwecken als Anwalt der Nationalitäten auf. Sa erleb« man das erstaunliche Schauspiel, daß die AnHanger der ukrainischen nationaltammiinistischen Gruppe ihre Stimmen in den Parteizellen Ehorkaw» für die Opposition abgeben. Allerlei Kommunistisches. Sin geschäffctuchtiger(Ktadtversrdneier. Au? Köln wirb uns geschrieben: Die.Rheinisch« Zeitung" beschäftigt« sich üürzlich mit den Zuwcndungen de» kommunistischen Stadtoerordneten und Provinziollandtagsabgeordneten Knab. E? handelte stch dob« um S<3Y Mark für Kurzweck, und 58Z8Ü Mark Hyppihelen bzw. sonstige Zuwendungen für ein Hau? im Wert« von tzZÜlll? Mark. Die»Rheinisch« Zeitung" fügte diesen Feststellungen den Vorwurf hinzu, daß Knob seine Stellung i» den pfsentlichen Körperschaften zur Erlangung dieser Zuwendung«« aus- genutzt habe. Dorrnishin strengte Knob gegen den verantwortlichen Redakteur«inenProzetzan-in besten Verlauf die Angaben der »Rheinischen Zeitung" voll bestätigt wurden. Ein vergleich kam trotzdem zustande, weil in den, Artikel einige formale Beleidigungen«nthastrn waren. Dieser Ausgang des Prozeste? hat die Bezirksleitung der Kommunistischen Partei Deutschland«. Bezirk Mitielrhein. sttzt zu«m«r Erklärung oeranlasii-, in der ed heißt, daß Knad bereits früher wegen der öhshe der in Anspruch genominenen Bavkredite«ine Rüge erteilt wurde. Inzwischen sei ei» neues Moment hinzugetreten. Ihwb Hab« vor dem bürgerlichen(Be richt die Grundsätze der Partei und die Beschlüsse der Bezirksleitung mitzkreditiert und verletzt. Aus Grund dieser Tatsachen Hot die Aezirkslritung folgenden Beschlutz gesaßt: „Knob leg! seine Mandate als Stadtverordneter und Pronin- ziaNandtogsabgeordneter wegen Verletzung der Porieigrundsätze und» n p r o I e i a r i s ch e m' V e r h a l t c n vor dem bürgerlichen Gericht nieder." Das ändert alles nichts daran, dotz die Äommunlstisch« Partei von den Zuwendungen an Knab gewußt und sie bisher still» schweigend geduldet hat. Sie griff erst«in, al« ihr die Gr- schichte durch die öffentlichen Erörterungen unangenehm«urde. Knob hat inzwischen sein« Aemter niedergelegt, aber an einen Aus» schlutz don K n a b denkt die KPD. trotzdem nicht. Oer soziale Villenbesiher. Au« Mamburg erhalten wir folgende Zuschrist: Vor dem Misteinigungsamt in Eidelstedt stand dieser Tage«ine Räumungsklage eines Arbeiter» gegen«inen Altona«? Gastwirt an. der stch in Eidelstedt«ine Ailla gekauft hatte. Sech» Räume standen zur Aufnohnv- des neuen Lillenbesttzers be» -»it. nur zwei chintcrzimmer wurden»pn dem Arbeiter bewohnt, gegen den der Wirt den Antrag auf Räumung der Wohnung stell»«. obgleich für den Arbeiter Erfotzwohnraum nicht zu beschaffen war. Der Porsitzende d«s Mieteinigungsamt». ein bürgerlicher Amt»- richter. suchte dem Vertreter de? vrllenbesitzer» klarzumachen, daß doch der Arbeiter bei Erfolg d«r Klage obdachla»«ürd». P«r� q«blich: der Bertreier pocht, mit da» Recht de» neuen Besitzers Al? dann die Personalien festgestellt wurden, ergab sich, patz d«r eifrige Pillenbesitzeroertreier niemand and«? war als der Spitzen- kandidat und Senator Köhnfen. Run stellt einer der Veisitzer die Frage an den.sterrn Senator, ob er es denn als Kam, nninist verantworten könne, einen Arbeiter obdachlos zu machen. worauf ihm kolllSchclnd bedeulet wurde, dotz er hier nicht als kommunistischer Senator, sondern als Privatmann tätig(ei. Ein seiner Unterschied: Al? kommunistischer Agitator der schlimmst« Ketzer gegen die Soziolpemokratie, ol» Pewatmann der Verfechter de» brutalste» Aausbesitzer« standpuntte». Es kommt hinzu, daß der Dillenbesitzer kein anderer ist al? der Wirt de? kommunistischen stäupt« quartier» in Altono, Brandt. Zu Kreuze gekrochen. stalle«. d. S.. fll. Rovember. fEigeiSarichtZ Roch dein�äZinausvmrf Trotzkis und Sinowjews au» der KPR. Hot sich d!« Leitung der KPD. de» stalleschen Bezirk» mit dem Fall des preußischen Landtagsabgeordneten und Siodirors Kilian beschäftigt, dessen stinausmurf vor«inigen Wochen von allen KPV.-Anippen de? Bezirks g«sord«rt wurde, weil er sich auf die Seite Ruth Fischers gestellt und einen eigene« politischen Klub„M« r ku r" zur Spaltung der KPD- aufgemacht hat«. In der gestrigen Sitzung der kommunistischen Bezirksleitung wurde festgestellt, daß der stallesch« Trotzkist u m g e f ai l e n ist und die ihin opn der Partei gestellten Bedingungen angenom� m«»- Hot. Er darf reden und schreiben, was die politischen Kekre- löte des Bezirk» genehmigen. Kilian ist also zu Kreuz: gekrochen. Damit ist der kommunistischen Ilrbahns-Griippc im stalleschen Bezirk zunächst das Rückgrat gebrochen. Einheiisstaai oder Staaienwirrwarr? Oer jetzige Zustand treibt zur Krise! Ministerialdirektor Brecht schreibt im Demokratischen Zeitungsdienst: 3« Fahr» 180 1") bestand Deutschland aus etwa 300 Staaten, darunter z. B. HZ freien Reichsstadt««. ltzM per- ichwanden davon UZ Staaten in Regsnsburg aus Napoleons Befehl. Nach 181-5/ SO blieben noch 80 Staaten übrig, souverän. mit eigenem Zoll, eigener Münz«, eigenem Recht uiw. 1871 waren es im Deutschen Reich noch Ai mit gemeinsamer Auhenverwaltung und Zollgrenze und gemeinsamen stondelsrecht. 1872. 1879 und 1900 kamen gemeinsame» Strasrecht, gemeinsam« Fustizorganisationen»nd gemeinsame» Zivilrecht hinzu. heute sind«s 18 Länder mit gemeinsamer steeres-, Post-, Eisenbahn-, Finanz-, steerrsversorglmg»-»nd Krisrnsürsorgever- «oktung und in der stavptsachc gemeinsamem Recht aber mit ge- trennter Justizverwaltung. Polizei-, Schul- und Kulturvenvaltung. getrennter Gewerbe- und vor ollem getrennter Gemeinde- a u f s i ch t. Lies« 18 Länder sind.plngenorrnt". d. h. in ihrer Größe durch keine» rationalen Gesichtspunkt, sondern lediglich historisch per- schieden. 18 verschieden« Format«! Und wie verschieden! Nur mit Mühe kann man sie zur Uebersicht in sechs Gruppen ordnen, d>« aber auch unter sich noch stark verschieden sind. Von de» nz Millionen Einwohnern de? Reiche» fallen aus l, Preußen M: II. Bayern 7; Sachsen 5; III. Württemberg 2,5: Loden 3,3; IV. Thüringen 1,6; stesien 13; stamburg 1,1 j V. Mecklenburg- Schwerin 0,7; Oldenburg 03: Drannschroeig 03: Anhalt 03; Bremen 03; VT, Lippe 0,160: Lüneburg 0,130; Mecklenburg-Strclitz 0,110: Wolbeck 0359; Schoumburg-Lippe 0.050. Durcheinander in der Verwaltung. Wo? bedeuten dies« Zahlen? Einig- Stichproben! Baw Reich umfaßt Preußen*/«. Bayern und Sachsen zusammen'/», all« übrigen 18 Länder de? letzte Fünftel. Die füns klemsten Länder hoben zusammen'A Million Einwohner, also Köln. Dresden oder München— die zehn mittleren und kleinen Köln. Dresden oder München—. die zehn mitleren und kleinen Länder<10 von 18!), also einschließlich Mecklenburg-Schwerin. Olden- bürg. Braunschweig, haben zusammen 23 Millionen Einwohner. Der«in, Regierungsbezirk Düsseldorf hat dagegen allein 33 Millionen, die Stadt Berlin 33 Millionen. Die genannten zehn Länder hoben dabei zusammen 19 Mini st er und z« Senator««, der R«gi,rungsbezirt Düfsildors dagegen nur«inen Regierungspräsidenten. Die größte preutzisäR Provinz sRheinprovinz) ist soft ebenso groß wi« Bayern, und größer als Sachsen»nd jedes andere Land. Größer al» Württemberg und alle übrig«» Länder sind sogar sechs Provinzen(nämlich Rheinprooinz. Westfalen, Sachsen, stgnnover, Ricderschlesien. Brandenburg). Ja. zwei bloße Regierungs, bezirke< Düsseldorf und Arnsberg) sind jeder größer als Würstem- berg und jed«? der anderen Länder außer Bayern und Sachsen. Selbst der Zwergregicrungsbezlrk Stralsund ist immer noch größer als jedes der fünf kleinsten Länder. Zu diesen Unstimmigkeiten kommen die Mißstände, die stch au? dem Nebeneinander»on Reich und Preußen durch die Doppel- regierung in Berlin ergeben und das tragisch« Nebeneinander van Reich?«. Land«»- und Kommvnalbehörden im ganzen Reich mit perjchied«nen vorgesetzten Vermallungen. Aus der anderen Seit« steht der Reichtum Deutschlands an Kulturzenlr«». Es erhebt sich aber die Frage: Ist dieser Reichtum an die Eigenstaatlichkeit gebunden? Entwicklung mancher Städte ich»« Eigensiootlichteit heweisi, daß dies mindest«»? jetzt nicht- mehr gilt. Die Zinanzfrage treibt zur Krise. Die Undurchsichtigkeit der deutschen Gesamloerwalrung bildet einen Grund zur ständigen Kritik und ständigem Mißtrauen in der Oefientlichteit. in der Äirtichaft und gegenseitig in den Ber- lagltungen selbst. Ein« Widerlegung ist nicht möglich, auch wenn Kritik und Mißtrauen übertrieben sein sollte,:. E? gibt niemanden in Deutichland, der eine wirklich« sachliche Uebersicht über die ganz« Verwaltung hott«: es kann auch niemanden gaben, da keiner z-hn- hi» zwanzigjährig« Erfahrung an leitender Stalle de? neuen Reichs und Preußens, geschweige denn noch anderer Länder vereinigt Da» könnte so noch lange«ei, ergehen. Zur Krsi? treibt aber jährlich die vektzfrag»- Nach§ 3-5 de» Finanzou?qleich?gesetzes erholten diesenigen Länder besonder, Zuschüsse des Reichs, die mehr al? ZO Prozent hinter dem Durchschnittsbetrag an Einkommen- und Körperschailssteuer pro Kaps der Bcnölierung zurückbleiben. Zuschüsse erhielten danach im vorigen Lohr Bayern. Mecklenburg-Sch worin. Oldenburg. Lippe. Mecklenburg-Srrelitz. Waldeck, und Schaumburg-Lipp« und zwar von 50 Pfennig(Bayern) bi» 13,7 RM.(Woldeck)-u-i den Kopi ihrer BevSlkerung. oder von 03(Schaumburg-Lippe) bis 3.7(Boyern) und 4,1(Mecklenburg- Schwerin) Millionen im ganzen. Aon den anderen Ländern wird der Zustand schwer empfunden, dotz Länder, di» stch nicht selbst erholten, desonder» klein« Länder inst eigener Aerwaliung. vom Reich au? dem Einkommen der anderen Länder Zuschüsse erhalten. Dieser Konflikt wird immer wieder aus- treten. Ein« Lösung kann er nur durch Schritte im Sinn« größerer Verwaltungsgemeinschast finden. Zu dieser Lösung treibt zugleich die llnzusriedenhest des Volkes mit dem Zu- stände der lindurchstchtlgkeit der Verwaltung. Ein fidetes Gefängnis. Aflr einen Verleumde? der SozialisteK. Wexander Weiß schrieb in Wien gegen glänzend» Bezahlung radikale Lettartikel gegen Kopttol. Bourgeoisie und Reaktion— hi» «ine» log«» herauskam, daß er seine Stellung als Leiter chpes viel- gelesenen Blattes—, mit dem dt« Sozialdemokratische Partei nicht? zu mn gehabt hat— zu Erprestungen an Kapitalisten(für sein« Privaitosch«) mißbraucht hat. Dafür«urde Weiß zu 7 Monaten Kerker aerurteitt— ohne Bewährungsfrist, vi« Nichtigkeitsbeschwerde hat der Oberste Gerichtshof verworfen, da, Urteil nmrd« rechtskräftig, aber seine Vollstreckung«urd« dreimal und wett Hinau« über de? gesetzlich Zulässige auigeschaben. Für jeden Straf- uufschub gründet« W«>ß«in neue« Blatt zu gemeiner Bekämpfung, ja offener Verleumdung der Sozialdemokraten. Schließlich mußt« er sein««träfe doch antrete». Lhm. dem KerkerfirofUng. wurde erlaubt, die Strafe t» einem Wiener Bezirksgerich,»arrest ab- zumache», wodurch da» Gefängni» schon in chaft gemildert ist. «der Weiß ton» die Red-kteure I einer Blätter m, Arrest ompfanaen. er trifft sie beim Zahnarzt, zu dem er(in Begleitung«ine» zivilen Schober.Pasizisten) fohrin dort, auch wird da» Telephon des Ge- tängni, Vorstehers soviel für Weiß benützt, daß dieser Richter sich darüber seh? beschwert hat--- kurz, Weiß leitet seine Blätter, de««» er so langen Straiausschub und die sonstigen Begünstig', naen ver- dankt, vom Arrest au? und die Verleumdungen gegen unsere Genossen gehen weiter: Letzt erst recht, denn er /.kann dach" zur Peröfsent- ljchung nicht» beitragen, wenn er«ine Freiheilsstraf« oerbüßt—! Frosch, der fidele Gefängniswärter aus der.Fledermaus" müßt« jetzt-feinen Spruch ändern: nicht mehr...stier wird nicht gesungen— hier wird gebrummt!" sondern»stier wird nicht gebrummt hier wird geseipelt!"___ Englands Angst um die Kreuzer. Der Fehler von Aashinglon- Sorg« vor dem Amerlkaprogromm. London. 18. Rvvomber. Da« Kabinett beschloß, die Kreuzerbaurot« dies«? Jahres von drei auf ein Schiff, also auf«in Drittel zu ermäßigen. Das wurde beschlossen da da« Boupragramm d«« o ,n« ri« o ni s ch e n Marineministers für 1926 in allen Einzelheiton norllegt. Es steht den Bau von ti»reuzero der IS 00S-T«nne».Kl»ssr vor. Würde der Kongreß im Dezember die? Bauprogramm annehmen, so würde England ebensoll?.zum Ausrüsten, gezwungen. Die Gefahr ein«? Wettrüsten? ist hie? so deutlich erkannt worden, daß da» Kabinett tu vorgezogen bat. da» Risiko zu laufen, ei« jeitlang weniger Kampskreuzer»u besitzen al« Amerika. Mit der sterahsetzung des englischen Baiiprogramm? hofft England zu erreichen, daß der amerikanische Kongreß auch seinerseits das Bouprvgnnnm herab- jetzt. Sicher den finanziell«» Gründen liegen für den englischen 9k tr such, dos Wettrüsten zu vermelden. miNlärstche Gründe vor. In der AdmiralttSt hat ein« bisher ch de, Minderheit befind- liche Gruppe daraus hingewiesen, daß England in Washington nttt der steraussetzung de»- Meozerdeplacemeitts auf 10000 Tonnen ein»« schweren Fehler gemocht Hot, einen ähnlichen, wie beim Bau der ersten Dreodnoughts. die di« anderen Staaten zun, Bau der gleichen Riesenschiffe zwangen und damit di« bisherige englische ltcberlegenheit an älteren Schlachtschiff,» vernichtete. Ebenso lieg; c? jetzt bei den Kreuzern. Zu Ansang des Jahre? hatte England 33 Kreuzer unter 3000 tonnen ch, Dienst. Dt«»«>- sieren jeden Gesechtsmert selbst für den standelstrieg, wenn Amertta 10 000-tonnen-Kreuzer bentt. So»ersucht England mit dem Verzicht auf Bau neuer Kreuzer Amerika zu dem gleichen Verzicht ,z» veranlassen. � Faschismus festigt Klassenherrschaft. «Kemewdeeäte von faschistische» Korporation«« vorgeschlagen ?»«. 1». Rvownbar- Da? Amtsblatt veröfientsicht»In Dekret sidw die Ernennung von G«meind«rät«n in Gemeinden non über U>00l) Ein- wohnern. Dies« Semelnderöte werden zusammengesetzt sein zur stälfl« aus den Arb»Ug«d«rn der Industrie. Landwirtschost, de» stände!». d«r Schiffahrt usw. Die andere stölfte Ittird zu, smnmenyesetzt sein av?Jntell«ktnellen, nämlich«m« Aerzten. Rechtsonwältefi. Lehrer» usw. sowie aus den Arbeit» nehmern. Der Prüfe st wird bestimmen, welch» Korpora» ttoneu Kandidaten vorschlagen stillen. Bei Gemeinde, unter 100 00t) Einwohnern w'/d der Prä» fekt die Ernennungen vornehm«». Bei Gemeinde* über 100 000 Einwohnern wird die Ernennung durch den Minister de? Innern unter stinzuziehung de? Ministerium? der Korpo- rastanen und d»s Wirtschast-mintster? erfolgen. Oer(Schwedenirust erobert Frankreich. Pari». 17. November.(Eigenbericht.) Der„Populaire" weiß heute über das Anleihegefchäst mtt dem Schwedemruft neu« Einzelheiten mttzut«!«». di« die Behauptung Poinearä?. dar Trust Hobe kein« Gegenleistung für seinen.Kredit erhallen, in merkwürdigem Licht erscheinen läßt. Reben dem sran- zösischon Zündholzmonopal ist eine besondere Astiengesevschast gegründet worden, die den Vertrieb der Monopolzündhölzsr erhallen hat. Bisher gab es in jedem Departement einen Groß- höndlir, der vom Monopol direkt beliefert wurde und die Ware an den Einzelhändler weitergab. Die neue A-G. wird nun sämtlichen Großhändlern mitteilen, daß sie jetzt das Bertricbsmonvpol besitzt. Der größte Teil der Großhändler ist daraus eingegangen, sich ent- schädigen zu lassen, well ihnen kein anderer Ausweg übrig blieb. Der Schwrdentrpst hat in der neuen Vertriebi-A.G Überragenden- Einfluß erhalten. Bulgarische Regierungsargumeuie. Wilde? Tmv? bei den Semelndewahle«. Kofi», 17. November.(Eigenberichi.) Es wird jetzt lonqsam bekannt, wie die Regierungspartei bei den Ende Ottober in ungefähr SO Gemeinden vorgenommene» Wahlen ihre..bedeutenden Erfolge" erringen konnte. Dem sozio- listtschen„Borod" wird aus der Stadt P l e w e n geschrieben, daß- in Katzamuniga zwei Tage oor der Wohl, am 27. Oktober,«chentts 9 Uhr. pier Oppositio»skondidoten verhaftet, in' ein«» nahen Wald o e r s ch l e p p t imd d«t fastzu Bode miß- ha n Hill wurden: die Bewußtlos«» ließ man in der feuchtkasten! sterhstnocht Itcgen. Am Wahltage wurde die Bavöllerung des, gleichen Ortes m der schlimmsten Weise drangsaliert. Au? Ploweu war«ln als gewolttäüg schon bekannter Gendarm entsandt morde». d«r jedem Wähl«? unter Einschüchterungen einen Stimmzettel de»' R«gieruiig»pattei übergab. Dieser ,D>rdnung»wöcht«e" misthandelt» Über<0 P»rson«n. Einer der ältesten Wähl«?. Z««tan Dimitroff. verließ da» Wahllokal mit blutigem Kops- Der opvosttionelle So» branjeobgeördnete Duwanoff wurde gezwungen, die Ortschaft zu p«r, lassen...damtt sich nlchf? Schlimmer«?«reign«'. stn Rodifschew». wo dt« Regierungspartei mit zwei Liften austrat, wurden selbst die Kondidaten der Kagengruppe oerprügelt. Die Tabakarbeiter im Kampf. Abwehr gegen den Hunger. Wahl ist es dem Rsichsvcrband deustcher Zigarrenhersteller durch Terror gelungen, die Mehrheit der ausgebeuteten, aus- gehungerten Zigarrenarbeit«? fünf Wochen vor Weih- nachten auf die Straße zu werfen: aber nicht alle Fabri- kanten sind fo herzlos und brutal, nicht alle fügen sich oder müssen sich fügen der Peitsche einiger Scharfmacher und Syndizi, für die mir als mildernden Umstand annehmen wollen, daß sie großen- wohnsinnig find. Wie wäre es sonst möglich, daß verelendete Ar- beitermassen, wie die im E i ch s f e l d. denen Elend asten zeigt, wie die Idealzustände eines ungehemmten Kapitalismus aussehen münden, ausgesperrt werden, weil irgendwo in Leipzig einige Ar- beiter in Streik traten! Es ist den Scharsmachern im RdZ. nicht gelungen, samt- l i ch e Zigarrenarbeiter auf die Straße zu werfen. Ein gutes Drittel der Zigorrenarbeiier ist nicht ausgesperrt. Dazu kommen die Ar- beiter der Zigarcttenindustri«. Vorstand. Beirat, Zürsschuh und Gauleiter des Deutschen Tabakarbeiterverbandes haben einmütig be- schloffen, die noch in Arbeit stehenden De rbandsmitglieder vom 19. November ab bis auf weiteres zu verpflichten, wöchentlich einen doppelten Beitrag zu.zahlen. Im übrigen ist die alt«, sturmerprobte Organisation des Deutschen Tabokarbester- Verbandes finanziell so gut fundiert» daß sie auf Wochen der Aussperrung des RdZ. widerstehen kann. Es versteht sich von selbst, daß die Internationale der Tabakarbeiter mit de« Aus- gesperrten s olid a r if ch ist. und daß die deutschen Sewerk- fchaften, wenn der Deutsch« Tabakarbeiterverband sich in die Notwendigkeit versetzt sehen würde, an die Solidarität zu appellieren, hinter den Tabakarbestern nicht zurückstehen würiwn. Die deutschen Tabokarbester sind gerüstet und entschlossen, so lange den Komps zu führen, bis die Unternehmer begreisen, daß auch die Zigarrcnarbeiter ein Recht zum Leben haben. Wie ausgesperri wird. Die Löhne der Zigarreaarbeiter. Bremen. lS. November.(Eigenbericht.) Nach der nunmehr ziemlich vollständigen Uebersicht über den Umfang der Aussperrung in der Zigarrenindustrie sind insgesamt etwa 75 W» bis K0 000 Zigarrenarbester ausgesperrt. Bei vielen Betrieben, die ausgesperrt haben, läßt sich jedoch nicht so ohne westercs feststellen, ob die Aussperrung in vollem Umfange durch- geführt worden ist. So hatte zum Beispiel die Firma Engelhardt u. Bicrmann, die 2400 Arbeiter beschäftigt, 39 Betriebe, die über ganz Deutschland verstreut sind. Diese Firma hat ausgesperrt, es konnte aber noch nicht festgestellt werden, ob die Aussperrung auch überall durchgeführt worden ist. Ein« ander« Finna, die gleichfalls dem RDZ. angehört, Biermanu u. Schörling, beschäftigt 900 Arbeiter und Arbesterinnen in 20 Betrieben, die gleichfalls in den verschiedensten Gegenden Deutschlands verstreut liegen. Die Firma arbeitet also durchaus unwirtschaftlich, hat aber trotzdem nicht ausgesperrt. Diese Nebeneinanderstellung zeigt, daß die Behauptung des RDZ.. aus wirtschaftlichen Gründen könne eine Lohnaufbesierung nicht gegeben «erden, den Tatsachen nicht entspricht. I Es mag übrigens aufgefallen sein, daß die sonst so miiieilsamen Mitglieder des Rcichsverbandes Deutscher Zigarrenhersteller über die in der Zigarrenindustrie erzielten Verdienste bisher noch gar nichts haben oerlauten lassen. Dieses Schwelgen wird jedoch verständlich, wenn man sich die Verdienste ansieht, die die in der Zigarren- industrie tätigen Arbesterinncn und Arbeiter erzielen. Unter Zu- grundelegung der Angaben der Tabak-Berufsgenostenschaft beträgt der Durchschnittsverdienst eines Vollarbeiters in der Zigarrenindustrie im Jahre 19 2 7 sage und schreibe 990 Mark oder 19 Mark in der Woche. Dabei muß noch berücksichtigt werden, daß dieser Durchschnittsverdienst sich für V o l l a r b e i t e r ergibt, die 300 Tage s 8 Stunden stramm arbesten. Nur in No r d w e st- d e u t s ch l a n d(Hansestädte, Schleswig-Holstein, Hannover, West- folen, Lippe, Oldenburg und Vraunschweig) wird dieser Durchschnstts- verdienst mit 1206 M. oder 23,20 M. die Woche überschritten. Alle anderen Gebiete liegen unter dem Durchschnitt. So Sachsen, Thüringen und Anhatt mst 960 M. oder 18,50 M. die Woche und Süddeutschland(Baden, Boyern und Württemberg) mtt 962 M. oder 18,50 M. die Woche. Am trostlosesten sind die Verdienste jedoch ini ersten Bezirk der Tabak-Berufsgenossenschaft(Brandenburg, Pommern, Schlesien, Ost- und Westpreußcn). Hier ergibt sich im Jahr« 1927 ein Durchschniltsverdiensl eine» Vollarbeiler» voo 867 M. oder 16.70 Zll. die Woche. Angesichts solcher Zahlen kann man es verstehen, daß die Zigarrenfabrikanten kein Interesse daran haben, der OeffenUichkest über die in der Zigarrenindustric erzielten Verdienste irgend etwas mitzuteilen. Oer AfA-Bund behält die Führung. Bisher 107742 AfA- Stimmen. Dem Reichs Wahlausschuß der Freien Angestelltenverbände liegen aus nachstehenden Wahlkreisen außer den bereits veröffent- lichten, die Ergebnisse der Wahlen für die Vertrauensmänner der Angestelltenversicherung vor: Altena-Stadt. Brandenburg a. d. Havel, Kottbus-Stadt, Düsieldorf-Stadt, Eisleben-Stadt, Erfurt- Stadt, Frankenberg-Stadt. Freiburg i. Br., Freising. Füsien, Geis- lingen, Grimma, Groitzzsch. Heidelberg, Hof, Hohenstein i. Crinstal, Holzminden. Ieoer-Stadt und Land, Kitzingen. Landshut i. Bayern, Minden. Mittweida. Obernburg. Oschatz. Pegau. Pforzheim, Ratze- bürg, Ravensburg, Reichenbach i. Vogtl., Rothenburg o. d. Tauber, Rüstringen, Schweinfnrt, Saalfeld, Sebnitz, Sonneberg, Weinheim, Würzen, Dresden-Stodt. Chemnitz und Finningen. Insgesamt haben in den bisher veröffentlichten Wahlkreisen an Stimmen er- halten: AfA-Bund 107 747, Deutschnationaler Hondlungsgehilfen- verband 82 115, Gewerkschaftsbund der Angestellten 78 002, sonstige Hauptausfchußoerbättd« 14 579 und die 17 Frauenberufsverbände 35 979. Der AfA-Bund bleibt also an der Spitze. Das Wohnungselend der Landarbeiter. Neben der menschenunwürdigen Behandlung und der lächerlich geringen Entlohnung sind«s vor allem die hundsmiserablen Wohnungsverhältniss«, die dem Landarbeiter das Der- bleiben in der Landwirtschaft zur Qual machen. Neues Material darüber wurde dem Berbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes vor einigen Tagen aus Schleswig-Holstein zur Berfügung gestellt. In L-, Kreis Plön, bewohnt ein mit schwerem Asthma be» hasteter Landarbeiter seit Iahren mit seiner Frau und vier Kindern im Alter von acht Monaten bis 14 Iahren einen einzigen Raum. Der Raum ist 4L X 33 Meter groß. ObwoV das Fenster den ganzen Tag geöffnet ist, schlägt dem Eintretenden ein atemberaubender Modergeruch entgegen. Bei ungünstigem Wetter läuft das Wasser an den Wänden herunter. Be-- sonders im Winter verfaulen hierdurch die Gegenstände. Selbst das Bett st roh in den Betten verfault. Auf dem Pachthos W., Kreis Plön, ist eine vollkommen zer- fallen« Kate zu finden, in der ein Landarbeiter mit seiner Frau und zehn Kindern wohnt. Die Kinder stehen in einem Atter von 2 bis 17 Jahren. Der„Wohnraum" ist 6x3 Meter groß und von dem Arbeiter auf eigene Kosten vergrößert worden. Der Fußboden besteht aus Ziegelsteinen. Es sind auch Fenster und zwar in der Größe von 0,7X1 Meter und 0,8X1 Meter vorhanden. St« zu öffnen ist kaum möglich. Die sogenannte Küche weist eine Fläche von 2,2x2 Meter auf. Bon der Errichtung von Aborten ist Abstand genommen worden Alt und jung sind ge- zmungen, ihre Notdurft bei Wind und Wetter im Freien zu ver- richten. Lei Regenwetter müsien die Betten fort» geschafft werden, weil sich sonst das Wasier darin sammelt. In allernächster Näh« liegen die Wohnungen von B. In einer von diesen, in der ein Landarbeiter mtt Frau und vier Kindern im Atter von 4 bis 25 Jahren wohnt, konnte festgestellt werden, daß die Wände vollkommen durchnäßt sind und die Fenster wegen ihres desckten Zustand« nicht geöffnet werden können. D i« Kleidungsstücke faulen rm Kleiderschrank. Jede, auch die kleinste Erschütterung des Hauses führt zur Loslösung von Deckenteilen und ruft die Gefahr des Emstürzens hervor. Ratten und Mäuse sind ständige Gäste. Es wird viel von Hygiene und Dolksgejundheit gesprochen Alle dagegen, wo die Zustände skandalös sind und die bei der ge- schilderten Beschaffenheit wahre Seuchen und Tuberkuloseherde sind, kümmert man sich nicht. Da tut man so, als wenn man nichts sieht. Warum wohl? Möchte man es mit den allmächtigen Herren von Ar und Halm nicht verderben? Und wenn sie alle schweigen, wir werden reden. Wir werden so reden, daß es selbst dem stupidesten Großgrundbesitzer eines Tages zuviel wird._ Aussperrung der Gießer der Maschinenfabrik ».Deutschland�. Dortmund. 17. November. In der Maschinenfabrik„Deutschland", die zum Eisen- und Stahlwert Hoesch gchört. wurden heute 170 Former und Gießereiarbetter fristlos entlassen. Sie hatten für einen Tag die Arbett niedergelegt, um die Verwaltung zu Verhandlungen mit einer von ihnen bezeichneten Kommission über Lohnfragen zu zwingen. Möglicherweise dürfte die Bewegung wettere Kreise ziehen. B-rautwartlub Kr Politik: Dr. tort 601«; Wirtschaft: 9. Seworkschaftideweguns: Z. Stet»»: Feuilleton: St. A. Dilcher; Lololes und Sonstige,: Fritz Narstädt: Anzeigen: ltz. ch locke: sämtlich in Berlin. Bering: Borwärts-Derlag. m. b Berlin. Druck: Borwärts-Buchdrnckeret und BerlogoanstaU Paul Singer» Co Berlin EW 68, Lindenstratz« 3. Hierzu 1 Beilage urnfe„Xcchntf. Moderne/[ Wintermantel für» junge Heppen und Knaben Jünqlinqs-lllstep o-z. I Junglinqs-lHslef po fc»cunerCh«vvetmOberfce»e Mk.'rJ. I groumeüerfcrfateeCMflt Im. J4. Gr 38* iwigemuÄrtOrzS Ji�iglings-Ülster Waumri**.» menwr Rausch ratWnem Oberlwo MKOO, Knaben Schlüpfer 4C Knaben Schlüpfer feinwollener Flousthih UU In Sf] I kaicrterWour-Chevioem l/U<1» iif!im moriemen Farhen** n*' V.Jv■ I, T«p3Johr» hellen modernen Farben für 3 Jahr» Knaben Schlüpfer mit Pelzkragen 111,- emblou.gnjnuSellbroune« feimroSenwi Äfcur.filf Z Jahre Knaben Schlüpfer mit Pelzkragen iiw MiMwÄawhetaed»"«w-r. ognMni Vetajr.aeföHech «r3Johr. 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Das �Oeuvre" äußert sich insofern noch offenherziger, als es verlangt, man solle endlich einmal die Frage der parlamentarischen Mithilfe bei der Fälschungs- aktion klären. � Der gestern verhaftete Kaufmann cho a s ist die einzig« in die Fälschung verwickÄte Person, bei der falsche ungarische Papiere vor- gefunden wurden, chaag gab zu, daß es ihm gelungen ist, kurz vor seiner Verhaftung ungarische Titel im Werte von 700 000 Fronken bei einem großen Bankinstitut in Paris abstempeln zu lasten. Di« Aussagen chaas' verwickeln in die Affäre drei Seno» bo r e n und einen kommunistischen Abgeordneten, die demnächst ver- hört werden i ollem Der französische Industrielle Jean de Fallois hatte mit den Sowjets einen regelrechten Bertrag abgeschlossen. Er hatte für sie in Frankreich jährlich Geschäfte im Ausmaß von\'A Millionen Franken zu vermitteln. Seine Beziehungen zu einem hohen russischen Diplomaten bestanden bereits seit dem Jahre 1926. Aeues im Kernsprechverkehr. Herr Schatz! strengt sich an. Nachdem er seine Portoerhöhung durchgebracht hat, scheint Herr Schätz! besonders gründlich reformieren zu wollen. Um den Klagen über die Münzfernsprecher Rechnung zu tragen, hat die Reichspost daran gearbestet, einen Apparat herauszubringen, der für alle Betriebsarten paßt und die Abwicklung von Orts-, Schnell- »erkehr- und Ferngesprächen vom Münzfernsprecher aus gestaltet. Namentlich soll er auch dt« Forderung des Publikums erfüllen., daß die gezahlten Gebühren zurückgegeben werden, wenn«in Ge- fpräch nicht zustandekommt. Für die Entrichtung der Gebühren. die verschieden hoch sind, besonders also für den Fern verkehr, find 4 Münzöffnungen vorgesehen für S-, 10-, Sv»Pfenn!gstücke und für 1 M. Apparate ähnlicher Art, die aber nur für Orte mst«in. heitlicher Betriebsweise passen, sie werden seit mehreren Monaten im Oberpostdirektions bezirk Düsseldorf auegeprobt. Ein anderer Apparat für alle Betriebsweisen, namentlich auch für Berlin, wird im Modell demnächst in den Betrieb kommen. Sobald einzeln« Stücke des Apparats im Betrieb erprobt sind, soll er mit Beschleunigung in großem Umfang beschafft und in de» Berkehr gebracht werden. Man kann daher hoffen, daß in Kürz« dem Bedürfnis nach einem einwandfreien Münzfern» f p r e ch e r Rechming getragen sein wird. Weiterhin wird darüber geklagt, daß Hotels, Gastwirtschaften. Geschäfte für die Benutzung ihrer Fernsprecher unangemessen hohe Vergütungen erheben. Dabei wird von der Reichs- post verlangt, daß sie gegen solch« Fernsprechteilnehmer einschreite. In der gewünschten Weise kann sie dies gegenwärtig nicht. Bis zum Jahre 1924 enthielten die Fernsprechordnungen die Borschrist. daß dem Inhaber eines Fernsprechanschlusses bei Benutzung seines Anschiusies durch einen Dritten nur gestattet war, sich die Einzel- Gesprächsgebühren vergüten zu lassen, die er selbst zu zahlen hatte. Die Erhebung eines Zuschlags, sei es als Entschädigung für die Hergab« de» Raumes, sei es als Anieil an der Anschlußgebühr oder in anderer Form, war ausdrücklich untersagt. Dies« Be° stimmung wurde viel angefochten. Dazu kam, daß viele Teilnehme? sich um das Verbot gar nicht kümmerten, sondern die Be- nutzurrg ihrer Sprechstellen Dritten nur gestatteten, wenn dies« einen Zuschlag zu den Gesprächsgebühren zu zahlen bereit waren. Das Reichspostministerium setzte sich deshalb mit de» Berufsver- tretungen in Verbindung, auf deren Befürwortung die gelten- den Bestimmungen eingeführt waren, und bat sie. auf ihr« Mit- glieder dahin einzuwirken, daß sie sich mit angemessenen Zuschlägen begnügten. Die Maßnahme war sickstlich von Erfolg begleitet. Unter Hinweis auf die»ingetreten« Lockerung der Verhältnisse hat da» Reichspostministerium die Berufsverbände jetzt ernent ersucht. ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß ihre Mitglieder bei den Zuschlägen, die sie zu den bestimmungsmäßigen Fernsprech- gebühren erheben,«ine angemessene Grenze nicht über- schreiten. Um iodes in möglichst großem Umfang jedermann Gelegenheit zu geben, das Ssfentllihe Fernsprechnetz gegen die de- stimmnngsinäßigen Gebühren ohne Zuschlag zu benutzen, soll die Zahl der öffentlichen Sprechstellen erheblich vermehrt werden. Gelbstanschlußstelle Iannowitz. Die v m st e l l u n g de» Berliner Fernsprechhandbetrieb«« auf den Selbstanschlußbetrleb schreitet fort. Zu den b'-ests besiehenden Vermittlunarstellen mit Selbstanschlvßbetrieb Bärwold, Breitenboch, Lichterfelde. Neukölln, Spandau, Wannsee und Zehlendorf tritt in der Nacht vom 26. zum 27. d. M. die Verniittlungsstelle Iannowitz, der Teilnehmer von M o r i tz p l a tz zugeteilt werden. Die Jannowitzteilnehmer werden dann in der Lage fein, im Eelbstanschlußwege, nämlich durch Drehen der an ihrem Apparate befindlichen Nummernscheibe, einander sowie die Teilnehmer der vorhergenonnten Vermittlungsstellen mit Selbst- »r.schluhdetrieb. ferner die Vermittlungsstellen für den Handbetrieb unmittelbar zu wählen. Die näheren Bestimmungen hierüber Alexanderplah ohne Berolina. So sieht es heute dort aus! Berlin baut! Berlin hat kein Pflaster mehr! Wenigstens geht «in nicht geringer Teil des mehr als weltstädtischen Verkehrs über Holzbohlenbelag, der den unterminierten Grund von Berlin nach oben scharnhiisl oerdeckt. Nicht nur das Alte stürzi im Wandel der Zeiten; der Alexanderplatz beispielsweise, vor wenig Iahren(wenig Jahr« in der Geschichte Berlins!) erst umgebaut und umgekrempelt. erfährt wieder«in«„grundlegende Umgestaltung, die durch den Neubau der Untergrundbahn noch der Frank- surter Allee nötig wurde. Dabei ist auch Verlins altes Wahrzeichen, die De roll»a. obgebauk worden, sie ruht irgendwo verpackt von ihren Repräsentationspflichten aus, um später wieder auf dem ja wo eigentlich soll sie wieder aufgestellt werden? Noch Ist darüber keine Entscheidung getroffen, die Techniker haben noch kein« Zeit gefunden, mit künstlerischen Beiräten darüber zu diskutieren. Vielleicht wird sie überhaupt dazu verurteilt, an irgendeiner weniger exponierten Stelle ein Scheindasein zu führen. nachdem eigentlich der Funkturm in Witzleben sie als Wahrzeichen der Industrie», Handels- und Messestadt Berlin abgelöst hat. Inzwischen aber quält sich der Verkehr am Alex zwischen hohl- wegartigen Einenaungen hindurch. Straßenbahnen, Omnibusse sind umgeleitet. Strotzenzüge werden verbreitert, Häuserblocks fallen unter der Spitzhacke, auch das historische Iürgen-Haus mit den 99 Schafskäpfchen ist zum Sterben verurteilt. Die Zeit schreitet fort, Berlin verändert sein Angesicht! sind in den Vorbemerkungen zum Fernsprechbuch und in der An- weisunq enthalten, die sämtlichen Iannowitzteilnehmern zugegangen der S H. Spandau, Wannsee und Zehlendorf in der Lage, durch Wählen des Ruf- sind. Vom gleichen Zeitpunkt ob sind auch die ieilnehmer der Selbst- anichlußamter Därwald, Breitenboch, 2!c Zichterfelde, Neukölln, Sp Zeichens für Iannowig(F 7) und der Anschlußnummer Verbin- düngen mu Teilnehmern von Iannowitz selbst herzr-stellen. Für die übrigen an Hondämter angeschlossenen Teilnehmer tritt im Ver- kehr mit Jannowitzteilnehmer» eine Aenderwig in der bisherigen Betriebsweise nicht ein._ �ohrstvck als Erzieher. Die Prügel im Jugendheim Gütergoh. In Gütergotz befindet ssch eines der 15 Jugendheime des Landesjugendamrs Berlin, in dem hilfebedürftig« Kinder durch da» städtifche Jugendamt untergebracht nxrden. Es handelt sich hierbei um Kinder, die nicht zwangsweise der Fürsorgeerziehung zugeführt werden, deren Ellernhaus aber aus verschiedenen Grün- den nicht die Gewähr für eine ordentlich« Erziehung dielet. Diese Heim« tragen nicht im entferntesten den Charakter von Erziehung?» anstalten, in ihnen ist nach den Grundsätzen des Jugendamtes jede körperlich« Züchtigung der Kiitder untersagt. Anfang September herrschte in Gütergotz starke Erregung, weil der Lehrer Lenz einen zwölfjährigen Knaben ge- züchtigt und die Mutter des Knaben den Lehrer vor seiner Schulklasse zur Red« gestellt hatte. Als der Vorgang dem Jugend- amt der Stadt Berlin bekannt würbe, griff dieses sofort ein und suspendiert« vorläufig den Lehrer L. von seinem Dienste bis zur Klärung der Vorgänge. Di« Mutter des verprügelten Knaben ging mit diesem aus das für sie zuständige Bezirksomt Weißen- jee und zeigte dem zuständigen Stadtrat die aus dem Körper des Kindes sichtbaren Spuren der Prügelung. Dieser war über de» Befund so betroffen, daß er«ine sofortige Untersuchung des Knaben durch den Stadtsckmlarzt veranlaßt«. Aber auch der Lehrer L. gab sich«m seiner Dienstentlassunq nicht zufrieden, er behauptete öffentlich, daß ihm von einem Züchtigungsverbot nichts bekannt fei und daß die Prügelproxi« in Gütergotz seit Iahren all- gemein und auch von dem Anstaltsleiter geübt werbe. Inzwischen hatte sich auch die Oeffentlichkest des Falles angenommen, so daß sich da, Jugendamt veranlaßt M- den beschuldigten Lehrer L. srist- los aus dem öffentlichen Schuldienst zu entlassen. Dieser klagte daraus beim Arbeitsgericht gegen den Magistrot Berlin auf Wiederein st ellung In der Verhandlung be- kündet« Stadtrat Reimann(Weißensee) sein« Wahrnehmungen: er sah den Knaben acht Tag« noch der Züchtigung und konnte ver- schieden« stark blau und rot gefärbte blutunteriausene Stellen«ruf dem Gesäß feststellen, dir nach seiner Ansicht derrit» Schorsbildung zeigten. Entscheidend war da» Gutachten de» Stodtfchuiarztes Dr. Böhm, der vom Srztlicken Standpunkt aus die Züchtigung als besonder» hart bezeichnet« vi« Straf« erlitt der Knabe angeblich, weil er in einem Auf- satz 9 Fehler gemacht hatte. Nach Erkundigungen des Weißen- seer Bezirksamts war der Junge in der Weißenfeer Gemeindeschul« anstellig und galt als ein guter Schüler. Das Arbeitsgericht stützte sich in seinem Urteil auf dos ärzllich« Gutachten: dieses erkläre deutlich, daß dos Maß einer angebrachien Züchtigung weit übe» schritten worden sei. Dies mußte aber doppelt schwer in di« Wagschole fallen, weil in den städtischen Heimen den Lehrperso.ieu gmrdsätilich jede körperliche Züchtigung der Kinder verboten ist. Demgemäß kam das Arbeitsgericht zu einer Abweisung der Klage des Lehrers._ Tod des Grrichtschemikers Jeserich. Dr. Illerich, der bekannt« Berliuer Gerichtschemiker, den man als den Begründer der modernen Gcnchlschemie ansehen darf, ist im Alter von 73 Iahren gestorben. Fast ein halbes Jahrhundert hindurch hat er Berliner Gerichten in vielen Straf- Prozessen als Sachverständiger gedient. Manche Vervollkomm- nungen chemischer Untersuchungsverfahren, die zur Ermittlung oder Ueberführung des Täters führen können, sind ihm zu danken. .voll imd Zell*, unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauslage bei. Sport. Kuöpnadel's Oebut als professional. Vor fast ousverkauftem Hause bracht« der„Boxring Neue Welt" nach zweiwöchiger Pause gestern abend seinen 4. Kämpft abend zur Abwicklung. Nach einem Einleitungstrefsen zwischen Hans Schumacher(122,1) und Heinrich Fischer- Köln(125,2), dos unentschieden endete, gab Karl Knöpnadel(189,3) sein erstes Debüt als P r o f i. Er punktete den routinierten Belgier R a u d o l(1(50,1) in 6 Runden glatt aus. K„ der sehr gute Momente zeigte, wird seinen Weg noch machen: auf alle Fälle ein vieloer- sprecbender Anfang! Wolter- Berlin(162.1) und Saß. Belgien (155,1) trennten sich nach einem wenig aufregenden Kampf, der über 6 Runden führte und mit 5-Unzen-Handschuken ausgetragen wurde, unentschieden. Walter boxte noch sehr ungenau. Einen brillanten Kampf dagegen liejerte» sich der Engländer Poung Spears(123.3) und Hans Kruse(124). Spears, der bisher in Berlin noch ungeschlagen ist. konnte den Ring auch dieses Mal wieder als Punktsieger verlassen. Kruse, der eine gute 4. Runde für sich hatte, ließ zuletzt merklich nach und fiel in der letzten Runde dem Tempo und der Routine Spears zum Opfer. Der Godesberger Hammer(150,2), der ebenso wie sein Gegner Jimmy L y g g« t(157) wenig zeigte, wurde in der 4. R u n d e von Samson Körner ausgezählt. (Schluß des redaktionellen Teils) gm» FrShstlUk sä» Kludn, Erwachsen« und©reife anenrdedrtich Nt.«aots Bienenhonig'. Er Ift ein BalurvroduN vielieitigfter Art. idrdert die Verdauung, ist dlntdildend, bei Sranth eilen heilsam und nahrhaft zugl-fch raehmilller Große Frankfurter Str. 100 = Häfsenf rächte= verlesen und fertig zum Kochen I Große Erbsen, oslpreußische.. sr 42 Geschälte Erb en, große halbe? 45 Grüne Erbsen, Thüringer...«7 39 Kleine Bohnen, ungarische«20 Langbohnen, groß u. fein... 33 Mittel-Linsen, mährische. ff 38 u 29 Koch-Hirse, feinste geschälte. T 30 Teppiche unä Larüinen »t« kletaen W.M.hlcn»n ftni tanm Sr. Tisch» u. Diwandecken eUi.ln. Stflck«,«all m«r PreU Steppdecken, Satin In TerecbtatoeB Farben. lUndntbnii mit HalbvolUflllaog IL 12. iO Bettfedern und Daunen 1.25. 2.26. 4.50, 6.-. 7.5.% II— Eigene Bsttfedern-Felnigüng im Hama Per Pfand 20 Pf. iiet en werden»m Won cb kos. ob- los sbgeuoit nni tugps'eilt. im! a«Us?«a ksao wsrdse Silier iietos SÄVS: Ed» LKMu-r.- Stein. 5t rtlo-toif«ili» Herren-Mafi-Sctmeiderei „ALEXEOK- ••tttovtffc. 8 I,.©ig. EU« NSntgNr «rfffUfstO. Stoff*.»««»»»raif«. r O MtwäsMam oiw PitinafKbm O mfh isdiias s r*. Ii ti Tita iM idwtrt Fük bae1i|l nrto Uintustin Heiir'ilp» lotitliw Ol Itfemta. intk empfoblcn. mfifmlnte 16. 9-1 1. 1-4. Sawrin 10-12. tantr Zum Kamps gegen da» SelASschuigeitt Veineick©«Nil ftiräenfdfuU oder Volksschule Ver Leidensweg des Neichsfchulgeseyes I NarrtoUr« tSK ttol ,u d-neben durch: t. f>.®«le« Sochf©.«.».H Ündenftr» und«st« Eu�ade- §pezeiaihaus kür Herren- u. Knaben-Lekleidung und nach Msß J. BAER, Badslr. 26 orÄn« empfiehlt die große Auswahl von Neuheiten für den Herl)stii.Winte in nur guten Qualitäten, bester Paßform und äußerst Wlligen Preisen. Beslditlgeii Sie bitte die Auslagen der adit Sdiaotensterl �(Sefchäfk-Jbijeiger . 3 vorxügl. heirbare Verbanda-Parkett-Kegelbahnex mit elektr. Raleachtuns Cafe Schöneberg Bierkaas /// Cafe /// Coaditora /// Festsäle Mamuttfatratße lab.: Walfgmng Orange // felepkoa; Supkaa 861S 4 rar»aadk»cral»a>nM 4 V*r8sadak«raAa8nea Tägl. erathl. 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Carl Tamaschke SO, Dresdener Strohe 121/23 Gegründet 1855 Liebing-Brot Grabamkrat Back TanehrlR«er.Ixsiaenalehre RoggeBTOlIkornbret(KommlBbrot) . hi allMi Otacktfiaa ond Rxfo-mbSotera erhllfllck., Herren- rad Dameiufardero&e. seil- n. Letbwflsdie, Teppldie. flardinen c e. Freitag 18. November 192T VeiboVc Beilage des Vorwärts Arbeiter und Industrie: Äer Betriebsunfall. »La» teb» und bi* tlosfichte» eines Arbeiters HS»?« so sehr von seinen Fingern ob. dah der Verlust such nur eines Fingers ein äußerst ernste» Ereignis für ihn ist.* Jobiiflalsettor Cesnacb Horner. lZitirrt In Karl Merx: Xibeüet und Industrie, Industrie und Betriebsunsall stnd ?mg«, die miteinander verbunden erscheinen. Im, Aapikal* von Karl Marx finden mir in geradezu klassischer Darstellung dies« Zu- sammenhängr aufgezeigt. Marx schreibt mit einer sachlichen Schärfe. die die Dinge, die er schildert, nur um so wuchtiger emftnden läßt. Das �kapital* ist dos Drama des modernen Industriearbeiters. Soviel sich auch geändert hat, so vieles auch gebessert wurde: die Grundtendenz, das Streben noch Gewinn mit feinen für den schaffen- den Menschen oft so entsetzlichen Folg«» ist geblieben. Ttm ISSO. Klingt es nicht, als ob es für die heutige Zeit geschrieben wäre. wem, wir im IS. Kapitel des»Kapital*(L Band) folgendes lesen: JSa existieren setzt neue Quellen von Unglücksfälle». die vor 2» Iahren nicht existiert haben, namentlich die vermehrte Ge- schwindigkeit der Maschinerie. Bäder, Walzen. Spindeln und Web- stuhle werden jetzt mit vermehrter und stets wechselnder Gewalt ge- trieben.... Eine große Zahl Unglücksfälle wird verursacht durch den Eifer der Arbeiter, ihr Werk rasch auszuführen. Man muh sich erinnern, dah es für die Fabrikanten von höchster Wichtigkeit ist. ihre Maschinerie ununterbrochen in Gang zu hallen, das heißt... zu produzieren. Jeder Stillstand von einer Minute ist nicht nur ein Verlust an Triebkraft, sondern an PrÄwktion. Di« Arbeiter werden daher durch Arbeitsaufseher, interessiert in der Quantität de» Aachmerks, dazu gehetzt, die Maschinerie in Bewegung zu hasten: und es ist dies nicht minder wichtig für Arbeiter, die nach Gewicht oder Stück bezahst werden. Obgleich es daher in den meisten Fällen oer- boten ist, Maschinerie während ihrer Bewegung zu reinigen, ist diese Praxis allgemein. Dies« Ursache ollein hat während der letzten sechsMonaieOO« Unfälle produziert.... 50 Jahre spZter. Die Berichts der Gewerbeinspektoren werde« von objeMve« S»- sthichtsschreibern als Kusturdokumente gewertet werden. Sie zeigen. dah zwar gesetzlich« Bestimmungen zum Schutz des Arbssters in den Betrieben erlassen wurden, sie lassen ober auch ihr« praktische An- wendung erkennen: sie zeigen auch, wie schwer es ist, die Kurzsichtig- keit der Unternehmer zu überwinden und wie Milde die vom Staat anzestelsten Richter Bergehen gegen dos Leben der Arbeiter ahndeten. chier einige Beispiele aus dem Jahre 1M0, etwa fünfzig Jahre, nach dem Karl Marx seine Beobachtungen der West mitgeteilt hatte: Dos Fehlen von Schutzvorrlchtungen verursachte fünf Unfälle. di« an ein und derselben Moschine eines Betriebes im Bezirk Berlin hintereinander den Arbeiter zum Krüppel machten. Der Unter- nrhmer erzielte trotzdem Freisprechung, weil er den Betrieb erst einig, Zeit vorher übernommen hott«.— Do« freventliche Spiel mit Menschenleben, das dl« Belastung von Slcherheit-ventilen cm Dampf- kesseln darstellt, ahnte ein Gericht, indem es den Heizer zu 8 Mark, den Besitzer, mit dessen Wissen die Ueberlaftuna«kfolate. zu 8 M. Seidstrafe verurteilte.— Richt weniger als ZS Svll Unfälle muhten durch die Gewerbe lnspektion tu diesem Jahre untersucht«erden. Die tatsächliche Zahl war natürlich viel größer. ILnfallschjitz oou heute. Auch heute noch gibt es viel» Unternehm«, dt« aas dem Stand- puntt stehen, daß der Ar best er, der in ihren Betrieb eintritt, ei» gewisse» Risiko übernehmen müsse- daß produktive Arbeit unmöglich sei. wenn man den Arbeit««munt«e, auch an die Gefahre» zu denken, di« die Arbeil im Betrieb mit sich bring«. Die idetrochten es als die eigenste Sache de» Arbeit«,, sich i» acht zu nehmen. Sie fühlen sich für ihn nicht verantwortlich Dieses Ler- hasten ist aus dem Gewinnstreben heraus geboren. Gewinnftreben ab« läßt oft dt« wichtigsten Ding« versäumen. Es hindert nur zu oft, wie zahlreich« Beispiel« in der Geschichte unserer industriellen Unternehmungen lehren, jene durchgreifenden, mit Ausgaben»er- knüpften Maßnahmen zu treffen, die die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes stabilisieren.— Man hat nun zur Förderung des Unfalls ch u tz« s jedem Betriebe ein M I n d» st m a ß von bestimmten Berpsllchtungen gesetzlich auserlegt. Dieses Mindestmaß ist recht klein und trotzdem noch nicht einmal überall erreicht. Jeder Betrieb soll so gestattet sein, daß alle Arbeitenden gegen dt« Gefährdung ihr« Gesundheii und thre» Lebens 8 weit geschützt sind, als es die Art des Lrtriebee gestaltet. Der esetzgeber wollt» damit sagen, daß jeder nur erdenkliche Schutz vor- Händen sein müsse. Ltcht und Lufl soll die Ardeitsräum» erfüllen. st, sollen frei sein von Staub und Abfall— soweit das überhaupt mögsich ist. Ueberall sollen Verhaltungsmaßregeln für dt« Beschäftigten ausgehängt fein. Leid« sind di-fe Unsallver- hütunqsonweisungen oft in solchem Amtsdeutsch geschrieben, daß st« ihre Wirkung verfehlen. Besser stnd die Unfallverhütung»- HU der. von denen einig« hier abgebildet und mit entsprechendem Text versehen wurden. Es wird wester gefordert, daß schädliche Gas« abgesaugt werden. Umkleideräume und ausreichende Wasch- Vorrichtungen sollen vorhanden sein.„Ausreichend* ist die Wasch» qclegenheit, wenn aus je 8 Bersonrn ein« Waschstellt vorhanden ist. Betrieb» mit besonders schmutzigen Arbeiten sollen Brausebäder zur Reinigung nach getaner Arbeit bieten. Speisesäle zum Einnehmen der Mahlzeiten sind ebenfalls gefordert. Außer diesen allgemeinen Sicherungen gibt es Sonderbestimmungen, die sich nach der Art der zelnen Betriebe richten. So soll der Gesundheitszustand des Ar- hesters bei seiner Einsieüunq berücksichtigt werdcm. Betrieb«, in. denen Staub unvermeidlich ist, sollen nicht Arbeit« beschäftigen, die an Aimungsbeschwerden leiden wer an Hautkrankheiten leidet, darf nicht mit ätzenden Stoffen arbeiten. Di« Ueb«anstr«ngunq einzelner Körperteile soll vernneden werden. Bor der Einwirkung großer Hitze und Kälte sollen dt« Arbester geschützt sein, ebenso vor zu großen Dnnperaturschwankungen. Roch heute gib» es«in««roßt Zahl von Betrieben, vor allem Klein- und Nittelbetrieb«— von der Hausindustrie gar nicht zu reden—. bei denen diese so selbstverständ- Zich anmutonden Maßnahmen nicht erfüllt stnd. SGutz vor der rQtaj&iae. Maschinen sollen mit gee'gneten Schutzvorrichtungen versehen sein. Roch den Borschristen des Verbandes der Berufsgenossen- fttasttn sollen innerhalb«in« Höhe von 1,80 Meter im Verkehrs- jereich und üb« den Arbeitsstästen freilaufende und gefahrdrohend« galouzm»««rerdan, daß oindracksvon« Bild« in Verbindung mit knappem Text sich dem Bewußtsein so einprägen können, daß dar Mensch gens eutomatisch Gefahren vermeidet lieber die Art der Bilder bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. Die einen wollen alles Entsetsenerregende auf ihnen vermeiden und in liebenswürdig«, wenn möglich humorvoll« Form, die notwendigen Verhaltungsmaßregeln geben, die anderen wollen gerade die Folgen des Betriebsunfalls v«- ensehau ichen. Vielleicht haben beide Gruppen recht denn die Menschern sind sehr verschieden. Was den einen fesselt, stößt den anderen abl Die Unfollverhötungsbild-G. m. b. H. appelliert nun nicht Unter Iduptibtn&n fcHen Die hi« wiedergegebenen Bild« stellen einen kleinen Teil der Arbeit dar, die von d« UnfeliverhOtungs- bild-G. m. b. H., der Zentralstelle für lln feil Verhütung heim Verbände d« deutschen Berufsgenossenschaften in Berlin geleistet wurde. Die Anregung su diesen Bildern, die aus der Zusammenarbeit zwischen T echnikem und Künstlern entstanden ist ist aus Amerika zu uns gekommen. Dort hat das Schlagwort„Safety-first",„Zuerst die Sicherheit*, einen ungeheuren Erfolg auf dem Gebiete der Unfallvamung gehabt. Bs kann nicht Strom. Axissckjdten feutf lauert»er Tod! gemeldst. Man hofft, daß sich bei uns die Unfallziffer genau so wie in Amerika durch eine großzügige Bild- Propaganda vermindern werde. In Amerika soll sich die Unfailziff« infolge d««höhten Aufmerksamkeit der Arbeitenden um 50 bis 75 Proz. vermindert haben. Selbstverständlich bleibt die Aufgabe, den Betrieb selbst möglichst gefabrensicher mi gestalten, bestehen. Wahrer Unfallschutz fordert nicht nur, daß man sich vorsehen solle, sondern sorgt dafür, daß die Gefahrenquellen selbst beseitigt werden. rmtH etwa an das menschliche MltgeftzM der Unternehmer und Betriebsleiter. Sie sagt ihnen vielmehr. daß man an d« Unfallverhütung aus wirtschaftlichen Gründen mitwirken müsse. Sie erklärt, daß teder Unfall besondere Unkosten verursache. Es gehe nicht nur die Arbeitszeit des Verletzten. sondern auch die seiner Mitarbeiter und Vorgesetzten verloren. Der größte Schaden eher entstehe, wenn man einen eingearbeiteten Arbeit« verliere und nun erst einen anderen anlernen müsse, od« wenn sein Nachfolger od« Vertreter schlechte» Arbeit leiste. In den letzten Jahren wurden im Jahresdurchschnitt rund 600 000 Unfälle bei den deutschen Beratsgenossenschaften NEIN! Keinen Alkohol i Triebwerf», wie Wellen, fftöher. Stiemen, Seile nfm. vetflaidet und abgeschlossen werden. Glücklicherweise setzt sich d« elektrische Sinzelantrieb von Werkzeug Maschinen immer mehr durch, da er wirtschaftlich« arbeitet. Hier sind diese Bestimmungen automatisch erfüllt. Dafür treten besonders bei schnclloiisend«» span- abnehmenden Werkzeugmaschinen neue Gefahren aus, die Abstellung fordern. Zum Beispiel können lange und starte Drehjpäne bei Dreh- bänken erheblich« Verletzungen«zeugen. Bor allem sollen all» im Betrieb Arbeitenden eng anschließend« Kleider und kurz« Haar» tragen. Der B u b i t o p s ist für die Arbeiterin die einzige wirklich 1 iraktisch« Haartracht. Trotzdem sollt« auch der Bubikopf zu einem Schutz» mit einer Haube versehen wetden. Bei allen lrbelten. die durch ihr« Art den Schaffenden gefährden, sollten geeignet» Schutzkletder u.ü» Lorrichtungen grlirscrt werden. So sollten bei Arbeiten mit ätzenden Säuren, die gewöhnlich« Stoff« zerfressen und Schädigungen der Haut mit sich dringtn, groß« Leder- schürzen. Gummihandschuh« mit langen, di« Arm« schützenden Stulpen, säurefeste G-moschen und Hvlzschuhe getragen werden Die Augen sollen durch ein« allseitig abschliehend« Brill, wirksam geschützt fem. Schweißer sollen Handschuhe aus Asbest tragen und Augen- gläser verwenden, die sie vor der Einwirkung der ultravioletten Strahlen des Flommmbogen, schützen. In den letzten Iahren hat man auch begonnen, der zweckmäßigen Beleuchtung der Arbeitsplätze Aufmerksamkest zu schenken. Gerade auf dem Gebiet des Augen- schütze» vor schlechtem Licht siegt in der Praxis noch vieles!m argen. Jeder Betrieb soll genügend Lerbandniaterial besigm. Keine, auch die kleinste Verletzung nicht, sollte unverdimden bleiben. Der Umgang mit der Gefahr stumpft ab. Die meisten Arbeiter betrachten geringe Wunden als sehr nebensächlich— bi» einmal die Blutvergiftung da ist. Gerade der gewerkschaftlich ge- schult« Arbeiter muß dasür eintreten, daß>«de Verletzung beachtet wird und daß Zest zu ihrer Behandlung da ist. Der Unternehmer muß begreifen, daß der Arbeitsaussall bei ernstlicher Erkrankung grüß«, ist als der Zeitaufwand, den da« verbinden fordert. » Man kann heute sagen, daß gerade in den modernsten Großbetrieben die Hygiene der Arbeit am besten entwickelt ist. Dort hat man begriffen, daß der Mensch unter guten gesundheitlichen Aar- hältnisson in ftder Beziehung besser arbeitet. Der Betrieb wird wirt- schaftlicher. Me erhöhten Anlagekosten machen sich aus die Dauer bezahlt. Arbeiter, die früher menschenwürdige Arbeitestätten sorder- ten, wurden alo Hetzer* entlassen. Der Arbeiter wurde als lebend« Maschin« betrachtet, die keiner besonderen Pflege bedurfte. Man hat inzwischen zu begreifen bagonnen. daß auch Maschinen gepflegt werden müssen, daß man ihnen nicht alles bieten darf. Und nun begreift man auch, daß man die Arbeitsbedingungen der mensch- llchen»Maschine* zweckentsprechend gestalten muß. Dasselbe Ge- witmfl reden, da» sich früher jeder menschenwürdigen Ausgestaltung der Fabrik«ntgegenstemmte. beginnt sie nun zu fordern. Die Grund- tendenz ist geblieben, die Folgerung ist anders geworden. Doch hat sie sich noch nicht überall durchgesetzt. Der Arbeiter aber, dessen höchstes Gut die Gesundheit,' seine Arbeitskraft ist, kann es als einen Erfolg sahrzehnielanger Eewerkschaftsarbest buchen, wcnn I» der Technik auch der Mensch ein« seiner Eigenart entsprechende Be- rücksichtigung findet. F orfrijungsarbeiten deutscher Ingenieure Ö™ Zeichen der T55*rfpofff®Leftungen mit 2,Sfacher Sicherheit er» hosten bleiben. Bei der dauernden Steigerung der Spannungen, bedingt durch gleich wirtschaftliche Energieübertragung bei vergröberter Entfernung bzw. Zentralisierung der Energieerzeugung sGolpa-Klingenberg usw.) ist möglichst« Störungsfreiheit von ausschlaggebender Bedeutung. Ebenso.zeitgemäß erscheinen gleichzeitig drei neue Hefte, die wir SämUiche.Stahl und Eisen* überschreiben möchten, z. 9. Nr. 29 4. in dem Sr.-Qng. Traegerm seinen.Anlaßoor» gängen in abgeschreckten Kohlenstoff stählen*» zähem Ringe» mit den Geheimnissen der Materie in bisher unge» klärte Vorgänge beim Härten und Anlassen eingedrungen ist. Aus den Unstetigkeiten bei der Längenänderung durch Erhitzen in eigener. höchst exakter Dersuchsanordnung— Fehlergrenz« nur 0.06. 10— S Prozent bei 15 Zentimeter Probenlänge— entwickelt er mit zmw- gender Folgerichtigkeit eine Theorie, die sämtliche Erscheinungen beim Anlassen erklärt(für den Fachmann: durch Annahme eines Zwischenkarbids von der Form Fe. L(n> 3'. DIpL-Sn«. F.« 2. WntMtttlH« MtUUtUantt»ill,» 1 fc V.7 tWUe. Stetten- Qcfioneri IIa necfi nl«! Preisen diaaleastr. 12 edüms IfelarldipL Dcekketteo....... 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Wedbing: Müllerstr. 34, Hit Utrrchler Str. Hansa 4094. 'Äosenchaler und Oranienburger Berstadt: WaUftr. v. Humboldt 7875 -©«sundbrnnueu: Bastian ffr. 7. Humboldt 7874. -Schönhauser Vorstadt:©rcisenhagener Str. 22. Hnm- boldf 7805 Adlerßhos: Frau Walter,©enoffenschaftßstr. 6, Part. Alt-Slienitle: Frau Roda, Wenbcnstr. S4. -Baumschuleuweg: Strahl, Siesholzstr. 179. Ober» schöneweide 1072 Berua«, Röutgental, Zepernick, Schönbrück. Karow und Buch: Heinrich Brase, Bernau, Mühlenstr. 6. Beigfelde: T i l ch, Hohenneuendorser Straße. Bieddors-Nord: B. Dannederg, Btltoriaftr. 11. BIe«d»rs-Siid:©earg Wtnller, Fvrtuna.Allee 40. Btrlenwerder: Frau Zoor, Beraielder Sit, 6. Bohnsdorf: Karl KnSke, Sickbuschstr. 9. Borgsdorf: Oswald Börner. Siedl, vorgsdorf 56. Borsigwalde: Gebauer. Schubert str. 82, v. 3 Tr. Buchhol,-vlanlenburg: Wagner. BurgwaUftraß« 63. Pankow 333. Kablow. Neue Mühle: I i k« l, Cablow, Mühlenweg 59, Caputh: Fritz Tau, Krughosstr. 23. Kbarlolteuburg l: Sesenbeimer Str. L Stetnpl. 4IBS. 'tiharlotlcaburg ll: C i« f» l d. Taurvggrner Sir. 11. Wilhelm 7798 -Eharlottenbura lll: Joachim», Kaiferdamm 96, Ein- gang Rvgintzsttaße. Westend 8154. Thorlottendurg IV: Pufentak, Augsburg« Str. 47, Portier. Charlotteuburg V: Schulz, Drotzsenstr. IS,>.©arten- Haus 3 Tr Charleiteuburg VI: Treptow. Kantstr. 128. Laden, geöffnet S-« Uhr. Dobendors: Walter Hohlg, Dabendars. Provinztal- Chaussee. «ichwalde: Hang Düll,»aldftr. S4/?7. Siedl. DBB. «rturn Polle. Flakenstr. 9." Fichteuon:«raeßle. vismarckftr. 1. Falleuberg: Salzmaun» Faltenberg, Sattenstadl- ftraße 10. Fredersdorf-Pehrghage«: Ott« Wiltnski, Fred«»- dors, Arndtstraße. Friedenau: Petermann, Nhetnstr. 28 Ecke Rönne brrastraß«. Rheingau 9054 und 3027 und Wilmers- darf, Lauenbnrg« Str. 23. Laden. Friedrichshag«»: Mitte Njwet. Lindenallee 14. Frohnau:»doli Zurlte», Hermsdorf. Lchloßstr.8. ©lieuicke a. d. Tlordbahn: Willi E» gl e r, Hohem zollcrnallee 208. ©rätzwald«: M ü h l b a ch, Fichtenau. Mittelste. 14. ©rünau: Pfitzner, Köpenicker Str. 119. Halensee. Srnnewald, Sichkamp: Frau Roack, Kiosk Henricttenplatz. Privafwohnung: Katharinenstr. 4. Heinersdorf: Schulz, Hildestr. 28. Heunigsdars: Frau»ordasinfki, Rathenaustr. 8. Hermsdors: Gustav Schieb. Moltlestr. ll. Hohenneuendorl: Frau Neuendorf. Berliner Sir. 28. Hohenschönhanien: Frau Sah», Orankestr. 19. Hos Part. Hoppegarte»: Ranfch. Hoppezarten-Birkenfietn. Bar- zell« Nr, 119, Johannisthal: Lehman«, Kaikr-Wilhelm�Str. S. «erlshorst: Bernd«. Kiosk,«ahnhos, Platz. Kaulsdorf: Bogt,©tebmtffti. 19. Köuigswufterhause«: S. Meyer Potsdam« Str. 9. Kopeuick. Hirschgarten. Mahlsdorf-Slid: Schlag, Kö- penick. Kietzer Str. 6(Laden). -Lichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Lichten- -Lichtenberg U, Rnwwelgiura. Straß« 62. Tal.: Andreas 733. ichlenberg I; berg 1636. Lichtenberg Hl. Friedrichfeld«: Frankfurter Alle« 185, Laden. Lichterfelde-Ost. Lankwitz: H. Wenzel, Lankwitz, Zi-tenstr. 15. Tel.: Lichterfeld«(S.III Nr, 2703. -Lichtenrade: Brink. Bahnhosftr. 24». Lichtenrade 191. Lichterselbe-Weft: Höhn, Zehlendorf Teltower Str. 3. Telephon: Zehlendorf ISSZ, Mahlsdors: Wilhelm Kurz, Hönow« Str. 177. Mariendors: August Leip, Chausseestr. 29. Marienfeld«:© r« u l i ch, Berliner Str. 143. Marzahn: Siedlung b« Kinderreichen.© i« p« r l e t n, Landsberger Chauffe« 3Sa. Block l, Wohnung 4. Reueuhagen: Wenzke, Ziegelstr. 71. -Neukölln I: Neckarftr. 2. Neukölln 5707. -Neukölln Ii: Siegfricdstr. 28/29. Neukölln 5706. Neukölln lll: W i u k l« r. Hobrechtftr 40. v, 1 Tr. TlaukAln-vritz: Mittag, Britz. Chanfseestr. 82. Neu- kalln 2550. Reu-Schuheudorf: Wilhelm Suhl, Brunostr. 77. RiederschSueweid«: FriedrtchStaukewitz. Spree- ftraße 4, v. 8 Tr. Nlederschönhauseu-Ost: Frau Sold dach, Schloß- all« 45. v. 8 Tr, Nowawes: Karl Srohnberg, Eifenbahnstr. 10. Oranienburg: Heinr. Leonhardt. Stralsund« Straße 6. -Vberfchoueweid«: Paul, Dilheliutuenhofstraße 44». Oderschönöweide 4321. V«tlaw: Rißwan», Mühlenstr. 70. Botsdam: Sabr. Schubert. Breite Str. 4. Rahnsdorf; Urban tot, Rahnsdorf Mühle. Hohe». zollernstr. 136. Reinickendorf-Ost: Wahle, Prmttnzstraße 56,©e- öffnet 2—6. Reinlckeudors-West: Bend«. Scharnwederstr. 114, Bolls- hau». Rosenthal: Max Dehmel vchillerstr. 18. Rudow: Otto Kaiser. Waltersdorfer Chaussee. Stralau: Böxhagen« Sadowa, Kaulsdorf-Siid: H e n j ch k e, Saulsdors-Süd, Daldstraße 66. -Schmargendorf I: N e h a b. Breit« Str. 3. Pfalz» bürg 3541, Schmargeuborf ll: Frau Schröder, Cuuostr. 60. -Jchöueberg: Belziger Str. 27. Stephan 7409. Senzig: Friedewald. Cbauffcestr. 54. Siemeusstadt: Stengel, Brunnenstr. 6, b. 1 Tr. Steglitz: F r r st, Schabenrute 2. Slldeude: Ludwig Halskestr. 36. Tegel. Tegelort: Spieß, Tegel, Schliepcrstr. 52. Teltow: Hasel, Ni,t«str. 29. Tempelhos: Harsdorf, Werderstr. 31 v. Part. Tleutetnpelhas: R i n d f l« i l ch, Fidicinstr. 35, v. ptr. Trebbin:© ö r i n g, Bahnhofstr. 62. -Treptow: Meckelburg. Gräystr, 50. Mpl. 8048. WaibmannSlust: R v h d e, Oraniendamm 10. Wanufee: Wolter, Glienicker Str. 29. Weißensee: Reinknecht. Rölckestr. 175, v. 1 Tr. Weißenfee 978. Rud. Lattow. Hoberlehm«. eißenfee 978. Wildau, Hoherlehme: Chausleestr. 66 Wtluiersdors I; Lauenhurg« Str. 23, Laden. Rhein- I gau 9054. «ilmersdorf II: Friedrich Lauer, BaUlSborn« Straße 22. L Stfl, IV. WilhelmShagen. Hesteuwinkel: Schulze, WilhelmZ« Hagen Wilhelmstr. 81. Wittenau: Z t b« l l, Hauptstr. 65. Woltertzdorf: Fritz Erdmann, Schleusrnstr. 24. -Zehleudorf, Schlachtensee. Rllolaisee: Höhn. Zehlow dorf, Teltower Str. 3. Zehlendorf 1853. Zernsbors. Niederlehme: Otto Ltesegang, Zern?» dorf. Au/ 18. Zeuthen,«iersdors: Alb. Behling, Bahnstr. 2. Zossen: Witt. Baruth« Str. 12. Sämtliche Literatur sowie all« wissenschaftliche» Deck« werden geliefert. Sonntags sind die Seschästsstellen geschlossen. Die mit emem- versebenen Ausgabestellen find nachmittags von 2—6 Uhr unter der angegebenen Rum» wer telephonisch zu«reichen. kutter-lZroK-ManÄlunx ZenirAltt Albe-StraBe 3 Otto Thürmann 25 eigene Verkaufsstellen Ferngprecher: Rheinstfau 331 und 332 Eröffnung einer weiteren Filiale am Fre'taa. dem 18. d. Mts. WR- Wilmersdorf, Kaiserplatz 8-»s