Nr. 250. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mf., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächite Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 25. Oktober 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Schon daß ein Unternehmen, das so oft scheiterte, sagt. Und er hat uns das Urtheil gesprochen. Ja, wenn Die Quadratur des Birkels. troh des häufigen Fiaskos nochmals angefangen wird, das der heutige Staat jedem fleißigen und tüchtigen Menschen Endlich ist das große Geheimniß entdeckt, dem die kommt unserem Engländer etwas spanisch vor, der in der die Möglichkeit und Sicherheit des Wohlstands und einer Staatsweisen seit einem Bierteljahrhundert, ja einige schon Schule die Fabel von Sysiphus mit Verständniß gelernt, unabhängigen Stellung bietet, dann ist ohne jeglichen seit einem halben Jahrhundert nachspüren, und das schon und daraus die praktische Lehre gezogen hat, daß gegen Zweifel die sozialdemokratische Partei todt; und zwar so vielen von ihnen den Verstand und den Ruf gekostet hat. Naturgefeße nicht erfolgreich anzufämpfen ist. Ein Stein getödtet ohne jegliche Grausamkeit, in der angenehmsten, Endlich ist das große Geheimniß entdeckt, wie die Sozial- rollt nicht den Berg hinauf, und eine aus den Verhält- gemüthlichsten Weise von der Welt. demokratie mit mathematischer Unfehlbarkeit überwunden nissen hervorgewachsene Volksbewegung läßt sich durch keine werden kann. Und obgleich es uns selber dabei an den Predigt, durch keinen Machtspruch, durch keinen Machtstreich Kragen geht, so sind wir doch wahrheitsliebend genug, um aus der Welt schaffen. nach Kenntnißnahme des Mittels nach Pflicht und Gewissen zu erklären: das Mittel ist probat. noch und unsere Staatslenter An Polizei und Soldatenwunder zur Rettung eines bankrotten oder altersschwachen Systems kann kein Engländer glauben, der die Geschichte seines Landes auch nur oberflächlich kennt, denn sie zeigt ihm an zahlreichen, sehr eindringlichen Beispielen, daß diese Wundermittel niemals ein anderes Wunder gewirkt haben, als die Wundergläubigen zu grunde zu richten. Sie hat aufgehört, Partei zu sein, und wir sind in ähnlicher Lage wie jener französische König, der statt als feindliche Partei gegen sein Volk zu kämpfen, sich selbst an deffen Spizze stellte. Die Sozialdemokratie ist nicht mehr Partei, sie steht an der Spitze des Staates, fie ist zur Herrschaft gelangt. Es giebt keine sozialdemokratische Partei mehr, weil der Staat und die Gesellschaft sozialistisch sind. „ Kafernen- Elend". Ter Entdecker gehört was unseren Herren Patrioten wohl einen Tropfen Wermuth in den Becher der Luft gießen wird leider nicht unserer deutschen Nation an, aber Oder ist der Vorschlag unseres Engländers anders doch einer christlich- germanischen, so daß also die Ehre und zu verwirklichen? Kann die bürgerliche Gesellschaft, ohne der Ruhm in der Familie bleibt. Er ist nämlich ein Engländer, und die Engländer, von denen wir Deutsche Und er glaubt auch nicht, durch straffe Anspannung sich selbst aufzugeben und dem Sozialismus sich in die Arme feinerzeit das Christenthum empfingen, und die mit Aus der Gesetze gegen eine bestimmte Partei ließe sich diese zu werfen, das materielle Wohlergehen der Menschen ges nahme etlichen teltischen und römischen Elements kein stamm- Partei vernichten, denn im Hinblick auf die Geschichte seines währleisten? Dann freilich wären wir geschlagen. Aber das glaubt selbst der geschlagene Stöcker nicht. fremdes" Blut in den Adern haben, sind zum mindesten Landes muß er sich sagen: Alles schon dagewesen! Und ebenso christlich- germanisch, wie jenes feltisch- 1ömisch- slavisch- immer umsonst! germanische Völkergemisch, so da hört auf den Namen: deutsch. Nein nicht umsonst. Die englische Sternkammer Die Engländer haben das Glück gehabt, das wir hat ihre harten, von Loyalität triefenden Urtheile gegen die Herr Rudolf Krafft, früher" tönigl. bayerischer Premter. Deutsche leider nicht hatten, ihre germanische Freiheit Feinde der Machthaber des Tages nicht umsonst gefällt durch alle Jahrhunderte zu bewahren, so daß sie sich einen sie hat nicht umsonst die Justiz und das Recht in den lieutenant a. D., hat sein in der Broschüre" Glänzendes Elend" gegebenes Versprechen eingelöst, indem er in einem neuen politischen Winsterstaat bilden konnten, in dem sämmtliche Dienst der Machthaber und der Macht gestellt sie hat werkchen, das in diesen Tagen unter dem Titel„ Kasernen- Glend") Regierungssyftenre durchprobirt und geprüft worden sind. das Gewissen und das Rechtsgefühl des Volkes aufgerüttelt erschienen ist, von den Berhältnissen der deutschen Unteroffiziere Auf diese Weise erfreuen sich die Engländer einer und einen Rückschlag, einen Umschwung, hervorgerufen, so und Mannschaften spricht. Zwar ist nicht alles, was sehr guten guten politischen Erziehung, und vieles, was elementargewaltig, daß die Macht der Machthaber daran Krafft zu feinem Thema zu sagen hat, durch Neuheit über für uns raschend, denn über die inneren Zustände unseres Heeres ist gewe Problem zerbrach, wie ein dürrer Strohhaim im Sturm. und Versuchssache, ist für sie ein überwundener Stand- Das sagt unser Engländer, und er zieht die Nutz in den letzten Jahren bei mannigfachen Gelegenheiten sehr vieles punkt, eine längst entschiedene Frage. Und an solchen ge- anwendung für die gegenwärtige Umfturzkampagne in in die Deffentlichkeit durchgefickert, aber es ist werthvoll, weil es mit der Autorität des Fachmannes geschildert ist. Manches mögen schichtlichen Entscheidungen, die aus der ganzen Ent- Deutschland. Allein er will nicht blos ein Geist der Verneinung abfireiten können, daß er während seiner Dienstzeit die Augen recht seine Gegner dem ehemaligen Lieutenant vorwerfen, keiner wird ihm wickelung eines Volkes hervorgegangen und organisch mit ihr verwachsen sind, läßt sich nicht deuteln und rütteln. und unfruchtbaren Nörgelns seiner will auch helfen, er tüchtig aufgemacht und so manches geschaut hat, über das man gar Sie stehen fest, und ob der Engländer konservativ oder hat positive Vorschläge. zu gerne den Mantel der Liebe gedeckt hätte. Besonders wohlthuend liberal, radital oder sozialistisch ist, diese Fundamentalsätze Es giebt nur ein Mittel, die sozialdemokratische berührt es aber auch, daß der Verfasser seine Kenntniß sorgsam find eiserne Inventarstücke seines politischen Credo( Glaubens- Partei unschädlich zu machen. Durch das jetzige und bis prüft und deshalb davor bewahrt bleibt, Wahrheit und Dichtung bekenntnisses). herige Vorgehen stärkt man sie nur, leitet ihr Wasser auf zu unbrauchbarem Gemisch zusammenzurühren. Ein fritischer Sinn, Und so ist es denn keineswegs ein Zufall, daß der die Mühle. Die Quellen, aus denen sie ihre Kraft schöpft, eine maßvolle Form, aber unerbittliche Fenigkeit in der Sache Entdecker der sozialpolitischen Quadratur des Birkels ein müssen abgegraben werden; und diese Quellen, das sind die das scheint Herrn Krafft auszuzeichnen. Seine Schrift wird darum Engländer ist. Und zwar der Berliner Correspondent der nicht wegzuleugnenden Mißstände in Staat und Gesellschaft auch sicher wieder großes Aussehen im Volke machen und nußbringende Anregungen geben: ihr Verfasser selbst wünscht direkt Mißstände, welche Times", dessen Namen wir nicht nennen, weil er die allgemeine Unzufriedenheit auf den Mann mit dem Wahlzettel und demnächst auf die Abihn nicht genannt haben will. Zu anderen englischen erregen und die Massen unter die Fahne der Sozial- geordneten zu wirken, denen er eine Reihe von Winken Eigenthümlichkeiten gehört gehört nämlich auch die, daß demokratie treiben. Werden diese Mißstände durch eine zu gefeßlichen Verbesserungen auf dem Gebiete des Heerwesens die Journalisten in die Namenlosigkeit ihren Stolz vernünftige, echt staatsmännische Gese- giebt. wird einem jeden Und daß viel zu verbessern ist, das lehrt jedes Kapitel dieses Buches. schen und nur Theile jener Kraft sein wollen, die Presse gebung. heißt und in England absolut und zugleich demokratisch fleißigen undtüchtigen Menschen die Mög- Mit besonderer, wohl angebrachter Schärfe wendet sich Krafft gegen herrscht.lichkeit und Sicherheit geboten, zu wohl das volkommen veraltete( um den maßvollsten Ausdruck zu ges st and und einer unabhängigen Stellung zu brauchen!) Militärstrafgesetz, gegen die Disziplinarstrafordnung und gelangen, so ist es vorbei mit der sozial: demokratischen Partei." Unser Entdecker beschäftigt sich mit dem Feldzug, der jetzt, zum zwanzigsten und dreißigsten Mal, im neuen Deutschen Reiche zur Vernichtung der Sozialdemokratie begonnen worden ist. 8 Ein Verrückter.( Machbr. verboten. Rampf und Ende eines Lehrers. Roman von Joseph Ruederer. Dixit. und beseitigt, Er hat's gesagt und er hat die Wahrheit ge= *) Kasernen Glend. Offene Kritik der Verhältnisse unferer Unteroffiziere und Soldaten von Nud. Krafft, früher Premierlieutenant. Stuttgart, Verlag von Robert Luz. 1995. の den Lärchen, lagen die Riesenwürfel und Klöße wie von Spinnen umzogene Trümmer eines zerstörten Weltenbaus. Unten im Thale huschten violette Schatten und finster wie eine Sarghülle ruhte der Wald. Balder erhob sich und ergriff seine Büchse. Dabei blickte er nach Norden zum Eingang des Thals, wo ihm ein Dort lag der Bezirkssiz Lichterschein entgegenfunkelte. Mariakirchen, sein Geburtsort. Die Lokomotive hatte sich bereits in den einstmals so stillen Flecken gebohrt, der ein lärmender Tummelplay für Sommerfrischler geworden war. Wald in der anbrechenden Dämmerung wie einen auf und niedergehenden Schatten zwischen die Berge gezwängt jah. Der Friede des scheidenden Tages überkam ihn, und die Gewißheit, daß der fcurige, rothe Klumpen, der jetzt immer tiefer hinabsant, morgen wieder als strahlendes Das war Balder's Revier, das war sein Wald! Wie Licht im Osten emporkommen werde, ließ sein Kind vor er ihn jetzt in der ganzen Ausdehnung liegen sah, da dachte ihm auftauchen als den jungen, verheißungsvollen Tag, der er daran, wie oft und mit wie verschiedenen Gefühlen und dem abgestorbenen folgen muß. Stimmungen er ihn durchwandert, was er ihm schon alles Anna stand vor ihm, wie er sie vor einigen Stunden anvertraut hatte, diesem liebsten Freunde, der ihn stets im Forsthause verlassen hatte. Mit sanftem Griffe zog er gaftlich aufnahm, ernst und schweigsam, theilnahmsvoll an des Mädchens Hand, die jetzt so oft das feuchte Tuch vor Ein letter Rundblick noch und der Förster schritt Freud und Leid, das der Förster ins tief Juneiste hinein- das liebe Gesicht hielt, herunter. Und da war es ihm, als trug, wo größte Stille oder gedämpftes Hauschen eine so sähe ihn sein Kind an mit so ernsthaften, frommen Augen, bedächtig zum Wald hinab, wo er in dem tiefen Dunkel gewaltige Sprache redeten: die Sprache der Natur und der wie an jenem lichten Maientage, wo es, von der Mutter dahinwanderte. Jede Biegung des Weges beachtete er, Wahrheit. geleitet, zwischen den zartgrünen Birken zum Kirchlein hin- jeder Baumwurzel wich er mechanisch aus: so gut fannte er überging, eine mattgelbe Wachsferze mit großer lasschleife den Weg durch die ungeheuren Irrgänge der Stämme und und ein rothsammtenes Gebetbuch in der Hand. Die auf Gebüsche. Unter dem mächtigen Dache der Baumkronen gelöften, dunkelblonden Haare fielen über das weiße Mull- wogte noch die harzgeschwängerte, heiße Luft des Mittags. Kleidchen herab, und die Wangen waren leicht geröthet. So Alles Leben war in der unendlichen Dede der Nacht vers war sie zur ersten Kommunion gegangen. Und wie sie an loren gegangen und nur selten blitzte durch eine schwache jenem Tage einherschritt, ein Bild rührender Unschuld, so Lichtung der schützenden Decke ein heller Stern in die erwuchs sie auch, mit tiefer Glaubigkeit an den, den sie gähnende Finsterniß des schweigenden Waldes. damals zum erstenmal empfangen sollte. Niemals fragte sie, warum ihr Vater keine Kirche besuche, aber um so eifriger betete sie für ihn. Sie war dem starken, verschlossenen Manne der beste Trost, sie war ihm unentbehrlich geworden, denn durch sie hatte er schon in jungen Jahren die Zweifelsqualen einer firchlich fanatischen Erziehung überwunden, sie hatte ihn beruhigt, wenn ihn die Menschheit mit alltäglichen Er bärmlich feiten ins Waldesdunkel hineintrieb, und sie war es auch gewesen, die ihn für die Heimkehr und für den Abend im Forsthaus wieder aufrichtete, wenn er sein krankes Weib jammernd auf dem Schmerzenslager vorfand. In allen Tönen hatte er sie vernommen, diese Sprache, im zartesten Frühling, wenn von der gebärenden Erde der warme Hauch erwachenden Lebens ausging und der schmelzende Schnee dampfend vom Boden stieg, im Gewittersturm, wenn blaßblaue Blige auf den Höhen flammten und die Bäume ächzend ihre Wipfel bogen, in fühlen Herbsttagen, wenn goldumränderte Nebelstreifen über den dunkeln Tannen dahintrochen, aber auch im Winter, wenn der fest gefrorene Schnee bis zu den Zweigen der Stämme empor reichte und die dürren Nadeln auf die glitzernde Fläche wie feiner Sprühregen herunterpraffelten. Auch jetzt glaubte er sie wieder zu hören, wo er den Als sie einmal von der Beichte sehr ernst und gedrückt heimgekehrt war, nahm sie der Förster bei der Hand und sah ihr fragend ins Auge. Unaufrichtigkeit war ihr fremd. Sie fing zu meinen au und barg sich an der Brust des Vaters, der ihr freundlich die Haare strich. Da sah sie auf Er aber tüßte sie lang und und lächelte zu ihm empor. innig.... Endlich schimmerten Lichter vom Dorfe herauf. Eine Hochwiese nette mit thaufeuchtem Grafe die Schuhe des Försters und führte ihn rasch ins Dorf hinab, wo er an dunkeln Gehöften vorüber wanderte, achtlos der Menschen, die dort pfeifenschmauchend am Eingang saßen und sich bei seinem Anblick Heimlich anstießen. Als er sich zum Forsthaus wandte, holte ihn ein barfüßiger Knabe ein, der hastig hinter ihm hergelaufen war. " Hansl!" Leise zuckte der Förster zusammen. Er rieb sich die Augen und blickte zu den Felsen. Grau und leblos ragten fie empor, ein Ichter, versa, wimmender Schein vibrirte noch zum um ihre Häupter, aber in dem breiten Schuttfeld hinter " 〃 Gut'n Abend, Herr Förster." Wo gehst hin? muaß ins Forsthaus und soll'n Herrn Lehrer hol'n Herrn Benefiziaten." Was giebt's denn?" sondern " " Politische Neberlicht. Berlin, 24. Oktober. gegen das aus unerfindlichen Gründen sogenannte Beschwerde recht. Errungenschaften" des neuen Reichs wirksamer in ihrem Jahraus jahrein haben wir in den Parlamenten und der Presse wahren Werth zeigt, als ganze Bände es vermöchten. Anfür eine Modernisirung, fast möchte man sagen Humanisirung gesichts des horrenden Urtheils, das Horn betroffen hat, dieser Verhältnisse gekämpft; aber immer vergeblich: die maẞAttentate und Attentäter. Die Geschichte macht wurde bekanntlich anfangs vermuthet, er sei wegen Majestätsgebenden Kreise, in deren Köpfen die Welt sich anders, wie in anderer Menschen Köpfe, malt, wollen nicht sehen, daß ein Bolt nicht blos oft gute Wige, sie gefällt sich auch mitunter beleidigung verurtheilt worden. Und in der That es war auch eine Majestätsdurch Freiheit, nicht durch Unterdrückung gehoben wird. Nun hat darin, in echt sokratischer Weise die Menschen gewisserzwar das Volk in Waffen", wie man das Heer so oft zu nennen maßen mit der Nase auf die Wahrheit zu stoßen, damit beleidigung eine Beleidigung der Majestät des beliebt, den ausgesprochenen Zweck, neben der Vertheidigung der auch der vernageltste Kopf die Lehren begreifen kann, welche Kapitalismus. Ein Tröstliches hat die Verurtheilung- sie zeigt, Grenzen die bestehende Ordnung aufrecht zu erhalten; daß aber sie unter Thatsachen versteckt hat. Daß dem Attentate in auch hierzu der allerverkehrteste Weg eingeschlagen wird, das Mülhausen, das mit Gewalt gegen die Sozialdemokratie daß der Glaube an den Kapitalismus erschüttert ist, lehrt gerade Krafft's Schilderung. Nicht etwa durch eine intellektuelle, moralische oder materielle Fesselung der Sol- fruktifizirt werden soll, das Leipziger Polizei- Attentat auf sonst würde man ihn nicht durch so horrende Strafen zu daten an das heutige System sucht man es zu schüßen, dem Fuße gefolgt ist, müffen wir als ein solches stüßen suchen. Das hat Tacitus, der große Geschichtsder Dame Geschichte beschreiber und Menschenkenner schon vor achtzehnhundert allen pädagogisches Kunststück durch eine raffinirt durchgeführte, mit Mitteln" arbeitende rein äußerliche Abrichtung. Der trachten. Wir deuteten gestern schon auf diese Jahren von den römischen Majestäten gesagt. Göttin Disziplin, die über alle Fährlichkeiten hinweghelfen Seite des Leipziger Attentats hin, das in seiner Art geradezu Aus Forst( Laufit) wird gemeldet: Wegen Beleidi soll, wird alles geopfert. Aber mit sehr zweifelhaftem Erfolge; klassisch ist. Wenn es einen Menschen in Deutschland giebt, gung des Schöffengerichts mittels einer an einer denn während einerseits der unaufhörliche Drill, die einseitige der über jeglichen Verdacht sozialdemokratischer Gesinnung Berhandlung desselben geübten Kritik wurde der Redakteur physische Ausbildung, die fonsequent durchgeführte Verunfelb erhaben ist, so ist dies der Leipziger Attentäter, der in den der in Frankfurt a. D. erscheinenden Märkischen Volksständigung und eine häufig häßliche Behandlung die geistige Regsamkeit der Mannschaften mindert, wird ihnen Polizeidienst erst genommen ward, nachdem aufs sorgsamste stimme", 8appay, zu zwei Monaten Gefängniß als festgestellt worden, daß er dreimal in reichstreuer Wolle verurtheilt. andererseits Die auch denen, Und doch Attentäter! Und zwar AttenRefruten Sozialdemokraten waren und der Politik bis dahin gefärbt war. In Breslau mußte Genosse Bahn wieder einmal ganz fern ftanden durch die fortwährende offene oder ge- täter auf einen Mann, der für ihn insbesondere und heimnißvoll andeutende Warnung vor dem„ inneren Feind", dem für die ordnungsliebende Gesellschaft im allgemeinen vor dem Untersuchungsrichter erscheinen. Er soll StaatsUmsturz", den Rothen" allgemach ein gewisses Interesse für die klassische Vertretung des Ordnungsprinzips ist ein einrichtungen verächtlich gemacht haben. Jukriminirt diese Dinge eingeflößt, wird in ihnen eine brennende Neugier Polizeidirektor. Es ist eben alles klassisch in diesem ist ein Artikel in der Nummer 242 der„ Volkswacht", betreffend die Entlassung des Vorwärts"-Redakteurs, Genossen Pözsch erregt, doch auch einmal von diesen verbotenen Früchten zu Leipziger Polizei- Attentat: das Attentat, der Attentäter und aus der Redakteurheimstätte in Blößensee. Die Konstatirung der naschen. Interessant ist, wie Krafft sagt, daß über einen muth- der Attentäterte. unleugbaren Thatsache, daß aus preußischen Gefängnissen selbst maßlichen Sozialdemokraten beim Militär ,, der mystische Schimmer Politische Motive können dem Attentäter die Pistole schwere Verbrecher bei guter Führung" vor Ablauf ihrer Strafeines höheren Schutes" gebreitet ist. Es ist allerdings richtig, daß der Sozialdemokrat bei Berfehlungen stärker bestraft nicht in die Hand gedrückt haben. Hier haben wir nach seit entlassen werden, nicht aber Sozialdemokraten, die ihrer wird(!) als der loyale, nicht anrüchige uniformirte Staats- den psychologischen Triebfedern zu suchen. Und sie Ueberzeugung halber fizen, soll die Verächtlichmachung von bürger; aber vor förperlichen Mißhandlungen ist er so ziemlich sind in diesem Falle nicht schwer zu finden- ebenso wenig Staatseinrichtungen" im Artikel involviren. sicher." Der Hauptmann läßt sich nämlich die Unteroffiziere wie in dem Mülhausener Fall. " nicht bereits Gegen Liebknecht hat die Breslauer Staatsanwalt tommen und ermahnt sie dringend, den Menschen da" ja nicht Warum sind die Fruktifizirer des Mülhausener schaft wegen der Eröffnungsrede des Parteitags die Anzu schimpfen oder gar anzurühren; denn das tönnte eine ganz Attentats so ganz still gegenüber dem Leipziger Attentat? flage beantragt. Ob Anklage erhoben wird, ist noch nicht etlige Geschichte im Land- oder Reichstag geben, die sogar Weil es die schärfste reductio ad absurdum, die entschieden. zu den Ohren Sr. Exzellenz des Herrn Kriegsministers täme." Ein besseres Lob für unsere Abgeordneten, die sich nicht scheuen, blutigste Verurtheilung ihrer FruktifizirungsDie Ernährungsfrage im Fall eines Krieges mit von Zeit zu Zeit einmal einen fraffen Fall von Ungerechtigkeit versuche ist; weil es jedem denkfähigen und gerechten Frankreich allein oder mit Frankreich und Rußland vereinigt vor dem Forum der Deffentlichkeit zu brandmarten, fann man Menschen sonnentlar vor Augen führt, daß derartige wurde von uns vor einigen Wochen zum Gegenstand einer fich gar nicht denken, wie es in dieser ängstlichen Mahnung aus- Handlungen nicht aus bestimmten Anschauungen gedrückt ist! hervorgehen, sondern in psychologischen Vorgängen eingehenden Betrachtung gemacht. Sachlich wußte man Es ist unmöglich, auf die Fülle der Einzelheiten, die Krafft wurzeln, die mit dem politischen und religiösen Partei- keine Ginwendungen vorzubringen und beschränkte sich auf in jedem Kapitel giebt, hier näher einzugehen; wir begnügen leben nichts zu thun haben. einige Wigeleien. Jetzt ist nun einem nationalen Blatt uns damit, einige seiner Schlußfolgerungen anzuführen. Als Ausgenommen find für zivilisirte Länder in denen der eingefrorene Verstand plöglich aufgethaut- wie Münch wachsene Menschen, Pflege des Charakters und der Mannhaftig. erftes forbert er eine würdige Behandlung der Soldaten als er das Fauftrecht, die Blutrache und der Mord nicht hausen's Jagdhorn- und wir werden durch folgendes geiſtfeit unter Vermeidung alles deffen, was das Ehrgefühl und die Staatseinrichtungen sind- blos solche Handlungen, die das reiche Argument zerschmettert: " Ihr selbst gebt zu, die Gefahr liegt darin, daß wir Selbständigkeit untergraben tönnte. Um dazu zu gelangen, muß Produkt religiösen oder politischen Wahnsinns sind, vor den überlegnen Flotten Frankreichs und Rußlands aber vor allem eine vollständige Reform des Militär- Strafgesey- die aber, wie wir hundertmal betont haben, nicht Sache unsere Getreidezufuhr nicht schüßen fönnen. Das ist wahr, buches, der Disziplinar- Strafordnung und der Beschwerdevorschrift der Kriminalistik sondern der Psychiatrie, der aber daraus folgt, daß wir unsere Flotte vergrößern Seelenheilkunde sind. müssen, so daß sie der französischen und russischen überlegen Jetzt ist's heraus! Wer hat die Unterdrückung des ist. Also, wenn Ihr es mit dem Vaterlande wohl meint, Offenburger Volksfreund" gewünscht und herbeigeführt? so tretet im Reichstag für die entsprechende Vergrößerung Natürlich die sozialdemokratische Parteileitung. Die unserer Flotte ein." Münchener Neuesten Nachrichten" haben's herausgebracht. Ja, warum nicht gleich für eine unterseeische Eisenbahn lus Straßburg läßt sich das süddeutsche Bismarck Organ nach Amerika? Das wäre noch weit sicherer und ungefähr ebenso thunlich. schreiben: Bedenken die Herren, daß Jahrzehnte dazu ges durchgesetzt sein. Freilich sollte sich auch der Verfasser sagen, daß er hier Wünsche, hoffnungslose Wünsche ausspricht: Wer soll denn reformiren? Etwa die Leute, die in dem Heere heute den unerschütterlichen Hort ihrer Macht oder ihres Geldbeutels sehen? Das wird nicht geschehen. " " sationen in sich selbst den tiefsten Grund ihrer eigenen Weiter kann der Sozialistenhaß den Blödsinn kaum Auflösung tragen. In solcher Anschauung sind die Dinge, gegen die Herr Strafft sich wendet, um einmal so zu sprechen, nicht mehr noch treiben. ,, Uebel an sich", sondern sie sind Symptome, die auch aus anderen als rein humanitären Gründen die Aufmerksamkeit des sozialen Forschers und des Volksfreundes erheifchen. Solche Kritit zu üben vermag man freilich nur vom Standpunkte der Sozialdemokratie. Was eben Herrn Krafft noch fehlt zu einer tiefgründigen, bis an die Wurzeln des Uebels hinabreichenden Kritik, das ist die Einsicht in die ursächlichen Zusammenhänge unserer heutigen Heeresorganisation nebst ihren Fehlern, deren sie so viele „ Nach unseren Informationen drängte die Parteihat, und ihren Vorzügen, mit dem wirthschaftlichen, sozialen und führung einfach darauf hin, daß die Zeitung, die von hören würden, um unserer Flotte die von ihnen gewollte im Reichslande unterstüt werden Stärke zu geben; und daß die Franzosen und politischen Ausbau der westeuropäischen Völker unserer Zeit. Der ben Parteimännern im Berfaffer nimmt das moderne Heerwesen als etwas fertig gegebenes follte, aber nicht genügend unterstüßt wurde, nunmehr Russen, falls sie den Krieg wollen, nicht warten wir fertig sind? Und bedeuten die hin und kritisirt mit scharfen und berechtigten Worten seine Auswüchse; mit einem Eilat aus der elsaß- lothringischen würden, bis ungleich fruchtbarer aber könnte er wirken, wenn er untersuchen 3 et verschwinde und sie verschwand. wollte, wie alles Nein, dieser unübertreffliche Spürfinn! Also, um den Herren, was die von ihnen gewollte Vergrößerung unserer les dies geworden ist. Dann würde er ſehen, wie Flotte tosten würde? Etliche tausende von bas Zeitalter des internationalen Rapitalismus, so wie es Volksfreund" aus der Welt zu schaffen, hat der Partei- millionen! Und nicht genug damit: während wir politische Großmächte, so auch militärische Groß- vorstand den ganzen Rummel in Mülhausen inszenirt: den diese Milliarden verpulvern, folgen die Franzosen und Russen mächte schaffen mußte; dann würde es ihm aber Meyer angeworben, sein Attentat zu begehen, blos damit -falls sie uns nicht mitten in der Arbeit angreifen auch nicht verborgen bleiben, daß diese kolossalen Organi- der Volksfreund" unterdrückt werden sollte. flugs unserem Beispiel, gerade wie bei den Armeeverstärkungen; und wenn die Milliarden glücklich ver pulvert sind, ist der Abstand zwischen unserer und der Zwanzig Monate Gefängniß wegen Beleidigung fanzösisch- russischen Marine genau derselbe, wie von Privatpersonen das ist an sich schon eine unerhörte voher. Thatsache. Wohlgemerkt wegen Beleidigung! Nicht wegen Das sagen wir nicht, um unser Vaterland herabzuThätlichkeiten, nicht wegen roher Angriffe, nicht wegen Ver- setzen", sondern um das Wahnsinnige einer Politik zu be leumdungen sondern einfach wegen Beleidigungen! Und weisen, die in unserem Jahrhundert die Monstrosität des Beleidigung ist nach deutschem Gesetz jedes Wort der Kritik, bewaffneten Friedens" aufrecht erhalten und das dem Kritisirten nicht gefällt. den für die Menschheit nothwendigen Frieden statt auf Einrichtungen Die 20 Monate Gefängniß sind erkannt worden gegen freiheitliche und internationale Vers unseren Genossen Horn, den bekannten sozialdemokratischen träge auf immerfort zu vermehrende Armeen und Reichs- und Landtags- Abgeordneten einen Mann von Flotten stützen will. ruhigem Ernst, der freilich die Worte nicht auf die Gold- Wie lange werden die Völker es noch ertragen, daß sie wage legt, jedoch unfähig ist, wider besseres Wissen etwas im Frieden, unter dem Vorwand, die Schrecknisse eines zu behaupten. möglichen Krieges von ihnen abzuwenden, mit mathematischer Sicherheit durch kriegerische Rüstungen zu grunde gerichtet werden, die ihnen verderblicher sind als der verderblichste Krieg, der doch nur vergleichsweise kurze Zeit dauern kann, während der bewaffnete Friede" fich in Permanenz ers klärt hat? woaß net, der Herr Benefiziat hat blos g'sagt, daß der Herr Lehrer glei kommen soll." Sie gelangten in den finsteren Flur, wo Balder seine Büchse aufhing und langsam in sein Zimmer trat. Gattl!" rief er unsicher in das Dunkel hinein. " Grüaß Gott, Water," tönte es von der Ecke. Zwei schwarze Gestalten tamen auf den Eintretenden zu. Der Förster füßte seine Tochter, deren nasse Wangen ihm zeigten, daß wieder Thränen geflossen waren. Dann suchte er des Lehrers Hand: " Du sollst ins Pfarrhaus' nüber!" Jebt?" " Ja, glei, der Poiten Hansl steht draußen." Der Lehrer holte seinen Hut, während Balder Licht schlug. In der baumelnden Hängelampe erfüllte es mit trübem Schimmer den dämmerigen Raum. ,, Ach! Es wird doch net der Göpfert...?" sagte Anna mit ängstlichem Blicke auf Gattl. -" Die 20 Monate Gefängniß stammen aus drei Prozessen aus dem letzten 10 Monate, aus zwei früheren je fünf Monate. Und alle diese Beleidigungen sollen verübt worden sein in dem Fachblatt der Glasarbeiter, das von dem Verurtheilten redigirt wird. Und alle betreffenden Artikel unterscheiden sich dem Tone nach in nichts Wesentlichem Die Aussichtslosigkeit des Bimetallismus wird von der Kritik, wie sie in der Preffe anderer Parteien geübt Herrn Dr. Arendt ausdrücklich in einem Briefe des wird, und sind, obgleich kräftig im Ausdruck, doch englischen Ministers Balfour bestätigt. Balfour faßt seine weit, weit milder, als es in den Fachorganen der Arbeit Ansicht wie folgt zusammen: geber und den nationalliberalen und antisemitischen Blättern 1. Ich bin, wie ich das immer war, der entschiedene AnGepflogenheit ist. Es werden in bezug auf den Betrieb von hänger eines internationalen Uebereinkommens, aber 2. ich habe Hanst, komm her", rief der Lehrer. Industriestätten Anklagen erhoben. Daß diese Anklagen nicht das Recht, meine Ministerkollegen in dieser Frage zu Der Junge trat ein und sah sich mit seinen lebhaften unbegründet waren, ist nicht erwiesen worden blos daß engagiren und 3. ich habe keinen Grund, zu glauben, daß ein Augen in der Stube um. Er war seit zwei Jahren sie übertrieben waren. Das ist aber doch kein derartiges Arrangement im jezigen Augenblick das Ergebniß Miniftrant, verfah aber diesen Dienst nicht immer zur Zu- Verbrechen. Das ist eine Eigenschaft ziemlich aller An einer internationalen Münzkonferenz sein würde, endlich 4. eine friedenheit des Geistlichen, der ihn oft als zerstreuten, un- tlagen, insbesondere so mancher der Herren Staatsanwälte. weite resultatlose Münzkonferenz würde ich für ein sehr schweres Unglück ansehen. Es giebt," so schließt Balfour, nur wenig aufmerksamen Burschen zurechtwies. In der Schule dagegen Daß die Augegriffenen sich ihrer Haut wehrten, das war Hoffnung auf Erfolg einer Münzfonferenz, außer wenn die zeigte Hansl eine Gewandtheit und Lernbegierde, die ihn ihr gutes Recht. Aber es konnte ihnen doch blos darauf an- Regierungen, welche auf dieser vertreten sind, zu einer gewissen zum Lieblingsschüler des Lehrers gemacht hatten. tommen, die Wahrheit festzustellen. Und das wollte ja auch Verständigung gelangen bezüglich der wichtigsten zur Diskussion Js was los?" fragte ihn jett Gattl. unser Genosse. Er war bereit, jede Berichtigung gelangenden Punkte, bevor die Konferenz zusammentritt. Unwoaß net. G'sagt hat er nig, aber.. zu bringen und erforderlichenfalls Widerruf zu leisten. Was glücklicherweise giebt es gegenwärtig noch keine solche Verstän digung, und so lange sie fehlt, ist eine Münzkonferenz eher von Aber?" konnten die Herren Unternehmer mehr verlangen? Uebel als von Vortheil." Der Herr Förster Göpfert un der Wirth de war'n drob'n im Pfarrhaus Also deswegen!" lachte höhnisch der Lehrer. Anna sah furchtsam bald auf ihn, bald auf ihren Bater. ,, Geh' halt amal zu," sagte dieser und geleitete ihn zur Thüre. bleib' auf, bis d' wieder kommst, Gatti, und jezt falt Blut!" Gut Nacht, Vater." Ist es ein Verbrechen, sich zu irren? Was soll denn Die vier Punkte, in welche Balfour seine Meinung aus der Presse werden, wenn jeder, der im politischen einmal eine Behauptung zusammenfaßt, enthalten eine unzweideutige Berurtheilung und ökonomischen Kampf Wort nicht für erwiefen des Wunsches der deutschen Bimetallisten, die Berufung einer aufstellt, werden kann, schwere Gefängnißstrafen verwirkt? Was soll völlig aussichtslosen Münzkonferenz herbeizuführen. aus den Personen werden, die im öffentlichen Leben und Kampf stehen? die Wort Wenn Horn 20 Monate Gefängniß verdient hat, dann hat Fürst Bismard Millionen von Jahren Gefängniß verdient. Und jedes kapitalistische Blatt, das für die Interessen seiner Klasse eintritt, erschreibt sich auf jeder Seite ein paar Jahre Gefängniß. Die internationale Regelung der Zuckerstenerprämien erklärte der österreichische Finanzminister in seiner Darlegung über den Etat für wünschenswerth, aber angesichts des volts wirthschaftlichen Egoismus der Staaten" für unwahrscheinlich. Damit verschwanden der Lehrer und Hansl aus der Jm Reichstags- Wahlkreise Herford- Halle haben Stube. die Konservativen endlich einen Ersatz für den verflossenen Balder aber setzte sich auf das Sopha und zog Freiherrn von Hammerstein gefunden. Sie haben als Anna zu sich. Er streckte den Arm aus und umfing Freilich da fommen wir zum Punkt, wo der Haken Kandidaten, wie das Herf. Kreisblatt" berichtet, am sie schweigend, während das Mädchen das Haupt feft fteckt. Die fapitalistischen Blätter beleidigen Arbeiter, Dienstag in Herford in einer Versammlung der konser an seine Bruft vergrub. Mit herabgeneigtem Kopfe und danach kräht kein Hahn. Daß aber in Deutschland Arbeiter- vativen Vertrauensmänner des Wahlkreises den Gerichtsdenen fie rath Dr. Weihe in Bünde aufgestellt. Eine starte lauschte er ihren Athemzügen, die erst haftig auf- und vertreter blos wegen Zeitungsartikel, in 20 Monate Minorität war für Herrn Stöder und schien sich niedergingen, bis sie, allmälig sanfter und langsamer, die Rechte der Arbeiter vertheidigen, dem Vater zeigten, daß die vor Erregung und Kummer lang ihrer Freiheit beraubt werden können, das ist eine dem Resultate der Abstimmung nicht zufrieden geben Erschöpfte leise einaeschlummert war.( Forts. folgt.) Thatsache, welche die Sedans Phrasen von den herrlichen zu wollen. An Pastor Sch all aus Bahrdorf scheint Die Petition überhaupt niemand gedacht zu haben und doch hat dieser ist die allgemeine Ansicht unter den türkischen Beamten über die genannte Petition gepflogen, bie man die Ruhpoldinger Edele, den Magdeburger Genossen wohl hinreichend bekannt jener Gegend daß englische Agenten dort Unruben Petition nennt, weil sie von dem dortigen oberländischen Bauerndurch ein plöglich ganz unmotivirt in einer Boltsverfamm- hervorzurufen bestrebt seien, um mit Rücksicht auf das in letter bunde ausgegangen ist. Es waren damals 119 Gemeinden, Tung ausgebrachtes Kaiserhoch, sich die denkbarste Mühe Beit viel erwähnte Bahnprojekt Kurrachee- Bassora- Port- Said welche sich bei dieser Petition betheiligten, mit 748 Untergegeben, den Konservativen annehmbar zu erscheinen. Als Theiles des Gebietes, welches bei dem Projekt in Frage kommt, ist während dieser Zeit bedeutend gewachsen, die Zahl einen Anlaß zum militärischen Eingreifen und zur Besetzung eines schriften von Forst- und Jagdinteressenten. die Kreuz- Zeitung" ihn bekämpfte, weil er wegen Entzu haben. Es wird berichtet, daß man schon seit längerer Zeit der petitionirenden Gemeinden beträgt ca. 700 und die Zahl der gegenkommens gegen die Sozialdemokratie gemaßregelt berartige Berichte an die Pforte gesandt und um militärische Unterschriften mehrere tausende. Die Schrift enthielt bereits worden sei, versicherte er feierlich, das sei nicht der Fall, Verstärkungen gebeten habe. Die Wahhabiten sind eine mohame- damals alle Anregungen, deren Beachtung die Fuchsmühlerei er gehöre der christlich- sozialen Partei an und dem fügte danische religiöse Sette, welche den Islam in seiner ursprünglichen hintangehalten hätte, aber die Forstverwaltung, der der Finanzer voll Stolz hinzu," hat thatsächlich Stöder in jahre Reinheit wiederherstellen wollen, Feinde des Heiligenkultus und minister v. Riedel vorsteht, fand nicht genug" Thatsächliches" in langer Korrespondenz mich für seinen Freund und Ge- verschiedener religiösen Gebräuche sind und über einen ansehnlichen ihr. Jetzt beeilt sich die Ordnungsschaar um die Wette mit der finnungsgenoffen gehalten". Anhang verfügen. Die Sefte wurde Ende des vorigen Jahr- Regierung, die Grube zuzudecken, in der die Todten von Fuchs Und nun hat er sich als Freund Stöcker's ganz umsonst dieses Jahrhunderts hatte sie eine derartige Macht erlangt, daß länger als das des weiland preußischen Buttkamer. Etwa 2 Duhend hunderts von Abd- el- Wahhab ins Leben gerufen. Im Beginne mühl ruhen. Das bayerische„ Sofort" dauert nur um 1/2 Jahre die Türkei ernstlich von ihr bedroht war. Im Jahre 1811 zog Redner haben schlimme Klagen über die Forstverwaltung, die Die armenischen Unruhen in Konstantinopel scheinen Mehemet Ali, der erste Vizekönig von Egypten, im Auftrage des Leibgehege, den Wildschaden u. s. w. vorgebracht. Vom Ministerblos das Vorspiel viel ernsterer Vorgänge gewesen zu sein. Als sie sich später nochmals erhob, wurde sie auch von Ibrahim des Wohlwollens". Ein Wohlwollen, das, wenn es sich zur Sultans gegen sie zu Felde und besiegte sie in blutigen Kämpfen. tische wußte man nichts zu erwidern, als die abgelebte Phrase Durch die Zwiftigkeiten mit den Armeniern wurden die Bascha, dem Adoptivsohne Mehemet Ali's, aufs neue nieder- That verdichten soll, auf dem chemischen Wege forstpolizeilicher Türken aus der Lethargie aufgerüttelt, sie selbst beginnen geworfen. Seitdem ist sie nie wieder zu großem Einfluß ge- Bureaukratie sich in Chikanirung der Bauern, armen Leute, in nun ihre Unzufriedenheit zu äußern, die geheimen Gesell- langt. Strafen wegen Forstfrevel und dergleichen mehr verwandelt. schaften, die im Orient das öffentliche politische Leben vers Heute sprach namens der sozialdemokratischen Fraktion Genosse treten müssen, erheben wieder ihr Haupt. Die jung Franz Jos. Ehrhart. Er sagte u. a.: türkische Partei scheint eine sich gegen den Sultan richtende Verschwörung angezettelt zu haben. bekannt! • neuerDeutsches Reich. Wie bereits v. Vollmar vor zwei Jahren geäußert, wolle Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sigung den auch er heute sich in erster Linie für den Schutz des Waldes Die Pariser diplomatischen Kreise hegen wegen der Lage Deutsche Reich dem zuständigen Ausschuß überwiesen. Der am berechtigten Intereffen der einzelnen Staatsbür e ebenfalls geEntwurf eines Bürgerlichen Gesetzbuch es für das aussprechen, wobei aber nicht zu verkennen sei, daß auch die in der Türkei fortgesetzt erusie Besorguiffe. Die Mißstimmung 16. Juli d. J. in Bern abgeschlossenen Zusatzvereinbarung zum schützt werden müssen. Er müsse fein Bedaue n darüber ausüber die vom Sultan genehmigten Reformen hat weite internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahn- Fracht sprechen, daß erst ein so trauriges Ereigniß wie de Fuchsmühler Kreise erfaßt und wird ein offener Widerstand verkehr vom 14. Oftober 1890 wurde die Zustimmung ertheilt, Affäre zur Einbringung der gestellten Anträge di: Veranlassung gegen dieselben befürchtet. An der Umsturzbewegung ebenso der Vorlage vom 18. September 5. J. betreffend die geben mußte. Auch von der Regierung könne angenommen find nicht nur die Softas( Theologiestudenten) betheiligt, Errichtung eines Freibezirks in Neufahrwasser und dem werden, daß Fuchsmühl der Anlaß gewesen sei, um das warme sondern sie reicht bis in den Palast des Sultans hinein.- Ausschußantrage bezüglich der Vorlage, betreffend die Eisen schmieden zu lassen. Aus den Berichten des WirthschaftsZahlreiche Offiziere, Oberstaatsbeamte sollen sich gegen die Ausdehnung der Invaliditäts- und Alters- ausschusses fei zu entnehmen, daß man vor 2 Jahren gegenüber Durchführung der Reformen erklärt und zur Verhütung Textilindustrie, ferner den Ausschußberichten über den Bon einer Gile, diesen Klagen abzuhelfen, habe man damals versicherung von Hausgewerbetreibenden der einer Reihe von berechtigten Klagen eine gewisse Stälte beobachtete. derselben einen Geheimbund gebildet haben. Der Sultan, Antrag Bayerns betreffend den Bezug von Invaliden- und Alters nichts fehen können. Beim Studium der Frage habe er und dem diese Vorgänge nicht unbekannt sind, foll äußerst miß- renten in einem ausländischen Grenzgebiete und über den Ent- seine Freunde die Ueberzeugung gewonnen, daß sie mit Fug und trauisch geworden und seit vier Wochen gänzlich unzugäng wurf einer Bestimmung über Abänderung der Bekanntmachung Recht dem Betitionsausschuß auf Berücksichtigung der Ruhpoldinger lich sein. vom 5. Februar 1895, betreffend Ausnahmen von Petition beistimmen können. Von den vorliegenden Anträgen fei Der N. Fr. Pr." wird aus Konstantinopel telegraphirt: dem Berbote der Sonntagsarbeit im Gewerbe der liberale Antrag nicht ohne Bedenken aufzunehmen, weil durch „ Bei höheren Hof- Funktionären im Yildiz- Kiosk vor- betrieb. Der Resolution des Reichstages, be Annahme deffelben die bestehenden Mißstände nicht ganz gehoben genommene Hausdurchsuchungen und unter der Palastdiener- treffend die Abänderung des Artikels 32 der werden dürften. Durch denselben werde eine Wiederholung von schaft erfolgte Verhaftungen haben in Verbindung mit Reichsverfassung( Gewährung von Tagegeldern ähnlichen Fällen wie in Fuchsmühl nicht vollkommen auseinigen außerordentlichen Sicherheits Borkehrungen und Reisekosten an die Mitglieder des Reichsgeschlossen. Der Zentrums Antrag sei aber schon etwas dings alarmirende Gerüchte unter der türkischen Be. tags) wurde teine Folge gegeben. sympathischer, weil er auf eine Revision des Forst- und Jagdvölkerung hervorgerufen, die überwiegend wohl auf die Er und seine Freunde stimmen daher erregte Stimmung und die orientalische Phantasie zurückzuführen Motblage der Landwirthschaft. -Unser Landwirthschaftsminister und die gefeges abzielt. diesem Antrage bei, weil bei Annahme deffelben auch die sein dürften. Als die wahrscheinlichfte der umlaufenden Bersionen Bei dem Fefteffen für den Landwirthschaftsminister Frhrn. gesammten Wünsche erwogen werden können. Er fei natürlich ist wohl die anzusehen, daß auch im Yildiz Riost Pamphlete v. Hammerstein Logten anerkannte am 23. b. M., wie die auch der Ansicht, daß hier nicht Gnade, sondern Recht versträflichen Inhalts gefunden worden sein sollen; eine andere Schlesische Zeitung" aus Ratibor meldet, der Minifter die be- langt werden soll. Besonders der 3. Punkt des Zentrumsantrags, behauptet den Bestand geheimer türkischer Vereinigungen. Das fondere Nothlage der Landwirthschaft in den Ostprovinzen. Der das Jagdgesetz betreffend, berühre ſehr ſympathisch. Gerade die Palais des Marineministers ist seit gestern militärisch besetzt. Antrag Ranih würde der deutschen Landwirthschaft, speziell Sozialdemokraten feien ja auch dafür, daß bei allen Rechten, Dem Londoner freilich russenfreundlichen" Standard" im Often, die erhofften Vortheile fchwerlich bringen. Das welche den befizenden Klaffen zu gute kommen, denselben auch wird aus Konstantinopel depeschirt: Sinten des Silberpreises sei eine ernste Gefahr; die daraus erwachsenden Lasten aufgebürdet werden. Im großen Partei vor. Fünfzig tonangebende Mitglieder der Partei dieser Gefahr zu begegnen. Der gänzliche Umsturz des jetzigen einer Weise festzulegen. Sie wünschen aber, daß sich die Anträge Der Sultan gebt mit großer Strenge gegen die Jungtürken die Staatsregierung erwäge schon mittel, und ganzen werden er und seine Freunde also zunächst dem kleritalen Antrage zustimmen, ohne sich jedoch dabei in irgend wurden am Sonnabend verhaftet, nach der Medizinschule gebracht Münzsystems würde die Betriebskosten der Wirthschaft steigern; einer Weise festzulegen. Sie wünschen aber, daß sich die Anträge und dort nach fummarischem Prozeffe hingerichtet; es fei weifelhaft, ob er derfelben Vortheile bringen noch dahin verdichten, daß dabei auch etwas herauskommt, um nominell unter der Anklage, während der jüngsten Unruhen Aus- würde. Das nächste Biel fei, mit einer Reihe einzelner den schreienden Mißständen abzuhelfen. schreitungen verübt zu haben. Der Sultan ließ Sonnabend nach Maßregeln eine Besserung für die Landwirthschaft herbeimittags seine Brüder Murad und Raschad nach dem Palasie bringen, wo sie in Gewahrsam gehalten werden. Der jüngst verhaftete Rechtsgelehrte zzed Effendi, einer der ersten türkischen Anwälte, der verdächtig war, mit dem Londoner Organ der Jungtürkenpartei Briefwechsel gepflogen zu haben, wurde im Palast: gefängniß zu Tode gefoltert. Aus Varna wird depeschirt: Nachrichten aus Konstantinopel melden, die liberale türkische Bewegung nehme zu. Neuerdings seien in Konstantinopel auf rührerische Plakate entdeckt worden; mehrere Softas und hervorragende Personen seien verschwunden. Auch aus den türkischen Provinzen treffen Nachrichten ein, die darauf hindeuten, daß der Auflösungsprozeß der Türkei wieder raschere Fortschritte macht. Das Reuter'sche Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 23. d. M.: Die Zustände in den Provinzen Aleppo und Abana fößen der chriftlichen Bevölkerung wegen eines Aufstandes und weiteren Blutvergießens große Befürchtungen ein. Nach Berichten von türtischer Seite planen die armenischen Bewohner des Bergdistriktes von Zeitun ebenfalls einen Aufstand gegen die Behörden. Die Meldungen aus der Provinz find andauernd beunruhigend; wie verlautet, find Unruhen in Kerason ausgebrochen; Einzel heiten fehlen; aus dem Distrikt Mudania wird gemeldet, daß die Türken das armenische Torf Seulus angegriffen haben. 24 Pere fonen sind auf beiden Seiten getödtet oder verwundet. Aus Monastir( Macedonien) wird der Köln. Volts3tg." gemeldet: zuführen. Wir zweifeln, daß die vorsichtige Rede des Herrn v. Hammerstein- Leyten unsere Agrarier befriedigen wird. Straffammern durch große Schöffengerichte schreibt die Bur Umfrage über die Ersehung der Nat.- 3tg.": " " # -Wahlreform Antrag im bayerischen Land= tage. Dr. Rahinger hat folgenden Antrag eingebracht: Die Rammer wolle beschließen:" Es sei an die t. Staatsregierung die Bitte zu richten, in der folgenden Landtags- Session einen allgemeinen Wahlrechts, in Anpaffung an die Bestimmungen des Landtags- Wahlgeseh Entwurf auf Grundlage des direkten und Reichstags- Wahlrechtes, mit gesetzlicher Feststellung der WahlJustizminister auf den Leonittedt'schen Plan einer tonsequenten Wir haben die Zeitungsmittheilung erwähnt, wonach der freise vorzulegen." Durchführung des Schöffengerichts- Prinzips in der Strafrechtshausener Aus Mülhausen i. E. wird geschrieben: Das„ Mipflege zurückgekommen sein, die Justizbehörden zu Gutachten über aufener Tageblatt" veröffentlicht nachstehenden Aufruf von aufgefordert haben soll. An Stellen, wo man über eine solche die Ersetzung der Strafkammern durch große Schöffengerichte Familienangehörigen der Verhafteten: Umfrage unterrichtet sein müßte, ist indeß von derselben nichts bekannt." " Dieses Dementi scheint uns mit Rücksicht darauf, daß weder der Reichs- Anzeiger" noch die Berl. Korr." noch eines der offiziösen Blätter die von uns zuerst gebrachte, in die gesammte Preffe übergegangene Mittheilung bestreiten, sehr wenig beweisfräftig. gehörigen so schwer betroffen, erlauben sich an den unbekannten Die unterzeichneten Familien, durch die Verhaftung ihrer AnBerfasser der an Herrn Schwarz und die Redaktion de Expreß" geschriebenen Briefe( es sind die mehrerwähnten Warnungsbriefe gemeint) die Bitte zu richten, einen nochmaligen Brief an den Expreß" zu schreiben, um die Unschuld der Verhafteten darzuthun. Die bezeichneten Familien sprechen im Voraus dem betreffenden Herrn ihren größten Dank " aus und hoffen von dessen Ehrenhaftigkeit, daß er ihren Bitten willfahren wird. Familien Poggenberg, Stiumel, Weil und, Liebengut." - Das Bürgerliche Gesetzbuch. Ein Artikel der Karlsruher Zeitung" bestätigt, daß die Bundesregierungen hoffen, der Entwurf des Bürgerlichen Gesetzbuches werde etwa Mitte Januar von dem Ausschuß an das Plenum des Bundes- dem„ Lokal- Anzeiger" mitgetheilt wird, eine traurige Reminiscenz -Aus Hamburg3 Choler azeit( 1892) wird, wie rathes gelangen können. Die Hauptfrage für die Vorlage an den wachgerufen durch ein vom Hamburger Amtsgericht erlassenes Reichstag sei die Arbeit der Kommission für das Einführungs- Aufgebot. 48 Personen, Männer, Frauen und Kinder sollen für gesetz; ihr liege namentlich die Beantwortung der schwierigen Frage tobi erklärt werden, weil man nicht weiß, ob sie im Jahre 1892 ob, unter welchen Formen die Refervatrechte der Einzelstaaten unter der Cholera erlegen sind oder nicht. Sämmtliche Personen find der Herrschaft des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches bestehen im August resp. September 1892 Die Gewaltthätigkeiten der Arnautenbanden nehmen noch bleiben können. Die Entscheidung der Einzelstaaten kann erst Epidemie an zur Zeit der Cholerader Cholera erkrankt und zwecks Heilung nicht ab, obwohl die bulgarischen Aufständischen schon zerstreut, nach Prüfung obiger Frage gegeben werden. Sicher werde die in die gefangen oder getödtet sind und nur noch hier und da eine kleine Kommission unter dem Eindruck ihrer Verantwortung ihre Arbeit aber verschollen. Alle,( also auch die Kinder), werden aufallgemeinen Krankenhäuser transportirt, seitdem Bande an der bulgarisch- macedonischen Grenze sich zeigt. Das thunlichst beschleunigen, unter Beiseitelassung juristischer oder gefordert", sich in der Poststr. 19( Abtheilung für Aufgebots. Eindringen der bulgarischen Banden in Macedonien war den doktrinärer Epißfindigkeiten. Weiterhin bestätigt die" Karlsr. fachen) spätestens bis zum 8. Mai 1896 zu melden" unter dem Arnauten ein willkommener Vorwand, um über die Zeitung", daß die Vorlage des Bürgerlichen Gesetzbuches an den Rechtsnachtheil, daß sie andernfalls für todt erklärt werden. Und Christen herzufallen und felbe in gräßlicher Weise Reichstag mit einer ausführlichen Deutschrift begleitet sein wird, es waren nicht weniger als 23 Kinder( darunter einige erst wenige zu quälen. So entschieden die türkischen Behörden gegen welche durch ihre Darlegungen zum mindesten theilweise die Monate alt), welche i. 8. in die städtischen Strantenhäuser geschafft die Christen auftreten, wenn felbe fich zu rühren wagen, so an den Entwurf gelegte, ost weitgehende Kritit entwaffnen wurden. Daß die Eltern ihre Lieblinge längst als toot be mattherzig sind sie, wenn gegen die mohamedanischen dürfte. -lo trauern, ist klar; trotzdem erfordert der amtliche Bureaukratis. Räuberbanden, besonders gegen die Arnautenstämme vorgegangen Gegen den früheren Chefredakteur der mus, daß nicht blos die Erben und Gläubiger dieser Berwerden soll. Der berüchtigte Bandenführer Islame aus Gorane hat wiederum eine Reihe von blutigen Thaten vollführt. Im fchiedene Blätter melden, ein Strafverfahren wegen Betrugs, die andere amtliche Formalität, daß die Angelegenheiten hat wiederum eine Reihe von blutigen Thaten vollführt. Im Kreuz- Zeitung", v. Nathusius Ludom, ist, wie ver- schollenen sich melden, sondern auch die Kinder selbst. Und warnin Dorfe Latove hat Islame im Bunde mit dem Zehentpächter Ali Unterschlagung und Urkundenfälschung eingeleitet dieser feit länger als drei Jahre Todten erst jetzt geordnet werden von den Bauern Geld erpreßt und dabei fünf Menschen ge- worden. fönnen? Auch zehn verheirathete Männer und Frauen waren tödtet. Den drei Brüdern Despol, Gjuro und Nicola Spasic spaltete Islame eigenhändig die Köpfe und einen stein, nun Nathusis! Das ist wirklich Pech bei der„ Kreuz- Zeitung". Erst Hammer unter jenen Unglücklichen, welche 1892 namenlos" beerdigt worden, deren Leichen vermuthlich vertauscht" worden sind oder anderen Bauern, der nicht sagen konnte oder wollte, wo er die gesuchten Geldschätze verborgen habe, weil er vielleicht keine Herr von Bötticher soll, wie der Frankfurter bergl., ohne daß eine amtliche Richtigstellung oder Aufklärung Herr von Bötticher soll, wie der Frankfurter erfolgte. Die Aufklärung freilich ist dadurch gegeben, daß besaß, ließ Islame grausam pfählen. Im Dorfe Gotivje, im General- Anzeiger" erfährt, das Interview im Lokal- Anzeiger"( namentlich Anfang September des Cholerajahres) hunderte von Vilajet von Uestüb ermordete der bekannte Boulto aus Beajava, für apokryph erklärt haben. Es sei ein merkwürdiges Beichen unbeerdigt umheilagen, daß Personen als todt gemeldet der mit einer Bande von 30 arnautischen Genossen das Land Gemisch von Wahrheit und Dichtung und gehe offenbar von wurden, die hinterher als lebend wieder auftauchten 2c. Dieje durchstreift, zwei Christen und führte 200 Stück Hornvieh hin- einer wohlmeinenden Persönlichkeit aus, die aber in die Ver- 10 Wittwer und Wittwen können sich vor dem 8. Mai 1896 nicht wieweg. Im Dorfe Gorane raubte vor einigen Wochen die Bande hältnisse nicht genügend eingeweiht sei und deshalb ihren Zweck der verheirathen, weil die bestehende Ghe diefer Verschollenen noch des Islame den Bauern 200 Stück Rindvieh und Schafe. Jezt verfehlt habe. nicht für aufgehoben erklärt" worden ist! Die Ueberfüllung der haben die Arnauten von Ljemljau aus demselben Dorfe wieder 300 Schafe weggetrieben, so daß die Bewohner fast ohne das wahl im 8. Wahlbezirke wurde der Landesälteste von Eichel in nur in den ersten drei Wochen der Schreckenszeit statt. Später Görlig, 24. Oktober. Bei der heutigen Landtag 3: Krankenhäuser und Cholerabaracken mit Leichen fand natürlich nöthige Vieh sind. Der Vali von Bitolja hat zwar wegen Nach- Heidersdorf( tonservativ) mit 406 Stimmen gewählt. Ein dürften Unordnungen in den Sterberegistern und Büchern nicht läffiglett in der Verwaltung und wegen Lauheit in der Gegenkandidat war nicht aufgestellt. mehr vorgekommen sein. Aber tonnten diese Aufgebote der BerVerfolgung der Räuber, die Mudirs von Reschene und Kroschova abgefeht, aber die in die Gebirge zurückgegangenen Arnauten- Der Boykott ist nur dann eines der verwerflichsten Schollenen( natürlich längst Gestorbenen) nicht etwas früher erfolgen? bleiben doch in ihren Bergdörfern unbelästigt und behalten ihren Kampfmittel", um im Jargon unserer Handwerkerpresse zu reden, Raub. Die Ortschaften Djonovaya, Mitrovi Krsti und Suschica wenn er von Sozialdemokraten ausgeübt wird, sonst beileibe An Rußland ausgeliefert wurde der in werden von dem arnautischen Räuber Teiza Muschic bedroht, nicht. Dies geht wieder aus einer Aufforderung der Bäcker. Breslau vor einiger Zeit verhaftete angebliche Anarchist der von den Einwohnern eine Art Steuer verlangt, widrigen innung zu Liegnig hervor, in der sie durch die Bäcker- Zeitung" Rapczat. falls er in die Dörfer kommen werde, einige Männer tödten und alle hochgeehrten Kollegen Deutschlands bittet, von der dortigen Vieh wegtreiben werde. Stadtmühle tein Mehl zu entnehmen, weil diese einen Theil ihres Halbfabrikates in einer eigenen Brotfabrik verbraucht und T " Desterreich. Die in Kairo erscheinende„ Egyptische Rorrespondenz" badurch den Junungsmeistern anscheinend empfindliche Rowei Fabre, einen Mouat und acht Tage gedauert. Eingestellt Die Bilanz des Prager Ausnahmezustandes zieht die Wiener Arbeiter- Zeitung": Der Ausnahmezustand bat schreibt: In den letzten Tagen haben verschiebene türkische furrenz macht. weden fieben Zeitungen; der dreistündigen Zensur wurden vierKriegsschiffe mit mehreren tausend Soldaten den Suezkanal München, 28. Oktober.( Cig. Bericht.) Die Geftupften" undzwanzig Blätter unterworfen, darunter ein deutschnationales paffirt, welche zur Landung in Arabien und zwar hauptsächlich von Fuchsmühl fupsen. Im Landtag wird seit drei Tagen über und zehn sozialdemokratische. Der Annahmezustand war nur im Hedjas bestimmt sind. Egypter, welche aus Arabien zurück die sogenannte Ruhpoldinger Petition um Abänderung formell auf Prag begrenzt; in Wirklichkeit reichte gefehrt sind, wissen von Unruhen zu erzählen, welche fich unter des Forst- und Jagdgefeges, fowie über einen bezüglichen weiter. So wurde in Rolin fünf Zeitungen die Herausgabe den Wahhabiten bemerkbar machen und gegen die Herrschaft des klerikalen und liberalen Antrag diskutirt. Echon in der vorigen verwehrt, die sich bis nach Brünn flüchten mußten. Sultans gerichtet sein sollen. Wie dieselben ferner berichten, Session des Landtages( vor zwei Jahren) wurden Verhandlungen fort nach der Verhängung wurde die Thätigkeit er viel Gobc3 Gewerkschaftliches. Jn Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allem solche über Ausstände oder Aussperrungen, müssen fiets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. Jungczechen Klubs fiftirt und fiebzehn politische Vereine ein- fann, sehr geneigt, bei allen solchen Ruheftörungen an planmäßig Wohnungsuntersuchungen in der Schweiz. gestellt. Nicht weniger als 218 Vereinen wurde aufgetragen, daß vorbereitete und geleitete Ausschreitungen zu denken, welchen Winterthur hat die Gesundheitskommission, ber sie ihre Versammlungen drei Tage früher anmelden müffen, den sofort mit den schärfsten Mitteln zu begegnen sei, um dieselben das sozialistische Stadtrathsmitglied Ernst angehört, die Vorübrigen wurde die Frist mit zwei Tagen festgesetzt. Auch die nicht zu einer Gefahr für die öffentliche Ordnung werden zu nahme einer Wohnungsuntersuchung beschlossen.- Auch in Ausschußsizungen mußten bei der Behörde angemeldet werden, laffen. Namentlich scheinen einflußreiche Stellen in Berlin der Bern steht eine Wohnungsenquete in Aussicht. die dazu sodann Regierungsvertreter sendete. Die Auflösung Meinung zu huldigen, daß bei solchen Dingen überall die von Vereinen war damit noch nicht erschöpft; es wurden noch Sozialdemokratie ihre Hand im Spiele habe, und daß acht politische und sechs studentische Vereine vernichtet. Die daber, mangels eines Ausnahmegesetzes, von vornherein alles eigentliche Arbeit leistete allerdings das Ausnahmegericht. aufgeboten werden müsse, was im Rahmen der bestehenden Es tamen 72 Anklagen mit 179 Angeklagten zur Verhandlung. Gesetze geschehen kann, um jeden Erzeß im Keime zu ersticken. Die höchsten Strafen erlitten ein fiebzehnjähriger Schlofferlehrling Es ist daher ausdrücklich festzustellen, daß die Untersuchung und ein sechzehnjähriger Arbeiter wegen Hochverraths; die blut- und Verhandlung über den Mülheimer Krawall feinerlei Spur jungen Leute wurden beide zu je zwölf Jahren schweren Kerters von sozialdemokratischer Anreizung oder Beeinflussung der Beverurtheilt. Danach tamen Strafen für Hochverrath von 11 und theiligten ergeben hat. 10 Jahren. Insgesammt verhängte das Ausnahmegericht an Strafen 258 Jahre 5 Monate 35 Tage. Von politischen Straffällen waren wegen Hochverraths 30, wegen Störung der öffentlichen Ruhe 91 und wegen Aufreizung u. dergl. 20 Menschen angeflagt. Davon wurden lediglich zwölf freigesprochen, von den anderen Angeklagten nur drei, so daß auf 179 Angeklagte 164 Schuld sprüche fallen. Von den im Omladinaprozeß Verurtheilten schmachten noch vierzehn im Kerker, drei Verurtheilte starben im Rerter; einen erlöste der Wahnsinn von seinen Leiden. Es ist eine reiche Saat von Noth und Schrecken, die von dem Ausnahmezustand ausging und doch für die Urheber der Maßregeln, die Regierung, eine schwere Niederlage bedeutet. Die Finanzlage. Das vom Finanzminifter dem Abgeordnetenhause vorgelegte Budget für 1896 weist ein Ge, Abgeordnetenhause vorgelegte Budget für 1896 weist ein Geſammiterforderniß von 662 691 582 Gulden und eine Gesammt bedeckung von 662 902 808 Gulden auf; es verbleibt daher ein Ueberschuß von 211 226 Gulden, somit im Vergleiche zum Jahre 1895 ein um 173 617 Gulden höherer Ueberschuß. Aehnlich wie im Vorjahre wir auch im Jahre 1896 die Heranziehung von 3 Millionen Gulden für Tilgung der Staatsschuld aus den laufenden Einnahmen in Aussicht genommen. Der Finanzminister Bilinski anerkannte in seiner Programmrede die Dringlichkeit der Regelung der durchaus unzulänglichen Pensionen der Wittwen und Waisen von Staatsbeamten und stellte die Reform der Gehälter der Beamten, Hilfsbeamten und Diener mit dem 1. Januar 1897 in Aussicht, ebenso wie er seine Bereitwilligkeit zur Aufhebung des fleinen Lottos erklärte, wofern das Haus die erforderliche Summe bewilligte. Bei der Steigerung der Ausgaben steht in erster Linie die Landwehr mit einem Mehrerfordernisse von 11/3 Millionen Mart. Frankreich. Eine Liste der bestochenen. ,, Südbahn= Parlamentarier" veröffentlicht der Figaro": Es ist ein Verzeichniß jener Parlamentarier, die als Mit glieder des sogenannten Syndikatz für die Begebung der Südbahn- Schuldscheine aus den drei Millionen des Sydikatgewinns Antheile bezogen. Es bekamen: Abgeordneter Passy 12 500, Der Leipziger Maurerstreik war durch Vermittelung des Gewerbegerichts als Ginigungsamt u. a. auf der Grundlage beigelegt worden, daß die Unternehmer von Anfang Oktober an Man sollte sich, wie auch bei dieser Gelegenheit aus: 48 Bi. Mindesstundenlohn zahlen sollten. Die Maurer baben gesprochen werden mag, überhaupt hüten, überall nun durch eine Umfrage die erfreuliche Thatsache ermittelt, daß den Sozialdemokraten oder Anarchisten zu diese Abmachung im wesentlichen respeftirt worden ist. Von wittern. Der Sozialdemokratie geschieht damit nicht selten 1077 Gehilfen bekamen 741 Mann 43 Pf., 104 einen höheren lurecht, und ganz gewiß verleiht man ihr durch diesen be- Stundenlohn und nur 32 hatten weniger Lohn, nämlich 42, ständigen Hinweis auf dieselbe eine Bedeutung, welche sie nicht 40 und 38 Pf. Der Streit hat 16 597 M. gekostet, 18 910. hat, speziell in der Rheinproving nicht hat. Lassen wir uns tamen ein, so daß dem Unterstüßungsfonds der Maurer ein doch nicht nervös machen, sondern sehen wir den Dingen ansehnlicher Ueberschuß überwiesen werden konnte. ruhig ins Gesicht. Hätte man die Mülheimer Vorgänge mit etwas Der Ausstand der Leipziger Maler und Lackirertälterem Blute betrachtet, so würden diefelben nicht in folchem Maße aufgebauscht worden gehifen kostete rund 3600 M. Der Ausstandskasse blieb ein Ueberschuß von ca. 400 m. fein, und man hätte nicht in weiten Kreisen unferes Vaterlandes längere Zeit unter dem Eindruck gestanden, In Nürnberg ist die Lohnbewegung der Töpfer beendet; als ob die Bevölkerung der der Hauptstadt der Rheinproving nur mit zwei Firmen ist noch keine Einigung erzielt. gegenüberliegenden guten Stadt Mülheim reif für die Revolution sei. So stehen die Dinge denn doch glücklicherweise nicht. Radaubrüder giebt es dort, wie überall in größern Orten, aber die Leute, welche an der Landungsbrücke der kleinen Dampfboote sich versammelten, theils aus Neugierde, theils um ihrem Mißfallen über das Konkurrenzgebahren der einen Gesellschaft Ausdruck zu geben und für die andere zu demonstriren, waren weit entfernt Es fann nur davon, den Staat Preußen umstürzen zu wollen. mit Genugthuung begrüßt werden, daß der Spruch des Schwurgerichtes diese Auffassung bestätigt hat." Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Lohnbewegung in der Schweiz. Die Beamten und Ange ftellten der schweizerischen Sentralbahn haben für ihre Lohnforderungen über 1400 Unterschriften zu= fammengebracht. In Basel wurde dann eine Kommission zur Uebergabe der Forderungen an die Direktion gewählt. In der Uhrenschalen Fabrik des Herrn Girards child in Grenchen( Solothurn), der in dem großen Uhrenarbeiter Kampfe der Führer der Fabrikanten war, legten am 9. Oktober sämmtliche Arbeiter die Arbeit nieder, weil der Fabrikant darauf beharrte, zu niedrigeren Preisen als den im Tarif angesetzten arbeiten zu lassen. Die Forderung der Arbeiter lautet: Ehrliche Innehaltung des von Herrn Girard selbst unterschriebenen Tarifs. 500 Berglente des Kohlenwerkes 2evant bu Flenu in Belgien haben die Arbeit eingestellt, um eine Lohnerhöhung durchzusehen. Gerichts- Beitung. " Bei der Gemeinderathswahl in Hechtsheim bei Mainz wurde bei sehr reger Wahlbetheiligung unser Partei genosse Anberhub zum Gemeinderath auf neun Jahre gewählt, während Genosse Bauer mit zwei Stimmen gegen den ultramontanen Gegenkandidaten in der Minorität blieb. Ein Muster- Dienstherr. Das leidige Kapitel der„ Herr. Polizeilich aufgelöst wurde in Rendsburg eine schaften" wurde gestern in einer Verhandlung vor der 129. AbBoltsversammlung, als die Referentin Frau Ihrer auf die bekannte Aeußerung zu sprechen kam, wonach der Soldat theilung des Schöffengerichts eigenartig illustrirt. Angeklagt war die Pflicht haben soll, unter Umständen auch auf Vater und das Dienstmädchen Louise Anders, unter der Beschuldigung, daß Mutter zu schießen. sie während ihres Dienstes bei einem Subaltern Beamten Carl Schicht, Redakteur des„ Norddeutschen Volksblatts" in Vom Schöffengericht in Jever wurde Genosse zweimal ein Ei zum alsbaldigen Gebrauch sich an50 C., diese drei in ihrer Eigenschaft als Verwaltungsraths- Bant, wegen Beleidigung eines preußischen Gendarmen zu vier. beträge veruntreut habe. Der„ Diensiherr", der den Strafantrag Mitglieder des Credit Industriel, der eine der Banken für die zehn Tagen Haft verurtheilt. Bemerkenswerth ist, daß der Amits- gestellt hatte, will sich insofern von der Richtigkeit seines VerAusgabe der Schuldscheine war, ferner die Abgeordneten Jules anwalt Hoyer, der die Anklage vertrat, als für den Angeklagten des veruntreuten Geldes Nachfrage in den betreffenden Geschäften dachts überzeugt haben, als er die Eier nachgezählt und wegen Roche 26 000, Rouvier 6750, Etienne 3000 und Deloncle 5000 Fr. erschwerend angesehen wissen wollte, daß die Vorgänger gehalten haben will. Rechtsanwalt Dr. Ha afe unterzog aber Wir begegnen da, wie die„ Boff. 3tg." schreibt, einigen vom Panama- des Angefagten Redakteurs und der Verleger Skandal her nur allzu wohlbekannten Namen, Jules Roche und des Blattes schon wiederholt bestraft worden seien. Da oben den Beugen einem scharfen Kreuzverhör, in welchem dieser zuRouvier. Beide sind ehemalige Minister und Checkempfänger, im Volts: scheint's auch schon zu sächseln! geben mußte, daß er öfter total betrunken nach munde Nonlieus genannt, weil in der Panamasache das Gerichtsverfahren wider sie aus Formgründen eingestellt wurde. Bein- war, soll Genosse Nathusiu3 in Stettin, der frühere Wirthschaftsgeld nicht gegeben habe. Durch einen Artikel, worin der Militarismus kritisirtause gekommen sei und seiner Ehefrau regelmäßiges lichen Eindruck wird es machen, daß unter den Geldempfängern verantwortliche Redakteur des„ Voltsboten", Einrichtungen des Unterschlagung und Entwendung von Lebensmitteln zum als Der Staatsanwalt beantragte das Schuldig wegen der Südbahn auch die Herren Etienne und Deloncle vorkommen, Staates verächtlich gemacht haben. Der Staatsanwalt wünschte baldigen Gebrauch". Persönlichkeiten, deren Unantastbarkeit bisher niemand in Zweifel ihn dafür zwei Monate lang hinter Schloß und Riegel. Das sprechung, da die Sache in teinem Falle genügend aufgeklärt Der Vertheidiger beantragte die Freigezogen hat. Landgericht erkannte aber nur auf 50 M. Geldstrafe. Der Prozeß jei. In einem Haushalte, wo der Mann betrunken und die Afrika. hat eine interessante Vorgeschichte. Der betreffende Artikel war Frau nicht im Besize von Wirthschaftsgeldern sei, gehe Rongostaat. Ueber das Treiben des Kapitän vom Voltsboten" am 6. Oftober v. J. veröffentlicht worden. es etwas drunter und drüber, so daß das Dienst Lothaire sickern immer mehr diskreditirende Einzelheiten Der Staatsanwalt wollte anfe zwei, und so war Genosse selbst etwas zum Effen zu nehmen und sich an Geld, das sie in zurückgekehrten Heizers Thomas Bradley vor. Seine Er Herbert wegen Beihilfe angeilagt. Die Beschlußkammer die Hände bekommt, für Auslagen, die sie machen mußte, schad= fahrungen mit Kapitän Lothaire waren nicht angenehmer Natur: des Landgerichts lehnte aber die Eröffnung des Hauptver los zu halten. Der Gerichtshof erkannte in diesem Sinne auf äußerst schlechte Belöftigung. Als er und seine Kollegen, zwei fahrens gegen Herbert ab. Hiergegen legte der Staatsanwalt Freisprechung. Bedauerlicherweise wagt der Bericht Norweger und ein Amerikaner, in Boma den Kapitän Lothaire Berufung ein. Da inzwischen der Reichstag eröffnet worden erstatter aus irgendwelchen Rücksichten nicht, den Namen dieses um Bahlung ihres rückständigen Lohnes angingen, ließ war, so vertagte das Ober- Landesgericht die Entscheidung. musterhaften Dienstherrn der Deffentlichkeit preiszugeben. ihnen Rapitän Lothaire ihre Hütten anzünden. Der Später hob es die Entscheidung der Strafkammer auf und ordnete Amerikaner fragte den vor der Hütte stehenden Kapitän eine eingehende Beweisaufnahme an. Lothaire: Ist das unser Dant, ist das unsere Bezahlung?" Sofort zog Kapitän Lothaire feinen Degen und be fahl seinen schwarzen Polizisten, den Frager zu packen. Dann ließ Lothaire ihn an einen Baum binden und bearbeitete ihn mit feinem Degen. Mehrere Hundert Polizisten waren dabei. Widerstand nützte also nichts. Als er losgebunden wurde, konnte der Amerikaner vor Schmerzen nicht reden. Was war zu thun? In Boma gab es feine Berufung. Nach vielen Beschwernissen langten der Engländer und die beiden Norweger in Loango an, von wo der französische Konsul den Bradley nach Old Calabar sandte. Dort erzählte Bradley dem Gouverneur Six Claude Macdonald das Benehmen Kapitän Lothaire's. durch. Neuerdings liegen Mittheilungen eines vom Kongo frieden sein, sondern verlangt het nit einem Opfer nicht zu mädchen oft, um nicht zu verhungern, genöthigt sei, sich " Weber den Krawall in Mülheim spricht sich die Kölnische Bolts- Beitung" auf grund der während der Gerichtsverhandlung gemachten persönlichen Beobachtungen folgendermaßen aus: , Das Urtheil ist so ausgefallen, wie diejenigen, welche die Verhandlungen aufmerksam verfolgt haben und überhaupt den Verhältnissen näher stehen, es erwarteten: eine Anzahl Freisprechungen, einige Verurtheilungen wegen groben Unfugs, Sachbeschädigung und Körperverlegung, aber Zurückweisung der Antlage in soweit dieselbe auf Landfriedensbruch und Rädelsführerschaft dabei, Auflauf und Aufruhr gerichtet war. Diese hat dann stattgefunden und darauf wurde das Verfahren gegen Herbert aber Depelden und letzte Nachrichten. mals eingestellt. Die Anklage lautete ursprünglich auf Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen und Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten. Letzteres Vergehen schied die Beschlußkammer aus und so blieb nur noch die Verächtlich machung von Staats einrichtungen" übrig. " Die Verhandlung wurde vom Landgerichts- Direktor Leh mann geführt; die Auflage vertrat Staatsanwalt Dr. Dürbig, den Angeklagten Rechtsanwalt Hofmann. Auf Antrag des Staatsanwaltes wurde die Deffentlichkeit während der Dauer der Verhandlung ausgeschlossen. Riel, 24. Oktober.( Privatdepesche des Vorwärts"). Das Kriegsschiff Württemberg ist Vormittags mit eigener Dampfkraft Gedockt ergab das Schiff bei der in den Hafen eingelaufen. esichtigung, daß der unterste Doppelboden auf 15 Meter unterm Seelraum mehrfach aufgerissen ist. die Aus Leipzig wird uns geschrieben: Wegen MajestätsWien, 24. Oftober.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Der beleidigung hatte sich am Donnerstag vor der vierten Straffammer des Landgerichts Leipzig der verantwortliche Redakteur erste Redner in der Debatte über das Regierungsprogramm der der Neuen Wurzener Zeitung", der 23 Jahre alte Führer der Liberalen Graf Kuenburg konstatirt den sympathischen Genoffe Buchdrucker Otto Hermann Weichelt aus Altenberg Eindruck der Aeußerung des Ministerpräsidenten über die Stellung zu verantworten. Gelegentlich der Ansprache des Kaisers auf des deutschen Volkes, der Schutz des religiösen Gefühls in der dem Paradediner an die Garde- Offiziere brachte die Neue großen Zahl der Konfessionen sei wohlbegründet, doch nur im Wurzener Zeitung" in ihrer Nr. 106 vom 6. September Rahmen des Staatsgrundgesetzes. Da die Regierung selbst dieses Jahres einen Artikel mit der Spigmarke„ Was den Verdacht Verdacht reaktionärer Bestrebungen zurückweise, beist eine Rotte?" In diesem Artikel soll die Beleidigung ent ftebe fein Gegensas zu der liberalen Partei. dem In halten sein. der wirthschaftlichen Programm Regierung jehle der Hinweis auf MittelInteressen der flassen. Gegenüber der Regierung werde die deutsche Linke Der Redner der Jungeine freie Stellung einnehmen. czechen Herold erklärt, die böhmische Frage bleibe der Angelpunkt der österreichischen Politit. Die Zustände in Böhmen Weichelt wurde zu sechs Monaten Gefängniß ver- feien durch die Nichtdurchführung der sprachlichen Gleichurtheilt. Die Einziehung der zur Herstellung des Artikels be- berechtigung verschuldet, die Stellung der deutschen Sprache nuzten Formen und Platten, sowie die noch vorhandenen auf allen Gebieten sei gegen das Gesetz. Die Verschiedenheit der Exemplare der Nummer 106 der Neuen Wurzener Zeitung" Biele der Regierung und des böhmischen Voltes nöthigten Wir sind überzeugt, die Meinung der weitesten Kreise, auch wurde verfügt. In der Begründung des Urtheils ist ausgeführt, die Jungczechen zur Opposition, soll diese aufder besonnensten, auf die Wahrung der staatlichen Autorität daß die Kaiserrede sich auf einen Theil der gegeben werden, müßte die Regierung den Stein des Anstoßes bedachtesten auszusprechen, wenn wir sagen: diese Sache Sozialdemokratie und zwar auf den Theil, der hoch- vorher beseitigen. Der Führer der Konservativen, Hohenwart, Erklärung des gehörte überhaupt nicht vor das Schwurgericht, verrätherische Biele verfolgt, bezieht. Ob ein solcher Theil besteht begrüßt, die Ministerpräsidenten als sondern im allgemeinen vor die Schöffen, bezüglich des einen oder nicht, ist gleichgiltig. Gerade darin, daß der Artikel diesen Theil das Programm einer starten, zielbewußten Regierung, welche jetzt Die Partei des Redners blicke der oder anderen Beschuldigten vor die Strafkammer. Auf die der Rede ignorirt und sie auf alle Anhänger der Sozial- mehr als je noth thue. Genefis des Mülheimer Krawalls eingehender zurückzukommen, demokratie, auch die harmlosen mit eingerechnet, bezieht Thätigkeit der Regierung mit Vertrauen entgegen.( Beifall im liegt keine ausreichende Veranlassung vor. Aber daran kann ein und dem Kaiser Vorwürfe macht, liegt die Beleidigung. Zu Bentrum). Der Sprecher des Polenklubs Zalesti charakterisirt Ministerium als ein streng tonftitutionelles, nichtZweisel nicht wohl obwalten, daß die Triebfeder der haupt- gunsten des Angeklagten hat man bei der Strafausmessung berück- das jächlich Betheiligten, die leider namentlich in der heranwachsenden sichtigt, daß W. noch unbestraft ist, zu seinen ungunsten die Gröb- parlamentarisches, dessen Programm in teinem Punttein Jugend start verbreitete Lust am Radau, nicht aber eine ver- lichkeit der Beleidigung und namentlich auch, daß er sich für Geld Widerspruch stände mit den Grundsäten der brecherische Gesinnung war, wie die Paragraphen des Straf- zum Sigredakteur einer Zeitung hergiebt. Woher weiß das Ge- Polen, zumal sie dem Chef der Regierung, dessen bisherige Wirksamkeit sie genau tennten, größtes Vertrauen gesetzbuches über Aufruhr und Landfriedensbruch dieselbe voraus- richt dies? fegen. Der Folgen ihres Verhaltens waren wohl die meisten der unter Anflage Gestellten sich schwerlich voll bewußt, so daß schon die Verweisung vor das Schwurgericht als eine Strafe erscheint, welche über das Verschulden hinausgeht. Die Polizeibehörde hat bei den Mülheimer Vorgängen eine recht undankbare Rolle gehabt und das eine oder andere Organ hat diese Rolle in feineswegs vorwurfsfreier Weise gespielt, wobei allerdings berücksichtigt werden muß, daß die Polizei Organe aufs schwerste gereizt und auch thätlich beleidigt worden sind. Bei geschicktem Vorgehen der örtlichen Behörden würde sich eine solche Ausdehnung des Krawalls wohl haben vermeiden lassen, und insbesondere würde die Erbitterung der Massen schwerlich einen Grad angenommen haben, durch welche allein die spätern Ausschreitungen erflärlich werden. Auch in dieser Beziehung verweisen wir auf die ausführlichen Sitzungsberichte. Leider sind bei dem polizeilichen Einschreiten, wie das in solchen Fällen fast regelmäßig zu geschehen pflegt, auch ganz Unbetheiligte und Unschuldige zu Schaden gekommen. - In Plauen i. V. wurden zwei Parteigenossen, die bei entgegenbrächten.( Lebhafter Beifall bei den Polen.) Für die einer Flugblattvertheilung am Sonntag vor der Landtagswahl chriftlich- sozialen Antisemiten sprach Pattai er erklärt der Revom Gendarm notirt worden waren, auf die Kriminalabtheilung gierung gegenüber eine abwartende Stellung einder Polizeiverwaltung zitirt und dort ausgefragt, ob, wann und zunehmen. Der Slovene Ferjancie und der Nuthene Barwinski wo sie beim Militär gestanden hätten; einer, der Soldat gewesen erklärten, die Haltung ihrer Parteien werde sich na ch Hierauf ist, wurde noch ausgehorcht, ob er einem Militärverein angehöre. der Thätigkeit der Regierung richten. Was solche Sachen die Polizei angeben, wäre ein Räthfel, wenn wurde die Debatte abgebrochen; die nächste Sigung findet man nicht vermuthen könnte, die fächsische Polizei solle nach dem morgen statt. Paris, 24. Oktober.( W. T. B.) Deputirtenkammer. Das Muster der russischen reorganisirt werden, zu deren Obliegenheiten es gleichfalls gehört, sich um alles mögliche zu kümmern. Haus und die Tribünen sind start besetzt. Jaurès interpellirt Ju Augsburg wurde der frühere Redakteur der über die Haltung der Regierung während des Streits in Carmang, Volkszeitung", Genoffe Breder, wegen Beleidigung des er kritisiet lange die Feindseligkeit Rességuiers dem Syndikate Kommerzienraths A. Buzz zu 25 M. Geldstrafe und den üblichen der Glasarbeiter gegenüber und spricht sich misbilligend über Nebenstrafen verurtheilt. Soziale Uebersicht. Das Münchener städtische Arbeitsamt soll am 1. Novbr. Man ist gegenwärtig, wo in breiten Voltsschichten zweifellos in Thätigkeit treten; leider scheint aber an Personal gespart zu eine gewisse Gährung besteht, die leicht zu Explosionen führen werden, was dem Institut sicher nicht zum Vortheil gereicht. den Zustand des Verhältnisses aus, die einem einzigen Menschen gestatten Tausende von Familien verhungern zu lassen. Refféguier babe sich geweigert, die Glasbläsereien wieder zu öffnen, nach em sich die Arbeiter unterworfen, und die Regierung habe noch ihre Agenten in Rességuiers Dienst gestellt, statt Neutralität zu beobachten. Sozialistische Deputirte hätten den Streifenden immer nur Ruhe gepredigt. Morgen Fortiehung der Debatte. Verantwortlicher Redakteur: Fris Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 250. " " Kommunales. nachmittags 5 Uhr. Bur heutigen Plenarberathung haben nun die Stadtvv. Mommsen, Michelet, Dr. Gerstenberg, Dr. Bergmann, Salge, Seibert, Weber, Winckler, Weiß und George beantragt, zu beschließen: Die Versammlung erklärt sich mit dem Antrage des Magistrats mit der Maßgabe einverstanden, daß der nicht in die dort bezeichnete Grenze fallende Theil von Rummersburg mit einzugemeinden, dagegen der Exerzierplatz der Berliner Garnison von der Eingemeindung auszuschließen ist." Freitag, den 25. Oktober 1895. = 12. Jahrg. f. 3. bei der ersten Berathung zu mir sagte: Rommit Berlin meinen dürfniß der Bebauung und Ausdehnung der Stadt eben ein Plänen entgegen, fo fann es auch ihm angenehme größeres gewesen ist als im Osten und Norden. Das Zerschneiden Stadtverordneten- Versammlung. Bedingungen stellen; machen wir ein Gesez gegen den Willen von Gemeinden ist ja gewiß ein schwieriges Problem, aber Berlins, so wird ein solcher Vorschlag im Abgeordnetenhause der Regierungspräsident selbst hat uns diesen Vorschlag an die Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 24. Oktober, mit Pauken und Trompeten entgegengenommen.( Bewegung und Hand gegeben; auch bildet die Ringbahn schon heute eine sehr Hört! hört!) Der Magistratsantrag fällt im wesentlichen mit deutliche Grenze zwischen Berlin und den Vororten. Die StadtVorsteher Dr. Langerhans gedenkt mit anerkennenden dem zusammen, was das Ministerium selbst vorgeschlagen hat, vertretung ist doch aufgefordert, vom Standpunkte des Interesses Worten der Verdienste der jüngst verstorbenen langjährigen Stadt- und darin steckt auch die getadelte 3erschneidung, die der Stadt Berlin die Frage zu beantworten, ob und wie weit verordneten und Stadträthe Stredfuß und Beeliz. Die also doch auch den betreffenden an dem Vorschlage be- eine Infommunalisirung zweckmäßig sei. Ueber das nach dieser Vorbereitung der Ersatzwahl für den letzteren wird dem bereits tbeiligten Staatsbeamten aller Instanzen bewußt ift. Richtung Nothwendige geht der Kairag des Ausschusses erheblich bestehenden fog. Stadtrath- Wahlausschusse übertragen. Nach meinen Erfahrungen ist eine Neigung dieser Staatsbeamten, hinaus. Auf der Tagesordnung steht heute zunächst die Berathung das Interesse der Umwohner zu gunsten des Berliner Interesses Stadtv. Spinola schließt sich völlig dem Standpunkt des der Ausschußvorschläge zu der letzten Vorlage des Magistrats in zu schädigen, früher nicht hervorgetreten.( Heiterkeit.) Für die Stadtv. Singer an. Der Antrag Wallach bedeute einfach, daß der Eingemeindungs- Angelegenheit. Seit 1890 Ginverleibung der nördlichen Vororte spricht fein maßgebendes man wieder von vorne anfangen folle; man hätte dann wieder ſteht die Eingemeindungsfrage zur Erörterung, ist aber ihrer Interesse; der Ausschußantrag würde für den Norden und einmal 4-5 Jahre umsonst gearbeitet. Wolle man einverleiben, Lösung noch um feinen Schritt näher gerückt. Von der Ein- Nordosten eine unmögliche Zickzackgrenze ergeben. Der Antrag fo müsse man es im allergrößten Stil, um mindestens 50 Jahre gemeindung im großen Stil, wie sie die gemischte Deputation Singer will in großem Stil und in vollem Umfange Ruhe zu haben. Auch der Antrag Mommsen sei völlig feinerzeit( in ihrem Beschluß vom 15. März 1893) in Vorschlag einverleiben, er hält die Zerschneidung für ungerecht und schwer unannehmbar. Es stehe doch nirgends geschrieben, daß das brachte, ist man ganz abgekommen; die letzte Magistrats: ausführbar. Aber 1861, als Neu- Moabit, Wedding und Gesund- Weichbild Berlins nothwendig überall bis zur äußersten Grenze vorlage, die auch schon aus dem November v. J. stammt, nimmt brunnen einverleibt wurden, wollte die Versammlung mit Miethstasernen besetzt sein müsse. Man möge doch auch im als Grenze von„ Groß- Berlin" in der Hauptsache die ganz zu- von der Eingemeindung ganzer Ortschaften nichts wissen, Kostenpunkte nicht so ängstlich sein. En avant, Magistrat! fällige Kingbahnstraße in Aussicht, wodurch die Gebietstheile und nur der Umstand, daß wir dort als Gutsherr alle( Heiterkeit.) Charlottenburgs westlich der Ringbahn( ebenso wie diejenigen Pflichten, aber fein Steuerrecht hatten, schlug schließlich Stadtv. Dr. Langerhans: Es ist absolut nicht davon. nördlich der Hamburger Bahn, d. i. Nonnenwiesen und Pfeffer durch. Später find fleine Theile von Charlottenburg, Rixdorf, die Rede, daß ich und meine Gesinnungsgenossen wegen des luch) von der Inkommunalisirung ausgeschlossen und zahlreiche Schöneberg einverleibt worden, und die Frage der Berreißung" Geldpunktes für eine kleine" Eingemeindung sind. Wir halten Vororte, wie Rixdorf, Schöneberg, Wilmersdorf, Rummelsburg entschied der Minister kurz dahin, daß eine im öffentlichen In- eine große Eingemeindung für einen großen politischen Fehler. derart auseinandergerissen werden, daß die jenseits der neuen tereffe als nothwendig erkannte Bezirksveränderung niemals zur Alle umliegenden Orte und Herr Singer bezeichnet ja auch Grenze verbleibenden Theile lebensfähige kommunale Gebilde Erhebung von Entschädigungsansprüchen führen könne. Der An- feinen Antrag nur als das Nothwendigste- die blos der nicht mehr darstellen. Troßdem es auf der Hand liegt, daß eine trag Wallach würde an denselben Klippen scheitern, wie seinerzeit Geldkosten wegen einverleibt werden wollen, werden so unzureichende Einverleibung und eine so willkürlich und un- der Gefeßentwurf betreffend die Provinz Berlin. Der Antrag nachher in Groß Berlin Kirchthurmpolitik der schlimmsten zweckmäßig gezogene Grenze die Frage nicht löst, sondern ihre Mommsen ist dem Magistratsantrage so sehr angenähert, daß der Art treiben. Ich bin durchaus Anhänger des AnLösung nur hinausschiebt und erschwert, hat das Magistrats- Magiftrat ihn zu akzeptiren keinen Augenblick anstehen würde. trages Wallach. Der Herr Oberpräsident hätte ich beinahe projekt im wesentlichen doch die Zustimmung des Ausschusses( Heiterfeit.) gefagt, das soll erst kommen der Herr Oberbürgermeister gefunden, der in den ersten Wionaten dieses Jahres sich Stadtv. Singer: Ich vermisse gleichmäßig im Antrag( Große Heiterkeit) hat vorher eine Aeußerung des Ministers mit der Berathung desselben befaßte. Er gelangte schließlich Mommisen und im Magistratsantrage die großen Gesichts- Herrfurth zitirt. Ich traue feinem Minister zu, daß dazu, der Versammlung die Annahme der Vorlage mit der punkte, von denen diese Frage zu beurtheilen ist. Bon er lediglich aus dem Gefühl Der Animosität gegen. Modifikation zu empfehlen, daß aus dem nach der Vorlage zu Wärme" hat freilich auch der Referent nichts merken Berlin heraus zu einer unzweckmäßigen Gestaltung der Eininkommunalisirenden Gebiet das Tempelhofer Feld ausgeschieden laffen, er war augenscheinlich bemüht, dem Ausschußantrag gemeindung sich veranlaßt sehen könnte. Redner bedauert dann werde, dagegen Reinickendorf, Pankow, Weißensee und Neu- eine möglichst nette cichenrede Lcichenrede zu halten. Der Ein- lebhaft, daß 1876 das Gesetz wegen der Provinz Berlin nicht zu Weißensee sowie das Gebiet von Rummelsburg außerhalb der verleibungsgedanke ist durch die Verhältnisse so lebendig ftande gekommen sei. Mit der großen Einverleibung gelange Schlesischen bezw. Ringbahn in die Eingemeindung einbegriffen geworden, daß über kurz oder lang eine Entscheidung man zu einer Gemeinde, die sich nicht mehr verwalten laffe. Die würden. Einer weitergreifenden Jnkommunalisirung widerstrebt mit getroffen werden muß. Die Frage steht unter einem Wohlfahrtseinrichtungen würden bei einer Konstruktion nach Art der. dem Magistrat auch die Mehrheit des Ausschusses in der Be- ungünnigen Stern. Die wechselvolle Stellung der Regie- Proving Berlin am besten fahren. fürchtung, daß die Kostenfrage eine unliebsame Bedeutung ge- rung, die wechselnden Auffassungen jedes neuen Ministers Stadtv. Schulz I will in den Antrag Singer auch winnen fönnte, hauptsächlich aber deshalb, weil man auf dieser und Ministerial Dezernenten belasten die Lösung dieser Wilhelmsberg und Hohen- Schönhausen aufgenommen wissen. Seite die bisherige kommunale Selbständigkeit Berlins bedroht Frage mit einem schwülen Truck. Aber dieser Umstand und die( Heiterkeit.) glaubt und für Groß- Berlin" bereits den staatlichen Spree- fleine" Auffassung des Magistrats sollten die Versammlung Ueber den Antrag Singer und den Ausschußantrag wird. präfekten nach dem Muster des Pariser Seinepräfetten nicht beirren, sondern sie gerade veranlassen, für sich den namentliche Abstimmung beantragt. tommen sieht. Am 30. Mai cr. sollten die Aus- Ruhm in Anspruch zu nehmen, eine Frage von solcher Be- Darauf wird ein Schlußantrag angenommen. schußanträge das Plenum beschäftigen; auf Antrag deutung nicht blos vom Standpunkte finanzieller Engherzig- Nach längerer Geschäftsordnungs- Debatte über die Reihen. Spinola besdloß man jedoch wieder einmal die Vertagung feit und fonservativer Behäbigkeit zu behandeln. Berlin folge der Abstimmung wird zuerst die Entscheidung über den der Angelegenheit bis Ende September, weil die Präsenz hat nicht das Recht, dabei bloß seine Intereffen zu vertreten. Antrag Singer herbeigeführt, nachdem das Amendement Schulz I der Versammlung( 4 Wochen vor dem Beginn der üblichen Ferien- Aber wir müssen eingemeinden nicht blos im Interesse der Nachbar- gegen wenige Stimmen abgelehnt ist. Der Antrag Singer pause!) schon allzu gelichtet schien. Ende September wurde gemeinden, sondern auch im hygienischen Interesse Berlins selbst, fällt mit 58 gegen 56 Stimmen. neuerdings mit Rücksicht auf den Urlaub des Oberbürgermeisters sonst nüßen uns alle die Millionen nichts, die wir für die Der Ausschußantrag wird mit 71 gegen 43 Stimmen Vertagung beschlossen. Kanalisation ausgegeben haben und noch jährlich an Zuschüssen angenommen. Damit sind die übrigen Anträge hinfällig leisten. Weiter aber ist Berlin die Urheberin des Wachsthums geworden. der Vororte und auch der ganz erheblichen Steigerung der Lasten Aus der Fülle der sonstigen Gegenstände werden hierauf nur derfelben, wir fönnen nicht verantworten, wenn wir die An- noch einige wenige erledigt. siedelung von Massen Unbemittelter in den Vororten be= Der Verein Heimathbaus für Töchter höherer Stände" at wirken, diesen die Laften aufzuhalsen, während wir den das der Stadtgemeinde Berlin gehörige Grundstück Gitschiner Nugen von der Arbeit dieser Leute zur Hebung des Straße 104/105 jezt geräumt. Die Gebäude sollen zur Errichtung Wohlstandes von Berlin beziehen. Ich hoffe, daß hier eines städtischen Hilfskrantenhauses benutzt werden. der Versammlung diese volkswirthschaftlich hygienischen Die nöthigen Erneuerungen, Umbauten, Ginrichtungen 2c. beDagegen lautet em Antrag des Stadtv. Singer: Gesichtspunkte höhere Würdigung finden werden als anspruchen einen Kostenaufwand von 32 000 m. Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß, vor sie leider im Magistratskollegium gefunden haben. Gegen Die bezügliche Vorlage wird ohne Debatte angenommen. behaltlich der genauen Feststellung der Bedingungen, die Ein- meinen Antrag hat der Oberbürgermeister nicht viel Für die Vorbereitung der Neuwahlen zum Bezirks gemeindung der Vororte Reinickendorf, Pantow, Weißensee, vorgebracht. Ich halte es für ausgeschlossen, daß irgend ausschuß wird auf Vorschlag des Magistrats die Einsetzung Lichtenberg, Rummelsburg, Stralau, Treptow, Hafenhaide, ein gefeßgebender Fakior die Gemeinden auseinanderreißen wird, einer gemischten Deputation beschlossen. Rigdorf, Schöneberg, Deutsch- Wilmersdorf und Charlottenburg weil damit den Gemeinden, denen eine Erleichterung zu theil Der Antrag betr. Erweiterung der Schlesischen Straße ist im vollen Umfange erfolge." werden soll, das Lebenslicht ausgeblafen würde. Die Haupt- vom Magiftrat dahin angenommen worden, daß von dem Hiernach wollen die Erstgenannten auch von der Ein- differenz bilden aber die nördlichen Vororte. Hier will der be- Heckmann'schen Grundstück noch eine Fläche von 55 Quadratverleibung der nördlichen Voroite nichts wissen, während der geisterte Vertheidiger der Magistratsauffaffung, Herr Mommsen, meter im Wege der Enteignung erworben werden soll. Antrag Singer die widerfinnige Zerschneidung der aufgeführten wieder einmal die bedauerlicherweise dem Westen eingeräumte Die Versammlung tritt nach turzer Debatte diesem von dem Vororte zu verhindern bezweckt und auch die Eingemeindung Präponderanz noch weiter stärken. Kaum hat man angefangen Ausschuß für den Antrag Rosenow formulirten Antrag bei, wonach Osten weiter ausdehnen will. sich überhaupt auf die Bedürfnisse des Nordens nnd Ditens zu mit der Antrag Rosenow feine Erledigung findet. Der Haus- und Grundbesigerverein zu Friedenau hat befinnen, so tommt man wieder mit einer Verlegung des Die Angelegenheit wegen der Verlegung der sog. um Eingemeindung des Ortes petitionirt, ebenso ein Theil der Zentrums weiter nach Westen. Ich tayire die Mehrheit Kirchhofstraße in der Hasenhaide geht infolge einer Bewohner von Neu- Briz; desgleichen wünschen die Grund- der Versammlung dahin: Entweder auch auch Einverleibung Anregung des Stadtsyndikus Neubrint, der ein in der Sache befizer von Lichtenberg die volle Eingemeindung diefes der nördlichen und östlichen Vororte oder gar teine beim Magiftrat eingegangenes Schreiben der General- Intendantur Vororts. Einverleibung! Wir wollen eingemeinen, um uns die des Gardekorps zur Kenntniß bringt, an den betr. Ausschuß Außer den angeführten Anträgen liegt noch ein Antrag Zeit nicht über den Kopf wachsen zu laffen. Heute zurück. Schluß 3/49 Uhr. Wallach vor, die Vorlage und den Ausschußvorschlag abzulehnen fann Berlin ein gewichtiges Wort mitsprechen; find Sie unund den Magistrat aufzufordern, mit der Staatsregierung und fähig, die Frage derart zu behandeln, so werden Sie zu Dingen den betheiligten Vorortsgemeinden in Verbindung zu treten gezwungen werden, die, heute freiwillig gethan, das Ansehen behufs Schaffung eines größeren Kommunalverbandes, wobei und die Würde der Stadt vermehren würden. Der Antrag die Selbständigkeit der der einzelnen Achtung, fünfter Wahlkreis! Für den 39. Rommunal Kommunen Die möglichst Wallach würde die Eingemeindung illusorisch machen. aufrecht erhalten bleiben soll. Ausgaben werden so folossal nicht fein; hat doch noch Wahlbezirk ist unser Genosse Expedient Herzfeldt von der Referent Stadtv. Meyer führt in einem hifiorischen Rück- heute, 30 Jahre nach der Einverleibung, ber Gesundbrunnen unterzeichneten als Kandidat aufgestellt worden. trauensperson. blick aus, daß gegenwärtig von Begeisterung für die Gingemein- feineswegs alle weltstädtischen Einrichtungen! Und für Schulen dung mcht im Magistrat und auch nicht wohl in der Versamm- und Krankenpflege bringt ein Theil der Vororte das für jetzt Den Parteigenoffen von Wilmersdorf zur Nachricht, lung die Here sein könne. Aus der Vorlage des Magistrats genügende schon mit. Das Schreckgespenst des Spreepräfeften daß die Petitionslisten, welche die Errichtung eines Gewerbes flinge deutlich heraus: am liebsten inkommunalisiren wir gar schreckt uns nicht; die Städteordnung läßt Raum auch für die gerichtes befürworten sollen, am 1. November eingezogen werden. nicht; und im Ausschusse sei in erster Lesung die Selbstverwaltung des erweiterten Berlin. Nur kein Stück- und Speziell die Gewerbetreibenden ersuchen wir, sich recht Frage, ob überhaupt eingemeindet werden mit Flicwerk! Unser Antrag stellt das Minimum dessen dar, was zablreich in die Listen einzuzeichnen. Außer bei Klingenberg, 7 gegen 7 Stimmen verneint, erst in zweiter Lesung mit 8 gegen Berlin thun muß. Berlinerstr. 40 und bei Stabinsky, Badenschestr. 18, sind noch 7 Stimmen bejaht worden. Wie in dieser Frage, so habe auch Stadtv. Caffel tritt für die Ausschußanträge ein. Der für das Nürnberger Viertel Listen neu ausgelegt bei in allen anderen Fragen, der Frage der Inkorporirung der nörd Antrag Mommsen sei lediglich ein Antrag, die nördlichen J. Moriß, Nürnbergerstr. 25, sowie bei Wendt, Uhland und lichen Vororte, der Frage der Organisation der Zentralisation Vororte nicht einzuverleiben. Der Magistrat sehe die gauze Pariserstraßen Ecke. J. A.: Nerre. oder Dezentralisation die weitestgehende Meinungsverschiedenheit Frage als ein Uebel an, er möchte am liebsten gar nicht eingeherrscht. Die wirkliche materielle Entscheidung werde daher die verleiben und stimme einer Jukommunalisirung nur in be Bersammlung zu treffen haben. Die Bildung von Zweck schränkteftem Umfange und auch Deswegen u, um verbänden oder einer Proving Berlin sei allerdings wohl auseitig Unannehmlichkeiten feitens eines Berlin feindlichen Land Preußischen Oberpräsidenten aufgefordert worden, dafür Sorge als unzweckmäßig und unausführbar erkannt worden. Wie die tages aus dem Wege zu gehen. Richtig aber wäre, zu tragen, daß fortan eine strengere Durchführung der reichsEingemeindung durchgeführt werden solle, darüber müsse aller- daß dann der Magistrat entweder ablehnte, auf die Einverleibung da die Betheiligten bis jetzt Zeit genug gehabt hätten, sich mit dings die kommunale Vertretung Berlins der Regierung an einzugehen, oder die Frage fachlich nach dem Interesse der ge dem Inhalt und der Bedeutung des Gesetzes bekannt zu machen. nehmbare Vorschläge machen, wolle sie nicht ihre Selbständigkeit aufs fammten Bevölkerung der Stadt und der angrenzenden Ortschaften Die Uebergangszeit fei jetzt als abgelaufen zu betrachten. äußerste gefährden. Die Eingemeindung komme sicher einmal und entschiede, nicht nur lediglich nach der Rücksicht auf städtischen die Stadt dürfe sich von der Regierung damit nicht überraschen Landbesitz und dergleichen. Wir sind gespannt, ob damit auch auf die Sabbathschän Wenn er( Redner) für die Einlaffen. Die Einverleibung der nördlichen Vororte habe der gemeindung der nördlichen Vororte eintrete, so geschehe dungen bezug genommen worden ist, die im fönigl. Schloß, in Ausschuß beschlossen, da sie sämmtlich mit Berlin geradezu ver- dies nicht im Interesse dieser Vororte, sondern im Interesse der Gnadenkirche, in der Kirche mit der weggemeißelten Kameelwachsen seien und man in der That einen entgegengesetzten Be- der Bewohnerschaft der nördlichen Stadttheile Berlins, die an Inschrift u. s. w. unter den Augen frommer und frömmster schluß nicht verstehen könnte, der den Schwerpunkt Berlins völlig diese Vororte grenzen und denen jede weitere Verrückung des Christen verübt worden sind. Hat man auch an diesen Stätten in den Westen verlegen und das ganze Stadtbild verschieben Schwerpunktes der Stadt nach Westen Nachtheil bringen muß. feine Gelegenheit gehabt, sich rechtzeitig mit den fittlichen Faktoren Damit werde nicht etwa Kirchthurmpolitik getrieben; gerade das und gesetzlichen Bestimmungen, welche die Sonntagsruhe gebieten, Oberbürgermeister 3elle: Ich glaube, daß gerade in fachliche wohlverstandene Interesse der ganzen Stadt Berlin rechtzeitig vertraut zu machen? Das wäre doch gar zu komisch! dieser Materie der Worte genug gewechselt sind, ich gehe deshalb fordere diese Inkorporirung. Die Berliner Gewerbe- Ausstellung 1896 soll abends nur kurz auf die Hauptfrage: Soll überhaupt einverleibt werden Stadtv. Mommsen: Die Minderheit des Ausschusses still im Dunkeln liegen. In der am Mittwoch Nachmittag abs und warum? und auf die gestellten Anträge ein. Der Magistrat war doch groß genug, um auch im Plenum den Versuch unter- gehaltenen Gigung des geschäftsführenden Ausschusses ist, wie hat die Hauptfrage nach eingehenden Berathungen in dem durch nehmen zu lassen, seinen Standpunkt zur Geltung zu bringen. Die Berliner Ausstellungs- Zeitung" meldet, die Offenhaltung die Vorlage gegebenen Umfange bejaht; er hat geglaubt, daß im Gewiß will mein Antrag die nördlichen Vororte ausschließen und Abendbeleuchtung der Ausstellung abgelehnt worden. Es Südosten der Stadt das Interesse unseres Landbesitzes und die( Hört, hört!); die für diese Einverleibung vorgebrachten Gründe ist wohl anzunehmen, daß dieser krähwinkelhafte Beschluß, der ( Widerspruch.) Herrschaft über die Oberfpree entscheidend in betracht komme find haltlos. Man spricht von der Ver- auch die Arbeiterbevölkerung zum theil der Möglichkeit berauben und daß im übrigen das enge Verwachsen gewisser Stadttheile schiebung des Zentrums der Stadt: eine leere Phrase, da die würde, sich die Ausstellung anzusehen, nicht erufihat zu mit den benachbarten Vororten einen gewissen Grund abgebe Gingemeindung überhaupt nur nach praktischen Gesichtspuntten nehmen ist und baldigst wieder umgestoßen wird. Bleibt für die Eingemeindung, da gerade hier werthvolle Kräfte an zu erfolgen hat. Zwischen der Stadt und den nördlichen Vor- der Beschluß jedoch wirklich bestehen, so wird er den verIntelligenz und Vermögen der Stadt Berlin immermehr entzogen orten liegt eine breite noch völlig unbebaute Zone. Das Zentrum fchiedenen Tingeltangelunternehmungen auf der Ausstellung, die werden; er hat sich endlich erinnert, daß der Minister Herrjurth ist nach Westen verrückt weil im Westen und Süden das Be- sich schon Licht verschaffen werden, zu gute kommen. Man würde würde. = Tokales. Steine Sabbathschändungen mehr? Durch ministeriellen Erlaß find, wie ein Berichterstatter wissen will, nunmehr alle " ° dann Italien in Berlin" in zweiter Auflage erstehen sehen. Ob einigen Duhend Bürgern in die Stadtverordneten- Versammlung| zu gelangen, so scheint am schönen Strand der Banke plötzlich die zum Vortheil für den doch theilweise ernsten Zweck der Aus- gelangt sind, mit Vorliebe als Vertreter aller Klassen der Welt ein Ende zu haben. Fast mitleidsvoll plätschernd schlängelt sich stellung das dürfte allerdings zu bezweifeln sein. Berliner Bevölkerung, sehr im Gegensahe zu ihrem Verhalten dieser liebliche Fluß unter der Ueberführung der Nordbahn hindurch. Zur Beleuchtung der Gewerbe- Ausstellung. Wie wir bei gewissen Beschlüssen der Versammlung, das von einer Ver- Es giebt allerdings Mittel, um hinüberzugelangen. Entweder foeben aus zuverlässiger Quelle erfahren, werden wegen des ebenso tretung der Intereffen auch der besiglosen Klasse nichts man überflettert einen hohen Zaun und nach diesem den Bahnunverständlichen wie bedauerlichen Beschlusses des geschäfts- merken ließ. damm mit der Gefahr, überfahren oder sistirt zu werden, oder führenden Ausschusses der Berliner Gewerbe Ausstellung 1896, die Ausstellungs- Gebäude Echuluoth in Berlin. Der Magiftrat hat am 1. April man balanzirt über eine sehr steile gemauerte Böschung hinweg, die das Pankebett von dem Mauerpfeiler der Ueberführung am Abend erleuchten, eine Reihe von öffentlichen Werder 12. Realschule zur Benugung übergeben. Jufolge dessen sind die meisten der Armen, die hier angelangt find, insbesondere nicht zu 1895 einige Klassen der 81. u. 109. Gemeindeschule( Tilſiterstr. 4/5) trennt. Das letztere thun denn auch mit Lebensgefahr sammlungen in allen Stadttheilen geplant, um in ganz faum glaubliche Mißstände für die dortigen Gemeindeschüler Arbeiter, die mit ihrer Zeit geizen müssen und lieber den gefahr, energifcher Weise der Majorität des geschäftsführenden Aus- entstanden. Statt daß die Zahl der fliegenden Klassen" vollen als den bedeutend weiteren Weg einschlagen. Im Sommer, schusses flar zu machen, daß der gefaßte Beschluß unmöglich beseitigt wäre, ist sie verdoppelt. Die Klassen find beſtehen bleiben könne. Im übrigen hören wir, daß in allen überfüllt: fast burchgehends 69 Schüler figen in den Räumen der wenn gerade die Panke ſeicht ist, werden auf träftigen Armen a has an und Ausland versandten Propaganda machenden unteren Klassen. Die Kinder müssen auf den, insonderheit bei von Leuten, die hieraus einen Broterwerb machen, Greiſe, Frauen, Druckschriften besonders hervorgehoben ist, daß die Ausstellungs- Näffe, gesundheitsgefährlichen Korridoren und Höfen warten, bis Stinder und Rinderwagen durch bie Furth getragen; denn ballen bis in die späten Abendstunden beleuchtet sein werden, so die fliegenden Klassen" entleert sind. Die Räume tönnen nicht hin- es findet nämlich an dieser Stelle ein reger Verkehr von daß Berlin und die Ausstellung durch diesen neuesten Beschluß reichend gelüftet und gereinigt werden. Die Kinder können in der Ausflüglern statt. Und des Räthsels Lösung? Wie ist es möglich, bes geſchäftsführenden Ausschusses im Ansehen der ganzen Welt schlechten Luft nicht gedeihlich unterrichtet werben und die Lehrer daß derartige unglaubliche Zustände an der Weichbildgrenze, mit können nicht gedeihlich unterrichten. Und alle diese Mißstände zu uns auf Berliner Gebiet, bestehen können? Nichts einfacher wie das. Von der Art der Sühne, welche gewiffe Rohheits- gunsten der Gemeindeſchüler, die ihre ausreichenden Schulräume der Keine der vier Gemeinden fühlt sich verpflichtet, eine Uebervergehen nach der Anschauung einiger ſtaatserhaltender Gle- 12. Realschule haben abtreten müffen! Aber gewiß, Klassen- brückung der Panke herfiellen zu lassen. Ob das öffentliche mente finden sollen, giebt eine Lokalnotiz Kunde, die wir in einigen egoismus zu gunsten der besißenden Klassen ist feine Folge der Intereſſe darunter leidet oder nicht, was geht's uns an, so denken Blättern finden. Es heißt da: Sehr gemüthlich scheint sich ein Studiofus der hiesigen Diese horrrenden geschilderten Mißstände haben unsere Genossen leicht gehn Brüden gebaut werben fonnten, find heutigen Schulmifere. So behauptet wenigstens Herr Bertram. wahrscheinlich die Stadtväter und Dorfgrößen. Wenn nur das Geld hübsch im Sacke bleibt! Unsummen, von denen viel= Universität das Leben auf der Festung gedacht zu haben. Wegen im rothen Haus zu folgendem Antrag veranlaßt: 3weikampfes auf Pistolen verbüßen gegenwärtig drei Studenten wurde auf Verjährung der Baupflicht erkannt, und so werden moet hier je drei Monate Feftungshaft, stud. jur. Rubenstein in da" Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen: wegen dieser Verpflichtung verprozessirt worden; schließlich eine Anzahl Klassen der 81. und 109. Gemeindedie guten Berliner Weichselmünde, stud. techn. Lehmann in Ehrenbreitenstein und schule für Schüler der 12. Realschule in Anspruch genommen hier vielleicht noch im Jahre 2000 Studiofus Geske in Magdeburg. Studiofus Rubinstein von der ist, da ferner hierdurch ein Theil der zum Bezirk der 81. und ſtehen und die Köpfe schütteln und sich erzählen von der Landsmannschaft Ghibellinia" Sayonia", Geste dem Korps Borussia" an Lehmann gehört dem Korps 109. Gemeindeschule gehörigen Schüler nicht in ihren Bezirken Weisheit der Richter vor hundert Jahren. Ein Menschenift es, der von Aufnahme finden kann, da ferner ein anderer Theil der zur 81. find schon hat diese Zustände in der kühlen Panke mit dem Leben der Festungshaft, die ja im allgemeinen nicht sehr hart ist, doch und 109. Gemeindeschule gehörigen Gemeindeschulkinder noch büßen müffen und es ist damals ein arger Streit entbrannt un Sohn eines reichen Fabrikanten in Stettin, ließ sich vor seinem ferner diefe, fliegendenklassen" überfünt, theilweise mit gegen 70Schul- lateinischen Sprichwort ,, ubi bene, ibi patria", auf gut deutsch eine gar zu rofige Vorstellung gehabt hat. Der junge Herr, der heute in sogenannten fliegenden Klassen Unterricht nehmen muß, da die Frage, welche der vier Gemeinden zur Tragung der Koſten verpflichtet ſei. Wir wissen nicht, ob nach dem bekannten Strafantritt gleich zwei feine Gesellschaftsanzüge machen, da er es findern belegt sind, da ferner die fliegenden Klassen weber ge- lateinischen Sprichwort, ubi bene, ibi patria", auf gut deutsch geo für selbstverständlich hielt, daß der Kommandant der Festung ihn börig gelüftet noch gehörig gereinigt werden können und da o es mir gefällt, da ist mein Vaterland", auch hier entschieden häufig einladen werde. Er glaubte auch, feine Festungsstube mit endlich durch diese Zustände die Erziehung und die Gesundheit spätere Geschlechter eines schönen Tages von der Wundermär worden ift: Da wo die„ Beene" liegen, gehört er hin! Ob einem Schlaffopha und anderen Möbeln zur Bequemlichkeit nach vieler Gemeinde- Schultinder schwer geschädigt wird Belieben ausstatten zu können und hatte auch nach dieser ersucht die Stadtverordneten Versammlung schleunigst überrascht werden: An der Weichbildgrenze bei Pankow bat die Richtung alle Vorbereitungen getroffen. Auch in bezug auf arme" Stadtgemeinde Berlin aus rein menschlichem Vorkehrungen zu treffen, durch welche eine ordnungsmitgefühl einen Nothsteg über die Panke schlagen lassen??" Speise und Trant dachte er ganz feinem Geschmack folgen zu mäßige Einschulung der zum Bezirk der 81. und 109. Getönnen und auch wegen der Menge des Weines keinen Be- meindeschule gehörigen Kinder erreicht, die fliegenden Die Mittheilung eines hiesigen Blattes, wonach die schränkungen unterworfen zu sein. Den Abend beabsichtigte der Klassen" abgeschafft, die Ueberfüllung der Klaffen und die städtischen Behörden mit der Abficht umgingen, im nächsten junge Mann wenigstens ein paar mal in der Woche im Theater Beeinträchtigung der Erziehung und der Gesundheit vieler Jahre wieder eine Gebühr für die Besteigung des Rathhause in Danzig zuzubringen. Seine Vorkehrungen gingen sogar so Gemeindeschüler beseitigt werden." thurmes zu erheben, entbehrt, wie aus Magistratskreisen mitweit, daß es ihm, abgesehen von Wein und Gesang, auch sonst getheilt wird, der Begründung. Es sei nichts weiter angeordnet an nichts gebrechen fonnte. Ob ihm nicht der Kommandant und worden, als daß nach einem Jahre über die Erfahrungen, die die Festungsordnung einen dicken Strich durch die schöne Rechmit der Neu Didnung gemacht worden sind, Bericht zu er nung gemacht haben, darüber hat der Musensohn bisher noch statten sei und ob die Freigabe der Thurmbesteigung zu Miß. nichts verlauten laffen." ständen geführt habe, Bisher seien solche nicht in die Erscheinung von " 0 Der Antrag fommt voraussichtlich am nächsten Donnerstag zur Verhandlung. Erwähnt mag übrigens sein, daß Gelder zur Erbauung neuer Schulräume längst bewilligt sind. Warum ist noch nicht gebaut? Dürfen Berliner Schulen nur im Schneckentempo erbaut werden? " So dick wird unserer Meinung nach der Strich gar nicht werden. Ueber das Treiben der Billethändler gehen der getreten. Nach allem, was bekannt geworden ist, soll die National Zeitung" einige weitere Mittheilungen zu. Dem Zur Sittengefchichte Berlins. Wegen Verdachts der Feftungshaft, die ja zum allerwesentlichsten Theil von Leuten Blatte wird geschrieben: Die Kaffe des Birtus Busch wurde am schweren Kuppelei wurde, wie berichtet wird ausprobirt wird, welche wegen des" Duell" genannten Rohheits- Dienstag, dem ersten Tage, an welchem das Publikum Billets Bormittag an Gerichtsstelle durch den Untersuchungsrichter die vergehens verurtheilt sind, noch einigermaßen leidlich zu ertragen zum Birtus erhalten fonnte, überhaupt nicht geöffnet, da alle 52jährige Wittwe Johanna B. verhaftet. Sie besitzt zwei hübsche sein. An sich haben wir gegen eine milde Behandlung der Billets vorher von den Händlern aufgekauft waren. Zum Töchter im Alter von 18 und 20 Jahren und hat eine luxuriös Feftung gefangenen gewiß nichts einzuwenden und wir wünschen, Birkus Renz ist es überhaupt unmöglich, Billets ohne Ber- eingerichtete Wohnung vor dem Oranienburger Thor inne, in Daß nur ein Strahl des Lichts, das den Duellrüpeleien so hold mittelung der Händler zu erhalten. Vor einigen Tagen wurde der sich Lebemänner ein Rendezvous gaben. Durch die Sittenscheint, auch auf die Leute fallen möge, die ihrer Ueberzeugung gemeldet, daß die Generalintendang der fgl. Schauspiele energische polizei war so viel Belastungsmaterial zusammengetragen, daß halber hinter Kerkermauern eingesperrt sind und dort bei elender Maßregeln gegen die Billethändler ergriffen habe. Am Sonntag bie Wittwe P., welche in ihrer Miethsequipage vor dem Nahrung eine Behandlung zu erdulden haben, deren Härte so Mittag trieben die Billethändler direkt unter den Augen der Schuß Moabiter Gerichtsgebäude vorgefahren tam, kurz nach ihrer veroft von uns geschildert worden ist. Aber das köstliche an der leute äußerst ungenirt ihr Unwesen am Schauspielhause, und antwortlichen Bernehmung wegen der Höhe der zu erwartenden ganzen Sache bildet die Thatsache, daß diefelben schneidigen Mittwoch Mittag wurden sogar in der Behrenstraße Billets zur Strafe verhaftet wurde. Die Lebemänner gehen natürlich frei Leute, die gegen die Milde der Festungshaft durchaus nichts ein- Abendvorstellung des Fidelio" feilgeboten. Wenn man sich an aus, und werden wahrscheinlich auch in diesem Kuppeleiprozeß zuwenden haben, sich für Lattenarrest und ähnliche Abscheulich ein hiesiges Privattheater um ein Billet zu einer Erstaufführung nicht öffentlich gebrandmarkt werden. Der Gesellschaft bleiben feiten erwärmen, wenn es sich bei armen Beuten um Vergeben wendet, kann man sicher sein, irgend einen schlechten Platz zu somit wohl auch ferner eine Reihe würdiger Kämpfer für Ordhandelt, die meistens lange nicht so schlimme Folgen haben, wie erhalten, auch wenn man roch so früh bestellt, während die nung, Religion und Sitte erhalten. vielfach die Duelle. Händler stets im Besiz aller guten Pläße sind. Und ein an= ,, Soviel ich weiß, ist das Der Rechtskonsulent Lichtenstein, der auf dem Spittel. Die Stadtverordnetenwahl Bezirke haben sich seit der derer Leser schreibt dem Blatte u. a.: Neu- Eintheilung des Stadikreises Berlin, die 1883 erfolgte, schon Anbieten von Billets nicht blos in den Vorräumen, sondern markt das f. 3. von uns besprochene Zentralbureau der Berliner wieder recht erheblich in ihrer Wählerzahl gegen einander veruch in um einem gewissen Umkreis die Theater ver- und Vororts- Hausbesitzer" errichtet hat, suchte am Dienstag die schoben. Von der annähernden Gleichheit der Wählerzahl, die boten. Das Verbot wird aber, wie jeder weiß, nicht Rixdorfer Hauswirthe für seine Zwecke zu gewinnen. Er fand damals zwischen den Wahlbezirken innerhalb jeder Abtheilung befolgt. Warum wird nicht allen notorischen, zumal be aber feinen Antlang; der dortige Hausbesigerverein lehnte ein hergestellt wurde, kann bereits seit mehreren Jahren keine Rede straften Billethändlern ein für alle Mal jedes Betreten der stimmig den Beitritt zu dem neuesten Denunziationsinstitut ab. mehr sein. In der 3. Abtheilung stellte sich die Zahl der be- Theaterräume untersagt? Was gegen einen Bülow zulässig war, Neben dem Zweifel an der Solidität des Unternehmens mag vember dieses Jahres Neuwahlen stattfinden, für die Jahre 1883, Die geringste Furcht vor der Polizei haben. rechtigten Wähler in denjenigen 14 Bezirken, in denen im No- dürfte doch ihnen gegenüber mindestens ebenso am Blaze sein." auch die Furcht vor entsprechenden Gegenmaßnahmen der Miether Das Blatt selber fonstatirt noch, daß die Billethändler nicht die Hauswirthe zu diesem Beschluß veranlaßt haben. 1889 und 1895 folgendermaßen: Es dürfte wohl Flora Gak hat das Kissen, das sich Herr v. Hammerstein faum zu leugnen sein, daß die Händler mit den Kassirern mancher im Namen deutscher Frauen und Jungfrauen durch fie von Theater unter einer Decke stecken. Zur Entschuldigung der Kassirer mag allerdings der Umstand dienen, daß sie von ihren Direktoren meistens geradezu miserabel bezahlt werden. Bezirk 1883 1889 1895 2 3261 2918 2928 5 3899 3806 4190 7 3540 3726 4541 11 4149 8504 15546 13 3434 3822 4517 15 3331 3422 3858 17 3921 4009 4842 24 3916 4427 5376 27 3668 8997 5432 30 4072 4485 5352 33 3947 4659 5126 35 4880 5471 6732 39 42 3860 4259 4184 5093 5626 10097 denen diesmal feine Neuwahlen stattfinden, haben einige noch In der Urania wird heute Abend Herr Dr. Naß von der technischen Hochschule in Charlottenburg den Experimentalvortrag über Moderne Gasbeleuchtung"( Gasglühlicht, Spiritusglühlicht und Acetylengas) halten. Stettin aus zuschicken ließ, nicht einmal eigenhändig gestickt. Eine hiesige Dame theilt der Bossischen Zeitung" mit, daß in Flora's Auftrage in ihrem Geschäft jenes Rissen angefertigt wurde. Es wäre auch seltsam bei einer Person vom Kaliber der Hammerstein'schen Braut" gewesen, wenn sie durch ihrer Hände Arbeit etwas verrichtet hätte. Einige Blätter hatten die Mittheilung gebracht, daß das Kissen in den Berliner Leseballen auf dem Spittelmarkt" ausDie fieben sozialdemokratischen Gemeinde- Verordneten gestellt und balb zurückgezogen worden sei. Darauf wird den betr. Rigdorfs, Fricke, Heffe, Müller, Scheut, Schimkäse, Schulze und Beitungen von dort geschrieben: Das Riffen war 14 Tage hin Schröder, waren bekanntlich von einer Volksversammlung auf durch bis zum 22. d. M. in den Berliner Lesehallen am Spittel gefordert worden, ihre Mandate niederzulegen, weil sie anläßlich markt" ausgestellt, mußte nunmehr aber eingezogen werden, weil der letzten Sedanfeier nicht gegen die Bewilligung von Geldern aus dem Gemeindefäckel für diese Feier protestirt, sondern im Gegentheil Ihre Notiz über die Schaustellung die Wirkung hatte, daß unsere Lefeballen von so vielen neugierigen Frauen und Jungfrauen felbst die Mittel für eine Schulfeier mitbewilligt hatten. Die Deutschlands" ausgesucht wurden, daß dadurch der Leiehallenbetrieb fieben sozialdemokratischen Vertreter kamen der Aufforderung der werder und Theile von Neu- Cölln) stattgefunden. Die anderen Vertretung den Antrag, dieselbe möge ihre Mandate als einem Klublokal der Deutschen Adelsgefeuschaft eine Ruhestatt Ein Rückgang hat nur im 2. Bezirk( Alt- Cölln, Friedrichs betr. Boltsversammlung nach und stellten bei der Gemeinde gar zu sehr beunruhigt wurde. Aus dem Rubes war ein Unruhe tiffen geworden. Da dieses florentinische Kissen demnächst in 13 Bezirke weisen sämmtlich eine Vermehrung auf, die stärffte erloschen betrachten und die Antragsteller von allen der 42. und der 15. Bezirk. Im 42.( Gesundbrunnen und Theile ihren kommunalen Aemtern entbinden. Nachdem die Berathung träglich befriedigt werden. Das ausgestellt gewesene Kissen zeigte finden wird, dürfte gar mancher Dame Schauluft noch nachder Oranienburger Vorstadt) hat sich die Zahl der Wahlberechtigten dieses Antrages wiederholt von der Gemeindevertretung vertagt in der That auf forstgrünem Plüsch auf einer Seite das vier. mehr als verdoppelt, im 11.( Theile der öftlichen Tempelhofer worden war, gelangte der Antrag in der gestern Nachmittag felderige Hammerstein'sche Wappen mit der siebenzackigen Krone Vorstadt, vom Kreuzberg bis zum Rollfrug) hat sie sich faft ftattgehabten Sigung zur Verhandlung. vervierfacht. Der 11. Bezirk ist jetzt bereits über fünfmal und auf der Kehrseite in Goldstickerei die monogrammartigen so start als der 2. Er ist jedoch noch nicht der stärkste unter der Landgemeinde Ordnung der Inhaber eines unbesoldeten Amtsvorsteher Boddin bemerkt zu dem Antrage, daß nach Buchstaben„ Fr. W. v. H."; es war weiter mit einer Chenille den 42 Bezirken der 3. Abtheilung. Von denjenigen Bezirken, in Amtes dasselbe drei Jahre lang verwalten muß, sofern nicht schnur ringshernm eingefaßt und mit-- Korfu- Gras gefüllt! bestimmte, im Gesez im Gefeß angegebenen Gründe VDY- Die Beerdigung des am vergangenen Sonntag in Rigdorf ( Rosenthaler Vorstadt), 37( Rosenthaler und Theile der Oranien: des Rechts verlustig erklärt werden, an den Gemeindewahlen unter zahlreicher Theilnahme stattgefunden. Die Untersuchung burger Borstadt) und 41( Wedding) hatten schon 1893 bez. 11413, theilzunehmen resp. gewählt zu werden; ferner können diese Ge- des bedauerlichen Unglücksfalles ist noch nicht abgeschlossen; nur 10 073 und 10 073 Wahlberechtigte, gegen bez. 4326, 3295 und meindemitglieder 1/ 8-1/ 4 stärker zur Gemeindefieuer herangezogen soviel steht fest, daß der Schießstand des Teschinflubs ohne 3963 im Jahre 1883. Der 12. Bezirk( östlicher Theil der werden. Die Gemeindeverordneten Müller, Schenk und Schröder polizeiliche Genehmigung errichtet worden ist und dort seit Jahr jenseitigen Luisenstadt) hatte fogar schon 1891 11 260 Bahl: haben die drei Jahre hinter sich, die übrigen noch nicht, Ge- und Tag dicht an der Straße flott geschoffen wurde, ohne daß berechtigte, gegen 4062 in 1883, und der 40.( west- meindeverordneter Sander wies darauf hin, daß die die Polizei dagegen eingeschritten wäre. Zu bedauern ist neben licher Theil von Moabit) hatte 1891 schon 16 056 Wahlberechtigte, gegen 4594 in 1883. Auch in der 2. und 1. Abtheilung sind Gesuchsteller keinerlei gefeßliche Gründe geltend gemacht den schwergeprüften Eltern der unglückliche Schüße, Bau- Unterhaben, welche es gestatten, das Gesuch zu genehmigen. Die nehmer Hartmann, dessen Schuß den Tod des Knaben veranlaßt Ungleichheiten zwischen den einzelnen Bezirken entstanden. Im Wähler könnten wohl moralisch verlangen, daß ein Gemeinde hat. Infolge des Unglücksfalles ist. von einem schweren übrigen ist hier die Zahl der Wahlberechtigten gegenwärtig fast vertreter sein Amt niederlegt, sofern er feine Pflicht verletzt. Gemüthsleiden befallen worden, dessen Ausgang noch nicht abin sämmtlichen Bezirken geringer als bei früheren Wahlen. In Das sei hier aber nicht der Fall. Die betreffende Wolfsverfamm zusehen ist. der 2. Abtheilung hat jezt der 1. Bezirk 312, der 14. da. Tung habe die Niederlegung der Mandate nur verlangt, weil die gegen 1312 Wahlberechtigte, in der in der 1. Abtheilung bat betreffenden Vertreter ihre Kinder an der Sedanfeier theilnehmen verschiedene Personen verunglückt, deren Anzahl noch nicht Auf der Stadtbahn sind am Donnerstag früb gegen 8 Uhr der 1. Bezirk 51, der 7. dagegen 277 Wahlberechtigte. ließen. Die Verminderung von Reagire man auf den Antrag der Herren, werde 1883 bis 1895 ift in beiden genau festgestellt werden konnte. Das eigenartige Vorkommniß man fich felbft herabsetzen. Er beantrage daher, Abtheilungen am stärksten im 1. Bezirk( Berlin, Alt- Göln, den Antrag der hat sich in folgender Weise abgespielt: Als der Zug 1550 uin fieben Gemeindevertreter abzulehnen Friedrichswerder), in der 2. Abtheilung von 1052 auf 312, in und denjenigen Herren, welche 3 Jahre bereits ihre Aemter ver- abgelassen worden war, bemerkte der Maschinenführer Meißner I, 7 Uhr 54 Minuten vom Bahnhof Friedrichstraße aus nach Westend der 1. von 201 auf 51. Die durch das Dreiklassen Wahlsystem walten, anheimzustellen, genügende Gründe für ihre Amtsnieder: wie vom Hause Schiffbauerdamm 9 aus eine große Rüftstange noch verschärften Ungleichheiten zwischen den Bezirken wie auch legung anzugeben. Nach kurzer Debatte wurde dieser Antrag über das eiserne Einfassungsgitter des Bahnkörpers auf diesen zwischen den Abtheilungen werden ohne Zweifel in den nächsten einnimmig angenommen. Jahren noch zunehmen, wenn auch nicht in demselben Maße, hinaufragte. Er hatte aber nicht mehr die Zeit, den Zug vor wie bisher. Möglich ist, daß in nicht zu ferner Zeit Die 7 Gemeindevertreter geboren also auch dem Hindernis zum Stehen zu bringen. Die Folge davon dieselben Zustände wie vor 1888 wiederkehren, wo zuletzt in fernerhin der Gemeindevertretung an. daß die vorstehende Nüsstange von der aufahreneinem Bezirk der 3. Abtheilung rund 15 000, dagegen in Urzustände bestehen im Norden Berlins nicht nur in der den Maschine mit der Spitze zunächst zurück zunächst etwas einem Bezirk der 1. Abtheilung ganze 19 Wahlberechtigte waren. Grünthalerstraße, wie fürzlich näher beschrieben wurde, sondern gedrückt wurde und, da sie sich in Fensterböbe befand, eine Reihe Sehr weit find wir nicht mehr davon entfernt, wenn in weit frasserer Form ein Endchen weiter an der Weichbild- von Fensterscheiben an den Wagenabtheilen zerschlug. Durch schon heute in dem stärksten Bezirk der 3. Abtheilung 15 000 grenze, an einem Punkte, wo die vier Gemeinden Berlin, Reinicken- die zwischen den Scheiben stehende Bretterwand des Wagens erWähler alle 6 Jahre einen Stadtverordneten, dagegen im Dorf, Pankow und Schönholz zusammenstoßen. Geht der harm- bielt die Stange jedesmal wieder eine Art Federkraft, die sie in schwächsten Bezirk der 1. Abtheilung 50 Wähler in 6 Jabren lofe, mit den Verhältnissen unbekannte Großstadt- Bewohner durch die nächste Scheibe wieder hineindrückte. Am ersten Wagen drei Stadtverordnete wählen. Bekanntlich bezeichnen sich aber die mit elegantem Wiener Pflaster versehene, vom Gesundbrunnen wurden die Fenster aller Abtheile, am zweiten die von dreien in gerade solche Stadtverordnete, die durch das Bertrauen von nur abzweigende Koloniestraße, um auf nächstem Wege nach Pantow tausend Splitter zerschlagen. Unter den Fahrgästen entstand ftärkere Vermehrungen der Wählerzahl gehabt. Die Bezirke 36 ganz bestimmte, liegen. Zuwiderhandelnde können drei bis sechs Jahre erschossenen Schulfnaben Bruno Riemer hat am Mittwoch war, SP begreiflicher Weise eine allgemeine große Aufregung,[ in der Müllerstraße 31 in Schlafstelle wohnt, als er auf einem Wer fich patriotisch begeistern will, möge dies auf die unmittelbar betroffenen wußten nicht, auf welche mit Heu und Stroh beladenen Kahne ein Nachtlager suchte. eigene Kosten und nicht auf Kosten der Gesammtheit thun. Diesen Weise die Scheiben gertrümmert wurden, die an Schiffer retteten ihn und setzten ihn ans Land. Er suchte zu sehr verständigen Grundsatz hat die Gemeindevertretung des Am Deren hörten nur das heftige Klirren und waren Fuß ein Krankenhaus auf und wurde daselbst auch aufge. Ortes Schiebel bei Crimmitschau aufgestellt. über die Art des Unfalles ganz im unklaren. Die nommen. 8. Oktober fand dort eine Gemeinderathssigung statt, in welcher Unruhe legte sich aber bald, als der Zug zum Halten gebracht wurde und man erfuhr, um was es sich handelte. Der dien Hofe eines im Bau befindlichen Hauses in der Alexandrinen- als Vertreter in der Polizeikommission seinerzeit zugestimmt hatte, Polizeibericht. Am 23. d. M. vormittags wurde auf dem der Beitrag zur Sedan feier, welchem der Gemeindevorstand habende stand. hatte schon früher erklärt, um nachzusehen, ob etwa Schwerverlette unter ihnen seien. Es ergab sich dabei, daß niemand lebensgefährlich verletzt war. Im ftein am Kopfe schwer verletzt. In der Mulackstraße glitt daß er die Ausgabe, weil sie ohne Auftrag des Vorstandes gemittags ein Steinfeger auf einem Obſtreſt aus und erlitt beim macht fei, beanstanden werde. Bei Beginn der Debatte in ganzen meldeten sich sofort sechs Personen, und zwar Otto Garnuth aus der Naunynftr. 11a, Kurt Perlewis, Alte Jakob Fallen eine erhebliche Verlegung am Fuße.- Ein dem Trunke obiger Sigung erklärte der Vorfteher, daß er, wenn der GemeindeTasche bezahlen müsse. Damit vermochte er die Herzen Straße 60, Fritz Krohn, Rathenowerstr. 54, Andreas Jaron, ergebener Mann verletzte sich in seiner Wohnung in der Anklamer- rath den Betrag nicht bewillige, er das Geld aus seiner Rosenthalerstr. 44, Rosa Levy, Marienstr. 24a und Kari ftraße durch einen Messerstich in die Brust. Matterne, Oranienstr. 186. Alle sechs Personen waren eine Frau in ihrer Wohnung in der Linienstraße erhängt vor der Gemeinderäthe aber nicht zu rühren. Der Sedanbeitrag wurdz mit 7 gegen 3 Stimmen abgelehnt. gefunden. Im Laufe des Tages fanden acht unbedeutende bie durch umbergeschleuderten Glassplitter Feuer statt. Ohren, den Augen, der Nase, am Hals 2c. so verlegt, daß sie start bluteten. Später ist noch eine Person auf dem Lehrter Bahnhofe ausgestiegen, um ein Krankenhaus aufzusuchen, andere find nach Charlottenburg und Westend weitergefahren, ohne ihre Namen anzugeben. Die Schuld an dem Unfall soll ein Buzzer tragen, der von der Stangenrüftung des Hauses Schiffbauer Stationen. damm 9 aus den Spießbaum über das Geländer hinweggelegt hat. Er rechtfertigt sich damit, daß ihm bei der Glätte die Stange entglitten sei. Der Maschinenführer ist über den Hergang noch nicht vernommen worden. an den Abends wurde Witterungsübersicht vom 24. Oftober 1895. Gesperrt sind für Fuhrwert und Reiter die Straßen 19 Hamburg und 12( Abth. XIV.) zwischen der Eisenbahnstraße und der Straße Berlin 12 bezw. 19, fowie die Grünstraße von der Grünftraßenbrücke Wiesbaden bezw. der Friedrichsgracht bis zur Gertraudtenstraße einschließlich München Wien des Kreuzdammes mit der letzteren. Haparanda. WNW Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke NAW||| N| NN( Stala 1-12) Swinemünde 747 747 SM 747 NW 746 Still 744 SW 745 Still 754 NW 746 NW 749 N 2 • 0 Wetter Temperatur wala nach Celsius ( 5° C. 4° R.)] wolkig 3 heiter 1 Regen 2 bedeckt 4 bedeckt 8 Nebel heiter wolkig wolkig Wetter- Prognose für Freitag, den 25. Oktober 1895. Kühleres, zeitweise aufklarendes, vorwiegend trübes Wetter mit Niederschlägen und mäßiger Luftbewegung. ureau. Ein Unfall mit tödtlichem Ausgange hat sich Mittwoch Petersburg Vormittag um 114 Uhr auf dem Neubau für den Meßpalast Cork ereignet. Auf dem zweiten Hofe an der Alexandrinenstraße 110 Aberdeen. Iud der Steinfntscher Remdoer, der bei dem Fuhrherrn Schöne Paris. berg in der Schinkestraße 11 in Riydorf beschäftigt war, Steine ab. Das Gebäude ist bereits bis zum vierten Stock vorgeschritten. Aus dieser Höhe fiel plöglich ein Mauerstein herab, durchschlug das Schußbach auf dem Hofe und traf Remboer am Hinterkopfe. Die Wucht des Falles war, obwohl das Schuhdach ihn bedeutend gefchwächt hatte, doch noch so groß, daß der getroffene Mann mit einer schweren Verlegung zu Boden. stürzte und besinnungslos liegen blieb. Remdoer wurde mit einem Krantenwagen in das städtische Krankenhaus am Urban gebracht und erlag bereits geftern Nachmittag um 5 Uhr seiner Verlegung. Der 48jährige Mann hinterläßt eine Frau und drei Kinder. Ob jemand eine Schuld an dem Unfalle trifft, ist noch nicht festgestellt; eine Untersuchung nach der Richtung ist eingeleitet worden. Im Delirium stieß sich Mittwoch nachmittag 3 Uhr der Schuhmacher Eduard Rogalski aus der Anklamerstraße 57 ein Schustermesser in die Brust. Der Wahnsinnige, ein verheiratheter Mann und Vater mehrerer Kinder, hat sich zwar nicht tödtlich, aber doch so schwer verletzt, daß man ihn mit einer Droschke in ein Krankenhaus bringen mußte. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Das neuerbaute elektrotechnische Institut der techni schen Hochschule in Hannover wurde gestern eröffnet. Brandunglück. In Gastrow bei Marienwerder wurde vorgestern Abend das Haus des Eigenthümers Eberhardt durch Feuer zerstört. Dabei fanden drei Kinder des Arbeiters Fibranz in den Flammen den Tod. Zu einem Universitätstumulte kam es in Wien anläßlich der Antrittsrede des Rektors, weil die katholischen, nicht duellirenden Studentenverbindungen mit dem Schläger an der Seite der Feierlichkeit beiwohnen wollten. Die edlen Jünglinge erhoben einen ohrenbetäubenden Lärm, der so lange dauerte, bis die nichtschlagenden Verbindungen hinausgedrängt waren. Ein Student wurde bei der Schlägerei durch einen Kopfhieb verletzt. Der Prorektor Professor Müllner hatte vergeblich zu gunsten des Eintritts der katholischen Verbindungen Austria" und„ Norica" zu vermitteln gesucht. " leber Karl Sabina, der das Libretto zu Smetanas Oper „ Die verkaufte Braut" verfaßte, ertheilt eine czechische Revue interessanten Aufschluß. Ein hochbegabter Journalist, war Sabina 1848 einer der Anführer des radikalsten Flügels der czechischen Revolutionäre, ein feuriger Redner, ein geschickter Agitator und bei alledem, wie dies nachmals mit aller Sicherheit bei den Prozeßverhandlungen festgestellt wurde Polizeispion. Ueberschwemmung in Südbulgarien. Aus Sofia wird vom Mittwoch berichtet: Nachrichten aus Südbulgarien melden, daß das Gebiet zwischen Bazardschik und Philippopel in einer Ausdehnung von 12 Kilometern überschwemmt ist. Man fürchtet für die Eisenbahnbrücke zwischen Zirnowo und Semenli, deren Ein Hoch auf die revolutionäre, internatio- Berstörung eine lange Berkehrsunterbrechung zur Folge haben Das Hochwasser hat die Vorstadt von Philippopel, nale Sozialdemokratie, welches Genoffe Mäther am würde. Die Schluffe einer Arbeitslosen- Versammlung ausbrachte, hat bekannt- Stanimata überschwemmt und großen Schaden angerichtet. lich demselben eine Geldstrafe wegen groben Unfugs eingetragen. Weindepots find überfluthet; einige Häuser in dem überschwemmten Das Landgericht als zweite Justang erkannte nicht die Angabe Gebiete find eingestürzt. Heute herrscht wieder schönes Wetter; Näther's als richtig an, daß das Wörtchen„ revolutionär" im die Lage hat sich gebessert; das Wasser fällt. Sinne einer geistigen Umwälzung gebraucht sei, und führte Betriebsstörung auf der orientalischen Eisenbahn. unter Abweisung der Berufung aus: Der Angeklagte Aus Sofia wird gemeldet: Die durch das Hochwasser auf der hätte fich sagen müssen, daß in der Versammlung, Linie der orientalischen Gifenbahn verursachten Schäden zu der jedermann der jedermann der Zutritt freistand, auch auch Leute sind so groß, daß der Verkehr nicht sobald wiederhergestellt anwesend waren, welche nicht der Sozialdemokratie, sondern werden wird; Brücken sind demolirt, an drei Stellen sind die bürgerlichen Parteien angehörten. Es wäre nun anzunehmen, Dämme weggerissen worden. Infolge dieser Vorfälle ist die Er daß diefe Leute sich durch das Hoch beunruhigt und belästigt geöffnung der Sobranje, welche am Sonntag erfolgen sollte, auf Die beiden Schwestern, die sich, wie der Polizeibericht fühlt haben. Die Revision, welche Rechtsanwalt Heinemann Donnerstag verschoben, damit die Deputirten rechtzeitig eintreffen meldete, am Sonntag Nachmittg in der Friedrichstraße vor zwei in der öffentlichen Verhandlung des Kammergerichts vom 24. Of tönnen. Die Cholera in Egypten. Am Montag und Dienstag Wagen warfen, um sich durch Ueberfahren tödten zu lassen, tober vertrat, machte geltend, daß die fragliche Versammlung einen waren die Geschwister Daberger aus der Bellealliancestraße, von individuell begrenzten Personenkreis darstelle und nicht als Pu- sind in Menzaleh und Umgegend 23 Personen an Cholera erdenen die ältere, Hermine, sich dann am Montag Abend im Landwehr- blikum im allgemeinen angesehen werden dürfe. Dann habe dem traukt und 10 gestorben. fanal ertränkt bat. Der aufregende Vorfall spielte sich vor dem Angeklagten jedes Bewußtsein gefehlt, irgend welche Leute durch Hause Friedrichstr. 85, unweit der Straße Unter den Linden, seine Worte zu beunruhigen oder zu belästigen. Wenn das Ausab. Die jüngere Schwester Aurelia" warf sich vor eine Taya- sprechen von Ansichten, die von denen anderer Menschen sich der Sozialdemokrat, Zentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Bartet meterdroschte, die nach dem Bahnhof Friedrichstraße zu fuhr, scharf unterschieden, als Unfug betrachtet würde, dann wäre die wurde überfahren und an der Brust und der linken Körperseite ganze politische Preffe unmöglich. Es stehe fest, daß durch jenes so erheblich verlegt, daß man sie nach der Charitee bringen och die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht im mindesten gemußte. Hermine D., die sich vor eine nach entgegengesetzter stört worden sei. Rechtsanwalt Heinemann hob in der Richtung fahrende Privatkutsche geworfen hatte, tam ohne Berlegung davon. Die jüngere Schwester hatte den Selbstmordversuch aus Lebensüberdruß unternommen, die ältere nahm sich deshalb das Leben, weil sie ohne die jüngere nicht leben wollte. In eine Prügelei gerieth in der letzten Nacht um 21/4 Uhr der 35jährige Schuhmacher Edmund Thomsen, der sich hier ohne Wohnung aufhält, in der Elsasserstraße. Er erhielt dabei über dem rechten Auge einen Messerstich in die Stirn, der ihn ziemlich schwer verletzte, so daß er ein Krankenhaus aufsuchen mußte. Seine Gegner will der Verlegte nicht kennen. mündlichen Verhandlung noch besonders hervor, daß ja das Landgericht gar nicht festgestellt habe, ob überhaupt in der betreffenden Versammlung Anhänger bürgerlicher Parteien an wesend waren, die sich bätten beunruhigt oder belästigt fühlen fönnen. Die Reviston wurde vom Straffenat des Kammergerichts zurückgewiesen. Wenn der Vorderrichter in dem Hoch auf die revolutionäre Sozialdemokratie groben Unfug erblickte, dann sei das nicht rechtsirrthümlich, da er annehme, daß Mitglieder bürgerlicher Parteien in der fraglichen Arbeitslofen- Bersammlung vom 18. Januar 1895 anwesend waren! " Vermischtes. Eingelaufene Druckschriften. Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 3). Die Nr. 43 hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Mißverständnisse. Die Zünftler unter fich. Der Büttnerbauer. Parteinachrichten. Todtenliste. Gemeindesozialismus in England. Hungerlöhne in der Schweiz. Wie man uns behandelt. Arbeiterorganisationen. Arbeiterschuh. mischtes. Litererisches. Wer Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag Mittwoch, Freitag und Sonnabend abends von 7-8 Uhr statt. N. Haupt. Wir bitten wegen des Versammlungsberichts um Ihren Besuch. Briefkasten der Expedition. Für die Familien der im Effener Meineidsprozek Verurtheilten gingen bei uns ferner ein: Bom orientalischen Raucherklub Spar u. Kreditverein 3,75. Moabit. Ein Zeuge muß die Wahrheit auch in betreff seiner etwaigen Vorfirafen, falls er nach diesen gefragt wird, aussagen. Liegt ihm daran, daß er nach seinen Borstrafen nicht gefragt Ein Raubanfall hat am Mittwoch in fiebenter Abendmerde, so thut er gut, vorher dem Gericht schriftlich seine Vor stunde die Bewohner des Hauses Philippstraße 2 in Aufregung ftrafen anzugeben und zu beantragen, daß er nach den Vorftrafen versetzt. Als eine im dritten Stockwerk wohnhafte ältere Dame Ueber die Tödtung eines Wilderers durch einen Gendarm nicht befragt werde. P. H. In welchen Fällen und unter 2. von Einkäufen zurückkehrte, bemerkte sie, wie eine männliche schreibt ein hiesiges Blatt: welchen Voraussetzungen Beiträge zurückerstattet verlangt werden Person ihr ins Haus und auf die Treppe nachfolgte. Auf dem Gleich dem oberschlesischen Wilderer Sobczyk tönnen, ist unter„ Soziale Rechtspflege" in der dritten Beilage ersten Treppenflur blieb sie daher stehen, um die ihr fremde hatte in dem altenburgisch- fächsischen Grenzgebiete seit dem Sommer des Vorwärts" vom 29. September ausführlich dargelegt. So Perfon voraufgehen zu lassen. Im nämlichen Augenblick dieses Jahres der 24jährige Einbrecher Wildenbayn eine Art weit ersichtlich, steht Ihnen ein Anspruch nicht zu.- Lieb und jedoch hatte der Fremde die Dame mit beiden Händen Schreckensregiment ausgeübt. Nach seiner Entlassung aus dem tren. Ein Vertrag in der von Ihnen gewünschten Ärt ist unmöglich. den Hals gepackt und fie derart gewürgt, daß Zuchthause zu Waldheim begann er eine beängstigende Thätigfie einer Ohnmacht nahe war. Dann entriß er ihr feit als Einbrecher. Es war bekannt, daß er alle diejenigen, die mit Bligesschnelle das Portemonnaie, worauf der Räuber in der Gerichtsverhandlung als Zeugen gegen ihn aufgetreten eiligst das Weite fuchte. Die von Hausbewohnern sofort auf waren, schwer bedroht hatte, sei es mit Erschießen oder mit Begenommene Verfolgung war leider vergeblich. raubung, und so hatte allgemein ein Gefühl der Unsicherheit überhand genommen, das um so berechtigter erschien, als WildenEin gefährlicher Verbrecher ist in der Nacht zum hayn thatsächlich von seiner Waffe Personen gegenüber Gebrauch S. R. 1,-. Gesammelt in der Buchdruckerei von W. Möser 7,90. Einbruch wurde der Zimmermann Ernst Wollenzier verhaftet, deffen machte. Nach einem Einwohner in Jeseniz schoß er durchs Gesammelt von den Tischlergesellen Neue Friedrichstraße, II. Trep. Lebensgeschichte aus den letzten Jahren sich wie ein Räuberroman Fenster, auch eine Frau aus Oberarnsdorf und der Arzt aus 5,50. Ges. Ueberschuß von der Kranzspende bei E. Kramme, anhört. 1893 brach er, nachdem er wegen zahlreicher Straf- Biegelhain wurden durch Schüffe Wildenhayn's erschreckt, zum Broncewaaren- Fabrit 2,35 Kommis P. E. 1,-. Rothe GesellGlück nicht getroffen. Man sah ihn bald hier bald da jagend, fchaft Elisabethstr. 4 3,-. Gesammelt im Baradies" thaten verhaftet worden, aus dem Amtsgerichts gefängniß in aber fein Mensch wagte sich dem Patron zu nahen, da man ge 20,-. Bärchen aus der Heiligengeiststraße-, 50. Rothe Spandau aus; später wurde er bei Begehung eines Verbrechens fchoffen zu werden fürchtete. Die Nachforschungen fächsischer und Geburtstagsfeier 1,60. Aus der Stampe Reinickendorfer. im Oldenburgischen verhaftet. Auch dort entwich er, nachdem er, altenburgischer Polizisten erwiesen sich als vergeblich, da Wilden- straße-, 60. Beitrag des Teltow Beeskower Kreises 200,-. unter falschem Namen, zu mehreren Jahren Gefängniß ver- bayn ihnen immer in geschickter Weise auszuweichen verstand. Dito-45. R. M. 1. Durstiger Stadtbahnbogen 7,50. urtheilt worden. Seine Wiederergreifung erfolgte in Ostpreußen, Am Freitag gelang es endlich dem Gendarm Dwars aus Ehren- Summa 256,15. Bereits quittirt 16 168,28 M.; in worauf er nach Allenstein in Untersuchungshaft tam. Auch dort verschaffte er sich bald die Freiheit, bis er wieder, nach Ver- bagen, dem gefährlichen Menschen auf die Spur zu kommen, der Summa 16 424,43. eben gewildert hatte. Auf den dreimaligen Anruf des Gendarmen übung von Ginbrüchen, ergriffen und in das Gefängniß zu blieb Wildenhayn nicht stehen, so daß dieser ihm eine Schrot- theilung, daß wir am 25. Oftober die Sammlung Zur Beachtung! Den Parteigenoffen zur MitWartenburg gebracht wurde. Vor einigen Wochen brach er dafelbi gleichfalls aus, und nunmehr hat ihn in Spandau, wo ladung nachfandte, und als Wildenhayn auf den wiederholten für die Angehörigen der Effener Berurtheilten dreimaligen Anruf das Gewehr nicht wegwarf, feuerte der Gendarm, der nur noch eine Kugelpatrone im Laufe hatte, diese schließen. Wir bitten deshalb für obigen Zweck ge auf 30 Meter Entfernung nach dem Wilderer, der mit durch sammelte Gelder bis zu diesem Tage an unsere schossenem Kopfe todt zusammenbrach." Expedition einzuliefern. Bei einem feine Angehörigen wohnen, von neuem das Schicksal ereilt. In den Humboldthafen fiel in der Nacht zum Donnerstag der 43jährige Arbeiter Wilhelm Ladewig, der nach seiner Angabe Deutscher Senefelder- Bund. Mitgliedschaft Berlin. Um 21. c. ftarb unfer Mitglied, der Lithograph Hugo Ebell. Derselbe war 7 Jahre Vorsigender der Mitgliedschaft Berlin und gehörte dem Vorstande und der Kontroll- Kommission im ganzen 10 Jahre an. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Warne meiner Frau Auguste Schulz Jeden Sonnabend Gänse- Aus Adlershof. Jede Art Wäsche noch zu borgen, da ich für nichts auftomme. Heine. Tätweider, Schiffer. auf meinen Namen weder etwas zu geben, spielen bei Voelz, Breslauerit. 9. wird sauber gewaschen, Handtücher Hört! Für 38 M. liefere ff. 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The 7 Troubadours, Bella Rose Mile. Karina, Mile. Raymond, Merkur- Trio Abbas Mirza Jones und Robinson Bachus Jacobi Kitschin u. Osborn Bibb und Bobb -G u. f. w. u. f. w. u. f. w. nur noch bis Ende Oktober. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Am 1. November: * 14 hervorragende Debüts. ( Bahnhof Börse.) Freitag, den 25. Oktober, abends 72 Uhr: Gr. ausserordentliche Vorstellung. Neues Programm. Zum 1. Male: Leopard, Pferd mecklenb. Race, dressirt u. geritten von dem anerkannt besten deutschen Schulreiter Hrn. Foottit- Burghardt. Zum 1. Male: Maria Doré als Schulreiterin ohne Sattel u Zaum auf dem ostpreuß. Hengste Petronius. Zum 1. Male: 6 Trakehner Hengste, hierauf: Ein equestrisches Arrangement von 100 Pferden, das Non plus ultra der Pferdedressur, von keiner Konfurrenz erreichbar, vorgeführt vom Dir. Busch, Erfinder der Monftre- Dressur( sämmtl. Dressuren rühren vom Dir. Busch selbst her und werden von ihm allein ohne jede Beihilfe ausgeführt. 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Die große Mehrzahl des arbeitenden Proletariats, ein GesammtNur dadurch, daß der Meyer die Löhne für die jahres Einkommen von ca. 20 Millionen Mark haben, es vertheilt fich auf 24 340 Steuernde, sodaß auf den einzelnen ein Durch Arbeiter selbst auszahlt, ist Albrecht in der Lage, schnittseinkommen von 820 M. jährlich fommt. In Klasse b, die Arbeiten ausführen zu lassen. Albrecht hat wozu vorwiegend die kleinere und wohlhabendere Bourgeoisie gethatsächlich durchaus nur die Stellung eines Schachtmeisters hört, fommen bei 22/3 Millionen Gesammteinkommen und 9832 oder Poliers, der Arbeiten für Rechnung des Meyer aus- Steuernden ungefähr 2270 M. auf den einzelnen. In Klasse c gegen die Urtheile des Gewerbegerichts. führen läßt und dafür entlohnt wird, nur daß er, wie es bringen die Einkommen zusammen etwa 6700 000 m.; fie bei der Schachtmeisterei üblich ist, durch Antheil an dem kommen jedoch nur 660 Personen zu gute, sodaß sich das Der Buzer Albrecht schloß am 9. September 1894 mit Afford, den er übernommen hat, bezahlt wird. Durchschnittseinkommen für diese Kategorie auf 10 100 m. bes dem Maurermeister Meyer einen Vertrag, wonach Albrecht Ob Albrecht schließlich Subunternehmer oder Beamter läuft. Nun giebt es aber in Braunschweig noch eine Großdie Putzarbeit an einem von Meyer aufgeführten Neubau des Meyer ist, ist lediglich Sache der richterlichen Auf- 10 125 000 m. Einkommen verfügen, also durchschnittlich über bourgeoisie, bestehend aus 304 3ensiten, die im ganzen über übernehine. Albrecht nahm nun seinerseits Arbeiter an und fassung. Es lassen sich nach beiden Seiten gleichwerthige 33 300 M.! Man kann das Gesammteinkommen aller Einließ die Buzarbeit ausführen. Meyer gab dem Albrecht zu Gründe anführen, doch sind die Gründe für die Annahme, wohner Braunschweigs auf rund 60 Millionen berechnen. den Abschlagszahlungen, die er zu leisten hatte, die Mittel, Albrecht wäre Subunternehmer gewesen, lediglich juristisch- Nimmt man die Einkommen von 600-3000 M. zusammen, so für den Mann und Tag 6,50 Mart, und den Restbetrag formaler Natur, die Gründe dafür, daß Albrecht Beamter ergiebt sich, daß diefe von 35 000 Steuernden 32 000 ausmachen, nach dem Kontraktpreise nach Fertigstellung der Arbeit. des Meyer gewesen, aber thatsächlich praktischer Natur. d. b. etwa 90 pet. aller Steuernden. Diese bekommen jedoch Die Krankenkaffen 2c. Beiträge 30g Meyer den Ar- Daher hat das Gewerbegericht als ein Volksgericht zusammen nur 3212 Millionen Mart, d. h. etwas über die Hälfte beitern ab, zahlte den Arbeiter auch, wie er sagte, im Auf- die letzteren Gründe auf sich einwirken lassen, das Gelehrten- vertheilt sich auf etwas über 3000 Personen, welche also im des Gesammteinkommens. Der Rest von ca. 271/2 Millionen trage des Albrecht den Lohn aus.( Strohmänner- gericht ist mehr den theoretisch- förmlichen Gründen gefolgt. Durchschnitt ein zehnmal höheres Einkommen haben, als die system.") Hieraus ergiebt sich, daß das„ Strohmannsystem arbeitenden 32 Tausend! Es tam nach Fertigstellung der Arbeiten zu Lohn- des Bauschwindels seine hauptsächlichste Stüze in dem förmstreitigkeiten und klagten Albrecht nebst 15 weiteren Ar- lichen, dem praktischen Leben entrückten Verfahren des Ge- 1894/95 wieder der Beweis dafür erbracht, daß die große In Göttingen wird durch die Kämmerei- Rechnungen für beitern die Summe von 694,25 Mart gegen Meyer beim, lehrtengerichts habe. Da nun das Gewerbegericht gerade masse des Boltes immer mehr verarmt; denn nach den Gewerbegericht Berlin ein. dazu geschaffen ist, um den Volksbewußtsein und dem Rechnungen ist die indirekte, von Mehl, Branntwein, Fleisch 2c. praktischen Leben und seinem Bedürfnisse in der Recht erhobene Abgabe gegen das Jahr 1893/94 um 597,72. sprechung den nothwendigen Einfluß zu gestatten, ist es herunter gegangen. Trotz Zunahme der Bevölkerung der Stadt unzweifelhaft ein Fehler gewesen, die Berufung gegen die ist weniger verzehrt worden. Noch deutlicher spricht der Umstand, Urtheile der Gewerbegerichte in ein Gelehrtengericht zu daß die Kosten des Armenwesens in demselben Zeitraume un Legen. 12 810,34 M. gestiegen sind, nämlich von 44 931,71 m. auf Der Bauschwindel benutzt gerade diese steinernen 57 742,05 M.; das bemerkenswertheſte ist aber, daß sogar der Formeln des Gelehrten Rechtes zu seinen Schwindeleien, gleichem Verhältnisse zu steigen pflegt, wie der der anderen Konsum von Pferdefleisch zurückgegangen ist, der sonst in er findet in formalen Rechtsdeutungen, die auf das praktische Nahrungsmittel zurückgeht. Also auch für Pferdefleisch scheint Leben keine Rücksicht nehmen, seine Deckung, und eine Be- der Verdienst in vielen Proletarierfamilien nicht mehr gereicht fämpfung des Strohmännersystemes ist eine Unmöglichkeit, zu haben. so lange in Bausachen ausschließlich das bestehende formale Recht die Entscheidung abgiebt. Meyer bestritt die Passivlegitimation und behauptete, Albrecht sei als Zwischenunternehmer eingetreten, die Arbeiter hätten also nur an Albrecht, nicht aber an ihn, den Meyer, Forderungen und beantragte die Abweisung der Kläger. Das Gewerbegericht verurtheilte den Meyer nach dem Klage- Antrage, weil nach dem Sinne des mit den Albrecht geschlossenen Vertrages und nach der Stellung des Meyer zu den von Albrecht angenommenen Puzern, Meyer den wirthschaftlichen Vortheil der Arbeit gehabt habe und also als Unternehmer anzusehen sei. Auf die Berufung des Meyer hob die VIII. Zivilkammer des Landgerichtes Berlin am 27. März 1895 ( S. 74, 94 C. R. 8/1935) dies Urtheil auf und wies die Kläger mit ihren Ansprüchen ab, den Mitkläger Albrecht aber nur wegen Unzuständigkeit des Geiverbegerichts. " Eine Hauptforderung der Arbeiter, die sich vom Bauschwindel geschädigt fühlen, muß also sein: Entweder Beseitigung der Berufung gegen die Urtheile der Gewerbegerichte, oder mindestens Bildung des Berufungsgerichtes aus Richtern, die ebenso wie die Beisitzer des Gewerbegerichts aus allgemeiner geheimer Wahl der Arbeiter und Betriebsunternehmer hervorgehen. Das Urtheil wurde folgendermaßen begründet: Nach den allgemeinen Grundsätzen über Verträge besteht darüber kein Zweifel, daß derjenige, der mit einem andern, sei es auch im Auftrage eines dritten, im eigenen Namen einen Vertrag abschließt, durch diesen Vertrag dem andern Kontrahenten gegenüber allein berechtigt und verpflichtet wird. Das Urtheil Albrecht wider Meyer zeigt deutlich, we Die Frage, ob ein Vertragsverhältniß in Stellvertretung die Wurzeln des Bauschwindels liegen. Ein Unternehmer auch kann auf grund einer Echiebung", indem er einen mittel eines dritten eingegangen sein soll, wird dabei abgesehen von dem Gebiete des Handelsrechtes nicht nur nach losen Strohmann zwischen fich und die Arbeiter setzt, die den bei dem Vertragsschluß abgegebenen Erklärungen, sondern Arbeiter ganz beliebig und ungestraft um ihre berechtigten auch unter Berücksichtigung der für das in Frage kommende Lohnforderungen bringen und der entscheidende Richter müssen. Im vorliegenden Falle fehlt es indessen an jedem that glaubt, diesen Uebelstand, dieses Unrecht nur kühl bedauern sächlichen Anhalte dafür, daß etwa Albrecht nur als Ver: zu können, indem er die Arbeiter auf manchesterliche Selbsttreter des Beklagten die übrigen Kläger engagirt hätte.( Hört! hilfe vertröstet, ohne zu zeigen, wie sie diese Selbsthilfe gebrauchen sollen. hört!) 3u Bedenken könnte in dieser Richtung nur der Thatbestand Die Sache hätte mindestens Interesse für den Staatsdes ersten Urtheils Anlaß geben, nach welchem die Kläger am anwalt, und wenn die Sache umgekehrt läge, wenn vielleicht 23. November 1894 in den Dienst des Beklagten getreten sogar sozialdemokratische Arbeiter solch einen Zug gemacht find". Der weitere Inhalt dieses Urtheils zeigt jedoch klar, daß hätten, um sich Leistungen zu entziehen, für die sie schon diese Sachdarstellung feineswegs unbestrittene Thatsachen, bezahlt wären, indem sie sagen:„ Halte dich an den Stroh sondern nur eine Deduktion des Gerichts erster Instanz mann!" dann wäre die Staatsanwaltschaft vielleicht schon enthält, da nach dem Thatbestande und weiteren Urtheilsinhalte einerseits ausdrücklich hervorgehoben wird, daß iu lebhaft beschäftigt, den nöthigen Paragraphen dazu zu dem Vertrage vom 9. September 1894 Albrecht allein als Gegen- finden. fontrahent aufgeführt und demnächst die anderen Kläger an- Sollte eine Bestrafung des Meyer nicht möglich sein genommen habe und andererseits auch das Bestreben des Be- nach den heutigen Gesetzen, sollte das Urtheil der 8. Bivil flagten gerade als dahin gerichtet mitgetheilt wird, daß die Kläger fammer des Berliner Landgerichts ebenso unanzweiselbar 2-16 zu ihm, dem Beklagten in ein kontraktliches Verhältniß begründet sein, wie es endgiltig ist, so ist eine Aenderung getreten seien. Nach den eigenen Angaben des in der Echluß der Gesetzgebung unbedingt nothwendig, wenn Gesetze und fizung II. Instanz persönlich erschienenen Mitklägers Albrecht, Richtersprüche nicht weiter bequeme Deckung für die Schachwelcher ausdrücklich zugegeben hat, den Vertrag vom 9. September 1894 geschlossen und sodann selbst die übrigen Kläger züge des Bauschwindels bleiben sollen. engagirt zu haben, geht in Verbindung mit dem gar nicht mißzuverstehenden Vertragsinhalt, nach welchem Albrecht Der Zehnstundentag und die Reichenberger Textilindustriellen. Die Reichenberger Textilarbeiter haben in einer Versammlung beschlossen, an sämmtliche Textilfirmen des Kammerbezirkes das bescheidene Ansuchen zu stellen, vom 1. Januar 1896 an den Zehnstundentag ohne Verringerung des Akkord- und Taglohnes einzuführen und die Fabrikordnungen demgemäß zu ändern. Die Versammelten erklärten damals, auch fernerhin für die Einführung des gesetzlichen Achtstundentages mit den Arbeitern der ganzen Welt einzutreten, aber vorläufig mit Rücksicht auf die besonders arge physische Verelendung der Reichenberger Textilarbeiter und Arbeiterinnen von den Unternehmern auf gütlichem Wege den Zehnstundentag als längste Arbeitszeit zu verlangen. Darauf hat die Organisation der Reichenberger Wollbarone, die Vereinigung zur Wahrung der industriellen und gewerb lichen Interessen für Reichenberg und Umgebung", folgende Resolution beschlossen:" Von der Thatsache ausgehend, daß die böchstentwickelten europäisch en Industriestaaten, wie England, Deutschland und Belgien, überhaupt noch keinerlei gesetzliche Beftimmungen über einen Normalarbeitstag besigen, während des felbe in Desterreich bereits seit einem Dezenniunt gefeßlich eingeführt ist, sowie in weiterer Erwägung, daß gerade der österreichischen Industrie durch die soziale Gesetzgebung der letzten und es der Konkurrenzfähigkeit derselben sowohl a genüber dem Jahre Beschränkungen nach jeder Richtung hin auferlegt wurden Auslande als auch im Inlande gewiß nur zum größten Schaden und Nachtheil sein würde, wollte sie selbst oder gar nur ein einzelner Zweig derfelben in einem abgegrenzten Gebiete die ihr durch das Gesetz gewährleistete Bewegungsfreiheit aus eigener Initiative einengen, tann derzeit gar keine Veranlassung gefunden werden, der Frage um Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf sehn Stunden näherzutreten." was allgemach zu einer sozialpolitischen Binsenwahrheit geworden Die Herren Fabrikanten scheinen noch immer nicht zu kennen, ist und was 3. B. E. Roth auf dem 8. internationalen hygienischen Kongreß in Budapest folgendermaßen darstellte: Als vor etwa 20 Jahren in der Textilindustrie Deutschlands die Arbeitszeit von 13 auf 12 Stunden herabgesetzt wurde, erhöhten sich nach den Urtheilen kompetenter Beobachter die Leistungen der Arbeiter und als vor einigen Jahren die Arbeitszeit weiter auf 11 Stunden durchschnittlich herabgesetzt wurde, blieb die Arbeitsleistung nicht nur dieselbe, sondern es fonnte vielfach eine dieser allein eine Pauschalsumme pro Quadratmeter, herzustellender Putzarbeit erhalten und seinerseits für die Aus- Das Schwitzsystem der Schneider beschäftigt, wie wir Besserung der Qualität der Arbeit konstatirt werden. In England wurden gleiche Beobachtungen bei Einführung des Zehnführung der Arbeiten selbständig haften sollte, hervor, daß schon mittheilten, in Frankfurt a. M. nicht nur das Freie stundentages speziell in bezug auf die Baumwollenindustrie geAlbrecht den übrigen Klägern als selbständiger, seitens des Be- deutsche Hochſtift, sondern auch den Verein für öffentliche macht und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika will Ilagten angenommener Subunternehmer gegenübergetreten ist und Gesundheitspflege. Dieser hat zur Erforschung der als solcher in eigenem Namen die übrigen Kläger engagirt hat. traurigen Verhältnisse im Schneidergewerbe drei Kommissionen man bemerkt haben, daß die dortige Industrie mit ihren hohen Löhnen und furzen Arbeitszeiten billiger arbeitet, als die engLetztere stehen also auch nur zu ihm in einem kontraktlichen Ver- ernannt. Die eine Kommission wird untersuchen, welche Berufs- Löhnen und kurzen Arbeitszeiten billiger arbeitet, als die enghältnisse und sind deshalb wegen der von ihnen geltend gemachten frankheiten der Schneider bekannt sind; eine zweite Kommission lische, oder gar als die des europäischen Festlandes." Entschädigungsansprüche auch nur befugt, sich an ihren Gegen- wird der Frage näher treten, ob und welche Fälle der Uebertontrahenten Albrecht zu halten. tragung von Krankheiten vorgekommen sind; die dritte Kommission hat den Fragebogen zu formuliren, der der vorzunehmenden Ümfrage zur Unterlage dienen soll. Man hofft, die statistischen Aufnahmen gemeinsam mit dem Freien deutschen Hochstift vorund zwar Soziale Meberlicht. Die entscheidende Zivilkammer hat bereits wiederholt Gelegen Soziale Rechtspflege. heit genommen, darauf hinzuweisen, daß die im Baugewerbe Gewerbegericht. Gegen den Inhaber des„ Hotel nicht selten beobachtete Praxis, den kontraktlichen Nexus( BeNational" flagt der" Page" Emisch auf Bahlungeiner Lohnziehung) zwischen dem Hauptunternehmer und den Bauarbeitern nehmen zu können. entschädigung, weil er sich zu unrecht entlassen wähnt. Direktor durch einen Subunternehmer( Strohmann) zu verhindern, im Aus dem Zwickauer Kohlenrevier wird uns geschrieben: Badhof als Vertreter des Beklagten erhebt zunächst den Einvolte wirthschaft ichen Interesse namentlich dann als be Unsere Kohlenbarone machen dieses Jahr wieder ein auswand, Kläger fei unter allen Umständen wegen mangelnder denklich erscheint, wenn dadurch den Arbeitern eine zugezeichnetes Gefd, äft. 36 381 Ladungen sind in den Monaten Paffivlegitimation des Beklagten abzuweisen. Er behauptet, ihrer Befriedigung wegen der Lohnansprüche ausschließlich Januar bis September mehr verfandt worden gegenüber dem nicht in deffen Diensten, sondern in denen des Hotelportiers auf fremde Hilfe angewiesene Persönlichkeit gegenüber gestellt, Borjahre, ebenso günstig lauten die Berichte aus dem Delsnih hätte Emisch gestanden. Der Portier Quentin habe den die Erfüllung dieser Verbindlichkeit auf minder leistungsfähige u gauer Revier. Auch die Verlaufspreise find fortwährend Kläger entlohnt und ihm auch auch die Uniform geliefert; Schultern abgewälzt wird. Es muß indessen, wie ebenfalls gestiegen, sodaß hohe Gewinnvertheilungen in Aussicht stehen, für das Effen habe wohl die Hotelleitung gewährt, jedoch nur bereits hervorgehoben, den Arbeitern überlassen bleiben, sich einzelne Werke wird der Reingewinn auf 7- 800 000 M. geschätzt. aus freiem Willen, nicht infolge einer Verpflichtung. Der vor Eingehung solcher Verträge mit bloßen Subunternehmern Aktien, die vor ca. 50 Jahren mit 60 M. eingezahlt wurden, Portier, welcher als Zeuge vernommen wird, will ein Engagement zu hüten.( Echt manchesterlich! Die Redaktion.) Verstehen siehen jetzt an der Börse über 3000 M. Geld, und werfen jähr mit dem Kläger trotzdem nicht vollzogen haben. Er erklärt, dazu sie sich dazu, solche rechtlich nicht zu beanstandenden lich 120-200 M. Dividende ab. wäre er gar nicht berechtigt gewesen, das sei Sache der Direktion. Verträge(!!!) einzugehen, so bleibt ihnen aus den Das Arbeitspersonal ist keineswegs der erhöhten Förderung Backhof bleibt demgegenüber dabei, daß Emisch der Diener, der angeführten, aus der Natur der Sache sich ergebenden Rechts- entsprechend vermehrt, sondern die Bergleute sind intensiver aus Schilfe des Portiers gewesen sei. Das Gericht befchloß, die grundsägen kein anderer Weg, als sich an den mit ihnen im gebeutet worden. Ueberschichten und Erhöhung der Echichtzeit Sache zu verhandeln. Es war der Meinung, daß, wenn der eigenen Namen kontrahirenden Subunternehmer wegen ihrer An- find an der Tagesordnung. Man hat zur Seit des allgemeinen Angestellte eines gewerblichen Unternehmers einen anderen Ansprüche zu wenden. Ausstandes 1889 den Bergleuten versprochen, die Sonntags gestellten quasi zu seiner Unterstützung annehme und ihn auch Zwischen den Klägern zu 2-16 und dem Beklagten steht schichten mit 50 pet. Aufschlag zu bezahlen und die zehnstündige bezahle, dennoch der Leiter des Betriebes dafür hafte, daß diesem fomit, wie bemerkt, überhaupt kein Rechtsverhältniß. Ihnen Schicht einschließlich der Ein- und Ausfahrt festzuhalten; das ist sein Recht werde. gegenüber ist sonach der Beklagte auch nicht passiv legitimirt. jetzt alles vergessen; auch die Gedinge werden eher gedrückt als Nunmehr machte Direktor Backhof geltend, daß er aus Die von diesen Klägern gegen ihn gerichtete Klage war daher erhöht. Das Kapital streicht lächelnd die hunderttausende von mehreren Gründen berechtigt gewesen sei, den Kläger aus dem ohne weiteres als ungerechtfertigt abzuweisen. Mark ein, den Arbeitern aber, die, von Gefahren umringt, das Hotel zu entfernen. Dieser sei einem Ehepaar, dem die Preise Anders liegt die Sache hinsichtlich des Klägers zu 1 schwarze Gold aus den Echächten heraufholen, ihnen bleibt nur im Hotel zu hoch waren, nachgelaufen und habe sich dazu ( Albrecht). Dieser Kläger hat mit dem Beklagten einen Vertrag der bittere Kampf um die nackte Gristenz, und dieser Kampf wird erboten, die Leute in ein billigeres Hotel zu führen. Und ein geschlossen, allein, wie bereits bemerkt, ist der Kläger zu 1 durch ihnen noch erschwert durch die Zertrümmerung ihrer Organi andermal hätte der junge Mann einen 2mtsrath, einen schr diesen Vertrag teineswegs in ein Arbeiter-, sondern in ein fationen. guten Gast, richtig versolgt und dann um 10 Pfennige gemahnt. Subunternehmer Verhältniß getreten u. s. w. und ist deshalb leber die Einkommensvertheilung in der Stadt Der Herr Amisrath hätte sich erst nach vielem Zureden bedas Gewerbegericht nicht zuständig. Ohne daß wir behaupten wollen, der Vertrag zwischen Braunschweig stellt der„ Braunschweiger Volksfreund" nach der wegen laffen, auch fürderhin Gast des Hotels zu bleiben. Im Gemeindesteuer Einschätzung für 1895/96 einige interessante Be- weiteren Verlauf der Verhandlung wurde noch fest= Meyer und Albrecht wäre des Betruges wegen geschloffen, rechnungen an, die nur insofern ungenau sind, als Zenfiten mit gestellt, daß Backhof nach diesen Vorgängen dem Kläger ist er doch geradezu ein Mustervertrag, wie er im Bau- weniger als 600 m. Einkommen von der Steuerumlage nicht bedeutet batte, in trei Tagen müßte er das Hotel verlassen, ind schwindel alle Tage vorkommt. Der Bauunternehmer Meyer erfaßt werden. Theilt mau die Zensiten in drei Klassen mit daß der Kläger just am Tage des Ablaufs der Frist von ihm M " fein Zeugniß verlangte. Das Gericht hielt die Gründe, welche Inhalt eine gerichtliche Bestrafung des Angeklagten wegen Be- Inoffen beantragten, die Zahlftellen wieder zu eröffnen und die Backhof anführte, nicht für solche, die zur vorzeitigen Entlassung leidigung zur Folge hatte. Die Spannung wurde größer Wander- Zahlabende wieder einzuführen oder diese wenigfiens für des Klägers berechtigt hätten. Andererseits nahm es an, daß in und endlich die Verbindung völlig abgebrochen, worauf Moabit zu gestatten. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Der dem Verlangen nach dem Atteft am legten Tage der willkürlich Barlen einen weiteren Brief schrieb, der von Be zweite Antrag Knorr's wurde vom Antragsteller zurückgezogen. von Backhof gesetzten Kündigungsfrist in Verbindung mit leidigungen wimmelte. An den Vorwurf, der erste Staats- Die Versammlung wählte dann eine Kommission zur Begutachtung der Kündigung eine Lösung Des Arbeits- anwalt habe ihn gegen Recht und Gesetz frivol geschädigt, sodaß des vom Genossen Guttmann dem Vorstande eingereichten verhältnisses mit wechselseitiger Willenser einen Schaden von mindestens 10 000 Mart erlitten habe, Memorandums; in der nächsten Generalversammlung soll die übereinstimmung zu sehen sei. Enüpfte er die Aufforderung, ihm diesen Betrag zu ersetzen. Kommission Bericht erstatten. Wie mitgetheilt wurde, veranstaltet Reichs Versicherungsamt. Das Bestreben der Berufs- Lokale Weiter beschuldigte er den Beamten des mehrfachen Meineids demnächst der Spar- und Kreditverein Eiche" in einem gegenossenschaften, sich von Verpflichtungen möglichst freizuhalten, und bezeichnete ihn als ein unwürdiges Mitglied der menschlichen sperrten Lot le"( Borstadt- Kasino, Ackerstr. 144) ein Vereins tritt sehr auffällig oft in Fällen zutage, wo ftrittig ist oder viel- Gesellschaft, das 15 Jahre ins Zuchthaus gehöre. Auf den vergnügen. Mit persönlichen Beschuldigungen des Mitgliedes mehr zur Streitfrage erhoben wird, welche Berufsgenossenschaft seitens des bienftlichen Vorgesetzten des Ruffer, des Oberstaats- oh en st ein gegenüber dem Mitgliede Riesel wird sich das einer an sich unbestrittenen Entschädigungspflicht zu genügen habe. anwalts zu Hamm, gestellten Strafantrag hin wurde Barlen am Schiedsgericht zu befassen haben. Die dabei angewandten Mittel sind manchmal nicht mehr schön, wie 21. Juni 1895 vom Landgericht Düsseldorf wegen Beleidigung In der Kommunalwähler Versammlung für den ein Rechtsstreit zeigt, welchen die Hinterbliebenen des Maurers zu fechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Revision des An- 30. Kommunal- Wahlbezirk( Stadtbezirke 202 bis 209), die am Bogen gegen die Brauerei- und Mälzerei- Berufsgenossenschaft geklagten richtete sich gegen die Annahme der Giltigkeit des Straf 22. Oftober bei Buste, Grenadierftr. 33, tagte, referirte Genosse antrages des Oberstaatsanwalts von Hamm, der dazu gar feine millarg. Er schloß seinen Vortrag mit der Ermahnung an zu führen gezwungen waren. Bogen, welcher 27 Jabre Berechtigung gehabt habe, da der Vorwurf des Meineids nicht die Parteigenossen, sich die Agitation für die Betheiligung an lang in der Brauerei von Neumann zu Plagwit gegen Ruffer als Staatsanwalt, sondern als Zeugen gerichtet den Stadtverordneten- Wahlen besonders angelegen sein zu lassen. als Hausmaurer beschäftigt beschäftigt und demzufolge auch bei der Brauerei und Mälzerei Berufsgenossen fei, weshalb nur ein Strafantrag des ersten Staatsanwalts Gine Diskussion folgte dem mit vielem Beifalle aufgenommenen rechtsgiltig sei. Der Reichsanwalt erklärte, es sei gegen Ruffer Vortrage nicht. schaft versicherungspflichtig war, stürzte beim Be festigen von Rohrschellen im neuen Kesselhause des Brauerei allerdings auch der Vorwurf des Zeugenmeineides erhoben worden, und das Gericht irre, wenn es ohne weiteres annehme, In einer Mitgliederversammlung der Bauhandwerkerbetriebs von einer Leiter und starb bald an den Folgen des der Vorwurf des Zeugenmeineids sei dem des Berufsmeineids Krankenkasse für Berlin und Umgegend( E.§.) wurde unglücklichen Sturzes. Die Rohrschellen sollten zur Befestigung gleich, da der erste Staatsanwalt eine Amtshandlung beeiden festgestellt, daß die Kaffe im dritten Quartal 11 561,16 M. Einder neuen Rohrleitung dienen, welche ein Kupferschmiedemeister sollte. Analogien dazu finden sich allerdings im preußischen nahme und 9134,43 M. Ausgabe hatte, so daß ein Bestand von geliefert hatte und die von technisch vorgebildeten Arbeitern Dieses Schmiedemeisters funstgerecht angebracht wurden. Beim Forstgesetze, wo z. B. die Förster unter ihrem Diensteide die von 2426,73 M. übrig blieb. Dazu gerechnet das bei der Reichsbank ihnen eingereichten Defraudationslisten zu bestätigen haben. An angelegte Kapital von 9600 M., beträgt das Vermögen der Kasse Abschließen des Geschäfts hatte nun der letztere den Brauerei- fich ist aber die Zeugnißablegung eines Beamten über eine Berufs- insgesammt 12 026,73 M. Die Zahl der Mitglieder der Staffe befizer verpflichtet, zu bestimmten Arbeiten Hilfskräfte zu stellen, handlung noch kein Berufseid; doch kann der Vorwurf des Meineids belief sich auf 1326. Zum Bevollmächtigten für Unfallsachen und zwar unentgeltlich. Eine solche Hilfskraft war der Verunglückte. allerdings unter Umständen auch in Beziehung auf den Beruf wurde der Maurer Karl Dienert, Andreasstr. 77b, zu Während der fraglichen Zeit erhielt er seinen Wochenlohn wie zuvor vom Brauerei- Inhaber und unterstand auch der Ver- gerichtet sein. Das ist im vorliegenden Falle jedoch nicht zutreffend, Erfahmännern upte und Herfurth, zum Hilfskaffirer für fügung desselben, so daß ihn dieser bei den betreffenden Hilfs- also wird der Vorwurf des Zengenmeineides durch den Straf den Westen Heideprim gewählt. Dieser tafsirt Blumenthalarbeiten im Kesselhause jederzeit durch einen anderen Arbeiter antrag des dienstlichen Vorgesetzten auch nicht gedeckt. Gleichstraße 5 bei Behrend. wohl hatte das Gericht von Berufs wegen auch dagegen vorzuablösen konnte. Troy all dieser Umstände, die den Laien sogar gehen, da ihm durch den Antrag auch dies zur Kenntniß ge die Entschädigungspflicht der Brauerei Berufsgenossenschaft ertennen lassen, verweigerte diese mit der Begründung die Ge- und verwies die Sache an das Landgericht Duisburg zurück. Das Reichsgericht bob das Urtheil auf währung der Hinterbliebenenrente, daß Bogen im Betriebe des Ler Gid, den ein Staatsbeamter als Benge schwört, it feine Kupferschmiedemeisters gearbeitet habe, als er verunglückte, und dienstliche Handlung, sondern eine allgemeine Staatsbürgerpflicht. daß somit die Edel- und Unedelmetall- Berufsgenossenschaft Die Aeußerung ist auch nicht gemacht zur Charakterisirung des entschädigungspflichtig sei. Der Vorsicht wegen machten die 127,31 M. Hinterbliebenen des B. nun auch bei dieser Genossenschaft ihre Staatsanwalts als solchen oder zur Beleuchtung feiner dienst Ansprüche geltend und legten gegen deren ablehnenden Bescheiblichen Führung, sondern lediglich zur Widerlegung des vom Staatsanwalt angetretenen Wahrheitsbeweises, fonnte also Berufung ein, wie sie dies gegen den Bescheid der anderen Ge- unmöglich durch den Strafantrag des dienstlichen Vorgesehten nossenschaft bereits gethan hatten. Die Schiedsgerichte beider Beklagten wiesen die Berufung zurück. Das Reichs- Versicherungsamt, als Refursgericht angerufen, verurtheilte die Brauereiund Mälzerei Berufsgenossenschaft. Es hielt für erwiesen, daß Bogen ohne Zweifel während jener Hilfe leistung bei den Rohrlegungsarbeiten im Betriebe der Brauerei verblieben sei. Der§ 270 des alten preußischen Straf gefezbuches, welcher bei Strafe verbietet, daß jemand einen anderen durch Zuwendung von Vortheilen bei Versteigerungen davon abhält, mitzubieten, besteht nach einer Entscheidung des Rammergerichts vom 21. Ottober noch zu recht. Gerichts- Beifung. fommen war. gedeckt werden. In der ordentlichen Generalversammlung des AII. gemeinen Arbeiter und Arbeiterinnenvereins von Berlin und Umgegend hielt Frau Scholz einen beifällig aufgenommenen Vortrag über: Die Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft. Nach der Diskussion gab der Saffirer Kollege Arndt den Bericht vom dritten Quartal. Die innahmen betrugen inkl. Bestand 261,84 M., die Ausgaben In der Generalversammlung der Filiale Moabit des Deutschen Metallarbeiter Verbandes, die am 10. Oktober im Moabiter Klubhaus, Beusselstr. 9, abgehalten wurde, referinte Genosse A. Knoll unter Beifall über das Thema:„ Die wirthEine Fahrt auf der Lokomotive hat für den Ingenieur schaftliche Lage des Arbeiters." Der Kaffenbericht ergab eine Wilhelm Sch weer unangenehme Folgen gehabt. Er hat sich Gesammteinnahme von 338,38 M., der eine Ausgabe von dadurch eine Anklage wegen unbefugter Ausübung 325,83 m. gegenüberstand. Neuaufnahmen von Mitgliedern eines Amtes zugezogen, die gestern vor der VIII. Straffanden 40 statt. Der Kassirer wurde entlastet. Die Neuwahl kammer des Landgerichts I gegen ihn verhandelt wurde. Es der Ortsverwaltung hatte folgendes Resultat: erster Bevollwurde folgender Thatbestand festgestellt: Der Angeklagte betrat an mächtigter Hofmann, zweiter Bevollmächtigter Otto Gems einem Juli- Abende den Bahnsteig des Bahnhofs Friedrichstraße, berg, erster Raffirer H. Schwarz, zweiter Kassirer begab sich schnellen Schritts nach der Lokomotive des zur Weiterfahrt G. Hagen, Revisoren: Jacob, Schange und Jürgens. bereit stehenden Stadtbahnzuges und befahl dem Heizer mit Der Bevollmächtigte ersuchte noch, in Zukunft Adressenänderungen energifchem Tone: Machen Sie offen!" Der Heizer, der, ebenso rechtzeitig anzugeben. wie der Lokomotivführer, glaubte, einen Revisionsbeamten vor sich zu haben, folgte dem Befehle. Der Angeklagte bestieg die LokoDer Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten motive und prüfte sofort das Wasserstandsglas. Der Zug fuhr Arbeiter Berlins und Umgegend hielt am 16. Oftober eine weiter. Unterwegs richtete der Angeklagte an den Führer eine Bezirksversammlung für Moabit und Charlottenburg Majestätsbeleidigungsprozesse giebt es aus Anlaß der Anzahl Fragen, wodurch dieser in dem Glauben beim Saale der Kronenbrauerei ab, wo Dr. Pinn unter großem bekannten Ereignisse der letzten Zeit die schwere Menge. In stärkt werden mußte, daß er einen Revisionsbeamten Beifall über das Thema: Klassenjuftig und Moral" sprach. Gera ist am 21. Oktober der Schuhmacher Ernst Paul Behr vor sich habe. Es stiegen aber nach und nach doch zweifel in aus Zwickau, der in einer Gastwirthschaft zu Triebes sich in be- ihm auf und als die Station Bellevue erreicht war und der Anleidigender Weise über den deutschen Raiser geäußert haben geflagte erklärt hatte, daß er hier aussteigen wolle, faßte der sollte, von der Strafkammer zu zwei Jahren Gefängniß führer sich ein Herz und fragte den Angeklagten nach seiner verurtheilt worden. Bom Landgericht Chemnih wurde der Legitimation. Der Gefragte zog ein Taschenbuch hervor und that als Rohproduktenhändler Otto Meinig in Hartmannsdorf zu fieben suche er ein Papier. Da er natürlich einen Ausweis nicht fand, Monaten Gefängniß verurtheilt. M. hatte eine Büste über bolte er eine Bigarre hervor und bot sie dem Führer an. Nun Eine Branchenversammlung der Former und Berufsder Thüre seines Stalles angebracht und dabei einige Worte wußte dieser, daß er einen falschen Beamten vor sich hatte, er genoffen tagte am Sonntag in der Berliner Ressource, um ausgesprochen, in welchen das Gericht eine Beleidigung fand. veranlaßte deffen Feststellung auf dem Bahnhofe. Der An einen Vortrag über das Thema zu hören: Was lehrt uns die Vor dem Schwurgerichte in Freiburg i. B. standen am Dienstag geklagte gab den Sachverhalt zu, er entschuldigte sich aber mit letzte Lohnbewegung der Former? Die Versammlung war von die Redakteure Wüller vom Freib. Bote" und Huggle von der Angetrunkenheit. Er sei mit den Einrichtungen einer Lokomotive etwa 250 Personen besucht und folgte aufmerksam den AusOffenburger 3tg.", der Beleidigung des Großherzogs durch die genau vertraut und an jenem Abende sei ihm plötzlich die unbegreif- führungen des Referenten, Kollegen Bitfin, die darauf hinausBreffe angetlagt. In Besprechung der Rede, die der Großherzog liche Idee gekommen, einmal auf der Maschine zu fahren. Der gingen, daß die Former aus den Erfolgen ihrer legten Lohnim August d. J. vor den in Karlsruhe versammelten Mitgliedern Staatsanwalt bemerkte, daß ein Betrug gegen den Eisenbahnfistus bewegung die Lehre ziehen möchten, die Organisation immer des Bad. Militär- Vereins- Verbandes hielt, hatte der Freib. nicht vorliege, weil der Angeklagte im Bejige einer Monatstarte mehr auszubauen, um den Unternehmern auch in weniger Bote" ausgeführt, daß die in dieser Rede den Zuhörern ans gewesen sei. Dagegen liege unbefugte Amtsausübung vor, die er mit günstiger Beit gewappnet gegenüber zu stehen. In der Diskussion Herz gelegte Tugend Liebe dem Militär- Vereins- Verband, deffen einer Geldstrafe von 100 M. zu ahnden beantrage. Der Ver- sprachen sich fämmtliche Redner im Sinne des Referenten aus. Brotektor der Großherzog ist, nicht nachgerühmt werden könne. theidiger wies darauf hin, daß dem Angeklagten in seinem an- Kollege Stopsack theilte dann mit, daß jetzt zirka 90 pet. In den Ausführungen darüber und in einer weiteren Betrachtung getrunkenen Zustande wahrscheinlich die Thatsache im Gedächt aller Gießerei- Arbeiter organifirt find, wobei er die Kollegen des Blattes über den vom Landesfürsten in derselben Rede niffe aufgetaucht fei, daß fürzlich ein hoher Herr eindringlich ermahnte, nicht eher zu ruhen, bis auch der letzte in empfohlenen Gehorsam erblicke der Staatsanwalt eine unerlaubte ebenfalls eine Fahrt auf der Maschine gemacht habe, in flarem die Organisation aufgenommen ist. Berfiflage der Rede des Großherzogs und somit eine Beleidigung Zustande würde der Angeklagte schwerlich auf die Nachahmung des Redners. Die„ Offenburger Zeitung" hatte den Artikel des gekommen sein. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß sowohl Eine öffentliche Kistenmacher- Verfammlung tagte am Freib. Bote" nach gedruckt. Die Geschworenen verneinten, wie eine Kränkung der Beamten wie unbefugte Amtsausübung vor- 20. Oftober in den Oranienballen. Nachdem Millarg einen Die Frankf. 3tg." berichtet, die Schuldfrage und es erfolgte Frei- liege. Die Handlungsweise des Angeklagten sei um so schwerer sprechung. zu beurtheilen, weil er die Aufmerksamkeit der Beamten vom Betriebe abgelenkt habe. Nur wegen der Unbescholtenheit des Angeklagten sei es bei der vom Staatsanwalt beantragten Strafe von 100 m. verblieben. be= Versammlungen. Die Diskussion bewegte sich im Sinne des Vortrages. Beim Verschiedenen empfahlen die Bibliothekare den Anwesenden die fleißige Benutzung der Bibliothek. Diese befindet sich im Restaurant Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28. Die Bücher werden jeden Montag und Donnerstag abends von 8-9 Uhr an jedes Berbandsmitglied unentgeltlich abgegeben. Vortrag über Fortschritt und Armuth" gehalten hatte, verlas der Vertrauensmann Tschernig die Abrechnung vom 3. Quartal, diese ergab eine Einnahme von 103,80 M., eine Ausgabe von 151,70 M., mithin ein Defizit von 47,90 M. Der Baarbestand beträgt 22,21 M. Nachdem noch Kollege Tschernig seinen Bericht als Delegirter der Gewerkschafts tommission gegeben hatte, wählte die Versammlung drei Revisoren für die Streits Abrechnung. Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel- Gesetz hatten sich vor dem Rixdorfer Schöffengericht die Milchhändler Emil Ahler und Hugo Busch zu verantworten. Bei beiden Angeklagten hatte die Polizei Milchproben entnommen, welche durch den Gerichtschemiker Dr. Bein in Berlin als außer ordentlich stark gewässert befunden wurden. Ayler behauptete, die beanstandete Milch als Vollmilch gekauft und daher in dem Der sozialdemokratische Wahlverein für den sechsten Der Verein der Zimmerer hielt am Sonntag in Cohn's guten Glauben verkauft zu haben, daß er wirkliche Vollmilch Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 22. d. M. feine ftfälen feine vierte gutbesuchte Generalversammlung ab. Bu verabfolge. Der Angeklagte Busch dagegen gab zu, gewußt zu ordentliche Generalversammlung ab. Nach der üblichen Ehrung näst gab der Vorsitzende Obst einen Ueberblick über die Thätighaben, daß die von ihm als Vollmilch verkaufte Milch in Wirk der verstorbenen Vereinsmitglieder Schramm, Belke, feit und Entwickelung des Vereins im letzten Geschäftsjahr und lichkeit teine solche sei. Ayler wurde wegen fahrlässigen Ver- Vollmar, Kretschmar, Bien st beantragte Knorr, forderte, obwohl die Mitgliederzahl gestiegen ist, zu noch regerer faufs verfälschter Nahrungsmittel zu 10 M. Geldstrafe eventuell den Vorstand statutarisch zu verpflichten, bei vorkommenden Ver- und fräftigerer Agitation für den Berein auf. Die Abrechnung zwei Tagen Haft, Busch wegen wissentlichen Verkaufs zu 100 M. gnügungen die Mitglieder rechtzeitig in Kenntniß zu setzen, um vom 3. Quartal 1895 wies an Einnahme und an Bestand vom Geldstrafe eventuell zivanzig Tagen Gefängniß verurtheilt. unliebfame Erörterungen, wie sie bei der Laffallefeier vorge- 2. Quartal zusammen 1723,56 M. auf; die Ausgabe betrug Dem Ein bezeichnendes Stück Justiz spielte sich am Montag tommen sind, zu vermeiden. Die Versammlung beschloß, diefen 501,82 M., mithin blieb ein Bestand von 1222,24 m. Antrag unter Vereinsangelegenheiten zu behandeln. Weiter be- Rassirer wurde Entlastung ertheilt. Die Vorstandswahl in Mülhausen im Elsaß ab. Vor der Straffammer stand ein Arbeiter, der am Tage nach dem Attentat auf den antragte Knorr, daß die Hälfte der Vorstandsmitglieder je hatte folgendes Resultat: Obst erster, in zweiter Vor= Fabrikanten Schwarz eine Bedrohung" begangen haben sollte. ftellten Antrage. Dieser Antrag wurde vertagt. Weitere An- mann erfter, Marquardt zweiter Schriftführer, Päslere Fabrikanten Schwarz eine Bedrohung" begangen haben sollte. weilig auszufcheiden haben analog dem früher von Millarg ge- figender, Dummer erster, Nolte, zweiter Kassirer, Gra-, Einen Angestellten des ganz unter dem Einfluß der Unternehmer träge von Mitgliedern lagen nicht vor und nahin nunmehr Kiesel Jänsch und Schäffer, Revisoren. Zu Kontrolleuren wurda stehenden Arbeitsvermittelungs- Bureaus hatte der Arbeiter auf das Wort zum Berichte des Vorstandes, wonach 19 Agitations- Ver- Stolle und Jensch, zum Bibliothekar Kranich, z offener Straße gestellt, indem er auf sein kleines Kind zeigte jammlungen und 2 Kreistonferenzen abgehalten worden sind. Dann dessen Vertreter Jacobie ernannt. Die Abrechnung vom und dabei ausrief:„ Sehen Sie, das ist mein Kind, gab Gleinert den Kassenbericht für das verflossene Quartal. Stiftungs Feft gab Thamm. Danach betrug die EinSie sind schuld, daß ich keine Arbeit Nach diesem beliefen sich die gesammten Einnahmen auf 5226,93 M., nahme 382., die Ausgabe 209,15 M., der Ueberschuß tomme. Sie wiffen, wie es dem Schwart ergangen die gesammten Ausgaben auf 3289,65 M., der verbleibende Be- 172,85 M. Die Revisoren werden beauftragt, die Abrechnung ist, so geht es Ihnen auch einmal." Durch das Urtheil stand beträgt somit 1935,28 M. Bei der Lassallefeier wurden zu prüfen und in der nächsten Versammlung darüber zu berichten. Der Strafkammer wurden dem Arbeiter se ch 3 Monate Ge= fängniß zugesprochen. Thatsache ist, daß man dem Unglück- insgesammt 6694,80 m. eingenommen, der sich bis jetzt ergebende Des weiteren wurde beschlossen, dem Bezirkskassirer von Steglik Ueberschuß beträgt 654,55. 2332 Billets stehen noch aus. für jede Vorstandssitung eine Entschädigung von 1 M. zu m. lichen, der nicht wußte, wie er für seine Familie Brot schaffen Verstorben sind 10 Mitglieder, ausgeschlossen 3, ausgetreten 193. gewähren. follte, wenige Tage vorher auf dem Stellen vermittelungs- Bureau Der Mitgliederbestand beträgt 5487. Der Kassirer wurde entlastet. erklärt hatte, er bekomme in der ganzen Stadt keine Wie Riefel mittheilte, konnte die beschlossene Berufsstatistik der Der Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins Arbeiter gegenüber gethane Aeußerung wird selbstverständlich Mitglieder infolge Verschuldens der Bezirksführer der General- und Umgegend nahm in seiner Versammlung am 20. Oftober verfammlung noch nicht vorgelegt werden. Die Generalversamm: folgende Abrechnung vom 3. Quartal entgegen. Einnahme und von feinem Staatsanwalt verfolgt. E3 sollen noch lung trat hierauf in die Borstandswahl ein. Gewählt wurden alter Bestand 703,29 M., Ausgabe 196,45., bleibt Bestand weitere Berurtheilungen wegen" Bedrohungen" bevorstehen; zum ersten Vorsitzenden Ernst, zum zweiten Vorsitzenden 506,84 M. Der Kassirer wurde entlastet. Dem franken Kollegen der Weizen der Lockspiel und Denunzianten blüht zur Zeit Jacobey; zum ersten Kassirer Kröhn, zum zweiten Kassirer Beckel bewilligte die Versammlung 20 M. Unterstützung. mächtig in Mülhausen. Fust jeden Tag, so wird uns geschrieben, Die Stockarbeiter beschäftigten sich in einer gut besuchten erfolgen Verhaftungen von Leuten, die wegen Majestätsbeleidigung ermerschmidt: zum ersten Schriftführer Schumann, und angeblicher Bergehen gegen Fabrikanten denunzirt worden zum zweiten Schriftführer Beiß wänger; zu Beisitzern Versammlung am 21. d. M. mit dem Wiener Strcil. Ter Beund angeblicher Bergehen gegen Fabrikanten denunzirt worden Fürstenberg, Münnich und Hansen; zu Revisoren ferent Hildebrandt schilderte die Wiener Verhältnisse und find. Die Ereignisse der letzten Zeit haben im Elsaß ganz außer Gleinert, Gnadt und Albert Weise. Bu Abtheilungs- forderte sur materiellen Unterstützung der dortigen Kollegen auf. ordentlich propagandistisch für die Sozialdemokratie gewirkt. führern wurden gewählt: für die Schönhauser Vorstadt: Knappe; Weiter ermahnte er die Berliner Kollegen, sich ebenso mannhaft Nochmals der Staatsanwalt Nutser. Der Kaufmann die Rosenthaler Vorstadt: Silpert; für Gesundbrunnen: dem Unternehmerthum entgegenzufiellen, da die Innungs Robert Barlen in Düsseldorf beschäftigte eine größere Anzahl Resel; für den Wet ding: Handschke; für Oranienburger meister beabsichtigten, alle organisirten Stockarbeiter ant Die Versammlung beschloß, zur Unterstühung Sträflinge des Bochumer Gefängnisses, in dem er auch einige Vorstadt: Freithaler; für Moabit: La ch mann. Das entlaffen. Wiener, Listensammlungen zu Maschinen aufgestellt hatte. Als der erste Staatsanwalt Ruffer Schiedsgericht wurde ergänzt durch Blättermann, Klose und der veranstalten, und nach Bochum versetzt wurde und die Leitung der Gefängnißver- Bergemann. Unter Vereinsangelegenheiten wurde der bereits wählte zur Durchführung dieses Beschlusses eine Kommission. waltung übernahm, entstanden bald Differenzen zwischen ihm und erwähnte erste Antrag des Genossen Knorr durch Uebergang Sildebrandt brachte dann die Organisationsfrage zur Sprache der Firma Gebr. Barlen, infolgedessen der Angeklagte sich ver- sur Tagesordnung erledigt, jedoch von Poillon für die nächste und wies darauf hin, daß es unbedingt nothwendig fei, die anlaßt fühlte, den Staatsanwalt einen Brief zu schreiben, deffen| Generalversammlung wieder aufgenommen. Die Moabiter G bestehende Organisation entweder lebensfähig zu gestalten oder sie Arbeit, weil er Sozialdemokrat sei! Diese dem gänzlich aufzugeben, da es so wie bisher unmöglich weiter gehen| Bohnaufschlag gefordert wird. In der Diskussion wurde von Rassirer wurde Decharge ertheilt. Zum Schluß forderte Genosse fönne. Die Disfuffion hierüber endete mit dem Beschlubie mehreren Seiten hervorgehoben, daß in den größeren Werkstätten, Glüer die Mitglieder zu recht regem Besuche der Urania- Vorbestehende lokale Organisation auszubauen und sie nach Kraften 3. B. bei Schäffer u. Walter, verhältnißmäßig wenig Ueberstunden stellung auf, die zu Sonntag, den 29. Dezember, vormittags zu stärken. gemacht würden. Der größere Theil der Redner befürwortete die 10 Uhr, angesetzt ist. " = " O Aus Bur Frage der Betriebswerkstätten. Einen ruhigen Abhaltung von Werkstatt- Versammlungen, um die Friedrichsfelde. In der am Sonntag abgehaltenen GeneralVerlauf nahm diesmal die große öffentliche Versammlung orderung planmäßig durchzuführen. Der Vertrauensmann fagte fämmtlicher selbständiger Schneidermeister für Damenmäntel zu, diesem Wunsche nachkommen zu wollen. Durch die Annahme verfammlung des Arbeiter Bildungsvereins referirte Berlins und Umgegend", die am 23. d. M. bei Keller in der einer dahin zielenden Resolution verpflichteten fich die An- Genosse Schöpflin in interessanter Weise über moderne RechtsKoppenstraße stattfand. Dieser Umstand ist auf die Thatsache wefenden, überall wo es thunlich erscheint, d. h. wo ein ge- pflege. Die Versammlung nahm dann den Vorstandsbericht ent zurückzuführen, daß unter den von der„ Innung der Berliner nügender Prozentsatz der Arbeiter organisirt ist, für die Ab- gegen, in dem mitgetheilt wurde, daß fünf Bersammlungen, dar. Damenmäntel Schneidermeister" gemeinsam mit dem Verein schaffung der Ueberstunden im andern Falle für den 25 pet. unter drei mit einem Vortrag und eine mit einer Vorlesung ab der Berliner Schneidermeister für Damenkonfektion" zu Buschlag einzutreten. Die Werkstatt- Vertrauenspersonen wurden gehalten worden sind. Der Bestand der Kasse beträgt 58,50 M. fammengetrommelten taum 300 Schneidermeistern und Ronfet- aufgefordert, ihre genauen Adressen dem Vertrauensutann der Der Kaffirer wurde entlastet. Die Vorstandswahl hatte folgendes tionären wesentliche Meinungsverschiedenheiten nicht bestanden. Der Branche einzusenden. Resultat: Taratowsky, Vorsitzender; Gruh!, Schrifts Hauptredner des Abends war der unvermeidliche Herr Boltführer; Knauer, Kassirer; Richter, Bibliothekar; Sac Schöneberg. Jm biesigen Arbeiter Bildungs- und Pretky, Revisoren. mann, dem in der Diskussion ein anwesender Konfektionär das verein sprach am 21. Oftober Dr. Joël unter Beifall über Rompliment machte, daß er als angekündigter Referent nicht mehr den Kampf ums Dasein. Die Versammlung war infolge der am im stande sei, einen Konfektionär zum Versammlungsbefuch zu Sonntag vorgenommenen Flugblattvertheilung äußerst start be- Genossen in Schöneberg ein Flugblatt verbreitet, in dem das Schöneberg. Am Sonntag, den 20. d. Mta., hatten die reizen. Wer komme, tomme höchstens aus Neugier. Dieses fucht. Glf neue Mitglieder wurden aufgenommen. Da der bis- Lesen unserer Zeitungen und der Anschluß an unsere Organi Zeugniß rechtfertigte Herr Volkmann denn auch durch sein Re- herige erste Vorsitzende zum Vertrauensmann gewählt worden ist fation warm empfohlen und gleichzeitig zu einer öffentlichen ferat über den ersten Punkt der Tagesordnung: Klarlegung und deshalb sein Amt niederlegte, ist in der nächsten Versamma rteiversammlung, welche am Nachmittag stattfand, der Lage des Handwerks der Schneidermeister für Damen- lung, am 4. November, eine Neuwahl vorzunehmen. Die Mit eingeladen wurde. Die Versammlung war infolge bessen sehr mäntel und die Errichtung der Betriebswerkstätten", worin er glieder haben die Pflicht, hierzu vollzählig zu erscheinen. den guten" Konfektionären gewaltig um den Bart ging zahlreich besucht. Zunächst berichtete Genosse Görke- Char= Der und mit Feuereifer gegen die Rothen" wüthete. Der Referent verbreitete sich in schon des öfteren gehörter Weise über die öffentliche Parteiversammlung mit den Berhand Parteitags- Berichte des Vorwärts" bekannt ist. Sodann gab In Friedrichshagen beschäftigte fich am Sonntag eine lottenburg über den Breslauer Parteitag. Bericht besagte im ganzen dasselbe, was bereits durch die schlechten Erwerbsverhältnisse in der Konfektion, über unlauteren lungen des Breslauer Parteitages. Der Delegirte Sonnenber bisherige Vertrauensmann Genosse Masuch eine Wettbewerb, Schundkonkurrenz, Lehrlingszüchterei, Lehrmädchen- burg berichtete kurz darüber und legte den Standpunkt flar, wirthschaft u. f. w. und kam zu dem verblüffenden Schluffe, daß den er insbesondere zur Agrarfrage und zu dem hinsichtlich der Uebersicht über seine Thätigkeit im verflossenen Jahre. Es an allem nur die„ Freizügigkeit" die Schuld trage, indem Frauenfrage gestellten Antrage des 3. Hamburger Wahlkreises haben in dieser Beit zwölf öffentliche Versammlungen stattgefunden. Die gefammte Einnahme betrug 1315,95.. Maurer, Schuster und sonst wer im„ Handwerk" herum eingenommen hat. In Beziehung auf die Frauenfrage empfahl stattgefunden. Die gesammte Giunahine betrug 1315,95 m., so daß die gesammte Ausgabe bagegen 1067,50 D., pfuschten und den gelernten biederen Schneidermeistern, er der Versammlung folgenden Antrag zur Annahme:" In der ein Ueberschuß von 248,45 M. blieb. unterstützt durch unlautere Elemente der Kaufmannschaft, Erkenntniß, daß die Frauen und Mädchen in der heutigen drückte dem Genossen Masuch für seine Thätigkeit ihre volle zuDie Versammlung eine nicht mehr erträgliche Schmutzkonkurrenz machten. Aus Gesellschaft infolge der wirthschaftlichen Nothlage immer mehr diefem Dilemma, das die Pfuscher" verursacht hätten, die auch ins öffentliche Leben gedrängt und in allen Branchen beg friedenheit aus und ertheilte ihm auf Antrag der Revisoren einallein die schled ten Arbeitslöhne zahlten, follten angeblich stimmig Decharge. Um das arbeitsreiche Amt des Vertraueng so Erwerbslebens als Konkurrenten der Männer aufzutreten meinte der Redner- die Betriebswerkstätten heraushelfen; fie gezwungen sind, ist die politische und wirthschaftliche Aufklärung Genosse Meiling, Sedanstr. 77, einstimmig als Vertrauensmannes nicht ferner denselben Schultern aufzubürden, wurde würden in Wahrheit aber lediglich gefordert, damit die Gehilfen der Frauen und Mädchen unbedingt nothwendig. Dem Ver das Heft in die Hand bekommen, unbekümmert darum, ob trauensmann wird deshalb zur Pflicht gemacht, in kürzester Zeit person für Schöneberg gewählt. Zu Revisoren wurden die tausende von Meistern dabei zu grunde gehen. Aber, so rief eine Versammlung einzuberufen mit der Tagesordnung: Die Namens der Sofaltommiffion berichtete Genosse Seit. Genossen Bäumler, Brachvogel und Raue bestimmt. Herr Volkmann mit Emphase, wir wollen nichts wissen soziale Lage der Frauen und Mädchen in der Er bemerkt u. a., daß uns in Schöneberg leider nur das Lokal von diesen rothen, internationalen Umstürzlern. Wir heutigen Gesellschaft", und eine Frau mit dem Referat zu des Genoffen Obst zu Versammlungen zur Verfügung steht, was müssen die guten Konfektionäre unterstützen, dann werden beauftragen." Weiter theilte Sonnenburg mit, daß voraussichtlich auf wir auch Den umstürzlerischen Ideen Einfalt gebieten. dem nächsten Parteitag in Gotha Frau 3ettin einen Vortrag über zum theit auf die Lässigkeit der Arbeiter zurückzuführen Die gelernten Schneidermeister fönnen die Leute, die in den die Frauenfrage halten wird. Zum Schluß wieß er darauf hin, daß fei, die die Lokalsperre nicht genügend beachteten. Verfammlungen der Agitationskommission das große Wort führen, auch der diesjährige Parteitag die Hoffnung unserer Gegner auf eine der Neuwahl der Lokalkommission gingen hervor nicht gebrauchen, weil sie Pfuscher sind und nichts leisten können. Spaltung der Partei natürlich arg enttäuscht habe, was für jeden unter Verschiedenes" empfahl die Genoffin Klauke die Genossen Seiß, Werner und Fachmann. Deshalb werden die Betriebswerkstätten den Arbeiterinnen Genoffen übrigens selbstverständlich sei, da die Gegenfäße in als Auheilmittel vorgespiegelt. Die Agitationstommiffion treibt unferer Partei weniger prinzipieller Natur feien, als vielmehr dem neugewählten Vertrauensmann, in der nächsten öffentlichen nichts als Humbug. Die Internationalen wollen nur die Be- auf der verschiedenen Auffassung über die Taftik beruhten. Mit Bersammlung die Wahl einer weiblichen Vertrauensperson zu triebswerkstätten, um nach ihrem Gefallen wirthschaften, sich nach einem warmen Appell an den Opfermuth der Genossen und mit veranlassen, die für Agitation unter den Frauen zu sorgen hätte, Belieben Feiertage machen und arbeiten zu können, wann es ihnen dem Hinweis darauf, daß wir den Sieg erringen werden, sobald vereins für die Frauen nichts geschehen wäre und überhaupt für weil seit der Auflösung des Frauen- und Mädchen Bildungs paßt. Ob die Arbeit drängt, das kümmert sie nichts. Das Schiff erst alle Proletarier auf unserer Seite ständen, schloß Sonnen die Aufklärung und Heranziehung des weiblichen Geschlechts von kann ja warten. Aber die Umstürzler werden sich eher den Schädel burg seinen Bericht und erntete für seine Ausführungen, be- ben männlichen Parteigenossen zu wenig gethan würde. Von zertrümmern, als den Frieden und das gute Einvernehmen zwischen sonders für die begeisternden Schlußworte, lebhaften Beifall. An den männlichen Parteigenoffen zu wenig gethan würde. Von Meistern und Arbeiterinnen zerstören. Die Hausindustrie ist der Diskussion betheiligten sich die Genossen Seyfelder, mehreren Rednern wurde dagegen betont, daß unsere Agitation, eine Wohlthat für die arme Bevölkerung. Die verheiratheten Kramm, Paay und Sonnenburg. Diese gingen noch Männer und Frauen gleichzeitig fördere, baß es aber selbstredend wie überhaupt unsere ganze Parteithätigkeit das Interesse der Frauen schäzen es sich zur Ehre, mitzuarbeiten, um ihre Kinder näher auf die Agrarfrage ein, äußerten sich auch über den be- den Genoffinnen freistehe, sich zu lebhafterer Betreibung der ernähren zu können, um so mehr, als sie in der Lage find, fie fannten Diäten- Antrag betreffend die Parteibeamten und bei der Arbeit zu beaufsichtigen und zu erziehen. Eine Schmach über Agitation unter den Frauen eine geeignete Vertrauensperson in die Abschaffung der Aktordarbeit in Parteiund Schande ist es, den ganzen Stand der Schneidermeister so geschäften. einer Frauenversammlung au wählen. Mit der Mahnung um Alle Redner begrüßten es mit Freude, herunterzureißen, wie es von dieser Agitationskommission ge- der Fehler des Frankfurter Parteitages in der Agrar- auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung gefchloffen. Daß lebhaftere Betheiligung an der Organisation und mit einem Hoch schieht! frage jezt in Breslau forrigirt sei, und sprachen aus, daß man überhaupt durch den Verlauf des diesjährigen Parteitages im großen und ganzen befriedigt sei. Nach Beendigung der sehr regen Diskussion wurde der oben angeführte Antrag Sonne n burg's einstimmig angenommen. Dann erstattete Genosse Sonnenburg ausführlich Bericht über seine Thätigkeit als Vertrauensmann für Friedrichshagen, sowie über den Stand der Kaffe. Nach einigen anerkennenden Worten des Genossen Pa at über das Wirken Sonnenburg's wurde Sonnenburg für seine Thätigkeit Entlastung ertheilt. Bu Revisoren wählte man die Genossen Heyfelder, Köhler und Krüger. Da Sonnenburg unter Danksagung für das ihm von den Genossen entgegengebrachte Vertrauen erklärte, eine Wiederwahl zum Vertrauensmann nicht annehmen zu wollen, weil er dieses Ehrenamt schon 2 Jahre inne habe und einen Personenwechsel aus mehrfachen Gründen talender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Freitag. für im Interesse der Partei liegend erachte, so wurde Genosse nebungsstunde Abends 9-11 1hr. Aufnahme von Mitgliebern. Collegia, Carl Paaß einstimmig als Vertrauensperson gewählt, worauf Adalbertfir. 21 bet Roll. Saifer'fcher Männerchor, Schönhauser diefer sofort sein Amt als Kassirer des hiesigen Arbeiter- allee 28, bei Stelle. Arbeiter Gesangverein Nord, Usedomstr. 38 bet Bildungsvereins niederlegte. In die Lokalkommission wurden Gefangver. Ma i glöd ch en 1, Sindowerftr. 26 b. Sachs.- Gemüthlichkeit, Buchbinder Männerchor, Holzmarktfir. 3 bei Deter. gewählt Karoffat, Mertens und Rose. Mit der Auf- Neue Friedrichstraße 44, bet Röllig. Typographia, Gesangverein forderung an alle Anwesenden, stets ihre Pflicht als Partei- Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Cohn's Restaurant( großer Saal). genoffen in vollem Umfange zu erfüllen, schloß der Genoffe Gefangverein Melodia, Mirdorf, Bergstr. 142 bet Schimtäſe. Beuthstr. 20. Gefangverein Rheingold, Gollnowstr. 40 bei Miegel. - Fris Barth die äußerst anregend verlaufene Bersammlung. Naunynstraße 86 bei Frig Bubett. Brandenburger MännerGesangverein in Brandenburg a.. Mengerts Boltsgarten, Bergstraße. Freie Siebertafel, Große Frankfurterstraße 74 bet Breuer. Nordwacht, Chauffeeftr. 72 bet Meißner. " angenbechaus( großer Saal), 8 Uhr abends: gi. Archivar Dr. Winter: Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur. Freitag, den 25. Oftober, Das Problem der Arbeitslosigtett vom fittlichen und fozialwirthschaftlichen Standpuntt." Naturheilkunde. Freitag, den 25. Oftober, abends 8% Uhr, wird Herr Berliner Verein für volkeverständliche Gesundheitspflege und Bartsch im Saale des Englischen Gartens, Alexanderstr. 27c einen öffentlichen Vortrag halten über die Entartung des Menschengeschlechts durch Strophulose und Rachitis. im Restaurant Tießen, Zionstirchplatz 1. Gäfte willkommen. Vergnügungsverein ,, Einigkeit". Sigung mit Damen abends 9 Uhr Achtung, Vergolder! Große öffentliche Versammlung der Bergolber und Berufsgenossen am Freitag, ben 25. Ottober, abends sk Uhr, in der Streits. Die Lohnkommission. Ressource, Kommandantenftr. 57. Tagesordnung: Die Gefolge unferes Arbeiter Sängerbund Berlins und Imgegend. Borsigender Ad. Neumann, Basewalterstraße 8. Alle Aenderungen im VereinsDiböter Frense. Diese Kraftleistung wurde von den Kollegen des Herrn Volkmann mit dem gebührenden Schauer der Bewunderung entgegengenommen. Nicht die gleiche Wirkung hatte die Rede bei den anwesenden Konfektionären, deren Wortführer, Herr Sautner, den Speech des Referenten nach allen Regeln der Kunst abschlachtete und dabei die Lacher auf seiner Seite hatte. Er machte jenem ein erneutes Kompliment, indem er Herrn Volt. mann ob seiner Fähigkeit, dem jeweiligen Publikum angemessen sprechen zu können, belobte. Wie Herr Volkmann hier gegen die Sozialdemokraten losgezogen fei, so sei er an anderer Stelle gegen die Konfektionäre losgegangen, die er hier so herausgestrichen habe. Die Diskussion bot sonst nichts Bemerkenswerthes, es sei denn der Wig, den sich einer der Herren Schneidermeister leistete, indem er meinte, daß mit den Betriebswerfstätten auch gleichzeitig Kindergärten anzulegen seien, in denen die verheiratheten Frauen ihre Kinder unterbringen könnten. Der zweite Referent war Herr Redakteur Ulrich, der über ,, die entstellten Berichte der Presse in der Agitation für die Betriebs: werkstätten" sprach. Er meinte, daß die Konfektion vor einem Umsturz" stehe in Gestalt der Betriebswerkstätten. Die Schneidermeister und Konfektionäre wünschten die Betriebswerkstätten nicht. Die Arbeiterinnen feien getheilter Meinung. Ein Theil sei von Agitatoren verführt, der größte Theil stehe gottlob diesen Be strebungen fern. Das Geheimniß des Zweckes der Betriebswerk- In Reinickendorf nahm am Sonntag eine Voltsversammstätten sei in einer Arbeiterversammlung verrathen worden, indem lung den Bericht des Genossen Schilling über den Breslauer Frete Sänger, Schmargendorf, Warnemünderstraße bei M. Schulze. man darauf hingewiesen hätte, daß die Hausindustrie die Orga- Parteitag entgegen. In der Diskussion wurde dem Fall des Arbeiter Gefangverein Sängerfreis( Weißensee), Weißenburgerund nisation unmöglich mache. Nachdem der Herr Redakteur feine Agrarprogramms zugestimmt, dagegen bedauert, daß der Antrag 48 fraße Sedanstraßen- Ecke bei Brennert. Loreley, Grünthalerstraße 4 bet Hämmerling. Lufttge Sänger, Potsdam, BranWeisheit ausgeframt hatte, fam er auf die bekannten nicht angenommen worden ist, wonach Parteibeamte und Redak denburger Kommunikation 16 bet Glafer. Bieber'scher Männers Radauverfammlungen zu sprechen und verwahrte die Herren teure, die Reichstags- Abgeordnete sind und 3000 M. und darüber hor, Rosenthalerfir. 67 bet Wernau. Geselligteit, Hennigsdorf, In einer einBöhmert's Gasthaus. Schneidermeister dagegen, Skandale und Prügeleien provozirt zu Gehalt beziehen, keine Diäten bekommen sollten. Drante, Weißenfee, Königschauffee 41 bet Gesangverein Vereinte Gangesbrüder, Moabit, haben. Die in den Zeitungen erschienenen Berichte seien nicht stimmig angenommenen Resolution erklärte fich die Versammlung Berlebergerstraße 28 bet Hermerschmidt. Sängerverein Sorgen objektiv und nur im Interesse der Arbeiter geschrieben, wogegen mit den Ausführungen des Genossen Schilling sowie mit seiner Thätig fret. Admiralstraße 18 c, Märkischer Hof. Gangesfreund, Gesangverein Wacht auf I, Wörther einer der anwesenden zwölf Berichterstatter entschieden Ver- feit auf dem Parteitag einverstanden und versprach, auch in Zukunft Dragonerstr. 32 bei Stamlowsky. Straße 19 bct echmidt. Gesangverein Stralauer stedertafel, wahrung einlegte. Der Referent suchte seine Behauptung zu energisch für die Befreiung des Proletariats vom Joche des Rummelsburg, Prinz Albertstraße bei Selitat. Gefangverein Treu und beweisen durch Zitate aus der„ Bolts- Zeitung"," Berliner 3tg.", Kapitalismus thätig zu sein, Genosse Durhteon stellte dann Ginigkeit, Rirborf, Prinz Handjernstraße Nr. " Staatsbürger Zeitung" und der Deutschen Warte". Hiergegen zur Kreisversammlung den Antrag:" In anbetracht, daß schon Gesangverein Frobfinn, Rummelsburg, Göthestraße, de Rantstraße, bei müsse entschieden Front gemacht werden. Was der Referent vielfach Klagen der Delegirten vorliegen, daß ihre Aus- Mertens.- Gefangverein ber Metallarbeiter( D), Blumenftr. 46. Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismarckstr. 74 bei Krause. unterlassen hatte, holte Herr Volkmann pflichtschuldigst führungen zum theil gefärbt, anderseits verstümmelt würden, Rosenthaler Borstadt, Bernauerftr. 47. Froh Hoffnung Grunewaldstraße 110 bei Reßner. die Kreisversammlung, er die Schale seines Zornes über den beschließt dem nächsten Parteitag( Berlin W.), Vorwärts" ergoß. Daß dieser in ironischer Weise folgenden Antrag vorzulegen: Der Parteitag beschließt, sämmtliche Alte Jakobfraße 87-88 bei Samprecht. Rosalia, Blumenstraße 46 bei Syrene, Rosenthalerstr. 57 bet Julius Wernau. von ausgebeuteten Fettböcken" gesprochen hatte, wurmte den Ausführungen der Delegirten im Zentralorgan der Sozialdemo- tracht III, Eberswalde, Freienwalderstraße bet weber. Fortschritt, Herrn gar sehr. Solche Schmugblätter, wie der Vorwärts" fratie, dem Vorwärts" wahrheitsgemäß und möglichst ausführ- Melchiorftr. 16 bet tehmann. und die" Bolts- Zeitung"." so rief Herr Wolfmann, müssen aus lich zu bringen."( Der Bericht enthält keine Angabe darüber, jeder deutschen Familie verschwinden. Wollen Sie ein un- ob dieser Antrag angenommen worden ist. Für alle Fälle wollen parteiisches Blatt lesen, so lesen Sie das Berliner Intelligenz- wir aber bemerken, daß gegen unsere Berichterstattung über den Blatt"!" Das war also des Pudels Kern! Breslauer Parteitag nur in zwei Fällen reklamirt wurde, und Die Versammlung schloß mit der Annahme folgender Re- darunter nur von einem einzigen norddeutschen Delegirten. solution: Die Versammelten erklären sich mit den Ausführungen Im übrigen ist zu beachten, daß ein großer beider Referenten einverstanden und erkennen in der Errichtung des Berichts übermittelt telegraphisch werden mußte, von Betriebswerkstätten in der Damenmäntel- Branche eine was die größte Kürze des Ausdrucks zur Nothwendig. Woltewig), bet G. Gomoll, Waldemarfir. 38, abends 9 Uhr. Privatschwere wirthschaftliche Schädigung, deren fich feit macht und ja auch hier und da, zumal wenn Folgen die Urheber und Agitatoren für bie Errichtung diefer Telegramm verstümmelt war, zu einem Mißverständniß Anlaß Betriebswerkstätten nicht bewußt find. Die Versammelten geben konnte. Den Delegirten stand der Weg der Berichtigung erachten es vielmehr als ihre Pflicht, energisch dagegen zu und Ergänzung offen; benutten sie ihn nicht, ist es nicht unfere protestiren, daß dem ehisamen Handwerk seine Existenz auf diese Schuld. Jedenfalls hat der Antragsteller, der übrigens gar nicht anne, abends 9 Uhr, bei Kaifer, Marfusstraße 8. Bergnügungsverein Weise untergraben wird und halten die weitere Fortentwickelung auf dem Parteitag war, feinerlei vernünftigen Anlaß, von einer 3m Brand, Sigung abends 9 Uhr bet Feind, Weinftr. 11. und das Gedeihen dieser Branche nur für möglich bei einem Färbung" 2c. der Berichte zu sprechen. Da er wahrscheinlich verein der Bauanschläger Berlins, abends 9 Uhr bet J. Wernau, Rosenthalerstr. 67. Vorwuris gemeinsamen Hand- in- Hand- gehen des Schneidermeisters mit die Bitherklub Frohfinn, abends 8% Uhr bet Reich, Tragweite dieses nicht fennt, wollen Blumenftr. 32. Gäfte willkommen. dem Kaufmann." wir von einer schärferen Zensur feines Verfahrens Arbeiter- Rancherbund Berlins und Umgegend. Freitag: Apfel= absehen. Redaktion des Vorwärts".) Aus den weiteren brütbe, Sochstädterstr. 30 bei Graminsty. Stauchtlub Südost, WienerVerhandlungen der Versammlung ist noch zu erwähnen, fraße 63, bei Felste. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbetter- Turnerbundes. daß der Kaffenbericht des Genossen Malinowsky die Sinnahme Jeden Dienstag und Freitag, abends von 8-10 ühr: 2. Männerabtheilung auf 345,45 M., die Ausgabe auf 253,95 M., den Beftand auf Staligerstraße 55-56.4. Männerabtheilung Etephanstraße 3.- 5. Männer1. Lehrlingsabtheilung Frieden ftr. 37. 91,50 M. bezifferte und daß die dann vorgenommenen Wablen 3. Lehrlingsabtheilung Boechstraße 27. Damenabtheilung Mariannenfolgendes Ergebniß hatten: Otto Knauff, Vertrauensmann; user 1a. Zurnverein Gesundbrunnen. Die erste MännerDilpert, Glüer und Baum, Revisoren; Malinowsky, Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turn Beiße und Rasch, Mitglieder der Lokalfommission. Mit balle des effing- Gymnasiums, Bankfir. 9-10.- Kraft- und Arriftenflub Berolina. Jeden Dienstag und Freitag Uebungsfande bet Grüßner, einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Waldemarstr. 42. Kraft- Turnverein Hoffnung, abends von 9-11 y bet Mowat, Manteuffelitraße 9 " nach, indem " " Wir meinten den Bericht über diese Versammlung etwas ausführlicher geben zu sollen, weil die Reden der Herren Schneider meister wieder einmal so recht deutlich zeigen, daß von den Wortführern des„ ehrfamen Handwerks" für die allgemeine Wohlfahrt auch rein gar nichts zu erwarten ist." " " Tomatscheck. Gold. 58 bet Reden. Brüderschaft, Ein= Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ale zuschriften find zu senden an P. Gent, Dresdenerstr. 107-108, 1. tft. IV. Freitag: Stattlub Kairo, abends 8 Uhr bei Fr. Bothe, teftaurateur, Ritterftr. 58. Mufitverein Hoffnung, Große Frankfurterstr. 133 bet Lotterieklub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine, Freitag. Quartettverein wedding, Abends 8% Uhr, bet Schäfer, Steue pochitraße 49. Gefang Theil verein hilaria, abends 8% Uhr, Sigung Blumenstr. 46 bet Tomascheck. Karthaus'scher Gesangverein. Uebungsstunde: abends 9 Uhr bei Wiedemann, Blumenftr. 38. Bitherklub Alpengruß"( Direktion Theaterverein Grescendo, 9 Uhr, bet Schulz, Burbuserstr. 35. gnilaungsverein Thu snelba, abends 8 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106. Musitverein Hoffnung( Ost), abends von 9-11 Uhr. Uebungsstunde Große Frankfurterfiraße 138 bei Gold. Tambourverein Frei- wea. Bitherflub Waldrose, uebungsfiunde bei Oberschmidt, Weinbergsweg 11. abends 9 Uhr, Manteuffelfir. 86, Parterre Restaurant. Verein Grüne Befange Das Eine Branchenversammlung der in den Lampen, Metalls und Bronce waaren- Fabriten und in den Metalldrückereien beschäftigten Arbeiter verhandelte am 23. Oftober über die Frage der Ueberstundenarbeit. Der Referent P. Litfin hielt ein Vorgehen nach dieser Rich- Reinickendorf. Im hiesigen Arbeiter Bildungs 13tung hin wegen der außerordentlich günstigen Geschäftslage für verein hielt fürzlich Genosse Berner einen beifällig aufdurchaus am Playe. Die Meinung, das Angebot von Arbeits- genommenen Vortrag über das Thema Freie Liebe". An der frästen verhindere jede Aktion, sei jetzt hinfällig, da kaum ein Diskussion betheiligten sich mehrere Genossen im Sinne des Arbeitsloser in der Branche vorhanden wäre. Der Redner tritt Referenten. Aus dem dann gegebenen Bericht des Kassirers ging dafür ein, daß für die Ueberstundenarbeit ein 25 prozentiger hervor, daß ein Kassenbestand von 53,50 M. vorhanden ist. Dem abtheilung Ackerstr. 67. 10 Ber Stattlub Schmitt, abends 9 Uhr, bei T ttelwig, Faltenfteinftr. 7. Tanzlehrer- Verein Solidarität, im Restaur. Grauer, Oranienstr. 121. uebungshunde und Sigung. Guests are welcome. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Club Uncle Sem. 9 o'clock p. m. Münzstr. 17. Washington's birth day celebration. Guests welcome. Deutscher Holzarbeiter- Verband.| Tischler- Verein. ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlung: Rorden Wedding und Gesundbrunnen). Sonntag, den 27. Oktober, vorm. 10 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tagesordnung: Besprechung der gegenwärtigen Lage in unserem Gewerbe. Pflicht der Mitglieder ist es zahlreich zu erscheinen. Vertrauensmänner- Versammlungen: Montag, den 28. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokale des Serrn Estell. Nieft, Weberstr. 17. Tagesordnung: Besprechung über die Ausnutzung der günstigen Geschäftslage. Achtung! Vergolder. 227/13 Sonnabend, den 26. Oktober, Große öffentl. Versammlung der Vergolder Versammlung. am Freitag, 25. Oktober, abends 8½ Uhr, in der Ressource, abends 9 Uhr, Melchiorstraße 15: Tagesordnnng: 1. Vortrag über: Ethit". 2. Vereinsangelegenheiten und Ausgabe der Billets zu dem am 2. November in Sanssouci stattfindenden Stiftungsfeste.- Damen haben Zutritt. Der Vorstand. 198/9 Achtung, Klavierarbeiter!; Die Kollegen der Pianofabrik 78/9 Linke, Godenschweger& Co., Elisabeth- Ufer 11, haben wegen Südosten. Montag, den 28. Oktober, abends 8½½ Uhr, in„ Südost", Waldemarstr. 75. Tagesordnung: 1. Besprechung über unsere gegenwärtige Situation. 2. Erhebungen über Lohnverhältnisse. Westen und Südwesten. Freitag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, bei Bubeil, Lindenstr. 106. Tagesordnung: Feststellung der Lohn- und sonstigen Arbeitsverhältnisse in den einzelnen Werkstätten.j Montag, den 29. Oftober, abends 8%, Uhr, in demselben Lokale und mit derselben Tagesordnung: E Bezirks- Versammlung. Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. und Berufsgenossen Kommandantenstr. 57. Zages Drdnung: Die Erfolge unseres Streiks. Die Lohnkommission. Arbeiter- Stenographenverein„ Eintracht Sonnabend, den 26. Oktober, in Keller's Festfälen( oberer Saal), Koppen- Straße 29: 3. Stiftungsfelt verbunden mit Grossem Ball. Werkstatt- Kontrollkommiſsion. Während der Kaffeepause: Komilche Vorträge. Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. I M., wird abgeholt. Zahnziehen, Bahnreinigen, Nervtödten u sonst Guckel, Laufizer Platz 2. Elsafferstraße 12. Fräulein verkauft Entree: Damen 25 Pf., Herren 50 f. Freunde und Gönner des Vereins sehr willkommen. Das Comité. Achtung! Schankwirthe. 912b Zu einer wichtigen Besprechung werden sämmtliche Gaft- und Schankwirthe, welche Die eleg. Paneelfopha, Schlafsopha trauensmänner- Bersammlungen jede Werkstatt vertreten ist. Neu sich anmeldende u. s. w. Müllerstr. 167, 1 Tr. r., Wedding. Vertrauensmänner legitimiren sich durch Mitgliedsbuch eventuell können sie sich in den Versammlung aufnehmen lassen. männer- ogen werden dringend ersucht dafür zu sorgen, daß in den Verschleunigft eleg. Nußbaumöbel, Plüsch- ihr Bier von der Brauerei Pichelsdorf beziehen, zu Freitag, den 25. Oktober, Heute, Freitag, den 25. Oktober, bei Schöning, Stallschreiberstr. 29: Sigung der Ortsverwaltung. Metallarbeiter! Sonntag, den 27. Oktober, vorm. 10 Uhr, in Cohn's Festfälen( großer Saal), Beuthstraße 20: Oeffentliche Versammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: Der gegenwärtige Stand des Streiks in der Telephonfabrik von Welles, Engel- Ufer la. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen, da das Lokal um 12/2 Uhr geräumt werden muß. 116/2 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anklamerstr. 44. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin Osten. Möbel- Kaufgelegenheit. Bum Umzug paffendste Gelegenheit für BrautIeute, Hotels, Wiederverkäufer, Pensionate 2c. In meinem entschieden größten Möbelspeicher, Neue Königstraße 59, I., sollen sofort circa 300 Wohnungseinrichtungen, verliehen gewesene und neue, nur gediegene Möbel zu jedem an= nehmbaren Preise vertauft werden. Ganz be sonders zu empfehlen ist der große Vorrath verliehen gewesener Möbel, welche noch fast neu sind, und zum halben Preise abgegeben werden. Durch sehr große Gelegenheitskäufe zu fabelhaft billigen Preisen ist es mir möglich, schon ganze Wohnungs- Einrichtungen für 90, 150, 300 r. zu liefern, ebenfalls hochfeine, herrschaftliche Einrichtungen von 500-5000 Mt., also billiger als jede Concurrenz und billiger als in jedem Ausverkaufsgeschäft wegen Umzugs, Hausabriß zc. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung, ohne Preiserhöhung. Kleiderspind 12 Mart, Kommoden 6, Küchenspind 12, Stühle 2 Mart. 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Empfehle allen Herrschaften, vor EinSäle), Strausbergerstraße 3: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: " kauf von Möbeln mein entschieden größtes und billigstes Möbellager zu besichtigen und von ben staunend billigen, aber festen Tarpreisen zu überzeugen. Nur Ueberzeugung macht wahr fönnen 8 Monate tostenfrei auf meinem Auf: bewahrungsspeicher lagern, werden durch eigene Gespanne transportirt und aufgestellt auch nach außerhalb. 1. Vortrag des Fräulein Baader über: Die Frau in der Industrie." das Ansehen kostet nichts. Getaufte Möbel 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste willkommen. Um pünktliches Erscheinen ersuchtDie Ortsverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 16. November bei Nieft, Weberstraße 17, ein Familien- Kränzchen stattfindet. Billets sind in der Bersammlung bei den Vertrauensleuten und in den Zahlstellen zu haben. 114/1 Zentral- Krankenkasse der Buchbinder. Verwaltungsstelle Berlin. Sonnabend, den 26. Oktober 1895, abends 82 Uhr, in Paafdh's Gartenfant, Alte Jakobftraße 83: Haupt- Versaminlung. Zages Ordnung: 1. Kaffenbericht pro 3. Quartal 1895. 2. Kontrollbericht. 3. Borlegung der Geschäftsordnung für 1895/96. 4. Verschiedenes. 24/1 Die Ortsverwaltung. Achtung! Staaker. Achtung! Sonntag, den 27. Oktober, vormittags 11 Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus, Belforterstraße 15: Große General- Versammlung der Staafer Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahl des Borstandes und der Revisoren. 3. Regelung des Arbeitsnachweises. 4. Abrechnung vom Vergnügen. 5. Kassenbericht. 6. Aufnahme neuer Mitglieder. 7. Verschiedenes. Un zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 918b Achtung! Putzer. Putzer. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Pither Berlins und Umgegend am Montag, 28. Oktober, abends 6 Uhr, im Lonisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Pfannkuch. 2. Bericht der Kommission über den jezigen Stand unserer Lohnbewegung. Beschlußfassung über weitere Maßnahmen betreffe Durchführung unserer früher gefaßten Beschlüsse. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen, da auch die Lohntarife dort zur Ausgabe gelangen. Die Kommission. J. A.: Aug. Vogel. Achtung! Achtung! !! Teppiche!! Eine große Partie Teppiche mit kleinen Farbenfehlern in Germania, Brüssel und Plüsch zu spottbilligen Preisen. Größe 188 × 200 cm= 3,-, 5,-, 8,50 m. " " 170X250 200X300 " " 5,75,11,50,13,50 8,50,13,-, 17, " Portieren Stück 3202L* Wir bitten die Genossen, uns durch reichliche Einkäufe zu unterstützen. Burger Genossenschafts- Schuhfabrik. Kaufen Sie nicht anderwärts, bevor Sie sich nicht überzeugt haben, dass bei mir die ,, billigste Bezugsquelle für Hüte" ist, und nur streng reelle Waare bei reichhaltigster Auswahl geführt wird: Herrenhüte steif und weich do. in ff. Haarfilz do. in Loden Kinderhüte. 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Restauration 181/14 3um knallrothen Süddeutschen Prinzenstr. 99. 3548L* Verein zur Wahrung der Interessen aller in Berlin und Umgegend auf Holz- u. Kohlenplätzen beschäftigten Arbeiter u. Kutscher. Sonntag, den 27. Oktober 1895, nachmittags 2%, Uhr, in Cohn's Fettsälen, Beuthstraße 21: Jägerhans Schönhauser Allee 103. Sonnabend, ben 26. Oktober: Gemüthliches FamilienGroße öffentliche Versammlung Wurstessen. für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Hoffmann über:„ Der Kampf ums Dasein." 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. Sur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 4215 Der Einberufer. Wilhelm Schmidt. Empfehle allen Freunden und Befannten mein Weiß- u. BairischbierLokal. Auch ist ein Vereinszimmer LISTEN дез REMittelstädts Original Löwenbiler ist aus passenden Kräutern abdestillirt befördert vorzüglich die Ver daung und regi besonders den Appetitan. In Fl. Mk. 0,60. 1,10.& 1,80. Im Ausschank und in Flaschen überall zu haben. 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Verantwortlicher Redakteur: Fritz Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin,