Morgenausgav« Mittwoch «M �«OOsG � OKA W W» Ii III H■ WN-M?.« pf. Unter Slr-isband im In. und iCTSafl Lt— BB H �9 HB Tl/ H| BM BH H| WB I-k M»H s"— auälani oAl»!elch-mart pro iKonat, HiffiB l? W�z KB �K mM BB WD BbI WW WM �W V) WW P5m; X/ Die ein pailig« Nonvareiv�eUe VMN! I HD W W DD>K DD �D WJ �D �D— HS WW! XL SD Pfennig. Reklame, e,>»— Reich,- h■ I■ ML JKJKJK MIM■■ WM/ ," Hl I MM!> �DtV H �▼�■3'eiig.dru-kt. Worte»..de» weiter. Wort � Ä.. M. �Mx �7/.>7 W 12 lienntfl. Slellengeinch» das eifte Ä-dtbeNa-e'«rL�iPSmU-'''~/>7 H W°r> 15 Pfennig. ,ede» weiter. Wort '»»' //—»' 10 Pfennig. Wori. Uder>5 Puchitaben � XW�V�Sa i>a!>>en tür ,wei Worte. Ardetismarkt M VttLlßtttv VvkWbßM ZUZWM Jentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 tt, l, � Postscheckkonto: Berlin 37öSK.— BanNonio: Bank der Arbeiter. Angestellt« Fernsprecher! Tönhoff 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin 1 Ivw J»ö'�vs eteij Vx« lU«"♦-V* und Beamten Wallstr. K5. Diskonlo-Gesellschafi, Depositenkasie Lindenstr. 2 Wahlen schon im Krühjahr! Termin: frühestens Februar, spätestens Mai 1926.- Zusammenlegung mit den preußischen, bayerischen und württembergischen Landtagswahlen? Der Reichstag ist gestern nachmittag wieder zu- fammengetreten. Er trägt die Züge eines Sterbenden. Zwar möchten die Deutschnationalen in ihrer Angst vor der Entscheidung des Volkes Neuwahlen solange wie möglich hinausschieben und den alten Reichstag bis zum nächsten Winter am Leben erhalten, es kann aber heute schon mit aller Bestimmtheit gesagt werden, daß ihnen das nicht gelingen wird. Vielmehr wird dieser Reichstag— gleichgültig, ob es zu schweren parlamentarischen Konflikten kommt oder nicht — bevor er sein natürliches Ende erreicht hat, der Auf- l ö s u n g verfallen. Mit Neuwahlen ist frühestens im Februar, spätestens im Mai zu rechnen. Der früheste Termin, d. h. der Februar, ist für den Fall vorgesehen, daß es zu einem Krach des Bürgerblocks kommt. Dieser Fall würde zunächst eintreten, wenn das Reichs- f ch u l g e s e tz nicht zustande kommen sollte. Dann hat das Zentrum an der Aufrechterhaltung der gegenwärtigegn Regierungskoalition und an dem alten Reichstag kein Interesse mehr. Auch die Volkspartei würde sich dann beeilen, unter der ihr verhältnismäßig günstig erscheinenden Parole die Wahlschlacht zu schlagen. In diesem Zusammenhang verdient die Braunschweiger Rede Stresemanns be- sondere Beachtung. Kommt es zu einer Weihnachtskrise, so bedeutet das Februarwahlen. Gegen Februarwahlen spricht das Bedenken, daß dann der Etat nicht mehr rechtzeitig verabschiedet werden könnte. Außerdem besteht das starke Bestreben, das Reichsschulgesetz trotzalledem noch fertigzustellen, um diesen Streitgegenstand endlich aus dem Wege zu räumen. Unter diesen Umständen muß man die Vornahme der Wahlen im April oder Mai als den Normalfall betrachten. Am 1. September 1928 beginnt das erste Reparationsjahr, in dem der volle Betrag von 2,5 Milliarden bezahlt werden muß. Man will in dieses Jahr nicht eintreten, ohne zuvor die Wahlen hinter sich gebracht und, ihrem Ergebnis entsprechend, eine neue aktionsfähige Regierung gebildet zu haben. Zu diesen sachlichen Erwägungen, denen sich so leicht niemand entziehen kann, gesellt sich die Sorge der bürgerlichen Parteien, daß ein allzuweites Hinausziehen des Termins das Wahlergebnis noch verschlechtern, d. h. den Erfolg der Sozialdemokratie, mit dem alle rechnen, vergrößern könnte. Nun sollen im nächsten Jahr auch die Landtags- wählen in Preußen, Bayern und Württemberg vollzogen werden, und so entsteht die Frage, ob man diese Wahlen mit den Reichstagswahlen zusammenlegen oder sie gesondert vor- nehmen soll. Für die gesonderte Vornahme der Landtags- wählen spricht von unserem Standpunkt aus der Umstand, daß die Sozialdemokratie in Preußen, Bayern und Württem- berg eine besondere Auseinandersetzung über die Landes- Politik nicht nur nicht zu fürchten hat, sondern sie vielmehr dringend wünscht. Gegen die Absonderung wird aber ein- gewendet, daß bei dem frühen Reichstagswahltermin, mit dem jetzt bestimmt gerechnet werden muß, alsbald nachfolgende Landtagswahlen vielleicht im Zeichen einer allgemeinen Wahlmüdigkeit, wie sie sich ja schon in Hessen gezeigt hat. vollzogen werden müßten. Können die Wahlen aber viel- leicht in dem einen oder dem anderen Lande noch vor den Wahlen im Reich erledigt werden? Die Frage der Landtags- wahltermine wird jetzt in preußischen Regierungskreisen, in München und in Stuttgart lebhaft erörtert. Gleichviel wie diese Frage gelöst wird, auf alle Fälle wird ds» Jahr 1028«in Großwahljahr werden, zumal ja nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, England, Belgien und Polen gewählt werden wird. Für Frankreich ist als Wahltermin ein Tag im April vor- gesehen, so daß der deutsche und der französische Wahltermin ziemlich dicht aneinanderrücken werden. Ob wir den Franzosen vorauskommen oder in ganz kurzem Abstand folgen, wird von der weiteren Entwicklung der innerpoliti- schen Verhältnisse hierzulande abhängen. Je höher das Wahlfieber steigt, desto weniger brauchbar wird der Reichstag zur praktischen Arbeit werden, und so kann ganz plötzlich der der Augenblick eintreten, in dem er verschwindet. Von der großen Entscheidung trennen uns nur noch einige Monate, wenn es lange dauert, sechs, wenn es schneller kommt, nur drei. Das ist nicht viel, aber noch immer Zeit genug, um dem Bürgerblock eine gründliche Nieder- läge zu bereiten, eine noch gründlichere als die, mit der er heute ohnehin schon rechnet. Großfürsten und Gowjetspihel. Oie Methoden der GM. Bei der kommunistischen Opposition in Moskau herrscht hell« Entrüstung: Di« Staatspolizei, die GPU., hat, wie Stalin in öffentlicher Rede ohne weiteres zugab, unter der Maske eines antibolschewistischen Verschwörers einen ihrer Agenten In die Opposition geschickt, um sie mit einer wirtlichen oder angeblichen militärischen Verschwörung in Verbindung zu bringen. Die Aufdeckung dieser Verschwörung fiel mit der Aushebung einer illegalen Druckerei der Opposition und mit dem Hauptschlag gegen T r o tz k i und S i n o w j e w zusammen. Daß dies am Vorabend der Jubiläumsfeier gegen die eigenen Pärteimitglieder betrieben wurde, während es bis dahin nur gegen Monarchisten, Sozialrevo- lutionäre und Menschewiken geschehen durfte, entbehrte nicht einer gewissen Ironie. Man durste staunen über die erfolgreiche Tätigkeit der GPU. bei der Aufklärung von konterrevolutionären und Spionageorgani- sationen.. Man merkte wohl, daß da etwas nicht stimmte. Ein Spionageprozeh folgte dem anderen: gegen Letten, Esten, Polen, Rumänen: im Mittelpunkt der Gerichts- Verhandlung standen stets Russen, geständnisreuige Angeklagte— und während ihre Leidensgefährten ihr Leben lassen muhten, durften diese es in der Regel behalten. Dann die Prozesse gegen Konterrevolutionäre: im Jahre 192S die Todesurteile gegen die Taganzew-Gruppe: im Jahre 1927 schnell hintereinander Todes- urtelle gegen Monarchisten: in einem Falle gegen sechs, im anderen gegen drei jung« Leute: der Prozeß Sawinkows, dieses früheren Sozialrevolutionären und Terroristen, besten bewaffnete Kampftruppen im westlichen Sowjetgebiete unaufhörlich' die Bolschc- wtsten beunruhigten: die Hinrichtung des Engländers Reyli und schließlich das Bombenattentat in Leningrad gegen den Konnnu- nistenklub und die Ergreifung und Vernichtung zweier Terroristen- kolonnen, deren eine das Hauptquartier des GPU. in die Luft sprengen sollte. Die Sowjetpreste meldete u. a.: die Erschießung der Terroristen Schulz-Sachartschenfo und Opperpui. In ihrem Besitze sollten sich Sprengstoff« und Mauserpistolen englischen Ursprungs befunden haben. Schulz-Sachartfchenko war die Richte des weißen Generals ffutjepow, Opperput ein ehemaliger Offizier der Roten Arme«: beide waren Deutscher Amerikaflug. D 1230 über dem Atlantik. Horta lAzoren). 22. November. 3) 1230 ist zum Fluge nach Amerika gestartet. Der Abflug geschah um 0 Uhr abends. Nach zahlreichen oergeblichen Versuchen ist es nun endlich dem Iunk«rsflugz«ug gelungen, von den Azoren zu starten. Das Heinckel-Flugzeug ist bekanntlich bei einem dieser Versuch« so stark beschädigt worden, daß sein Weiterflug unmöglich wurde. Die mit Schwimmern ausgerüsteten und weit überlasteten Maschinen sind auch nur al» B» h» l s» s l u g z»„ g» sür da» groß« Unternehmen de» Ost- West. Fluge» über da» RordaUantit zu werte». erst kurz vorher heimlich über die russisch« Grenz« nach Finnland gekommen. Opperput hatte den Vertretern der englischen Geheim- agentur, dem General Kutjepow und einigen anderen Leuten die sensationelle Erklärung abgegeben, daß er bis zum Augenblick, wenn auch wider Willen. Agent der GPU. gewesen und daß er Rußland verlast«» habe, weil er seines Lebens nicht mehr sicher gewesen sei. Er erklärte sich bereit, die Ehrlichkeit seiner Absichten zu beweisen und. ein terroristisches Attentat in Rußland auszuführen. So fand er im Pskowschcn Gouvernement durch Kugeln der GPU. seinen Tod. Di« Bekanmmachung, die die Sowjetregierung darüber erließ, hatte Opperputs Tätigkeit als Agent der GPU. selbstverständlich verschwiegen. Hier sei einiges, das Jnterestanteste, das manchmal beinahe wie ein Märchen klingt, über sie erzählt. Opperput, gebürtig aus Lettland— sein richtiger Name war Upelins—, ehemaliger Leutnant im russischen Heere während des Weltkrieges, bekleidete nach der Oktoberrevolution verschieden« Kom- mandostellen in der Roten Armee. Seine Sympathien gehörten jedoch nie den Bolschewisten. Im Jahre 1923 hatte er es zum Posten eines militärischen Leiters der bewaffne en Macht der Tscheka im Westgebiete Sowjetrußlands gebracht. Bald darauf schloß er sich der militärischen konterrevolutionären Organi- sation Sawinkows an. Er suchte diesen auch persönlich in Warschau auf. Als die Organisation aufgehoben wurde, siel auch Opperput- Upelins in die Hände der Tscheka. Hier sollen ihm gegenüber die üblichen Foltennethoden angewandt worden sein. Man zwang ihn. Erschießungen beizuwohnen und brachte ihn schließlich so weit, daß er einwilligte, Mitarbeiter der Tscheka zu werden. Es hieß schon damals, er sei zum Tode verurteilt, in Wirklichkeit begann er seine neue Tätigkeit unter anderem Namen. Opperput wird nun hervor- ragendes Mitglied de» sogenannlen„Trust". Die Arbeit teilt er mit einem anderen, nicht minder bedeutenden Mitglied dieser Or- ganisation, dem Ingenieur Fjedorow-Iakuschew, einem aus der Zarenzeit bekannten Fachmann auf dem Gebiete des Master- transports. Die Tscheka hatte es verstanden, auch ihn für ihre Zweck« gefügig zu machen. Der Trust, auch„Legende" genannt, war eine Qrgani- sation. die teils auS Spitzeln der GPU., etwa 40 bis 80 nn der Zahl, teils aus wirklichen Monarchisten bestand. Die Ausgabe dieses„Trusts" war, die aktiven monarchistischen Konterrevolutionäre aufzusangen, damit die GPU. sie stets unter ihrer Kontrolle Habs: durch Vermittlung des sogenanten.Oesinsor- mationsbureaus" gefälschte oder auch echte, jedoch wertlose Schrist- stücke für die Rote Armee bei den ausländischen Geheimagenturen anzubringen, mit den russischen Emigrantenkreisen in engste Füh- lung zu kommen. Dieser Ausgabe.ist der„Trust" in hervorragender Weise gerecht geworden. Alles, was innerhalb Sowjetrußlands nur einigermaßen aktw im monarchistischen Sinne war, wurde im „Turst" zusammengefaßt. In Jugoslawien, in Paris, in Berlin hatte er sein« Vertreter. Die Monarchisten glaubten in Sowjetrußland ein« hervorragende Organisation zu besitzen und wurden in WirNich- keit von der GPU. gegängelt. Hier beginnt die Groteske. Der Monarchistenführer Schulgin bereist Sowjetrußland. In Berlin erschienen ein«. Tage» Fjedorow-Jatuschew. Er pflegte Beratungen mit prominenten Monarchisten. Untat diesen frfanb sich auch der bekannte Führer der Rechten in der zaristischen Jirrno, Schulgin. Fjedorow berichtete über die Tätigkeit der inanarchistischen Lerschrnörungsorganisotian des„Trusts"«.!» Rust- tond.„Sie versügt über Geldmittel," sogt« er.„Sie Hai ihre Leute unter den Spitzen der Sowjetinstitutinne« und in der Tommuni- stischen Partei. Es ist ein Kinderspiel siir sie. Ein- und Ausreise- nisen zu erhalten oder heimlich Leute über die Grcn.'.e zu sühren, Briese zu befördern, illegal« Wohnringen in verschiedenen Stödten zu unterhalten." Der Trüstmann beschuldigte die russischen Wonor- chisten, insbesondere das Oberst« Eonseil beim Obersten Führer, den Großfürsten a. D. Nikolai Nikolajcwitsch der Passivität. Er lud Schu.lgin ein, nach Rußland zu kommen, dieser erklärte sich bereit dazu. Cr bereiste totsächlich den Sowjetstaat, führte dort des langen und breiten Beratungen mit den Mitgliedern des„Trusts", in Wirklchkett Agenten der GPU., bestaunte die straffe Organisation der Monarchisten, kehrte ins Ausland zurück und teilt« hier seine Erlebnisse den Gesinnungsfreunden mit. Die Ehanren des„Trusts" wuchsen bei den monarchistischen Emigranten aus IM Proz. Ilnd nun der chöhepunkt dieses Satir- smels: Opperput und Fjedorow hatten Schulgin gebeten, sein« SemMrcisc schriftlich nieder, zulegen. Cr willigte ein unter der Bc- dingung, daß sie die Zensoren spielen würden. So entstand da» Schulgin-Buch„Die drei Haup.städte", das von der GPU. zen- s u r i e r i, im Ausland erschien. Nach den Enthüllungen Oppcrputs erzahlte Schulgin selbst nicht ohne chumor von diesen einzig da- stehenden Totsachen. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch küßt einen Sowjetspitzel. Die monarchistische Organisation„Trust" konnte es sich nickst nehmen lassen, ihren Vertreter zum„Obersten Führer", zum chaupt« der russischen Moimrchisten. Nikolai Nikolojewitsch, zu entsenden. Der Abgesandte koin nach Paris, legte die untertänigsten Grüße der russischen Monarchisten des„Trusts" ihrem beliebten Führer zu Füßen Nikolai Nikolajewitfch segnete den Abge- sandten, küßte ihn zum Abschied und— erlitt einen Schlaganfall, als er erfuhr, daß er einen Judas geküßt hatte. Es mar ein Gshciinagent der GPUll Wrangel geht nicht in die Kalle. Fsedorow gab sich auch die erdenklichste Mühe, den weißen General W ran gel, den berüchtigten Kommunrstenwürger der Krim, in die Netze des„Trusts" zu locken. Wrangei wollt« ober vom»Trust" nichts hören. Man lud ihn nach Rußland«in, er schlug ab. Als Schulgin heil und gesund von seiner Sowjetieise zurückgekehrt war, übernahm er es, zwischen dem„Trust" und General Wrangel zu vermitteln. Schulgins Misston mißlang. Wrang el blieb hart. Welches Schicksal ihn sonst In Rußland erwartet Hütt«, bedors keines weiteren Kommentars. Sawinksw wird zur Strebe gebracht. Das Schicksal ereilte ihn in einer der Oppzrputschen Geheim« Wohnungen. Er machte seinem Lel'en ein End«, indem er sich nach seinem Pro.zch aus dem Eefängnisfensier stürzte. Auch der Engländer Reyli verfing sich in den Netzen des„Trusts", auch er kam noch Rußland— und wurde verhaftet. Die GPU. verstände?, ihm Geständ- niste zu entlocken und erschoß ihn schließlich. Das waren aber immer noch ernste Gegner der Sowjetvegicrung. Melleicht befanden sich'' auch nicht wenig dieser Art unter den 20 erschossenen„englischem Spionen", von denen die Sowjctregierung nach dem Bruch mit.s England offiziell meldete. Di« wahr« Tragik- beginnt ober da," wo unwissende und fanotisierte junge Menschen von den Lockspitzeln des„Trusts" eingefangen und der GPU. ausgeliefert wurden. Hinter all diesem, sowohl Grotesken als Tragischen, stand Upelins»Op;»erput-von Slaunitzf unter dem letzten Namen war er in der letzten Züt im„Trust" bekannt. Er war unter den Leuten seiner Art«in Großer, in dieser Beziehung vielleicht nur Asew, dem be- rühmten Lochspitzel des Zaren vergleichbar. Die Verwirrung, die feine Enthüllungen in den Reihen der Monarchisten verursachten, war unbeschreiblich. Man traut« einander nicht mehr. Ueberall und in jedem wittert« man Agenten der GPU. Nicht zu Unrecht. Der „Trust" als solcher ist nun nach den Enthüllungen Opperput? liquidiert', das Lockspitzelsystem der GPU. hat aber nicht aufgehört. Jecht arbeitet man nitd) OstperPutS Methoden gegen die Qpposltion der Trvhki und Sinowjew. Von Opperput ist ober noch so vi«! bekannt geworden: Er war «US Sowjetrußland geflüchtet, we.l die GPU. ihn des Verrats ver. dächtigte. Em Teil der ,Tirust"a ostentativ« Bekundung dieser Jnteressengemeinschost Deutschland- gegenüber den Westmnchten zu„kompromittieren". Das wäre nidw des erstemal, daß die Sowjetdiplomati« diese Taktik angewandt Hot. ohne sich viel um die Verlegenheit der Dilhelmstroßc zu kümmern. Anirog Macdonalds über die Abrüstungsprobleme. London, 22. November. Lei der am nächsten Donnerstag stattfindenden Unterhaus- debatte über Abrüstung wird Mac Donald die Debatte durch die Einbringung eines Antrages einleiten, der folgenden Wort- laut Hot: „Dos Haus bedauert die ungenügende vorbereiknng der britischen Delegation sür Gens durch die Regierung und den militärischen Charakter der Delegation, der ernstlich zum Fehlschlag der tehte« Flokkenkansereu z in Gens bei- trug, d'e langsamen Forlschritte der vorlänflgen Völker» bundrtomwission für die Abrüstuagskonsereuz und dle Weigerung. den Grundsah der Abrüstung anzunehmen, und schlägt einen vom Völkerbund verbürgten Plan internationaler Sicher- heit vor." Regierungssturz in Estland. Durch einen sozialdemokratischen Antrag. Reval, 22. November. Das Sablucti Teemaat ist zurückgekreleu. nachdem das Parlament elnem sozialistischen Antrag in der Frage der Sahungen der neuen Hypothekenbank zugestimmt halte, den die Regierung bekämpf» holte. Der Abbau de» visumzwoags. Auch zwischen Deutschland und Südslawicn ist d«r Sichtoermerkzwang aufgehoben. )ie Regierung. - Sozialistische Giegeszuverfichi. künstlich« Hinausschiebung der Stabilisierung die Politik auszu- schallen und das Parlament zur Machllosigkell zu oerurteilen. Diese Entwicklung der Auffassungen dürfte auf die Hallung der Radikalen Partei, wo die Opposition gegen die Fortführung des „Experiments der nationalen Einheit" immer stärker hervortritt, wahrscheinlich nicht ohne Rückwirkungen bleiben. Die außenpolitischen Folgen der belgischen Krise. In einer Betrachtung über die belgisch« Regierungskrise schreibt die dem Auswärtigen Amt sehr nahestehende„Deutsche diplomatisch- poliiische Korrespondenz":........ -„Die Konsequenz wird der Ausfall des um die europäisch« Verständigung und um die Bölkerbundsorbeit besonders verdienten sozialistischen Außenministers Bandervelde- und vermutlich auch des Zwesten Vnlkerbundsdcllsgierten Belgiens, des gleichfalls sozialistiseljen Senators de Brouckäre sein. Denn es ist wenig wahrscheinlich, daß«ine Lösung der Krise zur Wieder» Herstellung der gegenwärtigen Koalition sühren kann. Wir haben (est Locarno bei vielen Gelegenhesten den versöhnlichen Einfluß und die ausgleichende Tätigkeit der icks- herigen außenpolitischen Vertretung Belgien» wahrnehmen tonnen: und die Kundgebungen, die während der Sepiembertagung des Völkerbundes bei Ablehnung der beantragten Wiederwählbarkeit und damit beim Ausscheiden Vanderveldes und de Brouckeres au? dem Rat spontan von alten Mitgliedern der Versammlung voranstaltet wurden, um die lediglich prinzipielle und keineswegs gegen Belgien oder seine Vertreter gerichtete Tendenz dieses Votums zu unterstreichen, waren Beweis für die Allgemeinhest einer solwen Anerkennung. Man wird jedoch hoffen dürfen, doß auch bei einer veränderten Zusammensetzung der belgischen Regie- rung die außenpolitische Vertretung dieses Landes in Zukunft»wo bisher der schönen und dankbaren Roll« bewußt bleibt, die seine Sachwalter bisher �in der Arbeit an dem«uro- päischen Auggleich erfüllen konnten." Zweifellos hinterlassen Vonderveld« und d« Broucksre in der europäischen Diplomati« eine schmerzlich« Lücke. Schon die Nicht- Wiederwahl Belgiens in den Dölkerbundsrat war ein empfindlicher Schlag für die internationate Verständigungspolltik, da Genosse Vanderoelde als einziger sozialistischer Außenminister unter den Locarno-Mächten den Friedens- und Dersöhnungswiilen der europäischen Arbesterschaft am energischsten bei den Genser Be- sprechungen vertreten tonnte. Für die Arbeit, die er— ebenso wie Genosse de Brouckär« bei den bisherigen Abrüstungsverhand- lungen— im Sinne des internationalen Sozialismus geleistet Hot. schulden ihm die Sozialisten aller Länder Lob und Dank. Auch wir hosten, daß Belgiens Vermittlerrolle, die gerade von den beiden ge- nannten Genrssen so vorzüglich ausgefüllt wurde, bald wieder in Erscheinung treten wird. Aber im Gegensatz zum diplomatischen Optimismus der offiziösen deutschen Korrespondenz befürchten wir, daß dies« Rolle eine unangenehm« Unterbrechung er- fohren wird: besonders dann, wenn sich die Nachricht bestätigt, daß der„liberale" H y m a n s als Nachfolger Vanderveldes dos Außen- Ministerium übernimmt. Hymans außenpolitische Vergangenheit lässt nicht auf versöhnliche Absichten, sondern umgekehrt auf eine für Deutschland recht unfreundlich« Gesinnung schließen. Der Mann, der in der Zest der Ruhrbesetzung als belgischer Außenminister jede Scharsmacherei des damaligen Polnearc unterstützte, müßt« sich seitdem sehr geändert haben, wenn er setzt«in aufrichtiger Befürworter der deustch-belgisch-französtschen Versöhnung sein sollte. Aber schließlich ist«ine solche Wandlung bei de» belgischen Nationalisten, die sich Liberale nennen, nicht undenk- bar, da deutliche Anzeichen einer solchen Tntwicklung sich sogar hei Posncare bemerkbar machen... Daraus könne» wir allerdings unser« Hoffnung einer Fort- setzung des bkherigen außenpolitischen Kurse» in Belgien kaum bauen. Dagegen sind wir überzeugt, daß die n ä ch st e n Wahlen tu Belgien, die schon im kommenden Frühjahr stattfinden dürften, einen solch;,, Sieg der Arbeiterpartei ergeben werden, daß man ahn« die Sozialisten nicht wird regieren können. Dann wird der Kurs der europäischen Dökkeroersöhnung von Brüssel au» wieder«nischieden gesteuert werden. Zu wirklich greisbaren Erfolgen wird allerdings diese Dersöhnimgepolstit erst tonn sühren, wenn gleichzeitig auch in Deutschland und Frankreich. der sozialistische Sieg so imbestreitbar ist, daß man die Partei der Arbeiterklasse von der Regierungsmacht wird nicht mehr aus- schollen können. Bespitzelung statt Räumung! Sie£ciden des besetzte« Gebiets. Im besetzen Gebiet mehren sich— wie der„Soj. Pressedienst" ersähet— die Beschwerden der Bevölkerung über die sogenannte „Surete", die fran,}öfi)chc Geheimpolizei. Wiederholte Bor» srellungen in Koblenz hoben nicht zur Abstellung dieser, die B e- nSlkerung schwer belästigenden Spionage, und Spitzelorganisotion geführt. Infolgedessen wird jetzt ver- sucht, durch Borstellungen in Poris die Beseitigung dieser militä- rischen Geheimpolizei zu erreichen. Die Schodenersatzonträg« deutscher Landwirte sür Flurschäden, die bei den Besatzungsmanovern angerichtet worden sind— es handelt sich um ouhervrdentlich hohe, ober berechtigte Ansprüche—. werden verschleppt statt erfüllt. Eine einzige Ge- meinde beziffert den Schaden ihrer Bürger auf f a st 100 000 Mark. Ein französischer Korporal niedergeschossen. pari«, 22. November.(Eigenbericht.) Der„Temps" meldet: Ein Unteroffizier vom 1. Iägerbatoillon hatte nahe der deutschen Grenze Wache an einem Puloer- schuppen. Plötzlich bemerkte er in der Nähe des Wachtlokals ein Licht, das chm verdächtig schien. Er verließ den Posten, um näher zu inspizieren: kaum hatte er aber einen Schritt gemacht, als Plötz- lich ein Schuß fiel und der Unte Offizier mit einer schweren Verletzung im Rücken zusan., lenbrach. Der Täter konnte bisher nicht entdeckt werden. Bn'iische Kopfprämie«. Auf ehemals deuffcheo Mandatinseln. Suva(M-schi-Znselv). 22. November. Nach einer Funkmeldung von den Salomonsinseln oerbergen sich die an der Niedermetzelung britischer-Beamter be» tetligt gewesenen Eingeborenen nach wie vor im Busch. Bei einem Scharmützel zwischen einer Patrouille und Eingeborenen wurde e i n Schwarzer getötet, der den B e z i r k s b e a m t e n Bell ermordet haben soll. Auf die Gefangennahme von Eingeborenen, die an der Tat beteiligt waren, ist«ine Belohnung von fünf Psun.d Sterling pro Kopf ausgesetzt. In Basiana sind 45 verdächtig« Eingeborene verhastet und ins Gs- fängnis gebracht worden._ Parias in Japan. Rechtlos- aber wehrpflichtig. Tokio, 22. November. Als der Kaiser in Gnagoqa Truppen inspizierte, trat ein Soldat, der der Klasse der Parias angehört, aus Reih und Glied und sank auf die Knie, um eine Bittschrift zu überreichen, in der der Kaiser aufgefordert wurde, sich für eine Besserung der Lag« der Parias«inzusetzen. Der Mann wurde sofort verhaftet. We Offiziere des Regimentes reichten Ab- fchiedsgesuche«in, die abgelehnt wurden. Der Soldat wird ver- Uiutlich ein Jahr Gefängnis«halten. Fromme Bombeuwerfer. Die Obregon-Attentäter verhastet. Mexiko. 22. November. Der Polizeipräsident teilt in einer Erklärung mit, daß drei führende Mitglieder der.Liga zur Verteidigung der religiösen Freiheit", der Organisation der Gegner der neuen Religion»- gesetze, die Urheber de? letzten Mordanschlages auf Obregon seien. Sie seien verhaftet und hätten ihre Schuld eingestanden. Der Verschwörer, von denen einer Priester sei, bezeichneten sich als„Aktionsgruppe" der Liga. Härten im Kriegsbefchädigienrecht. Abänderungen des Reichsversorgungsgesetzes. Im Kriegsbeschädigtenausschuh des Reichstages wurde am Dienstag besck.iossett, dem Reick)« versorgungsgesetz folgende Bestimmung einzufügen:„Der Tod gilt stet» als Folge einer Dienstbeschädigung, wenn ein Rentenempfänger an einem Leiden stirbt» das als Folge einer Dienstbeschädigung anerkannt war und für da» er big.zum Tode Rente bezogen hat." Nach bisherigem Recht müßte auch in den Fällen, in denen der Beschädigt« an seinem Dersorgungsletden starb, nachgeprüft werden, ob das Leiden seinerzeit zu Recht al» Folge einer Dienstbeschädigung anerkannt worden war: bei Verneinung der Frag« durste nur ein Teil des Sterbegeldes bzw. der Witwenrente gezahlt werden. Der Ausschuß will durch den gefaßten Beschluß dies« Nachprüfung beseitigen, da sie als ch ä r t« empfunden worden ist. Weiter beschloß der Auslchuh, daß die chöhe de« Sterbe- geldes sich nach dem Wohnort des verstorbenen richten roll. Es soll, wenn der Tod die Folge einer Dienstbeschädigung ist, betragen: sür die Orte der Sonderklasse �10 M., sür die Oris- Nasse A 195 M.. für die OrtsNassen L und C 180. M., für die OrtsNasse D 165 M., sonst ein Drittel dieser Beträge. Weiterberatung Mittwoch. Ausschußberatungen über die Veamtenbesoldung. Der Hau-Haltsausschuß des Reichstags genehmigt« am Dienetag bei der Beratung des Besoldungsgesetzes zunächst die Satze der Gruppe Sl>(Sa: 2000 bis 2700 M.: 8b: 1700 bis 2700 M). Bei Gruppe Sa beantragt« Abg. Sreinkopf(Soz.), Werkführer im Druckereidienst, Maschinenassistenten, Obergcldzähler und Telegraphenossistenten beim Reichskanalamt in diese Gruppe sowie die zu übernehmenden weiblichen Bureouonge- stellten bei den Reichsministerien uich den nochgeordneten Be- Hörden als„Assistenten" und„Sekreiäre" in 8» und 7 einzureihen. Di« Regierungsparieien empfohlen, den überalterten Assistenten den Zlufftleg von Gruppe 8 in 7 zu ermöglichen. Nach langer Aue- sprach« wurde die Abstimmung ausgesetzt und in die Beratung der Besoldungsgruppe 7(2.850 bis.8400 9315 eingetreten, hierbei brachte Abg. S t e i v k o p f die Wünsche der Kanzleibeamten zur Sprach«. Wciterberatung Mittwoch-_ Röttcher bleib« In Hafk. Der unter der Beschuldigung des Landesverrats verhaftet« Pazifist Röttcher hotte durch seine Verteidiger den Antrag auf Haftentlassung stellen lasse», da Fluchtverdacht nicht gegeben sei. Der Untersuchungsrichter hat dielen Antrag mit der Begründung abgekehnt, daß Fluchtverdacht vorläufig noch als vorbanden anzusehen sei, weil sich die mit- beschuldigten Pazifisten Förster und Merten im Ausland be- finden und es ablehnen, sich einem deutsch«» Gericht zu stelle«. Oer rücksichtslose Zigarrenkrieg! Konteradmiral a. O. Drünwahaus,> abgeordneter der vtfch. Äolkspanei, fitzt in der i tungdes aussperrenden Zigarrenherstetter-Derbandes. Mgerblolk der Mtlasemenbesitzer. Lockerung des Mieierschtihes. Der au» der Kriegs- und Wohnungsnot entstandene Mieterschutz wird seit Iahren van den Hausbesitzern, namentlich von den L c- sitzern der Mietkasernen, aus dos heftigste bekämpft. Sie erreichten die Herausnahm« der möblierten Zimmer, der große» Wohnungen und der gewerblichen Räume aus dem Mieterschutz. Der Mieterschutz selb st wurde 1926 gelockert. Es wurden die Fristen für die Räumungsklage um die Hälfte gekürzt. Man wollte damit den Hausbesitzern von den sogenannten asozialen Mietern befreien, und- man bestimmte, daß bei Einreichung der Räumungsklage das Gericht das Fürforgeamt benachrichtige, damit es durch Zahlung der rückständigen Miete den Mieter vor der Exmission bewahre.- Dem Hauseigentümer wurde der Anspruch auf Wohnung und Eewerberaum in seinem Haus« zugesprochen, dkm wegen Mietrückstand exmittierten Mieter wurde der Anspruch auf etaeu Ecsoßraum entzogen und der Mieter, der rvagen persönlicher Differenzen mit dem Der- mieter zur Räumung der Wohnung verurteilt wurde» sollte keinen Anspruch aus angemessenen Ersatzraum mchr haben, sondern sich mtt„ausreichendem" Ersatzraum begnügen müssen. Bei Wertswohnungen sollte statt der Stellung eines Erfatzraumes eine Ablösung durch„angemessene" Entschädigung möglich sein. Schließlich wurden Wohnungen, die durch Umbau ge- teilt wurden und eigene Kochgelegenhett erhielten, aus dem Mietsr- schütz herausgenommen. Das Reichsmieterschutzgesetz wurde nur aus ein Jahr befristet. Obgleich das«ine wesentlich« Lockerung des Mieterschutzes war. brachte die Reichsregicrung am 2 4. Juni d. I. ein« neu« Novelle zum Gesetz im Reichstage«in und suchte eine neue wesentliche Lockerung des Mieterschutzes noch vor dem 30. Juni, also in fünf Togen, zu erzwingen. Di« Sozialdemokratie wendete sich entschieden gegen den U e b e r- rumpelunysversuch und erzwang die Verlängerung de» be- stehenden Gesetzes bis zum 31. Dezember d. I. Seit dem 8. Nove-nber tagt nun der Wohnungsausschuß des Reichstages, um die Novelle durch.zuberaten. Die Novelle will an Stelle der Aufhebungsklage die K ü n d i- g u n g durch den Hausbesitzer zulassen. Cr soll bei dem Gerichteschreiben den Antrag auf Kündigung stellen und dieser soll, ähnlich wie im Mahnversahren sür Geldforderungen, dem Mieter die Kündigung zustellen. Unterläßt der Mieter hiergegen innerhalb einer Woche Widerspruch zu erheben, so soll der Gericht». schreib« die Räumung der Wohnung anordnen känaea. Hiergegen soll dem Mieter ein Einspruch nur zustehen, wenn er nachweisen kann, daß er unverschuldet die Räumungssrist versäumt hat. Obgleich man das Mahnverfahrcn der Zivilprozeßordnung über- nommen hat, kürzt man dem Mieter die dort gewährte Rechtsgorontie, daß er auch gegen ein Dersaumnisurteil noch m a t e r i« l le Einuxmdungen erheben kann. All dies geschieht, um die Räumung zu beschleunigen, und die Begründung nimmt an. daß von dem Kündigungsverfahren in erheblicherem Um- fang« als von der Aufhebungstlage Gebrauch gemocht wird. Das ist sine einschneidende Lockerung des Mieter- s ch u tz c e, der duf die llnerfahrenheik und Einschüchterung der Mieter spetuliert und in Wirtschostskrisen mit großer Arbeitslostgteit sehr gefähilich für die Mieter werden kann. Für eine solche außerordentliche Maßnahm« wäre doch der Roch- weis der Notwendigkeit dringend geboten. Die Negierung hat aber nur„Wünsch e" angegeben, doch nicht, von wem sie ausgehen, Hot aber unlerlassen. Irgendwelche» Material übe» die Auswirkung der vorjährigen Lockerungen vorzulegen, trotzdem der Reichsrat der Einführung des Kündigung»- und Mohnverfohrerrs wider- sprachen hat. Erst unter Anwendung parlamentarischer Maßnahmen e r. zwang dl« Sozioldemotratle, daß die Reichsregierung ihr Material vor der grundsätzlichen Abstimmung unterbreitet« und daß der Vertreter der sächsischen Regierung zu Wort« kam, um seine schwerwiegenden Vsdenksn vorzutragen. Der Vertreter der preußischen Regierung hatte schon Bedenken gegen Kündigung und Mahnoersahren ausgesprochen. Aus Antrag der Sozialdemokraien soll auch eine Umfrage be! den Graß- st a d> e n über die Auswirkung der vorjährigen Rorell« erfolgen und da« Resultat dem Wohnungsausschuß noch vor ctr zweiten Lesung der Novelle vorgelegt werden. Aus dem vorgelegten und vorgetragenen Material ergab sich. daß die Freigab« der gewerblichen Räume eine schwer« Benachteiligung der Ladenbesitzer zur Folg« gehabt hat. Trotz Wuchcrbestimmungen sind die Mieter bis zum Fünf fachen gesteigert wordeu und die Ladeninhober zahlen, um sich ihre Existenz zu sichern. Wollen sie dem Drucke nicht nachgeben, sondern das Geschäft verkaufen, jo behindert sie der Hausbesitzer daran, indem er es ablehnt, mit dem Käufer des Geschäfts langjristtge Mietverträge ab- zuschließen, oder er bedingt sich einen Anteil an dem Verkaufserlös des Geschäfts aus. Die Ladeninhaber sind so eingeschückstert worden, daß sie es ablehnen, mtt ihren Nomen gegen diese Ausbeutung ihrer Notlage vorzugehen. Za Berlin stehen 2000 Läden leer. weil die Inhaber sie aufgegeben haben und neue Mieter das Risiko der erhöhten Mieten nicht übernehmen wollen. Von 700 Künstler- oteliers find die Hälfte freigestellt, die Inhaber herausge- drängt worden. Bergrnßen Wohnungen werden hohe Abstand»- summen g e f vr de r t und das Vermieterzewerbe.� das nichts zu vermieten hat, macht sich breit, um dl» Mieter zu neppen. Di» Lockerungen gegen die zahlungsschwachen Mieter in Industriegegenden und großen Städten wirkten sich besonders in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit katastrophal aus. Zn Königsberg i. Pr. find 60 herausgesetzte Familien in Turn hallen untergebracht. Noch 8 Uhr abends muffen die Ehemänner die Hallen verlassen u g d im P a l i ze i g e s ä n g ni e nächtigen l Sachsen berichtet amtlich, daß die Unterbringung-Möglichkeit der herausgesetzten Mieter sehr schwer ist. Vielfach ist die Unter- bringung in Grundstücken der Gemeinden, Im Armenhaus, in Baracken, in Eisenbahnwagen, In Schulräumen, in Obdachlosenheimen. bei anderen Ortschaften in Krankenhäusern, bei Landgemeinden auch in der O r t e z e l!» erfolgt. Angesichts dieser, jeder Wohnjürforge widersprechenden Maß- nahmen, trugen die Regierungsparteien keine Bedenken, den Mieterschutz weiter zu lockern. Sic wollen die Fristen oerändern, di« Wohisohrtsfürsorge noch mehr belasten, obgleich sie sonst gegen den Wohlfohrtsstooi und über die hohen Ausgaben der Ge- meinden wettern. Und wen wollen sie damit schützen? Vor dem Kriege gab es in Deutschland 13.4 Millionen Haus- Haltungen, 35 Proz. hatten Eigenbesitz, so daß 11 Millionen Miete" verblieben. Nach der Wohnungszählung in diesem Jahre hob?" 830 000 Haushaltungen keine Mahnung. so daß insgesamt zwölfMillionen Mieter heute in Betracht kommen. Don den Houseigsntümern scheiden olle Desitzer van Eigenhäusern aus. Auch die Hausbesitzer in den'leinen Orten, auf dem Land« und mit wenigen Mietwohnungen scheiden als Jnter- esienten de» Mieterschutzes aus. Ihre Schmerzen betreffen Besitz- und Finonzfragen. Es bleiben als Interesienten für die Lockerung de» Mieterschutzes nur einige hundert Besitzer oan Mietkasernen in den großen Städten übrig, und für diese legt sich der Bü"gerblock ins Zeug, vom Zentrum bis zu den Deutschnationalen, da, Schicksal der zwölf Millionen Mieter ist ihnen schnuppe! Die Hausbesitzer haben in den einzelnen Fraktionen einen so starken Einfluß, selbst im Zentrum, daß die Fraktionen gegen sie nicht auszumvck-'n wagen. Alles zusammen wird das als„Mitielstonds- und He--,b«sitzerschus>" auf den politischen Markt geworfen. R. L i p i n s k> Milde Gühne für einen Bubenstreich. Dresden. 22. November.(Eigenbericht.) Der 27jährige Lohnbuchhaltrr Willi H o n d r I«f und der 18jährige Motenalousgeber Wolter Ja tz t«— beide» N a- t i o n a l j o z i o l i st e n—, di« vor einiger Zeit die Ebert-Eich« in Bautzen umgelegt litten, standen letzt vor dem SchSfsengericht in Bautzen. Der Staatsanwalt forderte eine Min de st st rase von drei Monaten Gefängnis. Dos Gericht erkannte jedoch bei Handrick nur auf 2-50 M. und bei Iatzte auf ISO M. Geldstoafe. Dies« Milde begründete da» Gericht mit der völligen B'- so ff« n h e i t der beiden Täter. Der neue Danzlqer volk-lag besteht aus 42 Sozlaldeme, kraten, 2.5 Deutschnaticna'cn. 18 Zentrum, 8 Kommunisten. Z Nationalliberolen. 5 Deuisch-Danziger Bolksvartei, 4 Deutsch- liberalen,.8 Bürgerliche Arbeitsgemeinichaft, 8 Polen. 2 Mietern, 1 Hausbesitzer, 1 Deutschsozialen, 1 Fischerliste, 1 Nationalsozia- listen, 1 Wirtschastsliste. Solidarität mit den Ausgesperrten. Selbst ein Fabrikant hofft auf den Sieg der Zigarrenarbeiter Morgen. Donnerstag» tritt der Bundesausschuh des Allgemeiueu Deutsche« Gewerkschastsbu». des ,« einer Sitzung zusammen. Wie wir erfahre«. wird der Buudesausschuh in dieser Sitzung auch zu der Aussperrung tu der Zigarreniudustrle Stellung nehmen. Die oberbadischen Zigarrensabriken. Die Front der Zigarrenfabrikanten durchbrochen! O f f e n b u r g. 2t. November.(Eigenbericht.) Auch heule habeu die oberbodischeu Zigarrensabritaaten die schon lauge aageküudigte Aussperrung nicht verwirklicht. Sie ist seht zum dritten Male um eine Woche hinausgeschoben worden. Die am lS. November in Dinglingea versammelten Ausschuhmitglledcr der oberbadischen Gruppe de» Reichsoerband«» Deutscher Zigarrenhersleller beschlossen, ihre Betriebe bi» zum Z6. November weiterarbeiten zu lassen! Die oberbadischen Zigarrensabrikanten sind also nicht geneigt, aus ihre recht guten Verdienste sür einige Zeil zu verzichten. Die norddeutschen Fabrikanten kommen dadurch natürlich in eine recht schwierige Lage. währeadsieinsolgederAussperruug nicht liesersähig sind, nehmen ihnen die lieser- sähigen oberbadischen Fabrikanleu die beste Kundschaft weg! Dadurch wird ans den Reichsverband der schärfste Druck ausgeübt, den man sich nur denken kann. Es steht also gut um die Sache der Ausgesperrken. l7000 oberbadische Zigarreoarbeiter arbeiten weiter! Am um die vom Reichsoer band vorgeseheneu Kon- venlionalstroseu herumzukommen, wurden von der oberbadischen Gruppe als Begründung ihres Verhaltens folgende Gründe angegeben.- t. Die Firma Mensch, herbolzhelm, die an- nähernd zweitausend Arbeiter belchösligt. aber au her- halb des Verbandes steht, jedoch anscheinend für die Aussperrung gewonnen schien, hat die rechtzeitige Sä.ndi- gung ihrer Arbeiter versäumt. 2. Die Firma Möhringer, Altdors, die einige hundert Arbeiter beschäftigt und noch eine Anzahl weilerer Fabriken, die dem Verband nicht angeschlossen sind, haben sich nicht dazu bewegen lassen, die Kündigung au»- zusprechen, bevor in den verbandsbetrleben die Aussperrung talsächlich vollzogen ist. Im übrigen sind die Zigarrensabrikanten Oberbadea» durch- wegverbondvmüde und gewillt, baldmöglichst au» dem Reichs- verband auszutreten und einen eigenen Verband aufzumachen, in dem für.wildgewordene Syndizi" kein Raum ist. Wie ein Fabrikant darüber denkt. Unser Parteiblatt in Mannheim, die„Doltsstimnie", bracht« kürzlich jolgende Zuschrift des Inhabers einer sehr angesehenen Mannheimer Zigarrenfabrik: .Ihr warmes Eintreten für die Tabalarbetter ist Ihre Pflicht: Sie hoben aber auch mit Ihren Ausführungen recht, und ich stehe selbst als Unternehmer nicht an, zu sagen, daß«s e rn.e geradezu verbrecherische Taktik einer Organisation ist. zum Mittel der(Beneralaüssperrung zu greisen, wenn irgendwo ö r t» liche Lohndisferenzen ausgebrochen sind. Wo, zum Teusel, sollte es hinführen, wenn zu solchen Maßnahmen jede Industrie, gruppe greisen würde? Ich kann mir nichts Unverantwortlicheres denken. Die Aussperrung wäre von unserer Seite in Süddeutschland noch nichi zur Hülste durchgeführt worden, wenn nicht in den Statuten des Reichsverbondes Deutscher Zigarrenhersteller ein Passus ent- halten wäre, der hohe Konventionalst rasen denjenigen Mitgliedern auferlegt, die sich nicht dem Willen der Berliner Der. Handsleitung fügen. Ich sür mein« Firma habe auch nicht aus diesem Grunde dem Aussperrungsbefehl Folge geleistet, sondern nur deshalb, um keine Gehorsamsoerweigerung vor versammelter Mann- fchast zu begehen. Denn den Passus der Konoentional- st rose hätte kein« Mitgliedsirma des RDZ. zu be- fürchten. Liegt doch die Sache so, daß bei Anruf das Kartell- gericht Berlin einen derartigen Passus sofort für null und nichtig erklären wird, weil er in seiner Auswirkung geeignet wäre,«ine ganze Industrie lahmzulegen gegen den Willen der jeweiligen Unternehmer selbst und damit die schwersten wirtschasUichen Schädigungen herauf- beschworen werden können. Das ginge denn doch zu weit und, Gott fei Dank, ist das Kartellgericht in allen derarttgen Fällen zur Nichtig- keitserklärung des betreffenden Passus gekommen. Wer also die Aussperrung aufheben will, der kann und. soll es ohne Sorge tun: ist erst der Anfang zur Rückkehr zur Vernunft gemacht, werden innerhalb 48 Stunden die Hölfie der Betriebe die Auesperrung aufheben und die Leute gehen ruhig ihrer Tätigkeit nach. Da ich selbst zu den Gründern des RDZ. gehörte, werde ich nach Beendigung des Konflikts aus dem verband ausscheiden. aus den verschiedensten Gründen, und zwar k. weil mein Geschäft durch d>e Stillegung sehr geschädigt wurde,, 2. weil mir Frieden und Freundschaft mit meinen paar hundert Arbeitern seit Jahrzehnten heilige Pflicht ist: 3. weil sich eine Aussperrung weder mit meinen liberalen noch demokratischen Lebensansichten vereinbaren läßt: 4. die in ihrer Auewirkung brutal anmutende drakonische Maß- nähme die Wirtjchait stark gefährdet, ja, geradezu eine slaalsgesährliche Aktion darstell». 3. weil ich weder mein linternehmen noch meine Belegschaft vor den Karren der Berliner Machthaber spannen laste. Ich habe meinen Arbeitern nach der Aussperrung auf deren Be- fragen erklärt: Mein Herz ist nicht bei dieser Maßnohme, das wißt ihr: nun sind wir Im Kampf, haltet aus und sieget. Werdet ihr siegen, dann ist der Sieg nicht nur euch, sondern dient der ganzen Branche, denn wir wüsten dann anders kalkulieren, und das ist die einzige Möglichkeit, um überhaupt einmal aus dem jahrelangen elenden Zustand in der Zigarrenbranche herauszukommen." Wir geben dieser Darstellung lediglich deshalb Raum, um zu zeigen, daß keineswegs alle Zigarrensabrikanten mit dem aussperren- den Reichsoerband einig sind. Allein— sie fürchten die Konventio- nalstrafen. Würde eine Gewerkschaft ihre Mitglieder durch ähnliche Mittel zwingen sich an einer Aktion zu beteiligen, die gesamte Rechts- presse würde über unerhörten Terror zetern. In Braudenburg-Pommeru sind, wie uns vom Gauleiter des Deutschen Tabakarbeiterverbandes mitgeteill wird, von rund 3300 Arbeitern und Arbeiterinnen in der Zigarrenindustrie etwa die Hälfte ausgesperrt. In Ost. 5DI>.- MstsIIsi'bsitei'! Besucht die Wahlkörper- Versammlungen! preußen, wo sich die Fabriken von Loeser u. Wolfs befin- den, ist dagegen die Aussperrung vollständig durchgeführt. Es häufen sich bei uns die Zuschriften aus Leserkrei- s e n. in denen um Adresten von besonders unterstützungsbedürftige» Tabakarbeiterfamilien, die von den Unternehmern auegesperrt wur- den, gebeten wird. Im allgemeinen bittet man un» um Adressen aus dem Eichsfeld und dem oberhessischen Bezirk. Da«s uns nicht möglich ist. alle Schreiben zu beantworten, geben wir hiermit die Adressen der Gauleiter des Deutschen Tabak» arbeiterverbandes dieser Bezirke bekannt, die die zugedoch- ten Sendungen weiterleiten werden: H. Schmidt. Nordhausen, Mollkestr. ltz: Alfred Kiel. Gießen, Schottstr. 10. Der Vorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften erläßt einen Aufruf zur Unter- st ü tz u n g der ausgesperrten Zigarrenarbeiter und weist darauf hin. daß 93 Proz. der Mitglieder des christlichen Tabakarbeiterverbandes ausgesperrt sind. Oer(Streik auf den(Saar-Eifenhütten. Bis jeht-13000 Streikende. Saarbrücken, 22. November. Auf dem Röchlingschen Eisenwert in Völklingen, wo gestern nachmittag die Arbeit wieder ausgenommen worden war, legten Herne vormittag erneut zirka 1000 Mann die Arheit nieder. Bei Röchling. Bölkingen, Burbacher Hütte, Neunkirchner Eisenwerk. Rohrenwerk Buch sind Teilstreiks ausgebrochen. Eine heute vormittag abze- halten« Versammlung der Belegschaft der Halberger Hütt« beschloß, von morgen ab in den Streik zu treten. Nach einer anderen Meldung befinden sich bis jetzt 13 000 Ar- heiter im Streik. Offenbar handelt es sich nicht um eine planmäßige Bewegung, sondern um spontane Streits. Genosse Hermann Müller vom ADGD. erklärte zur Frage der Regelung der internalionalen Dampikesielüberwachung in leiner Eigenschaft als Mitglied des Berwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamts, daß sich die Arbeitskonserenz des Jahres lö28 mit der Frage der Unfallverhütung befaßt und dabei an der Frage der Dampfkestelüberwochung nicht vorübergehen kann. Di« Ar- beitergruppe des Verwaltungsrats habe sich mit dieser Angelegenheit baldmöglichst zu beschäftigen. Direktor Donau vom Internationalen Arbeitsamt erklärte, daß er die Wünsche des Verbandes bezüglich der Dampikestelüber- wachung dem Direktor des Internottonalen Arbeitsamts Thomas weitergeben wolle. Gemeinsam mit Hermann Müller werde die Frage zu fördern versucht werden. Fünf Toie in Denver. Die Streitenden waren unbewaffnet. Denver. 22. November. Die Zahl der Personen, die bei dem gestrigen Kampf zwischen streikenden Bergarbeitern und Polizei gelölet wurden, hat si% infolge Ablebens zweier verletzter aus insgesamt fünf erhöht. Acht Polizeibeamte wurden durch Steiawürfe und Skockschläge Bevor die Polizei, die nur aus zwanzig Mann eröffaete, war es zu einer wahren Schlacht schwer W verletz«. bestand, das Feuer gekommen. Aus diesem von der Polizei inspirierten Bericht geht unwider- leglich hervor, daß die Polizei auf Unbewaffnete schoß. Allerdings gehört das in den Rocky Mountains zu den Traditionen der Polizei. Militär zieht ein! New Jork. 22. November. Die Unruhen der streikenden Bergarbeiter in Denver nehmen einen immer größeren Umfang an. Di« Zahl der Toten ist auf fünf, die der Verletzten auf SO gestiegen. 22 Polizisten erlitten Ver- letzungen, davon 10 solche schwerer Art. Um wetteren Unruhen vorzubeugen, sind fünf Kompagnien Infanterie, zwei Abteilungen Kavallerie und zwei Tanks auf der Grube stationiert worden man einen Mordversuch gegen den Gouverneur(?!) befürchtet. sein Haus von 300 Soldaten bewacht. Da wird AfA-Sieg in den Untenveferorten. Bremerhaven, 22. November. In den Unterweserorten wurden zur Angestelltenversicherungs- wähl fast dreimal soviel Stimmen abgegeben wie bei der Wahl im Jahre 1922. In Bremerhaven wurden 694 gültige Stimmen gezählt. Davon erhielten die Hauptausschußoerbände 383, die AfA-Lerbände 286 Stimmen: der Rest fiel auf eine Sonderliste. In Wesermünde sind 1371 Stimmen abgegeben worden, von denen 367 auf die Hauptausschußoerbände und 1001 aus die AfA-Berbänd« entfielen. Lohnbewegung der rheinischen Gemeindearbeiter. Köln, 22. November. In einer Dersammlung der christlichen und freien Gewerkschaften der rheinischen Gemeindearbeiter wurde einstimmig beschlossen, den Tarifvertrag zum 31. Dezember zu kündigen und den rheinischen G«- meinden«ine Forderung auf Erhöhung der Löhn« in allen Gruppen und Ortsklassen um-13 Pf. die Stunde zu unterbreiten. In einer Cnischliebung wurde mit Bedaueni Kenntnis von der ab- lehnenden Haltung des Arbeitgeberverbandes hinsichtlich-«wer zwischentoriflichen Lohnerhöhung genommen. Verbandstag der Maschinisten und Heizer. Die Wahlen zum Verbandsvorfiand. Frankfurt a. Tit., 22. November.(Eigenbericht.) Nach den Angriffen gegen die beiden Vorsitzenden Klebe und S ch l i ch t i n g konnte man mit Recht gespannt sein, wie die Wahl der Generalversammlung ausfallen wird: Klebe und Schiichting wurden fast einstimmig wiedergewählt. Von den 44 an- wesenden Delegierten stimmten 42 für Wiederwahl der beiden Vor- sitzenden, die� beiden kommunistischen Delegierten stimmten dagegen. Di« gleiche Stimmenzahl erhielten die übrigen Mitglieder des Voi. standes. Als Kassierer wurde Robert Kran gewählt. Darauf sprach B a l l e n g- Berlin über die Entwicklung und Bedeutung des Beruf« im Wirtschaftsleben. Er schilderte die ge- schichtliche Entwicklung der Dampfkesselüberwachung und deren ge- setzliche Regelung. Es habe sich ein automatisches System herausgebildet. Immer mehr seien die Unternehmer dazu überge- gangen, die Dampfkesselüberwachung in eigene Regie zu über- nehmen. Schließlich habe der Staat die Regelung so vorgenom- men, daß nur in seinem Austrage private Organisationen die Dampikesielüberwachung ausüben. Nach der Revolution sei es möglich gewesen, in dieses System Bresche zu schlagen. In Preußen, Hamburg, Sachsen und Thürin- gen bestehen heule staatliche Dampfkesselüberwachun- gen unter Mitwirkung der Berufskollegen. Aber auch i n t e r- national bestand vor dem Krieg« eine Verbindung. 1914 gab es einen internationalen Dampfkesi elbesitzerverein, der sich auch mtt der Ueberwachung der Dampfkessel und deren staattiche Regelung befaßte. Diese internationale Organisation ist nicht mehr zustande gekommen nach dem Kriege. Deshalb ist es notwendig, daß das Internationale Arbeitsamt sich mit dieser Frage be faßt. Die Frage muß international geregelt werden. Auch muß der Befähigungsnachweis eine internationale Regelung er fahren. Balleng ging zum Schluß auf den Beiähigungsnachweis der Maschinisten in der Binnen- und Seeschiffahrt ein. Die Ströme seien internationalisiert, deshalb müsie die Frage eben falls intern aüonal geregelt werden. Am Ende seines Vortrags kam der Redner aus die technische Entwicklung ,zu sprechen und illustrierte an Hand dessen die Bedeutung des Dentts der Mtischi nisten und Heizer im heutigen Wirtschaftsleben. In der 2l u s l p r a ch e wurde von allen Rednern die Not- wendigkeit der Berussausbildung hervorgehoben. Nur so sei es möglich gewesen, daß der Lerbaich seine Bedeutung gewonnen habe und nur so seien die Mitglieder als gute Verbandskollegen zu- sammenzuhatten gewesen. Arbeitslose Lebensmittel» und Gettänlearbeiter. Unsere arbettslosen Mitglieder werden ersucht, sich zwecks Er- Hebung einer Weihnachtsspende in«in« Liste eintragen zu lassen, die in den üblichen Geschästsstunden in der Geschäfts- stelle Mulackstr. 10 ausliegt. Die Eintragung muß bis«inschliehlich Sonnabend, dem 10. Dezember, erfolgt sein: spätere Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Bei der Eintragung ist das Mitgliedsbuch und die Kontrollkarie des Arbeitsnachweises vorzulegen. Die Ortsverwaltung. L. H o d a p p. Zu dem Schiedsspruch im Rauch- und Schuupstabakgewerbe ist zu berichtigen, daß der Tarifvertrag nicht am 1. Oktober, sondern am 31. Oktober ablies. Achtung, mi Uhr, I» beu Refth«»» ZPD..»rtl-Idu>>S»-�d«iteiI .______ Am Frritug, M.«»»embrr, � |«U«, Luuhubrrgr» Str. 31,»«rlammturg- aller SPD..Eeiu>sfi»i>-u Vr.».«Scnoffcn. Tagcaordnuna: Zirserat Oes t, (»tnii fZcn Zurtmäugltr, AS««.«u»l»racht.»olttätiligrn Brluch ex, um et et«er SralttaUauarflau». K «illtu-«. Spiunstoff-Fahril»rd«rmlt.Iehleudorf! Am TonnerZ. ß tag, 24. November, l« Uhr, bei Meurer, Seehof, WaldschlSbcken, Ber., sammlung oller SPD-Denogen. Genosse S. ,->achert, M. b.£., fptidil.-. über„Unser Kamps um die politische Macht." Gäste tännen eingeführt r. werben. Neuanmelbungen werben entgegengenommen. Zahlreichen Be- i- such erwartet Der Zrakttouauarstaud. ÜJ «ewerls!l n.�Llowvlatz. Berü.ll.gte K-aenb-rnv». n». Jl". Z tn � Ougendzentrale zu haben. anstaitungen statt: Bezirk Ostend Kuaenbb?�!-�?� o�' Onben fo'genbc Ver. „Zweck. Ziele und Bebeutung der'Gew�rk0b?e�"io � ss" eir' 1S' �orlrog: Jugendheim Bogalstr 53 Bunter— Bezirk Neuk-lln: Sckileswiger Ufer 14. Werbe« b. n t>~ S?. � Vorwarft: Nealgnmnallum Jugendheim SchSnstebistr. I Bunter«W,£■*! Webbing-Sesurbbrnnreni mitbringen.— Bezirk Spanbo»--:�?�.- Lieberbücher und Instrumente ichast:„Jugendbewegung— Arbetterw!- �iobenufer 1. Arbe:i»aemeln. «rbetlerbewegung"(Leitung: Kurf Michaeli»). Berantwortllch für Volilik: Dt tort»eyee! WIrtschätt:«. Kllngelhöler! Drwerkschasisbewegung: Z. Steiner: Feuilleton:». S. Dllchrr! Lololr» und Sonstiges: Fr,»«arftäbt: Anzeigen: Zh.«lacke! lämllich>n Berlin Verlag: Borwärts-Berlag G m b S Berlin Druck: Borwärts.Buä'bruckerel und Berlagsanstal« Paul Singer- Eo Berlin SD 33 Linbenstrotze S. vier,» Z Bellaae» und..Unterhaltnno»nd Wissen"- Nur 4 Pfenniu kostet MABGI' Fleischbrüh-Würfel M Wasser aufgelöst, gibt der lU WWW _______—---— Würfel kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum Achtung au! den Namen MA001 und die gelb-rote Packung.| Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen alier Art Würfel kräftige Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen alier Art ?!r. SS3» 44. Jahrgang Mittwoch, 23. November 4927 �——— nr»«—»■■.».mi...i.�yi—— 1�—— p�p—>«>!>«»!!».................|| j»,,-.■ I0IHIMI H..... I..... IIIIB IKBcchn durch den Grunewald. Bau der Verlängerung der Strecke Stadion— Zuhieben. Die fünf kleinen„w's". Die Grundpfeiler der Nationalisierung. 3m Rahmen des von der Industrie- und Handelskammer zu Berlin in Verbindung mit der Gesellschaft von Freunden der Hon- delshochschule Berlin in der Handelshochschule veranstalteten Bor- tragszyklus sprach gestern Heinrich G r ü n f e l d, der Vorsitzende der Hauptgemeinschait des deutschen Einzelhandels, über..Rationali- sterung des Einzelhandels". Der Bortrag war von allgemeinem Interesse. Der Vortragende wies einleitend darauf hin, daß dos„Schlag- wort" von der Rationalisierung noch sehr lange energisch durch die Verbände des Einzelhandels wird tönen müssen, che diese zum Tatwort für die vielen tausend kleinen und mittleren Betriebe werden kann, für die die Rationalisierung an den verschiedensten Stellen geschäftlicher Vorgänge dringend notwendig wird, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, besser noch zu steigern. Ab- weichend von Industrie und Technik muß der Gedanke der kauf- männischen H a n d e l s rat i o n a l i s i e r u n g sich aus- wirken als„das Streben nach wirtschaftlicher Wirkungserhöhunq durch planmäßige Beobach- tung". Die Erfolgserhöhung kann noch Ansicht des Vortragenden sich nur indirekt und ollmählich durch die Wirkungs- «rhähung erreichen lassen. Im kleinsten wie ini größten Laden. cichäfr ergeben sich drei gesonderte Arbeitsgebiete: Einkauf. Vertäut sowie Buch- undKassenführung. die allerdings sehr eng ineinandergreifen. Vor dem Vertauf muß als Auf- takt die Werbetätigkeit einsetzen, die in den meisten Ee- schäften stark vernachlässigt ist. aber für den Wiederausbau noch jlrieg. Zazangswirtschast. Inflation für jeden einzelnen zur Not- viendigkeit wird. Auch auf die Ablenkung von vielen früheren Verkaufsgebieten durch U mjt« llu n g der Psyche der Be- v ö l k e r u n g aus Sport. Reisen, Radio nsw.. muß der Einzel- Händler aufmerksam bleibeii. Abzuwägen sind für die Reklame Unkosten und voraussichtliche Wirkung bei gegen die Vorkriegszeit sehr verteuerten Inseraten. Portogebühren, je noch der Art der zu bearbeitenden Kausschicht. Auch Beleuchtung, Schaufsnster und Ladenausstattung gehören zu den zu rationalisierenden Werbemitteln. �Zement. JRcmao doh Ffodor©lobfo». Ein Slcuier Gimmel, und hoch über dem Koos, wie em «rtes Reifaebilde— Wolken, und durch sie hmdnrch schimmert wieder die Bläue des Himmels. Und die dunstigen, welligen Kernen und die Stille, die tiefer und unermchstcher sind als die Fernen. Es schien, als ob der Schoß der Erde diese Stille einatme. �...... Und rechts und links lunges. durchsichtiges, mit goldenem Staub bedecktes Gras und dazwischen glühen wie Feuerchen aoldene Butterblumen— klein und jung wie Küchlein. Sie bewegen sich und laufen ihr von weitem entgegen, so hübsch sind sie und ihr verwandt. Und kaum hatte Dascha diese Blumen bemerkt, so war ihr Herz voller Zärtlichkeit. Sie verlor den Atem, das Herz --ja in der Brust, sie schrie auf und überströmte von Tränen. ie beruhigte sieh aber sofort— wurde still, konnte aber nicht -stehen— die Kräfte versagten ihr. Und sie sah die ganze t die Dutterblumen an und lauschte, ohne zu denken der lc der Erde. Und sie tonnte nicht begreifen: klang die Stille wie em er Faden in ihrem Ohr oder sang eme Lerche. Sie sah urchsichtigen Flaum der Wollen— ferne Saiten flim- 1 in ihnen. Vielleicht singen die Wolken, pielclicht die flammenden Butterblumen.... m Galopp und mit Pferdehufgetrampel tauchten hinter juaeln Rotarmisten, mit überm Rücken gehängten Ge- auf Ihnen voran jagte in wildem Lauf ein braun- d'ger Mann in schwarzem Leder. Dascha fuhr zusammen Die Rotarmisten schrien alle durcheinander, lachten übers «an,e Gesicht und winkten mit den Händen. Dascha schrie auf und lief Badjin entgegen. Er hiell mit einem Ruck das Pferd an und sprang aus dem Sattel. Mst beiden Händen faßte sie Dadjins Hand, meinte und � �Viic Rotarmisten umringten sie, schrien alle um die Wette, «s mar nicht zu verstehen, was. Einer der Reit« sah sie lange schweigend an(er hatte I 2m Verkauf beruht die Rationalisierung der Form nach in der wesentlichen Verbesserung der Fachausbildung der Verkäufer, in entwickelterem Kundendienst und in einer bequemen, nicht auf- dringlichen Abfertigung. Das Wicbtigste bildet naturgemäß ein für die>eweilige Kundschust passend zusammengestelltes Warensortiment. das zur richtigen Zeit, in den erwünschten Preislagen und aus- reichenden Mengen zur Verfügung stehen soll. Voraussetzung hier- für ist gut rationalisierter Einkauf. Die j ü n f kleinen„w's": was. wieviel, wo. wann und wie kaufe ich ein, sind hier die Grundpfeiler der Rationali- slerung. deren Außerachtlassung leicht zum großen„W" fWeb) des Geschäftes werden kann. Zum Was gehört die genaue Kennt- nis dessen, wonach über den Vorrat hinaus Nachfrage herrscht, was z. B. durch die schriftliche Meldung jedes Nichtkaufes in Erfahrung zu bringen ist. Auch die unteren und oberen Preisgrenzen sind zu ermitteln. Der Vortragende weist auf dos Buch des Bostoner Kaufhausbesttzers Filene hin. der für jeden Artikel Beschränkung auf drei Preislagen empfiehlt: inwieweit Markenartikel geführt werden sollen, ist planmäßig abzuwägen. Dos„Wieviel erfordert genaue Statistik über den wirklickien Verbrauch, natürlich unter Berücksichtigung ollgemeiner oder besonderer Koniunkturschwankungen. Das„Wo" ergibt sich aus den beiden ersten Fragen, ob allein oder im Konzern(auch genossen. schaftlich) beim Fabrikanten oder Grosiisten, ob im eigenen Haus« oder durch Reisen in die Fabrikorte, zu Messen usw.: das„Wann" hat eine besonders scharfe Kontrolle des Zu- und Abganges vom Lager, der Bestände und Restaufträge, zur Voraussetzung. Das „W i a" ist schließlich die persönliche Kunst des Ein- käu fers, dessen Ziel fein soll, alle erlaubten Barteile heraus- zuholen, ohne dem Lieferanten die Freude an der Fortsetzung der Verbindung zu nehmen. Das richtige Verhältnis zwischen Einkausiund Verkauf, das Streben noch möglichst häufigein Umschlag, fordert praktische, schnelle und übersichtliche Lagerbuch- sührung, für die Karten und Formulare am besten je nach der Eigenart des Geschäftes besonders zu schaffen sind. Der Waren- eingang und das Auszeichnen können vielfach zur Beschleumgung und Uebersichtlichkeit rationell verbessert werden, wobei moderne Rechen-, Etikettier- und Buchungsmaschinen beachtlich sind. Die Ueberwachung der Unkosten, die heute besonders wichtig geworden ist, erfordert eigene genaue Aufstellungen, möglichst für starke Backentnochen, einen großen Mund und Augen, die tief unter der Stirne lagen), kroch dann schweigend langsam vom Pferd und legte seine Hand auf ihre Schulter. „Genossini... Hier hast du ein Pferd.... Setz dich. ... Komm, ich helfe dir...." Dascha lachte, griff nach der Hand des Rotarmisten, schüttelte sie ebenso wie Badjins Hand. „Danke, Genosse.... Ich wußte gar nicht, wie gut ihr alle seid.... Meinetwegen habt ihr«in ganzes Regiment in Bewegung gesetzt... und Genosse Badjin ist ganz außer Atem... Die Rotarmisten standen, die Pferde rieben sich anem- ander, und mit erstaunten und lachenden Augen sahen die Männer Dascha an. Und der Großmäulige hob sie auf den Sattel, verzog sein Gesicht in ein Lächeln— bis zu den Ohren, zog schweigend den Steigbügel eines anderen Rotarmisten herunter und schwang sich mit einem Schwung auf dessen Pferd. Badjin ritt neben Dascha, stützte sie besorgt auf den holprigen Wegen, sah. ob die Zügel, der Sattel, der Zaum in Ordnung waren. Dascha sah seine besorgte Fürsorge und lächeste ihn mit freundlichem Lächeln an. „Was wir mit dir? Erzähle... „Ach nichts, Genosse Badjin.... Sie haben sich dort wichtig gemacht und mich dann laufen lassen.... Mit Frauenzimmern werden sie sich doch nicht einlassen?... Haben mich durchgeprügelt... das ist olles...." Und lachte wieder. Und Badlin schaute sie forschend, mit wissenden Augen an und lächeue weich(so ein Lächeln hatte noch niemand beim Vorsitzenden des Exekutivkomitees gesehen). Und bis zur Siedlung ritt er ganz neben ihr und sah immer voller Sorge nach dem Sattel und ob Dascha auch fest und gut sitze. Vor dem Bezirksexekutiokomltee, auf dem Platze vor der Kirche stand eine lange Reihe von Wagen, die ausgespannten Pferde schlugen mit ihren Schweifen um sich, und die Kühe und Schafe drehten ihre Köpfe mit den Hörnern hin und her. Kosaken drängten sich wie auf einem Jahrmarkt. Weiber schrien und riefen. Kleine Jungen, mit und ohne Pelzmützen. jagten nach Heujckirecken und spielten Huckenack. Und irgend« wo. ganz nah, nicht im Hofe des Exekutivkomitees und nicht in der Menschenansammlung— weinte und schrie heiser«ine trunkene Stimme: Küchlein, du aufgeblasenes, Racktes. barfüßiges... gleichartige Geschäfte nach gleichen Grundlagen. Diese Vertrauens- voll den Verbänden zur Verfügung zu stellen, um durch Austausch der Erfahrungen eigene Fehlerquellen kennenzulernen, wird«in Hauptgebiet rationeller Verbandsarbeit werden müsseiu Die Methode des Herrn Gpleitstößer. Warnung für HeiratÄostige. Der Heiratsschwindler Splettstößer hatte sich seine cigene Methode herausgearbeitet. Als guter Psychologe wußte er. daß die verwundbarste Stelle vieler Frauen und Mädchen„Mitleid" heißt. Auf diesem Instrument spielte er meisterhaft imd unfehlbar. Wie niedergeschlagen der arme Mtwer sein konnte! Dann sein krankes Kind, und er gerade ohne Geld. Das Kind stirbt. Wieder braucht er Geld: es muß ja beerdigt werden. Auch das kostet Geld. Und immer wieder erhält er es. Wer weiß, wozu er nicht olles Geld braucht. Und sie geben mit Freuden. Bav muß «r«ine Reise machen, bald«inen Apparat einlösen, usw. usw. Und stet, erhält er von den. och so liebenden und liebesbedürftigen Haus- angestellten ihre Ersparnisse, so lange nur ein Pfennig übrig bleibt. Und hatten st« seK-st mehr kein Geld, so borgen sie sich welches ans. Da war z. B. ein«, sie mag schon ihre 46 Jahre alt gewesen sein. Ihr erzählt- er, er habe eine eigene Wohnung am Stuttgarier Platz. Seine Schwiegereltern seien aus Polen gekommen, um das tote Kind abzuholen. Ihr Geld bestünde in polinscher Währung. Er habe zwar 500 Mark auf der Sparkasse, müsse ober erst die Erbschaftssteuer bezahlen, um sie zu erhalten. Herr Splettstößer besaß zwar kein Geld, aber«ine reg« Phantasie. Die Sech?und- vierzigjahrige besaß 1000 Mark,— ihr« einzigen Ersparnisse,-.sie gab alles hin. Wieder eine andere, eine Achtund, zwanzigjährige. Cr lernte sie im Autobus keimen, als er in freundlicher Wesse ihr Fahrgeld dem Schaffner hinreichte. Er stellte sich als Einkäufer bei Rheingold vor und mqchle einen so gu!«n Cindnick auf sie. Sie dachte an ihre sorgenschwere Zukunft, führte ihn bei ihrer Mutter und ihren Berwandien ein, er nahm ihr Geld ab zum Möbel- kauf und unier anderen Vorwänden und verschmähte selbst nicht, ihr« Verwandten zu bestehlen.— Wieder eine andere, eine 32jährige Hausanzest-llt«. Diese lernte er bei eincni Einkauf kenne». Der Wicwer init dem kranken und dann loten Kind« errefli« ganz gewaltig dos Herz der Einsamen. Als er ihre Ersparnisse aber um einig« hundert Mark erleichtert und sie auhervein noch bestohlen hatte, erstattete sie Strafanzeige. Rahm ih» aber wieder in Gnaden auf. als er aus der Umersuchungshoft entlassen war und ihr «rklärie, das Vergehen ihr gegenüber sei das einzige, das er auf dem Kerbholz Hab«. Und w>«i>er verstand et, ihr das Geld abzunehmen. Ja, sie versorgte ihn sogar mir 110 Mark, die er angeblich brauchte, um seine Strafakten aus Moabit heraus- zubekommelu Die Acrniste konnte ja nicht wissen, daß ihr Herz- allerliebster, der ihr aus 7 SO Mark zu stehen kam. bereits siebenmal, darunter auch«tlich« Mal« wegen Heiratsschwindel, vorbestraft war. Ein gemeingefährlicher Schwindler, dieser Splctt- ftößer! Er ist der Sohn ehrbarer Eltern, ehemaliger Sekunda»er. dann Mechaniker und Kriegsfreiwilliger. Der Krieg wurde sein Verderb. Denn mit dem Jahre 1818 beginnen fein, Straftaten. Und seitdem hat er dreimal Se l b st m o rd o er suche begangen, mußte sich die Internierung im Irren haus gefallen lassen und steht nun vor dem Schöffengfri- Ehorlottenburg als endgültig entgleister, seelisch völlig niedergebrocheuer Mensch. Dr. Hirsch schildert seine erbliche Belastung, seine psychopathische Minderwectigteit, konnte aber den§ S1 für ihn nicht gelten lassen. So half ihm auch nicht der Erzengel Michael, der ihm. wie er dem Vorsitzenden geschrieben hatte, im Gefängnis im Traum erschienen war. und ihm empföhle»« hatte, fleißig die Bibel zu lesen, damit er mit einer leichten Strafe davonkäme. Er erhielt 2 Mi Jahre Gefängnis. 35 Mill. Fahrgäste auf Ttadt- uud Borortbahuev. Wie die Reichsbohndirektion Berlin mitteilt, sind oul den Ber- liner Stadt-. Ring- und Lorortbohnen im Oktober 34S06 000 Personen befördert worden. Gegenüber dem Vormonat, der nur 33379 000 Reisende auswies, ist also eine Steigerung von 1527000 Fahrgästen oder 4,6 Proz. eingetreten. Die Stimme reichte nicht aus. Sie stöhnte, keuchte und sang trotzdem, schrie heiser immer wieder dieselben Worte wie besessen. Bortschij saß im Tscherkessenrock, mit einem Dolch im Gürtel, vor einem Tisch, rollte seine asiatischen Augen und kratzte sorgfältig mit seiner Feder über ein Papier. Er hob den Kops, wart Dascha einen Blick zu, und sein Gesicht, das Gesicht eines Kriegers der„Teufelsarmee", zuckte nicht mit einem Muskel. Er brüllte nur wie ein Stier:„Aha, dein Glück, daß der Tod dich diesmal nicht gepackt hat...." Badjin ging mit schweren Schritren. wie bei sich stn Exekutivkomitee, zum Tisch und war wieder kalt und verschlossen. „Genosse Bortschij, laß Saltanow herrufen." Bortschij ging elastisch, mit weiblicher Grazie, zur Tür. „Genosse Salianow. der Borsitzende des Exekutivkomitees verlangt nach dir." Und kehrte mit derselben Grazie auf seinen Platz zurück. Und als Saltanow hereinkam und vor dem Tisch stehen- blieb, sagte Badjin kalt, zwischen den Zähnen, ihn aufmerksam und finster ansehend:„Genosse Saltanow, du wirst deiner Aufgabe enthoben und bist verhaftet. Morgen wirst du zusammen mit Bortschij in die Stadt kommen. Dort werde ich die Sache sofort dem Revolutionstribunal übergeben." Saltanow legte feine Hand an die Mütze, stand stramm, sah Badjin mit lachenden, weit ausgerissenen Augen an und ging zwei Schritte nach rückwärts. „Ich habe alle Anordnungen, die ich vom Gouvernements- exekutivkomitee erhalten habe, genau und streng durchgeführt." Badjin drehte sich weg und sah schweigend Bortschijs Mütze an. „Genosse Bortschij. liquidiere diese ganze Musik so, daß du diese Tatsache zu unseren Gunsten ausnutzt. Die feindlich« Stimmung muß mit der Wurzel ausgerottet werden. Wen» du aus der Stadt zurückkommst, so rüttele mit einem Schlage alle Schichten, von unten angefangen, auf. Komm auf de» Platz." Und als sie zu dritt, Badjin, Bortschij und Dascha, zu den Wagenreihen gingen, sahen die Kosaken in ihren Pelzmützen, die Bauern und Bäuerinnen sie mit tiefeingefallenen, wie blinden Augen an. Die Wagen standen hier ganze Tage und Nächte, und ganze Tage und Nächte drängten sich die Bauern um sie, ohne wegzugchen, und saßen nachts um die Kessel herum wie Zigeuner. (Fortfetzmtg folgt.) Die Zahnkrankhs Vor kurzem wurde von einem Todesfall nach einer Zahnbehand- lung berichtet. Solche Notizen können im Publikum eine gewisse Beunruhigung schaffen. Deshalb ist es die Aufgab« der nachsolgen- den Zeilen, den Umfang tödlicher Zufälle bei Zahnbehandlungen festzustellen. Um zu einer einwandfreien Beurteilung dieser Frage zu kommen, muß man sich darüber klar sein, wieviel Menschen z. B. in Deutschland jährlich sich ihre Zähne behandeln lasten. In einer statistischen Arbeit, die die Mitglieder der Allgemeinen Ortskranken- käste der Stadt Berlin mit einer Mitgliederzahl von etwa 500 000 Menschen umfaßt, konnte ich feststellen: 1. Daß jedes fünfte Mitglied der Kasse einmal im Jahre den Zahnarzt aufsucht. 2. Daß auf jedes sechst« Mitglied der Kasse einmal im Jahre eine Zahnextraktion(Zahnziehen) kommt. In Deutschland werden rund 33 Millionen Menschen als Mit, glieder oder Familienmitglieder von Krankenkassen gesundheitlich betreut. Legt man die ermittelten Zahlen zugrunde, so kommt man zu der Feststellung, daß in Deutschland 6Vi Millionen Menschen einmal im Iah r e den Zahnarzt auf- suchen. Ferner kommt auf etwa 5i4 Millionen Menschen je ein« Zohnextraktioa. Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß mit diesen Ziffern erst annähernd die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands— nur soweit sie versicherungspflichtig ist— erfaßt ist. Bringt man diese Millionen Ziffern, die das gewaltige Bedürfnis des Volkes nach zahnärztlicher Versorgung erkennen lassen, mit den gelegentlich durch die OesseMlichkeit gehenden Nachrichten von Todesfällen infolge von Zahnbehandlung in ein zahlenmäßiges Verhältnis zueinander, so sieht man auf den ersten Blick, daß der T o d in der zahnärztlichen Praxis erfreulicherweise eine überaus selten« Erschei» n u n g ist. Hämophilie(Bluterkrankheit) und Wundinfektion sind es, die den Eingriff beim Zahnarzt zu einer Gefahr gestallen können. Unter- sucht der Zahnarzt den Mund des Patienten, so empfindet er leb- haste Besorgnis, wenn der Patient ihm mitteill, daß er«in Bluter oder— um das gebräuchliche Fremdwort zu verwenden— ein Hämo phile sei. Die Hämophilie ist eine erbliche Erkrankung, die sich in oft unstillbaren Blutungen selbst bei ganz unbedeutenden Bei letzungen äußert. Diese Neigung zeigen geleaent- lich verschiedene Familienmitglieder in mehreren aufeinanderfolgen- den Generationen. Anders liegt es bei Patienten, die zu starken Blutungen neigen. Vielfach besteht diese Eigenschaft in Der- bindung mit Erkrankungen des Körpers— insbesondere Herz- und Nierenerkrankungen—, ober man findet diese Disposition auch bei an und für sich gesunden, aber stark blutarmen und bleichsllchtigen Menschen. Wie soll sich nun jemand verhalten, wenn er im Anschluß an eine Zahnextraktion von einer Blutung zu Hause überrascht wird? Tritt im Anschluß an eine Zahnextraktion eine Nachblutung ein, so hat der Patient ein Stück reiner, weißer Watte,«at- nomine» dem bekannten sterilen Wattepäckchen, auf die blutend« Stelle zu legen und den Mund fest zu schließen. Außerdem binde er noch«in Tuch um den Kopf, damit die Kiefer fest aufeinander- gepreßt stehen bleiben I Im allgemeinen dürste die Blutung nach mehrmaliger Wiederholung der Watteauflage zum Stehen kommen. Sollt« dies nicht der Fall fein, so ist sofort ärztlich« Hilfe auf- zusuchen. iten und der Tod. An dieser Stelle sei darauf aufmerksam gemacht, daß vieli' Patienten, wenn sie zu Hause von einer Blutung nach einer Z.'hn- extraktion überfallen werden, sich gewöhnlich durch falsches' Verholten selbst schädigen. Sie bekämpfen die Blutung durch! Spülen mit kaltem Wasser oder durch Auflegen von Eisstückchen.! Durch die Zufuhr von Flüssigkeit wird ober die? Blutung angeregt, was der Patient gerade verhindern will Ebenso selten wie Todesfälle infolge von Verblutung nach Zahn� extraktionen in der Praxis auftreten, kommen auch Infektionen von Zahnfleischwunden mll tödlichem Ausgang vor. Gewiß besteht bei jeder Wunde die Gefahr der In.' fektion. Gerade die Mundhöhle zeichnet sich bekonnterweise da-- durch aus. daß in ihr die Wundhetlung außerordentlich günstig verläust. Bei aller Vorsicht des Zahnarztes und des Patienten. kommen Infektionen der Wunde vor. Gewöhnlich genügen mehrere, Behandlungen, in denen die Wunde desinfiziert wird, um eine' glatte Heilung und Besettigung der evtl. austretenden Schmerzes zu erreichen. Es kann aber auch zu schweren Infektionen kommen,: zu einer Gesichtsrose, deren Verlauf unter Umständen tödlich se,ir kann. Festzustellen aber ist, daß bisher ein direkter Zusammenhang zwischen der Zahnwunde und der Gesichtsrose nicht bekannt ist. An sich ist es schon möglich, daß man neben den Wunden, die man imf Mund« hat, auch gleichzeitig«ine schwere Infektion durch Eindriu-' gen von Bakterien(Streptokokken) aus der Luft oder dem Straßen.� staub erwerben kann. Dringend w a r n e y muß man besonders vor der üblen Gewohnheit vieler Menschen, sogleich nach dem Eni» fernen des Zahnes mit den Fingern die Wunde zu berühren. Die Hände sind nie bakterienfrei und können die. Wunde infizieren. Bedrohliche Zustände scheinen nur in solchen� Fällen einzutreten, wo der Körper durch hohes Alter, körpe.� liche Erschöpfung und schwere Erkrankungen geschwächt ist. Zum Beweis meiner Ausführungen möchte ich folgenden Fall anführen: In meine Sprechstunde kommt ein annähernd siebzigjähriger,- in der Oeffenllichkeit bekannter Patient. Er wünscht die Entfernung eines Zahnes im Oberticfer, in dem er die Ursache vieler Schmerzeir sieht. Noch genauester Untersuchuno des mir persönlich nahestehen, den Mannes lehne ich die Zohncxtiaktion ab. Aber ich veranlcü» den Patienten, sich sofort wegen seines Allgemeinbefindens in Ve- Handlung eines Arztes zu begeben. Eine halb« Stunde später werd« ich von dem betreffenden Mediziner angerufen, der mir mitte lt, daß unser gemeinsamer Patient«inen enorm hohen Blutdruck l>ut� Er habe den Kranken nach Hause geschickt, Bettruhe verordnet unJ� werde ihn des Abends aufsuchen und mich weiter aus dem Laufen� den halten. Schon auf dem Heimwege fühlt« der Patient sich äußerst elend. Zu Hause angekommen wurde er zu Bett gebrach� verlor das Bewußtsein und starb bald darauf. Run stelle man sich vor, dieser Patient, der an einer schweren Arterien- Verkalkung litt, hätte«inen kranken Zahn gehabt, den ich häru' entfernen müssen. Man vergegenwärtige sich die Erregungen eines so geschwächten Körpers beim Zahnziehen und es wäre sehr wohl möglich gewesen, daß der Mann, mit dem ich viel« Jahre in freund- scha'ftlicher Weise msammengeaibeitet habe, im Anschluß an ein m kleinen zahnärztlichen Eingriff den Tod hätte finden können. Hie« hat es sich offenbar um e>nen schwer erkrankten Mensche» gehand- lt. dem jede Erregung das Ende hätte bringen können. Deshalb muß man feststellen, daß die Behandlung von Zahnkranlheiten an sich keinerlei Gefahr für gesunde Patienten bedeutet. Dr. Alexander Drucker. Elektrisierung der Berliner Reichsbahn. Vortrag des Reichsbahnoberrats Laenecke. Auf Einladung des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin sprach am Montag aband im Meistersaol Rcichsbahnoberrot Dr.-Äng. I a e n e ck e, Pröfsssor an der Technischen Hochschule zu Breslau, über die Elektrisierung der Stadt-, Ring- und Bor- ortbahnen. Die Beteutung, die der Verkehr auf diesen Strecken der Reichsbahn für Berlin hat, erhellt aus der Tatsache, daß der Fernverkehr von und noch Berlin täglich etwa IMOOOO Per- onen zu befördern hat, während die sämtlichen Berliner Ber- ehrsmittel, also Reichsbahnen. Hochbahn, Straßenbahn und Auto- bus, nahezu 4 Millionen Menschen zu befördern haben. Das Schlimme aber ist, daß sich diese 4 Millionen nicht gleichmäßig auf den ganzen Tag oerteilen, sondern daß sich die Notwendigkeit ergibt, zur Zeit der Verkehrsspitzen, also in den Zeiten vor Arbeitsbeginn und nach Arbeitsschluß, ungebeure. zu- sammengcballte Massen schnell und sicher zu befördern, wäbrend in den Zivischenzeiten eine vollkommene Ebbe eintritt. Der Bahn- Hof Fürstenbrunn z. B. hat in der Zeit der Berkehrsspitz« etwa 7000 Personen in der Stunde abzufertigen, während er außerhalb dieser Zeit nur hundert hat. Es hat sich nun, und zwar aus verkehrlichen, betrieblichen und wirt- s ch a s t l i ch e n Gründen, die Notwendigkeit ergeben, die Stadt-, Ring- und Vorortbahnen zu elektrisieren, weil uns der elektrisch« Betrieb durch schnelle und le'cht« Unterteilung der Vollzüge in Dreiviertel-, Halb- und sogar Viertelzüge in den Stand setzt, sich diesem auf. und abschwellenden Verkehr anzupasien. Heut« laufen über die Stadtbahn im Höchstfall 24 Züge pro Stunde, in Zukunft werden 40 Züge pro Stunde abgefertigt werden können. Vom Potsdamer Ringbahnhof gehen fetzt stündlich 12, in Zu- kunft 24 Züge ab. Beim elektr'schen Betriebe fallen die vielen Rangierarbeiten, die mit dem Umsetzen der Lokomotive, dem Wgsser- und Kahlennehmen und Schwächen der Züge verbunden sind. fort. Der Betrieb wird einfacher, die Fahrzeiten werden um 23 Proz. verkürzt, und die%gzahlen können vermehrt werden. C n t- scheidend für die Einführung des elektrischen Betriebes ist die wirtschaftlich« Seite. Die Betriebs- kosten geben zurück, während die Ausgaben für Verzinsung und Amortisation des Anlagekapttals steigen. Die Personalkosten vermindern sich durch Einschränkung des Lokomotio- Personals, Rangier- und Werkstättenoerfonals. Der Redner betonte, daß die künftigen Triebwagenführer nicht so hohe Gehälter bekommen werden wie die jetzigen Lokomotivfübrer, und da jebt etwa 1000 Asioe laufen� so werde diese Ersparnis ganz erheblich sein. Es erp'bt sich, daß trotz der höheren Ausgaben für die Verzinsung des Anlage- kapitals die Elektrisierung wirtschaftlich ist. Drei große Bauaufgaben sind zu löse»! nämlich t. dl« Be- schasfuna, Umformung und Berteilung des elektrischen Stromes; 2. der Bau der neuen Wagen: 3. die Ausführung einer Reihe von baulichen Aenderungen. Der Strom wird von den BEW. und den Elektromerken bzw. Trattendorf geliefert werden. Es wird selbst- tätige Streckenbiockierung eingeführt werden, was übrigens einen Austausch der eisernen Schranken gegen hölzerne zur Folge hat. Die Wagen werden nach den modernsten Grundsätzen gebaut. Die Sladtbahnwagen werden im Gegensatz zu den Wegen der Vorort- zöge mehr Stehplätze aufweifen. Auch haben die neuen Stadtbahnzüge 110 Plätze weniger als die jetzigen Stadt- bahnzüge. Nachdem die Strecken nach Bernau, Oranienburg und Velten bereits elektrisiert worden sind, sind jetzt die Strecken Potsdam— Erkner einschließlich Stahnsdorf, Berlin— Grünau und Berlin— Kaulsdorf in Bau. Durch den neuen Bahnhvfsbau zwischen Eharlollenburg und Eichkamp wird Spandau endlich bessere Verbindungen be- kommen. Für die neuen Wagen wird in R i eder f chö n e w e i de «ine große Werkstatt erbaut.____■ Der Vorträg wurde mit großem Beifall aufgenommen. Ein Diskusstonsredner bemängelte allerdings mit Recht, daß der Bortrag auf die verkehrspolitische Seite gar nicht eingegangen sei, und allzu sehr die wirtschaftspolitische betont habe. Gegen Mißhanölungen auf Polizeiwachen. Eine Erklärung des Polizeipräsidenten. Zu den van uns am Dienstagmorgen gemeldeten Befchuldigun- gen gegen einen Schupobeamten, die den Polizeipräsidenten Zörgiebel zu sofortigem und scharfem Eingreifen veranlaßt haben, liegt jetzt auch eine persönliche Erklärung des Polizeipräsidenten vor. lieber feine Stellungnahme zu den leider vorgekommenen Mißhandlungen auf Polizeiwachen hat er aus An- laß dieses neuesten Falles geäußert: „Nachdem Ende vorigen Jahres Fälle zur Kenntnis der Oeffent- lichke�t gelangt waren, in denen Polizeibeamte auf Revierwachen geprügelt hatten, und nachdem in allen Fällen, die sich bei der Nach- Prüfung als stichhaltig erwiesen, auf das entschiedenst« durchgegriffen worden war hatte dieses llebel aufgehört. Bei einem Fall, wie diesem, wird abermals energisch durchgegriffen. Es gibt kaum etwas Schimpflicheres, als Menschen, die sich in der Gewalt der Polizei befinden, und sich freiwillig oder unfreiwillig m die Hände der Polizei begeben haben, zu mißhandeln. Ich kann nur dem Wunsche Ausdruck geben, daß alle derartige Borkommnisse. gleichviel wen sie betreffen, mir sofort zur Kenntnis ge- bracht werden. Die Oeffentlichkeit darf überzeugt fein, daß rück- sichtslos eingeschritten und jeder Schuldige zur Rechen- Schaft gezogen wird. Hier steht mehr auf dem Spiel, als die «uhnung eines bedauerlichen Einzelfalls— hier handelt es sich um d-e Wahrung des Ansehens der Berliner Polizei.* Auch eine«.Fliegerschule�. Schlechte Ersahrungen machen junge Leute, die die Fliegerei «lernen wollen, mit der schwobis'chen S e g e l f l u g j ch u l e iu Pforzheim, mit der sich auch das Landeskriminalamt Karls- ruhe bereits beschäftigt hat. Die Schule wirbt für ihren Betrleb durch Zeilungsinserate. Sie wird beschuldigt, nicht das zu hallen Tj'f Di- angehenden Schüler werden zunächst ver- pflichtet 2 5 Wochen lang wöchentlich je einen Lehrbrief öum Preise von 4,2 0 m. beziehen und erst dann zu einem praktischen Kursus einberufen. Hierbei handelt es Iii. nur um Gleitflüge von 150 bis 600 Metern. Die �uptbeschä flgung der Schüler besteht ober darin, die beschädioten Flugzeuae wieder auszubessern. Die.Lehrbriefe* sind aus Veranlassung der ttandeskriminalpolizei geprüft worden und nach sachveiftändiaem Gutachten aus einem Lehrbuch abgeschrieben und wertlos. Zum Wintersport in den Harz. �ch""sSll« der letzten Tage lassen erwarten, daß am kommenden Sonntag bereits im Harz die Wintersportlustigen ihren Sport ausüben können. Für die Berliner bietet sich eine besonders gunstige Gelegenheit, den Harz mit Sonntagsrückfohr- karten zu erreichen, da die Schnellzüge noch dem Harz zur Be- Nutzung mit Sonntagsruckfahrkarten freigegeben sind. Die Hinfahrt vT-",, Di den Schnellzügen D 30 ab Potsdamer Bahnhof 11.r>0 Uhr, D 32 ab Potsdamer Bahnhof 13 Uhr und V 40 ab Poisbomer Dahnhef ISöS Uhr. Alle Züge haben Anschluß nach 1 Wonf.nburg a. H. und Wernigerode Zur Rückfahrt kommt der s beschleunigte Personenzug 333 in Frrae. der Anschluß von diesen beiden Orten Hot: ab Wernigerode 18.34 Uhr. ob Blankenburg 18.40 Uhr; der Zug trifft um 23.44 Uhr in Berlin ein.' Wenn der Ostwind weht! Schnee aaHfln Spanien!--------: In den gestrigen Abendstunden trat auch in Berlin leichter Schneefall ein, der Straßen und Plätze bald in ein weißes Tuch hüllte. Infolge der eingetretenen Glätte ereigneten sich auch gleich wieder mehrere Unfälle. Passanten kamen zu Fall und zogen sich mehr oder minder erheblich« Verletzungen zu. so daß sie die Hilfe der Städt scheu Rettungsstellen in Anspruch nehmen mußten. Don einem besonders schweren Unfall wurde der 4Zjährige Julius B a r o w s k i aus der Kreutzigerftr. 50 zu Lichten- berg in der Lützowftraße betroffen. B. kam so unglücklich zu Fall, daß er sich einen schweren Kniescheibenbruch zuzog. Der Ver- unglückte fand im Moabller Krankenhaus Aufnahme. Es ist zu fordern, daß die Hauswitte in den frühen Morgen- stunden ihrer Streupflicht nachkommen, um Massenstürze, wie sie sich vor Jahresfrist mehrfach gerade in den ersten Morgen- stunden in Bettin ereingneten, zu verhüten. * Hamburg, 22. November. Der Wasserstand der Elbe ist infolge des anhaltenden Ost- windes außergewöhnlich niedr'g, wodurch die Schiffahrt sehr be- hindett wird� Größere Schiffe können bei Ebbe den Hasen nicht erreichen, während Hafenschlepper und kleine Barkassen teils mitten im Fahrwasser auf Grund festsitzen. Da« Elektrizitätswerk„Niederelb c* in Allona hat mit- geteilt, daß ein geordneter Betrieb iniolae des Niedrigwassers nicht möglich ist. Die Beleuchtung in Gaststätten und Geschäften muß auf' das unbedingt notwendige Maß eingeschränkt werden. In allen Städten und Gemeinden, die bei der Ueberlandzentrale angeschlossen sind, ruhen die Betriebe. Das Wässerwerk in Uetersen kann nicht genügend Wasser fördern und mabnt die Ein- wohner zur Sparsamkeit. Heute mittag hat sicb die Lage infolge Abflauens des Ostwindes etwas gebessert. Die Elb« fühtt leichtes Treibeis. Bremen, 22. November. Am heutigen Dienstag wurde ein Pegelstand von 3L8 Meter unter Bremer Null verzeichnet, während der normale Wasserstand 2,80 Meter betrogt. Großen Schiffen ist es unmöglich, Bremen zu erreichen. In Bremen selbst ist zum größten Teil eine Unterbrechung der Wasser- Versorgung eingetreten. In Vegesack mußte die Fähre ihren Beirieb einstellen, da sie das Ufer nicht erreichen tonnte. Madrid, 22. November. In Spanien sowie, in der span'schen Marokto-Zone herrscht überall rauhes und' stürmisches Wetter. Infolge hef- tiger Stürme bei Malaga sind unaesähr 15 Fahrzeuge gesunken. In Barcelona, Alicante, Granada, Cordoba haben Ueberscbwemmungen beträchtlichen Scbadcn verursacht. Bei Alicante ist ein Schlevpnetz-Fijcherboot gesunken und die aus 13 Man» bestehende Besitzung ertrunken. In San Lucar scklug der Bich in einen Stall und tötete 15 Pferde. Infolge schwerer Schneefälle in den nördlichen Provin- z e n und auf dem mittelspanischen Gebirgsplatean erleiden die Züge große Verspätungen. Aus den Städten und Miliiörpoften der spanischen Marotkozone wird ebenfalls über schwere Stürme und schlechtes Wetter berichtet, durch die vielfach großer Schaden angerichtet wurde. Kopenhagen, 22. November. Ueber gan.) Dänemark herrscht feit aestern ein schwerer Schneesturm, der ständig zunimmt. Der Abendzug von Bryrup nach Ho sens ist im Schneesturm in einer Schncegrube stecken geblieben und mußte auepepraben werden. Auch der nächste Zug konnte die Strecke nur mit Müde passieren. Ebenso ist die Schiffahrt in den dänischen Gewässern außerordent- lich gefährdet. In allen Häfen sind Sturmsignale gehißt. Da? Äopenhaxener meteo-wlogistze Institut meldet Win'. stärke acht, doch laufen von ier Käste tcillveise Orkanmeldimoen ein. Gestern vormittag ist der aus Stettin kommende Zweimaster„Slimt* untergegangen. Die Bemannung, darunter sin Deuticher. konnte sich im Beiboot retten. An der Küste von Nordjchleswig hat der Sturm schwere Ueberschwemmungen hervorgerusi n. Im Hafen von Sonderburg steht das Wässer 1,15 Wetei�-übei: normal und hat bereits mehrere Straßen der Stadt überschwemmt. Aus Esbjerg an der Westküste von Iülland wird gemeldet, das der Ostorkan dos Wasser aus dem Hafenbecken getricben hat. Wasserspiegel ist stark gesunken. Preußen und die Autosteuer. Für gerechte Verteilung. Das preußische Staatsministettum hat sich, wie der Amtlich Preußische Pressttüenft meldet, mit dem Entwurf eine Kraftfahrzeug st euergesetzes befaßt, der gegenwär'- dem Reichsrat zur Beratung vorliegt.• Das Staatsministerium ging bei seiner Beschlußfassung von d-:. Ansicht aus, daß es hier vor allem daraus ankomme, die Provinzen und Landkreise, denen gemeinsam die Pflicht der LaNdstraßenuntei hallung oblieot. und denen hierbei bei der starken Abnutzung dun den immer lebhafter werdenden Automobilverkehr außerordentsi« yohe lausend« Kosten erwachftn. finanziell zu entlasten, un wenigstens einen angemessenen Teil der Unterhaltungskosten de Wirtschaftskre'sen aufzubürden, die als Hauptnutznießer der La vi straßen auch eine entsprechende Gegenleistung für ihre steuerlick Leistung empfangen. Man war sich bei der Beschlußfassung klc darüber, daß eine Erhöhung gewisser Sätze der Kraftsahrzeugsteue bei dieser Sachlage nickt etwa eine Thesaurieruug von Steuern H deute—«ine Maßnahme, gegen deren Unwirtschosllichkeit sich ds preußische Staatsregierung stets ausgesprochen hat. Vielmehr so hier nur. da ja die StraßenunterhaUungskosten sonst durch Prä oinzialumlagen usw. von der Allgemeinheit der Steue zahl« ausgebracht werden müssen, ein« gerechte Verteilung d« Lasten auf die stärksten Schultern, und wie gesagt, auf die Kreis erfolgen, die selbst in der Hauptsach« die Straßenabnutzung ve Ursachen und die wirtschaftlichen Dorteile eines guten Straßennetze genießen. Die Erhöhung der Steuersätze erfolgt deshalb auch ff eine bestimmte Art von Kraftfahrzeugen, die durch ihre besonder schwere Bauart oder schlechte Bereisung und durch Mttführung vo Anhängerwagen die Landstraßen besonders stark abnutzen. S ollein diese Tatsache, daß das Personen- und Kleinauto, ir. besondere auch das typische für ökonomische Zweck« benutzte Auu mobil des mittleren und kleineren Handels- und Gewerbetreibe�f von der Erhöhung nicht betroffen werden. daß der Stellungnahme des preußischen Kabinetts nicht etw-/ Tendenz innewohnt, die an sich erfreuliche und vollswirtsch-k R- hochbedeutsame Entwicklung des Automobilverkehis und der mobilindustrie zu verlangsamen. Instr Beschlossen wurde im wesentlichen. Im für folgende Aenderungen einzutreten: Die L a st k r a f t und Kraftomnibusse und ebenso auch die Z u g m a s a. ohne Güterladeraum ohne Rücksicht aus ihr Eigengewicht, wie es die Reichsregierung für die Besteuerung der Personen wegen schon verschlägt, zu besteuern. Die Ermäßigung des satzes bei Ueberschreitung einer bestimmten Gewichtsgrenze(. Kilogramm) käme damit in Fortfall. Weiter sollen die schle, bereiften Lastkrastwagen und Kraftomnibusse r einer um ein Fünftel erhöhten Steuer herangezogen werde Außerdem soll der von der Reichsregierung für das Jahr 1923 vr geschlagene icichsgesetzliche Zuschlag von 25 Proz. zur Krastsahrzeu steuer auch für die Rechnungsjahre 1929 und 1930 alsbald im Grs festgelegt werden. gegen Schnupfen Wirkung frappant! Raubmord an einem Knaben. Das Geheimnis der Landstraße. Em vor vier Iahren an einem Berliner Knaben verlibter Raub- Kord beschäftigt neuerdings auch die Mordinspektion der Kriminal- 'olizei. Am 19. Oktober 1923 fuhr der damals fünfzehnjährige idudolf Älenner, der bei seinen Eltern, einem Schankwirtsehepaar, n der Alten I a k o b st r. 18 wohnt«, mit der Wriezener Bahn tach Tiefensee, um Kartoffeln auszukaufen. Klenner, ein ausge- veckter und gewandter Berliner Junge, war schon vorher zu dem leichen Zweck in jene Gegend gefahren. Während er in srüheren rällen die Kartoffeln tm Tauschwege gegen andere Naturalien etnge- ,andelt hatte, nahm er diesmal außer einer zum Austausch bc- rimmten Flasche Schnaps«ine Brieftasche mit etwa vier Nilliarden Papiermark mit. Don dieser Fahrt ist der Knabe nicht mehr zurückgekehrt. Erst twa vier Wochcn später, am 23. November 1923, wurde seine Zeiche in der Nähe von Tiefensee in. einem Gebüsch unter einer leinen Kieser auf der Erde liegend aufgefunden. Um den Hals des loten war eine Schnur geschlungen. Als Todesursache wurde f r st i ck s n festgestellt. Das Gesicht des Toten war mit einem Kar- offelsack. den Klenner bei sich gehabt hatte, zugedeckt. Die Brief a s ch e mit Inhalt und die Flasche Schnaps fehlten: die anze Sachloge sprach zwingend für einen Rauvmord. Wie die Ermittlungen ergaben, hatte Klenner am 19. Oktober gleich nach d-r lnkunft in Tiefensee die dortig« Bahnhofswirtschaft aufgesucht. Hier ruß er sein Geld gezählt oder gezeigt, vielleicht auch damit geprahlt aben. Nachdem er die Wirtschast verlassen hatte, wurde der Knabe uf der Donstraße und am Ausgang des Dorfes in Begleitung weier Männer gesehen. Der Weg, den die die! einschlugen, ihrte schließlich in Richtung des Waldes, in dem später die Leiche es Knaben gefunden wurde. Die oben erwähnte Flasche Schnaps ■lll« der Knabe um die Mittagszeit an einer bestimmten Stelle ab- efern. Dort erschien er aber nicht mehr, und so muß angenommen erden, daß er aus dem Weg« nach dem Walde seinen Tod gefunden rt. Einer der Begleiter des Jungen Halle ein steifes linkes e i n und führte ein blaugestrichenes Fahrrad mit sich. Diese Kennzeichen ermäalichten nach einiger Zeit die Feststellung s Mannes, es handest sich um den K r i e g s i» v o l i d e n, den leischermeister Hermann M., der damals w Berlin-Friedrichsfeld« ohnte. M. handelt« damals auch mit Kartoffeln, die er in der egend von Tiefensee aufzukaufen pflegte. Da er einer der Männer ar, in deren Begleitung der Ermordete zuletzt gesehen wurde, so chiete sich der Verdacht i>er Täterschaft naturgemäß auch gegen ihn. . beteuert, daß sein Zusammentreffen mst Klenner aus der Dorf oße ein rein zufälliges gewesen sei. Da neuerdings immer >:der M. verdächtigt wird, andererseits aber wesentliche Momente gen seine Täterschaft sprachen, lo wendet sich die Kriminalpolizei i Einvernehmen mit M. erneut an die Oeffentlichkcit mit r Bitte um Milleilung aller Wahrnehmungen, die zur Aufkläning s Falles dienen können. Für diesen Fall erhofft der Fleischen üster die Feststellung seiner Schuldlosigkeit und > Lüftung der geheimnisvollen Tot, die auf der Landstraße verübt rrde. Der unbekannte Begleiter des Knaben, den auch M. für den örder hält, war etwa 29 Jahre alt. Mit feiner großen kräftigen •stall machte er den Eindruck eines Knechtes oder Landarbeiters. rmutlich hatte er dunkles, vielleicht schwarzes Haar und trug eine nkelbraune Joppe,«ine dunkle Schiebermützc, keinen Kragen, viel hr umhrfcheürlich«in Knüpftuch. Er war barklos oder glatt iert. Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, er- tet unter Hinweis auf die ausgesetzte Belohnung von 9 9 Mark Kriminalpolizeirat Genna! im Zimmer 104 A des rlmer Polizeipräsidiums. Ein Riesenfpriibeirug. Los'/- Millionen Mark Geldstrafe. Alainz, 22. November. Bor dem Bezirksschöffengericht Mainz hatten sich wegen Vaflden- schmuggels und Zollhinterziehung zu veranlworten dar Fastrikont Daniel Noedling aus Oppenheim, der Kaufmann Peter 2&irth aus Mainz, der Kaufmannsgehilse Ernst Groetzinger aus Oppenbeim und der Küfer August R o t t m a n n aus Oppenheim. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, fortgesetzt gemeinschajtlixh mit dem flüchtigen Kaufmann Wirth Spirituosen, deren(Anfuhr in das Gebiet des Denschen Reiches verboten war, cus Spanien, Italien und Frankreich eingeschmuggelt zu haben. Die Schmuggelwaie hatte einschließlich der Einfuhrabgabe einen Wert von 29 994173 M. Dem Deutschen Reich wurde dadurch«i, Zoll tm Betrage von 13 393 963 M. vorenthalten. Ferner wurde der sogenannte Monopolausgleich m Höhe von 3 489 669 M. nicht bezahlt. Oos Ilkiell lautete gegen Noedling auf zehn Monale Gefängnis und 62 099 950 AI. Geldstrafe, evtl. weiter ein Jahr Gefängnis und 20 049 975 AI. Dertersah, gegen Mrlh aus fünf Alouale Sefängw s und 14 209 050 M. Geldstrase, evtl. weitere drei Monat« Gefängnis und 4 691675 AI. wsrtersah. gegen Holtmann und Groetzinger aus je ein Alonot Gefänguis vnd Z616 26S AI. G ld- strafe, evtl weiter ein Monat Gefängnis und 4 691 675 AT Merlersatz. »Gegen das Aeichsschulgesetz, gegen das Schulverderbeu— für die deu.sthe Zugend" heißt dos Tbema einer großen, ö f f e n Tl i ch c n Kundgebung, die der„Bund entschiedener SchulreZormer" zum Mlllwcch, dem 23. November, 19.39 Uhr, in den Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Straße 3, einberuft. Es sprechen: Frau Gertrud Bodin, MdR., Klara B o h,m- Schuch, MdR., Minister a. D Hermann Fleißner, Pastor Hans Francke, Senatsprästdent Arnold Freymucth, Die„Stunde der Lebenden", diesmal am Abend dargcboien, beschäftigt« sich mit dem erblindeten Dichter Adolf von Hätz- feld. Alfred Kerr zeichnete den Mann und sein Werk. Er wies auf die Allverbundenheit Hatzfelds hin, die immer wieder in seinen Versen wie in seiner Prosa ausklingt. Fränze R ol o f f las aus den Werken Hatzfelds, sprachlich sehr schön und auch inhalllich stark und echt empfunden. Anschließend spielten Prosesjor Nikolai G r a u d a n(Cello) und Hansi Freudberg(Klavier) Negers A-Moll-Sonate Opus 116 kultiviert und ausdrucksvoll.— Dr. Alfred Kuhn sprach über„Einen Vormittag im Kupferstich- t a b i n e t t". Er schilderte die graphischen Kostbarkeiten, die hier aufbewahrt werden, und betonte, daß gerade diese Sammlung auch an einigen Abenden in der Woche zugänglich sein mußte. Auch die Berliner Schulen sollten sich bemühen, durch Hinweis« und Besichti- gungen lie Heranwachsenden aus die Schätze des Kupfeistichkcbinetts hii«ziin>eiiem Professor Max D e s s o i r behandelt« in seinem Zyklus über den Okkultismus„Das Verfahren der medio-mystifchen ilntersuchungen", dos, durch mancherlei Borschriften der Vcraiistqlter okkullistischer Sitzungen gehemmt, noch recht unvollkommen ist. Doch wäre es unwissenschaftlich, ein noch so unerforschtes Gebiet einfach mit dem Hinweis, daß es sich hierbei meist nur um Betrügeieten hondell, abtun zu wollen. Nur wirklich gründliche Forschung kann hier zu einer Klarheit führen. T« s. Hellmuth von Gerlach, Lehrer Hermann Kölling, Professor Paul Oe st reich, MdR., Toni Pfülf, MdR.. Aufgehobenes Todesurteil. Der am 12. Mai 1927 vom Schwur- gericht Hamburg wegen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeiten verurieilte Seemann Theodor Bitter, ist vom Senat zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. ooi, der«y-rvaiiik zum Margarete Wallmann, die Leiterin der Wig man. schule Vcrtin. wird im Austrage des AeziiteamlS schöne- be'g am 23,, 80. November und 7. Dezember 1937, 20 Uhr. In der Aul, der Ho enzollernichule,««hmn.-Abt.. MaUin-LiUhcr-Slr. 22/23. über.Pou der>» hmnaslit zum lonz" /Die tänzerisch« Gymnavit— der tünilleriiche Eiiizellanz- der lüiistlcrische bbubpenlanzi Ipiechsn. Kleilbzc tig werden gymnastische und tänzerische Darbietungen der Äcruss- nusbildungKlchuIilMnen der Wigman< schule Bcilin acboleii. ES weiden die Aistslentinnen der Wiem'U-scbiile Berlin. Lilmn Sipcnak und Aliee Udl, Zololaiizeiin an der Släoiischen Lpcr Beilin. mitw.rten,- Für alle drei •Abende zusammen wird ein Eintrutegeid von nur I Mark eryoden. Die Oitegrvppe Berlin der Deutschen Frieden«® seOfchofi veranslaltet am Dounerstag. 2t. November, 20 Uhr. im Restaurant.Wahlstatll. Belle. »llllantt-Ltr. 89, einen �oltragSabcnd über„Justiz und i/ante�vei ratS- Prozesse.- Anszerdem wird NeichSIapsabgcordncter Heinrich Ttröbel über das Thema:„Der chmestscb« Frcihciislampi und der Seliniede* lprechcn. Freie Aussprache! Zutritt sür jedermann frei! lieber da» Thema.Atadcm ker und Arbeüei beiregung- lprstfl in einer oftentticheii Verannaliung der Vereinigung sozialdemotralstcher studierender Tonuerslag. 24. Nov., 20� Uhr im Reichstag. Saal>2. Portat V. Lber- regicrungsrat Gen. D r.(Joachim. Gäste ivrlllommen. Zublzrat vik-or Froenkt spricht am 27. November, vormittags tl Uhr, im ,3lihambra„.Kino. Müller straye 186. über.Du und dos Tier'; nach ihm jpricht der schrislsteller Unthan über„Bivilettion im Hör joal". Sport. Nochmals: Oer„Zall Lücke". Wie wir in Nr. 343 des„Vorwärts" mitteilten, hatte der Sportausschuß des Bundes Deutscher Radfahrer. der die Oberhoheit im gesamten deutschen Radsport innehat, den Rennbahnbesitzer Will! Lücke, Olympiabahn, zu einer Geldstrafe von 1999 M verurteilt. Lücke wurde beschuldigt, an einem Vertrage mit dem französischen Dauerfahrer Brünier einseitige Aenderungen vorgenommen zu haben, um sich seinen finan- ziellen Verpflichtungen zu entziehen. Zu der Angelegenheit sell'st teilte damals der„Verband llNutscher Radrennbahnen" mit, daß gegen sei» Mitglied Lücke keine rechtmäßige Bestrafung vorliege. Im übrigen blieb ober alles im Dunkel. In seiner am 19. November in Berlin abgehaltenen Sitzung beschäftigte sich der Sporlausschuß des Bundes Deutscher Radfahrer abermals mit dem„Fall Lücke". Der Sportausschuß beschloß ein- stimmig, die Bestrafung des Herrn Lücke aufrechtzu- erhalten. Ferner wurde der Einspruch des Verbandes Deutscher Radrennbahnen, der die Zuständigkeit des Sportausschusses im Falle Lücke bestritt, ebenfalls einstimmig zurückgewiesen. In einer Zu- schrift an uns teilt Herr Direktor Lücke mit, daß./achkundige Vorstandsmitglieder des DDR. erklärt haben, erstens: oah nach unseren Abmachunaen der Sportausschuß nicht das Recht hat, in diesem Falle zu entscheiden, zweitens: daß das Urteil des Sportausschusses, selbst wenn dieser zu einer Urteilssprechuiig berechtigt» wäre, für ungültig erklärt werden müßt«, da an der Sitzung Personen teilgenommen und milgestimmt hätten, die dazu nicht berechtigt waren." Wir wollen heute nicht näher auf diesen Fall eingehen und das Ergebnis der am 26. Novcmber in Dortmund stattfindenden Ver- wattungsausschußsttzung des Verbandes Deutscher Radrennbahnen, die zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen wird, abwarten. in Wort des Dankes � Massary» Privat, die neue 4» P£g.» Zigarette, ist von der Raucherwelt mit mehr 'Js als alltäglichem Interesse aufgenommen worden. Von allen Seiten hören wir zufriedene und anerkennende Worte. Wir möchten gern auf diesem Wege für alle gute Meinung, für Loh und Zuspruch aus Raucher« und Händlerkreisen, unsern Dank aussprechen. Eines ist selbstverständlich: Nach wie vor widmen wir Massary» Privat unsere ganze Liebe, unser reifes Können. Jeder Raucher soll sich geborgen fühlen und nicht nur aus Gewohnheit, sondern innerst über« zeugt an dieser Marke festhalten..— Und immer sagen, können: 4� iVUttv\ iV n 27 StaafirOper AmPl.d.Bepubl. 8 Uhr mn Mittw.. 23.11.|3 Stidtisdie Up?, Bismarcktlfr. to.-T«in.I ty.S itutl. Sduuplilb. la SnlimEUHkl Ant 8 Uhr: Die "siMflTdiillertti. Charl/jttenburg t Uhr Wleiiüelii! Tod Volksbühne (kutv io Ultvpltfi TL id Miffluinnlinin 7>/, Uhr Peei W 8 Uhr Schieber des Böhms S�itomlsdieOperS�f Ncoartls« Revae-5t0ck Alles Nackt II (Nach d. gleichn. Paris Revuel ,Tout nu). 200 Mitwirkende 1 Orlrloal» Pariser Kostüme f Parkett 8,50 Mk. Theaterkasse ununterbr.seöffn Karamerspiele Norden 10334—37 7s/4 Uhr: Ende nach 10 Uhr. „Maya" r3iutrt, ni Smoefinniln Regle; Gaston Baty Die Komödie Bismarck 2414I7S16 8'/4 Uhr. Ende 10», Letzte AuffQhrurgco Zinsen Komödie von Bernard Shaw Freitag, 25. Novemb. ?>/, U. Zum 1. Male Die Ebe ran Welt KstMs na Hot, Conti lajla; Fttt v Lmiuto CROCK und weltur« • Intarnat. Varlatdatara CASINO-THEATER-Uhr; Lotbrlngerstraße 37 DlePsDlavom Sletropol! Freitag, den 25. Novcmbtr, zum I Malet Kleln-Kleckersdorf! Cntschein- Fautnnr 1.10, Sessel 1O0M. VlinteF Garicn Rdllchcn gcitätt�t PUetto der dculectie Rast eilt Dayelme-Balletl es. B.Campion WalJoH.Penkert i Boskamnt PIscatorbQhne hiat. l Hillinltrfilih Kurfürst 2001/03 Anf. t, Ende nach 11 Rupgtii. Iii EBiDon. dn Irieg ond das T»lk. du gegen sie aufstand von Aleotey Tolstoi und Schtschegolew nsc. Erwin Piscator oirrnnlr-Sölnm rh.Könlrträtz. St. Bergm.IllOt 8-10.15 Uhr: Gustav III von Sttindberi Sttlo Vidor ndberg. ItmeiSj KomOdleahatu Norden»304. 8.15-1040 Uhr floknspokns von Curt Götz Beniner Theater Dönhoff 170. 0.15— 10.15 Uhr: Her nndi bis 21. In. Der Geister cht» PAUENDERG RITA GEORG/ BENDOW/ JANKUHN SZÖKE SZAKALL I WERKMEISTER WESTERMEIER UND 160 MITWIRKENDE AUSST. PROF. ERNST STERN. DIRIQ. DR. RÖMER |sUNSHINeqiBl5| 1 JACKSON BOYS| DONNERSTAG DEN 24. NOV. ANFANG S UHR ENDE 11 UHR nteatir des Westens Taglich 8'/. Uhr Frasqulta Operette von Lehir Rutamhi« wa Itftr.tt 1.6,, NarihtSmt Jwitrn. tutaMt and Cmll Th. in tdmiralspalast " raglich S'/, Uhr" fl ALLER- BEVUE Heute 31', Uhr Märchen-Rf.Tje AtcLsobrödel Kl.Preisel— 8M. Wudirio.cci jelm (»lue>a».■Tai* Trianon-Th. Tägl. 8>,. Uhr Erika Oiflssner i» Grctdien FIr'oqnflidiiitdiloetliiitt Sonntag nehm. 4 U. Hänsef u. Orccel u- Kasperle-Theater Lustsplelhaus »i, Uhr Janer Iia.13" Nene« Thealer am Zoo Tiglich 8 Uhr Die Hotelratte Operette v. B rom me tiin üBtir. n>»i Haatnu. iltaart-Utnn Jti. Künstler- Ib. 8'. Uhr Chicago wcssing-lbeater 8 Uhr MMW« Metropol-Th. Tägl. S1', Uhr Paganlni Opetfii m Frtni l*jr. feit». Uttri UdtrateK Udtlkulhann. ölüi Hrlr, üftbor Htll 1.1. WalluuiO• Tneoi Täglich 8t/< Uhr: kn üsdeslteinier StJilcS steht eine Linde Parke« statt 4 Mk <ägl. auch Sonntags imr eo PL MItlw. nehm. 4 Uhr. Dornröschen Parkett v. 30 Pf. an. k Tip. Vi, Uhr Sumpf Sittendrama i.3Akt Sonnab.u.Stg. 4Uhr Sdmeewlttdien Jedes Kind erhält ein Geschenk Thealer In der baanJuMr, 8 Uhr Oer greö« Erfolg! MI m. Henry Bender Dönhoff 5083 Piuilarien im Zoo Ytrlloa. Judicufkihr Shtli Noll 1578 Der Himmel der Heimal Halbe Kassenprclse Eintritt 0,30 M. Ilidnnrt. IS JskralUil. RcIchshallen.Theatcr f Abds. 8 u. u. Sonnt nachm 3 D« Stettiner Sänger „Eine Rcdizeli In deKfllierstralw" i, vy nachm. halb« Preise, volle« Programm. Dönhoff. BretlMi Tiglich: Variele, Tanz- Kabarett. Theater am Hottbnsser Tor Kottbuascr Straße 6. Täglich 8 U. u. Sonntagnehm, i U Elite- Sänger im grottaa Novemborprogramnt Volkspreise von 50 PI. bis 2J0 M. Sonntaenachmittag: Grobe FamiUen-VortlrllaHü Volle« Progr. KL Preis« v. 40 PL h. 1.79 M. MmöiraBk in kW? Mk. 39.00 I j2m bedpOTObret, n Hrll. btoutt obei dnpurt. Auch größer. im Lager. Veriant nach außerhalb. v. Meekelburg, Lortvärts-Spebittbr «erlia-Tzeptaui. ffiratttftros« 50. I«L Morftzpiak 8»tS Bebftaz» pon 7-7 Ut)' Teilung ttaa SebOcöea OeRdligd Ohne Operation, ohne Berufsstörung! Sprechstunde unserer speziell ausgebildeten Vertrauensärzte ini Berlin t Sonnobtnb, ZK. Nov. vorm. von 9—1 Uhr und nachm. oonZ— 7V, Uhr; Sonniag, 27. 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SS im Aller aoa 67 Schrtn. Ehre Ihrem Ai: beulen! Einäscherung am Zt. Nov, abeird« 7 Uhr. im Krematorium tberichillzaß.. Um rege Beteihzung wird gebeten Di« Leltnag der 19. Ablellaair. WWlWMM-Müll üditmnl MWWM IdilmB! Conaerslag. Sea J4.3ioocinbeT, cor tniltana 10 Ufte. Im OerbonBsbatio. CiaUafttab* 83 95: mr Versammlung der streitenden vauansch äger. Die Tagesordnung wirb in der Veriammlung bekannfgegebe«. Hüii! Mwiirdeilel Hnni! Sonacrsfag.bc« 24. Jlooembct-.nazi). mittag» 9 Ahr. Im SetbaabsqaB», Blaleafitahc 83 93: Branchenversammlung der Jeilcnatbeitet. Tage oordnung: Bezichterfiattung Uder die Lohnverdanblungen bei dem Schlichtung- ausschuß. Sa» Erscheinen aller Nollegen ist bringe eriorderlich. Vannersfag de« 24. Zlaormd'- »benba X Ahr. bei TDoIiftH Idaer Sbolbctlftraba 21; Branchen versammln der Srnhfiitbeiler. Tagedordnnngt I Siellunr mm Ablanf he« Lohnab'ommene luffton 8 Branchraangelegtnht� vctichiebzne». __ Die Berfrauetialeutt fc um 6 Uhr In dem»Iben Sc ai. via Oclsoerm unschädliGh Ja alias Apotbeken — Mark 0.19-aK2 sofort wirkend FZu noch nie, wssenen Frei bringen wir ~ StorQf, Gardine Bettdecken\ Kflnstler-Gardmen m best. Qualitäten lür 9.90. 7-SO, 8.90 A. Halbstores in allen Webearten, 1.79, 4.80, 9.50».- AL Gardinen>l7este Eimi sduhc i cioal-Fenifir zum halben Preis- I - Einzelverkauf von y— 7 Uhr.-| Wckl'Winen-WhUen g HeokOiln.Bcrslslr. S? i � 2 stock, am Bingbahnbof 3lr. 553» 44. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 13. November 1<527 Erschütterung des deutschen Kredits Die Herabwürdigung der Gemeinden. Die Amerikaner scheinen durch da? Traminelieuer Schachts mürbe zu werten und fangen an, ihr Vertrauen in den deutschen Kredit allmählich zu verlieren. Die letzten Metdungen aus New Fork lassen oermuten, daß die sinkende Tendenz sür die Kurs« der deutschen Anleihen sich nach allen Schwankungen endlich durchgesetzt hat. Der 19. November war auf der New-Dorker Börse der Tag der grotzen Luisse für die deutschen Anleihen. Sie haben's g e. schafft! cherr Schacht und olle die anderen, wie sie heißen mögen, die nichts anderes als ein« systematische Kampagne gegen den beut. schen Kredit Im Aueland, d. h. vor ollem in den Vereinigten Staaten geführt haben. Sie haben's geschafft, obwohl das gar nicht leicht, vielmehr sogar sehr schwierig war. Jahrelang wollten diese hart- räckigen Amerikaner mit Recht nicht daran glauben, daß es für sie •in« gefährliche Sache sei, deutsche Kommunalanleihen zu kaufen. Sie beharrten in ih'.em(Blouben an die Kreditwürdigkeit der deut- schen Städte und waren bereit, ihnen noch bedeutend mehr Geld zur Verfügung zu stellen, als es unsere Beratungsstelle zuließ. Mit diesem Glauben war nicht anders aufzuräumen, als durch Zer- störung des Vertrauens in die deutsche Kreditwürdigkeit über- Haupt. Das ist es, was nicht oft und laut genug wiederHoll werden kann: durch die Herabwürdigung der öffenllichea wirtschafi geht der deutsche Kredit im Auslände zugrunde. Gennß haben die amerikanischen kapitalistischen Kreise nicht mehr Sympathien für die öffentliche Wirtschast als ihre deutschen Kollegen und als Herr Schacht. Es war aber falsch und sinnlos, zu glauben. dcß man vor dem Ausland« die deutsche öffentliche Wirtschaft schwarz in schwarz malen könne, ohne dadurch den deutschen Kredll überhaupt zu gefährden. Man durfte nicht vergessen, daß die Kommunalanleihen in Amerika al» die sicherste» von allen Anleihen galten, und daß diese Auffassung natür» licherweise auch aus die ausländischen und namentlich die deutschen Anleihen übertraoen wurde und übertragen werden mußte, bis ein Beweis des Gegenteils erbracht war. Was kann man mit dem Geschrei von einer angeblichen übermäßigen Verschuldung der deut- schen Städte erreichen, wenn jeder interessierte Amerikaner Angaben zur Verfügung hat, die ihm beweisen, daß vom amerikanischen Standpunkt die Verschuldung der deutschen Städte minimal ist. Wenn aber sogar diese minimale Verschuldung so bedenklich ist, daß sie den Herrn Reichsbankpräsidenten zu schärssten Ausfällen gegen die Verschwendung in den Kommunalfinanzen und über die Gefahren von dieser Seite sür die Uebertragung der Reparations- Zahlungen und Zinsen veranlaßt hat, so muß es um die deutsche Wirtschaft schlecht bestellt sein. Wie gesagt, es war gar nicht leicht, das amerikanische Vertrauen in die Kretitwürdigteit der deutschen Städte zu erschüttern. Am ersten Börsentage nach der Veröffentlichung des Brief- Wechsels Parker Gilbert-Köhler, als mehrer« deutsche Anleihen und darunter selbst die Da w e s- A n l e i h e Kurseinbußen auf der New-Korker Börse erlitten und nur wenig« ihren Kursstand beide? hielten, hat als einzige Ausnahme die Sl4prozenlige Berliner An- leihe nach einigen Schwankungen im taufe des Tages einen halben Punkt gewonnen. Zum Börsenschluß war der Kursstand der Berliner Anleihe an diesem 7. November 98 Proz., seitdem ist sie bis 97 Proz. gesunken, was eine nicht unbeträchtliche Abschwächung im Vergleich mit tem Kursstand von 100 noch Anfang Oktober bedeutet. Die Berliner Anleihe war aber schon im Lause des Oktobers bis 97 gesunken und, sie hat ihren Tiefpunkt während der Baisse vom Juni(967U) selbst heute noch nicht erreicht. In jedem Falle muß festoestelll werden, daß während der geaenwärtigen Vertrauenskrise, die sür die deutschen An- leihen auegebrochen ist, bis zum 7. November die deutschen K o m m u n a l a nl e i h e n in Amerika keineswegs schlechter, sondern eher besser bewertet wurden als die privaten. Berliner Anleihen besser als VSzser-Anleihrn. Wichtig-st dafür der Vergleich der Beiliacr Stadtanleih« mit der Anleih« der Dereinigten Stahlwerke. Wie die tzl�prozentige Berliner, so Hot auch die S�prozentige Anleihe der Vestag am 7. November«ine gewisse steigend« Tendenz aufgewiesen, sie befand sich aber damals in einem Erholungcprozeß nach sehr beträchllichen Kurceinbußen. Folgende Zus mmenstellung zeigt, daß ihre Kurs- entwicklung viel weniger gunstig ist, als die der Berliner Anleihe: tz'/- Proz. 6U» Proz. Verein. Stahlwerke Berlin Höchster Kursstand 1927 1057'B(14. Juni) 1(KP,(2. Febr.) Anfang Ottober... 991,(6. Okt.) 100(3. Okt.) Ende Oktober.... 9Z<27.-31. Okt.) 97(25.-3 l. Okt.) 5. November.... 93 97'/z" 7. November.... 94 V,— 05*/» 97 V.— 98 18. November.... 94'/, 97"/, 97 19. November SZ Wenn wir trotzdem sehen, daß noch dem 7. November die sinkende Tendenz bei den Kommunalanleihen stäiker in Er- scheinung tritt, als bei den privaten, so dürfen wie feststellen, daß die deutschen Kommunalanleihen jetzt in Amerika disqualifiziert sind; das geschah aber nicht eher, als bis das Vertrauen in alle deutschen Anleihen gründlich unterwühlt war. Und dies war die verantwort- lich« Politik des Herrn Reichsbankpräsidenten! Die Bopularikäl der kommunolanleihev in Amerika. Wir müssen ober zu dem durchaus nicht selbstverständlichen Umstand zurückkehren, daß dieser ganze Komps gegen den deutschen Kredit so lange ohne praktische Wirkung blieb und daß insbesondere das Dertrauen in die deutschen Kommunalanleihen eine solche er- staunlichc Widerstandsfähigkeit bewiesen hat. Hier haben wir es mit Dingen zu tun, die zu gewissen Hoffnungen berechtigen, daß die verhängnisvollen Folgen der Schachtschen Propaganda noch gutzumachen sein könnten. Wie gesagt, gellen die Kom- munalanleihen in Amerika als die sichersten. Die durchschnittliche Realoerzinsung(Rendite) der verschiedenen Gruppen von a m e r i k a- nischen Anleihen war im ersten Quartal 1927 folgende: Staats- und Gemeindeanleihen....... 4,4 Prozent Eisenbabnen.............. 5, Publir Utilities(gemeinnützige Unternehmungen) 5,7, Banken und Hypotheken-Gesellschaften.... S.l„ Sonstige private Gesellschaften....... 6. Dieses Verhällnis darf für Amerika als typisch gelten. Ein vorsichtiger Sparer, der die Sicherhell seines Geldes höheren Zinsen vorzieht, legt sein Geld sehr gern in einer viervrozentigen städtischen Anleihe an. Die städtischen Anlcchen sind gesichert sowohl durch da» städtische Eigentum, wie auch und vor allem durch ihre ständigen Einnahmequellen, wobei das Verhältnis der Verschuldung zur Ge- somtsumme dieser Einnahmequellen verhältnismäßig leicht zu über» sehen ist. Man kann sagen, daß es in Amerika gewisse Vorstellungen über die„normale� oder.zulässige" städtische Verschuldung gibt, wo- bei die Höchstgrenze solcher Verschuldung in vielen Fällen gesetzlich festgelegt ist. Die Verschuldung von verlla und Jim Jork. Nach dem.Statistischen Jahrbuch der Stadt Berlin" hat Berlin am 1. April 1927 insgesamt, d. h. d« Ablösungsschuld für die ont- werteten Anleihen mitgerechnet, 417 Millionen Mark Schulden ge- habt. Seitdem wurde noch eine Londoner Anleihe in Höhe von 3,5 Millionen Pfund aufgenommen, so daß die jetzig« Beischuldung Berlins auf rund 490 Millionen Mark oder rund 120 TN. pro Kops der Bevölkerung angenommen werden darf. Di« Verschuldung der Stadl New gort betrug am 31. Dezember 1925 rund 900 VI. pro Kops der Bevölkerung. jetzt hat sie 1000 M. erreicht oder vielleicht schon überschritten. Wir benutzen dabei für New Fork die Statsstik der»fundierten Schuld", die noch nicht alle Formen der Verschuldung umfaßt. Wir w«den hier nicht versuchen, die gesamte Verschuldung von New Park genau abzuschätzen: wir glauben aber, daß die faktische Verschuldung New Porks pro Kopf der Bevölkerung nicht weniger als zehn- malsogrohistolsdieBerltns. Dabei ist die verschiedene Höhe der Verzinsung zu berücksichtigen: die New-Porker Schulden sind mll 3 bis 4)4 Proz., die Berliner. mit 5 bis 7 Pioz. verzinst. Deshctb empfiehlt es sich, nicht die fundierten Schulden, sondern den jährlichen Schuldendienst zu oergleichen. Vor einiger Zell war In einem Berliner Blatt eine besorgte Notiz zu lesen über.Berlins wachsend« Schuldenlast". Dort hieß es:.Einschließlich der Tilgungsraten hat Beilin 1927 insgesamt 28 Millionen Mark, 1928 bereits 40 Millionen Mark, 1929 sogar 46 Millionen Mark aufzubringen." Im New-Porker Haushalt für 1928 ist der Schuldendienst mll 150 Millionen Dollar vorgesehen. Also: den 40 Mig. Mark in Berlin stehen in New Jork rund 630 Alill. Mark als Schuldendienst gegenüber. Kann es da Wunder nehmen, wenn die Amerikaner nur schwer be- greifen können, wenn man ihnen sagt, daß die deutschen Städte „überschuldet" sind? Sie würden es besser verstehen, wenn man chnen sagt«, daß die deutschen Städte noch so gut wie kein« Schulden haben. Wir wollen weder die Finanzwirtschaft aller deutschen Städte für einwandfrei erklären noch die Finanzwirtschaft der ameiikanischen als ein in jeder Hinsicht musterhaftes Vorbild hinstellen. Zweierlei läßt sich aber feststellen. Erstens: wie groß die ver- sei. Zweierlei läßt sich aber feststellen. Erstens: wie groß die Der- schuldung New Porks sein mag, es geht auch für New Poik nicht ohne neue Anleihen für die städtischen Unternehmungen: deshalb wurde am 8. November für New Pork eine neue Anleihe in Höhe von 300 Millionen Dollar durch Volksentscheid beschlossen. Es ist nur natürlich, wenn die Amerikaner diese Beobachtung auch auf Deutschland übertrogen und kein« Bedenken gegen die produktiven Anleihen der deutsckien Städte haben. Zweitens: mag die Finanz. Wirtschaft verschiedener deutscher Städte manche, vielleicht sehr ernste Fehler haben, was wir zunächst gar nicht in Abrede stellen wollen. ihre Verschuldung sst vorläufig minimal, und es ist völlig un- möglich, das Gegenteilzu beweisen. Es ist also vollkommen klar, daß man den Kredit der deutschen kommunalen Wirtschaft nicht anders zerschlagen konnte, als das; man den deutschen Kredit überhaupt zerschlug. Wenn nicht die absolute Höhe der Verschuldung bedenklich ist, sondern die Tatsache, daß sich darunter auch A u s l o n d s anlechen befinden, nicht die U e b e r schuldung-der Städte, sondern die viel zu starke ausländische Verschuldung Deutschlands, dann sind alle Ausländsanleihen bedenklich, dann darf man keinen Unter- schied in dieser Beziehung zwischen privaten und kommunalen Zln- leihen zugunsten der privaten machen, dann ist die gesamte deutsche Wirtschaft vom Standpunkt des Auslandes nicht kreditwürdig. Dieser Gedankengang war, wie wir hoffentlich gezeigt haben, völlig unvermeidlich, und damll waren die Folgen d-e r frivolen Hetze gegen die öffentliche Wirtschaft vorgezeichnet. Wenn jetzt von allen Sellen über die Cr- schütterung des deutschen Kredlls geredet wird und diese E: schütte. rung in der Kurrentwicklung der deutschen Anleihen in New York und in London ihren krassen Ausdruck findet, dann braucht man wahrhaftig nicht boshafte Jntriguen.gewisser Pariser Kreise" mehr dahinter zu suchen, wie es die Korrespondenten einiger beut- scher Blätter tun. Die schlimmsten Feinde de» deutschen Kredits stehen Im eigenen Landet Handelsbilanz und Oktoberkonjunkiur. Steigende Ausfuhr— noch stärker steigende Einfuhr. Di« Bilanz des deutschen Außenhandels im Monat Oktober spiegelt ganz die starke Konjunktur wider, di« im deutschon Inland in dieser Zeit geherrscht hat. Die Einfuhr von Waren ist gegenüber dem Monat Sep- tember um 70 Millionen gestiegen, wobei Rohstoffe und halb- fertig« Waren um 27 und Fertigwaren um 24 Millionen mehr ein» geführt wurden. Lebensmittel und Getränke wurden nur für 19 Mill. mehr eingeführt. Die Ausfuhr Ist aber gleichfalls ge» stiegen, wenn auch nicht in demselben Umfang. Sie beträgt in»- gesamt 28 Millionen Mark mehr als im Monat September, wobei aus Lebensmittel 6 Millionen und auf Fertigwaren 25 Millionen entfallen, während die Rohstoffausfuhr etwas zurückgegangen ist. Die Gesomtentwicklung hat nach den bisherigen Rückgängen diesmal zu eij«r Steigerung des Etnfuhrübers-hnsses von 242 auf 284 Millionen Mark geführt. Die Mehreinfuhr an Rohstoffen und halbfertigen Ware» ist besonder» charakterisiert durch di« Steigerung der Textilrohstoff- einfuhr um 33,2 Millionen Mark, woran Baumwolle mit 30.9 Mll» lionen Mark beteiligt ist. Ebenso wurden Textilfertigwaren um 8 Millionen, Walzwerkerzeugnisse um 2,6, Maschinen um 2� Mil- lionen mehr eingeführt. Die Fertigwaren ausfuhr zeigt im Ok- tober mit 718 Millionen Mark und einer Stelgerung von 25 Mil- lionen einen neuen Rekord. Dabei wurde die Textilferüg- Warenausfuhr(um 6.9 Millionen) am stärkstsn vermehrt. Für die Konjunkturbeurteilung bedeutet das: für eine verstärkte Fortdauer der Jnlandskonjunktur sprechen die vermehrte Einfuhr von Ro h st o s f« n und halbfertigen Waren. die gesteigert« Einfuhr von Fertigwaren, im Zusammenhang damit die noch etwas stärker gestiegene Ausfuhr von Fertigwaren und der Rückgang der Ausfuhr von Rohstoffen und halbfertigen Waren. Wenn trotz des starken Jnlandsgefchästs die Fertigwarenausfuhr weiter erhöht werden konnte, so spricht das unter Umständen für ein« gesteigerte Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt, die keineswegs durch gewaltsame Unterbiewng in den Preisen herbeigeführt sein muß. Das kalte weller oerschärst die Lage aus dem ArbeiismarN. was sich deutlich aus den Berichten für die z w e i t e N o o e m b e r- woch« eigibt. Sehr viele Außenarbeiten wurden eingesielli, Frost und teilweiser Schneefall haben dos Abgleiten der Beschäftigungs- kurv« gefördert. Das Baugewerbe insbesondere hat Fachkräfte entlasten, und di« Einschränkung der Bauausführungen hat sich in der Entlassung von Schmieden, Schlossern und Klempnern weiter ausgewirkt. Auch Ziegeleien und Steinbrüche melden Entlassungen. �Verbewodie des Groß Berliner Ladenfleischergewerbes rom 21.— 26. November 1927 Noch ist es nicht zu spät, dafj man zu dem Fleischer geht! Um beim großen Rätselraten sich zu holen seinen Braten! Die ncbenslehcndcii llerc Kdnncn andi Ihnen große f rcnde bringen, denn sie werden versdienhi Sie brauchen sich nur am großen Preisausschreiben des Berliner Ladenfleischergcwerbes zu beteiligen WWW Verlangen Sie noch heute von Ihrem Fleischermeister unser Heft„Wcrbewochc*'»W» Ein lohnendes Preisrätsel! Aeichsamt und öffenitiche Wirischast. Politik oder Nachlässigkeit? Di« gestern bereit» ermähnte Statistik über die Gestaltung des Auschußbedarfs der öffentlichen Verwaltung 1l>1Z und 192S ist mit einer methodischen Vorbemerkung versehen, die den Begriff ,Lu- schustbedaif" umgrenzen soll. Danach werden als Zufchußbedarf alle diejenigen Aufgaben der öffentlichen chond bezeichnet, die nicht durch Gegenleistungen der Nutznießer ihrer Tätigkeit, sondern durch Steuern, �ölle, Betriebküberfchüsse und Vermögens« rträge gedeckt werden. Nach dieser Definition fährt das Amt wörtlich fort: „Dies Kriterium trifft ohne weiteres bei den Steuern und Zöllen ?», ferner in gleicher Weife bei den Reinüberschüssen der erwerbs- ivirtschastlichen Unternehmungen, die monopolistifchen Charakter trogen sz. V. Post und andere Verkehrsanstalien, Verforgungs- betriebe der Gemeindenf, da deren Tarisgeborung, soweit sie i'ber die eigentliche Unkostendeckung des Betriebs hinausführt, einer Besteuerung glsichzuochten ist. Mittelbar gilt es aber auch von den Erträgnissen der sonstigen staatlichen oder kommunalen Erwerbsunternehnningcn sowie des in öffentlicher chand befindliche» Vermögenebefitzcs. Diese bedeuten eine Einschränkung der prbalwsrlschafl'ichen vekällgungs. und Gcwinnmögllchkeil. was einer Belastung der Ülllgsmcinheil— und zwar ebenfalls ohne Gegenleisiung— gleichkommt.' Das Statistische Neicheamt bekennt sich damit also erstens zu der Auffassung, daß im Unterschied zur Privatwirtsck>ast die öfsent» lich« Wirtschost nicht einmal ein Recht auf angemessene V e r> g i n s u n g ihres Anlogekapitals hat: denn osfenbar gehört sie nicht gur„eigentlichen IInrostcndeck''iig"? Was in der Prioatwirtschast selbstverständlich ist. wird nach dieser„statistischen" Atlsfassung bei » er öffentlichen chand zur„Besteuerung", eine seltsame theore tische Auffassung, über die das Amt der Oesfentlichkeit die näher« Begründung ichuldig geblieben ist. Wir hoffen, daß es in dieser chinstcht sein Versäumnis noch nachholen wird. Zweitens aber entwickelt das Statistische Reichsamt eine neue und lie merkenswerte Theorie von der Bedeutung wirtschastlicher Unternehmungen der öffentliche» chaiid. Wenn ein Kapitalist ein Unteniehnien beireibt, so betreibt er es ssiner Meinung nach offen sichtlich zugunsten der Allgemelicheit: betreibt eine öffentliche Körperschaft dasselbe Unternehmen, so tut sie es nach der Auffassung des Statistischen Reichsamts zu L a st e n der Allgemeinheit. Dem tapitaliftischen Unternehmen werden seine Leistung und sein Gewinn von seinen Kunden bezahlt: dafür leistet er ihnen die Dienste, die sie von ihm verlangen. Tut dasselbe eine öffentliche Körperschaft, so fehlt nach"lusfassung des Statistischen Reichsamt« ihre Gegen leistung, mag sie auch inhaltlich genau mit der des privaten Unter- nchmer? übereinstimmen. Wir müsien bekennen, daß wir nicht verstehen, wie das Statistische Amt zu seiner neuen Theorie gekommen ist. Sie ist unsinnig und tendenziös. Im Verein mit der irrigen Aussassung von den Ueberschüfsen der öffentlichen Monopolbctrtebc führt diese Theorie zwangslönfig zu dem Schluß, daß der Bearbeiter tiefes metbodischen Ao"worts von einem sachlich unbegrün- deten Vorurteil gegen die wirtsäzastliche Betätigung der öffentlichen chand ausgegangen ist. Wir bedauern das um so mehr, als wir zu der A u s s a s s u n g Grund zu haben glaubten, daß sowohl die Beamten als auch der Präsident des Statistischen Reichs- amts von einer einseitigen und politisch verwirrenden Stellungnahm« in Uebereinstimmung mit den unabhängigen Ausgaben und Zielen des Amts sich zurückhalten werden. Wieder Reichstag. Gozialdemokraiie für das deuisch-franzöfische Handelsabkommen. Asus Gelder für Beulengutfledlungea. Der Entwurf zur Schaffung einer Landesrentenbank rn Preuße« liegt be* xesetzoebenden Körperschaften zur Erledigung por. In der Zwischen- zeit ist die Gründung von Rentengutstedliingen purch st o a t l i ch e Vorschüsse bewirkt worden. Di« durch Gesetz vom 30. Ottober IsiSö gewährten 40 Millionen Zwischenkredite sind nahezu erschöpft. Jetzt hat dos preußische Staatsministerium den preußischen Staats- rat den Entwurf eines Gesetzes zur Begutachtung vorgelegt, nach dem der preußischen Staatsbank zur Gewährung von weiteren Z w i s ch e n t r e d i t e n bei der Errichtimg von Rentengütern neu« Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. Nach der Annahme des Landesrentsnbantgesetzes soll ein Teil samt- sicher bis dahin gewährten Zwischenkredit« in Douerkredit« umwandelt werden. Der Ehemislrust in der Melallwtrtfckaft. Die JG.-Farben'»du- ftri* hat durch Uebernahmc der Aluminium, und Maanestumfabrik Hemelingen ihren Interelscnkreis in.der Metallwirtschaft verarößert. Bisher ist in der Oesfentlichkeit wenig von dem Einfloß de« Chemie- trusts auf die deutsche Metallwirtschost gesprochen worden. Di« Farbenindustrie ist in Gemeinschaft mit der Metallbank in Front- furt a. M. an der Aluminiumhülte in B'lterfcld beteiligt, die neben den Lavto-Werken an der Spitze der deutschen Aluminiumerzeugung steht. Außerdem besitzt aber der Chemietrust bedeutende Anteile der Eleksron-Metall-Gesellschaft m. b. S). in Kannstatt. Die Reparolionstteferungen im Oktober. Frankreich hat im Menat Oktober 17V Verträge über zusammen 13,6 Millionen Mark Eachsieserungen genehmigt, womit seit Inkrafttreten des Dawes- Planes bis zum 51. Oktober I9?7 lauster Höhte und Farbstosfe) für insgesamt 666,4 Millionen Mark Sachlieferungen zur Durch- sührung gekommen find. Für Belgien wurden im Oktober 132 Der- träge über 4,5 Millionen(ebenfalls ohne Kohle und Farbstoffe) ge- nehmigt; insgesamt hat Belgien seit Inkrafttreten des Dowes-Planes Verträge über 121 B Millionen abgeschlossen. Unter den belgischen Verträgen sind auch solch« über 1250 Nähmaschinen und— Münchener Bier! Am 1. Oktober liefen noch für 255 Millionen Mark russische Aufträge in Deutschland. Das Deutsche Reich und die deutschen Länder haben im Jahre 1VZ6 bekanntlich«ine Gesomtgarantie für 360 Millionen russische Aufträge übernommen. Dielfach ist der Irrtum verbreitet, daß diese Austräge schon abgearbeitet feien. Jetzt wird genieldet, daß am 1. Oktober 1927 noch für 255 Mil» lionen von diesen Aufträgen in Arbeit waren, so daß man daraus entnehmen kann, wie stark auch diese Aufträge zur Beschöitigun der deutschen Industrie im Jahre 1927 beigetrogen haben und no beitragen. Za der Slaoierinduflrie geht e» aufwärt». Der Verband beut- scher Pianosortesabrikanten veröffentlicht«in« Derkaufsstatisttk, wo- nach von Januar bis September d. I. in Deutschland 32008 Pianino» und 3835 Flügel verkauft wurden. Im ganzen Jahre 1926 wurden 40 032 Pianinos und 3078 Flügel verkauft Da die Hauptgeschäftszeit der Kiavierinduflrie die Weihnachtsmonate sind. wird für 1927 mit einem Gesamtabsatz von 47 000 Instrumenten in Deutschland gerechnet. Da» Ist eine überraschend günstige Entwicklung, nachdem gerode in der Klcvierinduftrie noch vor einem Jahr« recht schwierig« Verhältnisse vorlagen. Der Reichstag begann gestern um 15 Uhr seine neue Sitzungsperiode. Vor Eintritt In die Tagesordnung versucht der Adg. Stöhr(Nationals.) seinen Widerspruch gegen die sofortige Bornahm« der 3. Lesung des Abkommens mit Frankreich über die Regelung der sozialpolitischen Verhältnisse im Saar- gebiet in der letzten Reichstagssitzung vor der Vertagung, durch die die dortige arbeitende Bevölkerung schwer geschädigt wurde. durch eine längere Erklärung zu rechtfertigen. Der Schaden ist dadurch abgewendet worden, daß die Regierung mit Zustimmung des Reichsrats inzwischen die Angelegenheit auf dem V e r o r d- nungswege geregest hat. Ein kommunistischer Antrag, die K r i s e n s ü r s o r g e auf die Tagesordnung zu setzen, um deren Abbau zu verbindern, wird gegen Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Eine Novelle zum Hypothekengesetz sowie ein Gesetzentwurf über die Pfandbriefe und verwandten Schuldverschreibungen öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten werden dem Volkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. Zwei Abkommen mit der Tschechoslowakei über den Bau und Betrieb einer Eisenbahn durch dos Schweinitztak und zur Regelung der G r e n z v e r h ä l t n i f s e an der im Vertrag von Versailles beschriebenen Staatsgrenze werden debattelos verabschiedet, eine größere Anzahl von Petitionen nach den Beschlüssen der Ausschüsse für erledigt erklärt.— Als letzter Punkt der Tagesordnung folgt die Beratung des Handelsabkommens zwischen Deukschlaud und Frankreich. Abg. hörnle(Komm) wendet sich gegen den Vertrag, weil er nur die Interessen der Bourgeoisie der beiden Länder berücksichtige. Di« deutsche Arbeiterschaft werde durch Abmachungen dieser Art nur geschädigt. Abg. wissest(Soz.): Ziel dieses Vertrages ist es, der arbeitenden Bevölkerung bessere Beschäftigung zu verschaffen. Cr sei zur agitato- rischen Ausnutzung wenig geeignet. Die Ablehnung dieses Ab- kommens würde nur die Arbeiterklasse schädigen. Die neuen vertraglichen Ermäßigungen der Zollsätze gehen allerdings nicht so weit, daß man davon eine größere Belebung der deutschen Waren- ausfuhr erwarten kann. Die große Zahl der außerordentlich über- höhten Zollsätze bereitet dem Warenaustausch schwere Hindernisse. Es ist also irreführend, wenn behauptet wird, daß durch das deutsch- sranzösische Abkommen das deutsche Zollniveau erheblich gesenkt worden sei. von einer„Opferung" bestimmter Industriezweige kann überhaupt keine Red« sein. Für den überwiegenden Teil der davon betroffenen Waren sind die Ermäßigungen der Zollsätze ganz unerheblich, selbst wo sie größer sind, bewegen sie sich immer noch sehr wesentlich über dem Vorkriegsniveau. Die Sozialdemokratie erwartet, daß iv den zwch ausstehenden Handelsverträgen die Zollsähe beträchtlich herabgesetzt werden. («ehr richtig bei den Soz.) Der Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s hat vor einem halben Jahre bis Herabsetzung der Zollsätze angekündigt gestern erst haben die Beratungen des Sachverständigenausschusses filier dieie Frage begonnen. Wenn das In dem gleichen Tempo o�itergeh«. dann werden wir auf eine Revision des ZolltoripK länger warten müssen. Erfreulich ist. daß durch Dieses Abkommen auch der neue französische Zolltarif fest gelegt worden ist. und nicht mehr heraufgesetzt werden kann, �as liegt durchaus im Interesse des internationalen Warenaustausches. Der Vertrag entspricht noch nicht unseren Wünschen, aber trotzdeei glauben wir. daß er nicht nur eine Besserung der wirtschaftlichen:' sondern auch der- politischen Beziehungenzu Frankreich bringen wird. Der Redner fragt die Regierung, wie weit es mit der endgültigen Regelung der Frage der 26 Prozent Repara- tion sab gäbe stehe. Ferner wünscht der Redner zu wissen. wann die Verhandlungen über die zollpolitischen Verhältnisse im Saarbecken weitergeführt werden. Zum Schluß erklärt Wiss-ll, daß die Sozialdemokratie gerads im Interesse der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands für dieses Abkommen eintreten werde, hier sei ein Vorstoß unternommen. um den Absah deutscher Waren nach Frankreich zu heben und daher müsse der Handelsvertrag angenommen werden.(Lebh. B«- fall bei den Soz.) Abg. v. Richlhofen(Dem.) sieht in dem Abschluß des Adkom- mens einen erheblichen Fortschritt. Im Interesse des deutschen Weinhandels müsse aber ein anderes Verfahren bei der Verzollung der Weine in den Zollagern verlangt werden. Zu begrüßen sei die Einführung des Schiedsverfahrens bei Meinungsoerschiedey- Helten aus dem Abkommen. Ministerialdirektor Posse vom Reichswirtschastsministerium er- klärt zu der Anfrage des Abg. Wisiell, daß die im Oktober be° gonnenen Verhandlungen mit der französischen Regierung über den Warenaustausch mit dem Saargebiet in den letzten Tagen wieder aufgenommen worden seien. Zu der Frage der allgemeinen Zollscnkung werde sich die Regierung bei der Beantwortung der sozialdemokratischen Interpellation äußern. Am Schlüsse der Aussprache stellt Abg. wissest(Soz.) fest, daß dieser Vertrag sich in nichts von dem Gemüseabkommen mit Frankreich unterscheide, gegen dos die Deutschnotionalen früher ge- stimmt hätten. Wenn also die Deutschnationalen jetzt für den Vertrag mit Frankreich stimmen, so bestätigen sie, daß ihre frühere Haltung falsch und die der Sozialdemokratie richtig war. Um l? Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch, den 23. No- vember, 16 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des deulsch-sranzösischen Abkommens. Die erste Beratung des Handels- und Schiffahrtsvertrags mit Südslawien und die erste Beratung eines Auslieferungsgesetzes. Aus der Partei. Die Kampffront gegen den Faschismus. X. L. Pari». Mite November. Por wenigen Wochen feieete man in Rom den fünfjährigen Todestag der italienischen Freiheit. Aber da» Bonner der Freiheit läßt sich nicht in Scherben schlagen, und so hat die Pariser„Eon- centrazione Antisaseista". di« im März dieses Jahres geschaffen wurde, die besten Erfolge auszuweisen. Di«„Antifaschistische Konzentration" umsaht folgende Parteien: „3l Partita Soeialista Jtaliono'(Generalsekretär: Ugo C o c c i a), 50, Rue Lobot zu Paris,„II Partita Socialifta del Lavoratori Italiani", 95, Rue de Charonne zu Paris(Generalsekretär: der Zlbgeordnete Modigliani: Presseorgan in Paris:„Avant!") und„II Partita Republicano Jtaliono". 50, Rue Labat(unter Mario Bergamo). Dazu kommen die italienischen Gewerkschaften: Consederozion« General« del Laooro", die ihren Sitz im Bureau des französischen Gewerkschastsbunde» haben: 21l, Rue Lafayette. Die italienischen Gewerkschaften sind natürlich der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationaie angeschlossen, Ihr Vorsitzender ist Bruno Luozzi, ihr Presseorgan„l'Operario Jtaliono". Neben diesen Organisationen steht die ,L«ga Itakiono Dirltti bell' Uomo" („Italienische Liga für Menschenrechte" unter der Leitung von L u i g i Campolonghi, der die italienisch« Seite der in Nizza erscheinenden französischen Linkszeitung.La France de Rice" her- ausgibt). Außer den genannten Zeitungen erscheinen in Paris noch di« folgenden antifaschistischen Blätter:„Itolia del Popow".„Ballet. tino del Partito Soeialista de! Lavoratori Italiani" und dos ans- gezeichnete Witzblatt„A Leeco Giallo"(„Der Gelbschnabel"— das ist der Schnabel Italien«, vor dessen Mund Mussolini ein Schloß gehängt hat), das herausgegeben wird von Alberto Cianea, dem früheren Direktor des römischen„Mondo". Seit die.Konzentration" gegründet wurde, konnte sie darauf rechnen, all die antifaschistischen Elemente an sich zu reißen, die in anderen Ländern bisher vereinzelt waren oder nur unbedeutenden Gruppen angehörten. So steht Mussolini heute por der Tatsache einer sehr starken antifaschistischen Menschen- und Pressemacht: ,Ll Ruove Mondo" in New Pork,.La Parow del Popolo" in C h i e o g o.„l'Italia del Popolo" in Buenos Aires(Buenos Aires hat bereit» ein Matteotti- Denkmali), ,La Difesa" in S a o Paolo.«L'Avenire del Laooratore" in Z ü r i ch,„Libero Stampa" in Lugano und dt«„Pagina Jtaliono" tn Nizza, bilden jetzt eine internationale antifaschistische Front, zu welcher die im März dieses Jahr«» in Poris geschossene Gruppe Kampfsront unter Führung des ehemaligen Chefredakteurs des„Avant!" Pietro Nenni nur erst die Vorstufe war. Da» offizielle Organ der„Antifaschistischen Konzentration", die Pariser„Li Herta", veröffentlicht eben eine Bilanz der bisherigen Tätigkeit Ihre eigene Auflag» hat sich seit März v e r- doppelt(von 15 000 auf 30 000 Exemplare). Zahlreiche Nummern der Zeitschrift vermochten in der kleinen Ausgabe nach Italien zu kommen, unzählige politische Briefe und Zirkulare konnten ins Land Mussolinis geschickt werden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. G Reichsbanner„Schwarr-Rot-Gold". IV«fchiisl»sI»Ile: Bcrliv 6. 14, Eebastlanstr. 3T/33, Hot 2 I». D«»rcr-:aq. 24 Rooember. ffiifaiettbotf:«-meradschaft Sil» Nameradlchafl«v«rsammlung lxi Sro h», Ho.stoinischi Etrccho. f:'30 Uhr Schutzsporlstbuilg b»I Maaß, Mor-inborf, Thauss»«str. 27.— og, 2». Ztoo<>mb«r. Di« füt Freitag angesetzt« Funlt onär. Temxelho Frestoz. bnfeinu füllt aus. _!fanttcn Ortsaertins bei(DtuniT. Meininger£lr..... — Soaraben», 2t. November. Lwssersnortabtcilungl 20 Uhr im Zsootshaui Bierabend. Nur filr Mitglieder und geladene Süste. Schöaeberg-Frsedeiian: 20 Uhr ffunttionarversammlung de» gesanitcn Ortsaerein» bei Grundt. Meininger Str. S. Referent Kamerad Kuter. I Baad entschiedener Schulreform«!. Seschöstosiell«: 99. Hocpncr, O. 84, Bor- Hagener Str. 13; 9t. Lenz, O. IT, Hohenlohcstr. 9. Oeffentliche Kundgebung argen den Reichoschulgesctzentwurs im Plenarsaal de» ehemaligen Heir.-Nhaulea, Leipziger Str. 3, MirtmoK, 23. November, 19� Uhr. Redner: Dertrub rodln, (slara Nohm-Schuch, M. d. ZI., Pastor Hans Francke, Hermann Fletßner, M. d. R.. S?ratspräbd:nt Frevmuth. Helmut von(Sersach, Hermann Kölling, Prof. Paul Oes, reich. Zons Psllls, M. d. Ernst Schneller, M. d. 91., M. Schreck, M. d. R. Unkostenbeitrag am Saaleingang erbeten. 9Irb»iter.Absti reuten. Rur d, Bezirk Norden. Ausammenkunft Dannerstag, 24. November. ZO Uhr. in»er Weltlichen Schul«, Wielen-, Ecke Pankstrahr, 2 Tr., Zimmer 44. Portrag:„Eine Ne ss»ach dem sozialistischen Wien." Lichtend« racr Berein>Sr Eluhiitslurzschrist. Uedungcn.jed'N Donnerstag von A— 22 Uhr Knabcnm ttelschu!« Lichtenberg, Marktstr. In— 12. Deutscher Stoeranto-Burd, vrlrgruppe«erlin. Freitag. 2S. November. 20 Uhr, Konditorei Dobrin, Hackefcher Markt, Uebungsabcnd. Gäste will- kommen. Lichtiilderatend der Ledenngemeinsch astsschulc Vberschöneroelde in der Aula Nalepaftrage am 2a. November, 1» Uhr:„Berlin«Inst und jetzt." Scherz und Ernst, Norträge und Bilder. Der Ueberschuh findet zur Anschaffung eines eigenen Bildwerfers kermendung. verdar» ttlr Frrldentertum«ad Feuerbestattung, Uoterbez. 9, W'lmers- dort. M taliederversammlung am Donnerstag, 24. November, 20 Ubr, tm Restaurant Kult«. Wilmersdorf, kauenburger Str. 2l, Ecke Uhlandstraste lfages- ordnung: 1. Fretdenkcrtum und Zentrumsherrsäatt. 2. SchrittsUhrerwahl. z. Stellungnahme zur Houetassierung. 4. Berschichenes. Erscheinen>st dringend notmend'g. Frc d«nlcrvol?-hoi»lchule Berlin. Tonnerstag, 24. November, 19S Uhr, Askanische» Gymnastum. Hallcsche Str. 2« iam Anhalter Lohnhof), Portrag Peter Petroff,„Marx.stilch- Klassiker: Georg Plechanow." Briefkasten derNedattion. 1. Die �ungsershllhe. i. Der Vorsitzende dürfte haftbar sein, da er, dem Beschluß Ut Milgliederversammiung zuw der, die Elnzahiung der Gelder aul e uer Ü?,?!., u f"j. hat. Tasselte gilt vom Schr.stsllhrer, w!»» er di« gleiche Pibcht hs>:e._ 2. Di« Erben des verstorbenen Kassierers haften in ledem ir?lle. 3. Die Revesoren sind nur dann verantwortlich, wenn sie ein Berfchuid u trifft. Ob da» der Fall ist, tüftt sich nur auf Grund einer eingehend n Pill- fimg de» �dchverhalt» sagen. Da un» dieser in seinen Einzelheiten nicht be- kannt ist, so kdnncn w r nicht beurteilen, ob ein« Klage gegen die Novisoren Erfo.g haben w.rd.— K. S. W. In 4 Iahren.— W. T. 91.'Sie könne» die Zahlung ablehnen. Der Hauswirt kann sich aber an da» Mictcin.gungeanu Und dl« Festsetzung de» Mietzinse« verlangen.— E. ft." 1. Pom 1 April 1927 ab. 2 Rein. Ten höheren Betrag können Sie erst rom Tage de» Empfangs der Zahlungsausforoerung ad verlangen.— G M. 4. TatUter lünnen wir leider nicht. Nähere» mitt-il-n. Ihr Schwiegersohn kann sich selbstverständlich auch an Versicherungsanstalten wtaden— FA. 74. " nral denrente beginnt mit dem ersten Dag« des Monat», in de» das«S. Lebensjahr vall'ntet Ist. 2.' und 4. Der Antrag auf Gewährung der rönte ist"---- 1— Znvalidenrente ..... an da» Pcrsicherungeamt tKIosterftr. es-«7l od:r an dir erstcherungearftalt Ilhr, wichtige Vor- ftandssttzung de? freien Lchulgemcinde im Vereinszimmer der Csmenius- �dfc, Memelee Str 67. Tagesordnung:„Die Werbearbeit für die neuen weltlichen Schulen." Iii. �reis LemPelbsf. Hrute. Mittwoch, 23. November, 2g Uhr, Fraktions-- fttzung in Tc'.npclbof. Dorfftr.<2. part. heut«, Mittwoch, 23. November: II. Ült. Au der heutlq?» MltgNcbkrvttiommIung im Zelt 3. llreuzbcrgsir. i, fpr if-t«tröffe fftobtsfrorbncler Alfred Zolin Ubtt des Shemo„ras neu« RtoJ-SJcrlin." D>«©enofflnnen und Genossen werben geboten, recht zahl- reich zu erscheinen, 46. WM. lfflh UHt bei Snrchhardt. GSrliher«tr. liZ, außerordentliche Ab- lung.?ortra,:.Im«amps mit der Reaktion." Re. eerentin GISre Rtener-Ln�au. 8t. Wbt. Wharkottenbnrg. ll>'� Uhr fsi'mvorflihrunge.Der Krenzzng? des Sjf'jfe" im Wohlkahrtssaal des Spar- und Ranvereins. Shar'otten- N bürg, Königin. Slisabeth- Str, 8, Ansprachen:!Srn» Schreiber. Krieger El und Reichstagsabgeordneier?r, Paul Sertz. Unkoslenbeitraq Vi Pf.;? dieser!?ilm dürste besonders die Iran-r des Peoletariatz interessieren. iZ Der Saal isi gut gehetzt.',Z 74. Abt. Zehlerdorf. KI» Mitglleberveesammlnng findet nicht bei Blifflen. sondern im Restanrant.R»i!erhof", Potsdamer«tr. öd, um lddi Uhr statt. Ut. Abt. RiebrefchbnhanseA. Sämtliche Ergebnisse der Werbewoche müssen spätesien« bei der Franenwerbeorransialtung 50 Uhr in der Schule Bis» inoräsiroße beim Genssien Joeven abgegeben werden. Bis ld Uhr Ploianenstr, J], parterre links. JWetgen. Donnersla«, 24. November: 98. Abt. Nculckl». 20 Uhr bei Nirdol», Knesebeck-, Ecke Hermannstraße, Funk- Die.�eitung-kommissionsmitglieder müssen ebenfalls an- tiomirsitzung. wrsenb sein. Arcmewveranstallungen: 4. ikrei, Prenzlauer Berg. Freitag. 53. November, Besichtigung des Kufe- land.sioipiials, Nreffpunkt 15 Uhr im Gebäude(Isur) Fröbelstr. 17. Znietcfsi.ette Genpffen sind eingeladen. tgikAfy | NaHirticde' bUWahasso' Altbewährt bei Störungen der Verdauungs- und Harnorqane und bei Stoffwechselkrankheiten Fachinger Versandsielle, Berlin SW lt. Schaneberger Str. 16a. T. Lützow 8560,61. , 7. fl„i« siharlottenburg. Achtung. Genossinnen! Der Kursuaabend muß umständehalber von heute. Mittwoch, A, Rooember, auf Mittwoch, 30. Z!o. vember, nerlegt werden, 14. kreis SlrAlöIlu. Freliag. SS. Rooember. tR>4 Uhr, Ubier kursusabend: „EinMhrung in den Sozialismus" im Zdeal-Kasino, SBeichfelstr. 8. Re- fcconttn Minna Todenhagen. i 17. Kreis Lichtenberg. Heute, Mittwoch, 23. November, kreisfrauea- W W»benb bei Aibrechl, Borhagcner Str.«L. Bortrasi:„Gemeinschaftserzic- � es hung," Referent Nr. Kurt Löwenstein, Säfte willkommen. t ut i u l1 i r i-r-fcu-i-r i-�ft 50. Krei« ReiniSen dors. ssreitag, 23. November, Sursusabenb:„Einführung in die Wirtschaftspolitik" im Nathans Reinickendorf. Hauptstraße. Referen- tin Mathilde Wurm. M. d. R. grsuenvcransiallungen heute, Mittwoch, 23. November: HS. Abt. Lichtenberg. Alle Genossinnen beteiligen sich am Kreisfrauenadend bei Albrecht, Borhagrnei Str. 62. 131. WM. Rieberschöobansen. Fraueuwerbeveravstaltun, 1014 Uhr In de» Wnlo de» Gemeinschaftsschule. Bis-tarckstr. 1. Lichtbildervortrag: �„Die»rsletarifch«?ran— da» proletarische Mädchen." Wnsprach« der W Genossin Minna Tedenbagen. Außerdem Musikvortrag. Gemeinsamer S Gesang nnd»ezitatianen. Frauenveranstaltunaen am Donnerstag. 24. November: 68. Wbt. Hxlen'ee. lOlö Uhr bei Sandmann. Westfälische Str. 42. Dortrag: „Was Hai die«BD. für die fsrou getan?" Reserentin Else Scheiben- hnbcr. Gäste willkommen. 137. AM. Reinickendorf-Dest. 50 Uhr pünktlich im Bosk-Haus, Scharnmrber- straße U4, Bortrag:„Geburtenregelung und Politik." Referent Dr. Max Lodann. Die Genossinnen sind herzlichst eingeladen. Gäste willkommen. Frauenveransialtungen am Freitag, 25. November: 108. Abt. Köpenick, lütv Uhr im Stadttheater. Friedrichstr. 6. Portraq:„Die Soz'alverOchernng und die ifrouen." Referentin Marie Kunert, M. d. L. Gäste willkommen. 34. Abt. Sonnabend. 26. November, IDVi Uhr. In den Eomenius- Sälen, Mcmeler Str. 67, Bunter Abend. Rezitationen, Lied'r zur Laut» u. a. Karten sind hei den Bezirksssthrern zu haben. All» Gr. nossinncn und Gcroffen sowie freunde und Bekannt» sind herzlichst eingeladen. Eintrittspreis 60 Pf. 84. Abt. kankwin. Sonnabend. 26. November, ZO Uhr. Aergvige» in Lehmanns fsestsälen, Kaifer-Wilhelm-Str. 53— 31. üü'tm'rf-nber So-ialistischö Arbeiterjugend, Nad'ahrerbunb. Ernstes und Heiteres. Gäste nnd Spmnathisicrcnde sowie alle Genvfsiirnen und Genossen find herzlichst eingeladen. Zungsozialistea: Gruppe Neukölln 7: Leute, Mittwoch. 20 Uhr, Im Ka!ser�sriedrlch.->eal. gymnasium, Kaiser-Friedricki-Ltr. 173, Bortrag:„ZSeltliche Schul« oder Welt, anschaunngsschulc im Anschluß on das Reichsfchulgeseß." Referent Etudienrat Erwin Marguardt. Interessierte sind freundlichst eingeladen.— Gruppe Renkölln II: Heute. Mittwoch, pünktlich 20 Uhr, im Srm Bergstr. 29. Z-mmer 10, Fortsetzung der Diskussion über d'» deutschen Parteien. Genosse Dr. Georg Decker ist anwesend,— Gruppe Südwest: Morgen, Donnerstag. 24. Rooember, 20 Uhr. in Lankwitz. Kurfürstenstr. 3b, Diskussionsabend:„Abschaffung oder Beibehaltung der Dodesstrose»"—.Gruppe SchSn-berg,. Morgen, Donnerstag. 24. Roucmder, 20 llhc. im Seim Lauptstr. 13,«erbeucraustaltung. Vortrag: „Die Politik der jungen Generation»" R-jerent Dr. Karl Mlerendorti. Dia SAI.. die Raturlreunde und die benachbarten ju.ngsozialistifchen Srupv-m sind herzlichst eingeladen. � � Sindersreunde Groft-Berttu: «reis Neukölln: Heute. Mittwoch. 17— IS Uhr, Sprechstunde m der Barock» Eanghoicrstraße.„ � «prechoior Groß-Berlin: Wir bitten für SNunlag. 27. Nov-mb-r, den Vor. mittag fiir eine allgemeine Probe im Iugenb?>ti!m Linbenstr. 3 freiAichalfe«. Die„Parteinachrichten" am Freitag beachten. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 19. Abt. Am 20. Rooember verstarb unser« langfsbcige Genossin A n n a Schmidt. Stettiner Str. 33, im 87, Lebensjahre. Schee ihrem And-nkml Einäscherung am Donnerstag, 24. November, 19 Uhr, im jh-ematorium Gericht. fttaße. Rege Beteiligung w-rd erwartet,~__ 3t. und 48. Abt. Am Sonnabend verstarb unser langjähriger Genosse, dov R-staurateur Dtlly Topp. Alte Iakobstr. 1. im Alter von 44 Jahre». Ehre seinem Andenken? Einäscherung am Donnerstag, 24. Nüvemoer, 1o Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung erwartet der Vorstand. Sozialistische Arveiterjugend Groß-Serlin. eemätz'gten Preise sind im Iugendstlretauat erhältlich. B.-V.-Sitzung Donnerstag. 24. November, IL Mr. Volksbühaevlonzertkarte- für Sonntag. 27, Rooember, zum ermaßtgten Preise sind bis Donnerstag. 24, November, zu haben. Vorsitzendenkonferenz Sonnabend, 26. November, pünktlich 18 Uhr, im Lindenheim.— Abrechnung der Beitragsmarken usw.— Die BScherstube«st von 17—19 Uhr geöffnet. heute. Mittwoch. 19� Uhr: Sedding: Heim See-, Eck- Turiner Straß«.»Das Berufsausbildungs. gesetz."— Rojenthaler«orftadt: Schule Giosstr. 23-..Iustizerlebnisie."-- Petersdurger Biertel: Heim Ebertvsir. 12.„Der Entwicklungsgang der Jugend in der Industrie."— Reickenbergrr Viertel: Heim Reichenberger Str. 66. Znformat onsabend.— Südwesten: Heim Porckstr. 11. ftzunktionärkonferenj.— Eharlottenbnrg-Rord: Heim Olbersstraße.„Die deutsche Reichsverfassung," 2. Teil.— Tempelhof: Heim Germaniaftr. 4—6..Dagespolitische Drogen."— Wanufer: Schule Charlottenstraße.„Die politische Lage."— Zriedrechshagen- Triedrichstr. 87..Bauernkrieg."— Lichtenbern-West: Heim Sckarnweberstr 23. „Gemeinschaftsleben."— Ren-Licktenberg: He.m Prinz.Albert-Straße„Pro. letarifcher Humor,"— Llckitenberg-Rord: Seim Dassestr. 22.„Sexuelle Fragen." — Lilbtenbern-Mitt«: Heim Sckiarnweberstr, 29.„Reichss-hulgesetz." Dir Arbeitegemeinsckast über Sirts-sgst-lehr«(R. Abraham) tagt heute. MIttwocki, lglh Uhr, im Jugendheim Lindenstv. 3._ A Marli 5ki< der neue Damen Öarhxxjdien�r.zo/kl gegcnüb-Detriklrd* fSirümmUfe StinttiillinteÄttSiiwfe 22! 1" 1 45 SAmn-SttSnwfe!� Wolle oder Hemberg 295 AMeMtelimfe RslMÄl. StiMcken 95 ein® Wolle oder volIp?ittlert.. 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