Morgenausgabe Nr. 559 A 254 44. Jahrgang Wöchentlich 70 Pfennig, monatlich S,— Zleichsmark, voraus ,ablbar. Unter Streifband im Zn. und Ausland 5j0 Reichsmark pro Monat, • Der„LorwSrts� mit der illustrier- ten Sonntagsbeilage.Zoll und �eit* sowie den Beilagen„Unterbaltung und Wissen".»Aus der Filmwelt, .Stadtbeilage",.Frauenstimme", .Der iiindcrfreund"..Zugend-Vor» warts".»Blick in die Bitcherwslt", Kulturarbeit" und.Technik" erscheint wochentiiglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. r Berliner VoltSblatl Gonuabenb 26. November 1.927 Graß-Äerlin ps. Auswärts 45 Pf. Die ein p a l I i g e Nonpareillezeile M Pfennig. Reilamezeil» b.— Reichs- Marl.„SUciae Anzeigen" das>ettge» druckte Dort 2Z Piennig lznliisstg zwei fettgedruckte Worlel>edes weitere Worl 12 Pfennig, Stellengesuche das erste Wort lö Pfennig,'edcs weitere Wort KI Pfennig. Worte über lb Buchstaben zählen>Ur zwei Worte, Arbeiismarkt geile SO Pfennig, Famtiienanzeigen istr Adonnentengetle40PIennig,Anze>gen. annahm« im Sauptgelchäfi Linden- strahell wochentägi von8>f,dIsl7Uhr. Jentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 Fernsprecher, Dönhoff 293—297 Telegramm-Adr,: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Bostlchelkkontoi Berlin 87536— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellte« und Beamten Wallstr, 65 DiSkonto-Gesellschast Tepositenkasse Lindenstr S Faschistendämmerung in Litauen. Verhandlungen mit der Linken.— Die Kriegsbefürchtungen. Sowuo. 23. November. lEigevbericht.) Die außenpolitische Lage Litauens und die schwie- rigen wirtschaftlichen Verhältnisse scheine« jetzt die Machthaber davon überzeugt zu haben, daß ihre saschisti- scheu Methoden auf die Tauer weder nach der einen«och nqch der anderen Seite hin zu irgendeinem Erfolge führen können. Man ist deshalb bestrebt, einen Ausgleich mit den anderen Parteien zu finden und eine Umbildung der Regierung in demokratischer Richtung herbeizuführe«. Als Ministerpräsident wird der Gouverneur von Memel. Oberst Merkt, S. genannt. Im Zusammenhang mit diesen Bestrebungen sind in den letzten Tagen aus dem Kon- zeutrationslagcr von Warna auch eine Anzahl politische Gefangene entlassen worden. In der vergangenen Nacht wurden in Kowno Proklamationen verbreitet, die in Wilna ge- druckt worden sind«nd die zum bewaffneten Ans- stand gegen das WoldemaraS-Regime auffordern. » Cs ist mit einem Male viel die Rede von einem bevor- stehenden E i n m a r s cb bewaffneter litauischer Flüchllinge mit polnischer Unterstützung von Wilua aus nach Litauen und von der Absicht der polnischen Machthaber, also Pilsudstis. die dann eintretenden Kämpfe in Litauen zur Besatzung und Annexion dieses Landes auszunutzen. Militödsch wäre das leicht möglich: die Heereskrufte Polens können mit denen eines Ländchens von kaum zwei Millionen leicht fertig werden. Es heißt nun sogar, daß litauische Offiziere selbst die Diktatur stürzen wollen. Im W i l n a g e b i e t haben viele Litauer, die nach dem Tauroggener Aufstand vor dem weißen Schrecken der Putsch- regierung Smetona- Woldemaras geflüchtet waren, Asyl gefunden. 2luf dem Rigoer Flüchtlmgskongreß sind Per- lreter dieser Wilnaflüchtlinge dafür eingetreten, die litauische Nationalforderung nach Rückgabe des gewaltsam, Vertrags- widrig durch Polen(Zeligowfki-Offensioe) geraubten und alsbald annektierten Wilna zunächst mal aufzugeben und statt dieser ständigen Kriegsdrohung lieber unter Verzicht auf Wilna Freundschaft mit Polen zu schließen. Den Befürwortern dieser Politik ist enge Verbindung mit Polen, geradezu Polendienst nachgesagt worden, die anderen ver- ließen den Kongreß und haben gegen die Wilnaverzichtler, soweit sie der litauischen Sozialdemokratie angehören, das Tischtuch zerschnitten. Neue Nahrung haben die Einmarschgerüchte, die beson- ders von M o s k a u her verbreitet werden, in der dcmonstra- tiven Reis ePilsudskis nach Wilna und seinen dort abgehaltenen Besprechungen mit Generälen, schon einem Kriegsrat ähnlich, gesunden. Moskau zeigt sich ängstlich besorgt um die Weiterexistenz Litauens, mag es auch von Faschisten beherrscht werden, die die Kommunisten aus das brutalste verfolgen: aber solche Zustände sind für Moskau kein Grund gegen Freundschaft— mit England ganz und mit Frankreich dreiviertel verkracht, steht es mit Mussolini recht gut. Danach könnte Moskau gute Freundschaft auch mit Polen halten, wo man nicht nur auf das Parlament pfeift, sondern wo kommunistische Stimmzettel nichts gelten, wo kom- munistische Zeitungen, Vereine und Versammlungen einfach verboten sind und kommunistische Agitation mit schwerster Strafe, sogar mit dem Tod von Polizistenhand bedroht ist: ober natürlich sind Rußland, da man aus seinem früheren Machtgebict Nationalstaaten gemacht hat. möglichst viele kleine und schwache Stäätlein lieber als ein noch mehr vsrgrö- ßertes Polen. Es ist aber nicht recht einzusehen, was Polen nach dem Besitz Litauens streben lassen sollte. Polen hat bereits weite nichtpolnische Gebiete im Besitz, noch dazu Weih- russen und Ukramer, die in Polen Minderheitsoölker mit all den Fatalitäten dieses Rechtszustandes sind, daneben aber ihre Volksgenossen in eigenen Sowjetrepubliken national frei leben sehen. Da diese Völker aus Bauern bestehen, kann die Sowjetverfassung sie nicht abstoßen— im Gegenteil: in der Sowjetunion durften sie das Herrenland besetzen, in Polen nicht. Zu den nichtpolnischen Völkern sollte sich Polen auch noch die Litauer aufhalsen? Und was für Reichtümer böte das Litauerland? Holz hat Polen selbst genug, Oedland auch und ans Meer reicht Litauen nur ganz knapp: sonst freilich höchstens ini Memelland. und das würde Polen, selbst wenn die Großmächte ihm Litauen gönnten, schwerlich auch noch schlucken können. Polen selbst, das aus der letzten Völkerbundstaguna den allgemeinen Nichtangriffspakt vor- geschlagen hat. wird von seinem alten Gönner Frankreich, zumal solange Briand dessen Außenpolitik leitet, sicherlich zum Friedenhallen gedrängt, selbst wenn es andere Absichten hätte. Dies aber erscheint unwahrscheinlich schon aus fol- gender Erwägung: Für die Wiederherstellung und Erhaltung eines selb- ständigen Polens, besonders für die Abtrennung Kongreß- polens mit seiner ganz auf den Bedarf des industriearmen weiten Rußland eingestellten Industrie hat es wirtschaftliche Gründe nicht gegeben: Polens Existenzgrund ist nichts ande- res als das— von uns Sozialisten immer betonte— Recht jeden Volkes auf n,a t i o n a l e Selbständigkeit. Nimmt jedoch Polen den Litauern ihre Staatlichkeit, so v e r- n e i n t es damit die Berechtigung seiner eigenen! Die Besprechung Litwinow-Stresemann. WTB, meldet: Der stellvertretende Volkskommissar der Sowjet- regierung, Herr Litwinow, iMt gestern mittag dem Rcichsaußenminister seinen Besuch gemacht. Wie wir hören, sind bei dieser Gelegenheit die laufenden politischen Tagessragen besprochen ivordew Neben der A b- rüstungsfrvge kamen dabei auch andere, die beiden Län- der gemeinsam interessierenden Fragen, wie besonders die Frage der litauisch-polnischen Beziehungen zur Erörterung Litwinow gab dein Reichsaußenminister Kenntnis von der in Warschau überreichten Antwortnote, in der diese ihren Bc- sorgnissen über die litauisch-polnische Spannung und über die sich daraus möglicherweise ergebenden Gefahren Ausdruck gegeben hat. Es bestand Uebereinstimmung darüber, daß es im ollgemeinen In- tercssc dringend wünschenswert ist, jede Störung der sried- lichen Entwicklung zu vermeiden und allseitig die Bc- mühungen auf die baldige Behebung der bestehenden Schwierig- ketten zu richten. Immer wieder Wilna. üowno, 23. November. Zur Feier des neunjährigen Bestehens der litauischen Armee brachte der osfiziöse„Lietuvis" einen Begrüßungsartikel, der mit dein Wunsch schloß, daß Litauens Krieger bald das Banner Litauens auf die alte Burg G e d i m i n s in Wilna tragen möchten. Großfürst Gedimin, unter dem Litauen im Mittelalter eine ge- bietend« Stellung in Osteuropa einnahm, wird als Rationalheld verehrt. Was kostet uns Herr Dr. Schacht? Berlin unier Anleihesperre.— Giillegung von Bauten.— Wachsende Erwerbslosigkeit. Nur wenige werden wissen, daß die A b d r o s s e l u n g der kommunalen Kredite, die der Reichsbankpräsideut in seiner Bochumer Skondolrede noch einmal bekräftigt hat, sich bereits seit längerer Zeit in ollen Großstädten und insbesondere in Berlin auf das gefährlichste fühl bor macht. Um das zu ver- stehen, muß man bedenken, daß Berlin damit rechne» dürste, die zur Erweiterung seiner städtischen Betriebe u» u m g o n g l i ch notwendigen Mittel iin Lause des Etatsjahres ans A n- leihen hereinzubekommen. Die Gesamtsumme von 173 Millionen sollte in zwei Posten von 101 und 75 Millionen zur Zeichnung aus- gelegt werden. Alle kommunalen Betriebe begannen daraufhin mit den un- aufschtebbaren Arbeiten: von deneii die wichtigsten der Ausbau des Schnellbahnneßes, insbesondere der Strecken Neu- kölln— Gesundbrunnen und Frankfurter Allee, sowie die Er- Weiterung der Licht-, Wasser- und Konaiisations- anlogen waren. Es handelt sich im einzelnen um folgende Sumnien: Brücken- und Kanalbautcn.... 8,3 Mill. Nordsüdbah»......... 18.3 G-N.-Bohn......... 47,8„ Untergrundbahn Lichtenberg... 37.3 ,. Straßenbahn......... 20,0.. Fleischgroßmarkthalle...... 3,0„ Kanalisation......... l0.0.. Wasserwerke......... 10,0„ Stadtfuhrpark........ 1,0. Dazu kommen di« im Etat 1927 noch nicht vorgesehenen, sehr erheblichen Mittel letwo 67 Millionen) für den Ausbau der Elek- trizitätswerke. Kein Mensch wird sagen, daß eine einzige dieser Arbeiten auch nur den Verzug von einigen Monaten vertragen habe. Herr Dr. Schacht, der in der angenehmen Lage ist,, keines der öffentlichen Verkehrsmittel von Berlin in Anspruch nehmen zu brauchen, wird immerhin genügend über die Verkehrsverhällnissc Berlins orientiert sein, um zu wissen, daß die Ueberfüllung von Straßenbahn und Onknibus den sofortigen Ausbau des Schnellbohnnetzes zur Notwendigkeit macht, wenn wir � nicht in den nächsten zwei, drei Iahren zu ganz unhaltbaren Zuständen kommen wollen. Er wird auch nicht wollen, daß die städtischen Elektrizitätswerke eines Tages die Anglicderung von Neuanschlüssen ablehnen oder großen Teilen der Industrie die Lieferung von Strom sperren müssen, weil ihre Betriebe der er- höhten Beanspruchung nicht mehr gewachsen sind. Die Berliner Elektrizitätswerke haben augendiicklich die phantastische Zahl von 800 Reuanschlüssen täglich zu erledigen. Ist es da«in Wunder, daß sie einen durchschnittlichen Iahresbedorf von mindestens OVMillionen für den Ausbau IhrerAnlagen haben müssen, um dieser sich überstürzenden Entwicklung einigermaßen gerecht zu werden? Kann irgendein Zweifel darüber bestehen, daß sich dieses Anlagekapital geradezu glänzend verzinsen wird? Jedenfalls mußten diese Arbeiten unverzüglich begonnen werden und sie sind begonnen worden. Die Kosten wurden— in der sicheren Erwartung der künstigen Anleihe— zunächst aus schwebende Kredite übernommen. Die erste Anleihe kam: sie wurde durch die„Beratungsstelle von 100 aus 70 Millionen z U s a m in e ii g c st r i ch c n— ein Musterbeispiel bürcaukratischcr „Streichtechnik", wenn nicht etwa auch hier schon der Wille»ach einer niöglichst starken Grschwevung der öffentlichen Wirtschaft maßgebend war. Die Werke mußten natürlich weit erbauen. trotz dieser unnützen Kürzung der ersten Anleihe, weil eine vorübergehende Stillegung begonnener Bauten ganz unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht. Berlin wollte»nn gerade jetzt die'z weite Anleihe in Höhe von 120 Millionen begeben— da tritt die völlige Sperre ein. Erfolg: Beirlin trägt ein Jahr sang die Last un- gezählter Millionen aus kurzfristigen Krediten mit sich herum. auch wenn es sich angesichts der neuen Sachlage zu den ein- schneidendsten Maßnahmen entschließt. Der unnötig hohe Z i n s e n d i e n st zählt natürlich auch nicht nach Tausenden, sondern nach Millionen, die durch die Aufnahme einer Anleihe erspart werden könnten Nun setzen aber die indirekten Wirkungen ein. Berlin mit seiner geordneten Etats- und Finanzwirtschaft, die das un- verminderte Vertrauen auch des Auslandes besitzt, ist durch die plötzliche Anleihejperre aus einmal in seiner Liquidität bedroht. Alle verfügbaren Mittel müssen für die Fortführung der Bauten bei den werbenden. Betrieben eingesetzt werden, die eigentlich aus Anleihcmitteln finanziert werden sollten. Weitere Mittel sind nicht vorhanden. So erfolgt zwangsläufig die Sperrung derjenigen Bauten, die aus laufenden Etatsmittcln errichtet werden sollten. Es ist bekannt, daß angesichts dieser Notlage der Magistrat den Beginn aller»och nicht ongesangencn Bauten,— auch der im Haushaltsplan bereits genehmigten— für dieses Jahr gesperrt hol. Weil Herr Dr. Schacht also die Mittel für p r o d u k t i o e Bauten aus Anleihe» nicht freigeben will. müssen die..unproduktiven" Bauten notgedrungen st i l l g e l e g t werden. Es handelt sich dabei natürlich in erster Linie um Schulen und Krankenhäuser. Sowohl in Moabit wie im Friedrichshain können die dringend notwendigen neuen Pavillons nicht in Angriff genommen werden. Aber was kümmert einen ReichsbankprSsidenken die Erziehung der Zugend. die Gcsundheil der Bevölkerung! D>c Aus- gaben dafür gehören offenbar zu jenen„Luxusausgaben" der Städte, gegen die er in seiner Bochumer Rede vom Leder zieht. Wir aber, die wir besser zu rechnen gewohnt sind als ein Reichs- bankpräjident mit Untertassenhorizont, wir wissen, daß die„Er- sparnisie" mannen in der Arbeiterschaft die Oberhand mit dem Resultat, daß die Gelegenheit zur wirksamen Verteidigung des demo- kratischen Staates versäumt wurde und daß schließlich der Faschismus siegte. Wie groß das Ansehen ist, daß Turati über die eigene Partei hinaus genießt, zeigte sich vor zwei Jahren, als seine langjährige Lebensgefährtin Anna Kulitfchoff in Mailand zu Grobe getragen wurde. Trotz der schon damals drückenden Fafchistenherrfchast folgten Taufende von Menschen aus allen Bevölkerungsschtchten dem Sarge: neben den Arbeitern sah man bürgerliche Politiker von Ruf. wie den Senator Albertini, den damaligen Besitzer des„Corriere della Sera", und zahlreichen Universitätsprofessoren, die gerade bei dieser Gelegenheit ihre moralische Solidarität mit den verfolgten italienischen Sozialisten bekunden wollten. So ist F i l i p p o Turati für die italienische, ja für die europäische Demokratie zu einer Art Symbol geworden. Der Siebzigjährige, zu dessen Ehren die zahlreichen in Paris versammelten itlöienischen Flüchtlinge am Sonntag abend eine schlichte Feier veranstalteten, verkörpert den unbeugsamen Willen der italenischen Bolksmasssn, für die Wieder- gewinnung ihrer Freiheit auch unter den schwersten Um- stünden, z u kämpfen. So>ntbietet auch die deutsche Sozialdemokratie dem Ge- nossen Turati ihren herzlichen Gruß und Glückwunsch. Sie hegt mit der gesamten sozialistischen Arbeiterinternationale die feste Hoffnung, daß der Tag nicht fern sein möge, an dem der anerkannte Führer des italienischen Sozialismus wieder auf freiem italienischen Boden im Interesse jener italieni- schen Arbeiterklasse wird wirken können, die ihm so vieles verdankt. Baldwin-Oämmemng. Selbst in konservativen Hochburgen. Bei einer Nachwahl für de» ,«» Lord ernannte« Sir Ronald Mac Neill im Wahlkreis Eanterbnrv, einer alte« konservativen Sochburg, hat zwar der«an- d'-dat der Regierungspartei gesiegt, aber die konser- v a t t v e Mehrheit ging«» über«000 St im- m e n zurück. Der liberale Kandidat gewann 4000 Stimmen, die der konservative verlor. Ei« Arbeiterparteikandidat war in diesem Wahlkreis weder vor drei Iahren noch jetzt aufgestellt worden. polnisches Mmderheiienrecht. Ealonber schafft Abhilfe. S-ttowItz, 25. November. Auf Anordnung der Wojewodschaft haben Aufschristen und vor. drucke für Lücher und Akten der deutschen Minderheit«. schulen ausschließlich in polnischer Sprach« zu sein' und die Minderheitsschullehrer ihre Eintragungen in polnischer Sprache zu machen. Dagegen Hot der Deutsche Dolksbund die Gemischt<- Kommission angerufen. Ihr Präsident Eolamder hat nun entschieden, daß diesen Aufschriften und Lordrucken In polni- scher Sprache eine deutsche Uebersetzung beizufügen ist. Auch ist den Lehrern der deutsch«! Schulen zu gestatten, die Ein- tragunge» und Mitteilungen w deutscher Sprach« oorzuuehmeu. Reichsregierung und Einheitsstaat. Das Programm der Ländertoufereaz. Das Reichstabinett beschäftigte sich in der Sitzung am Freitag mit dem Problem des Verhältnisse» zwischen Reich und Ländern, insbesondere mit Beziehung aus Sparattion und Verwaltungsreform. Es beschloß, der in der zweiten Januar- woche stattfindende» Konser«nz mit den Ministerpräsidenten und Vertretern der Länder folgende Fragen zu unterbreiten: l. Veränderung des BerMtnisses zwischen Reich und Ländern. 2. Maßnahmen zur Gewährleistung sparsamster Finanzwirtschast. Z. Verwaltungsresorwen im Reich und in den Ländern. lieber bie Bestellung von Berichterstattern zu diefen Fragen finden noch Verhandlungen mit den Ländern statt Köhlers neuer Haushaltsplan. lReichsbedorf für das nächste Lahr 9502 Millionen Mark. Sein« Anleihen. Reichsfinanzwinister Dr. Köhler gibt den Inhalt pe» soeben fertiggestellten Haushaltsplans für IPtS durch ein Interview der Oeffentlichkeit bekannt. Der Etat ist danach mit größerer Klarheit und Durchsichtigkeit aufgestellt worden als bisher. In?- besondere wurde zuin erstenmal eine Liste der Ausgabenreste aufgestellt, bie noch aus übertragbaren Posten des Jahres l!l2k> ge- blieben sind. Es ist nicht beabsichtigt, im Jahre 1328 eine Reich»- onleihe auszunehmen, obwohl noch 300 Millionen Mark für Ar- beiten gebraucht werden, die in den beiden abgelaufenen Iahren vor- genommen und deren Deckung bereits beschlossen ist. Der Gesamt housball für 1328 schließt jetzt gegenüber dem Haushalt für 1327 von 3135 Millionen mst 3502 Millionen ab, also mit einem Mehr von 367 Millionen, während allein die Mehrbelastung aus dem Dawesabkommen für den Reichsetat 1828 im ganzen rund 100 Millionen beträgt. Der außerordent- l i ch e Haushalt ist in dem eben genannten Gesamtbetrag mit 1A5 Millionen enthalten, die völlig ohne neu« Inonspruch- nähme des Anleihemarktes gedeckt werden. Der v r d« n t- l i ch e Haushalt schließt in seinem Bruttoergebnis mit 3356 Millio- nen gegenüber einein Soll für' 1327 von 8653 Millionen, also mit einem Mehr von 637 Millionen ab. Der Netto Haushalt— also nach Abzug der Ueberweisungen an die Lander in Höhe von 3218 Millionen— stellt sich für 1328 auf 6138 Millionen, für 1327 auf 5766 Millionen, so daß sich trotz der mehrfach genannten zwangsläufigen Mehrausgabe nur ein Mehr von 372 Millionen ergibt. Die Ueberweisungen an die Länder haben sich gegenüber 1327 um 325 Millionen dadurch vermehrt, daß die Einnahmen aus den Ueberweisungssteuern und den anderen den Ländern nach Abzug der Verwastungskosten zukommenden Steuern einschließlich der Biersteuer entsprechend höher ein- gestellt sind. Vel diesen Zahlen ist noch zu berücksichtigen, daß bei dem Ver- gleich mit 1327 nur das jetzige Haiishallssoll zugrunde gelegt ist, wahrend sich die totsächlichen für 1327 durch die jn einem Nach- tragshoushalt noch nachzufordernden Mehrausgaben, ins- besondere für Beamtenbesoldung und Liquidatiovsentschlidigungen. noch erhöhen werden. Berufung gegen da» Münchener Kchoudurteil. Die Verteidigung im Münchener Landfriedensbruchprozeß hat gegen dos Urteil gegen die IS linksstehenden Arbeiter wegen der vorfäll« in der Humboldt- straße Berufung eingelegt. Der neue Sladtpräfidenk von todz ist unser polnsscher Genosse Abgeordneter Szieitzienski. /pHinkemann.� ErstaoffShnmg in der VollstShne. Ernst T osker» anklagend« Tragödie gggen Krieg und Lieib- losigkeit„H i n k e m o n n", von Toller selbst und Ernst Lönn er inszeniert, erweckte in der Volksbühne lebhaften Wiederhall Im eindrucksvollen ersten Teil ertönt« mehrfach Beifall auf offener Szene. Am Schluß wurden der Darsteller de» Hinkemann, Heinrich G e seg«, und ver Antor gerufen., Versammlungen! manchen nrivaten und auch öffentlichen Betrieben werden sie benußt, um eine Gesinnungsbecinslussung der ihnen angehören- den Arbeiter, Angestellten und Beamten herbeizuführen. Dei Gewerkschaften wenden sich deshalb gegen die Gründung von Werkssporlvereinen. Die den bestehenden Werkssportoereinen angehörenden Arbeitneh- mer sich selbst bzw. der Beeinflussung durch die Beauftragten der Werk-leitnnaen zu überlassen, lögt aber nicht im Interesse der Arbeiterbewegung. Es wird deshalb Aufgabe der zuständigen Ge- werkschaften sein, im Benehmen mit den Arbeitersportoereinen von Fall zu Fall über die Haltung zu den bereits vorhandenen oder noch entstehenden Werkssponvereinen zu entscheiden. Wenn es zweck- mäßig erscheint, sollen die Gewerkschaftsmitglieder veranlaßt wer- den, den Werkssportvereinen beizutreten, um Einfluß auf ihre Lei- tung zu erhasten und sie geistig wie organisatorisch in die Arbeiter- sportbewegung hineinzuführen. Werksjugendpslege und lverkschulen. In d«n verschiedensten Industriezweigen sind Unternehmungen dazu übergegangen, die von ihnen betriebene berufliche Ausbildung der Jugend in Lehrwerkstätte» zu verbinden irnt einer G e s i n- nungssormunq, deren Leitgedanke die W e r k s g e m e i n- i ch a f t ist. Durch die organisierte Werkssugendvslege und auch durch die Werkschulen wird oersucht, den heranwachsenden Arbeitern die sogenannte ,.W e r t o e r b u n d.e nch e i t" zu geben. Um das zu erreichen� werden sie planmäßig vgn.dsn Veranstaltungen der Arbeiterorganisationen s e r n g e h a l t e n, indem man die ganze freie Zeit der Lehrlinge vom Wert au- mit Beschlag belegt. Durch Bestimmungen des Lehrvertrags müssen die geseßlichen Vertreter ihr Erziehungsrecht auf die mit der Ausbildung beauftragten Per- soneir übertragen und sich z. B. verpflichten, die Lebrlinne anzu- ballen,„die von dem Leiter des Ausbildunaswesens für Berglehr- linge im Interesse der geistigen und körperlichen Ertüchtioung des Berglehrlings angesetzten Veranstaltungen an den verschiedenen Abenden der Woche regelmäßig zu besuchen". Dieses Vorgehen dient ganz offensichtlich dazu, den Arbeiterorganisationen den Nachwuchs fernzuhalten. Solange nicht das Gcseß solche Anmaßung, die ein Mißbrauch der wirtschaftlichen Mochtstellung der Unternehmer ist, verhindert, müsien die Arbeiter- cllern es ablehnen, sich diesen entwürdigenden Bedingungen zu unterwerfen. Dem Betrieb kann unmöglich Einfluß aus oder gar ein Bestimmungsrecht über Weltanschauung. Religion und polstische und soziale Auffassungen der bei ihm tätigen ArbeOer eingeräumt werden. Die Gewerkschaften erheben keine Einwendung gegen die Er- richtung von Lehrwerkstärteu in größeren Betriebe», erkennen im Gegenteil ihren Nusten für die sachliche Ausbildung des Nachwuchses durckmus on. Entschieden abzulehnen sind aber die Bestrebungen der Betriebe, in ihren Werkschulen Unterricht in Lebens- und Staatsbürgerkunde zu erteilen, wenn die an den Werkschulen tö�aen Lehrer vom Betrieh eingestellt und von ihm abhängig sind. Wenn auch die Schulauisjcht vom Staat ausgeübt wird, so liegt doch die Auswahl der Lehrer völlig beim Betrieb, wodurch die Möglichkeit gegeben ist, gewisse dem Betrieb erwünichte Gesinnungen und An- schaumigen herrschen zu lassen. Die Gerwerksebaften müssen deshalb fordern, daß in den Werkschulen, die Anspruch erbeben. Ersaß für die öffentliche Berufsschule zu sei», die Lehrer vom Staat anzustellen sind. Zum Punkt ö der Tagesordnung berichtete Schlimme über die Vorschlüge der Konnnission, die für die Vereinheitlichung des llnierstüßungswesens der Gewerkschaften dem Bundesausschuß zur Beschlußfassung vor- liegen. Troßdem dos Arbeitslosenversicherungegeseß ab 1. Oktober dieses Jahres den Arbeitslosen einen Rechtsanspruch auf Unter- stübung nach dem Durchschnfttsoerdienst der leßten 13 Wochen gewährt, soll die A r b e i t s l o s e n u n i e r st ü ß ung durch die Ge- wertschaften weiter gewährt werden. Da nur wenige Verbände die llnterstüßung an Arbeitslose. Kranke und Reisende als gesonderte Einrichtungen führen, wird zum Zwecke der Einheitlichkeit norgc- schlagen, die E r w e r b s l o s c n u n t e r st ü ß u n g als zusammen- fassende Unterstützung einzuführen. Die überaus differenzierten Unterstützungen sollen eine Angleichung dadurch erfahren, daß künftig ein einheitlicher Multiplikator nach dem wöchentlichen H a u p t k a s s e n b e i t r a g der Mitglieder zur Grundlage der Be- rechnung der täglichen Unterstützung genommen wird. Hinsichtlich der 11 n t e ni ü tz u n g s d a u e r— die in den einzelnen Verbänden zwischen 24 bis.zu 280 Tagen beträgt— ist eine Angleichung als notwendig erklärt worden. Da für die Höhe der U n t e r st ü tz u n g die Zahl der geleisteten Wochenbeiträg-- vielfach entscheidend ist, wird eine Beschränkung aus höchstens fünf Staffelungen vorgeschlagen. Für die übrigen sozialen Unterstütz n nnen sind den Vorständen entsprechende Verein- heitlichungsvorschläge unterbreitet worden, über die eine spätere Sitzung des Bundesausschusies zu entscheiden hat. Die angestrebte Vereinheitlichung soll nicht etwa zu einer Uniformierung des gewcrk- schaftlichen Unterstlltzungswesens führen, sondern nur die außer- ordentlichen Spannungen vermindern und ausreichende Mittel für Kampf zwecke für die Zukunft sicherstellen. Oer Bundesausjchuß stimmte den Kommissio?rsvorschlägen ein- stimmig zu. Aufgabe der künstigen Verbandstage ist es nun, die vom Bundesausschuß verabschiedeten RichUinien nach Möglichkeit in die Satzungen der Einzeloerbände zu übernehmen. K n o l l gab einen Berickt über die bisherigen Vorarbeiten zur Presseaus st ellung. Die Gewerkschaften und die Sozial- demokratische Partei werden in einem gemeinsamen Gebäude„Haus der Arbeiterpresse" untergebracht werden. Die Ausstellung der Ge- werkschaften soll eine Gelamtau-stellunq der Verbände sein einschließ- sich einer histonschen Ausstellung. Der Bundesausschuß war mit dem Bericht wie auch mit der vorgeschlagenen finanziellen Regelung einverstanden._ Aeuer Vorschlag im Bauanschlägerstreik Die Arbeiter nehmen ihn an. Am Freitag voriger Woche beschlossen die Bauanscylöger n-�gen Unnachgiebigkeit der Unternehmer den Streik zu oorichärsen und weitere Betriede stillzulegen. Daraufhin versuchte der Schlichter von Groß-Berlin noch einmal eine Verständigung zwischen den Par- teien herbeizuführen. Die Verhandlungskommission der Bau- anschläger, die noch nie eine Berhandlung ausgeschlagen haste, erklärt« sich auch diesmal bereit, mit den Unternehmern wieder zu verhandeln. Nach einer Rücksprache mst dem Meiallorbeiteroerband wurde am Mittwoch vormittag nochmals mst den Unternehmern vor dem Schlichter verhandelt. Die Verhandlungskommission der Bauanschläger hielt an der alten Forderung fest, die Stundenlöhne um 20 Pf. und die Akkorde um 20 Proz. zu erhöhen. Die Unternehmer machten jedoch keine Angebote, so daß schließlich der Schlichter den Parteien einen Ler- gleichsvorschlag machte, für den die Erklärungssrist aus heule. Sonn- abend mittag/ festgesetzt ist. Der Vergleichsvorschlag sieht vor, daß die im letzten Schiedsspruch ab 15. November vorgesehene Erhöhung der Stundenlöhne um 10 Pf. und der Akkord vm 10 Proz. nicht bis zum 30. Juni 1328, sondern nur bis zum 31 Dezember d. I. geltcn soll. Ab 1. Januar bis 31. März 1828 soll eine weitere Erhöhung der Stundenlöhne um 5 Pf. und der Akkorde um 5 Proz. eintreten. Das Lohnabkommen kann mst vierwöchiger Frist erstmalig zum 31. März 1328 gekündigt werden. In der zu gestern abend nach dem Perband-Haus der Metallarbeiter einberufenen Versammlung der Bouanschläger gab zunächst Genosse Fuchs vom Metallorbesterosrband einen eingehenden Bericht über die Verhandlungen vor dem Schlichter. Noch einer längeren Aussprache in der Stimmen sowohl für als auch gegen die Annahme des Bergleichsvorfchlages laut wurden, wurde eine geheime Ab- st i m m u n g vorgenomnlen, die nicht die statutarisch notwendige Dreiviertelmehrheit zur Fortführung des Streits ergab. Damit ist der Borschlag angenommen. Falls also auch die Umernchmer dem Bergleichsoorschlag zustimmen, so wird am Montag früh in allen bestreikten Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen werden. Wenn die Unternehmer jedoch den Bergieichsvorschlag ablehnen, dann geht der Streik nickt nur wie bisher weiter, sondern wird noch verschärft. Di« streikenden Bauanschläger kommen deute. Sonn- abend, mittags 12 Uhr, Im Verbandshaus der Metallarbeiter zü- sammen, um je nach der Entscheidung der Unternehmer die zpesteren Beschlüsse zu lassen._ Angestelttenversicherungswahlen. Morgen, Sonntag. Für den Wahlkreis Niederbarnim sind acht Siimmbe.zirke ein- gerichtet. Es wird in den Stimmbezirken 2llt-2andsberg, Birken- werder, Erkner, Kalkberge, Sachsenhausen, Zepernick, Neuenhagvi a. d. Ostbahn und Liebenlöalde von 12 U h r mittags bis 4 Uhr nachmittags gewählt. Dk freigewcrkfchaflliche Vorschlagsliste des Zentralverbandes der Angestellten trägt den Buchstaben A. Die Borschlagsliste des Deutschen Werkmeisterverbondes trägt den Buchstaben T>. Die Stadt Bernau i. d. IRark bildet einen eigenen Wahlkreis, für den in der Zeit von 12 Uhr mittags bis 3 U h r n a ch- mittags im Rothaus zu Bernau gewählt wird. Die Liste des Zentraloerbandes der'Angestellten trägt den Buchstaben B.' Der Wahlkreis Osthavelland ist in acht Stimmbezirkc eingc- teilt. Die Wahl.zsit ist von 12 Uhr mittags bis 3 Uhr nachmittags. Gewäblt wird in den Stimmbezirken Nauen, Kremmen, Ketzin, Fehrbellin, Falkensee. Velten, Barnstedt und Henniasdyrf. Die Vorschlagsliste des Zentrolverbandes der An- gestellten trägt den Buchstaben C. Im Wahlkreis Zanck�Belziq fft die Wablzeit von 3 Uhr vormittags b i s 12 Ubr mittags festgesetzt worden. Die einzige freiaewei�ichchtliche Liste des Zentrolverbandes der Anoe- stellten trägt den Buchstaben A. Gewählt wird in folgenden zwölf Stimmbezirken: Beelitz. Belzig, Brück, Niemegt, Treuenbrietzen. Werder, Goizow, Großkreutz, Gollwitz, Caputh, Wiesenburg und Lehnin. Die in diesen Wahlkreisen wohnenden, aber in Berlin be- schäftiqten Angestellten üben ihr Wahlrecht in ihrem Wohnort bzw. im zuständigen Stiinrnbezirk aus. Ju:t ecwetlfd�Hthqtni Sttf-Tttlit-. fcenle, Sou-ab-nd. falgend« Ve>. onf.alhinflcn: Baiunschul-nx-ep: Iuaendheim Baumschulenweg. Crnstt!?. N>. Ucdungsal�n!> her S�etsfoiclleitcr. efibitei«: Werbcoeranstaltunq im Sitzung». faul d-s Vezirkügmts«rcuzücrg.?or-Is!-. Ii. P.ggramiu: Musik. Änipruch,. -Esting- vom ZSrrltag". ReigcutSuze. Z-czitc /wi™, ,°?, J.-"br. Unioitpiiociuog 30 Pf.- SRotpen, eonntofl: St«'» t»».\uflf nbfipim ft dpcnirf. Sinz.. Spiel, und?au?abenb...Brn macht mit? ZugfNbl,, im W-Itz-nfee, Parlilr.»i. Lichtoildervortroq: « aw«?,'.,-(S3e!i,' Tft, äHäMi'ti'ufammfnkunft gm Montag. Jt. ivoocmu.t, um 19'_. Uljt im jiiji.iMjfim Linicnfir. 83— Sö.„Tie StcOung ftcr Frau m bet Gesellschaft." PftonimorjUch für Uolifif: St. Cut»«cg-t: ffiirtfchcft:®. RIIba'IW: nnh-s-ulllotant St. ä- DSicher: Lokal-» «UrliSril-S? Sterftübt;■Jlnzeif.tn: Td. öl«!«: sämtlich in Berlin .mh äteenSSSf�. b 6- Verlin. Druckt Borwarks-Buchbrnck-rel und Scr-agsaiiuol' Vau, Singer n So Berlin EW W Lindrnstratze 3. »letjn eine Beilage unb.Unterhaltung nnd Wifien". Siblttchl. I. Was der unter z genannte junge Mann 5. Sun», der den Mond anbellt I 6.... wenn die Schtanle geschlossen isi. Seppi's Ärcusawürafeel. ----»«arechl; i. s-udlfiadl von Junta 2. Laykischkk Zlustiis. wenn man jemand auf de« Zu» tri#. f Junack Manu. der lern was chnlee ift. 1 Auffotdetu», zum ffffen jSenn baoesifdx �mtnai�antie am I öen V/N w niii«n6era wmnwt sura erstmMal NAiiLraftunö höDdm W'* 'ttnaef: Vitöumneu tmi Ja Jcdboi Pfand dar TnlelnuriarlM„Frtoeb« Rad" TcrUns* nun gratis dca Moctua Band dar Resl-OausbOchenl. Vntretcr der V.M.W. NOrnbarg: Resl-Agentur, Berlin NO«, Neue RSatgstr.«. Tal.: KOalgetadt 1865, 1866, 1861 7Ir. 559* 44. Jahrgang i. Beilage des Vorwärts (Konnabend, 26. November 1927 Los vom Waschfaß! Die ainerikonische Hausfrau ist längst dazu übergegangen, di« Wäsche jede Woche aus dem Haufe zu geben. Schon aus hllgienischen tflründen, denn es ist felbstverftändlich, dah zusammengeballte Ichniutzige Wäsche von vier Wochen eine gärende Brutstätte für Bazillen und fläulnisstosfe bildet. Auch hat sie sich praktisch davon überzeugt, dah die Wäsche in einer Waschanstalt, die mit allen niodcrnen Techniken und Maschinen arbeitet, viel mehr geschont wird als in der Eigenwäsche. Während im Hauswaschen der Schmutz mit mehr oder weniger einwandfreien Waschpulvern durch Reiben und Bürsten der Gewebe gelöst und entfernt werden muh, waltet in der modernen Dampfwäscherei das gegenteilige Prinzip, die Wäsche ohne jede Reibung, nur durch den Kochprozeh bei Verwendung von säurefreien Waschmittel!! und durch ausgiebige Spülimg so schonend wie möglich zu behandeln. Die Besichtigung eines solchen Wäschereibetriebes gibt darüber ein anschauliches Bild. Im H o f rollen die grohen Autokolosse heran, die ununterbrochen die Wäsche bei den Kunden einsammeln und rein wieder abliesern. Unten im MaschincnhäUS steht her große Dampfkessel unter sieden Atmosphären, dir den Dampf und die Heizkrost durch olle irabrikräume senden:.Pumpen arbeiten, die kaltes oder heißes Wasser in die Wöscheapparate senden. Im Nebenraum eine große Klär- a n l a g e, die das Leitungswasser durch ein Kalk- und Kieselbett führt, damit es weich und gereinigt wird. In einem Raum zu ebener (krde sammeln sich die schmutzigen Bündel, sie werden von flinken Händen sortiert, gezählt, gewogen, aus fehler- haste und farbunechtc Stücke geprüft, gezeichnet und mit Lauszetteln versehen. Dann wandern sie in den Waschraum. Hier geschieht nun das Wunder, wie es schon äuherlich sichtbar ist. Ueberall schwabbelt, gischt, sprudelt und zischt es und das Gewässer zieht in Fluhbetten auf dem Steinboden mit einer beispiellosen Verschwendung vorbei. Keine Dunstwolke, keine Berge von Schaum sind zu sehen, kein höh- licher Geruch von alkalischen Stossen macht sich bemerkbar. In grohen geschlossenen Wiegen schaukeln die Wäschestücke in einem zweimaligen Kochprozeh unter Dampf hin und her: dort steht der Bottich mit flüssiger Kernseife, dort einer: mit Feinsoda, hier ein riesiger Blaurops, in der Ecke das weihe Stäi�ebad. Nirgends wird die Wäsche mit der Hand bearbeitet.-Die Wan- düngen der Knpserkessel sind glatt und weich, so dah die Wäsche weder gerieben noch gezerrt wird. Und doch wird fie rein, und das ist dos Wunder, daß alles natürlich zugeht. Aber ein Geheimnis ist doch dabei, wie der Betriebsleiter versichert, allen Hausfrauen fei es ver- raten: es ist dies die gründliche Spülung. Während die Hausfrau etwa IllOll Liter auf e'incn Zentner Wäsche oerbraucht, oerschwendet der Betrieb 40llf> Liter Wasser auf das gleiche Quantum. Ja, hier vftr diesen Spütkesseln könnte man schon Wasserstiefel anziehen. Die gewaschene Wäsche, die vollständig geruchlos ist, wandert nun in grähe Zentrisngen. wo ihr durch Schleudern der letzte Wassertropfen obgcwmngen wird. Schnell läuft das gereinigte Stück nach dem Ez)iaustor. der sich als großer warmes Föhn betätigt und die Wäsche im nu trocknet. Manche Wäscherei nennt dies« Vorrichtung»Rasenbleiche". In be- sonderen Wärme- und Windkästen werden die gjespanuten Gardinen getrocknxt,. in einem Rcbensaal sitzen geübte Mmftstapferinnen, die Gardinen nnd Feinwäsch« äusbesfern.........°' Dann eine Etage höher das lustigste Bitdan �Weih", die Fe k n- p l ö t t e reä, Mit den. vielen Maschinen, auschenen �Klänz" gedrückt statt geplättet wird. Auch hier waltet das Prinzip, die Wäsche nicht durch Zerren und Stoßen zu kniffen, sondern durch sinnvolle Bor- richtungen durch Druck über Dampf oder nrit heißen Platten zu rollen oder zu plätten, was mit demselben Effekt für die nötige Eleganz geschieht. Es wird gefordert, daß gute Wäsche vierzig- bis sllnsziginal den Pro.zeh des Waschens aushalten muh, ehe sie schadhaft wird, schlechter Stoff erlaubt es höchstens fünfzehn- bis zwanzigmal. In letzter Zeit zeigten sich häuf ig Schäden, die den Wäschereien viel Kopszerbrechen verursacht haben,«he man hinter die Ursachen kam: die R a d i-o b a st l« r waren es, die mit dem Herumhantieren von Säuren viel Hauswäsche verderben. Di« Hausfrauen werden sich diesen Hinweis merken! Auch die Putzwasser der Küche enthalten meist S ä u r e n. die die Wäsche zerfressen. „Memento mori." Der Beerdigungsverein des Sargfabrikanten. Durch die Inflation waren die Geschäfte des Sargfabrikanten F. im Norden Berlins stark beeinträchtigt. Nicht, dah etwa weniger Menschen starben als früher, im Gegenteil: die Särge des braven Tischlermeisters waren aber zu teuer. So kam er auf ein« schlaue Idee: er gründete einen Bestattungsverein:„Memento mori",„Denk' an den Tod". In vielen Lokalen und Blumenhandlungen Berlin N. prangten vielversprechende Plakat« und bald waren viereinhalbkauscnd Mitglieder beisammen. Unter den Satzungen des Vereins be- fand sich auch in hervorragendem Deutsch folgender Passus:„Der Berein kann nach Ermessen des Vorstandes und Anbetracht des Kässenbestandes Beihilfen zur Beerdigung gewähren." Und das lockte die Todeskandidaten und deren Familien. Außer den Mit- aliedsbeiträgen waren die Mitglieder verpflichtet, bei jedem Todesfall je S Pf. zu zahlen. Auch einen besonderen Fonds gab es, in den 25 Proz. aller Beträge abgeführt wurden: das machte in kurzer Zeit IllOOli Goldmark. Vorsitzender des Vereins war natürlich der Tischlermeister F. Das Bureau war in seiner Wohnung. Und er hatte als Vorsitzender mit sich als Sargfabrikanten einen Vertrag geschlossen, nach dem die Mitglieder sich verpslichtettn, bei ihm Sarg, Kissen untbLeichenwagen zu bestellen. Soweit wäre alles in Ordnung. Der Vorsitzende des„Memento mori", in seiner Person auch Sargfabrikant, wurde aber übermütig. Die Mitglieder behandelte er saugrob. In einem Falle sagte"er z. B.: „Seien Sie doch froh, daß Ihre Olle gestorben i st." In einem anderen Falle meinte er:„Das Gebiß braucht die Tote ja nicht, das können wir anders verwende n." Er lieh es aber nicht nur bei derartigen Frivolitäten bewenden, er Übervorteilte auch die Mitglieder und machte dabei ein gutes Geschäft. An Stelle eines Leichenwagens beförderte er Tote in seinem Möbel- wagen zum Friedhof. Eiii Lastauto berechnete er wie ein Leichen- luxusouto. Um seinen Schwager auf K o st e n des Ver- eins zsti bestatten, fingierte er einen Einbruch in seinem Bureau, bei dem angeblich ISllMitqliedsbücher gestohlen sein sollten; in Wirklichkeit hatte er sie verbrannt, um später sagen zu können, auch das Mitgliedsbuch seines Schwagers sei„gestohlen" worden. In seiner Buchführung gab es ein derartiges Durcheinander, daß auch Tote immer noch Mitgliedsbeiträge ab- führten. Als den Mitgliedern des„Mememo mori" das Treiben ihres Vorsitzenden zu bunt wurde, setzten sie ihn ab und erstatteten schließlich auch Strafanzeige gegen ihn»wegen Betrugs. So hatte er sich gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte zu ve? vntworten. Das Gericht sprach ihn in einigen Fällen frei, verurteilte ihn aber in drei anderen Fällen zu einer G e l d st r a f e von 7 5 0 Mark. Auch ein„Memento", ein kleiner. Denkzettel. Ein rabiaier Angeklagter. Chr lehnt den Gerichtshof ab.. Große Schwierigkeiten bereitet dem Gericht die Durchführung eines Strasprozesses gegen den englischen Staatsangehörigen, Dol- metscher Hans Fröhlich, der in Johannisburg in Südafrika geboren ist. Fröhlich l>att« sich auf der Polizeiausstellung einer groben Ausschreitung gegen«in«-n P o l i,z.e i b e a m t en schuldig- gewacht und. wurde wegen Widerstandes ongetl igt. Als gegen ihn vor einiger Zeit vor dem Amtsgericht verhandslt werden sollte und- der Vorsitzende die aus dem Gebiet« des Eigentums- Vergehens liegenden Vorstrafen zur Sprache brachte, wurde der Angeklagte so ausfallend, daß der Vorsitzende über ihn eine sofort zu verbüßende Ordnungsstrase von einem Tag G e s ä n g n i s verhängte. Als Fröhlich abgeführt werden sollte, schrie er:„Den möchte ich sehen, der mich elniperrt, eher schlage ich das g a n z e G e r i ch t z u K l n m p." Die weitere Folge war die Verhängung einer neuen Ordnungsstrafe von drei Tage». Bei der Adführung kam es z» einem schweren Kamps des widerspenstigen Angeklaglen mit den Justizwachtmeistern, denen es erst mit vieler Mühe gelang, ihn zu überwältigen. Gestern sollte nun gegen Fröhlich der �trasfall verbandelt werden. Mit den Händen in den Hosentasche» stellte er sich vor dem Gerichts- Hof auf und erklärte, dah er den Vorsitzenden wegen Besangen- heil aus Anlaß der über ihn verhängten Ordnungsstrase a b- 48s �Zement. Roman von Fjodor Gladtow. Das wird nie in seinem Gedächtnis verlöschen. Und auch jetzt, als er Dascha ansah, regte es ihn auf, und aus seinem Herzen strömte eine Welle von Zärtlichkeit zu chr. Sie hatte damals, am Abend, nicht so gesprochen, wie vor zehn Tagen. Ungeschickt und mit jedem Worte geizend, er- zählte sie ihm von ihrem Abenteuer in der Schlucht. Sie erzählte und sah ihn stirnrunzelnd und forschend an. Und im Scheine der elektrischen Lampe war in ihren Augen ein zitterndes Erstaunen, eine undeutliche, große Frage und eine Begeisterung. Und als Dascha erzählte, wie sie vom Wagen heruntergesprungen war, und wie sie der bärtige Alte zur Schlinge geführt hatte(sie erzählte das ganz einfach, mit einem Lächeln), begann Gljeb selber zu zittern— vor dem bebenden Licht ihrer Augen und vor den gewöhulich-einfachen, unbeholfenen Worten. Nicht Angst um Dascha, nicht Wut auf Badjin, nicht Eifersucht war das, ein, das war ein trüber Schmerz, ein trübes Schuldgefühl ihr gegenüber und ein Staunen über ihr Geschick, das ihn erschütterte. Und eines fühlte er tief und für immer: von dieser Stunde an wird er ihr nie ein Wort des Vorwurfes fagen. wird sich ihr nie mit einem beleidigenden Männerwunsch, nie mit der Faust, nie mit aufdringlicher Liebkosung nähern. Und wenn er es auch wollte— er könnte es nicht mehr. Die mit ihr verbrachten Tage, von der ersten Begegnung bis jetzt, waren durch ein Schamgefühl und das Bewußtsein seiner Ohnmacht ihr gegen- über vergiftet. Das begriff er ganz plötzlich, ohne Nach- denken, nur durch ihre unbeholfenen Worte, die sie so einfach erzählte, ohne Angst vor dem, was geschehen war, ohne Geschrei und Selbstüberhebung. Er hörte ihr zu, schwieg und zitterte, und konnte seine Augen nicht von ihrem Gesicht wenden. Und dann trat er an sie heran, ganz nahe(die Hände in den Taschen)— berührte sie aber nicht. „Daschok?... Wir alle sind Dummköpfe und Schurken. Nicht dich— uns müßte man alle aufhängen. Bist ein ganzer Kerl, Daschok!... sei mir nicht böse, bin ein Hundekerl." Und ging von ihr wejj und legte sich aufs Bett. Und im Dunkeln, als sie schon beide lagen— er auf dem vgxtt— sie auf der Erde, drehte sie sich auf ihrem Lager herum, und ihre Stimme ertönte freundlich:„Gljeb... schläfst du?" „Bist ein Kerl, Daschok... ein ganzer Kerl! Ich denke an deinen Strick und zittere, und mein Herz zerspringt." Und sie lachte unter ihrer Decke, wollte etwas sagen— stotterte aber. Konnte sich nicht zurückhalten und lachte wieder. ,, Gljeb, und� wenn ich dir jetzt erzählen werde, daß ich damals mit Badjin geschlafen habe? Du mußt mir einen Krach machen. Du wolltest doch schon öfter deine Fäuste auf mir ausprobieren." Und Gljeb war erstaunt: Dascha hatte ihn mit ihrem Scherz, in dem er Unruhe und dunkle Wahrheit härte, nicht berührt. Sie hatte ihn mit den Worten geschlagen— aber es tat nicht weh. War die Eifersucht in diesen heißen Tagen verbrannt, oder war Dascha ihm mehr geworden, als nur Frau. Sein Herz erregte nur eine Zärtlichkeit zu ihr, wie zu einem neuen Freunde, den er niemals früher gehabt hatte. „Mein Schädel ist jetzt wie ein Feuerherd, Daschok... ich denke an den Strick und an deine Abenteuer— und alle meine Eingeweide tun mir weh.... Nun, wenn es war, so war es eben. Wir sind Hundekerle, und du kannst mit mir machen, was du willst. Man muß jetzt den Menschen von einer anderen Seite packen. Gut... es wird schon die Stunde kommen— wir werden schon lernen, bis ins Tief- innerste des Menschen einzudringen.... Aber jetzt tun mir nur die Eingeweide weh, Daschok." Und Dascha lachte wieder in ihrem Winkel, unter der Decke. „Schlaf nur..„ ich weiß nicht... mir ist, als ob mein Leben mich zu meinen jungen Iahren zurückführte— aber nur durch einen anderen Weg." Sie lag ruhig, rührte sich dann wieder, und wieder ertönte ihre Stimme:„Gljeb?... Schläfst du?" Und Gljeb hatte noch nickst geantwortet, als sie sich von ihrem Lager erhob, mit ihren nackten Fersen über den Boden lief und unter seine Decke schlüpfte. » Sawtschuk, an der Spitze der Bauarbeiter, nähte die Schienen mit Nägeln an die Eisenbahnschwellen, dröhnte mit dem Hammer im trunkenen Anfall eines von Arbeit toll ge- gewordenen Menschen. Das Gesicht war blutunterlaufen, die Augen glühten Blut, und die dicken Aderu an den Händen und am Halse flochten sich wie knorrige Stricke durch die Muskeln unter der von Anstrengung und Schweiß auf- gedunsenen Haut. Gljeb hob die Erdhacke auf seine Schultern und ging von der Mjechowa weg in die ersten Reihen. „Hau nur drein, Sawtschuk, Teufelsböttcher!... Hau nicht mit dem Hammer, sondern mit deinem ganzen"Bauch!" „Ja. wir hauen, wir Teufelskerle!... Wenn du uns aufgehetzt hast— so stell dich an die Spitze, niederträchtiger Freund, du.... Wir werden auch für das Werk Feuer finden." „Oho, Genossen! Wir werden die Berge im Sturm nehmen, damit sie alle aufbrüllen— hurra!" Er schwenkte seine Erdhacke, und seine Adern am Hals quollen vom Gebrüll auf. Und die Massen rissen ihre Hämmer, ihre Spaten und Erdhacken in die Höhe— wie eine Armee ihre Waffen— und wurden erregt und wild durch das lärmende Getöse:„Rraa!... rraa?" Und von der Höhe sah Gljeb, wie das gewaltige, er- fchütternde Heulen und das Getöse wie eine lebendige Welle herunterrollte bis zuni Fuße des Berges. Dort waren die Menschen klein wie Ameisen. Sie schwenkten auch dort ihre Hände und Werkzeuge und schrien auch dort mit. Mjechowa schaute Gljeb mit großen Augen an. Die letzten Schienen wurden an den Schwellen befestigt. Seile lagen schlangenartig aus den Rollen und surrten mit ihrem Metall wie Saiten. Die Räder sättigten sich im elek- irischen Fluge. Die Rotarmisten standen, auf ihre Gewehre gestützt, in dem Bergpaß. Ueber ihnen und an ihnen vorbei flössen im grünen Schaume Sträucher und Bäume herunter. Die Ge- wehre und Helme sind kernig und wachsam, und scharf schauten die Genosien Rotarmisten auf die Felsen und schwarzen Schluchten, die auf der anderen Seite des Berges sind. Zerschlagen, mit zitternden Knien, mit von Blut auf- gequollenem Gesicht, trat Sergeij aus den Reihen. Er kam an die Mjechpwa heran und ließ sich auf die Steine fallen. „Run, lieber Intellektueller?... Werden Sie vielleicht jetzt sagen, daß die Wurzeln der kommunistischen Arbeit nicht immer süß sind? Und die Mjechowa schlug ihm freundlich auf den Arm. Sein Lächeln erglühte freudig und kindlich, und von der Rase und vom Kinn rollte in feurigen Tropfen der Schweiß herunter. Er nahm Poljas Hand und drtlckte sie fest und freundschaftlich.(Fortsetzung folgt.) lehn«. Da über diesen Antrag von anderen Richtern entschieden werden muß, so oersiel«nich die neue Verhandlung der Vertagung, und die geladenen Zeugen werden zum dritten Male vor Gericht erscheinen müsser.._ Schlichting und Klebe rehabiliiieri. Oer Zusammenbruch einer ÄerleumdungShehe. V?reits im gestrigen Abendblatt haben wir über das Zustande lammen eines Vergleichs zwischen den Angenagten und dem Nebenkläger berichtet. Die Verteidiger der Angeklagten, die Justiz- röte Dr. F r a e n k e l und Dr. Oskar Cchn hatten gemeinsam iziit den Vertretern des Nebenklägers den Rechtsanwälten Dr. Dia- in and, Dr, Weinberg und Dr. Schlesinger während der Nerhandlungspause sich auf folgenden Vcrgleichstext geeinigt: Die Angeklagten erklären: Verhandlung und Beweisaufnahme haben sie überzeugt, daß die von ihnen gegen den Stadtrat Schlich- ting und den Verbandsvorsitzenden Klebe gemachten Vorwürfe nicht ousrechterhalt«» werden können: daher n e h m e n s i e s i e z li r ü ck. Nachdem beim Stellvertretenden Ober- bürgermeister Scholz die Genehmigung zur Rücknahme des Straf- antrages gegen Gentsch eingeholt worden war, nahm das Gericht die Erklärung der Angeklagten zu Protokoll. Hierauf zog auch der Stadt- rat Schlichting seine Strasanträge gegen Gentsch und Iakohi zurück. Damit ist«ine seit langem geführte Berleumdungskompagne gegen die persönliche Ehre der beiden Vorsitzenden des Verbandes der Maschinisten und Heizer fch mählich zusammengebrochen. Die von der„Roten Fahne" gesührtc Verleumdungs- Hetze liegt freilich ganz auf der Linie der„Politik" der KPD, nach lrninistischem Rezept. Es gilt, die Gewxrlschaften zu„erobern". Da es den Kommunisten an sachlichen Argumenten sehst, um die Mit- glieder der Gewerkschaften aus ihre Seite zu bringe», wird der Kampf der„Opposition" gegen die Personen der führenden Gewerk- lchoften mit den verwerflichsten Mitteln organisiert. Jeder Klatsch, jede Dermiituno, jedes Gerücht wird als bombensichere Tatsache hin- gestellt. So hofft man die Führer zurStreckezu bringen und sich selbst an deren Stelle zu setzen. Das ist die„Eroberung der Gewerkschaften'. Die Moral, die aus der gestrigen Kerichtsorhandluitg zu ziehen ist, bei der die Verleumder sehr billig wegkamen, muß die ent- schlossene Abwehr acaen diese unwürdig? Kompsmethoden sein. Es bandelt sich hier nicht nur um die persönliche Ebre der Genossen Kleb« und«chlick'iin.a, Tausend« unserer besten Kämpfer werden täglich von der„Opposition" in de» Schmutz gezogen. Damit muß endlich Schluß gemacht werden! Dr. GoebbrlS beschimpft die Repi'bl'k. Nachdem die Nationalsozialistische Partei verboten ist, hält Herr Dr. Goebbels Pnwitverfammlungen ab, in denen weidlich aus die Republik geschimpft wird. Am Freitag hielt er«ine Versammlung in Haberlonds Fesisälcn ob, in der er über tots Thema„Die neue Monarchie" sprechen wollte. Die Volizei hatte diese Bsrsam.nlnng genehmigt, Dr, Goebbels aber 1000 Mark Geldstraie angedroht, wenn er in der Versammlung für die fvortsetzuna der Nationalsozialistischen Parkes werbe. Zu Beginn der Versammlikna ermahnte der Vorsitzende die Grebbels-Anbänger, nach der Versammlung nicht laut schre-end durch die Straßen zu «ehen. Sä ei»bar haben auch diese Anhänger gelernt, daß man nicht unnestraft Straßenpassanten anpöbeln darf. In seinem Referat hnrach Goebbels weniaer über eins neue Monarchie, mehr ober Über die Republik, Von ihr behauptete er, daß sie keinen großen Staatsmann, nicht einmal einen großen Vtsrb recher, sondern nur Nullen aebracht hötte.�Er erhob weiterhin gegen die Führer der Nevublik Vorwürfe, daß sie nur schieben würden, Cr gab aber in weiteren Aussüh- rungen z», daß es gute Republiken und schlichte Monarchien ge- geben hätte Wie er selbst zur Frage der Staaksform steht war aus den mehr als verworrenen Ausführungen nicht zu erkennen. Ei» Führer durd) die Ttadtverwaltuug. ®as NI t s buch de r S t n d t Berlin", herausgegeben im Auftrage des Magistrats vom Städtischen Nachtrichtenamt, ist«r- schienen. Man kann es als ein? Fortjetzuna der früher alljährlich erschienenen„Personalnachtveisung der Berliner Gxmeindever- «altiing ansehen, des sogenannte»„Rotbuchcs", dos zum letzten Male im Jahre IklZO herauskam, Siebe» Jahre hindurch hat man ohne da» gewohnte und bewährt« Auskunstsbuch sich beHelsen müssen. Geldschwierigkeiten der Jnslotions.zeit und die allmähliche Neugestaltung des Derwaltungsapparates de? großen Cinheitsgemeindc Berlin nötigte» dazu, die .Herausgabe des„Rotbuches" bis auf weiteres zu unterlassen Das jetzt unter dem neuen Titel„Skmtsbuch" veröffentlicht« Werk stellt zum ersten Male seit dem Zustandekommen der Einheitsgemeinde den Aufbau der gesamten städtischen Bei waltung des größeren Berlin dar. Selbstverständlich war arich für das„Amlsbuch" eine gänzliche Neugestaltung gegenüber dem früheren„Rotbuch" erforder- sich. Unterhaltend ist das Buch nicht, aber sehr nützlich und nötig iur jeden, der mit der städtisckien Verwaltung und ihren zahlreichen Dtcnststellen zu tun hat. Es ist e i n e A r t A d r e ß b u ch, das die i�naueften Auskünfte gibt über die Körperschaften der Stadt und ihrer Verwaltungsbezirk«, über die Stadtbezirtseinteilung der alten Stadt und der neu hinzugekommener! Vorortoebiete, über Stadt- ausschuß Polizeiverwoltung, Versicherungsamt. Kirchen städtischen Potronats, gemeinnützige Anstalten und Einrichtungen, städtische Ge- sellschaften, auch über die Vertretung der städtischen Beamten. An- f�ftellten und Arbeiter. In dem aus vielen Tausenden von An- gaben mit peinlickster Sorgfalt zusammengestellten Nachschlagebuch »teckä«in« Arbeitsleistung, deren Schwiengkeitcn und Mühen viel- leicht mancher Benutzer kaum recht zu würdigen wissen wird. Der erste Jttqendhort in Neukölln. Die starke Nachfrage nach jugendlichen Arbeitskräften in den letzten Monaten vergrsackt« ein« ständige Abnahme der Teilnehmer an den Enverbslosenkursen. In den letzten Wochen war die In- anspruchnahme der Kurse so gering geworden, daß ihre Schließung notwendig wurde. Das Bezirksiugendamt Neukölln will jedoch nach einem Sk-schluß des Berwaltungsausschusies allen jugendlichen Per- sonen beiderlei Geschlechts auch in Zukunft die Möglichkeit bieten. ihre Freizeit m schönen warmen Räumen bei Spiel, Unterhaltung und Belehrung zu verbringen. Zu diesem Zweck stehen zurzeit allen mannlichen und weiblichen Jugendlichen in der Zeit von täglich 1? bis 22 Uh? Jugcndhorte zur Verfügung. Hier soll sich jeder "sttzell bliche nach seinen Neigungen und Fähigkeiten beschäftigen 1k rfen. Handwerkszeug für Lastelarbeit in der Tischlerei und Buch- -nnjieret steht zur Derfügung. Die am Zeichnen interessierten «igen dluhen finden weiterhin sachgemäße Anleitung. Außerdem stehe» gut» Bucher und Spiele zur Derfügung. vortröge aller Art fr««, belehren und unterhalten. Zum Abendbrot, was flch jeder selvst mitbringen muß, wird Tee verabreicht, Por einigen Tagen wurde zunächst ein Juaendhort für Jugendliche beiderlei Ge- fchicchts im früheren Jugendheim R o g a tst r a ß e öS v. pi. er. oirnet, Di« Einrichtung eine» zweiten Horte» ist in Vorbereitung. „H«lbe Kasse„preise?" ... in einer Zuschrift an uns Klage über schlechte Platz Zuweisung ini Metropol» the o te� Auf Grund eines Inserats in der..Fn n tftu n de" - Lcr.�lchwerdefuhrer zwei Karten.zu halben Kassmpms««" tur Parkettplätze» 3 M.(statt für 6 M.) vsrlgnat. hat aber nür Korten für eine söge nannte zweit«„Rangloge" erhalten, obwohl er fünf Tag» vor dem in Aussicht genommenen Theaterbesuch die Die Mißerfolge der Ozeanflüge. Der Ozeanflugruminel, den die Welt in diesem Jahre reichlich zu kosten bekommen hat, ist hoffentlich vorüber. Viele Versuche sind gemacht worden, den Ozean zu überfliegen. Einige wenige sind ge- glückt, wobei es sich lediglich um sportliche Leistungen handelt, da- gegen hat die Mehrzahl unter Hinterlassung schwerer Menschenopfer geendet. Bei einigen Unfällen sind die Beteiligten gerade noch so mit heiler Haut davongekommen. Es handelt sich bei den ganzen Versuchen immerhin um Unter- nehmungen, die, jede einzelne von ihnen, mehr oder weniger sehr viel Geld gekostet haben für eine Sache, deren praktischer Zweck vor- derhand noch ganz fehlt Damit soll ein späterer Luftverkehr über den Ozean nicht in das Reich der Utopie verwiesen werden. Oer Ozeanflugverkehr wird kommen, aber es wird noch sine gute Weile dauern. Vorläufig sind die Bor- aussetzungen für ihn noch nicht gegeben. Die Hauptvoraussetzung für ihn liegt nämlich im Borhondensei» geeigneter Flugzeuge. Dar- über später noch ein Wort. Die Flüge von Lindbergh, Cham- berlin, Byrd haben gezeigt, daß es Flugzeugführer gibt, die die Nerven haben, einen solch langen Flug auszuführen, weüer, daß es Motoren gibt, die bei solch langer Flugdauer einwandfrei funktio- nieren unv daß es Flugzeuge gibt, die man bis an ihre oberste Grenz« belasten kann Sie haben aber im gleichen Maße gezeigt» daß es vorläufig mit den Navigationsinstrumenten noch schlecht bestellt ist. Die Flüge sind geglückt: sie lasten aber in keiner Weise Schlüste auf einen späteren regelmäßigen Luft- verkehr zu: sie sind und bleiben G'ückserfolge. Die vielen mißlun- genen Flüge sprechen eine zu deutliche Sprache. An sich sind die ununterbrochenen Flüge über den Ozean«in Unsinn, denn im Ernst wird kein Mensch daran denken, in einem Zuge nach Amerika fliegen m wollen bzw. von dort noch Europa. Daß ein späterer Iransozeon-Luftverkehr ebenso in Etappen(tz. h. mit Zwischenlandungen) vor sich gehen wird wie der Luftverkehr über dem Kontinent bzw. der Dampierverkehr ist eine Selbstverständlich- keit. Ozeanflugunternehmungen erscheinen heute nur dann gerecht- fertigt, wenn sie auch einen praktischen Zweck erfüllen. Dieser liegt nicht etwa darin, einmal für teures Geld Post von Kontinent zu Kontinent befordern zu wollen, damit auch den Briefmarkensammlern einmal etwas Neues geboten wird, Dielmehr sind solche Flüge nur dann gutzuheißen, wenn sie tatsäch'ich einen ernsten Versuch darstellen, all die Boraussetzungcn zu ergründen und Erfahrungen zu sammeln, die soäter einmal einem solchen Verkehr als Grundlage Kienen können. Denn ehe einmal der Ozeanslugverkehr zur Wirk- lichkeit werden kann, muß durch solche Versuchsflüge restlose Auf- klärung erbracht werden. Die von der„Seoero" mit einem dreimotorigen Junkers- und einem Heinkel-Seeflugzeug ausgerüstete Expedition sollte auch nur als ein derartiger Versuch betrachtet werden. Deshalb hat /nan auch schon von vornherein mehrere Zwischenlandungen vorgesehen. Es- honde't sich dabei um Flugzeugtypen. die sich bisher� auf jhrem eigentlichen Gebiet unbedingt bewährt haben. Aber nicht auf dein Ozean, das ist der springende Punkt. Der Begriff Hochs«»- fähiahinkt vorläufig noch: das haben wir voriges Joh� beim«eeslugwettbewerb in Warnemünde gesehen. Von zwei Flug- zeugen gleichen Typs bestand nur eins die Seetüchtigkeitsprüfung, das andere konnte dem Seegang nicht standhalten. In dieser Hinsicht hat sich bisher kaum etwas geändert. Die beiden Severa-Flugzeuge sind Zweischwimmer-Maschinsn. Auf ruhigeren Ge- wässern als es der Ozean ist haben sich Schwimmerflugzeuge gut bewährt: sie find aber iiichtdergeeigneteTyp fürOzean- flüge. Beide Flugzeuge haben vor Horta(Azoren) mehrfach oer- sucht, mit voller Belastung aus dem Master zu kommen, es ist ihnen jedoch nicht gelungen, lind schließlich ist die Heinkel-Maschin« kürzlich ein Opfer des höhen Seeganges geworden und auch die andere wurde beschädigt..» Das mehrmotorige Kwgboot. Ehe man jedoch an neue Versuche herangeht, sollte man zunächst erst einmal den Flugzeugtyp schaffen, der ein.zig und allein für den Ozeanslug geeignet sein dürfte. Dies ist zweifellos. das mehrmotorigeglugboot bzw. feine in größere Ab- Messungen gehende Weiterentwicklung, die man vielleicht analog dem Schiffsbau als Flugschiss(nicht zu verwechseln mit L u s t schifs) be- zeichnen kann. Die Verwendung mehrerer Wotore— mindestens drei— ist von, Standpunkt der Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit eine Notwendigkeit. Di« Konstruktion muß unbedingte Hoch-« seefähigkeit auch bei stärkstem Seegang gewährleisten. Es be- stehen ia auch in Deutschland Absichten. Ozean-Versuchs- flüge mit Flugbooten auszuführen. Dem Bernehmen nach sollen die bisherigen Wsrkstattflüge dieser Boote zu vollster Zu- frtedenhest ausgefallen fein. Aber es darf nicht überfehen werden, daß dies« Boote ihre Ozeanseefädigkeit erst noch unter Beweis zu stellen haben. Don großer Wichtigkeit stt weiterhin die Verdes- serung der Navigationsinstrumente. Don ihnen ist der Transozeanflug wie auch der Nachtflug in hohem Maße ab» hängig Man sollte aber solange von allen weiteren Versuchen ab> sehen, bis nicht all die Hilfsmittel einwandfrei geschaffen find, di� für solche Expeditionen unerläßlich sind. Karten erwarb. Von den angewiesenen Plätzen aus war so wenig von der Bühne uckd der Handlung des Stückes zu sehen, daß unser Gewährsmann aus den Besuch verzichtete. Er hat asto zu den verlorenen 6 M. noch das Geld für Programm, Garderobe und Fahrt unnötig ausgegeben. Er meint, daß ein Viertel des Kassenpreises für diese Plätze noch zu hoch sei, und er ist serner der Anficht, daß die Plätze nur deshalb unter marktschreierischer Reklame angevriesen werden, weil dos Metropoltheater sie sonst überhaupt nicht los werden würde. Im Großen Schauspielhaus, so schreibt unser Abonnent, würde den Besuchen! so etwas nicht geboten, obwohl es auch Plötze zu„halben Preisen" anbietet. Das gestützte Haus. Ein Unglück kommt selten allein. Die Einsturzgefahr des Grundstückes Große ffrank-- f u r t e r Straße tzö. über die wir im gestrigen Abendblatt aus- führlich berichteten, konnte im Laufe der frühen Nachmittagsstundeu behoben werden. Rundhölzer und Balten, die den morschen steinernen Haupt- pfeiler umgeben, find fest verankert worden und schließen jede weitere Gefahr aus. Da keinerlei Bedenken mehr bestanden, wurden die über der Unfallstelle auf der linken Hausseite gelegenen W o h- nungen von der Baupolizei ebenfalls freig«- geben, und die Mieter konnten ihr« Räume wieder beziehen. Unser« Annahme, daß bei den llmbauarbeiten nicht mit der notwendigen Umsicht bzw. B o r s i ch t verfahren wurde, erhält durch,«ine amtliche Mitteilung des Städtisch?,, Rachrichtenamtes ihre volle Bestätigung. Es heißt darin:„In der Großen Frank- furter Straße 89 wird ein Loden ausgebaut. Zu diesem Zweck sind tragende Mauern entfernt nnd das darüber liegende Mauer- werk durch Unterzüge abgefangen worden. Der Auslagerteil für die Unterzüge ist am 29. November in den Morgenstunden unter der schweren Last gebrochen. Der Umbau wurde von der Baupolizei genehmigt. Für diese schwer belasteten Pfeiler waren Hartbrand st eine in Zementmörtel vorgeschrieben. Der Bauausführend« hat ober den Pfeiler nicht so wie vor- geschrieben ausgeführt, sondern das alt« Mauerwerk stehen gelassen, das aus Feldsond st einen in Kaltmörtel vor etwa 190 Jahren hergestellt war. Unter der Last sind die schwach gebrannten Feldsandsteine zerdrückt worden. Zur Sicherung des Hauses wurde auf Beranlasstmg der Baupolizei ber schwer belastete Pfeiler durch schnell berbeigeholte Holzsteifen «ntlaftet. Bisher Ist noch nicht entschieden, auf welche Bauweise das aus den Holzsteifen bestehend« Provstorium abgelöst werden soll. Ein Unglück kommt selten allein! Kaum war die Einsturz- gefahr behoben, da mußt« die Feuerwehr am Nachmittag nach derselben II n glucks st ätte ausrücken. Das Haupt- abzugsrohr eines Ofens lag zu dicht an zwei Stützbohlen, dt« Feuer fingen. Der Brand konnte jedoch schon nach kurzer Zeit gelöscht werden._ Erfolgreiche Klwaelfahrer. In die.„höhle des Löwen" wagten sich Klingelfahrer in Char- lottendurg hinein. In den Nachmittagsstunden öffneten sie, wäh- rend niemand zu Hause war, mit Dietrichen an der Wohnung «ine» höheren Kriminalbeamten em gutes Sicher- heit»schloß, suhlten sich wohl nrckit recht sicher, arbeiteten mit großer Eile, machten aber tennoch für mehrere tausend M o r k B» u t e. In die Hände fiel ihnen besonder» altes zivoln kotiges Silber, darunter eine große Suppenkelle mst altertümlichen Berzierunaen und 20 Eßlöffel. Einer der Löffel ist graviert 30, 0. 83. Einige«tücke tragen ein altes Fam-lienwappen mit dem Hakenkreuz. Einen großen Kasten m t Alfenidebestecken nahmen die Verbrecher ebenfalls mit, weil sie die Sachen ohne Zweifel für Silber gehalten haS.n. Der Kasten ist mit schwarzem Kostka bezogen und innen mit blauer Seide ausgeschlagen. In der Ba b e ls be r g er S t r a ß« drangen die Spej'alisten mit einem Nochlchliissel in eine Wobnung ein. sicherten sich gegen Ueberrafchung, indem sie eine große Truhe vor die Ein- g a n g s t ü r schoben» fanden die Schlüssel zu den Behältnissen nnd stahlen u. n, au» einer Kassette, die sie erbrachen, fü r 1 0 000 M Ring«. Armbänder, Broschen und andere Schmucksachen. Als sse Leute die Hintertreppe heraufkommen hörten, räumten sie die Tnihe schleunigst weo und verschwenden über die Vord-rtreppe. Mitteilungen zur Atsskläruna an Kriminalkommissar Kanthack. Dienststelle».1. im Polizeipräsidium. volkwocheufcka«. In den Manovok.nsibtsvkelen. Beter»- burger Ttra»e»i. lirsst zurceit die untc AuSaabe»n Boltswech-nschnii. S\t »«ürtAllmabmen von Sn UefinfchtPntiwiuniiliitifiroodctn?en Schneidern gearbeitet, zu staunend jilligen Preisen Herren-Geh- und Sportpelze. Besonders billig: Pelz- sacken, Pelzmäntel im Leihhaus Lowick:, Prinzenstraße 105. eine Treppe. 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So liebenswürdig und freundlich mich Przybyszewski auch empfing, ich vermochte doch nicht— auch später nicht— jenes Gefühl der UnHeimlichkeit zu überwinden, das von diesem knochigen, großen Mann mit dem eckigen Schädel, dem blonden Spitzbart und den flackernden Augen ausging. Mit sprunghaften Schritten durch- maß er, die Hände in den Hoä'ntaschen verkrampst, Kops und Ober- körper wie zum Sprung« givuckt, unermüdlich den Raum. Und unermüdlich blieb auch das nÄst von ihm allein bestrittene Gespräch. Nur zerriß er es wiederholt jäh und unvermittelt, sprang zum Flügel, knallte sich aus den Ätuhl und spieste mit mächtigem tasten- anschlag ein paar Akkorde Ähgpin. Dann wieder zurück zu dein sprunghaft ausholenden Auf- und Niederschreiten im Zimmer, zurück zum Gespräch, wo wir es unberbrochen hatten Und wieder Chopin. Und wieder rasende Schritte durch den Raum, die nur allzu lebhaft an das Eingesperrtsein des Tigers im Käsig erinnerten. Ganz Sota nist, ganz Dämon, ganz Urgewalt. Przybyzsewski hotte damals gerade seinen in allen litorarischcn Lfreisen aufsehenerregenden „Vigilien" geschrieben. Wie er mir erzählt«: ohne Unterbrechung, ohne Schlaf, ohne Speise, ohne Trank— bis auf einen gelegentlichen Kognak. Fieberhaft und fliegend war alles an dein Manne: fein Gang, feine Gesten, seine Sprache. Und so oft ich ihn besuchte: der Eindruck blieb immer der gleiche. Nur«inmal, als die übliche Ebbe im Geldbeutel durch keine Kilnstlerleichtlebigkeit sich gemütsmäßig ausgleichen lassen wollt«, war es anders. Holger Drachmann war nach Berlin gekommen und hatte eine Anzahl junger Künstler zu Raffo litalienifche Weinstube Unter den Linden) eingeladen. Ich ------- v. �.........-— und i«n Stachs— so nannten ihn die Angehörigen des engeren Kreises— inachte, so gut e» damals bei ihm möglich war,»flugs Toilette und die schöNj; Norwegerin zog weiße Glaces über die schmalen Hönde. Später, als ihn die Norwegerin verlassen hatte, besuchte ich ihn nochmals. Er haust« oben im Norden Berlins am Wedding. Wohl bei einem Derwandten, denn das Türschild an der Klingel trüg gleich falls den Namen Przybyszewski. Seine Art hatte sich auch bei diesen letzten Besuche nicht geändert. Amerika schon im 6. Jahrhundert entdeckt? Aus dem Jahre 565 n. Chr. ist uns ein seltsamer Reisebericht des irischen Bischofs Brennain Mac Fingonlas, dem späteren St. Brandau, überliefert; der bisher als eine Fabel angesehen wurde, höchstwahrscheinlich ober ein Originalbericht von einer vorkolumbischen Entdeckung Amexjkäs ist. Der bekannte Polarforscher Dr. Charcot besuchte in den Iahren 1313/14 und das zweite Mal 1925/26 die Insel Jan Mayen. In der Beschreibung dieser Reisen kommt er zu dem überraschenden Er- oebnis, daß diese« Jan Mayen die rätselhafte St. Braudans-Inscl sein dürste. Der Bischof beschreibt diese Insel von allen Seiten, und diese Schilderung stimmt mit dem überein, was Dr. Charcot vorfand. Ms erstes Wahrzeichen der Insel sah St. Broudan richtig einen riesigen Berg im Norden aufsteigen. In der Tat erhebt sich auf der Jiffel ein gewastiger Berg bis zu 2545 Meter über das Meer. Weiter sah der Bischof jenen steilen Abfall zum Meer, der cii«r kohlschwarzen polierten Maus gleicht. Mehr als 200 Vulkane krönen diese Maus, und sie mag auf die irischen Mönch« einen fürchterlichen �Eindruck gemacht haben: denn sie hielten sie für den Eingang zur Hölle. Sollte Dr. Charcot mit seiner Vermutung Recht hoben, so hätten also irische Mönche bereits um 565 Amerika: entdeckt. Der Löffel. Bon Gideon Gössel e. Bei Geheinirat Strcbling war große Soiree.?luto aus Auto fuhr an der Aussahrt der eleganten Villa vor. Dienstbeflissene Portiere geleiteten mondän gekleidete Frauen und schwarzbesrackte Herren vom Wagen ins Haus. Zuletzt war E r gekommen. Rudolf, der Dichter, zu dessen Ehren die Abendgesellschaft gegeben wurde Rudolf war«in Jugendfreund des Geheimrats. Sie hatten die gleiche Schulbank gedrückt. Beide stamtnten sie aus armen und ärmsten Berhältnlssen und hatten Not und Sorge scheffelweise in sich hineingefressen. Und beide hatten sie sich unter Anspannung aller Kräfte zu ihrer heutigen Position emporgearbeitet. Der eine war ein gcschickier Arzt und Chirurg geworden, der andere ein weit- bekannter Schriftsteller. Wa« sie aber strenge schied, war ihre beiderseitige Lebens- nnschaunng. Während der Geheimrat die Derhältnisse, aus denen er kam, als einen dunklen Punkt betrachtete, den es aus jede Welse zu verschleiern galt, sah der Dichter seinen früheren Lebensweg als eine Schule au, die er nicht missen wollte. Während Strebling der Erkenntnis huldigte, daß der am besten vorwärts komme, der am brutalsten die Ellbogen zu gebrauchen verstand, hoste Rudolf ge- lernt, in jedem Lebewesen die mitleidende Kreatur zu erblicken. Und während der Arzt seine gesellschaftliche Stellung zäh hielt und sich in ihr wohlzusühlen begann, sah der Dichter in ihr lediglich eine Kammer, die er wie so manche andere auf der ZLanderung seines Lebens durchschritt und in der keine bleibende Statt für ihn war. Stolz führte der Geheimrat den Jugendfreund, den er nach jahrelangem Getrenntsein per Zufall wieder getroffen hall«, durch die be ll erleuchteten Räume seines Hauses. Strahlend stellle er den be- rühmten Dichter jedem einzelnen seiner Gäste als seinen intimen Freund vor. Er bemerkte gor nicht, wie diesem die Situation unge- mütlich zu werden begann und wie er sich danach sehnte, aus der gedunsenen Sltmosphäre herauszukommen. Nach dem Esse» saß der Geheimrat mit seinen Gästen im Musik- zimmer zusammen. Ein junger Klaviertünstler hatte sich freudig und gerne hören lassen. Jetzt wurde Rudolf gebeten, etwa, aus s-meni Leben zu erzählen. Rudolf lehnte mit einer nichtssagenden Entschuldigung ab. weil es ihm widerstrebte, Erlebnisse einer Gesell- schaft preiszugeben, die nur genießerisch unterhallen und nicht menschlich gesessest sein wollte. Als ihm diese Weigerung jedoch einen strafenden Blick seines geheimrättichen Freundes eintrug, raffte er sich auf und begann zu erzählen: .Es war in meiner Bagabundenzeit, als ich in dem Obdachlosen- osyl in der Fröbolstraße zu Bertin zum erstenmal einen Besuch ab- stattete, nicht um Studien zu machen— wie die Herrschaften viel- leicht meinen—, sondern weil mich ein ganz gewöhnlicher Feld-, Wald- und Wiesenhunger dazu trieb. Meine Damen und Herren, ich sehe Ihren entsetzten Gesichtern an, daß Sie noch niemals in Ihrem Leben Hunger gelttten und in einem Obdachlosenasyl genächtigt haben. Da versäumten Sie ganz entschieden etwas, um dessentwillen ich Sie von ganzem Herzen bedauere." Eine ältere Dame, die Gattin eines adeligen Rittergutsbesitzers, hüstelte hörbar, weil sie sich provoziert fühlte. Ein würdiger Direktor schüttelte bedenklich mit dem Kopf. Und der Geheimrat meinte mit koilventionell lächelnder Miene, daß Rudolf lieber über ein anderes Thema, z. B. über seine Reisen, sprechen solle. Doch Rudolf ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Ich spreche ja gerade über«ine Episode, die Ich auf der Reise meines Lebens erlebte," tat er die Bemerkung des Geheimrats ab. Er fühlte in sich eine dumpfe Opposition gegen die kristallenen Lüfter und gegen die seidenen Vorhänge heraufsteigen. Er lehnte sich gegen die Gesellschaft rings um Ihn herum auf, bei welcher der Mensch erst da anfing, wo er imstande war. mit Frack, seidener Binde und Glacehandschuhen auszutreten. Ruhig sprach er weiter: Es war gerade Mittagszeit, als ich im..Familienheim", diesen freundlichen Namen führt das Berliner Obdachlosenasyl, ankam. Nachdem ich im Ausnahmebureau registriert worden war, wurde ich über einen gefängnisartigen Hos hinweg nach einem nebenan- liegenden Gebäude geschickt. Dann ging es einige Treppen hoch und verschiedene Korridore enllang zur Essenempfongsstclle. Dort standen ein paar Dutzend Leute in Reih und Glied. Ich schloß mich hinten an. Es wurde mir ein blecherner Napf in die Hand gedrückt. Ich erhiett eine gut riechende Kartoffelsuppe verabreicht. Ein an- sehnlicher Würfel Gefrierfleisch wurde noch nachträglich dazugeton. Ein Beamter in weißem Kittel probierte die Suppe. Das Personal arbeitete ruhig, freundlich, lautlos, exakt. Jetzt wurde ich in einen großen Saal gewlesen, der anscheinend Speiseraum und Tagraum zugleich war. Und hier hatte ich ein Erlebnis, das mich bis ins Mark erschütterte und das ich niemals vergessen werde, selbst wenn ich hundert Jahre all würde. An langen Tischen und aus Bänke» an den Wänden enllang saß die„Familie". Es waren junge Menschen in zerlumpten Klei- dern mit stumpfen Gesichten,. Und es waren aste Menschen in zer- lumpten Kleidern mit stumpfen Gesichtern. Eine Resignation, eine Trostlosigkeit, ein Leiden lag in der Lust, das mir die Kehl« zu- schnürt«. Kaum ein Wort wurde gesprochen. Eintönig und monoton klapperten die Löffel der gierigen Csser auf den Blechgeschirren. Und doch hörte ich hundert- und tausendstimmig wie von Fanfaren ge- schmettert jenes Wort durch den Saal gellen, das der große Tolstoi in die Welt geschleudert haben soll: Warum muß das olles so sein?! Ein junger Mensch, der mir zur Seite saß, grinste mich blöde an und fragte, warum ich nicht esse. Obwohl mir der Appetit ver- gangen war, wollte ich meinen Blechnapf leeren, um kein Aussehen zu erregen. Da entdeckt« ich, daß ich keinen Lössel hatte. Ein Wärter, den ich daraus aufmerksam machte, wollte ein Geldpfand haben, das ich nicht bezahlen konnte. Alle meine Ueberredungskünste konnten ihn nicht bewegen, mir einen Löffel ohne Pfand auszu- händigen. Von einem alten Mann, der mir gegenübersaß, war bemerkt worden, wie ich mich bemühte, mein Essen ohne Löffel mit Hilse der Finger hinunterzuschlingen. Sein Haar war schlohweiß und hing ihm in klebrigen Strähnen in die Stirn. Sein Gesicht war blatter- narbig und unrasiert. Aus dem Mund lief ihm der Speichel und tropfte auf den Tisch. Mit einer Geste unsäglich rührenden Mitleids bot er mir seinen eigenen Lössel an. Um ihn zu säubern, leckte er ihn init seiner geschwollenen Zunge ab. Dies war fast mehr, als ich ertragen konnte. Am liebsten wäre ich aufgestanden und davongelaufen. Doch das hätte bestimmt den asten Mann verletzt, der mir einen Dienst hatte erweisen wollen. Dankend nahin ich den dargereichten Löffel in Empfang. Heimlich und verstohlen wischte ich ihn an meinem Taschentuch ab. Und dann hotte ich mich so weit überwunden, daß ich mit dem Löffel des asten Mannes langsam Bissen für Bissen essen konnte. Ich tat es als lebendiges Zeichen dafür, daß ich mich dem Greis als Menschen- bruder zugehörig fühlte. Der Name„Familienheim" hatte für mich plötzlich einen Sinn bekommen. Mauern von überkommenen Bor- urteilen und Wände selbstischen Dünkels waren in mir zusammen- gebrochen. Ueber dem Löffel des alten Mannes, meine Damen und Herren, bin ich zum Dichter geworden!" Eine Biertelstunde später hatten sämtliche Gäste das Haus des Eeheimrats verlassen. Die adelige Rittergutsbesitzersehefrau hatte ihr Aufbrechen mit einen, 2lnfall von Kopfweh entschuldigt. Der Direktor erwartete plätzlich in einer halben Stunde einen nächtliche'., Tclephonanruf. Die übrigen fanden womöglich noch bessere Aus- reden. Alle vermieden sie geflissentlich, dem Dichter Rudolf die Hand zu geben, der es gewagt hatte, sie mit den Insassen eine« Obdach- losenasyls zu vergleichen. Als letzter war Rudolf weggegangen. Der Geheimrat aber hatte sich in sein Arbeitszimmer zurückgezogen. Dort saß er in einem Lehnsiuhl u,.d hatte die Hände vors Gesicht geschlagen. Wollen wir ihn darüber trauern lassen, daß er einen gesellschaftlichen Mißerfolg gehabt halle, oder soll er sich daran erinnern, daß er muh einmal zu Berlin in der Fröbelstraße aus der„Familienbank" gesessen hatte? Schlechte Börsen. Nie Spekulation ist unter sich.- Die Verzinsung ist schlecht und Geld sehlt! Seit Wochen, ja seit Monaten kommt an der Korse kein richtiges choschäft mehr auf. Die Iubetstimmuny �vom Frühjahr ist gründlich oerflogcn und die Kurse fallen— langem ober stetig. Immerhin liegen die Kurse zum Teil auch heute>nnch höher als zu Anfang dieses Jahres, aber das in der folgendcv Housseperiodc ganz und gar überspannte Mißverhältnis der Preise für die gehondelten Aktien und der gezahlten Dividende ist durch dle letzte Kursentwicklung doch schon ziemlich berichtigt. Der Abslieg der, Kurse. Wie aus der folgenden Tabelle hervorgeht, ist die Anglei- chung der Akticnrendite oo den inzwischen wieder ge- stiegencn Pandeszinsfuß. der entspreckipnÄ dem Rcichsbankdiskontsatz mit zirka 7 Proz. anzusehen ist, bei den zwei aufgeführten Bank- aklien durch die Borfenbcwcrlung bereits vollzogen. Bei den Indu» ftriepapieren geht dos aus fpälcr zu erörternden Gründen langfnmer, aber die Tendenz der Kursanposfung an den wahren Wert der Unter- nehmunzcn ist nicht zu verkennen. IkKte Zl.Sq. 31©Ärz HO, 31. 25. Rcndit- '■©in ib. 1926 1927 Juni?lug. 91on% ltn Prozenl) Deutsche Bank. 10 101 100 � 166 160 147 6.8 Somm. u. Pr.-Bk. 11 227 208 184 173 150 7�5 chapag.... 6 185. 150 141 149 130 4.6 Ilfe Bergbau.. 8 260 325 284 261 180 4,45 ,m-Farben.. 10 324 315 289 294 240 4,17 MG..... 7 170 172 187 184 145 4,8 Ber. Glanzstoff.. 15 357 600 676 685 500 3,0 Schulth.-Patzenh. 15 300 435 434 410 334 4,5 In der letzten Spalts der Tabelle ist ausgerechnet, wie sich dos in den obigen Aktien angelegte Kapital bei den augenblicklichen Kursen verzinst. Dabei ist ober zu beachten, daß die tatsächlich ver- teilte Dividende und auch der Aktienkurs über den i n n« re n W er t eines Unternehmens zunächst nichts aussagen. Die Dividenden- politik der Zlkticngesellschafjen ist ein Kapitel für sich. Andererseits ist für den Erwerb der Aktien vielfach nicht die Rücksicht auf die ge- zahlie oder zukünftig zu erwartende Dividende maßgebend. Wenn die Industriellen zur Ausdehnung il�res Machtbereichs oder zur Ab- rundiing ihres Eftektenbcsitzes Aktien anderer Gestllfchaftcn kaufen oder wenn die Spekulation heute Papier« kauft, um sie morgen mftdor zu verkaufen, so spielt die Dividende dabei die geringste Rolle. So ist es möglich, daß bei reichlicher Kreditgewährung durch die Bänken— und die Börsenspekulation arbeitet in der Hauptsache mit Kredit die Kurshöhc über die Rentobilitätsgrenze weit hinaus- getrieben wird und die Verzinsung unter den allgemeinen Landes- Zinsfuß sinkt. Ganz anders ist das Publikum— also die Bankenkundschaft—. das dem Börfenmorkt als Abnehmer zu dauernder Kapital- onlage erst die Grundlage gibt, an der Rentabilität der gekauften oder zu kaufenden Papiere interessiert. In demselben Maße, wie die Rendite zu niedrig wird, bleiben die Anlagekäuse des auf«nt- sprechende Derzinsung reflektierenden Publikums aus, die Nachfrage verringert sich, während das Angebot der auf Realisierung der Gewinne bedachten Esfektenbesitzer wächst. Die augenblickliche Lörsensituation liegt so: Der Anlogekäufer fehlt, dos spekulierende Publikum ist durch die bereits erlittenen Börfenverlufte vorsichtig geworden und verhält sich abwartend. Die Spekulation ist unter s i ch und beherrscht den Markt, versucht aus der täglichen Gestaltung van Angebot und Nachfrage Gewinn zu ziehen und beschränkt sich im übrigen darauf, durch Meinungskäus« und Meinung?- mache die Kursentwicklung auf kurze Zeit in ihrem Sinn« zu beeinflussen. Ohne größere Beteiligung des Publikums ist ein« nachhaltige Belebung des Börsengeschäftes aber nicht zu erzielen. Wenn die fest- verzinslichen Papiere eine Rente von 8 Proz. und mehr abwerfen. bietet eine Aktie, die sich mit 3 Proz. und 5 Proz. verzinst, als Dousranlage wenig Kaufreiz. Aber auch die seswerzinÄichen Wertpapiere finden keinen Absatz. Das ist«in Beweis dafür, daß die augenblickliche Börsenentwicklung im ganzen noch von anderen als nur Rentabilitätsgründen bestimmt ist. Die Houptursache liegt in der Geldknappheit. Einmal bedingt die Konjunkturbelebung für die vermehrt« Pro- duktion und zur Bewältigung des gestiegenen Umsatzes die Heran. Ziehung gr ößerer Mittel, die sich viele Unternehmer durch Berkaus ihres Effektenbesitzes verschaffen. Da, verstärkte Angebot an der Börse geht zum Teil aus solche Industrieverkäufe zurück. Aus der anderen Seite fehlt es an Geld, dieses vermehrte Angebot aufzu- nehmen. Die Kapitolbildung konnte mit dem steigenden Geldbedarf für die Konjunktur nicht Schritt holten: dos Auffüllen der so entstandenen Kapitallücke durch die Aufnahme von Aus- landsanleihen wird aber immer mehr erschwert. Daher stammt die Kapitalknapphcit, die naturgemäß auf die Börse über- greift und die den Zinssatz noch oben treibt. Dos Steigen der Zins- sätze zieht ober wieder fallende Börsenkurse nach sich, da die natürliche Tenden,; der Knrsentwicklung auf Ungleichung des Kursniveavs an den Landeszinsfuß gerichtet ist. F. D. Das schweigsame statistische Amt. Was sogt der JieichSwirtschastsmintzter? Wir haben am vergangenen Mittwoch darauf hingewiesen,, daß das Statistische ReichMnt im letzkrä Heft von„Wirtschaft und StälffM' in einer dein--Ansehen uiiidj der Objektivität ÄNstD widSriprechenden Weise gegen die Sst t ä i i(ftfÄ/J«d»,? ä'f f e n»- I i ch c n Hand und über die wirtschaftliche Bödeutüng der öfseni- lichcn Unternehmungen sich geäußert hat. Wir hätten es begrüßt, wenn das Statistische Reichsamt die Gelegenheit ergriffen hätte, sein sachlich iinbegrüniestes und in der politischen Wirkung ten- denziöscs Vorurteil zu revidieren und damit zum Ausdruck zu bringen, daß ihm Objettiviläl und Zurückhaltung von einseitigen, nur' den Auffassungen der Privatwirtschaft Rechnung tragenden Urteilen«iNc Selbstverständlichkeit sind. Diese Erklärung ist bisher noch nicht erfolgt. Es ist kein Zweifel darüber, daß diese einseitige Stellungnahme gegen die öffentliche Wirtschast nicht nur von erheblicher innen- politischer, sondern im gegenwärtigen Zlugcnblick auch von einer ganz besonderen außenpolitischen Bedeutung ist. Dieser Talsache muß sich auch das Statistische Reichsamt bewußt sein. Wie müssen heute fragen, ob sich der Präsident des Reichs- amts. bzw. seine Beamten für befugr halten, durch einseitige Kommentare Wirtschaftspolitik zu tr erb e n? Wir müsseil den Herrn Reichswirtschaftsminister serner fragen, ob es ihm erwünscht sein kann, daß das öffentliche Vertrauen in Dcutschtand in die amtliche Statistik des Reiches durch derartige Eiyseitigkeitcn erschüttert werden darf? Wir hatten leider schon vielsach Gelegenheit, auf der- artige gefährliche Unzulänglichkeiten der amtlichen statistischen Reichsbehörden hinzuweisen, ohne daß es möglich scheint, daß das Statistische Reichsamt derartig« Entgleisungen selbst verhindert. So wie bisher kann es nicht weitergehen. Und es ist erforderlich, daß sich die kompetenten Stellen der R e sich s r e g i« r n n g und eventuell auch der Reichstag»m die Dinge k um m c r n. Sechster deutscher Bauhüttentag. Der Ausschwung der sozialen Baubetriebe Berlins. Bom 27. bis. 20. Rovember� findet in Berlin der sechste deutsche Bäuhüttentog statt. Die Tagung wird am Sonntag nachmittag, 16 Uhr, im Plenarsaal des vorläufigen Reichswirtschaftrates er- öffnet. Nach einer Begrüßungsansprache des Genossen Pacplow, dem Vorsitzenden des Aufsichtsraies des Verbandes sozialer Bau- b-triebe, dem alten Führer der deutschen Bauarbeiter und dem Vor- sitzenden der Bauarbeiterinternatianale, wird Reichswirtschafts- minister a. D., Genosse Robert Schmidt, einen Vortrag hallen über den Kampf der kapital! st ischen Interessenoer- bände gegen die Gemeinwirtschaft. Am Abeich um 10 Uhr vereinigen sich die Teilnehmer der Tagung im großen Fest- saal des Berliiier Gewerkschoftshauses in einer geselligen Au- sommenkunfi, an der der Junge Chor, der Sprech- und Bewegung,- chrr. der Berliner Bolksbühne und bedeutende künstlerische Kräfte mitwirken werden. �icic.r Gelegenheit sei auch auf den bedeutenden Aufstieg hmgewiesen, den die sozialen Baubetrieb« im Bezirk Berlin nach den jetzt gedruckt vorliegenden Berickten im Jahre 1926 zu verzeichnen holten. Wöhrend die Zahl der Unternehipungen gegenüber dem Vorjahre sich im wesentlichen gleich geblieben"fft. bat sich die Zaol der Beschäftigten, die Größe der Leistungen außer- ord�nllich«rhpht. Die Beschästiguno lag während des Jahres 1926 im Durchschnitt um 5 0 Proz. höher als im Vorjahr, so daß auch dos letzte Jahr zeigt, wie die sozialen Baubetriebe einen standig wachsenden Anteil an der allgemeinen Bauwirffchaft er- ringen. In beiden Iahren lagen die niedrigsten Beschäftigungs- zi"-vn i«, Bezirk Berlin im Monat Januar. Aber st« fft im Jahre 1926 von 1586 aus 1954 Personen gestiegen. Die Höchstbeschasti- gungszisser lag 1925 mit 2735 Personen im August, sie hat sich im Jahr« 1026 für Oktober aus 4192 Personen e rst ö h t. Auch der Gesamtumsatz wurde im Jahre 1926 um-50 Proz. g e- steigert und hat rund 24 Vtillionen Mark erreicht. Dabei ist der �Anteil der�gem e i n n ü sti.g c n UmernchmunoeN(Bau- und Sied- lungsgeirastenschasten. Konsitmderäkne, Gewerkschäftent am Gesamt- '-»umsatz von etwa 75 aus rund Vc PrdZ- gestiegen. Zwar sind die Ueberschüsse im ganzen niedriger als im vorigen Jahr. Aber die Anlagowerte sind um 45 Proz. von 1,26 Millionen aus 1,84 Mil- lionen, die Betriebswerk um 50 Proß von 5,59 Millionen aus 8,43 Millionen erhöht. Die Bauhütte Berlin, Baugesellschaft m. b. H., und die Deutsche Bauhütte G. m. b. H., Berlin, schauen als größte Unternehmungen des Bezirks aus eine» bedeutsamen Aufstieg zurück. Die Höchstzahl der Besckiäftigten ist bei der Bauhütte Berlin von 608 aus 782 Personen, der Jahresumsatz von 3,8 Millionen auf 5,15 Millionen, die produktive Lohnsumme von 1,3 Millionen aus l,7 Millionen gestiegen. 581 Wohnungen wurden im Jahr« 1026 sertiggestellt. Die größten Bauaufträge liegen vor für das Bau- geländc Kursürsten-damm, Lehmner Plag, in der Siedlung Eichkamp und in Neukölln. Die Deutsche Bauhütte K. m. b. H. steigerte die Höchstzahl der Beschäftigtei: von 918 aus 1314 Personen, den Jahresumsatz von 3,4 Millionen aus 6,3 Millionen, die produktive Lohnsumme von 0,07 Millionen auf 1.63 Millionen. 1028 Wohnungen wurden 1026 serriggestellt. Die bemerkenswertesten Bau- austrage liegen in den Großsiedlungen Berlin-Britz und Berlin- Zehlendors. Der sechste deutsche Bäuhüttentog wird eine große Menge er>i st er kaufmännischer und organisatorischer Fragen zu besprechen haben. Sein« Berhandlungen können aber von der Zuversicht getrogen sein, daß der große Auffchwung, den die sozialen Baubetriebe Deutschlands bisher genommen haben, auch in der Zukunft fortdauern wird. Akiuelle Wirifchastsstudien. Neue Veröffentlichungen des Instituts für Konjunktur- forschung. Das soeben veröffentlichte zweite Ergänzungshest des Instituts für Konjunkturforschung für das Jahr 1927 entHall drei Unter- suchungen, von denen man erfreulicherweise sagen kann, daß sie nicht nur hochakluelle und wirtschastspolitisch wichtig« Gegenstände bc- handeln, sondern auch zu fruchtbaren Ergebnissen führen. Universitätsprofessor Dr. Lederer behandelt die Frage„M onopolc und Konjunktur�. Er untersucht den wichtigen Zusammenhang zwischen einer sich ausbreitenden Monopol- politik und dein Kanjunkrurverlaus einer Volkswirtschaft: Die Wir- kungen der verschiedenen Maßnahmon der Monopolpolitit, der Preisregulierung und der Produklionsbeschränkung auf den Zirkulations- prozcß und umgekehrt die Wirkungsmöglichkeiten auf die Politik der Monopole, die durch den Wechsel der Konjunktur bedingt sind. Eine Arbeit besonders eigenartiger und mutiger Prägung gibt Staatssekretär a. D. Professor Dr. Hirsch in seinem Versuch eines Versuches, methodisch und zahlenmäßig den Umfang des nationalen Betriebskapitals zu bestimmen. Er geht dabei von dar sehr kühnen, aber bald außerordentlich plausiblen Theorie aus, daß die Größe des Betriebskapitals in einer Volkswirt- schaft gleich den vorhandenen Warenvorräten zuzüglich der Deckungs- i mittel für die Währung ist. In sorgfältigen Untersuchungen kommt er zu einer Schätzung der gesamten deutschen Warenvorräte von rund 30 Milliarden Mark für das Jahr lOÄ und untersucht dann weiter die Bedeutung der Vorrotsveränderung für die Konjunktur. Eine dritte Arbeft beschäftigt sich mir den Saison schwan-- kungen in den Umsätzen der Warenhäuser, die für die Beurteilung der konjunkturellen Bewegung der Mattnachfrage der letzten Konsumenten von besonderer Bedeutung ist. Es zeigt sich, daß für die Bekleidung die Monate März bis Mai und die Monate Oktober bis Dezember die zwei Hauptperiode» für die Eindeckung der Konsumenten sind, während beim Hausrat der Hauptmnsatz im Weihnackstsmonat liegt, und für Nahrungs- und Genutzmittel sich Umfatzsteigerungen vor allem vor dem Oster- und Weihnachtsfest ergeben. Das zeigt sich auch besonders bei den Warenhäusern, für die die Frage untersucht ist, inwieweit die Bielseitigkeit ihrer Geschäfte einen Ausgleich der hauptsächlichsten Konsumschwanknngen ermöglicht. Auf die für die allgemeine Wirtschaitspnlitik besonders wichtigen Arbeiten von Pros. Ledercr und Pros. Hirsch werden wir noch ausführlich zurückkommen.__ Sanierung nach großen Verlusten. Oer Bamog-Berlin ist die industrielle Ausdehnung schlecht bekommen. Die Berlin. Anhalter Maschinenfabrik in Berlin- Moabit, kurz Bamog genannt, gehörte vor dem Kriege zu deu rentabelsten Gesellschaften in der Moschinenindustrie. Auch die In- slotilfti hatte das Unternehmen verhältnismäßig gut überstanden. Im Jahre 1924 erfolgt« die überraschende Fusion mit der M e g u i n A.- G in Obcrbutzbach- Hessen. Nach der Fusion änderte sich das Krisenoerhältnis innerhalb der neuen Bamaa-Meguin A.-G. sehr schnell. Di« M c gu i n- B e- triebe, hinter denen übrigen? der Saargewaltigc Röchling stand, waren während der Inflation ohne jede Berechnung der?I b satzmöqlichkeiten errichtet worden, und so mußten schon 1025 die hessischen Hauptwerke in Butzbach, die besonders für Bergwerks. anlagen und Kokereiousbauten tätig waren, ft, l l g e l e g t werden. AchNlich erging es den G l e i w i tz« r Betrieben. Dorn,, mcht genug, hatten die früheren Meguin-Werke noch ein« Anzahl großer Auftrage ouszutühren. die schwere Verluste auf Grund falscher Kalkulationen ergaben. �........ Mit diesen Stillegungen und den Verlusten der der Abwicklung der allen Aufträge wurden nun naturgemäß die alten, Verhältnis- mäßig günstig arbeitenden Bomag-Bekrrebe rn Berlin- Moabit Dessau und Köln belastet. Di« Folgen waren naturlich ein starkes Anwachsen der Schulden und hohe Verluste, die jetzt eine Sanierung des Unternehmens erfordern. Wie bekannt wird, siebt der Sanierungsplan eme Zu- sommenlegung des Aktienkapitals von 16,0 auf 5,3 Millionen Mark und zur B-schosfung neuer Mittel«ine Wiedererhöhunä aus 12,0 Millionen Mark vor. Mit den 6.6 M,l-. lionen Mark neuer Gelder soll zunächst ein Teil der etwa 8 M> l- lionen Bankschulden getilgt werden, wahrend die über 10 Millionen Mark»uchgewinne aus der.Kapitalzusammenlegung für Abschreibungen auf die Anlagen verwendet werden. Außerdem sind zurzeit noch etwa 12 Millionen Mark Warenschulde« vorhanden, dagegen ist die Höhe der Forderungen, die in der letzten Bilanz am 30s Juni 1926 7,3 Millionen Mark betrug, nicht bekannt. Der augenblickliche Beschäftigungsstand des Unternehmens fft ausgezeichnet, da durch die Bergbaukonjunktur dem Unternehmen große Aufträge zum Ausbau von Kokereien und Bergwertsanlagen zugefallen sind. Auch die Entwicklung der Gruppen- und Ferngasversorgung wirkt sich bereits in Auftragen von Kommunen und anderen ö f f e n t l i ch e n K o r p e r- schatten aus. Insgesamt wird der vorliegende Auftrogsbestan» aus rund 40 M i l l i o n e n M a r k beziffert, was einem»weniin- holbfachen Umichlag des bisherigen Aktienkapitals entspricht. An und für sich stehen also die Bomag-Betneb« auf durchaus gesunder Grundlag«, die durch die neuen Entwicklungsmöglichkeitelz in der Goswirtschost noch besestigt wird. Teuerung auch sür Gesriersleisch. Nach dem Preisbericht des Fachausschusses für Fleischversorgung betrug der Kleinhandelspreis für pelrorenes Rindfleisch in 13 preußischen Siadten sur ein Kilo im Monat Oktober 1,46 M. g e g e n 1. 4 4 M. im S-ptem. der und 1,42 M. im August. Dk Preise für Fri sich fleffch sind vergleichsweise nicht in demselben Maße gestiegen, so daß sich die Preislage zuungunsten des Gesriersleiiches verfffstechterte. Die Differenz zwischen Frisch- und Gefricrsleischpreisen ist im Oktober aus 41 Proz. oejunkc» gegen 42 Proz. in den Monaten September und August. Auch das Fleisch der kleinen Leute ist also wieder nnteuert worden. Hoffentlich wird aus den noch laufenden Er- Hebungen der Enquetekominilsion bald erkennbar, in wie über- slüssigerwcise der Großhandel zu diesen unnötigen Verteuerungen beiträgt, und es ist nur zu hassen, daß die neuerdings verlchärfk örtliche Preiskontrolle der weiteren Steigerung der Ge- frierfleffchpreife entgegenwirkt. Das neue Filmkonllngent. Wie wir erfahren, hat der Reichs- kommissar für Aus- und Einff-Hrbewilligung die neue,» Richtlinien für die Einfuhr belichteter Kinofilme, welche für die Zeit vom 1. Januar 1928 bis 30. Juni 1929 Geltung haben, nunmehr bekannt- gegeben. Danach werden für diese Periode 260 Berechtigungsscheine für ausländische Filme erteilt. Die Berechtigungsscheine werden wie bisher den Verleihern gegeben: sie sind nicht übertragbar. Die Verteilung an die Verleiher«riolgi in dem Verhältnis, in dem eine jede Lerleihfirma deutsche in den Jahre» 1926 und 1927 zensierte kompensationsberechtigte Spieliilme erstmalig zum Verleih gebracht hat. Für ausländische Lustspiele und Grotesken sowie für aus- ländische Lehr- und Kulturfilme bleiben die alten Bestinnnun-zen in Kraft: Uebergangsbestimmungen tragen in weitgehendein Umfange dafür Sorge, daß aus der Neuregelung unnötige Härten nichr entstehen. Die holzlfeferungen Polens an Deutschland waren durch den jetzt abzubauenden deutlch-polnischen Zollkrieg zwar wesentlich ein- geschränkt, ober doch infolge der guten deutschen Konjunktur und der günstigen Frachilage Polens ziemlich beträcktlich. Das noch den legten Verbondlungen geschlossene Holzabkommen sieht für polnisches Schnittholz«in Kontingent von iVi Millionen Kubikmeter vor. Da in den ersten neun Monaten dieses Jahres die polnische Schnittholzeinfuhr nur rund 2,08 Mil- lionen Doppelzentner, d. h. nicht mehr als 3 0 0 0 0 0 K u b i k- meter betrug, wird die polnische Holzeinftihr sehr bedeutend steigen. Die Gegenleistung sür dieses Kontingent wird be- kamfflich in Erleichterungen für die deuffch« Moschinen- und Fertig- warenclnsuhr bestehen. Der Ankil Polens an der ausländischen Holzbelicferung Deutschlands war gegenüber dem Borjahr von 44 auf 54 Pro.z. gestiegen bei unbearbeiteten Hölzern, von 18 auf 27 Proz. bei längs beschlagenen Hölzern und von 60 auf 80 Proz. bei Eisenbahnschwellen. Dagegen holte sich der polnisch« Anteil an der ausländijchen Schnitt holzeinsuhr nach Deutschland gegenüber dem Voriah r von 20 auf 14 Proz. verringert. .. Rußland will Inlandsanleihen Im Ausland verkaufen. In der bürgerlichen Presie sind große Inserate der Russischen Staatsbank erschienen, in denen die Ausfuhr russischer Inlandsanleihen propa- giert Wim. Oifenbar sucht Rußland seinen noch immer fortdaw-rnd«» großen Kapitalverleg« ndeikn und den Schwierigkeiten, die Rußland bei der Aufnahme von Inlandsanleihen findet, durch die Gewinnung von Anleibezeicbnern im Ausland« zu begegnen. Es wiid mit- geteilt, daß russisch« InlandSanle-ben ausgeführt werden dürs«n. wenn die Bezahlung des Gegenwerts in auslän» bischer Währung, d. h. in Valuta, erfolgt. Den An- leihekick nern wird vcrsp-och-n. daß die Bezahluna der Zinsen und der Tilgungsraten rbenfalls in ausländischer Währung erfolgen wird. Dabei sollen offenbar die Einzahlungen bei dem Ankauf der rutlischen Slnleiben noch der Gold Parität der Tscherwoneizwährung ersolgen. Für Rußland hätte das den großen Vorteil, einen erheb- lich größeren Erlös aus den Anleihen hereinzubekommen, als dies in Rußland selbst möglich wäre, weil die Tscherwonetzwährung in Rußland außerordentlich stark entwertet fft. Diskonlermäßigung in Finnland. Wie aus Helsingfors gemeldet wird, hat die Bank von Finnland den Diskontsatz von 6',2 aui 6 Proz. ermäßigt. XANTHUOVA XANTHI-YAKA XANTHI Z1CHNA MAHALLA CAVALLA PR AVI STA SERRES- DOVISTA SERRES-> SARMUSAKU DUBNITZA KUSCHUKAVAK DJOUMA AYASOLUK LYGDA AK-HISAR SAMSUN- BAFFRA ALATSHAM ERBA'A HENDEK KIRUKOVA PURSUTSCHAN DRAMA-BASMA REEMTSMw fpnffrtrm» fm NICHT KACCTT M%J KRIEGEN weil de üacer Scbqtueng dt te weil(ede ArtSehnheeot iB*Cm>e- ~'' eiteturft nid flott wirtt chic» weil!. Sohlen gesund, weil die C ond wem weil die wasserdicht angenehm, weil sie einen elastischen Gans ohne ErmOdanf bewirken und. weil der FoB keine Unebenheiten und Sternchen durch die Sohle kühlt praktisch, weil die Sohle» mit Leiehüfkeit nnteriedeArtSemihzeog za kleben sind und modern, weil leder fertsehrittlleh veranlagte Mensch die Crepe-Sohlen tragt. und sie nie wieder missen mSchte Durch Crepe-Sohlen zu HSchstleistungen Im Sport Seid sparsam und klug, verlangt nur die echten auf der Plantage selbst fertig hergestellten O R IC■ C KE PC' S O»i UE RUBBER GROWERS' ASSOCIATION. 2.3,4. IDOL LANE LONDON EC. 3. „ lurmsdr.'XSl ör-franMinter SCr.58u.83. [HßaWiditsDielBiisw.j Sonnab.tZS.U 27 Staats-Oper Am Pl.d.Republ. 7'/a Uhr Tronba- dour Stull. SiluBs;iclli. Am OuiUrBttintirU Anf. 8 Uhr: DerKaofmaDQ Sonnab.,25.nJ7 Städtisdie Oper Bismarcks tr. Ai.-Tm.! A»i. 6V, Staat!. Sctiillertb. Charlottenburg 8 Uhr Weh dem der lügt Volks büh ne Iheslir Ii» BülowplatJ 8 Uhr: Tti. am Sdiiftaitöamm 8 Uhr Schieber des Böhms CASINO-THEATER suhr: Lothringer Str. 87 � Klein Hletkersdorf! sü Aouduieldea i Qutschein 1—4 Pers Fauteuil nur 1,10 M.. Sessel nur 1,60 M. Deatsdies Theater Norden 10334—37 SU. Ende 11 U v. Oerh. Hauptmann iqlr. Max Reinhardt Karamerspiele Norden 10334—37 T,, Uhr Ende nach 10 Uhr. „Maya" 'diHn.el na Sinn Cnlllloi Regie: Qaston Baty Dienstag, d. 29. Nov. Zum I. Male 7'/, Uhr Bronx-Cxpreft RrynOdi»od Oaip Dymow Regie: Heinz Hilpert Die Komödie Bismarck 2414/7516 8'/, IL, Ende nach 10 Die Elte von Weit Rom&jic von Ita Cowari Hogi«: Fon'er lartlnagi SsCtAiA CROCK und wwltwre » Internst- Varietdstsra Sonnabends u. Sonntags le 2 rorsteilmulen iK Ii.» Uhr— 3■» iu•rmüBiftwi Preisen das qanze Programm. Piscatorbflhne ldaai. l nolliDdoilplat) Kurfürst 2091/93 Anf. S Ende nach II Raspuli». die Bomantva, der Krieg ggd des Volk, das gegeo sie iDfstand vön Alexey Tolstoi und Schtschegolevr inst Erwin Plscaior Neues Theater am Zoo Täglich 8 Uhr Die Hotelratte Operette v. Brom me A.ia Ssdn. Päd lUidusam Heater des Westens Täglich 8>,'4 Uhr: Frasquila Operette von Lehir Ramrazninger?vi» JsSlowZir I. IL äsrtha Strai SdNhnr.Sfmaukigddarall üroßes Jdianspiellaos. rägl. SU. Dia nsua CHARlLi- Inanenlei an» mit Max Palienberg Ulla Georg Bendov Jankuhn Szike Szakall Verkme ster Veslerneier Jackson Bovs Sonshine Girls Ausst Prof. Stern Dirig. Dr. Rdmer Sonntag nachnltt. 3 Uhr Werner KrauQ in Cneisenan. Kleine Preise. Vorverkanf 10—« Mir Residenz-Theater Tägl 8V, Ubr: Sumpf Sittendrama l.J Akt Sonnäb-u.StgAJTir DornrOschen Jedes Kind erhält ein Geschenk Hose-Theater tühr; Omrischen 8V. Uhr Oner von unsere leut. Heute Eröffnung Wilmersdorf erstr. 54- Tneater In der Kamiiiasiaiitainr. 8 Uhr: Oer große Erfolg! Sdifln sebn wir ansi m. Henry Bender Dönhoff 5083 Fir'ignaiidM aidil«rlnit Sonntag nehm. 4 U Max n. Morlte u. Kasperle-Theaicr 'alUniorj-SütiBea Ots. Künstlcr-Th. 8>. Uhr Chicago Lcssing-Ttacaier 8 Uhr MManim Walhalla-Theai. Täglich 8>i, Uhr- Am Radesheimer SdiloS steht eine Linde Parkett statt 4 Mk. ägl. auch Sofmiags nur 60 Pf. Sonnab. nehm. 4 Uhr Zauberkünstler Cumberland Kimof: Aschenbrödel Parkett v. 30 Pf. an. Lustspielhaus «>/, Uhr „Zaza(< Neueinstudierung Iii. im Admiralspalas I ägllch SV, Ubi 9ALIER- REVDE ..Wann tum wo r 2 Sonntag Vorstellung. 3Uhru.SV,Uhr Itidm. 41» gm»*«r- il»ll»»g i» da Id. Pul» Heute»aitiiii 3V,U.: Märchen-Revue » Aschenbrödel" Kl. Preise 1— 8M. Stg. I\'/,U. Vorm Fnnk-Konz. d.Jazz-Sinf.-Orchj der Haller- Revue Dir, Hans Schindler u.d.Qodwin-Band Alfred Braun persönl.anwcsend sagt d. Progr. an 'reise 50 Pf.- 2 M Planstarium aa Zm fnling. l-atimtlal« Sinti Noll. 1578 Oer Sterneahimmslaul der Reite vet Bertin nach dem ätgutlat Vorführungen: 4'/-, 6, 7V» 9 Uhr. Eintritt I M. Sislarngt.(S lahm I.5DB. Friscu>c>cbiacni junge, prachtvolle Qänse t.10 einzig i.Qeschmack 9 bis 14 Ptd. schwer, Weener. Berlin SO Mariannenstraße 3 t Im Clnsekeller ■gwwttaawBttnazi > Der Clrcua der 100 Löwen der Circns des Voihesi Clrcua Kapitän Schneider spielt jetzt in Moabit, WnlIenwBWraae. Etkß Haiisanfer 2 Minuten vom Stadlbhf. Tiergarten: Nur noch wenige Tage! Uglidi S Uhr.*itt»aa> tmabind, Scualag aoih 3 Uhr. m Tiandiac. Riubüttlll zning ah 10 nm. mm�m Metropol-Th. Tägl.gv, Uhr Paganini üpaistte nn Frau Uhar. JUtj. Elairt Uihtastciii, Letl« IlMltiguo. ftlla Rürty. Arthur Hm, a Am Dienetcp. dem Z2 Nooembct. verstarb pIStzlidi. mitten ou» her Arbeit für bce Allaemeinwcbl d-tcii-. unser lieber Srnosse unb Seiirteieiier Alwin Klawltter Wir bctlOBtn in ihm einen lieben f tennb, der Imrd) fein lautere« fiele ilfäbereites Wesen uns unvergeßlich sein wirb. Wir werben w feinem Sinne weller» arbeiten. i. Bezirk, 77. Abteilung. Ü«»M««->MlI Montag, Den 28. Tteaembac, nachmittag« S Uhr. In Ben Schnlania, SoöflTabe 22 Branchen Versammlung alier in der Geldlchranfwduslne beschäftigten Kollegen. Tageeordnung: I. Beridtt über hie Aibeitsoerhällniiie in ber Branche 2. Dieluiston 8. Derschiebene». E« ist PNicht üuntiicher ttollegen. in blesrr Bersammiung zu ericheinen. Ml!ßMWMhMUN! Montag,»an 28. Uonemdar. nach- mittag» Ö Ahr. t« Serbanbohanfr, CinlcnflcaB*«3 Sfi Vollversammlung. Saaetorbnung: l SteHungnahmr zu unserer LoHniotberung 2. D'stuiswn. vi» orlaaaemattiing. llulllunß8..BävgH. u.Il«k>ämem»i'kiii -egenNaebahmunp gesetii.-eich ertigtselt4S Jnbr. als Spezialität Conrad muier Leipzig-Schkeuditz MASS- Anzüge, Paletots, MSnie! aus la deutschen u. engl. Stoffen von 125.— an, unter Garantie für tadellosen Sitz und Verarbeitung Auf Wunsch Zahlunpserleichterunz HODENHAUS HULLERSTR. 141 U-Bahn SeesiraBe