Abendausgabe Nr. 560 B 277 44. Jahrgang Wöchentlich 70 Pkvniz, monatlich ü,— jicichsmar!, ooeoui zahlbar. Unter ötreirhanb im Zn. und Aineland ö�ORcich-marl vro Monat. * Cec„SiunDörts* mit der illustrier. teit Sonntagsbeilage.Bali und Zeit" foWie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen".„Aua der ffilmwelt". „Stadtdeilage"..Hraucnstimmc", „Der Äinderfreund"..Jugend-Voi- märts".„Blick ui die Viichcrwelt", ..Kulturarbeit" und„Technik" erscheint mochentiiglich zmeimol. Sonntags und Montags einmal. Berliner L?olWblatt Gonnabend 26. November 1927 10 Pfennig Die c in> o a I l> g c Nonparcillezeile bO Pfennig. Rctiamczeilc S.— Reichs» uiart.„SUcinc Anzeigen" das iettge- drutte Worl 2l> Piennig lzulässig zwei lettgcdruckte Worte) icdes weUere Wort lZ Pfennig. Stellengesuche das erste .Wort 1ö Piennig, �edes weitere Wort lOP'ennig. Worte über 15 Buchstaben zählen iiir zwei Worte. Arbeit smorlt neile 00 Pfennig. Familienanzeigen i ür AbonncntcnZeile jOPfennig.Anzeigen» annähme im Hauptgeichäft Linden- strageZ- wochentägl vonS>/zbis k7Uhr. Zenirawesan der Gozialdemokrattschen Navtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoss W— 23? Telegramm-Adr.: Soz:alde«okrat Berlin Borwärts-Verlag G. m. b. H. Poirscheckkonto: Berlin 37536— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten Wallstr. 6ö. DiSkonto-Gesellschast. Deposilenkasse Liudcastr. 3 Nachrichtensperre über Litauen. Sturz der Kaschjstenregierung?— Der Konflikt mit Polen vor dem Völkerbund. Acber tltouen ist offenbar eine völlige Nachrichten. sperre verhängt. Die letzte Meldung gestern nacht war die. daß in üonmo Ausrufe]u einem bewassvelen Ausstand oegcn die Dulschistenregierung auf den Straßen verteilt wurden. Seitdem ist aus kowno weder direkt noch aus dem Umwege über Warschau oder Riqa eine Nachricht nach Berlin gelangt. Auch aus dem Metuelgebiet liegen keinerlei Berichte vor. * Wie wir erfahren, find der Reichsregierung Beweise dafür, daß von Wilno aus mit Unterstützung Palens ein Cindringsn bewaffneter litauischer Flüchtlinge und«ine schwere Gefährdung der Unabhängigkeit Litauens durch peimsche feiirdtich« Absichten zu be- fürchten seien, nicht.zugegangen. Das Reichskabinett hat sich am Freilag abend auch nur mit mnerpolitifchen Angelegenheiten beschäftigt. der Außenminister hat an der Sitzung gar nicht teilgenommen, woraus sich zur Genüge ergibt, daß man sich mit der litauischen Frage nicht beschäftigt hat und ganz gewiß nicht irgend- ein« Aktion in dieser Sache beschlcsicn haben kann Awrschen Litauen und Polen schwebt zunächst der S ch u l k o n- f l i k t: ihn behandelt eine Beschwerde der litauischen Regierung an den Völkerbund, die auf der Tagesordnung der bevorstehenden Ratsitzung steht. Litauen betrachtet sich auch noch immer als„im Kriegszustand mit Polen befindlich", Polen umgekehrt ober nicht, so daß man es mit der eigenartigen Tatsache eine? einseitigen Kriegszustandes zu tun hat. Die Weftmächtc haben wiederholt in Kowno dahin gewirkt, daß man mit diesem Zustand ein Ende mache, haben es aber nicht erreicht. Schließlich sind neuerdings sene Befürchtungen aufghtancht, die besonders von Moskau und auch von Riga her unterstrichen werden, daß nämlich mit polnischer Hilse be- waffne»« litauische Flüchtlinge aus dem Wilnagebiet eine Offensive gegen die Faschistendiktatur in Litauen unter- nehmen und daß daraus eine Besetzung und sogar Annexion Litauens durch Polen hervorgehen könnte. Wie schon erwähnt, sind der Reichsregicrung Beweise für eine solche Gefahr nicht zu- gegangen— auch nicht van Kowno. Die Reichsregicrung sieht sich zurzeit nicht veranlaßt, irgendeine Initiative in dieser Sache zu ergreifen, wenn sie natürlich auch m. der Aufrechtcrhaltung des Friedens im Osten das größte Interesse Izat. Wenn andere Großmächte B-zrhand- lungen über dies« Oslkonslikte anregen sollten, so wird Deutschland dann dazu Stellung zu nehmen haben. Warschau über die Berliner Besprechungen besorgt. Warschau, 26. November. Die Sowjeinote wird hier in etwas abgeänderter Form veröfientlicht.?l u s g c l a s s e n ist der Satz, in welchem die Sow- jctregierung aus„die ungeheure Gefahr" aufmerksam macht, die dem Frieden durch einen Angriss gegen die Unabhängigkeit Litauens drohen müßte. Auch der Passus von dem Interesie der Sowjetregierung an der Verhütung blutiger Auseinandersetzungen ist forteeiassen Die Vresie zeigt sich t e, l w e i s e erregt über die Besprechung, die zwischen L i t w i n o w und Dr. Stresemann über die litauische.Frage stattgesunden hat. Sachlicher gehalten ist ein Zlrtikel der„Warszawianka", die zwar den polnischen Stand- punkt sowohl in der Wilnafrage wie im polnisch-litauischen Konflikt vertritt, jedoch zugibt, daß die polnische Regierung im Wilnagebiet schwere Fehler begangen hat. Die Sowjetunion als Vermittler. Eine ungewöhnliche Friedensattion. Paris, 26. November. Die Agentur chavas veröfentlicht den Wortlaut der Note der Sowjetregiening, die am 24. November der polnischen Regierung zugestellt wurde: Die in der letzten Zeit gespannten Beziehungen zwischen Polen und Litauen, die eine Bedrohung für den Frieden bedeuten, b e- unruhigen die Sowjetregierung. Diele kann nur alarmiert werden durch die Entwicklung eines Konslitles, der voll ernster Komplikationen ist und zu einem neuen Blutoergießen und neuen Leiden für Millionen von Arbeitern ganz Europas führen kann. Ohne zum Kern des Zwistes vordringen zu wollen. der Polen und Litauen veruneinigt, legt die Sowjetregiening dt- wicht darauf darzutun, daß die Aufrechterholtung des Friedens viel mehrvon Polen als von Litauen abhängt. In der Tat kann letzteres Land angesichts seiner chils'':»ittel nicht die Verwirk- lichung seiner Aipirationen in einem bewaffneten Konflikt mit Polen suchen. Di« Sowjetregiening hat auch nicht oerfehlt, in freundschaftlicher Weise die Aufmerksamkeit der Regierung von Litauen auf die Notwendigkeit zu lenken, jede ssondlung zu vor- weiden, die eine an sich schon zu gespannte Lage verschärfen könnte. Die Sowjetregierung ist davon fest überzeugt, daß man sämtliche strittiaen Punkte zwischen diesen beiden Staaten durch rein friedliche Mittel lösen kam,. Indessen verschärst sich die Der- stimmung zwischen beiden Ländern fast täglich und die Gerüchte von einem möglichen bewaffneten Konflikt alarmieren immer mehr die össentliche Meinung aller Länder. Die öffentliche Meinung der Sowjetrepublik wird besonders beunruhigt durch die Tatsache, daß in der seriösen polnischen Presse, ohne von kompetenter Seite dementiert zu werden. Nachrichten erschienen sind, daß die polnische Regierung entschlossen sein soll, radikal den knoten der polnisch-litauischen Beziehungen zu zerhauen. Ohne untersuchen zu wollen, inwieweit all diese olormicrxnden Nachrichten wohl begründet sind, sieht sich die Sowjetrcgierung, die der unmittelbare Nachbor Polens und Litauens ist und deshalb besonders an der Ausrechterhaltung des Friedens in Osteuropa in- teresstert ist, gezwungen, ganz besonders die Aufmerksamkeit der polnischen Regierung auf die ungeheuren Gefahren zu lenken, die ein eventuelles, von irgend einem Lande gegen die Un- Abhängigkeit Litauens begangenes Attentat bedeuten würde. In welcher Form es auch geschehe. Sie gibt der Gewißheit Ausdruck, daß die polnische Regierung, die noch jüngst sehr feierlich ihre Friedensliebe betont hat, die drohende Kriegsgefahr zu vcrmei- den.wisseu wird. Hauseinsturz in Alt-Berlin. Das HausAn der Fischerbrucke 13 mußte geräumt werden! Gestern muhten wir von einem drohenb-n Hauseinsturz in der Gr. Frankfurter Straße berichten, fjeule mitlag kamt wieder die Nachricht von einem ähnlichen Fall aus A l l. B e r l i n. Au der Fischerbrücke, die sich längs der Spree hinzieht, unweit der städtischen Sparkasse, ereignete sich der Einsturz der Border. s a s j a d c des Grundstücks an der F is ch e r b r ü ck e 13. Es ist ein alles Bauwerk, zu dessen Bau vor etwa 2 00 bis 2b 0 Zahreu der erste Spatenstich getan wurde, heute morgen stürzte in einer höhe von mehreren Bleiern die Fassade ein. Große Stein- blocke wurden mit in die Tiefe gerissen; ein Längsträgcr liegt völlig frei; die übrige Fasiade weist vom Erdgeschoß bis zum Dach meterlange und zentimeterbreile Risse aus. wie van Sladtoberbaural Fischer, der au der llnsallstellc erschleu, festgestellt wurde, sind vor einigen Tagen Maurerarbelteu an der Fassade in Angriss genommen worden. Offenbar ist nicht mit der nötigen Borsicht gearbeitet worden, so daß sich heute vormittag größere Steinmossen lösten, den eisernen Träger freilegten und das ganze Haus in Einsturzgefahr brachten. Die alarmierte Feuerwehr, die mit mehereren Löfchzügeu und Spezialfahrzeugen an der Uuglücksstätle erschien, brachte sofort im tzunern des Gebäudes und von der Straße her starke Ber- steifuugen an. lleber eine schmale Ssiege gelaugt man in das erste und zweite Stockwerk. Die Türen hängen schics in den Angein und der Fußboden weist ei» Gefälle auf. daß man sich nur schwer aus deu Füßeu holten kauu. Zo diesen Räumen Hausen die Mieter seit vielen Jahren. Dos Haus ist inzwischen geräumt worden. Amerika lehnt ein Kriegsverbot ab. Sie verletzte Ehre gibt Becht auf Angriffskrieg! Washington, 26. November. Im Zusammenhang mit den dieser Tage zur Debatte gestellten Dorschlägen der Senatoren Borah und Capper, den Krieg als Mittel zur Lösung internationaler Konflikte durch eine bindende völkerrechtliche Vereinbarung auszuschalten, wird in den Kreisen, die dem Weißen Hause nahestehen, folgender Standpunkt eingenommen: Jedes allgemeine Uebereinkommen dieser Art würde der amerikanischen Verfassung zuwiderlaufen, die die Be- rechtigung zur Kriegserklärung ausdrücklich dem Kongreß vorbehält. Grundsätzlich sei selbstverständlich die amerikanische Re- gierung gewillt, alle Maßnahmen, die zur Befestigung des Welt- friedens beitragen könnten, zu unterstützen. Die Bereinigten Staa- ten hätten durch den Abschluß zahlreicher Schiedsverträge und durch die zahlenmäßige Begrenzung ihrer Armee ihren ehrlichen Friedenswillen bekundet, aber ein internationaler Vertrag zur Beseitigung des Krieges würde nach hiesiger Auffassung auf zu große Hindernisse stoßen, zumal befürchtet werden müsse, daß die Bereinigten Staaten dadurch zum Einkreisen in Konflikte verpf icktei weiden könnten, an denen sie nicht interessiert seien. Es herrsche auch einstweilen keineswegs Uebercinstimmung hinsichtlich der Frage, welche Ration im Kriegs- falle als die a n g r e i s e n d e und damit als die verantwortliche zu gelten habe. Fragen der nationalen Ehre müßten ohne- hin als eine besondere Kategorie betrachtet werden, so daß eine Nation, di« sich einem Schiedsverfahren in solchen Fragen wider- setz«, nicht als angreifende betrachtet weichen könnte. Wird die Lohnsteuer gesenkt? Oer Bechtsblock macht Schwierigkeiten. Bon Paul Hertz. Seit dem 13. Oktober liegt dem Reichstag ein Antrag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vor, das steuerfreie Existenzminimum für jeden Lohn- steuerpflichtigen um 40 M. monatlich zu erhöhen. DieserAntrag stützt sich auf die sogenannte LexBrüning. Dieses Gesetz, im Jahre 1925 entstanden, oerpflichtet die gesetzgebenden Instanzen zur Senkung der Lohnsteuer, wenn ihr Aufkommen in sechs aufeinanderfolgenden Monaten der Betrag von ins- gesamt 609 Millionen überschritten hat. Dies ist von April bis September 1927 der Fall gewesen. Die Reichsregierung hat infolgedessen wiederholt erklärt, daß sie die Lex Brüning loyal zu erfüllen gedenke und dem Reichstag einen entsprechen- den Gesetzentwurf rechtzeitig vorlegen werde. Bis jjur Stunde aber lftdiesesBersprechennichteingelöst worden. Die in Aussicht gestellte Vorlage ist weder dem Reichsrat noch dem Reichstag zugegangen, ja nicht einmal die Reichsregierung hat bisher einen Beschluß gesaßt. Es ist kein Feilsten von besonderer Fürsorge der Rechts- regierung für die schwerbelasteteten Lohn- und Gehalt s-- empfänger, daß sie sich in Fragen, die für diese Kreise von imgeheurer Bedeutung sind, so furchtbar lange Zeit läßt- Großkavstalistische Schichten können mit Bestimmtheit auf eine bessere Behandlung rechnen. Der entscheidende Grund für die Verzögerung des versprochenen Gesetzentwurfs über die Senkung der Lohnsteuer ist die Tatsache, daß sich die Regierungsparteien und die Reichsregierung selbst in diesem Augenblick noch nicht klar sind, was sie dem Reichstag vor- schlagen wallen. Die Lex Brüning hat in diesen Kreisen immer nur wenig Freunde gehabt, dagegen viele offene und noch mehr ver st eckte Gegner. Sie sind jetzt eifrig am Werk, um den Lohn- und Gehalts- empfängern. den g e s e tz l i ch e n. A n s p r u ch auf die Ermäßigung der Lohnsteuer wenigstens teilweise zu e n t-- ziehen. Das dürfte um so größere Erbitterung in den betroffenen Kreisen hervorrufen, als die Lex Brüning für Meinungsvsr- schiedenheiten über ihre Ausführung nur geringen Spielraum läßt. Dieses Gesetz bestimmt näinlich ausdrücklich, daß die Ermäßigung der Lohnsteuer erfolgen muß durch die Er- höhung des steuerfreien Lohnbetrages und der Llinderermäßigungen. Das ist im Jahre 1925 beschlossen worden, weil man eine Sicherheit dafür schaffen wollte, daß als Ausgleich für die Entlastung- der großen Einkommen künftig auch die kleinen und kleinsten Einkommen bedacht werden. Gerade hiergegen sträuben sich jetzt die Regierungs- Parteien, die dabei durch das Reichsfinanzministerium und' durch einige Länderregierungen unterstützt werden. Sie alle sträuben sich gegen eine Erhöhung des steuer- freien Lohnbetrages. Statt dessen soll neben einer gering- fügigen Erhöhung der Familienermäßigungen eine Sen- kung des Steuersatzes von 10 Proz. auf sage und schreibe 9 Proz. vorgenommen werden. Dieser Vor- schlag ist keine Erfüllung der Lex Brüning. Er weicht bewußt von ihr ab, er durchkreuzt ihre Absichten und wäre infolgedessen nicht viel anders zu beurteilen als eine Nichteinlösung dieses gesetzlichen Ver- s p r e ch e n s. Dafür kurz einige Zahlen. Von den 19 Millionen Lohnsteuerpflichtigen sind 11,4 Millionen ledig, 1,2 Millionen verheiratet, aber kinderlos. Die Zahl der verheirateten Steuerpflichtigen mit einem Kind beträgt 1,5 Millionen, mit zwei Kindern 1,4 Millionen.»3,5 Millionen Steuerpflichtige haben drei und mehr Kinder. Nur dieser kleine Bruchteil, weniger als ein Fünftel der Gesamtzcchl der Lohnsteuerpflichtigen, würde von einer Erhöhung der Familienermäßigungen einen Vorteil haben, und auch diese nur soweit, als sie nicht schon jetzt steuerfrei sind. Die übrigen 15.5 Millionen �ohnsteuerpfiiclit>o<>n würden künftig lediglich 9 statt 10 Proz. Lohnsteuer entriestten müssen. Dieser Vorschlag aber ist äußerst»ninzial. E r e n t l a st e t u in s o m e h r, je höher das Einkommen ist. und benachtelligt die große Masse der gering bezahlten Lohn- und Gehaltsempfänger zugunsten einer kleinen Zahl hoch bezahlter Bei einem Monatsein- kommen von 120 Mark z. B würde burcst die Senkung des Steuersatzes von 10 auf 9 Proz. die Steuerleistung von 2 Mark auf 1,80 Mark, also von 1,7 Proz. auf IL Proz. ntlen'l t""-*""" �• nn„ SQQ Pforf sinkt die Steuerlast von 20 Mark auf 18 Mark, alio von 6,7 auf 6 Proz. und bei 700 Mark sogar von 60 Mark auf 54 Mark, also von 8 6 auf 7.7 Proz. Die absolute und rela- tive Senkung ist also um so höher, je größer das Einkommen um so geringer, je kleiner das Einkommen ist. Ein solcher Vorschlag ist deshalb für die Sozialdemokratie unannehmbar, zumal dadurch die Senkung der L o h n st e u e r auf den Betrag von 1200 Millionen jährlich, wie das die Lex Brüning vorschreibt, ebenfalls umgangen wird. Sieht man von der Auswirkung der Familienermäßi- gungen ab— und das kann man, weil sie nur wenige Mil- lionen beträgt— so ergibt sich folgende einfache Rechnung. Wenn iiy Mpnatsdurchschnitt des Kalenderjahres 1928 125 Millionen Mark an Lohnsteuer aufkommen, so betrögt der �iahresertrag 1509 Millionen. Senkt man den Steuersatz um 1 Proz.= 150 Millionen, so verbleibt ein Jahresertrag von 1350 Millionen statt der gesetzlich zulässigen 1200 Mil- lionen. Die Pläne der Rechtsparteien bedeuten also, daß die am schlechtesten bezahlten Lohn- und Gehaltsempfänger die geringste Ermäßigung der Lohnsteuerbelaftung erhalten, und daß aus der Gesamtheit der Lohn- und Geyaltsempfänger mindestens 150 Millionen Mark jährlich herausgepreßt werden sollen als das Gesetz vorschreibt. Es scheint aber nicht einmal die Absicht zu sein, diese unerwartete Mehreinncchme für soziale Zwecke zu verwenden oder dem Fiskus zu erhalten. Nein, mit ihrer Hilfe soll eine Ermäßigung der Steuerlasten der besitzen- den unhleistungsfähigenSchichten durchgeführt werden. Wvn plant die Senkung des Einkommen- ft e u e r t a r i f s für mittlere und hohe Einkommen, wodurch z. V einem Steuerpflichtigen mit einem Einkommen von 100 000 Mark wahrscheinlich ebenso viel Steuern erlassen werden, wie ein schlecht bezahlter Arbeiter im ganzen Jahre . verdient. Und diese Ermäßigung der Einkommensteuer soll allen Veranlagungspflichtigen gewährt werden mit Ausnahme der ganz wenigen Großkavitalisten. die den Höchststeuerfatz erreichen! Außerdem ist geplant, die -U Millionen Mark Vermögens ft euer, die im Jahre 1926 nicht gezahlt worden sind und zu deren Nach- erheb ung man gesetzlich verpflichtet ist, einfach zu streichen! Wir können uns nicht vorstellen, daß die Regierungs- Parteien glauben sollten, daß eine solche Steuerpolitik ohne heftige politische Kämpfe verwirklicht werden kann. beharrt man auf den bisherigen Absichten, dann wird auch der letzte Staatsbürger einsehen, daß R e ch t s b l o ck gleichbedeutend ist mit Besitzbürgerblock, daß man die Lammsgeduld der Massen, auf denen in erster Linie die Steuerlasten ruhen, auf das Gröblichste mißbraucht Die Sozialdemokratie warnt vor dem Versuch, diese Pläne zu verwirklichen. Der sozialdemokratische Antrag aus Erhöhung des lohnsteuerfreien Betrages um 40 Mark knüpft an das geltende Recht an, er steht in Heberein st im in ung mit der finanziellen Lage des Reiches und ist erforderlich, um die seit Anfang 1923 dauernd gestiegene Steuerbelastung der Lohn- und Gehaltsempfänger� auf das alte Maß herabzudrücken. Die Sozialdemokratie wird deshalb in Gewißheit der Unter- ftützung durch die große Masse der Lohn- und GeHalls- empfänger ihre sachlich berechtigte und finanziell erfüllbare Forderung mit allen Kräften zu verwirklichen suchen. Hoffnungsloser Kall. Kommunistische Moral. Vor E e r i ch l hat der verantwortliche Redakteur der „Roten Fahne" folgende Erklärung mit abgegeben: „Die Angeklagten erklären: Durch die heutige Beweisaufnahme haben wir uns davon überzeugt, daß wir die gegen Herrn Stadt- rat Schlichting und den Verbandsvorsitzeaden. Herrn klebe, er- bobeaen Vorwürfe nicht aufrechterhälten können, wir nehmen sie deshalb zurück." Das war am Freitag 13�- Uhr. Am Sonnabend morgen aber steht in der gleichen„Roten Fahne", deren Redakteur diese Erklärung abgab, zu lesen: Dag Schlichtung und Klebe persönliche Vorteile aus der Preis- dkfferenz gezogen haben, konnte nicht bewiesen werden, des- halb hat sich der Genosse Gentsch zu einem Vergleich bereit- gesunden.... Den Nebenklägern war die Erledigung durch einen Vergleich am meisten willkommen. Das beweist schon der Umstand, daß sie sich so bereitwillig verpflichteten, die Kosten für ihre Arnvälie und Zeugen zu übernehmen. Der Prozeß stellt also durchaus keine Ehrenerklärung für die Schlichting und klebe dar. Die Burschen, die beaustragt sind, die kommunistischen Spallen zu füllen, wiederholen also den verleum- d e r i s ch e n Vorwurf, den sie vor Gericht soeben zurück- genommen hatten! Bon der einfachen Anstandspflicht, nach solchem Ausgang des Gerichtsverfahrens wenigstens zu schweigen, ist bei den Kommunisten nichts zu spüren. Die Gutmütigkell, sich mll ihnen auf einen Vergleich einzulassen und dle Kosten für die eigenen Rechtsberater zu übernehmen, war, wie der Fall zeigt, durchaus oerfehlt.___ Auch Wirifchastskreise gegen Schulgesetz Eine Kundgebung der Niederrheinischen Handelskammer. Duisburg. 26. November. Bezeichnend für die wachferche Mißstimmung icher das Schul. gesetz ist die Tatsache, daß sich jetzt auch in führenden Wirtschafts- kreisen der Widerstand gegen die Vorlage des Rschtsblocks zu regen beginnt. Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer faßte in ihrer Vollversammlung am ZZ.No- vember zur Frage„Reichsschulgesetz und Wirtschast" folgende Ent- schließung: Die Riederrheinische Industrie- urb Handelskammer Duisburg West ist der Ueberzeugung, daß eine der wichtigsten Voraussetzungen für die im vaterländischen Interesse notwendig« Hilfeleistungen der deutschen Wirtschait die höchstmöglich« Leistungsfähig- keit der deutschen Volksschule ist. Dies« wird durch den gegenwärtigen Reichsschulgesetzentwurs in der von der Ne- gierung eingebrachten Fassung ern st sich bedroht. Die Haupt- gefahr liegt in der vorgesehenen Ircuschafsung einer Fülle von kleinen und kleinsten Schuleinheiten der verschiedene« Arten durch. und nebeneinander, bei denen vorab wellsr ausreichende Sicherhellen dafür fehlen, daß der im Entwurf von ihnen verlangte.g e- ordnete Schulbetrieb" nicht tatsächlich«inen beträchtlichen Rückschritt in der Schiltleistung bringen wird. Die Kamme? teilt die immer mehr um sich greifenden Be- fürchtungen, daß die Durchführung des Re'chsschulgesetzes im Rahmen des Entwunes einen Kostenaufwand mll sich bringen wird, dessen Gesamthöhe«in bislang von Amts wegen auch noch nicht arntähenrd zu beziffernd« Ausmaß hat. das aber ohne Zweifel so erheblich ist, daß statt einer Ermäßigung der Sieuer- lost eine weitere große und zwar dauernde Mehrbejastung ver- urfachl wird. Die Kanuner weiß sich mit den weitesten Kreisen der deutschen Wirtschaft in der Forderung einig, daß der Entwurf nur Gesetz werden darf, wenn 1. die Aufrechterhaltung der Heu- tigen Nolksschulleistungen in ihrer iveiteren Steigerungsmöglichkeit unter allen Umständen gewahrt und 2. das Ausmaß der einmaligen sowie dauernden K o it e n vorher ennillelt und in einer der Notlage Deutschlands enisprecherchen engsten, nicht überschreit- baren Grenz«, festgesetzt wird. Verwaliuugsreform in Krage gestellt. Kußaagela der Vesoldungsreform des NechtsblockS. In der heutigen Sitzung des Ausschusses für den Reichshanshall über die B e s o l du ng s r e s o r m wurden zunächst unter Zurück- ftellung oller Abstimmungen die Gruppen II! und II beraten. Gruppe III enthält Gehaltssätze von 4500 bis 7800 Mark und uurfaßl in der Hauptsache die Kategorie der R e g i« r u n g s r ä t«, der Re- gierungschemitcr, der Marineoberstabszahlmeistar, der Postamt- männer usw. Beioldungsgruppe II beginnt mit dein Gehaltssatz von 4800 Mark, ansteigend bis auf 9600 Mark. In diese Gruppe sind eingestuft u. a. die Ministerialamtmänner, Zollräte, Sieuer- rät«. Posträte, Ministerialbureaudirektoren, Bibliothekare, Pfarrer beim Heer und der Marine, Oberregierungsräte usw. Genosse Stewkops brachte bei der Gruppe I! nochmals die Frag« der Ministerialzulage zur Sprache, ob sie beibehalten oder in das Echoll eingebaut werden solle. Er und andere Abgeordnete wiesen daraus hin, daß diese Frage für die beabsichtigte Vermalt ungs-- r c f o r m«in höchster Bedeutlmg sei. Es herrsche darüber Einig- keit. daß die groß« Zahl der jetzt den Ministerien obliegenden Aus- gaben erheblich verirngert werden und ein großer Test dieser Aus- gaben den Provinzialbehörden zugewiesen werden müsse. Das bedinge natürlich die Möglichkeit, bisherige Beamte des Mi- nifterinm» in die Provinzbchörden herauszuversetzen. Wird nun die Zulage eingebaut, dann würde es unmöglich werden, eine solche hcrausversetzung von Beamten vorzunehmen und die Ministerien abzubauen. Die Verivaltungsrcsorm würde dann bezüglich der vli- nisicricn ans einen toten Punkt ankommen. Der Ausschuß beschloß, die Frage erst in der zweiten Lesung gründlich zu erörtern und einer Lösung entgcgenzusührea. Im Laufe der Beratung mochte die Reichsregicrung dann noch genauer Angaben über den Gesamtbcsoldungsbedars und die Mehrkosten anläßlich der in Ausficht stehenden Befaldlmgsneu- regelung. Danach wendet z. B- Preußen bisher für feine Beamten, AngcstelUen und Ruhcgehaktsempfänger sowie himerbltebenen einen Betrag von 1290 400 000 Mark auf. Ohne Berücksichtigung des in Aussicht genommenen Abbaues der örtlichen Sonderzuschlägc beziffern die Mehrkosten der Lesoldungsneurcgelung auf Grund der Regierungsoorschlägs sich aus 210 Millionen. Für Bayern sind die entsprechenden Zifsern 345,3 Millionen und 54,1 Millionen Mark, für Sachsen 192,4 Millionen und 34 Millionen Mark, für Württemberg 105 Millionen und 20 Millionen Work, für Baden 108 Millionen und 16,5 Millionen Mark, für Hamburg 132,5 Millionen und 34 Millionen Mark usw. Insgesamt beziifert sich der bisherige Befoldungsbedars der Länder auf 2 477 595 369 Mark, die Wehrkostender Bcioldungsneuregeluitg insgesamt aus 406 833 800 Mark. Zndufiriellenkonferenz im Leunawerk. Eia merkwürdiges Dementi der Z�eichsbank. Am letzt«» Donnerstag hat der„Vorwärts" von einer Zusammenkunft des Reichsbankprästdenten mit Führern der Schwerindustrie in Leuna berichtet. Auf dieier Besprechung habe der RcichsbankprSsident Dr. Schacht ein Referat gehalten und bei der nachfolgenden Diskussion hätten die Vertreter der Schwer- industrle darüber geklagt, daß die bevorzugt« Stellung der Ge» meinden und öffentlichen Werke aus den ausländischen Kapitalmärkten die Finanzierung der Schwerindustrie unoortcilhask beeinflusse. Dr. Schacht habe sich in unmißverständlicher Weise gegen die Betätigung der öffentliche» Hand aus- gesprochen. Diese Besprechung fei der Oeffentlichkeit verborgen ge- blieben. Ued-rraschend schnell, unmittelbar noch unserer Mitteilung, hak die Reichsbank diese Borgänge„dementiert". Die Reichsbank teilt« mtt: Der Präsident sowie der Vizepräsident des Reichslwnk- direktoriums haben auf Einladung der JG.-Farben unlängst an einer Besichtigung der Leunaer Werke teilgenommen. Wo an diese Besichtigung geknüpften Vermutungen des„Vorwärts" find leer« Kombinationen." Wir hoben das Dementi des Reichsbankpräfidenten loyalerweise sofort bekannt gegeben, obwohl wir uns lebhaft wundenen. daß unsere sorgfältig überlegten und formulierten Feststellunzen so auf- fallend schnell der Dementiermaschin« gegenübergestellt wurden. Wir stellen heut« sest. daß die von uns geschilderten Vor- gänge richtig sind und daß wir von unseren Darlozungen nichts zurückzunehmen haben. Es müßte ein merkwürdiger Zufall sein, daß die Besichtigung der Leuna-Werke zugleich auch eine Besichtigung der kompetcntcsten Führer der deutschen Elektro-, Montan- und Chemie! nbu st ric bedeutet. Dos müßte nänüich der Fall fein, wenn es sich bei unseren Feststellungen nur um leere Kombinationen handeln soll, wie es das Dementi des Rnchsbankpräfi- denten will. einredet. Schön, dos können auch andere Graphologen hcrauskriezcu. Was Schermanns eigene Domäne zu fein scheint und was er in end- loser Wiederholung an projizierten Zeitungsausschnitten und An- «rkcnnungsichreibcn darzutnn sucht, ist die Berbiirdung von Telepathie und Graphologie, hier«ndci die kritische Nachprüfung, hier beginnt der Glaub«. So behauptet er, einen ihm vorgelegten Brief mit der ihm eigenen Gemütsruhe als den«ine» Toten zurückgewiesen zu haben. Der Betressend« war eine kurze Zeit zuvor im Auto ver- unglückt, während die Familie ihn noch am Leben wahnt«. Oder er rät einem junzen Mann davon ad, ein Flugzeug zu besteigen, da er in seiner«christ ein brennendes Flugzeug nesehen habe. Der junge Mann jährt mit dem Schiff, und das Flugzeug verbrennt ohne ihn tatsächlich. So behauptet Schermonn. so erzählen es seine erregten Anhänger nach. Da wir in etner Zett leben, wo die«inen den mystischen Schauer abenfo brauchen, wie andere etwa Kokain und Morphium, so Ist der Erfolg derartiger Wunharangoben groß. Dennoch mischten sich in den Beifoll. der für den gawtß hervor- ragenden Schriftdeuter sein« Berechtigung Haft«, melsoch Kund- gedungen des entschiedenen Mißfallens. P. G. Das karwendelgcbiet als Naturschutzpark. Dem Tiroler Landtag liegt gegenwäriig ein Gesetzenttours vor, durch den das Kanvendei- gebiet zu einem Nolurschutzpark der Alpcnländer erklärt werden soll. Die Grenze sollen im Westen die Hochebene von Seescld-Scharnitz, im Norden die bayerische Grenze, im Osten das Achseegcbiet, im Süden der Gebirgskamm der Jnntaler Nordkett« sein. Dies wäre der größle Natur,chutzpark. der bisher in Europa besteh«. Ersiavssührviizea der Aioche. Sonntag Krolloper:„Der K u v". Dokmer»wz Berlmer Thealer:„lvnock-out.*.— Kammerspicle: 1°"5£ b r« 6°-— Dallnenheater: �knappe". Sonnaben« Theater um Hursürftendamm:„C h e r i*, , anie>«!wbühn« bereitet als nächste Neuinszenierung Brechts„Rann ,„f'l lm �bcctcr am Büloivvlatz vor. Die Regie übernahm mit Erlaubnis der Intendanz de» Staaistheater« Stich Engel. borträze, lieber dle Forichungsfahrt de«.MeIeor° und Uber ihr« Bedeutung für das Teutschlum ipricht dcr SWedilionsleiler Zpic, Dienstag. 8 Uhr, im Snstitut sür Äeereslunde. Sit Tbealeeauisührrnzen am lolensonnlag in Berlin haben bei den i,«»i(d)nationaleri de» Landtags Anstosi etregt. Sie reagieien mN einer llemen Anfrage von wegen llockerung der allen christlichen Tille. Snll» Allerhand bringt am ST., 13 Uhr. im Renaissance. Theater ein merteiliges Tanzw«rl„Spiralen" tNnstt vou Rdd» H- t» s s e n) zur Uussührung. > ZnstyM, Diff« Jta«n spricht nm ST., 11 Uhr. mt„A l b a m b r a"- M n o. Müllerstraie 138, über.T u und das e r'; nach ihm ipticht Stet«chrsststeller U n t h a n über„Btoisettion im Hörsaal'. .Itsvember in Oefbnft'*, ein Drama d«§ Berliner Schauip clers Richard Duichinsth, wiid zu Ansang des kommencen Jahres lm Renaissance-Theaier imsgesiihit. 3n aller Slllle. Das Bronzedenkmal ssriedrich IT, das vor dem Kriege vor der Kriegzalademic in D a i h i n g t o n eeetchlet. dann ober unter dem Linslutz der SUiegsilinmung entsernt worden war, ist gestern an der alten Stelle wieder i» all« Stille auzgericht-t worden. Tollers„Hinkemann." (Nottsbühne.) Ernst Toller hat die Komödie ,F)inkemann" oor sechs Jahren als Gefangener in der Festung Niederschönenseld geschrieben. Die unmenschliche Behandtung, die eine brutale Reaktion dem gefangenen Dichter zuteil werden ließ, hat ossenbar in dem quälenden Vorwurf der Tragödie ihren Niederschlag gesunden. Nachdem eine sinnlose Kugel dem Arbeiter Hinkemann das Geschlecht einrissen Hai, glaubt «r sich der Lächerlichkeit prersgageben. Er sehnt sich nach der Achtung feiner Kameraden, er sehnt stch vor allem nach der Liebe seiner Fron. Als ihn ein Schuft von Freund mit ihr betrügt, wird er an der Weltordnung irre. Hinkemann zerbricht an feinem traurigen Geschick. Toller Hai den Glauben an die Menschheit nicht verloren. Der im Festungsgefängnis unwürdeg gequälte Dichter Hot den„fzin-ke- mann" mit seinem Herzblut geschrieben. E i n heißer Aufschrei zittert durch die Szenen:„Seid gut zueinander, liebt euchl" An dem tragischen Einzelschicksal will er das Verbrechen und die Sinnlosigkeit des Krieges, die Zerrissenheit des Proletariats zeigen. Solange die Arbeiter unter sich nicht einig sind, solange sie die Liebe von Mensch zu Mensch nicht kennen, kann kein Parteiprogramm dem von der Rot des Lebens bedrängten Arbeiter Helsen. Um dieses Drama der Liebe, das feine Uraufführung oor vier Jahren in Leipzig erlebt hat, ist mancher Theaterslcmdat entbrannt. Man wirst dem Dichter Mangel an Schamgefühl vor und kämpft in Wahrheit gegen seine Gesinnung. Und die ist nicht einmal sozialistisch im engeren parteipolitischen Gesichtskreis. Toller zeichnet die Tragik eines Einzelschicksols. Sein„Hinkemann" quält sich mit unfrucht- baren Grübeleien. Trotz der tiefen und innigen Empsindnng fehlt seinem Schicksal die Allgemeingültigkeit. Manche Gedanken, die von elementarer Wucht sein sollten, wirken ausgeklügelt..Fzmkemonn" quält nicht nur sich selbst, er quält auch uns. Das Problem ist mit zu viel Sentimentalitäten belastet, um zu einem sozialistssehen Problem zu werden. Der getretene Proletarier will kein Mitleid. Die„Volksbühne am Bülowpiatz" hat sich für die Inszenierung Ernst Toller selbst und den jungen Ptscatorschüler L ö n»« r ver- schrieben. Rücksichtslos haben sie am Buch gestrichen, sehr zum Bor- teil des Ganzen. Manche Szenen, dl« das körperliche Mißgeschick Hinkemanns über Gebühr in den Bordorgrund rücken und den Blick ins Weit«, die Ausdehnung ins Allgemeingültige verhindern würden. find glücklicherweise weggefallen. Hinkemanns Traumbild, in dem ihm die Kälte. Oberflächlichkeit und Fratzenhaftigkeit der Umwelt zur grausigen Erkenntnis wird, sindet in der Ausführung«rlebnisstarken gespenstisch geisternden Ausdruck, hier merkt man Piscators Einfluß. dos Eintrommeln bildhafter Eindrücke. Edward Suhrs Bühnen- l-ilder malen die ganze Trostlosigkeit dcr großstädtischen Stcinwnste, in dcr der heutige Proletarier begraben ist. Heinrich Georges Hinkemann ist ein« außerordentliche Leistung. Er spricht die Sprache des großen hilflosen Kindes. In seinem flehentlichen Blick liegt das Weh des armen gepeinigten Geschöpfs. Sein« ausfahrenden, eckigen Gesten sind verzweifelter Ausdruck der Hoffnungslosigkeit. Am ergreifetchflen ist er in der Wirtshaucfzene, in der er seine eigene Tragödie erzählt, di« er aus Scham als das Schicksal seines Freundes ausgibt. Er stockt dabei. er sucht nach Worten, wird dann wärnrer und wärmer und offenbart eine Innerlichkeit und Innigkeit, di« bis ins Mark trifft. Helene W e ig el als Frau hrnkenrann gibt«ine harte, vom Leben zer- mürbte Arbeiterfrau und Fritz Staudt««inen geschäftigen Partei- funktionär. Der Beifall war eindringlich, und George. Toller und LSnner wurden lebhaft gerufen. Ernst Degner. Komödie:„Die Ehe von Welt." Der Titel dieser englischen Ehe- komödi« klingt an hogarth an. Aber die Sattrc ist im modernen Gescllschastsstück. das die Oberklossc unterhalten, aber nicht skandali- sieren will, nicht mehr angebracht, und Rael Coward. betriebsamer Schauspieler und Stückeschreiber, will uns amüsieren. Leider gelingt ihm das nicht nach Erwartung lstin„Weekend" kam dem Ziel näher). Es versteht sich am Rande, daß«in bourgeosser K omödi enschreiber der bochtapitalistischen Phase den zum Gesell- schaflsspor» gqwordenen Ehebruch nicht mehr pathetisch nehmen, daß er ihn nicht, wie einst die Franzosen, als Menschenrecht der Frau verherrlichen kann. Aber daß er so wenig Witz und Geist ausbringt, wird ihm nicht verziehen. Die traditionelle Langeweile der guten Gesellschaft erträgt man nicht, mag der AUtagslratsch noch so echt nachgemacht sein. Das Beste am Stück ist nicht der Dialog, der nur ganz selten aufblitzt, sondern das fast stumme Vor- und Nachspiel. Dort ist der Ehemann, hier die Ehefrau Zeuge einer Untreue des andern. Der Mann ist dazwischen Philosoph, der den Seitensprüngen seiner Frau ruhig zuschaut, da er nichts daran zu ändern vermag und keinen Scheidungsskondal will. Immerhin nimmt er schließlich dieselben Freiheiten für sich in Anspruch, dir er ihr gewähren muh. Eine fast komische Rolle spielt sein Jugendfreund, der der leicht- sinnigen Frau ins Gewissen reden will und dabei ihr selber unter- liegt. Sein Belennermm findet überall nur ironische Ablehnung, Grete Mosheim rettete halbwegs den Abend durch die natur- haste Sicherheit und nowc Selbstverständlichkeit, mit der sie das oogabondierende Weibchen hinstellte. Um sie die beiden Männer: Paul Otto, der Mann von Welt und Johanne» R i e m a n n. der etwas täppisch« Moralprediger, ein» verspätete Jbsensigur. Den hysttrilchen Typ der Frort gibt die Ebinger. den kameradschcrst- lichen Ludmilla Hell--- beide höchst charalteristisch K. ch. D. Vortrag de» Graphologen Schermann. Ein ausverkaufter Saal. Ein« vor Erregung unruhige Menge Da» Geheimnis zu lüften, was jeden Charakter umschließt, übt«inen starken Reiz au». Aber Schermann sagt nicht, wie es gemacht wird, nur hie und da zeigt er 'an einer Schriftprobe die verräterische Fußangel des Schicksals. Der da wollte sich erhängen. Angeblicher Beweis: der' Buchstabe B. der wie«ine Fliege gebildet ist. Oder dieser energische Strich verrät. daß der Schreiber etwa, andere» anstrebt, als«r sich und anderen Ein Leichenskandal in Potsdam. Die Folgen von religiösem Fanatismus. Buchhändler als Hochverräter". Ein Jahr Festung für eine Gesinnung? Leipzig. 25. November.(Eigenbericht.) 21m Freitag ging vor dem Nisdner-Senar des Reichsgerichts noch fünftägiger Lerhandlung der izochverrctsprozeß gegen den Vuchhändler und Ge/chäftsnihrer Paul Zobel mis Berlin-Pankow.zu Ende. Zobel war wegen Vorbereitung zum Hochoerrat und Republikschutzvergehcn angeklagt. Er soll als An- gestellter der Vereinigung der Internationalen Verlogsonstalten>n Berlin kommunistische Literatur, die vom Obcrreichs- anwaft wegen hochverräterischen Inhalts verboten war. weiter ver- trieben haben. Der Angeklagte entschuldigte sich damit, dah er von dem Zuhält der meisten Schr'sten gar feine Kenntnis genommen habe und deshalb auch nicht wissen konnte, dah sie rcpublikseindliche Tendenzen verfolgen. Das Gericht schenkt« Zobel aher keinen Glauben. Es verurteilte ihn wegen Vergehens noch§§ 7 und 8 des Republik- schutzgefetzes und„Beihilfe zum Hochverrat" enlfprechevd dem Antrag des Reichsunwolts zu einem Jahr Festnugshasl und Z00 Mark Geldstrafe. Bei der Verkündung nahm der Senatsvorsitzendc Anlast, die Kritik der Oeffentlichkeit an den Litcraturpro- z e s s e n zurückzuweisen, da es sich, wie die Fälle bisher gelegen hätten, nicht um hohe künstlerische Werte, sondern um Schriften handele, die lediglich den Hochverrat vorbereiten sollten. « Dies« Begründung und diese Ablehnung einer Kritik an den reichszerichtlichen Weisheiten muten um fo unwahrscheinlicher an. als erst vor wenigen Tagen die Einstellungsbegründung in Sachen Elast bekannt geworden ist. In dieser wurde die Putschisten g e s i u n v n g. wenn sie von rechts stammt, ausdrück- lich als erlaubt erklärt, wenn sie nur auf den Artikel-iL der A«r- fassung sich beruft. Die kommunistische Gesinnung macht aber jeden Buchhändler verdächtig,„eventuell"„möglicher rucise'"„unter Umständen"' irgendwann einmal Hochoerrat vorbereiten zu wollen. Kommunistische Gesjnnung kostet ein Jahr Festung und 300 Mark Geldstrafe. Elast- Gesinnung hingegen ist gänzlich kostenlos. Oer Reichsstädtebund protestiert. Aerwahruag gegen den Vorwurf der Verschwendung. Dar Gesamtoorstand de» Reichvstädtebundes hat am heutigen Tag« folgende einstimmig« Entschliestung gefastk ,.C» ist unverantwortlich, dast in der Oessentlichteit, auch vun amtlichen Stellen, wiederholt Vorwürfe gegen die Ausgaben und Anlcihewirtschaft der Gemeinden im allgemeinen erhoben werden, die geeignet sind, die Finanzwirtschaft aller Gemeinden im Inland? und Auslande mMisttredit zu bringen. Der Gesamt- vorstand des Reichsstädtebunbes meist im Namen der von ihm ver- tretcnen mittleren und kleinen deutschen Städte derartige verall- gemcinernde Porwürse als völlig unberechtigt zurück. Diese Städic. denen die Mittel zu vielen notwendigen Ausgaben fehlen. haben bereits seit längerer Zeit ihre Ausgaben auf das äußerste eingcschränlt und sind an den Auslandsanlechen nur bei den Saminelanleihon der Girozentrale mit geringen Anteilen beteiligt. Dast diese Anleihcmittel ausschliestlich für produktive Zweck« bestimmt waren, Ist durch die Genehmigung der Beratung»- stelle, welcher auch der Herr Reichsbanlpräsident angehört, aus- drücklich anerkannt. Glauben amtliche oder sonstige Stellen etwaige Eln-elvorkommnisse ösicntlich beanstanden zu müssen, so erwartet der Reichsstädtebund, dast künftig loyalerweise dies« Einzel- sali« genannt und nicht unzulässig rerallgemeincrt werden, was jür die Gesamtheit der Gemeinden unerträglich ist. Gegen wirtfchastttche Tlebenregierung. Der Deutsch« Landgemcindetag hat in mehrfachen eingehenden Beratungen zu dem Steueroereinheitlichungsgcsetzentwurs Stellung genommen Cr stimmt der Regierungsvorlage grundsätzlich zu, weil auch er die Notwendigkeit der Vereinfachung des Sleuermejens und der Bergleichborteit der Steuerbelastung in den einzelnen Ländern und chren Gemeinden ohne weiteres anerkennt. Trotz der Bejahung dieser Grundtendenz must aber ein« zu weugchcnd« Beschränkung der Gemeinden bei der Be- anspruchung und Verwaltung der Real st euer» vermieden werden. Der Deutsch« Landgemelndctoz fordert eine baldige Ab- öndcrung des Reichsfinanzausgleich», durch welche den Gemeinden ein erhöhter Anteil an den Reichssieuern gewährt werden muh. Aus den weiteren Forderungen de» Deutschen Landgemeinde- toges ist noch die Heranziehung der freien Berufe zur Gewerbesteuer heroerzuheben. Mit besonderem Nachdruck spricht sich der Deutsche Land- gcmeindetog gegen die reichsgesetzliche Verankerung des Auhärvngsrechtes der o w tli che n W ir tsch oft s- vertretungen au». Es erschein» nicht angängig und steht auch im Widerspruch zu der Verfassung, dast den Gc- mcindeparlamenten«ine wirtschaftliche Neben- rcgieruag zur Seite gestellt wird, die nach auhcn hin keine Verantwortung zu tragen hat. Oie Studienkommission genehmigt. Einstimmiger Unterhaus. Beschluß. London. 26. November. ver Unterstaatssetretär für Indiei, beantragt« im Unterhaus die Ernennung eines Unters, ichungsousjchusie» für die Acnderung der indischen Verfassung zu genehmige». Macdonald äustcrtc. die Arbeiterpartei sei jür di« betreffenden Borschläge nicht verant- w o r t l> ch. Boldwin erklärte, die Regierung betrachte den Plan cli wirksam für die Lösung der Bersaisungefrag« Indiens. Di« Regtenmg wünsche die Meinung oller Leute zu hören, die guten Willens seien, ob Briten, ob Inder. Das Haus nahm den Antrag einstimmig an._ •sjigattMWtbeifctfteeif und aegensettiae Hilf«. Der lSsdank,. dost sich in, Augenblick geätzter ZiM das Ptnlclaria» Nicht nur auf geieg- ocherilche und materielle Hilfe vorlätzt. fondern auch den Versuch zu unmittelbarer gegenseitiger aktiver Hilfe macht, ist zwar nicht neu. aber praktlsch noch viel z» wenig in Uebuny. Unser (äenosie W- S ö d d« n. Berlin N. Brunnenstr. 157. macht den An- fang. Er erklärt sich bereit, einen g bi» 12 Jahre alten Sohn eine» ousgewerrten Zigarrenarbeiters für die Dauer des Streits unent- ndtiich in Pslege zu nehmen. Wenn dem Beispiel Nachfolge erwächst. wird manchem armen Zlgarrenarbcitertind doch noch ein srähllches Wechnochtsjest bereitet werden, Wir haben wiederholt über die religiöse Sekte des Herrn Weiste.nberg berichtet, der vorgibt, Wunder vollführen. Kronkc heilen und Tote zu neuem Leben erwecken zu können, und wir haben das Treiben dieses Mannes scharf gegeißelt. Di« Folgen, die ein. solcher Unfug hoben kann, zeigen sich besonders schroff an einem Fall, der sich seit einigen Tagen in Potsdam abspielt. In dem Hause Iägerftr. 10 verstarb am Donnerstag, morgens gegen 8 Ubr, der 5Sjährige Grünkram- und Lebcnsmittclhändlcr Louis Rode nach zcbnwöchigem schweren Krankenlager an Magenkrebs. Der?lrzt stellte den Totenschein aus»»d vermerkt«, mit Rücksicht daraus, datz das Stcrbezimmer u» n> i t t e l- bar nebe» den, Berka ufsladen liegt, solle der Tote aus der engen Behausung noch am Donnerstag sortgeschafft worden. Statt dessen lästl aber die Witwe die Leiche durch einen Bruder der weitzer.brrgiekte durch Auslegung nou heißen Packungen erwärmen, da der wcistenbergbruder und die Witwe de» verstorbenen nicht au den eingetretenen Tod glauben wollen. Heut« früh ist die W twe mit einem Weihenbergbruder nach Berlin gefahren, um das Oberhaupt der Sekte, das in Berlin. Gleimstr. 42, wohnt, an das Totenbett zu rufen. Inzwischen haben die empörten Haus- bewohncr die Polizei benachrichtigt, und diese ist inzwischen in der Wohnung eingetroffen und wartet nun noch pietätvoller Weise bis 12 Uhr mittags aus die Rückkehr der Witwe, um dann den Toten unter Beistand der Polizei auf dem Hause entfernen zu losten. Bewegte Szenen im Aordexpreß. Wendung im Fall Vleichröder— Berschel.- Die Jagd noch dem entführten Kinde. Köln. 26. November. Der Fall Bleichröder-Herschel hat eine neu« Wendung genommen. Noch bevor sein Schwager Edgar v. Bleichröder in Dresden aus der Haft entlosten war, hatte sich der Bater des eni- führten Kindes, der Kaujmann H e r s ch c l, in Begleitung eines Detektivs nach Paris begeben. Herschel brachte in Erfahrung, dost seine Gattin mit dem Kind in einem Dillenvorort von Paris wohnte. Bevor er aber den Versuch machen konnte, sich seines Sohnes zu bemächtigen, kam ihm ein Zufall zu Hiise. Frau Herschel hotte inzwischen die Nachricht von der Verhaftung ihres Bruder» erhalten. In ihrer Angst um den Bruder beschloß sie nun. ihr Kind mit der Erzieherin nach Deutschland zurückzusenden. Am Freitag mittag bracht« Frau Herschel ihr Kinp und die Erzieherin zun, Nordexpreh. Sie hatte keine Anhnung, dah ihr Gatte ihr in einem zweiten Kraftwage» gefolgt war. Auf dem Bahnhos selbst hielten sich Herschel und der Dsteltio bis kurz vor der Abfahrt zurück. Di« Mutter hatte sich gerade von ihrem Kinde verabschiedet, als sie zu ihrem Schrecken sah, daß ihr Mann im Augenblick, als das Signal der Abfahrt gegeben wurde, mtl seinem Begleiter in den Zug sprang. Im Zuge selbst beschränkte sich Herschel zunächst darauf, das Abteil, in dem sich sein Kind befand, zu ü b e r w a ch e n Aus recht- lichen Gründen machte Herschel auf französischem und belgischem Boden keinen Versuch, sich seines Sohnes zu bemächtigen. Erst als bei Hcrbesthal die deutsche Grenze erreicht war. eröffnete er der Erzieherin, daß sie nunmehr mit dem Kleinen ihm zu folgen habe. Die Erzieherin lieferte dem Bater das' Kind aus... Inzwischen Hot die Staatsanwaltschaft Dresden Frau Herschel freies Geleit zugesichert, so daß sie wahrscheinlich in den nächsten Tagen nach Deutschland zurückkehren wird. Vielleicht wird bis zu ihrem Einlresten auch bereits eine Entscheidung des Vor- »-undsäfflsL'verichts über den Antrag, das Kmd vvrläusig der Ob- butderMutterz» überlassen, ergangen fem. Im Augen- blick ist jedenfalls der kleine Alired wieder bei seinein Bater. Auto ft-ge« Straße«b«hu. In der vcrganoenen Nacht stießen an der Kreuzung der Blücher- und Bö rwaldst roh« ein Privatouto und«« Straßenbahnwagen der L i n i e 4 1 zusammen. Der Kraftwagen wurde von seinem Tesißer. dem 35jährigen Fabrikanten Georg Schutz aus der Weserstrahe 91 in Neukölln geführt. Infolge des Zusommeustoß«» erlitten fünf Personen mehr oder w-rniger erhebliche Verletzungen, ine ihr« Uebennbrung in das Urban- Krankenhau, iwtwendig machten. Es sind verletzt: der Fabrikant Georg Schulz, der Z4sälir!ge Angestellt« Erwin Gabbert aus der Bergsiwst« 27 in Neukölln, Frau Martha P r« y aus der Eulmstraßc 26, der 25jähnge Kaufmann August Radda tz aus der Berältroste 30 in Neukölln und die 44jähr!g« Elise Liebet aus der Möckcrnstraste 71. Schulz und Raddatz mußten im Urban- Krankenhaus veibleiben. Die Art der Verletzungen konnte„och nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Gabbart, Frau Prey und Fräulein Liedel konnten noch Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen gebrocht werden. Fiäulein Liedel und Frau Prep haben Glos- svlitterverlestungen, Gabbert hat Arnigirestchunaen davongetragen. Fräulein Liedel und Frau Prey waren Fahrgäste der Straßenbahn. die übrigen Insasien des Autos, das vollständig zertrümmert wurde. Nach den bisherigen polizeiltcker! Feststellungen soll die Schuld den Kvaktwagensührer treffen. Auch der Straßenbahnwagen ist schwer beschädigt und mußte aus dem Betrieb gezogen werden. Aui den» Weqe zum« manches neu« Moment brachten. Uebi o n o e n t i o n o l st r o s« n zum Mitmachen g« z w u n- gen werden können, hoben sie auch ihre Arbeiter ausgesperrt." Den Aussperrern macht Wolf dieses soigend« Kompliment: ..Die Sozialdemokratie wird von dem Berhal- ten der Arbeitgebersyndirj im Tabakgcwerbe außer- ordentlich erfreut(ein. Wenn diese«yndici für ihre Dienste, die sie der Saziald«mokraH>' mit dieser Aussperrung leisten, be'ondcrs bezahlt würden, dann könnten sie keine bessere Arbeit leisten. Denseniaen Arbeitgebern aber, welche gegen ihren Willen gezwungen werden, ihren Arbeitern die Feindschaft anzusagen, tann gar nicht dringend genug geroten werden, aus diesem A r b e i t g c b c r v e r b a n d sobald als möglich aus zutrete n." Die Svz'aldcmokratic bedarf nicht erst solcher Riesendumm- Helten ihrer Gegner. Sie liesern ihr ohnedies Stois in Hülle und Fülle. Aber auch Herr Wolf, der die Aussperrung für die Schaffung einer„gewissen ld H. gelben» Keruf-- und Schickiolsgemeinschaft" uusschlochten möchte, hilft dabei mit. Es ist für diesen„Arbeiter- fuhrer" bezeichnend, wenn er in seinem Artikel vollständig daran uorßeigeht.„wie die Lebensverhältnisse der Tabakarbeiter im Augen- blicke sind". Eben daraus fommt es an, weil es darum geht, diese elenden Lebensaerhalniise ein wenig zu bessern. Immerhin können tne„einmütigen" Anssperrer auch oon dieser oeile vernehmen, daß die Verurteilung ihz-er General- a u s s p c r r u n g durch die öffentliche Meinung allgemein ist. Nach den 21 Punkten. „Verleumde nur tüchtig drauf los.. Seit Jahren betreibt die„Rote Fahne" eine systematische Heß» gegen die beid.m Vorsißendcn des Verbandes der Maschinisten und Heizer, unsere Genossen Klebe und S ch l i ch t> n g. Weil sie efvrn, istische" Gewerkschaftsführer find. Groen Schlich- n n g insbesondere, wül er ougerdem sozioldemokratilchcr Stadtrat ist und als solchcr den lebenswichtigsten Werken der Rtcsongemeinde Berlin vorsteht, die kummunalputschpalitiich d i e Gurgel darstellen, an der das Leben Berlins zu fasten ist: die Gas-, Wasser- und Elektrizitotswrrke. Der den Anwürfen zugrunde liegende Sachverhalt ist aus der gestrigen Gcrichisverhandlung belamt Nachdem sich ein Vor- b a n o s t a g mu der Angelegenheit besaßt und den Berdächtigten durch Wiederwahl sein Dertrouen bekundet hotte, mußte jeder an- itägdigc Mansch von der H a l t l o j i g k e j t d er B e s ch u l dt g u n- g c„ liberzeugl sein. Darauf stiißte sich natürlich auch Genvste Klebe, der in seiner l eneidinsarerte» Ruhe die„Rote Fahne" weiter schimp'en und heßen ließ, ahne sie dafür zur Bcrontwortiing zu uehcn. Die„W ah- st u /, g s e i n r i ch t u n g e n", die den beiden Borsißendcn angeblich indireit aus Bcrbandskoslcn geliefert morden sein sollten, waren Bureau möbel im Werte von insgesamt zweihundert Mark. Jetzt, nachdem die H j n t e r m ä n n e r d e r„R o t e n F a h n e" vor Gericht erklären mußte», sie seien überzeugt, daß die von ihnen et hobcncn B o r n» ü r s e nicht a u i r e ch t c r h a l t e n werden kön»teil, müßte man annehmen, daß das„einzige Arbeiterblatt" nun endlich seine Berlcnmdungskompagne einstellen würde. Weit gcsehlt! Es mühte»richt das Organ der PolitikderZl Punkte i ein, das die einfachsten A n st a n d s b e g r i s s c als„spieß- bürgerlich" abgeschworen hat. Das Blatt bringt heute den Wortlaut des Vergleichs. Er sucht seine bisherige Verleumdung»- aktivn zu rechtfertigen. Dennoch muß selbst die„Rote Fahne" zugeben: „Schlichung gelang- es ,in der gestrigen Verhandlung, Material darüber zu erbringen, daß diese Älabel(Bureuumöbr-l! Red. des „Vorw.") in ganz lcgal-r weise für Bar dands, werfe Verwendung fanden." Weiter: „Daß Schlichtinq und Klebe persönliä, c Vorteile aus der Preic-diiscrcnz gezogen haben, kannte nicht bewiesen w e rde n." Aber— es m u ß doch was y äugen bleiben!— „Dennoch sind Klebe und Schlichting nicht als reingcwaschene Engel aus der Verhandlung hervorgegangen." Dafür werden„Tatsachen festgestellt": Klebe und Schlichting haben einen„erheblichen Mehrpreis für die Schrejbmaschine bezahlt, •Klebe und Schlichting haben mit dem Vcrbondsvermögen nicht so ge- wirlschasret, wie es dem Verbandsintercsse entspräche. Fest steht auch, daß unkorrekte Buchungen vorgenommen wurden. Fest steht nach allein die Tatsache, daß das Verbandsvermögen in inkorrekter Weise verbraucht wurde." Die Kläger waren zu anständig! so anständig, daß sie sich ver- p'lichtetcn, die Kosten für ihre Anmäüc und Zeugen zu übernehmen. Dos benutzt die„Rote Fahne" mit zu dem neuen strick:„Der Prozeß stellt also durchaus keine Ehrenerklärung für die Schlichting und klebe dar." Niedriger häng edi! Oer Dauanfchtägersireik beendet. Wie wir vom Metallarbeiternerband erfahren, haben heute auch die Unternehmer den vom schlichter für Groß-Berlin ge- mochten Beraleichsvorschtag an genommen, so daß der Vmianschlägerstreik mit einem Erfolg beendet worden ist. Die streikenden Baiionschläger beschlossen in ihrer Versammlung am heutigen Aarmittag, die Arbeit am Montag früh in allen bestreikten Betrieben geschlossen wieder a u s z u n: l> m e n. Wenn auch die Forderungen der Bauonschläger nicht restlos er- füllt worden sind, so ist doch der Erfolg nicht gering. Der Ausgang dieser Bewegung zeigt wieder einmal, daß nicht nur die Schlich- tungsinstanzen eine gut organisierte Arbeitergruppe respektieren müssen, sondern auch die Unternehmer. Die Unternehmer wußten sehr gut, daß die Bauanschläger ihren Kampf in vollster Einmütigkeit noch wochenlang weitergeführt hätlen, wenn sie noch langer den starken Mann gespielt und den Vergleichs- Vorschlag abgelehnt hätte».____ Wetterleuchten im Neichsbahnbetrieb. Aus Magdeburg wird uns berichtet: Da beliirchtet wurde. daß Magdeburg bei der Erhöhung der sogenannten O r t s- l o h n z u l a g c nicht berürffichiigj werden sollte, bemächtigte sich der Belegschosi de? Reichsbahnausöesserungswerkes Magdeburg- Buckau, das über 1000 Arbeiter beschäftigt, eine große Erlegung. «ic führte kürzlich zu einer stürmischen Auseinander- s e tz u n g zwischen der Belegschaft und der Betriebsdirekiion. Nach der Frühstückspause forderten die Arbeiter vom Betriebs- rat die Einbervsnng einer Versammlung, um zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Der Betriebsrot unterbreitete die Forderungen der Belegschali der Betriebsdirektion, die Lelriebsdirektion setzte sich mit der Mutterdirektion in Dresden in Verbindung. Aus Dresden kam daroukhin die Anweisung, die Belegichosl zum Weiter« arbeiten aufzufordern. Diele Aufforderung schlug erst recht dem Faß de» Boden aus. Die Beleoschalt erklärt«, daß sie nicht eher die Arbeit ausnehmen werde, bis sie Gewißheit habe, daß die Verhandlungen beschleuniat zu einem Ergebnis führen würden. Die Erregung erfaßte auch das Güterboden- und Rongierpersonal und kam besonders in der Umladeballe Buckau zur Entladung. Erst, nachdem die Dienststellenoorstände ausdrücklich die Not- löge ihrer Bedien st eten anerkannt haben und dos B e r s o r e ch e n abgaben, sich bei der Direktion und bei der Hauch- veiroaltung für die Durchführung der Forderungen einzusetzen, murde dic Arbeit wieder ausgenommen. Was nun weiter«scheben wird, vermögen wir nicht zu sagen. Die Langmut der Eisenbahner ist zu Ende. Roch den Borsällen in Hamburg, Dresden und Halle der Bargang in Magdeburg. Es ist eigenartig, daß. kommt es irgendwo zu Unruhen, nehmen die Berwaltungsbeamten di« Hilf« der Gewerkschostsangestellten des Einbeitsnerbandes der Eisenbahner Deurschlands in Anspruch. Auf die Dauer wird das nicht heiien wen» das notwendige Entgegenkommen der Reichsbahngesellschaft ausbleibt. Achtung, Staker? Nach jahrelangen Kämpfen ist es den Statem gelungen, durch vierwöchigen Streik in diesem Jahre neben erheblicher Lohn- «rhöhung auch die Arbeitsnachweisflage zu regeln. Im � 10 des Stakertarifoertroges heißt es:„Alle Arbeitskräfte müssen durch den Arbeitsnachweis Gormann st roß« bezogen werden." Trotzdem halten es di« im JBsdB. organisierten Staker. welche all« Errungenschaften des Stakervertrages voll aus- nützen, nicht unter ihrer Würde, auch jetzt noch das logenanme „ftlinkenputzcn" fortzusetzen, an der Spitze die Leitung der Staker des Jndustrieverbandes Kluge, Schottner und Konsorten. Leider haben sich durch dieses schlechte Beispiel auch einige Kollegen des BGB. oerleiten lassen, dasselbe zu.tun. Kollegen, denkt daran, wie entwürdigend dieses Arbeitsuchen ist: konnten doch Unter- nehmer, die nicht dem Verband der Unternehmer angehören, sagen: „Was soll ich wachen, d-i« Staker kommen und betteln: ich als Außenseiter brauche den Vertrag nicht einzuhalten." So sehen die Revolutionäre des JBsdB. aus. Kollegen, fragt die in Arbeit tretenden Stäker. wo sie herkommen, denn kein Staker hat das Recht, ohne Nachweis Arbeit anzunehmen. Denkt an den'jahrelangen Kampf in der Arbeitsnochweisfrage, schafft geordnete Zustände, indem ihr dic Bestimmungen des Ver- träges einhaltet, dann werden auch die Außenseiter aus Unter- nehmerseite den Nachweis benutzen müssen. Deutscher B a ugc we r k sb u n d, Fachgruppe Staker. "lSZOS Zunahme im Berliner Verkehrsbund. Es geht in den deutschen freien Gswerkschasten wieder unaufhaltsam vorwärts. Aus allen Orten kommen Mittellungen, daß die Gewerkschaften zum Teil ganz erhebliche Mitgliedergewinne im Lause dieses Jahres erhielt haben. Wir haben im„Vorwärts" schon mitgeteilt, wie stark die Mitgliederzunahme insgesamt in einzelnen Organisationen in den drei Quartalen dieses Jahres gewesen ist. Wie wir erfahren, hat die Berliner Ortsoerwaltung des Deutschen Derkehrsbundes bis zum 31. Oktober dieses Jahres insgesamt 1k 300 neue Mitglieder gewonnen, wobei noch nicht die U e b e r t r> t t c aus anderen Organisationen eingerechnet find. Sollte diese Entwicklung bis zum Schlüsse des Jahres anhalten, was zu erwarten ist. so ist«s nicht ousgelchlossen, daß der Berkehrsbund sich noch in diesem Jahre zur stärksten Organisation in Berlin aufschwingt. Zur Information für die Mitglieder weisen wir noch darauf hin. daß das Fernsprechamt M o r i tz p l a tz ab Montag, den 28. November aus Selb st anschlußbcl rieb umgestellt wird und die Berliner Ortsverwaltung von diesem Tage an nur noch unter? 7, Ionnowitz 61 21 telephonisch zu erreichen ist. Mota-Esti. Praktiken eines Standolblattes. Bereits vor einiger Zeit mußten wir uns mit den„GBNR." beschäftigen, weil dieses Blatt den Portier im Cafe Vaterland angriff, und seine Entlassung forderte. Jetzt brachte das Blatt in seiner Nr. 44 einen Artikel mit der Ueberschrist„Sittenskandal im M o k a- E s t i". In diesem Artikel wird ebenfalls versucht, gast Wirtschaft- liche Arbeitnehmer herabzusetzen, durch die Behaup- tung, daß Serviereriimen in diesem Betriebe mir eingestellt würden. nachdem sie durch Herrn E s t i gewissenhost und umsichtig auf dem Sofa feines Privotbureaus geprüft würden. Dem Zentrolverbond der Hotel-, Restaurant« und Eofö angestellten wird durch den Betriebsrat des Moka-Elti mitgeteilt, daß die in diesem Betriebe beschäftigten organisierten Serviererinnen sich durch diese schamlosen und unwahren Behauptungen beleidigt fühlen. Dos Vorgeheir dieses Blattes ist einfach ein Skandal. Der Verband wird gegen das Blatt vorgehen, und es wird notwendig sein, daß Herr Esti sich diesem Vorgehen anschließt._ Wahlerfolg in Breslau. Einen großen Wahlerfolg erzielten die freien Gewerkschasten in Breslau bei der Ausschußvcrtreterwahl der Allgemeinen Orts- t r a n k e n k a s s e. Das Ergebnis ist um so bedeutsamer, weil die freien Gewerkschaften nur«ine Wahlkorie anwendeten und somit aus die Disziplin ihrer Mitglieder baute». Von der Herausgabe van Flugblättern wurde grundsätzlich Abstand genommen. Die„Christen" hingegen, die ihren gesamten Mischmasch oou evangelischen und katholischen Männer-, Frauenbund Jugendvereincn aus die Bein« brachten, überschwemmten die Stadt wiederholt mit Flugblättern ärgsten Inhalts gegen unsere Vertreter in den Kassen- erzanen. Sie ließen für chrc Werbearbeit Kanzeln und Kirchen miß- brauchen. Alles aber hat ihnen nichts geholfen, denn sie büßten noch wei- tcrc Sitze ein. Bon 36 333 Stimmen erhielt die Liste 1 der freien Gewerkschaften.. 27 570 oie Liste 2 der christlichen Gewerkschasten 8 983 so daß künftig die freien Gcwerl schuften im Ausschuß 30, im V o r st o n d 12 Sitze haben, die christlichen Gewerkschasten im Aus- schuß nur 1>3, im Vorstand nur-1 Sitze innehaben. Sie haben demnach in diesen Organen nichts mehr zu bestimmen. selbst wenn sie. wie früher des öfteren, mit den Arbeitgebern zu- sommciisuniincn sollten.__ Verschärfung im Thüringer Texiilkonflikt. Die Unternehmer drohen— und rusea um Hilfe. Im Tcrtilbezirk Westthüringen haben die Beleg- schotten der Strickereibetriebe M ü h l h a u s e n und zweier Webe- reicn in Langensalza als Antwort auf den völlig ungenugen- den Schiedsspruch des Schlichlungsausschusses Erfurt die Äuizdlwmg des ArbeitsoerhAtnisies eingereicht. Somit wenden Heike 1300 Tertilarbeiter in den Streit treten. Als Gegenmaßnahme haben die Unternehmer der Tertilorbeiterfchost des gesamten Bezirks zum 3. Dezember die Aussperrung a n g e k ü n- digt. Bon der Aussperrung würden zirka 9000 Textilarbeiter be- trösten werden. Vorsorglich haben die Unternehmer jedoch gleichzeitig beim Reichsarbeitsminister die Ve r b i n dl i ch k e i l s- ertlärung des Schiedsspruches des Schlichtungsausschusses Erfurt beantragt. Das Reichsardeitsministenurn hat die Parteien zum 28. November zu Verhandlungen nach Berlin geladen. Theater der Woche. Vom N. November bis 5. Dezember. xixttl««m«>u»»>»l-ti: Jt.. 30.. I. 3. feirfemann. ». z.. 4. P-«r Sinnt. Xbcitt«»m Schisfb-u-i»«»»!«djiebet des«uhnts. De- rote sSafin,— Oi-er ntn Platz Orr S-cpubltl; 37., 20.,— Dir»ich. 20.. Tollor Faust. Sit.£tr fetnt Nlona. 1. Tritt«»lrmrmr. «Oltjcrt. i. DtbcUo.:>. Ter ffioffcn'«)lmtR.- SläStilchr Oper, tRatlottcn. tut«: 37., 2. Connn lrirlt auf. 20. Tie Boltüte. 20. Carmen. 30. FiDcIio. 1 Der arme.Seinrich. 3. ülettzn. t. Margaret». 3. Ter Borbier von «»triUo.- etaatattze«»«: 27.. 30.. 4. Ter Äattfmann_ oou Ponrtig. 28., 2. Beer®nnt. 20.(Opernabend) Figaros Hochzeit, a. Max lue Mast.— SchUIet.Tiiaatct: 27., 30., 1. Wci, dem, der lügt. 28.. 2. Wallensteins iob. 2».. 3.. 4. Tic Journalist-», ö. H-rodes und Mariamne.— Deutiche« Theater: Torotlieo•änaennonn.—»amutcrfpiclc: Bis 30. Mona. W> 1. Bronz.Scvrrn. — Di««a»«»i»! Tie ikhe von Welt. 28.. 30., 30. Jazz Soitzert von Wiener und Touea- Theater am Boleudorivlatzi Talputin.— Theater in her»ooig. grätzer Straste: Eulloo III.— ttamidienhana: Hotusvokus.— Graste, Schau- »»ielhon«! Ter Mitado.- Theater he» Westen«» zro sauita.— R-fmilche Oper: Silles nackt!— Teutich« st liuftler. Theater: Thieago.— Lustzpielhana: Aaja.- Lelling-Theater: Schinderbannes.— Theater am stnrfSrstendamm: Bis 2. Tie Hose. Äb 3. Chdri.— Teiauo». Theater: Eretchen.—«efidenz Theatcr: Sump'. — Zentral-Theater: Der Gstustling der garin.— Thratee in der Samman- stlrinr, Theater: Die Republik h-siehlt.— Renailianee-Iheat«»: Das Follil. 37.. mittags 72 Uhr, Tanzmatinee Ruth Alle'hard— Walhalla-Theater: Am Ritd-sh-imer Schlog strht eine Linde.— Rase-Theater: Liner von unsere Leut! — Xheeiet in der stlvsterstraste: 37. 38. e.roiik. 20. Ter Herr� Senator. 30. G-ipenster. l., i. Liehe. S. Was ihr wollt. 3., 4. Meine Stlanitt.— Sck>lostparl Theater Steglitz: ein Walzeetraum.— Theater In der tiitzomstrastr: Die Trau ohne Nüst.— Theater tat Admiralspalast: Wann und wo.— Winteegarien: Barietz.— Scala: Internat» nnal-s Variete. — ReiiSahatzen-Theater: istet!in«r Sanger.— Theater am stotthuffer Ter: eiile�öänget. Rachmittag,, er,»ftaltnnge». B-Uadähn«. Theater a» »Slam»!»»: 37. Peer«nnt. 4. Kabale und Lieb». Theatee a»«chiftbauer. dämm: 37., 4. Georg- Dauhin. Thalia- Theater: 27., 4. Ter mutige Seefahrer. _ Oper am Platz der Repnblil: 3., Ute Ubr mittag». Madame Buiirriln- „ Staat«» brater: 27., 12 Ufir mittaps. Balleit-Matinee.—«chitler-Tdeater: 2. 3.. 2fia1--nftei:i» Tod. 4 Weh btm, der lügt.- Theater i» der stouig- grotze Nieohe: t. Ter Geisterzug.- Theater des«esteu,! 37.. 3.. 4. Pelerchens Mondfahrt.-«omiside Oper: 37., 4 Alles nackt!- Theater am«urfürsten- damm: 37.. 30., ,!.. 4. Hans im Glück, 4,. 17z:, Uhr.«nette Sullbert— »estdenz-Iheater: 37.. 3,. 4. Dornrüschen.- Theater i» der«ammandanteii. strahe: 37., 4. ffieibsleufrl.— Metropol-Thrater: 27.. 4. Tie Fledermaus, 30., 3. Wie stiein-Clschen da» ildrlsttindl suchen ging.— Rene« Theater am staa: 27.» 4. Die Puppenkee. stleinea Theater: 37.. 3.. 4 Sckineewittchen.— Renaistanee-Theater: 4. Tänze Ruth Marcus.—«alholla- Theater: 28. Aschen. brfdel: 8auberfünftlet Cumberlond. 27. Schneew'ttchen: Saiibetflinftlcr Cum- berland.— Rasr-Theater: 3., 4 Tornrdscbcn.— Theater in her stlosterstrahe: •27. Sedneewittiden. 30., 3., 4. Häusel und Gretrl.— Schlostparl-Theatee Steg» litz: St.. 30. Häusel und Grrtel. 27. Wiener Blut. 3. Strumelpeter.— Theater im Admiralspalaft: 27.. 4. Wann und M0. 3. Aschenbrödel.— Seala: 27., 3,, 4. Internationales BaGete,— Reick-sdallen. Theater: 27„ 4. Stettiner Sänger.— Theater am»otibusser Tar: Glitr-Eänger, Verantwortlich für Poli!:?: Dr. Cur» Geyer: Wirtschaft: G.»ltilgelhöser; Geroertslliailsbeweo.ung: I. Steiner: �euilleto::: st. H. Däschee: Lolale» und Sonstiges: Aeitz staefiäht: Anzeigen: Th. Glacke: sämliich in Beriin Verlag: Borwärts-Bcrlag G m.-b H., Berlin Druck: Vorwärts-Äuchdruckeret und Brrlagsanstalt Paul Sistger u Co. Berlin£iä 68, Lindcnstrast« 3 Msafi'Schuh« grifen unter Kennei n a s die preikwüi di Atzten Erzeugnisseder gesamten Schuhi'1111�: Gardinen. Stores, Bett-, Tisch- und Divandecken Gardinenhaus Alfred Walter Neukölln, SelchowerSt.S II. Btag«, kein Laden! Telefon: KZ 2524. direkt üntcr*,rur dbabn Boddins�raD« � De. gute Kaplidn- Kaulabah'"Ätlir C. KOcker, Uerlln uichienberger Strotze 22. Kgst. 3861