Morgenausgabe Ar. 561 A 285 44. Jahrgang Wöchentlich 70 Pfennig monatlich S,— Reichsmort, voraus zalilbar. Unter Streifband im In. und Ausland s,Sll rlteichschart pro Monat. Der.Borwärts' mit der illustrier. tcn Eonniagsbeilage �Bolt und?!eit' sowie den Beilagen„Untcrkialtung und Bissen"„Aus der Kilmwelt". „Liadtbeilage".„Frauenstimme", »Der Äindcrfreund".„Iugend-Bor. wrjrts".„Blies in die Bücherwelt", „tiuliurardeit" und„Technik" erscheint wochentijglich zweimal, Eonntags und Montags einmal. Aerliner VoMbto« Sonntag 27. November 1927 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die e 11 völlige Nonpareivezeil» 0» Pfennig. Nsklainezeile 5— Reich». mar!„ivieins Anzeigen" da» jettge- druckte Borr 25 Plennig(zu alstg zwei ettgedruckle Worte) ledes weitere Bort IT Psennin Slellenqeiuche das erste Wort 15 Pfennig, ,esee weilcre Bort lO Piennig. Warle üder 15 Buchstaben zahlen istr zwe! Worin Ardeilsmartl ilrlcOOPienmg. Familie»»» reigen>ür AdonnenlenFe ie tVPlenn.g Anzeigen. annahm- in, Kauptgeschift Linden- straßeZ. wochcnlägt von hl� bis t? Uhr. JsnSrawvga» des SoziatdemotvaMchen Oavtti DeuttchNmdS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhosf 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 3753G.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, AngesleNien und Bcomten Wallstr. KZ. DiskonloiGesellschcft, Tcposilcnkasse Lindenstr 3 Mordanschlag auf Karl Geiß. Ein Wiener Rechisradikaler schießt aus den Bürgermeister.— Genosse Seih nicht verletzt.- Oer Tater in Hast. Wien. 26. November.(Eigenbericht.) heute um 17�- Uhr wurde auf den Bürgermeister von Wien, Genossen Karl Seih, ein Revolveratlentat verübt. Genosse Seih hatte an der Eröffnung des Schneepalasies im ehemaligen lNordwestbahnhof teilgenommen und fuhr nach der Aeicr in das Bathaus zurück. Als er den Wagen. bestieg, feuerte ein Wann Rcvolverschüsse ab. Der erste Schuß ging fehl, derzweitcdurchschlugeiu Fensterdes Automobils, und nur dem llmstand, daß der Bürger- meiste? sich sofort b ü ck t e, ist es zuzusstzreiben. daß der Schuß über ihn hinwegging. Der Attentäter lief, noch weiter- schießend, dem Automobil nach, dann sprang er in einen Straßenbahnwagen, wo er verhaftet wurde. Er heißt Richard Strebinger. Er hat früher als Elektrotech- nikcr in Olmütz(Tschechoslowakei) gearbeitet, ist aber seit Jahren in Dien arbeitslos. Er gehört zu den rechlsradikalen „Frontkämpfern", wi? z. B. auch die freigesprochenen Arbeitermörder von Schatteadors, läuft oft inder haken- kreuzlerwindjacke herum und soll noch tags vor dem Wordanschlag in einer Arontkämpscrversammlung gewesen sein. In seinem Wohnhaus ist er sehr wenig beliebt, noch weuiger angesehen. . Oer Täter. Wien, Zg. November.(Eigenbericht.) Richard Strebinger hat beim polizeilichen Verhör an- gegebeil, daß er durch die Tat mir die allgemeine Aufmerksamkeit auf seine wirtschaftliche Notlage Hab« richten wollen Dies«„Be- gründung" ist aber falsch. Er ist zwar schon drei Zahl« arbeits- los, hat aber bei seinen Tanten gewohnt, dl« ein gutgehendes Tchneidergeschöst besihen und ihn wie seinen Bruder ausreichend unterstützt haben. Diese Tanten gehören m o n a r ch i st i s ch e n Organisationen an, sein Onkel ist Oberst a. D. und- Mitglied, des Fronttäblpfekbulldes. Richard Strebinger war«in eifriger„A n i i m a r x i st" ui)d'schimpfte bei jeder Gelegenheit aus die Sozialdemokraten. Er ist ein exaltierter Mensch: in seiner Kindheit soll er eine Kopsoerletzung erlitten haben. Vor kurzen erregte er in seinei» Wohnhaus großes hallo, da er mit allen möglichen Orden und Medaillen geschmückt herrnnstolziertc. Vor einigen Monaten hat er sich in Salzburg vom abfahrenden Flugzeug an einem. Seil mitnehmen lassen— natürlich heimlich: es nrußt« dann eine Notlandung vorgenommen»verden, um de» blinden Lust- Passagier wieder loszuwerden. Aus dem Rat ho iise verlautet: Noch ollem, was bisher vor- liegt, dürfte es sich in der Person des Attentäters um einen irre- geleiteten Menschen handeln, der einige Jahre Schau- s p i e l e r in Graz war und jetzt die Arbeitslosenunter- st ü tzu n g bezieht. Genauere Schilderung des Attentats. Wien, 26. November. Als Bürgermeister Seitz auf dem früheren Fiakerstandplah am Nordrvestbahnhof sein Dienstnulo bestieg, trat aus dem Dunkel ein Mann heraus und gab aus einem alten Trommellevoiver. neben dem langsam anfahrenden Auto her- laufend, vier Schüsse aus das Auto ab, dessen Scheiben züm Teil zersplittert wurden. Bürgermeister Scitz, der sich im Automobil, dos nun rasch davonfuhr, duckt«, blieb unverletzt. Der Täter, aus den sich mehrere Polizeibeamte und«imge Leute aus dem Publikum stürzen wollten, entfloh nachdem dunklen Gelände des alten Güterbahnhofs. Die Polizei feuerte ihm mehrere Schüsse nach, er überkletterte dann einen Zaun und sprang auf die Plattform eines Straßenbahnwagens, wo er festgenommen wurde. Ein Wachmann setzt« ihm den Revolver auf die Brust, worauf er die Hände hochhob und sich Widerstands- los abführen ließ. Begreiflichenveise herrschte unter den Festgästen, die sich zur Eröffnung des Schneepalasies einzefunden hatten, un- geheure Erregung. Der Verhaftete ist 1964 in Tcniesvar(damals Ungarn) geboren und nach Gutenstein in Niederöslerreich zuständig. In letzter Zeit will«r Hausdiener in Salzburg gewesen sein. Dem Bürgermeister sind Glückwünsche des Bundespräsidenten Dr. heinisch, des Bundeskanzlers» Dr. Seipel, des Polizei- Präsidenten, zahlreicher Diplomaten und anderer Persönlichkelten zu- gegangen. Als der Täter auf der Elektrischen verHaftel wurde, gelang es der Polizei nur mit Mühe, ihn vor der Lynchjustiz der erregten Tolksmenge zu schützen. » Der gestrige Abend hat dem roten Wien zuerst einen jähen Schreck und dann ein umso tieferes Au fa knien gebracht. Auf den da geschossen wurde— von einem„Frontkämpfer", der bei Kriegsende 14 Jahre cht mar— das ist der erste Vertrauensmann von 43 Proz. der Wähler und Wählerinnen Dcutschösterreichs, das ist der Parteivorsitzende, der Fraktionsführer, der Bürgermeister und Landeshaupt- mann des roten Wien!. Das ist der Mann, der alsjuitger Volksschullehrer aus Amt und Prot gejagt wurde, weil er Sozialdemokrat war. Der ihn damals strafweise entließ. Bürgermeffter Dr. Karl Ln e g e r, der konnte damals nicht ahnen, daß der eben Gemaßregelte einmal in ungleich schwererer Zeit das Oberhaupt der Zweimillionenftadt sein und, mit seiner Partei sie aus tiefster'Not zu sieuer Blüte füdren werde. Auf den Repräsentanten der Hauptstadt und fast der Hälfte der gesamten Staatsbevülterung schießt ein Bursch von 23 Jahren! Der Nordwestbahnhof, vor dem dieses Attentat geschah und glücklicherweise mißglückte, ist vor Isit» Jahren der Schauplatz der heimtückischen Ermordung Franz Schuh- meiers, dieses Vorkämpfers der Arbeiterbewegung, durch einen fanatischen Anhänger der christlichsozialen Gegenpartei gewesen. Wir beglückwünschen unsere Genossen drüben und uns selbst dazu, daß dieses Altentat von gestern den beabsich- tigten Erfolg nicht gehabt hat. Dafür wird es zum Nach- denken über jenen„Fronttämpfergeist� nötige», der die Ge- walt und selbst den Gebrauch von Waffen für den politischen Kampf predigt. Die Partei mahnt zur Ztohe. Wien, 26. November. Die Sozialdemokratische Partei hat an die Acbcilerschasl einen Aufruf ertasseu. in dem der jeeude Ausdruck gegeben wird, daß das versuchte Attentat aus den Bürgermeister Seih mißlungen ist und die Arbeilelschasl ausgesordert wird, sich zu k e i n e r l c i D e m o n st r a- t i o n e n und Unbesonnenheiten hinreißen zu lassen. Putschmeldung aus Litauen. Regierung Woldemaras gestürzt?- Gmetona sucht Einheitsfront. Riga. 26. November. Wie noch nnbestätigt gemeldet wird, ist die litauische Regierung woldemaras durch einen TUilitZeputsch gestürzt worden— also auf dieselbe weise, der sie ihre Herrschast zu verdanken hatte. Es ist noch unbetaunl, ob dieser putsch das verfassungsmäßige parlamentarisch-demokratische Regieren oder eine reine Militärdiktatur errichten will. Auch aus Warschau kommt diese kowno-putschmeldunq. ohne Beställguna und ohne Elnzelheiteu. vor dieser Nachricht wurde aus Sowno gemeide»: Im Kabinett erNSrte woldemaras. der Regierung seien voku- meule zugegangen, nach welchen plelschkaitis zwischen dem 6. und I. Dezember Mi« seinem Vormarsch aus Kowno zu beginnen beabsichtig». Die Regierung konzentriert Truppen an der Ntauisch- polnischen vemarkalionslinie. Der Obersaschist Oberst Plcchawitschus erklärte, daß nur die Militärdiktatur eitauen retten könne! verschiedene Freunde woldemaras wollen diesen zum Rücktritt bewegen. Morgen soll ein neuer Schritt des französischen, des englischen und des italienischen Gesandten unternommen werden, um aus die Notwendigkeit einer Einigung mit Polen hinzu- weisen. In der Nähe der vemarratlonslinie sind neue Verhaftungen angeblicher Emigranten vorgenommen worden.(Demarkationslinie heißt die Grenze, well Litauen noch.Kriegszustand" gegen Polen aufrechterhält.) Diktatur führt zum Krieg! Nur die Demokratie kann den Frieden sichern. Slls der Neffe Napoleons I. durch einen verwegenen Staatsstreich die Macht an sich gerissen hatte, ließ er sich durch ein„Plebiszit" das Recht bestätigen, ebenso wie fünfzig Jahre zuvor sein großer Onkel den Titel„Kaiser der Franzosen" zu tragen. Damals gab es noch keine nennenswerte Arbeiter- bewegung— das Kommunistische Manifest war erst wenige Jahre zuvor erlassen worden und seine Wirkungen machten sich erst ganz langsam bemerkbar,— die bürgerliche Demokratie war durch die Niederlagen der 48er' Revolutionen geschwächt, der Verwaltungzappo.rat war allmächtig, zumal im Bunde mit den Militärs, und so erreichte Napoleon sein Ziel mit einer erdrückenden Mehrheit von rund acht Mil- lionen Stimmen. Um die Volksmassen zur Stimmabgabe für die Wiodererrichtung des Kaiserreiches zu gewinnen, ließ er das Plebiszit unter der verheißungsvollen Parole vor- nehmen: L'craplre, c'esf).-> paix!„Das Kaiserreich bedeutet den Frieden!" Damit wollte er vor allem die Bauernmassen Franckre-chs ködern, in denen die Erinne- rung an das große Weißbluten des französischen Volkes noch lebendig war. mit dem der erste„Kaiser der Franzosen" seinen nutzlosen Ruhm erkauft hatte. Die vertrauensseligen Wähler mußten aber sehr bald erleben, daß die Friedensparole dieses„gewählten" Kaisers ebensowenig wert war wie die übrigen feierlichen Per- sprechungen der Monarchen zu allen Ze-.tcn und in allen Ländern: nach wenigen Monaten beteiligte sich Frankreich an dem Krimtrieg gegen Rußland, fünf Jahre später führte es Krieg gegen Oesterreich, einige Jahre danach war es an einem sinnlosen Abenteuer in Mexiko beteiligt und schließlich brach der Deutsch-Französische Krieg 1870 aus. der dein napo- leomschsn Gedanken endgültig das Genick brach. Vielleicht hatte es Napoleon HJ.. als er beim Plebiszit seine Friedensparole ausgab, keineswegs unehrlich gemeint. Schon der große Napoleon hatte immer wieder als Kaiser beteuert, daß- er nichts Sehnlicheres wünsche, als ein „Friedenskaiser" zu sein, und daß er immer nur von den anderen gezwungen werde, Krieg zu führen. 2luch nach seinem Sturz hat er von St. Helena aus diese Beteuerung seiner Friedensliebe der Nachwelt überliefert. Aber schließ- lich kommt es für die Menschheit nicht ans die A b l i ch t e n, sonder» aus die W i r k u n g e n an. Denn die Menschheit muß ja die Folgen der Politik tragen, die die Selbstherrscher treiben. Das gilt heute ganz besonders für Wilhelm ll.. der zwar bestreitet, daß er der Weltgeschichte angehört, dessen weltgeschichtliche Rotte jeder einzelne Mensch in Deutsch- laitd am eigenen Leibe zu spüren bekommen hat. Das Beispiel der beiden Napoleons— und ebenso das Beispiel Wilhelms It.— beweist aber, daß Frieden und Autokratie zwei Begriffe darstellen, die miteinander u n- vereinbar sind. Gleichviel, welche Formen die Autokratie bekleidet, ob„Volkskaisertum" oder Monarchie von Gottes Gnade» oder militärische Diktatur, sie m u ß zwangsläufig zum Kriege führen. Das Fehlen der demokratischen Kontrolle über die Regiernng�politik. das Treiben der militärischen Hofcliguen, die Notwendigkeit für den Selbstherrscher, be- sonders in der Jetztzeit dem Volke einen Ersatz für die ver- lorene Freiheit in der Form von Waffenruhm und imneriali- stischen Eroberungen zu bieten, diese und noch andere Gründe ähnlicher Art treiben die autokratiscken Regierungen un- weigerlich in die Bahn der außenvolitiscken Kraftproben und Abenteuer, in die Bahn des Krieg? s. Ein Blick auf die politische Karte Europas und auf die Ereignisse der letzten Tage ist allerdings noch beweiskräftige? als die hie? angeführten Beispiele einer teils fernen, teils jüngeren Vergangenheit. Wir haben in Europa seit einigen Jahren eine ganze Anzahl von Ländern, in denen die faschistische D i k t a- t u r unter verschiedenen Namen, Forinen und Nuancen am Rüder ist: Italien, Litauen, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Spanien. Wir haben anderseits in Europa einige Stellen� an denen das« Feuer des Krieges dauernd unter der Asche schwelt und wo der erste größere Sturm jederzeit ein Auflodern der Flammen hervorrufen kann. Von Spanien abgesehen, das geographisch abseits liegt und keine außenpolitischen Reibungs- flächen hat, find alle die oben aufgezählten Dilta- turstaaton in außenpolitische Konflikte verwickelt. Bulgarien streitet sich abwechselnd init Jugo- slawien und mit Griechenland, Ungarn schürt die Irredenta in der Slowakei und lauert mit einem aufgerüsteten Heer auf den Augenblick, wo es das Burgsnland dem ent- waffneten Oesterreich entreißen könnte. Rumänien steht wegen Bessarabien auf halbem Kriegsfuß mit Rußland und wegen Siebenbürgen und dem Banat in dauerndem Konflikt mit Ungarn, so daß man mit doppelter Besorgnis den außenpolitischen Rückwirkungen entgegensieht, die die nach dem plötzstchen Tod des Diktators V r a t i a n u akut gewordene Verfassungskrise noch erzeugen kann. Was hin bisher aufgeMIt wurde, das sind die rela»i c i v ungefährlichen Brandyerde Europas, denen eine u n- mittelbare Aktualität nicht zukommt. Ganz anders ist es mit den drei übrigen Ländern auf dieser traurigen Liste der Staaten ohne Demokratie: Italien, Litauen und Polen. Was sich Mussolini auf dem Gebiete der plan» mäßigen Beunruhigung Europas seit einigen Monates leistet. schließt jeden Zweifel darüber aus, dag � er d e n K r i e g will Bon ihn« läßt sich nicht einmal sagen, daß er fried- liche Absichten vortäuscht. Er hat selbst den nächsten Krieg für liV3ö vorausgesagt, aber es hat den Anschein, als db er— vielleicht infolge der wirtschaftlichen Kalamität, die sein Rö- oime über Italien gebracht hat— nicht so lange warten kann, um dem gepeinigten Volke die notwendige i m p e r i a- listische Ablenkung zu verschaffen. Was man in letzter Zeit aus Italien hört über fieberhaste Beschäftigung der Rüstungsindustrie(im Gegensatz zu der übrigen brach- liegenden Produktion), über die gewaltsame Drosselung der Auswanderung, über die strafgesetzlichen und propagan- distische:« Maßnahmen zur Steigerung einer au sich schon viel zu hohen Bevölkerungszahl, über den systematisch bis zur Hysterie geschürten Chauvinismus, das würde inehr als ge- nügen. um die Gefahr zu beweisen, die dem Frieden Europas von Italien her droht. Aber über diese Symptome hinaus gibt es genug Taten, die nicht mißzuoerstehen sind: kaum drei Wochen nach dem„Panther-Sprung" vor Tanger erfolgt die Unter- zeichnung des zweiten Tirana-Bertrages mit Albanien. Naiürlich nur ein„Defensiobündnis", natür- I'ch nur sine„Abwehr� des jugoflawisch-französischen Paktes. Wen«vill man mit diesen Redensarten täuschen? Wer so konsequent darauf ausgeht, Europa in Unruhe zu halten und fem? Nachbarn zu provozieren, wie es Mussolini tut. der darf sich nicht wundern, wenn man ihn als den gefährlich st en Kriegstreiber der Gegenwart bezeichnet. Die Regierungskrise in Belgien. Von Emile Vanöervelde, Brüssel Litauen betrifft, so ist es zwar Nachbarn bereits wegen Wilna auf sgsfuh miteinander lebten, ehe dort die Demokratie durch uoski in Warschau und durch Smetona und Woldemaras Was Polen und richtig, daß diese beiden Ktie, Pilfii, in Kowno abgeschafft wurde. Aber die Errichtung der inili t-iriscben Diktatur in diesen beiden Ländern hat die Gefahr- lichkeit des Konflikts um Wilna ungeheuer gesteigert. Auch wenn die Gerüchte, deretwegsn«Iian sich besonders«n Moskau so sehr aufzuregen scheint, übertrieben sein sollten— positive Otfcchen über ein beabsichtigtes polnisches Vorgehen liegen bis- b:r mcl't vor—, so ist es klar, daß man die Dinge in dieser Ecke nicht länger gewähren lassen darf. De? Völkerbund bat sich jahrelang— noch vor Deutschlands Eintritt— mit der Wilna-�raoe befaßt und vermochte diese Nuß nicht zu knacken. Sein R a t tritt in den nächsten Tagen zusamnien. Die Reichsregierung bestreitet, daß sie die Absicht habe, in Genf die Initiativ: für eine Vermitrlungsaktion zu ergreifen. Kaum wird also dieser Vürgerblockregierung eine o e r- künftige Idee unterstellt, da weist sie diese Unterstellung entschieden von sich. Uns scheint, daß es im Gegenteil die höchste Zeit und eine geradezu klassische Gelegenheit für den Völkerbund ist, aus seiner bisherigen Passivität herauszugehen. Das gilt nicht nur für den W i l n a- K o n f l i k t, sondern auch für den völkerbundswidrigen Tirana-Vertrag, der die Unabhängigkeit Albaniens endgültig aufhebt und aus diesem Lande ein willenloses Werkzeug und zugleich einen Sturm- dock des italienischen Imperialismus macht. « Der erfahren« italienisch« Staatsmann Nitti, der wie olle klugen und ehrlichen Italiener im Exil leben muß, bat soeben— 24 Stunden vor den, Bekanntwerden der neuesten italienischen Provokation und der alarmierenden Gerücht« um Litauey— in London eine Rede gehalten, in der er die Diktaturen als die größte Gefahr für den Frieden bezeichnete und die demokratischen Regierun- gen aufforderte, zusammenzustehen und zusammenzuwirken, um den aufs neue bedrohten Frieden Europas zu retten. Sein Appell an Grohbritannten erscheint uns jedoch gänzlich zwecklos, solange das rfaktioiiärs Ministerium der konservativen Partei dort am Ruder ist, das alle faschistischen Regierungen in Europa gewähren läßt oder sogar begünstigt. Nun könnten und müßten wenigstens Frankreich u u d Deutschland die Initiativ? gemeinsam ergreifen. Aber können sie das? Befitzt die' deutsche Rechtsregieru.ng die T o f« f ch e Qualifikation, um sich als deinokra- tische Vorkämpferin des Friedens in Genf hinzustellen? Zählt nicht auch das Ministerium Poincarö viel zu belastete Persönlichkeiten, um diese führende Friedensrolle zu spielen? So wird man wohl auch diesmal in Genf auf eine reini- gende Llktion des Völkerbundes verzichten und sich danüt be- qnugen, die gefährlichsten Spannungen durch eine neue Aktion der Großmächte, wie im vergangenen Juni, bis auf weetercs zu beheben. Man wird wieder ein paar Monate Zeit gewinnen. Und dann? Dann müssen im kommenden ..—............. Wahljahr 1928 die V o l ke r— das deutsche und das französische voran— das ■wert ergreifen, in dem sie den demokratischen Kräften zu einem so überwältigenden Siege verhelfen, daß endlich der ty r« e d e m Europa gesichert wird. De? neue Tiranavertrag. Vas abhängige Albanien feiert seine„Unabhängigkeit. Rom, 26. November. 3un, Abschluß de» italienisch-olbamschen Vertrage» druckt« der olbonische Präsident Achmed Zog» telegrophisch Mussolini seiden Dan? und den des olbolstschen Volkes aus. Der Vertrag«verde wesentlich das internationale Ansehen Albaniens hoben. Albanien berge ein kleines aber stolzes Volk, eifersüchtig auf seine U n a b- hängigkeit und könne besser als manches andere Volk mit B«» friedigung auf einen solchen Vertrag blicken, der ihm Gelegenheit gebe, seine Eigenliebe zu befriedigen und sein« Ideal« zu erreichen. Mussolini sagte in seiner Erwiderung, Italien vor- folge in diesem Vertrage nur eine Politik der friedlichen Zusammen- arbeit zum Schutze der llnversehrtheit, der Unabhängigkeit und des Fortschritts Albanien«. Er fei überzeugt, daß der Vertrag den choff. nungsn der beiden VSlter entsprechen �rde. Albanien könne jederzeit auf di« Solidarität Italien» rechnen.— Der albanische Außenminister Vrioni drahtet an Mussolini, der Vertrag sichere«ine lange Aera des Friedens; Mussolini antwortete, daß die albanifch.italiemsch« Zusammenarbeit auf der Basis völliger Parität aufgebaut sei. Nach etwa eineinhalbjährlgem Bestehen Hot sich die Regierung Iafpar, die ausschließlich mit der Ausgabe der finanziellen Sanierung tun den drei wichtigsten politischen Parteien Belgiens, den Katholiken, den Liberalen und den Sozialisten, gebildet worden war, ausgelöst. Dies war vorauszusehen: die Regierungserklärung des Jahres 1926 hatte es bereits angekündigt. Der Wassenstillstand. ten die Parteien schlössen, sollte den Sturz des Franken ins Boden- lose verhindern, di« schwebende S6)uld konsolidieren, die Wahrung stabilisieren, kurz allen uich insbesondere den Arbeitern die furchtbaren Folgeerscheinungen der Inslatio» ersparen. Sobald dies erreicht und die erjordeilichcn Aufwertungen für die Staats- angestellten, die alten Pciisionisten, die Opfer von Arbeitsuusällen, durchgeführt waren, halte die Regierung Ialpar keine E�istenzbe- recktigung mehr. Sie konnte nur mehr ein Scheinleben führen. Ohrt Auslösung vollzog sich in gegenstitigein Einverständnis. Bereits auf dein Weibnachtskongreß 1026 der Arbeiterport« hotte ich im Namen uniercs Generolrotcs«iktärt, daß der Waffen- stillstand der Parteien zweisellos noch vor dem Ende des Jahres 1027 auigchoben fein werde und die Arbeiterpartei unterdessen eine kraftvolle parlamcrtarische Aktion, insdclonlerc zugunsten der Herabsetzung der Militärdienstzeit auf sechs Monate, einleiten solle. Auf der anderen Seite eröffnete der Landeeverteidigungs- minister de Brocqu'eville zu gleicher Zeit wie der sranzösische Generolstab einen Feldzug für die Errichtung von Vssestigungs- werken an der Ostgrenz«. Wie gewöhnlich in solchon Fällen, erklärte auch er, daß das Land einer Onvasion ofsen siehe, daß Deutsch- l a n d in de? Lage wäre, am ersten Tag eines Krieges nicht hundert- tausend, sondern dreihunderttausend kriszsgeübte Männer in den Dienst zu stellen. Er forderte, daß angesichts dieser Lage die belgische Arme« reorganisiert, ihre Kader verstärkt, ihre maieriellcn Der- teidigungsmittek vermehrt werden: aber er erklärte auch, daß die cheeresreform begleitet werden solle und müsse von einer.herab- setzung der Militördicnstzcit. Er ließ sogar durchblicken, daß dies» Herabsetzung, w'e es die Sozialisten verlangien. von der gegenwärtigen zehnmonotigen bis zu einer sechsmonatigen Dienstzeit gehen könne. Vorn Ministerrat aufgefordert, formulierte Vorschläge zu unter- breiten, übernahm de Lrocqueoillc die Verpjlichtung, sie beim Wieder zusammentritt der Kammer, also Im November vorzulegen. Demgemäß arbeitete er einen Vorentwurf aus, der dem Minister- rat niemals vorgelegt wurde, aber die Zustimmung des Minister- präsidentcn fand. Er enthielt, wie es scheint, die sechsmonatige Dienstzeit, ober erst in einem späteren Termin und aus Grund von Bedingungen, die die Sozialisten niemal» hätten annehmen können. Dieser Vorentwurf stieß aber noch dazu auf den unbesiegbaren Widerstand des G« n e r a l st a b e s, der es kategorisch ob- lehnt«, in der gegenwärtigen Sijuation eine Herabsetzung der Dienst- zeit unter zehn Monate ins Auge zu sassen. Der Ländesverteidi- gungsmintsttzä unterwarf sich den„militärischen Autoritäten' und erklärt« j�n November, daß«r keinerlei Formeln vorzuschlagen habe. Während dieser Zeit wgr aber die Bewegung zugunsten der lechz Monate von der sozialistischen Jugend mit außer- ordentlicher Kteft gesührt worden und die gesamte Arbeiterpartei, an der Spitze die sozialistischen Minister, hatten sich ihr angeschlossen. Die Regierung mußte zugestehen, daß sie in einer Frage, die sie selbst in den Vordergrund ihrer Bestrebungen gestellt hatte, keinerlei Lösung hatte. Die sozialistischen Regleningsmiiglieder dagegen sprachen und demonstrierten zugunsten der sechs Monate. Oaspar war der Ansicht, daß die Lage des Kabinetts unter diesen Umständen unhaltbar sei Um aus dieser Situation Herauszugelangen und Zeit zu gewiunen, schlug er vor. die Frage in einer Kommission zu be- gralien und zu.diesem Zwecke eine gemischte«ommitzion zu bilden in der die heerösleMmg, die sich gegsn die Verkürzung der Dienst- zeit ausgesprochen hau», die halste der Sitze innehaben sollte. Ucberdies sollte voxembart werden, daß die sozialistifchc» Minister wahrend der Zeit, in�der die Kommission tagen wuiche. tzzre Aktion für di« sechs Monate auf halb« Kraft stellen sollten, wpgegen übrigens ihre bürgerlichst Amtskostegen di- gleiche Berpslühtunz übernahmen. Ein derartige� Vorschlag war offen- k u n d i g u n a n n« l, m b a r. Die Ablehnung war das Signal für die Krise des Ministeriums. Dch Kfisc Hot belanntlich kein« acht- vndvierzig Stunden gedauert. Dem' Ministerium Oaspar Wgt« ein anderes Kabinett Oaspar, das a�le antisozialishischen Kräfte von den Roinkaleit bis zu>:>, christlichen Dempkroien, obwohl sich dies: für dt« sechsmonatige Dienstzeit erklärt hatten. in einem„nationolei, Block" vereinte. Diespr Block, dessen Zu- sammensetzung geradezu grotesk Widerspruchs vop ist. zeigt z stächst kein« anderen Absichten, als für einige Zeit zu bestehen, alles aus- zuschalten, was ihn sprengen föjinte und sein« Aktion daraus zu beschränken, die Wilitärpro'jekte in einer Konynission zu begraben und große öffentliche Arbeiten durchzuführen, die von der bis» herigen Regierung projektiert waren. So bescheiden auch die Pläne der Regierung sein mögen, so sind ihre Ausfichten sich zu halten, wenigste its bis zu den Wahlen von 1020, außerordentlich gglmg. Ilm sich davost zu überzeugen. genügt gs, die Kräfte auf beiden Seiten gegenüber zu stellen: O p? o s i/ i o n: 78 Sozialisten 2 Kommunisten 6 Frontisten(flämische Aktivisten) «6 Regierungsmaj o r>i tgt: 78 Aatlwliken(die Demokraten eingerechnet) 22 Liberal«(einige Radikale, cmgerqchnet) IST Ts würde alw genügen, daß sechs oder sieben Mitglieder sich von der tlenkal-liberolen Koalition loslösen, damit äue neue Re- gierungcmajoutät zerschlagen ist. Und dieser Majorität, die lediglich gebildet wurde, inn die Auslösung der Kammern zu vernfeiden, dl« sie zu fürchten scheint, steht gegenüber eine geeinte sozialistisch« Partei, nach der Altion drängend, entschlossen, im ganze» Land« eine stammende Kampagne für die drei Reformen zu führen, die im Vordergrund ihrer gegenwärtigen Onteresse» stehen: die obligatorische Dauer von neun Jahren für die Pachtverträge mit Entschädigung für den Mehrwert a» den Bauer: die Vollendung der Sozialversicherung: und als Beitrag zum internationalen Kampf für die Abrüstung die Reduktion der Mstitärdienstzeit auf sechs Monate, das heißt, die Umwandlung der Kaiernenarmee in eine Miliz. 0n einer Zeit, wo in ganz Europa eindrucksvoll und gleich- zeitig der Strom des Sozialtsmus wieder zu steigen beginnt, ssx reiten sich die belgiichen Sozialisten mit großer Hoffnung auf neu« Kämpf« vor. Wenn die allgemeinen Wahlen morgen stattfinden würden, hätten wir nichts für die Aufrechter- Haltung und Stärkung der im Jahre 192» eroberten Positionen zu : fürchten. Wenn aber die Koalition der bürgerlichen Parteien noch wahrend einiger Monate den Atbeitermassen, selbst den katholisch gesinnten, da« Beispiel für di« Klossensolrdarität zwischen Menschen gibt, di« nach außen hin dos Schild von Glaubens- und Meinungs- Verschiedenheiten tragen, so können wir nicht aus einen Sieg, sondern aus«inen Triumph rechnen. Amerikanische Methoden in Europa Das Kapital will den Arbeiterwillen brechen. Ueberoll in der tschechoslowakischen Republik findet man die Schuhwaren von Bat'a(sprich Botsa) unter großer Retlame an. geboten, sie losten immer ein« Krone weniger als 10 oder 3, die letzte Preiszifser ist also 9 oder 4. Da eine tschechische Krone den imposanten Wert von 12L Pf. hat, ist dos Geschenk an die Käufer nicht allzugroß. Aber Riescnreklame und vielleicht auch Güte der Ware machen dos Rennen. Hergestellt werden diese Schuhwaren in Zlin. Dort werden die Arbeiter„Mitarbeiter" genannt. Und was ist weiter?' Die Gemeindewahl am 16. Oktober in Zlin ergab zwar einen Sieg der Bürgerliche», aber noch bei der Parlamentswahl vor zwei Oahren soll die gesamte Fabrikkolonie tommunlstisch gewählt hoben. Woher dieser Wandel, nicht etwa zur Sozialdemokratie, sondern zum Bürgertum? Ruit, hören wir darüber einen tschechisch-sozial- demokratischen Bericht: Die Arbeiter mußten eine Erklärung abgeben, daß sie an oppositionellen Lersammlungen nicht teilneh- m e N werden. vor den Eingängen In die Versammlungslokale standen vteister auf Posten, mit dem Notizbuch in der Hand. Automobilscheinwerfer hotte man auf di« Besucher ge- richtet, damit niemand den Spürhunden entgehen könnte. Oeder wußte, daß er beobachtet ist, daß man weih, wohin er geht, mit wem er spricht. Bat'a hatte fast täglich Versammlungen. Sein« Flugzettel, Zettschtisteit und Broschüren überschwemmten den ganzen Ort, Jedes haue war von seinem Namen und seinen Parolen von oben bis unten überklebt. Bon dem A u s w a n d, den Bat'a entsaltete, könnte eine andere Partei die Wahlen in der ganzen Republik bestreiten. Bat'a kandidierte im ganzen Bezirk, bald auf einer agrarischen bald aus einer klerikalen List«, iinmer auf der stärkeren. Bald hier, bald dort trat von den oppositionellen Kandidatenlisten der oder jener zurück. Die Furcht, der Vorteil für die Familie war stärker als ihr Stolz und stärker, als der Ekel, den sie empfinden mußten. Die„Mitarbeiter wurden auf Autos zur Sprengung der oppositionellen Versamm- l u n g e n herangeführt, toghell waren die Straßen int ganzen Städtchen von den Reflettaren erleuchtet, es war«i« in einer Schlacht. Ungefähr eine Woche nach der Gemsindewahl, welcht wieder einmal Fabrik und Gemeinde in derselben Huld- vollen Hand oereinigte, kam Bat'a mit einer neuen Sache. Er will eine eigene Betriebstasse gründen. Cr wird die ganzen Beiträge aus eigener Tasche bezahlen und die Leistungen sollen in der neuen Kasse höher sein als in der Bezirkskrantenkass«. Di« feinste Kapitafistennas« der Tschechoslowakei hat bereits die Vorteile der S oz i o l v e r s i ch e r u n g s n o v« l l e gewittert. Es liegt kein konkreter Grund zu Beschwerden gegen die Bezirks- krankentasse vor. Auch hier gibt es noch etwas, was Bat'a nicht sein Eigen nennen kann, was noch nicht eine Hand mit dem Betriebe ist. Und darum zogen schon bei den Wahlen seine Kreaturen an der Krankenkasse vorüber und schrien: „Auch dieses Rest werden wir ausnehmen. Wir lassen na» hier keine sozialistischen Hetzer füttern." Und so wandern in Bat'as Fabritstadt von einer Werkstatt zur andern die Listen für die neue Betriebskrankenkasse. Die Meister hatten sie den Arbeitern hin, aus deren Hände Arbeit hier 60 000 Paar«schuh« täglich entstehen, und die Arbeiter unter- schreiben, kein einziger wagt es, seine Unterschrift zu verweigern. � stelle aushören, Bat'as„Mitarbeiter" zu fein. Diese Schilderung amerikanischer Boßmethoden, in einer demo- krotischen Republik Mitteleuropos angewendet, verdient auch bei uns beachtet zu werden. Es kommen Reichstags- und Landtags- wählen, das Unternehmertum hat Geld für die Förderung seines Bürgerblocks: an willfährigen Knechten fehll es ihm auch nicht. Wozu denn sonst dke völkischen Militärvereine in all ihren Gestatten und Ramenl Schüsse im Theaier. Verzweiflungstat eines erfolglosen Autors. Prag, 26. November.(Eigenbericht.) 0m Neuen Deutschen Theater tn Prag kam e» heute abend bei der Erstaufführung der Krimlnalkomödi«„Der Hexer" zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall. Während des zweite» Altes erhob sich im Parkett ein Mann und feuerte aus einer Pistole zwei Schüsse gxgen die Deck« ab. Dos Publikum war zunächst der Meinung, daß diese Schüsse zum Stück gehören und verhiett sich ruhig, zumal die Schauspieler geistesgegenwärtig die Szene zu End« spielten. Mittlerweile erschien Polizei und führt» den Mann ab. Der Verhaftete» sichtlich«in Psychopath und Reurastheniker, gab an, die Schüsse bewußt al» Demonstration gegen die Ausführung minderwertiger ausländischer Komödien ad» gegeben zu haben. Schließlich mußte er zugeben, daß er selber Dichter sei und ohne Erfolg bisher«in halbe» D u tz e n d S t ü ck e bei den- verschiedensten Bühnen eingereicht hatte. Sem Name ist An ton in Fryjcht. Herr Schiele als Zahlenjongleur. Der Sachverstand des Landbundministers. fjerr Schiele hat in feiner Reichstagsrede?ur Maiszollfroge einige Versuche gemacht, sein persönliches Interesse an der Maiszallerhöhung abzustreiten. Gelungen ist e? ihm nicht:«ni Gegenteil, aus seinen Ausführungen wurde es ganz klar, daß er lediglich der Korlosselstärleindustrie, an der er selbst beteiligt ist, zu noch höheren Preisen, als wir sie jetzt schon haben, verHelsen will. Er scheint jedoch seinen Argumenten selbst wenig lieber- zeugunoskrast beizumessen, denn er hat e? sür nötig gehalten, zur Unterstreichung seiner Worte so falsche Zahlen heranzuziehen. wie man sie selbst aus dem Munde des Herrn Schiel«, der sich übrigenz selbst auf dem Gebiete der Stärkeindustrie als Sachverständigen mit'Sjähriger Eisohrung bezeichnet«, kaum erwarten sollt«. So hat er die Maiestärkcerzeugung mit 72ö0c>0 Tonnen an- gegeben, während sie tatsächlich nichi einmal 100 COO Tonnen er- reicht. Vermutlich befürchtete er wohl, daß man ihn ob seiner Furcht vor der Konkurrenz auslachen wurde, wenn er die richtigen Zahlen genannt hätte. Auch den Umfang der deutschen Kartoffel- llärkeerzeugung hol er ans ein vielfache» vergrößert, oder sollt« der Sachverständige Schiele vielleicht Zentner, Doppelzentner und Tonnen«och nicht unterscheiden können? Offenbar hat Herr Stiele geglaubt, selbst mit diesen unsinnigen falschen Zahlen, deren sich noch eine ganze Reihe anführen ließ«, noch nicht den gewünschten Erfolg zu erz'elen. Er spricht immer wieder von der Konkurrenz der Maisstärke gegen- über der Zartosselstärke und daimt der Kartesiel bauenden Landwirtschaft. Von Konturrenz hat Herr Schiele aileidings etwas merkwürdige Vorstellungen. Man sollte annehme", daß sich die Konkurrenz dadurch bemerkbar macht, daß sich die Kartosselstärte ni-H in vollem Umfang und nicht zu angemes'enen Preisen absetzen läßt. Es ist aber allgemein bekannt, daß die deutsche Kar- toffelstärkeindustrie in diesem Lahr bei weitem nicht den inländischen Bedarf an Kartoffel stärk« zu decken vermag. Es mußten vielmehr ZbOOOst Doppelzentner Kartoffekstärk« aus Holland eingeführt werden. Gegenwärtig, also kurz nackt der Ernte, arbeitet die Kottonelttörkemdustrie, da deutsche Kartoffeln nicht zu haben sind, fast ausschließlich mst tschechischen. uild, trotz des Kampfzolles von 2 M'., mit polnischen Kartofseln, und die Preise sür Kartonelstärke stehen seit einem Lahr auf Rekord- höbe! Anoesichts dieser Tatsachen wogt Herr Schiele zu behaupten, daß die Moisstärkeindustnie 1 Million Tonnen deutsch« Kartoffeln von der Verarbeitung zu Stärke verdrängt hat, ja, daß sie. die hbcr- Haupt nicht exportiert, die Kartofselstärteinduftrie, deren Produktion nicht mal zur Deckung des Inlandsbedarfs ausreicht, vom Auslands- markt verdrängt! Glückli*« den ticke Wirtschaft, daß solche Sachverständige an deiner Spitze stehenl_ Kieps Entschuldigung. Die Kaiserfahnen beim Jlewchorker Max-Reinhardi-Fefi. Der Leiter der deutschen Botschaft in Washington, Botschaftsrat Dr. Kiep, hat dem Neichsaußetuiunisterium seine Aeußerung zu dem triumphierenden Bericht der Hugenbergpresie zugesandt: sie hatte freudestrahlend gemeldet, daß in Gegenwart Kieps— der als .ehemaliger Leiter, der Preliesteife der Reichsregierung in Berlin genau über den jetzigen Charakter der schwarzweißroten Flaagc als Kampfsahne der Monarchisten gegen die deutsche Republik Bescheid weiß— bei einer Rew-Vorker F eier Schwarzweißrot dominierte. Die Feier gast Max Reinhardt, der durch seine Herkunft auch nicht geradezu vorbestinnnt ist. mit der Antisemltenfahne geehrt zu wer- den. Anderes gilt für den offiziellen Vertreter der Republik Deutsch- land. Dessen ist auch er sich bewußt und darum berichtet er: Das deutsche Generalkonsulat hatte zu dieser Feier der S t q d t New V�rk zwei schwarzrotgoldene Fahnen beigestellt: aber diese wurden irgend- wo anders angebracht— an der Buhne prangte die Fahne der Monarchie, und sie war so fest angemacht, daß ihre Entsernung nicht unbemerkt vom Publikum hätte vor sich gehen können, wie es denn auch peinlich gewirkt hätte, wenn der stellvertretende deutsche Botschafter deshalb weggegangen wäre. Und so blieb Kiep. Gewissermaßen zur Entschuldigung führt er noch an. daß man auch— �>ie schwarzgelbe Habsburgerfahn« bevorzugt ange- bracht hatte, wohl um an Max Reinhardts Heimat zu erinnern, die nach heftigem tschechisch-tzoln'schem Kampf um dieses Stück AU- österreich schließlich Polen anheimgefallen ist. Man hat die Journalisten noch an Ort und Stelle gebeten, nicht über diesen Jlaogenschmuck zu berichten: aber der Hugenberger durfte doch sowas nicht verschweigen! Tscherwonehfälscher und Zreiheitskamps SrNärvng de? vormaligen georgischen Ziegierong. Genosse Rae Jordanla schreibt aus Pari»: In den letzten Tagen haben Berliner Telegraphen. Agenturen mcher ganzen Welt die Nachricht verbreitet, daß die Rotionalregie- rung Georgien» mit einer Organisation zur Verfertigung falschen russischen Papiergeldes in Verbindung stehe, die in Deutschland ent- deckt wurde. Es gibt nur eine NatZonalreglenmg Georgiens, deren Vorsitz ich-führ«, die während der ganzen Periode der Unabhängigkeit(drei Jahre ungefähr) das Land regierte und nach dem Ucberfall der Sowjettruppen gezwungen wurde, die Heimat zu verlasien, um iw Auslande Schutz zu suchen. Hier fuhrt sie Ihre Tätigkeit zur Be- freiung ihres Volkes, gemäß der bestimmten Vollmacht, die sie vor ihrer Abreise von der konstituierenden Versammlung erhalten hatte. weiter fort. Dl« Beschuldigung, di« die deutsche Presse vor der ganzen Welt erhebt, und die geeignet ist. unserer Freiheitsbewegung den schwersten Schaden zuzufügen, gründet sich lediglich auf die Behauptung des Angeklagten S a d a t h i e r a s ch w i li. Es ist erstaunlich, daß niemand sich die Frage gestellt hat. in welchem Maße diese Quelle Vertrauen verdient und ob«» zutässig ist, auf Gründe unbewiesener Behauptungen eine» Verbrechers die öffentliche Meinung gegen unsere Bewegung aufzuhetzen. Sadathieraschwill ist n I e an einer politischen Partei Georgiens oder an ihrem Kampf beteiligt gewesen: er ist nie im Dienste der nationalen Körperschaften im Lande oder im Auslände gewesen: es ist nicht lange her, daß er von Georgien nach Deutschland legal angekommen ist, wo er sich von der georgischen Kolonie fernhielt. Aus das bloß« Zeugnis diese» zweifelhaften Menschen geht man gegen uns mit einer so ungeheuerlichen Beschuldigung vor. Er kann entweder ein Agent unserer Feinde oder ein gewöhnlicher Verbrecher sein, der sein« Missetat mit der Autorität einer guten Sache zu decken sucht. Es ist nicht zu verstehen, daß sich di« deutsche Presse einer so trüben Quelle dedienen konnte. Das georgische Volk Hot es nicht verdient, auf solche Art behandelt zu werben! Kurze Wochenchronik. Bas Landgericht Berlin l stellte die Figur Wilhelms B. unter Ein nationalistischer Amenkafahrer teilte einem ausfragenden starke Bedeckung. Journalisten mit, daß der Zweck seine? Reife die Hebung des deutschen Ansehens in LSA. sei. Ein Antrag der Biirgerblockporleien zum Schulgesetz»erlangt, daß weltliche Schulen, die inan nach der Verfajsung leider zulassen muh, aus hygienischen Gründen nur auf den Gipfeln hoher Berge errichtet werden dürfen. In Rußland macht die Freiheit immer größere Korischritte. Bon der Sowfetregierung soll der Opposition sogar ein Der- sammlungslokal gratis zur Verfügung gestellt werden. Die Nüssen in Genf. Strenge Sicherheitsmaßnahmen. Genf, 26. November.(Eigenbericht.) Die russisch« Delegation zur Vorbereitenden Abrustungskom- Mission ist am Sonnabend abend hier angekommen. Der Bahnhof war für das Publikum streng abgesperrt, und von zahl« reichen Polizisten bewacht. Die Fahrt der Delegationsmitglieder in das Hotel de la Paix erfolgt« ohne Aufsehen. Der Bewachungsdienst in und um das Hotel wurde diesmal im Gegensatz zur Weltwirt- schaftskonferenz völlig unsichtbar organisiert. Di« Neugierde der Journalisten wurde sehr knapp mit der Er- klärung befriedigt, daß die-russische Delezatlvn zum ersten Mal« in der Kommission mitwirke und deren frühere Arbeiten in Ihren Details noch hier studieren wolle. Weitere Erklärungen gab die Delegation nicht ab und wird es vermutlich unter Hinweis auf die ausführlichen Darlegungen Litwinows vor der Press« in Moskau bis zum Leginn der Kvmmisstonsfltzungen nicht tun. Die Ankunft der deutschen Delegation wird sür Montag angekündigt. Litauische Beschwerde über die polnische presse. Genf. 2«. November. Woldemaras hat an den Generalsekretär des DBIkerbundes ein längeres Schreiben gerichtet, in dem er Beschwerde gegen die von der polnischen Regierung gegen Litauen eingeleitete Presse» kampagne erhebt. Das Memorandum enthält eine großer« An- zahl Dat«n und näher« Angaben über tue polnisch« Pressekampagne gegen Litauen. polen und die Pleschkaitis-Gruppe. Angaben eines litauischen Sozialisten. Riga. 26. November.(Elgenberlchk.) Aus dem litauischen Flüchtlingskongreß hatte der Sefmabgeord- nete Wykonis(Soz.) behauptet, daß sein Fraktlonskollege Pleschkaitis und die zu ihm stehende W i l n a e r Flüchtlings- gruppe von Polen— milde ausgedrückt— beeinflußt feien. Die polnische Gesandtschaft in Riga, auf die Wykonie besonder» hinge- wiesen, hatte seine Behauptungen dementiert. Darauf antwortet Wykonie in der hiesigen deutschen Zeitung: l. Am 22. Oktober d. I. erhielt da» Mitglied de, Komitee« der litauischen politischen Emigranten M i z k u» ein« Aussortierung ve» polnischen Gesandten in Riga, L u t o s i« w i c z, in der Gesandt- schast vorzusprechen. Als Mi.zkus die Gesandtschaft aufsuchte, begann Lukasiewicz mit ihm«in Gespräch über die litauisch-polnischen Beziehungen und erklärt«, daß die litauischen Emigranten bei Erfüllung gewisser Forderungen von Polen Hilf« zum Sturz der Regierung Woldemaras erhalten konnten. 2. Am 25. Oktober fanden sich die Abg. Mizku» und Wykonis auf eine Aufforderung hin im Hotel Rom ein, wo der aus Warschau zugereist« Freund Pilsudskis, Abg. Dr. Po- lakiewicz, Wohnung genommen hatte. Es kam zu einem politischen Gespräch in derselben Angelegenheit. Da verschieden« Unklarheiten entstanden, wurde die Fortsetzung des Gesprächs auf den nächsten Tag verschoben, nachdem Palatiewicz versprochen hatte, zur Unterredung auch den pclnischen Gesandten Lukasiewicz und den polnischen Militärattache in Riga hinzuzuziehen. S. Am 27. Oktober trafen wir am selben Ort P o s a k i e w i c z, den Gesandten Lukasiewicz und den Militäroertreter Tomczuk. In dieser Unterredung wurden zunächst dieselben An» gebot« Polen» besprechen wie vorher. Außerdem oersprach Lulaste» wicz die Nachricht zu widerrufen, als ob Polen mit dem jetzigen litauischen Generalstab in Unterhandlungen stehe. Er hat diesen Widerruf aber, offenbar um sich mit dem erwähnten Generalstab nicht zu oerfeinden, nicht ausgesprochen. Dr. Palakiewiez, der in der ersten Unterredung uns überzeugen wollt«, daß keinerlei Verhand- lung«n mit dem litauischen Gencratstab geführt würden, oersprach mitzuteilen. In welchen polnischen Truppenteilen und wann die Obersten D a u t a n t a s(der jetzige litauische Kri«g?min!ster), Plechawitschius. General S ch u k a u s k a s und verschiedene andere gedient h a b e st. Es wurde uns im Beisein des polnischen Gesandten mitgeteilt, daß die polnischen Vertreter uns diese Auskunft feben rönnen, doch riet man uns, vorläufig den Verrat der ührenden litauischen Militärgruppe nicht aufzu- decken, da man diese im Bedorsssalle zur Durchführung eines Umsturzes benutzen könne, während sich Polen nach dem Umsturz um ihr Schicksal nicht weiter kümmern würde. Außerdem erklärten die polnischen Vertreter, daß der Umsturz noch vor Neu- jähr erfolgen müsse, und sie beteuerten, daß der Umsturz gelinaen würde. Hofnachrichien. S. M. Kaiser Wilhelm von und zu Doorn haben geruht, den vderforstmeister grhn. o. M o x e n b a ch und den Geheimen Hos. kammerrat Rocca anläßlich dererfolgreichzuEnde geführten Au». einandersetzung zwischen Staat und Krone durch hoho Orden aus- zuzeich nen. Aus dem gleichen Grunde wurde dem Geheimen Hoskammer- rat Eismann mit ruckwirkender Kxost vom 1. Januar der Titel Oberhofkanmierrat verliehen. Hostammer. und Oekonomierat H o e ck el und Hoftammer. und Baurat Holland wurden wegen ihrer Verdienste um die S. M. zugefallenen Güter zu Geheimräten, di« beiden Administratoren der Hofkammer zu Oberamtmännern ernannt. Hofkammerprästdent v. Keil wurde wegen seiner auszerordo"- liehen Verdienst« der Titel Erzellonz zugesprochen. Berlin, 27. November 1927. Herausforderung der Reichsarbeiier. „Vertagung" der Verhandlungen auf den 8. März. Die Verhandlungen am Donnerelag und AreÜag im Reichs- finanzininisterium über örtlichen Lohnausgleich für die Reichsarbeiter haben bis jetzt noch zu keinem abschließenden Ergebnis gemhrt. Auch bei diesen Verhandlungen zeigte sich wie- der. daß das Reichssinanzminislerium sich vollständig im Schlepptau der Reichsbohngesellschast besindet. Die angebotenen Zulagen waren derart minimal, daß die Organisationen ihre Zustimmung in den meisten Fällen nicht geben konnten. Lediglich über die Znkrafllrelung der zu gewährenden Zulagen ist eine Einigung erzielt worden. 3m übrigen wurden die Verhandlungen aus den S. Rlärz vertagt, well angeblich das Reichsfinanzminiftcrlum die notwendigen Unterlagen noch nicht zur Verfügung hat. Eine derartige Verschleppung ist unerhört. Wenn schon das Reichesinanzmini'terium bis her-ke die Unterlagen nicht hat. was einer sträflichen Nachlässigkeit gleichkommt, dann musz es sich diese Unterlagen innerhalb l4 Tagen beschaffen. Das ist keine Vertagung, sondern eine Herausforderung. Der Sieg des AfA-Vunöes. Gesamtergebnis der Angestelltenversicherung. Nach den vorliegenden amtlichen Wahlergebnissen über die Wahlen der Vertrauensmänner für die Angestelltenversicherung ver- teilen sich die Stimmen wie folgt: Allgemeiner freier Angcstelltenbund....... 171 308 Deutschnationaler handlungsgehilfenocrband.... 153 420 Gewerkschaftsbund der Angestellten....... 137 505 Sonstige hauptausschußoerbände........ 20 590 17 Frauenberufsverbände.......... 57044 Insgesamt 548 867 Bei den Wahlen im Jahre 1922 wurden insgesamt 372 000 Stim- men abgegeben: es haben sich also bis jetzt bei den diesjährigen Wahlen über 176 000 Angestellte mehr an der Abstimmung de- teiligt. Die Zahl wird noch" sehr erheblich steigen, weil noch bis Mitte Dezember Wahlen stattiindeii. Darunter befinden sich auch eine erhebliche Anzahl groststädtischer Wahlkreise. Das bisherige Gesamtergebnis zeigt die unbestrittene Führung des ZlfA�Bundes in diesem Wnhlkampf. Die vom Deutschnationalcn Handlungsgehilsen-Berband geführten Hauptaus» schutzverbände haben in diesem Wahlkampf die u n g l a u b l i ch st e n Lügen verbreitet, um ihre eigenen Mitglieder zur angeblichen Rettung der Angestelltenversicherung auf die Beine zu bringen. 'Angesichts einer solchen mit grotzcn finanziellen Mitteln betriebenen systematischen Verleuindüng-tampaane sind die Ci fache der -m AfA-Bund zusammengeschlossenen freien Ängestelltenverbände um lo höher zu bewerten Sic zeigen den u n a u s h a l t s a m e n Vormarsch de? sreigewertschaftlichen Gedankens bei den Angestellim. i Wie stark dieser ist, zeigen die vielen Wahlkreise, in denen der AfA- Bund weit mehr Stimmen erhalten hat, als seiner Stärke gegen- über den anderen beiden Gewerkichastsrichtungen, den christlichen und den Hirsch-Dumkerschen Angestelltengewcrkschasten, entspricht. Demgegenüber operieren die Verbände des Hauptausschusses mit Zahlen über die gewählten Vertrauensmänner. Sie ver- schweigen dabei, daß die Z a h l der Vertrauensmänner gar nicht mehr das entscheidende bei der bevorstehenden Wahl des Verwallungsrats der Reichsversicherungsanstalt für'Angestellte ist. Für diese Wahl kommt es nichi auf die Zahl der gewählten Vertrauens- männer, sondern aus das Stimmrecht der einzelnen Ver- irauensmäuner an. Durch die vor den Wahlen erfolgle Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen ist das frühere Unrecht, wonach in einem Wahlkreise mit hundert Versicherten diese ebenso viele Ver- lrauensmanner wählen wie in Wahlkreisen bis zu zehiuausend Versicherten, dadurch teilweise beseitigt worden, daß die Vertrauens- männer in den Wahlkreisen mit vielen versicherten Angestellten ein M e h r st i m m c n r c ch t erhalten. Das bisherige erfreuliche Wahlergebnis für den AfA-Bund muh ein starker Ansporn für die sreigewerkschasllichen Angestellten in den noch ousstehenhen Wahlbezirken sein, alle Kräfte daran zu setzen, diesen Sieg noch zu vergrößern Das ist gleichzeitig eine nicht mih- zuverstehende Kundgebung der Zlngestellten an die Adresse des deut- ichen Reichstags für einen wirksamen Ausbau der Zlngestelltenoer- sichcrung.__ Der Streik bei der Firma„Roiaprint". Qualitätsarbeit, aber keine Qualitätslöhne. Die Belegschaft der Firma Rotaprint steht seit dem 21. Ok- tober in Streik. Seit zwei Jahren hat in diesem Betrieb autzer dem Ausgleich für einen zehnprozentigen Lohnabzug keine Lohnerhöhung stattgefunden. Die Arbeiterschait stellte deshalb eine allgemeine Lohnforderung von 20 Pf. pro Stunvb. Die Fabriksleiwng, die von ihren Arbeitern hohe Prä- zisionsarbeit bei einem raffiniert ausgebauten Akkordsystem verlangt, lehnte jedes Entgegenkommen ab, weil nach Ansicht der Firma eine Erhöhung der Löhne für sie„nicht tragbar" wäre. Als einziges„Entgegenkommen" betrachtet die Betriebsleitung die Ver- sichern n a, sie bereit sei von einen von ihr beabsichtigten Abbau von Arbeitern Abstand zu nehmen. Da nach Eischöpsirng oller Verhanölungsmöglichkeiten die Firma am ihren ablehnenden Standpunkt verharrte, blieb der zu 95 Proz. organisiertcu Belegschaft kein anderer Ausweg, als der vom DMB. -- Streik. Eine nach vier Wochen Streitdnuer vor dem ÄBMI. gesührte Verhandlung verlief wieder resultotlos. Der Streik g.,,> ai(0 lala: ige weiter, bis Die Fabrik. e.iuv.g einsieht, dah für Auaiitätsar'veir auch Qualitätslöhne zu zahlen sind. �angiererlos. Zu der Notiz„Rangiererlos" im„Vorwärts" Nr. 620 vom 3- November schreibt uns die Reichsbahndirektion Berlin: „Die Untersuchung über die Ursache der Tötung des Brems- schuhlegers Damaschke hat ergeben, daß 2. in aufrechter Stellung zwischen die Puffer nah? beieinander stehender Wagen getreten ist, obwohl dies, als besonders gefahrvoll, verboten ist. D. hat somit den beklagenswerten Unfall selbst verschuldet. Der Unfall wäre hiernach auch dann nicht verhütet worden, wenn der Verunglückte eine Karbidlalerzie gehabt hätte. Im übrigen ist die Unfallstelle durch ein? Hochmastlampe gut beleuchtet. Die ausreichende Le- leuchlung unserer Bahnhöfe ist selbstverständlich von größter Be- deuiimg und daher Gegenstand unserer ständigen Prüfung." Dazu wird uns von unserem Gewährsmann auf �as Be- stimmteste versichert, daß an der Unfallstelle nicht der in dem Schreiben der Direktion erwähnte Lichtmast stand, sondern daß sich vielmehr die Unglücksstelle in einer mangelhaften Beleuchtung beiand Hätte ferner der Rangierer Domaichkc eine moderne, einen grötzeren Lichtkegel verbreilcnde Laterne gehabt, so hätte er zweifellos den Abstand zwischen den beiden zu verkuppelnden Wagen besser abschätzen können und wäre dann sicherlich nicht»in ausrechter Stellung dazwischengetreten. Nicht uninteressant ist es, im Zusammenhang hiermit zu bemerken, daß nach unseren Jnfor- mationen zurzeit Abmessungen auf dem Bahnhof Nieder- schöneweide vorgenommen werden, um L i ch t m a st e auf- zustellen. Leranlwortlich ftlr Politik: Cut» Scijcc: WirikSi-s!:®. tSemcrirdifliisbcircnun!!: I. aientet; RcaiDcion;*. i>. Döscher: Loralc» und Lo-Istigcs. Fri» ü-rstcdl: Siiucincn: TI>, Slodc: sämluch in PcrI-n Pctlag: j-orwärls-Pcriao 6 m b Pctlin Druck: Vorwürts.Puckbruckcrii nnb Prrllrnsanstas- Pan- SinnrT>' Co Perlin CW 6� ginb�nTtr�ü» n (iteju 5 Beil-gcn,.Uutcrbaltung und fflifi««".-Aus der gilnt-BcU" uud „Blick in die Bücherwelt'. IN MEINEM DURCH DEN [mi Ii ly; ib mi "erweiterten kaufhause ii a Ii i:\ iv a s t u i:(I I n c v w.as in i; EINFACHE T a g 1) e m d mit Stickerei Einsatz H e m d Ii o s e a-- mit Stickerei 4 Ä 2.9« a L Ii t Ii mit Stickerei L o!i I a kan 7u g i»»- tsrd. vstjst.veilZe�.uksck!.»«O'l ELEGANTE Hemdlioseo AA ra.Stickereiniotivu.Spitze Cr§p© de C h i n e Q HK mit Spitze 0« 4 ö Garnitur 10.5« Na c Ii t h e ni d q Batist mit Spitze Schlafanzug gemusterte Seide, J») AA einfarbige Blende 3: WaUII HERRENWÄSCHE WASCHESTOFFE Taghemd und Beinkleid mit Stickerei u. Spitze Mäntel aus rcinw. Stoffen, Pelzbesatz, teilweise mit Futter Morgenröcke aus Ffauschstoffen, m. farbigem Besatz Serie 1 19.50°�39.00 �59.00 Sere 8.50 Serie PJ Ii" 5.90 Serie<1--r III t/. H» I) a m e 11 h Uck e aus Filz oder Samt mit Band garniert sTie 1.90 Serie O r S n£.*•> Serie /l n III � � 1» Oberhemd nesitrelftPerk«! gefüttert. Faltenbr. Krag. u. Klapp-'J k»• niansch.gewasch.u.geplbtt. El• f(I Oberhemd weii). inrichweißkarierter Batisteinsati u. Umlege- J Q/\ rr.ascli., gewasch. u.geplätt. Tt.iJv Schlafanzug Flanell, oder Perkai mit T ft/k farbiger Venchnürung t»SV Stehnmlegekrafren /k Mako 4 fach, mod. Formen l/.UV Kleine G eich e n k- S t itck e H em d e ntuch 4 irrr 80 cm'br. Stuck=IO Mtr."*••** f 6.75 M a d a p o 1 a m ix 17 r 80 cm br. Stock- lOMtr.*'* Ren f o r c 80 cm br. StncK- 10 Mtr. Linou-BcUgarintur 4.10 Mtr. für Mrerkhc«. 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Der Weg knirscht unter ihren ruhelosen Füßen, der eisige Wind streicht 'durch die notdürftige Kleidung und meist gesellt sich noch der Hunger als Verbündeter dazu, die schwerste Bedräng- nis, wen es kalt ist. Einem großen Gemeinwesen, wie es die Reichshauptstadt darstellt, erwachsen darum im Winter doppelte Pflichten. Es ist Pflicht des Magistrats, für seine Armen zu sorgen, die in Berlin wohl in reichlicherer Fülle vorhanden sind als in anderen Städten. Es soll hier nicht untersucht wenden, ob es ihm gelingt, allen Armen nestlos über die schwere Zeit zu helfen, man kann annehmen, daß es wenigstens bei denen geschieht, die wirklich seine Unter- ftützung nachsuchen. Die großen Leid- und Elendstragödien, die die lokale Chronik täglich füllen, spielen ja meist im Dunkeln, aus der Grenze aus bürgerlichem Wohlsein zum Elend, während den anderen die Gewohnheit zur Stütze wird, leider oft auch das Hemm- nis zum Wiederaufraffm. Was geschieht für die Aermsten? Wie kn�dcn letzten Iahren, wind auch in diesem Winter eine Belieferung mit vrennslofscn an bedürstige und minderbemittelte Einwohner aus städtische kosten durchqesührt. In Betracht kommen laufend unterstützte Kleinrentner, Sozialrentner, sonstige Bedürstige, Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene und Arbeitslose. Personen mit eigenem Haushalt erhalten monallich zwei Zentner, Personen im fremden Haushalt einen Zentner Braunkohlenbriketts für die Zeit vom IS. Ottober bis zum IS. April 1928. Jeder, der glaubt, ,zu den in Betracht kommenden Anwärtern zu gehören, muß auf feinem zuständigen Fürsorgeamt einen entsprechenden Antrag stellen, der dann auf die Bedürftigkeit hin nachgeprüft wird. Don den Er- merbslosen erhallen die zu den Gruppen 1—7 zählenden, sofern sie .eine eigene Wohnung haben, dieselbe Vergünstigung, die anderen Gruppen werden je nach dem Ergebnis der Prüfung auf Bedürftig- keit beliefert. Im vorigen Jahre, das jedenfalls nicht mit all.zu fühlbarer Härte des Winters aufwartete, hatte der Berliner Mogi- strat für 4 030 000 M. an Brennstoffbeihilsen ausgegeben, es waren zirka 2 700 000 Zentner Kohlen, die verteilt wurden. Die Bedürf- »igen erhalteu Gutscheine, die in diesem Jahre zum erstenmal auf Wasserzeichenpapier und mit Track enstempeln versehen gedruckt wer- den, um Fälschungen vorzubeugen. Die Kohlen können bei allen Kohlenhandlungen entnommen werden, die die entsprechenden Pia- tat« des Magistrats auszuhängen haben. Aellere und kranke Per- fönen, die ihre MaMratskohlen nicht selbst ins Haus tragen können, bekommen sie sogar„frei Hairs" geliefert. Eine weitere Maß- nähme gegen Källe und Hunger ist die verstärkte Einsetzung der Voltsspeifung. In jedem Stadtbezirk befinden sich vier bis sechs Volksküchen, ins Groß-Berlin insgesamt etwa 73 Küchen, die teils gänzlich, teils mit Zuschüssen des Stadtsäckels erhalten werden. Diese Küchen, die größtenteils von privaten Wohlsahrts- und Hilfsver- einen geleitet sind, von denen einige bekanntere während des Welt- krieges von größter Bedeutung für die Großzohl der Bevölkerung ivurden, befleißigen sich, jetzt zur Winters, zeit besonders kräftigendes Essen zu verabfolgen. Die Bedürftigen erhalten vom Arbeitsnach- weis und anderen Wohlfahrtsstellen Eßmarken, die sie bei jeder Mahlzeit«inlösen. Der preis für ein Topsqericht beträgt 23 ps. und 10 psi, je nach der Bedürftigkeit. Es fällt auch für die anderen Hungrigen, die nicht im Besitz einer Eßmarke sind, ein Teller Essen am Schluß der Speisung ab. Ebensalls ist in den Schulen im Winter ein stärkerer Andrang der Kinder ärmerer Eltern noch den Freispeisungen. Die Wärmehatten. Ein besonderes Kapitel sind die Wärmehallen, die als not- wendigste Einrichtung der Kältemaßnahmen überall freudig begrüßt werden. Etwa 60 Ivärmehallen fiud über Berlin verstreut, jeder Bezirk hat mehrere davon aufzuweisen. Sie unterscheiden sich durch reichlich individuell« Zwecksonderungen, die einen sind für die So- ziol- und Altersrentner geöffnet, die anderen nur für Männer oder Frauen usw. Sogenannte wärmestuben, die Raum für 23 bis 40 Personen bieten, sind meist nur den Bezirksuuterstützongsbe. dürftigen geöffnet. Auch die Stunden ihrer Beanspruchung sind verschieden, manche sind nur nachmittags geöffnet, während die größeren von früh 7 Uhr bis nachmittags 4 Uhr den Mantel der Bedürftigen bilden dürfen. Schließen dann die Wärmehallen, so .st auch die Zeit herangekommen, wo das städtische Asyl seine Pfor- ten öffnet, um die von den Aermsten aufzunehmen, die auch für die Nacht kein Dach über dem Kopfe haben. In eine dieser Männer- märemehallen führt der Weg. Sie befindet sich in einem Stadtbahnbogen in der Dircksenskraße und saßt vielleicht 400 Personen. Gewohnt, die Bilder des Elends in ihrer furchtbarsten Art zu scheu, bot erfreulicherweise diese Halle nach jeder Hinsicht ein besseres Bild als man erwartet hatte. Es fehlt der gemeine Zug, dos niocl- licrende und stoische Grau, wie man es nicht nur in Gorkis„Nacht- asyr zu sehen gewohnt war, sondern auch in Berlin in den Bor- und Kriegsjahren. Die Ursache ist leicht begreifbar: es ist der Schutz des Gesetzes, das heute den Arbeitslosen vor dem ärgsten Verfall bewahrt. Der große gewölbte und mit einem sauberen Anstrich vcr- sehcnc Raum— ein Wartesaal„fünfter" Klasse— war überfüllt. Meist junge Menschen; selbst dem Vorsteher, ein Hüne von Gestalt, der seit 23 Iahren sein Amt hier übt, fiel es auf, daß Jahr für Zahr der Alten immer weniger werden. Sie mögen wohl in der Fürsorge der Bezirke untertauchen. Hier sah man durchweg frische und größtenteils nicht schlecht gekleidete Menschen, die— wenn sie auch keinen Mantel besaßen— doch noch nicht der restlosen Verzweiflung anheimgesallen sind. In ihren Gebärden und ihrem meist heiteren Wesen konnte man lesen, daß sie nicht ganz hoffnungslos waren und ihre Not nur eine vorübergehende ist, die sofort bei Wiedereintritt Die große Wärmehalle in der Dircksenstraße. 49] �Zement. ICRoniait von Aodor©labforo. 2. Mann gegen Mann. Wenn die Arbeit zu Ende geht, ist sie immer angespannt- trunken: die letzten Schläge sind immer voller Schwungkraft und betäubender Sicherheit. Und als von einem der Masten die Förderbahn die aufgeregte Stimme Luchawas sich in die Massen schnitt, gerieten die ersten Reihen vor Schreck und Staunen in Verwirrung. Die Luft barst in der Ferne hinter den Gipfeln und fiel in Splittern auf die Erde. Das Dröhnen der Arbeit über- tönte zunächst das Knattern der Gewehre. Man sah die Rotarmisten am Bergpaß hin- und herlaufen und in kurzen Sprüngen von Felsblock zu Felsblock vorstürmen. Luchawa hob seine Hände und schrie aus vollem Halse bis zur Heiserkeit:„Genossen!... Ruhe!... Alle auf eure Plätze!... Ein Ueberfall der Räuberbanden aus dem Hinterhalt.... Die Arbeit nicht unterbrechen!... Keine Panik zulassen!" Die Arbeit stockte plötzlich, und Tausende von Menschen strömten vom Gipfel bis zum Fuße des Berges wie eine Lawine hinunter. In der Mitte begann eine Panik und die Arbeitermasse stürzte in einem unaufhaltsamen Strome, fallend, sich überschlagend, sich in dichten Haufen zusammen- ballend den Berg hinab. Sie liefen nach rechts und nach links,' in Gruppen und einzeln, legten sich, rollten wie Garben, erhoben sich wieder, blieben stehen und liefen wieder weiter. Eljeb kletterte auf einen Felsen, schwenkte seine Erdhacke. „Halt!... Stehen bleiben, ihr Teufelskerle!..- Genossen Kommunisten, zu mir.... Haut mit der Hacke die Feiglinge nieder!" Und die erste Gruppe der Gewerkschaftsarbeiter stürzte über die Schwellen und Steine zu Gljeb und hinter ihnen, einzeln und in Gruppen, liefen auch die anderen. Und im Chor heulten die Stimmen:„Haaalt!... Haaalt!" Die Menschen rollten von rechts und links hinunter, purzelten und zerstoben wie Tropfen nach ollen Seiten zwischen die Sträucher und Felsen. Gljeb warf die Erdhacke hin und sprang vom Felsen her- Mter. „Lauf hinunter, Sawtschuk, und du, Gromada, und du, Daschka.... Steht euren Mann! Packt diese Teufelsherde am Schwanz, an der Mähne." Und Sawtschuk und Gromada und Dascha und noch andere sprangen die Steine hinunter. „Genossen Kommunisten, zu mir! Nehmt die Gewehre, Genosse, aus dem Kraftwerks.... Lauft rascher!... Geben wir ihnen eine tüchtige Portion blauer Bohnen, daß sie das Laufen kriegen., Genossen...." Und lief als erster nach einem Gewehr. Hinter ihm rannten in Haufen die Kommunisten und ihnen nach die parteilosen Arbeiter. Aus den Pfeilern oben arbeiteten Metallarbeiter und Elektrotechniker ruhig und schweigsam, nur in ihren Augen glühte eine Unruhe wie Kohlen. Sie griffen nach den Gewehren und Patronen, knackten mit den Berschlüssen, stießen und drückten einander, fletschten die Zähne und schrien. Die Hemden waren auf den Rücken naß. Sie waren in Schweiß gebadet, wischten die Schweiß- tropfen mit den Fingern und den Aermeln ab. Die Partei- losen rissen sich um die Gewehre, man ließ sie aber nicht zu. Mitfka, der Hauer und Harmonikaspieler, mit seinem bläu- lichen, glattrasierten Schädel, keuchte und schrie wild:„Wedle nicht da herum, du Fliegenwedel!... Sei nicht so ein- gebildet!... Ich habe diesen Zusammenstoß vielleicht schon vierzigmal erwartet, du Tölpel... Dummkopf!" Mit den Armen fuchtelnd, drängte er sich vor, klammerte sich ans Gewehr, fletschte seine breiten Zähne und zwinkerte mit einem Auge. „Das ist ein Ueberfall!... Raufen wir, Genosse Tschu- malow!... Raufen wir Teufel, wir Leerbäuchigen!" Einzeln, mit den Gewehrschlössern knackend, liefen die Arbeiter hin und her, hockten sich in komischer Weis« nieder und krochen auf allen Bieren. Die steinerne Luft schnürte den Hals mit erstickendem Dunst zusammen. Es roch nach Sonne und verbranntem Gras. Polja kletterte über die Steine neben Gljeb. Er fühtte ihre weiche Schulter und den scharsen Geruch ihres Frauen- schweißes. „Wozu gehst du mit? Für solch ein Spiel muß man Grütze im Kopf haben." „Warum sollte ich nicht mitgehen? Warum kannst du dort hingehen und ich nicht?" „Ich weiß, was man in solchen Fällen zu tun hat. Aber du � deine Beine sind noch am Rock angewachsen." Polja lachte klingend, wie ein verspieltes, kleines Mädchen. Vor ihnen liefen Rotarmisten und Arbeiter hin und her, blieben stehen und schössen kniend. Ganz in der Ferne, auf dem Meere oder hinter den Bergen, heulten Sirenen. „Das find Kugeln, Gljeb.... Lange habe ich sie nicht mehr gehört." Gljeb ging mit schußbereitem Gewehr, neben ihm Polja, auch ein Gewehr in der Hand. In ihrem Gesichte waren nur ihre Augen sichtbar. Ihre langen Locken brannten wie goldene Holzspäne in der Sonne. Gljeb, mit dem Gewehr in der Hand, war kein Arbeiter niehr, sondern wieder ganz und gar Roter Kriegskommissar. Kurz und deutlich gab er der Abteilung Befehle, von der linken Flanke die Banditen von rückwärts anzugreifen, sie aus dem Wald auf den kahlen Abhang den Rotarmisten entgegen zu treiben. Er selbst werde von der Höhe aus den Kampf beider Abteilungen leiten. „Hörst du, Gljeb, sie sind hier in nächster Nähe, sie schießen vom Gipfel aus. Sie wollten sicher eine Panik her- vorrufen und dann den Bremsberg zerstören." Gljeb antwortete nicht. Er kletterte mutig den steilen Abhang hinauf, sah oft nach rückwärts, auf den Bremsberg. Die Mjechowa blieb nicht hinter ihm zurück. Sie hob ihren Rock hoch über ihre Knie. „Schau nur: fest haben die Brüder sie eingeklemmt.... Werden sie schon zusammenjagen.... Hätten diese Sache schon lange haben sollen,, um all diese Ratten aus ihren Höhlen zu verjagen.... Tut nichts, man wird sie noch fester einseifen, diese Bande." Poljas Gesicht bestand nur aus Augen. Wie eine Kuppel leuchtete die Berghöhe, und ein eiserner Dreifuß, ein Feldmesserzeichen, brannte mit dem roten Rost grell auf d?m Gipfel. Auf allen Bieren krochen sie auf die scharfe Bergkante, wo hinter dem Bergrücken, auf weiten Abhängen, in Hainen und kleinen Wäldern, in Schluchten und Hügeln die weiten Fernen luftig und leicht den graulila Bergrücken entgegen- rollten, den Wolken und dem Eis zu, die sich fest an den Horizont schmiegten. Sie legten sich hinter den Dreifuß. Sie legten sich und die Höhe war plötzlich verschwunden. Es war keine Hohe mehr, war keine Bergkante— unter den Händen waren Steine und Schiefer. Es roch nach verbranntem Gras und schwefliger Gut des Zementsteines.(Fortsetzung folgt.) der Arbeitsgelegenheit sich von allem hebt, vie DNtlpllv war mustergültig, der Borsteher oersichert, daß selten ein Angetrunkener den Weg hierher nimmt, während früher immer der Wärter an der Tür stehen mußte, um die Betrunkenen abzuwehren. Auch chie Ungezieferplage sei ganz geschwunden, was jedenfalls auf die oerbesierten sanitären BerhSltnisse im Asyl zurückzuführen ist. Schilder an den Wänden warnen vor Taschendieben, die in früheren Jahren sich nicht schämten, selbst ihre annen Brüder noch zu be- stehlen. Das Fernbleiben des.Totenkopfemil" und anderer Ber- brocher wird als Wohltat empfunden. Die Toiletten sind lauber gehalten, sie werden gleichzeitig als Reinigungsanstalt für Kleider und Schuhe benutzt. Ein Barbier schneidet da für einen Groschen die haare oder rasiert, und sogar ein Tailettemann ist reichlich be- schäftigt, seine vielen Kunden zur Zufriedenheit zu bedienen. Born an der Theke können Berschwender für einen Groschen vier große Schrippen und für S Pf. einen halben Liter Kaffee kaufen, eine Ein- richtung, die starken Zuspruch findet. Der Zufall fügt es, daß eben Besuch da ist, drei Herren, die es nicht weit haben, denn sie kommen von drüben über die Straße vom Polizeipräsidium. Die Greifer oder Geheimpolizisten aber werden bei ihrer Revision der Papiere wenig Greifbares finden, der alte Freund der Armen hier, der Borsteher, versichert er nochmals treuherzig, daß bei ihm so „icine Kunden" nicht verkehren. So schließt dieses Bild des Großstadtelends doch noch tröstlich. Es möchte aufzeigen, daß trotz aller Gefahr.Mathäi am letzten" noch nicht eingetroffen ist und daß auch die Weltstadt sich bemüht, ihren vielen Verpflichtungen, die doch recht fühlbar auf den Stadtsäckel drücken, in allem gerecht zu werden. Schnetlbahnbauten und Schachi-poliiik Das Rachrkchtenamt der Stadt Berlin teilt mit, daß die bereits begonnenen Schnellbahnbauten— UN- geachtet der durch die Anleihesperr« entstandenen Schwierigkeiten— weitergeführt und fertiggestellt werden. Lediglich be- züglich der noch nicht angefangenen Strecken wird vor- sorglich das Ergebnis der in Aussicht genommenen Finanzierung ob- gewortet. Soweit Arbeitseinschränkungen bisher vorgenommen werden mußten, hängt dies mit den Willerungsoerhältniffen und mit der Fertigstellung von begonnenen Bauten zusammen. hierbei handelt es sich, wie wir bereits gestern mitteillen, in der Hauptsache um die Bauten am h e r m a n n p l o tz. Es ist aufs tiefste zu bedauern, daß es die Anleihesperre des Herrn Dr. Schacht der Stadt unmöglich macht, die freiwerdenden Arbester sofort an a n- deren Stellen einzusetzen. Ja, es wäre darüber hinaus mög- lich, noch Hunderten und Tausenden in dieser Zest waäzsender Erwerbslosigkeit Arbeitsgelegenheit zu ver» schaffen, wenn die bereits beschlossenen und genehmigten neuen Strecken in Angriff genommen werden könnten. Dies oerhindert zu haben und auch heute noch zu verhindern, ist da« u n e i n- geschränkte„Verdienst" des Herrn Dr. Schacht. Wenn auch Entlassungen von Notftondsarbestern in dem von anderer Seite behaupteten Umfange erfreulicherweise bis jetzt nicht statt. gefunden haben, so liegen doch die Gefahren der Reichs bankpolstik gerade für die Arbeiterschaft Berlins, wie wir gestern ausführlich dargelegt haben, klar zuicme. Eine Vermögensabgabe zur Arbeitsbeschaffung. Im herbst vorigen Jahres beschloß die Berliner Stadt» -verordnete nv e rsa m mlung, den Magistrat zu ersuchen. er möge bei der Reichsregierung den Erlaß einer Verordnung fordern, die eine einmalige progressive Vermögens- abgabe von alten Vermögen von 50 000 Mark aufwärts vorsieht und die Beteiligung der Gemeinden an l: 22. Oktober d. 3. dem Reichsfinanzmini st�r eine ent- sprechende Denkschrift übersandt hat. Der Ertrag es darin geforderten einmaligen Zuschlages zur Vermögenssteuer oller Vermögen von 50 000 Mark aufwärts müßte den Gemeinden für Zwecke vermehrter Arbeitsbeschaffung über- wiesen werden. Der Magistrat hat geglaubt, mit seiner Stellung- nahine zu dem vorjährigen Stadtoerordnetenbeschluß warten zu sollen, bis die endgültige Gestaltung des neuen, am l. Oktober d. I. in Kraft getretenen Arbcitslosenoersicherungsgesetzes feststand. Er ist zu der Ansicht gelangt, daß die gesetzliche Erwerbs- lofenfürforge allein nicht genügen wird, sondern darüber hinaus noch in weitem Maße durch Arbeitsbeschaffung der Erwerbslosennot gesteuert werden muß. Zu solchen Maßnahmen, sagt der Magistrat, fehlen den Gemeinden die Mittel, und sie können auch nicht aus eigenen Einnahmequellen beschafft werden. Aus der Vermögensabgabe wären Mittel zur Durchführung eines großen Arbeitsbeschaffungs Programms der Gemeinden zu erwarten. Von dem Erfolg der Denkschrift, die einen Gesetz- entwurf fordert, wird man wohl bald hören. Aufhebung des Maulkorbzwanqs? Der Polizeipräsident bereitet«in« Maßnahme vor, die den vielen Hundebesitzern Berlins sicherlich große Freude bereiten wird. Zahl- reiche Eingaben und Anregungen der hundefreunde Berlins haben Das Geheimnis des Struwelpeters Ein psychoanalytisches Experiment. Selbst Cmil Ludwig, der bekannt« Biograph Napoleons, Bismarcks und des Herrn von Doorn, sieht in Wagners Werken, so im„Tristan" oder im dritten Akt des„Lohengrin", in der Szene im Brautgemach, ein Abreagieren gewisser erotischer Verkrampfun- gen des Dichterkomponisten. Das Beispiel Siegmund Freuds macht Schule. Was der Schöpfer der Psychoanalyse nur an- deutete, wird von seinen Schülern zum System erhoben, und diese Lehre ist derart faszinierend, daß sogar medizinische Laien wie Ludwig ihr manchmal huldigen. SUber suchte dos Wert Lionarda da Vincis von diesem Gesichtspunkt aus zu erklären, und man darf sich nicht wundern, wenn auch die Kinderwärchen ans„O e d i p u s- komplexe" und andere schönen Dinge hin unteisucht werden. Dr. Georg Groddeck aus Baden-Baden unternimmt dieses Experiment am„S tr u w e l p« t« r" im Rahmen eines Vortrags- zyllus über Psychoanalyse, den er in der Lessing.hoch. schule hält. Groddeck geht davon aus, daß der-„Struwelpeter", natürlich mit gewissen Aenderungen, bei allen Völkern verbreitet ist. Woher diese Beliebtheit bei den Kindern? Groddeck beantwortet die Frage dahin: alle Kinder haben Angst, sich die haare und Nägel schneiden zu lassen, haben Angst vor Schmerzen, vor Unannehmlichkeiten und suchen sie dochwiederum aus. Struwelpeter, der sich über die Dinge hinwesietzt, bedeutet also gewissermaßen eine Wunschersüllung des Kindes, hinzukommt ein anderes Moment. Jedes Kind ist Sadist, unbewußt und ohne dos erotische Raffinement, das den Erwachsenen erst zum Sadisten macht. Groddeck schaltet hier eine allgemeine Betrachtung ein, die ebenso wichtig ist wie das Hauptthema. Jeder Erwachsene liebt den Schmerz, erst durch diesen wird die große Freude ermöglicht. Groddeck gebt sogar so weit, zu be- haupten, Gefahr und Angst seien die Bedingungen jeder Freude überhaupt Und weil die Liebe zum Schmerz in jedem Menschen lebt, war der Weltkrieg mit allen seinen Grausamkeiten nur mög- lich. Dies bleibt seine psychologische Gruntllage. Ein durch die moderne Zivilisation verdrängter Trieb brach sich hier elementar Bahn, und selbst in der bildenden Kunst, die von der Gochik bis zum Barock hauptsächlich Martyrien barstellte, zeigt sich die Lust der Menschen, Schmerzen zu erleiden oder sie anderen zuzufügen. Karl Mays Reisebilder, die vielen Detektiv- und Hintertreppenroman« offenbaren diesen Trieb, aller- dinqs in bereits verfeinerter Form. Und dies« Triebe sind auch in der Seele des Kindes vorhanden. Das Kind will manchmal Schläge erhalten oder austeilen, Angst, Schmerz sind ungeheuer aufregend. Ueberhaupt weist die Empfänglichkeit für Schmerzen auf originales Menschentum hin, und dann überspitzt Groddeck seine Argumentation mit den Behauptun- gen, das Chloroform hätte eine Revolutionieruntz des menschlicheir Geistes herbeigeführt, und es sei ein« Selbstverständlichkeit, daß sich Liebende kratzen, beißen oder ähnliche liebenswürdige Dinge zu- fügen. Auf dieser Grundlage baut Groddeck seine Untersuchungen über den„Struwelpeter aus. Struwelpeter, der Katzen, Hunde» Hühner und Singvögel martert oder tötet, der das kleine Gretchen 'mit der Peitsch« bearbeitet, ist geradezu das Symbol für einen menschlichen Trieb, den keine zivilisatorische Bestrebung ausrotten kann. Darüber hinaus hat das Märchen noch eine ander« Be- deutung, die sich allerdings mehr in den Bildern als im Text zeigt. Hier wendet Groddeck das ganze Symbolarsenal an, das Freud in seiner„Traumdeutung" angedeutet hat. Struwelpeter bearbeitet Gretchen mit der Peitsche, Gretcken weint, Die Peitsche ist aber das Symbol für das männlische Ge- schlecht, das Auge, das für das weibliche, und die Tränen bedeuten die Ausscheidungen. Auf einem anderen Bildjst Struwelpeter von toten Vögeln umgeben, und ferner ist die Szene mit dem Hund dargestellt. Struwelpeter spürt dem Hunde nach. Das bedeutet, der Knabe will wissen, was die Erwachsenen treiben. Friedrich will die sexuellen Verhältnisse zwischen den Eltern kennen lernen. Das Kind will nicht, daß die Erwachsenen Freude haben, wenn es da- von misgeschlollen bleibt, deshalb schlägt er den Hund, das Symbol des Vaters. Hier zeigt sich wieder der Freudsche Oedipuskomplex, Warum cber ist ausaereel'net der arme Köter dies Symbol? Und so geht diese Analyse weiter. Alles ist Symbol für erotische Ding«. Man freut sich über den Schorfsinn des Interpreten aus der Freudschen Schule, aber man sagt sich auch, warum lachen wir heute über die spitzfindigen, dialektischen Künste mittelalterlicher Theologen, die sich um die Wort« ist oder bedeutet die Köpfe blutig schlugen, hat sich denn überhaupt etwas geändert? Im Grunde nichts Rur das äußerliche Gewand ist gewechsell worden, und noch immer läßt es sich mit Symbolen und Worten trefflich streiten und ein« Menge Systeme beretten. Wozu jedoch diese Uebung? den Polizeipräsidenten veranlaßt, eine erneut« Untersuchung und Prüfung der Frage des Maulkorbzwanges vorzunehmen, die, wie wir aus dem Polizeipräsidium erfahren, zu dem Ergebnis geführt hat, daß mtt einer Aufhebung des Maulkorb- Zwanges in nächster Zeit zu rechnen Ist. Das Haus muß sterben. Fischerbrücke 13. Ein sonderbares Zusammentreffenl Am Donnerstagmorgen ein haus in der Großen Frankfurter Straße in Einsturzgefahr und gestern ein ganz ähnlicher Fall in Alt-Berlln. Diesmal, wie be» richtet. An der Fischerbrück« 18, ein olle», wacklige» Häus- chen, das kaum mehr als 10 Meter Straßenfront mißt. Links und rechts Häuser desselben Typs, ein Stück vom alten Berlin, das zu den in nächster Nähe befindlichen modernen Geschäftshäusern den schärfsten Gegensatz bildet. Wenn durch die alle Straße An der Fischerbrücke ein schwerer Wagen rollt, zittern die Häuser in ihren Grundfesten, Porzellan- und Nippesfiguren klingen an auf den alten Möbel- stücken. Wie lange wird es noch dauern und diese ältesten Reste Berlins werden unserer ewig hastenden Zeit Platz machen müssen. Ein wenig Tragik liegt in dem Schicksal des Hauses Nr. 15. Schon vor Wock-en, als die seit schon vielen Jahren bestehenden Schüben sich bedrohlich mehrten, sollte das Grundstück geräumt und ab- gerissen werden. Die Vorderfossade zeigte bedenkliche Riss«, im Innern sah es nicht viel besser aus. Eine schmale und steil« Stiege führt zu den Wohnungen. Schief sstzen die Türen in den Angeln, schräg liegen die Dielen in den Zimmern. Ein letzter Versuch wurde gemacht, das Dasein des längst baufälligen Hauses auf einige Zeit zu verlängern. Ein Bauunternehmer wurde mit der Erneuerung der Fassade beauftragt und jetzt erst zeigte sich das wahre Gesicht des Hauses. Tiefe Risse durchfurchten das Mauer- werk und mitten in den Arbeiten, als sich einige Mauerblöcke los- lösten, zeigte es sich, daß es hier nichts mehr zu erneuern gebe. Weinend steht nach dem Unglück die alte Frau des Wohnungs- Inhabers der ersten Etage in ihrem Wohnzimmer. Sie will noch immer nicht glauben, daß in den Räumen, die sie jahrelang bewohnt hat, Gefahr lauert, daß jeden Augenblick ein Einsturz erfolgen tonn. Aber über die Tatjachen kommt niemand hinwegl Das Haus mußte auf baupolizeiliche Anordnung geräumt werden. Zwar hat die Feuerwehr in stundenlanger, mühevoller Arbeit von der Straße und im Innern Bersteifungen angebracht, aber es ist nur ein Notbehelf, um den Bewohnern, die nach unseren Ermitt- lungon vom Wohnungsamt anderweitig untergebracht sind, die Möglichkeit zu geben, ihre habe unversehrt herauszuholen. Es ist völlig ausgeschlossen, daß das Haus noch jemals bewohnt werden kann. Und wie ist es mtt den vielen anderen Häusern aus dem 18. Jahrhundert in Berlin bestellt? Der Zahn der Zeit nagt in ihren Mauern und eins nach dem andern muß der hocke zum Opfer fallen. Das sterbende All-Berlin! Die Tragödie im Expreß Brüssel— Paris Persönlichkeit der Toten noch nnbekaunt. Die Feststellung einer Selbstmörderin, die sich vor vier Docken auf der Fahrt von Brüssel nach Paris kurz ooi der Station hak in Belgien durch einen Schuß in den Kopf schwer vcrletzta und im Krankenhause zu hal gleich nach der Aufnahm« starb, be» schäftigt noch immer die belgischen und deutschen Behörden, ohne daß sie bis jetzt gelungen ist. Um die Spuren zu verwischen, Holls das junge Mädchen fein Paßbild so zerschnitten, daß es nicht mehr zu erkennen ist. Die Ecke eines Stückes trägt einen deutschen Stempel und auf der Rückseite in dsutscher Schrift den Namen„Fräulein... Gaestner loder Gärtner) geb.... Fe- bruar 1905(oder 1908) in Vaux. 50. Oktober... Die Tole ist etwa 20 bis 25 Jahr« alt und nur 1,55 Meter groß, Hai einen kastanienbraunen Bubikopf, braune Augen, eine gerade Stirn, einen Ucinen Mund und eine kleine Stumpfnose und trug einen schwarzen Tuchmantel mit schwarzem Fischotters«!! auf Kragen und Aermelaufschlägen, ein dunkelblaues Eräpe-de-Ehine-Kleid mit Punktstickerei, eine rosa baumwollene Hemdhose, einen rosa Büsten- Halter, grauviolette Strümpfe aus persischer Seide, blaugemalta Strumpfhalter, graue Schuhe, einen hellbeigefarbenen Filzhui mit blauer Stickerei und ledern« Handschuhe der Firma„Bon Marchs", Ru« Neuve 7, Bruxelles. Bei sich hatte sie eine schwarze Hand- tasche mit Toilettensachen, 25 Damenzigaretten und 3,15 Frankem Die Schußwaffe ist eine kleine Broromngpistol«, System Melior, Kaliber 6.35 Millimeter. Mitteilungen zur Aufklärung an die Vermißtenzentrale ini Berliner Polizeipräsidium. Der Potsdamer Leichenskandal. Wir berichteten gestern abend über den Leichenskandal in Potsdam, der ourch religiösen Fanatismus hervorgerufen Leiche unbedingt noch am gestrige..__ M abend aus dem Hause entfernt werden müsse, wo sie drei Tage ge- legen hat. Vor dem Trauerhaus« hatten sich zahlreiche Menschen eingefunden, die Verwünschungen gegen den Magnetiseur holz und die Weißenberg-Sekte ausstießen. Polizei sorgte dafür. ä?.„ f,- t ttv'a�un9 �er deiche glatt vonstatten ging.„Bruder holz blieb bis zum letzten Augenblick im Trauerhaus. Es ist bezeichnend für die Geistesverwirrung der Anhänger ISIS' yfeihnachts� Ii» Fertiges 0 b e r b e tt graurot Inlett mit grauen O n- Federn....... cy.95 Steppdecke Satin doppelseitig in-ck diversen Farben. jL-hil.ÄO Dtmiti» Oberbettbezug zum Knüpfen. 130X200 6-95 Reinleinenes Handtuch Gersienkorn mit Jacquard-- kante.......... 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Verfolgt man sie auf ihren Ur- sprung, so muß man einen Artikel in der kommunistischen„W e l t am Abend' vom 16. Juni 1927 als Quelle feststellen. Dieses Blatt macht der Arbeiterwohlfahrtslotterie den Vorwurf,.gutgläu- bigen Arbeitern weit über 409 699 M. aus der Tasche gezogen" nnd dieses Geld für.Reklame, Unkosten und sonstiges zum Fenster hinausgeworfen" zu haben. Von dem Hauptgewinn,.dem stolzen Hause, sei bis heute noch nichts zu sehen". Diese Totsachen will der Berichterstatter der„Welt am Abend" in einer Gerichtsverhandlung, die in Berlin gegen einen früheren Lotterieunternehmer stattgefunden hat, festgestellt haben. Den Straümtrag in diesem Prozeß hatte der Staatsanwalt auf Ersuchen der Polizeibehörde wegen„Untreue und Unterschlagung" gestellt, die angeblich bei der Durchführung der Berliner Bezirkslotterie der Arbeiterwohlfahrt im Jabr« 1926 begangen war. Es handelte sich demnach nicht um die Reichs lotterie des Hauptausschussss für Arbeiterwohlfahrt E. V. aus dem Jahre 1926. sondern um eine Lotterie des Berliner Bezirksausschusses für Ar- beiterwohlfahrt. Aber auch bei den Behauptungen über diese Berliner Bezirkslotterie handelt es sich um L ü g e n. Der in jenem Prozeß angeklagte Lotterieunternehmer ist freigesprochen worden, die Lotterie hat sich also ordnungsmäßig abgewickelt. Weiter wurde folgendes vor Gericht festgestellt: Bon der einen Million Lose a 59 Pf., die im Jahre 1925 ausgespielt wurden, sind 39999 Lose unverkauft gablieben. Es ist also eine Einnahme von 485 009 M. erzielt worden. Nack, Abzug aller Unkosten,' die für den Einkauf der Gewinne 218 399 M., für Steuern 85 999 M., ♦ür die Unkosten des Losdrucks, des Losvertriebs, der Reklame ein- schließlich der Gescbästsführung 59 999 M. betrogen hoben, zusammen also 353 309 M., ist ein Reingewinn von 132999 M. übrig- geblieben. Dieser! st sürdenLotteriez weck, undzwar für die Gründung des A u g u st- B e b e l- K i n d e r- Heims In Gohrisch(Sächsische Schweiz) verwendet wor- den. Das Heim ist im Februar 1926 eröffnet worden und viele Proletarierkinder aus Berlin haben dort Gesundheit und Lebensmut wiedergefunden. Durch diese Feststellungen fällt der Vorwurf, daß die Bersiner Arbeiterwohlfahrt die von der Arbeiterschaft oufgebrachten Gelder vergeudet hätte, fort. Daß von dem Bau des eingerichteten Einsanrilienbauses(des Hauptgewinnes) nichts zu sehen ist. hat ein« recht natürlich? Ursache. Sein Gewinner ließ sich von seinem Gewinn 26999 M. in bar aus- zahlen, gründete ein Geschäft uird lebt heut« mit seiner Familie in guten Verhäktniffen. Die Fünfzimmereinrichtung, die zu dem .Haus« gehörte, wurde ihm von einer Firma geliefert. Von allen diesen Tatsachen hat natürlich der Berichterstotter der„Welt am Abend"'nichts hören und wissen wollen. Bei der Durchführung der am 18. und 29. Dezember 1926 gezogenen Reichs lotterie des Hauptausschustes für Arbeiterwohl- fahrt ist die gesamte Kosiengebarung von Anfang an unter die Aufsicht eines vereidigten Bücherrevisors und Treuhänders gestellt worden. Die Gewinnausgab« hat sich reibungslos vollzogen. Kein Gewinner ist unbefriedigt gsblieben, im Gegenteil sind weit über den vorgesehenen Termin hinaus säumigen Losinhobern noch- an- standslos Gewinn« ausgebändigt worden. Die Abrechnung hat die volle Genehmigung des Berliner Polizeivräsidiums gefunden. Die „Welt am Abend" geht also mit Berichten krebsen, die nnt der Wahrheit nicht in Einklang zu bringen sind. Das verivundert bei einem Blatt nicht, dessen Hauptaufgab« der Kampf gegen die Sozialdemokratische Partei und ihre Ein- richtungen ist._ Heinrich• Zille< Käthe» Kollwist< Abend. Da, Bezirksamt Prenzlauer Berg hatte am Freitag abend zu einem Dortrag eingeladen, in dein der Genosse Friedrich Wendel über die beiden Senioren der Be,liner Äünstlerichast Heinrich Zille und Käthe Kollwitz sprach. Das Schaffen dieser beiden ist ungemein mit dem Charakter der Berliner Arbeiterschaft per- knüpft, nehmen sie doch ihre Vorwürfe aus dem Leben und Leiden des Proletariats, mitsühlend und mitschwingend in deren Sorgen und Freuden. So oerstand es Genosse Wendel in außerordentlich anschaulicher Form, das Werk dieser Schafsenden uns näher zu rücken, ohne aber auch Hans Baluschet und die anderen nicht zu ▲Marli der neue Damen OSOe&rtm KwkittelmJ Ger fTaudhzn'.lr. 20/21 gcgenöb-Refrlkirth, vergessen, die in ihren Bildern für die Arbeiter eintreten. Der kernige Humor Heinrich Zilles, der die Typen des Berliner Ostens und Nordens geprägt hat, Hans Baluschet mit seinen Freunden aus den Laubenkolonien und den Landstraßen, Käthe Kollwitz mit ihren wuchtigen Radierungen aus dem Leben der Weber. Der stark be- suchte Lichtbildervortrag fand große Aufmerksamkeit und ebenfalls erregte die sich anschließende Ausstellung der Deutschen Kunst- gemeinschaft lebhaftes Interesse. Die Stadlverordnelenversammlung hat in der kommenden Woche zwei Sitzungen, eine am Dienstag um 18 Uhr und eine am Donnerstag um 16?� Uhr. Am Dienstag wird hauptsächlich die Abrechnung mit der st ä d t e s ch ä d i g e n d e n Politik des Reichsbantpräsidenten Schacht die Sitzung in Anspruch nehmen. veleidigungsprozeh Schlichsing—„Roke Jahne". Rechtsanwalt Genosse Dr. Oskar Cohn schreibt uns folgendes:„Der Bericht über den Bcleidigungsprozeß des Genossen Stadtrat Schlichting gegen den Redakteur der„Roten Fahne" und den Genossen Karl Jacob! könnte den Eindruck erwecken, als ob Genosse Iacobi der„Roten Fahne" als Zuträger oder Helfer bei ihren Beleidigungen gegen die Genossen Schlichting und Klebe vom Verband der Maschinisten und Heizer gedient hätte. Das ist nicht der Fall, und Genosse Stadtrat Schlichting sowie sein« juristischen Vertreter haben in der gericht. lichen Verhandlung ausdrücklich und wiederHoll anerkannt, daß Genosse Iacobi an dem Vorgehen der„Roten Fahne" in keiner Weise beteiligt ist. In der Tat war gegen Ge- Nossen Iacobi nur deshalb Tlnklage erhoben worden, weil er zu mehreren Angestellten des Verbandes der Maschinisten und Heizer geäußert haben soll, Genosse Schlichting solle sein Mandat als Stadt- rat niederlegen, dann würden die Angriffe gegen ihn aufhören. Ein Brief, den Genosse Iacobi an«inen ihm befreundeten Verbands- kollegen über die Angelegenheit geschrieben hatte, ist ohne Zutun Iacobis und gegen seinen Willen verbreitet worden." Eine wethnachl�-Zugend-Aussiellung wird im Verwaltungsbezirk Charlotten bürg auch in diesem Jahre gemeinsam vom Bezirks- jugendamt, von der Bezirtsschntdeputation und von der Jugend» schrijtcnvereinigung des Charlottenburger Lehrervereins veranstellet. Sie bringt Bücher für die Jugend aller Altersgruppen bis zum 18. Jahr, Spielsachen für die Kleinen, Hausschmuck und Hausgerät, künstlerische Kleidung, Sportartikel. Arbeiten von Iugendorgani- sotionen. Die Ausstellung, die in den Festräumen des Charlottenburger Rathauses untergebracht ist, wurde am gestrigen Zlbend mit einer kleinen Feier eröffnet und kann bis einschließlich 4. De- z e m b e r täglich in den Stunden 11 bis 19 Uhr unentgeltlich besucht werden. In dieser ganzen Woche finden täglich nachmittags und abends noch besondere Veranstaltungen statt. Lorträge, Rczi- tationen, Gesangsabende, Kasperle- und Marionettentheater, Aufführung eines Weihnachtsspieles durch Kinder. Diese Ausstellung ist übrigens eine Art Jubiläumsausstellung. Vor jetzt 25 Jahren wurde für Eharlottenburg die erste Jugendschriftenausstellung oer- anstaltet. In Berlin hotte man bereits ein paar Jahre früher damit begonnen. Zugendbühno Lichkenberg. Das Bolksbildungsamt Lichtenberg bietet seinem jugendlichen Publikum mit seinen Filmvorführungen «ine ebenso lehrreiche wie unterhallende Kost. Die Filmprogromme werden sehr sorgfältig ausgewählt und streifen die vorschledensten Gebiete alles Wissenswerten. Borige Woche lies der Film„Gc- Heimnisse einer Seele", der Pros. Freuds psychoanalytisch« Lehre zum Grundgedanke hat. Stadtoberinspektor G r i e p e, der Spiritus rretor der Iugendbijhne, hiell zu diesem Film einen lehr interessanten instruktiven Vortrag, der die Jugendlichen in die Well unseres Unterbewußtseins einführte, in das Gebiet abstrakter Le- bensäußerungen, deren gesundes oder krankhaftes Funktionieren wichtig für den menschlichen Organismus ist. Gerade jungen Wen- schen den Weg zu weisen, physisch und psychisch einer gesunden Ent- Wicklung entpegenzustreben, ist ein wichtiges Kapitel der Jugend- crziehung. Das nächste Filmprogromm bringt„Alaskas weiße Wundenvelt", und zwar finden jeden Darmittag drei kostenlose Lehr- filmvorführungen statt: unbemittelte Kinder aus den Außenbezirken Biesdorf, Kaulsdorf usw. erhalten von der Jugendbühne auch das Fahrgeld. Sezleisblldvngsevsfckiuß. TienStag, den 29. November, abends 7'/, Ubr' »rn Iugendbeim. Lindevlir. 3, Sitzung der BildunaSfunklionäre' Lieder KrciS. jede Ableilung mun vertreten lein. Nächste Tbealervor- slellulig am Donntag. dem 4. Dezember. nachmlltagS 3 Ubr. im Staat- lichen Dchiller-Tbeater Charloitenbiirg. Aiifgelnhrt wird:„Web dem, der lügt'. Lustspiel von lSrillvarzer. Karten a 1,29 M. find noch in den bc- kannten LerlausSstellen zu haben. Frei« KoziaNsttsch» 9o«>schule. Der nächste Vortrag findet am Sonn- abend, dem 3 Dezember, tS'/. Uhr. im grofien Saal dcS ebemaligen iderrenbalües. Lo.pziaer Dtrafie 3. statt. kSenossc Otto Iensseu. Gera-Tinz. spricht über da» Thema:.Achtzig Jahre Kommuni ftischeS Manisc st.' Karlen zum Brelse von 50 Psenntg find an folgenden Stellen zu baben: Bureau des BezilkSbilvuiigS- auSschusse». Lindenllr. 3. 2. Hof II. ZimmerS: Buchhandlung Li. H. 33. Dich Nach'.. Lindenllr. 2; Verband der giapbtlcheii Hilt-arbciter. Nlttcrstr. Ecke Lui'enuser: Zigarrengeschäst Harlch, Engelu er 21 25: Berliner»lewcrklchaftS- kommilfion, Engeluser 24/25(GewertschastSNauSj: Bering des Bildungsver- bandeS der Deullchcn Buchdrucker. Dreibundstr. 5: Tabalvcrtrieb, Jnfetstr. S: .Wertsreude'-Bachersluben. Potsdamer Straszc lvt. Ansängerkurse in Englisch. Zranzöstsch, Spaut'ch und Kusfilch. Ansang Dezember deginnen die niueu Ansängerkurie(Adendunterrichti in den obigen Spiacken für Genolfinnen und(Ienossen ohne jegliche Vorlenninisse. Teilnehmer mit guten Vorkenntnissen tonnen jederzeit entsprechenden Mittel- bezw. Oberjurse» beitreten.'Anmeldungen zu allen Dprachlurlen bis zum 3 Dezember(ichrtstlich oder periönlich) beim Genossen H.!�urts, Berlin 23 57, gieteiistr. 6u. L Etage snabe Nollendorsptah), Sprachenichule der Arbeiter und Angestellten Grofe-BertinS. '' rbettersportler I 7. Kreis Charlottendurg: Mittwoch, IS'/, Uhr: FratlionSsihung bei Adler, Kaiser-Frtedrtch-Dir., Ecke Grünslrofic. Parteibuch ist vorzuzeigen. beinahe" ReichsHaupistadi. Der Urnrark Brandenburg älteste Stadt, Tanger m und. liegt im sogenannten„Balsamgau" der Mark, der seinen Name». daher führt, daß in dieser gedeihlichen Gegend zwar nicht Milch und Honig, aber immerhin„Speck" und„Balsam" fließen, zwei friedsame Wc-sserläuse, deren bedeutendster, der Balsam, schon in frühester Zeit dem märkischen Gau den Namen gab. Tangermündc, im Mitteloller Norddeutschlands berühmteste Bierstadt— das Tange' mündsr Bitterbier„Kuhschwanz" galt bis ins 18. Jahr- hundert besonders für die Hansastädte als hochzuschätzender Stoff—, ist ein mit industriellem Geist begabtes Städtchen, denn es hat sich in der späteren Zeit nicht allein bedeutende Schokolade- und Frucht- konserveiifabrikcn, sondern auch Zuckerraffinierien zugelegt und so- gar gleich die größten Anlagen dieser Art in ganz Europa. Man kann also, im nordischen Geschmacksstil, wirklich von Milch und Honig sprechen. Solange die große Elbbrücke, von der die Tangermünder seit fünfzig Jahren träumen, noch immer nichts als«in Traum ist— so erzählt I. Silling-Wilsner—, versteckt sich Tangermünde in einer Sackgasse. In Stendal, knapp zwei O-Zug-Stunden von Berlin, wartet das Brmmelbähnchei, und laust dann eine halbe Stunde lang in diese Sackgasse hinein. Sie heißt natürlich ganz anders— Karlstraße etwa—, aber nur Zwerge können hier wohnen: drei Meter messen die Häuslein bis zum neckischen Giebeldach, zwei schmale Fenster, daneben etwas wie eine Tür— ein Haus. Und so rechts und links,«ine ganze Straße weit. Man fuhll sich, b«- lustigt, als Gulliver redivivus. doch auch ein klein wenig ungeduldig nach etwas Schönem, Glänzendem spähend. Eine spitze Ecke kommt und noch«ine— ah! Hier sagt der Fremdling unweigerlich ah— fühlt ordentlich einen Ruck. Ein gotischer Prachtbau erhebt sich. Geschenk einer reichen, spendenden Vergangenheit. Bogenfenster. durchbrochene Rosetten, Türmchen an hohem Giebel des allen Rai- hauss aus dem 15. Jahrhundert, z. T. von Stüler restauriert. Es ist dies eines der schönsten Denkmäler spätgotischer Kunst und hier beginnt für den Besucher das reizvolle Erlebnis einer„alten Stadt". Wenige Schritte weiter ein mächtig über dem Straßenbild wuchten- des Backsteintor, das Neustädter, ein zweites Wunder vergangenem Schönheitsempsindens. Gleich danach ist man am Elbuser und hier entrollt sich auf dem ganzen Wege über den breiten Hafendomm ein einzigartiges Bild mittelalterlicher Stadtromantik. Zwanzig Fuß hoch schwingt sich die wahrhaft zyklopische Stadtmauer, die einst wild- Angriffsstürrne zu bestehen lmtte. mit Türmen. Ausfalltoren. Bastionen, dem zinnengckrönten Elbtor, der Roßfurt. Die erhöhte Burqanlage in ihren imposanten Resten, Bergfried, Gesängnisturm, Wallmnuern, noch heut von überraschender Eindnickskraft, endet diesen äußeren Altstadtweg. Kaum eine erinnerun�sreichere Stätte bat die Alimark, als diesen Burghügel: erst sturmstchcre Askanisr- bürg, die den Kriegsschatz des Landes barg und man-ben Gefangenen schmachten ließ, dann prunkvolles Kaiserschloß Karls IV. von Böhmen, der Tangermünde zur Hauptstadt seiner nordischen Länder erhob und ihm eine glänzende Blütezeit schuf: nur ein kleiner, in kricgsgewohnter Zeit nicht allzu ausregender Witz der Historie Hot es damals verhindert, daß die zu Reichtum und Ansehen aufge» blühte Stadt nicht in alle Zukunft Hauptstadt des Kur- sürstentums Brandenburg geblieben sst und somit heut noch die Stellung einnimmt, die nach ihm— Berlin zufiel. Als nämlich Kurfürst Zllbrecht Achilles seine märkischen Städte mit einer Bierziesc(Steuer) zu belegen anfing, erhob stch der heftigste Wider- stand im biersröhlichen Tangermünde. das seinen Lebensnerv be- droht sah, ohne zu ahnen, wie urcheilbär der Schaden sein könnte, den seine Febdelust anstistet«: die Feinseligteiten gingen schließlich in offenen Krieg über. Tangermündes Stern sank und die ungeheuerlich« Brand- kataltroxhe von 1617 hat zusammen mit der Bernichtungskrast des 39jährigen Krieges das stolze Tangermünde vom Boden der Mark gefegt.'_ Ctnii Eickel, ein oller Kämpfer für unsere Partei, vollende! am Mon. tag fein 75. Lebensjabr. Ea�mlilagswandeiiiag der Nalnrsrcundel Tonntag. 4. Dezember. veransialtet da« Rriiebincan de« Z vuristen- Verein«„Die Natur- freunde' einen N a ch m i t t a g S i p a z i c r g a n g für ie'ne Ferien- tahrllcilnebmer und jflr die Wochen-ndlatrlieilnehincr nebst klngebörigen. an der sich noch eine Slnrabl Gäste bcieiligcn kann. Tr.ffplinlt nt um '/,2 und am Baknboi Tchulzcndori oder um 2 und 3 Uhr am Dnbi Hof Fiobnau. Von bier Waiidcinng nach Ncub'.iick a d Havel. Lm K stbau« Ncubrück zwanglofe« Beilammristein mit Tanz Die Treffvunlte sind»u erreichen mit den Ziiaen ab SteUiner Bahnbos Tchulzendori 13"»nd U" und nach Frohnau 13»' und 14" Ii Hr. Nachziialcr fabrcn 15" vom Sleltincr Bahnhof nach Hennigsdorf und werden dort am Bahnhoj erwartet. WeNeie Zlnskunit durch das Reiieburcau X. 2t, Iohannisstraße 15, jeden Dienstag und Freitag von 13—20 Uhr. jreirellglös« Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelalles 15. Vor- trag des Hcrin Dr. K.Sturm:„J. A Herder.' Harmonium:„Kuhreigen" aus„Wilhelm Tell' Ring Dukatengold(900 fest.) Reklamepreis von.... Alk. 18.- rum Gediegen und modern Schwere Ausführung -/*• Preisliste gratis! I Rtnc(««« gest.) idei Mk. 2*.- Mk. 28.- Oediegen und modern.... Mk. 11.- Schwere Ausführung..... Mk.15.—| Skarat. Ringe v Mk. 4.— bis p. Stück Gravieren gra is zum Mitnehmen. 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Schalkragen« Bubi- kragen, z.T. auch Pelzmanschettcn, Iii allen Gröben..... nur icnsalionciic Wcmnaclilsanäcliofcl Nr. 561» 44. Jahrgang 2. Bsilage des Vorwärts S�nnt/ig, 27, November 1927 Lehren der letzten Wahlen. Noch einmal: Die Tragödie der Spaltung. Von Karl Anton. Der große Sieg der Sozialdemokratie bei den kommenden Reichstagswahlen ist sicher. Dafür haben die Wahlen am Sonntag, ,bem 13. November, neue Beweise erbracht. Trotz der Enttäuschung in Hessen. Diese Enttäuschung erinnert uns aber daran, daß es an uns, an unserer Politik und unserer gesamten Arbeit liegt, w i e stark unser Erfolg sein wird. Vergleichen wir die Ergebnisse der Wahlen in Hessen, Bremen und den mecklenburgischen Städten am 13. November mit denen vom Dezember 1924, so bekommen wir kein einheitliches Bild, sondern drei verschiedene Typen von Stimmenverschiebung. In Bremen— dieselbe Entwicklung wie in Hamburg, im Unterelbegebiet, Königsberg, Oldenburg: Rückgang der Stimmen bei allen bürgerlichen Parteien,„Ruck nach links", st arte Zunahme sowohl der sozialdemokratischen wie der kommu- n i st i s ch e n Stimmen. In den mecklenburgischen Städten: der gleiche Ruck nach links, aber starke Zu- nähme sozialdemokratischer und bedeutende Abnahme kommunistischer Stimmen. In Hessen: ungefähr gleichbleibendes Verhältnis zwischen Weimarer Koalition und Opposition von rechts, aber Abnahme der sozialdemokratischen und Zu- nähme der kommunistischen Stimmen. Daß die Entwicklung der Kommunistischen Partei keine einheitliche, nicht in ollen Gebieten die gleiche ist, das haben wir gewußt. Neu ist aber, daß auch die Entwicklung unserer Partei nicht einheitlich zu sein scheint. Wenn also Bremen und die mecklenburgischen Städte die Vorstellungen, die wir von der politischen Entwicklung hatten, bestätigen, so fällt Hessen aus der Reihe. Die hessischen Wahlen zeichneten sich diesmal durch eine sehr schwache Wahlbeteiligung aus(53,6 Proz.) und deswegen auch durch einige Erscheinungen, die sich erfahrungsgemäß in Fällen schwacher Wahlbeteiligung mit einer gewissen Gesetz- Mäßigkeit wiederholen. Die stärkeren Parteien leiden unter der schwachen Beteiligung nicht nur absolut, sondern auch relativ am stärksten, und in Hessen sind wir die weitaus stärkste Partei: weiter werden die verschiedenen Parteien in verschiedenem Maße durch die schwache Beteiligung betroffen: das Zentrum z. B. in der Regel weniger als die Sozialdemo- kratie, am wenigsten die Kommunisten. Das Gesamtergebnis der hessischen Wahlen, wie es für die Sozialdemokratie aus- gefallen ist, hätte an sich keine schlechte Prognose für die Reichstagswahlen in Hessen selbst, am wenigsten für das ge- famte Reich, bedeuten müssen: war einmal die Wahlbeteili- gung so schwach, so war es keine Ueberraschung, daß wir relativ mehr verloren haben als das Zentrum und besonders als die Kommunisten. Die Kommunisten haben sedoch überhaupt nicht verloren, sondern gewonnen, und ziemlich stark gewonnen. Sie haben ihre Stimmen um mehr als 20 Proz. im Vergleich zum De-' zcmber 1924 vermehren können. Das läßt sich schon nicht mehr dadurch erklären, daß die Kommunisten von der schwachen Detelligung relativ am wenigsten betroffen wur- den. Das wirklich Bedenkliche dabei ist, daß es sich wenigstens in einem Fall nachweisen und deshalb für einige andere Fälle vermuten läßt, daß die Kommunisten ihre Stimmenzahl zum Teil auf Kosten der Sozialdemokratie gesteigert haben. Diesen Fall haben wir in der Stadt Offenbach, wo die Kommunisten ihre Stimmen um mehr als drei Viertel gesteigert. haben. Sie haben in ganz Hessen rund 7500 Stimmen ge-; wonnen, in Offenbach allein ö3t)l)! Auffallend stark ist in: Offenbach auch die Abnahme unserer Stimmen, so daß die Kommunisten, die weniger als halb so stark waren wie wir,� jetzt mehr Stimmen bekamen. Aus der folgenden Gegen-«' Überstellung sieht man, wie das Verhältnis der fozialdemo- kratifchen und kommunistischen Stimmen in Offenbach im Dezember 1924 war und wie es jetzt ist: 7. Dez. 1924 13. Nov. 1927 SPD...... 15 476 10343— 4 633 KPD...... 6 447 11719+ 5 272 Offenbach ist zwar der Gesamtzahl der Bevölkerung nach die drittgrößte Stadt Hessens(nach Mainz und Darmstadt), hat aber die stärkste Arbeiterbevölkerung, und die Schlappe in Offenbach ist deshalb für uns besonders bedauerlich. Mögen die Kommunisten über diese unsere Feststellung jubeln, soviel sie wollen— uns darf es nicht daran hindern, unsere Schwächen besonders scharf zu sehen und offen von ihnen zu sprechen. Wir sind stark genug, um das tun zu können, und wir müsien es tun, weil wir noch stärker werden wollen. Offenbach war in Hessen selbst eine Ausnahme, dies ist aber der Beweis dafür, daß wir in Fällen, wo wir empfind- liche Mißerfolge haben, nicht mit der bloßen Aufzählung der allgemeinen Ursachen auskommen. Die speziellen Ursachen in Offenbach: die Spitzenleistungen der Erwerbslosenfürsorge mußten kurz vor der Wahl abgebaut werden— und das in einer reinen Arbeiterstadt, in der der Hauptindustriezweig, die Lederwarenindustrie, Tausende von langfristig Erwerbslosen aufweist! Ganz ohne Verallgemeinerung geht es aber auch nicht. Wie steht es überhaupt mit dieser„W ahlmüdigkeit" in Hessen? Worauf ist sie zurückzuführen? Wenn die Le�te etwas nicht tun, so liegt die Ursache dazu häufig darin, daß sie keinen genügenden Grund haben, es zu tun. Wenn viele Wähler nicht zur Wahlurne kommen, dann bedeutet das, daß für sie kein großer Antrieb zum Wählen besteht. Bei den Reichstagswahlen gibt es immer Grund zu wählen, weil durch sie der Kampf um die Macht im Staate ausgefochteit wird. Die Landtagswahlen werden nur in viel geringerem Maße als Kampf um wirklich wichtige Dinge aufgefaßt und zeigen regelmäßig geringere Beteiligung als die Reichstags- wählen, sogar in den Fällen, wo auch bei den Landtags- wählen die Machtfrage zur Entscheidung steht. So war die Beteiligung bei den Wahlen in Sachsen(Oktober 1926), Thüringen(Januar 1927) und Mecklenburg- Schwerin(Mai 4927) v?el stärker als in Baden(Oktober 1925) oder jetzt in Hessen, jedoch bedeutend schwächer als bei den Reichstagswahlen, wie man aus folgender Gegenüber- stellung sieht: Landtags- ntahlen 53.9 54L 71.1 76,3 78,3 -Meisen...... Baden...... Lachsen...... Mechlenburg-Schwerin. Thütringen..... Reichstagswahlen Mai 1924 Dez. 1924 74,1 75,1 67,9 71.0 82,1 83,3 78,4 80,6 82,2 82,3 � Briden uni) Hessen behalten fest dem Umsturz trotz aller Schwqntungen der Stimmung und dementsprechender Stimwenverschiebungeri eine feste republikanische Mehrheit. In Hessen war der Kampf um die Macht schon vor einem Jahr ausgefochten, als die rechten Parteien und die Kommu- nisten die schwierige wirtschaftliche Lage des Landes, das durch hie Besetzung sehr stark gelitten hat, ausnutzen wollten, um durch Volksentscheid die Auflösung des Landtags Zu erzwingen und dann bei den Wahlen die Mehrheitsver- hältni[se gründlich zu ändern. Dieser Ansturm wurde abge- schlagen, aber nur mit Mühe. Hatte aber die vereinigte Opposition von rechts und links damals, unter den für sie denkbar günstigsten Bedingungen, nicht die Koalition stürzen könnjen, so war es jetzt erst recht nicht möglich. Jetzt hat die Opposition genau soviel Stimmen wie beim Volksentscheid, nän�lich 202 944, während die Regierungskoalition um 69 090 me hr, nämlich 289 487 Stimmen bekam. Daraus wird er- sicklllich, daß in Hessen die für uns schwierigste Situation schon veiftei ist. Volldommen klar wird dies, wenn wir die Zahl dan für und gegen die Weimarer Koalition abgegebenen St/mmen vom Dezember 1924, beim Volksentscheid(Dczem- t de/ 1926) und jetzt zusammenstellen: Für die Koalition. Gegen die Koalition Dez. 1924 Dez. 1926 Nov. 1927 373 793 219 815 280 487 234 078 202 326 202 044 � Die hessische Regierung wurde also in die Defensive ge- Orängt, und das war für alle Regierungsparteien sehr nach- steilig. Im politischen Kampf wie im Krieg hat der An- .greifende den Vorsprung. Unsere Partei hatte, von rechts �und von links auf das heftigste angegriffen, die Hauptlast idieses Verteidigungskampfes zu tragen. Und das war eine «um so schwerere Belastung, als sie eine Politik zu verant- warten hatte, die ihren eigenen Wünschen in vielem nicht ent- sprach, weil sie, wie unser Darmstädter Parteiblall schreibt, „infolge des Widerstandes des Zentrums und der Demokraten immer nur die Hälfte von dem durchsetzen konnte, was sie im Interesse der notleidenden Massen für notwendig hielt". Jetzt gilt es, den neuen Wahlkampf mit klarer Zielsetzung vorzu- bereiten, und vor allem alles zu tun, um den Massen klarzu- machen, daß die Spaltung der Arbeiterbewegung die Ursache alberf micÄfci«Sie .sdalecIdtesicEa,! Denn sie bringen Omen diese ganz ungewöhnlichen Angebote. Herrliche, moderne Kleidung, wie diese hier, und dann noch zu solchen Preisen — wer wollte da nicht eilen, um sich einen dieser Leckerbissen zu sichern! Or&nienstr.40 Am Orsiiionplati Chausseestr. 113 Belm Stetllner Bhf. Königstraße 33 Am Bhf. 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Der Neichsoerband Deutscher Z i g a r r e�n h« r- steiler hat sich dank der großartigen Strategie der' versckßedencn Militärs o. D. in der Leitung und Führung des Verbandes in eine olön z ende Isolierung hineinmanövriert. Vo» diesen Scharsmachern rücken bezeichnenderweise bereits die verstöpidigeren Elemente, selbst im RDA., ab. So schreibt das Leipziger Otigan des VDZ. in seiner neuesten Nummer:„Im Interesse beidv Teile wäre es sehr zu wünschen, daß der Lohnstrcik sobald als möglich oüs der Welt geschafft wird." In einer Versammlung der Bezirke Nordost und Ost de» Deut- schen Zigarrenhandlerbundes wurde eine Entschließung angenom- men, in der es heißt: „Die versammelten verurteilen die ohne jeden Grund vorgenommene Aussperrung der Scharsmacher im RDZ. und geloben, mil allen ihnen zu Gebole siehendeu Mikleln. über diesen Kamps in den Kreisen der TabokwarenhSndler aufklärend zu wirken." In O b e r b a d e n ist die viermal verschobene Aussprache nach immer nicht durchgeführt. Dagegen ist die Stimmung unter den Ausgesperrten ausgezeichnet. Die verelendeten, ousgehungsr- ten Arbeiterinnen, die bisher in christlicher Ergebenheit ihr Los trugen, sind jetzt entschlossen, durchzuhalten, bis die Fabrikanten bereit sind, Löhne zu zahlen, die nicht gleichbedeutend sind mit der Verurteilung zum Siechtum. Die Lohnkämpfe in der Textilindustrie. Kampfbeginn in Baden. Freiburg lvreisgau), 26. Noveiziber. Nach dem Scheitern der Lohnverhandlungen in der bopischen Textilindustrie, sind heute morgen die Arbeiter der drei nroßen Textllfabriken in Zell im Wielenthal in den Streik geweten. In den anderen Betrieben des bodischen Wies entbalz sow-r im Lörracher Bezirk wird noch gearbeitet. Oer Kampf der westdeutschen Kanalschiffer. Llnzulässigs Parteinahme der Behörden. Die choifnung der Kanalreeder, sie würden im Frost, dex in den letzten Tagen plötzlich sehr heftig und scharf auftrat, einen V zvr- b ü n d e t«» bekommen, hat sich schnell als trügerisch erwiesizn. Die Hilfe, die der Frost nicht brachte, suchen jetzt die Wasser baubehörden zu ersetzen. Man laßt auf den wesldentschgn Kanälen Fahrzeuge mit unvoll st ändiger Bemannung fahren: ja man schleust sie auch noch und die Monopoldampsch' schleppen sie ob. Das Wasjerbauanit in Rheine stellt sogar L» schetnigungen darüber aus, daß Fahrzeuge mit verminderte- Bemannung fahren dürfen. Das ist eine ganz einseitige Maß-, nähme zugunsten der Unternehmer, die unter allerlei Manipula-, tionen versuchen, in ausländischen Fahrzeugen Güter zu befördero. Das Geschrei der Privatschiffer über Fohrtbehinderung ist, wie nunmehr festgestellt werden kann, nur daraus zurückzuführen, daß das Personal der Privatfahrzeuge sich mit jm Streit hesindet und die Privatschiffer seither wegen unvollständjgcx Bemannung nicht fahren konnten. Auch den Privatschiffern springen jetzt die Wasser- baubehörden mit ihrer Hilfe bei. Demgegenüber muß strikte gefordert werden: Die Fahrzeuge. die fahren, sind auf vollständige Bemannung hin zu kontrollieren und dürfen nicht ohne solche fahren. Fahrzeuge mit unvollständiger Bemannung dürfen nicht geschleust werden, und dem Eigentümer gegenüber sind die vorgesehenen Strasbestimmungen anzuwenden. Die Monopolboote dürfen Fohrzeuge mit unvoll- ständiger Bemannung nicht befördern. Diese Forderungen müssen vor ollem an die Adresse des Reichsverkehrsministeriunis gerichtet werden. Will das Reichsvertehrsministerium die Durchbrechung der Polizeiverordnung dulden? Die Polizei wird reichlich viel in Anspruch genommen. Jeder Kabn, der Bernesdövedee passiert— es sind fast ausschließlich nicht bestreikte Fahrzeuge—, erhält einen Polizisten und dazu rechts und links am User je zwei Mann zum„Schutz". Auch wurden den Streikenden bereits schörserc Maßnahmen und der Gebrauch der Waffe angedrobt! An der Disziplin der Streikenden werden alle derartige Manöver zuschanden. Die Binnenschiffer der westdeutschen Kanäle wissen den Wert der Organisation zu schätzen. Streng die Parolen des Orga- nisation achtend, gehen die Kanalschiffer mit derselben Entschlosi'cn- beit und mit dem gleichen Kampfesmut wie am ersten Tage in die dritte Kompfwoche hinein. Dankeroit der Gelben. 3n Amerika wie in Oeutschland.. Noch dem Krach in den vaterländischen Verbänden in Deutsch- land kommt setzt aus Amerika die Nachricht, daß sich die älteste. im Jahre lbltz— 1914 errichtete Werksgemeinschoft der Bereinigten Staaten, die„Company Union" der„Colorado Fnel and Iren Company", aufgelöst hat. In einer Uebersicht ihrer Geschichte wird gesagt, daß nicht allein die Gewerkschaftsbewegung allzeit die„Company Unions" als Betrug der Arbeiter be- zeichnete, sondern die vom Parlament der Dereinigten Stäo, ten im Jahre 1912 eingesetzte Staatskommission für industrielle Beziehungen schon kurz nach der Errichtung die besagte Werks- gemeinfchaft wie folgt charakterisierte: „Der Zweck einer solchen Institution liegt ausschließlich in ihrer Tendenz, das Publikum zu täuschen und Kritik auszuschalten. Gleichzeitig ermöglicht sie dem Iltnterneh« m e r. sein« absolute Macht aufrechtzuerhalten". In seinen, Bericht über diese Werksgemeinschoft sagt die„Russell Sage Foundation", eine wissenschaftliche Vereinigung:„Die Arbeiter haben keine Organisation und keine Verbands k a s s e. Ihre Vertreter sitzen lediglich in einem gemeinsamen paritätischen Rat mit Vertretern der Unternehmer zusammen. Die Arbeiter entbehren somit der w i ch t i g st e n Mittel zur Vcr- teidigung ihrer Interessen." Die Auflösung der Werksgomeinschaft hat«inen Rückfall ins andere Extrem zur Folge gehabt, indem die Erbschaft van den „Industriol Workers of the World", einer Organisation, übernom- men wurde, die Streiks nur als Mittel revolutionärer Propaganda betrachtet. Daß gelbe Lakaien sich leicht in fcheinrevolutionäre Quertreiber wandeln, ist allerdings nicht neu. Sabotage des Tarifvertrages. Durch den Deutschen Bühnenverein. Mehrere Theateninternehmer im Rheinland haben in den Anstellungsverträgen der Schauspieler eine Bestimmung ausge- nommen, welche die Genosienschast Deutscher Bühnenangehörigor (die Organisation der Schauspieler) für ein« Verletzung des zwischen ihr und dem Deutschen Bühnenverein� bestehenden Tarifvertrages hält. Der Bühnenvcrein bestreitet die Tariswidrigkeit der betreffen- den Bestimmung. Zur Entscheidung derartiger Streitsrogen über die Auslegung des Toriis ficht dieser'cinen Ausschuß vor, der von Fall zu Fall einzusetzen und von jedem der beiden Kontrahenten durch Beisitzer zu beschicken ist. Die Genossenschast Deutscher Bühnen- ungehöriger �wollte den Streitfall vor den Ausschuß bringen, der Bühnenverein weigert sich ober. Beisitzer zu ernennen. Er erklärt, die angefochtenen Anstellungsverträge seien nicht tarisi- widrig, also liege lein Anlaß zum Zusammentritt des Ausschusses vor. Der Bühnenoerein maßt sich demnach an, s e l b st y« r r- Z lEHUMO 2d VNO 30. DEZEMBER SOu �OBTQ UND LISTE 30 PfQ. EXTRA <>07500 HOCHSTGEW1NN IM WERTE VON RM HAUPTGEWINNE IM WERTE VON RM. 30000 24&04M& UU 5. W 9»mn. Gewinne Im werte von 3 RM. uno menr weraen auf Wunscn mit 90 Prozent ausgezahlt Erstkltllch in allen Verkaufsstellen der Konsum-Qonossenschaft, Warenhaus Worthelm, sowie Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Troppen. Zimmer 10a. SanfoSf der gröhte Kaffee-Veriadepiafe der Welt« Ist eine Stadt der Brbelt. Man feiert dort jetzt das SOOldhrtge Subildum der Bnpflanzung der Kaffeebohne In der neuen Welt. Rnndhemd 2000 Millionen Pfund Kaffee werden alljährlich von den großen Exporthdfen BrasMens verschifft. Das Ursprungsland des Kaffees, flbesstnlen, mag staunend diese Entwicklung bettackten. Welch ein Umschwung von der Pfanne am Feuer von Holz und Spreu, In der Mokka geröstet wurde, bis zur modernen Kaffeeröstanlage der Kaffee Hag. Sn unserem sonnenarmen Klima Ist der Stoffwechsel selten stark genug, um das mit dem edlen Kaffee« gettdnk von uns aufgenommene Coffein genügend auszuscheiden, deshalb wird der Kaffee ßag Coffein« frei gemacht. Durch die Entziehung des schädlichen Coffeins wird der Kaffee erst das ideale warme SettSnk für unser kälteres Klima. Der colfeinfrele Kaffee ßag Ist das Ergebnis hochwertiger Plantcgenzucht und die Köstlichkeit seines flromas Ist unübertroffen. Kaffee 5ag schonf ßerz und Nerven I kich zu entscheidtll. wa» tarifwidriß ist oi»er»icht, während diese Eulscheidung einzig und ollein dem im Tarisoertrage vorgesehenen Ausschuß zusteht. Der Ausschuß aber tatm keine Entscheidung fällen, weil der Bühnenoerein den Zusammentritt des Ausschusses verhinder-t, was gleichbedeutend ist mit einer Sabo tierung des Torisvertrages. Nun hat sich die Genossenschaft Deutscher Bühnen- angehöriger an da??lrbeitsg«richt gewond mit dem Antrag«, festzustellen, daß der Bühn«nverein gegen den Tarifvertrag verstoßen Hot und ihn zur Ernennung von Beisitzern zum Torifaus- fchuß zu verurteilen. Ein sehr großer Teil der Verhandlung des Arbeitsgerichts wurde zunächst in Anspruch genommen durch die Erledigung von formalen Einwänden, die der Vertreter des Bühnenver- «ins, Rechtsanwalt Wolf, gemacht hatte, um die klagen der Ge- nossenschnii von vornherein in eine ungünstige Position zu setzen. Bekanntlich dürfen Rechtsanwälte und geschäftsmäßige Vertreter vor dem Arbeitsgericht nicht auftreten. Rechtsanwalt Wolf darf es in diesem Fall«, weil er Vorstandsmitglied des be- llagten Biihnenvereins ist. Man sollte meinen, daß-Nerr Wolf auch der Klägerin, die ia keinen Juristen ün Vorstand Hot, einen juristischen Beistand gännen würde. Weit gefehlt, cherr Wolh glaubte, einen Referendar, der für die Klägerin als Beistand auftrat, als geschäftsmäßigen Vertreter beanstanden zu können. Das gelang ihm aber nicht, denn der Referendar leistete seinen Bei- stand nicht gsschäfts mäßig, sondern wegen freundsck)aftlicher Beziehungen zur Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger. Nun bemängelte cherr Wolf die Zusammensetzung des Gerichts. Er lehnte einen Arbeitsrichtcr ob, weil dieser Mitglied der Genossenschast Deutscher Dühnenangehöriger ist, als besangen. Der Ablehnungsantrag wurde von der Kammer in anderer Besetzung zurückgewiesen.— Dann machte Herr Wolf den Einwand, der betreffend« Arbeitsrichter dürfe als Mitglied der Genossenschaft auf Grund von Z 41 des Arbeitsgerichtsgejetzes an der Verhandlung nicht mitwirken.— Auch dieser Antrag wurde als unzutreffend abgelehnt. Nach diesen formalen Plänkeleien konnte das Gericht endlich in die fachliche Verhändlung eintreten. Das Urteil erging dahin: Es wird seflgcstelll, daß der Bühnenverein durch die Nichternennung von Beisitzern zum Ausschuß gegen den Tarifvertrag verstoßen hat. Zur Ernennung von Beisitzern kann das Gericht den Bühnenverein nicht verurteilen, weil die Ernennung nicht erzwungen werden kann. Sollt« der Bühnenverein bei seiner �Weigerung, Beisitzer zu ernennen, verharren, dann entzieht er sich dadurch der tariflichen Schiedsgerichtsbarkeit und die Streitfrage, über die sonst der Tarif- ausfchuß zu entscheiden hätte, kann durch Klag« beim Zlrbeiisgericht entschieden werde». Freigewerkschaftliche Betriebsräte Berlins! Die Berliner Gewerkschaftsschule macht auf die beiden nach» stehenden Veranstaltungen besonders dringlich aufmerksam: !. Arbeitswisseaschostliche Besprechungen für Betriebsräte. Die scharf« Rationalisierung in allen größeren Betrieben zwingt die Betriebsräte immer wieder dazu, sich mit d«n arveitswisienfchaft- liehen Fragen praktisch auseinanderzusetzen. Durch neue Anschaffung modernster Maschinen, durch Aenderung der Arbeitsorganijati m und durch erhöhte Beanspruchung der Arbeiter werden ständig neue Arbeitslosenheer« geschossen. Für die Betriebsräte erhebt sich immer vderaidt man nur dem Rackiwei» d». Deutschen Musikerderband»«. Berlin. Som. mandantenstr SZ 64. Dönhog 3277-78 DeIchSft,ziiI 9—5. Sonntag, 10-2 Uhr 9lu! Dlinich! Bertreiertefuch wieder die Frage, ob und wieweit fi« die Folge» der Rationalisierung von ihren Arbeitskollegen abwenden können. Notwendig ist dabei eine genaue Kenntnis aller orbeitswisienschaftlichen Betriebs- Methoden. Die arbeitswissenschaftlicken Besprechun- gen der Berliner Gewertschofts schule sollen dazu dienen, Klarheit darüber zu schaffen und tum Betriebsräten Waffen in die chand zu geben, um ihre Belegschaften vor Entlassung und Raubbau an ihrer Arbeitskraft zu schützen. Sie beginnen am Mittwoch, dem 30. November, lll libr, im Sitzungssaal des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linienftr. 83/85. Die chörer- gebühr beträgt für JO Abende 3 Mki Die freigewerkschaftlichen Bc- diesen Abenden zu beteiligen. triebsräte werden aufgefordert, sich an ?. Arbeilsrechtliche Znsormotiovsobende für Betriebsräte. Der nächste regelmäßige Jnformationsabend über arbeitsrecht« liche Fragen für die Mitglieder von Betriebsvertretungen findet am Dienstag, dem 2k». November, 1? Uhr, im Saal 5 des Gcwerk- fchaftshaufes, Engeluser 24/25, statt. Der Besuch ist kostenlos. Auch hierzu wird um zahlreiche Beteiligung gebeten. Neue Fernfprechnummern. Durch die Umstellung des Fernsprechamtes M o r i tz p l a tz auf «elbstonschlußbetrieb, die in der Nacht vom Sonnabend zum heutigen Sonntag erfolgte, ist für«ine Anzahl Berliner Gewerk- f ch o s t e n der Telephononschluß geändert worden. Zur Insor. mation für alle Interessenten geben wir dies« Aenderung bekannt. Es find von heute ab zu erreichen: Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund unter F 7 I o n n o w i tz 6 5 81, desgleichen auch der Verlag des S1DGB. Der Ortsausschuß Berlin Brandenburg sowie das Be zirksfekretariat des ADGB., das AfA-Ortskartell, der Hauptvorstand und die Ortsverwoltungen der Friseure, der Böttcher, Fabrikarbeiter, Lederarbeiter, Lithographen und Steindrucker und der Steinorbeiter sind zu erreichen unter F 7 Ia n n o w i tz 6281. Der Houptvorstand des Holzarbeiterverbon des hat von jetzt ab den Telephonanschluß F 7 Ionnowitz 6246, seine Berliner Ortsverwaltung F 7 Ionnowitz 3575 und 2123, der Hauptvorstand der Sattle rundTopezierer.F 7 Ionnowitz 2120, seine BerlinerOrtsverwaltung F 7 Ionnowitz 0676; der.Hauptvorstand des Berkehrsbi.»des F 7 Ionnowitz 6131, die Ortsverwaltung F 7 Ionnowitz 6121, die Ortsverwaltung des Baugewcrksbundes F 7 Ionnowitz 4033 und 4034, der Hauptvorstand des Bekleidungsarbeiterverbandes F 7 Iunnowitz 1410, leine Ortsverwoltung F 7 Ionnowitz 4737, die Ortsverwaltung der Buchbinder F 7 Irnnowitz 1063 und 0853, die Ortsverwaltung der Hutarbeiter F 7 Jannowitz 6261, die Ortsverwaltung der Maler F 7 Jannowitz 4787; die Bezirksver- maltung der Moschini st en undHeizer F 7 Jannowitz 3371, die Ortsverwaltung der Raht>ungs- und Genußmittel- arbeiter F 7 Jannowitz 2336, die Ortsverwaltung der Schuh- wacher F 7 Jannowitz 3430 und die Ortsverwaltung der ZimmererF? Jannowitz 2783. Ferner sind von jetzt ab zu erreichen: der Verbandsozialer Baubetrieb« unter F 7 Jannowitz 2013 und 2013, die G e h a g unter F 7 Jannowitz 5547 und die Bank der Arbeiter, Zlnge- stellten und Beamten unter F 7 Jannowitz 6301. «chtu»-, Raqlstrot Berti»,«»»er» Zentralxersaltunat Dienstait, SS. November, 1864 Uhr, zusaminenkilnft aller in der SB?, organisier- ten Beamten und Ängrstelltrn»wecko tzraktionsbildung im Lokal»Neue Schleuse". Mllhlcndamm sgegonuder der Stadtbank). Erscheinen sämt» licher Barteigenossen au» der engeren.zentralverwaltung ist Bflicht. Uebcr die Tagesordnung wird in der Sisiung beschlossen.— Mitglieds- buch all Ausweis unbedingt mitbringen. Der„Vorwärts" ist das Blatt der Kopf- und Handarbotter! Abonniert den„Vorwärts"! Ich abonniere den.Vorwärts' mit der illustrierten\ Sonntagsbeilage.B o I k u n d Zeit' sowie den Beilagen .Unterhaltung und Wissen"..Aus der Filmwelt",■' .Frauenstimme",.Der Kindersreund",.Jugend-\ Vorwärts",. Blick in die Bücherwelt" und.Kultur-■; arbeit" in Groß-Beilin täglich zweimal frei ms HauS.; (Monatlich 3 Goldmark, wöchentlich 70 Goldpfennigl. i, Name: L_.___ \ Wohnung: straße Nr. vorn bei. Hof— Ouergebäude-—. Seitenflügel ____ Treppen links— rechts Ausgefüllt einzusenden an die Expedition des.Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 3.\ SPD-Fabrikarbeiter. Morg«». Moataa,«» 1»>4 Uhr. im große» Saal der Mufikcrsäl«,«aisrr. tbilhelm-Str. 31, allgemeine Veriammlung aller i» der chemischen und Srnmmi- industei« beichöftigtc» Mitglieder des Fabrikarbeitcrverbandes. Loh», und Tarisisagea in der chemische» Industrie. Wie ersuchen unsere Kenossen. dnsür Sorge zu teage», daß diese wichtige Veriammlnng»o» ollen sich znr Amsterdauiee Richtung bekennenden Kabelt arbeitte» der tbemifilien»ab®i"".........~ wirb., lummiindustrie rechtzeitig»nd nolzädlig besucht Der Wcrbeauaschnß. ÄiA-Dcrteeternersammlnng morgen. Montag, 28. November. 19 W; Übe, im Saal!5 des Gewsrkschaitsbauses, Engelufer 24—28. Arbeitsbericht ad Septem- ber lg27: Flatau. Wertsvort und Gewerkschaften: Flatou. Entwurf zum Berufsousbildüngsgeseßt Dr. Pfirrmann. Freie Sewerkschastsjngend Gfoß-Berlin. Heute, Sonntag, folgenb, Bv anstaltungen: Sreis vberspre«: Um 18 Uhr im Jugendheim Köpenick, Grünauer Straße 5. Sing, Spiel- und Tonzabenb.„Wer macht mit?" Nordkrei«: Im Jugendheim Weißensee, Parkstr. 36, um 18 Uhr,'Lick)tbildcrvortrag:„Arbeit' unter Tage." vflkrri»: Im Jugendheim Diesielmcyerstr. 5, um 18 Übt, Bor- trag:»Episoden aus der Arbeiterbewegung,"— Morgen. Wontag, um Uhr, im Jugendheim des Deutschen Metallorbciterverbandcs, Linienftr. 83-88, Zu- sammenlnnft dar Mädchen. Inger.dgrupp« dc» ZdA. Morgen, Montag, ISlb Uhr, finden folgende Veranstaltungen statt: Südoft-Trapiom: Jugendheim Reichenberger Str. 6-!. Bunter Abend zur. Einführung unserer neuen Mitglieder.— rempalhair Jugendheim der Schule' Ecrinaniastr. 4—6. Boxtrag:„Wie entsteht ein Tarif- vertrag?"(Machate).— Norden: Jugendheim Tonzigcr Str. 62. Bargch«.7. llebung in kurzen Referaten.— Sharlotteuhnrg: Jugendheim Rosinetrstrs-4. Bortrag:„Alt-Berltner Humor" sHeildrunn)."..-' �!-> .- mmmwrw Nehmen Sie.getrost an, Massary-Privat koste 5 oder 6 Pfennige. Sie werden bestimmt nicht enttäuscht sein. Denn Massary-Privat, die neue 4-Pfennig-Zigarette, stellt iri ihrer Preislage eine so außergewöhnliche Leistung dar, daß jeder aufs höchste überrascht sein muß, der nicht weiß, daß diese Zigarette nicht mehr kostet! Wir halten es für ausgeschlossen, daß in dieser Preislage etwas Besseres geboten werden kann. ohne jfCundstücM. und miir Go Ldmunds-tCXcR- fX ( Uvieiten Jle selbst/) / '/[ :{y/ W/MMK */luch die diienenJchuXesiern dep jfCassapy-'PpLO'at sind peifeneds gestern, sind c/ollßtommene GIdt: JCassany-JDelft S Mas s ary~7li Her 6 Pf. Massary-S}iplomai 8 Pf, DeoftdierKetaMtlter-TeW Olcnsfoa. 29. Iloxember. obenfts 2 Uhr. im parlerrcfool da» v»r- baabshaofes, Ciaicnfluib« 83 85 Branchenversammlung der Elektromovkeure und Helfer Tagerordnung. 1. Die Bewegung in der Metallindustrie. 2. Distusfion. ü. Branchenangelegendeiteu. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Oicnafag, ben 29. Iteaembcc. abend» b'/j Uhr, in ben Sophlcn-SSlcn, Sophien, ir. 17.1b Brauchen Versammlung oller Maschinen-, Motoren- und ittutoschlosser Tagesordnung� 1. Dortrag des Kollegen Furtwängter. ADSB, über. Probleme der Internationalen Dewert» scha tsbewegung. 2 Diskussion Z Branchen- angeiegendeiten und Dclschiedenes. Mitgliedsbuch legltimlert� Zahlreicher Besuch wird erwartet. Achtuno> kimmer Achtunq Dienstag, ben 79.lNoo«mber, abend» 7 Uhr, im Uoienihaler Bot, Losen- thaler Str. 11 12 Allgm. klmlinenittsWllilvvg Tagesordnung' I. Bortraq des Kollegen Aahmann Uder Wirtschasls» kämoke. 2. Verbands» und Branchen angelegenheiten Kolleoen werbt für zahlreichen Besuch? Am Mittwoch, dem Zl Dezember,>> der KulturableUung. Filmoorftelluno „Da» Werden de» Menschen". Karten hierzu bei den Funktion ilren und in der Versammlung._ vlenOtag. den 29. Looeuiber, nach mittag» 4 /- Uhr. im tvemertschost». hon»(Sani 5). dagelafet 24 25 Versammlung aller in der Snopslnduftrie de schältigten üolleoinneu u. Sollegen Tagesordnung: 1 Stellungnahme zu einer wei'eren Tartkregelung 2. Auf. siellung der Lohnlorderung 3 Branchen- anaelegendeiten Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung muh jeder einzelne Kolleoe und jede Kollegin in dieser Persammlung anwesend sein. GnivnK' u. 3i'Bipatiei)tnoQe ntittmocb ben 30. Jtoaembcc. noch mittags 5 Uhr. In Smalb» Feftsdlen, Stallst et Sin 120: s»- Versammlung oller Graveur-u Zisrlenriehrlinqe. TaaeSordnuNa: i. Bortrag. 2 Di». tuksion 8. Aussprach« Uder Arbeits- und Belriebsverhiiltnilse. All, Zugendtollegen müssen in dieser Versammlung unbedingt anweleud sew. Wahllörperversammlongen der orbeilslofen Mitglieder. Wahlkörper l. voonorstng. den 1. vezrrnbrr. oor- mtttoo» 1 1 Uhr. Im Sitznngslaai bo» verbonbshonse», Liniensir O3 45 Hobler, vohrer, Stoher, Aräier, Schniltarbeiter, vra Mitarbeiter. Autogenichweihrr, Eisen-, Metall Revolver-, Karussell-, vobrwerks- dreher, Rundichleifer, Schrauben- dreher und Automateueiortchter. Wahlkörper II. ZrrUag. ben 2. Dezember, oor- mlltan« 11 Uhr. im Sihnngsiooi be» vrrbanbshnnses.etniensIr.S3/b5 Eisenformer. Metall' ormer, Sern macher. Vau- u. werkstattt empner. Vobrleqer, Roiirlegerhrlfer. Emaillierer. Wickler, Jcllenhauer. Wahlkörper III. Freiing, ben 2. Dezember, nach. mittags 2'/, Uhr. ic Sihnagsiaai be» verbanb»hanse». LinienNroh« S3 S5 Zndnstrieichmlede, Seflelichm ede. Supkerfchmiede, wagtu- u. Huf- fchmIede.vauau�chlSaer.waitwert- arbeter.Eisentonflrukllons-.Aulo- Maschinen-. Vau-, Schwarzblech und Karosserieschlosser. Wahlkörper IV. Sonnabend, ben 3. Dezember, oor- mittag» Ii Uhr. Im Sthnngssani be» Verbnnbobnns«». Llnienstrast« 43,45 Werkzeugmacher. Scharsichleiser. Einrichter Mechaulk.r. llnrmacher, Optiker. Gold- u Silberardeiter, -arbeiterinnen, Gieherei- u. Hilf» arbeiter. Schleifer. Galvaniseure. Gürtler, Drücker, Graveure. Ziseienre. Elektro- u.Hiissmonteur«, Z'garettenmoschinen'ührer. Tagesordnung i. Beratung der Anträge zur Generalversammlung am 12 Dezember 1227. 2 Wahl der De utelten Zutritt haben nur dlesentgen Mit- glieder. die im Berbandsbuch die Berufs- dezeichnun-> haben, für welche die Bersamm und Ardeltslosen- lunaen aulgeruien ist. Ohne Mitaliedsb k-n- kein Zutritt. Sp elplan er ftnlturnb unserer»nlturnbteilnng. In der Woche vom 2».Ra»dr bist. Dzdr: L, Our« durch da» Land Ad del jtrim« seine Reste von Marotta bis zum All mischen Ozean). 1 Koblenltaubieueruna. 3. Scherben bedeulen Glvck sSumorj. In der Woche vom 5. bis II. Dezember: I Die Weber 2 Zlanara«— Rauchgasprüser. 3 Antla», täten lbumor). An der Woche vom 12. bis lt. Dezember, I. Waidmannssahr sDeulsch Aagdfitm). 2. Grohlraltwert ttlingenderg 8. Matrolenflreiche lSumoreske) An der Wach« vom I». bb 23 Dezember 1. Da» Werden de» Menschen loon der Gmvfanqni» di» zur Geburt) Hersteller Tod. Film, ftutfürften- dämm 14t ib. „ ffüj Jugendlich« verboten. 2 M-schinenschau Leipzig, x. Teil. 8l Gin Kinderparadie». Im der Wach« vom 27. dt»»I. Dezember 1. Da» Werden de» Menichen svon der Smosängni» bi» zur Geburt). Herstelle«! Tod- Film,«ursürlten- dämm 14 15. 4»»� Für Juaendllche-erboten 2 Malchinenlchau Leipzig 2 Teil VW>r~ Dazu tiir tebe Borsie'Iung dt» neuelle Wochenschau mit einer Einlage. Anfrage» wegen Uederlafsung und Besuch der Abteilung sind lelephonisch-' lich an das zu richten. .. oder schuft- Bureau, itulturadleisung, Dt» Vrtsvormaltnng. hzsrron l mit Üdakbabino. «oiw-wovout» � \ Qualit. Qr-4.5.e• mit«JOPP®1,1®' O50 1 Bru8t,«olloe- � 1 mischt, 6r.4.5.6 1 Herren-Gamltur reine Wolle, m« 50 , mod. rakden."■# Größe 4, 5. 6■" Herren- PuHover Wolle, m— 00 Muster. reine 1 mod. ....... 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LBFUNKEN TLUGFit die lauge bereifen die Wäsche hinein"-' die verrühren die für Jhren Kes- se! er/orderliche Menge PersH fahne Jeden weiteren ZusatzJ kalt in einem Simer und geben diese Lösung in den mit kaltem WPosser gefüllten Kessel. Die Wäsche wird locker in diese kalte Lauge gelegt,-fes- tes Pressen ist unbedingt zu vermeiden, es behindert und er» Schwert die Peinigung, Mtaa sichert volleti Sp fokjj rlebmeaje Tfeoko zuna Shweicbea Serie:„Das sparsame Waschen" Bild S ßernhard Keilich 19 Schaufenster nurSpielwaren Gr. Hamburger Str. 2122 Eckhaus Oranienburger StraBe 3 Mlnulsn vom Hacke, chen Markt Stadtbahnho« Börsa Zirkus Busch Jede Spielwaren- Gruppe im Sonder- Raum, daher leichteste Auswahl trotz umfangreichster Ausstellung Einzig dastehend I Skr. 561 ♦ 44. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag, 27. Skovemver 1927 Dünger aus der Erde und Lust. Weltwirtschaftliche Rundschau. D!e Vermehrung der Menfchenzahl und die Begrenzt- h e i t der Erdoberfläche, die den Menschen die Ncchrung gibt, sind eine Jahrhunderte alte Sorge der Menschheit. Man kann heute sagen, sie ist es gewesen. Das Kali, der aus der Crde geholte Dünger, der Stickstoff, der aus der Luft gewonnen« Dün- ger bedeuten eine fast unbegrenzte Bodenbereicherung, werden nicht mit Unrecht künstlicher Boden genannt. Diese Erzeugung künst- lichen Bodens ist aber ein industrieller Dargang, von den Kali- und Chemiekapitalisten monopolisiert. Diese lassen sich das neue Nährgut der Menschen teuer bezahlen, und um den Preis, die De- Herrsching dieses Nährgutes gehe» schwere Kämpfe in der ganzen. Welt. Seit dem Krieg ist eine graste Zunahme, des Weltverbrauchs an Düngemitteln eingetreten. Dies« wird gekennzeichnet durch die gewaltig« Steigerung der Wcltproduktion an Stick- stosf und an Kalt, ein« Steigerung, die unvergleichlich größer ist, als der Berbrguchsrückgang an anderen Düngemitteln, vor allem an Chilesalpeter. Die kommende lleberprodukiion an Stickstoff. Die Stickstosferzeugung ist der jüngste Industriezweig der künst- lichen Bodenerzeugung. Sie steht vor einer austerordentlichen Er- wejterung. An der Spitze der Welterzeugung steht bekanntlich die deutsch« Stickstoffindustrie. Bon einer Welterzeugung an Remstickstoff in Höbe von 1 044 000 Tonnen(allein Kokereiammoniak upd synthetischer Stickstoff) im Jahre 1926 27 entfielen 580 000 Ton- nen aus die deutsche Produktion, woran die I. G. Farbenindustrie allein mit etwa 450 000 Tonnen, d. h. mit 77 Broz. der deutschen Produktion, beteiligt war. Es wurden aber große Betriebeerweite- rungen vorgenommen, so daß die I. G. Farbenindustrie die Lei- stungsfähigkeit ihrer Werke für verschiedene Sorten stickstoffhaltiger Düngemittel für 1927'2S mit über 600 000, für 1928 29 mit 700 000 Tonnen angibt. Eine wesentliche Konkurrenz soll der I.(3. Farbenindustrie erwachsen im Klöckn er- Konzern bzw. der chibernia, die aus Grund des Mont-Cenis-Derfahrens(einer billigen Wafserftofsherstellung aus den bei den Kohlenzechen an- fallenden Koksofenaasen) große Mengen Stickstoff in den Verkehr bringen wollen. Soiveit bis jetzt bekannt ist. soll auf der Zeche Mont Cenis eine Jahresproduktion von 60 000 bis 70 000 Tonne» geplant sein, aus der zur Hibernia gehörenden Zech« Shamrock eine solche von 70 000 Tonnen. Doch wird Stickstoff auch im Ausland in großem Umfang hergestellt, und auch dort will man die Erzeugung stark erweitern. An erster Stelle hat Englands chemischer Großtrust in B i l- l! n g h a m außerordentlich groß« Stickstossabriken. In Frank- reich hat der Kuhlinaim-Konzern ein« große Stickstosferzeugung. Eine wichtige Nolle kann in dem kommenden Kampf um den Welt- markt Norwegen zufallen, wo die außerordentlich billigen Wasser- kräft« große Arbeitskostenvorteile bieten. Bekanntlich hat deshalb die deutsche I. G. Farbenindustri« vorsorgend wieder eine maß- gebende(25 Proz.) Beteiligung cm den Norsk Hydro Eleklrisk-Werken erworben, nachdem sie ihren früheren AktlenbesU schon einmal an die sranzösische ch ginische Industrie abgetreten hatte. An der Norsk Hydro find auch" der französische Kuhlmann-KonzerN und andere französische Kapitalgruppen beteiligt: ebenso ist a m« r i- konisches Kapital mit der norwegi'ckxn Sticksiösserzeugung verknüpft, weil gleichzeitig mit dem I. G. Farben-Norsk-Hydro- Bertrag die norwegisch« Gesellschaft eine amerikanische Anleihe von 20 Millionen Dollar aufgenommen hat. Nach der Erweiterung der Anlagen soll die Produklion von gegenwärtig etwa 35 000 Tonnen Reinirickstoff auf etwa 200 000 bis 230 000 Tonnen erhöht werden. Dies« Produktion wird zum allergrößten Teil für die Aussuhr de- stimmt sein, wobei die Absatzorganiiation der I. G. Farbenindustrie herangezogen werden wird. In den Vereinigten Staaten ,st die Stickitofferzeugung merkwürdigerweise noch sehr wenig fort- geschritten. Die deutsche I. G. Farbenindustri« hat die Eintragung in das Handelsregister des Staates Louisiana beantragt, in der Absicht, dort einen Beirieb für Stickstosferzeugung zu errichten. In Japan wird die Ctickstoisindustii« mit staatlicher Hilfe außer- ordeptlich gefördert. Der Staat wird den Kauf und Berkaus der Sttckstofsdünoemittel.zu Höchstpreisen und die Verteilung der Vor- rate unter die Landwirte in die Hand nehmen und auch ein Außen- Handelsmonopol für Stickstoff einführen. In der ganzen Welt sind gegenwärtig 19 neue Anlagen mit einer Leistungssähigkeit von 168 000 Tonnen Remstickstoff im Bau. So bereitet die oewallig anwachsend« Produktion einen außer- ordentlich scharfen Konkurrenzkampf um den Absatz vor. Es wäre eine erheblich größere Verbrauchssteigerimg als bisher nötig, um die jetzt vorbereitete Steigerung der Erzeugung apf- zunehmen. Chilesalpeter— der nakürliche Stickstoff. � Hinzu kommt der schon totgeglaubte, setz: aber ver- scharsste Wettbewerb des natürlichen Stickstoffs, des Ehilefalpe- ters. Man meinte, dein Chilesalpeter sei durch den künstlichen Stickstoss das Lebenslicht ausgeblasen worden. In. der Tat ging der Verbrauch an Chilesalpeter in den letzten Jahren ständig zurück. Im letzten Düngejahr entfielen auf Chilesalpeter nur mehr 271 000 Tonnen, d. h. 20 Proz. der Weltp'roduktio». Der Verbrauch sank von 363 000 Tomien Reinstickstoffgehalt 1924/25 auf 271000 Tonnen 1926 27. Indessen wird jetzt aus Chile ein außerordentlicher Aus- s ch w u n g der Salpetererzeugung und auch des Absatzes berichtet, wofür es mehrere Gründe gibt: einmal die Erfindung eines neuen Verfahrens, des Guggenheim-Verfahrens, das durch eine bis um 90 Proz. höhere Ausbeutung des R o h ft o f f.s die Produktions- kosten der Chilesalpeterinduftrie um 50 Proz. senkt, dann die Auf- lösunq des Salpstertartells und Wiederherstellung der freien Preis- entwicklung unter dem Druck des Staates, endlich eine erhebliche Senkung der Frachtkosten auf den chilenischen Ellenbahnen. Die bereits ftilloelegten Betriebe wurden zum großen Teil wieder oe- öffnet(feit März 12 neue Anlogen), gegenwärtig sind 49 wieder in Betrieb: bis Ende des Jahres werden es 60 fein. Dqnk.des neuen Verfahrens will man eine weitere Senkung der Preise um 20 M. pro Tonne erreichen. Auf diese Weise soll der Chilesalpeter, der bis her vom synthetischen Stickstoff niederkonkurriert wurde, einen Prcisvorsprung erlangen. Die deutsche I. G. Farbenindustri« ist allerdings in der Lage, mit einer Herabsetzung ihrer Preise zu ant- Worten, während bezweifelt wird, ob auch die teuerer produzierende Stickstofsindustrie in Billingham mit ihren Ausfuhrpreisen ohne Der- tust heruntergehen kann. Kampf zwischen Kali- und Stickstosfkapital? In der Kaliindustrie besteht die Gefahr einer Ueberproduklion nicht im gleichen Ausmaß wie in der Stickstosferzeugung. Das tatsächlich« Kali Monopol der deutschen und sronzösi- scheu K a l i i n d u st r i«, die bekanntlich in einem Kartellnerhäli- ms stehen, wird nicht so bald erschüttert werden können. Die mög- lichen Konkurrenten des deutkch-französischen Monopols sind vor- läuiig noch nicht gefährlich. Die während des Krieges in Betrieb genoimnene Ausbeutung der Kalilager in den Vereinigten Stäoten. Tunis usw. hat nach dem Krieg wieder auigehört. Große Kali- lagcr befinden sich in Rußland, Polen und Spanien, wo mit dein Abbau in letzter Zeit bereit? begonnen wurde. Eine übermäßige Ausdehnung dieser Prcduktione.n ist jedoch vorläufig nicht zu er- warten. In Rußland stehen Transportschwierigkeiten im Wege, außerdem wird die Erzeugung voraussichtlich von der eigenen Lant>- wirkschait in Anspruch genommen werden. In Spanien wird di« Kalierzcugung mit Hilfe von staatlichen Subventionen, in Polen mit der des schwedischen Zündholzkapitals gefördert. Großes Aufsehen erregt« in letzter Zeit die Erwerbung der Kalilage r des Toten Meeres durch den eng'lischem C h e m i e t r u st. Diese Lager sollen etwa zwei Milliarden Tonnen enthalten, das sind 8 Proz. der Weltvorräte. Dieser Erwerb wird nun merkwürdigerweise in Zusomnrenhang gebracht mit dem möglichen Kämpf der deutschen Stick- industrie mit der deutscheu Kaliindustrie um den Mischdünger.. Gegeykvärtig katzit die I. G. Färbern ndustrie ihr Kali für dte Herstellung des Misch- dünge rs von der deutschen Kaliindustrie. Indessen möchtti die Kali- industrie selbst I>zrp. in Verbindung mit der Hüttenindustrie den Mischdünger herstellen. Das oben erwähnte MonOCenis-Persahren und andere neue �Verfahren würden ihr angeblich die Möglichkeit verschassen, dfn Stickstofsanteik an dem Mischdünger billig herzustellen, während sie das Kali zu Selbstkostenpreisen berechnen könnte. Es wurde nun kürzlich in der«nglischen Presse behauptet, der englische Chcmielrust habe die Kalilager am Totin Meer nur erworben, um bei seinen Verhandlungen mit der I. G. Farben- industrie das Kali des Roteii Meeres, das der I. G. Farbenindustrie für die Sicherung ihrer Kaliversorgung angeboten werhcn soll, gegen verschiedene Zugeständnijje der I. G. Farbemndustrie eintauschen zu können. Dieser Gedanke, daß das Kali des Toten Meeres als Waffe der I. G. Farbsnindustrie gegen die deutsche Kaliindustrie dienen soll, kling: recht phantgstifch. Dennoch sei er hier vermerkt. Jnkernolionale Vertrustung. Unsere bisherigen Ausführungen zeigen schon deytlich genug, wie groß die Rolle der Düngererzeugung und-konkurrenz bei den internationalen Verhaich.'ungen der chemischen Industrie ist. In der Tat dürsten die Besprechungen und die Vcremabrungen zwischen den Eheiniekonzcrnen der verschiedenen Länder sich jn erster Linie auf Stickstoff erstrecken. Oücht allein handelt es sich dabei um den Austausch von Potenten und Ersahrungen, sondern in erster Linie um die Herstellung einer Einheitsfront der Pro- d u z e n t« n von synthetischem Stickstoff gegenüber dem Chile- salpeter und weiter um die Ausschaltung der Konkurrenz innerhalb der synthetischen Industrie. Angesichts der bisherigen Verknüpfungen zwischen den chemischen Großtriists der verschiedenen Länder kann man an dem Zustandekommen von Vereinbarungen dieser Art nicht zweifeln. Wenn man auch die privatkopita- listisch unangenehmen Folgen einer Ueberprodukfion' in der Stick- stoffindustrie Nicht übersehen und ein« Vereinbarung zur Regelung der Produktion verstehen kann, so besteht andererseits die Gefahr, daß eine bewußte Beschränkung der Produktion der Landwirtschast zugunsten der Düngertrusts eine riefige Kartellrente auf- losten wird. Damit wird der künstliche, durch den Geist und die Arbeit der Menschen geschasfene neue Beden—, weil das Chemie- kapital erst seine Prositrente daraus heimbringt, bevor der Bauer ihn bearbeitet—, unnötig teuer bezahlt, und der menschliche Geist muß sich auch hier besinnen, wie er diesen unsinnigen Folgen des kopitaliftijchen Systems begegnen kann. ____ 21. H. Verdienste um den Wohnungsbau. Fünf Jahre preußische Landespfandbriesonstalt. Ein wichtiges und anerkeimenswertes Stück in der Geschichte des Neubaues von Kleinwohnungen jn Deutschland ist die fünf- jährige Tätigkeit, aus die die Preußische Landespsandbriefanstalt jetzt zurücksehen kann. Vom preußischen Staat im Jahre 1922 gegründet, und seitdem immer nachdrücklich gefördert, hat die Prou- ßische Landespsandbriefanstalt selbst in dem schwierigsten Inflation-- jähr 1923 schon 2687 Kleinwfhnungen fiitanziert. Von 18 000 Goldmark im Jahre 1924 hat Preußen seine Einlage bis hellte aus 12,1 Millionen Mark erhöht, während 0,7 Milltcuren von Städten, Krelsen. Wohnungssürsorgegesellschaften und der Deutschen Bau- und Boden- bank A.-G., also von anderen vfsentlichen Körpergesellschasten und Banken, als StOmMernlage gegeben sind. Don Ende 1924 bis zum 15. November d. I. Hot sich die Zahl den Hypothekendarlelien van 1165 auf 8677, der Betrag der gewährten Darlehen von 7,41 aus 60,09 Millionen Mark gesteigert. Die Zahl der de-, li e h e n e n Wohnungen hat sich in der gleichen Zeit von 4485 aus 21 874 erhöht. Aus eigenem Vermögen und aus dem von Preußen überwiesenen Anteil an dem 200-Millionen-Rejchsfonds lausen weiterhin heute 41,69 Millionen Mark Zwischenkredite für den Kleinwohnpngsbau. Mit Recht konnte beim Einzug in das neue Verwaltungsgebäude in der Mohrsnstraße festgestellt werden, daß die Preußische Landespsandbriefanstalt sich als ausführen- des Organ eines neuen Etaatswillene bewiesen hat. der die wohnliche Unterbringung der Menschen selbst in die Hand zu nehnien sich vorgenommen hat. Diese Entwicklung der Preußischen Landespfgndbriefanstalt ist besonders erfreulich und verdienstlich. Eine Lücke wurde aus- gefüllt, die die privaten Hypothekenbanken auszufüllen unfähig waren. Das ist die Pflege der Geldbeschaffung für den Kleinwoh- nungsbau, die nicht zuletzt auch eine Frage der kleinen Hypo- t h e k e n ist, deren Beschaffung sür das private Bankkapital nicht lukrativ genug ist.__ Größere Arbeitslosigkeit in Berlin. 5300 Erwerbslose mehr.— Schon im Schatten Schachts? Oktober und November sind aus Saisongründen immer kritische Monate für den Arbcitsmarkt. Aber wir haben gestern daraus hin- gewiesen, wie vernichtend sich die Drosselung der Kredit- versorguiig der Stadt Berlin durch die städteieindlich« Politik des Reichsbanfpräsideizte» Schacht aus die Durchführung d?r großen kommunalen Aufträge in Berlin auswirken muß. Selbstverständlich bleiben aych die Metall- und Elektroindustrie Berlin?. die ja stark an den Aufträgen beteiligt sind, von den Auswirkungen der Hchachtfchen Politik ni�ht oerschönt. Jedenfalls Hot die Berliner Arbeitslosigkest rn der Woche zum 26. November 6ie beträchtliche Zunahme von 5800 Erwerbsspsen zu verzeichnen, worüber das Landesorbeitssmt Berljn im einzelnen schreibt: Aus dem Berliner Arbeitsmarkt macht sich in der Bertchtswoch« die rückläufige Bewegung in verstärktem Maße hemerkbar. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit beträgt rund 5800 Personen. so daß sich der Stand derselben zurzeit aus 148 820 Personen belauft. Darap sind männliche und werbliche Personen Verhältnis- mäßig gleichmäßig beteiligt. Den stärksten Anteil a» der Ber- schlechterllng haben naturgemäß die an Außen- und P a u- arbeiten beteiligten Bcrussgruppep. Auch in der Metall- industrie ist die seit den letzten Wochen besbachsete Neigung zur Verschlechterung vorherrschend geblieben, jedoch kann hier von einem ungünstigen Charakter des Arbeitsmarktcs bisher nicht gesprochen werden. Dagegen ist im Holz- u ü d E ch» i.tz st o f k g e w e r b e in den Hauptberufen, besonders in der Möbel- und Mufikinstrumen- temnduftrie ein guter Beschäftigungsgrad zu verzeichnen. Bei den kaufmännischen und Bureauangeslelltsir führte ein erhöhter Kräfteabruf zu einer weiteren, allerdings geringen Entlastung des Siellemnarktcs. Dagegen finden noch immer starke Zugänge im Bekleidungsgewerbe statt. Im Verhältnis zum vor» jährigen Dtgnd des Arbeitsmarktes weisen die Befchäftigrings- Möglichkeiten der Hausindustrien«inen immerhin ndch besseren Stand auf. Kie Arbcitslosenzohlen betragen dem vorgenynnten Zeitpunkt gegenüber rund �4 000 Personen weniger. Es waren 148 820 Personen bei den Arbeitsnachweisen ein- getragen gegen 148 987 der Vorwoche. Darunter befanden sich .97 353(94 012) Männl'che und 51 467(48 975) weibliche Personell. *.-l: �. V �., .'r■«:'J--.'''W->. i.-y'■ v �■'i. SCHENKEN Sie nicht nur wegen des tadellosen Sitzes u.der hervorragenden Verarbeitung, sondern auch wegen der besonders vorteilhaften Preise. lieeWah!ZBcdvsnß&. eStbm ißzisKvumd&t dke 6mgs&täg& J&Lu&maAfa ü. Sie UnterflOftu-irg bezogni T5 353(70 617), davon Arbeitslos«- Unterstützung 39 7l>.?>f 1336 Millionen gestiegen, während die deckungsfähigen Devisen um 1.4 aus 285.7 Mil- liönen gesunken sind. Die R o t e n d? ck u n g durch Gold stieg von 49 aus 81,8 Proz.,. diejenige durch Gold und Devisen von 56,5 auf 59.8 Proz. Der Subventionshunger der Eisenindustrie erklärt das eisen. fördernd« Sieg erlan d und die Siegener Eisenindustrie wieder einmal in der Existenz bedroht, weil jetzt die Subvention sür dos Siegener. Gebiet wegfallen wind. In großer Aufmachung läßt der Verein Deutscher Eisenhüttenleut« aus die Presse Berichte los, die dos Wiederau siebender st aatlicheir Beihilfen fordern. Mit einer gewijfen Zuversicht hat die vesfenllichkeit die Staatssubven- tion für dos Siegener Gebiet nach der außerordentliä) bemerkens- werten Steigerung der Eisenerzförderunq als den einzigen wr-ht- gelungenen Versuch zur Rationalisierung einer notleidenden Industrie bezeichnet Wenn heute die Schwerindustrie, die Herr im Siegener Gebiet ist, trotz ihrer Konjunkturgewinne von neuem Subventionen fordert, darin macht sie das Eingeständnis, daß sie den Zweimart- zuschuß pro Tonn« einfach eingesteckt hat, ohne die vöteqe Vorsorge für die dauernd« Existenzfähiakeit de« Gebietes zu tressen. Es ist in der Tat unbegreiflich, woher die Schwerindustrie heute den M u t zu derartigen Forderungen nimmt. Die Leistung der deutschen Walzwerke ist im Monat Oktober gegenüber dem Monat September von 1,125 Millionen aus D11L Millionen Tonnen z u r ü ck gegongen. Sie ist damit um 'ILM) Tonnen niedrigem al» im September, und um 19 499 Tonnen itsodrioer als im Monat August 1927, der seit der Vorkriegszeit die best« Monatsleistmig aufzuweisen hatte. Der Rückgang ist also im ganzen noch gering. Auch, die arbeitstäglichc Leistung ist etwas gesunken, nämlich von 43 399 auf 42826 Tonnen. Diese Entwick« tung stimmt zufällig mit dem Rückoang der Einfuhr von Eisen- erzen nach Deutschland seit dem Monat llluoust überein D!« Ein- fuhr von Eisenerzen ist seit August von 1,91 Millionen auf 1.51 Mil- lionen Tonnen gesunken. Da-bei ist allerdings zu berücksichtigen, daß zugleich eine nicht unerhediiche Vermehrung der in- l o n d i s ch en Eisrirerzgewinnung zu verzeichnen war. Das europäische RSHrenkarlell hat eine weiter« wichtige Aus- dehirung erfahren. Sämtliche polnischen Werke, die Röhren produzieren. sii»d dem Internationalen Röhrenkattell bei-- getreten. Für den polnischen Inlandsverkauf wurde«in Röhren- syndikat oegrimdet mit dem Sitz in Kattcwitz und einer Geschästs- stell« in Warschau, an deren Spitze der ehemalige Minister Gro-d- ziegki steht. Protest gegen die«mzulängllch« Zollsenkungsaktion der Reich». regierung hat der Reich sbund des Textileinz es Handels eingelegt. Er Hot dezn Reichswirrschcftsrot eingehend begründete Anträge und Borschläge für den Abbau von Textil zollen vorgelegt, nachdem dt« Neichsreqierung einen Abbau von Handels- vertraglich bereit» geregelten Zöllen überhaupt nicht vornehmen will und die bisherigen Handelsvertrag»Verhandlungen kaum ein« Herab- setzung der Textilzöllc gebracht haben. Der Reichebuich ist der Ans- sassung, daß bereits jetzt der Zeitpunkt für eine Uederprüfung der gesamten Textilzöll« gekommen ist. E» ist er- f r e u l i ch, daß der Reichrdund de» Textileinzeihandels klar erkennt, daß der Abbau der Zäll« nicht nur für die Konsumenten, sondern durch die Erhöhung d«r Kaufsähigkeit der breiten Massen auch ein Vorteil für den Handel ist. Es wäre nur zu wünschen, daß der gesamt«.Handel mit allen seinen Korporationen dem Reichsbund des Deutsche» Textileinzelhandels folgt und die Schwierigkeiten, die ihm vom Reichsoerband der Deut» schon Industrie in den Weggelegt werden, entschlossen beiseite schiebt. BHt*. MM« Sc/iau/riuut Km.iv SU WiHmu/kUftdunfH ijm W.V,nn*lV4,tt daz Lesezimmer im szugendbeim. Ragnenstr. It. äffen, gut aebeUl und bc- auem eingerichtet. Tagee- und Wochenzeitungen sowie 3e>tlchril>c» liege» au» Unentaclilich ftebt die Vibliotbek den tvengssen«ur i-erfitnung. deren V-stiindc erneuert sind.— Di- Mitglieder de» Mlduiigsausschn-se, r-erden gebeten, die Tdeitcrkarte» an den adengenonnten Tanc» nbtürcchuen.— Dienstag. Ä itzooember. ISZ, llbr. errreitrrte Barstr ndsstttvng im Zimmer I. ZVS?-- ». jtr»i».Wilmer»d»rs. Mit'irach. 30. Rovember. 10'-! Üb--. Nrei». r- p mitgliedcrversarnmlung in der Äula der Hindenburg.Oberrcalschul«, Am s» Seeoarl Tagesordnung: Di« kommunr'- �el'tl? der Dorkei". Retrreni Ii fg Etadtaeiardneler Ha»» Wanwod.— Presfeangelegeniieiien. Ztcfereut jD - 1 Dr Aisred Lerach.— All« tzrnktianZre sind rerunichict. besiimmt w. erscheinen. Die Abtellung-Ieilcr iniisscn da» Berieichnis der Erwerbs- ig P lasen mitbringen. it. ttrris-Rcirkrrn. Die Genossen werden ersucht, an der Abs-Muf vercnst-iltur q der tzunosgzigllftischen Werben- ocht teil"-nebmen. Di»s-lde siudet am Montag. N. November. Ig'.. Ubr. im-Ziiidtikchen Lichtlviel'beotcr. Sem» strafte 147. Halt. Poliüsche S>-nue: Zink» ranl" Gintritt«0 Ps >1. Kreis. Aöp-'nick. Mentag. 78. Slovember. 13'-, Ubr,«relooarfiand-sit»-n« rn der bekannten Seelle.— Weaen der äulterst wichtigen Tagesardnung Er- scheine-- unbedingt erfarderlich. 17. a.ni-.Lichirniera. Zeitiingsiommissian. Mantaa.-.'8. Rowniber,"0 Uhr, r-i-ttj-e Sii-iing bei Tempel. Ibudrunilr. 7. Alle Abteilungen mllsscn un- bedingt vertreten s,in. 1«. Arela-Weineiilee. Montag, r«. November. 14'4 Ubr."rrktionssiwing im 71.— �tiinMTtch«» gn-ch-inen dr>-"Id'"'fa''''e''-'ch. 1».«lreie Paalow. Monwg,?8. November. ISt-e Ubr, ssraktionsfibung mit den Dllraerdevutierten im Nathan». Nimmer tS. 70. Hreis Nein'ckrndori. Mii-wvch. 30. November,»gnltlich 29 Uhr, P5.Liibergorteii". ißnbaber Lank» in A-rmedo-k. berliner Skr. lZZ, IG Kreiamitellederrersan mlung. Taeesorbnun--:..Brennende.«am muri nl» N franen iffinaneausgleich«. Wabn-nosoanl.-Referent S!adtvera»d»eten. narlteber Nabanne, Haft.— Alle Senasiinnen und Senrssen de» Kreise, müssen unbedingt erscheinen. g Morgen. ZNonkag, 28. November. «. Abt. l»'e Ubr. bei Büttner. Schwebier Str. 73. Srvßer Licht dilbernortrag. Eintritt 20 Bf.— Reg« Beieitigung erwartet die Abte!l»ng»Ie>tu->g. 12. Aecj».Ste->l!d,LaNkmlz>?ichte!s«ld«. An bekannter Stelle Kreisvarsiand»- sitzung. Beginn lt'-- Ubr. 42.«St. l»'-i Ubr AbrechnilNO der Bc-frlsfllhrer bei Höhlke. Bg'gmonnftr.«3 52. Abt..Ebarlottradurg. 20 Uhr bei ifarck, Kaisertn-Augusia-Allee 90, Zfunk. tianAraaung. bZ. Abt..Sichte»f«Ibe. AI Uhr, im Lokal von Schmidt, Hindenburgdemm. Eche Roonstraße. grauenadend. Bortrag der Genossin Frau Dr. ZSegschgider über.Da» Reichsschuigeseti". Dienskag, 2g. November. lt. Abt. lOVi Uhr, Mitgliederversammlung bei Krüger. Hussttenslr. 34. Eck-, Scheringstrobe. Bartraa:..Da, Bobnung«daunrar>ramm der St-dt Berli-t." Referent Stadtverardneter Bruno Kraul».— Barwurtslefer und ffläft« sind »iDfammen. 51. Abt Eharlottenbnra. 20 Ubr, bei Lehmanm. Königsweg 8. wichtige ssunk- iiaiilirftbung. Achtung! Sitzung de» Abrcilungsvarstandes um 13': Uhr ehendart. 57. Abt. 20 Ubr, Aunilianärsiiiuna bei We-ner. Stultgolter Blatz ll. 74. Alt..3ebleu»ars. 19 Uh- vllnttliÄ, br> Mieten, Boisdamcr Str. 25, wichtige Funtlivuärfltzung.— Alle Mitglieder s.nb eingeladen. * 1. Krei». Ritte. Donnerstag, t Dezember, 194 Uhr, Sitzung des erweiterten Kreisvarllandes. de! Dabroblaw. Swinemvirher Slr. ll. 34. Abt. Mittwach. SO. November, lOzh Uhr. in de» Tomeniussiilen. Memeler Strafte«7. Mitgliederversammlung.— Bartrag:.Der Kampf um die politische Mdcht". Referent Baliteiaderft a.$. Dr. Hermann Schüdinger. 9reu,:-c und Bekannte, sowie Vorwiirtalefer sind«ingelgde-.t.— Die Be, Ü'nfOf1"'»adn» Sebeten.»ionitahry.— Eescheineiz Stier.KitKUeher ist 17. bi» 73. Abt.-wilmer»darf.Sch«,raenharf. Achtung, flehe Kreismuhrichtenl «. AN.»«1«mea, danta 6tt. m. Snfsri de?«envffe» Saarn ffi« „Der Mensch in Natur und Gesellschaft."(Säfte milllommen. 47. Abt. In der Waldcmarftr. 77. Vortrag des Genosse» Zaduezynsn über: „Die Stellung der Frau in der heutigen Wirtschaft." 48. Abt. In Al-randriner. Alexandrinenstr. Sie, Bor, rag der Genossin Irma Fechendach über:„Die Stellung der grau in Patastina." Gaste sind her,» tichsi willkammen. OS. Abt. Shariottelibnrz. Bei Licrsch, Kai'Isir. S2. Vortrag des Genassen. Dr. Schütte Uder:„Ersednttfe eine» alten Sozialisten."— Di- Genossinnen sind alle herzlichst eingeladen.— Gäste willkommen. «7. Abt. Halensee. Bei Wurzdachcr, Vahnhafsres-aurant Grunewald, Bericht vom Äachenendlursuh in G-ahrisch 80. Abt. Schönebeeg. Bei Gürlich, Begassir. 1. LiStbild-rn-rtrag.„Prele. tarische Fraue» und Mäbchen". Ferner Rezilatranen de« Genauen niuedr. Wendel. Die Genossi>m«n sind alle herzlichst eingeladen.� irsitsik willtonm::.--. Neukiwr.«SW. Abt. Im Ideal.Kastno. Seichselslr. 8. Unierhsrltungkabeud. Vortragender Genaffe Stadtrat Schneider. St. Abt. Bei Luddecke, Karls- garten, tt'rtc Fontanesir., Frauenabend. Fortsetzung der Variragdreide ae» Genossen Oberlehrer Rachoro Uder:„Veiuche in her Wertstatt der Gelir. 0». Abt. Bei Gricger, üessingstr. 9, Vortrag der Genossin Gchenlalawsll liber:„Die Frau und die kommenden Wahlen."— 03. Abt. Bei Lohnu, Wipversi'r, 18. Unterhaliungoabend. Borlragender GenoF« Hosemann. »>. Abt. Teiptaw. 19'- Uhr. im Zeichenlaal der Gemcinhclchuie. Wildc»orua>s>r., Frauen-werbeabend. Vortrag des Genaffen Futtnängl« über.Die Frau im fernen Offen." Alle Genassinnen, sowie Varwart». leser und Sympathisierend« smd herzlichst eingeladen. Arauenveranstaltungen. 2.»»«„.Tiergrten. Montag. 2». November. lAt, Uhr. im«rtu». Hos. Verleberger Sic. 78. Fraiienwerbeabend mit unterbauendem Pro. 8 ramm. Ansprache der Genoffi-, Rathlldt«urm. M. d. R. Rachber gemütliche» Beisammensein.— Säff« sind herzlichst willlammen. 7. Krela.tlhgrlaitenburg Der nächst««ursu»abe,id:.Einführung i» die Wirt- schastspalitik", Referent Genosse Iadiieznnski, findet Mittwoch. 80. Ro- veinber, lOti zlhr. im Gambriilu», Wällstr. 9», statt. Der Kursus mutz aasnadinswtise� hier abgehalten werden, da dos Jugendheim an diesem 5. Krri«. Friedrich, Hain. Dienstag. 29. Rooember. 1814 Uhr, im Rachitischen Kinderheim, Laslerstrafte. Vartrag:»Ernährung und Pfle--e rachitischer Kinoer. Referent Herr Dr. Nassau.— Wir erwarten rege Beteiligung.— Di««dleilungsleituugen der 32.. 85. und 4«. Abteilung wallen bitte in ihren Frauenadcnden auf die weltlichen Schulen aufmerksam machen. Frauenveranstallungen. Montag. 2S. November. 19'll Uhr. 1. Abt. Bei Zschiesina, AEerffr. 1, Vortrag der Genossin Dr. Bngodzinsti tll�r:„Die Seschlechtskraiikheitcn und neue Wege zu ihrer Bekämpsnng." 5 u>" Raseut Haler Hof, Roscnlhalcr Slr. Il/12, Vortrag der Genossin Dr. Käte Frantenthal»der!„Gesundbcitrpfsege im täglichen Leben." l. Abt. In Büttner» Festfälen, Schwedier Str. 28, Lichtbildervortrag:„Die praletarisch« Frau— da» proletarische Mädchen." Ansnrach« der Genossin Gatthelf. Tie G-nosfinn-n wllden gedci.n, zahlreich zu erscheinen. Gäüc willtöpimen. *•®j!'- Dickert, Sieinmetzstr. 38a, Vortrag de» Genossen Iudrian über: Der Komps der Frau In der heutigen Wirischast." 124. Abt. Mahlsdors. Bei Ander». Babnhofftr. 37. Vortrag der«enasfin Saieibenhuber über:„Frau im Wandel der Jahrhundert-." Gaste w-ll- kommen. � 13». Abt. Tegel. Im Jugendheim. Bahnhafsir. 15. Vortrag de» Herrn Dr. Wagner über:„Sazialhygiene der Frau." säsi« willkommen. Arouenveranslattungen, Dienskag, 29. Novem'ber, 19' o Uhr. 24. Abt. Nächster»ursucabend:..Die Verfassung de, Dchilschen«ciches". bei Winzer. Ehrisiburger Ecke Winostr. Referenlin lÄenpssin Hedwig Wachenhetm.. 2t. Abt. Der nächste Kl-rsusabendt„Die deutsch« Reichsverfassüwg, be! Hei.es. Prenzlauer Allee 230. Referentin G-»osfin Ellen Beidler. Neukölln. 02. Abi. Bei Simon, Vertheisdarser Str. 9, Vorlraa.de- Genossen Dr. Oborniker Uber:„Die Nesorm des Strasrechte»." Di« Genossinnen werden gebeten, zahlreich zu erschrinen.— 87. Abt. Bei KHiger. En:- i r Strafte 8« 87. Vortrag der Genossin Minna Tadenhagen über:„Die Ideen. weit de» Eazialismu»." Gäste willlomr.-en.— 98. Abt. Bei 3� ich. Kneil- b-ckstrafte 135. Vortrag de» Genossen Komm über:..Ält.Dcrlinw: Humor. Lyr-ipalhifierend« und Borwart»lcser sind eingeladen. Frcuenveraastattungen. ZNittwcch, 30. November, 19'� Uhr. 54. Abt. EhaeloUenbuea. Im Iugrr.dbrün. Rosinensir. 4...Heiterer Aslrnh". Vortragende Genossin Lisa Alorecht. Tie Genossinnen sind herzlich � ein» geladen. Gäste willlommen. * 48. Abt. Frauencbend in diesem Monat fällt umständehokber au» Dafür Af'» sang Dezember gemütliche» Leisammcnsei». Rädere» wird noch bckantp- gegeben. vezirksausschuh für Arbeikerwchlfahrt und Lvnderschutz. 3. Lreis-Wedding. Dienstag. 29. November. Uli bl« 21 Uhr. im Jugendamt, Llltticher Str. 8. pari., Kr«i»auasch>>ftiitzun!>. Tage-ardnuug:>. Getaua-nen. fllrsarge. 2. Werb-arbeit»NM Vertrieb der Lolk- 8. Versch ebene»,»ufter. dem Allenum.ausch und Adrechnung der Laie- Di» Adteil-angdlsitung.-'r müssen unbedr'»nt oertre-'n keii-.— Donnergtaa, Dezember, im Ledigen- heim. Schön ffedtstr. I. 5. Stack, 175- Uhr. Kreish-lfersitzgug.«arlrag: „Gesangenenillriarge." Referent Genosse Ernst Richtar. � Alle in her Arbeiterwablfcchrt tätigen Geurssiniien und Genossin, sowie Parteigenässi-che Mitglieder und Borsteher der Wohlsohrto- und Iugeudtommisssauen werdozi gebc:en, bestimmt zu erscheinen. 13. Ke»i».TempeihoI. Donnerstag, l. Dezembee, 20 Uhr. im V-zirksomt. T--rf- strafte 42, Arheitsgemeinschasi. THrma: Tugend und Beruf". Resrrcn4-i> Luise Morgonster».— Alle Genossinnen und Seilassi» sind willkommen. 18. Krei-.Käpenick. Montag, 28. kiaoember, 19 Uhr pünktlich. Sch-ilutigsrurk»» im Siadtverardnetensitzunossaal de» Rathauses Käpenick. Thema: Ge- fahrdelon, cinschlieftlich Psychapathensürsorge. Reserenlin(Zenossiu ar. Scllinger.— Alle Genossin»«!, und Genossen sind herzlichst eingeladen. 8t. Abt. Friedraa». Baranzeiae! Sonnabend, Dezember. F-ln», varsührung:.lUnscr Konsum." Wir machen daraus ausmerksam, daß dieser Film nur einmal lllus!. Beginn 20 Ubr in der Echulaula, Friedenau, Dsfeni>aä)er Str. 5». Saalöfsnung 19'- Uhr,- Vorwärt»- leser und Snmpathisierendc, sowie alle Genossiimcn urrd Gen essen llnh herzlichst eingeladen. 9. Abt. Der Frauenabend fällt wegen de» Kreioirauenadend» au». DI« Se. beleillgen sich, geschlossen an diesem, der Rantag. 2«.«aveaihil .>m Ar»us-Hof. Perseberger Str. 20. stattfinde». 14. Adt V-r Leiser, Ramlerstr. 8. Ecke Butdusser Str.. Vortrag de» Genossen Geoppler llher:„Die Vedeulung der Kansumgenossrnschast sür die Frau in der heutigen«rrischast." 49. Adt. Bei Müller. Uferstr. 12. Der Frauenadend findet erst am nächsten Mantaa,.5. Dezember, stall. «kehmari-ssr. 1. Ecke FSHrer Str.. Vartrag der Genasss» „ Ltta Albrecht übe«:..»ärpertuUur und Dnmnostik."«äste willkommen. SÄ' Ä'--Wernrucheuer Schlaft", Elbinger Slr. 87. Larlrag der Sev-lSn 21'! Mener über:„Prolltarifä>« Feste und Feiern." Ad». Wooftmgnn. Gleimstr. 10. Vortrag der Genassin Helene Schmitz. ..£1°. bch bitte zahlrelch beleiiigen. u-?Ä'-*1' Rosin. Gubener Str. 19, Barlrag de» Genossen»ein,»arihel über:„Roman und Film." S?*-",?/ 6arl Oll», Riliaer Str.»5, Vortrag he» Genossen Dr. Adolf «.«IWJÜ?"#''!"ob Fraurnorgauifation." ??«I 3' p.it. 27. Vortrag de» Genosse» Dr. Norbert Marx über:„ihaztalhygieniiche Forderungen der Arbeiterfrau." DI« Ge. Sninpathlsierm'de berzllchft etirgcladrn, de»gleich»n Vrrwäct, leset und 38. Abh�Vei Bärlufch, Friedenstr. 88, Vortrag de» Genossen John über:„Das .. Slfetz �ur �-.-lämxfung der Oleichlechtskrankheiten." *u"Är,.!'???"' anifthogee«It. 7, Vorlroa des Genossen Otto Bach 1'ber: „'JBlOtgjUtmmeuW-' Abrüstung." E» wird um rege Beteiligung gebeten I!!- 1! vKs»ke> Bergmanustr 8», Vorirag de» Genossen Landgertchtorat Rüben über:„Die Frou Im Eherecht." "-Utg� de. G.n°ss.n Pastor Franke üb« Jungsozlallslen. Groft-Verlin. Sämtlich« Srnnpcn werde» gebeten, all« nicht»er- kanfeen Karten für die Veranstaltung.Link» ran!" am Rautag. 28. Raormbir. b i» 2 0 Uhr, mit dem Genossen Sandclmann zu»eertchnen— Gleichzeitig fei daran! hinoewiese», daft alle»rbeltalasea Zngend- und Parteigenossen gegen Vorzeigung ihrer Mitglledibücher und Auswci!« treten eintritt haben. Ka lo« an d-i Kasse. Gruppe Lichtenberg. Werbeoeranstaltnng»m D. raetag. 29. R-a-mber. in der Vidliotbek. ZNeichselftr. 28. Beginn 29 Uhr. Bortrag! .Grdö. Politik nnb Im»cr>ali-m«»". R-ferent Genosse Bottiitzer.— Dt« iiiler. n Genossin der SA.st. frwie Rtialieder iumpalhisiercoder Llganisai!»»:» und B«r- eine find herzlichst dazu eingeladen. Kinderfreunde Groh-Verlin: Acht»»« Hilf«! Alle dielenigen, die Karten für h!» Filmveronstaltu--- am Dienstag, 29. Rovemder, haben, treffen sich bereits um 19 Uhr im Lichtspielhaus, Neukölln, Bergstr. 147, zu einer kurz«» Besprechung. Helferschi'.lr! Am Donuer»tag. l. Dezembee. sind wir all« um l9'd Uhr ia der Aula, Gartenstr.>97». verbebezirk Rarden nnd Osten. Sanntag. 4. Dezember. Jori setzung de» Baftcllnrsu» um 0 Uhr pll»t»Iich im Heim, Zehdenicker Slr. 24 23. Kee>» Mitte. Sanntag, 27. Ravcinber, l8 Uhr. i» der Aula. Garteustr. 107», Erisssnungoseicr der Ausstellung des Ortmzusfchusse» Mitte. Manlag. 28. Na- nember, Helferabend gemeinsam mit der Arbeiterjugend. Thema:..Die»rol,-- tarische Familie. Mittwoch, 80. November. 17 Uhr. in der Turnhalle, ftliume». strafte 77, Spielen und Baltslanz für die älteren Gruppen. Donuerdtog, l. Dezember, Genosse Kreisschulrai Ullrich spricht im Rahmen der Ausstellung >.m iOV: Uhr, in der Gartenstr. 197». Krei» Reü> Krematorium Baunischulenwez. Um rege BetsNIgung wird gebeten. nterhaltung unö Missen Beilage des Vorwärts Oer weiße Hirsch. Von Svend Fleuron. Sonntag 27. November 1921 Verliner Llnterwelt. Oie im Ireien nächtig«». WZhrend der.honette Bürger" der Weltstadt Berlin yngestchtß der bevorstehenden Weihnachtetag« mit zufriedener Miene und sattem Bauch feinen Kohlenkeller, seinen Obstbc-den und seine Wurstkammer visttiert und Pläne für kommende Weihnacht?freudei> schmiedet, er- schauert unter den Brücken der Stadtbahn, aui den Bänken der Parts und in den Barocken der Werkhöfe, Gleisanlagen und Schrebergärten dos„unterirdische Berlind Verirrt« Menschen, qu» dem sogenaunlen „Abschaum der Weltstadt", aus der Provinz oder aus den Nord- und Ostseehäfen geschleudert. Ungeschickte Gesellen, die sich schämen, in die Obdachlosenasyle zu gehen oder nichts davon wissen und nun frierend um die Bahnhöfe und um die Spelunkon schleichen. Es werden ja nicht gerade 4.V> Personen sein, die die Berliner „Razzia auf das Elend" laut Bericht de» Statistischen Amte» der Stadt Berlin in der Nacht vom IS. zum 16. Juni 1925„ermittelt" hat. Die Erhebung, deren Ergebnisse in dem Bericht verwertet werden, ist zur Ergänzung der Bcvülkervngszählung«rsolgt. Eine Stunde nach Schluß der Polizeistunde, die damals«och aus 1? llhr festgesetzt mar, gingen 180 Polizist» in Grupps» van 8 bis 5 Wann los und durchsuchten bis zum Beginn des ffrühverkehrs gegen 6 Uh.' morgens die Bahnhäse, öffentlichen Anlagen, Straßen und Plätze »och solchen Personen, die in dieser Nacht kein Kissen unterm Kopf hatten. Dabei wurden alle gestellt, die nach gewissen äußeren Merkmalen obdachlos zu sein schienen. Die Sistierung ging nicht immer ganz glatt vor stch; manch« sträubten sich gegen die Ge'tellungt der von den Beamte» genannte Zweck, eine allgemein« Bolkszähfunp, mochte ihnen höchst gleichgültig sein, und viele besürchtetrn, wegen ständiger Obdoch!osigt?it in chaft zu kommen. Im ganzen wurden 430 Personen aufgegriffen. Ein >Teil von ihnen mag com Ouorliergebcr, vielleicht auch— c« sind 11 verheiratete Männer darunter!— von der Ehefrau an die IZust gesetzt worden sein.(So vermutet der amtliche Bericht selost.t Unter dieser Personengruppe waren vier selbständig fein Opernsänger, ein Kaufmann, ein chändler,«in Schlossermeister). IS Angesteyi», darunter«in Bcrsiche»ngsinsptttor. und 75 Arbeiter. Dazu knmen von Berufslosen ein Student und sieben«ittenmädchen im Alter von 1% bis 54 Jahren, Daß diesen auch ohne Wohnung und sonstiges Unterkommen in Berlin möglich ist. ihrem Gewerbe nachzugehen. geht daraus hervor, daß eine dieser Fra-ien in der chauehaltungslist-' in der Spalte„Wohnung" eintragen ließ:„bei einzelnen Herrn". 199 Personen waren arlvitslos. Die 400..Obdachlose»" haben sich— nach de» Ersahrungen der Berliner Polizei— im Winter höchstens um 20 bis 50 Proz verringert. Also 500 arme Deusel irren auch i» diesen Winternächten noch umher. Zuzeiten greift nach ihnen der Boler Staat. Warum? Gibt er ihnen Arbeit? Gibt er ihnen«ine Stube? Gibt et ihn?««in Bett? Nee! Eine Statistik will er machen! Ein Formblatt soll der arme T?usel füllen. Dann wieder raus an die frische Lust! Bordell und Gesundheitsamt. Für gute Unterkunft sorgt der Pater Stgal erst, wenn der Bummelant der Großstadt— gelchle chtskrank ist! Dafür sorgt neuerdings dos ch a u p t g e s u n d h e i t s o m l Berlin. Es streckt seine Fongarme über die mächtige Stadt und Host sich seine Paliensen mehr oder minder„zwangsläufig" heran. Das tonn nicht schaden. Die Gciellschost küinpsl eben gegen die von der Straße her drohende Mosseninfeklion. Leider liegen aber die räumlichen Per- hältnilfs besonders ungiinstiq im Ambulatorium l u der D i r ck s e n ft r(i ß e, wo sich her Htilungspro.zeß in einem abstoßen- den Mosfenbetrieb vollziehl. Neue Räume werden dringend benötlgi. Bezeichnenderweise haben es aber alle privaten Uniernehma abgelehnt, dem Hanptgesundheltsami für die Untersuchung gefährdeter Frauen geeignete Räume zu vermieten. Vermutlich befürchtet der privatkapitalistische Hausbesitz eine Wertoerminderung seiner Grund- stücke. Das moralische Feingesühl der Hausagrarier ist my so bemerkenswerter, als diese bekanntlich bei der Auswertung ihrer Bau- lichtesten zu Bordellzwecken in den meisten deutschen Ttädten sonst gar nicht besonders zaghaft waren. Die Unterhostung von BiZrdillen oder ähnlichen Betrieben wird jetzt als Kuppelei mit erbedlichc» Strafen verfolgt. Es ist jedoch«ine bekannte latsach:. daß es in Berlin eine sehr große Anzahl von Schönheitsinstitulen oder M rssage- alons gibt, die in einein Teil der Zeitungen— es sind meist auch ehr nationale Blätter darunter— zu inserieren pflegen. „Vauschgisthendel." Vom.Markt der Liebe" zur reinen Verbrecherwelt ist meist nur «tn Schritt. Der Obdachlos«, die Prostltulert« und der—„K»» I« r" stehen sowieso am Anhalter Bahnhof und am ,„3po* am selbeU(ick und der Schupo ist hinter all.» dreien her. Eine besondet« Abtei- lung beim Polizeipräsidium verfolgt die verdächtigen Spuren des .Rou>cha>sthandels"i desgleichen liegt bei her Staatßgnwallsihast die Ermittelung und Anklageerhebung in den Händen eine» Sandel- bearbeiters. Das Spezialistentum»cigt hier, wie ein Lachmonn kürzlich mitteilte, besonder« gute Ersolge! denn der Kreis, in d«»' die Gifte heimlich gehandelt werden, ist»in zjeiniich Ileinsr. So kennen die Kriminalisten nicht nur bald die.fiokskiiler" und„Koks- oerkaufsstellen", an denen abend» den Passanten dupch Zuraunen das Gift angeboten wird. Sie wissen auch die Lornamen und Spitz- namen der Händler. Wen», der Kokainschnupfer diese angebe» kann, genügt die» zur Ermittiung der fraglichen Personen. Auch die Gc- wohnheiten der Händler sind bekannt. Sie tragen das Kokain in gefaltetem Popler bei sich, etwa fünf bis zehn Briefchen, die sl« in «ine Zigarettenschachtel legen. Bei plötzlicher Kontrolle im Lotgl lassen sie die verräterische Ware unter den Stuhl fallen. Ost hoben sie zur Vorsicht die Narkotika anderwärts abgelegt, unter die Tastatur des Klaviers, unter ein Stuhlkisien oder beim Anreiße» auf der Straße hinter ein Reklameschild. Di« Händler halten unter sich«na zusammen und verfügen über eine Anzahl von Pirnen und Zuhältern als treue verbündete. Natürlich ist hie Bekämpfung der Kokain- keuche kein polizeiliches, sondern In erster Linie«in medizinische» Problem.„Wohlhabende" Kranke werden dem Sanatorium,„unlx- mitteste" der„Fürsorge" überwiesen: nur den Händler saßt der Arm der Gerechtigkeit. Oer Totenkeller von Verl!«. So und so oft endet der Kokoinis» jedoch m der.Moraue'. dem Leichenschavchaus am Lehrter Bohnhof. Er bricht zu. lammen auf der Straße oder ende»!„ einer Spelunke oder in, Spreewosier— und dann schwemmt Ihn d?r„Röuwangsdiimst' der Weltstadt nach dem lotenieller. Sechzehnhundert Menschen landen dort jährlich: mal «twas weniger, mal etwas mehr. Im großen und gänzsn aber bleibt die Ziffer etwa gleich- „Staatliches Leichenschauhaus' steht an dem nüchternen,«i« »ine Lazarettbarack« anmutenden Hau». Zuerst kommst du w den A u f n a h m» r a u m. V«» ist«w« groß«, kahle Zelle. In einem Kasten liegen Nummern bereit, man Der«in« der Wildpark« der Grafschaft dedurfte der Plut- «rneuernng: die Hindinnen setzten zu klein» Kälber, und die Kälber starben tn auffallender Zahl. Do kam der weihe Hirsch. Er war noch Kalb, als er fern, und mit seiner Wildheit ipar es nicht weit her: der Wildhister Jörgen tonnt« ihn ruhig streicheln. Cr gab ihm den Namen i Kovl. .Log' ihn doch weg!" sagic der Iagdinipettpr.„Erschreck' ihn und schlag ihn ordentlich. Er muß sich beizeiten dran gewöhnen, die Menschen zu respektieren.' Aber Jörgen war anderer Ansicht. Eines Tages kommt d�r Iogdinspektor und will Kovl sehen. Er betrirt den Hof, und sofort fährt da» Hirschkalb vor und vei setzt ihm einen Stoß auf de» Podex. Jörgen weidet sich an dem Anblick. „Das kann man ein« Rcspettoerletzung nennen, Herr Jagd- inspektorl' Jörgen hotte hauptsächlich mit dem Kronwild zu tun, Wie qsie Aemter ans einem Gut hatte er dies von seine», Vater geerbt. Und er war alt genug, um zu wissen, was er tat. Eines Abends läßt der Wildhüter sein-Mündel frei, und es folgt ihm in die Stube hinein. Nie vergißt Jörgen die Verwunderung des Tieres über das Lampenlicht und den Sözrecken, der es befällt. als es die eigenen Hustritte hohl auf den, F»ßbgd«i, dröhnen hchi Lange dauerte es zwar nicht, bis Kovl ganz frei umherlief. Er begleitete Jörgen mit auf die Pürsch, oder er stand am Gartentürchcn und nahm den Heiiist ehrenden in Empfang. Ein ausgezeichneter Jagdgenosse war er: denn das Wild machte »ich, Flucht, wmn e» ihn sah. Während dos erlegt« Stück abge- fange» und aufgebrochen mprde, legte er sich daneben nieder. .„Woll'n wir nun weitergehn, Kovl?" „Aew," erwiderte er und war sofort bereist Dam, wurde der Bursche groß. Wurde Spießer, Gabler— und bekam ,chje vier Enden'. In diesem Jahr freite Jörg?« um ein Mädel. Dos Mädel sagt« ja— zum Herbst sollt« die Hochzeit sein Kovl kommt jetzt in den Mund der Leute, Ein starker Hirsch. heißt es— und nur ein Horn an der Stirn. E- ragt gerade auf und ist lang und spitz wie ein Dolch. Der Bursche ist gefährlich und boshaft, fällt die Kühe des Förstläuser» an... Als eines laxes ein Hogemann mit einer Fuhre Heu durch den Wald kam, brach Kov! plötzlich hervor, wirf die Fuhre um und streute das Heu umher. Der Mann mußte sich aus»inen Baum retten, und der Hirsch blieb «in» Stund« darunter steh», in einem iort gegen den Baum stoßend. Aber Jörgen hielt das alles für Ammenstubenmärchcn... Es war nicht? als Zärtlichkeit.� An einem Seplcmberabend geht der Iagdinspeltor mit dyizi Wildhüter durch bei, Wald.-«r ist gerade aus den kleinen Hügel gestiegen, der 100 Meter vo» der Einfriedigung liegt. Do hört er hinter sich gewaltiges Gebrüll und rasche Sprünge von Großwild— er dreht sich um und sieht ein weißes Gespenst in vollem Galopp auf sie zukomme». bindet dir, wen» du entkleidet bist und deine Sachen an der großen wtanae hängen,«lue solche Nummer»m den Arn?, und im Fahrstuhl fährst du dann langsam hiuunter in den kalte» Keller der Toten�ellen. In seder dieser verschlossenen, schmalen Zellen, die aus einem langen, mit einfachen Holzsäraen bestandene» Gange liegen, können mehrere Tote aus herausschieobaren, eisernen Bahren übereinander ruhen. Sie ruhen dort, b!» sie einer obhelt,«mer«rkcnn:, einer sie begraben laßt, sie ruhen oft vier'Wochen long in gekühlter Luft, damit sie frisch bleiben, bei 7 Grad Käste so schön oder so häß'ich wie sie nxireü, als sie stürbe», ohne Dermelunosslecke und ohne Geruch. Sie ruhen alle mi» dein Kopie nach der Tür zu, nackt, nur mit einem dünne» grauen Tuche bedeckt, aus dem unten die steifen Füße herousstehen. Der Hüter dieses Hauses, dem da« Gesicht des Todes nichts Schreckliches und nicht» Graimihust-s mehr ist, der in anderthalb Lahrzehnten viel«, viel« tausendmal die verzerrte Grimasse de» ge- waltsamen Ende,, das unzeistörbar«, gefrorene Lächeln der Ber- söhnten, hg» verfollenf Gesicht, die ganz tief eingestärztsn Augen der als und einsam Gestorbene», die blaue Aufg-rblohthest der Er- trunkenen sah. äffnet«ine Zelle und zieht die Bahr« heraus. Nummer 178: Ein junges Mädchen. Schlank und sein ge- baut. Der Mund voll Sinnlichkeit und Ilebermut. „Gastote" sagt der Führer. Sf u w m e x 2 1 7: Ein dicker Mann, den Mund aufgerissen wie ein Fisch. Di« Kopfhaut dick aufgeschwollen. Der Körper blau ange- lausen. Ein Riesenmensch. .Gefunden In, Spreekanal." Nummer 30(5: Ein dreijährige» Kind. Steif gefroren wie ein« Pupo«. Da» klein« Köpsche» wie eine Ziehharmonika zu- sanimengedrücks. „Gesunden im Tiergarten. Mordverdacht." Keiner hält«» länger als eine halbe Stunde im.Schauhou»" au». Dam, hebt ihn sein Magen einsgch zur Tür hinou» Sin« traurig« Bargcke voll Elend und Todesnot, eine stille An- Nage an die Weltstadt, dl« mit ihrem Rlesenleld d>e Toten der „Morchie' zerdrückst ohne daß irgendein Mensch von ihrem letzten Stündlein weiß! Eine düstere Fermate aus inr„Sinfonie der Groß- stadt'. von der der Schmock so gern phantasiert— wenn e» gegen Weihnachten geht und die Punschterrine in der Ferne glüht. Herbst tn Mailand. Von Ilicharb Huelseabeck. Mailgnd, im Oktober. Im Parco eivico hinter dem Kastell der Sforza» fallen die Blätter, und die Bäume sehe» gegen den Abendhlmmel wie drknm« und rötlich« Toiinenschirme au». Hin und wieder kommt ein kühler Wind und die Kinder, dt« a»s dem eroberten deutschen Mörser sitzen,»erlkicchen sich fröstelnd hltster ihre Mama». jlus einer Bar'-?»h,n mir Ichq»»n«-st kurzderockte Mütter ihren Klein»,,»u. nie l�> ,«r«,eno und sich belgend»wi'chen den BatKets» hsruml*)«,. Arn Horizont tauchen zwei Radfahrer aus. die anfangs ganz gewöhnlich« Rähfahrer zu fein scheinen, bak» aber durch ihr« Uniform fich ol» Mitglieder einer gehobenen Klasse legitimieren. .„Kovl!" Und Jörge» stürzt zur Einsriedigung. Er bleibt steh».. „Sind Si« verrückt. Mann'" In der Stimme des Iogdinspekivr» muß etwas von der Wildhilit der Berzwesilung gewesen sein: denn nun ergreift auch Jörgen das Hasenpanier, Er wirst die Büchse bin und kann sich gerade noch über die Einfriedigung hinweg retten, »nährend er da? Gehörn de. Hirsches gegen die Stabe klatschen hör! Wie er aussah! Der Schaum stand ihn, um den Mund, und die Augen waren blutunterlaufen. Er brüllte garstig und hieb aus die Latten los, um hlnnuszugelange» „Nun wcrd ich dich Respekt lehren!" legte der Vorgesetzte, lind damit schoß er ihm die Augenjprofse ob, ohne daß es anscheincvd dt« geringste Wirkung hatte „Rein, losten Sie." ba» Jörgen.„Cr ist bloß heute so närrisch." „Ja. Sie werden schon noch mal e.ndre Erfahrungen machen, mein guter Wildhüter!" Etwa plerzehn Tage danach, als Jörgen mit feiner jungen Braut. von der Kirche geiahren komm,, lauft ein Junge dem Hochzeitswogen entgegen. Er meldest Kovl sei misgebroehen und renne im Dueland umher, der an den Wildpark stößt., Jörgen denkt, er werde seinen alten Freund gewiß schnell zunuf. «reiben, und um das Fest nicht meh.- als unbedingt notwendig auf- zuhalten, wirft er nur den lleberzieher ob, nimmt einen Stock in die Hand, geh» aber im übrigen im Hochzeitsstaat hinüber. „Sei nur jc vorsichtig'" ruft seine junge grau ihm noch. Tie andere» sossen's mehr als Redensart aus. —— Und die Hachzcitsgäste kommen, und ihrer sind lo viele. daß das kleine Schützenkans sie kaum aufnehinen kann. Und mrn wartet und wartet. Kommt denn der Bräutigam nicht bald zurück? Als n«>, aber alle Geduld aufgebraucht Hot und meint, es sei dos best«, einmal nachzusehen, ob der Manu nicht da? hestige Eheversprechen bereut und dem ganzen den Rücken gekehrt habe, findet man draußen im Walde«in traurige» B'ld. Ring? aus Büschen und kleineren Bäumen hängen Fetzen und Stücke eines schivarze» Rocks. Durch da» ganze Dickich« hin meist« die wehenden Lappen den Weg. Man untersucht die Spuren und Zeichen und stellt fest, daß Jürgen, als der Hirsch aus ihn losae- gqngen ist, resolut den Steck«!, hingeworfen und des Tier und pie Stangen gepackt Hot,»m ihn niederzuzwingen. Der Hirsch ist aber der Stärker« gewesen. Mit seine», Gehörn ho,«r ihn emvorgeboben ii ick» aus seine Gabel gelegt... Und dann hat er ihn so getuimnelt, bis es schließlich aus mit dem arm«» Iöigen war. Er liegt am Fuße einer alten Eiche: die welken Blätter sind hervorgcrisjen und das Moos ist zertrampelt. Man zählt dreizehn Wunden und Stiche an seinem Körper. Wcs jollfe man tun? Sollte man dop Tier niederjrixetzkn? Nein, der Iagdinspetior war nicht diestr Ansicht Ein Hirsch war nicht umgänglicher als der andere,»der richtiger: das muhte man ja und Jörgen wvhl auw, daß ein Kranhirsch in der Brunstzeit nicht zu leiten rpar wie«in Lämmsein. (Deutsch von H e r n> o n u K i y.) Während diel« Kinder sich daiiiii oergnüocn, unter den fallenden Lläucrn zu spielen und die Mütter und Bonnen, ihren herdstliSen Sorgen nachhängend, gus steifen Bänlen sitzen und ouspasien n ie sich da» gehör!, wach! das Auge der Polizei. Während hier st» Leben ein Ausdruck k' einer harmloser Ged-enken zu sein scheint, ist man dort daraus bedacht, die Sache zu einem Ende zu bringe» und den Fall �n kläre», trstc es was es walle. Um einen Fall zu klären, muß aber im Allgemeinen erst»in Fall da se>i, und der findet sich � um Beispiel, wenn«in« dieser ahnungslosen Kinder den Rasen bolriti, de» rrsi!>?r da» ganze W'k betreten konnte, der aber seil der Herrichost Muss-ckinis der Fürsorge der Bärgerschaft c.noertram ist. Daß nun gerode kiese beiden Müner, die so gleichmütig etwa, dumm dreinschai-en, 20 Lire bezahlen müfsen. ist traun.«. Aber«in Scheitzmann. der acht gibt, rraifct sich bei se'nen Barre- setzten beliebt und wird niemals dulden, ooß ein Kind den Rejpi betritt, wenn es der Duee verboiei, hat. Do diele Müttrr nrch nicht wissen, daß der Rasen von der allpemewen Benutzung in die allgemeine Fürsorge übergegangen ist, müsie» sie bezah'en. Nenn sie sich etwa» wehr mit den Priütziviep. des Faschsmu» vertrau'>,«- macht hätten, wäre ihnen dieser schlimme, n iimel.r«eflsim Fi'l erspart gebliehen Sie hätten sich von den 29 Liren, die m sie Staqtskosi« stießen, vielleicht«inen Schal oder«in Poer Etrümpsf« oder«ine Näscherei getaust»der mären srnst ihrfci versÄckschen Neigungen nachgegangen, während sie nun bezrei'en müssen, was «ine neu« SPgemeinheit uo« ihn«»»erlangt Sie mufseit sich damit trösten, daß es nw 20 Liren'oartici- gegongen ist. Wäre es ihnen zum Beispiel pojstrrl. daß sie. ärgerlich Uber die unnemnukete und noch ihv« geheimen Ansicht unnStia» Avr- gab« in einen Fluch•upgefcnxhen wären, so h-tien sie nrch r«l mehr bezahlen inüsien. Da» ösfmttiche Fluche» ist sei! der saschiiti- schen Herrschast«erboten und kcstet Geld. Schild«? mit der Inschrist: „Qu! non u besternniia" erinnern de» hormlcsen Wanderer, daß»r sich in einem. Lande der guten Sitte befindet. In der Passage Biltorio Emonuele am Domplatz, die, wie der Führer sagt, d« größte Passage der Weit sein so»«!tuna. Mo« lieh! ihm an. daß«i etwa» will, ee Hai den Hut«twas sehfef a»s dem Kaps und nwderne weite Hos«» schlendern ihm am die motzeschr» Dein«. Der neue itolienische Mensch kann alle» verkrag«», nur mochte «r unter keirpn Umständen mehr an den«Ken demokranichea ieaKeni- schen Mensckjen erinnert sein, der sich von Spaghetti nährte. TOtni Wein trank und eine gewiss« Lässigkeit zu den NoKonollug�den zählt«. Di« neuen ckalienilehen Menschen, die man in der gröqten Passive dcr Wüt sieht, lönnt«, all« kleine Generalt sein, aber leider sind sie fch! che« Hemdiunzeg«htts«n. deren Hetzen«in Füllfsderhzher ist, den sie inj de? sinken äußeren Brusitastj?« tga zen. Ron soll«ichte gege» Handlungsgehilien sagen, e» gibt dernn ein« Meng««auf dieser Weit, aber wmn sich einfach« Handlung»- tzthikskn wie-General« benehme», so kS«»te mon über dae Walken in Zweifel graten, da? sie so estentasi» zur Schon tragen. Da tlt zhm Beispiel der Dom. Wo? will«üs neue Mailand noch po« diestzm Dom? Bor einigen Monate« Hai sich«in Restaurant auf dem Lache im Domes etadfiert und erst durch dieses Dach- repauront beweist der Dom. daß er sich den neuen Ideen nicht oerschließt. Dazu bat er vom 14. Iahrhundm an Zeit qehabt, was zur Genüqe zeigt, wie schwerfällig die Gedanken eines solchen Unter- nehmens sind und wie wenig die Leute, die ihn erbauten, von Rationalisierung oerstanden haben. Dabei sind die Mailänder schon auf Grund ihrer kauswännifchcn latente Leute, die das Modernisieren aus dem FF oerstehen. Sie haben sogar dem Tod, der doch bekanntermaßen die rückständigste und älteste Angelegenheit ist, deren man sich auf dieser'Welt entsinnt, ein neues fortschrittliches Gesicht gegeben, an dem die ganze Kultur- weit teilhat. Jeder einsame Wanderer, der Mailand kennt, weiß, daß ich nun den Mailänder Friedhof meine, der wenn er auch nicht wie die desagte Passage, der größte Friedhof der Welt ist(es fall in USA. noch größere zur gefälligen Anficht und Auswahl geben), doch an kitschiger Oualilät nur dem Gcnucser Friedhof nachsteht. Der Führer sagt dies mit einer gewisien Trauer, aber ich möchte ihn an dieser Stelle über seine Sorgen beruhigen. Ich kenne den' Friedhof von Genua vom chörensazen, aber was auf diesrtn Mailiänder Friedhof geleistet worden ist, kann man nur mit Erstaunen betrachten. Die Modernisierung des Todes hat sich hier zahlreiche prachwolle Monumente gesetzt. Die Sache ist nkcht schwer zu erklären. Wenn mqn mit einem Spezereiwarenhondler durch«ine Bildergalerie ging� würde er vielleicht die Bilder am schönsten finden, die am messen nach Oel glänzen, weil er sich dadurch an seinen Beruf erinnert fühlt. Wenn jemand stirbl, der viel Geld hat, so brauch« er deshalb noch keinen gutm Geschmack hinterlassen zu haben..Rur in den seltensten Fällen wird es vorkommen, daß ein reichen gestorbener Warcnhausbesitzer seinen Hinterbliebenen testamcniarißch verbietet, daß ihm ein ägyptischer Tempel mit unägyptischen marmorenen Engeln als Grabkapclle errichtet wird. Er denkt wahrscheinlich wje der Spezcreiwarenhändler, daß eine Sache desto schöncrf ist, je mehr sie nach außen glänzt, und cr ermuntert vielleicht neuj, einen toll- kühnen Neffen, der zufällig von der Konsektion in die Aegyptologie übergegangen ist. Hier jedenfalls ist es so gewesen, der tollkühne Nefste hat es mit den Millionen des verstorbenen Onkels erbaut und daß hoben wir nun davon. Man muß sagen, daß der liebe Gott eim nochsichtiger Mann ist ei vergibt den Kitschern nicht nur, was sie I»t?n, sondern er vergibt ihnen täglich, wenn sie mit Kell« und Meßßei kommen und einem neuen Marmorblock zuleide gehen. Da ist zum Beisviel vor einiger Zeit eine Sängerin der Skala gestorben und seder Mensch, der den Gesang liebt, trällerte um die lungc Verstorbene. Aber wie hätten diejenigen, dia guten Ge- schmackes sind, erst getrauert, wenn sie erfahren hättest, was flinke Reffen, die in der Bildhauerei erfahren find, heimlich Kanten. Und nun muffen wir alle den Tod der Sängerin wieder' und wieder miterleiden, wenn wir sie täuschend kopiert, gräßlich« ausgestreckt, sterbend auf einer marmorenen Unterlage vorfinden. Ich könnte noch an viele Denkmäler erinnern, ab<» die Geduld laßt merklich nach, wenn man ein halbes Dutzend dfcser Himmel- schreienden Scheußlichkeiten gesehen hat. Was bedcutcjte gegen die Schrecknisse und Geheimnisse dieses Friedhofes, der abgesehen von den Leichen unter der Erde, mit in' Sccin erstarrten; Sterbenden angefüllt ist, die Peinkamrner von Kastans seligem Panoptikum? Ee ist gut, daß in diesem gesegneten Lande auch inf Herbste die pralle Sonne scheint, ich möchte die Kopien des Tckidcs nicht in' nebliger Londoner Dämmerung sehen. So ist Mailand, und Malland ist stolz daraus und ich entsinne mich einer schönen Red« des Duce, wo er meinte, daß er nun nicht mehr dulden könne, daß die Deutschen mit Lodenanzc« und Spiel- hnseder auf dem geheiligten Boden der italicntjchen Städte rrumliesen. Wenn der große Mann den geheiligten Boden des Mailänder Domes ineinen sollte, so muß man ihm recht geben, daß dort«in Üodenanzug und«ine Spielhahnfeder, die beide in die Tiroler Berge irm. nicht am Maße sindc Wem» er aber auch den MaikSnder 'riedhof meint, wo der Reffe dem Onkel die teueren ägyptischen Tempel gebaut hat, so ist ein Londenanzug dafür viel zu schade. Ein Lodcnanzug ist gegen de» ungeheuren Aufwand von verlogenem Pathos, der hier getrieben wird, direkt eine ehrlich« Sache. Wenn ich daran denke, möchte ich einen Londenanzug umarmen und der Münchener Weißwurst, die ich Esel solange für ein Zeichen der Barbarei gehalten Hobe, eine verspätete Reverenz machen. Da wir gerode von Denkmälern sprechen, so sei vermerkt, daß auf den Befehl des Duc«, der Kaiser Napoleon III., der irgendwo aus bronzenem Pferde Museumssiunden verträumt«, öffentlich hier Oer Narr. Lacht doch, ihr Leute, lacht mehr, lacht mehr, wenn ihr nicht lacht, verlier ich mein vrot. Was seht ihr nur immer in meine Kugen, es lallen die Lippen doch tolle Scherze. Lacht doch, ihr Leute, lacht mehr, lacht mehr, ich bin der lustigst« llarr auf der Welt, trage das bunteste llarrenkleid, steck« voll Witz und sprühender Bosheit, laste mich schlagen, wcnns euch gefällt, lacht doch, ihr Leute, lacht toll über mich und seht nicht immer in mein« Kugen. was kümmern sie euch— lacht— lacht, wenn ihr nicht lacht, verller ich mein vrot. y. C). sttaincr. aufgestellt wurde, weil er den Italienern durch feinen Einfluß Haff. den österreichischen Feind bei Magneto und Sclferino zu schiagen. Der Mann mit dem melonchoiischen Schnurrbart und dem unzeit- gemäßen Käppi hängt aus seinem Bronzepserd, ohne zu ahnen, was ihm diese Ehrung eingetragen hat. Dem Toten Ist es egal, wer ihn ehrt, ob sich nun die Spinngewebe oder die Spatzen auf leinen Schnurrbart setzen. Mailand bietet Ueberraschungen und wer Augen hat zu sehen, wird kein Ende finden, wenn man nicht mit beiden Augen nach den roten Taxidroschken sehen müßte, die trc� ihres kreischenden Getutes nicht den ersten Passanten Überkahren wurden. Nerven in unserem Sinn« haben die Italiener nie gehabt, aber jetzt wollen sie auch keine mehr haben und das ist schlimm für einen Menschen wie ich einer bin, der sich liöber heule alz morgen dem Derein zur Bekämpfung des unnötigen Straßenlärmes anschlösse. Welche Wendung...! Don Jonathan. Man muh schon sagen: Wilhelm ist undankbor gegen sein Schicksal. Ein Menschenleben lang hat der gekrönte Komödiant sich nach einem sichtbaren Platz auf dem Theater gedrängt. Jetzt, wo er wirklich bühnenfähig geworden ist. protestiert er und will mit aller Gewalt wieder hinter den Kulissen verschwinden. Unzeitgemäßes Lampenfieber. Wenn die Hohenzollern einen Wunsch haben, so ist zu diesem Zweck die republikanische Justiz da. Es geht wie bei Goethe:„Der König sprach, der Knabe lies." In diesem Fall liefen gleich mehrere Knaben. Sie liefen ins Theater am Nollendorfplatz, um, wie es in der Juristensprache so schön heißt, den Augenschein einzunehmen. In diesem Fall verbunden mit„Ohrenschein". Sie waren empört. wenn sie auch nicht recht wußten, warum. Aber in der Jurisprudenz geschieht nichts ohne Ktgründung. Der Jurist verschmäht die ge- wissenlose Taktik eines Falstaff, der Gründe verweigert, da sie ohne- hin wohlfeil sind wie Brombeeren. Bei uns geht es geordnet zu: wenn«in Gericht die Darstellung des Exkaisers auf der Bühne ver- bieten will, so läßt es sich die Begründung etwas kosten, sogar eine funkelnagelneue Theorie. Im vorliegenden Falle schuf das Landgericht I die A b f ö r, bungstheorie. Standen da außer Wilhelm noch fein lieber Niki und der alte Franz Joseph in ihren Segmenten. Und stthe da: Niki erwies sich als bigotter Heuchler, Franz Joseph als vertrottelter Greis.„So etwas färbt ab", meditierten die scharfsinnigen Richter, „wer mit zween Trotteln dargestellt ist, erscheint leicht als der dritte".— Siehst« woll! Es darf aber nicht abgefärbt werden, sagt das Gericht. Um Wilhelm vor der Absärbyng zu schützen, wird er aus dem Bühnen- bild ausgeschnitten. Schade, daß das Gericht Wilhelms Briefwechsel mit Nik' nicht verhindern konnte. Da färbt's noch ganz anders ob: Man weiß l»ir nicht genau, wer auf wen... Iedenialls: Wilhelm schreitet einmal wieder von Sieg zu Si-ess- Der alte Schlachtengott, der die kaiserlichen Generäle im Stich ließ, rft zum mindesten mit den kaiserlichen Rechtsanwälten. Das dünkt uns reichlicher Ersatz. „Welche Wendung durch Gottes Fügung", telegraphierte einst der alte Wilhelm nach der Schlacht von Sedan an seine Gemahlin.— „Welche Wendung durch einstweilige Verfügung!� mag Wilhelm jetzt in den Armen seiner Hermine ausrufen. Eine altägypkischc Grabkammer in Hildesheim. Das Peli- zaeus-Museum in Hildesheim, das zu den bedeutendsten Tamm- lungsn oltägyptischer Kunst gehört, hat jetzt einen neuen wichtigen Zuwachs erfahren. Wie im„Cicerone" berichtet wird, konnte mit Erlaubnis der ägyptischen Regierung eine durch die Grabungen von Pelizaeus auf dem Friedhof der Mastaoas nebe» der großen Pyramide von Gise freigelegte Opserkammer nach Hisdeshdm übergeführt werden. Die Grabkammer ist als Ganzes ausgebaut worden, und die schönen Reliefs aus dem alten Reich(300Ü v. Chr.) haben durch Deckenbeleuchtung scharfes Licht erhalten: in ihnen ist das Leben des Grabkerrn und seiner Familie in süns Generationen zur Darstellung gebracht.. lvie die Säugetiere Toilette machen. In einer reizvollen Arbeit beschreibt F. W. Jones die Methoden und Apparate, welche die Säugetiere zum Ordne,: und Reinigen ihres Haarkleides besitzen. Sehr verbreitet ist das einfache Sichabreiben an fremlen Gegen- stünden, an Steine», Baumen usw., wie man es bei Katzen nicht selten beobachten kann. Der Schwanz dient vielen Tieren zum Ab- klopfen und Abbürsten des Hoarlleides, Tiere mit Hörnern od« Geweihen benutzen natürlich auch dieses, um ihr Fell in Ordnung zu halten oder etwas Lästiges von ihm zu entfernen. Weitverbreitet ist das Zucken mit ten Muskeln, was wir bei den Pferden leicht be- obachten können. Das Belecken aller erreichbaren Körperteile mit der Zunge ist nicht weniger wichtig als dos Kämmen mit de» Zähnen. Bei manchen Tieren sind die Zähne sogar ganz besonders. zum Kämmen eingerichtet: so zeigen die Schneidezähne bei Beutel- tieren, Fledermäusen und Halbaffen besondere Stellungen im Zu- sammenhang mit ihrer Putzsunktion. Manche Fledermäuse, wie die australische Faltlippen-Fledermaus, hoben am Fuß besondere Bürsten, mit denen sie sich bearbeiten. Nägel und Krallen werden natürlich weitgehend zum Putzen benutzt. 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Charlottenburg, Kaiserdamm SS, Eingang Rognitzstraße, vo» 14—18 Uhr fVorwärts-Epedition), SchuU, Char- lottenburg, Droysenstr. 12. 1. Gartenhaus III, Puseniak, Charlottenburg, Bugs- burgcr Str. 47 part., F. Schmidt, Eharlottenburg, Rofinenstr. 4 fLaden), Deutfcker Verkehrsbund, Eharlottenburg, Banreuthcr Str. 31. Pankow: Lygenm: Konsumverkaufsstellen in Pankow, Dovank- ftraße 102, Berliner Etr. 47, Breite Str. 1k, Kissingenstraße, und bei Max Echarfstedt. Pankow-Eitd, Epiekermannstr. 30, Kvnsumverkauf»- ft eilen t n Niederschönhausen, Kaiser-Wilhelln-Str. 70 und Kaiserweg 60 Köpenick: Körperschule! Otto Brinkmann. Spreestr. 1. Ott» Theunrr, Wenden. schloßstr. 47/48. Emil Schubert, fflemmingstr. 10. Bruno Kettner, Wahlsborser Straße 67, Erwin Monte, Dahlwitzer Platz 3. Fllr Grilnau: Franz Klein. Friedrichstr. 17. Fllr Friedrichshagen: Friedrich Etafchke. Kirchstr. 2S. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serlln. Atbtuug, Gomuastikkursn»! Am Donnerstag. I. Dezember, 10 Uhr, beginnt unter Leitung des Genossen Gleisner ein Gnmnasiikkursus in dessen Kursus» räumen. Slsasser Str. 26, Hos part. Anmeldung dorlselbst am ersten Kursus» erdend. Heule. Sonntag: Sesnudbrunpeu: Spaziergang durch Alt-Berlin. Treffpunkt 9 Vi Uhr Prinzenallee, Ecke Badstraße. Abends Beteiligung am Filmabend der Kinder. freunde.— Neichen berger Viertel: Heim Reichcnbergrr Str KS.»Suaend und Bartei.-— Schöneberg III: Heim Hauptstr. 15. Heimabend.— Sieglitz I: Besuch in Fricdrichsfelde. Sternwarte Treptow. Treffpunkt 13 Uhr Rathaus. — Baumschulenweg: Heim Ernftftr. 16. Lichtbildervortrag:»Kulturfragen des Sozialismus.-— Renlälln vi: Mufeumsbefuch. Treffpunkt HIO Uhr Hertzberg. Platz fZeitungskiost». 10 Uhr pllnktlich im Heim Wanzlikstraße. Rollcnver. teilung zur Eonnenwendfeier. Erscheinen aller ist Pflicht.— Tempelhos: Nach- niittagsspaziergang. Trefspunkt 15 Uhr Ullsteinbou. 10 Uhr Heimabend.— Hermsdorf: Wichtige Funktionärsitzung beim Vorsitzenden. Treffpunkt pllnktlich 15 Uhr. Werbebeziick Tiergarten: Heim Lehrter Str. 18—10. 10)4 Uhr:.Unsere?or- kämpfer.- Wcrbedezirk Neukölln: Heimabend Wanzlikstr. 7. Morgea, ZNonlag, 19!i Uhr: De» Singkrei» vbt lOtzi Uhr pllnktlich im Lindenheim. Falkplatz II: Heim Greifcnhagcner Str. 58. lO-Minuten-Referate.— Rosen- thaler Vorstadt: Funktionärsitzung bei der Genossin Hanna Seedo, August» ftraße 5. Erscheinen aller Funktionäre ist Pslicht.— Baumschulenweg: Heim Srnststr. 16...Museumsbesuch."— Tempelhos: Beteiligung an der Bcronstaltung der 2SV. Tresspunkt I0V1 Uhr Bhs. Tempelhof.— Paukow-Slld: Schule Kaiser-Friedrich-Straße. Lesen der Satzungen Werbebezirk vberspree: Beginn de, Kursus„Einfllhrung in die PoNtik- im Seim in Oberschöncweide. Treptow! Mittwoch, 30. November. 20 Uhr, Feierstund« im Biktoria» Garten, Am Treptower Park 26. Chor. Orchester, Weihespiel. Sprichchor. Voriräge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz- Rok-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E. 14, Sebaftianstr. 87/38, Hos 2 Tr. Sportplatz Friedrichoselde: Achtung! Sonntag. 27. November, 8—10 Lichtenberg, 12—13 Uhr frei fite Prenzlauer Berg, 13—14 Uhr frei fllr Mitte, 14— 15.Uhr Treptow, 15—16 Uhr FriedrichsHmn.— Montag, 28. Nooember. Fricdrichshain: 19% Uhr Versammlung in den Comenius» Sälen, Memeler Straße. Eingeführte Gäste haben Zutritt. Neferent Kamerad Erich Fraenkel. Thema:„Verpaßte Gelegenheiten feit 1018."— Steglitz fIung. >mlung bei Schulz, Birkbufchstr. 00. Boe. >en des Iung-Neichsbanners.-— Reukölln- .... Zug: 20 Uhr bei Srommcck, Sanderstr. 10, Zug- Versammlung. I. Kameradschaft, 8. Zug: 20 Uhr bei Rathgeder, Kaiser-Fried- rich-Etraße 212. 4. Kamerabschaft: 20—22 Uhr Turnen in der l. Gemeinbeschut«, Chausseeftr. 187. Prenzlauer Berg: Bollversammlung und Kinovorstellung im Kino des Deutschen Metallardeiterverdandes, Linienstr. 107. Anfang 20 Vi Uhr. Die erweiterte Vorstondssitzung findet am Freitag, 2. Dezember, 20 Uhr, bei Burg statt. Organisationsauswcise und Mitgliedskarte zwecks Kontrolle mit. bringen.— Kreuzberg: 20 Uhr gemeinsame Versammlung aller Iungmann. Gesamtveranstaltungd. Jungsozialistischen Vereinigung(SPD) Groll-Berlin Links — Politische Revue 1927(Splelgemeinschaft der Jung- soiialisten) Montag, den 28. November, 20 Uhr, im Städtischen Lichtspieltheater, Neukölln, Bergstr. 147. SA Ansprache Alexander Stein:»Kampf der Kultur- 1% reaktion". Karten zum Preise von 40 Pf. bei den IUI■ 0WB■ B Leitern der Jungsozialistischen Gruppen und an der Abendkasse. Die jungen Genossinnen und Genossen, sowie die Sozialistische Arbeiterjugend sind herzlichst eingeladen.(Untergrundb. Bergstr. schaften bei GNesing, Wassertvrstr. 68. Bortrag bes Kameroden Lonbtagsabae» ordneten Erich Kuttner:„Zugend und Wehrhasttgkeit."— Adlershas: 10 Uhr ...»-••-■~■" Dienstag, 20. Nooembe«. lO'ch Uhr bei Bolewski, ---------..._____„___».________,______ bei Krepp, Planuser.— Mittwoch. 30. Nooember. Schöncweide, Iungmannsd>aft: 20 Uhr Jugendheim Mädchenschule Riederschönewerbe Zusammenkunft aller Iugenbkameradcn fbis 21 Jahre). Pflichterscheinen. Willleriporlabtcilung: Lichtbiiderportrag und Monatsversammlung?0V1 Uhr Tücherbräu, Friedrichstr. 100. Gäste will» kommen. Weihnachtsskifahrt zum Wintersportlest nach Tanne im Harz. Nid>t Oberwirsenthall Anmeldungen sofort an J. Breslaucr, EW. 68, Markgrafen. slvaße 22._ Lrbeitce.SchStzenbunb, Ortsgruppe Berlia. Sonntag, 27. Nooember. Ort,» grnppe Brrlin: Alle Funktionäre Freitag, 2. Dezember, IlP, Uhr, Sport» kartcllbureau, Landsderger Etr. 82.— Montag, 28. Dezember. Abt. Westen(2a): Sport 20 Uhr bei Menne, Eteinmetzstr. 45. Abt. Friebrichshaips Mitgliedervcr. fammlung bei Bochan, Friedenstr. 61.— Dienstag, 20. November. Abt. Wilmersdorf: Sport 20 Uhr bei Kraiß, Holsteinische Str. 60. AbL Neukölln: Sport 19U Uhr bei Wolfs, Prinz.Hanbicry-Str. 67.— Mittwoch, 30. Roocmbrr. AbL Frirdrichshain: Sport 20 Uhr bei Menschcl u. Juichkat, Eoßlerstr. l. AbL Schöneberg: Sport 20 Ubr bei Schramm, Bohnste. 34.— Donnerstag, 1. Dezember. Ortsgruppe Berlin: Di- Geschäftsstelle befindet sich bei Bochan, Friedenstr. 61, offen 20—22 Uhr.— Freitag, 2. Suuabee. Abt. Webbing: Sport 20 Uhr bei Schauer, Utrechter Str. 24. Abt. Wrlmerstors: Sport 20 Uhr hei Piche, Hildegard», Ecke Schrammstraße. Abt. Neukölln: Sport lOVH Uhr bei Wolfs, Prinz-Handjery.Str. 67.— Sonnabend, 3. Dezember. Abt. Pankow: Sport 20 Uhr bei Hubert, Damcrowstr. 56. Da» neue StrasrechL Die Deutsche Liga für Menschenrechte veranstaltet Dienstag. 20. November, 20 Uhr. in den Spicheensälen, Spichernslr. 3, unter dem Thema:„Strafrechtsresorm und Bolksempfinden- eine große Versammlung, in der zu dem Strafgesetzentwurf Rudolf Olden(statt des verhinderten Georg Bernhard), Rechtsanwalt Dr. Arthur Brandt, Reichstags» abgeordneter Dr. Alwin Saenger. Arthur Wegner, Professor an der Universität Breslau, da, Wort nehmen werden. Den Vorsitz fllhrt Herr Justizrat Werthaucr. Berliner Gesellschaft für Plvchologie und Eharaltcroloqie. Sitzung Donners» tag. L Dezember. 20 Uhr, Kurfllrstendanun 45. Professor Honnlg-Danzig:: „Experimentelle Charotterprllfungen-. Urania-Bereia. Donnerstag, 1. Dezember, 20 Uhr. im Spaienbräu, Friedrich» straße 172, außerordentliche Bereinsverfammlung. Tagesordnung: Der Berkonf der Uranra. Aebelter-Sport und.»ultnrkartell Berlin. Achtungl E..A..MitgNeder und Funktionäre. Der Beginn der Vortragsabende ist nicht am 28. November. sonder» am Montag, 12. Dezember. AI» Erster spricht Genosse Oehlchläger im Jugendheim des Kartells in der Landsberger Str. 82, über die Entstehung der Arbcitcr-Sportbcwegung. Esperanto-Sesellschast Ehorlottenbur«. Montag. 28. Rovemder. 20 Uhr, im Restaurant.„Zur Hütte", Eharlottenburg, Kaifer-Friedrichstr. 53. Uebungsabend und Vortrag.— Gäste willkomme». Bund der kinderreichen Familien. Monatsversammlung in Form eines Familien-Unterhaltungsabends. Mittwoch. 7. Dezember. lOV» Uhr. Schulaula, Wiesen» Ecke Ercnzftraße. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Theophiles. 3. Puppenspiel Dr. Faust. Im Deutschen Zentralkomitee zur Erforschung»ad BelZinpfnng bee Krebs- krankhett wird auf Einladung Dr. W. Eramer, Mitglied des Krebsinstitut» in London, Donnerstag 1. Dezember, 10 Uhr, im Aaiserin»Friedrich»Aau», Luisen» platz 2/4, einen Vortrag über die Ergebnisse und Ziele der Krebsforschung halten. Gäste haben Zutritt. Dentsche Kinotechnisch« Gesellschaft«.». Sitzung 1. Dezember. 10 V. Ubr. Vortragssaal des Vereins Deutscher Ingenieure, Friedrich-Ebert-Straße 27. Vor- trag:„Erinnerungen an die Anfänge der Kinematograpbie in Deutschland-, Biochemischer Berei» Gr»ß»Berli». 2. Dezember: Moabit, Arminiushallen, Bremer Str. 74: 8. Dez.: Tiergarten, Wernickcs Festfäle, Potsdamer Str. 39/89»: Friedrichshagen, Treping, Bürgersaal, Friedrichstraße, an der Kirch«: 0. Dez.: Marienbors, Kellers Festsäle, Chausseeftr. 305: Velten, Tübbcckez Festsätc, Breiteste. 85._' Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. (Nachdr. verb.) Teils neblig, größtenteils etwas aufktarend, keine erheb« lichen Regenfälle, Temperaturen wenig verändert, Nachtfrostgefahr.— Jär veulfchlond: Nirgends erhebliche Niedetschläge, vielfach Nebelbildung, stellenweise aufklarend, im Binnenlande leichter NachtsioiL G eschästöenveiterung bei Stiller am Oönhoffplatz. Am Donnerstag, dem 1. Dezember 1927, 9 Uhr früh, eröffnet die Firma Stiller ihre neuen erweiterten Verkaufsräume, die sich nunmehr über vier Gefchosfe er st recken werden. Bequeme Fahrstühle führen zu allen Stockwerken. Die großen Verkaufsräume gestatten eine übersichtliche Verteilung der Waren, eingeteilt in Damen-,.Herren- und Kindcrabteilungen, und ein auserwähltes fachkundiges Personal wird gleichfalls dazu beitragen, jeden Einkauf zu einer angenehmen Zerstreuung und Genuß zu machen. In jedem Stockwerk befinden sich große Spezialtassen und Packtische, so daß bei oft vorkommendem Massenandrang eine glatte und rasche Ab- fertigung in Zukunft gewährleistet werden kann. Die neuen Per- kaussräume der Firma Stiller bilden eine Sehenswürdigkeit und die Kinderabteilung mit ihren vielen Ueberraschungen und Belustigungen wird vielleicht ein Tummelplatz für die Jugend sein. Zirkus Kapitän Schneider(100 Löwen) gibt heute. Sonntag, in der Wullen. weberstrnßc, 2 Min. vom Bhf. Tiergarten, seine beiden Abschiedsvorstellungen, nadMlttags 3 und abend» 8 Uhr. Nachmittags Kinder halbe Preis«. Da, plötzlich eintretend« Frostwetter und der Schnee hoben den Gedanken an Weihnaditen allen Menschen nähergebracht. Schon beginnt man sich mit dem Wcihnachtssest zu befassen und darüber nachzudenken, welch« Freube man den Angehörigen bereiten kann. Der Ernst der Zeit veranlaßt viele, sich mit schönen und nützlichen Dingen zu befassen. Das Angebot der Firma Teppilh» Bursch in. der heutigen Zeitung bringt solche Artikel, die als Weihnacht». geschenk willkomme» sind. Die Preiswürdigleit dieses großen Speziaihausc» ist bekannt Sck'aljapi» hat bei seinem Auftreten in Berlin einen sensationellen Erfolg bei Publikum und Presse gehabt. Die nach dem neuesten elektrischen Bersahren gemachten Aufnahmen des Künstlers sind nur im Elcctrola-Repertoir« enthalten, wie z. B. Woigaschiffer, Tod des Boris, Flohlied. Vorspiel dieser Platten erfolgt ohne jeden Kaufzwang bei der Electrola-Gesellschast m. b. H., Berlin, Leipziger Sir. 28. Di« in eharlottenburg, Winbschcldstr. 4t. und Wilmcrsdorfer Str. 70 wohn. hafte Teppich- und Linoleumfirma Gustav Bargende K.-S. macht auf ihren dem- nächst beginnenden Wcihnachtsverkauf aufmerksam CS empfiehlt sich, schon jetzt zu laufen, kenn noch sind b:e Läger gefüllt, und ein jeder hat die Möglichkeit, sich die schönsten Muster zu wählen. Don ganz besonderem Interesse werden die neu eingeführten Fußbodenbeläge Balatum'und Etragula sein. Läufer in 67 Zentimeter Breite sind schon von l,70 M. per laufender Meter erhältlich, während für 16 M. bereits wundervolle Teppiche, 200X800 groß, zur Auswahl stehen. Isttbcm1 Wir haben damit gerechnet! Es ist alles da: Doppelsohlige StlefeL Gefütterte Ledcr-StrassensticfcL Filz-Sdmal- lensticfcl mit Lederbesatz. Warm gefütterte Hausschuhe. Kamelhaarschuhe. Ucber- zichs tiefei. PclzsticfeL Ski-undRodelsfiefcL Eislaufs ficfel. Warme Gamaschen. Wollene Strümpfe. Socken und Unfcrzichsfrfimpfe für Damen, Herren und Kinder. Cr. 27» Gr. 51- 55 9.90 P«. hraoa Rindbox« Knaben-Stielcl aal Zwlachtmoh)«. velu fcdeppelt Für Damen: Für Herren: »90 Schwärs Boxcaif« SpanSenschnbe A9 wU lakihgenilod«, laut- »boote................. W# SchwarsBoxcaU« SchnOrochahe«! b Rthmcnarbelt vor» «Ojllthcr Mrostenechuh I Filzochnfiniiefel �90 ml: tederbe oMe.«arm 5«- I —...... 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Ab». ffüt die vielen Beweise herrlicher Teilnahm»»nlSfi'tch der Einäscherung unterer teuren Sntschlaiene» Anns 5cl,mi«ßt geh, Rcblcld sagen wir den Benvandten und Be» kannten, dem Redner de« Bolkokeuer- l>rstaitung,v»retn«. dem»eerdigunas- Berein Berliner Zimmerleut«, den che- nosstnnrn und Denosscn der 19. Ab, der SPD unleren herzlichsten Dank. Schliniidl und Kinder Stiltliier Str SS. Bettffedern anerkannt billig und reell. Psd gr-u«Pf..geschl.g0Pk. l 75. Halddaun- 2.75,4 5 50 an w gegen Nachn. Muster. Prelsl.sre«. lein Risiko. Richtvafiend zurlllt.»»dm. Batlieäeraroerinlbau» Saadnel i StadKr, Berlin E 19, Landsberger Str. 43. Sqnieailch» Damvsreiainun-> oratio Vsnllselimuekdilller T 8 1 l. Z A h l. U lV Q ohne Ansahlunn kauft man direkt ab Fabrik Xnnstbitder-» Kahnsnfabrik »Diamant", PremlauerStr. 47 Kalatog gratU. fiomocord Die Vteihnaehlsiilatten der(SeroerhsehattsmitBlieder Weitere tiea-AiiftiaiiiiieD m OtSrea des ArlielteHdDjieriiDDdes. Homoairfi-Electro-feniaatiialiiiieD Berliner Sennderi evor Mitglied des Deutschen Arbelter-SSngerfcundes Dirigent: WALTER HANEL 4-2349 Tora Folcson 19407 (aus d. Norwegltchen des PerSllve) (C. Ad. Uthmann) BrOder xnr Sonne 19408 (Rotgardisunmar&ch)(H.Scherchen) Freie Cltorverefnl�nnst Köln Mitglied des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes Dirigent: Musikdirektor HEINRICH NICOUN 4-2405 Nürzinfl 19392 (Mus.Qottfried Angerer, Text Siegbert Salier)(Op. 149) Frtfmidies Bhelnland>9391 (Walter Obrem) mmmmm Honiocordplatten tiberall erhältlich, nonat aelirelbea an— Homophon-Company rh Berlin SW68. Alexandrlnenstr.lOS VeriegitDg eines Berlioir Zollaintt. Dl» fiollamt ftlostetHrane wirb zum I. Dezember 1SZ7 nach der Reuen«änig, strotze 51 SS oerlegt unb tüh« von diesem Tage ad die Bezeichnung„SoHaml I Occdn-Ttcne StSuIgstrabe-. In den dwhrrigen Räumen wird die polet- attngabe am 30. Itavembec 1927 um 12 Ahe mittag« gelchlossen. Bi4 dahin nicht abgeholte Palet» werden vom I. Dezemdee IS27 ab in der Reuen «önigiir. SS/SS adnesettigi. Berlin, den 24 November 1927. Der PrSfideat de» Landesfinanzernt» B-rU». ______ itterannoteo tom......... fchiaf-cluilseioaRae« CtiaHelonLue-Detken ~" manöe Konkurrenzlos!!! Melaabetten...|0.50 an fFanoBärfnöeVTT.. Ii— Palen: malratzea... 0.—. Freisendung! Ratenzahlung! Göhr, Berlin, Pappelallee 12 Pankow» Schmldtstr. 1. Eisu-tafiBeUen, Kinderbetten« Stahlraatr., rßiiPt, an Prlv. Kot.2ü49fr,Bl9enmöbclfab.Suul( fhür.< Achtung! Inflationsopfur aller Art! Se'chsbankgliublrer. Rentner, Sparer, 'obnungslose, KrUgsbeschädigie usw. HemszumMassenprotesl u". �e« Dienstag, abends 8 Uhr,„Meue Welt»», Hasenhtlde. Tagesordnung- 1. Bericht über die Oerichtsverhandlung Dr- Schacht gegen Winter. 2 Schaffung einer Einheitsfront der Inflatlonsopler gegen die Schuldigen. Redner: Bctricbpanwalt Winter. Lcipxtr. Einlas 6 Uhr. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Ffg. DeatteherVoiksbnnd„Wahrheit u.Recht". I.V. Alb.Nowak,L(lpitg Reichsregierung und Reichstag sind eingeladen. SBern hard chwarrz Berlin Wailstr.13 ■mSCmmmSSSSSSJ Friedsneo IMmMLnSSSiBmimmäi QardinenB*heinsfr.6?|Ter)t?»cheli Uge Gardinen!——= illige Tisch- u. Dilvandecken! Vir vorhauroa trotz arfalgtar Prelsarhötaung der Fabriken Neukölln, Hermannstraße 32 Filiale: Nowawcs, Priesterstr. 57. Filiale: Eberswalde. Eisenbahnstr. 99. neben der Hauptpost eher An tetett ote'4»eti Panl GoIIeta. IPtm,»«beri lim MarianncnstraBc 3, Site Nounynilratz» Am« RloriNol.iasoS 5RTeck kascHinen 50N«I«F 0 verkauft Wir fabrieler. nieder in gro- Pcn Serien u. sind hierdurch in der lagd, unsere bisherig, billigen preise nochmals bedeutend b er- sbrusetzen. Wir bieten lerdurch Ge- _____ P-nhsit, ru PtCST. esen günstigen Sonder- irelsen skh ei,. Ona irafc-Mu�kinjUBioem nt wohlleilen Bedingungen wuttschaHen. In unserem Kaialog finden Sie die MI Igsten bis zu den elegantesten Instrumenten mit neuester ToalObruaz» Modell 1928. 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ReSRJ» UllflBf NenhöUfl.PU a e Emse Str.U DEUTSCHE SPITZENSCHULE W SO, Pauaner Strafe 3, Bureauhaas Ecke Taaenlrlenstr. ladet ein zu einer Weilmachtsausstellung mit Verkauf Tom 27. November bU 4. Dezember. auch bis xu 12 Monatsraten fötuUiatdG£ Cci\ w�mma Bcr/cn.Leioz'gar Str 122- 72S Sonnkag 27. November 1927 Äus öer Mlm-ADelt Beilage des Vorwärts Die Filme der Woche. »Oer Weg alle« Fleisches.� (Ufa. Pavillon.) Dcfj Emir 5« tt« t n 9 s unser größter deutscher Filmschauspieler ist. braucht uns nicht erst bestätigt zu werdcn.„Der letzte Mann". „Variete,„Geschäst ist Geschäft. schlietztich auch sein Tortüfs und sein Mephisto leben unauslöschlich in unserem Gsdächtnis. Die Verpflanzung nach Hollywood konnte also sein« Vedeutung für uns kaum mehren, aber die Frag« war, wird er sie drüben behaupten und auch in der amerikanischen Produktion die Rolle spielen, wie bei uns? Jannings' erster amerikanncher Film, der erst jetzt zu uns kommt, hat alle Bedenken ausgelöscht. In der glanzvollen Reihe seiner bedeuten- den Leistungen erstrahlt eine neue. Der Manuskriptverfasser B i r o hat«ine ziemlich tolle Geschichte erfunden, die der Verwandlung»- sähigkeit Jannings' in starkem Motz« Rechnung trägt: er tritt sozu- sagen in drei verschiedenen Rollen aus. Zuerst ist er«in braver, biederer deutscher Bankbeamter in der damals überwiegend deutschen Stadt Milwaut« um das Jahr 1910. Cr ist der tyoische deutsche Spießbürger, die Ordnungslieb« und Pflichttreue selbst, ein oracht- voller Vater, der sein« sechs Kinder auf» sorgsamste, wenn auch nicht ganz ohne Unteroffiziersmanieren erzieht. Im Geschäft genießt und verdient er alles Vertrauen; unter seinen Kegelbrüdern ist er eine beliebte Persönlichkeit. Stolz umflattert ihn sein sorgsam gepflegter blonder Vollbart, ein gutmütiges Zwinkern sitzt in seinen Augen- winkeln. Da kommt die Katastrophe. Nicht nur der Bart, sondern der ganze Mann geht den Weg alles Fleische». Für einen Tag und eine Nacht wird er ein ausgelassener Draufgänger, und das alles bewirkt ein kleines Dämchen, in das er sich aus der Reis« noch Chitago sin einer reizenden Szene) vergafft. In Chikago soll er für seine Bant ein Palet Aktien»erkaufen. Aber als er nach der durchtollten Nacht aufwacht, ist mit dem Damchen auch das Paket verschwunden. Umsonst sieht er sich im Spiegel nach seinem früheren Ich um, wie schon am Tage vorher, als«r sich den Bart dem Flittchen zuliebe abnehmen ließ. Der brave Bürger ist dahin und der drauflosstürmende Lebemann nicht minder. Di« Leiche eines Mannes, den er im Kampfe unter die Räder eine» Zuges schleuderte, gilt, da bei jenem sein« Papiere gefunden werden, als die feine. Auf seinem Grabstein lieft man die Inschrift, daß er in treuer Er- iüllung seiner Pflicht gestorben ist. Lber in Wirklichkeit lebt er alz einer der vielen Namenlosen und Ausgestoßenen weiter. Wieder ist ihm der Barl gewachsen, aber ist nur noch«in Stück Wrack- Einmal leuchtet ihm noch die Sonne der Erinnerung und der Freud«, ol» er einen feiner Söhn« als berühmten Geigenkünstier entdeckt und in seinem Konzert da» Lied hört, da, er ihn selb«? gelehrt. We Quellen der Wehmut und Rührung brechen auf, wenn der alte Mann, ganz in sich zusammengesunken, diesem sentimentalen Liede lauscht, das sein eigenes Schicksat malt. Aber Manuskriptver- fasser und Regisseur(Viktor Fleming) sind noch nicht zufrieden damit. Er muß noch Zettzg« werden der Gedächtnisfeier, die seine Lieben an seinem Grabe veranstalten, und am Weihnachtsabend durch die Fenster seiner ftüheren Wohnung schauen, um dos traute innige Familienleben von fern noch einmal mitzuerleben. Dann wandert er. zunächst von der Polizei geleitet, in die Schneenacht hinaus. Er wird für immer verschwinden, um nicht den Frieden der Seinen zu stören. Man muß den Blick des alten vereinsamten Mannes gesehen haben, mit dem er an den Wundern der nun für ihn oerfchlvssenen Weit sich festsaugt, um diese tränenweckende Wirkung des großen Menschendarstellers zu verstehen. Aber man muß doch wünschen. daß ihm in Zukunft ander« Aufgaben gestellt werden, in denen er sein« Kunst nicht an Sentimentalitäten oerschwenden muß. D. »Die raffinierteste Frau Berlins.� (Primus-Palast.) Dill der Film seine Bedeutung rechtfertigen» dann hat er auch neue Verpflichtungen. Und warum sollte er ihrer nicht bei der rafft- niertesten Fraa Berlins(die übrigens nur im Text vorkommt),«in- gedenk sein? Aber nein, er reiht sich«in in die übliche, ach so sabrik- mäßige Filmherstellung. Dos Manuskript erzählt, nach Filmart, von Gaunern und Lieb«; das heißt, die Gauner werden bestraft und die braven Mädel be- komme:', reiche und gute Männer. Die gute Parti« muß man eben stets als.moralische Tat" des Film» werten. Gleich nach den ersten abgerollten Metern Filmband befürchtet man beinahe Kitsch, aber es wird vollendeter Kitsch und da« trotz der Regie von Franz Osten. Es muß wirklich starkes Befremden auslösen, wie er die Schauspieler vor die Kamera holt. So läßt«r Nina Banna nur Echönheti markieren und Mary Io h n s o n, die überhaupt leicht �um Schwindsuchtstyp wird, bleibt ein« Pupp«, jedoch keine zerbrechlich«, zierlich«, sondern ein« stocksteife. Luigi Serventi,«ndrö Mottoni und Aruth Wartan mochten in pomadisierter Schneidigkeit. So sieht man denn gut sitzende Anzüge. Form im Benehmen, ober von wirk- lichem, echtem Spiel keine Spur. Man verdrängt im Durchschnitts- film nachgerade die gut« Schauspielkunst, nicht zuletzt dftrch die Schuld des Publikums, dem jung« Schauspieler allein durch«in bißchen Feschsein gefallen. Rudolf Klein-Rogge tonnte einmal etwas Maskentunst zeigen, aber gemessen an seinem Können wurde auch ihm bloß«ine klägliche Rolle zugeteilt. Am besten erging es noch Paul Biensfeld» der als Detettw dümmer sein durfte, als es die Polizei erlaubt._ e. d. »Die envachende Sphinx/ (Mozartsaal.) Afrika, feine Menschen, seine Landschaften, sein unvergleichliche» Tierleben sind uns durch die Filmreportage so gut erschlossen, daß kaum noch viel Neues hinzuzufügen ist. Aber wenn min jemand eine As-ikareis« macht, so will er natürlich von all den schönen Sachen, die ihm vor die Kainera kommen, Bilder vorweisen. So gerät er dann in die Gefahr, schon Gesehenes zu wiederholen. Colin Roß ist diesem Schicksal auch nicht entgangen, er hat Afrika für große Veriagsanstallen vom Kov bis Kairo zum Teil mit seiner Familie bereist und breitet nun seine Erfahrungen und Bilder(außer in einem Buch) auch in einem Film aus, den er mit eigenem Vortrog begleitet. Gewiß sieht man gern wieder die Girassen- und Zebra- Herden, auch eine Elefanten, oder Löwenjagd Hot immer noch ihre Reize, und die grandiösen Biktoriasälle oder der Kilimandscharo sind nicht zu unterschötzen. Aber man kann nicht in zwei Stunden das ganze Afrika, sei es bekannt oder unbekannt, zeigen und seine Probleine erörtern. Herr Roß hat die» wohl auch gefühlt, und er stellt deshalb das Problem des Weißen und Schwarzen in den Bordergrund und zeigt uns den Reger bei der Arbeit: bald als jahrelang gebundenen Äontraktarbeiter bei der Diamanten- oder Kupfergewinnung, auf der Plantage oder am Hafen, bald als freien Lohnarbeiter oder selbst wirtschaftenden Unternehmer, der sein eigene« Auto fährt und seine Angelegenheiten selber verwaltet (Uganda). Herr Roß sieht die Gefahren, die der Kapitalismus in Afrika heraufbeschwört, aber er weiß auch kein« andere Lösung, als daß man Deutschland eines Tages wieder in die Front ruft. Aber ob Deutschland nun Kolonien wiederbekommt oder nicht— es werden deutsche Kolonisatoren in Südwest- wie Südostafrika ge- zeigt—. die Negersrage wird dadurch nicht gelöst. Sie ist ein Teil des allgemeinen Kownialprobleins, und es hängt ganz von den Zkolonialinächten ob, ob die Negersrage eine Arbeiterfrage werden oder zudem ein Rassen- und Uirterdrückungsproblem bleiben soll. Herr Roß zeigt vielerlei, sogar zu vielerlei, zum Schluß auch noch reichlich bekannte Bilder aus Aegypten'. Die nächsten Afritasilme werden sich aus beftimnite Gebiete beschränken müssen und diese dann eingehender behandeln können. War nicht einer unserer schönsten Kulturfilme das Leben eins Eskimos oder auch eines Samoaners? So möchten wir auch einmal einen Negersilm(oder auch mehrere) sehen, der uns eine Negerfamilie in ihrem täglichen Leben und Arbeitsprozeß innerhalb des Dorfes vorführt. r. »Oer König der Mittelstürmer.'' (Smelka-Palast.) Es bleibt dabei, der Film der Arbeitersportleralympiade bleibt das einzige Werk, das ein reiner Sportfilm fein wollte und als solcher stärksten Erfolg hatte. Beim König der Mittelstürmer über- wuchert die Liebesgeschichte. De..noch ist er nicht nur eine Aoge- legenheit der Liebe, sondern auch noch ein« Sache der Konfektion und der geschmackvollen Inneneinrichtungen. Tull Harper, der Sohn eines vor dem Bankrott stehenden Konsuls, verliebt sich in die Hauptgläubigerin seines Baters, eine amerikanisch« Millionärin. Und zum Schluß gewinnt er für seinen Berein die Fußballmeister- schaft und privat die reich« Mabel, die inzwischen schon Kompagnon seines Vaters wurde. Mit der Logik dieses Manuskript« kann man natürlich auch Fußball spielen. Wenn z. B. der König der Mittel- stürmer sich nur an den Schreibtisch setzt, klappt geschäftlich gleich die ganze Chose, und dieselbe Situation ergibt sich, wenn Mabel mit ihren schönen Augen in die Derträge mit Ruhland schaut. Paul Richters Leistungen als Siegsried und Pietro, der Korsar. stellen an den Regisseur die gerechtfertigten Forderungen. aus diesem Schauspieler etwas zu machen. In den bisherigen Salonrr llcn scheitert« Paul Richter meistens am Regisseur. Das ist hier bestimmt nicht der Fall, denn Fritz Freißler stellt ihn, den Publikumswünschen entsprechend, als schönen, eleganten, frischen Menschen heraus. Aud Egede Nissen ist eine vorschriftsmäßige Partnerin. Die Däterrollen sind glänzend besetzt mit Fritz A l b e r t i und Rudolf L e t t i n g e r, diesen beiden kultivierten alten Herren. Liebespaar Nr. L spielten Colette Brettl und Karl Walther Mener im üblichen zärtlichen Getue ohne jede Eigenart. Teddy Dill wirkt als komisch« Figur nicht nur durch massive Körper- lichkeft; denn er hat erfreulicherweise angeborenen Sinn für Humor. Di« echten Sportbilder bringen Aufregung, Rhythmus und Leben. _«. h. »Um Himmelswillen/ (Ufo-palast am Zoo.) Au» den szenischen Einfällen dieses Harold-Lloyd- Fstms würden deutsche Lustspielregisseure mehr als ein Dutzend Film« zu- rechtschneidern. Hier ist jede Szene restlos filmisch erfunden. Kein einziger Wortwitz schlägt die Eselsbrücke, nur die Situationskomik entscheidet. Wie oft hat man„Harold Lloyd in ähnlichen Bedräng- nisten gesehen, und immer wieder findet er neu« Barianten zu demselben Thema. Auch jetzt ist er der harmlose jung« Mann, aller- dings mit Dollarmillionen gesegnet, der in sinstcre Aisären hineingerät, ohne zu wissen, wie es geschah. Er wird plötzlich Finanzier Der nene grofte Dussenttlm der Promefliciis ttßgq l w\j mn � m*3 Draoftttbrung; Dienstag, 29. November PHOEBUS-PALAST (Anballcr Balmbol)/ lägllöi I", 9" Ohr eines Missionshauses im Verbrechervicrtel New Jorks und bekommt es fertig, die schwersten Jungen zur Andacht zu zwingen. Er bozt. schlägt um sich, belästigt Passanten, läßt sich verfolgen, bis er mit der ganzen Gesellschaft im Missionshaus landet. Man glaubt kaum, daß dieser Höhepunkt überschreiten werden kann, und doch gelingt es Harold Lloyd und seinein Regisseur Som Taylor. Lloyd will heiraten, die Klubfreund« sind dagegen und entführen Lloyd, aber die bekehrten Iun�n holen ihn zurück. Leider sind sie trotz der Prohibition auf ein Whiskyfaß gestoßen, sie schwanken bedenklich, und Lloyd bringt übermenschliche Kraft auf, um den Transport un- beschadet noch Hause zu bringen. Hier setzt ein Cancan holder Un- Vernunft ein. diese Fahrt ist ein einziges Tromnielseuer witziger Einfäll«. Weglassen bedeutet manchmal ein stärkeres Wirkungsmitt.l als liel-evolles Ausmalen. Dazu ein Tempo, das fasziniert, das den Zuschauer überhaupt nicht zur Besinnung kommen läßt. Die Dinge und Geschehiiisse oerlieren ihre Schwere, man lebt in einer Welt, in der andere Gesetze regieren, und daneben ist der Film noch eine Satire auf die heiligsten Güter der Amerikaner: auf ihre Ord- nung, auf ihre Polizei, auf ihren Moralslpeen. F. S. »Das k.«. f. Ballettmädel/ (Aeba-Palast Atrium.) Das alte gemütliche Wien aus der Vorkriegszeit mit seinen süßen MädAn und feschen Kavalieren, seinen kunstbogönnernden Erzherzögen, seinen schönen Bauten und Anlogen, das ist immer noch die groß« Mode im Film. Io. richtig, bald hätten wir den Heurigen bei der Aufzählung der Wiener Herrlichkeiten von einst vergessen. Aber er kommt in dem jüngsten Wiener Film auch wirklich nicht vor(und dos will was heißen). Di« Herren Bachrach und Neufeld haben das Milieu des Wiener Balletts zu ihrem Speziol- thema erwählt. Der Vallettsaal mtt seinen Proben und Intrigen, der Erzherzog, der lieber das Ballettchor als sein Armeekorps kommandiert, und der süß« Fratz, der rein durch Zufall aus der letzten Quadrille zur Favoritin des Erzherzogs und Prima-Vallerina avanciert, das ist so der Inholt dieses Films, der sich den Augen einsc�neichclt mit all den netten Mäderln in Gazeröckchen und den schmucken Uniformen der Herren Ossiziere und oll dem anderen Gschnas, der nun einmal in den Augen mancher Leute das Wesen von Kapua-Wien ausmacht. Der Erzherzog, der unter der erschreck- lichen Tyrannei seiner Tanten und Onkels steht, wird zuauterletzt um fein Mädel gebracht, er wird ins Manöver geschickt. An seine Stelle tritt der k. u. k. Oberleutnant, der(natürlich) das Mädel schon lang« siebt und mit Entsetzen sieht, welche(scheinbaren) Avancen der Schelm dem Erzherzog macht. Dieser Schelm ist Sinn Grolle, die erfreulicherweise aus dem Ballettmädchen kein Zucker- püppchen macht, sondern drall, natürlich und sogar keß bleibt. Sie hat jetzt schon ein außerordentlich entwickeltes Augenspiel und ver- spricht, in die Monotonie der weiblichen Filmdarsteller ein frisches belebendes Element zu bringen. Werner P i t t s ch a u als Oberleutnant stand offenbar schon unter diesem Eindruck. Den Ballett- kommandeur stattete Wert Paulig mit echt österreichischer Be- häbigkeit und erzherzoglicher Wurschtigkeit aus. Max N e u f e l d führte dm Reigen mit sicherem Geschmack zum guten Ende, immer auf gute Bildwcrtung bedacht und darin voir Hans Theyer wirksam unterstützt._ r., »Die indiskrete Frau/ (Mannorhaus.) Dieser Film ist das typische deutsche Lustspiel, das den Haupt- otzent auf den witzigen Text und nicht auf die filmische Ausdeutung der Szene legt. Manchmal sieht es so aus, als ob das Bild nur vorhanden ist, um den Wortwitz zu illustrieren. Das ist weniger die Schuld des Regisseurs und des Verfassers als die Schuld eines H falschen Schemas, noch dem der deutsche Durchschnittsfilm gearbeitet wird. Aber schließlich will es auch das deutsche Publikum nicht anders. Die Handlung ist durchaus für den Film zu verwenden. Es Handell sich um zwei Ehepaare, deren Frauen aufeinander eifersüchtig sind, ohne Grund zu haben, die ihre Männer bespitzeln lassen, bis da» End« die unbedingt notwendige Auslösung und Hör- monie bringt. Ganz entfernt erinnert das Manuskript des Walter R e i f ch an die köstliche.Ehe im Kreise", ober dort herrschten Grazie und Leichtigkeit, wahrend hier der Regisseur Karl B o c s e alles mit Gründlichkeit und Schwere belostet. Dadurch werden aber die Vor- gänge ollmählich langwellig. Eine Handlung, die beinahe das lln- wahrscheinlich« streift, darf nicht mit allerlei naturalistischen Details behängt werden. Der Regisseur, der sehr hübsche Szenen stellt, verfügt nicht über das Talent, die schauspielerische Leistung derart zu variieren, daß sie immer wieder von neuem sesselt, die Schau- spieler bleiben zu sehr in der Schablone verhaftet. Maria P a u d- l e r, die dieses Schema durchbricht, wird in Hintergrund gehalten. Nur in ein paar Szenen hat sie Gelegenheit, ihren Elan, ihr frisches, natürliches Temperament zu zeigen. Bespermann kommt ihr in seiner Gelöstheit am nächsten, während Georg Alexander sein gewohntes Gesicht zeigt, und Jonny I u g o sst so zurückhallend und sparsam in ihrer Geste, daß sie schon leblos zu wirken beginnt. Auch Paul Graetz ist bereits besser gewesen. F. S. »Alles Schwindel/ (Tauentzlen-palast.) Man sah Reginald Denny in Sportsilinen in einem Tempo, das von der Erdenzeit wegrückt, man sah ihn in Grotesken voll derbsten Ulks und jetzt sah man ihn in einer Komödie als den allcrnettesten Schwindler, den man sich nur vorstellen kann. Noch nie hat Reginald Denny enttäuscht, und er bucht auch jetzt wieder den Erfolg für sich aus der ganzen Linie. Dieser begabte Darsteller hat stets etwas herzgewinnen«, Aufrichtiges in seinem Spiel, und seinen Schwindel— obwohl er ein Sir ist, gibt er sich, einer schönen Gesellschafterin zu Lieb«, als einfacher Sekretär aus— nimmt ihn niemand übel, zumal auch alle anderen Beteiligten schwindeln. Und sie tun es sehr geschickt und amüsant, dank der vor- züglichcn Regiekunst von W i l l i a m A. S e i t e r. Er gibt jedem Schauspieler eine dankbare Rolle und veranlaßt sie zu einem ob- gerundeten Ensemblespiel. Er hat gute, wenn auch nicht funke!- nagelneue Einfälle, die er ausgezeichnet zu gebrauchen versteht. Alles stimmt er auf den leichten Ton ab, auf eine wahre Komödie der Irrungen. Darum war es auch kein Wunder, daß dieser Film mit großer Freundlichkeit aufgenommen wurde. Wie die Ding« in der Filmindustrie liegen, wird man ihn irgendwie nachzuahmen ver- suchen, aber da» wird vergebliche Mühe sein, denn diese Leichtigtell und diesen Charme kann man nur aus sich heraus schaffen, den kantz man nicht in Schablonenware einfangen.—g. Stock feizi lOffacfiier WeUrelcorc9iEABMil»erT Die Inf emati anale SportkommJaslon(F.J.CM.) In London hei die von FrL Hannl Koehler während der 24'StandenfahTt Im Sommer d Js. anfgesfcllfen Langstreckenrekorde genehmigt Ein neuer Deweis fir die LelililrfHhlglrrtt de* billigsten, einfachsten und sparsamsten Motorrades der Welt Nur PIK. e,?5 (geringe Anzahlung) Sicucrfrei Führerscheinfrei Sonntg„27.11 27 Staats-Oper AmPl.d.Republ. Vi, Uhr Staad. Stepielh. (b GiDdarmtDmarkl Anf. 8 Uhr: YOflVeDeilig Sonnig., 27.11.27 Städtisdie Oper Bismarckstr. Ab.-Tanj.l Anf. 7Va Jonny spielt auf Staat!. Sdiillerth. Charlottenburg 3ölif;FaflStl 8 Uhr Volksbüh ne TU. id Sdiiffbaatnlinii 3 Uhr: Gtow Daii Der gemtUlidie KommUsAr 8 Uhr Schieber des Rahms fbealer an Silovpliti 2 Vi Uhr: M\ Gyn! 8 Uhr. S�KomisdieOperS«! | Neanrtlgcs Rcyue-Stäck I Alles Nacktil 1(Nach d. gleich n. Paris. Revuel I.Tout nu"). 200 Mitwirkende| Original• Pariser Kostüme Sonnt Z>,, Uhr: Vollständige Vorstellg. zu kleinen Preisen Jeder Erwachs. I Kind frei Parkett 3,5» Mk. I Theaterkasse ununterbr.geCIfn| VOOlMMM Norden 10334— 37 i U. Ende 1 1 L v.Gerh. Hauptmann Stjii: Max Reinhardt Kammerspiele Norden 10334—37 7>,. Uhr Ende nach 10 Uhr „Haya" iduatpitl Tod Smog Gjntitlon Regie:.Gaston Baty Dienstag, d. 29. Nov Zum 1. Male Vi, Uhr Broux-Exprelr Komödi rot Ossip Dymos Regie; HeinzHilpert Die Komödie Bismarck 2414:7510 S>/, U, Endenach 10 Die Elte von Weit liaadii tm Hm Coviri Regit: fmler Ltrriugt PiscatorbOhne rbeiL a. tolliidorfplit) Kurfürst 2091/93 Anf. 4, Ende nach II Saspilii, die lonunovs. der bieg und das Volk, das gegen sie aifsfand von Alexey Tolstoi und Schtschegolew msc. Erwin PUcator GROCK und waltarn • Internat. VarlaMstars Sonnabends n. Sonntags Je 2 Tonleilnnpen jao u, g uhr— 3�2« ermäßigten Preisen des ganze Programm. Behrenstr. 53.— Ztr. 7956. Rar nodi 3 Tage] Szöke Szakdll in seinem urkomischen Schlager; „Schon wieder Sanerkrant..r* Willy Prager bringt neue Schlager und konferiert; 10 weitere Attraktionen ElnlaS; Uhr 630. HALLERI ~I Täglich 1«h. Uhr K E V II C 8>/« Uhr Sonntag, II'/, Uhr Torm. (Funk-Konzert des Jazz-Symph.-Orch. der Hal{er.Revue Dir. Hans Schindler | und der Godwln-Band Alfred Braun — persönlich anwesend— sagt d. Programm an. Preise SO PL bis 2 M. , Wann und wo" THEATER m ADHIRALSPALAST HEUTE , Sonntags-Vorst 3 u. 8'', U. J Nachm. die ganze Vorst zo halben Preisen | Mitiwoch u. Sonnabend, 31/, Uhr Mlrchen-Rerue • Aschenbrödel" Kleine Preise 1-8 M. ■ Melstersnal 2. Dezhr. 8 Uhr: WW ' V I 0 l I■- K O N Z E B T 1 i Loflc Sdiradcr i I Am Flügel: Clemens Sdunalstidi* : S d o h r: D-moll. Bach: C-dur. g ; Paganlnl, Sarasate u. a. i Karten M. 5, 4, 3, 2 b. Bote& Bock. WWW Wertheim u. Abendkasse WW MOKKA EXPRESSSTUBEN EUROPAHAUS l-KÖNIGGRÄTZ ER-STRASSE 118�19. KAFFEE AUS ORIGINAL- EXPRESSO- MASCHINEN KUCHEN oderTORTE ' 30-3 V0REUGL.E15 mit SAHNE 4.5� EISCREME-SODAFONTAINE üroBes wWEilW. rigi au. Sie neue CHARBLL. Insaei.ie- nng mit Etz Pilienberg Rita Georg Beodo« Jankuhn Szöke Szakall Werkme ster Westermeier Jackson Rots Sunshine Gills Ausst Prof. Stern Dtrig. Dr. Römer nacbmitt. 3 Uhr Werner Zre« 3 in eneltenan. Kleine Preise. VorverKani 10-6 Uhr Neues Theater am Zoo Täglich 8 Uhr Die Hotelratte Operette v. Brommc Alka tetrr. Pul tieiduun ÄUINTZICN PALAST 4lltS scimiW' KAunoouc* REGINALD DENNY Tb. iia Adniralspalast Täglich 8'/, Uhi KALLER BEVDE 2 Heute Senntag Vorstellung. 3Uhru.8',.Uhr liiin. Iii outi Vot- shlhjug ie hilb. Prtii Heute I>>/, Vorm Funk- Konz. d.Jazz-Sinf.-Orch der H aller- Revue 5ir. Hans Schindler u.d.Qodwin-Band Allred Brann persönl.anwesend sagt d. Progr. an reise SO Pf.— 2 M Heute Konnlag 3*' lü. halbe Preise Volles Circuspro- gramm und „Berlins grOSte Märchen- Revne- mit Kinderbelust u.Geschenkvert Abends Uhr: „VicKl weitet um die weit" Letzte Aufführung 29. Nov. In Vorbereitung: I»u6s Hanfgestoii. /�%GR#SSES SCHAUSPIELHAUS dtetätfcUi' JäUvto V EINE � MARCH fNREISE IN VIELEN BILDERN FDR GROSS U. KLEIN. KHGIE AI FRED BRAUN AUS DER BILDEREOLGE: Am Meeressfrnnd• Die Insel der sieben Tünne» Die Wunderpuppen• Am Hole des Kaisers von Japan» In der russlsAen Steppe• Im Filmparadies• Bei Charlie Chaplin»In der Heimal» Weihnachtsbescherung fat dar HanptroOc; JIM Braun mit seinem Wunderhund Crambambuli PRBMBRE;«JMMB. IBB ,0 UKWIBll. Nü und laden Sannabend. Sannlag und Mhfwaeb nachm. SV, Uhr Klala« Nsehmltttgapralsa von SO Pfg. hls N. ABS Sonthlaa-Glrls» Jaekien- »oja. I» Miwlrkaada „Ein Wunderwerk--" B. Z. am Mltlag rv-is- Lied von zwei Menschen mit Oeorge O'Brien Jan et Gaynor Manuskript: Carl Mayer nach der Novelle:„Die Reise nach Tilsit" von Hermann Sudermann Regie: F. W. Hurnau Bauten: Rochus diese MU Täglich: 5.15 7.15 9.15 Sonntags: 3.15 5.15 7.15 9.15 C APITOL Nollandorf: TOPS c MM Vonrorfcaafi 13-2 Theatei am Scbilibauenlanini Täglich 8 Uhr Schieber des Ruhms I | eine Patrfotenkomödie von Pagnol und Nivolx[ Regie; HEINZ HILPERT Baerwald/ Meingast/ Bcthge Gronao/ Reuss/ Almas/ Asper Kardiow/ Mainzer/ Schweizer 1 Vorverkauf täglich von 10'/, bis IV, Uhr an der 1 | Theaterkasse und in den Warenhäusern Tletz und[ Wertheim. Stg. nchm.3-U.: ErmlBlMePr. Sonntag, den 27. November vonntltags II1', Uhr. ■ Konzert dir. Brich K. Sachs, W 50, Segenshnrger Str. 23| „BÜRGER-KONZERTE-VEREINIGUNG" unter dem Protektorat w om Möistaäspräslileotoo iSko Republikan. Vereinigung zur Pflege volkstümlicher Orchestermusik. Förderung sozial-kultureller Interessen und Unterstützung der Wohliahrtskasse des Reichsbanners Schwnrz-Rot-Qold, Philharmonie, Donnerstag, d. 8. Dezember, abends 8 Uhr: Blnführungskonzert(I. Sonder. Veranstaltung). Persönliches Erscheinen des Reichstagspräsidenten und anderer Reglerangspersönllcbkelten zugesagt Das verstärkte Philharmonische Orchester. ARTHUR MOLINAR MARIA SCHREKER Progr.: Beethoven-Sinfonie. Nr. V, C-moll, Opern-Arien, Lieder.- Rieh. StrauB: Don Juan. Dir.: Sol.: Fortlaufend regelmäBige Sinfonie- und Solisten-Konzerte usw. in QroB-Berlin und Umgebung.— Würdige Feiern an den Gedenktagen der Republik(Verfassungstag. Todestage: Eben und Rathenau). Unterstützung ausübender Künstler und Musiker.— Als verbindendes Propagandamittel für die republik. Parteien. Ueberschüsse fließen der Reichsbanner- Wohlfahrtskasse zu. Anfragen an die Geschäftsstelle der„B. K. V.": Berlin W. 50, Regensburger StraBe 23. Karten bei Bote S Bock, Wertheim Ela Harold. Lloyd- Corp.-Film der Paramoont Im Verleih der Parufamet Regie: SAH TAYLOR ni£hZ] sz' mm iüü] Ufa-Palast am Zoo Vorv-rk be1 Ä, Werthelm u.von 12-2Uhr"inUfapa!asTam Z#« Iheatsr des Kestens Täglich 8>, Uhr: Frasguita Operette von Lehär KaBaerüngtr tn» Müwter i. C, Birtk:'mk, idnlvtr, htpaask:ti Core'J JirMW5»T-:«i"ti Th. Kön|."rsr/ 51. Bergm. 2110. 8—10.15 Uhr: Gustav III von Strindberg. Iigi, lictor Baremnk; Komödienhao, Norden 630:. 8,15—10 40 Uhr flokospokus von Curt Götz Berliner Theater Dönhoff 170. 8.15— 10.15 Uhr- Moniad Zum Ie'iten Male Der Geliterznr Thalia-Tüeater Täglich 8 Uhr Der rote Hahn Rose-Tbeater IDbr: Dornrtsthen 8V, Uhr Einer nn unsere Lenf. UFA-PALAST Wsebantaga 7, t« leaaUgs B, 7, 8* MOZARTSAAL .Vsekaatag* 7. 8i> Sonntags 5, 7. 91S FRIEDRICHSTR. Woohantags 7, 8 Ssnnabond und Sonata« o. 7. 8 TURMSTRASSE Wochealagt 7, 9 Sonntag« B, 7, 9 KORIGSTADT Wookoatag, 7. 8» Sonntagt A 7 6» ALEXAHDERPL. Wochantaga 7, s Sonntag« 5, 7, 8 JIEINBERGSWEC Wochen tago 7, 8 Sonntags 5. 7. 8 RIEDRKHSHAIN .Vochontags 7, 8 Sonnlas« 5. 7. 9 WEISSENSEE Woebontagi 6». B» Sonntag» 4*. Bf B« Um Himmelswillen Harold Lloyd Die erwachende Sphinx PersBnlioh. Vortrag on Dr. Colin Ross Jigendlicbe bofe. Zutritt Ullas Hiniei Die tolle Lola Uilan Harvey Die tolle Lola Bühnentchau Das Erwachen des Veldes Bühnentchau Höhere Tochter Höhere Töchter Bühnentchau Ein MSdel aus dem Volke Uühnanschau latiaindir lak brtrW Lya Maro OatfatzeDHeWier Öühnonschau Ji-endllcbe bab. Zutritt UBERAU UfAvVvcCHtNKHAU Theater am Kottbnsser Tor Kottbusscr StraBe 6. Täglich. U. u. Sonntagnehm. J U. Elite- Sänger Im groBen Novemberprogramm 1 Volkspreise von 50 Pf. bis 230 M. sonnta�nachmittag: Grone Tomlllcii-VortteUiiEü Volle» Progr. KL Preise v. 40 PL b. 1.75 M. Circns Kapitän Schneider mit 100 Löwen Sonntag, 27,d. M. Zwei letzte Vorstellg. nachm. 3 und abends 8 Uhr Moabit, Wulienwabcrstr. 2 Minuten vom Stadthhf. Tiergarten! 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Aovember 4927 Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Soootas. den 37. November: 9: MorsMifeier. IIJO: Koniert. 14,30: Stunde des Briefmarkensammlers. 15: Mlsckwald und Waldboden. 15,30: Für unsere Kleinen. 16,30: Unter- hallunesmuslk. 19,05: Die Welt der dcutsehen Mystik. 19,30: Bei Max Peci- stein. 30: Der Jonrnalist. 30,30: Bunter Abend. 33,30: Tanzmusik. Montag, den 28. November: 15,30: Die Frau in der Volkserzielinntsarbeit. 16: Der Maxe» der QroS- sladt, 16,30; Qeor; Engel liest ans„Uhlenapicgel".. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Ueberlragung aus der Staatsaper:„Doktor Faust", von Busonl. Dienstag, den 39. November: 13.30: Die Viertelstunde für den LandoirL 16: Stunde mit Büchern. 16,30: Wilhelm Hauff zum 125. Geburtstas. 17: Unterhaliuntstnusik. 19.05; Praktische Erzichangsfragen. 19,30: Heimstttten-Notgeraclnschaften. 19,55: Spiritismus und Paraphysik. 20.30: Scndcspide;„Eine tolle Nacht**, Posse von Einödshofcr, Mittwoch, den 30. November: 15.30: Geschenke und Ueberraschungen. 16: Das Lachen im Theater. 16 30: Jugendbühne, danach Unterhai ton gsmusik. 19,05: Sokrates und Plato. 20jt Uebertragung aus der Singakademie, 22,30; Nachtmusik. Donnerstag, den 1. Dezember: 13 30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Die Trüget dea Schiller- Preises 1937. 16.30: Humoresken. 17t Sonaten, danach Unterhaltungsmusik. 19.05; Fremdsprachliche Vorträge(Englisch). 19.30: Das Seelenleben des Jugendlichen. 30,10: Steuben-Qedenkfeler. 33.30: Punktanzstunds. Freitag, den 2. Dezember: 1530: Die Frau in der Neuzeit. 1600—1850. 16; Nationalwirtschaft einst und Jetzt. 16,30; Unterhaltungsmusik. 19,05: Italienisch. 30; Lassen sich die Methoden der amerikanischen Industrie In Deutschland anwenden? 20,30: Vor. trag. 31: Orchesterkonzert. 33,30: Unterhaltungsmusik. Sonnabend, den Z. Dezember: 12 30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Medizinisch-hygienische Planderel. 16 30: Jean-Arthur Rimbaud. 17: Unterhaltungsmusik. 19,05; Unser lägliches Brot. 19,30: Selbstsucht und Menschenliebe. 20: Sendespiele:„Eine Nacht in Venedig", ein Maskenspiel aus dem Rokoko von Johann Strauß. 22.30: Funkstunde. Königswusterhausen. Sonntag, den 27. November: Ab 9: Uebertragung ans Berlin. 14.30; Schach funk- Ab 15t Uebertragung aus Berlin. 18: Der deue Stil, ein Weltstil. 18,15: Physiognomie des dent» sehen Hauses. ISJO: Das deutsche Dorf. 19: Märchen, Mythen und Legenden PftaiUiver V61ker. 19,30: Vorlesung ans Märchen und Legenden. Ab 20: Uebertragung aus Berlin, Montag, den 28. November; 16: Rhythmus nnd Ausdruck des Körpers. 16.30! Aus der Praxis der Orundschnlarbelt 17: Der Glaube des mittelalterlichen Menschen. 18: Neuzeitliche Atomtheorie. 18,30: Englisch für Anfänger. Ab 19; Uebertragung aus Berlin. Ans Eichonborsss„Leben eines Taugenichts" las am Nachmittag Wolsgang Zilzer, unaufdringlich und kultiviert, wie es die zarte Romantik der Dichtung erfordert. Aber es wäre noch fchöner gewesen, wenn man zu diesem 70. Todestag Eichendorffs ein weniger bekanntes Werk des Dichters, etwa dos zu Itnrcdjt vergessene„Schloß Durand«" zum Vortrog gebracht hätte. Eine kurze Einleitung zu der Veranstaltung gab Helmuth Menzel, der mit lebendigen, begeisterten Worten zu Eichendorfs hinführte.— Der Vortrag von Dr. Werner M a h r h o l z, der seinen Zyklus„Die Grundlagen der deutfchen Kulturpolitik" fortfetzte, konnte leider infolge einer Störung nur zum Teil empfangen werden. Wesentlich war der Hinweis des Vortragenden auf die gejelifchaftsfördernde Funktion der.Kunst, die vom Staate noch viel zu wenig anerkannt wird. Der Kunst gebührt wie der Wissenschaft ein gesicherter und anerkannter Platz in der Kultur- und besonders der Schulpolitik des Staates.— Ministerialdirektor Dr. med. Alfred Beyer sprach über „Selbstsucht und Selbstlostgkeit im Beruf". Das Naturgesetz der Selbstsucht kann auch hier durch dos Streben nach Selbstlosigkeit und nach Freude an der Selbstwsigkeit überwunden werden. Der primU tioe Mensch ist selbstsüchtig, der sittlich sortenwickelt« verläßt diesen egoistischen Standpunkt und wird Teil einer Gemeinschaft, deren Interessen er zu den seinen macht. Der Vortragende hätte noch hinzu. fügen dürfen, daß, je umsasiendcr diese Gemeinschaft ist, desto voll- kommener die Selbstlosigkeit des einzelnen sein wird. Da» Endziel muß sein: Gemeinschaft der gesamten Menschheit. Der vierte Abend des Mehrlngschen Scndespiels„Sahara" zeigte erfreuliche technische Fortentwicklung. Anschließend gab es.Lustiges von My" und dieser Titel spiegelte nicht falsche Tatsache vor. Bruno Fritz sprach die amüsanten Verse frisch und fröhlich. Tes. Dienstag, den 29. November: 16: Erzlehnugsheratnng. 1630: Theater- und Konzertbesuch der Jugend. 17: Das religiöse Leben im Mittelalter. 15: Juristische Tagesfragen. 1830: Spanisch für Anfänger. 18.55: Aifrdd Bock Nest aus eigener Werken. 1930: Wien nnd d'c Wiener Klassiker, Ab 20,30: Uebertragung»us Berlin. Mltiwocfa, den 30. November: 16: Amerika Im Spiegel seiner Schulen. 16.30: Französisch(kulturkundlicli- llterarische Stunde). 17: Staatsmann und Feldherr im Weltkrieg. 1730: Wien und die Wiener Klassiker. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter: Hebe- tcchnik. 18.30: Französisch für Anfänger. 18,55: Unlernelmicr und Sozialpolitik. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 20: Uebertragung aus München. 22: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, den 1. Dezember: 16t Erziehnngsberatung. 1630; Ans dem Zenlralinstltut für Cizjehung und Unterricht. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Carl Ferdinand Appun. ein deutscher Forschet in Venezuela und Guayana. 18,38: Spanisch für Port- geschrittene. 1835 Die Kreditanlage der deutschen Landwirtschaft. 19,20: Das Volkslied. Ab 20.10s Uebertragung aus Berlin. Freitag, den 2. Dezember: 16: Heilige und Stigmatisierte. 16,30: Sprechtechnik. 17: Die Kunst der Renaissance in Deutschland. 1830: Englisch für Anfänger. 1835: Standort und volkswirtschaftliche Bedeutung der Kohle. 1930; Wissenschaftlicher Vor, trag für Aclztc. 20.15: Uebertragung aus Leipzig. Ab 22: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, den 3. Dezember: 16: Moderne Gedanken itber Erziehung bei Platon; 16,30: Das neueste ans der pädagogischen Zeitachtiftenliferatnr. 17: Das Mitwirkungsrechl der Beamten in dtr Verwaltung. 1730: Frauenarbeit Im Volker leben. 18: Technischer Lehrgang für Facharbeiter; Verbrennungskraftmaschinen. 1830: Französisch für Fortgeschrittene. 1838: Englisch für Fortgeschrittene. 19,20: Bltdaugstdeas und Wcltanscbanung. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. '*■ 1'■■ Berlio W 8, Leipziger Strasse 20-22 SH yckoviz nickt etwa /2um wetti verbreiteten Stamme derla, fehendidbe und 2cgeanec/ Jon,, dem war ein furfttccherj-krt,, in ytleinaften, deßens p�ramvdcnformtges Cjrah# monumenf der�Atten Weif fo imponierte/ daß fle es /zusrh � Rang des fünftenN'n gegen 3- Mark. Wochenraten. Älostk. Brunnenstraße tild, »wischen Rosenthalerplad und ZnvaN, denstraße Norden. 113_ Riescanoilaß. Kinderwagen�ywillin. Bfagen, llsapplportwaaen, Kinderbetten Metall betten, Korbmöbel, allerniedrtgste Preise, allerkulanteste Teilzahlung. 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