Abendausgabe Nr. 562 B 278 44. Zahrgang Wöchentlich TO Psennig. monatlich 3/— Reichsmark, voraus zahlbar. Unter Streitband im Zu- und Ausland 5,50 Reichsmark pro Monat. Der.BormZrt-ch mit der illustrier. teu Sonntagsbeilage»Volk und Zei!� lawi« den Beilagen Unterhaltung und Wissen"..Aus der ffilrnwelt, .Stadtbeilage".„ftrauenftimme". „Der tlindirtreund"..Jugcud-Por. wörts",„Blick in die Blicherwelt", Kulturarbeit" und..TechneT erscheint wochentSglich zweimal. Sonntag« und Montag« einmal. Mvniag 26. November 1.927 1V Pfennig Di« einipaltige Ronpareilezest« 80 Pfennig. Rellamezeil« 5.— Reich». mark.„SUeine Anzeigen' das'etlge. druckte Wort ZZ Piennig fzuläfng zwei tettg«dru/.bi»17Utzr. ß> ZZerlinee volesblatt Ientvalovgan der Sozialdemokratische« Partei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenftraße 3 Fcrnsrrecher. Dönhoff 292—297 Telegrannn.Zldr.: Sozialdemokrat Berlin Dorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37526— BanNonto: Bank der Arbeiter, Angestellt«» mrd Beamte« Wallstr. KS. DiSkonto�csevschast. Deposttenkaste Andenstr.» Wahlsieg in Braunfchweig. Die Sozialdemokratie erobert die Hülste der Landtagsfitze.— Sturz der Stahlhelmregieruug. Die Deutschnationalen halbiert. Die Lemdlagswahleo von Brauaschweig haben eiaea glänzenden Sieg der Sozialdemokratie gebracht. von 48 Landtagsmandalen hat die Sozialdemokratie 24 erobert. Die Stahlhelmregierung ist gestürzt! Das vorläufige amtliche Ergebnis der Wahl ist das folgende:* 27. November 1927 7. Dezember 1924 Stimmen JJroj. Mandat« Stimmen Pro» Mandat« Sozialdemokralen 128 195 46.2 24 103463 37.4 19 Kommunisten.. 12 942 4.7 2 12 527 4,5 2 Demokraten.. 12 692 4,5 2 14775 5,3 2 Zentrum... 4 600 1.6— 4 359 1.6— Deutsche volksp. Z9 705 14.3 8 47 526 17.2 9 Deulfchnalionale. 26 229 9.4 5 51289 18,5 10 wirlfchaftspartei 22 196 8 4 23 030 8.3 4 Ralionalfozialist. 10 320 3.7 1 9 479 8.4 1 Drfchw..Medfächs. 3 366 1.2— 8 791 3,2 1 Haus- u. Grundbef. 12 270 4.3 2——— votksrechlspartei 4 658 1.6——_— Zm Jahre 1924 wurden 276 95S Stimmen abgegeben, die Vohlbeleiligung betrug SSL proz. Es wurden 277173 Stimmen abgegeben. Stadt Braunschweig. Vronstfchwsig. 2S. November. Von 107 828 Wahlberechtigten in der Stadt Brmmschweig übten 92 906 ihr Wo brecht aus. Es erhielten: n. Soo. 1«? 7®«*. 1914 Svzlaldemotroteu,.. 43 485 31 289 Deutschnationale.... 7072 18911 Deutsche Volksportei... 12 951 13 488 Wirtschastspartei..,. 4 687 5 788 Demokraten 3 630 3 980 Kommunisten...». 6 214 5 563 Nationalsozialisten... 3 842 3912 Braunsch.-Nieders. Partei. 1 133 Z 536 Zentrum....... 1 578 1 765 Hausbesitzer...... 5 465— Volksrechtspartei.... 2 549—, » Der rote Laternenanzünder ist um ein Haus weiter gegangen. Er hat nach Hamburg, Hessen, Mecklenburg in Braunschweig sein Licht angesteckt« auf daß es hell werde im Lande der Stahlhelmregierung. Ein glänzender Wahlsieg! 24 Prozent Stimmengewinn, die Hälfte der Landtagsmandat« erobert, die Stahlhelm- regierung vernichtend geschlagen! Wir marschieren! Das Ergebnis von Braunschweig reiht sich würdig den Ergebnissen der Vorwahlen an. Unser Wahlsieg ist«in Volksurteil gegen das Treiben der Stahlhelmregierung und der Stahl- helmjustiz in Brwmschweig, gegen krasse Jnteressenpolitik und Rechtsbeugung zu politifcb-ogitatorischen Zwecken. Der Spuk ist vorbei, und das Aufräumen kann beginnen. Der Stahlhelm hat am Tage der WM von Braunschweig seine schwarzweisirote Wahlparole für die Reichswahlen feierlich verkündet. Viel Vergnügen nach der Probe von Braunschweig! Die Besiegten dieses Wahlgangs sind dieDeutsch- nationalen. Sie haben die Wahlparole ausgegeben: Kampf der Sozialdemokratie? Sie haben sich als die einzig starken und aussirhtsvollen Gegner im Kampf gegen die Sozialdemokratie angepriesen. Hier ist die Probe aufs 'Exempel! Sie kehren aus dieser Wahlschlocht heim wie Don Ouicbotte aus dem Kampf mit den Windmühlen. Die Hälfte der Stimmen und die Hälfte der Mandate verloren! Der Vernichtungskampf der Deutschnationalcn gegen die Sozialdemokratie sieht so aus: Sozialdemokraten Deutschnational« 1921: 103 463 51 289 1927: 1?8 195_____________________ 2S 229_____ gew. 24 732 Stimmen= 24 Pro,» oerl. 25 060 Stimmen»=60 Pro» Wohin sind die Stimmen der Deutschnationalen gekom- tnen? Wo sind die 25 009 Wähler, die noch 1924 ihre Ssimmen den Dcuijch.,«tionalen gaben und heute nicht mehr? Die Völkischen HM n 841 Stimmen gewonnen. Das ist die Folge verlogener dcutschnationaler Demagogie. Die Volksrechtspartei hat 4658 Stimmen erhalten. Das sind die betrogenen Inflationsopfer— auch«ine Quittung für deutschnationale Demagogie. Die Haus- b e s i tz e r und Grundbesitzer haben sich selbständig gemacht: weitere 12 270 Stimmen. Aber das sind immer erst 17 769 Stimmen, und 25 000 Stimmen haben die Deutsch- nationalen verloren. Es ist eine katastrophale Niederlage! Die Schlußfolgerung lautet: mit welchem Recht be- Smmen die Deutschnationalen den Kurs der Reichsregierung? o ist das Mandat des Bürgerblocks? Sturz der Stahlhelmregierung. Vraunschweig. 28. November.(Eigenbericht.) Der gewaltige Erfolg der Sozialdemokratie ist nicht nur die Folge der ungeheuerlichen Jnteressenpolitik der bisherigen Stahl- Helmregierung und ihrer 25-Mäimer-Mehrheit, sondern zu einem erheblichen Teil das Werk der glänzenden Organisationsarbeit der Partei. Bei der Verkündigung der Wahlergebnisse am Gebäude des „SZolksfreuM in Braunschweig durch Lichtbild und Riesenlaut- sprecher hatte sich«ine vieltouscndiöpsige Menge angesammelt, die bei. den Meldungen von der Niederlage der bisherigen Regierung in hellen Jubel ausbrach. Die Wahlergebnisse lassen vorzüglich« Aus- sichten auf die im Februar fälligen Gemeinde» und Kreis- tägswahle« erkennen. In vielen Orten, in denen bisher die Deutschnationalen regierten, sind bei dieser Wahl stark« sozialdemo- kratische Mehrheiten zu verzeichnen: auch die Mehrzahl der Kreise weist sozialdemokratische Mehrheiten auf. Die Regierungsbildung läht sich im Augenblick noch nicht beurteiten. Die Sozialdemokratie hat die Hälfte der Sitze erlangt, kann ober Gesetze nur mit Unterstützung einer Nachbarpartei durchführen. Ob die Demokraten, die früher sich mit der Sozial- demokrati« in die Regierung teilten, dazu bereit sein werden, ist im Augenblick nicht mit Bestimmtheit zu sagen, aber zu erwarten. Die Kommunisten werden nach ihrer bisherigen Haltung zweifellos auch zu einer Linksregierung in schärfste Opposition treten. Stimmengewinne in Mecklenburg.' Nock»loch links bei den Gemeindewahlen. Reustrelih. 28. Itovember. vi« heute in ollen Städten vou Mecklenburg- Strelitz, mit Ausnahme vou Reubrondeuburg und Friedland, wo bereit, vor kurzem gewählt wurde, vorgenommenen Wahle« zu de« Stadtpar- lamenlev lassen eine« deutlichen Rock uach link» erkennen, der sich allerdings tu den Mandaten weniger bemerkbar macht, da die an sich zersplitterten bürgerlichen Parleien ttsienverbiadungen eingegangen waren und dadurch zum großen Teil ihren Besitzstand wahren konnten. Gegenüber den letzten tandlagswahln vom Z. Zuli d. Z. habe» die sozialdemokratischen Stimmen um rund 28 pro» zugenommen. Ganz besonders bemerkbor ist der Ruck nach links in Neu» st r e l i tz, wo die Sozialdemokraten unter Führung des Landtags- abgeordneten Bartosch 454 Stimmen gewannen, während die oereinigten Wirtschasller(Handwerker, Kaufmannschaft und Haus- besitzer) nur 77 Stimmen mehr aufbringen konnten als da« vorige Mal. Eine bürgerliche Einheitsliste, bestehend aus de« Demokraten, Völkischen, Deutschnationalen, Lolksportei und Beamten. verlor gegenüber den Einzelstlmnie» dieser Gruppen'be: der letzten Wahl 811 Stimmen und ging von 10 aus 7 Man- d a t e zurück. Infolg« der Listenverbindung der bürgerlichen Gruppen konnten die Sozialdemokraten, die bisher über 6 Mandat« verfügten, nur«in Mandat gewinnen, ebenso durch Listenverbindung gewannen die Wirtschaftler nur ein Mandat. Wismar, 28. November. Bei der heutigen Sta�tvsrordnetenwahl entfielen auf die Sozialdemokraten 5641 Stimmen und 20 Mandate(bis- her 18), oui die Kommunisten 1618 Stimmen und 6 Mandate(5), Freie wirtschaftliche Dereinigiing 2132 Stimmen und 7 Mandate(5), Kommunaler Wahlverein 2990 Stlmmon und 11 Mandate(12). Völkische Freiheitepariei 1276 Stimmen und 4 Mandate(8). Demnach würde das Verhältnis von links zu rechts nach der heutigen Wahl 26: 22 sein. Woldemaras regieri noch. Verhandlungen mit Parteiführern und Anklagen gegen Polen. kowno. 28. November. Die im Ausland« verbreiteten Nachrichten über«inen Putsch in Litauen entbehren, wie die.Litauische Rundschau" meldet, jeder Grundlag«. Es herrscht in Kowno und im Lande noch wie vor völlig« Ruhe. Dia Verhandlungen der Regierung mit den Parteiführern find sortgesetzt worden, lieber ihr Ergebnis liegen bisher noch keine Nachrichten vor. Von einem Schritt der Ge- sandten Frankreichs. Englands und Italiens in Kowno ist offiziell nichts bekannt. Uebrigens ist der englische Gesandte Daughan Auf telegraphischc Bitte des Reuterschen Bureaus tn Berlin an den litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras, sich über einige Punkte in den Beziehungen zwischen Litauen und Polen zu äußern, gibt Woldemaras der Ueberzeugung Ausdruck, daß bei der Anstiftung gewisser Unruhen in Litauen durch litauische Emigranten Ein- slüss« der polnischen Regierung mitgewirkt hätten. Aus die Frage, ob dle gegenwärtige litauisch« Regierung bereit war«, zu Polen wieder normale Beziehungen durch Verzicht auf W i l n a aufzunehmen, erklärt Woldemaras mit größter Eni- schiedenheit, daß keine litauische Partei bereit wäre, einen solchen Verzicht auszusprechen, am allerwenigsten seine eigene Partei. Er sei bereit, normale Beziehungen mit Polen auszunehmen, wenn eine befriedigende Derständigung mit Polen hinsichtlich W i l n a s erreicht würde und wenn Polen die Bereitwilligkeit zeigte, die Unabhängigkeit Litauens zu achten. Wie der„Äurjer Poranny" aus Wilna berichtet, hat die litauisch« Reoierung ein Kommunique veröffentlicht, in dem heißt: Di« Ab» sichten Polens auf Litauen beunruhigten die Bevölkerung und die gesamte Oesfentlichkeit aufs schwerste. In Kowno spreche «in Teil der Bevölkerung von einer beabsichtigten B o m b o r« d i« r u�n g der Stadt und verlange den Rücktritt der Regie- r u n g. Der Rücktritt her Regierung würde jedoch Litauen in den Augen des Völkerbundes schaden und nur für Polen günstig sei». Polen wolle seine Annektionsplän« mit Rücksicht aus den Völkerbund nicht durch oskencn Krieg, sondern mit Hilfe der sogenannten Emigranten erreichen. Das Kommunique endet mit folgenden Worten:„Es wird bei uns über die Notwendigkeit, sich mit Polen zu versöhnen, viel ge- sprochen. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß weder Litauen an Polen, noch Polen on Litauen den Krieg erklärt hat: da bisher keine formelle Kriegserklärung vorliegt, kann auch kein Friede geschlossen werden. Polen wiederholt ständig seine freundlichen Absichten, und gleichzeitig macht es Pläne, Litauen zu annektieren. Litauen hat davor ober keine Furcht. Litauen«st kern Angriffsstaat und hat nicht die Absicht, Polen zu übersollen: aber das litauische Volt ist bereit, seinen Staat bis zum letzten Bluts- tropfen zu verteidigen." Nach einer weiteren Meldung aus Polen besteht dl« furcht- einflößende Macht des Erzfeindes Pletschkaitis in Wilna aus 70— siebzig— Flüchtlingen. Woldemaras läßi verhaste«. Mm» will die Opposition niederschlagen. Warschau. 28. Xeoembet. (bitte Nachricht aus polnischer Quelle bekräftigt soeben die in Riga verbreiteten Berichte, wonach die litauische Regierung zahl» reiche Mitglieder der Oppositionsparteien sowie de» Offizierkorps verhafle, hat. darunter den Generalslab». major Lirbunas, den Geveralslabskopitän Ejdrylewicz, einen Rechtsanwalt Z a n u s z. sowie eine Reihe weilerer Persoven. Auch die Nachricht von der Verhaftung einer velegakian vou 20 Militärpersone» unter Führung von Sumati« und Telrajtis. die sich zum Präsidenten Smetono und Wold«. maras. begeben hatten, wird bestätigt. Aaiionalistischer Giudenienrummet. iReichöminister v. Keudell telegraphiert.— Eine Drüskerung der preußischen Ziegierung. Großen Älaniauk gab es am Sonntag im Zirkus Busch. Die iiationalistisdie„Deutsche Studentenschaft" hatte eine Kundgebung veranstaltet„für akademische Freiheit und groAdcutiche Gemeinschaft", in Wirklichkeit gegen den preußischen Kultus mini st er Dr. Lecker und gegen die Republik. Wes Geistes die Leronstaltung war. erkannte man am besten aus den Deputationen des Stahlhelms und der Rechtsparteien. insbesondere auch aus der Anwesenheit eines leibhaftigen Hohen- .lollernprinzen Joachim A l b r e ch t. der im weißen Stürmer der feudalen Bonner Vorussen angetreten war. Daß bei einer Kundgebung gegen den preußischen Ilnterrichtsminister ein Le- grüßungslelegramm des deutschnationalen Reichsinnenministers v. keudell verlesen werden konnte, gibt der Sache ihre besondere politische Note. Nach den vorliegenden Beri6)ten soll das Telegramm folgenden Wortlaut haben: ..3m Geist unter Ihnen in innerer Verbundenheil, bekennt sich erneut zu Ihnen mit herzlichen Grüßen und Wünschen. v. keudell." Sollten sich die Tatsache und der Wortlaut dieses Telegramms bestarigen, so wäre das ziemlich die s ch ä r s st e Lrüskierung, die sich je ein R e i ch s m i n i st e r gegen die Regierung des größten Bundesstaates geleistet hat. Man sollte cs allerdings kaum� für möglich halten, daß Herr v. Keudell nach seiner blamabel verun- glückten Attacke gegen den preußischen Mmisterialdircktar Dr. B a d t gewagt Hobe, in dieser Weise gegen einen Minister der preußischen Regierung loszugehen. Die Kundgebung selbst gestaltete sich sehr lieber- und p h r a s c» r e> ch. Der Vorsitzende aaml. jw. Schi nadel sucht« es so binzustellen, als ob die deutsche Studentenschaft der alleinige und leiste Hort des Anschlvßgedankens sei. Sehr zu unrecht! Der Anschlnßgedanke ist nirgends fester verankert als in der beut- Ichen Arbeitrrf6)oit und Sozialdemokratie, während erst jüngst in München der notionolistifche Oberst v. Tylonder auf einer nationalistischen Kundgebung sich offen als Gegner des Anschluß- gel�inkens bekannt bot. Den Höhepunkt erreichte die Hetze mit einer Rede des preußischen Universitätsprofessors Dr. M 0 r t i i, Spahn, deutschnationaler Rcichstagsabgeordiicler seines Zeichens. Seine Tonart wird etwa durch folgende Sätze charakterisiert: „Wenn einstmals im Kriege ein englischer Parlamentarier offiziell erklärt habe:„Das deutsche Heer ist unbesiegbar, ober wir verlassen uns auf den deutschen Reichs- tag", so müsse man heut« die preußische Regierung fragen, ob sie es dahin kommen lassen wolle, daß die Feind« des deutschen Volks- tnms sagen werden�„Wir verlassen nns auf die preußische Regierung." Weiler suchte Prof. Spahn die Tatsache zu cntkrästcn, daß es sich beim Kampf der deulichen Studentenschaft gegen den preußischen Unterrichtkminister hauptsächlich um deren hartnäckiges Festhalten an ihrer antisemitischen Einstellung handelt. Di« Argu- inentc des Prof. Spahn, noch mehr die Zwischenrufe seiner Zu- hörerschost, waren aber nur geeignet, nachdrücklichst zu bestätigen, was widerlegt werden sollte. Wenn Herr Spahn mit dem Satz endete:„Wir kämpfen für die Verbundenheit der akademischen Führerschicht mit dem Mann aus dem Volke", so kann der Aussall der Wählen in Hamburg, Bremen, Mecklenburg, Oldenburg und jetzt B r a u n s ch w e i g auch dem Bllitdesten zeigen, daß dieses akademische„Führertum" van eigenen Gnaden im Volke gründlichst abgewirtschaftet hat. Kundgebungen wie diese werden die Kluft nur weiter verliefen. Wie ungewollte Sclbstironie mußte es wirken, wen» der Wiener Schriftsteller Robait Hahlbaum diese Studenieiischast als„Erbe der deutschen Studenten von 18-18" bezeichnete. Di« Studentenschafi von 1848 focht unter s ü) w a r z r o t g o l d e n e n Fahnen für die großdeutschc Republik gegen Monarchismus und Reaktion: die nationalistisch« deutsche Studentenschaft: aber ist zum Vorkämpfer der Reaktion geworden! Eins hat die Versammlung gelehrt: daß sich die preußische Regierung mit Unioersitätsprofessoren wie Herr Spahn und mit der Frag« der Herairziehung eines Hochschulnachwuchses aus den Kreisen des arbeitenden Volkes ganz andere als bisher beschästi- gen sollte. * Auf«ine Anfrage der demokratischen Fraktion des Preußischen Landtags über die.'Kassenverwaltung der Studenten- schaft" hat der preußische Kultusminister jetzt geantwortet, daß nach seinen Ermittlungen eine geordnete Kasse nvcr- waltung bei der Deutschen Studentenschaft nicht besteht. Folgen nationalistischer Demonstration. politische Schlägerei mit tödlichem Ausgang. Frankfurt a. M., 27. November. Anläßlich der Demonstrationen der National- Sozialisten und Stahlhelmlente kam es am Sonnabend- abend zn Schlägereien, in deren Verlauf ein National- sozialift einen Stich ins Gefäß erhielt, und ein Mit- glied des Roten Frontkämpferbnndes durch einen Bavchstich so schwer verlebt wurde, daß er bei der darauf vorgenommenen Operation starb. Wahlparole des Stahlhelms. Gegen den Parlamentarismus- für eigene Parlaments« Monarchie. , Magdeburg. 28. November. Der V o r st o n d des Stahlhelms nohni am Sonntag in einer Sitzung in Magdeburg zu den nächsten Reickzstogswohlen Stellung und faßte folgende Entschließung: „Der Stahlhelm sieht in dem heutigen Parlameniaris- nius und in der Parteiwirischaft den Grundschoden unseres Verfasiungslebens. Deshalb lehnt er eine Empfehlung bestimmter Parteien ab. Er kann nur solche Wahlvorschlöge unterstützen, bei denen im Einvernehmen mit den Landesvcrbandsführern ausgewählte Stahlhol mkomeraden an sicherer Stell« aufgestellt werden. Die Landesoerbandssührer werden aufgefordert, aus die Wahrung der schwarzwcißroten Einheilssront gegen die intci nationalen pazifistischen und marxistischen Kräfte hinzuwirken." Damit bestätigt sich, was wir bereits vor längerer Zeit mel. deicn, daß der Stahlhelm mit den Deutschnationalen über die Aufstellung von Stahlhelmkandidaten verhandelt und dabei offenbar auch Erfolge erzielt hat. Mit dem Schlagwort von der „schwarzwoißroten Einheitsfront" soll die parteipolitische Bindung, die der Stahlhelm aus dies« Weise eingegangen ist, vor den Stahlhelmleuten vertuscht werden. Interessant ist auch an dieser Kundgebung, wie energisch der Stahlhelm auf den Parlanrentarisimis schimpft, trotzdem aber bereit ist, im Parlament mitzuarbeiten, wenn seine Leute gewählt werden! Ehrhardt tritt aus dem Stahlhelmvorstand aus. Kapitän Ehrhardt ist, ofsenbar infolge des erwähnten B«- f.ffusses, aus-dem Bundesvorstand des Stahlhelm ausgetreten. Der Enthüller wird stumm gemacht. Der M ö rd« r Matte- a t t i s. D n m i n i, der kurz nach Verbüßung seiner geringen Strafe hierfür wegen Beschimpfung und Bedrohung Mussolinis zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurteilt worden war, ist neuer- Vings in einem Prozeß, zu devi er selbst nicht erschienen war, wegen Bedrohung verschiedener Personen zu weiteren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Die Kommunalwahlen in Anhalt. Geringe Veränderungen bei den Gemeinde- und Kreis- tagswahlen. Deffav, zs. November. lEigenbericht.)] Die Gemeinde' und Sreislagswahlen im Freistaat Anhalts die am gestrigen Sonnlog statlsanden. brachten verhältnismäßig geringe Veränderungen in der Zusammensetzung der kommunalen Parlamente, obwohl die Bürgerlichen den Streit nm das Banhans und andere örtliche Momente stark für sich anszunuhea suchten.. Iq einer Reihe von Orten verlor die Sozialdemokratie an Stimmen, während die Kommunisten Stimmengewinne verzeichnen konnten, ohne allerdings ihren Einfluß damit wesentlich stärken zu können, In anderen Orten erzielte die Sozialdemokratie größere Stimmen- zahlen als bei den Wahlen von 19Z4. In den Städten Dessau, Bern- bürg und Käthen erlitt der Block derRechtsparteieu empfind- tichc Einbußen. Die Eiazelergcbnifle gestaltete« sich nach den vorliegenden Meldungen folgendermaßen: Kreis Ballenstedi: Soz. 68 3 7(7078), 6 Mandate(6), Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft 7374(7341), 6 Mandat«(6), Komm. 830 (645),.— Mandat(—). kreis Bernburg: Soz. 18 2 6 6((20 308), 8 Mandate(9), Volksgem. 18 200(17 268), 7 Mandate(7), Komm. 7142(43841, 3 Mandate(2). Block der Mitte(Sem.) 3319(2759), 1 Mandat(1). kreis veffan: Soz. 2 4 5 82(24 209), 9 Mandat«(9). Einheitsliste 22 910(23 284). 8 Mandate(9). Dem. 4940(5649), 2 Man- dato(2). Komin. 3940(2749), 1 Mandat(—), Volksrechtsblock 2050 (1004),— Mandat(—). kreis kölhen: Soz. 13 2 7 8(13 060), 7 Mandate(8), Volks- g-meinichaft 11656(10 897), 7 Mandate(7). Lib. Bürgerbl. 2918 (2212), 2 Mandate(1), Komm. 1255(638),— Mandat(—). Kreis Zerbfi: Soz. 12 829(12 471). 6 Mandate(7). Bürg. Arb. 13 718(13 400). 7 Mandate(7). Dem. 2786(2300), 2 Mandate (2). Komm. 2308(1340). 1 Mandat(—). Stadt Dessau: Soz. 17 0 91(17 330). 13 Mandat«(16),. Komm. 2288(1132), 2 Mandate(1), Dein 2975(3848), 2 Mandate(4), Ein- heitsliste 13 165(16 913), 11 Mandate(11), Hausbesitzer 4733(—); 4 Mandate, Volksrechtsbund 2018(807), 2 Mandat«(—). Stadt Vernburg: Soz. 7540(7229), 11 Mandate(12), Dem. 822(810). 1 Mandat(1), Komm. 2378(1340), 4 Mandate(2). Mittelst, u. Hausbesitz 3470(1»62). 3 Mandat-(2), Volksgem. 5680 (6437), 9 Mandate(12). Stadt kötben: Soz. 6272(6335), 13 MaiGate(13). Dein. 1408(1374), 3 Mandate(3). Volksaein. 8849(6663), 12 Mandate(13), Nat.-Soz. 611(—), 2 Mandate(Z), Komm. 353(—),— Mandat. Stadt Zerbst: S o z. 4 2 8 1(4331), 10 Mandate(10), Dem. 101t (989), 2 Mandate(3), Komm. 769(385), 2 Mandate(—), Volksgem. 4398(4368), 10 Mandate(11). Stadt Vallenstedl: Soz. 6 4 8(889), 4 Mandate(3). Komin. 227(88). 1 Mandat(-), Volksgem. 2241(1912), Ist Mandate(II).' Stadl Coswig: S o z. 9 Mandate(8), Komnz. 3(3), Dem. 1(—), Bürgcrl. 5(7)._ Erfolg bei derAttonaerMagistratswaht. Zusammenbruch der Kommunisten. Hamburg. 28. November.(Eigenbericht.) Die am Sonntag in Altona vorgenommene Wahl der un» besoldeten Magistratsmitglieder brachte für die So» zialdeinokratie einen neuci? großen Erfolg. Gewählt wurden 3 Sozialdemokraten. 2 Bürgerliche und 1 Sommunisi. Die sozial- demokratische Liste oereinigte 13100 Stimmen auf sich, die Bürger- lichen erhielten 8800, die Kommunisten 2200 Stimmen. Während bei der Stadtoerordnetenwahl im September die Kommunisten noch mehr als ein Drittel der Stimmen der Sozialbcinkraten aufbrächten, kamen sie am Sonntag nur auf ein S e ch st e l der sozialdemokratischen' Stimmen. Siaafsopernabende. „Oer Kuß". Diese Oper heißt„Der Kuß", und sie könnte bei bestem Willen nicht anders heißen: denn das einzige, was sich darin begibt, oder richtiger, zwei Akte lang nicht begibt, ist eben der Kuß. den� die Braut dem Bräutigam versogt— mir einer Beharrlichkeit versagt, die, menschlich und dramaturgisch gesprochen, zum Objekt ihrer Wei- gcrung in einem fast komischen Mißverhältnis steht, doch wiederum nicht in einem so komischen, daß es genügte, die gestreckte Harm- lofigkeir des Textes zu einer tomischen Oper zu erhöhen. Die Handlung also— sie spielt unter böhmischen Bauern, die vom Schmuggel leben.(wie andere vom Schutzzoll), ist io dürftig, daß es beinahe zum Lachen ist. Trotzdem, wenn endlich, nach otrcit, Entzweiung, Versöhnung das Ereignis des ersten Kusses eintritt, alle Spannung der Bühne lösend, wie überfälliges Niesen, und dar- über, weil denn das Spiel abgelaufen ist, zum letztenmal der Vorhang fällt: dann ist es doch ein Abend des Dergniigsno gewesen. Aber olles Vergnügen geht von der Partitur aus, die F r i e d r i 6» Smetana zu diesem an Simplizität nicht zu übeltrefieiiden Opernlibrctto gcschaflen hat, zweiundivnizigjährig, schon taub da- mols, und nicht mehr weit vom Ende in geistiger Umnachtung. Und diese Partitur strotzt von musikantischer Gesundheit, sinnlicher Klangjreudigkeit, innerer(darum ewiger) Jugend. Wie die„Der- kaust« Braut"«ine Volkeopcr in zweifachen� Sinn: volkstümlch— und bewußt national. Den Tschechen hat Smetana ihre National? oper gegeben: diesen„Kuß" der ganzen Welt. Spät genug, ein halbes Jahrhundert nach der Prager Urauf- führuNg, ist«r zu uns gekommen. Aber dies hat. ebenso wie das ungerechte Schicksal, das der große Smetana in Deutschland er- iohren, sein« guten— oder eigentlich sein« schlechten Gründe. Das Tschechische war Provinz im Habsburger Staat, man ließ es als Provinz verkümmern: das musik-offizielle Oesterreich, durchaus deutsch orientiert, einst auch italienischem Einfluß Untertan, mochte sich nie durch tschechische Kunst repräsentieren lassen. Und je mehr diese, im Proger Nationallheater, Fähigkeit und Recht zu selbständi- gern Dasein bewies, desto schroffer wandten sich in Böhmen die Deutschen von ihr ab. Deren Sache wäre es gewesen, uns, den .Brüdern im Reich", das Kulturgut zu vermitteln, das rings um sie iruchs, daß sie sozusagen sich seiner kaum zu erwehren wußten. ■"SiSer das eben war es: sie suchten sich mit allen Kräften seiner zu erwehren wie feindlicher Uebermacht. Die Tschechenoper war für sie wie Alkohol für die Ameriloner: ging man hin, so tat man'? heim- lich und mit schlechtem Gewissen Für die deutsch-böhmische Oejsent- I'chkeit war ein Smetana nicht vorhanden. Di« tichechisch-deutsche Rivalität im k. u. t Nationalitätenstaat ist schuld daran geblieben, daß wir noch so vieles nachzuholen haben von der Produktion dieses müsikgesegneien Landes. Den„Kuß" haben wir nun also kennengelernt. In der Auf- sührung der Staateoper, two heißt wieder, der kommenden Kroll- oper, präsentiert Direktor K l e m v e r e r einen n«u»n Kapellmeister A, v. Zmekinsky, der aus Prag(htm deutschen, nicht dem ijcheckijchxn) einen guten Musikerruf mitbringt, einen neuen Reeiss«m, der ebensogut ein aller sein könnte, Hanns Schulz- D o r n b u r A» und«ine gemäßigt-dramatische Sopranistin von sehr achtbaren, wenn auch nicht überragenden Qualitäten, K ä t e Heidersbach. Doch den Erfolg des Abends entscheidet Hans F i d e j fe r, der Floresian der vorigen, Pelleos der vorvorigen Woche, aber trotz so unmäßiger Inanspruchnahme heute«in bäuer- licher Liebhaber von bezwingender Frische und Jugendlichkeit— und mit ihm, neben ihm, sein baritonolcr Duettpartner, Karl Hammes, dessen Stimme und dessen Spielbegobung. beide gleich günstig ausfallend, uns von seinem Don Juan das Beste hoffen lassen. „Troubadour". Zur Abwechslung mit dem„eigentlichen" Ensemble der Staats- oper gab es Sonnabend zum erstenmal in dieser Spielzeit Verdis „Troubadour". Doch als Lconore erschien ein Gast: F i l i c i e Hünt Mihascek von der Münchencr Oper. Auch wenn das Rollenfach, dos sie vertrftt, hier zur Stunde nicht verwaist wäre: eine Künstlerin wie diese, bedeutete für-die Berliner Oper unschätz» baren Gewinn. Wie sie singt, wie sie phrosiert, wie sie die gesungene Phrase mit Ausdruck erfüllt, das ist ganz große Kunst. Schon in der ersten, noch mehr in der zweiten An« zeigt sich, daß si« die echte Derdi-Sängerin ist, die in Deutjchlaiid nur als Rarität vorkommt. Und daß sie noch mehr ist, wird offenbar, kaum, daß sie aus der Bühn««richetm: den Zauber der Persönlichkell, der von ihrer Stimme ausgeht, läßt sie erraten, noch-bevor st« ihn geübt. Dieser Leonore steht als L u n a Herbert Janssen gegenüber: nun ganz Herr seiner unvergleichlichen Mittel, souverän im Gesanglichen wie im Schauspielerisch-Gestolterischem, steht er heute in der' aller- ersten Reihe. Es ist«ine Freude, das festzustellen. Und mit P a t t i e r a und Margarete Arndt-Ober ist die von d« Meisterhand Leo Blechs gelenkte Aufführung, unter den besten, die in diesem Hause zu hören sind. Grund genug, die verstaubte „Troubadaur"-Vorsi«llung. die zum Lagerbestand der Städtischen Oper gehört, ans deren Spielplan für immer verschwinden zu lassen. l a u s P r i n g s h e i ni. „Bas zofftl". Srstauffühning im Renaissancetheater. In seinem Drama„Das Foffi l" kämpft Karl Stern- heim gegen den Nimbus des Althergebrachten..D>os Fossil" ist die gradlinige Fortsetzung seiner Komodienreihe. die sich gegen die Streberei eines ausgeplusterten Bürgertums richtet. Sternheims Gift spritzt hier gegen das aufzeblasenste Spießertum, gegen Adel und Milllär..Das Fossil" ist«in abgedankter Kaoalleriegeneral, das Sinnbild«ine» versteinerten söbelrasselnden Zeitalters. Der General reitet eine wütende Attacke gegen seinen Neffen, der, mll einem fertigen bolschewistischen System in der Handtasche, eben aus Moskau gekommen ist. Reaktion und Fortschritt knalle» mit Vehs- menz aufeinander. Die grandios» Borniertheit des Generals trägt schließlich einen äußeren Sieg davon. Sternheim fährt gegen die militaristische Reaktion schweres Gs- schütz auf: er macht st«, wie sie«s verdient, lächerlich. Als sich der General an Kaisers Geburtstag in Galauniform auf ein Schaukelpferd schwingt und sich, Kominondos schnarrend, im verblichenen Glänze sonnt, zischt dos Publikum des Renaissance- Theaters. Die selige Freude am- Theaterpomp des Militärs sitzt dem Durchschnittspreußen immer. noch in den Knochen. Verletzung des Allerheiligsten! Das Stück, ist nicht, in der kühlen, klugen Folge- richtigkeit durchgeführt, die Sternheims sonstige Werke auszeichnet. Die Empörung eines immerhin kultivierten Publikums beweist aber, wie recht Sternheim mit seiner'Attacke gegen die Tradition hat. Mit der Gedrängtheit semer gewollt knappen Sprache erreicht er, daß der Zuschauer schon nach weniaen Minuten mitten im Problem steckt. Leider zers'attert die-Zielsicherheit-der Linienführung im weiteren Verlans der Komödie.- Durch die Einschaltung entbehrlicher Rebenszenen geht der Vorteil der Kurze wieder verloren. Dadurch erscheint der«til im ganzen manieriert. Die Ausführung im Renaissance-Theater unter Gustav H a r t u n a s Regie" tonnte keinen Sternheimschen Eindruck ver- mittel». Rede und Gegenrede müssen scharf ausemanderplatzen und die Handlung stürmisch vorwärtsdröngen. Bei Hortung wird der Dialog zur gemütlichen Famil-enkonversation. Franziska Kinz ist keine energiegeladene Generalstochter, Karl Ludwig A ch a z kein feuriger Komniunist. Achaz wird von Abend zu Abend gekrampfter. Er sollte endlich einmal versuchen, sich keine Posen auszudenken, sondern sich ganz natürlich als Herr Achaz zu geben. Nur bei Mär Gülstorfs verspürt man einen Funken Stern- heimschen Geiste?. Er ist ein unheimliches Gerippe, ans dem der Umsormrock schlottert,«in Ausrangierter, der nicht abtreten will. Er scheint mit zahnlosem Mund zu sprechen. Wenn der General wütend wird, fletscht er sozusagen die Augen. Eosar Klein? Bühnenbilder verleugnen nicht ihr« Herkunit aus Pappe. Sie gehen schon bei mittlerer Wucht kaputt. Die Lektüre des mtercllän- lcn Buchs(bei Kicpenheuer erschienen) ist genußreicher als die Vor- stellunz._ Dgr. Lim Miiag und um Miiernachi. Tanzauffühnmgen. Zu einer„B a lle t t- M i tt a g s v o r st e ll u n g" lud Max Terpis, der Leiter unserer staatlichen Tanzgruppe, Sonntags ins Schauspielhaus. Eine„Kleine Suite" leitete die Matinee sehr glücklich ein. Di« Sterne des Ensembles gaben anspruchslos«, aber künstlerisch starke und sehr amüsante Proben ihres Könnens. Alle, jeder in seiner Art, vortzresflich: die G r u b e, die A l b u, die Markus, die S p i e s, die Moser, die N i k o l a j« w a, die Herren K ö l l i n g und I u n k. Ein Korps von unvergleichlichen Künstlern, zur Lösung der schönsten und höchsten Ausgaben befähigt. Di« zwette Nummer des Programms, Terpis'„Totentänze", gibt dazu Gelegenheit. Namentlich das zweite Bild ist in der Stil- reinbeit seiner Komposition und Vorführung ein choreographische.« Meisterwerk. Dagegen bietet der spanische Scherz„Die Bogel» scheuche"(ebenfalls von Terpis), der die Matinee beschloß, leider, nur allzu wenige tänzerisch» Aufgaben, die«in-r so aus» gezeichneten Künstlerschar würdig wären. Alles nett, sauber, vor» nehm. Aber man sagt sich: das kann man anderswo auch. Und Diagilew könnte es sicher noch besser. Hier, an dieser hervorragen« den Stätte, sollten künstlerische Probleme gestellt und gelöst werden. die minderen Kräften unzugänglich find. Hier sollten Gipfel gezeigt Klub der Heldenbrüder. Wer hotSchlageter verraten?— Schneider gegen Hauenstein Eine dunkle Episode aus der Sprengkolonnentätig- keil während des R u h r« i n d r u ch s der Franzosen soll vor dem Einzelrichter Berlin-Mitt« ansgedeckt werden Dort begann heute morgen der vor einiger Zeit vertagte Beleidigungsprozeh gegen den Führer der bekannten �Sabotageorganilation. de» Frei- torpsführer Heinz Oskar H a n e n st e i n. Verklagt hat ihn dar ehemalige Nohboch-Mann Otto Schneider, weil Hauenstein in zwei Versammlungen in Leipzig dem e-chneider und seinem Freund Goeg den Vorwurf macht«, sie hätten Schlageter vcr- roten, der von den Franzosen zum Tod« verurteilt und erschossen wurde, ebenso wie Becker und Sadowski, die hohe Zuchthausstrasen erhielten, später jedoch begnadigt wurde». Ms Nebenkläger siquricri nur Schneider, Goch, der nicht imstande war, den erforderliche» Vorschuß zu leisten, ist als Zeuge erschienen. Hcmenstein«rklärt, er wolle den Wahrheitsbeweis antreten. Er behauptet, Schneider und Goeft seinen im Jahre 1923, aus Schlesien kommend, bei ihm in Berlin erschienen und hätten ihn osbcten, sie ins Ruhrgebiet abzirkommairdieren. Er brachte sie in Essen aus der Zeche Graf Feust unter. Sehr bald wurde das Verhalten der beiden dort verdächtig. Sie veranstalteten große Zechgelage, vligleich sie früher gar kein Geld gehobt hatten. An dem Tage, als Schlageter verhostet wurde, waren sie nicht anwesend. Dagegen erschien Goeß kurz nach der Verhaftung Schlageters und bat, daß man ihn, die Listen der Sabotageabteilung ausliefere, da er zum Nachfolger Schlageters bestimmt sei, was in Wirklichkeit nicht der Fall war. Als Schneider, zusammen mit Sadowski und Decker von den Franzosen verhaftet wurde, entließ man ihn am nächsten Morgen. Zwei Tage später erschien aber Schneidcr iu Elberfeld bei Haucnstein und teilte diesem mit, der Zechendirettor Hösermann ließe Hauenstrin ausfordern, zu einer Rücksprache mit ihm nach Esten zu kommen. Hauenstein schöpfte angeblich Verdacht, «rklärt« sich aber zun, Schein bereit, nach Esten zu gehen. Es wurde daraus festgestellt, daß das Lokal, in dem das Zusammen- tressen stattfinden sollt«, von französischen Kriminal- b e a m t e n umstellt gewesen sei. Hösermann erklärte, er Izalte nie einen derartigen Auftrag an Schneider erteilt. Hauenstein beruft sich ferner aus den Bericht des Agenten des französischen Spionage- diensrez, des Frei Herrn Kennel. Ein gewisser Höckmann, habe in diesen Bericht Einsicht erliolten und sich bereit erklärt, vor Gericht unter Eid auszusoaen, daß sowohl Schneider als auch Goeß sich in französischen Diensten befunden haben. Der Kläger Schneider bestreitet, an Schlageter, Becker und Sadowski Verrat geübt und i« in französischen Diensten gestanden zu haben. Nichtig sei mir, daß Goeß sich bereit erklärt habe, den Franzosen Bericht« über die kommunistische Be- ir eau.ng in Essen zu l>«sern.«chneider sei von den Franzosen aus die Fürsprache des Goeß hin in Freiheit qeseßt worden. Goeß und er hätten Schlageters Tätigkeit unter Ausschaltung Hauensteins weiterführen woll«n. Goetz erklärt als Zeuge, er habe Schlageter überhaupt nickst gekannt. Als er von den Franzosen verhastet worden sei, habe«r, um strizu kommen, sich bereiterklärt, die kommunistische Bewegung Essens zu b e s p i ß e l n. Er habe gleichzeitig gc- hofit, auf diese Weise auch in die Spißeltätigkeit der Franzosen Ein- blick« zu erhalten. Das sei ihm auch gelungen: ans diese Weis« habe er den wahren Verräter, einen gewistcn Wilhelni Schneider, entlarvt. Auch sei gegen diesen Schneider ein Haftbefehl erlassen worden. Er sei jedoch wieder aus freien Fuß gesetzt worden. Der ehemalige Privatsekretör des Ehef« des fran- zösilchen Spionagedienstes in München' bekundet, daß er das Material über den Verrat Schlageters durch Schneider und Goeß von dem irühcren französischen Polizeiagenten Freiherr» v. Ken nel erhalten habe. Auf Grund dieses Materials habe. er das Flugblatt über den Verrat Schlageters durch die beiden verMsuilicht.-....• -Der-f ron z fi f i f che K rz m i n a l b« a rnt« Müller erzählt, wie er mit einer großen Anzahl Kriminalbeamter beordert wurde, das Cafe Melier� in Esten zu beobachten, in das zwei junge Leute den Leiter der Sabotageakte in, Ruhrgebiet, einen gewissen Heinz nrs Elberfeld, hcrübergelockt haben jollten. Die Beamten halleu den Aus trag, sobald alle drei aui der Straße erschienen, mit ge- sicherten Revolvern den in der Milte Gehenden zu verHast«!,. Di« anderen beiden sollten auch zum Schein mitverhostet werden. Das Casä verließen jedoch nur die beiden jungen Leute ohne Heinz. Im Vereinshaus, wohin sie sich begeben hatten, wurden, sie voii 95, r- Itud erreicht werden. Und noch etwas. Der Tanzgruppe unserer Stamsoper wird leider so selten Gelege uheit gegeben, mit selbständi. gen, vom Opernbetrieb unabhängigen Schöpfungen hervorzutreten. Wenn solche Gelegenheit sich bietet, sollt« man sich nicht damit be- gnügen. schon Bekanntes zu wiederholen. Di«„Totentänze" sind vor fast zwei Iahren in einer Matinee der Volksbühne.„Die Vogel- scheuche" ist vor anderthalb Jahren an einem Ballettabend d:r Staatscver gegeben worden. Wir hoifen. daß Tanzmatineen der Terpis-Schar in Zukunft regelmäßig und häufiger stattfinden werde». Und wir hoffen dann von fleißigem und zielklarem Anfwärtsstreben uns freudig überzeugen zu dürfen. * In msterer tanzfreudigen Gegenwart gibt es fast in sedem größeren Familienkreise einen talentvollen«ohn, der nette tänze- tische Begabung und. wenn er einen„Kursus" durchgemacht hat. auch eine Art tänzerischer Technik besißt. Entilommte Tanten und unvorsichtige Onkel geben ihm dann wobl den Rat, Künstler zu werden. Aber der Bürgersohn. ist zu klug. Er tritt ins väterliche Bankgeschäft. lind reserviert seine Talente für festliche Veranstal- ningen im Familienkreis. Wo solche Klugheit nicht obwaltet, beg'bt sich leickt ein Malheur. Dos erlebten wir in der Rocht von Sonn- abend'zu Sonntag aui der eilig bergerichteten. geschmacklos und power äiisgestatteisn Bühne des Renaissance- Theaters, mo ein Herr Friß Wolf Ferrrari Tänze, Parodien und Grotesken zu produzieren unternahm. Ein mittlerer Amüsiertänzer mit kleiner Vallett-Technik. Passable Handaktion. Ein paar gute Sprünge. Einig« dünne pantomimische, gar keine tänzerischen Em- fälle. Als Kunsttänzer nicht diskutabel. Fürs Variete zu wenig akrobatisch und zu arm an effetwollen Ideen. Die Banktarriere soll jetzt nicht empfehlenswert sein. Aber es gibt doch viele andere Branchen, in denen ein junger Mai», von leidlich angenebmem Jleußcren nnd körperlicher Gewandtheit seinen Weg machen kann. _ John S ch i t o w s t i. Konzert de« Männerchor«„cerche-Einigkeit". Es ist Zeit, daß auch in der Sängerwelt die Vielstaaterei aufhört. Der Segen der Zusammenarbeit wird sich bald einstellen. So haben sich vor nicht langer Zeit die Männerchöre„L e r ch e" und„Einigte! t" unter dem bekannten Ehormeister I. G. R o h r b a ch vereinigt und stellten sich nun in der Singakademie einem größeien Publikum vor. Der Erfolg ist keineswegs ennnuiigend, noch weniger aber, iroß der lauten Anerkennung der''Zuhörer, zum gemütlichen Ausnihsn ge- eignet. Zunächst huldigte die Vortrogsjolge zu sehr der Lieder- taselei. Außer etwa dem Eurtischen„Hoch empor", dem„Ueber allen Gipfeln" des allen, braven Kuhlau und dem Frühwerk Hsgars, „Morgen im Walde", lief fast alles etwa 2l> Takte vor dem Schluß auf den bekannten lang vorbereiteten und lang erwarteten Quart- Ssri-Akkord hinaus. Was die Ausführung der Chöre anlangt, so «iioe. außer dem bebenklick-rn Fistulieren der. Tenor« in der Höhe, Ii» gewisser Mangel an Strassheit und Kon.z«ntri»rtheit, und ein allzu fröhliches, um tielere Problsm« unbekümmertes Draufgängertum zu. monieren. Sonst har dar stattlich« Eher schon seine Ouallkät, di« sich aber mnhl erst nach strengem Studium in voller Entsaltung zeigen»üch. Rahrbach entzückt« durch ein geholt, und Phantasie thollet mit Schneider und Goeß angesprochen. Sie wurden gefragt, weshalb es ihnen nicht gelungen sei, den Heuu nach Esten zu bringen: sie erhielten einen Packen deutscher Geldschein« im Werte von ungefähr öllO Franken eingehändigt, damit sie aufs neue nach Elberseld fuhren und dort den Auftrag, Hauenftein noch Essen zu bringen, erledigten. Der Zeuge behauptet, ihm seien in Köln vor etwa drei Monaten die Photographien der beiden vorgelegt worden, und er habe in ihnen die beiden jungen Leute wiedererkannt, di« seinerzeit mit Goetz und Schneider im Vereinshaus angesprochen wurden. Der Zeuge ist jedoch nicht in der Lage, im Augenblick.zu sagen, ob die anwesenden Goetz und Schneider mit den beiden jungen Leuten identisch sind. Aus die Frage des Verteidigers erklärt der Zeuge, daß er sowohl aus den Polizeiakten als auch aus den Berichten des Spionagedien st es wisse, daß Schneider und Goeß auch Schlageter verraten haben. Das sei auch öffentliches Gespräch unter den Beamten gewesen. Gvetz erklärt aus den Vorhalt des Vorsitzenden, daß er zu der Aussage nichts sagen könne. Jedenfalls sei sie unwahr. Di« Ver- teidigung hält ihm vor, daß er selbst zugegeben habe, im Case Weller mit Schneider gewesen zu sein. Damit ist die Bcweisaufnalnnc geschlossen. Der Vertreter des Klägers bö!t die Klage aufrecht. Die Verteidiger waren dagegen der Ansicht, daß der Wahrheits- beweis vom Beklagten erbracht sei. Sie baten um Freispruch. Der Richter verkündete nach wenigen Miauten da» Urteil, laut dem der Beklagte freizusprechen sei und die kosten de» Bersahren» der Privalk löger zu irageo habe. Gleichzeitig verfügt das Gericht die Verhaftung des Zeugen Götz wegen dringenden verdachtes de» Meineid». In der Urteilsbegründung führte Amtsgerichtsrat Dr. Luchert aus, daß dos Gericht den Aussagen des Zeugen Müllers gefolgt fei, aus denen hervorging, daß Schneider sowohl den Verrat an Schlageter wie auch den an Hauenstein selbst verübt habe. Schneider und Götz seien es gewesen, über die bei der Verhaftung von Sadowski und Becker gesagt wurde, es sind dieselben, die' Schlageter verraten hoben. Der Zeuge Müller hatte keinen Grund, gegen Schneider und Götz auszusagen. Wenn das Gericht die geringsten Zweifel über seine Glaubwürdigkeit gehabt hätte, so hätte er die Verhandlung vertagt. Der Zeuge Goetz wird von zwei Justizwachtmeistern in die Mitte genommen und aus dem Saal geführt. Vorher verabschiedet er sich noch von Schneider. Die Gehälier der leitenden Beamten. Sonntagsberatung des Haushaltsausschusses. In der vollzählig besuchten Sonntagsberotung des Ausschustes für den Reichshoushalt über die Besoldungsreform wurde die Be- soldungsordnung S, f« st« Gehälter, im einzelnen durchg« sprachen und eine große Zahl von Anregungen gegeben, die bis zur zweiten Lesung zu Anträgen verdichtet werden sollen. Die Höher- stellung der Mitglieder des Reichsgerichts wurde im Intcr- esse des Mstehens des höchsten Gerichts von vielen Seiten besür- wortet. Vom Genossen Stücklen wurde beantragt, die Dirigenten- stellen in den Ministerien ausscheiden zu lasten, wenn man di« Stel- lung der Ministerialräte heben und an«inen Abbau der Ministerien gehen wolle, dürfe man nicht immerfort neu« Instanzen schaffen. Solche neuen Instanzen vergrößern die Arbeit und oermindern die Verantwortung des einzelnen. Bezüglich der Einstaffelung der Reichstogsbeamten hatte der Reichstagsvorstand, in dem all« Fraktionen vertreten sind, sich einstimmig aus bestimmt« Lorschlägc gcemigl, die dem Ausschuß als Antrag vorgekegk werden sollten und sich verpslichten, sich in den Fraktionen für die Annahm« dieser Vorschläge einzusetzen. Wie Ge- nossin Bohm-Schuch in einer warmherzigen Rede darlegte, haben indessen olle Parteien mit Ausnahm« der Sozialdemokratie die Unterzeichnung eines solchen Antrages abgc- lehnt. Diese Feststellungen waren dem Zentrum so unangenehm. daß der Zentrumsführer Dr. v. Guerard beantragte, den sozial- demokratischen Antrag einem kleinen Unterausschuß zur Vorberatuug zu überweisen, der nur aus den Fraktionsführern gebildet würde. volles„Freies Orgelspiel", enttäuschte etwas in der„Abendseier", einem geschlossenen Orgelwerk, in etwas naiver, Kuhnauscher Manier und ist als Orgelsolist bedeutend bester, denn als Begleiter(nament- lich auf dem Klavier). Der geschmackvolle, im empsindungsvollen Vortrag treffliche Cellist Ernst v. Oizycki sorgte für solistische Abwechslung. H. M. Auch der„Geenij" will kein Held der Dichtung werden. Ein« einstweilige Verfügung hat der uormalige König Friedrich August von Sachsen gegen die Wochenschrift„Das Dresdener Echo", die in Chemnitz auch unter der Ueberfchrift„Die Fackel" er- jcheiul. wegen des darin abgedruckten Romans„Das Schloß- g e f p s n st" beim Amtsgericht Dresden erwirkt. Unter Androhung der geseßlichen Strafen wird es dem Herausgabcr Willi L a n tz k ch durch einslweisige Verfügung untersagt, Fortsetzungen des vorge- nannten Romans erscheinen zu lasten, in denen der Aniragsteller unter namentlicher Bezeichnung oder einer solchen, die seine Person nicht verkennen läßt, austritt. Ein Droste-hülshois-Museum. Das Fürstenhäusle, das alle Rcbhäuschen der Annette von Droste-Hülshoff in Meersburg am Bodens««, ist seit einiger Zeit zur Besichrigung freigegeben worden. Dort hat Annette als Gast ihres Schwagers Julius von Laß-. bcrg, des romantischen Philologen, der inittelollerliche Burgherrlich- kell zu erneuern dachte, gelebt und gedichtet. Und die Witwe chres Neffen hat jetzt an dieser Stelle ein kleines Museum geschaffen, sie hat Andenken an die Dichterin, ihr« Familie und ihre Freunde zu- samirengefügt. Mau sieht die Briese, die Stammbuchbläller, die Zeichnungen, die Bildnisse der Droste, sieht ihre Freunde, die Brüder Grimm, Laßberg. Und von der Veranda kann man die Reben und das alte Mcersbnrg sehen, über den Bodensee nnd hinüber zu den Bergen.___ vorsührvtig der Elizabeth vuncaa-Sckulc. Elizabeth Duncan schickt nach mrhtjäbriger Arbeit eine Gruppe von Tchlllerinneu nach Berlin, um dort ihre Methode lörverlicher Erziehung und fünftserifcher Ben>eguuztich»lunq zu zeigen. Di« Veranstaltung findet heute. 20 Uhr, im Krohen Saal des Zentralin st Ituts für Erziehung und Unterricht, Potß- damer strasje 120, statt. Karten zu 52. 1.— sind in der DetchästSflclle de-, Zentralinftilut« erhältlich. Inder Ortsgruppe Berlin der ventichen INorgevlS->d!ichen chefellschasl findet in der Universität, Auditorium 150,l e g i s 1 e u r". Der vor trag findet im L l 0 t b n e r-(v a ch) S a a l, Lützolvstratze 76, statt.. Die verewigten Syaagagenchöre Berlin, veranstalten am 4. Dezember 1»-/, Übt, in der Philharmonie unter Leitung von Slexandec Dein bäum ein Konzert, in dem bebräische-liiurgische, Ivnle deutkchr geistliche Gesänge, zum Vortrag gebracht werden. Aitwirlende: Brosestor sio'tph Dolstthal. die Oberkantaren Asch und Gollaiitu und der Organist Arthur Zepke. Karte« bei Bot»«. Bock, A. Veltheim, Netz und»n der Abendkasse. Line yähleuwahnuu, der Eiszaitmensih« wurde bei der Gameind- Sajot(Ungarns entdeckt Di« neue Höhle befindet sich im Dachsteintal!. Hügelland van vaiot,' wo auch die IankooicheHöble liegt, ü, der bereit fest Jahren reich« Knitursiberrest? de« jüngeren EiSzeiWIter« zutage ka««». Aach dem Wiener fUHcniat Keine Aröeiterdemonsiraticnen. Bürgermeister Genosse Karl S e i tz hat alsbald nach dem miß- glückten Attentat den Pressevertretern im Rathaus den Vorfall dar- gestellt: als er Schüsse gehört, hatte er zum Fenster in der Wagen- rückwand nach der Ursache gesehen und erst, als außer Zweifel stand, daß auf den Wagen, ja auf seinen Jnsasien gefeuert wurde, sich geduckt, sa daß die Geschosse über ihn tzinwegslogen und nur die Fenster zertrümmerten. Dabei ist Seitz von ziemlich großer Statur, hätte also leicht getroffen werden könne».— Den Abend des Tages, der fast so unheilvoll geeichet hätte, verbrachte der Bürgermeister in dem staatlichen B u r g t h e a t c r, das gegenüber dem Rathaus liegt. Am Sonntag war Genosse Seitz überall, wo er sich zeigte, das Ziel herzlicher Ovationen: in sozialdemokratischen Vcrsamni- lungen wird er sowieso immer mit Jubel begrüßt. Die sozialdemokratische Parteileitung hatte durch ihren Ausruf, der in der„Arbeiter-Zeitung", im.Kleinen Blatt", auszugsweise auch in bürgerlichen linksstehenden Zeitungen, erschienen, auch durch Radio Wien verbreitet worden ist, zur Ruhe gemahnt. Der Ausruf wie auch die Leitartikel der Parteiblätter betonen, daß der Allen- täter ein geistig recht minderwertiger Mensch ist, daß hinter seinem Attentatsoersuch irgendwelche Parteien oder Organisationen nicht stehen, und daß gründliche Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sowie rastlose Aufklärung am besten den gciswerwirrenden Folgen lang- andauernden Nichtstuns(und schon gar Nichtverdienens!) vorbeugen müssen. Der Parole der Partei entsprechend und den Weisungen de» sofort aufgebotenen Republikanischen Schutzbundes folgend, hat das Wiener Proletariat am Sonntag alle Straßendemonstrationen unter- lasten, zumal die grandiose Kundgebung am Republikfeiertag, dem 12. November, noch unvergcsten ist. Der Attentäter Richard S t r« b i n g e r hat bei seiner Per- nehmung angegeben, daß er gegenwärtig keiner politischen Partei angehöre, bis vor kurzem aber sozialdemokratisch organisiert gewesen sei. Zurzeit sei er Mitglied der Fronttämpferver- » i n i g u n g. Für die Tat.habe er die Feier der Eröffnung de» Schneepalastes gewählt, weil diese kein politisches Ereignis darstellte. Verbot einer Monarchistenfeier. Die„Kaisertreue Volkspartei" hatte für heute vor- mittag anläßlich des 147. Todestages(!) der Kaiserin Maria Theresia eine Gedächtnisseier und Kranzniederung beim Mario- Theresia-Denkmal beabsichtigt. Infolge des gestrigem Attentats auf Bürgermeister Seitz wurde die Feier polizeilich verboten. Belgisch-liberaler Mißmui. Bewegte Parteiberatung. Brüssel, 28. November.(Eigenbericht.) Am Sonntag tagte der Nationalrat der Liberalen Partei in Brüssel. Außenminister llymans referierte über die politische Lage und griff die ausgeschiedenen sozialistischen Minister wegen ihrer Haltung in der Militärfragc an. Die Debatte ließ die große lin- Zufriedenheit erkennen, die in der Liberalen Partei herrscht. Fast alle Redner protestierten dagegen» daß die liberalen Führer ein- iniitig beschlossen, haben, in die neue Regierung einzutreten, ohne erst den Nationalrat der Partei zu befragen. Verschieden« Redner klagten, bitter darüber, daß die Liberal« Partei ihre f r e i d e n k«?. rischen II«der Zeugungen geopfert und vor dem Klcri- kalismus kapituliert habe. Wenn das ja weiter gehe. werde der Liberalismus in Belgien bald nur noch eine Erinnerung der Vergangenheit fein. Auf diesen Angriff wußte der frühere Kriegsministcr D e v e z e nichts anderes zu erwidern, als daß der Eintritt in die neue Regierung notwendig gewesen sei, weil sonst Neuwahlen gekommen wären, bei denen die Sozialisten wegen ihrer Forderung der sechsmonatigen Militärdienstzeit eine sehr zugkräftige Parole gehabt hätten. Die Hallutzg der liberalen Minister wurde schließlich gegen eine Minderheit gut- geheißen, aber die Konferenz war dennoch ei» deutliches Symptom der Zerrissenheit der neuen Regierungsmehrheit. Auch ein Nachfolger für de Brouckcre. Brüssel, 27. November.(Eigenbericht.) Der Ministerrat bestimmt« Baron Mvncheur, den früheren velgischen Botschafter in London, an Stelle unseres Genosse» de Brouckerc zum Vertreter Belgiens an der Abrüstungskom- Mission in Gen'. Moncheur ist ein Diplomat alter Schule, der sich niemals durch besondere Fähigkeiten oder persönliche Iniiiatioe aus- gezeichnet hat. Er hat vor kurzem die Altersgrenze erreicht und den Londoner Boischafterpoften verlosten. Moncheur an Stelle von de Brouckere— wenn das ein Merkmal der neuen belgischen Außen- palitit sein soll, dann kann man sich ja auf schöne Dinge gefaßt inachen! Vor dem Thermidor. Stalins Plan für den parteikoagreß. Riga. 28. November.(Eigenbericht.) Der bevorstehende Kongreß der Kommunistische» Partei in Moskau soll den großen theatralischen Schlußakt in dem Kampf der Stalinisten gegen die Opposition bilden. Zunächst wird vor dem Parteikoruin die formelle Anklage gegen die Opposition erhoben werden. Dann dürfte sich Stalin völlige Handlungsfreiheit in der Vernichtung der Opposition zu- sichern lassen. Ihr« Anhänger fallen nicht nur rücksichtslos ausge- schlössen werden, man denkt auch daran, sie als Kriminaloerbrecher behandeln zu lassen und zu verbannen. Auch die Reinigung der Auslandsvertretungen der Sowjets gehört In das Vernichtungsprogramm Stalins. Aus einzelnen Gesandtschaften werden bereits Versetzungen bzw. Entlassungen gemeldet. Sacco-Vanzetti-Zigareiien. Und eine Bombe in die Fabrik. Buenos Anre», 29. Rorn-mber.(Pariser„Rem Nock Herald".) Anarchistsn sollen aus Entrüstung darüber, tzaß ein« Zigarttttufabrik «Ine Zlgarettenmarke Sacco nnd Lanzetti genannt habe,«n« Bomb« in die betreffende Zigorettenstlbrik geworfen haben. Die Bombe explodierte und beschädigte die Fabrik sowie mehrere-umliegende' Gäk'ände. Menschen sind bei der Explosion » i ch t zu Schaden gekommo». Das Berliner Bäckereigewerbe. LteSersehung mit Kleinbeiriebe«. Pie Entwicklung im Bäckergewerbe zum Großbetrieb, der Bau utüt die Ausnutzung von Riesenbacköfen zur Brotherstellung drängt die kleinen Bäckereien naturgemäß mehr und mehr ins Hintertreffen. In Berlin kommen die Folgen der verkehrten Lehrlingswirtschaft mit dazu, so daß heute rund ZS00 Bäckereien in Berlin gezählt»erben. Rechnerisch kommen zwar immer noch rund 1 100 l>00 Einwohner auf einen B ä ck e r e i b e t r ie b. aber rrotzdem Berlin an Großbetrieben verhältnismäßig arm ist, wird ein großer Teil der Bäckereierzeugnisse von Kloßbetrieben her- gestellt, wie der Konsumgenossenschaft" mit ihren 78 Backöfen, der Wittlerschen Brotfabrik mit etwa 16l> Bäckergesellen, sowie einer Reihe von Mittelbetrieben mit durchschnittlich ie 20 Bäckergesellen. Cn etwa 1500 Zwergbetrieben arbeitet der Meister entweder ahne irgendeine fjilfs- traft ober aber nur mit einem Lehrling. Weitere 1000 B e- triebe arbeiten mit je einer einzigen bezahlten Nrbeitskraft und auf die übrigen 1300 Betriebe ent- fallen durchschnittlich je zweieinhalb Arbeitskräfte in der Backstube. Die Kleinbetriebe und selbst viele mittlere Betriebe haben trotz geringen Umsatzes hohe Mieten zu zahlen. Bei dieser Ueber- setzung an Betrieben, die wirtschaftlich betrachtet eine enorm« Vergeudung darstellt, bleibt es natürlich nicht aus, daß manche Meister trotz aller Anstrengungen in Bedrängnis kommen. Sache der Organisation der Selbständigen im Bäckergewerbe müßte es sein, den Gang der Entwicklung eingehend zu verjolgen, vorausschauend zu beurteilen und dementsprechend die Berusspolitik einzurichten. Es müßten aber keine Zütlftler fem, die die Ding» rückschauend betrachten, vom goldenen Boden de? Handwerks träumen und von feiner Wiederherstellung phantasieren. Bon der Leitung der Cnnung ist eine vorausschauend« Politik kaum zu erwarten. Das zeigen die Klagen über die Rotlage des Gewerbes und die geforderten Mittel zur Abhilfe, deren Kosten die Allgemein- h e i t tragen soll. In den Zeitschriften der Selbsändigen wird der Groß- st« t r> e b im allgemeinen, werden die Konsumbäckereien tw besonderen in Grund und Loden vcrurleilt und den Konsumenten empfohlen, die Kleinmeister zu unterstützen und die Groß- bäckereien zu boykottieren. Erst neuerdings wurde versucht, der Rotlage durch Erhöhung des Kleingebäckspreises auf drei Pfennig« abzuhelfen. Man hofft« auf diese Weise den Mehlumsatz zu steigern. Trotz dieser Maßnahme reißen die Klagen nicht ab. Dieselben Herren, die gegen die Dindmühlenflügel der Groß- bäckereien vergeblich anstürmen, sind des Lobes voll über ihre eigenen genossenschaftlichen Unternehmungen, zu denen sie erst der Lauf der Dinge gezwungen hat. Sie klagen auf der einen Seite über den M i« t w u ch« r bei den Geschäftsräumen auf der anderen Seit« fordern sie die Beseitigung der Schutzbestim- mungen für Mietwohnungen. Sie fordern P r i v i- legien zur Erhaltung des Mittelstandes, in der Auffassung, daß die Bevölkerung verpflichtet sei, den Kleinbetrieb rentabel zu gestalten und dafür die nötigen Opfer zu bringen Hab«. Man verfällt dem nationalen und zünftlerischen Phrasenschwall, fordert freie Hand in der Ausnutzung der Arbeitskräfte und der Preisfestsetzung. Das Reich könne nur blühen, wenn das Kleinhandwerk blüht. Da nun einmal soviel« Meister einen Betrieb eingerichtet haben, müßte ihnen auch die Garantie einer gesicherten Existenz geboten werden. Die Bäckererbesttzer schwärmen für die kapitalistische Wirtschaftsweise, verdammen aber die Erfassung ihres Ge- werbes durch den Kapitalismus und geraten so in Widersprüche, aus detien die Allgemeinheit ihnen heraushelfen soll. Do Bäckergewerbe wird sich wohl oder übel mit seiner Ent- Wicklung zum Großbetrieb abfinden müssen und aus sich selber heraus die Energien aufbringen müssen, die zur Anpassung an diese Entwicklung führen. Klare Erkenntnis statt mittelalterliche Schwärmerei und«ine den Berhältnissen angepaßte vernünftige Beruispolitik. So wenig das Bäckergewerbe, das heißt die Innungen, sich darum kümmerten, was au« all den Lehrlingen wurde, die sie in den Beruf aufnahmen, aus all den Gesellen, für die man nach der Lehre keine Verwendung mehr hatte, um oll die Berufs- ongehärigen. die aus ihrem Traum einer behaglichen selbständigen Bäckermeisterexistenz in irgendeinem Cndustriebetriebe als ungelernte Arbeiter erwachten, so wenig wird sich die Allgemeinheit darum kümmern können, ob dieser oder jener Meister seinen Betrieb auf- rechterhalten kann oder nicht. vi« Ueberfülluna des Gewerbes mit Selbständigen kann sedensall» nicht aus Kosten der Allgemeinheit konserviert werden. Wer dabei unter die Räder kommt, kann sich bei seiner Beruisvertreiung dafür bedanken, die es nicht verstanden hat, ihr rechtzeitig zu begegnen. Time Leibsigenfchast. Das prograntm der Sächsischen �andwirffchastskammer. Cn der Hauplsitzung der Sächsischen Landwirtschastskammer, die vor einigen Tagen in Dresden stattfand, beschäftigte man sich unter anderem auch mit der Frage der Leutenot in der Landwirtschaft. Nach der„Deutschen Tageszeitung" Nr. 0i2 wurden zu dieser Frage folgende Forderungen cutgcstevt: „Die W e r k w o l> n u n g e n haben nicht mehr der Mieterschutzgesetzgebung und der Zwangswirtschaft zu unterliegen. Es müssen gesetzliche Bestimmungen getroffen werden, die es ...ermögliche�, die Einhaltung vertraglicher Berpflich- tungen zu erzwingen und Arbeitgeber, die einen Kontrakt- brüchigen einstellen, für den Schoden hostbar zu machen. Hinsichtlich der AusläNderfrag e verlangt die Landwirt- schaft grundsätzlich die alsbaldige Aufhebung jeherKon- ttngentiarung. Sollte dos für dieses Cohr nicht erreicht werden können, so erwartet die sächsische Landwirtschaft ein« wesentliche Erhöhung des im vorigen Jahre für Sachsen abgebauten Kon- kmgents. Lei der Ausländerverteili-ng muß der Grundsatz, daß nur der Rübenbau berücksichtigt wird, ebenso fallen wie die Vorschriften über die Mindeststärle der Kolonnen, damit auch bäuerliche Be- triebe mit berücksichtigt werden können. Es geht nicht an. daß die Betriebe, die im Vorjahre keine Ausländer beschäftigten, von der Zuweisung ausgeschlossen werden." Diese Forderungen sind ein neuer Beweis für die geradezu mittelalterliche Geistesverfassung, mit der in den Kreisen der Land- wirtschaftskommeim und der landwirtschaftlichen Unternehmer Fragen de? Landarbeiterstandes behandelt werden. Totsache ist» daß der Ar- beitermangel in der Landwirtschost mit dem Augenblick behoben wäre, wo die Landarbeiter anständig entlohnt, behandelt und menschenwürdig untergebracht werden. Statt dessen betreibt man ein« weiter« Entrechtung der Landarbeiter. Noch mehr. Sollt« das in Erfüllung gehen, was im zweiten Absatz gefordert wird, dann würde dos das Wiederaufleben der Leibeigenschaft bedeuten. Diesen Bestrebungen muß der schärfste Widerstand entgegengesetzt werden. Die Wahle« zur Angestelltenversicheruug. Oer AfA-Dimd bleibt führend. Dem Reichswahlausfchuß der Freien Angestelltenverbänd« liegen über die Ergebnisse der Wahlen zur Angestelltenverstcherung aus weiteren S3 Wohlkreisen vor. Das bisherige Gesgmtsiimmencrgebnis ist. nunmehr folgendes: Allgemeiner Freier Ange- stelltenbund 180.342 Stimmen. Bautschnationaler Hand- lungsgehilfenverband 163 639 Stimmen, Gewerkschaftsbund der An- gestellten 145 723, sonstige Hauptausschußverbände 33156, 17 Frauen- berufsverbänd« 59 144, insgesamt 582 004. Die Lugend am Werk. Abschluß der Werbung der FGI. Die Werbeaktion der Berliner freien Gewerkschastsjugend ist beendet. Unermüdlich waren dl« Cungen und Mädel der FGC. in den letzten Wochen an der Arbelt, um den Gewerkschaften jung« Kämpfer zuzuführen. Durch öffentliche Beranstallungen, Hau»- agitation und Agitation in den Betrieben und Berufsschulen wurde die Gewerkschaftsidee propagiert. Zum Abschluß dieser Werbe- kampogn« veranstaltet« die FGC. am Sonnabend im Sitzungssaal des Bezirksamts Lreuzberg eine Kundgebung, die bestimmt ollen den Eltern, die noch zögerten, ihre Kinder der Gewerkfchasts- jugend anzuoertvauen, die letzten Zweifel genommen haben dürfte. Musikalische Darbietungen von Cugendgenossen, ernst« und heiter« Rezitationen, muntere Volkstänze und die Ansprache des Jugend- genossen P« s ch t« zeigten am besten, in wie guten Händen sich die Jugendlichen der FGI. befinden. Eine geschickte Regie und vollste Hingabe oerriet der Sprech- und Bewegungschor, der die „Gesänge vom Werktag" vortrug. Die bis ins kleinste gelungen« Veranstaltung wurde beschlossen durch den gemeinsamen Gesang der „Arbeite rmarseilllnse*. Die Dresdner Vau? lehnt ab. Sie kennt keine Teuerung. Der Betriebsrat der Dresdner Bank hatte zu Freitagabend nach dem Lehrervereinshaus«in« Versammlung aller in. diesem Bank- Institut beschäiligten Angestellten einberufen, die noch stärker besucht war ol» die Versammlung am Montag in den Sophien-Sälen. Der Betriebsratsoorsitzende Mendt berichtete über die Berhandlung, die der Betriebsrat entsprechend dem Beschluß der letzten Betriebs- Versammlung wegen der Zahlung einer Wirtschafts- b e i h i l f e mit der Direktion geführt hatte und in der— um es gleich vorweg zu sagen— die Direktion die Forderung glatt abgelehnt hat. Der Direktor Gebeimrat Frisch vertrat in der Verhandlung di« Auffassung, daß die vom Betriebsrat einberufen« B e r s a m m- lung völlig überflüssig sei und lehnte die Bezah- lung der Saalmiete ab mit der Begründung, daß die Bank kein Geld Hobe, um reine Agitationsoersammlungen der Gewerk- schasten zu bezahlen. Er erklärt«, daß«Ine wesentliche Teuerung gar ni ch t« i n g e t r e 1 e n sei und bei dem Abschluß des Tarifvertrages im Frühjahr dieses Jahres schon die Mietsteigerungen und die damit verbunden« Teuerung einkalkuliert worden seien. Noch seiner Meinung seien.die Gehälter der Bank- angestellten völlig ausreichend" und die Unruhe unter den Angestellten nur künstlich von den Gewerkschaften erzeugt worden. Gehetmrat Frisch behauptete allen Ernstes, daß das Lankgeschäft so danierliege, daß es von den An- gestellten geradezu unerhört sei,«ine solche Forderung auf« zustellen. Als er von dem Angestelltenratsvorsitzenden darauf hingewiesen wurde, daß di« Bant ja schließlich noch über Reserven verfüg«, wurde der Herr Gehetmrat plötzlich sehr nervös. Er erwiderte dem Angestelltenratsvorsiyenden Dr. Kupski, daß er fast glaube, kein« Bankangestellten, sondern Industriearbeiter vor sich zu haben, und empfahl ihm, noch einmal dl« Schule zu besuchen oder sich belehrend« Lorträge anzuhören, um sich wie «in Bankbeamter benehmen zu tonnen. Auf di«„T a r i f t r e u e" pochend, lehnte er jedes Ent- gegenkommen ab, worauf die Verhandlung«rgeb- nisko» abgebrochen wurde. Dieser Bericht wurde von den Berfammelten mit großer Ent- rüstung aufgenommen. Der Vertreter des Deutschen Bankbeamten- vereins, P« r r« t. kritisiert« ebenfalls scharf das unsoziale Der- halten der Dresdner Bank, da« um so erstaunlicher ist, ol» gerade in der letzten Zeit die Banken alle Müh« hotten, ihre Riesengewinne vor der Oeffentlichkeit zu ver- st« ck« n. E m o n t» vom Allgemeinen Verband der Deutschen Bant- angestellten bezeichnet« die Gleichstellung der Bantangestellten mit den Industriearbeitern als ein Kompliment für di« An- gestellten. Leider seien die Bankangestellten tn ihrer Ent- lohnung noch lang« nicht dem größten Teil der Industriearbeiter gleichgestellt. Wenn dles erst der Fall sein wird, werden fich auch die Bankangestellten wieder gern wie„Bankbeamte" benehmen. Er ermahnte die Bersammelien, w-iter so geschlossen wie bisher zusammenzustehen und die eingeleitete Bewegung wachzuhalten. Die Bankangestellten dürfen nicht eher ruhen, bis sie die Bezahlung durchgesetzt haben, die sie entsprechend ihrer Funktionen im Wirt- schoftskörper zu beanspruchen haben. Der Berrreter des D H V., R e u I ch, stimmte den Ausführungen des Genossen Emonts ebenfalls zu. Die Versammlung faßte einstimmig eine Entschließung, in der sestgestellt wird, daß di« ablehnend« Haltung der Direktion mit dem Wesen und Inhalt des Tarifvertrages für dos deutsche Bankgewerbe nicht in Einklang zu bringen ist. Der Tarifvertrog läßt außerordentliche Zulagen an einzelne sowie an alle Angestellten unbeschränkt zu und sieht nur Winde st gehälter vor. In der Entschließung heißt es zum Schluß: „Die Betriebsversammlung protestiert in Anbetracht der durch- aus befriedigenden Geschäftslage im Bankgewerb« mit größter Ent- schiedenheit gegen diese unverständliche Haltung der Dir«kt:on und muß das dringende Berlangen aussprechen, daß die Direktion ihren Standpunkt revidiert und dadurch die augenblickliche Notlage ihrer Angestellten mildert.",_ AOV. in Oanzig. In D a n z i g ist es zur Gründung eines freigewerk- schaftlichen Beomtenbundes gekommen. Die etwa 10 000 Köpfe zählende Danziger Beamtenschaft war bisher ausschließ- lich in dem stark rechts«ingestellten Danziger Beamtenbund zu- fammengeschlossen. Die oberen Beamten hotten die Leitung an sich gerissen und nahmen in erster Linie ihre Interessen wahr, obwohl die große Mehrheit der Organisation aus unteren und mittleren Beamten bestand. Nunmehr ist von Beamten aller Dienstzweige qemeinsam mit den Beamtengruppen der freigewerkschastlichen Angestelltenverbände der Allgemein« Danziger Beamten- b u n d gegründet worden, der die bisher vernachlässigten Interessen der unteren und mittleren Beamtenschast versechten und mit der freigewerkschastlichen Arbeiter- und Angestelltenschaft in enger Fühlung zusammenarbeiten wird. Kommunistische Gewerkfchafischeorie. La der Versammlung der Schuhmacher. In der Mitgliederversammlung der Berliner Schuhmacher am Donnerstagabend in Boekers Festsälen sprach das Mitglied der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg der KPD. Frenze! über „Streikrecht und Streikverbot". Trotzdem dieses Thema eigentlich auf jeden Gewerkschafter eine Anziehungskraft ausüben müßte, gleichgültig, ob es von einem„reformistischen" oder tommu- nistischen Referenten behandelt wird, war die Versammlung nur von etwa 260 Mitgliedern von nahezu 4000 Mitgliedern besucht. Wer weiß, daß den Kommunisten in den einzelnen Gewerkschaften ihr Agttationsmaterial gegen das Schlichtungswesen und die„resor- mistischen" Gewerkschostssührer von der kommunistischen Gewerk- schaftszentrale oder durch die„Rote Fahne" oeliesert wird, konnte nicht darüber erstaunt sein, daß von dem Referenten nur a l t b e» kannte KPD.-Parolen aneinandergereiht wnrden. Es lohnt sich wirklich nicht, auf die Ausführungen des�Refe- reuten näher einzugehen. Ei« gipfelten in der Forderung:„Fort mit dem ganzen Schlichtungswesen, das nur ein Machtmittel der Bourgeoisie gegen di« Arbeiterklasse sei, unbedingter und auf möglichst breiter Grundtage geführter Kampf zur Verbesse- rung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, Kampf auch gegen die Derbindlichteitserklärung der Schiedssprüche. W ei t e r str e i t e n trotz einstweiliger Berfügungen, wie die Berliner Putzer und die Ehmnitzer Zimmerer usw." Interessant war«» auch, vom Refe- renten zu hören, daß der Kampf der Berliner Holzarbeiter ein durchschlagender Erfolg war und daß der Metallarbeiterverband in Berlin 20000 neu« Mitglieder nur deshalb gewonnen habe, weil er im letzten Jahre zahlreiche Streiks und Lohnbewegungen geführt habe. In der„Roten Fahne" ist tagtäglich zu lesen, daß die.resor- mistische" Gewerkschoftsbureaukrati« des Metallarbeiterverbandes nicht kämpfen will und jeden Kampf verhindert, und daß der Er- folg der Holzarbeiter„recht bescheiden" sei. Man redet und schreibt eben, wie es gerade am besten paßt und spekuliert dabei auf die Vergeßlichkeit der Versammlungsbesucher und Zeitungsleser. Daß der Referent die Zustimmung der großen Mehrheit der Versammlung fand, die durchweg aus Parteikommunisten und ge- fühlsmäßig urteilenden Sympathisierenden bestand, ist selbstver- ständlich. Unsere Genossen, die von den Kommunisten mit aner- kennenswerter Ruhe angehört wurden, traten dem Referenten fach- lich entgegen, konnten sich aber gegen die aus die kommunistische Auffassung eingestellte Mehrheit nicht durchsetzen. Ein« im Sinne des Referats abgefaßte Entschließung gegen das Schlichtungswesen wurde gegen die Stimmen unserer Genossen angenommen. Fremde in landwirtfchastlichen Werkwohnungen. Die landwirtschaftlichen Unternehmer klagen in innner stärkerem Maße über die Vesetzung der landwirtschaftlichen Werkwohnungen mit„Betriebsfremden". Diesen Klogen gegenüber gewinnen Angaben an Bedeutung, die der Berbandsvarstand des Deutschen Landarbeiterverbandes in seinem letzten Rechtsschutzbericht über die im ersten Halbjahr 1927 durchgeführten Klagen auf Wohnungs- räumung und Entlassung macht. Wir halten fest: Im ersten Halbjahr 1927 konnten nicht weniger als 613KlagenwegenWohnungsräumungundS10Kla- gen wegen Entlassung gezählt werden. Bon den Klagen wegen Wohnungsräumung wurden 484 mit Erfolg, 129 ohne Erfolg, von den wegen EnUassung 350 mit Erfolg und ISO ohne Erfolg erledigt. Mit diesen Angaben des Deutschen Lanharbeiterverbandes ist die Situation einwandftei geklärt: Di« landwirtschaftlichen Unternehmer sind selbst diejenigen, die dadurch, daß sie unzählige Landarbeiter unrechtmäßig und willkürlich gekündigt haben, die Hauptschuld an der umfangreichen Besetzung der landwirtschaftlichen Werkwohmmgen mit Betriebsfremden tragen. Wer den Mut dazu hat, rücksichtslos und unberechenbar zu handeln, der muß auch die Gegenwirkungen seiner Handlungsweise zu ertragen wissen. Em« Einmischung der behördlichen Stellen tn dieser Sache zugunsten der landwirtschaftlichen Arbeitgeber müßte als unverantwortliche Partei- nähme bezeichnet werden. verantwortliSi für Dolitil: Dr. tut Wirtschaft! ch. tUt»g«lhiI«r; Gewerischalisbiwesuna: z. Striuer: gemlliton: 3.£■®ischti: Lokale» utch Eonftioca: Fritz«arstödt: Sazetgen: Tit. Sloche; sämtlich rn Berlin. Berlaa: BorwSrt».Berlag GmbH., Berlin. Druck: Bormarta-Buchdruckeret und Berlag-anstalt Paul Linarr n ck» Berlin$33 68, Lindcnftrab» 8. Hier»» 1 Deila««. Counde kaschti Ii at* i# Spezialität der Dampfwäsdicrei: FUlQlCll UDCr ftli in iir OJ5-DCrlin Herren~Stärkew3scfae, Tischwäsche u. Roll-Prchwäsche ✓ Lieferzeit: S Tage Nr. 562» 44. Jahrgang Beilage des Vorwärts Montag, 25. November 1921 Gemeingefährliche Wegelagerer. Die nächitichen Lteberfälte im Kriedrichshain. Dor einigen Wochen berichteten wir über die Kolonnen jugendlicher Strolche, die nachts den Friedrichshain unsicher machten und Passanten übersielen und mißhandelten. Zu diesen Nowdies gehörten der Kutscher Dörbrand und der Koch Pir>trowski. Burschen im Alter von 21 und 24 Jahren, die wenen Arbeitsscheu und Betteln? vorbestraft sind. In der Nacht des 4. September haben sie zwei Männer nacheinander im Friedrichshoin angerempelt und mißhandelt. Der eine,«in B ü g l e r, hat einen schweren Oberschenkelbruch erlitten, so daß er sich gestern vor dem Schöffengericht noch in fchwerleidendem Zustande a n Stöcken in den Gerichtssaal schleppen mußte. Land- gerichlvdirektcr Steinhaus stellt« fest, daß nach dem Polizei- bevicht in jener Rächt sieben Personen im Friedrichshain überfallen und in das Krankenhau« Friedrichshain eingeliefert wurden. An dem ersten Fall, dem Angriff aus den Bügler L., war Dörbrand mit seinem Freunde Piatraschki beteiligt. Die Verhandlung ergab, daß Piotrafchfe infolge Verwechselung mit dem ähnlich klingenden Namen des zweiten Angeklagten Piatrowski nicht mitangeklagt, sondern alz Zeuge geladen war. L. halte mit seiner Freundin auf einer Bank gesessen, als die beiden Burschen herantraten. Piotraschki rempelte den Bügler an und behauptete, er hätte einmal einen chund auf ihn ge- hetzt. L. erwiderte, das müsse ein Irrtum sein, und er verbitte sich die Belästigung. Kaum hatte er das gesagt, als Dörbrand aufsprang, sein« Jacke herunterriß und in Boxerstellung zu leinem Spießgesellen sagte:.wenn ich Du wäre. Hölle ich dem s Uhr < Materialausgabe nur bis 18 l«) Ubr). es sieben für die Besucher Arbeiisräumc zur Verfügung; Bücher, Leibmappen und sonstige? Material werden, soweit sie in Dopvctcremdlaren vorhanden find, aus- zzeliehe». Denkmalsschänduo g. Bon dem Denkmal der KSnigi« Lutfe im Tiergarten ist eine der dort stehenden Geitenbüsten gemalt- sam heruntergerissen worden. Die Rachforschungen nach dem Täter sind eingeleitet morden, haben jedoch bis jetzt noch zu keinem Ergebnis geführt. Die Iahnärzlekammerwahlea. Nachdem bei den Aerztekommer- mahlen die Ambulatoriumsärzte vier Sitze gewonnen haben, fanden jetzt auch die Zahnärztekammerwahlen statt. Auch hier hotten die Aerzte, die auf festen der Versicherten stehen, einen schönen Erfolg und Genosse Dr. Drucker wird diese Zahnärzte al« Listenführer in der Zahnärztekammer für Preußen vertreten. Genosse Hermann Obst, unser Leiter der„Vorwärts�-Filiale Ackerstraße 174, ist am Sonnabend plötzlich infolge Schlaganialls gestorben._ Schnellzug Brüssel-Calais entgleist. Acht Schwerverletzte. Der zwischen Brüssel und Calais mik Iva ftilomefer Geschwindigkeit verkehrende Schnellzug ist gestern bei Aih entgleist. Aüns wagen sind au» den Schiene« geworfen worden, wobei acht Personen schwirre Verletzungen erlitten. Jugendliche als Mörder. Wie aus Paris gemeldet wild, hoben inBonlagaesurMer drei polnische Jungen im Aster von 12, 13 und 14Iahren zwei 45 Iabre alte Bergarbeiter mst einem Rasiermesser er- mordet. Zwei der Täter sind bereits verhaftet worden? Di« Festnahme des dritten steht bevor. Die Tat erregt besonderes Aus» sehen, da eben erst eine polnische Bande wegen einer Reihe schwerer Verbrechen oerurteist ist. Der verschluckte Ofenhaken. Der wegen gemeinen Mordes zu lebenslänglichem Kerker be» gnadigi« ehemalige Gutsbesitzer Ladislaus Do man» erkrankte in der Strafanstast M ü r a u schwer. Er wurde ins Olmützer Kranken- Haus gebracht. Hier operierte man ihm u. a. eine» 23 Zentimeter langen Ofenhaken, einen 27 Zentimeter langen eisernen Löf- f e l und den Stiel eines Siebes aus den Eingeweiden, die mehr- fach durchrissen waren. Der Amerikas lug endlich misgegeben. Wie wir aus Kreisen der Iunkers-Werke erfahren, hat nunmehr auch das Iunkers-Flug- zeug T> 1230 seinen Flug nach Amerika ausgegeben. Direkte custoerbinduug Teheran— Berlin. Nach Meldungen au« Teheran ist gestern dos Protokoll zwischen dem russischen Gesandten und dem persischen Außenminister über die Organisation des Luit- Verkehrs zwischen Baku und Pähleoi msterzeichnei worden. Da» Abkommen trist sofort in Kraft.' Damit wird eine direkte Luftverbindung zwischen Teheran und Berlin möglich. Die kommissarische Sattowitzer Skadkvertrewng enthält neben den polnischen Parteien vier Deutschbürgerliche und einen beut- schen Sozialdemokraten. Die Deutschbürgerlichen wollten zuerst nicht eintreten, entschlossen sich dann, e% den Sozialdemokraten nachzuahmen und haben dafür auf Kosten unserer Genossen einen Sitz mehr erhalten!___ Sport. BSC— Glavia-prag 2:1. Der Berliner Schlittschuh-Club(BSC-i. der«rst kürzlich gegen die London-Canadians im Eishockey überlegen siegte, konnte am gestrigen Sonntag über S l a v i o- Prag«inen neuen Erfolg buchen. 7: 1 für Berlin war das Resultat: auch nicht einen Augenblick stand ein Sieg der Internationalen des BSC. in Frage. Bei den Berlinern fehlie H o l s b o e r und M o l a n d e r. Die Mannschaft hatte jedoch in Brück, dem früheren Kapitän des Wiener Eislaufvcreins, einen glänzenden Ersatzmann zur Stelle, der viel zu dem Erfolg de» BSC. mit beigetragen hat. Gespielt wurde wieder in drei Spieldritt�n zu Te 15 Mtiral« Kurz nach dem Anpfiff drücken die tschechischen Gäste möchtig aus das Berliner Tor und aus einem Gewühl heraus schießt Air'-' k o w s k i ISlavia) unfehlbar ein. Es sollte ober auch dos erste w'd einzige Tor sür Prag bleiben. Der Berliner e-turm mit Dr. Roche. Johanson und Brück drängt zum Ausaleich. Der tschechiicfc Torwächter Pospizil bekommt viel Arbeit und wehrt ofuna s erfolgreich ob. Dann gelingt Brück aber der Ausgleich. Rah einem famosen Durchbruck sogt er dl« Scheibe ins gegnerische Tor. Mit 1: 1 gehen bie Monnscha'ien in die Pause. Bon min an domi- niert der BSC. Durch mei st erhaste Kowdinativ« schish Iohanfen das dritte und Dr. Roche aui Flankenvorlagen von de ganz vorzüglichen Brück das 4. Tor unhaltbar für Berlin ein. Zum fünflenmal muß Posvizil die Scheibe durch einen Weitschuß Brück» passieren lassen. Mit 3:l schließt das zweite Spiel- drittel. Im letzten Drittel schießt Johanson. von Dr. Roche und Brück kräftig unterstützt, noch zweimal in d'e Prager Tormaschen. Den Gästen, die ssch fast nur noch auf die Berteidigung be- schränken, bleibt jeder zählbare Erfolg versagt. Festz». stellen bleibt noch, daß das Haus übersüllt war und der« p o r t, e n t h u s i a s m u s ost über das Matz des notwendigen hinausging« - 4 Kcnacn zu Ruhleben am Sonniag. dem 27. November. 1. R e n n e n. l. S. Cohn» Dominus iJauh s?0. 2. Lette Liebe, 8. tri tu. Toto: 75: 10. Platz: 23, 15, 27: 10. Ferner Uesen: Zierde. Marlella. Manet. Clan. Nippsache. Agitator. 2. Rennen. 1. Stall GeorgiS Carl Engen fJautz jr.). 2. Ehrenber.?, ft. Meister B. Toto: 55: tu. Platz: 25. A. 23: w Ferner Uesen: Lieb--. böte Fredeonndi«. ssursürst.<5ood Boy, Js-grtm. Theodora. C-rano, Pols- da«, Petronella iL. Tri ist. Else B. 1.. Joharniisseue- ».Rennen. 1. A. und E OertelS ManzanareS sF. T-'chle), 2.?)c! na®., 3. Livdowkind, Toto: 83: l0. Plötz: 37. 40 18: 10. Ferner litt Mirabelis I Benu«. Freibeuter, sust Ledburn. Langemann, Jnge'm.� Ziotula, Kerriga» jr..«arom-.ler, Erster«olsersommer,»ainSea, Höh� lonne. Zlltgold. � Stall Rollendorfs Tmtddo(Lautenbeiger). 2. Lnftigu Bruder. 3. Se'fie. Toto: 12«: 10. Matz: S0�7. 48:10 F-rner Uei-, Katharina, LinSoott jr.. Prinzessin Etawah, Prinzetz Fortuna, Srnoste� Katzbach. Topal, Buchdrucker. dAennen. 1. Stall Tannbauser» Retstersanger(KnZpnadel fr. 2 Brigitte 3 Deutichcr. Toto: 37:10. Platz: Zt. 30, 21: 10. Ferne Uesen: Glücksvogel. Feitmella. Mia Halle. Die Letzte, Oftmark. Miftra Frank Lord Polo, Dovrn.Friedrichsdoor.Dolman.Elsenlöuigui, Safimir so.W. « Rennen I. K. Stocks ssolonel Dlllon(S. Eberl). 2. Bogdai 3. Stäftellaüf T-W:S7:10. Platz: 35. 45,«3: 10. Ferner lieien: Frankel ftew, Peter Harveftcr, Fenelon, Kistyschor Sä.). Franciscr, D-wso Butts Königsadler, Florian, Trottenr. Sudan. 7 R e Ii n e n. l. Abt.: 1. P. Klee« Jram(H. Schröder). 2. Turando 3. Diana Magowan. Toto: 203: 10. Platz: 55. 21, Ä: 10. Fernerliefeft Harsenmidchen, Aseline, MonoslaloS. Anter I(n,».). Rehoserin, Kartei, ivieler. Gondel, Lombardei. E'micht— 2. 316t: 1. I. KienbergerZ Suits! S lEberl). 2. Ss-' w-llc. 3. Strulvelpeler. Toto: 43:10. Platz: 13.13.14:« Fetner Uesen: Erich«■(o C), Propeller(o.».), Drag- Sott?(al?■ hiSftu.. 80 Proz. Platz zurück), Esfi, Campanula, Vala FriZeo, Oriente' Danrtn�, Giirl.�llino � �eDetS ArnÄs(Ebetl), 2. SZBjlich, 3. OuRe Toto- 43:10. Platz: LI. 53, 20: 10. Ferner Uesen: aRotgetrtau, Iufttaia Tharade, ZftrS. Bosworlh, Gerhard, Corona- MeKinney. Fiametta, Cotta. Aus der Partei. Helene Oieh gestorben. Stuttgart. 27. November. fEigenbericht.) Die Gattin des 1S2? verstorbenen Gmossen Heinrich Dietz am Sonnabendabend in Stuttgart im Alter von 80 Jahre einem Schlaganfall erlegen..Helene-Dietz stammte, wie Heinri Dieß selbst, aus Lübeck. Sie war mst ihrem Mann vor nwvne fast 50 Jahren von Hamburg nach Stuttgart übergesiedelt als er o Grund des Sozialistengesetzes von dort ausgewiesen war. In©w gart hette Dietz den bekannten Verlag I. H. W. Dietz begrüß' der bald ein geistiges, aber auch ein geselliges Zentrum der Part aewochen ist.' Helene Dietz hatte daran ein«» wesentlichen Ante In herzlicher Freundschaft war sie mit viuiie Bebel und BF.re Auer verbunden. Wie diese, so war auch sie in den Zettel schwere Kämpfe der Partei ihrem Gasten eine treue und vpserbernte Leheir gefährtin. Die Sozialdemokratie schuldet der Verstorbenen Heft lichen Dank und wird ihrer stets w Ihren gedenken! Volk s dük ne Ueasti am 8Slowjl!h 7i,'a Uhn Piscatorböline Thejt,». isillanöDrfpIjh Kurfürst 2091.33 Anf., Cndc nach II lispasiia,(ii Rocanows, dar Kriai] xnd das kalk, das gaasn sie aifstand ton Alexcy Tolstoi und Schtschegolew Insc. Crwln pucaior iuriiur-iäiiaai Dl. KiinitflrlU. St. Bergin. 2110. S— 10.15 Uhr; Gustav III von Strindberg. iefte'.srif KarctjwslH Id. am SdiiffttaenlaDri 6 Uhr Schieber des Ruhms WWOM. Komödimham Norden MOi. 8.15—10 40 Uhr Hokuspokus von Curt Oötz öerliner Theater Dönhoff 170. 5.15— 10.15 Uhr- Montah Znmle ztenMalc Der GetiterEah liiaiia-IliEaier Täglidi 8 Uhr Der rote Haiin Bos5*7Heater SV, Uhr lWMMMlM. uufüpieihaui S'i, Uhr ,�sza" rintsier in der ■uubüjs het-aii » Uhr ' i«r s fülle Eriol; SsttOu tehu wir eas. Jm. Henry Bender Dönhoff 5083 Di* neu» «harell* I»»»> le UN« mit Max Callenberg Rita Georg Bends? Janknhn SziJke Szatsil Werttme sstr Westsmeler Jaekssn Boys Soashine GUIs AusstPro'. Stern Dirig. Dr. Römer Sonata« naehtnilt. 2 Uhr Wemei Krauts in PBeiseBnii. Kleine Preise. Vorverkant »o-f. tmr js�MomlsdieOpers� 1 eCeaartiges Revue-St&ck lAINim Nackt ii l(Nach d. gleicht!. Paris. Revue I I„Tout nuch. 200 Mitwirkende" ] OrlKioal• Pariser Kostüme Sonnt. 3' jünr: Vollständige Vorstellg, zu kleinen Preisen Jeder Erwachs. 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