1- Dtorgeaausga»« Oienstag fts—.«M �«# ttf:-«" > W■III Ißlii I I wir Br Auswärts �5 Pf. Unter Streifband im In. und I HB Hfl �H--- � �.wnd�«e.ch-mar. pra�naU MM ssM■■■ WKW W W W � W W � l�fe�«ÄÄ« ?cn<änXaSSU'"h�« �Bi| W W �Wv W �W��w/' �u«e««tZZ P?°mng"<,wmsig"wel JÄÄÄfÄS. HM Hl M�M•»> w �kWk-ML■ �FB ä;ä«siä3:"ä" "«tnd�KL." afr ��wwell. HL�I �pKS Wort 15 Psennia. 1-dcs weitere Wo,! „StadtbeUage. Frm>-n stimme". //- Ml l0Pfenoiq. Worte über IS Buchstaben „ ��."Üeund�,„Jugend, Vo»- jhien tiir»wei Worte, Arbeitsmarki G-WM Vtrtt&Sht&ü SKSS sonntags und Montags ernmal. vHr�T�r ttratze 6. Wochentag l. von SVz bis 17 Uhr Jentraloesa« der sozialdemokratischen Oaviei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlm SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—237. Telegramm.Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwaris-Verlag G.m.b.H. Die Entente Paris— Belgrad. „Gemeinsame Prüfung" aller Kriegsgefahren. Pari». 28. November.(Eigenbericht.) Am Sonntag abend wurde der franzöfifch�üdslawifche Vertrag. der nun in Kraft getreten ist. veröffentlicht. Sein Text entspricht Wort für Wort dem mit Rumänien abgeschlossenen Freund- schafts- und Schiedsgerichtsvertrag. Sämtliche Pariser Blätter be- dauern, daß der Vertrag vierzehn Tage lang geheim gehalten worden ist. Dies« Verzögerung habe der saschistischen Presse gestattet, eine Reihe von Unwahrheiten und Mißdeutungen in die Welt zu setzen. Der Bertrag hat folgend« Einleitung(»Präambel"): Die beiden Parteien haben den gleichen Wunsch nach Aufrecht- «rhaltung des Friedens zustandes m Europa und der politischen Stabilität, die für den sozialen Fortschritt ebenso not- mendig ist wie für das wirtschaftliche Gedeihen Frankreichs und Jugoslawiens. Sie sind entschlossene Anhänger des Grundsatzes der Respektierung der internationalen Verpflichtun- gen, die durch das Völkerbundsstatut feierlich bestätigt werben. Sie wünschen im Rahmen dieses Wkomnren» von vornherein die Gemeinsamkeit ihrer Ansichten zu gewährleisten für den Fall, daß an der Ordnung gerührt werden sollt«, die von den Verträgen her- gestellt ist. deren Signatar« sie find. Sie sind überzeugt von der 1 Pflicht der modernen Regierung, die Wiederkehr der Kriege w vermeiden durch friedlich« Regelung von Streitigkesten. die zwischen ihnen ent. stehen könnten. Zu diesem Zweck haben sie beschlossen, sich gegen» »eilig neue Friedens-, Berständigungs- und Freund- s ch a s t sp f an de r zu geben. und folgende Abmachung unterzeichnet: ; Die ersten drei Artikel des Vertrages führen die Verpflichtung zum Nichtkriegführen gegeneinander und zur friedlichen Lösung aller wischcnstaatlichen Fragen naher aus. Die weiteren Artikel be- sagen ii. a.:>>. Artikel 4. Wenn trotz der aufrichtig friedfertigen Absichten der beiden Regierungen Frankreich, und Jugoslawien sich ohne selbst« menible Provozierung angegriffen sehen, würden beide Re- 'gierungen sich unverzüglich über ihre im Rahmen des Völkerbunds- statuts durchzuführende Aktion verständigen im Hinblick aus die Sicherung ihrer berechtigten nationalen Znter- essen und im Hinblick aus die Ausrechterhaktung der durch die Per- träge hergestellten Ordnung. Artikel S. Die beide» vertragschließenden Parteien werden sich uiitereinaiider verständigen, falls eine Abänderung oder der Versuch einer Abänderung des politischen Statuts der Länder Europas in Frage kommt, und vorbehaltlich der Beschlüsie. die in einem derartigen Fall vom Völkerbundsrat oder der Völkerbunds- Versammlung gefaßt werden würden, werden sie sich verständigen über die in einem derartigen Fall von beiden einzunehmende Haltung. Artikel 7. Nichts in dem gegenwärtigen Vertrag wird derart ausgelegt oder ausgelegt werden können, daß die Rechte und Pflichten der vertragschließenden Parteien auf Grund des Völker» bundsstatuts verletzt'werden. Der Wortlaut des f r a«z S fisch- j ugl osla w i sch« n Vertrages bestätigt wider Erwarten die von den beteiligten Regierungen wiederholt gegebenen Versicherungen, daß darin keinerlei gegen eine dritte Macht gerichtete Spitz« enthalten ist. Er unterscheidet sich darin nicht nur von dem von Italien geschlosienen neuen Tiraner Abkomme«, dos«in aus- gesprochenes Militärbündnis ist und Albanien vollständig zum Vasallen des römischen Imperialismus macht, sondern auch von den von Frankreich selbst in den Nachkriegsjahren abgeschlossenen Verträgen, die die Einkreisung Deutschlands zum«nzwei- deusigeu Ziele hatten. Als ein erfreuliches Tinnum darf darüber hinaus festgestellt werden, daß d«« gegenseitige» Verpflichtungen, die der Vertrag de» beiden Regierungen auserlegt, ausnahmslos von dem Vor. behalt abhängig gemacht«erden, daß diese in keiner Weis« gegen die für beide Länder au» der Mitgliedschaft beim Völkerbund resultierenden Pflichten verstoßen. Während die Verträge mit Warschau und Prag für den Fall einer Bedrohung der pollklschen Neuordnung Europa» eine gemeinsame Aktion vorsehen, ist in dem Abkommen mit Jugoslawien nur von einer gemeinsame» Prüfung der Situation im Rahmen der dem Völkerbund zustehenden Eni- scheidunze« die Rede. Klagen um Braunschweig. Nicht einmal mehr auf die Komnmnisten Verlaß! Die Wahlergebnisi« des letzten Sonntags, vor allem die in Braunschweig, haben auf der Rechten wie eine Bombe eingeschlagen. Man sieht ein, daß jedes Sichhinweatäuschen über die Schwere der Niederlage und die trüben Aussichten für das große Wahljahr 1928 vergeblich wäre. Diese Stim- inung zeigt sich in allen Blättern der Rechten höchstens mit Ausnahme der„Täglichen Rundschau", die stolz darüber ist. daß die Bolkspartei in Braunschweig weniger Prügel bezogen hat als die Deutschnationalen: Die Sozialdemokroten haben fünf Mandate gewonnen, die Deutschnationalen die Halste ihrer Mandate verloren. Daß die Deutsche Bolkspartei»nur"«in Mandat verloren hat, kann beinahe als«in„Erfolg" angesehen werden. Zweifellos tragen Wahlmüdigkeit und Zersplitterung im bürgerlichen Lager wieder die Schuld an dieser Niederlage. An was soll man noch glauben, wenn man nicht mehr an den Stahlhelm glauben kann, klagt die„Deutsche All- gemeine'Zeitung": Daß gerade der Stahlhelm seine bis dahin so günstige Po- sition nicht holten konnte, beweist— wie auch die bisherigen Wahlen—. daß die Jugend, die zum ersten Male zur Urne geht, der Demagogie der Linken zu verfallen droht. Man unter- schätze es nicht: Jede dieser Einzelwahlen ist ein Vor» böte der Auseinandersetzung, die im nach st en Jahre im Reich und in Preußen bevorsteht. Je mehr Boden den bürgerlichen Parteien vorher verloren geht, desto schwerer wird dieser Kampf sein. gm Hause Hugenberg ist man der Meinung, daß die Rechtsparteien bisher noch immer nicht genug Demagogie getrieben haben und man verspricht, sich in dieser Richtung künstig noch mehr zu bemühen: Immerhin werden st«(die Rechtsparteien) nach diesen neuesten Erfahrungen ihre politische Taktik den Notwendigkeiten der.ch e m o- kratischen" Staatsverfassung, mit der wir in Deutschland nun einmal gesegnet sind, in höherem Grade anzupasien haben, als sie es bisher mit ihrer Gesinnung für Vereinbar hielten. Gäbe es noch ein Geldsackwahlrecht, wie in der Ritten alten Zeit, so würden die um Hugenberg das als echten -segen empfinden....... Die„Kreuz-Zeitung" hatte sich bisher noch immer damit getröstet, daß bei den früheren Wahlen neben den Sozial- demakraten auch d i e Komm«nisten etwas gewonnen d»« Sieg der bsmöhrtem Binchssyenosse» empfand sie eben auch als ihren. In Braunschweig aber haben die Kom- munisten nichts geerbt. So ist auch dieser letzte Trost dahin, und das Organ für Gott, König und Vaterland zeigt sich ganz fassungslos: Es wird allerhöchste Zeit, sich den Ernst der Lage, wie er aus allen bisher vor sich gegangenen Wahlen erkennbar, ohne Ver- fchleierung vor Augen zu führen Die Deutschnationalen haben öl) o. H. ihrer Stimmen und genau soviel von ihren Mandaten ein- gebüßt.... Wir warnen eindringlichst davor, den Kopf in den Sand zu stecken und sich mit billiger Vertröstung zufriedenzugeben. Möge sich die Partei über die Ursachen des überall zutage tretenden Stimmenrückganges klar werden und daraus früh- zeitig ihre Entschlüsse ziehen. Es steht, wie auf der anderen Seite das ständige Anwachsen der Sozialdemokratie zeigt, die in Braun- schweig keine kommunistischen Stimmen darunter zu verbuchen hat. viel auf dein Spiel! Ja, ja! Wenn es nun gar auch mit den Kommunisten nichts mehr ist, dann ist für die armen Deutschnationalen Mathäi am letzen!__ Lim die Lohnsteuersenkung! Sofortige Einberufung des Steuerausschusses gefordert. Im Auftroge der sozialdenwkratischen Mitglieder des Steuerausschusses des Reichstages hat der Genosse Dr. Paul Hertz an den Vorsitzenden des Ausschusses folgendes Schreiben gerichtet: „Am A. Oktober ist dem 6. Ausschuß vom Plenum der sozial- demokratische Antrag auf Senkung der Lohnsteuern (Nr. 3649 der Drucksachen) zur Beratung überwiesen worden. Der wiederhost vom Herrn Reichssinanzminister Dr. Köhler ange- kündigte Gesetzentwurf der Reichsregierung über de» gleichen Gegenstand ober ist bisher noch nicht einmal vom Reichs- kabinett verabschiedet worden. Selbst wenn das in den nöchsten Tagen geschehen sollte, würde also üniner noch geraum« Zell vor- gehen, ehe er an den Reichstag gelangt, da seine Beratung im Reichsrat sicherlich erhebliche Zeit erfordern wird. Die Senkung der Lohnsteuer aber sollam1-Ianuar1928 in Kraft treten. Wenn diese Absicht nicht gefährdet werden soll, so muß die Beratung des sozialdemokratischen Antrages im Steuer- ausschuß unverzüglich beginnen. Im Auftrage der sozial- demokratischen Mitglieder des Steuerausschusses bitte ich Sie des- halb, zum nächstmöglichen Termin eine Sitzung des 6. A u s j ch u js c s einzuberufen und den sozialdemokratischen Antrag auf in« Tagesordnung zu setzen." Postscheckkonto: Berlin 37236.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten nnd Beamte» Wallstr. 65. Disko nto-Gcsillschoft, Dcpositvnkasse Lindcnstr. ,*> Heydebrands fel. Erben. Von Hermann Wendel. Preußischer Konservativismus, zu dem wir uns bekennen... Preußisch-konservative Staatsauffassung leitet uns in der politischen Arbeit. Gras Westarp auf dem deutschnationalen Parteitag , in Königsberg. Als am 9. November 1918 die„Kreuz-Zeitung" mit einem großen Radiergummi aus ihrem Wappenspruch: Mit Gott für König und Vaterland den König auswischte, holten auch die„Triarier Seiner Majestät", als die sich, versteht sich. in gefahrlosen Tagen, die Konservativen gern aufgespielt hatten, ihr Firmenschild herunter, und als sie ihren Laden wieder aufmachten, hießen sie Deutschnationale Volkspartei. Daß es die gleichen Brüder unter neuen Kappen sind, verriet vor allem unlängst das Gehäkel in den Reihen der Partei nach ihrer Königsberger Tagung. Die westlicheren und bürgerlicheren Elemente um den Reichs verkehrsminister Koch und den Staatssekretär a. D. Wall- ras verwahrten sich dagegen, daß die Deutschnationalen ge wissermaßen der Wurmfortsatz der Konservativen seien, aber unwirsch rieb ihnen die.Kreuz-Zeltung" die Entstehungs geschichte der Partei unter die Nase, und man erfuhr bei dieser Gelegenheit auch, daß die alten Konservativen, die als Sonderorganisation weiter bestehen, nicht nur durch die Person des Parteivorsitzenden Graf Westarp richtung gebenden Einfluß auf die Deutschnationalen ausüben, und unter Drohungen verlangen, daß bei den Wahlen des nächsten Jahres„Persönlichkeiten ausgesprochen konservativer Ge- sinnung in ausreichender Zahl" auf den Kandidatenlisten erscheinen. Run ist es den gescheiteren Köpfen nicht von ungefähr peinlich, vor der Oeffentlichkeit mit der politischen Erbichast Heydebrands belastet zu werden, denn schon die eigenen Sünden der Deutschnationalen in den letzten neun Jahren, Sabotierung der Erfüllungspolitik, Mordhetze gegen Erz- berger und Rathenau, Provokation des Ruhrkrieges. gebrochene Aufwertungsversprechen, Raubzölle und der ganze Rest, reichen hin, einer Partei jeden Kredit bei den Wählern zu nehmen. Aber wie erst, wenn ihnen rechtens auch die Taten und Untaten der verflossenen Konservativen auf die Rechnung gesetzt werden! Zwar sträubten sich die Konser- vatioen, genau wie heute die Deutschnationalen, dagegen, die Interessen einer engbegrenzten Schicht zu vertreten, aber sie konnten nun einmal nicht oerhehlen, daß sie der politische Ausdruck des oft elbischen adligen Großgrund b e s i tz e s waren. Das Rittergut war ihre Welt, und so sah auch ihre Weltanschauung aus. Wenn sie sie gern christlich verbrämten, so nur, um die„gottgewollten Abhängigkeiten" zu betonen, um darzutun, daß die Unterschiede von arm und reich im göttlichen Schöpfungsplan liegen: Christi Lehre war für sie nur„das Eiapopeia vom Himmel, womit mau einlullt, wenn es greint, das Volk, den großen Lümmel". Sonst aber hatte die Politik der Junker mit der Religion der Nächstenliebe nichts zu schaffen, sondern war eine kon- zentrierte Säure von Selbstsucht. Ein Blick auf die konservativen Ahnen genügt, um zu wissen, daß im Grunde ihres Wesens die Deutschnationale Volkspartei weder deutsch noch national ist, noch mit dem Volk das geringste zu tun hat. Statt deutsch waren die Konservativen stur und engstirnig preußisch. Wie sie den schwarzrotgoldenen Einheitsbestrebungen von 1848 mit ihrem Trutzlied begegneten: Wir wollen Preußen bleiben! Der Teufel hol das Treiben, Das Deutschland fabriziert Und Preußen ruiniert!, so empfing noch ein halbes Jahrhundert später der Reichs- kanzler Hohenlohe von den„preußischen Exzellenzen" den niederschmetternden Eindruck:„Alle diese Herren pfeifen auf das Reich und würden es lieber heute als morgen aufgeben." A"ch national waren die Konservativen niemals in dem einzig gültigen Sinn, daß sie Staatsgefühl— Gemeinschaftsgefühl besessen hätten. Einer der ihren, Ludwig v. Ger- lach, lernte sie kennen, wie sie mit der Fronk zum Heimat- lichen Misthaufen und mit dem Rücken gegen den Ansprüche stellenden Staat standen, und so blieb ihre Haltung bis ins zwanzigste Jahrhundert. Ihre nationale Ehre erschöpfte sich darin, daß sie die ärmeren Schichten des Volkes für sich zahlen ließen. Daher die Leidenschaft für indirekte Steuern, daher die Auswucherung der Massen durch Agrarzölle, und in aufsehenerregenden Artikeln der „Preußischen Jahrbücher" wies Professor Delbrück nach. daß der Staat jährlich Hunderte von Millionen Mark ein- büßte, weil die schwerreichen Junker eine schamlose Steuer- drückebergerei größten Stils betrieben. Das Volk aber galt dieser„Volkspartei" nur als un- mündiger Haufe, der von den geborenen Herren in Schach gehalten werden mußte, als eine Herde, die nach Belieben zu scheren oder auf die Schlachtbank zu treiben war. Für die Konservativen war das Volk nur Objekt der Gesetz« gebung. Wenn 1918 der erste Wahlaufruf der Deutsch- nationalen beteuerte, daß die gegebene Verfassung für den deutschen Staat«nunmehr die parlamentarische Regierungs- form" sei,„getragen vom Vertrauen der Mehrheit der Bürger, und ruhend auf dem gleichen Wahlrechl", so wirkte auf die Konfervatioen der Parlamentarismus wie das rote Tuch auf den Bullen. Was sie alle insgeheim dachten, sprach der Junker v. Oldenburg-Ianufchau aus, als er ins Parlament das. freche Wort schleuderte, der Kaiser von Deutschland und König von Preußen müsse jederzeit das Recht haben, einem Leutnant zu befehlen:„Nehmen Sie zehn Mann und lösen Sie den Reichstag auf!", und ein Staatsmann, der das allgemeine Wahlrecht auf Preußen übertragen wollte, schien ihnen des Hochoerrats schuldig. Das Dreiklassenwahlsystem half ihnen die Vor» macht im größten deutschen Bundesstaat sichern, in dem 1912 von 11 Ministern 7, von 12 Oberpräsidenten 10, von 36 Regierungspräsidenten 20 und von 497 Landräten 276 adlig waren. Darum klammerten sie si6) auch noch im Weltkrieg, als selbst die Osterbotschaft des Kaisers das gleiche Wahlrecht oerhieß, verzweifelt an diesen Wechselbalg und versetzten so der Front den wirklichen D o l ch st o ß in den Rücken. Erst unter den Trümmern des alten Preußen wurde das infamste aller Wahlsysteme begraben. Daß es zum Weltkrieg kam, auch daran trugen die .Konservativen ihr gerüttelt Maß Schuld. Sie betrieben die Züchtung des gedanken- und willenlosen Untertanen ebenso wie die Verherrlichung des aus dem Mittelalter stammenden und ins Mittelalter gehörenden Gottesgnadentums. Ihr ekler Byzantinismus hetzte einen pathologisch schwachen cherrscher in immer steilere Höhen des Cäsarenwahns hinauf, so. wenn die„Kreuz-Zeitung" in einer Geburtstagsode von dem haltlosen Komödianten delirierte: Kroßen Sinnes herrscht er. Mit Adlerblicken Sieht er jedem, der sich ihm naht, ins Gesicht— Sieh, das sind die Augen des großen Ahnherrn, Friedrichs des Zwcitenl Die Konservativen trieben zu stets tolleren Rüstungsver- Mehrungen, die Konservativen lenkten durch Mißhandlung der Polen, Dänen, Elsässer und Lothringer innerhalb unserer Grenzen den Unwillen der Welt auf Deutschland, die Kon- servativen verkündeten für die auswärtige Politik den frevlen Grundsatz: Macht geht vor Recht! und verhöhnten alle Friedensbestrcbungen, die Konservativen rasselten schließlich so herausfordernd mit dem„deutschen Schwert", daß ihnen B e t h m a n n ch o l l w e g in offener Reichstagssitzung ent- gegentreten mußte. Und als der Krieg tobte, waren sie die ersten und eifrigsten, das Volk zu belugen und zu verhetzen und den Verteidigungskrieg in einen Eroberungskrieg zu verwandeln. Sie schrien am lautesten nach dem verschärften U-Boot-Krieg, sie verlachten das Eingreifen der Vereinigten Staaten, sie machten jede Friedensmöglichkeit zunichte, sie klebten Plakate an alle Wände:„Es besteht Gefahr, daß Deutschland einen Verständigungsfrieden schließt!" Wahrlich, nie wies eine bankerotte Firma solche Passiven auf wie die Konservativen im November 1918! Die Konkursmasse dieser Partei übernahmen die Deutsch- irationalen. Alles Gerede ändert daran nichts, denn wie sollte der deutschnationale Graf Westarp von heute etwas anderes sein als der konservative Graf Westarp von daftlats. Gtattez le Russe et vous trouvcrez le Partaro! Kratzt den Deutschnatirnalen, und der Konservative kommt zum Vorschein! Daß manchem von ihnen dabei nicht, wühl ist/ Segreist sich angesichts der Wahlen. Denn, rechnen die Wähler Schuld und Schulden der Konservativen und der Deutschnationalen zusammen, so folgen sie voller grimmer Lust der Losung, die einst, freilich mit anderem Ziel, der desertierte erlauchte Schutzherr der Junker ausgegeben hat: „Jetzt aber wollen wir sie dreschen!" Sie werden 1928 gedroschen werden, Heydebrands sel. Erben! ltmgestaliung der Besoldungsreform. Die Refoldutig in der Wehrmacht.- Die Ruhegehälter. In der Montagsitzung des Ausschusses für den Reichshaushalt über die Befoldungsreform nahm die Besprechung der Be- soldungsgruppe C: Soldaten der Wehrmacht, einen breiten Raum ein. Genosse Roßmann legte dar, daß die Soldaten derWehr» macht zwar nicht schlechter, aber auch nicht besser als die übrigen Beamten gestellt werden dürfton. Die Offiziere hätten. jetzt auch den Charakter von Beamten und müßten deshalb gleich diesen behandelt werden. Die S ch ü tz en u n d O b e r s ch ü tz e n scheinen jetzt aber tatsächlich schlechter gestellt zu sein als früher. Bis zur zweiten Lesung müßte daher die Regierung zahlenmäßige Unterlagen zur Beurteilung der Verhältnisse der unteren Mannschaften beibringen. Auch die Ungleichheilen zuungunsten des S a n i t ä t s t o r p s und der Deckofsiziere wolle seine Partei beseitigen. - In Verfolg dieser Ausführungen brachton die Regierungs- Parteien eine Entschließung ein, in der die Reichsregierung ersucht wird zu prüfen, inwieweit eine Besserung des Bescldungsdienstalters bei den Sanitüts- und Vcterinäroffizieren in den Besoldungsgruppen C 9 und C 7 zur Angleichung an die Verhältnisse der akademisch vorgebildeten Beamten vorgenommen werden könne. Bei der dann folgenden Besprechung der Besoldungsordnung I): Polizeibeamte beim Reichswasserschutz beantragte Genosse Skeinkopf Aufnahme dieser Beamten in die Besoldung-- ordnüng A. Bisher fei noch nicht entschieden, ob diese Beamten in die Schutzpolizei der Länder ausgenommen werden könnten. In der A b st i m m u n g wurden gleichlautende Anträge Oppositionsparteien ans Aufhebung der Dcsoldungsorduung (Reichswosserschutz) abgelehnt. Auch olle anderen Anträge Oppositlonspartcien verfielen wie bisher stets der Ablehnung. Es wurde dann der bisher zurückgestellte Abschnitt V Gesetzes: Wartegelder, Ruhegehälter und Hinter- bliebenenbezüge in Beratung genommen. Die Genossen Roßmana und Sleinkopf begründeten einen sozialdemokratischen Antrag, der fitz: die betreffenden Paragraphen dieses Abschnittes neue Fassungen vorsieht, um die H ä r t e n für die Ruhcgehaltsempfängcr, Beamte im Ruhestand und Wartestand, für die Hinterbliebenen usw., iiachMöglichkeitzubeseitigen Im gleichen Antrag wird oerlongt, daß solchen Ruhegohalls- cmpfängcin, die neben dem Ruhegehalt noch ein weiteres größeres steuerbares Einkommen haben, das Ruhegehalt in bestimmlen Abstufungen zu kürzen ist. Unsere Genossen verwiesen aus die bereits einmal vom Reichstag beschlossenen Kürzungen, die seinerzeit unter Mitwtrkung des Zentrums beschlossen worden seien. Es le» unver- ständlich, weshalb man nicht Höchstgrenzen für Penstonen und für Witwenrenten festsetzen könne. Da in dieser Frage wiederum Meinungsdifferenzen unter den Regierungsparteien sich zeigten, mutzte die Sitzung vertagt werden. der D der des 3m Wohnungsausschuß des Reichstags wurden am Montag bei dar Weitcrberatung des Mieterfchutzgesetzes alle sozialdemo- kratischen Pcrbesserungsanträge zugunsten der Mieter von den Rc- gierungsparteien abgelehnt und die Bestimmungeu der Regierungs- vorläge angenommen, Wilhelm H. als Scharfrichter. Er ließ massenhaft hinrichten.- Di« Hinrichtungen der letzten Lahre.-„Lm Krack und weißer Weste." Der alle König Wilhelm von Preußen hatte fett 1871, wo ein Justizmord in Preußen aufgedeckt wurde, bis zum Attentat von Hödel keine Todesurteile mehr vollstrecken lassen. In den restlichen zehn Iahren seiner Regierungszett, von 1878 bis 1887, ließ er von 529 zum Tode Verurteilten 38, das sind ein wenig über 7 Proz., hin- richten. Das wurde unter Wilhelm II. mit einemmal ganz anders. Van 1888 bis 1913 sind im ganzen in Preußen 713 Todesurteile gefällt worden. Davon wurden 4Zl. das siud über sechzig Prozent(genau 60.4 Proz.) vollstreckt! Wilhelm machte von seinem Begnadigungsrecht zehnmal weniger Gebrauch als sein Großvater. Er ließ in den 23 Jahren seiner Herrschaft über 409 Menschen vom Leben zum Tode befördern! Und daß diese fürchterliche Zahl des staatlichen Massen- mordens nicht doppelt oder dreifach so groß ist, das liegt offensichtlich daran, daß die Gericht- viel weniger Todesurteile als früher fällten, well sie bald wußten, daß auf die Begnadigung der Berurteilten zehnmal weniger zu rechnen war als früher! Auf Wilhelm II. ruht nicht nur die Mitschuld an den Millionen von Todesopfern, die in der Raserei des Wellkrieges vernichtet wurden. Auf ihm— und ihm ganz persönlich— ruht auch die Schuld, der staatlichen Mordjustiz m vielen hundert Fällen init kalter Uebcrlegung freien Lauf gelassen zu hoben. Die Zahlen der letzten Jahre sind: Unter der Republik ist das Verhällnis zwischen zum Tode Per- urteillen und Hingerichteten wett besser geworden. Die Zahl der Verurteilungen hat in der Nachkriegszeit stark zugenommen: von 1919 bis 1926 wurden in Preußen nicht weniger als 556 Alenfchen zum Tode verurteilt. Davon sind 42 oder 7)4 Proz. enthanplcl worden. Die preußische Begnadigungspraxis ist also in der Republik wieder so geworden, wie sie«in Jahrzehnt vor Wilhelm II. gewesen war. Aber sie hat auch heute noch nicht den Stand erreicht, den Preußen nach 1870 hatte, als dort keine Hinrichtungen mehr vor- kamen. Das liegt allein daran, daß die sozialdemokratischen Minister ihrer grundsätzlichen Gegnerschaft gegen die Todesstrafe nicht immer zum Siege verhelfen konnten. Solange die barbarische Todesstrafe aus dem Strafrecht nicht verschwunden ist. hängt von der Macht der Sozialdemokrati« in Preußen und den Ländern das Schicksal der zum Tode Verurtcillen ab. 3n Frack und weißer Weste pflegte bisher der Scharfrichter in Preußen feines Amtes zu wallen. Dies Kostüm ist—„nach Ueberwindung mannigfacher etatsrecht- licher Schwierigkeiten"— beseitigt. Das mag die Justiz- verwallung für eine Verbesserung halten. Statt aber d i e F a s s a d e z u verschönern, kommt es darauf an. die elende mittelalterliche Einrichtung überhaupt abzureißen! Auf Gruud der sogenannleu Hludeuburg. Amnestie siud In Preußen bl» jetzt 8300 Elnzelbegnadigungen erfolgt. Die Pegnadiguugcu erstrecken sich auf Straf au sschub. teilweiscn und völligen Straferlaß. ?Ü sc» de Et Sk «ir sei ©: gei Sek Mgerblvlk«stechtet die Meter. Die Sozialdemokratie fordert soziales Wohnrecht. Noch der Zivilprozeßordnung kann wegen einer Geldschuld das Mohnoerfahren durchgeführt werden. Der Gerichts- schreib« stellt auf Antrag des Gläubigers dem Schuldner einen Zahlungsbefehl zu. Widerspricht ihm der Schuldner, dann muß der Gläubiger klagen. Erscheint der Schuldner nicht zum Gerichtstermin, dann kann gegen ihn ein Persäumnisurtell erlassen werden. Erhebt er gegen dieses Persäumnisurtell Einspruch, so hat er im Klageoerfahren das Recht, alle Einwendungen g« g e n d i e. S ckz u l d j o r d e r u n g gellend zu Machen. Anders beim Äündlgungsversahren. Hier handelt es sich nicht bloß uni Geldschulden, sondern die Wohnung kami auch ge- kündigt werden, wenn der Vermieter vom Mieler oder einer Person, die zu seinem Hausstand gehört, oder der er den Gebrauch des Mietramnes überlassen hat, also Untermieter, erheb- lich belästigt wird, wenn der Mieter einen unangemessenen Gebrauch vom Mietraum macht oder durch Vernachlässigung der gebotenen Sorgfall den Mictraum erheblich gefährdet, oder Dritten den Mietraum unbefugt überläßt, endlich, wenn der Vermieter unter ge- wissen Voraussetzungen den Raum selbst für sich b e- a n s p r u ch t.(W S, 3 und 4 des Mieterschutzgesetzes.) Der Hausbesitzer stellt bei dem Gerichisschreiber den Antrag: der Berich tsschreiber soll prüfen, ob die Kündigung für den angegebenen Zettraum zulässig ist, und stellt daim dem RUeker amtlich das Kündigungsschreiben zu. Der Gerichtsschreiber hat also nicht nur rein formell den Iichall des Kündigungsantrages nachzuprüfen,, sondern er hat auch zu prüfen, ob die Boraussetzungen der§§ 2 bis 4 des Mieterschutzes vorliegen. Seine Prüfung geht also über das Formols weit hinaus. Denn hier handell es sich nicht bloß um eine Geldschuld, sondern auch um den Verlust der Wohnung, da der Mieter, der schuldhaft wegen Zahlungsverzug die Kündigung ver- anlaßt, keinen Anspruch auf einen Ersatzraum hat Rechtlich und sozial durste das Kündigungsverfahren nicht dem Mahnversahren gleichgestellt werden. Deshalb verlangten die Sozialdemokraten die Prüfung durch den Einzelrichter und die Zulässigkeit der Kündigung erst dann, wenn das G ü t s v e r f a h r e n in VerHand- liing mit den Mietparteien ergebnislos verlaufen ist. Die Blockmehrheit lehnte beide Anträge ab. Der Mieter wird durch die amtlich« Kündigung beunruhigt und eingeschüchtert, er wird oft annehmen, daß er bereits verurteilt ist und den Widerspruch unterlassen. Die Kündigung soll auch als zugestellt gelten, wenn der Mieter oder ein Angehöriger nicht angetrossen wird, durch Hinter- legung beim Amtsgericht, beim Gemeindevorftand, bei der Polizei- behörde oder durch Anschlag. Ein sozialdemokratisch« Antrag, diese Ersatzzustellung beim Rlietkündigungsverfahren auszuschalten, wurde von der Block- Mehrheit abgelehnt. angeblich, well dadurch die allgemein gültigen Regeln des Mahn- verfabrens durchbrochen würden. Der Mieter kann formlos auch durch Angehörige innerhalb einer Woche Widerspruch gegen die Kündigung erheben. Diese in der Begründung vermerkte Mdcrspruchsart verlangten die Soziacdemokroten in das Gesetz aufzunehmen, um das Gesetz dem Laien verständlicher zu machen und die Einspruchsfrist aus vier Wochen auszudehnen, ein Berlanoen. das auch der sächsisch« Regierunasvertreter geftellj hatte. Beide Anträge wurden ab- gelehnt! Die von sozialdemokratischen Abgeordneten vorgetragenen Gründe, daß die Einspruchsfrist zu kurz sei und von ortsabwesenden Arbeitern leicht verpatzt werden würde, die Fürsorgeämt« in der kurzen Frist nicht helfend eingreisen könnten, hatte den Erfolg, daß die Widerspruchsfrist auf zwei Wochen verlängert w-irde. Wenn der Widerspruch schuldlos versäumt Ist. dann soll der M'eter mir bis zum Erlaß des Ränmunasbefehls gehört werden. Kann er den Nachweis der Schuldlosigkeit nicht er- bringen, dann kann der Gerichtsschreiber auf Antrag die Räumung der Wohnung anordnen. Der Mieter wird schlechter gestellt als der Gelds chuldncr. Dieser kann auch beim Versäumnisurtell Widerspruch erheben und seine Einwendungen geltend machen, der Mieter nicht, er wird ungleich schlechter gestellt, obgleich bei ihm mehr auf dem Spiele steht. Der versäumle Einspruch gegen die Kündigung soll dem Zahlungsbefehl gleichgestellt werden, der!Mek« soll aber ulcht das Recht haben. hiergegen materielle Einwendungen zu macheu. Nur raus mst dem Met« aus der Wohnung, feine Familie wird bedenkenlc. dem Schicksal überlassen)> Die Blvckmehrhett verfolgt hartnäckig das Ziel, den M i e t e r z u ent r e ch t e n, es besteht kaum noch' Hoffnung ach Rückkehr zur Emsicht. Das wird und darf die Sozialdeniorratie nicht abhalten, alle Hilfsmittel zu erschöpfen, um dem Mieter zu schützen. Warum der Bürgerblock so vorgeht, hat der Zentrumsabgc- ordnete und„Arbeit«ro«treter" Tremmel dahin erklärt. daß endlich der Hausbesitzer wieder über fein verfassungsmäßiges. Eigeukum verfügen kann! Freilich weiß auch er. daß nach der Verfassung Eigentum in den Dienst für die Allgemeinheit gestellt werden muß. Der Befehl der Hausbesitzer ist ihm aber noch wertvoll« als die Verfassung. Die Sozialdemokratie will nicht nur die Mieter schützen, sondern sie verlangt die Schaffung eines sozialen Wohnuogarechks, St sie Ire i ste bei Un Wi Lei die Ja rvi «in die PH bcu b a *iü Be tan der H pro Sck ffr' iX i,; m pen BUS den Ää) das Dm fch) kun vor und zur das ja auch die Verfassung den Deutschen zusichert. Di« Wohnung ist im Bürgerlichen Gesetzbuch einer Leihsache gleichgestellt Das Mietrecht ist kein zwingendes, sondern ein abdingbares Recht,. und es ist vor dem Kriege schon durch den Diktatur mietver- trag der Hausbesitzer außer Kraft gesetzt worden. Nun ist zweifellos die Nutzung de» Grund und Bodens zu Wohnzwecken anders zu werten als gewöhnliche Ware, die man beliebig wie alte Hosen veräußern kann. Wer Häuser vermietet, also daraus ein Geschäft macht, hat andere Verpflichtungen gegen de» Mieter, dessen Leben, Familienglück und-Unglück sich in dem Miet- räum abspielt, als ein einfacher Händler. Der sozialdemokratische Antrag verlangt von der Regierung die Schaffung eines Miet- und Wohnrechts, die Wohnungsaufsicht und Wohnungspslege als eine öffentliche Angelegenheit und begründe» das im einzelnen. Der deutschnationale Iustizminister H e r g t erkennt an, daß schon vor dem Kriege die Revision des Mietrechts notwendig geworden war. hält aber den Zeitpunkt noch nicht für gekommen, ein neues Dauermietrecht zu schaffen! Von dem Vertreter der sächsischen Regierung ist die Notwendig- 5cit der Schaffung eines sozialen Mietrecht» betont worden. Er schlug für die U e b e r g a n g s z e i t vor, ähnlich wie bei den Tarif- vertragen, einen Mietvertrag unter Mitwirkung der Regierung zwischen Hausbesitzer- und Mieterorganisationen zu vereinbaren. Damit würde für den Fall der endgültigen Beseitigung des Mie!«- schutzes wenigstens der bekannte Hausbesitzermietoertrag besei'igt werden. Der Mieterschutz ist aus der Wohnuimsnot enstanden. Die amtliche Zählung, die sich nur auf einen Teil der Gemeinden erstreckt, stellt fest, daß «Ys Hr. spü doö es Wo uro jnii wil! An I)Ufl {oni nie! NJUl 930 000 Haushaltungen keine eigene Wohnungen es i haben. Das ist der j e tz i g e A l t b e d a r f. Dazu kommt nach An- ficht der Reichsregierung bis zum Jahre 1935 durch Eheschließungen und nach Abzug der verfallenen Wohnungen und der infolge Todes- i falls aufgegebenen«in jährlich« Reubedars von 200 000 Wohnungen. Erst nach 1933 wird dieser N.ubedarf sich infolge der Geburten- abnahm- während des Krieges vermindern. Wir haben also no.ch mindestens zehn Jahr« mit der Wohnungenot?u rechnen. Sie wird erst dann als beheben betrachtet werden kö- eu, wenn nicht nur der Bedarf ped-ckt ist. sondern auch eine Reserve von Wohnungen geschaffen ist. Erst dann kann sich Angebot und Nachfrage ansgstichen und dem Mietwucher gesteuert werden. Re- sültiert der Mieterschutz aus der Wohnungsnot, so muh er auch bis zur Behebung der Wohnungsnot bestehen bleiben und muß zuvor in ein soziales Wohnrecht umgewandelt werde. Michard Lipinsti. ihre v«s «dl n Höh MkÄ das Kaiholische Wiedervereinigung. Koalition Bayerische Voltspartei-Zentrum. München. 28. November.(Eigenberichts Die„Bayerische Volksparteikorrespondenz" verössentlichte am Montagabend die von der Landesparteileitung und vom Vorstand der Zentrumspartei(Marx) unterzeichneten Vereinbarungen, die zur cher- beifübrung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen der B a y c- r i s ch e n Volkspartei und dem Zentrum getroffen worden sind. In der Einleitung dieser Vereinbarungen heiht es, dah der Wunsä) maßgebend war, ein einheitliches Vorgehen in allen wichtigen politischen Fragen zu sichern mit dem Ziel, für alle Zukunft Reibung?- flächen zwischen beiden Parteien zu verhindern, und mit dem Endziel der Wiederherstellung der politischen Einheit. Beide Parteien schließen im Reichstag eine freie Arbeitsgemeinschaft. in der bei besonders wichtigen Fragen ge- msinschostliche Sitzungen stattfinden. Die Fraktionen selbst bleiben zunächst selbständg. Im Bayerischen Landtag wird ebenfalls zwischen der Bayerischen Volksportei und den drei Zentrumsabgeord- neten eine engere Fühlungnahme herbeigeführt, wozu das Zentrum seine Parteiangehörigen in Bayern auffordert, fortan ihre politische Tätigkeit im Rahinen der Bayerischen Volkspartei auszuüben. Die starken Gegensätze in der Pfalz, wo beide Parteien ungefähr gleich stark sind, will man dadurch zu überbrücken versuchen, daß für die Pfalz eine gemeinsame Organisation cmpsoh- len wird. Um das zu erreichen, wird ein paritätischer Ausschuh gc- bildet. Die politischen Wahlen sollen in der Pfalz mit einer g e- m e i n s o in e n Liste durchgeführt werden: für die Landtagswahlen trägt diese Liste das Kennwort„Bayerische Volkspartei", für die Reichstagswahlen„Zentrum und Bayerische Volkspartei". Bei der Aufstellung der gemeinsamen Wahlliste sind beide Parteien gleichberechtigt. Auf die Reichstagsliste kommt an erster Stelle ein Kandidat der Bayerischen Bolkspartci und an zweiter Stelle ein solcher des Zentrums. Zwecks Ueberwachung der loyalen Durchführung dieser Vereinbarung und der sich aus ihr ergebenden Maßnahmen wird für die Dauer einer Wahlperiode ein zchngliedriger Ausschuß cingcjetzt, in dem jede Partei mit fünf Leuten vertreten ist. Revision im Jemefall Gaedicke. Llebenoeisung an das Schwurgericht Stettin. Leipzig, 28. November. Vor dem 2. Strafsenat des Reichsgerichts wurde am Montag über die von der Landsberger Staatsanwaltschaft im Feme fall Gaedicke eingelegte Revision verhandelt. In diesem Prozeß war bekanntlich Erich K l o p p r o t h wegen Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, während Oberleutnant Schulz und Leutnant Hayn freigesprochen wurden. Bei Beginn der Verhandlung versuchte Rechtsanwalt Dr. L ö w e n t h a l- Berlin, der Verteidiger des Nebenklägers Gaedicke, darzulegen, daß die Zurückziehung der Revision durch den Nebenkläger, die vor einigen Tagen erfolgte, auf st a r k e n Druck von außen zurückzuführen und daher nicht tatsächlich« Willens- crklärung sei. Der Senat kam aber zu der Auffassung, daß Gaedicke seine Revision ordmiugsgemäß zurückgezogen habe und daß infolgedessen Rechtsanwalt Dr. Löwenthal in dieser Sache nicht als Anwalt auftreten könne. Nach�.Stelliurgnahme der Reichsanwalt- schaft und der Vertsidigungihntschied der Senat, daß dem Revision»- antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben und die Sache zur n o ch- moligen Verhandlung an da» Schwurgericht verwiesen werde, ober nicht wieder nach Landsberg, sondern nach Stettin. Zur Begründung des Urteils wurde ausgeführt: Die Ver- fahrensrüge wegen der Nicht oernehiiiung des Zeugen Landgerichtsrot Glavke sei als begründet zu betrachten. Di« Ansicht des Schwur- gerichts, daß die Heranziehung eines Zeugen zur Aussage über die Aussägen Dritter unzulässig sei, finde im Gesetz keine Stütze. Es sei auch nicht zu verkennen, daß das Urteil möglicherweise von dem abgelehnten Zeugnis Graskes beeinflußt werden könnte. Weiter sei die Ablehnung des Zeugen v. Grolmann zu rügen gewesen, da der Bewcisantrag bezüglich dieses Zeugen darauf hinaus- lief, daß v. Krollmann aus eigener Erfahrung über die Angeklagten Schulz und Klapproth aussagen könne. polen„an Alle". Crs beteuert den Mächten seine Friedensliebe. Warschau, 2«. November.(Eigenbericht.) Die polaisch« Regierung hat am Moatag zur litauischen Frage sämtlichen Regierungen, mit denen sie in diplomatischer Verbindung steht, eine Note überreichen lassen. Ohne aus die russische Note zur selben Frage einzugehen, bezieht sich dl« diplomatische Regierung darin nur aus die Tatsache, daß der litauisch-polnische Streit auf Grund derlitauischen Beschwerde aus der Tagesordnung der bevorstehenden Tagung de» völkerbundsrales steht. Polen habe gegenüber Litauen nur den einen Wunsch: friedliche. nachbarliche Beziehungen so rasch wie möglich wieder aus- zunehmen. Diesem Wunsche gegenüber habe sich sowohl die gegenwärtige lilaulschc Regierung wie Ihre Vorgängerin ablehnend verhallen. Litauen verharre aus dem Standpunkt, daß e» sich mit Polen im Kriegszustand befinde. Die polnische Regierung halle eine solche Aussasiung für höchst gefährlich für den allgemelaen Frieden. und sie hasse, für diesen ihren Standpunkt bei allen anderen Regie- rangen und bei der öffentlichen Meinung der Welt Verständnis ,v finden. Infolgedessen gebe sie sich auch der Hoffnung hin. daß die anderen Regierungen sie in dem Bestreben onlerstühen werden, den s? hartnäckig sestgehallenen Kriegszustand Litauens zu beenden. Die litauische Unabhängigkeit und der territoriale Bestand Lilauen« sei von de- polnischen Politik in keiner weise bedroht. parlamentsende in Warschau. Warschau. 28. November. Heute mittag wurden Sejm und Senat durch«in Dekret des Staatspräsidenten infolge„des Ablaufs der gesetzlichen Tätig. keitsdauer" des Parlaments aufgelöst. Die Verordnungen, die das Datum des 28. November tragen, wurden durch den Adjutanten des Vizepremiers Bartel in den Kanzleien des Sejms und des Senats niedergelegt. Kriegsbereitschaft in Litauen. kowno. 28. November. General Lchukauäkas hat einen Armeebefehl ausgegeben, demzufolge die gesamte litauische Wehr- macht ihm als Oberbefehlshaber untersteht und nicht mehr dem Uriegsminister. Diese Maßnahme be- deutet, daß das litauisch« Heer in Kriegsbereit» f ch a f t gebracht worden ist. Braunschweiger Siahlhelmpleiie. „Run Hai mir der schöne Stahlhelm auch nichts genützt!" Sozialismus und öffentliche Betriebe. Sechster Deutscher Bauhüttentag. Im Plenarsaal des Reichswirtfchaftsrats wurde am Sonntognachmittag der Sechste Deutsche Bauhüttentag mit einer großen Kundgebung eröffnet, zu der der Reichswirtfchafts- minister o. D. Genosse Robert Schmidt das Referat übernommen hotte. Robert Schmidt sprach über den Kampf der kapita- listischcn Jnteresscnvcrbände gegen die Gemein- Wirtschaft. Eingangs seiner Ausführungen erinnerte Genosse Robert Schmidt an die Kundgebung der großen wirtschaftlichen Iiiterejscnverbände voni Ist. November 1926 gegen die Betriebe der öffentlichen Hand. Die Agitation dieser kapitalistischen Interesscnver- bände gegen die vom Meich, den Ländern und Gemeinden betriebenen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, gegen die öffentlichen Der- kehrsbetriebe. die Bankunternehmungen des Reichs und der Länder usw. hatte weite Kreise gezogen. Die Haltung des Reichsbank- Präsidenten gegen die Aufnahme von Auslandsanleihen durch die Gemeinden ist ein Niederschlag dieser Agitation. Wie außerordentlich schädlich die Unterbindung dieser Kredite ist, dafür ist besonders Berlin«in krasies Beispiel, wo wichtige Bauten unterbrochen werden müssen, weil der Stadt Berlin die Mittel dazu vorenthalten' werden.• Die kapitalistischen Interestenverbände behaupten, daß durch die Beiriebe der öffentlichen Hand die private Initiative zurück- gedrängt, der selbständig« Mittelstand gefährdet werde und daß die öffentlichen Unternehmungen sich vielfach zum Schoden der Konsumenten entwickeln Wie steht es damit? Beobachtet man die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte, dann muß festgestellt werden, daß die Einzeluuternehmungen immer mehr zurückgedrängt werden und Aktiengesellsäiasien und großen Konzernen Platz machen. Im Vergleich zur Berufszählung van 1967 ist bis 192.? die Zahl der Selb ständigen in Industrie und Liandwerk um 28971 zurückgegangen, während die Bevölkerung um 13,5 Proz. zugenommen hat, fo daß im Verhältnis zur Bevölkenmgszunahme die Anzahl der Selbständigen in Wirklichkeit um 270 425 zunehmen hätte müssen. Im gleichen Zeitraun, hat die Zahl der Direktoren und leitenden Beamten um 9972, die der Hausgewerbe- treibenden um 37 356 zugenommen. Das sind sozial gehobene, wirtschaftlich aber u n s e l b- st ä n d, g e E x i st e n z e n, die dos Reichsstotiftifche Amt merk- würdigerweise unter die„Selbständigen" gruppiert. Dieses Zurück- drängen der wirtschaftlich Selbständigen ist ober nicht zurück- zuführen'auf die Unternehmungen der öffentlichen Hand, sondern auf die neuen Formen des kapitaliitijchen Kollektivismus. Durchaus widerspruchsvoll ist der Kämpf des Mittelstandes gegen die Genossenschaften: denn der Mittelstand bedient sich selbst mit vollem Recht des Genossenschaftssystems. So beträgt die Zahl der Genossenschaften des Handwerks 3500, darunter etwa 1400 Kredilgenoffenschasten und 1800 Warengenoffenschasten. Auch der Reichslandbund ist zum Zweck des Ein- und Verkaufs und der Beschaffung von Kredit-Genossenschoften gegründet, wogegen der Großhandel vergeblich Protest erhebt. Die industriellen Groß- betriebe gehen immer mehr zur Ausschaltung des Großhandels über. So vertreibt die Rohstohlgemeinschaft ihre Pro- dukte und geht jetzt dazu über, auch den Schrottaufkauf in die Hand zu nehmen. Dasselbe sehen wir im Kohlenbergbau. Gegen diesen kapitalistischen Kollektivismus spricht man nicht. Einschränkung der Betrieb« der öffentlichen Hand? wie kqon man daraus verzichten. daß die nolürlichen Reichtümer eine, Lande», wte kohle, kalt. Petroleum usw. unter die Kontrolle der Allgemeinheit kämmen? Ebenso steht es mit den Wasserkräften. Kein privater Besitz läßt sich ans dies« natürlichen Kräste begründen. Genosse Robert Schmidt zeigt dann auf, wie die Elektrizitätserzeu- gung immer mehr in die Hände der Gemeinwirtschaft übergeht, ebenso wie die Gas- und Wasserwerke. Die Gaswerk« der Gemeinde» werden jetzt durch die Gasfernversorgung bedroht. Wenn die Gasfernversorgung wirtschaftlich rationeller ist, dann werden wir uns ihr nicht widersetzen. Aber wir müssen dann verlangen, daß diese Gasfernversorgung nicht zu einem privatenMono- pol wird, sondern unter die Kontrolle der Gemeinden kommt. Diese Entwicklung sehen wir im Dsrlehrswesen. wo 19�5 92,13 Proz. der Schienenlängen in össentlicher Hand waren. Besonders stark ist diese Entwicklung bei den Straßenbahnen zu beobachten, wo 1913 in 25 Großstädten 50 Proz. der öffenllühe» Hand gehörten, während es 1923 bereits 7 2 Proz. waren und 21 Proz. gemischt- wirtschaftlichen Betrieben gehörten. Auch im Krastwagenvcr- kehr ist dieselbe Entwicklung zu beobachten. Im Verhältnis zut Gesamtproduktion ist der Anteil dieser Betriebe allerdings noch gering. Aber wir sehen doch den Fortschritt zum Sozialismus. Gewiß handelt es sich hier nicht um eigentlich sozialistische Betriebe, aber während der Uebevgongsperiode wird es sich nicht vermeiden lassen, was ja auch in Rußland bisher geschehen ist, Staats- betriebe zu errichten. Diese Betriebe der öffentlichen Hand, obwohl sie notgedrungen zu Steuerquellcn werden, arbeiten billiger als private Monopolbetriebe. Dos sel>eii wir besonders in Berlin, wo neben den Elektrizitäts-, Gas und Wasserwerke» der Stadt Berlin noch private Monopolbetriebc für die Gemeinden be- stehen, die ganz wesentlich teurer sind als die Unternehmungen d?r Gemeinden. Zu diesen öffeiitiichen Betrieben kommen noch die Betrieb«, die der Initiatine der Arbeit«rschäst ent-- springen und das find, die Genossenschaften. Di« Genossenschäften, insbesondere aber die große Bau'?' Hüttenbewegung, zeigen, daß wir durchaus In der Loge sind, sozialisierte Unternehmungen zu schössen und sie nicht nur k o n- kurrenzfähig gegenüber den privatkapitalistischen Unterneh- wungen zu erhalten, sondern, wie die BäuhüttenbeweguNg. vielfach besser und billiger zu arbeiten, als die privaten Kon- kurrenzbetriebe. Diese Genosienschastsbetrieb« geben uns auch das Vertrauen, daß wir die Fähigkeit und die Kraft besitzen, die privatkapitalistische Produktion hinüberzuleiten in die sozialistische Produktion. Gewaltige Llmsahfteigerung der Bauhütten. Am Montag nahm die Tagung in geschlossener Sitzung den Bericht der Geschästssllhrer E 1 1! n g e r und A st o r entgegen� Ellingcr sührte u. a. folgendes aus: Die Zahl der Betriebe des Verbandes hat sich von 43 im Ansang des Jahres 1920 auf 151 im Oktober 1927 gesteiaeet. Die Zahl der B e s ch ä s t i g t« n ist von 20 043 im Jahre 1920 aus 23 690 im Jahre 1.926 gewachsen. Im Jahre 1924 betrug der Umsatz»ur 41 Millionen Mark. Cr hat sich im Jahre 1925 ans 68 Millionen und im Jahre 1926 auf Sl Mil. lionen erhöht: er wixd im Jahre 1927 sehr wahrscheinlich die Summe von 100 Millionen Mark überschreilen. Die Betriebssorm hat sich allmählich umgestellt. Während zunächst d'e Farm der Gc- nosscnschaft bevorzugt wurde, ist man in letzter Zeit mehr zu der Gesellschast mit beschränkter Hastung llbergeganaen. Der Muster- g e s e l l s ch a s t s v e r t r a g, der von ollen Betrieben anerkannt werden muß, die dem Verband angehören, ist bisher von 60 Proz. der Betriebe angenommen worden: bei AI Proz. fehlt nur noch der sonnelle Beschluß und bei 10 Proz. steht der Beschluß noch aus, während die restlichen 7 Proz. der Betriebe Genoisenschasten sind. Im Rahmen der Bildungsbestrebungen ist die Errichtung einer besonderen Bau Hütte»schule in Aussicht genommen, in der Kurse für Techniker, Gcschüftssührcr und Aussichtsratsmitglieder abgehalten werden sollen. Der zweite Berichterstatter A st o r empfahl eine größere Kon. zentration der Betriebe in technischer, wirtschastlicher und tauf» männischer Beziehung. Bor allem hält er die geistige U m st e l> lung vieler Betriebsleiter für notwendig, die noch allzu- sehr dem Betriebsegoismus huldigen. In der Aussprache betonte Pacplow die Wichtigkeit einer Auslese der in den Betrieben be- fchäftigten Arbeiter, um eine enge Verbundenheit zwischen Ar- heiter und Betrieb herzustellen. Am Schluß der Montagtagung wurde der Beschluß des Auf- sichtsrates und des Beirate», nach jeder Lohnzahlung einen Betrag von 1,2 Proz. der Lohn- und Gehaltssumme abzuführen, mit äl'en gegen neun Stimmen gutgeheißen. Einstimmig festgelegt wurden die Bestimmungen über die Absührung und Verwendung der Gemein- schaftsrückloge in Höhe von 10 Proz. Gegen eine Stimme wurden die neuen Grundsätze und Richtlinien gebilligt, die die Zugehörig keit sozialer Betriebe zur Bauhüttenbcwegung usw. regeln. Sozialdemokratischer Bürgermeister. In dem Harzkurort Braunlage im Freistaat Braunschwe'g fand am Sonntag zugleich mit der Londtagswahl die Wahl eines neuen Bürger- meisters statt. Die Wahl brachte dem sozialdemakra- tischen Kandidaten, dem Landtaysabgeordneten und Ge- meindeoorsteher Roloss-Fürstenberg. 10 90 Stimmen, dem bürgerlichen Gegenkandidaten 634 und einem dritten Kandidaten 231 Stimmen. Der deulsch-südllawische houdelsverlrag hat ohne Debatte die Genehmigung der Skupschtina erhalten. ver neue finnische Gesandte in Berlin, unser Parteigenosse Dr. W a c i n o W u o k i s a u k i, hat sein Amt durch die übliche Vorstellung-beim Präsidenten der Republik angetreten. Streik bei der Reichsbahn. Das Ausbesserungswerk Oresden-Friedrichstadt vorläufig geschlossen. Di« Pressestelle der Reichsbahndirektion verbreitet durch WTB. folgenden Bericht: „Heute(Montag) morgen hat die Belegschaft des Reichsbahn- ausbesserungswerks Dresden-Frisdrichstadt die Arbeit nicht an getreten, sondern ist der Aufforderung ihrer Führer zu einer Versamirctung im Kristallpalast gesolgl. Daraufhin ist durch Aus- hang der Eisenbahnverwalwng bekanntgemacht worden, dab das Werk bis aus weiteres geschlossen wird. Als Grund ihres Verhaltens wird von der Arbeitersctwft angegeben, drch am Sonnabend zwc�Arbeitcr des Werks entlassen wurden. Beide hattcir in einer ungesetzlichen Arbeiterversamm- lung aufhegend« Reden gegen die Gisenbahnoerwaltung gehalten." Die Bezirksleitung Sachsen des Einhcitsver- b a n d e s der Eisenbahner teilt hierzu mit: Im Reichsbahn- ousbesserungswerk Dresden-Friedrichstadt bestehen seit einiger Zeit wesentlich« Differenzen zwischen der Werkleitung und der Beleg- schast über die Festsetzung der G e d i n g e z« i t e n. Die Werkleitung hatte Anordnungen getroffen, die auf eine ungerecht- fertigte Herabsetzung der Gedingezciten hinauslausen und im Wider- fpruch zu den zwischen den Tarisparteien vereinbarten Gedinge- r i ch t l i n i e il stehen. Bon der W e r k d i r e k t i o n 4, Reichs- bahndirektion Dresden,»nutzte dies zugegeben werden. Der Dezernent, Reichsbahnoberrat Zug wurst, veranlagt« deshalb am 8. November die Werlleitung, vorschriftsmäßig zu oerfahren. Trotzdem hat die örtliche W e r k l e i t u n g weit er zu gelassen, daß unvorschriftsmä�ig ver- f-ahren wurde. Einzelne Weitbeamten gingen sogar soweit, entgegen den reichsgesetzliche» Bestimmungen, einen die Gedinge- frage betrefsenden durchaus sachlichen A n s ch'k a g des Be t r i c b-s- rotes zu entfernen. Der Reichsbahnoberrat Zugwurst mußt« später, nachdem er vom Wortlaute des Anschlags Kenntnis erhalten hatte, selbst zugeben, daß in dem Anschlag nur das staird, was er mit dem Betriebsratsvorsitzenden Bogel besprochen hatte. Dieses lariswidrlge Verhalten der örtlichen Werkleitung führte m» 22. November zu einer spontanen Belegfchaftsversamm- lung. Die Meldung der Pressestelle der Reichsbahndirektion Oresden in den„Dresdner Neuesten Nachrichten" Nr. 277, dag in der Hauptsache die Ortslohnzulagenverhandlungen Anlaß zu der Belegschastsversammlung gegeben haben, ist falsch. Versteckt gibt sa.die Werkdirektion 4 Dresden in ihrem Bericht zu, daß aoßer- dem Vorwürfe gegen die Verwaltung erhoben wurde». Trotz d�r sachlichsten Vorstellungen der Organisation hat die Reichsbahndireklion drei an der Lclegschaflsversammlnng beteiligt gewesene Arbeiter gemahrcgelt. Die Bezirksleitung des Eiliheitsverba'.ides setzte sich daraufhin sofort mit dem Rcichsbahndircktionspräsidenten Kluge in Verbindung, um die Differenzen zwischen Belegschaft und Wcrkdirektion in sachlicher und vernünftiger Weise beizulegen. Der Präsident Kluge war anfangs überhai'pt nicht bereit, mit der gewerkschaftlichen Organisation zu verhandeln. Er will aber falsch verstanden worden sein. In den Verhandlungen hat die Bezirks-! leitung alles daran gesetzt, die in sich weniger bedeutend« Streit- sach« in einer auch für die Belegschaft tragbaren Form aus der Welt zu schaffen. Der Reichsbahndireklionzpräsident Kluge konnte jedoch keine entsprechende Lösung finden, da er anscheinend schlecht beraten war. Der Reichsbahnoberrat Zugwurst war wohl über die Werkvorgänge nach dem 8. November nicht genügend unterrichtet, und scheint daher zu einer völlig unrichtigen Beurteilung des Streitfalles gekommen zu sein. Nur die Entlassung eines der drei Arbeiter wurde wieder rückgängig gemacht. Die bündig« Erklärung des Reichsbahndirektionspräsidenten Klug«, daß es bei der getroffenen Entscheidung bleiben müsse, hat dazu geführt, daß die Belegschaft des Werkes am Montag früh restlos in einen Solidarikälsstreik für ihr« zu Unrecht gemaßrcgelten Arbeitsbrüder eingetreten ist. Die über 130(1 Mann starke Belegschaft hat ohne Unterschied der Organisation sich mit den Görna tzregelten solidarisch c r- klärt und fordert ihre Wiederein st cllung. Die gewerkschaftliche Organisation, der Einheitsverband, hat den Streikenden als selbstverständlich erklärt, daß sie geschlossen hinter dieser Solidaritälsaktion steht. Eine Bezirkskonferenz der Güterbodenarbeitcr am Sonntag in Riesa hat sich nach erfolgtem Streikbeschluß mit den Gemaßregelten cbenjalls solidarisch erklärt. Für die Eisenbahner des Reichsbahndirektions- bezirkes Dresden(Sackfen) gibt es mir einen G-samtberrieb, und in diesem Gesamtbetriebe wirkt sich die Solidarität aus als oberster gewerkschaftlicher Grundsatz. Der.vorstehende Bericht wurde abgeiaßt, bevor die Eni- scheidung der Reichsbahnverwaliung, das Werk zu schließen, getroffen war. Es ist pach allem höchst wahrscheinlich, daß die Aussperrung nicht den gewünschten Erfolg einer abschreckenden Wirkung hat, sondern zur weilereu Ausdehnung des Konslikles führen wird. Die Stimmung unter den Eisenbahnern ist ohnehin sehr gespannt. Anstatt den Prestigestandpunkt in den Vordergrund zu stelle» und sich darauf zu versteifen, hätte die Direktion in Dresden sicherlich bester daran getan, die Beschwerden der Eisen- bahner abzustellen. Wenn in einer aufgeregten Versammlung wirklich ein paar Worte fallen, die nicht aus der Goldwage ton- trolliert wurde», so ist das noch lein Grund, die Sünder aufs Pflaster zu wersen und die ganze übrige Arbeitenchast dadurch zu brüskieren. und herausziifordeni. Im lichrigen Umgang mit Arbeitern und ihren Vertretern er- scheinen die Herren von der Reichsbahnverwaliung noch wenig U e b u n g zu hoben, sonst konnte es zu diesen» Streik und der folgenden Aussperrung nicht erst kommen. Wird der Streit nicht auf dem schnell st en Wege beigelegt, dann können sein« Fuwken sehr leicht ins Pulve-k�ß der Reichsbahn fallen. Dies zu verhüten, lohnt wahrlich die Mühe! Das Reichsarbeitsmimsterium haste seinerzeit die Forderung der Arbeiter, den Schiedsspruch nicht verbindlich zu erklären, da in ihm die Äkkordlohnsrage nicht geregelt sei und insolgedessen�Kow- plikationen zu erwarten wären, unberücksichtigt gelassen. Der vpruch wurde für verbindlich erklärt und plötzlich cihöhtcn die Unternehmer im Widerspruch zu ihren eigenen Lamentationen nach der Berbindlichkeitserklärung in vielen Fällen die Akkordstücklöhnc zum giößten Teil um denselben Prozentsatz, um den die Zeillöhne erhöht worden waren. Das Vorgehen der Arbeitgeber hatte m der westiachsiichcn Textilindustrie ein geradezu tolles Durcheinander gejchajien und darüber hinaus fast alle Tarifverträge unwahr gemacht, da alle in diesen enthaltenen Löhne nicht mehr den wirklich gezahlten entsprechen. Durch freiwillig gezahlte resp. betrieblich vereinbarte Prämien, Zulagen und dergleichen wurden sast aus der ganzen Linie höherc Löhne gewährt, als sie in den Tarifverträgen feit- gelegt sind. �. Den berechtigten Forderungen der Arbeiter, die Tarifvertroge wieder wahrzumachen und die wirklich gezahlten höheren Löhne tariflich zu verankern, setzten die Unternehmer den heftigsten Wider- stand entgegen, so daß sich bei den Arbeitern der Glaube einstellen mußte, die Unternehmer wollten durch ihr Vorgehen den Arbeiter? organisationen den Boden entziehen. Nun hat das Reichsarbeitsmimsterium das Wort. Es ist höchste Zeit, daß es seinen bisherigen Standpunkt in der Aktordfrrge ändert. Bei Beibehaltung der bisherigen Spruchpraxis würde das Schlichtungswesen jede Bedeutung verlieren. Die Krantenkassenwahl in Köpenick, Nachdem es in Neukölln zu einer Verständigung gekommen war, blieb nur die ein« Wahl der Vertreter der Versicherlen zum Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Köpenick übrig, die am Sonnabend vor sich ging. Die Christlichen konnten so ihre ganzen Kräfte ans Köpenick konzentrieren und führten den Wahlkamps, unterstützt von den Hakenkreuzlern, mit ollem Nachdruck. Die Wahl ergab 2212 Stimmen für die srelqewerkichaslliche Liste 1 und 3?« Stimmen für die Liste 2(christlich-national). Die Verteilung d-er Sitze im Ausschuß wird demnach 35 zu 5 sein Im V o r st o n d erhielten die freien Gewerkschaften sieben Sitze und die Christlichen«inen Sitz. Oer Textilarbeiterstreik, in Oberbaden. Von den drei bestreikten Großuntcrnehmungen in Zell im Wiescntal ist die Arbeit am Montag früh in zwei Betrieben wieder aufgenommen worden. Die Arbeiterschaft dieser zwei Betriebe bc- schloß die Einreichimg von Kollektivkündigungen. Eine weitere Aus- dehnung haben die Arbeitseinstellungen bisher in Oberbaden nichr erfahren._ Die Verhandlungen für die Reichsarbeiler sind nicht ans den 8. März, wie es infolge eines Hörfehlers bei der Uebertragung in unserer Sonntagsausgabe heißt, sondern auf den 8. Dezember vertagt worden. Immerhin hätte das Rcichsfinanzministerium die Unterlagen längst zur Verfügung haben müssen. Richard Seidel: Die GewerkschastÄ-ewegung in Deutschland. Mit einem Abschnitt von Bernhard G ö r i n g über die Gewerkschaftsbewegung der Angestellten. Amsterdam 1927. Verlag des. Internationalen Gewerkschaftsbundes. 157 Seiten. Preis 1,50 M. Diese soeben als Band 7/8 der Internationalen Ge- werkschaftsbibliothek vom LAB. herausgegeben� Schrift behandelt zunächst die Frühzeit der deutschen Gewerkschaften: sie schildert ihre ersten Erfolge und ihr Ende durch das Sozialisten- gesetz und gibt dann eine ausführliche Darstellung der Aufwärtsentwicklung vom ersten Kongreß, des Jahres 1892 bis zum Ausbruch des Krieges. Die Tätigkeit der deutschen Gewerkschaften während des Krieges und speziell auch die äußerst bedeutungsvolle und lehr- reiche Entwicklung der Nachkriegszeit sowie die ohne allzu große Schwierigkeiten durchgeführte Anpassung an die neuen Verhältnisie werden eingehend behandelt. Der Werdegang der deutschen Gewerkschaften ist nicht nur wegen ihrer zahlenmäßigen Fortschritt« und ihrer Agitations- und Kampfmelhoden interessant, sondern auch wegen der grundsätzlichen Umstellungen, die sie im Lause der Jahr« vornehmen mußten und auch ohne unnützes Zögern vorgenommen haben. Die Entwicklung vom machtlosen Wortradikalismus zur praktischen Gewerklchasts- tätigkeit hat sich zuerst bei den deutschen Gewerkschaften durchee- setzt, so daß man vielfach in anderen Ländern von einer„deutschen Methode" sprach. Zunächst Gegner von zentralen Organisationen, hohen Beiträgen, Unterstützungseinrichtungen, Tarifverträgen usw.. wurden später gerade die deutschen Gewerkschaften deren Befürworter und Förderer.— Die Schrift von Seidel und Göring bildet eine wertvolle Ergänzung der in der Internationalen Kewcrkschasts- bibliothek bereit erschienenen Abhandlungen über die Gewerksckzajts- bewegung in Belgien, England und Schwede». Bestelliingep für Deutichland bei der Lcrlagsgescllschast des ADEB., Berlin S. U, Jnjelstr. ti.__ Hcntralmfcani der«»acftelltcn. Scltion-n Rahru»«-i,iticl.«emißmittel. «irtld-aftsnecoflcnfifafte«. Mjimioch.:i0. N-v-mb-r. 20 Uhr. Pollversomni lung Lnocrtarbs ftcftfäte, Neu? griedrichstr. Sä. 1.«ortrag c„Probleme drr -SclnmrlüiKilt.-' 2.«ufftcüung ciuer LorschlagsUftc für dt- D-legiertcr.. Versammlung der Ort-grunoc............. Freie EewerkstSaitoiugend«Krod-Verlin. Heute, Dtensioy, 19• Uhr. lagru die thrupoe»- Fr-älsurte««B-e:(Sruvpeuheim Gtodiisches Jugendheim siiiauer St rage 18, Zimmer 3. Bortro-N..Zilhrer der deutschen Arbeiterbewegung."- gar.dsberger«lag: Srupprnheim Aicstelmenersir. ä. Bortraq:«rbeiter. Unternehmer tmo ihre vraanisationcn."- tjichteaderg: tSruppcnhcim Itigcnd. heim?ossestr. 22. Satirischer Abend.— Treptow: Gruppcnheim Schule Wilden. drnchstr..">8 W lHortzlwiner). Vortrog:„Berussberatung und Eignung-. prlifima."- Humboldt: Jugendheim tcorhing. Ecke Srauustrahe. Voriräg: ..Vom Zuuftgcsellen»um freien Arbeiter."— Schöne weide: Jugendheim Nieder. sh.öucwcid», Berliner Str. Ii. Unirrhaitungoabend.— Nordtrei» Ziurh!«: Um 20 Uhr im Jugendheim dileimstr. Sä, Arbeiisnochwcis. Ingen dgrugpe de« ZdA. Heute. Dienowg, Turnadend»o» 20—22 Uhr in der Turnhalle der Schule Baruthcr Str. 20(Leitung: Lehrer Schran). Turn» sachea mitbringe»! Verantwortlich sur Polltit: Dr. C»,t«eyeri Wirtschaft:<&. 5tl>ng«ltöleri Eewcrlschasisbcwegung: J. Steiner: Zeuillelon: St. H. Doicher: Lolales und Sonstiges: jffntz»arsiäbt: Anzeigen: Zh. lsioile: sämtlich in Berlin Derlog: Vorwäris-Verlag tb n, b H.. Berlin Druck: Vorwärts.Bu-hdruckcrel und BerlagLanliol- Paul Singer>e Co Berlin EW 68. Lindenstrose li. gun guB ujooiijb j nremS Verhandlungen in der Großeisenindustrie. Die ArbeitSzeitfrage als Lohnfrage gestempelt. H«ut« treten i» Essen die Metallorbeiteroerbände und der Ar- beigeberverband Nordwest zur Regelung der Lohnfroge für die rheinisch �westfälische Großcisenindustrie zu- fammen. Diese Verhandlungen bilden den A u s t a k t zur Neu- regelung der Lohn- und Arbeitszeitoerhältnisse in der Schwer- i n d u st r i e. Wohl handelt es sich zunächst nur um Verhandlungen für h e i n l a n d- W e st» a l e n: die Regelung im Westen ist maßgebend auch für die Klärung der Lohn- und Ärbeitszeitverhält- niste in den übrige» Groß�ifengebicten, wie Oberschlesicn und Sachsen. Schon bei den kürzlichen Besprechungen im Rcichsarbcits- Ministerium über die Durchführung der Arbeitszeitverordvnng in den hüllen- und Walzwerken ab 1. Januar wurde die Lohnfrage vom Ministerium angeschnitten. Damals mar jedoch die Stellung der Arbeitnehmer zur Lohnsituotion noch nicht völlig geklärt. Das Reichsarbeit a Ministerium hat, wie verlautet, den Wunsch, daß das Lohnproblein so schnell wie möglich geregelt wird, weit nach seiner Auffassung die A r b c i t s z e i t s r a g c n u r im Zusammenhang mit dcrLoh»frage gelöst werden tonne. Man müsse, so heißt es, genau wissen, wie sich die G c- s o m t b e l g st u n g aus der Neuregelung der Lohn- und Arbeits- Zeitverhältnisse gestaltet. Es genüge desßalb nicht nur eine Klärung des sogenannlen Lohnangleichs und-ausgleichs, der mit der Durch- führung des Achtstimdcnwges in unmittelbarer Verbindung stehe, sondern man müsse auch über die Auswirkung der ollgemeinen Lohn- «rhöhung Bescheid wissen. Das Ministerium will also allem An- schein nach ein Kompromiß zwischen Arbeitszeit und Lohnfroge schaffen. Selbstverständlich stehen Arbeitszeit und Lohnsrage in der Schwerindustrie wie in jeder Industrie in einem gewissen Zusannncn- ftancj, allein eine allzu«nc�e Verquirfunfl der beiden Fragen ist nicht unbedenklich. Die Arbeitgeber, die bei der Besprechung im Rcich-arbeitsministerium sich das Geständnis entschlüpfen liehen: 5DP.• Metallarbeiter! Besucht die Wahlkörper■ Versammlungen! „Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Achtstundentag, wir wissen, daß er kommt", wollen sich das Unvermeidliche zuvor in der Lohnfroge möglichst teuer obkausen lassen. Hier drohen Gefahren sür die Arbeitnehmer. Das Reichsarbeitsministeriun», das bereits an den am Dienstag beginnenden Lohnverhandlungen den Kölner Schlichter, Oberlandes- gerichtsrat Ioetten, als Beobachter teilnehmen läßt, muß wisse», dqß ein faules Kompromiß keine Lösung sür die Schwereisenindustrie darstellen kann. Den Arbeitgebern ist der Ernst der Situation bereits gründlich klargemacht worden. Kommt es in der Lohn- und Arbeitszeistragc der Schloerindustrie nicht zu einer sozialen Regelung, d. h. zu einer anstündigen Rcspcktlcrnnq der Fordenmgen der Arbeiter, dann ist der schon seit längerer Zeit drohende Wirtschastskampf im Westen da. Ltm das Schlichtungswesen. Notwendige Attordlohnregelung in der Textilindustrie. Ucbcr die Akkordlohnregelung in der Textilindustrie finden, wie wir hören, im Laufe diestr Woche im Reichsarb ei tsmi- nisterium B e j p r c chcu n g« n statt. Anlaß zu diesen Besprechungen gab eine Eingabe des Deutschen Textil- arbeiterverbandes an den Reichsarbeitsminister, in der zu dem Fiasko der Schlichtungsinstanzen bei dem vor einiger Zeit sür die w e st s ä ch s i s ch e Textilindustrie gefällten Schiedsspruch Stellung genommen wird' Stolz ruf' Ich aus: Mein(stlter Name ist werbekräftigste Reklamel DieAuflagebeweistdasfcho n— hilf mttzurerstenMillioa! '.•''' iG. Werde auch Od ibonoeoti ..Dar Wahre Jacob", das welibefcennte Witz. biazt, kostet trotz erhöhten Umiantes nur 30 Pf Bestelle oocli beste beim Zeitonzs. botea oder t» deiser VolktboeUUndlaaSi LJU ERSENS alexan PLATZ «a In der Gesamtauflage de».Vorwflrts" sind besonders«nrkseai and trotzdem sehrblllw! Osf gtrm acht«»:»«er. 1891.■ •uLietorrfaai»irett mm Pcioate tepv- und Daunen Decken H««»t,»r>t«etrohniandi-l. Berlin» ttmerar-Barja Jntelbrtcfe. JOIetaU-««ttltrUen,«iu-leartnatrnsrn fett. tBctiea, Betiftb.»» a BetMfchr|koV»eab gUtalcn i Setitelnwta■!■(. aar tote 8>(kelftr. tDaflltrabe 0-22, xwssche»«oft- a. Znlelftr-tie io.8tt.— aiatteBwWMwiDa » MdvM Kr. S63* 44. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Dienstag, 29. November 4927 Die ersten Weihnachtsbäume in Berlin. Berlin besitzt Zeichen für den Beginn seiner Fest«. Ostern kündet sich an, je nach den Temperaturen, mit der Mode und be- sonders den neuen Frühjahrshüten. Pfingsten mit Primeln und den ersten Kremserfahrten, Weihnachten ober kommt mit dem ersten Eintreffen der' Weihnachtsbäume. Keine Stadt der Welt hat diese Verknüpfung mit dem Weihnachtsfest so stark wie Berlin, mag es ein weißes oder nasses Weihnachten fein, jung und alt gibt sich seinem Zauber hin. Da mögen im geheimen jene sich anziehenden Gegensätze wirken, die zwischen der nüchternen Stadt und diesem gefühlsseligen Fest liegen. Es gibt kein schöneres Bild als diese Weihnachtsbäume in der Stadt, die erst auf die Straßen und auf die Plätze wandern, ehe sie das Heim schmücken. Sie machen das graue Kleid der Straße freundlich, wenn sie an Stricken aufgereiht wie Alleen die Bürger- steige einrahmen. Einen Baum zu kaufen ist fast Ehrensache, auch der Aermste kratzt die letzten Groschen für diese Ausgabe zusammen. lind die To.nne oder Fichte, die im Harz oder in den holsteinischen Wäldern gestanden hat, sie hat es sich nie träumen lassen, welches Leben sie in Berlin hervorruft. Einige Tausend Menschen ver- dienen sich vier Wochen hindurch mit ihrem Verkauf das Brot. Von Jahr zu Jahr wird dieser Handel stabiler, während er in den un- wirtschaftlichen Berhältnisien der letzten Jahre doch manches Risiko einschloß. Mancher brav« Jung«, der den Eltern einen kleinen Ver- dienst zu den Festtagen mit beisteuenr will, verdingt sich auf den Plätzen, lungert auf'den Straßen, ob er den Käufern den Tannen- bauin nach Hause tragen darf. Vorläufig sind die Bäume erst auf den großen Güter- b a h n h ö f« n abgerollt. Sie werden von Großkäusern an Ort *ud Stelle gekauft, die Rottanne mit ihrem tiefen dunkelgrünen Behang von kurzen spitzen Nadeln in Holstein oder im Harz, Silber- rannen in Süddeutschland und die bizarren langnadelrgen Kiefern in den märkischen Wäldern. An Ort und Stelle müssen die Händler 1« noch dem Ansehen der Ware am Stock durchschnittlich 30 Pf. pro Stamm an den Besitzer bezahlen, weitere 1» Pf. für das Schlagen und Abfahren zur Bahn. Es kommen dann noch die Frachtkosten dazu, die durch die Frachterhöhung in diesem Jahre verteuert sind. Immerhin würde das nicht so viel ausmachen, um eine Erhöhung der Preise— wie die Händler schon jetzt verkündigen — zu rechtfertigen, die Spann« des Verdienstes ist eigentlich bei den Händlern groß genug. Aber es ist ein Risitogefchäft, wie schon ausgeführt wurde, man kann da nicht rechten. Freilich ist es in den letzten Jahren auch schon vorgekommen, daß die empörten Käufer bei Händlern, die sie allzusehr schneiden wollien, kurzerhand das Lager stürmten oder mit Hilfe der Polizei den Verkauf regelten. Immer heißt es auch— und in diesem Jahre wieder— die Zu- fuhr ist knapp, also kaust, kmift! Aber auch das kaufende Publi- tum hat seine Taktik beim Einkauf der Bäume. Ebenso, wie«s von Stand zu Stand eilt, um einen paffenden Baum zu finden und damit ganze Stunden verbringen kann, so handelt es bis zur Erregung um einige Pfennige am Preis herunter. Ganz Klug« warten mit den, Kauf des Baumes bis zum letzten Tag in der Meinung, daß bei einem Ueberangebot die Bäume im Preis her- untergehen würden. Viel« sahen sich aber in dieser Kombination getäuscht. Entweder gab es keine Bäume und die Leute mußten stundenlang fahren, um von irgendeinem auswärts liegenden Platz noch ein Bäumchen zu erwischen, wenn es dann auch nur ein halb- vertrockneter Stamm war, oder es waren genug Bäum« da, aber die Händler gingen doch nicht mit den Preisen herunter, weil sie ihr Schäfchen tereits im Trocknen haften. So ist der Weihnachts- bäum mit all seinen Fasern mit dem Wesen Berlins verwurzelt, nicht nur durch fein« äußere Erscheinung, auch mit all dem Drum und Dran, in dem sich die Empfindungen dieser Riesenstadt kenn- zeichnen._ Die Sireichung Wohnungsuchender. Sie sott rückgängig gemacht»verden. Es hat mit Recht großen Mißmut hervorgerufen, daß gelegint- lich der im Mai dieses Jahres erfolgten Zählung der Wohnung- suchenden diejenigen Perjonen, die nicht rechtzeitig die Fragebogen abgeholt und beantwortet hatten, aus den Berliner Woh- nungslisten gestrichen wurden. Die von feiten der Woh- nungsuchenden eingegangenen Beschwerden haben die sozialde- mokratische E ta dt v« ro r d n e t e n f ra-kt i o» veranlaßt, in dem A u s s ch u ß, der zur Prüfung dieser Fragen von der Stadt- verordnetenversammlung eingesetzt wurde, folgenden Antrag zu stellen: „Diejenigen Personen, die als Wobnungsuchend« in den Ber- liner Wohnungslisten eingetragen waren, aber auf Grund der unteplaffeuen Meldung bei der Wohnungszählung in den Listen gestrichen worden sind, sind mit ihrem alten Range wieder einzutragen, wenn sie nachweisen, daß die Bor- aussetzungen der Eintragung noch vorliegen."' Dieser Antrag unserer Fraktion ist im Ausschuß«in- stimmig angenommen worden. Zweifellos wird auch die Stadt- verordnetenversammlung zustimmen. Falsche Ztoanzigmarkscheme im Umlauf. Seit einiger Zeit wird ein« Fälschung der 20-Mark- Reichsbanknote mit dem Ausgobädatum vom 11. 10. 1924 vertrieben. Sie ist im Buchdruckverfochren hergestellt und an ihrer schlechten Ausführung leicht zu erkennen. Di« Hersteller sitzen wahrscheinlich in Berlin. An der Vertreibung sind min- bestens drei Mann beteiligt, die alle in Berlin ansässig, miteinander in engster Verbindung stehen und abwechselnd von Berlin aus Reisen unternehmen. Einer der Bertreiber wird als«in schmächtiger Mann von etwa 27 Jahren beschrieken. Die Fälschung ist an der Mangel- haften und harten Wiedergabe des Frauenkopfbildniffes auf der Vorderseite der Rote besonders leicht kenntlich. Für Mitteilungen aus dem Publikum zur Aufdeckung hat die Reichsbank«in« Belohnung bis zu S000 Mark ausgesetzt. Zweckdienliche Mifteilungen nimmt Krirpmalkommiffar von Liebermann, Alte Leipziger Straße IS, I(Anruf Merkur 3789), entgegen. Die Muiter als Verführerin. Sine Familien-Oiebeöfahrt durch die Warenhäuser. Wickerum stand gestern eine Mutter vor dem Schössen- gericht Moabit, um sich unter der Anschuldigung, mit ihren drei Kindern, zwei Jungen von 12 und ö Jahren und einem Mädchen von 11 Jahren, gemeinsam auf die Diebessahrt gegangen zu sein, zu verantworten. Die Familie war in einem Warenhaus angehalten worden, und der älteste Junge hafte eine Einkaufstasche unter dem Akn. In dieser defanden sich 3 Paar Filzschuhe und mehrere andere Gegenstände, die aus einem zweiten Warenhaus stammten. Bei der Vernehmung vor der Polizei hatten die Kinder zugegeben, daß die Mutter ihn«: versprochn, hatte, sie würde ihnen warme Schuh« kaufen. Dieser„Einkauf" wurde in der Weise vollzogen, daß die ganz« Familie sich um den Einkausstisch h e r u m st e l l t e. Die Mutter suchte die paffer.deir Schuhnummern aus und schob sie dem ältesten Jungen zu, der die Schuhe geschickt in die Tasche gleiten ließ. Der Vorgang war aber von einem ander«: Kunden bemerkt worden, dem es auf- fiel, daß sich der Junge scheu umsah. Der Zeuge sah auch, daß die Mutter dem Knaben zublinzelte. Trotz ihres früheren Geständnisses suchte die Angeklagte fitzt alles gemeiner Weise auf die Kinder zu schieben. Sie will ent- setzt gewesen sein, als die Tasche entleert wurde. Die Kinder muß- ten sich die warm«, Schuhe selbst gestohlen haben, da sie als arme Jnvolidenwitwe ihnen diese nicht kaufen konnte. Ins Waren- Haus seien sie gegangen, um Gä nsegesrierfleisch zu kaufen. Gegen die Angeklagte sprach, daß sie schon mehrfach wegen Dieb- stahls vorbestraft ist. Die Kinder sind dieser Mutter inzwischen weggenommen und der Fürsorge übergeben worden. Das Schöffengericht hielt die Angeklagte des Diebstahls fiir überführt, verurteilte sie aber wegen des geringfügigen Gegen-. j stanbes zu nur 6 Wochen Gefängnis. Akademiker und Arbeiierbewegung. Im Reichstagsgebäude sprach auf Einladung der sozialdemotra- tischen Stundenten der Oberregierungsrat Genoffe Joachim über: „AkademikerundArbeiterbewegung". Die gut besuchte Versammlung folgt« dem Vortrag mit größtem Interesse. Genoffe Joachim oersuchte eingangs die Begriffe Akademiker und Arbeiter- bewegung zu definieren. Akademiker, meinte er, sind Personen mit vorwiegend geistiger, nicht jedoch praktischer Vorbildung: die Arbeiterbewegung stellt die Zusammenfassung der gesellschaftlichen Bo- wegung der Arbeiterklasse dar. Bielfach ist oie Auffassung verbreitet, daß zwischen den Interessen und den Gefühlen der Akademiker und der Arbeiterschaft ein Zwiespalt bestehen müsse. Diese Jitteressengegen- sätzlichheit existiert in Wirklichkeit nicht. Die Arbeiterbewegung Hot eine ganze Reihe von Plätzen den Akademikern zu vergebe». Daß dies die Auffassung der Arbeiterschaft ist, zeigen die tatsächlichen Verhältnisse und die tägliche Erfahrung. Andererseits braucht der Akademiker die Arbeiterbewegung, denn diese ist nicht allein die Bewegung von Handarbeitern. Die abhängige Arbeit kann nur durch die Arbefterbewegung befrett werden: das' gelle auch für die abhängige Tätigkeit des Akademikers. Nur im sozialistischen Gemeinwesen wird der Akademiker eine würdige Stellung er- hallen. Für den Studenten, den angehenden Akademiker, ist es wichtig, sich mit diesen Problemen auseinanderzusetzen, damit er in die Lage kommt, seine Klassenlage zu klären. Wird er sich ihrer bewußt, so kann für ihn kein Zweifel darüber bestehen, daß er aktiv an der Arbeiterbewegung teilzunehmen hat. Die äußerst rege Diskussion, an der sich Studenten verschie- dener Richtungen beteiligten— Jungdeutsche und Kommunisten, Nationalsozialisten und Sozialdemokraten— gaben dem Vortragen- den Anlaß, in seinem zusammenfassenden Schlußwort einer ganzen Reihe von Unklarheiten und unfertigen Ansichten entgegenzutreten. BO] Zement. fXoman vorr Fsodor Gladtow. ..Ich sehe nichts, Gljeb. wo sind sie? Polja kniete nieder und rückte zum Dreifuß. Ssst... es klang wie eine gespannte Saite. Eljeb riß Polja am Rock zurück. Eine Naht platzte an ihrer Bluse. Polja lachte und setzte sich neben Gljeb. „Einen Haken hast du mir abgenssen. du Bär." „Sitz ruhig, wie ein Frosch.... Wirst nicht einmal spüren und wirst schon hier angenagelt sein..., Willst doch keine Zielscheibe sein." Und glotzte sie mit blutunterlaufenen Augen an. Sagte es und kroch selber zum Dreifuß. f Auf dem Gipfel, rechts zwischen den Ruinen, ist eine Wand aus roten und grauen Steinfchichten. Eine Ruine, uralle Mauern und Haufen von Schutt. Und auf ihnen und zwischen ihnen braune Sträucher von Steinmispeln und wilden Rosen. Gljeb streckte den Hals vor und legte sich auf den Bauch. An den Steinhaufen und den Spalten der Ruine vorbei- huschend, kroch raubgierig, mit schußbereitem Gewehr, ein sonnenverbrannter Kosak ohne Pelzmütze. Wenn er sich niederhockte und sich an die Steine lehnte, zerschmolz er und wurde unsichtbar. „Ich werde ihn sofort erschießen, Gljeb.... Ich hall« es nicht aus."« Poljas Hände zitterten, in ihrem Gesicht sah man nur ihre jtuöcn. „Versuchs nur, ich erschlage dich.,,, Lieg ruhig!" Polja lachte. Gljeb kroch über die Steine, sich hinter den Sträuchern versteckend, zu den Ruinen. Und dann sah Polja, wie Gljeb geduckt zu den Felsspallen lief. Er war grau und man hörte ihn nicht: die Steine stülpten auch über ihn eine Tarnkappe. Der Kosak blieb stehen, riß erschrocken den Kopf in die Höhe und hob sein Gewehr. Duckte sich und verschwand wieder. Klopfte Poljas Herz oder dröhnten Schüsse im Walde — der Berg zitterte und tief in seinem Schöße explodierte das Gestein..-.... es ihm gelungen« wegzulaufen, oder hat er den Kosaken bemerkt und wartet? Wird der Kosak Gljeb in seine Nähe kommen lassen oder ihn töten? Poljas Zähne schlugen leise aufeinander. Sie preßte, bis zum Schmerz, die Klefern fest zusammen, aber die Zähne klapperten trotzdem, und die Muskeln hinter den Ohren knirschten. Aufspringen. Weg- laufen. Ausschreien zur Bewußtlosigkeit, blind schießen, schlagen. Sie hatte den Schuß nicht gehört, die Lust schlug ihr nur lauttönend entgegen, von dem Gipfel in den Abgrund hin- unter, und Felsensplitter klirrten auf zertrümmerten Platten Und in dem Klirren der Steine brüllte eine heisere Stimme wie ein Tier auf und erstickte in einem Erbrechen. Das ist nicht Gljeb— so kann Gljeb nicht schreien. Tiere brüllten und erstickten dort, und die Steinplatten klangen wie zer» brochenes Glas. Polja lief mit ihrem Gewehr mit großen Schritten zwischen die Felsen. Dorthin, wo Gljeb war. Sie sah keine Spuren von ihm, sie brannten ihr aber unter ihren Füßen. Die Felsen explodierten vor ihr, und eine Staubwolke flammte ihr wie Feuer entgegen Steinsplitter trafen ihr Ge- ficht und verbrannten ihre Wangen, ihre Stirn. Vor den Felsen, die Sträucher zerstampfend, wanden sich in wildem Kampf Gljeb und der Kosak, ineinandergekrallt wie zwei Wölfe. Das weggeworfene Gewehr klirrte zu Poljas Füßen wie Scherben. Den Rücken nach rückwärts fjebogen, feine Schultern verrenkt, riß Gljeb. mit vor An- trengung aufgedunsenem Gesicht, das Gewehr aus der Hand des Kosaken. Mit wahnsinnigen, herausquellenden Augen, das Gesicht mit Schaum und Speichel beschmiert, drehte der Kosak, plump wie ein Bär, das Gewehr wie einen Kreisel, und man sah, wie seine Muskeln sich anspannten und sich wie Beulen unter seinem Kosakenrock abhoben. Er keuchte und schleppte Gljeb, heiser fluchend, zu dem von Stufen und Steinschutt zer- rissenen Abgrund. Hinter ihnen fuhren Kugeln in die Stein- platten und Felsenschichten und überschütteten sie mit Rauch und Splitter. Und im selben Augenblick, als die Mjechowa mit dem Gewehrkolben auf den Kopf des Kosaken zielle, würgte Gljeb mit der rechten Hand seinen Hale und preßte seinen Kopf ans Gewehr und packte mit der linken seine Hand über dem Gelenk und zerbrach sie mit hartem Griff. Der Kosak knirschte vor Schmerz und Wut, heulte auf und schlug in Gljebs Armen in den letzten Anstrengungen um sich. Gljeb würgte seinen Hals, bis er selber am ganzen Körper zitterte. Und Polja begriff plötzlich, daß Gljeb zusammenbrechen und daß sie beide in den Abgrund stürzen würden. Besinnungslos stieß Polja mit aller Wucht den Kosaken mit dem Gewehrkolben in die Rippen. Die Kräfte verließen ihn und er brüllt« dumpf wie ein Tier. „Laß mich!.,. Ich ergebe mich.«. Ihr habt gesiegt.. Gljebs Hand rutschte vom Hals des Kosaken herunter und packte eisern die andere Hand. Mtt düsteren, blutunter- laufenen Augen eines gefangenen Tieres sah der Kosak Gljeb an, und ein tödlicher Haß und«in Grauen war in ihnen- Aus der Nase und dem Mund quoll zusammen mit dem Speichel in klebrig-schleimiger Masse Blut hervor. Er rollte die Augen, bewegte seinen verbrannten Schädel, verschluckte sich mit Blut und Speichel, keuchte wie ein gehetztes Tier und"i brüllte wieder heiser und dumpf., .Vaß mich doch!... Ich kann nicht mehr.. Polja packte Gljeb an der Schulter und riß ihn zurück. � „Mach, daß du von hier fortkommst, Gljeb!... Siehst du denn nicht— das ist doch eine Falle?.. Gljeb sah sie über die Schulter mit nichtverstehenden Augen an und ließ die Hand des Kosaken los. Seine Brust blähte sich auf, zerriß fast die Militärbluse und hob die Schul- tern bis zu den Ohren. Er klatschte mit der Hand über die Revolvertasche, aber es war kein Revolver darin. Durch den Kampf zermartert, spuckte der Kosak stöhnend klebriges Blut. Fuhr zusammen, fletschte seine blutigen Zähne und sprang mit schlangenhaster Geschmeidigkeit zum Abgrund. ,4)0, Ihr Teufelsseelen, wollt einen Kosaken zur Hölle schicken!.. Fangt mal den Kosaken jetzt, im Svrung!..." Schrie auf, wie die Kosaken bei ihren Reiterkunststücken zu schreien pflegen, und flog in wildem Anlauf, sich über- schlagend, in den Abgrund. Gljeb lief zum Felsen und sah nur einen Augenblick, wie der Körper des Kosaken tief unten über Steine hinunter- purzette, an den Felsenkanten anschlug, sich in der Lust drehte, wieder abprallte und hin und her geschleudert wurde. Poljas Hand riß ihn wieder vom Abgrund weg. Und plötzlich hörte Gljeb die klirrende Explosion der Felsenschichten, sah einen Regen von Steinen, Staub und Splttter. Er bückte sich zur Erde, lief hinter einen Stein- Haufen, und Polja ging ruhig und schweigend— wie eine Blinde. Gljeb sprang zu Polja zurück, mit wilden Augen hob er die Faust gegen sie:„Ich werde dich schlagen... dich töte« wie eine Giftschlange, du Tcufelspuppe!.-." �____...(Fortsetzung folgt.) Die heiratslustige Fünfzigerin. Oer Ehemann als Bräutigam. Eig-ntlick) konnte man sich nicht gut vorstellt», imh dieser nach seinem Aussehen brave Bürger. Garte und gdmilienoater. m so rassinierter Weise die Schwächen der Z 1 j ö h r�r g e n h e! r a t s- lustigen Witwe olisgcnli>,t hat. um seinen Holzhandel zu sanieren. Der Vorsihendc— seine guten Absichten in ollen Ehren!—?er. schwieg in össentlicher Siftung das Strofregisher Oes Angellogten. Erst ganz zum«achlusz erfuhr man, dah er bereits sechsmal vor- best rast ist. Da wunderte einen nichts mehr, auch das nicht, dah der brave Holzhondler, obgleich er oerheltptct ignd Vater mehrerer Kinder ist. auf das.hciratsinferat der lv.�igtci» Dentistin mit einem zart besaiteten Briefwechsel rcagicrtze.»Eine vermögende Frau" hieb es ia im Inserat. Und Geld war e-s ja, was er brauchte! Mit der Möbelmbrik, die er begründete, war', es schlecht gegangen. und schließlich hatte er sich auch im Holzhandel festgefahren. Tliif den Briefwechsel erfolgte zunächst gine Begegnung in Erfurt. Die Ilnkvsten bestritt. die heiratslustige Dame. Das Vreficn endete mit einer Berlohung. Der Briefwechsel wurde weitergeführt. Der Holzhöndler hatte der Wjiwe seine traurige Materielle Lage nicht verschwiegen, und sie war bmit, ihm bei der W i e d? r o u s r i ch t u n g seines H o l z h a n,d« l s zu helfen. Er hatte ihr alles Erdentliche von seinen Reichtümern erzählt. die ober leider nicht sofort realisier b/ir waren. Er habe Wälder in Stolp. in Liegn'sz, in der Tscheckioslomakei, Ob-riiirster seien für ihn mastenhati tätig. Doch er benötigt-? freilich selbst Summen von SO, 100 odex ISO Marl! Immer wwder erhielt er sie postlagernd. Als die Alte selbst kein Geld melm zur BersügunA hatte, versprach sie, ihren-Druder um Geld anzugehen...Diese Schmach kann ich nicht über mich kommen lassen," schrieb er, nahm aber schließ- lich sogar die S ch m u ck g c g c n it ä n d e seiner.,Bro»ii", um sie zu verfeßen. Im Oktober lrosen sich beide in? r o p l f u r t. Rur zwei Tage waren sie dort znsoMmen. Der Briefwechsel dosierte nach wie vor an. Zu Weihnachten sollten die Brautleute die Eltern der Braut besuchen. Der Bräutigam kam alier nicht. Auch der Hochzeitstag war bereits bestimmt. Die Flitterwochen sollten in Italien verbracht werden. Der Bräutigam hatte aber keine Eile, und sie zweifelt« immer mehr. Eines lögez schrieb er dann:»Gut, wenn du mir nicht mehr vertrlUien kannst, dann ist es au? mit u n s." Do ging sie zum Staatsanwalt und zeigte ihn an — diesen»Hochstapler", diesen„Heirolsschwindler". Ihre 5000 Mark waren aber weg. Gestern erhielt der Schwindler sechs Monate Gefängnis. Hundeversteigerungen. In letzter Zeit sind Nachrichten über Hund«Pfändungen in die Oeffentlichkeit gedrungen, die, soweit es sich um die Anzahl der tatsächlich zur Versteigerung kommenden Hunde und um den Ber- bleib dieser Tiere handelt, nicht zutressen. Im letzten Halbjahr sind in ganz Berlin insgesamt 328 Hunde wegen rückständiger Hunde st euer versteigert Warden; das ist eine im Verhältnis zur Gesamtzahl der Hunde— rund 200 000— geringe Zahl. Die zur Versteigeeunq kommenden Hunde werden fast ausnahmslos vom Magistrot erworben und foaleich dem Tierschutzvercin zur Tötung überwiesen. Ein Ankauf dieser Tiere durch Privatpersonen ereignet sich selten, weil als Mindestgedot stets der Detrag der rückständigen Steuern und Kosten gefordert wird. Der geringste Betrag ist also der Biertelfahressteucriatz von lS Mark zuzüglich der Kosten, meistens kommt ober ein Steuerrückstond für mehrere Vierteljahre in Frag«, io daß«in Ankauf dieser Tiere für die Zwecke der Binisektion wegen derhohen Kosten ausgesechlossen Zur Pfändung eine» Hunde» wird 6 Monate Gefängnis für Erichfen. Wegen Körperverletzung und Beleidigung. Zm Berusungsprozeß Erichjea wurde gestern von der Große« Strafkammer Hirschberg folgendes Urteil»erkündet: Der Angeklagte Erichfen wird wegen Svrperoerlehvng io To». elnhel» mit Beleidigung zu sechs TNoooteo Gefängnis, unter Anrechnung von vier Monalen auf erlikleoc Unterfuchungshafl. vm-rlellt. Oer Nelienklägeri« wird eine S n ß e von 1000 Mark zugesprochen. 3n der ersten Zustanz war der Angeklagte bekanntlich wegen Notzucht an der Hausangestellten Else Heinrich in Bad Warmbrunn zu IZo Jahren Zuchthaus und drei Sohren Ehrverlust vernrleill worden. <¥ Die Berufungsinstanz Hot sich mir dem ersten Urteil, das den Epperimentalpsnchologen mtd Hypnotsteur Ericbsen, der angeklagt war, die 80jährige Elf riebe H. im Zustand der Hypnose geschlechtlich mißbraucht zu lzaben. nicht angeschlossen. Aus welchen Motiven, ging aus. der UrteilZbegründung mit oller Deutlichkeit hervor. Das Gutachten der sachverständigen Gynäkologen schloß dos Verbrechen der Notzucht ans Dagegen schien die Tatsache der schweren körperlichen wie seelischen Schädigung bei der jungen Elfriede H. durch die. an ihr vorgenommenen Manipulationen gegeben. Einerlei» ob eine Hypnotisierung vorlag oder nicht, soviel stand fest: An der©friede H. war gegen ihren b e w u ß i e u Willen die Untersuchung durch den Angeklagten vorgenommen worden. Der Prozeß dürste für die Osssenilichkest�nur durch einige Besonderheiten von Intcresi« sein. Einmal die Stellung des Unter- suchungsrichters Pietsch. eines ausgesprochenen A n t i- semiten und Hakenkreuzlers zum angeblich«, Juden Erichfen. Dieser Herr entblödete sich nicht, im Gerichtssaal zu sagen: ,-Ich unterscheide nicht zwischen Jude oder Christ, sondern zwischen Jude und Deutschen!"— obgleich er wissen mußte, daß der Aerteidigcr Förster, abgesehen von anderen im Gerichssaal Anwesenden, Jude war. Und in den Untersuchungsakten befand sicki der eigenartige Vermerk:„Erichfen bestreitet Jude zu- sein, dadurch erweckt er den Verdacht, daß er es vertuschen will." Diese Stellung nähme des Untersuchungsrichters verhinderte ihn, entsprechend dem Wunsche des Verteidigers, dos Biologische Institut in Breslau um eine mikroskopische Untersuchung zu bitten. Die Folge, davon war das harte Urteil erster Instanz. Man denkt unwillkürlich an den Uniersuchungsrichter Äölling im Magdeburger Fall Haas. Dann das„hypnotische" Gutachten. Das Gericht erster Instanz hatte sich allein mit Dr. Moll begnügt. In derart strittigen Fragen. wie Zerbrechen und Hypnose, wäre es nur recht und billig gewesen. noch einen.zweiten Sachverständigen ly»zuzuziehen. Das war in der zweiten Instanz geschehen!«s ergaben sich hier zwei entgegengesetzte Gesichtspunkte, woraus das Gericht feine' Konsequenzen zu ziehen hatte. Die Person Erichsens selbst interessiert hier am wenigsten. Die Feststellungen des Gerichts scheinen aber zu'bestätigen, daß die Behandlung von Laienär.zteu unter gewissen Umständen eine Gefahr bedeuten kann. olle Eiüziehimgsversuche, Pfändung von erfolglos geblieben sind. In den weitaus meisten Fällen wird aber siir einen gepfändeten Hund noch nachträglich die Sleuer bezahlt, so daß von den gepfändeten Hunden, deren Zahl allerdings in die Xaufeiidc geht, nur ein geringer Bruchteil zur Versteigerung gelangt. Geftihrliches Acuer in einem Anrbcukeller. Mit der Bekämpfung eines größeren Feuers waren drei Losch- zöge der Feuerwehr gestern nachmülag in der W i e l a n d st r o ß e 10 fest nier Stunden lang beschäftigt. In einem umfangreichen Lager- k e l l e r, in dem sich große Farben, und Lackvorräte be- fanden, war gegen H Uhr FeUer entstanden, dos an den leichtver brennboren Materialien reiche Nahrung fand und. sich sehr schnell ausbreitete. Die Feuerwehr, die mit vier Schlauchleitungen gegen den Brandherd vorging, muhte einen großen S ch a u M l ö I ch e r nnfordern, da es nicht gelang, die Flammen mit Wasser zu ersticken. Der Schaden ist sebr erheblich. Die- Entste-hungsuosochc konnte noch nicht festgestellt werden. C?in Los zu Weil, nachte«. Zu Weihnachten 1927 ist Ziehung der A r b e i t« r w o hl- sahrtslotterie, die zu außergewöhnlich gunstigen Bedingungen 1,5 981 Gewinne nebst einer Prijmje im Gosamtwscte von 007 500 Mark ausspielt. Da die Lotterie lediglich der Stärkung von Wphisohrisbestrebungen dient, ist der Avbeilerwchifahrt«in völler Erfolg von Herzen zu gönnen. Höchstgcwknn ist ein cinge- richieies Landdaus.die Hauptgewinne sind ebenfalls Landhäuser im Wert« von 10 000 bis 30 000 Mark. Als weitere Gewinne sind zu nennen: Wochenendhäuser, Klavier«, Sprechopparat«. Küchen, Motorräder, Nähmaschinen und Fahrräder. Das Einzellos kostet nur 50 Pfennig, so daß es auch dem Minderbemittelten möglich ist. sein Glück zu versuchen. Die Lose sind in den durch Plakate kenntlich gemachten Verkaufsstellen zu haben. Standgeld für den Weihuachtshandel. Der diesjährige Weihnachtsmarkt und Weihuachtshandel rindet vom U. Dezeknder bis einschließlich 27. Dezember 1927 statt. Straßen- und sonstige Händler, die während dieser Zeit auf den Straßen der Dermal tu ngsbezirke Berlin-Mitte und Fried- r i ch s h a i n einen- festen Standplatz zugewiesen hoben wallen, er- hallen diesen Platz von dem für den«-tandort zuständigen Polizei. reoier, wenn sie vorher das an die Stadt zu entrichtende Standgekd bezahlt haben. Standscheinausgabestellen sind: für den Vor- waltun gsbezirk Mitte: die Bauverwallung, Klosterstr. 68, 2 Tr.. Zimmer 97, für den Aerwallungsbezjrt Friedrichshain: die Bezirkskasse Friedrichshain, Markusftr. 49, Erdgeschoß, Zimmer S. Die Genehmigung zur Benutzung des städtischen Straßen- oder Platz- landes gegen Entgelt ist bei diesen Verwaltungsstellen vom 1. De- zember 1927 ab(von%S bis 13 Uhr) zu beantragen. Das Stand- g e l d für die Handelszeit beträgt für einen Platz bis zwei lausende Meter 3 M. und für jedes weitere volle oder angefangene laufende Meter 1,50 M. Gegen Zahlung dieses Betrages erfolgt die Aus- händiguug des städtischen Ztaiidschcines. Für den Handel mit Weih- nachtsbäumsn wird die Hälfte des Entgelts erhoben. Soziale Er- Mäßigungen für Krieasbefchädigie, Rentenempfänger usw. werden wie bisher gewährt. Die Einnahme von Handelsplätzen ohne Stand- schein ist nicht gestattet. Stroßenhäiidl«, die bereits ein allgemeines Stroßenlondbenutzungsentgelt für Dezember 1927 einrichtet haben und Quittung darüber vorweisen, erballen in den Verwaltungsbezirken Mitte und Fri-edachshain einen Standplatz nur zugeteilt, wenn sie ihren Standschein dem für ihre» Handelsort zuständigen Bezirksamt vor dem ij. Dezember zur besonderen Abstempelung vorlegen. An der Zuständigkeit der Polizeireviere.zur Verteilung der Plätze an Ort und Stelle wird durch die Zahlung des Stand aefhes an die Stadt nichts geändert. Es wird daraus hingewiesen, aoh auch�in diesem Jahre Stroßenböume und Promenadenbänke von den Standscheininhabern in keiner Weise in Anspruch genommen würden dürfen, und daß da» Einschlagen von Pfählen oerboten ist. Bei Aussteyung der Berkaufsduden ist von Bäunien und sonstigen gärtnerischen Anlagen(Rasenflächen) ein Abstand von mindestens OJQ Meter zu hauen, Die Händler dz«, ihre Beoustragten oder Hilfspersonen werden verpflichtet werden, der Stadt jeden Schaden f: ersetzen, der ihr infolg« der Inanspruchnahme des Straßen- und latzlandes in irgendeiner Form entsteht. Oer„Kutturring". Hinter den Kulissen eines Vereins. Die Sehnsucht nach den Brettern, die die Well bedeuten, ist nickst nur rege bei Backfischen und ähnlichen Vertretern der Menschheit, sondern mindestens ebenso stark bei allen deutschen Dersinsmeiern. Und deren gibt es eine ganze Menge. Neuerdings ist es Mode, daß sich etwa ein Dutzend Dereine unier einem hochtönenden Namen, etwa„K u l t u r r i n g", zusammenschließt, und dann wird eine Volksbühnengemeinschast gegründet. Der künsUerisch« Leiter einer derartigen Volksbühne stand dieser Tage als Kläger vor dem ArbeitsgerichtBerlin. Beklagt waren gleich zwei, und zwar einmal der Volks- bühnenverein selbst, und weiterhin ihr erster B o r s i tz e n- der. Der Kläger mußte die Klage gegen diese beiden richten, da der Vvlksbüiznenverein noch nicht im Vereinsregistcr eingelragen lvar. Der Kläger förderte sein Gehalt bis zum Ablauf des Jahres. Der Beklagte bestritt die Forderung und behauptete, daß überhaupt kein Vertrag zwischen den Parteien zustande gekommen sei. Die Vernehmung des Zeugen ergab tolgendes: Am 29. August hatte der neue Verein seine Tätigkeit»richtig" aufgenommen. An diesem Tage fand eine Vorstandssitzuug statt, in der man ein Theater Während dieser Satzung fragte nun der„künstlerische IT» erst dann aeicbrillen wenn �oyreno otezer«rgung fragte nun oer»luniuenfaie Mobiliar, Forderungen irfm.-Leiter", was ans thm wurde.'Daraus«rAart« btr 1. Bnrsitzende: »Na. Sie sind engagiert." Gleichzeitig zelgle er unter dem Tisch vi« Finger. Und das wurde von dem künstlerischen Leiter und auch dem Zeugen so aufgefaßt, als wenn er mit 400 Mark monatlich engagiert wäre. Dann ging es an die Arbeit. Diese bestand dorm, daß der künst- krisch« Leiter zuerst einmal ol» weihkichen Star seine Gattin mit 500 Mark pro Monat engagierte. Als erste Vor- stellung stieg noch sünf Togen»Minna von Barnhelm". Noch vier Wochen fand die letzte Vorstellung statt, wie üblich, gab es zum Schluß»Hie Räuber". Jetzt stritt man sich über die fehlenden Ab- rechnungen der' Abendkasi«. Der künstlerische Leiter hatte angeblich nie die Abendkasse abgerechnet. Hierzu erklärte er jedoch, daß d i e Abendrasse nie mehr als 15 bis 20 Mark enthielt, und dieses Geld habe immer gleich der glückliche Besitzer des Theaters in seine Tasche gesteckt. Schließlich wurde die Verhandlung vertagt. Es sollten erst noch mehr Zeugen über das Zustandekommen des Engagements- vertrage; mit dem künstlerischen Leiter vernommen werden. In- zwischen klagt ein Dutzend Schauspieler aus Zahlung der Gag« für die ganze Saison. Der 1. Vorsitzende wird aller Wahrscheinlich- kell noch tief in den Säckel greifen müssen, um alle Schulden des Vereins zu zahlen. Georg Engel liest sm Montag nachmittag das Schlußkapttel ans seinem neuesten Roman.stlhlenspieg el". Immer wieder kommen Schriftsteller und Dichter daraus zurück, alle, beinahe mythisch gewovdene Figuren der Weltllteratur in«in modernes Gewand zu stecken, oder ihre Gesamtpersönlichkett umzudeuten und um- zudichten: meistens nur. um indirekt den Beweis zu führen, daß die alle Fassung die best« ist. Ein Urteil- über den Roman ist nach der Vorlesung eine» Kapitels uirmöglick). Em« allgemein« Bemerkung zu den Bunten Abenden:«ie müssen, um dem Sinn des Abends zu entsprechen, wirklich bunt sein. Die Rundfunkleitung ver- einigt also Kunstpfeiferei, Tenorsoli,„Zlllertal, du bist mei' Freud!" mit Rezitationen und Koittrobaß zu einem sonntäglich ausgestatteten Mosaik. Sie wähll die größten Gegensätze, um da» Ganze hübsch bunt aufzumachen, ober ste vergißt die Orchestermusit, die erst dem Unternehmen die richtige Folie gibt den Rahmen, der olles zu- sammenhält. Gut, mau soll mtt Kimstjodelei glänzen, man soll auch, wenn man den ianeren Drang dazu verspürt, Serenaden kunstpfeisen. Aber aus die Dauer wirken diese Dinge lanoweilig. Orchestermussk ist erfrischend, eine Ouvertüre, ein oder.zwei Walzer bleiben durchaus belebend innerhalb dieser Veranstaltung. Leberecht Aoedeckc pro- duziert sich als Solist auf dem Kontrabaß, und tatsächlich gelingt es ihm dank seiner Technik und semer Ausdrucksfähigkeit, für dieses Herl'« Instrument zn interessieren. Maria-Ney erzähll trocken und drastisch Geschichten aus Hamburg und Schleswig-Holstein. Aus dem Repertoire des«onntags und Montags noch ein Vortrog. Dr. Erna B o r f ch o k behandelt die sogiolc Lage der Gewerb«., Handel»- und Volksschullehrerin. Nach ihren Erklärungen sind die Aussichten für Geweibelehrerinnen, die heute in besonderen Schul-m ausgebildet werden, am günstigsten. Hier herrscht noch Nachfrage und amh die Bezahlung ist diskutterbar. Die U ebertv ogung von Busoiris„Doktor F o u st" aus der Staatsoper, bereits vor'einigen Wochen projektiert, trögt eher einen einführenden als einen künstlerischen Ehocakler. Immerhin vermittelt ste dem Hörer trotz der Differenziertheit des Orchesters und der Schwierigkell in der Stimmführung einen Eindruck von der Größe de, Wertes. Prachtvoll spielen am Montag im Nachmittag»- tonzert Dr. Becces Gloria-Kammersinfoniker: auch da» Programm zeigt für ein« Nochmittag sneranstaltung vorbildliche Zusammen- stchung. F. H. Das Krüppelhein» in NowawcS. Ssll 41 Iahren besteht diese Stätte zur Hellung. Pflege und Belehrung der Bresthasten aus Bmlln, Brandenburg med der Grenz- mark. Aber die Zahl der Unglücklichen wuchs und wuchs, und in den Räumen, die für 250 Insassen berechnet sind, hausen heute 700! Ganz zu schweigen von den Vielen, die wegen Ueberfüllung der Anstalt abgewiesen werden müssen. Das Heim, das in der Hauptloche von privaten Unterstützungen und dem Erlös der Anstallsarbellen. wie Schneiderei. Korbflechterei. Tischlerei usw.. lebt, will nun durch eine Sammlung Mittel zum weiteren Ausbau beschaffen. Die Anstalt, deren Zögsinge durch die behördliche Wohl- sahrtspfleg« überwiesen werden, dient.nicht bloß als letzte Zuflucht. sondern man ist mtt allen Mitteln ärztlicher Kunst bemüht, deit Menschen durch Wiedererlangung des Gebrauches ihrer Glieder Srlbstbewtißtfein und Daseinsfreude wiederzugeben. Bei einer An- stallsbesichtigung demonstrierte der Chefar.zt des Hauses einige semer Erfolge. Man tonnte wohl mll Goethes.Faust" sagen: Der Mensch- heit ganzer Jammer faßt mich an", als man gelähmte Kinde« Ickiüchlerne Gehversuche nmchen sah, Hände, die kaum noch Finger hatten, kunstfertige Griffe vorführten, ein armloser Knabe Schreib- Übungen mit dem Munde zeigte, und noch vieles andere. Ader troizdem fällt in all dies«in kleiner Strahl der Hoffnung, der Segen aktiver Lebensbejahung._' Weihnachtsschau der Spihenschule. In den Räumen der Deutschen SpitzeNschul«, Pas- sauer Str. 3, gibt es in diesen Tagen wahre Wunderwerke weil?- sicher Handarbcits kunst zu sehen. Decken und Deckchen in feinster Filettlöppel. und Ajourarbcu, zierliche Babyausstattungen, duftig- zarte Frauenwäsche aus feinstem Linnen«der Crepe de chm«, Trstti- wäsche in weihen und bunten Stoffen, bestickt, beklöppell, dustig« Gardinchen, schwere Vorhänge in dicker Filetorbeit, zierliche Väschchert mll Gobelinstickerei, so sein, so zart, daß der einzelne Stich mll bloßem Auge kaum wahrnehmbar ist. Aber man kann all dieser Herrlichketten nicht recht froh«erden. wenn man hinter die Kulissen dieser Arbellsstätte gesehen hat und weiß,, wieviel sauere Arbeit, wieviel zermartertes, armselige« Menschentum an all diesen schonen und och, so kostbaren Dingen. hostet! Diese Arbeiten werden von Heimarbeiterinnen i» Berlin und außerhalb im E r z g e b i r g«. in Bayer«, in Franken usw. hergestellt, die für ihre unendliche Mühe die..sürstliche Belohnung von 3 0bisgonze50PfennigeproStiinde erhallen! Und was schafft man schon groß in einer Stuerde? Und wenn nun solch armes Menschenkind den ganzen Tag über mll gebeugtem Rücken, brennenden Augen und zerstichelten Fingern geschuftet hat, dannhatesglücklich2bis3Markverdienti davon heißt es essen, wohnen, die Stube heizen, Kleidung schaffen und womöglich noch für ein paar andere mitsorgen. Aber ihre Arbett wird trotzdem hoch angeschlagen: allerdings nicht de«, Arbeitenden, sondern dem Käufer gegenüber. Ein winzig-kleinep, einfaches Kofseeserviettchen kostet schon mehrere Mark, von' den Decken, deren Anschaffungspreis nur gleich in die Hunderte geht, gar nicht zu reden.»Zugunsten der Heimarbellerinnen" betitelt sich die Ausstellung. Man müßt« denken. daß da irgendeine Vergünstigung für! die- armen Arbeitstier« dabei herausschaut: ez ist aber leider nur Attrappe, dies leutfellge Aus- bängeschild-„Damit wir die Arbeiterinnen weiter beschäftigen können, lautete di? informierende Auskunft einer der vielen umher- wimmelnden Lorstandsdamen, die hier„in Wohltätigkeit" machen. Nichi Mord, sonder« Gehirnschlag. Gestern nachmittag fand Im Schauhause die Sektion des'in der Neuen Hochstraß« 5 tot auf. gefundenen Rentners KarlKrebs statt. Sie ergab, dab Krebs an Gehirnerweichung gelitten hat und infolge eines Gehirn. s ch l a g e s den Tod gefunden hat. Medizinalrat Dr. Thiele endniilfsg aus dem ZnMtdlenst aus- gefchiedeu. Der anläßlich der Hösle-Atfäre durch Disziplinarurteil mll Dersetzung bestraste frühere Gesängnlsarzt McSizinalrut Dr. Thiele ist setzt aus dem Dienst der Iusti.zoerwaltung aurae- schieden. Durch Uobereinkommen' zrylschen dem Wohlfahrtsministe» rium und dem Justizministerium wird Dr. Thiele nicht w e I t e r ol» Gefängnisarzt verwendet werden, sondern wieder eine Anstellung als Kreisarzt, welche Tätigkell er vot seiner Be- rufung nach Moabit innehatte, erhallen. Eisballekl im Sportpalast. Die Sensation im Berliner Sport- palast ist entschieden Frau Charlotte. Die„kleine Charlotte", die wir schon» als Kind im Admiralspalast bewunderten, ist eben noch innner Charlotte geblieben. Eine solche Vollkommenheit auf dem Eise, die technisches Können mit graziler Beweglichkeit oerbindet. hat man leider nicht oft Gelegenheit, zu sehen. Ihrem Bartner ist sie bei wellein überlegen. Die Leistungen der Damen Kraushaar, Speck und Schmidt, die zierliche Menuetts und Gavotten zeigten. verblaßten etwas nach dem Vorhergesehenen. Es folgte ein Eis- boste't B i e r r o t s Flirt", für dessen Idee und choreographisches Bild William Karfiol veroiztwortlich zeichnet. Hier sind es in der Hauptsache zwei reizende Girls, Rom and Rom, vom»Easino de Paris", die sich in den verwegensten Kapriolen produtieren. Die komische Maske Georg Reitmeiers, der einen dicken Polizeih-upt- mann darstellte, tonnte sein gutes Können nicht verbergen. Umrahmt wurden dt« Hauptdarsteller von Pierrots. Harlekinen, Mac-- ken und Polizisten, die Charleston und Black Bottum eislaufend ein farbenfrohe» Bild ergaben. rmun gegen Schnupfen Wirkung pvppanH Der Mutilans trat die GasthauSzeche. Ein feine? Äaunerstück hat sich diese? Ta.ie in Priirmers- dars in Nardböhmen adoespielt. In ein Gast Heu? kam ein Kail und iarderte Broten. Zigarren und Bier. Während der Wirt die Lpeisen zubereitete, vertiefte sich der Gast in eine Zeitung. Da erschien ein anderer Gast, bestellte ein Bier und verhielt sich ruhig. Da brachte der Wirt den Braten, der Zeitungsleser legte das Blatt aus der chand und... ein Freudenschrei tgnt durch den Baum. Der Wirt. war Zeuge eines Wiederschens zweier Freunde nach zehn Jahren. Das beste Theatsr hätte nicht natürlicher spielen känncn als die beiden unter einer Decke steckenden Freunde. Das Wiedersehen wurde gefeiert, der Wirt liest alle Schöste aus Lüche und Keller oufkahren und rieb sich die.stände. Da meinte der eine, sein Zug gebe, er walle zahlen. Der andere erklärte, er bezahle, und nun begann ein harter Strgit i*m das Zahlen. Da schlug man einen W e t t l o u s nar. Bis zum Wsenbohntuivtel. Wer zuletzt dort sei, sollte zahlen. Und der Wirt wird Unparteiischer und must zählen: Eins, zwei, drei! Da laufen die Wetter, verschwinden aber durch den Tunnel, rennen zum Bahnhof, springen in den Zug und der Wirt wartet noch heute ans sein Geld. vor bet Eröffnung des Vildtelegraphenverkehrs Berlin— Wien. Die Eröffnung des Bildtelegropbcnverkehrs zwischen Berlin und Wien findet am l. Dezeml?er ll> Uhr vormittags statt. Durch den vraud im Diener Zustizpalast sind die Grund b ü ch e r der Wiener Gemeindebezirke I bis IX und XX, ferner die niederösterreichische Loridtofel, da? Eisenbahnbuch und dos Bergbuch samt den dazugehörigen Urtundeniammlungen vernichtet worden. Die Gesondtschait der Bepublik Oester- reich i» Berlin bittet un» mitzuteilen, dost die Wiederanlegung dieser ofsemllchen Bücher, und izandesgericht für r, und zMar zunächst der Grundbücher durch dos Zivilrechtsfachen, Wien l, sterrengasie Nr 17, nou Amts wegen erfolgt. In diesem Deriahren werden alle Eigentums und sonstigen bücherlichen Rechte, insbesondere-roch die stypaihekar '-echte soweit sie durch gerichtliche Aktenstück«, Grundbuchauszüge oder entsprechende Urkunden nachgewiesen sind, erhaben und in die neu anzulegenden Grundbücher«ingetragen. Trotzdem wird es im Jnteresi« aller Beteiligten gelegen fein, ihre Rechte, insbesondere die stnpo- r'�skarsorderungen. bei dem Gericht, womöglich unter Anichlust der notigen Belege in Urschrift oder beglaubigter Abschrift oirzumelden, um der Gefahr zu begegnen, daß einzelne Eintragungen wegen des Mangels entsprechender Grundlagen nicht mehr sestgestellt werden können und deshalb in die i«uen Bücher nicht ausgenommen werden. solche Anzeigen, die ebenso wie ihre Bei logen stempel- und gebühren- 'rei sind, werden vom Landesgericht Wien entgegengenommen. vu Aovamt«lofierstrastL wird cm» 1. Dezember nach der Neuen Ännifittr.-(65/66 verlegt vi« 34. Schul«(weUttch) w Lichienberg, Gcharnweberftr. 19. Iaht ihr« diesjäbttge Weibnachtjou�uel�ing vom l. Dezember bis i. Dezembcr 1927 'n der Zeit von 16 bis 2d Ubrz am Sonntag von 16 bis fg Ubr, in der Turnhalle stottönden. Di« Schule bittet nm zahlreichen Besuch. Velterbettcht der SffeaSche» Wetterdienststelle Lerlln vvd ttwaezead. iZlachdr. Verb.) Meist trübe. Tenipnraluren unverändert, keine Niederschläge. - �ür veutschland: Foribestarch deS nebeligen, trüben Setters, im Osten Frost, un Wellen achstitchend« Winde. Billige Deihaochtsreisen llge, Bit un» jcht, wo We c» mm«in ichrlne.-- Dauncittiijen üb»»«attifch« Weibnachtegefchente, das sind ikchächren Nor der Tür steht, deschästigen. !i!ji:n für die Reise, sei es eine Daunen Own Sei unrndeck«, ireupdecke, ein gute» Bett, eine BiUrtteUf, Bettwäsche oder Damenwäsche, aNe» *1» find«» öir in reicher Zueerahl und dabei sehr uorteiNwlt im dekonuien Lveziolliau,«Suswd Lustig, Berlin E 14, Prinzen. Tckc Sedastiansiratze, und dbarlortenburg 1, Wilmersdorsee Str. Wi, an der Bisuiaritsiraße Mit solchen P-scheni-n werden Sic beitiwiut Ihren RngehSrigen, Verwandten«der Be. f an Uten«in««roh, Freude machen. Einsendungen sSr diese Rubrtl find Berlin«««, Lindeustrahe Z. »arten für srennd« heut«, partemachnchien/W�fürGroß-NerNn stet» an da» Bezirtsfetretarl-n ch»k- 2 Urrp» recht», z» richten. ir die Lcranstattuna der Reich«r>>«it»g««eii»s»aft de i, Dienstag, 2S.«ovemder, J»iA Uhr. I« Städtischen RenlZIn, Berastr. 147, fin» noch im«-zirtsselrrtnriat Lindenstr. s,! ,n haben. Zisilmnorbihrnng!.Di»»inderrenüblit Seeiamn.' >»inder- Saalbau .(immer t. «niriS frei. •.«Zt.«chtsf-lde.« t« Lokal Mbm. BScstr. T,««furo des«c. nvfsen gurtipängler. Me Genossinnen und«Senossen sowie vorwärts". H Leier und Etunvaihissereni« sind herzlichst Übt. Laulwift. 20 Uhr bei Lehmann, Kaiser. mmt ißn»üftäli-M-M~ eladen. dÜ. einael .. er-Wilhrlm-Str. NjSI, Funltia, liches und vollzähliges Erscheinen aller Funktionäre VezlrrsbiUiungsausIchuh: Dienstag, 2!>. Ronemder. 1»>, Uhr. Zuaeudhcim Lirdeuftr. z. h. Kof Z Ir. link». muh oe»treten sein. Sitzung»lle cht«. Zeder Krei» «Her Bildnn rngssunktisnäe» im und jede«htellung t.»reis Mitte. »reisuorstandsssduilg Tabrohiqw. Swlnemllvder Str. ll, statt, 2. Krei, Tiera-- Ächtung! Die irrtümlich für Donnerstag beianntaegcbene 'ndet bereit» heute, Dienstag. A. Ronemder. bei Z. Kreis Wedding. Mittwoch, SD. Ronemder, ISIH Uhr, im Patzen. -A Hofcr-Ausfchank. Ehausseestr. DA, Areismitaliederverfammlung. Porttag: (D.Amerikanische und deutsche Wirtschaft." Referent Kuri Heinig, R.d. R. � Alle Senossinnen und Senossen de» kreise» müssen bestimmt erfcheinen. I. Krei» WUwersdorf. Mittwoch,!*>. Ronemder, 1914 Uhr, in der Anla der HindendurgTZderualfchuI«, Am Leevarl, Kreismitgliedrr. Versammlung Vorttag!»Die kommunale Politik der Partei." R«f». Referent Kreise» stitd .— tf der Partei. rent Stadtnerordneler Hon» Dogwad. Presscangeleaenhetten. Dr. Alfred Korach. Alle Funktwnär« und Ritglieder de» Kre verpflichtet, destimmt zu erscheinen. 30. krei« Reiristeodott. Mittwoch, Zo. Rvnember, nünklllch 20 Uhr, im Lokgl„Lindcvgarteu"(Zuhaber Lank), Hermadori. Berliner Str. IN, Sreismiialiederversammlung Tageeorhnuug:«Brennende Kommunal. fraacn Kinanzausglelch. Wo!»>- nottle' Abteil -ismc.flnoorrvcriammiuna ange-oronung:.»rennenue sujnununoj. >«nnanzausgleich. Wohnungsbau)." Referent Stadtverordneten, rsteher Johanne» Hätz. Wir erwarten zahlreich« Beteiligung aller Teilungen des Kreise». Rittmoch, M. Roueurber, 1914 Berlin« Ecke Fennsttatze. Kreisvorstandssttzung bera- Ergänzungen und Berichti Krei» Lichtenberg. _____._____ �._________.. igungen de» Resultat, von der f erbewichr find sofort, bzw. spätesten» bi» Mittwoch, za. Ronemder, dem ezioksoc»hand«inzureichen. U>. Krei, Weitzenfee. Heute, Dienstag. 29. Ronemder. 20 Uhr, im Schul- ho»? Wilhelwstratz« Aideitcrh>Idung»kursu»! JNt Wirtschaktspolittk der Sozialdemokratie." Referent Dr. Bloch. henke, Dteustag. 29. November: 16. Abt. 191? Uhr bei Krüger, Hussitenstr. Z4, Ecke Scheringstratz«, Mitglieder. nersammlung. Boetrag!.Da» Wohnungsbauvrogramm der Stadt Berlin." Referent Stadtverordneter Bruno Kraus«..Borwärt»"-Leser und Söst« find herzlichst willkommen. Morgeo. Mittwoch. ML November: Mitgliederversammlungen und Zahlabende. 12. Abt. 19)4 Uhr im fation?" Zieicreut 21. Abt. 191» llhr Kreiswiti Lokals S�uffelfo. 32 Vortrag:.Warum politische Organ!. immlung im Patzenhofer-Aunschank, Ehaussceslr. 64. Alle Senossiunen und Senossen beteiligen sich daran. 34. Abt. 1914 Uhr in den Eomenluzsälen, Wemeler Str. 67, Vortragi.D«r Kompi um die politisch« Macht." Referent Polizeiaberst a. D. Dr. Her. mann Schlltzinger. Freunde und Bekannte sowie.Boewort»".fieser und Snmpathisierend« find heniichst eingeladen. Alle Mitglieder müssen er» scheincn. Die Bezirksführcr werden dringend gedeten, einzuladen. 35. Abt. 191? Uhr in der Schulaula Samariterstr. 30 Vortrag-.Da« Wahl- iabr I92S und die Sozialdemokratie." Referent Dr. Adoli Braun. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Bezirk« iiibrer laden dir neugewonnenen Mitglieder besonders ein. Abt. Eharlottenburg. 6. ttzruppei 20 Uhr bei Droth. Wallstr. 90, stahl. abend Voetraa- V"''---- �------- när sstzung. wird gebeten. Abt.- lempelhos. 20 Uhr i» der �tinde", Werder, Ecke Friedrich, Sorl- D trotze,' erweiterte Borstondssstzung. Die Unterkassierer sind ebenfalls ein. geladen. Reukölln. 91.. 94., 95., 97. Abt. l9!r Uhr in der Aula der Walter-Rathcnau. Schule. Boddinstkaße, Elternversammlung. Vortrag: �iulturreaktion und Reichsschulgesetz." Referent Studienrat Dr Siegfried Kawerau. Alle. Elicrirbeirätc werden um bestimmte» Erscheinen dringend gebeten..— 92. Abi. Pünktlich 20 Uhr bei Wölfs, Kaiser-Frichrrch-Str. 173, Ecke 2'ostggerstrotze, Sitzung des Abteilungsvorftqndes mit den B-zirksfÜhrern. , Wichtige Augelcgcnhcttcn. Deshalb Erscheinen, sämtlicher Funktionäre dringend erforderlich. IIb. Abt. Lichtenberg. 1914 Uhr bei Albrecht, Borhagener Str. 62. Vortrug' .Die Sozialdemokratie im neuen Staat." Referent Polizeipräsident stör. giebel. Alle Genossinnen und Genossen sowie.Vorwärts". fieser.und Sgw. paSiisiercndc sind freundlichst eingeladen. 127. Abt. Hohenschönhausen. Kolonie der Kinderreichen.Weitze Taube"! 20 Uhr im Lokal Rutzkv Vortrag des Senossen Erich Fraenkel. Me Genossinnen und Genossen sowie Snmpathissercnde und.Borwärt»".fieser sind einaeladen. m-IIDD. Abt. Pankow. Iglh llhr im Türkischen Zelt, Breit» Str. 14, Vortrag: .Kommunalpolitisches." Referent Bürgermeister Dr. Ostrowsti. Säfte sind eingeladen. Zraueaveraklstaltiuigeli. 3. Krei» Friedrickmhain. Heut», Dienstag, 29. Nooember, 13 1h Uhr, im Rachitischen Kinderheim, Laskerstrotze, Vortrag:.Ernährung und Pflege rachittlck>er Kinder." Referent Herr Dr. Nassau. Wir erwarten rrge Beteiligung. Dl« Abteiluugsleiterinneu der 3?., 35. und 36. Abt. wollen bitte in ihren Frauenabenden ans die weltlichen Schulen aufmerksam machen. 93. Aht. Renk Sin. 18 Uhr treffen sich am Mittwoch, 80. Rvuember, die Ge- nossinuen im Gesundheitshans Am Urban. Vortrag und Führung Dr. Joel. SWSW>�WW»MM»>M»»»>MW»WW»»WWWW Zuogsoziattsten. Grnpp« Lichtenberg! Heute. Dienstag. 29. Rvvember, in der Bibliothek Weichselstr. 28 Werbeveranstaltung. Aeltere Mitglieder der SAI. sowie Mit. gliader fnmpathisierender Organisattonen sind herzlichst dazu eingeladen. Kinderfreunde Groh-Verlia. Achtung. Teilnehmer gm Sprechchorl Mittwoch, 30. November. 18 Uhr. Prob« im steichevsaal des Fi!edrich>WiIhcIm.Smnnasium», gochstr. 18. Keiner darf unpilnktlcch sei». I Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation � 18. Abt. Unerwartet verschied am 26. Ronember unser langjähriger Partei- g«noss« Hermann Obst. Hussitenstr. 36. Er war un« fiel» ein bewährter Seugss«, der durch seine ruhigen und sachliche» Ausführungen un» in jeder Hinsicht unterstützt«. Wir werden sein Andenken stet» in Ehren halten. Trauer» seier am Donnerstag, I. Dezember, 191h Uhr, im Krematorium Serichtstratze. Wir erwarten reg« Beteiligung. Der Vorstand.-_ «tnstztt lusgabe» Referent Lezieksverordneter Ezarlinski. abend. Vortrag: Aufgaben der Bezirls. und >irk»vi tzohlfahrtsvorfteher.' 67. bis 73. Abt. Wilwereborf-Schmorgenborf. Achtung, stehe Krcisnachrichten. Schöneberg. 77. Abt. lü1-, llhr bei Will, Martin.fiuiher.Str. 69. Wteilungs- Versammlung.— 78. Abt. 20 Uhr bei Roscnthal, Ebersstr. 66, Vorttaa: »Die Aushebung de» Rcichsmictengesetze»." Referent Reichstagsabgeord- neser kuhnt. Aussprache. Mitteilungen. Zum Sdiuti vor Amtcckung besonders bei Epi derhien förmamini iHelionsendfarh von den Ärzten anerkanntes Schutz- u. Desinfektionsmittel fdr Mund a. Rachen, die Eingangspforte vieler Krank he iisk einte, darunter der Erreger von Halsentzündungen, Grippe und anderen Infektionskrankheiten. Erhältlich in Apotheken and Drogerien paußAeiz, daamMmfdm- Nchindn Sie.getrost an» Massary-Privat koste i oder 6 Pfennige. Sie werden bestimmt nicht enttäuscht sein. Denn Massary-Privat, die nette 4-Pfennig-Zigarette, stellt in ihrer Breislage eine so außergewöhnliche Leistung dar, daß jeder aufs höchste über* raschi afcin muß, der nicht weiß, daß diese Zigarette nicht mehr kostet! Wir halten es für ausgeschlossen, daß in dieser Preislage etwas Besseres geboten werden kann. jKassafg-IhvaJ\ ohne. Jtuncisiuc& / rh 9 ' /:■? [y ,/'*> {// und mit CioLcLrn.LtncLstü,c& om- 5-c.o'ctx.�/«.cxy�cio wmM4 aMWäM/mv/mMp/m//> ( HvteiLen Me selbsi/) */luch die älteren JcJiutestern der jfCossany'PrlO'ai sind reifer aJs gestern, sind(/oltßtommene4 Oieitsfofl. 29. JIroemSer 1927 Aus der Partei. Glückwunsch an Turati. Dem greisen Führer der italienischen Sozialisten. Filippo Turati. sandte der P o r t e i v o r st a n d zu seinem 7». Geburtstag nachstehenden telegraphischen Glückwunsch: _..Dem verdienstvollen unerinüdlichen Vorkämpfer für den Sozialismus, Filippo Turati. herzliche Glückwünsche zum sieben- Usten Geburtstag, zugleich als Ausdruck unserer brüderlichen Solidarität mit dem italienischen Proletariat. Mit Turati glauben wir unbeirrbar an die Ileberwindung des m e n s ch e n- schändenden Faschismus durch den völkerbefreiendcu cwzialismus. Parteioorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Wels. SoziallstWe Arbeiterjugend Groß-Berlin. Achtung, Gnmn-stillurlus! Am Donnerstag, 1. Dezember, 1» Mir, beginnt unter Lei�ing bes Genossen Gleisner ein Gnmnnst�kkursus in dessen Kursus» adcnd� Str. Hof part. Anmeldung dortselbst am ersten Kursus. Heule, Dienslaa, 29. November. Ifl's Uhr: • zLcddwg.Rord: Seim See. Ecie Turiner Straß«..SAI. und- Fall- Plag I: Eaiule Ebcrswalder Str. 1V. Die Mitgl'.eilLrvcrsammlung findet Ijeutc (mcjt am Tonnerstag) statt.— Falkplatz U: FunNionärsitzung beim Genossen �truzar, Glcimstr. 51.— Humanuplatz: Heim Scherenbcrgstr. 7. Funktionär. Albrcchtstr. 47.„Gemeinschaft und guter Ton in der SAI."— Reu!öllä II: He.m Steinmetzstr. 114.„Seruelle Fragen."— Neukölln iri; Heim Wanzllkstr. 7. „Das wahre Gesicht der russischen Gc-werkschaft."— Reulölln rvj Heim Schierke. strasic 44.„Das neue Rußland."— Neukölln V: Heim Böhmische Straße. .-Jugend und neue Literatur."-- Neukölln Vi: Sck)ule Hcrtzberqplatz.„Alkohol und Nikotsn."— Hermsdorf: Schule Noonstraßc. Fehn-Älinuten-Neferatc.— J�Iulckendorf.Ost:„Seebad", Residenzstr 40.„Unterm Sozialistengesetz."— Relßnckcndorf.Vest: Leim Seidelstr. 1.„Tagespolitik." Tegel: Leim Bahn. bosftr. 15. Besprechung der Weihnachtsfeier.- Buckholz: Schule Berliner Straße 10. Gl«�brcnner'Abend.- Gencfelder-Biertel: Heim Danziger Str.(j2. „Zweckmäßiges Wandern", 2. Teil. Vorkrage, Vereine und Versammlungen. Zieichsdanner.Schwor, Rot-Gold" GefchSitsstelle: Berlin S. 14, Eebastianstr. 37/38, Hof 2 Tr. Dkenotag. 29. Zioocmber. greuzbcrq: Ab Ig Uhr Abrechnung bei Krepp, Planufer. Reulölln. Britz: I!«4 Uhr SanitStcrUbungsabend bei Kamerad Dr. D. Ehrlich, Kaiscr.lZrikdrich.Str. 80. Tiergarten: Kamerad» scholl Stephan Mi., d. 30., Ig>~ Uhr, bei Äodgasch, Lübecker Str. 3, Werbe» oersammlung, Referent Kamerad Dr. Mischlcr. Gälte willkommen.— Tier» gorten: So., d. 3.. 20 Uhr, Winterocrgnllgen des Tamdourlorpz in den ArMininshallcn in Moabit. Eintritt 1 M. Gäste und Kameraden anderer Ortsoercinc herzlich willkommen. Berbantz f»r Freidexkertum und Feucrbestattung. Unterbezirk Berlin» Lichtenberg: Mitgliederversammlung Donncrstag, I. Dezember, tg>» Uhr. Aula Cecilienlnzeum. Sathausstr. g. Zlrbeitegemeinschalt cntschiebene« Republikaner. Danpcrslag, t. Dezember, 29 Uhr. Dönhaffkonditorei. Kommandantenstr. 84, Sffcnllichcr Ausspracheabend: „Die kommenden Wablen." Frcibeukervolishochschule, Berlin. Donnerstag. 1. Dezember, lg:. Ubr, Askanisches Gnmnallum, Hallcsche Str. 28rin»Gcbirgc in Makedonien"(mit Lichlbildern). Fußballspiel als Beruf. Das Berufsspielertum im„Deutschen Fußballbund". Das Berufsfpiclertum im deutsche» Fuhballjport hat eine Ausdehnung angenommen, daß es selbst die Leitung des Fuß- ballklubs aufgegeben hat, gegen diesen Unfug anzukämpfen. Man faßt scharfe Resolutionen und duldet es stillschweigend. Das Fußballspiel ist beim bürgerlichen Sport zu einem großen Geschäft geworden. An erster Stelle in der Liga-Liste stehen, bedeutet für die führenden Bereine einen Gewinn von Hundert- tousenden von Mark, denn je besser ein Verein bei den«piclen ab- schneidet, desto stärker ist der Besuch bei den nächsten Spielen, und daraus ergibt sich wieder eine größere Einnahme, Mit dieser Tatsache verbinden sich alle Nachteile kapitalistischer Wirtschaft. Taucht irgendwo ein glänzender Spieler auf, so sind die Leitungen der großen Vereine wie Jäger hinter einem Hasen her, um diesen guten Spieler durch lockende Angebote für den Ver- ein zu sichern. Es' ist dann den maßgebenden Vcreinsleitungsn gleich, ob der gute Spieler ein Deutscher, ein Franzose, ein Schwede oder ab er gar au- Honolulu ist, wenn er nur gut Tore schießt. In Frankfurt am Main spielt zum Beispiel beim Frank- furter Fußball-Sportverein eine international zusammen geseßtc Mannschaft, die nur noch in Sportkreisen die„Internationale. Völkerbundliga" genannt wird. Der eine Spieler ist ein Schwede, der zweite Norweger, der andere«in Schweizer, der Trainer ein Engländer, andere Leute wurden von Berlin, Nürnberg usw. nach Frankfurt„engagiert". Einige Londoner Heilungen beschäftigten sich nun in erregter Weise mst Vorgängen in der englischen Rhein- a r m e c. In der englischen Besaßungsarmee wird selbstverständ- lich wie überall, wo Engländer wohnen, sehr eifrig Fußball gespielt. Einer der besten dieser Armeesportsleute, ein gewisser Phillips, wurde von dem Wiesbadener Sportverein in dessen Fußballmannschaft eingestellt. Seitdem soll der Wiesbadener Sport- verein, wie englische Blätter behaupten, hervorragende Erfolge erzielt haben. Das Beispiel soll nun auch andere deutsche Fußballklubs veranlaßt haben, an andere Fußballspieler des englischen Besaßungs- korps mit verlockenden Angeboten heranzutreten. So soll ein Frank- surier Fußballklub einem Soldaten des Walliscr Füsc- l i e r r c g i m e n t s, der sich in der letzten Fußballspieheit sehr her- vorgetan hat, das Angebot gemacht haben, ihn ous der eng tischen Armee für eine Summe von l 0 00 Mark los zukaufen. Der Engländer sollte in die deutsche Mannschaft ein- gestellt werden, eine gutbezahlte Stellung bekommen und dabei' genügend Freizeit für Training und Reisen haben. Die eng- tischen Blätter weisen daraus hin, daß es sich doch hier um ein ver- k a p p t e s Berufsspielertum handelt. Sie kündigen serner an, daß die englische Heeresleitung energische Schritte gegen die Ber- lockung englischer Soldaten ergreifen werde. Zwei englische Armee- spieler haben ihren Dienst vorzeitig ausgegeben und sind, wie die Londoner Presse behauptet, als Mitglieder in einen bekannten deutschen Fußballklub eingetreten. Man nimmt an, daß es sich dabei um ein ebensolches Angebot handelt, wie es in dem Fall des Frankfurter Klubs zur Kenntnis der englischen Heeresleitung ge- kommen ist. Die Düsseldorfer Zeitung„Der Mittig" hat auf Grund dieser für die bürgerliche deutsche Fußballbewegung beschämenden Vor- sälle Erkundigungen eingezogen und schreibt dazu:„Es stimmt nach den von uns eingezogenen Informationen, daß beim Wies- badener Sportverein ein Engländer Phillips spielt Ob der Eng- länder von dem Wiesbadener Berein mit unlauteren Mitteln zum Eintritt veranlaßt wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Der „Deutsche Fußballbund tut auf jeden Fall gut daran, den in eng- tischen Zeitungen ausgeworfenen Beschuldigungen deutscher Sport- vereine einmal auf den Grund zu gehen." Wir meinen, der„Deutsche Fuhballbund" wird sich auch hier zu einer klaren Stellungnahme, zu einem Ausschluß solcher Vereine, die dem ossenen oder verkappten Berufsspielertum huldigen, nicht a u s r a f f e n Die Sache wird wieder im Sande verlaufen, die Untersuchungen in geheimen Sitzungen erledigt werden und die ehe- maligen englischen Soldaten werden gegen glänzende Bezahlung (Stellung genannt!) in den Vereinen des„teutschen" Fußballbundes spielen. Es läge wirklich im Interesse des„Deutschen Fußballbundes', daß er endlich reinliche Scheidung zwischen Berufs- spielcrn und Amateuren vornähme. SC. Rurich boxt. Vor gut besuchtem Hause brachte der größte Berein des Arbeiter- Athlcten-Bundcs, der SE. L u r i ch, seine Boxkämpfe zur Ab- wicklung. Eingeleitet wurde der Abend durch zwei wohlgelungenc Schülerkömpse, sodann betraten Gerhard und Zimmermann II den Ring, um ein« Ausscheidung im Leichtgewicht zu bestreiten. Sieger wurde Zimmermann nach Punkten. Wickert(Lurich) siegte durch Abbruch wegen Ueberlegenheit über Ditze(Lichtenberg). Bantamgewicht: Goltz(Lurich) war seinen, Gegner Weiße (Lichienberg» stets überlegen, so daß der Ringrichter den Kampf in der dritten Runde zugunsten Goltzs abbrach. Fliegengewicht: K o n i e c z n y siegte nach drei Runden nach Punkten über Warten- berg(Allzeit bereit), während Kraft im selben Gewicht eine Punkl- Niederlage von Ritter(Allzeit bereit) hinnehmen mußte. B a n t a m gewicht: Zimmermann l und Röselcr(Allzeit bereit) lieserien einen slotten, abwechslungsreichen Kampf, den Röselcr nach Punkten uftwanddre idgluh tn tficen bcvufvrLien} hängenden,(gdvten äbcv dem Tugcls mvt dev'Wuzde und, dev Bedeutung, die ftch hiev wohl geziemen, denn dle—S fabelhaften, gdtdncvlfchcrx-J �Anlagen wurden zu. defz�? f ßcben'�Wellwundcvn gevech* 5 nef. �/ibev ihve£aune wuede llvo�dem Immcv fchlechfety zule�l ganz mlfecabel, alles regte die Cgalle dev babglom,, - fcken JContglrz auf, tief urv,, gluchllch and unbefvledlgH' fühlte ße fleh, und alles, well � l*1 ihren pavadleflfchen� _ J'1(gefilden keine fo avomatfehe, ■?a*k. � q Meiling-ydiLislefe� 34�- Cfffic glücklich können wir dagegen In anfeven fchonen, euvopdcfchen,'Mleltwundevns �on, qdvten, undfarks fein, In Muskau, in6. Abt. mit 8: 8(4: 0) die Punkte teilen. Das Gleiche geschah bei Iichie 7. Abt. gegen 3. Abt. mit 3:3(2:1); Fichte 8. Abt. gegen Giche-Süpemch mit 3:3(2:2):(Irlner gegen Frlsch-ssrei.P'edet. schlineweide. ssichte-Spielabteilung gegen Fichte 2. Abl. 5:0(1: 0). Mnhls- dorf gegen Rvwawes I: 10<0: 4). Wittenau gegen Evdrtverein Moabit 0: 2 (0:1). Frauen: Fichte 9A trat gegen die 5. Abt. nur mit Spielerinnen an und gewann trotzdem Überlegen mit 6: 0(2: 0). Fichte 90 gegen Groß. Berlin- Süden 3:0<2: 0) Lichtenberg 2. Abt. gegen Spandau 0:2(0:0). Eiche- Tegel gegen Eroß-Berlin-Wedding 0: 0. Fichte-Rord gegen Schönow 1: 0 (1:0). Fichte 22. Abt.. 4. Abt. und 16. Abt. hatten wohl vor der Witterung Furcht: denn sie versetzten ihre Gegner. Hockeyresultate vom Sonntag. D!e Freie Turnerschaft Schönholz stegte mit dem knappeften aller Ergebniffe, 1: 0, Uber die Freie Turnerschaft Groß-Berlin-Nordring etwas glückltch. Das Resultat hiitte ebenso gut für Ziordring ausgefallen sei» können. Beim Sieger waren der Mittelläufer und die Lerteidigung die Stütze» der Mannschaft, während der Sturm sehr viel zu wünsche» übrig ließ. Bei Rordring fehlte dem Sturm jeder Zusammenhang. Die Läufer als Ersatz taten ihre Pflicht, mit Ausnahme des Mitetlläufers, der nicht nur das Spiel de» Gegners, sondern auch da« eigene zerstörte. Da» Kesamtspiel wurde zu stark nach innen gedrückt und Hierdurch der Schön holzer Verteidigung ein scharfes Abdecke« und Abwehr sehr erleichtert. Der Platz war in sehr schlechter Versafsung. unter welchem Ilmstand das Spiel insbesondere für Nordring sehr zu leiden hatte. Der Athletik-Sportklub setzte seine UnglückssträHne nach der vorsonntägliche» Unterbrechung fort und ließ sich 2: 0 schlage«. Die bessere Taktik der Sporti. Vereinigung Nordost kam zu emem billigen Sieg in diesem äußerst schnellen und fairen Spiel. ASE. rangiert nunmehr an letzter Stelle in der Freie Tschft. Schmargendorf gegen E Zert nunmehr an IW�Himargendorf aenet Freie Tschtt. Lichtenberg Sportler 1 gegen ASB. Fichte 10 1 1: 6. Gruppe Gruppe. portverein Roland 4: 2. Sportl. Bereinig. Nordost 2 gegen Athletlk-Svortklub 2 1:3. Freie Tschft. Schänbolz II gegen ASV. Fichte l II 2:1. Gruppe D; Freie Tschft. Schön. holz III gegen Freie Tschft. Groß-Berlin-Nordring Iii 4: 0. Jugend: Cynr. lvitendnrg gegen Lichtenberg Sportler 3: 0. Schmargendorf gegen Sportl. Bereinigung Nordost 2: 0. Bon Moabit und Iahn-Trepww fehlen die Ergebnisse._ De« Sreisrot de« 1.»reite« teilt»it: Da die Einieilung der Vereine in die Verwaltungsbezirke nun endlich geregelt werden soll, findet eine vor, beratende Sitzung der Sreisiunktionore Donnerslog, 1. Dezember. 19 Uhr, in der Landsberger Str. 82(SreisgeschLftsstelle) statt. Eine erweiterte Sitzung unter Hinzuziehung der Bezirksoertreter soll dann' Donnerstag, 8. Dezember, im gleichen Eitzungsraum endgültig darüber Beschluß fassen. Vereine des l. Sreises, welche einem anderen Bezirk eingegliedert z» werde» wünschen, wolle» das schriftlich bis 5. Dezember an meine Adresse mitteilen oder zu der am 8. Dezember ftattlindeuden Sitzung einen Vertreter des Bereins entsend:». Da die Sitzung endgültig beschließt, können spätere Wünsche nicht berücksichtigt werden. Ter Srelsrnt. I. A.; M. Neichert, Spandau, Snrstr. 2.. Ruderverein Borwärt«. Vorstandssitzung Dienstag, 29. November. 20 Uhr, bri Ianke, Siefholzstr. 21. Erscheinen der Revisoren gleichfalls erbeten. Mil- gliederversammlnng Sonntag, 4. Dezember, 16 Uhr, im Bootshanse Oder- schöneweide, Bilhelmstrand. Mitglieder werden noch aufgenommen. An- Meldung daselbst. Freie Ruderer und Sannsabrer 1.»rei«. Spnrtenansschußsttzung Mittwoch, 7. Dezember, 19 Uhr, Geschäftsstelle des Sartellverbondes, Landsberger Str. 82. Ruberer und Souufahrer. Technikersttzung 5. Dezember, 20 Uhr, bei Wolter, Rungestr. 17. Freier Saunuerein Stralau. Mitgliederversammlung Donnerstag, 1. De- zemder, 20 Uhr. bei Bollenbach, Alt-Etralau Nr. 8. Gäste willkommen. Sonn- tag, 4. Dezember, Teilnahme am Waldlauf von„Freiheit" in Sadowa, 10 Uhr. Ingendoersaunuluna Arbeiter. Radsahrerbnnd Solidarität. Mittwoch, 30. Nvvembrr, veranstaltrt die 6.. Ingendabteilung eine öffentliche Jugend- Versammlung bei Grade. Schönhauser Allee l64. Genosse Förster spricht Uber das Thema„Werden und Wachse» des Arbeiter-Radfahrerbundes Solidarität". Anfang 30 Uhr. Iugendradlahrer berzfich willkommen. AWZ.(Ardeiter-Wintersporl-InteressengeMeinschaft). Versammlung aller Mitglieder,»urstste» und Fahrtteilnehmer Donnerstag, l. Dezember, lOU Uhr. Fichteplatz in Treptow. Ebendort am 6. und 13. Dezember erster üilfckiirsus. Anmeldungen zur Weihnachtsfahrt nimmt entgegen: Fritz Strubel, R 113, Islondstr. 12 I., Verkäufe -ISXt,,,...,______ Farbfehler, 8X4, 69,—. Farbfehler. 8X4, 85,—.' Sorucr, Potsdamerstraßc Str. 26a.°» Rähmaschiuen. 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Da gibt es Puppen in alle» Gröben, alle erdenklichen Tierfiguren, Teddybären, Brett- spiel«! da liegt auch unter Weihnachtsmännern und Engeln der flimmernde Glasschmuck des Tannenbaumes. Nicht wenig sind die aus Halz geschnitzten Sachen vertreten, die Männchen und Püppchen, die Wägelchen und Pferdchen, die Häuschen und Bäumchen. Manches davon ist ouherordentlich zierlich und gebrechlich und so klein, daß z. B. eine Lokomotive mit Tender und Güterwagen bequem auf einer Kinderhand fahren kann. Di« Kinderhand ist nicht ohne Absicht hier genannt: sie hat mit oll den Sächelchen mehr zu tun.' als es im ersten Augenblick scheinen will. Denn diese Spielzeuge sind während ihrer Herstellung fast ausnahmslos durch Kinderhände gegangen, durch sie mttgefchaffen und vollendet worden. Da sitzen sie in den Dörfern der deutsche» Waldgebirge, im Thüringer Wald, in der Rhön, im Erzgebirge, die Kinder der Heimarbeiter, gebückt über Werktische, im Staub der Fräsen, vor heißen Stichflammen, hustend in Spiritusdunst oder Ouecksilberdämpfen, bleich, hohlwangig, ausgemergelt, alle mit- einander«ingespannt in den fieberhaften Prozeh der Heimindustrie: diese willigsten und billigsten aller Arbeitskräfte. So zerreißen und zersplissen durch die Arbeitsteilung ist dieser Industriezweig, daß alle Glieder der Familie gleichzeitig mit beiden Händen dabei zu tun haben, ohne vom Essenstisch aufzustehen, ohne dos 5)ous zu ver- lassen: Der Vater an der Drehbank oder Stanzmoschin«, die Mutter beim Schnitzeln, die größeren Geschwister bei Lötflamme und Blase- balg: selbst für die ungeschicktesten Finger bleibt noch irgendeiner der vielen, vielen Handzrisfe übrig, die nötig sind, ehe nur ein einziges Spielzeug oder Schmuckstück die häusliche Werkstatt ver- lassen kann. Es ist die traurige Kehrseite des glanzvollen Weihnochtsfestes, diese eigentliche„Werkstatt des Weihnachtsmannes". Wohl sagen die Kleinen— und sie dünken sich wunder wie weise, daß sie damit dem Kindermärchen hinter die Schliche gekommen sind—„Es gibt gar keinen Weihnachtsmann". Aber die Größeren, selber in der Werkstatt Tätigen, haben esjnzwischen erfahren: Es gibt doch einen! Und dieser Weihnachtsmann muß ein harter, gieriger, immerfort antreibender, unersättlicher Ausbeuter sein! Ganze Dörfer, ja, ganze Provinzen stehen in seiner Fron, und Kindcrmart und-tränen sind ihm zu seinem Gedeihen gerade recht. Kinder einer Bremer Versuchsschule(Helgoländer Straße) haben kürzlich den Versuch gemacht, einmal einen Einblick in die Wert- statten des Weihnachtsmannes zu gewinnen. Sic haben an die Kinder verschiedener Schulen, die im Mittelpunkt solcher Heim- industrieortc liegen, die Bitte gerichtet: Erzählt uns doch einmal, woher all der bunte Weihnachtsschmuck kommt, wie er entsteht und was eure Arbeit dahei ist. Der Widerhall, den diese Anfrage gesunden Hot. war unerwartet lebhast. Etwa bll Berichte sind bis heute eingelaufen, geschrieben von Kindern und begleitet von Bildern und— Spielzeugen eigener Herstellung. Die eine Sendung zeigte den Werdegang der Puppe, von der gedrückten, gestanzten oder gegossenen Form bis zum sertig verpackten Exportartikel, die andere bescherte eine reiche'Auswahl von holzgeschnitzten Spielwaren aus dem Erzgebirge. Di« Kinderberichte beziehen sich auf die Orte Niederneuschönberg und Seiften im Erzgebirge, Neustadt bei Koburg und Unterweid(Rhön). Diese kindlichen Berichte, von denen einige hier einen Platz finden sollen, sind in ihrer Art geradezu erschütternd. Nicht, daß sie das Elend der Heimarbeiter nun grau in grau malten. Das wäre unkindlich und unverständlich. Sondern die schllchten Tatsachen, die sie orglos berichten, hin und wieder allerdings von einem klugen Wissen begleitet, rufen diese Wirkung hervor und lassen die bittersten Gesühle im Herzen aufgären: Das sind unsere Kinder, da» ist ihr Iugendparadies, so ist es um unsere ethische Kultur, um die zum Ueberdruß gepriesenen Ideale der Menschlichkeit und Menschen- würde bestellt! ..Unser Städtchen(Neustadt bei Koburg) ist eine sehr schöne, aber leider sehr arme Industriestadt", so schreibt Franz L.„Denkt nur nicht, daß in der Industrie viel verdient wird. Es hotte zeit- weise UM Erwerbslose. Bedenkt nur, eine Stadt mit gllkltz Ein- wohnern lDOO Erwerbslose! Da kann man sich schon die Verhält- nissc vorstellen. Bei dieser Industrieorbeit muß nun olles, was zur Familie gehört, mithelscn, damit ein paar Pfennige verdient werden. Do hilft die Großmutter und der Großvater, die Mutter und der Vater und alle Kinder. Eines zieht die Puppe an, das andere packt sie usw., und so hat jedes seine Arbeit." Karl B. ergänzt die Angaben: „In unserer Industrie ist fast jode Familie tätig. Nur ein klei- ncr Beweis: Wir sind in der Klasse mit?7 Mann, darunter sind 21 Mann in der Industrie tätig!" Und nun erzählen die Kinder in einem schöne» Beweis von Gemeinschaftsarbeit den Werdegang der Puppe: Die Arbeit de» Drückers, der ein Gemisch von Sandnmsse, Papp« und Brotmehl in die Arm- und Beinsormcn drückt und heriwch im Grudeofen trocknet. „Bei uns inufr alles gut gearbeitet werden," fügt der kleine Schreiber Edwin S. hinzu.„Aber gute. Ware— schlechter Loh». 3- B. für ein Dutzend Arme werden 7 Pf. be.zahli.(Ein Dutzend sind in diesem Fälle 24 Stück!) Es bleiben nur 2 Pf. für'» Dutzend übrig, das macht die Stunde 20 Pf. Die andere» 4 Pf. kostet dos' Material. Wenn man alle» genau berechnet, muß man beinahe noch drauflegen, denn es ist eine ungesunde Arbeit." Nun solgen die zum Teil äußerst mühseligen Arbeiten des Gießers, des Stanzers, des Anstreichers, de» Malens und des Augen- cinsetzcrs. die olle Vorarbeiten ausführen, bis der„Täuflings- wacher die einzelnen Teile der Puppe zusammenhängt. Ein« eigene Kunst, die strengen Schritt hält mit der Mode, ist das Frisuren- machen. Hennann F. weiß darüber besser Bescheid, als manche» bubitöpsige Mädel hier herum: „Es gibt do_Pogen, Wusch»!, Eingerollte. Titus, Steppscheitel, Bubi, Rokoko. Schrägscheitel, Krepp usw. Man kann das olles wohl leicht beschreiben, ober wo» für Arbeit das macht, daran denkt ihr gar nicht. Es geht siebenmal und bei größeren Frisuren acht- mal durch die Hand. Ein Dutzend schlechte Puppensrisuren kostet im Handel 1,50 M.: bei besseren Frisuren steigt der Preis bis 8 SO M." Die Wonne der kleinen Puppenmütter, da» An- und Auskleiden der Puppen, sür die Heimarbeiterinnen ist es eine saure und schlecht gelohnte Mühe. Oberteil, Unterteil, Hals- und Acrnrelfpitzen, Gürtel und Schmuck— olle» will einzeln genäht rrnd gesteckt sein. Stigmatisierte in derWeltgeschichte Von Dr. Julian Marcuse, München. Da» Konnersreuther Mirakel hat ein Phänomen wieder er- stehen lassen, dos seil Anfang des 13. Jahrhunderts die Welt von Zeit zu Zeit erschüttert und vor ein scheinbor aus dem Jenseits übergrcifendes Wunder gestellt hat. Die Stigmatisationen�)— Bildungen von Wundmalen nach Art der Wunden, wie sie von Jesus bei der Dornenkrönung, der Geißelung und der Kreuzigung am Haupt, an der Seite und an Händen und Füßen berichtet werden— heben in der Geschichte der Menschheit mit Franz von Assisi an. der seine Malzeichen lS24 in ekstatisch-visionärem Zustande aus dem Monte Alverno empfangen haben soll. Dieser asketische Bettel- mönch, dessen geängstigte Seele sich in die Weltabgeschiedcnheit des toskanischen Apennin flüchtete, um dort in inbrünstiger Verzückung der Passion Christi zu leben, trug zum ersten Male die blutenden Stollen. So erzählen die Chromken. Damit war der Anstoß zu seiner Selig- ünd Heiligsprechung— zwei Päpste des 13. Jahr- Hunderts nahmen diese vor— und in der Folge zur Wiederholung dieses Vorgangs gegeben. Bei dem Charaktcrbilde eines Franz von Assisi ist von vornherein jeder Täuschungsoersuch auszuschalten, aber'sichere Belege der Male fehlen: den schon frühzeitig einsetzen- den Zweifeln an der Echtheit der Wunden suchten verschieden« Bullen der Päpste zu begegnen. In Zeitaltern, in denen die Ein- sühlung der Masse erfüllt war mit Vorstellungen überirdischer Gnadenakte, mußte diese Form höchster Inkarnation bald epidemisch, bald in Einzelfällen ihre Nachahmung und Wiederholung finden. Epidemisch tritt sie in der Ekstase der Selb st Peinigung von Saint- Medard im Anfang des 18. Jahrhunderts auf, wo die Darstellerinnen der Passion Christi unter den Augen der Zuschauer an den Stellen, die den Nägelmalen Christi entsprechen, merkbare Zeichen bluttger Veränderungen auswiesen. Eigentliches Blut- schwitzen wie« aber erst eine Reihe von pcrlodenweise austretenden Fällen auf. Zu ihnen zählen als die bekanntesten die drei Tirole- rinnen Maria Morl, Kreszentia Nicklutjch und Maria Lazzari, ferner Anna Katharina Emmerich aus Dülmen bei Münster, Julian« Weiskircher aus Ulrichskirchen, Maria Beatrice Schumann aus Pfarrkirchen und schließlich Luise Lateou aus Charleroi in Belgien. Sie gehören sämtlich dem IS. Jahrhundert än, und zwar vornehmlich dem Anfang und der Mitte dieses Jahrhunderts. Betrugsabsichten oder Durchführung einer Selbsterzeugung der Male— derartige Fälle hat es natürlich allenthalben immer gegeben— sind bei den obengenannten Trägerinnen ausgeschlossen. Ocssentlichkeit und Beod- achtungsmöglichkeite» des Jahrhundert?, dem sie entstamme», waren bereits gegebene Schranken. Der'Verlaus der Blutslüsse unterscheidet sich von den in Konners- reuth beobachteten Vorgängen ln nichts: er beginnt mehr oder min- der an dem bestimmten Leidenstage der Passion Christi, setzt mit einer ekstatischen Verzückung ein. ist uon.visionären Vorstellungen begleitet und erreicht seinen Höhepunkt m der Steigerungsticfc der Verzückung. In sämtlichen Fällen wird von einer völligen Roh- rungscntholtung, mindestens aber von einer äußerst ge- ringwertigen Nahrungsaufnahme berichtet. Bei den meisten mar damit auch eine totale Enthaltung vom Schlaf verknüpft: auch darin bietet also Therese Neumann von Konnersreuth nichts Neues. Alle Genannten stammten aus ärmlichsten bäuerlichen Ver- hältnissen, waren von frühester.Kindheit an gemäß den Einslüssen ihrer Umgebung in strengster katholischer Observanz erzogen— uird *) Vergleiche auch W. I a c o b i, Die Stigmatisierten (München 1S23). nun tritt dazu als entscheidendes Moment chrer späteren Geiste?- richtung—, sie waren sämtlich schwer leidende Nervenkranke mit den ausgesprochensten Merkmalen der Hysterie. Maria Morl, die schon vom fünften Lebensjahre ab immer leidend war, verfiil mit 19 Iahren in dauernde Starrkrämpfe, verlor Sprache und Augenlicht, bei Maria Lazzari stellte der behandelnde Arzt bereits 1833 die Diagnose„Hysterismus", die oben nicht ausgeführte Gemma Galgani, die 18SS Blut ausströmen ließ, litt an Lähmung aller Glieder. Verlust des Gehörs u. a. m. Der von ollen diese» weiblichen Erscheinungen am einwairdfreiesten beobachtete Fall ist der der Juliana Weiskircher, die im Juli 1830 ins Allgemeine Krankenhaus, Wien, übergeführt wurde und bei der im Laufe des dortigen Aufenthalts die periodischen Freitagsblutungen völlig verschwanden. Sie wurde später als geheilt entlassen und blieb in Wien. Die katholische Kirche hat mit der Heiligsprechung von Franz von Assisi die Tätsächlichkeit der Stigmatisotion als göttliches Wun- der feierlich anerkannt und etwa weitere 62 Heiligsprechungen daraufhin vollzogen. Aber da, wo Lauterkeit des Charakters und bohe Religiosität sich nicht mit dieser Trnnsformation des gesamten Men- schen vereinigen, läßt sie auch den Weg sür eine natürliche Ent- stehung und Ertlärungsweis« gewisser Stigmatisationsjälle offen. Er mußte gegenüber der Tatsach«, daß auch Frauenspersonen von unreinem Lebenswandel die Stigmata empfangen haben, beschritten werden. Dem frommen Glauben gegenüber hat die Wissenschaft von jeher einen schweren Stand gehabt: abgesehen davon, daß man ihr jede Berechtigung absprach, in die„Genialität des Glaubens" ein- zudringen, verschloß man ihr jede Möglichkeit exakter Beobachtung und verwies sie mit ihrer rationellen Methodik aus den Sphären der Verklärung und Sclbstentäußerung. Trotz Slblehnung und sich austürmender Schwierigkeiten allerseits geben einwandfrei beob- achtete Fälle Zlnalogieschlüsse zu den als Wunder deklarierten Stigmatisationen und damit zu der eindeutigen Schlußfolgerung, daß auf der Grundlage schwerster krankhafter Veränderungen des Seelenlebens bei besonders disponierten Individuen ein organisch sichtbares Miterleben von Leiden Dritter eintreten kann. Diese krankhafte Beriinderung des Seelenlebens ist gekennzeichnet in der Hysterie, die die gewaltigste visionäre Macht ist, die wir kennen. Die Hysterie erlebt, was sie ersehnt, sie sieht, was sie glaubt! In den hysterischen Epidemien und an den Hysterischen selbst geschehen die Zeichen und Wunder, werden Blind« sehend, Lohme gehend, Stumme redend— aber auch umgekehrt insolge seelischer'Ansteckung Sehende blind. Gesunde gelähmt, Redende sprachlos, wie dies in der Geschichte der Wunder und ihrer vermeintlichen Medien dauernd zutage getreten ist. Das letzthin auslösende Moment dieser rätsel- hafte» Erscheinungen Ist. der suggestive B o r st« l l u n g s- und B e e i n s l u ff u n g s s k r ei«. Bon ihm aus sind auch die schon oben angedeuteten wissenschosttichen Beobachtungen ausssib gange». Bereit? 1883 hat eine Reihe sronzösticher Forscher bei Hysterischen durch Suggestion Nasenbluten und auch Blutschwitze» hervorzurufen vermocht, ja sie konnten sogar Stigmatisationen an ganz bestimmten aorgezeichnete» Stellen in Buchstabensarm erzeugen. Diese Bersuche wurden im Laufe der Zeiten häufig wiederholt und ftihrten zu den gleichen Ergebnissen. Der naheliegende Schluß, daß auch autosuggestioe, van dem Träger selbst ausgehende Vorstellungen zum gleichen Resultat führen können, wurde ebenfalls experi- mentell bestätigt. Ebenso wie Brandblasen lassen sich auch blutende Stigmata bei geeigneter selischer Veränderung, sei es auf suggestivem, sei es auf autosuggestivcm Woge, hervorrufen. Ernst W. gibt darüber fachmännische Auskunst: Solch' ein einfaches Kleidchep geht fast fünszehmnal durch die Hand, ehe es sertig wind, und da ist da» Abschneiden und Umwenden noch gar nicht berechnet. In einer Stunde macht mo» ein halbes Dutzend solcher Kleidchen, und ein Dutzend wird nkit 23 Pf. bezahlt. Da könnt ihr euch vielleicht einen Begriff machen, was die guten Eltern alle? tun müssen, ehe sie etwas verdienen." Ebenso leer gehe» die kunstreichen Schöpser aus, die der Puppe die Mamastimme und die Schlafaugrn einsetzen, die den Weihnacht»- enaeln und Weihnachtsmännern zum Dasein»erhelfen. Aller Glanz, alle Pracht geht in das Werk Uber, dem Werkmann bleibt nichts als die Mühe: „Ja, davon kann ich euch ei» Liedchen singen," bekennt Her- mann E., wenn«r die Bemalung der eben gegossenen Glaskugeln deschreibt.„Zuerst male ich die Rosen. Ist ein Brett Kugeln fertig, so füge ich die Blätter hinzu und zeichne sie aus. Ihr wißt ja alle, wie das Molen geht, und ich will es nicht näher beschreiben. Hun» dert Dutzend sind fertiggemalt und sollen noch schnell sort. Da herrscht ein Aufruhr. Groß und Klein ist fieberhalt tätig. Sind die Spieße abgeschnitten, so kommen Verschlüsse darauf. Run wer- den sie in Kartons gelegt, die Lieferung ist fix und sertig und wird sorlgesckzasst. Soll am Sonnabend geliefert werden, so muß am Freitag bis spät in die Rocht hinein gearbeitet werden. Da sollen uns Kindern manchmal die Augen zu, denn Groß und Klein muß mithelfen, um die Ware sertig zu machen." Den Kindern des Erzgebirges sind die Augen über ihrem Heim. arbeiterelend wohl noch nicht recht ausgegangen. Sie schreibe» van ihrem„Spielwarenzauberdörschen"(Seiften) mit all seinen wunder- boren Fliegerkarussells, Wackelenten, Damebrettern, Schachsiguren, Sporkästchen und dem Tierreichtum der gesamten Schöpsungstage. Einer wagt sogar den Satz:„In dor erzgebergschen Orbeitsstuwe is halt schie." Nielleicht besitzen sie aber mehr Humor als ihre Leidens- genossen weiter westwärts, und wissen mit einem Scherzwort über das Unangenehme und Schwere hinwegzukommen.„Euje! Itze stinkts Widder mol nach Leim, ich macht glei ausreißen, so stinkts," ruft der kleine„Pappsritze" aus, aber er läßt sich seine Arbeit beim Kartonherstellen doch nicht verdrießen. Wohl ihnen, daß sie die mageren Blüten de« Humors noch zu pslücken wissen: die meisten Heimarbeiterfinder verlernen das nur allzu bald. Da» Wort der Weihnachtsverkündigung: Allen Menschen ein Wohlgefallen! gilt nicht sür sie. Sie geben zwar: da? durch Heim- und Kinderarbeit spottbillig geratene Spielzeug er- scheint unzähligen Prolelariereltern als willkommene Weihnacht»- gab« für ihre Kleinen—, gber sie empfangen nickt. Und so stehen hinter dem Glanz de» geschmückten Lichterbaume» ihre ernsten, früh- allen Gesichter, ein««indringlich« Mahnung für all« diejenigen, denen da» Fest der Liebe kein leerer Schall sein will. Karl Dantz. Triumphe der Gaaizüchiung. Eine gewallige Umwälzung der Londwirtschost, die die für uns so notwendige Eigenoersorgung sicherstellen könnte, wird von dem Direktor des Berliner Instituts für Verertuingssorfckning, Prof. Erwin Banr, vorausgescgi. wenn die neuesten Ergebnisse der Per- rrbungsforjchuug in nmfasseiider'Weise ausgenutzt werden. Tie Forschung hat sich, wie Dr. Pcter Gras in der Leipziger„Illu- strierten Zeitung" aneführt, seit einiger Zeit besonders mit der Frag« bejchästigt: Wie erben sich die verschiedenen Eigenschaften von Pflanzen und Tieren bei der Kreuzung der einzelne,, Rassen io''t? Es haben sich dabei ganz bestimmte Gesetze ergeben, nach denen sich die mannigfachen Eigenschaften aus die Nachkommen verteil?». Wenn wir heute von einer Nutzpflanze verschiedene Rassen de- sitzen, so tann nach unserer Kenntnis, der Vererbungsgesetze die Züchtung Kreuzungen erzielen» die alle wertvolle» Eigenschaften der gekreuzte» Rassen in sich vereinen, die wertlosen aber aurschelden. Für die ungeheure Bedeutung solch planmäß'ver Ziichlnnß»- nrbeit sprechen einige Beispiele deutlich genüg. Dem Weizen z. B. ist die Rostkranlbeit besonders gefährl'ch. Run gibt es aber drei verschiedene Weizeurassen, die dieser Krankheit schwerer zugänglich sind, wenn sie auch freilich nicht ganz gegen sie geschützt sind. Man kann eine neue Rasse erzielen, die alle drei Teilschütz. Eigenschaften in sich vereinigt und aus diese Weise einen oolltam- mcnen Schutz gegen die Rostkrankdeit bietet. Dadurch würde natür- lich der Weizenertrag bedentend gesteigert werden. Die Löfung dieser Ausgaben fordert allerdings viele Versuche und bedeutende Mittel. Je mehr verschiedene Eigenschaften in einer neue» Rasse ner- körpert werden sv»e», um so größer ist auch die Zahl d,»- üb'-. Haupt möglichen Kreuzung! basiarte, unter denen die gesuchte Art nur ein« darstellt. Handelt es sich um zwei Rasten, die zehn Dingen oerschicden sind, so können durch Kreuzung 1022 neue!)M(eu erzielt werden, aus denen die beste ausgesucht werde» muß Will man Weinreben züchten, die gegen Rebschädlinge und Krankheiten gefeit sind, so handelt es sich um etwa 40 verschiedene Erb- sakloren, und man muß nicht nur Tausende, sonder» Millionen nan Barstorde» erzielen, um die gesuchte Art herauszubekommen. Be- denkt man aber, daß jährlich zur Bekämvfung der Rebschadlinee 80 Millionen Mark ausgegeben werden Müllen, so würde im» auch die'Verwendung von- einigen Millionen Mark auf diese Züchtung noch gewaltige Erspornisje bringen. Noch größer wäre der Gewinn sür unsere Vollswirtschast, wenn es gelänge, eine Lupine zu züchten, die nicht giftig ist und nicht bitter schmeckt: dazuz, würde der größte Teil der Krastfuttereinsuhr überflüssig wenden. Aehn- lich verhält e» sich bei den pflanzlichen Rohstossen für die Kunstseide und vielen anderen Nutzpflanzen. Die'Vererbmrpswisienschasl ist nach der Behauptung Baurs heute imstande, Kylliirpflanzen mit ganz kestimmten Eiaensch-llen genau so sicher hexzustellen, wie der Ehemike" bestimmte Stofte e-- zielt. E» befcarf nur der wissenschostlichen Versuche, für di« d'S nötigen Mittel bereitgestellt wenden müßten, um riesige Enparnr» zu machen. P Unseren treuen Mitgliedern Elsbethü. Theodor Dröß Zj zu ihrer Silberhochzeit iv � die herzlichsten tviackwilusche. v H Die 136. Abteilung. �SSSSSS»» g gfegggs OestieilletsllaMei-lltM vonnerota«, 1. vezember, abends 6 Ahr. im Zimmer 28 de» verbands- haufes. Linienstratze»Z SS iv Versammlung'•b uller Metallarbeiter in der chemiicheu Industrie. Die Tagesordnung wird in der ?-r!ammIung dekannigegeben. Wir erjuchen die Kollegen dringend, in der Versammlung zu erscheinen, da wichtige Angelegenheiten?ur Beratung stehen.— ii» wird pünktlich um S Uhr begonnen vir Ortsuerwaltuug. Kammerspiele Norden 10334— 37 Tu LIhr Ende nach 10 Uhr. Letzte Aufführ. „Maya" Donnerstag, 1. Dez, 7'- Uhr Deulsdit ÜrauffQhnmg: Bronx-Expreft Komödi vtn Ostip Dyiro* Regie. Heinz Hilpert ialeiiiispieleosw. Dienst, 20. II 27. Staats-Oper AmPl.d.Rcpubl. Tl, Uhr Staat!. Sdiaaspitüi. Am Gendarmeomarkl 7V, Uhr Figaros Hochzeit Dienst, 29. 11. 27. Städtische Oper Bismarcksir. Ab.-TBni.ll AetTyj Staa'l. Sdtillerth. Charlottcnburg Anf. 8 Uhr: Die Jooniaiislen DeDtsdieiHieater Norden 10334— 37 8 U. Ende 11 ü Dorothea Ängerniann v. Gerh. Hauptmann Regie: Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 8V4 U., Ende nach 10 DieEbevon Well Komödie von Noel Coward. Regie: Former Larricaga Heute und morgen 11 Uhr nachts JazzkoniaufZFlQgelii Wiener und Doncel Preise 2—7 M. Volks büh ne Ihcatat am Sälawplati V/i Uhr: Id. am SdiiflbaDenlamni 8 Uhr Schieber des Ruhms >8 Ilomlsaie vver»� Neuartige» Rcvuc-Stück lAlles Nacktil {(Nach d. gleichn. Paris. Revue I J„Tout nu"). 200 Mitwirkende ir |OrisinaI> Pariser Kostüme| Parkett ,3,80 Mk. j Theaterkasse ununterbr.geöffn l I CROCK) und weitere Lothringer Str. 37 � Kleln-Kle/, Uhr Sumpf äinendrama i. 3 Akt Sonnab. u.Stg. 4 Uhr Dornröschen Jedes Kind erhält ein Geschenk inaua-neuer Täglich 8 Uhr Der rote Hahn Rose-Theater 8V, Uhr Einer von unsere lest. ti. im AdMiralspalast lOO.Äüiiaiirung Täglich SV, Uhr fiALLER- REVDE JanniiDflwor Jeden Mittw. und sonnab. 3l/i Uhr: Märchen-Revue ,, Aschenbrödel'■ Kl. Preise 1— 8M. Trianon-Th. Tägi. 8'/, Uhr: Gastspiel ErlKa fitüssner in Grctchen Für liuendlirH nidit oeeipiei ii Heute S Uhr: Letzte Vorstcllg.I „Vicki wettet um die weif Morgen 8 Uhr: Einmdllg abends „DieMäiÄenrevne" und voiher das gr. Circusprogr. Donnerstag: Premiere Hallers Plärclaesa-Re vue Jeden Mittwoch und Sonnabend, naebmittaga»Vi Uhr r» A(>aulra«socUaa«. Rundfunkhörer zahlen gegen B* n Z T-a a S1i«»ivz>a Vorzeig. d. Rundhinkquittung iBuitsJC S�i(/ESC Änsschneiden! 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Sein Verlust ist mir unersetzlich. Berlin, den 28. November 1927. Robert Sostberg. Plötzlich und unerwartet ist uns durch den unerbittlichen Tod unser lieber, unvergeßlicher Chef, Herr Dr. Julius Freudenberg entrissen worden. Die vorzüglichen Charaktereig: ragenden Fähigkeiten, seine wohl' enschaften, seine hervorwollende Güte für seine Angestellten sichern ihm auch über das Grab hinaus die Liebe und Achtung aller, die ihm im Leben nahe standen. Sein Andenken bewahren wir in Ehren allezeit. Berlin, den 28. November 1927. Das Personal der Firma Herrmann Gerson. Wainaiia- Ibeai Täglich 8'/, Uhr: Nur noch heute i Im mmeslisimer Eüiloß steht eine Linde Parkett statt 4 Mk ägl.auch Sonntags i nur 60 PI. Ab morgen 8'l, Uhr; Wie Da küßt keine Operette in 3 Akten Mittw nenra. 4 Uhr Zauberkünstler Cumberland. Hierauf: I Der gesliefelte Kater. Parkettv. 30 Pf. an. uistsplelhaus 8'/, Uhr „Zaza" Flanelarium am Zeo .'erläcir. 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November, 23 Uhr, an Herzschlag raein lieber JJann, unser Vater, Bruder, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel, der Fiüalleiter des.Vorwärts", Ackorstraßo 17-1, Hermann Obst im Alter von 5-1 Jahren. In tiofer Trauer Emilie Obst als Gattin, Willi Obst, Richard Obst als Söhne, Wilhelm Obst als Bruder, sowie alle anderen Angehörigen. Die Xrauerfeier findet am Donnerstag. dem 1. Dezember. 19'/, Dhr, im Krematorium Geriohtstraße statt Am Sonnabend, dem 26. November, verstarb plötzlich infolge eines Schlag- aniallgs der Leiter unsefor Ausgabestelle AckerstraCe 174, Genosse Hermann Obst. Wir botrauera in dem so jäh aus seinem Wirkungskreise Gerissenen einen pflichttreuen, gewissenhaften und unermüdlichen Mitarbeiter, einen treuen Genossen und lieben Kollegen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Gcschäfisleitung und Personal desVorwäris-Vcrlag 6.m.b.H. Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin. Durch 4i