Abendausgabe Nr. 564 B 279 44. Jahrgang ZZLchenUich 70 Lknniz, monatlich 3— Scidif-morJ. voraus zahlbar. llnl»r Streifband im In. und Ausland ä�-O Reichsmark vro Monat. » Der„Zorwikrts" mit der illutkriei. tcn Sonirtaasbeilage.Kolk und tfei:" tumie den Beilagen �Unterhaltung und ZZifsen"..Au, der Filmwe!,". «Stadtlieilage",.!rrauenst>moie'. .Der Ainderfreund"..Iugend-Bor, mcirts",»Blick in die Bücherm-Ir', .Kulturarbeit" und.Technik" ericheint wochentäglich za'eima!. Sonntags und Montags einmal. Veriiner VoUsbtatt Oiensiag 29. November 1.927 10 Pfennig Die e l n i p a l t> g e Nonpareillezeile 80 Pfennig. Retlamczeile b.— Reich s- niard„Kleine Anzeigen" das fetigr- druckte Wort 25 Ptcnnig(zulässig zwei fettgedruckte ZSortef jedes weitere Wort lUPsenuig. Stellengesuche das erste Wort 1ö Pfennig, ledeS weitere Werl lO Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt geile 00 Pfennig. Familienanzeigen mr AbanncntenJe>le40Pfenn>g.Anzcjgc»- annahm« im Hauptgeschäft Linden- trrageZ. wochcntägl. vonsi'f.bis 17 Uhr. JeMraloesan des Soziawemoteatifchen Oavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fainsprccher: Dönhoff 292— 297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Seilt» Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Poitfchezkkonto: Berlin 37296— Bankkonto: Bankier Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. L2. Diskonto-Geselllchaft. Depositenkasse Liltdenstr. 3 Streik und passive Resistenz in Sachsen.! Die Eisenbahner in Bewegung. Aus einer an und für sich geringfügigen Ursache ist es im Reichsbahnbezirk Dresden zu einem größeren Konflikt gekommen,(gegenwärtig streiken in dem Ausbesserungswerk, in dem Lokomotiven und Wagen repariert werden, rund 1300 A r- b e i t e r, während 3000. Güterbode narbeiter seit Montag in passiver Resistenz verharren. Diese letzte Maßnahme ist von einer nicht zu unter- schätzenden Bedeutung für den Güter- und Gepäckoerkehr. da durch die Arbeit„nach Vorschrift" täglich chundert« von Sendungen liegen bleiben, die a l l m ö blich die Güterböden v e r st o p f e n. Sit dem Ausbesserungswerk der Eisenbahn in Dresden wurde bisher nach Akkord gearbeitet, und bei Nochprüfungen der für die Reparaturen aufgewendeten Beträge stellte es sich heraus, daß die Arbeitszeit für einzelne ReparaturorbeUen zu hoch angesetzt war, während andere Reparaturen eine Arbeitszeitnorm besaßen, deren Snnehaltung auch den tüchtigsten Facharbeitern nicht möglich war. Infolgedessen fanden Verhandlungen zwischen der Reichsbohndiraktion Dresden und den Gewerkschaften statt, in denen die Arbeitszeiten für die Reparaturen und damit auch die Akkordsätze revidiert werden sollten. Der Werkstattleiler hatte jedoch von sich aus eine Verkürzung aller Arbeilszeilen ohne Unterschied bereits vorgenommen. Diese Maßnahme erregte unter der Velegschast erhebliche Aufregung, die noch durch den Umstand orrschärft wurde, daß die Verhandlungen über die von der Reichsbahn grundsätzlich gewährte Erhöhung der Orislohit- Zuschläge sich gerade in Dresden sehr lange hinzogen: Es km? deshalb am Dienstag voriger Woche inerhalb der Arbeiterschaft de Ausbesserungswerks zu stürmischen Auftritten. Drei dl Redner, die sich besonders gegen den Werkstattleiter gewandt hatte wurden unmittelbar nach der Betriebsversammlung fristlos c n 1 lassen. Darauf legte die gesamte Belegschaft am Sonnabeui. die Arbeit nieder. Inzwischen griff die Reichsbahndirektion Dresden ein und erklärt«, entgegen der Entscheidung des WerkstatUeiterj, daß nur ein Arbeiter entlassen werden solle. Trotzdem oerharrte die Belegschaft im Ausstand und erklärte, erst dann wieder die Arbeit aufnehmen zu wallen, wenn alle Entlassenen wieder«in�- gestellt seien. Inzwischen hatten sich die Dresdener Güterbodenorbei- t e r mit dem Streik der Werkstattbelegschaft beschäftigt. In einer Fiinktiynärkcmferenz für Sachsen, die in Riesa stattfand, wurde be- schlössen, daß die Güterbodenarbciter so lange .entsprechend den Bestimmungen" arbeiten fallen, bis der Konflikt in der Werkstatt beendet fei. Dadurch iit die Lage nicht unwesentlich verschärst worden, denn die Abfertigung der Güter läßt sich, wie bekannt ist, nur dann glatt durchführen, wenn nicht nach den geltenden Bestimmungen ver- fahren wird. Do zu befürchten ist. daß das Borgehen Dresdens auch auf andere wichtige Essenbahnpunkte Sachsens wirken kann, ist zu erwarten, daß die Reichsbahngefellschast nunmehr eingreifen und durch Verhandlungen mit den zentralen Gewerkschaften den Konflikt aus der Welt schaffen wird. Aandervelde über Faschistengefahr. Belgisches Wahlprogramm: Kurze Dienstzeit, Sozialversicherung, pächterschuh. Brüssel. 29. Ztovember.(Eigenbericht.) Im sozialistischen Generalrat referierte V a n d e r v e l d e am Montag über„Die politische Lage". Er führte u. o. aus: „Wir haben jetzt eine Regierimg, die schon vor ihrer Geburt inner- lich zerrissen sst. Ihr gegenüber steht die einige und energische Opposition der Arbeiterklasse. In der Außenpolitik wird sich wohl nichts Wesentliches ändern. Selbst wenn Belgien noch im Bölkerbundsrat wäre, müßte seine Rolle im gegen- wärtigen Augenblick verhältnismäßig bescheiden sein. Sn de» nächsten Monaten wird es sich mehr darum handeln, die Politik von Locarno vor Angriffen zu verteidigen als diese Politik weiter aus- zubauen. Die internationale Situation ist sehr getrübt. Wohl haben alle Länder das dringende Bedürfnis nach Frieden, ober es bestehen so viele Gefahrenherde, und ernste Verwicklungen sind keineswegs ausgeschlossen. Die Internationale muß ihre Wach- sainkeit verdoppeln. Sowjetrußland Hot sich selber den schwersten Schaden zugefügt durch seine verblendete Politik, die Arbeiter- bcwegung aller Länder spalten zu wolleu. anstatt bei ihr einen Rückhalt zu suchen. Wohl besteht keine Gefahr eines Krieges gegen Rußland, leine Regierung denkt im entferntesten daran, aber unbestreitbar ist. daß die Finanz kreise aller Länder einen versteckien Kampf gegen Dowjetrußlaud führen, um durch ö k o- n o m i s ch e n und finanziellen Druck das Sowjetsystem zu Fall zu bringen und es durch ein reaktionäres Regiment zu ersetzen. Das aber wäre ein Unglück für die internationale Demokratie, und deshalb müssen wir trotz aller scharfen Gegnerschast zu den bolschewistischen Methoden Sowjetrußland gegen die Angrisse vertei- d i g e n." In bezug aus die M i l i t ä r s r a g e führte Minderoelde aus: „Die Gegner bekämpfen die Herabsetzung der Dienstzeit mit der Be- hauptung, daß das heutige Wehrsqstem keinen genügenden Schutz gegen«inen Angriff von außen bietet. Aber wer wagt zu bebaupte», daß ein derartiger Angriff heute zu befürchten sei? De Brocque- ville hat selbst erklärt, Belgien könne ruhig aus einen Frieden von mindestens zehn Iahren rechnen. Die wirkliche � Gefahr sst die, daß die herrschende Klasse von Kapitalisten und Fi- nanzlcuten durch die demokratischen Erfolge der Arbeiterpartei in j die Enge getrieben, an faschistische Gewaltmoßregeln denken könnte. Gegen diese Gefahr gilt es uns zu wappnen. Wir haben unser Programm, für das wir zu kämpfen entsck-lossei, sind. Seine Hauptpunkte sind die sechsmonatige Dienstzeit, die. Sozialversicherung und der P ä ch t e r s ch u tz. In unserer I Propaganda werden wir uns nicht auf Detoilfragen einlassen, die durch Fachleute und in den Kommissionen zu regeln sind, sondern dem Arbeiter einen einfachen und klaren Kampfruf gebe», wie seinerzeit bei dein Kamps um das allgemeine Wahlrecht und den Achtstunden- tag." Diesen Ausführungen schloß sich eine längere Debatte an, in Heren Verlaus alle Redner dt« Haltung der sozialistischen Minister billigten. Nur der Führer der Bergarbeiter äußerte Zweifel darüber, ob der Austritt der Sozialisten aus der Regierung unvermeidlich und nützlich war. Bluff oder Drohung? Woldemaras über Polens Haltung. Kowao. 29. November. In einer Unterredung mit Vertretern der in- und ausländischen Presse nahm Ministerpräsident Woldemaros Stellung zu den umlaufenden Gerüchten. Er bezeichnete wiederholt die Meldungen über Vorbereitungen gegen Litauen im Wilnogebiek als polnischen Bluss. Es existierten keine derartigen Vorbereitungen. Die Houptquelle des Alarms steht der Ministerpräsident in Moskau: die Berliner Presse habe hier mehr als Echo gewirkt. Nach dar Aufsassung der litauischen Regiening sei die Gefahr eines Ausbruchs von polnisch- litauischen Feindseligkeiten nicht groß. In längeren Ausführungen begründete er diese Auffassung. Weiter bestände allerdings noch die Möglichkeit der Organisierung von Banden, um einen sogenann- ten Aufstand herbeizuführen. Da man die geringe Zahl der litaui- scheu Emigranten kenne, werde dies Polen ebenfalls wenig nützen. Es sei durchaus möglich, daß in Genf nicht nur die Verletzung der Minderheitenrechte im Wilnagebiel behandelt würde, sondern daß sich daraus eine Aufrollung der polnisch-litauischen Beziehungen ergeben könne. Die Einsallsdrohungen stellten also einen Einschüchterungsversuch dar, mit dem Ziel, Litauen zpm vorherigen Verzicht aus Wilna zu bewegen. Weiter erwarteten die Polen von dieser Einschüchterung die Erregung von Unzufriedenheit innerhalb Litauens gegenüber der jetzigen Regierung und die Einsetzung einer ihnen gefügigeren Regierung. Er habe Beweise, daß die Polen zu diesem Zweck große Mittel aufwendeten Es sei Pflicht der Regierung, die Oeffent- lichkeit auf diese eigentliche Gefahr aufmerksam zu machen. Eine wirklich ernste Gefahr für Litauen könne nur entstehen, wenn im Zusammenhang mit einer allgemeinen europäischen K'onflo- gration auch die Frage der polnischen Ostgrenzen überhaupt ins Rollen kam«. In einem solchen Falle sei natürlich mit Ueberraschun- gen zu rechnen Unter den sich anschließenden Fragen wurde auch dte aufge- morsen, ob dte alarmierend« Haltung der Sowjetunion nicht sehr stark g e s p I e l t sei Der Ministerpräsident meint« dazu, daß dann dahinter doch eine russisch-polnische Abmachung stecken müsse, wobei er auf die Ausführungen Radeks über«ine von Polen vorgeschlagene Teilung der baltischen Staaten verwies. Aber wenn man eine lolche Abmachung als bestehend annehmen wollte, so wäre doch gerade in diesem Falle eine beruhigend« Haltung geboten gewesen. . Die„Germania" bringt heute den Wortlaut der Ab- machungen, die zwischen dem Zentrum und der Bayerischen Volkspartei getroffen worden sind. Er entspricht den Mit- eilungen unseres Münchener Telegramms von heute morgen. 'ugleich wird ein von Marx und Speck unterzeichneter isrus veröffentlicht, der es als Zweck der Vereinbarungen -zeichnet,„ein einheitliches Vorgehen beider befreunde- :r Parteien in allen wichtigen politischen Fragen zu sichern" iid„Reibungsflächen für alle Zukunft zu verhindern". Es andle sich um„einen ersten Schritt zu dem Endziel der Wiederherstellung der politischen Einheit". Das Berliner Zentrumsblatt feiert das Ereignis, das uitter den„großen Gedanken der Einigung des p o l i t i- schon Katholizismus in Deutschland" gestellt sei. Das katholische Volk wolle einen Anfang' sehen. Denn es gebe wohl auch unter Brüdern einen Ateinungsstreit, doch sei schließlich„dos Band des Blutes stärker". ' Bemerkenswert ist an den Vereinbarungen, daß sie rein organisatorischer Natur sind und über Programmatisches kein Wort sagen. Das ist weiter nicht verwunderlich. Handelt es sich doch darum, Republikaner mit starkem sozialen Einschlag. Monarchisten mid fanatische Sozialreaktionäre, Unitaristen und Partikularisten unter einen Hut zu bringen. Der „politische Katholizismus", von dem die„Germania" spricht, ist nicht mehr als eine blasse Vorstellung. Von den deutschen Katholiken wählt ja ohnehin nur ein Teil Zentrum oder Bayerische Lolkspartei. Dieser Teil selbst ist wiederum in politischen Fragen— abgesehen vielleicht von denen, die dos Grenzgebiet zwischen Staat und Kirche betreffen— durch- aus nicht einig. Eine solche geistige Einigung wird schon durch die Schärfe der sozialen Gegensätze verhindert, die in ganz verschiedenartigen Gedanken über Staatsform und Volksmirtschaft ihren Ausdruck findet. Es gab eine Zeit, in der das Zentrum entschieden bestritt, eine konfessionelle Partei zu sein und in der es sich lebhaft um Gewinnung von Anhang auch in nicht- katholischen Teilen des Volkes bemühte. Diese Zeit ist vorbei, jetzt deklariert man sich wieder als die Partei des„politischen Katholizismus",.ohne auch nur im entferntesten sagen zu können, was„politischer Katholizismus" ist. Dieser ist bestenfalls eine aus der Geschichte zu verstehende Erscheinimg als Abwehrbewegung gegen die staatlichen Unterdrückungsmächte, die im Kulturkampf lebendig wurden. Aber diese Entstehungsursache wirkt in moderner Zeit nicht weiter fort— und so ist der„politische Kaiholizis- mus" nichts anderes als eine noch weiterlebende Erscheinung aus einer vergangenen Geschichtsperiode. Entsprechend der konfessionellen Kräfteverteilung in» deutschen Volk kann er nie mehr als eine Minderheit sein und in dem Maß. in dem die deutschen Katholiken erkennen. daß auf religiösem Gebiet gar nichts, auf politischem und sozialem alles für sie aus dem Spiel steht, ist er zum all- mählichen Verschwinden verurteilt. J» taktischer Hinsicht bedeuten ober die necken Vereinbarungen, daß sich der rechte Zentrumssl ü gel aus Bayern Berstärkungeii holt» um seine Machtstellung fest und dauerhast zu machen, und daß der linke Zentrumsflügel, zu dein vor allem die christlichen Arbeiter gehören, noch mehr an die Wand gedrückt wird. Die Kürzung hoher Pensionen. Die Bürgerblockparteien uneinig. Der Ausschuß für den Reichslzaushalt setzte in der Sitzung vom Dienstag die Beratung der Besoldungereform beim 5. Abschnitt fort, der eine Neuregelung der Wärtegelder, Ruhegehälter und Hinterbliebenenbezüge bringt. Hierzu lag u. a. der säion erwähnte sozialdemokratische Antrag auf Kürzung hoher Pensionen vor. Bei der Besprechung dieses Antrages am Montag waren so erheblich« Meinungsdissereii- zen unter den Regierungsparteien zutage getreten, daß man dir Sitzung auf Dienstag vertagte. In der Dienstagsitzung zeigte sich, daß in der interfraktionellen Besprechung der Regierungsparteien nicht gelungen war, die Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken. Unter allgemeiner Spannung nahm der Zentrumssührer 0. Suärard das Wort, um. wie er mehrmals betonte, namens der oereinigten Parteien des Zentrums und her Bayersschen Volkspartei die grundsätzliche Zustimmung zu dem sozial- demokratischen Antrag auszusprechen. Der Antrag gehe ihm indessen zu weit. Er begründete einen vom Zentrum und der Bayersschen Volkspartei gestellten Antrag, der Pensionszu- fchläge nur bis zu einem Grundgehalt van 12 000 Mark gewähren wollte, während die Regierungsvorlage die Grenze erst bei IS 000 M. Grundgehalt zieht. Von der Volkspartei und den Deutschnotionale n lag«in Antrag vor, in dem eine Grenze für die Zuschläge zur Pen- sion nicht vorgesehen war. Bei der durch die zahlreichen Anträge höchst oerwickelten Abstimmung wurden olle Anträge ab- gelehnt. Die Sitzung dauert fort. Mordaufforöerung gegen Pazifisten. Weil Völkische durch Völkische verraten wurden. Zwei völkische Subjekte des Freikorps Roßbach haben während des Ruhrkampfes einen der Ihren gegen Geld an die Franzosen ver- roten. Bezeichnend für den Geist des Gesindels, das einen nicht geringen Prozentsatz dieser Landsknechtsscharen ausmachte, aber letzten Endes eine Angelegenheit der Völkischen unter sich. Doch die ..Deutsche Zeitung" weiß es besser: Wenn die Völkischen Schnei- der und G o e tz ihren Mitkämpfer Schlageter verrieten, so sind � schuld daran die— Pazifisten! Zu diesem Zweck stellt das edle Blatt rasch eine Gleichung her zwischen ossenen Bekämpsern des Militarismus und käuflichen Subjekten vom Schlage der Goetz und Schneider, um dann mit kühner Schlußsolgerung zu behaupten, daß diese beiden„Verräter aus dem Lager der Pazifisten" gewesen seien, die sich in Roßbachs Heldenlager„eingeschlichen" hätten! An dieser verlogenen Unterstellung, die so ganz dem Niveau der patentiert reinrassigen Gclstesblüte entspricht, könnte man mit Achselzucken vorbeigehen, wenn sie nicht die Einleitung zu einer sehr ofsen- herzigen Mordausforderung bildete. Nachdem nämlich die Glcichseßung von Pazifisten und käuflichen völkischen Schurken voll- zogen ist, geht die„Deutsche Zeitung" zu folgender Schlußbetrach- tung über: „Die saschislische Aechkuug der„Feinde des Vaterlandes", die nichts gemein zu haben braucht mit der bolschewistischen Ermor- dung ganzer Volkskiassen, ist der naturgegebene Selbstschutz eines bedrohten Volke?. Die Geschichte hat erwiesen, daß die Not kämpfender Völker zwangsläufig zu solchem Selbstschutz führt und das eherne Gesetz vom Llut, das Blut fordert, keine noch so ge- schäftige Demokratie aus die Dauer ausgeschaltet hat. Verrat am eigenen Blute wird niemals durch Zuchthäuser und Freiheits- eiuzichungen Sühne finden, sondern nur durch Urteile, die den Verrätern das Leben aberkennen." Die ErsaHmng hat hinlänglich gezeigt, wie solche Auffoiderun- ge» in den unreife» Gehirnen völkischer Jünglinge sich auswirken. Deshalb soll diese hier nachdrücklichst festgenagelt werden, damit nicht später— wie so oft— die moralisch Verantwortlichen ihre.Hände in Unschuld wasche». Hackbari erledigt. Ein moralisches Todesurteil für den Landbundführer. Bereits die Gerichtsverhandlung gegen H a ck b a r t, über die mir berichteten, gestaltete sich für den Reichslandbundführer zu einer Niederlage. Noch vernichtender war das gestern verkündete U r. teil. Redakteur Icrts wurde zwar wegen formaler Belei» d i g u n g zu SV Mark Geldstrafe verurteilt, in der U r t e i l s b e- gründung werden aber die von ihm aufgestellten Behauptungen in weitestem Maße bestätigt. Es heißt da: In einer Reihe von Veröfsentlichungen des„Bouernbundes" wurden gegen den Kläger verschiedene Anschuldigungen erhoben. Das Gericht hat f e st g e st e l l t. daß der Kläger tatsächlich den Beamten des„Bouernbundes" Stellungen beim Land- bund mit höheren Gehältern versprochen hat. Sowohl der Zeuge Mathias als auch der Zeuge Grothe haben unter dem Eide aus- gesagt, daß von größeren Summen, die der Reichslandbund für die ,;u schaffende Ueberleitungsstelle zur Verfügung stellen wollte, und von einer VeriOppelung der Gehälter die Rede gewesen war. Tat- sächlich erhält der Zeuge Flister, der früher bei dem Bmiernbund angestellt war, jetzt als Geschäftsführer der Ueberleitungsstelle das doppelte Gehalt. Nicht nachgewiesen wurde dem Kläger, daß er selbst irgendwelche Vorteile durch seinen Uebergang zum Reichs- timdbund erhalten hatte. Der Kläger wurde ferner vom„Bauernbnnd" beschuldigt, die M i t g l i e d c r l i st e n des Baucrnbundes auf unrechtmäßige Weise erhalten zu haben. Wenn das auch nicht erweisbar sei, so stehe doch fest, daß er diese Listen noch als Prösidialmitglied des Bouernbundes hergestellt habe, und es scheine nicht unwahrscheinlich. daß er damals schon mit einer Verwendung gegen den Bauernbund gerechnet habe. Darin liege eine unlautere Handlung und eine grobe Untreue. Die Entwendung der Klischees konnte nicht nachgewiesen werden, die Art chrer Verwendung bedeute aber gleichfalls eine grobe Untreue. Die vom Kläger herausgegebene Sondernummer des„Bauernbundes" war eine Kampfschrift gegen den Bauernbund: aus diese Weise sei er diesem in den Rücken ge- sollen. Wenn der Kläger sich darauf berufe, daß er aus Grund seiner weitgehenden Vollmachten zur Herausgab« der Sondernummer ermächtigt gewesen sei, so stehe das Gericht auf dem Standpunkt, daß der Mißbrauch gewisser Vollmachten zur Herausgabe der Eondernummer eine Untreue besonders schlimmer Art, ein Mißbrauch dieser Vollmachten zum Nachteil seiner Bundesgenossen darstelle. Deshalb könne das Gericht den Angeklagten nicht nach Z 186 wegen öffentlicher Beleidigung verurteilen. Ihm sei der Z 193, der die Wahrung berechtigter Interessen vorsieht, zuzubilligen. Der Ausdruck„verrat" könne nicht als formale Beleidigung angesprochen werden, er sei lediglich eine Charakterisierung des treulosen Verhaltens, in diesem Falle«in berechtigter Vorwurf. Eine formale Beleidigung erblicke dagegen das Gericht in dem Ausdruck„Verräter" und in einer Reihe anderer Aeußerungcn, die die Verächtlichmachung des Klägers beabsichtigten. Bei der Straf- zumessung war zu berücksichtigen, daß für den Beklagten hinreichen- der Anlaß zu einer energischen Abwehr gegen die Handlungsweise des Klägers bestand. Nach dies«m Urteil ist der Fall Hackbart erledigt. Das Gericht hat diesem Landbundführer und seiner Kampfesweise und damit auch dem Landbund, der sich derartiger Personen und Mittel bedient, das moralische Todesurteil ausgesprochen. Das Ende der„Gtudentenschast". Erörterungen an der Handelshochschule. Der Rektor der Berliner Handelshochschule sprach gestern in einer Studentenversammlung über die vom Kultusminister Dr. Becker anbcraunüe Abstimmung über das Schicksal dex„Deutschen Studentenschaft", die am Mittwoch statt- findet. Die Meinung des Kultusministers, die er zu seiner eigenen inacht, glaubt er dahingehend interpretieren zu dürfen, daß es d c m Minister eigentlich gleich sei, ob Annahme oder Ablch- nung erfolge. Es sei bedauerlich, daß überhaupt nur noch ja oder nein gesagt werden könne. Aber wenn auch Ablehnung erfolge, so würden drei der wichtigsten Aufgaben der Studentenschaft bleiben: Darlehnskasse, Wirtschastsbeihilfe und örtliche Wirtschaftskörpcr. Für alles andere— besonders auch für die Leibesübungen— werden neue Formen gefunden werden. Dieser optimisttsche Standpunkt trat im Lauf« des Abends sogar wiederholt in der Art zu Tage, als ob sich durch die Ablehnung eigentlich nicht viel ändere. In dasselbe Horn blles der Hauptreferent Kersten vom Vorstand der„Deutschen Studentenschaft". Seine Ausführungen ließen erkennen, daß der Vorstand der„Deutschen Studentenschaft" eine Wandlung in der Taktik vorgenommen hak. Während man sonst die Fragen der Zugehörigkeit zur Studentenschaft und die Koa- litionssrage in den Vordergrund geschoben hat. scheint man jetzt zu merken, daß mit„völkischen" Grundsätzen und dem demagogischen Gerede vom„großdeutschen Gedanken" nichts mehr zu gewinnen ist. Dafür operiert man jetzt mit der bedrohten Selbstoerwal- tung. in Erwartung einer Unterstützung durch die Rektorenschojt. die durch den neuen Vermögensbeirai ihr Vertrauensverhält- vis zur Studentenschaft bedroht sieht. Mit Recht konnte aber der Korreferent Dipl.-Kaustnann Lei- dicke gerade auf das Verwunderliche dieses plötzlichen Jnter- e s s e s an der solange nebensächlich behandelten Frage der Selb st- Verwaltung hinweisen, um so mehr, als unter dieser Selbstver- waltung leider an einer großen Reihe von preußischen Hochschulen Unterschlagungen und Veruntreuungen im Bc-� trage von 124000 Mark erfolgt sind. Erst dos hat znm ministeriellen Eingriff in die Selbstverwaltung gezwungen, der sich jedoch— wie Rektor Thießen selbst zugab— als der relativ harni loseste erweisen tann, wenn die verantwortlichen Stellen verständig zusammenwirken. Oer„absolute Nullpunkt". Ein Vortrag von Prof. Nerust. Montag fand eine Festsitzung der Heinrich-Hertz-Ge- je Usch oft zur Förderung des Funkwesens gemeinsam mit dem Elektrotechnischen Verein statt.»Zunächst wurde Pros. Georges wegen feiner Verdienste um die Starkstromtechnik zum Ehrenmitglied des. Vereins ernannt. Dann wurde die goldene -Hcinrich-Hcrtz-Medaill« dem Prof. Max Wien- Jena, dem Eni- decker des Löjchsunkenprinzips, veiliehen. Die Gesellschaft hat auch eine silberne Medaille für Verdienste von Liebhabern des Funk- wesens gestiftet: diese erhielt zugleich mit 10k>0 M. Fritz Koch- Dresden für ein von ihm eingereichtes besonders gutes Empfangs- gerät.. � Dann hielt Pro,. R ernst, der Direktor des physikalischen Instituts an der Berliner Universität, den Festvortrag über „Physik b e i iii absoluten R« l l p u n k t". Das ist nicht etwa so zu verstehen, meinte er einleitend,-als jei die Physik beim Nullpunkt angelangt, also zum Sttllsland gekommen. Im Gegenteil »wchl sich gegenwärtig ein sehr lebhaftes Arbeiten und Fortschreiten bemerkbar. Es handelt sich vielmehr darum, das physikalische Ver- halten der Körper bei dem sogenannten absoluten Nullpunkt der Temperatur ftstzustellen. Die Erreichung höchster Temperaturen äst in unserer Borstellung nicht begrenzt, und auch tatsächlich haben wir in elektrischen Funken etmu 10 000 Grad, aus manchen Fixsternen 20000 bis 30000 Grad, in ihrem Innern sogar Temperaturen bis zu 10 Millionen Grad, und bei manchen radioaktiven Lorgängen scheinen Temperaturen bis zu 50 Millionen Erad vorzukommen. tliach unten aber ist die Temperatur schon in unserer Vorstellung begrenzt, denn da sie nach unseren Anschauungen in einer ungeord- »eten Bewegung der Moleküle(kleinsten Körperteilchen) besteht, so l�nn sie, nicht tieser als bis zum Aufhören dieser Bewegung sinken. Diesen tempcraturlosen Zustand hat man aus einer Reihe von Grün- den auf 273 Grad unter dem Gefrierpunkt des Wassers festgesetzt. Diesem sogenannten absoluten Nullpunkt ist man in der letzten Zeit rnfolge der Fortschritte, die man in der Verflüssigung der Gas« gemacht hak. sehr nahe gekommen: Wasserstoff wird bei 252 Grad Kälte flüssig, und als es im Jahre 1908 gelang. Helium zu verflüssigen, erreichte man sogar 269 Grad Kälte, näherte sich also dem absoluten Nullpunkt bis auf 4 Grad. Es zeigte sich nun, daß bei sehr tiefen Tnnperatliren die spezifische Wärme eines Stoffes außer- o-rdentlich schnell fast unmeßbar klein wird, das ist diejenige Wärme, die man ihm entziehen muß, um fein« Temperatur zu erniedrigen, und daher bestand begründete Hoffnung, dem absoluten Nullpunkt ganz nahe zu kommen, praktisch ihn völlig zu erreichen, da ja nur noch eine fast immerkliche Wärmeentziehung dazu not- wendig war Tatsächlich ist man ihm auch bis auf etwa ein Zehntel Grad ueihe gekommen, doch zeigen hier beide Gase ein eigentümliches Verhalten,«in« Entartung, wobei vor allem der Druck unabhängig von der Temperatur wird. Deshalb erscheint es ausgeschlossen, daß man den absoluten Nullpunkt völlig erreicht, er wird immer nur ein gedachter, nicht ein real herbeizu- führender Zustand bleiben. Zum bessern Verständnis dieses Verhallens der Gase hat Nernst die Hypothese(Vermutung) ausgestellt, daß muh beim absoluten Nullpunkt selbst die ungeordnete Bewegung der Moleküle nicht g ä n z- l i ch aufhöre, sondern in gewissem Umfange weiter bestehe und mit der Bewegung auch noch Energie, sogenannte.Nullpunktenergie" vorhanden sei. eine Vermutung, die ihn zu weittragenden kosmische» Folgerungen führt. Zum Schluß streifte er noch das elektrische Verhalten der Körper bei sehr tiefen Temperaturen und bemerkte tröstend, daß die Gesetze der Elektrotechnik ihre voll« Gülligkeit behalten. Bc. Gastspiel Fanny Larsen-Todseu. Städtische Oper. Ei» Abend, dem wir erwartungsvoll entgegensahen: erstes Berliner Auftreten von Nanny Lorsen-Todsen, der großen, von Layreuth her schnell zu internationaler Berühmtheit ausge stlegenen Wagner-Sängerin. Als Brünhilde, in der„Walküre", erscheint sie aus der Bühne der Städtischen Oper. Keine Er- Wartung bleibt unerfüllt. Stimme und Erscheinung haben das Maß der wagncrischeen Heldengestalt. Es kann nichts.ä)ochdramolischer-s" geben als diesen unfehlbar intonierenden Sopran, der mühelos über die Wogen des(manchmal überlauten) Orchesters trägt und mit höchster Selbstverständlichkeit als Instrument des dramatischen Aus- drucks gehandhabt wird, gefügig jeder darstellerischen Intention. Und die formvollendete Darstellung, mit allen Tugenden der Bay- reuther Schule ausgestattet, vor allem der Tugend eines immer regen Schauspielergewissens. zeugt zugleich von ungewöhnlicher künsttenscher Intelligenz. Dem Gesamtsindruck dieser Leistung wird leider der unzureichende, nämlich nur eben zureichende Rahmen un- günstig, den eine mittelmäßig« Aufführung liefert.(Gotthold D i t t« r s Wotan ist ein Partner, der in Ehren besteht.) Vom Dirigentenpult geht keine belebende Kraft aus. Robert F. Deuz- fers Tempi sind so lahm wie das innere Tempo, das er, zumal in der Walkürenjzene, d« Bühne nicht austreibt. Die Regie täte besser, anonym zu bleiben: sie ist nicht vorhanden. Um freilich die sinn- und musitwidrig« Inszenierung des Feuerzaubers zu berichtigen. dazu müßte man nicht aus eine„Neuinszenierung" warten. Der Ab- stand zwischen den festlichen Abenden großer Kunst und dem Re- pertotreälltag ist in diesem Haus« größer, als seinem Ansehen zu- träglich scheint. Wir müssen bedauern, um so mehr bedauern, daß dies erste Gastspiel nicht, wie beabsichtigt, an einem„Tristan".Abenö staUfindeo konnte: und mit freudigerer Erwartung sehen wir dem zweiten entgegen, bei dem di« geseierte Sängerin— nicht nur Wagner-Sängerin, wie sich zeigen wird— in Bruno Walters „FtÄ«lio"-Ensemb<« tritt, Klaus Pringsheim. 4 Arn Schluß gaben die verschiedenen Froktlonen Erklärungen ad, bei denen interessant ist. daß un sogenannten„Großdeutschen Einheitsblock" eine Minderheit am Werke ist, die f ü r die neue Berord- nung stimmt._ Jongleure des Mitiiäretats. England soll angeblich weniger als früher ausgeben, London. 29. November. Der Minister des Innern Ioynson-Hicks sagte gestern abend in einer Red«: Während der letzten drei Jahre haben wir unsere militärisclfen Ausgaben um 5 Pro.z. vermindert: Italien hat die seinen um 17 und Frankreich die seinen um 40 Proz. er- höht. Auf den britischen Ministern lastet heute eine sehr schwere Verantwortung. Es ist unsere Pflicht, sehr reifliche Ueberlegungen anzustellen, wenn wir sehen, daß Italien und Frankreich, die beide unsere Freunde sind, so viel mehr ausgeben als vor drei Jahren. Zapan kaust Eisenbahnmaterial. London, 29. November. Der Vertreter des japanischen Eisenbahnministeriums in London, Suzumura, führte den Vorsitz auf einem Diner, das ihm seine Kvlle- gen im englischen Eisenbahnministerium gaben. Erteilte hierbei mit, daß für die japanischen Eisenbahnen Aufträge in Höhe von öOO 000 Psund in England pia ziert worden seien und er hoffe, daß noch wettere größere Aufträge für England folgen werden. England hält Mesopotamien zurück. Es darf noch nicht in den Völkerbund. London, 29. November. halbamtlich wird erklärt, die gestrige unerwartete Abreise des Vlimsterprästdealen des Irak. Dschafar Pascha, von London bedeute nicht ektva. daß in den Verhandlungen über die Beziehungen zwischen England und dem Zrak eine Störung eingetreten sei. oder daß sie abgebrochen seien. Sie seien so gnl wie beendet. Es könne angenommen werden, daß die britische Regierung frühe st ens im Jahre 19 3 2 in der Lage sein werde, den E i n t r i t t des Zrak in den Völkerbund zu empfehlen. Araberstämme am persischen Golf. B a s r a, 29. November.(Reuter.) Der zurzeit hier zu Besuch weilende Scheich des unter englischen« protekloral stehenden Gebiets von Soweit ist driugeud in sein Laad berufen worden, da de» umgehenden Gerüchten znsolge der ZVahabllenführer Fei Sal Eddanisch sich mit einer starken Streilmachl der Grenze von Soweit nähert. Die Behörden versuchen, die an der Grenze wohnenden Stämme zu warnen und de» Widerstand zu organisieren. * B o s r a liegi am Zusammenfluß des Euphrat und Tigris und ist Endpunkt der Bagdadbohn. Kuweit liegt südlich davon in einer Bucht der Nordwestecke des Persischen Meerbulens, an der Nordost- lichen Grenze Aarabieus. Gowjetregierung dekrediert Amnestie. Aber das Gericht will hinrichten lassen. Während mehrerer Tage verhandelte dos Bezirksgericht von Archangelsk wegen der Ermordung des„Arveiter-Korreipon- dritten" Kotreedow. Der Mörder Nowikow wurde zum Tode verurteilt: zwei Mittäter zu je 10 Iahren Gefängnis. Das Gericht beschloß, beim Allrussischen Dollzugsrot um die Erlaubnis nach- zusuchen. entgegen der Amnestie dos Todesurteil gegen Nowikow vollstrecken zu dürfen. Der erste diesjährige Viskussionsabend der Volksbühne fand im Bürgers aale des Rathauses statt. Zu dem Thema „Film und Theater" hielten Heinz Hilpert. Lupn Pick und Julius Bab einleitende Reierate. Heinz Hilpe.t wie Lupu Pick vertraten die Ansicht, daß Film und Theater, die ihrem innersten Wesen nach durchaus verschiedene Künste sin!», stets getrennt von einander wirken müßten. Besonders Heinz Hilpert begründete eingehend sein« Ablehnung einer Vereinigung von Film und Theater. Der Theaterzuschauer wird— nach Hilperts Aui- fossung— durch den technisch volltonnnenen Handlungsablauf des plötzlich einsetzenden Films aus seiner naiven Illusion herausgerissen � Die Sensationssteigerung durch den Jttm bedeutet aber einen Er- lebnipverlust, besonders, da der Film als Ergänzung des Bühnen- bildes häusig dazu dienen dürft«, um Handlungsluckcn zu über- brücken, die der Dichter nicht auszufüllen vermochte. Lupu Pick trat für eine künstlerische Vervollkommnung des Films ein. Dos Publikum muß kritischer werden: dann wird auch ein« künstlerische Entwicklung der gesamten Produktion einsetzen und der Film stärker befriedigen als heute. Heut ist der Film fast nur ein Mittel zur Vergnügung des Publikums. Für höhere Ansprüche ist, nach der Publikumsmeinung, das Theater da. Aber auch das Theater be- friedigt zurzett wenig. Erst wenn der Film nicht mehr nach dem Theater und das Theater niäst mehr nach dem Film spielt, wird jcde der beiden Künste imstande sein, ihre Möglichkeiten zu er- schöpfen. Julius Vab bemühte sich, diesen gewissermotzen von der Bühne und von dem Kurbelkostcn her geäußerten Anschauungen, die aus dem Parkett und der Galerie entgegenzustellen Er betonte die unbegrenzten MSglichkeiten des Films auf dem Gebiet des Unwirklichen. Der Film kann uns künstlerisch erschüttern, wenn er sich ans die Wirkung seines Materials besinnt. Verknüpfung von Film und Theater wird immer dann erfolgreich sein, weim das Theater vom Eiirzeifpieler abrückt und die Menge zum Träger der Handlung macht. In diesem Fall sügen sich Filmszenen organisch ein: die Masse, doch immer von einzelnen auf der Bühne verkörpert, kann im Film wirklich gezeigt werken, und das Hin- und Hergleiren zwischen Theater und Film kann eine ganz groß«, einheitliche Wirkung auslösen. In der Diskussion zeigte sich dos Volksbühnen- Publikum an dem Probien,„Film und Theater" außerordeittlick interessiert. Besonders wurden lebhafte Wünsche nach Ausnahme des Films in den Wirkungsbereich der Volksbühne laut. lz. Nene Wege zur Bekämpfung des„gelben Salt" wurden m ein« Versommlung der Tierärztlichen Gesellschaft und der Tierärztlichen»eroin« der Provinz Branden- bürg besprochen, die in der Tierärztlichen Hochschule in Berlin tagte, llmer geldem Galt versteht man die Euterent�iindung. welche nicht weniger als ein Fünftel all« Milchkühe in Deutschland von der Milchproduktion ausschließt, in dem Mllchforschungsinstitut in Kiel erwiesen sich in den Jahren 1925 bis 1927 sogar 50 Proz. aller untersuchten Kühe als am gelben Gott erkrankt. Bedenkt man. daß der Wert unserer Milchproduktion mit 5 Milliarden Mark noch den unser« Kohlenproduktlon übertrifft und daß wir jährlich für fast eine halbe Milliarde Mark Milch-»nd Molterciproduktc vom Ausland einzuführen genötigt sind, so erkennt man ohne weiteres, was eine erfolgreiche Bekämpfung des gelben Gatt für unsere Land- und Volks- Wirtschaft bedeutet. Pros. Linz von d« Landwirtschaftlichen Hoch- Landgemeindeordtmug und Gutsbezirke Das Ende politischer Entrechtung auf dem l�aude. Auf der Tagesordnung des Landtages vom 1. Dezember steht auger der Beamtenbesoldung die Beratung der Land- gemeindeordnung. Da heute schon feststeht, dasz der Haupt- ousschuß die BeanUenbesoldung bis dahin nicht verabschieden kann, weil der Reichstagsausschuß mit seinen Arbeiten nicht fertig wird, so wird mit der zweite» Lesung der Landgemcindcordnurig begonnen werden. Es ist anzunehmen, daß die Rechtsparteien ihre Obstruktion, die ste vor den Sommerscrien getrieben haben, aufgeben, da sie wissen, daß sonst so schnell als möglich die Gutsbezirke durch ein S o n d c r g c s e tz zur Auslösung gebracht werden. Es ist unmög- iich, den heutigen Zustand, wonach in 12000 G u t s b e ,z i r k e n die Männer und Frauen, die im nächsten Jahre zum Reichstag und dem Landtag wählen sollen, ein K o m m u n a, w a h l r e ch t nicht haben, weil ihr G u t s b e s i g e r der Alleinherrfcher ist. Bon den 12000 Gutsbezirken befinden sich allein 11114 oder 92.6 Proz. aller Gutsbezirke in den Provinzen Ostpreußen. Grenz- mark, Nieder- und Oberschlesten, Pommern, Brandenburg und Sachsen. Folgende Tabelle ist sehr lehrreich, denn sie zeigt neben der Zahl der Gutsbezirke auch die Zahl der Einwohner: schauung, daß es unmöglich ist, dieses große Unrecht noch länger be- stehen z» lassen und viele Tausende von wahlberechtigten Menschen von sedem komniunakpoktischen Leben auszuschließen. Daß die Guts- besitze? anderer Meinung sind, ist verständlich, daß sich aber die Zentral« für 5)eimatdi«nst, die doch in erster Linie den Zweck hat, die deutschen Volksgenossen zu aktiven Staatsbürgern zu erziehen, dazu hergibt, ein L o b l i» d auf die Gutsbezirke zu singen, hatte ich für unmöglich gehalten. Im zweiten Novemberheft 1027 bringt die Zeitschrift„Der H e i m o t d i e n st" einen Artikel vom Rittergutsbesitzer von Bismarck-Kniephof, betitelt: „Die sozialen Funktionen des Gutsbezirkes", den der„Vorwärts" schon gebührend gewürdigt hat. Die Koalitionsparteien haben zur zweiten Lesung noch folgenden Antrag eingebracht: „Heber die Art der Auslösung beschließt das Staciisministe-' riurn. In jedem Kreise ist binnen einer vom Stoatsministerium zu bestimmenden Frist durch den Kreisausschuß nach Anhörung der beteiligten Gemeinden und Gutsbesitzer ein Plan anszu stellen. Wird der Plan innerhalb dieser Frist nicht aufgestellt, so ent- scheidet das Stoatsministerium von Amte wegen." Der Bismercksche Artikel im Heimatdienst wird also trotz seines Lobgesanges auf die Gutsbezirke das Stsrbeglöcklcin für st« werden. ob mit oder ohne Landgemeindeordnung. Die Gutsbezirke müssen zu bestehenden Land- oder Stadtgcmeinden qe- schlagen oder aber zu selbständigen Gemeinden gemacht werden, denn nur dadurch gibt es eine Gemeindevertretung und damit auch ein Wahlrecht für die Landarbeiter. Damit wird auch das durchgeführt, was vor einigen Wochen der preußische Innenminister aus der Tagung der Landgemeinden sagte:„Die lebendige Miiarbeil des einzelnen lm öffenklichen Leben der örtlichen Gemeinschaft." A. Haas, AI. d. L. Die sozialdemokratischen Studenten in Wien haben in einer Emschließung dem preußischen Unterrichtsminister Dr. Becker für seine Bemühungen um das gleiche Etudemenrecht Dank und An- erkennung ausgesprochen. Die Entschließung ist mit einer aus- führlichen Begründung dem preußischen Unierrichisminister, samt- lichen deutschen Hochschulen und den preußischen Studentenschaften zur Kenntnis übermittelt worden. schule in Berlin hat die von Ehrlich, dem Begründer der Chemo- iherapie, beschrillenen Wege zum Aufbau heilkräjtiger Präparate instemaiisch weiter ausgebaut und auf die Tierheilkunde angewendet. Es ist ihm gelungen, in einem Iodpräparat, dem S e l« k t a n. ein Mittel zu gewinnen, das auch in der tierärztlichen Praxis bereits mit großem Erfolg« benutzt worden ist. in nicht weniger als 00 Proz. der Fälle wurde vollkommene Heilung erzielt. Der preußisch« Land- wirtschaitsminister Dr. Steiger, welcher der Tagung beiwohnte, betonte das große Interesse der ihm unierstellten Verwaltung an der Verbindung von Chemie und Veterinärmedizin, die uns ersichtlich wichtige Ergebniste verheiße, und sagte für die Wetterführung der Versuche jede mögliche Unterstützung zu. Dr. Vi. veulsch.sranzöstscher Dirigeotcuaustausch. Die franzosische Gruppe der allaemeinen Theotergesellschasi gab am Moniaq tn Paris zu Ehren des Direkwrs der Berliner Städtischen Oper. Bruno W a l t e r, ein Frühstück, an dem Kriegsminister Painleve präsidierl«. Walter teilte mit. daß im Mai und Juni nächsten Jahres der französische Dirigent Gaubert in der Berliner Oper den Taktstock führen, während er selbst in Paris die Mozart-Auf- führung leiten werde. Eine Arbeiteroper in der Sowjetukraine. In Dniepropotrowsk (früher Iekatcrinoslaw) in der Ukraine ist das erste Operntheater der Sowjetunion eröffnet worden, dessen gesamtes Personal ein- s-bließlich der Regisieure sich ausnahmlos aus Arbeitern der dortigen Fabriken zusammensetzt. Die..Arbeiteroper" vcriügt über 30 Solisten, ein eigenes Orchester und Ballett und einen Chor von 40 Stimmen. Ein skandinavischer Theatertrust? Ein kapitalkräftiges englisch- amerikanisches Konsortium, an dem der Theatermagnal Lee Esparaun in hohem Grade beteiligt sein soll, hat die Absicht,«inen skandinavischen Theatertrust ins Leben zu rufen. Die Borbereitun- gen sind bereits soweit gediehen, daß man mit der Einverleibung der beiden Kopenhagener Bühnen„Scala" und„Casino" in den Trust rechnet. Die beiden Theater sollen vervflichter werden, ihren Spielplan aus England z» bezi-l�eri und enplisch-amerikamsche Aus- ktottunasoperetten aufzuführen. Die Kopenhazener Presse kritisiert diese Pläne aufs schärfste und ruft die Oeffentkichkeit zum Schutz der dänischen dramatischen Kultur gegen wertlosen englischen Kitsch aus._ Ma sien lau,« von N» Magit». Sarletto Tbieben und Ur» kn I o Falke brinzt dieS-Tanzmatln-ederBolkSbübnee. B. am Sonntag, dem 4. Dezember. 11','.Übt. ün Theater am Bülow- platz Einlatzk-rt-n«iir Dolksbühnenmitglteder 1,50 VI. in den üblichen D-rk-uMellen. Platztor kenfürRichtmitgliederlür 3,— und a,— M. an den Th'aterkasien der Firmen Aetz und Dertbeim. tzerbl'aosk'etliwi der Akademie der Süi.ste Ter Nunstbüloriker Dr. Alfred Aufm wird am 80. 17 llbr. lür den DeuNchen Kunliveretn»lnenPortiag mit anfchlietzender Flldrung halten. Zutritt haben auch Nichtmitglieder gegen Zahlung de« aus 0.Z0 R. ermäßigten Prcises. L« ilngmuseum. Zum«edrnten an Adalbert MatkowSkd kgeborcn «j. Tezcmber ILb"» spricht am 1. Dez.. 20 Nbr. Dr. L>an» llebed« über den Künstler. Szenen oui„Egmont" rezitiert Amanda Ltndner. Die Kcctbovensche Musik dazu spielt Werner Richter-Reichhelm. Der Eintritt ist s r e i. Straßen unter der Erde. Oer Tunnelbau am Anhalter Bahnhof. Bor einiger Zeit wurden i» Berlin die kühnen Projekte zweier Architekten, die den Pasiontenverkehr durch großzügigen Tunnelbau unter die Erde ablenken wollten, viel erörtert. Die Projekte wurden seinerzeit als phantastisch und unrealisierbor angesehen. Immerhin: ein Ausweg muß geiunden werden Die Zusammenballung des Per- kehrs bringt emc Gefährdung des Passanten mit sich, so daß dos Problem der Berkchrsrcgelung auf großzügigster Basis immer dringender wird. Einen interessanten Beitrag zur Regelung der Berkehrsmisere bietet der D o p p e l- T u n n e l b a u des Hotels„E x e e l f i o r" vom Anhalter Bahnhof in seine aus der linken Seite der Königgrätzerstraßc gelegenen Hotelräume. Das Hotel hat vom Magistrat der Stadl Berlin unter der Bedingung den Tunnelbau ge> nehmigt erhallen, daß es auf seine Kosten van der Möckernstraßc zur Königgrätzerstrahe einen unterirdischen Tunnel zum Abströmen des hier sehr starken Publitumsvertchr baut. Di« beiden Tunnel haben eine Länge von 80 bzw. 60 Meter, sind 3 Mater hoch ausgeschachtet und 3',z Meter breit. Erdboden, Wände und Decken werden mit sehr starkem Eisenbeton ausgelegt, sodann mit Teer verschmiert und zum Abschluß mit einer Marmormischung belegt. Seit dem 1. August wird in drei Schichten von morgens 6 Uhr bis nachts um 12 Uhr an den Tunnels gearbeitet. 600 Arbeiter haben hier bis Weihnachten Arbeit gesunden. Um diese Weihnachistage herum hofft man die Bauten fertiggestellt zu haben. Auf dem Anhalter Bahnhos iverdcn zwei Fahrstühle für den Gästelunnel eingebaut: die die ankommenden Reisenden unter die Erde in den Tunnel fahren. In der Mitte der Königgrätzerstraßc treffen die Tunnel in einem Dreieck zusammen. Hier wird die Anlage von kleinen Läden, hailptsöchlich Zigarelien- geschästen, Toiiettcortikelgeschästen und einer Gepäckausbewahrungs- stelle geplant. Hier stoßen die beiden Timnel zusammen und laufen dann in zwei verschiedenen Ausgängen, für die Hotelgäste im Innen- räum des„Excelfior", für die Passanten auf dem Troitoir der König- grätzcrstraßc aus. Im Excelfior wird ein kleiner Empfangsraum ein- gerichtet, von wo aus die Gäste in die Etagensahrstühlc geleitet werden. Der Passantentunnel hat Eingänge vom An- Halter Bahnhof und der M ö ck e r n st r o h e, breite Treppen, die auf den starken Verkehr in der Königgrätzerstraße eingestellt sind. Man verspricht sich durch den Tunnel ein« ganz wesentliche Entlastung des Stroßenoerkehrs. Oie Infektionskrankheiten. Keine Zunahme der Krankheitsfälle. Das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin teilt mit: In der abgelaufenen Woche sind besondere Häufungen von ansteckenden Krankheiten in den Berliner Schulen nicht beobachtet worden. Nur in einer Klosic im Nordwesten ist eine größere Zahl von Erkrankungen an Ziegenpeter vor- gekommen. Einige der früher geschlosieneu Schulklassen sind wie- der geöffnet worden, nachdem die Desinfektion und die er- sorderlichen boktenologischen Untersuchungen durchgeführt wurden. Oie Werbewoche in Berlin. 4543 neue Mitglieder gewonnen. Die Werbearbeit der Parteigenoffen während der a l l g e m« i« nen Werbewoche hat in Berlin ein erfreuliche» Resultat ge- bracht. Es wurden insgesamt 1623 neue Abonnenten des „Vorwärts" und 4543 neue Parleimilglieder. darunter 1234 weib- liche, gewonnen. Auf die einzelnen Kreise orrteilen sich die neuen Mitglieder wie folgt: Atinner Frauen Zns. Berlm-Mitte...... 240 138 378 Tiergarten...... 180 123 303 Wedhing 350 132 482 Prenzlauer Berg.,,, 356 119 475 Friedrichshain..... 245 94 339 Kreuzberg...... 163 81 246 49. Abt.( Schwerhörige)..— 2 2 50. Abt.(Bezirkssekretariat) 172«Z 234 Charlottenburg..... 176 33 209 Spandau 46 16 62 Wilmersdorf 85 31 116 Zehlendori 24 18 42 Schöncberg 126 13 139 Steglitz........ 7o 14 67 Tempelhof 36 32 68 Neukölln....... 463 139 602 Treptow 76 32 108 Cöpenick 61 17 78 Lichtenberg...... 180 S1 231 Weißensee 36 2 38 Pankow., 86 21 109 Reinickendorf..... 98 36 134 Sozialist. Arbeiter-Ingend 33_ 28_ 61_ propagandistische Bedeutung. Hossentlich beschränkt sich die Spiel» gemrinschast nicht auf Neukölln, sondern veranstaltet auch in andere» Bezirken diese Ausführungen. Am Schluß sprach Gcvosie Alexander Stein über das Thema„Kamps der Kulturreaktion". Er stellte fest, daß das Schmutz- und Schundsiesetz wie auch der Kepdellschr Schulentwurs nichts weiter sind als Exponenten im Kamps der Reaktion gegen die Gcistesfreiheit in Deutschland und daß jeder Sozialist heute die Pflicht hat. bei den kommenden Wahlen für die SPD. zu werben, vor allem bei den Proletariern, die aber irvtzdem politisch inbifserent sind.___ Oer Oippelsdorfer Mörder verhastet. Au« einem Heuschober hervorgezogen. Wir berichteten vor einigen Tagen über das Kapitalverbrechen, das in der Röhe der Ortschaft Dippelsdorf be! Dresden ent- deckt wurde. In einer Strohmiete hatte man, tief in dos Stroh gebettet. die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt. Man stellte fest, daß die Tote erwürgt worden war, außerdem fand man einen Schuß in die linke Brust. Der Verdacht fiel auf den Führer eines Motorrades mit Soziussitz, der am Bußtag in Düsteldorf ge- sehen worden war. Am Sonntag ist es nun gelungen, den Mörder sestzu- nehmen. Er hotte sich in einer Feldscheune bei G r ü n e w a l d (Oberlausitz) versteckt und dort genächtigt. Der Ackerbürger, dem die Scheune gehört, hatte, als er ein Fenster eingeschlagen vorfand, mit seinem Sohn alles durchsucht und im Stroh einen unbekannten Menschen gefunden, mit dem er zum Gemcindevorftehrx gehen wallte. Ohne Widerstand zu leisten, ialgte der zunächst noch unbe- : kannte Eindringlina, plötzlich aber ergriff er in einem Birkenwäldchen ! die Flucht. Der«vhn setzt hinterher, der Boter rief Hilfe herbei. Durch die Fußspuren im Schnee konnte der Flüchtling bald gestellt , und festgenommen werden. Beim Gemeindevorsteher kam es dann heraus, daß man es mit dem Mädchenmörder Dietrich zu tun hatte. Dietrich trug noch die Kleidung, die in den Meldungen der Dresdener Polizei bekanntgegeben war. Auch seinen Revolver hatte er noch bei sich. Der Mörder wurde gefesieft und zunächst noch dem Ruht ander Amtsgericht» gesöngnis tronportiert. von dort erfolgt« Montag nachmiuag feine Ueberführuna noch dem Dresdener Polizeipräsidium, wo mit den erforderlichen Vernehmungen begonnen worden ist. Insgesamt: 3309 1 234 4 543 In der vorjährigen Werbewoche wurden in Berlin rund 2100 neu« Parteigenossen geworben. Die Zahl hat sich in diesem Jahre also mehr als verdoppelt. Zwei Feuerwehrleute verletzt. Bei einem großen Fabrikbrand, der gestern abend auf dem Gelände der Standuhreniabrik von Walz in Karlshorst wütet«. wurden die Feuerwehrbeamten Höhne und T i« ck b u s ch von der Wache Niederschöneweide erheblich verletzt. Beide er- hielten van Sanzaritern die erste Hilsc.— Die vier Läschzuge waran fast sechs. Stunden lang mit der Bekämpfung des Feuers beschäftigt, und mir mit Mühe gelang es,«in Usdersvringen der Flammen aut die angrenzenden Wohnhäuser zu verhüten. Erst gegen 2 Uhr früh war die Gefahr beseitigt, und die Wehren konnten unter Zu- rücklosiung einer Brandwache wieder abrücken. Die eingeleitete kriminalpolizeilich« Untersuchung über die Entstehungsuriache de» Feuers hat noch kein Ergebnis gezeitigt. Hausangeftellten-TrasiSdie». In der Wohnung Ihres Arbeilgebers, des Kaufmanns R.. am Belle- Alliance-Platz. wurde heule früh um 8 Uhr die 17jährige Hausangestellte Elfe Schmidt durch Gas ver- g i f e i bewußtlos aufgefunden, Wiederbelsbimgsversuchr der Feuer- wehr blieben ohne Erfolg. Noch dem Befund liegt zweifellos ein Unglücksfall vor.— Ein ähnlicher Fall wurde heule srich gegen g Uhr in der C a m p h a u f e n st r a ß e zu Zehlendors entdeckt. Iu der mit Gas angefüllten Küche wurde die läjcchrige Hausangestellte Martha Simrau auf dem Fußboden liegend bewußtlos auf«. sunden.� Wiederbelebungsversuche hatten hier Erfolg, dock, mußte das Mädchen in bedenklichem Zustande in das Hindenburg-Kronken- haus gebracht werden. Ob ein Selbstmordversuch oder Unglücksfall vorliegt bedarf noch der Klärung. „Links ran." Unter diesem Titel veranstaltet« die Spielgemeinschast der Lungsoziali st«n im Lichtsvieltheater Neukölln die Aufsuhnmg einer politischen Revue. Es handelt« sich allerdings weniger um ein« szenisch ausgemachte Bühnenreou« als um die Ancincmderreihimg von Gsdichten, verknüpft mit Film und mu der Aufführung der Reimonnschen Parodie„Minna Priesnitz". Aber gemeinsam ist allen diesen Dichtungen der Haß gegen die Dunkelmänner, gegen die Reaktion, magjte fich aus kultu. rellem oder politischem Gebiet betätigen. Diese» Moment gibt dem Abend die einheillich« Rate, drückt ihm den Stempel aus. Und die Darsteller, von keiner Schablone, von keinem Schema belastet, glühen ebenfalls für die sozialistische Idee, hasten alles Lürgerlich-Mtissige, alles Verstockte, Reaktionäre, ste fühlen stch nicht als Darsteller und Sprecher, sondern als Kämpfer für einen großen Gedanken. Des- halb zündet ihr Vortrag, reißt mit, und die ganze Veranstaltung hat Oie Swdenien-Abstimmung. Beginn des Wahlaktes in der ttniverfitSt. Am morgigen Mttwoch finden an sämtlichen preußi- scheu Hochschulen die Abstimmungen der Studenten über die Bildung einer Studentenschaft nach den neuen Bestimmungen des preußischen Kultusministeriums statt. An der Berliner Universttät hat wegen der Größe der Hochschule auf Beranlostung das Rektors als Wahlleiter die Abstimmung schon heute früh um 9 Uhr be- gönnen, während die Auszählung, ebenso wie bei der Technischen Hochschule, der Laudwirljchajtlichen Hochschule und der Tierärztlichen Hochschul« erst morgen im'Anschluß an die Beendigung des Wohl» okte« arfolgen wird, so daß dos Ergebnis erst in den Abend- und Nachtstunden zu erwarten sein wird.• In der Universität hat man im Senatssoal drei Wahlurnen ausgestellt, an denen unter Mithilsc von Beamten der Universität imb Mitgliedern der Studentenschaft als Wahlvorstände die Ab- stiinmung vollzogen wird. Auch in der£ harrte yot man ein Wahltvlal für die zahlreichen in den verschiedenen Instimten und Kliniken tätigen Studenten«ingerichtet. Bei den Abstimmungen haben sich die Studenten mit„Je" oder„Nein" darüber zu entscheiden, ob wie bisher an den Hochschulen eine staatlich an- erkannte Bertrewnsi und SelbstverwalMng der Studenten gebildet werden soll oder nicht, und zwar aus Grund des neuen Studenten- rechts des preußischen Kultusministeriums, das gegenüber den bis- herigen gewiss« Abänderungen enthält und. was der Hauptstreit- punkt ist, den Einzelstudentenschnften das Recht der Koalition mit den ausländischen Studentenschasien, beispielsweise den Studenten der deutschen Hochschulen in Deutschösterreich und der lschecho- slowakci, untersagt. Bis gegen 12 Uhr hatten an der Universität von etwa 8000 bis 9000 wahlberechtigten Studenten schätzungsweise 1500 bis 1600 Studenten ihre Stimme abgegeben, io daß m den ersten Lormittagsstunden bereit» etwa 20 Proz. der Studenten ihrer Abstimmungspflicht genügt hatten. Sommistionsral Boich gestorben. Gestern mittag ist der Begrün- der des Zirkus Busch. Kommifsionsrot Paul Busch, im Alter von 78 Iahren a c st o r b e n. Im Lohre 1882 halte Busch mit einem kleinen Zellzrrkus in einem dänischen Landstädtchcn ongesangen. 18:15 errichtete er am Bahnhos Börse sein Berliner Zirkusgebäude, das feinen Namen weltbekannt macht«. Jetzt hat ein Herzleiden seinem Leben ein End« gesetzt. Hörfinq spricht vor dem Verllaer Reichsbanner. Der Ortsvere-n Schöncberg-Friedenau des Roichsbannsr» veranstaltet am Donnerstag, 1 Dezember in der Aula der 19, Gsmeindäschule, Ofsanbocher Str. 5. eine Kundgebung, in dar Bundesoorsitz ander O. H ö r s i n g. SenatsprSfidem Großmann und Rektor F. Kellermann Ansprachen holten werde», Bor der Kund- aebung wird ein Fackelzug veranstaltet. Abmarsch 18� Uhr ab Bahnhos Mlmersdorf-Friedenau. Di« Republikaner sind herzlichst eingeladen. vir Einäscherung des Genosten Hermann Obst, des langjährigen Leiters unserer Filiale Ackerstraß« 174, findet am Vonnerstag, dem 1. Dezember, 191* Uhr, statt. OerZiOZ.willkeineVersiandigung Die Solidariiai mii den Ausgesperrten. war bokannt. daß am 3t). November im Neichsarbeits- ..linisterium»ersucht roerden soll, den schweren Komps in der Aigumnittdiistric beizulegen, da begann der RdZ. auch schon, die Oesientlichkeit und das Neichsarbeitsminifterium in seinem Sinne zu beeinflussen. Zunächst ließ er durch die Press« mitteilen, daß die in Aussicht genommenen V«rbondlung«n wenig Aussicht auf Erfolg hotten, da er noch wie vor auf dem Standpunkt stehe, doh eine irgendwie geartete zwischcntarislichc Lohn- erhöhung nicht in Frage kommen könne, die Zigarren- aibeiterschoft also bis zum 3l. Mörz 1023 zu den alten Hungerlöhnen weiterarbeiten müßt«. Begründet wird diese Stellungnahme damit, daß die Zigorrenmdustrie eine zwischentarisliche Sohn- srhöbung nicht trogen könne. Es ist also die alte Weise und der alte Te;t, nur mit dem Unterschied, daß der RDZ. diesmal nicht von seinen„Grundsätzen"' redet.! er hat sie scheinbar in die Ecke gestellt. Seine Beröffent- lichungen zeigen aber schon im voraus, daß der RDZ. kein« Verständigung will. Sie zeigen auch, w o di« Schuldigen zu suchen sind, wenn die vom Reicbsarbcitsministerium eingeleiteten Verhandlungen scheitern. Aber auch noch einer anderen Richtung betätigen sich die Organe des RDZ. So bat der Verband süddeutscher Zigarren- fabrikanten an einige, ihm geeignet erscheinende Mitglieds- firmen ein vom 25. November dotiertes Geheimschreiben geschickt. in dem gebeten wird, arbeitswillige Bclegschosten und Ar- heiter zu veranlassen, für die am 30. November stattfindenden Verhandlungen dem Reichsarbeitsminifterium mitzuteilen, daß sie alle zu den alten Löhnen weiterarbeiten wollten, nur um aus der Not herauszukommen. Mit solchen Mitteln glaubt der Verband süddeuticher Zigorrenfabrikanten, dessen Syndikus Böhls wie der Oberhefehlshaber Brüninghaus ein Seeoffizier a. D. ist, das Reichsarbeitsministerium düpieren zu können. Nie Verurteilung der Aussperrer. Die„Soziale Geschäftsstelle für das E o o n g e- lisch? Deutschland" saßt« am Moniaq unter dem Vorsitz des d s n t f ch na t i o n a l e n Reichsioqsabgeardneten Mumm zur Aussperrung in der Zigorrenindnstrie eine Emschließuiig, in der es heißt: „So sehr die Soziale Geschästsstelle für das Evangelische Deutsch- fand grundsätzlich aus Arbeilgeber- und Arbeitnehmerseüe Kampf- maßnahmen, wenn alle anderen Mittel erschöpft sind, nicht aus- schließe» will, so wenig kann sie diese Aussperrung von 130 000 deutschen Arbeitern und Arbeiterinnen schweigend tragen. Weil 170 kommunistisch beeinflußte Zigarrenarbeiter in Sachsen tarisbrüchig imd dafür von allen in Frage kommenden Verbänden miß- billigt worden sind, hat man diese große Arbeiierschicht, die auch bei regelmäßiger Arbeit besonders schwer bei kargem Lohn um ihr tägliches Brot zu kämpfen hat. vor dem Fest der Liebe brotlos gemacht; durch die Leitung des Arbeitgobcroerbandes sind auch scharf widerstrebende Arbeitgeber zur Aussperrung gezwungen worden. Wir erwarten, daß der Reichstag ein deuiliches Wort redet und der Reichsarbeüsminister alsbald wirtsam schlichtend eingreift." Eine schärfere Verurtellung des Verbaliens der Tabakindu- ftriellen, als sie hier ausgesprochen wird, ist kaum möglich. Gleich- zeitig regt sich aber auch in allen Bevölkerungskreisen ganz spontan dos Solidaritäisgefühl mii den Ausgesperrten. Die Züschristen mehren sich, in denen sich Private erbieten. Tabatarbeitertmder in Pflege zu nehmen. Auf diese Anerbieten werden wir zurückgreifen, wenn die Per- bondlungen morgen wieder an dem Starrsinn der Unternehmer scheitern sollten. Auch über die vom ADGB. beschlossene Unter« stützungsottipn der Verbände hinaus regt sich die gewerkschastlichc Solidarität. So hat der Ortsausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen Bcamtenbundez aus seinem Vertreterlag eine Entschließung angenommen, in der den ausgesperrten Zigarren- arbeitern die Sympathie ausgesprochen wird und in der es dann heißt: „Es gilt die Macht eines rücksichtslosen und brutalen Unter- nchmertum» zu brechen, und die versammelten erklären sich bereit, sich für die moralische und materielle Unterstützung der Ausgesperrten einzusehen." Auch der Butab Hot aus seinem Goutag am Sonniag einstimmig solgendc Entlchiießunq angenommen: „Der 8. ordentliche Gaulag des Gaues Brandenburg des Butab spricht den durch die von brutalen Scharsmachern unter Führung ehemaliger Offiziere frivol vom Zaun gebrochenen Massenaiissperrun gen betroffenen Zigarrenarbeitcrn seine Sympathie und Solidarität aus. Er erwartet von seinen Mitgliedern, daß sie ihre Solidarität durch moralische und matcriclle Unterstützung tatkräftig zum Ausdruck bringen." Es kann gar kein Zweifel darüber bestechen, daß in der breiten Oeffenttichkeit die schändliche Ausbeutung der Zigarrcnorl'citer ollge- meine Empörung ausgelost hat. Die Zigorrenfabrikonten werden bald erfahren, daß man nicht ungestraft diese Oetsentlichkeit heraus- fordert. Sie haben morgen im Rcichsorbeitsministcrium noch einmal Gelegenheit zur Einsicht. Sic würden gut tun, diese Gelegenheit nicht zu oerposien._____ Die Gärung unter den Eisenbahnern. Kuodgebung in Magdeburg. Magdeburg, 29. November.(Eigenbericht.) vehnlich wie in dem Rcichsbahnausbesserungswerk Magdeburg. Buckau und der llmladehallc Buckau wurde heute die Belegschaft des Rcichsbahaausbefierungswcrkes Magdeburg- Salbke von einer begreif- lichen Erregung ersaßt. Die Ursache Ist die miserable Entlohnung und der schleppende Gang der Verhandlungen zwecks Erhöhung der Orts- lohnzuloge. Sie Belegschaft forderte vom Betriebsrat die sofortige Einberufung einer Betrieboversammlung. Sie versammelte sich aus der Schiebebühne und forderte Ausklärung. Oer Betriebsrat erkannte sosorl die kritische Situation und rief den Werkdirektor König. Der werldireklor glaubte aber die Arbeiter mit Drohungen beruhigen zu können. Er stellte sich vor die versammelten hin und hielt folgende Ansprache:„Meine Herren, ich fordere Sie aus. binnen 10 Minuten die Arbeit wieder auhnnehmen. andernfalls fristlose Entlassung dorchgcsührl wird." Diese Provokation löste bei den versammelten eine stürmische Erregung aus. Es war nur dem lalkrästigcn Eingreisen des Be- tricbsrales zu danken, daß der werldireklor sich überhaupt entfernen konnte. Die Belegschaft sorderlc nyn voin.Brtriebsrot gegen die Provokation bei der werkdireklion in Dresden vorstellig zu werden. Ferner forderte sie, daß sofort ein Vertreter der(Sewertschast herangeholl werde. Nunmehr erklärte der Werkdirektor Herr König, daß der Gewerkschastsangestellte erscheinen und di« Betriebsversammlung sorlgesetzl werden könne. Dieser Vorgang zeigt deutlich, wie stark die Gärung unter den Eisenbahnern ist. aber von den leitenden Beamten verkannt wird. Aber auch die breite Ocssentlichkest ymß hieraus erkennen, wie die Eisenbahner in einem der wichtigsten, und gräßlen Betriebe Deutsch- lands behandelt werden. Es ist. höchste Zeit, daß die berechtigten Wünsche der Eisenbahner, noch vor Weihnachten eine angemessene Lohnerhöhung vorzunehmen, Berücksichtigung smdeu. Die Lohnbewegung öer Karossersearveii er. Keine Kündigung des Manteltanss. Die Funktionäre des Karosseriekartells hotten an» 22. November beschlossen, das Lohnabkommen zum 27. De�nibes zu kündigen und von den Unternehmern eine Erhöhung des Löhne uiid Akkorde um 15 P r 0 z. zu fordern. Eine Entscheidung über die Kündigung des M a n t e l t a r i f e s hatten die Funktionäre nicht herbeigeführt, sondern beschlossen, diese Entscheid-ung einer Vollversammlung aller organisierten Kai oileriearbeiier.zu überlassen In dieser Vollversaimniung, die am Montag abend sin Ber- bandshaus der Metallarbeiter war und einen sehr starken Beiuch auswies, gab zunächst Genosse Picht vom Holzarbeileroerband die Gründe bekannt, warum die im Karosseriekartell zusammengeschlossenen Organisationen die Kündigung des Manteltarifs nicktt empfehlen. In der Debatte zeigte sich, daß eine cinbeitliche Auf- iosiunq über diese Frage nicht vorhanden war. Es sprach etwa die gleiche Zahl von Diskussionsrednern für die Kündigung des Toriiss wie dagegen. Die Kündigung des Lohntarifes durch die Funktionäre und die Aurstellung einer läprozcntigen Lohnforderung wurde jedoch von allen Rednern gebilligt. Die an> Schluß der Versammlung vorgenommene Abstimmung ergab schließlich eine große Mehrheit dafür, daß der Manteltarif zum 31. Dezember nicht gekündigt wird. Lsnfallsiatistik im �uhrkohleubergbau. "196 Tote und 21000 Aerlehte in einem Vierteljahr. Dortmund. 20. November. Nach einer Ausstellung des Oberbcrgontts betrug die Zahl der tödlich oerlauienen Unfälle ini Steinkohlenbergbau des Ober- bergamts Dortmund im dritten Vierteljahr 1027 19ti. Die Summe der Gesamtuiiiällc belies sich aus 20 961 für dieses Quärtol oder 58,912 auf 1000 Beschäftigte. Achtung, Bauarbeiter; Ab 1. Dezember wird mit Rücksicht auf die Lichtverhältlüsi« diz Arbeitszeit auf sieben Stunden täglich oerkürzt. Im Znter. esse der eigenen Sicherheit der Sollegen und Kameraden machen wie c» jedem zur Pflicht, nicht genügend beleuchtete Baustellen nicht zu betreten. Beachtet die llnsallvorjchristen. Deutscher Baugewcrksbund, Baugewerkschofl Berlin. Zevlrolverband der Zimmerer. verband der TNsjchinistcn nnd Heizer. verband der Akkordmanrcr. Lerantwort.'icki fgr Palitik: D:. fiutt Geqll! Wirischeft: H. iillegechSser; >Sru>erki'afl-.'elsc>!U>!H: Z. Stcioer: Feuilleton: 9. K. T öscher; Lokale» Iinb Sonstiges: geifl«arftiisi, Änzeigen: Th. Ulede; füinUio) m Kerlin. Ö., K-rlin. Vorioärt-.Buchi>ri:itere.t Berlin(523 69. Lindl Nitrene f. Verleg: Varwarts-Derlag(3 m. b und Verlggsanstap Paul Singer u Co ZÄ VtKlArNjCN ilCiUriOCHANÜtBOI iMadäatX'&Ce. Berlin. Leipziger öfr. 1ZZ-1Z5. 'Allen freunden. Vckanntrn und Vartelglmaffen hiermit die traurige Na bricht, daß unser lieber guter Papa Richard Krüger noch kurzem Krankeiiiager pliitzlich durch den Tod entrissen wurde. kbn Namen der trauernden Lxnterdliedenen Anna»räger g»d. OaNreich und Kinder y«rd«r», Nudi. Die Trauericler sind« am Nonner»- lag.>7 Uhr. im Krematorium Baum- schulenweg sielt. sSüWillN' gibt bis auf u-eltcres AjsrC«e, fUker.Palrtoto tu Kabrikprcisrn ab Bin«, überzeugen Sie sich. Kalser-WI!helnj-Straße24,ITr. Auf Teilzahlung Herren Garderobe Kleine* Bequeme Anzahluncl* Abzahlung I CAMNITZER Schönhauser Allee*2, 1 am Hochbahnhof Nordring Kredit selir giiiistig bei SMJIIeelM in HwhW, Brtfiiag. KINO-TAFEL Programm für die Zeit vom 29. November bis I. Dezember SEÜZ' 100 laitliings-.BabaU- B.lekUntmarkeo -egen Nachahmung «esetzl esch. erligtseitAS Jahr, als Spexkalll« Conrad milier Leipzig- Schkeutf itz zor Miete WcO.Ansbacderstr.t Herren-MaB- Schneiderei „ALEXF.CK" eaafacbflc. 5 II. ttta, Ode aanlgstr ttcfteiaffigc Sloffr. Solide Preise. 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