Morgenausgabe Nr. 569 A 289 44. Jahrgang Wöchentlich 70 Vfennlg,»»»�ench J.— Reidjsmorf, im oorau» jichlbot linier Streifband im An- und Lu»> land 5,50 Zleichsmart pro Ranat. Ser.Bomiärti" mit der Mustiie» tei Sonntogebeiloge.Salt und 3«tf sowie den Beilagen.lwterhaliuna und Wissens.Au, der gilmwett* .Stadlbeilage'.Frauenstimme'. JSer»inderfreund',.Jugend-Bar» märte",.Blick in di» Bücherwelt", Kulturarbeit' und.Technik" erschein» wachentäglich zwe.mol, Sonntag, und Biontag» einmal. Krettag 2. Dezember 1927 Groß-Äerlin 1V Vf. Auswärts 15 pf. Sie einspaltige Bonparelllezeile 80 Psennig. Reklame�eil« 5.— Reiche- Mark..Klein« Anzeigen das seUge» VerUner vottsblatt Äentvalorgan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands .. mala. Stell WWW Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben " hlen für zwei Worte. Arbeits markt '!» SO Pfennig. Familianxeigen für nnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annähme im Hauptgeschäft Linden» ftraßeS. wochentägl. von 81/: bis 17 Uhr. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecheil Tönhofs 292—297. Telkgramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vonvärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 6S. Drskomo-Gesellschast, Tepositenkasse Lindenstr. 3 Sozialdemokratie gegen Bürgerblock! Genosse Aufhäuser begründet die Wirtschafiöinterpellation.— Curtius gegen Schacht.- Die Sprache der Scharfmacher. Sozialdemokratische Wirtschastsinterpellation im Reichs- tag. Anklage gegen den Bürgerblock. Bier Tage sind vor- gesehen. Ein großes geistiges Ringen im Parlament um die Grundprobleme der deutschen Wirtschaftsführung— das könnten diese vier Tage fein. Sie werden es nicht sein— denn in diesem Reichstag ist kein« Regierung mehr, die wahrhaft führend sein könnte, auf dem Gebiete der Politik wie der Wirtschaft. Die Zügel sind der Regierung des Bürgerblocks längst aus der Hand ge» glitten. Die Interessenten regieren, und die Regierung des Bürgerblccks erfüllt die Funktion, für sie die Mauer zu machen. Das ist das Ergebnis des ersten Tages dieser Aus- einanderfetzung. Auf der einen Seite die Sozialdemokratie. Ein klar um- rissenes volkswirtschaftliches Programm mit dem Ziele der Bolkswohlfahrt. Eine wuchtige Anklagerede des Genossen Aufhäuser: Persagen der Regierung in der Frage der Sen- kunz der Preise und in der Kartellpolitik. Versagen in der Zollpolstik: Erhöhung von Lebensmittelzöllen, keine Senkung von Industriezöllen. Schwäche gegenüber den Scharfmachern, die sich anschicken, die Dreischichtenverordnung für die Schwer- industrie zu sabotieren. Schwäche gegenüber den Versuchen, durch Erschütterung des deutschen Kredits im Ausland die Lersorgungsbekriebe det Gemeinden den privaten Groß- tonzernen in die Hand zu spielen. Die andere Seite: die Scharfmacher der Schwerindustrie, die Großagrarier, die Hugenberg und Silverberg, die Thyssen und Klöckner, die Schiele», dazu der Reichsbankpräsident Schacht, der Sachwalter privatkapitalistischer Anschläge gegen die deutschen Gemeinden. Das sind die realen Kräfte, ihr Ziel ist es, die Arbeiterschaft niederzuhalten, eine lücken- lose Konzernherrschaft über das deutsche Volk aufzurichten. Und die Regierung? Herr Curtius, der Reichswirt- fchaftsmin'.ster, sprach von vielem, nur nicht davon, was die Regierung wolle. Sie deckt Schachts Angriffe gegen die Ge- meinden nicht— aber was wird sie gegen die von Schacht vertretenen Tendenzen tun? Herr Brauns, der Arbeits- minister, feierte die Erfolge der deutschen Sozialpolitik— aber er schwieg über die Frage, ob die Regierung die Durch- führung des Dreischichtensystems in der Schwerindustrie er- zwingen werde. In dieser Regierung bestimmen die Deutsch- nationalen, und deutschnationale Politik heißt Interessenten- Politik. Wo die Absicht besteht, Interessentenwünsche brutal gegen das Volk durchzusetzen, hört der Geist auf. Die Minister des Bürgerblocks dürfen Reden halten— aber sie können sich nicht geistig auseinandersetzen. Nach den Ministern sprach der deutschnationale Abgeord- nete Rademacher. Da sprach der Bürgerblock. Herr Rade- macher. Bergwerksdirektor in Borna bei Leipzig, Vertreter jener Unternehmergruppe, gegen deren Hungerlöhne sich der mitteldeutsche Braunkohlenstreik wandte. Agrarzölle müssen hochgehalten werden, Handelsvertrag mit Polen darf keine Herabsetzung bringen, Dreischichtensystem wird nicht durch- geführt. Dawes-Plan ist nicht erfüllbar. Bebend vor sittlicher Empörung forderte Herr Rade- macher die sozialdemokratischen Abgeordneten auf, ihre Wähler doch endlich dazu zu erziehen, daß sie den Wahl- zettel nicht zur Erlangung wirtschaftlicher Vor- teile mißbrauchen. In der Tat, ein unerhörter Materialis- mus dieser Invaliden und Altersrentner, dieser Erwerbs- losen und Kr egzopfer, dieser fürstlich entlohnten Arbeiter, die durch Sozialdemokraten ständig Forderungen an den Reichstag zu stellen wagen. Sie sollen sich am Idealismus dieser Bergwerksdirektoren Rademacher und Leopold, der Hugenberg. Reichert und Schiele ein Beispiel nehmen. Dieser Bergwerksdirektor aus Borna— das ist der Vürgerblock wie er leibt und lebt. Don voltswirtschaftlicher Zielsetzung, von Geist keine Spur— um so mehr scharfmache- rischer Wille. Mir einem Satze enthüllte Herr Rademacher die Kiele der Unternehmer, für die der Vürgerblock die Mauer macht: er beglückwünschte Herrn Schacht zu seinem Kampf gegen die Städte und deren S o z i a l t s i e» rungsbestrebungen von hinten herum. Da sind die Bundesgenossen beisammen. Herr Schacht, dem die Ehrenmitgliedschaft in der Deutschnationalen Partei an- getragen wird, weil er nach Kräften den Kredit der deutschen Gemeinden im Ausland schädigt, die d e u t s ch n a t i o- nalen Scharfmacher, die ihre lückenlose Herrschast über das Volk errichten wollen und den Dawes-Plan zu neuer Ausbeutung der Arbeiterschaft ausnutzen wollen. Und der Bürgerblock? Er ist die Regierung, in der diese Kräfte führend sind! » Die Sitzung wird um lö Uhr vom Präsidenten Löb« eröffnet. Haus und Tribünen sind gut besucht, am Regierungstisch sitzen der Reichswirtfchoftsminister Dr. Eurlius. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, Reichsfinanzminister Dr. Köhler. Ein kommunistischer Antrag aus Aussetzung de» Strafverfahren» gegen die Mitglieder der früheren Zentrale der KPD. wegen Bor- bereitung zum Hochverrat bis zum Ende der Wahlperiode wird dem Geschästsordnungsausschuß überwiesen. Auf der Tagesordnung steht die sozlaldemokrasische Znterpellaiion über die Wirtschaftspolitik der Reichsregicrung. Abg. ZNüller-Franken wendet sich dagegen, daß mit dieser großen Aussprache noch mehrere Interpellationen über di« Notlage im Aachener Gebiet, im Rheinland und in der Pfalz sowie über di« Verkehrspolitik im Osten verbunden werden. Da» Haus schließt sich dem Borschlag des Präsidenten an, diese Interpellationen erst am Sonnabend zu behandeln. Das Wort zur Begründung der sozial- demokratischen Interpellation erhält dann Abg. Aufhäuser(Soz.): Die durch ie Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Konjunktur wird verschiedene Maßnahmen der Wirtschaftspolitik der Reichs- regierung ernstlich bedroht. Neue Erschütterungen der Wirtschost und weiter« Teuerung durch Senkung der Reallöhne, Erschwerung der Lebenshaltung aller Konsumneten und Stelgerung der Not der Rentner sind unausbleiblich, wenn nicht unverzüglich alles geschieht, um ein weiteres Ansteigen der Preise zu verhindern und die Erhöhung der Einkommen der werktätigen Bevölkerung zu fördern. Die Regierung hat die Beratung der sozialdemokratischen Inter- pellation in der Zwischentagung des Reichstags verhindert, es be- durste erst der Unterhaltung mit dem Reparationsagenten und des Auftretens de» Reichsbantprästdcnten Schacht, um die Regierung zu oeranlassen, uns Rede und Antwort zu stehen. Auch jept ist es noch nicht zu spät, um diese Beratung ernstlich zu führen, der Reichstag muß den Willen haben, der Regierung die Wege zu >, die sie in der Wirtschast», und Finanzpolitik zu gehen hat. las Reichswirtschaftsministerium hat behauptet, daß es sich bei der gegenwärtigen Konjunktur um eine Mengenkonjunktur und nicht um eine Preiskonjunktur handle. Tatsächlich ist der Ausschwung der Konjunktur mit einer wesentlichen Erhöhung der Preise verbunden. Der Großhandelsindex der Fertigwaren ist von 154,1 auf 173, also um mehr als 10 Proz., gestiegen, zn derselben Zeit, wo aus dem Weltmarkt die Preise gesunken sind. Das zeigt, daß unsere Wirtschaftspolitik falsche Wege geht. Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium sind der Meinung, daß Lahn- steigerunaen die Konjunktur gefährden würden. Demgegenüber sind wir der Auffassung, daß die Konjunktur nur dann erhalten und erhöht werden kann, wenn Produktion und Absatz in Uebereinstimmung gebracht und die Kapitalbeschaffung ge- regelt werden kann. Die Erhöhung der Reallöhne sichert geradezu die Konjunktur. Was wir bei den Lohnbewegungen der letzten Wochen erlebt haben, bedeutete nicht nur die Anpassung der Reallöhne an die Steigerung der Preise, sondern auch den versuch, den Arbeitern den ihnen gebührenden Anteil an der Rationalisierung zu verschassen. Das Er- gebnis der Rationalisierung ist bisher restlos'den Unternehmern zugute gekommen, sie konnten es in Konjunkturgewinne ummünzen. Wir weisen in Uebereinstimmung mit dem Institut für Konjunkturforschung auf die Gefahr hin. daß der Reallohn sinkt, während zu gleicher Zeit die Produktivität st e i g t. Mit Entschiedenheit wende« wir nns gegen die Bc- hauptung, daß jede Lohnsteigerung auch eine Preis- steigerung zur Folge haben müsse. Die Gegenwartsfrage des deutschen Volkes ist die. ob Preis- und Lohnsteigerung dieselbe Wirkung erzeugen. Jede P r e i s e r- h ö h u n g bedeutet, daß die Ausbreitung des Konsums v e r- hindert wird, jede Lohnerhöhung bedeutet, daß sich der Konsum vermehrt. Preiserhöhung bedeutet Hemmung des Rlafseoverbrauchs. Unlerstühung der rückständigen vetriebc, Lohnerhöhung bedeutet den Zwang zur Produklionssteigerung und zur Entwicklung der velriebe und der gesamten Produktion. Deshalb bekämpfen wir die Parole des Wirtschaftsministeriums, das stabile Preise und stabile Löhne erhalten bleiben müßten. Wir verlangen im Interesse der Arbeiterklasse, im Interesse der Erhaltung und Steigerung der Kon- junktur den Kampf gegen die Steigerung der Preise und für die Erhöhung der Löhne. Wenn freilich die Regierung gewillt wäre, konjunkturfördernd zu wirken, dann hätte sie schon längst in ihren eigenen Betrieben Die Reichsbahn als Scharfmacher Oer fächsifche Landtag über den Dresdener Konflikt.- Oer Güterverkehr um Dresden flockt. Dresden, 1. Dezember.(Eigenbericht.) In der heutigen Sitzung des Sächsischen Landtags lagen nicht nur je«in sozialdemokratischer und ein kommunistischer Antrag vor, die ein vermittelndes Eingreifen der sächsischen Regierung in dem. Konflikt zwischen den Dresdener Eisenbahnern und der Reichsbahndirektion forderten, sondern auch«in Antrag der Deutschen Lolkspartei gleichen Inhalts, in dem gesagt wirb, daß der Arbeitskonflikt in unberechtigten A r b e i t e r e nt l a ss u ng e n seinen Grund habe. � Im Auftrage unserer Partei begründete Genosse Kautzsch den Fraklionsantrag, wobei er ausführte, er sei von der Organisation zu der Erklärung ermächtigt, daß sie durchaus am Tarif festhalt« und nllr Rotmaßnahmen gegen die Tarifbrüch« der Reichsbahn ergriffen Hab«. Auch der Redner der veusscheu Volksparlei. der Abgeordnete Voigt, wandle sich enlschledeu gegen die Relchsbohnver. wallung. die RIelhodcn augewandl habe, wie si« sonst unr vor zwanzig Zähren üblich gewesen seien. Er warf der Direktion vor, daß sie Vorschläge der Gewerkschaften. die den Konflikt erträglich regeln wollten, in brüsker Weise zurückgewiesen habe. Die Regierung gab eine Erklärung ab, in der gesagt wurde, daß der Landesschlichter sich bereit erklärt Hab«, einen Einigungeversuch zu unternehmen. Dieser Borschlag sei aber zunächst von der Reichsbahn mit dem Hinweis a b- gelehnt worden, daß noch unmittelbare Verhandlungen zwischen den Parteien im Gange seien. Die Regierung werde auch weiterhin von allen Möglichkeiten Gebrauch machen, die sich für ein« gütliche Beilegung des Streits ergeben. Die drei vorliegenden Anträge wurden gegen die Stimmen der Deutschnatlonalen angenommen. Die Wirtschoftsparieiler cnt- hielten sich der Siimme. * Im übrigen hat heut« vormittag dicReichsbahndirektion Dresden eine Besprechung mit den Vertretern der Presse abgc- halten. In dieser Besprechung wurden von den Pressevertretern an di« Reichsbahndirektion verschiedene Fragen gerichtet, die ober entweder gar nicht oder unbesriedigend beantwortet wurden. Die Presse hat heute abend zum Ausdruck gebracht, daß die Reichs bahndirektion in der heutigen Besprechung nicht in der Lage gewesen ist, die von den Mitgliedern vorgebrachten Tat- sachenbehauptungen zu entkräften. Gegenwärtig befinden sich nunmehr außer den IZOO Wertstättenarbeitern in Dresden 1400 Betriebsardeiter im Streik, und zwar kommen in Frage: Güterbodenarbeiter. Rangierarbeiter. Streckenarbeiter und sonstige Bahnhofsbetriebsarbeiter. Dadurch ist der gesamte Güterverkehr stillgelegt. Die Reichsbahn trägt sich schon mit dem Gedanken, die Annahme von weiseren Gütern zu sperren. Gegenwärtig werden schon die sür Dresden bestimmten Güter. züg« in den vorhergehenden Stationen aufgelöst, weit der größte Rangierbahnhof Dresdens, der zugleich der größte Rangierbahnhof Sachsens ist, vollständig verstopst ist. die Löhne erhöhen müssen. Bisher hat sie aber jede Erhöhung der Löbne in den Reichsbetrieben abgelehnt. Für ungelernte Arbeiter wird in den Reichsbetriebcn noch ein Wochenlohn von 2 2 M. gezahlt. In Königsberg erhalten die gelernten Arbeiter bei einer 4Istündigen Wochenarbeitszeit einen Lohn von 2!> bis 3 2 M. Dieser Lohn ist sogar noch niedriger als vor dem Kriege. ÜHört. hört! bei den Soz.) Statt mit gutem Beispiel voranzugehen, bat sich das Finanzministerinm sogar von der Reichsbahn ins Schlepptau nehmen lassen. Wir fratzrn das Finanzministerium: Ast es nun end- lich gewillt, mit den zuständigen Organisationen Tarifverlbandlungen einzuleiten, damit endlich ange- messcne Löhne in seinen Betrieben erreicht werdend Wir fordern weiter Erhöhung der Leistungen der An- gestellten, und Invalidenversicherung sowie der Sozialrenten. Die von uns eingebrachten Anträge dazu müssen unverzüglich zur Verhandlung kommen. Die Unternehmer haben immer behauptet, daß die Sozkallastcn, die sie zu tragen hätten, außerordentlich hoch seien. Wenn das der Fall wäre, dann würden sie sich niclst noch freiwillig neue Lallen auferlegen, wie beispiels- weise die neuerrichtete Kriegskasse, für die pro Mann und Monat 5 M a r k erhoben werden.(Hört, hört! links.) In einem Rundschreiben ist der Zweck dieser neuen Kriegskasse dargelegt war- den. Es wird dort erklärt, daß sich die Industrie durch diese Ans- gäbe eine Lohnerhöhung von 2)4 Proz. erspare. Mit dieser Krieqskasse soll aber nicht nur gegen die Arbeiterschaft ge- kämpft werden, sondern die Unternehmer haben offen ausgesprochen, daß das R e i ch s a r b eä t s m i n i st e r i u m in der Frage des Inkrafttretens der D r e i s ch i ch t e n o e r o r d n u n g für die Schwercisenbetriebe gefügig gemacht werden soll. Die Regierung soll gezwungen werden, auf die Durchführung der Verordnung am l. Januar zu verzichten. Darf die Reaierung die Bildung einer solchen Krieaskasse zur Sabotierung der(BZeßgebung dulden? Ist das Reichsarbeitsministerium bereit, die Lerordming am t. Ja- nuar in Kraft zu sehen oder will sie etwa den Absichten der Unter- nehmer nachgeben? Die Fragen der Lohnerhöhung und der Regelung der Arbeits- zeit müssen illusorisch bleiben, wenn nickt endlich in der Wirt- s ch a f t s p a l I t i k des Deutschen Reichs eine Aenderung herbeigeführt wird. Wir müssen feststellen, daß die Regierung gegenüber dem Preisauftrieb völlig , versagt hat. Weder in der Zoll- noch in der Kartellpolitik ist auch nur das geringste geschehen, um der Teuerung entgegenzu- wirken. Auf die Ankündigung der Zollsenkungsaktion durch das Reichswirtschast-ministerium ist bisher noch nichts erfolgt. Im Gegenteil, wir haben eine Erhöhung der Zölle auf wichtige Lebensmittel erlebt, wie auf Zucker, auf Mehl, auf Mais. Die versprochene Ermäßigung der Jndustriezölle wird von den Geheim- röten des Ernährungs- und Wirtschaftsministeriums sabotiert(Hört, hört! links.) Das gleiche Versagen sehen wir auch in der Kartell- Politik. Die in der Oesfentlickkeit erhobenen Vorwürfe gegen eine Reihe von Kartellen wird erst nicht weiter untersucht. Nicht anders sieht es auf dem Gebiete der Handelsverträge aus. Die Verhandlungen mit Palen zeigen, welche starken Hemmungen auf deutscher Seite vorbanden sind. Von der heutigen Regierung können wir auf dem Gebiete der Handelsvertragsverbandlungen nicht allzuviel erwarten, aber olle diese ungünstigen Erscheinungen in der Wir.schaftzpolilk gehen auf Kosken der deutschen Konsnmenken. und die Frage der Haltung der Konjunktur hängt wesentlich ab von der Erhaltung des Lebensstandards der Konsumenten(Sehr richtig! bei den Soz) Die Erbaltung der Konjunktur ist aber auch abhängig vom Zustrom ausländischen Kapitals. T'a AnSweitnnq der Produktion ist nur mögkicst, wenn ihr erhebliche Kapitalien zugeführt tverden- DeerZustrom ausländischen Kapitals gewinnt erhebliche Bedeutung, wenn wir die Zinssäße des Inlandes mit denen im Auslande verglichen. � Das ausländisch« Kapital ist zum Teil auch erfarder- lich.-chyr diese Zinsspannung auszugleichen. Wer den ausländischen Kapitalstrom hemmen will, der hcmmtzugleich diesen Aus- gleich. Die Tragfähigkeit der deutschen Wirtschaft wird nicht da- durch festgestellt, daß man mechanisch die Zahl der ausländischen Anleihen zusammenrechnet. Im Auslande hat man auch diese Zu- sammenhänge erkannt. Im Auslande hat man auch nur danach gefragt, welche Entwicklung sich in der deutschen Produktion vollzieht. Erst im Anschluß an die neuen S ch a ch t- D i, k u s s i o- n e n sind Schwierigkeiten entstanden. Herr Schacht hat den Ce- meinden den guten Rat gegeben, sich auf die eigene Kraft des deutschen Kapitalmarkte, zu stützen. Dabei ist ihm doch bekannt, daß dieser Markt überlastet ist, daß die Möglichkeiten zur Bcschasfung innerer Anleihen auf ein Minimabnaß beschränkt sind, nicht zuletzt durch solche Maßnahmen, die mit seiner eigenen Tätigkeit im Zusammenhang stehen. Herr Schacht hat ober diese allgemeinen Aussührungen über die Ausländsanleihen mit einer ungeheverlichen Hetze gegen die deutschen Gemeinden verbunden.(Sehr richtig! links.) Wir Sozialdemokraten sind die letzten, die dem Rcichsbankpräsidcnten das Recht und die Pflicht bestreiten, zur Aufrechterhaltung der Währung und bei der Beob- achtung der Wirtschaft Kritik an der öffentlichen und an der privaten Finanzgebarung zu üben. Wir Sozialdemokraten kritisieren selbst di« Fehler die in den Gemeinden gemacht werden, aber wir wenden uns mit aller Entschiedenheit gegen die hemmungslose Verallgemeinerung. durch die der AclchsbankprSsident das Ansehen der denk- scheu Gemeinden vor der Welt herabgesetzt bat.(Sehr wahr! links.) Dadurch hat nicht nur die Kreditfähigkeit der Gemeinden, son- dcrn auch die der G e s a m t w i r t s ch a s t eine schwere Bedrohung erfahren. Gerade wenn man eine Kontrolle über die Finanzpolitik der Gemeinden erzielen will, muß man sich vor solchen Uebertrei- bungen hüten. Die Reichsregierung hat sich dazu noch nicht ge- äußert, sie scheint auch damit einverstanden zu sein, daß der Reichs- bankpräsident die Richtlinien abändert, die zwischen ihm und dem Reichsfinanzministerium vereinbart sind. Die Beratungsstelle hat überhaupt ihren Betrieb geschlossen. Durch diese plötzliche Sperr« gegenüber den Ge» meinden pnd nngehcure Werte für die deutsche Wirt- schaft verloren gegangen. Die Dcralungsstelle hätte vor ihrer Schließung wenigstens das eine noch tun sollen, Herrn Schacht dahin zu beraten, er solle keine Rede mehr halten.(Sehr wahr! links.) In Bochum hat Herr Schacht sogar die unerhörte Behaup- tung ausgestellt, daß das Anleihebedürfnis der Gemeinden lediglich auf das L u x u s b e d ü r f n i s der Gemeinden zurückzuführen fei, obwohl er selbst erklärte, daß er nur einen unvollkommenen Aus- schnitt au, den kommunalen Finanzen zur Verfügung habe.(Leb- hafte» Hort, hört! links.) Gegen industrielle Auslands- an l e i h e n hat Herr Schacht nichts einzuwenden gehabt. Aber aul neben den 5 Aiilliarden für die Industrie auch noch soo Millionen für die Gemeinden aufgenommen werden sollten, da war mil einem Male die Währung erschüttert.(Lachen links.) Da- bei zeigt sich bei einem Letgleich der deutschen Gemeinden mit denen des Auslandes, daß ihr Anlejhebedürfnis wesentlich geringer ist. ö.urch den Anleihebedarf der Gemeinden soll nicht der laufende Be- darf gedeckt werden, sondern es handelt sich um einen U e b c r- g a n g s b e d q r I für den Wiederausbau, um die W i e d e r q u t- k,nJ! r-j9 n? a'm n 9'.')er ÖurG zwölfjährigen Raubbau, nicht durch Schuld der Gemeinden getrieben worden ist.(Sehr w°hr!'.nks) Herr Schacht ha. ja für solchen Uebergang auch stlbst Kredite zur Verfugung gestellt, das war 192-t. wo ein Teil der Reichsbankkredite zur Spekulation in srqnzösischen Franken verwendet wurde. Die Gesamtsummen der kommunalen Anleihen von 1% Milliarden verteilt sich auf eine Dauer von 22 bis 23 Jahren: im Durchschnitt ergibt sich für die Gemeinden eine poincares neueste Erfindung. Glfäffer düisch und AutsnomistenSewegung als Kn'edenshindernis! Paris, 1. Dezember.(Eigenbericht.) Ministerpräsident P o i n c a r e erklärt in semer Antwort aus einen Brief des elsäfsischen Abg. S e l tz zur Beschlagnahme der auto- nomistischen Zeitungen, daß die französische Regierung w e i t d a v o n entfernt seh die deutsche Sprache verbannen zu wollen. Sie wolle ihr den gebührenden Platz einräumen, den der tradittonelle Dialekt in einem Grenzlande, das 40 Jahre von Frank- reich getrennt war, erlangt habe; sie könne jedoch nicht zugeben, daß die deutsche Sprache m Frankreich zweite Landessprache wäre. Die Autonomistenzsitnngen könnten in Deutschland den Ge- danken aufkommen lassen, daß Elsaß-Lothringen in irgendeiner Form in das Deutsche Reich zurückkehren wolle, während man in Frankreich den Eindruck habe, daß die autonom! st ische Propaganda vonaußenher eine gewisse Ermutigung finde. Insofern sei dies« Bewegung ein ernstes H l n d e r n i s auf dem Wege zur deutsch-fran- zösischen Annäherung und zur Sicherung des Friedens. Die Regie- rung müsse In Wahrling der nationalen Tradition all« Maßnohmen gegen Machenschaften, welche die Unteilbarkeit Frankreichs berühren, treffen. Äriand und Mussolini. Paris, 1. Dezember.(Eigenberichk.) Zu der Aeußerung Briands in der Kammer, daß er zu einer Aussprache mit Mussolini bereit wäre, wird behauptet, daß ein« solche Zlisammenkunst schon für die nächste Zeit in Vor- bereilung sei. Wie wir zuverlässig erfahren, entspricht das nicht den Tatsachen. Briand hat seine Aeußerung in rein hypothetischer Form gefaßt und wollte auch nur so verstanden sein. Schwere Ltoruhen in Schanghai. Mordanschläge und Straßenbahnftillstand. Schanghai, l. Dezember. Die Loge wird immer bedrohlicher, da sich wiederauflebende Gewalttätigkeiten häufen, kaum ein Tag vergeht ohne Mord oder Mordversuch an Polizisten und Fabrikwerkmeistern. Die Etnschüchlerungsocrfuch« gegenüber den vertchrsangestellten, die zum Streik veranlaßt we den sollen, erreichten gestern nachmittag Ihren Höhepunkt. Aus einen Straßenbahazug wurden Schüsse abgegeben, durch die eine Engländerin und drei Ehiaesen verwundet wurden. Zwei der Täter wurden von einem chinesischen Polizisten erschossen. Der Stroßenbahnvertehr wurde eingestellt. Wenn auch zu beachten ist, daß diese Alannmeldung aus b r i- t i s ch e r Quelle kommt, so ist auch nicht vergessen, daß Kanton vor kurzem in die Gewalt der Kommunist«» über- gegangen war. ohne daß seither gemeldet worden wäre, daß diese Machthaber wieder vertrieben seien. So wird es sich wohl auch in Schanghai um ein Wiederaufleben der radikalsten Bewegung für die Unabhängigkeit und darum gegen ihre Feinde, die Briten, handeln. Genfer Ookumeniensawine. Was wird aus dem Sicherheitsausfchuß herauskommen? V. Sek. Gens, L Dezember.(Eigenbericht.) Die Vorschläge von B« n e s ch und P o l i t j s über die Arbeits» Methoden d«s neuen Sicherheitrkomitces hasten zu domlich die Tendenz offenbart, einigen Spezialisten der Sicherheitsfrage Gelogenhest Zu geben, jahrelang gelehrte Arbeit ohne praktischen Nutzen zu leisten. Das ging nun sogar dem Vater des Sicherheit»- komitees zu weit: Paul-Boncour erklärte im weiteren Ver- lauf der Debatte, er benötige, ehe er feine Zustimmung zu einem Akheitsprogramm gebe, dessen schriftliche Fixierung. Sogar Lord Eushendlin ergriff das Wort, mn vor der Gefahr eindringlich zu warnen, daß man vor lauter Studien nicht zum praktischen Er- gebnis gelange. Er gebrauchte das Wort von einer„D o k u- m e n t e n 1 a w i n e", die da» Elcherheitskomitee entfesseln und unter der es erdrückt werden würd«. Daraufhin wurde die Sitzung auf morgen vertagt, um auf Grund schriftlicher Vorschläge d'e Aufgaben des Komitees festzulegen. Selbst die Dertreter der großen Militärmächte scheinen da�» Gefühl zu haben, daß es so nicht weitergehe und daß etwas P o s i- t i o e s für die Abrüstung bald geschehen müsse. Würde man die von Benefch und Politis vorgeschlagenen Methoden angenommen haben, dann hätte man zwar ein« jahrelange oder, fozar leoensläng- liche P f r ll n d e für einige Rechtsgelehrte geschaffen, sonst oei nichts. Für die Mitglieder und befonders für die Berichterstatter des Sicherheitskomstees wäre das zwar eine vorzügliche Gicherheil", aber die Völker wänden in dieser Unfruchttorkeit den Be v.''s«ine- Bankrotts des Völkerbundes erblickem Schon z-z? ist der Druck der öffentlichen Meinung, namentlich in England, so stark, daß er Lord Enshendun veranlaßt«, sein« Warnung vor uferlosen Studien auszusprechen. Sicherlich hat auch die Anwesenheit der russischen Delegation in diesem Sinne gcw'rkt und darin ircgt ja der Hauptwert ihrer Beteiligung. Oer Völkerbund als Registriermaschine. Genf, 1. Dezember.(Schweizer Depeschenag.) Mehrere dem Sicherheitskomitee angehörende Delegierte beab- sichtigen,«inen Z u s o tz der Völkerbund-satzung dahin zu beantragen,. daß der Völkerbund tünstig Verträge nicht automatisch registriere, die offenkundig gegendieAusrechterhaltungdesFrie- d e n s verstoßen._ Sturm im australischen Parlament. Arbeiterparteiler ausgeschlossen. Eanberra. 1. Dezembkr. Ministerpräsident Bruce schlug im Abgeol-dnetenhau» vor. di« D.batte über die Tagesordnung zu vertagen, um die Lage der In» dnstri«, besonders die Krise in der Schiffahrt, zu erörtern. Mit- glieder der Ardeiterpartei unterbrachen ihn. Es entstanden Lärm- szenen, die zwei Stunden dauerten. Ein Arbeiterporteil«? wurde auegeschlossen In einem Antrag schlug Bruce vor, di� Kammer uick» die Rcgeerung sollten all? Stritte unterstützen, bis die Zusammenarbeit aller australischen Staaten zur Erhaltung der gesetzlichen Ordnung und zur Sicherung d«r' g eme i y nüitz i gen.Unternehmungen. fch-dern können. (Diesem Tan.»rstisozitzlipisckier Regieruygen kenkt man und oerstehtz daH'er Ausnahmegesetze gegen die Arbeiter ankündigt. Red. d. vi). Zuirauen zum roien Wien. Lleberzeichnang der Dollaranleihe. Wien. t. Dezember.(Eigenbericht.) Au» New park wird gemeldet, daß die Ausgabe der wiener Stadtanleihe von 30 Millionen Dollar am Mittwoch großen Erfotg gehabt hat. Die Zeichnungen übersteigen den aufgelegten Betrag beträchtlich. Iahreslost von S4 bis S6 Millionen Mark. Will Herr Schacht seine Behauptung noch aufrechterhalten, daß daran die Währung kaputtgehen soll? Wagt jemand zu sagen, daß die Leistungssähigteit der gesamten deutschen Kommunalwesen hinter solchen minimalen Zahlen zurückbleibe» muß?(Sehr richtig! bei den Soz.) Wir hätten erwarten müssen, daß die Reichsregierung diesem Treiben ein Ende macht, daß sie die deutschen Gemeinden vor solchen ungerechten Angrisfen schützt, daß sie dem Auslände Aufklärung darüber gibt, daß die Stellung der deutschen Ge- meinden anders ist als die des Auslandes. Die deutschen Gemeinden sind zu Trägern wichtiger volkswirtschaftlicher Aufgaben geworden, sie unterhalten die großen Versorgungsbetricbe, die auf- gebaut und oerstärtl werden müssen. Die erhöhten Ansprüche der Bevölkerung an die Versorgung mit Gas, Wasser und Eleklrizitöt müssen befriedigt werden. Diese Dersorgungsbetriebe haben in allen Ländern ein große» Anlcihebedürsnis. Bon den amerikanischen Anleihen ist allein ein Drittel an deutsche Lersorgungsbetriebe gegeben worden. Herr Dr. Schacht hat aber weiter die Ausgaben für Stadien, Spielplätze, Grünflächen getadelt, er hat sie im Hansa- bund als„soziale Annehmlichkeiten' bezeichnet. Herr Schacht bewies damit nur, daß er keine Ahnung von dem sozialen Elend der städtischen Bevölkerung hat, daß er ihre Lebensbedürfnisse nicht kennt, daß er nicht weih, daß alles geschehen muß, um das deutsche Volk arbeitsfähig und gesund zu erhalten, wenn Herr Schacht von Oekonomie redet, dann denkt er nur an die Moschinen, wir aber denken vor allem dabei an die Menschen. Hat man denn bei den Krediten an die Landwirtschait immer gefragt, ob sie zu produttlven Zwecken oerwendet werden? Wir sind gewiß Freunde der Londwirlschast, wenn aber die große Verschuldung der Landwirtschaft festgestellt werden muß, so darf man doch auch eine solche Frage stellen. Herr Schacht Hot auf die Jahre 192ö und 1926 hingewiesen: gerade in diesen Iahren hatten die deutschen Gemeinden ganz besonders schwere Aufgaben zu lösen gehabt. Sie muhten 2 M i l- lionen Arbeitslose oersorgen, wenn sich heute die- Regierung und Herr Schacht über die Konjunktur überhaupt unterhallen können, dann verdanken sie das den Gemeinden, die in diesen beiden Jahren durdzgehalten haben.(Sehr wahr! links.) Di« Ar- beitslosen lind nicht vor die Reichzbank gezogen, sondern vor die R a r h ä u i e r, von Herrn Schacht haben sie keine Hilfe bekommen. Wenn er nur eine Ahnung von dem sozialen Leben hätte, so würde er den Gemeinden den Dank dafür aussprechen müssen, daß sie wahre sozial« Großtaten vollbracht haben.(Sehr wahr! links.) Die beste Produktivität wird durch die beste Sozial- Politik erzielt, durch den Schutz und die Erhaltung von Leben und Gesundheit der Arbeiter. Die Reichsregierung hat sich bei der Hetze gegen die Gemeinden nicht nur passio verhalten, sie ließ sie durch ihre Organe sogar noch unterstützen. Die Zeitschrift ,.W irtschaft und Statt st i k", die vom statistischen Reichsamt herausgegeben wird, hat Material vcr- öffentlicht das in tendenziöser Weise den Feldzug Schachts gegen die Gemeinden im Interesse des Prioattapitals fördern sollte. Billigt die Reichsregierung es, daß sich das Statistische Reichsamt in den Dienst des Privatkapitals stellt? Die Folge dieser Hetze ist nicht nur eine Bedrohung der Kredilsähigkeit der Gemeinden, son- der» auch eine llnlcrgrabung de» Vertrauens in die ijanze kommunale Finanzwirtschaft. Wichtige Projekte können nicht mehr in Angriss genommen werden, der Wohnungsbau wird gehemmt, und da» muß unaünstig zurückwirken aus die Konjunktur und ans die Haltung der Währung. Herr Schacht ist damit zum Schritt- wacher geworden der Herren Hugenberg, Silverberg und der anderen Vertreter der Schwerindustrie, die durch Aus- Höhlung der wirtschaftlichen Unternehmungen der Gemeinden diese zitr höchsten Not treiben wollen, damit sie als reise Frucht dem Prioatkapital anheimfallen. Wie stellt sich die Reichsregierung zu dieser Frage Kreditschädigungsaktion des Herrn Schacht? Wie soll der Wohnungsbau für 1928 unter solchen Um- ständen finanziert werden? Soll etwa eine neue Attacke gegen die Mieter geritten werden? Unsere ganze Wirtschaftspolitik zeigt, wie stark feit dem Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung der Einfluß der Großagrarier und der Schwer- industriellen geworden ist. Der Reichstag muß erst entscheiden, was wkfjtiger Ist: deulschnationale Parteipotilik oder Dirt- fchaftspotitit im Interesse de» deutschen Volkes. Im Jahre 192S beim Antritt der ersten Rechtsregicrung wurde erklärt, daß die großen sinanz- und wirtschaftspolitischen Fragen nur gegen die Sozialdemokratie gelöst werden könnten. Die Entwicklung der näcksten Wochen wird zeigen, ob man dies? Polilik w?iter will. Jetzt besteht noch die Mögttckkeit, die Kensunktur zu erhalten.. Entweder man folgt unseren Vorschlägen oder man geht die Wege der deutschnationalen Jnteressenpolitik. Die Entscheidung liegt in der Richtung: Entweder unter deutschnationaler Führung Zerschlagung der "-------......"" Ar- «hrung .„—------„.-------------- damit Aufstieg des deutschen Volkes.(Lcbhaiter Bei- fall bei den Soz.) (Weilerer Bericht siehe 2. Beilage.) Litwinow:»Wie herrlich ist diese Taube auf dem Dachet Alle(laut):»Begeisternd!"(Leise):»Nur den Sperling in der Hand nicht fliegen lassen!" Sicherungsverwahrung oder nicht? Oer Kampf gegen Berufsverbrecher.— Sozialdemokratie gegen Blankovollmachten. Der Strafgesetzausschuh des Reichstags beschäftigte sich gestern mit Z 59 des Entwurfs, der vorsieht, dah das Gericht gegen jemand, der schon einmal zum Tode oder zu Zuchthaus verurteilt war und aufs neue als ein für die ösfentliche Sicherheit gefährlicher C e- wohnheitsverbrecher zu einer Strafe verurteilt wird, neben der Strafe auf Sicherungsoerwahrung erkennen kann. Die beiden Berichterstatter. Wegmann(Z.) und Wunderlich (D. Vp.) erklärten sich für den R e g i e r u n g s e n t w u r f mit der Begründung, daß die menschliche Gesellschaft vor den Gewohnheit?- Verbrechern geschlitzt werden müsi«. Genosse Dr. Rosenseld begründete den sozialdemokratischen An- trag aus Streichung des Z 59, indem er hervorhob, dah gewiß auch die Sozialdemokraten die menschliche Gesellschaft vor den Ge- wohnheitsverbrechern schützen wollten, dah sie aber der Meinung feien, die durrir den Gesetzentwurf vorgesehenen Verschärfungen der gegen Gewohnheiteverbrecher möglichen Strasen reichten schon aus, die Gesellschaft zu schützen, solle doch das Gericht die Möglichkeit be- koinmen, aus Zuchthaus bis zu 15 Jahren zu erkennen. also aus lange Zeit die Verbrecher festzuhalten. Der Unterschied zwischen Sicherungsverwahrung und Zuchthausstrafe sei nicht sehr groß. Einen Ctikettenschwindel, von dem man wegen des nur im Namen steckenden Unterschiedes gesprochen habe, dürfe man nicht unterstützen. Es sei auch merkwürdig, daß man in diesem Augenblick zu dem schweren Sichsrungsmittet der Verwahrung greisen wolle, wo noch gar nicht zu übersehen sei, ob der neugeplante Straf- Vollzug wesentliche Besserungen bringen werde. Die ch o s s y u n g s- l o f t g k e i t, die über den Eicherungsverwahrungsanstalten liege, die der Berbrechsr unter Umständen gar nicht mehr verlassen dürfe, erschwere eine günstige Beelnflusiung der Verbrecher. Auch Abg. Rädel sKomm.) trdt für die Streichung de»§ 59«in, während Abg. Barth(Dnat.) sich für die Sicherungsoerwahrung aus- sprach. Genosse tandsberg führte aus, dah der Gedanke der Sicherungs- Verwahrung an sich bestechend sei, da diese Maßnahme doch nur Ber- brecher treffen solle, die immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerieten und daher eine Gefahr für die Gesellschaft darstellten. Wenn man aber dem Gericht die Möglichkeit gebe, schon beim Urteilsspruch neben der Strafe die Sicherungsverwahrung zu verhängen, so werde damit von vornherein zum Ausdruck gebracht, daß die Stras«, die bessern solle, vergeblich sein werde. Man wisse auch nicht genug darüber, wie die Sicherungsverwahrung in der Praxis aussehen würde. Der Gesehgeber solle de? Regierung eine Vollmacht geben, ohne genau zu wissen, welchen Gebrauch die Regie. rung von dieser Vollmacht macheu werde. Man könne ssch vorstellen, dah Anstalten geschaffen-würden, die eine günstig« Wirkung aus- übten. Wer aber könne wissen, ob die einzelnen Länder die AnstaUen vernünftig einrichten würden? Wünschenswert sei, daß das nicht den einzelnen Ländern überlassen bleibe, sondern daß das Reich Der- ivahrungsanstaltcn einrichtet. Auch über die Entlassung aus der Sicherungsanstalt wisse man zu wenig. Es müsse«in auserlesene» Kollegium sein, das darüber zu entscheiden habe. In ihm müßten pchcholögisch und pädagogisch gebildete Männer, von höchstem mensch- liehen Wohlwollen erfüllt, die Entscheidung treffen. Solange dies olles ungewiß fei, müsse die Sozialdemokratische Partei den Z 59 ablehnen. Ministerialdirektor vumk« erkannte an, daß man bei der Eni- schcidung über ß 59 vor einem der ernstesten Entschlüsse stehe. Die Strafanstalten, die der Erziehung, Besserung und Ertüchtigung der Gefangenen dienten, müssen von den Elementen befreit werden, die doch nicht mehr geändert werden könnten. Die Berufsverbrecher seien geradezu die Lehrmeister für Verbrecher. Die Bürger müßten vor ihnen geschützt werden. Es sei eine Art Kulturschande, dah man in Deutschland nicht längst, wie in anderen Ländern, die Sicherungs- Verwahrung eingeführt habe. Reichsanstaltcn seien leider vorläufig noch nicht möglich. Man müsse der Entwicklung vertrauen, die schon dahin führen würde, daß Eicherungsanstalten geschossen würden, die auch den sozialdemokratischen Bedenken standhalten würden. Der Leiter des Berliner Kriminalpolizeiamts, Hagemana. wies auf die an sich nicht sehr große Zahl der Berussoerbrecher hin. welche die Polizei genau kenne und die doch nach manchmal recht kurz-m Strafen entlassen würden und die Möglichkeit bekämen, neue Ber- brechen zu begehen. Nur die typischen Berufsverbrecher sollten der Sicherungsverwahrung überliefert werden, das würde ein großer Ge- vzinn für die Gesellschaft sein. Abg. Kahl betonte, daß alle bedeuten- den Kriminalisten in der Forderung der Sicherungsverwahrung seit langer Zeit einig seien. Es sei ein Bedürfnis der Gesellschaft, die Mells-hheli vor den Berufsverbrechern zu schützen. Der Ausschuß vertagte alsdann die Weitcrberatung auf heute. Zu Gteubens Gedächtnis. Eine Bede des Beichsaußenministers. Gestern nachmittag l? Uhr veranstaltete die Bereinigung Karl Schurz unter dem Titel:„Ein deutscher Pion'er in den Bereinigten Staaten von Amerika' In den Räumen de» Reichswirt- schaftsrats eine Gedenkfeier zu Ehren de« Deutschamerikaners von Steuden. Di« Veranstaltung begann mit ein« Begrüßungsansprache de» Vorsitzenden der Vereinigung, Reichstagsabgeordneten Erkelenz, der lieben dem Reichsminister Stresemann und dem amerb konischen Boischaftsrat Pool den jüngsternannte« deutschen Bot- schaster in Washington, von Prittwitz, begrüßte. Dann nahm Reichsaußenminister Dr. Stresemann das Wort. In einem Rückblick auf die Zeit, in der Steuden wirkte, stellt« der Minister..den jämmerlicken Seelen der deutschen Fürsten, die ihre Landeskinder für Geld ver- kauften', den König Friedrich ll. von Preußen gegenüber, der den Durchmarsch solcher Söldling« durch sein Gebiet verboten habe. Preußen war der erste Staat, der die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten anerkannte, und»enn mcn die Verhältnisse von damals auf heute Lb-rtrage, so könne man hassen, daß die Rachkriegspsychos« bald endgüing vorbei sei und das Verstehen der Völker untereinander in immer wachsendem Maße wiederkomm«. (Stürmischer Beifall.) Dann behandelte Stresemann den Anteil de» beut- � sche n Volkes a m Ausbau Nordamerikas und sagte. daß niemand ihn schöner gewürdigt Hab« al, der Botschafter Ehurman in seiner gestrigen Rede im Madison Square Garden In New York. Nach IMS hätten die besten Deutschen den neuen Erdteil aussuchen müssen.>e dem deutschen Volke in der Pauls» kirch« den Gedanken der Änigkeit eingehämmert hätte«. Wie die Gegnerdes amerikanischen Lefreiungskrieges. England und Amerika, nach Beendigung des Kcmpfes anderthalb Jahrhundert« In Frieden gelebt hätten—(hier Irrt sich Stresemann: Der letzte, zweite englisch- amerikanische Krieg, der 1812 begann, wurde am 24. Dezember 1814 durch den Frieden von Gent beendet.)— so möge auch zwischen den Feinden des Weltkrieges und namentlich zwischen dea beiden großen Republiken diesseits und jenseits des Ozeans Zrieden und Freundschaft einkehren! In glänzendem Deutsch sprach danach Professor Schreiber, Dal«, USA. Er würdigt« Steuden als deutschen Pflichtmenschen und Pionier in Amerika. Botschaftsrat Pool von dar amerikom- schen Vertretung in Berlin fand kurze Wort« über die Freundschaft der beiden Völker. Relchstagsabgeordneter Erkelenz schloß die Kundgebung mit den Worten Shurmans: „Trenneilde Kräfte sind nirgend« sichtbar. Der Krieg, der uns eine Zeitlang tiennte, gehört der Bergangenheit an, und die als Folg« des Krieges entstandenen Gesinnungen find schon ein Anachronismus. 140 Jahre lang— von der Ankunft Steudens in Amerika bis zum Jr.hr« 1917— haben die Regis» nmgen Deutschlands und der Dereinigten Staaten— die eine monarchisch, die ander« republikanisch— den Frieden aufrecht- erhalten. Warum sollten nicht die beiden Völker, unter der Aegide ihrer demokratischen Republiken, mitein- ander in Friede und Freundschaft leben, bis zum Morgengrauen der halbtausendjähngen Steuben-Feier, sc», des tausenksährigen Reiches selber Möge die Hoffnung, der Wunsch und der Wille beider Völker solch eine brüderliche Bereinigung und solch einen glorreichen Frieden erzielen und erholten.' Musikclische und rezitatorisch« Darbietungen von Schöpfungen der großen Deutschamerikaner Earl Schurz und Konrad K r e g rahmten die Feier«in. Etaisberaiung im Galopp. Oer Beichsrat soll es in einer Woche schassen. Der Reichsetat für das Jahr 1928 ist vor. einigen Tagen dem Reichsrat zugegangen. Er hat beschlossen, den Beginn der Beratungen auf den 9. Dezember festzusetzen und sse am 15. Dezember zu beenden. Dadurch soll. die Möglichkeit ge- schaffen werden, daß der R.'ichstag sich noch vor den Weih. nachtsferien mit dem Etat in erster Lesung beschäftigt. Ob diese Dispositionen innegehalten werden können, dürft« noch Zweifel» hast sein. Das Gesetz über dix Liquidationsschäden soll Im Reichsrat am 6.. 7. und 8. Dezember zur Bsrahing gelangen. Di« Beratung des A rb e its s ch u tzg« setz e s wird bis noch Weihnachten vertagt. Neue bayerische Blamage. Keine Beichsraisflßung ohne Iudenriecherei. Gegen die Einbürgerung des Diplomingenieur» Heinrich S ch a p i r o in den preußischen Staatsverband hatten B o y e r n und Württemberg Bedenken erhoben. Die Dolloei sammtung des Retchsrois schloß sich dem Ausschußbeschluß an, diese Bedenken für unbegründet zu erklären. Wird sich der bayerische Gesandte von Preger in sedsr Reichsratssitzling erheben, lim namens der bayerischen Staatsregle- rung in offiziellen Antisemitismus zu machen? Vottspartei gegen Zwergschulen. Eine wichtige Aenderung des Schulgesetzes. Nach Ablehnung vieler sozialdemokratischer Verbesserung»- antrage zum Schulgesetz konnte gestern im Vildungsausschuß des Reichstags doch ein Erfolg erzielt werden. Die n«u« Fassung des ß 9 schließt zwar das Entstehen von Zwergschulen nicht aus, erschwert sie jedoch. Der Paragraph erhält solgenbcn Zusatz: „Ein geordneter Schiilbetrieb wird beeinträchtigt, wenn in der Gemeinde die beim Inkrafttreten dieses Gesetzes bestehende Entwicklungshöhe der Schulen nach Aufbau und Zahl der Klassen, Unterrichtsabteilungen und Unterrichtsemrichtungen nicht verbleibt oder wesentlich herabgemindert wird.' Damit ist dem Entstehen von Zwergschulen ein wesentliche» Hindernis entgegengestellt. All« DerscHlechlecungs. antrage der Deutschnationalen und des Zemrums werden durch Dolkspartet, Demokraten. Sozialdemokraten und Kommunisten ab« gewehrt, bis auf«w-n. der Sachsen s-blechter stellt..Möglich wurde der geringe Fortschritt dadurch, laß die Volkspartei gegen die übrigen Regierungsparteien stimmte. Oer Kall Höh. Der Reichsbegnad.igungs-Ausschvß trat gestern unter Vorsitz des Abg. Dr. Moses(Soz.) zusammen, um 1. den Bericht des Reichsjustizministeriums über den Umfang der Begnadi- gung im allgemeinen entgegenzunehmen und 2. Informationen zu erhalten über den gegenwärtigen Stand der Affäre H ö l z. Das Borversahren gegen den Bergarbeiter Friehe, der sich bekanntlich schon vor längerer Zeit selbst bezichtigt hat. den Guts- besitzer Heß erschossen zu haben, ist immer noch nicht zum Abschluß gelangt, so daß der Oberreichsanwalt auch nicht in der Lage war, zu einem Wiederaufnahmeverfahren der Sache Hölz Stellung zu nehmen. Holz selbst hat in einem Schreiben an das Reichsjustiz. Ministerium mitgeteilt, daß er der Roten Hilfe und seinem Berteidiger Dr. Apfel- Berlin seine Bollmacht«nt-. zogen habe. c Oie Schandwirtschast in Güdtirol. Oas Deutschtum soll ausgerottet werden. Innsbruck, l. Dezember. Der„Pusterthaler Bote', der In Bruneck als Wochenblatt er- scheint, erhielt von der italienischen Polizeibehörde die Mitteilung, daß er nicht mehr in deutscher Sprache gedruckt werden dürfe, sondern ab 1. Dezember d. I. ausschließlich in italienischer Sprache zu erscheinen hat. In den Ga st Häusern müssen mindesten» ebenso viel» italienische Zeitungen aufliegen als deutsche. Inhaber öffentlichcr Betriebe oder öffentlicher, dem Publikum zugänglicher Lokale, die eine Bibliothek zur Verfügung ihrer Besucher halten, müssen ab 1. Januar 1928 in sechs Monaten dafür sorgen, daß die Bibliothek ebenso viele Italienische w!« andere Werke enthalte. 40 Deutsche, die in Täufers im Vintschgau wegen angeblicher Besudelung eines Mussolini blldes verhaftet waren, ssrld freigelessen worden, da sich herausstellte, daß die Tat von i t a ll«ni s«he n Finanzsoldaten verübt worden ist. Die Tafel am Geburtshaus« Andreas Hofers im Passeyrrol soll von den Behörden entfernt werden! * Die Nachricht von einem Anschlag aufMussoliNl wird dementiert. Oer Znnenkommissar abgesehi. Weil er Stalin— Dourgeoisdienst vorwirsi. Moskau, 1. Dezember. Aus Angaben Jaroslawskis erfährt mau. welche Gründe die Sowjetregierung bewogen haben, den Volkskommissar dös Innern, Bjeloborodow, von seinem Posten zu entfernen und durch Jegorow zu ersetzen. Bjeloborodow hat sich In letzter Zeit durch ganz besonderen Eifer im Dienst der Opposition her. vorgetan. Er hatte die Bearbeitung der Bevölkerung des Ural- gebiet» im Sinn des Oppositionsprogramms übernommen und sich in Begleitung mehrerer anderer Oppositionspolitiker dorthin begeben. Nach einer Parteioersammlung hat er da» Lokal in großer Erregung verlassen und offenbar noch In dieser verbitterten Stimmung sich an die das Versammlungslokal bewachenden Rotarmisten mit einer Ansprache gewandt, in welcher er u. a. sagte: sie. die Soldaten, wüßten gar nicht, in wessen Dienst sie hier auf Posten ständen. sie dienten einer„fremden Klasse'. Daraus entwickelt« sich eine Unterredung, in der Bjeloborodow zu verstehen gab, daß er die Parteimehrheit bereits als ein« solche„fremde Klasse' ansehe. Dieser Vorfall oeranlaßte die örtliche GPU., eine Anzeige zu erstatten, worauf die Zentralkontrollkommission der KP. eine Untersuchung anordnete. Diese ergab dann, dah Bjeloborodow aus offener Straß» in einer Versammlung von Parteilosen als Redner ausgetreten war und dabei u. a. erklärt hatte: Stalins Gruppe führe eine Politik im Interesse der Bourgeoisie. Jaroslawski sieht besonder» in Djeloborodows Versuch, die Soldaten zu beeinflussen,„eln Moment de» Hochverrat»'. Früher hät Bjeloborodow in der Kommunistischen Partei eine bedeutend- Rolle gespielt, die seit dem Untergang der Zarenfamllie datierte, woran er in hervorragendem Maß beteiligt war. London. 1. Dezember.(EP.) Der 15. Jahreskongretz der Kommunistischen Partei in Moskau billigte den Ausschluß Trotzki», Sinowjews und Kamenews aus d«r Partei. An dem Kongreß nahmen 1500 Delegierte teil. Lteberraschung im �eichsrai. Oder Keudells schlechtes Gewissen. Am Schlüsse der gestrigen Reichsratssitzung erhob sich der Der» treter der preußischen Staatsregierung. Staatssekretär W e i s m a n n, und bat ums Wort zur Abgabe einer Erklärung. Reichsinnenminister von Keudell, der den Vorsitz führt«, wurde um ein» Nuance blasser und schlug nach kurzem Zögern vor. diese Erklärung inoertraulicherSitzung entgegenzunehmen. Ss erhob ssch kein Widerspruch, und so wurde der A u s f ch l u ß der Oefsentlichtelt beschlossen. Run erklärte Staatssekretär W e i s m a n n namens der preußischen Staatsregierung— es sei nicht leicht, mit der Etat-b«. ratung bis zum 15. Dezember fertig zu werdenl Der Reichsbahnkonflikt in Dresden Die Direktion zur Beilegung unfähig. Dresden, 1. Dezember.(Eigenbericht.) Die gesamte Dresdener Presse steht auf der Seite der Streiken- den. Es war bisher nur eine einzige Tageszeitung, die deutsch- nationalen„Dresdener Nachrichten", die auf Seite der Reichsbahndireltion standen. Am Donnerstagabend schrieb ober selbst dieses deutsch nationale Blatt folgendes: „Die Allgemeinheit wird, das müssen wir leider gestehen, das Gefühl des Erstaunens nicht los, dost es der Reichs- bahndirektion nicht gelungen ist, wegen zwei Mann mit der ganzen Belegschaft des grasten Ausbeiscrunxss- werkes Dresden-Friedrichstadt zur Einigung zu kommen. Gewist, formal ist die Reichsbahndirektion im vollen Recht: denn es liegt ein glatter Tarisbruch vor. wenn während der Dienststunden die 1300 Mann der Belegschaft sich in einer zusammengelausenen Der- sammlung zusammenfinden. Eigentlich hätten hierauf sämtliche Arbeiter entlassen werden müsicn, doch hat die Reichsbahndirektion nur die drei Hauptredner herausgegriffen und dann noch die Kündigung gegen einen schon lange bewährten Ar- beiter zurückgenommen. Die beiden Entlassenen hätten übrigens auch das Ar- beitsgericht anrufen können, das gerade für solche Fälle geschaffen worden ist. Rechtlich lieht die Reichsbahndirektion also völlig einwandsrei da. Psychologisch bat sie dagegen nicht ganz richtig gehandelt, denn schliestlich läuft clne ganze Leleaschafl von lZSO Mann nicht grundlos von der Arbeit weg. Die Erregung innerhalb der Belegschaft m u st doch recbt groh sein, und da hätte sich die Reichsbahndirektion aus den Kreisen der Arbeitnehmer, ehe sie zu ihrer Mastregelung schritt, einmal beraten lassen müssen." Mit dieser Beurteilung in einem deutschnationalcn Blatt ver- gleiche man die Verhandlungen im Sächsischen Landtag, worüber wir im- Hauplblatt berichten. Wenn die Reichsbahn- direktion Dresden jetzt immer noch nicht einsieht, daß ihr Vorgehen falsch und ihre Weigerung zur Beilegung des Konflikts noch verkehrter war und ungeheuren Schaden anrichten muß, dann ist ihr nicht zu helfen. Vielleicht sieht sich die Hauptverwaltung der Reichs- bahngesellfchaft bemüßigt, in ihrer Dresdener Direktion ein- mal nach dem R e cht e n zu sehen, bevor die Bewegung noch größeren Ilmfang annimmt. Das ist b-'i der erregten Stimmung der Eisenbahner allerorts, zumal aber im Dresdener Bezirk, stark zu befürchten. Dabei war mit der Wiedereinstellung der zwei Mann der Dresdener Konflikt im Handumdrehen beigelegt. Dresden, 1. Dezember.(WTR.) Nach dem gestrigen ergebnislosen Abbruch der Ber- Handlungen zwischen der Reichsbahndirektion und dem Ein- heitsverband der Eiscnbahnarbeiter Deutsck>iands sind nach Angaben der Bezirksleitung gestern und heute früh etwa lOQÖ Betriebs- a r b« i t e r der verschiedenen Dienststellen in den Streik ge« tretän. Besonders betroffen hiervon sind die Güterböden und Güterumladungsstellen, weniger die Berkehrsftellen. Die Reichsbahn. direktion versucht gegenwärtig, durch die Heranziehung von Beamlen den Betrieb weiter aufrechtzuerhalten. Ob das auf die Dauer gelingen wird, ist nach Angaben der Reichsbahn- direktion vorläufig noch nicht abzusehen, da man noch kein klares Bild über die Zahl der Streikenden hat. Es ist bereits am gestrigen Donnerstag verschiedentlich zu recht bedeutenden Zugverspätungen gekommen. Bei Dresden— Plauen kam es gestern vormittag gegen 6 Uhr infolge Auf- einanderfahrens zweier Güterzüge zu einer 2 �ständigen Verkehrs- störung, durch die auch ein Schnellzug und mehrere Personenzüge große Verspätungen erfuhren. Der Unfall soll jedoch nach Angaben der Reichsbahndirektion nicht im Zusammenhang mit dem Streik stehen, sondern durch unsichtiges Wetter herbeigeführt worden sein. Ob die Reichsbahndirektion Dresden sich zu einer Annahme» sperre für Güter genötigt sehen wird, ist ebenfalls im Augen- blick noch nicht zu übersehen, jedoch muß bei einem Steigen der Zahl der Streikenden gegebenenfalls mit einer solchen Maßnehme ge- rechnet werden. Die Reichsbahndirektion Dresden plant die mög- lichst umgehende Wiedereröffnung der Werkstätten in Dresden-Fiiedrichstadt unter hlnzuzlehuug von auswärtigen Arbeitern. Es finden entsprechende Vormerkungen statt. Bon feiten des Ein heitsverbandes wird mit einer Ausbreitung des Streiks über Dresden hinaus gerechnet, wenn nicht ein« sofortige Einigung erzielt werden kann. Gegenwärtig finden zwischen den beiden Parteien k e i n e V e r> Handlungen statt. Es sind auch bis auf weiteres keine in Aussicht genommen, nachdem die gestrigen Forderungen der Arbeit- nehiner, 1. Wiedereinstellung sämtlicher Arbeiter, 2. keinen Lohnabzug, Z. keine Maßregelung von der Reichsbahn- direktion als„unerfüllbar" abgelehnt worden sind. - Nach diesen Auslastungen der Reichsbahndirektion Dresden ist es kein Wunder, daß es zu einem solchen Konflikt überhaupt ge» kommen ist und die Einigungsverhandlungen gescheitert sind. Die Arbeiter sind durch das Verhalten der vorgesetzten Stellen direkt in den Streik hineingetrieben worden. Und nun will die Reichsbahndirektion, daß die Arbeiter sich willkürliche Entlastun- gen und Maßregelungen gefallen lasten sollen, um ihr uns der Der- legenheit zu helfen. Sind etwa fo viele überflüssige Beamte im Dresdener Direktion»- bezirk, daß ihr« Heranziehung" zu der Bewältigung der Arbeiten der Ausgesperrten ausreicht, um den Betrieb aufrechtzuerhalten? Das glaubt doch die Direktion selber nicht. Sie meint nur, daß es ihr aufd«e Dauer nicht gelinge. Damit dokumentiert sie zugleich ihre friedlichen Absichten, sich auf einen vauerkonflikt«inzurichten. Ihr Plan« die Werkflättenarbeiter zu maßregeln und„auswärtige Ar» beiter", das heißt Skrelkbrecher heranzuziehen. ist mehr als Drohung gegen die Streikeichen gedacht. Was sie zur Beilegung des Konflikts weiter tun will, verrät die Di- rektion nicht. Sie glaubt offenbar, daß derartige Differenzen am einfachsten„erledigt" werden, indem man einen Teil der Arbeiter auf die Straße setzt, um den anderen Teil um so gefügiger zu machen. Die Reichsbahndirektion ist doch in erster Linie dazu da. um den öffentlichen Verkehr aufrechtzuerhalten. Sie scheint jedoch ihre vornehmere Ausgabe darin zu erblicken, ihr Prestige den Eisenbahnern gegenüber durch Gewalt- und Willkür- maßnahmen herauszukehren. Auf diese Weise kann sie es leicht dahin bringen, daß der ganz« Betrieb zum Stillstand kommt, über die Grenze Dresdens hinaus, an all den Orten, aus denen„Arbeitswillige" beordert werden. Den Befähigungsnachweis zur Schlichtung von Differenzen hat die Dresdener Direktion nicht erbracht. Die Bezirksleitung des Einheitsverbandes der Eisen- bahner Deutschlands hat an den Reichsbohndirektionspräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem sie erklärt, die Organisation stehe infolg« ihres Verantwortun>isbew-ußtseins gegenüber der ge- samten Bevölkerung und Wirtschost zur Vermeidung größerer Spannungen der Reichsbahndirektion zu Verhandlungen zur Verfügung._ Elfenbahnerflretk im Saargeblei. Saarbrücken, l. Dezember. fZNkb.) Infolge von eohndifferenzen ist heule abend elu großer Teil der Saareifenbahnerfchaft in den Ausstand ge- treten. Die tkifenbahndireklion hol Vorsorge gelrossen, daß der Zugverkehr in normalem Umfang durchgeführt werden kann. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Wieder ist einer unserer Alten, Wilhelm Haböck, nach langem, schwerem Leiden verstorben. Er war als Funktionär der Partei In Neukölln und ebenso in seiner Branche der Mechaniker des Deutschen Metallarbeiterverbandes kein Fremder. Seine Ein- äscherung findet am Sonnabend um VA Uhr in Baumschulen» weg, Krematorium, statt. Die Branchenkommission hat beschlosten, daß sämtliche Branchenkollegen an dieser Bestattungsfeier teilnehmen sollen. jfwie«roß-Berll». Hcutt. ffrcltag, lSZj VOtt, taze» die©ruppen; SW-tendeia: Zuarndheim Scharnwebecstr. 29. Heiterer Abend.— Hermen», platz- Iuacndheim©anbrrflt, 11, ffrft Habrrchtsiraße. He». besprechung. Gemeinschastespiele. Ohne Heimaueweia und Berbondabuch lciir gutritt.— SeHveireide: Iuacndhcim Laufener Str. 2ealanmnasiums Barl» aue 12. Seimbesprechung. Neuwahl.— Be,irl Südwest: Jugendheim Bella, Alliance-Etr. 7/10. Helmbesprechung. Neuwahl. Deranlwortii« für Politik- De€utt»eger:«Irtscha«!».»Nageldiler, Gewerkschaftsbewegung: Zr. Stzkor»; Feuilleton: R. H. DSlcher- Lokale« und Sonstige»: Fritz starstadt! An»eiäca: Xfe. Glocke: sämtlich in Berlin Betlag: Borwarts-Periag GmbH.. Berlin Druck: Borwärt».Buihdruckeret und Berlansanitai- Paul Sinaer n So Berlin SW 88 Lind�nltraß« 8. Hierin 2 Beilagen,.vnt-idaltnng nnd«isten« nn».StadtbeNage-' iidergidt man nur dem Nackiwem de« Deuilchen Muliferoerbande«. Berlin. Kotm mondanlenstr 63 61 Dönhofi 3277- 74 Geichiiftazeit 9—8. Sonntag» 10—2 lift. Aus Wunsch: Bertreterbesuch. WERTHEIM Preise soweit Vorrat; Fletsch, Fische, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt Jeden FreMag und Sonnabend: Stillige Stoff- Sieste und flßscfinitte Frisches FEeisch Kfl Sil Gry Speer nnd Kamm......... 1. Schweinebauch, matt n. Rnct m.vigO.SO Schweineschinken u. 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Pfd. 90 Pfg- an Rehblätter............. 1.15» Kolonialwaren Auszugmehl.......... 5 PiaBd-B«iui 1.30, 1.50 Weizenmehl pfrad 21 pt Tultsnin-Bfo 43,52,73� Auszugmehl 23. 27, 30»■ Kartoffelmehl pti»d28pt Maispuder..Pfand 26 n Weizenpuder Pfnad 46 p«- Mandeln?{d2.10t>itt2.20 Mohn»Im pm 60«« 70 k Backpulver 30» Ros inen Pfd.56,65,85 Pt Korinthen Pia»« 70, 78 n Zitronat..... naad 1.60 Orangeat..... pi™«1 1"■ KokusnuB 8'Ä 58 pt Mandelio•..Pfand 60 Pt Vanillin.ZuckersBe«tei20PL Vanille-Schoten, Back-Oele und Essenzen Konfitüren und Tee Sandgebäck.........*, Pfand 25 Pt Pfand 95 pt Dessert-Brezeln..... �ptand 38 n Pt�id 1.50 Vollmilch-Schokolade...» Taiem 1 100 ottmm 95 pt- Milchkarameilen......*piind 25 pt%p»aod 45 pt Tee-Mlschun�en �-Steffi» Wein Rotor Johannisbeerwein| Spanischer Tafelwein Tarragona Rot»»» i Prul— für it Place*« o*aa etea. 1925 Niersteiner wkr naprachaad........\ 1925 St. Justin«»«»« Sergandarchr» 1921 Wlltlnger"»»' VW.W....... 1928 Llebfreurnllch«br»»«1» tmewg 1925 Niersteiner Fritzenhölie 1921 Ueserer Sehl o Ob arg 1922 Chät. La Lagune-Oouny•l*r4ÄinJ Zw»/ M/10 Orlgln»l-Kr»»x»m»ii m/1 Korhbiand 1922 NeumagenerRosengärtchen 2.25 1920 BodenheimerHochRieslingSpättese.__ iWologut K«ra Iii) C-.OU Orig.franz.WeinbrandHFlneDolfi" Fr»nkr X»° 6.20 :::) Ueblieh.. fein» Art] 95«. 1.20 1.30 ISO Iso 2m Wurstwaren Landleberwurst Pfand 1.15 Dampfwurst.... Ptaad 1.1 S Rotwurst...... Ptaad 1 25 Mortadella... Pfand 1.25 Speck fett PId 1.25 mager 1.35 Jagdwurst..... Pfand 1.4S Mettwurst 1.45 Schinken polnische P(>» Frucht.... 95 pl Ananas H»*»f» 8cb«tb«n.. 1,20 Schattenmorellen. 1.32 Brathering, Hering in Gelee 2P> Thomas mit einem Heer von Beamten jeder Spur noch, die zum Teil durch Zeug«nau»sag«n ongeoeben worden waren. Mehrere Personen hallen am vergangenen Montag vorinittog«inen Mann mit einem ausfallenden schwarzen Schnurrbarl gesehen, der in die Gaskvirtschoft von Rogowski hin«inging. Nachmittags gegen 1 Uhr sah ihn ein Mädchen wieder vom Gör. litzer Bahnhof her die Grünauer Straße entlangkomm«n und in da» Lokal hineingehen. Er benahm sich dabei ganz ruhig und gelassen. Dieser selb« Mann mußte es s«in, den di« Frau aus dem Mordhause bald nach der Tat hatte aus dem Lokal kommen und in«iligem Schrill nach dem Kottbuser User gehen sehen- B«i den Beobachtungen in den Straßen in der Umgebung de» Bahn- böses sahen nun gestern am späten Nachmittag di« Beamten d«r Dienststelle v.S«inen Mann mit einem starken schwarzen Schnurr» bort, auf den die Beschreibung, di« da» Mädchen g«» liefert hatte, zu passen schien. Er stand im Begriff, eine Gastwirtschaft an der Ecke der Forster und Grünauer Straße zu betreten. Rasch griffen di« Beamten zu. nahmen ihn fest und brachten den Mann, von dem man zunächst nicht den Namen wußte, mit einem Kraftwagen nach dem Polizeipräsidium. Ooppelmörders. such Gastwiri Rogowski sein Opfer. Unabhängig von der Ermilllungsarbeit der Mordkommission Broschwitz-Thomas war Kriminalkommissar Dr. Berndorff mit seinen Beamten auf der , Suche nach dem Schlosser August krause. der In der Schlestschen Straße 13 den Fuhrunternehmer Paul Rackow und dessen Ehefrau mit dem Beil niedergeschlagen hatte. Bon Leuten, die Krause kannten, erfuhr man� daß er in der R«ichenberger Straße 63 s für sich allein als lediger Mann haust«. Er war nicht zu Haus«, eine Durchsuchung seiner Wohnung— einer einzelnen Küche— im Quergebäude, förderte sehr stark belastende« Material zutage. Man entdeckt« ein kleines Handbeil, dessen Gehäuse oben stark mit Blut besudelt war. Bei d«m ein- gehenden Verhör, dein der Derhastet« sofort unterzogen wurde, leugnete er beharrlich jedes Verbrechen, nicht nur den Mordonfchlag auf das Ehepaar Rackow. sondern auch den Mord an Rogowski. Es ist aber nicht daran zu zweifeln, daß krause für beide verbrechen in Betracht kommt. Schwer belastet wird Krause durch den Z u- stand seines Mantels. Auf diesem sind nicht nur die frischen Blutspur«n deutlich zu sehen, die er in der Schlestschen Straße davontrug, sondern auch ältere, bereits ringe» trocknete Fiecke und Spritzer, die zweifellos von dem Morde an Rogowski herrühren. Krause stammt aus Wellenberg im Kreis« Ortelsburg und ist gelernter Schlosser. Am 10. November d. I. kündigt« er seine Arbeit alz Chauffeur in Britz und verrichtete seitdem Aushilsearbeiten. Nebenbei bezog er Arbeitslosenunterstützung. Er ist ein sah- zorniger, unbeherrschter Mensch, der außerdem dem Trunk« ergeben ist. Ohne Zweifel ist er ein Mensch, der, besonders wenn er getrunken Hot, zu allem fähig ist. Die Nachforschungen, ob ihm noch ander« Berbrech«» zur Last fallen, sind noch im Gange. Ein verbitterter Kriegsinvalide. Widerstand im Gerichissaal.— i4 mal vorbestrast. Er zählt etwa S0 Jahr«, ist 100 Pro;,«rwerbsunfähig— ein Opfer des Krieges,«in Epileptiker— und mußte jahrelang um seine hundertprozentige Rente kämpfen. So wurde er erbillell gegen alles und all«. Denn jemand mußte doch an seinem Unglück schuld, mußt« für sein verfehltes Leben veroillworllich sein/ Er bettelte sich durch.„Betteln ist verboten!" Verboten?„Was bleibt mir denn anderes übrig, als zu betteln? Gebt mir meine Reut«, die ickz ehrlich verdient habe durch mein Blut, das ich hun» dertprozcntig für das Vaterland gelassen hak):. Verboten! Verflucht eure Gesetze, die zu leben verbieten." Das Gesetz hat aber im Richter feinen Hüter. Elfmol erscheint der hundertprozentig er- werbsunfähige Belller vor dem Hüter des Gesetzes. E l f m a l wird er während der zwei Iabr« 1924'26 wegen Bet telns be» straft. Und dreimal wegen Widerstandes gegen di, Staatsgewalt. Denn er will sich sein Recht zum Betteln nicht nehmen lassen. Er versteht es nicht, daß die Polizei ihn daran hindern will. So leistet«r Widerstand und könnt« 1 Jahr 2 Monate im Gestmgnis hinter Mauern über sein Recht auf Arbeit, auf Ge- sundhell, auf Genießen nachdenten, wenn er hastfähig wäre. Er ift aber schwerer Epileptiker. Man kann chn nicht hinter Gefängnismauern halten. Soviel Nachsicht besitzt auch das Gesetz. Eines Tages faß der Unglückliche im Gerichtesaal. diesmal als Ar,- Hörer. Aus einem Grunde, der sich nicht feststellen ließ, wurde er plötzlich laut. Der Justizwachtmeister rief ihn zur Ruhe. Er wurde noch lauter. Der Justizwachtmeister wies ihn zur Tur hinaus. Er wollte nicht gehen, wurd« hinausgedrängt, mochte auf der Treppe Krach, widersetzte sich dem Polizeioberwachtmeifler. der hinzu- *" 3ement Dtotnan»Ott Fsodor Gladtow. Die Berge krochen von ihren Höhen hinunter mit den kaltgewordenen Strömen von Eisen und Kupfer in den Win- düngen und Terrassen der Steinbrüche. Und rechts, hinter dem Mhange, auf der steilen Rippe, schnitt sich der Brems- berg wie ein scharfer Strich Hinein. Aus den Schluchten, über den kraterähnlichen Vertiefungen, schwammen violett«. abendliche, wie mit Asche bedeckte Schatten. Und die brennen- den Streifen und Flecken auf den Bergripp m und Abhängen flammten noch heiß und tönten mit ihren steinen. Und hier, in den grauen, spinngewebeähnlichen Sträuchern, in den Leeren, zwischen den kleinen Wegen, mit Gras überwachsen. strömte di« unterirdische, vorabendliche Stille, dicht wie Wasser hinunter. Sie quoll aus der Erde, aus den dichten, verwachsenen Wäldern, aus den Abgründen, aus dem Büch- lein mit den Kindertlappern. Die nassen Steine am Bach- gründe sind wie lebendig, wie Schildkröten, und das Wasser plätschert dort, schwarz mit blauen Funken. Dieser Talnebel. von der Trunkenheit der Frühlingserde und Gräser und der noch ungeborenen Blättchen in den schwangeren Knospen ge- sättigt— atmet Erdentiefe mit den Wurzeln und lustigen Aesten aus. Und nur durch den durchsichtigen Wirrwarr der Aeste flammen die Gipfel der Betonschlote wie orangegelbe Fackeln auf. Und die„Gemütliche Kolonie" blendet die Augen durch unerträglichen feurigen Glanz der Fenster. Das ist oben— und unten auf den Abhängen schmelzen die Häuschen und die Kasernen in der dunstigen Dämmerung. Diese beiden Frauen(Dascha— ein ander«, seine: Polja — eine andere, fremde) sind ihm nah, sie gehen in zwei Wellen durch sein Herz und begegnen in heißem Aufeinander- wogen einander. Welche Welle wird als erste von seinem Herzen zurückbranden? Oder werden beide Wellen, eine durch die andere gehen und in verschiedenen Richtungen verschwin- den, für immer, ohne zurückzukehren? „3a... was wir heute erlebt haben, werden wir nie- mals vergessen.. Und in Polfas Augenaufschlag bemerkte Gljed die ver- steckte Bedeutung ihrer' Worte, begriff, daß oben auf dem Gipfel, am Rande des Abgrundes, unter den Kugeln, zwischen ihm und Polja, durch das vergossen« Blut und ohne ihren Willen«in«euer aufregender Knoten geschlungen war. Gljeb schwieg, als ob er nicht hörte, was Polja sagte. Und Dascha ging einige Schritte voraus und brach dunkle Zweige ab. „Was für eine gute Luft, Genossen... wie Honig!... Bald wird alles grünen und blühen." Warum hatte sich Dascha von ihnen entfernt? War es Absicht? Hatte sie ihren heimlichen Bund gefühll? Vielleicht wollte sie in dieser oorabendlichen, frühlingstrunkenen Luft allein baden? „Du hast das gut gesagt. Dascha: wir sind einander nur in der Arbeit nahe, aber menschlich, im Innern— sind wir voneinander gerissen, sind einander fremd. Das ist einer unserer schweren Widersprüche. Wir sind nur Arbeiter. Und wenn wir mit dem Herzen und den Hirnzellen in Berührung kommen, erblinden wir und verschließen uns. Und vor nichts haben wir so Angst, wie vor unseren Gefühlen. Es genügt, allen in die Augen zu sehen: sie sind irgendwie kalt und tot und metallen Wir sind immer— hinter einem Schloß: am Tage verschließen wir unsere Seele mit einem Schlüssel, und in der Nacht— unsere Zimmer." „Du sprichst wie ein zartes junges Mädchen, Genossin Mjechowa. Das ist wahr: wir haben keine Zeit, uns mit seelischen Angelegenheiten zu beschäftigten. Die Menschen werden warten. Genossin Mjechowa. aber die Sache, wenn du sie versäumst, wird uns an der Nase vorbeifliegen... und du kannst sie nicht mehr einfangen." ..3a. so sprechen viele... Aber die Mehrhest leidet unter der Einsamkeit, und alle fürchten, darüber zu sprechen, well sie Angst haben vor Spott, verächtlichen Blicken und Bor- würfen über ihre ideologische Unbeständigkeit. Was hat das aber mit idealogischer Unbeständigkeit zu tun? Das tut einem einfach weh..." Dascha entfernte sich immer mehr von ihnen und brach immer weiter die kleinen Zweige, und die Zweige zirpten wie kleine Bogel. Gljeb fuhr in plumper Zärtlichkest durch Poljas zerraufte Locken. „Du singst vergebens deine Serenaden. Genossin Mje- chowa. ich habe Dascha von allen Seiten attackiert, und sie hat mich trotzdem auf die Knie gezwungen." Dakcha platzte vor Lachen los, und ihre Zähne glänzten in der Ferne. „Gljeb sieht dir ähnlich. Genossin Mjechowa: er ist ebenlo ein Weiebtier wie du und hat nichts dagegen, heute die Rolle eines Bräutigams vor dir zu spielen." Sie stiegen hintereinander den Pfad hinauf. Die Sonne lag wie Blut auf den fernen Bergrucken, und die zackigen schwarzen Bergspitzen nagten an ihr wie an einem feurigen ekommen war, und wurde immer renllentcr, so daß ihm schließlich ie H a n d f e s s e l n angelegt werd«n mußten— ihm. den« 100 Proz. Erwerbsunfähigen. Er kam ins Untersuchungsgefängnis und wurde nach einigen Tagen auf freien Fuß gefetzt. Nun stand er vor dem Schölsengericht Berlin- Mitte unter der Anklage des Widerstandes gegen die Staats- gewolt. Er könne sich, so sagt er, an den Vorfall nicht erinnern und wisse nur, daß er höflich um etwas gebeten habe. Sonst wisse er nichts. Die Sachverständigen wollten für ihn den 8 51 nicht gelten lassen Der Verteidiger verwies auch daraus, daß der An- geklagte, ein Mann von 51 Jahren, sich inzwischen verheiratet habe, und daß er nach Bewilligung seiner Rente jetzt in geordneten Ver- hällnissen lebe. Das Gericht sprach den Angeklagten auf Grund des Z 51 frei. Auf Zureden seines Verteidigers begrub der Angeklagt« nun auch das Kriegsbeil und reichte zum Zeichen seiner Versöhnung mll seinen vernieinttichen„Todfeinden" den diensttuenden Justizwachtmeistern beim Verlasjen des Cerlchtssaales die Hand. Rechtsanwoll Dr. Andersten wird sich nunmehr bemühen, durch einen Gnadenakt die noch schwebenden Haft- strafen aus der Welt zu schaffen. In der Treimühle. Em Shef mit„sozialem Verständnis*. Wieder eine Tragödie d«r alternden Arbeiterin. Jahrelang hotte sie in der Fabrik schwerste Arbeit verrichtet. Als sie aber über die Fünfzig hinaus war, als Augen und Füße immer schwächer wurden, da konnte sie nur noch leichtere Arbeit verrichten. Zuletzt arbeitet« sie in d«r Daunenfabrik an einer Füllmaschine, wo sie wenigstens zeitweilig sitzen konnte. Aber auch diese Arbeit ging immer schwerer vonstotten. Nicht, daß ihr die Arbeit übermäßig schwer wurde, aber die lange Arbeitszeit, die zehn und- zwölf und noch mchr Stunden am Tage betrug, ohne daß die Heber» stunden etwa besonders bezahlt wurden, strengte sie zu sehr an. Zu kündigen wagte sie nicht, denn in einer Zeit größter Arbeitslosigkeit ist es für eine alte Arbeiterin, die schon auf die Sechzig zusteuert, fast unmöglich, eine neue Beschäftigung zu finden. Und so schluckt« sie ihren Aerger hinunter, nur daß sie hin und wieder bei der Arbeit über diese unerhörte Ausnutzung schimpfte. Es war weniger ein Schimpfen im eigentlichen Sinne des Wortes, als vielmehr ein mehr oder minder leises Räsonieren, mchr für sich selbst bestimmt, als für ihren Chef. Aber einmal gebrauchte si« das Wort ,,T r« t m ü hl«", und dieses wurde von einer Auffeherin dem Arbeitgeber gemeldet. Die Folge war die fristlose Entlassung der allen Ar- beiterin. Die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht verlief recht dramatisch. Obgleich die Richter für die Tragik des Falles volles Verständnis hatten, konnten ste der Klägerin dock, nicht helfen, zumal da diese die Klage vollständig falsch angefaßt Halle. Und so konnte denn der Chef noch im Brustton der Ueberzeugung von seinem„großen sozialen Verständnis" reden und davon sprechen, daß er der Klägerin überhaupt schon sell Jahren ,ch o s Gnadenbrot" gegeben hatte. Zuletzt erklärte er sich großmütig mit Geste bereit, der Klägerin einen Betrag von 25 M. zu zahlen, wenn diese sich mit ihrer fristlosen Entlassung einverstanden erklärte und ein« Er« klärung abgab, daß si« keinerlei Ansprüche mehr habe. In ihrer Hilflosigkeit und Unbeholfenheit stimmte in« Alle diesem„Der- gleich" zu._ Zustellung der Ttenerkarten für tSS8. Die Steuerkarten für 1928 sollen allen Arbeitnehmern Berlins. die ihr« Wohnung fett dem 10. Oktober ds 3 nicht gewechselt haben, Anfang Dezember zugestellt werden. Slrbeitnehmer. die nach dem 10. Oktober d. 3 iimerhalb Graß-Bailin, verzagen sind, müssen ihre Steuerkarten von dem Bezirkssteueramt abholen, in dessen Be- zirk sie sich bei der Personenstand saufnohmc am 10. Oktober d. 2l m die Hausholtungsliste eingetragen haben, oder bei diesem Steuer« amt die Ucbersendung durch die Post beantragen. In solchen An- trägen ist die Wohnung am 10. Oktober d. I. und die jetzige Wob- nung anzugeben. Den nach dem 10. Oktober d. I. aus anderen Orten des Deutschen Reiches zugezogenen Arbeitnehmern wird drin- gl-nd geraten, sich die Steuerkarte von der Gemeinde nachsenden zu Pfannkuchen. Die Stadt unter den Bergen war durch graue. gerade Straßen vom Hafen bis zu den Abhängen hinauf deutlich oeteilt und rollte in die Schluchten hinab. Zwischen den Landungsstegen und Molen schimmerte das Meer wie Perlmutter, und die Wellen leuchteten bald rot, bald schwarz. Die Bauten und Kuppeln des Werkes türmten sich in tiefem Schweigen wie Eisblöcke, die niemals schmelzen. .Vch schlage mich jetzt mit quälenden Fragen herum, Ge-- Nossen. Reue ökonomische Politik... Wir kommen jetzt in eine Zeit schwerer Widersprüche, und alle tun so. als ob si« es nicht merkten. Ich bin die ganze Zeit in einer Unruhe und erwarte etwas Fürchterliches." „Was hast du, Genossin Mjechowa? Du mußt dich zu- sammenflicken, dein Fundament scheint angefault zu sein, ich werde dich mit Tee und Sacharin stärken und Gljeb wird dich dann nach Hause bringen." Polja sah Dascha mit erschrockenen, verlorenen Augen an und ging rasch über den Pfad zum Loch in der Mauer. Dascha sah ihr lange nach und in ihrem Gesicht zuckte ein spöttisch-sreundliches Lächeln. „Ein prächtiges Mädel... gescheit, aber welche Feder ist in ihr gesprungen?... Willst du sie begleiten, Gljev, du hast sie fest am Herzen gepackt.. „Daschot!... Ich will nicht in unsere Kammer, hol si« der Teufel... Komm auf den Berg, setzen wir uns dort irgendwo hin und atmen wir in der frischen Lust." „Gut! Ich möchte auch hier bleiben... komm zum Bassin." Gljeb staunte: jetzt, zum ersten Male, nahm Dascha ihn an der Hand, und so, Hand in Hand, ging sie neben ihm wie eine gute Freundin. Sie ging und schwieg, und Gljeb fühlte. daß sie erregt war. Etwas zwang sie. ihm ein Wort zu sagen — aber was für ein Wort, das ahnt« er nicht, vielleicht eines. das nur in den ersten Tagen ihrer Liebe gesagt wurde, und vielleicht eines, das noch nie bisher ausgesprochen worden war. Und Gljeb schwieg, erwartete Daschas Worte. An kleinen Gärten und Häusern vorbei stiegen sie über Gestein, über zockige Bergschichten auf die Höhe. Das Bassin war hoch über der„Gemütlichen Kolonie", und das Wasser wurde von hier aus durch Röhren zur Arbeitersiedlung ge- testet und von dort aus in die Laboratorien und Werkbauten. Sie umgingen einen Steinabhang und einen Bergwerks- stallen, mit einer eisernen, verrosteten Tür, an der ein Schloß hing, und diese verrostete Tür und dieser mit Steinen ver- sperrte Weg in das Innere des Berges waren unheilver- kündend, vzie das Geheimnis eines Götzentempels. (Forlsetzung folgt.) lajjert, iit baren Bezirk st« an diesem Tag« gewohnt haben. Bor- drucke zum Einkleben von Eintommensteuennarken werden bei sämtlichen Finanzämtern, Postanstalten und den städtischen Orts- dienftstellen der Außenbezirke vorrätig geHallen: bei letzteren aber nur dann, wenn kein Finanzamt an diesem Orte seinen Sitz Hot. Hörsmg in Bertin. Vortrag vor dem Reichsbanner des Westens. Die westlichen Krsisoerbändc des Berliner Reichsbanners veranstalteten am Donnerstag abend in der«chulaula in de? Offenbachcr StroAe eine Kundgebung, in der der Bimdesvorfitzende Otto H ö r s i n g referierte. Nach einem Rückblick auf die Tage das Zusammenbruchs und einer eingehenden Schilderung des Werdqganges des Reichsbanners kam chörstng auf die aktuellen politischen Ereignisse zu sprechen. Alle innenpolitischen Problem« gruppieren sich um die Frage: Welcher Partei gelingt c?, dos Krästemah auszuschöpfen und nach den Wahlen die politische Führung zu übernehmen? Die Sozial- demokratie durfte mit dem Willionenheer ihrer Anhänger ISttS nach der Fahnenflucht der nwnox'chistischen Politiker und Mililörführer da- daniederliegende Laterlvnd reorganisieren. Mit Ausopferung bat sie sich an diese Arbeit gemacht. Daß 1!V18 alle Reaktionäre oer- schwonden, haben wir ihnen- nie übel genommen. Daß wir aber gestatteten, wiederzukommen, müssen wir uns vorwcrsen. In den Iahren 1320 bis 1923 waren die republikanischen Kräfte nicht gc- sammelt. Erst nach den verschiedenst«» mißglückten Putschen schufen die drei republikanischen Parteien das Reichsbanner. Wir wissen genau, daß die Kraft des Rciehsbaimers nicht darauf beruht, eigene pslinsche Wege zu gehen. Wir» stehen im Wahltampf an der Seite der drei republikanischen Partchen, werden die Werbetrommel für sie schlagen, die politisch« Arbeit im Parlament überlassen wir aber i ihnen. Der Reichsbannermami steht in der Schutztruppe der Republik, um gewaltsame Angriffe kraftvoll zurück- zuschlagen. Jeder steht aber auch in einer politischen Organisation, um dort gemeinsam mit seine» Parteifreunden am Ausbamverk der Republik mitzuarbeiten. Wir wissen: die Republik kann nur von Republikanern regiert werden! Die Gegner der Republik werden sie nicht bessern. Sie warten nur daraus, daß wir in unserer Arbeit nach- lassen. Die letzten Wahlergebnisse haben aber den Rechts- Parteien deutliche Lehren erteilt. Das Volk steht heute nicht mehr zu den reaktionären Parteien. Die heut« im Reiche regieren, werden bei den Reichstagswahlen eine deutliche Lektion erhalten. Nach dem Bundesvorsitzenden sprach als Angehöriger der Demo- iraiischen Partei Scnatspräsident Großmann. Auf einen Zuruf aus der Versammlung führte er aus, daß es früher bei den Studenten immer galt, im Namen der Freiheit zu fechten. Die Studenten der Jahre um 184Ü haben treu zu den großdeutschen Farben Schwarzrotgold gestanden. Die jungen Philister von heute tun so. als ob sie bessere Aussichten hätten, in hohe Stellungen zu kommen, wenn sie der fchworzweißroten Fahne zujubeln. Sie scheinen damit zu rechnen, daß in den oberen Vehövdenstellen immer noch Beamte sitzen, die dieses Drechen gern sehen und derartige Radouantisemiien bei der Vergebung von Stellungen vorziehen. Wir wissen, daß aus den Kreisen der Hochschule, bleiben sie so verhetzt, die geistige Führerschaft des Volkes nicht erwachsen kann. Die Ausführungen der Redner fanden stürmische Zustimmung der Versammlung. Bürgermeister Leid sechzigjährig! Am 2. Dezember vollendet unser Genosse Karl Leid fein sechzigstes Lebensjahr. Seine reiche und fruchtbringende Lebensarbeit ist hauptsächlich mit der Berliner Parteibewegung eng v-nknüpft. Leid wurde 1867 in Arnstadt(Thüringen) geboren, besuchte dort die Bürgerschule und lernte dann Handschuhmacher. Sln der gewerkschaftlichen un-d politischen B�w«- g u n g der Arbeiterklasse nahm er zeitig teil. Er trat mit siebzehn Iahren seiner Gewerkschaft und ein Jahr später der Soziaidemo- kratischen Partei bei. Von 1833 bis 1833 war er Vorsitzender des Ortsoereins der Handschuhmacher in Hoyngu(Schlesien). Dreiund- vierzig Jahre gehört Karl Leid seiner Gewerkschaft an— und er hat ihr bis heule die Treue gehalten. Schon im Jahre 1891 wurde Genosse Leid zum Erfurter Parteitag als Vertreter für Nieder- barnim delegim. Bon 1897 an war er in. Berlin unter dem Koller-Kurs Vorsitzender des Vereins Vorwärts, und nachdem dos Reichsgericht die Schließung der Berliner Wahloereine wieder auf- gehoben hatte, wurde er Borsitzenderfür den 6. Berliner Reichstagswahltrcis. Als Vertreter dieses Kreises nahm Genosse Leid teil an den Parteitagen in Hamburg, Stuttgart, Hannover. Magdeburg, Jena. Im Jahre 1901 wurde'er Redakteur des ,.D o r w ä r t s", im Jahre 1902 zog er in die Berliner Stadtverordnetenversammlung ein. Der„ftaiserinsel"-Prozeß brachte ihm eine Verurteilung wegen.Majestötsbeleidtgung". Äit ; neun Monaten Gefängnis mußt« Genosse Leid es büßen, daß Wilhelm II. durch einen„Borwärts�-Artikel verdächtigt worden war, Furcht vor einer Revolution zu haben. Als der„fuBchllose* Landes- rwicr 1918 nach Holland ausriß, hat mancher sich cm jenen Prozeß erinnert. Das Urteil hatte dem Genossen Leid auch die öffentlichen Aemter aus Wahlen abgesprochen. Hiermit verlor er sein Stadt- verordnetenmandat, aber die Berliner Arbeiterbeoölkerung übertrug in der Ersatzwahl sofort i h m dieses Mandat onfs neue. Seitdem hat Leid auf verschiedenen Gebieten der Kommunalverwaltung. unter mrderem in der Waifenpflege, mitgeorl-eitet. Nach der Zusammenfassung der großen Einheitsgemeind« Berlin wurde Genosse Leid im Jahre 1921 zum Bürgermeister des Verwollungsbezirks Wedding gewählt, desjenigen Stadtteils, in dem er ein paar , Jahrzehnte hindurch an führender Stelle für die Sozialdemokratische Partei erfolgreich gearbeitet hotte und zu dem der lange von ihm . vertretene Kommunalwahlbezirk gehörte. Als Bürgermeister hat er es verstanden, diesen schwierigen Verwaltungsbezirk mit Umsicht und Geschick zu kellen. Auch im Parlament Preußens ist Genosse Leid heroorgetmen. Er wurde 1919 zum Mitglied der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung und 1921 zum Mitglied des preußische» Landtags gewählt. Unseren herzlichen Glückwunsch dem alten Kampfgenossen! Gewogen und—„zn schwer" befunden! Di« Klagen über das sogenannte„Strafporto" für Briefe— die Poswer waltung spricht zartfühlend von„Nachge- lnihr"— wollen nicht aufhören. Nicht selten kommt es zu Met- nungsverichiedenhellen darüber, ob ein Brief wirklich zu schwer ist oder ob die Nachgebühr irrtümlich eingefordert wird. Aus einem der Bureaus unserer Partei teilt man uns mit, daß hier wisder einmal ein Brief zugestellt wurde, der mit 20zh Gramm zu schwer sein sollte, so daß Nachgebühr bezahlt werden mußte. Aus allen Woge», deren der Empfänger habhaft werden tonnte, war ein 0 e w i ch t von nur 20 Gramm festzustellen. Zufällig hatte der Empfänger noch an demielben Tage mit dem Slbsender«in Telcphongespräch, so daß er ihn wegen des Briefübergewichts zur Rede stellen konnte. Der Absender war sehr erstaunt und versicherte, daß gerade dieser Brief recht sorgsam ge> wogen worden sei und ein Gewicht von genau 20 Gramm gehabt habe.'/, Hierzu macht nun unser Genosse' aus dem erwähnten Buirou einen beachtenswerten Versuch, den Widerspruch autzuttären. Er sagte Ein in einem warmen Bureau geschriebener Brief, der mit 20 Gramm Gewicht hinausgcht, aber bei feuchter oder nafler Witterung 10— 12 Stunden unterwegs ist, wird nachher über 20 Gramm wiegen. Der Empfänger wird dann Notstandsfragen im Rathaus. �eichsbeihilfe für Sozialrentner fehlt.- Winterunterstühuug der Stadt beschlossen. Di« aus den Gemeinden lastende Schwierigkeit, ganz aus eigenen Mitteln den Notleidenden wirksam zu helfen, wurde in der Berliner Stadtverordnetenversammlung gestern allseitig aner könnt. Eine Reichsbcihilfe, wie sie für die Kleinrentner ge geben worden ist, wurde auch für die Sozialrentner und für die ihnen gleichgestellten Unterstützungsempfänger gefordert. Der Magistrat ist bereits bei der Regierung vorstellig gc- worden, aber die Antwort steht noch aus. Unser Genosie Heitmann betonte, daß die R e i ch s r e g i e r u n g hier cnt Unrecht endlich gutzumachen hat. Wenn sie sich geäußert haben wird, soll über die Hilfsaktion der Stadt beschlossen werden. Im Zusammenhang mit dieser Beratung wurde gestern in Erledigung eines Antrages der sozialdemokratischen Fraktion eine W i n t e r u n t e r st ü tz u n g sür die Kinder aller Unterstügungs- empfänger und Erwerbslosen beschlossen, 10 Mark pro Kops, nmd 1% Millionen Mark für 150 000 Kinder. Die Deutschnationalen vermißten in dem Beschluß das Wort„Weihnachten" und wollten daraus eine„christliche" Forderung machen..Unsere Genossin To den Hägen kenn.zeichnete dieses lächerliche Gew«. War ihnen bei einer so bitterernsten Sache der Streit um ein Wort wichtig genug? Jfc Di« Stadtvcrordnetenversaimnlung beriet gestern zunächst«ine Anfrage der Bolksportei wegen der Verzögerung von Schulbauten. Die Anfrage stellt fest, daß mit einer Anzahl Bauten»ich: be- goimcn werden kann, well die Pläne ständig zwischen den Instanzen hin. und hergehen, obwohl die Bau- raten längst bewilligt seien. Der Stadtschülrat Genosse Aydahl bemerkte, daß Schul- und Ba» v« r wal t u n g mit Beschleunigung arbeiten, daß aber oft die Bezirls- verwaftungen zu lange Zeit zur Erledigung der Arbeiten brauchen. Damit war die Anfrage erledigt.— Nach der Absicht des Magistrots sollen in der Gneisenau- und Dorckstrahe die Slragenbahngleise verlegt werden, und zwar von den Fahrdämmen hinweg in die Mitte der Straße, womit die zum Teil erst vor kurzer Zeit n«u mit Ruhe- bänken und Kinderspielplätzen hergerichtete M i t t k l p r ome na d« für den Publikumsverkehr verschwinde. Dagegen wandte sich ein Antrag der D« u t s ch n o t i o n a l e n, die die Ausgabe dieses Projektes verlangten.?tach einer Rode des Stadtverordneten Linke(Dnot.), der für die Erhaltung der Promenade ciirlrai, begründete Stadt bau rat Hahn die Absichten des Mamstrais mit der Äusgestaltung des Straßcnbahnverkehrs in der Gegend des Halleschen Tores. An der bestehenden Promenade soll nicht viel geändert werden, mir— die Spielplätze mühten neischwinden. Stadtrat Genosse Renter und Stadlverordneter Genosse Dr. Loh- mann sprachen sich dafür aus, daß die Gleise in die Mitte der Straß« verlegt werden, weil alle Berkehrsfachleute dies befürworten. In der Abstimmung wurde der Ausjchußbeschlug, der den Magistrot ausiordert, die Verlegung der Gleise zurück-� zuhalten, bis der Versammlung ein« Lorlage gemacht ist. an-! genommen. Winter- und Weihnachtsbeihilfen. Zwei Anträge der Kommunisten, die die Zohlungl eines einmaligen Zuschusses an die U n t« r st ü tz u n g s- empfänger und die Gewährung einer Winterbcihilf« an all« U n t e rstü g u n g s c m p s aal g e r einschiießlich der Erwerbs- losen fordern, wurd«» dann beraten. Verbunden mit diesen Anträgen: ist«in Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der Mittel zur Weihnachtsbescherung bedüritiger Kinder forden. Zu dem erstgenannten'Antrage beschloß die Versmnmlung naä» eingehender Diskussion, sich einer Eingabe des Magistrats an die Reichsrcgierung onzuichlleßen, noch der die Reich.-- regicrung aus Reichsmitteln die gleichen Mittel wie für die Klein- rentner auch für die So z i a l r e n l n e r und der ihnen gleich- gestellten Unlerstützungsempsänqer zur Beifügung stellen soll Bis zum Eingang der Antwort der Reichsregieruna wird die. Weiter- bcratuirg vertagt. Der Antrag wegen der W i n t e r b c i h i l la wurde dem Ausschuß für die Angelegenheiten der Erwerbslojeir überwiesen. Der Zlntrag unserer Fraktion wurde in der Form zum Beschluß erhoben, daß der Magistrat ersucht wird, den Kindern sämillchee UnlersküKungsempsänger einlehließlich der Cr- werbslose» und der in städtischer Fürsorg« stehenden Kinder eine winlerbeihllse zu Weihnachten von 10 M. pro Kops zu bewilligen. In Bezug am die Nachprüfung der Pachtbedingungen der Riesellandkleinpächter hieß die Versammlung nach einer eingehende« Berichterstattung des Genossen Srlve die vorliegenden Ausschuß- beschlüsse gut. Danach soll der Magistrat prüfen, ob die vor- handenen Rieselfelder überhaupt noch genüge», dir Abwässer aufzunehmen und ob nicht eine andere Klärung. der Abwässer durchführbar ist! Er soll ierner prüfen, ob d« Nieselländereien der Kleinpächter ungleich und milachoeinöß berieselt werden, sür Abänderung sorgen und die Pachtverträg« aus etwaige Härten hin nachprüken und l-erlchten. Verkehrsregelung für Radfahrer. Die Kommunisten haften gegen die beabsichtigte Sperrung von etwa 100 Straßen für Radfahrer durch den Polizei-' Präsidenten Einspruch erhoben, die Stadtverordnetenversammlui'� sollte sich diesem Protest anschließen. Nach kurzer Aussprache, r.r der Genosie Otto Klose den Standpunkt der sozio ldemo kratischen Fraktion oertrat, wurden die Ausschußbcschlüsse an genommen. Danach empfiehl! die Versammlung, den Radsahrenr die Benutzung der S t r a h e n e r st e r und zweiter B e r- kchrsordnung z u untersagen. Die Zeitungztahrer können sie in Ausübung ihres Berufes benutzen. Das Verbot soll aber für die Nachtzeit von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens aufgehoben sein. Der Magistrat wird ersucht, bei Neuonlogsn von S'cgße.t Ra d s a h r e r w e g e zu schaffen.— Dem Berliner vhilharnionischc-r Orchester wurden aus Lorheliaitsmitielu weitere 45 000 Mark a>? Zuschuß bewilligt: den enwerbsloten Schauspieler» und A r I i st« n wurden als Unterstützung sür N o k st a n d s v o r st ei- l u n g e n 75 000 M. zugesagt. zur Zahlung von Nachgebühr herongezogan, weil der Brief„Heber- gewicht" Hot. Ilm diese Vermutung auf ihre Richtigkeit zu prüfen. hat unser Genosse einige nüt Nachgebühr bezahlte Briese aus der Heizung getrocknet— und da lwtten sie ein Gewicht von unter 20 Gramm. Da die Deutsche Rcichspost, bemerkt er hierzu, mit ihrer Portotaxe in der Welt„vorangeht", wäre es wohl angebracht, nicht noch das Publikum das iD» z u bM x a f c n, daß feuchte und nasse Witterung herrscht. >- Bielleicht überlegt, es sich die Postuerroattang.'ob sie nicht solche Umstände berücksichtigen und dementsprechend ihre Nachgebiihrsorde- rungen einschränken soll. Oer Turfprozeß. Ob der Haynes bei dem Rifte Streng gewahrt die„gute Sitte", Ob reell er rilt zu Ende, Oder ob er seine Hände Vorzeitig herabgenommen,— Kann man das herausbekommen. Nimmt allein nian ins Geb« die Rennleitung, Krethj und Sprcti?— .- Nein, in diesem Tursprozeis« Fehlt die einzige Finesse, Die hier Sicherheit gewährt: Fragt— das P s e r d 1 Jonathan. Oie Widersacher der„Guten Sitte". Die Privatklage des Jockeis, der Engländer Hannes gegen den Redakteurs des„Weltsports" Wohl, fand gestern einen nicht wenig stürmischen Abschluß in der Ablelmung des von dem Nebenkläoer gestellten Antrages, eine Reihe von Rennsponredakteur«, großer Berliner Blätter als Sochveiständig« zu höre» und in den spitzen •i# Die sogenannten Humoresken von Klara B l ü t h g e n, die Jean Robert am Nachmittag vorliest, sind im Grunde sür den Rundfunk zn belanglos. Vielleicht wirken sie gedruckt besser. Aber Humoresken müssen auch humoristisch sein. Dos ist die Voraus- setzung jeder Humoreske, und Klara Blijthgen nimmt darauf wenig Rücksicht.'Auch was Dr. Kurt Paretz über die Schiller-Preis- träger Werses, JÖurt he und Unruh zu sagen weiß, ist nichts Grundlegende?. Sicherlich gibt eine Preisverteilung Gelegenheit, im Rundfunk allerlei Bekanntes über bekannte Persönlichkeiten zu erzählen. Aber der Hörer würde auch ariginelle Gedanken des Redners immerhin akzeptieren. Mit Vergnügen sei hier sestgestelll, daß Paretz sich wenigstens um eine sprachlich gute Farmulierung bemüht, aber eine kapriziöse Sprache allein bedeutet noch nicht die Erfüllung. Dr. Friedrich Luther beginnt seinen Zyklus„Das Seelenleben der Jugendlichen" mit einer Analyse des Seelenlebens des Kindes. Der Grundgedanke ist vielleicht dahin zu skizzieren, daß da? Kind alles nur auf sich bezieht und keine prinzipiellen Unter- scheidungcn kennt. Wie immer'pricht Luiber außerordentlich klar und anschaulich. Ueber die Steuben-Feier im Reichswirt- sehaftsrat, die nachmittags übertragen wnrdc. berichten wir an anderer Stelle. Am?lbend erzählt zunächst Dr. Anton Meyer, der Verfasser der sehr gründlichen Geschichte der spanischen Malerei, allerlei Seltsames über Künstlerschjcksale. Darauf geht ein« Stunde der Lebenden mit dem Dichter und Romanzier Hans Reiser in Szene. W. Fischer charakterisiert ihn als den ungebrochenen Lauern aus der Gegend von Partenkirchc». Am Schluß des Pro- gramms kommt das prächtige Havemann-Quarlett mit Haydnschen Kompositionen. 1 jf..- Plädoyers der feindlichen Parteien.„Der Engländer.Haynes hät? zu Haus? bleiben sollen", meint« Wohls Verteidiger, Grat Brekow- ,. Weshalb empfiehlt Graf Bredow dem Herrn v. Oppenheimer nickst einige Dutzend guter deutscher Ioksis, wenn er derer soviel auf Loger hat. parierte der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Alsberg. Dos Urteil wird er st am Donnerstag, dem 8. De- z e m b« r, oerlünd« werden-"'> 8«S 2. Siafoniekoiizert der vollsbildungsamler Fc>edrch»hän un* I Prenzlauer Serg mit dem Berliner Swienieorchelter unter Leitung von Jascha Härenste i« findet anr 2.-Dezember, abends Z Ildr. int ixaa.- bau ftriedrickZhatn. Am Friedrichshain 13/23, statt Violm-Zolist: Stefan sirenkel. DaS Programm siebt eine Erstaussübrung uon Kurt Seill, das Biolintonzert V-Dur von Mozart und die Fünfte Zinsoni: R-Moll von Tschaikowiki vor. Eintrittskarten zum Preise von 75 P'.(einschl. Varderobe» bei Lote& Lock und Wertheim, Leipziger Sttaf)«, und den bekannten Bertaufs- slcllen. Schweres Autounglück bei Hönow. Ein mit zw« Personen besetztes Auto suhr heute in einer 5'curn? kurz vor H ö n o w. im Kreis Niederbarniiy in einen Chaussee- graben, ofienbar weil der Führer, der ZWHrige Technik«.! Wilhelm L ö b« r t aus Berlin-Lichtenberg, Sinivlov- strah« 27, der Besitzer des Wagens, die Gewalt über den Wagen verloren hatte. Der Wagen überschlug sich Loderl und sein Be- gleit«?, der 24jährige Händler Erwin Freu er a»z Berlin, Warschauer Straße 11, waren soiori tot. Sport. Rennen zu Ruhlcben am Donncrslng. dem 1. Dezember. 1. Rennen, t. Luid Voto iRogowSki). 2. Rchoscrin lFrcundt), 3. Denstcher kFrsiminingl Sota; 33: 10. Ptatz: So, 88. 8t~; 10 Werner liefen: Mzzi Binden. Sie Letzte, LinSca Harvesler. Eillr. DiLou, L riaiN', v-cirnii-cn, FetämOa, Ollmärkl Mistrpl, Mick Halle, Athester,' FrickrlchSdo., Krofchel. Joachim. Adeline. Harsenmädchen. 2. Rennen. 1. Ida PaloS(fi>ecksrt).?. TluNtl lIouß iun.), 3.(Zie- Olim f.Oozal). Scfo; JHO; 10. Platz: 39, 27, 27:16. Ferner liefen: Ehrender ,>. Lustfchiffer, Saiftz Worlbo. Kursürü, Meister L.. EtatShöterm, Johannis/euer. Schnadahüvff. Morgentau. 3. Renne n. 1 Erbprinz stm.(Besitzer), 2. GoudüerS Gloria('Besitzer/. 3. Kaltenkpieler(Nofetn. Toto: 252: 10. Platz: 37, 33, IS; 10, Jcr cc licsen: Traga'Salt#. Piopeller, Potsdam..Heider. Saarn. Anker f. Alpen« tänig, Haijenmädcheu, Quo va.'üs. Koryphäe, Jram,. Eorioianu?, Kohlcn- tänig. Susi Lehburn. Holstein. Easanoaa.' Weinbrand. 1. Nennen. 1. Lockung ltzautz jun.>, 2. G»>' Laer»(Arotzmann), 3. Prinzeß Peter#(P. lftnn). Toto: 09:10. Platz: 22. 14. 15:10. Ferner liefen: Stative Kolbe#, Talonel Dillon, Boidan. Gawcin, Franclkco, Efco Wall#. Luchdrucker, Kammersänger, Johanniskäfer. 5. Neu neu. 1. Henny Cord«örubet. 2. Plaiieier(tzauß jun.), 3. Hellina(Czeifou). Toto: S3: 10. Platz: 26. 07'. 23: 10. Kerner liest:: Klaggciilicd, Grat Dorn, Dichtuno. Kasimir, Pcter Holl, Idaja. Turando:, Lombardei, Sllcfbfadc#, Naancr. Orfeniafe, Salome, Einsicht, Irrteuselcheu, Eulenspicgel,»lelterrofe. Hon« Behrens. 6. Rennen. 1. Rubin-Eberl), 2. Erasmus(Großmann), 3. Möglich IBabr). Toto: 27: 10. Platz: 25. 50.<7: 10. Körner liefen: Doloift, Denkmünze. Euba. Torrero. Quitte v., Iustinfan, Erster Selserlomer, Corona Mc. Äinney, Eckstein. Kiametta 7. Renne n. 1. Kasimir(Besitzer), 2. Pelronella A.(Besitzer), 3. Sainsea(Höhne). Toto:'25: 10. Platz: 15. 30. 16: 10. Kerner Ueien: Lindowlind, Kriediich Rex, Stapellaus. Mantua, Langemami, Interesse»:, Lustiger Bruder, Prinzeß Koitnno, RaNer. Erich S. 8. kliennen. i. Eiemati# blau(Grube), 2. Prinz Abb eil(Heckcrt), 3. Manfred(Schuller). Toto: 42:>0..Platz: 19, 17. 14; 10. Kerner. liefern Kranken stein, Rotula, Copal, Else L. I, Kinostern,.König Robert, Klamingo, Fenelon, Unheil. " l...... m— 1 rmttn gegen Schnupfen Wirkung frappani! CUtfeitbaagca für dies« SmbtB st-d V««Ii» glahotffrflV 3, Pariemachrichien/MfürGroß-Berlin ftftt aa da» Sctizl�ttcctatiat 2. Haf, 2 Trrp.«cht», z» richtea. M.«Mi» RockLl».«an tag, 5 S�aniwr, 19U Utt, im ShealTaRra WtiÄel. 'tajc 8 ki>nltituik7t>>!><»eifammlura der SP?.'Genossen aller kommunalen betriebe und Verwaltungen ZieukiMno. Tagesordnung!.Welen und«ui. gaben der SP?..Fraktion der Ardeiter, Angestellten und Beamten aller tommunaleu Betrieb« und Perwaltungen Neuköllns/' Neferent Genosse ?r, t?rtd Schloß(Bezirksamt Sreuzberg). ZLadl des Vorstandes der Gesamt, >oattion. Parteiausmei» legitimiert. Alle Genossen, bei denen nicht wich, ttge Hinderungsgrllnde norliegcn, mllssen erscheinen. Der Arbeitsausschuß de? sozialdemokratischen Arbeiter. Angestellten und Beamten des 14. Per. woltungsbezirks(Neukölln), Heute. Zreitag, 2. Dezember: II. 91 M. Di- B�i??sWbr«r baden sofort die Einlaßkarten fEr die Seibnachts- mtz nnm«fOilungskassitrer Genossen Tschirv- abzuhol«i: desgleichen sind «zum recht bald durch die Re�irksHidre? die Äinder. unserer Portciqeno�en jftwn Bewirten|u benennen. �**Un1u' 20 116c m der Schulaula. Zoachim-Medrich�vt?. 3S,'�. Iugendfeier der. Cezialiftischen Arbeiterjugend. Die Gcaofsinnen und Ge- nesien wer den um recht.�ablreiche Beteiligung gebeten. Morgen. Sonnabend. 3. Dezember: U Abt, Die Genossen, welche fich an der„Vortr irts"- Veftchttgung beteiligen. 'L"-'1' um l7Zl Uhr vor dem„BorwSrts'.Sebäude, Lindenstr, z. d», Abt, Brig-Bniiow. l»� Uhr bei Günther, ölhausseestr. 48, wichtige Sank. ttonarsstzung. Erscheinen bringend crsorderli6>, gatcrshage.i, 20 Uhr«onatsversommlung bei Heine, Dorfstraßc, Bortrag des Genollen.ßellam:»Weihnachtliches in deutscher Dichtung," Berschiedenes. iereund« und Anhänger find al» Gäste willkommen. Bezirksansschus; für Arbelkerwohlfahrt und Kinderschuh: strei« Abarlotteubarg. Heut«. Freitag. 2, Dezember, ldia Uhr, im Rat» haus Charlottetiburg,.Zimmer 178», Aktenausgabe unb Abrechnung der Lose. Erscheinen aller beteiligten Senossutnen unb Genossen dringend erforderlich, Zungsozialisten, Groß-Verlint Genosse Vit» Zenssen-Gen» Inricht in der?«>»» lezialiftischen ldoch'chnle i» Sirnngelaal de» Staatsrat» am Gonoadend. z. Dezember. IV, Uhr. übu:.Achtzig Zehre«ommnniftischra Nanifrss." via»Wieder dete'Iigen sich an diesem Vortragsabend. Gruppe veddina.Gelnnddrnnaen! Heut«, Freitag. ZV Uhr, t» Jugendheim I i Ledigenheim» Schön stedtstr. 1, Eingang Orthstr. 10, Laden. Bortrag:.Die Betätigung der msentlichen Hand in der Wirtschast," Referentin Säte Sern, ?,'lle alteren SAZ,. Mitglieder find«ingeladen, Achtung! Heute Beitrags» zahlung.— Gruppe Mittet Der Gruppenäbrnd stillt wegen gemeinsamen Dolts. viihnenoes!' suche? au», Kindersreunde Groh-Verlin: Di«»reisleiter werden gebeten, bi, zum 10. Dezember späteftrn» in der »rrichästsst-Le die Zahl der zu verstchernde» Rinder und Helfer anzugeben. Die dis dahin nicht gemeldeten bleiben«nperstchert. Die Bcrsscherungsbcträg�, VO Pf. pro Rupf, find bi» End« Dezember zu zahle». { Sterbetafel der Groß. berliner Partei. Organisation\ torimn Baumfchulenweg. Rege Beteiligung" wird erwartet. Soziallstische Ardeiterjugend Groß-Serlin. Abteilnugsmitgliederversammlungen heute. tS�> Uhr: Moabit Ii Schule Waldenferstr. 2i>.— Moabit llt Heim Lehrter Str. 18/19. . Rordaftt Heim Danziger Str. 92.—«eißcuseet Heim Parkst:. 88.— Zentrum.- Heim Landsberger Str. öS.— Andreaaplagt Im Heim,— Baltenplag! Heim Tilstter Str. iti.— Zeankfnrter viertelt Lokal Borlowski, Schreiner. Ecke tstraße.- Stra lauer viertel: Heim Goßlerftr. 91.- Warschauer viertel: 9BakM>etiMW>WW|»»W»>>W�H>�W seim Litauer Str. 18.—«ottbnsser»ort Heim Rei Str. 99,— GcksnSerg Ii Heim Haupt str. 15.— Adle»»hos: Heim Roonstr. 19,— vohna- dorft Heim Wachtelstr. 1, beim Genossen Mohe.— Köpenick: Keim Grllnautr etraß« d,— Banmschnlenm«: Seim Ernststr. 19,— Z«ha«ni»thal: Rathaus,- Riederschiineweide: Schule verliner Str,»l.— Pankow.»,»: Heim Sörsch. jirass« 14,— Wörther Pia»: Heim Danziger Str. 92. » »osenthaler Vorstadt: Heim Zehdenicker Str. 25..Die Rotwendigkeit de« Gchundahwehrkamps«,."— Trepta«: Heim SIsenstr. 8. Heiter« Abend.— Hphenichönhanien: Heim Freienwalber Str. 9/9,»Einführung in de» Sazia. fttauuf.!. Deil,— lichtende ea.Rord! Keim Dossestr, 22, Zehn-Minut-n-Rike. rate,. Friedrichalekde: Keim schloß. Eae Berlinrr Straße Uebungsaband zur Weihnachtsfeier.— Beiss: BeteNigung an den Werdcbeztrksmitgltedcrversawnt luog. Keim geschlollen. Westen i nn» Ii: Zugendieier im Sophien-Lyzeum, Halens«: Serbeseier in der Aula der Schusr Ioachim-Friedrill». Straße 8ö/89. Renlöll, IV t Morgen, Sonnabend, l. Elternabend im Heim Kann er Straße. Eintriit frei. Werbe bezirk Schönebelg! Beteiligung an ber Werdefeier der Gruppen Westen, Werbebezirk Renköll»: Heim Kanner Straße. Mitgliederversammlung. Vor, trag:„Das Retchsschulgeseß," Erscheint zahlreich. Werbebezirk Prenzlauer verg: Fartsetzunq des Kursus:„Einführung in die Gesellschaftswissenschaft" morgen, Sonnabend. 19 Vhr. Freie Sozialistisiiie Hodistfiule. Sonnabend, den 3. Dezember, 7* Uhr abends im Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3 Vortrag des Genossen Otto Jenaaeo, Ger«-T(nx: .«Ädilzlö jafire homroimistiscbcs flanllesr' Eintrittskarten zum Preis« von 50 Pf. sind zu haben an der Abendkasse sowie an foigenden Stellen: Bureau des Berirksbildungsausschusscs, Undenstr. 8 2. Hot, II. Zimmer R.— Buchhandlung J. H.W. Dietr, Lindenstraße 2— Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße Ecke Luisenufer.— Zigarrengeschäft Horech, Engelufer 24-25, Gewerkschaftshaus.— Tabakvertrieb, Inselstr. 6.— \f,& B'ldungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Drelbundstr. 5.— -Werkfreud e" Büchcrstubao, Potsdamer Str. 104.—» Berliner Gewerkschafts- koramission, Enaeiuser 24-25(Gewerkschaftshaas), sowie In allen Vorwärts Speditionen.— Qroß-Siedlung Britz: Liningstraße 57. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner. Schwarz- Roi-, Dezember. im großen Boriragslgal des Metallardei teroerbandcs. Linien str. bZ/85, l9>i II. ärztlicher Vortrag für Taubstumme. Es löitnen auch hörend» Personen t.. nehmen. Thema:„Die sexuelle Krise und das Recht auf Liebe.", Eintritt 80 Pf, Kinder haben keinen Zutritt. Einlaß 15 Uhr, Berliner Verein für Schulgcinrbheitspflege. Sitzung Freitag, 9.?ezemh--7. 20 Uhr, Großer Hörsaal des Hngieiiifchen Instituts der linivei-sität, Dorotheei-. straße 28-,„Schulreform als volkshngienischr Rotwendigk-it." Gäste mi."- kommen, Bund der Bersichernngavertreter Dentschland» E. D. Monotsversammlung Montag. 5. Dezember, 18 Uhri Hotel Terminus, Potodamer Str. 9 Bottraz über:„Ordentliche Gericht», Arbeitsgerichte oder Schiedsgericht?" Fachfollege i und sonstige Interessenten eingeladen, Frei« Bereinigung von Stcrnsrennden. Sonnabend, 8. Dezember, Bersamm. lang ad 20 Uhr beim Vorsitzenden Schuldirektor Freund, Halrnsee, Westfälische Straß« S7a, norn 1 Tr, Vorlräge. Gäste willkommen, Reichobnrtd der Kriegsbeschädigten. Kmegsteilnehvicr und Krleaerbintcr. bliebenen. Bezirk Zentrum: Montag, 9. Dezember. Rofenthalcr Hof, Raseo. tbaler Str, 12, Monatsversammlung, Referent Kamerad Schwarz,„Die kom. Menden Wahlen und unsere Stellungnahme zu denselben" Erweiterungsbau Stiller. Di« Geschäftsräum« der Firma Stiller am Dönhoff- p l o tz hctben. eine bedeutende Kergrößerunq erfahren, Saimüche vier Stockwerke des. Hauses sind nunmehr für die Zwecke des Ber» kaufes eingerichtet worden, Im Parterre und ersten Stock befindi'n sich die Verkälts sabteilun gen für Damenfdiuhc, denen naturgemäß der meiste Raum gewidmet ist, im zweiten Stock werden die Herren neu beschuht: anschließend an diese Abteilung sind Kojen für Fuß- pflege und für orthopädisch« Fußbe Handlung vorhanden: unter ärzt- licher Aufsicht wird hier genauestens festgestelll. wo einem ,Jyr Schuh drückt". Im Vedarfssalle werden sogar Röntgenaufnahmen gemacht und der betressenidc Arzt Hot bei dieser Gelegenheit schon des öfteren Erkrankungen des Änieqelcntes, Verkalkungen usw. ge- sunden, die nicht leiten in einem Fußschmerz ihre Ausstrahlungen finden. Der Clou des Neubaues, das freudige Mekka der Jugend, bietet der in der K i n d e r a b> e i l u n g des dritten Stockwerk- «ingerichtete Kinder-Bergnügungspork. Ein großes, elektrisch fahrendes Karussell mit Musik, Schaukeln, Pferdchenreitcn, fröhliche Lekiüre, all das unter der Aussicht von Kindergärtnerinnen, sind al» Ausenthaltsraum für die kleinste Kundschaft geschasjen worden..Hier ist natürlich der stärkste Andrang. Das Karussell ist ständig belagert, ebenso alle anderen Lustbarkeiten und beim Weggehen gibt es noch«in hübsches Andenken in Form einer kleinen Spielerei. Im vierten Stock sind die Bureaus und Lagerräume untergebracht. Eine besondere Abteilung für Rest- und Einzelpaare bietet die willkommene Möglichkeit preiswerter Gelegenheitskäufe. Die Verkaufsräume sind alle hell und geräumig, zahlreiches, gut geschultes Personal vermittelt rasch die Abwicklung des Kaufes. W» kanse ich nnrteilhatt ja Weihnachten" Zu nicht panz drei Iahren kau» das bekannteste Warenkredithans a. Damitt. Rosenthaler Str. 43,17,(ein öOiäbtie«» Bestehen feiern. Ein Beweis für seine Reellität. ein sichtbares Zeichen de» Vertrauen», da» dar große Kundenkreis der Firma und seinem Inhaber, Herrn Alexander Scheu, entgegenbringt. Vom Dach bis lies zu d-n Kellern erstrecken fich in vier Etagen übersichtlich angeordnete Berfaussialoiia, Möbel, Teppiche, Konfektion, eine Maßabteilvng für Herren, fertige Damen. mäntol und Kleider, Wäsche, Gardinen, Hüte, Oberhemden, Schirme, Siöde. s prechend äußerst kulant. Der Einkauf bei A. Damitt kann daher nur emp» fohlen werden. Ja 8 Mnnataratea kann man preiswert Damenkleidcr, Damenmäntel. An. »ügl, Paletot, usw. bei der bekannten Firma Scherzer u. Broh, Andrea- str. ö, kaufen. Siehe Anzeig« in dieser Nummer. Das Frähaufstehen macht manchem Großstädter viel Plage. Schaut euch die müden, verschlafenen Gesichter in der Straßenbahn, in der Untergrundbahn, in den Zügen an, die morgens Tausende zur Arbeit tragen. Wer klug ist, raucht nicht die letzte Zigarette am Abend, sondern hebt sich noch ein paar Massary-Privat für den Morgen aut Nach dem Kaffee, nach dem Tee, auf der Fahrt zur Arbeitsstätte wirkt so ein glimmendes, belebendes Rauchstäbchen Wunder. Man„taut auf", man streift die Bettschwere ab und findet den grauen Alltag nicht mehr ganz so unerträglich. Massary-Privat aber muß es sein— denn diese wundervolle 4- Pfennig- Zigarette schont die Börse und gibt doch einen hohen, reinen Genuß, J/auary- ohne Mundstück- und mti OoldmancLstück /-- : J r» Juch die alteren Jchwesiern den Jlas&ary-Vrit/at sind reifer als gestern, sind vollkommene Icd: jKassapy-lDelff S Pf. M€ts&aj*y-7tifiep 6 Pf. JKassopy-Sbiptomai 8 Pf CASINO-THEATER- wr Lothringer Str. iJ LsU Klein KJe&ersdorf! LLu Aouchneldea' Oaachetn t— 4 Pen. Femeuil nur 1,10 M- Sessel i1ur1.MM. Trianon-Th. Tigt S'/4 Uhr: Gastspiel Erllu eussner m Gretchen Für ijr.tiiA. i!4t jrfcful Sonn tae, nch m ,4 Ubr Zum letzten Male: Max a. Mortis o. Kaspcrlt-Tbeaier Der Herr Professor, Doktor Echwoos, lehrt folgendes als Philosoph: �Zachdich durchs Lebenbi, zum End. lachundset»Zacob''>Abonn«ntI� G. ..Der Wahre Jacob", das ertllbekaonle Witt. blatt, koattt trotz erhöhten Umfansaa aar 30 PI. Bestelle noch heute beim Zeltnncs- boten oder in deiner Volksbuchhandlung. www»— meafer, lldsispiele usw. | Freitag, 2. 12 27 Staats-Cper | Am PI d.Republ. 7'/| Uhr utäutl. Sdiauspitlb. 4m heidarmnmirtl 8 Uhr Freitag, 21127 Sfäiitisdie Oper Bismarckstr. li.-Tuti.ll tBt.TVa Jenny spielt auf Staati. Sdiiliertb. CUarlottenburg Anf. 8 Uhr: Wallensteioi Tod i s ßeauöies idsaiB! Norden IM34— 87 8U Ende Hl'. Theater am Kottbnsser Tor Kottboeaer StraBc 6. Tlgllch" U. u. Sonntagnehm. 3 U Elite- Sänger , Wandervollee ' Welbnacbtsprojcramn. Volkspreise von 50 PI. bis 250 M Stga. o. 1. u. 2 Feiertag nehm. 2 v ero»e FsmUies-VeninUniis Volles Programm.— Kleine Preise. Ralchshall—oTii—ittr Add«. 8 v. ii. Sonnt nechm 1 0. Stettiner Sänger Z. SchluS In. noch blt 7 JZ.1 „Blee Hochzeit in de MBUeretrahe". nachm. halbe Preise, veilca Programm. Dönhoff•Bratt'li Varleid, bluntt-ii Carl Inn l Emt Vitts- Toi v. Gerh. Hauptmann Unit: Mar Reinhardt Kammerspiele Norden 10334— 37 VI, Uhr Unitsdit Dmffiilinn: Bronx-Expreft KmMi nn Onlp Druifw Regie: Helm Hilpert Volks büh ne Tl. an Sdiifflacerann Ole Komödie Bismarck 241 4'751ö S'I.U-, Ende 10«/, U. Ilaaier in Sllownlati V/, Uhr 8 Uhr ItmMi« ra Uni Cunrt lull: Forfit Uniuin Schieber des Ruhms IS�MomlädieOperSv! I Neuartlgee Rente-Stück I Alles Nacktsl ((Nach d. gleichn. Paris. Revuel I„Tout nu"). 200 Mitwirkende.r j Original»Pariser Kostüme Sonnt 3', Up r: Vollständige Vorstellg. zv kleinen Preisen Jeder Erwachs. I Klrd Ire! ßefiiDer Mt« Direktion Kuhnert. Qutkttmtr.U I1.lith.tn Täglich 8 Uhr Max Adalbert in„Knock onf Hans Brausewetter. Plscalorbüline (iitat a. liallenlirtiliti Kurfürst 2001-33 Anf.', Ende nach 11 aan 28. Nadtt | Tiipolii, Ii« Baninm. der Itriig ond d» Voll. dn fegen si< ufitaii | von Alexey Tolatoi und Schtschegolew msc. Erwin Piscetor Parkett J.So Ath. I Theaterkasse ununterbr.geöWn| lifCl(Original) fratellim oad andere wellbcrflhmle, zum erden Male In Berlin an/- tretendc internationale Start Soamobenda u. Sonntag! le 2 Vortleunngen u. I Uhr— 3 o zu er mäßigten Preisen den gmie Programm. CIKCDS BOSCH Heute Freitag geschlossen anlächl. cL ädsetzung des verstorb. Herr Rat Bauch o Morgen und t8. TkntvdBTötw Täglich Sir. Uhr: Prasquita Operette von Lehir Iwemtiir rira Wlntn i.e. Haft, SviL iMzt bwwdcHteifll nuUla-Theater 8 Uhr Oer rote Hahn Walhalla-Tb. -'/i Uhr Wie Do M! keine OinhtnB Pfarschner Von. für Park, auch Sonntags 414) PL Sonntag nehm. 4 U. Max n. Moritz Parket» v. 30 PL an. Ott. Künstler-Tb 8>. Uhr Chicago LeszlRK.Thceter 8 Uhr PlmtariDni an In «Bau. iirtiraftilH ItnU Noll. 1578 OergtaraeaklmBialeul 4ar Relaa von Berlin Vorführungen; 4>,» 6, Vih f Ubr. Eintritt I M. siiir«et. is irtmii.s: i. ULiillninlapalas Täglich Uhr fl ALLER BEVDE 2890 Stimmen Auf ble elngelntn DablleTai« eezt-Ueu sich die Stimmen wie folgt: Lifte! LMe II Unglllt- Wobllokol Guten- bezgsteofte 33.... 814 184 8 Wobllolol Nart Ltetlche Dorotbeenftroß« f. 748 181 8 WabUofalOskSchuiz Sahnholftroße 1. 858 S4— biefem 35 Berti efer, 2218 859 1» aratbnte entfallen auf auf LifU tt 5«et- bie SÜIKttltU Wahlorb. «ach Lifte I treler Etwaige Sinfprüche g: � der Wahl sind gemith z 2l bei Wah! nung beim Bersicherungoamt Berlm ein- jiifsgen. B-rlin.NdpeniE, bin 2» Roo-mber 1027. Cer Uacftonh. Ott» Nidel. Fr»uecke». Lorsttzenbec. SchristfShrez 2 Sonntag « Vorstellung. SUhru.t'/jÜhr Nu»*, die im la- tWIume«ellihvii Jeden Sonnabeno u. Mlttw. 31', Uhr Märchen-Revue ,» AKfaeabrOdel* Kleine Preise. Der fgrofle Lacherffolfl ein Herold. Lloyd» Gorp.. Film der Peremount Im Verleih der Perufemei Regie: SAH TAYLOR Xr HI B uaHl HI Hül Ufa-Palast am Zoo VorverV. br A. 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So sollen düe Ausgaben für Oberbaumaterial aus das Mindest- maß beschränkt werden, während für Fohrzeuge, deren Bedarf für 19ZB bereits im voraus gedeckt wurde, überhaupt keine Neu auftrüge vorgesehen sind. Die Folgen für den Lokomotiv- bau, bafonders ober für die Waggonindustrie, würden dann außer- ordentlich schwer sein. In der Geschichte der schweren Stabilisierungskrise bildete die Krise in der Waggonbauindustrie«in besonderes Kapitel. Eine Anzahl von Momenten wirkte hier zusammen, um die all- gemeinen Schwierigkeiten der Wirtschaft in diesem Industriezweig auf die Spitz« zu treiben. Neugründungen in der Kriegs- und Nach- kriegszeit, sowie planlose Ausbauten der alteingesessenen Werk« zur Unterbringung der Inflativnsgewinne brachten es dahin, daß An. fang 192ö etwa 89 Waggonfabriken mit einer Leistungsfähig. k e i t von zirka 499 Millionen Mark in Deutschland bestanden, wäh- rcnd der gesamte Auftragsbestand Ende ISA sich auf knapp 1ö Millionen bezifferte. Die Sünden der Inflationszeit rächten sich um so schwerer, als die Reichsbahn mit der Einführung der Festmark ihre Aufträge abstoppte, teils wegen UebersäU� gung mit rollendem Material, teils aus finanziellen Gründen. Da- zu kam noch, daß die großen ausländischen Serienauflräge gleichfalls selten wurden und auch die Reparationsaufträge stark nachliehen. So stand die deutsche Waggonindustrie bald mitten in schwerster Krise. Dieser katastrophalen Entwicklung fiel ein« ganze Anzahl füh- render Waggonunternehmen zum Opfer. Di« meisten Werke mußten zu scharfen Sanierungsmaßnahmen, vetriebsumfiellungen und Sapitalzusammenlegungeu schreiten. So brach im gerbst 1926 der L i n k e- H o f m a nn» Lauchhommer-Konzern, dessen Rückgrat die äußerst leistungsfähigen Breslauer Waggon- und Lokomotwbetriebe bilde. ten. auseinander. Die Waggon- und Maschinenbau- A.» G. i n G ö r l i tz hatte in den Iahren 1924 bis 1926 rund 5,7b Millionen Mark Verluste ausgewiesen, so daß tüe Gesellschaft ge- zwungen war, ihr 12-Millionen.Kapital in dem außerordentlich scharfen Verhältnis 5: 1 zusammenzulegen und zur Beschaffung neuer Mittel auf 6 Millionen wieder zu erhöhen. Nicht besser er- ging es anderen bedeutenden Werken. So mußten die G o t h a e r Waggonfabrik ihr« 7,5 Millionen Mark Kapital im Verhält- nis 4:1. die'W a g g o n f a b r I k Fuchs in Heidelberg, die die Hälfte ihrer 4 Millionen Aktienkapital eingebüßt hatte, ihr Kapital auf ein Drittel zusammenlegen und die Eisenbahnbedarf. zl. G. in Düsseldorf ihr« AL Millionen Kapital halbieren. Auch die Sächsische Waggonfabrik Werdau. die ihre Berluste verhältnismäßig niedrig halten konnte, sah sich zu einem Abstrich von 9,7 Millionen Mark von den 4,4 Millionen Kapital gezwungen. — Im Zusammenhang mit diesem allgemeinen Zusammenbruch ist da» Eingreifen der Gemeinden von besonderem Interesi«. Da die großen Werke überwiegend in mittleren oder kleineren Städten liegen, mußten Stillegungen dieser Weite, die durchweg starke und hochqualifizierte Belegschaften unter- halten, die Lage an den städtischen Arbeitsmörkten bei der herrschen- den Massenarbeitslosigkeit Ende 1926 ungemein verschärfen. Auch an Umgruppierung der Waggonarbeiter wäre bei der allgemeinen Krise nicht zu denken gewesen. Andereiseits lag es auf der Hand, daß bei neu einsetzendem Reichsbahnbedarf die Lag« der Waggonindustrie sich rasch bessern würde, es also in diesem Fall daraus ankam, den Werten das Durchhalten einer Uebergangs- zeit zu erleichtern. So entschlossen sich einzelne Kommunen, die Sanierung der Werke finanziell zu unterstützen. Die Stadt Han- n o v e r übernahm von der Hannoverschen Waggonfabrik, die gänz- lich zusammengebrochen war und neun Zehntel ihres Aktienkapitals verloren hatte, Grundstücke im Wert von 899 999 M., die Stadt Breslau überwies den Linke-Hofmann-Werken 2 Millionen Mark für Beteiligung an deren niederschlesischen Kohlenzechen. Görlitz übernahm die Garantie für neu aufgenommene Kredite der Gör- litzer Waggon-A.-G. und etwa eine Million junger Aktien. Aehn- liche kommunal« Unterstützungsmaßnahmen sind in Gotha und Eisen ach festzustellen. Auch Sonderaufträge für die städtischen Straßenbahnen wirkten krisenmildernd. Diese Totsachen verdienen heut« um so größere Beachtung, wo der Reichsbankpräsident Schacht unerhörte Angriffe gegen die kommunale Wirtschaftspolitik richtet. Das Lieferkartell. Mit einer rein finanziellen Sanierung der Waggonindustrie allein war natürlich nichts getan. Hand in Hand mußte eine grundlegende Rationalisierung der Betrieb« gehen und die Möglich- keit geschaffen werden, den umgestellten Werken mit größeren Auf- trägen über die Ilebergangszeit hinwegzuhelfen. Da die Reichs- bahn, die als einziger großer Auftraggeber in Frage kam. sich bereit erklärte, ihr« erst in den nächsten Iahren fälligen Aufträge bereits 1926/27 zu erteilen, wenn ihre Bedingungen in der Rationalisterungs- und Preisfrag« erfüllt würden, sahen sich die früher sehr selbstherr- liehen Waggonindustriellen vor die Notwendigkeit eines Zujam- m e n f ch l uj s e s gestellt. Etwa dreißig der leistungsfähigsten deut- schen Waggonfabriken schlosien sich Ende des vorigen Jahres in der Deutschen Waggonbauoereinigung zusammen und schlosien«in A b- kommen mit der Reichsbahn, in dem diese sich verpflichtete. 09 Proz. ihrer Aufträge diesem Verband« zu überweisen. Eine be» stimmte Zusage über die Höhe der Aufträg« erteilte die Reichsbahn nicht, da die Neubeschoffung bei dem Immer noch sehr hohen Bestand an rollendem Material— etwa 31 Proz. vermehrt« Ladefähigkeit bei etwa 6 bis 8 Proz. vermehrtem verkehr gegenüber der Bortriegs- zeit— der weiteren Verkehrsentwicklung überlasten werden mußte. Dagegen besitzt die Reichsbahn in dem vorbehalte»?» einjährigen Kündigungsrecht nach zwei Jahren ein Druckmittel, daß ihre Preissentungsforderungen erfüllt werden. In dieser Linie liegt auch die Desthninung, daß die Werke, deren Sclbstkcsten mehr als 5 Proz. über den durchschnütlichen liegen, au« der Dereinigungaus- scheiden mästen. Diese Bestimmung wirkt zweifellos rationalisie- rungsfördernd, birgt jedoch auch die Gefahr, daß die aus dem Ver- bände ausscheidenden Betriebe«ine Entschädigung für ihren Lieferungsantell verlangen. Das Beispiel in der Kaliindustrie zeigt. wozu da? führen kann. Llm die Trustbildung. So entsteht für die weitere Gesundung der Waggonindustrie die Frage des Zusammenschlustes mehrerer Betriebe zu einem Unter- nehmen. Bereits im vorigen Jahre tauchte das Projekt eines Woggontrufts auf, das jedoch an den persönlichen Gegensätzen der leitenden Männer scheiterte. Der kürzlich erfolgte Zusammenschluß westdeutscher Werke— der Waggonfabriken van der Zypen u. C h a r l i« r, Köln, Killing u. Sohn, Hagen, und der Düffel- dorser Eisenbahnbedarf A.-G.— zu der Dereinigte West- deutsch« Waggonfabriken A.-G. ist ein Schritt auf diesem Weg«, wenn auch ein sehr kleiner. Die Bedeutung der Fusion darf nicht überschätzt werden: besitzt doch das neu« vereinigte Unternehmen nur eine elfprozentige Quote im Verband, während Linke-Hoftnann schon allein über 14 Proz. verfügt. Auch hat man in der oft- und mitteldeutschen Gruppe, in der mit Linke-Hofinann. Görlitzer Waggon, Busch Bautzen und Werdau die stärksten Werk« vertreten sind, in dem Trustgedanken vermullich«in Haar gefunden, seitdem«» den einzelnen Werken wieder bester geht. So sprach sich die Verwaltung der Görlitzer Waggon auf der kürzlich abgehaltenen Generalversamm- lung ausdrückluh gegen einen Zusammenschluß mtt den benach- borten schlesischen und sächsischen Werken aus. Dieser Standpunkt entspricht ganz und gar der selbstherrlichen Stellung der Waggon- industriellen in der Vorkriegszeit, als die Waggonindustrie eine be- queme Rentnerindustrie war. Die Görlitzer Verwaltung Hält die Zell für gekommen, wieder solche Auffastungen zu pflegen, da sie nach den Krisenjahren für 1926/27 zum erstenmal wieder«ine Dividende von 8 Proz. ausschüttet«. Dabei ist von führenden Männern der Waggpnindustri« betont worden, daß bei der fort- schreitenden Normung und Typisierung der ReichsbaHuwogen die Unterhaltung kostspieliger Konstruktionsbureaus und eines übermäßig starken technischen Stabes ein Unding sei und daß bei konsequenter Durchführung des Rationalisierungsgedankens ein Zusammenschluß zu regionalen Waggontrusts kommen müste. Die Reichsbahn besitzt zwar keinen direkten Einfluß auf die Um- gruppierung der einzelnen Werke, hat sich jedoch in dem Abkommen mit der Wogenbauucreinigung genügend Druckmittel gesichert, um im Sinne einer solchen Rationalisierung einzugreifen. Erholung, aber unzureichende Vorsorge. Die Abschlüsse für 1926/27 zeigen, daß die Waggon- Industrie sich rasch erholt hat. Verluste werden nur von wenigen Unternehmen ausgewiesen, bei denen sich die erhöhte Befchäf- tigung erst im kommenden Jahr« auswirkt. In der scharfen Senkung der Selbstkosten drücken sich die Erfolge der betrieblichen Ratio- nalisierung au». Auch die Belegschaften konnten bedeutend verstärkt werden, jo in Görlitz um 1999 auf 3599, in Hannover um einig« hundert und in Heidelberg bei der Waggonfabrik Fuchs sogar von 499 auf 1699 Mann. Diese schnelle Besserung der Lage hat aber die Waggonindustrie anscheinend allzu sicher gemacht. Sie vergißt, daß die augenblicklich gute Beschäftigung nur den vor- zeitig vergebenen Reichsbahnaufträgen zu verdanken ist, und daß auch der Bedarf der Reichsbahn einmal zurückgeht. Die Erfahrungen der letzten Krise sollten ihr eigentlich eine Warnung sein. E— e. Schacht züchtet pteitegeier. Konkurse im November um 32 proz. gestiegen. Die Zahl der K o n ku rs«, die nach dem niedrigen September- stand bereit» im Oktober zugenommen hatte, ist im November in steiler Kurve angestiegen. Der letzte Monat weist mit ins- gesamt 697 Insolvenzen einen R e k o r dst a nd seit August 1926 auf. Die Steigerung gegenüber dem Oktober beträgt 32 Prozent. Besonders auffällig ist die Verdoppelung der Zahlungs- e i n st e l l u n g« n im Kohlen-, Metall-, Maschinen- und CTHemi- kaliengewerbe. Auch die Koniurs« im Handwerk haben um etwa 59 Prozent zugenommen. Dies« beunruhigenden Zahlen sprechen deutlicher als alles andere gegen die Schachtfche Politik der Kreditdrvfselung. Ihr« Wirkung bekommen naturgemäß zu allererst und am schärfsten die kapttalschwachen Kreise des Handwerks und kleinen Mittelstands zu spüren, denen die Reserven und Auslondsverbindungen der großen Unternehmungen und Konzerne fehlen. Es ist gar kein Zweifel, daß die Schäden, die bis jetzt schon durch Einstellung von kommunalen Bauten und die zunehmenden Konkurs« angerichtet sind, sich zwang»- läufig weiterfressen, wenn die Reichsregierung der Politik Schachts weiterhin tatenlos zusieht, wie es nach der gestrigen Rede des Reichswirtfchoftsministers Curtius den Anschein hat. Krach im Gußstahlwerk Witten. Aus der Dunkelkammer monopolistischer Aussichtsratspolitik Was aus einem solid« geletteten und technisch hochstehenden Unternehmen werden kann, wenn es zum Spielball kapitalistischer Spekulationen gemacht wird, zeigen skandalöse Vorgänge beim Guß. st ahlwerk Witten. Dieses Unternehmen gehört« in der Vor» kriegszeit mif zu den bestrentierenden Unternehmen der westdeutschen Schwerindustrie. Settdem die Aktienmajorität zum Handelqobjekt gemacht wurde und aus den Händen des S t u m m- Konzern« an den Stahltrust. Krupp, Klöckner und Hoejch über« ging, haben sich derartige Verhältniste innerhalb der Verwaltung und zwischen den einzelnen Akttonäraruppen herausgebildet, daß schwere Rückwirkungen auf die Entwicklung des Wertes eintraten. Der Abschluß 1924/25 ergab bei einem Aktienkapital von 19,4 Millionen einen Verlust vou l.7ö Millionen Mark, der durch Auflösung des Reservefonds auf 9,76 Millionen Mark ermäßigt wurde. Das Jahr 1925/26 ergab einen erneut«» Verlust von 9.61 Millionen Mark, wodurch sich der neu« Sesamtoerlup auf 1,37 Millionen Mark erhöhte. Bereits vor einem Jahre legte die Berwattung ein Sanierungsprogramm vor. nach dem das Kapi- tal von 19,4 auf 5,2 Millionen Mark halbiert und sodann zur Zu- sübrung neuer Betriebsmittel um 4,4 auf 9,6 Millionen Mark wieder erhöht werden ioltte. Die aus der Kapitalzusammenlegung sich er- gebenden 5,2 Millionen Mark Buchgewinnc sollten zur Abdeckung des Berluste», zu Abschreibungen aus veraltete Anlagen und zur Bildung eine» Reservefonds von einer Million verwandt werden. Dieses Projekt scheiterte an dem Widerstand der Minderheiten- gruppe unter Führung des Eilengroßhändlers Ottenheimer. lDieV Gruppe vertrat den Standpunkt, daß die Sanierung in dieser scharfen Form auf Machenschaften des Stahltrusts zurückzuführen sei, der für die geplant« Eingliederung des Wittener Werkes einen möglichst niedrigen Preis zahlen und durch Uebernahme der jungen Aktien sich die ausschlaggebend« Sttmmen- mehrhett sichern wolle. Bezeichnend für die Stellung des Stahl- trusts war es, daß dieser nach dem abgewiesenen Sanierungsvor- schlag seine gänzliche Uninteressiertheit an Hein Wittcner Werk erklärte, seine Mitglieder aus dem Aufsichtsrot zurückzog und der Verwaltung anheimstellte, mtt den bestehenden Schwierigkeiten fertig zu werden. Diese bis jetzt sortdouernden Differenzen führten aus der letzten Generalversammlungen zu stürmischen Szenen. Der Ver- lust au» dem Vorjahr bleibt bei dem(trotz der guten Konjunktur/� geringen Reingewinn von 37 999 Mark in fast derselben Höhe von 1,33 Millionen Mark bestehen, die Schulden von 6,8 Million«» Mark— darunter 4 Millionen Bankschulden— sind sogar noch gestiegen, so daß«ine Sanierung nach wie vor erforderlich ist. In ihren Angriffen gegen die Verwaltung betonte die Opvo sition, daß die ganze Bilanz den Einfluß des S t a h l t r u ,t s verrat«. So erreichten die Abschreibungen von 1,16 Millionen Mark mehr als 19 Proz. des Aktienkapitals, während der Stab! trust bei seiner eigenen Bilanz sich mit 3 Proz. und bei dem Guß- stahlwerk Döhlen mit etwa 2.8 Prpz. begnüge. Der Stahltrust habe ei» besonderes Interesse, die Verhältnisse bei dem Stahlwerk Witten ungünstiger erscheinen zu lasten, als sie in Wirklichkeit sind. Da- gegen erklärt« der Borsitzend«, daß die Aufsichtsratsmitglieder weder Vuppen der Gebrüder Stumm noch des Stohltrufts feien, und daß die ungünstigen Verhältnisse einzig und allein auf die Verschleppung der Sanierung zurückzusühren seien. Das Er- eignis der Sitzung bildest der Austritt voy vier Auf- ficht? ratsmitgliedern, darunter lämUicker Bankiers, mit der Begründung, daß ein ersprießlichss Arbeiten uustr den gegenwärtigen Umständen nicht möglich wäre. Die aus- scheidenden Bankiers erklärten bei dieser Gelegenheit, daß mit einer Drosselung der Bankkredite gerechnet werden müßte, wenn die verantwortlichen Stellen die Dinge einfach chelstr-' treiben ließen. Dieser Blick in dst Duntelkammer der Aufsichte- ratspolitik enthüllt skandalöse Dersahrungsweisen privater .Wirtschaftsführung'. Auf dem Rücken eines großen Werkes werden die Instrestenkämpfe zwischen Stahltrust, Minderheitsaktip- näoen und Bankkopital ausgetragen, und den Schaden tragen, wie stets bei kapitalistischen Machtkämpfen, die Belegschaften des Werts. Ko p i t a l wird hier zu Millionen verschleudert, aber wo die Arbeitszeit vernünftig und mevschwürdig geregelt werden soll, da sind dst.Kosten nicht tragbar'! Lebenöhaltungsindex. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltung»- tosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und„Sonstiger Bodgrf') beläufi sich nach den Feststellungen des Statistischen Rcichsamts für den Durchschnitt de, Monats R o v e m b e r auf 159,8 gegen 1 59,2 im Vormonat, Sie ist demnach um 0,3 Prozent gestiegen. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14_ 100): für Ernährung 152,0, für Wohnung 125,4, für Heizung und Beleuchtung 146,1, für Bekleidung 164,2, für den„Sonstigen Bedarf' einschließlich Bertehr 185,8. Automobilweltkamps mit Teilzahlungen. Die Verhandlungen der D a i m l e r- B e n z A.-G. über affiziclle Einführung eines Teil« z a h l u n g s f y st e m s sind jetzt abgeichlosten worden. In gewisser Hinsicht hatte die Gesellschaft praktisch bereits ein Teilzahlung?- fystem mit Wechseln von 18monaklicher Laufzeit gehandhabt, uic in der Regel mit l Proz. über dem Reichsbankdiskont verzinst wurden. Die jetzt erfolgte Neuregelung der Teilzahlung wird nach dem Muster der Teilzahlung bei Vensicherungs- und Motorbauken erfolgen, jedoch wird die bisherige und für einen Teil der Kund- schast sehr bequeme Art der Zahlung mit verlängerte» Weitzeln beibehalten werden. Als Kreditinstitut ist die Rheinische Crc- d i t b a n t in Aussicht genommen. Di« Anzahlung der gesamten Kaufsumm« soll mit üngeiähr 3 9 Proz. ersolgen.— Diese neuen Maßnahmen der deutschen Automobilindustrie, der inländischen Kundschaft den Kau! zu erleichtern, find zweiseilo? aus die wo ch>« n- de ausländische Konkurrenz zurückzusühren. So macht dst amerikanische Industrie immer erneute Zlnstrengungen. den deut- sitzen Markt zu erobern. Zur Umgehung der deutschen Zölle führt Amerika Einzelteile für Automobile ein, die in hiesigen Werk- stätten montiert werden. So bestehen jetzt schon in Berlin drei große Montagewerkstätten für amerikanüche Automobile non Ford, General Motors und Chrysler Corporation. Zur- zett stellen Chrysler etwa 49 Wogen täglich zusammen und die General Motors etwa 75 Wagen. Nach den neuvoller�ieten Werksausbauten rechnen die General Motors mit einer Tages- l« I st u n g von 169 Wogen, während die Chrysler Corporation ihre Tagesleistung sogar verdreifachen will. Die deutsche Automobilindustrie muß also alle Anstrengungen machen, izm mit den sortyeschrittenen amerikanischen Produktions- und Absatz- Methoden Schritt halten zu tonnen. Günstiger Stand der Eisenkonjunktur im November. Noch dem Bericht des S t a h l w e r k v e r b an d e?, de.r Spitzenorganifattan der Ellen- und Stahlindustrie, hat sich auch im November noch kein Nachlassen der schwenndustrielleu Konjunktur bemerkbar gomachl. Besonders bemerkenswert ist, daß der Auitrogseinganq für S t o b« i s e n. der sonst in der vorgerückten Jahreszeit regei- mäßig nachläßt, stch auf der Höhe des Vormonats gehalten hat. Di« Preise für Exportwaren wurden erhöht. Auch der Inlands- markt für Halbzeug ist unverändert gut. während aus dem Ausland sogar noch erhöhte Auftragsbestände vorliegen. Die Grobolech-Walzwerte haben größer« Bestellungen von der SchifsbaUiiÄntstri« erhotten ynd weisen außerdem einen normalen in- und ausländischen Auftragseingang auf. Besonders günstig ist die Lag« in den B a n d« i s e n w e r k« n, die auf einen nöch steigen- den Jnlandsbodarf hinweisen. Infolge der stärkeren Nachfrag» des Auslandes wurden auch hier Preiserhöhungen vorgenommen. Da» Pariser Zockerabkommen wird ratifiziert. Auf der am 39. Nooember in Berlin eröffneten internationalen Zuc&rkonferenz berichtete der kubanisch« Vertreter über die noch in Fluß befindlichen Verhandlungen mit der Vereinigung der Javo-Zuckerproduzenten. Di« Präsidenten der deutschen, polnischen und tschechischen Delega- tion erklärten daraus, daß sie im Namen der von ihnen vertretenen Industrien das Pariser Abkommen vom 14. November ratifi- zieren. Zum Schluß wurde bekanntgegeben, daß auch die ungo- rische Zuckerinduftri« mit den Pariser Abmachungen sympathisiere und mtt einer baldigen Entscheidung der ungariichen Zuckerprodu- zenten zu rechnen sei. Die Regierung antwortet. Curtius und Brauns zur sozialdemokratischen Interpellation.— Deutsch- nationale Gcharfmacherei. Nach der groben Zdede des Genomen A u f h ä u I e r im gestrigen d»,ichstng,. die w.r im Hauplblatl �eröjsenUichen, Sickte die Rechts- olockregierung zwei Minister zur Beantwortung der sozial- demokratischen Interpellation vor Als erster nahm das Wort AeichSVirtschaftSminister Or. CurttuS: Wirtschafts- und Sozialpolitik sind keine Gegensäste, fie bedingen lind donMr.n-'en sich qegeiis itio. Man bat. so erklärt er, eine lange Jeit wie hypnotlsiert auf die Passivität der Handels» b i l a n z hingestarrt und den Einsuhrliberschuh wie eine Art von Krankheit am deutschen Wirtschastskörper behandelt. Auch durch Verminderung des Imports kann nicht ein kiopital,„wache erstell werden. Die Passivität der Handelsbilanz ist nur ein Symptom: der bewegende Faktor ist der K a p i t a l st r o m. Die Oesfentlichkcit hat nnt Recht darauf hingewiesen, daß die Auslandsverschuldung keineswegs nur ein ökono» mische«!, sondern auch ein soziales Gesicht hat. Cr freu« sich, daß der Botschafter Schurmon bei seiner Ankunft in Rem?Zork die Sicherheit der deutschen Anleihen unter- strichen hat. Wenn ich, so fährt der Minister fort. Im Haushalts- ausschuß zur Begründung der Sicherheit unserer Ausländsanleihen darauf vsrw'esen habe, daß den Auslandsanleihen A4 Milliarden eigenes Kapital allein der Industrie gegenübergestanden habe, so k�nimt Rrri..("-M h z,, einer G lamt'ck'ö'wna der deutschen Waren- läger von AO Milliarden gegenüber 5 Milliarden Kreditoren. Die Zicherliell der kommunalanlelhen ist auch durch das qroste ver- nwgeu der deutschen Kommunen garantiert, und die Höhe der Verschuldung Ist im Verhältnis zur Vorkrleqsverschuldung gering. Der Ab". Ausbäi'ler bat wir voraeworfen. das» ich die Gemeinden nicbt gegen die Angriffe geschürt bätte. Ich muß darauf hinweisen, daß dieser Forderung von der Reichsrcgierung in der Gegen- Denkschrift vollauf Genüge geleistet worden ist. Die Ausfassnng, dag eS sich größtenteils um Luxus-. ausgaben gehandelt habe, wird von der ReichSregic» rung nicht gedeckt. lSobhaftes Hört, hört!) Die gesamte wirtschastiiche und politische Bedeutung der Frage ist allerdings damit nicht erschöpft. Wir ver- langen von den kapitalistischen Unternehmungen, besonders von Krufts, Kartellen und allen Organisationen der Grobwirtschaft, daß sie sich in die Gel�mtwirtschait einfügen. Dann dürfen wir aber auch den Semeinden gegenüber erklären, dab auch eine isolierte Kommunalwirtschaft unmöglich ist, und wir müssen fordern, daß die Investitionen der Kommunen sich in die gesamte Wirtschaft. liche Entwicklung einstigen, und vor ollem kommt es uns an, auf eine Gemeinschaftsarbeit in bezug auf Maß und Tempo der Inveftilionen. Ich stimm« mit dem Porredner durchaus darin uberein. Schwimmbäder und andere Anlagen zur Erhalluna der Bolkraesrndheil sind keineswegs tvrus. und es ist richtig, dah die eigentlichen Luxusausgaben im gesamten Budget der Geweinden nur einen kleinen Teil darstellen. Ei muß anerkannt wer- den, daß die Gemeinden zum größten Teil in Ausübung der pro- duktiven Erwerbslosenfürsorge solche Ausgaben ge- macht haben. Dennoch ist die Frage gerechtfertigt, ob bei vielen dieser Anlagen Pracht und Verschwendung notwendiq war lind ob dadurch nicht vielfach ein Eindruck hervorgerufen worden ist, der sich geradezu aufreizend auswerten kann.(Zustimmung rechts.) Ich habe schon im Haushaltsausschuß gesagt, daß sich dos Dernpv und das Ausmaß unserer Konjunktur langsam abschwächt. Vir«erden bald In die Lage versetzt werden, weit mehr als bisher den Auelandsmarkt auszusuchen. desHall» sind wir genötigt, durch weitgehende Rationalisierung aus die Riedrighaltung der «elbstkosten zu drücken und Lasten abzubürden. Die Reichsreaierung vermag eine Ueberslclgerunq des Preisniveau» nicht anzuerkennen. * 1026 betrug der Großhandelsindex l36.S. im Oktober 1027 136,8, also eine Erhöhung um 3,6 Punkte oder 2 6 Proz. Die Lebenshaltungskosten betrugen im Oktober 1626 142.2. im Oktober 1627 156,2: da» ist eine Erhöhung um 8 Punkte oder 5.6 Proz. Em« Gegenüberstellung der Löhne im Oktober 1926 und 1627 ergibt eine Skeiacrung um 8—10 Proz. Ich weiß wohl, daß der st a t i. stisch« Normalmensch eine Abstraktion Ist(Sehr rich- tig! links), welche» Elend in weiten- Kreisen herrscht und wie druckend� das niedrige Existenzminimum ist, aber ich wollte die Richtung und Bewegung der Preisgestaltung durch diesen vergleich zeigen. Die Preiskurve zeigt nicht noch oben, man kann nach der Statistik eher von einer Entspannung sprechen. Wir haben alio keinen Grund zu einer Teuerungspsychose und die Reichsregie- rung sieht keine Notwendigkeit, durch die Gesetzgebung Vollmachten zu erbitten, um unmittelbar auf die Preise einzuwir- ken.(Hört, hörtl links.) In bezug auf die politische Seite der Auslandsverschuldung verweis« man mit Recht auf die Gefahr einer Abhängigkeit vom GlSubigerland. aber die Verbin- dung zwischen dem Kapital van Slmerika und der Produktlvkrast unsere» tzO-Millionen-Volke» ist eins der stärksten Aktiva der Weltwirtschaft überhaupt. Die Auslandsverschuldung Hot natürlich auch ihre Ginwsvkung auf den Transfer. Ich glaube, daß besonders nach der zwingenden Bewelsführung de» Reichsbankpräsidenten In seiner Bochumer Rede kein Zweifel daran bestehen kann, daß den privaten Gläubigern ein Bor- rech« vor den paisiischen aebghrt. Den pol-tischen Gläubigern kann aber gesagt«erden, daß sie durch diese Priorität der Privaten nicht geschädigt werden. Im übrigen ist in wesentlichen -reisen der Transfer erst durch das Hereinlassen von Auslands- deoisen möglich gewesen. DieSozialdemokratischePartei betreibt mit ihren Anträo-n im voltsw'rtschaftlicben Ausschuß eine Aenderung der bisherigen Kartellpolitik s». wohl nach der Seite der Orpansiation wie auch der materiellen Ge- setzgebuna. Der Zeitpunkt für eine solch« grundlegende Aende- rung scheint mir jedoch noch nicht gekommen. In wenigen Wochen werden die ersten Pnblikationm der Kart ell-Enguete in der Oesfentlichkeit erscheinen. Erst nach Abschluß der Enquete können wir an die Frage herangehen, ob und Inwieweit das Kartell- gesctz geändert werden soll. Die Aollsenkvngsaktion. Di« Linie, die wir mit der Absen dung der deutschen Delegation rcJ) Worickau prr'otp« baden, ist durchaus klar. Der deutsch. französisch« Handelsvertrag enthält gewiß kein« Zollsendunflen cnrf den vom Abo Wissell vor einigen �--oen oen-'nuten G?bieien. ober bei 1�0 bis 150 anderen Positionen enthäsi er sehr wesentliche Senkungen. Ueber die Tätigkeit der Anleiheberatungsftelle haben wir zusammen mit der Reichebank Grundsätze aufgestellt. Wir haben nicht Immer mit der Reicbsbank übereingestimmt, sehr häusig hat dres««inen schärferen Maßstab an die Gesuch« gclegü als wir: lehr häufig ist sie überstimmt worden Im ganzen sind In diesem Monat 411 Millionen befürwortet worden, davon stnd aber je 30 für die R e n t e n b a n k k r e d i t a n st a l t und für die P r e u ß e n a n l e i h e bestimmt gewesen und nur der 18 Rest für eigentliche Kommunalaicheihen. Run komme ich zu der Neuorganisation der Beratungsstelle. Diese ist nicljt etwa geschlossen worden, wie der Vorredner meinie, wir haben im Gegen- teil eine große und weitreichende Aufgab« in Angriss genommen, die Konsolidierung der kurzfristigen Anleihen der Kommunen mit dem Ziel der Ausstellung eines Anleiheplans der Kommunen. 2lb«r es dars auch nicht verschwiegen werden: nach eingehenden Beratungen ist die Beratungsstelle außerstande, setzt die einzeln eingehenden Anträge zu beraten und zu besür- warten. Alle Maßnahmen, die ich besprochen habe, könnten wirkungslos werden und das Bild würde unvollständig fein, wenn wir nicht damit rechnen müssen, daß die Reichsreform alsbald erfolgt. Wir erwarten, daß die Länder in der gemeinsamen Arbeit auch über ihre Finanzpolitik und ihr« Steuerverhält- nisse Ausklärung zu geben bereit sein werden, und praktische Einzekmaßnahmen für die verwaitungsreform vorschlagen werden. Die Stunde zum Handeln hat geschlagen Präsident töb« teilt mit, daß ein kommunistisches Mißtrauens- votum eingegangen ist mit dem Wortlaut:„Die Reich» regt«.- rung besitzt nicht da» Vertrauen de» Reichstag q." Reichsarbeitsminister Or. Brauns: Der zweite Teil der Interpellation Müller-Franken befaßt mit Fragen der Lohnpolitik, der sozialen Renten und mit den die Fürsorge maßgebenden Bestimmungen. Der Nachdruck liegt auf den Fragen der Lohnpolitik. Die aufsteigende Konsunktur des letzt«» Jahne» hat bekanntlich auch ein« beträchtlich« Steigerung der Löhne im Gefolge gehabt. Ich betone ausdrücklich dielen Zu- sommenhang der Lvhnsteigerung mit der Konjunktur. Di« behördlichen Stellen können«Ine Berständigung der Parteien über die Löhne anbahnen und sördern, sie können im Rahmen dieser Mög? lichkciten gewisse Härten ausgleichen, die Lohnentwtcklung aber maßgebend zu bestimmen, sind sie nicht in der Lage. Daher besteht auch der Einfluß des Reichsarbeitsministeriums auf diesem Gebiet!m wesentlichen in einer vermittelnden Tä- titzkeit bei freien Verhandlungen. Berbindlichke.it» er- klärungen bilden nicyt die Regel. Unter normalen Verhält- nisten sollen sie aus Ausnahmefälle beschränkt sein. Im übrigen ist da» Reichsarbeitsministerium bei der Verbiodlichkeit»- erklärun« an dem gegebenen Inhalt der Schiedssprüche gebunden. E» Hot nur die Wahl zwischen einem Ja oder einem Rein und keine Möglichkeit, am Inhalt der Sprü irgendeine Aenderung vorzu- nehmen. Sämtliche Schsichtungsb-Horden haben sich bei ihrer TS- tigkeit immer von dam Bestreben leiten lasten, bei Renabschlüsten von Taiisverträgen Lohn und Gehälter im Rahmen de» Wirtschaft- lich Möglichen zu heben. Den Beweis dafür liefert auch die Eni- Wicklung des letzten Jahres. Dos Tariflohnniveau ist nach den Be- recbnungen de» Statistischen Reichsamts» die einen Durchschnitt der Löhne der wichtigsten Berufsgruopen darstellen, vom Januar 1927 bis November 1927 um rund sieben Prozent gestiegen. während die Indexziffer vom Jauuar 1627 bis heute eine Steige- rung von ungefähr vier Prozent aufweist. Dabei ist zu berücksich- tigcn, daß in Zeilen günstiger Konjunktur die wirklich?» Verdienste im allgemeinen stärker anzusteigen pslegen ol» die tariflich verein- borten Lohnsätze. Man dars also feststellen, daß das Niveau des Reallohnes der deutsehen Arbeiter» schafft im Durchschnitt gesehen, fich ebenfalls gebessert hat. Ich bin mir bewußt, daß diele Entwicklung nicht ollen Arbeitern zum Bewußtsein kommt, weil sehr viel« von ihnen an den Fol- gen der Krise von 1926 heute noch zu trogen hoben. E» ist aber für die deutsch« Wirtschast in ihrer gegenwärtigen Lag« un- möglich, in kurzer Frist oll« Schoten der Vergangenheit wettzu- machen. Wenn dos bezüglich der Lohnhöh« Geltung haben soll, so muß es selbstverständlicy auch gelten hinsichtlich des Unter- nehmergewinnes und der Kapitalanfommlung. Damit komme ich auch zu der Frag« der Sinlvirkung der Nationalisierung der Betrtebe auf die Löhne. Die Reichsregierung und insbesondere auch das Relchsarbeitsministe- rium haben stets mit Entschiedenheit den Siandpunkt vertreten, daß die Rationalisierung auch der Acbciterschasl zugute kommen müsse, sei es durch Steigerung der Nominallöhne, sei es durch Sen- kung der Preise, die einer Steigerung des Reallohnes gleichkommt. Die Sozialrenten haben In der letzten Zeit ebenfalls«ine — teilweise beträchtlich«— Erhöhung erfahren. Trotz des äußeren Abschlustes der Sozialversicherung infolge des neuerdings noch durch- zuführenden Gesetzes übe? die Arbeitslosenversicherung sind doch noch gewiss« R« s o r m e n aus dem Versicherungegebiete unerläßlich und dringlich. Oer Arbeitsminifier deckt die fchwerindustriellen Kampffonds E» ist in der Interpellation auch auf den Lampffonds Bezug genommen worden, der kürzlich von der Schwerindustrie begründet worden ist. Rüstungen für eventuelle Arbeitskömpse zu betreiben ist ein Rech», da» als solche» ebensowenig beskrilten werden kann. wie der Arbeitskamps selber. Damit urteile ich nicht über die Mo- dalitäten derartiger Kampsvorbereitungcn und über die Frage, melch« Partei im gegebenen Einzelfalle vielleicht dos recht« Ausmaß über- schreitet. Für die Beurteilung meiner Haltung ist meines Erachtcns wesentlich, daß ich mich selbstverständlich weder durch solch« Maß- nahmen noch durch die Art, wie sie in der Oesfentlichkeit kritisiert werden, von einer streng objektiven Einstellung abbringen lasie. D'e deutsche Sozialpolitik ist unter verschiedenen Gesichtspunkten angegriffen worden. Bon der einen Seite, weil sie gegenüber der unermeßlichen N o t d e r Z e i t noch nicht ausreicht, von der anderen Seit«, weil sie die K r ä s t e de r W i r t s ch a s t übersteige. Zweierlei wird man ihr nicht absprechen können: die deutsch« Sozialpolitik hat trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, unter denen sie in der Nachkriegszeit litt, in wenigen Jahren Leistungen vollbracht, welch« die Taten von Jahrzehnten der Vorkriegszeit weit über- treffen. Es war serner nicht zum wenigsten die deutsch« Sozial- Politik, welche uns vor schweren Erschütterungen de» Wirtschaft?- uill» Staatelcbens im letzten Jahrzehnt bewahrt und damit den deutschen Wiederaufbau ermöglicht hat. Abg. Rademacher(Dnat.): Man kann den Inhalt dieser Inter- vellation dahin zusammenfassen: Wir brauchen den hemmungslosen Zustrom ausländischen Kapitals, um dadurch bei un» selbst möglichst viel zu zerschlagen.(Gelächter links.) In der passiven Handelsbilanz crbl'cke ich eine außerordentliche Gefahr auch für den wci- teren Kapitalzustrom. Darüber hinaus zeigt sich, daß wir zu teuer produzieren. Zn Polen sind die Löhne 45 Proz. niedriger ol» bei na». Wenn wir auch früher mit Dr. Schacht nicht immer«inner- standen gewesen sind, so stehen wir doch hinter dem heutigen RelchSbank- Präsidenten(lebhafte» Hört, hört! sink») in seinem Kampfe «m die Stabilität der Währung und in seinem Kampf gegen die Städte und die von ihnen erstrebte Soziali- sierung hinten herum. Hinzu kommt die llnberechenbarkell der deutschen Gesetzgebung. die dem Kapltasisten keine Sicherhelt für sein Kapital gibt. Die Hebung der Kaufkraft der Landwirtschaft durch Erhöhung der Zölle hat auch eine Belebung der Industrie herdelgeführt, die sich in der jüngsten Konjunktur ausdrückt«.(Widerspruch links.) Hassent- lich wird nicht bei den Verhandlungen m i t P» l e n über den Handelsvertrag«ine neue schwer« Absotzschädigung für die deutsche Landwirtschaft und damit eine schwere Schädigung der ge- samten Dolkswirtschast in Kauf genommen. Das Drelschichteasystem Ist noch gar nicht durchführ- bar, denn die erforderlichen 18 000 Facharbeiter stnd wedcr vor- ha» den, noch tonn man sie unterbringen.(Abgeordneter Graßmann (Soz.): Sie haben Zeit genug!) Fünfeinhalb Monat« sind für die Durchführung einer so schwerwiegenden Verordnung keineswegs ge- nügend. Die vowes-Last ist, da» hat sich bereits herausaestellt. ln vollem. Umfange technisch nicht erfüllbor. Sie Ist überhaupt nur«r- füllbar durch einen Ausfuhrüberschuß. Da«Ine Steigerung der Ausfuhr in dem erforderlichen Umfang leider unmöglich scheint, muß man jetzt schon die Ersültung verneinen. Nicht zur Unzufriedenheit, wie Sie(zu den Sozialdemokraten) es wollen, sondern zur verantwortlich«» Mitarbeit müssen wir die� Arbeiter erziehen. Erziehen Sie die Arbeiter dazu, daß der Stimmzettel nicht dazu da ist. sein» materielle Lage zu verbessern.(Beifall recht»: Lachen und ironisches Händeklatschen be! den Sozialdemokraten.) Weiterberatung auf Freitag IS Darauf wird Uhr vertagt. die RalivnalkommiiniMche Obstriikiion. Oeuischnaiionale, Volksparieiter und Kommunisten sabotieren im Landtag die Landgemeindeordnung. Der Preußische Landtag trat am Donnerstag, dem 1. Dezember 1927, mittag, 1 Uhr, wieder zusammen.— Präsi» dent Bartels widmet« zunächst dem inzwischen verstorbenen Abg. Dr. H a g e r(Z.), dem Vorsitzenden de» Handels, und Gewerbe- ausschusie», einen Nachruf. Zur Geschäftsordnung beantragten die Abgg. Schwenk (verlin) und Kilian(Komm.) die sofortig« Behandlung der von den Kemmuniste» eingebrachten Anträge gegen die Lockerung der Wohnungszwangewirtschast und den Abbau de» Mieterschutzes von feiten de» Wohlfahrtsminister». Abg. klost(Z.) zur Gefchäfisordnung: Wir widersprechen. der Beratunz, da die Komniunisten im Aeltestenrat bei der Fett- stellung der Tagesordnung von ihrem Vorhaben nicht» gesagt hoben. Abg. Pieck(Komm.) bezeichnet diese Begründung der Ablehnung als faulen Zauber. Nach der Geschäftsordnung Hobe jede Fraktion da» Recht. Anträge zur Geschäftsordnung zu stellen. Durch den Widerspruch de» Abg. Klost(Z.) ist der kommunistische Deschäftsordnungsantrag erledigt. Das Haus überweist hierauf ohne Debatte einen kommunistischen Antrag auf staatliche Hilf« iür abgebrannte Bauern des Dilllreises dem Hauptausschug. Aus Vorschlag des Präsidenten wird der erste Punkt der Tagesordnung, die zweite Beratung der neuen preußischen Besoldungsordnung. abgesetzt. Der Hauptausschuß hat die erst« Lesung der Borlag« noch nichi beendet: sodann ist eine Ancsteichung der pveußischen Besoldungsordnung an die Reichsvorlage, die der Reichstag ebenfalls noch nicht verabschiedet hat, notwendig.— Es folgt di« Fortsetzung der zweiten Beratung der neuen preußischen Landgemeindeordnung, die mit der Wiederholung der namentllchen Abstimmung über � 1 beginnen soll. Das Hau» ist seinerzeit bei der namentlichen Ab. stimmung über diesen Gegenstand durch Obstruktion der Rechts- Parteien und der Kommunisten beschlußunfähig gemacht morden. Der Aeltestenrat schlägt hierzu vor, die vorgesehene namentliche Abstimmung auszusetzen und erst am Freitag, dem 2. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vorzunehmen, in der Beratung der Vorlage aber fortzufahren. Abg. Lüdlckc(Dnat.) spricht sich gegen den Antrag de, Aeltctten- rat» au» und fordert soiortig« Abstimmung über den fs l. Abg. Silton(Krmm.) schließt sich den Ausführungen de» Borradner» an. Abg. Riedel(Dem.) betont, daß dem Aeltestenrat nur Zweck- mäßigkeiisgründ» für seinen Antrag geleitet hätien. Da, vorgehen der Deutschnationalen laufe wiederum aus Obstruktion hinaus. E» sei notwendig, endlich zu«iner positiven Arbeit zu kommen. Bei der Abstimmung ergibt die Auszählung durch Hammel- sprung di« Annakme de« Antrage» de» Aeltestenrate». Di» Ab- stimmung wird also aus Freitag verschoben. Die Besprechung der Vorlage wird nunmehr mit der Veratung des F 2 fortgesetzt. Hierzu begründet Abg.». Eynera(D. Dp)«inen Abänderungsanirag, nachdem künftig Landgemeinden nur zu Städten erklärt werden sollen, wenn fie mehr al» 16 OOOEinwohner haben und nicht, wie im Entwurf vorgesehen, nur 10 000 Ein- wohner. Der Antrag wird abgelehnt. Nunmehr bean- tragen die D« u t s ch n a t I on ol» n über den gesamten z 2 namentlich« Abstimmung. Do Hecht Parteien und kommunislen wiederum Obsiruksian üben, indem sie der Abslimmuna fernbleiben, ergibt sich mit 175 Stimmen ftir den Z 2 wiederum die veschlußunsähigkett de, hause» Der Präsident schließt die Sitzung, beruft auf sofort eine neue Sitzung mit demselben Gegenstand der Tagesordnung ein und setzt die Beratung be, dem ß 3 der Vorlage fort, Z wird ohne Debatte angenommen. Zu§* hatten die Abgg.». Eynera s. lieber„Die Betriebsräte und die Wirtschaftlichkeit der öffentlichen Betriebe" sprach der Bezirksleiter Len° g« r s d o r f f- Köln Cr beleuchtete den vom Reichsverband der deutschen Industrie eingeleiteten Feldzug gegen die öfscnlliche Dlrl- schafk und forderte, daß die Betriebsräte es sich nun erst recht zur Aufgabe machen, die Rationalisierung der öffentlichen Betriebe unter Schutz der Bclegschasten gegen willkürlichen Abbau zu fördern. Dr. P a h l- Berlin sprach über„Die Funktion unserer Betriebs- räte im Ausbau der sozialistischen Wirtschaft" und das Berbaudsvorstandsmitglied Weck-Berlin über die Mögllich- kellen der Betriebsräte für die praktische Fortbildung des Arbeits- rechts. In einer Entschließung wurde Beseitigung der Mängel des Betriebsrätegesetzes und Schaffung der durch die Verfassung vcr- sprachenen v ezlrke wi rlschas tsr Sie gefordert,' ferner wurde verlangt, daß auch das Reichsarbeltsininifteriuin und das Reichswehr- miniüeri'im nicht nur Hauptbetriebsräte, sondern ähnlich wie andere Ministerien auch Bezirksveikretungen schassen. Bon den Betriebsräten in ös'entlvchen Betrieben sind, wie der Verh-ndsvorsitzende VSntn er- Berkin in feinem Bortrag Rh«? .Den Belriebsrat im Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter" mitreiste, 9625 im Gemeinde- und St o a t s a r b e it« r« verband, 882 in anderen freien Gewerkschaften, 689 in christ- .ichen Gewerkschaften organisiert und 328 nicht organisiert. Das ist d- beste Beweis dafür, daß die Betriebsräte nur etwas bedeuten, wenn stc sich aus die Organisation stützen und Hand in Hand mit den Gewerkschaften ihre Tätigkeit ausüben. Internationale Transportarbetterföderatlon. Wien. Dezember.(Eigenbericht.) Am Mittwoch und Donnerstag tagte in Wien die Interna« tionate Transportarbeiterföberation. Die JTF. hat, wi««ms dem Bericht des Sekretärs Edo Fimmen hervor- geht, auch außerhalb Europos, z. B. in E h l n a, I a p a n und Neuseeland Fuß grsotzt. Die Finanzlage der JTF. ist gut. Dem rumänischen Hafcnarbeiterverband, der zurzeit einen Streik führt, und dem jugollowiskhcn Eisenbahnerverbcmd wurden neue Kredite gewährt. Der nächste Jnternatipnale Transportarbeiter» Kongreß soll vom 19. bis 17. Juli 1928 in S t o ckh o Im stattfinden. Für die A ch t st u n d e n a k t i o n will man außer dem ordentlichen Beitrag von 8 Cent noch einen Ertrabeitrng von 25 Prozent erheben. Sammellisten für Gebauer. Es wird uns mitgeteilt, daß für einen Streik b et der Textitsirma Bleicherei nnd Spinnerei von Ge- baüer in der Frankenstraße Sammellisten in Berliner Be- trieben zirkulieren. Dazu erklärt der Unterzeichnete, daß Sominel- llsten, sosern sie sich nicht auf einen obgeschiostenen Betrieb oder Berus beschränken, sondern darüber h-naus in Umlauf gesetzt werden, nur vom Ortsausschuß des ADGB. herausgegeben werden und dessen Stempel tragen müssen. Der Orts- ausschiih bat mit den obengenannten Sammellisten nichts zu tun. Der Verstand des Ortsausschusles Berlin des ADGB. Die Sparkasse der vank der Arbeiter. Angestellte« und veamle» A.'1, Pfd. 73 Pt Schokoladen-Herzchen.......................■/> pm 7SPt Honigkuchen Melange......................'/«Pfd 45Pt. Frühstückskakao„Bensdorp"..............> Pfd. 1,00 Kokos-Makronen...........................>,. pfd. 30pf. Nürnberger Lebkuchen in grosser Auswahl IfilS, vom Sah» SM to u aseren dekÄNvi zuteil<)iia!iU.Len. 6ef&>sebitt« mitbringen! 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Pjlaumen m 28?-. Gem. Bockobit p-d. 45 pl Kalif. Birnen..p-nnd 60?-. Kalif. Pjirsische..p-d.75pt Kalif. Aprikosen p-d. 98?-. Kalif. Ringäpfel p-d. 1,05 Weizenmehl..p-and Zip-. Auszugsmehbpfd.-Bu 1.30 Elerschnillnudelnpfd.4.5pf> Elerfadcnnudeln 48?-. uu* Margarine p-d. 50.55,62pf. Kokosfett i-Pid. Paket 55- 1 Rinderfeit i-Pfd-Pav« 52?-. QriebenschmalzPid. 85pt Bratenschmalz p-nnd 85?-. Molkereibuller p-nnd 1,90 ÄÄfft' FrOhsiOckskäse stick 1 5pi. Romatour...... stick 25?t Harzer Käse...p-aad 55?f. Edam.u.Holländ.PfdSSPt Tilsiter Toiuatt.... Pfand 90pt Edamer Toiifett, Pfand 98?t Dän. Schweizer Pfand98pi Frisch gebrannter ,15 Kaffee? Pfund von■■ PeflKaffee?" P-aad T Ptnnd 3»4»5*7 20 ttta(ea- Brech-u.Schnlllbohn.88Pi Kohlrabi In Bebelban..55P1 Berliner Allerlei..... 85pt Gem. Gemüse nuuai. 1,1 2 ]g. Erbsen............ 76pt lg. Erbsen tota........ 1.30 ]g. Erbsen m.Ka.»tt-a90pi )g. Korrollen......... 58p». jg.extra kl. Karotten 1.02 Pfefferlinge............82?-. Rote Rüben.......... 50?-. Pflaumen obn« 8uin...80pt Stachelbeeren........ 98?-. Birnen ganj« Frucht.... 95?r. Preisseibeeren........ 1,10 Mirabellen........... 1.20 Ananas 8gr. Sehriben. 1.20 Reineclauden........ 1.25 Fische..Räucherwaren wniiiinmuiuiinimnimituuiMiiHmmimuiBuiuimiiimmmiiimmniiiiwnmiiumnimiimiiiuM ..Pfd. 2 2?-. *Äflbü0ll�.Kpid 20?t Schellfisch "Äublioii� *ettlachZ�.?p?d2«Pi •ftoftwfW-silTpt "Gr. Seringe? �dk5?r "Slschstlet.P,«nd35?, 'M.Karvseu�80� Stttbulttmgep�n�ZApi Stmkenstuuder�Ss?. Seelachs 8-�48�-. Sprotten...... Pfandes?.. MbarS..... P-nnd 42?.. Räucherlachs �'2.20 *) Nur Leipziqer Str. Alsx'ndcrplatz Frankfur.er jü.ee, KottliLter Damm. Geflüsel und Wild ■imiiuwiiwuMuiHiMMitmininmimniiiiiiiuiiHimmmmiiiiitiiiunju Jg. ll!t!I!e Pfand von 98an{ cSlMelllkN.. Pfn-dl innge Enten....p/andl211 Gönse-StOckenll. 98 Snppen!iDiiner�94� so inslöflnse-��r5! Gflnsekiein�stfckl35 GIInS8Hl9ln0�95p.. Hasen Cratraift-and»ansaworten, Pfand 84 Gemüse und Obsl MitiiHiiiimiuiuuuiniUiiitiiiiiiiuiiiiMniiuiiHiiiiiimitiiiiiiiiitiiiuiiimi Welblobt..... Pfand 5 PI Mn.MW.Pfd.10F-. MR)CCn gewiMih. Pfd 6 PI- ..... P-andlO?-- p« 65?-. Eßövfel . Pfund 16 pi. MS!!bllA!lp.ncd20- Vananeu. p-nnd 26?. Mandarinenp.d2S.i Apfelstnea p-and 20?-. Walnüsse p-aad 60p,. Aasetiiüsse p-nnd 68?-. Weihnachtspräsent-Kistchen ZIGARREN IQ- Stück■ t ickang f,50 2,00, 2, SO, 3,00, 4,00, 5,00 'JO-UiOck-Paekang 2,40, 3.00 25- Stick-Facknofi 3,00, 3,75, 5,00, 8,25, 7,50-12,60 Planta Buena........... stink 10 pi, sostok. 4,7S Natursport.............. stick 13 pi, sostek. 3,70 Fortuna-Fehlfarben..... stick 13 Pi, so s-ck. 7,13 dute Wahl................ stock 20 Pt, so stek. 9,30 Tamara................... enck 25 Pf, sostek. 11,90 ElSol..................... Sick 30 Pf, so Stck. 14,23 Dentsdifi Metailaiiieiter-Terlianil Todesanseiare. 5)m Mllplieb-rn lur Nnd»!ch-, büß unser Bnllege. der Mechaniker Mdelm Baback am 30. Rcnemder gestorben ist Cfbce feinem Anbenken! Die einäscherimg findet am Sonnabend. dem t. Dezember. 17'/, Uhr, im Ärematorium Banmschulenweg statt. Reg« Beteiligung erwarte- Sie Oclaaecnalfttag. Am Mittwoch, dem 30. Roneinder, ners-ard nach schwerem Leiden un�er langjährige« Muglied, der Mechaniker Wlbelm Baback Dl« Einäscherung erfolg« am Sonnabend. dem 3 Dezember. 17'/, Uhr. im ftremalorinm Banmschulenweg. Ehr« seinem Andenken! Rege Beteiiigung erwartet Sie Sranefieaknmmisftaa »er Mechaniker. Bm. gesundet» Schlaf and damit Kraftig gvu« n Nerven* syatema«rzielcn Äe nur durch den «Baldravin4 PatentarotLgeach. unter Nr. 342684. Cr enthält aimtl. Extraktivstoffe d. Baldrian- Wurxel in kräftigen Südwein gelöst. Alle Nadtshmungen, die als ebensogut angeboten werden. weise man entschied, zurück. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Hersteller: Otto Stumpf 4.-6. Chemnitz. £5,.,2Mark wöchentl. 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Infolge eines Eisenbahnunglücks, dem Charles Grandu zum Opfer fiel, war seine Witwe mit dem Amt und dem Titel eines Portiers bei diesem Haupttierdepot betraut worden. Eine ungewöhn- liche Gunstl Mit fabelhaftem Eiser versah sie ihre Funktwnen, die bei den administrativen Verästelungen ziemlich wichtig waren— das Haus war der Bürgermeisterei, der Präfettur und der Fakul- tat untergeordnet; die fortwährenden Ein- und Abgänge gewährten wenig Ruhe. Einst, als sie, von der Hochzeitsreise nach Treport zurückgekehrt, mit ihrem Mann« hier einzog, konnte sie sich der Eindrücke nicht erwehren, welche die Niedergeschlagenheit der weggefangenen, in diesen Hof gebrachten Hunde auf sie machte. Sie mußte manchmal die Augen schließen, wenn Donnerstags Tiere im Schubkarren, steif und wie ausgestopft, weggeschafft oder mit vergnügten Sprüngen — hoffnungsfroh— an der Lein« eines Laboratorium sdieners fort- geführt wurden. Damals hielt sie sich dle Ohren zu, wenn aus dem Laborato- rium Schreie, ähnlich denen von Kindern, oder vor allem das Ge- lächter der Studenten herüberklang. Aber Grandu hatte ihr die Notwendigkeit bewiesen, daß die Beamten die umherschweifenden Tiere—«ne Gefahr für die Oefsentlichkeit— bekämpfen müßten, und es im allgemeinen Inter- esse nickt minder wichtig wäre, daß die Aerzt« die Hunde öffneten, um in sie hineinzuschauen. Er hatte ihr erklärt— er war ein so schöner Mann, da begriff sie schließlich alles—, daß diese Hunde keineswegs gewöhnliche Tiere, sondern Gefangene seien, die in Auflehnung gegen dos Gesetz, in einem anonymen Zustand aufgegriffen wurden. Und jetzt war es ihr gar nicht mehr möglich, ein Zkcge für diese Verurteilten zu haben. Ihre Katze Ronron liebt« sie herzlich, häkschelte sie soviel wie möglich. In ihre Loge zurückgekommen, ging sie auf das blau« Deckbett zu, wo diese gewöhnlich schlief. „2ll)!* rief sie und hob die Arme in die Höhe. In der konkaven Rundung des Bettes— sie glich einem Nest— gab es zwei Ronrons. Oder vielinehr wälzt« sich neben Ronron ein« andere Katze, die der Schatten schien, weil sie ganz grau aus- sah..Hm!" nmrmelle Frau Grandu mit weit aufgerissenen Augen, mit halb offenen und starren Lippen, welche an die einer Spar- büchse gemahnten. Gewiß, es gab da nicht viel zu verstehen: dieses einer Messer- schneide gleichende Rückgrat, dieses klein«, ncgerhafte Köpfchen, dieses einem alten Handschuh ähnelnde, abgescheuerte Fell— das alles verr-et eine den städtischen Käfigen Entsprungene. Sie brummte und trat«inen Schritt nach der Ecke, wo der Besen harrte. Aber in diesem Augenblick geschah es, daß Roman sich auf dem blauen Deckbett erhob, einen steilen Rücken macht«, und die andere Katze sich ebenso aufrichtete und auch ihren Rücken zum Bogen krümmt«. Ihre beiden Schwänze ragten empor— einer so wie der andere—, sie stießen beide gleichzeitig dasselbe dunkle, unverständlich« Gestammel aus, das au» Bezirken senseits des Menschentums dringt. Und da— zum erstenmal in ihrem Leben— bei der wunderbaren Aehnlichkeit dieser Gestalren— merkte die gute Frau, daß trog des Anscheins olle Kotzen der Erde sich sehr gleichen. Zwischen denen, die man immer verhötschell, und jenen, die man tötet, gibt es nicht den Unterschied, der vermutet wird. Ja, Romon mochte noch so reich sein, ein gepflegte« Fell und noch so wundervoll« Pupillen haben— die andere sah trotz ihrer Jugend bekümmert und kahl aus—, sie mochte einen Schweif wie eine Angelrute besitzen: man sah trotzdem den Grund nicht ein. warum die eine glücklich war und die andere gemartert wurde; man mußte unwillkürlich denken, daß sie beide einer ungeheuer großen Familie angehörten. In ihrem Gesicht zuckte es. und doch wußte sie nicht, was sie bewegte. Aber wie sie durch die Scheiben im Hof den Laborato- riumsdiener Ouillebeuf sah, der gestikulierend herbeilief, ergriff sie resolut den dürren Ausreißer und steckte ihn linier das Bett. Dann stellte sie sich der Türe gegenüber auf: die Heldin eines unklaren Instinkts. Im Türrahmen erschien Ouillebeuf. Er war rot und schwang «in« Leine..Ist sie hier?" erkundigt« er sich eiligst. „Wer?" fragte die Pförtnerin.„Die Kotz," brüllte er,„die Kotz!".Welche Katze?" fragte sie, ohne eine Miene zu verziehen. „Das niederträchtige Biest ist hierhergerannt!" Außer sich war er. .Eine grau« Katze. Ja, haben Sie das Bieh nicht gesehen? Wie?" Ueberraschend ruhig erwiderte Frau Grandu, die gewissenhafte Beamtin, die niemals gegen Dienstvorschriften gefehll(nur ihr« Hände preßten sich gegen die Schürze):.Rein." Sie schüttelt« den Kopf und fügt« hinzu:„Gewiß nicht." Der Mann konnte sich nicht genug wundern.„Ja aber— was denn?" stammellc er.„Aus den Händen ist st« mir geschlüpft... und hierher... Sie haben sl« vielleicht nicht hereinschleichen sehen. Sie steckt am Ende unter einem Möbel und pfeift uns was. Ich suche; Sie erlauben?" „Das Tier ist nicht hier, sage ich Ihnen." Sie sprach ganz ruhig und tat sich doch den äußersten Zwang an, um«in unbefangenes, harmloses Gesicht zu zeigen. Sie beging eine heldenmütig« Tat. vergleichbar dem Heroismus jener Frauen, die Verdächtige verborgen, und den von Haß zitternden Häschern «ine beherrschte Maske zeigten.„Wenn Sie wollen, nur herein, treten Sie ein... aber Zweck hat es keinen." In feine Idee verrannt, betrat der Mann den Raum. Sie wich zur Seit«. Er reckt« den Hals, gab sich«inen Augenblick einer Hoff- laing hin, aber es war nur Ronron, die, zur Kugel zusammen- gerollt, auf einem Stuhle lag; er zuckte die Achseln, schielte nach rechts und links, blinzelte mit einem Auge. Sein Blick streifte das Bett, den blauen Ueberzug, haftet« ein«, zwei Sekunden darauf. Risin Gast, nicbts rührte sich. Die Frau stand dabei: ihr rundes Gesicht war so blaß und un- beweglich wie das Zifferblatt einer Uhr. Der Mann brummte, während er suchend unter den Tisch blickte. In diesem Moment empfand sie plötzlich die groß« Kühn- heit ihres Wagnisses... und fühlte sich dem Zusammenbrechen nahe; erHove sich aber. Sie hatte nur ein bißchen gehustet, und ihr Atem war schwer gegangen. Ouillebeuf sagte:„Hier ist sie nicht." Er war ein Mensch, der rasch die Gewalt über sich verlor. Er machte ganz verzweifelt« Gesten, stieß sich mit der Faust gegen den Kopf und brach in heftige Verwünschungen gegen die Rieder- tracht seines Schicksals aus. Sein Vorgesetzter würde ihn wieder als Idioten behandeln, wenn er bloß mit der Leine zurückkehrte. Er stieß ein schmutziges Wart aus, verschwand mit Entschuldigungen. Niedergeschmettert schlich er fort— krümmt« den Rücken, so daß sich seine Bluse aufbauschte. Frau Grandu, am Ende ihrer Kräfte, Trost. was.je dein Herz beschwert. Au Schicksal. Schuld und Sorgen: Du weißt nicht, was dir morgen Zum Tröste mird beschert. wir müsse« alle hart Um unser Oebeu riagea. Ll» sich au» alleu Dingen Sein Sinn uns offenbart. Dn glaubst, du mnßk dein Glück Zu schwer mU Leid bezahlen Und schaust zn vielen Walen Den dunklen weg zurück—: Doch kommt wohl einst ein Tag. Da blüh'n ans allen Wunden Dir lauter Sonnenstnnden. Die niemand ahnen mag. Wilhelm Lueljens. e!!IFS5«9F5Bee«?5HH!HI5!Ä sank auf einen Stuhl; der Atem versagte ihr, sie zittert«, weil sie das erstemal— und wie!— gegen eine der höchsten und helligsten Pflichten als Pförtnerin des Tierbepots gefehlt hatte. Nach wenigen Minuten erhob sie sich mit einem lauten und entschiedenen Räuspern. Wie wenn st« schweren Wein getrunken hatte, ging sie etwas schwankenden Schrittes auf dos Bett zu. In der Spiegelglasscheibe ihres Schrankes sah sie sich kaum, denn über ihren Augen lag ein Schleier, wie damals zur Zeit ihrer Witwentrauer. Sie schlug das blaue Deckbett zurück. Die von Ermüdung. Abenteuern, Entbehrungen aufs äußerste geschwächte Katze rührte sich nicht. Hob nur ihr kleines Köpfchen, das die Ungerechtigkeiten verelendet hatten, aus dem zwei beseelte Augen schauten, empor. Frau Grandu berührte sie mit einer Hand, die sanft war wie sie, und plötzlich fühve sie das Herzklopfen des kleinen Tieres. Selig, ein Geschöpf gerettet zu haben, beugte sie sich über die Katze. Eh« sie darüber nachdachte, was für Schwierigkeiten und schlimm« Fäll« eintreten könnten, wenn sie diese Sünderin aufzog, sah sie die Katze mütterlich an, denn sie hatte ihr das Leben geschenkt. lBcnchllgti Uebersetzllnz von Johann«, it u n d e.) Weltraumkälte. Daß es eine Wärmewissenschaft gibt, ist heute so ziemlich sedem Kinde geläufig. Biel weniger bekannt ist ober die Totsachs, daß auch die Källe Gegenstand wissenschaftlicher Erforschung ist, die nicht nur theoretische Ziele hegt, sondern bei ihrer Arbeit praktische Zwecke im Auge hat. Als Wissenschaft gesehen, ist die Erforschung der Källe vielleicht noch reizvoller, als es die Wärmewisseuschaft und Wärmetechnik ist. Von der Wärme wissen wir, wie jüngst erst Prof. Nernst festgestellt hat, daß sie nach oben hin kaum eine Grenze hat. Di« Sonne ist an der Oberfläche etwa KOOO Grad heiß, andere Sterne weisen Hitzegrade von 20 000 oder 30 000 ans. Die Temperaturen des Kernes der verschiedenen Gestirne gehen bis in die Millionen Grade hinein. Wir können auch künstliche Wärme erzeugen, und diese bis Tausende von Graden emportreiben. Ganz anders die Källe. Sie hat heute noch für den Forscher sehr viele Geheimnisse, die nicht gelüstet sind. Sie zeigt sich auch, was die künstliche Er- zeugung anlangt, als ein schwer zu meisterndes Objekt. Was die Kalle als Forschungsgegenstand wohl am meisten von der Wörme unterscheidet, ist die Tatsache, daß sie einen tiefsten Punkt, den absoluten Nullpunkt, hat. Dieser Punkt liegt etwa bei— 273 Grad Celsius Wie ist man daraus gekommen, da es doch bis jetzt nicht möglich war, künsllich einen solchen Kältegrad zu erzeugen? Auf dem Wege des physikalischen Experiments. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß jedes Gas sich bei der Abkühlung um 1 Grad um ilm seines Volumens zusammenzieht. Würde man also ein« Abkühlung bis auf 273 Grad herbeiführen können, so ergäbe da» eine Volumenoerdichtung in einem solchen Umfange, daß theoretisch das Gas als verschwunden gellen kann, es jedenfalls keine Bewegung mehr verrichten, also zu absoluter Ruhe gebracht wäre. Eine weitere Zusammenziehung und damit ein« weitere Abkühlung des Gases wäre einfach nicht mehr denkbar. Man hat also mit 273 Grad Celsius Kälte den tiefften Punkt der Temperatur erreicht, den Grad von Abkühlung, der im Wellenraum herrschen soll. Diesen äußersten Källegrad hat man bisher aber nur cheoretisch errechnen.und experimentell nachweisen können, aber e» ist noch nicht gelungen, ihn selbst künstlich zu erzeugen. Das äußerste, da» man bisher an Kältegraden erreichen konnte, sind 271,5 Grad. Wie eine Kleinigkeit muten die restlichen lch Grad Källe an, und dennoch hat man sie bei aller Kunst noch nicht schaffen'können. Seit Jahrzehnten bestehen jetzt Källclaboratoricn, deren besonderer Zweck e» ist. die Kälte zu erforschen, und dl« dabei natürlich auch versuchen müssen, künstliche Käste zu erzeugen. Ihr Ziel in dieser Hinsicht ist»s, die 273 Grad zu erreichen. Im Jahre 1008 war es zum erstenmal ge» lungen. bis an 269 Grad Källe heranzukommen. Und zwar gelang dies dadurch, daß man sich bemühte, dos neuentdeckte Helium zu verflüssigen. Die Temperatur der flüssigen Luft liegt bekanntlich in der Nähe von 200 Grad unter Null, die des verflüssigten Wasser- stoffs bei 262 und die des verflüssigten Hellums bei 269 Grad. Das erste Källelaboratorium wurde Anfang dieses Jahrhunderts in Holland errichtet. Man gliederte es dem Physikalischen Institut in Leyden an. Nach diesem Vorbilde wurde 1923 ein zwelles Kalle- institut in Toronto(Britisch-Kanada) geschaffen, und nunmehr hat auch Deutschland ein Jnststut, dos ganz der Källeforschung gewidmet Ist. Dieser Tage ist dieses Institut, das der physikalisch-technischen Reichsanstall in Charlottenburg angegliedert ist, eingeweiht worden. Es ist wohl nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß mit dieseni Institut Deutschland an die Spitze der internationalen Källeforschung tritt. Es Ist nun keineswegs so, daß die Kälteforschung ein Wissens- gebiet mit lediglich theoretischem Hintergrund ist. Wenn man heute dem absoluten Nullpunkt zustrebt, so ist das nicht nur aus wissen- schaftlicher Begeisterung entstanden, sondern die Ergebnisse der Forschungsarbellen auf dem Källegebiet können unmittelbar für die industrielle Praxis ausgenutzt werden. Dafür hier zunächst einen einzigen Beleg. Es ist beobachtet worden, daß gewisse Metalle in der Nähe des absoluten Nullpunktes nahezu völlig ihren elektrischen Widerstand verlieren. Dies ist nicht nur ein wissenschaftliches Kuriosum, sondern es1 bedeutet auch die Aufhebung eines vorläufig noch der gesamten Elektrotechnik zugrunde liegendem Fundamental- gesetzes, de» sogenannten Ohmschen Gesetzes, das die Beziehungen zwischen Spannung, Stromstärke und Widerstand angibt. Wen praktischen Ersahrungen zuwider hält sich in den lvietallen, die durch solche in den Källelaboratorlen erzeugten tiefen Temperaturen ihres Widerstandes beraubt sind, der elektrische Strom stundenlang ohne elektromotorische Kraft. Anderersests ober kann auch diese höchst gesteigerte elektrische Leitfähigkeit der Metalle durch magnetische Kräfte gänzlich aufgehoben werden, eine Erscheinung, für die man noch keinerlei Erklärung weiß. Allein schon dieses Beispiel von dem B erhalten der Metalle bei großen Kältegraden zeigt die eminent praktische Bedeutung, die der Kälteforschung zukommt. Aber auch unnnttelbar fließt aus den Arbeiten der Källelabora- torien, und besonders des neugegründeten deutschen Laboratoriums. ein praktischer Erfolg. Wie schon erwähnt, ist es die Berflüsssgung des Heliums, durch die man bis zu so hohen Kältegraden gekommen ist. Dieses Helium spiest eine wichtige Rolle in der Luftschiffahrt. Wird es doch als Füllgas für Luftschiffe verwandt, da es nicht, wie der etwas leichtere Wasserstoff, entzündlich ist. Durch die Arbeiten im Kältelaboratorium kommt man nun dazu, auch der Gewinnung dieses Heliums erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, was mit Bezug auf die bisher bestehende große Sellenheit dieses Gases von un- mittelbar praktischem Nutzen sein dürste. Ein launischer Wintergast. Von TU. A. von Lütgendorff. Im winterlichen Geäst der Bäume taucht nun wieder das zier- liche Buschwerk der Mistel aus. Es gehört eine ganze Reihe natur« notwendiger Folgeerscheinungen dazu, bis eine der weißen, fiebrigen Mistelfrllchte glücklich an einem Ast haftet und sich aus ihr ein Keim entwickelt. Jeder Mistelsame kann nur aus einer ganz bestimmt«!' Baumart zum Keimen gelangen, also die Laubholzmistel nur auf' den Laubbäumen, die Radelholzmistel nur auf Nadelholz, aber dann wieder die Tannenmistel niemals auf der Kiefer; dagegen kommt die Kiefermistel auch auf der Schwarzföhr«, der Fichte, Lärche und Zeder gut fort. Früher glaubte man allgemein, die Misteln vermehrten sich überhaupt nicht durch Samen; man hat dann auch tatsächlich erst in den letzten Jahren die Kemiungsgeheimnisse der Mistelgewächss kennengelernt, ohne sie freilich gönzlich entschleiern zu können. Es ist sogar auch gelungen, was man für ganz unmöglich geHallen hatte: nämlich die. Mistelsamen auf Holzbrettchen oder Glas, also künstlich, zum Keimen zu bringen. Ebenso glückte die Infektion von Gewächsen mit Mistelsomen, die z. V. an Wacholdersträuchern«ut gelungen ist. Noch eine eigenartige Erscheinung hat man am Mistelsamen fest- gestellt. Jeder Same braucht nach der vollendeten Reift eine gewisse Ruhezeit, ehe er wieder zum Keimen gelangen kann. Der Mistel- sinnen bildet nun in dieser Hinsicht eine ganz besondere Ausnahme insofern, als es gelungen ist, ihn schon vierundzwanzig Stunde», nachdem man ihn der Frücht entnommen hatte, zum Auskeimen zu bringen. In der Natur vollzieht sich die Keimung aber wähl kaum je so schnell, im Winter infolge des Sonnenlichtmongels überhaupt nicht, so daß den Samen im allgemeinen dach immer eine gewisse. aber, wie schon erwähnt, gerade ihnen nicht notwendig« Ruhepause auferlegt ist. Di« Launen der Mistel hinsschllich ihres Auftretens sind auch in anderer Hinsicht sonderbar. In Deutschland gehört es zu den oller- größten Seltenheiten, daß die Mistel auf einer Eiche schmarotzt; in anderen Ländern aber wieder, wie z. B. in Fronlretch, dem Haupt- lieferanten der englischen Weihnochsmisteln, in Polen und in der Ukraine findet sie sich geradezu massenhaft auf der Birke vor. ver- meidet aber in anderen deutschen Landstichen gerade die Birke fast gänzlich. Diese sonderbare Erscheinungssorm des willkürlichen Auf- tretens und Fehlens der Mistel in gewissen Ländern ist bis heute nicht gefiärt. In Kolumbien schmarotzt sie sogar nicht nur auf Bäumen, sondern auch aus größeren, krautartigen Gewächsen, so auf enem unserer Gagelpflanzen(.�xriaa) verwandten Gawächs, dos allerdings ziemlich kräscige Triebe entwickelt. Die neuere Forschung hat auch die Schädlichkeit der Mistel, die man immer noch bezweifelt hatte, erwiesen. Obstbäume können durch Mistelwuchs immerhin so leiden, daß ihr« Frücht« fieiner und saftloser werden als auf gesimden Bäumen, und infolge dieser Taffache hat man beispielsweise im bayerischen Maintal, in dem der Obstbau ei»« wichtige Rolle spielt, das Gesetz erlassen, daß alle auf Obstbäumen schmorotzenden Misteln entfernt werden müssen. Auch die Tannen- und Kieftrnmistel schädigt das Holz, dem sie seine Nährstoffe entzieht, zumal da sie bis fünfzig Jahre alt und in solchen Fällen enffprechend hoch und breit werden kann. Die Verbrciiting der Mistel, die in der Natur nur durch Vögel bewirkt wird, schrieb man früher mehreren Bogelarten zu; neuere Forschungen hoban ergeben, daß als regelmäßige V«r- breiter des Mistclsamens nur die Drossel und der Seidenschwanz in Betracht kommen können. Die Uebertraguna der Samen aus der Frucht nach der Wirtspflanze erfolgt in der Weis«, daß im Schnabel der die Früchte verzehrenden Vögel«intge der ün Fruchtfleisch liegenden Samen hängenbleiben. Wenn der Vogel nun den Schnabel an einem Zweig abstreift, bleibt der Samen an diesem haften, woraus sich, sofern er sich als die richtige Unterloge erweist, eine neue Mistel- pslanze entwickelt. Die Mistel, die bereits in der älteren Tertiärzeit vorkommt und vor Iahrraufenden schon im Bernsteinwald auf den Kiefern schma- rotzte, aus denen das goldige Bernsteinharz quoll, galt einst als wahr« Wunderpflanzc, in der alle möglichen Kräfte schlummern sollten. Ja den altdeuffche» Herbergen bedeutete dos Aushängen eines Mistelbusches das Einkehrzeichen. Während der bösen Kriegs- und Hungerjahre zu Beginn des vorigen Jahrhunderts wurde die Mistel sogar als Nutzpflanze verwendet: sie wurde getrocknet und gestoßen und, mit Roggen mehl vermischt, zu Brot gebacken. CrlpedeCIlM KleM Ib a«dF»rb J#|jU| Mbrap*r<«. III klaldaam. J M WoohtnnU f.— Winter»Anzug au« haltVares. kv Varartait«. fj\ WMhaartU 2.80 Pelzmantel Sul-Elaktrtk MÄIQS00 Crfttiart ü J WMkMirs'j 10.- 1 Hlddi.. 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Sialplisck-Maitel Rnt# tiefech warte " 64' Äs�eroo gafttturt r Bürgerblock und Wenn es zur großen Generalabrechnung mit den jetzigen Block- Parteien kommt, wenn die werktätige Bevölkerung bei den kommen- den Wahlen Abrechnung halten wird, dann darf die reaktionäre Ein- stellung der Regierungsparteien zur Sozialpolitik nicht übergangen werden. Gewiß ist, daß die Gefahr der Zoll- und Steuerpolitik der Regierungsparteien, die im wesentlichen von den Deutschnatwnalen diktiert wurde, an sich weitesten Volkskreisen mehr und mehr zum Bewußtsein kommt. Die Wahlen der letzten Zeit, der Ruck noch links, das dauernde Anschwellen der sozialdemo- krotischen Stimmen, berechtigen zu der choffnung, daß das Bolk bei den nächsten großen Wahlen einen Schlußstrich ziehen wird unter die sozialreaktionäre Klassenpolitik der jetzigen Blockparteien. Reben all den anderen Sünden darf die demagogische Ein- stellung der Deutschnationalen Partei gegenüber den sozial hilss- bedürftigen Schichten des deutschen Volkes nicht vergessen werden. Dabei muß an die Tatsache erinnert werden, daß es die Deutsch- nationale Partei war. die das Manöver in der Answer- tungssrage mit Erfolg anwendete und taufende Wähler mit der Parole der vollen Aufwertung betrog. Erinnert muß daran werden, daß die Deutschnationale Partei, als sie 1926 in Oppositions- stellung war, mst hohen Tönen ein Klein rentnerversorgungsgesetz »erlangte. Trotzdem die Deutschnationale Partei seit Jahr und Tag als führende Regierungspartei Gelegenheit hatte, ein derartiges Ge- setz einzubringen, unterblieb es bisher. Noch in der Sitzung des Sozialpolitischen Ausschusses des Deutschen Reichstages vom 15. No- vember d. in der die sozialdemokratischen Mitglieder die Be- ratung«ine» derartigen Gesetzes verlangten, erklärten die Regie- rungsparteien, daß die Regierung bisher„noch keine Zeit ge- habt" Hab«, sich mit dem Gesetzentwurf zu beschäftigen. Später wird man erklären, daß kein Geld vorhanden sei. Es ist eben eine ewige Spekulation aus die Vergeßlichkeit der Sparerschichten, von der die Deutschnationalen leben. Unsere Parteigenosien im Sozialpolitischen Ausschuß hoben daher beantragt, daß in der nächsten Sitzung der Gesetzentwurf der Deutschnationalen aus Schaffung eines Kleinrentnerversorgungsgesetzcs verhandelt wird. Die Maske der Kleinrentnerfreundlichkeit, die sich die Deutsch- nationalen und auch die Dolksparteiler bei der Wahl 1924 aufgesetzt haben, muß herunter, und zwar zeitig genug, damit die betrogenen Kleinrentnerschichten nicht zum zweitenmal hereingelegt werden. Ein Kapitel sür sich bildet die Behandlung der zahlreichen Arbeitsinvaliden und Sriegerhinterbliebenen, die diese Kreise während der Zeit' der Bürgerblockregierung erduldet haben. Die Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion verlangten im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages die Aufhebung der sogenannten Dreiteilung der Hinterbliebenenrenten. Sie wirken darauf hin, daß die Krieger- witwen bei zunehmendem Wer nicht in der Lage wären, sich zu der Aus der Arbeit desLugendamis Treptow Da» Bezirfsjugendaint Treptow hat über das sechst« Geschäfts- fahr vom 1. April 1926 bis 31. März 1927«inen Bericht veröffentlicht. Sine Vergleichung mit dem vorhergehenden Geschäftsjahr gibt manche lehrreichen Aufschlüsse über die soziale Arbeit des Jugendamts. Immer mehr hat da» Jugendamt die vorbeugende Für- sorge entwickelt, und Erfolge dieser Bemühungen zeigen sich jetzt. Die Zahl der Fürsorgezöglinge des Bezirks Treptow sank im Be- richtsjahr um 18 Prozent auf 153(gegenüber 187 im Vorjahr). Ein« Besserung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse war nicht zu bemerken, die Minderung der Fürsorgezöglinge dürfte also. Nimmt das Jugendamt an, großenteils der vorbeugenden Fürsorge und der Jugendpflege zuzuschreiben sein. Die Iugendqerichtshlls« hatte diesmal 311 Fälle(im Vorjahr 271). Aus der Mehrung um 15 Prozent Schlüsse auf die Sittlichkeit der Jugend zu ziehen, lehnt das Jugendamt ab. Di« Zunahme könne auf engeres Zusammen- arbeiten von Jugendamt und Gericht und auch aus schärfere Ver- folgung van Versehlungen Jugendlicher zurückzuführen sein. Schr hoch ist die Zahl der erwerbstätigen Kinder. Di« Schulen meldeten 254 Kinder(Vorjahr 261), ober die Angaben waren sicher- lich lückenhaft. Bei der Mehrzahl dauerte die Arbeitszeit täglich einige Stunden, manche Kinder aber hatten sogar die entsetzlich lange Arbeitsdauer von sechs Stunden zu erdulden. Erheblich stieg die Zahl der Waisenkinder, um 44 Prozent auf 638 (Vorjahr 444). Nicht nur elternlose Kinder, sondern auch solche, deren Ätern(auch unverehelichte Mütter) sie nicht selber versorgen können, kommen in städtische Waisenpflege. Hier wird man, mst dem Jugendamt, das Mehr der Ausnahmen aus einer St ei- gerung der Not erklären müssen. Dasselbe gill von der Zu- nähme der Amtsvormundschaften um 151h Prozent auf 864(Vor- jähr 748). Di« Psychopathenfürsorge hatte 410 Kinder zu betreuen (Vorjahr 409). An der Zahl ändert« sich nichts, well offenbar schon im Vorjahr alle in Frage kammenden Psychopathen ersaßt wurden. Di« Fälle der Krüppelfürsorge stiegen um 60 Prozent(!) auf 1355(Doriahr nur 848). Im Berichtsjahr waren 12 Prozent aller Schulkinder des Bezirks in Krüppelfürsorge. Es Handell sich aber nicht durchweg um„Krüppel" im üblichen Sinn. Man sucht auch die ganz leichten Fälle zu erfassen, um einer Weiter- entwicklung des Leidens rechtzeitig vorzubeugen. Die Jugendpflege nach verschiedenen Richtungen hin au-zubauen, wurde im letzten Jahr noch mehr als bisher ver- sucht Die F r ü h st ü ck s q« w ä h r u n g, die nur noch mst stüdlischen Mitteln durchgeführt wird, erfaßte über 3000 Kinder. 36 Prozent oller Volksschulkinder. Eine Erholung?- reise konnte durch Vermittelung des Jugendamts für 19 Prozent VleUaaaendftufi von den /\rzien tmerhannie» Sdtuiz- o. DennfekHonsmiHcl für Mand u. Radien, die Etnganqapjorte vieler Krankheiisheime, darmier der Erreger von Halsenizündungen, Grippe und anderen InfektionskrankheUen, trkaOiA t» Apetheke* md Drogerien soziale Fürsorge. geringen Rente von 33 M. pro Monat noch etwas hinzuzuver- dienen. Die Regierung anerkannte die Berechtigung der Forderung, machte sich jedoch ihre Aufgabe sehr leicht, indem sie verlangte, daß die Opposition wegen der Aufbringung der Mittel Vorschläge machen solle. Sie hatte kein Interesse daran, selbst ge- eignete Vorschläge zu machen. Ein tolles Stück leistete sich die Blockregierung gegenüber den Arbeitsinvaliden und Wohlfahrtsrentnern, die auf Grund der Fürsorgegesetzgebung eine sogenannte Fürsorge- rente durch die Gemeinden erholten. Die Regierung ver- anlaßte, daß 25 Millionen Mark aus Reichsmitteln an eine bestimmte Kategorie von Hilfsbedürftigen durch die Gemeinden gezahll werden mußten, und bestimmte dabei, daß beinahe 114 Millionen Sozial- und Wohlfahrtsrentner leer ausgingen. Es war der Wille der Blockregierung, daß erstmasig fest Bestehen der Fürsorgeverordnung so z i a l« s Unrecht in der Fürsorge ein- geführt wurde, daß hilfsbedürftige Rentner mit zweierlei Maß gemessen wurden, und die Aermsten der Hilfs- bedürftigen nichts erhielten. Ausdrücklich schloß die Blockregierung die Sozial, und Wohlfahrtsrentner sowie Gleichgestellte von der Leistung aus. trotzdem ihr bekannt ist, daß die Schichten der Hilfsbedürftigen auf Grund der Fürsorgeoerordnung gleich zu behandeln sind. Die sozial- demokratische Fraktion der Berliner Stadtoer- ordnetenversammlung versucht, dieses Unrecht zu korri- gieren. Sie hat es durchgesetzt, daß Ich Millionen Mark aus städtischenMittelnfür bedürftige Schulkinder als Weihnacht?- beihilfe zur Verfügung gestellt werden. Unsere Fraktion wird auch dos Unrecht gegenüber den Sozial- und Wohlfohrtsrentnern ausgleichen: Es sollen auf Grund der vorliegenden Beschlüsse die jenigen, die in der Fürsorge stehen, genau so eine besondere Unter- jtützung erhalten, wie das Reich sie für die Kleinrentner auswarf. So ist wenigstens auf koimnunalcm Gebiet die einseitige Fürsorge- Politik der Blockparteien, die sich gegen die Aermsten richtete, ge- mildert. Aber treffender wie an diesem Beispiel kann den Sozialhilfs- bedürftigen nicht bewiesen werden, wie notwendig es ist, als Staats- kürzer ihre Pflicht zu tun und sich einheitlich und geschlossen um die Partei des sozialen Fortschrittes, um die Sozialdemokratie, zu scharen. Verteuerung der Lebenshaltung bei niedrigen Renten, einseitig« Bevorzugung einer kleinen Schicht aus politischen Gründen unter Ablehnung der For- derungen aus soziale Gerechtigkeit gegenüber den Invaliden und Kriegerhinterbliebenen haben fast zwei Millionen Staatsbürger durch die Politik der Blockparteien erdulden müssen. Wenn es zur Abrechnung kommt, dann werden auch die sozial Hilfsbedürftigen dabei sein und die Schlußquittung für das sozial-- reaktionäre Verhallen der Blockparteien geben. aller Schulkinder(Borjahr ISIj Prozent) ermöglicht werden, vi« Kinderlesehalle wurde uM ein« neue, in Adlershof, vermehrt. Erweiten wurde der Kindergarten in Johannisthal. Auch für dl« Jugendheime der schulentlassenen Jugend kamen einig« Räum« hinzu. Für Kinder und für Jugendliche wurden die freien Veranstaltungen der Jugendpflege oermehrt und das Wandern stärker gepflegt. Die Maßnahmen für die«rwerbslofe Jugend erreichten im Berichtsjahr ihren Höhepunkt. Sie werden auch noch Minderung der jugendlichen Erwerbslosen einstweilen weiterbestehen müssen. Do» Bezirksjugendamt sagt in dem Bericht, daß die hier er» wähnten Fortschrstte sozialer Arbest noch nicht groß sind. Schwer leide die Jugend unter materieller Not und auch unter falscher Erziehung. Die Hilfe für die Jugend müsse noch ganz anderes leisten, wenn sie Erfolg haben soll. Das Bezirks- jügendamt legt Wert auf möglichst enge Beziehungen zu den Eltern der betreuten Kinder. Sprechstunden und stark besucht« EUernversammlungen haben da, Verständnis für die Arbeit des Jugendamtes gefördert und die Kindererziehung im Eltenrhause günstig beeinflußt._ Aus den Bezirken. 1. Bezirk- Mitte. Der Vorsitzende, Genosse Riese, widmete dem verstorbenen ehemaligen Stadtrat und Stadtverordneten Esters«inen ehren- vollen Nachruf. Sodann gelangten einige kleinere Vorlagen, unter anderem die Bewilligung eines Zuschusses für die Dampferpartie der Kleinrentner, zur Annahme. Nachdem der Haushallsausschuß sich in 5 Sitzungen mst der Bedarssforderung für 1928 beschäftigt hatte, fand die zweste Lesung am-Mittwoch, dem 23. November, statt. Der Haushaltsousschuß hatte tüchtige Vorarbeit geleistet und bei den Kapiteln Wohnungsamt, allgemeine Wohlfahrt und Jugend- und Leibesübungen mehrere Anträge für die Bedarfsanforderung gestellt. Bei der Beratung dieser Kapitel fanden auch ziemllch leb- hafte Debatten statt. Di« KPD. hatte sür chre geladenen Tribünen- besucher ein« Anzahl Agitationsanträge eingebracht. Unsere Ge- nassen Brendel und Dobrohlaw brachten vor allem in der Wohnungsfrage unsere Anträge auf Bebauung des Bülowplatzes sowie die Schaffung weiterer Wohnräume für die zurzeit oorhan- denen zirka 18 000 Wohnungsuchenden vor. Ferner wurde die Wiedereintragung der seinerzeit auf der Liste der W o h- nungsuchenden Eingetragenen aesardert. Zur Förderung de» Wohnungsbaues wurde eine Entschließuna, die die Bereitstellung von Mitteln aus der Hauszinssteuer zum Wohnungsbau verlangt, an- genommen. Beim Kapitel allgemein« Wohlfahrt begründete Genosse Harsch unsere Anträge aus Besser st ellung aller von der Fürsorge betreuten Personen. Die KPD. trieb nun Verärgerungspolitik, indem sie bei allen Anträgen namentliche Ab- stimmung beantragte. Von den bürgerllchen Parteien wurde ein Antrag auf Abstimmung en dloc für den Rest der Kapitel gestellt und angenommen. Der Gesamtetat wurde damit in der Fassung des Ausschusses angenommen. 7. Dezirk- Charlottenburg. Die Bezirksoersammlung vom 23. November bot nichts Be- senderes auf der Tagesordnung. Eine kleine� Heber- ro jchun g gab es zu Beginn der Sitzuno. als der frühere Darsitzende der Charlottenburger KPD.-Fraktton Hesse auch da s letzte Band mrt der Fraktion»erschnitt und durch feier- liche Erklärung das Hospitantenverhältnis, das ihn zuletzt nach hielt. aussagte. Die Schnlvorlagen gaben Anlaß, auf-die trostlose Tat- fache hinzuweisen, daß der Bau der Westen dich hleftnmer noch nicht begonnen und durch die neue Sp?rrversügung wiederum ausgehallen sei. Vergeben» bemühte sich der Stadtbaurat D i nter- st ei», die scharf« Angriffe de» Demokraten Professor Hildo- brandt und unseres Genossen Kawerau abzuwehren: er verrannte sich immer mehr in- ungeschickte Entschuldigungen und zeigte van neuem, wie wenig er schwierigen Situationen gewachsen ist. Von Interesse war noch der Bericht des Ausschusses über das Arbeits- Programm betr. Spiel- und Sportplätze in Chnrlottenburg: die Plätze an der Avus werden vorläufig erhalten bleiben. Der Fluchtlinienplan für Nord-Eharlottenburg wanderte im einen Ausschuß, und dann folgte noch ein« kurze nichtösfenllichc Sitzung.— Es bleibt als bittere Erfahrung aus dieser wie mancher anderen Sitzung, daß ein« D u r ch m u st« ru n g' u n s e r e r H o ch b a u v e r w a l° tung in Zentralen und Bezirken dringend not tut: manche Pensio- nierung mit vollem- Gehast würde für die Stadt eine sehr rentable Angelegenheit sein. 11. Bezirk— Schöneberg. Die letzte Bczirksversammlung beschäftigte sich mit der Verein» hestlichung des höheren Schulwesens. Unter anderem soll das Helmholtz-Realgymnasium in ein Reformrealgymnasium mst angegliederter Oberreolschule umgewandelt werden. Die Por- log« betreffend Angliederung eines Reformrealgymnastums an die Hohenzollernschule— Oberrealabteilung— zog das Bezirksamt leider zurück, weil die Herren Direktoren die Reform nur vom Standpunkt ihrer Schule betrachten. Etwas mehr Energie könnte dem«chuldczernenten nicht schaden!..Eine Vorloge des Bezirks- amtes über Schaffung einer Entwässerungsanlage für' die Bedürs- nisanstalt in der Unterkunstshalle auf dem Friedhof„.Blanke Hölle" fand einstimmig Annähme, Ebenso einstimmig wurde«in Antrag auf Gewährung ivanö Fahrpreisermäßigung für Schüler über 18 Jahre angenommen. Em Antrag der De- mokraten, der die beschleunigte Errichtung der' Fontaneschule for- dert«, brachte«ine längere Aussprache. Genosse F l a t a» wies nnt Recht darauf hin, daß. die Demokraten doch viel bessere Verbindun- gen im Magistrat Verlin hätten und der Erfolg eines solchen An- träges auf jeden Fall in der Stadtverordnetenversammlung größer wäre. Ein Oringlichkeitsantrag unserer Fraktion' verlangt vom Be- zirksamt die sofortige Schaffung einer Wärmehalle für die minderbemittelt« Bevölkerung. Genosse Rath- mann bemängelte, daß das Bezirksamt erst astf den vorhandenen Notstand hingewiesen werden muß. In einer Anfrage verlangte unser« Fraktion Auskunft üher M i ß st ö n d e im Augüste-Viktoria-- Krankenhaus. Die Anfrage wird in der nächsten Sitzung ver- handest. Der Einverleibung des Nollendorfplatzes noch Schöneberg stimmt« die Bezirksversammlung zu. Eine weiter« Anfrage fordert vom Bezirtsaint Auskunft über seine Maßnahmen zur Schaffung einer Rodelbahn für die Jugend, nachdem der'Stadtpork sür Rodelzweck« gesperrt worden ist. Genosse C z e m i n s k i kritisierte mit Recht mangelnde Initiative des Bezirksamts. Im Sommer sind dem Bezirksamt' Mistel aus der Notstandsaktion bewilligt worden, aber die Sache sei so lange verzögert worden, bis der Magistrat die Sperrung der Mistel verfügt habe. Eine nichtöffentliche Sitzung beschäftigte sich mst Perstmalangelegenhesten. 17, Bezirk- Lichtenberg. Die letzte Bezirksversammlung verabschiedete den Etat sür 1928 gegen die Stimmen der KPD. Genosse- W-i tzt e--führte bei der Etatsberatung aus, dchß/ de? Etatsausschuß bei einzelnen Kapiteln Aenderungen beschlossen habe, durch die sich die Gesamtsumme von 30 776 210 M. um 144120 M. erhöht. Er empfahl die Annahme des Haushastsplanes mit den Abänderungen des. Etatsausschusses. Ponfong(KPD.) kritisierte die Art der Aufstellstng des Bedarfs. bezeichnet« die Bezirksamtsmitglieder als„Agenten des Besitzes" und beschwerte sich über angebliche Voventhaltung voy Unterlagen. Genosse Schub ort wandte sich scharf gegen die KPD., die An- träge stelle von deren Undurchführbarkeit sie selbst von vornherein überzeugt sei. Bürgermeister Genosse Dr. S ig gel wies den Vor- wurf der VoreMhaltnng von Unterlagen entschieden zurück. Gegen die Stimmen der KPD. wurde der Etat angenommen.- Dann wurden noch einige kleiner« Anträge erledigt, unter anderem ein Antrag, die Autobuslinie 19 bis Bahnhof Karlsholst und die Straßenbahnlinien 154 bis zur Herzbergstraße, 65, bis. zum Roder- plag zu vertäggern, angenommen. Genosse Becker begründete «inen Antrag, beim Magistrat Schritt« zu unternehmen, die Wo h- nungsuchenden, die aus Unkenntnis, den im Sommer ver- langten Meldebogen mcht eingereicht haben und deswegen aus der List« auf den Wohnungsämtern gestrichen.sind, wieder in diese Lifte aufzunehmen: Der Antrag fand«instimmige Annahme. IS Bezirk— Weißensee. In den Bezirksverordnetenversammlungen vom 23. und 28. No°> vember wurde über die Bedarfsanmeldung des Bezirks verhandelt, Genosse Falken st e i n schilderte die Entwicklung der Einheits» gemeinde Groh-Berlin. Die neu« Eingemeindung hat sich für den 18. Bezirk überaus segensreich erwiesen. Der Etat schließt mit einem Bedarf von 13 405 000 M. ab, auf den Kaps.der Bevölkerung umgerechnet etwa 210'M. Weißensee hätte als selbständige Ge- meind« nur einen Bruchteil dieser gewattigen Leistung ausbringen können. Genosse Falkenst'ein ging auf die Einzelheiten der Bedarfs- omneldung ein und wies daraus hin, daß erhebliche Beträge für den Neubau bzw. Erweiterungsbau von Volksschulen,> für den Ausbau der Berliner Alle« und der Langhansstraße, den Erweiterungsbau des Krankenhauses, Neubau eines Hollenschwimmbades und Errich- tung des Freibades am Orankesee in der Bedarfsanmeldung einge- setzt sind. Diese einmaligen Ausgaben betragen allein 5 750 000 M. Der Wohlfahrtsetat schließt mit 1,3 Millionen, etwa 25 M. auf den Kopf der Bevölkerung ab, das heißt soviel als das gesamte Steuer- aufkommen der Gemeinde Weißensee im Jahre 1913 betragen hat. Genosse Faltenstein erklärt«, daß unsere Fraktion den Etat an- nehmen werde. Der Sprecher der Deutschnationalen Volkspartei er- kannte die günstige Entwicklung des Bezirks durchaus an, erklärt« aber, daß seine. Fraktion den Etat ablehnen werde. Der Redner der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft erkannte lobend die Tätigkeit TEILZÄHLUNG Kleinste Anzahlung, Wochenraten von 1 an Herren- n. Dainen-BeKleidimg Herren- und Hamen-Pelze Tepplclic» Unter• Sardinen Slcppdcdten» Tlsdiwasdic» Bdtwäsdie D KotlbussBr Damm 79' 99t�*5%€i gm- Kam Lada.« des Lezirksaints on, bemängeltc einige Positionen ber Gnmdftncks- verwaltung und des Wohnungswesens, stellie aber die Annahm« bes Etats durch feine Freunde in Aussicht. Selbst die Kommunisten de- nahmen sich im Gegensatz zum nötigen Jahre sachlich. Zn der Einzel- beratung am 28. November wurden nur einige Positionen geändert. 1000 M. für den Vaterländischen Frauenoerem und 700 M. für die Unterhaltung der Denkmäler wurden gestrichen, Anträge der KPD. auf Erhöhung sür Jugendpflege von 4130 auf 8000 M. und der Wöchnerinnensürsorg« von 8300 M. auf 10000 M(dieser Posten erhöht M>«r ermäßigt sich automatisch) wurden abgelehnt, ebenso '-.....■■"Hchll'"■~; 9 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen der Bürgerlichen Arbeits- Die Neuköllner Arbester-Funkgenossen veranstalten eine Aus- stellung von selb st gebauten Empfangsgeräten, die besonders unter den Bohnsdorfer werktätigen Funkfreunden Jnter- esie erwecken dürfte. Bon 13 Uhr ab finden zwei wichtige Vorträge statt. Es spricht der technische Reichsleiter des Arbeiter-Radio- Bundes über praktische Empfangserfahrungen und der zweite Vor- sitzende de» Arbeiter-Radio-Bundes Wilhelm Hoffmann-Schmargen- darf über Rundfunk und Arbeiterbewegung. ein Antrag, 1000 M. für die Rote chilfe einzusetzen. Bei der Ab- stimmung über den Gesamtetat wurde dieser mit 11 gegen Gemeinschaft abgelehnt. Die Deutschnationalcn lehnten aus Grundsatz ab, die Kommunisten, weil die oben erwähnten Anträge abgelehnt wurden, die Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft(Demokraten, Zentrum, Volkspartei und Wirtsihaftspartei)' enthielt sich der Stimme, weil 1000 M. für den Vaterländischen Frauenoerein und 700 M. für die Unterhaltung der Denkmäler gestrichen wurden. Das nennt man verantwortungsbewußte Kommunalpolitik. Die kommunale Politik der Partei. Der Kreis Wilmersdorf versantmelie am Mittwoch In der Aula der chindenburg-Oberrcalschule am Seepark seine Mit- Glieder zu einer Kreisversammlung, in der Stadtverordneter Genosse W o y ir, o d über„Die kommunale Politik der Partei" referierte. Er gab in seinem ausführlichen Referat eine Darstellung über die Wahnungsbauprojekte, die die Berliner Stadiverord- netenverfammlung in den letzten Wochen beschäftigi haben. Mehr als vor dem Kriege arbeitet die Partei heute in der Berliner Stadt- verordnetenoersammlnna mit. Sie ist die stärkste Partei im Roten Hause. Gerade diese Pormochtstellung bedingt, daß die Genossen, die von uns In das Stodtparlament geschickt werden, alle Borschläge und Projekte auf dos Genaueste prüfen. Die Sozialdemo- krntie fördert den Wohnungsbau mit besten Kräften. Sie will aber unter allen Umständen o e rh i n d er n, daß die Privattndustrie Millionengewinne ein- st c ck t und der Berliner Bevölkerung Mieten abverlangt, d i e nicht tragbar sind. Herr Schacht hat in den letzten Wochen viel geredet, aber nicht immer Richtiges. Cr sprach von der Ueber- schuldung Deutschlands durch die Gemeindeanleihen, hat sich aber nicht die Mühe gegeben, einmal festzustellen, daß zum Beispiel Berlin vor dem Kriege über eine Milliarde Schulden hatte gegen- über einer Schuldenlast von 490 Millionen in den letzten Jahren. In Berlin entfallen auf den Kopf der Bevölkerung 420 Mark Schulden, in New Pork 900 Mark. Als zweiter Referent des Abends sprach Genosse Dr. K o r a ch über„Presiefrogen". Die ZUeichscerbeitsgemeinschast der kinderfreunde hatte am Diens- tag abend die Helfer und Funktionäre der Partei, Jugend und Ge- werkschnften im Städtischen Lichtspieltheater Neukölln, Bergstraße, versammelt, um noch einmal die Kindempublit Seekamp vor uns ri stehen zu lassen. Nach Musikoorträgen sprach einleitend der„Präsident" der Kinderrepublik Genosse L ö w e n st e i n. Idee und Aufbau der Republik der Kinder wollte er erklären. Es wurde darüber hinaus eine begeisterte Rede vom Wollen der modernen Pädagogen, die Kindererziehung von Grund auf neuzugestalten. Die Kinder haben in diesem Zeltlager See- t a m p vier Wochen gelebt. Sie wurden zu eigenen Gestaltern ihres Lebens. Die Kinder haben in diesen Wochen gelernt, wie groß die Macht einer Solidarität übenden Gruppe sein kann. Im Anschluß an die Ausführungen des Genossen Löwenstein wurde der bekannte Film„Die Kinderrepublit Seekamp" vorgeführt. Der sehenswerte Film wird an Parteiorganisationen vom Relchsbildungs- ousschuß ausgeliehen.• � Der nächste Volkskunslobend in Berlln-Frledrlchs Hägen, den die Deputation für Kunst, und Bildung des Bezirks Köpenick in Ber» bindunz mit der Kunstgemeinde Friedrichshagen veranstaltet, findet am Freitag, dem 9. Dezember, 20 Uhr, in der Aula der Fvicdrich-Schule in Friedrichshagen statt. Professor Max Deri wird etnen Lichtbildervortrag über„Albrecht Dürers Vermächtnis" halten. Eintrittskarten 70 Pf. für Erwachsene und 50 Pf. für Schüler sind an der Abendkasse und in den bekannten Voroerkaufsstellen zu haben. Buch, und Kunstausstellung In Köpenick. Das Bezirksjugend- amt und die Deputation für Kunst und Bildung veranstalten vom 4. bis 11. Dezember d. I. im Bezirksoerordnetensitzungssaal des Köpenicker Rathauses eine Buch, und Kunst aus st ellung, die werktäglich von 15 bis 20 Uhr und Sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet ist. Die Ausstellung bringt auch zirka 40 zeitgemäße Oel- bilder und etwa 25 Aquarelle, Zeichnungen und Graphiken, für die , die Möglichkeit des Erwerbs offengehallen ist. Arbelier-Radioausslellung in Bohnsdorf! Am kommenden Sonn- tag, dem 4. Dezember, findet in Bohnsdorf im Gasthaus Bier Jahres- zeiten eine größere Veranstaltung des Arbeiter-Radio-Bundes statt. Keminiiiials Konferenz Heute, Freitag, 2, vez„ 19 Uhr. Im Zimmer 55 des Berliner Rathauses Tagesordnung: „Die UmBenennungen von Straßen und plähen Berlins." Einladungen hierzu sind a» dl» BeteUigte» ergengen. Da« kommunale 5ekretarial de» Vezirksverbaude» verlin der SPD. Arbeiierfpori. Itord-Ost'Sampfabend. 2, Dezember, Wi 1 Zrograir_____■...._________________ Rekordinhaber W. Lagenpusch»ersuthen, im Heben die bestehenden Bundes- Nor5»st in der ttijnigodank. Große abend, der mit st nlnf Paarungen im Bore.._____ ei» vielseitiges Programm in Aussicht stellt. Außerdem wird der mehrfache rc forde zu überbieten. Touristenoerein«Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Sharlottenbueg! Freitag, 2 Abend,-«dt. eüd-ft-Fr-ilaa. 2. .«ijnig Alkohol."--- Abt. Gemnd Lorßingstr. IB. Vortrag:„Arbeiter 2. Dezember, 20 Uhr, Eprecstr. 30. Heiterer !. Dezember, 30 Uhr, Veichcnbetgct xtr. 68. undtrnanen: Freitag, 2. Dezember, 20 Uhr, :ßingstr. 19. Vortrag:„Arbeiterphotoaremhic."— Abt. Treptow: Freitag, 2. Dezember, 30 Uhr, Eisenstr. 3. weschtiftlichcs.— Abt. RenkSlln: Freitag, 2. Dezember, 20 Uhr, Altershe-m Danzlger Etr. 62, Varacle S.— Photo. gcmeivlchast! Montag, 6. Dezember, IBib Uhr, Gbertystr. 12.„Die Platts «iihrend und nach der Entwicklung."— Abt. Schäneberg: Montag, S. Drzemdlr, 20 Uhr, Hauptstr. 15._ Um die vezirksmeifterfchafl. Während im Norden noch die letzten Spiele um die Abteilungsplacierung vor sich gehen, stehen sich im Osten bereits die Abteilnngsmcister der 1. Klag« um den Vezirksmeister gegenüber, Hochbetrieb herrscht aus dem Fr>sch.Fr«i. Vlatz in Riederschäneweide, an der Gasanftalt. Um 101? Uhr stehen sich die Mannschaften von Wildau und Senzig gegenüber. Um 12 Uhr steigt der Kamps VfB. Köpenick gegen Hertha 22. Um 2 Uhr findet dann das Spiel der beiden Abteilungsmeister Sparw und Lichtenberg I statt A'.if dem Spartaplatz in Lichtenberg. Kaufsstraße, hat Lichtenberg III in der flinken Adlershofer Mann. fchaft einen ernsten Apnkurrenten um die Bezirksmeisterschaft, Vorher spielen Kaulsdorf und Lichtenberg II um die eventuelle Beteiligung an der Trostrunde, Stralau hat Ketschendorf zu Gast und wird nur in erster Besetzung gewinnen. gm Norden ist Minerva in der Ghristianiastraß« bei den Teutonen zu Gast. Auf dem Cxer an der Schönhauser?>llee hat Sowjet Gelegenheit, buröl einen und kann, wenn sie sich nicht die drängen lagen, bestimmt" nicht die harte Spielwetfe satt de» : siegen. Das schönste Spiel wird Di« dortige Freie Turnerschaft l bürg zu sehe» bekommen.__________■_,,______ letzter Zeit stark verbegerten Eportl. Vereinigung Nordost messen. Immerhin geocn wir den Charlottenburgern infolg« ihrer beständigere» Svielform«in mau in Charlotten» wird sich mit der t» messen, Serienspiel gegen die Frei« Tschft. Charlottenbur: kämpfen müssen Do» Spiel findet um In der Gruppe B tritt Zahn.Trepiow zum ersten _...-"an Die Treptower MW... WWM all WM.■ wenn sie mit auf der Höh« Melden wollen. Die Frei« hte 13 I und wirk» ?,t»r Zeit stark verbesserten Eportl. Vereins eben wir den Charlottenburgern infolg« il. leines Plus und glauben an«inen knappen Lieg. 101b Uhr in Westend statt. - ins,'"■- werden Tschft. Schmargendorf spielt uin 14 Uhr gegen ALB. Sieger sein. Moabit A" Schönhauser Allee ÄZV� sfiikte lisilTgegen SpB. Moabit N um 9" Uhr." Nor. mannenstrpße um 10H Uhr ASC. in gegen Fichte 12 II und Fichte 10 N gegen Lichtenberg 2 n um 12 Uhr in ber Schönhauser Alle«. Jugend: Frei« Tschft. Schmargendorf gegen SpV. Nordost und um 121h Uhr ATB. Pankow Fraur gegen AGB. Fichte 1 Frauen._ 1. Bezi Arbeiker Radfahrerbund ,, Solidarität". Sonntagstouren. 1. Abt., 16�Uhr Planetarium. Treffpunkt ......._o__________________ w__________________ Bahnhof?oo(Kauptportal).— 2. Abt.: 13 Uhr Spandau(Für Markthallei. Start Dieffenbachstr, 36.-3 Abt.: Besuch des?oo und Aauar'um«. Treff. Punkt Lausitzer Platz.— 4. Abt.: 8 Uhr Friefack(Iugendfahrt). Start Weber. wiele.— 5. Abt.: 13 Uhr Adlersbof stziege). Start Landsberger Platz.— 6. Abt.! Streifzüg« durch die Iungfernbeide. Start Schönhauser Allee 164.—- 8. Abt.: 13 Uhr Fehlcndorf. Start Waldenserstr. 19.— 2. Abt.: 13 Uhr Tou» am Start Schulstr. 114.— 1». Abt.: 18 Uhr Tour am Start Com-niusplatz.— 11. Abt.: 14 Uhr Wittenau bei Eberhardt(Keringstour). Start Ilockplatz.-> Rennfahrer. Gruppe Moabit: 8 Uhr Trainingsfahrt Grunewald. Start Av- meniusplatz._ Arbeiter- Sportvereine des Landkreises Teltow. Alle Arbeiter. Turn- und Sportvereine de» Landkreise» Teltow worden aus» gefordert, ihr« Vorsitzenden oder deren Vertreter Sonntag, 11. Dezember, 10 Uhr, nach dem Jugendheim des Arbeiter.Eport. und Kulturtartells der Proving Brandenburg, Berlin C35, Landsberger Str. 82. Nähe Alezanderplatz, zu senden. Es soll dort an diesem Tage da» Arbeiter-Sportkartell des Kreise» Teltow err-chtet werden. Für Gründung diese» Kartell» kommen nur Berein» folgender Organisationen der Fentralkommlssion für Arbeitersport und Körper- ! pfleg« in Frage: Arbeiter-Turn. und Eportbund, Arbefter-°"adfabrrrbund l Solidarität, Arbeiter-Atdletenbund. Arbelter-Samariterbund, Arbeiter-Echsttz-n. bund, Arbeiter.Echachbund, Tourist-nvcrein„Die Naturfreunds", Fentrale Wie», Verband Vollsgefundheit und der Freie Seglerperband. Kein Vere'n darf an diesem Tag« auf dieser Versammlung untertreten sein, ff» gilt, Rechte bei der Verteilung der Iugendpflegemittel festzuleq-n und die Zuaendoslegearbeit der Vereine in der Kartellbewegung zu zentralisieren. Z. A.: Oehlschläger. Ersolg über Nordlska in der 1. Klasse zu bleiben. Spartä-Wcdding svielt In Blankenburg, Römerstraße, gegen Fichte-Gesundbrunnen, In Buch steh-n sich Ederswalde und Echänholz gegenüber. Bavaria und Fichte-Nordost spielen auf dem ffxer. An Gesellschaftsspiele» stehen folgende Treffen auf dem Programm: Dellen gegen AGB. 24 sin Kremm-n), Un-on gegen Amote:ire, Alemannia gegen Bernau sChrist�aniostraße). Birkenwerder gegen ATP. Pankow, Kansa. gegen Brieselang, Elstal gegen S!cm"'sstadt. Ketzin gegen Nauen, Sisrnspalterei gegen Kennigsdork, Wacker 24 gegen Adler 12, Britz gegen Ficht« 24, Blau-Weiß gegen Adler 0«, Stelnst'rth gegen Borussia, Eachsenhausen gegen Tegel, Nord-Oranien. bürg gegen Pankow 08. Im Südwesten ist da« wichtigste Tressen da» Soiel zwischen Luckenwalde in und Lankwitz. Jüterbog und Berlin 12 stehen sich im Wiederholungsspiel in Trebbin gegenüber. Deginn der Spiele um 14 Uhr, fall» nicht, andere» vermerkt. Handballspiele am 4. Dezember. In ber 1. Gruppe spielen nur Sparta und Neukölln 2. Abt. um 141j Uhr in Baumschulenweg. In der 2, Gruppe hat Nowawcs Köpenick al» Gast, und Ficht« 8. Abt. spielt um 101h'----------*""" Kaulsdorf. In der 8, Gruppe, um 141h Uhr im Lichtenberg««__________________________ Neukölln 1. Abt. um 14 Uhr in Friedenau, Oss-nbacher Str. 5«. Co fähren Schmargendorf nach Luckenwalde und In der 4, Gruppe Ficht« 18. Abt, nach Klousdorf. In der 5. Gruppe findet in Reinickendorf, Scharnweberstraße, da» wichtigste Spiel de, Tages statt. Hier stehen sich nm 141h Uhr die beiden ilatzrivalen Flchte.Nord und Groß. Berlin. Wedding l gegenüber. Gin scharfer ampf um die Führung in der Gruppe ist zu erwarten. Groß. Berlin. Rosen. chal spielt um u Uhr in Nosenthal, Kauptstraß«, gegen Etche-Tegel, und Rathenow besucht um 141h Uhr Spandau in Spandau. Faltenhagener Chaussee, In der 6. Gruppe empfängt Brandendurg.Sportler um u Uhr Wittenau und um 141i Uhr F'chte 4. Abt. Fichte 22. Abt spielt um 141h Uhr in S-Hen. lchönhaufcn, Sommersjraßc, gegen Groß-Berlin-Rorden 1. An Frauenspiele» finden statt: Fichte-Spicladteilitna gegen Fichte 3, Abt. um l4>h Uhr und Fichte 2. Abt. gegen ASC. um 10 Uhr in Daumschulenweg. Lichtenberg 2. Abt. gegen Spandau um I3zh Uhr im Lichtrnberger Stadion. Groß-Berlin-Siiden Segen Neukölln 2. Aht. um 9 Uhr In Friedenau, Off'ndacher Straße, Ficht«. !oeb gegen Fichte 98 um 10 Uhr und Groß-Verlin-Weddinq gegen Fi-bt« 6. Abt, um B/h Uhr in Reinickendorf, Scharnwebli""~- 1334 Uhr in Tegel. verschiedene». Arbeitee-Lportlertel Pankow, Montag, 5. Dezenthep, I21H Übe, Jugend» heim Kissingenstraß» Delegiertenfltzuna, Vortrag über di, VoTsstlrforge. Frei« Turnerswast Groß-Beelln. Eislaufabteilung!?ed-n Sonnabend 12 Uhr im Sportpalast und bei Naturei, im Friedrichshatn Uebungsadend. Könta- stobt ,3656 vorher anfragen. Freie Schwimmer Sbarlottenbueg 24 e. L, Freitag, 2. Dezember, 181h Uhr. Monat»sitzung bei Grimm. Kalfer-Friedrich-Slr. 13. Wafferwortuerel«„Reeamanla". Sitzung Freitag 201h Uhr bei Koffoeanil« Wiimarplatz 2, Gäste willkommen. Arbeiier-Schiwinmuerria Welle. Keule 20 Uhr Sitzung der MtgNeder Zwischen 18 und 30 Jahren Comeninssäle. Memeler Str. 65. Artelter-Radiahrernereiii Grotz-Beelin. Sonntag, 4. Dezember, 8 Uhr, Tour wird am Start bekanntgegeben, 13 Uhr Kaulsborf, Sansfouei. Motor- kahrer dieselbe Tour: Start eine Stunde später. Start Waldemarstrotze Eck« Moriannenplatz. Gäste willkommen. Briefkasten derNedakiion. Im Februar 1928 am 1. 2.: 41 500 Pachcrmark: 19. 2.: 19 850 Papiermark, 0. I. 2. 10. 1922: 1815 Popiermark. blrstraß«. Tegel gegen Moabit um hockeyspiele om 4. Dezember. In der Gruppe k treffen sich ber«thletik.Sportklub und ASD. Fichte-Weft 131h Uhr In der Ziormannenstraß«. Fi-Hte-West muß sicherer Sieger sein, der ASC. ein« ,u unbeständige Spielwets« �igt. In Kelner«dors spielen Pankower Arbeiter.Turnvereln und Frei« Tschft. Lichtenberg 2 I um h Uhr. Pankow tritt erstmalig in veränderter, verstärkter Spielform an r schwankend» und am 28. 2.t 22 700 Papiermark,— v. It., Franseckqstraße. In Deutschland werden amtlich« Inderzifsern fiir die Lebenshaltungskosten feit 1920 laufend veröffentlicht. Ur» sprünglich umfaßten sie nur Ernährung, Wohnung. Heizung, Beleuchtung. später wurde Bekleidung hinzugezogen, sodann auch noch„sonstige Bedürfnisse" wie Berkehr, Bildung. Reinigung, Die Grundlage bildet di- regelmäßig« Cr. debung in 72 Gemeinden de» Reichs, nach denen berechnet wird, wa» ein« küufköpfige Arbeiterfamilie fiir eine fcstunigrenzt« Warenm-nge auizuwenden hat sTeuerungszohl). Die fo errechnete Reichsteuerungszahl wird dann mit dem Stande der entsprechenden Feit im Jahre 191814 in ein Berhältni» gesetzt und ergibt sodann di« Reich»intcxziffer für Lebenshaltungskosten. Vetlerbericht der SffevNIchen wellerdlenstftell« Berlin and Umgegend lRachdr. verb> Weiterbin trocken und ziemlich wollig, Temperaturen im Durchschnitt ctwaö unter Null. Mäßine Winde aus istlichen Richtungen Für veuNchlau»! Mit Aiisnobme des Nordwesten» gelinde» grostwetter, wolkig, ohne weienti che Nieterichläge. Ueberraschende Befreiung von Verdauungsstörungen kann man sich in kurzer Zeit verschaffen, indem man einen halben Teelöffel Biserirte Magnesia in etwas warmem Wasser sofort noch dem Essen nimmt, oder jedesmal, wenn man Schmerzen fühlt. Taufende, die es oersucht hoben, erklären, es gibt nichts besseres alz Biserirte Magnesia für Verdauungsstörungen, Magensäure und Dyspepsie. Besorgen Sie sich noch heute eine Flasche aus de? Apotheke. Vergessen Sie nicht Biserirte Magnesia zu verlangen— das beste Mittel, um Schmerzen in kurzer Zeit zu stillen, wo nicht, erhalten Sie auf verlangen Ihr Geld zurück. Wichtig! hüten Sie sich vor Nachahmungen und bestehen Sie darauf, nur die echte Biserirte Magnesia zu erhalten, die den Namen Bis mag Ltd. London trägt. . f 3 sparen M'\• fl W ®\ � f* y fobaH IN MARKEN(zucker ausgeschlossen AUF JHKEM E I M KAU F! VERLANGEN SIE IN UNSEREN FILIALEN BNSPARBUCH KAISERS ■PEE-GESCHAFT ÜBEÜ 1Ü0.0 E1UALENJ