Morgenausgabe Ar. 577 A 293 44. Iahrgang Wöchentlich 70 Pfennig. munaiHch 8,— Reichsmark, im voraus zahlbar. Unter Streifband im In- und Aus« land SLO Reichsmark pro Monat. Der„Bonv&cts' mit der rllustrier- ten Sonntagsbeilage �Volk und Zeit* sowie den Beilagen»Unterhaltung und Wissen-.»Au» der Filmwelt", �Stadtbeilage".»Frauenstimme*. »Der Sinderfmind-.»Iugend.Voo» wärts".»Plick in die Dücherwelt*. »Kulturarbeit- und»Technik" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. P- Berliner Volksblatt Mittwoch 7. Dezember 1927 Groß-Äerlin 1V Pf. Auswärts 45 pf. Die e t n l p o I t i g« RonpareiOevtt« 60 Pfennig. Reklomezeile S.-- Reichs- mark.»Kleine Anzeigen" dos fettge- druckte Wort 23 Pfennig(zulässig zwei fetjaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmärkt Zeile 60 Pfennig. Familianzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeiaei»- annähme im Hauptgeschäft Linden» st rohe Z. wochentägl. von 8Vt bis 17 Uhr. Äentvalovgan der«Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprrcher.' Tönhofs 293— 297. Tclegromm-Adr� Sojialbemofrat Berti» Vorwäris-Derlag G. m. b. H. Postscheckkonto: BcrNn 87 5ZS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angcstetlie» und Beamten Wallstr. 65. TiSkonto-Geselllchait, Depositenkasse Lindenstr 3 Der gerettete Bürgerblock. Mißirauensauirage abgelehnt.— Gympathieerklärung der Völkischen für Keudell. Der Reichstag hat am Dienstag abend die Miß. kranensanträge. die anläßlich der großen Wirtschasls- deballe gestellt worden waren, mit 229 gegen 192 Stimmen bei 14 EuthaUungen abgelehnt. Dieses Ergebnis kam der sozialdemokratischen Fraktion als Antragstellerin natürlich nicht überraschend; denn in diesem Reichstag, der am 7. Dezember 1924 gewählt wurde, also jetzt genau drei Jahre alt ist, verfügt die aus Eozialdemokra.en, Demokraten und Kotymunisten bestehende Opposition nur über 208 von insgesamt 493 Sitzen. Es fehlen ihr 39 Stimmen zur Mehrheit, die auch dann kaum herein- zubringen wären, wenn sich die schwankenden, nicht koalitions- mäßig gebundenen Gruppen— Wirtschaftspartei und Völkische— auf ihre Seite schlügen. Diese Gruppen sind aber bei der Abstimmung über die Mißtrauensanträge genau so in weitere G r ü p p ch e n verfallen, wie man das auch sonst immer von ihnen gewohnt ist. Die Wirtschaftspartei stimmte zum Teil mit Rein, zum kleineren Teil enthielt sie sich. Von den Völkischen stimmte die nationalsozialistische Gruppe für dcls Mißtrauensvotum; die andere Gruppe enthielt sich. Dom Zentrum stimmte der Abg. W i r t h mit der Opposition. Die Bänke der Regierungsparteien waren im übrigen so stark besetzt, daß mü einer Zufallsentscheidung nicht gerechnet werden konnte. So kam es wie vorauszusehen war. Die vollbesetzten Tribünen des Hauses wären nicht auf ihre Kosten gekommen, wenn nicht die lustige Person des Hauses.cher völkische H e r r v. Gräfe, für etwas Abwechse- lung gesorgt härte. Nach der sonst sehr oppositionellen Hol- tunq seinss Grüppchens hätte man eigentlich von ihm die Zust.mmung zu den Mihtrauensanträgen erwarten müsien. Wer aus spezieller SympathiezuHerrnv. Keudell bringt Herr v. Gräfe ein Mißtrauensvotum gegen dieses Kabinett doch nicht über sein treudeutsches Herz. Die mü frischer Naivität vorgetragene Liebeserklärung des Ober- Putschisten v. Gräfe für den beeideten Schützer der republi- kan.schen deutschen Reichsverfassung wurde mit Verständnis- poller Heiterkeit aufgenommen, noch mehr aber ihre be- sondere Begründung mit dem berühmten Telegramm des Herrn v. K e u d e l l an die völkischen Studenten. Da hat Herr v. Gräfe zu dem Briefe des Reichskanzlers Marx an den Ministerpräsidenten Braun einen wahrhaft k l a s s» f ch e n Kommentar geliefert. Daß die Bürger- blockregierung eine Vergrößerung ihrer Mehrheit oder doch mindestens eine Verminderung der gegen sie abgegebenen Stimmen ausgerechnet Herrn v. Keudell und seinem Slu- dententelegramm verdankt, zeigt, wie seltsam sich Ursache und Wirkung mitunter verketten. Herr v. Keudell selbst freilich empfand nicht den Humor der Situation, er sah genau so melancholisch drein wie gewöhnlich. So hat der Reichstag sein drittes Lebensjahr mit einer rettenden Abstimmung für die Bürgerblockregierung ab- aeschlosien. Wäre es anders gekommen, so hätte er sich selbst sein Grab geschaufelt: denn daß von und in diesem Reichstag keine Krise mehr gelöst werden kann, versteht sich von selbst. Mit dieser Abstimmung und ihren für die Bürgerblockmehr- hett so blamablen Umständen hat aber dieser Reichstag sein eigenes Konto schwer belastet. Er hat damü eine neue Garantie dafür geschaffen, daß er in dieser Zusammen- setzpng nicht wiederkehren wird. Sein viertes Lebensjahr' wird er nicht mehr vollenden, sondern in seiner Sünden Maienblüte vorzeitig dahinfahren. Gegen schwerindustrielle Willkür. Sozialdemokratische Interpellation im Reichstag. '• Die sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstag zu der schwerindustricllen Rebellion folgende Interpellation eingebracht: Am 16. Zuli 1927 hat der Reichsarbeitsminister auf Grund des§ 7 Wj. 1 der Arbeikszeitverordnung die sogenannte Dreischichteuverordnuug erlassen. b]e die Arbeitszeit für die Schwerarbeiter in den Stahlwerken. Walzwerken und anderen Anlagen der Großindustrie auf acht Stunden täglich festsetzte. Diese Verordnung soll am 1. Januar l92S in Kraft treten. Den Unternehmern wurde die Pflicht auferlegt, die erforderlicheu Vorbereitung»- orbeilen bis zu diesem Termin zu treffen. Damit sollte iu der Hüttenindustrie eine Arbeitszeit eingeführt werden, die in den englischen Konkurrenzbetrieben seit 25 Jahren besteht und die schon im Jahre 1907 durch einen Beschluß des Deutschen Reichstage» gefordert wurde. In einem Gutachten des Reichswirtschaslsrotes ist diese ver- ordnung einstimmig, auch mit den Stimmen der Uniernehmer. gebilligt worden. Trotzdem Verhandlungen der Gewerkschaften mit den Unternehmern wegen der mit der Durchführung der ver- ordnung im Zusammenhang stehenden Zragen noch schweben. treten die Werke der deutschen Groheiseninduslrie mitten in diesen Verhandlungen mit einer Kundgebung an die Oesseatlichkeit, in der sie Kenntnis geben von ihrer den zuständigen Reglerungsstellen zugeleiteten Betriebsstill- legungsanzeige zum 1. Januar 192S. Die Unternehmer schreckten nicht davor zurück, schon vor Erschöpfung der Verhaodlungsmöglichkeiken und vor Tätig- werden der Schlichlungvbehörden mit der Existenz von Hunderttausenden von Arbeitern zu spielen, um ein von ihren eigenen Vertretern gebilligte» Gesetz zu beseitigen in der Ab- ficht, der Staatsgewalt ihre« willen aufzuzwingen. Die Stillegung der deutscheu Großeiseniudustrie ist ein von ganz vaübersehbarea Folgen begleileter Schlag gegen da» gesamte deutsche Wirtschaftsleben, den Staat»nd da» deutsch« Volk. St« würde die Armee der Arbeitslosen rieflg vergrößern, da, ganze wirtschastslebe« aufs schwerste erschüttern und der Allgemeinheit unerhörte Dosten durch Arbettslosenunlerstühuag und Slenerausfall avsbürdeu. was gedenkt die Reichsregierung zutun. um die Achtung de» Staatswillens auch den Unternehmern gegenüber durchzusetzen, um die Durchführung ihrer ver- ordnung vom 16. Juli 1927 zu sichern und um die deutsche Wirtschaft und die Finanzen sowie das deutsche Volk vor einer schweren Katastrophe zu bewahren? Schützer des Mädchenhandels. Im--- Völkerbund? V. Sch. Gens. 6. Dezember.«Eigenbericht) 3n der gestrigen Sitzung des Rates war ein gedruckter AnsschuH- bericht über den Mädchenhandel und seine vekämpsung ver- fei« worden. Es verlautet bestimmt, daß dtelcr verichf c n f Wunsch einzelner Mächte zensiert worden ist! Eine ganze Stelle von etwa 125 Zellen ist an» der gedruckten Ausgabe entfernt worden, weil sie schwere Dorwürse gegen einzelne europäische Regierungen, z. v. die rumö- n i s ch« und die französische enfhältz denen in scharfen Worten passlviläf in der vekämpsung des Mädchenhandel» und der Zuhälterei vorgeworfen wird. Besonder» soll Frankreich als das gegenwärtige Hauptquartier de» Mädchenhandels bezeichnet worden sein. Auch sollen sich die zensierten Stellen aus gewlste Erscheinungen im besehten deutschen Gebiet beziehen. Einem Rem Yorker vlati soll es gelungen sein, sich diese ge. strichene Stelle zu verschassen, deren Abdruck bevorsteht Regierungshilfe für Tabakarbeiier. Im demokratischen Baden.- Kommunisten lärmen! Die badische Regierung lieh am Dienstag im Badischen Landtag mitteilen, daß sie zur Linderung der Rot der Tobak- arbelter 40 000 M. zur Betfügung gestellt hat Im Verlauf der Sitzung kam es zu stürmischen Lärm- s z e n e n der Sommunisten. die eine Besprechung der Interpellation über die Auesperrung der Tabakarbeiter oertongten. Die Mehrheit de» Landtags verzichtete aus dies» Vesptechung, nachdem die Aus» sperryng ausgehoben worden ist. D« dse Kgmmunistep trotzdem ihren Spektakel forlsetztrn, sah sich der Landtagsprästdent ge- zwungen. die Sitzung zweimal zq nuterbrechen. Schließlich mußte der Führer der Kommunisten, der Abg. Bock, von de: Sitzung ausgeschlossen werden. Der Konflikt um Wllna. Bon Prof. lösten Llnd&i, vormals schwedischer Außenminister. Die Redaktion des„Vorwärts- hat mich aufgefordert. «ine Darstellung des polnisch-litauischen Streits um Wilna vom rechtlichen Standpunkte aus zu geben. Nach Ursprung und Wesen Ist jedoch dieser Streit nicht rechtlicher Art, sondern er ist ein.�nterefsenstreit". ein„politischer" Streit. Seine Bedeutung läßt sich mit wenigen Worten folgender- maßen kennzeichnen. Nachdem das Wilnagebiet nach der Zurückziehung der deutschen Truppen Ende 1918 abwechselnd von sowset- russischen, von polnischen und von litauischen Truppen besetzt gewesen war, wurde es im Oktober 1920 durch den polnischen General Z e l i g o w s k i an der Spitze einer Annee von „Freiwilligen" in Besitz genommen. Seitdem ist das Gebiet auch in polnischem Besitz geblieben. Die alliierten Groß- mächte haben, entsprechend dem Gesetz des geringsten Wider- standes, die polnische Souveränität über Wilna durch den Beschluß der Botschafterkonfcrenz vom 15. März 1923 sanktioniert. Vorher hatte der Völkerbund fruchtlose Versuche gemacht, durch ein Schiedsverfahren ein Ueberein- kommen zwischen den Beteiligten zu treffen. Der Beschluß der Großmächte von 1923 hatte Litauen nicht zu einem Ver- zicht oeranlassen können. Das Verhältnis zwischen Polen und Litauen ist mährend all dieser Jahre so unfreundlich gewesen, daß es mit einem gewissen Recht als latenter Kriegs- zustand bezeichnet werden konnte. Wie gesagt, ist der Streit seinem Wesen nach nicht ein rechtlicher. Irgendwelche juristischen Grundlinien, nach denen die Grenz« zwischen den beiden neugebildeten Staaten Polen und Litauen gezogen werden konnte, sind ja nicht gegeben. Man kann z. B. nicht behaupten, daß es Sowjetnißlands Sache war, zu entscheiden, wie die früher zu Rußland gehörenden Gebiete aufgeteilt werden sollten. Durch sein bis- Hermes Verhalten war Rußland auf ihre Abtrennung vom russischen Reiche eingegangen. Bereits unter der Regierung Kerenski war Polens Unabhängigkeit von Rußland anerkannt und später waren alle früheren Verträge über die Teilung Polens von den Bolschewik! als ausgehoben erklärt worden. Daß die Sowjetregjerung später mitten im Kriege mit Polen das Wilnagebiet an Polen abtrat und»och mehr durch den Moskauer Frieden vom 12. Juli 1920 zwischen den Sowjets und Litauen, begründete kein Recht für Polen Litauen gegenüber. Sowjetrußland erklärte übrigens im folgenden Jahre durch den Frieden mit Polen in Riga sein Desinteresiement in dem polnisch-litauischen Grenzstreit. Der Versailler Vertrag setzt die Grenze zwischen Polen und Deutschland fest, jedoch nicht unmittelbar Polens östliche Grenze gegen Rußland und Litauen. Keiner dieser beiden Staaten hat den Vertrag unterzeichiiet. Litauen war ja noch ar kein von den übrigen Mächten do jntze anerkannter Staat. iedoch behielten es sich die alliierten Hauptmächte im Artikel 87 des Versailler Vertrages vor, später die Teile der polnischen Grenze festzusetzen, die nicht im Vertrage an- oegeben waren. Daß die litauische Regierung, ohne doch am Vertrage beteiligt zu sein, dennoch annahm, daß die Entente- mächte letzten Endes auch die Grenze zwischen Polen und Litauen festsetzen würden, geht daraus hervor, daß sie sich wiederholt an die Botschafterkonferenz mit dem Ersuchen gewandt hat, diese möge chre Befugnis ans Grund des Artikel 87 des Versailler Vertrages ausüben und die Grenze ziehen. Einer der rechtlichen Gesichtspunkte des Streits ist der folgende: Hat Litauen sich von vornherein ver- pflichtet, die Botschaftcrkonferenz als Schiedsrichter in dem Grenz st reit anzuer- kennen? Litauen selbst verneint es und deutet seine Schritte bei der Botschaiterkonserenz dahin aus, daß sie nur unier gewissen Bedingungen gemacht worden seien. Fällt die Antwort auf die gestellte Frage bejahend aus, dann ist auch Polens Stellung zu Litauen durch den Beschluß der Groß- mächte vom 15. März 1923„legalisiert". Eine verneinende Antwort wiederum würde nur bedeuten, daß dieser Beschluß an und für sick) kein völkerrechtliches Dokument darstellt, da? Litauen verpflichtet. Dagegen kann dieses Land sich auf ein anderes derartiges Dokument als auf einen Rechtsgrund für einen Anspruch, berufen, nämlich auf den sogenannten iertrag von Suwalki. Damit aber kommen wir zu einem anderen Punkte, bei dem die Meinungsvcrschiedeu- heiten eine Rechtsfrage berühren. Der Vertrag von Suwalki ist ein Waffenstill- st a n d s a b k o m m e n, das zwischen Polen und Litauen am 7. Oktober 1920 unter Mitwirkung einer vom Völkerbund entsandten Militärkommission abgeschlossen wurde. Es ent- hält ein Abkommen über eine Demarkationslinie, die mit Rücksicht auf die damalige Stellung der Truppen so gezogen der offiziell von der polnischen Regierung desavouiert wurde« aber im Einverständnis mit dem Präsidenten P i l s u d s t i unternommen zu sein scheint. Polen hatte übrigens die 900000 Arbeitslose. Auswirkungen der IahreSzett. Die drohende Wirischastskn'se. Mitte Novenibek betrug die Zahl her bei den ÄrbsiisNachw�Isen eingetrsgenen Arbeitsuchenden 89 6375 gegen 784 035 Mitte Oktober. i)ie Steigerung der ÄrbeitÄosigkeit ist in der thaupt- Kche aus d!« EirisetzunH des scharfen Frbstweitet» zuHick- zusühreir Än der ZUn'.-bme waren beteiligt dos Baugewerbe Nut LY'HOO Personen, die Industrie der Steine und Erden mit 6000, die eairdwietschast mit 7600» in der Lohnarbeit wechselnder Art stieg die Zahl der Arbeitsuchenden Um 46 000 Personen. Außer diesen Berufen, Mo das Ansieigen der jirbeWsloHgteU durch das Frosiweiter bedingt ist, stieg die Zahl der Arbeitslosen trrt Bekleidungsgewerbe um 11 000 Personen. Auch hier hat die Arbeitslosigkeit waniger den Eharaktet eines KonjuNkturunsichwunges als Melinehr deN eines sasioMN ästigen Einflusses. Bckgl eicht rnün dii NsietdiNgs anormal hohe Ziffer von OVO OVO«miisioseN mit dein Stoird« der Arbeiislssigkelt am 15. November istSO. so ergibt sich, döst damals mehr als die dogpclt hohe Zahl von»rbeilfuche'tdeN bei den Arbeitsnachweisen eingetragen war. und zwar waren es 1835 939 Personen. Diese Verringerung von einer Million Arbeitslosen im Berglcich zu dem außerordentlichen Krisenstand des Vorjahres, zeigt am basten, daß wir-zwar immer noch fM PerhältMs zur Vorkriegsjeii eine Ar- beitslosigkeit haben, die unsere Äesamlwirtschäst schwel belastet, dast aber im Vergleich zu der sürchtcrÜchc» Arbeitsiosigkeit, die als Folge der Nationalisierung im Jahr« 1026 herrschte, eine Slsbilität der wirstchassiichen vcsierunz zu verzeichnen ist. Das springt besändero in die Augen, wenn MaN den Zugang der Arbeitsuchenden von Mitte Dkibber bis Mitte Rai ve,Nber 1927 vergleicht mit dem Zugang von Mitte Oktober vis Mitte November 10S6. 1927 betrug der Zugang ntnd 11S0V0, während im Vorsähte der Zugang nur 7000 betrug. Damals wir die Arbeitslosigkeit schon im Okiober ein« sä austerordentliche, daß die WiNtersaisoN— das Frostwetter trat damals übrigens etwa» später auf— wenig zur Verschärfung dSk Arbeitslosigkeit beitragen kannte. In diesem Jahr« ist, besonders durch das starke Frost weiter. der Zugang bei der Zahl der Arbeitslosen durch die oarherige st S r k« t e Beschäftigung in den Austenbetrieben naturgemäß äüch ein erheblich größere b. Immerhin ist die Zahl von 900 000 Arbeilslosen eine so firrchi. bare, daß alle, die die Verantwortung für die gesunde Färtentwick- lung unserer Wirtschaft tragen, nichts üntörlassän und tllliis tun «ftflste-n,... v um eine Verschärfung der Arbeitslosigkeit zu verhülen. Kos gilt nicht nur für den Reichsbänkprssidenten, I.-r leichtherzig den(Gemeinden„Luxusausgaben� für die Aus- führung ovn Rotstondsarbeiten vorwirft» die man den Gemeinden durch die Borschristen für die Bewilligung von Notstands- arbeiten ausgezwungen hat Wenn man genüst diese Völ- schriften für Nöistandsarbeiien anders sasicN loNnle Uird in ü h i S, sb Ist die BeschäfiißitNy von Arbbiissösen bei GchäffWig bSN Trlln- siächen, Sportplätzen usw. gewiß kein Luxus. Aber auch die S ch w e r i n d u st r i e l l e n haben offenbar ganz andere Sorgen als die Erhaltung der Kcmlunktürbesierung. In ihbtr reaktionären Verrannthelt kommt es ihnen gar Mcht darauf an. zu den 9M 000 Arbeitslosen, die Im Avust- diesi» Monats wohl noch einen Zuwachs bekomme» werden» ei« Heer Vau 500 000 ArSelkslvstm anzugiiebern. Dadurch steht wehr auf dem Spiel« als di« Durckx'etzmix des herränslandpUNktes der SchwerindusirielleN gegenicher der deutschen Gesetzgebung! dadurch steisi bor ollem auch unser« gesärate Wirtschaftskonsuirttur in Frage. Äoimitt es zur Tsill- legung der Schwerindustrie, dann habest kbib eine Wirts chäftzkrise, deren Dauer und Äusw'rkungen nych»ab nicht übtkseh«« weiden tömiim. Sie Siktalvrpläne bayerischer puffchisten. „Kastraten und Eunuchen in Verlin"- sagt Lossow. Frage kurz vorher dem Völkerbunds vorgelegs, und beide Parteien hatten sich verpflichtet, die Feindseligkeiten ein» zustellen.. Das Abkommen von Suwalki hatte niemals die Gebiets- frage lösen sollen>tNd bildet daher in Wirklichkeit keinen Rechtsgrund, auf den sich Litauen in dieser Beziehung berufen könnte." Das aber laßt sich mit Recht sagen, daß spätere Ver- suche des Völkerbundsrates, eine zweckdienliche Lösung zu finden, tatsächlich durch den.Handstreich Zeligowskis erschwert wurden, besonders dadurch, daß eine Volksabstimmung unter der Kontrolle des Völkerbundes unmöglich durchzuführen war. Wieweit nun die Lösung, die Polen durch einen Macht- spruch herbeigeführt hat und die später durch die alliierten Mächte anerkant worden ist, die zweckdieMchste ist Ader nicht, kann man unmöglich ohne irähere Kenntnis des Gebietes, besonders der Haltung der Bevölkerung, beurteilen. Es ist kaum wahrscheinlich, daß eine ausgeprägtere Stimmung für den Anschluß an Litauen in Wilna vorhanden ist. Vielleicht könnten weitere Sicherungen für kiiMft Mind-erhelten- schütz und für die Wahrung äNdever leisttimer litauischer Interessen in Wilna eine Losung des langwierigen Konfliktes erleichtern. Es steht zu hosten, daß der VölkcrbUndsrat jetzt alle Möglithketlen versucht, um den Konflikt beizulegen. Der Kampf um die Lohnsteuersenkuug. Die Reichsresienmg mißachtet gefestliche Verpflichtungen. Der Konflikt im Steuervusschuß des Reichstags wegen der Beratung des soziaidemokratischen Antrags auf Ermäßi- gung der Lohnsteuer ist wie kein anderer Vorgang in der bisherigen Geschichte des Rechtsblocks geeignet, seinen volksfeindlichen Charakter zu enthülle«. Wenn die Rechispresse das'Verhalten der Sozialdemokraten als „Dbstruktwnsversuch der Linken" bezeichnet, die die Beratung der Regierungsvorlage im Reichstrat stören sollen, so ist das nur der Ausdruck des schlechten Gewissens der Regierungsparteien. Den unmittelbaren Anlaß zu der Entfernung der sozialdemokratischen Mitglieder aus der Sitzung gab die Talsache, daß die Regierungsparteien es ablehnten, den Reichsfinanzminister Dr. Köhler vor den Ausschuß zu zitieren. Es entspricht jedoch einer fast in allen Fällen beachteten Gepflogenheit des Reichstags, einem solchen Wunsch nach dem persönlichen Erscheinen des Ministers Rech- nung zu tragen. Das ist auch selbstverständlich, well die Minister dem Reichstag verantwortlich sind, aber nicht ihre untergebenen Beamten. Die stärkste Partei des Reichstages kann sich einen derartigen VergcwaiiguNgsversuch einer kleinen Mehrheit— von 28 Mitgliedern stimmten 15 für die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages— nicht wider- sprnchslvs gefallen lassen, zumal wenn er von der Absicht aus- gehl, die Lohn steuerpflichtigen um die ihnen gesetzlich zu st ehe n de Ermäßigung der Lohnsteuer z u prellen. Das aber ist das Entscheidende. Der formelle Kon- flnt, der im Eteuerausfchuß entstanden ist. hätte keine größere Bedeutung, wenn er nicht der Vorläufer eines fach- l i ch e n Konflikts wäre, der im Hintergrunde bereits deutlich erkennbar ist. Die Lohtie und Äebalbsempfänger haben nämlich nach der Lex Brüning einen gefetzlickien An- fbruch auf die Erhöhung des st c u e r f e e i e tt d o h n- beträges. Um diessft Anspruch sollen sie betrögen werden. Das und nichts anderes ist der sachliche Kern des Konfliktes im Steuerausschuß. Um diese Absichten nicht vdrzeing bekannt werden zu lassen, weigert« sich die Regierung. Auskunft über den Gesetzentwurf zu aeben, den sie jetzt endlich Noch viel- wöchiger Verspätung dem Reichsrat zugeleitet hat. Dieser Ge- setzeniwurf bringt keine Erhöhung des steller- freien Existenzminimums, sondern nur neben einer geringfügigen Erhöhung der Familienennäßigungen eine Herabsetzung des Steuersatzes von 10 auf 9 Proz. An Stelle der gleichmäßigen Entlastung aller Lohn- und Gehaltsempfänger, die in erster Linie eine Entlastung der kleinen Einkommen ist, schlügt also die Reichsregierung eine prozentuale Entlastung vor» die die Steuerleistung der kleinen Einkommen fast gar nicht ermäßigt, �isdergroßen aber um so Mehr. Gelingt die Durchsetzung dieses Planes, so würde die Lohnsteuer einen Mehrertrag von einigen 100 Millionen liefern» mit deren Hilfe die hohen Ein- kommen und die Vermögen entlastet und andere Locher im Etat von Reich, Ländern und Gemeinden zugestopft werden tonnen. Äm Reichsetat 1928 ist deshalb auch bereits die Lohnsteuer mit 1300 Millionen veranschlagt stall mit 1200 Millionen, wie es die Lex Brüning vorsieht. Auch darf inan annehmen, daß einige Länder sich auf Ab- machungen berufen werden, die auf eine stärkere Heran- zi-chung der Lohnsteuer hinzielen. Das steht zwar im Wider- spruch mit der Lex Brüning und wäre eine politische Jllopali- tät gegen den Reichstag, aber fchließl'ch doch nur ein Stück jener föderalistischen und unsozialen Politik, die die Rechts- regierung stets betrieben bat. Einer solchen Politik setzt die Sozialdemokratie den schärfsten Wider st and entgegen. Sie wird sich darin auch durch keinerlei Verleumdungen ihrer Gegner be- irren lassen. Aus der Schule eines Z�epublikfeindes. Sine Anfrage im Landtag. Di« Genäsien König(Swinemllnde) und Hartwig haben im Preußischen Landtag«Ine Klein«. Änfeage an die Regierung gerichtet, die die unglaubliche Bcrlddberung des Unleerlchls an r«tt!onSr geleiletei, Schulen kenn-clchn«. Der Dikekior dir Land- ralkll-haftlichen Schule in Slolp l. P. Dr. Summa hat vor einigen Wochen in der Unterklasse vor den ISjährlqm Schülern deM Sinn« nach folgende, gesagt: ."flhr habt aber sehr dreckig« Hände. Ihr müßt auf Rein- lichkeil halten. Bor allen Dingen Müßt Ihr darauf halten, daß der Dreck unter den flingiknägein verschwindet. Ich iverd« Euch mal eine lehrreiche Geschichte erzählen: Eberl nahm einmal einen hohen«Staatsbeamten Mit auf seine Güter.zur Jagd. Al« . die Dämmerung beganu, beobachtet« der hohe Staatsbeamte, daß Eberl baue nid seinen Z e> g e s i n g e t hochhielt und besah. Als der hohe Staatsbeamte fragte, was das zu dedeuten hätte, mit- «ortete Eberl: Solang» Ich noch den Dreck unter Meinen Finger- .j»ügeln sebOi habe ich noch B 2 ch s e N l l ch t." Mi: Recht fragen die beiden Abgeordneten, od das Staats- mtnisterllmi bereit lsi, sofort das D l s z l p l l n a r v r r s a h r e n gsgea Direktor Lumma einzulelttn und dem S t a s t s ü n m ä f t die Weisung zu gebe», wegen Li r l c u m d U n g des früheren Reichs- Präsident«« Eben öffenüiche Anklage zu erhebe«? München, 0. Dezember.(Eigenbericht.) Der Untersuchungsausschuß des Bayerischen Land- tags setzte oM DlenStäg fein« Verhandlungen Mit der Berichte». statturt-z über die Errichtung de» GenerolsteatskomMissokiatS, den bayerischen Grenzschutz Sn der chiiriitglscheN SkeNz» NM deffl Ziel des Marsches Nach Serlm und über den Konflikt Set St. LossvM fort. Aus dem Tagebuch Kriebels gebt hervor, daß dir Führer des Bundes„Bayern und Reich" bereits IM Lügust 1923«?«# Deckt» schHfl verfaßt hak, in de» dl» Errichtung eine, bayerischen Direktoriums mit lägen« bayerischen Währung gefordert wurde, das von sich aus dann die deutsche FrSgö tSsrck sollte. An die Spitz« dieses Direktoriums sollte Kähr gestellt werden, der sich schon 1919 gewissen nationalen Kreisen alz Führer einer Bewegung zpr Ärseiftgung. der durch die Revolution ge« schafsenctt Iufländc angeboten hatte. Kahr hak. auch bereit, End« August 1923 ftitt dem ReichswehrkomMandanten Löfs ow im Sinne der Errichtung eines bayerischen Generalkommissariats ver- Handell. Als die Loge im September sich zuspitzte» erfolgte dann di« tatsächlich« Einsetzung Kohrs zum AeNeralstaätskommissar durch di» Regierung Knilling, um dem Plan der Machtergreifung durch die Hltler-Leut« zuvorzukommen. Dabei hall« Kohr die Aufgabe, die vaterländischen Wehrvetbändc Mit dem Kampsbund der NollonatsozlojisteN auszusöhnen und dadurch die deutsche Frage vtm DSyer» aus auszurollen. Zu diesem Zweck knüpfte Kohr sofort Verhandlungen Mit der PochNtt-GruPpe an, und Zwar mit Hilf« des aus Tirol herbeigeholten Kapitän» Ehr» Hardt. Aus Pochners Aussagen geht hervor, dag Ehrhardt große Freude darüber äußerte, daß jetzt endlich mit dem Marsch nach Berlin Erbst werde- Er, Ehrhardt, beholte sich den Marsch nach Leipzig zunächst vor, well er dort mit dem Oberreichsanwalt Ebermayer ein Hühnchen Zu rupfen habe. Die Einigung mißlang aber, weil dieser dl« ihm zugedachte Rolle als Zivilkommiffar in Mitteldeutschland für absolut ungenügend ansah. Der bayerische Grenzschutz. Dagegen brachte Kohr den Kapitän Ehrhardt völlig aus seine Seite und übertrug ihm zunächst das Kommando über den an der bayerifch-thüringischon Grenz« ausgestellten Grenzschutz. Aua vielen Aussagen im großen Hitler-Prozeß und der dazu gehörenden Vor- Untersuchung geht klar hervor, daß dem Trupp Ehrhardt keine Rachtwöchtcrrolle zugedacht war, sondern durch ihn bsr Marsch nach Berlin tatsächlich organisiert werden sollte, lim dos Zu vertuschen Und Berlin nicht mißtrauisch zu machen, wurden die Ehrhardt-Truppen, die zu rund 90 Proz. au, gut ousgebildet«« norddeutsche« Marinesoldaten bestanden, als bayerisch« NotpoNzet aufgerufen und mit leichten und schweren Waffen aus den Be- ständen der Landespolizei ausgerüstet. Den Sold hatte der bayerisch« Finanzminister zit zahlen, der zwar lmwer auf Spatsamkelt drängte. Ausweise im bayerischen Staatsbudget über diese Ausgaben finden sich aber nicht. Außerdem liefen zahlreiche Spenden b a h e r! s ch- r Industrieller bei Kohr-in. Für den Vormarsch nach Bertin war Im Einorrstäildnis mit dem GeNeralkommIssariot ei« besonderer Ausmarjchplan ausgearbeitet, in dem di« Marschrouten der einzelnen Verbände gegen Leipzig. Magdeburg und Berlin genau eingezeichnet wären- Dieser Plan wurde von der Leitung de, Kampfbundes ousgcarbditet. Er liegt bel den Serichtsokten. Bis zum Vvkmärsch war offizielle, Ziel des Grenzschutz«,: Aussaugung und Vernichtung aller in das Gebiet eindringenden Roten mit Angriffsgeist und llagdcifer. Al» dann aber di« Reichiwehr in Eachftn und Thüringen eingerückt war, sah Man im EenerolstaatskoiNmlssariat die Unmögtichteil des Marsche, nach Berlin, der iür Mitte November angesetzt war, ein und blies Ehrhardt ab. Dieser versuchte«och st« letzt«« Augenblick mit Hiller sich zu einige«. Dt« BerhanMimgm blieben aber erfolglos. »Der Rubikon überschritten." . Der Bericht erstoller De. H o« g n e r schstderte dann dän Km»- flitl Lost Sws mit Geeckt und Setzt« ick allen seinen Sinzei hellen und erwähnte dabei vor allem dt« deutschnatiunäle« Tre,> betet«kl, durch dt« bei Seneralstsatskommissariat zur Uckngch- oiebixkell gegenüber Lerlm ständig aufgeputscht wurde. Am o. November«klärte der deutschitälional« Führ« aus dem bayerischen Parteitag: Bayern habe de» Rubikon überschritten und es führe keine Brücke mehr aus da» andere User. Die Regiert»z Sraejemann müsse durch eine nationale Diktatur ersetzt werden. Im gleichen Sinne sprach auch der noch heute im Amt befindliche deutsch- nationale I u st i z.m i n i st e r Gürtner. der erklärt«, mit dem Konflikt Lbssow— ReichsrezieruNg Müste von Bayern aus die deutsche Frage geläst werden, Und zwar nicht durch Perträge und kicht durch Perständigung. Der Losibw-Konflltt nahm dann bekanntlich Mit dem Hitlor-Pillsch«in räsches End«. Autzerordentlich interessant war in diesem Zusammenhang die Bertesung eines Berichts de« Admikals Scheck, der An. fang November im Auftrage des Reichskanzlers Stresemann zur Beilegung de» Konflikts Bayern— Reich noch Mümheit gesandt worden war. EtreseMonn hatte in ein« Unterredung am iL November dem Admiral Scheer folgendes Angebot an die bayerischen Machthaber mitgegeben: Bayern erhält staatsrechtlich er. wetterte SelbstSndigkeit mit eigener Msenbahn, eigener Post, eigener FlnunzverwaltuNg sowie Unterstellung des Relchswshv- töntlngeMs. Ein Erfolg war dem Mmlral Scheer aber nicht de» schieden. Seine Verhandlungen beschränkten sich auf Vermltilungs. versuche zwischen der Srupp« Ludendorsf-Hlller und Sahr-Ldssow. Seltzer. Diese Bermltttultgsv ersuche scheiterten ober an dem Gegensatz Ludendorf f�-Lossow. der sein« Reichs. wehr mil zur Verwendung gegen Norddeutschland hergeben wollte. Di« Gründe für diele Haltung Lossows erkennt man au« einer Aeuße- rung gegenüber seinem Staateches Berchem. Ähm gegenüber hatte Lvstow seiner ganzen DerSrgerung über die NSrddeutlchen vaterländischen Kreise Ausdruck gegeben, die stch nicht aus führende Persönlichkeiten für dos geplante Reichsdirektorium einigln konnten: Dabei tot L o s s o« den denkwürdig«« Ausspruch:»Wenn Ick Berlin taut« Eunuchen und Kastraten sind, dt« tu setz« sind, irgendeinen Entschlutz zu fassen, dann kann Deutschland von Bayern au» allein auch nicht gerettet werden." Die n ä ch jl e Sitzung de, Uniersuchungraueschuste, ist auf den 13. Dezember festgefttzl. Malheur. Oer verkaanke Mockkowltär. In A n h a l t hat der Rechtsblock Pech. Bei d« Feststellung de» ämtlichen Wahlergebnisses stellt« sich heraus, daß II. a ein gewist« Paul Eichhorn auf der bürgerlichen Elnheitellfi« stand und g«. wählt war. Der Mann, der so mit den bürgerlichen Stimmen zu Rang und Ehren kam, war—«in Kommunist,«in wahrhafter, äuspewochsener Kommunist! Man ist et sa sonst getvehiN. daß die Bürgersichen mit Hilfe der Kommunisten El folge erringen— siehe Hindenburg-Äahl«-, ober daß man für Gott. KSnig, Vaterland und KPD. elftirtlL da» ist etwas Neues, etwas Unerhörtes. Und da» kam so. Auf die List« d«»Ürgervlocks sollte ei» Stahlhelm, nann Andreas Eichhorn gesetzt werden. Sm Elf« de, Gefechts iwtte man den Kommunisten Pauk Clchhbrn auf dl» Liste gesetzt und sich ossenbar nicht einmal über di« Person de, Wahlkmidldoten vergewissert. Jetzt zerbrechen sich die Reaktionäre den Kops, wie der Schoden zu beHeden ist. Die Blamage freilich nimmt ihnen keiner oh. Beglettmusi? zum Marx-Nrtef. Mlde Kritik des Zentrums— beutfchnationale Freude. Do» Zentraloraa» d»r Zcnt5»m?pnrt«i. bis„Äermania". gibt deni Schreiben des Reichskanzlers Dr. Äarx einen Kommentar, der bei der Stellung dieses Vlattes sls halbamtlich angesehen werden kann. Sie betont, der Sache nach sei die Antwort des Reichs- kanzlcrz öffensichtlich von der Absicht Ausgegangen, das Reichs- kabinett von der Angelegenheit s r e t zu h a l t e n, da ja betont wird, dieses habe zu dem sludcntisrchcn Problem überhaupt nid� Stellung genommen. Sic Reichsregieritng hebe sich von dem Schritt des chsrrn o. KeudeL zu disssrenzirren gewünscht. Dvnn heißt es wörtlich weiter!» Wir lesen aus diesen Asußeirmtgen eine leichte i ß- biltigirng de» Verhaltens des Reutzsinnenministers heraus, wenn diese auch Nicht offen ausgesprochen wird. Damit ist aller- diNgs eine nur sehr mild« Form der Kritik gewchhlk worden einer Handlung gegenüber, die»ach unserer Auflassung nicht gerechtietiiat werden kenn- Di«„Germania� meint weiter, daß es sich um die Sache der Autorität des Staates gehandelt habe und deshalb hatte Keudell auch als Parteimann schweigen müssen, weNN et nicht als Minister sprechen wollte. Dem Zentrum ist also der Bries Marx Noch Kr milde— eine Anstcht, die jeder Republikaner teilen wird. Geradezu lächerlich mutet jedoch das Verhalten der Rechtspresse an, die von einer Abfuhr für den preußischen MInistcrpröstdeNteN Otio Braun redet. Di« Reichsregierung bot erklärt, daß sie di« Aeuheiungen Keiidells als private ansieht. Daraus kann wohl Mit Recht geschlossen �werden, daß si««ine scharfe Mißbilligung hätte aussprechen müssen« wenn sie Keudells Telegramm als eine Amtshandlung äuffasssn würde. Sie hat den MinisterKsudellhinterdenPtivat» mann Keudell versteckt, um nicht den Minister preisgeben zu Müssen. Cine solche Ehrenrettung ist doch»irklich fragwürdig genug, und man kann der deutschnätionalen Presse die Freude darüber wirklich gönnen. „Mangel an politischem Augenmaß/ Das ZentruiNsblatt.Fällt. Polkszeitung" schreibt über d«ft Marz-Brief u. a.: »Da man eine schlechte Sache Nicht gut begrün» den kann, ist der Passus de» Antwortschreibens» das das Bor« gehen des Ministors v. Keudell ju erklären suchte, a m schlechtesten ausgefallen. Gewiß Ist es rlchlig. daß auch dem Minister politische Meinungsfreiheit zusteht, wie den Abge- ordneten. Aber wmn der Abgeordnete v. Keudell, da er gleich- zeltig auch Reichsminister ist, sllr sich außer acht läßt, daß ibm die Doppeistellung die besondere Pslicht deb vorsichtigen Abwägung seiner Worte auserlegt, so offenbart diese bedauerliche Tatsache«inen Mangel an politischem Augenmaß und ffaals- männischem Weitblick... Das deutsche Volk kann«rwärten, daß ihm in Zukunft derartig« Schauspiele erspart bleiben/ cherr o. Keudell wird sicher an dem Echd, das ihm aus de? Presse seiner Koalitionsfreunde«ntgegeirklingt. keine ungeteilt« Freude haben. v. Susrard und die Seuffchnaiionalen. Sie schwenken dle Fahne Schwarzweißret,- Mit„ernsten stdorteft" Herr Suörarb droht. «Die stiften monarchische FahnennZget,- Sutrard erzürnt sich»— si« bleibe» kregel. Sie schreien:„Mit Sott für Kaiser und ZW SuSrard beschwört,— das ist ihnen gleich. Hier Spott und Verhöhnung, dort leer« Phrase,> Herr GuSrard,- betrachte« Sie Ihr« Ras«! Lösungsversuch für Litauen. VoldemaraS sträubt sich, das Kiasko des Faschismus sinzugestchen. v. Seb.Geus. t. pevttchfc lcktge»berlchk.) Nachdem dlö Minister der tdroßmächke am Sonntag und Mo«. tag ihre gruudiäßliche Einigkeit in de« litauische« Frage sellgestellt hatten, lud Lriand heut« nachmittag Stresemann. Ehamberlaln. Seialoja und Adatsch zum Tee ein. um das gemeinsam« vorgehen im Rate endgültig zu vereinbaren- E» ergab sich, daß die»großen Fünf' bis aus einige Gegensähe etumüttg darüber sind, daß dt« Sicherheit Dttauea, sichergestellt«verde» und zugleich der Kriegszustand Litauens g e ae« Voten auf» hören muß. Dazu wird notwendig sein, daß dt« litauische Regle» mag den in Wilna vollzogenen Tatbestand anerkennt, wobei ihr tmhslmgestelll wird, eine feierliche Rechlsverwahcung gegen die Art einzulegen, in der Voten im Oktober 1gZ0 durch den Streich de» Generals Zeligowskl Wilna besehte und später annektierte. Polen hat durch Zaleski wissen lassen, daß es bereit sei. diese Vorschläge anzunehmen, älsd auch di« Unversehrtheit Litauens in dessen seßig«, Grenzen zu garantieren. Die letzten Aeußerungen Woldemaras erwecken dagegen Nicht den Kindkuck, äl« sei er bereit, nochzugeben- Er hat noch der Äesprechung bei Briand Seialoja besucht. Wenn Szialojas Zustimmung zu den Vor- schlügen der übrigen Großmächte ehrlich war, dann muß er Woldt!» mara» aufgefordert haben, einzulenken. Aber vielleicht treibt dl« italienische Regierung auch in diesem Punkte ein Doppclspiel. Mussolini Hot gleich nach dem Faschistenputsch In Kowno sich demonstratio al» Protektor der litauischen Diktatoren ausgespielt. Diese Freundschaft ist im September d. I. oon Woldnno ras in Rom be- stätigt worden, wohin et von Genf auf besondere Einladung Mbss� linis gereist war. chat Nicht damals Müssslini seinen iZeistond den Litauern in ihren Ansprüchen auf da» Äebiet von Wilna vcr- sprachen? Es wird sich erst in der Debatte des Rates herausstellen, inwieweit Italien mit den übrigen Mächten wirklich konform geht. Laß sich Woldemaras heftig gegen die vorgeschlagene Lösung sträubt, Ist auch au» innerpolitifchen Gründen erklärlich. Seit sieben Jahren hat keine parlämenlarische Regierung Litauens. auch Nicht hie oün den Faschisten verjagttz Linktregierung, SN der auch Sozialisten beletligt wdren. de« Tätbeständ der Annektierung Wilnas durch Polsn anerkannt. Nun soll gerade die F a- schistenregierung In diesen säuren Äpfel beifteni De» Hot sie sich allerdings selbst.zuzuschreiben, denn sie hat durch ihren Ratio- nalismus die Beziehungen zu allen RachhgrstaäteN getrübt und durch ihre VkulSle Unterdrückung dtr anderen Parteien, die die groß« Voltsmehrheit vertreten, auch noch'ihre Sicherheit im eigenen Land« ausgehöhlt. Der Fall Woldemaro» ist ein Schulbeispict da- für, daß«s wirklich nichts Antinätisnaleres gibt äl» eine natlona- listi'sche Militärdiktatur! Der Wilnä-Konsiitt wird schon am Ailtwochnochmittag zur Debatte stehen. Di«.großen Füns� haben ihr« ursprüngliche Ab- ficht, den Dktierausschuß StreseMänn-Ehanchetlain-Briand etnzu- setze», wieder umgestoßen, offenbar Mit Rücksicht auf de« berechtigten Argwohn der mittler«, und kleinen Staaten gegen die vormundschost de« Großmächte. Es soll n«r rtn einziger Berichterstatter für diese Frage ernannt werden, und zwar wtzch dar Hotländische Außenminister Beelaerts«än Blokland dajU bestimmt werdSn, der ü» Rat gewöhnlich die Oftfcagett zu psärSeiten hat. Disst Konzesston an die kleinen Staaten tp niehr fdrmoler Älätur, denN die heutigen Äereinborungen zwischen den.großen Fünj� sind ge- wtssermaßen Richtltnien für DriaNd bei der Ausarbeitung seiner Porschläg«. Im übrigen sprachen die Großmächtvortreter über das drin- gend« Derlangen Chamberlaine, daß der Rat Nicht vier-, son- der» Nur dreimal im Jahre tagen soll. Die Arbeiten des Rates. V. Leb. Genf, 6. Dezember.(Eigenbericht.) Der Rät erledigte heute eine ganze Reihe Gegenstände von ge» ringercm Jnteresie. lieber eine Konvention zum Kampf gegen die Fälsch Münzerei berichtete Außenminister B o t a n n ä- Finn» land, unser Parteigenosse. Aus französischen Antrag Ist vor etwa zwei Jahren nach der Aufdeckung der ungarischen Ftäbken- fälschungen ein Dölkekbundskomile« eingesetzt worden- Dieses hat nun«inen Konoentiänsentwurs vorgelegt, der international« Vereinheitlichung der Strafen gegen di« Falschmünzerei(Banknoten- fälschung) und internationale polizeiliche Zusammenarbeit gegen die Falschmünzer vorschlägt. Diese Anregungen wurden grundsätzlich für wünschenswert erklärt, doch sei der Zeitpunkt für die Einsetzung einer«nternätionalen Zentralstelle Noch nicht getoMM«»- Dagegen sollen die Leiter der Polizei und der Banknoteninstitute äb und zu Konferenzen abhalten. Der Berichterstatter P o s p t s ch, l- Tschechoslowakei gab einige Erläuterungen über die Arbeite» deS Komitees und erwähnte, daß auf Grund der eingefordert«» statistische» Angaben von 31 staatliche» BankNäleninstituten festgestellt morden sei, daß in den letzten drri Jahre» für minde- stens 40 Millionen Mäitk Wört fälsche Banknote» hergestellt worden seien. Im vergangenen Sommer tagte ein Komitee zur Prüfung der Anwendungsmöglichteiten des Artikels 11 des Wlkerbundsstatutes. der»in Eingreifen int Fälle eines drohenden StaatentdNfliktes vorsteht. Dieses Komitee. In dem G-Nöstt de Brouckcr« ein» führende Rolle spielte, hatte«in« ganze Reihe von konkreten Vorschlägen ausgearbeitet, die die Verpflichtung des Rates zum Einschrelten genauer formulierten, auch enthielt der Bericht interessante Anregungen für di« konkreten Formen des Eln- greifens. z. B. Flotten, und Luftslottendemonstrationen gegen drohende Friedensstörung usw. // Thesier am Kurfürstendamm. // „Eheri." Die Franzosen(Toletle und Leopold Marchand guölen sich t» ihrer Komödie ,.El)6n" mit der Tragik der alternde» Frau ab. Leck. 3.1 bi» 55 Jahre alt und immer Noch recht knusperig, wird nach aNsänglichem Sieg Über die junge Rivalin schließlich doch P«M zgjälsrigen Chek! abgehälstert ÄSS Publikum gewinnt denk iiM» stündlich abgewandelten Problem keinen sonderlichen Geschmack ab, freut sich aber an der unbekümmerte« Bühnrnstcherheit de? Ida Wüst. Dgr. Dieser«Mvtztl« Vrtkrvg zur»tzsung bta«chrrhMsprvblem» und damit zur Abrüstungssrage ist in hier heutige« Ratssitzung sabotiert worden. E o m n e n e-Rumänien legte eine» Bericht vor, der bctvvt, daß di« Freiheit des DölkerSundsraies. Über sei« Vorgehen stets nach eigenem Ermessen zu bestimineli. Nicht ongetSstM werden bürsei Man müsse sich älls die Erfahrung und dl« Weisheit des Dölkerbuckdsrätes Verlässen, daß er stets die geeigneten Mittel bei eiNer Intervention wählen werde. Der Bericht de BrouckäreS wird als eiii„wertvoller Wegweiser' bezeichnet, was ein Begräbnis erster Klasse darstellt. So hak wieder einmot die zjinstige Diplomatie die KeiM« zu einem Friedensfortschritk erstickt! Uebcr dl« JnierNatiöiiäls Konserenz zur Aufhebung der Ein- und Äussuhrbeschrsniungs» berichtete Cöltjn- cholland� worauf die LorschlSge Dr- Stresemann»(Bericht- erstätter) ahne Debatte angenämme» wurden. Eotrjn bezeichnete als Hauptzweck dieser in der zweite« Oktoberhälfte abgehaltenen Konferenz die Wiederherstellung eines d-N Bork rtegsSerhiUtnisseN entsprechend wirlschaftllch Normalen Zustand«», blur Perbote, die ckiem Schütz höherer Intern csieN, wie der öffentlichen Ordnung, der Gesundheit bau Tieren und Pflanzen usw. dienen, sollten zugekasien bleiben. Wege« der mannigfaltigen und großen Hindernisse war es jedoch nicht Möglich, sofort alle Verbäte aufzuheben! malt mußte vielmehr ge- wisse Borbeyatte aufnehmen, die zahlenmäßig gering, aber sachlich sehr bedeutend sind, so die Farbstöffe in bezug auf England und Köhlen IN bezug auf DeUlschlaNV UNd die Tschechoslowakei, Schrätt und Metallabfälle für etwa ein Dutzend Länder. Diese Maßnohmen sind jedoch befristet und sollen fallen, sobald ihre Ursachen beseitigt sind. Ilm diesen Pärdehalt zeltlich zu be- schränken, wurde«ine Sündigungstlaustt vereinbart, die deft PektragSpatteien volle Freiheit zum Erlaß bön Ein« und Ausfuhrverboten wiedergibt, falls die vereinbarten Ausnahmefälle INfl-r- halb vö» drei Jahren, d. h. bis zum« November 1930, nicht auf- gehaben werden. Diese Ausnahmesäll« wurde» sehr genau um- schrieben. So bleibt die Anwendung det Begründung ,,N ä t l o N a l« Verteidigung'' auf den Hand«! mit Waffen, Munitiän und Kriegsmaterial beschränkt, wenn auch zugleich den Staaten dle not-, wendige» Freiheiten für den Zeitpunkt gelassen werden. Washmgioner Außenpolitik. prösidentenbotsichost an den Kongreß. Washington, tz. Dezember. Im Kongreß wurde heute di« Jahresbotschaft des Präsidenten der Vereinigte» Staaten verlesen. Er befürwortet darin für die Marine, die ein«» Außenhandel UNd Seiderkehrsstroßen oon einem durch kein anderes Land übertrofseNen UMfairg sowie die übersrasichen Territorien und im internattonnien Interesse den Ponawakansl verteidigen müsse, ein mäßige» BoüprdgtamM für Unters« eboote, Kreuzer Und FlugztugMUtter- schiff«: das Scheitern der Genfer Konferenz habe die Entschließungen Amerikas hlnstchtllch der zur öandesverteidizunq erforderlichen Seerüstung ebensbwanig beeinflußt wie Bauprvgramme anderer Länder oder propagandistische?lcutzerungiN, UNd erklärt, niemand nt« Amerlkasetbst höbe zu besklminen. was ie zur Verteidigung benöllzs. Im übrigen besteht Soolidge auf äußerster Elnschränkunz aller Ansgapen: da» Sweritanssckie Polk Müsse Opfer bringen und sich viele nicht unbedingt erforderliche DiZ» öftben versagtiN, UM di« uAgiihäuren Sriegäsch.uld/N Schutzzölle sgl voltteram-n undiskutäbel, zuwql 3H PrS.z der Elnfuht zollfreie und 23 Praz. Lu�uswarett seien. DaS Ärguwem, daß der amerikantsche Tarif den Aupkuhchandel anderer Länder so gut wie unterbinde, sei Nicht stichhältig. Als SUßenpölitsscheS Ziel der Vereinigten Staaten bezeichnet Toolida« die Fördetung des Friedensgeduntens. Die( Anwesenheit amerikanischer Kriegsschiffe in Ehina allein habe genügt, um die dortigen SMeÄia- Nischen Interessen zu schützen, ein Kamps mit China wurde per- Miede», die BswohNek Riearoguas durch Vermittlung der Bcr- einigten Staaten von den entsetzlichen Folgen langjähriger ver- wüstender Revolutionen dewahrt. Toölidgr spricht dle Hoffnung aus, daß gegenüber Mexiko«in energisch?» V«stehen auf den Rechten Amerika», verbunden mit sorgfältiger Achtung der Mexikanischen Souveränität, sowie Geduld und Nachsicht gegenüber den lnnerpolitischen Schwierig- kelten Mexikos dazu führen, alle DifscreNzen zwischen beiden Lfin- dem ohne Störung der sreuNdschastlichen Beziehungen beizulegen. Obwohl, wie die übrige Welt jetzt anerkenne, Amerika am meilien an den internationalen Fragen desinteressiert sei? werd« es Perschlage zur weitere» Sicherung des Weltfriedens sorgfältig prüfen. Das amerikanisch« Volk lege auf Verträge als solch« keinen ent> scheidenden wer» und betrachte EhrNchkelt, Folrplo» und m«. sinnung«tner Ration al, besser« Garantie» gegen elnen Krieg als große Rüstungen. Trotzdem werd« Amerika an internationalen Wmachunpen zur Sicherung des Friedens 1 e il n e h M« N, soweit seine Verfassung es gestatte. Schließlich empfiehlt Coälldge die Verabschiedung der Bor- fege üper StegreigabedesimKriegbeschlägnahmten Eigentums. Geheimnisvoller Mord in Moskau. Ein oppositionelles Ehepaar ermordet. Große Aufregung hat jüngst in Mockau die Ermordung de» Ehepaar, So tu j che k Im Zentrum det Stadt verursacht. Aolu» schek Ist«tu alter Kommunist und gehört der Partei bereit, fett ISöö an. Wie die Berliner russische ZeiluUg„Kai* wissen will. war er an der Ermörduag der Zarensamill« in ZekoteriNoSlow be- teiligt und stand seither dem ebeu erst abgesetzten oppositionellen Znnenkommlssar Beloborodow nahe, der die Ermordung der Zarenfamilie geleitet halte. Frau Soluschek war Sekreläri» de» Organisationsbureuu» de, Zentralkomitees der Kommunistischen Partei. Am Abend de, Z. Oktober besucht« da, Ehepaar ei» Mann, der über Rocht dortblieb. Am nächsten Morgen fand man da, Ehepaar tot: Papier» waren mit dem Mörder an» der Mahnung verschwunden. Osslziell wird gemeldet, daß Soluschek da, Opfer politischen Bänditenlum, geworden ist. Eine Spur de» Mörders ist noch nicht gefunden. Ramsin) Maedonatd und tttqnr, sind einstimmig zu gratttons- fützrern dar Arbeiterpartei«t Unterhaus«iedergesätzlt ward»». Oer Kampf in der Schwerindustrie. Oie Stellung der Christen. Bei den engen Beziehungen zwischen den christlichen Gewerk- schoste» und dem Reichsarbeitsminister ist es begreiflich, wenn vh ein großer Teil der Preste besonders stark für die Stellung- nähme der christlichen Gewerkschaften, vor allein des christlichen Metallarbeiteroerbandes, zum Konflikt in der Großeisenindustrie interessiert. Es liegt ja auf der Hand, daß die christlichen Gewerkschaften zunächst einmal auf das ihnen nahestehende Zentrum und ebenso auf den R e i ch s a r b e i t s- minister bis zu einem gewissen Grade Rücksicht nehmen und an verschiedenen Stellen versuchen, dem Reichsarbeitsminister Brücken sstr den Ausweg aus dem Konflikt zu bauen. So wunde auf der �ochumer Versammlung des christlichen Mctallarbeitervcrbandes mit besonderem Nachdruck als Ziel des Verbandes bezeichnet, die Durchführung der Verordnung des Reichsarbeitsministers vom 16. Juli nicht zu erschweren. Die angedrohte Betriebsstillegung, so hieß es. sei wohl in erster Linie gegen den Reichsarbeilsminister ge- richtet, trotzbem erwarte man, daß bei den Verhandlungen am Mitt- woch eine Verständigung auf der Basis der Vorschläge des christlichen Metallarbeiterverbandes, die für die Industrie tragbar seien, erzielt werhe. Während der bisherigen Verhandlungen in den Tarifkonflikten der Melallindustrie lehnten es die christlichen Gewerkschaften ab, eine g e in e insaine Front mit den freigewerkschaft- lichen Metallarbeitern zu bilden. Zu dieser b e a ch t- l i ch e n Tatsache teilt der Deutsche Metallarbeiter- verband mit, daß in den Verhandlungen des christlichen Verbandes einzelne Referenten versucht haben, die Verantwortung für die äugen- blicfliche Situation in der deutschen Metallindustrie nicht nuraus die Unternehmer, sondern auch aus den Deutschen Metall- arbeiterverband zu schieben. Es ist bedauerlich, daß dem geschlossenen Vorgehen der Unternehmer ein« nicht ebenso geschlossene Bewegung der Gewerkschaften gegenübersteht. Daran trifft aber den Deutschen Metollarbeiterverband keine Schuld. Die von ihm erhobenen For- derungen sind von allen Gewerkschaftsrichtungen vertreten worden. Daß dies im jetzigen Augenblick doppelt notwendidg ist und durch eine geschlossene Haltung der organisierten Arbeiterschaft dokumentiert werden muß, liegt aus der Hand. Um so crstauulicher ist es, wenn die Vertreter der sreiorganisierten Metallabeiterschast mit den ehemals gemeinsamen Forderungen von den Christen ollein- gelassen werden. Eine Erklärung für diese Tatsache liegt in der Vermutung, daß hier gewisse Bindungen vorliegen, an denen maßgebende Instanzen des Zentrums nicht ganz unbeteiligt zu sein scheinen. Die Vertreter des Hirsch- Dunckerschen Gewerkocreins werden sich, wie wir zuver- lässig erfahren, in den kommenden Verhandlungen an die Seite des Deutschen Metallarbeiterverbandes stellen. Der Verzicht der Christen auf eine gemeinsame Front bei der Abwehr der schwcrindustriellen Attacke hatte zur Folge, daß die Siillegungsandroyung erfolgt ist, bevor noch die eigentlichen Der- Handlungen begonnen haben und bevor die Auswirkungen der Vorschläge der Christen geprüft worden sind. Es hat wenig Zweck, gegenüber dem Wolf unter ollen Umständen das Lanim spielen zu wollen. Stillegung auch im Siegerland. wissen(Sieg), S. Dezember. Nunmehr hat auch der verband der Siegerländer Gruben und Hüllen die S l i ll e g a n g der dem verbände angeschlossenen werke � zum I. Januar 1628 beschlossen. Die von der Stillegung betroffenen etwa 3200 Arbeiter sollen ihre Kündigung am IS. Dezember erhalten. Mehr Vauarbeiierschuh! Sie neae Gerüstordnung für Berlin. Don der Berliner Städtischen Baupolizei ist noch langen Vorbereitungen jetzt der Entwurf einer Poltzeiverord- n u n g betreffend Herstellung von Baugerüsten(Gerüstordmmg) fertiggestellt worden. Dieser Entwurf liegt gegenwärtig dem Polizeiprästtxnten z u r P r ü s u n g vor Bei einem Vergleich des Entwurfs mit der bestehenden Gerüstordnung schneidet der«rstere nicht günstig ab. Es wird nicht behauptet werden können, daß die Innehaltung der Bestimmungen der künftigen Gerüstordnung durch das erschwerte Aussinden der einzelnen Vorschriften gesördert wird. Der Entwurf wird auch mit den einschlägigen Unfallverhütungsvor- s ch ri f t e n noch in Uebereinstimmung gebracht werden müsten. Vielleicht genügt es, dort, wo die neue Gerüstordnung keine weiter- gehenden Maßnahmen fordert, auf die in Frage kommenden Un- sallvcrhüwngaDdrschristen Bezug zu nehmen, um ein Nebeneinander ähnlich lautender Bestimmungen zu vermeiden. An einer Stelle steht der Entwurf in einem direkten Gegen- sah zu der Verordnung des Polizeipräsidenten vom 12. September 1623. In dieser Verordnung werden zur Aus- führung von Bauten in über 7 Meter Höhe an den Außenseiten des Baues Standgerüste gesördert. Im Entwurf werden sür die gleichen Arbeiten nur Auslegegerüste verlangt. Ioder Fachkundige weiß, daß Auslegegerüste kein vollwertiger Er- satz sür Standgenistc sind. Wenn trotzdem der Entwurf nur Aus- legegerüste zulassen will, dann erklärt sich das wohl daraus, daß die Berliner Bauunternehmer seit dem Jahre 1b23 den Ersatz des Standgerüstes durch Auslegegerüste fordern und bisher bei der Berliner Baupolizei für diese Forderung ein sehr geneigtes Ohr gefunden haben. Die b a u g e w erb l i ch en Verbände hoben sich wiederholt gegen diese Art Rüstung, die keinen hinreichenden Schutz gewährt, ausgesprochen. Im Anhang des Entwurfs wird ein ganz abwegiger und schwere Folgen nach sich ziehender Standpunkt vertreten. Bei der Ausführung von Docharbeiten— an sich schon gefährliche Arbeiten— tollen sich die Arbeiter durch Anseilen gegen Absturz sichern,„falls sie nicht schriftlich und ganz frei- willig erklären, die gefährlichen Arbeiten ohne Schutzmaßnahmen auszusühren'. Man stelle sich vor, welche Auswirtungen sowohl für die oben arbeitenden als auch für die unten an der Arbeitsstelle vorbei- gehenden Personen eine solche„S ch u tz v o r s ch r i s t" haben kann. Zweck der Gerustordmiiig muß in erster Linie der Schutz der Bauarbeiter und auch des Straßenverkehrs sein; keineswegs gehören dort Bestimmungen hinein, mit denen sich die Unternehmer ihrer Verpflichtung der Herstellung von wirk- samen Schutzvorkehrungen entziehen können. Die Spttzenoerbänd« der Gewerkschaften haben den khnen zur Aeußerung zugeleiteten Entwurf mit ihren baugewerb- lichen Organisationen eingehend durchgeprüft und dem Polizei- Präsidenten ihre Stellungnahme kürzlich zugeleiwt. 1 Soll die neue Gerüstordnung ihren Zweck voll erfüllen, dann muß der Entwurf in erheblichem Maße umgestaltet und ver- bessert werden. Die Saareisenbahner stehen fest. Vergebliche Aufforderung zum Streikbrucb. Saarbrücken. 6. Dezember.(Tigenberichi.) ver Güterverkehr im gesamten Saargebiet ist völlig l a h m g e t e g t. Es Ist eine Seneralsperrung vorgenommen worden. die nur in den dringendsten Fällen durchbrochen wird. Die Folgen sür das gesamte Wirtschaftsleben sind nicht abzusehen, zumal die Haltung der Regierung nicht dazu angetan ist, den Streik der Eisenbahner des Saargebiets abzukürzen. Die Eisenbahnverwaltung hat an sämtliche Veamtenanwärter eine Aufforderung zur Arbeitsaufnahme gesandt. d. h. diese zum Slreikbruch ansgesordert. Bisher hat sich niemand diesem Druck gebeugt. Die Eisenbahner sind entschlosien. Im Streik so lange auszuharren, bis die Regierung bereit ist. ihrer berechtigten Forderung auf Wiederherstellung der reduzierten Löhne nachzukommen. Trotz der wirlschasklichea Auswirkungen de» Eisenbahnerstreik- steht die große Waffe der Bevölkerung mit ihren Sympathien am der Seite der Eisenbahner. Das starrköpfige verhalten der Regierung wird allgemein verurteilt. Die Zahl der Streikenden beträgt 8500. Rctallarbcitervrrbovi». Morgen, Donnerstag. IZ Uhr,?«rsammtung k�rr Eiseng'.cßcrciardoitcr und Brarchcnvcr'ammtung der Kiltsarbeitcr. DI«(Eil?"» gicftcr tagen im SiKungssaal. die Silfsarbritcr im Patierrelaol des Berdonds- dauses, ginienstr. fe— 8*. In beiden DcrfammUiitgcn: Slelluiignaliinr zum Ablauf des Tarifvertrages. Verbandsbuch legitimiert. Di« örttverwaUung. Zugendgruppc de» ZMl. Heute, Mittwoch, IS'-i Ubr, folgende Lerair» staltunacnt Llie«: Iugendbeim der Schule Litauer Str. IS. Heimbefprechuna. Neuwahlen.— Nenlöl»! Achtung, neues Jugendheim! Köhnt.sch« G trage 1—4. Wir beluchen die Ltrianimluna des Wcrbebeglrks.— Nordwest- ? ealgyuinastum Schleswiger Ufer It. Heimbefprechunz.— Kedding-Seluitd drunnea- Jugendheim öchonstedtstr. l, Z Tr.. Gruvoenbefprechung und Neuwahl.— SP«»da»: Jugendheim Lindenuser I. Arbeitgemeinschaft: „Jugendbewegung— Arbeiterbewegung." Leitung: flutl Michaelis. Zrrie Gewerfl-lafi-jug-nd Geoh.-Berlin. Heute, Mittwoch. 19V4 Uhr. tag?" bis Kruppen: Neukcll»! Jugendbeim Bergfrr. Ä(Hoff. HcimbefprecSung:„Ziel- mann unterm Rrennglas.— SLbwesten: Jugendheim Porckftr. II(ffabrit. gebSude). Vortrag:„Gewerlschoilliches Bildungswcfen."— Baumfchulenweg: Jugendheim Zaumichulcnwea.-Ernftstr. IS. Heimbclprcchung. Aussprache Uber untere WeiKnachisteier.— Nordrirg: Jugendheim Eberswalder Str. 10. z. 12. Heimbefprechung. Zutritt nur mit Heimauswels und Derbandsbuch.- Je»- truw! Juciendbeim Zehdeniltcr Str. 24—25. Heimbefprechung.— Weihenle«: (Srup penheim Weistenlec, Parlflr. 86. Heimbefprechung. Verbandsbilchcr und Heimausweis mitbringen— Ostinis-Sutfus; DiestclNleyerstr. 5.„Wirtfetafts. werden— Wirtfchafiswefen.-, Achtung, Voruuzeige! Am Sonnabend finde! im Rahmen der Welhnachismeff»«in Ä unter Abend im Sewerffchoft«- haus.(Engelufer?t— L>, Saal t. statt.(Eintritt frei. Sprech- und Bewegung»- chvr der FSJ.. Orchester der stunstgemeinde Wedding.- Brachtet die neue Zelcphonuummrr de» Jugcndzeutrale, Z. 7, Iauuowitz«281. Beraniwortlich für Doliür: De Surt Seyeri Wirlichaii:<5.»i-ugeihiscr: Gewcrischastsbcwrgung: je. Estloru: Feuilleton! SL K Döschrr- Lolales und Sonstiges: Frist llorstSdt! Anzeigen: Th. Glocke: fämilich in Berlin Verlag: Borwäris-Berlag S m b H.. Berlin Druck: Borwarts-Buchdructerrt und Verlagsanstal- Baut Singer u to Berlin SW 68 Lindenstrast« S. Hierzu Z Beilage» und.aluterbaltuno und Wiste»-. 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Zurzeit hat auch in Werder die Diphtherie ihren Einzug ge- halten, so daß zwei Klassen der Solfsfchulc aus Veranlassung des Kreisarztes Dr. Manthey-Belzig geschlossen werden mußten- Bis jetzt sind 12 Erkrankungen an Diphtherie vorgekommen, wovon drei tödlich verlaufen sind. Leider scheinen tragische Umstände zum Tode der zwei Söhn« des Steuersekretärs Fritz Paul. unter den Linden 20, in Werder geführt zu haben. Die Kinder, zwei und acht Jahre alt, wurden von den Ellern nur durch Gebete und wie man annimmt, durch einen sogenannten Seelen beler aus Potsdam behandelt. Ein Arzt, und zwar Dr. Bamberg, wurde erst hinzugezogen, um bei dem Sohn Karlheio; den Totenschein an»- zusüllen. Auf die Zlufsorderung des Arztes, ihm den zweiten Sohn zu zeigen, ob dieser etwa angesteckt ist, meinten die Eltern:„Unser Junge schläft, der ist gesund." Gewissenhaft bestand der Arzt auf Untersuchung des zweiten Kindes und was bot sich ihm dar: der achtjährige Knabe Fritz lag im Kamps mit dem Erstickungstod. Der Arzt gab noch eine Serumsprihe, um dann dem Kinde die Augen zuzudrücken. Aus Anordnung des Kreisarztes ist jetzt eine Polizei- liche Untersuchung in diesem Falle, der in Werder ungeheures Auf- sehen erregt hat. eingeleitet worden. Die Aerzte befürchten, daß ein Bruder einer Gesundbeter fette aus Potsdam die -chond im Spiel hat. Der Bater des Steuersekretärs Paul war seinerzeit in Werder und Umgegend dafür bekannt, daß er Menschen und Tiere durch Besprechen und Gebete zu heilen versuchte. In, übrigen sind die polizeilichen Ermittlungen im Falle des Weißenbergbruders Helmuth Holz aus Potsdam ab- geschlossen und der Potsdamer Staatsanwaltschaft zugeleitet worden. Es ist möglich, daß hier Anklage wegen Gaukelei bzw. groben Un- iugs erhoben wird. Leider stehen die Aerzte dem gewisienlosen Treiben bestimmter Sekten machtlos gegenüber, solange nicht die Polizei die Gesundbeterversammlungen auslöst. Wie wir weiter erfahren, wurde gestern abend wiederum im „Alten Fritz" zu Potsdam eine Versammlung der Weißen- bergbrüder abgehalten. Man ließ mir Mitglieder mit Karten zu. Den Pressevertretern wurde der Eintritt in den mit schwarz weißroten Emblemen geschmückten Saal nicht gestattet. In der Versammlung wurde bekanntgegeben, daß von heute a» die Kran kenbehandlung durch die Weißen- bergbrüder nur auf schriftlichen Antrag geschieht« damit man den zuständigen Medizinalbehörden sagen kann, daß dir. Brüder zur H e i l u v gv gerufen worden seien. Die Der- ■ Hwimlung, bei der wieder mehrere Frauen in. r« l i giös e-Der- - z ü tfu n g e n gerieten und an-der auch Kinder von tv-imd 12 Jahren teilnahmen, verlies im großen und ganzen ungestört. An den Vorstand traten nach Schluß der Bersammlung tatsächlich etliche bedauernswerte Opfer dieser Sekte heran, um die schriftliche Auf- fordcrung abzugeben, daß sie durch die Brüder behandelt werden /.wollten. « Es ist an der Zeit, nach den skandalösen Borfällen der letzten Monate die Wirksamkeit dieser religiös drapierten Sekten einmal niit aller Deutlichkeit aufzuzeigen. Der Hauptschädling ist die Vcr- ciniguNg mit dem bombastischen Namen:„Evangelisch-Jo- honnischc Kirche nach der Offenbarung St I o- b a n n I s", die von dem sattsam bekannten Joseph Weißenberg gegründet wurde. Mit sogenannter seelsorgerischer Tätigkeit ver- bindet diese Sekte Gesundbeten und Gei st erbeschwören Dement. 5Noiirall von Ff oder Gladtow. Doch Dascha war schon eine andere als damals. Sie wußte, was sie aufs Spiel setzte, und war zu jeder Stunde bereit. Sie dachte lang nach, wie sich zu halten, um nicht schwach zu werden. Sie würde über alles hinweggehen, alles enragen können— Qualen und vielleicht auch den Tod. Nur ein Gedanke quälte sie unerträglich in ihrem Herzen: über Njurka könnte sie nicht hinweg. Sie sah sich in der schimmligen, zementenen Dunkelheit um, und sah einen Schnurrbart und Augenbrauen, wie Fetzen aus Werg. Die Augen erkannten sie nicht und glitten aus andere über. Sie begriff— man darf nicht erkennen. Und sie sah noch etwas: da liegt Fimka, zusammengekauert und zittert vom Weinen, und neben ihr sitzt ihr Brüderchen Petro, und seine Wangen sind mit Flaum bedeckt, wie be- staubt sehen sie aus. Er streichelt Fimka das Haar, den Rücken, flüstert ihr etwas zärtlich zu, und fein Gesicht ist wie trunken. Hier erfuhr sie zum ersten Male das Grauen mensch- licher Qualen. Zuerst schleppte man den Schnurrbärtigen hinaus und dann— sie. Man führte sie hin. Der Schnurrbärtige war nicht mehr da. Derselbe junge Hauotmann, mit den Pickeln im Gesicht, sah sie an— erkannte sie sofort. „Aha, hast uns wieder mit deinem Besuch beehrt?... Nun. diesmal wirst du von hier nicht wegkommen. Nun, wie hast du die Grünen gefüttert? Warum hast du gelogen. warum sagtest du, daß du nicht weißt, wo dein Mann sei?" Wie ein dummes, kleines Mädchen glotzte Dascha den Hauptmann an. wie ein dummes, kleines Mädchen antwortete sie:..Ihr habt mir nicht gesagt, wo mein Mann ist, wohin Ihr ihn verschleppt habt... und jetzt wollt Ihr mir gar die Grünen aushalsen...' „Wir werden mal sehen, wie deine Wahrheit aus- schaut... führt sie in die Küche und füttert sie dort ordentlich. Man schleppte sie in einen anderen kleinen Keller, eine breiiae Masse bedeckte den Boden, und Leichengeruch erfüllte den Raum. Am Boden lag ein Nlensch, mit blutigem Schmutz besudelt, kraftlos pendelte fem Kopf in der Jauche hin und her, während sein Blut in Strömen aus ihm herausfloh. durch.Lungenreden", zwei üble Erscheinungen, die oft die allerschlimmsten Folgen, sei es mm für die Gesundheit, sei es für Gemüt und Berftand, haben. Leider scheint es bei der Derrannthest der Betroffenen oft hoffnungslos, diesem Wahnwitz mit Vernunftgründen begegnen zu wollen: Logik und Wunderglaube stehen ein- ander nun einmal feindselig gegenüber. Aber vielleicht sind nackte Tatsachen geeignet, die Betörten zu belehren. Der evangelische Pfarrer Eberhard, der die Sekt« der Weißenberger bekämpft, berichtete seinerzeit über einen besonder» trogischen Fall, der ähnlich verlief wie die Angelegenheit, über die wir in unserer heutigen Spitzenmeldung berichten. Ein Kind wurde krank, der Vater ober wollte keinen Arzt holen, denn er sagte: „M ein Kind stirbt nicht, Bruder Weißenberg hats gesagt!" Da keine sachgemäße Hilft geleistet wurde, starb das Kind, aber auch jetzt noch war der Dater so verwirrt, zu er- klären, Bruder Weißenberg habe ja den Tod des Kindes voraus- gewußt. Aber jetzt sei das Kind gar nicht sein Kind mehr, beim Bruder Weißenberg habe die Seele in das Fräulein v. T. hinein- gezaubert Dieses Fräulein v. T. Halle nämlich Weißenberg ein Grundstück zu Siedlungszwecken billig veräußert und später Ge- wissensbiss« verspürt Durch die Hineinzauberung der reinen Kinder- seele in den Leib de» Fräulein v. T. sei ihr Gewissen wieder be- r u h i g t worden. Erhellt nicht solch schier unglaublicher Fall die gan.ze Berderblichkeit dieser Sekte, die überspannten Menschen den Kopf vollkonunen verrückt macht und zudem zarte Menschenleben vernichtet, die bei richllger ärztlicher Pflege hätten gerettet werden können? Der Leichenskandal in Potsdam, der gleichfalls auf die Weißenberger znrückzusühren war, ist noch in allgemeiner Er- innerung. Nach zehnwöchigem schweren Krankenlager war ein Lebensmlltelhändler an Magenkrebs gestorben. Die Witwe weigerte sich, die Leiche aus der Behausung fortschaffen zu lassen, weil«in Bruder der Weißenbergsekte den toten Körper durch Auf- legung von heißen Packungen dauernd erwärmt« und behauptete, auf diese Weift den Verstorben eu zu neuem Leben erwecken zu können. Dauernd saß der Bruder am Totenbett und bestrich den Toten von oben bis unten. Als dann auf dos empörte Eingreifen der Nachbarn hin die Polizei sich mit der Angelegenheit befaßte. war der Körper schon in Zersetzung übergegangen. Nebenan aber waren nach wie vor Lebensmittel oerkaust worden! Wir verlangten damals, daß die Behörden aus sanitären Gründen gegen ein derartiges Verbrechen an der Bevölkerung auf Grund der bestehenden polizeilichen Borschriften energisch ein- schreiten sollten. Wir haben leider nicht gehört, daß dies seitens des Potsdamer Polizeipräsidiums geschehen ist.— Wie well der Wahnwitz der Weißenberger gebt, zeiat sich auch aus der Tatsache, daß Silvester 1825 der vom heiligen Geist besessene Ober- prophct den Weltuntergang prophezeite, vor dem freilich die Brüder und Schwestern durch vom Himmel herantrabende geflügelte Pferd« gerettet würden. Tatsächlich hatten sich die Anhänger Gegen Keudellgesetz und Verkirchlichung der Schule richtet sich eine öffentliche Kundgebung, die am MIKwotf», 7. Dezember, IS',/ Uhr, In Tempelhof, Aula des Realgymnasiums, Kaiserin-Augusta-Sftaße, stattfindet Landtagsobg. Hildegard Ivegscheider spricht über.Soll die Volks- schule gam der Kirche ausgelielert werden?", Rektor Linke spricht über die Errichtung einer weliliche» Schule im Bezirk Tempelhof. Genossen, werbt für Massenbesuch! Kreisoorstand d.Sozialdem. Partei. Freie Schulgesellschaft Tempelhof. Und neben ihm brüllten und kreischten zwei unaeschlachte Kosaken und schlugen mit ihren Peitschen auf ihn los. Jemand, sie erinnerte sich nicht, wer, verbrannte ihren Rücken mit einem Nqgaikaschlag, der wie Feuer schmerzte. „Eins— zwei... so. da hast du, Hündin!... Siehst du, wie der da, wirst du auch kriegen. Zeig mal diesem Aas den schönen Mann dort... Erkennst du dieses Vieh?.. Und sie fühlte nichts mehr als ihr gequältes Herz. Sie raffte alle Kräfte ihrer Seele zusammen, um nicht hinzufallen. „Warum quält Ihr?... Wofür?... Ja, woher soll ich denn diesen Mann kennen?" „Gib dem Onkel dort noch einen Braten.. Und wieder schlug man Jefim mit einer Nagaika, und er drehte seinen Kopf hin und her und schwieg. Und Dascha fühlte, daß ein großes Opfer und ein Grauen in diesem Schweigen des Schnurrbärtigen war. Und fühlte— man muß nur eines: schweigen bis zum Krachen der Sehnen in den Rippen, schweigen— und das Herz zusammenpressen. „Nun sag. du Teufelspuppe, was für Kunststücke hast du mit diesem Schurken da gemeinsam verübt? Sag es— und wir werden ihn nicht mehr anrühren, und du kannst dann nach Hause gehen." .Lch weiß vor gar keinen Kunststücken... Ich bin mit meiner kleinen Tochter ohne Mann hier geblieben... Wozu quält Ihr also?.. Und wieder verbrannte sie ein unerträgliches Feuer durch und durch. Sie konnte sich nicht mehr zurückhalten, das Herz riß ihr fast, und sie schrie mit durchdringender Stimme: „Was habe ich euch denn getan? Warum schlagt Ihr mich?" „Sprich... sag nur ein Wort— und du wirst frei sein." Und kaum hatte Dascha diese Worte gehört, als sie sofort begriff: diese Menschen wußten nichts von ihrer Arbeit, man hatte sie nur herqeiwmmen, weil man sie sich von früher her gemerkt hatte. Man hatte keine von den anderen Weibern festgenommen, nur sie. Und Fimka? Fimka ist was an- deres Man hatte sie ihres Bruders wegen hergeschleppt. Wahrscheinlich hatte man sie unerwartet in ihrer Hütte zu- sammen gefaßt Dascha begriff das, und das Blut floß wieder ruhiger in ihren Adern. „Quält mich nicht wefter...-Ich arbeite und störe keinen Menschen." „Gib dem Onkel da noch einen Braten... so... so... hau ihn! So, fester noch, daß er grunzen soll und daß ihm I die rote Suppe raus kommt." des Propheten ln Reitstiefeln versammelt, um der Katastrophe zu entgehen und Ins Himmelreich einzugalop- Pieren. Allwöchenttich finden in Potsdam und Umgegend söge- nannte Gottesdienste der Sekte statt. Allgemein sind die Gläubigen der Ueberzcugung, daß der Tee und die Kräuter, die Weißenberg und seine Schüler vertreiben, von Gott gesegnet sind und zur Erhaltung der Gesundheit beitragen. Natürlich handelt es sich dabei um glatten Unfug. Es ist eigentümlich, daß gerade Potsdam, die reaktionäre Zentrale Preußens, von dieser Seuche des Unverstandes und des Aberglaubens so besonders heimgesucht ist. Erst gestern berichteten wir wieder über einen Fall, in dem eine Potsdamer Schwindlerin mit einer törichten Patientin monatelang ihren Hokus- pokus trieb, sie bis aufs Hemd ausplündert« und sie mit Milchwasser und Hühneraugenmitteln von einer eingebildeten schweren Krank- heit heilen wollte. Vielleicht ist es kein Zufall, daß eben in P o t s- dam diese verderbliche Gesundbeter- und Kurpsiischer-Epidemie besonders verbrettet ist. Erneut belasten jetzt zwei verlorene Menschenleben das Schuld- konto der Weißenberger und ihrer Gesinnungsgenossen. Werden die Verführten endlich einsehen, welchem furchtbaren Schwindel sie zum Opfer fallen? Wird die Polizei endlich, nachdem wir schon seit Jahren ein energisches Eingreifen verlangt haben, rücksichtslos durchgreifen und einem Wahnwitz ein Ende machen, der z il immer neuen Todesopfern führt? poisdamer Z�aufcherei! Exerzierreglement für Straßenbahner in Gicht? In den Straßenbahnwagen der Stadt Potsdam hat der sattsam bekannte Herr Oberbürgermeister Rauscher diese famose Bekanntmachung öffentlich anschlagen lassen: „Br. 21. D. Bekanntmachung. Bett. Beschwerde des Herrn Oberbürgermeisters. Herr Oberbürgermeister hat mitgeteilt, daß er von einem großen Teile des Personals der Straßenbahn nicht ge- grüßt wird, obgleich er bestimmt weiß, daß die Bei res senden ihn kennen. Außerdem beschwert sich Herr Oberbürgermeister darüber, daß dies« in einer Form grüßen, die direkt disziplinwidrig ist Ich glaube, daß dieser Hinweis genügt, um hier eine so- sortig« Aenderung eintreten zu lassen. Herr Oberbürgermeister ist nicht nur Dezernent der Städtischen Elektrizitätswerke, sondern auch als Oberhaupt der Stadt Vorgesetzter. Auch ich habe bemerkt, daß ein Teil des Per- sonols mir gegenüber ein« lasche Haltung annimmt. Sollte diese Beobachtung von mir auch künstig gemacht werden, so wert« ich Beroniassimg nehmen, hier einzugreifen. Potsdam, den 2. Dezember 1927. gez.: Jesinghaus." Wenn unsere Informationen zutreffen sollten, so beabsichtig! Herr Oberbürgermeister Rauscher, die Vorschristen über die Aus- bildung der Straßenbahner von Grund au» zu ändern. Im neue« Reglement sollen C x« r z i« r ü b u n q e n für die Straßen. bahner ein« Hauptrolle spielen: vor allen Dingen dürften B o rb c i, gehe« in geroder Haltung, Grüßen durch Anlegen der rockten Hand an die Kopsbedeckung und Fronttnachen geübt werden. Daß der pp. Rauscher bei den Straßenbahnern nicht sonderlich beliebt ist, kann niemand wundern: er war es, der den schlecht bezahlten Straßenbahnern für dürftiges Entgelt einen doppelten Sonntagsdienst aufbrummte, well etliche Wehrwols-- männlein in Potsdam eine Zusammenkunft veranstalteten. Es ist der gleiche Rauscher, der selber undiszipliniert genug war, nicht zu wissen, daß der Bürgermeister einer deutschen Stadt beiin Empfang ausländischer Journalisten die verfcssungsmäßigen deut- scheu Farben zu zeigen hat. Er ist identisch mit dem Diann, der als Rauscher an der Wand durch sein« Lauscher bei der Kundgebung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold vor dem Pols- damer Rathaus feine eigne Schand' hörte. Die Straßenbahner täten gut, Herrn Raustlrr in Zukunst mit so oltpreußischer Strammheit zu grüßen, daß ein Teil der Mitfahrer vor Schreck von den Sitzen fällt und die anderen denken, irgend jemand sei übergeschnappt. Der Körper des Schnurrbärtigen lag im Schmutz und zuckte schon in ersterbenden Krämpfen. Und die ermüdeten. von Schweiß dampfenden Kosaken peitschten das blutige Fleisch, und an den Nagaikas blieben Fleischfetzen und Bluts- tropfen hängen. Der Körper von Fimtas kleinem Bruder Petro fiel vor Dascha mit schrecklichem Stöhnen in die roten Pfützen. Kotüberschmiert. mit tierischer Angst in den Augen, sprang er auf die Füße, glitt aus, fiel wieder hin. sprang wieder auf und lief mtt nackten Füßen im Schlamm klatschend. Hinter ihm zwei Kosaken mit Nagaikas. Petro heulte nickt mit seine Kehle— sein ganzer Körper heulte. Er entwich ihnen und lief wieder blind, ausgeliefert, auf die andere Seite. Ihm entgegen sprang ein Kosak, spuckte und schlug mit aller Wucht mit seiner Nagaika über Petros Knie. Petro winselte laut auf wie ein Hund und fiel mit dem Bauch in den Schlamm. Mtt erkalteten Augen sah Dascha die Foltern ihrer Genossen, und stumm und halb irrsinnig, konnte sie ihre Augen nicht wegwenden. Sie sah hin und sah nichts anderes als Blut, das siedete und brodelte wie ein aufgeregtes Meer, Und in der Luft war Blut, und im Hirn war Blut, und hinter den verstaubten Fensterlöchern war Blut. Im hellen, ihr schon bekannten Zimmdr kam sie zum Bewußtsein. „Nun, junge Frau, hat dir unsere Küche gefallen? Und jetzt sag, was du weißt." „Ich weiß nichts... gar nichts." „Und du kennst auch nicht diesen Burschen und dieses Mädel?" „Fimka kenne ich und auch Petro... ich habe sie schon als Kinder gekannt." Zwei Offiziere, ebenso jung wie der Hauptmann, flüffer- ten ihm etwas ins Ohr. Er runzelle feine Stirn und zuckt« mit der Wange. „Ueb erlaß sie jetzt uns, Hauptmann: wir werden sie ein wenig desinfizieren." Und Grimassen schneidend, schlugen sie ihr mit schrecklichen Worten ins Gesicht, und diese Worte taten mehr weh als die Nagaikaschläge. Sie lief in die Ecke des Zimmers und wehrte sich mit den Händen. „Aicht? Nein, nicht!... Eher sterben.... Nein, nicht!" (Fortsetzung folgt.) schwichtigt« ihn aber immer, dah ste mit den Gästen nicht in De» ruhrung käme, aber viel verdiene. Al« Adler heimgekehrt war, mußte er die Wahrnehmung machen, daß seine Frau nächtelang wegging. Er ging schließlich selbst in die Bar und hatte den Eindruck, daß sie mit dem ausländischen Gaste doch etwas zu intim sei. Zu chause kam es zu Auseinanderseßungen und man einiote sich schließlich auf die Scheidung. Frau Adler wollt« ihrem Manne 500 M. zur Vefügung stellen, damit er sich erholen könne, um wieder arbeitsfähig zu sein. Das Geld war. wie sie vor Gericht behaiiptete, nicht etwa von einem Lietchaber, sondern ihr«Ersparte»". Dann wollte Frau Adler wieder das Geld nicht herausgeben, als der Mann eines Morgens schon den Koffer gepockt hatte. Sie lag im Bett und weigerte sich aufzustehen. Plötzlich warf sich Adler zu ihr in» Bett und aus einmal fühlte sie einen Stich am Hals. Er hatte in jeder Hand ein Messer und versetzte ihr noch mehrere Stiche am Kopf und Auge. Es kam zu einem Kampfe, in desien Verlauf Frau Adler in ihr Schlafzimmer flüchten konnte, wo sie sich einschloß und Hilfe anrief. Der Anaeklaat« erklärte, daß er nicht wisse, wa« er in seiner Erregung gemacht habe, jedenfalls aber habe Ihm ferngelegen, seine Frau zu töten. Auch Frau Adler, die sich jetzt mit ihrem Manne wieder ausgesöhnt hat, stellte vor Gericht die Sache viel harmloser dar. Sie habe ihren Mann gereizt, indem sie sich ihrer Liebhaber vor ihm rühmte. Er habe sie aber nichj mit dem großen Küchen, messer. das er In der linken H�nd hatte, gestochen, sondern nur mit einem ganz winzig kleinen Messerchcn. Der Verteidiger bestritt gegenüber dem St�afantrag des Staatsanwalts, daß«ine Tötung»- absicht vorgelegen habe und berief sich auch auf die übereinstimmen» den ärztlichen Gutachten, daß der Angeklagte Martin ein großer Nervenschwächliirg sei. der sich bei seinem Vorgehen und In seiner Eisersucht zweifellos keine klaren Gedanken gemacht habe. Das Schwurgericht nahm a"ch nur gefährliche Körperverletzung an und oerurteilte Adler zu'* Räder mehrerer Wagen über den Un« glücklichen hinweg. Di» Feuerwehr, die mit einem Joschj-ug und einem Rüstwagen-n der Unfallstelle erschienen twrr, konnte die Le ch? de» Selbstmörder,«rlt nach dreiviertel- s.ündlaer Arbeit bergen. Do» Motiv zu der Tat ist unbe» kWmt. Durch den Verfall wurde eine empfindliche Berkehr«. storung von fast«instündiger Dauer oerursacht. Beim Schlittschuhlaufen ertrunken. . 6 kk> l itds chnbloufen auf dem Dämsrltzs«« bei Heffenwinkel brach der t?iährlg« Wilhelm Eorp ans der Linden. ,V- � H�nwmkel vor den Lugen inehrerer Kameraden an n<.<™ und g I n g u n t e r. Alle Rettung-. ?."'Uche blieben erfolglos. Der R e I ch s w o f fe r f chu tz suchte langer« Zeit verc�ebttch nach der Leiche des Ertrunkenen. * Wirtin1 de,.AnHöngen»» hatte gestern in der e>Ä.v w* /'•" Unfall zur Folge. Der acht» fahng« Schuter Erwin K r i s z, t mis der Mirbachstraße S h S n g t» h** 0-■- r' n den Straßenbahnwagen. Plötz- -r.'da die Kräfte, und er stürzte mif den Fohrdamm. Der üunge kam so unglücklich zu Fall, daß er unter die Röder arnttt rr" k) 3 n g« r s geriet. Das rechte Bein wurde dem Un» bl«, u m K n I e a b g e f a h r e n. Der Schweroerletzt» � vrcktenberger H u b e r t u s» K r a n k e n h a u s Aufnahm«. wo er bedenklich daniederliegt. B tutefahrt in der Klavierkifte. v l H e ck m° n n. der sich als K I st, n fa h r« r �tätult hatte, war seinerzeit wegen seiner Missetaten zu 4M, Jahren « n 8 oenirfetlt und vor etwa fünf Wochen aus dem Gefängnis entlassen worden. Er begab sich noch einem Nelneren Ort bei mTJZ x �r« Arbeit In einer Wollkämmerei. Seine Mußestunden verwendete er dazu, sich«ine groß» Klavier. k, ste»urechtzu bauen, die er mit einer Ei»schlüpf. offnung oersah. Er gab dann die Beschäftigung in der Wall» fanmwrei auf, brachte die Kiste als Frachtgut auf de» Weg noch Berlin und benutzt« ein« Gelegenheit, um fein Versteck auszusuchen. U steter w eg»e n l st I eg er dem Gehäuse, erbrach ondere Stuckguter im Waggon und verstaute alles, was er erbeutete, fein KÄLÄ Ä- Ln � Laqg-schuppen In Berlin auf vem Lehrter Bahnhof fand Heckmann noch mancherlei, was ihm verwendbar erschien. Er such,, sich nun. da seine eigene Kiste all- mählich zu eng wurde, ander» Behältnisse und packte«,n. wa- er konnte. Der Speditivnsfirmo geaenüber wie» er sich mit einem Paß aus. au den hin man ihm Lagerung der Kisten zusagt«. Die Kriminalpolizei aber halle Kenntnis davon bekommen, daß bei einer Speditionsfirma im Zentrum der Stadt mehrere groß« Kisten lagerten, deren Besitzer ein gewisser Paul Heckmann war. Er hott« sie dort untergestellt unter dem Vorgeben, daß er erst einen Käufer suchen müsse. Di» Lagerräum« wurden nun beobachtet und als Heck- mann erschien, nahm man ihn fest, well man glaubte, daß dl« Waren au, Einbrüchen in Berlin stammten. Der Inhalt der Kisten. 58 Stück« Rohleder, öl Karton» Tabak zu se 50 Pfund v«d t? Zentner Stoffe aNer Art. wurde beschlagnahmt,»et den weiteren Nachforschungen stellte e» sich nun heraus, daß Heck. mann sich als Kistenfahrer betätigt Halle und daß die Waren nicht au» Geschäftseinbrüchen stammten, sondern durch Eisenbahnwagen- deraubungen erbeutet waren. Die Entwicklung des Aachtflugverkehrs Berlin als modernster Qlsthafeu. Die Deutsch« Lufthansa veranstaltete am Montagabend eine Besichtigung der Anlagen im Zertralslughosen Tempel- hofer Feld, die zur Sicherung des Nachtflugverkehrs kürzlich fertig. gestellt wurden. Direktor Milch von der Lusthansa gab den Der- tretern des Magistrats, der Lustsohrlindustri« und der Presse«inen Usberblick über den heutigen Stand des Nachtslugverkehrs. der al» Fortführung des Tagesdieiistes unbedingt erforderlich sei. Seit ISA» besteht auf der Streck» Berlin— Danzig— Königsberg als Mittelglied für die Lim« London— Moskau»in Äachtflugoerkehr mit Passagieren, der der erste in der Welt Ist, während vorher sowohl in Deutschland wie auch in Amerika in der Nacht aus einigen Strecken nur Postslüg« durchgeführt wurden. In diesem Jahre ist auch die Strecke Berlin— Hannover, die später nach Köln �rdeitsgememsedatt Sozialist. Lehrer und Lehrerinnen» Bezirk Gro�-Berlin Derember-Versammlunfi am Sonnabend, dem 10. Detember. abend, 7 Uhr im R-al-Gym- nasium. Neukö'ln, Kaiser-Friedrich- Ecke Fuldastr. (Utiterfr.-Bhf.-Raihaus*. Aus«. Puldastr. oder StraSenh. Aulobus 4 und 30, Eine aentraler geleg. Aula war olcbt t-VerfOf.) Tagesordnung! !. Zusammenwirken von Volks- und Berufsschule, Referent Oe- no5S n Dipl handelslehrerin Hartoch, 2. Bericht von der tyiener Reise Berliner Lehrer. Referent(Jen. Stadtrat und Rektor Rieck. Eintritt nicht ohne Mitgliedsbuch der Partell verlängert werden soll, in den Nachtslugoerkehr«inbezogen worden. Die Strecken Berlin—Halle— Nürnberg— München und verlin— Breslau— Gleiwitz befinden sich zurzeit im Ausbau. Direktor Milch gab dann»inen Ueberblick über die technische Ausgestaltung der j Strecken befeuerung. Sie besteht au» Haupt- und Nebenfeucrn, dl« in Entfernungen von 50 bzw. 50 Kilometern in Form von storkkerzigen Drehlichlscheinwerfern und von Neon. lampen für die Nebenfeuer angebraäst sind. Alle 30 bi» 50 Kilo. meter ist«in N o t l a n d« p l a tz vorgesehen. Die Streckenstcherung erfolgt ferner durch ständige Wetterberatung de» Piloten unter Per. wendung der Funkentelegraphi« und durch ein Signalsystem zwischen den Flugwac�xn und der Besatzung der Flugzeug«. Die Maschinen selbst sind mit Landeschein wersern. elektrisch entzündbar-n Magnesiumfockeln unter den Trogdecken und mit Positions» lichtem nach Art der Schiffe ausgerüstet. Uefaer die Nachtbefeuerungsanlage de» Flughafen» Temvelhof sprach dann Direktor B ö 1 1 g e r von der Flughasen. gesellschast. Auf den beiden Funktürmen sind zwei Neondlink» seuer angebrgtht. die im Morf«zeichen den Buchstaben B(Berlin) geben, die aber«ich aus feste» Licht«ingestellt werden können. Der Flugplatz selbst ist von 58 großen Neon-Röhrensystemen umgeben, die in Abständen von 50 Metern das bekannte rote Licht .zeigen, das man von der Reklamefaeleuchtunq her kennt. Ein bei Nacht beleuchteter Windrichwngsan.zelrsr in Form eines sich selbst- tätig in die Windrichtung«instellelden Flugzeuge», ein großer Scheinwerfer von einer Biectelmilllarde Kerzen- stärke und eine nicht blendende Beleuchtung de» Hallenvorgeländee veroollstänidigen die Nachtbelcltctiun7sanlage. Ein vierhundert Meter langer leuchtender Lande st rich wird feden Abend au, farbigen Petroleumlampen in der Windrichtung aufgebaut, so daß ankommende Flugzeuge nicht nur den Ort. sondern auch die Rid> tung des Landens erkennen. Die Sendespiele warteten diesmal mit modernster Musik auf: „Die Heilige", musikalische Legend« von Manfred G u r. litt, Text von Karl Hauptmann. Modernste Musik kann dramatische Spannung auslösen. Wlrd oder von jedem Rhythmus Abstand genommen, so zerfließt das Werk in»in« Gleichförmigkrit, die man mehrer« Stunden lang nur schwer ertragen kann. Dabei kann es sich, wie in Gurlitts„Heiligen", durchaus um in ihrer Art eindrucksvolle Musik handeln. Aber der Titel.Legende" und das psychologlsch-lqrljche Textbuch Karl Hauptmanns sind für den aus diese Musik nicht eingestellten Hörer keine Begründung, sondern höchstens eine Entschuldigung, die der Verstand annimmt Man hätte dem Wert und der musikalischen Richtung, die r» vertritt. gewiß aber auch den meisten Funkhörern einen besseren Dienst er- wiesen, wenn man statt des ganzen Werte» nur einen Abschnitt auf- geführt und Ihn durch einen sehr ausführlichen, lehr klaren, von zahlreichen musikalischen Beispielen bogleiteten Dortrag ergänzt hätte.— Zwei Bortröge des Tages beschäftigten sich mit Erziehung»- Problemen. Dr. Karl Würzburger sprach verständnisvoll und über- zeugend von den Zusammenhängen, die die Welt de» Erwachsenen iiilt der de» Kinde» Innerlich hoben muß, wenn Kindererziehung fruchtbar sein soll. Mehr mittelbare« Verhältnis zu diesem Problem hallen die anschaulichen Darlegungen Dr. Friedrich Luther», der Im„Seelenleben der Jugendlichen" die Stimmungen und Neigungen de» sich entwickelnden und entfaltenden Menschen beleuchtete.— Oberregierungsrat Dr. Hans E. H I r I ch s e l d gab in dem Zyklus„Der Staat und seine Verwaltung" eine Darstellimg der Zu- sommenhänge von Verfassung und Verwaltung. In feinen wert- vollen Ausführungen zeigte der Vortragende, daß die Verwaltung in unserem heutigen Staat al» unmittelbare Funktion der Per- fassung anzusehen ist. Jeder ist verantwortlich für da», was im Staai« geschieht, well jeder wahlberechtigte Bürger zu der Gestaltung der Staatsverwaltifg mit beiträgt. Im. Oie Voxerbraut. Freundliche Samen und chr Opfer. Diesmal war e» ein Biehhändler, der der.Boxerbrcwt� zum Opfer fiel. Die schlagfertige Dame, eine Blumenhänd» ierin, die unter dem Namen„Boxerdraut" in ihren Kreise« de» tannt ist(sie heißt in Wirklichkeit Anita Warkowski). wurde bald daraus m ihrer Wohnung festgenommen. Sie leugnete alles und bekam jedesmal, wenn sie in die Eng« geriet, wenigstens schein- bar einen Krampfanjall, fiel vom Stuhl und tobte und schrie. Weil sie vollständig überführt war. so verzichtete man auf dem Polizeipräsidium aus weiter« Verhöre und bracht« sie nach Moabit. In ihrer Näh« in der Hübnerstraße waren zwei junge Burschen gesehen worden, von denen man annahm, daß ste In H t l f» st e l l u n g gestanden hätten, zumal da auch sie davonliefen, als Anita mit der Beute die Flucht ergriff. Gestern gelang es den Beamten des Raubdezernats, diese beiden Burschen von 18 und 19 Jahren zu ermitteln und festzunehmen. Sie legten gleich ein umfassendes G e st ä n d n i» ab und bekannten auch, daß die Boxerin von ihrem Raube jedem 40 Mark abgegeben hatte. Wie sie sagen, getraute sich Anita durchaus, mit dem Viehhändler. den sie in einem Lokal angesprochen hatte, allein fertig zu werde». Sie standen nur für den Fall bereit, daß sich andere Leute ein- gemischt hätten. Jetzt wurden noch andere Gewallstreiche dcr Boxerin bekannt. Einig« �age vor dein Uebersall auf den Vieh- Händler halte sie, gewissermaßen.Im Training", ein Mädchen. das ste hn Verdacht Halle, ihr einen Liebhaber abspenstig gemacht zu haben. miteinemBoxerhiebniederge st reckt. Einem Kartoffe'Mndler, von dem sie Ware bezogen hatte, nahm sie bei der Adreänung in einem Lokal die Brieftasche mit 250 Mark weg und bezahlte ihn dann mit 200 Mark von seinem eigenen Geld«. Der Händler, der Anita rnid ihren schweren Schlag kannte, sagte nicht», steckt« die 200 Mark ein. als ob es in Ordnung gewesen wäre, und verlegt« die endgülrige Auseinandersetzung aus das neu- trale Gebiet der Kriminalpolizei. Daran hat er wohlgetan, auch ihm wäre es bei einer Auseinandersetzung an anderer Stell« sicher nicht gut gegangen. Anita hat Schuhgröße 45, und Ihre Handschuhe sind auch gerade keine Babyfäustlinge. 0 Ein« Vertrauensseligkeit, die in der Großstadt nicht angebracht ist. hat wieder eimnoi einem Fremden schweren Schaden gebracht. Ein Kauf mann au» Süddeutschtaitd traf vorgestern auf dem Anhalter Bahnhof hier ein und sudste nach der Gepäckausbewahrungsstelle. Da gab ihm eine„junge Dame" die .zusättig" m sein» Nähe kam, bereitwilligst Auskunft. Zum Dank dafür lud er sie zu einer Tasse Kaffee ein. Im Anschluß daran trank man auch ein paar Flasten Wein. Erst als der Kausmonn im Hotel erwachte, entdeckte er, daß er den Berwohrungsschein nicht mehr befaß. Er eilt« mich dem Bahnhof, erstchr aber nur noch. daß fein ganzes Gepäck, ein Reisekorb, eine AEG.-Schreibinaschina und eine Tigerselldeck», bereit» abgeholt war. Der Reisekorb ent- hielt außer wichtigen Geschäftspapieren für 9000 Mark protestierte Wechsel, di« für die Diebin nicht den geringsten Wert haben. Auf ihre Mederbeschaffung hat er eine hohe Belohnung ausgesetzt. Die Diebin ist etwa 50 Jahrs att und 1.65 Meter groß, hat dunkel- blonde», langes Haar,»in sriscbe», rundes Gesicht und trug dunklen Topfhut und rötlrrhbrcmnen Mantel mit Hellem Pelzbesatz. Selb st Mordversuch der Frau Elle» Holtz. Die vor einigen Tagen wegen Berleltung zum Mein. eide zu 1 Jahr Zuchthaus verurtellt« Frau Ellen Holtz hat im Untersuchungsgefängnis einen Selbstmordversuch verübt, Nach ihrer Verurteilung hatte Frau Holtz einen völligen Nervenzusammenbruch erlitten. In vorsorglicher Weiss war sie mit einer anderen Gefangenen zusammengelegt worden. In der Sonntognaclst hat nun Frau Ellen Holtz, kurz nachdem die Aufseherin um 3 Uhr ihren Rundgang beendet hall«, sich aus eluein Bettuch einen Strick verfertigt und damit an der Zellentür aufgehängt. Die Zellengcnosstn, die kurz vorher eingeschlafen war, erwachte durch ein besonderes Geräusch. Als sie ihre Mit» gefangene scheinbar leblos am Strick hängen sah, zog sie sofort an der Glocke Sturm. Bevor die Wärterin noch erschien, gelang es ihr, Frau Holtz zu befreien. Es bedurfte großer Mühe, um Frau Holtz wieder ins Leben zurückzurufen. GefanFnis wegen Beschimpfung der Ncpublik. Wegen Beschimpfung der Republik wurde gestern der Wander, redner I a H r e i» vom Großen Schöffengericht zu vier Mo- naten Gefängnis verurteilt. Er ist bereits wegen desselben Vergehens ebenfalls mit vier Monaten Gefängnis vorbestraft. In einer Versanmilung hatte er den Zwischenruf gemacht:.Der- brecherisch« Iudenrepublik"._ Zu dem Strqßenunfall in Biesdorf, dem am Montag abend der 29jährige Arbeiter Johannes K u b i ck aus Verlin-Biesdors, Albrechtstr. 71, zum Opfer fiel, wird uns berichtigend mitgeteilt, daß K. nicht von dem Krankenauto, sondern von dem Privat- trostwagen überfahren wurde. Der Führer und Be» gleit er des städtischen Krankenauto» bemühten sich sofort um den Schwerverletzten und sorgten für seine Ileberführung in das nächste Krankenhaus. Auf dem Wege dorthin trat bereit» der Tod ein. Den Führer des Krankenautos trifft nach den Ermittlungen keine Schuld an dem Unfall. Giraßenbahnkatastrophe in New �ork. tleber 40 Personen verletzt. New Jorf, 6. Dezember. Aus dem Viadukt von hobok en fuhr ein übersülller Str-rhen. faahnwogen in einen flehenden überfülllen Bahnwagen hinein Mehr als 40 Personen sind verkchl, einige davon schwer. Das Unglück soll durch die Eisdecke aus dem Gleis oder durch einen vremsendesekt verursacht sein. 9. V>e Mche Schale Re'alckendors.10ell. Am S., Id. und 11. Dezember findet m dcr Welllichcn Schul« in Rein ckendori-Weit eine BuchauS'ielliing ftatt. Diele ist am S. Dezember von 6—9. am 10. Dezember von 5—8 und am 11. Dezember von 3-9 Ubr gcöisnet. ?ni Leisivg.INu'cum ipiichi Donnersiag. 6 Uhr Dr. Daul Cohn über .Ferdinand Laflalle« Ende' mit Demonliratlon von MoSle. Siid und Schrift. Vorder Iplell Georg v. Harten Beathoven» Llavierfouate ov. 26. Der Eintritt ift frei. Die Katastrophe des Wiener v- Zuges. Eine Erfläroag der österreichischen Bundesbahnen. Men, k. Dezember. Di« Generoldirettion der Ssterreichijchen Bun- desbahnen teilt zu dem Eilenbahnunfall bei Siegmundsher derg noch folgendes mit: Infolge des starken Rauhreif» und dichten Nebels waren die zur Sicherung des Verkehrs dienenden Einrichtungen gestört. Infolgedessen konnte auch die Verständigung des D-Zuges davon daß der oorousfahrende Güterzug wegen eines Lokomotio- fchadens seine Fahrt verlangsamt hatte, nickst erfolgen. Beim Auffahren de» Schnellzuge» auf den Güterzug wurden die fünf legten Wagen des Güterzuges zertrümmert und verlegten beide Geleife. Beim Schnellzug selbst entgleisten die Lokomotive, der Dienstwagen und zwei Personenwagen. Mit der Freimackung der Strecke wurde sofort begonnen, so dah der eingleisig« Derkehr vov> aussichtllch noch heute abend aufgenommen werden kann. Bis dahin wird der Berkehr durch Umsteigen aufrechterhalten. Zweiter Telbstmord in der Familie Merck! In seinem Jagdrevier bei ch o ch st ä t t e n an der Bergstrahe hat sich vorgestern der Direktor Wilhelm P f a r r, der Schwiegersohn des verstorbenen Grohindustriellen E. A. M e r ck, mit feinem Jagd- gewehr erschossen. Pfarr war in leitender Stellung bei der de- konnten Fabrik für chemische und pharmazeutische Erzeugnisse Merck-Darmstadt tätig. Sein Selbstmord muh um so mehr Aussehen erregen, als erst vor kurzer Zeit die Frau des jetzigen Chejs der Firma, die Reunsahrerin Erncs Merck, durch Freitod endete. Der Selbstmord des Direktors Pfarr soll auf einen Nerven- Zusammenbruch zurückzuführen sein, der durch zerrüttete Der. mögensoerhällnisse hervorgerufen wurde. parieinachrichten für Groß-Berlin CiBfratnigai fii»ttfc»abctt gab SctliB«v«. Giateaftoagt 3. 3. Xnl. tlftg.tt»«. stttiiag,». Dezember. pa»d»l!bung bei tirllgee, Putlitzste. l». «. See!» Prenzl-aer Berg. Die Senssflnne«, stet»->» de» Bezirtsieteetartat 3. S»l. 3 Tee», recht», zo richte». Uhr. erweiterte ltrei»v»r- .._____ Sie«n brm fturfu» der®t. noffin Luis« Schröder teilgenommen haben, werben gebeten, sich an der Ardeilsgemeiiifchaft de» Dezlrtslugenbamte» zu beteiligen, t. Abend: Donnerstag. 8. Dezember. 20 Uhr, Danzlger Str. St, gimmer 20. L lteei» Spaoden. Heute, Mittwoch, 20 Uhr, im Ncreinshaui.Palme', RItterstr. 12, ltrelemitgliederncr'emmluag. Dortraa:„Wirtschaft, Dllrger. block, vr. Schacht und Sozialdtmotratie.' Relerrnt Dr. Paul Hcctz, M. d. R. Sein Mitglied darf fehlen. heute. Mittwoch. 7. Dezember: 37. erbt. WVf Uhr gahlabenb«: Zimv», Ztaunnnsir. SV. Neferent Sbuarb Kachert. Ä. b. L. Litt, Zlaunvnftr.#. Referent Erich fftoenlel. Sieben. topf, Muolauer Str. 35. Referent Ernst Obeiltber. Sefche. Pllckler-, Eck« Wranaeiftrahe. Neferent Adolf Wufchick. Thema In allen gahlabenben: .Di» innenroli tische Lag«.' Alle Mitglieder mllssen unbedingt erscheinen. I». Abt. ckharlotteobnrA. 20 Uhr wichtig« Auultionarsitzung bei Lierfch. llant. Sraße 32. «. Abt. rcwpelhof. All, Senoffen werde» aus dl« össeaiNch« Btrf«minl»»g in der Aula Kaiserin-Augusta-Etrahe aufmerksam gemacht. r* KB. Abt. Pa»mlch»lr»w«a. XSVi Uhr bei Borgmann, Baumschulen.. Eck« Uiefholzstraste, Werbelundgebung. Vortrag:.Die Sozialdemokratie 2 im neuen Staat." Referent TolizeiprSfibent Urgiebel. All, M.talieder ? mllffen«rsch«we». vorwärts".«?«! und Sympathisierend« sind«in» gj geladen. 128. 130. Abt. Pankow. 20 Uhr pünktlich Bilbungoausschußfitzung bei Meeh». Berliner Strohe, Ecke Linden Promenade. 137. Abt. Reiuickei.dors.i�est. All,«öeiwsfinnen und Genossen, die Milalieder der Sonsulnaenossenschast sind,»«den heut« abcilb zur Mitgliedeeocrfamnr. luna im Boikohau-, Sa�rnrneberstr. 1H, eingeladen. Erscheinen ist Dslttht. Morgen. Doaaerskag. S. Dezember: 1. Abt. in* Uhr bei Schientet, Linien str. 180. Funktionärsttzun». 32. Abt. Sit arbeitslosen Genossen werben gebeten, stch zweck» Udholuna von Material für die weltlich« Schule um IS Uhr bei Sromphardt, Paul- Einger-Etr. V), einzufinden. 33. Abt. 19Vj Uhr bei Lofack. Beymestr. 8. Funktionilrsitzung mit den De. triebsvertrauensleuten. Stellungnahme zur Reuwahl der Abteilung». leitung. Erscheinen unbedingt erforderlich. 30. Abt. 10 Vi Uhr bei Busch. Tilsiter Str. 27, ffunltlonilrsihung. Die Kinder. listen zur Weihnachtoffeier sowie da» Markenmaterial der Bezirkstafsterer mu� mitgebracht werben, SO. AI die zur liiO. Abgabestelle der Konsumgenossenschaft< Dreibund. irranei gehörigen Parteigenossen findet um ISVj Uhr«ine Versammlung bei Jung sfrllher Voigt), Dreibuntstr. u, statt. Vortrag ltder.Senossen. W. ���mpelhof. Uhr bei Jung(früher Boigt), Drribundstr. U. Versammlung der zur 180. Abgabestell- der Konslimgendssenschast gehörigen Parteigenossen. Vortrag:.Genossenschaftokragen'. Reukolla. 03.«dt. 20 Uhr bei Prihkow. Rlchardstr. SS, Funktionllrsstlung. Zeder Bezirk muß vertreten fein. Achtungl Um IS Uhr findet eine Sitzung de» Bbteilungororstande» ebenbort statt."""'" 133. Abt. Tegel. Funktionitr«. Zuagsozialisten: Sroh-BerNn: Mittwoch. Im ZuaendhelM«chöneberg. Ka-ptstr.». um k» Uhr,«rbeitc-u-Ichutzsitzuag.— Vchtnnal Sonnabend, l«. Dezember. 1» Uhr. Im»eminarsaal der Freien �Sozialistischen Hochschule, Lindenftr. 3. 1. Kos.» Tr., Gruppen lonseien». Jet« Gruppe entsendet zwei Verteeter. Ttzgeoordnnng: Beratung de» Latznagsentwurs«. Gruppe ReuHll» I: Heute. Mittwoch, 20 Uhr. Im«aiser.Friedrich.Re-l. gymnastum, Kaiser- ssriedrlch-Stratzr, Fortsetzung der Arbeli»gen>ci»schast: „Staatoaufsassungen de» 13. und 20, Zahrdundert» und Ihre Anwendung in der Politik.'— Leiter: Etudienrat Erwin Morouardt.— Grnpoe«eulöll» N: Heute. Mittwoch, pünktlich 20 Uhr. Im»e,m«orgstr. 29, Äimmer 10. Vor. trag:.Di, Sozialdemokratisch« und die Kommunistische Partei Deutschlands. Gaste herzlichst willkommen. Referent Dr. Georg Decker. Sinderfreunde(Brost- Berlin: 7. Ittel» Ehael-ttenbum. Die«inderfreunde unsere,»reise» ver. anstalten am Freilag. 9. Dezember, Im Saal de» Kranienkassenhause», Berliner Str. 137,«inen Filmvortroa:.Die Kinder der Kinderrepublik Seekamv.' Anfang 20 Uhr. Unkostenbeilrag 30 Ps. Wir bitten um recht zahlreich« Beteiligung. »rei. Renkill» i Heut«, Mittwoch, von 17—18 Uhr Sprechstunde in der Baracke Ganghoferstratze. Wichtiger Angelegenheit wegen muß iet« Gruppe vertreten sein. Freitag, 3 �ezemder, 20 Uhr pünktlich, HelfetWasammIung in der Baracke Saiighoferst.ug«._ � Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation\ «rtelUgenwinWnft soz'aldemokeatllchet Lebe», und Lebreeinn«» Dmtttch- land«. Die Bestattung unsere, auf so ieagische Weise verstorbenen Senossen Teophil Arndt erfnial brüte, Mittwoch, 7. Dezember, um lö Uhr aus dem «otholischen Friedhos. Neukölln. Mariendorfrr Weg. Endhaltestelle der Liui« 13. Wir bitten um rege Beteiligung. 103. Abt. Köpenick. Unser Genosse Hermann«ilberschmidt ist am 8. Dezemder»erstorden. EinSscherung am Donnerstag, 8 Dezember. 10VH Uhr, im Krematorium Baumschulen weg. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Reichstagsmehrheit fürRechtsblock Die Mißirauensaniräge abgelehnt.- Grenzlanddebatte im Reichstag. Der Reichstag setzte in seiner gestrigen Plenarsitzung die Besprechung der Interpellation über die Notloge im besetzten Gebiet sowie über die Dertehrsoerhältnisse in Schlesien fort. Abg. Skelllng(Soz.): Die Fragen der Grenzbevölkerung berühren da» ganze deutsche Dolk. Besonders schwer geschädigt ist Ober. s ch l e s i e n. wo die unnatürliche Grenzziehung zu den schlimmsten Folgen aus dem Verkehrsgebiet geführt hat und wo die früher durch den Obrigkcitsstaat erfolgten Vernachlässigungen wieder gut zu machen sind. Die Not, die dort herrscht, ist außerordentlich groß. Die wlrtschast Oberschlesiens leide! schwer. die Frachtenpolitik der Reichsbahn ist nicht entgegenkommend genug gewesen. Der Bau des Klodnitzkonols muß möglichst bald erfolgen, und auch der Bau des Staubeckens von Ott- machau muß beschleunigt werden. Der Reichsverkehrsminister rechnet zwar mit Beendigung der Arbeiten bis 1933. Wir haben aber die Auffassung, daß die Bauten besonders an dem Staubecken außerordentlich langsam vorangehen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, daß der Mittellandkanal möglichst schnell gebaut wird, aber andererseits liegt die Erhaltung der Konkurrenz. föhigkeit der Wirtschaft auch im Interesse Oberschlesiens. Die Erwerbslosenzisfern vermehren sich von Tag zu Tag. und die Not wird vermehrt durch die große Zahl der Flüchtlinge. Besonders nngebenerffich ffl dn, wohnnngselend In Oberschlesien. ynnderfe von Menschen müssen In Baracken Hansen, In die Sie. meine Herren von der Rechten, nicht einmal ihr Vieh hineinstellen würden. Wenn die Leutschnationalen wirklich so großes Interesse an den Grenzbewohnern hätten, wie sie immer sagen, dann würden sie auch z. B. bei der Tobakarbeiteraussperrung eine andere Hallung eingenommen haben. Es liegt im Sinne einer wirklich nationalen Politik, dafür zu sorgen, neue» Elend zu verhindern. Wir fordern in erster Linie«ine Besserung der Lebenslage der Arbeiterschaft der Grenzgebiete und dazu lst nötig, daß eine einheitliche, den Verkehrsintercssen der Grenzgebiete entgegenkommende Verkehrspolitit betrieben wird. Abg. wendemulh(Soz.): Es Handell sich l»i der Frage des gefährdeten Ostens nicht nur um Ostoreußen und Oberschlesien.«« Handell sich um die ganze Provinz Schlesien. Durch die Versailler Grenzziehung«st das ganze Schlesien unmittelbar mit Polen in Berührung gekommen. Es zeigt dos Bild einer Halbinsel zwischen Polen und d« r T s ch e ch o s l o w a k e I. Da die Verbindung nach Polen zer- stört worden ist, wirken sich alle Folgen der Grenzziehung auf das Hinterland aus. Es Ist dringend zu wünschen, daß der von der preußischen und der Reichsregierung vorgesehene Reichskom» missar für den Osten eingesetzt werde� der zentrale Gewalt haben soll Er hätte eine Reihe von wirtschaftlichen, sozialen. kulturpolitischen Aufgaben zu lösen. Es ist aber not- wendig, daß auch die Mittel, die die Regierung zur Verfügung stellt, zentral ausgegeben werden. Schlesien muß wehr als bisher von Reichsverkehrsminffter bedacht werden. Fniher verkehrstechnisch noch nicht erschlossen, hat sich die Lage durch die Grenzziehung von Versailles noch verschlimmert. An der polnischen Grenze münden setzt zahlreiche Eisenbahnen, die untereinander nicht genügend verbunden sind. llnsolgedeffen stockt der Absah nach dem Zu. und Auslande. Die B e s i e d e l u n g müßte ganz anders gefördert, der Iniienmarkt ganz anders gehoben werden, um die wirtschaftlichen Schäden des Versailler Vertrages auszumerzen. Oberschlesien Ist heute geradezu abgeschnürt vom zentralen Deutschland: das bedeutet eine große wirtschaftliche und politische Gefahr. Es ist bestimmt Durchgangsland zu sein. Diese Entwicklung muh ge- fördert werden. In dem dünnbevölkerten Schlesien ist die Möglich- keit, mit HUse der Junen kolonisation große Teile des Bc- oölterungsüberschusies anzusiedeln, die heute ein Problem darstellen. Diese um> andere Aufgaben sind von dem Reichskommissar zu lösen. Große Tloi in sozialer und kullureller Hinsicht herrscht im Waldenburg» Industrie-, Texlil. und Steiukohleabezirk. Ungcheures Elend bei den Löhnen, bei den Wohnungen und der kulttirellen Lage der Bevölkerung macht eine besondere Berücksich- tigung dieses Revieres notwendig. Wegen Mangel an Verkehrs- wegen sind die Absatzgebiete in Polen und der Tschechoslowakei fast' verlorengegangen. Wir erwarten von dem Reichswirtschafts- Ministerium, daß die Verhandlungen, falls sie wirtlich abgebrochen sein sollten, sosort wieder in Fluß und zum Abschluß gebracht werden. Wir halten die Durchführung der wirtschaftlichen Rationalisierung für notwendig, weil wir uns davon eins Besieruna der wirtschaftlichen Lage versprechen. Zur Absatzerleichte- rung, besonders für da» Waldenburg» Industriegebiet, müssen wir die Erschließung neuer Verkehrswege und die Tarif- e r m ä ß i g u n g haben, um den Markt In Deutschland zu sichern und gegenüber dem Ausland konkurrenzfähig zu bleiben. Es ist zu hoffen, daß die Reichsregierung sich ihrer Pslicht gegenüber Schlesien bewußt ist und sich an die Erklärung hält, die sie uns gestern abgegeben hat. Wir erwarten, daß sie diese Versprechungen auch einlöst.(Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg finoll(Ztr.) schildert besonders die Notlag« des Rhein- hessischen Gebietes, die Wohnungsnot infolge der Besatzung in den Städten wie Worms und Mainz auch noch der Besotzunos- Verminderung. Oberregicrungsrat Dr. Edwards erklärt namens der hessischen Staatsregierung, Hessen sei enttäuscht, daß die Besatzung»- Verminderung für das hessische Land kaum irgendwie fühlbar geworden sei. Die hessische Regierung bittet die Reichsregierung um oermehrte Beschästigungsmöglichkeit für die notleidende hessische Wirtschast sowie um die Förderung des Reiches auch in kullureller Hinsicht. Abg. Schmidl-Hirschberg(D. Bp.) begrüßt die Zusicherung des Reichsoerkehrsministers. daß den Berkehrsbedürfnissen Schlesiens Rechnung getragen werden solle. Das deutsche Niederschlesien. da» Bollwerk des Deutschtums im Osten, müsse wirtschaftlich gestärkt werden. Abg. Schulte-Dreslau(Ztr.) fordert ein Ortsverkehrsprogramm auf lange Sicht. Abg. Heckerl(Komm.) spricht besonders von der Notlage der S a a r g ä n g e r. für die eine wirksame Unterstützung durch den Bürgerblock nicht zu erwarten sei. Abg. v. sfreytagh.Loringhoveu sDnat.) erklärt es für ein« de- sonders schwere Enttäuschung für Niederschlesien, daß in diesem Jahr« für das Bahnbouprogramm keine Mittel verfügbar sind. Abg. Dr. Arick(Nat-Soz.): Solang» die Dawespolttik nicht aufgegeben ist. ist alles Reden im Reichstag zwecklos. Die Nationalsozialisten werden dem Mißtrauensantrag gegen die Regierung zufttmmen Damit schließt die Aussprache. Zur Wstimmung über das Mißtrauensvotum der Sozialdemo- kratifchen Fraktion„Die Reichsregierung besitzt nicht das Vertrauen des Reichstags", mit dem die Abstimmung über den rommuniltiffcken Mißtrauensantrag verbunden wird, erklärt Abg. v. G r a« f e(Bölt.): Mr bringen dem Kabinett. In dem Dr. Stresemann als Außen- minister sitzt, das schärfst« Mißtrauen entgegen. In dem vor- liegenden Mißtrauensantrag liegt aber ein« parteipolitische Demonstration gegen das bekannte Telegramm Keudells an die Studenten. Darum werden die Völkischen nicht für den Antrag stimmen.(Lachen links) Die Ablehnung des Mißtrauensvotums. I» der nun folgenden namentlichen Abstimmung wird der Misttranensantrag gegen die Regierung mit 22S gegen 192 Stimmen bei 14 Stimmenthal« tungeu abgelehnt. Außer Sozialdemokraten, Kom- munisteu und Demokraten stimme« auch die National» fozialisten und Dr. Wirth für das Mißtrauensvotum. Bei Stimmenthaltung der völkischen Abgeordneten und einiger Mitglieder der Wirtschaftspartei. Ein sozialdemokratischer Antrag Müller-Franken, die Reichs- regierung zu ersuchen, in beschleunigte Verhandlungen mit der Reichsbahn wegen Verkehrsreformen im llnksrheini- schen Gebiet einzutreten, wird mit großer Mehrhcll an- genommen. Schluß der Sitzung 18� Uhr. Mittwoch. 15 Uhr: Krankenversicherung der Seeleute, Ausschußberichte über die Ruhr- entschädigungen. Ein neues Ausstellungshaus. Die im Jahre 1912 von der Textilzeitschrist„Deutsche Konsek- tlon" gegründete E i n k a u f s z e n t r a l« hat sich im Laufe der Jahre so sehr bewährt, daß ein« bedeutende Vergrößerung der Räumlichkeiten erforderlich wurde. An Stelle der alten, Im Hause Markgrafen st raße 18 untergebrachten Einkaufszentrale er- stand nun ein allen Ansprüchen neuzeitlicher Formgebung und' kauf- männischer Sachlichkeit entsprechender Neubau. In einfachen, schlich. ten Formen und Farben gehalten, will der Bau nichts anderes dar- stellen, als einen wirkungsvollen Rahmen der hier zur Schau ge- stellten Waren. Einfache Wände, schaufenstermäßige Beleuchtung, belle, lustige Räumlichkeiten. Die farbige Behandlung ist Ton in Ton: schwarzbraune Bronze klingt mit goldbraunem Stein zu ruhiger, klarer Gesamtwirkung zusammen. Der Architekt Erich Men- delsoyn hat, abweichend von der jetzt traditionell gewordenen dekora- tioen Behandlung des Lichthofes, einen regelrechten Hof mit aus- genütztem Erdgeschoß geschaffen, um dem Haus alle erfaßbaren Licht- mengen ungeteilt zuführen zu können. Das Erdgeschoß und die beiden ersten Stockwerke dienen Ausstellungszioecken der mit der Textilzeitschrist verbuitdenen Einkaufszentrale, während im 4. Stock die Verlagsräums untergebracht sind. Ein Dachgarten, ausgedehnte Küchen- und Spciseräume für das Personal, sowie Liegeveranden für die Mittagspaus« sind vorgeseben. Die neu eröffneten Aus- stellungsräume zeigen eine Kunstseidenscha». welche eine umfassende Uebersicht dieses zukunftsreichen Textilzweiges bietet und sämtliche Arten von Äunstseidcnfabrikaten in Keider- und Wäschestosfen, fertige Kleider und Wäschegegenstände, neuartige Vorhänge. Strümpfe usw. enthält. Außerdem sind Warenkollettionen aller sonstigen Textllzweige ausgestellt. Der Einzelhändler soll hier durch Besich- tigung der qualitätsmäßig zusammengestellten Kollektionen und durch fachmännische Beratung genau informiert werden, was er kaufen soll und wie er seinen Einkauf am vorteilhaftesten bemerk- stelligt.._ Bald lauten die Weihnnchliglockea. Fürsoraeat« Liebe sinnt, mit welchen Gaben sie Freude bereiten kann. In heutiger schwerer Zeit wird man in erster Linie zum praktischen Geschenk greisen. Renne» wir z. B. nur Maggi» be> währte Erzeugnisse: Maggis Würze, Moggi» Suppen, Maggis Fleischbrüli. Würfel, die jedem Hauohalt willkommen sind. Durch ihre vielseitige Verwend» barkeit helfen sie nicht nur das teure„ erleichtern außerdem der Hausfrau die Kock Kohlen und Gas sparen, sondern lrbeit. lde Iterbericht der öffentlichen lvelkerdiensistellc Berlin und Umgegend (Nachdr. veib.) Weiterhin 1: ollen und ziemlich heiter, Temperatuien wenig verändert bei mäßigen südöstlichen Winden.— Aür veuttchlan»: Im Weilen Temperaturen meist über Null, im Osten Fröste. Ueberall ohne Nicderichläge. nltdevSürt dei Magen- und Darmerkrankungen (Unb-rsauerungen, Sack» brannall, HyperazIdltSt) und Darmkatarrhen Faehinger TcsandsteMe, Berlin SV(I Scbfireberter Str. 16a. Tel. Lüizow 8260-61 In der riditigen Auswahl und richtigen Anwendung der Hautpflegemittel liegt das Geheimnis der schönen Frau. 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Verband sozialer Baubetriebe Der Aufsichtarat Bis Geschäftsführung Fritz Paeplow W. Astor A. Ellinger Am 3. Dezember starb infolge eines Schlaganfalls das Mitglied unseres Äufsichtsrates, Herr Boichs tags- abgeordneter Hmnaiiß Sübersfflmidt Wir betrauern in dem Verstorbenen einen unserer fachkundigsten Mitarbeiter, der stets einer der eifrigsten Förderer unserer Bewegung war. Wir werden ihm über das Grab hinaus ein ehrendes Andenken bewahren. Der Aufsichtsrai und die Geschäfisleilung der Deutschen Bauhütte G.m.b.H. Berlin C 2, Burgsir. 21. Für die Herzliche Teilnadme beim Hinscheiden unseres lieben Vaters Prle«lrlel, Futh 'agcn hiermit Innigen Danl Helene«ilism neb. Futh, Klara Seldenreich geb. Futh, Alfred Futh. «I- KltugbeU geb. Futh. Für die iiberaus grohe Teilnadme bei dem Heimgange mein» unvergeßlichen Fran Auguste Gansberg lagen wir hiermit allen Beteiligten unseren tiefgofiihlten Dan? Rudolf Gemsberg and Sinder. Allen Kollegen, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß die Trauerfeier und Einäscherung unseres durch Morderhand von uns genommenen lieben Kol cgcn 1 heophli Rogowski am Donnerstag, nachm. 2 Uhr, im Krematorium Gerichts raße stattfindet Rege Beteiligung wird erwartet. Vcrelnignns der Ctaat-und."Sclmnkwirte 1871/1904 Bezirk Kreuzberg. Am 3. Tezember fiitfchllel plötzlich an Herzschlag mciir lirdtr Mann, der prnsionlcrte Gewerkschaftsangrstellie Friedrich Tletz In tiefet Trauer Ww. Emma Tietz nebst Kindern. Hvhciineuendors. Anne-Marie-Etr. 12. Die Einäscherung findet am Freitag, dem». Dezember, vorm. tl Uhr. im Krematorium Scrlchlsiroße statt. iDlerieren bringt ERFOLG! Danksagung. Für die überaus herzlichen Beweise aufrichtiger Teilnahme und ehrenden Gedenkens für unseren teuren Entschlafenen, den pensionierten Feuerwehrmann Heinrich Limmer sagen wir auf diesem Wege allen Freunden, Bekannten, Vereinen und der Genossenschaftsbank unseren tiefgefühlten Dank. Familie Lindner. Familie Franz. Familie Draub. ßlurnenspenden eder Art [ t, eiert preiswert Paul Oollctz. vorm. lieiieri Meni MarUnnensiraße 3, Ecke ZIaunynliraße Amt Morißpl. UZZ 03 Mitäm zur Miete WiO.Ansfcachcrstr.l GesdienKliieralnr Ganzleinen geb. mit Deckelpressung ADOLPH HOFFMANN AMORETTEN Glftpflinzen aus dem Irrgarten der Liebe— 104 Selten stark.— V. Pädagogen, Aerrten. Juristen und Presse glänzend beurteilt Spalherbslblfilen Gereimic und unger. Lebensbilder Mit Porträt u- Faksimile desVer- fass. sowie 6 Vollbilder u.Sichel- vignette auf Kunstdruckpapier von WILLI STEINERT jedes Buch O M Porto n. Verkostet gebd. 6 Ii. packg. 0�5 M. Zn beziehen duretr Sämtliche Vorwärts» Ausgabe. stellen and deren Botenfrauen *_._* * Zu bezieben 4 M. 2.ZS pro'/«.Utertl. durch die Apatbeken, Drogerlen und Pclnkostgeschäftc. Niederlage: Ostwerke A.-G, Berlin N.4, Chausseestr. 4Z Telephon: Norden 710. Vertreter fflr den Feinkosthandel: M. Schleweinsky, Berlin-Wilmersdorf, Babelsberger Str. 48. 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Wir huitn daher die dringlichsten Punkte herausgegriffen und beon< tragen, den Entwurf dem 21. Ausfchuh zu überweisen. Abg. Dr. v. Gersdorss(Dnat.): Di« Beseitigung der Gutsbe- zirke braucht wirklich nicht über Nacht zu geschehen.(Lachen links.) Aber die Regierungsparteien hatten ja längst den Plan, wenn sie die Städte- und Landgemeindeordnung nicht durchfesten könnten, mit chilie der Kommunisten dieses Notgesest zu erzwingen. Die Gutsbesitzer haben seit Jahrhunderten schwere Lasten getragen. «Abg. Brecaur: Jetzt endlich wollen wir sie davon befreien.) Ader die Gutsbesitzer sind bereit, sie weiterzutragen, so selbstlos sind sie.(Lochen links.) Die unsparsam« Wirtschaft der Gemeinde ruft das Streben hervor, std) neue Landbezirke anzugliedern und sich auf Kosten des Landes ,zu sanieren. Wir werden im In- teresse des Landes diese Vergrößerungstendmzen der Städte de- kämpfen.(Bravo! rechts.) Abg. Dr. v. Eynern(Bp.): Die Regierungsparteien wollten die C o rin t h en aus dem Kuchen der Landgemeindeordnung her- aussuchen und haben in der Eile ein paar tote Fliegen gegriffen. «Heiterkeit.) Die generelle Auflösung der Gutsbezirke würde eine starke Steigerung der Berwaltungskosten herbeiführen. Man müßte in jedem einzelne», Falle prüfen, ob der Gutsbezirk auf- lösungsreif ist.(Zurufe links: 12900 Einzelfälle!) Die Regierung?- pectekn haben jetzt Fühlung genommen mit den Kommunisten, aber nilht mit uns Wir werden im Ausschuß noch eine ganze Anzahl anderer Fragen des Gemcindeverfassungsrechts auswerfen.(Große Unruhe links.) Abg. fllliau(Komm.): Im Kampf für die Auflösung der Guts- bezirke führt die Kommunistische Partei.(Lathen links.) Di« Bor- lag« der Regierungsparteien geht uns durchaus nicht weit genug. Damit schließt die Debatte. Das Schlußwort erhält Abg. Hirsch(Soz.): Die Mehrheitsparteien haben keinerlei Berau lassung gichabt. mit den Rechtsparteien Fühlung suchen, nachdem dies« gegen die Fertigstellung der Landgemeinde. ordnung Obstruktion getrieben haben. Di« Auflösung der Gutsbe- zirke wäre bereits in der verfassunggebenden Landesversamm» l u n g beschlossen worden, wenn nicht schon damals Herr Kilian und seine Freunde im Bunde mit dm Re die Deutschnationalen angenommen. Ebenso angenommen werden die Anträge, bei den Sondergebührcn für die Bewilligung von der Befreiung von dem Ehehindernis, für die für Ausländer vorgeschriebenen Zeugnisse bei der Eheschließung und bei der Aende- rung des FamiBennmnens die Anfangsgebühren von 10 auf 5 M. herabzusetzen. Di« Große Anfrage der Deutschen Bolkspartei über die Not- log« der Stadt«Schwedt a. d. O. und über eine staatliche hiljsaküon durch Desthofsung einer Anleihe wird dem Hauptaus- schliß überwiesen.— Es folgt die Beratung der kominu- nisttschen Uranträge über die Lockerung der Wohnungszwangswirtschast durch den preußischen Wohlfahrtsminister und über die dem Reichs- tag vorliegende Novelle zum Mieterschutze. Die Anträge werden durch den Zlbg. Stolt(Komm.) begründet. der die Maßnahmen als bedingungslos« Auslieferung der schutzlosen Mieter an den Hausbesitzerwucher be- zeichnet und in längeren Ausführungen die«Sozialdemokraten dafür verantwortlich zu machen sucht. Abg. Meyer-Solingen(Soz.): Den Kommunisten kommt es weniger darauf an, mit ihren Anträgen den Mietern zu Helsen oder bei anderen Parteien mit ihren Bestrebungen Stimmung.zu machen, sondern.zu bewelsen, wie in der Frage der Ausrechterhallung der Wohnunszwangswirt- schoft angeblich die Sozialdemokraten versagt haben. (Sehr wahr! bei den Soz.) Sollh« Behauptungen können natürlich nur in Unkentnis der Arbeit der Sozialdemokraten im Reichstag und im Limdtag geglaubt werden. 3{( es doch namen llich unier vor einigen Tagen verstorbener Kollege Silberfchmidl im Reichstag gewesen, der für die Interessen �er Mieter vorbildlich gewirkt hat! (Sehr gut! bei den Soz.) Wirhrnd der Aufsassung, daß di« Zeit zur Beseitigung oder auch nur für den Abbau der Wob- nungszwangswirtschaft noch lange nicht gekom- m e n ist. Die jetzigen Schustbestimmungen, die lediglich ein Not- recht sind, müssen in ein soziales W o h n.r echt übergeleitet werden.(«Sehr wahr! bei den Soz.). Die eine Verordnung des Wohlfahrtsministers räumt den Hausbesitzern lediglich«ine g e- wisse Freiheit in der Bermietung von Wohnungen ein. Die andere Verordnung ober, die den Miclerschuß in Gemeinden bis zu 4009 Einwohnern glatt aufhebt, muß zu ganz unerträglichen Zuständen führen. Der Wohnungsaucschuß wird dazu eingehend Stellung nehmen müssen. Die Hoffnung auf Aufhebung der Der- ordnung ist allerdings bei der Zusammensetzung des Landtags sehr gering. Im Interesse der Minderbemittelten werden wir jedoch Milderungen und Sicherungen durchzusetzen versuchen. Wenn jetzt die Kommunisten die Beseitigung der Hauszinssteuer mit entsprechender Mietesenkung fordern, so ist ei» solcher Antrag nur demagogische Phrase. Sie wissen natürlich auch, daß ein solcher Antrag nur zum Schaden der Mieter und zum Vorteil der Hausbesitzer wäre. Jetzt handelt es sich lediglich darum, die nach dem Rcichsgesetz nicht vermeidbaren Mietsteigerungen nicht nur den Hausbesitzern zukommen zu lassen. Bor dem Lande aber ist festzustellen, daß die K o m m u n i st« n seinerzeit mit den Rechts- Parteien und der Wirtschaftspartei unsere Verbesserungen einer Gcsetzesvorlag« ablehnten, die das enthielten, was' st« heut« mit großen Worte» fordern. An diesen Verschlechterungen de« Wohnungsrechts, die sie heute uns in die Schuhe.zu schieben suchen, sind sie also selbst schuld.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wir wer- den darauf hinarbeiten, daß wir von dem Teil der Miete, den nach unserer Aussassung der Hausbesitzer nilht braucht, möglichst viel für die Wohnungszwangswirlschasl und für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. Zu dem am ZI. März nächsten Jahres ablausen- den Hauszinssteuergesetz muß ja der Reichstag sowieso Stellung nehmen. Dabei werden die Kommunisten mit uns für di« Bei- beHaltung der hmisztnssteuer stimmen müssen.(Zurus des Abg. Statt(Komm.): D a» m ü I s« n w i r j a!) Es sreut mich, daß in dieser Beziehung die Kommunisten sich.zu einem Besseren bekehrt haben. Notwendig wird aber eine Aenderung der neuen reichsgesetzlichen Bestimmungen zugunsten des Woh- nungsbaues und des Mieterschutzes fein. Zedensall» hat die Lage aus dem vaumarkl bewiesen, daß die Hofsnungen aus baldige Preisgabe der IBohnungszwangswirt- schaft verfrüht gewesen sind. Auf alle Fälle aber muh für eine bessere Verteilung der hauszinssteuer gesorgt werden.(Sehr gutl bei den Soz.) Dann aber muß die hauszinssteuer veredelt werden, um dadurch die Möglichkeit zu schafien, ohne Steuercrhöhung mehr Mittel sür den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. In Kiel zahlen z. B. die Hausbesitzer 891 794 W. hauszinsfteuer. die Mieter aber 1 138 598 M. Der Nutzen der Hausbesitzer beträgt also in Kiel ollein etwa 250 000 M.(hört! hört! links.) Das ist der beste Beweis, daß der jetzige Zustand unhaltbar ist, daß bei der Berechnung nur die Friedensmiete zugrunde gelegt werden kann. In Berlin hoben di« Hausbesitzer allein 80 Millionen Mark Nutzen aus der 5)auszi, issteuer, auf das Reich haben sie umgerechnet etwa eine Dtertel Milliarde!(Stürmisches hört! hört! links.— Widerspruch bei den Deuischnattonalen und bei der Wirtschaftspartei!) Diese Talsache hoben die Kommunisten durch die Ablehnung unserer damaligen verbesserungsanlräge mitoer- schuldet. Deshalb ist es heute nur Demagogie, wenn sie jetzt Abänderungsanträge stellen und damit Eindruck schinden wollen. (Sehr wahr!) Gelingt es, durch die hauszinsfteuer die Inslationsge- winne der Hausbesitzer wcgzusteuern, so hat sie ihre moralische Berechtigung. Nach dieser Richtung hin, d. h. also für die Mieter- schast und für eine bessere Gestaltung der Wohnungswirtschast zu sorgen, wird unsere vornehmste Pflicht fein.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten!) Abg. Sonnenschein(Dnat.): Wir haben die Pflicht, endlich wieder ehrlich zu werden.(Zurus links: Aber doch nur.zu 50 Prvz.!) Die Wohnungszwangswirtschaft ist ein Unrecht. Wir werden die kommunistischen Anträge ablehnen: denn wir hallen die Minssteriakvelordnungen sür außerordentlich segensreich. Nach kurzen Aussührungen der Abgg. Kötheabürger(Z.) und Dr. Reumann-Frohnauj Mir ftattfind«,. oetden nach©enoffen angenommen. Die Tucherftub« Meid« bi»»um neuen Jahre gefthiassrn. u Die SirbeiiAgemeinjiSaft Abraha« tagt heute, Miitwoch, Schute Demzn'- hoser Ufer 20 Abrechuung der Beilriigr, Auogade de»?eirmdkr»„Zi!genu ooran" und der„Ärdetter-Iugend". � Altteilungsmttgliederversammlungen. Mittwoch, IS'- Uhr: Wcddiug: Heim See-, Site Tueiner Straße.— Humannplatz: Schule Stiers» walder Str. 10.— aharlottenburg-Nord: Heim Slhcrsftraße.— Spaahau! Heim, Lindenuser 1.— Tempelhos! Heim Eermaniaslr. t-k.— Wauusee! Schule Charkottenstraße.— tzattenherg: Heim Am Kaltenberg 117.— Fr'edrichnfelbe: Heini Berliner. Eike Schlaßstraße.— Litfitenberg.Miite: He'm Scharnweder- steaße 2«.— Neu-Lichienherg: Heim Prinz.Älbeit�Straße.— Lichtende rq.Zliird! Heim Dassestr. 22.— Lichtende rg-Sef«: Heim sckiarnweberstr. 2l>.— Panlow Hl: Heim Särschstr. 11. »» z-UpIaß 1: ffm:lt«oniicfi(iune.— Südwesten: Heim Yorckstr. 10. Licht- dildervonraa.— Paulow-Sord und-Süd: Turnen und Boikslanz in der «. Semeindefchule Schulstraße(Turnhalle). Beginn IS Uhr. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reickisbanner.Sckiwarz Rol-Gold" Geschiiiisstelle: Berlin®. II. Srdastianstr 87/3«. Hos S St. HeeWedorf, Die Einäscherung de» Nomeraden Nudols Neun, Ig findet am Mittwoch, 7. De»rmber, 13 Ilde, in der Gerichtsirahe statt. Die Kameradschaft persammelt sich ISsch Uhr vor dem Äiemaiotium. tSif yfawfiPI&Ut':! O.. Mittwoch 7. Dezember �927 Unterhaltung unö ÄVissen Seilage des Vorwärts Madame opfert sich. Vou Olaf Äouterweck. (Schluß.) Doch als.Herr Castell dann abends unter Beritcksichtigung aller erdenklichen Vorsichtsmahregeln aus dem Hause schleichen wollte, traten ihm aus dem Dunkel drei schwarze Krieger entgegen und bedeuteten ihm, dah sie auf Befehl des Königs eine Flucht der beiden Weihen unter allen Umständen zu verhindern hätten: nötigen- falls mit Gewalt. Herr Costell glaubte weiter iin Hintergrund ein ganzes Heer der schwarzen Krieger zu sehen und er zog sich resigniert in seinen Bungalow zurück. Zu seiner Frau, sagte er, daß sie erst morgen reisen könnten, denn ihm falle gerade ein. dah er zuvor noch eine wichtige Angelegenheit mit Mulubuko besprechen müsse. Er verbrachte eine schlaflose Nacht. Am nächsten Morgen ließ er sich in aller Frübe bei Mulubuko melden. Und er wurde sehr energisch... er tobte und fluchte und suchte den„schwarzen Teufel" dadurch einzuschüchtern, daß er ihm drohte, sich wegen der Freiheitsberaubung— denn darauf lause die Sache hinaus— an die französische Regierung zu wenden, die Macht genug habe, und nicht zögern werde, auch in dem abgelegenen Injguako nachdrücklichst darauf hinzuweisen, wie man freundlich gesinnte Europäer zu be- handeln habe,.. Aber Mulubuko ließ sich nicht einen Augenblick aus der Ruhe bringen.- Seinetwegen— sagte er— könne man den sogenannten Völkerbund und sämtliche vereinigten Mächte der Erde anrufen, sie könnten ihm alle zusammen--(hier folgte ein Ausspruch, der frei übersetzt, dem bekannten Zitat aus„Götz v. Bcrlichingen" nicht unähnlich war). Im übrigen sei er König in Iryguako, und er besäße Macht genug, dafür zu sorgen, daß dem§ 173 unter allen Umständen Genüge geschähe... Herr Castcll fluchte und begab sich zuin französischen Konsulat. ?n einiger Entfernung solgten ihm zwanzig schwarze Krieger. Der sranzösische Konsul hört« sich die Geschichte an, zuckte die Achseln und sagte, daß die Angelegenheit weit ernster sei, als Herr Eastell glaube. Denn Mulubuko habe viele tausend wohlbewaffneter Krieger zur Verfügung: außerdem würden ihm im Ernstfalle alle benachbarten Stämme zur Hilfe eilen... Immerhin— er wolle persönlich mit Mulubuko reden und versuchen, die Sache gütlich beizulegen... Mit rotem Kopf kam er drei Stunden später zurück. Die Lage sei-sehr ernst. Mulubuko wolle von einem Vergleich nichts wissen: er verlange die Erlüllung des si 173! Wenn man es nicht zu einem ollgemeinen Ausstand kommen lasten wolle, müsse man— oder vielmehr: müsse Madame Mulubuko schon zu Willen sein. Und er der Konsul~ rate um so mehr hierzu, als das Ganze lediglich eine Formsache sei— sozusagen eine symbolische Handlung— nur dazu nngeton. die iryguakofsche StaatsabtoriM nufrechtzuekhalten. der Untertanen wegen. Mulubuko habe bei femche KLnigswürdc gei schworen, Madame würde seinen Palast so verlassen, wie stö ihn betreten würde. Drei bis vier Stunden Konoersation— per «listznre natürlich— vielleicht auch ein Handkuß... und die ganze Sache war erledigt. „Und Sie glauben," sagte Herr Eastell, bleich bis in die Lippen, „daß sich meine Frau daraus einläßt?" „Wenn Sie mich mit ihr reden lassen.— warum nicht?" Der Konsul begab sich sofort zu Madame und sprach mit ihr. Herr Eastell wartete derweilen im Nebenzimmer. Draußen vor dem Bungalow trieben sich zwanzig schwarze Krieger herum. Nach einer halben Stunde kam Madame ins Zimmer gestürzt. Sie war über die Zumutung bis ins innerste empört und fiel in einen hystlirlschen Weinkrampf. Ein solches Zlnstnne»— schrie sie: und noch dazu nnt diesem fetten schwarzen Ungeheuer! Aber wenn sie sich dennoch opfern wolle, so nur deswegen, um einen Krieg zwischen Iryguako und Frankreich— vielleicht sogar einen Welt- lricgl— zu verhindern... Und wenn der schwarze Teufel sie mir anrühre, schösse sie sich eine Kugel ins Her;. Es sei sowieso gebrochen. Und in Paris laste sie sich scheiden! Ja! Dann schloß sie sich bis zum Abeich in ihren, Zimmer ein. Mulubuko, der von dem heroischen Entschluß Madomes unterrichtet worden war. saichte gegen Abend die königliche Sänfte, die von der gesamten Leibgarde Mulubukos begleitet wurde. Denn die Angel egeicheit war gewissermaßen eine Staatsaktion: ganz Iryguako sollte erfahren, daß nunmehr dem§ 175 Genüge geschehen würde... Dennoch: Hm Eastell de la Erur hatte trotz des königlichen Ehrenwortes keine Ruhe. Er folgte der Sänfte in einiger Ent- fcrnung, um nötigenfalls... Der Teufel sollte diesen schwarzen Halunken trauen! Als er sich bi/I» Hörweite an Mulubukos Palast herongepürfcht hatte, war die Sänfte bereits verschwunden. Gedämpft klangen die feierlichen Rhythmen der iryguakoischen Natinoalhymne„Puppchen, du bist mein AugenfternI" zu ihm herüber. Herr Eastell stieß einen meterlangen Fluch aus. Doch als er weiter vordringen wollte, streckten sich chm aus dem Dunkel überall lange, spitzige Speere entgegen, und im Hintergrund grunzte es in nicht mißzuverftehender Weife! Dorum hielt es Herr Costel für den Augenblick geratener, umzukehren. Woraus ihr erkennen könnt, meine Lieben, daß fch.rrfgeschliff�ne Säbel In genügender Zahl ein sehr gewichtiges Argument bilden. ganz gleich ob es gilt, die Vorzüge der Monarchie zu beweisen, oder nur einem Paragraphen zu seinem Recht zu verhelfen... Wut verlangt irgendwelche Betätigimg. Herr Eastell ging in seinen Bungalow und walkte den von Mulubuko Überlasserien schwarzen Dirner Bambula durch.- Bambula fand das ganz m Ordnung: nur fühlte er sich als wohlerzogener Diener verpstichtet, seinen derzeitigen Herrn zu bitten, sich nicht zu sehr aufzuregen bei dtoser Exekution: es schade der Gesundheit... „Was sagst du Satansbraten!" schrie Herr Eastell außer sich, „nicht aufregen soll ich mich?!... Das schwöre ich dir: Wenn dein kogenannter König meiner Frau auch nur ein Haar krümmt, bist du der erste, der zur Hölle fährt I' Bambula blickte aus unschuldigen schwarzen Kulleraugen auf: „Masta. wird König Mulubuko weiße Frau nix Haar krümmen... Iz Mulubuko gute» König... Als Masta drei Tage fort war. in Dschungel, war weiße Frau dreimal ganze Nacht bei Mulubuko und hat doch nix Haar gekrümmt!" Undank ist der Welt Lohn: obwohl Madame durch ihr Opfer einen neuen Weltkrieg verhindert«, hat ihr Gatte dennoch in Paris die Ehofchsidung beantragt. Da habt ihr den Salat, mein« Lieben... MSnner sind immer £« et» anbaaktom««lumpe«Kmef«- Oer Maskentanz. Von Vera Gkoronel. Wir treue» un«, diese SlustWnnrzen der deriZZatte« Teinzeri», die Übrigens ein« Enkelin unseres rutfischen Genossen Axelrod ist, ver. oifentlichen im können. Die Volksbühne veranstaltete dieser Tage eine Masken- tanzmattnce im Theater am Bülowplatz und bewies damit wieder einmal, daß sie dos einzige Berliner Theater ist, welches jungen unbemittelten Tänzern Gelegenheft gibt, sich vorzu- stellen. Auch ist es sehr zu begrüßen, dah sich die Vorführuno mit dem aktuellen Problem des Maskentanzes beschäftigte und oomft Veranlassung gab, sich mit diesem Gebiet des Tanzes auseinander- Zusetzen. Der Maskentanz steht heute im Begriff, eine Mode ,zu werden, wie es der musiklosc Tanz geworden ist. Und damit eine Gefahr für alle jungen Tänzer» die sich verpflichtet fühlen, mitzumachen ob mit oder ohne innere Berufung. Wer ist sich überhaupt klar über die Forderungen des Maskemanzes? Das Tragen der Maske bei Tanz und Schauspiel, eine uralte Tradition bei exotischen Völkern, ist in Europa seit den Masken der griechischen Tragödien völlig verschollen Das was z. B. bei den Primitiven ganz be- stimmte Bedeutung Hot(Besiegung böser Geister, Teuselstänze der Balinesen), wird von Europäern niemals erlebt, höchstens nach- empfunden werden können. In der Kunst ist aber nur das stark, was aus dem Echten, Ursprünglichen kommt. Und schwerlich wird dem Europäer bei exotischen Tänzen die tierhafte Unschuld, die unbewußte Nüancieruiig und Raffiniertheit des Ausdrucks gelingen. Das Wesentliche dieser Tänze ist nämlich nicht ihre reale Bedeutung, sondern ihre letzte Quelle: das Dämonische. Und das ist niemals mit Wisten des Tanzenden zu erveichen. Also muh, sich der heutige Tänzer, um künstlerisch Wertvolles m geben, von vornherein auf einen ihm gemäßen Standpunkt stellen. Welche Motivs treiben ihn aber man zum Maskentanz? Flucht vor dem Ich. sich bergen hinter einem mochtigen Ausdruck, Sinn für das Dekorative— sehr viele Beweggründe bewußter und unbewußter Natur spielen hier mit. Bei der Matinee der Volksbühne hatte man Eelegenheft zu ausgiebigen Studien und'Analysen dieser Art. Und muhte zu« sommensassend zu dem Resultat kommen: der Maskentanz ist Gefahr und Prüfstein für Tänzer. Die Maske überbetont durch ihre kv'r- zentrierte Wirkung den Kopf, gibt dem Körper einen cssektoollen Rahmen, lenkt die Aufmerksamkeit auf sich. Irgendeine gering- fügige Armgeste kann je nach dem Charakter der Maske grandios oder spöttisch wirken— aber nicht die Geste schafft diesen Ausdruck— sondern die M a s k e. Jede Bewegung, auch die ärmlichste, wirkt großartiger, als sie in Wirklichkeft ist. Durch die Maske täuscht der Tänzer sich über seinen eigenen Ausdruck, seine eigene Kam- posftionssähigkeft hinweg. W y M a g i t o z. B. scheint es zu ge- nügcn, wenn sie in einer ihrer sehr schönen Masken im pompösen Kostüm aus der Bühne steht, sehr viel mehr verlangt sie von sich nicht, und chre Tänze(außer ksem Zümgö) sind mft«in igen Schritten, Kopswendungen und � belanglosen-Aringesten erledigt; Am besten war ihr Tango. d«r, mit etwas weniger Phlegma getanzt, sowohl räumlich als thematisch«ine wirklich kultivierte Leistung darstellt. Airgenehm»ällt ihre beherrschte Schrittechnik der wabrhast jommer- vollen Fiißsührnng Ursula Falles gegenüber aus. Frau Falkos weiche flitßciide Bewegung des„Marienliedes" war durch falsche Gewichtsverlagerung und völlig undisziplinierte Fußsührung so be- hindert, daß das Schöne dieses Tanzes nicht herauskam.'Die be- tonte hilflose Einfalt des Gesichtes wirkte unkünstlerisch. Diese» etwas hilflos Kränkliche scheint ihr aber sehr zu liegen und kommt in den Tänzen mit Maske zu einer gewissen Wirkung. Am stärksten wohl in der„Weißen Frau", in der dieselbe Gestihlskurve zu einer weltfernen seltsamen Bewegtheit und tänzerischen EinHeft wuchs. Bei llarletto Thieben war die Norwendigkeit der Maske nicht immer zu sehen. Do feine Tänze sehr oft den Ausdruck wechseln, geschah es stellenweise, daß die Maske nicht mehr zur Be- wegung patzte. Es ist schade, daß dieser begabte, junge Tänzer seine Komposftionen sehr oft selbst zerstört durch plötzliche, wie ein- gefügte namroltstischf Bewegungen—, daß er stets und völlig un- organisch die Spannung wechselt, so daß ni« ein einheilliches Ganges entstehen kann. Dos Geheimnis oller guten Tänze ist ja Einheit und organischer Aufbau— die Notwendigkeit, das Muß jeder Bewegung. Wenn es Thieben gelingt, seine Vewegungsphantasie und Musikalität einem strengen Kontpositionsftil unterzuordnen, dann wird er dos erreichen, was er geben kann und möchte. Sein bester Tanz„König Elown" hat sehr gute Stellen, verliert sich ober dann wieder in prunftiöstes Schauspiel. Dieser grobe Noturalismus hat nichts mit> Tanz zu tan. da«r nicht mehr in Bewegung übersetzt ist. In Tbiebens Zugabe kam seine natüilichc südländische Liebenswürdig- keft heraus, und momentweise war ,zu spüren, daß eine Komiker- begabung in ihm steckt. Dieser Tänzer zeigte seine Möglichkeiten, wir wünschen ihm, daß er durch strenge Arbeit und Selbsterzichung dazu kommt, diese Versprechungen zu halten. Wenn auch das Experiment der Maskenmatinee nicht restlos glückte, so war es dock) interessant, sich bei dieser Gelegenheit über die Forderungen klar zu werden, die man an den Maqtentanz stellen muß. Vor allen Dingen sollten nur die künstlerisch gereisten, hie auch ohne äußeren Behelf phantastevolle und stark erlebte Schöpfungen geben, sich dieser schwierigen Ausgabe unterziehen. Denkt man z. 25. an die Maskentänze einer Wigman oder an den„Tanz mit der Maske" von Seift Mahesa, dessen erschütterndes Erlebnis eine echte, inbrünstige Beziehung des Tänzers zur Mast« offenbart, so wird einem klar, was der Maskentanz sein sollte. Es gibt Aus- nahmefälle, wo die Maske ein häßliches oder ousdruckloses Gesicht bedeckt, damit der schöne tanzbeseelte Leib zur Geltung kommen kann— auch hier isf sie am Platz. Im allgemeinen aber ist die Ratlosigkeft der meisten Tänzer ihrem Gesicht gegenüber so ver- Heerend, daß sie dieses erst«innral zur selben Ausdrucksrähigkeit wie den Körper erziehen sollten, bevor sie es hinter eine Maske stecken— denn dann erst dürfen sie es. Sie müssen zu der Erkenntnis kommen, daß ihr Gesicht ebenso selbstverständlich im Tanz mitgehen muß, wie ihre Hände oder Schultern, daß keine schauspielerische Mimik, aber ein natürliches Mitsühlen, Mitvibriercn des Gesichtes einfach zur Bewegung gehört. Wenn dies Ziel erreicht ist, dorm braucht die Maske nicht mehr aus der Not derartiger Konflikte heraus als Hilfe benutzt zu wefheu und wird dadurch für Ihre währe Bsstlrtimung erst frei. Die BöraitkstHlng/sSr dM Idealen MoMritaft; wäre'ein«' so; «igest ottige. p ha nt a st i s che und unwirkliche TaNz- koinposittost, das, zu ihr ein menschliches Gesicht und sei es nach so ausdruckssähiq, nicht mehr passen würde. Hier erst, wo die Maske den besonderen Charakter der Bewegung durch ihr« stilisierte Wirkung ergänzen soll(und nicht diesen'besonderen Charakter allein schafft), kann der wahrhaft künstlerische, curo-� päische Diaskentanz entstehen. Oer brave Soldat Schwejk berichtet Lieber deutsche Treue. „Deutlche Treue", fuhr Schwejk fort zu erzählen,„gibt es zwei Sorten: die ein« heißt so. denn es ist eine Zeitschritt, und der Nationalverband Deutscher Offiziere läßt st« drucken. Man kann sie daher sehen, außer wenn sie gerade verboten ist. Di« andere deittsche Treue aber ist ein edles Gefühl, und man kann sie deshalb niemals sehen. Man steht sie nicht einmal, wenn alles nach ihr aus- schaut. Aber, wie mein Feldwebel Haoliczei in der Instruktions- stunde gesagt hat: deutsche Treue ist dos größte, was es gibt. Ich kann euch versichern, daß es stimmt. Man kann ihre Größe gar nicht mesien, sie läßt sich nur ausdrücken durch die ungeheure Menge der Ofsizicre, die bei der Revolution am?. November für ihren Kaiser das Leben gelösten haben, wosür sie noch heut« von der Republik Pension beziehen. Denn die Treue muh belohnt werden. Da war in München ein Gemischtwarenhändler Jgnaz Futterer, der galt als treudeutscher Mann und er verkaufte die besten Makka- roni in der ganzen Umgegend. Wie aber die Italiener uns den Krieg erklärt haben, hat man die Makkaroni„Treubruchnirdeln" geheißen und der Futterer sich geärgert und er hat sie nicht mehr verkaufen wollen. Da hat er an seinem Laden ein großes Schild angebracht:„Deutsche Männer und Frauen, cßt keine Treubruch- nudeln!" und er hat seinen ganzen Vorrat mft 50 Proz. Ausschlag nach Rorddeutschlond verschoben, wo sie schon damals nichts zu fressen hatten. So hat er drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: er hat erstens das nationale Bewußtsein wach erholten, zweitens den Hungernden geholfen, und ist drittens selber nicht zu kurz dabei gekommen, was der wahre Poriotismus ist. Deshalb halten auch die Offiziere die deutsche Treue und brechen ihren Eid aus die Repudlik niemals, außer wenn die Pensionsberechtigung ge- sichert ist. Die„Deutsche Treue"'— fetzt mein ich wieder die gedruckte— hat geschrieben, daß die Republik durch Verrat und Verbrechen entstanden ist und daß sie keine Rechtsgrundlage schaffen kann für eine neue Staatsordnung. So denkt d«r schlichte Offizier in seiner Treue, und deshalb haben sich auch am 9. November olle Ofsiziere, nach. dem sie für ihren Kaiser gestorben waren, aus den Boden der Re. gierung Ebert-Scheidemann gestellt. Da haften wir beim Regiment einen Hauptmann Graf Aufseß v. Springer, der hat, als es ms Feld ging, seine Gattin umarmt und ihr«wige Treue geschworen. Nachher aber, wie es ihm in Frankreich zu langweilig geworden, hat er sich zu einer französischen Komteß ins Bett gelegt und danach. als es nach Osten ging, zu einer jüdischen Viehhändlertochter in Bjalystok. denn er hatte den Dinier noch nicht gelesen. Und im Mafino. wo ich Ordonanz war. hat er sich entschuldigt:„Ich leg« «ich ins Bett de, Tatsach»»' Uns danach hat« ro* Polin gehabt und hat ihr Photographien aus dem Kasino mitgebracht, die sie gern hat sehen mögen, denn es waren große Schweinereien darauf. Räch dem aber hat er sie verhaften lassen, well das Mädchen in anderen Umständen von ihm gewesen ist und weil es einen deutschen Krieger zum Verrat militärischer Geheimnisse hat verleiten wollen. Den» die Photographien waren streng geheim und ich habe nur mit Mühe zwei davon beiseite gebrocht, welche aber jetzt in Frankfurt a. d. O. bei-den Gerichtsakten sind als Bcwoismatcriall Der Reichswehr- minister Geßler hat nämlich gegen einen sozialdemokratischen Redak- tcur wegen ZZeleidigung der Armee geklagt. Und das Gericht hat festgestellt, daß die Photos als Beweis unerheblich sind, weil die Ofsizicre sie nur mit Abscheu betrachtet haben. Zlber der Redakteur ist ins Gesängiiis gekommen, denn er hat von seinem Artikel nichts zurückgenommen. Er hat nämlich als Sozialdemokrat nicht gewußt. was deutsche Treue ist. Die„Deutsche Treue"— jetzt mein Ich wieder die gedruckte— ist viel kliiger als solch ein Staatsoerräter. Wie sie nämlich der Polizeipräsident verboten hat, wegen Beschimpsuug der Republik, hat sie schleunigst eine Erklärung herausgebracht und gejammert, daß sie sich gor nichts dabei gedacht hat und daß es ihr sehr leid tüte und daß sie in Zukunft sich bessern werde und dah sie immer artig sein wolle. Da hat denn der Polizeipräsident ein Einsehen gehabt und sie wieder erscheinen lassen. Und unser Feldwebel Havliczek hat in der Instruktionsstunde gelehrt, daß die deutsche Treue feststeht wie Eichen und jedem Sturm trotzt, wie hier wieder ersichtlich geworden ist. Da kannte ick, auf der Prager Kleinseite einen Sattler Wrbo, be! dem Hab ich die Maulkörbe für meine Hunde gekaust. Und im Laden hat der Wrba ein Schild gehabt-„Hier wird nichts zurück- genommen." Wie er aber einmal aus Versehen mir einen Maul» korb für drei Kronen gelassen hat, der mtt fünf Kronen ausge- zeichnet gewesen Ist, da es ihn gereut, und er hat ibn gern wieder- haben wollen, und wie ich auf das Schild gezeigt hob, hat er ge- meint:„Jede Regel wird erst schön durch die Ausnahme." Und so ist es auch mit der deutschen Treue, die am erhabensten wirkt, wenn alles wieder zurückgenommen wird, wie der Major v. Sodenstern. der Oberst von der Decken und der Nationalverband Deutscher Offiziere alle ihre Ausdrücke gegen die Republik zurückgenommen haben. Und sie haben gewiß an Ehrhardt gedacht, der oor Gericht beweist, daß er nicht geputscht, sondern nur dem Befehl geharscht hat.(Ich glaub, er hat das Rezept mir abgesehen.) Es ist eine gute Tot, wenn man alles zurücknimmt, was man getan hat. denn so bleibt in Deutschland das Wort bestehen:„Jede gute Tat findet chr« Penston," � Jonathan. Das Gaargebiet leidet. Seine wirtschaftliche Zukunft ift bedroht. Daß wir in Deutschland«nc Rechtsblockregicrung haben, in Uc die Großagrarier den Ton angaben, hat auch für da» Veit«. vom Deutschen Reich durch den Dersaikler Vertrag vorläufig ab- getrennt« Saargebiet bitter« Aolgen. Deutschland tönt zwar wider von der N o t im O st e n. die sicher vielfach nicht gering ist. aber von der N o t im Westen, im Saargebiet, hört man sehr wenig. Der Grund ist einfach: dos Saargebiot ist ein Industriegebiet, die ArbeiterbcvöUenmg herrfckst vor. und diesem Gebiet schien die Beziehungen der ostelbischen Junker zu unserer hohen Bureau- kratic und der Einfluß in den Regierungen. Auch die Unternehmer- und Arbeiigebervcrbände der Saar werden den Röten und Zukunfts- sorgen des Saarooltcs nicht gerecht. Wo ihre Unternehmerinteressen aushören, hört für sie das Interesse für dos Saorgebiet auf. Die ganze Existenz und eebeosfähigkeit des. Soorgcbietes. das heute ja zum französischen Zollgebiet gehört. qcnt�t auf dein Kohlenbergbau. Unter den gegebenen pollti- schen Verhältnissen, die im Augenblüt 40 bis 4S Proz. der Kohl«»- forde ruufg in Anankneich abzusetzen erlauben, ist das Wirtschafts- leben ndch in leidlich guter Verfassung. Die ständig« Sorge für das Soarvoik ober ist die Fmge: Wie wird das Wirt- fchoftsleben aussehen in sieben bis acht Iahren, wenn das Saar- volk seine Entscheidung z« treffen hat, wird die wirtschaftliche Ent- Wicklung bis dahin die Existenzgrundlagen nicht unter Umständen so verschoben oder atrch so zerstört haben, daß die ganze Existenz. fähigkeit des SaargebtLtes bedroht ist? Vierzig bis sunfundoierzig Prozent der Kohlenförderung gehen. wie gesagt, nach Frankreich. Etwa merzig Prozent bleiben im Saargebiet, und mir noch sieben bis acht Prozent gehen heute noch nach Deutschland. So sehr haben die Abtrennung vom deutschen 'Absatzgebiet und die Eingliederung in das französische Zollgebiet die Grundlagen des Kohlenbergbaues bereits verschoben. Wie wichtig die Kohle für das Saargebiet ist. zeigt die Taffache, daß von rund 000 Einwohnen» allein 75 000 Bergleute sind, und daß rund 300 000 Menschen, direkt vom Bergbau leben. Baden, Württemberg, Bayern, Hessen, die früher dos Hauptabsatz- gebiet der Saar waren, werden heute fast ausschließlich vom Ruhr- bergbau versorgt. Es ist unoermeidkich. daß die Saarkohle später einen scharfen Kampf gegen die Ruhrkohle wird führen müssen, wenn der Saarkohlenbergbau nicht vollständig erliegen soll. Und sie würde das sicher mit Erfolg tun können, wenn die vom Soor- gebiet erstrebten Hilfemittel, der Bau eines Saor-Pfalz-Kanols, die Sicherung gesunder und günstiger Frachtverhültnisse und die mög- lichst wirtschaftliche Verwendung, insbesondere der Abfallkohle, den» Saaroolt nicht verschlossen werden. Gntscheikend für die Konkurrenz- sähigkeit und damit sür die Existenz des Saorbargboues ist aber dabei die Möglichkeit, Kohle In höherer Form, als elektrische Kraft oder als Induftriegas, verkaufen zu können. Zu diesem Zweck muß mäch nur die Versorgung des Saargebiets mit elektrischer Kraft dem Saarbergbau reserviert werden. sondern auch über das unmittelbare Soargebiet hinaus muß die umgewandelte Kohle noch ihren Absatz fmdeft. Gelingt das nicht, so gibt es für die Hunderttausende von Saararheitern und die vi»» chnen abhängigen Familien kaum mehr ein« Möglichkeit, sich das tägliche Brot in der Zukunft zu sichern, von den»nöglichen politi- schen Folgen ganz zu schweigen. Diese Aufgabe sollte für das Gebiet der Elektrizität die öffent- liche Saarland-Lothringen-Elektrizitäts-Gesell» schaft durchführen. Sie versuchte deshalb, die Saartress« zu einem gemeinsamen Versorgung sgebiet zusammen zufassen. Alle diese De- strebungen aber wurden durch das Rh e i n i sch- D est f ä l i sch e Elektrizitätswerk, das im rheinländsschen Süden sehr scharf gegen die Saar vordringt, vereitelt. Sie wurden vereitelt durch die bekannten unterirdischen Methoden des zwar öffentlich kontrollierten. leider aber noch immer privatkapitalistisch beherrschten Rhei- nisch-Wesffälischen Elektrizitätswerkes. Es hat zuerst die sührenden Persönlichkeiten zum Teil durch Bertragsangebote persönlich an sich gebunden und mit diesen Persönlichleiten Strom lieferungs- vertrag« vereinbort unter Vorbehalt der Zustimmung durch die kommunalen Körperschaften. Und den Einflüssen, die der Londrat des Kreises O t t w« l l« r auf die ihm unterstehenden Bürger- meist«? ausübte, fft es sogar gelungen, die zustaichige Körperschaft zur Zustimmung zu dem von ihm abgeschlossenen vorläufigen Der- trage zu veranlossen. vollständig Überrumpelt wurde« durch diese» Vorgehen die polUischea Parteien des Saorgebietes. ebenso auch die interessierten Wirtschaftszweige und Arbeiterverbände. Sowohl die politischen Parteien wie auch die Gewerkschaften erblicken in dem Vorgehen des RWE. die schwerste Schädigung des Saargebietes, da mit Sicherheit zu erwarten ist, daß das RWE. nach seiner ganzen bis- herigen Wirffchastspolitik und wegen feiner privatkapitalistischen Beherrschung nicht das mindeste Interesse daran haben wird, die für die Saar absolut unentbehrlich« Derwertung der Saarkohle für eine eigene Elektrizitätswirtschaft in der Zukunft zu unterstützen. Dos an sich schon durch die gegebenen politischen Derhältniss« äußerst schmal gewordene Absatzgebiet der Saarwirtschast auf deutschem Boden droht durch die Politik des Rheinisch-.Westfälischen Elektrizitätswerkes nicht nur für alle Zukunft noch weiter eingeengt zu werden, sondern es besteht im Saargebiet die berechtigte Furcht, daß das Vorgehen des Werkes das End« der wirtschaftlichen Cxistenzfähigkeit des Soargebietes überhaupt einleiten wird. Kommt es einmal soweit, daß von außen her die stromver- brauchenden Industriewcrke des Saargebietes versorgt werden, dann ist für die wirtschaftliche Zukunft der Saar die Axt andie Wurzel gelegt. Der weg nach Berlin ist weit. und dl« Regierungsstellen in Berlin haben dieser bedrohlichen Ent- Wicklung bisher untätig zugesehen. Di« preußische Regie- rung, insbesondar aber das preußisä)« Handelsministerium, das hier «inzugreifen hätte, haben offenbar die Tragweite dieser Vorgänge nicht erkannt. Dagegen reicht der Etnsluß des Schwerkopitals der Ruhr bis in die höchsten Stellen. Und so wenig wir es hoffen wollen, so ist es doch leider nicht ausgeschlossen, daß e» in Berlin Regierungsstellen gibt, die bei dem Borgehen der rheinisch-west- fälischen Kraftindustrie wohlwollen!» durch die Finger sehen. Es ist deshalb höchst« Zeit, daß der Preußische Landtag und auch der Reichstag sich auf die. D erä.nt w o rt u n g besinne», die auf ihnen sür die Zukumt des Saarvolkes lastet. Schern mehrfach waren Deputationen des Saorgebietes in der Reichshaupfftadt, um ihre Sorgen vorzutragen. In den nächsten Wochen werden von neuem die Klogen des Saargebietes vorgetrogen werden. Di« deutsche Oesfentlichkeit, die Parlamente und Regierungen müssen diesen Klagen ein offenes Ohr schenken, denn sie sind nur allzu be- rechtlgt. Schacht erhält Besuch. Oer Präsident der amerikanischen Bundesreservebank kommt. Wie aus New Dork gemeldet wird,»vird Mister Strang, der Leiter der amerikanischen Bundesreservebank, bei den Zentralbanken in Europa einen Besuch machen. Selbstverständlich handelt es sich nicht um einen Höflichkeitsakt, sondern um Geschäft. Dabei wird Gouverneur Strang auch in Berlin beim Reichsbankpräfidenten Dr. Schacht seine Karte abgeben, und wenn wir recht berichtet sind, wird der Leiter der amerikanischen Zentralbank, der keineswegs in ollen seinen Ansichten mit den Ausfassungen des Herrn Schacht über- einstimmt, in Berlin nicht nur Lob für die Politik der Rsichsbank zu verteilen haben. �eichslagung der Zementmagnaten. Neuer Kampf gegen die Außenseiter. Die Kartellftag« in der Z-rmeutindustrie und der Kampf um die Zementpreise hat die Oesfentlichkeit im letzten Jahre stark beschäftigt. In diesem Zusammenhang war die Erklärung des Vorsitzenden auf der Iahrestagung des Zementbundes von Bedeutung, daß die großen Zementwerke den Kartellaufbau noch schärfer durchführen wollen. Er nannte das den Fortschritt zum System verbundener Konzerne in Syndikatsforn». Aon allgemeinstem Interesse ist das„E r g e b n I s" der Rationalisierung. Der Erfolg der Mechanisierung in den Be- trieben drückt sich darin aus, daß 1920 etwa 9000 Dollarbciter weniger als 1913 beschäftigt wurden, während die Leistung je Kopf von 266 aus 370 Tonnen im Jahr« g e st i e g e n ist. Di« nach der Durchführung der Rationalisierung erzielte Leistungs- fähigkeit der Werke hat allerdings das Mißverhältnis zwischen Pro- duttion und Absatz noch bedeutend verschärft. Während in der Vorkriegszeit bei einem Absatz von rund 7 Millionen Tonnen jährlich die Zementwerke mit etwa 70 Proz. ausgenutzt wurden, ist dos Per- hältnis heute noch schlechter. Bei 12 Millionen Tonnen Jahresleistung und 7 Millionen Tonnen Absatz sind die Werke nur mit 60 Proz. ausgenutzt. Die gesteigerte Arbeitskeistung Ist also regelveckst durch zu stark« Gründungen, natürlich auch ein« Folge d«r Kartellpolitik, verpulvert worden. Deshalb wollen die in dän Verbänden zusammengefaßten Zementwerke den Kampf gegen dos Außeuseitertum noch rücksichtsloser durchführen. Eine wohrhoit katastrophale.Ausbau"polittk. Der Kampf gegen die Außenseiter wird von den Verbänden schon seit dem Frühjahr dieses Jahres mit bei anderer Brutalität geführt, so daß der Redner damit nichts Neues sagt. Er vergaß jedoch hinzu. zufügen, daß die Syndikate durch ihre übermäßigen Preis« das AußenfeUertum künstlich züchten Watn der Vorsitzend« weiter erklärt, daß die durch die Rationalisierung erzielte 40prozentige Ersparnis nicht der Verzinsung des Kopitals zugute gekommen fei. io beweisen die Abschlüsse sür 1926 dos Gegenteil. Denn im Durchschnitt zahlten die Zementwerk««ine ochtprozentigr Dividend«. Ein Beweis. in wie unerhörter Weise die Preise übersteigert sein mfiffen. Unternehmer verhandeln. Neben der Negierung über den deutfih-polnischen Handelsvertrag. Es ist in Deutschland allmählich zur Regel geworden, daß Handelsverträge zwischen zwei Ländern, die eigentlich eine Staatsangelegonheit und Sache der Regleningen sind. von privaten Verhandlungen betelligten.Wirffchafts'- treise, das heißt natürlich nur von Unternehmern, begleitet werden. Wir haben diese an sich durchaus nicht begrüßenswerte Tatsache schon mehrfach oerurteilt, weil prwate Interessenten den Staat nicht zu vertreten haben und well die breiten Massen von solchen Ber- Handlungen ausgeschlossen werden. Aber der Beginn der deutsch-polnischen Verhandlungen hat dies« Entwicklung um«inen neuen Fall bereichert. Eine deuffche und eine polnische Delegation von Prloatinter- essenten haben in Berlin gestern solche Verhandlungen begonnen. Es wurden recht herzliche Begrüßungsreden von beiden Seiten ge- halten, in denen man sich auch gegenseitig das versprechen gab, dar. über hinaus ernst« Borarbeit sür die Regierungen leisten zu wollen. Die beiderseitigen Regierungen waren insofern indirekt dabei be- teiligt, als zur Disposition gestellte Minister bzw. Staatssekretäre die wirtschaftliche Lage der beiden Länder und ihre Stellung zu dem kommenden Handelsvertrag darlegten. Das vor- läufige Ergebnis der Verhandlungen war die Bildung von zwei Kommissionen, von denen die«ine unter dem Borsitz des Grafen Kayserlingk und des Herrn von Plucinsti Agrarfragen und die ander« unter dem Vorsitz von Generaldirektor Stähler-Gleiwitz sowie des Professors von Trcpka Industriefragen behandeln soll. Man wird abwarten müssen, ob die Arbeit dieser Kommissionen wirklich dl? Ergebnisse der Verhandlungen im günstigen Sinne für die Gesamtwirtschoft beeinflussen vxrden Gewähnlich müssen die Massen bei solchen privaten Verhandlungen Haare lassen. Preistreiberei für Kupfer. Anziehen See Kartellschraube.— Um 50 bis 8A Prozent gestiegene Einfuhr. Di« Kupf«rpr«lse sind in den letzten drei Wochen ganz erheblich gestiegen. Das Geschäft hat sich gebessert, da die deutsche, die englische und auch die amerikanische metalloerarbettend« Industrie größere Mengen Kupfer, Blei und Zink verbraucht haben. Dt« Erhöhung der Preise sieht aber trotzdem m Widerspruch zu der vom Äupsertartell anaelündigten Preispolitik.. Man wollte durch Stabilisierung der Preise und durch Ausschaltung der Spekula- tion den Markt beruhigen. Obwohl die Welterzeugung von Kupser im Oktober um 10 Proz. gestiegen ist, hat man ohne Rücksicht auf die inzwischen vorgenommene Senkung der Her- stellungskosten die für Europa gülsigan Äupscrprcise von Woche zu Woche herausgesetzt.. M Nachdem die Kupserexport-Bereintgung während ihrer einjährigen Geschäftstättgkeit es verstanden hat. sämtliche «nropösschen Kupfennärkt« unter ihr Diktat zu zwingen, will sie setzt auch die amerikanischen Märkte starker als b-sher beeinflussen. Da die Bildung von Monopolen und Preisabreden in den Bereinig ten Staaten gegen die Gesetzgebung verstoßen, hat man jetzt durch Gründung emes sogenannten K» p f e r i n st i t u t s eine Einrichtung gescbojien. um über die Propaganda und die BeröffeM- sichung von Zahlenmaterial die Preise und die Märkte zu beeinflussen. Reben Kupser sind aber auch die Preise für Blei und Zink hinaufgegangen, da auch hier mehr als bisher von der verarbeitenden Industrie und vom Handel gekaust wurde. Die nachstehend« Tabelle zeigt deutlich die Auswärtsentivickluitg seit Anfang Oktober: 100 Kilo kosteten am 3 Ottober 21. November I.Dezember 5.Dezember Elektrolyttupser. 125,75 M. 130.75 M. 131,75 M. 133,50 M- Hüttenweichblei. 42,—„ 43,25, 45,75. 46,25„ Zink..... 54,—„ 54,25„ 53,25„ 54,25„ Zinn..... 550,—„ 550,—„ 540,—„ 550,— ,. Die stärkste Preissteigerung weist Kupser auf und es ist noch nicht abzusehen, wie sich die Preise bis zum Jahresende entwickeln werden. Deutschland führte im Oktober 21 218 Tonnen Kupfer ein. Das ist zwar etwas weniger als im September, dach muß man zur Beurteilung der Konjunktur in der metallverarbeitenden Industrie das Äesomtresuttat werten. Danach sind vom 1. Januar bis 31. Oktober 1927 194 004 Tonnen Kupser, 122 357 Tonnen Zink, 129 362 Tonnen Blei und 12504 Tonnen Zinn ein- geführt worden. In derselben Zell des vergangenen Iabres Heltes sich dagegen die Einfuhr bei Kupfer nur aus 116 251 Tonnen. bei Zink aus 79 047 Tonnen, bei Blei aus 69 056 Tonnen und bei Zinn auf 8447 Tonnen. Es ist also qar keine Frage, daß sich der Metalloerbrauch in Deutschland in diesem Jahre ganz enorm ge- steigert hat. um 50 bis 85 Prozent allein nach den Eins uhrzahlen. Bei Kupser ist sogar der Rekordr.erbrmich des Jahres 1925 nach den Ttisherigen Ergebnissen übertroffen worden. Ein« hetze, die niedriger gehängt werden muh. Eine sehr bös- artige Hetz« zu sehr durchsichtigen Zwecken ist in der dem Schwer- tapital ergebenen Presie seit Wochen schon gegen die Stadt Düsseldorf im Gange, well diese ihren Besitz an Wertpapieren zu stark erweitert habe. In der Tat wird von Düsseldorf nicht bestritten, daß es etwa 18 Millionen Aktien des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerkes besitzt, eine Tatsache, die nur den wünschenswerten Einfluß der össentlühen Hand bei dem privat- kapitalistisch gelelleten RWE. oerstärken kann. Die»Berliner Börscnzeittmg� gibt aber eine Mittellung des»Deutschen Handelsdienstes' wieder, wonach die Aktien durch Wechsel- schulden der Stadt Düsseldorf bezahlt worden seien und daß noch etwa für zehn Millionen Mark Scyulden darauf stünden. Den Höhe- ounkt der Verdächtigung erreicht man aber dadurch, daß die den Unternehmern sehr unangenehme Erhöhung der Düsseldorfer Lob iv summensteuer der Finanzierung des Zlktienkaufes dienen soll. Gelder der Industrie würden hier wieder nutzlos verschleudert.— In Wahrhell liegen nach unserer Kenntnis die Dinge vielmehr so. daß in den letzten Dreioierteljahren Düsseldorf überhaupt keine Aktien mehr gekauft«hat und daß die allmähliche Erhöhung des Aktienbesitzes in einer sehr langen Reihe von Iahren, hauptsächlich aber in der Inflation, vor sich gegangen ist. Es handelt sich also um«ine ganz grobe und be! der Durchsichtt'gkell des Zweckes höchst fahrlässige Verdächtigung, auf die die Stadt Düsseldorf die Antwort sicher nitch schuldig bleiben wind. Aber schon jetzt soll diese Hetze niedriger gehängt werden. Steigend« Preise auch«och im November. Die für den Monatsdurchschnitt November berechnete Großhaildelslndexzifser des Stattstischen Reichsamts fft gegenüber dem Vormonat um 0,2 Proz. auf 140,1 gestiegen. Don de» Hauptgruppen ist die Indexziffer dor Agrarstoffe um 0,3 Proz. aus 137,3 zurückgegangen. Di« Index- zifser für Kolonialwaren hat um 0,3 Proz. auf 1313 angezogen Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Haldwaren stellte sich unverändert auf 134,0, während diefenige der industriellen Fertig waren um 1,1 Proz. auf 1543 gestiegen ist. Gesundung nach scharfer Umstellung. Bei der Zimmer- mann Werke A.-G. in Chemnitz, einer bedeutonden S p e z i a l- Maschinenfabrik, hatten sich gegen Ende des vorigen Jahres die Derhältniss« derartig zugespitzt, daß ein Zusammenbruch mir durch schärfste Sanierungsmaßaahmen vermieden werden konnte. Der Derlustabschluh für 1925/26 von 13 Millionen Mark bei 4,2 Millionen Aktienkopitai. zu dem noch hohe Bau!- schulden und überbewertete Anlagen al» weitere Belastungen hinzukamen. machte die Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis 20:1 von 4.2 Millionen auf 210 000 M. erfooderlich, d. h. 95 Proz. des Aktienkapitals gingen verlöre»». Der jetzt vorliegende Abschluß und Geschüstsvericht für 1926/27 zeigen die Richtigkeit des Vorgehens. Die Gesellschaft hat neben der finanziellen Umstellung auch ihre Betriebe von Grund aui reorganisiert. So wurde das sehr breite und zersplitterte Pry- duktionsprogramm auf die serienweise Herstellung von Spezial- Maschinen beschränkt, während bemerkenswerterweise der Traktoren- bau sollen gelassen wurde, von Bsdeutung ist auch der Wechsel in der Direktion, der darauf bindeutet, daß die Fehler der frühere» Direktton raesemlich zu den Schwierigkellen des Unternehmens bei- getrogen haben.— In der Gewinn- und Vertu st rech- n u n g wird jetzt ein Rohgewinn von 630 000 M. ausgewteien, zu dem noch die Buchgewinne aus der Kapitabzusanuneiilegung in Höhe von 4.1 Millionen hinzutreten. Dafür erscheint eine hohe Sonderabschreibung aus Fabrikate und Vorräte von soll 900 000$!. und außvMem eine besondere Rücklage von 1,7 Mill. M. für entriWete Anlagen. Die beiden letzten Abschrei- bungs- und Rücklagekonten hängen mit der Umstellung der Betriebe zusammen, durch die Zlnlagen und gewisse Borräte naturgemäß entwertet wurden. Sic sind andererseits als Umstellungsgewinn anzusprechen. Di« Erhöhung des Akttenkapitals von 0,21 auf 0,84 Millionen Mark ermölssichte eine teilweise Tilgung der Schul- den von 1,4 aus 0,8 Millionen. Die Forderungen erhöhten sich von 037 aus 0,55 Mill. M., so daß bei den hohen Rücklagen aus Anlagen und der niedrigen Bewertung der Vorräte das Unternehmen wieder fest fundiert scheint. Aus der Generalversammlung erklärte der Vorstand, daß die Werk« bis zum Frühjahr mit Aus- trägen versehen seien und die Zahnradbetriebe in Tag- und Nachtschicht arbeiteten. Eine schwere Niedcrlaae haben dl« Kommunisten bei den V e r- lreterwahlen zur Konsumgenossenschaft Hofsnunz in Köln erlitten. Bon 3558 Sttmn»en erhielt ihre Liste nur 713, also nur 20 Proz., während die sozialdemokratisch« Liste 2845 Stimmen. d. h. 80 Proz., aus sich vereinigte. Im Wahlbezirk Solingen, der kommunistischen Hochburg, behaupten sich die Kommunssten mit 1878 Stimmen, nährend die sozialdemokratisch« Liste 704 erhielt. In den kleineren Wahlbezirken Bonn und Koblenz entfielen auf die kommunistische Liste nur 14 Proz. der abgegebenen Stimmen. auf. die sozialdemokratisch« Liste 86 Proz. Aufdlao tfreifmoMr/Cfcfi, mQncri MmleSShit � Roth u.fee fand Oerfraudfznf fr. 20/71 fterufo- üfCieittuna her uff man in bewährten Qualitäten zu Billigsten Preisen bei Ccincrecfrcr Vj Berlin C. Köllnifcher FifchmarM 4-6 *eax&*l0ia*%ta* * Rheumatismus tu Meiden— denn dafür gibt es den seit über 30 Jahren erprobten und bewährten Apoflickcr P. 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Broiu-Expreft biM«ndsirDTni« Regte: Heinz Hilpert Volksbühne ttiatei an SDlivtUh 8 Uhr Tk an SdiiHlianrtann 8 Uhr Schieber des Rahms «, Drei(onsmai) Ifrafelllni sad«ädere«eUberObmie, «um entcaMele In DerUn«ni- treteade Inlena/ioaale SUr. Relchshalltait-IHeacr Abds. 8. Uhr Chicago �«ssiax-rheaier 8 Uht MIoMDoes Metropoi-Tb. T|gl. S'/tUhr Paganfnl OKnflifarnBUMi Wil Umi Uddmtas. Ui!i HbsIImsu. Ub Uitf, Irttar Hei- K«a<« Uhr fii tUaiB-QjdiM du (MdkikwkaA OroSes Sdiaiupieliiau. 01« neu« CHARILL- Inssenlaima mit Hu PtlieBbtrg lila fiterg lendow Jankohn SzSke Sukall Verkmt ster Wesiermtier Jaekson Bivs Sunshine(Irls AusstPinl. Stern Dirig. Dr.RBmer Mlttw, Sonnab., Sonntag nachmiti.., Uhr Kinderre\Tie Kapid&n Funk mit Allrad Braun Kleine Preise. f•rverkaai lO-ö Uhr Nene* Theater am Zoo Täglich 8 Uhr Die Hotelratte Operane v. Bromrae lila Biäy. Pul Idtaaui. 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