Morgenausgabe Nr. 579 A294 44. Iahrgang Wöchentlich 10 Pfennig, monatlich 3.— Reichsmarf. im voraus zahlbar. Unter Streifband im Än» und Aus- tand 6äO Reichsmart pro Monat. » Der �Donoärts* n»lt der illustrier- ten Sonntagsbeilage.Volt und Zeit� sowie den Beilagen.Unterhaltung und Wissen"..Aus der Filmwelr, .Stodtbeilage"..Frauenstimme", .Der Kinderfreund".Iugend-Vor- wärts"..Blick in die Bücherwelt"» �Kulturarbeit" und.Technik" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. -rw-ww- Berliner Solksblatt Oonnersiag 8. Dezember 1927 Groß-Äerlin lU Pf. Auswärts 15 pf. «tu fp ol Mg« TtonpoRiBtjrili 80 Mennig. Neklame,eiie 5.— Studj«« moif.»kleine Anzeigen" das fettge- dnickte Worl ZS Pfennig fzulöffig zwei fettget>ruckte Worie), jedes Weiler« W»n >Z Pfennig. Elellengeluche das erst« Wart lS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstabe, i zählen für zwei Warle. Arbeilsmarti Steile 60 Pfennig. gamMonzeigen für Abonnenten Zeile 40 Psennig. Anzeigenonnohm» im Aouptgelchast Linden- strabeZ. mochentägl. von S>/z bis 17 llin. Jentealorgan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 8 Fernsprecher: Tönhoff 232—227. Telegrainnt-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. Lö. MSIonto l l e g u n g s a n z e i g e um eine st a r k e Provokation der gesamten Arbeiterschaft handle, mit der Behauptung.zurück weisen zu können, diese Androhung stelle nur einen Akt der Wirrschaftsnotwendigkeit dar. Mit dieser fadenscheinigen Begründung lehnten sie VerHand- kungen übe? die angekündigten Ztilleguiigsmahnahmen im Rahmen der Tarifverhondlungen a b. Demgegenüber betonten die Der- treter der Gewerkschaften, daß sie, getragen von der Ver- ontwortung gegenüber der Gesain'twirtschast, bereit seien, die Parte!- Verhandlungen.zu führen. Die Gewcrkschasten müßten jedoch ihre gesondert gestellten Forderungen in vollem Umfange ausrecht erhalten. Bezirtsleiter Wolf vorn Deutschen Metallarbeike rverband begründet« eingehend die Borschläge seines Verbandes. Er erklärte, daß die S t i l l e g u n g s m a ß n a h in c n der Arbeitgeber in der Linie früherer Zwangsmaßnahmen liege. Als im Juli 192 S ein Schiedsspruch eine Lohnerhöhung von 5 Proz. festgelegt habe, sei der bekanirte Beschluß gefaßt worden, als Gegenmaßnahme 5 P r o z. der Belegschaften zu entlassen, um damit die Lohnerhöhung illusorisch zu machen. Im Herbst 1925 und im ersten Halbjahr 1926 hätten die Arbeit- gebe? unerhörte Akkordäbzüge, und zwar bis zu 4 9 Proz. gemacht. Sie lfötten mit Entlassungen ge- droht für den ifall, daß sich die Arbeiter diesen Abzügen wider- sehen würden. Die Stillegunosankündigung bedeutet eine direkte He'aussorderung. Die eingereichten Forderungen seien die- selben, die der Metallarbeitcrverband seit vier Jahren mit Nachdruck vertrete. Die Metallarbeiter forderten den Achtstundentag, einmal aus gesundheitlichen und so- zialen Rücksichten, denn die hohen Unfall- und Krankenzissern redeten eine«rufte Sprache, ferner deshalb, weil er In allen Nach- barländern verarckert und durchgeführt fei, und weil die längere Arbeitszeit nach den Erklärungen der Arbeit- gebe? im Jahre 1925 nur eine vorübergehende fein sollte. Vier Jahre habe sich die Arbeiterschaft die lange Arbeitszeit gefallen lassen, jejzt endlich müsse Schluß mit dieser Regel gemacht werden. Im übrigen halte der Deutsche Metollarbeiierverband die allgemeine Durchführung des Achtstunden- tggcs für wrrischastlich durchaus tragbar. In diesem Zusammenhang behandelte Wolf d!« leßten Ge- s ch ä f t s a b s ch l ü s s c und die außerordentliche Produktlonssteige- rung der einzelnen Werl«, die ein« ständige Verringerung der Ge- stchungskosten mit sich bringe. Wolf führte u. a. Ziffern aus dem Abschluß der Friedrich Krupp A.-G. an. So teilte er mit, daß für das am 39. September 1927 ab- geschlosiene Geschäftsjahr sich ein Reingewinn von 13 Millionen Mark ergebe. Di« Friedrich Krupp A.-G. habe zwar keine Dividend« verteilt, daillr acher 9 Millionen Mark für Neubauren. 3 Millionen Mark für die Pcnsionskasse und 1 Million Mark für andere Zwecks verwendet. Das Bankguihaben der Firma Friedrich Krupp A.-G. fei van 1 4 M i I l i o n e n Mark im Jahre 1926 auf 42 Millionen Mark im Jahr« 1927 gestiegen, der Rohgewinn von 33 Millionen Mark im Jahre 1926 auf 42,7 Millionen Mark im Jahre 1927 Die Mitteilung dieser Ziffern rief großes Aufsehen hervor. In bezug aus den Lohnausgleich erklärte Wolf, daß er für die Arbeiter eine unumgängliche Notwendigkeit darstelle. D i e Lohnerhöhung(ei notwendig, weil die Löhne viel zu gering feien und nicht bestritten werden könne, daß seit der leßten Lohnerhöhung im Februar 1927 eine wesentliche Ver- teuerung der Lebensmittel sowie der Wohnungsmieten eingetreten fei. Die Ursache der Verteuerung des Lebensunterhalts sei die Politik des jetzigen Reichskabinetts. Wolf bestritt die Richtig- keit der von Unternehmerseste angegebenen hohen Verdienste einer gewissen Arbeiterkategorie an Hand genauer Feststellungen über die Löhne einer Reihe von Betrieben. Abschließend erklärte Wo l f nochmals, daß von ihm eine D i s- kussion über die Arbeitszeitverordnung vom 16. Juli 1927 zur Wiedereinführung der achtstündigen Arbeitszeit für die Stahl- und Walzwerkarbeiter entlchieden abgelehnt werde. Es sei Ausgabe derjenigen Stelle, die die Dcrordnung erlassen habe, nämlich des Reichsarbeitsministers, jetzt klare Verhältnisse zu schaffen, zumal der Erlaß mit Zustimmung der Arbeit- gebe? erfolgt sei. Verhandlungen über die Stillegungen". Am S. Dezember werden— wie uns aus Bochum gemeldet wird— unter Vorsitz des Demobilmachungs- kommissars die erste» Verhandlungen für die i« Durch» führung der angekündigten Maßnahmen der Großindu- striellen zur Stillegung angemeldeten Be- triebe vor sich gehen. Konferenz der Versicherungsangestellten. Vor der Kündigung des Veichstarifs. Die Denlssgewcrkschaft der Acrsicherungsangestellten, der Zen- tralverband der Angestellten, veranstaltet am 8. und 9. Dezember tn Würzburg die 6. Reichskonferenz der Versicherungsangestellten. Die Konferenz wird in der Hauptsache Stellung nehmen zu dem Retchstarifvertrog. Die Vers! che rungsangestellten fordern einen gerechten Anteil am Arbeitsertrag«. Nach Aeußerungen der in Orts-Fachgruppsn im ZdA. zusammengeschlossenen Bersicherungs- angestellten wird damit zu rechnen sein, daß eine Ä ü n�d i g u n g des Reichstarifvertrages durch den Zentrolverband der Angestellten erfolgt. Die Entscheidung hierüber liegt bei den Delc- gierten der Reichskonferenz. Die Tagung wird im weiteren sich noch mit diversen anderen Berufsfragen, insbesondere auch mit der immer stärker auftretenden Konzernbildung der Bersicherungs- Unternehmungen beschäftigen. Die Zwangsorganlfatlon im Handwerk. Obfchon die Handwerksmeister heute noch teilweife das Koa. litiynsrecht ihrer Gesellen nüßachten, wo sie nur können und die In- nungen eifrig bemüht sind, die Lehrlinge von dem Anschluß an die gewerkschaftlichen Jugendabteilungen fernzuhalten, machen sie selber von dem ihnen besonders verliehenen Recht der Zwangsorga- n i s a t i 0 n ausgiebigen Gebrauch. In den Bezirken der preußischen Handwerkskammern bestanden am 1. September 1927 3 5 61 freie Innungen. 6911 Zwangsinnungen und 411 Jimungsausfchüsse. Di« Zahl der freien Innungen ist seit dem Jahre 1997 fortgesetzt z u- rückgegangen, die Zahl der Zwangsinnungen dagegen hat sich dauernd erhöht. Trotz den>§ 1999 der Gewerbe- ordnung, der den Zwangsinnungen verbietet, ihre Mitglieder in de? Festsetzung ihrer Preise.zu beschränken. Die Preise ober sind trotz der Zunahme der Zwangsinnungen g e st i e g e n. Heute sind es vielfach nur noch die rückständigsten Hand- werkergruppen, die an der Form der„freien" Innung festhalten. Ein« Gegenüberstellung der Mitgliederzahlen der„freien" und der Zwangsinnungen würde die zahlenmäßige U c b e rl s g e n h e i t und damit auch die Bedeutung der Zwangsinnungen überhaupt recht deutlich erkennen lassen. Oer Eisenbahnerstreik im Saargebiei. Saarbrücken. 7. Dezember.(Eigenbericht.) Im Saargebiet sind bis jetzt zur Beilegung des Eisen- bahnerstreits noch immer keine Verhandlungen ein- geleitet worden. Di« Rcgierunqskommission hat alle Vermittlungs- versuche abgelehnt. Die Streiklags ist unverändert Es stehen, wie sich jetzt � genauer feststellen läßt, 8399 Eisenbahn arbeite?, d. h. die gesamt� Eisenbahnarb eiterschaft des Saargebieis, im Streik: an ihm beteiligen sich nicht rund 5999 Beamte, wohl aber trotz aller Einschüchterungsversuche die Beamtenanwörter. Die Stimmung der Streikenden ist zuversichtlich, ihre Haltung �diszipliiiiea. Die Oefsenilichkest steht geschlossen hinter den strei- kenden. Die Auswirkung der Streikbewegung ist bereits empfindlich fühlbar. So kam es auf dem Güterbahnhof Saarbrücken zu Zusammenstößen und Störungen. Der' Perfoneiwerkehr erleidet Verzögerungen um eine Stunde und mehr. Die Bergarbeiter im Waldenburger Revier. In Waldenburg i. Schl. tagt am kommenden Sonntag eine Funktionärkonferenz des Deutschen Bergarbeiterver- bandes, die zu dem bisherigen Ergebnis der T a r i f v e r h a n d- l un g e n für das Waldenburgs? Bergrevier Stellung nehmen wird. Die Beihandlungen brachten bis jetzt nur eine Milderung der sehr großen Spanne zwischen den Tarif- und Esfektivlöhnen, aber mit dieser Milderung allein sind die Waldenburgs? Bergarbeiter noch nicht zu frieden.__ Schiedsspruch in der nordböhmischenTextilindustrie. In den letzten Tagen wurden die Verhandlungen zwischen den Vertretern des Arbeitgeberverbandes und der Arbeitnehmerorgani- sation der nordböhmischen Textilindustrie über die vo? einigen Wochen überreichten Lohnforderungen zum Abschluß gebracht. Es wurde ein Abkommen getroffen, das von beiden Orupp.-n angenommen werden dürfte. Die Richtlöhnc werden u m einige Prozent erhöht. Die Arbeiterschaft erhält außerdem eine einmalige Beihilfe in der Höhe von etwa 199 Mark. Aufgehobene Sperre. Die Differenzen in dem Betrieb„Münz- glocke", Inh. Eriist Doeblcr, Münzstraße"22, sind beigelegt. Der Inhaber erkennt den Tarifvertrag an und hat die Benutzung des städtischen paritätischen Arbeitsnachweises zugesagt. Der Streit ist somit beendet. und die Sperre aufgehoben. Werkeisenbahner der Groß-Lerliner Metallbelriebe. Sonntag. 11. Dezember, 10 Uhr. im Gewerkschaktsbaus, Engclufer 34—23, Aufgang B, Zimmer 4, Versammlung aller Induilriemerkeisenvahncr(techni. sckles. bangier. und Bahuunterhaltuugspersonals. Aussprache Uacr die Lohn» rcgclung. Pünktliches Erscheine» aller Werke. s.'nbahner erivrScrlich. Betriebsräte imb Bcrlrauenslcute. macht die Werkeisendahner eures Betriebes auf diese Versammlung aufmerksam! Deutscher Berkchrsbnnd, Sektion v. n. irfe. 6 U Tagesordnung ist es Pflicht aller Parteigenossen, zu erscheinen. Der graltionsoorftaad. SPD.»Sattler,»Tapezierer nub Portefeuille». Freitag, 9. Dezember, 10 Uhr, im Dresdener(Sorten, Dresdener Str. 45, Versammlung aller auf ocm Voden der SPD. und der Amsterdamer Ermerkschafts» iniernat.onale stehenden Kollegen. Vortrag des venossen 3». Aoramo» witsch llbcr„10 Jahre Sowjctrustland und Slustlanddelegat.onen." Die Genossen werden gebeten, siMpathifiercnde Kollegen zum Besuch dieser Versammlung zu veranlassen. Achlnng. Bezirksamt Pankow! Am Freitag. S. Dezember, 30 Uhr, im Türkischen Zelt, Pankow. Breite Slr. II. Versammlung aller soznrl- demokratischen Beamten, Bchöidcnangcstcllten und Ardeiler im 10. Per. waliungsbezirk. Genosse Dr. Schllsiinger ivricht über„Unser Wille zur(S. Macht." Erscheinen aller Parteigenossen ist Pflicht. Gäste Willkomm:«, s- Der Fratlionsvorstand. Freie Gewerkschastsjugcnb Grost-Berli». Zranisurtee Allee: Städtisches Jugendheim Litauer Str. 18. Zimmer Z. Lustiger Abend.— Landsberger Plag: Jugendheim des Ostens, Grosse Frankfurter Str. 10, Ouergcbäudc parterre, Zimmer 3. Vortrag:„Das Beru'sausbildungsgesetl."— Süden. Südwesten: Städtisches Jugendheim Porckstr. I>, Fadrikgcoänoe. Schachlehrabcnd.— Tempeldos: Gruppenheim Lozeum Germaniastr. 4—6. Vortrag:„Nikotin und Alkohol."— Südosten: Gruppcnhelm Zieichenberqer Str. 66 lFeuerwedrlmusi. Vortrag:„Der Jugendliche im Strafrccht."— Köpenick: Jugendkeim Grünaner Strasse 5. Dortrag:„Arbeitersport und Gewerkschaften."— Humboldt: Jugend ings und jugendlichen... W..WM Prozeß."— Moabit: Städtisches. Iugc»dheim Lehrter. Str. 16— lg. Forrfessung bor voiksivirtschaftlickjen Borlrag-reihe.-- Eharlottenbwrg: Jugendheim'Sper-. firossc 30. Vortrag:„Das Reichsschulgesetz."- Weissensee: Jugendheim Part» strachs 36. Ehorgesang.— Rordkreis-Änrlu, II: Beginn des 3. Kursusadschniltes im Jugendheim See-, Ecke Turiner Straße.„Gewerkschaftliche Jugendarbeit— gewerkschaftliche Jugendbewegung."— Sprcchckortcilnebmcr: Probe am Sonn» iaz, 11. Dezember, um IS Uhr IM Jugendheim des Deutschen Berkehrsbuirdes, Engelufcr 34—25. Aufgang B. parterre links. Achtung! Der Bunte Abend findet nicht wie irrtümlich bekanntgegeben am Sonnabend, dem 10., sondern SomUag, dem 11. Dezember, 10 Uhr, ior Gewerkickaftshaus. statt. Thüringen»! verabredet. Wir& gruppe. etciligen uns an den Gesanuvcranstaltungcn der Jugend- Verantworilich für Politik: TN Gurt Geyer: Wirlschgft: G. Sl'.naclhöser; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Stzkoru; Feuilleton: K. H. Descher: Lokale» und Sonstiges: Frch Korstädl: Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin Verlag: Vorwärls-Vcrlag GmbH.. Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckeret imb VerlaasnnstaO Paul Singer I> Co Berlin SW 68 L'ndmstraSe 3. Hier,- 2 Beilaaeu.„Unteibaltuna und Dissen" und„Froucaftimme". B ER £'•- O' N( O S T R A S�S- E'• Q-E C R Cj'RD E T-18 1 5 DAMENWÄSCHE HERRENWÄSCHE TRIKOTAGEN TISCH- UND HAÜSWÄSCHE BETTWÄSCHE oiaamn*XMmaaxBaumwmBm\\\\mim Deckbettbezug/* ttarkfäcklg. Linon, 133 2«: O« 4 i) 'S 1.93 T a g b e m cl tn. Stickerei-Einsatz K oder- AnsatzX* fJ'J Nachthemd m I t SttckereiQ QA oder r u m p f c e s t Ic k t OselU H e m d h o s e a mit Stickerei-Ansatz ha»| i) 1I?I LtlClfftTfllOF Oberhemd gestreift Zephir, m. getütt, M AA Faltenbr. u. Klappmansch. sfcse/vl Oberhemd weiß, mit Plkee-Falteneln- ß AA satz und M a n sch e t te n Ast/U Nachthemd m. färb. Be�ati, Geishaform O KA u. mit i\rag.( lang geschwitt. Damenstrumpfe Seldcnflor, farbig, oder| � � Herrensocken: l.iO Baumwolle mit K'selde, I gemustertJ Pri nzeßröcko od.) Nomätivseni für Damen, k'seid.Trlkot l >-l Tlonirthose 2.75 Satin-(jrenadine reine Seide CA schwarz u.(arbig, ca. 100 I.o" Oöpe-Georgette. modern bestickte' Bor-'j'j düren. ca. 1 00 cm Japonseide (Ol Lampenschinne und Q Ofk Dekorationen, 9o cm W.Olf Cr6pe de Chine reine Seide, schwarz, weiß ,1 � C und viele Farben.ca. tü: cm'Xs 4 tf Charmeuse elcg. hochglänz. Gewebe,(t AA K'sctde m. B'mwollc, Oocm Köper-Velvet schwarz u. moderne I IDA Farben, ea. 7 ü c m Tt.OU K ra t: e n s c h o n e r-| /»- K'selde, kleine Karos f.. DO KLEIDERSTOFFE Wollmusselins aparte Druckmuster JL•/ O E o I i e n n e Wolle mit Seide, Q 0\ ca. 100 cm Schatten ri ps vorzügl. 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Das ist ja der Unterschied zwischen einer Mond- und einer Sonnenfinsternis, daß die der Sonne nur in wenig Gebieten der Erde und auch da nicht zu gleicher Zeit beobachtet werden kann, weil ja nicht die Sonn« selbst verfinstert ist, sondern der Schatten des zwischen•Q*" Sonn« und Erde getretenen Mondes über einzelne Qs Teile der Erde hinstreicht. E» wich erzählt, dost der große athenische Feldherr und Staatsmann PeriNes Qf einst, als bei Eintritt einer Sonneufwsternis viele seiner Soldaten von Angst ergriffen nmrden, einem O besonders furchtsamen seinen Mantel über den Kopf»JS warf, Ihm so andeutend, daß er eine Sonnenfinster. Q nis sich zu jeder Zeit selbst verursachen könne. Bei einer Mondfinsternis dagegen bedeckt der E r d- schatten die Mondscheibe, es harrbeit sich hier also um eine wirkliche Berfinsterung de- Mondes, die daher auf der ganzen Erdhälfte, die den Mond zu dieser Zeit zu Geficht bekommt, gleichzeitig wahrgenommen wich. Die» ist der Grund, weshalb eine Mondfinsterms öfter einzutreten scheint als eine Sonnenfinsternis, während in Wirklichkett die letzteren die häufigeren Erekg- niste lind; im allgemeinen ereignen sich 41 im Verlaufe von 19 Jahren, und nur 29 Mondfmstcrniste, aber für denselben Ort aus der Erde kommt schon mindestens alle zwei Jahre ein« Mondfinsternis vor, jedoch nur alle fünf bis sechs Jahre «ine Sonnenfinsternis, eine totale gar nur all« 189 bis 209 Jahr«. Eine Mondverfinsterung kann nur dann«wtrrten, wenn von der Erde aus gesehen Sonne und Mond sich gerade gegenüberstehen, die Erde sich zwischen beiden Weltkörpern befindet, also die vollbeleuchtete Mondscheibe zu sehen ist, mithin Vollmond herrscht, während ein« Sonnenfinsternis nur bei Neumond eintreten kann, wenn also Sonne und Mond von der Erde aus gesehen sich auf derselben Seite be- finden, die beleuchtete Mondscheibe von der Ende abgekehrt, die im Schotten liegende ihr zugekehrt ist. Am 8. Dezember herrscht Vollmond, am 2 4. Neumond, und w der Tat tritt an diesem Tage auch eine Sonnenfinster- nis ein, jedoch nur eine partiell« fieilweise), die übrigens bei uns nicht sichtbar sein wird, sondern nur in den sti blichen Teilen der Weltmeere und im südlichen Eismeer beobachtet werden kann. Dagegen ist die Mondfinsterms, die ani 8. Dezember beim Vollmond eintritt, eine totale und, wie schon anfangs gesagt, in ihrem ganzen Verlauf« bei uns zu oerfolgen. Die nächste Gelegenheit dazu werden wir erst wieder in Jahren, am 2. April 1931 haben. Genau um 8 Mauken vor 1? Uhr. nachdem der Mond schon über eine Stunde lang ausgegangen ist. wird sich am S. Dezem- ber am östlichen Rand, ein wenig nach Norden zu. der Erdschollen >u die Mondscheibe einschieben, auf ihr eine kleine zuerst kaum wahr- nehmbore Einkerbung bildend, st» wird aber bald größer und «fintril !'Austrit teile des Erdschattens teile•" größer, und schließlich bleibt nur noch eine zarte Sichel am Westrand der Scheibe übrig. Nach Verlauf einer Stunde, genau um 5% Minuten vor 18 Uhr ist auch diese verschwunden, die Finsternis ist total geworden, und über eine Stund« lang, genau ein« Stunde und 29 Minuten, bleibt der Mond nun völlig in Dunkelheit gehüllt. Er ist aber doch wahrzunehmen. Nur sehr selten entschwindet er dem Blick vollständig, so soll er bei einigen Finsternissen im 17. Jahrhundert (9. Dezember 1691, 15. Juni 1629, 28. April 1642) vollständig dem Auge entschwunden sein. Für gewöhnlich zeigt sich die verfinsterte Scheibe von einem mehr oder weniger intensiven roten Schimmer umgeben. Die Strahlen der Sonne, welche die Erdatmosphäre durch- dringen, werden hier in den Erdschatten hineingebrochen und färben ihn dabei rositL denn bei der Brechung tritt auch eine Zerlegung des Lichtes in Farben ein, und die blauen Farbtöne werden von der Luft absorbiert(verschluckt), so daß die Luft röt- lich gefärbt erscheint wie beim Morgen- und Abendrot. Die Intensität der Röte und de» rosigen Schimmers um die ver- dunkelte Mondscheibe hängt von der mehr oder minder großen Reinheit der Luft ob. Um 19 Uhr 18 Minuten ist die Tolalltäk der Finsternis beendet. der rosige Schimmer verschwindet, am Ostrand wird das erste Mond. licht wieder sichtbar, das sich schnell zu einer zarlen Sichel erweitert. Sie wird größer und größer, und nach einer Stunde, um 29 Uhr 18 Minuten verläßt der letzte Teil des Schattens am Westrand die Mondscheibe: der Dollmond lächelt wieder aus uns herab, und nichts erinnert mehr an das Ereignis, das in früheren Jahrhunderten die Menschen so oft in Angst und Schrecken versetzt hcu. Degen einer Waschwanne. Vom Unfug der Meiaeidsprozesse. Set Wäschereibesitzer Blumen stein hatte mit den, Hotel- Pächter Töricht im Jahre 1922 einen Teilhabervertrag geschlossen. Wie« öfter der Fall zu fem pflegt, entstanden zwischen den beiden Teilhabern Streitigkeiten, die selbstverständlich vor dem Zioflgericht ausgetragen werden mußten. Und wie es schon bei solchen Gelegew ketten der Fall ist. wurde ein Cid geleistet, von dem später be- houptet wurde, daß er ein Meineid sei. Das Kernstück dieses Meineidsprozesses war eine Wasch- wann«. Dies« Waschwonne forderte der Kläger Blumenstein, der sür den Hotelbesitzer Töricht zu der Zelt, als zwischen beiden Bar- Wien noch Frieden herrschte, Wäsche zu waschen hatte, von letzterem zurück. Rur unter der Bedingung der Rückgabe der Wanne wollt« er den Töricht zukommenden Betrag für 199 Briketts zahlen. Nun behauptete aber Töricht, daß er die Wanne überhaupt nicht ent- liehen habe, sondern daß Blumenstein in ihr Wäsche, die er für das Hotel gewaschen hatte, zurückgeschafft habe. Er habe selbst die Weisung gegeben, sie mit Wasser zu füllen und sie auf dem Hof stehen zu lassen. Die Wanne sei hinterher in den Keller gestellt worden, und von dort habe sie der ausziehende Hauseigentümer F e i l g« n i e l d mitgenommen. Um dieser Badewanne willen sollte nun der Portier des Herrn Töricht, namens Plump«, einen Meineid geleistet haben. Er beging nämlich die Unvorsichtigkeit, am 7. März 1923, also vor 454 Jahren, die Bekundungen seines Brot- gebers Töricht vor dem Zioflgericht vollinhaltlich unter seinem Eide zu bestätigen� Da Herr Blumenstein den Prozeh verlöre», hatte, so hatte Plumpe selbstverständlich einen Meineid geschworen. Und nun kam der alten Badewanne wegen, die unterdessen bereits in Stücke gegangen war, der ganze Justizapparat in Bewegung. Ja. nicht allein gegen Plumpe, sondern auch gegen Töricht nebst Frau G«- mahlin— gegen die letzteren beiden wegen Anstiftung zum Meineid— wurde dos Verfahren eingeleitet. Allerdings konnte das Ehepaar Töricht noch von Glück sprechen: es gelang ihn», seine Un- schuld noch vor der Eröffnung der Haupwerhondlung nachzuweisen. Plumpe aber erschien gestern vor dem Landgericht I und hatte sich wegen Meineids zu verantworten. Der Zeuge Töricht beschwor seine Aussagen und wurde nicht vereidigt, Blumenstein beschwor seine Aussagen und wurde vereidigt. Der ganze Prozeß drehte sich um die Waschwanne: ob der Zeuge so wie so von einer Waschworme etwas wisse: ob er sie gesehen Hab«: wo er sie ge- sehen Hab«: wann und bei wem er sie gesehen habe: in welchem Zustand sie gewesen sei. Blumenstein behauptete, Plumps selbst habe auf seinen Austrag hiir die Waschwanne zu Töricht gebracht. Plumpe bestritt das. Und das Gericht? Das Gericht verurteflte Plumpe zu einem Jahr' Zuchthaus.— Es schenkte nicht dem Ver- teidiger Dr. Lewek Gehör, der die Unparteilichkeit der Belastungszeugen anzweifelte und sich auf die unzulängliche Art berief, in der die Eide vor dem Zivilgericksi Berlin-Mitte abgenommen werden. Das Gericht sagt« sich, der Meineid ist erwiesen. Plumpe hat ihn geleistet, weil Töricht, sein Arbeitgeber, ihn dazu veranlaßt Hot: da- für spricht der juristisch ausgeklügelte Text seiner Aussagen. So habe das Gericht zur einer Verurteilung kommen müssen. Ein Jahr Zuchthaus war aber die Mindeststrase.— Plumpe wurde aber auf freiem Fuß gelassen.— Es kann noch lange dauern, bis das neue Strafgesetzbuch das Licht der Welt erblickt. Es sollte bei Mein- eiden, die, wie auch in diesem Falle, wegen geringfügiger Dinge geleistet wurden, mildernde Umstände bewilligt werden können. Die„Einschachtelung" Berlins. Oer Ankauf des Gutes Lichtenberg-Biesdorf. Die eben im Haushaltsausschuß der Stadt Bertin abgeschlossenen Verhandlungen über den Ankauf des Gutes Biesdorf im Bereich des Bezirks Lichtenberg zeigen wie in einem Brenn- spiegel die Nöte Berlins im Zeichen der Schacht» scheu Anieihespcrre. Der Bezirk braucht das Terrain dringend für die in allernächster Zeit zu errichtenden Bauten, der Ankauf ist auch zu relativ günstigen Bedingungen noch möglich, ob- gleich sich bereits jetzt die Spekulation in die Verhandlungen eingeschoben hat. Vor zwei Jahren Hütte die Stadt noch um Hunderttausende billiger lausen. können— in weiteren Zwei Jahren würden wieder Hunderttausende verloren gehen. Vor zwei Jahren hatte die Stadt kein Geld— und heute? Wieder kein Geld!.Luxusausgaben!" sagt Herr Dr. Schacht. Jeder weiß, daß die Stadt das Gut einmal kaufen muh, einmal kaufen wird, daß jedes Jahr des Abmartcns die Stadt, die Allgemeinheit Hunderttausende kost et, daß Privatspekulanten sich unterdessen aus Rechnung der Allge- m einheit bereichern. Aber das flüssige Geld der Stadt wird für dringende laufende Ailsgaben gebraucht, Schnellbahnbauten können nicht unterbrochen, Wohlfahrtsausgaben nicht eingestellt werden. Die anderthalb Millionen, die der Verkäufer sür das Gut Biesdorf als bare Anzahlung verlangt, würden die Aufnahme eines kurzfristigen Kredits notwendig machen— das kann nicht verant» wartet werden. In dieser Notlag« hat die sozialdemokratisch« Fraktion im Haushaltsausschuß beantragt, dem Ankauf von Biesdorf grundsätzlich zuzustimmen unter der Be» dingung, daß der Verkäufer zwei Jahre lang keine barenKauf» summen beansprucht. So weit ist es also glücklich dank der „Schachtpolitik" gekommen! Aber es blieb kein anderer Ausweg. Die unentwegten Katastrophen Politiker vo'n rechts, die ihre parteipolitische Agitation aus dem Rücken des Rcichsbank- Präsidenten treiben möchten, plädierten freilich für Ablehnung des Ankaufs überhaupt. Was kümmert sie der O st e n Berlinsl Was kümmert sie ein M i l l i o n e n v e r l n st der Stadt! Sie treiben ihre Parteipolitik, unbekümmert um die Interessen der ar» bettenden und steuerzahlenden Bevölkerung. Wie wir soeben erfahren, ist der Verkäufer des Gutes Biesdorf erfreulicherweise unter Berücksichtigung der Nottage der Stadt auf die imnierhin ungewöhnliche Bedingung des sozialdemokra- 68] Zement. fXoman vo» Fjodor Gladkow. Der Hauptmann hob die Hand und lächelte spöttisch. „Nun gut.... Es wird dir nichts geschehen... wenn du die Wahrheft sagen wirst... komm her und erzähle." „Was soll ich Ihnen erzählen, wenn ich nichts weiß... und was wollt Ihr von mir?... Wie, schämt Ihr euch nicht.... Ihr seid doch jung.. Der Hauptmann lehnte suh zurück und zwinkerte viel- sagend mit den Augen. Beide Offiziere packten sie unter den Achseln und schlepp- ton sie ins andere Zimmer. Sie warfen sie auf den Boden. entblößten sie in schamlosester Weise und vergewaltigten sie. ... Bis zur Mitternacht lag sie mit nackten Beinen und Brüsten halbtot im Keller. Wie man sie hingeworfen hatte, so war sie liegen geblieben. Fimka kam zu ihr gekrochen, stöhnte wortlos, stieß mit ihrem Kopf an Daschas Brust und kroch wieder weg. Zweimal schien es ihr, als sehe sie Njurka: sie kommt mit den Füßchen angestampft und tanzt einen wilden Hopak.*) Und Dascho streckte ihr die Hände entgegen und schrie vor Angst und Widerwillen. „Laß das, laß das. Njurotschka!... Laß das!.. Sie kroch zu ihr, wie Fimka, und bat verzweifelt um etwas, ohne zu wissen, worum. Und dann, bis zu den letzten Stunden, dachte sie nicht mehr an Njurka und sah sie nicht: als ob Njurka nicht leben würde, als ob Njurka ein erloschenes Bild eines Traumes war. Nach Mitternacht, sie erinnerte sich wie im Schlaf daran — brachte das Dröhnen eines Lastautos sie zur Besinnung. Sie sah auf dem Holzboden, und mit ihr sahen und lagen noch andere. Sie erkannte sofort: Fimka, deren Brüderchen Petro und der schnurrbärtige Iefim. Und rund um sie standen Offiziere und Kosaken, die Gewehre in der Hand. Alle schwiegen und wurden herumgeschleudert wie Leichen. Und nur eines blieb grell in ihrer Erinnerung— bunte Funken der Sterne, und die Sterne waren ganz nah, zum Greifen nah. der Und es war keine Angst in ihr. Sie wußte— jetzt kommt Tod: das Automobil wird stehen bleiben, man wird sie *) Kleinrufsifcher Tanz. aus dem hölzernen Kasten hinauswerfen, sie an das Meeres ufer führen— und sie wird nicht mehr fein. Sie wußte es, und ihr Herz war kein Herz— sondern ein Eisklumpen. Und es war kein Grauen in ihr. Es war nur eine unerträgliche Kälte in ihrem Herzen. Und es war so ruhig, so einfach in ihrer Seele, als ob es nicht Wirklichkeit wäre, sondern ein gewohnter Traum, arm an Ereignissen, an dem man nicht glaubt, wenn man ihn träumt, und von dem man weiß, daß die Bilder bald erlöschen werden. Und Njurka war bald ganz vergessen, als ob sie nie dagewesen wäre— bald flog sie wie eine Welle durch sie, mit ausgestreckten Händchen und kurzem Aufschrei— Ei! Und diese Welle erschütterte sie wie der Schlag der Nagaika im Keller. Und wieder � verschwand Njurka, war vergessen, wie ein längst erloschener Traum. Die neben ihr liegenden Genossen, der schnurrbärtige Iefim(er wurde in das Auto wie ein Leichnam hinein- eschmissen) und Fimka und Petro wurden wie Leichen hin und er geschleudert. Und niemand tat ihr leid, sie fühlte nur ihr Herz— und das Herz war ein nichtschmelzender Eisklumpen. Und als das Lastauto stehen blieb, war Dascha wie tot. als ob sie zugleich mit dem Motor aufgehört hätte zu leben. Man riß sie auf die Erde hinunter— sie blieb stehen und stand genau so regungslos, wie sie gelegen hatte. Auch Fimka stand neben ihr, zitterte wie im Schüttelfrost, packte sie am Kleid und preßte sich an sie, wie ein Kind. Petro stampfte wie ein Tölpel auf einer Stelle herum, entstellt durch die Prügel, drehte er seinen Schädel(sein Gesicht war schwarz von Blut), heulte, hustete und spuckte unaufhörlich. Und nur eines flüsterte jemand rasch und streng in Fimkas Ohr, und es schien ihr, als ob nicht sie, sondern ein anderer flüsterte:„Schweig und schweig... schweig und schweig... blind, stumm... schweig...." � Es schien ihr: eine große Menschenmenge stürze sich auf sie und werfe sie zur Seite. Das waren vier Kosaken, die Fimka und Petro mit den Gewehren stießen. Sie trippelten schweigend, ergeben, ohne sich umzusehen. Und nur, als sie sich etwas entfernt hatten, schrie Fimka und schlug wie ein Vogel um sich. Riß sich zurück und winkte mit den Händen. „Dascha— meine liebste Dascha!... Was machen sie mit mir, Dascha!..." Man stieß sie und schrie sie ohrenbetäubend an. Sie kreischte auf. schlug um sich und fiel auf den Sand. Man riß sie an den Händen und hob sie wieder auf. Schweigend gingen sie noch einige Schritte. Sie blieb stehen und rief besorgt: „Dascha... was habe ich gemacht?... Ich habe mein Tuch auf dem Autzs vergessen...." Und wiederum ertönte wieherndes Geschrei und wieder- um wurde sie nach vorne gestoßen. Und dort, vorne, auf dem sandigen Ufer, das ins Meer im dunklen Glühen hineinschmolz, dort, wo das Meer glänz- los wie ein singender, schwarzer Acker in die Finsternis hin- einwuchs— sah Dascha nur trübe Schatten, und diese Schatten schienen wie trunken auf einer Stelle zu tanzen. Und wieder ertönte der kreischende Schrei Fimkas:„Ich will nicht, ich will nicht!... Mit meinen eigenen Augen will ich meinen jungen Tod sehen...." Und bis zum ersten Schuß hörte sie nicht zu schreien auf: „Geht weg, geht weg!... Ich will!... Mit meinen Augen will ich..." Und als die Schüsse ertönten, schien es Dascha,- als ob das Meer mit Fimkas Schreien sang und schrie. Ein Schatten kam ganz nah an Dascha heran. „Zum letzten Male: sag, wer arbeitet zusammen mit den Grünen? Ich gebe dir mein Wort: dich sofort nach Hause zu lassen. Oder sonst— du siehst— wirst du sofort dort sein." Und wie früher antwortete Dascha, wie ein kleines. dummes Mädchen:„Ich bin doch eine Frau, wie kann ich wissen, wer ein Grüner ist und wer nicht. Ich habe eine Tochter Njurotschka und ich arbeite... ich muß mich doch ernähren." Und fing zu weinen an. Sie weinte wirklich, aber nicht sie weinte, sondern ihr kleines Töchterchen, es schlug wie ein Nögelchen in ihrem Herzen um sich. „Gut... schafft diesen Gänserich dort weg. Schleppt ihn an Händen und Beinen dorthin, zu den anderen." Man schleppte den schnurrbärtigen Iefim, und Dascha hörte nur einen Schuß. Und wieder trat ein Offizier nahe an sie heran. „Ich gebe dir eine halbe Minute Zeit. „Was kann ich ihnen sagen?... Sie nur!" Schießen Sie, schießen Und sie fühlte, es wird noch ein Augenblick vergehen. und sie wird auf den Sand fallen wie Fimka und um sich schlagen— das Herz schmolz und zersprang— und sie wird laut in die Welt hineinschreien. Und plötzlich fiel sie um und stieß mit dem Kopf an ei« �lsen.._(Fortsetzung folgt.) Der Kurpfuscher von Werder festgestellt. Die widerlegten Dementis. Gestern morgen hat man von Potsdam ans unter Be- nuhung des osflziöseo Wolffschen Telegraphenbnreaus ein Dementi in die well geschickt, nach dem die beiden an Diphtherie gestorbeneu Kinder des Sleuersekretär» Fritz paul in Werder nicht durch Kurpfuscherei zugrunde gegangen sind. Gestern nachmittag ist es unserem Gewährsmann gelungen, die Person festzustellen. durch die Paul und seine Frau in den Glauben versetzt wurden, daß die Krankheil ihrer Kinder ohne Hinzuziehung eines Arztes gehet lt werden könne: Es ist der Borleser der söge. nannten„Christlichen Wissenschast-. Arthur L i s z t. früher in Berlia-Schoneberg. Bayerischer Platz lt). jetzt in Karlshorst wohnhaft. Die Aerzte in Werder wußten feit langer Zeit, daß dort irgend ein Laie sich Kronkenbehantliing anmaßte, die ihm nicht zukam. Es war werter allgemein bekannt, daß gerade Frau Charlotte Paul, die Mutter der verstorbenen Kinder, Anhängerin irgend- einer geheimnisvollen Lehre war. Jetzt. ist festgestellt, daß Frau Paul bei Liszt in sogenannter„Fernbehandlung- stand. Auch der Schwiegervater des Steuersekretärs Paul, ein Strommeister a. D., sollte durch diese Lehre gesund werden. Er litt an D i a b e t e s. Als er einen Arzt aufsuchte, war der Zustand des Patienten so. daß Ober- und Unterschenkel amputiert worden mußten. Eines Tages erschien Liszt auf ausdrückliche Cmpfeh- lung der Frau Paul bei dem Postsekretär K. in Werder, ui» auch ihn, der an Geh stör ungen erkrankt war, zu behandeln. Auf die Frage, wieviel er verlange, gab Liszt. zur Antwort:„Verlangen kann ich nichts. Man gibt mir gewöhnlich 10 bis 20 Bl." Am zweiten Tage sagte Liszt. zu dem Sekretär:„Stehe auf und gehe!- Von Gehen war natürlich keine Rede? Als der grobe Unfug dem Beamten zu bunt wurde, wies er Liszt die Tür und begäb sich in die DeHandlung eines Berliner Arztes, Als Frau Paul jetzt bei der Diphtherieerkrankung von chren De- kannten daraus aufmerksam gemacht wurde, daß ihr. Sohn ja schon ersticke, gab sie zur Antwort:„3 ch m ach e meine K i nd e r a lle i n g csu n d.- Liszt schreibt außerdem Briese nach Werder, die unserem Berichterstatter gestern vorgelegt worden sind. Darin heißt es u. a., daß es keine Krankheit gibt. Weiteihin steht L. mit einer Wöchnerin, die in diesem Monat niederkommt, in Derbindung. Falls sie Schmerzen bei der Geburt empfinden sollte, fei Arthur Liszt umgehend tele'phontsch zu benachrichtigen. Die„Christliche Wissenschaft-(Christian Science-) ist aus England 1903 nach Deutschland importiert, woiden und steht aus derselben mittelalterlichen Kulturstufe wie die Weißen- berger Sekte, über die wir uns gestern morgen ausführlich äußerten. In den Schriften des„Christian Science- liest Man folgende gro« testen„Beweisführungen-:„Der liebe Gott ist unser Boter, und wir Menschen sind seine Kinder. Der liebe Gott ist vollkomme». und wir als seine Kinder sind auch vollkommen. Wenn wir also meinen, daß wir ein« Krankheit haben, so sind wir im Irrtum, denn Gott hat auch keine Krankheit. Wenn wir also fest daran glauben, daß wir Gottes vollkommene Kinder sind und deshalb keine Krankheit haben können— Ist die Krankheit weg!- Einen tolleren Widersinn vermag ein vernünftiger Mensch sich kaum auszumalen! Derartigen Narreteien wird man natürlich nur durch ständige Aufklärung, namentlich auch des heranwachsenden Geschlechtes. das vor allem von törichtem, überkommenem Aberglauben bewahrt werden muß, begegnen können. Darüber hinaus aber ist es nötwendig. daß solchen Pfuschern, mögen sie nun dolos oder aus geistiger Verbohrtheit heraus handeln, seitens der Gesundheitspolizei das Handwerk gelegt wird!- tischen Antrags eingegangen. Die Schachspolitik hat damit em Novum auf dem Gebiete des Grundstückskaufes zuwege gebracht: eine Stadt mit einem Milliardenetat kauft ein d-Millionengrundstück ohne Geld bis zum 1. Januar 19301 Herr Dr. Schacht wird seine Freude haben. Wir aber dürfen hoffen, daß es der Stadt Berlin wie den deut- scheu Kommunen überhaupt nach dem Tage der Abrechnung mit der Bürgerblockpolitik möglich sein wird, wieder eine vernünftigere, von dem Interesse der Allgemeinheit diktierte Finanz- und Erundstückspolitik zu treiben. Allzu scharf in acht schartig. Herr Reichsbankpräsident! U-Ätohn Koitbusser Tor Ende Januar. Verzögerung der Vauarbeiten durch den Frost. Die Bauleitung der Schnellbahn Gesundbrunnen— Neukölln, die bisher nur auf den drei Stationen Boddinstraße, Hermannplatz, Schönlein st raße in Betrieb ist, hoffte bekanntlich, die im Bau befindliche Strecke bis Äottbufser Tor am 20. Dezember eröffnen zu können. Infolge des in den letzten Wochen eingetretenen Frostes haben die Betonierungsarbeiten aber nicht in glcickxm Tempo wie bisher durchgeführt werden können, so daß die Eröffnung dieser Strecke, durch die der Anschluß an die Hochbahn Gleisdreieck— Warschauer Brücke und darüber hinaus nach dem Westen erreicht wird, er st Ende Januar stattfinden wird. Dadurch verzögert sich auch die Inbetriebnahme der nächsten Teil st recke bis Moritzplatz, die nach den bisherigen Dispositionen bereits in, Februar zu erwarten war. Dieser Teil der G-X-Vah» wird voraussichtlich erst im März nächsten Jahres fertig werden. Die neuen Aahneingänge am 3oo. ' Seit Monaten wird in der H a r d e n be r g st r o ß e an dem neuen Ausgang des Untergrundbahnhofs Zoologischer Garten gebaut, der in unmittelbarer Nähe der Gedächtniskirche angelegt wird, weil die dort befindlichen großen Lichtspieltheater und Geschäfte bisher fast völlig vom Untergrundbahnverkehr abgeschnitten waren, weil stch der einzige Zugang zum Untergrundbahnhof fast direkt unter der Stadtbahnuntersührung befindet. Die Arbeiten dort ge- stalten sich langwierig, da ein unterirdischer Tunnel von beträchtlicher Länge gebaut werden muß. Auch die Bauzäune, die zum Teil mitten im Bürgersteig errichtet sind, machen sich als Der- kehrshindernis sehr unangenehm bemerkbar. Wie wir hören, ist jedoch mit der Fertigstellung und Inbetriebnahme dieses neuen Aus- ganges erst im April nächsten Jahres zu rechnen. Auch der Unter. orundbahnhof Knie erhält nach der Musikhochschule zu in oer Hardenbergstraße einen neuen Zugang, der ebenfalls erst im Mai nächsten Jahres fertiggestellt sein wird. Rundfunk im Waisenhaus. � Dem Rummelsburger Waisenhaus der Stadt Berlin ist eine sehr schätzenswerte Bereicherung seiner Unter- haltungs- und Belehrungsmittcl zuteil geworden. Der funktechnische Experimentierklub Lichtenberg, der eine Reihe fleißiger Radiobastler zu seinen Mitgliedern zählt, hat der Anstalt einen selbstgebauten großen Radioapparat geschenkt. Am Sonntag wurde der Apparat, in der Turnhalle, die dem Waisenhaus als Raum für Festlichkeiten dienen muß, feierlich eingeweiht. Die Kinder saßen erwartungsvoll vor der zur Turnhalle gehörenden kleinen Schauspielbühne, aus der sie den neuen Apparat aufgebaut sahen. Erzieher und Erzieherinnen, an ihrer«spitze Direktor Seyer, nahmeck an der Feier teil. Das der Anstast sehr willkommene Geschenk wurde von dem Vorsitzenden des Klixbsui'st freundlicheix Wünschen übergeben� Dem Waisenhaus diese Freude bereiten zu könckeu.D dbniftndlobastkmi selber eine herzliche Freude- gewesen. Dikekkör S d y e it, thet- im Namen des Waisen-. Hauses herzlich dankte, wies daraus hin, wie in neuerer Zeit das Waisenhaus die frühere Abgeschlossenheit mehr und mehr abgestreift hat. Die Kinder haben auf dem ausgedehnten Anstaltsgelände alles beisammen, die gemütlichen Wohnungen, in denen sie zu„Famiiien- von je 20 Köpfen vereinigt sind, chre eigene Schule nach dem Ge- meindeschullehrplan Berlins, eigene-Spielplätze. Aber mit Absicht werden die Anstaltskinder, damit sie auch die Welt draußen kennen- lernen und sie verstehen, oft hinausgeführt,, sogar in gemeinschaft- lichen Sommcrreisen. Der Rundfunk hat für das Waisenhaus wie für so viele andere Anstalten eine neue Beziehung zur Außenwelt geschaffen. Die Feier endete mit einer ersten Probe des Apparates, einer gut gelungenen Konzertübertragung, die den Beifall der Zu- Hörer fand._ Die Forderungen der Kriegsbeschädigten. Eine stark besuchte öffentliche Versammlung der kriegsbeschä- digten Beamten, Beomtensibeininhaber und Angestellten, die im „Palais des Zentrum- aus Veranlassung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten stattfand, befaßte sich in einem Referat des zweit»» Vorsiüenden P f S n d n e r mit der Besoldungsneuordnung. Es kam zum Ausdruck, daß die schwerkriegsbeschädigten Beamten, Beamten- scheininhaber und Angestellten eine Erfüllung ihrer besonderen Wünsche, soweit sie sich in ihrem Dienstverhältnis in der Frage der Einberufung usw. aus der Kriegsdienstbeschädigung ergeben, von der Reichsregierung und vom Reichstage erwarten. In einer Eni- schließung wurde insbesondere die Anrechnung der gesam- t e n M i l i t ä r d i e n st z e i t auf das Bcsoldungsdienstalter aller Kriegsbeschädigten, die Anrechnung der Ange st eilten- d i e n st z e i t, die vor der planmäßigen Anstellung im öffentlichen Dienst zurückgelegt worden ist, die Sicherung der bisher«-. gen Gehaltsbezüge bei Uebernahme eines Verforgungs- anwärters aus dem Angestellten- in das Beamtenverhältnis, dau-' ernde Gewährung des vollen Wohnungsgeldes an ledige Schwer- beschädigte gefordert. Außerdem wurden Prüfungserleich- t e r u n g e n, die in der Beschädigung begründet seiön, umgehende Uebernahme der Angestellten in Dauer st ellen in das Beamtenverhältnis und Gewäbrung einer Ab- findung von 3000 Mark an alle Beamtenscheininhaber, die ihn nicht verwerten rönnen, verlangt. Kein Wiederaufnahmeverfahren«panier. Der Wiederaufnahmeantrag der Frau Spanier, die vom Schwur- gericht des Landgerichts II Anfang 1923 wegen Beteiligung an der Ermordung des Teppichhändlers Ncißcr zu drei Iahren Zucht- Haus verurteilt worden war, ist�durch Beschluß des Landgerichts II abgewiesen worden. Frau Spanier, die immer ihre Schuld be- stritten hatte, und auf Grund eines Indizienbeweises verurteilt worden war, wollte während ihres Ausenthalts im Zuchthaus Sagau von einer Mitgefangenen erfahren haben, daß eine„blonde Erna-, eine Frau Erna Borneinann. sich durch Ge- spräche verraten habe, daß sie die Frau gewesen sei, die die beiden Mörder bei dein vorgeblichen Teppicheinkauf bei Reißer begleitet habe. Die Beweisaufnahme hat diese Behauptungen der Frau Spanier nicht bestätigt. Frau Spanier hat ihre Strafe noch nicht voll verbüßt, da sie wegen Hauftunfähigkeit infolge ibres Lungenleidens wieder aus dem Zuchthaus entlassen worden ist. Zm Rahmen eines llnterhaltungsabends der 45./46. Lebens- gemeinschasisschule Reukölln lief im Städtischen Lichtspielhaus Neu» kölln der Film: F r e i ze i t i st N ot l, der bereits hier besprochen worden ist. Der RegierungS-Bezirksjugendpfleger Maximilian Nied- zielfki-Potsdam hat ihn hergestellt. Dieser Regisseur und Operatenr in einer Person hat es verstanden, in packender lebendiger Form zu zeigen, wie die deutsche Jugend sich die Freizeit gestaltet, die sie in den Landheimen und Jugendherbergen verlebt. Der Film hat in gleicher Weise für die Schulen wie auch für die Jugendpflege, ins- besondere für die Elternabende eine stark anschauliche, werbend« Kraft. l Oer Lteberfall aus den„Klausner." Verständnisvolle Richter. Das Gerlchi verurtelllc wegen des Raubübersalls auf deu „Klausner- den Angeklagten Peter Sch. zu ein Zahr vier Monaten Gesäugnis. seineu Bruder w l l l l wegen Beihilfe und schweren Diebstahls zu sechs Monaten und zur gleichen Strafe wegeu derselben Delikte auch den Alfred h. Die Eat- scheiduag über eine Bewährungsfrist wurde zurückgestellt, der hast- befeh» gegeu die beiden ersten Angeklagleu ausgehoben. Alfred h- befand sich auf freiem Fuße. Sowohl der Staatsanwall als die verurteilten verzichteten auf Berufung. • Das große Aufsehen, das die Tat der Angeklagten verursacht hat, und die Gerichtssensation, die der Prozeß bedeutete, stehen im Widerspruch zu dem milden Urteil, das das Gericht fällte. Das Urteil findet aber sowohl in der Persönlichkeit der Angeklagten wie auch in den Einzelheiten der Tat seine Begründung. Die Brüder Sch. hatten früh ihr« Mutter verloren und mußten früh ihr Brot selbst verdienen. Arbeitslosigkeit brachte sie aus Abwege. Bei einem Diebstahl erbeuteten sie Geld und auch einen Revolver. Das Geld war bald ausgegeben, der Revolver reizte die Jungen zu neuen Taten. Dabei kamen sie auf den Gedanken, Im„Sinus« uer-, in dem. Willi srüher gearbestet hotte, esuzubveche», und Peter führte ihn mit ungewöhnlicher Käktbküiigkeli aus. Die Fürsorgerin des Jugendamtes'konnte nichts nachteiliges über die jungen Leute belichten. Der Staatsanwalt fand für ihre Jugend und für ihren Leichtsinn trotz der Gefährlichkeil der Tat Berständ- nis. Die Berteidiger, die Rechtsanwälte Dr. Fuchs und Dr. T h« m al halten es unter solchen Umständen nickst schwer, auf auf ein mildes Urteil zu plädieren. Das Gericht glaubte aber in diesem Falle im höheren Maß« der Persönlichkeit der Augs- klagten als chrer Tat Rechnung tragen zu müssen. Die Btutler des H., die im Gerichtssaal anwesend war, erklärte, daß für ihren Jungen bereits eine Stellung in der Nähe von Plauen bereitstehe. Die Brüder Sch. sollen zu ihrem Onkel, in der Nähe von Köln. So wollte es scheinen, als sei sür die jungen Leute gesorgt und als bedeuteten sie für die Oesfenllichkest keine Gefahr mehr. Was bei dieser eindeutigen Lag« der Dinge noch ein graphologischer Sachverständiger im Goiichtssaal sollt«, schien nicht ganz verständlich. Die Graphologie, als einen Teil der angewandten Psychologie in allen Ehren, doch soll man sie zur richtigen Zeit und an der richtigen Stelle verwenden. Gegen unvernünftige Arbeitsrationalisiernng! Erst in neuerer Zeit ist man dazu gekommen, neben der ratw- nellen Oekonomie von Sachen und Organisationen auch Menschen- ökonomie zu treiben. Ueber diesen Problemkreie sprach vor kurzem Prof. Briefs von der Technischen Hochschule im Rahmen der Bortragsreihe der Industrie- und Handelskammer. Zur Er- klärung des Begriffs„Arbeit- gehört ihre Zweckmäßigtest. Dem Unternehner erscheint die Arbeit als ein Kostensaktor, der so wert als möglich heräbgedrückt werden muß. Deshalb ist reibungslose, maximale Arbeitsleistung das unternehmerische und technische Ar- bcitsideol, da» seine Grenzen in physiologischen und psychologischen Bedingthesten. der menschlichen Arbeit findet, sowie in der sozialen Einstellung der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung, dre dem lunKXHinkßLiß M>ele Schreiber, die ihre Vortragsreihe„Bahnbrechende Frauen- wieder aufgenommen hat, sprach über O l y m p e de Gang es, die in der Geschichte der französischen Revolution eine wesentliche Rolle spielte. Daß diese Frau ihr wechselvollcs Leben, das sie immerhin eine beachrenswerte Rolle in der Gesellschaft spielen ließ, in die Bahnen der französischen Revolution lenkte, ist »veniqer verwunderlich, alz die bewußte Form, in der sie«s tat. Die Forderung des gleichen Rechtes auch für die Frau wurde von ihr in leidenschaftlichster, schorfsinniger Weise begründet und ver- fochten. Sie war nicht'Mitläuferin einer Idee.' sondern sie war einer ihrer Träger. Weil sie das Recht vor die Gewalt stellt, well sie sich zum Sinn der Revolution, nicht zu einer Gruppe zufälliger Machthaber bekannte, mußt« sie auf der Guillotine sterben.— .hinter die Kulissen der Reklame-, und zwar der modernsten Re- klame, führte Fritz" Schröder in einem Vortrag, leider in sehr unmoderner, sehr langweiliger Form, die von dem Wesen moderner Reklametechnik im"Grunde nur wenig spiegelt«.— Michael v. S a- doras glänzende Klaoiertechnik, besondere aber auch sein procht- voll sauberer, ausgeglichener Anschlag, machten seinen Bortrag von Beethovenschen und Lisztschen Virtuosenstücken zu einem hohen Ge- nuß. Corneli? Bronsgeest sang Balladen von Karl Löwe, von Seidler-Winkler zurückhaltend und doch mit entzückender musika- lischer Lebendigkeit bscheitet. Bronsgeest war bei diesen wirkungs» vollen, volkstümlichen Melodien ganz in seinem Element. Kostendruck den Lohndruck entgegenstellt. Mit rationellen Mitteln sucht man diesen Koitenfaktor,„menschliche Arbeit-, zu formen. Arbeitsphysiologie und»Psychologie aller Störungen, die innerhalb und außerhalb der Arbeit liegen. Leider hat Briefs recht, wenn er feststellt, daß die Hoffnungen, die Erkeimtnisic der arbeitsphysiolögi- scheu Forschungen könnten sozialpolitisch vor ollem in der Gestaltung der Länge des Arbeitstages sich auswirken, f)ofinung«n geblieben sind, wie er auch der Pfycholechnik gegenüber, die zu theoretisch sei, starken Zweifel an den Tag legte. Im Kampfe um die„SeAe des Arbeiters-, reichen diese Methoden nickst aus. Bestimmt gewinnt man sie nicht.durch kurzsichtige und brutale Betriebsrationalisierung-, die Briefs«nt- schieden betonte und an einem typischen Falle brandmarkte Das Problem der Arbeitsfreude— Grundlage aller Arbestsrotio. nalisierung— ist keine rein wirtschaftliche Frag«, sondern«in« sozial- politisch-wellanschauliche._ „Sie find ja toi!- Di« Doppelehe des Totgesagt«». Unter der Anklage der Bigamt« hatte sich der Versicherung� inspellor Albert vor dem Großen Schöffeygericht. zu. verantworten. Er hatte sich-zum zweiten Mal» verheiratet» ohne daß die. erste Ehe geschieden worden war„ Im Gegenteil, sein« EhescheödUrtg�t klage war kurz vor einer zweiten Eheschließung allen Iyst"gnz«ff bis zum Reichsgericht abgewiesen worden. Der Angeklagte hatte im Jahre 1914 in seiner ostpreußischen Garnison em Mädchen getroffen, das nacht» vom Bahnhof mit dem Koffer in der Hand kam und ein Unterkommen suchte. Er hatte sie für dies« Nacht in seine Wohnung mitgenommen. Dieses Beisammensein hatte Folgen. Ms Ä. im Felde war. bekam er die Aufforderung, die Vaterschaft anzuerkennen. lliucr dem Druck der Verhältnisse ging er 1917 eine K r i e gs tra u un g ein. Das ganze Eheglück dauert« mit Unterbrechungen nur vier Wochen. Dann bekam A. Zweifel, ob er wirklich der Dater sei und betrieb ohne Erfolg die Ehescheidung. Der Prozeß zog sich vier Jahre hin. A. war in der Zwischenzeit einmal wegen eines Zusammenbruchs von seinem Truppenteil entlassen worden. Ms er sich im Jahre 1921 bei der Polizei neue Papiere ausstellen lassen wollte, bekam er dort den Bescheid:«Sie sind ja tot.- Aus dem Standesamt bekam er dieselbe Antwort. Er mußte sich nun neue Ausweispapiere beschaffen. Als der Volizeibeamte dabei fragte, die Personalien seien wohl die alten, sajste A. kurzerhand „Ja-. Aus diese Weise kam in die neuen Ausweispapiere der Per- merk„l e d i g-. Um Frau und Kind hatte A- sich seit vier Iahren nicht gekümmert. Als„Neugeborener- glaubte A., sich über die gesetzlichen Vorschriften einfach hinwegsetzen zu dürfen. Er hei- ratete nochmals. Aus die Strafanzeige seiner rechtmäßigen Frau. � die ihre Verjorgungsansprüche vergeblich gellend gemacht hatte, würde A. nunmehr angeklagt und erhiell wegen Doppelehe 1 Ia.hr Gefängnis. Da» Gericht Hot sein Bergeheu auch als so schwer aufgefaßt, daß es ihm die Bemährungsfrist versagte. Dachstuhlbrand iu-Tüdrnde. In einer Mansardenwohnung des Hauses Park st raße S m S ü d e n d e entstand gestern gegen 19 Uhr aus noch unbekannter Ursache Feuer, das sehr schnell um sich griff. Als die Wehren von Tsmpelhof, Marienborf und Sübende an der Brandstelle«tu. träfen, waren die Flammen bereits auf den Dach stuhl übergesprungen. Durch starkes Walsergeben aus mehreren Schlauchlestungen gelang es, den Brand nach etwa einstündiger Tätigkeit zu lokalisieren. Eine st arte Rauchentwicklung erschwerte die Löscharbeiten außerordentlich. Unter Zurücklassung einer Brandwache konnten die Wehren gegen"20 Uhr wieder abrücken. Selbstmord einer 1 7jährigen Hausangestellten. In der Wohnung ihres Arbeitgebers im Hause Ließen« burger Straßelll in Charlottenburg wurde heute friihjjegen 8 Uhr die lkjährige Hausangestellte Therese Ans- g r u b e r durch Gas verg stet bewußtlos aufgefunden. Ein hinzu- gerufener Arzt der nächsten Rettungsstelle konnte nur noch den Tod feststcllen. Das Motiv zu dein Berzweiflungsschrstt ist noch unbekannt. ver Zirkus der 100 Löwe« ist auf seiner Rundreise durch Berlin fest einigen Tagen in der Köpenicker Straße gelandet. Kapitän Alfred«chneider. der selbst die größte Löwen- gruppe der Welt vorführt, versteht es zudem, als echter Zirkus» menich, sich für sein Programm erstklassige Artisten zu engagieren. So führt jetzt der Meister der Freihcitsdressur A n g e t o, einst selbst Besitzer eines wellberühmten Zirkus, Freiheitspferde vor. Uner- wähnt darf auch die Leo-Tard-Truppe nicht bleiben, eine ganz famose Lustnummer, die Tollkünhheit mit Grotesk« oerbindet. Krinke und Barlo« arbeiten sehr gut« Clown-Cntree« herous, während die Reifenroll-Jongleure, zwei Wllano, ihre Darbietung auch in recht ansprechender Form bringen. Aus der großen Anzahl der Nummern sei dann, noch Lilly Ienkins hervorgehoben, der die Be- rufsarbeit des Cowboy als groß« Manegemunmer auszieht und überdies»och Kunstschütze ist. Die gestohlenen Sauerstofflaschen. Zum Vankraubversüch am Savignyplah. Au dem mißlungenen Anschlag auf den Banttresor am Savigny� plag erfahren wir, daß es der Kriminalpolizei gelungen ist, d i e H e r k v n,ft der K Sauerstofflaschen zu ermiitdln. Die Verbrecher hoben sie in der Nacht vom 30. November zum. 1. De- ;eMber aus einer Spezialiadrik in der Maxstr. 17 zu Schöneberg gestohlen. Hier wird jeden Abend der Bestand in den Lager- räumen ausgenomme» und mit Kreide aus eine Tascl- notiert. Morgens wird dann der Vorrat mit der Notiz verglichen.. Am 30. November waren von den kleineren Flaschen, wie die Verbrecher am Savignyplatz sie benutzt haben, 10 Stück vorHalden und ven- zeichnet Am anderen Morgen waren nur, noch 1 notiert. Der Lagerverwalter, der seinen Kollegen vom läge vorher abgelöst hatte, zahlte den Bestand durch und»and, d-r Notiz entsprechend, nur vier kleinere.Flaschen. So schien alles in Ordnung zu sein. Eist spater kam am Licht, daß Einbrecher mit Nachschlüsseln geöffnet, ü Flaschen weggeschafft, die ursprüngliche Kreide notiz gelöscht und durch eine neue ersetzt hatten. Die Knacker inüsien diese tz Flaschen mit einem Auto oder sonst einem Wagen weggeschafft und drei Tage lang verborgen gehalten hoben. Viel- leicht hat jemand den Transport nach dein Versteck oder von dort noch dem Savignyplatz beobachtet und tann so auf die Spur der Verbrecher führen.- Wer irgendwie zur Auskläruna beitragen tann, wird unter Hinweis aus die Belohnung von 2000 Mark gebeten, sich an Krirmnolkommisiar Bünger, Dienststelle V. 6 im Polizeipräsidium zu wenden. r- f Eine Juqendbühne für den Bezirk �riedrichshain. Das Bezirksamt Friedrichshain bar jetzt beschlosfe», eine Jugendbühn« einzurichten unid für diese Zwecke 10 000 M. bewilligt, um durch Veranstaltung von Theatervorstellungen„aus die Jugendlichen nachhaltig einwirken und ihnen eine von Schmutz und Schund freie Äugendkultur vermitteln zu ktznnen". srawusiizcne arbeiterukjend oross-beriih Auf unserer Weihnachtsausstellung vom Sonntag, den 11. bis Freitag, den 23. Deaerober 1927 im Jugendheim, Berlin SW68, LindenstraßeS, Il.Hof 3Tr. besorgt Jeder seine WelhnachtseinkSufe Aluminium- und Wanderartikel./ Schöngeistige und wissenschaftliche Literatur./ Bilderbücher und Spiele, M od e r n es Antiquariat/ Musikinstrumente xu den niedrigsten Preisen Oeöffoet: Werktags 16—20 Uhr, Sonntags 10—20 Uhr, 3n brr Mnterwonderung in das Riefengcbicgc. die das Reise bureau des Touristennereins„D!«.N a t u r f r c u N d e" an den Weihnachlstägen bzw. bis Neujahr veranstalte«, komien- sich nock, einige Tecknehmer melden. Das Neisebureau/Berlin N.. Johannis- ftraße 12. ist jeden Dienstag und Freitag von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Auskunft und Anmeldung dortselbst. Ein schweres Eisenbahnunglück in Spanien. Wie aus Oviedo m Spanien gemeldet wird, fand ein Zusammenstoß zwischen einem Güter- und einem Personenzug an der Grenze der Provinz Asturien statt. Vis jetzt wurden zwei Tote und zahlreiche Verletzte unter den Trümmern geborgen. Mo» befürchtet daß noch weitere Tote umcr dem Zuge begraben sind. London. 7. Dezember. Bor der Station Peter-borough-Nord in Mittelen gl and fuhr heute vormiltog während dichten Nebels ein Personenzug auf einen Güterzug aus. Der Gepäck wagen des Personenzuges wurde schwer beschädigt, der anschließende Personenwagen in zwei Teile geschnitten. Ein' Reisender wurde schwer verletzt. Aus verschiedenen anderen Bezirken werden Srörun- gen im Eisenbahnverkehr wegen starken Nebels gemeldet, doch sind größer« Unglücksfälle nirgends zu verzeichnen. Kinde» als Eltern. Ei« 13 5ahr« alte, die Schule besuchende Lzäuslerstodfier in B lo« i tz unterhielt seit tangerer Zeit mit einem 1 6 j ö h r i g e n Lehäkli ng«in Äebesoerhältnis. Nun kam die.:. Mütter. des. Mädchens darauf, daß ihr Kund bereits sihwonger ist. Der lchährrgc Vater wurde dem Pisfener Äreisgericht gegenübergestellt., Gleiwih— Kaiiowih. Ein Kampf auf Aethenoellev! Im schlesifchen Grenzgebiet ist ein Kampf aus Aetherwellen ent- standen,-seit längerer Zeit arbeitete dort auf deutschem Gebiet der Sender in Gleiwitz, der natürlich auch In Polen gut zu hören ist. Nun hdt aber Polen den Sender ln Kattowitz mit verhältnis mäßio starker Sendeenergie in Betrieb genommen. Und seitdem sind dort unten unerträgliche Funkverhältnisie entstanden. Die Störungen- des Cleiwitzer Senders durch den neuen Kattowitzer Sender sind nun von zwei Funksachvetständigen des Reichspost- Ministeriums in Obersdstesten an Ort und Stelle untersucht worden, dabei wurde festgestellt, daß in Beuchen und Hindenburg ein Empfang des GIciwitzer Senders bei gleichzeitigen Sendungen des Katio- mitzer Senders fast unmöglich ist. während in Ratihor der Gseiwitzer und Kattowitzer Sender nebeneinander tönen. Do sich die Störungen vorläuttg nur durch eine Drosselung der K a t s o w i tz e r Scn derencrgie erreichen lassen, wird dos Reichspöstmitzifterium mit Polen in Verhandlungen tmen. Die Reichs fun!- vereinigung hat sich bereits, an den Internationalen Tele- grophen verein in Bern gewandt, dem sowobl Deutschland wie Polen als Mitglieder angehören, um im Interesse einer Funk- Verständigung aus Polen einwirken zn lasien. IkHeSt«or-- Zur kl' �?u: 1S� vkt Serfantmüme bei Schmtdl,«ove-nckli-sir. 28,»Zur kleinen Hütte". Wichtige Tagesordnung, liuuzberg, Abt. lö: Bcrsammlung um zo Ulli- bei Äendler. Dieffenbachltr. 54. N»P«»> her. Ä Uhr. sprechen im Nestauront Wanlstatt. Belle-AlliaNce-Tlr.� Jerichtsrat Morauard: �Reisebericht aus der früheren Provinz i. v. Gerlocku �Deutsch-polnische Beziehungen." Freie Aussprm für sedermann. Deutsche graphologische Dtudieugesellschast. Donnerstag, 8, Dezember. 20 Uhr, Bariragssaal des Lyzeums Wellmann, Grolmanstr. A, sitzüng. 1. Dr. Wittlich-'„Der Rhnthmus in der Handichrifl." 2. AusspraSzc und Fraoenhcontwortiing. Eästc Eintritt frei. Ortsverei» Berlin im Verband Bolisoelvndhril. Donnerstag, 8. Dezem» der. Iii-,, Uhr. Zfilandstr. d 11, Bortrao m!> DislussivNt„Frouentrankbeiten." — Iugenbgrnppe Osten i Zreiioq, 9. Dezember, IS'? Uhr, Goßlerstr. Sl, Dis» kusNdnsabgnd über„Sinn dos Lebens."- Zugendgrupp« Sude», Freitag, " Diskusfisnsabeird über„Die kussidnsabgird S. Dezember, 1g'.» Uhr, Neukiilln, Schiertcstr. Äunst als Lrdensnatwcndigfc'' 400 Fischerboote Im Eis. Wie aus Moskau gemeldet wird. haben in Astrachan ausgestiegene Ftugzeilgc festgestellt, daß im Asowschen Meer, dos 17 Kllometer weit zugefroren ist, über 400 Fischerboote eingefroren sinb. Hunger und Ver- zweikilmg herrschen unter den Bootsbemannungen. Seine ZI- Stunden. Zäbiung bei den sächsischen Behörden. Das Gesamtministerium bot beschlosien, van der Ciniürung der Vier- undzwanzigstiinden Zählung bei den sächsischen Behörden bis auf weiteres Abstand zu nehmen. ..._________________ lbästr zu allen Beranstaltungcu willkommen. Arbeiter-Aistlncvten-Bur.b, Bezirl Norden. Donnerstag, g. Dezember. 20 Ubr. Weltliche schule. Wiesen-, Eete Pankstrahe, Zimmer 44, Nortrog:„Die soziale und pazifistische Bedeutung Rosegger»." Bcreinigunq für Schul, urd chrziehunaofrageo, Berlln-Treptow. kaol Gemeindeschnlr Pstldendruchstr. 5Z. Freitag, g, Dezember, 20 1 der Arbeit des D»ka».Hclene-SrüppeN>eims." Freitag, 16. Dezember, »Zugcndllche Ideale und BernsserMllung." Deutscher Slperanto-Bund, Ortsgruppe Berlin. Freitag, g. Dczemhrr. 20 Ubr, kiondilvrei Dobrin. Sacheschcr Markt, Uebungsahcnd. Gasie will- ronnnev Bereinigung ehemaltarr Patienten des Sencsnngshei«» AON. Berlin t» Ober-Sibreiberhon zu Berlin. gusammenkunsi Sonnabend, 10. Dezember, OO'-Z Ubr, im Restaurant Zvlk«, Berlin R., Sprengclstr. 13. Bereiu für die«beschichte Berlin«. Sonnabend, 10. Dezember, 20 Uhr. Vortragsabend im Büraersgol des Rathauses, llönigstraste. Stadtarchivdirektor Dr. Ernst gaeber spricht über„Ans stoben Jahrhunderten",„Sandel und De. werbe Berlins bis znr Gründung des Deutschen Reiche?," C'iiste wiNoinweu. Eintritt frei. Berliner Gcscllschast sür ösientliche Gesundheit, pilcge, r B Sistunq Dienstag, lZ. Dezember, 20 Uhr, im Hngllnischen Institut.der Uninerfitiit, Darothecnstr. 28».„Stmpnstrqt'od zur Hngiene der Utleidutzch"„Zstr Frag« her Arbeits- und Erwerbssiihigke.it Rebvkukrankbr." Gllste wMommen. B. M. 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Dezember, vorm. tt Uhr. im Siremaiorium Gcrichtfiratze ftai«. oankoagung Für die herzlich» Teilnahme anläßlich der Einäscherung meines lieben Manne« und Vater» Karl Siewert sagen wir allen Verwandten»nd Bekannten, insbesondere der Deutschen Bauhlltte. dem Reichsbanner und der Partei, unseren aufrichtigen Dant Berlin O II?, Wedrrslr. 86. Ww..Hartha Slewert und Tochter. U1UER6ENS ALEXANDEp PLATZ A«"' Verkäufe Achtung! Nähmaschinen ohne Anzahlung. 2 Mark Wochenrate. Poiikarte erbeten. Ornfiein, Lutherstraße zo._• Werlzeug« für Rohrleger, Lauan. Schläger. Paul Friedrich, Charlotten. bürg 2, Leionizstraß« 17._ Werkzeuge für Elektrotechniker, Instal- läteure. Paul Friedrich. Charlotten. bürg I, Leidnizstraß« 17. Werkzeug« kür Fliesenleger, Osensetzcr. Friedrich, Charlottendurg 2, Leib- Paul. nizstraße 17. Laubsägeartikel, Werkzcul. �rnrne�m Paul Friedrich, en, Werk. Ghar. zeugschränke.�W lottcnburg 2, Leibnizstraße 17'.� Düekopp. Nähmaschinen gegen g-Mark. Wochenraten Wlofik. 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Bewerbungen mit Lichtbilb. Jtr. 579* 44. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag, S. Oezmbeer �92? Schüht die Arbeitskraft! Sozialpolitische Vorlagen im Reichstag! 5Jm Bekchsta� erfolgte gestern zunäckst die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Krankenversicherung der Seeleute. Abg. Schumann-Frankfurt(Soz.) erstattete den Ausschußbericht. Durch das neue Gesetz werden die Seeleute den anderen Arbeil- nehmern gleichgestellt. Der Entwurf weist neue Wege, indem die Kran kanversiche rung der Seeleute nicht den allgemeinen Ortskranken- lassen eingegliedert, sondern in seemännischen Kranken- k a s s e n zusammeirgesaßt wird, indem eine organische Verbindung mit der seemännischen Invaliden- und Unfallversicherung geschaffen wird. Die Fürsorge für die erkrankten Seeleute wird im Auftrag von den Orts- bzw. Landkrankenkassen übernommen. In der Einzel- berawng erfolgte in einer Reihe von wesentlichen Punkten die Abänderung des Regierungsentwurfs durch den Ausschuß. Bezüg- lich des Einflusses von Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgte die Verständigung auf der Grundlage, daß die Reederoertreter zwei Fünftel und die Versicherungsvertreter drei Fünftel der Stimmen haben. Damit ist der Grundsatz auch bei der Kranken- oersickerung durchgeführt, der sich schon bei der Knappschaftsversiche- rung durchgesetzt hat, wenn auch nicht hier die gleichen Konsequenzen wie beim Knappschaftsgesetz gezogen wurden. Hier bleiben die übrigen Derficherungszweige wie sie sind. Infolg« dieser Regelung tragen jetzt auch die versicherungspflichtigen Seeleute drei Fünftel und ihre Reeder zwei Fünftel. Der Antrag der Deutschen Volks- parte,, Kapitäne von der Versicherungspflicht auszunehinen, der im Ausschuß abgelehnt wurde, ist im Plenum wieder«ingebracht worden. Die Unter st lltzung für Angehörige erkrankter oder verletzter Seeleute ist von einem Viertel aus ein Drittel herauf- gesetzt worden. Von besonderer Bedeutung ist noch die Uebergangs- regel, wonach bei der Bcschlußsassung über die Satzung der See- krankenkass« ei« weiterer Vertreter der oersicherten seemännischen Arbeiter hmzmritt. Abg. hoch(Soz.): Die Ortskrankcnkassen haben nach dem neuen Gesetz den er- krankten Seeleuten und ihren Angehörigen auch ohne Auftrag Krankenhilse zu gewähren. Es ist aber bedauerlich, daß die Seeleute nicht den a l l ge ni e i n e n O r t s k r a n k e n k a s s« n zu- gewiesen werden, sondern eine neue Berufskrankenkasse gegründet werden soll. Insofern sind die Ausschußbeschlüsse nicht in allem befriedigend. Durch die Bildung neuer Berussk�ankenkasscn schädigt man das Streben der Arbeiterschaft nach einer all g ein ein gleichen Krankenversicherung. Der Entwurf führte etwas ganz Neues in unser« Krankenversicherung ein, indem jetzt die Seekrankenkasse in allen Fällen alle ihre Mitglieder an die Ortskrantenkasse überweisen soll. Leider ist iiiiscr Airtrag, daß die vjeekrairkenkasle nur mit Zustimmung der Beteiligten Verträge über die Leistungen der Krankenhilf« durch die Ortskrankenkasse schließen kann, abgelehnt worden, lins kommt es darauf an, daß die See- krankenkoste sich ihren Aufgaben gemäß aufbauen kann. Gerade in diesem Gesetz ist die denkbor höchste Vertraiien stund- gebung für die Ortstrankenkasse zu erblicken, denn 'onft könnt« man den Ortskrankenkassen nicht die Ausführung der Krantenfürsorge übertragen. Infolge der Einflüsse der Rechtsparteien find unsere Anträge leider nicht in vollem Umfange durchgesetzt worden. Wie sie sozialpolitische Gesetzgebungen schaffen wolle» und wie sie die Sozialpolitik cmfsassen, das zeigten die Rechtsparteien im Ausschuß und durch die hier im Plenum wieder eingebrachten' Anträge. Sie wollen, daß die Besserbezahlten, di« Kapitäne und Schisisosfi.ziere, von der Versicherung ausgenommen werden; für sie ist die Krankenversicherung auch heute noch eine Art Armen- pflege für die Arbesterfchaft. Wir sind aber auch heute noch der Ansicht, daß die Krankenversicherungen heute mehr leisten als die Bessergestellten sich jemals leisten können. Immerhin tomren wir feststellen, daß im Ausschuß di« sachlichen Gründe sich durchgesetzt haben. Wir haben auch das'Vertrauen, daß der künftige Reichs- tag. bei einer anderen Zusammensetzung, eine Fortführung der Sozialpolitik m anderem Geiste und zum größeren Votteil der Arbeit«? ermöglicht. Dann werden die Herren der Rechten nicht mehr die Weilersührung der sozialpolitischen Gesetzgebung zum Schaden der Arbeiter verhindern können. Weil wir aber auch in diesem Gefetz den Boden für Fortschritte erblicken, auf dem eine bessere Gesetzgebung erfolgreich durchgeführt werden kann, deshalb stimmen wir auch für diese Borlage.(Lebh. Beifall b. d. Soz.) Abg. Dr. haedenkamp(Dnat.) kritisiert die Ausschußänderung als wenig erfreulich. Die Deutschnationalen sind für die Festlegung einer oberen Bersicherungsgrenz« bei 3600 M. Abg. Dr. Moldenbauer(D. Dp.) begrüßt besonders cm dem Gesetz die Förderung des Gedankens der B e r u s s k r a n k e n k a s f« n. Abg. Frau Teusch(Z.) lehnt erneut für das Zentrum die Forde- rvng der Befreiung der höher bezahlten Offiziere von der Unfall- Versicherung der Seeleule ab. Ihl« Zugehörigkeit zur Dersicheung stärke das Solidarstätsgefühl in diesem Berufe und werde von den Offizieren selbst gefordert. Abg. Ziegler(Dem.), Wir begrüßen das Gefetz und sind auch mit der Stärkung des Einflusses der Berficherten in der Verwaltung einverftanden. Abg. Rcddermeyer(Komm.) fordert die Zuweisung der See- leute an die Ortskrankenkaste oder eine noch stärker« Bettretung der Seeleute in der Derwalmng der Seekrankenkassen. Bei den Abstimmungen wird der deutschoolkspatteilichs Antrag, die Kapitäne von der Dersicherunqspslichl zu befreien, a n- genommen. Die übrigen grundsätzlichen Anträge werden ab- gelehnt und das Gesetz mit einigen kleinen Aenderungen im allge- meinen nach der Ail-fcbnßsasiung in zweiter Beratung angenommen. Gegen die dritte Beratung erhebt der Abg. SHulz-Bromberg (Dnat.) unter Hinweis auf die vorgenommenen Abänderungen Einspruch. Abkommen über internationalen Arbeiterschuh. Es folgt die Bercmmg der Genfer Uebereinkoinmen und Bor- schläoe zur Unfallversicherung. Abg. Schwarzer(Bay. Bp.) beantragt als Berichterstatter Ratifizierung der Genfer Uebereinkommen und Vorschläge über die Entschädiaung aus Anlaß von Berufs- krantheiten und über die Gleichbehandlung einheimischer und ausländischer Arbeitnehmer bei Entschädigung anläßlich von B e- triebsunfällen zu beschließen. Die sozialdemokratischen An- träge betreffs Erweiterung des Kreifss der Unfallversicherten sollen durch einen Beschluß auf Vorlage eines entsprechenden Geseszentwurfs erledigt werden. Ferner verlangt der Ausschuß Prüfung über die Möglichkeit der Einbeziehung der noch nicht Ber- sicherten ohne Schaffung neuer Versicherungsträger. Bis zur Erledigung dieser Punkte soll das Genfer Uebereinkommen über die Entschädigung von Betriebsunfällen noch nicht ratifiziett werden. Abg. Frau Schröder-Schleswig-Holstein(Soz.): Die Ratifizierung dieser Genfer Abkommen bedeutet wiederum einen Schrttt vorwärts auf dem Gebiet inlernationaler sozialer Maßnohmen. Wir haben an die Regierung die dringende Bitte, daß die vom Ausschuß verlangten Gesetzentwürfe so rasch wie niög- lich vorgelegt werden, so daß wir Ansang nächsten Jahres den Gesetzentwurf noch vor diesem Reichstag erledigen lassen können. Es ist daran zu erinnern, daß bereits im Juli 102 8 vom Reichsarbeitsminisierium von dieser Stelle aus eine derartige Bor- läge noch vor dem herbst versprochen worden ist. Genau vor einem Jahr wurde erklärt, daß eine entsprechende Denkschrift noch im Dezember vorgelegt würde. Wir haben sie erst im Juli erhalten. Wertvolle Jahre sind verloren gegangen, in jienen ber Kreis der Unfallversicherten hätte erweitert werden können, hoffen wir wirk- lich, daß der geforderte Gefetzentwuri noch in diesem Reichs- t a g verabschiedet werde. Bei der Erweiterung der Unfallverstche- rung auf Feuerwehren, Krankenanstalten, Bühnenbetttebe und Labo- ratorien, die von uns gefordert wird, handelte es sich zu einem guten Teil um solche Arbeitnehmer, die Im Interesse der Gesund- heit und der Gesundukig des deutscken Bolkes tätig sind. Es ist unverantwottlich, diese berechtigten Forderungen»och länger auf Erfüllung warten zu lassen. Äußer dem Krankenpslegepersonal müssen aber auch unbedingt die Wohlfahrtspfleger und -pflegerinne Ii einbezogen werden; hier handelt es sich um einen Dersonenkreis von rund IS 000 Menschen. Ein ganz unHall- barer Zustand ist es auch, daß das Personal der Gast- und Schankwirtschaften einschließlich des gesamten Bedimungs-- Personals der Großbetriebe von den Unfallversicherung ans- geschlossen ist. Wir verkrelen nach wie vor unseren prinzipiellen Skandpunkt. daß alle Arbeitnehmer das Recht aus Sicherung und Schuß vor Unfällen haben. Besonders dicsenigen müssen geschützt werden, die in ihrer Tätigkeit Arbeitskrast und Gesundheit zerstört bekommen, und diejenigen, die in jungen Jahren ihre Gesundheit verloren hoben. Es ist besonders schlimm, wenn junge Menschen in ihrer Arbeitskraft beschränkt sind. Ein geradezu furchtbarer Zustand ist es weiterhin, daß die häufig zu schwer gefährdeten Hausange st eilten keinerlei Schutz durch Unfallversicherung genießen. Wir werden weiter arbeiten wie in den lelsten Jahren, um das Ziel zu erreichen, das wir für unbe- dingt notwendig halten, daß jeder arbeitnehmende Mensch vor den Gefahren seiner Arbeit Sicherung und genügenden Schutz erhält. Abg. Dr. Woldenhauer(D. Bp.) lehnt namens der Negierungs- Parteien diese Erweiterung ab. Die Ausschußbeschliisse seien wohl- überlegt. Eine Einbeziehung des Personals der Gastwirischasten sei ohne Schmierigkeilen nicht mö~Ilch Abg. Ziegler(Dem.) unterstützt den sozialdemokratischen Antrag und begrüßt die Ratifizierung des Uebereinkommen?. Abg. Frau A'endsec(Komm.) fordert Unsallversicherungzpflicht auch für chaus- und Pslegepersonal im Privathaushali. Adq. Riollall,(Wirtsch. Bgg.) bekämpft die Bersicherungspfstcht der Gastwirtsgehilfen. In der A b st i m m u n g werden die sozialdemokratischen uiid kommumstischen Anträge abgelehnt und die Ausschußanträge an- genommen. ischluß der Sitzung 19tzi Uhr. Forlsetzung Freitag, 16 Uhn Seekrankenkasse, Ruhrentfchiidigungen, Spiritusmonopol, Kleine Vorlagen.______ Oer arbeitsunfähige Gteuerausschuß. Verhandlungen mit der Sozialdemokratie. Der in der Dienstagsfitzung des Steuerausschusses des Reichstags entstandene Konflikt zwischen der Sozialdemokratie und den Regierungsparteien ist bisher noch nicht eirdgültig beigelegt worden. Die Sitzung des Steucrausschusses begann daher, da man mit dem Erscheinen der Sozialdemokraten rechnete, mit großer Ber- spätung. Sie beschäftigte sich jedoch nur mit der steuerlichen Begünsti- gung einiger Ausländsanleihen, trat aber nicht in die Beratung der auf der Tagesordnung stehenden Kraftfahrzeligsteuer«in. Außerhalb des Ausschusses bemühte sich der Reichsfinanzminisier Dr. Köhler um die Beilegung des Konflikts, wobei Köhler sei» Bedauern über seine Zuspitzung aussprach. Es ist an- zunehmen, daß auch die Regierungsparteien inzwischen ein- gesehen haben, daß die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrags auf Herbeirusung des Ministers Köhler ein taktischer Fehler war. Sie dürften daher bereit sein, bei Beginn der Freitogsitzung des Steuerausschusses eine Erklärung abzugeben, daß ihnen jede Brüskierung und Mißachtung der Oppo- fition ferngelegen hat. Wird das geschehen, so werden dl« sozialdemokratischen Mitglieder des Stcueralisschusses wieder an seinen Verhandlungen teilnehmen. Abschluß der Studentendebatte. Bas Zentmm gegen die deutschnationalen Hetzer. hochfliegende Schulter an Im weiteren Verlauf der gestrigen L a n d t a g s de b a t t e über das Studentenrecht hielt Abg. Steuer(Dnat.) eine wilde Rede über die Korruption in der Republik, über den Fall Barmet, die Tätigkeit Scheidemanns in Kassel und Leinerts in Hannover. Wegen der wenigen technischen Versehen in der Kassensührung der Stüde». t«ns,haft könne man unmöglich die ganze Organisation auslösen. Die deutsche Demokratie habe sich mit dem Kampf gegen die Studenten unsterblich lächerlich gemacht. Die deiusche Studentenschaft bejahe den Staat als Vaterland, aber sie verneine den parteipolitischen Interessentonzeln, der sich deutsche Republik nennt.(Un- ruh« links, lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr. Lauscher(Z.): Ich werde es mir strikt versagen, dem Vorredner auf seinem Niveau zu folgen.(Lebhafter Beifall im Zentrum und links.) Wenn der Vorredner im Anschluß an einen Zwischenruf, der an das Telegramm des ReichsiMienministerz an die Studenten im Zirkus Busch erinnette, gemeint hat, es gäbe Redner, die jede Versammlung in einen Zirkus verwandeln, hat er leider nicht daran gedacht, wie sehr das schon vorher Wirklichkeit geworden war.(Heilerkeil und Sehr gut!) Wir bedauern, daß eine neue, tiefe Zerklüftung unseren Volkskörper durchzieht Aber in der Studentenschaft ist leider der Idealismus der Kriegszeit, in der der Student Schutter auch Mit dem ärmsten Sohn des Volkes im Schützen- graben stand, verflogen und der Trieb zur Volksgemeinschaft durch Fanatismus vergiftet worden. Die„Deutsche Studentenschost" hat i» völkischer Derstiegenhcit Nation mit Rasse verwcchfell und Rassenhaß geschürt. wir lehnen diesen Geist gerade aus großdeutscher Gesianang ab; denn die Tür ins dentsche Haus muh für alle Oesterreicher weit offen stehen. Abg. väcker(Dnat.):„Wir wollen nur einen deutsch- christtichen Zusammenschluß!" Abg. Lauscher(Z.) Wie stellen Sie sich diese Aussonderung praktisch vor? Ich fürchte, es kommt das letzten Endes aus die „K reuzzeitun g" hinaus, die ja schon einmal den Anschluß Oesterreichs aus parteipolitischen Gründen als unerwünscht bezeichnet hat.(Sehr gut!) Die deutsche Republik ist das geduldigste und lang- mütigfte Wesen, das es in der politischen Geschichte je gegeben hat; aber irgendein« Grenze muß es auch für die Provokationen der Herren Studenten geben. Die Deutschnationalen haben die Ab- stimmung vom 30. November beinahe so überschwenglich gefeiett wie den Kapp-Putsch.(Sehr gut! links.) Aber sie können nicht verdecken, daß der. Hochschulring beutscher Art auch die Deutsch- nationalen für Verräter an der gemeinsamen nationalen Sadye erklärt hat lind setzen sich nur erneut in ein übles Zwielicht der Zweideutigkeit. In seinem unter Ausschluß der Oeisentlichkeit er- scheinenden Wochenblättchen hat übrigens der deutschnationale Abgeordnete Dr. Spahn geschrieben, das Zenttum hätte in seinem Verrat an der Studeiltensache nie sowett gehen können, wenn Stresemann und Pinkern eil ihm nicht sekundiert hätten. (Große Heiterkeit.) In Wahrheit hat eine parteipolitische Hetze die deutsche Studentenschast aus einen verderblichen Weg gelockt. Von demokratischer Freiheit soll der schweigen, der die tzreiheit� der Minderheiten so mit Füßen tritt, wie die Studentenschaft.(Stür- Mischer Beifall im Zentrum und links.) Abg. Dr. Plnkernell(D. Bp.): Wir verübeln es dem Minister, daß er.hier von den Unterschlagungen gesprochen hat. In allen Verbänden, auch in den Geroelkschasten kommt dergleichen vor. Man hätte nicht nur aus Oesterreich sehen sollen, sondern auch aus die auslandsleutschen Studenten, die sich doch nur nach dem nativnaleiz Prinzip organisieren und an die deutsche Studentenschast cnschließen können. Wir sind weit davon entfernt, alles zu billigen, was in der Studentenschast geschehen ist, aber die neue Derordnüng des Ministers ist eine Karikatur auf den Gedanke» der Selbstverwattung.(Bravo rechts!) Kultusminister Dr. Lecker: Das politische Moment ist nach dem Zeugnis eines hervor- ragenden Wirischastssührers von dieser Seite aus absichtlich in die Studentenschast hineingetragen worden, weil man das An- wachsen der sozialistischen Studentenbewegung fürchtete. Für mich ist politisch entscheidend, daß die studentischen Organisationen sich nicht in amtlicher Eigenschaft politisch festlegen dürfen. Abg. kerss(Komm.) behauptet, bestimmt zu wissen, daß un- längst eine Studentendeputation in Door» empfangen und vom Exkaiser mit einer Ansprache ausgezeichnet worden sei:„Das in Mechterstedt habt ihr samos gemacht. Jeberhaupt rechne ich aus die Studenten. An Frankreich müßt ihr noch mal ran. 3m letzten Krieg sind wir viel zu anständig gewesen." Abg. Dr. Bahner(Dem.) verwahrt sich entschieden dagegen, daß die preußische Regierung und ihre Anhänger irgendetwas gegen den großdeutschen Getanken getan hätten. Abg. Dr. Klamm(Wirtschaftsp.): Das geistige und Wirtschaft- liche Element wird in der Republik unterdrückt. Die Professoren stehen geschlossen auf seilen der Studentenschaft, sowett sie nicht Minister oder Oberpräsidenten geworden sind. Wir solidarisiere» uns restlos mit der n»erschrockenen Haltung der deutschen Studenten. Kultusminister Dr. Becker bestrettet entschieden, daß die Pro- fessorenschaft irgendwie Stellung gegen das Ministerium genommen hätte. Abg. Dr. Danicke(Völk.): Der Kultusminister hat Verrat am Auslandsdemschtum begangen.(Ordnungsruf.) Jede Demokratie verwandelt sich schließlich in einen Despoten von fabelhafter Grau- samkeit. Die deutsche Studentenschaft kämpft einen guten Kampf gegen den allweltlichen Iudengeist.— Damit schließt die Aussprache. Nächste Sitzung Montag, den 12. Dezeniber, 13 Uhr: Äusbau des Ctettiner Haseiis, zweit« Lesung der Besoldungsvorlage, zweite Lesung des Antrages auf Auflösung der Gutsbezirk«. 1 iL ROTZ DER LEDERTEUERUNG m QUALITÄT HOCH PREISE: NIEDRIG Lohnsteuerzahler sollen geprellt«erben. Der Geseheniwurf der Reichsregierung zur Senkung der Lohnsteuer. Der Entwurf der Ncichsregierung über die Sen- ung der Lok�cstcuer ist fast zwei Monate nach Einbringung des sozialdemo�Ntifchen Eesetzeiitwurfs endlich dem!>?eichsrot zugeleitet worden.?luf dem Rücken der arbeitenden Massen sollen die Besitz- steuern gesenkt, den Lohnsteuerzahlcrn soll ihr gesetzliches Recht »erkümumt werden! Was will die Rechisblockregierung? Bei der Lohnsteuer soll das bislierige steuerfreie Exi- itenzminimum von 120 0 M. jährlich nicht erhöht, son- dem der Steuersatz von 10 aus 9 P r o z. herabgesetzt und die »vamilienermätzigungen erhöht werden: für die Ehe- srau und das erste Kind non je 120 auf 180 M. jährlich, sür das zweite Kind von 240 aus.800 M., für das dritte von 480 auf 000 Mark, für das vierte von 720 auf 840 M. und für das fünfte und jedes folgende Kind von 060 auf 1080 M. jährlich. Daneben sollen aber die prozentualen Familienermäßigungen beibehalten werden. die stets dann anzuwenden sind, wenn sie günstiger wirken als die festen Beträge. Bei der Veranlagken Einkommensteuer erklärt die Regierung eine allgemeine Senkung des Tarifs zurzeit mit Rück- ficht auf die Finanzlage der Länder und Gemeinden als u n in ö g> �' c�"_ �ur für die k l e i n e» Einkommcnsbc zieher soll für die ersten 8000 M. des Einkommens von 10 auf Aroz. erinäßigt werden. Die Senkung ist also nur halb so groß wie bei der Lohnsteuer. Lm Anschluß daran sollen auch die Tarifsätze stir die Einkommen zwischen 8000 und 12 000 M. um etwa ein Zwanzigstel gesenkt i>nd der Steuerabzug vom Kapitaler- trag von 10 auf 01- Proz. herabgesetzt werden. Ermäßigung, die die kleinen veranlagten Steuerpflichtigen mif diese Meise erhalten, steht in keinem Verhältnis z» der g r o ß e n K o m p l e r t h e i t der Neuregelung. Sie hätte sich wirkungsvoller und zugleich einfacher durch eine Erhöhung der steiiers.reien Beträge erreichen lassen, wie sie in dem sozialdmokrati- scheu Gesetzentwurs vorgesehen ist. Was will das Gefeh?— Die Lex Brüning. Welt stärker tritt dieser Geist der II n s a ch l i ch k e i t des Regierungsentwurfs bei den Vorschlägen zur Senkung der Lohn- steuer hervor. Durch die sogenannte Ler Brüning von 1023, die das Aufkommen auf der Lohnsteuer auf 000 Millionen halbjährlich begrenzt, ist die Regierung zur Einbringung dieser Vorlage v e r- pflichtet. Die Regierung hat aber die Stirn, in der Begrün- düng zum Entwurf auszuführen:„Die Reichsregierung ist cnt- sprechend ihren wiederholt gegebenen Erklärungen bereit, dieses Gesetz jetzt auch durchzuführen." Die Regierung stellt es olfo so dar, als ob die Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen in ihrem Belieben stände und als ob es ein besonderes Zeichen lonalen Verhaltens wäre, wenn sie die Lex Brüning jetzt ausführt. Aber die Regierung geht noch weiter. Die Regierung will ihrer gesetzlichen Verpflichtung nur insoweit nachkommen, wie es ihr paßt und deshalb gibt sie der Lex Brüning eine Auelegong, die mit ihrem tatsächlichen Inhalt im schärfsten Widerspruch slehi. Sie fälscht kurzerl>oiid die Entstehungsgeschichte dieses Gesetzes. Die Regierung stellt die Behauptung aus. daß das Im Jahre 1023 bestehende Mißverhältnis zwischen den Erträgen der Lohnsteuer einerseits und der Einkommen-, Körperschafts- und Kapitalertragssteuer andererseits zur Lex Brüning geführt habe. Das ist in ch t je a h r. Die Lex Briining ist entstanden, weil die Regierung im Sommer 1023 den sozialdemokratischen Forderunaen auf Erhöhung des steuersreien Lohnbetrags von 60 auf 100 M: monatlich durch die Erklärung ausweichen wollte, daß sie aus der Lohnsteuer nicht mehr als 1200 Millionen versin- nahmen wptle. Tatsächlich war also die Ler Brüning als e-ine Vertröstung der Lohn steuerpflichtigen auf eine Ermäßigung ihrer Steuerlast gedacht, während die Steuerbelastung der Besitzenden sofort um rund 1 Milliarde gesenkt wurde. Das Mißverhältnis zwischen den Erträgen der Lohnsteuer und den der Einkommen- und Körperschastssteuer kann aber auch gar nicht der Grund für das Zustandekommen der Lex Brüning gewesen sein. Denn es häste keinen Sinn gehabt, irgendein bestimmtes Verhält- n i e zwischen den Ertrögen dieser beiden Steuern gesetzlich festzu- legen. Das Berhälinis zwischen Massenbelastung und Besitzbe- lostung wird nicht allein durch die Lohnsteuer der breiten Massen und die veranlagten Steuern der Besitzenden bestimmt, sondern durch die Gesamtheit aller übrigen Steuern. Inner- halb der Massenbelastung nimmt aber die Lohnsteuer eine ganz andere Stellung ein als die veranlagten Steuern innerhalb dcr Be- sitzbelostung. Bon den Erträgen der V e s i tz b e l a st u n g entfielen in den letzten Jahren drei Viertel bis vier Fünftel auf veranlagt« Steuern, von den Erträgen der Massenbelastung stammten dagegen nur ein Viertel bis ein Drittel aus der Lohnsteuer. Schließlich ist die Aufstellung eines festen Berhältnisies zwischen den Erträgen der Lohnsteuer und der veranlagten Einkommensteuer deshalb nicht möglich, weil die Lohnsteuererträge aus dem Einkommen desselben Jahres, die Einkommcnsteuererträge aber aus dem Einkommen des Borjahres stammen. Der Stand der Konjunktur wirkt sich daher bei der Lohnsteuer sofort, bei der Einkommensteuer dagegen erst bei der Deranlagung im nächsten Jahre cms. Di« Regierung will ab«r nicht nur der Lex Brüning eine solche Entstehungsgeschichte andichten und ihr einen unmöglichen Sinn unterschieben. Sie will dieses Schutzgesetz der Lohnsteuer, ahler auch im einieluen nach ihrem Belieben auslegen. Allerdings wird in der Begründung zum Regierungsentwurf zu- gegeben, daß nach der Lex Brüning„an sich in erster Linie der steuerfreie Lohnbetrag erhöht werden" müßte, wie es der sozialdemokratische Gesetzeniwurs verlangt. Trotzdem will die Regierung die Lex Brüning in doppelter Hinsicht mißachten: 1. ob- gleich die Lex Brüning das Aufkommen aus der Lohnsteuer o»f 1200 Millionen jährlich begrenzt, sollen 1300 Millionen her« ausgewirtschaftet werden. 2. Obgleich die Lex Brüning eine Er- höhung des steuerfreien Lohnbetrags vorschreibt. soll nur eine Senkung des Steuersatzes um 1 Proz. erfolgen. Der Gesetzentwurf der Rc-chsregierung bringt also keine Ersüllung der Lex Brüning. Die Gründe, die die Regierung für ihren Dorschlag und gegen den so- zialdemokratischen Antrag, der allein aus dem Boden der Lex Brü- ning steht, vorbringt, dienen nur der T ä u s ch u n g. Ob gegen- wärtig 10 Millionen Lohn- und Gehaltsempfänger lohnltererfrei sind, wie die Regierung behauptet, oder nicht, ist gleichgültig. Durch die bereits cingeiretsnen und die kommenden Lohnerhöhungen wird die Zahl der Lohnsteuerpslichtigen wieder steigen. Außerdem ist zu beachten, daß die Zahl der Steuerfreien gerade durch die über- mäßig hohen Fainilienermäßigungcn nicht unbeträcht- sich vermehrt wird, und daß säließlich die Befreiung der Land- wirte von der veranlagten Einkommensteuer weniger eine Folge des steuerfreien Existenzminimums als der B e g Ü n st i g u n g der mitarbeitenden eigenen Familie na» gehör!- gen ist. falsche Zahlen— verschleierte Tatsachen. Di« Regierung behauptet, es ständen nur 160 bis 170 Mit- l i o n e n Mark für die Senkung der Lohnsteuer zur Verfügung. Das ist unzutreffend: erstens, weil die Lex Brüning ver- langt, daß der Ertrag der Lohnsteuer nicht auf 1300, sondern auf 1200 Millionen gesenkt wird und zweitens weil die Aufkom- mensberechnung, die die Regierung ihren: Eut- wurf zugrunde gelegt hat, falsch ist. Die Aufkom- mensberechnung der Regierung baut sich auf der Berechnung auf, die den: Gesetzentwurf zur Senkung der Lohn st euer v o m Dezember 1925 beigegeben war. Sie unterscheidet sich aber von ihr durch drei ganz willkürliche Annahmen: Durch falsche Berechnungen, unzulässige Abrundungen und Kür- zungen wird das Auskommen einmal um rund 30 Millio- nen zu niedrig errechnet. Während die Berechnung des Eni- wurss zu einem Gesamtertrag der Lohnsteuer nach dem gegenwär- tigen Stand von 1568 Millionen Mark kommt, ergibt eine sorg- fältige Nachprüfung einen Gesamtertrag von 1616,58 Rlillionen M. Ebenso willkürlich ist zweitens die Annahme, daß von dem errechneten Ertrag der Lohnsteuer etwa 55 Millionen zum Ausgleich der Konjunkturschwankungen abgezogen werden müßten. Ein Beweis für diese Zahlen wird nicht einmal versucht. Die dritte unbewiesene Voraussetzung ist die Annahme, daß die Löhne bis Ende des Jahres im Vergleich zum Beginn des Jahres 1926 um durchschnittlich 13 Proz. gestiegen sein wer- den. Warum es 13 Proz. sein müssen und nicht 12 oder 15 Proz., dafür macht der Regierungsentwurs ebenfalls nicht einmal den Versuch einer Begründung. Diese drei Mängel der amtlichen Aufkommens- berechnung haben das eine gemeinsam, daß sie den Ertrag der Lohnsteuer niedriger erscheinen lassen als er tatsächlich sein wird. Wenn man sich die Fehler und Flüchtigkeiten der Aufkominensbercchnung im einzelnen genauer ansieht, so drängt sich der Eindruck aus, als ob diese Fehler nicht zufällig entstand«,, sondern bewußt in die Berech- nung hineingebracht worden sind. Als ob diese Be- rcchnung zurechtgemacht worden ist. um dos zu beweisen, was die Regierung damit beweisen will, als ob die einzelnen jlnnohiiie'� so gemacht worden sind, wie es ihr in den K'ram paßt. Ist dem so, dann hat man die vorgeschlagene Senkung nicht aus Grund dieser Berechnung ermittelt, sondern man hat umgekehrt diese B c r e ch- nung frisiert, nachdem man aus anderen Gründe» sich auf ein« bestimmte Ermäßigung der Lohnsteuer festgelegt hatte. Richtige Rechnung. Scheidet man diese Fehler aus der Aufkommensberechnung aus, sci ergibt sich, bei einem rechnungsmäßigen Gesamtertrag von 1616 Millionest, daß nicht nur 160 bis 170 Millionen, solchen, mehr als 400 Millionen zur Senkung der Lohnsteuer zur Verfügung stehen. Aber dann bleibt noch der Hauptfehler der amtlichen Berechnung richtigzustellen. Die Berechming berücksichtigt nur die Lohnsteigerung, die bis zum Schlüsse des Jahres 1027 mutmaßlich eingetreten sein wird und die sie auf 13 Proz. gegenüber Januar 1926 schätzt. Sie läßt dagegen alle weiteren Steigerungen außer acht, die in. Lause des Jahres 1028 eintreten werden. Gewiß iqjzt sich über das Ausmaß dieser Lohnsteigerungen nichts Bestimmtes sagen. Trotzdem müssen sie bei der Lohnsteuersenkuna in Anschlag gebracht werden, wenn diese Senkung nicht schon nach wenigen Monaten durch die Lohnentwicklung überholt werden soll. Wenn nach der letzten Senkung der Lohnsteuer im Dezember 1925 der Lohnsteuerertrag beträchtlich gefallen war, so halte das hauptsächlich seinen Grund in der sprunghaft anschwellen. den Arbeitslosigkeit. Sobald die Arbeiislrsigkeit nachließ, hob sich der Ertrag automatisch und ging schließlich über das Aufkommen in den letzten Monaten des Jahres 1025 hinaus. Im Dezember 1925 betrug das Aufkommen bei einem steucrsreien Lohnbetrag von 80 M. monatlich rund 113 Millionen, pn Oktober 1027 erreichte es dagegen bei einen, steuerfreien Lohnbctrag von 100 M. sogar 124 Millionen. Da die Zahl der Erwerbslosen in beiden Monaten etwa gleich groß war. Ist die Steigerung des Er- trags trotz der Ermäßigung der Belastung ausschließlich auf die Steigerung der Löhne zurückzuführen. Während aber die Löhne nur durchschnittlich um 8 JJroj. gestiegen sind, hat sich der Ertrag um 21.3 Proz. gehoben. Das ist ein Zusammenhang von grundsätzlicher Bedeutung: Infolge der in der Lohnsteuer enthaltenen Pro- gression muß jede Lohnsteigernng zu einer weit stärkeren Erhöhung des Lohnstaucraufkommens führen. Darin liegt der Grund, daß bisher alle Ermäßigungen der Lohnsteuer zu gering waren und in unvorhergesehen kurzer Zeit von der Crtragsentwicklung überholt wurden. Deshalb muß bei der bevorstehenden Senkung daraus die Lehre' gezogen werden, daß sie ihren Zweck nur dann erreichen und die Durchführung der Lex Brüning nur dann auf länaere Zeit sicher- stellen kann, wenn sie die voraussichtliche weitere Lohncntwicklung in hohem Maße berücksichtigt. was ist zu tun? Boit dieser Erkenntnis ist die sozialdemokratische Reichstagsfrattion ausgegangen, wenn sie Ihrem Antrag auf Erhöhung des steuerfreien Lohnbotrags von 100 auf 140 Mark monatlich die Annahme zugrunde legte. daß im Durchschnitt des Jahres 1028 mit einer Lohnsteigerung um rund 20 Proz. gegenüber dem Ende des Jahres 1025 zu rechnen ist. Eine solche 2!Zprozenlige Lohnsteigerung wird den Ertrag der Lohnsteuer um S3.2 Proz. über das gesetzlich« Höchstaufkommen von 1200 Millionen Mark erhöhen. Demnach muß bei der Senkung der Lohnsteuer nicht von einem Jahresertrage von 1560 Millionen ausgegangen werden, wie es die Regierung tut, sondern von einem jährlichen Auskommen von 1824 Millionen Mark. Es stehen also insgesamt nicht 160 bis 170 Millionen, sondern mehr als 600 Millionen Mark für die Senkung der Lohnsteuer zur Z�erfügung. An diesem Ergebnis zeigt sich am besten, wie kläglich das Almosen ist, das die Reichsregierung den Lohnsteuerpslichtigen anstatt der Er- füllung ihrer gesetzlichfe st gelegten Ansprüche geben will. Paul Hertz. Volle Hochspannung der Konjunttur. Die neue Diagnose des Konjuntturinstitots.— Auf eine Vorhersage wird verzichtet. In seinem dritten Vierteljahresheft für 1027 gibt das deutsche Institut für Konjunkturforschung für Ende November folgende Be- urteilunz der Konjunktur: ..Ende August wurde festgestellt, daß die Wirtschaft in eine Phase der Hochspannung eingetreten sei. Inzwischen hat sich die Hoch- spannung voll entwickelt. Krisenhafte Vor- gänge liegen aber nicht vor. Die Kreditsicherheit ist im ganzen unangetastet, wie die Statistik der Konkurse und Wechselproteste zeigt. Der Kredit ist jedoch in hohen, Grade a n g c- spannt. Namentlich sind die Wechselziehungen sehr stark ge- stiegen, und zwar über den Bereich der Danken hinaus: die Selbst- finnnz'erung der Wirtschaft hat zugenommen. Die Konstellation steigender Geldsötz«, sinkender Effenktcnkurse und weiter anziehender Warenpreise füg, sich in dieses Bild em. Die Aufwärtsbewe- gung der Warenpreise wirR dadurch ermöglicht, daß der Binnenmarkt, obwohl Anzeichen beginnender Sättiaung vor- handen sind, offenbar noch aufnahmefähig ist. Jedenfalls hat die Lagerhaltung bisher kein Uebermaß erreicht: die Pro- duttionsmittelerzeugung ist in weiterer A u s d e h- nung begriffen. Die vorliegenden Auftragsbestände sind ofsen- sichtlich noch umfangreich. Zu beachten ist jedoch, daß in wichtigen Teilen der Industrie der Auftragseingang zurückgeht. Aus alledem ist zu schließen, daß sich die wirtschaftliche Aktivität auf einem Maximum bewegt. Die Kredit- spannungen im Zusammenhang mit den zurückgehenden Aufirags- eingängen zeigen an, daß mit einem Rückgang gerechnet w e r d e n m u ß. Die noch ungeschwächte Kredilsicherheit in, Verein mit der ncch ausdehnungssähigen Lagerhaltung deutet aber darauf hin, daß bei vorsichtigen Dispositionen ein Um- schwung noch aufgehalten oder jedenfalls in seinen Wirkungen sehr gemildert werden könnte." In dieser Diagnose sind drei Momente besonders wichtig: das Fehlen krisenhafter Vorgänge trotz größter Hochspannung, die noch fortdauernde Aufnahmesähigkeit des Binnenmarktes trotz der vorliegenden Sättigungsanzeichen, die Möglichkeit, den Um- schwung zur Krise bei vorsichtigen Dispositionen noch aufzuhalten oder jedenfalls in seinen Wirkungen sehr zu mildern. Mahnung zur Borsicht in allen Maßnahmen, die überflüssiger» weise die Fortdauer der gegenwärtigen Konjunktur verhindern oder beschneiden könnten, ist die wesentliche Schlußfolgerung aus der vom KI. versuchten Diagnose. Von wesentlich ungesunden Elementen in unserer Wirtschaftslage berichtet die ausführliche Studie nichts� Das Vorgehen des Reichsbankpräsidcnten. die vielfach schwarz malenden Urteile von Wirtschastsführern erfahren hier also keine Stützung. Um so mehr darf darauf geschlossen werden, daß«ander- interessen und Sonderwünsche einflußreicher Werks- und Gewerbe- gruppen die Ursachen der schweren Beunruhigung der Öffentlichkeit in den letzten Wochen über die innere Gesundheit der Gesamtwirt- schaft gewesen s"ü>. Im einzelnen krankt die Untersuchung des KI. on alten Fehlern der Methode: obwohl wieder festgestellt werden mußj. daß Deutschland eine von der übrigen Welt isolierte Kon? junftur unter besonderen Bedingungen hat, wird das normale Konjunkturschcma zur Auswahl und Beurteilung der statistischen Tatsachen verwendet. So müssen die Zusammenhänge zwischen den Bürsenvorgängen und der Warenpreisentwicklung o e r g e- wältigt werden— die wichtigsten Warenpreise sind nämlich Monopol- oder Weltmarktpreis« und von konjunkturellen Vorgängen unabhängig— damit man nach dem vorgefaßten Schema zu den „richtigen" Schlüssen kommt. Bei den Darlegungen über d i e Kapitalbildung begegnet man leider noch immer dem Un» sinn, daß zu der Vermehrung der Spareinlagen auch die von den Sparkassen usw. erworbenen Wertpapiere der Kapitalbildung hin- zugerechnet werden, obwohl e» sich nur um, eine Anlage der- selben Spargelder handelt. Eine Prognose(Aorhersage) der weiteren Entwicklung wird nicht versucht, obwohl man ihr, wenn das Normal- schema der Konjunktur mit Recht angewandt wird, nicht ausweiche» dürfte. Merkwürdig verfährt das KI. auch diesmal mit der Frage der öffentlichen Anleihen. Amüsant, wie auf Celle 12 den Auslandsanleihen der öffentlichen Wirtschaft ausgerechnet die Aus» landsanleihen der Kirche(!) mit rund 03 Millionen hinzuaddiert werden. Und weiter Seite 7, die dunkle Benierkunz. daß Ausländsanleihen dazu beitragen könnten, daß die Krise, wenn sie in den mittleren Industrien ausbräche,„nicht auch in die best» gesicherten Kreise der Wirtschaft übergreift". Vielleicht sind mit den b?st„gestch«rten" Kreisen beispielsweise der Ruhrmontantrust und die Großlandwirtschost gemeint. Dann hätte das Konjunktur- institut allerdings bös« danebengehouen, wenigstens wirtschaftlich— politisch mag es stimmen. Bis zum Abschluß der deutsch-polnischen Verhandlungen wird e» noch lange dauern. Die privaten Verhandlungen zwischen deutschen und polnischen Wirischaftsinteressenten, über die wir berichtet haben. sind beendet. Dabei haben die polnischen Vertreter bei dem Aus- cuiandergehen ihre deutschen Kollegen sür die zweite Hälfte des Januar zur Fortsetzung der Besprechungen nach Warschau eingeladen. Es scheint also mit dem Abschluß der deutsch-polni» schen Verhandlungen noch lange dauern zu sollen. -:'i m« .00 geht»«ch nicht« Öb«r««wötlicht-ll. Ob« 6•an*«« r««nrt,«*'« flürmt,«d« fchadl. Sern» Im Ofen proffeil da*«»«« Stoer ©d»«»« die Sntlfr«uch nech fe Inj«f. De« schied«»«» e>cppl. tra« ftfeirrl'«»it Ztalt, O««IM»och««ch frische Jitfi im loatt! 3M»dkm gaffe««»o Kdi Pmi. Xfersif* man««»»«, Oargn«oft Tlnt» >«». nkerhaltung und issen Beilage des Vorwärts OonnerSiag S. Dezember �92? Man ha! ihn gekränkt. Von S. Lewin(Moskau). „Sie sind Kommunist, Genosse? Sehr angenehm. Rauchen Sie doch bitte... Hier... Ich heiß« Lipuchin, bin seit 22. Februar 1918 Mitglied der Kommunistischen Partei der Sowjetunion— B �lschervik— Parteikarte Nr. 50399. Letztes bekleidetes Amt? Mitglied der Leitung des Salzsyndikots... Ich reise nach Moskau. Sie auch? Schön, also fahren wir zusammen. Gehen wir doch aus die Plattform hinaus, ich möchte mich über verschiedene Ding« offen aussprechen... So! Hier ist es wenigstens nicht schwül, und niemand belauscht uns. Ist das eine finstere Nacht! Nach dem Kalender haben wir Jahresende, und wirklich— fjol's der Teufel— mir ist zu Mute, als befände auch ich mich am äußersten Ende... Höre: ich begreife, unter uns gesagt, nicht, wohin die Karre geht. Sehen denn unser« Parteiführer es nicht, wie die gärende Masse der Parteilosen hochkommt und alle fetten Posten kapert? Wir, die Leute von der Partei, werden unterdrückt und weggödrängt. Lache nicht! Du lebst in Moskau und deshalb merkst du nichts. Schautest du nur ein einziges Mal das Treiben in der Provinz! Zum Aeispiel— ich: Gehöre seit dem 22. Februar 1918 zur Partei, war vier Jahre in der Leitung des Salzfyndikats, früher— Bureau- chcf im Verpflegungsamt der 29. Division— immer an der Front, und in unserer lokalen Verwaltung ununterbrochen Mitglied des Ortsausschusses. Auf einmal bauz! pardauz!— die Sparsamkeitskampagne! Gut. Ich habe nichts dagegen. Einschränkung der Der- waltungskosten; ich lehne es nicht ab. Man kann ja einige Ma° schinenschreiher, Voten, ein paar Fachleute abbauen. Meinetwegen. JU) hatte regelmäßig selbst an den Sitzungen der Abbaüausschüsse teilgenommen und bin immer gesund davongekommen. Unversehens aber— du wirst es kaum glauben— werden auch die sieben vcrant- wörtlichen Posten angegriffen und zwei davon gestrichen. Posten, auf denen Kommunisten saßen. Darunter auch meiner. Die Partei- losen blieben im Amt. Da siehst du, wie es in der Provinz zugeht! Weiter... HSre nur, was sich weiter begab. Ich wurde zur Verfügung des Gouvernementsausschusies ge- stellt, suche ihn aus und werde dort gefragt:„Welches Geschäft ver- stehen sie?" Ich zeige meine Parteikarle.„Ja," sagen sie,„das ist eine Parteikarte, aber was können Sie leisten?" Ich halte es nicht aus und schreie:„Nichts!" Frechheit,«inen alten verdienten Kommunisten zu fragen, was er zu leisten oermag!.. Die ganze Revolutionszeit hindurch hat man aus verantwortlichem Posten gestanden. Plötzlich... Kurz, sie empfahlen mir im Gouvernementsausschuß, meine alte Berufstätig» keit wieder aufzunehmen— ich war vor dem Oktöberumsturz Buch- balter.„Was?" entgegne ich,„als Buchhalter? Ihr seid wohl übergespnoppt! Wollt ihr etwa, dos irgendein parteiloser Strolch m der Kanzlei über mich gebietet?!" In zwei Sätzen stob ich davon und fahre jetzt nach Moskau. Ich werde zu Stalin gehen, zu Bucharin und in die„Prawda" zu Scholetz: es müssen sofort außerordentliche Maßnahmen gegen den Sudelbrei der Parteilosen ergriffen werden, der alle fetten Pfründen zu überschwemmen droht. Da hast du hie Zustande bei uns in der Provinz. Ein ordent- licher Mensch sollte aus der Partei ausscheiden, dann fährt er Mfer-' lAu- tun jttoälll" fldcrfcSt von H. Liettkc.) Frühling im Wintsr. Von Or. Z3. Wächter. Aus Paris wurde anfangs November deutschen Zeitungen ge- meldet, daß in der Normandie Erdbeeren und Himbeeren blühten, daß also der Sommer infolge der milden Witterung wieder eingezogen sei.— Man braucht nicht erst in die Normandie zu fahren, um den scheinbaren Saltomortale der Natur beobachte» zu können Vor mir aus meinem Schreibtisch steht ein großer Strauß selbstge- pflückter Schlüsselblumen und Maßliebchen— anfangs Dezember, und draußen liegt Schnee und die Bäume prangen im Schmucke des Rauhreifs.— In einer Dorfschenk� in den bayerischen Vorbergen standen noch vor acht Tagen große Sträuße Margariten, roter Licht- nelken, prachtvollem Weiß- und Rotklee und selbst die kleinen Früh- lingsenzianc erfreuten das Auge durch ihre lichtblaue Farbe. Die Blumen waren kurz vor einem starken Schneefall gepflückt worden und hielten sich ganz prächtig im Zimmer. Meine Schlüsieiblumen wuchsen auf einer etwa 700 Meter hochgelegenen, gegen Süden sich erstreckenden Wiese, von der die warmen Sonnenstrahlen eine 30 Zentimeter hohe Schneeschicht weggeschmolzin hatten. Es ist durchaus keine Ausnahmeerscheinung, daß im Spät- herbst die Frühlingsblumen wieder austaüchen: man kann solch« Freude in jedem Herbst erleben, wenn nicht gar zu arger Frost das Wasser im Boden gefrieren und die Blätter steif werden läßt. Es sind selbstverständlich nur die sogenannten ausdauernden trau- ligen Pflanzen, die ihren Winterschlaf so frühzeitig aufgeben. Ein- jährige Pflanzen, deren Entwicklungsgang vom Samen bis zur Frucht sich in einem Sommer abspielt, kommen hier nicht in Be- kracht. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, wenigstens was das Wachstum anbetrifft. Jedermann kennt das sogenannte Winter- getieide, das im Herbst ausgesät wird und die Aecker mit frischem Grün überzieht. Die jungen Pflänzchen überwintern unter der warmen Schneedecke, stellen ihr Wachstum»in und entwickeln sich im Frühjahr weiter. Auch in der freien Natur wird man hier und da Pflanzen finden, die sich wie das Getreide verhalten, aber zur Blüte wird man sie nicht bringen können. Bekanntlich machen alle ausdauernden Pflanzen eine kürzere oder längere Winterruhe dllrch: sie besitzen irgendwelche sogcnann- ten Speicherorgane, in denen die Nahrung aufgespeichert wird für die Zeit, in der die Pflanzen, noch blattlos, kein« neue Nahrung produzieren können. Ist die Winterruhe beendet, so bedarf es nur des nötigen Wassers und der genügenden Wärme, um die Lebens- tätigkeit wieder anzufachen. Das'„Erwachen" der Statur ist aljo keineswegs an den Kalender gebunden, und das wissen unsere Gärtner schon lange. Sie„treiben" gewisse Pflanzen, und jeder kennt ja die Hyazinthen und den blühenden Flieder im Winter. Merkwürdigerweise wird von dem blumenliebenden Publikum von der Möglichkeit, auch schon im Dezember und Januar frisches Grün und Frühlingsblumen zu bewundern, äußerst wenig Gebrauch gemacht. und auch die Gärtner nutzen diese Möglichkeit lange nicht genug aus. Man sieht in den Blumenläden nirgends Töpfe mit Oühenden Schlüsselblumen, obwohl im Frühjahr Primelsträuße masienhaft im Strahenhandel abgesetzt werden. Die Gärtner gehen anstatt desien darauf, aus, zu versuchen, die bekannten Pflanzen immer früher zur Blüte zu bringen, was ihnen ja Dank der wissenschaftlichen Forschung in den letzten Jahrzehnten auch ge- langen ist. Neben dem Winterschlaf, aus dem die Pflanzen durch Wärme erweckt werden können, gibt es auch noch«inen tieferen Schlaf, der dem leichteren vorangeht. Um die Pflanzen aus jenem aufrütteln zu können, muß man sie mit Aetherdämpfen behandeln oder durch Warmwasserbäder, durch Blausäure oder Radium reizen, bevor sie der üblichen Treibmethode unterworfen werden. Das ist natürlich alles mit Kosten verbunden, und nicht jeder kann, es sich leisten, zu Weihnachten einen Blumenflor ins Haus zu bringen. Was aber jeder kann, lehren meine Schlüsselblumen, und wer sich rechtzeitig im Herbst Primeln, Gänseblümchen, Frühllngsenzian und anderes In Töpfe pflanzt, wird die gleich« Freude wie oh blühendem Flieder haben.— Auch Baumzweige kann man jetzt ins Zimmer bringen; die meisten Bäume haben ihr« feste Winterruhe längst hinter sich, und es ist durchaus nicht nötig, Tannenzweig« als„Ersatzgrün" in die Blumenvajen zu stecken Man hört bisweilen gegen die Verwendung getriebener Pflan- zen den Einwand erheben, es fei gegen die Zttttur, die Kinder Floras frühzeitig aus ihrem Schlaf zu wecken, aber wiederum sind es meine Schlüsielblumen, die unter den„natürlichsten" Be- dingungen von der Welt zur Blüte gekommen sind, nur durch das Tauwetter und die Sonnenstrahlen, die uns lehren, daß auch das frühzeitige Erwachen aus dem Schlummer ebenso„natürlich" ist wie das lange Schlafen. ltnfer gefährlicher Vetter aus dem Tierreich. Der Gorilla steht nach der Anschmung vieler Anthropologen unter den Menschenaffen dem Menschen am nächsten, aber in seinem Wesen ist er von einer Wildheit, die uns diesen Vetter nicht gerade sympathisch macht. Er ist das gefährlichste Tier unter all den wilden Bestien des tropischen Afrika, wie Dr. Dyce Sbarp In einem Aus- satz hervorhebt. Dieser Gelehrte, der sich lange Zeit mit dem Stu- dimn dieses noch so wenig bekannten Tieres beschäftigt hat, hält den Gorilla für den surchtbaffren Feind des Menschen.„Er ist wohl die einzige Bestie, die sofort den Menschen angreist, wenn sie seiner ansichtig wird," schreibt er.„Ein Löwe wird im allgemeinen davon- rennen, aber ein Gorilla ergreift sofort die Offensive, vielleicht, weil er noch etwas von der entfernten Verwandtschaft ahnt und im Menschen einen Nebenbuhler riechst, der in seine» Harem rindringen �Jhr Klnver seid schon wlsder ungezogen!".-so ruft die Mutter warnend knz Zimmer, und„die ungezogenen Kinder!"... das ist da» erste, was den heimkehrenden Mann an der Schwelle seiner Wohnung empfängt! Wer hätte das nicht früher oder später einmal erlebt? Wer lsiitte es nicht erlebt, wie Dater und Mutter ratlos hin- und herschwanten, wie sie mit Ermahnung und Güte, dann wieder mit Ernst und Strenge, mit Bersprechungen oder Schlägen gegen die Ungezogenheit der Kinder zu Felde ziehen, aber nur wenig ausrichten, w!« sie froh sind, wenn sie„vor den Kindern einmal Ruhe haben", ja wie sie die Kinder oft geradezu als Last empfinden? Verdrängen In kinderreichen Familien nicht oft Mißmut, Zank und Streit jede Harmonie des Alltags und jedes gegenseitige Verstehen, die unser Leben doch warm und reich machen sollten? Man könnte behaupten, daß es einer der Prüfsteine für das Erziehungswerk der Eltern ist, ob sie der Ungezogenheiten ihrer Kinder Herr zu werden vermögen oder nicht. Wie oft oersagt hier aber die Erziehungl Die Gründe können manizsach sein: Krankheit der Eltern, Mangel an Energie, an Erkenntnis kindlichen Wesens und kindlicher Eigenart, Durchkreuzung von ErzUchwigsmaß- nahmen durch Großeltern oder andere Verwandt«, Zwiespalt zwischen väterlicher und mütterlicher Erziehungsweise, gedankenloses Hasten an überlieferten Erziehungsgrundsätzen, wie sie In der eigenen Jugend gehandhabt wurden, vor allem aber: Schematisierung- Daß diese der Todfeind wahrer Erziehung ist, zeigt sich nirgends so wie hier! Wer die verschiedenartigen Ungezogenheiten bei jedem Kinde nur mit Schlägen oder nur mit Ueberredung bekämpfen will, wird für sein Allerwellsrezept nur Mißerfolge ernten! Es genügt auch nicht, daß Bater und Mutter sich über da» jeweilige Strafmittel ver- ständigen, mit dem dieser oder jener Ungezogenheit zu begegnen ist: erst die Erkenntnis der Quell«, aus der das Uebcl entspringt, kann dieses beseitigen! Erziehung ist der Kukturberuf der Frau. Sie, die ja meist in engerer täglicher Berührung mit dem Kinde lebt als der Mann, muß es.als ihre Aufgab« betrachten, in das Innere ihres Kindes hinein- zulaufchen. als stiller' Hüter hinter ihm zu gehen und aus der Er- kenntnis feiner Eigenart und der Quellen feiner Unarten den richtigen Erziohungsweg zu finden. Da gibt es Kinder, deren Ungezogenheiten in einem angeborenen Temperament, in angeborener Ausgelassenheit ihre Quelle haben! Das Bertehrtest« wäre, derartigen.Lrastüberschuß". der häusig der vorbot« einer starten Jndwldualität ist, mtt Härte und Gewatt be- kämpfen zu wollen. Hier gilt«» vielmehr, Tag für Tag eine Gelegenheit zum Austollen zu schaffen: doch soll das Kind sich dabei stets unter Beobachtung fühlen. Zanken und Schelten verfängt bei derartigen Kindern nur selten. Ueberhaupt:„Täglich mit Schellen und Tadeln hemmst du dem Armen allen Mut in der Brust" sagt m „Hermann und Dorothea" die einstchtig« Mutter zum Vater. Man kommt viel ehr zum Ziel, wenn man unaufdringlich, aber systema- tisch das Empfinden für die einzuhaltenden Grenzen weckt, für die erwachsenden Folgen, für das, was erlaubt und was unerlaubt ist und warum es so sein muß. Damit erziett man am sichersten den Abbau derartiger Ungezogenheilen. Ein schwieriges Problem ist der D i ck k o p f, der aus Launen- hastigkeil Ungezckgcne! Meist ist er das Produkt elterlicher Er- ziehungsfehler. Wer dem kleinen Kinde heute gewährt, was er ihm gestern verboten hat, wer es in Essen und Trinken, in seiner Be- schäftigung fortwährend vor die eigene Wahl stelll, obgleich das kleine Kind Borteile und Nachteile noch gar nicht abschätzen und sich will. Dieser Harem besteht in der Regel ans sechs Weibchen, die er Tag und Nacht bewacht und beobachtet. Er jcktickt seine Frauen des Abends aus Bäume zum Schlafen, und sie liegen hier in Betten, die aus Zweigen und Laub bereitet sind. Aber das Männchen selbst schläft auf dem Boden mit dem Rücken gegen einen Baum und die Augen lozusagen immer nach oben gerichtet, wo seine Frauen ruhen. Wenn der männliche Gorilla wütend wird, dann stößt er ein Gebrüll aus� das das furchtbarste aller Töne im Urwald ist. Man kann es!n ruhige» Rächten kilometerweit hören. Das Gebrüll eines Löwen ist long« nicht so schrecklich. Aber, wie man sich an alles gewöhnt, so beachten auch die Bewohner der Dörfer in den GorUlagebicten sein schauriges Brüllen nicht. Selbst die Kinder achten gar nicht darauf, während einer meiner Träger, der dies« Laute noch nie gehört hatte, bei dem Schrei eines Gorillas aus der Ferne seine Ladung abwarf und davonlief. Der Gorilla ist normalerweise Pflanzenfresser. Er greift den Menschen an und tötet ihn. Er frißt auch von seinem Fleisch, aber das ist nur Ausnahme, und er wird niemals zu seinem Opfer zurück- kehren, um die Beute zu holen. Seme Lieblingsnahrung ist Zucker- rohr. Er ist«ine schreckliche Bestie mit riesigen Armen und unglaub- lich kräftigen Fingern, aber seltsamerweise sind seine Daumen sehr schwach. Sie sind von der Hand so weit abgespreizt, daß er nichts fest packen kann, urck» das ist eine Eigenschaft, für die schon so mancher Gorillajäger der Natur dankbar gewesen ist. Die Gorillo- jagd ist in Kamerun eine Lieblingsbeschäftigung der Eingeborene». In mancken Dörfern des Mamfe-Gebietes ist ied«r kräftig« Mann ein Gorillajäger, da das Fleisch dieser Tiere für sehr schmackhaft gilt. Aber es ist immer ein gefährlicher Sport, wegen der außer- ordentlichen Stärke und Behendigkeit des Tieres und feiner sosor- tlgen Bereitschaft, den Menschen anzugreifen. Man. hat die Zahl der Gorillas, die sich in dem breiten trapi-■ scheu Gürtel Afrikas von Nigeria bis Uganda befinden, auf etwa 10000 Stück geschätzt. Aber diese Schätzung ist wahrscheinlich viel zu niedrig. Iii dem Mamse-Gebiet von Kamerun, mit dem ich genau bekannt bin, habe ich eine ungelöhre Zählung der Gorillas vor-- genommen, und in dieser Gegend, die nicht mehr als 50 Quadrat» kilometer groß ist, traf ich gegen 230 Tiere. Di« Gorillas bewohnen die Urwälder und Gebirge in kleinen Familiengruppen. Ein aus- gewachsenes Männchen hat ein« etwa acht- bis zehnköpjige Familie. Es scheint, daß sie jahrelang in demselben Gebiet bleiben: daher können die eingeborenen Jäger den Ausenthalt einer solchen Gorillo- familie innerhalb von wenigen Stunden feststellen. Ein männlicher Gorilla, der sieben Fuß groß wird, ist ein riesiges Tier, das einen ganz mächtigen Körper aus seinen Armen über den Boden schwingt; die Weibchen sind bedeiitend klemer, zwischen 4 und 4% Fuß groß und nicht so schwer. Man weiß bisher nur wenig Über diesen menschlichen Verwandten, weil bischer m-r wenige Weiße Gelegenheit hatten/seine Lbbenswcis« au? nächster Nähe zu studieren," daher nur auf» Geratewohl entscheiden kann, wer ganz verkennt, daß, die Natur ein« gesunden Kinde» ein» gewisse Fuhrrmg und Ar» lehnung an den elterlichen Willen verlangt— der wird sich einen launenhaften Tyrannen erziehen. Leider ist hier mit der spateren Erkenntnis der gemachten Erziehungsfehler nicht viel gewonnen, und «ine intensive erziehliche Einwirkung, sei es aus güllichem Wege oder „hart auf hart!", bleibt bei einem Dickkops meist ohne Ergebnis oder führt zu Verbissenheit. Durch eigenen Schaden klug werden lassen— da, heilt Dickköpfe noch am ehesten. Erst wenn dos Kind selbst die „Nase angerannt hat", wird es mehr und mehr von seiner Art lasten. Die Erziehung, die Frau Regel Amrain in Gottfried Kellers gleich- namiger Novelle ihrem Fritz angedeihcn läßt, könnte hier wie überhaupt im Gebiet der Ungezogenheiten mancher Mutter als Nicht« schnür dienen! Eine ganze Reihe von Ungezogenheiten hängt damit zusammen, daß die Kinder sich über die von den Eltern gegebenen Anordnungen einfach hinwegsetzen, sobald diese ihnen nicht gelegen kommen, ja De mit gutem Borbedacht umgehen oder ihnen zuwiderhandeln. Sind die Eltern hier nicht aus der Hut, so wachsen ihnen die Kinder bald über den Kopf. Es gilt daher, schon dem Versuch« richtig zu begegnen und nicht etwa aus Bequemlichkeit ein Sluge zuzudrücken, vielmehr rchne große Worte auf vorbehaltlos« Durchfiihrung des Befehls zu dringen. Hier ist Gewöhnung von klein auf das Wichtigste, Gewöhnung an Gehorsam als etwas Selbstverständliches! Ein« wohltuende Ergänzung findet diese Gewöhnung m dem guten Bei- spiel, das die Eitern geben müssen und das fiir jede Seit« der Er- Ziehung etwas Bezwingendes in sich birgt!»Dos bedeutsame Wort Goethes:„Man könnt' erzogene Kinder gebären, wenn die Eitern erzogen wären" sollte zu denken geben! Leichter zu bekämpfen sind äußere Verstöße der Kinder gegen die Umgangsformen. Vor allem nehme man diese nicht tragisch! Liegen doch hier häusig nur Unüberlegtheit und Unbedachtsamkeit zu- gründe. Man bedenke auch, daß diese Dinge für ein Kind noch etwas Hohles, Leeres sind, was noch des Inhalts entbehrt, und wenn Maßlosigkeiten und starke Auedrücke aus seinem Mund« kommen, so oergegenwärtige man sich, daß ein Kind alles unbedingt empfindet, daß Abstufungen, Bedlngheiten, Konzessionen in seiner Anschauung und seinem Urteil noch kelnc Rolle spielen. Aufklärende Belehrung kann hier viel Gutes wirken, zumal wenn im Charakter des Kindes ein natürlicher tzerzenstakt ruht. Schließlich der Ausbund aller Ungezogenheiten, der Flegel, der Schrecken der Ellern und Lehrerl Doch merkwürdig! Ich habe gerade an einem Flegel noch niemals irgendeine sympathische Seit« vermißt. Der eine war anstellig und hilssbereil und übertraf darin manche» Musterknaben, der zweite ein vielversprecheicher Praktikus, der dritte in verfänglichen Situationen die Offenheit und Ehrlichkeit selbst, der vierte mitleidig und gebesreudigl So ging es weiter, und aus jedem der Flegel, die ich kannte, ist etwas Tüchtiges geworden. Berhüllen die Unarten der Kinder nicht oft nur die Keime späterer Kräfte und späterer vielseitiger Selbstcntfaltung? Hat Gvelhe nicht doch recht, wenn er die Unarten der Kinder mtt den Stengelblättcrn emer Pflanze vergleicht, die nach und nach von selbst abfallen, und wenn er z. B. a» Jakobi schreibt:„Bon Deinem Georg Hab« ich immer dos Beste gehofft und war unzufrieden mit Euch, daß Ihr immer unzufrieden mit dem Kinde wäret. Ein Blatt, das groß werden soll, ist voller Runzeln und Knittern, ehe es sich entwickelt: wenn man nicht Geduld hat und es gleich glatt haben will wie ein Weidenblatt. dann ist es übel!" Llngezogene Kinder. Don Or. K. Wethes. Ciafrnbungtn für tiefe Nudelt find ««»>>» SWS». Sittbenritofc» X parieinachn'chten fürGwß-Derkn s ftet, av»«» Bezjetefekeetael»« Z. H«s, 2 Step, recht», in eichte». 3. Äeela Wedding,{frtttno. S Dezember, IS Ahr, Sitzung de» etweiterten ftreieuorstanbes an betanniee Stelle. S. Ittel» Feiedetchehatu. Freie Tchulgen-elade: Arbeltslose MItgNeber melden sich heute. Donnerstag, 8. Dezember, um 1!) Abc bei firomphatbl, Paul- Einger-Slr. 4fl, jut Malerlaloe rbreitung lltr die«ellliche Schule. Die ' M........ a. bei«tilget, Trimm» Tagesordnung. Heute, Donnerstag. S. Dezember. Dl« Monatsschrift„Unfet Weg" sann uon Brandls, Kirn lauer ratz« lv, abgebolr werden. lkU Bot. Die Bezirksfllhrer holen die Monatsschrist«Tlnser Weg" vom«e. aosssei Lampel ab. Si.«bU Ali 12«. Sitzung de» Süksiaitde« irnd sZmtltchet ffunktlonSr« mli den Svmmlssioie� Mitgliedern. Denossenschaftsftagen. Moleria. ausgabt. Jeder Bez�rt muß vemelen�sei,.»«. Bbt. 19V4 Ahr bei Lohann, Wipperstr. 18— 18, no»., fflfe Echarnweberstraße, Mix, Friedrich», Ecke Mar- wichtige wichtige FunttionSrsitzung. Lichtenberg. ttS. Abu ISld Uhr bei Gosse, Fin Funitmnärsitzung.— 118. Abt. 19 Uhr bei gstcle nslrojtze� ssunltioniirsitzu SU Abu Achtuual UmslLudehalber findet die Sitzung der Weihnachs?» kommlssiou mit den Geuppenfgheee» am Eonntag, 11. Dezember, IV Uhr, bei Zlosner, Zminannelflrchsir. rii, stall. riet. Ri. ÄdU In der heute Abend bei Lolack, venmestr. 8, stattsindenden Titzimg «nilssen die Bezirkofiiiirer dir??am:n der arbeitslosen Genossen dem Passieret angebe», stein Bezirk darf fehlen. EoeniueU Bertretrt ent. stnden. 38. Abt. 20 H Uhr bei Bartnsch, Frledenstr. 8«, Funkl-onLesitzung. AchZncbeea. 78. Avt. 2V Uhr bei stSnia, Feurigste. 51, Sitzung ssimtNcher Funktionart.~ 79. Abt. Pilnkllich 20 Uhr bei Arndt, Bai'tzener Str. 10, wichtige Fmiktionärsitzuirg. Erschelnen aller dringend erforderlich. Morgen, Fre'tag, 9. Dezember. Akt. W Uhr bot Günther, Rittersir. 91, Funktionsirsitzunz. Wichtige Gagesordnoug. Erscheinen dringend erforderlich. [JBn. f». AbU Ifl'i Uhr bei Grommeck, Sandsrstr. 10, wichtige Vorstands. M'd Funklionsirfitzung. Erscheinen unbedingt erforderlich.— 90. Abt. VPA Uhr bei cri'abeiko, Weichlelstr 5, Funistoniiesitzung.— 91. Abt. 19% Uhr bei LIiddecke, Slorlsgcctenftr. 12, Funktionsirsitzung. Erscheinen 48. «rnkillln. i 123. Abt. staulsbors. 20 Uhr im Lokal SUImer wichtige Funkttonärlitzung. 124. Abt. Mahledorf. 20 Uhr bei Breidau, Hönower Ltr 4g, wichtige Funk. tionärsitzuna. 128., 139. Abt. Pa»k«w. Ivth Ahr bei Meehs, Berliner Siraße, Ecke Linden. Promenade, Funktionärsitzung. Erscheinen unbedingt notwendig. Vezlrksavsschuh für Arbeikerwohlfahrt«nd Sinderschuh. 4. steei, Prenzlauer Betg. Die Genossinnen und Genossen, die an dem stursus der Genossin Luise Schröder teilgenommen haben, werden ge» beten, sich an der Arbeitsqemeinschakt des Bez�rksluirndamtez heute, Donnerstag, 8. Dezember, lS'b Uhr, im Bezirksamt, Danziger Str. S4, siimmer 29, ,u beteiligen. 17. Kerl» Lichtenberg. Heute, Donnerstag, 8. Dezember, IJt« Uhr, im Rat. hau» Lichtenberg, Obleutekonferenz. ZungsoziaNsien. Truppe Mitte? Umskändehalber sindet die Mitgliederversammlung nicht am Frtlag, sondern hdute, Donnerstag, 8. Dezember, 20 Uhr, in»er Schule Gins» f, taste 23- statt. Erscheinen ist Pflicht.— Gruppe Prenzlauer Berg: Heute, Donnerstag, pünktlich 20 Uhr, im Jugendheim Danziger Str. 62, Mitglieder» Versammlung. Jede» Mitglied muß zur Stelle sein._ | Sterbetafel der Groß- Derllner Partei- Organisation s 87. Abt. Unsere Genossin Emilie Prillwitz, stochhannstr. 24, ist per» storbrn. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung heute. Donnerstag, 8. Dezem- der, l« libr, im strematorium Vaumschulenweg. Um rege Beteiligung bittet her Borstanb. wrstrrbericht der IffrnNichrn wttlerblenststessr Berlin und Umgegend sRackdr. vrtb i Keine wesentliche Renorrunq des bestrbrud n Willeruiias- chm akters.— Für veulichian»: ilm äustetstcn Btllrn Ttlnpeialuttn über Null, fonll Frost. Kein« Niederlchlägr. Sozialifflsche ArSeiiersugend Sroß-Serlin. Norden: Wedding walder Etr. »et, Wilhelmsaue 123. Heute, Donnerstag, 19� Uhr: Des res» äne- WWWWMWWWW�W L.. Wm „Jugend und Politik."'— Lantwitz: Gemeindeschule Schul» straste..Fahrlenadenteuee."— Steglitz: Heim Albrechlstr. 47.»stirche und Sozialismus/- Zehlendors: Slldschule, Wilhelmsteaste.„Wie gestalten w>v Feste und Feiern?— Treptow: Seim Eeaetzstr 30.„Zuchthauseelebnisse."— Wittenau: Heim Posenthaler Etr. 15. EaUrischer Abend.— Neukölln 1 Genossen anderer Ab» Pünktlich Seim Böhmische Straße. Funktionäeschulungskursus. teilungen können auch Daran teilnehmen. Weebebeziri Schöneberg: Heim Hauplstr. 1Z(Pommernzimmer). 20 Uhr Werdebezirksvorstandssitzung. * Petrrsdneqer Biertel: Sonnabend, 10. Dezember. Eomenius-Säle, Memeler Straße 67.»interiest. Pro'og, Gesang, Tanzgruppe, Musik.(Eintritt 50 Pf. Einlaß 13 Uhr. Beginn 20 Uhr.. Werbebezirl Prenzlauer Berg: Sonnlag, II. Dezember, 19 Uhr,:m Heim Danziger Sir. 62, WerbebezirksmUgliederpersammUrng mit dem Vortrag:„iec religiöse Sozialismus." Um wieder ordmmftsmatzige Verdauung zu erlangen nehmen Sie einfach nach den Mahlzeiten einen halben Koffeelölsel Biserirte Magnesia in etwas Wasser. Biserirte Magnesia neutralisiert den Säureüberschuß, der so häufig die Ursache von Magenbeschwerden ist. Sie beseitigt Sodbrennen, Säureaffektionen. Blähungen, Brech. reiz, Magenschwer« usw. usw. Biserirte Magnesia hat sich schon viele Jahre lgnn bewnbrt und ist'N allen Anetbeken erhältlich. 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Sonntag 3 Ubr: Nachtoittags halbe Preise die 20 rtärdicnrevoe, •ortOAt*** Ein heiterer Zillei. m >■STHAASt U> Heute letzter Tag Schwere iMgen- lehhte Naddien mit Ussl Aina/ Custe» Frählith/ Frlb Kampen Regio: CARL BOSSE Aul der Buhns: Clalrc Waldoff I-lMMWÄÄMlN 100 Löwen 100 Sonnabend naebm. o 'osntad 3 Uhr S Uhr letzte Vorttellnngcn InBerHn HöDertcser- Edte Brommyttr. __ Tel.: Morllzplatz 6329 Theater am RoUbusser Tor Kottbusser StraBe 6« Tätlich- U- u. Sonntagnehm.< U Elite- Sänger Wundervolles Welhnachtspro�ramm. Volkspreise von 50 Pf. bis2,.V»M. Stgs u. Uu. 2. feferiag ncHm.SU «iroB« ydmn ei vcrrtellonc Volles Programm.— Kleine Preise. Hv nrlch Ziilv und dl« Haupt- darslvller sind um 7 und S Uhr persttniieh anwesend und gaben Autogramme. S. 7. 0 Uhr Nene» Theater am Zop Täglich 8 Llhr Die Hotelratte | Operette v.Bromme IIa iieckr. Pill enö,»,,- Pieater du Westens Täglich 8»/, Uhr: Frasquila Operette von Lehär Kiantnigggr n» Wie»«II. 6.. Paithi'r«l a«l»d. ItoiwI: ari Girtll Metropol-Th. Tägi.SWUhr Paganin i Ojnttt, rw Fiaar Labir Jgi». kuari Lldilnslr.». Lnil liBC'lugin. Bglli iiihss. Itiiwr Hill 1. 1. BSffMa IlBUWWff Reichskalien«1hoa er Abds. 8 V. u. Sonnt nachm 3 V. Stettiner Sänger naebm. h n( b e Preise, volle» Proeramm. uönhoif-Bretä'l: Vartetö, Kabsrftl mit tsri Braun ü. Emst Walter- Tm »»' usisplelhau« Uhr Zaza" Walhalla-Th. */4 Uhr W Dil küßt keine Cgenfiri Pfarschner Vorz-für Park, auch Sonnmcs 60 PI. Sonntag nehm 4 U. RamTir'stilzcfaen Parkett v. 36 PI. an. Planetam zssi Zoo '«rUcr. ilgt mtHgiu SlnJ Noll. 1578 DcrSternenhinmelaal der Reit s von Berlin nach dem Aeguater Vorführungen «V» 6. 7',..» Uhr. Elntrltl I IN. Ortet g»I. Ii Igttw 1318. EesilieiH'IkezIek Uhr Oer Zaiiuti«Haak!»Iz I Sdiönselin wir aus 30 lustige Bilder mit Henry Bender i Zonal»". nah r.euhr WeüinadihBirlieii: Lagenmäaidieii dazu: Zaubeikänstler Dell achint. Jede« Kind erhält ein Geschenk ftose-7beater 8V, Uhr Einer von unsere Leot. jltialarg-aihsit Iis. 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